§ 41—43.
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ben Astronomen znr Korrektion der Elemente dieses Planeten ober znr Ver-bessernng seiner Tafeln dienen. Die letzten zivei in diesem Jahrhunderte nochstattfindenden Durchgänge dieses Planeten ereignen sich im Mai 1891 undNovember 1894.
Fig. 52 stellt die verschiedenen Wege dar, welche Merkur während seinerdreizehn Durchgänge in dem Jahrhunderte von 1800 bis 1900 auf der Sonnenscheide beschreibt.
Kapitel IV.
B e n u s.
§43. Manien und Zeichen dieses Planeten) Obschon jeder Planet, wie wir baldsehen werden, in Beziehung auf die Erde sein Eigentümliches hat, so zeichnetsich doch keiner durch so viele besondere Eigenschaften aus wie Venus . Er istder hellste und schönste unter allen Planeten; er kommt der Erde am nächsten;seine von der Erde gesehene Geschivindigkeit ist deshalb die größte; er war wahr-scheinlich der erste, dessen schnelle Bewegung uns zeigte, daß es außer denstreu Gestirnen des Himmels noch andere, daß es Planeten gebe.
Man erkennt ihn sehr leicht an seinem blendend weißen und intensivenLichte. In der That ist er, manche Kometen ausgenommen, nebst dem Mondeder einzige Himmelskörper, den man bei Tage ohne Fernrohr mit der Sonnezugleich sehen kann, und der bei Nacht unter günstigen Verhältnissen sogareinen erkennbaren Schatten wirst. Dieser Schatten hat übrigens nach A. W iI e ocksdie Eigentümlichkeit, die ihn von dem Schatten des Sonnen- und Mondlichtesunterscheidet, daß er nur aus Kernschatten besteht und keinen Halbschatten besitzt,wodurch er viel schärfer und bestimmter abgegrenzt erscheint. Wileocks führtdiese Eigentümlichkeit des Venusschattens darauf zurück, daß dieser Planetfür unser Auge bloß ein Punkt am Himmel ist, während Sonne und MondScheiben bilden.
Durch die Helligkeit seines Lichtes fiel er bereits den Alten besonders auf.Er ist der einzige unter den Planeten, der in den ältesten auf uns gekommenenGedichten erwähnt wird: Homer nennt ihn (Jlias, XXII. 318) den schönste»,xttX'limog:
„Hell wie der Stern vorstrcchlt in dönnncrnder Stunde des Melkens,
HeSperuS, der der schönste erscheint von den Sternen des Himmels."
Diese Benennung „HeSperns oder Vesperugo (Abendstern)" erhielt er, weitman ihn wahrscheinlich zuerst als einen Wandelstern zu der Zeit erkannte, ivenner in den Abendstunden am westlichen Himmel sichtbar wurde. Einen ähnlichenhellen Stern bemerkte man bald auch in den Morgenstunden an der Ostseite desHimmels, daher man diesen Phosphorus, Lichtbringer oder Morgenstern nannte.
Littrow. Astronomie. 00