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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich / von Friedrich Vogel
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konnte; am 10., 17. nnd 18. regnete es ergiebig, den 10. mit Donner begleitet, an zwey an-dern Tagen unbedeutend; außerdem waren kaum Wolken am Himmel zu sehen. Allein an denMorgen des 27. und 28. wurde der Sonnenaufgaugsfrost merklich und drohend; am letzter»Tag zeigte das Tbcrmomctcr in Zürich Morgens 2 Hz Grad ob dem Eispunkte; im Glattthallitten die Weinberge große Einbuße, besonders bey Hochfeldcn und Höri, wo die Traubchenalle versengt wurden. Der wieder sehr warme und trockene Anfang des Brachmonat setzte dasPublikum in große Sorge wegen der Heu- und Kornernte. Doch vom 10. bis 13., 16. bis 18.,wie auch am 8., 22. bis 24., 27. und 28. fiel erquickender Regen, meistens fast im ganzenCantvn. Freylich beschädigten auch, nach den sehr heißen drey längsten Tagen, die Gewitteram Abend des 22. und am Morgen des 23. jenes die Gemeinden Knonau, Mettmcnstetten,Riffcrschwcil, Rüschlikon , Kilchberg , Zollikon , Riesbach , Hirslanden , Zumikon , Stett-bach, Schwamendingen und Wallisellen mit Schlossen, dieses in Einbrach ein Haus und zuFreycnstein eine große Wohnung durch Strahleinschlagen, wodurch die letztere von 4 Haus-haltungen bewohnte ein Raub der Flammen wurde. Im Heumonat stieg die Hitze am 12. und13. bis auf 26 und 26Hz Grade; 5 Gewitter- und außerdem 9 Regentage kühlten dieselbe fürsGanze wohlthuend ab. Man sah jedoch hie und da, wie im Jahre 1811, Apfelbäume miteinem zweyten Blüthennachschuß, während die Früchte vom ersten Triebe noch im Reifen begriffenwaren, zusammen gewachsene Halme mehrerer Aehren und dergleichen Stengel vieler Vergißmein-nicht-Aehrchen. Und schwere Merkmale über das gewohnte Maß gestiegener Elektrizität warendie Schlossen, die am 4. in ungeheurer Zahl über die Kornzclgen und Weinberge von Stadel,Sünikon und Steinmaur , am 6. über Birmenstorf und Landikon, am 18. über Eggetschwcil beyKloten, Seebach, Affoltern , Engstringen, Dietikon , Ober-klrdorf herabstürzten und an mehrerndieser Orte den größer« Theil des Jahressegens Hinwegnahmen. Die beyden erster» Gewitterschadeten zugleich durch Schwemmungen; dasjenige am 18. war mit heftigem Sturm begleitet,weleber auf der Stätte des eidgenössischen Freyschießens, das eben seinem Ende nahe war, mitgroßem Ungestüm vorüberzog. Die 20 ersten Tage des August waren ebenfalls vorherrschendschön und überaus warm, doch in 4 Gewittern und einem Sturme und in noch 2 Tagen mitRegen sich einigermaßen erfrischend. Dem Sturm am Nachmittag des 6. ging ein nicht ganzvollständiger Ring um die Sonne des Morgens voran. Von den Gewittern war dasjenige in

der Nacht vom 8. auf den 9., das sich am folgenden Nachmittag nochmals entladen mußte, eines

der heftigsten. Der Strahl schlug Abends um 3 Uhr in den Glockenthurm des Großmünsters,zerbrach Einiges und fuhr dann durch die Dachrinnen ohne weiter« Schaden zur Erde; durchSchloffen wurden dagegen Rafz und noch einige Orte härter heimgesucht. Die kleine Regen-zeit vom 21. bis 27. August schloß sich ebenfalls mit einem vormittäglichen Gewitter, mit

welchem gleichzeitig in der ganzen Alpenkette die verheerendsten Wolkenbrüche sich entleerten. Andiesem Tage regnete es auch Abends wieder, fast so ernstlich wie am ganzen Vormittag. Esfolgte ein Herbstmonat, dem an Wärme und Schönheit des Himmels seit Menschengedenkenkeiner es vor- oder auch nur gleichthat. Vom 28. August bis zum 27. Herbstmonat regnetees nur in 2 Nächten (auf den 1. und auf den 3., dieß letztere mit Donner begleitet) und aneinem Tage (am 9.). Die Nachmittagshitze stieg am 5. und 6., wie im Heumonat, auf 26Grade. Nach der kräftigen Erfrischung der mit Donner beginnenden Regentage, 28. nnd 29.,