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DaS Ende des dreizehnten Jahrhunderts vereint« jedochnicht nur Ob- und Nidwalden wieder aufS innigste mit eins»,der» sondern verbrüderte sie auch aufs engste mit Ury undTchwyz, wie sie schon feit 1115 verbunden waren; indem siebei der Uebergabe der Schirmvogkei des Hauses Lenzburg anda« Haus Habsburg , an deS großen Kaisers Rudolfs Sohne,Albrecht, einen Protektor erhielten, der schon frühzeitig für dieFreiheit der drei Länder verdächtige Plane verrieth, „nd denneuerdings für Leib und Leben, für Ehre und Gut geschlosse-nen Bund derselben mit gänzlicher Auflösung bedrohte. Msdaher von ihm der Ritter Hermann Geßlec von Brnnegg, undBeringer von Landenberg als Vögte geschickt wurden „nd sichzu Küßnacht, Twingury, Sarne» und Notzberg Schlösser bau-ten oder die schon gebauten bezogen, da merkten die Unter-naldnec mit ihren Nachbar» von Ury und Schwyz , daß dielegte Stunde der Freiheit bald schlagen werde, wenn sie sichnicht sogleich in einschlössen«»! Kampfe dem Unrechte widersetz-ten. Am ersten empfand nun die Rache der Beleidigung derJunker von Wolfenfchießen, Landenbergs Statthalter auf demRotzberge, indem er von Konrad Baumgactuer ab Alzellen, diededrohte Ehre seines Weibes zu retten, im Bade erschlagenwurde. Landenberg hingegen, der den alten Vater HeinrichAuderhalden im Melchthale, wegen dem Widerstände, den seinSohn bei Wegnahme der Pflugochsen leistete und entflohenwar,- grantam der Augen berauben ließ, entging noch der ver-dienten Strafe des Volkes. Inzwischen wurde von den dreiund dreißig Verschwornen aus den U,ständen der Freiheiksbnndim Gcütli, den 17. November 1307, geschlossen, an welchemauch Arnold, des Unglücklichen Heinrichs Sohn, als einer derdrei ersten Stifter, den vornehmsten Antheil nahm, — und «Sereignete sich bald darauf die That Wilhelm Teils, der denGeßlec in der hohlen Gasse bei Küßnacht erschoß. Erst jetzterfolgte der gemeinsame Aufstand der drei Länder gegen dieUnterdrücker ihrer Freiheit, und es wurde die Morgenstundedes Neujahrstages 1303 die Rache- und Freudenstnnde derUntecwaldner. Das Schloß Rotzderg in Nidwalden wurdedurch die bekannte List des Geliebten einer Burgdirne, unddie Burg Landenberg bei Garnen in Obwalden durch eineähnliche List der verschwornen Hirten überrumpelt, besetzt undspäter verbrannt. Das Land ward nun von fremden Herren
1345 — 1355 demjenigen Zustande zugegangen iss in wel-chem es am 14. März 1366 deutlich ausgesprochen erblicktwird, wo, wie es in derselben Urkunde heißt, die Land-awmänner und die Landlüt gemeinlich — o braut undnidrunt dem Kernwald — hängen an unser Länder, obdem Kernwald und darnid — Jnstgel u. s. f. — Uebri-aen« überlassen wir den Entscheid der Zukunft, wo durchdie sehr envünschbare Sammlung aller auf ine. vaterlän-dische Geschichte bezüglicher Urkunden wahrscheinlich auchdie streitige Frage über die Trennungsepoche der beidenThäler, und über das ursprüngliche Sigill und Wappenentschieden werden wird.