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Zweiter Band.
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griff aushalten zu können. Es war kein Augenblick zo ver»lieren, der Ruckzug konnte sich den andern Tag in eine völ-lige Flucht verwandeln. Eine einzige Brücke über die Weich­ sel stand, und wäre bald versperrt gewesen; man hatteversäumt, eine zweite zu erbauen, wiewohl alle Materialiendazu vorhanden waren.

Der Reichstags-Marschall beeilte sich seinerseits, der Herr-schaft Krukowiecki's ein Ende zu machen. Er begab sichzu ihm, nachdem er vorher die Mitglieder des Reichstagsin hinreichender Zahl für die Berathung zusammcnberufenhatte. Er fand den Präsidenten auf der Straße an dasGitterthor des Pallastes gelehnt, das traurige und bekla-genswerthe Schauspiel, welches die Feuersbrunst der Vor-stadt darbot, betrachtend; er schwatzte ruhig mit den Offi-zieren, welche ihn umgaben. Die feste Sprache, welche ihmder Marschall entgegenhielt, > gebot ihm Achtung, und erübergab ihm fast augenblicklich seine Abdankungsakte, dieer zurückgezogen hatte, und auf welcher er von seiner Handden Beisatz machte:

Diese Entlassung ist von mir um zwei Uhr Nachmittagseingegeben worden, sie wurde mir um fünf Uhr von denKammern zurückgestellt, mit der Einladung, in eine Aus-gleichung mit dem Feind einzugehen und den Kampf zu en-digen. Um lsi/4 Uhr forderte der Neichstags-Marschall, daßich sie von Neuem den Kammern zustelle; ich habe seinenausdrücklichen Befehlen nachgegeben, indem ich jedenfalls dieAkte, die mir von den Präsidenten der Kammern zugestelltworden ist, um in Unterhandlung mit den Russen einzuge-hen, behalte. 7. September."

Dem Reichstag , welcher sich um zehn Uhr Abends versammelthatte, berichtete der Marschall, wie so eben Krukowiecki sichbetragen habe, und legte in der Versammlung die Abdan-kung, die er ihm übergeben, nieder. Bonavcntura Niemo-jowSki wurde hieraus durch allgemeinen Zuruf erwählt, und