E : si e s Kapitel.
Po» den horizontalen Aeticrdeckunge» ohne Steinschnitt
die Construction in Hausteinen nur die ausgesuchtesten Materialien zuläßt, so muß sie aus diesem Grunde als die vollkommenstebetrachtet werden; auch gingen seit den ältesten Zeiten die Bestrebun-gen der Kunst darauf aus, sie bei allen Theilen der Gebäude anzu-wenden. Wir haben bereits in der Einleitung dieses Werkes bemerkt,auf welche Art die Acgyptier, auf irgend eine Weise durch den bloßenInstinkt geleitet, diese Aufgabe anfänglich auflösten; wie später, beiden Griechen, ein ähnliches Verfahren einer, aus dem Gebrauche desZimmerwcrks hervorgegangen«: Architektur angepaßt wurde, und dieFreiheit ihrer Combinationen in gewissen Theilen der Gebäude, so zusagen, in den Nebendingen, beschränkte, ohne auf die Haupttheileangewendet werden zu können'). In der That, wenn man darauf
i) Nacb Vitriw schein: bei dem Maße des Zwischenraums der Säule»die Zerbrechlichkeit der Steine allein ;»r Basis gedient zu haben. DiejenigeSäulcnwcitc, welche Pycnostylos heißt, und die geschlossenste von altenist, war auch den größten Tempeln geweiht; der Systylvs, dessen Oeff-nung größer ist, paßte zu denen von mittlerer Größe; endlich der Diasty-lvs, mit einer Intervalle von drei Durchmessern, war als der größte Zwi-schcnraum bekannt, von dem man Gebrauch machen konnte; allein seineAnwendung war nicht ohne Gefahr. Bei Uebcrschreirnng dieser lebten Grenzekonnten die Architrave nur aus Zimmerwerk bestehen.
Die Ansicht der Alten war in dieser Beziehung so aufgeklärt, daß siebei Ueberschreitnngcn dieser Grenzen in Erstaunen gcriethen und es war indieser Hinsicht die Größe der Archicrave in dem Tempel der Diana zuEpbcsus nicht die geringste Ursache der allgemeinen Bewunderung diesesGebäudes. Hierüber läßt erstens eine von Gronovius mitgetheilte Stelle