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Erster Abschnitt.
etwas mehr Oberfläche haben und bei der Entzündung eineschnellere Auflösung derselben in elastische Flußigkeit statt fin-det. Auö diesen Gründen ist das feinkörnige Pulver jn gerin-ger Menge wirksamer, als eben so viel grobkörniges, unterübrigens gleichen Umständen.
Prob!ren des Pulvers
§. 25. Bei unserer Artillerie ist zu diesem Zweck ein klei-ner metallener Mörser eingeführt, dessen Mündung etwas über6 “ weit und welcher so kurz ist, daß die ungefähr 21 Pfd.*7 Loth schwere metallene Vollkugel nur bis zur Hälfte hinein-geht. Der ganze Mörser mit dem angegossenen Fuße wiegtetwa 156 Pfd. und ist auf einem hölzernen Klotz befestigt, wel-cher aus einem Stück gearbeitet ist. Seine Erhöhung beträgt45 Grad.
Jn jedem Artillerie-Depot soll sich ein dergleichen Mörserbefinden, so auch N 0 rm a l p u lv er, d. h. ein Pulver von an-erkannter Güte, Vorhandensein, um in zweifelhaften Fällen zurGegenprobe zu dienen.
§. 26. Man muß bei dem Probicen des Pulvers sehr wohlden Zustand desselben in Hinsicht der Trockenheit und Feuchtigkeitin Betracht ziehen, weil man sonst nie von der wahren Be-schaffenheit desselben die erforderliche Ueberzeugung haben kann.Ein auf der Mühle so eben getrocknetes Pulver wirft immer wei-ter, als das aus dem Magazin genommene, und da man dasPulver nie vor dem Gebrauche trocknet, sondern es braucht, sowie es aus dem Magazin, oder auS dem Munitionöwagenkömmt, wo es bald mehr bald weniger Feuchtigkeit annimmt,so muß es auch in diesem Zustande probirt werden. DasjenigePulver, welches durch die Feuchtigkeit am wenigsten von seinerStärke verliert, ist das vorzüglichste.
§. »7. Man legt zu diesem Zweck einen Theil des zu probi-renden Pulvers 21 Tage hindurch in einem Keller nieder, wel-cher in solchem Grade feucht ist, daß das Normalpulver, nachVerlauf der angegebenen Zeit, nur höchstens ^ feiner Wurfweiteverliehet.