R 81&-&6 Neueste Länder E i n geographisches Lesebuch alle Stand e. Vierzehnter Band. Australien. Neue unveränderte Ausgabe. Mit Charten und Kupfern. --- I i Prag i 820 * R S1± Uq: 4 Holland, und auf unzähligen Inseln bestehenden Theil der Erde kennen gelernt, der, seiner Natur und Beschaffenheit nach, ,u keinem der andern vier Weltrheile gezahlt werden kann ; sondern, weitau-gedehnter Zersplitterung ungeachtet, unter einem gemeinschaftlichen Begriffe vereiniget, und alt ein eigenthümliche- Ganze betrachtet werden muß. Dieser fünfte Erdtheil wird in Rücksicht seiner, von der alten Welt au- bestimmten südlichen Lage, Australien genannt. Nimmt man Ncu-Holland davon au-j» ein Land, das seiner Gr'oße wegen, mit Recht alt ein Continent angesehen wird, so nennt man den Inbegriff der übrigen Inseln: Polynesien, — eine nach dem Griechischen*) Don n°*u« viel, und Insel. Der erste, welcher diese Benennung aufbrachte, war der Portugres« Jose, de Barros in seinem Werke: As decadas 111. de Asia, en que se tratan os festos dos Portugueses no descöbri- mento e conquista des mareseterras de Oriente. Lisboa 1552 — 1563*2 Vol. in Jel. Der B a rr » r Polynesien erstreckte sich jedoch nur über die Asiatische» Insel» und einen Theil der Länder der Papua«. s 6 Austrclien. gebikdei' B-nennung. fl e soviel ak- Inselwelt bedeutet. Mehrere Geographen Hoden indeß zu Polynesien auch die Asiatischen Sunda- Inseln, die Molakken und f rbi(ipvi* «en gezahlt, welche in der That nur durch wilikübrlichr Granjen davon getrennt werden können; daher der Name Australien bestimmter zu seyn scheint, obgleich auch er nicht durchaus schicklich gewählt ist. Die Lander und Inseln, welche zu diesem Meltrheile gehören, werden sämmtlich von dem großen Ocean umflossen. Zwar li gen die nördlichen, westlichen und südlichen Küsten.von N,e u- Holland> so wie die Westküste und ein Theil der Süd - Küste von Neu- Guinea an dem Z n d i sch e n M r e r e; dieser Meer aber ist selbst nur alt ein großer Golf oder ein Theil deS Oceans anzusehen.*) • •Um un- sonach leichter in Australien zu orientiren. Müssen wir.einen Blick auf den großen Ocean werfen, al- den Rahmen deS Gemälde-, mit dessen näherer Betrachtung mir un- hier beschäftigen wollen. Den Nomen eine- Oceans verdienen nur diejeni. •gen großen Gewässer, welche da- feste Land der Erde, gleich Inseln, umgeben und von einem Pole bi- zum ändern rerchrN. In dieser Rücksicht giebt ei nur einen Oceän, der sich aber, in Rücksicht der Länder, die ihn begränzen,- deutlich in zwei Theile absondert; in den a t» lantischen Ocean, nämlich zwischen Europa, Afrika und America, und in den großen Ocean zwischen Asien, Afrika und Amerika. Im Norden hangen beide pceane, durch mehr oder minder breite Wasserstraßen mit dem nördlichen Polarmecre zusammen; im Süden aber *) M. s. bc? trefflichen Fleurie« Obseryation« sur I 4 diri- 4iön hydrographi^ue du globe, im Uten Theile sen M«r» i d;««b’8 Veyagt autour du monde. ( Einleitung f fließen sie, und baS südliche Polarmeer, unmittelbar in einander und können nur durch willkührlich gedalyte Linien begranzt werden. Um in den unermeßlichen Weiten dieser Gewässer irgend eine, der Natur nicht bloß künstlich oufgedruygene, Eintheilung anzunehmen, schein? eS um zweckmäßigsten, die einzelnen Theile, wo es seyn kann, nach den nahen Ländern, od,r nach den Erdzonen zu benennen, und durch sie die Gränzen festzusetzen. Co erhält der Theil des Oceans zwischen der Ostküste von Afrika, Arabi,n, Persten, Indien, Reuguinca und Neuholland, den Namen de-JndischenMeereS, dessen Gränzen durch Lander bestimmt sind, und welch«? man als ein eigene-Meer, vom großen Ocean abgesondert anzusehen gewohnt ist. , Der große Ocean mit Ausschluß des Indischen Mee» res, wr.d gewöhnlich das Stille Meer, oder die Südsee genannt; beide Benennungen sind unschicklich, den» die heftigsten Stürme wüthen in demselben, und da er sich vom sechzigsten Grade der Nordbreite bis zum sechzig s nt Grade der Südbreile, folglich über >20 Grade erstr.ckt, so liegt er keineswegs bloß im Süden. Es scheint der zufällige Umstand, daß Mogellan dieses Meer ungewöhnlich ruhig fand, die Veranlassung der ersten Ben-nnang gewesen zu seyn. Südlich lag derjenige Th.il des großen Oceans, der von der Landenge von Panama zurrst von den Spaniern erblickt wurde, wahrend das Atlantische Meer sich im Norden zeigte; daher die zweite Benennung. Der große Ocean wird am schicklichsten durch die Wendekreise in den nördlichen, A e q u i n 0 : t i a f-, uud südlichen großen Ocean eingetheilt. Der nördliche große Ocea« reicht von den» 8 STiiftrsllien SBenbeFrris* bf4 Krebse-, oder -rq" zv^Nr. Br., bis zur Inselkette der Aleut'N, die denselben im Norden begranzt und von dem K a mt sch a tka'sche n Meere, oder dem Bassin des Behrings scheidet. Durch dieses große Becken und durch die enge Behringstraße hangt der große Ocean mit dem nördlichen Eismeere zusammen, und hat hier seinen einzigen nördlichen Ausgang. Im Osten wird der nördliche große Ocean durch die Küsten des nordwestlichen America (von der Halbinsel A l a sch k a bis hin zurHalbinsel C al i f o r n i e n,) begranzt. Es zeigt sich an dieser Küstenstrccke zuerst im Norden eine große Bai, als einen besondern Theil deS nördlichen großen Oceans; welcher Golf, soviel bekannt ist, noch keinen Namen hat, und nicht unschicklich das Russisch AmericanischeMeerzu benennen wäre. Die sublimste Gränze dieses.Meerbuscns könnte eine Linie seyn, die von der Südspitze Alaschka bis zum Südcap der K'onigin-Eharlotten.-Jnsel gezogen würde. In diesem Russisch - Americanischen Meere liegen die Inieln Schumagin und Ka d i a c; ferner eine ansehnlichcHalb» insel ohne Namen zwischen Cooks Fluß und Prinz Williams» Sund, der Archipel KönigS Georg III., der Archipel des Prinzen von Wales und die große, oben genannte Königin- Charlotten-Jnsel. Im Südosten der letztern und schon außerhalb dem Russisch Americanischen Meere begranzt den nördlichen großen Ocean von dieser Seite, die Insel O u a d r a und Dancouver, die den Geographen merkwürdig ist; weil sie durch die vermuthliche Straße Juan d e F u c a, (die lange für den Anfang einer gesuchten nordwestlichen Durchfahrt ins Atlantische Meer gehalten wurde), vom festen Lande getrennt wird. Endlich gehören die Küsten von Neu-Albion, Neu- Californien und Calisornien zu den östlichen Begranzun- gen des nördlichen großen Oceans. Einleitung. 9 Im Westen scheiden ihn die Kurilen von dem Ochot-k'schen oder Kur ili scheu Meere, in welche- man, zwischen diesen Inseln, durch mehrere Straßen ge« langen kann, unter denen die Straße der Nade-H- da*), der Canal de la Boussole **) die Straße d e D r i e - ***), und derCanal dePie ****), die bekanntesten sind. Im Südwesten,der Kurilen liegt die Insel I e fso, wodurch, nebst den südlicher gelegenen IapanischenZn» se l n, der nördliche große Ocean weiter in Westen bt* gränzt wird. Durch die Straße Sän gar hangt er mit dem Mantschurischen Meere, durch dies - mildem Sagalischen Meerbusen, und durch die M e e r e n» ge von Simonoseki mit dem JapanischenMee- r e zusammen f). Im Süden von Japan scheiden ihn die Lieu-kieu-Inseln von den Ehinestschen Gewässern. In dem ganzen nördlichen großen Ocean scheine« nur wenige, zu dem eigentlichen Australien gehörige In» seln zu liegen, denn die oben angeführten Archipele im Russisch-Amerikanischen Meere, und die Meuten werden •) Nach dem Schiff- benannt, auf welchem die Russe» unte» Capikan von Krusenstern die Erde umsegelten. **) Nach dem Schiffe deS Grafen de 1 » Peyrome. ***) Der holländische Scblffskapitlln b e S 3 r i e 3 segelte r^ä- zuerst durch diese Straße, auf seiner Entde-kung-reise nach dem Lande Ieffo. M. s. Allgem. geogr. Ephem. Bd. z«. S. 262 ff. •***) Der EnalZnder Broughto« gieng i. I. »797 durch dieselbe. M. s. den rgten Band der Sprengel - Ehrmann'« schen Bibliothek, wo dessen Reise in der lliberfetzung erschienen ist. In der Benennung dieser Gewässer ist man den Bestimmungen gefolgt, welche in den Allg. Geogr. Ephem. a. a. 2. E. 253 f* angegeben worden sind. I'O Australien. zu America, und die Kurilen, Zesio, Japan und die Lieu» sjeu Inseln zu Asien gerechnet. Die andern» im Meere zerstreuten Inseln aber, zwischen 40° und 23° 30, 91 . B. gehören gr'oßteniheils zu den ungewissen Inseln, deren geographische Lage, ja deren Existenz selbst noch zweifelhaft ist Man findet zwar auf den meisten Charten im Nord- Osten de- Sandwich - Archipel- die Insel P axa r» 4 , und im Norden dcsselbenArchipels; MariaLagorda; ferner im Nord-Osten, Nord-en und Nordwestcn der Rarianen, die Inseln Rica dePlata, Rica deOr », l a - Colun- »ai, Sebastian Lopez, die G u ab c lo u p a t, die M a l e b r i g 0 i, St. Iuan, mehrere Vulkan Inseln und die I l e i de l'Ar che vöq u e *) E- scheint jedoch, daß man für die Existenz der meisten dieser Inseln keinen ander» Grund auszuweisen hat, als daß Lord Anson auf der Aca- pulco - Galleone, die er im Jahre 1742 den Spaniern abnahm, eine Charte fand, auf welcher diese Inseln angegcbe« waren. Mehrere Reisn der neuern Seefahrer haben be^ wieien, daß die meisten dieser Eilande wenigsten- nicht da zu finden sind, wo man sie verzeichnet hat. Herr von Kruftn« stern näherte sich der Stelle, wodieGuadeloupaS liege» sollen, bi- auf4 geographische Meilen, ohne sie, bei dem heitersten Wetter entdecken zu können; er näherte sich gleichsall- den vermeintlichen M a l e b r i g 0 4 , ohne sie zu finden. Auch Capitan Gore, der diese Gegend deS Meere- von einer andern Seite beschiffte, konnte hier keine Insel gewahr werden; *) Man findet diese Inseln nach auf der EoKmann'schen schönen Charte der großen Dceanj rgia r» Herrn von'Zimmermann's Apsti allen ; ferner auf der Csrte redtiite donnant toutes lc» decBuvertes saites dans Ie grar.d Ocean., par J. B. Poir- soll, Ingenieur Geographe, I’an igio und selbst aus der A r 0 w s m i t b'schen Charte. Die Charte, die unsrer Län» der , und Völkerkunde beiaesägt ist, b»t diese Inseln ebem- fallr. Einleitung.' n KbBer sie Herr von Krusenstern mit Recht auf seiner Charte dusg. lassen hat.*) Wir werden in dem Capitels da- den ungewissen Inseln gewidmet ist, Gelegenheit haben, wehr darüber tu sal gen und gehen h^er zu derDeschreibung deS mittleren Lheils dks großen OreÄN- über. Der große Aequinoctial-Ocean liegt zwischen den beiden Wendekreisen, und ist im Osten von den Westküsten des mittlern Amerika, im Westen von den Philippi- tren, einigen Molukken» von Neu'-Guinea und dem nördlichen Theil der Ostküste von Neu - Holland begranzt. (?4 ist auffallend, daß die östliche Begrenzung durchaus aus zusammen hängenden, die westliche aber aus vielfach, in unzählige Inseln zerrissenem Lande besteht. Mit Ausnahme von Neu Seeland und einigen wen! gen Eilanden finden sich olle Inseln Australien's in dieses-mittleren Theile des großen Oceans. Um uns in diesem Labvrinth von Inseln zu orienkire« und eine allgemeine Uebersicht derselben zu erwerben, wollen wir zuerst diejenigen Jnsstn namhaft m chen, welche zwischen der Linie und dem Wendekreise des Krebses liegen, und sodann diejenigen, welche im Süden der Linie bis zum Wendekreise des Steinbocks angetroffen werden. Zunächst an dem nördlichen Wendekreise, ungefähr 5© Längengrade westlich von der Mexic mschen Küste, bemerken wir den Archipel derSandwich-Jnseln, zwischen welchem und America die u n g e w if.se n Inseln, L 0» N a- j» 4 , Ulla, St. Th 0 mas, R 0 ccv partida und La Nublada auf den Charten angegeben sind. Gehen wir von Owphee, der größten der Sandwich. *) M. s. dessen Reisen um die Welt. Berliner Ausgabe. Zwei. ^ ■ ter Theil. zweite Abtheilung. G. 74 ff. / i * Australien Inseln 60 Grabe westlich auf der Parallele von rv' N. Bpi so gelangen wir zu den nördlichsten Inseln des Archipel- der Marionen. Diese dehnen sich» fast unter Einem Meridian, von Norden nach Süden, über 9 Breitengrade aut. Zwischen den Marionen und Sandwich-Inseln fin, det man auf den Charten einige Inseln, die zu den unge« wissen gehören. Im Süden der Marionen, und in einer, gegen diese beinahe senkrecht laufenden Richtung, liegt der Archipel der C a r o l i n e n oder Neu Philippjnen, als deren westliche- Ende die Pelew.Inseln anzusehen sind. Unfern ihrem östlichen Ende erstreckt sich von io° 91 . Br. bii über den Aequator hinau-, in der Richtung gegen Südost der Archipel der Mulgraves-Jnseln. In der großen Strecke von den letztgenannten Inseln di-nach America, ist bis jetzt nur die WeihnachtS-Jnsel alS gewiß bekannt. — Die Gallopago-.Jnseln werden zu America gerechnet. Betrachten wir nunmehr den sü d li ch e n Theil de- Aequinoctial, Ocean-, so zeigt sich im äußersten Westen zu. erst die große Insel Neu - Guinea, welche den Uibergang zwischen den Asiatischen und Auftrat - Inseln bildet. Die Gestalt derselben und die in ihren Busen liegenden kleineren werden bei der Beschreibung von Neu - Guinea angegeben werden. Der Archipel der Louisiade liegt an ihrem südöstlichen Ende. Der nordöstlichen Küste gegen über erstrecken sich, in fast paralleler Richtung mit Neu-Guinea, drei Archipele, die für einen einzigen angesehen werden könnten. Diese sind : i) Die Admiralität-. Inseln. 2) Der Ar» chipel von Neubrittannien, wozu die Inseln MathiaS, Neu hanover, Neu.-Irland und Neu - Drittannien gehören und 3) der Sal0- Einleitung. 13 0,0 n»- Archipel mit Groß - und Klein - Bou- gainv»lle, Hammvnd, Jsabel,San Chr, st 0, v a l und einigen andern kleineren Inseln. Fast unter gleicher Parallele mir Sän - Christoval- um vier Grade östlicher, macht der A r ch i p e l von Santa Er uz den llebergang zu dem, südlicher gelegenen Insel» reichen A r ch i p e l dcl Espiritu Santo oder den Neuen- H e b r i d e n, die mit N e u i§ a i t b 0 n i t n, in Lüdwe- sten derselben, gegen Neu- Holland zu als einer großen Gruppe gehörend, angesehen werden können. verfolgen wir von den Neuen.Hebriden gegen Osten den Weg nach America, so finden wir in diesem Theil de- Ocean- zuerst den A r ch i p e l d e r F i d j i - I n- seln; sodann gegen Südost der vorigen die Freundschaft--Inseln, gegen Nordost den Naoiga. tor- - Archipel und in eben dieser Richtung, ungefähr unter gleichen Parallelen mit den Salomons Insel» den Archipel bet Roggeween. Sodann gelangen wir, gerade im Osten der Navigator--und Freundschaft-«Inseln, zu der großen merkwürdigen Gruppe, welche die Seefahrer und Geographen in mehrere Archipele getheilt und mit verschiedenen Namen belegt haben, obgleich sie ol- ein große- Ganzes, unter einem gemeinschaftlichen Begriff und Namen zusammengefaßt werde» könnte. Wir finden hier zuerst den merkwürdigen Archipel der Societät--Jnseln, dann im Nord- osten desselben den Archipel de la tner mauraise , und in» Süden den Archipel dangereux . Im Nordosten der ganzen Gruppe liegt endlich der Archipel der Marques« -- Inseln des Menda- n a, wozu die, durch Herrn von Krusenstern uns so inte. rcssant gewordene Insel Nukahiwa gehört. Ließ find die wichtigsten Inselgruppen im Aequin»» clial-Ocean. *4 Australien. issen, dem regen HandelS - und Sprculationtgeiste, der größeren Aufklärung des Verstandet, welche durch liberale Regierungen nicht nur nicht gehindert, sondern befördert wurde, und endlich imAllgrmeinen der erwachtenThatigkeit derVöl- ker, die einen größeren Spielraum für Beförderung irdischer Glückseligkeit und für die philosophische Ansicht der Welt und bet Menschen sich zu erwerben suchten. Wie sollten diese erfreulichen Zeichen einer bessern Zeit, alt die früheren, finstern Jahrhunderte auszuweisen hat. ten, nicht die Theilnahme jede) gebildeten Menschen in Anspruch nehmen? Und sollte es nothwendig seyn, erst ausführlich daezuthun, warum diese Resultate unt nicht gleichgültig seyn können? Die Entdeckungen ferner Länder haben bald mittelbar, bald unmittelbar die Äenüße des Lebens vermehrt; sie ha- den unt mit den mannichfaliigstcn Produtten der Natur bekannt gemacht, mit immer größerem Staunen über ihren »nermeßlichen Reichthum erfüllt und dadurch tiefer in ihre Geheimnisse blicken lasse«; sie haben uns endlich dem Mcn- Australien. %6 schen unter allen Klimaten kennen gelehrt, wie er bald im Kampfe mit der Noth und allen äußeren Verhältnissen, bald unter der uneingeschränkten Begünstigung eine- glücklichen Himmel- auf einem paradiesischen Boden angetroffen wird. Fern von unsern Dorurtheilen, willkürlichen Einrichtungen, zweideutigen Sitten und Feindschaften, und ohne Ahnung derselben, finden wir in den entlegenen Zonen die einfachen Kinder der Natur, die un- da- früheste Alter der Welt wie die Mythen «- schildern, als gegenwärtige- Leben zu betrachten gestatten. Wir lernen Völker kennen, die bat «Paradies noch nicht verloren zuHaben scheinen, unter denen 'der Mensch zum Mensch noch in seiner ursprünglichen Un« schuld, aber auch in dem eigenen Gemisch von Gutmüthig- keil und Bö-artigkeit sich zeigt, welche- al- seine allgemeine Natur unter allen Himmel-strichen und zu allen Zeiten die Länderkunde, wir die Geschichte, au-weisen. Wer könnte sich weigern, zu näherer Bekanntschaft mit der Natur und mit dem Menschen zu gelangen? Durch nicht- aber wird diese Bekanntschaft leichter befördert, al- indem wir in fremden Zonen gleichsam in ein neue- Gebiet der Natur dringen, wo ihre Schöpfung-kraft sich in unzahlich neuen Gestalten äußert. Der anscheinende Gegensatz mit allem, wo- unsere Umgebung aufweis't, erweitert unsern Gesicht-kreis, nöthiget un», den gewohnten Vor» urtheilen zu entsagen und erhebt un- zu einer allgemeine» philosrphijchtnAnsichkder Welt. Daß der Weg zu dieser geistigen Höhe geebnet, die Sümpfe dc- Aberglauben-, welche sie umgaben, vertrocknet und die Welt nun hell und offen vor denen, die Augen haben, da liegt, diese Vorzüge unserer Lage verdanken wir den Männern, die erfüllt waren, im Geiste und im Gemüthe von der hchern Wissenschaft und Humanität —dem Geschenken der Genien unserer Zeit, — und mit diesen Waffe» Einleitung. ausgerüstet, den Stürmen in unbekannten Meeren Und den Anfällen wilder Völker wüthig entgegen gingen. Der fünfte Welkheit ist durch die Bemühungen dieser Männer bekannt, unserm Interesse und unserer Cultur zugänglich geworden ; der Verkehr mit den entferntesten Völker» der Erde ist eingeleitet, und wichtige, in ihren Folgen kaum zu berechnende Colonien sind angelegt worden. Dir Naturgeschichte ist mit mrhrerenTausend neuenGeschlechtertt der Pflanzen - und Thierwelt bereichert, die Bildung der Erde weniger rathselhafk geworden, uud die Neugierde der Philosophen, ihre EnstehungSgeschichtc zu erforschen, hat einen großen Vorschub erhallen. Welche Vortheile für die Wissenschaft, für den Genuß der Gesellschaft und für die Politik! Gewiß, das fa.önstc Denkmal des verflossenen und des begonnenen Jahrhunderts ist die nähere Bekanntschaft mit den Australlandenr! Spanien und Portugal haben den wichtigsten Antheil an der frühcrenEnkdeckung dieses Welttheils, und nach ihnen H o l l a n d. In der neueren Zeit aber, wo bis nautischen Wissenschaften zu einer sonst nie erreichten Höhe sich erhoben, hat die Geographie es vorzüglich den Engländern und Franzosen zu danken, daß Australien für sie gewonnen ist. In unsern Tagen hat auch Rußland, unt-r dem edlen Alexander!, seine Schiffe durch bett großen Dcean segeln lassen, und der erste Russische Weltumschissr, der gelehrte Nauliker, Herr von Krusenstern hat sich ein ausgezeichnetes Verdienst um die zuverlässige Kenntniß deit westlichen Einfassung dieses Weltmeers erworben. Selbst Leu tschland, obgleich ohne Seemacht, hat durch seine wissenschaftlichen Männer, Theil an der Entdeckung von Australien genommen, und neben dem großen C o o k wel den stets die beiden F o r st e r, als seine würdigen Begleiter genaiilll werden. Australien« & i i8 Australien. DaS erste allumfassende, wissenschaftliche Werk über diesen Weltkheil verdanken wir ebenfalls einemTeulschenGe- lehrlen, dem Herrn von Zimmermann/) ES heißt sonach die edelsten Bestrebungen der gebildetsten Nationen Earopa's und ihre Resultate kennen lernen, wenn man es unternimmt, sich über die Beschaffenheit jenrS neuen, höchst interessanten WeltthcileS zu unterrichten. Die nachfolgenden Blauer haben keinen andern Zweck; daher eine kurze Entdeckungsgeschichte hier in der Einleitung nicht am unrechten Orte stehen wird, indem, so allgemein sie M beschrankten RaumeS wegen, abgefaßt werden mußte, daraus erhellen wird, wie an die Stelle deK GolddursteS, der die früheren Seefahrer in den Ocean trieb, gegenwärtig die edlere Absicht getreten ist, die Wissenschaften zu bereichern, und die entferntesten Völker — nicht mitFeuer undSchwerd dem FanaliSmut zu unterwerfen, sondern für die Cultur empfänglich zu machen und rechtliche Verbindungen mit ihnen anzuknüpfen. In Asien und Amerika haben die Europäer mit blutigen Schandthaten ihren Aufenthalt bezeichnet; nach Australien haben sie großmüthig Früchte und Hautthiere verpflanzt, denEinwohnern dadurch einen reicheren Lebensgenuß bereitet, und sie in nützlichen Künsten unterrichtet. ES ist, nach den Angaben de§ Portugiesischen Geographen deBarroS und des D i e g o d e C o u t o, der dessen Decaden fortsetzte, nicht unwahrscheinlich, da* die Schiffe, welche auf Albuquerque's Befehl im Jahre iFi runter Antonio Abreu undFranciScoSerrano nach *) M. f. dessen Australien, in Hinsicht der Erd«, Menschen« und Productenkunde, nebst einer allgemeinen Darstellung des großen Oceans, gewöhnlich das Tudmeer genannt, und einen Versuch über den Werth der, seit A n s o n s Zeit darin gemachten Entdeckungen in Bezug aus den Handel und die Politik. Hamburg igio. Bei Friedrich Perthes. Einleitung. '9 den Molukken segelten, von hier aus weiter nach Süden und Osten gelangten und Neu- Guinea entdeckten. Sonach wäre der große Ocean zuerst an seinen westlichen Gränzen von Europäern beschifft worden. Doch wußte man damals nicht, daß hier ein neue- Meer beginnt; man glaubte sich noch in den Indischen Gewässern. Erst im I. »513 entdeckte Nugnez deBalb 0 a, der SpanischcGouocrneur von Darien auf der Landenge von Panama (welche das nördliche Amerika mit dem südlichen verbindet), daß große Meer an derWestseite der neuenWelt, und nahm, unter feierlichen, mehr lächerlichen Ceremonien, Besitz davon. Mit Schild und Degen bewaffnet, trat er in das Meer und rüste seineBegleiter als Zeugen auf, welche Eroberung er für den König von Castilien gemacht hatte. Unstreitig glaubte er, daß hier der Weg sey zu neuen Schätzen, und zu neuer Gelegenheit, mit barbarischer Gran» samkUt schuldlose Menschen der Herrschaft gold - und blutdürstiger Priester und ihrer Sclaven zu unterwerfen. Unterdessen vergingen mehrere Jahre, ehe die Spanier von dieser wichkigenEntdeckungGebrauch machten, und F e r- di stand Ma gellan, ein Portugiesischer Edelmann, und so kühner als unterrichteter Seemann, mußte in seinem Vaterlande verkannt werden, und zur Ausführung seines Gedankens, einen neuen kürzeren Weg zu den Moluk- kcn zu finden, den Gkldgeiz und die Vergrößerungssiicht des Kaiser Carl V. anreizen, ehe das damals sogenannte Süd» meer von den Spaniern, unter Anführung dieses Portugie» scn, beschifft wurde. M a g e l l a n hatte mit seinem Freunde, dem oben er» wähnten S e r r a n 0, Theil an der Entdeckung derMolukken genommen und milAuszeichnung unter Albuquerque in Ostindien gedient. Da er sich von seinem Könige, Emanuel von Portugal, verkannt und zurückgesetzt sah, und die Nachricht von Entdeckung der Südsce in ihm, der an die Kugel- B % Australien. au gestalt derOrdo glaubte, die Hoffnung erzeugte, durch dieses Meer zu den Gewürzinicln zu gelangen : so bot er dem Spanischen Monarch.n seine Dienste an, und versprach durch eineReise nach Westen zu den Molvkken zu gelangen, wodurch dann Spanien die gültigsten Ansprüche auf diese reichen Eilande erhalten würde, nachdem der chabst i «Jahre 1493 die bekannteDemarcationLlinie gezogen häkle, durch w lchc er alle im Westen derselben gelegenen, noch zu entdeckenden Länder, den Spaniern, die östlichen aber den Portugiesen zusprach. Mazellan's Vorschläge erregten Staunen ; denn man kannte damoks noch keine Verbindung des Atlantischen Dceans mit der Südsee. Aber M a g e I l a n halte bemerkt, daß die Küste von Südamerjca eine schiefe Richtung gegen Südwest zu nähme, wie die Küste von Afrika eine ähnliche Richtung gegen Südost nimmt und sich am Cap endigt. Er hoffte also daS Ende von America oder eine Durchfahrt zu finden. P i g a f e t t a» der denMagellan begleitete und diese erste Reise um dieWelt beschrieben hat, erzählt überdieß, daß M rgellan auf einer, von dem Teutschen Geographen Martin Behe» m gezeichneten Eharte, eine Durchfahrt gesehen und dadurch in seiner Erwartung, einen Weg in die Südsee zu finden, bestärkt worden sey.*) Carl der V., der keine Gelegenheit, sich zu bereichern und seine Lander zu verg oßern, unbeachtet vorbeigehen ließ, nahm Mazellan's Vorschläge an, übergab ein Geschwader von 5 Schiff n seinem Commando und ernannte ihn zum Gouverneur aller von ihm entdeckten Lander, *) Dem TeutscheniAeoarovhkn gebührt deswegen nicht die Ehre. durch seinen Scharfsinn die Maaellanische Straße voraus geletzt zu haben, den» D-Hcim§ Durchfahrt war viel nürd- licher gezeichnet, und wahrscheinlich h,tt« ihn eine Nachricht von dem Rio de Ia Piata verleitet, hier eine Straß» anju» £ nehmen« Auf jeden Fall Ware es Zufall gewesen, wenn seine ^ - Einleitung? n Die Flotille vorließ Sevilla am i ofen August iFiy. Magellan begab sich zuerst nach derJns.l Teneriffa und von da nachher Küste von Brasilien, wo er wahrend den zwei Monaten, als er dieselbe beschiffte, verschiedencmal landete. Als er unter 35 0 S. Br. die Mündung des R i 0 d e l a Plota entdeckte, glaubte er die gc'uchte Durchs,h>t gefunden zu haben, überzeugte sich aber bald von seinem Irrthum. Da die Jahreszeit bereits weit sorgerück: war, als ev unter 30° 4,5' S. Br. in hem Haoen Äc. Julian anlangte, so einschloß stch der Admiral hier zu übet wintern. Die Ze- kunulschaft milden riesenhaften Patazonen, die er an diesem Orte machte, war das wichtigste geographische Zreigniß während seines dortigen Aufenthalt-. Unterdessen sah ec sich genöthiget, die Nationen für den Unterhalt der Mannschaft zu verringern^ welche bald darauf stch empörte. Ge unterdrückte zwar durch Entschlossenheit den erstenAufstand, aber bald erfuhr er, daß seine vornehmsten Officicre an der WerschwörungTheil nahmen. Magellan ließ drei der letzter» ermorden und den Bischofoon Burgu und dessen V"tter mit noch einem Priester an der Küste der Pakagonen aussetzen. Um den Müßiggang, der die Meuterei begünstigt, zu hindern, lichtete er die Äncker und segelte am Löten August i520 aus dein Haven von St. Julian. Magellan. der, als ein großer Mann, lieber zu Grunde gehen, als einen wohlüberlegten Vorsatz ausgeben wollte, Vermuthung eingetroffen wäre ; sie verdient sonach weniger Ruhm, als der National statt derTentschen Gelehrten >h, zuwenden möchte. Mehrere Geographen hohen durchTombing« tionen auf der Studierstube Bilder von Ländern enrwor'en, die dem Originale, das sie vorstellen tollten, telier durch us unähnlich gefunden wurden. Ma» sollte die Chartenm.cher vielmehr warnen, sich nicht das Ansehen von Wissenschaft ja geben, w? sie unwissend sind, statt sie durch ein einmal gelungenes Beispiel ja ermuntern, den wahren Zut-eckanze» vorzugreifen« Australien. «L hatte sich entschlossen, bis zu 75 0 S. Br. vorzudringen, um die Einfahrt in- Südmeer zu suchen. Als er unter52 0 S. Br. angelangt war, dublirte er einCap, das erCap V i e r g e, Vorgebirge der Jungfrauen nannte und bemeikie, daß das Meer hinter demselben sich zwischen doppeltem Lande hineindränge ; die eine Küste lag im Norden, die andere im Süden. Der Admiral schickte drei Schiffe aus, die Lage dieser Dai, die, nach der Strömung zu schließen, ein Canal zu seyn schien, naher zu erforschen. Magellan fand sich hier an dem gehofften Ziele; aber Niemand glaubte daran, und die Equipage eines Schiffet warf ihren Eapitan, einen Neffen Magellan'S in Ketten, und segelte nach Europa zurück. Solchen Gefahren, solchem Widerstand geht >eder große Mann entgegen, der es unternimmt, den Wirkungskreis der Menschheit auf neuen Wegen zu erweitern > Ein zweites Schiff fand das Meer seicht und mit Klippen chesitzt. Nur das dritte traf ein gutes Fahrwasser und entdeckte durch ein ausgeschicktes Bot ein §ap, das sich in einen neuen Ocean erstreckte. Als der Bericht hiervon aufdem Schiffe des Admiral- anlangte, erhob die ganze Equipage ein Jubelgeschrei; mehrere weinten vor Freude. In der Thaf bezeichnet diese Entdeckung eine der wichtigsten Epochen in der Erd-und Schiffahrtskunde. Am 28>en November 1520 segelten dieSchiffe in den großen Ocean, den sie bei ruhiger See drei Monate und zwanzig Tage durchschifften, ohne ihrem furchtbaren Mangel an frischem Wasser und Lebcnsmjtleln auf irgend einerJnftl abhelfen zu können. Zwei wüste Inseln, die eine unter 15°, die andere uisier 9° S. Br,, nach sßigaftkta's Angabe, tauschten die Erwartung der Mannschaft, sie hier von Hun- Emliiku"g. *3 grr und Skorbut erholen zu können, und wurden daher Desveiituraäoz *), die Hülfloftn genannt. Endlich am 6ten März ,521 gelangtensie zu dem Archipel der, nachmalt sogenannten M a r i a n e n, den Magel- lan aber, der Diebereien der Eingebornen wegen, die La- dronen nannte. Nach einem Aufenthalte von vier Tagen lichteten die Spanier wieder die Anker, ihre Reise nach Westen fortzusetzen, und entdeckten bald darauf die P h i l i p p i n e n, denen Magellan den Namen, Archipel desSt. Lazarus gab, weil er daselbst am Charsonnabend anlangte, welcher in Spanien der Sonntag bet heiligen Lazarus genannt wird. Ueber diesenArchipcl kam dergroßeMann nicht hinaui, denn er verlor sein Leben, am 27sten April 1,521» auf der kleinen Insel M a c l a n, unweit Z e b u, in einem Gefecht mit den Eingebornen. Ihm verdankt die Geographie die , erste Umschiffung der Erde, und die erste Fahrt durch den großen Ocean, in welchem seine Nachfolger einen neuen Weltlheil aufgefunden haben, — und den sichersten Beweis für die Kugelgestalt der Erde, welche früher bezweifelt wurde, obgleich Seneca und Griechische Philosophen vor ihm sie hchauptet hatten. Bon den Philippinen aus segelten dieSpanier nach den Molukken. Nur einSchifs, die Victoria, (dasselbe, das Magellan geführt hatte) kam unter dem Kommando des Setz äst ian Cano, mit >8 Mann,dem ganzenUeberrest von *) Es ist ungewiß, ob diese Inseln von nachfolgende« Seefahrern wieder besucht worden sind. Da ihre Lage, in R-'ck-t,cht der Längengrade, unbestimmt irt, so lasse» sich nur Vermuthungen darüber äußern. Fleurieu h9» i' S. D> und 169 0 W. L. o.Green-v ch) des Cook, und die andere für Bougainville'S Ln.ant perä» {14 6 ' E. B. und 176^ D, 8 . v. Gr. 24 Australien. 237, nach Europa, wo es am ^ten September 1^22 in dem Spanischen Haven Sr. Lucar einlief. Nach ihrer Rech, nung hatten sie 14,460 Seemeilen in dem Zeitraum von 37 Monaten zurückgelegt. Mit Staunen bemerkten sie, daß, wahrend sie erst den 6ten September rechneten, in Spanien bereits der 7 konnt wurden, und was sich dabei Merkwürdiges in Bezug aufL ander - und Völkerkunde, ereignete, bei der Beschreibung der einzelnen Lander ausführlicher nachtragen. Mir müssen dabei im Voraus bemerken, daß die früheren Reisen 'der Spanier und Portugiesen sich nicht immer mit Bestimmtheit verfolgen lassen, woran theils der ehemalige Zustand der Schiffahrt und der Mangel an zuverlässigen Ortsbestimmung, n, theils auch der Umstand Schuld ist, daß dies; altern Entdeckungen absichtlich verhehlt oder verfälscht wurden. Auch weichen die Schriftsteller, welche die Resultate jener R ißm beschreiben, nicht selten in der Angabe derselben von einander ab. Im Jahre 162F segelte der Portugiese Don Jörge M e n . > e s, der als Gouverneur der Molukken ernannt war. yon Malakka aus, nach den Jnsln, wobei er einen Einleitung? »5 neuen Weg um die Nordküste von Bornes nahm. Bei dieser Gelegenheit ward er von Strömungen in unbekannte Meere getrieben, und kam 200 Seemeilen östlich von den Mvlukken, an die Küste des Landes der PapuaS, oder Neu» Guinea, wo er in einem Hasen unter der Linie die gute Jahreszeit erwartete. Fast zu glücherZejtgieng, aufDefehl dc§ F e rd ina n d C o r t e z, jenes berüchtigten Tyrannen und Eroberers von Mexico, der Spanische Eapitan S a a v e d r a, von Jn-> vailarejo in Mexico nach den Mvlukken und entdeckte unter 11° 9 t. Dr. und j£ 9° eine Inselgruppe*), welche entweder von ihm, ode: spater i-I. 1,54.2 von dem Spanischen Piloten Juan G a e t a n, der sie besuchte, die Inseln der Könige genannt wurden, und die B u a ch e **) für einer! i mit dem nördlichen Theil der vom Eapitan War» schaü ,m Jahre 1 788 endeten M u l g r a v e's Inseln halt. Auf dein Rückwege nach Mexiko kam Saavedra zu den Landern der Papuas, die er zuerst N e u - G u r n e a genannt haben soll. weil er geglaubt, si.- lagen unter gleichem Meridian, snamlich aus der entgegengesetzten Halste) mit Guinea in Afrika. Hundert Meilen von dics-'N Küsten, die er auch die Goldinseln nannte, entdeckte Saavedra andere Inseln, deren Einwohner gleichfalls Neger waren. Nachdem er von hier 1Z0 Meilen weiter gesegelt war, gelangte er unter 1° (N- Br. ?) zu Inseln, deren Einwohner weiß von Färb« waren. Saavedra mußte wieder zu denMolukken zurückkehren, und versuchte im Jahre 1529 bie Rückreise nach Amerika. Auf dieser Fahrt kam er wieder zu den, 100 Meilen von Neu. Guinea entdeckten Neger-Inseln, und fand im Nord- •) M s. Zimme'ma-m n. a. Ö. S. 76 ; und D e Arosse Geschichte der Schisffabrte», äbers. v. Adelung, Halle 1767, S. rou. ", Allg. gcogr. Ephem B. M. S. 3 Z 7 , k 2(5 Australien. vsten derselben 5 kleine Inseln, von bärtigen Negern beiwohnt. Die Lage derselben wird angegeben 7°Aequator auf dem halben Wege von Tidor nach Mexico, welche beide Lander ungefähr 1000 Meilen von einander entfernt sind. E» scheint, daß diese Inseln entweder zu Mulgraoe's Archipel gehören oder in der Gegend zu suchen sind, wo auf Lord Ansons Charte die Barbados liegen. Da die oben erwähnten Inseln, unter i° 9 t. Dr. mit den weißen Einwohnern, 150 Meilen davon entfernt seyn sollen, und man annehmen muß, daß da- Schiff, um die Küsten von America zu gewinnen, Südost gesegelt ist, so könnte man ihre Lage etwa gegen 170° W. L. 0. Gr. vermuthen ; — eine Gegend, die keine Charte mit einer Insel bezeichnet, die aber auch noch nicht hinlänglich bekannt zu seyn scheint. Achtzig Meilen weiter von denInseln derbartigen Neger, aufdcm Wege nach Nordost und unter 8° N. Br. leg, len die Spanier bei einigen niedrigen Inseln vor Anker, wo sie weiße, wohlwollende, cultivirte Einwohner fanden; die Weiber waren in feine Matten gekleidet, die Männer tato- wirt. Diese Inseln scheinen zwischen Mulgrave'» Archipel und den Sandwich-Inseln zu liegen, und noch nicht wieder aufgefunden zu seyn.*) Ein andere- Schiff, da- C 0 r t e z im Jahre 1537 von *) Um Nutzen aus den altern Reisen zu schöpfen, und daS Aufsuchen früherer Entdeckungen zu erleichtern, muß man See-Charten entwerfen, auf welchen die neuern ostrono- misch bestimmten Course der Seefahrer mit Genauigkeit eingetragen sind. Daraus wird man sehen, welche große Strecke» noch unbekannte See sind. Die alteren mulh- maßlichen Course trage man durch besondere Bezeichnung gleichfalls ein, und da»» werden vielleicht die Geographen aus der Studierstube langst vergessene Entdeckungen wieder auffinden. Eine solche Charte kann aber nicht ohne Unterstützung e nes Admiralitchsbureaus, und wahrscheinlich nuc kn England zu Stande kommen. Einleitung. -7 H)cru, unterdem Befehl desFerdinand G r i j a l v a, nach den Molukken und zur Entdeckung der auf dem Wege dahin unter der Linie liegenden Lander aussendete, entdeckte zuerst die Insel Äse a (die wahrscheinlich von Cook wieder aufgefunden und von ihm Weihnacht s,J n se l (ssle of Christ- inas genannt wurde); sodann dieFischc r-I n se l n (?es ' cadores), welche vielleicht zu dem Mulgrave '4 Archipel gehören, und endlich die Inseln Hayme, Apia, Scri, Coron, Meousum, B u fa und L e s G u i l l e s, die Nicht wieder aufgefunden zu seyn scheinen, und sich zwischen den südlichen Mulgrave's-Inseln und den Molukkcn in der Nähe desAequalors finden müssen.*) Zu glelchcr Zeit scheint der Spanier A l v a r e d o entweder denselben Cours genommen zu haben, oder seine Reise ist von einigen Spanischen Schriftstellern mit jener des Grijalva verwechselt worden. Im Fahre j 542 wurde Juan Gactan ebenfalls nach den Molukken von den Küsten Mcxico's abgesandt und nahm seinen Cours zwischen 9 und »2° N. Br. Er gelangte, wie bereit- angeführt, zu den Inseln der Kö- n i g e zwischen 9 und 11°, die er als 1400 Lieues von Mexico entfernt angab. Buachc seht dafür 2400 LicucS und erklärt sie für einige der Mulgravc's Inseln. La Pcyrouse glaubte, man müßte stakt 9 Grade N. Br. 19° annehmen, da die Königs - Inseln alsdann für die Sandwich - Inseln zu erklären waren. — Zwischen diesen Inseln und America entdeckte Gaeian die Inseln St. Thomas und Rocca Partida mit der ßanc de Sept Brasses, die wahrscheinlich entfernter von der Mcxicauischen Küste**) und ') 93 t. s. Voyages dans Ja Mer du Sud, par les Espagno’s et les Hollatidais. Ouvrage traduit dc l'Anglais de Mr. Dal- rymple, par FrdviUc. a" Paris 1774. p. 72. *) Es scheint aus diesem, von Du ach t angegebenen Grunde 28 Australien. auch südlich zu suchen sind, alS ihre auf den Ckarten angegebene Lag- on-rigl.*) Die Justin du Loi-g,'!, des sar- dins, Ia Matelose und die Isle des Rcssifs, die Gae- ran nach den Königs Inseln fand, v'r.muthek Buache in -er Inselkette, die man südlich van den Marianen auf der Eharte des Wegs den Gallioncn in Ansons Reist und auf verschiedenen Spanischen handschriftlichen Cyarten findet —• Vielleicht gehören sie auch zu den Caralinen. In diesem Theil des Oceans, der noch wenig bekannt ist, können erst durch spatere Entdeckungen, die sicheren aufgeklart, und die alteren Reisen verständlich und für die Wissenschaft nützlich gemacht werden. ( In dems'lben Jahre 1^42 gienz der Spanier Ruiz Lopez deVillaloboS von M.xico »ach den Philippinen. Ob er selbst neue Inseln entdeckt, ist noch unentschieden. Auf Ansons mehr erwähnten Charte si'dn, sich, ungefähr 15° N. Br. und r 70° W. L. von Gr. dieBassos d c D i l l a l 0 b 0 S, die er aufscinerReise angetroffen zu haben scheint. G.wisscr ist, daß ein von V i l l a l 0 b 0 s von den Molukken aus im Jahre 1^4^ detachirteS Schiff, unter dem Capilän PnigoOrtizde Retz, 2go Seemeilen längs der Nordküsie von Neu-Guinea segelte, bei welcher Gelegenheit die Spanier dort in m-hreren Häoen ankerten. An di.str Expedizion soll der Capikän B e r n a rd 0 de la Torre mit einem kleinm Sch'ffe Theil genommen und 6^0 Seemeilen weit die Küste von Neu-Guinea befahren hben.' Reicher anEtndeckunaen waren bieReisen desSpaniers Nloaro deMendana. Er lief zuerst am 1 ölen Januar nicht wadrbbeinlicb, dnß Rocca P n r t i d a mit der von, Civitan Tolnet u.iter i9°|4' 30" S. Br. und in? g> $9" SB. L. ». Gr. entdeckten Inseln einerlei sev. M, vergl. Zim- mecinann >1. a. 45 . S,. irg. ^ Buache g. a. 4). S. 338 * Einleitung. 1568 von QaUao aus» und entdeckte in einer Entfernung von 14.50 LieuS eine kleine Insel unter 6° 45' S. Br.» die er Jesus-Insel nannte! 170 Lieus westlich von dieser Insel stehen die Spanier einige Untiefen, welche den Namen Baxos de la Candellaria erhielten, und deren Lage jn den Spanische» Bertchten 6° 15' S. Br. angegeben ist. Don hieraus gelangten sie bald daraufzu den reizenden und fruchtbaren Solomvns-Znseln, dee en Lage uachBrei» lengraden indem Bericht deS Figeroa*), angegeben und die überhaupt ziemlich ausführlich beschrieben werden. Don hier gieng Mendana nach America zurück. Er hat eine zweite Reise zur Aufsuchung der Salomons Insiln unternommen, dcien Resulkate bis jetzt noch nicht bekannt sind. Zm Jahre 1595 trat e~ die briilcÄ' ist an, um eine Colvnte auf den Salo nons . I- stln anzulegen. Auf dieser Fahrt, wo er seinen Eours zwl chen 8 und 1 S. Dr. nahm, entdeckte er unter i o°S. Br. die Inselgruppe, welche er d§m Gouverneurvo» Peru,AndreHurlad.ode Mends- z a, Marques dcCanete zu Ehren, die Ma rq uesas- Inseln nannte. Bvn hier gieng er quer durch die Socie- tais-und Freundschaftlichen Inseln, ohne dieselben zu sehen und entdeckte sodann die ansehnliche Insel Santa Cruz. wo er eine Eolonie anlegen wosite. Er starb jedoch bald darauf und stine Grmalin, die zur Gouvernante ernannt war, sah sich durch' die Streitigkeiten mir den Einge- bornen genbthiget, sich nach den Philivpinen zu begeben. Zur Zeit, als Mendana damit umgieng, Entdeckungen jn dem großen Ocean zu machen, ward er an der Ausführung seines Dorhabens durch den berühmten Seeräuber Franz Drakc gehindert, den zweiten Weltumschiffer» und ersten Engländer, der durch die Straße M a g e l- *) In dem Werke r ttecbor a s, welche zurZeit dc- Marquese Mendoza entdeckt fern sollen. Weder der Scefahr rer, der sie entdeckte, noch ein früherer Schriftsteller, der die Reise beschrieben halte, sind bekannt; sonder» die einzige Quelle, worauf sich die Nachricht von dem Dastpn dieser *) All-i. G. Ephem. Bd. Ili' S. Z-r f, M. vergl. Dulrymple «, a. 45 . <£, 155. Z2 Australien. Inseln gründet, ist eine Anmerkung in Lima stindada, einem GedichtdeS Do n P edro d e P er a l ta, da 4 zuLima 17,22 gedruckt wurde, und wo gesagt wird, daß bisse Jnsln zur Zeit dcS Mendoza Marquis deCanete sogenannt wurden, daß sie sich vom 12 bis südlicher Breite wstlich von d,r Küste Peru's erstrecken, und daß ihre Einwohner in Piro- guen Hand.l mit den Städten C h i n ch a, dePisco und Acari treiben. Man seßt hinzu, daß man noch die Original Depeschen des erwähnten VicekönigS Mendoza aufbewahrt, worin erDonJuanRoldanDavilla zum General der Flotte ernennt, die zur Eroberung dieser Inseln bestinimte, unter dem Datum von i Flen IuliuS 1.592. — Obgleich diese Inseln sich auf keiner Charte finden, auch kein spaterer Seefahrer von demselben spricht, Dalrpmple endlich bewies, daß Peralta nicht immer zuverlässig i i seinen Citaten ist: so hält eS Buache doch für möglich, daß Untersuchungen unter 1 2° nördlicher sowohl, als südlicher Breite im Westen von America die Bestätigung dieser Nachricht herbei führen könnten. In der That sind bei weitem noch nicht alle Theile des großen Oceans gehörig untersucht, daher jede Nachricht von vorhandenen Inseln in irgend einer Gegend in den Annalen der Geographie sorgfältig als Fin- gerzeüg aufbewahrt werden sollte. Im Jahre 1 £87 segelte derEnglander ThomasCa- v e n d i s h durch Magellon'S Meerenge, plünderte nach dem Beispiele des Drake die Küst.n deSSpanischen America, kam von da zu den Marionen, den Philippinen und Molukk n und kehrte um das Cap nach Europa zurück Diese drille Reise um die Welt hat die Geographie mit keinen neue» Australlaudern bereichert. Des Holländischen Admirals Olivierde Nord, im Jahre 1600 unternommeneReise durch den großenOcean, wobei er die M a r i a n e n besuchte, hat ebenfalls keine neue Entdeckung zur Folge gehabt. Einleitung. LA Pedro Fernande; deQutrot, der alt Pilote hev Mendana auf dessen'dritte Reise begleitete, hoffte ein groß-- Südland zu entdecken, an dessen Daseyn man zu seiner Zeit, und vielleicht schon früher *), geglaubt zu haben scheint. Die Gründe, worauf Ouorit seine Erwartung stühte, machen seinem Scharfsinne Ehre, und sind merkwürdig in-Absicht aus die damaligen geographischen Kenntnisse. ") Diese Reise war für die Entdeckung der Au- strallander von der größten Wichtigkeit, denn durch sie erlangten die Europäer die erste Kenntniß von den Societät--Inseln und den neuen Hebriden oder dem Heiligen Geistlande. Ouirot nahm einen südlicheren Court alt Mcndana, wodurch er gerade in den inselreichsten Theil bet großen Ocean- gerieth. Unter 25° S. Br., etwa iooo Meilen von Peru endkckte er die Inseln : LaEncarnalion, St. Juan Baptist a, St. Elmo, lotOuatroCoronadot, l a D e c e n a, sämmtlich im Süden des gefährlichen Archipels. Bald darauf entdeckte er die Jnül la Sagilta- r i 0. welche aller Wahrscheinlichkeit nach Tahiti ist. Don hier weiter gegen Nordosten fand er zwei kleine Inseln, l a F 11 g i t i v a und del Pelegrino; sodann eine größere unter 1 o° cjo' S Br. S t. B c r n a r d 0, die man für Byron'- Island of Dünger halt. Sieden Tagereisen weiter entdeckte er eine Insel, die er, ihrer schönen Bewohner wegen» Isla ds Gente hennosa, die Insel der schönen Leute nannte. Unter 10° S. Br. fand er die große Insel T a u m a g 0, wo er erfuhr, daß sich in dieser Gegend mehrere Zuseln befanden; ferner unter 12* S- *) M. s. DeBrv rr# a e. £. S. €5- wo die rathsekbasie, im siiabre unternommene Reese des B i n o t P a u l- m y c r d e ch 0 n n e v i l l e, so o>el davon aus einem alten Aetensiüek bekannt geworden, beschrieben ist. ") M. s. Dalrpmp!« ». «. £. ®, k. Auftratie». C A4 Australien. Dr. Tucopia, 'und unter 14° 'S. Dr. I^neLtrs Sä- nora di St. Luz. Don hieraus gelangte er zu der l'erra del Espiritu Santo. Mehrere von Ouiros «ntdeckt« Inseln sind noch nicht wieder aufgefunden, andere nur nach Gründen der Wahrscheinlichkeit für identisch mit Nkuentdkckten Eilanden gehalten worden. Es würde un- hier zu weit führen, wenn wir uns hierüber jn ausführlich« Untersuchungen einlassen wollten. Wir per» weisen den Leser, der ein näheres Detail darüber zu haben wünscht, auf die Schriften von Dalrymple, Dr Dresse *), Burney **) und Zimmermann ***). Im Jahre 1 615 befuhr der Holländische Admiral S p i e l b e r g, den großen Ocean, ohne Entdeckungen darin, machen. Wichtiger war die Reise der Holländer JacobLe Maire und Scheuten im Jahre i6>6, wodurch die Inseln Hoden-Eiland, Sonder -Grondt, Waterland,Fliegen-Eiland mSchönten-bösem Meere (Ner inriuvaire, Lack - Sea of Schonten), C 0- k 0 s-E i l a n d,B e r r a d e r s-E i l a n d,G 0 e d.H 0 p und H 0 r n e-J n se l n größtentheils zwischen i,g und i6°S. Dr. entdeckt wurden. Auch besuchten diese Seefahrer zuerst die Küsten von Neu - Irland, die Admiralitats-Jnseln des Carteret und Dawpiers stürmische Inseln. Bon den Nordküsten von Neu- Guinea, wo sie gleichfalls mehrere Inseln entdeckten, giengen sie zu den Molukken s). *) 21 . a . 45 . S . 191. ") Burney ’s chronological histcry pf the Voyages sntf Discoyeriet in the South S'ca. Vol. II. p. ZL7. A. a. 45. S. 97. -f) M. verql. De Drosse. S. -in f. Dalrymple, E. » 9 i. Zimmermann, S. tos. Sumsn, S' 45«. Einleitung. AS Mit diesem Zeitpunkte beginnen die Entdeckungen der Holländer an den Küsten von Neu - Holland *). Im Jahre 16,6 oelaugteT heodorHartigh oderH e r t o g an den Theil der Westküste, den er nach seinem Schiffe Een trachts-Land nannte. Z c a ch e n ein anderer Holländer, von Arnheim gebürtig, entdeckte an der Nord- küsteA r n h e i m t- undV a nD i e m e n K-L a n d ; letztere-, nach dem damaligen Holländischen Gouverneur von Ostindien so genannt, ist wohl zu unterscheiden von der I n-- se l gleiche- Namens imSüden von Neuholland. Im folgenden Jahre (1619) entdeckte Jan de Edeli einen Theil der Ostküste, oder E d e l -- L a n d; 1 622 faffl ein Schiff, die Löwin genannt, an das südwestliche Ende, daher L e u- w i n - L a tt d. Wahrscheinlich im Jahre 1 6 23 entdeckten die Holländer den großen Busen im Norden, der, nach dem Gouverneur in Ostindien, Peter Larpeater, Carpentaria genannt wurde. Peter deNuyk - segelte 1627 an berSüdküste,und gab ihr seinen Namen. Ein Jahr darauf entdeckte Wilhelm d e W i t t die Küste im Nordost des Eendracht. Landes, oder D e - W i t t S - L a n d. Die meisten dieser Entdeckungen wurden zufällig gemacht, ohne daß man daraufauigegangen wäre. Die erste Periode, wo der Wuusch im großen Oeean Länder aufzusuchen sich am lebhaftesten änßerre, war bereits vorüber, seitdem die Spanier die Schwierigkeit eingesehen, in diesen entfernten Himmelsstrichen Colonien anzulegen. Man wollt« damal- nur Dold, Silber, Perlen und Gewürze; —-- statt dessen fand man höchsten-Erfrischungen, und Völker, die bei aller Gutmülhigkeit sich nicht unter fremde-Joch beugen wollten. Die Entdeckung von NeuHolland schien gar keine Vortheile zu versprechen. Daher man sich nichr 'j M. s. Dr - Broffe s. a. £>, S. 258 ff. SS Z6 Australien. wundern wir-, wenn die großen Unternehmungen zur See seitdem seltener werden und erst in neuerer Zeit die Lust zu denselben mit erneuerter Lebhaftigkeit wieder erwachte. Im Jahre 1642 segelte am i/sten August derHollän- -erA bel-TaSwan vonBatavia gegenJ l e d eF r a n c e, und von hier gegen Süden und Südost. Am 24ten November entdeckn er Land unter 42° 25' S. Br. und 163* £0* O- L., doK er D a n-D iemen-Land nannte, und welche» diesen Namen behalten hat, obgleich Entdeckungen der neuesten Zeit bewiesen haben, daß et kein feste» Land, sondern eine Insel sey, im Süden von Neu - Holland durch die Baff'» Straße von diesem Cvntinente getrennt. Am ^ten December steuerte Taiwan nach lösten und wollte in dieser Richtung bit zu 173° O. L. fortsegeln, um die Salomoni- Inseln aufzusuchen, deren wahre Lage damals unbekannt war, und auf denen man goldene Berge zu finden hoffte, weil man sie für hat Ophir de- Salomon hielt. Statt dessen entdeckte er zuerst unter 42° 1 o‘ S.Br. u. 134* 28^- L. einen Theil der Inseln, die spater den Namen Neu-Seeland erhielten; TaSman nannte diese Küste Statenland. Don der Nordspitze von N e u - S e e- l a n d gieng er in nordöstlicher Richtung bi» zu 22° 35' S. Br. und 204" O. L. v. Ferro, wo er den Ar, chipel derFreundschaftSinseln entdeckte, von deren friedlichen, gastfreundlichen Bewohnern er ein reizendes Bild entwarf—Unter 17 9 19' ©. Br. und 201“ 35' D- L. entdeckte er zwanzig kleine Inseln und mehrere Sandbänke ; er nannte sie P r i n z-W i l h e l m-F n s e l n und H e e m S k i r k'S U nti e se n — Unter 5 0 2' S. Br. und 178° 32' O. L. fanden die Holländer 22 kleine Jns.ln wieder, welche auf L e M a i r e 'S Charte AntonyJava genannt werden, und deren Entfernung von Neu Guin-a aus 90 Meilen angegeben wird. Bald darauf sah TaS- «au auch die von LeMaire und Scheuten entdeck- Einleitung. Sf ten 14 —1LM a r k- I n se l n, 4* 35' ®- Är., 1-0* 10, O. L., die grünenJnsrln und die I n s e l S t. I ea « wieder ; woraus er an der Küste vonN e u-J r l a n d,weichet er für Neu-Guinea hielt, und sodann zwischen Neu-Holland und Neu - Guinea, an der Westküste vonReu. Guinea, sortsrgelte und über denMolukken nachBatavia zurückkehrte. Die Reisen durch den großen Ocean, von den Eng» lciudernI »hannNarborough und Z 0 han «W 0 vd imIahrei6?o - B a r th e lx m yS harp smJahrei^Fl; und E 0 w l e y im Jahre 1 6$$ hüben den Geographen keine neuen Lander kennen gelehrt, daher wir sie hier übergehen» Einer der ausgezeichnetsten Reisenden dieser Zeit war der Abenteuer« William D a m p i t r, der zweimal in entgegengesetzten Richtungen die Erde umschiffte und besonders auf s.iner zweiten Reise *) im Jahre 1699 i« dem westlichen Theil von Australien die wichtigsten Ent» deckungen machte. Di-e Beschreibung **) seiner Wanderungen enthalten einen so reichen Schatz von nautischen, nalurhistorischen, geographischen und ethnographischen Bemerkungen, daß kein Freund der Lander - und Dölker- kunde flch von dem Lesen und Studium seiner Schriften lossagen sollte. Wir können hier nur die wichtigsten sti- nee Entdeckungen in der Kürze anzeigen. Durch ihn wurden zuerst die früher besuchten Küsten von Neu - Holland wissenschaftlich untersucht und ihre Lage bestimmt; mehr aber verdankt ihm dieGeographie,inAbstchtausdieKenntniß der Gewässer im Norden und Osten von Guinea, wo er zuerst *) Die erste begann im Jahre r6SZ. **) Neureau Voyage autotir du Monde par G. Bampler,. Amsterdam 17 u. V. Vol. in 22. Beide weisen find in dieser vollständigen Sammlung, nebst denen von seinem Gefährten Lyvnel Wasser, und von Wood, Eh«cp? tz 0 «l« y und Robert enthalten. Australien. 3S . mehrere Inseln in der Gegend der Nordküste der Neu» u i n e a,ferner denA r ch i p e l vonN e u B r i t t a n i e n undNeu-Jrland, und endlich die Straße, welche Reu-Brittanien von Neu-Guinea trennt, auffand. Zu den Entdeckungen dieser Zeit müssen wir auch D a v i s-La n d rechnen, das von demFlidusricrD avisim Jahre , 687 entdeckt wurde, und weichet einige Geographen für die spater sogenannte Ost er-Insel hallen. Der Anfang des achtzehnten Jahrhunderts ist arm an Entdeckungen, und fast das ganze erste Vierthcil desselben brachte der Geographie keine Bereicherung. Erst im Jahre » 722 begann der Holländer JacobRoggewccn eine Reife durch den großen Ocean, in der Abstcht Goldinseln aufzusuchen. Ihm verdankt die Kunde von Australien mehrere Inseln, nämlich die eben erwähnte Oster-Jn- sel, die gefährlichen Inseln (wahrscheinlich Pal- lisert-Jnsel n des Cook), die Inseln Aurora und Detper, die noch nicht wieder aufgefunden zu seyn scheinen, bat Labyrinth (vielleichtByron'tJnseln des 1 'rürc« es Wales) Recreation und endlich den Archipel, der seinen Namen erhallen hat. Nach Roggeween trat abermals ein langer Still» stand ein, dem aber eine desto schönere Periode der Enlds- ckungen folgte. Wir kommen nämlich zu den neueren Reifen im verflossenen Jahrhundert, die sich dadurch von den früheren auszeichnen, daß die Inseln und Lander Australiens durch dieselben im Zusammenhange umschifft, ihre Lage astronomisch bestimmt und von Männern untersucht wurde, welche in den gründlichern Kenntnissen unserer Zeit un- xerrichtet, ihre Entdeckungen um so wichtiger für die Wissenschaften machen konnte. Lvrd Anso n's Reise um die Welt, in den Jahren Einleitung. $9 4740—1744 muß hier zuerst genannt werden, obgleich ihr Kweck vielmehr militärisch, als auf Entdeckungen gerichtet war. Auch ist durch die Reise selbst keine neue Insel aufgefunden worden; nur wurden durch die Charte, dieAnson mit der panischen Acapulco- Gallione erbeutete, die Inseln be- kannk. die auf dem Wege von Acapulco nach den Philippinen liegen, und von den Spaniern bisher verheimlicht worden waren. Da jedoch die Lage dieser Inseln unrichtig angegeben worden ist, so haben bisher die wenigsten derselben wieder aufgefunden werden können. Lord Anson'S Reise ist aber vorzüglich merkwürdig durch die so genauen, als ein» fich'svrllenBeschrcibungen, die Charten und Schilderungen früher nur wenig bekannter Gegenden, daß sie hier nicht Übergängen werden konnte. Don den eigentlichen Austral- lanbern besuchte er nur die Marionen. Die reizende und interessante Beschreibung der Insel Tinian wird keinem Freunde der Geographie unbekannt seyn. Die Beschreibung der Reise ist von R i ch a r d W a l t e r, einem Schiffs, Kapellan, der die Reise mitmachte, redigirt worden *). Der Englische Comwodore Byron, der in den Iah, ren 1764—1766 eine Reise um die Welt machte, suchte vergebens Daois-Land in der, von den Spaniern angege- benenLage; er sah sodann in dem gefährlichen Meere die unzugänglichen Inseln DisapointemeHt , entdeckte die K'o- nig-Georgs-Jnseln, die Prinz von Wakej- Insel, ferner die Inseln der Gefahr, die Insel ßuc deYork und die B y r 0 n S-I n se l, welche letztere eine der südlichsten Mulgraoe's.-Jnseln ist; die andern liegen auf dem Wege zwischen diesen und den Societats- Inseln. Bon hier segelte er nach den M a r i a n e n und so- •)AVoyage round the World, im the years 1740101745, fey Geprge Lord Anson, compilcd from Jiis paper* by Bichard Walt». London 1746. in 4. übersetzt inS Teutsche, Leipzig 1749. in 4. mit Kupfer». 4 * Australien» bann *u den Bashee-Jnseln, zwischen Formosa und den Philippinen» wo wir ihn verlassen» weil dir Indische» Gewässer nicht in unsern Plan gehören» Des Franzosen Dougainptlke'S Weltumfchiffung in den Jahren »766-—69 ist für dir nähere Kenntniß de- inselreichsten Theil- M großen Hrean- ungemcin wichrig. Auch Bougainville suchte, wie Byron, vergeben- da- Da» »is-Land Er gelangte zu dem, von ihm sogenannter» gefährlichen Archipel (Archipel dangerenx) und bestimmte die Lage der guatre ■» 'Facardjns, der He des Landers la Harpe; sodann sandeke er auf den Societät-- Inseln. Bougainville'- Beschreibung von O-T a- hiti, welche Insel er la Nouvelle Cythde nannte, versetzt seine Leser in die Gärt-M Eden'«, wie das glückliche Eiland ihn selbst darein versetzte. Ersah mehrere von den Eocietat-.-Jnseln, entdeckte darauf den Archipel des Navi- gateurs, fand deS Quiro- lierr» dst Fspjritu Santo wieder, und nannte diese Inselgruppe die großen Ey- . claden. Nachdem er sich überzeugt hatte, baß das Heilige-Geist.Land nicht, wie man früher geglaubt, mit Neu-Holland zusammen hä ge, steuerte er gegen Neu- Guinea, aufwelcher Fahrt,r denA rchipeldc laLvui- si a d e entdeckte, dem er diesen Namen zu Ehren de- König- LvujtXVI» beilegte. Die nähere Kenntniß der Salomon-- Znseln war ebrnfall- ein wichtige- Resultat dieser Reise, daher die Insel nBougainville und dieStraße gleiche- Namen-; nicht weniger dankt die Geographie diesem verdienstvollen Seemann genauere B stimmn,igen über den Archipel von Nru-Brittanjen und den Küsten von N e u - G u j n t «, In eben diesen Jahren 1 766—69 durchsegelten dir Engländer Wallt- und C a r t e r 1 1 den g.oßcn Ocean. Der erste besuchte Tahiti kurz vor Bougainville und mehrere Societät--Inseln. Carteret entdeckte die südlichsten, Einleitung.' 4a her, nur Gruppe in der Mitte de- Ocean- gehörige» Inseln, Pjtxgjrn, Osnabrück, Duc deGlouce- st e r, und fand die von Mendana entdeckte Insel Santa Cruz wieder Er gab dem Archipel, zu dem letztere gehört, den Namen : Inseln derKbnjginCharlokte. Don hier aieng er nachN e u-B r i t ta n i en, entdeckte dieStra» ß e, welche letztere- von N e u-I r l a n d trennt, erforschte die Südküstr de- letzter» und bereicherte die Kunde dieser Gruppen durch die Admiralität-Inseln. Der Französische LchiffScapitanS ü r 0 i l l & gjeng von rpondichery im Jahre 1769 in de« großen Ocean und be» suchte dieSalomonS-Inselq und N e u - S e e l a n d. Seine Reise, obgleich weniger reich an durchaus neuen Entr deckungen, hat zur zuverlässigeren Kenntniß der genannte» Inseln und der Gewässer, in welchen fie angetroffen werden, nicht wenig beigetragen. Unstreitig die wichtigsten aller bisherigen Entdeckungsreisen» verdankt die Wissenschaft dem großen Nautiker und edlen Manne I a me - C o 0 k, der drei Reisen um die Welt machte, und auf der dritten seinen Tod auf den, von ihm zuerst entdeckten Sandwich-Inseln fand. Wir können dieser Reisen nicht erwähnen, ohne zu bemerken, daß ein K ö nc H Georg III. von England» au-Liebe zu den Wisse«» sch a st e n und a«S Heller Erkenntniß der Ehre, welche diesen schützendenGenieen derMenschheil gebührt, die kostbaren «nd schwierigen Unternehmungen anordnete, wodurch der fünfte Welttheil auS ferner bisherigen Dunkelheit hervor- gieng.— Sein Beispiel hat Nachfolger gefunden, ober eS darf nicht vergessen werden,daß er zuerst ein solches gegeben. Ein AuSzug, auch der kürzeste, auS Cook'S Reisen wür- de unS hier zu weit führen, wir können nur im Allgemeinen die Resultate derselben anzeigen. Bei der Beschreibung der einzelnen Inseln Australien- werden wir Gelegenheit haben, ausführlicher an dieVerdienste zu erinnern,welche sich her u» Australke«. s» ^erblich« Mann um die Kunde Australiens erworben Hut. Ohnehin hosten wir, daß stine Reisen in den Händen jedcs Freundes der Länderkunde, ja jedeS Freunde- einer geistreiche« zu belehrenden Lectüre seyn werden. Eook's erste Reise wurde durch den Wunsch der königlichen Akademie in London veranlaßt, den Uebergang der Venus vor der Svnnenscheibe beobachten zu lasten, welches, wegen der Zeit de-Ereignisses, nur in der Südsee geschehe« konnte. Der König billigte den Vorschlag der Akademie, ein Schiff dorthin zu schicken, und Cook wurde zum Chef der Expedition ernannt,welche, neben dem astronomischenZweck, zugleich die Bestimmung erhielt, einige bisher entdeckte Länder im großen Ocean, in Absicht auf ihre Lage, Producte und Bewohner naher zu untersuchen, und wo möglich neue Entdeckungen zu den altern hinzuzufügen. Die gelehrten Begleiter dieser Reise waren Herr G r e e n, als Astronom» und die Herren Banks") und S o l a n d e r **), als Na» lurforscher. Cook gieng am Bord des Schiffes Cndeavour (die Unternehmung) im Jahre 1763 durch die Straße Le Älaire, umCapHorn in den großen Ocean, und nah« sodann seinen Cours gegen den Archipel der Societats.-In». sein, da Tahati in Europa alt der schicklichste Ort zur. erwähnten Beobachtung war auserwahlt worden. Nachdem er bei den Inseln L a g 0 0 n (les quatre facardins des Bougainville) Bo'w - Island (La Harpe d. D.) -the Groups, Bird - Island, Chain - Island und Maitca (Osnabrück deS Wallis) vorbeigegangen, erreichte er T a- h i t i im März 1769. Hier verweilte er vierMonate, entwarf eine Charte der Insel und lieferte die Beschreibung ih- *) Herr Baronet Danks ist jetzt bekanntlich Präsident der kö» »iglichen Akademie der Wissenschaften. *') Herr Solanber, «in Schwede undSchüler deS großen Linie«." Einleitung. chI tf$ Boden-, ihrer Producte, ihrer Bewohner und deren Sitten. Wer kennt nicht sein schönes Gemälde dieseS glück, lichen Eilande -1 Cook sah die meisten der Societät-- Inseln, deren Lage er bestimmte, und landete auf einigen. Bon hier gieng er nach Süden, um ein südliches Continenk zu suchen ; er gelangte nach Neu-Seeland, und entdeckte, daß diese-, von AbelTasman zuerst gesehene, aber nur «n einzelnen Dunklen bekannte, Land aus zwei Inseln bestehe, er fuhr durch die Straße zwischen Beiden, welche seitdem seinen Namen führt. Hierauf folgte die Beschiffung der ganzen Ostküste von Neu-Holland, welche vor ihm noch unbekanntes Land war, wenn gl ich die alteren Portugiesen einige unbestimmte Nachricht davon gehabt haben mögen. Diese Begranzung des neuen Conlimms und die Aufnahme Neu - Seeland-gehören zu den wichtigsten geographischen Resultaten dieser Reise. — Eook't Beschreibung von Bo, tany-Bav in Neu-Holland, gab außerdem Veranlassung zur Anlegung einer Colonie, welche nun Australien in dauernde Verbindung mit Europa gebracht hat. Durch Cook't zweite Reift um die Welt, in den Jahren r 772—1775, wurde der früher genährte Wahn eines großen antarktischen Kontinents, welches südlicher als Neu- Holland loge, widerlegt. Außerdem gewann die Kunde von Australien durch dieselbe vielfältige Aufklärung und Belehrung. Cvok lieferte höchst interessante Detail'- von dem Archipel der Freundschaft- - Inseln, entdeckte außer den kleinen Inseln Palmer-tvn und Savage-I-land, -je ganzcGruppe der N e u e n H c d r id e n, von denen nur einige Inseln, unter dem Namen des H e i l i g e n Geist- Lande- (de- Quiroj), und der großen Eycladen (de- Bougainville) bekannt waren; er entdeckte endlich zuerst die beträchtliche Insel NeuCaledonie n.—Cook -esuchte aufdieftr Reise dreimalN e u-S e e l a n d und zweimal L a h i t i, landete auf mehreren Inseln des Societät-». t 44 Australien Archipel-, auf der Osterinsel, und fand die Marques»- d e Mendoza (deS Mendana) wieder. Ueber alle dieft: Inseln verbreitete er neue- Licht, wodurch sie fast zuerst für tie Wissenschaften wichtig wurden. Die Au-beite für Naturgeschichte wurde dadurch vorzüglich reich, daß die berühmten Teutschen Naturforscher, die beiden Forste«-, Vater und Sohn, die Englischen Seefahrer auf dieser Reise um die Welt begleiteten. Die dritte Fahrt, die dem großen Nautiker da- Leben kostete, begann im Jahre 1776. Ihr Hauptzweck war, den Eingang in- Nordmeer vom großen Orean au-, zwischen Asien und America zu versuchen. Auf der zweiten Reise «ar Cook biK zu 72° S. Br. vorgedrungen, auf der dritten kam er bi-zu 70° 4.1' N. Br., untersuchte die Nord, Westküste von America und erkannte die Unmöglichkeit, vo» hier a-i- in- Nordmeer zu gelangen. Mehrere Inseln Australien- «vurden auf dieser lange« und gefährlichen Reise entdeckt oder genauer al- bi-her er» forscht. Cook überzeugte sich, daß Kerguelen.Land» ( 49 ° 30' S. Br. und 6-' rc^ O. L. v. Gr.) eine wüste In» sel und kein fruchtbare- Australland sey. Er gieng nach Van-Diemen-Land, im Süden von Neu-Holland, landete auf Neu-Seeland, entdeckte zwischen den Freund, schaftlichen, und Societät--Inseln, die Insel Man ge a 47' 0 . Dr. und 159 0 W. L. von Gr.), W a t e e » UNbO rak 0 0 taia oderW a r 0 0 a e t t v und H e r v e y 's. J-land, und wurde bei einem abermalige» Besuch der Freundschaft-- und Societät-. Inseln noch näher mit den Eigenheiten und Sitten ihrer interessanten Bewohner besannt. Ehe Eook von diesen glücklichen Inseln zu den Regi», neU de- Norden- und seiner rauhen Bewohner gelangte, entdeckte er noch unterweg-, al- er die I e su - - I n sc l de- Mendana suchte, dir unbewohnte W e i h na cht--Z usel Einleitung. 45 (i* 59* N. S8 t. und 157 * 42 * 45" M. L.». Gr.)und endlich den merkwürdigen Archipel der Sandwich- Inseln *). Esvk verfolgte die Nvrbwestküste von America von Neu-Albivn blt über die Beeringestroße hinaus, wo er in 70° 41^ daSMeer mit einer undurchdringlichen Eisdecke verschlossen fand. Er mußte sich in 69° mit den Schiffen zwi. schon Eisschollen durcharbeiten, die im Monat August 30 Fuß Dicke hatten. Der höchste Sommer kann diese Masse» nicht schmelzen. Sollte auch durch Stürme und ungewöhnliche Witterung das Meer bisweilen offen werden: nie wird eine regelmäßige Schiffahrt durch das Polarmeer Statt sia- den; die Hoffnung einer nordöstlichen Durchfahrt muß für immer aufgegeben werden. Eook kehrte von jenem Grabe ber Natur zu ben Sand« «ichsinseln zurück, um dort Erfrischungen zu suchen und zu überwintern, und fand dort sein eigen Grab. Der anfänglich regelmäßig betriebene Tauschhandel mit den gutartigen Eingrboroen ließ keine unglückliche Katastrophe erwarten» DaS gemeine Dolk auf O w y h e e, der größten, der Sand« wichsinftln betrug sich redlich im Handel und schien dadurch eine Ausnahme von der Regel unter den Südsee Insulanern zu machen. Sobald sich aber der Dwyhee'sche Adrl in den Handel wischte, begann daS Stehlen: denn die Sclaven wurden abgeschickt, für ihre Herren zu rauben. Die ErrtweN- dung einer Schaluppe, die von den Engländern mit Gewalt zurück gefordert wurde, gab Anlaß zu einem allgemeinen Angriff von Seiten der Eingcbornen, wobei Cook barbarischer Weise erschlagen wurde. Die Wilden, ohne Ahnung der Größe deS ManneS, den sie besiegt harten, frohlockten über seinen Tod. Die Equipage trauerte über den iiaerkust det *} Look gab dem Arckipel diese» Namen zu Ehren se,n-s Beschützers, deS Grafen Sandwich, damaligen erste» Lord der Admiralität. 4<£ Australien. allgemein verehrten Ehest, und in ihre Klagen stimmte bald da- gebildete Europa. Der Capitän C l e r k e übernahm da- Commando, und alr auch er, nach einem abermaligen Versuch nach Norden zu dringen, in Kamtschatka starb, folgte ihm King al- Eapiran de-Schiffe- the Discovery, undG o r e auf dem Schiffe the Resolution. Von der weiteren Fahrt bemerken wir in geographischer Hinsicht nur, daß die Engländer ver» geben- die von den Spaniern vorgegebenen Inseln in den Poralelen dcrLicukieU-Jiiseln und im Osten derselben suchten ; sie fanden nur die kleine Schweselinsel (24° 22' N.B., 218" 50' Sö. S. p. ©r.) Ueber Ehina und da- Vorgebirge der guten Hoffnung kehrten sie nach Europa zurück, wo sie am L2. Aug. 1780 in England landete«. Wir haben den Bericht über Coo?'- Reisen nicht unterbrechen wollen, und müssen daher diejenigen Entdeckungen nachtragen, welche von verschiedenen Seefahrern in der. Zeit, die zwischen diese drei Reisen fallt, gemacht wurden. Im Jahre 1771 besuchte der Franzose M 0 r i v n d ü Fre-ne, von J-le de France aus, Van - Diemens» Land, und segelte von dort nach N e u-S eeland, wo er nach einem Aufenthalt von mehreren Monaten, heimtückischer Weise von einem Neu- Seeland,schen Oberhaupte, seinem bisherigen Freunde, ermordet wurde. Seine Gefährten C r 0 z e t und D ü c l e S m e u r, welche nah ihm dcst Commando der Schiffe übernahmen, kehrten über den Archipel der Marionen nach Indien zurück. Dieser Reise verdanken wir schätzbare Nachrichten von den letztgenannten Inseln, so wie von Neu - Seeland. Der SpanierB 0 c n e ch e a kam im Jahre 1772 nach Tahiti und besuchte mehrere der Societats- und andere in Schoutens bösem Meer gelegene Inseln, ohne die Geographie zu bereichern. Einleitung^ 47 Gin anderer Spanier, DonJuan'deLanzara - Hu arte gieng im Jahre 1773 von Calao nach Tahiti, »vn welcher Expedition aber nicht viel bekannt geworden ist. Des Engländer? ThomasForest Reise nach Neu» Euinra k. v. 1774—76 mochte uns naher mit den Papuas bekannt. Die Reisen fallen in die Periode der Cook'schen Cnt» deckungen. Der Zeit nach müssen wir auf Cook's Reise, die des SpanischenPilotenM a u r e l l e folgen lassen, der im Jahre 1781 mehrere, demEnglander entgangeneJnseln imFreund- schafts-Archipel entdeckte; die größte derselben ist V av a 0. Die Reise dieses Spaniers ist bis jetzt nur aus L a P e 9, *ou(V 4 Bericht bekannt. Nach demselben besuchte Mau- relle die Küsten von N e u-J r land und mehrere von Bou- gainville, Earteret und Sürville entdeckte Inseln. Durch desEnglanders W i l so nReise(imFahrei788) wurde der Aschipel der P e l e w In se l n zuerst vonEuro-' paern besucht und dadurch der Weg gebahnt, die noch bis auf den heutigen Tag ziemlich unbekannten Car 0 linen naher kennen zu lernen. Dix 0 n 's und P 0 r t l 0 ck 's Reise um die Welt v. 1785—88- gab einige genauere Bestimmungen über die Sandwich-inseln. Wichtiger für die Geographie des großen Oceans und Australien-, war LaPeyrouse'S Reise v. 1756—88- Dieser ausgezeichnete Seemann ist, ehe er die Erdumschiffung vollendete, mit der ihm anvertrauten EScadre verloren gegangen und alle Versuche, ihn wieder aufzufinden, waren vergebens. Seine Entdeckungen sind jedoch nicht mit ihm untergegangen, denn er hat zu verschiedenen Zeiten, bet den Landungen in Kamtschatka und in Port Jaksou auf Neu- Holland, Journal und Charten nach Europa gesendet. Wir können nur aphoristisch die Gegenden angeben, über tfUflraK*« 1 4t welche er neuere Nachrichten geliefert hat. Er besuchte die Oster-Znsel und den Sandwich-Archipel» in deffrn Nähe rr die kleine Insel Necket entdeckte. Dir wahre Lage eint« gerder Marianen wurde näher bestimmt. Auf dem Wege zu ihnen, von der Necker-Znsrl her, fand Lo Peyrouse kein Land in denen Gegenden, wo auf den Charten die Inseln M i r a, D i c i e r t a und ies Jardins nieder gelegt sind. — 'lion den durch Bougainville enldeckienN a v i g a t o r #* Insc l n theilteLaPeyrouse interessankeNachrichten mit, die bii jetzt da- Einzige sind, wa- wir von ihnen wissen. Auf einer derselben, M a o u n a, verlor La Peyrouse, in einem Gefecht mit den Wilden, seinen Freund, den Tapir län Langte, Befehlthaber det Schisse- A st r o l a b e und zwölf Mann von der Equipage, worunter der Natursor- scher La m an o n. Diese Inseln, unter 14" E. Br. und zwischen 168° 30 ' und 172 0 30 * W. L. v. Gr., bilden, nach La Peyrouse einen der schönsten Archipel de- großen Ocean-, der durch seine Producte, Bevölkerung und Künste nicht weniger interessant, als die Gruppe der Socie- täts-Inseln. Schouten-'s C 0 c 0 s , und Lerrather-Jn- se l gehören wahrscheinlich zu demselben. Bon den Freund- schafts.Inseln, gieng LaPeyrouse nachBotanv.-Bay, aus welchem Wege er Norfolk--Zsland berührte. Er wollte nach seiner Abreise von Neu - Holland die, um Neu Guinea liegenden Archipele untersuchen. Niemand weiß, wie weit ihm solches gelungen ist; seine weiteren Entdeckungen sind mit ihm verloren *). Meare' s Reise (1788—89) von China nach der Nordwcstküste vcnAmerica, darf hier nicht Übergängen wer- *) Die für dieGeographie wichtigsten Entdeckungen dc? unglückliche,, LaPeyrouse betreffen die Japanischen Gewisser UNI die Dsttüste von aisien, von Korea bis zur Landenge, welche die HaibinselSagalien mit demEontinente verbindet. Diese Ent« deckungeu gehören aber nicht in dieBeschreibung v»n Äusira« l!en. Einleitung. 49 den, weil ein über den nördlichen Theil dcS großen Oceans, worinn er einige Inseln enideckle, einiges Licht verbreitet. Auch die Reise des Engländers William B l i g h, im Jahre 1^7 3 7 muß hier erwähnt werden. Er sollte den Brodfruchtbaum nach Westindien verpflanzen; aber die Mannschaft, die auf Oraheike bleiben wollte, empörte sich gegen ihn. Wir verdanken dieser Reise einige neuere Nachrichten über die Socictarsinseln. ' In dem Jahre 1778 wurden noch Mehrere Reisen ,un» kcrnommen, welche über die Kunde von 'Australien neue Aufklärung verbreiteten. Dahin gehört die Reise der beiden Engländer M a r sch a l l und G i l b e r r, (wodurch der Ars chipel von M u I g r a v e 's - R a n g e entdeckt win de); des Engländers Co lnet Reise nach der Nokdw stküste von America, des Cvmmodore Art h urPhilipp und endlich des I 0 h n W i t t e 's Reisen nach Neu- Süd- Wallis. Im Jahre 1790 wurde der Capilän Edward nach dem großen O can geschickt, um die Mannschaft auszusuchen, welche sich gegen den Capitän B l i g h empört und diesem unglücklichen Seemann in einem offenen Bore ausgesetzt hatte» Die Beschreibung dieser Reise von Ha m i l- ton ist mehr durch dir Schilderung des Elends, das die Mannschaft ausstehen Mußte, als durch Bereicherung t^r Erdkunde interessant. Edward hat nur einige kleine Inseln im Südosten des Societarsarchipels entdeckt. D a n c 0 u v e r, der treffliche Schüler C 0 0 k 's be- gonn im Jahre 1790 seine Reisen, die er 1795 vollendete. Das Hauptresultat dieser merkwürdigen Fahrt betraf zwar die Nordwestküste Amerika's, aber auch scher die Societät- - Inseln, ü,ber den Sandwich - Archipel und die Süd- rvestküste von Neu-Holland erwarb sich dieser große Nau- liker ausgezeichnete Verdienste. Alle Küsten, die er beschiffle «nd aufnahm, sind mir einer Genauigkeit niedergelegt, die Australien. §) yo Australien. nicht- zu wünschen übrig laßt, und Epoche in der Schiff- fahrtSkunde mackt. Der Nordamericanische KaffahrerJngraham entdeckte im Jahre 1791 die nördlichen Inseln deS Marque. sas.Archipel und nannte sie W a S h i n g t 0 n's I n se l n. Capitan M a r ch a n d "), der auf Privalkosten eine» Marseiiler HausiS eine Reise um die Welk (v. 1790—-92) unternahm, entdeckte, ohne von Jngruham etwa- zu wis, sen, einige Wochen später eben diese Gruppe, und nannte sie Tsles de la Revolution. Lieutenant Herzest, von der Englischen Marine und Commandeur eines Transportschiffe-, welches bestimmt war, dem Vancouver Provision zuzufahren, sah diese Inseln im März 1792 und nahm sie mit Genauigkeit auf. Daher nannte sie Vancouver Herze st I s l a n d s. Einige Monate spater segelte der Englische Kauffahrer D r 0 w n durch diese Inseln, und im Jahre 1793 entdeckte der Americaner Roberts zum sünflenmal diese Gruppe, welcherHerr von Krusenstern, der sie gleichfalls besuchte, den ‘.Kamen Washington'- Inseln gelassen hat. Zur Aufsuchung des Grafen La Peyrouse, schickte die ^a-nvlige National - Versammlung von Frankreich zwei Schiffe» la Recherche, unter dem Befehl von Brüny d'§ n t r e c a st e a u x, undL'T so e r a n c e unterK e r 111 a- dek, in den großen Ocean. Diese in den Jahren 1791 —92 unternommene Reise um die Welt, brachte der Wissenschaft reichen Gewinn. Die Entdeckung de- Archipel de la Recherche, im Süden von Nuyt's Land, auf Neu- Holland, des C a n a l d'E ntrecasteaux und beschälten Haoens an der Südküste von Van- Diemen-- Land, die Aufnahme der Westküste Neu - Calcdoniens, der Marckiand's Reise bat duck, »er trefflicix-n Fleurieu Be» schreibung einen classischen Werth in den Annalen der Schiff. sahciskande erhalte». Einleitung. 5 l w stlichen Salomons - Inseln, der Südküste von Neu- Hannooer, der Admiralität» - Inseln und m>heerer im Norden von ZIeu- Guinea liegenden Inseln, die genaue Erforschung der Insel Santa - Cruz, der Louisiade und rineS großen Theil» der Küsten von Neu- Guinea, unendlich die Entdeckung der JnselnKerma dek, zwischen Neu-Seeland und dem Freundschaft» - Archipel, gehören zu den wichtigsten Resultaten dieser Reise. Die Reise del Englischen Ehirurgus Baß im Jahre 1799 verdient hier angezeigt zu werden, weil durch sie die B a ss'S.-S l r a ß e, welche Neu-Holiand von D a n - D i e- menS-Land trennt, entdeckt wurde. Die von der vorigen Französischen Regierung im Jahre t $00 veranstaltete Expedition, unter Eapirän Bau bin, macht unS mit dem noch unentdecklen Theil der Südküste von Neu - Holland, Teire Napoleon genannt, und mit dem Archipel Bonaparte an der Nord, küste dieses ConkinenlS bekannt. In eben diesem Jahre unternahmen die Engländer Flindcrs und IohnTurnbull Reisen in den großen Ocean, wodurch wir die neuesten Nachrichten 00m Zustande der Socielals - und Sandwich - Inseln erhielten; Fliakur» besuchte auch den Meerbusen von Carpentaria auf Neu - Holland. Durch die Reise dei Engländer» IameS Grant, nach SüdwalliS im Jahre r Zo i wurde ein Theil der Süd. küste Neu - Holland'» naher erforscht. Herrn vonKrusenstern '»-Reise um die Welt, v. a8c»Z—1806 bereicherte zwar die Kunde ^e» eigentlich, n Australiens nur wenig, sie ist aber höchst wichtig in Absicht auf die östliche Einfassung deS großen Oceans. UeberdicS ist die Fahrt diese» aufmerksamen, trefflichen Seemann- auch dann belehrend, wenn sie durch Gegenden de- Meere» geht, wo kein Land angetroffen wird. 52 Australien. Mit der Anzeige dieser, so viel uns bekannt ist, letzten Reise um die Welt, eines der erfreulichsten Denkmale . der Aufklärung unserer Zeit, beschließen wir die kurze Uiber- sichl der wichtigsten Entdeckungen im fünften Welttheil. Der Schauplatz ist eröffnet, auf welchem der menschli- che Geist sich in neuer, weitumsaffender Thätigkeit wird üben können. Bis)etzt ist er jedoch mehr für die Geographie, als für den unmittelbaren Nutzen der Lsuropäischcii Gesellschaft gewonnen. Der Geist aber, in welchem beton, ders die Krusenstcrnsche Expedition unternommen und ausgeführt wurde, berechtigt zu den schönsten Erwartungen, und ehe noch das Ende der ersten Hälfte unsers Jahrhunderts herankommt, 'wird Europa wahrscheinlich im lebhaftesten Verkehr mit Australien stehen. Zwischen Asien, Afrika und den westlichen Küsten von Amerika bildet sich ein neuer, immer mehr sich ausbreitender Handel, für welchen Australien von der höchsten Bedeutung ist. Europa wird daran Theil nehmen und alle handelnde Nationen werden Eclo- nien in einem liberalen Geiste errichten, als es bisher geschehen seyn mag. Wenn die gegenwärtige Zeit, wo Völkerdruck und Volkshaß den einzelnen Menschen, wie ganze Staaten nur für die nächste Umgebung und Gegenwart besorgt machen, sich in Frieden auflösen und allgemcinern Ansichten Platz machen wird; dann werden die Ansprüche wieder gehört werden, die jetzt verstummen, und deren Zweck dahin gchtj alle Völker der Erde zu einer großen Familie zu vereinen. Für diesen Endzweck haben die großen Männer gearbeitet und ihr Leben geopfert, denen wir bisher bis in die cnt- sernsten Meere gefolgt sind. Wahrscheinlich weniger schnell, aber eben so sicher, als die Entdeckung von America den Zustand der Dinge in Europa veränderte, wird unser Welt- theil den mächtigen Einfluß einer nähern Bekanntschaft und Verbindung mit Australien empfinden. Einleitung. 33 \ Wir hoffen, daß unsere Beschreibung, durch die Angäbe der Eigenheiten der einzelnen Länder, unsere Erwartungen begründen und rechtfertigen werden. Hier fanden wir nur zu einzelnen Winken Raum. Ehe wir aber zu der Beschreibung selbst übergehen, müssen wir noch einige allgemeine Bemerkungen vorausschicken, die Australien als ein Ganzes betreffen, und sonach ihren schicklichsten Platz in der Einleitung finden. Wir haben bereits bei der Anstcht des großen Oceans, die Inseln in demselben nahmhaft gemacht; hier sen es vergönnt, den Versuch zu wagen, einen Zusammenhang des so vielfach zersplitterten Australiens, und daraus die natürlichste Ordnung aufzufinden, in welcher die verschiedenen Bestandtheile dieses Wrltkhej s auf einander folgen. Zwar ist der grosse Ocean noch nicht nach allen Richtungen hinlänglich erforscht, um die wahrscheinliche Verbindung aller in ihm befindlichen Inselgruppen mit einiger Zuversicht angeben zu können ; doch wissen wir von einigen bereits genug, um über die andern nicht ganz unsichere Schlüsse wagen zu können. Wie auf dem festen Lande die Gebirge die sicherste Bestimmung für die natürlichen Gränzen, und die Verbindung der einzelnen Länder geben, so sind in den großen Gewässern die Inseln, als die Gipfel der Gebirge des Meeres, der einzige Leitfaden, uns die Gestalt der Erde unter dem Wasser im Zusammenhange vorzustellen. Australien liefert zu diesem Behufe mehrere Data, als irgend eine andere Gegend unsers Planeten, kaum die Indischen Inseln ausgenommen, die doch wieder mit dem fünften Welttheil in unverkennbarer Verbindung stehen. Betrachtet^ man nun alle Inseln Australiens als zusammenhängende Bergkette», und nimmt auf ihre Lage gegen Neu - Holland Rücksicht: so scheint eS, als sey dieses Conlincnl die Mutter jener Eilande oder der Lksmm 54 Australien. d-^r Gebirge, welcher in der Richtung von Norden nach Listen von einer doppelten Reihe, gleichsam von Mittel- und Vorgebirgen, eingefaßt ist. Wie Cireumrallations- Linien umgeben diese Höhen submariner Berge in der angezeigten Richtung das feste Land und scheinen Fortsehnn- gen desselben oder llebcrreste eine- ehemaligen Zusammenhangs zu seyn. Die erste dieser Linien oder Gebirgsketten, die wie hier naher betrachten wollen, beginnt bei N e u-G u i n e a, woran sich der Archipel der L o u i si a d e, N e u. B r i t- t a n i e n und dieS alomonsJnseln anschließen j geht sodann über dieGruppe vonS anta § ru;,zu denN e u e n- H e b r i d e n oder dem H e i l j g e n G c i st.A r ch i p c l, nach N e u Ca le d o n i e n und über die Norfolk-Jn- s e l nach Neu-Seeland. Die Richtung dieser Linie ist bogenförmig, wie ein Blich auf die Charte ausweis't. Die zweite Linie fängt bei den Marionen an, geht über dieCarolinen,Mulgrave'sRang,djeFid- g i-, F r e u n d sch a f t s- und N a v i g a t o r s-I n se l n, zu dem Archipel des R o g g e w e e n, bis zu dem großen Insellabirinth, das die Seefahrer in mehrere Archi, pele abgetheilt haben, aber, wie bereits bemerkt worden, mit den So c i e t a t s- und selbst mit den Marques« t, Inseln nur ein großes Ganzes bildet. Diese zweite Linie macht mehrere Winkel, wie die Walle einer Festung; sie lauft zuerst von Norden nach Süden über zehn Breitengrade, dann in einem fast rechten Winkel gegen die erste R chkung, von Westen nach Osten, über dreißig Langen, grade, beugt sich in einem etwas stumpfen Winkel nach Südcsi über dreißig Breitengrade, und nimmt endlich wieder ei"e Richtung von Westen nach Osten, über fünf und vierzig Längengrade. Ein solcher winklicher Strich der Ge- birisketten ist dem Orographen keine neue Erscheinung. Selbst die Gebirge in Europa bilden ähnliche Winkel, Einleitung. 55- In die beiden angegebenen Linien fallen zicmi ^ alle Inseln Australien-. Gleich einem äußersten Borgebirge ragt endlich der Sandwich '4,-A rch i v e l au- einem weilenMeere hervor, und läßt seine Verbindung mit den andern Kek»en nur errathen, wahrend diese, bei weniger weiten Zwischenrauwen» durch einzelne, in dielen Räumen liegende Inseln einen deutlicheren Zusammenhang zu haben scheinen, z. B. Neu. Seeland und der Freundschafts-Archipel durch die Ker- wadck - Inseln. Wäre da-Innere der großen Inieln Australien- bekannt, hätte man auch nur auf mehreren kleinen Eilanden den Gehalt der Berge auf denselben durch Nachgrabung in den Tiefen derselben erforschen, und die nahen, so wie die entfernten Kelten orvktognostisch vergleichen können: lo würden über die Bcrgvcrflechtung de- furvftca Wclitheil- Hvpothesen jn wagen seyn, die ein künstliches Licht in die dunkle Werkstatt der submarinischcn Natur brächten und die, wenn fle schon den Verstand nicht vbllig befriedigten» ihm doch einige Anhaltungspunkle darböten. Da aber von Neu- Holland, Neu - Guinea und Neu- Eeeland nur die Küsten und die ihnen nahen Berge, von Naturforschern kaum mehr als im Fluge beobachtet werden ketti'.ten, und in den andern Archipelen der Aufenthalt der Europäer ebenfalls zu kurz war, um gründliche Nachfor»^ schungen anzustellen: so ist ei bis jetzt noch unmöglich, in dem unordentlich durch einander geworfenen Chaos von Srcinarten, wie wir.sie in dem iuselreichsien Theile de- Meerei finden, auch nur eine Ahnung über den innern Bau und Gehalt der Gebirge zu wagen. Vulkane, Ur- '.ind Flözgebirge, Basalte, Korallenriffe, und aufgeschwemmtes Land in den sogenannten niedrigen Inseln und Untiefen neb^n ihnen, scheinen sich so rcgrllo- zu durchkreuzen» als ob die Gesetzlosigkeit allein hier Gesetz wäre, und all« Austratten. 5Ö Elemente im Kampfe mit einander, keines dem andern seine Form auszubilden gestattete. Loch ist die Natur überall Ordnung und Gescftmäßig- keit und nur unsere ttnbekanntschafr mir ihrer Wirkungsart in diesen Gegenden der Erde, kann das Gegentheil zu finden mahnen. Ehe aber der fünfte Weltkheil nicht bloß geographisch, sondern auch naturwissenschaftlich entdeckt ist, ehe können wir, ohne zu träumen, nur einen äußern Zusammenhang der Insel oder Gebirgsketten aussuchen und in sofern ist der oben angegebene, nach Linien oder Ketten, d r einzige nicht willkührliche, sondern auf unsere bisherige Kenntniß der Inselwelt gegründet. Es ist nichtunwahrfiheinlich, daß jene äußere Verbindung sich milder Zeit, wenn unsere Beobachtungen reifen, auch als eine innere »stellbaren wird. Vor'» erste aber wollen wir durch die Andeutung derselben nur die Ordnung xechtfirrigen, in welcher wir in unsere Beschreibung Australiens die einzelnen Länder aufeinander folgen lassen. Liese Ordnung ist keine andere, als jene der Gebirgsketten selbst. Sonach macht 9 t e u h o l l a n d, als der muth- rnaßliche Stamin den Anfang; dann folgen die Inseln, wie ste in der ersten und zweiten Linie, von Norden nach Süden, angetroffen werden; den Beschluß machen der Sandwichs - Archipel, die Osterinsel und jene zerstreuten einzelnen Eilande, die füglich nicht in den angezeigten Strich der Gebirgsrücken gebracht werden können, und die überdieß bis jetzt größtentheils zu den ungewissen Inseln gehören. Diese verschiedenen Theile Australiens sind auf einem Theile der Erdoberfläche vertheilt, der, wenn man Ostereiland und die ungewissen Inseln davon ausnimmt, 70 Breitengrade und über 110 Längengrade einnimmt, folglich üb r *6.50 geographische Meilen lang und über 10.50 solche Meilen breit ist. Dieser Erdtheil liegt zwischen 23 ° Einleitung. 51 N. B. und 47° S. Br. und zwischen 112° und 22,5° O- L. v. Gr., sonach in der heißen und in der südlich gemäßigten Zone. Bei so weit ausgedehnten und so vielfach zersplittere ten Ländern, wird Niemand eine durchgängige Uebereinstimmung des Klima's und der Temperatur erwarten. Selbst in den unter gleichen Breiten liegenden Inseln, macht das Daseyn der Vulkane, die Höhe und Stellung der Gebirge, und die mehr oder minder isolirke Loge einen merklichen ilntcrschied. Doch ist im Allgemeinen zu bemerken, daß die Hitze in Australien wenig , r drückend ist, als in der alten Welt, in gleicher Nähe des Aequators. Die Baudinsche Expedition fand i. I rgor im August, auf da Witts-Land, also in der heißen Zone» den Thermometer zwischen 14° und 17° Reaumür. Dagegen ist auch die Kalte in der südlichen Halbkugel in Breitengraden schon unerträglich, wo in den entgegengesetzten der nördlichen Hemisphäre, besonders in Europa, die mildesten Gegenden angetroffen werden. So liegt das rauhe Süd - Cap von Neu-Seeland unter einer Parallele, die mir jener der Länder des mittleren Frankreichs correspondirt. — Die Ursache dieses Phänomens der mindern Wärme in der südlichen Halbkugel, sucht man in dem Umstände, daß sich das feste Land weiter gegen den Nord - ass gegen den Südpol erstreckt, die Winde sonach hier stets über ein kaltes Meer, welches die Sonnenstrahlen zurück wirft, wehen, während ste im Norden überall Land antreffen, welches an und für sich schon mehr mit Wärmestoff geschwän- gcrl ist, als die Gewässer. Fragt man indessen nach der Ursache, warum im Norden mehr Land, als im Süden angetroffen wird, so muß man sich entweder im Zirkel drehen, und die größere Wär nie davon angeben, oder eine völlige Unglwißhtit tin- gestthen. Uibcrdicß ist es nicht durchaus wahr, daß, wo 5 8 Australien. m h- Land angetroffen wird, die Temperatur milder sey. In Asien und noch mehr in America erstrecken sich die Lander oiel weiter nach Norden, sll# in Europa und doch wird ,'n diesen beiden Melttheilen ein rauhes Klima in D eitengraden angetroffen, wo bei uns Italien» milde Lüfte wehen. W-r wollen hier kein? neue Theorie der Klimate auf- st.'llen, aber indem wir von der Temperatur deS fünften W likh^ls sprechen, schien es uns nicht am unrechten daran m erinnern, daß die Physik von genaueren Beobachtungen in diesen Gegenden wichtige Aufschtüffe über Phänomene ri, erwarten habe, welche erklären zu können, Man sich zu schnell überredet zu haben scheint. Alle bis jetzt a gestellten, freilich nur einzelnen Wetter-Beobachtungen, zeigen weniastens so viel, daß die in Europa b.obachtkleu Negeln hier keine Anwendung finden, und sonach in Auftra t n anderen, bisher unbekannten Naturgesetz,,, nachgespürt werden muß. Eine neue A »sich! für oeikerung der Wiffenschast! Die südlichsten TheileAuch czlienS ausgenommen, zeigt sich übrigens das Klima fast durchgängig als günstig für die ge'amnite belebte Natur, nur seltsam genug, gerade auf dem ft st?" Lande, auf Neu > Holland hat man bisher eine stirfmü t. rljche Ausstattung wahrg nommen, wobei selbst der M rssch, der sich doch sonst in allen Klimaten zu helfen, weiß, auS Mangel an Nahrung zu einer armseligen Thier- ort he,abgesunk,n ist. Neu Holland ist nicht arm an Pflanzen, dieNaturforscher haben dort über tausend neueGeschlech- ter entdeckt^ aber keine eig ntliche Kornart, und nur wenige nah hafte B'umfrüchte sind biS jetzt in dem neuen Kontinente gefunden worden. Gleichwohl gedeihen unsere Nahrungspflanzen dort im Ganzen vortrefflich, und was die Natur, sich selbst überlassen nicht erzeugt, daS prvspe- rirt, wenn der Mensch ihr zu Hülfe kommt. Einleitung. £9 Auch <111 r» Thlrren. bi? verschiedenen Deu- tesftii**re ousgcnommen, ist Neu - Holland, so wie ganz Australien arm ; ober die Transporte der Europäer haben bewi-sen, doß unsere Schafe, Kühe und Pferde sich dort schnell vervielfältigen. So ormNeu-Hollond anNahrungsmitteln, so reich sind daran die meisten Inseln Australiens in der heißen Zone. Unter den mildesten Lüsten keimt hier Alles eingebaut hervor, was der Mensch zu seiner phnstschen Erhaltung bedarf; um ihm sogar die einfachste Sorg? zu nehmen, ließ die Natur auf 'den Daumen eine Frucht wachsen, die er als Brod genießen kann. Schweine und Hühner in Menge ersetzen den Mangel andern Fleisches; und fehlen viele Ouadrupeden. so fehlen dafür auch die wilden Geschlech- ter, die in andern südlichern Gegenden die Aerndken zerstören oder das Lehen der Bewohner unaufhörlicher Gefahr aussetzen. Hier lebt der Mensch in der glücklichen Sorglosigkeit, und dem damit verwandten, ungetrübten Leichtsinne, welcher dasjenige Glück charaklerisirt, das ihm» ohne sein Zuthuen, werden kann: ein anderes, höheres muß er sich durch Anstrengung, durch unzählige Leiden er» kämpfen. Fasst man die Beobachtungen über Klima, Boden und Produkte Australiens zusammen, so erscheint hier eine «eue Welt, nicht bloß der Entdeckung, sondern selbst der Schöpfung nach. Die Natur, die sich nur stufenweise entwickelt, und aus der Zerstörung der gröberen Drgani- salionen die edleren hervoiruft, scheint hier noch im ersten Werden begriffen zu senn, entweder ihre vollendete Kraft noch nicht erreicht zu haben, oder, unter günstigen Ver- häilnissen des Klima, gleich beim ersten Versuche in ihrer Meisterschaft hervorzutreten. Selbst der Mensch, ihr letztes Werk, zeigt sich hier in der doppelten Gestalt der Jugend seines Geschlecht-, entweder in der Fülle der physt- / 6o Australien. schen Kraft und in der Umgebung eines noch nicht Verlornen Paradieses, oder in dürrer, affenähnlicher Gestalt, — in hüfloscr Dürftigkeit, in ein stiefmütterlich begabtes Land verbannt. Des fünften Weltkheils Jugend, wenn man so sagen darf, scheint sich in allen anorgischen und organischen Formen dort zu offenbaren, als dessen Individualität und Eigenthümlichkeit. Aus d> n Trümmern einer eingestürzten Welt (welche vorauszusetzen hier keine poetische Fabel von einer Atlantis, wnd n n die Natur selbst durch deutliche Zeugnisse be- rechüg-u,) aus Machn ven Urgebirgen, die durch Vulkane gesprengt und in ungeh uern Erdbeben mit andern Ge- birgsmassen durch einander geworfen wurden, während Feuer - und Wasserströme sich über einander wälzten und die Elemente in den vorgefundenen Stoffen alle Veränderungen, alle Formen erzeugten, die bald aus ihrem Kampfe, bald aus ihrer Vereinigung entstehen kenn en ; aus diesem Stürmen und Loben der roh.-sten Kräfte der Natur im chaotischen Gewühl, mag zur Zik der neuesten Crdrcvolutivn diese Australische Inselwelt entstanden, und der wcitern Einwirkung der organistrendcn Natur übergeben worden seyn. Wo sich d.ie organistrende Lebenskraft der Pflanzen gleichsam in ihrem Elemente befand, zwischen den Wendekreisen, da trat sie dann schnell in Wirk amkeit, bedeckte den Boden mit üppigem Grün und ließ diejenigen Früchte emporwachsen, deren Gehalt an Nahrungsstoff sie der vollkommeneren Organisation der Thierwelr näher bringt. Und auf welchem W ge auch die ersten Thiere und selbst der Mensch hieher gebracht wurden, durch Wanderungen oder vermittelst einer neuen Schöpfung, sie fanden hier Alles, wodurch ihr physische» Wesen befördert werden konnte. Jetzt hat die Natur ihre'Schöpfung vollendet, und Einleitung. 6i einer der schönsten Theile der Erde erwartet nur die Hülfe deS Menschen, um schöner als das Paradies selbst zu werden. Der Mensch, als' der interessanteste Gegenstand aller geographischen Untersuchung, erfordert hier eine besondere Erwähnung mit einigen allgemeinen Notizen über die Bewohner des fünften Welttheils, wollen wir dafür diese Einleitung beschließen. Wie weit ausgedehnt die Lander Australiens sind, so finden wir nur zwei Menschenrassen in diesen so weil entfernten Inseln: eine Negerarrige Rasse, die Papuas, und einen in Bildung und Gestalt wenig von den Europäern abweichenden Menschcnstamm, denn die Ethnographen zu der Malaiischen Rasse rechnen. *) Die Papuas haben hervorstehende Backenknochen, aufgeworfene Lippen und Wollhaare, wie andere Neger, von denen sie sich nur durch fthr dünne, magere Arme und Beine auszeichnen. Sie leben Alle, so weit man sie kennt im Zustande der Wildheit und ttngeselligkcit, ohne eigentlichen Staat und zum Theil ohne Religion. Den Affen stehen sie naher als dem Menschen. Ihre Sprachen sind zu wenig bekannt, um über die Berwandschaft derselben Dermu.hangen wagen zu können. Die M a la i sch e Rasse dagegen zeichnet sich durch die schönsten, regelmäßigsten Formen aus, deren die G. statt des Menschen unter irgend einem Himmelsstrich fähig ist. Die Russischen Welkumsegler sahen auf Nukahiwa Männer, welche die vollkommensten Modelle zu einem Apollo vorstellen konnten. Auch die Weiber zeichnen sich durch Grazie, Fülle und Schönheit aus. Bon den reizenden Mädchen auf den Societäts - und Freundschastsinftln fin- *) Bon beiden Rassen sollen hier Abbildungen gegeben werden. Australien. 6s det man lebhafte Schilderungen in den Berichten aller Südseefahrer. Die GesichtSzüge beider Geschlechter sind lebhaft und ausdrucksvoll, ihre Augen voll Feuer und Geist. Die Farbe der Haut ist bisweilen nicht dunkler, als die der Spanier und Italiener. Einige Frauen sah man völlig weiß, wie die schönste Europäerin. Im Ganzen zeigen sich diese Insulaner als gutmü, thig, gesellig, offen und redlich, — wahrlich al- bessere Menschen, wie unsere Europäer, so sehr auch La Peyrouse, im ersten Schmerz über die Ermordung seiner Freunde, gegen diese Meinung eifern mag. Web will e- diesen Kindern der Natur verdenken, wenn sie bisweilen, dem angeborenen Trotz und Freiheitssinn des Menschen folgend, kriegerisch gegen die Fremdlinge verfuhren, welche sich Alle bemüht zeigten, ihnen durch die Ueberlegenheit der Europäischen Waffen Furcht einzuflößen? Die Reisenden stimmen darin übercin, daß diese Menschen 'zum Stehlen geneigt waren, und viele rechnen ihnen dieß als ein Lasier an. Bemerkt man dagegen, mit welcher Unbefangenheit und Arglosigkeit sie bei ihren Diebereien zu Werke gehen, daß der Wunsch, Selienheitcn zu besitzen, —fein© ei 5, sie dazu verleitet; daß sie unter sich in vollkommener Sicherheit des Eigenthums leben: so wird man geneigt, sie milder zu beurtheilen, und findet es ungerecht, sie nach Begriffen zu verdammen, die nur da Statt finden, wo die gegenseitigen Derhalniffe nach RechrSgrundsaßen bestimmt und für b e i d e T h e i l e gesichert sind. Die Australier finden sich gegen die besuchenden Fremdlinge im Naturstande, und wenn sie diesen Kleinigkeiten entwenden, so wird da» Recht dabei weniger verletzt, als wenn ein Europäer Lander, die entdeckt, im Namen seines König- im Besitz nimmt, der nur nach der Moral der Räuber ein Recht auf dieselben haben kann. Einleitung. 6Z Nach eben so wenig anwendbaren Begriffen haben altkluge Leute den Australiern Stltenlosigkcit vorg^wor- fe>", weil sich ihre Weiber und Töchter ohn. Rückhalt d n Etirvpa rn Hingaben. Diese einfachen Kinder der silakur folgen dem Triebe, der sie entstammt, ohne unsere Zierereien und Verstellungen zu kennen; sie sehen etwas nicht fein Sünde an, wogegen wir moralisiren, was gleichwohl in allen unsern großen Städten geduldet, ja geschützt und als eine Finanzquelle benutzt wird. Wo ist hier die größere Sitteiilvsigkeil V Schwerer werden einige di ser Völkerschaften gegen die Beschuldigung, daß sie Anthropoph gen sind, und einen gesetzlichen Kindermord anerkennen, zu vertheidig n seyn. Doch ist eben so gewiß, daß viele Australier einen Abscheu vor dem Menscheusraß haben, und daß der Kin ermord, z. B. auf Tahiti, nur unter einer gewissen heimlichen Gesellschaft üblich ist. Wahr cheinlich wird es den Missionaren in kürzerer Zeit gelingen, die Tahitier von dieser schrecklichen Sitte zu entwöhnen, als es einigen Menschenfreunden gelang, das Parlament von Großbrit- tanien zu überzeugen daß der Eclaoenhandel einige ruchlose Abscheulichkeit siy. Der glückliche Ueberfluß, in welchem die übrigen- mäßigen Australier leben, hat ste gesellig, sanft, fröhlich und leichtsinnig gemacht; zeigen ste dabei zugleich Ausbrüche der Bösartigkeit unserer Natur, so haben sie dieß mit allen Völkern gemein. , Ihrer natürlichen Gutmüthigkeit wegen, sollte man nicht meinen, daß sie einerlei Ursprung mit den tückischen Malaien in Indien haben; gleichwohl soll ihre Sprach» eine unlaugbare Verwandtschaft andeuten. Merkwürdig bleibt es immer, wie diese Sprache sich in solcher Entfe»» 64 Australien. m«ng, »vn Neu - Seeland bis zu den Sandwich - Inseln, hat verbreiten, noch mehr, daß sie sich hat erhalten können. Beide Stammrassen Australiens scheinen sich vielfach vermischt und dadurch Mittelrassen erzeugt zu haben. Am häufigsten und reinsten werden die Papuas in West-Australien, die Malaienstämme aber in Ost - Australien angetroffen. I 2l n s t r a l i e v. Zweite Abtheilung« Vcschreibung der r i n; elnctt Länd er« Neu-Hollündi S Msiratien. Neu-§)olland. \ i. Name. Lage. Gränzen. Gestalt. Größe. Äer Name N e u - H o I l a n d bezeichnet keine Aehnlich» keil mit dem Laube der Bataver in Europa ; er soll nur die Nation anzeigen, welche den ältesten, grössten Antheil an der Entdeckung deK neuen ConliNtNlS zu haben glaubt. Er kam gegen die Mitte dcS siebzehnten Jahrhundert- in Holland auf und hat sich seitdem in der Geographie erhalten. Es ist indessen nicht wahrscheinlich, daß die Holländer unter allen Europäern die ersten waren, welche das Land entdeckten. Eine im Fohre i542 verfertigte Weltcharte, die sich im Brittischen Museum befindet, zeigt ein gcoßeS Land, das sich von Java bis gegen 6 o° S Br. erstreckt, und offenbar eine rohe Andeutung der ^siküste von Neu« Holland ist. Diese Charte tragt deutliche Spuren, daß sie nach einer rssvrtugicsischcn copirt sey, woraus geschlossen werden muss» daß dai neue Continent von den Portugiesen beinahe ein Jahrhundert früher entdeckt wurde, alS die Holländer die Küsten desselben besuhren.*) Zwar •) Ueber die oben angeführte Charte, und eine andere vom Jabre if*5 in der Bibliothek des Herrogs von Denevent, haben die Herren Cvqueher t'M 0 n t b r e t und Ba r b i e düB 0 cage sehr inr-ressante Untersuchungen angestellt. M. s. Allqem. geogr. Ephemer, Band XV. (?. rüy ff- und Band XXIV. Seite 'ns ff. — Herr M e tz hat hei Gelegenheit dieser Untersuchungen mit Reckt, den Capitän Cook gegen Dalrymple's Belckuldigung vertheidigt, als gebühre ihm nickt die Eh> e der Entdeckung der 4?stküste von Neu.Holland; aber Herrn Metz ' s Meinung, das auf den allen Charten E 2 Australien. 6 S ist es auffallend, daß die Portugiesischen Geschichtschreiber i der Indischen Angelegenheiten keine Meldung thun von i den weisen ihrer Landsleute nach dem grossen Südländer da aber, gestuft aufdie Autorität der bekannten p^stkicheii l Demarkationslinie, alle im Osten der Molukken liegenden d Eilande und selbst letztere von den Spaniern in Anspruch - genommen wurden : so laßt sich begreifen, daß di Portu» s giesen diese Endeckungen verheimlichten, um nicht mit; ? den Spaniern in Streit zu gerathen. Ueberdi, ß finden sich ! 1 in den Werken des Castan h eda, eines Portugiesischen ^ < Schriftstellers, und des Jesuiten Maffeji Anzeiget/ i einer, im Jahre IF2F unternommenen Reise, auf welcher ' > Evmez de S c q u e i r a eine Insel entdeckte, die, nach den : i vorhandenen Angaben zu urtheilen, dem neuen Continente i sehr nahe gelegen haben muß. Daß die Portugiesen, die! damals so eifrig waren, ihre Entdeckungen zu verfolgen/ • jene des G 0 mez de Sequeira hatten unbenutzt lassen' ■ sollen, ist nicht wahrscheinlich. Die oben erwähnten alten, ; Charten scheinen vielmehr ein Beweis zu seyn, daß sie ; ' einige Jahre spater, also zwischen 1F2F und 1L42 *), das. - neue Eontinent entdeckten. ^ ' Welche Beschaffenheit es aber auch mit diesen früheren ' Kenntnissen der Portugiesen gehabt haben mag, sie schei, j 1 Ren anfangs von der Regierung verheimlicht, und was die gerechte Strafe dafür ist, nachher vergessen werden zu > ' fern, und die Holländer haben die Ehre, dem neuen Welt- theile den Namen ihres Laterlandes gegeben zu haben. ;■ D'kser Name wäre in der Zolge verdrängt worden, wenn war, einen einheimischen von den Eingebornen hatte er,ahren können. Aber der Zustand von äußerster Wildheit, ■ onqeieiatr Land sey Bornes, ist unhaltbar. M. f. Allz» o-vgr. (?pfce r . Ban» XXI. S, a. *) D. i. «wischen dem ^abre der Reise des Sequeiramid dem Jahre, als die Charte verfertigt wurde. 9 hu Holland. 6 « (t in welcher man die Bewohner Neu - Holland'- antraf, lösn p,t nicht erwarten, daß sie die Größe und den Umfang ihres c i DaterlandeS gekannt, und ihm einen eigenen Namen gege- en ben haben sollten. Zwar findet man auf einigen Charten kir den Namen Ulima-Roa für Neuholland; aber diese ch Benennung rührt nicht von Eingebornen her, sondern stützt u. sich auf die Nachricht, welche die Neu - Seelander dem Ca- iit piiön Cook von einem, ihnen im Norden gelegenen, großen ch Lande gaben, daS sie Ulimarva nannten, und wo die m Einwohner Schweine essen sollen. Daß dieses Ulimarva m der Neu-Scelandcr, bleu-Holland sey, laßt sich kaum er vermuthen, viel weniger erweisen. Neu-Holland liegt nicht :it im Norden von Neu.- Seeland, und die Einwohner haben te keine Schweine, die sie essen könnten. ,'e Andere Geographen haben das große Continent in zwei Theile getheilt, und der westlichen Hälfte den Namen N e u- 'it Holland gelassen, die östliche aber N eu-S ü d W a l l es 'it genannt. Das Willkürliche dieser Einlheilung springt in die Augen ; denn C arpent a rr a in Norden, woraufdie Holländer, und N a p o l e o nS-L a n d im-Süden, worauf die Franzosen alS Entdecker die gültigsten Ansprüche haben, „ fallt nach dieser auf der Sludierstübe gezogenen Gränze, in j, die Englische Statthalterschaft. >j Um ähnliche Unschicklichkeit zu vermeiden, wollen wir, ^ in Ermangelung einer einheimischen Benennung, den Na- ,, wen Neu-Holland für das ganze Continent beibehalten und die Englische Statthalterschaft, Sydney-Cove oder ,, N e u- Sü d w a l li h nicht weiter ausdehnen» als sie sich e jur Zeit in der That über Neu, Holland erstreckt, d. h. über einige Punkte der Hstküste *). *) Das Gouvernement der neuen Colonie erstreckt sich -nic» ' über die Anlagen auf der Insel Ban-Diemen und aus NorsolkS.Jn fei,- welche letztere ganz außer der Gränze & Den Neu - Holland liegt. 7o Australien. Neu-Holland nun, wie wir den Aufdruck verstehen, d. h. der neue Coniinent, oder die größte Insel *) der Erde, liegt zum Theil in der heißen, dem größeren Theil nach in der gemäßigten südlichen Zone, zwischen io° 37' und 38° 56' S Ar, und zwischen 112° 20' und 1 33 0 39' O- L. von Greenwich, d. i zwischen 129" 39' 43" und 17 1° 18' 4 , 5 " O- L. von Ferro oder 109° 39*43" und 131° 18' 43"Ö.L. v. «JJari«. Die nördlichen, westlichen und südlichen Küsten sind vom Indischen; die östlichen vom sogenannten Stillen Meere oder dem großen T'cean umfloffen. Die nächsten Lander gegen Norden sind die M 0 l uk- k e n und N e u - G u i n e a. Bon jenen ist Neu - Holland. 70 bis 73 geographische Meilen, von Neu - Guinea 30 solcher Meilen entfernt. Gegen Westen liegen zwischen Neu-Holland und Afrika die Inseln T r i a l, Rodrigue, Ile de France, B 0 ur-, bvn (Lvnaparle) und Madaga 4 car. Auf der Parallele des Wendekreises de- Stcinbocks, hat man von der Westseite von Reu-Holland bis zur Ostküstc von Madagascar ein offene- Meer, das sich über 63 Längengrade oder 973 geographische Meilen erstreckt, ohne irgend eine Insel zu ent. halten. Don Edels-Land oder unter 30° S Br. ist die En'fernung bis zum nächsten Lande, d. i. dem Südenden von Afrika, noch weiter und beträgt gegen 82 Grade oder 1230 geographische Meilen. Gegen Süden liegt bi- zum Pole kein Land; außer der Insel Van - Diemen- - Land, welche im Südosten von Neu- Holland alt ein Bestandtheil davon angesehen werden kann. *) Obgleich Neu - Holland, seiner Große wegen, als ein Con, tinent angesehen werden kann, so unterscheidet es sich doch von den andern Continenten der Erde dadurch, daß diese «ui mehreren Halbinseln bestehen, Neu-Holland aber durchaus gerundet und ungetheilt von der Natur als ein eigenes Ganze sich darstellt. / Neu - Holland. 7» Gegen Osten liegt die, in der Einleitung angegebene, bogenförmige Gebirgskette, welche sich von Neu-Seeland, über Neu - Caledonien, und den Neuen-Hebriden, dem Heiligen-Gcist-Lande, bis zu den Salomons-Jnseln erstreckt. Die Entfernung dieser Inseln bis zum Continente betragt zwischen 15 und 20 Längengrade, oder 225 biszoo geogra» phischc Meilen. Neu - Guinea ist sonach das, dem neuen Continente zu« nächst liegendeLand und von Neu.Holland durch die ZoMei» len breiteStraße desTorres geschieden».welchewahr» tcheinlich den ehemaligen Zusammenhang beider Lander be» deckt. Diese'Straße war bereits im Jahre 1606 von dem Spanier Louis de Torres entdeckt; die von Cook nach siinem Schiffe benannte Endeavours - Strait, ist nur der südliche Theil derselben und bildet mit ihr ein Ganzes. Im Süden scheidet die B a ss' s-S t r a ß e Neu-Hol« l>nd von Van-Diemes - L and; sie ist 40 geographische Meilen lang, gegenZo geographische Meilen breit, uud erst im Jahre 1799 b uc 4 > den Englischen SchiffSchirurgus Lass, welcher von Port Jackson auf den Wallfischfang aus« gieng, entdeckt worden. Dieß sind die allgemeinsten Bestimmungen über Lage und Größe. Die Gestalt von Neu. Holland laßt sich mit keiner r:gelmaßigen oder unregelmäßigen Figur vergleichen, und erhalt durch mehrere Busen und hervorspringende Land- stacken ein unbestimmbares Ansehen. Die Ostküste bildete einen Bogen mit der Ausbeugung gegen Osten. An der Südküste tritt das Land gegen Norden zurück und bildet einen großen und mehrere kleinere Busen. Die Westküste nähert sich noch am meisten einer geraden Linie, in der Richtung von Süden nach Norden. An der Nordküste, welche im ganzen genommen eine Richtung von Südwest nach Nordost hat, zeigen sich mehrere Golfe, unter denen der -s - Australien. wichtigste, dergroßeMeerbusen'vonCarpentaria, alt ein Binnen - Meer anzusehen ist » indem es von drei Seiten von Land umgeben ist. Durch diesen Golsim Norden und durch den, in den neuesten Zeiten entdeckten G o l f ' Bonaparte irk Süden, wird Neu- Hollandin derGe» gend von 1 55 ° £>. B. v. Ferrb, wie durch zwei tiefe Eint schnitte verengt; daher der genannte Meridian, oder'eine Linie von dein stidkichchm Th ile 'des Meerbusens von Ear- pentaria, bis zur nördlichen Begvanzung des Golfs Bona» parke, als eine Gränze angesehen werden könnte, zwischen W e ü- und 15 sti N'e u - H o 11 cf n d. ' Obgleich aber eine solche Bestratizung und Abtheilung dK großen Landes;' ffti chie Uebersicht und, Beschreibung desteldeii von Nutzen seyn würde: so kann sie- doch nur lakge Bestand haben, alt nicht ander« narurlrche Gränzen» >etwa nach Gebirgigen, .siusgefullden werden. Hie G r dß bei Landes, so weit sich di-kelbe stach den vorhandenen Charten berechnen laßt, beträgt nach H. er» 4>on Zimmermaiin's") Angabe tAo.ggckgeographlsche Ouaa cherNtfleilfL; nach eben diesem Schriftsteller betragt der Unterschied zwuchen Europa und Seeu-Hachlnd nur dra/metlen, wenn man nämlich V an »D i euren ks -'L and zum neuen Cvnunentr hinzurechnet, welches ohne Miedet» «ede eben sogcwiß Neu - Holland gehört,^ als die Gros- hrutgnifchen Inseln zu Europa gehören.. ■ 2 . Lüsten. Meerbusen. Nahe Inseln.. HaHn>, Müsse. " ' . i: Das FnNKke von Neu-Hnlland ist durchaus unbekannt f. unsere ggnze Kenntniß-des neuen Continenls beschränkt zstch. «uf ein« noch sehr oberflächlichestLekanntsichafs mir den Kü». *)_ Ä. a*. 4 >, <§, ßo^ reits erwähnte Golf von ssarpentaria krregt hier zuerst durch seine Größe unsere Aufmerksamkeit. Er ist von Westen nach Osten, ungefähr in der Mitte dos- felb n, über achtzig geographische Meilen breit,' und hat von Norden nach Suden über hundert solche Meilen Tiefe. Nach Holländischen, übrigens ziemlich'Unsicheren Charten, ergießen sich an der Ostseife dieses Busens mehrere Flüsse in denselben. Gegen die Westseite zu liegt eine ansehnliche Insel, die B ü sch i ng s - Jnse l. D>e g.anze südliche und östliche Einfassung, wird daS Land vonCarpentaria, die nordwestliche A r nh c i ms- Land genannt. ES ist zu bedauern, dass Capital l indc r'S Reise zuv Ausnahme dieses arisgezeichneten Busens, und der ihn'um, gebenden Küsten gar nicht bekannt gewordendenn früher wurde d-ese Gegend nur unvollständig untersucht. 28e.\t» es anders mit den vielen Flüssen seine Richtigkeit' hat, so hatte st« einen Vorzug vor allen andern Küsten Neu« Hollands, an welchen man' bisher nur sehr wenige Flüsse angetroffen hat. Indessen mag es damit vielleicht eine ähnliche Lew.ndtchss haben, als mit den reichen Schätzen und riesenhaften, acht Fuß hohen Bewohnern, die nach den alleren Nachrichten hier gefunden seyn sollen. 74 Australien. Die Wahrheit zu sagen, ist um den Busen Carpentaria noch Alles unbekanntes Land und man kennt so me» nig die Erstreckung desselben gegen Süden, daß man hier eine, Neu-Holland in zwei Theile theilende, Durchfahrt so lange zu finden hoffte, bis die neuesten Endeckungen der Franzosen an der Südküste es außer Zweifel setzten, daß Neu-Holland ein eingetheiltes Continent sey. Bei dieser llndekanntschaft milden Küsten, wird man sich nicht wundern, daß die Gränzen vom Lande Carpentaria und Arnheims - Land noch unbestimmt find. Verfolgt man die Westküste des genannten Meerbusens von Süden nach Norden, so gelangt man, ungefähr unter 11 "4,5'34° 30' O. L. von Paris *), an ein ungenanntes Vorgebirge, von welchem die Küste bei mehreren AuSzackungen eine Richtung von Osten nach Westen nimmt und in derselben durch sieben Längengrade bis zum C a p d e Leoben, 11° 30'® Br. und 127° 30' O. L. von Paris fortläuft, worauf sie sich wieder nach Süden und Südost wen» det und einen großen offenen, ungenannten Busen bildet. Durch diese Einschnitte des Meeres entsteht eine, beiläufig 4.500 geographische Quadratmeileu große, Halbinsel, im Osten durch den Golf von Carpentaria, im Norden durch die Gewässer der Molukken und im Westen von dem eben erwähnten ungenannten Busen bcgränzt. Die östliche Küste dieser Halbinsel, so wie die östliche Hälfte der Nordküste, werden ArnheimS- Land, die westliche Hälfte der Nordküste V an-D i em e S-Lan d genannt, wobei die Gränzen aber eben so wenig, als zwischen Carpentaria und Arnheims - Land bestimmt sind. Die C r 0 c 0 d i l l e n-J n» se l n liegen im Norden von Arnheims-Land, ungefähr unter 11° S. Br. und 134" O. L. von Paris. Zm Westes dieser Eilande zeigen die Holländischen Chartcfi eine ansetzn» Diese Bestimmung stützt sich nur auf dir Autorität d» ältern holländischen Charten. Neu - Holland. 15 liche Landspitze, Vuyle Hock, (die faule §Se) genannt. Bei Dan - Diemes-^and haben sie, im Westen desselben, eine ansehnliche Bai, Van - Diemes Bai; sie ist un, »er 12° S. Br. und 128° 4 , 5 1 L. von Paris zu suchen. Dar d e W i t t i Land beginnt an der Westküste der erwähnten großen Halbinsel und erstreckt sich über die ganze Nordwestküste von Neu - Holland bis zum Cap M ü r a t, wo die Westküste beginnt. Es umfaßt eine Küstenstrecke von beiläufig 300 geographischen Meilen. Dieser Land» strich wurde von dem Holländer Wilhelm d e W i k (,i- 3 - 1616 , nach Andern 1628 entdeckt. Im Fahre 1699 kam Da mpi e r an diese öde, unfruchtbare und für den Seemann gefährliche Küste. Im Jahre 170L sollen drei Holländische Schiffe von Timor ausgeschickt worden seyn, um W i t t' s - L a n d und das nördliche Dan - Diemens - Land naher zu untersuchen. Das Resultat dieser Reise ist aber nicht bekannt geworden. Seit dieser Zeit bis zur B a u b i tu scheu Expedition, also fast ein volles Jahrhundert lang, haben die Schiffer diese unfreundliche Küste vermieden. Durch die französischen Seefahrer ist sie vom Cap M ü r a t, bis zu i. 3 ° 13» S. Br. und 123° ZO^O.L. von Paris genauer erforscht und beschrieben worden. Wir wollen daher, nach Anleitung von P e r 0 n' s Reisebeschrcibung *), die wichtigsten Punkte aus dieser Küste anzeigen. *) Wir halten unS um so mehr verpflichtet; eine genauer« Beschreibung dieser Küste mitzutheilen, da Herr von Zim» mermann, in seinem mehrerwahnten vortrefflichen Werke, sie nur flüchtig berührt hat, aus einer Art von Mißtraue» oder Widerwille», wie es scheint, gegen die Resultat« der Baudinische» Expedition. Bisweilen scheint er cS selbst nicht der Mühe werth geachtet zuhaben. Peron's Beschreibung sich verständig zu machen. So führt Herr von Zim« «ermann (S. 812) an, daß Peron die Erstreckung des Lan« des de Witt aus ro Grade der Breite, bei rz der Länge sitze, und sagt in einer Rote: „Ich gestehe, hiervon nicht viel zu verstehe», wenn es nicht etwa anzeigt, daß sich dieß so» I Australien. 76 Hierher gehört gierst der große Archipel B 0 na- parte, zwischen iZ°iF Br. unbi 16 0 3 1 ‘ 45" £. L- v- PariS, wurde die niedrige sandige BedutSii> sel entdeckt. In einer etwaö südlichern Gegend machten bte Bsssc’« F.ls, der zuweilen kahl erscheint, besteht aus Kalk, Sandsteinen und Muscheln, und ist mit einer Schicht Sand bedeckt, die hinreichend tnit vegetabilischer Erde vermischt ist. Schade, daß dieser Fluß bis zu einer großen Entfernung voN der See durchaus salzig ist; auch ist seine Einfahrt sehr beschwerlich, und sein Bette allzusehr mit Sankdankcn und Untiefen angefüllt, nm den Schiffern großen Nutzen zu versprecheit.- Von dem mittlern, noch ziemlich Unbekannten, und nur von Ferne gesehenen, Theil des Cdels - Landes bem.r, ken wir nur, daß hier die Felsen - Inseln luvte! - dugf, (Schildkröten -- Inseln) und Abrokhos, an welchen P e l- sa er t Schiffbruch litt, liegen. Eine andere Reihe von un» fruchtbaren Inseln und Klippen, Jles Louis Napo- leon genannt, zieht sich bis zur Insel R a tt e n n e st, von Norden nach Süden hinab. Diese Insel ist stark beholzt, und der Boden schien, obgleich sandig, der Vegetation günstig zu seyn. Cs fehlt ihr aber an süßem Wasser. An Edcls - Land schließt sich Leltwin-Land, welches den südwestlichen Winkel von Neu - Holland bildet. Noch auf der Wests,ite des Continents, im Süden von Rattennest, liegt die große Geographen-Bai mit dem Cap Naturalist, unter 33 ° 2§' S. Br. und 1 j2* 33' 7" O. L. 0. charis. Das Ende der Westküste bilden drei Landspitzen, Cap Leuwin, Cap d'E ntrecastectux und N u y t's C a p. Die S üd k üste vonNeu-Ho'l!and, die wir nunmehr betrachten, bietet zwar, wie der bisher beschriebene Theil des Continents, nur wenige, indessen doch einige erfreuliche Aussichten darGleich unfern dein südwestlichen *j Wir müssen bemerken- daß die Reineke'sche Charte in deß r 2 84 Australien. Ende ist der von V a n C o u v e r entdeckte schöne König, G org's Hafen, 3 5 ° 5 ' 30" ©. ®r. unb 118® J 4 ' 15" O. L. v. Greewich. T iefer, wegen Sicherheit der Ankerplätze wichtige, Busen enthält eigentlich zwei verschiedene Häfen, Piincess Royni Harbour in Westen für größere Schiffe und Oyster Harbour in Osten, nur für kleinere Schiffe zugänglich. Zwei Insel D r e aS e a- Z - la ,1 d und Michel mas Is l and liegen vor der Hoffnung des Sundes. Ein Berg, G a r d n e r genannt, zeigt steh in Osten am Ende des B'ffens. Weiter gegen Nordosten liegt eine and»re Bucht, rmd in derselben die, von Enlrccasteaux bestimmte, Znscl ?elee, ri6® 30 * O. L. v. Paris. Der ganze Küstenstrich vom Cap N u y t's bis z» den St. Fra nz-I n se l n wird N u y t’s-L and genannt. Dem westlichen Theile von Nuy t's Land gegenüber, entdeckte Enlrecasteaux einen Archipel, der aus mehr als 40 kleinen Inseln besteht, wodurch die Schifffahrr ander Küste gefährlich wird. Nordöstlich von der, zu diesem Archipel gehörigen Groupe de 1 Ousst ist die Bai de l’Es- perance, 55' 17" S. Dr. und 119° Z4^ZL"O. L. v. Paris. Der östliche Theil des Archipels besteht aus der Groupe de l'Est , Ilc du Milieu und lle du Sud - Est. Der Groupe de l’Est im Westen bildet die Küste fast einen rechten W'.nkel, lauf! einen Breitengrad gegen Norden, beugt sich dann gegen Osten und erstreckt sich, in einer gelinden Ausbeuaung, bis gegen 132° O. L. v. t) aris ; sie hat eben das unfreundliche, graue Ansehen, als die vorher beschriebenen Ufer von Neu.-Holland, daher wir die Leser nicht mit einem einförmigen Detail ermüden wollen. Zeichnung der Sülküste g vßtentheils fehlerhaft ist. und verweisen daher auf unsere Charte von Neu - Holland. Neu - Holland , 85 Das neuentdccktc N a p o l e o n'S- L a n d, von den S t. Franz-Inseln bis zum westlichen Eingänge in die D a ss's - Str a ß e, war, vor der Aufnahme durch die Daudinische Expedition, noch von keinem Euro» paer besucht worden, nur der Enzl'i'che Schiff- - Lieutenant Graut, von dem wir weiier unten mehr sagen werden, hatte kurz vorher eine Küstenstrecke von etwa fünf Lan. gengraden westlich von Westcrn-Port (in der B a s s'-- Straße) befahren; die Franzosen kannten aber seine Entdeckungen nicht. Das wichtigste Resultat, welche- die Geographie den Franzosen über die Kenntniß dieser Küste verdankt, ist die Entdeckung eine- großen Meerbusen-, Golf Bonapar- t e genannt, den wir sogleich in der Kürze beschreiben wollen, nachdem wir vorher einige Punkte von Nuyr's-Lande bis zu demselben angezeigt haben werden. Wenn man die St. Pelru-- und St Franz» Inseln, welche als die Gränze von N u y t S - L a n d anzusehen sind, verlaßt und weiter gegen Osten vordringt, so bemerkt man, .daß die Küste vom Cap des Adieux, 31“ 55' S. Br. und 129° 55' O. L. v. Paris, eine südöstliche Richtung nimmt. Zuerst findet man an dieser Küste die ziemlich große Mürat's-Dai mit den davor liegenden Iosephinen- Inseln, sodann die ansehnliche Louis-Bai, deren Nordwcstspitze Cap Lavoisier genannt wurde. Diese Bai umfaßt einen Küstenstrich von 9 geographischen Meilen und scheint bewohnt zu seyn. Weiler gegen Lüdest folgen die Le m 0 n i e r's Bai, die I l e - Ierome, Cap Correa und Cap Brune. Da- letztgenannte große Vorgebirge liegt unsern dem G 0 ls Bo nap arte. Dieser große Busen erstr.ckr sich, bei einem Umfang von 120 aeographrschen Meilen, über 40 solche Meilen landeinwärts, und zeigt sich in der Ge- Australien. S6 stakt der Mündung eines sehr großen Flußes ; seinen Hintergrund bilden Sandbanke, die ihn verstopfen. 9 tiif d,r Westseite des G ift und nahe bei dem Cingangs-Eap findet man den T h a m p a g n y's-H a fe n, einen der schön, sten und sichersten in ga'iz Neu-Holland; der Aiikergrund ist vortrefflich und bis dicht am Lande findet man ivbis »2 Faden Wassr; er ist auch so geräumig, daß er die zahlreichste Flotte fassen kann. Der seinem Eingänge liegt die Insel Lag ränge. Er ist von hohen Ufern eingefaßt, welche mit dichten Wäldern bedeckt sind. Zwar fanden die Franzosen kein süßes Wasser, ober die F jsche der Vegetation ii.H vermu'hen, baß hier einige Dache, oder wenigst ns süße Wasserquellen vorh nden seyn müssen. Nach den zahlreichen Feuern, die an der Küste wahrgenommen wurden, muß man auf starke Bevölkerung schließen. Herr fperon glaubt, daß hier einer der länglichsten ssstahe für f.ne Europäische Colonie sey. Vor dem Haf n liegt der, aus sieben kleinen Inseln bestehende, Archipel von L e o b e n, und in der Mitte der Oeffnu >g bei Golfs Bonoparte der A r ch i p e l B e r t h i e r. An der Ostseite des Golfs trennt ihn die, 21 geographische Meilen lange Halbinsel Cambacares von einem andern Meerbusen, Golf Joseph ine, der sich ig geographische Meilen in das Land hinein erstreckt, upd dessen ' östliche Seite durch F l e u r i c u s Halbinsel gebildet wird. Bor iuessm Busen li> gt die Insel D e cres, welche 20 geogra.hiche Meilen im Umfang, Hai, und durch Lacepede's Straße im Westen rpn der Halb! liste l C a m b a c er. t i, durch die C o l b e r t's - S t r a ß c in» Ost n von der Fleurieu's - Halbinsel getrennt wird. Verfolgt man weiter di nach Südost forilaufende Küste, so z igen sich folgende hemerkenswerchePunkie, als M o U 1 1 1 n S,B a i, d ren Oeffnung gegen r gecgr. ivi cjle» beträgt; Eap rbill sie in Ge'talt eines Felsen sich ins Meer hinein erstreckt. Die Küste zwische nCap Howe und D w 0 f0 l d-B a i 33°,;o^S. Br. scheint sehr uneben, unfruchtbar und un- *) M. f. Al> 2 > Geogr. Ephem. Band XXXVII. S. A 77 ff- Australien. zugänglich zu sinn. DaS Innere des Landes ist von einer hohen Gebirgskette durchzogen. Der höchste Berg ist der Dromedar des Capital? Cook, der in einer Entfernung vcn 25 Seemeilen sichtbar ist. Die Twofolb-Dai kann Hchei oder drei Schiffe auf» nehmen; es giebt hier aber kein anderes süßes Wasser, als welches sich nach dem Regen in den Teichen der Moräste sammelt. Die Bucht von Barmouth liegt sieben Lieues nördlich von der vorigen, und kann nur kleine Fahrzeuge aufnehmen. Gleiche Unbequemlichkeit hat die, dreiLieues davon entfernte, Botoman-Bai; sie ist ganz offen, denn die drei oder vier kleinen Inseln» welche sie umgeben, sind so gelegen» daß sie keinen Schutz gewahren. Die Ier vi t-Ba i, unter 33° 6' < 3 . Br., dessen Südspitze Eap St. George bildet, ist ein völlig sicherer Hafen für Schiffe jeder Größe» indem der Ostwind durch eine von den umliegenden Inseln aufgehalten wird. Shoal-Hafen, 34,° 3g' S. Br. und Port H a e k > n g, sieben Seemeilen südlich von B 0 t a n y-B a i, können nur kleine Schiffe aufnehmen. Di?Ietztgcnannte große schöne Bai, liegt, ihren Ein» gang (34° S. Dr. und 131° 23' O. L. v. Gr.) zwischen Bank s.-S pitze undSolander's Spitze ausgenommen, ganz vom Lande eingeschlossen. Der groß Haoen, der durch dicsilbe gebildet wird, schien so viel Einladendes zu haben, daß an demselben die Englische Colonic angelegt werden sollte; man überzeugte sich aber bald, daß das Wasser nicht tief genug ist, um nur mittelmäßige Schiffe aufzunehmen, dergestalt, daß sie genöthigt sind, auf einer offenen, allen Gefahren ausgesetzten Rhrdc Anker zu werfen. Man wählte daher die, sieben Meilen nördlicher gelegene Bai, Porr-Iackson zum Sitz der Colonie, ohne irgend eine Anlage in Bolanv-Bai zu machen, deren Uf.-r noch eben so Neu- Holland. 9 * wüste sind, als zur Zeit da Cook daselbst landete. Gleichwohl spricht man in England mvb in ganz Europa noch immer von Verbannungen nach Bolan y.-B a i, statt Port- Jackson zu nennen ; so schwer ist eS, sich von einem einmal berühmten oder berüchtigten Namen zu entwöhnen. In die Bvtany-Bai ergießt sich der Georg e'--F l u ß, der nach dem HawkeSbucy, von dem wir weiter unten sprechen werden, den zweiten Rang behauptet; er ist schiffbar für Schiffe, die neun bi- zehn Fuß Wasser halten, von der Bai bi4 acht geographische Meilen aufwart-, wo er acht» zig Ruthen breit ist, deren einer sich bi§ auf drei Viertel- Meilen der Stadt P a r a m a t t a nähert, und ohne Mühe für große Barken schiffbar gemacht werden könnte. Der Ge- org-fluß tritt in der Regenzeit regelmäßig au-, aber seine lle- berschwemmungen kommen nur nach und nach, und sind, im Vergleiche mit denen des Hawke-burp, wenig beunruhigend. Der C ook- Fluß, der sich in die nördliche Gegend der Bai ergießt, ist nur ein kleiner Küstensiuß. Wir kommen nunmehr zu dem Sitz der Colonie, zu «Port-Jackson. Dieser Hafen verbindet mit den Vorthci, len derTiefe und Sicherheit noch denjenigen, daß der Eingang mit jedem Winde leicht und er sonach einer der besten in der Welt ist. Der Eingang liegt zwischen zwei hohen und steilen Vorgebirgen, die ungefähr eine halbe geographische Meile von einander entfernt sind und durch Kunst noch um ei, ne halbe Viertelstunde einander genähert werden können. Beim Eingänge theilt sich der Haoen in zwei Arme, der eine geht biS auf eine Entfernung von vier geographischen Meilen westlich ; der andere nordwestlich bis auf eine Entfernung von 1 3 / 4 Meilen. Der erste enthält mehr alS fünfzig Buchten , wovon wenigstens zwanzig die größten Schiffe aufnehmen und sie gegen Strömung und gegen die Flut sth ützezi können, die in einer Stunde eine halbe, auch wohl eine ganze Meile steigt bi-zu einer senkrechten Höhe Australien. von sechs Fuß. Die einzige Gefahr, hie auf dem Wege nach der Sradk Sidnen droht, ist, gegen eine Felsenbank zu segeln, welche in der Milte des Eanals anderchalb Viertel» stunden diessits des Vorgebirge- liegt, und geg< n welche da- Meer unaufhörlich mit Ungestüm anprallt. Auf beiden Seiten aber ist eine freie Fahrc bei fünf bis sechs Faden Tiefe; sobald man die Bank vorbei gesegelt hat, nimmt die Tiefs bis fechszehn oder siebzehn Faden zu. Die Erdspitzen, welche, indem man weiter vordringt, die Buchten einschließen, sind im Allgemeinen mit Fellen besetzt, und s. hr steil; sie bilden solcher Gestalt natürliche Luai-, wo die Schiffe bei zwölf Fuß Wasser mit einem Tau angebunden werden, und leicht mit dem Lande vermittelst einer Planke communicireN können. Die S i d n e y-B u ch t, an der Südküste dieses Hafenarms, kann sechs Linienschiffe am Ankertau halten, und zwischen diesen eilte große Anzahl kleinerer Schiffe. Ein kleiner Dach mit süßem Wasser ergießt sich in den Eingang dieser Bucht, indem er durch eine enge Schlucht dringt, nber welche eine steinerne Brücke führt, die nur einen Bogen bat. Das Wasser dieses Baches wird iu zwei, in den Felsen, der die Schlucht bildet, gehöhlte Reservoirs gesammelt; von hieraus wird es auf die Schiffe gebracht. Ungeachtet das Waffer gewöhnlich etwas schlammig ist, so ist e-doch übrigens von der besten Art. In diesem Arm des Hafens findet man noch mehrere felsige Inseln, die zu Befestigungsarbeiten, Magazinen ic- geschickt sind. Der andere Arm des Hafins aufder Nordwestscite wird von einer Sonkbank durchzogen, die nur zwei Faden tief unter dem Wasser liegt; ist man über die Ba>k hinaus, so findet man acht bis zehn Faden Tiefe. Auch dieser Arm hat mehrere schöne Buchten. Die nahe B r o ck e n b a i (die gebrochene Bai) 33 ° 34' S. Br. und 151° uj' £\ 2 . v. Gr., dielet eine große, in vck,chirdene Akmc getheilte Maffermasse dar, und gewahrt Neu - Holland. ^3 für die größten Schiff« einen gu»en Niikerplast. Der H a w- k e s b u r v.F l u ß, der bedeutendste in der Colouie, hat hier seine Rusmündung. Der Fluß geht von der Bai bis zu der. ->2'/r geogravhischr Meilen von ihr entfernten Anlage, der grüne D e rg genannt, zwischen West. und Nvrdwest und bildet auf diesem Laufe verschiedene Buchten, die der schönen Aussichten wegen merkwürdig sind. Die Flut sieigt KJ zu einer Entfernung von zehn geographischen Mei» len hinauf, dis wohin der Fluß. selbst für die größten Schiffe, schiffbar ist, von dort bis zum grünenBerge können nur Schiffe, die nicht über neun Fuß tief gehen, hinauffahren. In dieser Gegend ist er 1 50 Ruthen breit, und obgleich die Ufer über dem gewöhnlichen Wasser- spiegel wohl fünfzig biS sechzig Fuß hoch liegen, und so hat man doch gesehen, daß das Wasser bis zu vierzig Fuß noch tibcr die Ufer getreten ist, und die Häuser und Acrnd- tcn der Colvnisten mit sich fortgerissen hat. Diese Ueber- schwemmungen kommen nicht regelmäßig alle Jahre, wie die des Nils und anderer großen Flüsse in Indien; man muß sie hier nur den heftigen und plötzlichen Regen zu- sthreiben, welche jenseits der Gebirgskette, die von Norden nach Süden die Küste einfaßt, herabfallen; denn in den, von den Eolonisten bewohnten Gegenden, hat man kein Beispiel eines so großen WassersturzeS, aus welchem sich diese Ueberschwemmungen erklären ließen. Bier bis fünf geographische Meilen von dem gr ü» nen Berge weiter hinauf, findet sich in der Mitte des Flusses eine Felsenbank, welche die Wassirtiefe um zwei biS drei Fuß vermindert; weiter hinauf aber wird der Fluß wieder schiffbar, und nimmt in seinem Laufe den Grose auf, welcher von der Bergkette durch eine enge Oeffnung herabkomml. Oberhalb der Gegend« wo diese Bereinigung Statt findet, wendet sich der Hawkes- B u r p schnell nach Süden, und erhalt den Namen ä 96 Australien. Nepan. In dem wettern Laufe, wenigstens bis dahin, wo man aufgehört hat, ihn zu verfolgen, behalt er stets die Richtung zwischen West und Südwest. Der Leser wird hoffentlich die ausführlichere Beschreibung dieser bis jetzt merkwürdigsten Neu - Holländischen Küstenstrecke gut heißen. Wir verdanken die neueste Kunde von dieser Gegend einem Englischen Sccofficiere, der, al? Gefangener in Verb ü n, Bemerkungen überNeu- S ü d-W a l l i S, gesammelt i. I. 1 804, dem Herrn M a l te-Brun mittheilte, welcher sie in seinem Journal: Annales des Voynges abdrucken ließ, aus denen die Allg. Geogr. Ephem. Band XXXVll. April und Band XXXlX. S. 1,52 eine ttcbersetzung mit Anmerkungen mitgetheilt haben. Bei dem übrigen Theil der Osiküste können wir uns kürzer fasten, wil die nähere Bekanntschaft mit denselben mehr Interesse für den Nautiker, al- für denjenigen Theil des Publikums haben dürfte, unter welchem wir unsere Leser vermuthen müssen. Don der B r 0 ck c n-B a i bis zum C a p Ca p r i c v r n, welchem Cook diesen Namen gab, weil es gerade unter dem Wendekreise des Sreinbocks liegt, wurden von diesem Seemanne, dem wir, wie bereits oben erinnert, die Aufnahme dieser Küsten verdanken, unter andern folgende ausgezeichnete Punkte bestimmt, als: Port-Stcphe ns, ein guterHafen, untrrZ2°4o' S. Br., S 0 l v ta r y -IS lan d S, ,30° S. Br., Cap Byron, und das der Riffe wegen gefährliche Cap Dang er, einige Meilen nördlich von den einsamen Inseln; BaiGlashousc, nur der davor liegenden Insel Myreton, 2.5° .56' S. Br., dashohe, einerHalb- insel gleiche Eap Sän dp 24° 4S. Br. mit großen Riffen und die H e r v c y's-B a i, Dom C a p C a p r i c 0 r n. oder vielmehr schon von der Heroep'-Bai nimmt die Küste eine nordwestliche Rich- Neu, Holland. 97 artig lind bildet ein mit vielen, bald kleinern, bald gr'oße» ren Buchten ausgezackter und mit klein,n Ins In b sspleS Gestade. Wir bemerken hier nur Ke p p k l-B a i; Kai of Inlets, mit den N o r t h u m b e r l a n d s-I n se l n ; Eum- b e r l a n d'S . I n se l n ; Kai LckZecvmbe ; Halifax» Bat, mit den ch a l m Z n s e l n ; T rinity - Rai, mit den gefährlichen (?apssHRu!«ticin. D r E n d e a v o u r - R i- v er ist, wie mehrere scheinbare Flüsse auf Neu Holland nur ein Meerarm, der sich mit einem kleinen Bache vereinigt. ' Da- Land ist bewaldet, wenigstens nicht unfruchtbar und bewohnt. Der Hafen, den der E n d e a v o » r« River bildet, liefert frisches Wassek/ Schildkr'oten und viele Fische, und giebt sonach einen Zufluchtsort für die Seefahrer. — Die Küste zeigt sich sodann mit gefährlichen Riffen eingefaßt, die'lkook das Labyrinth nannte. Sodann folgen W e y m o u t h^s-B a i, die F o r b e s-I n- sein, Bai NewEastle. — Cap Vork bildet da? Nordende von Neu,Holland; vor demselben liegen die' P'o rk-Znseln am Eingänge der Endeaoour Straße. , Gebirge. Klima, Der Umfang von Neu-Holland ist zu groß, um von den oberflächlich erkannte« Eigenheiten einzelner Punkte an den Küsten» auf die charakt.ristische Naiurb schaffenheit deS ganzen CoiilinenlL einen Schluß wagen zu kdnnen. Wer will die Dunkelheit duft l legung von Eotunieen, daß sich fast mit Gewißheit vor« aus sagen laßtdiese- Cont'nent werde nie die politisch» Bedeutung der übrigen Welliheike erhalten. Denn de» Mangel an süßem Wasser» einem der dringendsten B«• türfnisse der Seefahrer, kann die Küsten für die Schiffe» nickt .anlockend wachen» wie er überhaupt aus keine große . Fruchtbarkeit des Landes schließen laßt. Der elende Zu», stand, in welchem man durchgängig die Eingebvrnen fand, spricht ebenfalls dafür, daß die Natur dieses Land in hohem Grade stiefmnterlich ausgestattet habe; denn wo st» Ueberfluß erzeugt» da arbeitet sich der Mevsch schnell über die Thierheit empor; dagegen in einem armen Lande er stets mehr oder minder ein Barbar ist. Der Neu »Hol» ländeb zeigt sich noch ausder niedrigsten Stuse der Menschheit, bisweilen selbst unter dem Affen. In dem Boden muß die Ursache dieser auffallenden Erniedrigung gesucht werden. Melche Begünstigungen der organischen Geschöpft lassen sich auch von einem Lande erwarten» daS mit öden Klippen, und dürren Sandhügeln eingefaßt ist, und dem eS an Flüssen fehlt!' Zwar sind einige der letzten entdeckt worden, wie wiv im vorigen Capitel angezeigt haben, aber jeder bisher in Neu-Holland aufgefundene Fluß war, wenn man ihn ge, naucr untersuchte, eigentlich nichrS anders, als ein schmaler Llteerarm, der sich tjefin das Land hinein erstreckt, dic Sal- Neu Holla nb. 99 zsgkeit deS SeewasserS dkidehalt» und in welchem, auch ja weiter Entfernung vom Meere, Ebbe und Fluch noch eben so bcninkljch ist, als auf der Küste. Am Ende verliert sich der schöne Strom, nach einer Strecke von 10 bis 15 Mei» len in einem armflligen Bach, der sieb in den rief einschuei» den Meerarm ergießt. Don düser Beschaffenheit sind der 0 eor g- - und E 0 0 k s fl u ß in der Dolany - Bai, der «paramat'ta zu Port-Jackson, der große Fluß Haw- k c - b u r y in der Brocken-Bai, der H u n t e r, der E n d e a» v 0 u r, alle Flüsse des Meerbusens K ar p e n t a r i a. die Flüsse oder Hasen der Seehund- B 0 i, der S ck w a n e n» flujj, die Flüsse der G e 0 g r a p h e n,B a i, der König» G e 0 r g's- Hafen, der Golf Bonaparte, der Golf Ioscphine, der P 0 r l P h i l i p p , der W estr r n- Port rc. r/.') Dieser Mangel an Flüssen läßt allerdings aufkeine rei» chc Beschaffenheit des Innern schließen. Indessen wäre es wenigstens nicht unmöglich, daß dieses in allen Beziehungen seltsam ausgezeichnete Land, auch dadurch eine eigene Merkwürdigkeit mehr erhielte, daß in seinem Innern ein großes Binnenmeer läge, in welches sich die Flüsse ergießen. Wirklich soll, einer Sage nach, welche sich beiden Zieu-Holländern um Po r t - I a ck so n erhalten hat, jenseits der blauen Berge, welche den Küstenstrich dieser Gegend von dem Innern scheiden, sich ein ungeheurer See befindet, an dessen Kfi-m weiße Völker wohnen **). Wir wollen die Haltbarkeit dieser Vermuthen keineswegs behaupten, indem einige Beobachtungen sogar g gen dieselbe sprechen ; wir gehen sie vielmehr für das, was sie ist, — für einen flüchtigen Gedanken, der in der Hoffnung seine Vertheidigung findet, daß der neue Erdtheil nichtdloß eine große Wüste seyn werde, welches er Mehr oder mitt- ') Poren n. a. £. S. 468 . **j »• Zimrnermann a. a. L?. S. 84*. (% 5 J. SsujfralU’n. lOO "ber fiyn ir.vj?tf> sobald es ihm durchaus an großen Flüssen fhlte. Wie kann man glauben, daß in dem schönsten Himmelsstrich, in der Nahe der reichen Molukken, unter gleichen Paralülen mit dem Cap und den schönsten Provinzen in S>idomerjka, die Natur ni ohnmächtig seyn sollte, dieBe» dchgungrn zu Stande zu bringen, unter denen organische- Le den, gedeiht ? 'Zwar hat das wunderbare Afrika ähnliche Wüsten auszuweisen und sein Inneres ist deSwegen bi- auf der heutigen Tag undurchdringlich gewesen. Aber diese WÜ-. sten nehipcn, im Lerhältnih zum Ganzen doch nur beschränkte Strecke «in . und Flüsse wieder Nil, der Niger,. der S e n >r g a I, d,er Ga m b i a, derZaire und dsrZ a m- bese bewässern große fruchtbar« Lander. Warum sollNeU» HollandMein von der Naturohne Einschränkung vernachläfi- stget seyn? Die beißen trocknen Winde, die man an den West- und Ostküsten wahrgenommen hat, stnd dadurch erklärt worden, daß sie über ausgebrannte Steppen wehen und sonach Kunde von dem traurigen Zustande des Innern bringen^ Herr Peron bemerkte *), als er noch hundert Französische Meilen von der Westküste des neuen Continents entfernt war, daß alle meteorologischen Instrumente schon den Einfluß der Rohe bufci Landes fühlten. Ehe sich die Seefahrer nämlich bis auf die angegebene Weite genähert hatten, .waren die Ostwinde beständig sehr feucht, und beinahe immer von Nebeln, Regenschauern, ja auch wohl von heftigen Platzregen begleitet. Die Instrumente hielten Alle einen, mit demZu- stamde der Atmosphäre übereinstimmenden Gang : bei diese« Winden erhob sich der Thermometer, der Hygrometer gierig der Sättigung zu, und das Ouecksilber fiel in seiner Röhre. Kaum aber fanden sich die Schiffe von der Küste von Neu. Holland gedeckt, so nahmen nun dieselben Winde, die jetzt über dieses Continenl in seiner ganzen Lange hinstrcichen ->) U. n. ■$"> es. f<. f. 1 AkU - Holland. ' !dr mußten» ehe sie dre See erreichten , einen, dem Hähers- gen ganz entgegengesetzten, Charakter an. Unlerjihrem Einflüsse war die 'Atmosphäre rein und hell ; der Hygrometer zeigte eine immer weiter gehende Verminderung der Fmch» tigkeitan; der Barometer stieg ; nur der Thermometer dlieb aus gleichen, oder auch noch etwas höherem Grade der Ten - peratur. D ese vollständige Veränderung des Ganges der meteorologischen Erscheinungen, ließ Herr Peron schließen, daß der Theil von Neu-Holland, auf welchem die Schisse zusteuerte», überhaupt ein niedriges, von hohen Gebirgen, weit ausgedehnten Wäldern und großen Wassermass», sen, ja auch von großen Flüssen entblößtes Land seyn müsss. Die Erfahrung bestätigte bald darauf die Bündigkeit dieser Schlüsse; denn als die Seefahrer sich dem Lande näherten, fanden sie es, wie Herr Peron voraus gesagt hatte.— Dieselben Beobachtungen bei dem Nordwestwinde gaben in' der Folge daselbe Resultat an der Südspitze von Neu - Holland. Die sonderbare Eigenschaft der Nord-und Nordwest«, wiilde läßt bei Port-Jackson auf ähnliche Ursachen schließen» denn obgleich diese über die blauen Berge kommen, und sich» in der Höhe abkühlen sollten, so bemerkt man im Gegentheil, daß sie glühend und sengend zu den Europäischen Besitzungen der Engländer ankommen. Nichts widersteht ihrem Fcuerhauche; wo dieser hinlrissk, zerstört er Alles, in. wenigen Augenblicken welkt die lebhafteste Vegetation ; Bäche und Brunnen vertrocknrn vor ihm, und sein schädlicher Einflaß lödiet oft Tausende von Thieren. 1 Diese Erscheinungen find j„ der That auffallend, und mö/- gen, da sie auf zwei entgegengesetzten Enden dcS Continenls beobachtet worden, in dem Innern eine ausgebrannte, dürre Wüste ankündigen. Doch ist dabei nicht aus der Acht zu lass.n, daß der Raum von der Westküste bis zur Dstküste nickt weniger als sechs Hundert geographische Meilen betragt, mithin auf dieser Strecke eine sehr vrr io® Australien^ schiebenartige Beschaffenheit deS Lande- Statt finde« könne. Vielleicht dürften wir mit mehr Vertrauen auf Halt- darkeit» Schlüsse über die Natur des Innern von N u.Hol, land wagen, wenn wir mit einigen Hauptgebrrgen dieses Continents genauer bekannt wären. Aber, einzelne Gipfel ausgenommen, die aus der Ferne von den Schiffern gesehen wurden, kennen wir auf Neu» Holland nur die blauen Berge, welche, im Westen der Englischen Colonie, eine von Norden nach Süden streichende Gebirgskette bilden. Diese Gebirgsreihe steht man zu Sv dn ey, bei Hellem Wetter, von welcher Stadt sie ungefähr 9 bis 10 geographi* sch? Meilen entfernt liegen; sie zeigen sich dann wie ein bläu- lichter, nicht sehr über den Horizont erhabener, so einför- rniger Streit, daß man nicht glaubt, daß noch größere Erhöhungen dahinter liegen ; auf dem E a st l e h i l l (Schloß- hügel) ab«r, der 1 bis ^ geographische Meilen von denselben 'entfernt ist, erblickt man schon etwas mehr Unregelmäßigkeit in diesem Gebirgsrücken ; man sieht einige hohe Berggipfel, und unterscheidet verschiedene Abstufungen, die sich in das 'Znnere hinein inmermehr erheben; auch wird ihre Falbe dunkler, und scheint eine dürre, wilde Naturbeschaffenheit «nzukundigen. Verschiedene Versuche sind von Port-Jackson aus gemacht worden, die Gebirge zu übersteigen; aber die Reifenden fanden überall unzugängliche Schluchten, sehr hohe »nd steile Feli'eiwände und schauerliche Abgründe. Poren erwähnt fünf solcher Expeditionen zu den blauen Bergen, die ander llnm'oglichkeit- weil in daS Gebirge zu dringen scheiterten. D r Oberste P a r e r so n, derdie dritte Expedition leitete, schiffte sich auf dem Hawkesbury ein, entdeckte de r Fluß Grose, der sich in den Hawkesbury ergießt und drang oan hier noch zwei geographische Meilen hinaufwarts. kam bei mehreren Wasserfallen vorbei, worunter einer Neu» Holland. ioj war, dessen Schnelligkeit mehr alt zwei geographische Meilen in der Stunde betrug. Bald aber wurde die Sckisifahit weiter hinauf unmöglich gemacht. Die Zahl und Größe der Wasserfalle «ahm zu; man sah einen, der eine Höhe von vier hundert Fuß hatte. Die Reisenden wollten zu Lande tndas Gebirge eindringen; aber gleiche Schwierigkeiten thürmtcnsich ihnen hier entgegen. Die schaudervoll-sten Ak« gründe gähnten sie auf allen Seiten an ; wenn sie e>n n gefahrvollen Felsenrücken mühsam erklettert hatten, so stellt« fich ihnen gleich wieder ein neuer, noch unzugänglicherer dar» Sie mußten sich zur Rückkehr entschließen. Ein Jahr darauf drangen einige Engt ander vier geographische Meilen weiter in die Gebirge vor, als ihre Vorgan- ger, aber auch sie konnten die Felsenwand nicht übersteigen» oder ihre westliche Abdachung erblicken; denn so wie sie eine Dergreihe erstiegen hatten, lhürmte sich ihnen eine neue, noch unzugänglichere entgegen. Diese Felsenmasscn waren kahl und schienen au- röthlichem, eisenhaltigem Sandsteine, zu bestehen. Auch der Chirurgus Baß, der Entdecker der Straße, hie Dan-Diemens-Land von Reu - Holland trennt, macht« einen Versuch, die blauen Berge zu übersteigen ; aber nach vierzehn, in unsäglichen Beschwerden und Gefahren vollbrachten Tagen, mußte er wieder nach Sydney zurückkehren» Nachdem er mehrere Bergreihen überstiege» hatte, erblickte «r in einer Entfernung von 7 bis 9 geographischen Meilen vor sich eine neue, noch weit höhere und unzugänglicher« Gebirgskette. Zn dieser dürren, rauhen Brrggegend hatte besonder- der Wassermangel die kühnen Adentcuerer hart., gedrückt. Es ist merkwürdig, daß alle diese Versuche in gerader Richtung von der Englischen Tolonie westwärts unternommen wurden, und daß, da einmal die SchvierigkeUen der Reisen in dieser Richtung bekannt waren, man nicht viel- 10 * Australien. mehr darausbedacht war, den Fuß der Gebirge nach Norden oder nach Süden zu verfolgen, und so einen weniger gefährlichen Weg zu ihrer westlichen Abdachung auszukundschaften. Wi klich scheint die W i l so n ' schc Expedition im Zadrc 17^)8 die ->ach Südwesten von der Stadt ff'aramata vordrang, und an mehreren Stelle» fruchtbares Land antraf *). d,e Hoffnung zu bestätigen, baß in einer andern, als derwesilichen Richtung, die Entdeckung m ausgiebiger sey» würden. Zwar wird von den Reisenden verstchecl, daß sich die Gebirgskette längs der ganzen Ostkuste ovn Neu-^rol- l>nd von Süden noch giorden gleich den Anden in America erstr ck ; in eff n ist damit nicht getagt daß nicb l irgendwo Einschnitt in dies.r Kette zu sinken waren, wo sie l >chter zuüberste g n wären. Mas aber unsere Uvrmiu thung auf solchen Mb gen hinter die blauen Berge zu gelangen, zu bestätigen sch int, ist estie S'elle in Gran l'S R is'beschreibung *'), die höchst merkwürdig ist, und gleichwohl von den G-ographen. so viel uns wenigstens bekannt geworden übers hen wurde. Dieser Reisende beschi eibl nämlich e ne Entd. ckungsreise, die t , iu G-teUschast des oben ermannten Obersten P a t e r so n Äiccgouverneur der Colo- nir, auf dem H u n t e r f l u sse unternahm, welcher Fluß ungefähr iL geographische Meilen nördlich von P 0 r t I a ck- so« egt. Die Reisenden fuhren in beträchtlicher Strecke denselben aufwärts und entdeckten mehrere fruchtbare Landstriche. „Mir erstiegen zw.i Anhöhen," sagt HerrGrant, „von welchen man daS Land weit übersehen konnte. Die eine nannte Oberst Paterso n den Annenberg und d and.re den Elisabetenberg. Hier sahen wir nun/« füg! er hinzu, „daß wir uns hinter der hohe 11 Berg reihe befanden, wel- M. f. n. Zimmermann a. a, D. 839 f. **) Ira XXXJil. Bande der Eprenzel-(?hrm»nn'schen Bibliothek, ©. 174. Neu - Holland. 105 ch e sich lang- der Küste gegen Süden und W e st e n- e r str e ck t." — Sollte man aus dieser merkwürdigen Stelle nicht schließen, de ß G r a n t sich jm W e st e n her blauen Berge befunden h^be? Aber wie laßt sich glauben, daß diese wichtige Entdeckung nicht dem gelehrten Obersten Pater son aufgefallen wäre, daß er die Folge derselben, in Absicht aus weitere- Vordringen in das Innere nicht sogleich sollte erkannt, und sonach auch seine Reis geführten darauf aufmerksam gemachthaben-' Herr Grünt aber, erwähnt nach der angeführten merkwürdigen Stelle der blauer. Berge weiter nicht, und scheint gar keinen Werth daraus zu sehen, daß er sich hinter densilben befunden habe. vielleicht hat man in dem Augenblicke, da wir diese- schreiben, die blauen Berge bereits umgangen; vielleicht ist die Nachricht davon schon durch Englische Blätter bekannt geworden. Bei wieder eröffneter Eommunication mit Grvß- britlanien werden wir bald das Nähere davon erfahren, Bit jetzt können wir nur die Ueberzeugung äußern, daß eine Bekanntschaft mit der westlichen Abdachung diese-Ge, birge- von der höchsten Wichtigkeit für die nähere Bestimmung oder Vermuthung der-iatürlichen Beschaffenheit de- neuen Eontinent- seyn werde, und daß ohne Unkersu, chung dieser Gebirge eigentlich keine Hypothese über da- Innere möglich sey. In der That ist außer dem flachen Küstenstrich der §o» lonie noch Alle- unbekannte- Land; denn was wir von die, sen Bergen wissen, beschrankt sich daraus, daß, soweit ma» sie ge ehe« hat, sie die Schneelinie nicht erreichten. Herr Püron schließt jedoch, daß diese rauhe, wilde, unzugängliche G birgskcltc sehr hoch und weit au-gedehnt seyn müsse, weil die aus densilben hervorstrdmenden kleinsten Bäche einem solchem W ichsthume unterworfen sind, daß sie oft die schrecklichsten Ucberschwemmunaen verursachen. Es scheint Vllstrslie». iOÖ aber daß hieraus nicht gerade eine bedeutende Höhe zu vermuthen sey Der Regen auf ihren w> ik ausgedehnten, vielfach ausgezacklen Gipfeln kann dicseUeberschwemmungen um so mehr verursachen, je weniger sie über die gew'ohnliü e Wok- kenregion hervorragen. Da die Waffcrmasse, welche sich, zur 3 <:it. solcher Uebcrschweminungen, von den Bergen herab auf die Felder der Colonisten ergießt, ungeheuer groß ist, so muß der Regen in den Gebirgen irgend woher aus unermeßlichen Magazinen, wenn man so sagen darf, seine Nahrung ziehen. Der H a w k e s b u r y, der aus der Kereini- gung der beidenFlüßchcn G r v s e und N e p e a n entspringt, schwillt biswilen so sehr an, daß da- Wasser bis fünfzig Fuß über seine gewöhnliche Flache emporsteigt. Solche Ueberschwcmmiingen hat man wohl in einem Zahze bis auf eilfe gezahlt*). Doch ist der Ne p e a n, der größere der beiden Flüßchen, an der Steile, wo er aus dem Gebirge hercvrdringt, so klein, daß man denken sollte, seine Quelle müßte nicht weil davon entfernt seyn. Woher nun die vielen Regengüsse, die solche Flüßche-a plötzlich anschwellen und zu allen Zahrszeiten, zuweilen in einem Monate mehrere Male, dann wieder in einem ganzen Zahre nur Einmal Ueberschwemmungen verursachen? Herr Peron ver, sichert, daß dieseUeberschw»m münzen ganz u»d gar in keinem Lerhältniffe mit der Beschaffenheit der Atmosphäre und mit den Richtungen der Winde stehen Die Ursache maß als» hinter dcn Bergen gesucht werden, und ein Binnensee scheint uns unter allen denkbaren Beranlossungen der hefti, gen Regen in den Gebirgen, die einfachste zu seyn. Was die Natur des Gesteins dieser Berge betrifft, so fand Herr B a i l l y, der Französische Mineralog bei der Baudinischen Expedition, an den Ufern des Hawkes- bury viele Kiesel, die offenbar die Substanzen der Urge» birgt enthielten, als Granit, Gneis und Glimmerschiefer. *) Pec»n a. «. L>. 0 . 477. Rev - Holland io? Auch fand er sie häufig untermischt mit Sand-und Pud» dlNgchin, und alaunhaltigem Schiefer, also dem Gestein der zweiten Formation. Beide bcweiseti, daß da- Gebirge, aus n cl.hem sie herabgcschwemmt waren, aus einerlei Gruncsubstanzen mit un'ern Gebirgen erbouet sey, und daß mithin der weiße Sandstein, welcher das Aeußere der blauen Berge ausmacht, nur zur Bekleidung d,r angegebenen Sleinar en des Innern dient, ein Fall, der in den übrigen Welttheilen ebenfalls nicht unbekannt ist'). Man hat endlich in der östl-ch, n Abdachung dieser Gebirge, deutliche E puren - von Eisen und Kupfer, mächtige Steinkohlenlager und Stein» salz gefunden. Wie auch das Innere von Neu - Holland beschaffen serm mag, man findet an den Küsten große fruchtbare Strecken, was schon die Englische Starkhalterschaft beweis't. Obgleich hier wenig nahrhafte Pflanzen, wenig Quadrupe den einheimisch find, so gedeiht doch, was von Begckabilien und Lyie» ren doi thin verpflanzt wurde, vortrefflich. In der Gegend des S ch w a n e n fl u sse s, und aufder Südküste, umd>n Ghampagny-Hasen, PortPhilipp und Western- rp v r t zeigt der Boden sich derBegetation ebenfalls günstig, und wahrscheinlich würden dort auch unsere Hauslhiere auf den fetten Weiden vortrefflich gedeihen. Zu diesen Vortheilen kommt ein sehr heilsames Klima, das wenigstens in den Gegenden der Colonie angetroffen wird; denn hier befinden sich Menschen und L»i-H vortrefflich, und was besonders merkwürdig ist, die Fruchtbarkeit der Menschen scheint ganz besondere Begünstigung zu finden» indem selbst die lüderlichcn, transportirtcn Weiber fruchtbar werden, und Zwilling-geburten hier sehr häufig sind. Ob diese- gesegnete Klima ollen Theilen von N-u Holland eigen fiy, laßt sich bei dem Mangel an D.obachtun., ll «icht b stimmen, wohl aber ,st, der großen Äuidehnuug M, s v. Zimmerm«»». a. a.T>. S. 847 f* Australien. io'8 Lande« wegen, zu erwarten,daß hier mannichfaltigeAbstufun- gen und Verschiedenheilen angetroffen werden würden, wenn man Vcrgleichungen zwischen den Küsten und dem Innern, oder auch nur »wischen den nördlichen, südlichen, östlichen und westlichen Küsten anstellen könnte. Bis >eyl aber ist die» sei nicht inöglich gewesen, und die angestellten Beobachtungen find so einzeln, selbst auf der Colonie so abgerissen und unzusammenhängend, daß sich keineResulkatc daraus ziehen lassen. Herr von Zimmermann hat, in seinen« inehrerwahn- ten vortreffsichen Werke über Australien*), mit vielem Fleiße die bisherigen Beobachtungen zusammengestellt; daher wir die Leser, denen es um ein ausführlicheres Detail zu thun wäre, darauf verweisen. Wir kennen hier nur einige der deutlichsten Resultate herausheben. In de«n nördlichen, den Molukken so nahe gelegenen Theil, fanden die Französischen Seefahrer eine ununterbrochene Klarheit dej Himmels, ohne das inindeste Gewölk und Spur 00:1 Feuchtigkeit. Der Thermometer zeigte im Anfange des Augusts zwischen 14 und 1 7 Grad Reaumür. Dieser Warm, grad ist sehrgering, in Rücksicht der Nahe des Aequa- tors, indessen «vurde er im dortig«« Winter beobachtet; denn da Neu-Holland aus der südlichen Halbkugel liegt, so sind natürlich die Jahr-zeiten den unscigen entgegengeseyt und der August entspricht dein Februar auf der nördlichen Halbkugel. Merkwürdig ist es, daß soipohl auf d e W i t t's-L and, als auf dem, in einer viel kullern Zone liegenden Leuwin- Lande, oder vielmehr auf den Schissen, als sie in der Nahe dieser Küsten waren, fast überall ein gleicher Grad der Tein- peratrlv angetroffen wurde. Auf dcr Südküste «vurde off ein sehr schneller Wechsel der Temperatur bemerkt, der bisweilen in einem Taq>> 40 Grade Fahrenheit betrug, so, daß der Ther mokier am Morgen auf 50, am Mittag aber auf 90 stand. ** S. Ci9. ff. Neu - Holland. Von der Ostküste hat wandle ausführlichsten Beobachtungen, die jedoch nicht ununterbrochrii forkgesetz! wu> den. Die Hitze ist im Sommer (December bis Februar) oft außerordentlich und erreicht bisweilen im Schatten 10^* Fahrenheit; dabei fallen die Vogel todt von den Baunien herab, selbst Menschen sterben, und das Gesträuch gerach in Brand. Auch Stürme sind nicht sehr selten, wobei selbst Schornsteine einstürzen. Im Sommer (im December) i795ft.Ien bei einem heftigen Re^en zugleich große Eis- klumpen als Hagel herab. Fehlen im Winter die Regen, so wird dabei das Erdreich wie ausgebrannt und kann kaum milder Hacke aufgebrochen werden. Jm H.rbste giebt es bisweilen fruchtbare Regen» die wohl plötzlich große Böte anfüllen und sie zum Sinken bringen. L-ischr^ veränderlicher Witterung entstehen herrschende Aügenentzündungen. Der Frühling ist hier weniger merklich, da das ganzeIahr die Baume ihre Blatter behalten, ausgenommen bei anhaltender Dürre, die dann bisweilen fast , o Monate anhält, wie z. B. im Jahre 1798- Arr diesem Jahre standen im Anfange des Decembers große Strecken Landes i» Feuer, und viele Menschen litten an sehr schmerzhaften Augencnkzün- dungen, wie auch än der Ruhr. Donnerwetter sind beinahe zu allen JahreSzeiten außerordentlich häufig und heftig. Nirgends bört man den Donner so furchtbar und lange rollen, nirgends sieht man die Blitze so hell, so entsetzlich stammen als hier. Die Atmosphäre muß äußerst elektrisch sinn. ' •• Erdbeben hat man zu verschiedenen Maler, gespürt. Merkwürdig ist, daß bei der zwar großen, aber für die Parallele von Port Jackson nicht außerordentlichen Hitze, wie die von 105° Fahrenheit, Lhicre und Menschen sterben, was sich nicht einmal am Senegal in Afrika, bei noch höheren Dreilengraden, ereignet. Fast unbegreiflich ist, wie bei dein außerordentlichen, oft plötzlichen Wechsel der Lem. VM* Australien. peratur, so wie derFcuchrigklit und Trockenheit, das Klima imGanzen sehr gesund und dem Mensche» höchst zuträglich ist i selbst Frauen, die in Europa schon laugst aulgehöct Haltens fruchtbar zu seyn, brachten hier gesunde, starke Kinder zur Welt, und selten werden bösartige Krankheiten bemerkt. Auch auf die Thiere hat das Klima der Englischen Statthalterschaft ungemein wohlthätigen Einfluss. Die Kühe werden fruchtbarer und geben mehr Milch, alS in Europa ; die englischen Pstrdc behalten hr-n stolzen Muth, und die Sü>weine veredeln sich durch Kreuzen mir dir Schweinen der Südseeinseln. Alle Arten von Federvieh gedeihen nicht weniger, als unsere grossen Hausth e re, wovonwirini folgenden Capitel noch nrrhrere Beispiele sehen werden. 4 - Naturprodukte *)• a. M i n e r a l i e n. Neu»Holland besitzt, wie wir bereits im vorigen Abschnitte 'gesehen, sowohl die l'rgebirge, als die Steinarten der zweiten Formation und ausgeschwemmtes Land. Granit und ^orphvr hat der Französische Naturforscher Baillv auf Neu-Südwallis aufgefunden. llnweir Wcstern-Nort entdeckte Wilson Kelk^cin, wodurch einem grossen Bedürfniß der Cvlonie abgehrlün wurde, da man früher den Kalkstein von der Norfolks-Jnül als Ballast nach Port Jackson führen weißte. llm Port Philip ward an mehreren Stellen sowohl Kalk, als rorzüglicher Thon, selbst für feinere Töpferarbeiten gefunden. *) Wir fin*' bü r qrößtentbells dem ^errn v. Zlmmermonn ae» so'^t, d> den j.drch aus den Berichten der Reisenden d»L Nöthige hinjugesü^t. . HoSand. 11 i l Auch die westlichen Küsten besitzen Kalksteine. Bei dem Eendrachtslande fanden die Franzosen *) auf der B e r- nier-.Jnsel, daß der Hauprbestandthcil dies, r Insel in ihren untern Schichten ein muscheliger Kalksandstein (fräs «alcaire coqnillier) ist, theilt von weißlicher» theilt von röthlicher Farbe, der in horizontalen Schichten liegt. Eine Varietät diese- Gestein- ist durch ihre Struktur d»- sondert merkwürdig. Es sind nämlich Kalksteingeschiebe ' mit einem eisenschüssigen, feincrdigen Sand- so fest verbunden, daß letzterer von ersterem nicht getrennt w tde« - kann, ohne ihn zu zerbrechen. Sie zeigen sich häufig alt Kiesel von kugelförmiger Gestalt, und bestehen aus einer großen Menge concentrischer Gürtel oder Einfassungen» welche den bräunlichen, funkelnden Kern im Mittelpunkte einschließen. Diese verschiedenen Schichten haben kaum ein Paar Linien in der Dicke, und sind vowzDunkelroth bit zum Hellgelb sehr mannichfaltig und schön schaktirk. Dre allgemeine Beschaffenheit dieser Brecrie giebt ihr daher einige Arhaltchkeit mit dem kugelförmigen Granit auf der Insel E o r si k a, und im Betracht ihrer sandartigen roncenirischen Schichten, gleicht sie beim Anblick einigermaßen dem Achat- Onyx. Dieser Stein nimmt die Politur an. — Bituminösen Schiefer fand Bailly in Menge, unweit Port Jackson, ja dieser Schiefer läuft nebst dem Sandstein, alt Grundlage, vom Meere an bis gegen die blauen Berge hin. Die großen Basaltsäulen auf der Depuch, Insel haben wir oben angezeigt. An der Ostküste, vorzüglich auf der Kohlen-Insel, unter 32* 55' S. Br., dem Au-fiusse bet Hunt er gegenüber, bieten die großen Sie, nkvhUtr- fibtze große Vortheile dar. Wie reichhaltig diese Gegend an Kohlen ist, kann man au-Gram » Beschreibung **) abnehmen, welcher erzählt, daß der Schooner Kränzet' *•) Prron «. a. S. 13$. **) äs. «. H. 163 - Australien. vierzig Tonnen Kohlen an Bord nahm, die ein einziger Arbeiter zu Tage gefordert hatte. Don den am $ymUr g, fundenen Kohlen hat man Ladungen nach fern Eap geschickt, die mit 36 Dellar-, für die Tonne, verkauft wurden. Nördlich von P 0 r t I a ck so n entdeckte man einen ganzen Felsen und nrehrere Hügel Steinsalz. Am HuNtersiusse fand der Oberste Pa ke rso n einige Steine, welche Kupfer - und Eisenerz enthielten; letztere- war besonder- reichhaltig. Eine Eiscnstufe,, die zu S i d- ney - C 0 ve ohne alle Au-wahl geschlagen wurde, gab . detm Au-schmelzen eine reine Ausbeute von 20 Procent *),' An den westlichen und südwestlichen Küsten und Inseln um Western-Port, hat man rbenfallt Eisenerz entdeckt. Aus den Inseln der Bass'j Straße will man Z.nn gefunden haben. Da- neue Mineral, S i d n e y a oder S t d n e 11, da- man an der Ostküste findet, ist ein Gemisch von weißem Thon, mit Quarz, Glimmer und kohlensauren Eisen und enthalt sonach durchaui keine neuen Bestandtheile. Da die Berge selbst noch nie genau untersucht wurden, so kann der Gehalt derselben nur sehr unvollständig au- diesen Andeu. £>. S. 449 f. ***) A. a. £>. S. 870- Neu - Holland. '*15 an Schönheit, an Mannichfaltigkeil det Colorit-, wohl aber an Wohlgeruch. Die großen B'ume auf Neu-Holland zeugen von' einer kräftigen Vegetation; um so auffallender ist der' Mangel an nahrhaften und gewürzhaften Pflanzen, deren Vaterland, die Molukken, dem neuen Conlinente so nahe liegen. Noch auffallender ist diese stiesmütterliche Au-» statlung der Natur, wenn man bedenkt, daß die Pflan» zen, welche die Europäer hieher brachten, über alle Be, schreibung gut gedeihen. Ungedüngt tragt der Boden beim ersten Umbrechen Waizen 100-, Gerste 140-undMal- bi- Loofallige Frucht. Ein Scheffel Weizen reicht hin, einen Morgen (Acre) Land zu besäen. Die Garten der Colonistcn bringen alle Küchenge« wachse, wie in Europa hervor, und außerdem noch andere der heißen Zone, al- Pams» süße Patatten rc. An Europäischen Früchten zieh? manAepfel, Dirnen, Feigen» Maulbeere, Ouiltcn, Mandeln, Granatapfel, Orangen und Citronen. Die Pfirsiche tragen hier so bewundern-« würdig reichlich, daß man in guten Jahren die Schweine damit füttert. Stachelbeeren und Johannisbeeren behalten da- ganze Jahr ihre Blatter , tragen aber kein: Früchte. Man hatte Anfangs alle Ursache, sich vom Weinbaue großen Nutzen zu versprechenweil die Reben vortrefflich.fortkamen, und viele Trauben ansetzen, indessen hat man bis jetzt nur in Garten einigen Wein zur Reife bringen können; vielleicht nur, weil man den, dieser oft eigensinnigen Pflanze günstigen Boden und eine yorlheilhafle Lage noch nicht aufgefunden hat. Cacaobaume, Baniancn und Eassaven scheinen dem Klima von Port-Jackson nicht angemessen; würden aber vielleicht einige Grade naher dem Aequator nützliche Anpflanzungen geben. Der Tabak giebt dem Westindischen nicht-nach. Hanf und Flach- werden mit Erfolg gebaut; H 2 Australien. 11 6 mehrere andere exotische Pflanzen, z. 58. Palma Chrijt], Iohanr.i-beerru vom Eap, Hopfen rc. haben sich an da- Klima gewöhnt, und lohr.cn den Fleiß de- Landbauer-. Ist es bei diesem glücklichen Gedeihen so vieler verpflanzter Gewächse nicht seltsam, dass die Natur, fäd, selbst überlassen, auf diesem Connnente so ohnmächtig zu seyn (cheint? Noch auffallender ist diese Unfruchtbarkeit, wenn man auf die Nahe der Gewürzinseln Rücksicht nimmt. Nur der Sago, die Kohlpalwe» jener wilde Pisang, und eine Art milder MuLkatbaum (jMyristica tomentosa) nebst rintr gen anderen Pflanzen der Mvlukken sind dort gefunden worden *). vielleicht aber hat die Natur nur den Küsten den Schein der Oede und Unfruchtbarkeit gegeben, wahrend im Innern deS Lande- fruchtbare Gegeuden hinter den ra»> hcn Klippen verborgen liegen. «.Da» Thierreich. Neu »Holland hat, wie ganz Australien, im Verhall, ruß zu anderen Ekdtheilen auffallend wenig Saugethiere; selbst da-Schwein der östlicheren Inseln fehlt diesem Conti, nente. Indessen liefert e-einige Thiergattungen dieser Ord» «nng, welche, durch ihre sonderbaren Formen, dem Natur, forscher eine ueue Welt zeigen. Bis jetzt hat man, ohne dir Cetaceen und Phvken zu rechnen, bereit- einige dreißig Arten Saugethiere entdeckt. Merkwürdig ist die eigene Vorliebe der Natur für die Dauchtaschen, womit sie mehrere der hier eigenchümlichen Landthier« versah. Da- grosse Känguruh'(Didelphis gigantea) verdient hier den ersten Platz. Wahrscheinlich ist dasselbe den meisten Lesern, wenigsten- au- Zeichnungen bekannt. E- ist nach Europa gebracht worden, wo e- sich fortpflanzt. In den Garten von Kew bei London sah man bereit- vor i» *) v. Zlmaiermann a. a. ■£>. @. 877- Reu-Holland. .117 Jahren einige vierzig dieser Thiere herumhüpfen. Auch in Leutschland erzieht man sie in Menagerien, z. B. in Ladt wigSburg und Wien, im sie gut fortkommen. E- giebt mehrere Arten diese- Geschlecht-. Durch Pe» ron ist da- gestreifte Känguruh bekannt geworden, da- er auf der Westküste von Neu»Holland fand. Da- große Kam- guruh wurde zuerst von Bank- auf Cook'- erster Reise entdeckt. Das Känguruh hat, seine Größe au-genommen, dem ersten Anschein nach, völlig da- Ansehen, alt ob es zum Geschlecht der Springer gehörte. Der Beutel um die Zitzen aber, worin e-die neugebornen Jungen, bi-sie au-gewach» stn sind, herumtragt, erlaubt nicht, es zu den Springern zu zahlen. ES ist größer als ein Schaf, und aufgerichtet wohl Mann- hoch, sein Gewicht betragt i oo bi- 150 Pfund. Der außerordentlich kurzen Dorderfüße, die ,5 Zehen tyabety bediente- sich nur beim Fressen und zum Scharren in die Erde «0 e-sich Schlupfwinkel grabt. C-geht nur auf den Hinterfüßen, die drei Zehen haben; will e- sich schnell bewegen, so springt eS, wobei der lange Schweif ihm al- Schneller dient. So fetzt e- über acht Fuß hohe Büsche, und auf der Ebene über eine Strecke von 20 bi- 30 Fuß. Die Nahrung ist nur Gra». Jung genossen schmeckt da- Fleisch dieser Thiere, wie da-der wilden Kaninchen. Sie haben etrvas Possierliche- in der Art, wie sie ihre herautgefallenen Junge» wieder in den Beutel stecken, und nicht weniger in der Art, wie die Männchen mit einander kämpfen, wobei sie sich derbe Schläge mit ihren gewandten Springschweife versetzen. — Man behauptet, daß da- Weibchen nur ein Junge- gebühre; wir haben jedoch bei den Känguruh'- in der Echön«- drunner Menagerie mehrere Jungen au- dem Beutel, der Mutter hevor blicken sehen, die un- von gleichen Aller zw seyn schienen. AuchPero« spricht *) von den Zunge«, die *) A. a. S. ist. »'S Australien. ste im Beutel tragen, und nicht von einem allein. Das Kau. guruh lebt in Heerden und die Reisenden sahen osc mehr al- 50 beisammen. Da- gestreifte Känguruh (Kangunis fasciatus) scheint ju der kleinsten Art diese- Lhiergeschlcchts zu gehören : diese- niedliche zierliche Thierchen, da-iich von den andern Arten vorzüglich durch sein rothbräunlich gssärbtes Fell auszeichnet, lebt Haufenweise auf der Berniers , Dor.e und Dirk- Hartophs - Insel, und wurde aufk iaem andern Lhelle Neu- ^ olland's wieder gesunden *), Dasselbe dem rkl man, nach Heron, von allen übrigen A len von K änguruhs, daß nämlich jede derslben auf gewisse Insel oder Landstrecken be- schränk! ist, außerhalb deren auch kein einziges Lhier dieser Art gefunden wird. Ein anderes, nicht weniger merkwürdiges, und ebenfalls zu den BeutelthiereN gehörig.-, Geschlecht ist der W 0 m, bat (Didelphis Wombat vel uro>ina oder l'hascolomis Wombat), den man bisher nur auf einigen Inseln in der Dass » Straße entdeckt ha' da» aber den Eingebornen von Hort- dackjon bekannt seyn muß, weil stc einen Namen dafür haben, na ; lich Wombat oder Womback. Es ist ein niedergedrücktes, djckeS » kurzbeiniges, unthätiges Lh.er, das wie ein Bar aussteht, aber nur etwas starker als ein Dachshund, und von der Nasenspitze bis zum Schwänze ungefähr Zo Zoll lang ist; die Lange de-Schwanzes betragt nur einen halben Zoll Englische- Maaß. Ein gelblich- braunes, straffes, an einigen Stellen ZZoU langes, Haar bedeckt den Körper. Der breite, vorn abgeplattete Kopf, steht von vorn einem gleichseitigen Dreiecke ähnlich; die auf rechisiehenden, zugespitzten Ohren sind klein; die Aug.n gleichfalls; die Nase breit, mit weiten Nasenlöchern, die da« Lhier v rschlteßen kann; die Oberlippe gespalten, wie deim pas.n; die Mundöffnung klein und die Barlhaare^ Lieh« Abbildung auf Taf. 6. des folgenden Heftes. Reu - Holland. 119 dir 3'A Zoll lang, der Hals ist so kurz und dick, daßdee Kopf auf den Schultern zu sitzen scheint; der Rücken wölbt sich vorn Halse an bii über die Gegend der Vorderbeine; dann fallt er nach hinten zu wieder ab. Die Vordersüsie haben F, die hinteren 4 spitzige» ziemlich lange Krallen. Der Wombat hat einen wankenden Gang und kann im Laufe von Menschen eingehohlt werden. Sein Naturell ist sanft, ge» reizt, beißt er stark um sich ; seine Stimme ist ein leise- Zi» f^ert, seine Nahrung besteht aus Vegetabilien *). Das sonderbareste Thier von Neu-Holland und viel, leicht das abentheuerlichste in der Welt, ist wohl das S ch nahe l t h i e r (Ornithorhynchus paradoxes), dem die Natur zu dem Körper eines Sauglhieres, den Kopf, wenigstens den Schnabel eines Vogels gab. Man glaukn, etwas der Kabel vom Vogel Greif ähnliches zusehen, dem die Einbil» dungskraft einen Adlerkopf auf den Körper eines Löwen setzte. Dieser Thier ähnelt» den Kopf ausgenommen, einer kleinen Fischotter, und ist 17 Englische Zoll lang. Sein ziemlich langes, glänzendes Haar ist auf dem Rücken schwarz- braun» uud gelblich grau am Bauche. Es hat einen kurzen, breiten, etwas nach außen gebogenen Schwanz, der mit borstenarligcn Haaren dicht besetzt ist. Die kurzen Füße ha- ben fünf Zehen, durch eine Schwimmhaut verbunden, welche an den Vorderfüßen einige Linien über die Zehen hervorragt. Di^ Augen und Ohren sind unvcrhaltnißmaßig klein. Das Wunderliche in der Bildung dieses Thieres zeigt sich am Kopse, an welchem man ein zahnlose-Maul, oder eigentlich einen Entenschnabcl bemerkt **), welcher 1V» Zoll lang, mit Nerven versehen, und wahrscheinlich nicht bloß Eß-, sondern zugleich Tast Organ ist. *) S. Abbildung auf Jas. fi. des folgenden Heftes. *') M. f. die beiliegende Abbildung auf Jas. 7, des folgende» Hektes. lOO Australien. Man hat dieses Thier in einem Landsee entdeckt, wo es nach der Oberfläche kommt, um Lust zu schöpfen und dann wieder untertaugt, seine Nahrung zu suchen. Sonst ist die Lebensart desselben noch unbekannt. Wahrscheinlich ein eigenes Geschlecht bilden die Schweifthiere (Dasyurus), welche, soviel bis jetzt davon bekannt ist, zwischen dem Fuchs und dem Tieger zu stehen schienen, wenigstens möchte man dies aus Perons schöner Zeichnung des langgeschwanzten DaspruS *) (Dasyurus macrounis Geoff'roi) schließen. Herr von Zimmermann vermuthet **), daß dieß die von einigen Reisenden sogenannten wilden Katzen sind, deren Grant auf der Südseite von Neu-Holland erwähnt. Um es mit einer Katze zu vergleichen, scheint uns das Thier doch zu gross, wenn man nämlich auf das Verhältniß zu den Phoken in der genannten Pcr»n'- fchen Zeichnung Rücksicht nimmt; woraus sich auch ergiebt, baß diese- Thier sich von Phoken nährt, und also ein Fleischfressende-, ein Raubthier sey. Der Dingo oder Neuhollandische Hund ist eine Spielset unser- Schäferhundes, von röthlich brauner, auch schwarzer Farbe. Man hat mehrere derselben bellen gehört. Das Neuhollandische fliegende Eichhorn (Hepoona Roe) und die Beutelmaus (Phascalomys) zeichnen sich durch die Zitzenbedeckung oder Beutel aus, wodurch ste den Neu» Holländischen Charakter annehmen. Unter den Saagelhicven, die zugleich Amphibien sind, bemerken wir an den Küsten vorzüglich den S e e-E lephan- t e n (Phoca preboscidea) der , außer den gewöhnlichen Formen der-choken» einen Rüssel hat, wodurch sein Name gerechtfertigt wird. Man hat ihn in der Bass's-Straße, besonder- auf der Znsel King, am häufigstem gesehen *"?. *) M s. Peron's Atlas Nr. XXHII. und die beiliegende Abbildung auf Taf. 7. des folgenden Heftes. ") A. a.O. 8f*i. *") M. s. die beiliegende Abbildung auf Taf. 8. dr- folgenden Hr,tcS. Neu - Holland V 12 » * Dampier fand in der Sahrksbay das Ekelet einet Flußpferdes. Es ist noch nicht au-gemacht, od das Neu- » HoLondische Flußpferd nicht von andern Arten dieser Gattung abweicht, da neuere Naturforscher desselben nicht ew wähnen. Dem Drnithologen bietet dieses Continent mehrere neue D'ogelarlen und Geschlechter dar. Herr von Zimmermann, auf den wir verweisen, hat die meisten derselben ang»-- führt *). Wir wollen nur einige der merkwürdigsten in der Kürze anzeigen. £ »eher gehört der großeDergadler, welcher aus der Englischen Niederlassung gefangen wurde. Er soll ein Känguruh mittlerer Größe fortzuführen vermögen. Unter den 20 Papageienarten zeichnet sich ein schöner schwarzer Ca cadou aus. T er N e u-H olländischeCasuar **) (Casnarhis novae Hollandiae) ist ein wahrhaft majestätischer, etwas unbehülflicher Vogel, welcher den osiindischrn Casuar an Größe und Schönheit der Federn übertriffl. Die Jungen haben in der ersten Zeit längliche, braune Bandstrcisen aus dem Kücken, welche sich in der Folge verlieren. Das Gewicht eine» erwachsenen Vogels betragt 70 Pfund, sei» Fleisch ist dem Rindfleisch ähnlich, aber hart und rur- schmackhast. Dir prächtige Manura (Maenura superba)* die zu den Paradiesvogeln zu gehören scheint, ist unstreitig die größte Zierde unter den befiederten Bewohnern Neu-Holland- ***). Sie erreicht die Größe einer gewöhnlichen Haushenne. Die Haupksarbe des Körpers ist schwärzlich, auf den Flügeln in das Rolhbraune übergehend. Die Schenkel bedeck, n lange gleichfalls schwärzliche Federn. Das B«- *) N. a. D. E. 881. *') M» f. die Abbildsn-» aus Tas. y. des folgend»» Heftek. < K.s, dir Abbildung ass L»f. 7. d,s folg.ndii, H»kw^ 122 Australien. wundernswürdige an diesem Vogel ist der Schwanz. In der Mille st. den zwei breite, sich gegen einander einwärts krum. wende Federn, mit orangefarbigen, bogenförmigen Zeich» nungen geziert. Zwischen diesen größeren erheben sich zwei schmale aschgraue F dein, und krümmen sich auswartS. Nun vollenden noch eine Menge zarter, hiorahnlicher Federn die wie Blatt Gerippe aussehen, den ganzen Wunderbau. Dieses neue Vogelgeschlicht wurde in betrachlicher Entfernung von der Ostküste, zwischen den blauen Bergen entdeckt. Das weiße Wasserhun (FuJica alba) mit hochrothem Scheitel und Schnabel, und kleinen Flügelsporn ist gleichfalls ein schöner Vog l von Neu-Südwallis. Nicht minder merkwürdig ist der sch w a r z e Schwan, den man an mehreren Küsten von Neu - Holland gefunden hat. Er hat d e Größe und Lebensart deS weißen Schwanes und unterscheidet sich von diesem durch sein ganz schwarzes Gesteder, das nur an den Schwungfedern gelblich weiß ist; auch hat er einen schlankern Hals, als der weiße Schwan. Der etwa- längere Schnabel ist schön hvchroth, und die kahle Haut davon erstreckt sich bis hinter die Augen. An Fischen sind die Küsten s hr reich. Pero« enldeckte mehrere Arten von Hansischen, ja ein ganz neues Geschlecht den Balistopodus. Wir verweisen deßhalb auf da- Werk des Naturforschers, und auf Herrn von Zimmermann't * Australien. Auch für die Kenntniß der Schalithiere, Seeschlangen, der Insecten, ganz vorzüglich aber der Mollusken und Zoo» shyten, war die Ausdeute der franzdfischen Naturforscher an d>n Küsten von Neu-Ho'land bewundernswürdig reich. Selbst das trockne Namensoeizeichniß der neuen Entdeckungen würde uns hier, wo w'r den Raum sparen muffen, zu we.t fuhren. Dir müssen unS daher mit diesen wenigen Andeutung, n b g> ügen, woraus g uugsam erhellet, daß die Natur h«er eine neue Welt aus^e>chloffen hat, in wunderba- S Neu - Holland, 133 etn Bildungen, in denen sie so reich angetroffen wird, alt sie arm zu seyn scheint an Erzeugnissen, die dem Mensche» zur Nahrung dienen können. 5 ' Bewohner. In keinem Theil der Erde wird der Mensch aufeiner Niedrigeren Stufe der physischen, und der geistigen Ausbil- dung angetroffen, als auf Neu-Holland, dessen Bewohner, der Farbe und Physiognomie nach, zu der Negerrasse gehören ; aber durch die dunen Arme, Schenkel und Beine, und durch die widerlichsten, affenartigen Gesicht-züge tief unter dem Afrikaner stehen« Der große Mund mit dickausge- woifenen Lippen, sp ingl fast wie eine Schnauze hervor, und dahinter verliert sich die geplaischte kleine, oder auch etwas gekrümmte» breite Nase, die tiefliegenden Augen verrathen eine tückische Roheit, selten dumme Gutmülhigkeit. Das Haar ist wollig und ziemlich lang, das'Barlhaar scheint an einigen Stellen auSgerissen zu seyn. — Der weibliche Busen hangt wie ein Paar Mantelsacke lief unter den'Nabel herab. Merkwürdig ist, daß bei der weiten Entfernung der ent» gegengesetzten Küsten alle Bewohner in den Hauptzügen sich einander so ähnlich sehen, daß wir berechtigt sind, sie für ein einziges Stammvolk zu halten» Dampier beschreibt die Ein- wohn r von D e W itlt-L and alS eben so offenartige, arms lige, des Abscheues mehr, als des Mitleids würdige Geschöpfe; — wie Graut und Eollins die Bewohner der Dssuste,childern. Auch die Französin fanden nirgend ein edlere» G.schl chl. Zwar machen einige Reisenden einen Unterschied zwischen d, n Küstenbewohneln , nd den Waldbe, wohnern, d»e aus den Baume» tiefer landeinwärts leben i i Australie». 1 ‘* 4 aber bride Klassen htben wenig von einander auszeichnende Merkmale, nur daß die Letzteren dem Orang - Utang noch näher stehen. Don einer Cultur kann bei diesem Au-wurfe unser- Gr, schlecht- nicht die Rede sevn ; sie haben keine Ahnung eines bcsseren Zustandes, und kaum findet man eine Spur, daß sie nachdenken, sich die Bedürfnisse der Nahrung und Kleidung zu sichern. Nackt, oder leicht mit Thiersellen bekleidet, suchen sie Fische, klettern auf die Baume, oder erlegen bisweilen die leicht zn fangenden Känguruh s, und verzehren Alles fast roh, kaum daß sie den Vögeln die Feder abrupfen. Ohne Neugierde ohne Staunen über die fremden Gestalten und Werkzeuge, oder mit der Wuth wilder Thiere, empfingen sie überall die Reisenden, verschmähten Geschenke, und vermeiden alle Gemeinschaft. Der Neu-Hol, länder B e n n e l o n g, der den Gouverneur Philipp nach England begleitete, und dort mit allen Bequemlichkeiten des Lebens bekannt gemacht wurde, warf, nach der Rückkehr in fein Vaterland, Kleidung und was er sonst erhalten halte, »vn flch und kehrte freudig zu seiner früheren hülflosen, vieh- schen Lebensart zurück. Nur auf der Insel Ban, Diemen hat man einige geselligere, menschlichere Bewohner entdeckt, daher wir fast glauben möchten, die Van. Diemens - Lander gehören zu einem andern Stamme, obgleich sie den NemHollandern in der äußeren Bildung ziemlich gleichen. Woher diese menschenartigen Thiere, ober thierartigen Menschen nach Neu Holland gekommen seyn mögen, wolle» wir um so weniger zu beantworten versuchen, als wir, aus phpfischen und moralischen Gründen, der Meinung sind, daß «s ursprünglich verschiedencMenschenrassen giebt, welche Länder und Inseln bewohnten, ehe sich ein Sterblicher anf da- Meer wagte. Wir laugnen nicht, baß die Neu-Holländer körperliche Aehnlichkeit und einige übereinstimmende Sitte, Neu - Holland. mit den Einwohnern derPapouS-Jnsln, (Neu»Guinea, Neu »Irland, Neu. Britanien, Solomons- und einige benachbarte Eilande) zeigen ; ob aber die Eingeboren jener Inseln nach Neu - Holland gewandert, oder ob umgekehrt von hieraus die Bevölkerung der Inseln ausging, laßt sich durchaus nicht erforschen. Die Sprache, durch welche ma» aüfdie Wurzeln deS Stammdaumcs der Natiorwn am sichersten schließt, hat über den Ursprung der Bewohner von Neu- Holland noch kein Licht verbreitet. Ost sollen nahe Stamme sich unter einander nicht verstehen ; dieß findet bei allen rohe» Bölkern Statt, indem ei» Menschenaller bei ihnen hinreicht, die ursprüngliche Sprache zu verfälschen und unkenntlich zu wachen. Wirw'ochten darautnicht schließen, daß die sogenannten Waldmenschen und die Küstenbewohner verschiedenen Rassen angehören. ES laßt sich nicht erwarten, daß diese rohestcn aller Erdbewohner, besondere Geistesanlagen besitzen; sie würden sonst, selbst bei der stiefmütterlichen AuSstattung ihres Wa, terlandei, sich einen besseren Zustand zu erwerben gewußt haben. Zwar rühmt T u r n b u l I *) ihre lebhafte Auffassung alles Lächerlichen, und haltbieß für einen Beweis ihrer natürlichen Anlagen. „Sie sind geschickt, sagt er, die auszeichnenden Eigenschaften, daS Aeußere, den Gang, dir Gebe«, den und Mienen aller Europäer, die seit Gouverneur Philipp'-Zeiten hier waren, auf das genaukste nachzuahmen, so, daß man die dargestellte Person dabei a,uf den crsteq Blick erkannte.'" Aber diese Talente haben sie mit den Affe» gemein. Bon den Europäern haben sie sonst nichts.als hiess äußeren Nachäffungen und allenfalls die Schimpfwort« dos P'odels gelernt, so viele Mühe sich auch einige wohlwollende Bewohner vonSydney gegeben haben, sie für ein menschlich» reS Leben, als das ihrige empfänglich zu machen. „Man muß *) M. s. dessen Reise um die Welt im XXIX, B«md« >*■ Sprengel Ehrmonn'schen P>dli»thek, 4». I2Ö Australien. gestehen, sagt der Verfasser der Bemerkungen über Neu Süd- WalliS*), daß ihre Verbindung mit den Engländern bit jv«t weder zur Verbesserung ihres Schicksals, noch ihre» Charakters beigetragen hat. Im Gegenth il haben wir zu ihrem natürlichen Zustande von Wildheit und zu ihren angebe-rnen Lastern noch das der Trunkenheit hinziigefügi. dem b, ide Geschlechter ergeben find, und welches von Sitten der Männer, wenn sie berauscht find, eine Hprbarischo Behandlung ihrer unglücklichen Weiber veranlaßt." Weich ein Volk. das selbst im Rausche keinen Zug der Güte menschlicher Natur verrath! Sie scheinen aller Verbesserung unfähig zu seyn» ES giebt solche Völker, — nicht bloß unter den Wilden. , Wir wollen noch einige Eigenheiten aus dem Leben dieser Menschen anführen. Ihre Haut ist mittelst scharfer Muschelschalen tatowirh; ihrG-stcht m t Muschelkalk und rothem Harze beschmiert; ihr Haar mit MooS umwunden und mit Haifischzahncn gespickt, welche-sie für eine besondere Zierde halen. Ebenso gehört es zu ihrem Putz, daß sie durch den Nasenknorpcl ein Stück Holz stecken ; bei einem Volk-stamme an der Südküste, - bestimmt die Größe deS Holzes den Rang des Mag» s. Sie ziehen ihre meiste Nahrung.au- den Kläffen und aus dem Meere. Ein todter Wallfisch » der an die Küste getrieben wird, giebt ihnen einen köstlichen Schmauß. Dann lauft Alles herbei, und befindet sich im Wohlleben, biS dev letzte Knochen abgenackt ist. — Eine Wurzel, dem Karren» kraute ähnlich, istihr B^od ; sie rosten sie, zerquetschen sie zwischen-zwei Steinen und vermischen sie tjiit Fischen, dch rtlchl selten schon in Faulniß übergegangen sind. — An mehreren Küsten finden sie Austern oder Muschelthicre von außerordentlicher Größe, von welche» drei hinreichend sind, einen Mann zufälligen. Die Klippen sind miteinerklei» tiern Art Austern bedeckt, welche nur die geringe Mühe ko- M. s. Allgem. Geograph. Ephem. Band XXXIX. S. 177. Neu - Holland. 1 ‘ 2 ’, sten, fle zusammeln und aufzubrechen. Mühe, und noch weniger Nachdenken, darsden Neu-Holländern auch dasAuf- suchen ihrer Nahrung nicht verursachen. Kaum daß sie von den Fischerangeln Gebrauch machen, welche ihnen die Europäer schenken. Nur auf der Jagd zeigen sie sich alt geschickte Schützen, wobei ihnen die von der Natur verliehene Scharfe der Sinne zu Hülse kommt. Sie hören und scheu in un? glaublicher Entfernung. . . Ohne Bedeckung schlafen sie me^st unter freiem Himmel, oder in einer erbärmlichen Hütte, die weder gegen Frost noch Stürme schützen kann. Ist das Wetter sehr böse, so verkriechen sie sich in Felsenhöhlen und zünden Feuer bei dem Eingänge an, bis der Regen vorüber ist. — Ihre KanotS sind au- Baumrinde gemacht, welche in kleinen Spanen zusammen gebunden wird, — die armseligsten Fahrzeuge von der Welt; fle sind gewöhnlich halb mit Wasser gefüllt und halten sich nur schwimmend durch die Leichtigkeit der Materialien. In einem so gebrechlichen Kahne sieht man oft ein« ganze Fa, milie beisammen, um den Fischen aufzulauern; in der Mille des Kahns unterhalten sie glühende Asche, worauf sie die Fische, welche sie fangen, auf der Stelle rösten oder eigentlich nur erwärmen. Diese dürftigen, hülfloscn und die Hülfe verachtenden Halbmenschen, die kein Eigenthum zu vertheidigen, keine Sitte aufrecht zu erhalten haben, unter denen der Ehrgeiz fast unmöglich zu seyn scheint, führen gleichwohl Kriege und zeigen sich als tapfere Kämpfer, nicht aus Ueberlcgung, sondern auS angeborner Wildheit. In den förmlichen Schlachten sowohl, welche die Bewohner eines Districts denen eines andern liefern, als in den einzelnen Zweikämpfen beweisen sie eine Art toller Wuth, welche sehr mit Unrecht von einigen Reisenden für Tapferkeit ausgelegt wird. Sie vertheidigen sich gegen den Wurfder Speere oder Stangen, mit Schilden von dicker Rinde, die sie entgegenhalten. Ehe der Angriff Australien. iä3 beginnt, singen die Kampfer eine Art Lied stufenweise erhebt sich das Geheul, bis sie sich in eine völlige Raserei versetzt haben, wo dann ihre Bewegungen convulfloisch werden und jeder Gesicht-zug Wuth und Rache ausdrückt. Die Veranlassungen dieser Kriege sollen gewöhnlich von Eifersucht we, gen ihrer Weiber herrühren. Sie rauben sich diese widerli. chen Geschöpfe einander, streiten erst im Zweikampfe um die Schöne; bald aber gesellen sich andere Liebhaber oder Feinde hinzu, und das Gefecht wird allgemein. Dringt der Speer durch den Schild int Fleisch, so verursacht das Herausziehen desselben große Schmerzen; gleichwohl äußert der Neu - Holländer dabei eine völlige Gefühllosigkeit, welche Turnbust ihm für Muth anrechnet. Ebengenannter Schriftsteller *) führt, bei Gelegenheit der Kämpfe der Neu»Holländer, eine seltsame Gewohnheit dieser Wilden an, welche wir nicht unerwähnt lassen können. Die Strafe nämlich, welche ihre Verbrecher ausstehen müssen, besteht darin, daß mehrere sich um den Schuldigen stellen und ihre Speere gegen ihn werfen, während ihm der Schild gelassen ist, um die Würfe aufzufangen. Gelingt ihm dieses, st ist er frei und alle weitere Verfolgung hat ein Ende. — Es scheint uns, daß die Neu-Holländer herbei nicht sowohl an ein Gottesurtheil denken ; als vielmehr die Geschicklichkeit im Kampfe ehren. Wer also diese besitzt, kann sich Alles nngestraft erlauben. Eine Sitte der Wilden, die jedem Europäer auffallen muß, obgleich sie im Großen bei uns ebenfalls angetroffen wird. Eigentlich ist jener Kampf Vieler gegen Einen nich! sowohl Strafe als Rache zu nennen; den Strafe setzt eine Art von Regierungsverfassung voraus, die den Neu - Pollandern fast durchgängig zu fehlen scheint; die Rachsucht allein regiert sie bei ihren Anfällen der Schuldigen, wobei noch überdieß weit-öfterer der Aberglaube, als ein Gefühl A. a. O.S. is. Neu - Holland. 129 von Gerechtigkeit den Ausspruch thut. Die Reisenden crzäh. lcn mehrere Beispeile, daß wenn ein Neu-Hoklander plötzlich und unvermulhet stirbt, dieser der Hexerei zugeschrieben werde, wo dann die Verwandten über den vermutheten He» xenmeisier herfallen. ES ist genug, daß eine Frau träumt, dieser oder jener sey der Schuldige, um die Rächer zu bewaffnen, bl-weilen zum Meuchelmorde zu bestimmen. @4 fallt ihnen nicht ein, ihre dann verübten Thaten für ungerecht zu halten. Ein Haufen Wilder, welcher einige Engländer, wahrscheinlich aus Rache, gelödtet halte, kam unbefangen, und ohne Strafe zu fürchten, zu den Colonisten, und bat, man möchte ihnen den Bart abnehmen. Hst ist es nicht einmal Rachsucht, was sie zu Mordthaten anreizt, sondern ein reiner Blutdurst, wenn man so sagen darf, wie, von Eook an, alle Reisenden erfuhren, auch wen» sie ihnen Wohlthaten erwiesen und ihre Freundschaft erworben zu haben glaubten. Ucberhaupt war ihnen nie zu krauen. Keine Art von Regierungssorm ist bis jetzt unter diesen Wilden entdeckt worden, nur unter einem, übrigen- höchst feindseligen Stamm unweit Western - Port, an der Nordseite der Baff's - Straße, glaubt man eine Art von Rangordnung bemcrki zu haben, welche darin bestand, daß ein Häuptling größer, stärker und geputzter als die andern war, , und von Zweien seiner Unterthanen aufden Schultern getra. gen wurde. Diese lebten auch in kleinen Dörfern, wo man Lno Menschen beisammen sah; — ein in Neu Holland seltener Fall. In allen ander» Gegenden hat man die größte Gleichheit unter den Eingebornen beobachtet. Bloß LeibeS- starke oder Tapferkeit geben einem Manne eine gewisse lleber- legenheit oder Auszeichnung, die aber weiter keinen Vortheil gewahrt, als baß ein solcher Mann desto öfterer aufgefordert wird, die wirklichen oder eingebildeten Beleidigungen zu rächen, die seine Freunde oder Nachbarer» erlitten haben. L Austr«I>en. Australien. 1 3 & So gesellen sich kleine Haufen oder Familien zusammciz und geben den Gegenden, die sie bewohnen, ihren Süon'Fr ; «ine andere Einlheilung deS Landes kennen die Neu - Holländer nicht. So heißen die Familien, welche an derBotany- Ba i wohnen, W idg a l, diejenigen an der Rosenbai heißen Kardagal; an der Brocke n-B.a i wohnen die Ka» w e r a g al, und bei P a ra m a I ta die W a n g a l. — Den Etymologen und Linguisten könnte die Endigung G a l, zur Bezeichnung des Volkskammer auffallen. In Afrika findet man in einigen Gegenden etwas ähnliches ; doch darf man wohl diese Wid - Gal, Wan - Gal rc. eben so wenig von den Gallaer, an der Gränze von Abyssinieti, als von den alten Galliern herleiten. Diese Familien scheinen eifersüchtig darauf, sich rein zu erhalten ; denn nur selten verheurathen sie sich in andere Fa» milien, dabei sollen jedoch Verbindungen zwischen den nächsten Verwandten nicht Statt finden. — Die Ceremonien bei der Hochzeit sind nicht groß, desto sonderbarer ist ihre Freicrei. Sicht ein junger Mann ein Mädchen, das ihm gefallt, so meldet er ihr, daß sie ihn nach Hause begleiten müsse. DaS Mädchen weigert sich. Sodann erzwingt der junge Herr die Nachgiebigkeit der häßlichen Schönen nicht bloß durch Drohungen, sondern auch durch Schläge, wobei ihm der Sieg nicht fehlen kann. Anfangs glaubten die Engländer, die Weiber würden auf diese Art wider ihre Neigung zur Ehe gezwungen; aber die jungen Weiber selbst belehrten fie, daß dieser Gebrauch bloß eine Art von Galanterie und völlig nach ihrem Geschmacke sey. Die Weiber scheinen den Ehemännern nicht immer bet sonders treu zu seyn. Daraus entstehen Eifersuchten, Zwei« kämpfe und Kriege ganzer Stämme, wie einjl unter den Helden des trojanischen Krieges, obgleich es in Neu-Holland keine Helena giebt. -— Die Weiber sind dann die Beute des Siegers. Neu - Holland» m Da- Kindergebahren wird hier bloß mit Hülfe der 9Ia„ tar, und fast ohm Hülfe vollbracht. Die Mutter geht nach wenigen Stunden wieder an ihre häusliche Arbeit. — Dev Jnjnncl ist stark genug» um die Weiber zu einer großen Sorg» fält ,n Wartung der Kinder anzuhalten. Gleichwohl erreicht, bei der rauhen und armseligen Lebensart der Aelkern, unter vier Kindern, kaum eines das Alter von drei Fahren, Da» her die geringe Bevölkerung des Landet. Das Kind, wenn es ein Knabe ist, kann kaum feine Glieder bewege», so wird es schon zum Speerwurfe gewöhnt» indem man ihm ein Rohr oder Stück Schilf in d r Hand giebt und auf solche Art seine Schule machen laßt. — Den Mädchen werden in der Kindheit zwei Glieder von dem klei» neu Finger der rechten Hand durch Unterbinden abgelöset, und diese dann int Meer geworfen, welches Glück im Fisch» fange bewirken soll. Wahrscheinlich würden die Neu, Holländer den für gottlos hallen, welcher an der Wirksamkeit dieser in» Wasser geworfenen Finger zweifeln wollte. Den Knaben wird zur Zeit ihrer Mannbarkeit einer vo» den Lorderzahnen aufgerissen. Diese Ceremonie, die nur alle drei oder vier Jahre Stall findet, bedeutet die Einweihung des Jünglings zum Manne, der dadurch das Recht erwirbt, sich Hunde zu halten, Känguruh'- zu todten unh Krieg zu führen. Bei dieser Gelegenheit versammelt sich die Jugend aller benachbarten Bezirke mit ihren Freunden, zur Feier des, wie es scheint, größten Festes aus Neu - Holland. Auf einem ovalen Platze werden die Jünglinge» denea die Ehre wiederfahren soll, den Zahn zu verlieren, in Reih und Glied gestellt, wahrend die Männer, gerüstet als Krie» ger ihnen gegenüberstehen. Die Carrhadji's oder Prie? stcr tveten in die Mitte, und kündigen sich durch selisame Gesticulationen, Niederwerfen zur Erde, Verdrehung des Körpers rc. als begeisterte, höhere Wesen an. Einer von $ 2 132 Australien. den Umstehenden giebt den Priester einen Schlag auf den Kücken, worauf dieser, unter allerlei Zuckungen, einen Stein herauswürgt, welchen er eben zur bevorstehenden Operation des Zahnausschlngens braucht, und der daher kein g-meiner Stein senn darf. Dieser Wnnderstein wird sorgfältig im Gürtel des Charhadji's oder klugen Mannes, d. i. des Gauklers verborgen. Je mehr Oual der würgende Priester bii der Zutagesörderung des Steins zu haben scheint, desto glücklicher und schmerzloser geht die Operation von Statten. Am Tage nach der erwähnten Vorbereitung nehmen die Knaben einen ihnen angewiesenen Sitz ein, und die Priester kriechen dann auf allen Vieren vor ihnen vorüber. Sie stellen auf solche Art Hunde vor, und wollen andeuten, daß die Jünglinge nun ein Rocht auf diese Thiere habe». Um die Darstellung noch tauschender zumachen, wird der hölzerne Säbel der Karrhadjis dergestalt auf dem Rücken am Gürtel befestiget, daß eine Neu - Holländische Phantasie ihn für einem Hundeschwanz halten kann. Alles übrigens sehr ernsthaft und feierlich. Darauf wird ein von Gras gemachtes Känguruh und einiges Buschwerk, unter Springen der Pr ester, Nieder- sitzen und Singen der Krieger, vor den Knaben vorbrigetra- gen und zuletzt vor ihnen niedergelegt. Die Bedeutung dieser sinnreichen Vorstellung ist, daß die Knabrn das Reck t «hakten, Kanguiuh's zu jagen. Zur größeren Anschaulichkeit schmücken sich die Carrhadji's mit Schwänzen von Gras, denen des Känguruh ähnlich, und hüpfen wie diese Thiere umher» wahrend ein anderer durch Schlagen auf seinem Schilde den Tact angicbt. Darauf folgt eine andere rothselhafte, wahrscheinlich von einem Neu.-Holländischen Mystiker erfundene Ceremonie. Zwei Männer sitzin, jeder aus einem Baumstämme , einander gegenüber und tragen jeder einen andern Neu - Holland. 133 Mann anf ihren Schultern. Alle vier strecken dabei d'e Arme weit au-. Zwischen ihnen legen sich mehrere kluge Männer platt auf den Boden nieder. Dana nähern stkh die Jünglinge und Krieger dieser Gruppe, worauf die vier sitzenden Weisen fürchterliche Gestchter schneiden, die Zunge weit hervor strecken und die Augen wild umherrol« len; die liegenden aber ein ängstlicher Stöhnen erhebe". Zur Erholung von dieser berzbrechenden Scene wird eine Art kriegerischer Tanz aufgeführt, wobei die Männer sich um den Pubst der Carrhadst's stellen und mit ihrem Speeren gegen seinen Schild stoßen. Zuletzt erfolgt dann das eigentliche Zahnbrechen mit dem Wandersteine, wobei die klugen Männer nicht unter» lassen, noch allerlei, wie die vorigen, bedeutensoolle Gc» sticulationen anzubringen. Die Knaben müssen sich beeifern die größte Unem» pfindlichkeil zu zeigen, wenn gleich der ungeschickte fromme Hpcraleur ihnen entsetzliche Schmerzen verursachen sollte. Jetzt ist der junge Neu - Holl'inder ein gemachter Mann, und er benutzt gewöhnlich sogleich seine erlangte Mündigkeit dadurch, daß er in den nächsten Wohnplatz siiner Landsleute läuft» Alle- in seinem wilden Eifer'verscheucht, und Weiber oder Mädchen mit Schlägen sich zum Eigenthum erwirbt. Auf solche Art äußert sich bei diesem Volke der, in der Mcnschennatur liegende Trieb, die Geisterwelt sinnlich darzustellen; denn dieß sind die einzigen Andeutungen religiöser Erhebungen, welche man bis jetzt bei den Neu- Hollan ern hat entdecken können. Ihre Priester» das heißt, tiejenig^n, deren Beruf es wäre, die Mensche» zum Nachdenk n und zur Entwickelung geistiger Kräfte anzul tea, sind armselige Gaukler, welche keine andere Absicht haben, alt den Glauben an ihre Unfehlbarkeit, und so .acy die leichtgläubige Dummheit zu e hal^n. Diese Australien. m ^arrhadji's sind alte Männer, denen dai Volk zutraut, daß sie Krankheiten heilen, in schwierigen Angelegenheiten den besten Rath geben, künftige Dinge w-r- O. s>rhen, und Umgang mit den Geistern der Verstorbenen haben kennen. Einige Familien behaupten, diese Gaben erblich zu besitzen. Was diese CarrhadjI's oder klugen Männer von der Zukunft sagen, entspricht dem, was man von d-n Betrügern einet halboiehischen Volkes erwarten kann ; sie erzählen , daß die Abgeschiedenen eine Wohnung auf den Spitzen der Bäume erhielten, wo sie kl,tue Fische in Men» ge zur Stillung des Hungers fände». Wer den Muth hat auf einem Grabe zu schlafen, hem werden von dem Geisie die Gedärme auS dem Leibe herausgenommen, und unbeschädigt wieder hineingebracht. Zum Lohne dafür, daß er dieses ausgehalten, wird ihm hie Gabe der Carrhodst's ertheilt. Junge Leute werden nach dem Tode begraben, altere Verbrannt. Dabei heulen die Weiber und werden blutig geschlagen. Laßt eine Mutter ei» saugendes Kind zurück, fb wird dieses lebendig mit ihr begraben. D'ese Züge aus der Charakteristik der Neu-Hollan- her werden hinreichen, dem Leier zu beweisen, daß die Bekanntschaft mit diesem Volke weder den Verstand aufklaren, noch die Menschenliebe befördern könne. Es Hiebt ganze Völker, die, gleich den Mißgeburten unter den »inzelnen Mrnschen, Mißgriffe der Natur und Auswüchse ihrer verschwenderischen Schöpfungskrafr zu sinn scheinen. Wir wenden uns von den Eingebornen zur Beschreibung d,r Englischen Niederlassung» als dem einzigen Theile hes neuen Comments, der eine Topographische BcfchreibunA (ulslffe Nru - Hollakch. 6 . Er» ß - B r i f an n i sie C » loni e auf Neu » S äd » WalliL. An der Ostküste von Neu - Holland dringt un» ter 33° 53' 14" Südbreite und 151° 25' 25'' östlicher Länge vomGreenwich ein busenrrichcr Meerarm, Port, Jackson genannt, lief inS Land hinein; an dessen bei» derseitigen Ufern die Engländer seit dem Jahre 178? eine Vrrbrecher-Eolonie angelegt haben, welche nach Jahrhunderten wahrscheinlich für Neu-Holland werden wird, was einst die heilige, ebenfalls von Raubgestndel erbaute Roma für Europa war *). Die Beschaffenheit bei vortrefflichen Hafens, den hier die Natur gebildet hat, ist bereit- oben (8. 93 — 94) angegeben worden; die einzelnen Anlagen an demselben werden wir am Ende diese- Abschnittes beschreiben. Hier liegt es uns ob, einige allgemeine Bemerkungen vorauszuschicken. Nach dem Verluste der meisten Englischen Colonien in Nordamerica, wohin sonst die Engländer Verbrecher, denen die Todesstrafe erlassen war, zu transportiren pf'eg» ten, entschloß sich die Englische Regierung sie nach Bola- ny Bai, welche Look so reizend geschildert und als einen bequemen Ort zu einer Ansiedelung empfohlen hatte, auch in der Absicht zu schicken, um in diesen Meeren den Englischen Schiffen mit der Zeit einen bequemen Zuflucht«? l zu bereiten. Capitan Philipp ward zum Gouverneur dieser Niederlassung ernannt und segelte am 13^11 Mai 1787 auf der Fregatte SiriuS, von zehn andern Schiffen begler t, mit 564 männlichen, 192 weiblichen Gefangenen und 2ir Seesoldaten nach Neu-Südwallis ab, wo diese *•) M. s. sowohl den beiliegenden Plan, alt auch die Ansicht vo» Sidney. Taf. r. u. s. Australien» 136 kleine Flotte am lgten Januar 1788, also acht Monate nach ihrer Abreise von Europa, anlangte, nachdem fle unterwegs nur ZchPerfonen durch Krankheit oder andere Zufalle verloren hatte. Man überzeugte sich bald, daß die Botany Bai sich nicht zur Anfledelung schicke, und verlegte daher dieselbe nach der nahen Bai von v 0 rt - Iack- son, wo man sogleich den Grund zu der Stadt Sid» ney legic ®i den grossen Schwierigkeiten, mit welchem die Colonie Anf.;n„s zu kämpfen hatte, war es ein großes Glück für dieselbe, daß ein eben so that ger und entschlossener , als einsichtsvoller und milder Mann , wie Ca- piran Philipp, ihr Gouverneur in den ersten schwierigen fünf Jahren der Entstehung war. Menschen, die an keine nützliche Arbeit gewöhnt waren, sollten ein Land urbar machen, das ihnen nichts als Wasser, Holz, Boden und Fische, übrigens keine nahr- hafien pflanzen, keine Hauskhiere, kaum einiges Wjld- prct darbot. Alles was zur Ernährung, Wohnung und Kleidung einiger Hundert Menschen nothwendig erfordert wird, mußte eben sowohl, als jedes erforderliche W rkzeug bei den ei>.zuleitenden Arbeiten, aus Europa oder Ostindien hierhergeschofft werden. Getre de, Gemüse, Obstbaume, Rinder und Schafe, Hausgeflügel, Arzeneien, Leinwand, Tücher, Bellen, Haus-und Küchengeralhe, Möbeln, Acker-und Handwerks - Gerathe, — Alles fehlte hier, AUeS mußte auf Schiffen zugeführt werden. Ja Commodoie Philipp brachte ein völlig zugerichtetes Gebäude aus Europa mit, so, daß es nur aufgeschlagen werden durfte, und wenig Tage nach der Ankunft der Flotte bereits im Stande war, den Kranken am Bord der Schiffe zum Zufluchtsorte zu dienen. Dieses in Eu- \ ropa gezimmerte HauS steht noch auf der Nordwestfeitc der Stadt Sidncy und dient der Colonie als Milita:- > Neu - Holland, >37 Hospital. — Wahrlich, wenn man bedenkt, wie oft auf dem festen Lande die Menschen, in einigermaßen schwierigen Fällen, sich sticht zu helfen wissen ; so muß man die Thätigkeit und Gcschicklichk»it der seefahrenden Nationen bewundern, wclche in kurzer Zeit aus Wüsten bewohnbare» mit allen Bedürfnissen des Lebens versorgte Städte zu erschaffen wissen. Um Ackerfeld zu gewinnen» mußten Wälder verbrannt, und die zurückg kliedenen Wurzeln der Bäume mit unendlicher Mühe ausgerottet werden, und oft zeigte sich nachher der Boden undankbar, daher die Operation in andern Gegenden wiederhohlt werden wußte. — Nahe an der Küste besteht der Boden durchaus nur aus Sand und Stein. Dieser Umstand mußte die ersten Colonisten muthlos mächen, und ließ sie glauben, daß sie in eine unfruchtbare Gegend gerathen waren; erst spat. r überzeugte man sich, indem man weiter vorwärts gjeng daß das Land jn Ansehung der Fruchtbarkeit des Bodens keinem anderen nachstehe. Aber wie viel Zeit war erfoiderlich, um die erste Erndte m'oglich zu mästen! Wie lange mußten viele Arbeiter stch mit den zum Theil verdorbenen Nahrungsmitteln, wclche die Schiffe zuführten, begnügen, ehe einheimisches Brod uud Fleisch genoss, n werden konnte. Alle diese Schwierigkeiten sind nun überwunden; der Hauptort der Colonie gleicht bereitS einer Europa,schcn Stadt, in deren Umkreis sich mehrere D rssr erheben, unh 10,000 Colonisten finden in den Niederlassungen Unke, halt, ja Gelegenheit sich durch Industrie und Handel, Wohlstand und Reichthum zu erwerben. Einige Notizen über den Zu, stand des Ackerbaues, der Viehzucht, der Handwerke, Ma- nufactureu und des Handels werden hier nicht am unrechten Orte stehen. Man baut in der Niederlassung Weizen, Gerste und Mais ; der Erste dient zur Nahrung für d,e Einwohner» der >38 Australien. Letzte für da- Vieh. Gerste wird nicht allgemein gebaut. Die Methode, welche die meisten Pachter bei dem Anbau des LaudcS beobachten, besteht in Folgendemzuerst werden die Baume niedergehauen oder vielmehr dadurch gefällt, daß man Feuer an den untersten Theil des Stammes legt. Die also gefüllten Baume werden dann auf einen abgesonderten Hausen gefegt und in Asche verwandelt. Diese Arbeit ist sehr beschwerlich und erfordert viel Zeit; es ist aber unerläßlich, die Baume vom Felde weg» Zuführe», weil man beobachtet hat, daß die Erde, wor» auf das Holz verbrannt wurde, erst nach mehreren Jah- _ reu fruchtbar wird. Die Wurzeln lassen einige Feldbauern in der Erde, weil eS viel Zeit und Kosten erfordert, sie auszurotten. Dieß erschwert aber die Bestellung, und verringert den Ertrag. — Ist die Erde nun von den Bäumen entblös't, so grabt man sie auf und zerschlagt die Schollen mit der Hacke. Sodan» wird gesäet und darauf gceggek. Weizen wird gewöhnlich vor dem ersten Julius ge» säet, und Mais vor Ende des Septembers; dar erste reift im November, und wird um Weihnachten gearndtet. Der Mai- wird im Januar reif ; die Acrndte fangt im Februar an, und verlängert sich bisweilen bis zum Mai, je nachdem die Saat früher oder später vorgenommen wurde. Tritt in den Monaten August und September Trockenheit ein, so ist die Weizenarndte nicht ergiebig; der Mais wird oft durch die heißen Winde im December verbrannt. — Für Weizen zahlt man in der Regel 6 Schilling für den Scheffel, und für Mais 5 Schilling. Daß in den Gärten der Colonisten alle Küchengewächse, wie in Europa gebaut werden, ist bereits oben jS. 1 1 5 ) erwählt worden. Wahrscheinlich wird auch der Weinbau in Kurzem dort Gewinn bringe», und steht vielleicht jetzt schon /in Neu» Holland. 'S» vollem Gedeihen, obgleich die ersten Versuche mißlangen. Die Regierung halte eine große Anzahl Franzosen hinge, schickt, um Versuche mir dem Weinbau« anzustellen. Da aber kie ersten Anpflanzet der Reben auf einen einzigen Ort leider Stadt Paramatka beschrankt waren, so lag vielleicht an diesem die'Ursache bei Mißlingend; denn in aücn Garten von Sidney gedeihen die Brasilianischen Trauben und die vom §ap vortrefflich. Lie Viehzucht hat schnelle und bedeutende Fortschritte gemacht. Die ersten Versuche der Regierung und einiger Privatleute, zur Einführung und Zucht der Hauslhiere-a'uf Lcr Evlonie, mißlangen, weil ei außerordentlich schwer war, ste vom Eap oder Indien über das stürmische Meer bei? sudl chcn Halbkugel zu transportircn. Drei Vierlel der Thiere kamen auf der Reite um und das letzte Viertel litt nach der Ankunft noch durch allerlei-Zufalle. Zeit und Beharrlichkeit haben diese Schwierigkeiten überwunden und die Eolouie besitzt bereits mehrere Heerden. In den Vlehhefen, welche der Regierung gehdren, zahlw man allein, wahrend Anwesenheit, 24 ;o Stuck Riiidoich, deren Zahl all,ahrlich sich um ungefähr den vierte» Theil vermehrt. Das Hornvieh besteht aus einer gemischten Rasse, denn man hat Rinder vom Cap, von Brasilien und Bengalen bringen lassen Das Flusch ist vortrefflich, die Kühe geben aber weniger Milch als in England. Die wilden Ochsen (d. h. diejenigen, die sich in der ersten Zeit der Niederlassung in die Wildmß verliefen und sich schnell vermehrten) sind eine reine Raff? vom §ap Man bedient stch der jahmen Ochsen zum Ackerbau, sowohl auf d»n Gütern der Regierutig, als auf den großen Pachtungen der Colouisten. Noch wichtiger ist die Schafzucht. Heir Arthur, rin reicher Gutsbesitzer in dieser Eolonie, welcher selbst, (außer 27 Pferde» und 182 S'ücken Hornvieh) eine Heerde vrnmehr als chouo Stück Schafen besitzt, versichert in einer 140 Australien. hierüber erschienenen Abhandlung, daß innerhalb 20 Jahren Neu - Holland allein werde dem Mutterlandc olle Wolle liefern können, die tl bisher von dem Au-lande bezog; denn bei der weiten Ausdehnung der Weiden, und der starken Vermehrung der Schafe kann man Millionen dieser Thiere hier halten. —Man hat hier die Asiatischen undAfrikani- schen Schafe durch Spanische veredelt und diese Veredelung gehl unter so günstigen Umstanden immer weiter. Die Ziegen gedeihen weniger und sind daher vernachlas, sigkt. Die Schweine haben sich unter ollen Thieren am meisten vermehrt. Sie stammen zum Theil von den Freund- sch a s i S und SocietatSiJnseln. An die Deportir, ten wird nur Schweinefleisch vertheilt; da- Pfund kostet dort sechs PenceS (ungefähr 4 Groschen Sachs.); Hammel- und Rindfleisch aber i 8 Pence-. Alle Officiere, Beamten und mehrere Kolonisten haben Pferde. Pcron berichtet von einigen Gutsbesitzern, daß sie 10, 17 bi-27 Pferde hielten. Alle kommen von einer Vermischung der Nassen vom Cap, von Bengalen und der Englischen, wodurch sie aber nicht- gewdnnen haben. Auch Wild hat man hieher gebracht. Die Kaninchen, die man ausgesetzt hatte, sind nicht wieder gesehen worden. Besser werden hoffentlich die Dammhirsche aus Bengalen gedeihen. Mit Geflügel aller Art sind alle Celoniflen überflüssig versehen. Man findet Truthühner, eine große Gattung Brasilianischer Enten, Gänse vom Cap und endlich Hühner au- allen Landern. Im Jahre 1804 wurde die Zahl der Hau-thiere folgendermaßen berechnet: Pferde.450 Hvrnvüh.3,500 ' Schafe ........ 16,000 Schweine14,000 Neu - Holland. 141 In demselben Jahre halle die Regierung bereits,52,000 Acre- *) Land verlhcilt, wovon 17,000 schon fruchttragend waren. Die Bevölkerung der ganzen Statthalterschaft betrug nach der Zahlung in demselben Jahre 8 > 9 10 Seelen, wovon jedoch 1100 auf der Insel Norfolk und 400 auf Ban -- Diemens - Land gerechnet wurden. Die Manufacturen, welche man anzulegen versucht hat, beschränkten sich bisher auf Verfertigung irdener Geschirre zum täglichen Gebrauch, Fayencenfabriken, einiger Gattungen Muffeline und grober Daumwvllenzeuge, welche von den Weibern der Vcrurtheilten zu ihrer Kleidung gewebt werden. Man brallt auch Bier und zwar in ziemlicher Menge; weil aber statt Hopfen eine Art von Solanum zugesetzt wird, so hat da- Bier, biS man sich daran gewöhnt, einen widrigen Geschmack. — Kornbranntwein zu brennen, ist streng verboten. Eine so junge-Cvlonie kann noch keinen ausgebreiteten Handel haben. Sie muß dafür sorgen, ihre eigenen drin- genden Bedürfnisse erst zu decken, ehe es ihr gelingt, Produkte über den innern Bedarf, für den auswärtigen Hon« del zu gewinnen. Ueberdies fehlen ihr» bei dem Mangel innerer Fabriken, eine Menge Maaren, welche sie aus der Ferne bezieht, und wofür sie vor der Hand nichts alt Ge- *) Im Jahre 1792 waren im Ganzen -ooc> AcreS für die Regierung, und etwas über r7oc>AcrcS Privateigenthum urbar gemacht, ohne die Niederlassung auf N 0 r f 0 l k s-J n fr l zu rechnen. Im Jahr- 1796 lebten in dem ganzen Gvuverne, ment von Neu-Eüd Wallis 4848 Europäer und übet; 5000 AcreS waren urbar von denen über die Hälfte den Eoloni» sten gehörten. — Ueber die Geschichte der Colonie findet man Nachrichten in den Schriften von Philipp, H unter, Co l l in s ,0.; m. vergl. For ste r's Ma g az 1 n (Berlin, bei Boß,Bd. 1 . und 11 .) und Spreng«l's Auswahl »d. XU, Austratten. 1 4äi trerde arisführen kann, da-aber in bem nahen Indien, w,o die Einw'ohner nur R iß essen, wenig Absap finde! Die Artikel, deren die Colonie aus Europa bedarf, sind b eile Tücher, kurze Waaren, Musselin«, Hutwacher-Arbeit, Schuhwerk, Weine, Buner, Seife, Eisenwaaren und grobe Schlrsserarbcit, Segel-und Tauwerk, nebst Blei. Aus Indien bezieht sie seiden« und baumwollene Zeuge. Thee, Zucker, Coffe, Gewürze, Tabak, Porzellan, gebrannte Wasser und Reiß. (?$ ist sehr begreiflich, daß bei diesem grossen Bedarf an ausländischen Handelsartikeln, und dem geringen Lor- rath an eigenen, gangbaren Produeten, die Colonie keinen Ueberfluss, ja sogar Mangel an baarem Gelde haben müsse. Als Bezahlung im Handel und Wandel cursiren daher Scheine, wodurch der Schuldner Zahlung zu leisten oec- sprichl; ausserdem vertritt hier der B.anntwein die Stelle der Münze. Zeder kann Scheine ohne Einschränkung ausstellen ; sie wandern aus einer Hand in die andere, und sind wahres Papiergeld, dessen Werth aber nur durch den Credit der Privatpersonen bestimmt wird. Bon Münze sieht man nur Pennys, die zu dopp klein Nominalwerthe coursiren. Don eigentlichem Silbrrgeld kommen nur ein ge Spanische Piaster in Cirkulation. Dieser Mangel an Baarschaft hat nicht nur allerlei Unregelmäßigkeiten veranlaßt, sondern ist auch, wie überall, für die Industrie von nachtheiligen Zol« gen. Die Leichtigkeit Zettel auszustellen, macht di« Menschen unbesonntn, leichtsinnig und oersck wendersick, sie geben mehr aus, als sie je einjuldsen im Stande sind. Daraus entstehen zwischen den Kleinhändlern und den Landeigenthümern, die ihnen die Materialien liefe,n, so viele Pro, kisse, daß die Civilbeherdeii nie ohne Bkscha>ligung sind. Durch eben diesen Mangel an baaiem reelle sehen sich auch die B-scher von Grundstücke» gencthigi, eine Menge ta ihrer Haaihallung nothwendiger Gegenstände gegen Er- Neu. Holland '^ 3 - zeugnisse ihre- Boden- auszutauschen. Rmi hat aber der Kaufmann, welcher mil jenen Artikeln handelt, oft nicht Korn, sondern Geld nöthig; laßt er es sich also gefallen, Getreide statt Münze anzunehmen, so geschieht dieses nur zu den niedrigsten Preisen. Die- bewerkstelliget er aber mit gewisser Feinheit, nicht durch Herabsetzung des Kornpreises, sondern durch Steigerung seiner eigene« Waare. Auf solche Art verschafft er sich einen Vorrath von Getreide, der ihm wenig kostet, und den Landbauer von aller Concurrenz ausschließt; denn braucht die Regierung Getreide, so kann der Kaufmann e- ihr selbst u n- te r der von ihr festgesetzten Taxe liefern. Diese Erpressung, von Seiten der Krämer, die dc« Einwohnern und der Regierung Gesetze vorschreiben, hat die letztere veranlaßt, Tran-porte mir Europäischen Waaren im Lande herum zu schicken, und diese den Colonisten, gegen Erlegung von FO Procent des Einkaufspreises, zu überlassen. Allein diese Maßregel hat ein anderes Uebel erzeugt; sie hat zur Verminderung der Landesindustrie beigetragen. Der Landbauer, welcher weiß, daß er st ine Bedürfnisse aus den öffentlichen Magazinen auf Credit beziehen kann, wird dadurch sorglo- und trage. Er weiß, daß die Regierung ihn nicht mit Strenge zur Bezahlung anhalten wird; daher verschiebt er, unter dem Vormunde schlechter Aerndten, den Termin» und vergrößert wohl noch seine Schuld, bis er zuletzt insolvent wird. Da aber die Regierung, wenn ihr die Colvnie nicht immerfort eine bedeutende, auf ihr lastende Ausgabe, verursachen soll, dabei interessirt ist, daß durch größere Ausfuhr der Preis der Einfuhr nicht nur gedeckt, sondern das noch etwas gewonnen werde, um baares Geld zu erwerben: so ist zu erwarten, daß ihr Interesse sie bald über die zweckmäßigsten Maßregeln belehren werde, wodurch der Activhandel befördert werden könne. Australieit. 144 Bis jetzt sind die einzigen Producte, welche die Calonir auszuführen hat» Thran und Haute eon Seehunden und Fischbein. Bon den beiden ersten Artikeln wurde im Jahre i 804 eine Ladung von 400 Tonnen nach England au-ge- führt. Die Seehunde aber scheinen sich durch die uneingeschränkte Jagd, welche a if sie gemacht wird, sosehr ju verhindern, daß eine völlige Ausrottung derselben zu befürchten ist. Ei ist nicht unwahrscheinlich, daß die Colonie Kohlen und Eichenbretker mit grossem Borkheil nach dem Cap, sowohl zum Schiffbau, als für die Bedürfnisse der Einwohner ausführen könnte. Dar wirksamste aber ist nur von einer größeren Jndu. strie milder Zeit zu erwarten. Ehe Manufakturen gedeihen können, müßte mit rohem Material gehandelt werden. Baumwolle würde wohl, unter allen Prokucten, am besten gedeihen; sie könnte mit grossem Borkheil, von Port-Jackson an, bjj in die nördlichen Gegenden, angebaut und auf einesichere und einträgliche Art nach China verführt werden; besonders in der Fahrekzeit, wo der Nordvst Mousson weht» in welcher die Schiffe aui Indien nicht gerade nach Canton rechn können ; die aber für Ladungen aufs Port-Jackson die günstigste ist. Wirklich braucht ein Schiff, dar von letzte, rem Orte unter Segel geht, gewöhnlich nur FoTage, um Canton zu erreichen. Die Handlungsschiffe der Colonii bestanden vor zehn Jahren, aus etwa luSchoonern oder Slvops von 30 bis s^o Tonnen, die in der Dasi's Strasse zum Fang der Seehunde gebraucht wurden; und in einigen verdeckten o)er halbverdeckten Fahrzeugen und Barben von ><> bis 1FTonnen, welche das Getreide von dem HawkeSbury-Flusse n.ich Port-Jackson verführen. Einige kleinere Fahrzeuge, auch «ine von LLo, und eine andere von ^00 Tonne», lagen auf dem Stapel. Neu - Holland. *45 Außer Englischen Schiffen kamen bisweilen Americanex nach Port-Jackson, die aber ihre Rechnung nicht fanden, weil es am baarem Gelde fehlte. Auf diese Bemerkungen über den Handel der Eolo- nie, müssen wir eine kurze Schilderung der Verfassung und Regierung folgen lassen, worauf die Leser um so muaieriger fern dürsten, als es interessant ist, die Gescye zu kennen, noch denen eine aus den Bolkrhefen eines andern Landes zu- sammengesekie Mensck)cnmass' regiert wird. Daß wir hier jedoch nichts anders, als eine Art von Militär-Gouvernement erwarten dürften, er giebt sich aus her Natur der Sache. Die höchste militärische Gewalt liegt in den Handen des Gouverneurs, in sofern er Generalcopitan ist und in dieser Eigenschaft allgemeine Kriegsgerichte anordnet, ihre Urtheilsbrüche bestätiget oder für ungültig erklärt; er hat auch dass Generalcommando über alle königliche Schiff?, welche njcht unter eigenen Haocncapitöns fahren. AIS Cioilbeamter hat der Gouverneur das Recht, s» oft die Umstände es erfordern, ein Civil - oder Criminalge» richt zusammen zu berufen, das ausRichtern und Advoea- ten besteht, wobei drei Officiere von der Armee und eben s» viele von der Marine von dem Gouverneur als Beisitzer ernannt werden. Dieser Gerichkshosleikct die Proceduren ein, verhört die Angeklagten und urtheilt zwar im Geiste der Englischen, für ein freies Volk entworfenen Gesetze, doch hat die Entstehungsart der Colonie es nothwendig gemacht, mehr ein bei Kriegsgerichten übliches Verfahren einzuführen. — Merkwürdig ist, daß kein Todesurteil des Crunitialgerichts vollzogcn werden kann , wenn nicht eine Majorität von fünf Stimme» gegen zwei vorhanden ist; durch die bloße Majorität wird der Angeklagte ohne Appellation frei gesprochen, b.s der Wille des Königs über die Angelegenheit bekannt gemacht wird. AnNrulien. ^ Australien. *4Ö Der Gouverneur besitzt das große Vorrecht der Begng- biounq, und zwar ertheilter, nach Befinden der Umstände, nicht bloß den Personen Gnade, welche durch dieEoloniol- Gerichte verurtheilt sind : er kann selbsi die Strafe derer mil» Hern oder aufbeben, welche aus England als Verbrecher, einem dort gefällten Spruche zu Folge, hierher gebracht wurden.— Diese Begnadigungen sind entweder bedingt oder unbedingt. Durch jene wird demDeliquentens, ine Strafe in der Cvlonie erlassen, und er wird in seine bürgerlichen Rechte wieder eingesetzt, ohne jedoch nach England zurück kehren zu dürfen; seine Deportation wird also in eine einfache Verbannung verwandelt. Wer hingegen unbedingte Verzeihung erhält, kann sogleich und ohne alle Einschränkung nach England zurück kehren. Dai Eivilgericht besteht aus einem Richter - Advocaten «nd zwei Notabcln, oder in der Eolonie ansaßigen Gutsbesitzern ; sie werden von -dem Gouverneur ernannt, an den rnan gegen die Aussprüche dr- Tribunal- appelliren kann. Betragt der Werth des streitigen Gegenstandes über 300 «Pfund Sterling, so findet 00« dem Gouverneur noch Appellation an den König in feinem Staalckrathe Statt. — Auch werden von dem Richter-Advocaten, in Verbindung mit einem Frieden-gericht, ungerechte Deportationen untersucht. Dieß ist eine sehr wohlthätige Anstalt, da auch in dem freien England, durch Einfluß der Großen, bestochene falsche Zeu, gen und Cabale, mancher Unschuldige verfolgt und verurtheilt werden kann. Der Gouverneur, der Dicegouverneur und der Richter» Advocalstnd Richter kraft ihres Amte-. Zu Friedensrichtern ernennt der Gouverneur so viel Officiere, als die Austeh» nung und wachsende Bevölkerung derEolonie erfordern. Das Tribunal oder der Gerichtshof der Viceadmira- fität ifiaui dem Vicegouverneur (Lieutenant des Gouverneurs) als Richter, aus lem RichterrAdrvealcu und einem Neu, Holland. *47 KrikgSprofoS zusammengesetzt. Unter die Gerichtsbarkeit desselben gehören alle Vergebungen, die auf dem Meere oder denHaoen innerhalb der Gränzen drS Gouvernement-von Neu - Süd - WalliS begangen werden. Die Verordnungen zur Uufrechthalkung der inneren Polizei gehen voni Gouverneur aut und andrn sich nach den Umstanden. Oeffenklickk Sicherheit, Bestimmung det ArbeitslobneS, Einrichtung der Märkte und die Derihei» lung der öffentlichen Arbeiten unter den Deporlirten, — , dieß sind die Gegenstände der innern Polizei. Die Wcjchbilde» der Städte Sidney und Paramatt« sind jede in vier Districte eingetheilt, zu jedem derselben gehört ein Oberconstabel *) oder Polizeiausseher, dem von den Einwohnern noch dn i Unterconstabler zugegeben werden. ES giebt hier noch eigene Jnspectoren oder Aufseher der Arbeit, welche sich vierteljährig versammeln, um den Preis der Arbeit festzusetzen. Bor zehn Jahren betrug der Laglohn für Feldarbeiten einen Schilling, wofür sich der Arbiter selbst ernähren mußte. Jeder Arbeiter, welcher sich weigert, für diese Bezahlung zu dienen, kann sogleich festgesetzt und alS Vagabund« behandelt werden. Die öffentlichen Arbeiten werden von den Berurtheil» tcn verrichtet; zur Ausbesserung der Straßen von Sydney und Paramaiia nimmt man die zur Ketienstrafe verur- theiltcn Deportirten. ' * Jeder Civil - und Militärbeamte erhält ein oder zwei solcher Zwang-arbeiter, die von der Regierung ernährt und *) Ein in London berüchtigter Gauner, George B a'r i » q» ton, der hierher transportirt wurde, versah mehrere Jahr« lang zu Paramatta daS Amt eineS Obercvnstabels mit so viel Rechtschaffenheit und Diensteifer, d^ß die Regierung vollkommen mit ihm zustieden war. Traurig ist et, daß dieser talentvolle Mensch, nachdem er ei einige Jahre mit der Rechtschaffenheit »ersucht hatte, blödsinnig wurde. K 2 »48 Australien. gekleidet werden , zu seinem Privatdienst. Braucht tt mehrere, so muß er sie stahlen. In Betreff der Arbeitsstunden und der Rationen swb oüf Deportieren, str mögen für Rechnung des Staats oder bei Privatlcurin arbeiten, durchaus gleichen Bcrvrdnungen mttrrworsen. Wer Deportirte in seinen Dienst nimmt, dach dieselben nicht bestrafen ; bei Klagen über schlechte Aufführung oder Nachlässigkeit werden sie, nach Befinden des Gouverneurs, gegen andere zurückgenommen und zu den öffentlichen Arbeiten verwendet. Die Zahl der Depot kirren, welche den Privatleuten bewilligt werden, hangt von der Willkühc des Gouverneurs ab: im Allgemeinen steht es jedem Aufseher oder Officier frei, so viel Depvrlirte in seine» Dienst z» nehmen, als er zu unterhalten im Stande ist. Die Regierung gebraucht die andern zum Anbau und zur Uebermachung der Staatslandcreien, zur Anlegung von Straßen, in den Ziegelhütten, oder zum Behauen von Zimmerholz und Pallisaden. Alte Leute, Gebrechliche und Schwalle werden als Auswarter in den Hospitälern angestellt. — Die weiblichen Gebrechlichen muffen den Mais oder da- Türkische Korn ausjäten , einsammeln und reinigen, nber spinnen, für die Krankenhäuser waschen, und hölzerne Pflöcke verfertigen, mit denen man da- Bauholz der Dächer zusammen fügt. Das ganze Jahr hindurch beginnen alle diese Arbeiten mildem Ausgange und enden mit dem Untergang der Sonne; dabei wird eine Stunde für das Frühstück und dritte halb Stunden meiden für das Miltogseffen fteigegeben. Alle Bsrurtheil- ten (die in den Gefängnissen aufbewahrten ausgenommen) haben den Sonnabend für sich» nm Pflanzen nnb Gemüse zu eigenem Gebrauch anbauen zu können. Zur Ern uvte» rang zu solchen Arbeiten versieht die Regierm g ste milder Saat und setzt Prämien für diejenigen aus, welche am mei, sten Eifer und Fleiß zeigen. / Reu. Holland. 149 (5$ ist auffallend, daß unter den Deportirten weit we« niger Leute gesundet» werden, welche ein Handwerk verstehen. oder zu nützlichen Arbeiten gebraucht werden können, als vielmehr solche, welche allerlei Luxuiartikel verfertigen, oder Krämer, Ladendiener, Gentlemen-, Kammerdiener, WKutscher rc. Diese können nur wenig Dienste leisten» und bringen, ihrer ausgelassenen Sitten wegen, der Eolonie vielmehr Schaden. •>'. Alle Einwohner der Colonie lassen sich in vier Klassen einteilen: I) Zivil, und Militarbeamke, die zugleich Gü» terbcfltzer sind ; 2) Leute, welche sich freiwillig in der Eolonie niederlassen; 3) Deporlirle, die sich nach Ablauf ihrer Strafzeit angesiedelt haben; und endlich 4) die noch die Strafe leidenden Verbrecher. Die Beamten und Officjere, welche vorzugsweise ge«- brannte Wasser erhalten, und damit Alle-, wa- auf den Markt kommt, einkaufen können und, mit wenigen Au-- nahmen, eigenthümliche Landgüter besitzen , leben hier bequemer und in größerem Ueberflusse, al- in England mit gleiche» Einkünften geschehen könnte. Butter und Wein sind die einzigen Artikel, die sie für ihre Tafel au- Europa beziehend Unter den freiwillig Angesiedelten giebt c-nur wenige Individuen von Geburt und Erziehung. So viel Ursache auch mancher selbststandige Engländer haben mag, in Europa mit seinem Verhältnissen unzufrieden zu seyn ; so entschließt sich doch selten einer, in Neu - Süd - Walli- ein Asyl zu suchen. Nur Menschen, deren ganze- Streben auf Erhaltung der physischen Existenz, und auf sonst nicht- gerichtet ist, wandern alleufallt nach Port - Jacksons und unter.dies, tt gieb» es einige, welche dnrch Beharrlichkeit und Industrie sich zu einigem Wohlstand erheben. Diese Menschen sind l zugleich als die Stammwurzeln zu betrachten, au- bxne lchie eh li ^)en Einwohner der Colonie hervorgehen sollen. » 5 * Australien' Die, nach Derlaufihrer Strafzeit, zu Lolonisten gewordenen Leportirten haben gr'oßteniheils ihr Schicksal verbessert. Sie find für den Menschrnbeobachter unstr iiig d«r interessanteste Theil der Bewohner. Der gemülhvvllc, edle Peron wurde, weil er Ordnung und Rechtlichkeit unter ehemaligen Verbrechern fand, vielleicht zu großen Lob prüch^ zum Besten derselben verleitet; der rohere Seemann Lyurn- bull kann dagegen nicht lieblos genug von ihnen sagen. An fortgesetzten, gründlichen Beobachtungen, wie und wodurch diese Menschen ihre» Sinn oder ihre Handlung-weise andern, fehlt es bis jetzt, so sehr sie auch zu wünschen waren. Die Aufmunterung, welche die Regierung denjenigen bewilligt, die mit eigenem, freien Entschlüsse sich in 9t e u- S ü d W a l l i i ansiedeln, besteht in freier lieberfahrk und Leben-mitteln für ste und ihre Familie. Bei ihrer Ankunft werden jedem lln»erheurathel«n hundert, l^dem >x>erh»ura- thaten aber hundert und fünfzig, und für jede» Kind noch zehn Morgen Land angewiesen. Fünfzehn Jahre lang sind bisse Grundstücke von allen Abgaben und Auflagen frei, nachher wird für fünfzig Morgen ein Schilling Avgade entrichtet. — Jeder angehende Colonist erhält alle-, was er zur Eimichrung seiner Landwirlhschafk n'vlhig hal, so wie auch da- Getreide zur Aussaat; er findet überdies auf seiner Pach, tung eine fertige Hütte, und die Regierung ocrstehl ihn auf achtzehn Monate mit Lebensrnitteln. Man überlaßt ihm ferner ein Jahr lang zwei von den, zur Disposition der Regierung stehenden Deporiirten, »hne daß er nöthig hätte, ihnen Lohn oder Kost zu geben. Endlich ist eZ auch der Gebrauch, joden» neuen Colonisten zwei seile Mutterschweme »it ihren Jungen nnd außerdem Geflügel auszutheilen, dai «ut dem Verrathe der Regierung genommen wird. Die erlösten Verbrecher, d. h. diejenigen, welche ihre Strafzeit überstanden haben, und in der Colonie sich an- jufiedeln wünschen, erhalten dreißig Morgen, wenn sie I Neu- Holland. l 5* allein, fünfzig, wenn sie verheurathet sind, und für jedes Kind noch zehn Morgen mehr ; überdirß alle Begünstign», zcn, welche den freiwilligen Colonjsten zugestanden werden. Di« Landereien werden unter der Bedingung an die Colonisten überlassen, daß man auf der Pachtung wohne, und sie urbar mache» auch für die Erhaltung des, zum Gebrauche der Regierung bezeichneten, Bauholzes Sorge trage. (Si ist jedoch selten, daß die Officiere und Beam» tin strenge zur Erfüllung dieser Bedingungen angehalten werden. Ein großer Theil derselben besitzt Grundstöcke von großem Umfange und begnügt sich, auf denselben eiie Hütte zu bauen, und eine Schaar Ziegen weiden zu lasen, womit sie dann den Forderungen der Regierung hinlänglich Genüge geleistet zu haben glauben. Die angegebene Zahl der Acker Landet gehdrt den -flanzern von Rechtswegen; der Gouverneur kann indes- ser nach Willkür auch größere überlassen» und es sind B'ispiele vorhanden, daß ei» einziger Colonist 1,500 bis rooo erhalten hat. Unabhängig von dieser Art, sein Ge- bie zu vergrößern, haben Einige sich auch noch in Besitz solcher Landereien gesetzt, welche, dem größten Theil nach nochnicht urbar gemacht und ausgeholzet waren. Daraus ist aber ein nicht unbedeutender Nachtheil entstanden ; denn die angebauten Striche sind nun durch große Wälder von. einender getrennt, und folglich sehen sich dir Colonisten auß»r Stande, gegen die Streifzüge der Eingeborncn, die nur zu oft ihnen die Maisärndte rauben, sich wechselseitige Hülfe zu leisten. In jeder Stadt sind 400 Morgen Landes zur Unter- halting eines Geistlichen, und 200 zur Besoldung eines Schilmeisters angewiesen. In der ganzen Eolvnie gab es ab.r vvr zehn Jahren *) nur zwei Geistliche, einen in Sidiry und den andern in dem Etablissement auf Lior- *) Tlfwere R« hrichten fehlen unk. Australikn.- M* fotkS.Inset, Äie dem Schulmeister bestimmten Grund, stücke waren damals noch von Niemand in Besitz genommen worden. (äi bleibt r1n4 üoch übrig » Einige- von dem sittlichen Zustand derColonie anzuführen: Wir haben bereit- oben bemerkt,'daß die Reifenden in ihren Urtheilrn hierüber abweichen, und daß keiner seine Beobachtungen arf jieie Menschenkenntniß gestützt habe. Eine Colonie, die größten Theil- au- Verbrechern zusammen gesetzt ist, wird Nach andern Rücksichten zu würdigen seyn, olS welche in der bürgerlichen Gesellschaft iü Europa anwendbar siad. Eine der Hauplschwicrigkeilen, klar über die Art zu seh:n, wie Verurtheilte sich in die neuen Verhältnisse einer werbenden Colonie finden, besteht darin , daß man sie» unter der Benennung : Verbrecher» in eine Elaste wirft, obgleich unstreitig ein großer Unterschied unter denselben Statt findet. Viele Jrrlander giebt eS unter den Dep>r» tirten- welche nicht auS äNgebornev Bösartigkeit, sondern Äui Haß gegen eiNe Regierung» die sie, der Religion wegen , verfolgt und von den wichtigsten Aemtern ruS- fchließt, sich gegen die Gesetze drS Staats vrrgiengem, aber tn ihren Bewußtseyn sich vielmehr für Märtyrer ihre- j Glauben-, alS für Verbrecher ansehen können. Sicher werden diese Menschen, indem sie in der Eolonrc sich mit Etraßenraubern and Deutelschneidern gleich gesetzt sehen, 4 idere Gedanken haben, und sich ändert betragen, als ietziere. ! „Beinahe dir Halste der sämmtlichen Bewohner die- ! ser Colonie," sagt Lurnbull*), „sowohl männliche» alS 'we»bl chen Geschlechts» besteht auS Jrrlander», von »vclcheX «i-le blöß ihrer auftührerifchen Gesinnungen wegen, yirr- h r verbannt worden sind. — Man darf gewiß nichtvhne Grund befürchten , fahrt er fort, daß ihre verralhe.ische ^i.nkunzSart bloß in einen andern Erdlheit verpianzt *) Ä. a> L>. S. 31. NeuHolland 1 53 worden ist, und ick) halte dafür, daß ihre Transportation auf kcii-e Weise ihre Grundsätze geändert hat. " — So spricht der Engländer, und er hat Recht, die rparthei sei, riet Gouvernements zu nehmen. Anders ober wird der ^Philosoph darüber urtheilen, und es auf keinen Fall billigen kdniten, baß politische Meinungen wie verbrechen bestraft werden. So etwa- sollte man nur unter Barbaren antreffen. Turndull'S Besorgnis es könnte einst eine Rebellion unter diesen Irrlandern ausbccchen , ist in Erfüllung gegangen. Bald nach Abreise der Baudinischcu Expedition rotteten sich Mann, grbßtentheils Jrrlander, zusammen, zogen gegen Paramatta» und lieferten den vereinigten Englischen Truppen eine Schlacht, in welcher sie unterläget , Nicht sowohl, weil sie geschlagen wurden, als weil sie sich zu unvorsichtig auf die Versprechungen bet Gouverneurs verl>eß>n *) In dem das Gouvernement die Staattfeinde, wir jeden gemeinen Gauner oder andern Feind der bürgerlichen Sicherheit behandelt» zwingt es jene zu einer ewigen Feindschaft und reiz» sie zur unversöhnlichen Rache. Menschlicher und der Ehre eines edrlmülhigen Volkes angemessener «rärc es, die sogenannten revolutionären Irr. lander von dem Augenblicke, wo sie im fernen Welttheile der Europäischen Verfassung nicht mehr schaden können, als freie Leute anzus.hen, ihnen Bedingungen vorzulegen, unter welchen sie Schutz und Unterhalt in der Evlonie finde« könnten, und wenn sie solche eingehen, sie dann nur nach diesem neuen Staaltvrrtrage zu richten. Liebe und Dankbar, feit würden bann diese Menschen an da- Gouvernement frs. scln, indem sie jetzt, unter der Last der Ketten und unti» dem Druck gezwungener Arbeit, nur einen erbarmvngsloseo Tyrannen erblicken müssen. Peron a. a. T>. G. 479. *54 Australien. Nach dein Berichte der Reisenden scheint es, alS verstehe stch da- Colonial - Gouvernement von Neu - Süd - WalliS noch nicht sonderlich darauf, die Gesinnungen der Deports, ten für stch zu gewinnen. Ja die Regierung scheint mehr damit beschäftigt, die Verbrecher zur Arbeit, die ihr Gewinn bringt, anzuhalten, als aufihrc Sittenverdcsserung heilsam zu wirken. Die meisten Zolonisten führen eine sehr ausgelassene Lebensart, und noch hat die Regierung keine durch» greifende Maßregel ergriffen, um dieser allgemeinen Der» derbniß Schranken zu setzen. Mechanisch straft ste nach den Gesetzen die Au-scbweifung; aber um Menschen, (Verbrecher, Verirrte und ander- Gesinnte,) nachdem sie einmal die Ehre verloren haben, wieder mit der öffentlichen Sittlichkeit zu versöhnen, dazu scheint sie, außer der militärischen Gewalt, noch wenig wirksame Mittel zu kennen, Sie überlaßt e< der angcbornen Güte bor menschlichen Natur, die Verirrten wieder auf den rechten Weg zu führen. Wie wenig aufmerksam die Regierung auf Dinge ist, die den mächtigsten Einfluß auf Sittlichkeit haben, mag folgende Schilderung eine- Augenzeugen beweisen*). Wenn ein mit verurtheilken Weibern beladeneS Schiff anlangt, darf jeder unoerheurathete sich an Bord deffelben begeben, um sich eine Frau auSzulesen, die er sogleich mit sich nach Hause führt, ohne einer andern Zeremonie, als der Einwilligung seiner Auserwählten zu bedürfen; da von diesem Augenblick an die Kosten der Nahrung und Kleidung für die Regierung wegfallen, so bekümmert sich diese auch um nichts weiter. Für alle weibliche Gefangenen, welche nicht aufdie angezeigte Weise unterkommen, hat die Regierung zu sorgen, diejenigen aber, welche noch einige Reize besitzen» 57 ali 270 geographische Mellon von Port, Jackson enfferni ist, und ganz außer dem Horizont von Neu - HollandHegt. Wal von dieser Statthalterschaft aus dem neuen Conti- nente liegt, wird die Grafschaft C u m b e r l a n d genannt; sie ist gegen Osten von dem groß.» südlichen Ocean, gegen Norden von der Brocken-Bai und dem Flusse HawkeSbury, gegen Süden von der B 0 t a n y B a i und dem GeorgS-Flusse, und gegen Westen von den blauen Bergen begrönzt, welche diesen Landstrich in GestaX einet großen Halden MondeS einschließen. Gegen die Mitte deS prächtigen HafenS vonNvrt« Jackson, auf dessen Südseite, erhebt sich S i d n e y *), die Hauptstadt der Grafschaft Cumberland.und aller BriNiscbcn Niederlassungen in Australjem. Sie liegt an einer ^rr vorzüglichsten Duchten, Sidney Zove genannt, und am Abhänge zweier nahen Hügel; wird ihrer Lange nach von einem kleinen Bache durchschnitten, und bietet aus diese Weise Fine angenehme und malerische Ansicht dar. Zwei Dersch'anzungen von Rastn, vertheidigen den Zugang der ausblühenden Stadt und ihren besondern kleinen Hasen. An der mittäglichen Spitze, am Eingänge der Rhede, liegt der S i g n a l-H a v e n ; durch Wiederhohlung der hier gegebenen Signale, wird die ganze Colonie von der Ankunft eines SchisseS benachrichtigt. — Die öffentlichen oder StaakSge- baude sind: das Haus deiGouvcrncurs, im Italienischen Geschmacke erbaut; und mit einer einfachen Eolonade umgeben; die Wohnung deS Bixe-Gouoerneurs, in Gestalt eine-. Indischen Brrngalpn; die Casernen, die Officierswohnungen, eine Sternwarte, ein HoSpital für 2 hiS Kranke, ein Gefängniß für 150 bis 200 Gefangne, die Magazine für Lebensrnittel, Gelranke, Kleidungsstücke, Möbeln und Ackerge- rathe, für Schiffömatcrialien, die Slaaisbäckerei rc. Ei» *) M. s. dem beiliegenden Plan uyd Ansicht e»n Sidnev Taf. i und r». Australien. *58 großerGarten,hinter dem Hanse des Bice-Gouverneurck, vereinigt die pflanzen ollrrZoncn *). Ein anderer schöw r Gar< ten vor dem Hause des Gouverneurs, enthalt tr«ffl che Abstund andere Baume« —- Auf dem großen Schiffswerfle wird dasSchiss, auf welchem B a ss die, nach ihm benannte, Straße zwi'chrn P a n-D iemen Insel und N e n-H o l l a n d entdeckt-, als eine Rel quie aufbewahrt. Weiter östlich bei einer e genen Bucht werden dje kleinen Schisse erbaut, die auf der?Wallssschfang und Robbenschlag, sowohl nach N e u- Seeland, als in die B a ss s G t r a ss e ausgeschickt wer» den. Unfern diesem Platze ist auch eine beträchtliche Ziegelbrennerei und die reizende Wohnung des Herrn Palmer, General Commissars der Regierung. — Die Stadt zahlt ungefähr 2 50 Häuser, welche theils von Steinen, theils von Ziegeln, oder auch von Holz erbaut sind. Jedes HauS hat einen kleinen Garten. —Eine einzige Straße ausgenommen, hat die Ungleichheit des Bodens es nicht erlaubt, nach der Schnur zu bauen. — Die Bevölkerung von Sidney giebt Lurnbull zu 2600 Seelen an und bringt sie unter folgende Klassen: Das Militär und die Civilbeamten 4.50 Köpfe. Verbrecher, welche von dem Staate zu 'ossentlichen Arbeiten bei dem Brückenbau, bei den Batterien, bei dem Schiffsbau jc. gebraucht werden.400 — Schneider, Schuster, Bäcker» Fleischer, Zimmerleute, Maurer.250 — Fischer.20 — Leute, welche hauptsächlich zur Schifffahrt gebraucht werden, Bauholz und Getreide herbeizuführen.. 350 — •) Der jetzige Nice.Gouverneur, Herr «paterson, »intreff. lichee Naturforscher und t-ersl-mter Rcisenter, hat die vor- züzlichstcn botanischen Schatze dieses Gartens aeititvmrU. Neu«Hvkland. rZ!- Detailhändler und Tabulettkramer ... 40 — Weider.600 -— Kinder . . 450 — a r a m a 11 a , die zweite Stadt in der Grafschaft Eumberland, liegt am Flüßchen Paramotta und am Ende det westlichen Arm- von Port-Jackson, ungefähr drei geographische Meilen von Sidney, wenn man zu Master reiset und Z'/, geographische Meilen auf dem Landwege entfernt. Man zahlt dort beiläufig iZo hölzerne Häuser, die eine breite, nach der Schnur gerade, von Osten, nach Westen laufende, Gaste bilden. Da- Haut de- Gouverneurs ist von Stein, auf einer Erhöhung, die R 0 se. H i l l heißt, am östlichen Ende der Straße. Anfang- nannten die Engländer dje ganze Stadt R 0 se-H, l l, bald aber wurde der Name Paramatta, wie die Neu - Holländer schon früher diese Gegend nannten, allgemein. Auf dem Hügel hab man den Weinstock anbauen wollen, bi-jetzt aber sind» so viel bekannt ist, die Versuche nicht gelungen. Der Garten von Rose - Hill ist mit Arpfel-, Birn-, Pfirsich - und andern Fruchrbäumen gut versehen. Er gehört zu dem Gouvernement-hause, da- zwar von Stein, übrigen- aber im Aeußern und Innern noch einfacher ist, al-da-Gouvernement-hau» in Sidney. — Die Kirche von Paramatta ist ein artige-Gebäude von Ziegeln. Die Cascrncn sind bequem und können 250 Mann aufnehmen ; sie sind, wie die Magazine der Regierung, von Ziegeln, Steinen und Holz zusammen gesetzt. Man findet hier auch ein von Steinen erbautet Gefängniß, da- in dieser Colonie immer ein-der ersten Bedürfnisse ist; —ferner ein Arbeitshaus für verurthcilte Weiber, ein Waisenhaul für Mädchen und ein HoSpital. Diese neue Stadt zahlte im Jahre 1796, also acht Jahre nach ihrer Entstehung 975 Einwohner ; Pe, ron giebt für da- Jahr 1803, mit Einschluß der Garnison und der benachbarten Pachtungen, die Einwohnerzahl von Australien. r6o Paramatta auf iLoo Seelen an. — Diese ncueStadt ist bestimmt, in Zukunft der Sitz aller Civilverrvaltungen und Qberbeamten der Cvlvnie zu werden; denn'nur die Stellen und Beamten, welche über die Schifffahrt, den Handel und das Kriegswesen gesetzt sind, sollen scrner in der Stadt S i d. ney bleiben. — Bisjetzt aber ist der Copellan »och die vornehmste Magistrat-person, d. h. der Friedensrichter; sein Hau- und seine Pachtung zeichnen sich durch Bequemlichkeit and Fleiß aus. Außerdem wohnen hier noch drei oder vier Eivübeamte, mit ihren Familien. Hier war einst der be- rüchtigte B a rr i n g t o n Polizeimeister; erlebt vielleicht noch in Paramatta, ist aber blödsinnig und wird von einer Pension von LO Pfund Sterling erhalten. --Angesehene Personen, welche in Geschäften nach Paramatta reiben, kehren gewöhnlich bei Herrn La rr a, einem Französischen Juden ein, und finden dort gute Bewirthung, Herr Pe. ron, der bei ihm Quartier nahm, konnte sich nicht genug über die Eleganz und den Luxu- in der Bedienung verwundern, die er in diesem Winkel der Erde nicht erwartet hatte. Die köstlichsten Madera-, Lere--, Porto-, Cap-nnd Bordeaux-Weine wurden ausgetäfelt; man speistte auf Silbergeschirr, die Flaschen und Glaser waren von Krystall und die Speisen nicht minder kostbar, von einem deportiere» Pariser Koch bereitet. Herr Larra war ehedem ein Dieb und Schriftverfalscher, der als solcher nach Port-Jackson gebracht wurde, dort seine Strafzeit überstand, und durch Hleiß und glückliche Handel-speculationen jetzt ein ordentlicher und wohlhabender Mann geworden ist, der seines Charakter- wegen allgemeine Achtung genießt. Die Stadt Towngabben, vier Englische Meilen von Paramatta, besteht au-ungefähr fünfzig Hütten, die aber größtentheis- verlassen sind, weil die Pachter den thonarli- gen Boden nicht dankbar fanden, und flcb an den fruchtbaren Ufern des Hawke-bury-Flusse- niedergelassen haben. L* Neu - Holland, Towngabben fjnbet rfian eine sehr gute Melkerei, bieder Regierung gehört; von hieraus wird da- HauS des Gouverneurs mir frischer Butter *) versehen. DasLorfBrickfield liegt zwischen Sidney undPa- ramatta, besteht aus etwa 40 Häusern und hat rjnige Löp- sergeschirr-nnd Fayenccsabrikrn, nebst Zieg'lbrcnnereiekk. Das Mars seid li gt in einer angebauten Gegend, eine geographische Meile von Paramalta. Die Lage ist bewundernswürdig und abwechselnd ; die Aussicht auf Porf- Iackson gewahrt einen malerischen Anblick. Der Capellarr besitzt in dieser Gegend eine Pachtung, die mit Recht dq§ glückliche Thal genannt wird. H u n t e r § - H i l l, ein anderer District, 'östlich vom vorigen. Castle-Hill, ein Bezirk, sieben Englische Meilen nördlich von Paramatta, ist eine Gegend, wohin tiejeiiigcn Deportirten gebracht werden, die sich eines neuen Verbrechens schuldig gemacht haben; sie werden dort zu schwere? Arbeit angehalten, Pr os pe c t - H i ll, ein angebauter Bezirk, sieben Englische Meilen von Paramalta, gegen Nardwest, ist eine der blühendsten Grzenden der Colonie. Das Land ist gebirgig» aber die Thäler sind überaus fruchtbar und wohl bewässert. 8 bon der Höhe hat man die Aussicht quf den Signal- Hasen. — Im District Mulgrave, am südlichen User des Haw« kesdury-Fluffes, liegt der g r ü n e B e r g, eine kleine, jm *) Die Butter ist in der Colonie ein Gegenstand des Luxus ; die Fremden können sich dieselbe nur durch besondere Be. aünstigung eine» Beayntcnsrau verschaffen, welche in der Colonie die einzige Person ist, die Butter zum Verkauf macht, und einer merkwürdigen IIueigennütz i g k e i t ihren Freunden oder anderen besonders empfohlenen Leuten das Vlnnd für tj Schillinge (ungefähr 2 Thaler Sächsisch) überläßt. / 162 Australien. Werden begriffene Stadt, die wegen der Fruchtbarkeit d<- Bodens in einem reichen, mit hochstämmigen Wäldern besetzten Lhalc, sich wahrscheinlich schnell erheben wird. 7 - Insel Ban-Diemens- Land. Die Insel Van-Diemens-Land, im Süden des Australischen Comments, wurde seit dem .Jahre 1642, da der Holländer Abel Tasman einen Theil der Ostküste entdeckte» so lange für ein mik Neu-Holland zusammenhangendes Land gehalten*), bis der Englische Schiffs- wundarzt Dass jm Jahre 17^,8, bei Gelegenheit einer Wallfischjagd, die Straße entdeckte, welche Neu-Holland von Van - DiemenS - Land trennt, und seitdem mit Recht seinen Namen führt. Soviel bekannt ist, kam erst 1Z0 Jahre nach TaSman, wieder ein Europäischer Seefahrer an diese Küste; der Französische Capilan Marion nämlich, der im Jahre 1772 in derselben Gegend landete, welche der Holländer zuerst entdeckte. Ein Jahr später befiihr Cook's Begleiter auf seiner zweiten Reise, der Copitän Furneaux, die Südspitze und einen großen Theil der Dsiküste, nachdem er durch eimn Sturm von Co ok getrennt werden war. Letzterer besuchte auf seiner dritten Reise gleichfalls die Süd- Ostscite von Van - Diemens-Insel, und ihm folgten seine LandSIcule u n t c r, Bligh und C 0 x. — Merkwürdig ist ei und #) Tasman gestand ehrlich, man wisie nicht od das Land, welches er entdeckte, mit Neu - Holland zusammenhänge oder nicht; Eook meinte, eg sen nicht wahrsä einlich, daß Van- DiemenS. Land von Neu - Holland getrennt sep. VanDiemen- - Land. 163 verdient die Aufmerksamkeit der Geographen, daß alle diese Seefahrer, welche in Süden und Osten Van-Diemen-» Land beschiffien, gerade die interessanteste Eigenheit dieser Küste nicht entdeckten, nämlich einen mit vielen großen Busen versehenen Ci?nal, in besten Hahn die Schiffe aller Seemächte Europa'- Platz und Sicherheit stnden könnten. Diese wichtige Entdeckung war dem Französischen Welt» umsegler Dentreca-teaux vorbehalten, welcher in den Jahren 1702 und 1793 zweimal Van^ Diemen- - Land be- suchke und meisterhafte Charten von dem südöstlichen Theil derselben nt/warf. Noch merkwürdiger war die Entdeckung de- erwähnten Wundärzte-Da ss, der im Jahre , 798 die Straße zwischen knr Insel und dem Continente auffand. In demselben und dem folgenden Jahre umschiffte sein Begleiter, der Capital» F l i n d e r s, da- ganze Van - Diemen» - Land und entdeckte zum zweitenmal den Eanal von Dentreca-teaux. Wir vcr« danken ihm die erste Charte der Insel. In den beiden ersten Jahren unser- Jahrhundert-end». lich haben die Franzosen unter B a u d i n übermal- die Süd- ost-, Ost-und ritten Theil der Nordküste besucht und so» wohl die Ausschnitte und Hervorrügungen de- Landet genauer bestimmt, als auch die Naturgeschichte und Bölkerkun» de desselben mit wichtigen Entdeckungen und lehrreichen Bemerkungen bereichert. Die Van-Diemen-.'Jnsel liegt zwischen 40° 40* und 43° 38' 25" S. Br.; 162° 39'40" und r 66° 9' 43" O. L. v.Ferro, und hat ungefähr die Gestalt eines gleichseitigen Dreieck'-, dessen Bast- nach Norden und dessen Spitze nach Süden gerichtet ist. Die Größe derselben mag 1 100 geographische Ouadratmeilen betragen ; sie wäre sonach um 400 Quadratmeilen kleiner alt Jrrland. Durch die B a ss't - S l r a ß e ist sie im Norden von Neu-Hollanh L 2 i64 Australiern. aetrennt, im Osten, Süden und Westen umgiebt sie der große Ocean. In der Bass'S-Straße *) liegen mehrere Inseln, die «ir hier namhaft machen müssen. Den westlichen Eingang in die Meerenge beg'anzt die Insel King, unter 4«° S. Vr. Sie hat beiläufig 8 geographische Meilen im Umfange, ist von mittelmäßiger Höhe und mit einigen Eben. n versehen, die de- Ackerbaues ja iz wären. Man findet auch Teiche, die reichlich oom Regenwasser gestellt werden. Der beste Ankerplatz ist aufder Osiseite, doch selbst hier ist hex Zugang gefährlich. Die Insel wird häufig von kleinen Schiffen besucht, die von der Englischen Colonie hieher kommen, um Seehunde zu fangen; die Leute, die sich dieser Beschäftigung widmen, haben an dem Ufer deS Meere- Hütten aufgerichtet und einige Anpflanzungen gemacht. — Im N. N. W. der nordwestlicher» Spitze von King'- Insel sieht man zwei große Fclsenketten, gegen welche das Meer mit Ungestüm anschlagt. Die Felsen sind steil und beide Ketten sind durch tiefe Canale geschieden, wahrend andere Canale sie von der Kings-Insel trennen. Die kleinen N euj ahrs-I n se ln.und der Elephanten-Fels gehören ebenfalls zu dem System dieser Gruppe. — Die King» - Insel liegt S. S. O. von dem, auf Neu-Holland befindlichen, Ca p Alb any- Otway, 10 Lieues entfernt. fStan wählt gewöhnlich drn Weg zwischen Cap Albany Otway und der King'i- Znsel, um in die Vass's Straße einzulaufen, und findet hier in größter Tiefe 50 Faden. Der Raum zwischen brKing'S-Insel und Van-Die« mrnt-Land ist durch den Archipel der H u n t e r S - Inseln besevt. Man kennt keine sichere Straße zwischen diesen Inseln, die durch eine große Menge von Fellen *) Diese Straße ist zr geographische Meilen lang und *4 dergleichen Meilen breit. Dan - Diemens-Land. 16$ und fruchtbaren Klippen und Nissen gedeckt sind. Es bleibt künftigen kühnen und glücklichen Seefahrern überladen , diesen Archipel noch genauer kennen f,u lernen; auf Flinders Charte besteht derselbe aus zwei größeren und mehreren kleinen Inseln. Die östliche der ersteren heißt Ihres Hurmnock Island, wegen drei Hügel an der L'ststile, rvo Flinders landete; sie ist zwei gevorapbische Meilen lang und idergleichen Meilen breit. Die zweit-e größere Insel liegt im Westen der vorigen-, nur die nördliche Spitze derselben wurde in der Nahe gesehen; daher Flinders ihre Küsten nur skizzirt hat. — Noch weiter westlich liegt die kleine Insel Albatros. Die andern kleinen Inseln im Südwesten und Süden der westlichen größeren Insel sind nur aus der Ferne gesehen worden. Zwischen den Hunters - Inseln und dem Vorgebirge Wilfvn auf Neu - Holland, ist auf der Flinders'scben Charte La> d von beträchtlicher Ausdehnung *) angedeutet, welches hur gesehen wurde. Wahrscheinlich hat man in Port Iack- ftn gegenwärtig genauere Nachrichten hierüber; vielleicht sind dieselben auch schon in England bekannt, und M wieder eröffneter Correspondenz werden auch wir bald das Nähere erfahren. Der östliche Ausgang der Bass's - Straße wird durch die F u r n e a u x's-I n s c t n, die K e n t's-G r u p p e und mehrere andere kleine Eilande verengt. Die Zahl und Größe der Furneaux's-Jnseln war zur Zeit der Baudin'- schen Expedition noch nicht bekannt, welches, bei der Nahe von der Englischen Niederlassung, nur dadurch zu entschuldigen ist, daß die Fahrt durch die Bass's-Straße, wegen der heftigen Strömungen und vielen Klippen sehr gefährlich ist, und häufige Schiffbrüchr in diesen Gegenden von Nachforschungen abschrecken. Da jedoch die Engländer, des Robbenfangs wegen, aas diesen Inseln, so jwie *) Sie beträgt beinahe einen halben Tiad oder j geogr. M.ile» i66 Australien. aus King's Insel, Ansiedelungen angelegt haben, so ist zu erwarten, daß dje Ungewißheit i» der Geographie der Bass's Straße bald völlig aufgeklart seyn werde. — Hlin- ders Charte giebt, jedoch größtentheils nur in skizz.rten Umrissen, zwei größere Inseln dieser Gruppe, und mehrere kleine an. Dir größte wird in ihrer Mitte durch die Parallele von 4o° S. Br. durchschnitten und scheint 12 hii 1 5 geographische Meilen lang zu seyn. An der s 7 st- seite, die am bekanntesten ist, findet sich in der Mitte der Insel eine Bai, auf deren Südseite sich drei Berge, PatriarchS genannt, befinden. Eine kleine Insel liegt nordöstlich von diesen Bergen dicht an der Küste. — An der Nordspitze sind die beiden Schwestern, zwei kleine Inseln, zu bemerken. Im Süden liegt die zweite größere Insel der F u r- n e au x's - G r up p e. Flir.dcrs nennt sie Cape-Bar- ren-Island, und hat die Südküste derselben auf seiner Charte ausführlich niedergelegt. Hier findet sich die ansehnliche Kent't-Bai. Das Land, welches diese Bai umkränzt, ist in dem östlichen und westlichen Theile hoch; das im Hintergründe hingegen ist niedrig, sandig und stark mit Holz bewachsen; es scheint eine schmale Landenge zu bilden, wie man deren so viele auf Bau - Diemens-Land und den nahen Inseln findet. Die Bai gewahrt bei weitem die Bortheile nicht, die man, dem An» sch ine nach, von ihrer Lage und Größe sollte erwarten können ; eine Sandbank, auf welcher sogar ein Boor nicht Wasser genug findet, versperrt den ganzen östlichen Theil derselben und nimmt an diesem Punkte beinahe die Halste von der ganzen Ausdehnung der Bai ein. Aufder westlichen Seite find Felfin, welche die Schifffahrt gefährlich und das An- Bon diesen Ansiedelungen ist übrigens noch nicht viel bekannt geworden;, man kennt sie nur aus den Erwähnungen in Pe. ron's Reist. Ban - Diemen--Land. 167 fern schwer Machen; füg-t man nun noch hinzu, daß diese große Bai den Südwinden, den ungestümsten in diesen sud- li'chen Meeren, völlig offen sieht, (denn die beiden Passage» Inseln im Süden sind zu flein, um sie zu schützen,) so be» greift man, daß sie für die Schiffsahrt nie von großem Nutzen se»n kann. Im Süden von Cape-Barren-Iskand, und im Südr Westen der Kenl's-Bai, liegt die C l a r k'S,I n se l, welche eigentlich eine Gruppe milden Fmneaux's. Inseln bildet, aber nicht zu denselben gerechnet wird. Die ganze Insel ist nichts als ein ungeheurer Granitblock, der wenig über da-Meer erhaben und nur mit einer dünnen Schicht Pflanzencrde bedeckt ist. Süßes Wasser ist auf dersi lben gar nicht zu entdecken und die Vegetation ist schwach. — Die Preservation-- Jnsel liegt westlich von Clark's - Insel, ungefähr in gleicher Entfernung, wie die Passage-Inseln im Dsten; sie besteht ebenfalls nur aui einem Granitfelsen, der sich etwa 100 Fuß über die Meeres- flache erhebt, und oben eine Flache bildet. In dem südlichsten Theile der Insel, welche der wildeste und unfruchtbarste ist, fleht man auf einer Art von ziemlich hohen Hügeln, große einzelne Granitblocke, welche sich über dem Boden erheben und gleichsam ohne Grundlage über demselben zu balanciren scheinen. Diese Küste ist ganz mit Klippen und Riffen beseht, welche sie unzugänglich machen. Die Nordostküste gewahrt einigen Schuh.- Wasser findet man nirgends. Zwischen dieser und Clark'S - Insel und zwischen der Cape - Barren - Insel können die Schiffe unter dem Schuh dieser drei Inseln Sicherheit gegen alle Winde finden. Der Theil der Bass's-Straße zwischen der Clark's Insel und Van -Diemens-Land ist von Flinders Ban k'S-S t r a- ß e genannt worden. Nahe an Van-Diemens Land ist noch die kleine Sch w an-I n se l gegenüber d>.: Clcuks-Insel, und weiter westlich die W a te r h 0 u s-I n se 1 zu bewirken. i 68 Australien.. Endlich müssen wir noch der Eilande erwähnen, die nördlicher als die Furneaux'S-Jnseln liegen. . 10 . Im Süden bei Vorgebirge- Wilson oder dem Südende von Neu - Holland, erblickt man mehrere Gruppen kleiner Granit-Eilande, die sämmtlich sehr steil sind und zwischen denen die Schiffe ohne alle Gefahr segeln können. Die erste dieser Inseln ist hoch und fast zirkelrund, und liegt drei Lieues von dem Vorgebirge. Drei Seemeilen von dieser runden Insel stehe matt im Osten derselben zwei Felsen hon geringerer Größe sich über das Meer erheben. — Im Süden der runden Insel liegt, fünf Lieues von ihr entfe nk, eine Gruppe, SirRoger-Curtis-Infeln genannt, welche aus drei nackten Felsen besteht, deren Große noch keine Seemeile im Umfange hat; man findet hier kaum eine Spur Kon Vegetation. —- Die drei Hogen-Inscln, sieben Seemeilen Südost von dem Vorgebirge sind größer und der Vegetaiion weniger ungünstig, als die Curtis.Jnseln; sie werden von den Robben häufig besucht. — Die K e n t, Gruppe endlich besteht gleichfalls aus drei Inseln; die größie derselben ist eine Lieue lang und eine halbe breit. Zwilchen Ost und West dieser Inseln befindet sich ein Canal, der eine halbe Seemeile breit ist, und zwei oder drei Schiffen von mittlerer Größe einen sichern Schutz gewähren kann. Diese Inseln sind pflanzenreicher, als die vorigen; aber frische- Wasser findet man nur in den Felsenhöhlen,, wo es sich zur Regenzeit in geringer Menge ansammelt. Hier wohnen Känguruh's und Opossum's. —» In Ost - Sud - Ost dieser Insel findet stch ein isolirter Felsen, der, seiner Gestatt wegen, die Pyramide genannt wird. Nach dieser kurzen Beschreibung der Bass'K-Straße kehren wir zur großen Insel V a n D iemen--Land zurück. Die Nordküste senkt sich in der Mitte nach Süden ; die östliche Ecke bildet da- Cap Porttand, das im Westen drt vbefi erwähnten kleinen S ch w a n.-J n sr l liegt. Von Dan - Diemens - Land. i siy hier bildet die Nordküste mehrere Auszackungen und Buchten bis zum PortDalrymple, der-ein großer Meerarm ist, welcher zwischen Gebirgen sich tief ins Land hineinsenkt und feine salzige Beschaffenheit behält. Flinders hat eine schone Specialcharte von diesem sogenannien Flusse bekannt gemacht. Bei der.Baudin'schen Expedition wurde dcrs.lbr gleichfalls besucht. Herr F r e y c > n e t berichtet *), daß sich an der Mündung dieses Flusses starke Strömungen spüren lassen, und er an dieser Stelle von Felsen und Bänken versperrt sep, welche die Beschiffung erschweren. Da der Fluß jedoch sehr breitest, so wird, wenn die Fahrwasser besser b«» konnt seyn werden, die Einfahrt mit keiner merklichen Gefahr verbunden seyn. Auf beiden Ufern sieht man viele kleine Einbuchten, in welche die Schiffe vor Winde und Strömungen in Sicherheit gebracht werden könnten. Er theilt sich sodann in mehrere Arme. Das Erdreich an den Ufern schien gut, der Pflanzenwuchs ist überall kräftig und das Land stark mit Holz bewachsen, welches letztere >edoch zum Schiffbau nicht sonderlich tauglich zu seyn schien. Die meisten Bache, welche sich in den Hauplfluß ergießen, haben einen so starken Salzgeschinack, daß ihr Wasser für dieBedürf.- nisse der Seefahrer nie brauchbar seyn kann; nur einige machen davon eine glückliche Ausnahme. — Die Folge muß lehren, ob P o r t D a l r y m p l e zur Anlegung einer Colonle je wird tauglich befunden werde». Bon hier weiter nach Westen erhebt sich die Küste wieder etwa-nach Norden. Die nordwestliche Ecke von Ban- Diemens - Land, die den Hunters . Inseln gegenüber liegt, ist noch nicht genau erforscht worden. Flinders hat sie auf seiner Chane nur ski-zirt angegeben. Die ganze Westküste wurde von Flinders beschifft und auf seiner Charte niedergelegt; sie hat, wie es scheint, kein» merkwürdigen Baien uad der genannte Seemann hat nur *) I» Peron's Reise. Tübingen. -l.bersetzung. TH.U S. 302. 170 Australien, zwei hervorragenden Vorgebirgen eigene Namen gegeben, nämlich P y ramiden C ap, unter 42 0 36' S. Dr., und C a p St. Vincent, 43 ° 16 ‘ S. Dr. In der Gegend des leiteten §ap fangen die Untersuchungen desFränzösi- scheu Admirals Dentrecasteauxau, welcher dieses Eap für Lasman's De - Will s - Insel erkannte. — Flinders hat die De - Witt's - Inseln mit Unrecht an die Südküste versetzt; man darf nur die Charte von Tasman beim Valentin *) ansehen, um es unbezweifclt zu finden, daß diese sogenannte Insel nichts anders; als das erwähnte Vorgebirge seyn kann. DcS Flinders De - Witt's-Inseln sind auf Tasman's Charte bestimmt angegeben unter dem Namen M ae tsuikrr, den auch Dentrecasteaux beibehalten hat. Die eigentliche Südküste, die abgestumpfte Spitze des Dreiecks, welche die Insel bildet, beginnt beim S ü d- w eft-Eap (43° 33' 15'' S.-Vr. und 163° 40' 30" JD. L. v. Ferro) endet beim S ü d -- 6 a p (43° 3g' 45'* G. Er. und 164° 30' 30" O. L. 0. Ferro) und betragt in gerader Linie ungefähr zwölf geographische Meilen. Zwischen beiden obeugenannten Vorgebirgen tritt die Küste an verschiedenen Stellen gegen Norden zurück und bildet dadurch vier offene Baien, von denen die westlichste im Jahre 1789 vom Engländer Cox besucht wurde. Diese Waien sind wenig merkwürdig, daß sie dem Seemann keinen Schutz gegen die hier so gefährlichen Seewinde gewähren, und in geringerer Entfernung von ihnen sich die trefflichsten Häfen befinden. Hat man das Südcap dublirt, so gelangt man zur S ü d 0 st k ü st e, dem interessantesten Theil von Dan Die- Mlt'.v-Land. Von Adel Tasman bis Cook, Furneaux und Cox glaubte man hier nur eine große Bai, die S l u r in - B a i des Tasman zu finden, welche gegen We, *) Im ArlaS von Dentrecasteaux findet sich Nr. z. eine Copie derselben- VanDiemens.-'Land. sien eine innere, kleinere Da, die A d y e n t u r e-B a i des Eook, bildet *). Der Franzö fische Admiral Dentrcca- sicaux entdeckte zuerst, daß hier, man möchte sagen — ein Labyrinth von Busen, Halbinseln und Inseln und ein gegen alle Winde geschützter, höchst merkwürdiger Canal zu finden sey. Die trefflichen Charten, welche von dem Ingenieur der Dentrecasteaux'schen Expedition, dem Herrn B e aute m sBeauprü von dieser Gegend aufgenommen wurden, lasten, bis auf einige Kleinigkeiten (welche der Englische Capitän F l i n d e r 4, und Herr Frevcinet, von der Baudjnschcn Expedition, verbcsterl haben) wenig zu wünschen übrig, indem fie mir einer Genauigkeit und Ausführlichkeit entworfen wurden, die den Geographen, wie den Seemann völlig über diese Küsten und Gewaster orientircn **). Betrachtet man die Küste vom S ü d c a p bis zur Insel Maria, so bemerkt man im Westen die seltsam geformte Insel Bruny und im Osten die Halbinsel T asm an. Zwischen der Insel Bruny und Van-Dre- mcns-Land liegt der busenreiche C an a l D e Nt r e c a- steaux; dem nördlichen Ausgange des letzteren gegenüber, zwischen der Halbinsel Tasman und der Südvstküste von Dan - Diemens - Land, liegt eine andere Halbinsel, von den Franzosen Presquile du Nord genannt, deren westliche Ufer, einen tief ins Land hineingehenden Meer- arm, den Nordhafcn, begranzen. Die Bai, im Nord- osten der nördlichen Halbinsel heißt die N o r d b a i, mit welcher eine andere, ihr gegen Südost gelegene Bai, B ü a ch e- *) Man vergleiche die Charten in Valentyn und in Cook'S Reisen. **) Der kleine Maßstab der beiliegenden Charte von §leu- Ho!l nd hat nicht erlaubt, mit gleicher Deutlichkeit alle Baien. Halbinseln, Vorgedirze jc. anzugeben ; doch lvffen wir, d,ß der Leser, mit Hülfe unserer Beschreibung, sich ei» Bild von der ganzen Gegend wird machen können. 17 * Australien. H äse n genannt, in Verbindung steht. Der Theil der MeereS, welcher zwischen dem südlichen Theil der Insel Brunn und der Südspitze der Halbinsel Tasman (Cap P i l l a r) liegt, wurde von Tasman die Sturm-Bai genannt. Dieser Seemann nämlich sah hier nur eine große Bai und ähnele nichts von den vielen Halbinseln, Meerarmen und Hafen, die erst in den neuern Zeilen t»! Grunde jene- großen Meerbusens entdeckt wurden. Ließ stnd die Hauptth-i-le dieser merkwürdigen Ge- gind; wir wollen jeden derselben in der Kürze beschreiben. Insel Brunn. Die Insel Bruny hat eine seltsam ausgezackte F-orm» und besteht aus zwei größeren Halbinseln» welche durch die sehr schmale, nur einige Hundert Schrille breite Landenge Saint-Aignan verbunden sind, und aus zwei kleineren Halbinseln , welche mit der südlichen größeren zusammenhangen. Die nördliche größere Halbinsel liegt im Weste» der Halbinsel Latman, ihr gegenüber, und hat ungefähr die Gestalt eines Dreiecks, dessen Nvrdspioe, Gap cie la sor- tic . gegen den Nordhafen gerichtet ist. Eine andere in den Canal Dentrecasteaux hineinragende Spitze, heißt auf der Charte von Bcautemps-Braupre Föhne le grand. Die südliche größere Halbinsel besteht aus drei Theilen, nämlich einen östlichen, gegen Norden (Pointe de lliciic) und Süden (Cap Boreel) spitz zulaufenden, in der Milt« breiten Theil, an welchem sich im Westen zwei k'.ine Halbinseln, eine im Nordwestcn (mit der Nordspitze Pointe Vevtenat) und die andere im Süden (mit der Südspitze Cgp Bruny — und der Westspiße Cap la BtUaidiere) ansetzen. Durch diese vielzackigte Form werden mehrere Baien gebildet, nämlich.- die Adventur e-Bai, welche zwischen Van - Diemen- - Land. i73 beiden größeren Halbins-ln liegt. Sie wirb im Süden durch F l u t e d C a p t, (die Ostsoisre der südlichen Halbinsel) im Norden durch Cap Trobriaud (die Südspitze der nördlichen Halbins. l) und gegen Westen durch die Landenge St. Aignan begränzt, welche beide Inseln verbindet. Der Adventure - Bai gegenüber liegt, aus der Westseite der Landenge, die Bai des I st h u m s, welche mit dem Canal Dentrecasteaux in umittelbarcr Verbindung steht. Zwischen dem größeren Theil der südlichen Halbinsel und der nordwestlichen kleineren Halbinsel» tritt das Meer ins Land hinein und bildet die kleine Bucht (In petite Anse.) Gerade im Süden derselben liegt, zwischen dem größeren Theil und der südwestlichen kleineren Halbinsel, die schl i m m e K a i (Bafc- mauvaise), zwischen welcher und der kleinen Bucht das Land eine halbe geographische Meile breit ist. Im Nordwesten der schlimmen Bai und im Süd. Westen der kleinen Bucht, also zwischen den beiden klcine.- ren Halbinseln, liegt die große Bucht (grande Anse). An ihrem westlichen AuSgangc liegt die kleine Rep- huhn-Jnsel, (He aux perdrix.) Canal Dentrecasteaux. Der Canal zwischen der Insel Bruny und Van- Diemens > Land, hat von dem Französischen Admiral B r u- ny Den trecasteaux, der denselben entdeckte, den Na. inen erhalten. Zur Ostseite desselben gehören die genannten Buchten ander Westseite der Insel Bruny, nämlich die große und kleine Bucht und die Bai des Jsthums. Wir haben also nur die Westseite des Ca» nals zu beschreiben. Vor dem Eingänge desselben, unfern dem Südcap von Van - DiemenS - Land, liegt die Laie de la recher- ehe, von dem Schiffe des Admirals Dentrecasteaux so 174 Australien. genannt; da- Innere derselben b, steht auS zwei Hafen, dem nördlichen und dem südlichen» ° welche beide durch eine, in der Mitte hervorragende Landzunge getrennt sind. ■ t Der nördliche Hafen der Bai de la Recherche ist, nach Denkkecafleaux, einer der sichersten und bequemsten, den man finden kann. Er ist ein ovales Becken, da-in seinem größten Durchmesser 7ooToisen hall. Bon allen Seiten ist er mit außerordentlich dichtem Gehölz umgeben» da- sich amphitheatraijsch erhebt. Da§ Wasser ist so ruhig, daß die heftigsten Winde es kaum bewegen. Die Tiefe betragt fast überall vier Klafter bei schlammigem Grunde, in welchem die Anker versinken können. — Dieser, einsam am Ende der Erde gelegene, Hafen ist vollkommen geschlossn, so d ß man sich hier als gänzlich von der W.lt abgesondert ansehen kann. Alles zeigt den wilden Zustand der rohen Na- lur» sagt Dentrecasteaux *). Bei jedem Schritte sieht man Zeichen ihre- hinfälligen Alters neben den Schönheiten, welche sie, sich selbst überlassen, überall erzeugt. Hohe und starke Baume tragen aus zn-eigloscm Stamme eine immer grüne Krone, einige scheinen so alt, als die Welt, andere haben ihr Leben vollendet und liegen niedergestürzt aus dem Boden ober zerfallen in fruchtbare Erde. Das Ganze bildet dichte undurchdringliche Wälder. An süßem Wasser ist kein Mangel, denn mehrere kleine Flüßchen ergießen sich in den Hafen.^ Da- Meer wimmelt von Fischen, und auf dem Lande findet man Papageyn, Schwäne, wilde Euren, Pelicanc, Adler, Raben, Rephühner und Lauben. Die Gegend ist von gutmüthigen Wilden bewohnt. *) Voyagel'de I)*ntrecasteau3e , enroye ä la recherclie de In Verouse, Redige par M, de Rössel, ä l’ari* Jgo8. Tom. I. ]>. £4-. Van - Diemens-Land. »75 Der südlich eHafen dieser Bai ist etwa- kleiner, hat einen seinen Sandgrund und iL biS Ao Faden Tiefe. Unmittelbar am Eingänge des Canals Dciitreeastcaux liegt, (der oben erwähnten südwestlichen kleinen Halbinsel am Südwestende der Insel Bruny gegenüber) die Mode l - B a i (Kaie des moules), deren nach Westen gerichteter Hintergrund mit einem Salzsee in Verbindung steht, zu welchem ein durch Sandbänke verengter Canal sühn. Weiter nördlich liegt ein anderer Meerbusen, der Etperanre- Hafen"), und an dessen Einfahrt die kleine Insel L a h a y e. Verfolgt man ferner die Küste nach Norden, so gelangt man in einen Meerarm, der einem großen Flusse gleicht, und daher auch der Hüon'S-Fluß genannt wurde. Nahe an dem Eingänge desselben bildet dieser Fluß, gleich als theilte er sich in zwei Arme, einen völlig gegen alle Winde gedeckten Hafen, den Schwan-Hasen. — ,,Einc malerisch schönere, angenehmere Stelle, sagt P e r o n *) **), habe ich auf unserer ganzen , langen Reise nicht gesehen. Den Hintergrund der Ansicht des Schwan - HafenS bilden sieben Gebirgsrücken, die sich stufenweise hintereinander gegen das Innere der Insel erheben ; rechts und links fassen hohe Hügel den ganzen Hasen ein, welche in ihrer Entwickelung sehr viele kleine, hübsch abgerundete Vorgebirge und kleine romantische Buchten darstellen. Ueberall zeigt sich die üppigste Vegetation ; die Ufer sind mit starken, immer grünen Bäumen besetzt, welche so nahe an einander stehen, daß es fast unmöglich ist in diese Wälder zu dringen. Zahllose Schwärme von kpapageyen, Cacaducn, mit den reichsten Farben gc- *) Nach dem zweiten, vorn Capitün H ü o n d e K e r m a d e c rominandittett Schift' der Dentrecasteaux'schen Expedition, benannt. **) A. a. T). S> 266. Tübinger Ausg. S. rgz—>igz. 17(5 Austrakien. schmückt, flattern auf den Gipfeln derselben, und dir kchö. neu Meisen mit ultramarinblauem Kragen scherzen uni.'r ihren Schatten. Das Wasser dieses Hafen- war äußerst ruhig, und die Oberflache desselben mit Sö'aaren von schwarzen Schwanen bedeckt, welche schön und majestätisch einherschifslkn ,>Liese Wälder werden dadurch noch interessanter, daß sie bloß au- Daumen, welche alle in Europa unbekannt sind, auj Pflanzen, welche in ihrem Bau, in ihren man- nichfalkigen Productcn sich durch Eigenthümlichkeit auszeichnen, bestehen und auf den äußersten Enden des Erdballs erscheinen. — Von allen Seiten sieht man ie-.e schönen Mimosen, jene stolzen Metrosidero-, jene, unserm Vaterlande vor Kurzem noch unbekannte, C a r- rea, womit nun schon unsere Lustwaldchen prangen, sich auf der Oberfläche des BodenS drangen. Von den Ufern de- Meere- bi- an dieGipsil der höchsten Berge im Innern zeigten sich die mächtigsten E u c a l y p t u diese Rie- senbaumc der Südwalder, von welchen viele nicht weniger pl- 160 bi- i go Fuß in der Höhe, und 25 bii 30 und 36 Fuß im Umfange haben. Die Danksien von verschiedenen Gattungen, die P r 0 t c e n, die Z m b 0 t y r i u m. die Leptospermen entwickelten sich, wie eine reizende Einfassung, an dem Rande der Wälder, ander-wo sie lten sich die, durch ihr Laub so merkwürdigen, durch die Festigkeit, durch die reiche Marmorirung ihre- Holzes so schätzbaren C a s u a r i n e n dar; der zierliche Gxokarpos streckte an hundert verschiedenen Stellen seine nachlässig hangenden Aeste aus, wie die Zypresse; weiterhin erscheinen die Lanlorrheen, deren freistehender Gipfel 12 bi- 13 Fuß über einen schuppichtcn und krüppelhaflen Stamm emporschießt, aus welchem ein wohlriechende- Harz ausschwitzt; — überall sieht man reizende Gebüsche »on M e l a l e u k e n, T h e s i u m, E 0 n ch i u m und E v 0- Van - Diemen- - Land. 177 d i a, Alle gleich interessant durch ihren anmuthigen Wucht, oder durch das schöne Grün ihre- Laube-, oder durch ihre sonderbaren Blumen und Früchte " Glücklicherweise leidet diese reifende Gegend keinenMatt- gel an süßem Wasser, stteron entdeckte einen kleinen Fluß, dessen Zugang zwar durch Sümpfe erschwert war, weichem Uebel aber durch einen Damm leicht abgeholfen werden könnte, dgher diese Gegend zur Anlegung einer Colonie allerdings ganz vorzüglich geschickt zu seyn scheint. Am nördlichen Ausgange de- Cana !4 dem Cßp de la Soi tie im Westen, befindet sich abermals ein geräumiger Hafen, Fort du Nord-'Ouest, welcher auf schlammigem Boden, in seinem nördlichen Hintergründe y Faden Tiefe hat. Nördliche Halbinsel von Ban-Diemen-- L a n d. Kaum ist man aus dem Canal Dcnkecasteaux, zwischen dem C»p dc la Sortie auf Bruny - Insel und dem Cap Pier8on auf Aan - Diemen» -Land herausgeschjfft, so erblickt man gegen Nordost die nördliche H a l b i n se ( (Presqu’ He du Nord), welcke durch eine kurze und sehr schmale Landenge mit dem festen Lande zusammenhangt, und ein durch viele Buchten ausgehackte- Ansehen hat. Die Südspitze erh-elt den Namen Cap de Directi 011. An der Westseite, ungefähr gegen die Mitte derselben, tritt eine Spitze, Pointe Juricn hervor, zwischen welcher und dem Cap de Direction die Küste zwei kleine Buchten bildet. — An der Ostieue find s>p Deslacs und Cap des Contrarietes zu bemerken. Zwischen' letzterem und Cap de Direction liegt die kleine Insel Wil« laumez. — Von Pointe Jurien Istirft gegen Norden eine andere kleine Lrndzuuge; sovald mau dtejelbe dublirt ss«strali«n. A! Australien. m Hat, grlangd man in eine Bai, I» doubl» Laie, welche theil- von der Westseite der Halbinsel, theil- von der Küste von Ban, Diemens-Land, die hier in eine Spitze, Pointe Laignel, auslaust, gebildet wird. Die Ostsei e der Halbinsel aber begranzt zum Theil die oben erwähnte Levrd Bai, Laie du Kord, welche leHtcre zwischen Cap Deskcs.^ouf der nördlichen Halbinsel) und Pointe Re- nard (auf Ban - Dienen- « Land) liegt. Bei dem Ausgange aus der doppelten Bai gelangt man in den Nordfluß, der sich sehr lies ins Land hin. «in erstreckt, aber seinen Salzgeschmack erst da verliert, wo «r aus den entfernten Gebirgen hervortritt. Taüberdie- rvegcn der Untiefen dieser Fluß nicht befahren werden kann, so hat er weder für die Schiffer, noch in Bezug aus eine zu errichtende Colonie, ein besondere- Interesse. Halbinsel Ta-man. Dentrecasteaux nannte diesen Theil von Ban*Di»> Hiens - Land eine Insel, weil er glaubte, daß aus der Laie du Kord ein Canal in die, von Ta-man entdeckte, P're- -derike PIcndnie's - Bai führe- Durch die Baudin'sche Expedition ist ti aber unbczweisclt erwiesen, daß kein solcher Berbindungscanal existire und daß letztgenannte Bai anderswo zu suchen sey, al4 wo sie Dentrecasicaux vermuthete *). — Es ist eben so sicher erwiesen, daß die *) FlinderS hat auf seiner Charte die Nord, Bai mit dem Na, wen F k ed e r i k,4> endri s-.B a i belegt; es ist aber-phv- sis-h unmöglich, daß ?asman von der stn>el Maria gerade it> die Nord Bai einlaufen konnte, was kochgesckehen seyn mäste, wenn Fl-nders Anaade richtig wäre. ssrederik-Hendnk'^ Bai stnder sch da, wo Tasman sie auf seiner Charte (dein, La< lentnn) niederlegte. Es ist sonach unbegreiflich, wie Herr v- Zim^ierman» bei dieser Ocleaenbeit den Francaslscs'en Geographen der Baudinschen Expedition vorwerfen konnte, „daß Ban -Diement-Land. > 7 - Halbinsel Ta-man durch eine Landenge mit den übrigen G Theil von Van- Diemenj--Land zusammenhangt. Auch diese Halbinsel ist mannichfaltig auSgezackt. An . - ihrem nordwestlichen'Theil tritt eine ansehnliche Bucht, kort Buache tief int Land hinein. Don der Ostseite kommt eine andere Bucht, Knie de Monge, dein eben» genannten Hafen entgegen, und ist von demselben nur durch eine schmale Landenge qettennk. Weiter gegen Norden , im Südwesten der Insel Maria, liegt die knie dc Marion, welche gleichsam die offene Rhede der ihr im Süden gelegenen, Frederik-Hendrik - Bai ist. Durch diese verschiedenen Meerbusen und Hafen bildet sich im Nordosten der Halbinsel TaSman, eine mit ihr durch die Landenge, zwischen kort Knacks und Laie de Monge» zusammenhängende Halbinsel » krsz^n 11s kontier» welche durch eine andere breitere Landenge mit dem übrigen Theil von Van - Diemen-- Land verbunden ist, auf deren Westseite der nordöstliche Theil von kort Knacker liegt. - Gegen Süden lauft die Halbinsel Tasmai» in zwei Spitzen auS, deren westliche Cap Raoul (oder CapeKa- diese Herren so viele Namen andern, und daher man che? erschweren. “ Er futjrf die Verbesserungen dieser Herren nur als „Behauptungen" an, die man wenigstens nichts genau darlegen könne, weil die Charten dieser (Geographen noch nicht erschienen sind. Um aber die Verbesserungen ohne Schwierigkeit zu verstehen, bedarfes nur eines Blicket «uf die Charke Nr. z. imÄclas zu Deutrecasteaux; eS ergiebt sie sich bann sogleich, daß, weil der Verbiiidungscanal (den Dentrecasieaur überdies nur vermuthete, nicht als erwiesen annahm. M> s. dessen Reise Bd. I. S. 2,57.) nicht exi, stirt, die Frrderik ‘ Hendrik'? - Bai auch da nicht niedergelegt werden dürfe, wo sie auf dieser Charte angegeben worden. Es istalso nicht „zu b e d a u e r n, " sondern zu loben, daß die erwähnten Geographen diejenige Bai, die Tasininn ent. deckt» und benannte, wieder aussuchten und ihr ihren alten Skiu.n wieder gaben. m-2 Australien. 180 f saltes beim Flindert) und die östliche Oap Pillar (des Cox) genanni wird. Dem letzteren (!ap gegenüber liegt im Süden die kleineJnsel Tasman. Beide Vorgebirge, so wie diese Insel, Hoden ungeheuere BasaltPfeiler, welche auf der Oberflache det Wassers zu ruhen scheinen. Zwilchen Cap Pillar und der Monge - Bai bemerken wir noch die mittelmäßig große D o l o m i e u't »D ai. Insel Maria. Diese, bereit- von Tasman entdeckte, Insel hat eben dir seltsam ausgezackte Form oller andern Inseln und Halbinseln dieser Erdgegend; sie besteht gl- ichsam out zwei Halbinseln, welche durch eine Landenge zusammenhangen. An der Westseite der Landenge und der Insel liegt die Auster-Bai, an der Ostseite die Laie dc Riedle. Mit Recht staunt Peron über die vielen Landengen, welche auf der Ostküstc von Don-Diemens-Land angetroffen werden. „Alle diese Landengen» sagt er *), sind äußerst niedrig, schmal und durch einen wahrhaft sonderbaren Gegensatz bestehen die Lander, mit welchen sie verbunden sind, durchgängig au§ hohen Bergen. Aus dieser doppelten Anlage ergiebk sich daß man diese Gestade sehr in der Nahe untersuchen muß, um sich über ihren wahren j- Bau nicht zu tauschen." i Durch welche Art von Grdrevolution ist diese sclt- ! same Zerlrümmung des Landes bewirkt worden? — Wir wisse» es nicht. Naturforscher, die an Ort und Stelle beobachten können» werden künftig Vermuthungen hierüber wagen. Wir bemerken nur» dass hier Granit und Basalt- fels n in wunderbaren unbegreiflichen Launen der Natur ) durch einander geworfen zu seyn scheinen. *) Täbing. AuKg. S. 243« • ' 92 cn» - Diemens - Land. Nordwärts von der Marien-Insel findet man auf allen Charten, die ton der Baudmschen Expedition entworfen sind, eine lange Kette von Inseln, die den Namen Schouten - Inseln führen, und sich gegen die Ost- ku>ke von Dan-Diemens-Land hinziehen. Tasman entdeckte diese vermeintlichen Inseln im Jahre 1642; naher winden sie ijjo vom Capitan Furneanx beobachtet, und Capitan Fünders schiffte 1799 i'emlich nahe an denselben hin^ Alan konnte daher keinen Zweifel in die Existenz di-ser Inseln seyen. Da jedoch keiner der genannten Seefahrer in d,e Meerenge gekommen ist, welche diese Inseln von icon - Diemens - Land scheiden soll, so hielten die neuesten Französischen Weltumsegler mit Recht eine nähere lintrsuckung für nöthig. Aus ihren Operationen ergab sich, daß von den fünf oder sechs sogenannten Schönten- J> siln wirklich nur eine einzige, die südlichste derselben, existire; das Stück Landes aber, das sich von dem Ji o r d- c a p dieser Schonten-Insel biJ ju 41 0 6 ' S. Br. erstreckt, ist »ine Halbinsst"), welche den Namen Frey- r in e is - Ha l b i n se l erhielt. Diese Halbtiisclwird durch dieGeographenstraße von der wahren Schouten - Insel getrennt, und im Westen durch die große, schöne F l e u r i e u's - B a i von L>an - Diemens - Land adgeson- drt. Hohe Granit-Gebirge, deren Gipfel beinahe ganz kahl sind, bilden die Ostküste der Halbinsel; sie erheben sich von ihrem Fusse an sehr schnell in die Höhe. DaS Land, durch welches sie verbunden sind, ist äußerst niedrig, so daß man dasselbe vom Meere aus nur dann sehen kann, wenn man ihm sehr nahe ist. Don dieser sonderbaren Gestaltung rührt ohne Zweifel der Irrthum *) Herr von Zimmermann. läßt (G. gs?) dem Gepgravben Fr.vcinet hier mehrere Halbinseln eindecken. Im Texte ist aber nur von einer Halbinsel Sie Rede, die nicht Herr Frey ei «er, sondern HerrFurire entdeckte. Australien. »8» der früheren Seefahrer her, welche diese hohen Berge für abgesonderte Inseln hielten. Die Ostküste ist steil, wild und unfruchtbar; die westliche dagegen niedrig, angenehm und stark mit Holz bewachsen. Eben dieser Eontrast wird auf der Insel Maria bemerkt, und bort wie hier ist diese Seite der vollen Wuth einet stürmischen, granzlosen Ocean- au-getest, wah» »end auf der Westseite die Natur in Ruhr und die Witterung, unter dem Schutz der Berge, mild und angenehm ist. Die eigentliche Gchvutrn-Jnsel besteht ganz aus hohen schwarzen Bergen, zwischen welchen mehrere tiefe Thäler liegen; ihr Abhang gegen diese Thaler ist jähe und gleichsam schlüpfrig; gegen dot Meer zwar weniger steil, doch immer unzugänglich. Die östliche Seite dieser schroffen Berge ist o'ollig nackend, ohne eine Spur von Pflan» zeugrün ; ihr Gipfel zeichnet sich an verschiedenen Stellen durch Granitspitzen au-, die man für Säulen, von Menschenhänden errichtet, halten könnte. Ein tiefer Busen bespült diese schaueroolle Küste. An der Halbinsel Freycinet ist bei ihrem nördlichen Theile die Bai Lhouin zu merken, welche gegen Osten völlig offen ist, und durch zwei große Einsahrl-oorgebjrge gebildet wird, wovon dat südliche, LapForestier (unter 4u° ii' io" S. Br.) am weitesten hervorragt und sich durch seine Höhe und durch Kühnheit seiner Formen auszeichnet. Don dem Cap Forestier bi- zum Ca p Lo d i bildet die Küste mehrere kleine, sandige, unbeträchtliche Buchten. Hier ist da- Land nicht so hoch, al- weiter gegen Süden. Doch erhebt r- sich bald wieder gegen die Spitze St. Patrik. ES scheint stark mit Holz bewachsen und ange. nehme Thaler zu enthalten. Zahlreiche Feuer, welche die Französischen Seefahrer hier bemerkten, lasten eine ansehnliche Bevölkerung erwarten. 9$«n - Sternen* - Land. »SA -von der Spitzt S t. chatrik bis zur Spitze G t. H e- i e n e erhebt sich da* Land noch mehr in stufenweise» Erhöhungen, deren letzte weit in dem Innern det Lande* stehen. Die kleine M a v r o u a r d'j I n s e l, 4t" 23' 30" S. Dr. ist dadurch merkwürdig, daß sie süße* Wasser enthält, welche* den nahen Küsten fehlt. Zwischen St. Helcnen - Spitze und Cap Eddystone liegt die breite offene Feuer-Bai. Dom genannten §ap bi* zum Cap Portiand senkt sich da* Land schnell herab und wird niedrig. An mehreren Stellen besteht die Küste bl»* au* Sanddünen. Selbst Portlandtcap ist niedrig und steht beinahe unter Wasser. Nach dieser Beschreibung der Küsten können wir un* über die Naturbeschaffenheik, Productr und Bewohner von -van - Diemen* - Land um so kürzer fassen, da wir zum Theil manche* hierher Gehörige bereit* angeführt haben, zum Theil eine Uebereinstimmung mit Neu - Holland Stakt findet; endlich aber auch der Aufenthalt dex Europäer auf Van -Diemens - Land überall zu kurz gedauert hat, um für die Beurtheilung hinlängliche Resultate zu erwarten. Die merkwürdige Zertrümmerung dc* Lande* an der Ostküste, wobei der Granit al* Hauptsteinart erkannt wurde, die hohen, zum Theil mit ewigem Schnee bedeckten Gebirge, im Innern de* Land.'*, der Mangel an großen Flüssen, der Reichthum an eigenthümlichen Gewächsen und Bäumen *), der Anschein einer üppigen Vegetation, die Bevölkerung der Wälder mit den schönsten Vögeln, und die zugleich bemerkte Rauheitde* Klima'*; —dieß sind dir ausgezeichnetsten Ei? genheilen de* Lande*, welche* bi* jetzt nur der sichern Häfen und der Rvbbenjagd wegen für die hanveli.oen und serfahrea- den Nationen von einiger Wichtigkeit zu seyn scheint. ") M. vergl. vbe» S. 17*» (84 Australien. Die Einwohner sind in ihrer äußeren Bildung den Neu. -Holländern ziemlich ähnlich, scheinen aber weniger brüt balj diese. Dentrecasteanx und Peron erzählen mehrere Beweise von Gukmülhigkeit, von einer gr'oßern Theilnahme an neuen Gegenständen, und von einiger Unkerscheidungikraft, wo, durch sie sich vortheilhaft von ihren Nachbarn abzeichnen'. Sie beweisen sieb aber auch in mehreren Fallen tückish und bluldürstig gegen die Europäer, ohne alle äußere Leranba^- sung und obgleich diese sie milWohlchaten überhäufn n. Jh -e Nahrung, Wohnung, Kleidung, und ihr ganzer gesellschaftlicher Zustand ststd eben so armselig, al- jene der Neu»Hot- länder. f Auftrat t e n Dritte Abtheilung. Neu-Guinea. Archipel der Louisiade. Neu« Britannien. S a. lo m o rr'S - I nse l n rc. N Neu-Guinea i. 8 « zr Groß«. Grau i kn. Norden von Neu - Holland und im Osten der Mo« lukken liegt, mit letzter» unter gleichen Breitengraden, da- Land der Papu - oder Neu-Guinea. Unter allen Ländern Australien- wurde Neu Guinea am frühesten entdeckt und gleichwohl ist e- bii - auf den heutigen Tag da- unbekannteste unter Allen. Man weiß noch nicht, ob e» au- einer oder mehreren Inseln bestcht; der größte Theil seiner Küsten wurde nur au- der Ferne gesehen, nie sind dieselben in ihrem Zusammenhange umschifft worden, nie hat sich ein Europäer eine längere Zeit daselbst aufgehalten. Woher diese Unbekanntschaft, diese Vernachlässigung eine- Lande-, auf welchem man mehrere der köstlichen rproducte der Molukken gefunden hak; von dem man weiß, daß die Chinesen Handel dahin treiben; welches von Völ» kerschaften bewohnt wird, die den Ackerbau kennen und in einigen nützlichen Künsten nicht unerfahren zu seyn scheine« ? Ist e- nicht seltsam und unbegreiflich, daß die neusten Seefahrer sich kaum den Küsten näherten und fast 3t a »38 Australien. nie eine Landung versuchten? Nur Forrest warf den Anker in einer Bai an dem Westende des nördlichen Gestades, und C o o F landete an der südlichen Küste. Dam- pjer, Carteret, Dougainville, Dcntrecaste- a u x, welche diese Gewässer defuhren, traten indem eigentlichen Neu-Guinea nicht aus Land, sondern besuchten nur einige benachbarte Inseln. Le M a i r c und Schauten, welche, wie es scheint, den größten Theil der Nordküste be- schifften, hatten mehrere Zusammenkünfte mit den Eingebor- r>en der benachbarten Inseln, aber auch sie landeten nicht auf dem Hauptlande und überdies hielten sie den Archipel von Neu - Britannien für einen Bestandtheil von Neu- Guinea. Vielleicht haben die alteren Spanier chnigo JD r t i 5 de Rez und Bernardode la Torre *) die Küsten besser gekannt; aber ihre Entdeckungen sind so gut, als wieder verloren gegangen. Was wir gegenwärtig von Neu-Guinea wissen, beschrankt stch auf die sehe unvollständigen Nachrichten von Le Maire **), Dampier **'), Lotetet» Bougainville, Fo- rest **"), Cook Sonnerat “) La Billardiüre 3 ) und Den- trecasteau; 4 ). *) M. s. oben die Einleitung. S. rg. **) Speculum oricntalis occideutalisque ludiae Navigntio- juun , quarum uiia Georgii Spielberg, altern Jacob! Lcmairc auspiciis direcla est. Leyden, 1619 in 4to. ***) "William Dampier’s Voyage to New - Holland etc. — in tlie ycar 1699. London. 1703 in ß. .■****) Cap. Thomas Forest’* Voyage to New - Guinea ele. during the years 1774—>76. Dublin, 177g. in 410. l) S. dessen erste Neisr. s) Voyage ;a la Nouvclle - Gttinee etc. par Soneras, Paris 1776- in 4to. 3} Relation du Voyage 4 la recherche de la Peyrotue etc, Paris an VIU, aVol.in+to. 4) A. a. T). Neu-Guinea. »8y Da die Küsten, wie bereit- erwähnt, nicht im Zusammenhange untersucht wurden, und große Strecken derselben durchaus ungewiß sind, so laßt sich weder die Gestalt noch die Größe *) mit Genauigkeit angeben, um so weniger, al-da- Land, dat bisher für eine große Insel angesehen wurde, vielleicht aus mehreren besteht. Diese- noch zur Zeit unbestimmte Land liegt zwischen 148 ° und 170° östl. Lange von Ferro und zwischen der Linie und 10° sudl. Breite. , durch die Torre -- Straße von Neu - Holland und im Osten durch die Straße Dampiervom Archipel Neu- B r i t a 11 n i c » geschieden. An dem westlichen Ende liegen mehrere kleine Znseln, die in unmittelbarem Zusammenhange mit den Gewässern der Molukken stehen und sonach auf der Granzlinie zwischen Asien und Australien liegen. In welcher Art von Verbindung Neu - Guinea gegen Süd- ost mit dem Archipel der Louisiade stehe, ist zur Zeit noch unentschieden. 2 . Küsten. Borgebirge. Meerbusen. Nahe Inseln. Ob das S ü d - O st - C a p de- Dentrecasteaux, (wel. che- dieser Seemann, nach ungefährer Schätzung Z° 43 ' S. Br. und 46* .5' ,80" O. L. von Pari- niederlegte) der großen Insel New- Guinea oder einem kleinen benachbarten Eilande angehöre, scheint un- noch zweifelhaft zu *) Herr von Zimmermann giebt die Größe auf 13,000 Äua« dratmeilen an. In dieser Berechnung ist ein Irrthum von 1000 Üuadratnieilen mehr oder weniger sehr möglich, weil die Berechnung «uf keinem haltbaren Grunde beruht. l(JO Australien. seyn, indem die Entfernung des Schiffe- groß genug war, um irgend eine kleine Meerenge übersehen zu können. Nach Beauptemp't - Beaupre's Charte *) läuft von diesem Cop da-, mit hohen Bergen besetzte, Land zuerst gegen Nord» west hinter der Jnssl Ri che (da-Mittel derselben 8" io' 43" S. Dr. >— die Ostseite, welche allein bekannt ist, 145° 4i' O. L. v. Pari-) dann etwa- mehr nördlich bis znm § ap Longuerue (7° 22' 30" S. Br. und 143° 3t 43" O. L. von Pari-). In der Nähe djese- Dorgebirge-, gegenNordwcst liegen die kleinen Inseln Lon guerue. Die Küste zeigt auch hier hohe Gebirge. W-stter nach Norden, bei 7° S. Br. und 144° 45 ' O. L. v. Pari-, fmd Dentrecasteaux den G 0 l s H u 0 n, in den er jedoch nicht einlief, daher die Küste, welche diesen Meerbusen bildet, noch eine genauere Aufnahme erfordert. Cup K er m a n der, 6 ” 51' 30^S,Br. und 143° O. L. v. Paris, schließt diesen Golf gegen Nordosten. Sodann l'uft die Küste fast in gerader Richtung nach Osten bit ' zum Cap Cretin, 6° 42' 43" S. Br. und 143° 26* 30" O. L., steigt dann nach Norden bis zum Ca p Ki n g» William, da- bereit- Dampier entdeckte. Auf Beau, temp's - Beaupre's Charte ist dasselbe 6° l6'S. Br. und 143° 24 'O.L. p. Pari- niedergelegt. Die bi-her beschriebene Küstenstrecke, welche man für die östliche ansehen kann, ist von den Franzosen, während der Expedition des Admiral Dentrecasteaux» jedoch alleiniger Ferne aufgenommen worden. Da dieser Weltum, fegler, vom Cap King William gegen die Straße Dampier, zwischen der Insel Rook undNeu-Britannien, fortsegclte und Neu.- Guinea au- dem Gesichte verlor, so müssen wir nunmehr, da neuere Untersuchungen der *3 Am Atlas zu Dentrecasteaux's Reise, Nr. rz. Neu-Guinea. i 9 i Nordküste fehlen, un» an die alteren Angaben halten, so viel dieselben auch zu wünschen übrig lasten. Die Nordküste hat mit allen ihren AuSdeugungen wahrscheinlich eine Lange von mehr alt 450 geographischen Meilen. Schonten und nach ihm D a m p i e r haben Theile dieser Küste, wenigsten- die davor liegenden Inseln gesehen. Jene- schien hoch und mit angenehmen Wäldern von Kokospalmen und Savanen basetzt zu seyn, unter diesen bemerkte man mehrere Inseln mit brennenden Vulkanen. Die Namen derselben sind Riche, Volkan, He pierreu-o, La Conronne, Rob, Malagente, Abrigo und Arti. — Die Inseln, von denen hier die Rede ist, befinden sich nach der Charte Nr. 32 im Atlas zu Dentrecasteaux zwischen 3° und 5 0 S. Br. und von Cap King - William westlich gerechnet, zwischen 143° und ,40° O. L. v. Pari-. Nach älteren Charten*) befinden sich hinter diesen Inseln meh» rere Baien und Vorgebirge, welche zum Theil Spanische Namen haben. Gleich westlich vom Cap King - William liegt die Buena Baya, dann folgt Cabo dos Blancos, ferner Hoogebergh, Cabo de Casparico, die Bai de Abrigo, da- Vorgebirge Punta salida'unb bie Flüsse Baixa und St. Hieronymo, die sich in ansehnliche Baien ergießen. — Weiter gegen Westen, zwischen 139° und 138° O-L. von Pari-, bemerkte Bougainville zwei hohe Bergspißen, welche er die § y c l 0 v e n nannte, und welche in der Nähe de-St. Hieronymut-Flusse- zu liegen scheinen. Da der Französische Seefahrer hier nicht landete, so ist die nähere Beschaffenheit de- Lande- weiter nicht be. sannt. Dann folgen die Inseln Mo» und Arimoa, welche von den Spaniern benannt wurden. Ihnen jm Westen entdeckte Bougainville die niedrige Fnsel Nym- *) M. vergl. die Charte vonRvbertdeVaugondy '7:56. n, de Borjse Geschichte der Schiffahrt/ udersrHt vonAdelunz. 102 Vustralien phe-AHe uns* hinter derselben ein hohes Land, worüber der Berg Oeant - Monlineau hervorragte. Heftige Strömungen treiben das Schiff nach Norden, das Wasser war mit Baumstämmen und Meergras bedeckt, und hatte kci. nen Grund; daher Bougajnville hier einen großen Fluß oder eine Meerenge vermuthete. Wirklich haben die alte» ren Charten hier den Fluß 8t. Paulo, und andere geben deutlich, etwas mehr gegen Osten, eine, Neu- Guinea durchschneidende, Meerenge an. Bon hier weiter gegebn Westen gerath man in ein An^el-kabrrinth, welches die große Geelvink-Bai der Holländer zum Theil gegen Nordost umgicbl, zum Theil unmittelbar in derselben liegt. Das östliche Vorgebirge (Pointe orientgle) dieses Meerbusens liegt unweit 13,5° O. L. von Paris, das westliche Pointe Dory, 131° üo' O. L. v. Paris; folglich betragt ihre Weite 3° 40', d. {., weil hier die Längengrade nahe ander Linie liegen, 33 geographische Meilen. Von Norden nach Cüd-en betragt die Tiefe der Bai, »ach den Charten zu urtheilen, über 40 geographische Meilen. Im Norden der Gleewink- Bai liegen die S ch 0 u t e n Inseln, welche aus einer langen »nd schmalen, gebirgigen Insel und mehreren kleinen, im Osten der großen gelege- n ii, Inselchrn bestehen. Die Schouten - Inseln werden im Süden durch d'e Straße Jobie von der ebenfalls langen und schmalen Insel Jobie geschieden. Im Westen der Insel Jobie liegt die, von mehreren abgesonderten Felsen umgebene, klein e Insel Blutige. Im Süden von der I 0 b i e-I n se l liegen andere kleine Eilande, welche durch Passage du Sud von Neu - Guinea geschieden werden. In der Tiefe der Bai endlich befinden sich folgende Insel« : Pa n d e r S ch e l l i ng-, Ha rle m. und H pr n- Neu- Guinea. >93 Fnskrn im Osten, und P a I! j a n g-J !I se l, Broken, I n s e l n, E n a a n e-Fnsel und Bocdgeroe n-I n se l n. Mehrere Felsenriffe machen vor- erste, bi- alle genau ausgenommen seyn werden, die Fahrt zwischen diesem Insel-Labyrinth gefährlich. Die Holländer haben mehrere Vorgebirge innerhalb der großen Bai benannt, welche, vom Ostcop nach Süden, und von hier nach Nordwestcn gerechnet, in folgender Ordnung auf einander folgen: Klippenkpitze;,Elephanten spiße;§apPinxter im Südosten berHaar- lems-Jnseln;hohe-Südcap;zwe!felhaste-Cav« den Brocken-Eilanden gegenüber und im Süden; Cap MaS case, eine lange Erdzunge nordwestlich von der Insel Engane. Bey Cap Dory liegt ?ort O«i^, der Hafen, In welchen Forrest vor Anker gieng, welche Gegeäd daher die bekannteste von ganz Neu-Guinea ist. Ungefähr 18 geographische Meilen weiter westlich liegt da- Vorgebirge Goede Hoop, da- von den Holländern entdeckt, und neuerlich von Denlrecasteaux besucht wurde, der seine Lage bei 0° 19' S. Dr. und 130° 5* 30" O. L. 0. Paris bestimmte und sonach die Angabe Forest's berichtigte, der Zufolge e- um einige Minuten im Norden dc- Acquators liegen müßte. Diese- Cap bildet den n'ordlichsten Punkt von Guinea, denn vom Cap King - William bi- hierher erhebt sich die Küste, abgesehen von den Baien, allmählich von Südost nach Nordwest» Nahe bei Cap Goede Hoop, etwas weiter westlich lie, gen die kleinen Inseln Nu-palu, beinahe unter gleicher Parallele mildemebcngenannten Vorgebirge. Von hier senkt sich die Küste zuerst nach Süden und äuft dann wieder nach Westen bis zur Meerenge Galileo) y, welche Neu-Guinea von der nahen In se lSa- Australien. r-4 la » atty scheidet. Zwischen Salavatty und der I n se l Datenta lauft eine andere Straße, die Meerenge S a g e w i e n, durch welche Dentrecasteaux segelte. Ein dritter Canal endlich, die Straße Dampier *), schein det Barenta von der Insel Waigiou. Diese Inseln und Straßen stehen in unmittelbarer Verbindung mit den Gewässern der Molukken: denn segelt man durch die Dampier'- Meerenge nach Westen, so kommt man nach Gilolo, einer der nördlichen Molukken. Von dem südlichen Au-gange der Gallewo- Straße beginnt die Südküste von Guinea bei dem Cap Sabelo oder Onny und lauft mit mannichfaltigen AuSbeugungen von Nordwcst nach Südost bis zum C a p W a l sh. Diese ganze, über zweihundert geographische Meilen lange, Küste «st noch größtentheil- unbekannt, daher die Charten der» selben so sehr von einander abweichen, daß man kaum dasselbe Land zu sehen glaubt. Und doch liegt diese Küste in geringerer Entfernung von den Gewürzinseln« diesen al» len Besitzungen der Europäer. Den neuesten Charten Zufolge tritt das Land, im Osten der Molukkischen Insel C e r a m, tief gegen die Gleevink-Bai und bildet sonach au- dem westlichen Theil von Neu-Guineq eine Halbinsel. Dir dadurch entstehende schmale und tiefe Bai ist vielleicht die Niklas- - Bai der altern Charten. Don hier lauft die Küste, in derer Hintergründe sich Schneeberge zeigen, den W e sse l --J n se l n gegenüber nach Süd, vst an einer andern Landenge hin, welche zwischen diesem Theil de- Meere- und der Gleevink» Bai liegt, verfolgt diese Richtung, bei den A r r o u - I n se l n vorbei, bi-sie den Meridian der Mitte de- Meerbusens Carpentaria (bei Neu-Holland) erreicht, und macht hieraufeine schnelle Au-, *) Diese Straße ist nicht mit der gleicher Namen- zwischen Neu »Britannien und der Insel Reok zu rerwechseln. Neu - Guinea. / beugungen gegen Südwest bit zum erwähnten CapWalsh. In der großen Bai, welche durch diese Ausbeugung entstehet, haben die Spanier mehrere Flüsse und die Holländer einen feuerspeienden Berg entdeckt. Dom Cap Walsh bildet die Südküsse wieder, wie eS scheint, nur unbedeutende Baien, indem sse an der T o r r e - - S t r a ß e fortlauft. Oesslicher über die genannte Straße hinaus, wird sse völlig ungewiß bis zum wahrscheinlichen südöst, lichstenEnde, dem C'a p R o d n e y, welchesKapitan Edward S *) entdeckte, und bei io° 3 1 22" S. Br. und r 45 0 25' 30 4 ' O. L. von Pari- niederlegte. Diesem Borgebirge nahe im Westen findet ssch ein änderet, Cap H 0 0 d, und zwischen beiden der Berg Clarence. Cd» wards wagt selbst nicht mit Bestimmtheit zu entscheiden, ob diese beiden Cap- mit NeuGuinea zusammenhangen, -der einer besondern Insel angehören. Von hier bit zum S ü d 0 st c a p, wo wir die Beschrei, düng der Küste anfingen , wird dieselbe wieder völlig ungewiß. In der Torre-»Straße bemerken wir endlich noch die Isle de la dtliverance und die Insel W a M a J iit der Nahe von Neu- Guinea. 3 - Naturbeschaffenheit. Klima. Pr 0 ducte. Die geringe Bekanntschaft der Europäer mit dem -ande , ist um so mehr zu bedauern, als aus der Lage *) Edward'S Reift tt« die Welt, in Förster'- Magazin, Band II. Australien. 196 desselben in der Nahe der Gewürzinseln, aui der Anwesenheit hoher, zum Theil mit ewigem Schnee bedeckter Gebirge, der rauchenden Vulkane, der vielen Flüsse und köstlicher Produkte, hier eine Fülle merkwürdiger Eigenheiten zu erwarten ist, welche wahrscheinlich gleiche- Interesse für den Naturforscher, wie für den Kaufmann haben dürften. Von drei Seiten durch zahlreiche Inselgruppen, gegen den Andrang der Stürme de- großen Oceans, und durch hohes Land in der Nahe der Schneegelzirge gegen die Gkuch der Sonne unter dem Aequator geschützt, dürfen wir hier wenigstens in einigen Gegenden ein mildes, gesegnetes Klima erwarten. In der That giebt Forest da- Klima von Port Dorn als sehr gemäßigt an, indem die hohen Gebirge von Arfak in der Nahe sind. Solche Gebirge sah man in einigen Gegenden in dreifacher Ordnung über einander. Welcher Art diese Gebikge seyn mögen, welche Schatze sie enthalten, jsi zur Zeit noch völlig unbekannt. Et ist eine alte Sage, baß hier Gold zu ffndcn sey. Wenn den alleren Nachrichten davon gar nicht zu trauen ist, indem manchem Seefahrer oder auch Geographen die Aehnlichkeit des Namens mit dem Goldlande in Afrika hinlänglich war, was der Gelddurst wünschte, als gewiß vorhanden anzunehmen : so scheint es doch einige Aufmerksamkeit zu verdienen , daß die Bewohner von Port Dory dem Capital« Forest zu verstehen gaben, die.Gebirge im Innern des Laade- enthielten Gold, welches sie Buloan nannten. Indessen sah der Engländer selbst nichts, welches die Wahrheit dieser Aussage bestätiget hatte. Unter den Producten des Pflanzenreichs erwähnen wir nur: Gewürznelken, Ingwer, Muskatnüsse, KokoS, Betel, Sago, Brodfrnch', Bananen, Pisang, Plantanen I Neu- Guinea. 197 u-.b Baml uS, um auf den wahrscheinlichen Reichthum de- Lande- aufmerksam zu machen. Foresi führt d i e M i- s 0 irinde al- einen» im Handel der Eingebornen mit den Chinesen wichtigen » Artikel an , ohne jedoch diese N.nde naher zu bestimmen. Ob hier» wie einige Schriftsteller behaupten, Mangel an vierfüßigen Thieren sev, ist» bei dem kurzen Aufent» hall der Curvpaer, nicht leicht zixntscheiden. L e Moire und Schonten*) erzählen, daß ihnen Schweine von den Bewohnern der benachbarten Inseln zugeführt wurden. Am bekanntesten ist die Naturgeschichte der Vogel auf Neu - Guinea, was wir dem Herrn Sonnerat**) verdanken» welcher auch schöne Abbildungen derselben gelie- serl hat. - Die merkwürdigsten sind dieParadie-vöael (Pa- radisea) von denen man mehrere Arten kennt, welche hier zum Theil ausschließend einheimisch sind. Nicht bloß der Pracht ihrer Federn und Farben wegen, sondern auch durch wunderliche Mahrchcn, die von ihnen erzählt und geglaubt wurden, sind diese Vogel bei den Naturforschern und Sammlern berühmt worden. Dahin gehört die Fabel , daß sie ohne Beine geboren würden , nie die Krde berührten, ihr ganzes Leben hindurch in der Lust schwebten, und als ächte Kinder des Paradiese- bloß vorn Thaue *) M- verql. Colleetiou des Vo'yages anciens et modernes autour du uiomle; redigee par Piauearal. l’aris, igoß. Toni. II. p. 385- **) Yoyage ä la Json-velle - Guinee , dans lecjuel orr trouva la description des lieux, des oliserfations pliysi<]ues et morales, et des cetails relatil's ä I’iiistoire nam- ialle daiis ]«» regnen aninml et, sregetal par Mr. Sonne rat, «urielii de uo ftguies. Paris, 1776 tn k 4 °. Ueber« sitzt von Cbeling. Leipzig, 1777-, ic>8 Australien. des Himmel- lebten. Man findet in den Schriften der altern Naturforscher erbauliche Betrachtungen, über den Endzweck des Schöpfers bei dem Bau dieser erhabenen übersinnlichen Vogel. Die Fabel hat eine einfache Veranlassung. Bei dem Zuge der Dögcl bringt bisweilen ein heftiger Windwechsel ihre langen Schulterfedcrn in Unord, nung; die- hindert sie im Fliegen, und sie fallen entwe, der in- Meer, oder auf- den Erdboden, wo sie nicht sogleich wieder auffliegen können, weil sie, bei dem eigenen Bau ihrer Federn, sich hierzu auf einem Baume oder sonst auf einem erhabenen Gegenstände befinden müssen. Die Einwohner fangen sie nun leicht, schneiden ihnen die Füße ab und tragen sie alS Zierathen auf ihren Turbans. Einige wurden den Holländern auf den Gewürzinsiln verkauft, welche entweder selbst glaubten, daß die abgeschnittenen Füße von der Geburt an fehlten, oder welche in ih, rem ehrlichen Speculatjonsgeiste es einträglicher fanden, in Europa solche Wundervögel zu verkaufen. Eine andere Fabel erzählt von den Königsoögeln (Pa- radisea fegia Lin.) daß sie ihrem Könige odxr Anführer mit eben dem Gehorsam und der Ehrfurcht gehorchen, wie ein Unterthan seinem Monarchen. Wenn eine Schaar zum Wasser oder an einen Play kommt, wo sich Nahrung fin, bet, so soll kein Vogel eher da- Wasser oder Futter anrühren, bi-der König getrunken oder gefressen hak. Dieses, in Indien als unlaugbare Wahrheit geglaubte, Mahr- chen hat keinen andern Grund, al4 daß diese Vögel M ihren Zügen einem folgen, der vorau-fliegt, wa- auch andere Zugvögel zu thun pflegen. Obgleich die Paradie-vögel nach den neuesten Beobachtungen zu den Zugvögeln gerechnet werden messen, so haben doch die meisten Gattungen nur ein sehr beschrönkres Varerland, nämlich Neu - Guinea, von wo au-sie außer der Brülezcit nach den benachbarten vstindischen Inseln strri» Neu - Guinea. l 99 fett. Doch entfernen sie sich nie über ein Paar Grade von ihrer Himat. Man zahlt bereit- über eilf Gattungen derselben, von denen wir hier die schönsten in der Kürze beschreiben wollen. Der große oder gemeineParadietvogel, (Paradisea apoda) *), ist, wenn man ihm seine Federn nimmt, kaum so groß alt eine Amsel; befiedert aber kommt er der gemeinen Laube gleich. Von der Schnabelspitze bii zum Ende det Schwänzet mißt er iq 1 /» Zoll. Der Schnabel ist grünlich gelb und anderthalb Zoll lang; der Kopf und die Augen sind klein; Kehle und Halt mit sehr kurzen, dicken, steifen Federn besetzt. Am Kopfe und Hin» terhalse ist die Farbe hell goldgelb ; die Schnabelwurzel mit schwarzen, sammtartigen, grünlich changirenden Federn um» geben; der Dordrrhalt goldgrün; der untere Theil bet Halset von Hinten, der Rücken, di2 Flügel und der Schwanz sind kastanienbraun; die Brust gleichfarbig, nur dunkler und int Purpurfarbene spielend. Unter den Flügeln entspringt eine Menge Federn, deren Fasern so lose sind, daß sie Fischgräten gleichen; einige davon messen ig Zoll in der Lange. Ihre Farbe ist theils kastanienbraun, oder purpurn ; theilt goldgelb oder fast weiß. Vom Steiße aus laufen zwei, drittehalb Fuß lange, Federn ohne Fahnen über den Schwanz hinaut, und scheinen die beiden mittler» Schwanzfedern zu seyn, der nur 6 Zoll lang und am Ende gleich ist. Bloß 4 Zoll an der Wurzel und eben so viel am Ende sind die langen Steißfedern mit Fasern besetzt : ihre Farbe ist der Schwanzfarbe gleich, also kastanienbraun. Die starken Beine haben eine ähnliche Farbe. —* *) Der lateinisch« Trivialname rührt von der falschen Boruut» setzung her, daß d«o B»g«l kein« Füße hab». 200 Australien. : DaS Weibchen soll sich nur dadurch vom Männchen unterscheide», daß die langen Sleißfcdcrn noch kürzere Fahnen haben. Lebendig trifft man diesen Paradiesvogel vorzüglich aufAru und andern, um Neu - Guinea liegenden Inßlki, so rc>:e auch auf den Molucken an. Auf Tcrnantr Nennen ihn die Eingebornen den Papua Wogel, vorzüglich weil die Lander der Papuas ihnen als die Heimat desselben bekannt sind. Man vermuthet, daß er auf Neu - Guinea brüte. Won'dort kommt er, sobald der Westwind oder trockener Müssen zu wehen anfangt, nach Aru und den übrigen naher, Inseln, und bleibt hier nur so lange, bit der Ostwind oder feuchte Müssen sich erhebt. Sie fliegen bei ihrer Ankunft und dem Abzüge in Schaaren von 30 bis 40» und zwar unter einem Anführer, der allemal höher steigt, und wie die meisten Zugv'ogrl immer gegen den Wind, so lange er nur mächtig wehet; erhebt sich . ein Sturm, so steigen sie gerade auf in die höheren Regionen der Lust., wo es ruhiger ist, und setzen ihre Reise fort, die eiwa zwanzig Meilen betragt. Ueber die Nahrung dieser Paradiesvögel widersprechen sich die Nachrichten, Nach einigen besieht sie in MuSka- tennüssen, nach andern in Beeren eines Baumes. Einige behaupten, sie fräßen Schmetterlinge, noch andere wollen wissen, daß sie kleine Wöge! sangen, welches ihrer Klauen und des Schnabels wegen, nicht unwahrscheinlich ist *). Der König sparadiesvogel, paradisea regia, hat die Größe der Amsel und unterscheidet sich von den anderen Gattungen durch die Lange der Flügel, welch» über drc Schwanzfedern hinausreichen, Kopf, Hals, Brust, *) M. s. Lathain's Uebersicht der Vvael, I. S. 387. Försters Indische Zoologie, Schwanz und Flügel haben eine glänzend rothe Farbe, schön und lebhaft wie Tarmin, schimmernd und tveich wie Atla-. An der Brust erblickt nun einen breiten grünen Streif, der wie polirtes Metall glänz»; bei Einigen läuft über diesen grünen ein anderer, schmaler, hellgelber Streif. Der Bauch ist grün mit W-iß ge- tmscht, da er bei andern gewöhnlich eine bloß we'ße Farbe hat. — An der Stelle der mittleren Schwanzfedern tNlspringen zwei, nur aN ihrem Ursprünge mit Faseln versehene, übrigen-kahle, weit hinau-reickunde Federn. Diele sind aN der Spitze, wo sie sich spiralförmig krümmen, mir glänzend grünen, einseitigen Fahnen vers h,n Die Beine haben eine gelblich braune Farbe. — Den Nam n hat der König-parabiesvoget von der oben erwähnten Faß l, Ül- ob mehrere einem Monarchen gehorchten. Man hat ihn bisher vorzüglich auf der Insel Aru und in der Nahe derselben gefunden. Der prächtige Paradiesvogel, Faradisea iiiäghifica ist so groß als der Vorige. Die Fibern am Kopfe sind kurz und sammtartig ; Scheitel undNack.nkun- Eclkastanicngelb ; zwischen d»r Mundöffnung und dem Auge befindet sich ein hellgrüner Fl.ck. Hinten am Hals,- steht ein Büschel hellgelber, an der Spitze mit einem schwarzen Fleck versehenen Federn, und unter ihm »ntspri,gt ein Noch größerer Büschel, dessen Federn strohgelb sind und locker über dem Oberlheit des Rückens li-°g n Vom Kinn bis zum Schenkel herab ist das Gefieder schwärzlich. mit einem grünen Wiederscheine, der sich über eine,, Theil der Flügeldeckfedern erstreckt. Von der Mitte der Kehle an ist die Farbe am Halse und an der Brust blaugrün und die hier befindlichen Federn sind kurz und dunenarrig-, die kleinen Schwungfedern haben eine duiik.lgelbe Farbe; die größeren sind braun und reichen bis an- Ei de des Schwanze-. Auch an dieser Gattung laufen an der Stelle Australien. & 202 Australien. der mittleren Schwanzfedern zwei drathöhnliche Federn, die sich in einen großen Kreis krümmen und mit sihrkur. zen grünen Barten versehen sind. Der violetkehligcParadiesvogel, Paradis- ea supeiba, ist etwas größer als der Königsvogel, und hat an der Wurzel des schwarzen Schnabels einen gleichfarbige» Fedcrbusch', der wie über einem Ritterhelm hervorragt. Kopf, Hinterhals und Rücken sind goldgrün, und die sammtartigcn Federn liegen an diesen Theilen, wie Fischschuppen übereinander; die Flügel sind matt dunkelschwarz; der Schwanz hat einen bläulichen Glanz; die Kehle chan- girt ins Violette, und die Federn sind sammtarlig; der Bauch ist glänzend grün. Unter den Flügeln entspringt zu beiden Seiten ein Büschel sammtariiger schwarzer Federn von ungleicher Lange, welche das Ansehen eines zweiten Flügelpaares haben und sich hinabwarts winden. Der goldkehlige Paradiesvogel (L’oiseau de Paradis a george doree) ist ungefähr so groß als eine gemeine Turteltaube. An der oberen Schnabelwurze! entspringt eine Haube, die den Vogel wenig erhebt und die wenig über die Augen hinausreicht. Diese Haube besteht aus feinen, aber starken, mit wenig Bart versehenen Federn, ist unten schwarz, sodann halb schwarz, halb weiß, aus welcher Mischung ein Perlgrau entsteht, das genau wie mattes, unpolirtes Silber aussieht. Der obere Theil des Kopse- und der Kehle, so wie die Backen, sind schillernd schwarz violct. Um den Nacken geht ein Halsband, das gleiche Farbe und gleiche Federn wie die Kehle hat. Diese Federn sind lang, schmal nnd liegen dicht an einander; an ihrem Ursprünge schwarz, spielen sie weiterhin ins Rörh- siche und endigen mit einem goldfarbigen Flecken. Die Federn liegen so, daß bloß dieser goldene Fleck sichtbar ist; daher auch Kehle und Halsband wie golden er» cheinen; je nachdem aber das Licht darauf fällt, jchim- . f t Neu - Guinea. 203 Wem diese Federn mit allen Goldfarben, bald rein wie Gold, bald goldgrün, goldroth oder goldviolet; bald, als wen» alle di.se Goldfarben zu gleicher Zeit glänzen würden. Das Metall selbst kann nicht schöner und feuriger gl'nzcn. Der Rücken ist dutikclschwarz, ins Violette schillernd. Schwanz und Flügel sind schwarz und erscheinen dem Auge und Gefühl als Sammet. — Das Hauptkennzeichen dieses prachtvollen Vogels sind sechs lange Federn, wovon drei an jeder Seite des Kopfe- über und hinter den: Auge hervorkommen. Sie liegen rückwärts über den Leib und erstrecken sich über ein Viertel des Schwänze-. Nur am Ende haben sie zu beiden Seiten Bart und sehen demnach befiederten Pfeilen ähnlich. — Sonnerat erhielt diesen Vogel von den Eingeborncn auf Neu-Guinea. Der grüne Paradiesvogel ist durchaut grün, Und glänzt wie polirter angelaufener Stahl. Je nachdem das Licht darauf fallt, scheint er bald grün, bald blau. Der Promerops ist ein anderes merkwürdig-Vogelgeschlecht auf Neu-Guinea. Sonnerat beschreibt zwei GatluNgen desselben! den braunen und den großen Promerops vo n Neu-Guinea. Der braune Promerop - ist von der Spitze des Schnabels bis an das Ende des Schwanzes 22 Zoll lang. Der Schnabel ist schwarz, glänzend, schmal, abgerundet und sehr gebogen, uV-Zolllang. Die Lange dc- Schwanze- beträgt iZ Zoll. Er besteht aus zwölf Federn, davon die zwei mjtt.lsten die längsten sind und die übrigen bedecken, wenn der Schwanz zusammen gefügt ist. Die Seitenfe- dcrn nehmen paarweise ad. Der Virbel bet Kopse- und die Seilen haben bei dem Männchen die Färb? von pvlir- tem Stahl; Hals und Brust sind schön schwarz. Bei dem Weibchen sind diese Theile braun; außerdem gleiches beide Geschlechter einander vollkommen- Hintcrhals, Rücken Flügel und die obere Seite des Schwanzes sind braun; Halt O L 804 'Australien. 4 Rücken und Flügrstmit Braungrün verwachsen. Der Bauch 4 hrt schwarze und weiße Quelsireifen. Dir Flügel ersirrk- kcn sich vier Zoll über die Schwarzwurzel. Der große Promerops vonNeu»Guinra ist einer der außerordenllichsien Böge! dieses Geschlecht-. Bon der Spitze des Schnabels bis an das Ende des Schwanzes mißt er vier Fuß. Sein Leib ist dünn und hager, und scheint kurz im Verhältniß zu dem sehr langen Schwänze. Die Farben sind auffallend glänzend. Kopf, Halt und Bauch sind schimmernd grün; die Federn an diesen Theilen glänzen wie Sammet und lassen sich eben so anfühlen. Der Rücken ist schillernd violet. Die Flügel haben eben diese Farbe und scheinen bald blau, bald schwarz, bald violet» bald dunkel schwarz, und allemal sammtartig. Der lange Schwanz besteht au- zwölf Federn, davon die beiden mittleren die längsten sind. Die Seitenfedern nehmen stufenweise ab. Die Farbe ist oben" violet oder schillernd blau, und unten schwarz. Die Federn des Schwanzes sind im Vergleich zur Lange ziemlich breit, und glänzen oben und unten wie Metall. — Am hnderbaresten sind die langen Schulterfedern oberhalb den Flügeln, der Bart ist an einer Seite kurz, an der andern laug« Diese Federn haben eine glänzende Stahlfarbe und schillern ins Blaue. Sie endigen sich mit einem br>iten, glänzend grünen Fleck und bilden eine Art von Federbusch. Unter den Flügeln entstehen lange, gebogene und aufwart- gekrümmte Federn, welche an der inneren Seite schwarz und auswendig glänzend grün sind. Schnabel und Füße sind schwarz *). Außer diesen, durch die Farbenpracht und Bildung der Federn ausgezeichneten Bügeln, führt Sonncrat in seiner Reise nach Reu - Guinea noch drcrzehn ander« B»- *) Y. So»ner»t i I. c. p.55~ löZ- Neu - Guinea. roL gel an, nämlich zwei Taubengattungen, eine Wachtel, zwei Gattungen Eitvögel (Martin - Pecheurs), fünf Pa- pagnienarten und drei Gattungen Fettganse (Mancsiots). Die Laubengattungen sind dadurch merkwürdig, daß sie sich von Muikatnüffen nähren, aber nur die Schaale verdsueu und die Nuß selbst unversehrt von sich geben. Daher verpflanzen diese D'ogel den Mußkatnußbaum überall wo sie hinkommen, von Insel zu Insel. Da der Raum dieser Blatter unt nicht erlaubt, diese Dögckgattungen naher zu beschreiben, so verweisen wir de-, halb auf Sonncrat'S Werk *). 4 - Einwohner. Wir haben im Vorigen gesehen, baß Neu-Guinea «och sehr wenig bekannt sey, indem selten ein Suropaer dieS Land besucht habe; daher wird man in Absicht auf die Einwohner keine genaue und au-führliche Beschreibung erwarten. Dir Reisenden liefern einzelne, unzusammenhän» gende Bruchstücke; bitweilen ist e» offenbar, daß sie nicht sowohl von den Bewohnern von Neu» Guinea, al» von den Neu Brilannicrn, oder andern benachbarten Insulanern sprechen ; 'öfterer ist die Verwechslung dieser verschiedenen Völkerschaften versteckter. Zwar mögen die Nachbarn große Aehnlichkeit mit einander haben, und Grund genug vorhanden seyn, sie unter dem Namen der Papua», al- eine Raffe anzusehen. Doch muß diese Aehnlichkeit erwie- *) 6 . Australien. *06 sen, ste darf nicht aus der Nachbarschaft vorausgesetzt werben ; deun die Neu ■ Guineer sind nahe Nochbaren dcr.Mo- lukkrsen, und doch den Eitlen und dem äußern Ansehen nach gänzlich von einander verschieden ; ja, sie sollen dem, um einen Welttheil entfernten, Cassrrn in Afrika ähnlicher si nn, als ihren nächsten Nachbaren. Die Bewohner von Neu- Guinea nämlich sind Negern, mit ausgeworfenen Lippen, platter, breiter Nase» großem Munde, großen Augen und glänzend schwarzem Wollhaare. Sie sind stark gebaut, lang» und haben eine sehr schwarze, rauhe Haut. Die Mcluk- kcsen dagegen sind dunkelbraun, kieiki, und gehören offenbar zur Malajischcn Rasse. Wie ist es geschehn,,- haß zwei baturhistorisch verschiedene Rasselt einander so nahe gekommen sind? Um diese Frage zu beantworten, müßten wir die Neu- Guineer nicht bloß nach ihrem naturhistorischen Unterscheidungszeichen können, wir müßten auch in psychologischer, in historischer und in ethcnographischer Hinsicht Nachrichten über sie ausgezncbnet finden ; ab- r nach allcdem suchen wir vergebens in den Reisibeschreibungen; ja, es scheint sogar, baß selbst in naturhistorischer Rücksicht die Unterscheidungszeichen noch nicht mit Zuverlässigkeit angegeben sind. So haben die Papuas nach L e M a i r e's*Dericht, zwar kurze krause, aber nicht eigentliche Wollhaare; und Damtier erzählt, daß sie ihre H Forest erzählt, daß fle in den Nächten, in welchen sie den Neumond zuerst erblicken, die ganze Nacht hindurch zu trommeln und zu singen pflegen. Sind djeß Religion-übungen oder Volksfeste? Ob die Ureinwohner eine Art politischer Verfassung unter sich eingeführt haben, und von welcher Beschaffenheit diese sey, darüber lassen uns die Reisenden ebenfalls im Dunkeln. Daß sie Sclaven haben, scheint aus Forest zu erhellen, dem zwei derselben zum Verkauf angeboten wurden. Jeder von diesen hatte ein Halsband von Bambus« röhr um, an welchem oben, nach hinten zu, eist Stück Holz, wir ein Zuckerhut geformt und etwa fünf bis sechs Pfund wiegend, herunter hieng. Diese Sclaven wurden um wohlfeilen Preise au-geboten, waren weiter ostwärts ,us Neu-Guinea gebürtig und trugen ein Stück Schild- kr'otenscyaalc in der Nase. — Wie waren die Einwohner von Port-Dvrpju diese, Sclaven gekommen? Waren es Neu - Guinea. SIZ Acfangene? Oder giebt ei einen Sclavcnstand auf Neu» Guinea? Ei scheint ferner, noch Forest's Berichte , daß die Neaerrosse auf Neu - Guinea eine Art von Oberherrschaft ausübe, über ein andere-Volk, welche- unserer Gewährsmann Haraforn nennt. Sie sollen von den Papuas absichtlich in Unwissenheit erhalten werden, wahrscheinlich um desto leichter über sse zu herrschen; wenigstens hall man in Europa, an manchen Orten, dafür, daß ein unwissen- des, oder noch besser ein blödsinniges Volk die treuesten Unterthanen abgäbe. Warum sollten die Wilden auf Neu» Guinea nicht eben diese klugen Vorstellungen haben können ? — Seltsam aber ist es, daß diese Harasora's, die auf Bau» wen im Innern der Insel leben sollen, ungeachteil des Druckes, doch, ein ackerbauendes Volk, wie versi chert wird, g "worden ist, welches seine eisernen Welkzeuge von den Papua- gegen eine Abgabe von Leben-mitteln eintauscht, wahrend diese, ohne selbst zu arbeiten, jene (9e- rathschaften von d^n Chinesen gegrn eine Baumrinde *) erhandeln. Diese Nachrichten haben etwas Rathselhaftes. Es giebt auf den Suda - Inseln gleichfalls Harasora's, »lwr wie ste auch genannt werden, Alfvri's; aber diese gehören zu der Malajischen Rasse, und überall inAustia» lien, so wie auf den Inseln des Indischen Archipels» rv» man diese beiden Stammrassen beisammen trifft, da sind die Malajen, als die Cultivirteren, die Herrn; die Negern sind die Unterjochten. So auf Dornes, Sumatra; so selbst auf Oraheite. Wenn es wahr ist, daß in Nev - Guinea der umgekehrte Fall Statt findet, so verdient dies« Ausnahme von der Regeleine ausgezeichnete Aufmerksam- *) Fooest nennt ist« die M i so o i n d e, ebne ihre Eigenschas » ten, und ohne ihren Gebrauch j,l bestimmen. Australien. L14 keil. — Man muß aber gestehen, daß Forestsich an mehre- ren Stellen» al-e-n.n ziemlich fiüchlig^n Beobachter zeigt; daher alle seine Nachrichten erst einer fm.cn, genauen Prüfung cn Ort und Stelle unterworfen werden müsse», ehe haltbare Resultate dargu- abgeleitet werden kennen. Endlich nennen einige R>-senden*) nccö die Bad- sch u e r oder O r 0 n B a d sch u als Bewohner, wenigsten- der benachbarten Inseln von' Neu - Guinea. Sie solle» ein wandernde- Fischervolk seyn, über der.» Abkunft man sich noch nicht vereinigen kann. Sir leben auf ihren Bb- tcn vom Fischfänge, und wechseln ihren Aufenthalt nach den Monsun- oder periodischen Winden. Andere wohne« an den Mündungen der Flüsse, dicht an den Küsten in Häusern, die auf Pfählen ruhen und bis in die See hineinreiche». Sie sind Mohamedaner oder Anhänger de- Fo, dessen Religion sie von den Chinesen erhalten zu haben scheinen. Sowohl die Ha r aso ra'-, als die B ad schue r sind den Europäern lange al-Bewohner der Mo l u kke n, der S u n d a - I n sel n und einiger Philippinen be. kannt. Wenigsten- werden dort einige Völkerschaften unter gleichem Namen von den Reisenden angegeben. In der Gegend von Banjcr-Massing aufBvrneo wohnen B i a d sch u h's, welche weißer al- die Malajen sevn sollen, und für Chinesische Emigranten , (au- der Zeit der Eroberung der Mandfchu) gehalten werden. Die Harn s 0 r a '4 auf Mindang 0, einer Philippinischen großen Insel, welche Ein Volk sind mit den Alfuri- aus C e- ra m, einer Molukkischen Insel, werden zu den M a l a , en gezahlt, sie sind schwarzbraun, wild und tapfer. *) steigern. Reisen ju Wasser und zu Lande. Bd. XXIII. T. rc>ci js. Ausjuz aus Valentin'- Reifem Neu - Guinea 215 Noch hat kein Beobachter diese verschiedenen Völkerschaften n -ch ihrer Uebereinstimmung oder Unahnlichkeit bii zu einem solchen Grade der Gründlichkeit geschildert, daß darau- haltbare Resultate für die Menschenkunde zu ziehen waren. WaS man bei den Reisenden angemerkt findet, reizt die Neugierde, ohne sie zu befriedigen. Wir glauben zu der Erwartung berechtigt zu seyn, daß hier eine reiche AuSbeute für Enthnographie den philosophischen Fv! scher belohnen werde, der diese interessanten Gegenden zu bereisen, sich entschließen könnte, und der eS möglich zu machen wüßte, sich längere Zeit dort aufzuhalten. Sicher würde die Mühe hier reicher vergolten werden» al- in den Wüsten deS Innern von Afrika. Möchte doch bald in England eine Gesellschaft humaner , für die Wissenschaften eifriger Männer sich vereinigen, um die Papua-- Lander in naturgeschichtlicher und ethnographischer, so wie selbst in nautischer und geographischer Hinstcht zu erforschen. Bonden Molukken auS, in deren Besitz die Engländer gegenwärtig sind, ließe sich eine Unternehmung zu diesem Enlzwccke, ohne große Schwierigkeiten und Kosten veranstalten. Nur müßte dieß eher geschehen, al- die Tewürzinseln wieder dem Regiment neidischer Krämer zurückgegeben werden, die ti seit Jahrhunderten für Weisheit gehalten haben, die Welt in Unwissenheit über diese Gegenden zu erhalten, damit ja ihr Gewinn an Pfeffer und an Mujkatennüsscn nicht geschmälert würde. Doch vielleicht hat bat Unglück, diese große Schule der Völker, auch die Holländer über. zeugt» daß Verheimlichung keinen Schutz gewährt und daß gagegen liberale aufgeklarte Völker durch die Masse der Kenntnisse» die ihre Regierungen verbreiten, daS wahre Stamincapital der Nationen vermehren. NusiraUen. ais>was- sek zu untersuchen, in denen unzählige Klippen den Untergang drohten. Die Franzosen mußten da» meue Meer suchen , um irgend ritten Weg zu den Molukken zu sinnen, ehe sie Zeit gehabt hallen, iyre Entdeckung zu oereoüsiän- digen. Einen vrtmeimltchen großen tbleerbustn nan,,.rn sie Lotte cke la Louisiade, dem Kdnige Ludwig zu Ehren, Archipel der Louisiade. 217 und da-Ostcap desselben, Cap de la delivrance, weil sie von hieran- wieder ein offene- Meer fanden« Im Wessen entdeckten sie eine Insel, welche den Namen Oues- sant erhielt, wegen ihrer Aehnlichkcit mit der Französischen Insel diese- Namens. Durch Dentrccasseaux sind diese schwankenden Angaben nautisch und geographisch in etwa- mehr aufgehellet wor. den. Im Iuniu- i 793 segelte dieser Admiral von den Sa- lomon-inscln südlich , um da- Cap de Ia delivrance aufzusuchen. Er fand es unter 11 0 20' 37" S. Br. und 132" 6 ‘ 15" O. L von Pari- und erkannte e- nachher für die östlichste Insel eine- Archipel-, der mit Bougainvil- lc'- Louisiade eine Gruppe bildet. Er nannte diese Insel Ile de Roussel nach einem Officier seiner Expedition. Hohe Gebirge, dichte Gebüsche und angenehme grüne Fel, der erblickte man 00m Meere au-. Nach Wessen entdeckte man in ansehnlicher Entfernung Land, oder die hohe, mit vielen Klippen umgebene Insel Peron. Hinter dieser Insel zeigte sich wieder Land und mehrere kleine Inseln in dessen Nahe; sie wurden die südöstlichen Inseln (lies de Sud-Est,) der Louisiade genannt. Indem da-Schiff weiter gegen Nordoss segelte, wurden die Felsenriffe und kleinern Insel Joannet und Renard und die größere Insel 8t. Aignan entdeckt Indem man von hier westlich und an den Felsenriffen Eonvouloir vorbei steuerte, gelangte man zu dem Sübost-nde einer neuen Gruppe, welche lies Demrecasteanx genannt wurden, und ebenfall- zu dem Archipel der Louisiade gehören. E- ist wahrscheinlich, daß diese Gruppe (die vielleicht nur die vorspringenden Eap- einer großen Insel), der nörddstliche Theil desjenigen Lande- ist, wozu Bougainoille's Cul de sac de l’Orangerai gehört; so wie dieses Seefahrer- Insel Ouessant die westlichste der lies de Sad - Est seyn dürfte. Bei den lies Dentiecasteaux wurden mehrere Punkte bestimmt, näm- Australien- P 218 Australien. lichCapVentenat(io° i2< S. Br. und 148° 44 ' 30 << Oestl. L. von Pari-), Cap Pierson (9 0 55' 1 o" S. Br. und 148° 44 ' 48 " O. L. v. P.) lle Goulvain (9* 4 5 ‘ 30" S. Br. und 148° 35* O. L) lle de Welle (deren nördlichster Punkt 9° 35' 30" S. Br. und 148' 40' O. L- v. Pari-.) Cap Labillardiere (9 0 26' 1 5" S. Br. u. , 48 " 26' O. L. 0. Pari-) und Cap La Gage (nach ungefährer Bestimmung 9° 18' rL"und 143° 2'D. L. von Pari».) Nach der Charte von Deautemp- - Bcaupre zu urthci» len, bilden die lies Oeutrecasteaux drei größere und mehrere kleine Inseln; da jedoch kein europäische-Schiff zwischen diesen Inseln durchgesegelt ist und ste überhaupt nur auS der Ferne gesehen wurden, so scheint e- un- wenigsten-noch sehr zweifelhaft, ob ste nicht unter einander, und mit dem Gut de Sac de 1 Orangerie zusammenhängen. Im Norden der lies Oentrecasteaux liegen die lies Trobriand und nach diesen im Westen Insel und Felsen Lu- san^ay, die von dem Südostende von Neu-Guinea nur einige zwanzig geographische Meilen entfernt sind. (St ist zu bemerken, daß Dentrecasteaux nur die Nordostseite de- Archipel- der Louistade und zwar größten» theil- in gewisser Entfernung sah; und daß Bougainville sich nur einigen Punkten der Südwestseitc näherte; daher die Geographie dieser Inseln von spätern Seefahrern noch mancherlei Aufklärung erwartet. Wir wollen nur einige der wichtigsten Aufgaben anzeige», die zu lösen sind. Zuerst wird e-nothwendig seyn, zwischen Neu - Guinea und den Inseln Lusaka» durchzuführen, um e- außer Zweifel zu seyen, daß die Louistade nicht einen Theil von Guinea ausmache. Sodann ist eine genaue Beschiffung der Westküste der Isis Deatrccasteaux und die Untersuchungen ihre- Zusam- Archipel bet Louiflade. si$ menhange- oder ihrer Trennung vom Cul de Sac de 1’ Orangerie zu wünschen. Dergleichen wäre zu versuchen, ob man von Westen gegen Osten zwischen den Inseln Trebrisond und Dentre. casteaux segeln könne; denn et laßt sich wenigsten- der Fall denken, daß sich von Osten nur ein großer Golf weit gegen Westen zwischen beiden Inseln erstrecke. Endlich würde zur Vervollständigung der Geographie de- Archipel- noch erfordert, die Meerengen zwischen allen Inseln desselben zu untersuchen. Die Lösung dieser Aufgabe, wir gestehen e-, ist wegen der vielen Klippen in jenen Gewässern, mit Schwierigkeiten verbunden, und würde die Zeit einer Seecampagne aus- füllen. Der Gewinn wäre aber auch groß, besonder-wenn man zugleich die Beschiffung von Neu - Guinea sich zum. Zweck setzte. In einem Hafen dieser großen Insel konnte der Mittelpunkt der nöthigen Operationen angelegt werden; von hieraus waren die Untersuchungen der Meerengen und die nöthigen Landungen zu leiten. Wogender Nahe der Molukken sollte man diese Expedition für weniger kostbar halten, als so manche andere, welche die Engländer in den entferntesten Weltgegenden unternommen haben. Da nun hier reiche Produkte zu erwarten sind, und die Lage sowohl zum Handel mit China und Indien, alt selbst mit America, nicht weniger al- in Hinsicht auf Port Jackson vorihejlhafr ist; so halten wir dafür, daß vorzüglich England dabei interessjrl sey, sowohl die Louisiade al- Neu - Guinea näher kennen zu lernen. 2LO Australien. 2 . Älaturbeschaffcnheit. Producte. Bewohner. Au- dem bisher Gesagten erhellet, daß über die Beschaffenheit de- Lande-, Produkte und die Bewohner nicht viel bekannt seyn kann. Die wenigen Europäer, welche die Inseln sahen, versuchten keine Landung. WaS sich zerstreut in den Reisen von Bougainville, Dentrecasteaux und La Billardiere *) findet, beschrankt sich auf folgende Notizen. AIS Bougainville sich der Louistade näherte, kündigte ein köstlicher Geruch ihm die Nahe de- Lande- an. So verrathen sich die Gewürzinseln in einer Meilen weiten Entfernung den Schiffern. Man vermuthet daher mit Recht, die Vegetation der Molukken auf den Inseln der Louisiade zu finden. Dentrecasteaux bemerkt, daß alle Sachen, welche er von den Einwohnern erhielt, einen aromatischen Geruch hatten. Wenig Lander, sagt Bougainville, von der Gegend am C-.iI de Sac de l’Orangerie haben einen schöneren Anblick gewahrt. Am Gestade de- Meere- war der Boden niedrig und zeigte offene Felder und Gebüsche. Gegen da-Innere erhob er sich amphitheatralisch bi- zu Bergen, deren Gipfel sich in die Wolken verlor. Man unterschied deutlich eine dreifache Reihe von Gebirgen, die sich wie Stockwerke eine über die andere erhoben ; die höchste Reihe mochte fünf und zwanzig Ljeue- vom Ufer entfernt seyn. Man bemerkte mehrere Böte an den Küsten, von denen man, so wie au- den Rauchsäulen in der Dunkelheit, auf die Bevölkerung schließen konnte. — Leider erlaubte der Zustand de- Schiffoolks keine Landung an diesen, mit Klippen umgebenen Küsten zu versuchen. — Bougaia- *) La Billardiöre begleitete bekanntlich den Admiral Dentreca. steaur als Naturforscher, und beschrieb als solcher die Reise in einem ganzen Werke. Archipel der Louisiade^ L21 »ille fand keine Gelegenheit, die Bewohner der Louisiade in der Nahe zu sehen*). Dentrecasteaux fand aufder NordostSeite deS Archipel? der Louisiade fast überall hohe? gebirgige? Land, des. sen Zugang durch Felsenriffe erschwert wird. So ist die I> » sel St. Aignan **), mit sehr steilen Felsen umgeben, hm. fer welchen sich hohe Picartige, mit Holz bewachsene Berge erheben. In den lichtern Stellen der Wälder sah man die Hütten der Bewohner.— Unweit Eap Pierfon, aufder südlichsten der Inseln Dentrecasteaux, wird die Küste von hohen, mit Coco-baumen bedeckten Bergen gebildet, die sich schnell erheben. Im Westen deS ebengenannten Cap tritt da? Gestade in einen Golf zurück und hat ein äußerst freundliche? Ansehen. Ein frische?, mannichsachesGrün lachte den Schiffern entgegen und bi- zu der Höhe der sch'ongesormten Berge erblickte man Coco-palmen, die eine große Fruchtbarkeit dcS Boden? anzeigten. In malerischen Gruppen lagen die Hünen der Bewohner zwischen diesen freundlichen Hainen. Die Einwohner, mit welchen die Franzosen der Den« trecastaux'schen Expedition mehrere Zusammenkünfte hatten, waren von mittlerer Statur und schwachen Körperbau; sie hatten Wollhaare, die Hautfarbe aber scheint nicht eigentlich schwarz zu seyn; wenigsten- erzählt Den. Ir.costeaux, sie halten sich da? Gesicht schwarz bemalt, welche-nicht zu bemerken gewesen wäre, wenn die Haut von Natur diese Farbe gehabt halte. Sie waren nackt *) Herr v. Zimmermann bemerkt a. a. O. S- 370, daß Dou» gainville hier Einwohner mitsangen und röthlichen, jedoch krausen Haaren gesehen habe. Zn der angezeigten Stell« spricht aber Bougainville von den Bewohnern von Paz. D e n i s und der Bai Choiseuil im Archipel der Salomon's« Znseln und nicht von jenen der Louisiade. **) Deutieeasteaux Tom. I.p. 410. *22 Australien. dcch hatten ste bie Schamlheile mit den Blattern der Va, coua bedeckt, und waren bei ihren Bewegungen sehr auf, mcrksam, diese Theile jederzeit zu verbergen. Außer einigen Jgnamen, Paraten und Bananen , die sie auf da- Schiff warfen, schienen fle nichts zum Tauschhandel schickliches zu besitzen; wenigstens boten sie sonst nicht- an. Sie zeigten sich bald furchtsam, bald drohend und ohne alle Veranlassung feindselig. Daß sie Cannibalen sind, leidet keinen Zweifel. Sie trugen Menschenknochen als Zierath und die Ruderer einiger Piroguen gaben den Franzosen durch unzweideutige Zeichen zu erkennen, daß sie mit den Ruderern zweier andern Piroguen, die von einer benachbarten Insel ihnen entgegensegelten, bald einen Kampf auf Leben und Tod haben, und die Gefangenen speisen würden, worüber sie eine unbändige Freude äußerten. Die kleine Seeschlacht begann in der That bald darauf; aber beide Theile.trennten sich wieder, ohne sich sichtbaren Schaden zuzufügen und ohne Gefangene zu machen. Sie warfen sich, währenddem Gefechte, steine mit vieler Behendigkeik zu, und suchten sich gegen den Wurf der Feinde durch ihre Schilde zu schützen. Diese Schilde waren die erste Vertheidigung-waffe, welche D>ntrecasteaux bei den Insulanern des großen Oceans be- mcrklhatte. Es schien ihm, daß diejenigen, welche die Industrie so weit gebracht haben, ein Mittel auszusinnen, sich gegen die Angriffe der Feinde zu schützen, auch in der Schifffahrt einen höher» Grad von Einsicht erlangt haben ; denn diese Wilden bauen Pirogucn» die größer sind, als man sie auf den meisten andern Inseln findet; man sah eine, die über fünfzig Fuß Lange hotte und zweckmäßig zum Segeln eingerichtet war. Sie sind mit Schnjtzwerk versehen und mir mehreren Farben bemalt, hoben zwei Masten und einen Wagebalken, aufweichen eine Art Gitterwerk angebracht ist, welche-die Bewegung der Pagaven oder Ruder auf der Seite hindert, wo der Balken angebracht ist. Die Archipel der Louislade. S2Z Piroguen haben sowohl auf der Vorder - alt Hinterseite ein Steuer. — Außer, kurzen Sagapen fand man keine Waffen bei diesen Menschen , und sah nur einmal ein steinerne- Beil. Den Werth de- Eisen-scheinen ste gar nicht zu kennen, wvrau- zu folgen scheint, daß ste mit den Europäern und selbst mit den Aflatischen Seefahrern noch wenig oder keinen Umgang gehabt haben. So unvollkommen und aphoristisch ist biS jetzt die Kun. de der Louistade; gleichwohl erregt ste die Begierde, mehr von ein.m Lande zu wiffen» dessen Gewächse jenen köstlichen Duft verbreiten, welche hier neue Gewürzinseln anzukündigen scheinen, dessen Gebirge dem Naturforscher neue Entdeckungen versprechen, und dessen Bewohner einige Ge- schicklichkeit an den Tag legen und vielleicht einen eigenen Menschenstamm bilden. Der Umstand selbst, daß Felsenriffe den Zugang zu diesen Inseln erschweren, kann vielleicht in der Folge, wenn die Fahrwasser erforscht sind, und ein schicklicher Ort zu einer Colonie entdeckt werden sollte, die Sicherheit der letzteren gegen äußere Feinde befördern. Die seefahrenden Nationen sollten eS nicht langer versäumen, Expeditionen zur Vervollständigung der Geographie der Louistade auszuschicken. X Der Archipel von Neu-Britannien. i. Lage. Bestandtheile. Gränzen.' Im Norden der Louistade und östlich von Neu- Guinea liegt die merkwürdige Gruppe von Neu-Britcm- »24 Australien. nie», die au- den größeren Inseln N e w- Brita i n *), Steffens, Ne u-J rland und N e ueH annocet und aus mehreren kleinen Inseln besteht, unter welchen letzteren 'SirGeorgeRook, die lies Francaises, Dillaumcz, Raul, Gicquel, Duportail, Dur de Pork, Sandwich, lle du Muuselce , Wishart, Garre t- D e n i t, Anton E a v e, lle d Oraison und S l. Jean die bedeutendsten sind. Dieser Archipel liegt zwischen 2" und 6" 30' S. Br. und zwischen 143° 20« und m° 20" O. L. von Paris. N e w^- B r i t a i n, die größte Insel der ganzen Gruppe ist zugleich die südlichste derselben ; sie hat eine, von Westen nach Osten gerichtete langlichcc, wenn man will, fast halbmondförmige Gestalt mit der convezen Seite nach Süden 'und mit der concaoen nach Norden. Neu-Jrland, ein schmaler langer Landstrich, vom Nordwest nach Südost gerichtet, nähert sich gegen Süden dem Westende von New-Britain, so daß beide Inseln sich in einem Winkel von etwa 43 Graden gegeneinander neigen. *) Um diese Insel auch in der Benennung von der ganzen Gruppe au unterscheiden, ist jener der Englische Nime New-Britain auf der Ch. rte von Beautemps Beaupr« gelassen, und diese Archipel de la Nouvelle Bretagne genannt worden Dampier, der den Canal zwischen New- Britain nicht kannte, rechnete dazu auch das später von Carteret benannte Neu, sirland und nannte das ganze Land Neu-Britnnnien. Es wäre vielleicht zweckmäßig, um Miß, Verständnissen zuvor zu kommen, die Insel New-Dritaiu lieber Neu-Enqland zu nennen, umNeu-Britan» n i e n für den ganzen Archipel beizubehalten. §>a wir aber keine Autorität zur Unterstützung dieses Borschlages für unZ haben, und die Geographen so wenig als möglich, einm l eingeführte Nimen andern sollen, so sind wir der Benennung auf Beautemps - Beauprv's Eharte gesorgt. Archipel von Neu - Britannien. 225 Zwisthen New - Britain und NeuIrland, und zwar im Welten des Eüdendcs von dieser, und im Norden des Astendes jener Jnfil liegt S l e s f e n - - I n se l, der Eanal zwischen hr und Neu-Jrland heißt St. George s-C anal. NeuHannover liegt dem Nordwestende von Neu- Jrland gegen Westen und fast in gleicher Breite mit demselben. (Line Gruppe kleiner Inseln, unter denen licdo Mansolee die größte, verengt den Eanal zwischen Neu- Honnooer und Neu - Je land. Nach dieser allgemeinen Angabe der größer» Inseln des Archipels von Neu - Brilanien ist es leicht, sich die Lage d-r kleineren dazu gehörigen Eilande zu merken. Dem Westende von New-Britain gegenüber und durch die Straße Damvier davon getrennt, liegt die Insel SirGeorgeRook. Hat man das nördliche Ende der Straße erreicht und segelt man gegen Nordost, so gelangt man in einer Entfernung von ungefähr 1,5 geographischen Meilen zu den lies Franchise«, unter denen Deir- trecasteaux lle Merke, ( 4 ° 54 ' S. Br. und 146" 44 ' 40'' O. L. 0. Paris) lies des Lacs, J!e Forestier.unb lle du Nord angiebt. Den ebengenannten Inseln in Südostcn und im Norden der concaven Ausbeugung von New. Britain liegen die Inseln W i l l a u m e z (deren Eüdspitze 5 0 15' 30" S. Dr. und i47°36'45"£>. L. 0. Paris), R aou l, im Süden der vorigen und G i c q u el,^südöstlich von R a 0 u l. Die Inseln du Portatl und Le Danseur liegen an her Westseite des Ostendcs von New - Britain. Die Insel Herzog von P o rk liegt im Eanal St. George gegen den nördlichen Ausgang desselben. Die Insel Sandwich befindet sich im Süden des Nordwestendes von Neu - Irland. S»k 5 Australien. Die P or t la n d's. I nse l n liegen im Westen von Neu-Hannover. Endlich liegen der Nordostseite von Neu-Irland im Osten, in beträchtlicher Entfernung, die Insel Wi-hart, G a rr e t-D en n idie I nse l n An t o nCa v o, Orai- so n und St. I e a n, welche in der Richtung von Nordwest nach Südost in der hier angegebenen Ordnung auf einander folgen. Die nächsten Lander, ivelche diesen ansehnlichen Archi. prl umgeben, sind gegenWesten Neu - Guinea und die AdmiralitatK-Inseln ; g e g e n S ü d e n die Louisiade; g e» gen Südosten die Salomoni-Inseln. GegenNor- den wird Neu - Britannien durch ein weitet Meer von den C a r o l i n e n und gegen Nordest in noch größerer Ferne von den Mulgrave'S- Inseln getrennt. Gerade im Osten enthält der große Ocean zwischen Neu - Britannien und Quito in Südamerica, soviel bekannt ist, nur wenige unbedeutende Inseln. 2 . Entdeckung. Die ersten Entdecker der zu diesem Archipel gehörigen Inseln und ihrer Küsten, sind die Holländer Le Moire und Sch o u t e n *), welche im Jahre 1617 nicht nur die im Osten von Neu - Irland liegenden Inseln St. Johann, *) Herr v. Zimmermann erwähnt der Entdeckungen dieser Hol« länder nicht und scheinr zu glauben, daß Damoier zuerst Neu» Britannien, so wie Carteret Neu - Irland entdeckt babe ; ei isi aber offenbar aus den älteren Holländischen Fharten, daß Le Maire die Ostküste. Earterct nur die Westküste von Neu» Irland entdeckt habe. Archipel von Neu, Britannien. 227 Anton Cave, Gurret-Denni-und Wischart - Jusek, sondern auch einen beträchtlichen Theil der Nordostküste von Neu.Jx- land auffanden ; diese Seefahrer hielten jedoch die ebengenannte Küste für einen Theil von Neu - Guinea. Im Jahre 1699 besuchte Dampier eben diese Küste, ent» deckte Cap S k. George da- er für das Nordostende der Bai St. George hielt, weil er nicht wußte, daß diese sogenannte Bai ein Canal sey, sah da- Südwestcap dieser sogenannten Bai, nannte esCavOrdford, schiffte sodann an der Südküste von New - Britain, wo er in P 0 r t M 0 n- t a i g u e ankerte; als er endlich die nach ihm benannte Straße auffand, gab er dem Lande, welche- durch diese Meerenge von Neu - Guinea geschieden wird, den Namen N e u-D r i- t a n n ie n. Der nächste Europäer, der nach Dampier, im Jahre 1722, Neu - Britannien besuchte, war der Holländer R o gr g e w e e n, durch den aber die Geographie dieser Gegend wenig gewann. Erst durchde-EnglandertCa r ler e l Erdumschiffung, imJahrei767, erhielt die Kunde derselben mehr Licht. Indem Carteret gegen die Tiefe der von Dampier sogenannten Bai St. George segelte, entdeckte er, daß dieselbe ein Canal sey, dem er den Namen St. George ließ, die Insel aber, welche derselbe von N e w B r i t a n, scheidet unter dem Namen N e u Ir la n d auf der Charte niederlegte. In diesem Canal sah er im Westen die C a p - nulle r, Palliser und S t e f f e n t, welche alle drei der Insel Steffen- angehören ; Carteret aber hielt sie für Theile von, N e w - B r i ta i n. Ferner entdeckte er die Insel H e r- zog v 0 n P 0 r k, in der Mitte des Canal- an seinem nördlichen Au-gange, und die kleine Insel Man, im Norden »om Cap Steffens. Hierauf segelte Carteret lang- der Südwestküste von Neu - Irland, entdeckte die Insel Sandwich und endlich die Insel N e u - H a n n 0 v e r, so wie auch die Portlands-Jnseln, welche sämmtlich von ihm getauft wurden. 228 Australien. Ungefähr vier Monate spater besuchte der Französische Weltumsegler Bo u g a i n v i l l e die SüSspitze von Neu - Irland, ohne die Geographie dieser Insel zu bereichern. Der Engländer John Hunter befuhr im Jahre ,791 fast ganz dieselben Küsten, welche Tarieret enldeckke, und lieferte schätzbare Beschreibungen von den Produkten und Bewohnern der Insel Duc of York *). Die neuesten Entdeckungen verdanken wir der Dcntrr- casteaux'schen Expedition, in den Jahren 1792 — 9-g. wodurch vorzüglich die Nordküste von New - Britain, die Westseite von Steffens. Insel und die Südseite bet nordwestln chen Theils von Neu - Irland, so wie dse Südseite von Neu- Hannover näher bestimmt wurden. 3 - Besonder« Beschreibung der einzelnenInsek». A. Größere Inseln. ». New-Britain. Die Südküste dieser Insel erstreckt sich vom C a p O r- fo r d 25' S. Dr. und , 40° 45' O. L. von Pari- **) biS C ap Anna (° 54' S. Är. und 146° 4' O L. von M. s. 4 a bisioriCal of the transnctious at Port •Taksou and Norfolg ~ Island. wbicb bave been mau le in 'New - Soutb - Wales and iu ibe soutlieru Ocean by .lobn Hunter. London 1794. Teutsch in Forster's Magazin. Bd. XI. S. lz> ff. Nack, Dentreresteaur. Nach Tarieret 5° 35' S. Br. Nach Dampier 5 0 24' . Br. und 148° 20'L. L.v. Pari» *)). Da»Land im Um, kreise bet Hafen» ist mit Bergen umgeben, die stark beholzt find, und von anmuthigen Thalern und Bachen durchschnitten werden. Der Boden in den Thalern besteht au» einer hohen Schicht gclblichker Erde, auf den Höhen aber ist diese Erde schwarzbraun, liegt nicht hoch und hat unter sich steinigen Grund ; gleichwohl scheint auch hier der Boden für Anpflanzungen günstig. Dampier sah eine Menge, nicht sehr hohe, ihm völlig unbekannter Baume; außerdem Ingwer, «yam» und Eocosnüsse. Von Landthieren sah er nur Schweine und Hunde. Unter den Vögeln nennt er Tauben, Papa- geyen, Cacadu'». — Da» Meer sowohl, alt die Flüsse, wimmelten von Fischen. — Die Einwohner beschreibt Dampier al» kriegerisch, mißtrauisch und verwegen; sie sind schwarz, stark und wohlgebildet. Die Männer hatten buntfarbige Federn um den Kopf und trugen Lanzen in der Hand. Die Weiber waren ungeschmückt und hatten bloß kleine grüne Zweige an einen Faden zur Bedeckung ihrer Blöße gebunden Die Männer giengcn müßig umher, wahrend die Weiber Körbe, mit Pam» gefüllt, auf den Kopf tru- gen **). Roggeween liefert folgende Beschreibung von Neu- Britannien, d. i. wahrscheinlich von der Südküste von New- Britain***). „Die Gipfel der Berge verlieren sich in den Wolken; allein die Ufer der Meeres liefern den schönsten An- *) Diese Angäbe ist nicht zuverlässig und aus BeautempS- Beauvre's Ebarte nur nach Gründen der Wahrscheinlich« feit niedergelegt. *') M. vergleiche de Brosse, übersetzt von Abelung, S. Ebendas. E. 4J8 ff. 2Z» Australien. blick von der Welt, indem sie mit schönen Bäumen geziert und mit einem reizenden Grün bekleidet sind. Da» Laub scheint sehr fruchtbar. Die Einwohner sind von gelblicher Farbe, fast wie die Mulatten. Sie sind groß und schlank. Ihr Haar ist schwarz und reicht ihnen bi- auf den Gürtel. Sie sind lebhaft und freimüthig, und wissen sich ihrer Waffen mit vieler Gcschicklichkert zu bedienen." Roggeween vermuthet, daß die Europäer hier viele Reichthümer, sowohl an Pflanzen, al- Mineralien finden würden. Die Nordküste ist von Dentrecasteaux nur au-der Ferne gesehen worden. Unfern CapG loucesier an der Dampier- Straße, wo er dem Lande am nächsten kam, hatte dasselbe ein sehr freundliche- Ansehen und verkündete eine zahlreiche Bevölkerung ; denn da- Ufer war mit Wohnungen bedeckt, die in Cocothainen erbaut waren. Cap Gloucester, da- nördlichste in Westen von N e w - B r i, tain, ist auf Beautemps Beaupre't Charte unter ii 6 ‘ Zo" S. Br. und 146° 5' O. L. v. Pari- niedergelegt. Er zeichnet sie durch einen ansehnlichen Berg au-. Im Osten desselben liegt Cap Gauffre und no chwei- ter östlich Cap Raoul. Die Küste zeigt hohe- bewaldete-Land. — Westlich von Cap Gloucester sah man eine kleine Insel mit einem rauchenden Vulkan, wie bereit- Dampier dergleichen in dieser Gegend entdeckte. Diese Vulkan-Insel lag 6 ° 32' 20" S. Br. und 145° 44, O- L. v. Pari-, — Der ganze übrige Theil der Nordküste wurde nur au- der Ferne und zwar nicht selten bei trüber Witterung gesehen ; daher derselbe noch größkenlheilt alt ungewiß angesehen- werden muß. Im Süden der kleinen Inseln D u p 0 r t a i l und Ledanfeur zeigte sich ein gebirgiges Vorgebirge Eap De-champ-. b. Insel Stephens. Die Westküste dieser Insel wurde von Dentrecasteaux zwar gesehen und beobachtet, doch nicht nahe genug, um Archipel von Neu-Britannien. LZi fie mit Genauigkeit niederlegen zu kennen. Zwischen dieser Insel und New-Britain schien hat Land auS mehreren Inseln zu bestehen; doch ist es noch nicht außer allem Zweifel, daß die Insel St.Sleffens kein Bestandtheil con New-Bnkain sey, obgleich die» Land auf allen neueren Charten al- eine abgesonderte Insel gezeichnet wird. Weder Cartcset, w^der Hunter, noch Tcntrecastaux erklären das Land, wovon Cap Steffen- daS nördlich« Vorgebirge bildet, für eine eigene Insel; dastc jedoch aufder Charte Nr. i. undNr.Livon Beautemp's-Beauprv im Atlas zu Dentrecasteau'x Reise, alt solche angedeutet ist, so sind wir dieser Autorität einstweilen gefolgt, bis neuere Entdeckungen die Sache völlig aufklaren werden. Zwischen C a p Stephcns (4° 11' 4F" S. Br. und 149" 20' O. L. v. Pari-*) und Cap Palisser (4° 21 1 30 “ S. Br. und 149 °O-4.;^ L. v. und zwar dem ersten naher sah C a r t e r e t hohe- Land, auf welchem sich drei Berge, die M u t t e r und d i e T ö ch t e r auszeichnen. Hunter fand diese Berge wieder, und zwar bemerkte er nicht weit von der südlichsten Tochter einen kleinen Hügel mit einem rauchenden Vulkan. An dieser Küste zeigten sich auch viele große Stellen von gereinigtem» und, allem Anscheine nach, angebautem Lande **). Dieß wenige ist zur Zeit Alle-, was wir von der Insel Stephens wissen. Wir hatten fle daher vielleicht ganz mit Stillschweigen üdergehn sollen; allein in der Geographie, wie in allen menschliche« Kenntnissen , ist es nothwendig, auch die Lücken anzugeben, damit man wisse, wo und was noch zu entdecken sey, um die Wissenschaft weiter zu bringen. Dem wissenschaftlichen Seemann wird die Lücke in der Wissenschaft ein Sporn, der ihm antreibt, sie, wo möglich auszufüllen ;und — wer weiß V vielleicht wird selbst auf dem *) Nach Dentrecaskeauj-, Lh. 1. S. 4 38 . **) Hunter a. a. D. S. 131 f. Australien. 2Z2 festen Lande irgend ein junger Leser gew.eckt und begeistert, seine Kräfte aufzubieten» die unbekannten Lander zu erforschen, um den Erkenntniß- und Wirkungskreis der Euro. paer zu erweitern. Der Archipel von Neu Britannien» wie die Louistade, Neu - Guinea, die Salomons - Inseln und die Gruppe von Santa-Crux versprechen dem kühnen Abenteurer, der sich in diese Gewässer wagen will, einen reichen Schatz der wichtigsten Entdeckungen für Geographie, Hydrographie und Naturgeschichte. c. Neu-Irland. Le Maire und Schauten sahen villeicht einen Theil der Nordostküste von Neu - Irland, da aber in der Beschreibung ihrerReise in dieserGegend weder Breiten, noch Längengrade angegeben werden *), und diese Beschreibung überhaupt ziemlich verworren aussieht: so kann man nicht mit Gewißheit behaupten, ob die Schilderung der Bewohner dieser Küste in der That auf die Neu-Jrländcr paffe oder nicht. Außer der Skizze der Einwohner aber enthalt die Reisebe- schreibung vcn Schonten und Le Maire in diesem Theile nichts zur Cyarakreristik des Landes Erforderliches. Diese Wilden hatten Ohren und Nasen durchstochen, ja bei Einigen bemerkte man sogar eine Oeffnung in den mitt» leren Nasenknorpcl. In allen diesen Löchern hiengen Ringe. Außer diesem Putz, fiel-n Armbänder von Perlmutter auf, die an den Gelenken der Hand und über die Ellenbogen getragen wurden. Diese Menschen haben einen ziemlichen Bart, kurze krause, doch nicht gerade Woll-Haare, sind stark und wohlgewachsen, behend und kriegerisch. Lie gien- ') Wenigstens in dem kurze» Auszuge ihres Berichts, den Dal« rymple und den ausführlichen, den de Brosse gegeben hat. In den Archiven der Holländisch - Dstlndischen Compagnie, würde man wahrscheinlich hierüber nähere Äuffchläsie erhalten. Archipel von Neu -Britannien. 233 gen fast ganz nackt, nur wenige bedeckten die Blöße mit dem Blane eine» Baume», welche» mit einem Gürtel von Baumrinde befestiget war. Sie tragen Mühen von bemalter Baumrinde und setzen deren zwei oder drei über einander, die sie mit einer Art von Strick zusammen sagen und wie ein Weiberkopszeug aufsetzen. Einige tragen einer kleinen Korb von Binsen an der Seite, in welchem sie Kalch aufbewahren und damit den Pi g na ng, den sie essen, bestreuen. Wollen sie Jemanden Ehrerbietung beweisen , so enldlöße» sie den Kopf und legen die Hände, oder auch wohl grüne Blätter darauf. Wenn sie an Bord kamen, fangen sie intgesammt auf eine ziemlich zusammenstimmende Art. •- Ihre Waffen sind Schläudcrn, Lanzen von harten Holz, Keulen und hölzerne, an dem Griffe verzierte Säbel. Im Handgemenge wehren sie sich oft durch heftige» Beißen. Sie haben schmale, doch gut zusammengefügte Kanois, auf denen über dreißig Ruderer, zu zwei und zwei sitzend, Platz haben. D a m pr e r, der ohne Zweifel die Nordostküste von Neu-Irland befuhr, beschreibt da» Land al» hoch und dergigt, voll schöner grüner Baume. An den Seiten der Gebirge erblickte man große Anpflanzungen und Stücke geackerte» Land, welche» sowohl, al» die vielen Feuer eine Anzeige von starker Bevölkerung war. In der S ch l a u. der« r-B u ch t sah T> a m p i c r wohl 600 Wilde beisammen. Sie schlaubcrten eine Menge Steine gegen die Engländer, Bon welcher Farbe sie waren und überhaupt, durch welche Eigenheiten sie sich auszeichneten, darüber sagt Dampier nicht». Wahrend Larteret't Fahrt, läng» derSüdwrst- küste von Neu-Irland, hatte dieser Engländer Gelegenheit, einige Bewohner derselben kennen zu lernen, obgleich er selbst nicht an» Land gl-ng. Bon dem westlichen Ende, unfern der Insel Sandwich, näheren sich zehn Australien, 2 Australien. LZ4 Picoguen mit etwa hundert und fünfzig Wilden seinem Schiffe, ohne jedoch der Einladung, an Bord zu kommen. Genüge zu leisten. Unter den Geschenken welche die Euro« päer ihnen anbol.n, schienen sie da- Eisen allen andern vorzuziehen, obgleich diese- nicht verarbeitet war. Die Pirogmn waren sehr lang, aber auch sehr eng; sie hatten einen Wagbalken oder Ausleger, und einigt wann ge« schickt gearbeitet. Carteret sah eine Pirogue, die oo Fuß Lange hakte und au- einem einzigen Baumstämme gehauen war; an den Seiten bemerkte man Schnitzwerk. Sie trug 33 Mann und hatte keine Segel. Diese Insulaner waren schwarz und hatten wolliges Haar: ihre Nasen waren nicht platt, und ihre Lippen keinc-wcge- dicke. Sie gingen alle nackt; an den Armen und Len- d,n trugen sie aneinander gereihte kleine Muscheln. Ihr Wollhaar war weis gepudert. Hinter das eine Ohr hakten sie» wie eS schien, eine Hahnenfeder gesteckt. Sie wartn mit Piken und Keulen bewaffnet; Bogen und Pfeile bemerkte man nicht. — Die Netze und Stricke, welche man in ihren Boten sah, schienen nett gearbeitet zu seyn. An dem Süd ende von Neu-Irland, bei Cap St. George sah Dampier hoheS gebirgiges Land, damit dichten Wäldern bewachsen war. Mehrere Landspitzen traten in die See hervor und hinter ihnen zeigten sich freundliche Buchten. Diese wurden von Carteret näher erforscht und später auch von Hunter und Dentrecasteaux besuchk. CapSt. George (4" 34' 30" S.' Br. und 150“ 28' 40" O. L. v. Paris) bildet, am südlichen Ende von Neu - Irland, ein Dreieck, dem in Westen der Hase »Praslin desBougainville oder Gower-Harbour des Carteret sich zeigt. Im Norden dreseS Hafen- liegt die fUine Insel Wall«-, und im Norden derselben die Bucht Archipel von Neu - Britannien. ß 35 derEngelander. Ein dritter Ankerplatz findet sich noch einige Meilen nördlicher, nämlich der H a fe n C a r t e r e t, der durch zwei Inseln, Coco-.Irland und dir kleine InselLe ig h gegen alle Winde geschützt wird. Dentreca, stcaux fand hier reichliche-, gute- und klare- Wasser, und Hvlzim Uederfluß, welche-letztere jedoch die Unbeguemljch- keit hatte, daß mit demselben eine Menge schädlicher Iusteten auf't Schiff gebracht wurde. — Die Gegend umh r zeigt hohe, mit dichten Wäldern bedeckte Berge. Man fand einige Cocoibaume, Kohlpalmen, Muscatbaume in großer Anzahl, Lianen, verschiedene Arten Aloe, Zuckerrohr, Bambut, Pfeffer, Rvtang, Larinzconig speciosa, He- fitaria, Mehrere EpideiKlron, Sugubaume rc. rc. Die Wald.r find mit Luvt ltauben, Papageien und vielen noch unbekannten ikögelN, bevölkert. Bon einem großen, schwarz drfr.derlei,, Dog l erzählt sowohl Earterel, alt BougainoiUe, er habe eine Stimme, die den Belle» eine- Hande-gleiche. Bougaiuville beschreibt eine schöne Taube mir gotdgrünem Körv.r, weißem Bauche und Halse, und eine. li inen Kamme auf dem Kopfe. Bon Jnsectcn Amph- ,'irn, Seeschuecken, Fi>"chcn, fand vorzüglich La Liuardchee hier die merkwürdigsten ilaturhisiorischen Scl- Icnhelteki. Es zeigten fich Spuren, daß die Gegend bewohnt sey, doch'sahen die Reisenden keine Einwohner. 6. Ncu-Haniiover. Neu t Hannover ist die kleinste der größern Inseln im Archipel von Neu Britannien. Sie wurde von Tarieret zuerst al» eine eigene Insel erkannt, und erhielt auch von ihm ihren Namen. Dampier, der ihre Norbfiitze sah, halt sie tur einen Theil von Neu - Britannien. Die Straße Byrons Strtight , welch sie von Neu - Irland trennt, ist tuiu, mehrere Justin verengt, unter denen £ 2 Australien LZ6 Ilc du Mansolce die größte ist. An der Nordrvestküste jst dasLand abgeplattet, der mittlere Theil der Insel aber mit sehr hohen Bergen besetzt. Der Anblick ist ungemejn freundlich, man erblickt Anpflanzungen und zierliche, auf «pfählen erbaute Häuser. Man fand Cocesbaume und Ingwer als die vorzüglichsten Producle der Insel, welche sehr bevölkert ist. Merkwürdige Punkte find im Nordwesten das Vorgebirge der Königin Charlotte (Queen Charlottes Forelsnd) 2* 29' @. 58 r. und 148° 22' L. v. Greenwich, und im Norden CapSalomaSwar, vvnDampierentdeckt, 2°ro'S. Br. und 147° 38^ östlich «on Paris. B. Kleinere Jnseln.l a. Insel Pork. Unter allen Inseln des Archipels von Neu.Dr i- lannicn ist die Insel Ovc of^orte am bekanntesten durch die Beschreibung, welche Hunker von derselben geliefert hat, der sich zwar nur kurze Zeit daselbst aufhielt, doch Gelegenheit hatte, sowohl die Producte, als die Bewohner kennen zu lernen. Die Znsel ist im €. S. westlicher und N. N. östlicher Richtung ungefähr zehn Englische Meilen lang, von mit!- lerer Höhe und gut mit Bäumen bewachsen. An der nord- westlichen Seite der Insel findet sich eine kleine, aber bequeme Bai, Port Hunter (4" 7' 30“ S. Br. *) und 149° 40,38" O. L. v. Paris) in welchem die Fluch 3 bis *) Die D. L. giebt Hunter auf 42' L. v» Greenwich an» t>. i. 150° 21' k 5 " von Paris. Es ist aber a»S Den- trecafieaux erwjejen, daß Hunter in seinen Langenbeflim- mungen irrte. Archipel von Neu-Britannien. 437 6 F>ß zu steigen schien, und in dessen Nähe gute- Trink, wasser angetroffen wird. — Der Boden in der umliegenden Gegend ist im hohen Gradesruchtbar und in gewisser Rücksicht kultivirt. äang- der Seeküstc zeigten sich viele kleine und nette Hütten der Eingebornen, au- Bambus, im Schatten eine- Haine- von Cocosnußbaumen erbaut. Bor diesen Hütten befand sich ein Zaum, innerhalb dessen der Boden wohlgereinigt und getreten war, welches ihnen ein freundliche- Ansehen gab. Man sah viele gut und zierlich eingezaumke Gehege, in denen Pisang-, cham-wurzeln» Zuckerrohr und verschiedene andere Pflanzen wuchsen, mit deren Anbau sich die Eingebornen beschäftigten. Huntcr rennt daher diese Insel „einen vollkommenen Garten, kjn sofern man nämlich diese- Wort von dem Lande eine- Dolks trauchen kann, da- ohne Zweifel die größte Sorge der Natur überlaßt und ihr wenig zu Hülfe zu kommen weiß." *) Unter den Produkten der Insel führt dieser Seefahrer folgende an ; Cocospalmen (cocos nucifera) Pam-wurzeln (Dioscorea oppositifolia) Pisang- (Musa paradisiaca et acris), Zuckerrohr (Sacharum ofscin.), Arekanüsse (Areca Catechu), Brvdfrucht (Artocarptis communis s. integrifolia), Guajaven (Psidimn pyrisferum), Mu-« raten (Myristica officinalis) und einige andere Gewürz» arten. Auch fand man hier ein sehr harte-, dem Ebenholze ähnliche- Schiffbauholz. Bon Thieren giebt e- hier Hunde, Schweine und da- gewöhnliche Hau-huhn. Die Eingebornen sind starke, robuste, wohlgebaute Leute, von einer hellen Kupferfarbe; wenigsten- sah Hun» ter keinen, den man hatte schwarz nennen können. Sie gehen durchaus nackend. Ihr Haar ist wollicht, aber mit irgend einem Fett oder einer Art Salbe; ingleichen mit einem weißen und rothen Puder eingeschmiert und eingestreut, so *) Hunter a. «. 45 . S, 144» 2A8 Australien. daß es an einigen wie Lichtdochte, oder wie ein Kehrwisch absieht. Der rothe oder gelbe Puder wurde ganz allgemein bei allen Einwohnern wahrgenommen; er ist ein Kalk, aus gebräunten Muscheln oder Koralen bereitet. Sie tragen gemeiniglich eine kleine Büchse mitssolchem Puder angefüllt» bei sich Wenn sie etwas feindseliges im Sinne haben, so nehmen sie feste $ eine Hand voll von diesem Staude, und blasen ihn schnell vor sich hin, was in der Ferne aussieht, alt ob Zchiesspulver abgebrannt wird *). Hunter's Leuten wurde einigemal dieser Staub in die Augen geblasen; welche- dann als eine Kriegslist ' ie beabsichtigte Wirkung, wenigsten» für den Augenblick, hervorbrachte. —- Der Anführer pudert sich bei feindlichen Veranlassungen den ganzen Körper» so daß er sogleich daran zu erkennen ist. Bei dergleichen Gelegenheiten malen sie sich das ganze Gesicht roth. —* Harrssg tragen sie einen Knochen oder ein Stückchen Schilf in dem Nasenknorpel, oder auch in den Hasenflügeln. Die Waffen, deren sich die Insulaner bedienen, sind Lanzen von verschiedener Art, entweder aus einem sihr harten Holze, ungefähr in Kuß lang. und an dem obern Ende mit bunten Federn geziert, oder aut Bambus und nur mit einer Spitze von hartem Holze. Eine solche Lanze wird mit der bloßen Hand geworfen. — Bei den Gefechten bedienen ste sich auch der Schlaudern. Diese scheinen von irgend einem zähen und trocknen Laube verfertigt zu siyn, das doppelt zusammengelegt wird. Mit diesen Schlaudern werfen sie runde Küselsteine, die sie in kleinen Netzen mit sich führen. Solche Steine, von der Größe eines Hühncreiet, werden *) Hunter vermuthet, daß dieser Gebrauch auch in Neu« Guinea Statt finde, wo Cook unwllt Cap Walsch bemerkte. daß die Einwohner Feuer vo» sich warfen (M. s» oben S. 212.) Diese Hypothese ist ni-ht aanz wabrfchein« lich, wiewohl der Fall > den Cook beschreibt, etwas verschieden war- Archipel von Neu - Britannien. 239 vieler Kraft und ihres Zieles sicher geworfen. Neben diesen Waffen haben sie auch eine lange, schwer zu lenkende Keule. Zum Fischen bedienen sie sich eines Fischspeer-, kleiner Zugnetze, inglrichen der Angelschnur. Ihre Kanots sind zierlich gearbeitet, von verschiedener Größe und zur Erhaltung des Gleichgewichts mit einem Aus- legerverfthen. — Die Personen, welche für Leute von An, sehn galten, befanden sich stets in einer bessern Art von Ka- nvt« als die gewöhnlichen ; auch saß alle Zeit der Vornehme in der Mille des Bootes und hielt ein hölzernes Instrument in der Hand» das einem Ruder glich, und artig geschnitzt und bemalt war. Der obere Theil war fast wie der Griff eines Schwrrdtes gestaltet. Die Eingebornen haben ein musikalische-Instrument das aus mehreren Stücken hohlen Schilfs von verschiedener Lange besteht, die an einander befestigt sind *); doch ist die Länge nicht vrrhältnißmaßig, und folglich sind auch die Töne nicht harmonisch. Sie schienen nur einen Laut, keinen Wohlklang zu verlangen. Dieses Instrument ziehen sie an den Lippen hin und her. — Ihre Vokalmusik ist bei weitem harmonischer, oder vielmehr melodischer, denn von der Harmonie wissen sie nichts. Hunter hörte gegen fünf Hundert Menschen zugleich au- einem Tone singen, so daß da- feinste Ohr nicht die mindeste Ungleichheit entdecken konnte. — Die Gesänge waren zum Theil friedlicher Art» und der Ausdruck Wohlwollender Gesinnungen; doch hatten sie auch Krieg-gesänge; des Nachts fangen sie sich bei den Wachen bisweilen ihre Parolle zu. Obgleich die Engländer für gut fanden, einige unru, hige Bewegungen der Eingebornen mit Flinten- und Kanonenschüssen zurück zu treiben, wodurch da- Anfang- gute *) Hunter hat eine Abbildung von diesem Instrument geliefert ; es gleicht einer Panstette, oder. um einen verständli, chern Vergleich anzugeben, einer Papazcnopfcise. Australien. s4o Vernehmen auf eine Zeitlang gestört wurde: so scheint t% «ni doch , als hatten sich diese Insulaner auf keinerlei Weise grausam oder tückisch gegen die Fremdlinge betragen. Ein alter Anfuhr r wollte nicht leiden, daß die Engländer auf seiner Insel landeten: sie suchten ihm zwar jta be* ^ deuten, daß sie nur Wasser einnehmen wollten; doch wie leicht war es nicht, daß der Anführer sie mißverstand? , Wenn nur die Insulaner ein-ge Steine unter die Mr- : trosen warfen, und die Europäer darauf Traubenschüsse ' aus den Kanonen in die Waldung schössen; so darf man > wohl fragen, auf welcher Seite die größte Barbarei ausgeübt worden sey? — Hunter selbst erzählt ein rührendes Beispiel von der Ehrlichkeit dieser M.nschen. Bei der Annäherung der Europäer kamen ihnen Eingeborne in ihren Kanots entgegen. Die Matrosen eines, zum Sondiren ausgeschickten, Bootes suchten ih en zu verstehen ; |u geben, daß es ihnen an Wasser fehl", und wiesen ihnen ! in dieser Absicht ein Fachen, wobei man durch Zeichen andeutete, daß man es gern gefüllt haben mochte. Eines von den Kanots näherte sich sogleich d> m Boote, fuhr mit dem Faßchen an das Ufer, füllte es und brachte es dann wieder. Der Offizier gab darauf den Eingebornen j ein anderes Faßchen und zwar mit der Andeutung, daß sie es behalten sollten. Aber es war augenblicklich mit einem andern Kanots an's Ufer geschick^ Wahrend der , Zeit erhob sich ein frischer Wind. Mit diesem sieuerte das Lo.t längs der Küste hin, und da- Schiff folgte ihnen. Aber die Einaebornen, die das zweite Faßchen genommen, und es nun gefüllt lhatken, ruderten dem , Boote mit der grüßten Eile nach, holten es ein, und übelieferten das Faßchen. „D'eß ist,^ sagt Hunter, ,,ein auffallender Beweis von der Redlichkeit der Eingebornen, zumal da das Faßchen mit Eisen beschlagen war." Und doch konnte Hunler diese Leute mit Traubenschüssen dafür 's / Archipel von Neu- Britannien. 24 x bestrafen, daß sie ihr Recht behaupten wollten, keine Fremdlinge in ihrem Lande zu sehen! — Es vergaßen diese Barbaren bald die großen Beleidigungen der culüvirt-n Europäer *), kamen, mit grünen Zweigen in den Handen, aus dem Walde an den Strand herunter und brachten Cocosnüsse, Yamswurzeln, Pisangs, Zuckerrohr u. s. w. mir, wobei sie ein Freundschaftslied sangen. — Die Enaländer schickten ein Boot an's User, an besten Bug ebenfalls ein grüner Zweig gesteckt war. Als das Boot i >nvek<. zo^en sich die Eingeborenen ein wenig zurück, doch so, daß man si> stets sehen konnte. Sie hatten ' indeß am Strande ihr Friedensgeschenk aufgehäuft, das in den erwähnte Produkten bestand. Dben auf diese Pyramide hatt n sie -in Paar kleine, lebendige Hunde, von ver, schiedenem Geschlecht, am Kopf und an den Füßen gebunden, gelegt, dir von der ki> wen Dachsart zu seyn schienen. Mit, ten in dem Haufen steckte in dem Sande eine junge Palme» an deren einem Zweige breite Schnüre,und Zeuge ausBaum- rjnde verfertigt, hiengen. Was dieß bedeuten sollte, konnten die Engländer nicht errathen. — Die Insulaner em- pfiengen sodann die Mannschaft des Boots mit allen Merkmalen des Bedauerns über das Vorgefallene. Nachdem auf solche Art der Friede wieder hergestellt war, ertdnte die Schneckcnmuschel **), zum Zeichen, daß die Eingebornen sich zahlreich versammeln sollten. In sehe *) Die Engländer haben in Europa eine gang andere Moral und Politik, als in den andern Weltthcilen ; bei uns sind sie ein gerechtes, freies. großmüthiges Volk. das für die Freiheit von Europa kämpft; in Asien und Australien ist ihnen dagegen nichts unleidlicher als freie Volker, und sie ruhen dort nicht, als bis sie Alles ihrem Kaufmannsjoche unterworfen haben. Hunter erwähnt dieses kriegerischen Instrument nur im Vorbeigehru, 242 Australien. kurzer Zeit fanden sich auch viele auS allen Theilen bei Wal« der» ring-um die Bai ein, und wurden von denen» welche die Versöhnung vermittelt hatten, mit einem Freundschafk-- gcsanqe empfangen, worein Alle einstimmten und der in der Tdat melodisch und anmulhig war. Auch die Kanott kamen aus verschiedenen Theilen der Insel in die Bai, und die Leute darin waren so vertraulich-al- vor dem Kriege, nur daß sie sich nicht an Bord wagten, was früher Diele gethan hatten. In jedem Kanot ward ein grüner Zweig in die Höhe gehalten. Auch brachten sie mancherlei zum Tausch mit, und waren mit den Kleinigkeiten, die sie dafür erhielten, zufrieden. Auf das Eisen schienen sie gar keinen Werth zu setzen. Nagel wollten sie gar nicht; auch Glaskoralen und Spiegel machten ihnen kein besonder-Vergnügen; aber nach Stückchen von weißer Leinwand» Streifen von scharlachfarbenem Tuche, und überhaupt nach Allem von hellen Farben, waren sie sehr begierig *), l>. Sandwich-Insel. Hunter schätzt die südwestliche Spitze der Insel 2° 58' S. Br. und i,;o° 27'JD. L. von Greenwich, d. i. 148" 6 4 4 L" O. L. v. Pari-, welche- ziemlich genau mjt Dcntrcca- steaux übereinstimmt. Die Insel ist von mäßiger Höhe, stark mit Holz bewachsen und gewahrt den Schiffern einen angenehmen Anblick. Ihre Lange von O. N. Ost nach W. O. West betragt ungefähr sieben Seemeilen. An dem östlichen Ende schien sie breiter als gegen da-westliche zu seyn. Nahe bei dem letzteren liegt eine kleine, mit Holz bewachsene Insil, die mit der größeren durch einen Felsenriff verbunden zu seyn scheint. Auf der Nordseite der S a n d w i ch-I n se l zeichnet sich ein spitziger Berg aus; einen ähnlichen Berg sieht man auf der *) M. s. Hunter a. a. £>. S. 140. Archipel von Reu - Bkttannirn. 243 gfgfnuf't’rsifgpnhen Küste von Neu Irland. Carterethalt die Insel für unbewohnt, doch w der er, noch seine Nachfolger — Hunter unO Lcnirecasteaux — landeten hier oder hatte» Gem-infchaft mit den Insulanern. c, Portlands , Inseln. Diese Insel:», neun ander Zahl, sind niedrig und mit Holz bewachst» Ihre Mitte liegt in 2° 38' S. Br. und 146° 47^4.5^ O, L v.^oris. I-n Süden dieser Insel erschweren Fels »risse die Annäherung. ü, Inseln im Dsten von Ncu-Jrland. D.e aperen Holländer, Le Maire und Schauten habe» bereits m> hrer- im n von Neu - Irland gelegene, Insiln entdeckt, die aus den Holländischen Charten Wlschar-In, sel, Garret DeniS rc. grnanm werden. Dampier hat einige derselben wieder gesehen; w rs dieser Reisende davon berichtet, ist alle-, was ma» in Europa von ihnen weiß. Die kleine längliche W i sch a r.J n se l liegt nach §ar- terel'-Chartc unter 2°2v^ und > 31 °O. L. v Greenwich ; auf D auptemps Beaupre'sEharte ist sie um einen Grad östlicher niedergelegt. Dampier sagt, sie liegt etwa sechs Meilen vom festen Lande, d. i. von Neu-Irland entfernt. G a rr e t D e n j s Ittse l, einige Meilen südlicher als die vorige, hat 14 bis 13 (Englischr) Meilen im Umkreise, ist hoch, bergig und voller Gebüsche; einige Baume sch ienen sehr hoch und dicke. Die Buchten sind mit Eocorlau» men wohlbewachsen. Dampier sah auch Wohnungen dar, auf. Auf dem Hüg l erblickte er viele Anpflanzungen und das frisch geackerte Erdreich sah braunreth aus. Die Figur der Insel ist unregelmäßig, indem von allen gelten Landspitzen sich in die See erstreck,n, zwischen weicher, sän- 244 Australien. digte Buchten liegen. Da- Mittel der Insel bestimmt Dampieraufq" , g/G. Br. Sie ist volkreich; ihre Eins wohner sind schwarz, robust, haben große runde Köpfe, kurze und krause Haare, die sie auf verschiedene Art verschneiden und roth, weiß und gelb einpudern. Da- Gesicht ist rund und breit, die Nase groß und platt; doch würde die Physiognomie nicht angenehm fern, wenn sie sich nicht durch widerliche Schminke und durch Finger-« dicke, vicrzolligc St'ockchen entstellten, die sie quer durch den Nasenknorpel stecken. Gleiche Stäbchen zieren ihre durchlöcherten Ohrläppchen. Ihre Kanot- oder Piroguen zeugen von einiger Ge« schicklichkcit; sie sind lang und schmal, mit einem Aus« leger, und an den beiden höheren Enden mit gröblich geschnitzten Zierathen versehen, welche Böge! oder Fische vor, zustellen scheine». Mit ihren zierlichen Rudern bewegen sich diese Fahrzeuge schnell. Ihre vorzüglichsten Waffen bestehen in hölzernen Lanzen und hölzernen Gabeln, in Schlaudern, Bogen und Pfeilen. Auch haben sie eigene Wurfspieße zum Fischfängen. Die Sprache dieser Insulaner besteht au- deutlich artikulirten Tönen; al- sie zu den Engländern kamen, wiederholten sie öfter die Worte: Vakusi-allamer, wobei sie an das Ufer zeigten. Al- Freundschaft-zeichen legten sie einen dichtbelaubten Baumafl auf den Kopfund schlugen dabei mit der Hand an denselben. Dampier sagt, daß diese Insulaner völlig ihren Nachkuren in der Schlauderer-Bucht, aufder Nordostküste von Neu - Irland gleich waren *) Auf den Charten finden wir mehrere Inseln in be» *) M. vergl. De. Boosse a. a-. 4>, S. Zss, Archipel von Neu - Britannien. 245 Nahe der größeren, deren Daseyn auch Dampier bezeugt, von denen wir aber sonst nicht» angezeigt finden. Anton - Caves-Insel. Dampier setzt ihre Lage Z° 25' S. Br. Südostwarts von derselben bemerkte dieser Seefahrer drei bis vier kleine Inseln, die voll Gebüsche und Cocosbaume waren. Eine ähnliche Insel liegt im Norden der großen Insel. ■— Die Bewohner von Anton -Caves-Jnsel sind denen von Gaesrt - Dcnis ähnlich. Ihre Fahrzeuge sind sehr nett geschnitzt, doch kleiner, als die ihrer Nachbarn. — Dampier zeigte ihnen Gold, worauf sie Mannil, Man, n i l schrien und mit den Fingern auf'» Land zeigten. Ob diese» Metall sich bei ihnen findet, und Mannil heißt, oder ob die Kunde von den Manilen, d. i. den Philippinen, die ehemals Insulae ^taniolae hießen, haben möchten, — darüber scheint es am besten, keine Vermuthung zu wagen. Von lle d'Oraison wissen wir nichts zu sagen, als' daß wir sie aus den Charten angezeigt finden. Die Insel St. Jean oder St. Johann liegt südlich von der vorigen. Dampier schätzt ihren Umfang auf neun diS zehn (Englische) Meilen. Sie ist mit hohe« Bäumen bewachsen ; an den Hügeln erblickte man mehrere Anpflanzungen, die mit Cocosbaumen eingefaßt waren. Die zahlreichen Bewohner glichen denen der vorgenannten Inseln. — Dampier fand hier» so wie bei der EaveS.Jn- ftl keinen Anckergrund. Die andern oben angezeigten Inseln, im Norden von New-Brjkain, sind nur dem Namen und der Lage nach bekannt, wie solche aufder Charte von Deautemps- Brau» pre niedergelegt worden. 246 Australien. Ehe wir den Archipel von Neu »Britannien verlassen, müssen wir noch zweier Inseln tm Norden von Neu - Irland erwähnen, welche füglich al» Bestau theile dieser großen Gruppe angesehen werden können. eln 8t. Miguel; eine zweite, noch östlichere Reihe bilden die Inseln 8t. Raphael, EI Homo und Jesus Maria, welche in der angegebenen Ordnung yom Norden S48 Australien. nach Süden auf einander folgen. Endlich liegen in der letzten köstlichen Reihe die beiden Inseln los Reyes und am äußersten östlichen Ende die In,e! lg Veuciois. Mehrere kleine Inseln liegen im Norden der großen Admiralitäts-Insel undim Westen dc.leiden, wostck auch noch eine mittlere Insel findet, die aus der Specialcharte im Dcntrcrastcaux'schen Atlas Nr.Z^ keinen eigenen Namen erhalten hat. An der Südseite der großen Insel b-llnden sich noch mehrere kleine Eilande, wie aus Carteret erhellet, der ihrer 20 bis Zo zahlt; wegen trüber Witterung aber konnte Zarteret keine genauen Beobachtungen anstellen,, daher auch seine Charte nicht zuverlaßig seyn kann. Dentrecasteaux liefert eine interessante Beschreibung von den Eingebornen dieser Inseln, die wir im Auszuge mittheilen wollen » wozu wir uns um so mehr bewogen finden, als seine Reise, so viel wir wissen, noch nicht ins Teutsche übersetzt ist. Als Dentrecasteaux gegen diesen Archipel steuerte, um den verunglückten La Perouse auszusuchen'), gelangte er zuerst gegen die Insel I r s u s M a r i a, die er am 28. ZuliuS 1792 erblickte. Er segelte an der Südostseite derselben in der Entfernung einer halben Meile, um die Küste genau kennen zu lernen. Diese Insel hat einen ziemlich großen Umfang, da sie aber mit Felsenriffen umgeben ist, so kann man sich nicht ohne Gefahr derselben nähern. Man konnte vom Schiff aus deutlich die Küste Übersehen, und bemerkte auch mehrere Pirogucn zwischen *j Man hatte ihm nämlich auf dem Vorgebirge der guten Hosnung einen Bericht Englische Officiere mitgetheilt, nach welchem man auf den Admiralitäts . Inseln Spuren ven La Perouse's Equipage bemerkt haben wollte. Admiralitats -Inseln. 24 $> den Felsen und dem Lande. Der Boden schien ziemlich öde und nur an einigen Stellen cultioirt, auch lnßen die wenigen Eingebornen, die man sah, auf keine zahlreiche Bevölkerung schließen. Diese Insulaner waren durchaus nackt und sehr schwarz. Die Südostspiße von Jesu- Maria liegt L* 22' 0 . Er. und 145° 28' O. L. v. Paris. Die Insel LaBendola liegt der vorigen gegen Ost- Nordost; sie hat kaum drei Meile» im Umfange, daher mack sie auS der Ferne, ihrer Kleinheit wegen, für einen uir^> . wohnten Felsen halt. Sobald man ihr aber nahe komme, sieht man, daß sie mit Cocospalmen bedeckt ist, und eineck uNgemein freundlichen Anblick gewahrt. Der Boden ist culki- virt, wie die Umzäunungen der Anpflanzungen beweisen, in deren Nahe man zahlreiche, weite und zierliche Wohnungeck erblickt. Auch ist die Bevölkerung sehr ansehnlich; die Ein- gebornen näherten sich den Französischen Schiffen mit laus tcm Freudengeschrei, und allerlei Zeichen ihrer freundschaftlichen Gesinnung, indem sie grüne Zweige in die Höhe hielten. dieselben hin und her schwangen, Cocosnüsie zeigtest und dergleichen. DasUser war mit Menschen bedeckt; sie liefen an dem Strande eben so schnell U.IN die Insel, als die Boote der Europäer herumsegelten. Leider wehrten Felsenriffe selbst den Böten das Anlanden. Die Insulaner, die in großer Menge herbeiliefen, warfen sieh in's Meer und» sachten heran zuschwimmen oder kletterten über die Felsen hinweg ; Alle zeigten eine offene, zutrauensoolleMicne, etwas Freimüthiges, durchaus nichts Heimtückisches. ES kam sogleich mit Ruhe und Ordnung ein Tauschhandel zu Stande. Sie halten keine Kostbarkeiten ; aber gern und fröhl ch gaben sie alle-, was sie hatten, Waffen und Puh. Gegen die Kleinigkeiten, die ihnen die Europäer reichten, zeigten sie sich ziemlich gl-ichgüttig ; selbst gegen röche Stückchen Zeuch. Sobald sie aber einen Nagel sahen, äußerten sie die größte Begierde darnach. Ohne Zw.isrl halten sie durch d^nSpanr- Australien. ( -i * 5 ° Australien. schen Capitan Maurelle den Werth diese- Metall- kennen gelernt. Man bemerkte zwar auch bei ihnen einige Lust zum Stehlen, doch mehr unter den alten, al§ unter de« jungen Leuten, welche sich freimüthiger und ehrlicher zeigten. — Die Weiber bildeten Anfangt eine abgesonderte Gruppe, näherten sich jedoch bald darauf den Männern. Es mochten ungefähr 1,50 Menschen beisammen gewesen seyn, und war dieß auch vielleicht die ganze Bevölkerung, so scheint dieß, für eine so kleine Insel, ansehnlich genug. Das äußere Ansetzn der Eingebornen war wie auf der vorigen Insel; sie sind schwarz, gut gebaut und groß. Ihre Zierathen bestehen au- weißen Schnecken und einem dunkelroihen Gürtel. Der sonderbarste Schmuck aber best, ht darin, daß die Männer den vordern Theil des Ge- schlechlsgliedes in eine Blasenschnecke (Bulla ovuin) hin- einzwingen. Dentrecasteoux weiß nicht ob dieß au- Liebe zum Puy oder au- Schamhafligkeit geschehe. Diese wunderliche Gewohnheit scheint dieser Gruppe ganz eigenthümlich zu seyn, wenigstens wird derselben bei keinem andern Volke erwähnt. Vielleicht gab eine eifcrsichtige Fraudie Veranlassung dieser Mode, die bei einem Volke, das im Stande der Kindheit lebt, lcicht Nachahmer fand.—Die Weiber tragen einen Gürtel u» die Hüften. Die Zufriedenheit war in den Gesichtern dieser MeN- .ch.n gemalt. Ein schöne- Klima, eine fruchtbare, an Co- ,-palmcn reiche Insel, — Alle- scheint anzukündigen, ß diesem Völkchen ein glückliche- Schicksal zu Theil ward. :^a sie übcrdikß sechs bit sieben Stunden von den andern ' in entfernt sind, und mit den Bewohnern derselben '' ,; .t so leicht in Streit gerathen können, so tragt dieß nncy mehr dazu bei, daß sie des Leben- sich in Ruherr- ue.r kö'.n n. — Das Mittel von la Vendola istL° - .r. Br. und 145° 49' 5±" O. L. v. Paris. Admiralität--Inseln. 2Lr Von la Vendola segelten die Franzosen gegen die große Admiralität- - Znsel, und erblickten zuerst die Inseln N e g r o - de- Maurclle. An der ganzen Nordseite der großen Znsel zieht sich eine Kette kleiner Inseln hin, die durch Riffe mit einander verbunden sind. Sie gewahren durchau- den lachendsten Anblick, und sind mit Bäumen bedeckt, die sich durch ein heitere-, weder zu dunkle-, noch zu blasse- Grün «u-zeichnen. Die Coco-palme wachst in großer Menge auf den meisten dieser kleinen Inseln; diejenigen, wo dieser Baum nicht angetroffen wird, sind unbewohnt, et sey nun, daß der Saft der Nuß da- süße Wasser ersetzt, welche- auf so kleinen und niedrigen Eilanden nicht vermuthet werden kann; oder daß die Nuß die vorzüglichste Nahrung der BcwohHer ausmacht. E- scheint jedoch, daß sie sich auch mit der Fischerei abgeben. Eine sehr große Anzahl von Piroguen wurde zwischen den Riffen wahrgenommen; mehrere derselben entfernten sich von den andern und kamen den Schiffen entgegen. In geringer Entfernung machten sie Halt, ohne Zweifel, um sich von der Absicht und der Stimmung der Fremden zu überzeugen. Man setzte daraussein Brett au-, worauf man ein rothe- Stückchen Luch flaggen ließ und Nagel und andere Kleinigkeiten legte. Sogleich kamen die Insulaner näher und griffen mit großer Begierde nach den Nageln. Da- Eisen allein schien einigen Werth für sie zu haben; denn die Stücke Zeuch und dergleichen, ließen sie unberührt. Alle- wa- man von ihnen forderte, Schmuck, Waffen und selbst die Schnecken, welche ihre Blöße bedeckten, gaben sie willig hin. Diese Menschen hab n eine sehr.freundliche Physiognomie, die Farbe ih.e ^aus ist schwarz, doch nicht sehr dunkel; ihr Haar ist jchwerz und wollig; sie zeigen wenig Mißtrauen, und trogen da» Gepräge einet, mj« seinem Schicksal zus.i den n Volkes. Ihre Waffen sind Lanzen mit einer stemeraen Sr^r,; auch ya, Si 2 Australien. «LL den sie Pfeile, die sie mit der Hand werfen, denn Bogen haben sie nicht, auch keine Keulen. Aus der Natur dieser Waffen muß man schließen, daß sie keine Kriege unter einander führen, und ohne Zweifel ist dieselbe Milde des Charakters und der Sitten das Erbtheil der Ginge» dornen der großen Jns.l; denn diese würden sonst nicht ermangeln, die Wohnsitze der friedlichen Bewohner der kleinern umliegenden Eilande zu verwüsten. Carteret, der die Südseite der Admiralitats - Insel be» suchte, schildert die Bewohner mit weniger reizenden Farben ; man muß aber wissen, daß die Engländer gleich scharf unter die Insulaner feuerten und mehrere derselben todteren, weil sie einige Lanzen gegen sie warfen, ohne jedoch Jemanden zu beschädigen. Es ist aber eine Regel der Humanität, wie der Klugheit, eher alle Mittel zu versuchen, ehe man gegen wehrlose, sogenannte Wilde sich unserer Mvrdgewehre bedient. Die Piroguen sind über FO Fuß lang, haben Segel und Ausleger und segeln sehr schnell. Obgleich die große Insel mit vielen Felsenriffen umringt ist, so zweifelt Dentrecasteanx doch nicht, daß irgend eine Einfahrt und guter Hafen entdeckt werden könnte; welche- um so mehr zu wünschen ist, als die große Insel i« diesem schönen Klima, bei der Fruchtbarkeit des Bodens, einer Colonie sicher große Vortheile gewähren würde. Im Westen der Admiralität--Inseln haben die Seefahrer noch einige kleine Eilande entdeckt, die wir hier anführen muffen. Dahm gehören die Anachoreten(i° 6' S- Br. 11,140° 56' O. L. v. Paris) die Inseln los Ermi~ tanos ( i° s>8'6. Br., 142-47- 20" O. L. v. Pari»), la Boudeuse\i° 28' S. Br. 142° 12' O. L.0. Paris), die lies basses oder niedrigen Inseln (1-40 S. Br. u. 141° 43' O. ii. v. Paris), lk Durvttr (i°, 1 S- Br. u. 140° Admiralität- - Insel». 253 § 5 '45" O. 3 . ». P.) und I!e Mattys (1* 45 ' S. Br. v. i4v° 36'O. L. v. Pari-; sie sind sämmtlich sehr klein, einige derselben jedoch bevölkert. Die Einwohner scheine« von einem Stamm mit den Admiralität-, Insulanern zu seyn. Ihre Wohnungen waren so zierlich gebaut, als jcne auf Tahiti. — Die Seefahrer können von einigen Erfrischungen durch den Tauschhandel mit den Eingebor- neu erhalten. Die Landung auf den meisten wird durch Felsenriffe und Brandungen erschwert» I Archipe! der SalomonS - Fnftln Dnestr große, merkwürdige Archipel ist seit seiner ersten Entdeckung im Jahre 1.567 dir auf die neuern Zeiten, ein Gegenstand oft vergeblicher Nachforschung unter den Ge» lehrten und Nautikern gewesen, und hat zu mancherlei ab» weichrnden Vermuthungen Anlaß gegeben. Zwei Jahrhunderte lang schien er — man möchte sagen, von der Erde verschwunden zu seyn; all er wieder aufgefunden wurde, erkannte man ihn nicht wieder, und jeder Seefahrer, der einen Theil desselben ansichtig wurde, gab ihm einen eigenen Namen. Durch eine so scharfsinnige Untersuchung, als glückliche Zusammenstellung der verschiedenen Reiseberichte, gelang es dem verdienstvollen Fleurieu*) ei außer allen Zweifel zu setzen, daß die Inseln Gower, Tariere 1, Simpson'i - Jiland und Anson des Carte« re t, die Gruppe, wozu die Inseln §h e i se ui l, B 0 u- gain vil le und Bo uka **) gehören, die Terres de* "Arsecides des S0 urvile und endlich Neu - Georgien des Shortland, sämmtlich Theile der lange *) {Jit seinem trefflichen Werke Hecouvertez des Fran^ais ax Sud-F.st de la Nouvelle - Gtiiaac. **) Diese 3 Inseln wurden von Bougainville entdeckt; m. s. weiter unten. Archipel der SakomonS - Fnsekn.' *55 vergeben- gesuchten Salomon'S- Inseln deS Mcn- dana sind, deren älterer Name 'mit Recht ihnen wieder gegeben wurde. Noch sind bei weitem nicht alle Theile dieser insclrei- chen Archipel! mit Zuverlässigkeit bekannt; und nur die wenigsten Canale oder Meerengen zwischen den einzelnen Fn- ft!n von den Europäern befahren worden. Daher ist cS biS jeyt nicht möglich gewesen, eine vollständige Charte von denselben zu entwerfen. Die neuesten und besten sind unstreitig diejenigen, welche der AtlaS zu Dentrecasteaux'S Reise» enthalt; sie sind vorzüglich auch deswegen zu rühmen, dass die ungewissen Küsten nur alS solche angegeben werde» ; sonach Niemand verleitet werden kann, die Kenntniß der SalomonS-Inseln für zuverlässiger zu halten, alS sie rS in Wahrheit ist. Die Geschichte der Entdeckung dieser Inseln enthalt den Umfang dessen» waS wir von ihnen wissen. In dieser Rücksicht wollen wir in der Beschreibung deS Archipel! unS größ. tentheilS nur auf die Entdeckung-geschichte beschränken, zu. gleich aber einige allgemeine Bemerkungen hinzufügen, die wir, in Rücksicht auf den Zweck dieser Zeitschrift, für wichtig und nöthig erkennen. Um unsern Lesern e- möglichst zu erleichtern, dem Gange der Entdeckung auch ohne gute Charte folgen zu können, wollen wir die Lage und Verbindung in der Kürze und mit möglichster Deutlichkeit anzugeben versuchen*). Don 4° 30' biS ii° S. Br. zwischen 131° 30'u. 160° i v'O. L. v. Pari-, erstreckt sich in der Richtung vo» *) Die kleine Charte, welche dein erste» Hefte unserer Zeitschrift beigefügt ist, enthalt in diesem Theil von Australien mehrere Unrichtigkeiten, daher wir nicht darauf verweisen können. . Australien. sz6 Nordwest nach Südost der Archipel, von dem hier die Rede ist. Die Lange desselben betrogt über i6j geograph sche Meilen, wahrend seine Breite, in der Mitte, wo sie die Mist Ausdehnung hat, ungefähr Zo geographische Meilen aulträgt. In dem Parallelogramm, welche? den Archipel be- granzt. reihen sich die Inseln in nachfolgender Ordnung an einander, so viel nämlich sich mit Wahrscheinlichkeit schließen lasst. j Sir.Charles Hardv's Insel. ' L. B°„ka. Z. B o » q a i n v i l l e. llas de la Tresorerie. 1. Choissull. I.Simbu. Ile do la prem'^rc Tue. I. lsabel. I, Galten ( Hammond's Inseln. —. i I. Marsch. — I. Corteret. | I. Simsen. I. Guadalcanar. lies de Centrarietei> Sau Christoval . ’ St. Anna. 1 St. Catalina* Die grösste, wenigsten? die längste dieser Inseln scheint tsaltel zu s yn; nach ihr haben dieJnsln Boug ai n, ville.Choiseuil, Simbu, Hammond, Gua- dalcanar und Satt. Christ oval den größten Umfang. Zu den kleinern Ins In rechnen wir, nach Ansicht der Charte. Bouka, Marsch und C a r t c r e t. Unter den kleinsten endlich, deren Zahl noch unbestimmt ist aber sehr be- > trachtlech zusvn scheint, nennen wir; Sir Ch. Hardvt j Island, lies de la tresorerie, He de la premiert Vue , Lot artteifes, Eddislone, I. Gover, In- i s e l M u r r a y , Simpson, lies des contrarietes, d i t drei Schwestern, lle du Golfe , S, Anna und , S. Catalina . «57 Archipel der Salornqn- - Insel»' Nach diesen Angaben wird sich der Leser leicht selbst ßine kleine Charte entwerfen können, die wenigstens hinreicht, die nachfolgende Entdeckung-geschichte zu verstehen. Im Iqhre 1,567 segelte Mendana*) von Peru in die Südfte und entdeckte zwischen der siebenten und zwölften Parallele und 1,500 Meilen**) von Lima den Archipel der «alomon'r-Znscln. Er landete zuerst in einem Hasen, 8. ssaliel della Estrella, der einem Lande von ansehnlicher Erstreckung angehörte. In diesem Hafen wurde eine kleine Galeere gebaut, auf welcher ein Osstcier, O r- tega, zur Entdeckung der übrigen nahen Länder und Inseln abgeschickt wurde. Unter 8° S. Br. entdeckten die Spanier zuerst einige kleine Inseln. Bald darauf fand man mehrere und eine größere Insel , die von den Ein» geborn?» Malaita, von den Spaniern aber die Palm» Insel (I. de ramos) genannt wurde, weil man sie am Palmsonntage entdeckte. Beim weitern Hinsegeln lang- dem größeren Lande 8. Izakwlsah man unter 9° S. Br. ein Vorgebirge, Cap Prieto, (dat schwarze Cap). Etwa 9 Seemeilen südöstlich von hier kamen mehrere Inseln zum Vorschein; die *) Da wir Burney’s C!irou. Tlist., in welchem diese Reise mit einiger Ausführlichkeit beschrieben ist, hierorts nicht erhalten können, so haben wir uns an Herrn von Zimmer- mavn's Auszug und an den Bericht aus l^cii-era und Lopez Vaz in Da Lrorse Geschichte der Schifffahrten, halte» müssen. V) Diese Angabe ist umso mehr unbestimmt , als Herr er« kurz zuvor nur 800 Meilen angiebt. Nach den Spanischen Charten, heißt es, liegen die Salomon'S - Inseln unter dem »roten Meridian. Wir wissen jetzt, daß sist unter 177» L. v. Ferro zu suchen sind. Es findet hier also ei» Irrthum von zz Längengraden Statt. So unsicher war in frühern Leiten die Rechnung zur Bestimmung der Länge» *58 Australien.' erste, vo« Korallenriffen umgeben, nannte man laGalera; eine Weite unter 9° 30 ', die fruchtbar und volkreich schien, kuena Vi8ta. Mehrere Inseln lagen in ihrer Nachbarschaft. Don die. fen besuchten die Spanier die erste und nannten sie ra Florida (c;* 30'). Drei andere 'erhielten die Namen S. Di» rna», S. German und Gua-delupe, die südlichste aber wurde Sesarja genannt; in ihrer Mitte sah man einen rauchen, den Dulkan, Gleich daraufentdeckte die Galeere ein Land von grö- Lerem Umfange., das Gnadalcanar genannt wurde; ein darauf entdeckter Fluß erhielt den Namen Ortega. Don hier^iengder Capitain Drtega nach dem Hafen della Estrella jurucE ; lief aber wieder, um S. Jsabel zu umschiffen, vor dem Lap?rieto vorbei, fandinSüdwest die Insel S. George und zwischen ihr und dem Lande einen . Canal, an welchem er einen Hafen entdeckte, der an 1000 »Schiffe fassen konnte; inglejchen sah er hier eine Stadt von Z00 Einwohnern. Auf Guadalcanar ankerten die Spanier nachher in einem Hasen, de la Gxnz, unweit des Flusses Galego, der reich an Gold seyn soll. Südlich von Guadalcanar wurde eine schmale, bergige Insel,, Sän Olwittoval entdeckt, die unter 11® Abends einer großen flachen, belaubten Insel, von freundlichem Ansehen. Man sah an sehr viele» Orten Feuer, woraus auf ansehnliche Bevölkerung geschloffen werden mußte. Diese Insel wurde Charles Hardy genannt. Sie liegt unter 4" 50' S. Br. und 1 5 Meilen westlich von der nördlichsten der neun Inseln. Beim Anbruch deS Tages entdeckten sie, zehn Meilen von Charles Harby, eine große Insel, die Winchel- se a genannt wurde; auf der Charte aber heißt sie A n- sons - Insel, wo die Nordspitze unter 4° 56' S. Br. und i$i° 14' 45" O. L. v. Paris niedergelegk ist. Man halt sie für die Insel Bouka; in der Breite stimmt wenigstens die Ortsbestimmung damit überein; in der Lange aber findet ein Unterschied von mehr als 4 Grad Statt» Australien. s6» Carieresi- Encheckungrn haben sonach nur beigetragen, einige her östlichen und nördlichen Infiln bet Salomon-- ^ Archipel- nach ihrer ungefähren Lage naher , kennen zu lernen. Größer sind die Fortschritte in der Kunde des Archipel-, welche durch Bougainoille'- Reise um die Welt be, wirkt wurden. At- dies.r berühmte Seefahrer sich 60 Lieues von der Louistade entfernt halte, entdeckte eram LZsten * Junius r 768 gegen Norden und unter 7 °S. Br. « kleine Inseln und bald darauf eine lange und hohe Küste, auf welche er zusteuerte, um einen Ankerplatz zu suchen. Man sah eine, , dem Anschein nach bequeme Bucht, welche zu erreichen, man , durch die Windstille gehindert wurde. Am Zosten wurde ein Boot au-geschickl, um verschiedene Buchten, die man * bemerkte zu untersuchen. Die Eingebornen kamen um da- Schiff, in Piroguen ohne Ausleger; waren schwarz, i hatten lange, krause und roth gepuderte Haare; trugen ' Armbänder, und an der Stirn und am Halse Platten von einer weißen Masse. Sie waren mit Dogen und Lanzen be, ! waffnet und schienen den Fremden zu drohen. Die ausgeschickten Boote hatten überall guten Grund, aber keinen Fluß, keinen Bach gesunde«. Die Küste war fast unzugänglich ; die Berge reichten bi- an da- Gestade de- Mee« 'rrs und der Boden war mit Wald bewachsen. In den kleinen Buchten entdeckte man einige Hütten. Die Lage der Schiffe war kritisch; ste befanden sich in der Mitte unbekannter Lander und ein dicker Nebel verdecktefdiejenigen, zwischen denen man eine Durchfahrt zu finden hoffte. Man gelangte hierauf in einen, vier bis fünf^Lieues breiten Canal, in dessen Mitte die Fluth eine Bank angesetzt hat, an welche sich das Meer bricht; sie wurde Paz üenis genannt Die Küste de- g oß>» Land-«^ im'Dsten sinke sich und nahm eine Richtung nach Horden. Hier wurde rlne schöne Bar grsthen, in,rrelcher Archipel der Salomon- - Inseln. 263 die au-geschickten Boote guten Ankcrgrund fanden. Die Schiffe nahten sich nur langsam zwischen den sie umge- benden Klippen. Die Boote waren in da- Innere der Bai hineingegangen und sahen etwa >0 Piroguen, auf welchen sich 1 30 mit Bogen, Lanzen und Schild bewaffnete Eingebor- >ne befanden. Diese kamen au- einer kleinen Bucht, in welcher ein kleiner Bach bemerkt wurde, dessen Ufer mit Hütten besetzt war. Sie nahcten sich mit Hülfe der Ru. der .und theilten sich in zwei Abtheilungen, um sich der Boote zu bemächtigen. Die Insulaner erhoben ein große- Geschrei und schössen ihre Pfeile ab. Die ersten Schüsse der Europäer hielten sie nicht auf; al§ man aber eine zweite Ladung gab, nahmen sie die Flucht; mehrere warfen sich in'- Meer und suchten schwimmend da- User zu erreichen. Man nahm ihnen zwei Piroguen ab, die lang, gut gearbeitet und an beiden Enden sehr erhöht waren, um die Pfeile abzuhalten. Auf dem Vorderende einer Pirogue war ein Menschenkopf geschnitzt, die Augen waren von Perlmutter, die Ohren von Schildkröt und die Lippen glänzend roth gemalt. Man fand in denselben, außer den Waffen und einigen unbekannten Früchten Coco- und Areka, sehr künstlich geflochtene Netze und die halb gebratene Kinnlade eine- Menschen. Diese Insulaner sind schwarz, haben krause-, weiß, roth und gelb gefärbte-Haar und gehen, eine Binde um die Mitte des Leibe- ausgenommen, völlig nackt. Ihre Schilde sind oval von Binsen gemacht und gegen die Pfeile undurchdringlich. Der Fluß, woher diese Menschen kamen, wurde Riviare des Guerricrs, — die Da» und die Intel Choiseuil genannt. Die Schiffe setzten hierauf ihre Reise fort. Al- sie au- dem Canal, Detroit de Bougainville, hiuau- kamen , entdeckten sie im Westen eine lange Küste (die In. s e t Dougainville) mit hohen Bergen, deren Gipfel Australien. 264 sich in den Wolken verlor. Die nördliche Spitze senkt sich und bildet ein merkwürdige- Vorgebirge, das E p A 0 e r- d i genannt wurde. Als die Walken sich gegen Abend vertheilten, sah man, daß die Gipfel der Berge sich zu einer dewundern-würdigen Höhe erhoben. Am gten Juliu- sah Man eine andere, noch westlichere Küste, die niedriger als Cap Avcrdi war, und hinter derselo-n »ine noch höhere. Es nahten sich dreiPirogucn biS auf, ine- Fllnrenfthuss.-S Weite, nur mit Mühe konnte man die Insulaner bewegen, noch naher zu kommen. Man schenkte ihnen einige Kleinigkeiten , dir ihnen Vertrauen gaben. Sie schrieen : laouca, boiica, ouelle, indem sie den Franzosen einige Coco-nüsse zeigten; diese wi derholcen die Worte, was ihnen viel Vergnügen zu Machen schien. Sie gaben durch Zeichen zu verstehen, daß sie mehr Eocosnüsse hol n wollten , worauf die Franzosen mit den Handen klatschten. Kaum waren sie 20 Schritte weit entfernt, als einer unter ihnen einen ftss.ül abschoß, den die Franzosen nicht durch Flintenschüsse beantworteten. DieseSchwarzen gehen durchaus nackt hab n aber den Körper bemalt, die Ohren durchstochen und sehr lang herabhangend; siekauenBetel. der ihreZähneroth macht. Ihre tpiroguen haben keinen AuLleger und sind an den beiden Enden nur wenig erhöht. — Diese Ins t» welche Bouca genannt wnrbe, schien sehr bvrölkert, Man sah unfern der Küste eine schöne, mit Cocospalmen und andern Äaumeii besetzte Ebene, welche die reizendste Aussicht gewahrte. Von hier segelte Dougamville nach Neu - Britannien. Da» Resultat dieser Fahrt war die Entd, ckung der Zil- sel Choiseuil an ihrer westlichen und nördlichen Küste, der Straße Bougainville, der östlichen Küste der Insel Bougalll- ville und det ebenfall-östlichen Küste der Insel Bouca.^ Ein Jahr spater segelte der französische Schiff-kepiU« S ü r v i l l e vorn Gangs- in den großen Ocean. Unter, 6 * Archipel der Salvmons - Inseln. * 6 $ k 6 ' S. Br. und i55 0 D. 5 \ v. Paris entdeckte er eine Insel, die er Ile de la preiniere vue nannte. Dahinter sah man einen hohen Berg, der den Namen Gros-lirorns erhielt, und d.r Anfang einer langen Kette war, welche sich nach Westen erstreckte. Sürville glaubte irrig, daß diese Küste ein Theil von Neu - Britannien wäre. An der Ile de la premiere vue wurde kein- guter Hafen entdeckt, und das Schiff, das in einiger Entfernung von der Küste hinsteuerte, mußte über eine rothe Korallenbank. Im S ü, den dieser Insel sieht man vier kl.ine Eilande und den Gros» morne, welcher das westliche Ende einer sehr großen Bai zu bilden scheint. Wahrend der Nacht sah man den Hin, tergrund dieses Berges erleuchtet und schloß daraus, daß hier ein Vulkan seyn müsse. Die Franzosen seg lten hierauf östlich, und entdeckten anderes, sehr hohes und gebirgige- Land, das ihnen im Südwest, n lag. Sürville landete hier in einem Hafen, dessen Eingang durch m hrere Inseln gegen das offene Meer geschüttt ist. Der Eingang diese- Hafens wird unter 7° S. Dr. und iFi ° .5.'^ D. L. von Paris angegeben. Da man da« Land bewohnt fand, so wurden die Kano» nen geladen und dieFlintenin Stand gesetzt, um sich nöthig n FaUS gegen die Eingebornen vertheidigen zu können. Ihr wildes Ansehen und ihre Waffen ließen ein kriegerisches Volk erwarten. Sobald die Anker geworfen waren, naheten sich die Pirogaen, und dir Insulaner beobachteten das Schiff mit Aufmerksamkeit; man warf ihnen einige Kleini^k ileri zu, von denen man hoffte, sie würden ihnen Vergnügen machen, und beeifcrke sich, ihnen durch die einschmeich.l-id- stcnGeberden Vertrauen einzuflößen. Sie antwortet,», indem sie gegen das Innere des Hafens zeigten, und zu verstehen gaben, daß man dort Lebensrnittel und Wasser finden würde. Australien. S J.66 Australien. Einer von ihnen legte einen Pfeil gegen die Europäer an; man zeigte ihm die weiße Flagge und warf ihm ci- nigeBouieillen und Stücke Leinwand zn, welche- ihn zu besänftigen schien. Als man am andern Tage tiefer in den Haftn hinein- segelte, umgaben viele Piroguen das Schiff; die Leute wur- ; den eingeladen, sich zu nähern, und einige wagten ei, an Bord zu kommen, wo man ihnen Geschenke machie, die sie i durch einige Muscheln und eine Art Mandeln erwiederten. Der zweite Capilan, Herr Labe ward mit bewaff« neten Leuten abgeschickt, um Wasser z» suchen und LebenS» Mittel einzuhandeln. Obgleich nach der Landung einige Insulaner sich ihnen zu Fvchrern anboten, so bemerkte man doch, daß di^se die Fremden nur tn einen Hinterhalt zu lvk- j ken suchten. Man fand wenig Wasser, sah abe> Cocos- palme in großer Menge. Als die Franzosen sich gegen Abend wieder einschiffen j wollten, hatten sich an hundert und fünfzig Insulaner, Alle mit Pfeilen und Lanzen bewaffnet, versammelt, und bereiteten sich zum Kampfe. Es schien, alS fingen sie denselben mit einer religiösen Handlung an. Ein Greis trat hervor, erhob Augen und Hände zum Himmel, sprach einige Wor- ! 1e und schien seinen Gefährten Muth einzusprechen. ' Ein Insulaner schlug mit der Keule einen Soldaten, der sich einschiffen wollte. Herr Labe ließ Feuer geben, konnte aber nicht verhindern, daß nicht mehrere seiner Leute verwundet wurden. Ein Lanzenstich traf dem Sergeanten oberhalb der Hüfte. Die erste Ladung machte die Insulaner unbeweglich» mehrere stürzten todt oder schwer verwundet zu Boden. Ihr Staunen erlaubte wieder zu laden. AIs man zum zweitenmal Feuer gab, folgte Schrecken ihrem ersten Erstaunen: sie flohen eiligst in die Wälder. Dreißig oder vierzig blieben todt oder sterbend auf dem Platze. Archipel der Sakomoni - Inseln. «67 Unter den verwundeten Fremden war Herr Labä selbst. Obgleich die Wunde nur leicht war, so eiterte sie doch 10 Monate lang, woraus sich auf vergiftete Pfeile schli.ßen laßt. Der Sergeant litt 3 Tage lang die furch» terlichsten Schmerzen und starb sodann, obgleich auch feint Wunde le cht zu seyn schien. Bei der Section zeigte es sich, daß ein 6 Zoll langes Stück einer Lanze, mit solcher Gewalt zwischen die Rückcnwirb, l gedrungen war, daß, um es herauszureißen, man die Zange anwenden und den Knochen zerschlagen mußten Halb durch List, halb durch Gewalt bemächtigte mait sich nachher eines jungen Menschen, der, als er gefangert und gebunden wurde, sich noch mit den Zahnen vcrthei» digle. Man wollte sich seiner zum Aufsuchen eines Wasser- platzes bedienen, und brachte ihn gebunden aufeine der kleinen Znseln im Hafen, wo er mit einer Muschel seine Bande zerschnitt, ober entdeckt und von Neuem gefess lt wurde. Als man ihn wieder zurück an den Strand führte, wars er sich auf den Boden, erhob ein entsetzliches Geschrei, biß m t Wuth in die Erde und schien in der größten Verzweiflung, Dieser Mensch schien kaum vierzehn Jahr alt zu seyn. Er wurde seinem Daterlande entrissen, lernte bald Französisch Und gab mehrere Nachrichten über seine Insel, die wir weiter unten anführcü werden. Der Hafen, in weichem die Franzosen diese Abenteuer bestanden, wurde Port Prastin genannt. ES liegt am Nord- ende und an der Ostküste der schon vott Mendena entdeckten, Jnsil S. I sa b e l; Sürville, der dieß nicht vermuthete, und eine neue Entdeckung gemacht zu haben glaubte, nannte sie t?ote des Arsacides ou des Assassins, Küste bet Mörder; sehr mit Unrecht gewiß, denn diese sogeUannteti Räuber v k heidigten nur ihr Vaterland gegen Fremdlinge/ von denei^sie vielleicht gehört haben mochten, mit weichet S x u68 Australien. Grausamkeit sie gewohnt find, die Eingebornen zu unterjochen. vielleicht war das Betragen der Spanier, die vor 2 Jahrhunderten in diesem Archipel mit Feuer und Schwerdt gehaus t harten, noch in drn Lolkisogen vorhanden. Warum sollten diese Menschen Mörder genannt werden, wahrend die Europäer mit Kanonen unter wehrlose Indianer feuern, die ihren Hexrd vertheidigen; wahrend die Europäer mit barbarischem Stolze und als-wahrc Räuber von Inseln Besitz nehmen, auf welche sie kein Recht haben! Doch c-scheint, daß wir endlich milder geworden sind; wenigsten- findet man, in den neueren Reiseberichten, daß die Europäer siltener ^egen die sogenannten Milden von ihren überlegenen Waffen Gebrauch machen. , Al4 Sür.oille sah, daß die Vortheile nicht zu erkani gen waren, die er sich von einer Landung an dieser Küste versprochen hatte, schickte er sich zur Abreise an. Erhalte gehofft, daß die Schiffsleute sich bald von dem E korbut und den Ermüdungen der Seereise erholen würden ; aber er fand die Gegend des Hafen- ungesund und sumpfig, daher die Zahl der Kranken täglich zunahm. Selbst den Ankergrund fand man schlecht; dein; obgleich Wellen und Wind nur schwach waren, so änderten sie doch täglich die Lage det Schiffs und brachten es in Gefahr. Bei dem Heraussegeln aus dem Hafen mußte man shr langsam und mitgroßcr Vorsicht zu Werke gehen, um nicht irgendwo anzustoßen ; denn der Eingang ist schr enge, so daß zwei Schiffe nicht zugleich neben einander segeln können. Gleichwohl ist dieser Haftn, nach Sürville's Versicherung, einer der schönsten in der Whll: von einem Ende bis zum andern umringt ihn eine Inselkette; der Grund ist tief gelang bis nahe an- Ufer, so daß man da-Ankertau an den Bäumen befestigen kann; die Weite betragt von Norden nach Süden über -sLiue-, und in allen Theilen ist man gegen die Winde geschützt. Das umliegende Land schcmt Archipel der SalomoniInseln. 269 so schön, als irgend ein? auf Erden gefunden werben kann ; ej ist mit Gehölz bedeckt und muß an Erfrischungen Ueber» fluß haben. Sürvllle bedauert, daß er sich hiervon nicht hat überzeugen können; denn er sah nur das zunächst am Meerelicgende Gestade; doch auch dieser, obgleich sumpfig, ist im hohen Grade fruchtbar, und mit den verschiedensten pflanzen und Bäumen geziert. Es giebt hier mehrere rpalmenarten und den wilden Koffeebaum, nach Sürville's Angabe. Auch glaubte man den Ebenholzbaum zu erken. nen. Endlich sah man den T a t a m a h a c a und mehrere andere Balsam- und Gummibaume. Lon einem Baum, den man zum Schifflgebrauch gefallt hatte, gab die Rinde, in Wasser gekocht, eine schöne rothe Farbe. Die Eingebornen sind im Allgemeinen stark und wohlgebaut. Einige sind sehr schwarz; andere sind es weniger. Ihre Haare sindk aus, fühlen sich aber weich an. Sie haben eine kleine Stirn und etwas Finsteres in ihren Geßchts- zügen. Ihre Nase ist nicht so platt, und ihre Lippen sind nicht so aufgeworfen, als bei den Negern. Um den Kopf herum schneiden sie die Haare ab, und pudern sie mit Kalk odcrOker; sie pudern auch die Augenbraunen. Ihre Ohrläppchen haben ein großes Loch, worein sie verschiedene Zierathcn, als Reife oder Baumblätter stecken. Der mittlere Nasenknorpel ist gleichfalls durchbohrt, und sie wagen hölzerne Bolzen in demselben. Um den Ellenbogen haben sie einen Reif und am Halse hangt ein Zierath. der wie ein Kamm aussteht, und aus einem weißen, von ihnen sehr geschätzten Stein verfertigt ist. Man glaubte Spuren anzutreffen, deß sie Anthropo- phagrn waren; aber der junge, oben erwähnte W lde zeigte stets einen Abscheu dagegen und versicherte, daß seine Lanls- leule keine Menschenfresser waren. Australien. #79 Bogen, Pfeile, Keulen und Lanzen sind ihre Wissen. Die Pfeile sind au-Z bis 4 Stücken zusammen gesetzt und durch ein harte-Harz verbunden; sie sind sehr gefährlich» zveil immer etwas davon in der Wunde zurückbleibt. Ihre Keulen sind von sehr hartem Holze und 2'/- Fuß lang. Außer einem Schilde von Rotangschilf haben sie keine ander? Verth idigungswaffe. An den Lanzen ist ein 6 Zoll langer gezahnter Knochen befestigt, der in dem Fleische zurückbleibt und es zerreißt, wenn man ihn herausziehen will. Ihre Piroguen sind mit vieler Gcschicklichkeit, nach einem wohlberechneten Verhältniß, gebaut und gehen mit unglaublicher Schnelligkeit. Sie sind an beiden Enden sehr hoch, bi-weilen über go Fuß lang. aber kaum 4 Fuß breit, Einige sind mit Perlmutter zierlich ausgelegt. Wir haben einige nähere Nachrichten über diese Gegend versprochen, wiesolche von dem erwähnten jungen In- fiilaner mitgethi ilt worden. Vorher sey eS un-nur noch erlaubt, unsere Leser mit dem Charakter diese- interessanten. Wilden bekannt zu machen, Sein Name war Lova-Saraga; daS erste dieser beiden Worte bedeutet in der Landessprache einen kleinen Fisch. Er zeigte sich sehr gelehrig in Erlernung der franzö- fischen Sprache; als er in der Folge nach Lima, im spanischen Amerika, kam, lernte er auch Spanisch und konnte sich in beiden europäischen Sprachen gut ausdrücken. In Lima fiel ihm die Größe der Häuser besonders auf; er wollte nicht glauben, daß die Festigkeit ihrem Umfange entspräche, und versuchte daher, ob er sie mit seinen Handen umwerfen könne. Herr von Sürville ließ ihn an seiner Tafel speisen; er hielt sich deshalb jedoch nicht für mehr, al- die andern Schwarzen auf dem Schiffe, und als der Kapitän starb» wollte er wir die andern dienen. Nie mißbrauchte er die Gü« 1 e, die man für ihn hatte, und sah sie nur für eine Begünstigung an. Sein einziger Fehler war eine zu große Em- Archipel der Salomon- - Insel«. 271 psindlichkeit, die er aber nur gegen sich selbst richtete, ohne Unwillen gegen Andere zu äußern. Sein Zorn dauerte nie langer all einen Augenblick. Er hatte einen scharfen durchdringenden Verstand, und lernte gern alle-, worin man ihn unterrichten wollte. Stet- treu und ergeben gegen seinen Herrn, bewies er sich nie eigennützig. E>- kannte den Werth des Gold, 4 , ohne sich viel darum zu bekümmern. Er liebte den PuH; doch entsagte er ihm auch leicht und ohne Bedauern. Sein größtes Bedürfniß war der Hunger; wenn dieser gestillt war, zeigte er sich zuf'ieden. Diesen Charakter bewjet ein Mitglied der Nation der Mörder, wie Herr pon Sürville seine Land-leute zu nennen beliebt hatte. Er erzählte, daß man auf seiner Insel stet» im Kriege lebe, daß die Gefangenen Sclaven werden, und den Siegern dienen. Die Vielweiberei ist unter diesem Volke erlaubt. Da- Ansehn und die Macht bei Königs ist unbegranzt. Die Fischer und Zager wagen e-nicht, die Früchte ihrer Arbeit nach Hause zu tragen, bevor sie solche nicht dem Gebieter vorgelegt haben, welcher sich davon auswählt, was ihm beliebt; wollte einer dagegen Handel», so würde er gezüchli- get werden. Würde es sich zutragen, daß ein Unterthan in den Schatten deS Königs träte, so wäre der Tod die Strafe rines solchen Verbrechers; nur die Reichen könnten in solchem Fall ihr Leben wieder erkaufen. Ueber die religiösen Ideen feiner Land-leute konnte man wenig Bestimmte» erfahren. Er erzählte, daß man sich für überzeugt hielte, daß nach dem Tode die Menschen in den Himmel cingiengen, aber von Zeit zu Zeil wiederkamen, um Mit ihren Freunden und Bekannten zu sprechen. Er behauptete, selbst solche WiederkömmliNge gesehen und gesprochen zu haben. Sie kommen, versicherte er, wahrend der Stille der Nacht, zeigen die Stellen an, wo eS viele Fische giebt, und sagen künftige, erfreuliche oder traurige Ereignisse vor. / L/2 Australien. «iJ. Alt man gegen ihn behauptete, baß dieß nicht möglich sey; erwiederte er: (SS sey kurios/, daß die Fremden bester/ als er wisten wollten/ was auf seinerJnsel geschehe. Die Aerzte werden unter ihnen sehr geachtet. Nur Greise üben jedoch diese Kunst. Nach Looa'S Meinung sind sie geschickter, als die europäischen Aerzte, welche die Kran. ken zulange leiden lassen. Den Töchtern wird von ihrem zartesten Alter an, ein Mann bestimmt; sie werden im Hause des Schwiegervaters erzogen, bis sie mannbar sind. Unter denRcichen herrscht eine ganz eigene Gewohnheit. Stirbt einer, s» wird seine Leiche aufein Gerüste gelegt und unter demselben eine Grube gegraben, Z it und Re- g n lösen sodgnn die weichen Theile ab. Ist alles Fleisch vom Bein gefallen, so wird die Grube bedeckt, ein kleines Haus oder ein Grabmal darüber gebaut, und dasselbe mit der Statue einet Kindes, dasBlumm halt, geschmückt. Di> Kno» chen werden sodann in e>n allgemeines Begrabnjß gebracht. Diese Insulaner treiben Handel zur See, wobei sie 10 oder 12 Tage reisen. Die Sterne, von denen sie viele kennen, dienen ihnen dann als Wegweiser. Lova erzählte, daß sein Vater oft eine Nation besuche, die viel weniger schwa z wäre, als seine Landsleute, und daß rr voin diesen Reisen feine, bunt bemalte Zeuge mitbringe, deren man sich bei ihm alsGürtel bediene. Die Produkte des Landes sind Bananen, Zuckerrohr, Jgnamen, Cocos, Anis und eine Art Mandel. Schiidk öt.n sind das gewöhnlichste Leben-mittel der Sing dornen. Eier giebt es im lleberfluß, und nicht weni. ger häufig sind die Fische. Eine Pflanze, die sie B i n a o n.nnen, dient ihnen als Brod. Herr von Zimmermann vermuthet, daß die Wurzel Aenaus, deren Mendana alt H-nirtna-rungsmittel erwähnt, hiermit vielleicht einerlei r.are. \ Archipel der Salomont-Inseln. Sie kennen keine Metalle, ihre Beile find von hartem Stein, der dle Farbe det Sckiefert hat. Um sich die Haare zuschneiden, bedientn sie sich einet Steint, welcher Alhn- lichkeit nut unsern Flinter steinen hat. Unter den Thieren führte Lova wilde Schweine und Loris an. Man fand Hühner, eine wilde Eigenart, Bekassinen, Strandlauker und wehrere Arten Waffervögel *). Alt di. Franzosen aut dem Hafen chratlin gesegelt waren, behielten sie die Küste bet Landet ncch lange im Gesicht. Anraten Tage-entdeckten sie, r> Lieus von der Küste, unter 7° ^4' S. Br. , eine Insel, die sie I inattendue nannten, und am neunten Tage die Ile des Contrarietes **) p° 4 6 * S. Br. und 4" ,54' westlich von der Ile de in premiere Vue. Der Anblick dieser Insel ist reizend, die Landschaft lachend ; sie scheint durchaus angebaut zu seyn ; die große Menge von Kähnen » die daher kamen und die vielen Feuer, die in dir Nacht angezündet wurden, ließen auf eine zahlreiche Bevölkerung schließen. Aon der Küste des Landet sd. i. von der Insel S. Jsabel) ist sie ungefähr r p Lieut entfernt. 4 ff- die'Pflanzen und Thiere anzegeben. die man^ bisher in diesen Inseln gefunden hak. ") Er ist dieses der Wahrscheinlichkeit^ nach die Insel ©», »er des Carte.et» 274 Australien. chen Gebrauch von ihrer Ueberlegenheit machen, oft ohne Zweck und ohne Ursache, oder auch einer meistentheils unge- gründeten Furcht wegen, die nur darin einen Grund hat, daß man sich nicht versteht. Wie kann man, durch solche Gründe bewogen, Tod und Verzweiflung unter Völker bringen, die sich nur durch Pfeile und Lanzen vertheidigen können ! Lova verstand die Sprache dieser Insulaner nicht, die gleichwohl mit den Bewohnern vom Hafen Pratzlin einem Stamm anzugehören schienen. Die Piroguen waren weit künstlicher gearbeitet, als die ihrer Nachbarn. Sie waren mit geschnitzten Hundsköpfen und andern Thieren geziert. Auch befand sich auf denselben eine Art Pavillon, aus rothgcfarbtem Stroh zusammengesetzt. Spater entdeckte Sürville, indem er stets nach Süden steuerte, Z kleine Inseln, die drei Schwestern genannt, unter 10° 1 6 ‘ @. Br. und unter gleichen Meridian, alt die Ile des contrarietes. Endlich fand er noch» 3 Lieus von der Küste, unter i o° 57' S. Br. u. 30 ' östlicher, als die zuletzt genannte Insel, 2 kleine niedrige Eilande, ohne Zweifel S Anna und < 3 . Catalina des Mendana, die Sürville aber Ilesde la delivrance nannte, weil er sich nun von der Küste, deren östliches Ende er sah, entfernen und in ein offnes Meer segeln konnte. Sodann setzte Eür>- ville seine Fahrt nach Neu - Seeland fort. Wir haben diesen Auszug aut Sürville'- Entdeckungsreise mittheilen zu müssen geglaubt, um vorzüglich unsern jungen Lesern ein Beispiel aufzustellen, wie schwierig es sey, sich zuverlässige und ausführliche Nachrichten von un» entdeckten Ländern zu verschaffen, und wieviel noch zu thun übrig ist, ehe die Geographie diese- merkwürdigen Archipels vervollständiget werden kann. Sürville sah einen großen Theil der Ostküste der Insel Zsabel, landete aber nur in dem Hafen Praslin. Sodann Archipel der Salomons - Inseln. 275 fand er, irif es scheint,- die kreisten der, in- lösten der südlichen Halste an S Isabil liegenden, I s>ln. Ejne kleine Strecke der Wests, i:e des Archipels war im Norden von Borigoinril e ,! tdick' ward n z der übrige Theil deff lben aber völlig ve-befcnnk. Ter enal'chkSchiffskapi- tan Thor tl and ergane'e zuerst einen Theil di.ser Lücke der Geographie- Er segelie im Jahre 1788 "on st'ork I ck- son in Neu - Holland über Bc"av>'a noch England, und f-nd unterwegs unter 10°Br, ein Land, welches er für eine völlig neue Entdeckung hielt, das ab« r nunmehr oH die Westküste der Distel Hon Cbiistovol anerkannt ist. Short, land gab u ausgezeichneten Vorgebirgen, an der erwähnten westlichen Seie der Insel, die Jieim.n E 0 p . &. v. Gr ) Don hier entfernten sich die Sckiff von der Insel, deren nördliches E: de nicht geseh n wurde Als sie nun in der Richtung gegen Nordwest fvrlseg Uen, glaubten die Englan- , der abermals ein neues Land zu entdecken, nulches aber die Westküste der Insel Guadolcanar des Menda >a war. Si. bestimmten hier die Lage dsCap Henslow unter 10” S. Br. und 161° iü'jD L r @r., u> d das Eap H unter, y® 42'S. Br., 1 do®Z"'O-L. v Gr. In einem gebirgigen Lande sah man, unfe n d> m letzteren Vorgebirge einen Berg, der so hoch zu s nn schien, als der Pic auf Teneriffa ; er wurde Lammasberg genannt. Eodann sah man C ap Mar sh(9°2i'S. Br. und 159® 30' £h L. 0. Gr.), welches nach den neuesten Entdeckungen, einer eigenenIn- scl anzug hören scheint: ferner die Nine Hummock. Bai, die sich durch9 Hügel auszeichnete, Ca p Pitt (8° 55' S. Br. und i 13« O. L. v, Gx ) Eap Nepean fz" $i> ©. Br. u. 158° 10' O. L. v. Gr.) Point Pleasanf, unb <£ap Deception (8° 32* S Dr. und 157° 37' £). ö. ». Gr.), welches sämmtlich Theils der, im Westen von S, / 276 Australien. Jsabcl gelegenen Hammond'sinseln sind. Im Nord- westen derselben zeigte sich ein ansehnlicher G 0 l f» die I n- > dian - Bai, welche der, im Süden von Choiseul gelegenen, ebenfalls von Shorkland zuerst entdeckten, grcßen Insel Simbu anzugehören scheint. Im Westen der Bai zeigte sich die kleine Insel Eddi stone und Gap Satisfaction. Die Anwohner der Indialr Bai sind r'oihlich schwarz, haben , krause- weiche! Haar, eine kleiüe Stirn, ein nach unten etwas zugespitzte-Gesicht, dünnen Bart, weniger platte Nasen und weniger aufgeworfene Lippen, als die eigentlichen ! Neger, und übrigens ein ziemlich wildes Ansehen. Cap ! M i d d l e t 0 n (7° 45' Br. und 1 56° 1 7' JD. L v. Gr.) ! das Shortland im Nordwesten der Indian - Bai sah, scheint daS westlichste Vorgebirg von Simbu zu seyn ; Cap Allen (7° 28'’S. Br. und r g6° 43' D. L. v. Gr.) aber an dem südlichen Ende dcrJnsel Choiseuil zu liegen. Dahinter lag nördlich eine Bai und in derselben eine Insel, welche die I n s e l W a l l i s genannt wurde; i:n Westen derselben entdeckte man eine Gruppe ziemlich hoher Inseln, die Trea- sury -.Islands. •— Die Insel Wallit liegt bereits in der Straße Bougainville, welcher Shortland, der durch dieselbe segelte, seinen Namen gab, ohne zu wissen, daß sie früher bereit-entdeckt und benannt worden war. Sodann fuhr er j an der östlichen Seite der Insel Bougainville hin, wo er die Dstspitze Gap Friendship (6° 50'@. Br u. 156* 8^ O. L. v. Gr.) und die Norbspitze Gap le Gras (5 0 50' S. Br. und 1.56° 8' P- L. v. Gr.) benannte. Herr vonZimmermann > Halt daS letztere für Cap Aoerdi von Bougainville. Wir sind nicht dieser Meinung ; denn Cap Averdi liegt 5* 32' S. Dr., und es ist nicht wahrscheinlich, daß Shorl- land in der Breikenbestimmung einen groben Fehler von säst 20 Minuten begangen habe. Gap Ic Gras ist sicher ein eignes südlich vom CaP Averdi gelegenes Vorgebirge, wie auch die Charte von Beautcmp's - Beaupre anzudeuten Archipel der SalomoNs. Inseln. 27.7 scheint, obgleich hier keine Namen angegeben sind. Ungefähr i» der Mitte der Insel Bougoinville, sah Ehortland das Cap Sinnet (6° 13' S. Br. u. r^.z°,58'O. L. v. Gr.) p. als er vom Ostie 6i>a3 weiter-nach Norden segelte/ zeigte sich ihm noch eine hohe Küste,von rrelcher er mit Recht glaubte, daß sie mit LordAnson's Insel (Bouca>zusammenhänge. Shonland, der, wie bereits erwähnt wurde, hierdurch? aus neue Lander entdeckt zu haben glaubte, nannte dieselben N 0 u-G.c 0 rL i e n. Er hatte in so fern Recht, als dir meisten Westküsten des Archipels der Sa-lomons - Inseln vor ihm gänzlich unbekannt waren 5 da dieselben aber nur Theile eines früher entdeckten Ganzen waren, so ist der. altere Name allein in der Geographie beizubehalten. Es erhellet aus den Dentrecasteauz schen Charten, daß ein anderer Engländer ebenfalls an der Westseite des Arche» pels und wahrscheinlich in der innersten Mitte desselben Entdeckungen gemacht haben müsse; denn an der Westküste von S. Isabcl sind mehrere Punkte mit englischen Namen bezeichnet, nämlich § a p R 0 b e r l so n, CapFoshall u. die Insel N iara. Dieser Küste im Westen, ist eine andere, jedoch mit ilnterbrechung, skizzirt, welche der Insel Simbu oder auch den Hammonds - Jnsiln anzugehören scheint. Sonach würde hier in der Mitte des Archipels, in der Richtung Nordwest und Südost, ein Kanal sich sindcn, dessen nördliche» Ausging unsern der Ile de la premierc Vue, und der südliche etwa im Norden der Insel Marsch zu suchen wäre. Ob diese Entdeckungen einem Kapitän Bukler angehören, von dem im Jahre 1 goo eine Charte bekannt gemacht wurde, aus welcher bei Nr. 2 i des Dentreca- steaux'schen Atlas, im Süden von Guadalcanar 2 Ins. ln angegeben werben; oder woher sonst Beautemps.Deaupre den erwähnten mittleren Kanal entlehnt habe, istunsnnhe- kannt ( Herr von Zimmermann bekennt, gleichfalls hierüber keinen Aufschluß g-eben zu können. 278 Australien. ( 5 ? bleibt uns jetzt noch übrig, von der Entdeckungsreise des A dmirol D e n kr e ca st e u r in diesen Gewässern das Wesentliche in der Karze mitzutheilen. Am o. Julius 1792 wurde ein Theil de- Hammond's» Inseln und sodann der F lsen Eddistone und §ap Salisfac. ,jon unrer 8" i8'@ Br. u 1,54° m' 38" P. L. v Paris gesehn. Man steuerte gegen die ller dc la tresorerie bei Shorkland. denen man nah« yenug kam, um einen g nanen Plan ders, lben ausuiiehmen *) Die Mitte derslbn liegt 7 ° 23' 30'' und i 53 0 9' \ß“ £). 2 , v. Parjs. Nachdem man diese Inseln vSrbriges g-lt wär, zeigte sich im Nordosten derselben einband von freundlichem Ansetzn. dem man sich aber nicht näh n durfte, weil gefährlich« Klippen den Zugang verbieten. Es scheint dieß eme eigne Insel im Süden der Insel Bougainvüle zu sevn. Dentre- cost'aux nahm, jedoch nur aus der Fe^ne, ein n Theil der W stseiie l N^genannter Insel aus deren Westküste vor ihm noch von keinem Europäer gesehen war. Alles, sagt DeNtre- casteaux **); wir von dieser Küste gesehen haben, läßt uns ve'Mulhen, daß der Zugang .schwer und gefährlich sey, sowohl gegen die Mitte derselben, wo wir llntiesen fanden, «lS an ihr« >> beiden Enden, wo Felsenriffe es unmöglich wachen, sich den beiden Hausn von Inseln zunähen, welche dort liegen. Die Eilande des Nordendes sind zahlreicher, jnannigfaltiger in ihren Formen und haben ein weit malerische-Ansehen, al* die südlichen,— Dentrecasteaux konnte sich nicht mit Gewißheit überzeug n ob die Insel Bongata» bille von Douca wirklich getrennt sy; es schien vielmehr, alt vb die abgesonderten Theile, die wie einzelne klrine Insel» hervorragten, durch niedriges Land verbunden war n.— Die Westküste von Bvuca wurde ooni Süd - bis zum Nord- *) M. s. lieiNrsosstesux 1 . c, 1.1.x. ntz.s»« '**) A. a.S. ivx. Archipel der SalomonS - Inseln« S7K «nde gesehen und auf der Charte niedergelegt. Die Franzosen landeten nicht, halten aber mehrere Zusammenkünfte mit den Etngebornen, die sich im Tauschhandel ehrlich und gut, wüthig zeigten, und durchaus keine Feindseligkeit ausübten. Ueberhaupt schienen sie froh und keine-wegS bbSartig zu seyn. Die kurze Beschreibung, welche Lentrecasteaux von diesen Insulanern macht, stimmt mit jener deS Bougainville über, »in, ausgenommen, daß letzterer sie feindselig gesinnt fand. In diesem Jahre entfernten sich die Franzosen von den Archipel der SalomonS-Jnseln, indem sie von Bouca nach Neu-Irland segelten. Im folgenden Jahre 1793 aber naheten sie sich dem Südende und beschiffien in ziemlicher Nähe die vom Kapitän Shortland entdeckte Westseite de- Archipel- von den Inseln S. Anna und Catalina bi- zu den HammondS-Inseln. Sie bestimmten die Lage von S. Anna und S. Catalina (10° 53'50" S. Br und 160° 6' 30" O. L. v. Pari-) sahen Cap Sidney und Cap Philip deS Shortland, nördlich von letzterem ein neues Vorgebirge, Cap A ch a r d, u. zwischen beiden eine ansehnliche Bai. Auf der weiteren Fahrt fegt ltcn sie um daS nördliche Vorgebirge von S. Christooal, Cap de la recherche* (io° 12' 35“ S- Br. unb 159 0 3"O.L. v. P.) von Westen nach L'sten und umgekehrt wieder zurück durch den, loLieuet breiten Kanal zwischen S. Christooal und Guadaleanar biS zu der östlich gelegenen Ile des contrarietes deS Sürville. Im Norden detLapde la reesiercsie sahen sie Land, wclcheS sie für die Inseln Sesarga und Buenavista deS Mendana hielten, die durch einen Kanal von Guadal» canar getrennt zu seyn schienen. Im Südosten der Ile der contrarietes zeigten sich die drei Schwestern und die beiden lies du Golfe, Die Eingebornen begierigen, ohne alle sichlbare Ursache, siind>elige Handlungen und schienen dadurch die Berichte allerer Reisenden, von der Tücke der SalomonS-Insulaner, zu bestätigen. Eiewa- 2 $0 Australien. ren mit Armbändern von Muschelwerk, und mit Federn in den Haaren in einem höheren Grade g pu-t, als ihre Nachbarcn. Endlich hat Dentrecasteaux auf der weiteren Fahrt an der Westseite des Archipel-noch mit großer Genauigkeit die Küste von Guadalcanar aufgenomm n, -w rEap.Henslow und Eap Hunter de- Shortland auffand. Das Nordcap von Guadalcanar, Lap de l’Esperan.e *) besiimrnte er unter 9° lö'.qo" S. Br. u. 1^9° 25'.-g6" O. 2. v. siiaris. Cap Marsh» erkannre er als den südlichen Theil einer Gruppe von Inseln; worauf er die kleine Insel M u r- r a y berührte. Von hier segelte er an der Südseite der Hammond' 4 ,Ioftl. nahe an der Insel vorbei» worauf er Nach den Inseln der Louistade gieng. Dieß ist der wesentliche I.-halt aller bi-herigen Ent. bcckungSrcistn in diesem Archipd. Als Resultat derselben ergiebt sich, daß zwar sowohl die Ost - als die Westküsten det Arch pels von mehreren Seefahrern aufgenommen, ihre Lage mit wehr oder minder Zuverlaßizkeil bestimmt und der Anblick derselben beschrie- kcn wurde; daß aber wegen der vielen Felsenriffe, welche die meisten Inseln umgebe», und wegen der heftigen Strömungen in diesen Gewässern der Zugang zu dem Lande erschwert und selbst die geographischen Bestimmungen unsicher gemacht sind ; daß in neueren Zeiten nur die beiden Hafen, ?ort Bra-stmund Baie Choüeuil naher untersucht wur. den; daß es aber deren gewiß mehrere giebt, wie aus Men- dana'r Reise erhellet; daß, so viel mit Gewißheit bekannt ist, die neueren Seefah! er nur durch die Straße Bougain- ville und durch jene zwischen S. Shristooal und Guada'.ca- n«r hindurch gegangen sind; die Existenz einet Kanal» zwi. *) LaNeLderclis und I'^sperane» hießen die Heiden Sch>^ der Dentrecasteaux'sche» Expediiion. Archipel der Salomon-» Inseln. s8* schen Sun Christoval, Buenavista und Sesarga, so wke zwischen Jsabel und Simbu, zwar höchstwahrscheinlich sey, daß aber neue Nachforschungen erfordert werden, ehe di« Schiffer sich mit Sicherheit in diese Meerengen wagen dürfen. AI- völlig ungewiß sind anzusehen die vermutheten Ca» nale zwischen Christoval, Marsh und Jsabel, zwischen den HommondsInseln und Simbu, zwisch n diesem Lande und derJnfil Ehoiseuil, zwischen Dougainoille und Douca, endlich zwischen Carteret und Jsabel. Da» Südendr der letzteren Insel ist ebenfalls unbekannt, so wie die Ostfiite von Simbu, und dessen südöstliche- Ende. Die bekannt gewordenen Pflanzenproducte der Inseln, so wie dat Klima derselben scheinen Anreizungen genug zu seyn, um die Anlage von Colonicen auf den Salomon'» - Inseln zu versuchen. Endlich lassen die bithörigen Berichte über die Einwohner und ihre Sitten, worüber wir der Reise des Sürville das Meiste verdanken, eine reiche Au-beute für Ethnographie erwarten. Da- einfachste Mittel, die wünschen-werthe genauere Kenntniß de- Archipel zu bewirken, scheint un-, die Expedition einiger Schiffe von Ostindien au-, welche wahrscheinlich entweder auf Jsabel oder an die Ostseite von Guaöalca- nar einen Hafen finden würden, wo da- Hauptquartier der Untersuchungen aufgeschlagen, und von wo au- die weiteren Nachforschungen geleitet werden könnten. Wenn auch, um zu einem befriedigenden Resultat zu gelangen, mehrere Mo, nate erforderlich wären: so hat der längere Aufenthalt der Spanier in diesem Archipel und zwar zu einer Zeit, wo die Schifffahrt weit unvollkommener war, al- jetzt, e- hinlänglich bewiesen, daß eine solche Expedition sich nicht nur träumen, sondern autführen lasse. Auf England sind Unsere Hoffnungen gerichtet, daß vielleicht bald eine Gefiüschaft zur Erforschung der Salomon'--Infiln zusamm n treten wird, welche ^>em HandU und der Wissenschaft Gewinn zu versprechen scheint. Aastcolien, X Einzeln« Inseln 1 IN Nordosten des SalomonS-Archipels. In gleicher Richtung mit den SalomonS - Inseln und in ansehnlicher Entfernung von denselben und von einander, erheben sich im großen Ocean die isolirtcn Inseln ; Hunter» LordHowe, Boxos dc laEande- l a r i a und Stewart, welche gleichsam entfernte Vorgebirge der hohen Salvmon's - Hnsel- Berge zu seyn scheinen , daher ihre kurze Beschreibung hier am schicklichsten ihren Platz findet. Diese Inseln und die Untiefen Baxos de la Cande- laria wurden sämmtlich von dem Capilan Hunrer i. I. lppi gesehen und entdeckt, mit einiger Ausnahme der Untiefen, welche Hunter Bradseys Shoals nannte, die aber höchst wahrscheinlich nichts anders, alS die von Men- dana U I. 1,567 eindickten Sandbänke Baxv5 de I« Can* deiaria (die Untiefen von Lichtmeß) seyn dürsten. Hunter'tJnseln wurden von Hunter am r ßttn Mai 1 791 gesehen. Er zahlte ihrer fünf, die sämmtlich klein waren, und außerdem noch zwei Felsen. Sie schienen dmch einen Riff verbunden zu fiyn, der sich auf der Westseite eine Strecke an ihnen hinzieht. Ein großer Theil ein.r Sandband, innerhalb des Aisss Linz. Ins. im Nordostcn &• SalomonS. Archipels. 2§Z zeigte sich trocken und rS standen einige Eingeborne auf derselben. Zwei KanotS mit dreieckigen Segeln bemüheten sich daS Schiff zi> erreichen; aber da gerade ein frischer Wind gierig, so konnten die Engländer keine Zeit verlieren. — Hunker hielt die Gruppe, welche in der Richtung von S. O. nach N. W. zu liegen schien, für einen Theil von Carte- rel'S neun Inseln, die aber wohl westlicher zu suchen sind. Er seqelle um daS südliche Ende, von welcher sich der Riff ungefähr zwei englische Meilen weit nach Westen erstreckt. Die südlichste von diesen Inseln liegt nach ihm in 4° 33' in Br. 155 0 20' O. L. 0. Greenwich; die südwestlichste S.4° 53 ' < 3 . 23 r. unb 1,55° O L. v. Er. Lord-Howe'S-Gruppe *) liegt unter 5 0 30' S Dr. und 1,59° 14' bi» 159° 37' O. L. v. Gr. Diese Inseln schienen dicht mit Holz bewachsen, worunter sich der EocoSnußbaum deutlich uulerscheidcn ließ. Wahrscheinlich giebt eS unter ihnen gute Anckervlatze. Die Anzahl der Ei» lande ist detröchilich ; von dem Masikorbr konnte man deutlich z w e i u n d d r c i ß i g zahlen, die sich von N. W. -£ N- nach N. O. z O. erstrecken. Viele von ihnen waren be- trachrlich weit eniferut, so daß die ganze Gruppe wahrscheinlich nur zum Theil gesehen wurde. SechS oder sieben KanotS, mir großen, dreieckigen Segeln näherten sich den Engländern. In kurzer Zeit halte eine Pirogue daS Schiff ereilt, obgleich die Segel nicht eingezogen wurden. Diese Insulaner waren stark, reinlich, gut gebaut und von dunkler Kupferfarbe. Ihre Haare hatten ste hinten auf dem Kopfe in einen Knoten gebunden. Den Bart verstan- *) Im Dflen von Neu - Holland giebt es eine andere Inselgruppe, welch- diesen Namen führt, so wie eine dritte, (unweit dem Archipel der FreundschastS, Inseln) welche Capitä» Edwards ebenfalls Howe's,Gruppe nennt. S84 Australien. t>en sie» wie es schien, abzunehmen; denn sie schienen rein barbirt zu seyn. Sie trugen aber dafür eine Art von künstlichem Bart, der au- einer Meng- von Franzen bestand und dicht unter der Nase, zwischen derselben und dem Munde bef stiget war. An diesem Bürte hieng eine Reihe von Zähnen , wodurch ste da- Ansehen bekamen, als ob sie unter ihrem natürlichen Munde noch einen anderen hatten. An ihren Nasen waren sowohl die beiden Flügel als der Knorpel durchbohrt und Stückchen Schilf oder K rochen durchgesteckt. Arme und Schenkel waren tawwirt, einige waren auch mit rothen und weißen Streifen bemalt. Um die Mitte des Leibes t- ugen sie « inen Gürtel Ihr Kanvt war Ungefähr 4g Fuß lang und schlecht gearbeitet; es hatte einen Ausleger. Die Baxos de la Candelaria dc-Menda- na oder die Bradley's Untiefen des Huntcr sind nichts als Sandbänke, die unter 6° 52' iese Inseln find von dem Spanier M e n d a n a. und zwar auf ieincr dritten Reise, im Jahre lLy.;, entdeckt worden, als er auS Amerika segelte, um die Salomons- inseln aufzusuchen, und daselbst eine Colonie anzulegen. Start die gesuchten Inseln wieder zu finden, entdeckte er die Marquesas.Jnfelu, und darauf eine beträchtliche Insel, welche Anfangs für eine der Saloiuous - Inseln gehalten, nachher aber, als man den Irrthum erkannte, Santa, Cruz genannt wurde. Man sah aufderJns.l einen brennerrden Vulkan, dessen Krater einige Tage nach der Ankunft der Spanier mit gewaltigem Krachen ein- stnrzk-', und ein heftiges Erdbeben verursachte, das auf de» Schiffe», in einer Enlscriiung von zehn Meilen, empfu», den wurde. An der Küste, welche Mendana zuerst sah, und welches die -Ofisctle gewesen zu seyn scheint, fand er zwei Hafen, de» einen mit ,2 Faden Ankergrund bei einem Flusse und einem Dorfe; den andern bessern, mit iL Faden Grund in der Nähe eines Flusses und verschiedener Dörfer. Die Insel wurde umschifft, und man entdeckte a» der Nordseite eine Bai (laQuerta ober Graziosa?) an welcher das Land stark bewohnt und sehr fruchtbar war. Unweit derselben wurden zwei volkreiche Jaseln, von mittelmäßiger Größe, angetroffen; acht Meilen von der Bai, 2Y0 Australien. im Südweste» derselben, sah man eine andere Insel, von ungefähr acht Meilen im Umfange, und zehn Meilen davon im Nordwesten wurden drei andere Inseln gesehen, welche von hellfarbigen Mulatten bewohnt wurde», voll Palmbäume standen, und mit so vielen Dämmen durch, schnitten waren, daß man das Ende derselben nicht absehen konnte. Im Jahre 1767 entdeckte der Capikan Carteret, zwi, fchen «o° und 11° 15'©, SBr.uub »63° 35, uub 165 0 10' O. L. von Greenwich, eine Inselgruppe, die er jQueen Charlotte’» Islands (Inseln der Königin Charlotte) und die Hauptinsel derselben Lord E g- monds Island oder New Guemsiy nannte. In Südsüdwest der Hauptinsel sah er eine, durch einen schmalen Canal von ihr getrennte kleine Insel, Lord I.lowe’s Island ober New- Jersey; ferner zwei andere Inseln gegen Osten (Süd.Osten) Lord Edgecomhs Island oder Jfe’w-Sark und Omrys Island oder New-Alderney; »nd endlich im Norde» und in der Nähe der Bai Tre» v a n i 0 n, die Insel Trevanion; weiter nördlich die Volcaup, Insel, und noch weiter, gegen Nordostcn ein niedriges, schmales Eiland, haS er, nach seinem Schiffe Swallvw'Jsland (Schwalb,wJuscl) nannte. Carteret sah in der Nähe nur die Insel Trevanion «nb die Nordseite von E^mouts Island; seine Equipage und er selbst litten an Krankheit und Erschöpfung, und gleichwohl entwarf er eine Charte der Gruppe, die ein gro- Fes Detail enthält. Dentrecasteavy brschiffte im Jahre 179z gleichfalls diese» Archipel. Er fuhr, mit Ausnahme der Ostseile, um die größere Jvsel, und lieferte eine Charte der ganzen Gruppe, die alle Unvostkommcnheikcii und Jrrhümcr des Carteret berichtigte. Alle Inseln, die der letztere Seemann gesehen halte, fand er wieder, nur Swallow-L' land konnte er nicht erblicken, obgleich er weit nach Archipel von Santa - Cruz. 291 Nordosten hinaufsegelte. Dagegen entdeckte rr südlich von Ourry eine andere kleine Insel, Jle de Ia Re^ t'herclie, nach seinem Schiffe, genannt. Vergleicht man die obige, aus deBrosse's Geschichte der Schifffahrlen *) entlehnte, Beschreibung des Mendana, von der Lage der einzelnen Insel», mit der trefflichen Charte Nr. 20 im Denkrrcasteaux'schen AtlaS: so scheint es, als habe der Spanier eine andere Gruppe vor Bugen gehabt, als diejenigewar, welche Cutteret und Deittreca- stoaux besuchten, denn obgleich die Zahl der Inseln ziemlich zutrifft, so paffen doch die ihnen angewiesenen Himmelsgegenden, in Absicht auf ihre Lage gegen einander nicht. Indessen ist die Identität zwischen Sanka- Cr 11 z und Lord-EgmontS.Jnsel unter den Geo- gravheil gegenwärtig allgemein angenommen, und kann auch um so weniger bestritte» werden, als de Brosse e>» unvollständiges und vielleicht verstümmeltes Exemplar von Mendana's Reise vor Augen harte, woraus er feinen Auszug nahm. Die Lage und bis jetzt bekannte Beschaffenheit der Inseln dieses Archipels ist folgende: Santa-Cruz, die Hauptinsel, liegt zwischen io° 40' und io° 53" S.Br. und zwischen 163" a2 ' und 163° 44' 30" £ 5 . L. von Paris und dürfte g bis 10 geographische Quodratmeilen groß seyn; sie ist von Osten nach Westen fünf geographisch« Meilen lang und von Norden nach Süden, in der mittleren Ausdehnung, etwa zwei geographische Meilen breit. An dem westlichen Ende tritt von Norden nach Süden ein ansehnlicher Meer. busen. die Bai Trivaoion (Graziosa) tief ins Land hinein, und scheidet im Westen derselben eine kleine Halbinsel ab, deren NordspitzeAkouates Gap, unter iö° 43' S.Br. und 163° 25' ro"O.L. v. Paris auf der Dcntrs« *) A. a. £>. S. ,66. syr , Stufirtilifn. cafleoujr’i'^fii Charte niedergelegt ist Dieser Bai gegenüber, im Süden der J>sel, entdeckten die Franzosen ei..-en andern Golfzwische» C ap B os ca v e n (io° 51' 15" S Br. und 163° 23' 30“ £), L. v. Paris) und Cap M en d a n « 3 /S. Br. u 1 63° 29' 4 £>. L. v. Paris); letzteres halte Carteret nicht gesehen. Außer diesen beiden vorzüglichsten Baien hat bereits Carteret mehrere Einschnitte und Hervoreagnngen an der Nordküste wahrgenommen, die, wenn man vonWesten nach Osten geht, in nachstehender Ordnung aufeinander folgen. Zunächst an der Trivanions« Bai liegt Cnrte» rets Spitze, dann F err e r's-Ba i und Stadt, der Granville' s Fluß, Bloody-Ba«, By* ron's Hafen, Insel Portland und Carlis - lr's Sund, Swallow-Bai und endlich Cap Byron, welches die nordöstlichste Spitze bildet. Die Sudostfpitze wurde Cap Barrington genannt. An der Südkuste fand Dentrecasteauz-, außer dem größeren angezeigten Golf, im Osten des letzteren, mehrere Duchten, unter denen zwei ziemlich geschloffen sind. Obgleich der Anblick der Insel keine besonders male» bische Aussicht gewährt, so ist sie doch freundlich und lachend; aber das frische Grün, das in verschiedenen Schat- tirungcn spielt, und selbst den Gipfel der Berge bedeckt) scheint mehr dem Auge angenehm, als den Bewohnern nützlich zu seyn; denn man sah, nach Dentrecasteaup") keine Spur, daß der Boden bearbeitet wäre. Nur die Küsten schienen bewohnt zu seyn, und der Verkehr wird vielleicht nur durch Piroguen, nicht zu Lande, unterhalten. Das Gestade war an allen Orten, wo die Bäume einen freien Platz ließen, mit Hütten bedeckt, welches die Landschaft ungemein erheiterte. Die Südseite scheint weniger bevölkert, als die Nordseite; die *) A «. O. €5. 378» Archipel von Santa - Cruz^ »yz Wälder zeigten sich so dicht, als ob keinSonnenstrahl durch" dringen könnte. Auch ist dieseKüsie mit stellen Fcls-N um geben, welche das Anlanden erschweren. Der Boden von schwarzem, schwammigem Erdreich, und wahrscheinlich da. bei talkartig, ist fruchtbar*). Die Cocosnußbäume scheine» jedoch nicht besonders zu gedeihen; Bananen, Pataten, Ignamcn und Brodfruchtbäume sollen auch nicht häufig seyn; wenigstens schloß dirs Dentrccasteaux aus dem Um. stände, daß die Eingebornen diese Fruchte selten zumTaufch anboten Die Brodfrucht war nicht von der besten Güte, dennoch nicht die wilde mit Kernen. Aus dem Bericht der Spanier ersieht man, daß sie außer der Brodfrucht, welche sie nur die große Frucht nennen, Cocos, sieben ver. schiedrneArten von Pisang, mehrere Arten Erdäpfel, und vielleicht auch Zams fanden; ferner dreieckigeMandeln, de. ren Kernrsehr wohlschmeckend sind; eine Frucht, die dem Pipin-Apfel ähnlich ist, eine andereBirn« ähnliche; Bäume, die Mendana milder Amerikanischen Aloe vergleicht, und andere,aus welche» sie durch Einritzen ein wohlriechendes Del zogen; gutes Rohr; eine Pflanze, woraus Netze und Angelschnüre verfertigt wurden; ein hohes Gewächs, «elcheseinekiefeAziirfarbegiebt; wildwachfendenJngwer und eine Menge schöufarbiger Blumen*'). Außer Hunden und Schweinen giebt es keineDuadru- peden. An Geflügel fand Mcndana Hühner, Perlhühner, mehrere Arten Tauben und Enten, Reiher, Schwalben re. Das Meer ist reich a» Fischen undSchalthiercn. Mendana will auch Perlen gefunden habe». Die Eingebornen von Santa-Cruz haben in ihrer Physiognomie viel Aehnlichscitmit den Bewohnern derMo- ') Zimmcrmann a. a. D. S. 779. ") M. s. Zimmcrmann a. a. £>. S. -rga. Australien. 2Y4 lukken. Ihre Haut ist dunkel olivenfarbig, das Haar kraus und wollig. Aridere waren mehr uegerarlig, mit breiten Nasen und dickcnLippen, und gehörten vielleicht einer andern Masse an, wie man den» die beiden Slammrassen von Australien, nämlich dieMalajen undP ap a aS, aufmrh« rerea Inseln des großen Oceans beisammen findet, wo sie zum Theil fich abgesondert und rein erhalte», zum Theil aber vermischt und eine Mittelraffe erzeugt haben. Die GcfichtSbildung der Eingebornen hat etwas Zn« nickstoßendes; sie zeigt nicht sowohl den Charakter der , Wildheit, als eine außerordentliche Häßlichkeit, wozu sich ! rin finsteres Ansehen gesellt, und welche beide Ekel und Miß- > trauen oinflößen.—■ Bisweilen ging dcrTauschhandel mit diesen Menschen suhig und ziemlich freundschattlich von > Stalten; ohne alle Ursa6-e aber schössen sie ihre Pfeile gegen die Franzosen ab, und gaben dadurch ihren fcindseiigea Charakter zu erkennen. Ais Mrndana hier war, fielen häufige Händel mir den Insulanern vor. wobei fich die Spauier mit ihrer gewöhnlichen Grausamkeit bclrugon, und zwar gerade gegen diejenigen, welcheihnenFreuiidschaft erwiesen , hallen. Ein Häuptling dieser Australier, der Ma lo p e hieß, kam an Bord, fragte nach dem Namen desBefchlsha« bcrs, und als erdiefen erfuhr, nannte er sich M e n d a n a, und gab dem Spanier seinen Namen Malope; weiche , Sitte desNamenkausches man seitdem auf mehreren Inseln > des großen Oceans und selbst in Amerika wieder gefunden . hat» Der neue Mendana kam oft an Bord, und betrug sich immer freundschaftlich. Als er aber einmal erschreckt rvur- dr, weil ein Soldat sein Gewehr nahm, und als er deswegen an'S Land stob, wo sich dreSeinigen in großerAnzchl um ihn versammelten, die vermeinte Beschimpfung ih'es Oberhaupts z„ rächen; da schössen die Spanier mit Kanone» unter die Insulaner, und vcrbrannlen das Dorf des Maiope. Solche Beispiele von grausamer,wilderRache,erzählt Archipel von Santa-Cruz. 295 die Geschichte der Reisen unzählige. Wahrlich die Einge» bornen haben Recht, wenn sie alle Fremdlinge wir Feinde behandeln. AuchCarterck betrüg sich unmenschlich gegen die Eingcbornen; er ließ mit Kartätschen in die Wälderschießen, damit seine Leute ruhig Wasser schöpfen koniileu. Die Bewohner von Sanka-Cruz sind gewandte, starke und sehr lebhafte Menschen; im Wasser zeigten sie sich so ge» schickt, alS wären sie Amphibien. Sie gehen nackt, und trage» nur einen Streifen Zeug umdie Hufcen. Auch bindet, sie sich den Baach mit einem Sknckcschrfestzusammen. DieWeibergehenanständiger, als man es gewöhnlich bei denAustraiiern findet. Sie haben Röcke, die bis an'S Knie reichen. Ein anderes Stück Zeug bedeckt ihnen den Kopf und den übrigen Theil des Körpers. Bei den Männern bemerkte man künstlich gearbeitete Armbänder aus Baumrinde oder Schilf, und mit Muschelschalen durchfiochte»; auch trugen sie Halsbänder und runde Stücken Alabaster aufder Brust; ihre Zeuge sahen aus, wie sehr grobe Papierblattchen, die zusammen geleimt find. DieHäusrr sind von länglickierFcrm und ziemlich hoch; sie habciiFenster und Thüre», und scheine» bequem und geräumig zu seyn *). An einigen glaubte man Stützen von Stein zu erblicken**). NachMcndana wird dasHaus von einem einzige» Pfeiler getragen, und ist in zwei Kammern abgetheilt; man stieg zu ihnen, vermiltelstHandleiker» hinauf. Das Dach war mit Palmblättern gedeckt*'*). DieDorfschaften bestehen gewöhnlich aus zwanzig shl» *) Dentrecastaux 1 , c. p. 379. *') Ibid. p. 37 1, S. r-t'1, Zinimerniait!!, S. es 1 *- Australien. SCjt» chenHäusern. Außer den Wohnungen aber bemerkte man noch zwei großcGebäude, die entwederVersamml n gshäu» ser, oder auch eine Art Tempel seyn mögen. DieWändeund 1>er Boden waren mit schönen Matten bedeckt. und an erste» rcn große Bündel Pfeile aufgehängt. Bei jedem Dorfe sah man zwei Brunnen, zu welchen man durch Stufen gelangte. — Die oben erwähnte Stadt, F e rrers-T o w n, an der Nordküste, war sehr volkreich. Carteret sagt, die. Menschen waren hier so dicht bei einander gewesen, wie die Bienen in einem Stock. Die Piroauen sind nur ausgehöhlte Baumstämme; einige sind doppelt und haben einenAusleger, auch sah man unfeinem Kanok eine Alt Pavillon errichtet. Die Einge- bornen wisse» sie mit großer Gefchicklichkcit zu regieren, so daß sie unglaublich schnell gehen. Zwölf Mann habe» darin Platz. Die Waffen bestehen aus Bogen, Pfeilen, Lanzen und Keule». Ihre Pfeile, die sie bei Angriffen pelotonsweise abschießen, treffen sehr sicher und in weitrrEntfernung Sie trennen sich ungern von ihren Waffen, und als sie solche im Tauschhandel den Europäern überließe», gebrauchten sie die Vorsicht, daß sie dem einen Boote nur die Bogen, und dem andern die Pfeile überließen, auch wäre» an letzteren die Spitzen alle abgebrochen. Die andern Inseln diesesArchipels haben wahrscheinlich einerlei Products und Bewohner mit Santa-Cruz. Wegender, von allen Reisenden bemerkten, feindseligen Gesinnung dieser Insulaner, und der Kleinheit ihres Gebiets wird dasBryspiel Mendana's, der hier cineColonie anlegen wollte.— doch daS Projcct aufgeben mußte, — wahrscheinlich keine Nachahmung finden. Archipel der heiligen Geist-Länder; (oder die großen Cycladen des Bougainville und neuen H e b r i d e n des Cook.) ^m Süden der Gruppe von Santa-Cruz und im Norde» von Neu Caledonien, liegt, zwischen 13° und 21® ©. Br. und zwischen , 64° unb i« 5> 0 6(!I. L. v. Paris, der grvßeAräiipel derheiligenGeist-Länder. Die Inseln, aus denen derselbe besteht, folgen von Norden nach Süden in nachstehender Ordnung auf einander: Inseln Tarrrs. Bank's Inseln. Pic de l’Eloile. HriligeGeist-Land. Ile desEepreux. Insel Aurore. I. Pentecol«. Mallicolo. I. Ambrim. Z. Darum. I. Sandwich. I. Erroinanao. I Tanna. I Erronan. I. Aniialvm. Einige dieser Inseln wurden im Jahr ,606 von den Spaniertt entdeckt. Zu dieser Zeit segclkcLudwig Paz de Torr es mit einer Flotte in den großen Ocean, um die damals allgemein geahnetenSüdländer aufzusuchen. Da FerdinanddeQuires, einPortugiesevonGeburt,der bereits r§9Z mit dem Mrndana eine Reis« in der Südfee 298 Äustralien. gemacht hatte, und > 606 den TorreS als Steuermann begleitete, einen Bericht von Dieser Reise bekannt gemacht hat, so werden die Entdeckungen dcS Torres ihm gewöhn« lich zugeschrieben. Als die Spanier sich den Gewässern des Archipels, wovon hier die Rrde ist, näherten, kamen sie zurrst in der Nähe eines schwarzen, ausgebrannten Landes zu zwei klei« neu Inseln, welche viellcichi zu der Kruppe gehören, die aufden neueren Charten T 0 r r e s«J n s e l n genannt wird. Indem sie von hier weiter geg^n Suden segelten, landeten sie aufeiner andern Insel, Taumago, (unter 12" oder 13° S. Br.) von wo sie einen Eingebornen entführten, dem man interessante Nachrichten über die Sitten und Begriffe seiner LandSleute verdankt. Die Einwohner von Taumago gaben dem Torres zu verstehen, daß es in diesen Gewässern große Länder gäbe, aufweichen weiße Leute wohnten. Der König von Taumago zeichnete eine Art Landcharte in den Sand, wobei er durch Rundungen die Inseln andeutete, und zugleich nach der Himmelsgegend wieS, wo sie zu suche» wären. Ein großes Land im Süden nannte erManic 0 l 0. Der oben erwähnte Gefangene, der später als P e t e r getauft wurde, sagte, er wäre auf bet Insel Chlcague geboren, welche größer als T a u m ag 0, und vier Tagereisen (nämlichPiroguenTage- reisen) davon entfernt sey. Zwei Tagereisen davon liege hieJnselGuantopo, von einem weiße« Volke bewohnt, vnd nicht weitdavon T a u c a l 0. Endlich nannte er noch die Inseln Tue opiv, Piken, Pupant, Fonfouo, lind ein großes Land P 0 u r 0. Südlich von T a u m a g 0 sah Torres eine lange und hohe Küste, welche erNuestrnäennorn delaLuzsnn* sereFrau vvm Licht) nannte; und im Südost ein hohes Land, dessen Ende man nicht absehen konnte. An dem leereren fanden sie die ansehnliche Bai St. I a g 0 und Archipel der heitLgen Geist »Länder. 399 St. Philipp, mit dem Hafen 58 e t a Cruz, und den beiden Füssen I 0 rdan und < 5 . Salvador, Das Land selbst wurde das südlich «Land deS heiligenGki» st e ö genannt. Außer dem h. <8 e i st»L and und M a ll i* c 0 l 0 (Manieolo beim QuiroS) enthalten unsere Charten keinen rtnzigeu von diesen Namen. Wenn Peters Aussage richtig ist, so gehören die von ihm angegebenen Namen wahrscheinlich solchen Inseln an, denen BougainviÜe Europäische Benennungen ertheilte. Bougainville nämlich entdeckte im Jahr 1968 einige der nördlichen Inseln dieses Archipels, und nannte ste kry An- theil an der Geographie des Archipels erworben hat. Das heilige Geist-Land. Tierra (le Espiritu santo, das heilige Geist Land im engeren Lcrstanbe, ist die größte, und, wenn mau so sagen darf, die Mutter aller übrigen Inseln dieses Archipels. Cvok hat dieselbe fast ganz umschifft, aber übrigens sich nur kurze Zeit an derselben aufgehalten. In der Rich, tung von R. A. A>. i W. und S. S. Q. ;O. ist sie 2» Lieues lang; ihre Breite beträgt r / LieucS, und der Umfang üo Lienes. Ihren Flächeninhalt schätzen wir auf 90 bis 100 geogr, Quadrat-Meilen. Das Land ist besonders au der Westseite außerordentlich hoch, und bildet eine fortlaufende Kitte von Bergen, die an eiuigen Stellen sich schon am Gestade des Meeres steil erheben. Die ganze Insel ist, einige wenige nackte Felsen ausgenommen, mit schönen bewaldeten Hügeln beseht, von anmuthigen pstan- zeureichen Thälern durchschnitten und reich anBächen. Die kleinere»Inseln »n den südlichen und östlichenKüsten bilde» wahrscheinlich eben so sichere Hafen, als die große Bai St. I a g 0 und S t. Philipp im Osten, worin Torres unh Cool landeten. DieZinwohner sind stärker und besser gebaut,als jene aufMalicolo; ihre Haut ist schwarz, ihr Haa< wollig. In Archipel der heiligen Geist - Lander. zur ihrer Sprache fand man einige Worte her Socieräts-Iii« sein wieder. Mit Recht bedauert Förster, daß Cook sich hier nur kurze Zeit aufhielt, daher die Naturforscher keine Gelege», hekthaltcn, die Schale des Landes ausführlich kennen zu lernen. ES scheint daher zweckmäßig, von dem älteren Bericht deS QuiroS hier da» Wesentliche anzuführen, und darauf ForsterS*) kurze Befchrcidung folgen zu lasse». „Die Ufer der beiden Flüsse Jordan und S. S a l« „v a d o r, die sich in die B a i S k. I a g o und 6 t. Phi- „lipp ergießen, sind", nach OuiroL Aussage, „bezaubernd „schön, mit Blume» und grünen Gewachsen besitzt. DaS „Ufer ist breit und eben und sicher, da das Meer, bei „allen Winde» in der Bai, hier ruhig und still bleibet. „DaS Gestade ist auf dem Abhänge der Berge mit Bau. „men besi tzt; zwischen den Bergen, welche so grün sind als „dieC'bene, winden sich breite, fruchtbare Thäler, die von „den freundlichsten Bachen durchschnitten und belebt wer» „den. In ganz Amerika ist keine sp schöne Gegend, und „Europa wird wenige, ihr gleiche haben. Der Boden trägt ,,die wohlschmeckendsten Früchte, P a taten, Jg u a» , t m e n, Pap aS, P l«n la i »S, O rang en, C i trone n *) George Förster, der mit Cook hicr wir, sagt: „Wir fan- „dena» der Rüste eine Frucht, die der Orange ähnlich war, „und von denEulgl bornen A l d i m v t e « genannt wurde ; „da sie jedoch faul war, so weiß ich nicht, ob sie sich gut „essen läßt, Oniros giebt ebenfalls den Name,, Al b i. „«» oee an, — ein neiierBuveis, daß dieÄeschreibung der „vonihm entdeckten Länder richtig ist. Wir dabin Pom- , petuiustn auf den feeundschrstliche» Inseln gefunden, aber „"iehat uns v Aug!' au ander II Intel,, der «ndsie eine , Orange gesehen. Wir glaube» daher, daß des Quiros „Beschreibung von drnäialuepevducten dieserLänder glelch« „süs wahr 302 Australien. „M a n d e l », Obis und verschiedene andere, uns unbe« „kannte Früchte im Ueberflusse und fast ohne Bearbeitung „hervor. Man findet daselbst auch Aloe, Muscat- ü sse undE b e n h o l z. VooThieren giebt cSS ch w e i« „n e, Hühner und tiefer im Lande, wie man uns durch „Zeichen zu verstehen gab, großes Vieh. Unter den Vögeln „haben einige einen höchst anmuthigen Gesang. Man fin» „det mehrere Arten Tauben, Repphühner und Papageien; endlich auch B i e n e n." In einem, demKönigevonSpauien überreichten, Memorial nennt Ouiros, außer den bereits erwähnten Nalur- producten des heiligen Geist.Landes noch Zuckerrohr, meh» rers Küchengewächse, als Kürbisse, Rüben, Bohnen n.s. w. CocoSniißbänme, und eine Art Hanf; ferner Mastix, Ingwer, Pfeffer und Zimmer. Auch Gewürznelken vermuthet er hier zu finden. In eben diesem Memorial behauptetOuiros, es gäbe hier auch Kühe und Ziegen, und in einem andern Aufsätze versicherter, aufManicvloOchsen, Büffel und Hunde gefunden zu baden. Dies ist jedoch höchst u»wahrscheinlich, indem bis jetzt diese Thiere auf keiner einzigen Insel des große» Oceans gefunden wurden. Auch hat Cook keines dieser Thiere in dem ganzen Archipel gesehen, und sich im Gegentheil überzeugt, daß selbst die Hunde, die er am Bord hatte, von den Eingeborncn als etwas ganz Neues angestaunt wurden. Es wird also wohl mit dem Rindvieh des Ouiros gleiche Bewandnlß haben, wie mitdemSilber, daS er hier gefunden haben wollte. Um seinem geldgierigen Hofe Lust zu machen. hier Cvlonien anzulegen, übertrieb er den Reichthum des Landes, und erdichtete sogar Pro» ducke desselben*). *) Des Om'rcs Bericht ist basier nur mit einiger Ein» fchränkuiig uis$ znveeläfflg anzunehmen. Wenn wir aber Archipel der heiligen Geist-Länder. zoz Quirvs fand das heilige Geist Land sehr bevölkert. Nach seinem Bericht waren die Einwohner von v.rschie« dener Farbe, sowohl weiß, als schwarz und Olivcnfarbig oder Mulattenartig. Einige derselben hakten schwarze, lange und weiche, oder dichte und krause, wollartige Haare. Sie leben in fortwährenden Fehden unter ein» ander, und haben keine ordentliche Regierungsverfassung, keine Oberherren. Ihre Waffen sind Dogen und Pfeile, letztere sind nicht vergiftet; außerdem haben sie hölzerne Lanzen. Sie zeigen sich nie ohne Waffen, woraus sich auf ihre kriegerischen Verhältnisse zu ihren Nachbaren schließen läßt. „Sie bedecken ihren Leib bloß von dem Gürtel an bis auf die Hälfte der Schenkel; übrigens halten sie sich ziemlich reinlich. Sie sind heiter, gesellig und dankbar, wenn man ihnen eine Freundschaft er« weis'k." Quiros versichert ausdrücklich, daß sie bei einer gütige» Behandlung sich jederzeit sauft und lenksam gezeigt hätten. „Sie lieben den Tanz und scheinen zur Freude und Ergötzlichkeit sehr geneigt zu seyn. Ihre Pirogurn sind gut gcbauek; einig? haben Segel. Sie wohnen i» hölzernen, mit Palmbläkkekn gedeckten Häusern, haben ihre Begräbnißplätzc und religiöse Versammlungsorte. — Ihre Fruchkgärten sind in Beete abgc, theilt und sehr gut bearbeitet. Sie wissen den Marmor zu poliren, irdene Töpfe, hölzerne Löffel und Gewebe von Baumrinde zu verfertigen. Sie haben den Ge. brauch, die Schweine und das Federvieh zu castriren. -r— Die Pcrlcnmiikter ist ihnen sehr nützlich, indem sie Messer. Scheeren, Sägen, eine Art Pflugschare und andere Werkzeuge daraus verfertigen; die Perlen aber am Halse tragen, — JhrBrod ist eine dicke und lange, nahrhafte mit Gewißheit behaupten können, baß es kein Rmdvich auf du- Jn,el giebt, so laßt sich doch keineswcgcs die Möglichkeit lauanen, daß in ihren hohen Gebirgen Me. kalt vor Handen seyn könne. Austratten, «) 3°4 Australien. und wohlschmeckende Wurzel, die am Feuer geröstet wird. — Die Lust ist gesund und gemäßigt. Es giebt schöne große und kleine Flüsse. Marmor, Bruchsteine, Ziegelthon, Bauholz fehlen eben so wenig, und endlich findet man auch Salzquellen*)." Schließlich führt Quiros als eine sehr angenehme Merkwürdigkeit an, daß er auf dem Lande weder Amei» sen noch Raupen, noch anderes Ungeziefer ges.hen habe. Die vortheilhaste Beschreibung, die Quiros von dem heiligen Geist-Lande entwirft, ist großen Theils in den benachbarten Inseln, welche Cook und Förster besuchte», bestätiget worden. Leider wurde die Hauptin- sel, obgleich umschifft, doch nur flüchtig berührt. Nach Forstcr'ö Beschreibung ist besonders der östliche Theil von Tierra del Espiritu sauto mit viele» kleinen Inseln btsctzt, die insgesammt von fruchtbarem Anschn und überall mit Waldung bedeckt waren, aus welcher an unzähligen Orten Rauch emporstieg; ein sicheres Merkmal, daß sie reichlich bevölkert seyn mußten. Diese In» selchen hatten meistenthcils einerlei Gestalt; sie bestanden nämlich aus langen schmalen Stücken Landes, an einem Ende steil, am nördlichen aber niedrig, und wie eine lange Erdzungc geformt. Der abschüssige Theil sah ge» mciniglich weiß wie Kreide aus, und unter den Bäumen entdeckte man nirgends Palmen, sondern meistentheils Kasuarinaholz. — An der Westseite des HanptlandeS zeigte sich eine sehr geräumige Bai, die am Eingänge fünf starke Seemeilen breit und von verhällnißmäßiger Tiefe war. Die Ufer reichten zu beiden Seiten wenigstens sieben Meilen weit ins Land und liefen parallel bis an einen schönen Strand, der im Hintergründe zu sehen war und das Ende der Bai ausmachte. Die umliegende Gegend bestand, aufviele Meilen weit, theils auS *) De Brosse a. a. O. S. 207 f. Archipel der heiligen Geist - Länder. zog Hügeln von mittelmäßiger Höhe, theils aus breiten Thalern, und schien überall anmuthig, fruchtbar und bewohnt zu sepii. — Es kamen drei Kanots mit dreieckigen Segeln vorn Ufer und näherten sich schnell. In jedem si.ßcn vier bis fünf Mann, die ganz nackt und mit den Malli, colcsern ") von einerlei Farbe, von Statur aber größer, auch von stärkeren Gliedmaßen waren. L)as Haar schien wolligt, und der Bart gekrauseltzu sepn. Aufdem Scheitel trugen sie einen Federbusch; andere hatten eine weiße Muschel vor die Stirn gebunden, und noch andere ein Blatt der Sagopalme, wie eine Mutze um den Kopf ge, wickelt. Ihre Armbänder bestanden aus Muschelwerk, wie bei ihren Nachbarcn auf Mallicolo. Um den Leib trugen sie einen schmalen Gürtel, daran hinten und vorn ein langes Stück Mattcnwerk, ungefähr fünf Zoll breit, bis an die Knie herabhing. Lie Kanots waren, gleich denen von Mallicolo, schlecht gearbeitet, doch mit Auslegern versehen; auch lagen einige Sperr mit zwei bis drei Spitzen darin, die unstreitig zum Fischfang diente»; außer diesen hatten die Leute gar keine Waffen. Don den Kleinigkeiten. die ihnen die Europäer gaben, machten ihnen Nägcl die mchreste Freude; vielleicht kannten sie das Eisen seil Quiros. — Die Sprache» von deu benach, barlcn Inseln Mallicolo und Tanna waren ihnen unbekannt; dagegei, verstanden sie die Benennung der Zahlen in der Sprache der freundschaftlich", Inseln. In dem Jniieren der Bai fand man erst 200 Faden weit vvm Ufer Ankergrnnd, der aber sehr gut war. Eben daselbst war auch ein schöner Fluß vorhanden, und die Mündung deffelben tief genug für ein Boot. — Cook gab dieser Bai den Damen St. I a g 0 und St. Philipp; ob es aber dieselbe war, dieQuiros unter gleichem Namen *) Die wir bei der Beschreibung von Mallicolo naher keuuen lernen iverden. N 2 Australien. 306 anführt, läßt sich nicht mit völliger Gewißheit entscheiden. Wenigstens fanden die Engländer hier nickt den Hafen Vera Crwz. van welchem der spanische Seefahrer meldet, er könne tausend Schiffe fassen. Die östliche Land» spitze der Einfahrt wurde C a pQuiros («4° oo'55 // S. Br. und <67° 14' östl. L v. Gr.), die westliche, C a p E u m die r la n d ( t$° 3s' S Br und . 6<‘> ö 00' F2" östl. L. v. Gr.) genannt. -- „Was ^duiroö," sagt Förster, von der Anmuth «nd Fruchtbarkeit dieses Lan» des rühmt, ist sehr gegründet; es dünkte mir in der That eines der schönsten, die ich je gesehen." Insel Mallieolo. Von dieser Insel, und besonders von ihren Bewohnern hat Förster interessante Nachrichten mitgetheilt, obgleich er sich nur einen Tag auf derselben aufgehalten hat. Wir wollen diesen vdilosophischen Reisenden selbst sprechen lassen, um unsern Lesern das Gemälde, welches er von Mallieolo entwirft, in seiner Originalität mitzutheilen. „Die Insel ist von Norden gegen Süden ungefähr zwanzig Seemeilen lang und hat an der südöstlichen Spitze einen engen Hafen, kort Sandwich, der beim Eingänge zwar Korallenriffe hat, doch aber einen ziemlich sichern Ankerplatz darbietet. — Der Anblick des Landes warun- gemrin schön. Die Wälder prangten mit dem vortrefflichsten Grün, und Coccspalmen zeigten sich überall in großer Menge. Die Berge lagen ziemlich tief im Lande, daher es zwischen denselben und dem Ufer flache Ebenen gab, die mit Waldung reichlich bedeckt, und an der See mit einem schönen Strande umgaben waren. Als die Schiffe der Küste nahe kamen, winkten ihnen die Eingebvrnen mit grünen Zweigen, andere schöpften mit Archipel der heiligen Geist-Länder. 307 l>er hohlen Hand Wasser aus der See und gössen stch's auf die Köpfe; die Engländer hielten diese Ceremonie für ein Frenndschaftszeichen und erwiederten solches, worüber die Insulaner sehr zufrieden zu seyn schienen." Ran gab ihnen ein Paar Stücke tahitisches Zeug, welches sie begierig annahmen, und sogleich einige Pfeile zum Gegengeschenk ins Schiff reichten. Don diesen hatten einige nur hölzerne Spitzen, andere waren mit Knochen zugespitzt, und mit einer schwarzen, Gummi ähnlichen Materie beschmiert, welche Anfangs für eine Art Gift gehaltn wurde; die aber einem Hunde, den man damit verwundete, keine gefährlichen Zufalle zuzog. Der körperlichen Bildung nach fand Förster diese Leute ganz eigenthümlich ausgezeichnet. Sie waren von außerordentlich schlankem Wuchs; nicht leicht über fünf Fuß, vier Zoll groß, und den Gliedmaßen fehlte es an Ebenmaas. Arme und Beine waren gemeiniglich lang und sehr dünne. Das Eigenthümlichste lag in der Ge« sichtöbildung. Sie hatten, gleich den Negern, flache breite Nasen und hervorstehende Backenknochen, dabei eine kurze, Platts Stirn. Einige trugen kleine, aus Matten verfertigte Mützen auf dem Kopfe; sonst aber giengen sie insgesamt gänz. lich nackt. Ein Strick war das Einzige, was sie um den Unterleib gebunden hatten, und zwar so fest, daß er ei, nen tiefen Einschnitt machte. Fast alle andere Völker haben, aus einem Gefühl von Schamhafligkeit, Kleidungen erfunden, hier aber waren die Gcschlcchtstheilc der Männer bloß mit Zeug umwickelt, und so, in ihrer natürlichen Form, aufwärts an den Strick oder Gürtel festgebunden, mithin nicht so, wohl verhüllt, als vielmehr sichtbar gemacht, und zwar, nach unsern Begriffen, in einer höchst unanständigen Lage. 308 Australien. Seit der Ankunft im Haftn hallen die Insulaner das Schiff von allen Seilen umringt und schwollen so lebhaft und aufrichtig unter einander, daß es eine Freude war. Kaum sahen die Engländer einem ins Gesicht, so plauderte er ihnen ohne Ende und Aufhören etwas vor, fletschte anch wohl, auö Freundlichkeit, die Zähne dazu. Dieser Umstand, nebst ihrer dünnen Gestalt, Häßlichkeit und schwarze» Farbe, machte, daß sie beinahe ein Affen- geschecht zu seyn schienen. Als es dunkel wurde, kehrten die Australier nach dem Lande zurück, und zündeten daselbst eine Menge von Feuern an, neben welchen man sie noch immer,- so laut als zuvor, forlschwatzcn hörte. Es war, als vb sie des Redens gar nicht soll werden könnten, denn am späten Abend kamen sie in ihren Kanols mit brennenden Feuer- bianden schon wieder anS Schiff, um sich von Neuem mit den Europäern ins Gespräch einzulaffen. — Als sie endlich merkten, daß man sich mit ihnen nicht abgeben wollte, so glcngeii sie, gegen Mitternacht, wieder aus Land, jedoch nicht um zu ruhen; denn man hörte sie die ganze Nacht über singen und trommeln; bisweilen tanzten sie auch dazu. Bcweije genüg, wie sehr sie von Natur zur Fröhlichkeit und zum Vergnügen ausgelegt sind. Schon bei Anbrnch deS Tages kamen sie in ihren Kanots wieder, und,'ließen, mit überlautem Geschrei, das Wort: To marr! (Freund) einmal nach dem andern erschallen. Einige wagten sich unbewaffnet aufs Schiff, und gingen darin überall dreist und unbesorgt herum, stiegen auch mit unglaublicher Schnelligkeit in dem Tauwerk bis zum höchsten Mastkorb hinauf. Wir lernten sie bald, sagt Förster, als das verständigste und gescheulcste Volk kennen, das wir bis jetzt in der Südsee angetroffen hatten. Sie begriffen unsere Zeichen und Geberden so schnell und richtig, als ob sie lange mit uns umgegangen wären. In Zeit -sn etlichen Minu- Archipel der heiligen Geist-Länder. 309 teil lehrten sie uns eine Menge Wörter aus ihrer Sprache verstehen; diese war von der allgemeinen Spra « He Australiens, welche auf den Sociekätsuiseln, «uf den Marqueses, den freundschaftlichen Inseln, auf Lstereiland und Ncu-Sceland, wiewohl nach verschiedene» Mundarten, angclrefscn wird, durchaus verschieden. Der soiderbarste Laut, der darin vorkam, bestand in einer gleichsam wirbelnden Aussprache der Mitlauter B rrr, welche sie mit den Lippe» hervorbrachten. — Wenn sie über irgend etwas ihre Verwunderung ausdrücken wollten, so gaben sie einen zischenden Laut von sich, wie die Tänse, wenn sie böse gemacht werden. Was sie nur sahen, das wünschten sie auch zu ha- bm; doch ließen sie sich eine abschlägige Antwort nicht ve-dricßeu. Die kleinen Spiegel, welche sie zum Geschenk erhielten gefielen ihnen vorzüglich; sie fanden viel Ver, ginge» daran, sich selbst zu begaffen und verriethen sonach, bei aller ihrer Häßlichkeit, mehr Eigendünkel als die schöncril Nationen auf den SoeietakSinftln. Sie hatten Löcher in den 'Ohrläppchen und in dem Nafenknorpcl, durch welche sie, als Schmuck dünne hölzerne Stäbchen, oder auch Stücken von weißem Selenit eder Alabaster gesteckt hatten. Am Oberarm trugen sie ron kleinen, schwarzen und weißen Muschelstücken artige Armbänder, die so fest anschlössen. daß sie in der Kind» hkit mußten angelegt worden seyn; denn jetzt hätte ma» sie unmöglich über die Ellbogen abstreifen lönne». Ihre Haut war weich und glatt, von schwarzbrau« «er Farbe, und iiu Gesicht durch schmutzige Farbm nvch dunkler gemacht. Das Haar war gekräuselt und wol» ligt, aber Nichtsein anzufühlen; der Bart stark und kraus, doch nicht wolligt. 3io Australien. Eine ganz unbcdentcnde Veranlassung brachte die Engländer dazu, gegen diese Menschen Feuer zu geben. Der dritte Lieutenant und Cook selbst schössen den armen Teufeln Schroot ins Gesicht, wodurch sie natürlich sehr erschreckt wurden. Gleichwohl kam der Friede bald wieder zu Stande sobald man ihnen grüne Zweige vorhielt. ES wurde eine Landung unternommen, wobei man stets im freundschaftlichen Verkehr mit den Eiugeboraeu blieb. Mehrere Weiber kamen zum Vorschein, die sich aber in einiger Entfernung hieltev. Sie waren klein und von der unangenehmsten Bildung. Die erwachsenen, welche verheirathet seyn mochten, hakten kurze Stücke von Zeug, die von den Hüften auf die Knie reichten. Die ac- dern trugen bloß eine Schnur um den Leib, woran an Strohwisch gebunden war, der wenigstens das Noch» wendigste bedecke» sollte. Die Kinder hingegen gingm, ohne Unterschied des Geschlechts , bis ins zehnte Jchr nackt. Einige Weiber hatten das Haar mit gelbem K»r» kumapulver bestreut, andere das Gesicht, noch andere >en ganzen Körper damit bcstrichen, welches, gegen die dunkle Farbe ihrer Haut, einen häßlichen Coulrast machte. Und dock war dieß wahrscheinlich ein Putz, ein Verschönerungsmittel. So verschieden ist der Geschmack! —- Außer der gelben Schminke, sah Man keine Art von Ausschmückung an den Weibern; Ohrringe, Hals» und Armbänder schienen nur den Männern vorbehalte», welche hier die Weiber als untergeordnete Wesen behandeln. Es wurde den Engländern schwer, Lebensmittel und Erfrischungen einzutauschen; dieser wahre Reichthun eines Landes schien nicht im Uebcrflusse vorhanden zu seyn. — Unfern der Landspitze des Hafens trafen sie eine verkannte Pflanzung vou Pisang, Brodfurchtbäumen, Cocos« Archipel der heiligen Geist Länder. zu Palmen nebst andern Pflanzen, und nicht weit davon ein Paar elende kleine Hütten. Es waren nur Dächer von Palmblaitern, dieauf Pfosten ruhten: so niedrig, daß man nicht aufrecht darunter stehen konnte. In der Nachbarschaft liefen Schweine und etwas zahmes Federvieh im Grase herum. Im Innern des Landes liegen sehr hohe und mit Waldung bedeckte Berge, anö denen Quellen und Bäche zu entspringen schienen. Das Erdreich ist in den Gegenden die Förster untersucht hat, fett und eben so fruchtbar als auf den Socictätsiuseln. Da sich auf dem benachbarten Eiland A m bre ym ein feucrspeienderBerg befindet, so lassen sich auch aufMallicolo Spuren von Bulkanen vermuthen. Die Pflanze» scheine» im hiesigen Boden undKli- ma außerordentlich zu gedeihen, dabei sehr mannichfaltig und der nutzbaren Gewächse nicht weniger zu seyn, als auf andern Austral-Jnftln. Cocvsnüsse, Brodftucht, Pisaugs, Jgnamen, Arumwurzeln, Kurkuma und Drangen hatFor- stcr hier gesehen. Ihr zahmes Vieh besteht in Schweinen und Hühnern; Cook ließ hier ein Paar junge Hunde von den Societätsittscln zur Zucht zurück. Andere vierfüßige Thiere wurden nicht entdeckt; man darf aber dabei nicht vergrssen, daß die Europäer nur einen einzigen Tag hier zubrachten. In Rücksicht auf die Größe der Insel, ist die Bevölkerung nicht ansehnlich zu nennen. Funfzigtausend soll nach Förster die höchste Zahl seyn, die man annchmeu könnte; aber wir halten auch diese Zahl für übertrieben; den» sie wäre bei einem Flächeninhalt von höchstens 60 bis 70 Quadratmeilcn*) immer bedeutend. Da nun, nach Fvrstcr's eigenem Ausdruck, man sich Mallicolo als einen *) Förster sagt zwar, die Insel halle mehr als 60" Quadrat« weile»; aber dieß sind gennß nur englische Metten. - 3T2 Australien. einzigen großen Wald vorstellen muß, davon erst einige wenige Flecke ausgerolkek und bebaut sind, welche in diesem Walde, wie die kleinen Inseln in der weiten Südsee lic, gen: so ist nicht zu vermuthen, daß hi'erLO,ooo Menschen Nahrung finden können. „Könnten wir semahls,sagtForster, durch dieDunkes« , heil dringen worein die Geschichte dieses Volks gehüllt ist, ,,so würde sich vermuthlich finden, daß e§ später in die „Südsce gekommen ist, als die Bewohner der freundschaftlichen und der Sociekätsinseln. Soviel istwenig- „siens gewiß, daß die Mallicolcser von ganz anderer Ab« „kunft seyn müssen, denn dieß beweiset ihre Bildung, „Sprache und Silken. In einigen Stücken scheinen sie „mit den Einwohnern von Neuguinea und andern Papuas „Ähnlichkeit zu haben, wenigstens sind sie von eben so „schwarzer Farbe und haben wolligtes Haar." Es sey uns erlaubt hierbei eine Anmerkung zu ma» che». — Daß in den Inseln des großen LccanS Ein- Wanderungen Statt gefunden, ist zwar möglich; aber kei» »esweges alö gewiß anzunehmen, wie diejenigen thun, welche das ganze Menschengeschlecht, nach der Mosaischen Tradition, von Einem Stammvater ableite». Warum sol» len nicht ursprünglich mehrercRassen erzeugt worden seyn % Einer nur soll den Anfang gemacht haben; — warum nicht mehrere ? Was einmal in der Natur möglich war, ist mehrere Male eben so möglich. Hält mau sich an diesen einfachen Sah, so werden eine Menge lächerlicher Hypothesen über die Bevölkerung der Erde wegfallen. Sprechen doch selbst physische Gründe für die Annahme mehrerer ursprünglicher Stammrassen. Um nur ein Beispiel anzuführen, so ist die Begattung der Europäer mit einer Ncuholländerinn bisher, ein einziges Mal ausgenommen, immer unfruchtbar gewesen.-Doch wir kehren zu unserer Insel zurück. 313 Archipel der heiligen Geist-Länder. Der dünnen Arme und Beine wegen lassen sich die Mallievlelermilden Einwohnern von Neu Holland vergleichen, sind aber übrigens, nach Frrstrr's Versicherung, gänzlich von denselben verschieden, „Es ist, sagt er, eine seltsame und meincsWissens gaoz eigenthümliche Gewohnheit dicsesVolks sich den Unterleib mit einem Stricke so fest einzuschnüren, daß jemand, der nicht von Kindesbeinen an diese Mode gewohnt ist, sich die äußerste Uagemachlich- keit, ja wohl Nachtheil der Gesundheit dadurch zuziehen würde. Der Strick ist ungefähr Fingers dick, und macht oberhalb dem Nabel einen sehr tiefen Einschnitt, dergestalt, daß der Körper gleichsam aus zweien, aufeinander gefitzten Stücken zu bestehen fcheink. — Der obere Theil des Armes lst durch ein enges Armband ebenso fest eingeschnürt, als der Unterleib. — Ihre GesichtSzüge sind Zwar unge- mei» häßlich, doch erblickt man darin den Ausdruck von Munterkeit, Leben und schneller Gelehrigkeit, welches bei den Ncuholländeru kemcSwcgcS der Fall ist. Dem Unter« theile des Gesichts und namentlich den Lippen nach, sind sie von den Afrikanischen Negern ganz verschieden; der Dbertheil des Gesichts hingegen, besonders die Nase, ist eben so gestaltet das Haar auch eben so wolligk und krauS. Die eingedrückte Stirn ist vielleicht nicht von der Natur, sondern durch die Hand der Mutter so geformt." Das Klima ist aufdieser und den benachbarten Inseln sehr warm, mag aber nicht immer so gemäßigt seyn, als zu Tahiti, weil Mallicvlv von weit größerem Umfauge ist. In einem solchen Klima bedarf man keiner Kleidung, und es würde bloßer Luxus seyn, diese zu tragen. Dazu sind aber die Einwohner nicht reich und wohlhabend genug. Die dichte Waldung, womit das Land fast überall bedeckt ist, schützt sie genug gegen die Witterung. Die Geschlechtsteile sind das einzige, was sie bedecken, und zwar, wie cS scheint, bloß aus Vorsorge, um diese em- Australier». 3i + xffndlichen Theile in ihren Wäldern voll Dornen vor Verletzung sicher zu stellen. Daß dieß die vornehmste Absicht ihrer Hülle sey, läßt sich schon aus ihrer auswärts gekehrten Form errathen. Schamhasligkeit wenigstens kann keinen Antheil daran haben, denn diese sowohl, als die Keuschheit, sind bloße Folgen unserer Erziehung. Bei allen rohen und ungebildeten Völkern findet man die deutlichsten Beweise, daß Scham und Keuschheit im Stande der Natur unbekannte Tugenden sind. Nach unsern Begriffen von Zucht und Ehrbarkeit können die Männer von Mallicolo bei Erfindung der angeführten Tracht und Hülle-unmöglich die Absicht gehabt haben, unzüchtigen Gedanken vorzubeugen; indem diese durch die Form jener Bekleidung mehr befördert werden. Eben so sollte man meinen, daß die Weiber den Strohwisch, der ihiien statt Schürze dient, vielmehr aus Begierde zu gefallen, als aus Gefühl von Schamhaftigkeit tragen. Weit allgemeiner und innkger scheinen dagegen die Begriffe von Schönheit den Menschen eingeimpft zu seyn, so sehr sie auch bei verschiednen Völkern von einander abweichen mögen. Der Mallicolcse glaubt, durcheilten Stein in der Nase, durch ein Armband, eine Halsschnur und eine schwarze glänzende Schminke sich ungemein verschönern zu können; seiner Frau hingegen verstattet er, außer dem aromatischen Kurkumapuder, keinen Putz. JhreNahrungsmittel bestehen größtentheils ausVe, gckabilicn; Schweine und Hühner dürften nur Leckerbissen seyn. Auch dieSee wird ihnen Unterhalt liefern müssen, denn ob gleich kein Fischergeralh bei ihnen wahrgenommen wurde, so ist doch der Kanots wegen zu vermuthen, daß sie den Fischfang nicht ungenutzt lassen. Ihr Handwerkszeug konnte, aus Mangel eines langer,! Aufenthalts, nicht untersucht werden. Doch können sie, so viel sich aus der Bauart ihrer Boote und Häuser urtheilen ließ, Archipel der heiligen Geist - Lander. 315 eben «ich! sonderlich geschickte Arbeiter seyn. Ueberhaupt mögen sie, außer bei dem Feldbau, der auch nur sehr ein« fach und wenig Zeitraubend sey» kann, sich wohl nur ftller» einer angestrengten, mühsamen Aibeit unterziehen. Die oben erwähnte, müfstge Geschwätzigkeit, und ihre wunderliche Lustigkeit beweisen, daß Zerstreuung und Unterhaltung ihnen näher am Hei zen liegen; daher sie denn wohl den größten Theil ihrer Zeit mit Musik und Tanz hinbringen. Ihre musikalischenJnstrumenke find sehr einfach. Die Europäer hörten weiter nichts alsTrvuupeln ;diese sind aber sowohl alsPftifcn, gemeiniglich das erste dieserArt, worauf dieErstndungskraft zu verfallen pflegt. Die Trommeln dienen jedoch den Mallicolcsern nicht nur zum Zeitvertreibe, sondern auch im Falle der Noth, zum Lärmschlagen. Außer den lustigen Zerstreuungen, welche die eine Hälfte in dem Leben der Mallicolescn auszufüllen scheinen, nimmt der Krkrg die andere Hälfte in Anspruch, so daß dieses Volk als ein wahres Muster, v 0 n d c m L c i ch t» sinne und der angebornen Wildheit de § Men scheu, angesehen werden kann. AlleS schien anzuzeigen, daß ste mit den benachbarten Insulanern oft in Streitigkeiten gerathen; auch ist zu vermuthen, daß unter Ihnen selbst Uneinigkeiten vorfallen, weil die einzelnen Familien zerstreut auf der Insel umher wohnen. Sie pflegen ihre Waffen stets bei sich zu führen, auch an die Verfertigung derselben mehr Fleiß »ich Kunst zu wende», als an ihre übrigen Geralbschafleu. Die Bogen find stark, von sehr elastischem Holz gemacht und nett abgeglättet. Die Pftile sind artig gearbeitet, besonders die vergifteten mit Zieralhcn versehn. Eben dieß Vergiften der Pfeile hall Förster für einen Beweis ihres Verstau« Australien. Zi6 des« Rachsucht und Furcht vor Ulikerdrüickung mögen sie zu diesem Kunstgriff verleitet haben,— Sicher aber wäre es der Beweis eines höheren Verstandes, wenn sie in Frie, den mit euiander lebten, und in geftlliger Thätigkeit die Kräkre zu erhöben, das Leben zu verschönern trachteten. Doch wie könnte man diese Einsicht bei den Australiern erwarten, da sie selbst in Europa selten ist, wo auch die Menschen sich ewig bekämpfen und Jahre lange Kriege führen, bei denen jeder Theil am Ende unwiederbringliche Verluste zu betrauern hat. Ein unschuldigerer Beweis von Verstand, als da- Vergistcu der Pfeile, ist der Gebrauch sich vor dem Zurück- schnellen der Bogensehne durch eine Art von hölzerner Manschette zu schuhen. Da sie solche niemals ablegen, so müssen sie fleißig damit umgehen. Außerdem führen sie Speere oder Wurfspieße, und kurze Slreilkolbcn, die vermuthlich nur beimHandgemenge dienen. Der vielen Waffen halber muß man in ihnen eine kriegerische Gemüthsart vermuthen. 1dm so auffallen- der ist es, daß sie sich gegen die Engländer größteutheilö friedfertig, wiewohl stets vorsichtig betrugen. Vielleicht merkten sie bald die Ueberlegcnhcit der fremden Waffen, und dann war ihre Friedfertigkeit wohl nur eine Furcht der Urbcrlegung, mithin kein Beweis eines zulraulicheii Gemüths. Von ihrer Regieriingsform lassen sich nur Vermu- thungen angeben. Bei den häufigen Kriegen brauchen sie Anführer, denen sie, wie die Neuseeländer, wenigstens zur Zeit eines Treffens, gehorchen mögen. Der einzige Mann, den die Engländer für eiiren Befehlshaber halten konnten, war der, aufdissen Geheiß man ihnen etwas Wasser zubrachte. Bei dieser Gelegenheit allein jkigle sich's, daß er einiges Ansehe» über seine Landsleut? haben mußte; im Aeußcrn war er sonst durch nichts von ihneu unterschieden. , 3i? Archipel der heiligen Geist - Länder. „Ihre Religion, sagt Förster, ist uns gänzlich unbekannt geblieben; so auch ihr häusliches ober Privatleben. Ob sie mit Krankheiten behaftet sind, konnten wir ebenfalls nicht ausfindig machen. Uns selbst ist kein einziger Kranker vorgekommen ; doch sollen, nach Herrn vonBou- gainville's Bericht, die Einwohner einer bcnachbartenJnsel dem Aussah so sehr unterworfen seyn, daß er ihr Land dcßfalls Isle des Lepreux, oder dieJnfel der Aussätzigen genannt hat." Insel T a » n a. Der Name dieser Insel bedeutet in der Mallei! scheu- Sprache so viel als Erde. Sie liegt iy° oo' 30" S. Br und 169° 00' 38" östl.L. v Greenwich, d. i. . 40'2,-j" ösil.L. v. Paus, hat ungefähr »4 Seemeilen iar Umfange, und zeigt eine Kette hoher Berge, vor welcher eine Reihe niedriger Hügel liegt, davon der äußerste, am Südostende der Insel, ein Vulkan ist. Die ganze Insel, denDulkan allein ausgenommen, ist überall mit Bäumen bewachsen, vornehmlich mit Cocos» palmcn. Das Laub war selbst im Winter hell und frisch von Anseht». Soviel die Europäer Gelegenheit hatten, die Berge zu untersuchen, bestanden solche mehrentheils aus einem thonartigen Gestein, mit Stücken Kreide vermischt. In der Thonerde fand man eine Art schwarze« Sandstein, inglei- cheu eine, dem Stinksteiii ähnliche Substanz. Die Stücke von Kreide find oft ganz rein, oft mit Eisenkheilchen vermengt. Der Thon war fast durchgehends von brauner oder gelblicher Farbe, und lag in scchszolligen, beinah wag« »echten Schichten. An einigen Orten wechselte» dicse Schichte» mit andern von einem weichen schwarzen Steiu 3i8 Australien. ab, der aus vulkanischer Asche und Schörlkörnern, mir etwas Thon oder vielmehr mit einer Art Lrippel vermischt, entstanden zu seyn schien. DieievuIkanischeAsche, mit einem Zusatz von guter schwarzer Erde, macht den vortrefflichen, fruchlbarenBodc» aus, worin die Pflanzen so gut gedeihen. Afle diese Mischungen, in den Erdarten sowohl, als Luden übrigen Pro- ducten des Miueralrrichs, sind mehr oder minder, das Werk des Vulkans. So enthielt z. B. der weiße Thon, welcher die Salfatara deckt, gediegnen Schwefel, und hatte dabei einen zusammenziehenden Geschmack, als ob er mit Alaun imprägnier wäre. In derselben Gegend gab es auch rothen Bolus, desgleichen scheint Sclenit vorhanden zu seyn, wenigstens bestanden die Zierathen, welche die Einwohner i» dem durchbohrten Nasenknorpcl zu trage» pflegten, aus dieser Skeinart. VonLava hat Förster nur einzelne, ziemlich grobe Stücke gesehn; näher am Vulkan, wo die Einwohner ihn nicht hinlassen wollten, wird fle vcrmulhlich in großer Menge und Mannichfaltigkeit anzutreffen seyn. Der Vulkan spiegerade Feuer, als Cook und Förster hier waren. Er bestand aus einem ausgebrannten, und daher völlig unfruchtbaren Steinklumpen von braunröthli- cher Farbe und kegelförmiger Gestalt, und halle in der Mitte einen Krater, war aber der niedrigste von allen benachbarten Hügeln. Aus seinem Schlunde sah man von Zeit zu Zeit eine Säule von dickem Rauck emporsteige», gleich einem große» Baum, der seiuedicht belaubte Krone allmählich ausbreitet. Der rauchende Gipfel woran mihreren Stellen geborsten, und am äufferen Rande gleichsam ausgezackt. Von .5 zu ^Minuten fnhr.mit donnerähnlichemKracheii.einFlamiMli» stoß daraus empor, wobei das unkcrirdischc Getöse oft eine haibeMinute lang wähl te. Zu gleicher Zeit war dieLuft Archipel der heiligen Geist-Lander. ziy durchaus mit Rauch und schwarzer Schörlasche angefüllt, die, wenn sie ins Auge kam, einen empfindliche» Schmerz verursachte. Sie fiel in solcher Menge berab, daß in 3o Waldungen und Obstgärten mit einander abwechselten. Ueber diesen ragte eine Reihe von Bergen hervor, die den Gebirgen auf den Socieräts-Inseln an Höhe gleich zu kommen, jedoch nicht zu jähe und rauh zu sey» schienen. Selbst das einsame Plätzchen, aus welchem ich diese Gegend betrachtete, hatte die Natur nicht «ngeschmnckt gelassen. Es war eine Gruppe der schönsten Bäume, an deren Stämmen stch mancherlei wohlriechend blühende Schlingpflanzen und Glockenwinden hinaufrank- ten. Das Erdreich war außerordentlich fett, und dem Wachsthum der Pflanzen so günstig, daß verschiedene Palmen, die vom Winde umgeworfen worden, ihre Gipfel fast durchgehends von der Erde wieder in dieHohc gcrich, tet, und neue grünende Zweige getrieben hatten. Vogel von allerhand buntem Gefieder belebten diesen schatkenrei- chen Aufenthalt, und ergötzten das Ohr oft unerwartet mit harmonischen Liedern. Ueber mir der Himmel heiter, das Säuselndes kühlen Seewindes um mich her, stand ich da, nnd genoß inRuhe drsHerzens all dasGlück,was ein solcher Zusammenfluß von angenehmen Bildern gewähren kann." Dies schöne Gemälde wird hoffentlich unsern Lesern um so willkommener seyn, als ste daraus sehen werden, daß der Weltumsegler für alle Gefahren, die in unbekann- teu Meeren seiner warten, auch durch die reizendsten Scenen der Natur dafür belohnt werden könne. Nach der Schilderung der Lage, der allgemeinen Na- turbeschaffrnheit, und der Physiognomie der Insel, wollen wir nunmehr zu den Producten des Pflanzen- und 324 Australien. Lhierreichs übergehen, und mit der Charakteristik der Ein, gebornen den Beschluß machen. Das Pflanzenreich ist in Tanna, sowohl an Zahl, als an Verschiedenheit der Arten, von großem Umfange. In den Wäldern sowohl, als in den Pflanzungen gab es viele, den Europäern, als ste die Insel entdeckten, noch gänzlich unbekannte, oder doch sonst nur in den Ostindi» scheu Inseln vorhandene Gewächse. Solcher Pflanzen, die förmlich gehegt »nd gezogen werden, mögen wohl wehr als vierzig verschiedene Arten seyn. Von den wild wachsenden verdient die Muscatnuß vorzüglich erwähnt -u werden, weil Ouiros dies Gewürz für ein Produkt seiner Tierra del Espiritn Santo ausgiebt. Orangen find ebenfalls vorhanden, ob sie aber wild wachsen oder gepflanzt werden, ist nicht zu bestimmen, weil die Europäer nirgends den Baum gefunden haben. Die Gewächse, welche Förster, außer den eben erwähnten, namentlich anführt, sind folgende; Cocospalmen, von denen es hier eine wilde Art giebt, die Förster nur in diesem Archipel sah; eine Art großer Nußbaume, Inocarptis, deren Früchte in Tahiti als Speise dienen; schöne Kohlpalmen (Areca oleracea L.); der Katappabaum (Ter- xninalia Catappa), dessen wohlschmeckende Nüsse noch einmal so groß find, als ein Mandelkern; eine Enge- n i a oder Art von G a m b o s b a u m mit schönen, brennend rothen Blumen, die schon vom Schiffe aus ins Luge fielen und deren Frucht, von der Größe einer Birne, ihres angenehmen, säuerlichen Saftes wegen, sehr kühlend ist. Pisang, Arumwurzeln, Jamwur- - e l n, (Dioscorea opposilifolia) und Zuckerrohr. Die F e i g e n b ä u m e find hier von dreierlei Art; die eine trägt Früchte von eben der Größe als in Europa, Archipel der heiligen Geist-Länder. 325 nur daß sie von außen wolligt, wie Pfirsiche, und inwendig blukrorh, wie Granatapfel, find. Der Saft ist süß, sonst aber nicht schmackhaft. Auch den großenFei- genbau m (Ficus religiosa L.) findet man hier. Die ungeheuere Größe dieser Bäume muß Erstaunen erregen. Ihre Wurzeln stehen größtentheils über der Erde, und machen, ungefähr zehn bis zwölf Fuß hoch vom Boden, das Stammende des Baumes aus. Ein solcher Stamm hält wohl neun bis zehn Fuß im Durchschnitt, und scheint aus mehreren zusammengewachsenen Bäumen zu bestehen, die auf allen Seiten der Lange »ach. scharfe, ungefähr ' einen Fuß breit hervorstehender Ecken haben. In dieser Figur wachsen sie dreißig bis vierzig Fuß hoch, ehe sie sich in die Aeste theile», von denen >eder wenigstens drei. Fuß im Durchmesser hat. Die Aeste werden ebenfalls dreißig bis vierzig Fuß lang, ehe sie kleinere Zweige her« vortreibe» und auf solche Art ist der Gipfel des BaumS jum mindesten hundert und fünfzig Fuß hoch. Ferner nennt Förster unter den hiesigen Pflanzen Hibiscus esculentus ; Sterculia Balanghas, Slercu- liaFoetida, Dioscorea alata, Ricinus Mappu, Acan- ihus ilicifolius, Iscliaemum maticmn, Ranicum dintidiarum, Croton variegatum etc. Ein hohes Schilfrohr, Sacharum spontaneum L , dient den Einwohnern zur Umzäunung ihrer Felder; auch virfertigten sie Pfeile, Körbe und andere geflochtene Arbeit daraus. Endlich wird hier auch der Kasuarrnabaunt, wiewohl nur selten, angetroffen; die Einwohner schätzen ihn sehr, weil sie ihre Streitkeulen daraus verfertigen. Da die einheimischen Bäume zu ihrem Bedarf nicht hinreichend sind, so holen sie das Holz von der benachbarten Insel J r ro m ang a. 326 Australien. Das Thicrreich ist nicht minder beträchtlich, und hat viele schöne Gattungen auszuweisen. Fische sind in großer Menge und Mannichfalkigkeil vorhanden. Theils mit Ne- tzen. theils mit Angeln, fingen die Engländer hier eine Art Barben (inullus), Brasilianische Hechte, Schneffel, Dorade Kavalbas, Papageifische, giftige Rochen, zahnlose Rochen, Engelfische, Haie» und Sauger, nebst verschiedenen Arren von Makrelen und sogenannten Dickkö- pfen Nur Muscheln sind selten, die Einwohner holen sie aber aus benachbarten Inseln her, und ziehen unter den Schalen das Perlmutter allen übrigen vor. In den Wäldern halten sich unzählig viele Vögel auf, besonders allerhand Tauben, Papageien und Fiiegenste- cher. Auch fand man die ceilanische Eule, eine Baum- klette. eine Entenart und das purpurfarbene Wasserhuhn. Diese waren gemeiniglich sehr scheu, und scheinen also von den Einwohnern gejagt zu werden. Hühner und Schweine sind das einzigeZuchtvieh der Einwohner, und von wilden vierfüßigen Thieren giebt es bloß Ratten und Fledermäuse. Diese, von der Natur reichlich ausgestattete, Insel, wird von einem Volke bewohnt, das weit minder gesittet ist, als jenes auf den nicht sehr entfernten Societäls» und freundschaftlichen Inseln. Sie sind von Kastanien- oder vielmehr brauner Lci- besfarbe, von mittlerer Größe, aber stärker gebaut ukä> besser proportionirt, als die Mallicoleser. Gleich diesen gingen sie völlig nackt, und trugen auch einen Strick um den Leib, doch mit dem Unterschiede, daß der Bauch da, durch nicht so gewaltig eingeschnürt war. Sie sind wohlgcbildct, nicht fett, von lebhaftem Temperament; ihre Gesichtszüge sind stark, die Nase breit, die Augen fast durchgehends groß und meisteutheils sanft. Sie Archipel der heiligen Geist-Lander. 327 haben ein männliches, offnes, gutherziges Ansetzn; doch ffndet man freilich hier so gut, als unter jedem anderen Dolk, einzelne Physiognomien, die aichtviel Gutes vermuthen bisse». Die Farbe ihres Haares ist schwarz, bei manche» auch braun oder gelblich an den Spitzen. ES wächst wie ihr Bart, sehr dick, straubigt und ist meistentheils kraus, hat auch zuweilen etwas Wollartiges an sich. Die Haut an sich ist, wie bei den Negern, sehr sanft anzu, fühlen. Trotz ihrer völligen Nacktheit, tragen sie, nach dem allgemeinen Hang des menschlichen Geschlechts, mancherlei Zierathen. Das Seltsamste ist ihre Frisur. Diese besteht aus lauter kleinen Zvpfchen, die kaum so dick, als die Spule einer Taubenfeder, und statt eines Bandes, mit dem zähen Stängel einer Glockenwinde dergestalt bewickelt sind, daß am unteren Ende nur ein kleines Büschchen hervorragt. Wer einigermaascn starkes Haar hat, muß wenigstens etliche Hundert solcher kleinen steife» Zöpfchen am Kopfe hoben, und da diese meistentheils nur 3 bis 4 Zoll lang sind, so pflegen sie wie die Borsten eines 'Stachelschweins, gemeiniglich aufrecht und auseinander zu stehn. Ist das Haar etwas länger, so fallen die Zvpfchen an beiden Seilen des Kopfs gerade herunter, und dann sehen die Leute aus wie die Flußgötter, mit ihrem von Nässe tricfcudcn Binsenhaar. Einige, besonders diejenigen, die woiligtcs Haar haben, lassen es entweder, so wie es von Natur gewachsen ist, oder sie binden es mittelst eines zähen Blattes, auf dem Scheitel in einen Schopfzusammen, Fast durchgehends tragen sie ein Rohr oder ein dünnes Stöckchen, etwa neun Zoll lang in den Haaren, nm sich von Zeit zu Zeit vor dem Ungeziefer Ruhe zu schaffen, welches auf ihren Köpfen in großer Anzahl vorhanden ist. Sie stecken auch wohl einen kleinen Rohrstqb, mit Hahnen, oder Eulenfedern ausgczierl ins Haar. 828 Australien. Zur Bedeckung des Kopfes wickeln sich manche ein frisches Pisangblatt schräg um den Scheitel, oder sie tragen eine ordentliche Mütze von geflochtener Matte; doch ist keins von beiden allgemein. Den Bart lassen die Mehrest?» in feinrr natürlichen Gestalt lang wachsen, andere flechten ihn in einen Zopf. Der Nasenknorpel ist fast bei Allen durchbohrt, und durch die Oeffnung ein dünner Rohrstab, oder ein Stein von ähnlicher Figur, hindurch gesteckt. Statt der Ohrgehänge tragen sie eine Menge Ringe von Schildkrötcnschalcn oder von weißen Muscheln, entweder einen in den andern gehängt. In beiden Fällen macht dieser Zierath das Loch im Ohrläppchen ungcmein weit, indem jeder einzelne Ring nicht weniger als einen halben Zoll breit und dreiviertel Zoll dick ist. Um den Hals binden sie zuweilen eine Schnur, von welcher eine Muschel, oder ein kleines langes, rundes Stückchen von grünen, dein Neuseeländischen gleichkommenden Talkstein, vorn auf der Brust herabhangt. Am Obertheil deS linken Arms, zwischen der Schul, ter und dem Ellbogen, tragen sie meistciitheils ein Arm. band, welches aus einem Stück Cocosschale besteht, und entweder künstlich geschnitzt, oder auch nur ganz glatt, aber allemal schön polirt ist. Um diesem noch mehr Ansehen zu geben, pflegen sie wohl etwas Grünes dazwischen zu stecken. Einige gehen mit einer Binde von grobem Zeuge umgürtet, das aus der innern Rinde eines Baums verfertigt, und gemeiniglich dunkclzimmetbrau» ist. Andere begnügen sich mit einer dünnen Schnur um den Leib; beideS geschieht, um die männlichen Gebunsglicdcr, die hier mit den Blättern einer, dem Ingwer ähnlichen. Archipel der heiligen Geist-Länder. 329 N Pflanze bewickelt werden, nach Art der Mallicoleser, in die Höhe zu ziehe» und in der Gegend des Nabels an den Gürtel fest zu knüpfen. Sobald ein Knabe sechs Jahr alt ifl, muß er schon in dieser Tracht einhergehe»; sie kann folglich nicht aus einer Art von Schanihaftigkcit entstanden seyn, denn auf diese wird bei uncivilisirten Völkern, wahrend deu Kinderjahren, gerade am wenigsten Rücksicht genommen. In den Augen eines Europäers wird sie ihrer Form wegen, vollends ganz entgegenstehende Gedanken erzeugen. Man muß glauben, herumwandelnde Bilder des alten Gottes der Garten zu sehen. Zu den Zierrathen dieser Nation gehören ferner noch verschiedene Arten von Schminke, und allerhand Figuren, welche die Tanneser sich in die Haut einritzen. Die Schminken sind bloß für das Gesicht, und bestehen entweder aus rother Ockererde, oder aus weißem Kalk oder auS einer schwarzen, wie Bleistift glänzenden Farbe. Diese werde» mit Cocosvl angemacht, und in schrägen, 2 bis 3 Zoll breiten Streifen aufgetragen. Die weiße Schminke ist nicht viel im Gebrauch, die rothe und die schwarze hingegen desto häufiger, und mit jeder findet man oft das halbe Gesicht bedeckt. Das Aufritzen der Haut geschieht vorzüglich am Oberkhcile des Arms und auf dem Bauche, und vertritt die Stelle des TutowirenS. Die Tanneser nehmen ein Bambusrohr oder eine scharfe Muschel zu dieser Operation, machen damit nach allerhand willkührlichen Zeichnungen ziemlich tiefe Einschnitte in die Haut, und legen alsdann ein Kraul darauf, welches die Eigenschaften hat, beim Heilen eine erhabene Narbe zu bewirken. Diese Narben, aas welche sich diese Leute nicht wenig einbilden, stellen Blumen oder andere seltsame Figuren vor. Die Methode, dergleichen mit einem spitzigen Instrument in die Haut zu punktiren, scheint hier unbekannt zu seyn, wenigstens 330 Australien. hak Förster nur einen einzigen Mann angetroffen, der eine solche, nach tahilischer Manier, tatvwirte Figur auf -er Brust hatte. Wenig anreizend ist es, wenn Förster versichert, -aß die Taunescr es an körperlicher Reinlichkeit auffallend fehlen lassen. Anstatt sich fleißig zu baden, wie die Tahitier, bemalen sie sich lieber mit Schminke, welche ihre Unreiulichkeit noch vermehrt. Die Weiber unter diesem Volke sollen weniger häß. lich seyn, als die Mallicoleserinuen. Ein Paar Mädchen zeigten sich mit lange» Speeren in den Handen. Sie schienen aber keine kühnen Amazonen zu seyn, sondern hielten sich, wie die andern, stets schüchtern in einiger Entfernung von den Fremden. In Vergleich mit den Mannspersonen waren sie mcistentheils von kleiner Statur und trugen zottige Röche, von Gras und Blättern geflochten, die »ach Maasgabe ihres Alters länger oder kürzer waren. Diejenigen, welche bereits Kinder gehabt, uiid ungefähr zo Jahr alt seyn mochten, halten alle Reize der Ge» stall verloren, und ihre Röcke reichten von den Hüften bis auf die Knöchel herab. Die jünger» vierzehnjährigen , Mädchen hingegen, waren nicht ohne angenehme Gesichts« züge, und gefielen vornehmlich durch ein sanftes Lächeln, welches, so wie ihre Schüchternheit abnahm, immer freundlicher ward. Sie waren größtentheils schlank gewachsen, hatten besonders feine niedliche Arme, runde volle Busen; ein lüsternes Röckchen, das kaum bis aus Knie reichte, vermehrte den einfachen Reiz dieser Geschöpfe. Ihre lockigten Haare hingen, unverschnittcn und ungekünstelt, frei um den Hals, dem sie zu einer natürlichen und gefälligen Zierde gereichten, und das grüne Pifang- blatt, welches sie meisteutheils als eine Mütze trugen. 33i Archipel der heiligen Geist-Lander. contrastirte auf eine angenehme Weise mit der schwarzen Farbe des Haars. In den Ohren hatten sie Ringe von Schildkrötenfchalc. Die Zahl solcher Zicrathen nahm in eben dem Verhältniß zu, als die Reize der Frauenspersonen abnahmen^ Die ältesten und häßlichsten waren daher mit einem Halsgeschmeide und mit einer Menge Ohrringe, Nasengehängr und Armbänder versehen. Die Männer bezeigten, wie es schien, nicht die mindeste Achtung gegen die Weiber, indeß diese auf den kleinsten Wink gehorchten, und oft den niedrigen Dienst von Lastlhieren versehen mußten. Dergleichen schwere Arbeit mag vielmals ihre Kräfte übersteigen, und kann auf solche Art wohl mit Schuld daran seyn, daß sie von so kleinlicher und schwächlicher Statur sind. Die Weiber zeigten sich ungemein schüchtern und keineswegs freigebig mit ihren Gunstbezeugungen, wie man dies häufig auf andern Inseln des großen Oceans wahrgenommen hat. Ja, die Männer, welche einmal sehr mit den Europäern zufrieden waren, weil diese ihnen etwas vorgesungen hatten, zeigten auf einige Mädchen mit den Fingern, um sie den Fremdlingen aus übertriebener, aber bei wilden Völker» nicht ungewöhnlicher, Gastfreiheit zu überlassen. Die Mädchen merkten nicht so bald, wovon die Rede war, als sie eiligst davon liefen, und nicht allein sehr erschrocken, sondern über de» Vorschlag der Männer auch unwillig zu seyn schienen. Diese aber, besonders die jungen Leute, verlangten, daß die Engländer den Spröden nachsetzen sollten. Doch mochten sie vielleicht mit einem so gut als mit dem andern, den Mädchen nur einen Schreck einjagen "wollen; wenigstens halten sie nichts dawider, daß ihr Antrag für diesmal unbenutzt gelassen wurde. Auf ihre Wohnungen verwenden diese Insulaner wenig Fleiß. Ihre Hütten sind eigentlich nur große Dächer, 332 Australien. die auf d?r Erde ruhen, und oberhalb schräg zusammen stoßen. An beiden Enden sind sie offen, außer daß ein kleines Geländer von Rohr und Stecken geflochten, davor gesetzt wird. An den größten Hurten beträgt die Höhe des Dachs neun bis zehn Fuß, und die Breite zwischen beiden Dachwänden, unten am Boden, ungefähr eben soviel. Die Länge hingegen ist beträchtlicher, indem sie sich zuweilen wohl auf 35 bis 40 Fuß erstreckt. Nichts kann einfacher seyn, als der Bau dieser Wohnungen. Zwei Reihen Pfähle werden schräg in die Erde gesteckt, so daß sie mit den obern Enden zusammenstoßen. In dieser Richtung werden von den gegen über stehende» je zwei und zwei an einander fest gebunden, und das ganze Sparrwerk mit Malten belegt, bis das Dach dicht genug ist, um weder Wind noch Regen durchzulaffen. Diese Wohnungen sind eigentlich nur Schoppen, in keinem Betracht auf Bequemlichkeit eingerichtet, bloß rin nothwendiges Obdach zum Schutz gegen das Wetter. Solcher Hütten werden mehrere an einem Platze errichtet, wo sie dann kleine Dörfer oder Weiler bilden. Im Innern der Hütte» findet man nicht das geringste Geschirr oder Hausgerath; bloß einige, aus Palmen» blättern geflochtene. Malten hin und wieder ausgebreitet, und den Rest des Fußbodens mit krocknem Grase bestreut. Die Seilenwände sind von den Feuern, die an jeder beliebigen Stelle der Hütte angemacht werden, durchaus mit Ruß bedeckt. Auf dem freien Platze vor diesen Mcnschenställen ste» hen drei Coevsstämme in die Erde gerammet, welche durch Latten mit einander verbunden sind. An eigenen Ouer- hölzern werden dann alte Cocosnüsse in Menge aufgehangen. Es scheint dieses Aussetzen der Nüsse in freier Luft, eine Art von Zubereitung zu ftpn, vielleicht um das Del Archipel der heiligen Geist-Lander. zzz leichter abzusondern. Aus Wirtbschaftlichkcit kann es nicht geschehen, denn sonst würden die Tanneser in dem großen Haine von wilden Cocospalmen nicht so viel Nüsse unter den Bäumen verderben lassen. Rund um den grünen Platz hiengen aufden Gebüschen kleine Lappen von dem Zeuge, welches aus der Rinde eines Feigenbaums bereitet, und in Form eines Gürtels oder einer Schärpfe getragen wird. Die Werkzeuge, deren sie sich zur Arbeit bedienen, sind ziemlich roh und unbchülstich. Ihre Axt ist völlig so gestaltet, wicjene, die aufden sreundschaftlichen oderSociclats» Inseln im Gebrauch sind; auch der Stein, der die Klinge ausmacht, warhier eben so wie dorr, schwarz und dem Basalt ähnlich. DleseSteinartwird von der benachbarten Insel Anattan geholt. Die Waffen der Tanneser, ohne welche sie sich nie sehen lasse», bestehen in Bogen und Pfeilen, in Keulen, Wurfspieße» oder Speeren, und in Schleudern. Jluf Bogen und Schleuder verstehen sich die jungen Leute am besten; die älteren hingegen wissen den Speer und die Streitkvlbe vorzüglich gut zu führen. Die Dogen sind sehr stark, vom schönsten elastischen Kasuarinaholz und trefflich geglättet; sie werden vermuthlich^»»!» Zeit zu Zeit mit Orl cinge- schmiert, damit sie stäks glänzend und biegsam bleiben. Die Pfeile bestehn aus einem beinahe vier Fuß langenRohrstab, und die Spitze aus eben dem schwarze» Holze, welches von den Mallicolesern zu gleichem Endzweck gebraucht wird. Doch sind die Spitzen hier anders geformt als dort, nämlich dreieckig!, zum Theil über zwölf Zoll lang, und auf zwei, oftmals auf allen drei Seiten eingekerbt, oder mit Widerhaken versehen. Zur Vogeljagd „nd zum Fischengebrauchen sie Pfeile, die drei Spitzen habe». 334 Australien. Die Schleudern werden aus Eocosfasern, und zwar in der Mitte, wo der Stein zu liegen kommt, etwas drei» 1er gemacht, als a» den Enden. Sie pflegen solche »m den Arm oder um den Leib, die Steine aber in ein großes Blatt gewickelt, mit sich herum zu tragen. Die dritte Art von Wurfgcwehren sind die Lanzen; gemeiniglich nehmen sie dazu knotige, ungeflalte, einen hal» den Zoll dicke, und 9 bis 10 Fuß lange Stecken, an deren stärkerem Ende eine 6 bis 8 Zoll lange, dreieckige Spitze mit vielen Widerhaken angebracht ist. Mit einem solchen Speere verfehlt der Tanneser, zumal wenn die Entfernung gering ist, nicht leicht sein Ziel. Ein Strick mit einer Schlinge, die sie um die Hand und die Lanze legen, dient dazu, sowohl um dem Wurfe Schnellkraft, als auch um ihm seine Richtung zu geben. Durch einen vier Zoll dicken Pfahl können sie aufzwanzigSchrittc dieSpitze desSpeer's hindurchtreiben. Ihre Pfeile sind nur auf 8 bis i» Schritte zu fürchten; in einer größeren Entfernung haben sie keine Kraft mehr; denn ausFurcht denBogen zu zerbrechen,spannen die Lanneser ihn nie stark genug, um weit damit zu reichen. Außer diesen Wnrfgewehren, hat ein Jeder noch eine Keule bei sich, die beim Handgemenge gebraucht wird. Es giebt derselben fünfverschiedeneFormen; die besten sind aus Kasuarina-Holz, vier Fuß lang, gerade, abgeglättet, und an beiden Enden, sowohl oben als unten, mit einem Knopf versehen; der oberste, der zum Handgriff gehört, ist rund; der andere hingegen, welcher die eigentlicheKeule ausmacht, hat mehrere hervorragende Spitzen in Figur eines Sternes. Eine andere Art besieht aus einem rundgeformten Stück Korallenfelsen, welches nicht bloß zumHauen, sondern auch zum W.'rfen gebraucht zu werden pflegt. Schon diese Waffen lasten vermuthen, daß die Tau» neser zum Kriege geneigt seyen. Die Europäer hatten oft Archipel der heiligen Geist-Lander. 335 Gelegenheit sich von ihrem Muthe und von ihrer Uner« schrockenheit zu überzeugen. Auch üben sie sich von Jugend auf in'den Waffen. Die Knaben wissen bereits nicht nur mit der Schleuder, sondern auch mit den Wurfspießen sehr gut umzugchn. Statt des letztem nehmen sieein grünes Rohr, oder auch nur einen etwas starken Grashalm, und, fo unsicher mit beiden derWurfauch seyn mag, indemBcides durch den geringsten Hauch vomWindeaus feiner Richtung gebracht werden kann; so wußten sie doch dem Wurfe so viel Schnellkraft mitzutheilen, daß jene so leichten und biegsamen Körper unverrückt auf das Ziel trafen und bisweilen einen Zoll tief in das Holz eindrangen. DaSSonderbarste dabei war, daß sie diese Rohr - oder Schilfstangel mit keinem Finger anrührten, sondern sie zwischen dem Daumen und Zeigefinger bloß invGlcichgewicht hinlegten, und dann so schwebend abwarfen. Knaben von fünf bis sechs Jahren übten sich schonauf diese Art, um eines Tages ihreWaffen mit Fertigkeit und Nachdruck führen zu können. So sehr ihre Kriege beitragen mögen die Barbarei unter dem Volke zu verlängern, so finden sich doch bereits Spuren, daß die Tanneser sich auch den friedlichen, nicht bloß zerstörenden, sondern erwerbenden und erhaltenden Beschäftigungen hingeben, und dies kann für ein Anzeichen einer herannahenden Cultur undVerfeinerung gelten. Dabin gehört unter andern die Geschicklichkeit ihrer Weiber in der Kochkunst, zu welcher die Mannichfaltigkcit der Nahrungsmittel Anlaß gebe» haben mag. Sie wissen z. B. die Aams und Pifangs zu braten oder zu rösten; grüne Feigenblätter und £>fra (Hij)iscus esculentus) zu dampfen und Puddings zu backen, davon der Teig aus Pisang und Arumwurzeln, die Fülle aus Cocoskernen und Blättern besteht. Australien. A g 336 Australien. Ein anderer Beweis, daß die Tannefen der Bildung entgegen gehn, ist der Ackerbau, dies erste Element aller geselligen Cultur, dem sie sich zum Theil mit vielem Fleiß ergeben. In der Nähe der Bai, worinn die Engländer landeten, sahen sie große Pisanggärten, die auf einer ansehnlichen Strecke mit Z)am- und Ai ums»Feldern, ingleichen niitPflanzungcn von Feigenbäumen abwechselten, und zum Theil steinerne, zwei Fuß hohe Einfassungen hatten. Au andern Stellen war das Land durch allerhand wildes Gesträuch abgehegt, fast so wie in England die Wiesen mit lebendigen Hecken umgeben sind. Einige Pflanzungen, an denen sich eine große Sorgfalt offenbarte, schienen sogar nickt bloß des Nutzens wegen angelegt, sondern zugleich zu Lustgärten bestimmt zu seyn. Wenigstens fand Förster mancherlei Staudengewächse und Kräuter darin, die theils ihres schönen Ansehens, theils des Wohlgeruchs wegen hieb angepflanzt waren. Gleichwohl ist man mit dem Anbau des Landes, iu Verhältniß zu dem Umfange der Insel, noch nicht weit gekommen, ausgenommen auf der, ostwärts vom Hafeu besindlichen, hohen Ebene, welche in diesem Betracht unstreitig die reichste Gegend in der ganzen Südsee ist. Die große Fruchtbarkeit des Bodens aufder Insel scheint selbst Ursache zu seyn, daß noch manche Strecke wüst liegt; den» die wilden, untauglichen Gewächse gedeihen eben im üppigen Land und sind um so schwerer auszurotten, besonders milden einfachen Werkzeugen eines Volkes, dem das Eisen unbekannt ist. Da hier von der Industrie der Taniicscr die Rede ist, so müssen wir ihrer Kanvls erwähnen. Der Form noch, kommen sie milden Fahrzeugen, die auf den freundschaftlichen Eilanden gebaut werde», ziemlich übercin; nur daß die bicsigni weniger gut gearbeitet waren, als jene. Sie halten durchgehcnds Ausleger, und konnten zumTheil Archipel der heiligen Geist-Länder. Zz/ bis zwanzig Mann führen. Die Segel waren niedrig, Und bestanden aus dreyecktgten Matten, davon das breite Ende aufwärts, Pas spitzige nach unten zu gekehrt war. Ein langes Stück Holz, wie ein Trog ausgehöhlt, macht den Loden des Kauvts auS- und die Seitenwände bestehen otis einer oder zwei aufeinander gesetzten Planken, die mit Stricken von Cocosfasern verbunden sind. Bei Bearbeitung der Planken wird die äußere Seite ganz glatt und eben gezimmert, indeß auf der innern, in gewisser Entfernung, kletnc Erhöhungen oder Höcker am Holze gelassen werden, die in senkrechter Richtung durchbohrt, als lauter fest eingeschraubte Ringe hervorragen. Durch diese Löcher oder Ringe ziehen sie die Stricke durch, und schnür den auf solche Art die Planken eine auf die andere fest, vhne daß außerhalb, weder von den Löchern Noch von den Stricken, das Mindeste zu sehen ist. Die Ruder sind in aller Absicht nngeschickr, sowohlwasdie Form, als wasdie Arbeit betrifft. Daß dieTannesen in ihrenArbeiten weniger Geschick zeigen, als die Bewohner der freundschaftlichen Eilande, mag daher rühren, daß der ewige Krieg, wo>!iin sie ju leben scheinen, ihnen nichlZeit genug dazu erübrige!» läßt. Zu den Vergnügungen und vielleicht aiich zu den religiösen Handlungen dieser Insulaner- gehört der Gesang, der hier, so wie das ganze Volk, einen ziemlich ernsthaften Charakter hat. AIs Förster sie einiNal ersuchte, ihm etwas vorzusingen, stimmte einer ein sehr einfaches Lied an, wel- chcs jedoch harmonisch genug klang, auch mehr Melodie hatte, als Förster unter dem heiße» Himmelsstrich im Südmeer jemals gehört zu haben sich erinnerte, Es war Ungleich reicher und mannichfaltiger an Tönen, als die Ge- sangede, Tahitier und der Einwohner von Tonga-Tabu- von welchen es sich zugleich durch seine ernsthafte Ätrlodie Unterschied. In den Worten mußte ein eigenes Sylben, maas beobachtet ftp», sy leicht und saiift flösse» sie ihnen Aas 338 Australien. von den Lippen. Sobald der eine ausgesungen, fieng ein zweiter an; sein Lied war von anderer, jedoch eben so ernsthafter Cvmposition, als das erste, und diese Ernsthaftigkeit in der Musik stimmte mit der Gemüthsart der Ration vollkommen übercin. Von musikalischen Instrumenten sah man, außer einer großen Lärmkrommel und der Trompetenmuschel, wel, chc fast überall in den Südseeinseln die Kriegstrompelc ist, eine, aus acht Rohrpfeifen bestehende, Panflöte; die Röhren wurden stufenweise kleiner, und machten eine ganze ch-etave aus, obgleich der Ton jeder einzelnen Pfeife nicht völlig rein war. Es ist überaus merkwürdig, daß auf Tanna drei Sprachen angetroffen werden, eine nämlich, die allgemein gesprochen und verstanden wird ; eine andere, die mit der auf den freundschaftlichen Eilanden eingeführten Mundart übereinkam, und eine dritte, deren sich vornehmlich die, auf der Westseite des Hafens wohnenden, Australier zu bedienen pflegten. Laß diese drei Sprachen durchaus von einander abwichen, erkannte man sehr deutlich an den Namen der Zahlen, die in jeglicher verschieden lauteten. In der herrschenden oder gewöhnlichen Sprache bemerkte Förster zwei bis drei Wörter, die offenbar mit der wallt» colcsifchcn Mundart verwandt sind, und ungefähr eben so viele kamen mit dem Malajischen überein. Im Ganzen aber hat keine von allen dreien mit irgend einer sonst bekannten etwas gemein. Viele Wörter werden stark aspi- rirk, in andern komme» häufig Gutturalbuchstabci, vor, doch ist Alles dermaßen mit Sclbstlaukcru durchweht, daß die Aussprache leicht und der Klang angenehm wird. Die Tannesen sind ein auffallend ernsthaftes Volk, übrigens tapfer, gastfrei und großmüthig; aber auch, wie alleVölkcr auf gleicher Stufe der Bildung, mißtrauisch, rachsüchtig und unbändig. 339 Archipel der heiligen Geist-Länder. Sehr vorthcilhaft zeichnen sie sich durch ihre Ehrlichkeit aus. Unbesorgt vor Diebstahl hängen sie ihre Habseligkeiten vor den Hütten auf, ja was noch mehr für ihre Achtung des Eigenthums spricht, ist, daß, wahrend der Anwesenheit der Europäer auf Tanna, diese nicht das Geringste durch Diebstahl eingebüßt haben. Stets bewiesen sie sich dienstfertig und gefästig gegen die Fremdlinge, und, ohne die Brutalität eines Englischen Lfsiciers von vornehmer Familie, wäre auch das gute Vernehmen mit diesen Menschen nie gestört worden. Unstreitig werden, in den Augen gefühlvoller Leser, alle guten Eigenschaften, die man den Tannesen nachrühmen kann, nicht hinreichend seyn, die furchtbare Sitte, erschlagene Feinde zu speisen, zu entschuldigen, eine Gewohnheit, die wir nicht verschweigen können, so sehr wir auch geneigt waren zu glauben, daß auf einer solchen pa- radicsischei>Jnse!,dic ursprüuglicheGüte unsersGeschlechts, sich von aller höllischen Beimischung der menschlichen Natur würde rein erhalten können. Diesem Glauben aber widerspricht der Anlhropvphage aufTanna. Und das Entsetzlichste dürfte dabei noch der Umstand seyn, daß sie selbst keine Ahnung von derAbscheulichkeit ihrerGcwohnheit zu haben schienen. Sie gaben mit der größten Unbefam» genhcil und durch die unzweideutigsten Zeichen zu verstehen, daß sie einen Menschen zuerst todtschlügcn, hierauf die Glieder einzeln ablösten und dann das Fleisch von den Knochen schabten. Unter einem Volke von Menschenfressern sollte man keine Regicrungsverfassung, die immer das Bestreben nach einem rechtlichen Zustandevoraussetzt, vermuthen. Indessen werden Einrichtungen zum Schutz des Rechts und ungerechte, abscheuliche Gewohnheiten nicht bloß unter dc» Wilden angetroffen. Die Menschheit steht überall mit sich selbst im Widersprüche; — das ist die einfache Geschichte 34 ö ' Australien, unsers Geschlechts unter allen Himmelsstrichen u»d zu allen Zeiten. Wo der Ackerbau, wie auf Tanna, eingeführt ist, da müssen die Rechte des Eigenthums anerkannt, da fliuß dasselbe geschützt weiden. Welche Einrichtungen aber auf dieser Insel zu solchem Endzweck getroffen worden, haben die Europäer bei ihrem kurzen Aufenthalt nicht erfahren könne». Was Förster über die bürgerliche Verfassung sagt« beschrankt sich auf folgende Angabe, „Jedes Dorf, jede Familie ist unabhängig, und vereiniget sich mit den Nach» baru nur alsdann, wenn ihr gemeinschaftlicher Nutzen es durchaus erfordert, j. B. bei feindlichen Anfällen. Leute von Jahren und bewährter Tapferkeit scheinen bei dem großen Haufen in einigem Ansehen zu stehe», Rangordnung aber sonst noch unbekannt zu seyn." — Cook bemerkt, daß diese Befehlshaber nicht Gewalt genug halten« sich eine Cocosnuß von den andern bringe» zu lassen, Wahrscheinlich gilt ihr Ansehen nur im Kriege. Ein solcher Tannesischer Feldherr mußte, als er den Europäern rin Geschenk mit Cocosnüssen machen wollte, selbst den Palmbaum hinanklettern, weil seine Untergebenen dies? Mühe nicht für ihn übernehmen wollten. Solche im Fluge gesammelte Bemerkungen über die Verfassung eines durchaus fremdartigen Volkes, können naiürljch keine belehrende Aufschlüsse über seinen gesellschaftlichen Zustand geben. Nur bei einem längeren Aufenthalte philosvphjscherBeobachter kann daS, was den Men- fchenforscher hierbei interesstrt, in Erfahrung gebracht «erden, Don der Religion der Tanneftn tpisscn Coyk und seine Begleiter nichts zu sagen. Archipel der heiligen Geist-Lander. 341 Nach dieser möglichst vollständigen Beschreibung der vorzüglichsten Inseln im Archipel des heiligen Geistes können wir uns über die anderen, hierher gehörigen, Eilande um so kürzer fassen, als auf ihnen keine auffallende Verschiedenheit von den anderen Statt finden kann. Die Insel Aurora besteht, von einem Ende zum anderen, aus einem schmalen, von Norden nach Süden streichenden, langen Berge, derziemlich hoch und oben zugespitzt ist. Sie mag ungefähr 36 Engl., Meilen lang, scheint aber nicht über .5 Engl. Meilen breit Z't. seyn. Die Mitte derselben liegt 15 0 6' s. Dr. und 168° 24/östl. L. v. Gr. Pentecüte oder Pfingstinsel liegt etwa vier Meilen südlicher, und hat ungefähr die gleiche Größe als Aurora, Die Insel oder der Aussätzigen liegt, ihrer Mitte nach, unter 15° 22' s, Br. und i<>8 ö 3' östl. L. v. Gr., und hat, sowie die vorige Insel, an der übrigens steilen Küste, schön angebauete Ebenen und schien sehr volkreich zu seyn. ki>6 de l’etoile, hat sehr steile User, ist am nordöstlichen Ende jedoch flach und mit mancherlei Arten Bäumen bedeckt, Diese Insel ist besonders reich an Palme,,. Von den steilen, grüne» Ufern stürzten malerische Casca- -cn in die See. Die Insel Sandwich, (17 0 40' f. Br. und 1 6$° 30' üstl. L,v. Gr.) ist ziemlich bergige, doch nirgend steil und ergötzt das Auge deö Seefahrers durch eine Menge herrlicher Aussichten. Finstere Wälder wechseln angenehm mit großen, freien Strecken ab, die ihrer schönen, goldgelben Farbe wegen. den europäischen reifen Kornfeldern ähnlich sehen. Förster hielt dies Eiland für cincs der schönsten der ganzen Gruppe, und für vorzüg- 342 Australien. Iidj tauglich zu Anlegung einer Colonie. Es ist jedoch dabei zu erinnern, daß auf der Insel nicht gelandet wurde. T o uto una, die östlichste von allen, hat nur fünf Stunden im Umfange, zeigt sich aber fruchtbar und von dem schönsten Ansehen. Anatom, die südlichste, liegt unter 20° 3' S. Br. und 170° 4' ösil. L. von Paris. E r r 0 m a u z 0, unter i 8 ^F 4 ^s. Br. u. 169°19' östl. L. v. Paris, hat gegen 25 Stunden im Umfang und zeigt, wie die andern Inseln ebenfalls fruchtbaren, angebauten Boden. Amb rr y ni, hat etwa 20 Seemeilen im Umfange und einen feuerspeienden Berg. Von einigen anderen Inseln ist es hinreichend die Namen anzuzeigen, indem sich nichts besonders Merk« würdiges von ihnen sagen laßt: dahin gehört Hiise- litllsislunU (drei Hügel Eiland,) Sliepherds islaiuls, deren steile Felsen den Seefahrern gefährlich werde» können, Two-hills-island, etc. Neu s Caledonien. Diese Insel wurde von Cook auf seiner zweiten Reise entdeckt, wo er an der Ostseite derselben hinsegelte. Sie ist seitdem nur vom Admiral Dentrecastcaup besucht worden, der die Westseite aufnahm. Sie erstreckt sich von »9° L8' bis 22 0 30' s. Br. und liegt zwischen 162" ,1. 165° östl. L. v. Paris. In der Richtung von Nordwest nach Südost ist sie ungefähr 55 bis 60 geogr. Meilen lang; ihre Breite betragt nur 10 bis 15 geogr. Meilen. Die südlichen, westlichen und nördlichen Küsten sind mit furchtbaren Felsenriffen umgeben, welche den Zugang bis jetzt unmöglich gemacht haben. Diese Riffe erstrecken sich sowohl im Süden, als im Norden viel weiter, als die Hauptinsel Neu-Caledonien, indem sie im Norden bis 17 0 51', und im Süden bis über 23 0 f. Br. Hinausreichen. Auch an der Ostseite zeigen sich mehrere Corallenriffe, doch können die Schiffer sich gefahrloser hier der Küste nähern. Herr von Zimmermann schätzt die Größe der Insel auf 325 teutsche Quadrat- meilen. N e u, Caled 0 »k en ist offenbar der, aus dem Meer hervorragende, Gipfel eines submarinischen Gebir- 344 Australien, ges; denn es zeigt sich als eine, in der Richtung des Landes fortlaufende Kette pon Bergen, Sie »ur an einigen Stellen durch Thäler unterbrochen werden. Diese Berge erhaben sich stufenweise bis zu 3200 Fuß über der Mecresfläche; d>e vorzüglichsten derselben, soweit man hak urtheilen können, schienen aus großen Massen pon Quarz, eisenschüssigem Glimmer, grauem Hornstein, und grünem Schörl zu bestehen. Auch findet man Granaten, sowohl >m Glimmer, als im Sandstein, rnid eine» durchsichtigen weißen Quarz und Asbeste, Sowohl auf dieser Insel, als auf Neuseeland find Metalle zu vermuthen. Seifenstein (8E6trs) und Serpentin sind nicht selten und dienen den Eingebornen zu mancherlei Gebrauch. Von Vulkanen hak man keine Spuren entdeckt. Im Ganzen ist der Anblick des Landes traurig und einförmig; die Berge zeigen stch, wenigstens aus der Ferne, nackt und unfruchtbar; doch sah Cook ein schönes Thal, das auch Dentrecasteavz- wieder fand, und welches, durch die Windungen eines Flusses belebt, zur fruchtbaren Heimath der Bewohner gebildet war. Obgleich nach unserer jetzigen Kenntniß der Insel zu urtheilen, die Flora derselben nicht sehr reich ist, ss fand man doch mehrere merkwürdige Pflanzen. Die Co- roSpalme bedeckte die fruchtbarsten Thäler. Von andern Nahrungspflanzen sah man angebaut: Iambosbäume, AamS, Arum, Zuckerrohr und Pisangs, welche letztere in regelmäßigen Alleen gepflanzt waren. Auch der Brpdfruchtbaum gedeiht hier, scheint aber eine eigene Varietät zu bilden, welche sich durch weniger tief ein- geschnittene Blätter unterscheidet. Außerdem sah man den, auch auf den Molukken einheimischen Baum Cq- mersonia ecbinata; einen neuen schönen Jasmin; 0e>>. lliJjttscws siliawus, dessen Knospen von den Ein- Neu - Caledonien. 345 wohnern gekaut werden; den Dolichos Tuberosus, dessen Wurzeln, auf Kohlen geröstet, genossen werden; Melaleuca latisolia; Dracophyllum verticiüatirm; mehrere neue Arten von der Passiflora und fcemLimo- dorum; die schöne Antholama montana, ein neues Geschlecht; den Hipoxis, der wild in den Wäldern wachset und dessen Wurzeln die Neu-Caiedomer essen; ferner Acauthus ilicisolius, Aerostichmn australe, Amomum Zingibcr (Lngwer,) Gasuarma equiseti- tolia, schöne Aleurites, deren Mandeln einen äuge« nehmen Geschmack haben rc. An vierfüßigen Thieren scheint es hier gänzlich zu fehlen; man fand nicht einmal Schweine und Hunde, die doch auf den meisten Australinseln angetroffen wer, den. Das einzige Hausthier, das man bis jetzt auf Neu - Caledonien entdeckt hat, war das Huhn von schö» ncm Gefieder und ansehnlicher Größe, Unter den Vögeln soll es nach Förster mehrere neue Arten geben. La Billardiüre und Förster nennen; eine schöne Elster, verschiedene Fliegenfänger, eine Rabcnart (Corvus Calidonicus,) sehr große wilde Tauben, die Ceilanische Eule (Strix Ceiloneusis Lin.), unsere Krähe, Papageien, und Baumläufer mit einer sehr me» lodischen Stimme. Von den Amphibien traf man Schildkröten und die breitschwänzige Wasserschlange (Anguis laticaudata). Unter den Fischen hätte eine neue giftige Art von Te» traoden bald den beiden Förster das Leben gekostet; doch schien das Gift dem Fische nicht eigenthümlich, sondern vielleicht nur von einer Seepflanze mitgetheilt zu seyn, indem ein andermal ein Matrose von diesem Fische aß, ohne Nachtheil davon zu spüren. Unter den Insekten verdient vorzüglich eine große schwarze Spinne (Aranea cdnlis Billard.) deswegen Australien, 34 6 genannt zu werden, weil sie, auf Kohlen geröstet, von den Einwohner» gegessen wird. Die Neu-Caledonier gehören zu der Rasse der Au- stralneger, und hoben in der Physiognomie viel Achnlich» keil nul den Bewohnern von Vandiemens-Land, vor denen sie sich jedoch vorlheilhaft auszeichnen. Sie sind schwarz, haben Wollhaare, eine hohe Stirn, plärre, breite Nasen, hervorragende Backenknochen, dicke Lefzen. Im Allgemeinen waren ihre Gesichtszüge nicht wild, wie dies auch Peron bei den Dandie- mcns-Länderu fand; Förster glaubte in dem Blicke der Weiber einige Giikmülhigkrit zu entdecken, während Den- rrecuSteanp sie wild und widerlich fand. Uebrigcns sind die Weiber plump gebaut. Mehrere Männer zeichneten sich durch eine große, wohl proportionirte Gestalt aus; sie waren über 6 Fuß lang; andere waren auffaltend mager an den Armen und Beine», wie die Neu-Holländer. Viele schienen kraftvoll und gelenkig; besonders mußte man die Schnelligkeit bewundern, mit welcher sie die Baume hinanliefen. Sie haben fast keine Kleidung und tragen nur einen Strick um die Mitte des Leibes, an welchem sie das Zeugungsglied, in Baumblätter gewickelt, in die Höhe binden. Die Weiber haben an diesem Strick einige, nicht sehr lange Franze,n befestiget. Nur im Gesicht sind sie etwas tatowirt. Der unfruchtbare Boden ist wahrscheinlich Ursache, daß die Einwohner, um sich zu nähren, zu den seltsamsten Dingen ihre Zuflucht nehmen. Zwar fand mau bebaute Felder mit den oben erwähnten Nahrungspflanzen; so wie ste auch Fische und Muschesn genießen. Allein nicht nur dienen, wie bereits gesagt, die Spinnen ihnen zur Nahrung; soudern ste essen selbst Stücke vo» cinem wei» Neu - Caledonien. 347 chen Speckstein (Stealit). Endlich fand man die un. iäugbarsten Anzeigen, daß ste auch Menschenfresser find. Ihre Wohnungen find niedrig und enge; da be- ständig Feuer darin unterhalten wird, ohne daß sich ein Rauchfang findet, so sind sie heiß, angeräuchert und schmutzig. Die Form der Hütten gleicht einem Bienenkörbe ; so elend sie aber im Ganzen aussahen, so hatten doch einige Flügelthüren, die oben mit Schnitzwerk geziert waren. Inwendig sind sie mit Malten vou Cocos- blaltcrn bedeckt. Der Hausrath besteht außer den Matten, die ihneir als Betten dienen, nur aus einigen irdenen Kochtöpfcn, aus steinernen Aorten, hölzernen Hacken, so wie au- Fischangeln. Obgleich man an einigen Stellen bebaute Felder antraf, so ist doch zu vermuthen, daß in den gebirgiglen, dürftigeren Gegenden, wenn sie anders bewohnt sind, die Neu - Caledonier den Boden unbearbeitet lassen, Sie haben Doppel-Kanots, die mittelst eines Berdecks, welches zugleich ein Hecrd ist, verbunden werden. Ucbrigens sind sie plump, von viereckiger Form , sonach sehr unbchülfiich; jedoch mit Segeln aus Mallen versehen. Die größte Industrie scheinen sie auf Verfertigung der Waffen zu verwenden. Sie haben keine Bogen und Pfeile, sondern nur Sagaien oder Lanzen, die bis Fuß lang find; diese werfen sie mit ziemlicher Kraft und Sicherheit mittelst eines elastischen Stricks, den sie um die Mitte der Lanze legen und mit dem Daumen einen Schneller geben. Sie haben auch Streitkolbcn von sehr hartem Holze, die zum Theil artig geschnitzt und polirt sind. Endlich bedienen sie sich auch der Schleudern, und rün- den zu diesem Behuf die Steine mit besonderem Fleiße. Um ihre erschlagenen Feinde zu speisen, zertheilen sie die Leichname mit einem eigenen Instrumente, welches sie 348 Australien. jS T bouet nennen; es besteht aus einem 6 Zoll langen, zuge- scharfttn Serpentinstein, und hat erneu Griff aus Cv- cvsschalen. Ueber den Charakter der Neu - Calcdonrcr weichen die Berichte der beiden Seefahrer, welche die Insel besuchten, van einander ab. Der Engländer fand sie gut« artig obne Mißtrauen, und freundlich zuvorkommend. D nlrecasteanp und La Billardi^re schildern sie als freche Dnbe, wild und streitsüchtig und als Menschenfresser. Denrrecasteauz: erklärt diesen Unterschied des Betragens daraus, daß Covk hier war, während vielleicht das Volk des Friedens genoß; er aber nach Neu - Caledonien kam, als ein verheerender Krieg Unter den Einwohnern gewüthet zu haben schien« Von dem häuslichen Leben, von der Verfassung und der Religion dieser Wilden haben die Nachrichten, bei dem kurzen Aufenthalt der Europäer, nur sehr unvollständig ausfallen können. Die Weiber find die Lastthiere, die Unter der Despotie der Männer stehen. Ob Polygamie unter ihne» eingeführt sey, ist unbekannt. Sie scheinen Oberhäupter zu habe», welche sie Tea NeUiien. Was mau von ihren Vorrechten weiß, beschränkt sich darauf, daß ste eine Art von Husarenmütze tragen, und ihren Unterthanen, was ihnen gefällt, ohne Ersatz abnehmen können. Aus der Ferne sah man Mvrais oder Begräbniß- Plätze, zu denen sie den Europäern den Zugang nicht gestatteten. Der Sprache nach schienen diese Menschen ein eigenes Skammvolk zu bilde», indem dieselbe mit keiner bekannten Mundart überein zu stimmen schien. La Bil- lardiere hat eilt eigenes kleines Wortverzeichniß davort geliefert. Neu - Caledonien. 349 Da die Annäherung an das Land, wie öekeits erwähnt wurde, sehr schwer ist, und auch sonst die Insel keine Reize hat, so werden die Europäer sie wohl nur selten besuchen. E o o k legte in det benachbarten, im Norden gelegenen, kleinen Insel Balobea an, und Denkrecasteaux ankette a» dct DstkÜste von Neu - Cale- donien, im nördlichen Theil der Insel unt,r 20^ if* n" s. Br» und iöu° 4'Zj" östl. L. v. Paris» \ V / \ D i e Norfolk-Fnsel. Diese kleine Insel, im Osten von Neu.Holland, und zwischen Neu-Calcdonicn und Neu-Seeland, wurde von ^ovk auf seiner zweiten Reise entdeckt. Er fand sie unbewohnt, rühmte aber ihre ausnehmend große Fruchtbarkeit. Im Jahre 1788 haben die Engländer hier ein Fi- lial ihrer Verbrechcr.Colonic angelegt, wodurch die In« sei ein höheres Interesse für Europa erhalten hat. Sie liegt 29^ 2' s. Br. und 168° 16 ' östl. L. v. Gr. Ihre Gestalt ist ein längliches Viereck, und sie enthalt in einer Länge von sechs Englischen Meilen und einerBreite von vier dergleichen Meilen, ungefähr 14,000 Morgen Landes. Der Boden ist hügelicht, und einige Thäler sind, in Rücksicht auf die Größe der Insel, ziemlich breit; die uiehresten derselben aber nur liefe Höhlungen, welche durch die steilen Hügel zu beiden Seiten gebildet werden, Hügel, deren einige so senkrecht hinlaufen, daß es unmöglich ist, sie zu bebauen. Mount.Pitt (der Pilts-Berg) ist der ansehnlichste unter denselben, und ungefähr 200 Klafter hoch. Auf den Gipfeln dieser Anhöhen giebt es einige ausgebreitete Ebenen. Dir Klippen rings um die Insel sind bis vierzig Klafter hoch, und völlig senkrecht. Ihr Grundstoff, welchen die meisten Felder und Riffe um die Insel her mit ihnen gemein haben, besteht aus einer harten, feste», sehr fcinge- mischten Thonerde. Die Norfolk - Insel. 35 * Dieganze Insel ist mit einem sehr dickten Walde bedeckt, und dieser dergestalt mit Unterholz besetzt, daß man dies erst wegräumen muß, ehe man hindurch kommen kann. Ein reicher Vorrath trefflicher Wafferströmc, deren einige breit genug find, um viele Mühlen zu treiben, machen dies Eiland vorzüglich zum Aufenthalt für Menschen geschickt. Wahrscheinlich entspringen die meisten dieser Bäche aus Quellen in der Nachbarschaft des Mouul Pikt. Auf einem Hügel, in der Mitte der Insel, zwischen der Cascade- und Sydney-Bai, ist ein Teich frischen Wassers, von dem Umfange eines halben Morgen Landes. Kein Bach fließt in seiner Nachbarschaft, auch bemerkt man keine Quelle, und doch bleibt zur Zei-t der größten Dürre der Teich immer voll, und hat .wohlschmeckendes Wasser. In allen Bachen findet man schöne Aale in großer Menge. Don dem Abhänge der Klippen; welche die Küste umgeben, bis zu dem Gipfel des Mount Pitt findet man lauter treffliches Erdreich, das aus fettem braunem Lo- den in leichte röthliche Erde übergeht. Turnbull vergleichet daher die Insel mit einem Garten. In verschiedenen Gegenden der Insel trifft man einige große Steine an. Der Kalk, der hier in Menge vorhanden ist, war der Colonie von Port» Jackson, besonders im Anfange, ehe in der Nähe Kalk entdeckt wurde, zum Bauen sehr nützlich. Die Schiffe brachten ihn als Ballast von Norfolk. Insel nach Port-Jackson. Ein deutlicher Beweis, wie gesund und heilsam die Luft seyn müsse, ist die Erfahrung, welche man in den ersten zwei Jahren seit Gründung der Colonie gemacht. In dieser ganzen Periode wußten die Europäer, außer dem Schnupfen, kaum etwas von Krankheiten. Der fruchtbare Boden bringt mehrere Baume hervor, unter dkiicii King, der erste Gouverneur dieser Colonie, fünf Arten angiebt, die j't Zimmerholz ge- ' Aiistrali-n, B h 352 Australien. brauet werden. Er benennt sie zum Theil mit Europäische» Namen, wohl mehr einer entfernten Achnlichkeit, als der Gleichheit wegen. Diese Bäume sind nach ihm, die Tanne, die Eiche, die Buche, ein gelbes und ein hartes schwarzes Holz. Die Tannen lind von großem tlmfange, oftmals hundert und achtzig bis zweihundert und zwanzig Fuß hoch und ziemlich weit über dem Boden noch vier bis acht Fuß im Durchmesser dick. Die Bäume, welche hundert bis hundert und achtzig Fuß Höhe haben, sind mci- siciikheils gesund und bis zum achtzigsten oder neunzigsten Fuß ohne Zweige, der obere Theil aber ist zum Gebrauch zu knoticht und hart. Oftmals wird der Stamm, wenn zwanzig Fuß vom dicken Ende abgesägt sind, faul und mürbe, folglich auch sehr zerbrechlich, so daß mau sich desselben zu Masten und Segelstangen nicht bedienen kann. Der Terpentin, welcher von selbst aus der Rinde schwitzt, ist eine milchweiße harzichte Feuchtigkeit, die aber nicht zum Verpichen gebraucht werden kann. Zum Häuserbau ist die Tanne von der Norfolk- Jnsel vorzüglich tauglich. Die Eiche, das gelbe Holz, das Schwarzholz und die Buche, sind sämmtlich sehr fest und dauerhaft, und halten gemeiniglich vierzehn dis zwanzig Zoll im Durchschnitt. Die Zweige der Eiche taugen znm Zimmer- und Knieholz für Böte und kleine Fahrzeuge. Die Kohlpalme, die Anfangs hier angetroffen wurde, soll jetzt ausgerottet worden seyn. — Aus der Rinde der Farenbaume (Polypodium medullare Forst.) können Stricke bereitet werden; auch sind die gelochten Wurzeln eßbar. Man findet') ier einen wilden Pfefferstrauch, der aber, bis jetzt wenigstens, ohne Nutzen gewesen ist. Auch kommt Die Norfolk. Insel. 353 eine Aloe unter den hiesigen Pflanzen vor; ferner 3 uU kerrvhr. Ein wichtiges Product ist die Neuseeländische Flachspflanze, welche hier wild und in großer Menge, vorzüglich an den Küsten und in den Thälern in der Nachbarschaft der See wachst. Fast alle Europäischen Getraidearten, welche hier angebaut wurden, kamen vortrefflich fort; nur waren ihnen eine Art Erdwurm und dann die Ratten sehr nach- theilig, indem diese Thiere, besonders in der Zeit der Entstehung der Colonie, oft ganze Ernten zerstörten. Mit Glück hat die Colonie Kartoffeln, Kürbisse, Melonen, Citronen, Pomeranzen und selbst Wein angebaut ; und man hoffte Baumwolle, Indigo und Pisang ziehen zu können. Unter den Thieren, die man mitbrachte, wurden Anfangs mehrere von unbekannten Pflanzen vergiftet. Doch hat man seitdem mit größerer Vorsicht Schweine, Ziegen und Schaafe aufgezogen. Auch das Haushuhn ist jetzt hierher verpflanzt worden. Die Küsten der Insel sind reich an trefflichen Fischen, worunter sich besonders der Schnappfisch befindet, deren einer vier bis acht Pfund wiegt. Zuweilen fängt man Fische vom Ufer aus, dies trifft sich aber höchst selten, so daß man sich nur mit Fischen versehen kann, wenn das Wetter und die Brandung den Böten erlaubt, in die See zu stechen. Der Frühling zeigt sich sehr sichtbar im August, doch wechseln in vielen Gegenden der Insel das ganze Jahr hindurch die Bäume beständig mit Blüten und Früchten ab. Der Sommer ist heiß. Vom aasten September 1789 bis zum Listen Februar 1790 fiel kein Tropfen Regen, außer an zwei Dccembertagen. Doch litten die B b 2 354 Australien. Colonisten im folgenden Jahre an keiner Dürre. Alles Getraide und alle Europäische Pflanzen tragen im De- ccmber Saameir. Vom Februar bis zum August kann man die Regenzeit annehmen, obgleich diese Jahreszeit dem Namen nicht entspricht, weis es zuweilen vierzehn Tage hinter einander sehr heiler ist; kommen aber die Regen, so zeigen sie sich wie Wvlkenbrüche. Der Donner laßt sich nur selten hören; auch eigentliche Orkane scheinen nicht häufig, obgleich die Colonie gleich in der ersten Zeit einen der fürchterlichsten Stürme erlebte, den man sich denken konnte. Der Winter, den man vom April bis zum Julius rechnen kann, ist überaus angenehm. Es friert nie, doch ist die Luft rauh und kalt, wenn der Südwind bläs't, der in diesen Monaten sehr häufig und heftig weht. Merkwürdig ist cS, daß au einigen Tagen des Decembers und Januars, das Wetter viel kalter als im Winter war. Der Südost. und Ostwind brennt sehr und trock« uet stark aus, denn so lange der regirt, fällt kein Than. Die Küsten der Insel sind im Ganzen sehr steil, und an den einzigen Baien, Sydney-Ansvn« und Cascade» Bai ausgenommen, unzugänglich, weil ihre schroffen Klippen sich senkrecht aus dem Meere erheben. Dicht am Ufer liegt eine Menge großer Felsen hingestreut, gegen welche die Brandung sich immer gewaltsam bricht. An der, auf der Südseite der Insel gelegenen Sydney-Bai, ward die Nicderlassuug angelegt. Port-Hunler und Port-North, welche sieben Viertel Englische Meilen nordöstlich und südwestlich von einander liegen, bilden diese Ducht. Ein Thon- und Korallcnriff kauft »etwa drei Viertelnieileii weit in gleicher Richtung, und etwa 450 füßiger Entfernung vom Ufer, vom Port-Hunter aus, und endigt sich gerade vor der Niederlassung in einer Spitze, jenseits welcher 1 S55 Nie Norfolk-Insel. der Landungsplatz ist. Da aber die Brandung gewaltsam gegen den Riff schlagt, so bricht sie oftmals i» das Fahrwasser ein, und macht es unmöglich zu landen. Dies hangt überhaupt gänzlich von der äußeren See und von der Richlnng des Windes ab. Im Ganzen genommen landet fich's am besten von halber Ebbe bis zu halber Fluth, und mit Ost» Nordost - und Nordwest- Wind findet man gewöhnlich ebenes Wasser. Während der Fluth geht der Waffcrstrom zwischen der Insel lehr heftig, so daß die Schiffe, welche auf felsichiem Boden nicht vor Anker geben könne», es sehr schwer finden, mit dem Ufer Gemeinschaft zu haben. Die Ebbe lauft neun Stunden lang nach Osten, die Fluth drei Stunden, zuweilen fünf Skuiiden lang nach Westen; in der Bucht aber wachst uud fall! sie achtehalb Stunde», und steigt zuweilen sieben Fuß hoch. Die andern Baien find noch schwerer zugänglich; nur Cascade-Bai ist ihrer Lage wegen, im Winter der beste Landungsplatz. Der Mangel eines sichern Hafens ist eine große Unbequemlichkeit, und macht es schwer an die Insel zu kommen. Es können zwar Schiffe, wenn sie unter dem Wind vor Anker gehn, oder andere günstige Gelegenhei- t'u abwarten, ein- und ausleben; aber unglücklicher Weise ist es gefährlich vor Anker zu gehn, weil eine Menge Korastenfelseii im Grunde find. Doch wird man, bei gehöriger Unterstützung von Port-Jackson, in wenig Jahren kaum mehr au diese Schwicrigkeiten denken, wenn man dagegen in Betracht zieht, welch einen Vor- rach von Getraide die Bewohner von Neu-Süd-Wallis aus dieser Insel erhallen können. Lieutenant King, dem wir die besten Nachrichten über die Norfolk-Jnsel oerdankeu, war zwei Jahre Gou- . verneur derselben. Als er ste verließ, befanden sich in Sydniy Bai bereits folgende Eiilwohucr: 35 6 Australien. Civil- und Militair-Bediente und freie Leute. . 90 Mannschaft des Schiffs Sirius. ... 80 Männliche Ucbelthäter. . . , . .191 Weibliche Uebelthater . . . . roo Kinder. . . .' . . . . 37 In Allem 498 Au Getraide, Kartoffeln und lebendem Vieh ließ er zurück: Waizcn. .... 250 — zoo Schff. Gerste . ' . . . 6 — Mais. . . . . J30— i^o — Für die Regierung sowohl, als für die Privatpersonen waren mehrere Morgen Landes urbar gemacht, und die Ucbelthäter allein besaßen über dreißig Morgen, welche durch guten Ertrag ihren Fleiß belohnten. King ließ endlich bereits 44 Schweine auf der Insel zurück. Turubull, der i. I. »802 hier war, giebt die Bevölkerung auf tausend Seelen an. Wegen der großen Fruchtbarkeit des Bodens, und nachdem der Ketraidebau auffallend geglückt ist *), wird diese Ncben-Colonie für Port Jackfon von besonderer Wichtigkeit. Doch nicht bloß Getraide bezieht letztere aus der Norfolk-Jnsel; da die Schweine sich hier sehr vermehrt haben, so kann sie auch mit Schweinefleisch versorgt werden. . Man betrachtet in Port-Jackson die Insel als einen Zweite» Verbaniiungsorl und schickt die unverbcffcrlichsten Verbrecher zur Strafe hierher. Gleichwohl haben einige *) Der Rattm und Erdwi'irmer erwähnt Tnrnbukl nicht mehr; wildern nur dcs Unkrauts, welches bisweilcil die Ernten vermindert; daher die Ausrottung dcffeldeir die Hauptsorge der Coloniste» ist. Die Norfolk-Insel. 357 Wenige, durch den Gewinn angelockt, sich hier zur regelmäßigen Arbeit gewöhnt und gebessert. Bei der Norfolk-Jnscl liegen noch zwei kleine Eilande; Philipps- und Nep ean. Insel. Die erste ist halb so groß als Norfolk-Jnsel und liegt ungefähr drei Stunden südwärts von derselben. S>e wird als Weide für die Schweine benutzt. N e p e a n - Insel scheint durch ein Erdbeben von Norfolk-Jnsel losgerissen zu seyn, und ist von dieser eine halbe Viertel«Stunde entfernt. Die schlimmste» Verbrecher werden hierher gebracht, und müssen Salz bereiten. Ein großer Nachtheil, den die Colonie empfindet, ist der Mangel eines guten Hafens, und die Schwierigkeit zu landen. Die Schiffe müssen bisweilen mehrere Tage, bei ungünstigen Winden, laviren, ehe sie anlegen könuen. Neu - Seeland. Dem Südende von Neu-Holland im Osten, in ei« ner Entfernung von 300 gcogr Meilen, liegen, zwischen Z4* und 48° s. Br. und zwischen und 177^ östl. £' von Paris, zwei große Inseln, welche von den Europäern den Namen: Neu»Seeland erhallen haben. Der erste Entdecker war der Holländer Abel Jan« sei. Tos man. Er segellc i. I. »642 ander östlichen Küste vom Zysten bis zum 44stcn Grade südlicherBreite hin, lief in die Straße — welche jetzt die Cooksstraße genannt wird — ein; gicng aber, weil er bald darauf von den Einwohnern angegriffen wurde, nicht an's Land. Derjenigen Gegend, wo er so feindlich empfangen wurde, gab er den Namen der Mörder-Bai, und dem ganzen Lande, den Generalstaaten zu Ehren, den Namen Stare»land. Man hat es eine Zeitlang für einen Theil eines südlichen festen Landes gehalten; durch Cook's Umschiffung aber wurde entschieden, daß es aus zwei großen Inseln besteht, welche durch einen, ungefähr 4 bis H Meilen breiten Canal, durch die eben erwähnte Cooksstraße, von einander getrennt werden. Don T a s m a n bis zu Co 0 k's erster Reise um die Welt, wurde das Land, so viel bekannt geworden, von keinem Europäer wieder besucht. Dem erwähnten großen 9TfU * Seeland. 359 Seemann verdankt man erst die nähere Kenntniß von Ncu.Seeland. Er umschiffte dasselbe in den Jahren iyö<) — 1770, entdeckte die Straße, welche beide Insel» scheidet, und verwendete sechs Monade auf die nautischen und geographischen Untersuchungen dieses Landes. Seine wissenschaftlichen Gefährten, Banks und S 0 lande r, erforschten zugleich die-Naturgeschichte dieser entfernten Welkgegend. Zu gleicher Zeit mit Cook besuchte i. I. 1769 der Franzose Sürv i ll e die Nordostküste von Neu «See» land, ohne jedoch die Kunde davon zu erweitern. Im I. 1771 fand hier ein anderer Französischer Schiffscapitän, Marion dü Fresne, unter den kriegerischen Einwohnern seinen Tod. Die Reise M a» rion's ist von seinen Gefährten Crozet und Dü« clesmeur beschrieben worden, und enthält schätzbare Nachrichten von Neu-Seeland. Während seiner zweiten Reise in den Jahren »7 73 bis 1774, besuchte Cook, und mit ihm die beiden Förster, dreimal diese großen Inseln und berichtigte seine früheren Bemerkungen; so wie dies nicht weniger der Fall auf der dritten Reise, i. I. «777, war, wo der Schlffswundarzr, Dr. Anderson, die Producten- und Menschenkunde von Neu-Seeland erweiterte. Endlich verdankt die Geographie sowohl, als die Ethnographie den Herren van Couver, Dentrc- castea»7, Hanson, King rc., schätzbare Beiträge über das Land und die Bewohner. Die nördliche Insel wird von den Einwohnern Fa- h ein^m anwe, und die südliche T0v y oder Tavai Pönamoo genannt. Es ist indessen noch'nicht ausge-^ macht, ob diese einheimischen Namen allgemein sind, oder nur einzelnen Gegenden zukommen. Die südliche Insel ist ein überaus gebirgigtes, unfruchtbares und wenig bevölkertes Land. Die nördliche Insel hingegen hat Australien. 360 ein lebendigeres Ansetzn. Sie ist zwar auch gebirgigt; aber die Gebirge sind mit Holz bedeckt, und die Thäler zwischen denselben werden von vielen Bächen bewässert. Die Größe beider Inseln giebt Herr von Zimmer- mann auf 4291 Teutsche Quadratmeilcn an; sonach würde Neu-Srcland nicht viel kleiner als Großbrittanien seyn. Der Boden in diesem gebirgiglen, über vierzehn Breitengrade ausgedehnten Lande, muß sehr verschiede» seyn. Da aber das Innere völlig unbekannt ist, so können keine befriedigenden Angaben über die'Grundbestand- theile erwartet werden. Förster fand talkartige Thonschiefer- und Gneusge« birge. Andcrson sah im Charlotten-Sunde Sandstein und Mergel, wovon Förster dagegen dort nichts bemerkt haben will. Spuren von Vulkanen sind sehr häufig; man fin, det Lavg mit Schlacken vermischt, Bimsstein, schwarze Glasstücke, gebrannte leicht zerreibliche Erden, Trippcl, Basalt u. s. w. Es zeigten fich Blöcke von weißem und rothem Marmor; Granit mit schwarzen Lamellen und einer weißen, bald matten, bald glänzenden Substanz durchsprengt; klystallisirtcr Quarz, Feuersteine, Chalcedone, Achate, durchsichtige Kieselsteine, Eisenstein und Ocher von schöner rother Farbe. Alle diese Steinartcn sahen die Seefahrer an den Küsten, wo sie zum Theil als Gerölle mit den Flüssen von den Bergen hcrabgekommen waren. Mit Wahrscheinlichkeit sind in dem Schoos der Berge Metalle zu vermuthen. Ein merkwürdiges Mineral dieser Gegend, ist der Jade oder orientalische Nierenstein (lapis nephri- ticu*). Er ist von einer schönen, grünen Farbe, halb- durchsichtig; aber dunkler als die Nierensteine, die man tfleue Seeland. 36 1 in ander» Wcltgegcnden findet. Es giebt Stücke von einer schillernden, schönen Farbe. Dieser Stein wird vorzüglich auf der südlichen Insel gefunden, die deswegen auch von den Eingebornen d. ist Wasser des grünen Nierensteins, genannt wird. Die Neu «Seeländer holen diesen Stein, um ihn zu ihren Waffen zu bearbeiten; daher er auch bei ihnen ein Gegenstand des innern Handels ist. Nach Marion stellt sich Neu-Secland dem Auge als ein ungeheuerer Berg dar, welcher von der übrigen Welt abgerissen zu seyn scheint. Die Gipfel dieses Gebirges sind mit Schnee bedeckt. An der Westküste reichen die Felsen, wie künstlich behauene Riescnwände, bis an das Meer, ohne Hafen oder Buchten zu bilden, oder irgend eine Spur von der Mündung eines Stromes anzuzeigen. DieOstküste dagegen ist zerstückelter und zeigt mehrere kleine Inseln, Baien und Häfen. Hieher scheinen alle Flüsse, die von den Gebirgen Herabkommen, ihre Mündungen zu nehmen. Auch sind hier die Berge, weniger schroff und einförmig; mehrere Ebenen und wal- digtc Thäler bringen eine angenehme Abwechselung hervor. Die Landschaften haben aber häufiger einen wild , romantischen, als freundlich erheiternden Charakter. Man sieht Felsen mit Wäldern bedeckt, deren Aller in die Zeiten vor der Sündfluth hinauf zu reichen scheint, zwischen welchen sich Wafferbäche mit schäumenden Ungestüm herabstürzen. In der C a s c a d e n b u ch l stürzte von einer 300 Fuß erhabenen Höhe ein, 30 Fuß breiter, Wasserfall herab. Unweit der Tcgadu-Bai war ein ungeheurer Sandstein zu einem, über 70 Fuß weiten Schwibbogen ausgewaschen, unter dem sich ein Strom ins Meer ergoß., Ucberhaupt zeigt das Land einen rauhe» Charakter, wie die meisten Gegenden der Eide unter gleichen südliche» 3 (>3 Australien. Breiten. Die südlichen Gegenden Neu-Seelands find auch die unfreundlichsten. Der Unterschied des Klimas muß unter den verschiedenen Breitengraden auffallend seyn. Daher zeigt sich die südliche Insel als ein ödes kaltes Land; wahrend die Nordinftl vielleicht mit der Zeit ein angenehmer Aufenthalt werden könnte, indem hier mildere Lüfte wehen. Im C h a r l o l t e n f» n d e, ungefähr in der Mitte von Neuseeland, war in der Jahreszeit, die unserm August entspricht, die Witterung nicht auffallend heiß; das Thermometer stieg selten über 66 Grad Fah. renhcit. Eben so gemäßigt scheint der Winter zu seyn, denn im Junius, welcher mit unserm December übereinstimmt, war das Thermometer nie unter 48 Grad Fah- renheik, und die Bäume standen noch in vollem Laube, welches iie überhaupt nicht eher verloren, als bis die jungen Blätter im folgenden Frühlinge die alten ersetzten. Stürme, Wasserhosen und Gewitter sind hier so häu- stg, als gewaltsam; die Winde wechseln oft in der Richtung, welches durch die hohen, mit Schnee oder ewigen Ncbelwolkcn bedeckten, Gebirge bewirkt zu seyn scheint. So wie die Gebirge dem Klima einen gewisse» rauhen Charakter geben, so hindern sie auch die Cultur des Bodens, durch deujenes gemildert werden könnte; denn der Ackerbau kann in den meisten Gegenden vonNeu-Sceland schwerlich einen hohen Grad von Vollkommenheit erreichen; indem der Gebrauch bes Pfluges, wenigstens an den, von Europäern besuchten, Stellen, beinahe unmöglich ist. Die ungeheuere Menge von Schlingstaudcn, Dornen und Strauchwerk, womitdie Wälder durchwachsen und überzogen sind, machen es ungemein mühsam, ein Stück Land zu reinigen, oder tief in das Innere zu dringen. An Producten des Pflanzenreichs ist Neu-Seeland, in den Augen des Botanikers wenigstens, reich zu nennen. / Neu - Seeland. 363 > Förster fand über 252 neue Pflanze», und nur zehn bekannte Linneische Gattungen. Unter den, dem Menschen nützlichen Gewächsen, verdient der N eu,S e e lä ud i sch e Flachs (Thor- tnium tenax) die erste S teils. Er giebt einen vortrefflichen lange», wie Seide glänzenden, überaus festen und feinen Faden. Die NeruSeeläuder verstehen sich aber nicht darauf, ihn gehörig zu bearbeiten. Man findet ihn auch, wie bereits erwähnt worden, auf derNor- folk. Insel. Der hiefige wilde Sellcri (Aphun Spadium) und eine Kressenart (Bvpidrrnn oleraecrun) haben beide vorzüglich antiscorbulische Kräfte, die den Seefahrern gut zu Stalten kamen. Eine Art von Saudisteln (Son- tlras oleraceus) und Tetragonia cornuta offen die Europäer als Salat. Unter den zwanzig verschiedenen Arten von Farrcn- kräutern, dienen einige- mpigHtfj Acrostichxim sus- catum Lin., den Einwohnern zur Nahrung; ferner eine andere Art, welche sie Mamaghu nennen. Aus den harten, holzigen Wurzeln derselben wird durchs Braten und Zerquetschen zwischen Steinen ein genießbarer Saft gezogen. Die Wurzeln vvm Mamaglni schienen selbst den Europäern schmackhaft. A r u in w n rz e l n (Arum es- cul.) und Bataten (Couvolv. Batatas) werden gleichfalls zur Speise benutzt. Die Ncu-Seeländische Theemyrthe(Nelalexxca «coparia kovster.) ein 4 » Fuß hoher Baum, wurde von Cook mit Nutzen für das Schiffsvolk gebraucht, indem man einen Aufguß auf die Blätter als einen antiscorbu- tischen Thee benutzte. Zu ähnlichem Endzweck wurde ein Bier aus der S p r 0 ß t a n n e (Dacrydixxm cupressi- * num Solaiider.) bereitet, und heilsam befunden. Dieser Baum erreicht eine Höhe von 100 Fuß und hat bisweilen einen Umfang von io Fuß. 364 Australien. FruchttragendeDäume giebt es nur wenige. Anderson nennt ein Paar, welche eine, den Pflaumen ähnliche, Frucht tragen, deren Geschmack den Europäern widerlich war, obgleich sie von den Einwohnern gegessen wurde. — Eine Art Drachenbaum (Dracaena australis Förster.) hat, dem äußeren Ansehen »ach, einige Aehnlich- kcit mit der Kohlpalme; derKernschuß desselben schmeckt, solange er jung ist, ungefähr wie ein Mandelkern, jedoch etwas kohlartig. Auch die wahre Kohlpalme (Arecaole- racea) wird hier gefunden. Wahrscheinlich ist sie in den nördlichen Gegenden am häufigsten; doch fand sie Förster auch im Charlvttensunde. Einige eßbare Beeren, z. B. Coriaria ruscifolia, Brombeeren u. s. w. werden noch von den Reisenden angeführt. Cook pflanzte mehrere Getraidearten und Europäische Gartengewächse aufNeu-Seeland ; Alles schien zu gedeihen; aber die Barbarei der Einwohner, die Gierigkeit derVögel und das üppig aufschießende Unkraut zerstörten bald diese wohlthätigen Anpflanzungen. Neu-Seeland ist so arm anSäugthieren, alsdas übrige Australien, und noch ärmer; denn das Schwein der östlichen Inseln fehlt hier. Außer Ratten und Fledermäusen, sah man nur Hunde, und zwar eine langhaarige Art mit zugespitzten Öhren, dem gemeinen Schäferhunde ähnlich, und von verschiedenen Farben. So sah sie Förster. Nach Marion sind die hiesigen Hunde eine Art zahmer Füchse, ganz schwarz oder weiß, mit niedrigen Beine», geraden Öhren, dickem Schwänze und langlichtem Leibe. Das weit gespaltene Maul lief nicht so spitzig zu, wie bei den Füchsen. Sie bellen nicht. Von Saugthieren des Meeres findet man Wallfische, Seebären (PIiqcu ursin») und See- löwen (Phou leeuina). Neu - Seeland. 3 6 5 Reicher ist Ncu.Secland an Vögeln, und vorzüglich zeichnetstch hierin die Dusk y-B a i am südwestlichenEnde der Südinscl aus; denn außer vier verschiedenen, meist sehr schön gezeichneten Arten wilder Enteu, gab es hier auch ächte Seerobcn, Austernfängcr oder See-Elstern, Wasserhühner, Albatrosse, wilde Gänse, Möwen, Pinguins und andere Wasservögel mehr. BonLandvögeln fand For» sterHabichte Papageien, *) Tauben, nebst vielen kleinen neuen und unbekanntenAneu. Im Charlotten-Sunde sah Förster auch eine« Falken. Unter den hiesigen Vögeln verdienen noch angezeigt zu werden : zwei Arten von Jmmenvögeln, Merops cincin- natus unbMerops caruaculalus; Baumeulen, Krumin- schnäbel (8co1opax arc^uala), Heerschnepfcn (8eo.1o- pax Gallinago), LoriS, Wachteln, Lerchen, Drosseln, Pelikane u. s. w. — Förster giebt überhaupt 38 neue Arten hiesiger Böge! an. Die Europäer fanden Anfangs die Vögcl so wenig schüchtern, daß sie solche mit Stecken todtschlage» konnten; ja einige setzten sich wohl auf den Lauf der Flinten. Dies scheint zu beweise», daß die Eingebornen sich wenig auf die Jagd derselben verstehen. Unter den Amphibien ist eine sehr große Eidechse, vielleicht eine Erocodillen-Art, dort zu vermuthen; wenigstens machte einNeu-Seclander eine ausführliche Beschreibung, ja er entwarfsogar eine Zeichnung derselben. Dieses Thier soll in Höhlen leben. achtFuß lang seyn und die Dicke eines Mannes haben; es greift Menschen an. Man tödtet es, indem man Feuer vor der Höhle anmacht. *) Da diePapageicn mchrenkbeils in warmerenLaiidern wohne», so wunderte sich Förster »üt Recht, sie hier unter 46® sub(. Br. »nd iu einem so uufreuiidlichei! und nassen Clima zu finden, als dieses, der hohen Berge wegen, in Duskv- Bai der Fall ist. 366 Australien. Das Meer ist sehr fischreich. Jede Bucht, sagt Cook, schwärmt von gesunden und wohlschmeckenden Fischen aller Art. La Billardierre sah gleichfalls ganze Bänke oder Flachen von Fischen, uiimrik des Nordcaps, welche durch die Bewegung eine Strömung des Meeres hervor brachten. Mecräschen, Sechähne, Drachenköpfe, Schollen, See- brachsen, große Makreelen, Clephantenfische, Stockfische, Rochen und viele andere, völlig unbekannte, Fische wurden theils von den Europäern gefangen, theils von den Eilige« dornen dargeboten und eßbar befunden. Endlich liefert das Meer auch Seekrebfe, Hummern, Austern, mehrere andere Arten Schaalkhicre, Meerstcrne, Sepien und Mollusken *) Neu.Seeland wird von einemVolke bewohnt,das zwar in verschiedene Familien sich getheilt hat welche sich durch mehr oder minder abweichende Eigenheiten unterscheiden, -och aber, so viel bekannt geworden, zu Ei n e m Stamme zu gehören scheinen. Zwar sind vorzüglich nur die Bewohner u»d Nachbare» des Charlotten-Snndcs den Europäern bekanntgeworden, daher es möglich ist, daß in andern Bezirke» die beiden Hauptstämme Australiens neben einander, oder in moniiichfaltiger Vermischung angetroffen werden; indrffcn deutet die Sprache darauf hin, daß die Ncu-See- länder zur Malajischen Rasse gehören. In der Beschreibung seiner ersten Reise sagt Cook voa den Neu-Seclaiidern, sie wären von Gestalt so groß, als irgend einEuropäer nur seyn könne, fleischicht und von starken Gliedmaßen; doch nicht so feist, als die trägen Tahitier. Während der letzten Reise Coo's aber, bemerkte Andersen, daß sie ini Ganzen genommen, besonders was die Schenkel und Beine betrifft, ziemlich schlecht gewachsen wären. Förster sah einzelne wohlgebaute Menschen, dagegen mehrere, welche dünne krumme Beine mit dicken Knieen hakte», besonders war dies bei den Weibern auffallend. *) M«n s. von Zimtnermaii», a, O, S. 7^7. f» Neu - Seeland. 367 Die Neuseeländer find geschäftig und stark, und zeigen in allen ihren Verrichtungen eine ausnehmende Ge- schicklichkcit. Ihre Farbe isi größkenthcils braun; nur bei einigen einzelnen Personen etwas dunkler, als die Farbe eines von der Sonne gebrannten Spaniers. Beide Ge- schlechter tragen fast einerlei Kleidungsstücke, so daß man die Frauen nur an ihrer sanfteren Stimme unterscheiden kann. Sowohl das Haupthaar, als auch der Bart sind schwarz; dagegen sind ihre Zähne so weiß wieElfenbein, und sehr wohl gestellt. Beide Geschlechter haben angenehme Gestchtszüge und genießen, dem Ansehen nach, einer dauerhaften Gesundheit. Die Sprache der Neu-Seclander ist jener aufTahitr so ähnlich, daß der gemeinschaftlicheUrsprung beider unver. kennbar ist. Db nun gleich beideVölker sonach einander nahe verwandt sind, so hak doch das Klima und die Noth, womit die Neuseeländer zu kämpfen haben, ihnen mehr Stärke, aber auch eiucn höheren Grad von Wildheit gegeben , als man bei den Bewohnern der östlichen Inseln stndet. Doch sind noch nicht alle Spuren eines milden Charakters vertilgt. In ihrem Betragen gegen einander zeigen sie sich leutselig; nur gegen ihre Feinde sind sie unversöhnlich, und schenken ihnen nie das Leben. Sowohl die beständigen Zwiste, in welchen die verschiedencnSkämme gegeneinander leben, als der abscheuliche Gebrauch, Menschenfleisch zu essen, haben vielleicht ihren Grund in einem Mangel a» hinlänglichen Nahrungsmitteln, welcher groß genug seyn muß, um sie zum Gebrauch grausamer, unnatürlicher Mittel, ihren Hunger zn stillen, zu veranlassen. Eines beständigen Krieges gewohnt, waren sie auch stets bereit, die Engländer feindselig anzugreifen, so oft diese zum ersten Male in eine Gegend kamen. Anfangs kannten sie keine andere Ueberlegenheit, als diejenige, welche in dergrößercnMengebestcht; undsooftsich diese auf ihrer Australien, E ( Australien, 3^8 Seite befand, hielten sie alle Bemühungen, ihnen freund» schaftliche Gesinnungen einzuflößen, für bloße Beweise der Furchtsamkeit; sobald sie aber die Wirkungen des Schieß» gewehrcs kannten, und zugleich überzeugt wurden, daß die Europäer sich derselben nur zur Nothwehr, und mit Mäßigung bedienten: so bezeigten sie sich augenblicklich lieb. reich, freundlich und zutraulich. Es verdient angemerkt zu werden, daß die Engländer, sobald ein ordentlicher, freundschaftlicherUmgang errichtet war, selten Ursache hat, ten, sich über Diebstähle oder Betrügereien zu beschweren. So lange sie ihnen über noch feindselige Gesinnungen zu» trauten, und sie für Leute hielten, die auf ihre Koste» sich zu bereichern dächten, trugen sie im geringsten kein Bedenken, die Fremden auf jede ihnen mögliche Weise ju hintergehen und zu übervortheilen. In Absicht derSchamhafligkcit, gingen sie in ihrenSit- ten weit von den andern Insulanern in der Südsce ab: denn sie beobachlelen, sowohl in ihren Gesprächen, als auch in ihrem ganzen Betragen, sogar iu Absicht aus solche Handlungen, in welchen ihrer Meinung nach, nichts böses 'war, Zurückhaltende Bescheidenheit und Wohlstand. Zwar ließ das Frauenzimmer sich eben nicht unerbittlich finden: aber sie verwilligten ihre Gunstbezeugungen nicht anders, als unter ordentlichen Bedingungen, und unter Beobachtung einer gewissen Anständigkeit. Wenn ein Europäer einer von ihnen eine Erklärung machte: so wies sie ihn an ihre Anverwandte, deren Einwilligung er durch Geschenkes» gewinnen suchen mußte. Hatteer diese erlangt, so mußte er seiner auf eine Nacht genommenen Frau eben so anstan« dig begegnen, als man bei uns mit einer Ehefrau umgebt. Nahm er sich Freiheiten heraus, welche diesen vor. geschriebenen Wohlstand beleidigten: so konnte er versichert seyn, daß aus dem Handel nichts wurde. Einer von Cook's Reisegesellschaft, welcher sich einst. Neu r Seeland. 369 mals an eine Familie von Stande, in einer solchen Absicht wandte, erhielt die Antwort! „Ein jedes dieser Mädchen wird es sich zwar zur Ehre rechnen, daß ihr um sie anhaltet; ihr mußt ihr aber vorher ein schickliches Geschenk machen, und sodann die Nacht abwarten: denn das Tageslicht darf kein Zeuge von demjenigen seyn, was zwischen euch beiden vorgehen soll." — Diese keusche Gesinnung, die Cook bei seiner ersten Anwesenheit in Ncu-Sccland vorfand, scheint in der Folge durch den Umgang mit den culkivirtc» Europäern und den Reiz des Eisens etwas gelitten zu haben. Denn For. ster erzählt, daß die Männer für einen großen Nagel ihre Töchter an Europäer verkauften.— Ein geringer Preis in der That! doch nicht in den Augen eines Neu-Seelän- ders, für den ein Nagel einen so großen Werth hat, als bei uns eine andere Kostbarkeit. Ueberdem, wenn solche Dinge einmal elnen Preis haben, so macht die Höhe oder Niedrigkeit desselben so wenig einen moralischcnUnterschied, als unter Dieben, wovon der eine wenig, der andere viel stiehlt, obgleich man in Europa den letzteren selten zu strafen pflegt. — Ein Nagel oder ein ostindischcr Schawl für eine Gnnstbczeugung — ist im Grunde einerlei! Die Reu-Seelanderinnen wollen wir deswegen nicht anklagen; brsonders da Förster versichert, daß einige dersel. bei, sich nicht anders, als mit dem äußersten Widerwillen zu dem Handel gebrauchen ließen. Die Männer boten übrigens nur ihre Schwestern und Töchter auf diese Art aus, den verheirathetcn Weibern gestatten sie nie, sich mit den Europäern abzu. geben. Gewiß wird man die Neu-Sceländer deswegen nicht achten, daß sie sich zum Mädchenhandel verstanden. Aber Cc s 37 <> Australien was soll man von den Europäern Lenken, die zu gesitteten Völkern gehören wollten, und gleichwohl, um ihre viehische Lust zu stillen, Mädchen, welche nach Fett und Schmutz, schon von weitem stanken*) und mit Ungeziefer überdeckt wa: en, s lbst gegen den Willen dieser widerlichen Geschöpfe, — solche sich zuprügeln ließen? Und dieser Brutalität wachten sich, wie Förster ausdrücklich bezeugt, nicht bl^ß die Matrosen, sondern selbst die Officiere schuldig. Wirweudcn uns vo» dieser widerlichen Gemeinschaft der Wilden mit den civilisirken Europäern, und wollen die Eigenheiten der ersteren näher kennen lerneu. DieMänner tragen kurze Bärte, binden das Haar auf dem Wirbel des Kopfes zusammen, und stecken nebst einem knöchernen oder bdlzerncu Kamm, allerhand Federn als Zierath hinein. Die Weiber haben das Haupthaar zuweilen verschnitten; bisweilen lassen sie es lang über die Schultern bangen. Beide Geschlechter sind rakowirt und bezeichnen den Leib mit schwarzen Flecken, welche von ihncu Si moco genannt werden; sie gehen bei derEingrabung dieser Zeichen, wie die Einwohner auf Olahiti, zu Werke. Die Weiber pflege» sich nur die Lippen zu fäkben, und hie und da an ihrem Körper ein schwarzeSFleckchcn anzubringen. DieMänner hingegen scheinen diesen Schmuck mit zunehmenden Jahren zu vergrößern, dergestallt, daß einige, welche das Ansehen hakten, schon ziemlich alt zu seyn, vom Kopfe bis zu den Füßen, beinahe ganz damit bedeckt waren. Außer demAmoco, lassen sie sich noch gewisse gelneiniglich schneckenförmige Furchen oder Linie» eiiigraben; auch diese werde» schwarz gefärbt, wodurch das *) Dir Nen-Seeländer haben den Gebrauch, sich das Haar mit geschmolzenem Fischfett zu salben, wodurch sie einen höchst ekelhaften Geruch um sich her verbreiten. Neu - Seeland. S7 l Gesicht, in der That, ein abscheuliches Ansehen bekommt. Diese Linien sind übrigens gleichförmig und auf beiden Seilen des Gesichts symmetrisch gezogen, Ihre Einbil. dungskraft ist so fruchtbar in Erfindung neuer Muster, daß unter Hunderten, bei genauer Besichtigung, nicht zwei völlig gleich befunden wurden. Es ist merkwürdig, daß der H ntere, den die Einwohner in Drahiti am mebre- sten mit dergleichen Zieralhcn überladen, von den Neu-> Secläkidern gemeiniglich ganz nngezeichnet gelassen wird. Sie begnügen sich indeß nicht bloß mit diesen eing-fchlch- 1e» Zeichen, sondern bemalen den Leib „och mit Berqroth, welches sie entweder trocken einrciben, oder mit Oel vermischt i» großen Flecken aufzuschmieren pflegen. Ihre Kleidung zeigt auf den ersten Blick den rohen, wilden Zustand, worin sie sich befinden. Aus den Blattern einer Art von Schwertlilie machen sie eine grobe, zottige Matte, welche ihre gewöhnlichste Tracht ist. Die daraus verfertigten Kleider bestehen aus zwei Stücken» deren eins um die Schultern geschlagen, das andere um den Unterleib gewunden wird. Da6 erste, welches vorn offen ist, reicht bis an die Knie; das andere hingegen beinahe bis auf die Erde herab. Einige, welche Anführer vder Oberherrcn zu seyn schienen, trugen ein Stück Hundefest um die Schulter. Im Ganzen ist diese Bekleidung doch nur eine halbe Nacktheit, und würde bei un§ für unanständig gelten. Die anderen Bewohner der Südseeinseln pflegen die Vorhaut des männlichen Gliedes aufzuschneiden, damit die Eichelnichk davon bedeckt werde: die Neu-Seeländer hingegen ziehen ste über die Eichel zusammen, und binden, damit ste nicht zurücktreten könne, um das äußere Ende ein Band, welches sie am Gürtel tragen. Die Eichel schien der einzige Theildes Leibes zu seyn, den sie mit schamhafter Sorgfalt beständig bedeckt zu erhallen suchten: denn 372 Australien. oft legten sie alle ihre Kleidungsstücke ab; den Gürtel mit dem Baude aber niemals. Beide Geschlechter haben ihre Ohren durchbohrt; die Löcher waren durch eine beständige Ausdehnung so groß geworden, daß man einen Finger durchstecken konnte. In denselben kragen sie mancherlei Zierach, als Federn, Knochen von großen Vögeln ; zuweilen einen kleinen hölzernen Stecken. Uebcrhaupl pflegten sie in diescnOhrlöcher» astes aufzuhängen, was nur einigermaßen hindurch gebracht werden konutc. Sie ziehen besondere Schnüre durch, an welche dann alles, was ihnen einigen Werth zu haben scheint, gehängt wird, als Meiscl oder Pfriemen aus Talkstein, dieNägelund Zahne ihrer verstorbenen Freunde, Hundszähne und dcrgl Die Frauen tragen Arm« und Fußbänder, die aus den Knochen der Dögel oder aus Muschelschalen verfertiget sind. Nur an einem einzigen beobachtete Cook, daß er die Scheidewand zwischen den Nasenlöchern durchbohrt, und durch dieses Loch eine Feder gesteckt hatte, welche auf beiden Seilen über die Backen hervorragte. Ihre Wohnungen sind so einfach, daß sie in wenigen Stunden damit zu Stande kommen. Statt der Balken find nur Stangen zusammengefügt, und die Wände, so w»e auch dos Dach, find von Hen gemacht. Einige wenige , schlecht gemachte Werkzeuge, ihre Kleidungsstücke, Waffen, und einige Federn zum Kopfputz, machen den ganzen inner» Reichthum derselben aus. Auszeichnend und charakteristisch sind jedoch ihre Hipp ah oder Dörfer. Die liegen insgesammt auf steilen Landspitze» oder Bergen und können für Muster australischer Festungen angesehen werden. Hat die Natur die Wände dieser Anhöhen nicht stark genug gemacht, so kommen ihr die Neu-Seelander zu Hülfe, damit der Zugang zu den Hippah's möglichst erschweret werde. Oben I Reu - Seeland. r?Z findet sich zuerst eine Einfassung von Palissaden. Jede? Pfahl ist 7 bis 8 Fuß hoch, und gerade in die Erde gefetzt. Unten wird die Erde fest gestampft und mit Rasen belegt. Hinter dieser Pfahlwand befindet sich ein 5 b,S 6 Fuß tiefer Graden, doch nur auf drrLandftike, wo ein feindlicher Uebcrfall zu besorgen ist. Dann folgt noch eine Einfassung von Palissaden, welche den Platz zu verschließen dienet, und ein längliches Viereck bildet. Die Eingänge stehen, an diesen doppelten Pfahlwänden, einander nicht gegenüber; sondern man muß, wenn man durch dasThor der ersten Einfassung gekommen ist, eine ziemliche Strecke auf einem schmalen Fußsteige gehen, um an den Eingang der zweiten Einfassung zu kommen. Die Thore find klein. Außer dieser Verschanzung ihrer Wohnplätze, wird das Dorf, auf der Landseike, noch durch ein Außenwcrk ver- theidiget, welches ebenfalls ein verpalissadiries Viereck ist. Beim Eingänge ins Dorf, ist noch ein Werk oder Gerüst angebracht, welches auf starken Säulen ruht, und woraufman mittelst einerLeiter steigt. Hier liegen stet- eine Menge Steine und Spieße. Diese Gerüste werden in Kricgszeiten durch ordentliche Schildwachen besetzt. Im Innern des Dorfes sieht man einen freien Platz, zwischen zwei Reihen von Häusern, die längs den Cinfas- sungspaliffaden erbauet sind. Jedes Haus hat auf der Seite ein Schirmdach, welches zur Küche dienet, und wo die Einwohner essen; denn im Hause selbst essen sie nie. Der Raum zwischen beiden Reihe» der Häuser ist eine Art Waffenplatz, auf welchem der Boden festgeschlagen ist, so daß kein Gras darauf wächst, und welcher sehr rein gehalten wird. In der Mitte dieses freien Platzes befinden sich drei öffentliche Gebäude. Das erste und nächste am Eingänge 374 Australien. ist das'allgemeine Waffenmagazin; in den andern werden die Lebensrnittel und im dritte» die Netze, daS übrige Gerächt zum Fischfang und allerlei Werkzeuge aufbewahrt. Eine Art von Statue, vielleicht ein Schutzgott, zieret die Mitte des Platzes; es ist eine widerliche Figur mit einem ungestalteten Kopf, Augen aus Perlmutter, und ungeheuer großem Maule, aus dem eine unmäßig lange Zunge heraushängt. Die übrigen Theile sind noch ungeschickter; ausgenommen dieZcugungSgli'cder von beiden Geschlechtern, die ziemlich deutlich ausgedrückt sind; die ganze Figurmacht einen Theil eines Pfahles aus, der lief in die Erde geht. Diese Dörfer, die sämmtlich nach einem Plane angelegtsind, und sich einander durchaus ähnlich sehen, sprechen gewissermaßen für einen nicht ganz rohen, gesellschaftlichen Zustand, wenn sie gleich Beweise der kriegerischen Gesinnung des Volkes sind. Indessen scheinen in mehreren Gegenden die Neu» Seeländer nur ein Nomadenleben zu führen. Auch sah man in einigen Buchten einzelneFamilien, völlig abgeson, dert oon allen andern, in durchaus elenden Hütten wohnen. In den Gegenden, wo dic Neu-Seeländer in größeren Stämmen beisammen wohne», zeigen sie bei Verfertigung der Kahne viel Geschicklichkeit. Ihre Piroguen sind lang und schmal. Die größten darunter, welche von 4 ° bis 100 bewaffnete Männer führen können, schienen bloß zum Kriege bestimmt z» seyn. Eine derselben hakte 68 Fuß in der Länge, L Fuß in der Breite, und war 3s Fuß lief. Die Brcter waren sehr gut in einander gcfüget, und durch Querhölzer befestiget. Diese Kähne, besonders die größer», sind mit allerlei Schnitzwcrk und durchbrochener Arbeit verzieret und überdcm mit herabflatternden Franzen von schwarzen Federn ausgeschmückt, dieihnencin artiges Ansehen geben. Neu - Seeland, 375 Sowohl in der Verfertigung, als auch in dem Gebrauch der Ruder sind sie ullgemein geschickt; desto ungeschickter aber im Segeln. Sie können nur mit dem Winde segeln, verstehe» sich aber nicht auf die Kunst, auch windan sich fortzuhelfen. Statt dcsSteuerrudcrs, sitzen zweiMan- ner am Hintcrtheilc, welche den Laufdes Schiffs durch ihre Ruder lenken. Ihre Werkzeuge bestehen aus Hobeln, Achten und Meißeln, wovon die ersten insgesammt entweder aus grünem Talkstein, oder aus einem andern harten schwarzen Stein gemacht sind. Die Meißel hingegen verfertige» sie entweder aus Menschenknvchen, oder aus Jaspis. Die nichtnomadistrendenNeu Seelander sind imAcker- bau nicht unerfahren. Auf einem Felde, welches Cook besonders untersuchte, fand er das Erdreich so locker, als es in einem Garten zu seyn pflegt, und an denjenigen St-llen, wo eine Pflanze hervorkeime» sollte, hatte man die Erde ein wenig aufgeworfen. Diese kleinenHaufchen stände,«Alle in regelmäßiger Ordnung und stellten überall dieFignr vor, welche die Zahl fünfauf dem Würfel hat. Sie bediene» sich zum Umgraben des Landes eines Spatens von Holz, der nur etwa drei Zoll breit ist, und unten ein Ouerhvlz hat, damit man ihn mit dem Fuße eintreten könne. Mit diesem ungeschickten Werkzeuge graben sie Aecker nm, welche sechs bis sieben Morgen groß sind; wobei ihnen dann freilich die sandige und lockere Beschaffenheit des Bodens zu Statten kommt. Juden, gegen Norden liegenden, Theilen des Landes beschäftiget man sich mehr mit Ackerbau, Wcberarbeit und andercil dergleichen friedfamen Gewerben, als in den südlichen. Die Kriegskunst hingegen ist überall in gleichem Flor. Ihre Waffen bestehen in Speeren, Wurfspießen, Streua/- Äustralien. 37 6 ten, und dem Kopfbrecher oder Patoo-Patoo, welche insgesammt gut zumMorden eingerichtet sind. Den Speer, der an, L Fuß lang, nnd an beiden, gemeiniglich knöchernen Enden zugespitzt ist, fassen sie in der Mitte an. wodurch die beiden Enden in ein Gleichgewicht, und der Streiter in den Stand gesetzt wird, den Wurf um desto treffender zu machen. Sie fechten alle Mal, es sey zu Lande oder zu Wasser, Mann gegen Mann, wobei gewöhnlich einer auf dem Platze bleibt. Unter allen ihren Waffen fetzen sie das größte Der. tränenaufdasPatoo-Patoo. Es halverschiedeneFormen, ist selten über 14 Zoll lang und ungefähr halb so breit, bald gerade und schmal zulaufend, bald oval, bald etwas gebogen, aber stets am dünnsten Ende oder Handgriff mit einer Oeffnung versehen, wodurch ein starker Riemen gezogen wird, um es an dos Handgelenk zu befestigen. Die Dornehmern unter ihnen tragen es als einen kriegerischen Schmuck in einem Gürtel, wie man in Asien den Dolch, und in Europa den Degen zu tragen pflegt. Die Anführer unterscheiden sich durch einen Cvmman« dostab, weicher gemeiniglich aus einer weißen, bunt gekerbten und mit Hundshaaren und Federn ausgeziertenWall- flschribbe besteht. Größtcnlhcils waren es nur alte Männer, welche diese Unterscheidungszeichen führten. Venhei- digungswaffen, z. V. Schilde, fand man hier so wenig, als Bogen und Pfeile« Bei den verschiedenen Angriffen, welche sie aufdie Europäer thaten, pflegten in jedem Kahne einer oder einige dergleichen Anführer zu sitzen, die, wenn sie ungefähr noch cincKabeltaulange von dem Schiffe entfernt waren, von ihren Plätzen aufstanden, eine besondere Kleidung von Huiidsfellcn anzogen, den Commandostab in die Höhe hobln, und den Untergeordneten Verhaltungsbescyle ertheil- Neu - Seeland. 377 ten. Alsdann erfolgte eine förmlicheAusforderung, welche durchgängig in folgenden Worten abgefaßt war: llaro- mai, harotuai., hare uta a Patoo oge! ,,Kommt her. bei, kommt an's Zand, wir wollen euch Alle mit unser» Patoo-Patoo umbringen!^ Zuletzt stimmten fie den Schlachtgesang und den Kriegstanz an, nach dessenEndi- gung das Treffen selbst anfieng. Der ganze Geist des Volkes scheint, die Sorge für ihren Unterhalt abgerechnet, nur ausKrieg, auf das wildeste Spielder Menschen, gerichtet zu seyn. Förster traf in einer Bai eine abgesonderte, einzelne kleine Familie, die dortNahrungsmittel genug fand, und in Ruhe hätte leben können. Gleichwohl verließen diese Menschen ihren friedliche» Aufenthalt, um den Krieg aufzusuchen. Selbst ihre musikalischen Instrumente, wenn man sie so nennen kann, sind nicht zum Ausdruck der Freude und friedlichen Ergötzlichkcitcn bestimmt. Sie bestehen theils aus einer Muschel, welche mandie Tritonentrompete nennt, theils aus einer kleinen hölzernen Pfeife; und sind beide zur eigentlichen Musik durchaus ungeschickt. Auch hörte man nie, daß sie darnach sangen, oder in abgemessenen Tönen und melodisch darauf zu spielen versuchten. Diese Instrumente gaben nur einen blökende» Ton, der dieNeu- Seeländer gleichwohlzumKampfbegeistert; denn fie dienen nur zum Kriegsgebrauche. Die Musik, welche den Menschen zahm machen soll, wird also auch aufNcu-Seeland, so gut wie bei uns, gebraucht, um zur brutalen Mordlust anzufeuern. Alles hat bei diesem Volle Bezug auf den Krieg; selbst dcrPutz ist eine Art von kriegerischerAuszeichnung; wen» man sie in ihrem größten Staate sieht, so kann man sicher seyn, daß sie zur Fehde ausziehen. 378 Australien. Man wird sich nicht wundern, daß so kriegerische Men- scheu sich allen Europäern, welche zn ihnen kamen, als gefährliche Feinde zeigten. Daß sie sich h740 — 44 seinen berühmten Kreuzzng durch den großen Ocean. Die Ladronen - oder Marianen - Inseln, zz? Der Engländer Cavendish (i. % 1588)/ und die HolländerLlivier vanNoort (1600), Spielberge r (1614) und S chape nh am (1625), berührten in den, bei ihren Namen angezeigten Jahren Guan, die größte Insel de§ Archipels, und theilten einige Nachrichten von den Producte» und den Eigenheiten der Bewohner mit. Die Spanier fuhren fort, auf den jährlichen Fahrten vonAcapulco nachManilla, auf eben dieser Insel Guan Erfrischungen einzunehmen, ohne ihr jedoch eine besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Endlich machten sich einige Jesuiten, von Bekehrungseiferangetrieben, auf den Weg, und siengen i. I. 166z an, hier das Christenthum einzuführen, d. h. zu taufen, Gebete zu lehren, unddenInsulanern allerlei aus der Dogwatik zu erzählen. Zur Ehre der verwittweten Königin vonSpanien,Marie Anna von Oesterreich *), welche die frommen Männer unterstützt hatte, gaben die Spanischen Missionärs dem Archipel den Namen M a r i a n e n-J n se l n, der sich auch in der Geographie erhalten hat. Die günstigen Berichte der Jesuiten von der Fruchtbarkeit des Landes, bewogen den Hof einen Statthalter mit einiger Mannschaft dahin zu schicken, welches im Jahre »678 erfolgte, seit welcherZeit die Spanier im Besitz der Insel Guan sind. Die Missionärs besuchten hierauf auch die andern Inseln, welche größtentheils nur auS ihren Berichten bekannt sind. Nach Errichtung des Spanischen Etablissements auf Guan haben mehrere Europäer hier gelandet, als: die Engländer Eaton i. I. 1635 und D am Pier * 686 ; Wood Rogers und Edward Cook 1710, und der 8lanzofe Le Gentil de la Barbinais, In neueren Zeiten besuchten diesen Archipel: Lord Anson i.J. I 74 2 / By- *) Wittwe chhilipp's IV. und Rcgentin während der Minderjährigkeit ihres Sohnes Carls ll. / 388 Australien. ron i. I. 1765, Wallis 1767, Pages 176z, Du* rlesmeur und C r 0 z e t, die Gefährten des, auf Neu- Seeland erschlagenen, Marioni. 1 . 1772, La Peyrouse i.J. 1786, die beiden Englischen Seefahrer Marshall und G i l b e r t i. 1 . 1788 und endlich C 0 x und M 0 rt i- mer r. I. 1789. Der letzte Europäer, der von diesen Inseln einige Nachricht mittheilt, ist Herr Rcnouard de S t. Cro ix, welcher in seiner „Re ise nach Ostindien, den Philippinen rc."*) ein Paar Worte von den Mananen sagt; obgleich er aber dort gewesen zu seyn behauptet, so enthält seine Rcisebeschreibung dennoch keine einzige neue Notiz, sondern beschränkt sich blos auf eine, übrigens sehr gerechte, Schmähung der Spanischen Politik, in Absicht auf die Verwaltung dieser Colonie. Da so viele, zum Theil berühmte Seefahrer, die Ma- rianen besucht haben, und eine, über ein Jahrhundert alte, Europäische Stadt. sich auf der Halbinsel befindet: so sollte man vermuthen, daß der Archipel zu den bekanntesten in der Südsee gehören müsse. Gleichwohl ist nicht zu läugnen, daß in nautischer und geographischer Hinsicht noch sehr viel zu thun übrig ist, ehe diese Erdgegend als genau erforscht angesehen werden kann. Die Seefahrer haben insgesammt nur einzelne Inseln besucht oder gesehen, nie ist der ganze Archipel von irgend einem befahren worden. Die erste ausführliche Beschreibung hat der Pater^üar- lesleGobien in seiner Geschichte der Marianen **) geliefert. Er sammelte die verschiedenen Nachrichten der Missionäre, vorzüglich des Pater Louis dc Morales und verband sie zu einem Ganzen. *) Aus dem Franz, übersetzt von Ph. Ch. Weylanb. Berlin 18> i. **) Le Gobien Histoire des Isles Marianes, Paris 1700. Die Ladronen- oder Marianen - Inseln Ein ziemlich vollständiges Gemälde findet man ,'n der allgemeinen Welthistorie, worin die von einem gelehrten, Engländer verfaßte: ,,Natur- und bürg er« liche Geschichte der Marien- oder Diebsi lese ln," aufgenommen worden. Herr Adelung hat dieselbe seiner Ueh^rsetzung des de Brosse hinzugefügt; wofür Man ihm Dank wissen würde, wenn nicht der schleppende, pedantische Styl der Übersetzung die treffliche Arbeit deS Engländers ungenießbar machte. In den allg. geogr. Ephemeriden Bd. XXI. S. 257 f. ll. ZSyf. ist eine historifche-geographische Abhandlung ü der dieMarien-Jnsel-Truppe, vonHrn. B r^i tr ing bekannt gemacht, worin die bisherigen Nachrichten in der Kürze zusammengestellt sind. DieSchilderung dcrEingebor- nen ist jedoch in dieser Abhandlung nur sehr flüchtig gerathen» Wir können keine neueren Nachrichten von den Marianen bekannt machen; wir wollen unsaber bemühen, aus den ältern-diejenigen heraus zu heben, welche geschickt zu seyn scheinen, das Interesse für dieselben neu zu beleben, und zugleich den barbarischen Unverstand einer Regierung zu zeigen, die aus einem Paradiese Einöden erschuf und die älteste, und lange Zeit einzige Colonie in Australien absichtlich in dem erbärmlichsten Zustand erhielt. Die Lage desArchipels ist bereits oben bemerkt worden; hier liegt es uns ob, zusörderst die Namen der einzelnen Inseln und die allgemeine Naturbeschaffenheit derselben anzuzeigen. Don Norden nach Süden folgen die Inseln, de^ glaubwürdigsten Angaben zu Folge, in nachstehender Ordnung auf einander. Urac oder Urac ar, die nördlichste der Mari'anen, liegt, nach AngabeberJesuiten, 20^5' nördl. Br.; LaPey- 39 ° Australien. rouse vermuthet aber, sie sey um zo zu weit nach Norden gesetzt worden. Sie besteht wahrscheiniich aus einem nackten Felsen, der nie bewohnt worden. Sie soll vier 8teue% im Umfange haben. Man findet in keinem der erwähnten Schriftsteller eine besondere Beschreibung der Insel. Die Mangs-Jnseln sind drei Felsen im Süksivesten von UracaS, von denen sie etwa g Meilen entfernt sey» mooen, Jede soll drei Meilen im Umfang habest. Sl'e werden auch T una s und von den Jesuiten lsles cls St. Laureat genannt. Nach La Peyrouse, der sich ihnen bis aufbrist LieueS näherte, liegen sie unter 20° 5' nördl. Br. Die Insel Assonsong oder Assumption liegt nach La Peyrouse, 19° 45'nördl- Br. und hat drei Lieues im Umfange. Der höchste Punkt auf der Insel ist 200 Toisen über dem Meere erhaben. Die ganze Insel ist nichts anders, als der Gipfel eines Vulkans, der sich in vollkommener Kegel- form erhebt, und dessen herabgefloffene Lava die ganze Insel bis auf einen, 4oToisen breiten, Streifin der Nähe des Meeres bedeckt. Die lebhafteste Einbildungskraft kann sich keinen öderen, furchtbarern Ort vorstellen, als dieses Vulkan - Esiand, das sich in seinem ganzen Umfange schwarz wie Kohle zeigt. Nur am Rande der Abgründe und Vertiefungen wachsen einzelneverkrüppelreCocospalmen, Lianen, Pisaagi und einige andere Pflanzen. An der Westseite können die Schiffe zwar bei go Klafter Ankergruad finden; doch ist derselbe r,ich» sicher. Auch wird man denselben um so weniger benutzen, da die Insel dem Schiffer durchaus keinen Nutzen verspricht. — Als La Peyrouse hier war, bemerkte man, bis auf eine halbe Lieu« vom Ufer, einen deutlichen Schwefelgeruch; auch zeigt« sich »och keine Spur von Verwitterung der Lava, in der Mitte des Berges, vielmebr schien Alles eine glasartige schwarze Masse zu bilden. Dies macht« es wahrscheinlich, daß der Vulkan erst vor kurze r^eit einen AuSbruch gehabt hatte. Die Ladronen - oder Marianen - Inseln. Zy i Agrigan oder die Insel St. Franciscus Xavier, liegt unter iy°4'n. Br. nach Angabe der Jesuiten, und ist eine gebirgigte Intel, die 10 Meilen*) im Umfange halten soll. Es ist wahrscheinlich, daß sie ehedem bewohnt war, ehe die Spanier systematisch darauf ausgiengen, die Eingebor- nen dieses Archipels auszurotten. Nach MoraleS findet sich auch auf dieser Insel ein Vulkan. Pa gvn, von den Jesuiten 8t. Ignace genannt, liegt, nach Moralos, in 19° n. Br. und hat 8 Meilen im Umfange. Almag an oder Ja Conception, liegt ig°ro'n.Br. und hat 6 Meilen im Umfange. Guguan oder 8t. Philippe, unter i 7 ° 45 ' n * Dr. soll ungefähr zwei Meilen im Umfange haben. Sarigan, Serigan oder 8t. Charles, liegtr?", 35 ', ungefähr drei Meilen von der vorigen Insel entfernt und hat 2-J Meilen im Umfange. Anatajan oder 8t. Joachim, unter 17° 20'n. Br., zwei Meilen von Serigan, hat 6 Meilen im Umfange und zeigt sich als ein sehr hohes Land. Alle bisher genannten Inseln werden von den Geographen gewöhnlich zu den nördlichen Marianen gerechnet ; zu den südlichen zählen sie folgende: Saypan oder 8t. Joseph, nach Guan die größte Insel der ganzen Gruppe, unter 15° 22' n.Br., soll 25 bleues im Umfange haben. An derAbendseite derJnsel liegt,nüch dem Zeugniß des Pater Morales ein sicherer Hafen, Cantan- liilda genannt, an einer waldbewachsenen, von steilenAnhö- *) Wir haben die Angaben aufgcogr. Meilen reduzirt; es ist aber ein für allemal anzumerken, das diese Angaben durchaus unzuverlässig sind. 39 2 Australien. Heu geschützten Bucht. Eine angenehme Abwechselung von Hügeln und grünen Thälern, ein fruchtbarer Boden, nahrhafte Gewächse und eine milde, heilsame Lust, machen eS begreiflich , daS diese Insel, wie versichert wird, einst zu den bevolkcrtsten des ganzcnArchipelsgehörte. Jetzt schicken die Spanier nur einige Sklaven und einen Priester hierher, um, wie Byron glaubt, Perlen zu fischen*). T i n i a n oder Buena-Vista Mariana liegt nach Anson, im 14° 8 / nach Wallis im 14° 55' n. Br. und hat ungefähr 15 LieueS im Umfange. Sie war ehedem in, blühenden Zustande, ehe die Spanier hierher kamen, die Einwohner mit i h r e m sogenannten Christenthum und ihrer «lbschculichenHerrschastzu beglücken. Diese fanatischen Christen führten einst,nach einerEpidemie,welcheGuan entvölkert hatte, die Bewohner von T i n i a n mit barbarischer Gewalt nach Guan und machten das schöneEkland jurEinöde. Anson, der bald nach dieser ruchlosen That auf Tinian landete , fand hier noch ein Paradies, das zwar von Menschen leer war, aber überall Spuren der Cul- tur und des natürlichen Reichthums seines fruchtbaren Bodens zeigte. Dagegen die späteren Seefahrer, welche die Insel besuchten, die höchsteVerwilderung antrafen. Byron, der -2 Jahre nach Anson hierher kam, fand, daß sich die schönen Wiesen in undurchdringliches Gesträuch, Rohr und Schilf verwandelt hatten, und, statt einen reizenden Aufenthalt, wie Anson ihn beschrieb, eine, der rohen Gewalt der Elemente unterworfene, Einöde. Diese Veränderung war das Werk der Spanier. A g u i g a n oder A g u i g u a n, von den Jesuiten 8t. An^e genannt, liegt unter ,4" 43 ' n. Br., hat nur drei Stunden im Umfange, ist bergig und fruchtbar, und war ehedem wohl bevölkert. *) Es ist auffallend, d's Hr.Bratring behauptet, Saypan sey gänzlich üiibifaiint, da die Insel doch von Byrons Leuten besucht wurde. Die Ladronen ? oder Marianen - Inseln. Zyz Die Insel Sarpana, Zarpanaoder Rota, von den Jesuiten 8t. Anne genannt, t)at 15 Stunden im Umfange und liegt unter 14° n.Br. Die Spanier hatten hier, zu Ansons Zeiten, einige Eingeborne hergeschickt um Reiß für Guan zu bauen. Guan oder Gu ah an, auch 5 t. dokannis - Insel genannt, die südlichste und größte Insel des Marianen- Archipels, liegt unter 13° 25'». Br., und hat gegen 4 ° Stunden im Umfange. Auf dieser Insel findet sich der Hauptort des spanischen Etablissements, die Stadt Agana oder Sän Ignalio de Agana. Aus den wenigen Nachrichten, welche über die Beschaffenheit des Bodens dieser Inseln bekanntgeworden, ist zu schließen, daß die Vulkane ei»en großen Antheil an derBil- dung derselben gehabt haben. Die Spanier ertheilten allen nördlichen Inseln den Namen las lslas äs los Bolcanes, wahrscheinlich, weil sie auf denselben, zwar nicht überall rauchende Vulkane, doch vulkanisches Erdreich angetroffen haben. Die älteren Spanischen Schriftsteller versicherten, es gäbe hier nur schlechte, nichtsbedeutende Gegenden, womit sie schwerlich etwas anders sagen wollten, als das hier kein Silber und Gold, keine Edelsteine zu finden wären; denn nach dem Uiberfluß dieser Dinge allein, wurden in jenen goldgierigen Zeiten die Länder gewürdigt. Von welcher näheren Beschaffenheit übrigens die Produkte des Mineralreichs seyn mögen, darüber lassen unS die Schriftsteller in völliger Unwissenheit. Anson fand den Bo den auf Tinian sandig. Da mehrere Gebäude der Haupte stadt mit Ziegeln gedeckt oder von Ziegeln erbauet sind, so kann der Thon auf Guan nicht selten seyn. Welche Stcinart aber zeigt sich am häufigsten in der ansehnlichen Bergkette, welche Guan der Länge nach von Norden nach Süden durchschneidet? 394 Australien. Die allgemein angerühmte Fruchtbarkeit deS DodenS ist ein Grund mehr, ihn grüßtentheils für vulkanischen Ursprungs zu halten; denn bekanntlich finden sich die gesegnetsten Gefilde in der Nähe feuerspeiender Berge. Welcher Grundstoff des Bodens auch dazu beitrage» mag, unter dem Einfluß eines schönen Himmels diese Inseln mit dem herrlichsten Pflanzenschmuck zu bekleiden: schon von weitem verräth das äußere Ansehen demSchiffer ein, von der Natur begünstigtes Land; denn Zerpana, Aquiguan, Tini- an, Saypa» und Guan prangen mit den schönsten Landschaften, denen ein ewiger Sommer nie verwelkende Reize giebt. LordAnson, der die Insel Tinian vor ihrer Verwilderung sah, entwirft ein liebliches Bild derselben. Das Land erhebt sich, vom Gestade des Meeres bis zur Mitte der Insel, in sanften Abstufungen, indemAnhöhen und hineingeschobeneTbäler in freundlicher Unregelmäßigkeit miteinander abwechseln. Wiesen und Wälder bekleiden die Ebenen und Hügel mit frischem Grün oder dunklem Laube, und bilden mannichfaltige Partieen, zwischen denen dasAuge unaufhörlich beschäftigt umherirrt. In denWäldern erheben sich hohe, majestätische Bäume, deren weit verbreitete Aeste schöne Kronen bilden, und zum Theil mit köstlichen Früchten prangen. Kein niedriges Gesträuch verdeckt dieStämme; wie in gehegtenLusthainen waren die Gebüsche hell, rein und durchsichtig. Ueber die weiten Ebenen breitete sich ein grüner Teppich von dichtem, gleichförmigenKlee mit duftenden viel» farbigen Blumen. Zwischen diesen lachenden Fluren weide- - ten zahlreiche Rinderheerden *) und Tausende von Hühnern, Lauben und anderem Geflügel belebten die Haine. DieLand- schaft erhielt durch die Anwesenheit dieser, -dem Menschen ge- *) Der Anblick dieser Hcerdcn muß um so schöner gewesen seyn, da das Vieh durchaus schneciveiß war, und schwarze Shrrn hatte. Die Ladronen - oder Marianen - Inseln.' Zyz selligen, Thiere, einen wahrhaft Jdyllenartizen Charakter und man vergaß, daß die Insel unbewohnt war. *) Nicht minder reizend zeigt sich G u an. Auch hier steigt der Boden vom Meere an, ohne schroffe Abstufung gegen die Mitte der Insel, welche von einer Kette von Bergen durchschnitten wird. Die Höhen prangen mit den schönsten Laubhölzern, und die Thäler mit Wiesen und reichen Feldern, die von Quellen bewässert und kleinen, rauschenden Bächen durchströmt werden. Ueberall findet man malerische, reizende Aussichten. Unstreitig erhält diese äußere Schönheit des Landes, durch die vielen wohlthätigen Pflanzen, womit es bedeckt ist, noch einen höhern Werth. Cocospalmen, Brodfruchtbäume, Pomeranzen, Citronen, Pisangs, Guajaven (Tsi- dium 6uajavs) MangoSbäume (Maugii'era indica), An», nas, Melonen, Baumwollenstauden, Zuckerrohr, Cacas, Indigo, Reiß, Waizen und türkisches Korn oder Mais,— alle dieftPflanzen wuchsen theils wild, theils haben die Spanier sie hierher verpflanzt, wo sie vortrefflich gedeihen **). In Absicht vuf daS Thierreich waren ursprünglich diese Inseln so arm. als alle anderen in Australien. Gegenwärtig aber findet man hier Rindvieh, Schweine, Ziegen, Hunde, Pferde, Esel, Maulthiere, Guanaten (Camelus Llacma) Hirsche und wilde Schweine in den Wäldern. Nicht weniger reich sind jetzt die Marianen an Hühnern, zahmen und wilden Enten, Strandläufern, Wasserhühnern, Drosseln, Amseln, Turteltauben und Papageien, so wie es auch *) Wir haben bereits oben bemerkt, baß Tinian gegenwärtig seine Reize dadurch verloren hat, daß die Natur, sich selbst überlassen, alles mit wildem Gesträuch bedeckt und in einer» einförmigen, undurchdringliche» Wald verwandelt hak. **) Crozet versichert, daß es nichts ungewöhnliches sey, Mais. pflanzen vo» 12 Fuß Höhe mit g biS io Arhren zu finde», wovon jede g bis, >» Zoll lang fll« Ay6 Australien. an Seevögeln nicht fehlt. Das Meer liefert viele Fische unter denen es einige giftige Arten geben soll. In den kleinen Bächen ausTuan werden ebenfalls mehrere Fische gefunden. Endlich giebt es Schildkröten und Schalthiere in Menge. Neben diesen reichen Gaben der Natur müssen jedoch auch die landplagenden Jnsecken genannt werden, unter denen Mosquitos, Centipeden, Skorpionen und eine große schwarze Ameisenart von allen Seefahrern als vorzüglich beschwerlich empfunden wurden. Die ursprünglichen Bewohner dieser Inseln, waren, «he die Spanier sie unterjochten, ein zahlreiches, freies, interessantes Volk. Aus Tinian allein sollen über 30,000 Menschen gewohnt haben. Guan konnte leicht die doppelte Anzahl ernähren. Rechnet man nun noch die Bewohner von Serpana, Bguiguana, Saypan und Agripa» hinzu, von welchen Inseln die ältern Nachrichten versichern, sie wären stark bevölkert gewesen: so kann man annehmen, daß an ijo.ooo Menschen die Marionen bewohnten. Und wie viel sind davon übrig geblieben, seit Pfaffe» und Spanische Edelleute sich zu Herren der freien Insulaner auswarfen ? Unsere unschuldige Feder zittert, indem wir berichten sollen, was Christen, was cultivirte Europäer in einem irdischen Paradiese gethan haben. — Bereits vor vierzig Jahren, war die ganze Bevölkerung der Marianen aus 1500 Menschen herabgesimken, nicht durch die Gewalt der Elemente, sondern in Folge des teuflischen Systems der Spanier, welche, um den Freiheitssinn dieser Menschen nichl fürchtevzu dürfen, kaltblütig an ihrer Ausrottung gearbeitet haben. Solche Denkmäler haben die Spanier in drei Welt- theilen sicherrichtet. Solche Greuelthatcn hat sich eine große, in vieler Rücksicht edle Ration, zu Schulden komme» lassen. “ Die Ladronen - oder Mariayen - Inseln, zyx Die Urbewohner der Marianen waren ein starker, kräftiger Menschenschlag, der zur Malajischkn Rasse gehörte, wie sowohl ihre braune Leibesfarbe, ihre lebhafte, etwas wilde Physiognomie, ihre unruhige, leidenschaftliche Thätigkeit, als vorzüglich ihre Sprache beweist, welche nur eine Mund- art der Taga l ischen*) ist. Dieses Volk zeichnete sich ehedem durch ganz eigenthümliche Sitten, merkwürdige bürgerliche Einrichtungen, und durch ein RcligionSsystem aus, in welchem sich eine ganz originelle Phantasie offenbarte. Ihre Nachkommen, an deren Seelenheil die Mönche gearbeitet haben, sind kleine,, schwärzliche, widerliche, krätzige, von der Lustseuche abgezehrte Trunkenbolde geworden. Da die neuesten Geographen über die Eigenheiten dieses Volkes ein tiefes Stillschweigen beobachten, bei wenig andern Stämmen der Australier aber die schönsten Anlagen so deutlich nachgewiesen werden können, als hier; so halten wir es um so mehr für unsere Pflicht, die älteren, ethnographischen Nachrichten von den Bewohnern der Maria- nen im Zusammenhange vorzutragen, als die Völkerkunde andere Dinge zu berichten hat, als daß die Ureinwohner dieser Inseln gescheid und von langem Haarwuchs sind, daß sie Früchte und Fische genießen, große Neigung zum Fettwerden haben, und was dergleichen Curiositätzen mehr sind. Als M a g e l h a e n den Archipel der sogenannten Ladro- yen entdeckte, lebten die Einwohner in großer Anzahl in ge- *) Die Tagalische Sprache wird von der ansehnlichsten Völkerschaft auf den Philippinen geredet; es giebt ge» druckte Wörterbücher und Sprachlehren derselben. 398 Australien. meinschaftlichen Wohnplätzen oder sogenannten Städten zusammen, und obgleich in der Beschreibung der Reise jenes Weltgmscglers gesagt wird, daß dieses Volk keine Art von Regierungsverssssung hätte: so zeigt doch schon das Beisammenwohnen eine Art von gesellschaftlichem Verein an, wie solches auch aus den Berichten der Missionäre erhellet. Eben dieser gesellschaftliche Verein macht es möglich, eine Charakteristik von ihnen zu entwerfen; denn isolirte Stämme haben keine gemeinschaftlichen Begriffe, keine übereinstimmenden Sitten, ja selbst keine, sich lange gleichbleibende, Sprache. Alle älteren Reisenden haben diese Insulaner als un- gemcin starke, in körperlichen Uebungen gewandte Menschen geschildert. Ein vierzehnjähriger Knabe griff einst, (im I. 1568: einen erwachsenen Spanier auf und lief lachend mit ihm davon. Der englische Schiffscapitän Cow« ley erzählt, seine Leute hätren vier von diesen Wilden gefangen genommen, und mit rückwärts gebundenen Händen auf das Schiff gebracht; sie hätten aber gleichwohl sich in diesem Zustande über Bord geworfen, um schwimmend das Ufer zu erreichen. Die Engländer eilten in ihrem Boote ihnen nach; der eine schwamm eine Englische Meile mit gebundenen Händen fort, ehe er erreicht und gctöd» tet wurde; ein anderer hielt vierzig Schüsse aus, ehe er untersank — Magelhacns Soldaten schössen Pfeile gegen sie ab, welche sie durchbohrten; sie zogen mit der größten Kaltblütigkeit die Pfeile aus den blutenden Wunden, betrachteten sie aufmerksam und blieben auf ihren Posten, bis sie zusammenstürzten. — Im Schwimmen und Untertauchen zeigten sie eine auffallende Geschicklichkeit; Männer und Weiber holten aus dem Grunde des Meeres Fische, Steine, Vögel und was man hinein warf, herauf, und blieben bisweilen so lange unter Wasser, daß es unbegreiflich war, wie sie so lange ohne Athem zu holen, leben konnten. Die Ladwnen- oder Marianen-Inseln, zyy Diese Manschen waren lang von Wuchs und fette, alS ein gewöhnlicher Europäer, hatten eine dunkelbraune Haut, langes Haar, etwas widrige, doch ausdrucksvolle Gesichtszüge, starke Gliedmaßen und zeigten in allen ihren Bewegungen eine gewisse Leidenschaftlichkeit, dabei Muth, Offenheit, und schnellen Wechsel ihrer Empfindungen, wie solches von rohen Kindern der Natur nicht anders zu erwarten ist. Lb gleich Magelhaen sie mit dem Titel der Diebe beehrte, so finden wir doch in den Schriften anderer Reisenden, welche sich längere Zeit benhnen aufgehalten haben, baß sie durch diese Benennung sehr unschicklich charakterisi'rt wurden. Sie beraubten sich unter einander nicht, in ihren Wohnungen werden weder ihre Geräthschaften, noch ihre Lebensmittel und Waffen verschlossen oder sorgfältig bewacht, und doch hat man keine Beispiele, daß im Frieden nachtheilige Folgen aus dieser anscheinenden Sorglosigkeit entstanden wären. Sie erkennen die Unverletzlichkeit des Eigenthums an; wenn sie auf europäischen Schiffen sich Nagel und andere Seltenheiten zuzueignen suchten, so thaten sie dabei unstreitig weniger Unrecht, als wenn die Europäer auf neuentdeckten Inseln Bäume fällen, Lebensmittel fortführen und die Einwohner, welche sie darin hindern wollen, mit Kanonen begrüßen. Die sogenannten Diebereien dieser Menschen sind nur eine Folge ihrer kindlichen Neugierde, nicht des Geizes, vderder Verdorbenheit deö Herzens. Ueberhaupt ist für den, in seinen Begriffen und Sitten befangenen Europäer nichts schwieriger,als über ein, noch im Stande derNatur lebendes Volk, zu urtheilen. Menschen, die sich, wie die Kinder, jedem ersten Eindrucke hingeben, wechseln ihr Betragen schnell und zeigen sich dann von ganz entgegengesetzten Seiten. Wenn daher der Engländer Eaton erzählt, die Einwohner von Guan hätten sich bald aufs freundlichste zu ihm gesellt, und wären ihm bei der J«gd und dem Fischfänge behülflich gewesen; bald hätten sieden Anstr-tien. E k 400 Australien. Engländern Fallen gelegt, um sie zu ermorden r so werden wir diesen Wechsel im Betragen nicht, wie der Seeräuber Earor *), der Verstellung oder Tücke, sondern nur d.m natürlichen Wankelmuthe des ungebildeten Menschen zuschreiben, der bald Freund bald Feind ist, je nachdem er hofft oder fürchtet. Diese Insulaner waren damals zu einer Empörunggegen ihre Spanischen Tyrannen entschlossen, si« baten den Engländer um Schutz, ja, sie wollten sich ihm unterwerfen, wenn er sie von dem unerträglichen Druck ihrer Feinde zu befreien, behülflich seyn wollte. Eaton gab dagegen dem spanischen Gouverneur Pulver, um die Wilden morden zu können. WaS war natürlicher, als daß diese Wilden , die Engländer bald als Freunde, bald als Feir.de behandelten. Die Charakteristik, welche die Missionäre von den Ur- bewohnern der Marionen entwerfen, läßt ziemlich deutlich den Zustand ihres Gemüths erblicken, obgleich diese frommen Herren nichts weniger als unpartheiisch üb« die Wilden mögen geurtheilt haben. Sie haben von Natur, heißt es, ein gesundes, verständiges Urtheil, eine schnelle Vorstellungskraft und begreifen eint Sache sehr bald. Sie wissen ihre Gedanken gut auszudrücken und besitzen ausgezeichnete Talente zur Bered, famkeit **). Ihre Einbildungskraft ist f-urig, ihre Liede zum Vergnügen unmäßig. Sie kennen die Tugend und ach» *) Daß wir diesem geehrten Herrn kein Unrecht thun, mag eine Stelle aus der oben erwähnten Abhandlung in der Allgcm. Wcllbistorie beweisen, wo ein anderer Engländer sagt: „d-r Capita» Eaton war gar nicht viel besser, als einer voir den Seeräubern in den Amerikanische» Geioäs- s r r n." »') Der Pater I.« Lobian hat mehrere ihrer Reden mit- getheilt. Die Ladwnei» - oder Markanen -Inseln. 40? ItN sie, ohne sonderliche Lust zu zeigen, sie auszuüben. Ue- berhaupt können sie ihreLeidenkchaften nicht beherrschen,aber bei einer anscheinenden Veränderlichkeit der Gesinnungen, zeigen sie Verstellung und oft langgenährte Rachsucht*). Ist dieS nicht ein sprechendes Bild des Menschen in einem Zustande, wo Silken und Vernunft, wo der Zwang der Gesetze ihn noch nicht gezähmt hat? Mit der Anlage zu allem Guten, folgt er dem Eindruck der Sinne und seiner Lust. In dem häuslichen, wie in dem Familienleben bewiesen diese Insulaner thc ls eine große Einfachheit, theils herrschten ganz eigenthümliche Sitten unter ihnen. Sie kannten den Werth der Kleidung nicht; auch war sie ihnen, im milden Klima entbehrlich. Die Männer gingen ganz nackt, nur die Weiber trugen einen leichten *) Der mehrerwähnte Verfasser des Aufsatzes in der Allgrm. Wrlihistorie nimmt hierbei Anlaß, sich gegen die Richtigkeit dieser Charakteristik zu erklären : , Unbeständige Gemüther,^ sagt rr, , find dazu ausgelegt, ihre Entschließung bald zu verändern, nicht aber ihre» Groll Jahr und Tag zu verbergen." Der Vrf. beweist durch diese Anmerkung nur, daß er das menschliche Herz nicht kesnc. Dieleicht» sinnigsten, wankelmürhigsteu Menschen, kennen gleichwohl die Rachsucht tief im Herzen bewahren, bis die Gelegenheit kommt, ihr Genüge zu thu». Und daß dies so ist gehört zu den wohlthätigen Einrichtungen der Natur, wo. von gewöhnliche Moralisten in der Regel nicht viel wissen. Auch dem schwächsten Menschen, und die Unbeständigen gehören unstreitig dazu, sollte ein Schutz argen Unterdrückung, ein Trost in derselben , gegeben werden. Dazu war ihm der Stachel der Rache verliehen, der keinem Unter, drücket, keinem siegreichen Feinde erlaubt, gegen Vergel- tuug gesichert zu (ernt. Dies scheinen die Spanier gewußt zu habe-,; um die Rache unmöglich zu mache», haben sie das Volk auf den Marianrn vertilgt , eine Politik welche unstreitig zum Zweck, aber ihre Ausübet vielleicht auch . in die Höfte geführt hat. E e 2 I 402 Australien. Schurz um die Hüften. Es ist auffallend, daß außer diesem (Surfet auch der Putz nur bei den Frauen angetroffen wird; dieser bestand aus kleinen Muscheln um Hals und Arme; dabei zierten sie die Stirne mit Stückchen von Schildkröte, und hingen dergleichen auch, nebst kleinen Eocosschalen und Blumen, an ihren Gürtel. Auf solche Art geschmückt, versammelten sich die Weiber bei ihren gesellschaftlichen Unte, Haltungen. Bei diesen Gelegenheiten, und besonders wenn cS zum Lanz kommen sollte, bekleideten sie sich noch mitZweigen und Wurzeln, wobei sie daS Ansehen erhielten, als ob sie in einem Käfich steckten. Die Wohnungen waren ohne Kunst aus den Stämmen der Palmenbaume erbaut, und mit Feigenblättern gedeckt. Das Innere war durch Matten*) in vier Zimmer abgetheilt, und jede Abtheilung zu einem eigenen Gebrauch bestimmt. An dem einen Zimmer schliefen, in dem andern aßen sie, in dem dritten wurden die Früchte aufbewahrt, und das vierte diente zum gemeinschaftlichen Arbeitsort, wo besonders die Weiber Netze strickten oder Matten flochten **) Das Hausgeräkh bestand nur aus wenigen unentbehrlichen Dingen, von denen übrigens versichert wird, sie wären nett gearbeitet und härten dem Verstände und der Erfindungskraft dieser Insulaner Ehre gemacht. Ihre Nahrung nahmen sie größtentheils aus dem Pflanzenreich ; sie bestand aus Cocosnüssen, Brodfrucht. YamS und Reiß. Außerdem nährten sie sich auch von Vögeln und Fischen. Mäßig im Genuß dieser Lebensrnittel, kannten sie *) Diese Matten waren zum Theil zierlich aus den Faser» von Baumbläktern, andere gröbere, die zn Decken dienten, aus Zweige» und Wurzeln geflochten. **) Von einigen großen merkwürdigen Gebäuden, werden wir sogleich wener nuten zn sprechen Gelegeiiüeit haben. Die Ladwnen- oder Marianen - Inseln. 40z keine entnervenden Krankheiten und brachten ihr Leben nicht selten auf hundert Jahr. So reichlich die Natur auch ihr schönes Vaterland mit nahrhaften Früchten versitzen hatte, so empfingen sie doch solche nicht unthätig aus den Händen der allcrnährenden Mutter; sie kannten die Arbeit und bewiesen bei derselben eine eigne interessante Geschicklichkeit. Sie waren Ackerbauer, und obgleich ihr Verfahren dabei nicht mehr bekannt ist, so mußte es ihrem-Bedürfniß angemessen seyn; denn sie lebten in einem gewissen Wohlstände, ja im Ueberflusse. Es giebt noch deutlichere Zeichen von der nicht gemeinen Industrie dieses Volkes. Auson sah auf Tinian . einige Denkmäler, die in der That auf eine sich der Kunst schon annähernde Geschicklichkeit schließen lassen. In allen Theilen der Insel, sagt er, findet man verfallene Gebäude von einer ganz besonderen Art. Sie bestehen aus ekner doppelten Reihepyramidenartiger Säulen, deren jede sechs Fuß von der andern entfernt ist; die Weite zwifche beiden Reihen aber beträgt zwölf Fuß. Das Piedestal der Pyramide enthält fünf Quadratfuß; sie selbst ist dreizehn Fuß hoch. Auf der Spitze einer jeden ruht eine halbe Kugel, deren flacher Theil aufwärts gekehrt ist. Die Pyramiden und diese Halbkugeln sind aus Sand und Steinen dicht zusammengekittet und mit Gips iiberworfen. Die Einwohner von Guan versichern, daß diese Pyramiden der Grund von Gebäuden gewesen wären, welche, vor Einführung des Christenthums, einheimischen geistlichen Lrdcn gehört hätten. Ein anderer, noch deutlicher sprechender, Beweis von der sinnreichen Industrie der Marianenbewohner, sind ihre" fliegenden Schiffe oder Proa's, welche einer civilisirten Nation Ehre machen würden, und welche selbst die Engländer für das größte Meisterstück der Schiffs - Baukunst anerkennen , nämlich in Absicht auf den Endzweck, der da 404 Australien. durch erreicht werden 'oll. Diese Fahrzeuge sind iiS 40 Fuß lang, ihre Breite aber beträgt nur zwei Fuß. Wodurch sie sich von allen andern Boten unterscheiden, besteht darin, daß der Schnabel und das Hintertheil bei ihnen völlig gleich, dagegen die beiden Seitenwände einander ungleich sind; die eine, gegen den Wind gekehrte, Seite ist nämlich runde, die andere ganz flach. Die Höhlung dieser Proa ist aus zwei an den Enden mit Baumrinde verbundenen Stücken zusammengesetzt, in denZwischenräu- men verstopft und mit Harz dicht verpicht. Die Tiefe beträgt ungefähr einen Fuß. In der Mitte steht der 24 Fuß hohe Mastbaum» woran ein dreieckiges Segel, mit Hülfe einer, 27 Fuß vom Mast abstehenden Segelstange, befestiget ist. Um bei diesem großen Segel und bei der eigenen Bauart des Bootes, da» Umkippen zu vermeiden, ist an der runden Seite ein, aus drei Balken bestehendes, Gerüst angebracht, welches auf einem wie ein Kahn ausgeholten Holze ruht. Dies Gerüste, welches der Ausleger genannt wird, ist ungefähr 12 Fuß lang, das Holz aber, worin es ruht, ist um einen Fuß länger. *) Diese ganz originelle Einrichtung gestattet, daß sie mit einem Seitenwinde unglaublich schnell, und zwar ohne das Schiff zu wenden, vorwärts und rückwärts segeln können. Da nun die Marianen fast Alle unter einem Meridian liegen, und hier die Passatwinde wehen, so sind diese Proen vortrefflich für den Gebrauch berechnet, um von einer Insel zur andern zu segeln. Uebrigens sind selbst Reisen nach ' den Philippinen in solchen Fahrzeugen gemacht worden. Die Seefahrer ohne Ausnahme, versichern, daß alle Theile dieser kunstreichen Fahrzeuge mit Fleiß, ja selbst mit Eleganz gearbeitet wären. Dies ist um so mehr zu bewundern, als dieselben ohne eiserne Werkzeuge gebaut, und «ur durch scharfe Kiesel und Muschel-Schalen zu Stande gebracht werden. *) Anso» ha; rlne Abbildung von diesen Proe» geliefert. ) Die Ladronen- oder Marianen - Inseln. 405 Bei einem Wolke, das so viel Erfindungskraft zeigt, dürfen wir nicht mehr den völlig rohen Zustand der Wilden erwarten; auch finden wir dasselbe, sowohl in seinem Familien - Leben, alS in seinen bürgerlichen Einrichtungen, bereits auf einer gewissen Stuft der Cultur. Ein redender Beweis davon ist die Achtung, welche diese Malaien den Frauen erweisen, welche Achtung denn auch wohlthätig auf diese zurückgewirkt zu haben scheint. Die Europäer, welche die Männer größtentheils häßlich fanden, rühmen die natürliche Anmuth des andern Geschlechts, sowohl in Absicht auf ihre Person, als ihres Betragens wegen. Die Weiber, sagen sie, haben regelmäßigere, angenehmere Züge, ein froheres Ansehn, sind lebhaft und gesellig, und haben viel Sinn für die erheiternden Gemächlichkeiten des Lebens. Bei ihren gesellschaftlichen Zusammenkünften unterhalten sie sich in schuldloser Fröhlichkeit, indem sie in harmonischen Tönen, die selbst die Europäer bewunderten, die Lieder ihrer Dichter singen, oder pantomimische, ausdrucksvolle Tänze mit einer ergreifenden Lebendigkeit aufführen. Durch solche liebenswürdige Künste haben sie sich bei ihren Männern in solche Achtung gefitzt , daß diese ihnen fast unterthanig sind, wenigstens führen sie recht eigentlich das HauSregiment. Ob nun gleich die Polygamie, nach den Begriffen des Volkes, erlaubt ist, so begreift man doch , daß bei dieser Herrschaft der Weiber, der Mann selten von solcher Erlaubniß Gebrauch machen wird. Auch versichern die Missionäre, daß die Männer sich gewöhnlich mit einer Frau begnügen ; 's» wie sie Beispiele von der Rachsucht der Frauen anführen, wenn diese Anlaß zur Eifersucht hatten. Sie sollen dann ihre Freundincn zu Hülse rufen, und einen ordentlichen kleinen Krieg gegen die Männer führen. — Ist einc Fran von ihrem Mann beleidigt worden, so hat sie das Recht, zu ihren Verwandten zurückzukehren und den ganzen Hausrath mitzunehmen. Verstößt der Mann seine Frau, s» 406 Australien. bleibt sie im Besitz des Vermögens und selbst der Kinder. Verletzt sie die eheliche Treue, so kann er sich an dem Verführer rächen, ja ihn todten; doch muß er die Frau stets mit Schonung behandeln. Um dieser durch die Sitte einmal eingeführten, Herr» schüft der Weiber, die bisweilen,etwas lästig seyn mag, sich zu entziehen, sollen sich mehrere, besonders junge ausschiveifende Männer zu wunderlichen Gesellschaften verbunden haben , welche U r r i t a o s genannt werden. Die Mitglider derselben sind übereingekommen, sich Weiber in Gemeinschaft zu kaufen und sie in eignen Häusern zur Lust der Urritaos aufzubewahren. DieUngebunden- heit, welche in diesen Hetären-Tempeln herrscht, der Spott über jede Art des Zwanges,, das lustige Wesen, hat diese Urritaos zu den entschiedensten Feinden ihrer finstern Tyrannen und der strengen Mönche gemacht, und rft sind große, freihcitathmende Gesinnungen aus den Häusern gemeiner Lüste hervorgegangen. Die Missionäre urtheilten, wie sichs erwarten läßt, nicht so günstig von den, durch die Urritaos bewirkten Ausbrüchen einer gerechten Rache, besonders da mehrere als ein Opfer der letzteren fielen. Jene Unterwürfigkeit unter die Weiber und der, in allen andern Verhältnissen unverkennbare, Freiheits-Sinn der Marianer, gehören unstreitig zu den merkwürdigsten Zügen ihres Charakters. Kein Volk treibt, nach der Versicherung eines Englischen Schriftstellers, das Praktische derFreiheit hoher, als diese Kinder der Natur. Dies scheint anfangs im Widerspruch mit andern Angaben ^ zu stehen, indem berichtet wird, das sie Stände unter sich eingeführt haben und streng auf hohe Geburt und Ahnen halten. Die Chamorris bilden bei ihnen den hohen Adel; außerdem haben sie einen Mittelstand und Die Ladronen - oder Marianen - Inseln. 407 einen Stand *) der Gemeinen. Man erweis-t den Cha- morris im Aeußern viele Achtung, oder wenigstens Höflichkeit. Wenn .einer aus dem Volke sie anredet, so sagt er: Ali Arinmo; d. i. „Erlaube mir deine Fuße zu küssen." Dabei hält er sich in respektvoller Entfernung. Der Chamorris von seiner Seite vcrläugnct nie sein hohes, vornehmes Ansehen, ißt nie mit Leuten unter seinem Stande, und würde, im Fall er sich mit einer Person von geringer Geburt verheirathen wollte, dieRa- che des ganzen Adels zu fürchten haben. Bei alle dem aber hat der Chamorris in allgemeinen Volksangelegenheiten keinen Vorzug. , Wenn sie bei öffentlichen Versammlungen des Volks Reden halten, so hört ihnen zwar Jedermann still und aufmerksam zu; gleichwohl wird jeder Andere ebenfalls gehört, und man folgt dem Rathe des Gemeinsten, wenn er durch den Beifall der meisten Stimmen unterstützt wird. Nur die Beredsamkeit, welche in großer Achtung steht, entscheidet bei diesen Volksversammlungen. Hier werden alle i-ffentlichcn Maasregeln verabredet. Da sie nun zwar Gewohnheiten, aber keine bleibenden Gesetze haben, so gelten die Volksbeschlüsse nur für den gegenwärtigen Fall, und haben nur so lange Bestand, biö ein größerer Redner das Volk zu andern Maasregeln zu stimmen weiß. Mithin hatte dieses Volk eine so rein demokratische Verfassung. wie sie vielleicht nirgends in der Welt wieder angetroffen wird. Nur im Kriege scheint eS, das die Chamorris als Anführer ein größeres Ansehen behauptet haben, welches jedoch nicht von langer Dauer war. Denn die Kriege *) Der Name Stand paßt eigentlich nicht für die Unterscheidungen, die sibloß auf die Geburt beziehen, und übrigens keine politischen Vorrechte geben; wir haben aber kein teutsches Wort für eine, uns durchaus fremde Sache. 408 Australien. dieses verständigen Volkes waren weder blutig, noch anhaltend. Es war gleichsam einKamof, um aufdie geschickt teste Art, sich zu überlisten. Sie bemühten sich ihre Fein» dezu berücken, oder sieunvermutherzu übersatten. Dabei zeigten sie viel Kunst und Geduld in der Wahl des Terrains , in blinden Angriffen und Hinterhalt , worüber sie oft ganze Tage, ohne etwas zu genießen, zubrachten. Kam es zum Handgemenge', so dauerte der Kampf nur so lange, bis einer oder zwei auf dem Platze blieben; oder einige zum Fechten untüchtig gemacht wurden. Die Par- thei, die den Kürzeren zog, schickte Gesandte ab, über den Frieden und die Bedingungen desselben zu unterhandeln. Die Waffen, deren sie sich bei diesen Kriegen bedienten, bestanden nur aus Steinen, und einer Lanze, an deren oberem Ende ein scharf zugespitzter Menschen- knochen befestigt war. Um sich zu den Kriegen tüchtig zu machen, pflegten sie die Knaben frühzeitig im Nennen, Springen, Steine und Lanzen nach dem Ziele zu werfen, und dergleichen zu üben; wie denn ihre ganze Erziehung, außer diesen Vorübungen zum Kriege, überhaupt nur im Abrichten zu körperlicher Geschicklichkeit, als Schwimmen, Untertauchen und dergleichen bestand. In der Beredt- samkeit, welche doch viel bei ihnen galt, gaben sie keinen Unterricht; dieser müßte aber um so eindringender seyn, weil sie bloß als eine natürliche Gabe geübt wurde. Uiber die Religion der Marianer waren die Missio- ttäre gewiß so wenig geneigt als fähig, unpartheiische, philosophische Berichte zu erstatten. Gleichwohl haben sie einige Bemerkungen mitgeheilt, die einen eigenthümlichen Geist vermuthen lassen. Sie glaubten an ein höchstes, über alles Gewordene, undBeränderliche erhabenes Wesen, welches das All durch- Die Ladronen - oder Marianen - Inseln. 409 dringe und in seiner Ordnung erhalte, aber so doch über unsere. Fassungskraft erhaben sey, daß es Vermes- fenheit wäre, ihm einen Namen geben zu wollen. Die ungeheure Kluft zwischen dem Unnennbaren und dem sterblichen, schwachen Menschen, schien ihnen keine Oede, sondern eine durch Geister ausgefüllte, unsichtbare Welt zu seyn. Es ist wahrscheinlich, daß Sonne, Mond und Sterne von ihnen, nicht als todte Körper, sondern als lebendige Geister verehrt wurden; sowie auch Wälder, Berge und Gewässer ihnen als der Sitz höherer Wesen erschienen. Unter diesen Wesen der zweiten Ordnung giebt es, nach ihrer Vorstellungsart, feindliche Naturen, unter denen einige am Glück, andere am Unglück der Menschen Wohlgefallen haben. Stirbt ein Mensch, durch irgend ein Unglück, eines gewaltsamen Todes, so bemächtigt sich seiner Seele der böse Dämon Chaysi, der sie in sein Haus, Sasarraguan, einführt, wo neues Unglück seiner wartet. Ist der Mensch aber so glücklich, daß fein Leben dem Gange der Natur gemäß sich endet, so wird er nach seinem Tode ein An i tis, d. i. ein Bewohner des Reichs glücklicher Geister, deren Aufenthalt ein herrlicher Garten ist, mit Palmen und köstlichen Früchten geschmückt, und von angenehmen Strömen bewässert, die sich durch blumenreiche, Duft erfüllte Thäler winden. Nicht als Lohn für seine Thaten könne der Mensch diesen Ort der Seeligkeit erwarten, — was sind seine Thaten ? er soll nicht stolz seyn! — als ein Glück sey eS ihm aufbewahrt. Die Anitis, glauben sie, sind nicht von aller Gemeinschaft mit den Lebenden abgeschieden; man soll sie daher nicht vergessen, weder als Freunde, noch als Feinde. Da der liebste Aufenthalt der Anitis, wenn sie die 4io Australien. Erde besuchen, zwischen Blumen ist: so stellt man Körbchen milden lieblichsten,duftcndstenBlüthen gefüllt, anfreunde liche Orte, oder neben den Wohnungen ihrer zurückge- laffenen Freunde, damit sie durch dies aufmerksame An« denken sich freundlich der Opfernden erinnern, und ihnen angenehme Träume senden. Die Priester, welche diese Lehre verbreiten, sind die Dichter des Volkes, die in großem Ansehen stehen, die Thaten der Vorfahren besingen und zugleich dem Volke das höhere Leben der Geister und die Geheimnisse der Schöpfung erklären. „Der erste Mensch, lehren diese Dichter, „wurde auf der Insel Guan aus einem Stück Erde erschaffen, nachher aber, weil er zu weich war, die Freuden und Leid.n des Lebens zu ertragen, in einen Stein verwandelt. Dieser Stein zersprang nachher in unzählige Stücke, die in alle Weltgegendeu zerstreut wurden. Daraus entstanden die andern Menschen. Weil nun diese so weit von ihrem ursprünglichen Vaterlande hinausgeworfen wurden, so verloren'sie den Gebrauch der Sprache: und daher, sagen sie, verstehen sie weder uns, noch sich selbst. Zwar können sie einige rauhe Töne aus der Kehle Herausstoßen, welche einige Aehnlichkeit mit Worten haben; da sie aber nur wie abgerichtete Vogel oder andere Thiere handeln, so ist es klar, daß sie nur eine unvollkommene Vorstellung von dem haben, was sie sagen wollen." Eine eigene Gattung von Priestern waren die Mana- cas , welche vorzüglich die Mittel lehrten, die Anitis zu besänftigen ; zugleich waren sie Aerzte und Wundärzte, weil sie die Wirkungen der Kräuter kannten. Kein Priester hatte übrigens Einfluß auf diese freien Kinder der Natur, als insofern er seiner Lehre durch Beredsamkeit Eingang verschaffte. Ein dummer Priester wurde nicht augehört. Die Ladronen - oder Marianen» Inseln. 411 2>ie Begräbnisse der Marianer sind mit vielen Feierlichkeiten verbunden. Besonders waren die Weiber febr geschickt, die Grabmähler ihrer geliebten Verwandten auf das kunstreichste auszuschmücken. War er ein Held im Kriege, so zierten Lanzen sein Grab. Halte er sein Leben auf dem Meer zugebracht und ren Ruhm eines geschickten Seemanns erworben, so wurde der Mastbaum seines Schiffes in die Erde gesteckt, das Schiff in Stücken zerschlagen und alle Theile um die Gruft gestellt. Di» Zwischenräume wurden mit Rudern ausgefüllt. War der Verstorbene zu Wasser und zu Lande berühmt, so wurden Ruder und Lanzen abwechselnd neben einander gestellt und «in Dach von grünen Zweigen darüber gedeckt. Die Feierlichkeiten bei diesen Leichenbegängnissen dauern mehrere Tage, wobei die Anwesenden, deren Anzahl bisweilen mehrere Hundert betlägt, fasten, klagen unh die ausführliche Lcbensgcschichte der Verstorbenen erzählen. In diesen Berichten bleiben sie der Wahrheit so treu, daß sie auch die Thorheiten nicht verschweigen, wobei denn die ganze Gesellschaft den Todten laut auslachte. Eben so aufrichtigen Antheil beweisen sie seinem Ruhm und den unglücklichen Erciguissen seines Lebens. Die Klagereden der Weiber bei diesen Gelegenhci'te» müssen, nach dem Berichte der Missionäre, oft so rührend, als poetisch gewesen seyn. Ja der Geschichte des Pater I,e Gobien sind einige solche Reden aufbewahrt, woraus wir dem Leser eine Probe mittheilen wollen. Die eine Klagende sagte: „Ich habe nun nicht mehr zu leben; der Uederrest meines Lebens ist nur ein langsamer Tod, von Trauer und Ueberdruß begleitet. Der Stern, der mich leitete, ist verschwunden ; das Licht meines Mondes verloschen! die Sonne, die mich erfrcuete, hat sich auf ewig verdunkelt. Die Nacht allein ist mir treu geblieben, die mich durch die Wellen des Kummers hindurch führt, bis 412 Australien. zuletzt ich in den Abgrund des Elends und der Verzwei« ! feiung hinunter stürze." ( Eine andere Frau nahm hierauf das Wort und sag- ; te r „Ach, ich habe mein Alles verloren. Der Trost meiner Tage ist fort; nun wird mein Herz nicht mehr in , seiner Gegenwart klopfen. Dieses Bild unserer alten Helden, dre Ehre unsers Hauses, der Beschützer unsers i Volkes ist nicht wehr! Er hat uns verlassen, was ver- \ »peil n wir noch hier? Was nützt das Leben, da der, ! für den wir lebten, unS entrissen ist?" Daß ein Volk. welches sich so sinnreich in seinen Er- sindunZea, so geistreich in seinen poetischen Ideen zeigt, j gleichwohl das Feuer, wie d>e Missionäre versichern, , nicht gekannt, sondern daß die Marianer, als sie das ; Feuer der Spanier erblickten, dasselbe für ein Thier gehalten haben selten, scheint um so unglaublicher, da die Vulkane ihrer Inseln ihnen oft genug das Schauspiel des Feuers gegeben haben. Indessen ist die Sache'kei- neSweqes unmöglich, und die Vulkane selbst mögen von ( ihnen alS große Tbiere angesehen worden seyn, zu deren Gebrauch und Bezähmung sie leicht zu furchtsam gewesen seyn können. Wenigstens möchten wir aus der Unwahr« scheinli'chkeit, daß die Marianer den Gebrauch des Feuers nicht gekannt härten, keinen Anlaß nehmen, alle Berichte der Missionäre in Zweifel zu ziehen, wie andere Schriftsteller gethan haben. Eine, auf der Studierstube aufgefundene , Unwahrscheinlichkeit, kann den Bericht vo» Augenzeugen nichc entkräften. Die Spanier haben nun die Marianer den Gebrauch des Feuers kennen gelehrt; sie haben sie im Ackerbau und andern Künsten unterrichtet; aber sie haben sie, bis auf eine kleine Anzahl, ausgerollet, sie unglücklich gemacht, und den eigenthümlichen Geist des Volkes völlig vernichtet, Als noch die Erinnerung ihres ehemaligen Zustandes sich unter ihnen erhalten halte, haßten sie mit Recht ihreT»- Die Laöronen - oder Marianen * Inseln. 41Z rannen. „Diese Fremdlinge," sagte einst ein Eingebor- ner von Guan, „haben unter dem Vorwande unS glücklich zu machen, uns die Freiheit geraubt, und durch allerlei Einschränkungen, welche sie Kleider nennen, uns an dem Gebrauch unserer natürlichen Stärke gehindert. Sie haben Krankheiten, abscheuliches Ungeziefer und andere schädliche Thiere *) zu uns gebracht, und uns mit Plagen bekannt gemacht, von denen wir früher nichts wußten. Ehe diese hungrigen Gäste zu uns kamen , führten wir ein ruhiges, wiewohl mit Arbeit verbundenes Leben; wir warI» gesund und stark. Haben sie einige Gemächlichkeiten unter uns eingeführt, so waren in dem Gefolge derselben auch neue Bedürfnisse, neue Schwierigkeiten, das Leben frei und fröhlich zu genießen. Mit einem Wort wägen wir gegeneinander ab, was sie uns gegeben und genommen, so haben wir eisten unersetzlichen Verlust zu betrauern." Um das Verlohrne, um das Gut der Freiheit wieder zu erlangen, führten die Marianer Jahre lauge Kriege gegen die Spanier, obgleich diese ihnen durch die Waffen überlegen waren. Endlich unterlagen sie, und die letzten Helden des Volks, die sich nicht unterwarfen, fanden in den Gebürgen den Hungertod oder stürzten sich von Felsen in das Meer. Den Uiberrest können die Spanier nun durch ein paar Hundert Soldaten in Zaum halten. „Die älteren Beschreibungen dieser Inseln," sagt Re- nouard de St. Croix, „paßen durchaus nicht mehr auf die heutige Beschaffenheit derselben. Wenn man jene Beschreibungen liest, so möchte man beinahe die Wirkung aller Civilisation**) verwünschen; denn die darinn als reizend gr» *) Hierunter sind wahrscheinlich die Ratten gcmeinct. **) Das Unglück der Marianen war nicht die Wirkung bei? Civilssation; svndern der Barbarei. 414 Australien. schildkrten Lustwäldchen haben sich in Gebüsche von Dornen und Disteln verwandelt; die fruchtbaren Thäler, worinn zahlreiche Heerden ruhig weideten, liegen gegenwärtig wüste und sind unbewohnt. Dies Alles ist die traurige Folge von dem verächtlichen Benehmen der Spanier , die nur in der Absicht, Geld zu suchen, das doch der Grund ihrer Armuth und ihrer politischen Schwäche wurde, die neue Welt verwüstet haben. Ihre Colom'e auf diese» Inseln hat, während der langen Zeit ihrer Existenz, nie gedeihen können, und die Anzahl der Eiu- gcbornen hat sich furchtbar vermindert. Wie konnte eS anders seyn, da diese Unglücklichen unter einem solchen Drucke leben, daß sie ihre Kinder selbst ums Leben bringen , damit sie nur nicht so elend, als ihre Aeltern werden sollen. „Der Gouverneur dieser Inseln wird von dem Spanischen Hofe auf sechs Jahre hahin geschickt. Auch wird eine Anzahl Truppen (150 bis 200 Mann) daselbst gehalten, um die E'ngebornen zum Gehorsam zu zwingen. I Gewöhnlich befinden sich auch drei Franziskanermönche dort, um sie in den Lehren der katholischen Religion zu ! unterrichten." ! „Diese Inseln stehen mit der übrigen Welt nur durch ! die Gallione von Acapulco in Verbindung, welche jährlich daselbst anlandet. Sie bringt alsdann einige Lehensmittel für die Garnison, den Sold und die Kleidungsstücke für dieselbe, so wie überhaupt alles dahin, was die Colouie im Laufe des Jahrs nöthig haben mochte. Bis zur Ankunft dieser Gallione müssen die Soldaten alle ihre Bedürfnisse von dem Gouverneur kaufen, und zwar zu solchen ungeheuren Preisen, daß ihnen, wenn ihre Löhnung ankommt, wenig oder nichts mehr davon auszuzahlen ist. Durch diesen schändlichen Handel gewinnt aber der Gouverneur in den sechs Jahren seiner Dienstzeit wenigstens eine Summe von 160 bis «00000 Piaster." 1 Die Ladronen - oder Marianen - Znseln. 41z Und so mußten die Eingebornen ausgerottet, so mußte das fruchtbare Land, unbenutzt, einer Wüsie ähnlich werden, so mußten Soldaten in einem entfernten Winkel der Erde ein trauriges Leben führen, einzig zu dem Endzweck, damit ein Spanischer Edelmann sich auf Kosten der Menschheit und der Vernunft bereichern könne. Der Sitz der Gouverneurs ist zu Agana (oder 8t. Agnation d’Agand) der Hauptstadt von Guan und der ganzen Colome. Die Stadt ist regelmäßig gebaut und hat einige steinerne Häuser. Der, vier Meilen südlich von Agana gelegene Haven wird durch zwei Forts beschützt. Die Rhcve ist nicht ganz sicher, wie es denn dem ganzen Archipel der Marianen an guten Ankerplätzen fehlt. Die andern Einwohner von Guan leben in dreizehn bis vierzehn Dörfern. In dem Innern der Insel dürften in den Bergen noch einzelne freie Eingeborne zu finden seyn. Die Eroberung von Guan würde für eine Europäische Macht durchaus keine Schw erigkeit haben, ja, ein kühner Seeräuber könnte sich derselben leicht bemächtigen lind sich auch auf derselben behaupten. F f *allrotten. Archipel der Ceirolinen oder neuen men. Dieser inselreiche, weit ausgebreitete Archipel, ist den Europäern nicht durch ihre Seefahrer, sondern durch einige, auf Proen durch Stürme verschlagene, Einge- borne dieser Inseln bekannt genordeu. J>n Jahre 1694 iandeien einige Fremdlinge auf der Insel Mindanao, einer der Philippinen und theilten den Spaniern Nachricht von ihrer, im Süden der Marianen gelegenen Heimath mit. Zu verschiedenen Malen kamen andere Insulaner, durch ähnlichen Zufall nach Guan und beschrieben ihre Heiw.ath als eine südlich von Guan, sich von Westen nach Osten weit erstreckende, aus fünf Hauptgruppen bestehende Jnselreihe. Einige legten größere und kleinere Steinchen in gewisserEntfcrnung in den Sand, und nach diesen Angaben entwarfen die Spanier eine Charte. Lb nun gleich die Eristenz eines Archipels in diesen Gemäss.rn zuerst durch die verschlagenen Eingcbornen bekannt wurde, so hatten doch die Spanier bereits im Jahr !6z6 einzelne, hierher gehörige Insel» entdeckt und solche dem Könige Carl H. zu Ehren Carolina, genannt. Dieser Name ist nachher von den Geographen auf den ganzen Archipel ausgedehnt worden. Archipel der Carolinen oder neuen Philippinen. 4,7 Noch hat kein Europäer die C a r 0 1 i n e n oder neuen Philippinen, wie sie auch genannt werden, ihrer ganzen Ausdehnung nach untersucht. Ja, außer einigen Missionären, welche einzelne Inseln besuchten, dort aber erschlagen wurden, ist bis zur Zeit, alS W il son die, zu diesem Archipel cben'alls gehörigen, Peljuh-Inseln und einige der südlichen Carolinen entdeckte, überhaupt kein Europäer in diese Gewässer gekommen. Hieraus ergiebt sich, daß die Geographie der Carolinen noch sehr unvollständig seyn müsse. Zwar findet man auf den Charten eine große Anzahl Inseln mit ihren Namen aufgeführt; aber diese Charten sind nach sehr unzuverlässigen Angaben verfertigt. So beruht die gewöhnliche, von dem Pater Canlova angegebene, Einteilung in fünf Gruppen, nur auf Aussage der Eingeüornen, sonach aus einer höchst ungewissen Autorität. *) Bei dem Schwankenden und Ungewissen der Nachrichten, wird man keine eigentliche Beschreibung des Archipels von uns erwarten. Nur eine neue Reise kann Licht über die verworrene Geographie der Carolinen verbreiten. Es wird genug seyn, hier die Erdgegend an« zuzei'gcn, in welcher der Archipel zu suchen ist, und so viel von den älteren Nachrichten mitzutheilen, als beitragen kann, den Wunsch einer genauern Untersuchung zu rechtfertigen. Zwischen 6 ° und 72° n. Br. von 132* bis 770° oft. Länge von Paris, nehmen die Carolinen, in der Richtung von Westen nach Osten, einen Raum von mehr > ls 500 geographischen Meilen ein. Die Cingeborncn, welche aus den Philippinen landeten, gaben die Zahl der Inseln auf87 an; ist aber wahrscheinlich, daß sie selbst nicht den ganzen Ar- *) man findet die a-iSführlichrn Nachrichten hierüber irt „Sprenarls Beiträae znr Völker- und Länderkunde, .v. «nd 11s Theil. Lewsitz i 78 <>'' F f a 4i& Australien. chipel gekannt haben, und daß mehrere Hundert größere und kleinere Inseln in diesem Raume zerstreut sind. Bon den Produkten des Pflanzenreichs geben die Missionäre außer den Cocospalmen, einen, dem Ahorn ähnlichen Baum, und denBalibago an, auS dessen Bast die Einwohner ihre Zeuge undMatten verfertigen. Hr. v. Zimmermann vermuthet, daß dies der Papicrmaulbcerbaum, (Mo- tus papyrifera) der übrigen Südsee-Jnseln seyn konnte. Bierfüßige Thiere wurden hier so wenig, als in den andern Inseln Australiens gefunden; doch sollen die Spanier einige dorthin verpflanzt haben. Den Bewohnern der Peljuh-Inseln, von denen wir besonders reden werden, haben die Engländer mehrere Hausthiere zugeführt. Die Eingebornen der Carolinen gehören zur Malajk- schen Rasse. Sie sollen groß und stark gebaut, von nußbrauner Farbe seyn. Die Bewohner der südlichen, niedrigen Inseln werden dagegen von den Engländern als Menschen von schwachem Körperbau geschildert; diese sind von dunkler Kupfcrfarbe, und dabei sehr lebhaft. Hierunter sollen heller gefärbte Mulatten vorkommen, welche die Abkömmlinge einiger Spanier zu seyn scheinen. Diese Insulai. rrer haben einen Adel und despotische Könige. Sie hadere auch Sclaven, wahrscheinlich hierher verirrte PapuaS. Sie glauben, nach dem Bericht der Missionäre, an himmlische Geister, welche bisweilen zur Erde kommen, sich in einem heiligen, geheimnißvollen See der Insel F o l l a l o zu baden, sich dabei über die Schicksale der Menschen zu unterhalten und diesen bisweilen Wohlthaten zu erweisen. Ue- brigens haben sie weder Götzenbilder, noch eine Art von Gottesdienst. Was sie von dem himmlischen Wesen wissen oderzu wissen glauben, tritt nieausder Stille ihrer Gedanken in die äußer« Welt, die zu hinfällig und zu verderbt ist, um ein Bild der Göttlichen vorstellen zu können. Archipel der Carolinen oder neuen Philippinen. 419 Ähre Todten werfen sie bisweilen ins Meer; anbete, besonders die Vornehmer», begraben sie und errichten ih» nen steinerne Grabmäler. Die Polygamie ist unter ihnen eingeführt. Sie kennen und üben keine anderen Strafen gegen Verbrecher, als daß sie solche verbannen. Sie sind froh und gesellig. Der Tanz, vom Ge» fange begleitet, ist ihre liebste Unterhaltung. Sie führen Kriege, wobsi Lanzen und Schleudern ihre Waffen sind. Ihre Proen gleichen denen der Marionen, mit wel« cher Völkerschaft sie überhaupt nahe verwandt zu seyn scheinen; daher um so mehr zu wünschen wäre, daß neuere Seefahrer die nähere Untersuchung des Archipels sich zum Zwecke machen möchten. f i D i e Peljuh-Jnfel«. Obgleich man aus den Angaben der oben erwähnten Ein- grbornen, welche die Stürme des Meeres weit von ihrem Vaterlande vertrieben hatten, bereits die Eristenz der Pel. j u h - I n se l» vermuthen konnte, so sind sie doch erst in neuern Zeiten durch die Engländer näherbekannt geworden. Ein Engliches Schiff der ostindischen Compagnie, die A n- t e l 0 p e, sollte unter dem Capitän Wilson im Jahre 1783 von China aus Depeschen nach Bengalen überbringen. ES scheiterte auf einem Korallenriff in diesem Meere; die Eqi- vage rettete sich jedoch in einem Boote auf eine Ulchewohn- teZnsel, auf Orulong, eine der Peljuh-Jnseln. Hier< her brachten sie nach und nach von dem Wrack des Schiffe- Lebcnsmittel, Werkzeuge, Segel, Taue, Anker, Aewehr und Munition, und entschlossen sich, ein andcresSchiff zu bauen, auf welchem sie nach Macao zurückkehren könnten. 420 Australien. Bald nach ihrer Ankunft wurden sie von den Eingebornen der benachbarten bewohnten Inseln besucht, und fanden zu ihrer freudigen Ueberraschung, daß diese zu den gutmüthigsten, menschenfreundlichsten Kindern drr Natur gehörten, die nur irgendwo auf dem Erdboden angetroffen werden mögen. ' Abba Thulle, der König einerJnftl, besuchte sie mit der ganzen königlichen Familie, versicherte sie seiner Freundschaft und.gab die unzweideutigsten Beweise der Aufrichtigkeit seiner Gesinnung, indem er und sein ganzes Volk sich breiferten, den Engländern so nützlich zu seyn, als es die Kräf.e des Landes und der Bewohner erlaubten, und die Engländer konnten ihr Vorhaben glücklich ausführen. Der König, während der Anwesenheit der Fremden, von der Ueberlcgenheit und dem Nutzen der europäischen Künste überzeugt, gab dem Eapitäne Wil, sen sogar seinen Sohn, den Prinzen Lee-B oo, mit, daaiir sich derselbe in England unterrichten und von dort, mit Kenntnissen ausgerüstet, in sein Vaterland zurückkehren könne. Leider starb der lieber-swürdige Lee-Boo in London an den Blattern und der Vater konnte seine • ■ weise Absicht nicht erreichen. Die Ostindische Compagnie rüstete aber ein Schiff aus und sanvte dem guten Abba Lhulle Sämereien, Hausvieh, nützliche Werkzeuge rc. zum Geschenk, welche glücklich ankamen, und den Schmerz über den Tod seines Sohnes bald aufwogen. Die Geschichte des Schiffbruchs der A n t e l o p e und der Rückkehr der Mannschaft mit dem Prinzen Lee-Boo, ist aügemein bekannt. Die Schilderung der Guthmüthig- keil des Volkes hat einen so lebhaften Eindruck auf die Europäer gemacht, daß man die Peljuaner für moralische Muster angesehen hat. Hr. Hkisinger, der Fortsetzer des Plank'schen Handbuchs, nennt sie „ o h n e B e d e n- kenden Diamant des Menschengeschlechts". Archipel der Carolinm oder neuen Philkpvirien. 421 So wenig wir geneigt sind, den Pcljuancrn ihren Ruhm eines gutmüthigen, treuherzigen Naturvolkes zu nehmen: so scheint uns doch, daß die SchriststeUcr einige Abgötterei mit ihnen getrieben haben. Nicht zu denken, baß diele Diamanten der Menschheit — ihre Gefangenen, nachdem sie solche wehrlos gemacht, grausam ermordeten, und um Albernheiten, um den Besitz einer steinernen Kugel , Krieg führen: so glauben wir, daß man unter mehreren sogenannten wilden Völkern ähnliche Beispiele von Gutmüthigkeit und Theilnahme gefunden haben würde, wenn die Europäer sich überall mit solcher Klugheit und Freundlichkeit betragen hätten, als die Noth dieser hülf- losen Engländer ihnen zur Pflicht machte. Hierzu kam, daß ein Englischer Matrose Malajisch sprach, und zufälligerweise ein, vor längerer Zeit geftrandcrcr Maiaje sich auf der Insel befand, der die Sprache der Eingebornen erlernt hatte. Man konnte sich also verständlichen, man konnte jedes Mißvcrständniß durch Worte beilegen. -statt daß man sonst gewöhnlich durch Schießgewehre sich verständlich zu machen suchte. Dem sey jedoch wie ihm wolle, das Gemälde, das der Engländer Keate in seiner Geschichte des Schiffbruchs der Antelope und in seinen Nachrichten von den Peljuh-Inseln ausgestellt hat, gehört zu den interessantesten Schilderungen der Natur» Menschen. H 0 ck i n' s „Bericht von den neuesten Reisen nach den Pcljuh-Inseln, besonders des Eapitain M.Cluver's,"*) der die für Abba Thulle bestimmten Geschenke überbrachte, hat die günstige Vorstellung größten Theils bestätiget, welche die erste Reise von diesen Insulanern verbreitet hatte. Es kann hier nicht unsere Absicht seyn, allgemein bekannte Dinge zu wiederholen. S£ e a t e ’ § und H 0 üi n's *) Ueberscht im »ztcn Lande der Svrengcl.Ehrmannschen Bibiioihrk L 3 cn»ar iL»5,, Australien. 42s Schriften sind in Jedermanns Händen. Aus der Geschichte des P.inzen Le e-Boo hat man sogar ei'n Neujahrgeschenk für Kinder gemacht. Es ist genug, hier nur eine kurze allgemeine Beschreibung der Inseln, aus den genannten Schriften zu liefern. So ausführlich Keate den Charakter der Pcljua- ner schildert; so unbestimmt ist er in dem geographischen Theil seiner Beschreibung, und Hockin ist diesem üblen Beispiel gefolgt. Man kennt daher weder die Zahl, noch die Lage der verschiedenen Eilande, welche zur Gruppe der Peljuh-Znseln gehören. Nur so viel erhellet aus Ho- rkin, das B a b e l - t h 0 u - u p die größte Insel der ganzen Gruppe sey, daß sie ungefähr 60 Englische(>2 Teutsche) Meilen im Umfange habe, und in mehrere Districle oder Fürstenthümer getheilt sey, worunter Artinqall und Em mal eigne die beträchtlichsten sind. Die Insel, auf welcher Abbe Thulle residirte, heißt Eri-Kli- Thu mit dem Hauptort Kurura. Andere Inseln sind: Keth, Emmungs, Orolongs,Pelelaw, und Thulle-Enoyar. Der Charte von Wilson nach, giebt eS 27 Inseln. Die ganze Kette erstreckt sich von 5° bis 9° n. Br., und von rzo° bis 136° östl. Länge von Grecnwich. Vielleicht sind diese Inseln nichts anders, als Ko- rallenqcbäude. Entscheiden läßt sich jedoch hierüber nichts, da sich die Engländer um die Natur des Gesteins, auf welchem der fruchtbare Boden ruht, durchaus nicht bekümmerten. Sie berichten nur, die Inseln wären lang, und schmal, von mittelmäßiger Hohe und reich mit Waldungen besetzt. Auf der Westseite werden sie von einem Kvrallenriss umschlossen, welches sich dem Lande nicht über zwei bis drei Seemeilen nähert, und nicht über fünf bis sechs Meilen von demselben entfernt ist. Archipel der Carolinen oder neuen Philippinen. 42z Da kein Botaniker unter den gestrandeten Engländern war, so schickten sie «inen Chinesen, der mit zu ihrer Equipage gehört, ab, nützliche Pflanzen zu suchen. Auch in Gesellschaft deS M. Cluver's befand sich kein Naturforscher. Daher ist denn auch die Naturgeschichte der Inseln noch gänzlich im Dunkeln. Die Engländer melden von den Mineralien gar nichts; von den Pflanzen führen sie nur die Kohlpalme, die Cocospalme, die Are» kanuß, PisangS, Pomeranzen, Zitronen, Zuckerrohr, UamS, Catappanußbäume (Terminalia Cntappa) Brodfrucht, Bambusrohr, Gelbwurzel und einige unbekannte Bäume an, die gutes Bauholz liefern. — Außer eint» gen Katzen, braungraulichen Ratten und Vampiren sahen sie keine vierfüßige Thiere; welchem Mangel jedoch gegenwärtig durch die Geschenke der Engländer abgeholfen ist, indem sie Rindvieh, Schweine, Ziegen und Schafe hierherbrachten. Unter den Vögeln fanden sie das Huhn in einem verwilderten Zustande; dir Einwohner aßenzwar die Eier, lernten aber erst von den Engländern die Hühner selbst genießen. Auch der Tauben und mehrerer Singvogel erwähnen die Engländer, welche selbst Enten, Gänse, Papageien rc. hierherbrachten. An Fischen ist das Meer reich, und eS giebt einige sehr wohlschmeckende unter denselben. Krebse, Muscheln, Austern und Schildkröten wurden gleichfalls gefunden. Die Einwohner sind dunkclkupfcrfarbig und haben eine weiche glänzende Haut, welches von dem Eintreibe» mit Cocosnußöl herrührt: Sie find von mittlerer Größe unbj muskulösem Bau, ihre Glieder in gutem Verhältniß; in ihrem Gange, wie in allen ihren Bewegungen haben sie etwas Anständiges, EdlcS. Ihr Haar ist lang und schwarz; sie tragen es hinten, dicht an den Kopf in eine Locke geschlagen. Gewöhnlich reißen sie den Bart, so wie alle au- 4 3 4 Australien. dere Haare am Körper mit der Wurzel aus; doch ist dies kein allgemeiner Gebrauch, indem Mehrere starke Barre tragen. Ihre Zähne sind schwarz, weil sie beständig Betel, mit gebranntem Kalk gemischt, kauen. Daher trägt, wenigstens jeder vornehme Mann, ein Körbchen mit Be- tel, und ein Bambusrohr mit Tschinam, d- i. mit Kalk aus Korasiengewächfen gebrannt, bei sich. Die Männer gehen völlig nackt, die Weiber haben bloß einen kleinen Gurt, oder eine.kurze Schürze, au- Franzen von Cocos - Fasern gemacht, um die Hüften. Sie haben die Ohrläppchen durchbohrt, worein sie Blätter oder Ringe aus Schildkror stecken. Den gleichfalls durchbohrten Naftnknorpel schmücken sie mit Blumen oder Laub. Sie haben die Beine schwarz tatowirt, wodurch diese dunkler als der übrige Körper aussehen; außerdem bemalen sie sich noch mit Ocker und Gelbwurzel. Wir haben bereits erwähnt, daß diese Menschen einen ausgezeichnet gutmüthigen Charakter in ihrem Betragen gegen die Engländer zu erkennen gaben. Die ganze Scheiterungsgeschichte der Antelope ist ein Be- weis davon. Uebrigens zeigten sie sich auch als ein ehrliches, verständiges, wißbegieriges Volk, das die Bor- theile der Europäischen Künste sehr schnell begriff und sich dieselben zu eigen zu machen wünschte. Die Nahrung der Peljuaner ist einfach, wie es dem Stande der Natur, worin sie leben, angemessen ist. Yamswurzeln, Cocosnüsse, Brodfrüchte und Fische sind ihre gewöhnlichen Lebensmittel. Die Vornehmen essen Tauben. AuS alten Cocoskernen machen sie mit Syrup aus dem Zuckerrohr, einen Teig, der hart gekocht und von ihnen als ein Leckerbissen genossen wird. Die Co- rosmilch ist ihr allgemeines Getränk, bisweilen thun sie etwas Pomeranzensaft hinzu. Archipel der Carolinen oder neuen Philippinen. 42 5 Ihre Wohnungen bestehen aus einem viereckigen Zimmer, das auf einem Fundament von Stein ruht. Der Boden und die Wände sind aus Backen oder B- m- busröhrcn, die dicht mit Palmblättcrn ausgestopft sind. Sie haben auch öffentliche Gebäude, welche sie Pyes*) nennen, und die in der That für Kunstwerke gelten können , wenn man auf ihre wenigen Werkzeuge Rücksicht nimmt. Das beiliegende Kupfer giebt einen anschaulichen Begriff von diesen Pailästen ihrer Nationalversammlungen. — Sie bauen ihre Wohnungen neben einander in Dörfern, oder wie die Engländer sie aus Dankbarkeit zu nennen belieben, — tu Stätten. Körbchen, zur Aufbewahrung des Betels, der Kämme und ihrer Messer aus Perlaustcrn, Fischangelu aus Schild- krot, Stricke und Netze aus CocoSfasern, Matten aus Pisimgblättern, irdene Schüsseln, Besen aus CocoSfasern^ Bambusrohren zur Aufbewahrung des Wassers, Acxte, woran die Schneide aus Muscheln verfertiget, Schleudern . hölzerne Schwerter und zwölf Fuß lange Lanzen von Bambusrohr mit Spitzen von hartem Holze, mit Widerhaken versehen, — aus diesen wenigen Dingen besteht der Hausrath eines Peljuaners. , Ihre Kanots sind ausgehöhlte Bäume, übrigens zierlich gearbeitet. Sie haben ein dreieckiges Segel und einen AuSlcgcr. Es giebt einige Kanots, welche bis 3» Alaun fassen können. Außer dem Gesänge und dem Tanze, und den kriegerischen Ll'.stübungen sinden wir keine Vergnügungen der Peljuaner cngcmcrkt. Aan sinket auch hier die, unter mehreren Malajjschen Skämmen einheimische, dem Lehnssystem nicht unähnliche Verfassung. Es giebt einen König, einen Adel und gemeine Arbeiter. Solcher kleinen Könige giebt es auf der Gruppe der Peljuh - Inseln mehrere, die natürlich mit *) S. beil. Kupftetaftl. 426 Australier». einander tm Kriege leben. Abba Thulle, der Freund der Engländer, konnte eine Armee von 1000 Mann zusammen bringen. Der Adel oder die Rupak's üben jeder in ihrem Bezirke eine, wie es scheint, unumschränkte Gewalt aus, müssen aber dem Könige zu Kriegszeiten mit ihren Unterthanen zu Hülfe kommen. Die vornehmstenRupak's tragen um den Arm einen Ring aus den Knochen deS Wallfischcs verfertigt. Dieser Drden des Knochen wird durch kriegerische Thaten oder andere ausgezeichnete Verdienste erworben. Der Besitzer desselben muß eher sterben, als sich denselben rauben lassen. Capitän Wilson wurde zum Ritter dieses OrdenS vom Könige ernannt, und mit dem Ehrenzeichen bekleidet. Der König hält in denPyes oder öffentlichen Gebäuden, oder, bei schönem Wetter, vor denselben unter freien» Himmel, Rathsversammlungen, woran die Prinzen vom Geblüt, und die Rupak's Theil nehmen. Der König hat einen Vezier, Unterkönig oder Minister, wie ihn die Engländer nennen, und einen General oder obersten Heerführer, der zugleich Admiral ist, weil die meisten Kriege zur See geführt werden. Hockin hat ein Land - und Seetreffen beschrieben, das als eine ganz artige Spielerei angesehen werden kann. Von einem Gottesdienste zeigten sich wenig Spuren. Neben den Häusern der Vornehmen bemerkte man einige kleine Häuschen, *) welche unsern Hundehütten nicht unähnlich sahen, und welche den Penaten oder Hausgöttern der Peljuaner geweiht zu seyn schienen. Bei ihren Begräbnissen, wo die Weiber durch Klagen vorzüglich geschäftig sind, sahe man allerlei Ceremonien »nitCocosnüffen vornehmen, woraus sich schließen läßt, dastsie dem Verstorbenen Nahrung auf den langen Weg mir geben wollen. — Die guten Menschen sollen nach dem Tode in den Himmel fliegen; die Bösen aber in der Erde bleiben. *) S. beil. Kupftrtasrl. Archipel der Carolinen oder neuen Philippinen. 427 Der einfache, liebenswürdige Charakter dieses Volkes nahm den Capirän Cluver, der die Geschenke der Dstindischen Compagnie hierher brachte, so sehr für sich ein, daß er sich entschloß, seine Lage auf diesen Insel» zuzubringen. Er legte auch das Commando des Schiffs nieder und ließ seine Gefährten abreisen. Aber nach fünfzehn Monaten wurde ihm sein Aufenthalt — man weiß nicht wodurch? — so sehr verleidet, daß er wieder nach Indien zurückgieng. Die Nachricht seines Todes ist spä- \ ter bekannt geworden; übrigens hat man nichts von seinem weiteren Schicksal noch auch von seinen Bemerkungen, während einer so langen Anwesenheit auf den Pel- juh-Inseln erfahren. Ob Charakterschwäche daran Schnld gewesen, daß er seinen Entschluß, der Bildung dieses Bolkes sein Leben zu weihen, geändert, oder ob er später erkannt hat, daß er das irdische Paradies durch Kea- te's Brille Anfangs zu reizend gefunden hatte, wage» wir nicht zu entscheiden. Gewiß ist, daß der Geograph wünschen muß, durch neue Reisen die nähere Kenntniß sowohl der Peljuh- Inseln, als des ganzen Archipels der Carolinen, begründet zu sehen. Archipel der Mulgrave's Inseln oder Marshalls - und Gilbktt's-Z'rrsrln. Die beiden Englischen Schiffscopitäne Marshall und Gilbert segelten im Jahre 1788 mit zwei Transportschiffen , dem Scarborough und der Charlotte, von Port-Jackson nach China und nahmen ihren Lauf östlicher, als gewöhnlich die Seefahrer bei ihrer Rückkehr aus dem großen Ocean nach Eurepa segeln, wenn sie nämlich weder um Ccp Horn, ider durch die Magellanische Meerenge, noch um Ban-Dic- «rens-Land fahren wollen. Bei dieser Gelegenheit entdeckten sie zwischen 168 0 und 173“ östl L. von Paris und zwischen dem Aequator und n° nördl. Br. einen insel- rekchen Archipel, der bisher noch von keinem Weltum- segler gesehen worden war. Beide Entdecker haben Beschreibungen von ihrer Fahrt bekannt gemacht, aus welchen wir hier dasjenige mittheilen wollen, was diesen Archipelbetrifft, wöbe wir aber zugleich anmerken müssen, daß bei Vergleichunz der Angaben beider Seefahrer einige Verworrenheit in ihrem Berichte angetroffen wird, die ohne Charte nicht leicht zu lösen ist. Weide Seefahrer segelten in geringer Entfernung voneinander, sahen aber ganz verschiedene Inseln, die bisweilen um zwei Längengrade von einander entfernt sind, und gleichwohl erzählt Gilbert, was bei dieser Gelegenheit auf Marshall's Schiffe geschah. .Dies ist der Fall gleich beiden ersten Inseln, die sie sahen- Archipel der Mulgravr'F-Inseln. 42- > ! Am i, 8 tcn Junius 178? Morgens um 6 Uhr entdeckte i Marshall emeInsel, die er H 0 p pe r' s •> (£ il 0 n b * nennt, und deren Mitte er o° 3' siidl. Br. und 173" ! 4Z' östl. Länge von E.eenwich angicbt. Sie ist niedrig und eben, erstreckt sich nach N. O. und S. W., endigt '1 sich an beiden Seiten in eine niedrige, flache Spitze, und j scheint in der Mitte eine große Bai zu haben. ! Eine Stunde darauf sah man eine andere kleinere I Insel, die ungefähr sechs kleine Seemeilen S. W. von der ersteren entfernt liegt, fast eben dasselbe Ansehen hat und den Namen Henderville's-Eiland bekam. Gegen Mittag zeigte sich, drei kleine Seemeilen weit von dieser, eine andere Insel, die Eapitän Marshall Wood- le' s. Ei land nannte. Hopp er's-Eiland scheint ungefähr zehn, die andern beiden Inseln jede sechs große Seemeilen lang zu seyn. Diese Inseln schienen großen Ueberfluß an Cccospal- men und mannichfaltigen andern Bäumenzu haben. Drei kleine Seemeilen von Hendcoille's Eiland zeigte das Senk^ blei um drei U'hr Nachmittag? mit 60 Faden noch keinen Grund. Am Strande zeigten sich eine große Menge Einge- borner, mehrere Kanots näherten sich dem Schiffe, doch ließen die Insulaner sich nicht bewegen, an Bord zu kommen. An demselben Tage um zehn Uhr Morgens befand sich Eapitän G i l b e r t dicht bei drei niedrigen Inseln, welche mit Holz bewachsen waren. Man konnte deutlich Crcos« Nüsse und Palmdäume darauf unterscheiden. Als Gilbcrt 'sich gerade vor der mittelsien, zwischen der nördlichen und südlicheren Insel befand, die ungefähr vier oder fünf kleine Seemeilen lang zu seyn schien, konnte er deutlich ein ziem- < lich großes Dorf sehen. Einige von den Hütten waren hoch, und wie es schien, gut gedeckt. Er sah auch verschiedene Kanots oder Prrw- am Ufer, und konnte b.merken, 43« Australien. daß eine belrä'chiliche Anzahl derselben aufkam Schiff zufuhr. Die drei Inseln erstrecken sich, in so fern Gilbert darüber urtheilen konnte, ungefähr 15 bis r6 kleine Seemeilen weit. Sie schienen schmal zu seyn und hatten alle ein Ufer von feinem, weißen Sande. Die mittelste setzte er in 0° nördl. Br., und nach Mondesbeobachtung in 175° 45' vstl. L. v. Gr. Die westlichste von diesen drei Inseln ist länger als die beiden andern, und hat an dem nördlichen Ende ein Riff. Kapitän Gilbert giebt diesen drei Inseln keinen Namen. Wollte man die Nichtigkeit der Ortsbestimmungen beider Seefahrer annehmen, so müßten Gilbcrr's drei Inseln über ZZ geographische Meilen östlich von Hvppers.-, Henderville's-und Woodle's-Eiland entfernt gewesen seyn. Nun erwähnt aber Marshall n ich t s von diesen drei östlichen Inseln; doch berichtet Gilbert, daß sich ein Kanot von denselben dem Scarborough, d. i. dem Schiffe des Kapitäns Marshall, um 4 Uhr Nachmittags bis auf eine Kalbe kleine Seemeile genähert habe, und daß dieser einen Schuß nach demselben that. Wie konnte Marshall in einer Stunde über dreißig Meilen nach Osten segeln? Wir finden nicht, daß diese Frage von einem Georgra- phen aufgeworfen worden ist. Herr von Zimmermann nennt die InselnH oppe rS , H en d erv i lle und Woodle, und sagt - „Eine dritte sah Gilbert, er setzt die mitreiste aufo° 2'nvrdl. Br.und 175°54' vstl.L." —Ciattr „Ei- n< dritte" soll es wohl heißen: drei andere." Aber es ist unter d?.n angegebenen Umständen unmöglich, daß Marshall sich so weit im Osten befunden haben konnte; denn um Z Uhr Nachmittag fand sich der Scarborough nur drei kleine Seemeilen von Henderville's-Eiland und um 4 Uhr soll er gegen ein Kanot, das von den östlichen geographische Meilen entfernten, Inseln kam, geschoben ha« ben, und diesen Inseln nahe gewesen seyn. Archipel der Mulzrave's Inseln. 4z» Es bedarf wohl keines weiteren Beweises, daß Gilbcrt'- drei östliche Inseln keine anderen als Hoppers, - Hender- ville's - und Woodle's - Inseln des Marshall seyn können. Da sie aber in den Ortsbestimmungen abweichen, so muß einer von beiden geirrt haben» Die Bewohner dieser Inseln waren eine schöne Art von Menschen, kupferfarben, stark und gut gewachsen. Ihr Haar ist lang und, so wie die Augen und Augcnbraunen, schwarz. Wie es scheint, hatten sie sehr schöne Zähne. Der einzige Putz, den man an ihnen sah, waren Halsbänder von Korallen mit untermischten Zahnen; und einige hatten sich das Gesicht weiß bemalt. Gilbert fügt noch hinzu r „sie schienen spaßhaft, und waren ungefähr fünf Fuß , zehn Zoll groß» Ihre Kanots waren nett gebauet und hatten einen gut gemachten Ausleger, fast wie die Kanots auf den Ladronen." — Es ist jedoch zu bemerken, daß die Proen oder Proas der letzteren Inseln an beiden Seiten ungleich sind, während die Kanots dieser Inseln, wie aus Gilbert's Zeichnung erhellet, an beiden Seiten sich gleichen *). — Die Segel bestanden aus Matten, und schienen aus Eocosfasern verfertiget zu seyn. Als Capitän Marshall diese neuentdeckten Inseln verließ , steuerte er nordwärts» Am2oten Junius, Morgens 5 Uhr sah man eine Insel, die sich in einer Entfernung Von acht kleinen Seemeilen nach £)» N. D. erstreckte» Sie zeigte sich sehr niedrig und beinahe gar nicht übet das Wasser erhöht. Als Capitän Marshall dicht an das Land herankam, fand er, daß es keine Kette von Inseln *) Förster hat also unrecht, wenn er sagt, daß die ProaS der Ladronen denen der Mnlzrave's - Inseln vollkommen gleichen. Der Unterschied ist sehr bedeutend. S. Magazin von merkwürdigen neuen Reisedeichreibungen. ErsterBand, Berlin 17-0. Seit« »84» die Anmerkung von Förster. Australien» E g 43i2 Australien, war, die sich auf mehr als dreißig große Seemeilen weit j von S. £. nach N. W. erstrecken. Der Mitte Punkt j dieser Inseln liegt in i° 50' n. Br. und in o' 1 öj'tl. Länge v. Gr. Sie sind sehr niedrig und eine kleine Scemule vom Lande wurde mit achtzig Faden noch kein Grund gefunden. Einwohner und Kanvts glichen denen der vorigen Inseln. , Gilbcrt beschreibt diese Inselgruppe etwas genauer. ■ Unter ihnen fand sich eine größere, Marthews's-Jn- s e l, welche, von Süden nach Norden gerechnet, die vierte war. An derselben sah Gilbert eine Wai, die Eh a r l 0 t ten- B a i, welche sicher, bequem und von einem langen Riffe gedeckt zu seyn scheint, das mit der Insel parallel läuft und zwei breite Eingänge in die Bai hat. Das Riff steht ungefähr dr.i Werte! einer kleinen Seemeile vom Ufer ab, und hat verschiedene kleine Inseln, die sich wie Blumentöpfe zeigen. An dem nördlichen Ende dieser kleinen Inseln sieht man ein anderes kleines Riff und die fünf kleinen Marlar's-Inseln, unter denen zwei hoch und beholzt waren Die südlichste Insel dieser Kette wurde G ilbert'Z Eiland, die nördlichste K n 0 r- I nse l und die mit- telste M a r sh a l l' s-E i l a n d genannt. Ueberall, wo man das Senkblei auswarf, konnte man , selbst in einer halben kleinen Seemeile vom Lande, keinen Grund finden. > Am asten wurden sechs Inseln, die ebenfalls sehr l niedrig, aber stark mit Holz bewachsen und bewohnt waren, entdeckt. Ihre Mitte liegt in 2" 58'n.Br. und r?z° ö'stl, ! L. Die südlichste nannte Capitän Marshall: Allen's, I die zweite: G i l l e sp y' s, die dritte: T 0 uhing' s, die i vierte: Clarke's, die fünfte: Smith's, und die nördlichste Scarborough's-Eiland. Dem Anschein nach, ist zwischen diesen Inseln ein guter Ankerplatz, das Wasser Archipel der Malgrave's-Inseln 433 sehr ruhige und im Lande Ucberfluß an Cocosnüssen und ! Kohlpalmen vorhanden. Am 2Zten kam man einer Inselkette nahe, die sich von Osten nack Westen über 2z große Seemeilen weit erstreckte. Diese Inseln würd cnMulgrave's Eilande genannt, ein Name, der von den Geographen aufdie ganze Reihe der Entdeckungen unserer beiden Seowhrer in diesen Gewässern ausgedehnt worden ist» Die südlichste Insel ! der Gruppe liegt in 5° 58' n. Br» und 172° 3' ö'stl. &. I v. Gr., und die nördlichste in 6° 29' n. Er, und 171° 10' östl. L. v. Gr. Es näherten sich KanoiS dem Schiffe des Capitän Marshall biZ auf hundert Schritte, kehrten aber erschrocken wieder um. Ander Charlörre abergiengcn einige an Bord, wo sie sich als geschickte Diebe zeigten. Sie hatten, sagt Marshall, F e l l e um ihre Hüften geschlagen- ohne die Art dieser Felle näher zu bezeichnen. Ihr Haar war mit Muscheln und Korallen geziert, auch trugen sie Halsbänder von Korallen , an denen ein Kreuz hieng, auf eben die Art, wie die Spanier dergleichen tragen» Uebrigens glichen sie ihren Nachbarn von Hoppers- Eiland. — Diese Inseln haben Ueberfluß an Eocospal- Nien, lind man konnte Ucberbleibsel von Pomeranzen und manchen andern Früchten sehen, obgleich die Insulaner ! nichts dergleichen zum Verkauf brachten. — Man sah j keine Waffen bei ihnen und schloß daraus, daß sie in Frieden unter einander leben» Sie gaben durch Zeichen zu ver^ stehen, daß sie wünschten, Capitätt Eilbert mochte ans 1 Land kommen, und daß sie Ceisseln zurück lassen wolltest. ' Da aber die Schiffe nur schwach bemannt, und überhaupt j nicht darauf eingerichtet waren, ihre zufälligen Entdeckun- nen zu benutzen; so wurde im ganzen Archipel keine Landung versucht. Am 26ten Junius entdeckte Eilbert abermals drei niedrige Inseln, die der Daniel's-, Pedd er's-, und )lr- ! Gg 2 434 Australien. rowsmith's-Eilande nannte. Zwischen den beiden letzteren hatte ihn ein Strom während der Nacht hindurch ■ getrieben *). Die Breite war an diesem Lage 7 0 19' n. ; und die Länge 172° 30' östl. ^ Am 2^ten Junius wurde eine Gruppe von 12 bis | 20 Inseln gesehn, die ein angenehmes Ansetzn hatten ; doch j unbewohnt zu seyn schienen. Sie wurden von Gilbert: j Jbbetson's-Eiland e genannt. Ihre Lage wird von , Gilbert nicht angegeben. Die unbewohnten kleinen Inseln, welche Marshall an diesem Tage in 7° 25 * n. Br. und 171° ro'östl. L. sah, und welche sich von N. D. D. nach N> N. W. erstreckten, sind sicher nichts anders, als die Jd betsons- Ei lande. Am 2Zten entdeckte Gilbert abermals Inseln > deren er etwa iZ zählte, und die sich beinahe eben so viel große Seemeilen weit erstreckten. Er nannte sie C a l v e r t' s - Inseln. Die Lage des Schiffs war an dem Tage, als die Eilande gesehen wurden, 8° 58 '«. ©r. und 171-41' vstl. L. v. Gr. Am 29tev wurde in 9« 25' n. Br. und 171- 11' vstl. L. eine andere niedrige Gruppe, die Ehatham's Inseln, gesehen. O bgleich diese Inseln sich weit erstreckten, und ein fürchterliches Riff von ihnen hinauslief, so war Eapitän Gilbert doch so glücklich, einen Durchweg zwischen denselben zu finden. 1 Diese Eilande wurden auch von Eapitän Marshall, doch, wie es scheint, von einer andern Seite gesehn. Et erblickte nämlich am Ü9t«n Junius, bei Tagesanbruch, gerade , vor sich Land, das sich, sechs große Seemeilen weit, N. b. , D. erstreckte; desgleichen einiges Land, das in einer Entfernung von 17 großen Seemeilen eine östliche Richtung *) Auf einigen Charten beißt die Meerenge zwischen Peddek's . «nd Arrowsmith's Siland: Fordpre'sPassagr. 435 Archipel der Mulzrave's-Inseln. hotte. Diese Inseln waren, so wie alle, die man bisher gesehen, sehr niedrig und ganz mit hohen Bäumen bewachsen. Herr von Zimmermann *) glaubt, daß Gilbert und Marshall in der Ortsbestimmung dieser Inseln von einander abweichen, und daß Marshall sie im 8° 58' n. Br. u. 170° 40' Lstl. L., Gilbert dagegen in 9° 25' n. Br. u. 171° n^östl. L. angeben. Allein nur Gilbert bestimmt die L a g e d e r I n se l n ; während Marshall die L a g e se i- ; nes Schiffs anzeigt, welches ein großer Unterschied ist. 1 Auch ist es nicht bloß wahrscheinlich, wie Hr. v. Z. meint, daß die Inseln nur von den Schiffen aus gesehen und geschätzt wurden, sondern ganz bestimmt gewiß, indem beide Seefahrer ausdrücklich versichern, daß sie keine Landung an irgend einer der, von ihnen entdeckten, Inseln halten versuchen können. I Am zoten JuniuS endlich wurden wieder mehrere Jn- j seln gesehen, welche Gilbert für die sogenannte Besoaäo. ! res, Marshall aber für die Barbados hielt, welche Anson ■ auf der erbeuteten Spanischen Charte angezeigt fand. Gilbert beschließt die Beschreibung dieser Entdeckungen ' mit folgenden Worten: „Seitdem wir zuerst an diese Inseln geriethen, befanden wir uns ohne Unterlaß in Gefahr, und hatten gar keine Hilfsmittel übrig. Die Anker halfen uns nämlich nicht im mindesten, da wir, selbst nur eine kleine halbe Seemeile weit vom Ufer, keinen Grund erreichen konnten, **) ob wir gleich Tag und Nacht das Senkblei fleißig warfen. Indeß kamen wir am Ende glücklich *) A- a. O. S. ryA, **) Vielleicht sind diese Inseln nichts als Koralkengebäude, mithin keine Gebirgsrücken, sondern das A er kleiner Thier«. ! 4.36 Australien. - - hindurch; freilich waren wir aber, wegen verschiedener Umstände *) nicht im Stande, uns an irgend einer von ihnen ! die Erfrischungen zu verschaffen, deren wir so nöthig be- ! durften. Aus der Menge von Inseln ,. an die wir gerie- thcn, laßt sich nicht ohne Wahrscheinlichkeit schließen , daß noch manche andere nahe bei den, von uns berührrcn Graden der Länge und Breite liegen, und sich vielleicht nach Osten und Nordostcn erstrecken.Vielleicht wirds mit der Zeit zwischen Neu - Sü'dwallis und China ein Verkehr cingclei- \ tet; und dann ließe sich wohl auf mancher von ihnen ein sicherer und bequemer Hafen finden, wo man sich die Nothwendigkeiten reichlich verschaffen könnte , welche die Fahrt angenehmer machen würde, als wir sie fanden." Wir wissen mcht- ob si-it dem Jahr 1788 ein Europäisches Schiff in . diese Gewässer gekommen ist. In Deutschland beschränkt sich die Kenntniß der Mulgraye's- Jnseln aufdieAngaben der beiden Entdecker, welche, wie man gesehen hat, sehr dürftig; besonders in Absicht auf Raturgeschichte und Ethnographie sind. . ' Es ist übrigens nicht zu läugnen, daß sowohl die Wissenschaften, als'das Interesse der, indem großen Ocean Handeltreibenden Nationen die nähere Untersuchung hieses Archipels wünschenswerth machen. Bei einer deshalb angestellten Entdeckungsreise könnten zugleich die P e l e w - I n- seln, die Carolinen, die Pescadores, derFi- scher-Sund und die B a r b a d 0 s wieder aufgesucht werten, von welchen letzteren, außer dem Namen, nichts bekannt geworden ist, , J *) Esist schon oben bemerkt worden, daß diese Transportschiffe nicht für Entdeckungsreisen eingerichtet waren. Archipel der Fidschi- (Fidgi, Feje) Fnseln. Die zu diesem Archipel gehörigen Eilande liegen zwischen den Heiligcngcist - Ländern und den Freundschaftlichen Inseln und nehmen einen Raum von beiläufig 4 Breiten- und 44 Längengraden ein, nämlich von 15° 40' bi 5 . iy° 48, s. Br. und von 177° 20' bis 181° 58' östl. L. v. Geenwich, d. i. von 179° 40' bis 184° 18' östl. L. v. Paris. Abel Las man entdeckte bereits im Jahr 1645 eine, zu diesem Archipel gehörige Gruppe, welche er P r i n z - W i l l i a m' s Inseln, so wie die, in der Nähe befindlichen, Riffe, Her in skerksUn tiefen nannte, und deren Lage er unter 17 0 19' f. Br. und 201° 35 1 östl. L. von Ferro, d. i. rZl ° 35' östl. von Paris, niederlegte. Auf Eook's dritter Reise gaben ihm die Bewohner der Freundschaftlichen Inseln einige Nachricht y.n der Insel Feejee, welche sie siir größer als Tongatabu *) angaben; *) Die Hquptinsel des freundschaftlichen Archipel«. 433 Australien. Cook hielt aber dafür, daß Lasman's Prinz - William's- Inseln, so wie Fidschi und selbst des Capüän Wallis Kepeel-Jnsel, mit zu dem Archipel der Freundschaftlichen Inseln gehören. Der C apitän Bligh, gegen den sich im I. r78Y sein Schiffsvolk in den Gewässern der Societärs- Inseln ! empörte, und ihn in einem Boote aussetzte, kam mit dem letzteren an den westlichen Theil der Fidschi - Gruppe; I die von ihm bei dieser Gelegenheit gesehenen Inseln werden B lig h s- Jnse ln genannt. Der Cäpitän James Wilson, der in den Jahren 1796 —y8 Englische Miffionäre in die Südsee führte, sah aus der Fahrt von Tongatabu nach China mehrere i der hierher gehörigen Inseln. B l i g h und W i l so n haben beide Charten von den Inseln, die sie sahen, geliefert; die erstere konnte, da dem unglücklichen Schiffer alle Hülfsmittel fehlten, nur NufS Ungefähr gezeichnet werden; die zweite ist nur in Betreff derjenigen Inseln, die Wilson selbst gesehen hat, als zuverlässig anzunehmen. Der Nautircr und Geograph. müssen diese Inseln unter die wenig bekaimten zählen, denn die vielen gefährlichen Riffe, welche dieselben umgeben, die allenfalls sicheren Durchfahrten« die Hafen und Ankerplätze sind eben so wenig hinlänglich untersucht, als die astronomischen Ortsbestimmungen derselben zuverlässig sind. Ja, man kennt selbst nicht ihre Zahl und Größe, noch die Beschaffenheit des Bodens der einzelnen Eilande. Kaum weiß m«n, daß einige zu den hohen, andere zu den niedrigen gehören. Gleichwohl hat man über die Producte und über die Bewohner einige interessante Nachrichten erhalten. Die Eingebornen der Freundschaftlichen Inseln stehen nämlich mir Odschi jm Handelsverkehr oder führen Krieg gegen die Archipel der Fidschi» (Fiügi, Feje^nfeln. 439 Fidschianer. Man sieht daher letztere oft auf Tongatabu und hier haben auch die Europäer mehrere derselben kennen gelernt. Fidschi ist diejenige Insel, nach welcher der ganze Archipel benannt ist, obgleich es noch nicht ausgemacht ist, ob sie die größte oder auch in australisch - politischer Bedeutung die vornehmste ist, wie Tongatabu unter den Freundschasts - Inseln. Fidschi soll drei Tagereisen 9?. SB. g. W. von Tvngatabu liegen. Sie wird als eine hohe, überaus fruchtbareJnsel beschrieben, wo es Schweine, Hunde Hühner und alle Arten von Früchten und Pflanzen der Freundschasts - Inseln im Ueberfluß giebt. An Größe ssöll sie Tvngatabu weit übertreffen. Sie stand ehedem unter der Bothmäßigkeit eines eigenen Königs, der mit dem Weherrschcr der Freundschasts - Insulaner sehr oft im Kriege lebte, gegenwärtig aber soll Fidschi, nachdem es besiegt wurde, an Tonga tabu Tribut zahlen. Cook erzählt, die Bewohner der letzteren Insel fürchteten die Fidschianer, als sehr geschickte Bogenschützen und Schleu- derer, welche überdrm den barbarischen Gebrauch haben, ihre erschlagenen Feinde zu fressen. Daß dies keine ungerechte Beschuldigung sey, davon überzeugte sich Cook durch Nachfragen bei einigen Leuten aus Fidschi, die er auf Tongatabu antraf, und welche diese gehässige Anklage kcinesweges von sich abzulehnen suchten. Wenn die beiden Inseln Frieden hqben, so scheint der Verkehr unter ihnen ziemlich fleißig unterhalten zu werden. Der vorzüglichste Handelsartikel, dervon Fi dfch i bezogen wird, besteht aus rothen Federn, die dort häufig sind, und bei den Einwohnern der Freundschasts- Inseln als Putz in hohem Werthe stehen. Es scheint, daß die Bekanntschaft und der Verkehr zwischen beiden Inselgruppen noch nicht sehr alt seyn, 44° Australien. weil sonst Tongatabu und die benachbarten Inseln wohl cder ein Race von Hunden aus Fidschi, wo sie häufig find, herübergeholt hätten. Diese Thiere waren aber im Jahr 1773 , als (Look Tongatabu zum ersten Male besuchte, daselbst noch nicht vorhanden. Die Einwohner von Fidschi, welche C 0 0 k in Tongatabu antraf, waren um eine ganze Schattirung dunkler von Farbe, als die Einwohner der Freund schasts -Inseln zu seyn pflegen. Das linke Ohr des einen war aufgeschlitzt, und das Läppchen so lang gezrrrt, daß es beinahe bis auf die Schulrer reichte; eine Sitte, die man auf mehreren Südseeinfeln angetroffen hat. In Tongatabu begegneten die Eingebornen diesen Leuten mit vorzug.ichcr Achtung, woran ihre Geschicklichkeit vielleicht eben so großen Antheil hatte, als die Macht und Grausamkeit ihrer Nation im Kriege; wenigstens versichert Erok, daß, nach einigen Proben von ihrer Arbeit zu urtheilen, diese noch die von Tongatabu übertreffe; ihre Keulen und Spieße sind meisterhaft geschnitzt, ihre Zeuge schön gestreift, und ihre Matten gefleckt; auch ihre irdenen Töpfe und andere Waaren hatten etwas Vorzügliches, nicht sowohl was den Stoff, als was die Bearbeitung betrifft. Auch Dentrecasteaur sah auf Tongatabu einige Fidschi-Insulaner, welche sich vor den Bewohnern der Freund- schasts-Jnseln dadurch auszeichneten , daß man in ihrer Physiognomie und in ihrem Betragen weniger Weichlichkeit, und weit mehr Charakter, Wißbegierde und Urtheilskraft wahrnehmen konnte.- In La Billardiere's Atlas findet man die Abbildung eines Fidschianers. Wilson berichtet von der Middleton's - Insel, wiche entweder Fidschi selbst ist, oder in ihrer Mht Archipel der Fidschi« (Ficlgi, Fcje) Inseln. 441 liegt, sie sey gut bewohnt,' und besonders schienen ihre Thäler reich an allen Früchten der Freundschasts - Inseln. Er bemerkte auch angebaute Pflanzungen. Die Insel Roß schien ebenfalls fruchtbar und war bis zu den Gipfel» ihrer Anhöhen gut bewaldet. — Felsenriffe hinderten Los Anlanden und machten die Schifffahrt in der Nähe dieser Jnsiln überhaupt gefährlich. Bligh sah in der, nach ihm benannten , Gruppe mehrere hehr und gebirgige Inseln, auf denen er jedoch auch schöne Ebenen und Thäler bemerkte. Die Bewohner hatten Kanots, wie man sie auf den Freundschasts - Inseln findet und glichen übrigens auch ihrenNachbaren. Die Namen einzelner hierher gehörigen Inseln, wie «an sie auf den Charten findet, sind: Hanger Island , die Insel der Gefahr, wegen gefährlicher Riffe im Umkreise derselben so genannt. Talde Island, südlich von der vorigen. Beide sind ziemlich hoch , bis zu den Anhöhen bewaldet und fruchtbar. Turtle - Island (Schildkröten- Eiland) von Cook entdeckt, die südlichste der ganzen.Gruppe, unter ig° 48' s. Br., ist nur eine Englische Meile lang und eine halbe Engl, Meile breit. Nördlich von diesen drei Inseln liegt eine Gruppe von mehr als 30 kleinen Eilanden. Die südlichste derselben ist Hadow'sJSland, die nördlichste Farewell-Js- l a n d. Die größte Insel dieser Gruppe soll Middlcton's-In- sel seyn. Ihre Lage wird angegeben 17® 6'f. Br. und rZ'." 3' östl. L. v.Gr. In ihrer Nähe liegt S c 0 t s-J s l a n d, und vor beiden ein unzugängliches Riff. Ferner liegen hier: die dreiBrüder, Eurljngs-Zsland, Schirn- J 44« Australien dings- Island, CoxJsland, Sim' SJ., He- weis I., Hamilt 0 ns -- I., Isis ok äirevtioir, Warner I., La mbe r t s I., Tatos I., G i lber t s I., Austers - Inseln, rc. rc., von welchen Eilanden, außer ihrem Rainen, nichts weiter bekannt ist. Rotumah. Die Hnsel Rotumah, unter 12° 29^ s. Dr. und 176° 57' östl. v. Er. *) wurde im I. 1791 vom Englischen Schiffscapiran Edwards entdeckt und Grenvil- lee's-Jsland genannt, welcher Name jedoch dem oben angeführten einheimischen gewichen ist. Einige Jahre nach Edwards sah sie der mehr erwähnte James Wilson wieder, und liefert folgende Beschreibung von Rotumah. „Neben der großen Insel liegen verschiedene kleinere. Erstere aber übertrifft an Volksmenge und Fruchtbarkeit alle, die wir bisher in diesem Meere befahren hatten **). Wir zählten auf einem Raum einer Englischen Meile lang über 200 Häuser, wobei zu bemerken, daß die Bäume mehrere unfern Blicken entzogen. In Absicht der Größe und Gestalt der Einwohner bemerkten wir zwischen ihnen und den Eingebornen der Freundschasts - Inseln keinen Unterschied , außer daß sie heller von Farbe und anders tatowirt waren. Sie waren mit Figuren von Fischen und Vögeln *) Wilson bestimmt ihre Lage 12° Zl's. Dr. und >77° istli. cher Lanze. ") Wilson kam von den sehe volkreichen Feeundschast-- Jnseln. 444 Australien. und auf den Armen mit Zirkeln und Punkten bezeichnet. Die Weiber trugen lange, rothgesärbte Haare, und hatten Hals und Brust mit Cocosöl geglänzt. — Jbre einfachen Böte hatten die Form wie auf den Freundschafts- Jnseln. Ihre -Waffen bestanden aus künstlich geschnitzten Speeren, mit Gräten von Stachelrochen zugespitzt. — Sie besitzen Hühner und Schweine und einen Ueberfluß von Früchten, wodurch sie zu einem Erfrischungsplatze für Seefahrer zu empfehlen sind." Da die Insel, wie es scheinet, völlig isolirt im Ocean und überdem auf dem Wege von Port-Jackson nach China liegt, so läßt sich erwarten, daß sie mit Nutzen von den Seefahrern besucht werden wird. < Archipel der Freundschafts - Fnseln. Der Holländer Abel Lasman war i. S. 1643. der erste Entdecker einiger, zu diesem merkwürdigen Archipel gehörigen Inseln: Ä'vngatabu nannte er A m ster d am, Eua M i d d c l b u r g, und Anamocka Rotterdam. Die Sage von TaSman's Anwesenheit hat sich auf Tongatabu erhalten; man zeigte dem Capitän Cook die Stelle, wo er gelandet und erzählte mehrere Umstänt e seiner Anwesenheit. Look fand auf seiner zweiten Reise i. I. 1774. diesen Archipel, 120 Jahr nach Tasman, wieder; er besuchte ihn zum zweiten Mal während der dritten Reise, i. I. 1777, wo er sich über, drittehalb Monate in diesen Gewässern aufhielt und die ersten Nachrichten über Zahl, Lage und Beschaffenheit der Inseln und über die Eigenheiten der Bewohner sammelte. Aus Dankbarkeit für die gastfteundliche, treuherzige Aufnahme, welche er unter diesen Insulanern fand, nannte er ihren Archipel den Freundschaftlichen, ein Name, auf den sie gegenwärtig stolz sind, und den sie sich zu erhalten suchen. Nach Cook besuchten der Spanier M a u r ell e (1781), L a P e r 0 u se (1787)/ die Engländer Bligh (1789) und Edwards (1791), der Admiral Dentrecasteaux 44Ö Australien. (1793) und der Missionärenführer James Wilson (1796), die freundschaftlichen Inseln und bestätigten oder erweiterten die Nachrichten, welche Cook, vorzüglich in der Beschreibung seiner dritten Reise von derselben mitgetheilt hatte. Die Zahl, der Umfang und die Lage der 'einzelnen Inseln ist nicht genau bekannt, wenigstens sind die Angaben davon sehr verschieden. Cook liefert ein Verzeichniß von 95 Inseln, welche nach Aussage der Eingebornen, zu diesem Archipel gehören sollen. Uebrigens war dadurch die Zahl noch nicht erschöpft; denn sie erzählten, daß der König von Tongatabu Herr über 150 Inseln sey; und Cook glaubt, daß bei weitem noch mehrere Eilande in dem großen Archipel der Freundschafls - Inseln vorhanden wären. Indessen ist eS offenbar, daß Cook sowohl die Fidschi -als dieNavigators-Jnseln dazu rechnete, die doch zweckmäßiger für eigene Archipele angesehen werden. Um also die Freundschaftlichen Inseln Nicht zu weit auszudehnen, verstehen wir darunter nur diejenigen, zwischen 18° und 23° s. Br. und zwischen 132° bis iZü" vstl. L. von Greenwich , so daß A m a r g u r a als die nördlichste und P y l st a a r t - I n se l als die südlichste angenommen wird. Von Norden nach Süden folgen die einzelnen, also begränzten, größeren Inseln in nachstehender -Ordnung auf einander: A m a r g u r a. H a m 0 a. Laie. W a w a u - G r u p p e. Koa. Tos»a. Hapai-Jnseltt. Anamoka. K oma n g T » ngatabii. E - u - a. P I> lstaart - ZItsel. 447 Archipel der §rrundschafk§-Fnftln. Dir Schiffahrt zwischen diesem inselreichcn Archipel ist, wegen vieler Korallenriffe und dadurch verursachter Brandungen , sehr gefährlich ; daher noch eine Zeit hingehen dürfte, bis die nautische Geographie desselben völlig aufgeklärt werden kann. Aus demselben Grunde war cS bis jetzt unmöglich, eine vollständige Charte der Freundschaftlichen Inseln zu liefern. Die besten findet man in Cook's, La^Perouse's, Denlrecasteaux'S und Wilsons Reisen. Die meisten FreundfchaftS-Jnseln gehören zu den niedrigen , und scheinen keine andere Grundlage, als Koral- lengebäude zu haben; sie sind sonach ein Werk der Polypen, — der organischen Natur. So sieht man auf Anamoka fast nichts als Korallcnfclfen; nur an einer einzigen Stelle fand Cook einen Klumpen dichter, gelblicher Kalksteine, 20 bis ZO Fuß hoch. In der Mitte der Insel ist ein Salzsee mit einem Rande von Korallenfcl- sen umgeben. Diese Felsen bedeckt eine thonartige Erdschicht, oderlockere, schwarze Dammcrde; am Strande findet man Meersand. In einigen Gegenden, selbst in der Mitte, und an den höchsten Stellen der niedrigen Inseln, oft dreihundert Fuß über der Meeresfläche, liegen die Korallen am Tage, woraus erhellet, daß das Meer einst höher gegangen ist ; denn bekanntlich bauen die Polypen nie über der Oberfläche des Meeres. Zwischen den Löchern der Korallen findet man oft einen gelblichen Schlamm, welcher, vermischt mit vermoderten Pflanzen, bei der Verwitterung wahrscheinlich die fruchtbare Erde bildet, so daß man die Entsrehungsart dieser Inseln deutlich zu sehen glaubt. Andere Eilande dieses Archipels haben jedoch offenbar einen anderen Ursprung. Auf der hohen Insel Tofoa ist ein ziemlich ansehnlicher Vulkan, der seit Mensebenge- denken nie zu rauchen aufgehört hat. Wenn er Flammen und Steine auswirft, so glauben die Einwohner, daß der Sfufliafint, H h 44S Australien. inwohnende Geist zürne. Der schwarze, dem Probierstein ähnliche Stein, woraus die Einwohner ihre Aexte verfertigen, wird auf Tofoa gesunden und scheint ein vulkani- ches Produtt zu seyn. Die kleine, hohe Insel G h ao, dicht bei T o f o a, besteht aus einem fast überall zusammen- : hängenden, ungeheueren Felsen von konischer Gestalt, E-u-a aber, obgleich ziemlich hock, zeigt, wie die meisten anderen Inseln, nichts als Korallenfelsrn, mit fruchtbarer Erde bedeckt. Die Erdbeben sind, nach dem Berichte der Missionäre sehr häufig. Die Insulaner sagen, daß der Geist, der die Inseln trägt, bisweilen seiner Last müde würde, und sie abzu chütteln trachte. So erklären sie das Erdbeben. Gutes Wasser kann auf diesen niedrigen Inseln nicht in Menge erwartet werden; doch giebt es einige Duellen und selbst kleine Bäche, und gänzlichen Mangel an süßen Wasser leidet keine von diesen Inseln. Das Klima ist auf kleinen Inseln, dir selten über dreißig Meilen im Umkreise haben, unter diesem Himmelsstrich nicht anders, als schön und erfreulich zu erwarten. Die Winde kommen hier gewöhnlich aus der Gegend zwischen Osten und Süden, und so lange sie nicht heftig wehen , bleibt das Wetter gemeiniglich heiter. Bei starkem Winde ziehen einzelne Wolken und in diesem Falle hat > man nicht selten Strichregen zu erwarten. Zuweilen geht I auch der Wind aus Nordost, Nordnordost und sogar Nord- 1 nordwest; deck) ist er aus dieser Himmelsgegend von kei- > ner Dauer, und niemals stürmisch , obwohl schwere Rege»- ! güsse und schwüles, drückendes Wetter ihn zu begleiten pflegen. Bon eigentlichen Orkanen geschieht keine Meldung _ in den Berichten der Reisenden. Uebn'gcns scheint der > Wechsel der Jahreszeit hier wenig merklich zu seyn, in* i dem die meisten Bäume das ganze Jahr ihr Laub bchal- f ten , und die verschiedenen Erndtcn schnell aufeinander sei- Archipel der Freundschaft- Inseln. 44^ gen. Die Missionäre bemerken, daß es in der Regenzeit oder dem hiesigen Winter kühler sey, als sie es erwartcthät- tcn; aber sie konnten den Grad der Lustwärme nicht bestimmen , weil ihr Thermometer zerbrochen war Als Dentre- castcaux hier war, zeigte das Thermometer im April gewöhnlich 20 Grad Reaumur. Bei Cook's zweiter Anwesenheit vom istcn Mai bis gegen die Mitte des Julius 1777, war der höchste Stand 88°, der niedrigste 65* Fahrcnheit. Daß das Klima der Vegetation überaus günstig sey, bezeugen alle Beobachtungen. Auch der G.mndheit der Menschen scheint es ungcmein heilsam zu seyn. Man fand wenig einheimische Krankheiten; und die Europäer, die sich hier mehrere Monate aushielten, befanden sich durchgängig sehr gesund, In ihrem äußcrein Ansehen zeigt sich die Natur auf diesen Inseln eben so gastfreundlich, als es der Charakter der Bewohner ist. Es scheint, als hielte sie hier überall offene Tafel, die den Menschen zum Genuß des Lebens einladet. Zwar fallen hier die Schönheiten einer Landschaft weg i wo Berg und Thal, Auen, Flösse und Was- scrsäile mit einander abwechseln; allein sowohl die bebauten, als die wilden Gegenden verrathen die größte Fruchtbarkeit , und überall strebt der reichste PflaNzenschmuck mit üppigem Wachsthum und in ewigem Grün cnrpor. Tongatabu erscheint in einiger Ferne gänzlich mir Bäumen von verschiedener Größe überwachsen zu seyn. Einige sind von ansehnlicher Höhe; doch erhebt die Cocospalme ihr Haupt über alle andere. Die kleinen zierlichen Prospecte um die Wohnhäuser her mit ihren mannichfaltigen Anpflan.ungen, ersetzen den Mangel großer Landschaften; vor Allen aber die Gegenden um die Morais oder Begräbnißorto, trn Natur und Kunst gcmcinlchaftlich das Auge ergötzen. Nord - und NordostwärlS von A n a m o k a ist die See Nur einer großen Anzahl kleiner Eilande gleichsam besäet. Die meisten sind mit Bäumen, H h 2 45o Australien. vorzüglich mit Cocospalmcn besetzt, und sehen daher wie liebliche, mitdn im Meer schwimmende Gärten aus. Ein j heiteter Himmel erhöht den Reiz dieser Naturgemälde, und giebt d er Gegend das Ansehen einer bezaubernden Fcen-Land- Ichaft wie kaum die Einbildungskraft sie erfinden kann. — ' Die Insel Lefuga, eine von denHapai- Inseln zeichnet - sich durch hohe Cultur des Bodens aus. Die Pflanzungen sind daselbst von großem Umfange, und mit parallel laufenden Befriedigungen umgeben, zwischen denen sich eine breite Landstraße hinzieht; man würde diese angebauten Ebenen, auch in Landern, wo der Geschmack an ländlichen Verzierungen auf'» Höchste getrieben ist, noch schön finden. Große Strecken sieht man mit Papiermaulbeerbä'umen bepflanzt, und alle Gärten sind mit d>n gewöhnlichen Wurzeln und Früchten dieser Inseln reichlich versehen. E-u-a, eine ziemlich hohe Insel, hat einen beinahe flachen Gipfel, von hier senkt sich das Erdreich allmählich gegen das Meer bis zur Küste herab. Wenn man auf den andern Inseln fast überall nur Massen von Bäumen erblickt, so breitet sich da- j gegen hier die Landschaft weit umher aus, und ander sanft ! ten Lehne der Hügel sieht man, in ungleicher Entfernung j einzelne Wäldchen in reizender Regellosigkeit, von anmuthi- gen Grasplätzen durchschnitten. Der Schiffer, der durch weite Meere gesegelt, sich diesen freundlichen Inseln naht, muß sich nach den Stürmen und Beschwerden der Seereise, um so mehr in ein Paradies versetzt sehen , als die gutmüthigen Bewohner ihm so viele sprechende Beweise von der Unschuld des Naturstanbes zu g.ben bereit sind. Und mit welchen köstlichen Pflanzen sind diese Gefilde gesegnet! Unter den Gartenfrüchten sind die P i sa ng s die vorzüglichsten, deren es hier fünfzehn Spielarten giebt. Dann ' folgt der B r o d fr uch t b a u m. Eine wohlschmeckende Frucht ist die Haipa (Eugenia malaceiisis Linn.), desgleichen Archipel der Zreundschafts Inseln. 4,51 tie E - w ! h (Sondias dulcis Forst.) eine Art Pflaumen ; ferner Pvmpelmusen (Citrus Deeumanu Linn.) die theils in den Pflanzungen , theils wild wachsen. Unter den Wurzeln liefern vorzüglich zweierlei Pams (Dios- corea alata Linn.) nahrhafte Speisen; ferner Kappe (Arum Macrorhizon , ) Tarro ( Avuin esculeutum Linu.) D g t dgi , (Dracaena tenninalis Linn.?) Nächst der Coeospalme, die man in staunenswürdiger Menge antrifft , giebt es hier noch mehrere Palnienarten, als B iu ( Coripha umbraculifcra Linn.), NIUgUla (Arica sapida?) die zu den Kohlpalmen gehört, und Lngo- ongo (Lieas circiiialis Linn.) welche große, jedoch ungenießbare Früchte trägt. — Uebrigens findet man hier noch Zuckerrohr in großem Ueberfluß, daß von den Einwohnern angebaut wird , und vortrefflich in seiner Art ist. Auch giebt es Flaschenkürbisse» Bambusrohr, Gelbwurz. (Ainoimm, Cmcuma) und eine Art Feigen, von der Größe kleiner Kirschen. — Aus den Höhen von E u-a wachsen Farrenbäume, ein Acrosticlium , eine Mela-, stoma rc. Ferner kommen unter den hiesigen Pflanzen, vor: eine Art Fieberrinde ( Cincbona coriinbifeia Forst) ein Jasmin (Jasininum siuiplic. fol. Forst.} die Prachtlilie (Crinum Asiaticum), der Sagvbaum, eine Baumwollenart, (Gossipium religiosum) , Sandelholz , eine Muscatnuß, die aber nicht gewürzhaft ist; endlich Tacca priinatifida ; Musenda i'rondoas ; Abrus precatorius ; eine Pfefferart (Piper Methystieum) woraus daS Getränk K a w a bereitet wird; Pandanus odo- ratiffimus, woraus Matten verfertigt werden; und lli- biseus tiliacens, dessen Rinde feinere Stoffe giebt, als der Papiermaulbeerbaum. , Aus der großen Menge hier einheimischer Pflanzen heben wir nur diese heraus. Uebrigens kommt die hiesige Flora mit jener auf den Societätsinseln überein. 4L- A: sirolsin.' Die Missionäre haben mehrere Europäische Gartenge- wü'chft mit Gluck angeb-mt. Doch thaten die Ratten diesen Pflanzen vielen Schaden. Von v erfüßigen Thieren wurden hier nur Schweine, Hunde und Ratten gesunden. Eook versuchte Rinder, Schaafe, Ziegen und selbst Pferde hierher zu verpflanzen; yach dem Bericht der Missionäre sind diese Thiere jedoch von den Eingchornen völlig ausgerottet worden. Den Bullen und die Kühe, so wie die Pferde haben sie gelobtet, weil sie sich vor diesen Thieren gefürchtet, ind.m sie ihnen zuweilen Stöße gegeben. Die Missionäre haben wieder Ziegen hingebracht, die unter ihrer Fürsorge sich erhalten dürsten. Überhaupt ist zu erwarten, daß, im Fall die Mission noch fortdauern, unsere Hausthiere, bei dem trefflichen Futter dort gut gedeihen würden , sobald sie nicht bloß d.n nneifahrnen Eingebprnen anvertraut sind. Unter den Vögeln nennt Anderson ♦'l mehrere Arten Papageien, unter denen einer nicht größer als ein Sperling, N a ch t e u l e n mit schönem Gefieder, Kukuke, Eisvogel, eine D r o s se l a r t, die einen sehr melodischen Gesang hat, Wachtelkönige, große veilchenblaue Wasserhühner, zweierlei Fliegenfänger, dreierlei Tauben, Hühner, wildeCnten, Reiher, Tropikvogel, gemeine Pinkel (Sterna stolida) weiße Meer- schwalben und einen großen gefleckte i Regenpfeifer. La Bi!lardi«re *) **) fügt noch hinzu: Columl'a purpmata, Ballus Fhilippensis , Loris rc. Unter den Amphibien siel den Missionären eine Was- serschlange auf, welche 30 Zoll lang war, yom Kopf bis zum Schwanz schwarz und weiß geringelt, und jeder Ring *) Der Gefährte Cook's auf dessen dritter Reise. **) der Gefährte Dentrecastcauxs. 1 Archipel der Froundschafks« Fnsesn. 553 »inen Zvll breit; auf dem Rücken war die Farbe schön himmelblau. Dies ist wahrscheinlich die Cuiobcr latieau- data. Die Einwohner sagten, diese Schlangen wären zwar nicht giftig, könnten aber einen Menschen todten, indem sie sich um seinen Hals schlängen' und die Kehle durchbisscn. — Außerdem giebt es hier auch mehrere Eidechsen, vorzüglich schöne grüne Jguanen. Unter den Insekten bemerkt Anderson Skorpionen, Skolopender, schöne Nachtfalter, Schmetterlinge, große Spinnen rc., zusammen etwa 50 verschiedene Arten. Die See ist reich an Fischen ; doch giebt es eben keine große Mannichfaltigkeit von Gattungen. Die Meeräschen sind die häufigsten, hiernach-! etliche Arten Papageisischc, Silbersische, alte Weiber, schöngeflcckte Zungen, Kofferfische, Boniten, Zllbieoren, Aale, einige Haifische, Rochen Labakspfeifenfische, eine Art Hechte, und eine besondere Art des sogenannten Seeteufels. Auf den vielen Riffen und Sandbänken findet man Schildkröten, Hammer - Austern, eine große gezahnte Auster , Lliven, Tuten, große Ostindische Gieumuscheln, Perlaustern. Ferner See- Igel, schöne Seesterne und eine Menge Korallarten, Krabben und Krebse sind nicht minder manichfaltig und zahlreich. Endlich sind noch verschiedene Sceschwämme merkwürdig, als der Seehase, einige Seeblafen (klttl'Uliurni-w) lind dergl. mehr. Unter diesem schönen Himmel, wo die organische Natur sich in ihrer Fülle entwickeln konnte, zeigt sich auch der Mensch in einer vollkommen ausgebildeten Gestalt, durch keine Noth, durch kein feindseliges Klima verkrüp- velt oder unterdi ückt, durch keine zu üppige Begünstigung verweichlicht. Die Einwohner der Freundschasts - Inseln sind allgemein von mittlerer Größe, obgleich es auch Männer von sechs Schuh unter ihnen giebt; ihre äußeren Glied- 454 Australien. maßen sind wohlproportionirt, die Muskeln stark ausgebildet, die Schultern breit. Mehrere unter ihnen können dein Bildner als Modelle der schönsten Männer dienen. Eine eigentliche Natioiialphysiogiioinie ist nicht an ihnen zu entdecken, welches für die freie Ausbildung ihrer Individualität und für ihre Freiheit überhaupt spricht. Zu Hunderten fanden die Engländer unter ihnen wahre Europäische Gesichter und viele ächt römische Nasen. Sie haben lebhafte Augen und gute Zähne, doch sind letzteren weder so außerordentlich weiß, noch so gleichartig, als man sie oft bei Australischen Völkern findet. Dagegen sind dicke Lippen bei ihnen selten Das weibliche Geschlecht unterscheidet sich von dem männlichen weniger in der Gesichtsbildung, als durch die zartere Gestalt. Es giebt einige unter ihnen, sagt Cook, deren sanfte Züge den wahren Charakter ihres Geschlechts haben, und zugleich auf Schönheit und Ausdruck gegründeten Anspruch machen können. Das Gesicht ist jedoch oft das unregelmäßigste an ihnen, aber durchgchends ist ihr Körper, nebst allen Gliedmaßen, wohlproportionirt, ja zuweilen von musterhaftem Ebenmaß. Das auffallendste, was sie vorzüglich auszeichnet, sind tue ungcmein kleinen, zarten Finger, welche den schönsten in Europa den Borzug streitig machen würden. Die Hautfarbe der hiesigen Einwohner ist um eine Schaltirung dunkler, als kupferbraun; einige sind jedoch olivenfarbig; andere giebt es, die weit heller sind. Der Haarwuchs ist stark, dick und schlicht; selten bemerkt man einen krausen oder sträubigen Kopf. Das Haar ist von Natur schwarz, sie färben es aber braun, purpur - oder auch orangefarbig. Die Art das Haar j» tragen, ist sehr mannichfaltig; «s scheinen hier sogar Moden zu herrschen. Einige schneiden das Haar an einer Seite des Kopses ganz kurz, und Archipel der Freundschafts - Inseln. 4 55 lassen es auf der andern stehen, andere schneiden oder scbeeren nur ein.n kleinen Theil ab; noch andere schneiden Alles bis aus ein einziges Löckchen ab, welches gewöhnlich an einer Seite bleibt; endlich giebt es auch einige, die Alles unberührt in die Länge wachsen lassen. Das Frauenzimmer aber trägt überhaupt kurz abgeschnittenes Haar. Die Männer scheercn sich den Bart mit Hülse von zwei Muschelschaalen. Wenn die Europäer sie rasirlen, sahen sie solches jederzeit alS einen Freundschaftsdienst an, der ihnen viel Bergniigen.machte. Die Männer sind vonderMitte des Bauchs an, bis auf die halbe Lende hinab , dunkelblau tatvwirc, und mit allerlei Linien und Figuren bezeichnet Alle Mannspersonen sind auch beschnitten, nach ihrer Aussage bü ß der Reinlichkeit wegen. Die Kleidung ist bei beiden Geschlechtern völlig einerlei ; Zeug von Maulbeerbaum oder eine Matte, 6 Schuh dreck und wenigstens 7^ Schuh lang, damit es anderhalbmal um den Leib gehe, wird vermittelst eines Gürtels oder Stricks befestigt, so daß es nur bis an die Wade reicht und vorn doppelt ist. Der obere Theil liegt in Falten, die. aus einander geschlagen, hinreichend sind, dieSchultern zu bedecken , welches gleichwohl sehr selten geschieht. Dem Schnitte nach, ist in dieser Kleidung für BornehMe und Geringe kein Unterschied; hingegen kleiden sich nur Vornehme in große Stücken Zeugs, oder in feine Mattcn- Der gemeine Mann begnügt sich mit einem kleinen Stücke, oft sogar nur, mit einer Bedeckung von Blättern, oder einer Binde. Zu ihren Festen gehören eigene Gewänder, wovon die kostbarsten diejenige sind , die mit den meisten rothen Federn prangen; sonst ist, selbst bei den Tänzern, die Tracht, der Form nach, von der gewöhnlichen nicht verschieden. Die Befehlshaber haben ausschließlich einen großen Kopfputz von rothen Federn, der keine Mütze oder Hut, sondern nur ein befiedertes Diadem ist. 4^6 SsuflrjsirH. Auch die Zierathen sind, wie die Kleidung, Personen von beiderlei Geschl cht gemein ; sie bestehen aus Halsbändern von Pandangs- Früchten , und allerlei wohlriechenden Blumen; oder aus kleinen Schnecken, Röhrknechen von Vögeln; aus Haisischzähnen und dergl. An diesen Halsbändern , die bis auf die Brust hinabhängcn , tragen sie oft eine große, glattgeschliffene Perlausterschaale; inglcichen am Oberarm einen King von Perlmutter; ferner Fingerringe von Schildkrot, oder auch mehrere solche Ringe, mit einander verbunden , als Armbänder um die Handwurzel. In die doppelt durchbohrten Ohrläppchen werden viele Stäbchen aus Secthierknochen, oder hohe Rohrstäbchen gesteckt, in welchen die hier beliebte gelbe Schminke aus Gelbwurz aufbewahrt wird. Auf Reinlichkeit des Körpers halten sie ganz besonders , und baden sich daher sehr oft. Um die Haut geschmeidig zu erhalten, salben sie dieselbe mit Cocosöl, welches ihr ein sehr schönes, glänzendes Ansetzn giebt. Ihre Nahrung besteht aus Uamswurzeln und den oben erwähnten Gartenfrüchten, welche sie in ihren Anpflanzungen bauen. Auch genießen sie Hühner, Schweine und Fische. Sie sind nicht unerfahren in der Kochkunst, und bereiten einige Speisen so schmackhaft, daß die Europäer selbst sie als Leckerbissen essen. In einer Art von unterir- dischcmBackofcn werden sowohl Schweine, als andere Gerichte mit Blättern zugedeckt und geschmort. In Cook's Reisen findet man die Zubereitung mehrerer Speisen genauer angegeben. Außer der Cocosnußmilch » dem gewöhnlichen Getränk, istderKawa, ein einschläfernder Aufguß sehr beliebt, dessen Geschmack so widerlich seyn soll, als es unstreitig die Bereitungsart ist. Man nimmt die Wurzel der Kawa- Archipel drrFreundschaflZ. An'eln. 4.57 Pflanze (Piper Mciliysticurn) und vrtheilt sie an die Eäs.e, diese brechen sie in Stücken und kratzen die anhängenden Erdtheilchen mit einer Muschelschaale oder einem Spähn ab. Hierauf fängt Jeder an eine Portion zu kauen, und spuckt das Gekaute in ein Stuck von einem Pjsangblatt. Derjenige, dcffen Amt es ist, den Trank zu bereiten, sammelt alle diese Portionen in eine große, hölzerne Schaale, und thut soviel Wasser hinzu, als erforderlich ist , den Trank gehörig zu verdünnen. Hierauf mischt er Alles wohl mit den Handen durch einander, drückt auS allen Früchten durch ein Seihetuch von Matten das Flüssige heraus und vertheilt den Trank, der in seiner Wirkung mit dem Mohnsaft übereinkommt, aber so widrig ist, daß die Trinker allemal das Gesicht dabei verziehen. Dieses ekelhafte Gebräu wird gewöhnlich des Morgens und bisweilen siebenmal in einem Bormittag genossen. Da die Bornehmen überall unter Barbaren eine Art von brutaler Schweigern vor gemeinen Leuten voraushaben müssen: so sind sie auch hier diejenigen , welche sich im häufigen Genuß des Kawfltranks auszeichnen. Diese Jnsulanc", welche unter ihrem schönen Himmel am liebsten in freier Lust leben, bedürfen keiner künstlichen Wohnungen. Der gemeine Mann lebt in Hütten, die nur eben hinreichend sind, ihn gegen Regen und Wind zu schützen. Der Vornehme wohnt in einer Art Scheune, die 30 Fuß lang, 20 breit und r 2 hoch und eigentlich Nichts ist, als ein mit Blättern gedecktes Dach, welches qufwohlverbundenen P'osten und Querbalken ruht. Starke Matten oder geflochtene Cocoszwci .> vertreten die Stelle der Wand. Eine dicke, dauerhafte Ratte, die etwa drei Schuh hoch ist, wird in Gestalt eines halben AKsffes gebogen, und auf den Rand gestellt, so daß die Enden derselben die Rückwand des Hauses berühren. Der Raum, den sie einschließt, ist die Schlafstelle des Herrn und der 45 S Australien. Frau vom Häuft; die letztere bringt auch den größten ' Theil des Tages innerhalb desselben zu. D e übrigen Hausgenossen schlafen auf dcmFußoocen, doch so, daß bei * den Unverheirateten beide G schlechter abgesondert liegen. Ihre Schlafstätte ist eine Matte, ihre Decke die Kleidung , welche sie den Tag über tragen, ein hölzernes Ba'nk- chen ihr Kopfkissen. — Außer diesen Dingen besteht ihr ganzer Hausrath nur in einigen Schaalen zum Kawa-Lrank, einige Flaschenkürbissen und Cocosschaalcn. Die häusliche Lebensart hält hier das Mittel zwischen schwerer Arbeitslust, die alle Kräfte erschöpft, und der trägen leeren Unthätigkeit, wobei der Körper erschlaffen muß. Die Ehe, obgleich sie ohne besondere Feierlichkeit geschlossen wird , ist dennoch als heilig und unverletzlich angesehen, beim Ehebruch, der hier selten seyn soll, trifft die Rache des Mannes vorzüglich den Verführer, den er töd- ten kann, das Weib, als das schwächere Geschöpf, hat eine gelindere Strafe zu erwarten und kommt mir einigen leichten Schlägen davon. — Das Weib wird nicht als eine Sklavin behandelt, und häusliche Zwiste sind sehr selten. Die Vielweiberei ist erlaubt, aber nur die Vornehmen ma- , chen Gebrauch davon. Die Weiber heschäftigen sich mit Verfertigung der Matten und der Zeuge zu Kleidern. Sie sind darin besonders geschickt und ihre Arbeiten übertreffen an Schönheit und Stärke die Tahitischen. Außerdem machen sie | Kämme, kleine und größere Körbe, welche zum Theil so zierlich und geschmackvoll sind, daß selbst die Europäer ihre Geschicklichkeit und ihren geduldigen Fleiß bewunderten Die Männer treiben den Acker-, Häuser- undKanot- bau , den Fischfang und alles Uebrige was zur Schifffahrt gehört, sie haben also nicht, wie auf andern Inseln der , Siidfte, den Weibern die schwere Arbeit überlassen. ! Archipel der Freundschafts, Inseln. 4.5Y Bei dieser emfachen Lebensart, erhalten sie sich stets gesund und fröhlich. Außer einigen Hautausschlägen hat man wen g Kranlheiten unter ihnen bemerkt. Fleckten sind sehr häufig und lasten große, schlangenförmige Male zurück. Bedenklicher ist eine andere Krankheit, welche große Geschwüre verursacht. Es scheint noch nicht ausgemacht zu seyn, ob diese nickt eine Folge der Lusiseuche ist, welche sie den Europäern verdanken. Die Bewohner der Frcundschasts - Inseln lieben daS Bergnagen und die geselligen Unterhaltungen. Sie bringen ganze Stunden des Tages damit zu, beisammen zu sitzen und zu schwatzen. Auch lieben sie den Tanz und zeigen mehr musikalischen Sinn, als irgend ein anderes Volk der Südsee. Herr Anderson beschreibt ihre Tänze als ausdrucksvolle, graziöse, pantomimische Darstellungen. Wir bedauern, daß der Raum dieser Blätter uns verbietet, eine solche Keschrabung hier aufzunehmen. — Ihre musikalischen Instrumente bestchn aus Trommeln und Rohrpseisen, die aber wenig angenehme Töne hervorbringen; ihre eigentliche Musik besteht nur im Gesänge. In ihre Tänze mischen sie auch bisweilen kriegerische Evolutionen, welche, bei aller Verwickelung der Bewegungen, mit bewundernswürdiger Präcision und Schnelligkeit ausgeführt wurden, so daß die Europäer selbst davon beschämt wurden, Die Kriege sind hier selten, denn die meisten Inseln stehen unter einem gemeinschaftlichen Oberhaupte oder Könige und etwanige Empörungen werken auf der Stelle bestraft, welches umso leichter ist, als der König die reichsten und vornehmsten Häuptlinge oder Fürsten auch wenn sie auswärtige Besitzungen haben, in Tongatabu um sich versammelt hat. '— Ihre Waffen sind allerlei Strcitkol- bcn , an deren Verzierung sie viel Zeit verwenden, ferner Lanzen und Wurffxicse. P>- bähen auch Bogen und Australien. Pfeile, die aber nur zum Vogelschießen, und nicht im Kriege gebraucht werten. Die freundschaftliche Aufnahme, deren sich alle Fremde, welche diese Inseln besuchten, rühmen konnten, ist ein hinlänglicher Beweis von der friedfertigen Gesinnung ihrer Einwohner. Sie verübten nie die mindeste Feindseligkeit und zeigten sich ausgezeichnet redlich beim Tauschhandel. „Es giebt vielleicht keine Nation in der Welt, sagt Covk, die Mit so vieler Ehrlichkeit und so wenig Mißtrauen dabei zu Werke gehl." — Mehrere Beispiele werden erzählt, daß sie ein anvertrautcs Gut gewissenhaft aufbewahrten und stolz aufdas in sie gesetzte Vertrauen waren. Gleichwohl legt Herr Labillardime ihnen einen bösartigen und barbarischen Eharakrer bei. *) Aber seine übellaunige Schilderung wird nicht nur durch die Berichte von Cook lind Förster, sondern auch durch das Betragen, das dies« Insulaner gegen die Missionäre beobachteten, wiederlegt. Sie nahmen diese frommen Männer mit der zuvorkommendsten Gastfreundlichkeit auf, schenkten ihn.» Häuser und Län- dereien, überhäuften sie mit Lebensmitteln, und waren die ersten sie zu warnen, wenn die nichtswürdigcn Europäischen Matrosen, welche sich zugleich auf Tong atabu aushielten, irgend einen bösen Anschlag gegen sie im Sinne hatten. Daher fühlren sich auch die Missionäre gedrungen, ihnen das vorthcilhastcste Zeugniß zu geben. „Die Einwohner," sagen sie, besitzen diele vortreffliche ! Eigenschaften, welche, wären,sie mit Kenntniß des Evangeliums erleuchtet, sie zu dem liebenswürdigsten Volk der j Erde machen würden. Ähre Freigebigkeit gegen Fremde ist i sehr groß, und ihre Gtoßmuih gegen einander ohne Gränzen. Es ist Nicht ungewöhnlich, daß einer über den schrecklichsten Hunger klagt, und sobald er einen Bissen erhält, *) La Billardiere. Tome II. p. 1*9, Archipel derFreundschafls- Insln. 461 ihn unter alle Anwesende vertheilt, so daß «r wenig oder nichts übrig bkhält. Sie unterhalten eine beständige Freundschaft un-tcr einander, die wir während unsers v:cr- monatlichcn Awftnthalts nie durch Zank Unterbrecher sahen. — Ihre Redlichkeit gegen einander scheint unbestechlich. Kindcrinord und andere schreckliche Lergchungen, die man in T a h itiso oft sieht, sind hier unerhört. Die Kinder werde» mit vieler Canftmulh behandelt, und daS Alter gechret." Die Neigung zum Stehlen, die man diesen Insulanern , wie den meisten Bewohnern in der Südsce Schuld giebt, ist nicht eine aus Geiz erzeugte Raubsucht, sondern eine kindische Begierde nach Seltenhcuen. Und wahrüch dagegen muß man nachsichtig seyn .' Wir kennen unter den ehrlichen Teutschen manchen Gelehrten, der sich seine Sammlungen von Seltenheiten halb zusammen gestohlen hat. Man findet eine ordentliche, bürgerliche Verfassung unter ihnen, welches allein schon beweiset, d ß sie keine rohen Barbaren sind. Die meisten Inseln dieses Archipels sind einem Könige unterworfen, dem die Gutsbesitzer oder Fürsten und Herren Abgaben einrichten und Gehorsam teilten. Diese Herren haben wieder auf ihren Gütern ein großes Ansehen und der gemeine Mann n uß für sie arbeiten, ihnen Lcbensmittcl liefern und im Kriege für sie streiten ; so daß die Verfassung ein wahres Lehnssystcm ist. — Die Fürsten bekleiden verschiedene Aemter; so übte der Lberbrschlshabcr der Armee eine Art von polizeil cher Justiz auf allen Inseln auS, die selbst den Europäern nicht selten zu Gute kam und ihnen Gerechtigkeit gegen Diebs verschaffte. — Die größeren Inseln sind in Distrikte ge- th.ilt, deren jeder seinen eigenen Vorsteher oder Gaugrafen hat. Db die gemeinen Leute die Sclaven dcrVornch- men sind, ist nicht mit Bestimmtheit zu entscheiden Mach 4(>2 Australien einigen Aeußerungen der Missionäre sollte man es fast glauben. Diese Menschen haben eine Religion, welche an die griechischen Mythen erinnert. Baume, Wälder, Duellen Winde und alle Naturerscheinungen *) sind der Aufenthalt und die Wirkungen von höheren Geistern, und selbst ihre Herren stehen in Verwandtschaft mit diesen Geistern. Jede Provinz , jede angesehene Familie hat ihren eigenen Gott oder Genius, den sie als ihren vorzüglichen Schutzherrn ansehen. Die Häuvter der Distrikte sind die Repräsentanten dieser Gottheit. Den Genien der Distrikte weihen sie jährliche Feste bei der Saat und bei der Erndte, um ihre Gunst zu erflehen oder ihnen Dankbarkeit zu bezeigen. Diese Feste werden durch Processionen, so wie durch Tänze und Schmausereien gefeiert. Die Winde stehen unter der Regierung der Göttin Calla Filatonga, welche sehr mächtig ist, abervon den Menschen wenig geachtet wird, so daß sie genöthigt ist, Cocos-, Brodfrucht- und andere Bäume umzuwehen, um die Einwohner daran zu erinnern, daß ihr Lpfer gebühren. Ton g a loerist der Gott des Himmelsund Fcnulonga der Gott des Regens. Erde und Luft haben besondere Gottheiten, die oft nach eigenem Interesse und den andern Göttern entgegen handeln. Jeder Mensch steht unter der Aufsicht eines Genius, der sich bisweilen d. h. in Krankheiten erzürnt zeigt. Die Anverwandten und Freunde der Kranken suchen ihn dann zu besänftigen, indem sie sich den kleinen Finger abschneiden, das Gesicht verwunden oder sich gewisser Speisen enthalten. Ja bei lehr vornehmen Kranken oder bei dem Tode eines Königs werden selbst Menschen zum Lpfer getödtet, um die Götter zu versöhnen *) Man sehe oben, wo von den Erdbeben berichtet wird. Archipel der Freuudschafls» Inseln. 463. Diese Menschenopfer sind vielleicht der einzige Beweis einer barbarischen Gesinnung unter diesem Wolke. So wenig wir indeß geneigt sind, diesen Gebrauch in Schutz zu nehmen, so muffen wir doch bemerken, daß säst alle Volker sich ähnlicher Werirrungen schuldig gemacht haben. Wollte man die Opfer zählen, welche Europäer ihrem Aberglauben gebracht haben, so würden wir als die grausamsten unter allen Völkern der Erde erscheinen. Sie glauben an Unsterblichkeit der Seele, welche gleich nach dem Tode in einem großen, schnell segelnden .Kauots . nach dem fernen Lande Dubludda, einem schönen Ely- sium, gebracht wird. Hier wohnt der Gott der Freude, H i g g 0 l a g 0, und so mächtig, daß alle andere Götter ihm, als ihren Gebieter, huldigen. Diese Lehre ist nur von den Vornehmen gekannt, daher diese allein Anspruch zu haben glauben nach Dublud- d a zu kommen; die Seelen der gemeinen Menschen, sagen sie, sind nicht unsterblich ; sie werden von dem Vogel L o t a, der um Gräber flattert, gefressen. Es scheint, daß diese Mythologie einer großen freien Ausbildung fähig sey, weil keine besondere Cafte, keine Priestcrschast, über die unabänderliche Erhallung des alten Aberglaubens wacht. Das Andenken der Todten ehren sie durch eine lange dauernde Trauer, wobei Traucrmale gehalten werden und allerlei wcitläustige Ceremonien Stattfinden, die den Europäern, aus Unbekanntschaft mit der Sprache, unverständlich waren. Eine große Menge Weiber übernehmen dabei das Geschäft des Klagens; auch bringen sie dem Todten oder seinem Genius Opfer, sowohl an Früchten als an Zeuge, Matten und Waffen, die mit der Leiche in die Erde gelegt werden. Die Leidtragenden fügen sich dabei allerlei Ungemach zu; sie zerkratzen das Gesicht, ja sie flößen sich wohl Speere in das Fleisch. N^ürülini. I s 464 Australien. Ihre M 0 r a i s oder Begräbnißplähe, hier F i a t u k a genannt, sind umzäunte, angenehme Haine, worin einige Hütten oder Dächer die Stelle der Gräber bezeichnen. Vornehme erhalten einen behauenen Stein, der bisweilen acht Fuß lang, vier breit und einen Fuß hoch ist. Die Missionäre beschreiben einen Fiatuka, in welchem der König begraben wurde. Es lag auf einem, vier Morgen großen Platze, auf welchem eine künstliche, steinerne Erhöhung, von sieben Fuß Höhe und hundert und zwanzig Fuß Umfang , stand. Auf der Spitze dieses, mit Stuten versehenen, Hügels, war ein zierliches Haus von mehr al§ 30 Fuß Länge, mit einem Schilfdache, und an den Seiten offen. Zn der Mitte dieses Hauses war das Grab, dessen Woben, Seiten und Deckel aus Korallenfelsen bestehen; die Hausflur war mit kleinen Steinen gepflastert, und »und um den Platz waren Palmbäume gepflanzt. » N»* ' l' J l l Wll IWE Archipel der Gchiffer-F nseln, ^ oder Hss äv« Wavigateurs des Bougainville. Bougainville entdeckte im Jahr 1768, auf seiner Reise um die Welt, diese Inseln, und nannte sie He» 6es No- vigateurs wegen der Geschicklichkeit der Eingebornen im Segeln. Sie näherten sich seinem Schiffe und vertauschten Eocosnüsse, Jgnamen und Wasserhühner gegen Stückchen rothen Zeuches. Ungünstige Winde und die geringe Aussicht , hier eine gute Ankerstelle zu finden, bestimmten den Herrn von Bougainville seinen Lauf fortzusetzen, ohne an diesen Inseln zu landen. Ausführlicher waren die Nachrichten, welche La Pe- rouse von diesem Archipel mittheilte, der ihn im Jahr 1787 aufsuchte und wieder fand. Außer diesen beiden Weltumseglern sind die Schiffer- Inseln von keinem neueren Europäer besticht worden. Rechnet man jedoch, wie es nicht unzweckmäßig schien, die C 0 c 0 s - und dieBerräther- Inscl hinzu, so müssen L e M a i r e und S ch 0 u t e n, welche diese Eilande t. I. i6t6 sichen, für die ersten Entdecker des Archipels der Schiffer- Jns.ln anerkannt werden. Wie dem auch sey, so hat La Pcrouse ihn doch zuerst und bis jetzt allein in dir Wissenschaft eingeführt. Zi - 466 Australien. Mehrere Geographen haben geglaubt, daß die Baumann' s - JnselndesRoggeween nichts anders als die Schiffer - Inseln wären; indessen paßtweder die Schilderung der Bewohner, noch die geographische Lage derselben, auf diesen Archipel; daher Flenricu *) mit Recht Rogge- ween's Entdeckung als eine eigene Gruppe im großen Ocean anerkennt. Wir werden in der Folge darauf zurückkommen. Die Schiffer- Inseln liegen zwischen rz" und is } ° s. Br., und zwischen 184° und i8y° östl. L. v. Paris, und bilden einen der schönsten Archipele im Südmeere, der durch seine Prvducte, durch eine große Bevölkerung und durch die Künste der Eingebornen nicht weniger unsere Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt, als die Societäls - und Freundschafts - Inseln. Die einzelnen, bis jetzt bekannten, zu diesem Archipel gehörigen, Eilande sind, mit ihren einheimischen; von den Eingebornen angegebenen Namen, folgende: Opoun, die östlichste, liegt unter 14° 7' f. Br. und 188° 32° östl. L. von Paris, hat eine Lieue im Durch" Messer und ist ungefähr 200 Toiscn über der Mecresfläche erhaben, sehr steil und bis zum Gipfel mit großen Bäumen bewachsen, unter denen unzählbare Eocospalmcn hervorragten. Die Wohnungen waren auf dem Abhänge der Höhen erbalit. Man bemerkte angebaute Felder; doch schien die Insel nicht sehr fruchtbar. Ein Felsenriff, der sie umgjcbt, erlaubt großen Schiffen nicht, sich dieser Insel zu nähern. Leone und F a n f u r e, in geringer Entfernung westlich von D P 0 u n, mögen jede nur fünf Seemeilen im Unr fange haben, find aber stark bevölkert und nach der Charte in La Perouse'S Atlas zu urtheilen, ziemlich hoch. Der Canal, der beide Inseln trennt, ist kaum eov Lotsen breit; *) Z» der Einleitung zu Marcha»d's Reisen. , Archipel der Schiffer- Inseln 467 an ihrer westlichen Seite liegt ein kleines, mit Bäumen bewachsenes Znselchen. M a - u - n a, eine große schöne Insel. der fruchtbare Thäler und bewachsene Berge, zahlreiche, weit verbreitete Wohnungen und herrliche Wasserfalle ein bezauberndes Ansehen geben. An der Nordseite, welcher sich La Perouse näherte, ist sie mit einem Korallenriffe eingefaßt , und man findet nur schmale, bloß den Böten zugängliche Durchfahrten zwischen diesen Felsen; hinter den letzteren zeigen sich mehrere kleine Buchten, die insgesammt stark bevölkert sind. Die Insel liegt ungefähr rs Seemeilen westlich von Fanfure. Dyolav.a, durch einen neun Licues breiten Canal von M aun a getrennt, übertrifft, nach La Perouse's Versicherung , bei weitem daZ berühmte Tahiti an Schönheit, Umfang, Fruchtbarkeit und Bevölkerung. Die Nordküste ist beinahe zehn geographische Meilen lang; hier giebt es keinen sichern Ankerplatz, der sich jedoch auf der Westseite erwarten läßt. P 0 l a ist fast so groß, als die vorige und eben so schön; ein vier Lieues breiter Canal trennt beide Inseln. Die Nordküste ist» wie bei den andern Eilanden dieses Archipels für große Schiffe unzugänzlich, an der Westküste aber trifft man ein ruhiges Meer ohne Brandungen, welches gute Ankerplätze hoffen läßt. Cali nasse, eine kleinere Insel in dem Canal zwischen Pol« und Lyolava, ist niedrig, aber gut beholzt und wahrscheinlich bewohnt. In diesem Canal liegt noch eine andere kleine flache Insel. Außer diesen Inseln geben die Eingeborncn noch drei andere an, nämlich Schika, Dssamo und Ouera, welche im Süden von Lyolava liegen sollen. La Pe-- rouse fand in dieser Gegend nur in der beträchtlichen Entfernung von vierzig Lieues zwei Inseln, welche er bald 1 46g Australien. j für Schouten's Cocos - und Berrä'ther-Insel ! erkannte. In dem, drei Seemeilen breiten Canal, der 1 beide Inseln trennt, liegt ein kleines niedriges, flaches In- ! selchen, das nur in der Mitte einen Hügel zeigt. LaPe« ! rouse vermuthet, daß diese drei Inseln, wovon aber nur zwei den Namen verdienen, jene von den Eingebornen angegebenen Inseln S ch ika, O ssän o und O u era wären , indem sie in der That südlich von L> Yolava liegen I und die Eingebornen in äußerer Gestalt, Physiognomie, Kleidung und Sprache offenbar zu demselben Stamme gehören , der die andern Schifferinseln bewohnt. La Perouse, in deffcn Gesellschaft sich zwei Natur« forscher befanden, hielt diese Inseln für vulkanisch, - Alle Steine am Ufer bestanden entweder aus Lawa, oder Basalt. Im Umkreise der Inseln findet man viele Korallen« Felsen. Die Canäle zwischen den Inseln, sind zum Theile sehr tief. Zwischen Öyolava und Fanfure wurde mit 100 Faden noch kein Grund gefunden. — Doch vermuthet La Perouse an andern Stellen guten Ankergrund zu finden. Die große Fruchtbarkeit scheint für die Gegenwart 1 von Vulkanen zu sprechen. Durchaus bis zum Gipfel der Berge ist das Land mit Bäumen bewachsen. Zwischen j diesen Bergen finden sich jedoch große Ebenen oder weite Thäler, die mit Wohnungen wie besäet waren, also eine ansehnliche Bevölkerung ernähren. An mehreren Stellen sah man Bäche, die sich in malerischen Cascade» von den Anhöhen ins Meer stürzten. Das Klima selbst scheint, schon wegen der hohen Laze derZnseln, ungemein mild zu seyn. Diese Inseln gewährten den schönsten Anblick, den man sehen kann. Vorzüglich zeichneten sich Oyoleva «nd Polo aus. Von den Bergen in der Mitte der ersten Insel senkte sich das Land in sanften Abstufungen allmählich i gegen das Meer, und bildete ein Amphitheater, auf welchem Baamgruppen, grüne feste Plätze und Wohnungen mit Archipel der Schiffer« Inseln. 469 einander abwechseln. Diese letzteren waren so dicht an einander, daß sie das Ansehen einer großen Stadt hatten. Die Seefahrer genossen bei diesem Anblick zugleich daZ belebte Schauspiel von unzähligen Kanots, welche die Schiffe umgaben. „Die Berichte aller Reisenden ," sagt La Pcrouse, "liefern der Einbildungskraft nichts, das mit der Schönheit des unermeßlichen Dorfs verglichen werden kann, welches wir vor uns sahen. — Man kann sich, bemerkt er an einer anderen Stelle, nichts licblichers denken , als die Lage dieser Dörfer. Alle Häuser sind unter dem Schatten von Brodfruchtbäumcn erbaut, welche im Innern eine angenehme Kuhle unterhalten, und liegen an dem Ufer von Bächen, die aus der Hohe Herabkommen» Fußsteige schlangeln sich von diesen Häusern in das Innere der Insel, und lassen auch dort eine gleiche Bevölkerung erwarten." Sicher würden die Naturforscher hier alle botanische Schätze der Freundschafts - und Societä'ts - Inseln antreffen. La Perouse erwähnt unter den hiesigen Pflanzen nur Cocospalmen, Guyaven, Bananen, Jgnamen, Zuckerrohr, und einen Fruchtbaum, der eine große Mandel trägt, welche gekocht wird und den Geschmack der Kastanie hat. Leider sind die Bemerkungen der Naturforscher dieser Expedition mit ihnen selbst zu Grunde gegangen. Der eine, Dc Lamanon, wurde hier erschlagen. Der andere, De Ja Martini ere, hat das unglückliche Schicksal des Chefs und der ganzen Expedition getheilt. Bon vicrfüßigen Thieren bemerkte man nur Schweine und Hunde; aber eine desto größere Mannichfaltigkeit von Vögeln, als Hühner, Wasserhühner, (Fulica Por- phyrio, Foule Sultane) verschiedene Lauben, die sämmtlich so zahm gemacht waren, daß sie nur aus der Hand fraßen. Schöne Papageien, Drosseln und Wachteln. — Das Meer liefert Fische im Ueberfluß; die Einwohner verkauften Boniten, Doraden, Thunfische re. 470 Australien. [ Wie groß die Fruchtbarkeit dieser Inseln seyn müsse, läßt j sich daraus schließen, daß die beiden Fregatten unter La ! Perouse in einem Tage gegen Glaskorallen über 500 Schweine, eine große Anzahl von Hühner und Tauben und unzählige Fruchte eintauschen konnten. Die Einwohner gehörten zu den größten und wohlgebautesten, die nur irgendwo angetroffen werden können, und hatten größtenlheils eine wahre kolossale Athletengestalt. Die meisten waren 5 Fuß, 9 bis 11 Zoll lang; Loch war ihre Größe noch weniger bewundernswürdig, als die Verhältnisse aller Theile ihres Körpers ; ihre Brust ist breit, ihre Arme und Beine stark und nervigt. Bei dem Ringen mit den Europäern waren sie jederzeit Meister. La Perouse glaubte beide Nassen der Bewohner des Sud- meers hier beisammen zu finden; doch sagt er, daß die Farbe ihrer Haut mit jener der Bewohner von Algier und der andern Küsten der Barbarei übereinkomme. Die Physiognomie der Männer verrieth einen hohen Grad von | Wildheit; ihre Gesichtszüge schienen nur von Zorn oder Staunen bewegt zu werden. Die Weiber haben eine weit sanftere Bildung; La Perouse sah einige, die auf wahre Schönheit Anspruch machen konnten. Die Haare dieser Insulanern sind sehr lang, sie binden sie oben auf dem Scheitel zusammen oder wickeln sie um den Kopf, was ihnen ein noch wilderes Ansehen giebt. Sie gehen fast ganz nackt; denn außer einem Gürtel sah man keine Kleidung weder bei den Männern, noch bei den Weibern. Dieser Gürtel ist von Seeegras und hängt bis zu den Knieen herab, wodurch sie wie die alten Flußgötter aussehen. Ucbrigcns ist der Körper stark tatowirt. Bon anderer Ausschmückung erwöhnt La Perouse nichts. Nur an einigen Weibern sah er einen Blumen - Kranz und ein einfaches grünes Band in den Haaren. Archipel der Schiffer - Inseln. 471 Die besseren Wohnungen, die wahrscheinlich den Oberhäuptern gehören, zeugen von Bequemlichkeit und einer gewissen Eleganz. Diese Häuser waren auf einem runden grünen Platze, von 150 Klaftern im Durchmesser, erbaut. Vor dem Hause ist der Boden zwei Schuh hoch mit kleinen Kieseln gepflastert und erhaben. Das Zimmer ist eine Art Gitterwerk von einer ellyprischen Form, die an den beiden Enden eine bewundernswürdig elegante Wölbung hat. Um diese Rundung läuft eine Reibe von Säulen, deren jede fünf Fuß von der andern entfernt und sehr artig aus Baumstämmen zugerichtet ist. Zwischen den Säulen hängen feine Matten, wie Fischschuppen über einander, und können an Stricken ausgezogen und niedergelassen werden. Oben war das Haus mit Cocosblät- tern gedeckt. Da die Europäer sich nur wenige Stunden auf einer dieser Inseln, auf Ma-u-na, aufgehalten haben, so war es ihnen nicht möglich, über das häusliche Leben der Bewohner befriedigende Nachrichten einzusammeln. Obgleich es einzelne Schönheiten unter ihnen giebt, so waren doch im Ganzen die Weiber wenig reizend. Auch sind sie verhältnißmäßig groß, dabei schlank und scheinen schnell zu verblühen; wenigstens sah man nur unter den sehr jungen Mädchen einige anmuthige Gestalten. Alle zeigten sich sogleich bereit, ihre Reize anzubieten. Welche Art von Beschäftigung hier den Weibern obliege, wissen wir nicht; wahrscheinlich sind sie es, welche die sehr feinen Matten flechten und Stoffe verfertigen. Einige Oberhäupter trugen nämlich statt der Gürtel auS Meergras , eine Art Schürze oder Rock , an welchem der Stoff ein wahrer Faden war und sich so weich und stark als Leinwand anfühlen ließ. Ein solches Zeug dient ihnen auch als Segel und scheint die Stoffe aus der Pa- piermaulbeerstaude, wie man sie auf den Societätsinseln antrifft, zu übertreffen. Vielleicht sind eS auch die Wei« Sfulluliwi, K f 472 Australien. fccr, welche die Vogel zahmen, welches eine Hauptbeschäftigung auf diesen Inseln zu seyn scheint, indem man mehrere Hundert abgerichteter Vogel bei den Wohnungen sah. Außerdem sah man andere Proben ihrer Geschicklich- keit. Bon den Häusern haben wir bereits gesprochen, Leren Bauart Nachdenken und Geschmack verräth. — Die Franzosen sahen eine drei Schuh große hölzerne Schussel, die aus einem Stücke gearbeitet und so glatt polirt war, Laß sie mit einem feinen Firniß überzogen zu seyn schien. Diese Arbeiten sind umso bewunderungswürdiger, da sie so einfache Werkzeuge haiun. Das Eisen kannten sie nicht; nur die Bewohner der Cocosinsel setzten einen Werth in Nagel. Ihre Aexte sind aus feinem, harten Basalt gemacht. So behende Schiffer sie auch sind , so haben sie doch nur elende, aus Baumstämmen ausgehöhlte Kanots, die ein dreieckiges Segel führen und mit einem Ausleger versehen sind, aber sehr leicht umkippen; woraus sich jedoch diese Insulaner nichts machen, da sie vortreffliche Schwimmer sind und in einem Augenblick daS Boot wieder umwenden. Ihre Waffen bestehen, so viel man sehen konnte, nur aus Keulen; dabei sind sie sehr geschickt im Steinwurf. Sie hatten auch Pfeile, welche aber nur als Harpunen gegen Fische gebraucht zu werden scheinen. Der Körper der meisten Eingebornen war mit Narben bedeckt, woraus La Perouse schloß, daß sie oft mit einander Krieg führen müssen. Allein diese Narben können auch Folgen der Elephanthiasis seyn, welche unter diesem Volke zu herrschen scheint. Ohne alle Veranlassung und nach einem vorherigen freundschaftlichen Betragen, fielen diese Insulaner plötzlich die Franzosen feindselig an und ermordeten eilf Mann, unter denen Herr von Langte, der Befehlshaber der zweiter Fregatte, und Lamanon, der Naturforscher derselben sich l ** Diese- -ianiß konnte k".'" lustiges yeugi"^ Archipel der Schiffer * Inseln« 4 73 dein Charakter der Eingebornen ablegen, und zwar um so weniger, da dir Franzosen sie mit großer'Humanität behandelten. La Perouse nimmt hierbei Anlaß gegen die Philosophen zu eifern, welche Milde gegen die Wilden anempfehlen. Ein anderes aber ist eS, die Nachsicht, wie La Perouse, zu weit zu treiben, und ein anderes, die Wilden bei der geringsten Veranlassung niederzuschießen, wie viele, — die meisten Seefahrer vor ihm gethan haben. Ueber die bürgerliche Verfassung dieses Volkes hätte, bei dem kurzen Aufenthalt der Franzosen, sie nur ein Zufall aufklären können. Sie sahen einige Eingeborne, welche eine Art von Autorität über die anderen auszuüben schienen, indem sie Prügel austheilten, aber ihre also ertheilten Befehle wurden nur auf Augenblicke befolgt, und die größte Anarchie schien unter ihnen zu herrschen. Gleichwohl berichtet La Perouse, daß ein Feudalgouvernement hier angetroffen werde. „Diese Verfassung", sagt der Welt- umschiffer, „wornach sich kleine Tyrannen zurücksehnen, welche Europa Jahrhunderte lang besudelt hat, und deren gothische Ueberreste noch immer in unsern Einrichtungen , als der Stempel unserer alten Barbarei, angetroffen werden; diese Verfassung ist am geschicktesten, die Wildheit der Sitten zu erhalten, indem ein beschränktes Interesse den Krieg zwischen vereinzelten Gemeinheiten und zwischen den kleinen Despoten verewigt. Und diese Kriege werden ohne Hochherzigkeit und ohne Muth, nur durch Uebcrfälle und Verrätherei geführt; daher findet man in diesen unglücklichen Gegenden statt großmüthiger Krieger nur Meuchelmörder." So gerecht diese Bemerkungen in Europa seyn mögen , wo der Geist der Gerechtigkeit bereits aus dem Schlummer der Barbarei erwacht ist, so scheint es doch, daß sie, auf die Australier angewendet, zu einseitig sind. Auch diePeljuaner, auch die Bewohner der Freundschaftlichen und Societätsinseln habe» die Malajische Feudal- K ' 474 Australien. Verfassung beibehalten, und gleichwohl sind sie sanfte gutmüthige Menschen und ihre Kriege sind bei weitem nicht durchaus heimtückische Uebersälle. La Perouse war von gerechter Rachsucht gegen diese Insulaner erfüllt; aber wer weiß , ob diese Menschen , welche eine Mundart der Tajali- schen Sprache redeten, nicht aus den Marionen abstammen , oder wenigstens mit diesen Inseln Verkehr gehabt hatten, und da konnte sich denn wohl eine Sage -r- halten haben, was die Australier von den Menschen in großen Schiffen zu erwarten hatten. — Ucbrigens schloß La Perouse das Daseyn einer Feudalverfassung , bloß aus der Boraussetzung, daß ein Volk, dessen Sprache seinen Ma- lajischen Ursprung beurkundet, wahrscheinlich auch die Malajischen bürgerlichen Einrichtungen würde beibehalten haben. Ueber die Religion der Bewohner des Archipels der Schiffer- Inseln fehlt es gänzlich an Nachrichten. Australien. Sechste Abtheilung. Roggeween's-Jnseln. Einzelne Inseln im Osten der Freundschaft s-Jnseln. Socie- täts-Jnseln. Archipel des bösenMeeres. Gefährlicher Archipel. Südlichster Archipel. Marquesas-Jnseln. Sandwich- Inseln. Ungewisse Inseln. — Literatur zur Kunde von Australien. Ll «»kralitll. .«ti •'•»a'tn’C..* '"" ■ »-) •?:»' t ; J tr - i -1 v’y/ir *<»■• i.-ti '' 'i) ; ; *»’};.*»» j$ — ,ft ! .V # »•'**$•:; i; M »' - ■ * •: #- *e fT V * * - .A . Archipel des Roggeween. ^er Holländer Roggeween, welcher von der Lstindi- schen Compagnie mit drei Schiffen in die Südsee geschickt war, die Solomons-Jnscln aufzusuchen, entdeckte im Jahr 1 722 , als er aus Sch o u te n s böse ni Meere nordwestlich steuerte, unter dem i2ten Grade südlicher Breite, drei Inseln, die er B a u m a n s -Inseln nannte, weil der Capitän Bauman, der das zweite Schiff Lienhofen rommandirte, sie zuerst gesehen hatte. Bald darauf fand er zwei andere Inseln , von denen er, oder Behrens, der Geschichtschreiber seiner Reise, glaubte, daß sie Schoutens Co- co?> - und Berräther- Insel seyn könnten. Endlich sah er in eben di ser Gegend noch zwei große Inseln, welche Gräningen und Tienhofen genannt wurden. Kein neuerer Seefahrer hat diese Gruppe besucht. Nur der Lieutenant Watt, Commandeur eines Transportschiffes , das i. I. 1788 von Port- Jackson nach China segelte, sah in 9° 10' s. Br. und 202° 15' öfll. L. von Gr. eine kleine niedrige Insel, die nach seinem Schiffe Peerhyn's Eiland genannt wurde und zu diesem Ar- chipelzugehören scheint; da das Wetter trübe war, so konnte sie nicht ganz genau gesehen werden. Alles was wir von der Gruppe wissen, beschränkt sich daher auf den Bericht des erwähnten Behrens. Ll s 478 Australien. Von den Bauman's- Inseln bemerkt er, daß sie annm- thige Aussichten gewährten, und auch in der Nähe mit schönen Fruchtbäumcn bedeckt und mit allen Arten von Gemäße und Pflanzen versorgt wären. Die Eingebornen eilten zu den Schiffen, und boten Fischt, Cocosnüfse und andere treffliche Früchte zum Lausch an, wofür sie unbedeutende Kleinigkeiten erhielten. Die Inseln mußten sehr volkreich seyn, weil bei dem Anlanden der Holländer sich Tausende von Menschen, Männer und Weiber am User versammelten. Die mchresten unter ihnen harten Bogen und Pfeile. Unter ihnen bemerkte man einen Mann, der ein ausgezeichneter, , ehrwürdiges Ansehen hatte; aus der Achtung, die man ihin erwies, mußte man ihn für ein Oberhaupt halten. Er setzte sich in ein Kanot und ihm zur Seite befand sich eine junge Frau, die eine weiße Haut hatte. Mehrere Fahrzeuge umgaben sie, gleich als sollten sie ihnen zur Wache dienen. Alle Eingebornen waren ziemlich weiß ; man bemerkte, daß, wenn sie es weniger als die Europäer waren, dies daher komme, daß sie in ihrer Nacktheit unaufhörlich dem Einfluß der Luft und der Sonne ausgesetzt sind. Sie schienen lebhaft und fröhlich in ihren Unterhaltungen, sanft und menschlich in ihrem Betragen gegen einander; in ihren Sitten sah inan nichts Wildes. Ihre Körper sind nicht bemalt. Wom Gürtel bis zur Ferse waren sie mit Franzen und einem seidenartigen , künstlich gewebten Stoff bekleidet; ihre sehr breiten Hüte, zum Schutz gegen die Sonne, waren vom gleichem Zeuge gemacht. Um den Hals trugen sie Kränze von wohlriechenden Blumen. Auf allen Seiten sah man lachende Gegenstände ; freundliche Berge wechselten mit reizenden Thälern. Die Inseln haben rz bis 20 Meilen im Umfange. Jede Familie schien ein abgesondertes Gouvernement zu bilden: jede Besitzung war von der andern durch eigen« Befriedigungen geschieden. — „Diese Nation", sagt Bchrens, „war die menschlichste, redlichste, welche wir auf unserer 4 79 Archipel des Roggeween. Reise durch die Südsee gefunden haben. Sie empfiengen uns als höhere Wesen; waren erfreut über unsere Ankunft, und traurig über unser Scheiden." — Alle Ufer zeigte» gute Ankerplätze. Dieser Umstand, verbunden mit dem Reichthum an Lebensmitteln und Erfrischungen , macht es unbegreiflich, warum diese Inseln nicht wieder aufgesucht wurden. Die beiden Inseln, welche BehrenS, jedoch mit einigem Zweifel, für die Cocos - und Verräther-Insel hielt, werden, nach Flcurieu's Morschlag, besser R o g g e w e e n's-I n se l n genannt. Die eine ist sehr hoch und hat etwa acht Lieues im Umfange, die zweite ist weil niedriger, zeigt ein röth- liches, von Bäumen entblößtes Erdreich, und dehnt sich unter die ute Parallele. Die Insel Lienhofen schien von weitem sehr angenehm, grün und mit Bäumen besetzt zu seyn; und war von mittlerer Höhe. Roggeween segelte einen ganzen Tag längs derselben hin, ohne ihr Ende abzusehen. Man bemerkte, daß sie sich in Gestalt eines halben Zirkels nach der I n se l G r ö n i n g e n erstreckte. Die Holländer hielten dafür, daß beide Inseln vielleicht nur Landspitzen des großen — damals geträumten — Südlandes seyn könnten. Daß diese Gruppe nicht einerlei mit den Schiffer- Inseln seyn könne, leidet keinen Zweifel. Die Gruppe ist zwischen 9° und 12° s.Br.und zwischen rhh'undiür» westlicher Länge von Gr.zu suchen. 48 ° Einzelne Inseln im Osten des Freundschc-ftli- chen Archipels. Zwischen den Freundschafts- und Societät? - Inseln finden sich mehrere zerstreut liegende, Eilande, welche füglich zu keinem der größeren Archipele gerechnet werden können. Wir wollen sie einzeln in der Kürze beschreiben. S av ag c- Isl and, unterry" i' s.Br. und 190" 23' östl. L. v. Gr., ist rund und hat ungefähr ii Englische Meilen im Umfange. Obgleich die Insel nicht eigentlich zu den niedrigen gehört, und über 40 Fuß über der Meeresfläche erhaben ist, so scheint sie doch nur einKoral- lenselsen zu seyn, wie auch schon die unermeßliche Tiefe in ihrem Umkreise erwarten läßt. Man sah Cocospalmcn, und das Innere schien stark bewaldet zu seyn. Die Ein- gcbornen kamen in ihrem Aeußeren mit denen der Freund- schafts-Inseln überein, allein dem Charakter nach zeigten sie sich wild und feindselig. Daher ihr Name. Cvok entdeckte die Insel auf seiner zweiten Reise und sah sie auf der dritten wieder. Palmersston's-Jsland, unter ig a 4' s.Br. und 190° 50' östl. L. v. Gr. gelegen, ist gleichfalls eine Entdeckung Covk's, und besteht aus 9 biS 10 flachen, klci- Ein;. Zns.im Ost. des Freundschaftl. Archipels/ 431 n n, durch eine Sandbank verbundenen, unbewohnten Jn- selchen; sie sind nur mit einer dünnen Lage von Sand bedeckt, gleichwohl tragen sie alle die Bäume und Pflanzen, die man in den flachen Gegenden auf den gebirgigen Inseln dieses Oceans antrifft. In der Mitte der verbundenen Jnselchen liegt ein eingeschlossener See, den ein Ko- rallenriff begranzt. In einer Gegend dieses Riffs liegt, beinahe mit der Mecresfläche gleich, ein großes Lager von Korallensclsen, welches einen so tzzauberndenAnblick gewährt, wie die .Natur ihn nur hervorbringen kann. Von einer Seite gränzt es an das Ufer , erstreckt sich aber so weit in den See hinein, daß man das Ende nicht absehen kann, und daß es also gleichsam im Wasser zu schweben scheinet. Das Wasser vertieft sich so jählings, daß es wenige Schritte vom Strande bereits sieben oder acht Faden haben mag. Der See war glatt wie ein Spiegel, und die verschiedenen Gattungen von Korallen schimmerten im hellen Sonnenschein hervor. Sie waren zum Theil wie Zweige eines Baumes in mannichfaltiger Richtung unter dem Wasser ausgebreitet, theils hatten sie die Gestalt von Kugeln und anderen Formen, und überall glänzten sie, vermittelst der hin'und wieder darauf zerstrcuctcn großen Miesmuscheln, mit den köstlichsten Farben. Noch weit mannichfaltiger waren die Schattirungen der unzähligen Fische, die hier, in dem Gefühl ihrer völligen Sicherheit, langsam durch die stillen Fluthen hingleiteten. Die Farben der verschiedenen Gattungen, gelb, blau, roth, schwarz u. s. w. durcheinander gemischt, machen das schönste und herrlichste Schauspiel, und übertreffen alles, was die Kunst hervorzubringen fähig ist. — Fern von den Menschen, liegt diese Ncptunische Grotte, deren bewundernswürdige Schönheit, deren prachtvoller Farbenrcichthum in dieser Stille und Einsamkeit nur dem Anschauen der Meeresgvtter aufbewahrt zu seyn scheint. Wytutaki, (18° 50' s. Br. und 200° ly' östl. L. v. Er.) wurde von Capitain Bligh i. I. 1789 ent- 48 ® Australien deckt. Die Insel ist von einem Volke bewohnt, das zu einem Stamme mit den Eingebornen der nahen Hervey's- Inseln gehört, und die Sprache der Societäts- Inseln spricht. Man findet hier Pisangs , CocoZ , Brodfruchtbäume und Lpooäias äulcis; auch Hühner, aber keine Schweine und Hunde. Hervey's-Jnsel liegt unter 19° 18' s.Br. und 201 0 6' östl. L. v. Gr. und ist ebenfalls eine Entdeckung Cook's. Die Einwohner, ein diebisches, unruhiges Volk, sind dunkel von Farbe, und haben wilde harte Züge, worin ste den Neuseeländern einigermaßen gleichen. Sie nähren sich hauptsächlich von Cocosnüssen, Fischen und Schildkröten; Pisangs und Brodbäume sind so wenig vorhanden, als Schweine und Hunde. Die Einwohner nannten ihre Insel Terau dschimau-Atua und sagten, daßsiedem Könige von W a t i u unterworfen wären. Man fand keinen guten Ankerplatz. Watiu, liegt in 20« 1' f. Br. und 201 0 45' östl. L. von Greenwich und hat ungefähr 6 Seemeilen im Umkreise. Ihre abwechselnden Hügel und Ebenen, und ihre vielfältigen Schattirungen von Grün, geben ihr ein reizendes Ansehen. Sie ist sehr stark bevölkert und die Einwohner haben außer den gewöhnlichen Nahrungsmitteln dieser Erdgegend auch Schweine. Die Küste ist wegen eines Korallenriffs nur für Boote zugänzlich. In Cook's dritter Reise finden sich einige interessante Nachrichten von der gutmüthigen Neugierde dieser Insulaner, die übrigens, der Hauptsache nach, ihren Nachbaren auf den Societäts- Inseln ähnlich sind. Sie empft'engen die Europäer, zum Willkommen, mit einem Tanz schöner Mädchen, Dkatutaiaoder auch Wennuaitigenannt, eine kleine Insel, ungefähr vier Seemeilen von der vorigen entfernt^ ist unbewohnt, scheint aber öfters von den Nachba- Einz. Ins. im Ost. des Freundschaft!. Archipels. 4z Z ren besucht zu werden. Sie hat Eocosbäume und mehrere andere Pflanzen der Societäts-Jnseln. M a n d sch i a, oder wie die Engländer schreiben, Man- geca liegt in 21 0 5 f s. Br. und 201 0 53' östl, L. von Gr. Rings um die Küste läuft, so weit Cook, der Entdecker der Insel, sie untersuchte, ein Korallenriff, die See hat in der Nähe derselben eine unergründliche Tiefe. Sie ist ziemlich eben und hält fünf Seemeilen im Umfange. Die zahlreichen Bewohner gehören zu den schönsten Menschen der Malajischen Rasse, und gleichen in ihrer Gemüthsart den Otaheitern. Archipel der Societätö-Fnseln. Wir kommen jetzt zu der merkwürdigsten, und am öftersten von den Europäern besuchten Inselgruppe des großen Oceans , in dessen Mitte sie liegt, und wo sich die Natur, so wie die Menschheit Australien's in ihrer Blüte zeigen. Die Literatur der Reisebeschreibungen enthält so viele Berichte über diese Inseln, daß sich ein eigenes Werk über dieselben schreiben ließe, welches umso verdienstlicher seyn dürste, als es Noth thut, widersprechende Aussagen gegen einander abzuwägen und kritisch die verschiedenen Urtheile über diesen merkwürdigen Schauplatz einer eigenthümlichen Natur und eines eigenthümlichen Menschenlebens zu prüfen. Der beschränkte Raum dieser Blätter erlaubt es nicht, hier kn die, gleichwohl sehr nothwendigen, kritischen Untersuchungen einzugehen. Sie müssen für eine eigene Arbeit aufgespart werden. Es sind uns in diesem, für Australien zugemessenen halben Jahrgange der neuesten Länderund Völkerkunde nur noch wenige Bogen übrig, in welchen inselreiche, interessante Archipel beschrieben werden sollen. Wir müssen uns deshalb auf diejenigen Nachrichten einschränken, welche beitragen können, in dem Le- 485 Archipel der Societäts- Inseln. fer die Begierde zu wecken, sich in größeren Werken über das Detail dieser Inselwelt ausführlicher zu unterrichten. Ihre Benennung haben die Societäts-Jnseln von Cook erhalten, weil sie gleichsam in Gesellschaft neben einander liegen, und überdem von einem geselligen Volke bewohnt werden. Lange vor den Reisen dieses großen Seemann's aber, waren einige hierher gehörige Inseln bereits von den Europäern entdeckt*). Quiros soll im Jahr 1606, untern andern die Inseln M ä a t e a und T a- h iti entdeckt und sie D eg en a und S a gittar i a genannt haben. Ob andere Spanische Seefahrer nach Quiros diese Inseln gesehen haben, ist nicht bekannt. Gewiß ist , daß der Englische Capitain Wallis im Jahr 1767, also i6r Jahr nach Ouiros, M ä a t e a und Tahiti auffand und diese beiden Inseln Osnabrück - und Herzog von ?)ork- Eiland benannte. Die folgenden Seefahrer, welche diese Inseln besuchten und den ganzen Archipel, zu dem sie gehören, entdeckten, waren: Bouga inv,l le (1768), Cook (1769, 177z und 1777), die Spanier Bön echea (1772 und 1774) und Don Juan de Langaray Huarte (1773), die Engländer Wa t tS und Sav ers 1788). Bligh (1789 und 1792), Cox und Mortimer(1789, Edwards (1791), James:Wilson (1797), endlich Turn bull (1800 unb 1803). Der Archipel der Societäts- Jeseln liegt zwischen 16° und i8° s. Br. und zwischen 207° und 212 0 östl. L. v. Greenwich. Vielleicht wäre es nicht unzweckmäßig, die *) Die Skizze einer Entdeckungsgcschichte dieser nnd der Freundschaftlichen Inseln hat Hr. B r a t r i n 9 geliefert in dem Buche: Reisen der Spanier »ach der Südsce, insbesondere nach der Insel O. T a h c i t e> Berlm 1802, mit einer Charte. Australien, 486 Denenung auch auf die Insel deS bösen Meeres, sowiedes gefährlichenArchipels auszudehnen, indem die Natur und die Bewohner dieser letzten Inseln eine offenbare Verwandtschaft mit den Gescllschafts-Eilanden zeigen. Um jedoch keinen Anlaß zur Verwirrung zu geben, behalten wir die alte Eintheilung bei. Die einzelnen, zu den SocietätS - Inseln gehörigen, Inseln sind , in der Richtung von Nordwest nach Süd- ost, folgende: Tubai. Maurua. Bolabola. Taha. Ulieta. Huahcine. > Tethuroa. Tobuainannu. Eiweo. Tahiti. Maate«. Da Tahiti, Taheiti oderD-Tah eite nicht nur die größte, sondern auch in jedem Betracht die merkwürdigste Insel der ganzen Gruppe ist und im Allgemeinen in den Producten, so wie in Rücksicht auf die Bewohner, mit den andern benachbarten Eilanden übereinkommt, so wollen wir in der Beschreibung uns vorzüglich auf dieselbe beschränken und von den anderen nur kurze Notizen mittheilen. Tahiti. Die Insel Ltaheite oder Tahiti besteht auZ zwei Halbinseln*), die vermittelst einer niedrig liegenden Land- *) M. s. die beiliegende Charte. Archipel der Soeietäts- Inseln. 437 enge mit einander verbunden sind. Die Laiidcnge ist ungefähr drei Englische Meilen breit, mit Gebüsch und Bäumen bedeckt, aber unbebaut. Die größere Insel, Otahei- t e N 0 r 0 oder G r 0 ß- T a h i 1 i, ist beinahe rund und hat ungefähr neunzig Englische Meilen in Umfange, die kleinere oder Tiarab u nur dreißig englische Meilen. Die ganze Insel ist von einer Niederung rings umgeben, die vom Strande bis zum Fuß der Berge reicht, an manchen Stellen beinahe eine Englische Meile, an andern kaum den achten Theil derselben breit ist. An einigen Stellen endigen sich die Berge in jähe, hohe Klippen, an welchen die See anschlägt. Der Boden dieser Niederung und der Thäler, die sich vom Strande zwischen den Bergen heraufziehen , ist außerordentlich fruchtbar, und besteht aus einer glatten, schwärzliche» Dammerde. Die.steil emporsteigenden Berge sind in den meisten Gegenden bis auf ihre äussersten Gipfel mit Bäumen und anderen nutzbaren Pflanzen bedeckt. Das Land zeigt sich als eine Gebirgsgegend , die sich in ihrer Mitte sehr hoch erhebt; hin und wieder ist es von engen Thälern durchschnitten, in denen sich unzählige Ströme von den Bergen ergießen. Einige fallen in schönen Eascadcn herab, und bilden Flüße, die durch grüne Auen hindurch sich zur See hinschlängeln. Sobald man die Höhen zu besteigen anfängt, so verwandelt sich der Boden aus dem fruchtbaren Lehm in verschiedene Adern von rother, weißer , schwarzer, gelber, bläulicher Erde, Thon oder Mergel. In dem rothen Boden findet man Steine, die wie Karneole oder Feuersteine aussehen; sie sind aber voll Adern, geben zwar mit dem Stahle Feuer, brechen jedoch schon beim zweiten Schlage. Der weiße Boden scheint ein Pftifenthon oder eine Wal- kercrde zu seyn; der schwarze eine schöne, fette Dammerde; wahrscheinlich besteht er aus den verweftten Theilen vege- Australien. 488 labilischcr Substanzen; der gelbe ist mit Kies vermischt; der bl.,ue ist eine Mergel-Art. Auf den Bergen findet man auch einen schwärzlichen Stein, der einer Lava gleicht; aus selbigem verfertigte man sonst die steinernen Werkzeuge. Bei jedem Gebrauche aber muß die Schneide wieder geschärft werden. Diese Gegend hat mit anderen hohen Inseln augenscheinlich einen vulkanischen Ursprung. In der Mitte der Gebirge, die den District Vyeorede begränzcn, giebt es einen großen, süßen See, der Vyehirca genannt wird und einen Abfluß in das Thal Byeore- de hat. Nach der Aussage der Eingeborenen findet man in ihm, mit dem Senkblei, keinen Grund, und er enthält Aale von einer ungewöhnlichen Größe. An den Ufern dieses See's haben viele Einwohner ihren Sitz aufgeschlagen; sie haben Ueberfluß an allen Arten von Lebensrnittel , nur keine Brodfrucht; statt derselben bedienen sie sich des Berg-Pisangs. Die M a t a v a e- B a i gewährt einen sicheren Ankerplatz auf acht Monate des Jahres; vom December bis zum März ist sie gefährlich. Der Grund ist ein schwärzlicher Sand , von sechs- bis achtzehen Faden. Die einzige westliche Bucht ist die von Dp arre; sie heißt To aroa, oder der lange Fels. Das Klima ist so schön und milde, als man es nur irgendwo auf der Erde finden kann. Während des Aufenthalts der Missionare, vom März bis August, siel das Thermometer nie unter 65° und stieg selten über 7z" Fahrenheit. Des Nachts war es jedoch kühl, daß eine wollene Decke gute Dienste leistete. — Die rauhe Jahrszeit fängt im December an und dauert bis zum März. Während dieser Monate weht der Wind oft stark aus Westen und bringt Regen. Im übrigen Theil des Jahres kommt der Wind von Lsten; jedoch mit abwechseln- Archipel der Societä'ts Inseln. 48^ den Land - und Seewinden, welche man innerhalb einer Seemeile vom Lande spüret. In der regnigten Jahreszeit schwellen die Bache der Insel zu gewaltigen Strömen an, die zuweilen Felsen und Bäume van den Abhängen losreißen, und in die Thäler Herabwälzen, die von ihnen überschwemmt, und oft sehr beschädigtwerden. Während des größten Theils des Jahres gewähren diese Thäler Wege von einer Seite der Insel zur andern, die aber immer beschwerlich sind, weil man bergan steigen muß. In der regnigten Jahreszeit kann man durch dieselben nicht durchkommen. Die Verbindung zwischen einem District und dem anderen kann alsdann nur durch Kähne erhalten werden, welche innerhalb den Sandbänken, auf dem seichten und stillen Wasser, sehr leicht fahren. Da der nördlichste Theil der Insel eine sehr steile Felsenküste hat, und bei stürmischem Wetter das Landen daselbst sehr gefährlich ist, so gebrauchen diejenigen, die dem Winde entgegen reisen wollen, die Vorsicht, daß sie die Fahrt in ihren Kähnen aufder westlichen Seite der Insel anstellen. Wenn der Musson ganz südlich wird und stark weht, so regnet es gewöhnlich aufder Südseite der Insel; indem er die Wolken von den Bergen von Tiarabuh treibt, die über Pappara und den anliegenden Districten ihre Ladung ausschütten. Dies veranlaßt in der Erndtezeit der Brod- frucht , zwischen der Nord - und Südseite der Insel eine große Verschiedenheit, weil auf der Nordseite es weniger anhaltend, und nicht so stark regnet, und der Musson beständig bläs't, außer wenn die Sonne senkrecht steht. Daher auf dieser Seite die große Erndte der Brodfurcht ungefähr im November anfängt, und bis zu Ende des Januars dauert; da sie hingegen auf der Südseite, in einigen Gegenden im Januar eintritt, und in verschiedenen Districten bis in November hinein anhält. 49 ° Australien In dem bewohnten Theil der Insel, der ein Garten genannt zu werden verdient, wachsen eine Menge der köstlichsten Pflanzen, aus denen der Lahitier seine Nahrung zieht. Der stolze Wuchs und das gekrönte Haupt der Co- cospalme, Cocos nneisera Liu., giebt ihr vor Allen den Vorrang; sie wird in zahlloser Meyge gefunden. Bon Pisangs oder Paradiesfeigen, Musa paradisiaca Lin., kennt man hier 14 verschiedene Arten. Die knolligte, süße Wurzel der Bataten, Convolvulus Patatas ; die vortreffliche Pamswurzel, Uiosooiea alata Lin., welche zwei bis drittehalb Schuh lang wird, und ein schneeweißes oder auch ein psirsichfarbenes Fleisch hat, die zwei Gattungen von Zehrwurz, Artim esculentum et Macrorhizon Lin,, und die klebrige Wurzel Takka, lacea pinnati- fida, liefern eine gesunde und schmackhafte Speise. Vor allen anderen Gewächsen giebt aber die berühmte und wohlthätige Brodfrucht, Arloearpus communis, die beste und reichlichste Nahrung. Weit und breit sind die Ebenen mit diesem Baume bepflanzt, welcher sieben Monatelang Früchte trägt. Es giebt drei Spielarten dieser Frucht, welche allesamt einen hohen Grad der Cultur verrathen, indem ihnen, so wie den Pisangs, die Saamen gänzlich fehlen. Als Leckerbissen oder Obst dienen den Tahitiern, neben dem Zuckerrohr , welches seines süßen Saftes wegen, und zum Zeitvertreib genossen wird, vornehmlich folgende Pflanzen: eine Art Jambusen, Eugenia malacensis Lin., der tahitischc Apfel, Spondias dulcis, der, seines Wohlgeschmacks wegen, der Ananas vorgezogen wird; eine mandelähnliche, neue Gattung von Katappnüssen , Termi- nalia glabrata, welche aufhoben, schattenreichen Bäumen, mchrenrheils um die Hütten der Einwohner wachsen u s. w.; der Taumelpfcffer, Pipar medb^stieurn, gewährt den Vornehmen jenen berauschenden Trank, Awa oder Archipel der Societäts-Znseln. 491 Kawe. Nützlicher ist der Anbau von Flaschenkürbsen, Cucurbita lagenaria Lin,, und Kugelhürbsen, Cucur- l)iia pruriens, worin Lel urid verschiedene flüsstge Sachen aufhewahrt werden; des Papiermaulbeerbaums, Morus papyrilcra Lin., aus dessen feinem Baste die meisten Lah,tischen Zeuge verfertiget werden , des Bambusrohrs, Arundo Iiumbus Lin., welches sich bequem zu Angelruthen und verschiedenen anderen Werkzrugen schneiden läßt; des Aleurites triloba, dessen öligte Rüste, auf einen hölzernen Pflock gespießt, die Stelle der Kerzen ver.reten; des schwarzen Nachtschatten, 8olsnurn nignnu Lin., der von den Tahilischen Aerzten als Arzeneimittcl gebraucht wird; des Kculenbaums, Lasuarina C«juisetttd- lia, aus dessen Holz die dauerhaftesten und schönsten Waffen und Berathe, unter andern auch die Klöpfel, womit die Maulbecrrinde geschlagen wird, verarbeitet werden ; des chinesischen Eibisches, Hibiscus Rosa Siiicnsis Lin., der schönen Euettarde, Lnettarda spveiosa Lin., und besonders des sogenannten Eap-Jasmins, Oardenia stellata Banks, deren theils überaus schöne, tlftils herrlich duftende Blumen ein Schmuck der Mädchen und Jüng- .linge sind. — Schönes und dauerhaftes Bauholz, das zu allen Bedürfnissen der Tahitier hinreicht, liefern, außerdem erwähnten Keulen-, Brod - und Tahitischen Apfelbäumen, vorzüglich Iuocarpus, Calophylluin Inopliyllum, Bar- ringtonia speciosa, Nauciea orientalis Lin. etc. In Jahren des Mißwachses und der Noth essen die Tahitier die vielblättrige Zehrwurz, Dracontinue poly- phyllum, die Wurzel eines Farrnkrauts, rieris, die Blätter von Solanum viriile, Portulaca lutea, die Stängel von Locrbavia vroeta und die Fruchte der Uorinda citrifolia Lin., und des Pandangs, Atbrodavty- lis spinosa. Unter den vielen wildwachsenden Pflanzen, die irgend einen Nutzen bringen, verdienen angeführt zu werden: ?b>lhoao!. M m 4Australien. Slachus decemdcutata und eine Art Laugcnblume Dotula, welche bei Verwundungen zu Umschlägen gebraucht werden; Daphne foelida , Lepidiujn pisoidium und Galega littoralis Liu., womit man die Fische betäubt und sich den Fang erleichtert; Urtica ai-gentea, Ficus tirictoria. Pliaseolus amoenus und Dolichos lit— torevis dienen, um Zeuge aus ihren Fasern zu bereiten; Cordia Sebestena Lin. , Couvolvalua brasiliensis Lin, und Solarium repandmu geben eine rothe Farbe, nachdem sie den gelben Fei'gensast eingesogen haben. — Endlich werden mehrere Pflanzengattungen, darunter gelbes Sandelholz oben an sieht, gebraucht, das Cocosöl zu parfümiren. Unter den vierfüßigen Thieren fand man, als einheimisch, nur Ratten, Hunde und Schweine. Die Europäischen Thiere, welche Covk hierher verpflanzte, sind in den Kriegen der Eingebornen der Gesellschaftsinseln, von den gegenseitigen Feinden todgeschlagcn worden: ja diese Thiere, die den Neid erregten, wurden wohl Anlaß zu Kriegen, so daß das Geschenk der Europäer keinesweges wohlthätig gewirkt hat. Die Anzahl der Vogel ist, nach dein Bericht der Missionäre, sehr groß. Außer den zahmen Hühnern nennen sie: wilde Enten, Papageien von verschiedenen Arten, den blauen und weißen Reiher, den Fliegenschnäpper, Spechte, Tauben, Tölpel, Möven, Sturmvogel, Sandler- chcn, Kibitze, Schwalben, den Fregatten - Vogel, die tropischen Vogel und eine Menge anderer, die sie nicht zu bestimmen wußten. Das Merr ist vorzüglich fischreich. Herr Banks erzählt, daß er von den Einwohnern die Namen von 150 Fischarten erhalten habe. Eßbar sind vorzüglich Boniten, Makrelen, See-Aale, Stachelfische, fliegende Fische u. s> w. Archipel der SocietLlZ- Inseln. 49z Seeschnecken und Muscheln werden in Menge gefun-, den : auch giebt es hier eine eigene Perlenmuschcl. An Jnsecten sind diese Inseln, so wie ganz Australien, im Vergleich mit anderen Erdgegcnden, arm. Doch ist hier der Mensch vom gewöhnlichen Ungeziefer stark geplagt. Die Einwohner gehören zu den interessantesten Men- schen unter allen Australiern. Die natürliche Farbe ihrer Haut ist oliven - und kupferfarbig. Manche, als die Fischer, sind sehr dunkelbraun, weil sie der Sonne und der See am meisten ausgesetzt sind. Die Vornehmen unter- scheiden sich sehr deutlich durch eine lichtere Farbe, so daß man sie, nicht ohne Wahrscheinlichkeit für eine eigene Rasse gehalten hat. Vielleicht stammen sie von den später eingewanderten Bewohnern der Societäts- Jnieln her. „Die ungleich hellere Farbe der Erihs oder Fürsten", sagt Forper, „ihre feineren Züge, ihr längerer schönerer Wuchs, ihre natürliche Anlage fett zu werden, welche dem gemeinen Mann fast durchgehends fehlt, sind Merkmale, woran man sie sogleich erkennen kann." Die Männer sind übrigens fast alle großer, als gewöhnliche Europäer, und die Oberhäupter sind von einer noch größeren Gestalt; wenige von ihnen sind unter ü Fuß hoch. Sie werden sehr alt, und bleiben bis in die spätesten Jahre gesund und bei Kräften, wenn sie nicht von einer Krankheit befallen werden. Ihr Alter kann jedoch nur aus Begebenheiten, die sie erzählen, geschlossen werden. Es waren im Jahr 1791 noch Viele am Leben, die sich des Verlustes eines von Roggewein's Schiffen erinnerten, das im Jahre 1722 bei einer, von Oraheire nördlich gelegenen Insel verunglückte. Die Frauen, die sich sorgfältig bekleiden und die Sonnenstrahlen vermeiden, sind nur um eine oder zwei Schat- M in s 494 Australien. tirungen brauner, als eine Europäische Brünette. Ihr« Augen sind schwarz und feurig, ihre Zähne weiß, gleich # «nd glatt, ihre Haut weich und zärtlich, ihre Glieder schön gerundet, ihr Haar kraus und schwarz, parfümi'rt vnd nüt Blmncn gezieret. Ihre GcsichtSbildung ist, nach Europäischen Begriffen, nicht eigentlich schon zu nennen; denn durch das beständige Drücken und Pressen von ihrer Kindheit an, das man Tourume nennt, machen sie mit ihren Händen das Gesicht breit, den Mund groß, und die Nase und die Stirn platt; dies giebt ihnen ein zu männliches Ansehen. Gewöhnlich sind sie auch sehr breit und stark an den Schultern. Sie sind redselig, und ihr Benehmen anlockend; ihr Gang ist leicht, fest und voll Grazie; ihr Betragen frei und ungezwungen, stets edel und gütig gegen einander, und auch gegen Fremde. Ihr Temperament ist sanft, wohlwollend und ohne Affecten ; sie werden nicht bald beleidigt, leicht ausgesöhnt, und behalten selten einen Groll oder Rache zurück, welche Kränkung sie auch erfahren haben mögen. Ihre Arme und Hände sind niedlich gebildet, ihre Füße sind nicht groß und breit, ob sie gleich barfuß gehen. Wie in allen warmen Himmelsstrichen kommen die Weiber auch hier zeitiger zur Reise, und altern früher, als in den kälteren und mehr nördlichen Gegenden. Manche verändern sich in ihrem Gesichte sehr wenig, wenn sie auch schon graue Haare bekommen. Was noch sonderbarer ist, Einige sollen verwelk.n und dann wieder ausS neue aufleben, und ihre Schönheit dann länger behalten, als diejenigen, welche keinen solchen Wechsel erfahren. Im häuslichen Leben sind sie als Weiber gegen ihre Ehemänner zärtlich, sanft und gehorsam, und lieben ihre Kinder im höchsten Grade. Sie säugen und ernähren sie ^ mit der größten Sorgfalt, und haben besonders darauf Acht, ihre Glieder gelenkig und geradezu erhalten.. Eine lahme Archipel der SocietL'ts-Infeln. 49z oder krummbeinigte Person ist daher auf Tahiti kaum zu finden. Der Anzug der'beiden Geschlechter ist beinahe eben derselbe, ausgenommen, daß die Männer einen schmalen Streifen Zeug tragen, der, rund um den Unterleib gewunden, zwischen den Schenkeln durchgeht, und vorn zusammengezogen ist; er heißt Morro, und man kann ihn als ihre Beinkleider ansehen. Ein anderes langlichtes Stück, welches kaum eine Elle breit ist, wird vermittelst eines, in der Mitte befindlichen Locbes, um den Kopf durchzustecken, übergeworfen , das es vorne und längs dem Rücken ganz lose bis an die Kniee herabhängt. Die Seiten bleiben offen, und die Arme unbedeckt; dies ist der T e b u t a. Ein vier- eckigteS und doppelt gelegtes Zeugsrück, das unter dem Tebuta einige Mal um den Unterleib der Männer, und bei den Weibern um die Brüste geschlagen wird, heißt Paru; bei den Männern reicht es nur bis an die Kniee, bei den Weiberu bis zu den Waden , auch wohl bis an die Knöchel; zuweilen ist es an dem einen Ende eingeschlagen, oder wird vermittelst eines Gürtels aus Zeug, geflochtenen Haaren, oder aus einer feinen Strohmatte, festgehalten; dieser Gürtel heißt T a t d u a. Die Frauen tragen noch überdies oft ein viereckigtes oder länglichtcs Stück Zeug, das A h h u heißt, und gleich einem Mantel über die übrige Kleidung sehr geschmackvoll übergeworfen wird, • und in Falten fällt. Er ist gewöhnlich weiß und sehr fein. Die andern Kleidungsstücke sind von der Farbe, die ihnen am besten gefällt. Statt des , von den Männern getragenen Marro: haben die Frauen unter dem größeren Paru noch einen kleineren, gleich einem Unterrocke. Ihre Wohnungen sind sehr einfach, und bestehe» eigentlich nur aus Dächern, ohne Wände, da die Milde des Klimas sie nicht nöthiget, sich ängstlich gegen den Einfluß der Witterung zu verwahren. Der Grund, worauf viese Australien. 49 6 lustigen Häuser stehen, ist ein längliches Diereck, das 24 Fuß lang und 11 breit ist. Das Dach ruhet auf drei Reihen von Säulen, und hat zwei flache Seilen, die wie unsere Strohdächer, in eine Spitze zusammenlaufen. Die größte inwendige Höhe ist ungefähr 9 Fuß; die Seilen des Daches reichen so weit gegen den Boden herab, daß die äußeren Enden nicht viertehalb Fuß von der Erde entfernt find. Unterhalb diesem Dache ist Alles offen, das Dach selbst aber mit Palmblä'ttern und die Flur oder der Boden einige Zoll hoch mit weichem Heu bedeckt, worüber Matten gelegt sind; so daß der ganze Boden ein Kissen oder Lager ausmacht, auf welchem sie bei Tage sitzen und des Nachts, schlafen. Gemeine L.ute behelfen sich häufig mit kleinen Hütten , die gerade nur so lang wie sie, und zu niedrig sind, um ausrecht darin stehen zu können. Zuweilen haben sie eine Bettstelle, Diele aber schlafen unter freiem Himmel. Ihr Kopfkissen ist ein kleiner hölzerner Schemel, der aus einem Stücke Holz niedlich gearbeitet ist ; die keine dergleichen haben, nehmen dazu den Sitz worauf sie sich in ihren Kähnen sehen. Ihr gewöhnlicher Stuhl ist der Boden, auf dem sie mit kreuzweis gelegten Beinen sitzen; sie haben aber auch ordentliche Sitze, die sie jederzeit den Fremden anbieten. Die unvcrheiratheten Frauen schlafen in der Nähe ihrer Aeltcrn, und haben das eine Ende des HauseS in Besitz, die unverheiratbelcn Männer das andere. Die Dienerschaft schläft gewöhnlich in dem Speisehause der Frauen, oder nahe daran. Das HauSgersithe besteht in einigen hölzernen Bänken und Trögen zur Zubereitung ihres Backwerks ; in Pfosten an welche sie ihre, ausverschiedcne Art verfertigten, Körbe hängen, worin sie ihre Lebensmittel aufbewahren; ferner in einer großen Lade^ auf welcher der Herr und die Frau des Hauses oft schlafen. 497 Archipel der SocietatS-Jnseln. Wenn die Noth dcr Erfindung Mutter ist, so läßt sich nicht vermuthen, daß in einem Lande, wo die Freigebigkeit dcr Natur den Fleiß beinahe überflüssig gemacht hat, die Erfindungskraft sich besonders thätig beweisen sollte. Dessen ungeachtet giebt es unter diesem Volke viele Bei- sviele sowohl von Scharfsinn in Erfindungen, als von Fleiße in Ausführung derselben, welches um so mehr zu bewundern ist, da sie nur höchst einfache Werkzeuge besitzen. Ihre Zeuge, Matten , Strcitkolben, Fischergeräthe, ihre Kähne und Häuser verrathen Gcschicklichkeit; ihr Lrauer- schmuck, ihr kriegerischer'Kopsputz und ihre Brustschilder zeugen von Geschmack, so wie die Zusammensetzung der verschiedenen Kleidungsstücke, die genaue Symmetrie und die Nettigkeit der Verbindung und Zusammenknüpfung dcr selben bewundernswürdig sind. Ihre vornehmste Mann- sactur ist der Zeuch zu ihren Kleidungen. Eook versichert, daß in der Zubereitung und den Farben desselben mancherlei vorkomme, woraus Europäische Fabrikanten noch etwas lernen könnten. Diese Zeuche sind von dreierlei Art; dcr feinste wird aus dem Papiermaulbeerbaume verfertiget und nimmt die rothe Farbe am besten an: eine Mittelsorte wird aus den Fasern des Brodfruchtbaumes bereitet, und von gcineinen Leuten getragen; eine dritte Gattung endlich aus einem Feigenbäume (bwus tinctoria) ist grob und rauh, und an Farbe dem dunkelbraunsten Papier ähnlich. Eook hat in seiner ersten Reise die Zubereitung dieser Zeuge beschrieben. Ihre rothe Farbe ist außerordentlich schön; „ich getraue mir zu behaupten , sagt Eook, daß sie glänzender und feiner ist, als irgend eine, die wir in Europa haben." Richt weniger sprechen ihre Matten für die Gcschick- lichkeit der Tahitier. Einige derselben sind feiner und besser, als man sie in Europa findet. Die gröberen Gattungen dienen zum Schlafen, die feinere» tragen sie als Kleider 498 Australien. bei nassem Weiter und verwenden viele Mühe darauf, insbesondere auf diejenigen, welche aus der Rinde deS Hibiscns tiliaceus verfertigt werden, und oft einem groben Tuche nahe kommen. Obgleich die Wohnungen der Tahitier sehr einfach sind, so giebt es doch andere sprechende Beweise, daß stein der Baukunst bereits große Fortschritte gemacht haben. Cook beschreibte n Mo r ai cderBegräonißgebäude, welches der königlichen Familie gehörte, und von den Eingeborenen mit Recht für das größte Meisterstück ihrer Baukunst erklärt wurde. Es war von Stein, in pyramidenförmiger Gestalt erbaut und ruhte auf einer lä'nglicht viereckizlca Basis, die 267 Fuß lang und 87 breit war. Eils Stufen, jede 4 Fuß hoch, nahmen allmählich ab, so daß das Gebäude oben in eine Spitze zusammenlief. Die Höhe des ganzen Gebäudes betrug ggFuß. Jede Stufe bestand aus einer Reihe weißer Korallensteine, die regelmäßig viereckigt behauen und geglättet waren ; die übrigen Theile dieser Masse aber, (den sie war nirgends hohl) waren runde Kieselsteine, die, der Regelmäßigkeit ihrer Figur nach, schienen bearbeitet zu seyn. Einige von den Korallensteinen waren 3’- Fuß lang und 2j breit. Das Fundament bestand aus Felsenstücken, die gleichfalls viereckig! behauen, nnd zum Theil sehr ansehnlich waren; denn eines demselben war nicht weniger als 4 Fuß 7 Zoll lang, und 2 Fuß 4 Zoll breit. Ein solches Gebäude, von einem Volke aufgeführt, das von keinen eisernen Werkzeugen zum Behauen, und von keinem Mörtel zur Verbindung der Steine etwas wußte, war allerdings geeignet, die Europäer in Erstaunen zu setzen. Es war dem Ansehen nach eben so dicht und fest, als irgend ein Europäischer Baumeister es hätte bauen können; ausgenommen, daß die Stufen an der größten Länge desselben nicht ganz gerade waren , sondern in der Mitte sich etwas einwärts krümmten. Da kein 499 Archipel der Societäts - Inseln. Steinbruch in der ganzen Gegend zu bemerken war, so mußten die Quaderstücke aus einer weiten Entfernung dahin geschafft, die Korallensteine aber aus dem Meere heraufgehohlt worden seyn. Zum Gehauen konnten die Lahitcr nur steinerne Werkzeuge gebraucht haben, wobei ihre Arbeit unsäglich mühsam gewesen seyn muß. Das Glätten konnten sie, mitteilt des, am Strande befindlichen, scharfen Korallensandes, leichter bewerkstelliget hÄen. Mitten auf dem Gipfel des Gebäudes stand ein, auS Holz geschnitzter Vogel und bei demselben lag eine, aus Stein gehauene Figur von einem Fische. Die ganze Pyramide nahm fast die eine Seite einer geräumigen, viereckigtcn Platzes ein, der 360 Fuß lang und 354 Fuß breit war. Der ganze Bezirk war mit einer steinernen Mauer umgeben, und durchaus mit flachen, breiten Steinen gepflastert. Das andere wichtigste Stück ihrer Bau-und Schnitz- kunst sind ihre Kanots oder Boote. Cook sagt: es sey verhältnißmäßig vielleicht eine eben so schwere Unternehmung , mit ihren Werkzeugen eines von ihren größten Fahrzeugen , als mit den unsrigen ein Englisches Kriegsschiff zu bauen. Ihre Kanots lassen sich in zwei Gattungen eintheilen, deren eine I v a h a h s, die andere aber P a h i e' s von ihnen genannt werden. — Der Jvahah wird zu kurzen Streifereien in die See hinaus gebraucht; seine Seiten oder Wände sind geradestehend und sein Boden ist flach. Des P a h i e hingegen bedienen sie sich zu längeren Seereisen; seine Seiten sind gebogen und der Kiel ist spitzig- Die Jvahahs sind alle nach einerlei From gebauet, io biä 72 Fuß lang, aber nur 1 bis 2 Fuß breit. Es giebt Jvahahs zum Fechten, zum Fischen und auch zum Reisen. Die Kriegs-Jvahahs find Ungleich länger, als 5°o Australien. die andern, und das Border - und Hintertheil sind gegen einander gebogen, so, daß sie über die mittlere Gegend des Kanots in einem halben Zirkel emporragen, insbesondere ist das Hintertheil bisweilen 17 bis ,8 Fuß hoch, wenn gleich die Höhe des Bootes bisweilen kaum Z Fuß beträgt. Diese Fahrzeuge laufen niemals einzeln in See, sondern ,e zwei ders, eben werden an den Seitenwänden, ungefähr drei Fuß weit auseinander, durch starke hölzerne Stangen zusammen, verbunden, die quer über dieselben gelegt und auf den Rand der Wände befestiget sind. Auf diese wird im Bordertheil deS Kanots ein flaches Dach 'oder Gerüste gebauet, daS ungefähr 10 oder 12 Fuß lang und etwas breiter als die beiden Kanots ist; es ruhet auf 6 Fuß hohen Pfosten. Auf dem Gerüste stehen die Krieger, mit Schleudern und Spießen bewaffnet, und unter demselben sitzen die Ruderer, welche die Verwundeten von oben hcrabnehmeu , auch wohl frische Mannschaft ün ihrer Statt Hinaufschicken. Auch die anderen Fahrzeuge welchen von Cook ausführlich beschrieben; aus Mangel an Raum müssen wir aus dessen erste Reise deshalb verweisen. Da sie in ihren P a h i e' s oft weite Reisen unternehmen, so haben sie sehr aufmerksam alle Umstände erwogen, welche ihnen dabei günstig oder nachtheilig seyn können. Aus langer Beobachtung wissen sie die Veränderung deS Windes zuverlässiger, als die Europäer vorauszusagen. Eben so sind die Sterne der Nacht ihrer Aufmerksamkeit nicht entgangen. Sie unterscheiden die Gestirne durch besondere Namen und wisse» genau, in welcher Gegend des Himmels'solche in einem jeden Monate sichtbar sind. Auch das Verschwinden und Wiedererscheinen der Gestirne in den verschiedenen Jahreszeiten, wissen sie mit einer Genauigkeit woraus zu sagen, die einem Europäischen Astronomen kaum glaublich scheinen muß. Archipel der SocietäLs-Jnseln. Zor Aus dem bisher Gesagten erhellet, daß der Tahitier den Uebcrfluß, den die Natur ihm zugewendet, nicht in stumpfer, träger Ruhe genieße; sondern daß sein Ge.st thätig und seine Arme häufig beschäftiget seyn müssen. Mit dem Anbau seiner Pflanzen, mit Verfertigen der Zeuge und Matten, der Netze der verschiedenen Schiffer- fahrzeuge , mit dem Bau der Marais und gepflasterten Wege und Plätze und dergleichen bringt er seine Zeit in nützlicher Thätigkeit zu. Doch u^er dem Schutze dieser reichlich spendenden Natur ist es ihm nicht zur Nothwendigkeit gemacht, ein Sclave der Arbeit zu seyn. Er kann sein Leben mit Fröhlichkeit genießen und sich geselligen Freuden hingeben. Obgleich die gewöhnlichste Art sich zu belustigen, in Schmausercicn besteht, und alle Feste, selbst die Staatsund religiösen Feste damit endigen: so fehlt es ihnen doch nicht an Unterhaltungen geistiger Art; denn sie haben Tänze, welche wahre pantomimische Vorstellungen sind , in welchen Intriguen und Situationen nicht zu fehlen scheinen*), die mit komischen Jntermezzo's verwebt sind. In diesen Pantomimen stellen sie zuweilen die Sitten und das Betragen der Europäer vor, die sie auf das vollkommenste nachzuahmen wissen. Sie schonen auch ihre eigenen Oberhäupter nicht, und machen sich in satyrischcn Darstellungen über dieselben lustig; eine lobenSwürdige Gewohnheit, welche nachzuahmen es in Europa gewiß nicht an Gelegenheit fehlen würde, wenn es keine Censoren gäbe. — Diese pantomimischen Tänze werden H c i v a genannt und von Männern und Weibern in abgesonderten Partien aufgeführt. Die Weiber erscheinen dabei ge- *) Cook berichtet in seiner ersten Reise, er Kälte ein rcgcl, mäßiges Schauspiel gesehen, das in vier Handlungen or« dcntlich abgetheilt war. 502 Australien. schmäckvoll und malerisch geputzt. Der Anzug der Frauen besteht dann in einem langen, weißen Kleide vvn feinem Zeuge, das roch eingefaßt und zehn Zoll über dem untern Rande mit einem rothen Streifen besetzt ist. Dicht bis unter die Arme tragen sie eineArt Weste von weißem oder gelb gefärbten Zeuge, das die Brust bedeckt; auf demselben befestigen sie an jedcrBrust einen Büschel von schwarzen Federn. Mehrere Quasten hängen rund um den Lelb und fallen bis auf die Kniee herab. Zwei bis drei rothe Federn tragen sie statt der Ringe an j«dem Zeigefinger. Auf dem Rücken sind zwei breite Streifen von artig geflochtenen Zeuge angebracht, die das Ansehen von einem Flügclpaar haben. Um den Kopf ist eine große Flechte wie ein Turban gewunden, den bunte, schöne Blumen und Korallen zieren. Die also geschmückten Damen richten sich in den Bewegungen des Tanzes nach den Angaben eines Ccremo- nienmeisters, Hände und Füße bewegen sich dabei auf eine regelmäßige, etwas langsame, aber graziöse, einschmeichelnde Art, wobei sie genau Tact mit der Musik halten. — Bei einigen Tänzen kommt eine kleine grüne Brodfrucht mit ins Spiel, welche als ein Ball mit den Füßen von einer Partie zur andern geworfen wird. Die Musik bei diesen Tänzen besteht größentheilS aus Gesängen, die mit einer Trommel und einer Pfeife oder Flöte begleitet werden. Letztere besteht aus einem Bambusrohr, das zwei Löcher hat, und nur vier Töne angeben kann; sie wird nicht mit dem Munde, sondern mit der Nase geblasen. Natürlich kann mit diesen Tönen die Melodie nicht sehr abwechselnd seyn. Daher auch die Gesänge fast alle einerlei Melodie haben. Andere Vergnügungen bestehen im Werfen der Lanze oder deS Wurfspießes ; im Schießen mit Bogen und Pfeilen ; und im Ringen. Selbst die Frauen treiben biswei- Archipel der Societats-Inseln. 50z lcn diese kriegerischen Spiele, doch stets find beide Geschlechter dabei getrennt. Die Wurfspieße sind acht bis vierzehn Fuß lang, und mit Palmenholz zugespitzt. Diese schleudern sie mit großer Genauigkeit wohl 80 Fuß weit. Bei dem Spiel mit dem Wurfspieß tritt oft ein Distrikt gegen den andern auf, und derjenige, worin gespielt wird, sorgt für die Bewir- thung. Außer der Ehre des Treffens hat der Schütze keinen Bortheil, denn sie spielen nicht um Gewinn. Mit Bogen und Pfeilen treffen sie in ansehnlicher Entfernung. Merkwürdig ist, daß sie sich dieser Waffe nie im Kriege bedienen, wo sie an den Wurfspießen ge- uughaden. Sie sind eben so geschickte Ringer, wobei sie, wie die Engländer sich baren. Wenn ein Distrikt sich mit dem andern mißt, so balgen sich zuerst die Weiber, und dann die Männer. Die Weiber der siegenden Partie führen sodann einen Tanz aus. Es störet die geselligen Freuden nicht, in Liefen Spielen überwunden zu werden, und kein Schimpf ist damit verbunden. Sie fechten auch häufig mit einem kurzen ) dicken Stäbe und vertheidigen dabei sowohl ihren Kopf, als andere Theile des Körpers auf das geschickteste. In diesem Luftgefechte üben sie sich von Kindheit an. Die Kunst, sich zu vertheidigen und schützen zu lernen, ist der Hauptzweck dabei, denn sie halten es für schimpflich, im Kriege verwundet zu werden, welches bei ihren FehLen, wo nicht die blinde Kugel, sondern persönlicher Muth und Geschick- lichkeit entscheiden, nichts Widersinniges hat. Auch das Meer dienet ihnen zum Versammlungsorte und Schauplätze gewisser Vergnügungen. Von diesen scheint daS Schwimmen in der Brandung ihnen besonders Freude zu machen. Bei diesem Zeitvertreibe zeigen beide 504 Australien. Geschlechter viele Geschicklichkeit und Gewandtheit. Die Lust ist desto großer je höher die Woogen steigen, und mit desto größerer Gewalt sie sich brechen. Sie halten diese Uebungen mehrere Stunden aus, ehe sie müde werden. — Auch die Weiber sind in diesen Spielen außerordentlich geübt. Endlich stellen sie in ihren Kanots bisweilen Seege- - fechte vor, wobei sie eine bewundernswürdige Gewandtheit an den Tag legen. Diese verständigen, lebens - und spiellustigen Menschen , haben, nach dem Zeugnisse der glaubwürdigsten Beobachter, einen liebenswürdigen Charakter, der in einigen Beziehungen den Europäer beschämt. „Ihr Berra- gen," sagt Cook, „ist edel, ihr Verhalten gegen Fremde und gegen einander leutselig und höflich. Ueberdem sind sie tapfer, freimüthig, ohne Argwohn, Verrätherei, Grausamkeit und Rachsucht. Dieser guten Eigenschaften wegen hatten wir auch so viel Vertrauen zu ihnen, als man gegen den besten Freund nur hegen kann. Viele unter uns, und insonderheit Herr Banks, schliefen oft in ihren Häusern mitten im Walde ohne alle Mitgefährten, waren folglich ganz in ihrer Gewalt." Doch hatte keiner Ursache, dies Vertrauen zu bereuen. — Förster erzählt mehrere sprechende Züge von der patriarchalischen Gastfteundlichkcit und gutmüthigen Unbefangenheit der Bewohner. — Auch die Missionäre, welche sicher nicht vom Dorurtheil gegen die Tahitier geblendet waren, indem diese von Christenthum nichts wissen wollten, führen gleichwohl mehrere Beispiele an, welche als rühmliche Zeugnisse von ihren guten Eigenschaften gelten können. Sie erzählen, wie treu sie gegen ihre Freunde sind, welche Zärtlichkeit sie ihren Kindern schenken, wie die Weiber bisweilen mit wahrer heroischer Lugend Anhänglichkeit an ihre Männer beweisen, wie großmüthig sie den letzten Bissen mit ihren Freunden thei- Archipel der Societäts- Inseln. 505 len, und ähnliche Züge, die es außer Zweifel setzen, daß in diesen Lindern der Natur die angeborene Güte des Menschen kcinesweges unterdrückt sey, sondern sich in ihrem Gefühle thätig und lebendig zeige. Gleichwohl versichert der rohe Herr T u rn b u l l, im Verdruß über das Fehlschlagen seiner Handelsspeculationen, „daß diese Wilden im Allgemeinen tückisch, betrügerisch, arglistig und fähig sind, die teuflischsten Anschläge unter dem täuschendsten , gefälligsten Aeußern zu verbergen. Sie verschmähen kein, Mittel, wäre es auch noch so niederträchtig, selbst nicht den Meuchelmord , um zu ihrem Zweck zu gelangen, sobald es die Beförderung ihres Eigennutzes betrifft *)." Solche Tiradcn können den Unbefangenen nicht irre machen. Man sieht es Herrn Turnbull auf jeder Seite seiner Reisebeschceibung an, daß es ihm nirgends gefällt, wo er nichts von den trefflichen Einrichtungen von Alt- England findet. Er kann sich gar nicht in das Wesen fremder Völker, am wenigsten in die Begriffe der Naturmenschen versetzen. Alles erscheinet ihm als dummer Aberglaube, wo er nicht seinen einseitigen Eurepäismus wieder erkennt. Wir wollen jedoch nicht läugncn, daß sich der Charakter der Tahitier seit einigen Jahren verschlimmert habe. Davon tragen aber die Europäer die größte Schuld. Selbst Cook hat durch seine vermeinten Wohlthaten nuv *) Vielleicht denkt Tnrnbull hier an die Bewohner von U l irre a; er drückt sich aber allgemein aus, indem er die F r e m. den warnen will. welche an eine oder die andere dieser lich ke'ne Tyranoe, oder sclav sche Unterwürfigkeit aufTa- hiü gefunden. Wo es so leicht ist» sich seinen Unterhalt Archipel der Societä'ts-J'nseln. Arz zu erwerben, da leistet der freigeborne Sohn der Natur nicht leicht einem Hähern eine abgöttische Verehrung; nur da, wo es viele Bettler giebt, gedeiht die Tyrannei. Um der Noth zu entgehen, werden die Menschen Sclaven. Zur Sicherung ihres Laudeigcnthums haben sie keine Urkunden oder Registraturen, die Stellen derselben vertreten ihr Gedächtniß und ihre Feldmarken. Jeder kennt. seine Gränzen, und man würde den für den nichtswür- digfien Menschen halten, der in seines Nachbars Eigenthum Eingriffe wagte. Die Tahiticr haben keine geschriebenen Gesetze, keine Ausleger und Berdrcher derselben; daher dauern ihre Strci-, tigkeiten nicht lange, und ivcrden nach Gewohnheit und Willigkeit von Schiedsrichtern entschieden. Es ist auch. hier möglich, daß Unrecht für Recht geltend gemacht wirds aber es geschieht nicht mit Beobachtung von Förmlichkeiten wie bei uns. Die Wahrheit kann hier eher durchdrängen. Bisweilen, wann die Partheien sich nicht vereinigen können, nehmen ganze Distrikte daran Theil und dann wird die Sacke durch blutige Fehde, gleichsam durch ein Gvttes- Urtheil, entschieden. Die Religion dieses Volkes ist eine Mythologie, welche, so wie jene auf den FrcundschaftS-Jnscln, Aehnlichkeit mit der griechischen hat. Himmel lind Erde hat ihre Einbildungskraft mitt Geistern und Göttern bevölkert und der Kreis' derselben ist nicht geschloffen , indem nach dem Tode ausgezeichneter Menschen , ihre Seelen in die Reihe der Götter und Heroen versetzt werden. Daß eine Rangordnung unter den Göttern, deren allgemeiner Name E tu ist, Statt findet, läßt sich denken. Lb ober, wie die Missionäre erzählen, der höchsten Götter drei sind, welche t e M c d u a, der Vater; Tua ti d e Myde, Gott in dem Sohn; und Mannn te Hua, der Vogel, der Geist, heißen, t- Australien. 5*4 dies scheint uns sehr zweifelhaft. Wahrscheinlich hatte irgend ein Lahitier diese Dinge von den Europäern vernommen , und sie dem Missionär als einheimische Ideen aufgebürdet. Ein Schwedischer Matrose, welcher sich lange auf Tahiti aufgehalten hat, theilte den Missionären folgende Schöpfungsgeschichte mit. Im Anfang erzeugte der Vater nu't dem Vogel das süße Wasser und das Meer, die Wasserhose, den Wind, den Himmel, die Nacht und die Sonne. Als letztere, eine männliche Gottheit, geboren war, verfügten sich alle seine Brüdcr und Schwestern zur Erde. Nur eine Frau blieb im Himmel zurück, wo sie die dreizehn Monate *) gebar. Sodann kani auch diese Frau zu Erde und umarmte einen Felsen, von dem ein Sohn geboren wurde; dieser Sohn umarmte den Sand des Meeres, und aus dieser Ehe stammte ein Sohn und eine Tochter, welche nach dem Tode ihrerAeltcrn sich ehelichten und Kinder erzeugten. — So begannen die Menschen sich auf der Erde zu vervielfältigen. Sie glauben an einen künftigen Zustand , von welchem sie aber keine Belohnungen oder Bestrafungen, sondern Glück oder Unglück erwarten. — Wenn ein Mensch stirbt, so sagen sie : seine Seele ist in Nacht gegangen. Sie sind sehr gottesfürchtig und zeigen die größte Andacht bei ihren religiösen Ceremonien. Die Priester bilden e'nen erblichen zahlreichen Stand unter dem es verschiedene Abstufungen des Rangs giebt. *) Da hier nach Mondsmonate« gerechnet wirb. so hat bas Jahr deren dreizehn. 5'5 Archipel der Societäts- Inseln. Einige spielen die Begeisterten, die, in Wahnsinn verzückt , künftige Dinge voraussagen. Die Priester spielen bei den Begräbnissen , Menschenopfern und allen geistlichen und politischen Festen eine Hauptrolle. Es bleibt uns noch übrig, einen Ueberblick der andern Socitäts - Inseln zu geben. Ma itea oder M äate a, die östlichste der ganzen Gruppe, besteht aus einem einzigen hoben Berge, dessen Gipfel ein erloschner Krater zu seyn scheint. Die Insel ist ziemlich volkreich, hat etwa drei Seemeilen im Umfange und steht unter der Oberherrschaft des Königs der kleinen Halbinsel von Tahiti. Th c turo a oder Ti teroa im Morden von Tahiti, und das Eigenthum eines Tahitifchen E r i h ' s, besteht auS 6 oder 7 flachen Jnselchen, die mit einem io Seemeilen im Umfang habenden, Korallenriff mngebcn sind. Sie haben Cocos - Palmen , aber keine Brodfrucht, die der Gebieter nicht zu pflanzen erlaubt, damit die Bewohner ihren Uebcrfluß an Fischen auf Tahiti gegen Brodfrucht zu vertauschen gezwungen sind. Die gewöhnliche Bevölkerung ist nicht groß, aber des Fischfangs wegen besuchen sie die Tahitier oft in großer Anzahl. E i m e o, im Westen von Tahiti, und nur durch einen 4 Seemeilen breiten Canal davon getrennt, hat einen Umfang von kaum drei Teutschen Meilen, und auf der Nordseite einen guten Hafen. Die Insel ist hoch, hat aber angenehme Thäler, und die Berge sind bis an den Gipfel bewaldet. Man findet hier Spuren von Vulkanen. Die Einwohner sind weniger gebildet, als die Tahitier. Tabuamannu, eine kleine gcbirgigte Insel, im Westen der vorigen und abhängig von Huaheine. 5i6 Australien. Huaherne hat 7 bis 8 Seemeilen im Umfange, und wird durch einen tiefen Scearm in zwei Halbinseln getheilt. Die Berge sind so hoch als auf Tahiti, und scheinen ehedem Vulkane gewesen zu seyn. Die Bewohner, welche ihren östlichen Nachbarn im Acußeren und in den Seiten gleich kommen, sind weniger gastfrei, gleichgültiger gegen die Europäer und ihre Schätze, und beweisen viel Muth. U l i e t c oder L - R a j e t e a, im Westen von der vorigen , und milder nördlichen Insel LTaha durch ein Felsenriff verbunden. Ulietc hat dem äußeren Ansehen nach viel Arhnlichkeit mit Tahiti, ist dreimal größer als Hua- heincaber wen'ger volkreich. DicEinwohnersind imAllge- trinen kleiner und dunkler von Farbe, als aufdcn anderen Gesillschastsinseln; auch sollen sie wilder oder wenigcrzahm seyn; als ihre östlichen Nachbarn. Sie sind dem Beherrscher von Bolabola unterworfen. O Taha ist hoch und minder fruchtbar als Miete, und steht mit dieser unter gleicher Herrschaft. B 0 l a b 0 l a oder B 0 r a b 0 r a, liegt vier Seemeilen westlich von L) Taha und hat ungefehr 8 Seemeilen im Umfange. Die Insel besteht aus einem einzigen hohen Berge mit doppelter Spitze, welcher auf der Lstscite kahl und unfruchlbar, auf der Westseite aber, selbst an den steilsten Felscnwänden, mit Gesträuchen bewachsen ist. Eine flache Ebene, welche den Berg ringsum bis zum Strande umgicbt, ist, nebst den innerhalb des Riffs liegenden Eilanden, mit Cocospalmen und Brodfrucht-Bäumen besetzt und stark bewohnt. Auf der Westseite hat sie einen sehr geräumigen Hafen. Die Bewohner sind kriegerisch und kühn, denn sie hatten die noch einmal so große Insel Uliete und D Taha unterjocht. Archipel der Societä'ts Inseln. 517 Maurua, im Westen der vorigen, ist klein, hat keinen Hafen, und ist demBehcrrscher vonBolabola unterworfen. Die Lahitier sollen von hier Perlen holen. Tubai sind kleine flache, durch einen Riff verbundene Jnselchen, und werden nur von wenigen Familien bewohnt, die von Bolabola abhängen. Archipel des bösen Meeres Im Listen von den Societäts - Inseln, nnd etwas nördlicher, sind von den Seefahrern eine große Menge niedriger Inseln angetroffen worden , welche, größtenthcils mit Korallen- Riffen umgeben, die Schifffahrt in diesen Gewässern außerordentlich gefährlich und das Anlanden an den Küsten für Europäische Schiffe unmöglich machen. Schon hieraus ergiebt sich, daß diese Inseln nicht sehr bekannt seyn können. Schonten und Le Maire, welche zuerst durch diese Gegend schifften, gaben ihr den Namen des bösen Meeres, wegen der von allen Seiten drohenden Gefahr, zwischen ^en unzähligen Klippen und Felsenriffen zu scheitern. Rvggeween, der ebenfalls zwischen diesen -Bänken sich Bahn machen mußte, be- stäligte das Daseyn der Gefahr. Natürlich suchten daher die späteren Seefahrer dieselben zu vermeiden, und näherten sich nicht ohne Noth dem bösen Meere. Doch haben Byron , Eook, Mlson und Turnbull einige hier- hergehörige Inseln gesehen. Es erhellet aber auch aus ihren Beobachtungen, daß die Seefahrer hier keine Hülfe, sondern nur drohende Gefahren zu erwarten haben. Archipel des bösen Meeres. H iy Mehrere dieser Inseln schienen fruchtbar und mit Eocospalmen reichlich versehen; auch Hunde und Schweine schienen nicht zu fehlen. Viele Inseln hatten iin Innern Salzseen, dir wahrscheinlich nichts anderes sind, als Ucberrefie deS Meeres, von den ökorallcngcbäudrn umkränzt. Die Bewohner, so viel man sich hat überzeugen können, reden einen Dialekt des Tahitischen, und gleichen im Aeußeren, so wie in den Sitten, ihren Nachbarn. Dies ist ungefähr Alles, was man von diesen Inseln weiß. Wir können daher nur ihre Namen und Lage angeben , welche letztere überdem selten zuverlässig ist, sondern nur auS Combinationen geschlossen werden kann. Das Labyrinth (Dollhoff) des Noggcween im Westen des Archipels, besteht aus einer Gruppe kleiner gcfahrvoäen Inseln, welche Fleuricu zwischen 151" 15' und 150° 47' westlicher Länge von Paris, bei 15° 38' 15" s. S 3 r. niedergelegt har. Die Inseln sind bewohnt und gut bewachsen. Vesper und Aurora, östlich von Labyrinth, zwei niedrige, aber mit Holz bedeckte Inseln, davon die erste vier teutsche Meilen im Umfange hat und unter 15° 38' s. Br. und 149° 2' w. L. von Paris liegen soll. Der Umfang der zweiten wird auf 12 teutsche Weilen angegeben, der östlichste Theil ist unter 150° westlicher Länge von Paris. Sie scheinen bewohnt zu seyn. DieInseln desPrinzen vonWallis, unter 15° s. Br. und 151" 48' westlich von Greenwich, schienen ihrem Entdecker Byron bewohnt zu seyn. Pallifer Islands, vier kleine Inseln, vonCook benannt, unter 15° 26' s. Br. und 146° 20' westlicher Länge von Greenwich , haben Cocosbäume und Bewohner, die ihren Nachbarn auf den Societäts-Jnsiln gl.ichen. 520 Australien. Carlshof, von Roggeween entdeckt, liegt unter r 5 0 45' s.Br. und 147 0 35' w.L. v. P. Vlieg en - Eiland, 15° 20' s. Br. und 147° 32^ w. L. v. Gr., von Schouten entdeckt und also genannt, weil sich in ihrer Nähe eine erstaunliche Menge Fliegen auf das Schiff setzten; ist bewohnt. Koni gGeorgsJnseln des Byron, zwei Eilande; der einheimische Name der größeren ist, wie Cook erfuhr, Tiukea: die Einwohner redeten die Sprache der Sociekäts - Inseln, und waren mit Keulen und Lanzen bewaffnet. Byron fand im Innern Morais oder Begräb- nißplätze. Es wurden Hunde zum Tauschhandel gebracht. Sie liegen unter 14° 27' sudl. Br. und 144° 56' w.L.von Grecnwich. Wat erland des Schouten, unter 14 3 46' s. Br. und 145° 33' w. L. v. Er. ist unbewohnt, hat aber frisches Wasser. ' Sonder Erondt (ohne Grund) des Schonten unter 14° 50' s. Br. und 144° 2' w. L. v. Er. ist mit Cocospslmen besetzt; die Einwohnen gaben zu verstehen, daß sie Schweine und Hühner besäßen. Die Insel erhielt ihren Namen, weil kein Grund in ihrer Nahe gefunden wurde. Islands of Disapcintment , (Inseln der fehlgeschlagenen Hofnung) unter 14° 10' s. B. und 041°36-w.L. d. Er., bestehen aus mehreren kleinen, flachen Inseln, welche Byron entdeckte, und ihnen diesen Namen gab, weil ein Kvrallenriff ihm nicht erlaubte, sich ihnen zu nahen, und Erfrischungen zu suchen, die seine kranke Mannschaft bedurfte, und welche eine reiche Vegetation mit vielen Cocospalmen prangend, zu versprechen schien. 521 Archipel deS bösen Meeres. Die Einwohner waren starke, rvthbraune, nackte Menschen, welche den Europäern mit Keulen und langen Speeren zu drohen schienen. Honten- Eiland (Hunde - Eiland) die östlichste des Archipels, ist unbewohnt, scheint unter 15° 12' s. Br. und 136° go'xo. v. Gr. zu liegen. Schauten, der Entdecker dieser Insel , fand auf derselben drei stumme Hunde; daher der Name. Gefährlicher Archipel. Dieser Archipel liegt im Süden des vorigen und hat mit ihm einerlei Beschaffenheit. Sieht man die Charte an , so zeigt sich auch, daß jener von diesem nur willkühr- lich getrennt ist, indem die, zu beiden gehörigen, Eilande offenbar zu einer weit ausgedehnten Gruppe gehören. Alle diese Inseln scheinen auf Korallengebäudcn zu ruhen. Sie sind zum Theil fruchtbar; doch dürfen die Schiffe sich ihnen nicht ohne Gefahr nahen. Bougainville gab dieser Gegend des großen .Dekans den Namen Archipel dange- reux, und Cvok bestätiget, daß ihm diese Benennung mit Recht zukomme; indem, bei gewöhnlicher Stille desMee- reZ und unergründlichen Tiefe, flache Inseln und Korallenriffe dem Schiffer oft unvermuthel den Untergang drohen. Außer Bougainville und Cook hat am frühesten Wallis dieses Meer befahren. Die zu diesem Archipel gerechneten Inseln sind folgende: Chain - Island , unter 17° 23' s. Br. und 145° 54'wcstl. L. v.Greenwich , von Cook entdeckt, besteht aus mehreren kleinen » niedrigen Inseln , welche nebst den Riffen die Gestalt einer Kette zeigen, daher der Name. Adventure- Insel, liegt unter if'~ 4' s. Br. und 144° 30' w. L. v. Er. Gefährlicher Archipel. 523 Furneaux's Insel 17 0 5' s. Dr. u. 143° 16' w. L. v. Gr. D 0 u b tfu l- Insel, 17° 20' f. Br. und 141 0 38 w. L. v. Er., ist mit einem Korallenriff umgeben, das 20 Engt. Meilen im Umfange hat. Bird*Islands (Vogel-Inseln) , unter 17° 48's.Br. und 143° 35' w. L. v. Gr. Resolution - Island) 17 0 24' s. Br. und 14» ' 39' W. L. v. Gr. The two Groups , (die zwei Gruppen) niedrige, schmale Streifen Landes, unter 18° 12' f.ffir. und 142 0 42' w. L. v. Gr. La Harpe, 18 0 23' f. Br. und 141° 12* w. L. v. Gr., eine unzugängliche Znsel, deren Gestalt einer Harfe gleicht. Prinz Heinrichs -Insel, ry°s.Br. «.141* 11' w. L. v. Gr. Cumberland's-Jnsel, 19' 18' s. Gr. u. 140. 42' w. L. v. Gr. Glocestcr-Insel, 19° i? s. Br.'und 140° 9, w. L. v. Gr. Egmonts-Insel, 19° 20' s. Br. und 138° 35' w. L. v. Gr., ist bewohnt. Ile des Landers , 19° s. Br. und 141" 12' w. L. v. PariS, ist dicht bewaldet, mit Cocospalmen versehen und von starken, wohlgcbauetcn, kupferbraunen Menschen bewohnet. Les quatres facardins , unter 18° 47' f. Br. und 14t 0 w. L. v. Paris. Königin CharlotteInsel, 19° 18,s.Br.und 138° 9' w. L. v. Gr. P fi N g st-J nse l, (Wditesunday-Island) 19° 26' s. Br. und 138° i' w. L. v. Gr. ist, wie die vorige, bewohnt. O 0 Australien. Südlichster Archipel Unter diesem Ndmen begreift Hr. von Zimmermanri alle einzelne, im Süden der beiden vorigen Archipele liegende Eilande zusammen. Glvucesiers-Jnseln, zwei kleine, von Carterct entdeckte Inseln, deren eine unter 20° 38' s Br. und 146° 5^ w. L. v. Gr., die andere 20" 34' s. Br.und 776“ ao 1 w. L. v. Gr. liegt, sind nicht mit der gleichnamigen Insel des vorigen Archipels zu verwechseln. Earysfort-Insel des Edwards, liegt unter 20° 49' s. Br. und 738° 33'w. L. v. Gr. Bligh's Lagovn-Insel, 22° 30' s.Br.und »40° 4»' s. Br. Osnabrück-Insel, 22° 50' f. $ 3 r. unb 141° 39' w. L. v. Gr., wurden von Carteret entdeckt. Matilde, ein Felsen oder Riff, 21° 40' s. Sät., unb 738” 30' w. L. v. Gr. Hoods-Jnsel, von Edwards entdeckt, liegt unter 2i° 31' f.Br, und 735° 32' w.L. v. Gr. Ohctir 0 a, unter 22 0 27' s. Br. und 150° 47' w. L.v. Er., ist von Cook entdeckt, und die westlichste Insel dieses Archipels; sie hat 73 Seemeilen im Umfange und Südlichster Archipel 525 i|t ziemlich hoch. Cook fand keinen Ankerplatz an derselben. Die Einwohner schienen in der Industrie die Socie- läts-Insulaner zu übertreffen; wenigstens beweisen dies ihre feinen Zeuche, und ihre eleganten Waffen. Sie reden die Sprache derTahiticr, find starke, etwas dunkler gefärbte Menschen und schienen nicht sehr freundschaftlich gegen die Europäer gesinnet. Pauli Bekehr ung, wird auf den Eharten zwischen der vorigen und Osnabrück-Insel ungefähr in der Mitte niedergelegt; Quiros hat sie entdeckt und sie scheint nach ihm nicht wieder gesehen worden zu seyn. G a m b i e r s - I n se l, liegt südöstlich von Hoods- Jnsel, unter 23° 22' s. Br. und 135° w. L. v. Gr., hat ansehnliche Berge und ist bevölkert. Ein Felsenriff aber, welcher die Insel umgicbt, verbietet das Anlanden. Crescent-Jnscl, unter 23°22's. Br.und 134* 30' w. L. v. Gr. ist eine niedrige Insel, welche, wie die vorige, von James Wilson entdeckt wurde. Sie erhielt den Namen, wegen ihrer Gestalt, die den wachsenden Monde gleicht, und hat 7 Engt. Meilen im Umfange. Die Einwohner sind denen der Socictäts- Inseln ähnlich Taboai, von Cook entdeckt, liegt unter 23° 26' s. Br. und 149° 23' w. L. v. Gr., hat ansehnliche, feucklbare Hügel, die zum Theil angebaut sind. Schweine und Hühner sind in Menge vorhanden. Die Einwohner, obgleich eines Stammes mit den Societäts - Insulanern, wie ihre Sprache ausweiset, haben etwas Wildes in ihrer Physiognomie. — Auf dieser Insel wollten sich die Aufrührer , die sich gegen Bligh empörten, unter ihrem Chef Fletcher niederlassen. High-Islands (hohe Insel) unter 23° 40' f. Br. und 148° rz'w.L.V. Gr. Dos g2Ö Australien. Die Inseln St. Miguel , Incarnation , St. Juan Baptista , die 4 Coronados und St. Elmo , welche Luiros in diesen Gewässern entdeckte, sind ihrer Lage nach nur auS Vermuthungen zu bestimmen. Pitcairne s-J n s e l, am östlichsten Ende des Archipels, wurde von Carteret unter 20° 2' s. Br. und 133° sü^w.L. v. Gr. entdeckt, und scheint eine hohe Insel zu seyn. O P a r 0, von Dan Couver entdeckt, unter 27° 36' s. Br. und 144° i' n>. 8. v. Gr., ist zwar klein, aber zugänglich und stark bevölkert. Die Einwohner, den Socie- tLtS - Insulanern ähnlich, hatten verschanzte Wohnungen, wie auf Neu- Seeland. Sie schienen übrigens friedfertig, obgleich man Speere, Bogen und Schleudern bei ihnen sah. Archipel der Marquesas - und Washington's-Fnseln. Der erste Entdecker dieses merkwürdigen Archipels war Mendana, welcher ihm den Namen des damaligen Viceköniges von Peru, MarqueseMendoza de C a- nete gab. Man sollte sie also vielmehr Mendoza'S« Inseln nennen, statt daß man die Inseln nach dem Stande dieses Herrn benennt. In neueren Zeiten haben Cook, Marchand, Herzest, Brown, Roberts, Jngraham, Wilson und Krusenstern diese Inseln wieder besucht. Bis auf Jngraham und Marchand kannte man nur die südlichsten Inseln dieser Gruppe» genannte beide Seefahrer aber, der eine ein Nordamericaner, der andere ein Franzose, entdeckten im Nordwesten der älteren Marquesas- Jnseln acht neue Inseln, die der erste Washington'S- Jnseln, der andere Isles de Ja Revolution nannte. Da diese acht neuen Inseln offenbar zu einer Gruppe mit den älteren gehören, so könnte man sich allerdings mit Einem Namen begnügen, indessen sind die Gründe, welche Herr von Kruftnstern für dieBeibehaKung des Amcrieani- schen Namens geltend macht, so ansprechend, daß man ihm 5 2 S Australien. gerne folgt. „Unstreitig gewinnt die Geographie/" sagt er, „je weniger man Namen aufden Charten ficht, undie , mehr Inseln man unter eine Benennung bringen kann; sollte man aber nicht eine Ausnahme für den Namen Washington machen, der jede Charte zieren muß ? Erfordern es nicht Grunde der strengsten Gerechtigkeit, daß die erste Entdeckung der Americaner durch einen ihnen eigenthümlich zugehörendcn Namen in den Annalen der Seegcschichte aufbehalten werde ?" —- Dir neuesten, sehr belehrenden Nachrichten von den Washingtons - Inseln verdankt die Geographie dem eben genannten ersten Russischen Weltumsegler, und seinem Gefährten, dem Herrn von Langsdorf; von den älteren Marquesas- Inseln liefern die Schriften von Covk, Förster Vancouver, Marchand und Wilson , mehr oder minder ausführliche Beschreibungen. — Aus Herrn von Langsdorf'S Reise entlehnen wir beifolgende tabellarische Uebersicht des ganzen Archipels. St. Magdalena, die südlichste der ganzen Gruppe, hat 6 Meilen im Umfange, ist gebirgig, und hat an der Südseite einen Ankerplatz. St. Pedro, eine kleine Insel, die dem Anschein nach wenig fruchtbar ist. St. Christina , im Westen der vorigen, ist häufig von den Europäern besucht worden. Diese kleine Insel ist ungefähr Z Seemeilen lang und breit, hat ein hohes, bis zum Gipfel bewachsenes Gebirge, und ander Westseite einen schönen Hasen, Madre de Dies genannt. Ze Domenicay die größte der älteren Marquesas- Jnseln, auf welcher man hohe, zum Theil unfruchtbare Gebirge erblickt,.unter denen sicheln thurmähnlicherFelsen und kratc »ähnliche Bergspitzen auszeichnen. Mendana fand keinen Landungsplatz; übrigens schien ihm diese Insel fruchtbar und bevölkert zu seyn. Archipel d. Marqiresas-u. Washington's-Inseln. Z2y Hoods Island , eine kleine, aus steilen Felsen bestehende , Insel im Norden der vorigen. Nukahiwa» die ansehnlichste Insel der ganzen Gruppe. Ihre größte Länge von der Südost-bis zur Wesispitze beträgt, nach Krusenstern, ry Seemeilen. Hr. »on Langsdorf giebt ihr 15 Teutsche Meilen im Umfange. Sie soll weiter unten ausführlicher beschrieben werden. U a h u g a, die östlichste der Wakhington's - Insel» liegt 18 Seemeilen von der vorigen Insel entfernt, und ist 9 Seemeilen lang. An der Westseite befindet sich eine Bai, Fiiendly-Bay. In ihrer Mitte zeigt sich ein flaches Gebirge. Uapoa, die südlichste der Washington's-Jnseln, 24 Seemeilen von Port Anna Maria auf Nukahiwa entfernt. Sie zeichnet sich durch einen spitzigen Felsen aus, der die Gestalt eines Zuckerhuts hat, und von dem Herzest sagt, daß er mit einer, im Gothischen Geschmack gebauten Ka- thedral- Kirche Aehnlichkeit habe. 13 c platte oder Linkoln, ist eine kleine Insel, deren Beschaffenheit ihr Name anzeigt, sie liegt nur Seemeilen von der vorigen. Roberts segelte durch die Straße, welche diese beide Inseln scheidet. Mottuaity, zwei kleine unbewohnte Inseln, die von den Bewohnern von Nukahiwa, von wo sie 30 Seemeilen entfernt sind, bisweilen des Fischfangs wegen besucht werden. Hi au und Fattuu hu, ebenfalls zwei unbewohnte Inseln, von denen die erstere 8 Seemeilen lang und 2 breit ist. Die andere ist weit kleiner und har eine runde Gestalt. Da hier eine Menge Cocospalmen wach- sm, so. werden diese Eilande von den Nachbaren besucht, um die Nüsse zu sammeln. 53o Australien. / t Insel N u k a h i w a. Diese Insel besteht aus nackten , schroffen, größten- theils unzugänglichen Bergen, welche schmale, hin und wieder sehr fruchtbare und wasserreiche Thäler zwischen sich bilden. Die Südküste, welche Herr von Krusenstrrn untersucht hat, besteht ganz aus hohen, abgerissenen Felsen, die gegen das Ufer einen jähen Abhang haben, und von wachen man die schönsten Cascaden herabstürzen sieht. Unter diesen zeichnet sich besonders eine an der Südspitze dcr^n- sel aus, die man nicht leicht irgendwo schöner antreffen möchte. Das Bette dieses Wasserfalls schien mehrere Faden breit zu seyn, und das Wasser stürzte sich vo» einem Berge herab, dessen Höhe man auf 2000 Fuß schätzen kann *). An dieser südlichen Küste findet man mehrere sichere Hafen, alsPortAnna Maria, Comptrollers- B a i und Pvrt-Tschitschagoff. An der nordwestlichen Seite fand Brown einige gute Hafen. An der Südwestlicher, Seite sind sichere Ankerplätze zu erwarten. Die Nachbarschaft des Aequators, von dem dufe Insel nur wenige Grade entfernt liegt, laßt schon ein sehr heißes Klima vermuthen, daher das Thermometer wohl selten unter 18° bis 30 0 Rcaum. Wärme zeigt. Marchand bemerkte im Monate Junius 27° und Hr. von Langsdorf im Mai gewöhnlich 22 bis 25° und zwar auf dem Schiffe. Der Aufenthalt soll sehr gesund seyn. Krankheiten kennt man kaum, Wunden und andere zufällige Verletzungen ausgenommen. *) M. s. von Arufensterns Reift Th. l. Berliner Ausgabe 1 3.a «r, ■ Archipeld. Marquesas-u. Washington's-Jnfcln. 531 Der Winter charakterisirt sich hier, wie an den meisten O ten zwischen den Wendekreisen , durch häufige Regengüsse. Bisweilen aber geschieht es, daß wohl in 9 biS io Monaten kein Tropfen Regen fällt, und dann tritt Hungersnoth ein , die nicht nur große Sterblichkeit verursacht , sondern auch zu den abscheulichsten und unerhörtesten Handlungen V.ranlassung giebt. Die herrschenden Winde sind dieLstpassat, die besonders im Herbste am stärksten wehen. Im Winter herrschen die Südwesiwinde; sie werden benutzt, um nach den benachbarten Inseln zu segeln. Im Frühjahr und Sommer wehen meistens Nordwinde. West - und Nordwestwind« sollen gar nicht vorkommen. Gewitter sind sehr.selten *). Die Flora der Marqucsas - Inseln ist von jener der Freundschasts - und Societäts-Inseln nicht wesentlich verschieden. Der Brodbaum, dessen Frucht, nach Forster's Versicherung, hier größer und wohlschmeckender ist, als sonst irgendwo, Die Cocosnüsse» Bananen, Zchrwurzel (Arvun csculentum) Uamwurzel (Dioscorea alata,) Bataten (Convolvulus Batatas et Chysorrhizus Sol.) sind die vorzüglichsten Nahrungsmittel des Pflanzenreichs; auch ist Zuckerrohr häufig , wird aberwcnig benutzt. Die Tahltischen Brennnüsse slnvearxua Borsteri) dienen hier, wie dort, zur Erleuchtung, das Easuarinenholz zu Wurfspießen, Streitkolben und anderen Waffengeräthschaftcn. Ber Bast des Papiermaulbeerbaums wird zur Bereitung ihrer Zeuche gebraucht. Von einer Palmcnart, Corypha uinbra entisera, benutzen sie die Blätter als Sonnenschirme. Won dem Bambusrohr bauen sie ihre Häuser und Fahrzeuge. Die Cocosschaalen wenden sie zu Wasser - und Lrinkgesäßen an. — Die Tahitischen Aepsel (Spondias) welche Förster auf den älteren MarquesaS vermißte. ') M.s.v. Langsdors's Reisen. Bd. I. S. 88. 532 Australien. finden sich auf den W a s h i n g t o n' s - I n se l n, wiewohl sparsam. Auch das Thierreich kommt auf diesen Inseln mit jenem der benachtbarten Archipele überein. Zur Nahrung dienen Schweine, Hühner, Fische; in Zeiten der Noth esicn sie auch wohl Ratten, Sccgualmcn (Medusa) und dergleichen. Die Bögel sollen hier weder so häufig, noch so inan- nichfaltig seyn , als auf den Societäts-Jnseln. Förster beschreibt die Eingebornen der Marquesas- Jnseln als wohlgebaute, schöne Leute, von gelblicher oder hellbrauner. Farbe, die aber durch die tatowirtcn Figuren, womit derKörper bedeckt war, ins Schwärzliche zu fallen schien. Herr von Langsdorf sagt, die natürliche Farbe der Haut sey bei den Bewohnern der Washiugton's - Inseln beinahe so weiß, wie die der Europäer. Nur durch den Einfluß des Klima's und der Sonnenstrahlen, werde sie nach und nach bräunlich. Unter den jungen Leuten bemerkte Förster außerordentliche Schönheiten, deren Regelmäßigkeit Bewunderung erregte. „Manchesagt Förster, hätte man neben Meisterstücke der alten Kunst stellen können , sie würden bei der Vergleichung nicht verloren haben. Bei der Anwesenheit der Russischen Seefahrer zog ein Nukahiwcr, Namens Mau-ka-u vor allen, in Absicht der Leibesstärke, Proportion der Muskeln und aller cinzel- S nen Theile, die Aufmerksamkeit der Reisenden auf sich. Er war 20 Jahr alt und 6 Fuß 2 Zoll pariser Maas hoch. Hr. Hofrath Tilesius, welcher die Reise als Naturforscher mitmachte, nahm sich die Mühe, die einzelnen Theile und Berhältnisse dieses Menschen aus-umessen. Nach seiner Ankunft in Europa theilte er seine Beobachtungen dem Herrn Hofrath Blümenbach in Göttingen mit, und dieser Archipel d. Marquesas-u.Washington's-Jnseln. Zzz stellte eine Verglcichung zwischen M a u - k a - u und dem Apollo von Bclvedere an, und fand, daß dieses Meisterstück der Kunst der Griechen, in allen seinen Pro- porlioncn und Verhältnissen mit einem Bewohner von Nukahiwa auf das genaueste übereinstimmte. Die Frauen sind im Allgemeinen unverhältnißmaßig kleiner als die Männer, aber von sehr proportionirtcm Glicderbau. James Wilson gesteht ihnen den Vorzug der Schönheit vor den Tahitierinncn zu, welche jedoch liebenswürdiger wären und mehr Sanftmuth und zartes Gefühl besäßen als die Mädchen der Marqucsas-Inseln. Herr von Langsdorf beschreibt eine lebendige Scene, die sich gleich nach der Ankunft der Schiffe ün Hafen ereignete; wobei die Frauenzimmer eine große Rolle spielten , und die zu charakteristisch ist, als daß wir sie hier nicht mittheilen sollten. Einige Hundert nackte Männer, Weiber und Mädchen schwammen um das Schiff. Das Geschrei, Gelächter und Toben dieser immer frohen Menschen war unbeschreiblich , der Lärm größer, als bei dem zahlreichsten unserer Jahrmärkte. Die Jungen, Mädchen und Weiber, die . sich, eben so wie die Männer, ganz nackt, und in nicht geringer Anzahl versammelt hatten, waren außerordentlich laut und gesprächig, und suchten sich bald durch die unzweideutigsten Gebärden, mit denen sie ihre Reize anboten , verständlich zu machen. Sie zeigten ihre körperliche Gcschicklichkeit, machten im Wasser Purzelbäume, legten sich und schwammen aus dem Rücken, und waren außer sich vor Freuden, wenn sie bemerkten, daß eine oder die andere Posse die Aufmerksamkeit eines Zuschauers erregt hatte. — Die mit ihnen herangeschwommcnen Männer schienen dabei nicht im geringsten eifersüchtig zu seyn. —, 534 Australien. Gegen Abend erschienen diese Grazien mit allen ihre» Blößen, denn, ob sie gleich niemals das Land verlassen, ohne wenigstens ein grünes Blättchen vorzubinden, so war doch diese nachlässige Bedeckung, durch das lange Umher- schwimmen, und die vielfachen Gaukeleien, bei den meisten verloren gegangen. Unter diesen willigen Schönen gab es einige, die kaum das achte oder neunte Jahr erreicht haben konnten. Es ist hier übrigens Sitte, die Mädchen um so mehr zu schätzen, je mehr Lichaber sie haben. v Die Gesichtsbildungen der Nukahiwer sind durchge« hends gefällig, offen und voll Lebhaftigkeit; ihre schwarzen Augen sind nicht ohne Ausdruck. Die meisten haben so einnehmende und gefällige Züge, daß man darin und in ihrem Umgänge die Gutmüthigkeit, in unverkennbarem Ausdruck, zu erkennen glaubte, und doch sind diese Insulaner barbarische Menschenfresser. Die Weiber haben einen wohlgebildeten Kopf, ein volles, mehr rundes, als länglichtes Gesicht, große, funkelnde Augen, blühende Gesichtsfarbe, sehr schöne Zähne, ausdrucksvolle Gesichtszüge und schwarzes, größtenthcils lockigtes Haar. Bei den Gemeinen war der Körper oft klein ohne Haltung und der Gang schleppend; die vornehmen Frauen aber zeigten viel Anstand, giengen stets bekleidet, und wollten sich mit den Europäern durchaus in kein *0* Gespräch einlassen. Ueberdem waren diese Damen unvergleichlich schöner, als die Dirnen, welche um da§ Schiff umher schwammen. Auch sind sie beinahe so weiß, als eine Europäerin und suchen sich diese Farbe der Haut theils dadurch zu erhalten, daß sie sich der Einwirkung der Sonnenstrahlen weniger aussetzen, theils , indem sie den Saft von verschiedenen Blättern in die Haut reiben. Archipel d. Marquesas-u.Washington's-Jnseln. Die Kleidung dieser Insulaner besteht bloß in einen, Gürtel. Die Weiber hüllen sich jedoch gewöhnlich in ein großes Stück Zeuch, auS den Baste des Papiermaulbeer- baums, — weniger aus Schcmhaftigkeit, als um nicht von der Sonne verbrannt zu werden. Unter den Zierathcn, die sie gewöhnlich am Halse tragen, machen Schweinszähne und rothe Beeren die Hauptartikel aus. Die Männer haben bisweilen Helme von schwarzen Hahnenfedern, und die Weiber eine Art Turban aus EocoLfasern, mit Perlmutter gczieret. Statt durch Kleider den Körper zu verschönern, tato- wiren sich auch diese Insulaner, wie die meisten Bewohner der Südser; hier aber scheint diese wunderliche Gewohnheit den höchsten Gipfel der Kunst erreicht zu haben, und viel» leicht kein Dolk auf der Erde wendet darauf eine größere Aufmerksamkeit. Herr von LangSdorf hat hierüber eine ausführliche Abhandlung in Allgemeinen Geographischen Ephemeriden geliefert, worauf wir verweisen. Die beiliegenden Kupfer werden die Sache für unsern Zweck hinlänglich erläutern. Die Wohnungen der Nukahiwer sind an Größe verschieden und gleichen von außen einem Europäischen Häuschen von einem Stockwerk, daS keine Fenster hat. Die Höhe der hinteren Wand übersteigt die der vorderen bei weitem, indem letztere nur drei bis vier, erstere hingegen über io bis 12 Fuß beträgt. Die Länge eines solchen Hauses ist etwa 25 , die Breite 6 bis 8 Fuß. Die Sei- tenwände sind mit Blättern der Cocospalme behängt, um den Luftzug zu verhindern. Das Innere hat ein netteS Ansehen, und die Reinlichkeit darin ist durch geheiligte Gesetze gesichert. Die guten Wohnungen sind auf einer, auS großen viereckigten Steinen gemachten, Erhöhung erbauet, wobei Australien, 836 die Eeschicklichkeit zu bewundern ist, mit welcher die Einwohner beträchtliche Steine, so künstlich und schön, ohne Kalk oder Mörtel aneinander zu fugen wissen, daß sie wahre Römische Mauern aufführen, die einem Europäischen Baumeister Ehre machen würden. Welches Gras , mit fSlatten bedeckt, dienet zur Schlafstelle. Die Wände sind mit Eeräthschasten behängen, als großen und kleinen Flaschen- Kürbissen, Cocosnußschalen, Fischernetzen, Lanzen, Schleudern, Streitäxten, Beilen, Trommeln und dergleichen. IhreArbcitswerkzeuge sind höchst einfach; siebestchen aus einem scharf zugespitzten Steine, um Löcher zu bohren, und in einem Beile, welches aus einem schwarzen, platten Steine gemacht ist. Seitdem sie den Vorzug der Europäischen Werkzeuge kennen gelernt haben, sind sie sehr begierig auf Eisen. Die Waffen der Nukahiwer bestehen in Strcitkolbcn, Spießen und Schleudern. Die Streitkolben sind ungefähr 5 Fuß lang, von Easuarinaholz , außerordentlich schön polirt und sehr massiv. Eine selche Kolbe wiegt nicht weniger als ro Pfund. An dem einen Ende ist die geschnitzte Figur eines Menschenkopss. Die Spieße sind von dem nämlichen Holze, r o bis r2Zuß lang, in der Mitte r Zoll dick und an beiden Enden scharf zugespitzt. Ihre Schleudern sind sauber geflochtene Schnüre, welche in ihrer Mitte zur Aufnahme des Steines eine breite Fläche enthalten. Die Nukahiwischcn Kanots , welche insgesammt Ausleger haben, werden von drei verschiedtncn Holzarten ge- bauet, welche ihre Güte bestimmen. Ucbrigcns i|i die Schiffbaukunst der Nukahiwer, im Verhältniß mit anderen Archipel d. Marquesas-u. Washington's-Znseln. 537 Bewohnern der Cüdsee, noch weit zurück. Die Kanots sind 20 bis Zv Fuß lang , nur i Fuß breit und fassen höchstens 6 bis 7 Menschen. — Im Fall das Boot umschlägt , springen Alle, die darin sind , heraus, schwimmen neben her, kehren das Boot wieder um und schaufeln mit den Händen in einigen Minuten das Wasser heraus, so daß sie sich wieder Hineinsetzen können. Die Verfertigung dieser Fahrzeuge, ihrer Waffen und ihrer Häuser sind fast die einzige Beschäftigung der Nuka- hiwer, denn ihr Ackerbau ist sehr einfach und beschränkt sich bloß auf die Anpflanzung des Papier- Maulbecrbaums, und der Arumwurzel. Die Weiber drehen Schnüre, machen Fächer und bereiten die Zcuche zu ihren Gürteln und Schals oder Manteln. Im Ganzen sind die Nukahi- wer große Müßiggänger, indem diese Arbeiten wenig Zeit erfordern. Sie bringen ganze Stunden des Tages mit ihren Weibern auf den Matten zu. Die Vielweiberei ist erlaubt; doch haben gewöhnlich nur die Vornehmen mehr als eine Frau. Die Treue wird in der Ehe beobachtet. Bricht sie die Frau, so erhält sie Schläge und wird forrgejagt, — Junge und unverhci- rathele Mädchen können ungehindert, ungestraft und ohne sich oder jhre Familie zu entehren, dem Hange der Sinnlichkeit nach Wohlgefallen stöhnen. Erst durch die Ehe werden Einschränkungen nöthig. Im Ganzen leben hier die Menschen in großer Unze- bundenheit und haben bei dem Ucberfluß von Lebensmit- teln, einen starken Hang zu Vergnügungen. In der Jahreszeit, die man mit unserer Aernte vergleichen kann, obgleich in diesem glücklichen Klima fast das ganze Jahr geärntet werden kann, in der Jahreszeit aber, wenn die Brodfrucht in größter Menge reist, stellen die Oberhäupter 538 Australien. Volksfeste an , wobei die Gäste mit Schweinen, Cocosnüs- sen, Bananen, Vamswmzeln und dergleichen bewirthet werden. Bei diesen Festen fehlt es nicht an Tanz und Musik. Die Thcilnehmer der Lanze springen umher, und machen mancherlei Pantomimen, mit schnellen Schwingungen der Hände und Arme, ohn« sich viel von einer Stelle zu bewegen. , Es scheint, als wenn die Nukahiwer das Fsschcn,' Steinschleudern, Stelzenlaufen, Schwimmen u. s. w. durch den Tanz pantomimisch ausdrücken wollten. Die Musik bei diesen Festen besteht in wildem Geschrei und dem Ertönen mehrerer, zum Theil sehr großer Trommeln. Herr Hofrath Tilesius hat über die Musik der Nuka- hiwer einige interessante Bemerkungen mitgetheilt. „Sonderbar," sagt er, „ist es, daß fast alle Gesänge uncultivirter Völker aus Molltöncn gehen. Charakteristisch aber ist >s bei dem Nukahiwischen Gesang, daß er. nur auf Viertelt!)- nen schwebt, und sich nicht aus der kleinen Terz von e bis g wagt, außer daß er sich bisweilen ins 6,'s senkt. Er ist durchaus unison, wird höchstens von Jünglingen, welche die Liefe noch nicht erlangt haben , oder was selten der Fall ist, von Weibern in der Lctave gesungen. Er klingt durchaus schleppend und brummend, düster und melancholisch, und setzt ab, wie unsere Choralgesänge. — Es giebt nur eine einzige Melodie des Nationalgesang's dieser Wilden, sie dienet bei Todesfällen, Hochzeiten, Tänzen, Schlachtgesängen, Trinkliedern u. s. w. und wird bei allen Gelegenheiten gesungen." *) Ein eben so großes Vergnügen, als der Tanz, ist das Stelzenlaufen. In dieser Kunst haben die Bewohner der *) In Hr. von Langsdorf's Reise ist dieser langweilige Gesang auf Noten gesetzt. Archipel d. Marquesasu. Washington's-Jnseln. 539 Washington's - Insel vielleicht mehr Geschicklichkeit, alS irgend eine Nation auf der Welt. Bei ihren großen öffentlichen Festen, stellen sie auf den Stelzen Wettrennen an, wobei immer einer dem andern in den Weg zu kommen, und auf einem Bein oder Stab balancirend, mit dem andern feinen Gegner wahrend des Laufes umzuschlagen sucht. Im Schwimmen sind sie so geschickt, als die andern Insulaner der benachbarten Gruppen. Auch im Baumklet- tern suchen sie ihres Gleichen. Ueber den Charakter der Nukahiwer lassen uns die Berichte der Reisenden keinen Zweifel. In ihrem Umgänge mir den Europäern zeigten sie immer die besten Gesinnungen , und im Tauschhandel einen seltenen Grad von Ehrlichkeit. Immer schienen sie froh und vergnügt. Aber sie zeigten sich als große Freunde des Mussigganges, als ungemein wollüstig und ungebunden in ihrer Sinnlichkeit; und, was unstreitig keine Entschuldigung zuläßt, — sie sind Menschenfresser. Die Regicrungsform ist hier nichts weniger als monarchisch , obgleich jedes Thal, jeder abgesonderte Volks- stamm seinen Chef oder König hat. Aber dieser unterscheidet sich, sowohl in seiner Kleidung, als in seinen Zierathen , gar nicht von dem Geringsten seiner Unterthanen. Man lacht über seine Befehle, und sollte er es wagen Jemand zu schlagen , so würde auf der Stelle Gleiches mit Gleichem vergolten werden. Der Hauptvorzug des Königs besteht in seinem größeren Reichthum , durch welchen er in den Stand gesetzt wird , Mehrere ernähren zu können. Der König, seine Verwandten, die Priester und einige ausgezeichnete Krieger haben immer eine große Anzahl Speise- genossen , die eine geschlossene Gesellschaft bilden, Und die das Haupt derselben, wenn auch der größte Mangel an Lebensmitteln entstehen sollte, ernähren muß. So schei- Australicn. P p * 54 *> Australien. Nkt also hier dcr König nicht deswegen der Erste zu seyn, weil er weiser als andere ist, und über sie herrscht; sondern weil er seine Unterthanen füttern kann. > Da der König nicht die geringste Gewalt besitzt, so k kann hier auch keine Art von Ausübung der Gerechtigkeit I Statt finden. Beleidigungen werden nur durch Privat- I räche gestraft. I Jeder Distrikt hat seinen eigenen König. Die Be- i wohner derselben leben in häufigen Fehden, wobei es auf > Gefangene abgesehen ist , um Menschen braten und speisen I zu können. Wie bei diesem anarchischen Zustande sich gleichwohl 12,000 Menschen, (welche Zahl Hr. von Krusenstern für die Bevölkerung von Nukahiwa annimmt) erhalten können, scheint unbegreiflich. Die Nukahiwer haben Priester, also auch eine Art von Religion, deren Hauptcharakter aber in dem Glauben an Hexerei zu bestehen scheint. Das einzige Gute, daß dieser Aberglaube zu haben scheint, ist der Tabuh, ein viclum- fasscndeS Wort, welches bedeutet, daß gewisse Orte, Zeiten und Menschen für heilig erkläret werden. Wird, z. B., ein L>rt Tabuh erkläret, so darf sich kein Fremder demselben nahen; ein Mensch , der Tabuh ist, darf nicht beleidiget werden. Zur Zeit eines allgemeinen Tabuh's herrscht auf der ganzen Insel Friede. Die Rukahiwer haben Morai's oder BegrLbnißplä'tze, wo sie ihre Todten mit vielen Feierlichkeiten beisetzen. Archipel der Sandwich-Inseln. Cook hat diese Inseln entdeckt und fand auf einer derselben seinen Tod. Sie liegen zwischen 18° und 24" n. Br. und zwischen 165° wesil. L. v. Gr. Die einheimischen Namen der einzelnen Inseln sind t i)Lwaihi, 2) M 0 w i» z)M orokinn e, 4)La- hurowa, g)Ranai, 6)Mvrotoi, 7)Woahu, 8) Atvoi oderAttowa i,y)Oreehowa, ro)Kneeheow und n)Tahoora. Außerdem können hier noch die bei» den kleinen unbewohnten Felseninseln lle Kecker und Bird - Island hinzugezählet werden. Lwaihi ist die östlichste und größte Insel dieses Archipels, dessen allgemeiner Beherrscher der Lonig von Dwaihi ist. Sie hat eine dreieckige Gestalt und 255 Englische Meilen im Umfange. Herr von Zimmermann giebt ihren Flächeninhalt auf 216 georgr. Luadralmeilen an. Sie ist in sechs große Distrikte getheilt: A m ü k u a, Ahiduh,Apuna, Kahu, AkonaundKoarra. Die Distrikte A m a k u a und A h i d u h scheidet ein majestätischer Berg, Mowna Roah, welcher drei Pic'S hat und 40 Englische Meilen weit gesehen werden kann. Eook schätzt den Gipfel dieses Werges auf 18,400 Engl. Pp » 542 Australien. Schuh, und auf 724 Fuß höher, als den Pic von Teneriffa. Nach Dr. Horncr's , des Astronomen bei der Krusenstern'- schen Expedition, Berechnung ist er nur 2254 Loiscn über die Meeresfläche erhaben, und sonach nur drei bis vierhundert Toisen höher, als der Pic von Teneriffa. Er erhebt sich an der einen Seite so allmählich von der Mee- resfläche, bis zu seinem hohen Haupte, daß er eine sehr gefällige Ansicht gewähren, und daß man wohl nirgends eine so beträchtliche Höhe mit weniger Schwierigkeiten ersteigen kann. Hierzu trägt auch noch besonders das milde Klima vieles bei, indem die oberste Spitze, ungeachtet der beträchtlichen Höhe, doch nur eben die Schneelinie der Gebirge unter dem Acquatvr berührt. Eook irrte, wenn er glaubte, daß ein ewiger Schnee den Berggipfel bcdeckek Als die Russen hier waren, sahen sie den Gipfel gänzlich von Schnee entblößt. Hohe und steile Felsen mit vielen schönen Wasserfällen machen die nördliche Seite dieses Berges aus, an welcher der Distrikt Am a kua liegr. Der Boden in diesem Distrikt erhebt sich allmählich und wird von schmalen und liefen Erdrisscn oder Hohlwegen durchschnitten ; er ist gut angebauet und mit zahlreichen Dörfern besetzt. Die nordöstliche Küste vcn Apuna, welche das östliche Ende der Insel ausmacht, ist niedrig und flach , der Abhang der inneren Gegenden unmcrklich, und das ganze Land mit Eocos - und Brodfrucht Bäumen bedeckt. Es scheint dies zum Theil der schönste Theil der Insel zu seyn, wo auch der König zu gewissen Zeiten residirt. An dem südwestlichen Ende erheben sich die Ufer von dem Seegestade jähling und man sieht zwischen den Anhöhen uud den Mcc- reswoogen bloß einen schmalen Strich von niedrigerem Lande. Die Küste von Ka-uh hat ein wildes und düsteres Ansehen. Dieser Distrikt scheint durch irgend eine Erdcr- schüttcrung gewaltsam gebildet worden zu seyn. Der Bo- Archipel der Sandwich - Inseln. 543 den ist überall mit vulkanischer Asche bedeckt, .und scheint durch schwarze Streifen den Lauf einer älteren, vomMow- na Roah herabgcströmtcn Lava anzuzeigen. — Trotz dem furchtbaren Ansehen dieser Gegend aber erblickt man in derselben eine Menge Wohnungen, welches die Bemerkung zu bestätigen scheint, daß vulkanische Gegenden stets die fruchtbarsten sind. Uebcrdem mögen die Bewohner durch den Fischfang sich reichliche Nahrung verschaffe». Die südwestlichen Theile von Akona haben eine ähnliche Beschaffenheit und hier sieht man deutlich gut angebaute Strecken und die Spuren einer starken Bevölkerung. Hier befindet sich auch die B a i Kara-ka-ku-a, wo die Europäer am öftersten Anker warfen. Längs der Küste erblickt man nichts, als Stücke von Schlacken und Fel- sentrümmcrn , die von Feuer schwarz geworden. Dahinter erhebt sich der Boden allmählich auf 2j Englische Meilen weit, und scheint in früherer Zeit mit verbrannten, locker liegenden Steinen bedeckt gewesen zu seyn. Diese Steine sind von den Eingebornen weggeräumet worden, obgleich sie bisweilen drei Fuß hoch lagen: ein Beweis von dem Fleiß dieser Menschen. Der Distrikt Koarra erstreckt sich von der westlichen Spitze der Insel bis zum nördlichen Ende derselben. Die ganze Küste bildet eine große Bai, Toe-yah-yah genannt, welche gegen Norden von zwei Hügeln bcgränzt wird. Das Land schien dem CapitLn Cook fruchtbar und gut bevölkert; doch fehlt cS an süßem Wasser. M 0 w i ist nach Owai h,i die beträchtlichste Insel dieses Archipels; sie hat 140 Englische Meilen im Umkreise, und enthält beiläufig 31 gcogr. Slualtahmilcv. Nach Van Eouver's trefflicher Charte der Sandwich - Inseln liegt sie zwischen 20° 34' u. 21° 3« n.Br. u. 203° 17' u. 203° 57' östl, L. v. Greenwich. D.ie Bucht von M a ck e r r e y theilt sie in zwei ungleiche Theile, nämlich in die Halbin- 544 Australien. selnOw yrro kaundWahmadu-a. NachVanCou-- ver' s Versicherung giebt es im Westen der Insel die guten Ankerplätze zu Mäckerrey und Patra. Die Eingc- bornen geben noch einen andern, Kipo-kipo im Nord» Westen an. Dinse Insel zeigt nicht minder als Lwaihi hohes, durch Vulkane gebildetes und verändertes Gebirgsland an, Zwischen den Bergen ergießen sich viele befruchtende Bäche. Ein Theil der Insel ist grün, fruchtbar und gut angebauet. An andern, westlicheren Theilen sieht man nur große, nackte Felsenmassen mit vielen tiefen Cchlün» den , die sich von den Bergen bis an die Küsten erstrecken. Außer diesen sah Van Couver mehrere kleine, runde Hügel, die aus Steinen und Sand zu bestehen schienen, und eine glatte, hellbraune Oberfläche hatten *). Morokinne oder Morotinne ist ein unbewohnter , unfruchtbarer Felsen. Tahurowa erscheint gleichfalls als ein nacktes, durch keine Begünstigung der Natur einladendes stand; es ist jedoch von keinem Europäischen Seefahrer näher untersucht worden. R a n a t hat Gebirge, die zwar auch durch die Einwirkung der Vulkane vielmehr Zertrümmerung, als Leben und Fruchtbarkeit andeuten; indessen fanden doch Cook oder seine Gefährten, daß der Boden mit ziemlich üppiger Vegetation prangte und auch von zahlreichen Menschen bewohnet war. Van Couver aber berichtet, daß Rana, durch die inländischen Kriege fast ganz verwüstet, entvölkert und wit Unkraut bewachsen sey **). Dasselbe meldet er von T a h u r o w a. *) S. Vair Couver's Reisen im Magazin der Rciscbcschrcj» bungen. Berlin >799. Band -8 S. 347. **) Dan Couvrr q. a. O. S. 350, Archipel der Sandwich - Inseln. Z4§ M o r o to i scheint in dem Thal an der östlichen Seite sehr fruchtbar und bevölkert zu seyn und gewährt eine romantischen Aussicht. An der westlichen Landspitze, C re k- n o a genannt, bekommt aber das Land ein trauriges Ansehen ; die Berge, die den östlichen Theil der Insel ausmachen, nehmen nach Westen immer mehr und mehr ab, bis sie sich endlich in eine flache Ecdenge verlieren, welche die Insel in zwei Halbinseln zu theilen scheint. Den südöstlichen Punkt bestimmt Ban Couvcr zu 21° 4' n. Br. und 2 o3 t 10' östl. L. v. Gr. Die Westküste ist sandig, und das süße Wasser findet sich ziemlich tief landeinwärts. Wo ah u ist eine ziemlich große Insel, die 25 geographische Quadratmeilcn enthält und sichere Ankerplätze gewährt. Dem äußeren Ansehen nach ist sie eine der schönsten der ganzen Gruppe, auf welcher reiche, gut bebauete Thäler, mit begraseten Hügeln angenehm abwechseln und freundliche Bäche die Felder bewässern. An der Westseite scheint jedoch das Land nur eine unfruchtbare» unbewohnte Felsenwüste zu seyn. Attowai, ist über 24Luatratmeiken groß. Die beiden äußersten Enden der Insel, sagt Ban Eouver *), bestehen auS niedrigem Lande und liegen etwa neun Englische Meilen von einander entfernt. Die östliche Spitze erstreckt sich durch einen einzelnen, rundlich zugespitzten Berg in den Ocean hinein ; dieser Berg ist merkwürdig gebildet, und steht nicht mit den übrigen Bergen der Insel in Verbindung. Die andere Spitze erstreckt sich durch eine Reihe kleiner Hügel bis in eine Bucht. Ueber diese niedrige Bergkette hinaus erblickt man, am Fuß hoher Berge, eine Gegend, die bezaubernd schön ist, zumal da die Berge mit dichten Wäldern bedeckt sind. Die südöstliche Spitze der Insel besteht aus einem hohen, felsigen Lande, das senk» ') S. A. a. O. 375 54 ö Australien. recht in das Meer fällt. Zwischen dieser hohen und der niedrigen Spitze befindet sich eine kleine Bucht, die nur für Boote zugänglich ist. Nahe dabeiist ein Fluß, und an diesem ein Dorf. Dieser Theil scheint, nach VanEou- vcr's Bemerkung, überhaupt viel Wasser zu haben: denn außer dem erwöhnten Fluß, sah er noch drei andere reißende kleine Bäche; auch erklärt er diese Gegend für die fruchtbarste und angenehmste von Attowai. Der König oder das Oberhaupt residirt hier in einem großen Dorfe, das etwa eine Seemeile südwärts von der nordöstlichen Spitze der Insel liegt. Eine merkliche Strömung kommt fast ohne Unterlaß von Nordwesten längs der nördlichen Seite der Insel, folgt der Richtung der südlichen und westlichen Seiten und umgiebt so beinahe die ganze Insel. Drihua ist von sehr geringem Umfange, besteht aus nackten , unfruchtbaren Felsen, und trägt, wie Van Eouver sich deutlich überzeugte, nicht das geringste Merkmahl, daß sich je Menschen daselbst aufgehalten haben; daher Eapilän King offenbar in einen groben Irrthum verfallenist, wenn er dieser Insel 4000 Einwohner giebt. Onihau ist durch einen, nur eine Englische Meile breiten, Canaf von der vorigen Felseninsel entfernt, hat einige Anpflanzungen von Uams. und bietet außer dieser Wurzel den Seefahrern wenig Erfrischungen an. Als Van Couver in Attowai war, hörte er, daß Onihau fast gänzlich von seinen Bewohnern verlassen wäre, wegen einer außerordentlichen Dürre, welche baselbst Statt gefunden , und beinahe eine gänzliche Zerstörung der vegetabilischen Produkte zur Folge gehabt hätte. Tahura, sowie Lud- Island und Ilo Neckerftnb nur nachte, unbewohnte Felsen; letzterer ragt 60 Toiscn über dexMceresfläche hervor. Das Kl ma der Sandwich - Inseln ist wenig von demjenigen verschieden, welches auf den Westindischen Inseln 5^7 Archipel der Sandwich-Inseln. herrscht, die auch ungefähr in gleicher Breite liegen; doch scheint es noch etwas gemäßigter zu seyn. Covk, der in den Wintermonaten hier war, sagt: „Wir sahen gemeiniglich die Wolken sich um die Gipfel der Hügel zusain- menzjehen , und sich unter dem Winde durch einen Regen entladen ; wenn aber der Wind dieselben von, Lande fortgeführt hatte, dann zertheilten sie sich, verloren sich in der Athmvsphäre, und statt ihrer stiegen andere Wolken auf. Dies ereignete sich alle Tage inOweyhe. Die Berge waren gewöhnlich in Wolken gehüllt, und es fiel in dem Innern der Insel bald da, bald dort Regen, während am Ufer schönes Wetter und Heller Himmel war. In den Wintermonaten stieg das Thermometer einmal 88° Fah- renheit; der mittlere Stand war 83°. Wir haben bereits oben bemerkt, daß die Vulkane an der Bildung dieser Inseln großen Antheil zu haben scheinen. Auf der Lava hat sich an vielen Orten eine fruchtbare Erde erzeugt. Andersen fand hier auch Hämatit, Schiefer, gelblichen und ounkcln Wetzstein < lapis lydius und Marmor. Die vegetabilischen Producte sind ungefähr dieselben, wie in den andern Inseln des großen Oceans. Man baut mehrere Arten Brodfrucht, die zwar nicht so häufig sind, als der Tahiti, aber doppelt so viel Früchte tragen. Die Arumwurzeln (Arum eseuJentum) sind hier von vorzüglicher Güte. Fernerfindet manPisangs, Iambusen (Eu- genia Malacccnsis) Eocos, Pompelmusen, Dracaena tenninalis, die Gardenia oder den Capschen Jasmin, Sandelholz, Papier-Maulbeerbaum, Bataten, Zuckerrohr u. Von vierfüßigen Thieren gab es vor Ankunft der Europäer hier nur Hunde, Schweine und Ratten. Die Hunde gleichen denen auf Tahiti, sie haben kurze, krumme Beine, einen langen Rücken und aufrecht- 548 Australien. stehende Ohreft; sie find nicht wie in Europa, die Gesell« schafter der Menschen, dem sie durch Wachsamkeit oder auf der Jagd nützlich werden. Der Hund auf den Sandwich- Inseln ist nur ein Mastvieh, das mir den Schweinen mit Vegetabilien und Fischen gefüttert, geschlachtet und gegessen wird. Das Fleisch soll dem Ziegenfleische ähnlich schmecken. Schweine giebt es auf den Sandwich - Inseln in großer Menge, und zwar ist die hiesige Rasse größer und schwerer, als jene auf den Societäts- Inseln. Die Vogel in diesem Archipel kommen, nach dem Zeugniß der Begleiter Cook's aus dessen dritter Reise, an Schönheit allen denen bei, welche auf andern Inseln des großen Dceans gefunden werden- Sie sind in großer Anzahl vorhanden ; doch giebt es nur wenige Arten, wovon vier zu den Colibris gehören, nämlich; Neotarinea pacisica ; obscura; virea und coccinea. Von beiden letztem Geschlechtern kommen hauptsächlich die schönen rothen Federn, welche auf vielen Inseln der Südsee, wegen ihrer Benutzung beim Putze, so berühmt sind. — Unter den andern Vögeln bemerkten die Reisenden zwei Papageien-Artcn, Psitt. australis uttb nlicsanus , eine Finkcnart (Fringilla coccinea), eine (Turdus Sandwichensis), einen Dick- schnabcl (Loxia psittacea), den tropischen Raben (Oorvu» tropicus , große weiße Tauben, wilde Gänse, bläulichte Reiher, Wasserhühner, Taucher und mehrere Secvögel. Von Fischen sind bekannt worden, Makrelen; braune, blaugcsprenkelte Baarse, und Forellen. Von Amphibien: kleine Eidechsen und Schildkröten. Die Entomologie und Helminthologie ist dort noch nicht aufgeklärt. *) *) S, v. Zimmermann a, a. S>. S. 150 54 <> Archipel der Sandwich-Inseln. Die Bewohner der Sandwich - Inseln sind von eben der Raffe, wie die Neuseeländer, die Einwohner derSo- cietäts -- und Freundschasts - Insel, der Marquesas , Adrianen und Carolinen, d. h. sie gehören zu den Malajen, welches sich aus der auffallenden Achnlichkeit der Sitten und Gebräuche dieser Völker, ihrer Gesichtszüge und der Uebereinstimmung ihrer Sprache beweisen läßt. Der Wuchs der Eingebornen in den Sandwich-Inseln ist im Allgemeinen unter der Mittelgröße. Sie sind wohl- gebildet, zeigen Anmuth und Behendigkeit in ihren Bewegungen , und können viele Beschwerden ertragen. Indessen stehen die Männer an Leibesstärke und Thätigkeit den Insulanern des Freundschaftlichen Archipels nach, und die Frauen haben einen weniger zarten Körperbau, als jene auf Tahiti. Die Weiber haben vorzüglich schöne Augen und Zähne, und in den Blicken Sanstmuth und Gefühl, wodurch sie sehr zu ihrem Vortheile einnehmen, und eini günstiges Vorurtbeil für sich erwecken. Ihr Haar ist bräunlich schwarz; die Nase etwas braun, doch nicht platt. Man bemerkt auch hier, daß die Vornehmen durchgängig schöner sind, als die gemeinen Arbeiter, welche letzteren häufig schielen und am Körper mit Geschwüren bedeckt sind. Die Vornehmen und Reichen ziehen sich dagegen durch den unmäßigen Gebrauch des Kava - .Getränks meist eine schuppige Haut und ein Zittern an den Gliedern zu. In Cook'S Reiscbcschreibung wird die Anzahl der Bewohner hiescs Archipels, wahrscheinlich sehr übertrieben, auf 400,000 Menschen angegeben. Obgleich diese Insulaner den Eapitä'n Cook ermordeten , so giebt ihnen Capitän King, der Nachfolger Cook's, ( ßßo Australien. doch das Zeugniß, das sie einen sanften Charakter haben, zum Wohlwollen gegen einander geneigt waren, und sich eben so weit von dem Leichtsinn und der Flüchtigkeit der Lahitier, äls von dem Ernst und der Verschlossenheit der Bewohner des Freundschaftlichen Archipels entfernen. Sie sind gefällig und theilnchmend , und zeigen einen rühmlichen Sinn für Häuslichkeit, welcher sich durch ihre Kinderliebe bewährt. Indessen stehen die Weiber doch in einer gewissen Unterwürfigkeit; sie dürfen nicht mit den Männer» essen, und die besten Speisen sind ihnen versagt. Die Einwohner zeigten sich gegen die Europäer gastfreundlich und bewiesen eine Wißbegierde, die sie vor allen andern Insulanern der Südsce auf das vortheilhasteste auszeichnete. Auch haben sie es offenbar in der Cultur durch ihre Bekanntschaft mit den Europäer am weitesten gebracht. Den deutlichsten Beweis davon findet man in den Nachrichten, welche Herr Hofrath von Langsdorf, bei seinem Aufenthalt auf der Nordwest-Küste von America, von den Sandwichsinseln erfuhr und die wir hier mittheilen wollen. Der König Tomuhmovon Owaihi, den bereits Van Couver den Europäern bekannt gemacht, hat durch den beständigen Verkehr mit den Seefahrern der Americanischen Freistaaten , und besonders durch die Americancr P o u n g und Davie, die schon Jahre lang bei ihm wohnen, und gleichsam seine Minister sind, Europäische Sitten, Englische Sprache und Gebräuche angenommen , so daß die mehrsten und thätigsten Bewohner dieser Insel jetzt Englisch sprechen. Tomuhmo hat sich alle Inseln dieser Gruppe zu unterwerfen gewußt, und ist Alleinherrscher derselben. Durch den beständigen Handel und Umtausch lernte er in wenig Jahren den Werth des Silbers kennen und verkauft daher den ankommenden Schiffen seine Landesproducte am liebsten gegen baare billige Bezahlung in Spanischen Piastern. Archiprl der Sandwich-Inseln. 551 Sobald er eine hinlängliche Summe beisammen hatte, kaufte er von einem Americaner ein Schiff, bemannte e§ theils mit seinen eigenen, theils mit ausländischen Matrosen, deren heut zu Tage sehr viele in Dwaihi leben; denn,' im Ueberfluß von Naturprodukten, bei weniger Arbeit und schonen Mädchen, behagt es den Seemännern der vereinigten Sraaten sowohl daselbst, das beinahe kein Schiffer absegelt, der nicht einen oder einige von seiner Mannschaft zurückließe. Nur Leute von guter Aufführung und mit guten Zeugnissen ihres'Eapitäns versehen, duldet der König auf seiner Insel und die Eingcborncn Habensich so sehr an das Seeleben gewöhnt, daß sie vortreffliche Matrosen gewordeir sind. An der Nordwestküste von America hat Herr v. Langs- dorf aufBostoner Schiffen, die von Owaihi kamen, Eüz- wohncr dieser Znsel gesprochen, die als Matrosen dienten, und io bis Piaster monatlichen Dicnstlohn erhielten. In Verfertigung von Stricken, Netzgarn , Seilen und Lauwerk haben sie es so weit gebracht, daß sich die Seefahrer bereits hier damit versehen und dieses Lakelwerk der Sandwich-Insulaner für ausdauernder halten, als daS Europäische. Der König L 0 m u h m 0 verrieth in allen seinen Handlungen vielen Verstand , Scharfblick und große Thätigkeit. Seine Seemacht hat er in kurzer Zeit so ansehnlich vergrößert ; daß er im Jahr 1806 schon 15 Fahrzeuge hatte, unter denen sich einige dreimastige Schiffe, Briggen und Kutter befanden. In demselben Jahr ließ er dem Geschäfts- Verwalter der Russischen - Americanischen Handelscompagnie in Neu- Archangel (Norfolk- Sound) sagen: er habe von den Nordwestfahrern in Erfahrung gebracht, daß die Russischen Etablissements an dieser Küste bisweilen großen Mangel an Provisionen, und andern Artikeln, leiden, er erböte sich daher jährlich ein Schiff mit Salz, Schweinen 552 Australien. Bataten und andern Lebensrnitteln, ja selbst nu't Europäischen Produkten beladen, zuzuführen; wenn man ihm dagegen Seeotterfelle für billige Preise überlassen wollte, die er in Handelsspcculationen nach Canton zu schicken gesonnen sey. Seitdem hat man in St. Petersburg erfahren, daß die Russisch Amerikanische Handelscompagnie von Neu- Archangel ein Schiff nach Lwaihi abgefertigt, und dem Könige nicht nur Provisionen, sondern auch einen Kutter abgekauft hat. Der König beschäftigt sich, unter andern, sehr viel mit der Schiffbaukunst und soll die Vorzüge und Fehler eine» Schiffes sehr richtig auffinden und beurtheilen können. Alle zum Schiffbau gehörige Geräthschaften und Werkzeuge machen dermalen den vortheilhaftestcn Artikel des Handels aus, und Matrosen, die zugleich Zimmerleute sind, werden vorzüglich gut aufgenommen, und mit Ländereien und andern Vortheilen beschenkt. Die Menge der, in der Karakakua Bai auf Lwaihi ankommenden Schiffe, und der öftere Handelsverkehr ha^ bisher einen so großen Einfluß auf die Cultur dieser Inselgruppe geäußert, das diese Nation in ihrer Civilisation mit Riesenschritten vorgerückt ist, und sich schneller als irgend eine andere der Südsee, zu einem gebildeten Handels- Staate umschaffen wird. Die einheimischen Sitten und Gebräuche, die gegenwärtig den Europäischen sich annähern, stimmten mit je-^ nen der Societäts-Inseln überein. Da es uns hier an Raum gebricht, so verweisen wir deshalb auf die Reisen von Cook, La Perouse, MeareS, Portlok, Ban Couver, Marchand und Broughton. s Dster-Fnsel. Lb diese, im Führ 1721 vonRoggeween entdeckte» kleineJnseln, das, von dem Flibustier Davis i. I. 1687 gesehene, DaviS-Land sey, wieEvok glaubte, ist hier nicht der Ort zu untersuchen. *) In neueren Zeiten haben sie Cook, La Perouse, der Spanier Gonzalez, **) und Capitän Edwards besucht. Die Lster-Insel liegt unter 27 8' 13 " s. Br. und 112 3 4' 31', w. L. von Paris. Der Umfang beträgt etwa io bis 12 Seemeilen, und die Arealfläche etwas über 4 Luadra - Lieues. Der einzige Landungsplatz ist an der Westseite. Die Insel besteht aus hohem Gebirge, das durchaus vulkanischen Ursprungs zu seyn scheint. Roggeween fand hier Palmen, wahrscheinlich Cocos- Palmen, die aber gegenwärtig ausgegangen oder ausge- ) M. f. Fleurteu in Voyägcs cle Marcband. •*) M. s. Bratring's Reisen der Spanier rc. 5J4 Australien. rottet sind. Daher fehlt es «n Schatten und das Land ist dem Brande der Sonnenstrahlen ausgesetzt, und cS fehlt fast gänzlich an süßem Wasser. Doch wachsen hier Pisang, Arum, Bataten, Yamswurzeln, Papier- Maul- beerbäume und Zuckerrohr, die von den Eingebornen angebaut werden. Von vierfüßigen Thieren fand man nur Statten Gstyebem sollen die Hühner häufig gewesen seyn, jetzt giebt es deren nur wenige. Bon andern Vögeln sah man nur Seevögel. — Da auch das Meer nicht sehr fischreich ist, so fehlt es den Bewohnern wenigstens an dem Ueberflusse der anderen Südsce-Jnseln. Die Eingebornen gehören, wie Sprache und Sitten ausweisen, zu der Malajischen Rasse; ihre Hautfarbe ist jedoch weniger dunkel, daher sie den Mulatten ähnlich sehen. Sie sind gütig, zuvorkommend, mitleidig, aber die durch» triebensten Diebe. Die Weiber zeigten sich als die schaam-' losesten Messalinen. Sie tatowiren sich, tragen ein Tuch um die Hüften, und einen Mantel, aus der Rinde des Papier-Maulbeerbaums verfertigt. Die Bcschneidung ist unter diesen Insulanern eingeführt. Der Hauptputz bestehtin einem zungenförmig gestalteten Stücke Knochen, welches bei beiden Geschlechtern auf der Brust hängt; ferner aus Halsbändern und großen Ohrringen von Muschelfchaalen. Die Frauen tragen einen weiten Hut von Mattenwcrk. Ihre Nahrung nehmen sie nur auS dem Pflanzenreiche. Sie essen Seetang und was das Sonderbarste ist, sie trinken Seewaffer. Sie verstehen die Lava zu behauen und daraus die Grundlage ihrer Wohnungen zu mauern. Diese sind große Schuppen, bisweilen 300.Fuß lang, bei 10 Fuß breit, 555 Archipel der Öfter-Inseln. Und bestehen aus Stangen, mit Matten bedeckt. Die Thüre ist so niedrig, daß man hinein kriechen muß. Außerdem haben sie steinerne Gebäude unter der Erde oder Keller, welche ihnen als Borrathshä'ufcr dienen. Wer ihren ebenfalls steinernen Morais, sieht matt zwas roh behauene, doch merkwürdige steinerne Bildsäulen, die in kolossaler Größe Menschenköpfe vorstellen. In unterirdischen Gängen werden an diesen Morais die Knochen der Verstorbenen aufbewahrt. Es scheint die Industrie dieser Insulaner eine eigene Richtung genommen und sie zur Bildhauer,'« geleitet zu haben. Außer jener großen Büste, sah Förster verschiedene artig geschnitzte menschliche Figuren, besonders merkwürdig schien ihm hierunter eine Frauenhand in beinahe natürlicher Große. Die Finger waren etwas aufwärts gebogen, die Nagel lang und weit hervorragend. Sie bestand aus dem wohlriechenden Holze, womit man in Tahiti dem Eocosöl einen guten Geruch giebt. Dies Holz ward aber auf der Oster-Insel nicht entdeckt. Die Pflanzungen waren reinlich gehalten und mit Asche aus verbranntem Grase gedüngt. Ihre Fahrzeuge haben die Form jener auf den So« cietats»Inseln; sind übrigens ziemlich schlecht. Die Ruder bestehen aus mehreren Holzstiicken, was dem Mangel an großen Bäumen zuzuschreiben ist. Die Waffen bestehen aus Speeren und Keulen oder Streitkolben von sehr hartem Holze, die denen aufNeu- Seeland ähnlich sind. Die Spitzen der Lanzen sind von scharfen, dreieckigen Lavaglase. Also führen auch diese Insulaner, die so weit von andern Inseln entfernt sind, und deren Anzahl La Pc« rouse auf Looo schätzt, Kriege unter einander. HluHralteü. Die ungewissen Fn sein. Für die Schifffarth und als Vorbereitung zur Erweiterung der Erdkunde, wäre es ein verdienstliches Unternehmen, genau den Angaben nachzuforschen, auf welchen der Glaube an dem Daseyn mehrererJnseln im nördlichen Theile des großen OceanS beruht. Sie werden fast auf allen Charten angegeben,und doch ist ihrcLage durchaus ungewiß; ja über mehrere Theile des Meeres, wo solche Inseln liegen sollen, sind neuere Seefahrer gerade hinweg gesegelt, ohne Land entdeckt zu haben. So nahm Van Couver, um zu untersuchen, ob die Gruppe von Inseln, die nach den spanischen Charten zwischen 19* und 25° n. Br. und 222 und 225° östl. L. v. Er. liegen, und Dc los majos heißen, wirklich existire, stinen Lauf dahin; er fand aber aller Mühe ungeachtet, und ob er gleich quer über die Stelle wcggesegclr war, wo sie seyn sollte, keine Spur von Land in dieser Gegend. Mehrere dieser ungewissen Inseln haben ihre Existenz wahrscheinlich bloß dem Zufall zu verdanken, daß L.Anso n auf seiner berühmten, i'.J. 1742 gemachten Priese eine spanische Charte fand , nach welcher dicGalleonen ihren Curs von Acapulco nach den Philippinen richteten. Diese Charte Archipel der ungewissen Inseln. 557 von welcher sich eine verbessert-Cupie in Anftns Reise befindet , ist mit einer Menge Inseln angefüllt, welche uns denn Alle sorgfältig in neuere Ch risti überiräsi, ohne die Fahrten der neueren Seefahrer dabei zu Ratve zu ziehen. DieGruppederG uadeloupes, welche auf denChar- ten zwischen 27° «8° und -8° 30'in Br. und zwischen LIZ" und 214° östl. L. v. Gr. niedergelegt werden find weder von Capitckn Gore noch von Krusenstern ges.hen worden, obgleich beide Seefahrer ihrcr.veimeinllichcnLage sehr nahe waren. DieMalabrigos wurden von Krusenstern gesucht, aber in ihrer angeblichen Lage nicht gefunden. ' Die Insel Sän Juan in 27° 32' n. Br. hätte von King gesehen werden müssen, wenn sie vorhanden wäre» LbdieJnselnUlo a, Pa xaros, laGorta, re rc., welche die Charten anzeigen, jemals werden entdeckt werden, muß die Zeit entscheiden. Gore's Sch w e fel-In sein, in 25° n. Br. und 22»° östl. L. v. Gr. sind wahrscheinlich dieselben Inseln, welche die spanische Charte unter dem Namen los Vole-mos angicbt. Mehrere Felsen und Klippen, die den Seefahrern ge> fährlich werden können, mögen in diesen Gewässern noch vorhanden seyn, deren Lage nicht bestimmt ist. Mehr hierüber sehe man in Cook's dritterReise, in Colnet'S und in Kruftnstern's Reisen -c. ES ist nicht wahrscheinlich, daß im großen Lcean noch irgend ein großes Land werde entdeckt werden; indessen - O g r 558 Australien. mögen noch mehrere einzelne Inseln oder Gruppen künftige» Seefahrern Gelegenheit geben, die Geographie von Ausira. lien zu erweitern. Um diejenigen Gegenden zu kennen, wo dergleichen Entdeckungen zu erwarten sind, sollte man auf den Charten die Stellen bezeichnen, wo die Schiffer Anzeigen von Land in der Nähe fanden, ohne jedoch welches zu sehen. Sodann auch müßten die Curfe aller bekannten Seefahrer mit Genauigkeit eingetragen werden, um die Theile des Oceans zu bemerken, welche noch gar nicht oder nur in älteren Zeiten befahren wurden. Es giebt solche Charten, aber sie sind weder vollstäudig noch genau. * Literatur. 559 Literatur. I. Allgemeine Schriften. Es giebt keine vollständige Beschreibung des fünften Wclt- theils. Die von Ehemann und $> c n si it g. e t herausgegebene Fortsetziinq von,,P l a » 4 ' s Handbuch c i n c r v o l lsta n- digen (?) E r d b e s chr e i b n n g u » dG e sch i ch t e P o l y n c- si e >i s," (Leipzig und Gera • 799-) verspricht dem Titel nach etwas, was in einem Octavband nicht geleistet werden kann; sie enthält mehrere Lücken und ist, in einigen Capiteln, durch die neuesten Entdeckungen unbrauchbar geworden. Herrn von Z immerm au»'S Australien ist bis jetzt noch unvollendet, und Überbein kann dies Werk, von dem Geographen nur mit großer Vorsicht gebraucht werden. Wir können daher unter dem Titel: Allgemeine Schriften, nicht solche anführe», welche ausführliche Beschreibungen von Australien liefern; sonder» versteh?« darunter allgemeine geographische Werke, Reisen um die Welt, und Sammlttngen von Reisen, in denen unter andern auch Nachrichten von Australien oder einzelnen Theilen dieses Welttheils enthalten sind. Hiehcr gehören zufördcrst die allgemeinen Sammlungen des liamusio, Hackluit, Purchas, Gierens, Churchill, die allgem. R> isen zn Wasser und zu Lande, die Frankfurter, Hamburger, Berliner Samniluiigen, die Sprengel -Ehrmann'sche Bibliothek, das Forstcrsche Magazin die Sprengel-Forster- schen Beiträge zur Länder . und Völkerkunde, die Sammlungen von Melchisedee Thevenet, und die Lettres ediiianles. Histoire generale des Voyages, ou nouvelle colleclion de tous les Voyages par mer et par terre , qui ont ete pu- blies jusqu’ a presen», par l’Albe Prevo.t. I'aris, Didot 1746 et annees suivantes. 1» Vol. in 4. Abrege de l’histoire generale des Voyages de Mr. /’ Abbtf, frtivot-, par M. de la Harpe. Paris 1780. 23 Vol. in 8- Dieser AuSzug wird der Prevot'scheiiSammlung vorgezogen. lkisloire des Navigations aux Terres Australes, contenant ce que l’on sait des moeurs et des productions des con- Australien. 5 6 ° trees decouvertes jusquW ce jour, et ou il est'traite de Fn ilite ePy faire uu nouvel etablissement etc. (par le president de Bross'W), Paris, r7^6. 2 Vol. in 4. inö T utf-veiiberjVst muSlumi'tfnniun und Zusätzen von I. Chr. A-dcLüng. Halle, 1767. in 4. ' .An historicct! Collection of the several Voyagcs and Dbco- veries in the South Pacific - Ocean , hy Alexander l)al * ryrnpla London, 1770s 2 Vol. in 4 * Hydrographie, on histoire des nouvelles decouvertes faites dans la mer du sud en 1 "67 , 66 , et 70., par JV 1 . ds» Freville . Paris, r 774 L Vol. ist g. Decouvertes des Francais en 3788 et 1789, dans le sud- e t de la N^uvell? Guinee, et reconnaissances poste* iieures des Anglais, qui \eur out impose de nouveaux noms * piecetioes de P Abrege historiqne des Navigat.ions et des Decouvertes des Espagnols dans les memes con- trees: par M * * * \dn ifleurieu ), Paris, 1790. Ul 4 » A chronological History of the discoveries in the South* Sea or the Pacific - Ocean etc. by James Burncy ♦ Lon* don r go4—1^07. 2 Vol. in 4. Reisen um dieWclt oder in die Südsee. Primo Viaggio intorno al globo terraqueo etc. fatto del cavagliere Ant. Pigufetta. Milano , 18 »<». 4 Vol. in fol» rnS Teutsche nach der Franz. Abkürzung des Amorerti über- sitzt. Gotha, lgyz in 8- Ortoga (Casimiro) Kesnmen liislorico del primero Viage heclio ad rededor del Mundo , por Hernand Megellanes. Madrid , >769. ill 4. Bcsehryvinge van de Voyage om de gehele weerelt - cloot, door Olivier van Noort. Rotterdam, ohne Jahljahl, tu ^ol. With FunncFs Voyage round the World. London , 1607. in 8- Raysc round om de gehecle Aerdkloot dor Wilh. Cotn . Schonten-, Ams(.e;dam, 1618 in 4. Voyage d'Abel Tastnan aux Terres Australes, Fan 1642. lM 4tcti Theil der Sammlung von Melchiseöech Thevenot. Dampicr s new Voyage round the World. London ,1711, 3 Vol, ill 8. Literatur. 561 A Voyage round the World in the Years 1740 to 1747, by Ceorgo Lord Anson , compiled from his papers by Richard Walter . London, 1747, tu 4. INs Teutsche übersetzt, Leipzig, 1749- in 4. Voyage autour du Monde , par la sregate la Roudeuse , et la flute l’Etoile , en 1766—1769, par M. d« Bougainville, Paris, 1772. 2 Vol. in 8. Voyage autour du Monde pendant Ies annees 1767—76 par Mr. de Pages, Paris. 1732. 2 Vol. in g. In Bezug auf Australien liefert Pages nur einige Nachrichten von den Marjanen. John Htnvkesivortk an account of tbe Voyages undertaken by the order of bis present Majesty, for making disco- veries in the Southern hemisphere, and suecessivcly performed by Conitnodore Byron, Cap. Wallis, Cap. Car- teret, and Cap. Cook , in the Delphin and the En* deavour. London, 1773, 3 Vol. in 4. A Voyage to the pacilic Ocean, unterdalsen by the com* mand of bis Majesty, for making discoveries in the Northern hemisphere, to determine the position and cxtcnt of the Westside of Nortk - Amerika, its distance frotn Asia and the praticability of a northern passaee to Europa , performed under the direction of Cap. Cook, Clark« and Gore, in bis Majesty ships the Resolution _ and Discovery, iu the years 1776—1780. London, 1782 3 Vol. in u. Geschichte der See-Reisen und Entdeckungen int Si'ibmeer, welche a„s Befehl Sr. Großbrittanische» Majestät George des Dritten unternommen worden sind. Aus denTagebt'ichern der Schiffs - Befehlshaber und den Handschriften der Gelehrten SirZ. Banks ; Dr. Svlandcr's ; Dr. I. R. Fvrster's ; Dr. G. Forstcr's und Herrn Andcrson's, welche diesen Reisen als Na- turknudigcr beigewohnct haben. Aus dem Englischen von Georg Förster; mit Zusahen für den Teutsche» Leser u.ft w. Berlin, 1776—87. 6 Bande in 4. T c u t sch e n Lesern, denen es um eine gründliche Kenntniß der hier angezeigten Entdecknugsreisen zu thun ist, können wir nur dieses Werk empfehle»; müssen dagegen vor einer andere» Ueberftnnng «nd Abkürzung warnen, welche unter folgenden Titel erschienen tst: 562 Australien. JacobEook's sämmtliche Reisen um die Wglt. Drei Thes, R, Wien, i8»3- Diese Uebersetzung ist in einem so schleppenden, vielleicht gut Wienerischen, aber schlecht Teutschem Styl abgefaßt, und s» viele, tue die Wissenschaft höchst wichtige Stelleii, darin aus« getasien worden, daß das Werk für den Gelehrten durchaus unbrauchbar ist. jS. Voyage round tha World, but more particularly to the north-west coast of Amerika performed in 1783 t° 1 7ßtf. by Capitale Eortlock, London, 1789. in 4 . A Voyage rouud the World, performed in 1783—88 by Cap. Jjivon, London, >789 in 4, George HamUtords Voyage round the World, performed under the direction of Capitain Edwards , in the years j 79 o—92. London, 1793. in 6., ins Teutsche übersetzt von F. L- W. Mazep. Berlin, >794- in 4. Voyage sie la Peyeouse autour du Monde, redige par Mr. L. A. Milet-ß'fureou. Paris, 2 Vol. in 4 . ins Teutsche überseht und mtt Anmerk. von I. R. Förster und Matth. Chr. Sprengel. Berlin, 799. Die Uebersi'Hung ist sehp fehlerhaft und sicher nicht von Förster. Jsouveau Voyage ä la mer du sud, commence sous les or. dres de Mr. Marion , et acheve, aores la mort de cet offiicier, par Mr. Uucleineur, redige d’apres les plans et journaux par Mr. Crozet. Paris, 2783 iii 8- Voyage ä la mer du sud , entrepris par ordfe de S. M, Brilanmque, pour introduire aux indes occidentales l’arbre a pain et d’autres arbres utile, par le Lieutenant ßligh , avec une relatiou de la revolte arrivee A horst de son vaisseau ; traduit de l’Anglois. Paris, 1792, Capitain James Colnett's Voyage from Cap* Horn into the Pacific Ocean. London, 1792, Relation du Voyage A la recherche de la Peyrouse, fait par ordre de l’assemblec Constituante, pendant les an* nees 1791 ct 92, par le citoyen habillardUre^ Paris, an Vlll (i 8 °o), 9 Vol. in 4. Voyage de eP Entrecazteaucc envoye ä la recherche de Ja Peyrouse, redige par Roussel. Paris, rjjOZ, ii! 4. Voyage autour du Monde, Pendant les annees l 790—92, par litienoe Manha/nl . precede d’nne introduction hi. Literatur. 563 isleriqu* , et auquel on a joint des (recherches sur Iss terres Australes de Dracke et un examen critique du Voyaste de Uogeeween , yar C. i'. CCaret Fleurieu. J?a- 1 ris . an VI. 3 Voll IU 4. George Vancauver , a Voyage of discovery into the north pacific Ocean and round the World, in the Years 1790 a i~ 95. London, 3 Vol. in ft, A Voyage round the World , in the Years tgoo—1804. in which the Author visited ttie principal Islands in the pacific Ocean and the. englisch Settlements ,of Fort Jachson and Norfolk - Island, by John Turnbull. London, igOA. Der Verfasser, an dem fein Teutscher Ucbcrsctzer ein feines Zartgefühl bcmerfl haben will, offenbaret sich nur z» oft alS einen rohenMenschen, dessen Urthcilrkraft wenig geübt ist. Zum Beweise lese man seine Schilderung von Tahiti. Was würde G. Förster dazu sagen, wenn er sähe, wie hier ein Krämer mit »ngeweihtc» Händen sich an dem Geiste eines liebenswürdigen Bvlks vergreist? LVrotz, Voyage'de Ddeouvertes aux Terres Australes, Ta* ris, 1807. Bis jetzt ist von dieser Reise nur der erste Band erschienen. Reise um die Welt in den Jahren 1803—rgoü, auf Befehl Seiner Kaisers. MajestätAlexandcr desErsten, aiifde» Schiff sen Radeshda und Newa, unter dem Cowniando des CapitänS von derKaiserl. Marine, A.I. v 0 u K r u sc » st c r 11. St.Pe- tersbnrg,i8>r.ZBände,in 4. Berliener Ausgabe zBänd. in 12. Bemerkungen auf einer Reise um die Welt, in den Jabren 1804 bis 18öS ; vonG. H. vonLangsd orff;Kaiserl. Russischem Hofrath. Frankiurt am Mai», 1812. 2 Bande in 12. Hr. v. Langsdorff begleitete bekanntlich den Cap. von Kru- senstcrn auf seiner Reise um die Welt; doch irenitte er sich von des,selben, und nahm zur Rückreise eine andere Richtung, II. Besondere Beschreibungen. 4, N e uh 0 11 aIId und B an d i c m e n s 1 au d. William Dampier's a Voyage to New-Holland etc. in the year 1699. London, 1703 (U tz. Australien. 564 A complcat account of the settlements at Port-Jackson ia New - South • Wales , including an accurate description of tlre stituation of the colony, of the natives and of the natural productions, by Watkin Tcnch. London, 1788. in 8. ins' Teutsche übers. von Sprengel. Hamburg, ,794.1» z. Voyage to.New South-Wales, with a description of the country , the mannevs, custoros, religion etc. of the na- tives in the vicinity of Botany-Bay, by Barrington, London. Von dieser Reise sind 6 Auflagen erschienen; die erste iß vom Jahr 1789, die letzte, welche zugleich eine Nachricht von Barrington'S Leben enthält, ist vom Jahr 1800. Account of the settlements of Port - Jakson, by King. London , 1789. in 4. Philipp" 1 s Voyage to Botany . Bay, with an aecount of tbe establissement of the colony of Port-Jackson and Norfolk. Island, compiled front authentic papers, which have been obtained front the several departemens; to which are added the journal of lieut. Schottland, AVath, Ball and Capt, Märschall, wich an accountof their new disco- veries. London, 1789. in 4 . Übers. in 8 »rster's Magazin Bb. I. A Voyage to New-Sonth-Wales, in the years 1787—89- by John IVithe. London, 1792. in g. An historical Journal of the transactions at Port - Jackson and Norfolk Island, which have been raade in New- South - Wales and in the Southern - Ocean , by John Munter. London , 1702. in 4 . An account of the English Colonny in New-South - Wales etc. by Lieutenant - Colonel Collins. London 1801. 2 Vol. in 4. The Narrative of a Voyage of discoveries made in the years 1800—t£o2 , in New - South - Wales , by Grant- London , 1804. in 8 - ins Teutsche übers. in demzZken Bande der Sprengel-Ehrmann'schen Bibliothek. An account of a Voyage to establish a Colony at Port- Philipp etc. by J. H, Tachey. London, -8oZ. in g. Enthält die Geschichte einer versuchten N hderlaffnng in Port-Philipp an der Südküste von Nmholland, inderBaff'S Straße. Literatur. 565 Chart "of Bass.Strait hetvveen Now - South - Wales and van Diemens ■ Land , surveyed by Lieut. Vlinders. London, by Arrowsmitk. 1800, Dieser Charte ist zugleich eine Beschreibung beigefügt. Zu den Quellen der Kunde von Neuholland gehören auch die Reisen von Cook, -Marion, La Pcrouse, Dentrccastcaux und Perou. 2. Neu-Guinea. Voyage a la Nouvelle - Guinee , dans lequel on trouve la description des lieux , des obsevvations physique et mo- rales, et des details relatifs a l’histoirc naturelle dans les regnes animal et vegetai, par IVlr. Sonnerat, enrichi de cent vingt Ügüre's en taille - douce. Paris. 1776. in 4. Cap. Thomas Foresfs Voyage to Guinea and the Molu* cans etc. during the years 1774—76. Dublin, 1779. in 4. Z. N c U-B ritannicnunb andere östlich und südöstlich von N e u - G u i »e a gelegene, Inseln. Ueber diese Inseln findet man Nachrichten in Dampter's, Carteret's, Bougalnville's. Cook's, DentrecaStcaux's und Lobil- lardicre's Aeiftu. Deconverles des Eran^ais en 17.18 et 1789. le s„d - est de la Nouvell - Guinee et reeonnaissances posterieures des Anglais qui leur ont impose de nouveaux noins ; prece- dees dr- 1 ’ Abrege hisiorique des Navigations et des Decon- vertes d"s Kspagnols dans les meines contrecs : par M*** (de Fleurieu) Capitaine de vaisseau: ouvrage enrichi de treize cartes et planches. Edition du Louvre. 1790, in 4. 4. Neu - Scclaud. Die Quellen der bisherigen Kenntniß von Nen-Sceland sind: Tasman's, Cook's und Dentrecasteaux's Reisen. Interessante , in Neu - Holland gesammelte, Nachrichten findet liisiii in Cvllins oben angezeigtem Werke. 5. M a rt an cn - I n scl n. Histoire des iles Marianes, nouvellement converties ä la religion chretienne, et de la niort gloiieuse des pre- 566 Australien, jiiiprs missionnaires qui y ont prgche la foi ; pat le P, 1,9 Gobieu , de la Compagnie de Jesus, Paris, 1700. Außerdem gisioccn zu den Quellen: Anson's, Byron's und Walles Reiie». 6. Carolen«». Die Lettres edifiantes (Ufern die einzigen, über diese In» sein delattmen Nachrichten. Die hierzu gehörigen Pcljuh- Insel» sind beschriebe» in: An Account of the Pelew -Islands situated in the Western parts of the Pacific - Ocean, composcd from the jour- »als and Communications of Captain Harri W'ilson and *ome of his officiers in August 17S3, by George Keate. London , 1788. ist 4, A supplement to the Account of the Selew • Islands ete. by Jotui Hockin , London. 18 0 4 . in 4. 7. M u lg r a ve's - I nse l n. Die einzigen Quelle» zur Kenntniß dieserJnscln sind die Beschreibungen der Reisen von Marshall und Gilbcrt; die erste sindet sich in : The Voyage of Governor Philipp to Bota- ny-Bay etc. London, 1789 in 4. Der andere hat eine esgcne Besdircibuna herausgegeben unter dem Titel: Voyage front New Sou h WaLs to Canton, in the year 1788, by Thomas Gilbert Esp. Commander of the Charlotte. lLon^on t 1789, in 4. Beide Reisen, die letztere im Auszuge, sind ins Teutsche übersetzt in orster's Magazin der Reisebeschreibungen. Erster Band. Berlin, 1790. 1 8 . Navigator's-, Fidji - und Freundschaft s- 3 »seln. Da in unserer Beschreibung dieser Inseln diejenigen See- / fahrer angezeigt worden, welche dieselben besucht haben, so ist es überflüssig, sie hier »och einmal zu nennen. Besondere Beschreibungen dieser Inseln giebt es nicht. g. Dir Societäts - und die niedrigen Inseln. Auch hier sind die Reisen der Secsahrcr nachzusehen, welche diese Inseln besucht habe». Essai sur l’ile d’Otaiti dans la mer du sud , sur l’esprit et les mocurs de ses habitans, par Mr. Taitbout. Paris, Literatur. 567 ,777. in z. ins Teutsche übersetzt. Frankfurt und Leipzig, 1788 - in 8 . A Missionary Voyage to the Soulhern Pacific Ocean etc. by Capitain Wilson . London, 1799. ili 4 . Reisen der Spanier »ach der Südsee u. s. w. mit Anmcrk. »nd einer historischen Schilderung der Gesellschasts-Znseln, von Fr. W. A. Brairing. Berlin, 1602.1» z. 10. Marquesas-und W a shing t0n's-Jnseln. Man findet Nachrichten von diesen Inseln in denRejsebe. fchreibnuge» von Qniros, Eook, Förster, Marchand, Van-Cou- ver, James-Wilson, Krusenstern und rangsdorff. Liancourt's Reisen inNordamerica. Hambura, ,709 ,stcc Bind S. >Lz. f. enthalten des Amerikaners Robert'S Entdeckungen in diesem Archipel. 11. Sandtvich-Znselu. Man sehe die Reisen vo» Cook, LaPevouse, Mea» res, Portlok, Van Couvcr, Marchand, Brough« ton, Krusenstern und Langsdorff. ,2. Oster-Jnsel. Man seheDalrymble'r undDelrosseSammln», gen und die Reisen von Cook, La Perouse, Gonza. les, Edwards, und Marchand. » . t Australien 56k Charte n. von Australien und einzelnen Theilen desselben. ».Generalcharten. Garte reduite de l’Ocean pacisique meridional appelle com- munement Mer du Sud par Bsllin . Paris, Depot gen* de la Marine. Roberts's Generalcharte der Entdeckungen Capt. Cook's auf seinen 3 Reisen um die Welt» herausg. von Fr. A. SchrUfnbL Wien, Schalbacher. 1789. 2 Bl. Djurberg^s, Dan* , Karta öfver F'olynesien eller Femte De- len af Jordeklolet. Ny och forbaltrad Upiaga. Stock- holm, 1790. Sotzmann*s, 1 )• F. Charte von Australien oder Polynesien* Nürnb. ( Sehn. u. Weigcl, 1792. Dessen, Charte des grossen Oceans nebst allen neuen Entdeckungen in Australien, Hamburg, Perthes. 1810. Flanfs Charte des Fünften Weltthöils. Leipzig, 1793. Heinecke^s, /. C. Jll, Generalcharte von Australien. Weimar, Geogr. Institut. Berichtigt, 18 v 3* Arrowsmiitfs , A, , Chart of the paciiic Ocean, London, 1798. 10 Sh* 2. Spezialchartsn. GreathemT s, Sam ., a Meicators Chart of the islaitds witli- in 2000 miles of Otabeite. London, Baden. r 797. Charte der Insel Otaheite nach Cook's und IVilson's Messungen entworfen. Weimar, Geogr. Inst. 1800 Sotzmann*D, F m > Fahrt des Lieut. Bligh von Tofoa nach Titnor'im I. 1*89, nebst cim r Charte vorn nördlichen Theile der neuen ilchridcn, der unentdcckten Blighinsel und der Nordostküste von Ntmhollaod, Berlin, 1791. i / Charten. 569 Lindner's, Dr. F. L, , Cliarte von Neuholland. Weimar, Grogr. Institut, » 8 > 4 . The eastern coast of New Holland rvith Endeavour andBo- tany - Bay front Diemen’s-Land to the Endeavour-Strait. London, 1787. Daives, Wrn, , A map of all those parts of the territory of New South-Wales wbich have been Seen- by any per- son belouging to the settlemgnt established at Port Jackson. London, 1792. Hunteds, J. , Chart of the eoast between Botany-Bay and Bioken - Bay. London, 1792. Charte der Englischen Niederlassungen in Neu - Süd - Wal- lis. Weimar, Geogr. Inst. 1E03. Topographische Charte von den Englischen Besitzungen in Neu Süd Wallis nach der neuen Aufrahme von Gri. mes u. Flinders. Weimar, Geogr. Inst. 1803. Bradley’s Plan of Norfold Island. London, 1792. a Chart of Bass’s Strait bettveen New South.Wales and van Diemen’s Land surveyed by Ltn. Flinders. London, igoo, Chat e der Bass’s . Strasse zwischen Neu - Süd - Wallis und van Diemens - Land. Weimar Geogr. Institut, igoo. The Western part of the pacihc Ocean front New Holland to the New - Caroline - Islands and isle of Tiniau. London, 1799. The discoveries made by Capt. Manning of the Ship Fitt, . London, Faden. 1792. Beichardts’ s, C. G. , der nördliche Theil des grossen Weltmeeres. Weimar. Geogr. Institut, 1Ö13. Inhalt Australien. Erste Abtheilung. Einleitung. Seit,! Begriff von Australien und Polynesien Der große Ocean . . Der nördliche Ocean.7 Der Acguinoctial-Ocean » . . . . 1» Der südliche Ocean . . . . . 14 Endzweck und Mutzen der Kunde von Australien . iZ Kurze Entdccknngsgcschichtc.13 Die Inseln Australiens als zusammenhängende Gebirgs» kellen betrachtet ... . . . zz Ilmsang und Lage Australiens . . . .56 Naturbkschaffenheit dieses Weltthcils ... 5/ Einwohner ....... .61 Zweyte Abtheilung. Neu - H 0 lland. tzfame. Lage. Gränzen. Gestalt. Größe. < 5 / Küsten. Meerbusen. Nahe Inseln. Haven. Flüsse 73 Naturbeschaffeuheit. Gebirge. Klima. . . . 98 Naknrproducte . . . . > « , »>» Bewohner . . « . . . . Grvßbritannische Colonie auf Neu - Süd - Wallis 137 Insel Van - Diemens, Land .... ,6a Inhalt. 571 Dritte Abtheilung. Ncu - Gninra. Lage. Größe. Gränzen. Küsten. Borgebirge. Meerbusen. Nahe Inseln . Naturbcschaffcnheit. Klima. Producte Einwohner. Archipel der Louisiade. Entdeckung . . . . . . . Nalurbeschaffenheit. Producte. Bewohner Der Archipel von Neu-Britannien. Lage, Bestandtheile. Gränzen Entdeckung. Besondere Beschreibung der einzelnen Inseln sz.. Größere Inseln. a. New - Britain b, Insel Stephens . . « . «. Reu.Irland ..... 6. Neu - Hannover . . . . B. Kleinere Insel». a. Insel York. b. Sandwich. Insel .... c. Portlands - Insel .... ck. Inseln im Osten von Neu-Irland . Admiralitäts-Jnscl. Archipel der SalomonS-Inseln Einzelne Inseln im Nordostcn des S al omo n s - Ar chi- pcls . . . . . . . . >8» >91 >97 207 218 222 325 228 230 s3o 232 234 -37 238 -44 -45 -45 348 256 -85 Vierte Abtheilu n g. Archipel von Santa-Cruz ..... -z- Archipel der Heiligen-Giist-Länder; (oder die großen C y c l a d e n des Bougainvillc und neuenHebri- . den des Cook.) .... -97 Das Heilige-Geist-Land 300 Insel Mallicolo ...» 306 Insel Tanna .... 3>7 Ne» - Caledonic» . , . 343 Die Norfolk' Insel .... . 35® Neu - Seeland » . . . . .■ 358 Fünfte Abtheilu n g. Die Ladronen - oder Marianen . Inseln 385 Archipel der Carolincn oder neuen Philippinen 416 Die Peljuh > Inseln . * 4‘? *ii|tc«ii8. Abrigo, Bai de, -9 3 - — J»s-, > V- Abrolhos, Felseninseln, 83. 5 lb:n.'riilit«t>* - 3 ttfi'(n, 12.41. — biTru Entdeckung, Zahl, geograohische und wechselseitige Lage, 249 f. — die große, 249. Adventure-Bai. 175. — — Ins., L. ,1. Br. 522. Agana, Stadt, 393. 4i5. Agrigan, Ins., 391. Agnigan.Aguiguan, Jns.,392. Ahiduh, District, 341. Akona, District, 341 f. Albatroß, Ins. 167. Allen's > Eiland, 432. Älmagan, Ins., 891. Amakna, District, 341 f. Amargura, Ins., 446. Ambrrym, Ins, 342. AnachoretenJnseln, L. ».Br. 234. Anainoka, Auf., 446. 4A7. . Anatajan, Ins, 391. Ansän, Lord, 38 f. Anson's-Bal, 334. Anton - Cave's - Zns, 247. Anwny-Iaoa, Inselgruppe, 36. Apia, Ins, 27. ~ Apuna. District, 541 f- Archipel Bonaparte. 51. — dang£reux, iz. — de la iner maurai» se, 13. — de* Navigateurs, hoi Arcole's - Inseln, 77. Arimoa, Ins, '93-. Arnheim's, Land, , 5 .73. 75 - Arrou - Inseln, 196. Arrowsmiih's. Eiland, 4Z4. Arustces, Los, Insel», 23g. Arti, Ins, i 9 ,. Artingall, Bezirk, 4 sr. Asca, Ins, 27. Assoiisvng, Assuw.ption, Ins., 390. Attowa«, Ins. s. Aubenton's, Bai, D', 88. Aurora, Ins, 38. 297. — L. u.Br.z 4 r. — — L. u. Br.319. Auster-Bai, 183. Auster's-Inseln,^ 442 . Australien, Erklärung diese« Namens, 3 f. — Entde» ckungsgrschichte, von, i?f- — dilsNaturbeschaffenheil, 57 f. — Bewohner, 61 f. Australien, Literatur »Her, 339. Charten von, 36«. 574 Register. B. Babel, thou - up, Ins., 4 rr. Badschner, Volk, 215 f. Bai D'Estaing, 87 . — de la Recherche, >76 f. — der Isthmus, 175. — Die schlimme, 176. — Edgecomde, 97. — of 'Inlets, 97. — Tourville, 88. Baie de l'Esperance, L. und Br. 85. — - Monge, 182. — Ricdlt, i«Z. — du Nord, rzo. l8>. Baixa, Fluß, 19z, Balabra, Ins., 349. Balboa, Nugncz de, 19. Kaiistc>pod»s, neuesGcschlecht der Haifische, >04. Banc du sept brasses, *7. Banks's Inseln, -97. Söo — Straße, 170. Barm»uth, Bucht von, 9a. Bashee - Inseln, 4o. B.aß,.z>. Bah's - Straße, 31. 90. >66. Basses lle Lsograplis, 8c>, Batema, Ins, >96. Batoman - Bai, 9z. Waumann's - Inseln, 477 f. Baxos de la Candclaria, 29 — L. u. Br. ezd. Bedout's-Jns, L. u. Br. 79 f. Kerniir's > Ins, 82. Bcrnouilli's-Ins, 77. Berchier's-Archipel, 6/ — 3 »s, 77. Bcelhoud's - Bai, 7,8. Beutelinans, (kdasealuin^,) >22. B>rd - JSland, 546 — fc. u. Br. 522. Bligh, William, 49. Bloddy-Bai, 292. Bocdgrrven - Inseln, 19z. Bösen Mecrrs, Archipel deS, 5>8 f. — Entdeckung dcff., 5*8 f. Bolabola, Ins. ,516. Bonapartc's - Archipel, 7« f. Bonvouloir, Felsenriff, 219. Botani-Bai, L. n. Br., 9z. J"s., n. Boudense, La Br., .254. Bougainvillc, 40 — dessen Inseln und Straße, rz. 40. 2 L 8 - 265. «Saufst, Ins, 258.. Bounty. Ins, 14. Bow-Island, 42. Bradley's Untiesen, L. u. Br. - 86 . Break. Sea. Island, 84 . Bcickfield, Dorf, 163. Bristol, 3 m'., >4. Brocken - Bai, L. u. Br., 95. — -Inseln, >95. Bruder, die drei, 64 >. Bruny, Ins, 174. Bucht, die große, 176. — die kleine, 175. Buena Baya, >93. Buena -Vista, Ins, 260. — — ,Mariana,Jns, 39 *. Büsching's - Ins, 7z. Bufa, Ins. 27. Buffoms-Jns, 77. Ballige, Ins, 194. Byron, 39. Byron's - Havcn, 292.— Ins. 39. — Straße, 237. C. Cabo de Gasparirv, >93. — dos Blgncos, >93. Laila Bilatonßä, Göttin der Winde, 462. Calinasse, Ins, -67. Calr-en's. Insel», 43a. Cambaccres's Halbinsel, 87. Canal d'Entrccasteaux, 50 . 176 f. R e g Cano, Sebast., 23. GatUnnbilba, Haveii, 391. Cao Aldany-Ltwav. 89. -<>7. — Allen, L. u. Br. 278. — Anna, L. 11. Br. 230. — Banks, 88 f. -— Barrington, 292. — Belidvr, 87. — Beriioiiilli, 87. — Biiincr, L. u. Br. 279. — Borda, L. u. Br., 78. — Borrcl, 173. — Bascaven, 2 . 11.Br.292. — Boufflers, 87. — Bridgewater, 88. 89. — Briuic, 86. — Brnny, 173. — Buffo», 87. — Byron, 97. 292. — Capricorn, 97. — Koma, *6. — Cumbcrland, L. 11. Br., 306, — d'Eiitrecasteaux, 84. — Danger, 90. 27. .— de Dircckioii, 180. — de I'Esperancc, 2 . u. Br. 282. — de In Delivrance, L. 11. Br. 289. — - - Recherche, L. u. Br., 28r. — - - Sortie. 17Z. —.. de keoden , 74. — - Dcception, L. u. Br. 277. — des Adieux, 2 . u. Br. 8». — , Contrariil^s, ixo. — Desaix, 88. — Deschamps. 232. — Deslacs, 180. — Dnqnesne, 88. — Eddystonc, 18Z. — Folard, 88. — Fvr: stier, 185. — Friendship, L. 11, 25 . 278- — Gaufftes, 732. i st e r. 575 Cap Glouccstcr, L. 11. Br., 237. — Gocde Hoop, 2 . u. Br., > 95 - — Henslow, L. IK Br.,277. — Hood, 197. — Howe, L. 11. Br., 92. — Hunter, 2 . u. Br., 277. — Jaffa, 87. — Kermandee, L. u. Br. >Y2. — King-Mliam, 2 . u. Br. 192. — 2 a Gage, L. 11. Br. 2»». — Labillardiire, (173 — L. u. Br. 220* — Lanncs, & 7 . — Lavoister, 86. — Le Gras, 2. u. Br., 278 . — Lcmviii, 84. — Liptrap,91. — 2odi, 185. — Longucriie, 2 . n. Br., 192. — gleichnamige Insel», 192. — Marsh, 2 . u. Br., 277. — Mascase, 195. — Mrndana, L. u.Br. 292. — Middleion, L.n.Br.276. — Mollien, 7*. — Montaigne, 88. — MoualeS, L. ». Br.,29». — Mnrat, 7.5. 80. -- Nariiraliste, L. u. Br., 84 . — Nelson, 89. — R epran, 2 . u. Br., 27-. — Norihnmberlaud, 88 f. — Nmitr, 84. 8z. ■— .Oimi), 196. >— Ärfoed, 2 . u. 25 r., 230. — Palliser, 2 . n. Br., 283. — Patton, 90. — Pierson , ißo. — 2 . u. Br., 220. — Philipp, 2 .11. Br., 277. — Pillar, 132. — Pinxter, 195. f 576 R e g Cap Pitt, L. ». Br. , 277. — Portland, -7,. i 85 . — Prieto, 259. — Quiros, L. u. Br., zog. — <8r. 232. — Rodney , L. II. Br. Ig7. — Sabelo, 196. ■— Salomaswar, L. u. Br. 238. — Säurt George, 9?. — L. u. Br. 286. ■— — Vincent, Br. 172. — S ndy, Br., 97. — Satirfaction, L. «. Br., 280. — Slepdens, £. u Br. 213. — ©ibnrt), L. II. Br., 1-77. — Snffeen, L U. Bc., 88. — Tnbnlaiion, 97. — Trobriand. 175. — Venienat, L. u Br., 220. — Viliars, x 7. *— Woli^i, 106. — William Grant, 89. Wi so», ,o. 91. 92. — N»rk, 98. Cape Basaltes, '83. — Barre» - Island, >69. Carlisie'S Sund, »92. Carlshof, Ins., L. u. Br , 320. Earoline», Archipel der, oder der neuen Philippini ii, >2. 4>6 f: — Products derf. 418- — Abstammung, Re- gierungsform und Religion der Bewohner, 4> 8. — Sir, te» derf. : ig. — Kriege u. Schiffe derf lben. 4-9. Carpeniaria, Meerbusen von, 72 f — Land von, 33. 7z. Carteret, Ins, -38. 263. Eartercis Hauen, 237. — Spitze, 21,?. CarySfort, Ins., L. u. Br., 5 - 4 - Cascade-Bai, 3S1. 355. 361. i st e r. Casstni's, 3 ns., 761. Castle - Hill, Disiriet, 164. Casuar, Der Ncuholländischr '73. Chain-Jsland, 42. — L. u. Br., 322. Champagny'S Archipel, 78.— Haven, 86. Cdarpentiers, Klippen,'88. Cbatam, Ins., ,4. Chatam'S..Insel», 4Zli. Cl'oisenil, I is., 238. 26z. Ciarence, Berg, 197. Ciarl's-Jn, , 189. Clarke's - Eiland, 432. CvcoS rInsel, 34. 287. 46S. C»ldert's-.Zns., 77.— Straße, 87 . Coluetk, 49. Cslumnas, p a$, Inseln, 10. Comptroller'S. Bai, 330. Conception, La, Ins., 391. Cool. James, 41 s. Coet's-§luß, 94. 99. — Jnf, 82. Corail, Jle du, -8- Corvn, Ins., 27. Coronados, Los quatro, Inseln. .33. 32c.. Cacvisari's-Zns., 76 s. Cote -leg Arsacides des ('As, sas&ins,) 269. Couronuc, La, Ins., 193. Cowley, 37. Cox - Island, 442. CreScent, Ins.. L. u. Br, 323. Crocodillen-Inseln, 73. Crozet, 46. Cul dc Sac de l'Orangerie, 2 >8 f. Cnmberland, Grafschaft, de» ren Gränze», ,39. Cumberland's - Ins., L. u. Br., 323. Cnrchill's»Island, 91. Curtis's, Sir Äogcr, Inseln, 14. *7°. t < t Ä e 3 die großen, 40. 2 f '7 f. Cyklopen, Die, Berge, >93. L/tkere, La nouvelle, Ins., 4 ». D. Dalryniple, Port, >71 f. Damoier, William, 37. Dampicr's-Bai, 32 ,—Straße , 196. Dangcr, Island of, zz. 441. Dauiel's - Jas., 43z. Davis's Land, 14. 35. De Witl's Insel», 172 — Land, 75. go. Dccena, 2 a, Ins., 33. D 4 cr«s. Ins.. 87, Drpuch's «Ins., 2 . u. Br., 80. Desaix's - Ins., 77. Descartes-Bai, 88. Desventurados, Insel», rZ. Dingo, Hundeart, 122. Dirk - Hartig's Ins., Disapvoiiitenienl - Inseln, 39. Dolomien's - Bai, ig 3 . Domenica, La, Ins., 328. Dorre's - Ins., 82. Dorn, E^p und Port, ,93. Doubtful«Island, L.u.Br., 5 * 2 - Drachen. Ins., 88. Drake, Francis, 29. Droniedar, Berg, '9*. Duclerrmur, i 4 ü. Dnpleix , Ins., 76. Duporiail, Ins., 232. Dnrour, Ins., L. u. Br., 354 . E. E - u - a, Ins., 446. 448 . 45c>. Erdiftone, Ins., 258. Esels, Jan de, 35. Edcls - Land, 35 . SZ. k si e r. S77 Edgecombe's, Lord, Island, Edward, 4-">. Eeiidrallit's., Land, 35. 81. gZ. Egmo.ck s, Lord, Ins. 29» f. — L. .1». Br., 523. Eichhorn , Das Neuliolländi- sche fliegende, (llepoona Iloe), >22. Eimeo, Ins., 515. Elephanten - Fels , > 67. — — - Spiye, ,95. Emmaleigue, B.zirk, 422. Einmnngs , Jos., 422. Encarnarion, 2a, Ins., 33. Ende vonr, Fluß, 97-49. — — - Straße, 98. Enqane, Ins., 195. England r, Bückt der, 236 f. D'E»trccajiiaux imd Kerman« der, 50. D'Entrrrafleanx's Archipel, 85 . 219 f. Eri - Kli - Tk>», Ins., 4.22. Ermiranos, Los, Inseln, - 2 . u. Br. . 254. Erromango, Ins., L. n. Br., 342 . Eoperance - Haven, >78. Espiritu Sanio, Archipel dcl, -Z. F. Faeardins, lle» de» quatre, 4 o. ~ L. li. Br., 523. Fahrinomanwe, Ins. , 339. Fanfnre, Ins., 466. Karewell , Ins., 44 r. Katlimbu , Ins., 529. Fenulvnga, Gott des Regens, 4dr. Ferrcr's , Bai u. Stadt, 292. Feuer - Bai, 135. Zidji-(F»dschi-)Jnstln, Archipel der, 13 437 s. — Entdeckung dcss. 4 z 7 f. — Auszahlung der einzelne» In- > 578 R e g fefn, 439 f. — bereit Bewohner , 44o. Fischer, Insel» , 27. Fienrieu's * Bai, 184. — Halbinsel, 87. Fliegen . Eiland, z4» FlinderS, z>. L?lnted Cape, >75. ffoiltaemS, Insel», zi. Forbes'S Inseln, yg. Forbin'S Ins., 77. Fordyee'S Passage, 434. Farest, Tbom., 47. Foiestier's Archipel, 80. — Halbinsel, 182. Foureroi'S Ins., L. ». Br., sa. Frederik - Hendrik'« Bai, izt. Freundschaft-! - Ins., Archipel der, 13. 36. 43. 44z s. — deren Zahl, 446. — Bode», 447- — Klima, 448 — Be- gelabilirn, 45° f. —Thiere, 45a f. — Bewohner, 453 f- • •—Kleidung. Nahrung, Getränke, Wohnungen, Ehe», Vergiinailiigen ders, 455f. — Waffe» ders., 439. — Charakter ders. , 460 f. — Verfassung ders., 461 f — Religion 11. Menschenopfer das., 462 f. ^— Trauer 11. Begräbiiisplätze das., 463 f. Freneiint'S Halbinsel, 184 — Haven,8» Fngiliva, La, Ins., 33. Fnrneaiix's-Jnseln, iüg. 169. — L u.Br., 522. 8 . Gaötan, Juan, 25. 27. Galera, La, Ins., » 5 -. Gallewo, Meerenge, 195. Gambier'« Berg, 88. — J»s-, £. u. Br , 525, Kardner, Berg, 84. Ggrret> DeniS »Ins., -4-f. lste r. Geant-Moulineau, Berg, 194; Geelvink-Bai, L. ders., 194. >y6. Gefährlicher Archipel, 4». 5-2 f. Gefahr, Inseln der, 39. Gefährlichen Inseln, die, 38. Geographen-Bai, 84. — —' - Ins.. '78. — — - Bänke. 78. George'« Fluß, 93-99- Gbno, Ins-, 448. Gilbert's Tiland, 432. 44r. Gillespy's Inseln, 432. Glanny'« Jnlel», 92. Glashonse - Bai, 97- Glouceffer'«, D«e de, Inseln, 41 — L. u. Br., 52z. 524. Goed.Hop, Inseln, z4. GolfBonavarte, 85s- Goiilvain,Jns., L. n. Br..22». Gpwer's Ins., 238 — L. ». Br., 26z. — Harbour, 236, Geant, James, 3,. Granville'«F!utz, 292. Graziös«, Bai, 239. Grijalva, Ferd., 27. Gröningen, Ins, 477. 479. Group«, The, Inseln, 42. — , The tipo, L. n. Br,, 522. Grüne Inseln, 37. Grüner Berg 95 f. 164. Guadaleanar, Ins., 238.269. 277. GnadeloiipaS, Ins, >».557« Gnadelnpr, Ins, 260. Gnan, Guahan, Ins., z87- 39.3 f- -9-5- Gnguaii, Inseln, 39,. Gnilles, lies, Inseln, 27. Giimiiiihau!», Gelber, (Xaa» thorrsa,) 114. H- Hadow's.JSland, 44t. Halifax »Bai, 97. / vr e g Hamoa, 3 ns.,. 64 «. Hamelin's Haven, 82. Hamrlton's-Island, 44a. Hammoud, Inseln, 13. Hapai, Inseln, 446. Haraloras, Volk, 213 s- Hartem, Inseln, 19'.. Hardp's, Charles, Inseln, 25». S62i Hanigh .Herlog), Theodor, "5 ^ - . ° ■ Harpe, La, Inseln, 60.322. HowEi-bury, Fluß, 9S. 9g. f, 107, Hapme, Inseln, 27. Hebndrn, Die neue», 13. 6z. 097. Heeinkcrk's Untiefen, 36. Heiligen Grifft- Land, Ins. 297. — Areal und Boden ders., 300. — Flüsse 1111 & «Produkte ders., 301 s. — Bewohner ders., 303 f. Heiligen Geist'? - Länder, Archipel der, 297 s- — geogr. Lage dcss., 297 — Aufzählung der Inseln deff., 297. — Entdecknngsgc- schichtc dess., 297 f. Hendervillc's Eiland, 429. Herzest, 39. —Hergcst's-Islands, 30. Hccvey's-Bal, 97. — Island, 4*. 482. Heweis < Island , 642. Hiau, Inseln, 329. Higgolago, Gott der Freude, 463 . High-Island, L. n.Br., 323. Hogen - Inseln, Die, 170. Hond. 11 - Eiland, 34. — L. u. Br., 321. Hood's. Ins., 329. — L. ,1. Br 7 , 324. Hopper's - Eiland, 429. Horn, J»f, 194. Hörne, Inseln, 34. Horno, El, Inseln, 249. k st e r. 579 Howe's, Lord, Inselgruppe, deren geogr. Lage. Zahl und , Bewohner, -84 f. — JS» land, 290. Hnaheine, Ins., 3,6. Hunters's Hill, Disteict, 163. — Fluß, wo. — Inseln, 90.167. 284.—deren geogr. Lage, 283. Huon, Golf, L.u. Br., >9». Huvn's-Fluß, » 78 . Jardins, Jle des, 28, Jhbcrson's - Eilande, 436.' Jeromc's - J»s!n, 8«. Jervis-Bai, Br., 93. Jesus, Inseln, 29. Jesus - Maria, Ins., 269 f. — L.n.Br., 231. He de la Premiers rue, 2 58 — L. il. Br., 267. — de la UecKercKs, 200. — des Lancier:, L. U. Br., 3-3- — des Lepreux, L. u. Br., 36l- ■— du Mausolee, 238, — pierreuse, 193. — platte . 529. lies basses , L. N. Br. , 234. Jlcs Se l'ArchevLqne, i». lies de la Tresoretie , 258. 276. — L. u. Br., 280. — de Negros , 249. 253 f. — de Sud Est de la Louisia. de, 219. — des contrstrietes, 258. 275. Jncarnalion, Inseln, 326. Jngraham , 50. Joannrt, Jusrln, 219. Jobir, Ins., >94. — Straße, 194. Joscphincn'sGolf, 87 — Inst ln, 86. Jsabcl, Insel, 13. 238. 239. lsla de genle hermosa, z3. 58 ° N e g Islands of Disapointment, L. u. Br., 520. Ilas de los Bolcanes, Las , 3c>.?. Isle de la delivrance, 197. —: of direclion , 44 2. Isles de la Bevolution, 50. Juffieu's - Jitjülir, 76. K. Ka-uh, District, «4> f. Känguruh, Das große, (vl- delpliis aigantea) 1 >8 —> Das gestreifte Ilangurus striatns) 119. Kara . ra - ku - < 1 , Bai, 543, Kent's-Bai, 169. — Gruppe, 168. 17 ». Kuppel-Bai, 97 . Keraudren's - Ins., > 77 . Keegnrlen's-Land, 44 . Kerwadee, Inseln, 57 . Keriuand.c, Archipel, 14. Keth. In' , 42 '. King's-Bai, 91. — Aus., 8y f. >06 f. Klpo - ripo, Ankerplatz auf Mswi, 544 . Al'ppenspiye, > 9 d- K»ox, J»s, 4 zs. Koa, Ins., 441. Koarra, Distr., L 4 r. 54z. König Veorg's-Jnseln. zy. — L. ». Br., 520. — — Faven , L. u. Br., 84 . — — Sund, 91. Könige, Inseln der, 27. Königi», Charlotten - Inseln, 9-. 20». —L. ». Br., grz. Komanno, Ins., 446. Kruseustern, von 51 . Kucnra, Ort, 422. L. L'Hcrmitc's Inseln, 80. Labnrinch, Das, Inselgruppe, 38.98.L.U. Br., 519- t st e r. Lacöpödc's-Bai, 87— Inseln, 78 — Straße, 87. Ladroncn - od. Marianen-Jn- seln. s. Maria,len-Inseln. Lady-Julia-Percp,Jus., L. u. Br., 89- Lagoon, Ins., 4-. — L. u. Br., 524. Lagra»ge, Inseln, 36. Laniberr's Inland. <2. Lancier'«, I. de«, 40. Laplac.'s - />». Lake, I,n.setn, 446. Lawrence'» - Znseln, 89- Ledunseur, Inseln, 232. Lee-Boo, Prinz, 420.427. Leigh - Insel», 237. Lesuga, Inseln 4 j°. Lentonnicr's- Bai, 66. Leode» , Archipel vou , 87. Leone Inseln, 466. Lruwi» - Land, 35- 84 . Lincoln, Inseln, 52.9- Louis - Bai, 86 . Louis Napoleon's Insel, 83 f. Lonisiade, Archipel der, n. 40. L> 8 s. dcffcnEittdechung, 2,g f. — Naturbcschasfen« heil, Producte, Bewohner, 222 f. Lord Hvmc's Ins. , 14. Lusan^ay-Inseln, 2S0. M. Ma- n - na. Ins., 467. Mucaulay , Ins., 14. Mackerrcft, Bucht vou, 543. Mactan, Ins., 23. D.ännra, Die prächtige, s^Ia«. ir.im su perba,) 123. Maetsniker, Jnft, 172. Ma gellan, Ferd., '9 f. W'itea, Maatea, Ins., 42. 5 l 5- o „ , Maire, Le n. Schonten, z4. Malagente, Jus., 193. Malayen, 6 » s. 58 r v f R e g i st e r. MalebngoS, Malabrigos, In, scln, io. 557 - Mallicolo,Jns., Anblick ders., 306—Bewohner fecrf., 3 o 6 f, 313 f.—Boden ».Fruchte barkeil dcrs., 3, 0 f. — Volkszahl dcrs., 311. Mandschia, J„s., 48 Z. Mangca, Ins., 44. Ma-ia's Inseln, 399. Marchand, zn. Maria, Ins , >Sz. — Lagorda, Ins., 10. Marianc», Archipel der, 12. -z 355 f. Pcodncie dcrs., 395 / — ehmalige u. jetzige Bevölkerung ders, 3 y 6 — Sprache u. Sitten der Bewohner ders., Z97 f. — Deren Charakter, Kleidung, Wohnungen,Nahrung, Industrie , Schiffe, 39g f. - Zustand derFraue», uj dc», 493 f — Urr,raos das.,40b. — Stände das., 406 s.— Kriege ».Waffen das., 407 f. — Religion bis», 409 s.— Begräbnisse da>., 4 , > f. — Eouveriieineur „.Garnison das. , 4>2. Marion du Fresne, 46. M«rk Justin, 37- Marlar'S - Inseln, 13.29.64. M«' gnejas-n. Washington's- Jnseln, Archipel der, .527 f. — Entdeckuiiqsaeschichie ders., 527 f- — Auszählung dcrs. ,328. Marsseld, Gegend, 163. Marsti's - Ins., 236. Marshall u. Gilhert, 49. — Deren Inseln, s. Mulgra- ve's t Jnjeln. -Marsball's-Eiland, 432. Matclote, La, Ins, LZ. Mathias, Ins., n. 24 B- Malhilde, Fels, L. u. Br., su. Matlhews?s-Jils., 43 ?. Mauys.Jns., L.u. Br., 233. Maurclle, 47. Manrouirds-Jns., -gz. Maueua, Ins., 3,7. Mearc, 4 s- Mcndana, Alvaro dc, 26. MenestS, Don Jörge, 24. MeousliNi, Ins, 2 7. Michelmas - Island , 84 . Middl, lon's. Ins., 14.449 f. Moa, Ins., 193. Model-Bai, ,77. Mvllien's-Bai, 87 . "Ins. 76. Monge'r» Ins., 78. Moreton, Ins., Br., 97. Morokinne, Morotiiine, Felsen , 341. 346. Morokoi, Ins., 341.343.— L. n. Br. d. S. O. spitze ders., 343. Mounait», Inseln, 329. Monnr-chiit, Berg, 33«. Mowl, Ins., 5 '- 2 . — deren Umkreis, Flächeninhalt u. gevgr. Lage, 34 t.--Beschaffenheit desBodens,S44. Mvwna-Rvah, Berg, drff. Höhe, 34 ' f- Mulgrovr, District, ,64. Mulgravi's - Jnstln, Archipel der, odcrMarshall's- u. Bit« berffs, Inseln, >2.23.428 f. 433. — Eiltdeikungsge- schichtc ders., 428s. — Bewohner ders., 43 '- 433. Mni ak's. Ba>, 8. Ncu-Britaiiiiicl!, Archipel von IL.Zg.-<>.4>- 22z f.-D>s- sen Lage, Bestandtheile und Gränzen, rsg f. — Beson. dcrcBcschrcibungderkinzel- nen Inseln desselben, 230. Niu-Caledonic», Ins, 13.43. — btC'ii geogr. Lage u.Eni- dccklmg, 343 f — Ausdehnung n. Flächeninhalt, 34.3. —Mineralien, Vegetabilieir nnd Thiere ders. , 344 s. — Bewohner von, deren Staunn, AeußereS, Kleidung, Nahrung, Wohnungen, Gerüche, Waffen,Menschenfresserei, 348 f. Neu-Guinea, Ins, >2. 23. 40. 169 f. — d-ren Lage, 191. — Küsten, Vorgcbir ge, Meerbusen und zugehörige Inseln, 191 f.— Nallirde- schaffenheit, Klima, Pco- ducre. 197 s.— Einwohner, 207 f. Neu - Hannover, Ins., ra. -37 s. — deren Producte, 238. Neu - Holland , 43 . — dessen erste Entdecker, 67 — Lage u. Größe, 70. — Naturbeschaffenheit, 98. s.— Gebirge, ,03 s. — Klima, >08 f. Mineralien, m s.— Vege- tabilie», i >4 s. — Thiere, 117s. — Urbewvhncr, 125 s. — Sitten ders., i»8 f. — Priester (Carrhadji's) ders., .3 5 - Neu-Irland, Ins., 12. 37. 38- — deren Einwohner, 234 f.— Producle, 237. Neu-Seeland, Inseln, 14. 36 . 43. 3 L 8 f. — Entdeckung ders., 338 s. — derensh-lä- cheuiuhatt, 360. — Boden, st e r. Mineralien und Ansicht, 36« s. — Produkte, gür f. — Bewohner, 366 f. Neu - Sud - Wallis, Großbri« tannische Colonie auf, 137 s. — deren Geschichte, 137 f. — P-oducke, 139 f. — Viehzucht, >41. — Zahl der Haustbiere im Z. 1804. 1Ü2. — urbar gemachtes Laich in denls. I., 143.— — Votkzahl im I 1804, 143. — Manufakturen,14z. — Passiv-Handel, » 43 .— Mangel an baarem Gelde, i4Ü — Papiergeld und Tau'chhandel, >44 f. — Activ - Handel, >43. ■— Hand.lsschiffe, -.46 f. — Vrsassung u. Regierung, 147 f. — G wichtShöfe, >43 s. — Einlheilung der Cola» nisten das, »z>. — Geistliche u. Schulmeister das., 144. — Empörung der Jr» lander das , ,55. Neu * Süd - Wallis, Statthalterschaft, dercnUmsang, >39. Ncueu Philippinen, Archipel der, s. Carolinen. Neujahrs-Inseln, 197. New - Alderney , Ins., 29a. —- -Britain, Ins., 230 f. — Bode», Producte »Bewohner ders., 231 f. — - Castle-Bai, 98. — - Guernescp, Ins., 290. — - Jersey, Ins.,. 290. — > Sack, Ins., 290. Nord, Olivier dc, 30. Nordstuß, igi. Norfolk Ins , ,4 350 f. — deren gcogr.Lage 11.flachen, inhalt, 730. — Producte, 35i f.—Jahreszeiten,333 f. Northumbcrland'S - Inseln, 97 . Nublada, La, Ins., 11. 583 R e g Nnesira Sermora diSt. Luz, ' 3 »s-, 34 . Nukahiwa, Ins., deren nalür» liche Beichaffenheit, 329. 33». —Klima u. Jahreszeiten, 530 f.—das.herrschende Winde, 331. — deren Gewächse, 531 f. Thiere, 532. — Bewohner, 33- f. — deren Kleidung und Putz» 535 — Wohnungen, 535 f. — Handwerkszecäthc, Waffen, Kanots, 336. — Polygamie, Lebensart, 537. — Tanz ».Musik, 538.—Stel- zenlanfen, 33s f. — Ne- gierungsform das., 339 f.— Volksmenge das., 540. — Priester das., 340. Nuspalu, Ins, ,93. Nüyl's, Peter de, 33. — .Land, 33. 85. Nymphe Alic, Ins., .93 f. D. O - Rajekea, Ins , 316. D-Taha, Ins. ,3,6. X> - Taheite , f. Tahiti. Ocean , Der große, 6 — dcss. Eintheilung, 7 f — Küsten. 8 f.—denselben durchschneidende Gebirgskette», 54. Ohetiroa, Ins, L. u. Br., 5*4 f. Okalutaja, J»s., 482. Onihau, Ins, 346. Oparo, Ins, L. u.Br., 326. Opoun , Ins., 466. Orihua, Ins, 346. Orolong , Ins., 422. Osnobrück, Ins, 41. L. u. Br., -r 4 . Offan», Ins. , 468. Oster-Jnsel, 14 3«. — deren geogr. Lage, Beschaffenheit u, Produkte, 333 s. — Bewohner, 5 $k f. i st e r. Otakootia, §ns, 4-. Durra, Ins» 4üg. Onessant, Ins., L19. Ourry's - Island, 290. Owaihi, (Owyhee,)Jns, 43.' — deren Gestalt, Umfang u. Flächeninhalt, 541. —> Boden, 541. f. Sandwich- Inseln. Owyrroka , Halbins, 344. Oyolava, Ins, 467. Oystrr Harbour, 84 . P. Pagon, Ins., 39!. Palliftr's-Insel», 36.L. u. Br., 3 >9. Palm-Ins., 239. — -Inseln, 97. Palmerston's - Island, 4z. 48 » s. Panjang, Ins, .93. Papuas, Volk, 61.—Schilderung deff., 207 s. Paradiesvogel, Der großes?a- radisea apoda) 201 s. — der Königs - (?. regla) 202 f. — der prächtige l?. magnidca) 20z. — der vio. letkehlige l?. superliat 204. — der goldkehlige (I-'oisean de karadii ä gorge doiee) qo 4 . —> der grüne (P. viti- dis) 205, Paramatia, Fluß, 99. — Stadt, 94. >61 f.— Volksmenge dcrs., 162. Parum, Ins, 297. Patra, Ankerplatz aufMowi, 344. Pauli-Bekehrungs-Jns, L. u» Br., 323. Paxaros, Ins., >0.337, Pedder's - Ins , 4 zz. Pcerhyn's - Eiland, 477. Pelee, Ins, L. 84 . Peiegrin», Del^Jns, zz. 584 R e g Delclaw, Ins., hu, Pelew-Znseln, s. P ljuh-Jn- s l". Pelzuh.Insel», Die, 12. kj. 419 f. — Anzahlung ders, 422.— de> euPl L'buctc, 423. ■—Einwohner,427.— deren Ll idunq, Charakter, Nah- rui»a, Wodr.u-'gen, Haus- gcräthe, Kanots, Vergnü. aiuige» , R qiernnasfv'Ni, Heer, Gottesdienst,Begräbnisse, 42.'. Ponnonkipodes , Ins., »4. Pentecöle, Ins, 297.34,. Pöron'S palbins, 82 — Ins, 219. Pepronse , Sa . 47 s. Pfeffer»! iinzl>aiim(Luca 1 /ptu» piperita,) . > 4- Philippinen, Archipel der nebelt. s Carolincn. Püilipr, Arthur, 49. Philixp's.Jns, 357- — Port, 01. Pic de l'Etoile, Ins., 297. Z4i. Pigafttta, 20. Pikcair», Ins, 4 i.— L. U. Br., Z2». Point Pleasant, L. u. Br., 277 . Pointe de Riche, 175. — Jurien, rxo. — Laignel, 180. — Le grand, 175, — Nenard 180. — Bcntönat, 175. Pola. Ins., 467. Polynesien, 3. Porr - Anna - Maria, 330. — - Buache, 1S2. — du Nord « Durst, igo. — - Haeking , 93. — -Hnnlcr, Z44. — L. U. Br., 238. — -Jachson, 94 f. 99. i st e r. Port«Mpntague, L. u. Bc., 27 ',. — - Nortki, 334. — - Praslin, 269. — -Strpl>e>>s, Br., 97. — - Dchiischagoff, 5.3 °- Pvrtland, I >s , 292. Portland's« Bai, 89 f. — Insel», deren Zahl u. mittlere 8. u. Br , 2'5, Praslin, Hancn, 236. Preservation's Ins, 169. Princeß Ro.yal Harbonr, «4. Prinz Hcinrich's - Ins, L. u. Br.. 523. — von «Wales-Ins, 39. — Willielm's Inseln, 38. Prom> > ops, der braune, 203 f. — der große, 2, 6. Profpect- Kill, District, 164. Punra - sal'da , 193. Pylstaart - Ins , 4:6. Pyramide, die, 171. Ppr nnden - Cap, Br., ,72. Q. ÄuiroS, Pedro Zernandcz de, 33 - R. Ranai, Ins, 541.344. Raoul, Ins, l 4 . Rattennest, Ins, 83. Recherche, Archipel de 1», so. Recrcation, Ins, 38. Redvudo, J»l., 92. Renard, Ins, 2,9. Resolution Island, L. u. Br., 322. Resstfs. Zle des, r8. Rcy, Inigo Dcti; de, 2g, Reyes, Los, Ins, 230. Rica-de - Dro, Ins , jo . — z„s, ,0. Richc, Ins., L. u. Br., ,9», Rivoli-Inseln, 80. sc e g Uivoli's-Bai, 87. Rob, 3»s , >9.3. Rorca-Partida, Ins., »7. Rocher de l'Lsperance, Ins., 14. Roggcwccn's Archipel, >z.zg. 477 f- Romehead, Br. , 92. Rosmarin - Inseln, 8°. Roß, Ins., 44i. Rota, Ins.. zgz. Rother Gummibaum (Luc». re5injters,) u4« Aotumah, Insel, 443. f. Rousscl's, Ins, 2,9. Runde, Ins, 170. S. Saavedra, 2z. Sagcwien, Meerenge, 196. Sagittaria; J»s., zz. Salawatty, Ins., 19z f. Salomon's-Inseln, Archipel der, i't f. 236 f. — Lage u. Ausdehnung deff., 237 f. — Endeckungsgeschichie deff, 259 f. — Bewohner deff., 271 f. — Produete deff., 275- Sandwich - Ins , L. u. Br. 244. Sandwich-Jns, 297. L. n.Br. z4i. — Archipel der, 11. 45. 541 f. — deren Entdeckung u. geogr.Lagc, 341. —Aufzählung der einzelnen Jnseludeff., 34».— deren Klima, 516. — Produete, 547 f. — Bewohner, 349 f. .— Volksmenge, 349. — Charakter der Bewohnern, ihre Fortschritte in der Cultur , 330 f. — Seemacht dccs. im J. 1806,331. St. Aignan, Landenge, ,74. — Zns, 219. — Anna, Ins, -38. s«o. 39z. — Bernardo- Ins. , 33. i 5 e r. 585 l St. Bernhard's. Berg, 88. — Catalina, Ins, 238. 26a. — L. u. Br., 281. — Charles, Ins, 39 t. — Christina, Zns, 528. — Christoval, Ins, »3. 23S. 26 o. — Dima«, Ins, 260. — Elmo, Ins, 33.526 „ — Franz, Inseln, 85 f. — — Xavicr, Zns, 391- — G briet, Ins., 249. — German, Ins, 260. — Hcl, nen - Spike .85. — Hicronymo, Ins, >93« — Jean, Jus, 37 247. — Zgnaz, Ins, zp>. — Joachim, Ins, 391. — Johann, Ins, 393. — Joseph, Ins, Z91. — Jsabel, Ins, 238. 26g. — Juan, Ins. , I». 337. — — Baptist«, Ins, 33. 55 7. —— deÄgana,Stadt,39;. — Laurcnt, Jsles de, 390. — Lazarus, Archipel des, 23. — Magdalena , Ins., 328. — Miguel, Ins., 526. — Insel», 249. — Patrick's Spitze, 183. — Paul, Ins, 31. — Paulo, Fluß, 194. — P dro, Ins, 328. — Peter's-Inseln, 86. — Philipp, Ins, 391. — Raphael, Zns, 249. — Thomas, Ins, 11. 27. Santa - Cruz, Archipel von, 289 f.— Entdeckung deff., 289 s —Inseln deff., 29». Sa»t'-Cruz>Jns, 29 —deren geogr. Lage u. Größe, 291. — Ansicht, 292. — Boden, 293. — Produete, -93. — Bewohner, 293 s. — verschiedene Raffen ders, >94. — deren Aeußeres, Charak- S s Register. 586 ter, Kleidung, Wohnungen, Dörfer, Pjroguenu. Waffen, 294 f. Sarign, Serigan, Zns ,39». Sarpana, Zarpana, Ins. Savage - Ins. , 4.3. 48o. Saypa», Ins, 39,. Schelling,Vander,Jns, ry4, Schika, Ins., 468. Schiffer-Inseln, Archipel der, 465 f. — Schildernnq dess., 409. — Producte deff., 469. f-Bewohn r dess., 470 f. Schirnving's-Jsland, 44>. Schnabclthier, Das(Orni- tleoev nchus paeadüxuL ,) 120 f Schonten - 3ns., 185. Schouten's - Inseln , ry4. Schwan, Der schwarze, »24. Schwau-Haven, >73. — Ins., >70. 171. Schwanen - Fluß, «<>o. >08. Schwefel »Inseln, L. u. Br, 557. Schweifthiere , ( Dasyuri. ) »21. Schwester», Die beiden, Insel», >68. — — , Die drei, Inseln, 258. 276. Scarboroughs' - Eiland, 432. Ecot's - Island, 44 >. Sebastian-Lopez, Ins., >0. See- Elephant, <8lioca xro- boscidea,) 122. Seri, Zns., 27. Serigan, s. Sarigan. Serrano, Franz, >3. Sesarga, Ins, »So. Shank - B-ra, 68. Shark's-Bai, L.u. Bc. gr» Sharp. Barthelemy. 37. Ghepherv's - Zsland's, 342. Shra' Havcn, Br., 9z. S'dney - Bas, 95,351.354.— Volkszahl das., 355 f, Buchbestand das, 356. Sidney, Stadt, 94. — deren Beschreibung, -59 f. — Volksmenge, 160 f. Sim'S-Jsland, 442. Simbu, Ins, rzz. Simpson, Ins, 23s. 26z. Vmith's - Eiland , 432. Svapper - Island, >9 . Societät'« - Inseln, Archipel der, 15. 45. 484 f. Ent- decknngsgcschic^te und Beschreibung dess. , 485. Solitary - Islands, Br.. 97. Sonder Gröndr, Ins, L.U. Br., 520. Spiclberg, 34. Stephens, Zns, 232. Stewart'« - Inseln, L. u. Br., 286. — deren Zahl, 286. Sturm-Insel, 248. Südcap, Das hohe, 195. — von van Dicmen's-Land, L. u Br., >73. Südlichster Archipel, 524 s. Sühost-Cap von Ncu-Gninca, 19.. Güdwest - Cap vsn van Die- men'sLand, L., u. Br.,-7z. Surville, 41. Suffeen's - Ins , 77. Swallow-Bas >92. — Swal» low - Island, 290. T. Tablc - Island, 44i. Tabuamanuu, Ins, 515. Tahtti, Taheiti, £> , Taheite, Ins. , 42. 486 f. — Oberfläche ders, 487. — See das. , 488. — Matavaebai das, 488. — Klima, Witterung u. Winde das, 488 f. — Pflanzen das, 490 f. — Thiere das., 492 s — Bewohner ders, 493 f. — deren äußere Bildung, 403 f. — Kleidung, 494. — Wvh- R e g «ungk» / 495 f. — Haus- geräthe, A9 6 ~ — Industrie, *97 f. — Morais, «98. — Kanots, 499 f- — Tänze, 501 f. — Charakter, 504 f. — Arrcoy's das., 307. — Regierungsform das., 508. — Krönungs - Ceremonie das. , 509. — verschiedene Stande das., 510 s.—Religion das., 513 f.—Priester das., 514 f. Tahnra, Ins,546. Tahnrowa, Ins, 541. 544. Tanna, Ins., geogr, Lage u. Boden ders.,z 17 f. — Vulkan das., 318. — deren Kli nia, 3-1. —Producte, 323. — Bewohner, 326 f. Tastnan. Abel, 36. Tasman's Halbins, 181 f.— Ins. . 182. Tato's. Island, 442 . Tumago, Ins. , 33. Tavai, (Tovy-> Pönamvo, Ins ' 359 - Tcgadu « Ba , 361. Sctre Napoleon, 51. Thal, Das glückliche, >«3. Thernroa, (Tteroa,) Ins., S'S- Thoui« , Bai, 185. Three,Hill«-Jsland, 341. Theec-Hummock-Jsland, 167. Thulle - Enoyar, 422. Tienhofen, Ins. , 477. 479t Tierra 4el Espititu santo, J»s. , 34 . 40 . Timian, Ins, 392. Tjuka, Zns. . 2 . u. Br.,320. Toe - yah - yah, Ba , 543. Tosoa, Jus , 44s. 447. Tpnuchmo, König der Sandwich - Inseln . 330 f. Tongaloer, her Gott des Himmels. 462. Tongatadu, Zns. , 446. Torre, Beenard» de la, 28. i st e r. 58 ? Torre's-Znseln, 297. — Stra» ste. 197. Touhing's - Eiland , 43 -. Tonrnesort's Ins. / 77. Tontouua. Ins., 342. Tovy , s. Tavai. Lrepied, Jnk., 31. Trevanion - Bai u. Ins. 29». 291. Tri'ckty - Bai, 97- Teobriand, Inseln, 220. Tubai, Ins. ,517. Tuboai, Ins.. L. u. Br., 315. Tucopia, Ins., 34. Tunas, Inseln, 390. Tuenbull, John, 31. Tuneldunf-Inseln, 83.64, Turtle-Island, 441. Tw»-Hills-Island, 34». Twofvld-Bai, 92. U. Uahuga, Ins., 329. Uapoa, Ins., 3-9. Ulietca, Ins, 316. Ulloa, Ins, I-. 337. Urac, (Uracas,) Jus., zg-f. SS. Van Diemcn's Bai, 73. — — Land, 33. 36. 75. — Insel, 164 f. — Ent. deckungsg> schichte ders, r«4f. — geogr. Lage ders, >66. — Bewohner ders., >86 f. — nördliche Halb,»» scl von, >8o f. Dancouver, 49. Vavao, Jus, 47. Vendola, La, Ins, 230 s — L. u. Br., 23-. Derrader's Eiland, (Vcr- rather-Jns,) 34. 46 «. Vesper, Ins, 33. — L. ». Br., 519. 588 EK e g Villalobos, Lopez de, -8. — Baffos de, r». Miezen. Eiland, L. u. Br., LSo. Nolcan, Ins., 19z. Dolcano , Ins., 290. Volcanos, Los, Inseln, 537. Dorgcbirg der Königin Char. leite, L. u. Br., 238. Vulkan-Ins., L. n. Br., rza. Vuple Hock, 7S. W. Wahmadu. a, Halbinsel., 544 . Waigiou, Ins., >96. Wallis u. Carteret, 40. — Ins., , 36 . — Prinz von, Inseln, L. u. Br., 5,9. Wamar, Ins., 197- Warner. JSland , 4 is. Washington'S-Jnftln, 50. — s. Marquesas. Wasserhuhn, Das weiße, < 1 ?litte» alba,) 124- Watee», (Watiu,) Ins., 44. 4 »r. WaterhouS, Ins., >7». Waierland, Ins., L. u. Br., 520 . Watiu, Ins., 48*. Watooaetto, Ins., 44 . Wawau - Inseln, 4 C 6 . Weihnachts-Jns., 27-44. Welle, Jle de, Ans., fc. u. Br., rro. t f{ e 1'. Wennuaiti, Ins., 482. Wessel's-Jnseln, ,96. Western Port, «z. — L. u. Br., 91. Weymouth's-Bai, 98. Wilhelm Tell's-Jns., 77. Wilson,47. W-schar, Ins., 245. Witt, Wilh. de, 35. Witt's, Wilh. de, Land. 33. Witte, John, 49. Woahn, Ins. Z 4 '. Züz. Wombat, Der (Didelphis Wombat oder ursina oder Pbascolomys Wombat) >13 f. Wood, John, 37. Woodle's - Eiland, 429. Wptutaki, Ins-, 4 «>. N. Aork, Ins., 2.38 f. — deren Bode» u. Productc, 239 — Aorl's, Herzog von, Inseln, 39 - ?8. 3 . Zarpana, s. Earpana. Zeachcn, 33. Zweifelhaftes Cap, 195. ‘t i t TrtWaJ» ■U +1.. J| ?«y vj«* ß 'l' ' « 2SäZ Mm C .'A' J*<* .-*- v v %&'" . MÄW