'RS/fs ■ - v iqstAv 'MfSTS HAMrcis I-E, MAD wyfyj r' v ?7 ..• *o£ ' v.:'.y; iWWfc' n.JAllROANO . III. HAST I> . •yy^ iai ^r A£2&^ //•/•/tr// r/tr I'Va uz 11 ä r le rs (I I <" n £/$&rrfj(r/j/r////'M Ludwig Graf Colloredo. 169*» M. A. Graf Cavriani. 1696 Leopold Philipp Fürst Montecuculi. 170Q Graf Adam Martinitz. 17 0 1 Graf Niklas Palffy. 17ag Graf Max Martinitz. 17Ü9 Franz Altgraf von Salm. 1712 Leo Graf von Uhlefeld. 1718 Leopold Graf Herberstein. 1728 Gundacker Graf von Althann. 1752 Andreas Graf von Hamillon. 1753 Graf Heinrich D a u n. 1761 Ferdinand Graf von Aspremont - Lynden, 1772 Graf Anton Colloredo. 1735 Fürst Joseph Lobkowitz. 1802 Fürst Carl Auersperg. 1306 Carl Prinz von Lothringen. Der Hof. g Hüte mit Federbüschen. Diese Garde ist mit hohen starken Pferden, deutschen Schlages, durchaus Rappen, beritten und bezieht täglich den Posten im Vorzimmer des Kaisers, gemeinschaftlich mir der ungarischen adelichen Leibgarde. 2 ) die k. ungarische, adeliche Leibgarde (am Platzel am Glacis Nr. i): Capitän Se. f. G. Herr Niklas Fürst Esterhazy von Galantha, F. Z. M., 1 Capitän- und 2 Second-Lieutenants, 1 Premier- und 4 Se- cond-Wachtmeister, und gegen 5c> Garden. Sie werden von den ungarischen Reichsständen unterhalten und der Capitän ist einer der Großwürdenträger des Reichs. Die Garden sind durchaus junge Edelleute aus Ungarn oder dessen Nebenreicheii, die Lieutenantsrang haben und nach Verlaus einiger Jahre in der Armee, oder auch in der ungarischen Civil-Administration angestellt werden. — Uniform, Bewaffnung und Farben sind durchaus national: Dollmann und Beinklei- roth, reich mit Silber; die Schabracken grün mit Silber. An Gallatagen hängc eine Tigerhaut -über die Schultern. Auf dem hohen rauhen Kalpak prangt ein weißer Reiherbusch. Sie führen den großen, gekrümmten ungarischen Säbel und reiten feurige Pferde vom Landschlag, durchaus Schimmel *). 5) die T r a- ») 1760 Graf Leopold Palffy. 1762 Graf Niklas Esterhazy. 176» Fürst Niklas Esterhazy. 1730 Graf Anton Earoly. 1731 Paul Anton Fürst Esterhazy. ±803 Fürst Niklas Esterhazy. 10 Der Hof. banten-Leibgarde (Seilerstadt Nr. 969) : Hauptmann Se. Er. Marquis Hannibal Sommariva, G. d. C. , Commandirender in Österreich, Stadt- Commandant in Wien, 2 Oberoffiziere, 1 Premier- und 4 Second - Wachtmeister, 4 Vice - Wachtmeister und 80 Trabanten. — Ein Detachement dieser Garde ist bey Sr. k. H. dem durchlauchtigsten Erzherzog Vi- cekönig in Mailand: 1 Garde-Ober-Lieutenant, 1 Second- und 2 Vice-Wachtmeister, und 3 o Trabanten.— Diese aus lauter wohlgedienten Unteroffizieren bestehende Garde versieht die ehemahls von den Schweizern innegehabten äußern Posten in der Burg. Sie führt wie jene, Hellebarden, nun Feuergewehre. Ihre Uniform ist roth und schwarz mit Gold; die Kopfbedeckung goldbordirte Hüte mit Federbuschen, sonst Helme *). 4) die H 0 fbur g w a che (Nr. i 85 auf •) 1652 Landgraf Fürstenberg. 1669 Gras Waldstein. 1670 Fürst Pio. 1676 Graf Heinrich Mannsfcld. 1690 Graf Carriani. 1694 Fürst Montecuculi. 1698 Graf Philipp Dietrichstein. 1699 Graf Niklas Palffy. 1701 Graf Aloys Harrach. 1707 Graf Franz Salm. 1708 Graf Gundacker Dietrichstein. 1714 Graf Leopold Herberstein. 1717 Graf Merode-Westerloo. 1727 Graf Gundacker Althann. 1723 Graf Andreas H a m il t o n. 17 52 Herzog C. L. von Arhemberg. 17 53 Caspar Graf von Cordua. 1757 Graf Anton Lolloredo. 11 Der Hof. der Leimgrube) unter demselben Capitän Marquis Sommariva, wurde 1602 durchaus aus solchen tapfern Kriegern errichtet, die sich die goldne oder silberne Medaille errungen haben: 3 Oberoffiziere, 20 Unteroffiziere und über 2oo Gemeine, bestimmt auf den innern Gängen und Communicationen der Burg (wie auch im Augarten, in Schönbrunn und Lachsenburg), Anstand, Ordnung und Stille aufrecht zu halten und alles muffige oder verdächtige Gesinde! hindanzuhalten. In dieser Polizey der Hofburg und der Hofgärten, hängt die Burgwache von der Leitung deS Oberhof-Marschall-Amtes ab. — Die Burgwache trägt hechtengraue Rocke mit schwarzem Aufschlag, weiße Unterkleider, goldbordirte Hüte. Dem Oberstkämmerer * *) unterstehen: das 1773 Graf Franz Thierheim. 17 35 Graf Franz Nostiz. 17 96 Fürst Carl Auersperg. 1302 Graf Wenzel Colloredo» 1306 Graf I. A. Mitrowsky. 1807 Marschall Fürst von Ligne. 131» Graf Wenzel Colloredo lzum zweyten Mahl>. 1323 Graf Bincenz Kolowrat. 1325 Hannibal Marquis Sommariva. *) 1652 Graf Max Wallenstein , O b e rst kä m m e r er. 1655 Fürst Hannibal Gonzaga. 1661 Graf Johann Lamberg. 1675 Graf Gundacker Dietrichstein. 16q0 Graf Carl Wallenstein. 1702 Graf Leopold Trautsohn. 1703 Graf Heinrich Mannsfeld. 1705 Graf Leopold Trautsohn. 1709 Graf Carl Wallenstein. 1712 Graf Rudolph Iinzendorf. 12 Der Hof. Oberstkämmereramt, der Beichtvater, die Leibärzte, die Schatzkammer, das geheime Kammerzahlamt, die Ober-Direction der Familiengüter, die Holitscher Geschirr- und Gutenbrunner Glas-Fabrik, das k. k. Holzverschleißamt, die Hof-Apotheken-Direction, die vereinigten k. k. Naturalien-Cabinete, das physikalisch- astronomische Cabinet, das Münz- und Antiken-Ca- binet (alle in der Burg), die Gemählde-Gallerie im obern Belvedere in der Heugafse, die Ambrafser Sammlung im untern Belvedere am Rennweg, alle ' Kammerkünstler, Kammerdiener, Kammer-Fouriere, Antekammer-Thürhüter, Kammerheitzer, Kammerherrnansager, sämmtliche Schloßhauptmannschaften; als: im Belvedere, zu Schönbrunn, zu L a ch s e n b u r g , H o tz e n d o r f, Ofen und Prag , Innsbruck und Ambraß, Salzburg, Mirabell, Kles- heim und Heilbrunn; endlich die k. k. Hof-Theater. Das O b er st h o f- M a r scha ll- A m t *) (in ,1724 Graf Caspar Kobenzl. 17 45 Graf Joseph Khevenhüller. 1765 Anton Altgraf zu S a lm - Reifferscheid. 1770 Fürst Heinrich Auersperg 1775 W. A. Graf, dann Fürst von Rosenberg. 1796 Graf Franz Colloredo, Cabinets-Minister. 1806 Rudolxh GrafWrbna. 1324 Rudolph Graf C z e r n i n. ') 1653 Graf Wilhelm Starhemberg, Hofmarschall. ' 167 4 Franz Graf von Pötting. 1676 Graf Albrecht Sinzendorf. 1683 Graf Franz Waldstein. 1635 Fürst Ferdinand Schwarzenberg. 1792 Gottlieb Graf Windischgratz. 1794 Graf Heinrich Mannsfeld. Der Hof. *3 der Burg) besorgt die Rechtsangelegenheiten des diplomatischen Corps und der dazu gehörigen Personen, dann die Polizey-Aufsicht über die dem Hof angehorige und bey Hofe dienende Dienerschaft. Zu demselben gehören, die Hofschätzmeister, die Hof- Fouriere, der Hof-Profoß. Zum Oberstsiallmeisteramt *) (in der 1701 Graf Adam Martinitz. 170 >» Graf Carl Waldstein. 17 03 Graf Max Martinitz. 1712 Fürst Adam Schwarzenberg. 17 22 Graf Caspar Kobenzl. 1726 Hieronymus Graf Colloredo. 1727 Johann Graf Colloredo. 17 29 Graf Adolph Martinitz. 17 55 Fürst Heinrich Auersperg. 17 42 Graf Joseph Khevenhüller. 17 45 Fürst Carl Dietrichstein. 175 4 Fürst Joseph Schwarzenberg. 1765 Graf F. A. Cavriani. 1764 Carl Maria Graf von Saurau. 1776 Eugen Graf von Wrbna. 17 89 Ernest Graf. dann Fürst von Kaunitz. 17.9'} Graf Anton Khevenhüller. 1793 Graf Anton Schaffgotsche. 1805 Franz Graf von Stampach» 1311 Graf Johann Wilczek. 1819 Philipp Graf von Ottingen - Wallerstein. '1 1655 Franz Heinrich Graf von Losenstein. Oberststallmeister. 1654 Fürst Hannibal Gonzaga. 1655 Graf I C. Harrack. 1653 Gundacker Graf Dietrichstein. 167 7 Ferdinand Graf Harrach. ' 1699 Philipp Graf von Dietrichstein. 17 02 Leopold Fürst Dietrichstein. 1703 Mathias Fürst Lamberg. 1711 Fürst Adam Schwarzenberg. / i4 Der Hof. Burg) gehören die Edelknaben, die Hof- Stadt- und Campagne-Reitschulen, die Hofstallungen, Wagenburgen, die Fourage - Magazine, die Hofgestütte zu Kopcsan in Ungarn, zu Göding in Mahren, zu Kla- drub und Sellmitz in Bohmen, auf dem Karst zu Pröstamek und zu Lippiza in Jllyrien, die Hof- und Kammerbüchsenspanner, Hof- und Leibschiffmeister, die Hof- und Feldtrompeter und Pauker, die Leib- Lakeyen. Die kaiserlichen Stallungen, ein ausgezeichnetes, durch Fischer von Erlach entworfenes, aber weder ganz nach seinem Plan, noch in den von ihm angetragenen Verhältnißen ausgeführtes Gebäude, liegt im Angesichte des Burgthores, an der Ma- riahilferstraße, an den Höhen des Crobatendörfels oder Spitalberges, von welchem aus Wien in der Nacht des n. May' 1809 beschossen wurde. — Über 5 oo Wägen und über 700 der auserlesensten Pferde sind in diesen Stallungen und Remisen. Erstere zeichnen sich vorzüglich seit der Epoche des Wiener Con- greffes, durch Pracht wie durch Geschmack aus. 1713 Graf Philipp Dietrlchstein. 1716 Michael Graf Althann. 1722 Fürst Adam Schwarzenberg. 1732 Gundacker Graf Althann. 17 33 Graf Franz Starhemberg. 17 42 Fürst Heinrich Auersperg. 1783 Carl Graf dann Fürst von Dietrlchstein. 1794 Dominik Graf dann Fürst von Kaunitz/ zuerst Vice- dann wirklicher Oberststallmeister. 1312 Johann Graf von Trautmannsdorf. i5 Der Hof. Ermähnungswerth sind auch, die in eben den k. k. Stqllungen befindlichen Gewehr- und Sattel- Kammern, selbst zur Geschichte der Reitkunst, der W a f f e n - M a n u f a c t u r und der I a g d. — In der Sattelkammer prunken vorzüglich die türkischen Reitzeugs, nahmentlich ein durch Mustapha III. hierher verehrtes. — Die Gewehrkammer hat Gewehre, die bis in die Tage Carls V. hinaufreichen und die successive Vervollkommnung der Feuerrohre anschaulich zeigen; fast von jedem regierenden Herrn eines, das zu seinem persönlichen Gebrauche diente und in Elfenbein oder Stahl kunstreich verziert ist, viele seltne Hirschgeweihe, darunter auch jene des Hirschen, der im July 1784 als Joseph II. vom Augarten nach der Brigittenau zu einer großen Jagd gekommen und Aller Augen nach vorne gerichtet waren, aus einmahl von rückwärts durch die Mais brach, durch einen Zufall gerade vor dem Monarchen niederfiel, im raschen Wiederaufstehen den Kaiser zwischen die Geweihe faßte, aber mit geringer Beschädigung weg- schleuderte und erst im Dec. daraus erlegt wurde. Auch des Kaisers zerrissener Jagdrock findet sich hier mit einem Thatbestand des seltsamen Vorfalles, durch die Büchsenspanner; denn so wie die Jagd selbst das Oberstjägermeisteramt, so geht die Bedienung bey derselben, das Oberststallmeisteramt an. Küchelbecker und Andere, die uniuictelbar vor oder nach ihm über den k. k. Hof geschrieben, wissen gar viel zu erzählen von den zahllosen Galla- Lagen, Hoffesten und Kirchengängen, von der alt- f 16 I D e r H o f. deutschen und durch Carl» VI. neuerdings von den Pyrenäen über unsre Alpen herüber verpflanzten spanischen Etikette. — In seine Zeit trafen drey Kaiserinnen zugleich, dann Leopoldinische, Josephinische und Carolinische Erzherzoginnen. — Den schärfsten Gegensatz mit jenem strengen Ceremoniel bildete die äußerste Einfachheit der, durch Joseph II. eingeführten Hofsitte» Er beschränkte alle die frühern Gal- la-Tage auf den einzigen Neujahrstag. In den letztern Jahren wurde diese Galla öfters auf einen, jedem Österreicher theuern Tag, auf den i2. Febr-, die G e b u r t s f e y e r des regierende» Monarchen verlegt. — Die allerhöchste Familie nimmt an diesem Galla-Tage die Glückswünsche in Ceremonie an. Außerdem war in der letzte» Zeit nur gele- genheitlich von Vermählungen, Taufen, Ordensfesten oder außerordentlichen Gelegenheiten, große Galla bey Hofe. — Der Monarch erscheint hierbey gewöhnlich in der Feld - Marschalls - Uniform, mir den Diamanten der Schatzkammer geschmückt. Die deutsche und ungarische Garde halten ihren Einzug zu Roß, die Trabanten- und Burgwachc zu Fuß; hierauf die Chefs der Hofämter, unter Vertretung des ihnen untergebenen Personals in Galia-Kleidung. Von der Sitte, daß der Oberststallmeister und der Oberstjägermeister aus ihren Wohnungen zu Pferde, unter Vor- auStretung des, ihren Stäben angehörigen Personals, ihren Einzug nach Hofe halten, finden sich Spuren unter Ferdinand I., ja gewissermaßen schon unter Friedrich IV» — Dieser Tag gibt den vollständigsten Der Hof. 1? Überblick vo» der Pracht und dem Geschmacke der Equipagen und Livreen des hohen Adels von Ungarn, Bohmen und Österreich.—Der Erzbischof, die Both- schafter, die Hofämtev, die Minister, die Feld-Mar- schalle, die Scaalsrathe rc. legen der Reihe nach bey Ihren Majestäten und der Allerhöchsten Familie, die Glückswünsche ab. Nach dem Kirchengange nehmen Ihre Majestäten die Aufwartung von den Damen des hohen Adels an. Im großen Rittersaal ist offene Tafel; die Hof-Eapelle führt während der kurzen Dauer derselben, eine auserlesene Musik aus. Von eigens errichteten Tribunen herab, kann die ganze glänzende Versammlung überschaut werden. Zum Hofstaat I r. Maj. der Kaiserinn, in welchem der Obersthofmeister *) (Se. Ez-. Herr *) 1652 Graf Fugger - Vabenhausen. 1655 Graf F. A. Cavriani. 1660 Graf Marradas. 1666 Fürst Ferdinand Dietrichstein. 1666 Graf Carl Waldstein. 1690 Franz Graf von Mannsfeld. 1692 Fürst Ferdinand Schwärzendes 17 04 Carl Graf von Thurn- 1705 Fürst Ferdinand Lodkowitz. 1706 Graf Carl Waldstein. 1709 I. L. C. Graf Paar. 1713 Gras von Cordona. 1750 Fürst Philipp Lodkowitz. 1735 Graf Adolph Martinitz» -—-— Graf Joseph Königseck. 1756 Graf Julius Visconti. 17 33 Graf Joseph Königseck. I74i Graf Ferdinand Herberstein» 17 42 Graf Franz Starhemberg. . H.Lahrg.Denkwürdigkeiten 3. Bd. t. Heft. » i8 Der Hof. Heinrich Gundacker Graf von Wurmbrand) und die Obcrsthosmeisterinn (I. Sjr. Frau Gräfinn von La- zanzky Witwe/ geb. Gräfinn Falkenhayn) den Reihen führe»/ gehört auch der S r e r n k r e uz - O r- d e n (von welchem weiter unten die Rede seyn wird)/ die Dames du Palais (indiesem Augenblicke 182 . an der Zahl: 26 Fürstinnen/ bq geheime Raths- srauen/ 22 geheime Rarhswirwen/ 5o Kammerherrn- frauen und 25 Kammerherrnwitwen), zwey Hof- Damen ; eils Fürstinnen und andere Damen, die den großen und sechzehn Damen, die den kleinen Kam- merzutrict am k. k. Hofe haben. Alsdann sind jetzt noch in Wien, der Hofstaat der durchlauchtigsten Sohne Sr. Maj. des Kaisers, des kaiserlichen Prinzen und Erzherzogs Ferdinand Kronprinzen — und Franz Carls, dann Höchst- dessen Frau Gemahlin», der Erzherzoginn Sophie und der Erzherzoginn Mariane, — sohin der Brü- der Sr. Maj. des Kaisers, I. I. k. k. H. H. des durchlauchtigsten Erzherzogs Carl und semer Gemahlinn, der Frau Erzherzoginn Henriette, des hochwürdigst - durchlauchtigsten Hoch- und Deutschmeisters Erzherzogs Anton und der Erzherzoge Johann und Ludwig, endlich der durchlauchtigsten Erzher- 1745 Fürst Leopold Trautson. , 1767 Graf F. L. Sternberg. ^ 1790 Graf Anton Thurn. 1793 Graf Anton Schaffgotsche. 1807 Graf Franz Althann« 1816 Heinrich Gundacker Graf von Wurmbrand. Der Hof» 19 zoginii Beatr ix, Prinzessinn von Este, Herzoginn von Maffa-Carara und Ihres Sohnes, des durchlauch» tigsten Erzherzogs Maximilian. Österreichische Ritter-Orden im heutigen Sinne gab es vor der großen Theresia nicht» Einiger frühern ritterlichen Verbrüderungen, die wohl auch Orden hießen, vom heil. Geist, von Sr» Georg, vom Adler, vom Drachen rc. gedachten die unmittelbar vorhergehenden Hefte. — Sie sind aber von den heutigen Ritter-Orden, ihrer Wesenheit nach, gänzlich verschieden. Es sind deren sechs: jener des goldenen Vließes, der militärische Marien- T h e r e s i e n - O r d e n, der konigl. ungarische S t e» phans-Orden, der österreichisch - kaiserliche Le 0- polds-Orden, der Orden der eisernen Äre« ne; — (die Elisabeth-Theresianische Militärstiftung wird nur uneigentlich ein Orden genannt und ihr Zeichen vom Monarchen nicht getragen, so wie sie auch kein Ordensfest feyert und weder Ordenskleid »och Ordensbeamte hat;) — endlich der S t e r n- kreuz-Orden für Damen des hohen Adels. — Ferners ist hier zu erwähnen das Civil-Ehren- kreuz für die Ereignisse des Befreyungskrieges von i 8 i 3 und 1814, die militärische Taprerkeirs- und die Civil-Ehren-Medaille, obgleich diese in keinerley Or- dens-Beziehung zum Hofe stehen. Der Ritter-Orden des goldenen Vließes wurde am 10. Jän. i 43 o durch Philipp den Guten > Herrn der Niederlande, Urenkel des französischen Königs Johann, Sohn Johanns des Unerschrockenen, 2 * 20 D e r Hof. Vater Carls des Kühnen gestiftet; weniger zur Feyer der Vermählung mit der portugiesischen Jsabelle, noch minder jum Zeichen, welche ungeheuern Schätze die flandecische Wolle in seine Hand, (wie zu gleicher Zeit eben auch der Wollhandel in die Hände der Me- dioäer) gegeben, sondern des mit seinen Edelsten gethanenen Gelübdes einer Kreuzfahrt zur Rettung des immer mehr eingeengten Constantinopel und zur' Sicherung des Abendlandes vor den Türken, denen, (schon waren fast vier Jahrzehende vorüber,) bey Ni- - kopol, ein auserlesenes Heer aus llngarn, Frankreich und Burgund völlig erlegen war. — Als Carl der Kühne die Eidgenossen und ihren Bundessreund den Herzog Rene von Lothringen bekriegend, (1476) bey Gr a n so n die Schätze, bey M ur t e n den Kern seines herrlichen Heeres, den Ruhm der weitgefürchte- ten Gensd'armerie und Ordonanz von Burgund , endlich (» 4 ??) vor N a n c y den Sieg und das Leben eingebüßt hatte, gediehen wenige Monathe darauf die Niederlande und mit ihnen das Meisterchum des Ordens vom golde'nen Vließe, durch seine Erb« tochter Maria, an den Erzherzog und nachmahligen Kaiser, Maximilian von Österreich. — In der Theilung der halben europäischen Welt zwischen seinen Enkeln Carl V. und Ferdinand 1 . wurden dem Letzter» die deutschen Lande zu Theil, und fünf Jahre darauf traten, als der Jagellone Ludwig am Tage des Verderbens von Mohacs umgekommen, Ungarn und Bohmen durch Erbesanspruch und Wahl hinzu; — Ca rln, dem Erstgebornen, wur« 2l D er H o f. den die spanischen Kronen Castiliens und Leons von seiner Mutter Johanna, jene Arragons von dem feindseligen Großvater Ferdinand, beyde Sieilien, welche dieser erobert und erlistet, nebst deü neuen Welten jenseits des Meeres, die Columbus für Spanien entdeckt und den reichen Niederlanden zu Theil. — Des Ordens Meisterthum blieb nun bey den Konigen Hispaniens, (Carl V., Philippii., PhilippIII., Philipp IV., Carl II.), die ihn oft bey Wechselheirathen und andern Familien-Festen »ach Wien sendeten, auch ausgezeichnete Verdienste um den katholischen Glauben und um beyde Linien des Erzhauses, um die in Madrit und um die in Wien thronende, vorzüglich in den Stürmen des 5 ojahrigen Krieges damit belohnten. Beyde heldenmüthigen Vertheidiger Wiens wider die Türken, Niklas Salm und Rüdiger Star- hemberg waren mit dem Vließe geschmückt. —AIS am i. Nov. 1700 mit Carln I(. die spanische Linie erlosch, sprach ein unstreitiges Erbrecht seine» Nachlaß Leopolden l., dem Haupt der deutschen Linie zu, der selben und darunter auch das Meisterthum des Vließes 1703 seinem zweytgebornen Sohne Carl übertrug. Wie Josephs I. allzufrüher Tod den Bund Österreichs und der Seemächte getrennt, der Utrechler Frieden Philippen V. von Anjou im Besitze Spaniens gelassen, Österreich aber nur die spanischen Nebenreiche in Italien und in den Nie'der landen vergönnt hatte , war es der Orden des goldnen Vließes, über den die beyden Nebenbuhler sich nicht 22 Der Hof. ausgleichen konnten und der bis auf den heutigen Tag, in Wien und in Madrit verliehen wird_ Sari VI., dessen Anrecht hiezu, als Herrn der Niederlande, augenscheinlich war, hielt gleich nach seiner Ankunft von Barcellona in Wien, 1712, am Tage des Apostels Andreas, Patrons von Burgund und Patrons des Ordens, ein Erneuerungsfest dieses ältesten und glanzvollsten der heurigen europäischen Ritter-Orden und einen feyerlichen Einzug nach St. Stephan zu Pferde, mit alle» Ordens-Rit- rern und Beamten, in der alten, prächtigen OrdenS- Tracht. — Auf der zu dieses Tages Gedächtniß geschlagenen Münze, las man: Moribus Antiquis —. und : — Aviti Ordinis Equitum Torquator. Aur. Veli. Solemnia restituta. Vindob. 1713 3 o.Nov. • Fürstliche Geburt, oder ein uralter, erlauchter Adel wird erfordert, des Ordens Ritter zu seyn, auch der katholische Glaube. Von letzterem aber hat der Großmeister, wiewohl sehr selten dispensirt, häufig aber von der Verpflichtung, neben diesem, keinen andern Orden zu tragen.—Die Devisen von Burgund, insonderheit aber des Stifters Philipp: „A.utre n’ auray” und: „ye 1’ ay empris” (bien qu’ en aviene!) stehen auf Kette und Habit, auf beyden ist auch das Ordens-Sinnbild, Stahl und Feuersteine und die daraus hervorblitzenden Funken. Vorn an der Kette hängt das goldue Widderfell oder Vließ. —> Der öfters geänderte Ordens-Habit, besteht aus einem purpurrothen, weißgefütterten Sammt-Talar mit einem karmoisinfarben, mantelartigen Überwurf. Der Hof. s5 Die Ordcns-Schaube ist gleichfalls Purpur mit Gold gestickt. Von der linken Seite hangt eine lange Stole herunter. Von der Pflicht, die große Ordens-Kette täglich zu tragen, dispensirte schon Carl V. nach Umständen und für alle Tage wird blos das Vließ selbst, an einem poneeaurothen seidenen Bande getragen.— Das Ordens - Fest ist am ersten Sonntage nach Andreas und wie bey allen Ordens-Festen die Versammlung in der geheimen Rathsstube, vor dem Thron, der Kirchengang am Vorabende zur Ordens- Vesper, am Tage selbst zum Ocdens-Amt und die offene Tafel. — Gegenwärtig sind über stc» Ritter, darunter die Könige von Großbrittanien, Sardinien und Bayern, alle großjährigen Prinzen des Erzhauses, mit Ausnahme derer geistlichen Standes (I. I. k. k. H. H. die Erzh. Anton, Rudolph und Maximilian). Der älteste der übrigen Ritter, ist dermahlen der erste Obersthofmeister Fürst Traut- mannsdorf. Die Ordens-Beamten sind: der Kanzler, der Schatzmeister und Greffier (beyde Stellen werden gegenwärtig vom geheime» Cabinet Sr. Majestät versehen) und der Wappeukönig. Der erste Sieg über den großen Friedrich, jener, den am iL. Juny iy5y der F. M. Graf Leopold Saun, bey Collin und P l a n i an erfocht und dadurch die, mir dem Prinzen Carl von Lothringen in P r a g eingeschlossene und belagerte Armee b e fr e y t e, gab der großen Theresia den Anlaß zur Stiftung des, nach ihrem unvergeß« 24 Der Hof. lichen Nahmen genannten Ordens, welcher unbestritten durch ganz Europa, als ein Kleinod kriegerischer Ehre schimmert. — Wo Dauns Grabmahl, da ist zugleich die Ordens-Kirche, bey den Augustinern. — Nach den Statuten gibt Anspruch auf diesen Orden, eine im Feld unternommene, wichtige und'glücklich ausgeführte That, von dem betreffenden Offizier aus freyem Antrieb unternommen und so gestaltet, daß er selbe allerdings, ohne Verantwortung hätte unterlassen können. •— Augenzeugen und Waffengefährten, oder die unmittelbaren Vorgesetzten müssen die That bekräftigen. — Sie muß beym Ordens-Capitel eingereicht werden t das als ein wahres Gericht von Pairs oder Ebenbürtigen darüber entscheidet. — In seltnen Fällen ertheilte den Orden aber auch der Monarch und Großmeister selbst, auf dem Schlachtfeld oder sonst, „ex tdronoohne erst ein Anlangen oder ein Capitel abzuwarten. Anfangs zählte der Orden nur Großkreuze und Ritter, Joseph II. fügte 1765 ^bic Classe der Commandeurs hinzu. — Die Großkreuze tragen auf der linken Brust den Stern, das Kreuz rings mit einem Lorberkranz umzogen, in der Mitte den Querbalken Österreichs, mir der Umschrift: Fortitudini. —> Sie tragen ferners von der rechten Schulter zur linken Hüfte, ein handbreites, weißes Band mit einem rothen Streif an beyden Enden und an demselben das emaillirte Ordens - Kreuz, das auf der Vorderseite ebenfalls den Querbalken Österreichs zeigt, auf der Rückseite Theresiens und Franz's I. verschlun- 25 Der Hof. gelten NahmenSzug. Die Commandeurs tragen diesen Orden am weiß und rothem Bande um den Hals, die Ritter im Knopfloch. Das Ordens-Fest ist alljährlich am ersten Sonntag nach Theresia. Die Ritter erscheinen dabey mir ihren Ordens-Zeichen in der Uniform ihres Ranges, Regiments oder Corps. Schon bey seiner Errichtung verband Theresia, Pensionen mir diesem Orden, dem einzigen Österreichs, mit welchem E inkün st e verknüpft sind. Mit den Niederlanden ging ein Theil der dem Orden gewidmeten Fonds verloren. Aber die Sorgfalt des Monarchen stellte bey einem so wichtigen und seinem Herzen so theuern Gegenstände, den Verlust gar bald mit Wucher wieder her in 224 Pensionen, acht von i 5 oo fl. für die Großkreuze, sechzehn von 800 st. für die Commandeurs, hundert von 60» fl. und hundert von 400 fl. für die Ritter, wodurch aber die Zahl derselben keineswegs beschränkt wird, sie aber nach und nach mit jedem Erledigungssalle claffenmäßig einrücken. Auf die Witwe kommt die Hälfte der Pension ihres Gemahls; hätte jedoch dieser die Einrückung nicht mehr erlebt, so wird auf die Witwe nichts de- stoweniger die gleiche Rücksicht genommen. — Die Ritter erhalten tapfrey den Freyherrnstand, wenn sie darum ansuchen. Auch wurde der Orden seit seinem Anbeginn, ohne allen Unterschied auf Religion ertheilt. Inländische Großkreuze hat der Theresien-Orden jetzt nur vier: die Erzherzoge Carl und Johann und die Marschälle Herzog Ferdinand von Würiem- 26 ßr-9 Der Hof. berg und Fürst Johann Liechtenstein, 21 Commandeurs und 200 Ritter, aus denen der F. Z. M. Baron von Schlaun, der älteste ist. Über den Türkenfeldzug von 1788 reicht keiner der jetzt lebenden Ritter mehr hinauf. — Unter den fremden Großkreuzen glänzen: der König von Schweden und der Herzog von Wellington, unter den Commandeurs ; der König von Würtemberg, Ostermann, Gneisenau, Aork rc.; unter den Rittern: I. I. M. M. der Kaiser Alerand ex von Rußland und der König Friedrich Wilhelm von Preußen, Iermaloff, Czernitfchef rc. Kanzler hatte der Orden seit seiner Gründung nur drey: die Staatskanzler Fürsten Kaunitz und Wettern ich und zwischen ihnen, den Marschall La c y. — Das Ordens - Personal ist vom Departement der auswärtigen Geschäfte. Am füglichsten wird hier auch noch einiger andern militärischen Institutionen erwähnt.—Die E l i- sabeth- Theresianische Stiftung wurde von der Kaiserinn Elisabeth 1780 für lange und ausgezeichnet dienende Generale und Stabsoffiziere gestiftet, und von ihrer Tochter Diaria Theresia »771 erneuert. Mit dieser Stiftung ist eine Pension und ein Ordens - Zeichen verbunden: ein goldener Stern mit roth und weißen Spitzen, der an einem schwarzen Band im Knopfloch getragen wird. — Elisabeths und Theresiens verschlungener Nahmenszug in der Mitte, und im Umkreise: M. Theresia Parentis Gratiam Perennem Voluit. — Non den 2i Pensionen be- I Der Hof. 27 kiesen sich sechs auf 1000, acht auf 800 und sieben auf 5 oo fl. * * * Die militärische Tapferkeits-Me- daille für den Unteroffizier und gemeinen Mann, stiftete Joseph II. im Beginne des Tückenkrieges, Sie zeigt das Brustbild des regierenden Monarchen und auf der Rückseite wie der Theresien-Orden die Worte: „der Tapferkeit," von einem Lorber« kränz umwunden. Sie wird an einem rothen, weißgestreiften Bande auf der Brust getragen: die goldene gibt den doppelten, die silberne den halben Sold als Zulage. Die silberne Wiener Aufgeboth s-M e d a i l le von 1797 trug die Inschrift: „d e n b i e d e r n S ö h- nen Österreichs desLandesvatersDank." Nachdem das Joch Napoleons gebrochen und der Frieden in dem ersiegten Paris unterzeichnet war, beschloß der Monarch aus dem Metall eroberter französischer Kanonen, ein Ehrenzeichen für alle Krieger ohne Unterschied prägen zu lassen, welche die Feldzüge von i 8 i 3 und 1814 milgefochten. Es hat die Gestalt eines lorberumwundenen Kreuzes und die Inschrift: Piberlate Europae asserfa MDCCCXIII, MDCCCXIV. Auf der Rückseite: Orati Princeps et Patria. Franciscus Imp. Aug. Es wird im Knopfloch an einem seidenen Bande mit den österreichisch-kaiserlichen Farben, gelb und schwarz, getragen. Jeder Besitzer mag seinen 28 Der Hof. Nahmen auf den Rand des Kreuzes stechen lassen. Der Oberbefehlshaber der Verbündeten, F. M. Fürst Carl Schwarzenberg trug das Großkreuz in Golde. — Zum ersten Mahle trug dieses Ehrenzeichen , Wiens Garnison an dem Freudentage des Einzugs Alepanders und Friedrich Wilhelms am 25 . Sepr. 1814. — Wie die Wiener ?lufgeboths - Medaille bereits sehr selten geworden ist, wird es auch schon (mit Ausnahme der ungarischen Regimenter) dieses Armee- oder sogenannte Kanonen-Kreuz. * * 2 Der k0nigl. ungarische Stephans-Or- den am 5 . May 1764 von Theresien gestiftet (oder wie Alterthunisforscher behaupteten, erneuert) ist langen und ausgezeichneten Diensten in der Civil-Verwaltung geweiht, und zwar nicht in Ungarn allein, sondern in allen Provinzen. Das Ordens-Zeichen ist das ungarische Kreuz mit Theresiens Nahmenszuge und der Umschrift: publicorum meritorum praemium; — auf der Rückseite: St. Stephano regi apostolico. — Die Kette der Großkreuze ist wechselweise aus der ungarischen Krone und den Änfangs- buchstaben Stephansund Theresias gebildet und in der Mitte mit einem Schilde geschloffen, worauf der Adler mit dem Sinnspruche: stringit amore. — In der Mitte des silbergestickten Sterns, den die Großkreuze mitten auf der Brust tragen , ist ein Kranz von Eichenlaub und darin das Ordens - Kreuz. Die Commandeurs tragen es am Halse, die Ritter im Knopf- Der Hof. 29 loch. — Wie der Theresien- und Leopolds - Orden die Farben Österreichs, so hat der Stephans - Orden die Farben Ungarns, grün und roth. Das Titular - Fest ist am Sonntage nach Stephan. —Die Ordens-Trachk besteht in einem, bis an die Fersen reichenden Unterkleid von carmosinrothem Sammt, unten offen und mit Hermelin ausgeschlagen, einem langen grünsammt- nen, carmöisin gefütterten und mit Hermelin verbrämten Oberkleide, langer Schleppe, weiten, offenen , unten zugespitzten Ärmeln. Um die Schultern zieht ein breiter, grünsammtner, mit Hermelin verbrämter Kragen. Die Ordens-Mütze ist gleichfalls roth und Hermelin und rechts mitReihecfedern geschmückt, die in einer, roth und grün emaillirten Scheide stecken. Die drey Classen unterscheiden sich durch die Breite der goldenen Stickerey von Eichenlaub. Das Unterkleid der Großkreuze ist ganz damit überdeckt. — Der Orden zählt überZo inländische Großkreuze, ebenso viele Commandeurs und gegen 5 o Ritter. — Ordens-Prä- tat ist jetzt der Primas von Ungarn, (nach §. 12 der Statuten aber, ein ungarischer Kirchenfürst überhaupt,) Kanzler, nach eben dem §. i2 der ungarische Hofkanzler, Secretär und Schatzmeister, zwey ungarische Hofralhe, dann noch ein Herold, Kanzellist und Huiffier. Die Statuten bestimmen der Mitglieder Zahl §. 3 auf2c> Großkreuze, 3 o Commandeurs und 5 o Ritter, (die Prälaten uneingerechnet), welche Zahl aber nie beobachtet, sondern nach dem Verdienste bemessen worden ist. — §. i 5 und 16 erklären die Ritter für apar- 3o Der Hof. tementmaßig, die Grvßkrenze §.17, wenn sie es noch nicht wären, zu wirklichen, die Commandeurs zuDe- cretal geheimen Räthen. Die Kleinkreuze sollen ohne Taxen, Freyherren seyn, nach Umständen auch Grafen, worüber sich aber der Großmeister die Beurtheilung vorbehält. Die Großkreuze erhalten den Ehren- nahmen cousins, und die Accolade oder Umarmung des Großmeisters und Souverains bey ihrer Einführung. — Theresia als König und Großmeister, legte ihnen beyde Hände auf die Schultern. Der österreichisch - kaiserliche Leo- polds-Orden, dem Andenken Leopolds II. geweiht, wurde bereits bey dem glorreichen Anlasse der Erhebung Österreichs zur erblichen Kaiserwürde, von der väterlichen Weisheit unsres Monarchen beschlossen und dem kriegerischen, wie dem bürgerlichen Verdienst und der Gelehrsamkeit gewidmet, ohne Rücksicht auf Stand oder Religion oder Anstellung im unmittelbaren Staatsdienst. Bey Gelegenheit der dritten Vermählung Franz's I. mit seiner durchlauchtigsten Muhme, Maria L u d 0 v i k a von Este, am 6. Jän. 1808 wurde die Stiftung dieses neuen Ordens und mehrere Ernennungen zu demselben verkündiget, am > 4 . July 1808 die Statuten ausgefertigt und am Sonntag nach Dreykonigen 1809 war (inmitten der großen Rüstungen zu dem, durch Napoleons Gewaltstreiche unausweichlich gewordenen Kriege,) das erste Ordens-Fest, die feyerliche Inauguration, in Gegenwart aller übrigen Orden.-^Der H. 26 der Statuten bestimmt die v ö l l i g e R a n g e s> 3i Der Hof. gleichheit des L e o p old- und S t e p h a n s - O r- d en s, jedoch so, daß der letztere als Gesammtkorper, als der altere Orden vorgehe, übrigens aber zwischen den Rittern bloß das Datum der Aufnahme den Ausschlag gebe. Der §. 22 erklärt die Ritter für apartements- mäßig. Nach dem §. 23 und 25 erhalten die Großkreuze den Ehrenuahmen Ccmsin5 (Cognati nostri) vom Monarchen und Großmeister und die geheime Rathswürde, — die Commandeurs den Freyherr»-,— die Kleinkreuze den Rirterstand. Das Ordenszeichen ist ein achteckigtes goldenes Kreuz mit rothem Schmelz und weißer Einfassung; vorne F. I.A., des Monarchen Nahmenszug, — im Umkreise die Worte: integritati et merito ;— auf der Rückseite: Opes regum , corda Subditorum. Die Großkreuze tragen einen silbergestickte» Stern mit dem Ordenskreuz und dem rothen Cordon mit weißen Rändern von der rechten Schulter gegen die linke Hüfte, die Commandeurs das Kreuz am Halse, die Ritter im Knopfloch. Das Ordens-Kleid ist von den Farben Österreichs, weiß und roch, —■ von altdeutschem Schnitte, Leibrock, Beinkleider, Barret, Schuhe und Strümpfe roth, mit weißen Federn, goldenen Hutschnüren, goldenen Schuhrosen und goldener Stickerey von Eichenlaub, in der Breite nach den Classen des Ordens. Der prächtige weiße Hermelinmantel mit eben der goldenen Stickerey, hängt bey den Rittern nur über die Schulter, den Rücken deckend, bey den Großkreuzen geht \ 32 Der Hof. er auch vorne bis über den Leib, bei) den Commandeurs Über die Brust. Großkreuze sind jetzt 25 , Commandeurs über 60, Ritter bey 2c>o, aber eine noch größere Zahl Ausländer von allen drey Classen.— Ordens - Beamte sind: Der Ordens - Prälat (1808) Graf Sigmund Hohen- warr, 1622 Leopold Mar Graf von Firmian, Erzbischöfe Wiens), der Ordenskanzler (1808 der Senior des Staatsralhes, Ritter von Grohmann, 1817 Graf Prokop Lazanzky, ch 1624), der Schatzmeister, Greffier und Herold, ein Kanzellist und Huifsier. Zwölf Jahre (1802—1814) hatte Napoleon,. als Präsident der cisalpinischen oder italiänischen Republik und darauf als König von Italien, in Mailand geherrscht. Der Preßburger Friede (26. December i 8 o 5 ) hatte Venedig mit der Lombardie vereinigt. — Bey seiner Krönung im Dome zu Mailand (26. May i 8 o 5 ) nahm er zum bedenklichen Vorzeichen, bereits den geflügelten Markuslöwen, die Schlüssel St. Peters, den Adler von Este und die Riesenschlange der Viscontis in den neuen Wapenschild auf und stiftete den Orden der eisernen Krone, mit der herausfordernden Inschrift: „Gott hat mir sie gegeben. Wehe dem, der sie antastet!" — Denjenigen , die unter ihm diesen Orden erworben, ist es erlaubt, denselben fortwährend zu tragen; aber als 1814 die Siege der Verbündeten, das Reich Napoleons gestürzt, erklärte Franz l. den Orden der eisernen Krone gleichfalls für einen Haus-Orden und theilte denselben 1616 in Mailand zum ersten Mahle aus. — 33 Der H o f. Es eignen dazu Verdienste am Hofe, im Rathe oder im Felde erworben, ohne Rücksicht auf Geburt, Rang oder Religion. — Wie beym Leopolds - Orden ist es nicht erlaubt, um denselben anzusuchen. — Der Orden hat die gewöhnlichen drey Classen und zählt gegen 2 o Ritter der ersten, bey i5 der zweyten, über der dritten Classe und eine noch stärkere Zahl im Auslande. Er hat die gewöhnlichen Ordens-Beamten. Kanzler des Ordens ist seit seiner Entstehung der Marschall und Kriegs-Präsident, Gras Heinrich Belle- garde. — Das Ordens-Zeichen ist ein eisernes Kreuz mit dem österreichischen Adler und einem blauen Schilde, auf dessen einer Seite der Nahmenszug des durchlauchtigsten Ordens-Srifters F., auf der andern das Jahr der Errichtung i8i5. —> Das Band ist orange mit einer blauen Einfassung, jenes der Ritter hingegen, die dem ältern italienischen Orden der eisernen Krone angehörten und von Sr. Maj. nur bestätigt wurden, mit einer grünen Einfassung. — Der Ordens - Stern weiset um die eiserne Krone die llm- schrift: Avita Et Aucta. Der Leibrock der feyerlichen OrdenS-Tracht ist orange, Unterkleider und Schärpe weiß, der Schwertgriff Silber, das Barret dunkelblau mit weißen Federn, der Mantel dunkelblau und äußerst geschmackvoll mit Silber gestickt, die eiserne Krone zwischen Palmen und die abgedachte. Inschrift, buchstabenweise am Rande des Mantels. * II. Jahrg. Denkwürdigkeiten. 3. Bd. 1 . Heft. 3 34 Der Hof. Nach diesen österreichisch-kaiserlichen Orden, ist noch, wie das oben erwähnte Armeekreuz, so auch das Civ il - E hre n kr e uz, für die im Laufe des Befrey- ungskrieges i8i3 und 1814 gesammelten Verdienste zu erwähnen. — Es wird an einem schwarzgestreislen, gelbseidenen Bande im Knopfloch getragen und ist entweder von Gold oder von Silber. — Das einzige . Großkreuz erhielt der Staatskanzler Fürst Metteznich. Das goldene Kreuz tragen 25 damahlige Chefs der Hofstellen oder der Provinzen, Commandirende, Gesandte und die beyden Kirchenfürsten von Prag und von Agram und von den durchlauchtigsten Prinzen des Hauses, der Erzherzog Joseph Palatinus. — Silberne Civil-Ehrenkreuze sind noch ,33, worunter auch mehrere Militärs. * * * Wie Joseph II. die Tapferkeirs- Medaille für den Soldaten, so stiftete der jetzt regierende Monarch die C i v i l - E h r e n m e d a i l l e. Sie ist von Gold und in drey verschiedenen Großen. Die große, die an einer goldenen Kette getragen wird, weiset auf der Vorderseite des erhabenen Stifters Brustbild, mit der Aufschrift: Ilonori und mir der Umschrift: Austria ad imperii dignitatem evecta. Die mittlere und kleinere, die an einem rothen Bande getragen werden, haben ebenfalls des Monarchen Brustbild mit der Umschrift seines Nahmens und auf der Rückseite, neben der Wage der Gerechtigkeit, dem 55 Der Hof. Scepter und Merkurs - Scabe/ seinen Wahlspruch: justitia regnorum fundamentum. * * ck Es erübriget nun noch eines weiblichen Ordens zu erwähnen, des hochadelichen Sternkreuz -O r d e ns, gestiftet am 10. Sepr. iüti8 von der Kaiserinn Eleonore, Wicwe Ferdinands III., gebornen Prinzessinn von Mantua, zum Andenken jenes, inmitten des schrecklichen Brandes der Burg unversehrt gebliebenen Kreuz - Parrikels, dessen schon in der Geschichte der Burg (S. i 3 ) gedacht worden.— Höchste Ordens - Schutzfrau sind Ihre Majestät die regierende Kaiserinn und alle Prinzessinnen des Hauses, Mitglieder desselben. Der Orden har zwei) Assistentinnen, einen Schatzmeister, einen Sekretär, zwey Kanzellisten und einen Epami- nator der Adels-Probe», die nach der Weise des Mal- theser-Ordens gelegt werden müssen. Die Ordens- Feste, wobey gewöhnlich auch die Verleihungen geschehen, sind an Kreuzersindung und Erhöhung — Von seinem Ursprünge an, wurde der Orden zwar meist verheirarhecen Damen, aber auch unverheira- theten verliehen. — Die Zahl der Sternkreuz-Ordens- Damen belauft sich gegenwärtig nebst 23 allerhöchsten und höchsten kaiserlichen und königlichen Prinzessinnen, auf beynahe 800.— Das Ordens-Zeichen ist ein goldenes Kreuz in einem Ovale auf dem schwarzen Doppeladler ruhend und durch vier holzfarbnc, in Kreu- zesgestalt gebildete Linien durchzogen, mit der Um- 5 * 36 Der H o f. schrift: Zglus et L^Iorin, an einem schwarzen Bande an der linken Schulter getragen. — Zur Zeit der durchlauchtigsten Stifterinn waren auf der Rückseite die vier mantuanischen Adler zu sehen. Ein Mehreres hierüber gehört >n die Geschichte der Ritter-Orden überhaupt und jener Österreichs insbesondere — So viel aber, als wir hier angeführt/ durfte nicht fehlen in der Geschichte Wiens, seiner Kaiserburg und des Hofes, auf welchem der Glanz, der fortwährende Flor und Reichthum dieser alten, mächtigen Stadt beruht. i Dir Stadt. — Ihre Lage rc. 3 f Die Stadt. — Ihre Lage. — Ihre Außen- werke und Thore, Straßen und 'öffentlichen Plätze, mit ihren geschichtlichen Erinnerungen. Wien in Österreich unter der Enns, im Latein Vienna Austriae, (zum Unterschiede »on Vienna AI- ]obrognm ; ästenne in Dauphins), alrerthümlich auch Vinäobona, Viana, Fabiana genannt, den Franzosen Vienne, dem Jtaliäner, dem Spanier und Britten Vienna, heißt den Türken, den Ungarn, den ungarischen und zum Theil illyrischen Slaven, Leos, den Bohmen W j d e n , den Pohlen W i e d e n, den Krai- nern, Dunej (naDuneju, die Donaustadt). Im Ungarischen scheint der häufige Nahme Uets (Ilee«) mit dem slavischen Pecs, Ofen, Felswand, (aber auch emporium) gleichlautend. Die komagenische Bergspitze, das Kahlengebirge, wäre hier die Felswand. Wien liegt in der östlichen Länge von Ferro 34 Grad 2 Min. 3 o See. oder östlich von der k. Sternwarte in Paris, o Stunde 56 Min. io See. Die nördliche Breite dieser Hauptstadt beträgt 48 Gr. 12 Min. 35 Sec. Diese Angaben beziehen sich auf die k. k. Sternwarte der Universität. Der Thurm der St. Stephans-Kirche, liegt 2 Sec. 6/10 südlicher und 14 1/2 Sec. im Bogen westlicher als die Sternwarte. Die Höhe des Fußbodens der Platte-Forme, aus welcher bisher die Beobachtungen der Sternwarte gemacht wurden, ist 17 Kl. 0 Sch. 3 Zoll über dem äußeren Boden der Sternwarte, oder 140 3 /io Sch. 38 Die Stadt. — Ihre Lage. über dem mittleren Spiegel der Donau an der Franzensbrücke, oder 671 4/10 Sch. über dem Spiegel des schwarzen Meeres. Das Klima Wiens ist unbeständig und das alte Sprichwort: „Vienna aut ventosa sut venenosa” allbekannt, wenn auch übertrieben, da die physische Lage im Ganzen doch nicht ungesund, noch die Sterblichkeit sehr auffallend ist. — Die Übergänge der Witterung sind indessen schnell und der Abstand der Temperatur auf der sonnigen Bastey, wenn man in die anstoßenden, schattigen Gassen herunterkommt, sehr auffallend. Die Luft ist scharf und mehr trocken als feucht. Der fast täglich, zwey bis anderthalb Stunden vor Mittag sich erhebende Wind reinigt sehr wohlthätig den Dunstkreis der Stadt, der von den nahen Bergen herab angesehen, eingebildete Kranke recht ängstlich machen könnte. Die herrschendenWinde sind West, Nordwest und Südost. Der meist kühle Ostwind bringt und erhält heitere Tage, der West, aber noch weit entschiedener der Südwind, den Regen, der Nordwind, Kälte und Stürme. — Der Regen bringt wohl auffallend schnelle Kühle, vermag aber nicht, den Staub in die Länge zu dämpfen, welcher im Todten- zettel Wiens eine sehr einflußreiche Rolle spielt, wenn er auch durch die Jahr für Jahr in den Vorstädten vorschreitende Pflasterung und durch die, theilweise schon in den letzten Tagen Friedrichs IV. begonnene Anstalt des Aufspritzens, wesentlich verringert worden ist. Ihre Außen iverke und Thore rc. 3 g Witterungsbeobachtungen auf der Wiener Sternwarte. Im Jahre 1818 18,9 Tage. l820. Regen . . 81 93 48 Schnee . . . . 22 22 22 Donnerwetter . . 13 16 7 Nebel 8 4 79 65 Heitere Tage . . . 40 14 51 Im Jahre l 82 l T a l 622 3 e. tC e* CO l 824 Regen . . . » 144 92 89 135 Schnee > - . 15 29 43 ^ 18 Donnerwetter 11 11 17 22 Nebel .... 59 70 64 61 Heitere Tage . . 47 66 33 26 Im Jahre 1818 1819 1820. Tage. Höchster Th«rm. Stand . — 29®. 06 . 26 ®. ob. Niedrigster Therm. Stand — 6 G. unt. 15 G. unt- Mittlerer Barom. Stand 23,4" 23,4" 28,4" Im Jahre 1821 1822 1823 1824 Tage. Hochst.Therm.St. 2 Z G ob. st 30.0 5' R st 25 3 R st 29 0 R. Ried. Therm ©t.llunt. —10 0 R.—' 13.6 — 7 0 R. Mittl. Bar. St. 28,3" 27.697P I.27.329P I 27.478P.I. Aus 26jährigen, täglich drey Mahl wiederhohl- ten Beobachtungen, folgt die mittlere Barometer» hohe der Terasse der Wiener Sternwarte 27 52 /ioo Pariser Zoll oder 28 Zoll 2 Lin. 26 3 /io Puncte Wiener Maß. Der Reichthum der Naturschönheiten um Wien, wird in seinen „Umgebungen" ausführlicher zur Sprache kommen. Gegen Norden hat es die schönen 4o Die Stadt. — Ihre Lage. Inseln und Auen der, in mehreren Armen vorbeywo- genden Donau, westwärts das komagenische Gebirge, das mit dem Leopoldsberge seinen Fuß in die Donau setzt und sich in der anmuthigsten Abwechslung von Bergen und Hügeln, mir dunkelm Wald oder mit dem Gold der Rebe, oder mit herrlichem Wiesengrün geschmückt, gegen Süden hinzieht, wo naher als bey irgend einer Hauptstadt Europas, mit dem Schneeberg, die n or i scheu Alpen beginnen, und gegen Mödling und Baden der bunteste Kranz von Hügeln und Thalesmatten, Burgruinen, alterthümli- chen Kirchen, modernen Prachtwohnungen und reizenden Landhäusern sich fortwindet. Von der Spinnerinn am Kreuze, auf der Hohe des Wienerberges gegen Baden, beut sich dieß Amphitheater am herrlichsten dar. Bemerkenswerthe Puncte sind auch: die Teraffe des obern Bel- vedere, der Linienwall zwischer der St. Marper- und Favoricen - Linie, der aus der Befreyungsschlacht vom 12. Sept. i 683 classische Boden der Türkenschanze bey W ä h r i n g und jede der nahen Höhen des Leopolds-und Kahlenberges, des Cobenzel, Himmels und Gallizin in der üppigsten Abwechslung. Von Wien nach Rom rechnete man insgemein , io 5 deutsche Meilen, n6 nach'Kopenhagen, i 54 nach Paris, i 65 nach Stockholm, ,y 5 nach London, 173 nach Constantinopel, 248 nach Moskau, 260 nach Madrit, 355 nach Lissabon. Das große Oval der Stadt sammt den Vorstädten mißt von der St. Marzer- bis an die Nußdorfer Ihre Auß e nw e rke und T h o rc. 4 » Linie 3 200 Klafter Lange, vom Ende der Jagerzeil bis an die Gumpendorfer- oder Hundsthnrmer-Linie 265o Klafter Breite, die ganze Grundfläche innerhalb der Linie 8,612,000 O.uadrat-Klafter. Fuhrmann gab vor 60 Jahren den äußern Umfang der Stadt auf 7952 , den innern aber auf den Basteyen auf 583g Schritte, folgender Gestalt an: Der äußere Umfang Schritte Vom Schottenthor bis zum neuen Thor . 862 - Neu- bis Schanzelthor oder obern Fall 552 - obern Fall bis ans Wafferthorlein . 612 - Wafferthorlein bis zum Thereflathor . 676 - Theresia-Thor bis zum Stubenthor . 620 - Stuben- bis zum Kärnthnerthor . . 1700 - Kärnthner- bis zum Burgthor . . . io5o - Burg- bis zum Schottenthor . . 1860 7g32 Der innere Umfang a u f d e u B a st e y e n. Vom Schotten- bis zum neuen Thor . Schritte . . 620 - neuen Thor bis zum untern Fall . . 976 - untern Fall bis zum Stubenthor . . 606 - Stuben- bis zum Kärnthnerthor . . 1290 - Kärnthner- bis zum Burgchor . . . 867 - Burg- bis zum Schotrenchor . . ii3o 5389 Die Stadt liegt beynahe im Mittelpunct der Vorstädte, und St. Peter beynahe im Mittelpuncte 42 Die Statt. —"Ihre Lage. der Stadt. — Der Flächeninhalt innerhalb der Fe» stungswerke betragt ungefähr 412,50c) Quadrat- Klafter. Die innere Stadt zahlt, wie das vorige Heft auswies, nach der Numerirung von 1619, 1217 Häuser, die Vorstädte 625o. — Das i 5 , Heft des I. Jahrganges gab die Bevölkerung Wiens sammt allen Vorstädten von i 8>4 bis ein- schlüßlich 1625, die Sterbfälle, das Zinse r- trägniß sämmtlicher Zinshäuser, die Verzeh- rung an Fleisch, Getreide und Getränk. — Wir liefern hier den Bevölkerungsstand^ von 182b, von der innern Stadt sowohl als den fünf und dreyßig Vorstädten, magistratischen und fremden Gründen: Die innere Stadt Wien . 48,887 Seelen - Leopold stadt * . 2 1,161 - - Ross au . . . 554 1 - T h u r y . . . 3970 - H i mm e lpf 0 rt- 1 . . 3262 - A lthann- 1 Grund 821 - Michelbeuerischer- J . . 1678 - A ls e r g r und . . . i 3 , 2 o 6 - Josephstadt . . . . . 8842 - S t r 0 z z i s ch e r Grund . 2124 - Altlerchenfeld . . . . 7988 - Spittelberg . . . . 5 i 33 - G u m p e n d 0 r f . . . 99 i5 - L e i m g r u b e . . . . 8535 - Windmühle . . . . . 45 i 5 - Ihre Außen werke und Thorrrc. 4 ^ M a g d a l e n a g r u n d . . . .' 1228 Seelen Matzleinsdorf . . . - . 2654 » Margarethen. . 4988 » Reinprechtsdorf . . . 65 g . Nikolsdorf . . 1265 » L o r e n z e r g r u n d . . . . . 5 o 2 » H u n g e lb r u n n. . II 4 g » / Mieden. . 23,672 » C o n r a d s m o r d . . . . . i >66 > Landstraße . . 21,484 » Weißgärber . . . . . . i 58 o • - Erdberg . . 6986 » Summa 212,246 Seelen Dlese, i n der magistratischen Jurisdictio». Breitenfeld . . . . . . 38 i 6 Seelen Hundsthurm. . 2946 - I a g e r z e il. . 1666 - L i cht e n thal. . 6884 - M a r i a hülf . 97 5 7 * 9 k e u bau . .. . 14,825 - S ch o t t e nfeld. . i 6 , 3 g 3 - Schaumburg er Hof . . . 1949 - S t. Ulrich untern Guts . . . 6122 - Summa der Schott, und andern Dom. 64,358 Seelen Städtisch .. 212,246 Fremde Dominien .... 64,358 Zusammen 276,604 Seelen 44 Die Stadt. — Ihre Lage-. Dazu in approximativer, runder Summe, Fremde und der Con- seription Entgangene .... 10,000 Militär ..i 3 ,ooo ' Zusammen 299,604 Seelen.. Die Wien umspühlenden Gewässer betrachten wir in ihren besondersten örtlichen Beziehungen, zumahl' des Handels und der Approvistonirung, bey den betreffenden Vorstädten näher, vor der Hand nur bemerkend, daß dermahlen vier Brücken über den nächsten Donauarm führen und die Stadt mit dem untern Werd oder der Leopoldstadt verbinden: — die Schlagbrücke vor dem rothen Thurm, schon in den Tagen Albrechts des Lahmen vorkommend, feit 1819 Ferdinandsbrücke, — die Franzensbrücke bey den Weißgärbcrn, — die neue Brücke vom Schottenthor zur neuen Gaffe in die Leopold- stadt führend, dermahlen im Bau begriffen und durch eine, etwas tiefer errichtete Nothbrücke ersetzt, — die R a su m 0 m s k y sch e Brücke bey Erdberg, seit mehreren Jahren abgetragen, wird jetzt von einer Akzien-Gesellschaft durch eine Drahlb rücke für Fuß- geher wieder hergestellt. Das Flüßche», welches der Stadt oder welchem die Stadt den Nahme» gab, die im Wienerwalde entspringende Wien, war vor ihrer auf Theresiens Befehl unternommenen Zertheilung und Ableitung weit gewaltiger als jetzt. Die Geschichte Wiens hat der von ihr, mehrmahls angerichteten Verwüstungen 1 4 *» 4 Ihre Auß e !> w e rke und T h o r e ic. 4^ 'bereits erwähnt. Ungewitter und plötzliche Negengüße machen sie noch manchmahl sehr reißend: außerdem kann sie in Sommer- und Winterszeit öfters beynahe trockenen Fußes überschritten werden. — Von Süden her die Linien betretend, strömt sie durch die Vorstädte Huirdsrhurm, Gumpendorf, Margarethen, Mag- dalenagrund, Mieden und Wien oder Leimgrube, sich plötzlich gegen die Landstraße wendend über die Esplanade und mündet sich bey den Weißgärbern in den Donauarm. — In der Zeit, als sie noch gewaltiger floß, theilte sie sich in mehrere Arme und bildete Inseln, deren eine den Grund und Boden des heutigen Starhembergischen Freyhauses ausmachte, welches noch davon seinen eigentlichen Nahmen, Herrschaft Conradswerd, (Eonradsinsel) führt.. Folgende zehn Brücken gehen über die Wien und verbinden die Vorstädte, welche sie trennt, miteinander und die Stadt mir den Vorstädten: Eine schöne, >8ig hergestellte Bohleubrücke ohnL Joch, welche selbst die schwersten Lastwagen tragt, von Nr. g2 am Hundsrhurm gegen 022 in Guin- pendorf. Eine kurze Strecke unter dieser Bohlenbrücke vom Eck der Schönbrunner- und Schloßgartengaffe des Hundsthurms in die Gumpendorfer Annagafse, eine zierliche Jochbrücke von Holz für Fußgeher. Von der Mieden, Wienstraße Nr. 5 y 3 gegen den Magdalenagrund Nr. 2Ü und 27 ein Steg für Fußgeher. 46 D ie Stadt. — Ihre Lage. Von der Mieden, Schleifmühlgaffe gegen die Vorstadt an der Wien eine Bohlenbrücke ohne Joch für Fußgeher. Am Glacis bey der Bärenmühle und gegen das Starhembergische Freyhaus eine hölzerne Jochbrücke für Fußgeher. Die, laut der Urkunden des Heiliggeistspitals bis in die Tage König Oltokars hinaufreichende steinerne Brücke vor dem Kärnthnerthor; 162» erweitert, von den steinernen Seitenwänden frey gemacht und durch eiserne Geländer, welche die beyden Fußpfade von der, an Markttagen ungeheuer frequenten Fahrstraße trennen und mit Laternen versehen sind, ungemein verschönert. — Hat die Wien Wasser genug , so hat man von dieser Brücke eine mahlerische Aussicht, abwärts auf das polytechnische Institut und die Carlskirche, so wie aufwärts g'egen das Theater an der Wien und gegen Mariahils. Auf diese Brücke folgen zwey Bohlenbrücken für Fußgeher, die eine dem Sommer-Pallaste des Fürsten Sck'warzenberg gegenüber, 1810 gelegenheitlich des Anwerbungseinzuges des Marschalls und Groß- bothschafters Berthier vergrößert, die letztere vom Seilerstätter- oder Carolinen-Thor gegen die Raben- gaffe und den Pallast der durchlauchtigsten Erzherzoginn Beatrix. Die steinerne Fahrbrücke vom Stubenthor auf die Landstraße, vielgenannt in den unseligen Tagen des Bürgerkrieges und Bruderzwistes zwischen Friedrich IV. und Albrecht VI., Mathias Hunnyady Ihre Aus; en werke und T h o r'e rc. 4? Corvins und der verwegenen Streifereyen der rako- czyschen und karolyischen Schaaren. — Endlich die hölzerne Fahrbrücke vom rothen Thurmthor über -den Platz des ehemahligen There- sienthores gegen die Mündung der Wien in die Donau oder die sogenannte Weisigärberbrücke. Der aus dem Gebirge hinter Dornbach kommende , zwischen den Vorstadtgründen Alsergaffe, Wah- ringergafse, Michelbeurischen Grund, Lichtenchal und Roßau in die Donau strömende Alserbach, über welchen beym Versorgungshause und am Thury Brücken führen, ist sehr unbedeutend, hat aber dennoch in den Jahrbüchern Wiens auch seine Perioden erboster^ Verwüstung. — Auch ihn hat, gleich der Wien, das Los der Einschränkung und Zertheilung getroffen, denn unstreitig war er in den Tagen Rudolphs IV. und Albrechts V; weit bedeutender als jetzt. Es ward bereits vom Anfang in den Geschichten der Stadt gemeldet, wie die Vorstädte, Anfangs blos durch die nothgedrungene Fürsorge ihrer eigenen Bürger pallisadirt, oder wie es in den alten Aufzeichnungen heißt, mir einem Zaun, einige auch mit einem Graben, seit iyo3 aber gegen die Streifereyen der Koruzzen oder ungarischen Mißvergnügten, von dem Wiederherstellet'Österreichs, dem großen Eugen mit den sogenannten Linien umschloffeu worden seyen: — zuerst ein neu aufgeworfener Erdwall, bereits unter Carl VI. aber mir Ziegeln aufgemauert. Die Linie läuft von dem einen Ufer der Donau unter Erdberg um die Vorstädte herum im Halbkreise bis , 48 Die Stadt. — Ihre Lage. wieder an die Donau im Lichtenthal 7080 Klafter oder über zwey deutsche Meilen. Nordwärts macht der Donauarm selbst einen natürlichen Graben und der Umkreis der an dieser Seite liegenden zwey Vorstädte sammt dem Prater, dem Stadtgut und der Mauth- Station Tabor, beträgt 6720 Klafter, somit der Umkreis um alle Vorstädte 1Z800 Klafter oder ungefähr vierthalb deutsche Meilen. Die Linien haben ihren Nahmen von der nächsten Umgebung. — Es sind deren eilf: die Tabor-, die Nußdorfer- (oder Doblinger) , die Währt 11 g e r - Linie, die H e r r n a l s e r -, die Lerchen- selber-, die M a r i a h i l f e r-, die Hundsthu r- m e r- (auch Schonbrunner-) die neue, auch Gumpendor- fer-, die M a tz I e i n s d 0 r f e r- oder Wienerberger-, die Favoriten-, endlich die St. M a r x e r - Linie. Vom Kern des Baumes gehen wir zu den weitverbreiteten Zweigen über, von der Burg, die das 5 . und 6. Heft behandelte, zu der Stadt, von der Citadelle, zu den Hauptwerken und Thoren, Straßen und öffentlichen P l.ä tz e n. — Das Wiedererstehen des römischen Quadrates, des alten Standlagers der fablunischen Cohorte, der Besatzung Vin- dobonas, durch Heinrich Jasomirgott, ist seines Ortes (I. Jahrg. 2. Heft 45,54, 6. Heft 44, 64, 69) wie die Zunahme unter Leopold dem Tugendhaften und dem Glorreichen, eine zweyte Wiedererhebung aus schrecklicher Verwüstung, durch'Przemysl Ottokar und die Schließung der Stadt beyläufig in ihren heutigen Gränzen, schon am unglücklichen Ende seiner lange glorreichen Ihre, Außen merke u n d Thorerc. 49 Bahn und beym Übergänge Österreichs an Habsburg (VH. Ö9, ii 5 —116) im Verlauf der Geschichte Wiens genau dargestellt worden.— So wie der Umfang der Stadt vor sechs Jahrhunderten, im Beginne der noch jetzt regierenden Dynastie derselbe gewesen, umschlossen auch dieselben Thore die Stadt, wenn auch der Standpunct des einen oder des andern, nach den zeitgemäßen Veränderungen der Befestigung , um eine bedeutende Anzahl von Schritten verändert worden ist. Die altenJasomirgott-Thore imJn- nern der Stadt, sind noch lange, ja einige bis in unsere Tage stehen geblieben. In den häufigen bürgerlichen Unruhen; beyden nicht seltenen Meutereyen unbezahlter Landsknechte oder raubgieriger Söldner in älterer, in den Studenten- und JudentUmulten in neuerer Zeit, hat sich das Nützliche, das eine oder andere Stadtviertel sperren zu können, mehrfach erprobt, ein Zweck, der aber mit dem gänzlichen Umschwung des Zeitgeistes, mit der Milderung der Sitten, mit der Einführung der stehenden Heere verschwunden ist, und friedfertigeren und glücklicheren Rücksichten des Verkehres, der Bequemlichkeit und der Verschönerung Platz gemacht hat. — Das letzte dieser Jasomitgott - Thore vom Kienmarkt nach dem Katzensteig herunterführend und in der Vignette des 4. Bandes io. Heft dargestellt, verschwand erst *825 beym Umbau des Pempflinger-Hofes, dder der Juden - Synagoge und des Seitenstetter^, ehehin Gamminger-Hofes. — Viele aus uns haben Bogen II.Iahrg. Denkwürdigkeiten.r.Bd. l-Heft. 4 « 5 o i Die Stadt. — Ihre Lage. und Pfeiler des vormahligen Thores an der Fischer- stiege noch gesehen. Das P e i l e rlhor oder Pfei- lerthor (auch das Peiler-Burgthor genannt, von der Richtung gegen die, außerhalb der Stadt gelegene Burg), dicht am Graben, das Paternoster-Güßchen mit der Naglergafse verbindend, wurde im July 1782 abgetragen und diente in der letzten Zeit zu einer Art von Schulden- und Staarsgesängniß. Der berühmte Abenteurer Langallerie war der letzte, der darin sein Leben beschloß. In viel früherer Zeit verschwanden die übrigen Jasomirgott-Thore; nähmlich jenes am Stock im Eisen , jenes am alten Fleischmarkt, das unter Maria- stiegen am Salzgries und das am Heidenschuß, welche insgesammt nach der Erweiterung der Stadt und dem Zurücktreten des Donauarmes vom heutigen Salzgries, an die Stätten des Kärnthner-, rothen Thurm-, Werder- oder Neurhores oder Schottenrhores hinaus- gerückt wurden. Das Burg- oder W i d m e r- und das Karnth- nerthor werden unter Przemysl Ottokar bereits in Chroniken und Diplomen genannt, und das Daseyn des Schotte nthores und des von den nahen häufigen Bädern oder Stuben, also benannten Slubenthores (nächst dem Pyberlhurm oder dem Herrnhause des ritterlichen Geschlechts der Pyber) geht aus Urkunden unzweydeutig hervor*).— Einen gro- *) Otto der Pyter lind seine Schwester Elsbeth, Ensterin (Elistodinl im dionnenilcstcr Lmtach erscheinen 1298 in Ihre Außen werke und Thore rc. 5» ßen Unterschied im Bilde des alten und des jetzigen Wien machte die, nach der ersten türkischen Belagerung durch König Ferdinand mit Hülfe der getreuen Bürgerschaft und der Reichsstande vollbrachte, neue Befestigung und Herstellung eines geräumigen Glacis.— Die alten Vorstädte und Lücken gingen an vielen Orten biS an die Thore und bis an den Graben und wurden der Vertheidigung der Stadt äusierst gefährlich. — Der Lvwenmurh, durch den der alte Salm und seine Helden, diese Vormauer der Christenheit wider den großen Suleyman und seine unzählbaren Schaaren glücklich behaupteten , erregt in der That um so mehr Bewunderung, je unglaublicher die Ver- nachläßigung ist, in welcher sich dieser wichtige Platz befand * *)! — Ursinus Velius, Ferdinands Hi- frommen Vermächtnissen zu Wien; 1316During der Py- ber; 1317 Rüdiger; 1329 Friedrich; 1335 Märten K. Unbekannt mit dieser früh verburgrechteten Ritterfamilie und von einer wahrhaft fouguetschen Vorliebe für die Thiere beseelt, dachten Einige beym Pyberthurm an B i- b er im Stadtgraben so wie bey der, offenbar vom Al- serbache benannten Alserzasse, an «in- Alst e r (Äl- steri, die sogar in das Wapen dieses Vorstadtgrundes und in den gemeinen Sprachgebrauch übergegangen ist. *) Es dürfte vielleicht manchem Leser angenehm seyn, hier die Reihe der Stadt-Commandanten Wiens zu finden, in so weit solche aus den, manchmahl höchli mangelhaften Acten herzustellen ist: 1977 Veit von Ebersdorf, mit Kaspar von Lam- berg und Bartholmä von Starhemberg, in der ersten und 1935 in der zweyten Belagerung Mathias Corvins. 1990 Stephan Aapolya. * 4 52 Die Stadt. — Ihre Lage. storiograph und Lehrer der Erzherzoge, sagt hiervon: „weder hat die Kunst für die Befestigung Wiens das Ihrige zur Genüge gethan, noch die Natiil' hinrei- ±529 In der ersten türkischen Belagerung: Niklas Graf zu Salm, Ritter des goldenen Vließes und oberster Feldhauptmann. Er überließ die Ehre des Vorranges dem drey Tage vor der Einschließung angekommenen jungen Pfalzgrafen Philipp. 153 v Wilhelm Freyherr von Rogendorf. 1541 Leonard Colonna, Freyherr von V i> l s. 1553 Lazarus S ch w e n d i Freyherr von Hohenlandsberg. 158» Hans Ferenberger vonAuer Freyherr. 153» Christoph Freyherr von Teuffenbach. 1588 Engelhard Kurz von Senftenau. 1531 Andreas Trüffel Freyherr von Guntersdorf, Stellvertreter. 1598 Adolph Freyherr von S ch w a r z e n b erg , der Wiebereroberer Raabs. 1600 Hanns Quarient zu Rall, Stellvertreter. 180» Carl Ludwig Graf zu Sulz. 1607 Hanns Molard Freyherr zu Reinek und Drosen- dorf. 1619 Hanns Caspar von Stadion, nachmahls Hoch- und Deutschmeister. 1625 Hanns Dietrich Freyherr von Reiffenberg. 1629 Franz Christoph Freyherr von Lowel. 1636 Philipp Graf von Mannsfeld. 1643 Fürst Hannibal Go n z a ga. 1668 Ernst Graf von Traun. 1671 Wolf Cobb Freyherr von Neuding. 1679 Peter Graf von Ugarte. 1680 Ernst Rüdiger Graf von Starhemb erg. 1701 Ferdinand Marchese degli Obizzi. 17 ia Wirich Lorenz Graf von D a u n , Fürst von Thiano, Vice-König in Neapel. 17 25 Graf Max Starhemberg, Dauns Stellvertreter. 17 41 Ludwig Andreas Graf von Khevenhüller. 17 4» Joseph Lothar! Graf von Konigseck. Ihre Auße »werke und T h o r e rc. 53 chend dafür gesorgt, außer auf der Wafferseite. Der Wall ist großtentheils nur durch eilige Handarbeit von Erde aufgethürmt und von geringer Haltbarkeit, die 1751 Graf Leopold Dann, der Sieger von Collin, Hochkirchen und Maxen. 1762 Wilhelm Reinhard Graf von Reipperg. 177 » Fürst Carl Liechtenstein. 1790 Graf Joseph Kinsky, isoa Ferdinand, Herzog von Würtemberg. ±807 Johann Fürst z u Liechtenstein. 1809 (während der Bonapartischen Belagerung) Erzherzog Maximilian und F. M. L. Graf O r e illy. 1810 F. M. Fürst Johann Liechtenstein. 1811—181* Ferdinand, Herzog von Würtemberg. 1315 (unbesetzt, Interims-Commandirender F. I. M. Graf Ignatz Giulay, Bannus.) 1816—1820 Ferdinand Herzog zu Würtemberg, General-Militär-Gouverneur. •—> Stellvertreter F. M. L. Marquis Sommai*va. 1321 Hannibal Marquis Sommariva G, d. C. Commandirender in Österreich, Capitän der'Tra- banten-Garde und Hofburgwache. Da die C o m m a n d a n t e n-W ü r d e der Kaiserstadt, mehrmahls mit dem Hofkrieg s- Prä fidium vereinigt und bey der oftmahligen Abwesenheit der Befehlshaber dieser Stadt in den türkischen und französischen Kriegen, die Präsidenten mehrmahls sie ersetzten, glauben wir, um der Vollständigkeit willen, auch die Folgereihe derselben hier beyfügen zu sollen: 1556 Georg Freyherr von Thannhausen, K r i e gs- Prä- sid ent- 1566 Lazarus Schwendi, Freyherr. 1597 Adolph Schwarzenberg, Stellvertreter. 160* Carl Ludwig Graf von Sulz. - 1610 Hanns Freyherr von Molard. 1619 Hanns Caspar von Stadion. 162 * Rambald Graf Collalto. 54 Die Stadt. — Ihre Lage. Mauer durch das Alter und die Unbilden der Witterung beschädigt, nirgend in den gehörigen fortifikato- rischen Winkeln, sondern nach der Beschaffenheit des Bodens gerade fortgeführt. Der Thürme sind zu wenige und auch diese bis auf einen oder andern zur Ver- E theidigung nicht recht geschickt." — Ei» anderer, etwas späterer Geschichtschreiber desselben ungarischen Krieges, Soiter beklagt, „daß der Graben trocken und die Mauern, obgleich von gebrannten Ziegeln erbaut, doch von den Bollwerken der Thürme wider den feindlichen Anlauf nicht hinreichend geschützt seyen und mehr ein Alterthum vorstellen als eine Schutzwehre der Gegenwart." — Ja noch in der Folge und bis zjlv 1632 Graf Heinrich Schlick. 163» Wenzel Euseb Fürst von Lobkowitz. 1666 Fürst Hannibal Gonzaga. 1663 Fürst Raimund Montecuculi. 1631 Hermann Markgraf zu Baden. 1692 ErnstRüdigerGraf. von Starhemberg. 1201 Heinrich Fürst von Mannsfeld. 1703 Prinz Eugen von Savoyen. > 17 38 Joseph Lothar Graf von Königseck, 1739 Graf Joseph Harrach. 1762 Graf Leopold D a u n. 17 66 Moritz Graf von Lacy. 177 9 Andreas Graf von Haddick. 1791 Graf Michael Wallis. 1796 Graf Friedrich Nostij. ch 1796 ldurch mehrere Jahre unbesetzt!. 1801 Erzherzog Carl. 1803 Max Graf Baillet La Tour. 1806 Wenzel Graf von Colloredo. 1310 Heinrich Graf von Bellegarde. 1819 Carl Fürst zu Schwarzenberg. 182g Heinrich Graf von Bellegarde. Ihre Auß e n w e r ke und Thore rc. '55 zweyten, von der ersten um mehr als anderthalb Jahrhunderte entfernten Belagerung, wurde das unzählige Mahle erneuerte Verboth, nicht auf das Glacis und nur in der fortifikatorischen Entfernung vom Graben zu bauen, jedes Mahl wieder, kreuz und quer überschritten, sobald man nur durch einige Jahre über die Türkengefahr wieder etwas eingeschläfert war. Die Stadt hat gegenwärtig zwölf Thore, worunter sieben größere unc> fünf kleinere. Die größeren sind: 1 ) Das W i dmer- oder Burgthor, in Folge der großen Bauten i8i 6—1824 mit dem Spanier und den sämmtlichen Vorwerken abgetragen und durch das neue, im vorigen Hefre beschriebene Pracht- thor ersetzt; 2) das S ch 0 c t e n t h 0 r; 3 ) das W e r- d e r- oder neue Thor; 4) das r 0 t h e Thurmthor, das wieder drey kleinere Ausgänge neben sich , hatte, a) beym obern Fall, k>) beym untern Fall, c) beym Wafferthorlein; 5 ) das Stu beuth or; 6 ) das K ä r n t h n e r t h 0 r; 7) das neuere K ä r n t h- nerth or, oder sogenannce Franzenschor, schon einmahl »574 eröffnet, 1671 aber wieder geschloffen und vom jetzt regierenden Monarchen, 1802 zur Bequemlichkeit und Sicherheit des Publicums neuerdings auf- gethan, damit die in die Stadt hinein fahrenden Wägen, bloß durch dieses Franzensthor paffiren, so wie die hinaus fahrenden Wägen, bloß Lurch das alte Kärnthnerthor. — Die kleinern Thore sind: 8 ) das Mauththor, einst'wohl ein Thor zum alten städtischen Zeughause, jetzt aber gar kein Thor mehr, sondern eine, für den lebhaften Handel Wiens sehr 36 Die Stadt. — Ihre Lage. wichtige Einfahrt zi,r Hauptmauth; 9) das Schanzel- thor; 10) das Fisch er th or, durch welches einst die Dampierre'schen Cuiraffiere zu Ferdinands II. Rettung hereinbrausten; 11) das I 0 se p h st ä d t e r- oder Lö- w e l t h 0 r am Zusammenstoße der Teinfalt- und Löwel- straße, 1810 eröffnet; und 12) das 1817 von der Seilerstatt, gerade am Ausgang der Weihburggaffe neueröffnete Seiler- oder Carolinenthor. — Die beyden letztern sind aber nur für Fußgeher und können nicht befahren werden. Durch das Stubenthor hinaus zieht die Heerstraße nach Ungarn und dem türkischen Reiche, durch das Burgthor nach Bayern, ins westliche Deutschland und Frankreich, durch das Kärnthnerchor nach In- nerösterreich und Italien, durch das rothe Thurm- rhor nach Böhmen, Mahren, Schlesien, Pohken und dem gesatnmteu Norden Deutschlands und Europas, wohin einst, in den Tagen der Hanse, Wiens wichtigster Handelsverkehr zog. Die alten Thore gingen meist unter gewaltigen Thürmen durch, oder waren durch ihre Nähe vertheidigt. Von dem Widmerrhore und den übrigen Thoren der Burg wurde bereits in der Geschichte derselben das Nöthige erinnert. — Der Thurm des Kärnthner- thores, schon in den Tagen der Albrechte und noch mehr i» dem gräuelvollen Bruderzwist und Bürgerkrieg Friedrichs IV. und Albrechts VI., des Eytzinger und Hölzer, ein hartes Gefängniß, war in der ersten türkischen Belagerung durch den großen Suleyman i 52 g eine rechte Heloenwarte für den alten Niklas Ihre A uß e nw e rke u „ d Thore zc. 5 j Salm, seine Zöglinge und Freunde Rogendorf und Katzianer, Reischach und Colonna von Fels und den jungen Pfalzgrafen Philipp, und den jungen Bürgerhauptmann Grieffenegger. — Der alte Kärnchner- und der Stubenthorthurm wurden schon unter Ferdinand I. großentheils abgetragen und jede Sp,ur des ersteren schwand, nachdem jene im I. Jahrg. an ihrem Ort erwähnte Pulver-Epplosion (i 5 . Dec. »762) in der Gegend des heutigen Franzthores die ganze Stadt in Schrecken gesetzt und den Wall bedeutend beschädiget hatte. — Die ungeheuere Wucht des alten Scholtenthurmes, von Vielen, ihren Grundfesten nach, als ein Romerwerk erkannt und mit Hartnäckigkeit als ein theuerer Rest Fabianas vertheidigt, wurde unter Carl VI. fast zu gleicher Zeit mit dem Peilerthor abgetragen, ins heutige Schottenthor und in das darauf rizhende, der schönsten Aussicht auf die herrliche comagenische Bergkette genießende Gulde- ner'sche Haus verwandelt, in dessen Keller man an- noch über das Cyclopen-Werk des alten Thurmes billig erstaunen mag. — Auch der Judenthurm auf der Elendbastey und der Thurm im Arsenal (aus dem sich mit Carls VI. Vergünstigung der berühmte Hanswurst Stranizky ein Wohnhaus zurichten ließ) wurden vom Paulaner, Fuhrmann durchaus als römischen Ursprungs angegeben. Dieser Arsenal-Thurm war einst das alte Werderthor- bevor das jetzige neue Thor unter Ferdinanden I. eröffnet, jenes aber und das Salzthor vermauert worden. — In den Tagen als noch der obere Werd (Rossau) für Stromschiff- 58 \ D i e Stadt. — Ihre Lage. fahrt und Landfracht weilbedeurender als der untere (Judenstadt, Leopoldstadt) gewesen, erscheint zum unverkennbare» Beweise dessen, der rothe Thurm fast nur als Mauthhaus und Stromsperre, keineswegs aber als Haupt-Passage in die beyden Werder, welches er erst gegen das Ende Map's k- wird. Vorher zieht sich ein weit größeres Gewühl durch das alte Werderthor und zum Theil auch durch das Salzthor; auch heißt es in Urkunden: „St. Johannsspital vor Werderthor, — die Augustinerbrüder außer dem Werderthor," nicht: vor dem rochen Thurm. — Die Fabel, daß das Holzthor einst Richardsthor geheißen, wurde schon gelegenheitlich der Gefangen- nehmung des Löwenherz zu Erdberg und seiner Haft auf Dürrenstein gerügt unb widerlegt. M a p 1., der sonst wenig für Wien und seine Befestigung gethan (wie er denn überhaupt leichter und lieber das Fernste als das Nächste umfaßte: erbaute gleichwohl ,5i i diesen rothen Thurm in der Gestalt, wie er, wiewohl unter Theresia bedeutend niedriger gemacht, bis auf unsere Vater gekommen ist. Den über die Schlagbrücke Ankommenden wies ein, schon in den Tagen Carls Vl. großentheils erloschenes und uns von dem gelehrten St. Blasier Marguard Hergott noch mit Mühe aufbewahrtes Gemählde, zwey , ritterliche Bannerträger, Österreichs Bindenschild und der Stadt Wien weißes Kreuz im rothen Feld auf ihren Fahnen, vor ihnen die Schilder: des Reichs, Österreichs, Burgundsund das ältere und neuere der Stadt, das Kreuz nähmlich und den Doppeladler, das Ihre Außen merke und Thore rc. 5g einzige geringe Andenken ihrer ehemahligen, durch Friedrich II. und Rudolph von Habsburg, von jedem zwey Mahl ertheilten Reichsfreyheit. — Das Gemählde und die Inschrift: Quam felix. arbs est , quae pacis tempore bellum Ante oculos ponit et sua quaeque notat. Incassum vigilat, qui custodire putabit, Urbem armis , si non arma Dei affuerint. Sed Deus et virtus tutantur Maxtniliani Caesaris haec urbis moenia cum populo. sind mit dem Thore selbst verschwunden, und die Veränderung dort so groß, daß nur ein sehr geübtes Auge mehr vermag, die Stätte des äußern und innern rothen Thurmthores zu unterscheiden. Unter diesem Thore hing auch ehemahls ein Wahrzeichen Wiens, nicht minder allbekannt, als der Stock im Eisen, nähmlich eine, den Witz unserer guten Alten beurkundende Speckseite mit der Unterschrift: Welche Frau ihren Mann offt raufft und schlagt. Und ihn mit solcher kalten Laugen zwa'cht, Der soll den Pakhen lassen hencken Ihr ist ein anderer Kirch-Tag zu schenken. Welcher kommt durch diese Porten, Dem rath ich mit getreuen Worten, Daß er halt Fried in dieser Stadt, Oder er macht sich selbst Unrath. Daß ihn zween Knechte zum Richter weisen, Und schlagen ihn in Stock und Eisen. Schon in den Zeiten des Aneas Sylvius wurden die bis in den fernsten Norden als wehrhafte Kaufleute ziehenden Wiener, von ihren Handelsfreunden 6o Die Stadt. — Ihre Lage. damit gehänselt, daß die Frauen ein sehr scharfes Regiment über sie führten. Der Stadtrqth habe darum jene Speckseite unter dem rothen Thurm aufhängen und zugleich öffentlich ausrufen lassen, derjenige, der sich Herrn in seinem Hause fühle, möge sich selbe her- unterhohlen. Sie sey aber hangen geblieben bis auf den heutigen Tag. Ein Einziger sey ganz keck und freudig hinaufgestiegen, sey aber plötzlich umgekehrt, habe sein Wams bey Seite gelegt und sofort seine Beule hohlen wollen. Wie man ihn aber befragt, warum er sein Kleid beseitige, und er erwiederte, um nicht, wenn er sich mit der Speckseite beschmutze, von seinem Weibe geschmäht zu werden, habe man ihn von der Leiter herunter und unter wieherndem Gelächter bis nach Hause gejagt. Jene spitzfindigen Ausleger, denen Alles näher liegt, als das Nächste und Alles natürlicher dünkt, als die Natur, welche die Ritter von Pyber in Biber und den Alsfluß behend in eine A l st e r verwandelt haben, üblen auch am rothen Thurm- und Kärnth- nerthurm, ihr etymologisches Talent. Jener konnte unmöglich von seinem, den Fremden weit entgegen- schauenden rothen Dach, den Nahmen haben, sondern von den R o't te n, in welche die bewaffnete Bürgerschaft eingetheilt war; dieser nicht von Karnthen, sondern von den durchfahrenden Karren, oder von den Körnern des nahen Getreidmarktes (der sich übrigens weit näher gegen das Widmer- oder Burgthor hinzog). Zum Unglück aber für diese sinnreiche Erfindung lesen wir schon in den ältesten Urkunden, t Ihre Außen werke und Thore:c. 61 die dieser beyden Thore und Thürme Ermahnung thun, 1257 strata Carinthianorum und i 3 i 2 turris rubra: Ausdrücke, die sich fort und fort unzählige Mahle wiederhohlen und für die vermeintlichen Rotten, Karren und Körner, gar wenig Raum übrig lassen. Der große Thurm am untern Passauerhoft und ein anderer neben dem Gammingerhof, sind im Umbau derselben, der Fachthurm und Kro- tenthurm im Auwinkel, zwischen dem Biber- und rothen Thurm, alle zur Deckung und Beherrschung der Wafferseite gehörig, unter Theresia verschwunden^ Für unserer Ahnen kernigtes, lebensvolles Geschlecht war die Schule des Unglücks wenigstens nicht ganz verloren. — Krieg wider den Gegenkönig Za- polya und wider seine Bundesfreunde, die Türken rauschte, einem wilden Waldwaffer gleich- durchs ganze Leben Ferdinands. — In dem Jahrzehend von iÖ42 bis i 552 machte Ferdinand Wien zur ersten Festung Europas. An Wien wurden die neuen Grundsätze der Befestigungskunst zuerst versucht und erprobt. Die Lande ob und unter der Enns, Mähren und Ungarn lieferten eine Unzahl Arbeiter hierzu. Wiens Befestigung war die Predigt jedes Sonntags. Ihr map jeder Pfenning des Opferstocks gewidmet; aber im ge- sammten deutschen Reich fühlten die dringende Wichtigkeit dessen, nach dem großen Zerwürfniß der Reformation und dem ewigen Zwiespalt um die kleinlichsten Interessen, fast nur die Städte: Cöln und Regensburg, von denen bis auf diesen Tag eigene 62 Die Stadt. — Ihre Lage. Höfe in Wien den Nahmen führen, Nürnberg und Augsburg, Ulm und Strafiburg, Schletstadt und Kalmar; von Fürsten nur zwey, jener wohlgesinnte, aber schwache Wilhelm aus Bayern, der seine» besten Freund, den Hieronymus von Stauff, aufgeopfert und Moriz von Sachsen, der aus Scham über seine Absolons-Rolle gegen Carl V. sich eine Kreuzfahrt wider die Türken auferlegte. — Das i. Heft des 4. Bandes lieferte den Plan des Nürn- bergers, Augustin Hirschvogel, den uns das Ur- kundenbuch Nr. 217 als Hausherrn in der Singerstraße zeigt. — Der bey St. Stephan ruhende Leonard Colonna von Fels, Vertheidiger der Burg , 52 g bewahrte sich auch hier als Mann des Rathes und scharfblickenden Kriegsbaumeister. — Kraft dieses Befesti- gungs-Systems erhielt die Stadt zwölf Basteyen: 1) die Pyberbastey; 2) die Dominikaner- oder Hol- lerstaudenbastey; 3 ) die Braunbastey; 4) die Waffer- kunstbastey zu beyden Seiten des Carolinenthores; 5 ) Die Kärnthnerrhor- oder Augustinerbastey; 6) die ehemahlige Burgbastey; 7) die Löwelbastey. 2, 5 , 6 und 7 wurden zugleich mit Cavaliers versehen; 6) die Mölkerbastey; 9) die Elendbastey; 10) die Neuthor- oder Münchbastey; n und 12) die größere und kleinere Gonzagabastey am Fischer- und rothen Thurmthor;— eilf Ravelins: das Juden- und Stubenschan- zel, das Ravelin im Dachsloch (zwischen der Braun- und Wafserkunstbastey), das Pyber-, Kärnthner-, Augustiner-, Löwel- und das Mölker-Ravelin oder Zie- Ihre Auß e nwevke und Thore rc. 63 gelschanzel, das Schotten-, Neuthor- und Waffer- Ravelin. Aufschriften, bis in unsere Tage herabgelangc, .verewigen, daß »542 —i 545 die Dominikaner-, i 55 i die Wasserkunst-, i 552 die Kärnthnerthor-, ,555 die Braun-, > 56 i die Elendbastey vollendet, »558 das neue Thor geöffnet worden sey. Das innere Kärnthnerthor nannte Leopolden 1 . und das Jahr 1678, die Bastey Ferdinanden III. 164» und die treue Beyhülfe der Reichsstände, die Gonzagabasteyen, eben den Leopold, und die Jahre 1662 und 1664, das Schottenthor Ferdinanden lll. und sein letztesJahr » 656 , das äußere Schotteuthor Carl» VI. und 1724, das Was» serschauzel Ferdinanden lll. und 1646, die Mölker- bastey denselben Kaiser und das Jahr » 656 , das innere und äußere Burgthor, die den neuesten Verschönerungen für immer gewichen sind, Leopolden 1. und die Jahre » 65 g und »66c», das gleichfalls nunmehr verschwundene Theresienthor, am Donauarm, zwischen dem rothen Thurm und Stubenthor, das Jahr 1764.— So oft miederhohlte Verbothe, soviel facrisches Niederreißen fröhlich und keck aufgebauter Wohnungen auf dem Glacis, wobey nicht selren das wilde Soldaten- volk die zu räumenden und niederzureißenden Häuser plünderte, erzwängen endlich, daß keinerley Bauwerk sich zu nahe den Festungswerken erhalten konnte. — Hätten die neuesten Ausgrabungen, Bauten und Verschönerungen vom Schotcenthor und der Löwelbastey, vor der Burg zur Augustinerbastey und dem Kärnthnerthor, weiter auf die Esplanade gegen die heuti- 64 Die Stadt. — Ihre Lage. gen Vorstädte hinaus geführt, so wäre ganz gewiß eine Reihe der anziehendsten Überreste der Vorzeit, wenigstens aus den Tagen Friedrichs IV., Max's I. und Ferdinands, bis auf den verderbenbringenden Heereszug des großen Suleyman, zum Vorschein gekommen, denn hier, über das ganze Glacis bis an den alten Graben und bis an die Stadtthore, reichten die ehemahligen Vorstädte oder Lücken, die iÖ 2 g den Flammen übergeben wurden, von deren Einwohnern nur der allergeringste Theil in die Stadt eingelassen wurde oder sich weiterhin geflüchtet hatte, der größere in die Sclaverey fortgeschleppt, oder von den Türken grausam niedergemetzelt worden ist. — So aber war der archäologische Fund nur unbedeutend, den diese neuesten Ausgrabungen gaben, einige wenige römische Münzen, darunter ein ziemlich großer, kupferner Constanti», mehrere Salzburger, Präger und Venedi- ger Münzen, theils aus dem Mittelalter, theils aus jünger» Tagen, einige wenige, unbedeutende Waffenstücke, viele Todtengerippe, insonderheit der i63Z im Minenkriege wider Kara Mustapha verschütteten Helden, mit noch einigen Resten ihrer Kleidung und des um ihre Kopse gewundenen Tuches, dann mehrere Leichname hingerichteter Ungarn mit der seidenen Schnur um den Hals, vielleicht Abgeordnete Tokö- ly's an den Großweffir und Opfer seines Zornes über den langsamen Fortgang der Belagerung und über den schlechten Grund der goldenen Berge, die der Tököly verheißen. Die schön gearbeiteten Knöpfe ihrer Doümans lassen Männer nicht geringen Standes Ähre Außenwerke und Thore rc. 65 in ihnen vermuthen;—das Gerippe eines/ mit dem Galgen, an den er gehängt worden/ auf der Burgbastey eingegrabenen Ungarn, vielleicht eines Gefangene» von Rakoczy's oder Karoly's Haufen, die mehrmahls bis an das Stubenthor streiften und das Flachland ringsum mit Blut und Flammen erfüllten, wahrscheinlich zur Besänftigung des wüthenden Volkes, standrechtlich hingerichtet rc. Ein Paar alte Denkfaulen allein ragten aus der Fläche des Glacis, bis in unsere Tage empor, wie noch hervorragende Thurmspitzen der alten, in der wilden türkischen Fluch von »52g untergegangenen Vorstädte. Eine alte, nunmehr verschwundene Gedächtnißsäule stand vor dem Kärnthnerthor auf dem ehemahligen Gottesacker St. Kvlomanns: „Das Chreuz haben lassen machen ein Löbl. Hand- werch die Beckhen, iKid Beckhen-Knecht aus ihrer .Zech zu Wienn in die Ehren Gottes, und seiner lieben Muetter, da man zalt nach Christi Geburth i4»4 Jahr, und hernach widerumben renovirt An. 1600 den 25. Juny. Ren. 1691 . 2s. t^5y." Auf der Rückseite fehlte auch nicht jener allgemeine begeisterte Dank für die Wiedereroberung der letzten Vormauer Raab durch Adolph Schwarze n b e rg: ein heldenkühnes und glückliches Wagniß, das aber über die immer fortwährende Türkengefahr allzusehr einschläferte: O Christ wann du dies Chreuz sechst an So sag Gott Dank in den Fürgang ll.Jahrg. Denkwürdigkeiten. z.Bd. t.Heft. 5 66 D i e Stadt. — Ihre Lage. Wegen der edlen Westung Rab Die uns der Tür? Hat brungen ab In September 9't —- wider , Aber im 98. Jahr--- gm Martii wider einnehmen lahn, Sey Lob, Ehr und Preys im höchsten Thron. Eine ähnliche Gedächtnißsäule über Raabs ersehnte Heimkehr an Ungarns heilige Krone/ mit der beynahe aus jeder Wegscheide Österreichs wiederkehrenden Formel: Sag Gott dem Herrn Lob und Dank Daß Raab ist kommen in Christcnhand stand auch in der Währingergaffe nächst dem sogenanii- ten Bäckenhäusel. Näher am Kärnthnerthore , auf dem ehenrahli- gen Friedhof des i52g zerstörten und in die Stadt übertragenen Bürgerspilals / las man auf einer hohen quadersteinernen Denksäule: „DasPau ist volpracht zu Lob Gots und in den Eren Mariam und zu Trost aller geläubigen Seelen- Hail, und ist volpracht irr die Sancti Jacobi Apostoli anno Domini MCCCCXXX1I.” Auf dem Glacis zwischen der Burg- und Löwel- bastey stand eine alte Marksäule des Schottenstiftes. In der ziveyten türkischen Belagerung zertrümmert/ wurde sie zur Ehre der unbefleckte» Empfängniß Mariens und als Gränzsäule des schottischen Neudecker- grundes neu errichtet und mit folgender Inschrift versehen : „Marchsaulen des hochfürstlichen Hochstift Pafsau V Ihre A uß e n w e rke u n d Thoren. 67 lebenbaren Neudecke rhofs, welche anstatt derjenigen, so Anno ,685 in der türkischen Belagerung der kaiserl. Residenzstadt Wien ruinirt und als gedachtes Lehen dem Herrn Sebastians Abten und dessen anvertrauten Kloster bey Unser lieben Frauen zum Schotten allhierAnno r 6 g 5 zu Lehen gnädigst ver« liehen." „Unter Regierung des hochwürdigst, hochgebor» nen Herrn Herrn Raimund Ferdinand Bischof und des heil. röm. Reichs Fürsten zu Pafsau, Grafen von Rabatt«, von dem Herrn Carolo dermahligen Abten des Stift und Kloster bey Unser lieben Frauen zum Schotten allhier wiederum erneuert und aufgerichtet worden ist. Anno 1716." „Unter Regierung des hochwürdigst, hochgebor- nen Herrn Herrn Josephs Dominici, der heil. röm. Kirch Cardinalen exempten Bischöfen und Fürsten zu Passau, Grafen von Lamberg, von dem Herrn Roberto Abten des Stift und Kloster bey Unser lieben Frauen zum Schotten in Wien nach lysir genommenen Lehen des Neudeckerhofs Mehrmahlen reno- virt. Anno 176»." Statt dieser steinernen Säule, die allzusehr schon die Unbilden der Zeit empfand, ließ die Schotten-Abtey 1625 in den rühmlich bekannten, altgräflich Salm« schen Hüttenwerken zu Blansko in Mähren, eine eiserne gießen, mit folgender Inschrift: Terminus beneficii Neudegg. monaster. B. V. M. ad Scotos. 5 * 68 Die Stadt. — Ihre Lage. Auf der Rückseite: — Francisco J. Anst. Imp. Term. Vetust. Iabefact. restit. — Andreas abbas Scot. et Telk. MDCCCXXV. Wir sahen im Verlaufe der Geschichten Wiens, wie selbes 174» bey Theresiens Thronbesteigung, mit einer französisch-bayerischen Belagerung, wie es 1797 von dem Eroberer Italiens, Bonaparte, 1800 von Moreau, dem Sieger bey Hohenlinden bedroht, i 8 o 5 ohne Widerstand, 1809 nach kurzer Gegenwehre durch Napoleon genommen und nach bereits geschlossenem Wiener Frieden, durch höhnische Sprengung eines großen Theils seiner Festungswerke beraubt morden ist; wie es seither nicht mehr als Festung, sondern nur als geschlossene Stadt behandelt wurde, wie seine trefflichen Casematen zu Behältnissen, wie seine Walle und Basteyen nur mehr zu Spaziergängen dienen und darin täglich das Bild des endlich ersiegte» Weltfriedens erneuern.' Sowie uns im Beginne der Habsburgischen Herrschaft, die Stadt bereits in ihrem dermahligen Umfange erscheint, kommen auch unter Albrecht I. und Friedrich dem Schönen, bereits die meisten Straßen und öffentlichen Plätze mit ihren heutigen Nahmen vor. — Die W 0 llzeil ist die älteste Lo- cal-Bezeichnung, die wir von Wien haben, im Buche Genesis dieser Hauptstadt, dem Schottner Stiftsbriefe von ii 55 . — Der K i e nmarkt erscheint urkundlich 1204,— dann 1207 die K ä r n t h n e r stra- ße und der hohe Markt, (auch vorzugsweise in ftm> genannt), die Hochstraße, Herrngasse 1260, Ihre Auß e nw e rke und Thore rc. 6g im Jahre 1280 der Haarmarkt mit den Häusern des Hubmeisters und der mächtigen Familie Hutstocker, 1270 die Häuser der Siebenbürger und des gewaltigen Bürgermeisters Paltram am Stephansfreyt- hof; 1272 die Wildwerker-, Filzer-, die Dreyboten- und Pippinger- (Anna-) Gaffe; der Holzmarkt oder Widmarkt mit den Häusern der Paltrame 1276/ heißt aber 1826 schon Kohlerstraße und Kohlmarkt, da der Widmarkt vor die inzwischen geschlossene Stadt und vor die Burg hinaus verlegt wurde; 1277 die Wei- henburg; der neue Markt 1282; i,n gleichen Jahr der lange Keller (Seitzerhof); 1298 die Krugerstraße; i 3 o» die Johannesgaffe, der lichte Steg; i 3 o 2 die Münzerstraße, die Teinfaltstraße mit dem Templerhof und die Schenkenstraße; i 3 o 3 St. Jakob auf der Hilden, j3o5 am Kiel, i 5 o 8 der Roßmarkr (»407 die llnterscheidung: der a l t e Roßmarkt), i 3 n der Milchgraben, 1298 — 1028 bie Singerstraße, abwechselnd auch die Deutschherrenstraße, i 3 i 5 das Rathhaus, in der Wollzeil (aber schon i 352 war das Ralhhaus wo heute und schon »373 heißt es, daS alte Burgerrathhaus, wo Otlhaymens Stifrung), i 325 die Schrane am hohen Markt, i 33 o die Schlagstuben nächst der Schlagbrucken und dabey das Haus der Pollen; 1837 die Schauflergasse, 1842 der Münzhof, 1845 der Kammerhof, »849 der Fischhof. — Wir führten hier nur einige, im Verlaufe der Geschichte selbst nicht näher berührte urkundliche Spuren an, die sich sehr leicht auf viele Seiten ausdehnen ließen. 70 D i e Stadt. — Ihre Lage. Öffentliche Platze zahlt die Stadt 23: — den Ballplatz, Burgplatz, die Brandstatt, den Dominikaner- und den Franziskanerplatz, die Freyung, den Graben, den Hof, den Hohenmarkt, den Josephsplatz, den Iudenplatz, alt und neuen Kienmarkt (Wild- pretmarkt), den Lobkomitz- oder Spitalsplatz, das Lugeck, den Michaeler- und Minoritenplatz, den neuen Markt, den Petersplatz, den Schulhof oder obern Jesuiterplatz, den Stephansplatz, Stock im Eisen, den Universttätsplatz oder bey den untern Jesuiten. Der Straßen und G ä ß ch e n, in welchen Häuser numerirt sind , sind i6c>: — die Adler-, Anna- imb Augustinergafse, Augustinerbastey, Auwinkel, die obere und untere Bäckerstraße, Ballgaffel, Ballhausplatz, Bauernmarkt, am Bergt, Biberbastey, Bi- schofgaffe, Dlutgaffel, Brandstatt, Bock- und Bog- »ergaffe, obere und untere Breunerstraße, Brunn- gäßchen, Burgplatz, Burgbastey, Dominikanerplatz, Drachen- und Dorotheergaffen, Dreyfaltigkeitshof, im Eisgrübel, im Elend (nun Zeughausgasse) ^Elend- bastey, Fähnrichshof, Färbergaffe, Fischerstiege, Fischerchor, Fischhof, alter Fleischmarkt, Franziskanerplatz, Freyung, Fütterergaffe, am Glaeis zwischen demKärnrhner- und Carolinenchor, Glocken-, Gold- schmidgaffe. Graben, Grashof, Grüuangergaffe, an der Gstatte, Haarhof, Haarmarkt, Hafnerstcig, Heidenschuß, an und außer der Hauptmauthbrücke, Herrn- gaffe, Himmclpfortgaffe, Hof, Hohebrücke, Hohe- markt, Hühnergaffel, Jakobergaffel, Jakoberhof, Johannesgaffe, Jordanngaffe, Judengasse, Juden- Ihre Außen werke und Thore rc. 71 platz, Kärnthnerstraße, an und inner dem Karnthner- thor, außer demselben an der steinernen Brücke, Kammerhof (Wildpretmarkt, neue Kienmarkt,) , Katzen- steig, Kienmarkt (alter), Kloster- oder Kapuziner- gasse, Kollnerhofgaffe, Kohlmarkt, Kohlmefsergafse, Komödien-, Krämer- und Krebsgaffe, Krugerstraße, Kumpfgasse, Kupferschmidgaffe, Kurentgaffe, Lands- krongaffe, Lorenzerbastey, Lorenzergassel, Lazzenhof, Ledererhof, Löwelbastey, Lömelstraße, Lugeck, Aii- chaeler- und Minoritenplatz, Mölkerbastey, im Münz- graben, Naglergaffe, im Neubad, Neubadgäßchen, Neuburgergasse, am Neuenmarkt, am Neuthor, Nikolai-, Ofenloch-, Parisergaffel, am Peter, Pas- sauer-, Planken- und Preßgaffe, Raben-, Rauhen- stein-, Renngaffe, Riemerstraße, Rosen- und Ros- maringäßchen, Rorhethurmstraße, außerdem rothen Thurm, Rothgaffel, Rupprechrssteig, Sackgaffel, Sailergaffe, Sailerstatt, Sattlergaffe, Salvator- gaffe, Salzgaffe, Salzgries, am Schanzel, Schauf- lergaffe, vordere und Hintere Schenkenstraße, Schlos- sergaffe, Schönlaterngasse, Schotteubastey, Schot- tengaffe, an und inner dem Schottenthor, Schul- gaffe, Schulhof, große und kleine Schulerstraße, Schultergaffe, Schwert-, Seitzer-, Siebenbrunngasse, Singerstraße, Spanglergaffe, Spi-gelgaffe, Spitals- (oder Lobkowitz-) Platz, Steinlgaffe, Sre- phanssreythos, Sterngaffe, Stock im Eisen, Stoß im Himmel, Strauchgaffe, Strobelgaffe, Sruben- thorbastey, am Stubenthor, außer demselben an der Kanalbrücke, Taschnergaffel, Teinfaltstraße, Tiefe- 72 Die Stadt. — Ihre Lage-. *• graben, Tuchlauben, Unirersitätsplatz, Machtergas» sel, Wagnergaffe, Wallnerstraße, Wallfischgasse, Wasserkunstbastey, Weihburggaffe, Wipplingerstraße, Wolfcngäßchen, die Wollzeil, welche auch mit der Kärnthnerstraße und dem tiefen Graben die meisten Häuser zahlt. Aus dem unvollkommenen römischen Quadrat gewann die erweiterte Stadt schon sehr früh eine ovale Gestalt. Daß ihre Gaffen weder breit noch gerade seyen, ist eine schon in den Tagen Aneas Sylvius, Bonfins und Ranzans lebhaft besprochene Klage. Nur von Osten nach Westen und von Süden nach Norden, durchschneide» die Stadt zwey ziemlich gerade Gaffen, die erstere, die alte Hochstraße vom Kärnthnerthor und den Augustinern, über den Josephs- und Michae- lerplatz bis zum Schottenthor, und die Kärnthnerstraße vom Karnthnerthor bis zum rothen Thurm. Die Eintheilung der Stadt in vier Viertel: in das W idm e r- oder Wimmet-, Kärnthner-, Stuben- und S ch o r te n v i er t e l, ihr hohe» Alter, ihre Ausdehnung, wurde bereits im Verlaufe der Geschichte urkundlich erörtert. — Die Gaffen, die Häuser und die Bürgerschaft sind nach diesen Vierteln eingetheilt, eben so auch die Polizeybezirks - Direc- tionen der Stadt. Die Zahl der Häuser in der Stadt belauft sich gegenwärtig auf zwölfhundert siebzehn. Die unmittelbar vorhergegangene und bis zum Jahr 1619 dauernde Nummerirung wies noch 1822 Nummern, ein Zusam» Ihre Außen werke und Thore rc. 73 menschmelzen, weniger entstanden durch das Abbre» chen von etwa 25 Häusern, als vielmehr durch das Zusammenziehen der zusammengebauten und zweckwidrig bisher getrennt gebliebenen Nummern. Eine, Wien als wahrhaft deutsche Stadt cha- rakterisirende Erscheinung, sind seine vielen Hose, meistens Hochstiftern und Abteyen gehörig, aber auch Hallen fremder Kaufmannschaften, z. B. von Cöln, von Regensburg, oder geräumigere Gebäude weltlicher Körperschaften und mächtiger bürger- und ritterbürti- ger und in der Stadt verburgrechteter Geschlechter, z. B. der Admonterhof an der Freyung, der Alrenbur- gerhof nächst dem Kärnthnerthore, der Baumgarten- bergerhof nächst den Schotten, der Berghof hinter dem hohen Markt gegen die Krebsgafse, angeblich das älteste Haus in Wien, der Bischofhof, der alte Klosterneuburgerhof in der Renngaffe, der neue aus dem ehemahligen Stift St. Dorothe, der Kremsmünsterhof in der Annagaffe, der Pempsiinger- oder insgemein der Dempsingerhof am Katzensteig und ihm gerade gegenüber der Gamingerhof, oder nunmehr Sei- ' tenstetterhof, der Fleischhof, nun bürgerliches Zeughaus , der Heiligkreuzer- oder Grashof bey der schönen Laterne, der Kohlhof in der Herrngaffe, der Dr. Lazzenhof im Judengaffel zwischen dem alten Kien- und Hohenmarkt, der Domherrnhof nächst St. Stephan, und daneben der Füchslein- oder Füchselhof, der Fähnrichhof in der Singerstraße, der Federlhof am Lugeck, der Fischhof hinter dem hohen Markt, der Freysinger-, dann Domprobsten-, nun Trattnerhof am Graben, 74 DieSradt. — JhreLage. der Göttweiherhof in der Spiegelgasse, der Gundel- hof am allen Bauernmarkt, St. Johannshof oder das Pilgramhaus in der Kärnthnerstraße, der Cöl- nerhof in der untern Bäckerstcaße, der Klein-Ma- riazellerhof in der Annagasse, der Lilienfelderhof in der Weihburggaffe, der Margarethenhof am alten Bauernmarkt, der Marschackerhof im Krautgassel, der Mölkerhof nächst den Schotten, der Münzhof, die heutige Post (diesen Nahmen führte aber auch wegen der dorr befindlichen Münze, die alte Herzogsburg am Hof, ja eine kurze Zeit auch der Gammingerhof), der Ncubergerhof am grünen Anger, der Neustädter- hof nächst dem Berghof, der große und kleine Pas- sauerhof bey Mariastiegen, der Regensburgerhof am Lugeck, der große und kleine Romhof in der Himmel» pforst- und Weihburggasse, . fcev Salzburgerhof nun k. k. Arsenal, der Schlosserhof auf der Seilerstatt, der Schottenhof, der Seitzer- oder Mauerbacherhof, der Steyererhof am rothen Thurm, der Täubelhof in der Krüger-, der Trienterhof in der kleinen Schuser- straße, der Zwetklhof auf der hohen Brücke und der Zwettlhof am Scephansfreythof mit der Kalharinen- Capelle, der Zwölfer- nun Darwarhof am alten Fleisch- markt }C. Der größte Platz ist der Hof, immer noch so genannt vom Herzogenhof des Jasomirgott. Er ist 71 Klafter lang und 52 breit. Ihn ziert die 24 Fuß hohe Standsänle der unbefleckten Empfängniß aus gegossenem Metall, auf marmornem Fußgestell, das Ebenbild Mariens mit dem Drachen unrer ihren Füßen Ihre Außen werke und Thore rc. 75 ebenfalls aus Metall. Unten auf vier steinernen Eckgestellen vier Engel/ höllische Ungeheuer bekämpfend; das Ganze mit einer marmornen Balustrade umgeben, von nicht ausgezeichnetem Kunstwerth. — In einiger Entfernung von der Säule sind zwey Springbrunnen, die 1812 am Nahmenstage des Kaisers mit neuen Standbildern aus weichem Metall vom Akade» mie-Director Martin Fischer geziert wurden. — Die Gruppe rechts von der Säule bezeichnet die Treue des Österreichers. Die Monarchie, eine hehre Frau mit Schild, Krone und Scepter, in der Linken eine Rolle, deren Rand des Kaisers Nahme bezeichnet, empfängt Arin in Arm, einen in die Toga gekleideten Staätsbürger, der mit der Rechten auf jene Rolle seinen Eid erneuert und die Linke aufs Herz legend, Wahrheit und Treue ausdrückt. Die Attribute zu seinen Füßen bezeichne» der Österreicher Liebe für Wiffen- schaft und Kunst. Die Inschrift deutet auf das glückliche Zusammentreffen, daß in der Dynastie das einzige Symbol und Bindungsmittel der Einheit unter so vielen Verschiedenheiten vorhanden sey: in 6de unio, in uni,one salus. — Die links aufgestellte Gruppe bezeichnet den Ackerbau: ein Landmann steht auf seinem Pfluge; der Schutzgeist Österreichs den Bindenschild zur Seite, zu den Füßen die österreichische Hauskrone und über dem Haupte die Flamme des Eifers für den Dienst Gottes sichert ihm, mit der Rechten gegen oben weisend, den Segen seines Fleißes zu. Die Inschrift ist: Auspice Numine Faustus. An des Fußgestelles Rückseite ist die Jahrzahl 76 Die Stadt. — Ihre Lage. 1812 und der Nahme des Bürgermeisters Wohlleben. Die zu großen Unkosten haben eine andere Idee für die Brunnen auf dem Hof und auf dem Graben verhindert, die wenigstens das große und edle Motiv für sich hatte, den nur allzugerechten Tadel zu mindern, daß unsere Plätze, Straßen und Vereinigungsorte, durchaus leer seyen von Allem; was das Andenken großer Feldherrn, Staatsmänner, Gelehrten und Künstler Österreichs, ja selbst jenes der Fürsten Habsburgischen Stammes, in der Enkel dank- gerührtes Gedächtniß zurückrufen könne; nähmlich auf die Brunnen am Hof, die Standbilder der beyden großen Ahnherrn und Mehrer des Hauses zu setzen t Rudolph's I. und Max's I.; ob demFußgcstelle zwey Basreliefs; „Rudolph an der Leiche Ottokars"— und: „Maxens Triumphzug nach St. Stephan nach dem plötzlichen Hintritt des fremden Eroberers Mathias Corvin — auf die Brunnen des Grabens aber> Guido Skarhemberg stehend und London vor- schreitend, characceristisch für die Verschiedenheit ihres kriegerischen Genius und ihrer Laufbahn.—Eugen bey weite in der größte Mann, den Österreich je gehabt, hat Wien zu freygebig bereichert und verherrlicht, um je vergessen zu werden, aber jene Gedächtnißmahle hätten wenigstens, wie gesagt, den ersten Schritt dazu gethan, daß Wien nicht ganz leer sey an Monumenten seiner Habsburgischen Fürsten und ihrer im Frieden oder Krieg ruhmbckrönten Diener. Ihre A n ß e nw e rke und Thore k . 77 Auch der hohe Markt, ein länglichtes, abhängiges Viereck, ir mit einem, von Carl VI., 1732 gegründeten Monumente geziert: die Vermahlung Mariens und Josephs in einem auf corinthische Säulen gestützten Tempel, die Gruppen von dem Venetia, 1er Ancon Corradini aus genuesischem Marmor, der Tempel von Fischer, das Ganze unter der Aufsicht des Grafen Gundacker Alrhann vollführt. Leopold I. hatte diese Säule verlobt, wenn sein Erstgeborner, Joseph, wohlbehalten aus dem Felde zurückkäme. Er kam wieder und zwar als Eroberer der Hauptfestung Landau.— Leopold starb bald darauf. Joseph ließ nun Fischers Entwurf in Holz ausführen, Carl vollbrachte ihn in Erz und Marmor. — Auch neben diesem Denkmahl stehen zwey Springbrunnen mit Marmorbecken. Das gute Wasser hierzu, wird von Oltakring hergeleitet. Hinrichtungen des Parteygeistes geschahen oft mit absichtlich übereilender Schnelligkeit, oft im bergenden Dunkel der Nacht, bey Fackelschein, auf den Plätzen der Stadt selbst, vorzüglich am Hof und am hohen Markt. — Am letztem stand auch bis in die Tage Carls VI., der Pranger und der Narrenkotter. Unter-Joseph II. geschahen dort die gesetzlichen, öffentlichen Züchtigungen und jetzt noch die Ausstellung auf der Schandbühne oder im Kreise. Seit einem halben Jahrtausend ist an diesem Platz die S ch r a n n e, oder das städtische Blutgericht, jetzt daS allgemeine Crimi- nal-Gefängniß. — Dem Stadtrichter wurde ehehin bey allen feyerlichen ßlerichtshandlungen (er und seine 78 Die Stadt. — Ihre Lage. Amtsbeysitzer erschienen dabey in schwarzer Tracht), das entblößte Schwert vorgetragen. In gleicher Weise saß er auch auf erhöhtem Sitz, auf dem Balkon der Schranne, wenn sein Stadtgerichtsschreiber von demselben herunter, dem versammelten Volk die eben gefällten Todesurtheile vorlas. Der Petersplatz gilt insgemein für den Mittelpunct der Stadt, hiermit auch der, demselben nahe Graben, der lebhafteste und mit den anziehendsten und schönsten Kauf- und Putzläden geschmückte Platz Wiens, vielmehr eine sehr breite, gleich dem hohen Markt etwas abhängige Gaffe. — In der Mitte derselben steht die b>6 Fuß hohe Dreyfaltigkeitssäule, an den beyden Enden Brunnen, 1804 der eine mit dem metallenen Standbild des heil. Joseph, der andere des heil. Leopold aus Bley-Composicion vom Director Fischer geziert. Alle drey Säulen der Hauptplätze Wiens rühren von Leopold I. her. Nur jene am hohen Markt vollendete erst Carl VI. Die Dreyfaltigkeitssäule des Grabens steht in Folge des Gelübdes, daS Leopold um die Abwendung jenerentsetzensvollen Pest gethan, die 167g dies lebensvolle freudige Wien zu einem Ort des Heulens und Zähnklapperns und zu einer Einöde machte, und deren Schrecken mir seiner Zeit unsern Lesern bereits geschildert. Die Säule steht seit i 6 g 3 , ist von weißem Salzburger Marmor und hat unten die Form eines Dreyecks. An der Hauptseite des Fußgestelles tritt ein Felsen hervor, auf dem der Glauben ruht und zu dessen Füßen ei» Engel das Ungethüm der Pest I hre Außen werke und Thore rc. 79 niederstürzt. Oben auf dem Fußgestelle kniet der Kaiser/ die Augen gegen das Bildniß der Dreyeinigkeit gerichtet/ neben ihm mit goldenen Buchstaben die Worte seines Gelübdes/ über ihm Wolken mit Engel» / py- ramidalisch immer höher aufsteigend bis an die Spitze, auf welcher das Abbild der Dreyfalrigkeit ruht. Die Gruppen des Fußgestelles in erhabener Arbeit, die Erschaffung des Menschen, Noahs Erhaltung aus der Sündflurh, das Osterlamm, das letzte Abendmahl, die Ankunft des heil. Geistes und das von der Pest schwer heimgesuchte Wien vorstellend, sind von vorzüglicher Arbeit. An den Eckseiten des Fußgestelles zeigen sich die Wapenschilder deZ Reichs, Ungarns und Böhmens mit ihren Nebenländern. — Die Composition ist von dem Architekten Otkavio Burnacini, die Ausführung von Fischer von Erlach. Die besten plastischen Künstler Wiens aus jener Epoche, Strudel, Früh- ivirth, Rauchmüller, haben daran gearbeitet.-^ 177g, wenige Monathe vor ihrem Hinscheiden, beging die große Theresia bey dieser Säule die hundertjährige Jubelfeyer der Abwendung jener entsetzlichen Landplage. — 1822 wurde die Säule mit bedeutenden Auslagen erneuert und wieder hergestellt. Das Denkmahl Josephs ll. aus dem, nach ihm genannten Josephsplatze, wurde bereits bey der Kaiserburg beschrieben, von welcher es einen ehrwürdigen Bestandtheil ausmacht. Der neue-Markt weiset an seinem mächtigen Brunnen ein profanes Denkmahl von der Hand eines der größten Bildhauer, die Österreich hervorgebracht 8g D i e Stadt. — Ihre Lage. hat, von der Hand Raphael Donners aus dem nahen Dörfchen Eßling im Marchfeld. — In der Miete des großen Bassins sitzt auf einem runden, marmornen Fußgestelle die Klugheit, rings um sie vier Genien, wasserspeyende Fische in den Armen haltend. — Im Herbst 1801 wurden die früher hinweg- genommenen und in einer Plunderkammer des Rathhauses aufbewahrten vier, überaus schöne Figuren, gleichfalls aus Bley-Composition, zwey männliche und zwey weibliche, die vier Hauptströme des Landes: die Donau, die Enns,' die Traun und die March bezeichnend und in verschiedenen mahlerischen Stellungen aus Urnen und Muscheln, Wasser in das Bassin gießend, wieder auf dasselbe gesetzt. Des Burgplahes wurde schon bey der Beschreibung der Burg umständlich gedacht. Eben so wurde des S t e p h a n s fr e y t h 0 f e s und Stephansplatzes erwähnt und wie derselbe, nach und nach aufgehört, ein wirklicher Begräbnißplatz zu seyn, wie die verschiedenen Capeilen und letztlich auch die Magdalenenkirche, früher schon der Schwibbogen des sogenannten Heilthumsstuhles, wie die ihn gegen die Singer- und Schulerstraße und gegen die Brandstatt einschließenden Mauern und Eingangsthore verschwanden und wie der dadurch entstandene große und schöne Platz eigentlich ein Denkmahlsey, der letzten deutschen Kaiserkrönung 1792, da der von Frankfurt heimkehrende , neugekrönte Monarch diese Verschönerung seiner Hauptstadt und ihres herrlichen Domes, allen Beleuchtungen und allen Ehrenbogen vorzog. Ihre Auß e n w e r ke und Thore rc. 9 » Der F r a n z i s k a n e r p l a tz erhielt seinen Brunnen 1*798. Das weichmetallene Standbild desAioses, der Wasser aus dem Felsen zwingt, ist vom Direccor Fischen Auf dem Juden platz wurde ,421 bey der großen, durch mannigfache Grauel herbeygeführten Judenverfolgung unter Albrecht dem V-, den Unglücklichen , die sich nicht zur Taufe bequemen wollten, das Todesurtheil vorgelesen und sie hierauf (ob lio, ob 1200? ist aus den Chroniken nicht bestimmt zu erörtern) zu Erdberg verbrannt- Das Haus, zum Jordan, soll von dieser Verkündigung den Nahmen, das kleine Abbild der Taufe Christi im Jordan und die Inschrift haben: — „A 0. 1421 warben d i e Jude» hie verbrendt" — mit den spätern, aus den Tagen Map's 1 * Herstammenden Versen: FlutninO Jordanis feguntur täbe , malisque Corpora; cum credit, quod latet, omne nephas. Sic flamma assurgens totam furibunda per urbem * Hebraeum purgat crimina saeva canum* Deucalioniis mundus purgatur ab undis Hicqufe reus poenas igne furente luit* Ein anderes Denkmahl des wildesten Fanatismus aus viel spaterer Zeit, bewahrte die Schranne, nähmlich ein Crucifix in rothein Marmor an der Mauer, mit einer Inschrift die besagt: ain 26, August 1642 sey dem ehemahligen Rakonitzer Rabbiner Jachim Eli- gelberger (in der Taufe Ferdinand Franz genannt), als man ihn wieder mit zwey andern Juden eines enormen DiebstahlS überführt, der Strang zuerkannt Iahrg. Denkwürdigkeiten. 3. 335. 1 - Heft. 6 I 82 Die Stadt. — Ihre Lage. und dies Urtheil ihm hier verkündigt worden. Darauf sey derselbe, vor versaiiinielte» Stadtgericht und Volk, unter den entsetzlichsten Verwünschungen des Christenthums, wieder zum Iudenrhum abgefallen, habe das. Nach der Weise der armen Sünder in Handen haltende Crucifix wüthend zur Erde geschleudert, wornach er in seine Haft zurückgeführt, von Neuem verhört und unter auficrordentlichen Verschärfungen der Todesstrafe, zu Erdberg verbrannt worden sey. Der Stock imEisen platz hat im Munde der Handwerksburschen und des Volkes «iit dem Stephansthurm und mit der Speckseite unter dem rothe» Thurm, das dritte Wahrzeichen Wiens. — Dieser mit unzähligen Nageln beschlagene Baumstrunk soll das Wahrzeichen seyn, daß der große Wienerwald sich einst bis hierher erstreckt habe, und zwar »och in den Tagen, als Leopold der Heilige in den, mit Gras und Wald und Moos durchwachsenen Trümmern Fabianas, an der Statte des heutigen Esterhnzyschen Pallastes in der Wallnerstraße, ein kleines Jagdhaus und unferne des Donaustromes seinen Gejaidhof, den Berghof hatte. Ein eisernes Band befestigt jenen Baumstamm an das Haus des, nach ihm also benannten Stock im Eisen. Dte Sage von diesem Schloß wird mit verschiedent- lichen Zuthaten und Verschönerungen erzählt. — „Ein armer Schlofferjunge, der sich verspätet, keinen Sperr- kreuzer für den Einlaß hatte und harre Züchtigung des Meisters fürchtete, habe dem Bösen, der sich in dieser Noth gleich neben ihm einfand, seine Seele verschrieben, falls er eines einzigen Scnntags die Messe Ihre Außen werke unb Thore :c; 83 versäumte. Gleich des andern Tags sey das rothe Männlein vor den Meister gekommen, und bestellte für die alte Wiener Eiche einen Eisenring und ein sehr ' 'künstliches Schloß. Meister und Gesellen wagten sich Nicht daran, der Lehrbursche aber auf den Beystand des Bösen pochend, vollendete das Schloß in wenigen Stunden, ward frey und Geselle und legte das Schloß an die Eiche und an das Haus; das Männlein aber nah,» den Schlüssel mir sich fort. Der Junge ging darauf nach Nürnberg und that dort solche Stücke in seiner Kunst, viele Fenstergitrer in einer Stunde machend und den ganzen Amboß ins Feuer schleudernd und jum Gitter streckend, daß der erschrockene Meister ihn sogleich entließ und er wieder nach Wien zurück gingt Da hörte er, wie der Rath der Stadt sehr darüber erbost sey, daß ein widerlicher fremder Mensch den Schlüssel zu jenem Schloß mir sich genommen und wie demjenigen das Meisterrechr versprochen sey, der einen Schlüssel dazu machen würde! Er thacs. Damit aber war dem rochen Männlein natürlich nicht gedient und unsichtbar im Feuer weilend > verdrehte, da der Schlosser den Schlüssel schweiße, ihm den Schlüsselbart. Der Schlosser aber, es sogleich merkend und darauf rechnend, daß der Teufel doch meistens ein dummer Teufel sey, schob nun den Schlüssel gar pfiffig mit verkehrtem Bart in den Ofen wieder hinein, daß das Männlein in seinem blinden Zorn lhii wieder umkehrte, er also dies Mahl ganz recht stand. Der ganze Rath ging mit ihm zur Eiche. Eröffnete das Schloß, ward Bürger und Meister, schlug jauchzend den er- 6 * 84 Die Stadt. — Ihre Lage. sten großen Nagel in den Baumstamm zum ewigen Andenken, warf springend und tanzend den Schlüssel in die Hohe, der aber, zu Jedermanns Entsetzen/ nicht wieder herunter fiel! — Eine Zeit lang ging noch Alles gut; der Ruf von des Schlossers Geschick- lichkeit stieg immer höher, damit sein Reichthum und sein Glück. Oft bereute er die Vermeffenheit seiner Jugend und hüthete sich wohl, des Sonntags die Messe zu versäumen. Der Böse aber, der seine Beute nur höchst ungerne entließ, verwickelte ihn in sündliche Neigung zum Spiel und wüste» Leben und als er eines Sonntags Morgens, statt frommer Gedanken, die letzten Anwandlungen heilbringender Reue vielmehr in einem Strudel loser Gesellen, im Keller zum steinernen Kleeblatt unter den Tuchlauben, durch Saus und Braus erstickt hatte, versäumte er im muthwil- ligen Frevel die letzte oder zwölf Uhr-Messe bey St. Stephan. — Das rorhe Mannlein schritt ihm hohnlachend zur Seite und wurde (wiewohl nur ihm sichtbar) immer und immer größer und immer und immer furchtbarer. Wie sie aber aus Riesenthor kamen, hatte der Priester eben deu Segen gespendet und das: itv missa est, gesprochen. Da faßte das zum Riesen gewordene blutrothe Männlein den Schlosser und flog heulend mit ihm durch die Luft." Die Eintheilung der Stadt in die acht Pfarren: der Metropole von St. Stephan, der Burgpfarre, jener bey den Schotten, Michaelern, Augustinern, Dominikanern, bey St. Peter und am Hof, kam bereits am Schluße des IV. Heftes umständlich Ihre Auß e nw e r k e und Thore rc. 65 vor, eben so die noch in der Stadt bestehende Kloster, nähmlich das einzige Frauenkloster der llrfuli» nerinnen und die Mannsklöster der Schotten, der Barnabiten (Michaeler), der Redemptoristen (oder Liguorianer), der Kapuziner, Bewahrer der Kaisergruft und die ihrem AuSsterben nahen Augustiner, Dominikaner und Franziskaner. Aus den Gebäuden der Stadt, ist die alre Kaiserburg mit den Reitschulen und den Redouten- Sälen, der Reichskanzley:c. bereits beschrieben morden. — Die für den aus Spanien zurückkehrenden Prinzregenten Maximilian, erwählten König von Böhmen, r 55 g zugerichtete Scallburg, vorher gleich dem Cillyhof ein Zeughaus, alsdann der spanische Stall, die Zaumburg genannt, umschloß bis auf Joseph II, die nun im Schmeizerhof gegen den Burgplatz untergebrachte Schatzkammer und die nun ins Belve- dere übersetzte Bilder-Gallerie. Der Pallast des durchlauchtigsten Erzherzogs >*■ Carl, ehehin des großen Kunstfreundes Herzogs A l- bert von Sachsen-Teschen, auf der Bastey, neben dem Augustinerkloster Nr. n6o wurde in den Jahren 1801 —1804 vollendet, ist an Geschmack, Pracht und Niedlichkeit seiner Einrichtung wahrhaft ausgezeichnet und muß hinsichtlich seiner reichen Kunstschätze noch einmahl umständlich in diesem Werke besprochen werden. Die k. k. geheime Hof- und Staatskanzley, ehe- X hin der Mayerhof der Burg, darauf zum Theil scla- vignonisches Frcyhaus,— die ungarische und siebenbür- Zische Kanzley (vorhin Windischgratz und Trautsohn) 66 Die Stadt. — Ihre Lage. wurden von Theresien in den ersten Friedensjahren nach dem siebenjährigen Kriege gebaut: in dem Jahr- zehend aber, zwischen diesem Krieg und dem Aachner Frieden, die zwischen dem Jordans- und Judenplatz ^ Nr. 584 an der Wipplingerstraße freystehende böhmisch- österreichische Hofkanzley mit ihren zwey Höfen ; der Sitz des obersten Kanzlers und Ministers des Innern und des Administrations - Personals der politischen Hosstelle, der deutschen, böhmischen, ga- lizischen, illyrischen und lombardisch- venetianischen Provinzen; dann der obersten Justiz-Stelle. ^ Das Hofkriegsgebäude Nr. 421 am Hof, wjk der anstoßenden Kirche, zwischen diesem, der Bog- ner- und der Seihergaffe, dann dem Schulhof, war einst der alre Herzogshof der Babenberger und nacheinander der Münzhof, das Kloster der weißen Bruder vom Berge Carmel, das Profefihaus der Jesuiten, nun der Sitz der obersten Kriegsverwalcung. Es hat zwey Höfe und vier Stockwerke. Bor der Haupt-Fronte gegen den Hof ist die Hauptwache mit ihren vier Kanonen. Hier wohnt der Kriegs-Prasident. Hier sind die Sitzungssäle und Kanzleyen, der zum Kriegsstaate gehörigen Branche», hier die Schätze des Kriegs-Archives, von welchem die ruhmeswerthe militärische Zeitschrift ausgeht und des Genie- Archives. Den Rathsaal zierte Joseph mit den Büsten der Marschälle Lacy und London und setzte beyden nachstehende Inschrift: klauritiobac^, summo castrorum praefecto , qui belli aeque ac pacis artibus clarus, Ihre Auße »merke und Thore rc. 87 illis yincere, his patriam invictam reddere docuit, sui in scientia militari institutoris et amici, Josephus II. Aue;, grati animi sui munimentum heic poni jussit. — 1783. Gedeonis Loudoni, summi castrorum praefecti, semper strenui, fortis, felieis et civis optirni exemplum, quod duces militesque imitentur, Josephus II. Augustus in ejus effigie proponi voluit. — 1783. Der Pallast des Prinzen Eugen von S a-^ voyen Nr. 964 in der Himmelpfortgaffe, mit zwey Höfen und vier Stockwerken, nun das Munzhaus und Finanz-Ministerium. Der Kaunitz-O. uestenberg'sche Pallast X Nr. 971 in der Johannesgaffe, durch längere Zeit der Sitz der französischen Bothschafter, nun der k. k. allgemeinen Hofkammer. Das k. k. Banco-Haus in der Singerstraße Nr. >< 886 . Die k. k. Hauptmauth am Ende des alten Fleisch- marktes Nr. 664, ehemahls städtisches Zeughaus zunächst dem Pyberthurm. Das Lorenzergebäude Nr. 706 am alte» Fleischmarkt, nur durch die Gaffe von der Hauptmauth getrennt, »8,9 an die Stelle des ehemahligen Klosters und der Kirche der Lorenzerinnen arbaut, ist der Sitz vieler Buchhaltereyen, des Central-Bucher-Revisions- Amtes, des Oberstsägermeisteramtes, der reichshof- räthlichen Acten rc. £ 88 Die Stadt. — Ihre Lage. Die von Maria Theresia neu erbaute Universität Nr. 786 auf dem von ihr benannten Platze, bey den untern Jesuiten. Die National-Bank in der Herrngafse und »ordern Schenkenstraße Nr. 32 -^- 34 , vorhin Auersber- gisches und Gilleis'sches Freyhaus. Der Bischofhof Nr. 869 neben St. Ste- phan, bereits im II. Hefte gewürdigt. ^ Die päpstliche Nuntiatur Nr. 32 1 am Hofe, am Platz der alten, zur Herzogsburg gehörigen St. Pankraz-Capelle, nachher den großen Mä- cenen, Freyherrn von Beck und dem durch seine Grausamkeiten in den ungarischen und siebenbürgischen Kriegen, wie auch als Schriftsteller über die Kriegskunst berühmten General Georg Basta gehörig, (der mit seinen Nachfolgern, dem vor Preßburg gebliebenen D a m p i e r r e und dem vor Neuhäusel gefallenen Boucquoy, zu den Minoriten beygesetzt wurde) darauf auch ein Jesuicen-Convict. Das deutsche Haus in der Singerstraße /vlvK 8>r. 879 mit seiner Kirche zur heil. Elisabeth und seinen beyden, großen Höfen, worin viele Mierh- parteyen, ist zugleich die Wohnung des Hoch- und Deutschmeisters, Erzherzogs Anton, kaiserlicher Hoheit und des jeweiligen Land-Commenthurs, dermah- len des F. M. L. und geheimen Rathes, Aloys Grafen von Harrach zu Rohrau. Es wurde bereits im IV, Heft umständlich behandelt, so wie: Das herzoglich savoysche adelige Damenstift in der Johannesgafse Nr. 977. 0 Ihre Außenwerke und Thore rc. 69 Das n. 0 . L a n d h a u s Nr. 3o in der Herrn-^ gafse, erscheint als solches erst nach der türkischen Belagerung r52g. In früherer Zeit versammelten sich die Stände lieber auf dem flachen Lande als in Städten, neben den Bürgern; — am unliebste» in der Hauptstadt, gerade unter den Augen, die sie am liebsten meiden wollten. Doch war in Wien ein altes Landhaus, das Pragerhaus am Kienmarkt, einst Kaiser Wenzels Gefängniß und das Absteig-Quartier vieler fremder Fürsten und vieler Fürsten von Österreich, seit langer Zeit das Salzamt, das aber als ein landesfürstlicheS Haus nur sehr uneigentlich und zufällig den Nahmen des Landhauses geführt haben kann. In Max's I. Lebenslagen war der Grund des heutigen Landhauses »och theils liechtensteinisch, theils Minoritengarten» Zwischen i53i und i534 bestand aber schon dies heutige Landhaus und dabey ein Wirth, der für Absteig- Quartiere der Landherrn zw sorgen und ihre Hochzeiten auszurichten hatte. — i562 wurde der Theil des Landhauses gegen die Herrngaffe vollendet, i5yo der große Brunnen mit dem kunstreichen Eisengitter, i5ji wurde die Fronte gegen den Minoritenplatz, und der Theil gegen das kleine Landhaus beendet, und am 20 . Febr. i5-ji Map's II. Burgfriedens-Privilegium für das Landhaus verkündigt. Ein ober beyden Thoren hervorragender Arm mit dem Schwerte, verkündigte, daß, wer es wagen würde, hier die Wehre zu entblößen oder überhaupt in thätlichem Streit zu rumoren, ohne Gnade, an Leib und Leben bestraft werden solle. 9o Die Stadt. — Ihre Lage. Neben dem Gitterbrunnen ist der Aufgang zum Rathssaal und links in die ehemahlige Bürgerstube. Noch sind Sinnbilder genug übrig, theils auf die heftige Abneigung der Katholischen und der an Anzahl und Macht weit überlegenen protestantischen Stände, theils auf die durch Map II. unterm isi. Jän. 1^71 vergönnte freye Religions-Ubung deutend. Die Rathsstube zeigt an der Decke, auf welcher Stufe die Holzschneidekunst gestanden. Auch die Basreliefs der Prälaten-, Herrn- und Rilterstube verdienen einige Aufmerksamkeit. In dem Trakt gegen die heurige Polizey-Hofstelle , war das l u t h e r i s ch e B e t h h a u s, wo Jo- sua Opih, Johann Tettelbach und Michael Hugo, ihre unseligen Flammenworte sprachen, in dem der- mahligen Locale der Buchhaltung befand sich auch die evangelisch-ständische Buchdruckerey. Die Proselyten- macherey und die rastlosen Umtriebe des Buchführers Elias Freytag sind bekannt. — Ferdinand II. machte nach dem Sieg am Präger weißen Berge, dem Allen wieder ein Ende und an die Stelle des Bethhauses, tr?r die katholische Capelle. In Ferdinands Todesjahre 16Z7 entstand das sogenannte grüne Stüb el, ein standesmäßiges Gefängniß für Herren und Ricter. In diesem saß auch 1671 Ungarns oberster Reichsrichter, GrafFranzNa- dasdy, als Herr zu Pottendorf, bis er zum Vollzug des Urtheils, dem Stadtgericht überantwortet wurde. ,573 verkauften die Gebrüder Audr von Herrnkirchen ihr Haus in der Herrngaffe zur Erweiterung des Landhauses. 1714 erkauften die Stände zu gleichem Zweck, Ihre Außenwerke und Thore rc. 9» das dermahlige kleine Landhaus, vorhin Fünfkirchner-, dann Trautmannsdorf'sches Haus. 1801 wurde zum kleinen Landhaus noch ein neuer Trakt erbaut, in welchem sich die Liquidarur befindet. — Im Landhaus ist auch der C a t a st e r mit dem Gilten buche,— im Gebäude der k. k. Landrechte und der Appellation (Nr. fii Herrnqafse) aber, die n. ö. Landtasel, der authentische Überblick der Besitzer ständischen Grundes und Bodens, und der darauf haftenden Schuldenlast. Das städtische Rathhaus Nr. 385 in der ^ Wipplinger-, ehehin Wildwerkerstraße besteht aus sechs Gewähren: — gemeiner Stadt Wien altes Mauthhaus (der älteste Bestandtheil), — Pfarrhof und Kirche bey St. Salvator, ehemahls in Otten- hayn, — ein Haus, einst Prombauerisch, seit 1898 ins Rathhaus verbaut, — der obere und der untere Theil der goldenen Muschel, — endlich der rückwärtige Theil des Rathhauses, gegen den Stoß im Himmel („das Haus der Pollen, nächst unser lieben Frauen Stiegen, von der Wildwerkerstraße, rechts im Gasse! bey den sieben Brunnen, gegen den Pafsauer- hof"). —Wir gaben bey mehreren Gelegenheiten die Beweise, daß das jetzige Rathhaus schon unter Albrecht dem Weisen das Rathhaus gewesen, ja unter seinem Sohne Albrecht mit dem Zopfe, bereits das alte Rathhaus genanilt worden. — Der vorletzte Bürgermeister, Stephan Edler von Wohlleben, der überhaupt im Bairfache große Verdienste erworben hat, zierte auch seine letzten Lebensjahre mit dem Um- 92 Die Stadt. — Ihre Lage. bau des Rathhauses.— Der Springbrunnen im Hofe desselben hat eine schöne .Bleygruppe von Raphael Donner, Perseus und Andromeda. Das Rathhaüs umfaßt die meisten Verwaltungs- zweige des Magistrats, zuvörderst das Oberkam- meramt, seine Central-Casse. Das Unterkam- meramt, die städtische Bau - Directio» hat ihr eigenes Gebäude am Hof Nr. 33i. Wir erkohren zwar in den Geschichten Wiens nicht nach dem Beyspiele Abermanns, Fuhrmanns und Geusaiis, die Kometen und die Heuschrecken, die Erdbeben und die Überschwemmungen, die Mißgeburten und die Hinrichtungen, zum Gegenstände vorzüglicher Aufmerksamkeit, sondern vielmehr die Entwicklung der Berfassung Wiens, Handel und Lupus, Künste und Gewerbe, den Unterschied zwischen dem deutschen und italiänischen, dem süd- und norddeutschen Städtewe- sen, die Gesetzgebung und die G e r i chtspfle- ge, die Steuern und Finanzen rc. —--Ungeachtet des darauf gewendeten redlichen Fleißes, ist der interessante und bis dahin noch ganz unbearbeitete Gegenstand doch nicht erschöpft, und es dürfte wohl keinem Leser unangenehm seyli, auch hier bey Gelegenheit des allen Rachhauses, noch einmahl einen flüchtigen Überblick zu thun auf die mannigfaltigen Verzweigungen der großen und ehrwürdigen Maschine, in starer Beziehung der Vorzeit auf die so sehr umstal- teten Verhältnisse der Gegenwart. Ihre Außen merke und Thore rc. 9^ Unter den, vom Oberkam meramke zu verrechnenden Rubriken, waren insbesondere, die städtischen Nk a u t h g e f ä l l e wichtig. — Der erste Habsburger, Albrecht, nachdem er Wien gegen die Briefe Friedrichs II. ülid seines eigenen Vaters Rudolph- ganz zur landsäßigen Sradt gemacht hatte, bestätigte ihm die Mauthen, als ein ursprüngliches Recht in der Handfeste von 1296. Die Stadt erhielt die Brücken- das Pflaster und alle Obliegenheiten der innern Po-^ lizey. l 4>5 wird nebst der Burgmauth auch die Pfund- mauth am rothen Thurm, die Wassermauth, der Zoll am neuen Markt und der Zoll am Hof erwähnt. — 1 Mehr und mehr arbeitete sich die Territo rial- Hoheit aus, und verlor das Munizipalwesen, Boden, bekamen die städtischen Rechte, einen immer engern, die Regalien, einen immer ausgedehntem Kreis. — i 558 vergönnte Ferdinand T. (was sonst die Stadt für sich aufschlug) das kleine Gemeine gefall, d. i. eine Allflage anfalle, auf der Donau ankommenden Vicrualien und Consumptibiliein 1644 vermehrte und verbesserte Ferdinand III. den Mauth- Tariff, wornach sich in seinen Grundzügen noch bis heute gehalten wird. — 1810 wurde, um Einfachheit und Ersparung einzuführen, die Erhebung der Mauth- gebühren, den Linienämtern für eine roprocentige Vergütung überlassen. — In den ältern Rechnungen ist viel die Rede von der Schatzsteuer (Schätzungs-- Stadt-, Remanenz-Steuer): eine Gabe, die man nach eidesmäßiger, eigener Schätzung (Schätzungssteuer) seines bürgerlichen Hauses, Hofes, Erwerbes, g4 Die Stadt. — Ihre Lag«. der Stadt bezahlte und die viel später von dieser an den Hof abgeführt wurde. — Wie die Weihnachts- undNeu- jahrsgeschenke zum Theile noch üblich sind, so brachte man, zumahl die Bürgerschaft angesehener Städte, dem Landesfürsten und seiner Gemahlinn, derley Geschenke oder Schatzgelder. — Urkunden Rudolphs IV. und seines Bruders Albrechts 111 . i 56 i—1874 erwähnen es als einer längst eingeführten Sache. Diese Steuer diente nicht zu Staarsbedürfnifsen, sondern zur Erhaltung des Hofstaates, zur Ergötzlichkeic der Fürsten, die oft schon vorhinein Anweisung gaben, noch ehe sie fällig waren, Pferde, Zeuge, Tücher dafür zu kaufen, den Sold ihrer Diener zu zahlen und dann erhielten sie zu Weihnachren nur den Rest (Remanenz). Wie von Wien, sinket sich urkundlich auch von Klosterneuburg, Korneuburg, Krems, Stein, Tuln, St. Polten, Zwettl, daß sie diese Steuer bezahlt. Sie kam für Wien, so viel man weiß, Anfangs auf tausend Gulden, seit 1822 auch auf zweytausend. Nach der ersten türkischen Belagerung 1829 erließ Ferdinand J. die Hälfre auf unbestimmte Zeit und nach manchem Prozeß mit dem Hofe, werden jetzt die zweytausend Gulden dem Erziehungshaus in Pettau gezahlt. Das T aF a m t entstand iy 83 mit der gegenwärtigen josephinischen Organisation des Sladtmagistrat tes. Übrigens sind Gerichls-Taren und Sportulare, seit den ältesten Zeiten, nur in weit höheren und willkührlichen Beträgen abgefordert worden- Ihre Außen werke und Thore rc. Das Metzenleiheramt gründet sich auf die Getreidemarkts- und Mehlgrubenordnung Ferdinands 111 . vom Jahre des westphälischen Friedens 1648. Der Vicedom oder Staacsgüter-Administrator hatte auch seinen Antheil daran, welcher der Stadt Wien 1707 um 60,000 Gulden verkauft wurde. Zu derselben Markt-Polizey gehört auch das Schlachtbrücken- und Schätzungs-Personale. Das Todtenbeschreibungsamc entstand schon mir der ersten Jnfections-Ordnung i: 36 i und schon i 63 o war es, wie noch heut zu Tage im tiefen Graben (jetzt No. 077). Die B e l e u ch t u n g s- anstalt für Scadt und Vorstädte ist Nr. 635 nächst dem rothen Thurme. Vom Z i m e n t i r u n g s a m t e (jetzt am Stu- benthor, vorher Nr. 3 Alservorstadt) erschiene» schwächere und stärkere Spuren schon in den Handelsurkunden unter Albrecht III., IV. und V. — Ein Patent Mar's II. von 1670 spricht von der Regulirung des Zimentirens und von der Herstellung einer billigern Gleichheit in Maß und Gewicht. Ferdinand 111 . subordinirte es i 655 dem Hansgrafenamte, bey welchem es bis 1777 blieb, wo ein eigenes Zimentirungs- hauptamt errichtet, aber durch Patent vom 1787 wieder aufgehoben und die Zimentirung dem Magistrat als der Ortsobrigkeit zugewiesen wurde. Das Waisen- und Deposilen-Amt ist von hoher Wichtigkeit, denn es umfaßte z. B. mit Ende Occ. 1624 eilfthalb Millionen an öffentlichen Fonds-Obligationen, 25,864,773 fl. 5 1/2 kr. in Pri- q 6 Die Stadt. — Ihre Lage. vat-Obligationen 463,558 si. 291/4 kr. in Silbermünze 4^4/028 si. 281/2 kr. in Wiener Wahrung, sehr viele Hausgewähren und Präciosen in großer Zahl. Diese Beträge bilden bey 40,000 Verlassen- schafts- Und Concurs - Massen, streitige und Erläge für Abwesende oder Unbekannte. — Eine Handfeste Albrechts ill. i38i handelt von verfallenen Gütern und überläßt der Stadt jene Erbschaften ganz zum Eigenthume, für die sich keine gesetzlichen Notherben finden, wie das von Altersher der Stadt Recht und Herkommen sey. In den Rechnungen des XV. und XVI. Jahrhunderts kehrt die Rubrik häufig wieder: Empfang und Ausgabe von den Todtengütern. --- 1669 entstand die Pu pille n-Raitkammer, als buchhalterische Obhut des unter den Schirm der Stadt gestellten Waisenvermögens und 1778 wurde das der« mahlige Depositen-Amt errichtet. Das Steueramt. — Das Besteuerungsrecht der Stadt ist so alt als sie selbst, unwidersprechlich und noch' obendrein Jahrzehend für Jahrzehend durch urkundliche Beyspiele verbürgt. Seit »696 bekräftigt auch noch das Leopoldinische Privilegium, das noch aus den Babenbergerzeicen herrührende, unstreitige Vorrecht der Stadt, (Urkundenbuch Nr. 196), die im Wiener Burgfrieden liegenden Realitäten, nach Nothdursr der Ausgaben, mit einer Steuer zu belegen. Diese Steuer wurde 1749 zur Abführung des Contributionals, das den Magistrat als vierten halben Stand trifft, von den Haus- und Grundeigen- thümcrn im Burgfrieden mit dem siebenten Theil ih- Ihre Außen werke und Thore rc.. 97 rer Brutto Nutzungen und Zinsen abzuheischen bewilligt und zu demselben Zwecke vergönnt, daß die Niederleger und die an ihre Stelle getretenen ^Großhändler beytragen mußte». (Großhandlungssteuer). Die Handfeste Rudolphs IV. von i 36 i erwähnt der G e- werbssteuer, als einer schon lange bestehenden Einrichtung. Verbesserte Bestimmungen wurden 1789 und 1810 eingeführt. — Die Schutzsteuer, von jenen Gewerbsleuten bezahlt, die nicht zunftmäßig sind, aber doch ein Schutz - Decret haben und die Nahrungssteuer von jenen Personen entrichtet, die durch eine Art freyer Beschäftigung überhaupt, Verdienst gewinnen, sind so alten Ursprungs, daß es sich aus Acten nicht nachweisen läßt. Eine Hofentschließung Carls VI. von 1728, spricht ausdrücklich vom Schutzgelde. — Manche Steuern, z. B. das Tranksteuer-Sechstheil übernahm das magistratische Steueramt 'wegen leichterer Erhebung für die Kammerge- fälle. — Durch die 1820 begonnene Steuer-Reguli- rung, wurden alle bisher vom Magistrat bezogenen Steuern aufgehoben und demselben zur Deckung seiner Bedürfniße, jährlich die nörhigen Procente der, vom Staat übernommenen Häuser-, Grund- und Er- wcrbssteuer, von Jahr zu Jahr anzuweisen verordnet. Das Zucht - und Arbeitshaus, durch Leopold I. 1671 , gleich nach der Zerstörung der Synagoge und Vertreibung der Juden aus der Judenstadt gegründet, die dann von ihm die Leopoldstadr hieß, hatte den Zweck die Herrn- und sittenlosen Mädchen zu bessern, widerspenstige Kinder und übermüthige II. Jaheg. Dcnkwürdigketteu 3 . 236. 1 . ßeft. 7 tzö Die Stadt. — Ihre Lage. Dienstbothen und Handwerksbursche zu bändigen. Zu seiner Dotirung wurden Abgaben auf Schauspielhäuser/ Dtarionelren, Schattenspiele, Seiltänzer/ Hetzen, Fechtschulen, Glückshäfen, Billards, Kegelplätze, Spielkarten, Tabak, Austern rc. gelegt. Seit 1786 erhielt diese Anstalt ausschließend die Bestimmung, ein Strafort für Verbrecher zu seyn, wohin nicht nur die Sträflinge der Stadt, sondern auch der Landgerichte kommen, daher selbes jetzo Provincia l-S t ra fh a u s heißt. Das Kasten- und Proviant-Amt läßt sich urkundlich nur bis i 665 hinaufführen, wo um einer allgemein besorgten Hungersnokh vorzubeugen, bey 33 ,ooo Metzen Korn angeschafft wurden. Die magi- stratischen Rechnungen, bestätigen auch über diese, dasselbe Resultat, wie über die meisten Magazini- rungs - Anstalten. Sie verursachte immer Auslagen, trug keinen Nutzen und ist aufgehoben. Das U n sch l i t t h a n d l u n g s a m t. Grundbü- cherliche Aufzeichnungen bewähren, daß die Schmelz schon gegen das Ende I. vor dem Stubenthor, daß sie ein Eigenthum der Stadt war und von ihr verpachtet wurde. Dennoch konnten zu gleicher Zeit die Fleischer, ihr selbsterzeugtes Unschlitt verkaufen und die Lichterzieher und Seifensieder von wem immer kausen. Aber ein im Winter 1637 künstlich erregter, großer Mangel»«,, Unschlittkerzen, brachte endlich auf zwey überaus lichtvolle Ideen, nähmlich, daß man diesen Artikel, lieber frey aus Venedig einführen ließ uild zugleich dem Magistrat auftrug, darüber zu wachen. Zhre Außen werke und Thore rc. gg daß immer ein zureichender Verrath vorhanden sey und das Publicum nicht übertheuert werden soll.— Beynahe hundert Jahre darauf (denn die Übereilung taugt nichts in der Administration) wurde doch wirklich ein Un- schlittamt errichtet, alles llnschlitt mußte dahin abgeliefert, aller Bedarf der Lichtzieher von hier gekauft, der Gewinn aber an das k. k. Bancale abgeführt werden. Das ganze Geschäft war nun wandelbar und da zuweilen Unschlitt aus dem Auslande gekauft und hier wohlfeiler verkauft, auch nachtheilige Verträge geschloffen werden mußten, so kam diese Anstalt, nur von 1783—1811 zu -iner Schuldenlast von 1,976,42b fl. Sie ist aufgehoben und ihre Stätte (Leopoldstadt, Schmelzgaffe 453 ), zu Baustellen vertheilt. Das Conscriptio ns- und Kundschaft- Corr 0 b0 r ir ung s- A mt. — Die erste Volkszählung im eigentliche» strengen Sinne, ist von 1784. Summarisch, wie sie war, sollte sie aber nur zu einer approximativen Kenntniß der Bevölkerung und zu einer billigern Steuerbelegung führen. — Wie aber 1768—1772 durch Joseph II. oder vielmehr durch Lacy, die Conscriptio» allgemein eingeführt und etwa ein Jahrzehend später, ein organisch - dareingreifendes Paß- und Kundschaftswcsen angeknüpft wurde, erhielt das Amt seinen jetzigen, bedeutenden Wirkungskreis und nahm Theil an allen zeilherigen Veränderungen. Das T a z- und Musik- I m p 0 st - A m t. — Das Umgeld oder einfache Zapfenmaß schreibt sich von Rudolph IV. (»559) her, der dem unrechtmäßigen und zweyschneidigen Gewinn entsagte, den die Fürsten 7 * 100 Die Stadt. — Ihre Lage. allzuoft daraus zogen/ leichtes, schlechtes Geld zu schlagen Und dafür den zehnten Pfenning des ausgeschenk. ten Weins, Biers oder Meths zu beziehen.— i 556 wurde das doppelte Zapfenmaß oder Tazgeld eingeführt, die häufigen Umgehungen dieser sehr unpopulären Tranksteuer öfters gerügt und von Ferdinand II I. i 63 c) eine Zapfenmaßordnung gegeben. Diese Gefalle von den Ständen dem Regenten von Zeit zu Zeit bewilligt, wurden den drey obern Landständen größten- theils wieder zeitweilig, endlich seit i 65 g für immer in Pacht gegeben. 1763 kaufte der Magistrat das Taz- recht im Burgfrieden Wiens um 000 fl. — Die Mustk-Jmpost wurde 1707 eingeführt. Ob l i g a ti0 ns-, Einlösung und Verwechslung.— Die Stadt machte schon früh Gebrauch von ihrem Credit als Körperschaft. Jener Vater des Vaterlandes Leopold der Glorreiche, der ihr 1198 städtisches und Handelsrecht gab, lieh ihr zugleich 30,000 Mark Silber, ein so ziemlich einziger Fall in seiner Art; denn gar bald sehen wir diese gewaltige Bürgerschaft und viele einzelne reiche Bürger fort und fort als gefährdete oder ängstliche Gläubiger der Fürsten des Landes. Wir erinnern an die reichen Aph und Permann; die ihren Fürsten das Geld nur in der Schüssel zuw 0 g e n , statt es zuzuz ä h l e n. — Seit dem schönen Wilhelm, waren die Fürsten immerfort Schuldner der Stadt, aber Gottlob brauchten nur Wenige solche Mittel, ihrer Schuldverbindlichkeiten , mit einem Streiche los und quitt zu seyn lOl Ihre Au ß enwe rke und T h o r e rc. als in den wienerischen Geschichten von den Brudern, Albrecht VI. und Friedrich IV. vorgekommen sind. Die älteste bis auf uns gekommene Oberkammeramtsrechnung von i4i 3 verzeichnet unter einer Aufschrift die Passiv-, unter der andern die Activ-Capitalien.— Jetzt sind vorhanden; — Domestica l- Obligationen über Gelder, welche die Stadt zu ihren Bedürfnissen aufnahm und 'Ararial-Obligationen über Gelder, welche die Stadt auf ihren Credit borgte und dem Staate lieh.— Über dar unter Leopold I. begonnene, unter Joseph I. ins Leben getretene Wiener Stadtbanko, einer grandiosen Schöpfung des lange in England Hewesenen Fürsten Ha uns Adam Liechtenstein, ist seiner Zeit das Nöthige vorgekommen. Bey dein für die Stadt und das städtische Wesen wichtigsten Hause, dem Rathhause, länger verweilt zu haben, dürfte schwerlich Jemanden zweckwidrig scheinen. Wir gehen nun zur Erwähnung der andern, vorzüglichsten Gebäude der Stadt über.—Dem Bü r g e r sp i- X tal, dieser wahrhaft merkwürdigen Anstalt, weiht sich ein eigener Absatz, Wiens uralte und vortreffliche Wohlthätigkeitsanstalten , ruhmvoll beginnend.— Ehehi» St. Clarens Kloster, dem mehr als eine Prinzessinn vorstand, aber seit der Zerstörung des Bürgerspitals vor dem Kärnthnerthor in der ersten Türkennoth, der Sitz eben dieses, von dem an die Stadt übertragenen Spitals, ist es gerade seit vierzig Jahren, als die Pfründner nach St. Marx überwanderten, in Mieth- wohnungen verwandest. Es zählt zehn Höfe, zwätt» 102 Die Stadt. — IhreL age. zig verschiedene Haupttreppen, vier Stockwerke, gegen drittbalbhundert Wohnungen und gibt 170,000 fL , jährlichen Mietherlrag. Aus den H ö f e n der A b t e y e n sind die bedeutendsten, der gleichfalls meist in Miethmohnungen umgestaltete Mölkerhof Nr. io 3 Schottengasse und der Schottenhof und sein Priorathaus Nr. i 36 , und 187 am Ende der Freyung. In demselben befinden sich auch das Gymnasium und die Normalschule dieses, um den Cultus, den Unterricht und die Erziehung in Wien, seil sieben Jahrhunderten hochverdientenStiftes. y £ Der Pallast der durchlauchtigsten Erzherzoginn Beatrir von Este Nr. 27 in der Herrngasse., vormahls Fürst Dietrichstein. Die drey Palläste der Fürsten von Liechtenstein - Nikolsburg, nähmlich jener in der Herrngasse mit seinem Nebengebäude Nr. 281 und 252 , mit der alten Andreas-Capelle, dem schönen Büchersaal und Theater, prächtigen Stallung und Reitschule,— das sogenannte Majorathaus des Fürsten Hanns Adam Nr. 44 in der vorder» Schenkenstraße, wo sich auch, vor ihrer Übersetzung in die Roffau, die herrliche Gemählde - Gallerie befand, — endlich das Fürst Hartmann Liechtenstein'sche Nr. 587 am Bauernmarkt. Die Palläste der Fürsten Esterhnzy Nr. 276 in der Wallnerstraße, einst St. Leopolds Jagdhaus, y des Fürsten Schwarzenberg Nr. io 54 am neuen X Markt, des Fürsten L 0 b k 0 w i tz Nr. 1101 am Spi- > talsplatz, ehehin Schweinmarkt, des Fürsten K in sky Rr. 62 auf der Freyung, des Fürsten B a t t h y a n y- Ihre Außen werke und Thore rc. io3 Stratmann Nr. 55—5g in der Schenkenstraße und Herrngaffe, des Fürsten Starhemberg Nr. 43 in der vorder» Schenkenstraße. Der ehemahls Lobko- witz'sche, dann Skarhemberg'sche*) Pallast des Grafen ') Daß das Starhembergische Frevhaus, jenseits der Wien aufderWieden oder die Herrschaft Conrads- werd, frey geworden sey zum Danke der Stadt Wien gegen ihren tapfern Vertheidiger Rüdiger Starhemberg, der zugleich den Stephansthurm in seinen Wapenschild bekam, ist eine Fabel. Conradswerd war längst vorher frey. — Rüdigers Haus war in der K r u g e r st ra st e. Es bildet jetzt einen Theil des großen Hauses der Gräfinnen Esterhazy Nr. 1013 und heißt noch zur weißen Lilie, — Es war nicht lange starhembergisch, denn Rüdigers Gemahlinn Helena Dorothea geborne und vermählte Gräfinn Star- temberg kaufte es am lL.Oct.1877 von der Gräfinn Cäcilie von Starhemberg. Nach ihrem Tode verkauften ihre Kinder das Haus an den Magistrat — Rüdiger bewohnte als Kriegs - Präsident das Kriegsgebäude. — Über die Sleuerfreyheit entschied nun der Magistrat 1692, sie habe bey der nächsten Vesitzesveranderung aufzuhören und so geschah es auch, als die Stadt dies Haus 1895 dem Grafen Johann Weikhard von Sinzendorf verkaufte. — 1 Acht Tage nach dem Entsatz, ward es durch folgende städtische Urkunde frey erklärt: >,W i r N. B i r g e r m e i st e r Amts Verwalter und Rath der kais. Haupt- und Residenz Stadt Wien rc. bekennen hiemit für Uns und Unsere Nachkommen öffentlich mit diesem Brief, demnach wir die von Jhro Excellenz dem Hoch- und Wohlgebohr- nen Herrn Herrn Ernst Ruediger, Grafen und Herrn von Starhemberg der Röm. Kais. Majestät Hofkriegsrath, Camerer, General-Feldmarschall, bestellten Obrist zu Fueß und Stadtguardi Obrist zu Wien, Gemeiner Stadt in viel Wege geleiste, ander- lich aber bei erst nächsthin höchstgefährlicher Tür- kenbelagerung auf vielerleyweiß als wohl meri- tirter Herr C o m m a n d a n t geleiste wohlersprießliche / io 4 Die Stadt. — Ihre Lage. X Ladislav FesteticS von Tolna und Keszthely Nr. 42 pi am Mmoritenplatz, jener des Grafen Harrach von Bruck an der Leitha Nr. 2Z9 an der Freyung, das vormahls Batthyan'sche, nun Schönborn'sche Haus, x vordem Schlegelhof Nr. l 55 in der Renngaffe, das X» gräflich Fries'sche Haus Nr. n 55 , der Josephs-Statue und dem Josephsplatz gegenüber, ehemahls Königkloster und noch vor Kurzem ein wahrer Tempel de: Wissenschaft und Kunst. Die vier kolossalen weiblichen Karyatiden am Thore, sind vom Director Zauner,— das Müller'sche Gebäude am rothen Thun» Nr. 646, vormahls Waffermoiuh, Salz- und Kupfer-Magazin, Aufstellungsort einer Kunst-Gallrrie, mit welcher sich der, um eines Zweykampfes willen flüchtige GrafJ. C. D e y m, unter dem Nahmen M ü l- l e r, wieder in seinem Vaterland einfand, — der Dienste und der dadurch kdem Allerhöchsten sehe Ewiger Dank erstattet) hiesiger Stadt deschehenen höchtglückselig Entsetz- und Befreyung in gebührende Consideration gezogen .dabey auch beachtet, daß hochwohlermeldte Jhro 'Excellenz Gemeiner Stadt auf ein und andere Begebenheit noch Weilers gratisijiren können, als haben Wir zu Erzeugung einer schuldigen Gegendankbarkeit Uns dahin entschlossen, daß Dero an itzo pvssidirende in der Kruegerstraße gelegene Haus von aller Steuer und Loutridulio» ordinari und extraordinari Anlag für sich, ihre Erben und Nachkommen zu ewigen Zeiten gänzlich cxempt und befreyt seyn solle. Zu Urkund dessen ist dieser Brief mit Gemeiner Stadt Größeren Jnsigel ausgefertiget, Jhro Excellenz eingehändiget und benebens denen Steuerhändlern die künftige Steuer von obbemeldten Deroselben inhabendten Hause bey dem Steuerbuch abzuthun anbefohlen worden. Actuiu den 20. Sept. 1633. Ihre Auß e n w e r k e und Thore r«. io 5 Trattnerhof Nr. 618 am Graben, mit drey Höfen x und fünf Stockwerken, eines der einträglichsten Zinshäuser und zugleich eines der erträglichsten Häuser Wiens, 1778—1776 durch den Hofbuchdrucker von Trattner hergestellt aus dem alten Freysingerhof und aus fünf andern von Grund aus abgebrochenen Häusern, durch den Architekten Mollner; mit Standbildern verziert von Kögler, und ein Anlaß zur Ausgrabung vieler römischen Legions-Ziegel, Münzen und Waffen,— endlich die Salzgries-Kaserne. Schon in Wiens Geschichten selbst, wurden die Wohnhäuser berühmter Bürger-Familien als classischer Boden genau bezeichnet, z. B. jenes der Heuper- ^ ger beym goldenen Hirsch, der Angerfelder hinter St. Stephan, der Paltrame am Kohlmarkt und am Ste- X phansfreythof rc. — Drey bedeutende Häuser, oder in der Wiener Sprache, Höfe: der Stoß amHim- m e l, der S ch a b e n r ü ß e l und der K ü s se n p fe n- n ing gaben Anlaß zu den seltsamsten Vermuthungen. Sie tragen aber diese Nahmen urkundlich nur von den angesehenen, in den städtischen Verhandlungen häufig vorkommenden B ü rg e r-F a m il i e n , denen sie gehörten und aus denen die Schabenrüßel bey St. Stephan, die Küffenpfenning aber und die Stoß am Himmel, bey St. Rupprecht und bey Mariastiegen, ihr Erbbegräbniß hatten. —Den Küffenpfenning selbst scheint ihr eigener Nahme für das schöne HauS nicht gut genug gewesen zu seyn; sie strebten daher nach einer größer» Celebrität und ein bey der letzten Erneuerung des Hauses untergegangenes Gemählde io6 Die Stadt. — Ihre Lage rc. zeigte einen Mann, der mit großer Andacht einen goldenen Pfenning küßt, mit der Unterschrift: Der theure Theophrast, ein Alchymist vor allen. Kam einst in dieses Haus und kunte nicht bezallen. Die Iech, die er genoß. Er trauet seiner Kunst, Mit welcher er gewann viel grosser Herrn Gunst. Ein sicheres Gepräg, vom schlechten Werth er nähme, Tingirte es zu Gold: der Wirth von ihm bekäme Dies glänzende Metall. Er sagt, nimm dieses hin; ’■ Ich zahl ein Mehreres, als ich dir schuldig bin. Der Wirth ganz außer sich, bewundert solche Sache, Den Pfenning küsse ich, zu Theophrast er spräche. Von dieser Wund er-G'schicht, die in der Welt bekannt. Den Nahmen führt dies Haus, zum Küssenpfennig g'nannt" Ob Theophrast je seine alchymischen Künste in Wien geübt? ist ungewiß. — Eine alte Handschrift sagt, die Hausherrn, die es müde wurden, ewig ihres Geitzes wegen verhöhnt zu werden, der ihren Vatern wirklich den Spottnahmen „Küffenpfenning" zugezogen, hatten ihren Nahmen verändert und zugleich dieß Gemählde auf das Haus setzen lassen, da Theophrast ein, unter dem Volk beynahe so allgemein, wie Dr. Faust cursirender Nahme gewesen sey, dies Mährchen also gar leicht habe Eingang finden können? Et Documenta damus! — — — / Ovid. Metamorph. I ccxcv *). Bischof Reginbert von Paffau bestätiget OttoS vonMach- land, der Gründers von Baumgartenberg, zweyte Stiftung, jene der Canonie St. Johann in Säbnich oder Waldhausen. (Aufdem großen Kreuzzuge nach Jerusa. l e m. Geschehen zu Paffau den ao. und 12. May, und gefertiget zu Wien am 16. May 1147. Herausgegeben vom Florianer Chorherr« Kurz. Beytr. IV. 4-7-) In Homine Sancte et indiuidue Trinitatis, Reginber- tus dei gracia Sancte Pataui ensis ecclesie episcopus universis Christi sidelibus in perpetuum amen. Diuersis huius mundi malis de die in diem magis ac magis invalescentibus pauci sunt et rari qui uel ecclesias in Christo fundare uel fundatas et penuria rerum attenuatas largicione elemosinarum suarum ad laudem et seruicium dei studeant roborare. Ideoque necessarium est valde ut nos qui pontificalis fungimur officio dignitatis siquos ad hoc fernere sancti spiritus inuenerimus accensos, eos non solum uerbo exhortacionis confouere sed et de propriis facultatibus sanctum eorum proposi- *) Es haben sich in der Nummerirung der Urkunden, sowohl bey Nr- 266 vom Jahre ergo als bey Nr. 27» von 1316, Fehler eingeschlichen, so daß die rechte Zahl der Urkunden, erst mit dieser Nummer wieder hergestellt ist, welche mit 2SL beginnt. CLXXX Urkundenbuch. tum in quantum possumus studeamus promonere. Hinc est quod nos piam et sanctam circa promonendum dei seruicium Nobilis et illustris uiri domini Otto 11 is de MachUnt deuocionem considerantes ipsum in funda- cione ecclesiarum dei pie et sancte desudantem de facultatibus ecclesie Beati Stephani protbomartiris et nostro prout potuimus adiuuare studuimus. Ipse nimirum cum heredem possessionum suarum secundum carnem non haberet in terris Christum omnis patrimonii sui heredem sibi constituere uolens in celis, Cenobium quoddam Ci- s terciens is Ordinis in honore Beate Dei genitricis Marie in Paumgartenperge fundauit. Alterum denique juxta riuum Saebnich in territorio paterne hereditatis sue in honore Beati Johannis apostoli et awan- geliste fundauit. Ipsumque cenobium large satis prediis siluis pratis pascuis rebusque aliis dotauit atque ditauit. Tradiditque eidem monasterio castrum suum in Saebnich cum omnibus eidem castro attinentibus cultis et incultis »iis et inuiis aquis aquarumque decursibus pratis. pascuis, et ius littoris quod Stegrecht in vulgo dicitur. cum piscationibus in aluelo danubii et omnia alia iura in ipso Danubio et in littore eiusdem danubii a loco ubi riuulus Baeidenpach intrat in danubium in ascensu, supra usque ad riuulum iuxta ruptum Castrum domine Helchin. et partem silve que Beinwalt uocatur. quam ab hainrico Tumadvocato ratisponensi. Hainrico duce austrie et Chunrado Marchione annuentibus comparauit. Porro ne aliqua lis de terminis ipsius silue postmodum possit oriri nos et terminos ipsius distinctos huic scripto ius- simus annotari. — — _ — — — — — —- Igitur ut omnia hec omnes tam futuri quam presentis temporis homines sciant esse iugiter et inuiolabiliter con- seruanda präsentem paginam hinc inde et Sigilli nostri impressione et Testium subscriptione iussimus confirmari. Urkundenbuch. ' CLXXX1 Huius rei tesles sunt. Gebhardus comes de purclihusin. Cliunradus comes de Ragitze. Udalricli de pernecck. Hertwich de Hagnawe. Waltherus de Traism. Hartwich de Kauna. Adalbrecht et frater eius Leupoldus de Sta- meheim. Adalramus de Chamb. Chmiradus de Ragetz. Gebhardus de Cbadelhohelsberge. Marquardns de Wesen. Rudigerus Camerarius. Siboto dapifer. Data Wienne. Anno incaruacionis dominice. AI ili. C. XLVII. XVII. Kalendas Junii. Indictione VIIII- In expedicione Jerosolimitana. Anno poutilicalus nostri VIIII. Regnante Chunrado Rege romanorum. Anno Imperii sui X. Acta sunt hec PatauieVI. Idus Mai. Jam dicto anno incarnationis dominice. IUI. Idus Mai Regnante Chunrado Rege Romanorum cum consilio et consensu Kathe- dralium et ministerialium Ecclesie Patauiensis. quorum nomina subscripta sunt. Albinus Prepositus. Rudiberlus Decanus. Cbunilinus archiprespiter. Gerbotd archipre- spiter. Adalbertus Custos. Haiuricus scolasticus. Sighar- dus, Fridericus. Jacobus. Octauianus. Otto canonici. Ex ministerialibus. Marquardus de Wesen. Rudigerus Judex. Hartmudus pincerna. Sibito dapifer. Rudigerus Camera- rius. Walchunus de Shaltarn. Adalbertus de Chrent- ziuge. Otacher de Waedech. Udalricus de Taubrechts- hausiu. Ex nobilibus Hertwicus de Hagnaw. Pabo de tzolling. Hadmarus de ahusin. Ditricus de Paungarten. Wernhardus de Horbach. Hartmudus de Hage. Ditricus de Smidaha. et alii quam plures. Die Nummer 48 des Urkundenbuches gab eine der frühesten Erwähnungen Wien-, aus dem Jahre der Erhebung Österreichs zum Herzogthum, n56, eine Vermehrung der von Leopold dem Heiligen nach St. Peter in Salzburg gemachten Schenkung in Oornbach durch seinen Sohn Heinrich Jasomirgokt, in einer feyerlichen Versammlung der mächtigsten Edelherrn und Vasallen, in Wiennensi civitate. — Die Schottuer Stiftsbriefe CLXXXII urkundenbuch. (Favia, quae a modernis Wienna nuncupatur) sind von ii 58 und xi6i. Die Admonter Urkunde von r> 5 g ist gegeben in civitate noxtra Favianis, quae alio nomine dicitur 'Wienna sUrkundenbuch Nr. 5 , 6 und 7). Die gegenwärtige Urkunde von 1147 ist daher die älteste bisher bekannte. Sie ist aus den Tagen derEinweihung derStephanskirche durch ebendiefen Bischof Reginbert und der Erneuerung von Mariastiegen. — Nur ein Jahr geht dieser urkundlichen Erwähnung WienS, jene allerälteste schriftstellerische bey dem gleichzeitigen Otto von Freysing voraus, von welchem Wiens Freysingerhof mit seiner Georgen - Capelle ist, und der uns erzählt, sein Bruder , der I a s v m i r« gott, welcher den Kron-Prätendenten Boris wider den jungen König Geysa unterstützte, habe, als er in der Schlacht an der Leitha (ix- Sept- aaj6) den Kürzern gezogen, den eiligen Rückzug genommen: „in vicinum oppidum Viennis, quod olim a Romanis inhabitatum , Favianis vocabatur.’! Was der Jesuite, Leopold Fischer, aus der flüchtigen, handschriftlichen Auszeichnung eines Ordens-Bruders beybringt, im Passauer Archive erscheine Wien. oder das territorium Viennense , schon 11Z7 Unter Leopold dem Freygebigen, ist nach der im Münchner Reichs-Archiv eingezogenen Erkundigung, durchaus ungegründet. Die zugleich erhaltene Mittheilung der nachfolgenden Urkunde Ludwigs des Frommen von öaZ gibt einen neuen, alle Erwartung übersteigenden Beweis, mit welcher, schwer glaublichen Unverschämtheit, der übrigens als rastloser Sammler treffliche Lazius, so wie Römersteine und Inschriften, so auch Urkunden nach Belieben, durch Auslassungen oder Zusätze verfälscht habe, wenn es darauf ankam, irgend einer Lieblingsmeinung, auf so uuäch- tem und unerlaubtem Wege, ein neues Gewicht beyzu- messen. CLXXXIH U rkunde » b u ch. Ja nomine domini dei et saluatoris nostri Jesu Christi hluduuuicus diuina ordinante prouidentia Imperator au» gustus: Nullum fidelium nostrorum ambigere credimus qualiter domnus et genitor noster beatae memoriae piissi- mus imperator Karolus regnum hunorum sue Ditioni non sine magno preliorum labore subiugauerit. Et homines terre illius cultui Christiane religionis maucipaueriti Iu tantvm ut etiam in eadem provincia, multas Aecclesias ob dei reverentiam, et renouari. et A fundamentis construi faceret. Tum dei iussv super Devastatione* et inopia pataviensis episcopatus misericordia motus, pius celeste quam terre^ num lucrum desiderans, quedam loca, ad eandem Aec* cies i am sancti stephaui prolo m artiris chri- sti In qua sauctus Yalentiuus corporaliter requiescit, ubi tunc vualdaricvs venerabilis episcopus, preerat, tradidit, hoc est in provincia A u a r o r u m quendam locum qui vocatur 1 i t a h a. et i n te r r a hunorum, Zeizzinmv- r u m, T r e s tn a ra, v u a c h o u u a m. Pelagum. Nardinum. H e o d e. As b ab e. Vuoluesvuanch, Er- lafam. et Iu a r t a g r u tn basilicas duas, et in saxi- na» basilicas duas, ( I> i e c Hat Lazi u s und Alle, die ihm nachgeschrieben und das P a s s a u e r O r i g i n a l nicht vor sich gehabt, mit unglaublicher Unverschämtheit geradezu ein geschoben: et totidera in Fabiana, was so lange auf St. Peter und St. Ruprecht in W i e n gedeutet wurde, wovon aberin der Urschrift keine Spur zu finden ist!.') -sed postquam domnus, et genitor noster pie memorie Karolus Imperator. defunctus est. marchiones eiusdem provintie de episcopatu eadem loca Alienare, et eorum potestati subdere conati sunt. Cum autem Reginharius episcopus effectus est deuitaus discordiam, et litem. Gotafredvm. mar» chionem et Judices illius prouintie, Iu presentiam nostram fecit venire, nos vero* iusla lege. etJuditio totius populi, iuxta tradicionem predicti Imperatoris loca superius nomi- II. Jahrg. Denkwiirdigkeitcn.A.Vd. i.-Scft* 8 I CLXXX1V Urkundenbuch. nata ad predictam sedem perlinere debere decrevimus.Tunc memoratus episcopus nostram implorauit Clemcnliam. ut aliquam future securitatis a nobis acciperet firmitatem, quo iam dicta loca liberius iirmiusque pontifices eiusdem sedis tenerent, quod ita et nos fecisse omnium fidelium nostrorum cognoscat industria. Pro Inde nosl ra Imperiuli auctoritate Jubemus, ut pdicta loca idest litalia. iuxU fontem qui vocatur scouibruno. cum omni Integritate sicut Theodericvs habuit iu sua potestate, et Zeizzimurus. cum tali marcha. ut genitor noster Karolus decrevit, hoc est ab illo castello iiiorientali plaga adusque pendentem lapidem inora montis comageni. et in australi, usque Ad chuniho- hesstetin. Inoccideutali autem usque ad acernos sitos in ter tullanam. et ipsum castellum, et ultra danubium, ad trobinse. et exinde ad mochiuleo. et usque ade Ziuburc. et Treisma cum omni Integritate, similiter Vuachouua. et et cetera omnia loca que prescripta sunt rectores eiusdem aecclesiae. cum omnibus ad eadem pertinentibus cultis, el incultis, agris, pratis, pascuis, siluis, aquis aquarumque decursibus, piscationibus, venationibus» molendinis exitibus et reditibus, quesitis, et inquirendis totum et Integrum absque vita coutradictioue teneant, atque possideant. et quicquid iliis exinde facere libuerit iure ecclesiastico. libero perpetualiter In omnibus potiantur arbitrio, et siquis hec infringere temptauerit. exinde reddet rationem lu die iudilii. Et vt hec auctoritas pristine traditionis, et noslre confirmationis. Inconuulsa et Inviolabilis permaneat manu propria subter firmauimus, et anuli nostri Impressione sigillari lussimvs. Signum biudouuici piissimi Imperatoris. Simeon diaconus et cancellarius aduicem fridegUi arcbi- i capellaui recoguoui et subscripsi. Data Anno dominice Incarnationis dccc. xx nr. Indictione *v mi. Kalendas Julii Regnante domno liludou- nico annos, x. feliciter ; —- Aclvm sranchunolurt in palatio Jn dei noniine amen. u r k u II d e » b u ch. CLXXXV Des. Sigii. Praesentem copiam suo vero originali pergaiueneo in Archivio regali asservato, omnino concordare, sub sigillo officii hisce testatur. Monachii ex Archivo i5. Februar, i825. (L. S.) Frauc. Jos. de Samet, Director Archiv. Das Urkundenbuch gibt i» Nr. So von der berühmten goldenen Bulle Friedrichs II. von 12Z5 für da?, zur Reichsstadt erhobene Wien, gleichfalls ein merkwürdiges Beyspiel, welche Untreue Lazius durch Auslassung der ihm nicht behagenden Stellen, durch Einschiebsel und durch willkührliche Auslassung der Zeugen begangen habe- — Wahrlich, wir hätten auch daS größte Recht zum Mißtrauen gegen seine Überlieferungen aus der Nümerwelt, und es würde mit dem Municipium Lindo bona und mit seiner fabia Nischen Cohorte schlimm aussehen, hätten wir für selbe nicht Sie Bürgschaft anderer, gelehrter und redlicher Sammler, wie Dr. Fuchsmagen, Max und Hieronymus Beck von Leopoldsdorf, 'Apian , Clusius, Gruter, Lambecins :c. theils in ihren gedruckten, theils handschriftlich hinterlassenen Werken! — So hatte sich LaziuS auch in den Kopf gesetzt, jenen berühmten Passauer Bischof Altmann, Stifter und Erneuerer von Gottweih, St-Polten, St. Florian, St. Nikola bey Passau uud Melk, in Wiens Geschichten unmittelbar einzufiechten, und schrieb geradehin: Alkmann habe vom Patriarchen Sighard von Aguileja aus den Grafen von Pleyen, Mit- stifker von Michelbeuern, das wienerische Landgut oder die Villa Fabiana mit ihren drey Bethkirchlein zu St. Peter, St. Ruprecht und St. Pankraz, ferners die Kirchen von Pekronell und Heimburg, durch 8 * CLXXXyi * Urkiindenbuch. Tausch und Kauf an sich gebracht, und laut seines Stiftsbriefes nach Gottweib vergabt!! Nun aber enthält dieser in Nr. 4 des Urkundenbuchs ausgeführte Stiftsbrief keine Sylbe von Fabiana, und eben so wenig sieht der Patriarch Sigharö in einiger Beziehung mit Pekronell, sondern es sind nur drey Mansos über der Dona», die Altmann von ihm eingetauscht hat! — Rlultnm, non multa,' —Unverantwortliche Flüchtigkeit und Vermischung ganz heterogener Dinge, willkührliche Ergänzung oder eingebildete Verbesserung der Quellen zur Unterstützung seiner Lieblingsmeinungen, machen den Lazius zu einem höchst unzuverläßige» Gewährsmann, zu einem wahren Irrlicht !ni dunkeln Moore des Mittelalters. ‘ CCXCVI. Das heilige Geist > Syital in Wien verkauft mit grund- herrlicher Einwilligung des Siechenhauses zu St. Johann r Pfund Wiener Pfenning Burqrecht auf einem Hause an dem neuen Markt, und auf einem andern in der Krugerstraße dem deutschen Hause um 20 Pfund Wiener Pfenning. Wien den i 3 . April 1298. Ich Prvder Livpolt zv den zeiten Maister vnd Pfleger derDvrftigen vnd desGotshav- ses von dem Hailigen qeiste derhalben der w i e n n e. vnd ich prvder Chvnrat der Priester, vnd ich prvder Rvdiger. vnd ich prvder Johan. vnd dic samnvnge ^gemaine des vorgenanten Gotshavses. wir vrriehen vnd tvn chvnt. Daz wir mit gvkem willen, vnd mit gemainem rat vnser samnvnge- vnd mit vnsers Grvnt Herren haut Wernhartes des Smelzer der Siechen Amman von s a n dJ 0 h a n s e. vnd mit vrowen Gerdravten Hank derZäliebinnen verkauft, durch rechte Notdurft unsers Gots- CLXXXVII u r k II nde II b ll ch. Hauses vnser rechten gölte Zwai phvnt wiennerphenninge geltes pvrchrechtes. Ains avf Poppen havse des fvrer daz da leit/An dem Ni wen Marchte. vnd ains avf P i t- tolses havse des pecken daz da leit in der Chr vg- strazze. Oie selben Zwai phvnt geltes pvrchrehtes haben wie gegeben vm zwanzich phvnt wienner phenninge, dem erbärn prvdern geinaine von dem T e v t s ch e n h a u- se, ledichlichen vnb vreilichen ze haben, vnd allen irn frvmen da mit zeschaffen vnd geben swem sie wellen an allen irresal. ic. VnD geben avch ihn darvber Visen pries ze Ainem sihtigen vrchvnde vnd ze Ainer ewigen vestnun» ge diser fache versigilten ich vorgenanter prvder Livpolt mit meinen, Jnsigil. vnd wir die samnvnge mit vnserm Jnsigil. ,c. Diser pries ist geben in dem Gotshause deö Hailigen geistes derhalben der wienne An dem Achten tage nach Oestern. da von Christes gebvrt waren ergangen. Lassend iar. Zwai Hvndert iar. In dem Achten vnd Nevnzigisten iare. LLXLVll. Das Stadtgericht zu Wien bezeugt, daß sich Waller von Augsburg und das heilige Geistspital zu Wien gegen das deutsche Haus aller Rechte begeben haben, die sie auf das, ihnen verschriebene Haus bey dem üiechten- steg gehabt haben. v Wien i3oi. Wier Chvnrat der Polle ze den zeiten Pur- germaister, vnd der Rat von der Statze wienne, veriehen, und tun chvut, allen den, di nv lebent» vnd hernach Chvnftich sint, Daz Hartman der vragner, den prüdern datz dem Tevtfchenhavs, in vnfec stat von feinem Havs, pei dem lichte nsteg alle jar diente zehen phvnt» vnd achtzich phcnning, ze rechtem pvrch- CLXXXV1II Urkun'denbuch. recht, Daz selbe Havs het der selbe Hartman, versähet walt Hern von auxpvrck, für zehen march silbers, oder vmb zway phvnk pvrchrechtes, auch het derselbe hartman der vragner dasselbe havs versähet, unserm Spital je allen hailiqen, vmh fvnftzeben pbvnt phenning, Di fachen alle di sink mit gutem willen an vns also lassen, Daz wir mit verdachtem mut, vnd mit zeitigem Rat, di fache also peschaiden haben, Daz der Cvmetevr, vnd vnd daz havs, datz dem TevtschenhavS, habent gegeben, dem vorgenanten walthern von auxpurch, fvnf march silbers, vnd dem Spital fvnf phvnt, also, daz walther von auxpurch vnd auch der Spitäler z e a l l e n H a i- ligen, sich ver ziqen habent, alles des Rechtes, des si haben schölten, an demselben havs, also daz si nimmer* nur dehaln Recht haben sollen, noch vermögen, noch alle in afterchvnft, an demselben havs, Svnder di Prv- der von dem Tevtschenhavs, sollen daz selbe havs haben an alle ansprach, vreilich ze versehen» vnd ze verchauf- fen, vnd allen lrn frvm da mit ze schaffen, an allen ir- sal, Ditz ist geschehen da von Christes gepvrt warn Tau» send jar Drevhvndcrt jar vnd ain jar. ccxcvin. Daß deutsche Haus überließ zum Freythof der St. Ste» phalispfarre zu Wien der dortigen Bürgerschaft einen Keller bey dem alten Karner, bis an die Hintere Kammer, oder sogenannten Fudergaden reichend, und erhielt dagegen von der Bürgerschaft die freye Straße zwischen dem deutschen und dem Priesterhaus bis in die Singerstraße; — welche Auswechslung die Herzoge von Österreich bestätigen. Wien den 6 . Nov. 1ZZ2. Wir Albrecht und Qtt von Gottes Gnaden Hertzvgen zu Österreich vnd zu Steyer, Verje- Urkundenbuch. CLXXXIX hen vnd thu» chund öffentlich mit disem trief allen den die ihn ansehen, oder hören lesen, umb die wandlunge die da geschehen ist zwischen den Ehrbaren geistleichen leüthen bruder Herworken dem Commenteur zu dem Teutschen haust zu Wienn vnd seiner bru- derschafft an einem Theill, vnd zwischen vnsern lieben E getreuen bürgern zu Wienn an dem andern Theill umb den Keller den sie ihn geben habent zu ihren freüthoff der pfarre St. StephannS zu Wien der da leut bey dem alten Charner untz an die Hintere Camnier die'da heiffet das futer gaben, vnd was darzu gehöret, als Sie brief vnd Hand Best darüber haben, Versigelt mit unsers lieben Oheims Jnnsigl, Bi- schoffs Albrechts von Passau, vnd des Capitels Jnnsigl k aselbens, dawider so haben ihn die Vorgenannt vnser burger gegeben zu rechten widerwechsel die freye Straße, die da gehet zwischen ihren haust und der Herren der Priester haust, und von ihren garten von der lcnge allst, und auß dem sreythoffe untz in die Suninger Straße, da zwo Thür ingehen füllen, ein Thür in den freythoff» vnd ein Thür in die Suninqor Straße, dieselben fache, vnd die vorgenanken Wandlunge besterkigen wür denselben Herren von dem Teütschen haust, vnd ihrer bruderschaft daselbcns, vnd allen ihren nachkommen» gänzlichen mit vnser Hand, mit allen den Rechten, und auch mit aller der Freyunge da zu haben, alß der brief saget, die Sye darüber habent, vnd seyn auch wür derselben freyunge daselbens fürbas die rechte Scherm, vnd gwehr, in allen den Rechten, alß ihn die wandlunge von ihn, vnd vnß verscheiden ist, und daß ihn diß also stet, vnd »»zerbrochen bleib, darüber so geben wür den vorgenannten Herr» von dem Teutschen haust zu Wienn, vnd ihrer bruderschafft daselbens, und allen ihren nachkommen diesen brief zu einem offenen urchund, vnd zu einer ewigen Vestunge dieser Sache versigelt mit CLXL Urkundenbuch. vnsern anhangenden Jnnstgsen, der geben ist zu Wienn, do man zehlt von Obristag geburth Tausend drey Hundert Jahr, vnd darnach in dem zwey, vnd dreyssigsten Jahr des nechsten Sonntage» vor St. Marteins Tag. CCXCIX. , Marchard Jan, Bürger zu Wien, gibt seiner Tochter , Margareth, Nonne zu St. Jakob in Wien, zur Besserung ihrer Pfründe 3 Pfund Wiener Pfenning Burgrecht auf einem, ihm grundherrlich gehörigen Haus auf dem Hohenmarkt gelegen. Wien den rg. Juny 1ZZ4. Ich Marchard der Jane. Pvrger ze wienne. Verzieh vnd Tve chvnt. Daz Ich mit meiner Erben gv- ten willen vnd gvnst, mit verdachtem mvte. Recht vnd redlichen geben vnd gemacht han. Meiner Tochter Swe- ster Margreten. In daz Vrowen Chloster. hintz Sand Jacob ze wienne ze pezzervnge Jrer Phrvende. Meines rechten Ledigen, vreyen Purh- rechtes. Daz Ich gehabt han. Drev Phvnt wiennec phenninge Geltes, die da ligent Auff Meinhartes Haus des Prvnner an dem Hohenmarchte ze wienne ze naechst des Tycrna Haus und des Prvenner. des Ich selber Grvntherre. Stifter vnd Störer pin. davon man dient alleJar zeGrvntrechte zwelis wien- ner phenninge, vnd ist auch daz naechste Pvrchrechte nach dem Grvnt, mit allem dem nvtzze vnd recht» ze haben» als Ich ez gehabt, vnd In Pvrchrechtes gewec her pracht han. So beschaidenlichen daz man Jr die vorgenanten Drev Phunt Geltes Pvrchrechtes fvrbaz alle Jar dienen schal mit allem dem rechten, als man ander Pvrchrecht dient in der Stak ze wienne Ledichlichen vntz an irrn Tode vnd nach Jrem Tode schollen die vorgenanten Drev CLXLI U r k u n d e n b uch. Phunt Geltes Ewichlichen bleibe,; den egenanken vrowen. der Maisterinne dah Sand Jacob vnd iren Conuente ge- main da selbens ic. Dar ober so gib Ich Jr Visen Pries zv einem offen vrchvnde vnd gezevge vnd zv einer Ewigen vestenvnge versigelten mit meinem Jnstgel vnd mit des Erbern Mannes Jnstgel. Hern Hainrichs dez Langen meines Swehers der bifer fache gezevge ist mit seinem Jnsigel. vnd ander Geber Levte genvech. dieser pries ist geben ze wienne nach Christes gepvrt Drevkzehen Hundert Jar. Darnach In dem vier vnd Dreizzigistem Jar an fand Peters vnd fand Pavlus Tage. zwayer. zwelf Poten. ccc. NeverS von Ulrich Lapperger, Schützenmeister in Österreich, von seinem Hause in der Schauslucken zu Wien an das deutsche Haus daselbst jährlich 18 Pfenning ^Grundrecht zu bezahlen. Wien den r§- Juny 1337. Ich Vlrich der Lapperger Schühzemaister In Österreich, Vnd Ich Chvnigvnt sein Haus» vrowe. Wir veriehen vnd Tvn chvnt allen den die diesen pries lesent oder horent lesen. Die nv lebent vnd hernach Chvnftich stnt, daz wir vns mit gutem Willen verlupt vnd verpvnden - haben, an alles geverde gegen den Erbern Gaistlichen Leuten. Den Herren von dem Deutschen Haus ze wienne vnd Iren Rachchvmen, Bmb daz Grunthrechte, Achtzehen wienner Phenninge, Die Sev habent aufvnserm Haus daz da leitJn derSchavf- l u k ch e n ze wienne penaechst Hern WeichartS Haus von Topel daz wir In die surbaz vnd vnser Erben alle Jar da von dienen schrillen Vnuerzogenlichen, In allem dem Rechten als man ander Grunkhrecht dint In der Etat CXCII u r ku IId e n b uch. ze wienne, vnd sis das von alter recht gehabt haben. Daz loben wir In zelaisten mit vnserm Trewe», vnd geben In dar vbec Visen brief ze Einem Offen vrchvnde vnd ze aynem waren gezeuge,^vnd ze einer Ewigen ve- stenvnge. versigelten mit Vnserm Jnsigel. Diser pries ist geben ze wienne Räch Christes gepvit Dreutzehen Hvn- dert Jar dar nach I» dem Syben vnd dreizzigisten Jar an fand Johanö Tage, ze Svnnwendcn. 6C6I. Der Magistrat der Stadt Wien hatte zu dem Bau der Capelle zu Otkenhcim, neben dem Rathhause zu Wien einen Keller, den Gang und die Durchfahrt dabey überlassen, welches Herzog Rudolph IV., nachdem er den Bau dieser Capelle selbst besichtiget hatte, hiemit bestätiget, Wien den 29 , April i36j. Wir Rudolf der vierd, von Gots gnaden, Her« zog, ze Österreich, ze Steyr vnd ze KernLen Herr ze Krain, ze Portnaw, vnd auf der Windeschen march. Graf ze Habspurg ze Phirr, vnd ze Kyburg March — Graf ze Purgaw, vnd Lant-Graf ze Elsazz, Tun chvnt, Daz wir angesehen haben, gvnsteklich den nutz, vnd frumen, der C h a p e l I z e O t t e u h a i in , gelegen z e W y e n n , nebent dem Rathause, vnd ouch merung Gottes Dienstes, die beschehen mugent, von der ordcnung, vnd von dem Paw, den der erber, vnser gelrewer andechli- ger, Jacob der Poll, zu Visen Zeitei, Chaplan da- selbs, getan hat, vnd tut an derselben Chapell, den wir selber beschämet haben, darzu der Purgermaister der Rat, vnd die gemain vnsrer Purgern ze Wyenn, gegeben habent, den Kelr >rs Rathauses, vnd den Ganch vnd die Durichuart, dabey, vnd bestaeten dieselben gäbe, CXC1II u r k u » d enb uch. vnd gebe» darzu vnd zu dem Paw, vnd der ordenvng der Chapell, vnsern willen, vnd gvnst, Vnd wellen daz sy dabey belibe, in aller, der mazze als der pries lautet, den die egenante vnser Purger, darvber geben habent» Ouch wellen wir, vnd setzen ainer steten gesctzde, daz der Ganch, vnd die Durichuart, die der egenante Jacob der Polle, Chaplan der vorqenanten Chapell, auch gemacht vnd gelait hat, nebent der Chapell durch, da Werten des Krämer Haus gewesen ist, sürbazz eweklich da beleibe, gevebt, vnd gehalten werde Vnd wellen vnd füllen ouch wir, unser Prüder, vnd alle vnser erben des egenanten Chaplans seiner gesellen, ir nachkvmen, vnd der Chapell der vorgeschribenen dinge aller rechter schern, sein. Mit vrchvnd ditz prlefs, Geben ze Wyenn, an Donrstag, vor Philippi, vnd Jacobi, der Zweifbotten Do man zalt von Christi gepurt, Dreutzehen hvndcrk Jar, Dar nach in dem ain vnd Sechzigisten Iar«. Vnsers alters. in dem Zwai vnd zwaintzgisten, vnd vnsers gwalts in dem dritten Jaren. f Wir- der. vorgenant. Herzog. Ruodvlf. stecken. Visen. pries- mit. dirr. vndecschrifk. unser- selbs hant f. Et nos Johannes dei gratia Gurcensis Episcopus prefati domini nostri ducis primus Cancellarius recognouimus prenotata. CCCII. Spruchbrief Herzog Albrechts zu Österreich in Jurisdic- tions-Jrruipgen zwischen gemeiner Stadt Wien und dem Stifte zu den Schotten, worin der Stadt das Recht über Blut und Tod zu richten, zugesprochen wird. Wien den 10. April 1Z7S. Wir Albrecht von gots gnaden Herczog ze Österreich ze Steyr ze Kernden vnd ze Krayn, Graf ze Ty> CLXL1V Urkuiid e ii b u ch. rol rc- Bechennen. vnd tun kuntvffenlich mit disem briese, Daz fur viis komen, der erbec geistlich vnser lieber- an- dechtiger Abt Donat, des klosters, ze den Schotten je Wienn, fand Lenedicten ordens, an sein selbs, seines Conuents, vnd des klosters stat, an aim kail ver Gur- germaister und der Richter vnd di ePurger ze Wienn, an dem andern tail, von etlicher stözz, vnd misshall wegen, die zwischen in waren, sunderlich, von der Gerichte wegen, vnd zaiqen vns darumd ze bederseitte die Hantfesten vnd briefe die in darumb von unsern Vor- uordern gegeben waren, Derselben stcizze, vnd missehe- helung sye ze bederseitt, hinder vns, vnd unser Herren, die dazemal bey vns waren, gegangen sind, vnd gelobten auch in unser Hand stät ze haben vnd ze volsüren , swas wir, vnd vnser Herren darumb erfunden, vnd sprechen. Da sprechen wir, des ersten, daz vnser Richter der Statze Wienn, wer der ye ze den zeite» ist, dasPluk vnd öen tod ze ricytcn habe, ü:oer des Abts holden, vnd sein dicner, die, im, von seinem gründen dienent in aller der mazze, als er ander plut vnd tod richtet in dem Stakgerichk, daselbs ze Wienn. Es sol auch derselb vnser Richter, dem Abt ab seinen gütern nichts nemen, vmb die Wandel, die «in Schuldiger gen in verwürchet hat, vnd die im mit dem rechten von im gesprochen sind, Derselb vnser Richter mag auch wol nach dem schuldigen stellen, vnd wo er in begreiffet, da mager in behalten als lang vncz daz ei- mit im abchöme, vnd sol auch im der Abt das gunnen, daz er sich von seiner hab ledig nach dem rechten, vnd nach gnaden, Doch also, daz es dem Abt vnd dem Kloster an der Freyung vnschedlich sey nach irr brief sag, die si, vmb dieselben Freyung habent, Mit Vrchund dicz briefs, Der geben ist ze Wienn, am Eritag vor dem heiligen Palmtag. Nach Christes gepurd dreuczehenhundect Jar, vnd darnach in dem Fünf vnd Sibenczigsten iare. urkuIIdeIIbu ch. , 6X CV CCCI1I. Herzog Albrecht von Österreich regulirt die, an gemeine Stadt W>en, von Wein und Kaufmannschaft zu entrichtende Steuer. Wien den 27. Sepk. 1374. Wir Albrecht von gotes gnaden Herczog ze Österreich ze Steyr. ze Kernden Vnd ze Krain Graf zu Tyrol rc. Bekennen vnd tu» chunt. Daz für vns chomen, die er- bern vnser getrewn lieben, der P u r g e r m a i st e r, der Richter vnd d e r R a l vnser S t a t z e W i e n n, vnd ketten vns ze wizzen daz vil swerer vnd vn redlicher aide gesworen wurden, vnser isrlicher S t a t st e w r z e W i e n n, halber, das pillich ze besorgen wer, daz die Stak, Land vnd Leute, davon, vngeuellig vnd besunder pene, leiden würden. Vnd vaten vns fleczziglich ob st dhaine pillich weg erfinden mochten, mit dem solich aide, vnd vnrecht vermiten würden, vnd vnS doch ierklich, vnser gewonlich Statstewr richtichlich ge- uielle, vnd geraicht würde, daz wir in des günnen ge- ruchten. Vnd also nach vnser gunst, vnd vnserm gütlichen willen, die wir darczu geben haben, mit fürstlicher miltikeit durch gemaineö guts willen, vnd ze vndersten, den vorbedachten gebresten, vnd andern Kumber, der da- uon chomen möcht. Habent die egenannken vnser Purger ze Wien, mit guter, vnd manigualtiger vorbetrach- tUng, vnd nach Rate, ettlicher vnsrer Lantherren, vnd anderer weiser Leute, vnd vnser getrewn erfunden, vnd aufgesaczt. Des ersten» daz ein ieklichö mensch wie der gnant, oder in welichem Wesen er sey, von yedem Em- mer Mostes vnd ye von anöerhalben Emmer Maisch, den er in die S t a t, oder in die v 0 r st a t ze Wien führt, ainen wienner xhenning, vnsern egenanten purgern geben sol on alle widerred, vnd vercziehen, Auzgenomen H. 2 ah>g. Denkwürdigkeiten.Ao. t.Heft. 9 CXCVI U v i u n b e n b u ch. alain vnser Juden, die mit aigem Rukch zr wienue sezzhast sind, die füllen des nicht gepunden sein ze geben von ieem pau wein, noch von dem wein, der in an irer gelt schuld geben wirbt, Vnd sol euch kain ander Iud des vberhebt sein, an geuerd. Dann wer der ist, Er sei ein gast von welchen Landen oder Stetten er sey, oder ein Lantman, der in die S tat, oder auz der Etat ze Wienn mit Koufmanschaft anhält, der sol vnsern «genanten Purgern geben, voy ye dem beschlagen wagen mit Koufmanschaft, oder von ainem wagen mit solicher Kousmanschaft die der geleich ist ain halb phunt Wienner phenninq, vnd von ainem vnbeslagen wagen, mit Koufmanschaft, oder von ainem wagen mit chvufman- schaft, die der ouch gleich ist Sechczig wienner phenning, Auzgenomen die purger vnser Stet, die vns ierklick ir hab verstewrent, die von irer choufmanschaft Visen auf- sacz nicht geben noch leiden füllen, was aber der Lewt sind die nicht weinwachs habent noch choufmanschaft trei- bent die füllen mit vnser «genanten Skat ze Wienn leiden, was wir, vnser Rat, vnd der Stak Rat daselbs erfinden» daz nach gelegenhait solicher Lewte vnd irer hab, pillich vnd beschaidenlich sey an alle geuerd. In denvoc- genanten aufseczen, haben wir auzgenomen, vnser Herren, vnd vnser verschceibens Hofgesinde. Also, daß dieselben aussccze Si, nichts tüten, noch antreffen füllen, in dhainen weg. Und wan vns vnd vnserm Rat, die vorgeschriben aufsecz beschaidenlich und erber dünkend, vnd leidlich, vnd gemain sind, armen, vnd reichen, dar. vmb bestetten wir si mit fürstlicher macht, vnd mit Kraft dicz briess, und wellen, daz es sürbaz dabey beleibe, vnd also behalten werde, an alle widerred und gruenö, vncz an vnser widerruffen. Mit vrchund dicz briess. Geben ze Wienn an Mitichen vor fand Michels tag Nach christs gepurd dreuczchcnhundert iar, darnach in dem vier vnd Sibenczigisten iare. urkuIIdeIIbu ch. ccciv. cxcvri Jans Neysner verkauft mit Einwilligung des deutschen Hauses, als Grundherrschaft, sein Haus in der Laim- jini&e vor den Widmerkhore an Peter den Kaplan in der Bnrg.Capelle zu Wien, Wien den Z. July iZ8g. Ich Ja uns der Repsner vnd ich Kathrey sein hawsfraw vnd all vnsec erben, Wir vergehen vnd tun chunt allen, Das wir mit gutem willen, mit verdachtem mut, Vnd mit vnsers Gruntherren haut des erbern Geistleichen Herren Prüder Michels zu den Zeiten C o- nicteivr des hawsesdacz demOewtschenhawS je wienn Verkaufft haben unsers rechten kaufguts das wir mit einander mitgesambkec haut erarbait vnd ge» kanffc haben vnsec Haws gelegen in der Laym grub vorwidmertor ze wienn zenegst Petreins hawS des Edelparcz, da man von dem egenanken vnserm haws alle Jac dient den Herren dacz dem Däwtschenhaws ze wienn fünf vnd dreizzig wienner phenning ze Grunkrecht vnd nicht mer Vmb Sechczehenihalb phunt wienner phenning Dem erbern Herren Hern Petrein zu den Zeiten kapplan der k a p p e l n in der P u r k ch z e w i e n n oder wem er daffelb Haws das er vmb sein lediges varuntgut ge- kaufft hat, schafft, macht vnd allen iren frumen damit Ze- schaffen vnd geben wenn st wellen an allen irrsal, je. Darüber So geben wir für vns vnd für all unser erben In den brief zu einem warn vrkund der sach verstgelten mit des vorgenanten haws instgil Datz dem Däwtschenhaws ze wienn vnd mit des erbern manns instgil Erasmus des Walizer Purger ze wienn. Vnd verpinden vns auch mit unsern tcewn angeuer vnöcr den vorgenanten instgil» alles das stet zehaben vnd ze laisten das voran dem brief geschriben stet. Der geben ist ze wienn nach krists gepurd 9 * CYCVIII u rku nde nbuch. Drewczehnhundert Jar darnach in dem Newn vnd Ach» zigistcn Jar a» fand Vireichs Abent. Die Herzoge Leopold und Ernst von Österreich bestätigen die Witwe des Heinrich Weidmann in dem Besitze des Hauses in der Kremsstraße, so wie selbes ihr Mann jngehqbt hat. Wien den 25 . July >-s»g. Wir Leupolt vnd Ernst geprüder von goteS gnaden H e r c z og e n z e L> st e r r e ich ze Steyr ze Kern» den vnd ze Krain Grafen ze Tyrol U. Bekennen. Vmb das Haus in Krembs Strass in Werd von roten türm gelegen das weilent vnser getrewe Hainreich Waid man von dem Martine gekauft hat und daran Im weilnt vnser lieber Vetter Herczog Albrecht lobleicher Gcdechknut-s seine Recht was er dez darauf hat gehabt, auch hat gegeben, vnd den kauff auch Im vnd seinen Erben weilnt vnser lieber Bruder Herczog W i l h a m seliger qedechtnuss mit seinen briefe» hat bestattet, Vnd aber derselb Hainreich ane leibs Erben abgegangen ist vnd das obgenannte Hause der Erbarn Katherin seiner Haus- srawen gemainet hat als wir des kuntleich vnderwciset sein. Daz wir der egenauten Kathrein die gnad getan haben vnd tun auch wissentleich daz Si bey dem vbgenanken Hause also beleiben vnd das Jnnhaben vnd niefsen vnd allen irn frumen damit schaffen sol mit verkauffen vnd versetzen wie Jc das fügleich vnd durfft ist In aller der maas als das dem obenanten Hainreichen ihrem Wirkt von den ob- genantrn vnsern Vetter und Bruder verschriben vnd gegeben ist ane meinkleichs Irrung vnd Hiudernuss ange- uerd. Mit vrkund ditzs briefs. Geben ze Wienn an Sank urk u ndenbuch. CXCIX Jacobs tag Nach Krists gepurd u, dem Vterczehey Huu? Lertisten vnd dem Newnpen Jahre. CCCVI. Des Hospodars der Wallachey, Cantacuzen, Andachts» kreuz in der zweyten türkischen Belagerung i68Z. Gegenwärtige wahrhaffte Abbildung stellet für, daS von Aichenholtz in die 6 Wienerisch« Ellen hochen Creut- zes, welches der Wallachische Fürst, so bey denen Türkischen Belagerern der Stadt Wienn in seinem Lager bey dem sogenannten Gatter Höltzel unweit H i e tz i ng an dein Orth, da er täglich die H. Meß halten lassen, aufzurichten besohlen und ist solches den 27. Octobris, nach glücklicher Verjagung derTürcken in einer hierzu gemachten Gruben, worinn es aus Vorsorg dieses Fürsten wohl verfahret gelassen worden, gefunden, von dar erhebt und nacher Wienn gebracht worden, in sich enthaltend gegenwärtige in dem obern und Zwerchlheil eingeschnit- tene Characteres , wobey in mitten deß Zwerchholtzes U» L> Frauen Bildnuß, gleich dem berühmten Candianischeu Gnadenbild gemahlter eingelegt gewesen mit gleich darunter gesetzten Wapen und lateinischen Unterschriften» welche hieneben stehend, verdeutschet also zu lese». Die griechischen Buchstaben im obern Theil werden verdeutschet: ch Crucis exaltatio est conservatio mundi, crux decor ecclesiae, crux custodia regum, crux confirmatio fidelium , crux gloria angelorum et vulnus daemonum. Nos dei gratia Servanus Gauthacuzenus Valaclxiae Transalpinae princeps, ejusdemque perpetuus haeres ac dominus etc. Ereximus crucem hanc in loco quavis die devotione populi et sacro honorato in perpetuam sui suorumque memoriam tempore obsidionis Mahometauae a Vizirio Kara Mustapha Bassa Viennensis Inferioris Au- striae mense Septemb, die I Anno i683. cc u r k II I! d e ll b uch. f Die Erhöchung des CreuheS ist dis erhaltung der Welt, das Creutz die Zier der Kirchen, das Creutz die bestätigung der Gläubigen, das Creutz die Glory der Engeln und die Wunden der teufeln. Wir von Gottes Gnaden Servauus Cantha- cucenus, Fürst der Walla che y jenseits des Gc- bürgs und deroselben zu allen Zeiten E r b - H e r r je. haben dieses Creutz an dem Orih, welches täglich mit Andacht des Volks, und einer heiligen Meß verehret worden, zu unser und der unserigen ewigen Gevächtnuß zur Zeit als der türkische Groß-Vezier Kara Mastapha Bassa die Stadt W i enn in Unter Österreich belagert hat, aufrichten lasse» den ersten tag des Monarhs 8ep» terudris Anno i683. Der du vorbey gehest, gedenk zu sterben. Kupfe r e rklä r un g, So wie das Steinbild des M a r i a z e l l e r - H o f e s das vorige Heft eröffnete und drey Pläne der Burg von 1458, von der zweyten türkischen Belagerung von lb8Z, ferners de« Plan descortischen Kaffehhauses im Volksgarten und jener des neuen Burgthores, gegenüber den Propyläen von Athen und dem Brandenburgerthore Berlins es begleiteten, ziert dieses Heft der, auf Theresiens Befehl vom Hofmathematiker Nagel entworfene Plan von Wien mit seinen Vorstädten von 177 o, — als Vignette, die Carlskirche auf der Wie den — und als Titelkupfer, der Abschied Christi von seiner Mutter, ein überaus schönes Bildwerk, bereits S. 61 des l. Heftes dieses II. Jahrganges erwähnt, der Grabstein des Riemermeisters Georg Siegenfelder, von 1L17 an der Außenseite des hohen Chores, dem Alumnate gegenüber, um der tiefen Empfindung des Gedankens und um der trefflichen Ausführung willen, dieser Nachbildung besonders würdig. Verbesserungen. Seite Zeile Statt lies 3? 6 v. u. 2 Sec. 6/1v 2 6/lö Sec. 41' il beym Versorgungs- beym Versorgungshaüse ' Haus und amThury zum blauen Hergolt am Alser- und unter dem Lazareth am Michelbeu- rischen Grund, bey der Porzellan - Fabrik und am Strvheck bey der Mündung in die Donau. iliiili;iiiTiiiüiri:»ir ! ilijlilililililllililili«!liiiiii!t!iill>iiiii^irili!i:ili!tiiTtllll!lii;iililllilllllllilll!lllllilllilillllill!llllt!|llllliliulili:iii:i.i!lii!i;iilil;tllll!lilll.l!l!lll;lil liliililiM IIi.iii 1 1 m i ilil.i i Hi i M I ;iJj:iil!i;i.l,i:i;i;l:i!lil.i;i .l;iii;iilJ!LlA.UJJ.U l.iniUimi Mil 111.11 IH.U 1 IHIW '*** f* * * *4 V ^ »» v ." iW* v * *4 4* a n j< * + » V ? ** * i, »X- ^ ,** *J»-/ * * * / * lf' r '.f 7 r % 4 * $ » ' *1+ . *>■ «-t+j* ’ 1 *** * *♦. fV* *'* **">% *' * /£*?*'*'*1+ i* *> ♦ % vt* k<*y . 1 * ** **'*** ^ ö d » ^ * ** ^ ® s ‘i fc * ■*> ^ 'V'^* ^ it ^ A. . ... ,« * ^ ** vf * ':*>/ *> 3 * **A* **p*'** a *+ ,-jy f £ <* ■jrft J s* *+ *+* v;* der k: k: ^vupinui) UcCti eu'CuxiK l- -VG/T.J* " %% ** » *'»+„* *■ * t* #4 # •ai M S-ip n 1 l \\ Dor IVater * * 1 • SA/ *’*’•« ~ !t* St . 3 *:& ^„^A^LKW’ltliKS T ADI 4 ^ rinil lurtMi E^r ,t/y \ orsfiulfoiv um! <'ui < 'i*<‘ii 7 ,(Mi fh l n Örtern , ,%>■ ' / !‘| i I'i’ii ■ ;lt* * ntT ~~U 1—^ L:t, d. _j Jfejij i l “Si fAp»!&» .. ffdK H 3 "rlfte: //£// //// r 'Af/n v /770 44tt/e‘i f/ '/ 7 j/ i ., ftf/t, f/t.t //fj-* f/af/tCittttH/f t* ’jfafjt/t. \r*y/- (tupfst n* t*t tw »*'ti f'rty-ttt't/? -~/t 4^o {(? . - lUl; Rite#" . yCTT 1 * 4 -^ ^A\ Ijfrft fv /■ /i fr / f/rj’/ ft/f/ t/rxflsfutf/ X Tfr' rov« XAcmvEi srxo. In . Dir fciifmi/ II. Tlrf’Jmfr n ßfrrfz. / J _ - th / / a/ / f i' _ /'7 ffr In Inrßf i,ßr,/ _ Oltijfnn.r /y / yt/Jn/ / Ijn.f Jiu rrtrn Bim ^ lhtrilh ■S'fir/it.n wz?/ mensi /itirnlZjur Pj n t JSäbBrf.JiPÖ* • Sf/iffutt Irr/ fi.ir/rtt- I ii /00 IClai'f l t ! |M|!l!f J |! ! i i 1 1 MI II (MI 11 1 1 i 1 1 i ll I IIIJJ t e n, seine Geschicke und seine Denkwürdigkeiten. 2 m Vereine mit mehreren Gelehrten und Kunstfreunden bearbeitet und herausgegeben Lurch Joseph Freyherr» von Hormayr zu Hortenburg, des Leopoldordens Ritter, k. k. wirkt. Hofrath und Historiographe«, Mitglied der k, k. Akademie der vereinigte» bildenden Künste zu Wien, des königlichen böhmischen Mu- säums zu Prag, der königlichen Akademien von Göttingen und München, der philosophischen Gesellschaft z» Philadelphia, der schweizerischen geschichtsforschenden Freunde , der vaterländischen Gesellschaft zu Breslau, der Gesellschaften zur Ermunterung des Ackerbaues, der Natur - und Landeskunde zu Dresden, Innsbruck und Vrünn. II. Jahrgang. Dritter Band. Zweytes und drittes Heft. ***■ W i e N/ 1825. Gedruckt bey Franz Ludwig. I Naturane nobis hoc datum dicam, an errore quo- dam; ut cum ea loca videamus, in quibus viros memoria dignos multum esse versatos acceperimus, magis moveamur , quam siquando eorum ipsorum aut facta audiamus aut scriptum aliquod legamus? velut ego nunc moveor. Venit enim mibi Platonis in mentem , quem accepimus primum hic disputare solitum, cujus etiam illi hortuli propinqui , — hic Speusippus , hic Xenocrates, hic Polemo -et Peripatetici veteres , quorum princeps Aristoteles ; — — tanta vis admonitionis est in locis —ut me ipsum huc modo venientem primum ad se convertebat Coloneus ille locus , cujus incola Sophocles ob oculos versabatur — nec ad hospitem ante divertebam , quam Pythagorae ipsum illum locum, ubi vitam ediderat, sedemque viderim; — locum ubi Demosthenes et Aeschines inter se decertare soliti sunt — in quo ad fluctum declamare solitus Demosthenes, ut fremitum assuesceret voce vincere? _Multa in omni parte indicia summorum virorum — id quidem in hac urbe infinitum: quacu m- que ingredimur, in aliquam historiam vestigium ponimus- Cicero de finibds bonor. et malor. V. 2.» iiSer AtHen. D i e Vorstädte. o ch sind nicht anderthalb Jahrhund e r- t e ve r flo ssen, daß das erneute, das heutige Daseyn dieser mächtigen, die innere Stadt selbst (die eigentliche City, oivilns im römisch-germanischen Sinne) mehr als vier Mahl überbiethenden V o r st adle begann, die von der bevölkertsteu aus ihnen, der Mieden, bis zu der kleinsten, dem Lorenzerg runde, ein so vielfach reges und anziehendes Lebensgemählde darbiethen. In der alten Zeit waren es theils einzelne, nur zufällig der Hauptstadt so nahe liegende Dörfer, oder einzelne Gehöfte und M a y e r t h ü m e r verschiedener Herrschaften, zum Theile Gewerbshürren und sogenannte Lücken, bis hart an den Stadtgraben, bis an die Thore und Thorthürme reichend, z. B. die Kleberlucken vor dem Srubenthor, dann an der Mieden die Neulucken, die Refel- die Scheben- zerlucken, vor dem Kärnchnerrhor, die Kothlucken, vom Kärnthner- gegen das Widmer-, Holz- oder Burgthor, die Kater-Brunn Kumpflucke», Fundlu- cken, gegen das Schottenchor die Rosenlucken rc. Erst seit der zweyten türkischen Belagerung durch den Groß» ll. 2ahrg. Denkwürdigkeiten.Dd. 2. u. z. Heft. 1 2 D i e Vorstädte. weffir Kara Mustapha, i 663 , (denn das neuere, bereits in dem großen Umbau Ferdinand's I. befolgte Fortifications-System wurde, wie die Türkengefahr nur wieder einige Jahrzehende, ein minder dräuendes Antlitz wies, noch immer vielfach umgangen und verletzt); sind sie über sechshundert Schritte durch das G l a cis und durch die E sp l a n a d e von der Stadt getrennt und wie wir im vorhergehenden Hefte genauer angegeben, durch die Linien von d^r Donau bis wieder an die Donau abgeschlossen. — Die drey- u n d z w a n z i g Pfarren der Vorstädte, ihre acht Manns- und zwey Nonnenklöster sinden sich bereits im III. und IV. Hefte.— Die im ersten Jahr der Mit-Negentschaft Josephs II. 1-766 aus 3 igo bestehende Zahl der Vorstadthäuser hat sich zeither mehr als verdoppelt. So wie bis in die josephinische Periode, (nähmlich bisJoseph I. 1704 —1706 Wien mit der sogenannten Linie umschloß) , insgemein die Vorstädte in e i g e n t l i ch e V 0 r st ä d l e, in Freygründe und Dörfer eingetheilt wurden, erstreckte sich jene alte, wohl in die Tage König Przemisl Ottokars, des Wiederherstellers von Wien aus den großen Feuersbrünsten hinaufreichende Eintheilung der Stadt in vier Viertel, auch auf die Vorstädte: — S ch 0 t t e n v i e r t e l (der obere Werd, oder die Roffau, Schottcnberg, oder Schottenpcunt, Schot- tenäcker, Währinger- und Alsergasse); Widmer- viertel (St. Ulrich, Neudeck, Kroatendörfel oder Spitelberg, Mariahilf, Schöff, Leimgruben, Wind- mühl); Kärnth nerviertel (Wicden und Alles D i e Vorstädte. 5 rechts an der Wien); S t u b e n v i e r t e l (Landstraße, Weißgarber, Erdberg, der untere Werd, sammt der Juden- oder nachmahls Leopoldstadt). Auch nach der, 1764 erfolgten josephinischen Vereinfachung der ehehin allzuvielfälrigen, einander hemmenden und durchkreuzenden Gerichtsstände, auch nach dieser Jurisdickions-Norm, ist jeder Bürger Wiens, auch der im Bezirk eines fremden DominiumL inner Wiens Linien wohnende, der bürgerlichen Gerichtsbarkeit des Wiener Stadt-Magistrats unterworfen. — Die übrigen Ortsherrschafren Wiens üben zwar die Jurisdicrion in ihrem obrigkeitliche» Bezirke und die Schotten auch noch übet fünf Häuser in der Josephstadt, jedoch nur über jene Individuen, die das Bürgerrecht nicht besitzen. — In dem politischen Geschäftszweige aber- einschließlich der Gerichtsbarkeit in schweren Polizey-Uberrretungen, unterstehen sämmtliche Bewohner, Bürger oder Nichtbürger außer dem Burgfrieden, den eigentlichen Ortsherrschaften. Inner dem Burgfrieden steht die politische Geschäftsführung eben so, wie die Gerichtsbarkeit inPri- vatrechts-Angelegenheiten jeder Art, in schweren Po- lizey-Übertretungen, im Criminal-Fache, ausschließend dem Magistrate zu, welchem selbst ein Zweig der Real- Jurisdictio», Vornehmung von Schätzungen und Augenscheinen über alle unterthänigen Realitäten im Burgfrieden zugewiesen ist. — Seit 1791 sind die Vorstädte in a ch t P 0 l i z e y - B e z i r k e eingetheilt: —Leopoldstadt und Jägerzeil; — Landstraße, Weißgarber und Erdberg; — W i e- * 1 4 Dir Vorstädte. den, Margarethen/ Matzleinsdorf, Nikolsdorf, Reim- prechksdorf, Hundsthurm, Hungelbrunn, Lorenzer» gründ und Schaumburgergrund; — M a r i a hilf, Leimgrube, Windmühl, Gumpendorf und Magdale- nagrund (dann über die, an die Linien stoßenden Ortschaften, Reindorf, Rustendorf, Braunhirschengrund, Fünfhaus und Scchshaus); St. Ulrich, Spitel- berg, Neubau, Neustift und Schottenfeld (Oberneu- stift); Josephstadt, Alt- und Neulerchenfeld (letzteres außer der Linie), Strotzischer Grund; — A l s e r g r u n d, Michelbeurischer Grund, Breitenfeld (zugleich für Herrnals und Wahring außer der Linie); — R ossau, Lichtenthal, Thury, Himmel- pfortgrund (Sporkenbühel) und Althanngrund. Die Ortsherrschaften in Wien und dessen Vorstädten, sind: I.) der Magistrat über die gesammte innere Stadt, ferners von den Vorstädten: 1) ü b e r d e n Burgfrieden:^— a) Alser- vorstadt, b) alte und neue Mieden, c) Althanngrund, 6) Leimgruben, e) Landstraße, f) Leopoldstadl, g) Roffau, h) Weißgärber. 2 ) Außerhalb des Burgfriedens, vermöge verschiedener im Verlauf der Geschichten Wiens angeführter Kaufverträge, als H e r r sch a f t über die F r e y g r ü n- d e. — a) Altlerchenfeld, b) Erdberg, c) Gumpendorf, d) Hungelbrunn, e) Josephstadc, f) Lorenzer- grund, g) Margarethen, h) Magdalenagrund, i) Matzleinsdorf, k) Michelbeurischer Grund, I) Nikolsdorf, m) Reimprechtsdorf, n) Spitelberg, o) 5 D i e Vorstädte. Strotzischer Grund, p) Thury, q) Windmühle; zusammen über 6778 Häuser, 212,246 Seelen. Is.) Die Benedictiner-Abtey zu den Schotten, über die Freygründe a) Schottenfeld (auch Oberneustift genannt), k) N e u b a u (auch Neu- bauneustift genannt), c) S t. lllrich (auch am Platze!, oder St. Ulrich zu Zaismannsbrunn und Neudeck), >!) über die Alserbreite oder Breitenfeld; 1021 Häuser, 3 g,o 33 Seelen. IIf.) Das WienerDom-Capitel über die Vorstadt Maria hilf; 161 Häuser, 97I7 Seelen (mitAusnahme der zum Magistrate dienstbaren Häuser Nr. 26—29). IV. ) Der Fürst und Regierer des Hauses Liech- t e n ste in - N i k0 ls b u rg, souverainer Fürst zu Liechtenstein, Herzog zu Troppau und Jägerndorf, über die Vorstadt Liechtenthal, 2n Häuser 6684 Seelen. V. ) Die dem Steinbauer'schen Erben angehörige Herrschaft Hundsthurm über den HundSthurm , mit 118 Häusern und 2946 Seelen. VI. ) Das k. k. Staats-Realitälen-Grundbuchs- amt über den Himmelpfortgrund mit 86Häusern und 3i62 Seelen, 1824 vom Magistrate erkauft. VII. ) Die Seeger von S e g e » t h a l'sch e n Erben über die Herrschaft J äge rz ei l mit 42 Häusern und 1666 Seele». VIII. ) Graf Gundackcr Star he m borg von der Eschelbergcr Linie, Herrschaft des Schaum bur- gergr undes über 88 Häuser und 1949 Seelen. 6 D ie Vorstädte. IX.) Der Fürst Starhemberg, Herr der Herrschaft Conradswerd, oder des sogenannten Star- hembergischen Freyhauses auf der Mieden mit nö6 Seelen. Ferner dienen 112 Häuser in der innern Stadt Wien zu verschiedenen Grundherrschaften. Nebst den Schotte»/ nähmlich dem Dom-Capitel und den übrigen von II. bis IX, aufgezahlten Grundherrn, haben annoch größere oder kleinere Grundbücher im Burgfrieden X.) die n. ö. Stande, XI. ) die Johanniter-Ordens-Commende St. Johann, XII. ) die nunmehr aufgehobenen Augustiner auf der Landstraße, XIII.) das Hochstift Freysing, beyde nun magistralisch, XIV.) die Cisterzienser-Abtey Heiligenkreuz im Walde, XV.) das Bürgerspiral, XVI.) die Dom-Custodie, XVII.) die Dominikaner, XVIII.) die Minorilen in der Alservorstadt, XIX.) die regu- lirte Laceranenser-Chorherrn-Canonie Klosterneuburg, XX.) das Erzbisthum, XXI.) die Skaatsgüter-Ad- ministration, XXIl.) die Pfarrherrschafc Hütteldorf, XXIII.) dqs fürstlich Esterhazysche Grundbuch zu Gum- pendors. Vormahls waren noch mehrere Grundbücher im Wiener Burgfrieden, als: i) jenes der Jesuiten, 2) des Chorherrnstifts St. Dvrothe, 3 ) des Jakoberklosters, 4 ) der Lorenzerinnen, 5 ) der Benedickiner- Abtey Altenburg, 6) der Karthause Mauerbach, 7) der Hofburgpfarre, 6) der Universität, 9) des Kaiserspitals, 10) des Bürgerspitals, n) des Armenhauses zu St. Marp, 12) der Strafferischen-, dann D i e Vorstädte. 7 Gundlacker -Capelle zu St. Thoinas im Gundelhof, i3) der Philipe- und Jakobs-Capelle im Kollnerhof, , 4 ) der Andreas-Capelle, i5) der Nikolaerinnen über einen große» 'Theil der Landstraße, r 6 ) Aerarii sa-, nitaris Grundbüchel über einen großen Theil der Wäh- ringergaffe, 17 ) Dominikanerinnen zu Tuln, am Thury:c. Die Dominien oder Grundobrigkeiten führen das offene Buch, in welchem der Besitzstand der ihnen un- terthänigen Realitäten, die Person des Besitzers, die Rechte und Laste», der Passiv-Stand und die jedesmahlige Veränderung aufgezeichnet sind. Die Grundholden oder Grundunterthanen zahlen an ihre Grundobrigkeiten, bloß zur Anerkennung des dominii directi einen sehr geringen Canon, oder emphiteutischen Grundzins, der häusig nicht mehr als einen Kreuzer, hie und da auch nur einen Viertelkreuzer, im höchsten Betrage aber 4 st- 3o kr. jährlich beträgt. Nur beym Verkauf der Realität und der Veränderung des Besitzstandes (Erbschaftsfälle jedoch hiervon ausgenommen) wird in der innern Stadt und auf den, zum Burgfrieden gehörigen Vorstädten ein Kreuzer vom Gulden des Kaufschillings und eben so in Belastungsfällen an Schuldvormerkungsgebühr, —> auf den sogenannten Freygründen aber, sowohl in Kaufs- als Erbschaftsfällen, drey Kreuzer vom Gulden des Kaufs - oder Schätzungsbetrages der Realität und ein halber Kreuzer vom 8 Die Vorstädte. Gulden der vorgemerkten Schuld an die Grundobrig- keit entrichtet. Der Grundunterthan der innern Stadt und in den Vorstädte» des Burgfriedens hat dann außer einer unbedeutenden Jagd 'Robor- und Zehend-Relui- tions-Gebühr keine weitere Verbindlichkeit:— an den Magistrat und an einige Grundherrschaften aber auf den Wiener Vorstadts - Freygründen hat er noch die landesfürstlichen, auf den Realitäten haftenden Steuern zu entrichte»/ welche an das Obereinnehmeramt der n. o. Landschaft abgeführt werden und die städtische Steuer an den Magistrat. Die Grundherrschafk fertigt dem Grundunterthan den Schutzbrief, oder die Gewähr über das Eigenthum seiner Realität und die Pfandbriefe über die darauf haftenden Darlehen aus. — Das Urkundenbuch dieser Geschichte Wiens gab in Nr. 20 und 2i des III. und Nr. 148 des X\. Heftes des I Jahrgangs- treue Auszüge des Wichtigsten aus den Grundbüchern der Stadt und der Schotten, die wie das Grundbuch und Eisen buch gemeiner Stadt Wien, bis in die Tage Friedrichs des Schönen, ja bis zum Anbeginne ( der Habsburgischen Periode hinaufreichen. — Aber auch die grundbüchlichen Urkunden der Heiliggeister oder nunmehr des Wiener Metropolitan - Capitels und der Malrheser-Ordens Commende und des Pilgramhauses zu St. Johann in der Kärnthnerstraße, dann des Bürgerspitals rc. erreichen das XIV. Jahrhundert.— Von der älteren Form, derley Gewähren zu fertigen, von den alten Irrungen zwischen der Stadt und Die Vorstädte. 9 zwischen den Schotten, gab eben dieses Urkunden- bnch mehrfaltige erhebliche Beyspiele. Andere engere Verhältniße zwischen den Grund- obrigkeiten und Grundunterthanen, gibt es in Wien nicht. Auch ist der grundherrschaftliche Besitz im Großen und Ganzen unbestritten, obgleich wir sehen werden, daß es an einzelnen petitorischen und pofsefsori- schen Irrungen schon in alter Zeit zwischen der Stadt und den Schotten nicht gefehlt habe, wie in der neuern an parziellen Anfechtungen des Burgsriedens- Privilegiums von Seite der n. 0. obern Stande, der M a l t h e se r - C 0 m m e n d e rc. — so wenig als an Beyspielen, daß ein Haus (vorzüglich durch das Zusammenbauen mehrerer), zwey auch drey Grundherrn hat. — Alle diese Obrigkeiten stehen unter einander auf der nähmlichen Linie und gleichen Ranges- stufe und ihre unmittelbar vorgesetzte Bchorde ist in politicis bag (nunmehr in der Wiedner-Vorstadt, vorher aber durch eine lange Reihe von Jahren in Trais- kirchen befindlich gewesene) Kreisamr des Vierte l s unter d e m W i e n e r w a l d e — in einigen exemten Fallen die n. 0. Landesregierung, von welcher der weitere Zug an die Hofkanzley, in einigen Fallen an die Hofkammer geht. In bürgerlichen Rechtssachen und zwar in Streitsachen bestehen als erste Instanz: lan- desfürstliche Behörden: — das k. k. n. ö. Landrecht für den Adel, Clerus und Fiscus, das Mercantil- und Wechselgericht, das judicium delegatum militare 10 Die Vorstädte. mixtum für die Offiziere vom Oberste» aufwärts und für die sogenannte militia vaga. Dann der Magistrat, ferners von obigen Grundobrigkeiten, das Stiftgericht Schotten, das Wiener Metropolitan - Capitel, die Herrschaften : Schaumburgerhof, Conradswerd, Hundsthurm und Lichtenthal. Das Richteramt außer Streitsachen, wird von allen diesen Behörden, mit Ausnahme des Wechselgerichts und überdieß »och von einigen der obge- dachren Grundobrigkeiten verwaltet. Die Criminal-Gerichtsbarkeit in ganz Wien verwaltet der Magistrat unter dem Appellations-Gericht als zweyter und der obersten Justiz-Stelle als dritter Instanz. — Das iurficinm deJegatum untersteht dem Militär-Appellations-Gericht und in dritter Instanz der Justiz-Section des Hofkriegsrathes. Zur Entscheidung von Hauszins und A u s- zi eh-Irrungen, dann Angelegenheiten unter 25 fl. ferners zur gütlichen Beylegung auch wichtigerer Rechtsstreite bestehen in den Polizey-Bezirken Leopoldstadt, Landstraße, Wieden, Mariahilf und St Ulrich, Josephstadt, Alservorstadt und Roffau, seit 1792 magistra- tische Commiffione», welche jährlich drey bis viertausend Streitigkeiten in möglichster Kürze, ohne Beyziehung von Rechtsfreunden, grofitcntheils im Vergleichswege abthun und ihre hohe Wohlthätigkeit seit diesen drey Jahrzehenden hinreichend erprobt haben. In jeder Vorstadt Wiens, wird aus den haus- säßigen Bewohnern derselben, ein Grundrichter, meh- 11 Die Vorstädte. rere Besitzer und Gemeindausschüße gewählt, die mit dem besoldeten Grundgerichtsschreiber, dasGrund- geeicht bilden. — Diese Grundgerichte haben aber keinerley bürgerliche oder peinliche Gerichtsbarkeit, noch ein adeliges Richteramt Sie besorgen bloß die Local- Polizey und verwalten Las unterthänige Gemeindever- mogen, sind jedoch auch ein Friede,isgericht in geringfügigen Geld- und andern Streitigkeiten, zur Abschlie- ßung gütlicher Vergleiche. — In den Angelegenheiten der öffentlichen Sicherheit und Orts-Polizey hängen die Gerichtsschreiber und Grundwächter von den respectiveu Polizey-Ober-Directionen ab. — Die Po- lizey-Behorde prüft sie und nimmr sie in Pflicht, die Gemeinde wählt, die Herrschaft bestätigt sie. — Übrigens unterstehen die Grundgerichre unmittelbar der betreffenden Obrigkeit oder Herrschaft, der sie auch Rechnung legen und über jede, zwanzig Gulden überschreitende Auslage anfragen müssen, so wie diese bey der Landesregierung über Auslagen, die mehr als hundert Gulden betragen. — Den Grundrichtern, Beysitzern und Ausschüßen liegt auch die Verwaltung des Comunal-Vermögens ob und der Grutidgerichts- schreiber ist in der Regel Rcchnungsführer.— Dieses Comunal-Vermögen begreift hie und da wohl auch bedeutende Acriv-Capitalien und Realitäten der betreffenden Communitäc, insonderheit aber entstand es kraft einer Entschließung Theresias vom 27. July >778, aus einem Kreuzer, den jeder Inwohner der Vorstädte Wiens von jedem Zinsgulden an den Hausbesitzer, dieser aber der Gemeinde abführt und von zwey 12 D i e Vorstädte. Kreuzern, welche der Hausherr von jedem Gulden, den er als gewöhnliche Haussteuer zahlt, gleichfalls in seine Gemeinde zu entrichten hat. — Diesem Verhältniße zufolge tragen die Hausbesitzer beyläufig ein Viertheil, die Inwohner beyläufig drey Viertheil der Gemeindelasten. Die Bewohner der innern Stadt sind zwar von dieser Zahlungsverbindlichkeit ausgenommen, dagegen trugen die Hausinhaber selbst, weil sie in Folge ihrer uralten Rechte und eines diesfalls (die Zeiten feindlicher Invasionen allein ausgenommen) unverändert beobachteten Herkommens von Militär-Beguartirungs- und Vorspannsleistungen befreyt waren, vor Kurzem noch eine höhere Besteuerung, die jedoch bey der neuen Steuer-Regulirung auf die im unmittelbar vorhergehenden Hefte angegebene Weise, ausgeglichen und geregelt worden ist. — Ungeachtet jenes bedeutenden Zuflußes für die Gemeindebedürfniße von Seite der Hausherrn und Jnnleute, reichten sie mehrmahls doch nicht hin, sämmtliche Comunal-Bedürfniße zu decken und so wie in früher Zeit, der Rath der Stadt, so war in der neuen, die Regierung , die das Meiste und Bedeutendste jener Rechte an sich gezogen hat, veranlaßt, die doppelte, ja die dreyfache Erhebung der gedachten Zins- und Steuerkreuzer zu bewilligen.— Das Communal-Vermogen dient übrigens zur Erhaltung der Gemeinde-Realitäten, zur gesetzlichen Concurrenz bey der Erbauung der Kirche, der Schule, des Pfarrhofes, durch die, aus die Gemeinde fallende Zug- und Hand-Robot (das Materiale liefert die Die Vorstädte. i 5 Herrschaft, die Arbeit der Profcffionisten bezahlt der Patron), zur Bestreitung der Conscriptions-Recruci- rungS- und Einguarcirungs-Auslagen, zur Erbauung und Erhaltung der Straßen und deren Beleuchrung, der GemeindebruNnen, der Unrathskanäle, des Pflasters und der Beschotterung, zur Besoldung der Ge- meindediener. Das XV. Heft des I. Jahrganges gab in der Beylage 191 das Z i n s e r t r ä g n i ß von sämmtlichen Zinshäusern innerhalb der Linien Wiens, der Stadt und der Vorstädte mit 9,199,215 fl. 20 kr. C. M. Eben diese Hausmie i??? - 1789 . 1801 1804 1807 1808 1810 1820 he betrug . 2,55i,o52 fl. C. M. . 2,897,278 — — . 4 , 342 , 8 io fl. £.3. . 5 ,ioo,ooo — — . 6,911,766 — — . 7,388,068 — — . 9,002,232 — — . 8,107,140 fl. C. M. Alle Hof- und Staatsgebäude, alle Gebäude für öffentliche Anstalren, (beynahe der sechste Theil der innern Stadt), Klöster rc. stehen, wie natürlich, nicht in dieser Rechnung und die großen herrschaftlichen Pal- läste, meist von gar keinen Zins-Parteyen, sondern nur (und zwar einige derselben seit Jahrhunderten) von ihren Eigenthümern bewohnt, nur mit einem äußerst mäßigen Anschlag. In frühern Zeiten waren Lasten mancherley Nahmens und Umfanges auf den Stadt- und Vorstadrhäu- i 4 Die Vorstädte. fern. Sie sind nunmehr aufgehoben und die dermah- lige Häusersteuer beträgt gegenwärtig , 31/2 Procent vom ganzen Ertrag der Miethe nach Abzug von i 5 Procent auf Reparaturen, sowohl in der Stadt als in den Vorstädten. Nur die Kirchen sind ausgenommen, von der unter Theresia zum Behufe des neuen Conscriptions-Sy- stems, in der Stadt und in den Vorstädten allgemein eingeführten Numerirung der Häuser. Nicht am unrechten Orte mögen hier noch einige Bemerkungen über die Grundherrlichkeit und die damit in Verbindung stehenden Rechte und Übungen der Stadt Wien stehen. Das leopoldinische Burgfriedens- Privilegium vom i 5 . July 1698, hat derSladr keine neuen Rechte gegeben, sondern nur den beständigen Eingriffen in dieselben ein Ziel gesetzt, so wie eine unterm 3 . July 1696 vorausgegangene Satzung, das Zusammenkaufen und Zusammenbauen mehrerer bürgerlichen Häuser in Eine-s verboth,' welches sodann die neuen ständischen Hausherrn vom Adel, den städtischen Lasten unter allen erdenklichen Vor- wänden zu entziehen suchten und dergestalr ausschmückten und verschönerten, daß auch beym allfälligen Wiederverkauf, kein Bürgerlicher mehr darin wohnen könne. — Die Grundh e rrl i chk e ic der Stadt und ihr Burgfrieden, sind ein bloßer Folgesatz dessen, daß Wien eine deutsche Stadt römischen Ursprungs, unläugbar schon von Jasomirgott mit Bürgerfreyhcit begabt (civitate clonsts, civitas nostra) war, daß das leopoldinische Stadtrecht > i5 D i e Vorstädte. von iicßr wie die gol d e n e Bulle Fried richs II. von 12Z7 .mit Ausschließung all und jeder Hörigkeit, die persönliche und vielfach auch sachliche Freyheit der Wiener Bürger voraussetzen. — Das 1. und 2. Heft des IN. Bandes vom I. Jahrgang S. 116 —i 23 hat dieses, wie unsers Wissens noch nirgend, aus einander gesetzt.— Nur die Schotten, um wenige Jahre jünger als die Stadt (1-4? —n55), mögen aus besondern Titeln hie und da mit der Stadt rechten, (wie denn schon Albrecht II, laut Nr. 91 am 25. May i 438 zwischen ihnen und dem Rathe, diesfalls entscheiden mußte. Friedrich IV. aber dd. Baden »444 Erchtag vor Pfingsten, Regiment und Rathen zu Wien befahl, den Stadtrichter, Niklas Teschler zu strenger Rechenschaft zu ziehen, wegen einer gewalt- thätigen Amtshandlung auf des Gotteshauses Grund— und früher als diese beyden Thathandlungen, sprach bereits 10. April >3y5 Albrecht III. zwischen der Stadt und den Schotten, daß der Stadtrichter das Blut und den Tod zu richten habe über die Leure der Schotten auf ihren Gründen, wie in der Sradt und die Schuldigen fangen, jedoch der Freyung des Klosters unbeschadet, Nur dürfe der Stadtrichter dem Abt nie Etwas nehmen von seinen Gütern um die Wandel, die ein Schottner Unterthan in Rechten gegen ihn verwirkt habe). — Übrigens streitet für den Magistrat überall die geschichtliche und zufolge der im Urkundenbuche angeführten allerhöchsten Entschließungen vom 10. April 1680 zwischen der Stadt und St. Dorothe, 23. Oct. 1725 zwischen der Stadt i6 D ie Vorstädte. und den Schotten wegen des Gerhardtischen und Lo- eatellischen Testaments/ dann 4 - März ,600 zwischen der Stadt und den Ständen wegen der auf dem ehemahligen Kapuzinergarren/ insbesondere auf dem vorigen Alrenburger-, Seckauer- und Schaumburger- hof/— erbauten Häuser auch die gesetzliche Vermuthung und die Einwendungen der n. ö. obern Stände gegen den Umkreis des Burgfriedens, vermischen viel jüngere Zeiten mit viel älteren und die Folgen späterer Sorglosigkelt, Connivenz und vorübergehender/ persönlicher oder zeitgemäßer Rücksichten, mit dem ursprünglichen Rechc und Thatbestand. Dieser Streit bezöge sich indeß wesentlicher auf die Steuer- und Taren-Einhebung, als auf das Grundbuchsrecht des Magistrats/ weil nach dem Burgfriedens-Privi- legium/ zwar die Ausübung aller Jurisdiction innerhalb desselben/ der Stadt Wien eingeräumt ist, jedoch mit Ausnahme der Grundherrlichkeit, wo ihr selbe nicht ohnehin zusteht. — Rücksichtlich des Grundbuches hat der Burgfrieden lediglich die Wirkung, daß der Besitzer einer im Burgfrieden liegenden Realität, beym Magistrate das Bürgerrecht erwirken kann, wofür nach dem Werthe der Realität, gewisse Bürger- rechts-Tapen zum Grundbuche bezahlt werden. Die Gränzen des Burgfriedens finden sich S. 2 1g, IV. B. 3 . H. des 1 . Jahrgangs, das Privilegium selbst folgt in den urkundlichen Beylagen. Eine der ältesten Erwähnungen des Burgfriedens ist wohl in der Handveste des ersten Habsburgers A lb recht von »296 Nr. 55 und in Nr. 270 Friedrichs des Schönen Die Vorstädte. 17 Brief vom i 3 . Oct. i 3 i 8 für Gertruden, Otthay- mens Ehefrau. Beyde aber übertrifft sowohl an Alter als an Umfang des Zeugnißes, eine Klosterneuburger Urkunde von 1292, welche sämmtliche Vor städ- te in dem Burgfrieden begreift. Es vergönnen nähmlich Conrad der Haarmarkter, Stadtrichter, Con- rad Poll der Bürgermeister und der ganze Kreis deK Rathes, dem Probst Pabo, die Einfuhr von 4 » Fuhren Weins, „infra muros, sive suburbia civitatis nostrae, quod Purchfriede dici t u r”. — Den Nahmen des Burgfriedens Hort man schon unter den B a b e n b e r g e r n. Aber leider hat Wien von diesen seinen großen Gründern, keine einzige Original-llrkunde mehr, so wenig als die friedericianische goldene Bulle. Albrecht zerriß sie bey der Unterwerfung auf dem Kahlenbergerschloß. Zu den ursprünglichen und durch die neuere österreichische Gesetzgebung, nahmentlich durch den Tractat von »»körperlichen Rechten vom i 3 . März 1679 im codex austriacus bestätigten Rechten des Grundbuchs gehören: — die bürgerliche Gerichtsbarkeit, die Strafen von Injurien, die innerhalb der Dachtraufen vorgehen und zur öffentlichen Bestrafung nicht geeignet sind, — die Steuereinhebung, — das Recht, die Robot und — die Grundbuchsgebühren zu begehren, nahmentlich das Pfundgeld, Sterberecht, Mor- tuar und Abfahrtsgeld. — Alle diese Ausflüsse der Grundherrlichkeit haben aber durch den successiven Wechsel der besondern Verfassung Wiens, die angeführten Modificatione» erhalten. II. Jahrg. Denkwürdigkeiten. L.Bd. r. u.Heft. 2 i8 D i e Vorstädte. So wie schon das leopoldinische Stadtrecht und die friedericianische goldeneBul- le, alle Hörigkeit der Wiener Bürger ausschließen, bestand auch im Burgfrieden nie eine Robot, daher auch zeither nach der Erlassung des Robot-Patents , eben so wenig Frohndienste gefordert werden dürfen. — Die Robot auf den Frey gründen ist langst im Gelde reluirt und wird beym Steueramte behoben. Wie schon im 2. und 3. Heft des II. BandeS dieses Jahrgangs bey den Häusern der Stadt S. CLXXV. bemerkt worden ist, wurden verschiedene Häuser, vorzüglich die l a n d e s f ü r st l i ch e n Gebäude (deren es Anfangs sehr wenige gab, weil alle öffentlichen Anstalten städtisch waren), losgekauft. Es wollte nähmlich die Staatsverwaltung diese Häuser vom jährlichen Grunddienst befreyen, aber den Grundherrn für die entgehenden Veränderungsgebühren pflichtmäßig entschädigen. — Da der Staat als eine Körperschaft betrachtet wird, welche die Gewähren jegliches Jahrzehend zu erneuern hat und da er des jedesmahligen diesfälligen Ansuchens und Tap-Erlages überhoben seyn wollte, so bezahlte er in jedem solcher Fälle, dem Magistrat ein sogenanntes Redimirungs-Capital. — Auch von Privaten nahm der Magistrat in mehreren Fällen ein Abftndungs- Quantum, behielt sich jedoch, selbst bey öffentlichen Gebäuden (z. B. beym Baue der Hauptmauth, wozu mehrere bürgerliche Häuser genommen wurden), ausdrücklich vor, daß, wenn dieses Gebäude wieder in Die Vorstädte« 19 Privathände kommen sollte, auch der Magistrat gegen Heimzahlung des Redimirungs-Capitals, wieder in den vorigen Stand eintreten sollte, weßhalb diese Capitalien nicht als ein Activ-Vermögen des Oberkammeramtes, sondern bloß als ein Depositum angesehen werden. Daß die Grunddienste in alter Zeit Theils im Geld, Theils in Rindern, Eyern, Hühnern rc. auf Georgi und Michaeli zu bezahlen, auf Weihnachten/ Ostern und Pfingsten abzuliefern, bestanden, davon liefert das Urkundenbuch zahlreiche Beweise, seit Ottokars Tagen, in städtischen und Scholtner Briefen Nr. 32 , 33 , 42, 61, 70, 82, 128 , 264, 279/ 297 Die veränderliche Gewährs-TaIe des Pfundgeldes, auf die alten Rechte der Stadr gegründet und erneuert durch den Brief Rudolphs IV. vom 2. August i 36 o Oir. 142, gab dem Magistrat zwey Pfenninge vom Gulden. Eine Verordnung des Stadtrarhes vom 2. März 1874, bestätigt durch Leopold I. *8. Nov. 1690 setzte das Satzpfundgeld und die Gewährs-Tape für den Burgfrieden, bereits auf den heutigen Betrags In Erbfällen aber darf nach einem Gesetze Josephs!- vom 16. May 1709 im Burgfrieden weder der Magistrat noch die übrigen Dominien ein Pfundgeld abnehmen. Auf den Freygründen zahlt man drey Kreuzer vom Gulden, auf der Windmühl aber, die mit diesen und mir keinen höher» Rechten verkauft wurde, das Veränderungsgelb mir einem Kreuzer, das Satzpfundgeld mit zwey Pfenningen vom Gulden. Ausgenommen 2 * 20 Die Vorstädte. sind hiervon, die vom ehemahligen Königklosterhaus erkauften vier Häuser, welche ganz landgütlich behandelt werden. Nach dem Einstands-Privilegium Fere dinands II. vom 18. July 1628 Nr. 178, bestätigt durch Leopold I. nach der Präger Krönung 14. August 1687, durfte Niemand ein bürgerliches Haus besitzen, außer der Bürger, oder der hierzu besonders Privtlegirte (wie die höhern Staatsdiener, die Doctoren der vier Facultäten und die katholischen Großhändler). Gegen alle andern stand jedem Bürger das Befugniß zu, eine solche bürgerliche Realität, kraft des Einstandsrechtes, gegen baaren Erlag eines billigen Schätzungswerthes an sich zu lösen. Dieses Privilegium erhielt durch bloße Gewohnheit, ohne irgendwelche schriftliche Verfügung, die Veränderung, daß man sich, auch nicht zum Bürger- rechte geeignet, gegen dies Einstandsrecht schützen konnte, wenn man die P 0 sse ssi 0 U s - F ä hig- keits-Taxe mit einem Kreuzer vom Guldenwerthe der Realität bezahlte: eine Beobachtung, die Carl der VI. in seinem letzten Lebensjahre (» 5 . März 1740) genehmigte, mit dem Auftrage, die Besitzesfähigkeit nicht so leichter Dinge zu verleihen, Käufer bürgerlicher Realitäten anzuhalten, sich das Bürgerrecht beyzulegen. Nach dem Grundsatz, alle Fesseln des Eigenthumes, wenn auch mit Umgehung, oder Aufhebung der wohlerworbenen Rechte Dritter ganz willkührlich zu sprengen und selbem die möglichste Disponibilitäk Die Vorstädte. 3 » zu geben, hob das josephinische bürgerliche Ge. setzbuch auch dies E i n st a n d s r e ch t auf und die Aus- übung dieses gleichfalls in der Urwesenheit jedes Mu- nicipal-Regiments wurzelnden Rechtes blieb und zwar ohne anderweitigen Ersatz, durch zwey Jahre unterbrochen; aber Leopold ll. gab bey seiner Thronbesteigung der Stadt Wien wieder das Recht zur Abnahme des zweyten Kreuzers vom Gulden von unbürgerlichen Realitaten-Besitzern, jedoch nicht mehr unter der Benennung des Einstandes oder der Poffessions - Fähig- keits- sondern der BürgerlasteN'Reluitions-Tare, auch in Erbfällen, wo doch kein Pfundgeld abgenommen »vird. Andererseits fielen durch die zahlreichen Staatsanstalten für die öffentliche Sicherheit und Bequemlichkeit, gar manche der ehemahligen Verpflichtungen der Bürgerschaft hinweg, woher es rührte, daß die Käufer unbürgerlicher Häuser lieber das Bürgerrecht nahmen. Das magistratische Grundbuch ist beständig offen, weßwegen der Grunddienstwandel pr. 22 1/2 Kreuzer, wenn nähmlich der Dienst nicht bezahlt wird, so lange das Grundbuch offen liegt, von keiner Bedeutung seyn kann. Wer die Gewähr nicht zu rechter Zeit nimmt, zahlt 45 Kreuzer G e w ä h r w a n d e l. Nach einer Entschließung Leopolds 1 . vom 1. Sept. 1660, die jedoch bloß die landesherrlichen Grundbücher betrifft, soll der neue Grundhold binnen drey Monathen nach abgeschlossenem Kaufe die Veränderung anzeigen. —. 22 Die Vorstädte. Der Magistrat vergönnt ein volles Jahr hierzu und erst nach Verlauf desselben tritt der PLnfall ein. Wahrscheinlich hat die Stadt in alter Zeit inner», halb des Burgfriedens auch den Zeh enden bezogen, so lang in demselben noch, wie das Urkundenbuch mehrfach ausweist, sehr viele Kornfelder, Weinberge, Safran-, Obst- und Gemüsegarten waren. — Daß die Weine nirgend anderwärts gezehendet werden durften, als wo sie gepreßt wurden, war eine der vielen, dem Weinbau zugewendeten Begünstigungen, die aus den Zeiten der Babenberger herstammend, von Albrecht dem Lahmen, von seinen Söhnen Albrecht und Leopold, und endlich auch von Ferdinanden I. bestätigt wurde. Mit der Einlösung der oberwähnten, im Burgfrieden gelegenen Grundbücher und mit dem Ankauf der eben dort gedachten Herrschaften oder Freygründe, hat zwar der Magistrat zufällig auch einige Zehend- rechte miterhalten, die aber bereits in Geld reluirt und dem Grunddienste zugeschlagen waren. Da z. B. mit dem Grundbuch des ehemahligen Nonnenklosters in Tuln am Thury und mit dem Grundbuch in Margarethen, wo mit dem herrschaftlichen Schloß und Garten, auch Rustical-Gründe vermengt waren, das Zehendrecht von diesen Rustical-Gründe» dem Wiener Bisthum gehörte, so fanden sich die vormahligen Dominien mit demselben ab, welches Absindungs-Quan- tum durch den Kauf an den Magistrat überging, welcher hierwegen jährliche 26 fl. in das erzbischöfliche Ze- hendamt abführt, wiewohl die betreffenden Grundstü- Die Vorstädte. 23 cke schon längst wieder verkauft und meist zum Verbauen abgegeben morden sind. Die Mieden, welche gerade die Hälfte der Bevölkerung der Stadt zahlt, (nähmlich 1825 an 23,700 Seelen), die Landstraße mit 2 i, 5 oo, bie Leopoldstadt mit 21-200 sind den großem Provinz- Hauptstädten, das Schottenfeld mit 16,400, der Neubau mit 14,900, der Alserg rund mit i3,2oo, den mittleren derselben zu vergleichen und an Vortheilen der) Lage, an Concenlrirung aller Bedürfniss« und Bequemlichkeiten des Lebens, an Sanitäts-, Wohl- thätigkeits- und Unterrichtsanstalten, an prächtigen Pallästen und Gärten weit vorzuziehen. — Nur der Alterthümler wird dabey schlecht seine Rechnung finden, da diese Vorstädte, wie gesagt, noch keine vollen anderthalb Jahrhunderte rückwärts zählen. Gerade als die Stadt und die Vorstädte unter Ferdinand l., durch den neuen Umschwung des Welthandels, durch die Entdeckungen in beyden Indien, durch das Ende alle der unseligen Theilungen, durch die Vereinigung Ungarns und Böhmens mit Österreich, durch die vielen Reisen ihrer vermöglichen Bürger nach Italien und die Bildung ihrer Jugend daselbst, durch eine edle Freymüthigkeit in Wort, Schrift und Druck, durch ein von scharfsinnigem Urtheil und warmem Gemüthe zeugendes Mühen, die Vorzeit mit der Gegenwart, die G e sch i ch t e mit der K u n st zu wechselseitiger Verherrlichung zu vermählen, durch einen hieraus entsprossenen, wahrhaft medizäi- L4 Die Vorstädte. sehen Geist für das Schöne und Große, gerade als sie durch diesen seltenen Zusammenfluß von Umständen , den Giebel ihres Flors und ihr goldenes Zeitalter erreicht, wurde Wien aus die Probe gestellt, ob es so theuere Güter nicht nur zu erwerben, sondern auch zu vertheidigen vermöge? — und beym Heranwogen der unzählbaren Heeresfluth jenes in drey Welttheilen siegreichen, größten der osmanischen Sultane, siel aus alle diese Vorstädte zum ersten Mahle der Gräuel der Verwüstung.— Kaum hatten die to- desathmenden Fittige der Pest seit vier Jahren vor- übergerauscht, Hunderttausende als Opfer hinweage- rafft und jedes Haus mit Scenen des Entsetzens erfüllt, als die Türken zum zweyten Mahle vor Wien erschienen, als dieses sich zum zweyten Mahle als der Hort des Glaubens, der Sitte und aller Cultur des Abendlandes in der größten Noth mannhaft erwies und anderthalb Jahrhunderte nach der ersten Belagerung zum zweyten Mahle diese Vorstädte in rauchenden Schutt unh Trümmer versanken — und dennoch stiegen sie wenige Jahre nach solchen ungeheuern Unfällen aus Schutt und Asche herrlicher als jemahls wieder empor, auf daß Wien für alle Zeiten, als das Symbol dessen dastehe, was Österreich, (Haus und Staat) im Laus der großen Weltgeschicke symbolisch bedeuten, die U n b e z w i n g b a r k e i t und Unerschöpflichkeit der Nationalität; die geschichtliche Erklärung jener uralten Mythe vom erdgebornen Riesen, der von dem Gewaltigsten der Halbgötter- auch noch so oft, mit schwerem Falle zu 25 D i e Vorstädte. Boden gerungen, wie er nur die Mutter Erde berührte, immer kräftiger wiedererstand! Man könnte im Scherz sagen, die Türken seyen die besten Helfer und Bundesfreunde jedes Geschichtschreibers von Wien! Ohne sie nähmlich und ohne die zweymahlige Zeistörung der Vorstädte, würde die Historie dieser Stadt ein ganzesLeben erfordern und ausfüllen, wenn nähmlich jene Vorstädte, von den Mongolen kaum erblickt, vor den Hussiten durch den mächtigen Strom beschirmt, durch den großen Mathias H u n n i a d y C o r v i n fast eben so hoch wieder gehoben, als durch das Bedrängniß zweyer Belagerungen in ihrem Flor aufgehalten, seit den Kreuzesfahrtcn des Jasomirgott, Heinrichs des Löwen, des Barbarossa, Richards Löwenherz und des heiligen Ludwig, seit Leopold dem Glorreichen, Vater des Vaterlandes, ungehindert fort und fort zugenommen hätten! Der untere Werd. — D i e Judenstadt, Leopoldstadt, Jägerzeil. Die älteste, urkundliche Erwähnung des u n- tern Werd reicht nicht über die Tage der Habsburger hinauf. — Außer allem Zweifel theilte die Donau sich bereits in verschiedene Arme, Inseln und Halbinseln (germanisch Werder), als der auf der berühmten Siegessäule verewigte Brückenübergang auf das linke Ufer im Markomannen-Kriege durch M a r c A u rel geschah, welcher Vindobona als pömisches Municip gegründet, oder gemehrt und dort 26 £> i e Vorstädte. seine Augen für immer geschlossen hat. — In den Tagen der Babenberger hießen die buschigten Auen und sumpfigen Wiesen jenseits des, Wien zunächst strömenden Donauarmes, der über den heutigen Salzgries und Fischmarkt floß und zu dem, von den Schiffer- und Fischerkirchlein, St. Rupprecht und Maria am Gestade, derKatzensteig, Rupprechtssteig und die beyden Fischerstiegen, heruntep führten, im Allgemeinen der Werd (Eyland, Ufer land). — Das älteste W e r- derthor war zwischen dem heutigen Dempfinger- und Gammingerhof. Ihr Umbau ließ erst im gegenwärtige» Jahre seine letzten Spuren verschwinden, welche in einem alten Thorbogen und mehreren Zinnen bestehend, die Vignette des IV. Bandes des I. Jahrgangs darstellte. — ES ist daher nicht mehr und nicht weniger als diese Ufergegend im Allgemeinen bezeichnet, wenn die (dem letzten Babenberger, Friedrich dem Streitbaren und dem Gemahl seiner Schwester Margarethe, König Ottokar, gleichzeitige) Reim-Chronik des Wiener Bürgers H ann's Enenkel, von der Erbauung des Bethkirchleins zu St. Rupprecht (inhaltsleer und schwankend genug und in der Anschauung seiner Tage) also spricht: „Die chirch stet nidert so wol, sam gegen den werd, auf der haide, do hat sie schön äugen Waide. die red begund in allen vil recht wol gevallen do wart die grundvest gegraben D i e Vorstädte. 2 ? vnb auch die chirich schon erhaben vnd wart geweicht also here in Sand Ruechprechcz ere als seu noch heut ist bechant in W i e n n e sie die p h a r r wart genant.'' Wer möchte heut zu Tage noch im Stande seyn, alle die Veränderungendes Donaurinnsales, alle die, unzählige Mahle wechselnden Inseln und Halbinseln zu bezeichnen, die durch die Gewalt des Wassers oder einzelner Überschwemmungen entstanden, wuchsen, abnahmen oder verschwanden? Solche Fluthen kennen wir aus den Tagen der Babenberger und nahmentlich Leopolds des Heiligen von 1118 und 1126, Heinrichs Jasomirgott von 1172 und beyder Leopolde, des Tugendhaften und des Glorreichen von ng 3 und ng 5 , dann von 1210 als die verheerendsten. Wer könnte die Ortschaften alle nennen, die^in den Fluthen der Donau ihr Grab gefunden *), die W e rder. Schütten, W a ch r a i n e (Wagrame), die dadurch entstanden, oder die vielen Örter mit Gewißheit andeuten, die jetzt ziemlich tief im Lande, einst dicht am Ufer gelegen waren? — Wir haben von den Babenbergern schriftliche Satzungen über Wasserschäden und Anschwemmungen, und über die hierdurch hervorgebrachten Veränderungen des Eigenthumes. Mancher Ort ward, der Geivalt der Wässer auszuweichen, zwey und drey Mahl an eine neue, nahe *) Wie Ringelsee, Krotendorf, Hosen, Stalling, Hadmars- dorf, ödenbrunn < Reinoldsberg, Etzelsberg ic. 28 D i e Vorstädte. Stätte verlegt, den alten Nahmen beybehaltend, was zum Verständniße mancher Urkunden und zur Vermeidung mancher Irrungen, zu beachten nothwendig ist *). — Des Marchfeldes Uferstrecken wurden in dieser Weise nur zu oft verwüstet, wieder beurbart, wieder verwüstet und selbst in den neuen, rückwärtigen Ansiedlungen schwer bedroht. — Das alle Neu- burg, eine der von Carl dem Großen in der Ostmark erhobenen Kirchen, wurde von einander gerissen, indem zuerst ein Arm, alsdann der Hauptstrom durchbrach und zwey Neuburge bildete, jenes Markthalben und jenes Klosterthalbe n, nähmlich Kor n eu- burg und Kloster- oder Herzoge nneuburg. — Vielen Spuren zufolge ist es gar nicht zu bezweifeln, daß die Donau zur Zeit des Jasomirgott und der beyden Leopolde, seines Sohnes und Enkels, sich vom Bisamberg herüber, noch stark gegen die comage- nische Bergkette am rechten Ufer, insonderheit gegen die Höhen von Döbling gedrängt, dann aber wahrscheinlich binnen der drey Jahrzehende des großen Zwi- schenreiches, unter Ottokar, sich in Folge eines eben so wenig bekannten Ereignißes, mehr gegen das linke Ufer geworfen und von Zeit zu Zeit im Marchfeld arge Verwüstungen angerichtet habe. — Auf dem einen, wie auf dem andern Ufer mußte die Kunst dem *) Z. B. bey Alpiltvwe, Eupoldau, St. Georg in Kagran, Urluigestorf oder Jedlerstorf, daher zum Theil auch die vielen Neusiedel und das jus, quod dicitur Lantsidel- reeht, mit dem die Grundherrn, die wüsten Strecken zu neuem Anbau verliehen, zu neuer Deurbarung. Die Vorstädte. 29 Unbändigen Zorn der Fluthen Einhalt thun. Von so gewaltsamem Wechsel zeigt die lange, bedeutende Erwähnung von Stadlau, als des Hauptüberfuhr- Punctes und des Sitzes der Waffermauth, davon die Überfuhrsrechte derer von der alten Donau, bey Erdberg (schon damahls hieß sie so), von Albrecht dem Lahmen erneuert, aber schon aus der Epoche der Babenberger herstammend; das Verschwinden aller, in den alten Grundbüchern angegebenen Scheidemarken der verschiedenen Auen, aktz der Klosterneu- burger-, Schotten-, Tabor-, Wolfs- und Spitelau, der Paderinsel, des Fugbaches und verschiedener Wassergräben im Prater; der durch Eisgänge und Überschwemmungen oftmahls urplötzlich, durch die Gewalt des gewöhnlichen Laufes aber langsam herbeygeführce Wechsel der Inseln und das Vorwiegen bald dieses bald jenes Arms als Hauptbette. Die Überlieferung der Schiffer und Fischer, scheint mit dem Strich der Hügelreihe von Nußdorf nach Erdberg ganz übereinstimmend. — Die „alte Donau", (die Rede ist hier nur von der ältern habsbur- gischen Zeit, aus der auch die städtischen und Schott- ner Urkunden bereits häufig sind), zog demnach am Fuße des Hügels zwischen Nußdorf und Heiligenstadt, an der Döblinger Höhe vorüber, neben der Nußdor- fer Straße, bis gegen die jetzige Nußdorfer Linie, dann unten am Sporkenbühel vorüber, am Fuße der Schottenpeunt oder des sogenannten Ochsenberges, über den Salzgries, Fischmarkt und die Adlergaffe, endlich im Thale der Höhe von St. Niklas, mitten I 3o Die Vorstädte. durch die jetzige Weißgärbervorstadt. — Darauf bezieht sich die im Urkundenbuche Nr. 104 angeführte Verheißung des/ der Stadt Wien vom Erzherzog Sigmund von Tyrol aus dessen unterinnthalischen Bergwerken und Wasserbauten eigens gesendeten Hi- draulikers Kaspar Hartneid von Augsburg von i45ö, einen für die größten Hohenauer Schiffe geeigneten Hauptstrom, vonDöbling nach der Stadt hereinzuleiten. Hartneid begann unverzüglich seinen kecken Bau, der der Stadt schweres Geld kostete, aber keineswegs die gehofften Wirkungen hervorbrachte.— Da man mit den Charletans dazumahl nicht so säuberlich umging, wie heut zu Tage, warf ihn die Bürgerschaft ins Gefängniß, dies Sinnes, ihn am Leibe zu strafen, für den Nachtheil, den er ihr verursacht: — kaum daß Sigmunds Fürsprache ihn rettete und ihm freye Heimkehr erwirkte, gegen Urfehde, die er schwor, sich nie zu rächen. Die Überreste des alten Donaubettes längst der Nußdorfer Straße, verschwanden erst in der josephi- nischen Zeit gänzlich durch allerley Anpflanzungen der Bewohner Döblings und des Sporkenbühels. — Die Nahmen des obern Werd (Rofsau) und des Altlichten werd (Lichtenthal) sind redende Denkmahle. — Der Boden dieser Vorstädte zeigt nach so langem Anbau noch immer den Flußsand. Bey den Ar, beiten am rothen Thurm und bey der Erbauung der Fer d inand s b r ücke rLig kam man schon in einer Tiefe von vierzehn Fuß auf das alte Fluß- / Die Vorstädte. 3i bette. — Beym Bau der Salzgries-Kaserne, in den ersten Jahren Theresias, wurden starke hölzerne Wehren gegen das Einreißen des Wassers ausgegraben und noch zu derselben Zeit, wies man an den, großen viereckigen Thurm des untern Passauerhoses, gegen den Salzgries herab, die starken Eisenringe, an denen die Nachen und Klotze angehängt wurden. Vielfältige urkundliche Spuren, übrig gebliebene alte Nahmen und die Lage und Richtung der verschiedenen Wassergräben, verrathen uns deutlich, wie mehrere große Auen und Werder durchrissen, andere vereinigt und zu Hauptinseln gebildet, der mächtige Strom überhaupt und sein südlicher Arm insbesondere, durch Natur und Kunst, mehr gegen das nördliche Ufer gewendet wurden, somit von der großen Inselgruppe des Werd (dergleichen man von den Höhen des Kahlenberges noch jetzt von Neuburg bis Wien, mehrere gewahrt), eine guce Strecke ganz aus das diesseitige Ufer gefallen und der übrige Theil zu abgesonderten Inseln geworden sey. Somit wurde nun die Gegend von der jetzigen Nußdorfer- oder Döblinger-Linie bis an die Als, zwischen dem Sporkenbühel und dem Donauarm, der Altlichtenwerd, — die Strecke von der Als, zwischen der Schottenpeunt, der Stadt und der Donau bis gegen den rothen Thurm, der obere Werd — und als eine im Verlaufe der Zeit aus mehreren kleinen Inseln zu einer einzigen großen gebildet, als eigentlicher, als unterer Werd (wie sie in den magistratischen Gewährbüchern noch jetzt heißt) blieb.die Leopoldstadt mit der Brigittenau und / 32 Die Vorstädte. dem Prater, nordwärts umschlossen vom zweyten, dem sogenannten Taborarm oder dem Fahnstangenwasser. Die zweyte Inselgruppe mit ihren vielen Auen, oder die Gegend „zwischen den Brücken" wird südlich von eben dem Fahnstangenwasser, nordwärts vom Hauptstrome begränzt, der dem Volke der Kaiser a r m, oder das Kaiserwasser heißt. Als die vorzüglichsten Bestandtheile des untern Werd, erscheinen in Urkunden und zum Theile auch in Chroniken: i) die Wolfsau, der nördlichste Theil, der aber gänzlich zerrissen, theils zum Bette des Fahnstangenwaffers, ein kleiner Theil zum Eylande zwischen den Brücken, ein größerer zur Brigitten- au gehört; 2) die Taborau, in der Gegend der alten Favorite, oder des heutigen Augartens, in welcher bey der zweyten türkischen Belagerung, i683, des Kaisers Oberfeldherr, Herzog Carl von Lothringen einen Theil seines Heeres unter dem General Schulz lagern ließ, in der (zwar binnen wenigen Tagen vereitelten) Hoffnung, die Leopoldstadt zu behaupten, die Feinde desto mehr zu beunruhigen und vom Übergang auf das linke Ufer abzuhalten; 3) die Roh r- schütt mit dem Schildgraben, zwischen dem Augarten und der Haiden, das früheste Eigen des Bürgerspitals im untern Werd, worauf »och jetzt sein Bräuhaus steht, Nr. 23i in der Herrn- oder jetzt Strafhausgaffe; 4) die Haide zwischen den Gründen des Bürgerspirals und dem heutigen Provinzial- Strafhaus, wovon noch die Haidgasse; 5) die Pa- ' derinsel, zwischen der Haide und der Donau; 6) der 53 D i e Vorstädte. obere Fall, nnferne des scharfen Ecks, Donau- straße, dem Schanzelthor und der Gonzaga-Bastey gegenüber; 7) der u n t e r e F a l l an der Schlagbrü» cke (seit 1819 Ferdinandsbrücke gegen das ehemahlige Thercsienthor). — Noch vor 60 Jahren hießen die drey Ausgänge des rothen Thurmthors: beym obern Fall, beym Wafferthorl und beym untern Fall, und erscheinen auch noch so auf Fuhrmanns Plan der Stadt, welcher im Umkreis außer den Werken vom Neuthor bis zum Schanzet oder obern Fall 352 Schritte, vom obern Fall bis ans Wafferthorl 612, von diesem bis zum Theresienthor 676, vom Theresien- bis zum Stubenthor 620 Schritte zählt; 6) unter den Feldern, vom Lainm jenseits der Schlagbrücke, gegen den schwarzen Bären und aufwärts an der Pra- terstraße; 9) der Hangende Ort, die Ufergegend unter der Ferdinandsbrücke; 10) der Gries, vom Hangenden Ort bis zum Schütte!. — Gries war aber überhaupt der Nahme des kiestgen Gestades der Donau, der einst viel größer» Wien und viel größer» Als, daher auch der Salzgries und vom Kärnthner- gege» das Stubenthor, das Hengries, Ochsengries und dort und im obern Werd, das Holzgrics; n)d ie Schütt, das Schüttet steht noch heul zu Tage unter diesem Nahmen, theils zur Herrschaft Jäger- zeil, theils zur Herrschaft Schaumburgerhof gehörig; 12) die V e n e d i g e r a u, oder heutige Iä g e rzei- le; , 3 ) der Prater, über dritthalbtausend Klafrer lang und von sehr ungleicher, aber meist beträchtlicher Breite. Seine Hauptbeilandtheile sind: der obere Prati. Iahrg. Der.kwlirLigkeitc». 3 . Dr. 2. ». 3. Heft. 5 34 Die Vorstädte. ttx, die Grieau, der untere Prater, der Fasangarren und die großen Wiesen : die Jesuiterwiese, Stiermiese, Spennadel-Rustschacher, obere, mittlere und untere Pralerwiese, große und kleine Galizinmiese. Durch die 7 lllee, die vom neue» Tabor zur Franzensbrücke führt, gränzt er mit der Leopoldstadt, Jägerzeile und den Weißgärbern und am Perschlingbache mit den Gründen der Gemeinde Stadlau. Die übrige Gegend von der Taborstraße rechts, stromabwärts gegen den Prater, heißt insgemein das Stadtgul und war wohl der eigentliche untere Werd, die Statte der frühesten Ansiedlungen.— Von Nußdorf herein lagen die K l o st e r n e u b u r g e r- und die Spittelau zwischen dem alten Donauarm und der Wolfsau, einst durch einen ziemlichen Wasserarm, späterhin nur mehr durch unbedeutende Wassergräben getrennt. Der Nahme der W i e s e n ist dem Lichtenthal zum Theile noch geblieben. Die nahe Ufersirecke hieß schon um 1280: „unter den Hölzern"; die Hütten und Hofe dabey, von dem Sammeln des Reisig- oder Klaubhol- zes, die Klaubhofe, Chlewb höfe. Die B r i gck t t e n a u, der heurige Überrest jener großen Schenkung des heiligen Leopold an das Chorherrnstift Klosterneuburg, umfaßt mehrere herrliche Auen und Wiesen, von zwey Donauarmen eingeschlossen, milder himmlischen Aussicht auf das nahe Kahlengebirge, als die Spitzwiese, die Sulzwiese, die Jägerwiese rc. den Vorkopf, die neue und neueste Anschürt (beyde von 1786 und 1769 aus den zwey Die Vorstädte. 55 letzten Jahren Josephs, der, des anstoßenden Augar- tens Schöpfer, häufig in der Brigittenau sagte und eben dort einmahl durch einen Hirschen, der ihn schon zwischen die Geweihe gefaßt, in Lebensgefahr kam), den alten Fasangarren, den Königelboden, den breiten und den Wirthshausboden, den alten Heustadel- und Hausboden, das Teichwiesen- und Brigitten- haufel H. Die Wiesen werden auf 7b Joch, die Auen beynahe auf g 5 Joch angegeben. Die Gegend zwischen d e n B r ü ck e 11 hat meh- t rere, in den Faustrechtswüthen unter den Albrechten und unter Friedrich IV. aus der Hussitenzeit, aus der schwedischen Gefahr und aus der letzten bonapartischen Invasion bekannte Auen, als: die Kuh au mit dem Johannesgraben, dem Kühhagel, die W 0 l f s sch ü l t, den LetteNhaufen, den Mühlhaufen, den Durchlauf, die lange Waiid, die Todtenkopfelau, die Dornwiese, den Fischerhaufen, den Taborhaufen, den großen und kleinen Biberhaufen. Die sämmtlichen Auen sollen 2^2 Joch, 691 Qudrat'Klafter, die neuen Anschütten aber 7b Joch i 5-45 Quadrat-Klafter ausmachen- Wie Leopold der Heilige (dessen Nahmen heut zu Tage der untere Werd führt, dessen Bildniß seine Hauprkirche und seine» Wapenschild ziert) nun n o6, im Todesjahre seines unglücklichen Schwiegervaters, Heinrichs IV., den er in der entscheidenden Stunde am Fluße Regen verlassen, zur Sühnung dieser Schuld, die Collegiat-Kirche bey U. L. F, zu Niwenburg grün- < dete, an der Stätte des wiedergefundenen Schleycrs seiner Gemahlinn, jener schonen und großgesiniileN 5 ^ 56 D i e Vorstädte. Kaisertochter Agnes, welche Stiftung in3 und i,36 bedeutend vermehrt und in ein Chorherrnstifk nach St. AugustinS Regel verwandelt wurde, schenkte er demselben alle Auen, Schütten, Neuschütten, Wiesen und Fischweiden von Hoflein bis Erdberg und Stab lau. — Die Urschrift solch reicher Gabe ist zwar, entweder in frühern Feuersbrünsten, oder wie so viele andere, unschätzbare Denkmahle der vaterländischen Vorwelt, iÖ 2 g zu Grunde gegangen, als beym Heranwogen der osmanischen Heeresfluth die Vorstädte plötzlich in Brand gesteckt wurden und auch der K l o st e r n e u b u rg e r h of vor dem Schottenthor, mit seinem Archiv und mit dem nahen Magda- lenenkloster in Flammen aufging. — Doch bestätigte diese Schenkung schon Herzog Rudolph, (Albrecht- Erstgeborner, nachmahls für eine kurze, unruhvolle Zeit, König in Böhmen, nach der Ermordung Wenzels, des letzten Przemysliden), zu Wien am ,3. Iuly ,3o6. Der Probst trat vor ihn und stellte ihm vor, welch großen Schaden sein Stift gelitten durch die Saumseligkeit und Verschwendung des endlich abgesetzten Probsten Hadmar und durch die kurze und unruhige Verwaltung seines Nachfolgers Rüdger, der von eben dem Hadmar, seinem Bruder und dessen * Raubgesellen überfallen, gefangen und geplündert worden. — Rudolph beschirmte das Stift durch diesen, (von seinen Brüdern Albrecht dem Lahmen und Otto dem Freudigen, „ze Newnburgkh Klostershalben", am „ 20 . August i33o) bestätigten Brief, bey der Visch- „baid vnd aller Herlichkait, so das benannt Die Vorstädte. 37 „Goczhaus hat auf der Tuenaw, von den durch- „gründen Märchen, die sich anheben oberhalb H 0 f« „l e i n In der Pasigrueb, pei dem Pierpawm, vnd „da entgegen ober In derSwarczen sielten Niderhalb „Spilaren, vnd nach baiden lannden Zetal ab vncz „an den Mulgraben ob Erdpurkch vnd da entgegen aber, „vncz zu den dreuzehen Pawmen Niderhalb Stadt« „a w, vnd erweisien vns da bei klarleich, mit genueg- „samer Zeugnus, vnd briefleicher Kunntschaft, das „Sy, vnd Jr Goczhaus die vorgenant Bischwaid, mit „allem das sich D a r I n n M a ch e t v n d v 0 n N e w n« „dingen erhebt, es sein Awn, Grünn t, „S ch ü t, 0 d e r N e w sch u t ruebleich, I» Stiller „vnd »uczer gewer mesefsen haben, on menigleichs „Hindernuss vnd Irrung, seyt des Stifter „l ö b l e i ch e r g e d e ch l n u s s Z e i t e n. Das auch „darauf nyemant Recht hat ze Bischen, noch sich der „Awn, oder Was sich dar Jnn Machet Ze vervachen „noch ze vnderwinden." Eine bemerkenswerthe Erinnerung an die vom heiligen Leopold an Neuburg vergablen Rechte an und auf der Donau war, daß man über seinem Grabe, im Capitel-Haus (in ca^itolio) einen Altar zur Ehre Sc. Nikolaus, des Patrons der Schiffleute erbaute, über die dem Probsie» die Aufsicht zusiand. Es begegnen uns bereits in Ottokars Tagen, ritterbürtige Bürger voiiWien, im Werd begütert, (doch ohne Bemerkung, ob im obern oder u n t e r n) ; z. B. Hadmar von Werd verkauft dem deutschen 58 Dir Vorstädte. Hause Wien und dessen Commenthur Ortolf von Otcerstetten 2264 seinen Hof zu Engelmarsbrunn (Nr. 255 des Urkundenbuchs). Es wäre wohl zu kühn, die in Klostecneuburger Urkunden vorkommenden rloniini cie Werde, den deutschen Herrn Otto de Werde i2Ö3, Hadmarn und Eatolden von Werd >262,'mit jenem Hadmar zu verknüpfen und sie oh- neweirers auf den untern Werd zu beziehen. Bemerkenswerth bleibt aber das beständige Zusammentreffen dieser Herrn von Werd mit dem (und zwar schon lange vor dem, erst unter Theresia bewirkten Tausch gegen Hötzendorf), zu Stab lau wohlbegü- terrcn deutschen Hause zu Wien. — Auch das berühmte Geschlecht der von Neu bürg, sasi früh im Werd eigenthümlich. Es hat in Otto vonHohenmarkr (de foro) mit seinen Freunden und Anverwandten, den P a l l r a m e n, unter Ottokar die ersten Würden der Stadt erlangt; es halte den, in den Tagen Leopolds des Glorreichen so berühmten reichen Dietrich von St. Ulrich zu Zaismansbrunn, mit seinen Vettern, den Weinhausern und Ebergassingern auf- geerbt; es waren in diesem Geschlecht die Nahmen Otto und Haymo erblich und ihr Haus bey Ma- riairiegen zur Salvators-Kirche. Sie hatten im Beginne der Herrschaft Friedrichs des Schönen, die Werder jenseits des Armes vor dem rothen Thurm inne. -r- Der Theilnahme an einer weitaiissehendcn Verschwörung wider den Landesherr», mit Recht oder Unrecht, verdächtig, mußte Otto Haym das Land räumen und sein Gut wurde zur Kammer eingezogen (i 5 io). Doch Die Vprstadte. 3 g mag den König der rasche Schritt gereut haben. Ersetzte ihn wieder in einen Theil seiner Güter ein, gab seiner Ehefrau Gertrud das Haus bey Mariastiegen und die Burgrechtsgilten im Wiener Burgfrieden und ju Stadlau zurück. Das andere Haus mit der Capelle und den Stiftungen/ gab er dem Rath der Stadt, dem es schon Otto zugedacht, aber es sich noch auf Lebenszeit vorbehalten und woraus dann das Rath- haus wurde. — Occhaym lebte wieder ruhig zu Wien, als die Mühldorfer Schlacht um das römische Reich mit Ludwig dem Bayern und Friedrichs Gefangenschaft auf der Trausnitz schon vorüber und der König durch den Verlust Leopolds, der Blume der Ritterschaft, durch den Bruderzwist mir Otto dem Freudigen tief gebeugt, in Gustensteins romantischer Wildniß, mit seiner erblindeten Gemahlinn, der arragonischen Elisabeth in unheilbarer Schwermuth, dem frühen Grab entgegenreifte (1826 — i 52 Ö). Am 26. und 27. Juny 1828 gaben Friedrich und seine Brüder, Albrecht der Lahme und Otto der Fröhliche, Otthaymen, Bürger zu Wien und seiner Ehefrau Gertrud, Schwester jenes mächtigen Partey-Hauptes, des Conrad Brei- tenfelder voin Stoß im Himmel, seine Werder wieder jenseits deS Armes vordem rothen Thurm, die zeither der Pfarrer von Wien innegehabt: von einer Grundherrlichkeit Klosterneuburgs keine Spur. — Dagegen verbrieften Otthaym und Gertrud, daß »ach ihrem Tode diese Werder den herzoglichen Brüder» Heimfallen sollten. (Nr. 68, 6g, 274, 276, 280 des Urkundenbuchs).— Am 1. May 4 o Die Vorstädte. 1ZZ7 versetzten die Herzoge Albrecht und Otto den Werd um 600 Pfenninge den Wiener Bürgern gegen Wiedereinlösung. Es gaben aber die reichen Bürger und Ritter von Tirna dem Rath die Ablösungs-Sum- me und brachten die Werder an sich. Von den Tirnas kamen sie an die Liechtensteins von Nikolsburg seit einem halben Jahrtausend Hausherrn in der Herrn- gaffe und am Lobkowitzplah, nahmentlich an Hannsen den altern, der mit Herzog Leopolden und mit dem Kern seines übermüthigen Adels bey Sempach wider die Eidgenossen fiel und nach ihm an Hannsen „den gewaltigen Hofmeister" jenen mächtigen Freund und Berather mehrerer der ersten Fürsten seiner Zeit, der als ein Opfer hinterlistigen Neides und verabscheuungs- würdiger Willkühr fiel. Die Einziehung seiner meisten Güter, brachte auch „den Werd hie ze Wienn bey der Stadt an der Tunau gelegen", an die Kammer, von welcher ihn Herzog Albrecht IV. Lorenzen seinem Kämmerer verlieh, der ihn der Stadt Wien verkaufte mit Herzog Wilhelms landesherrlichem Willebrief (26. May >896). Daß von einer Grundherrlichkeit Klosterneuburgs in diesen Werdern zunächst der Stadt vor dem rothen Thurm sogar keine Erwähnung vorkömmt, während sie an andern Stellen durch vielfältige Spuren docu- mentirt ist, scheint uns kein geringer Beweis für die von Zeit zu Zeit wechselnden Richtungen des Rinnsals.— Um weiter nördlich gelegene Auen war allerdings langer und heftiger Streit zwischen dem Bürgerspital und Klosterneuburg, nähmlich um jene, die 4 » D i e Vorstädte. vom Spital die Fischerau, die Rohrschütt oder Hundsau, auch die Bockelau, hingegen von Klosterneuburg, die Rohrschütt, Langgrund und Grabstein genannt wurden, welchen Grabstein, das Spital die Oberspit- telau oder das Krieg- und Streitgut, dann wieder eine andere Au, die das Spital, die untere Spit- telau, das Stift aber die Ringelseer-, Eupoldauer- oder Glasserau nannten, mit Fischfang, Holzschlag und niederer Jagd. — Das Bürgerspital verlor den Prozeß und sollte eine sehr bedeutende Entschädigung leisten, das Stift begnügte sich aber mit i2,3oo st. in Rücksicht auf die heiligen und wohlthätigen Zwecke des Hospitals. Aber auch in dem darüber abgeschlossenen Hauptvergleich vom r6. Sept. ,65g ist wieder keine Rede von einer Grundherrlichkeit über den obern und untern Werd, obgleich so sehr der Ort dazu gewesen wäre ? Dagegen war Klosterneuburg bis in und über die Tage Friedrichs IV. im Besitz der vorzüglichsten Ur- sars oder Überfuhren, die es dann wieder weiter zu Lehen gab. — Verschiedene Besitzer einzelner Uferstrecken hielten gleichfalls solche Ursar oder passagis, mit welchen sie nicht selten einen förmlichen Zwing und Bann, ja auch wohl offene Feindseligkeiten gegen einander üblen.— Als eines der Abzeichen seines alten Wasser rechtes, schickte Klosterneuburg das Siist, wöchentlich zwey große Marktschisse nach Wien, Dienstags und Samstags. Am 10 . August bestätigte Albrecht II. dem Probste Coloman dies Vorrecht, gegen die Neuerung der Schiffleute von Kloster- und Korncuburg. Aber auch an ander» 42 Die Vorstädte. Stellen und am andern Ufer wurden die Rechte Neu- burgs mehrfach durch Ansprüche und durch Gewalt behelliget. — Jedlersdorf war des Landesherrn. — So entschied 1260 König Ottokar durch Eonraden von Zelking einen Gränzsireit zwischen diesen seinen Unterthanen (homine« villae nostrae inUrleiges- dorf) und den Stiftsunterrhanen zu Eupoldau (homines eeeiesiae heate Mariae in Niwenbnrg). 1266 schloß der Probst Niklas mit den Sliftsunter- thanen zu Eupoldau (Alpifowe) einen für die Landesgeschichte und das Landrecht überhauvt merkwürdigen Vergleich über ihre Schuldigkeiten/ das W eisa t oder den Küchendienst, das Vorgeding oder die Früh- steuer, Georgisteuer, Ableic und Anleit, (Abfahrtsgeld und Anschreibegebühr) und die Pantai- dung (Bannteidigung, plaeilnm, Gerichtstag). In den unruhvollen Tagen des endlich beschlossenen Zwi- schenreiches und des Kampfes zwischen Rudolph und Ottokar, hatten sich die Eupoldauer wider das Stift aufgelehnt und sich von allem Dienst desselben losgesagt. Probst Niklas beraubte sie zur Strafe dafür aller Rechte, die er ihnen durch den vorigen Briefeingeräumt, ließ aber endlich die Strenge der Gnade weichen und gab ihnen selbe wieder zurück, 22. August 1276, vier Tage vor der Entscheidungsschlacht bey Marcheck und Jedenspeigen, zwischen Rudolph und Ottokar. — Wie groß und häufig die Verwüstungen der Wässer gewesen, erhellt unter andern auch aus einer Urkunde Bischof Leonards von Passau vom 6 . May 1438, worin er den Eupoldauern (Elpeltawe) trotz des u»ge- Die Vorstädte. 45 gründeten Widerspruches derer von Kagran, Hirsch- stettcn und Stadlau gestattet, die von ihnen erbaute Dorf-Capelle weihen und in selber während der Überschwemmung den Gottesdienst halten und die Sakramente reichen zu lassen, nachdem die Flulhen ihre Pfarrkirche zu Stadlau vom Grund aus weggerissen und wiewohl an einer andern Stelle wieder erbaut, sie dennoch davon durch das Wasser, wenn es austrete und durch einen Wassergraben getrennt seyen. Eine» Theil des Werds jenseits, gegenüber von Erdberg, gab Herzog Rudolph ( 26 . Sept. i3o5) seinem neugestifteten Nonnenkloster bey S t. Clara, Friedrich derSchöne fügre die Fischweide auf dem Wasser hinzu, welches aus der Donau um die Au der Nonnen zwischen Erdberg und Ebersdorf fließt und Albrecht der Lahme vergönnte ihnen die Benützung dieser Aue bey Erdberg noch durch fernere drey Jahre ( 2 . Des. i 325, Urkundenbuch Nr. 2^3). Auch Privaten hatten als Beurbarer einzelner Werder nicht nur ein nutzbares, sondern (wie aus den freyen Käufen und Verkäufen hervorgeht), ein wirkliches Eigenthumsrecht über dieselben, so z. B. verkaufte ein sicherer Philipp Köpl >444 dem Augustinerhofkloster einen solchen Werdergrund, mit Wiesen und Holz, a» die Stadlauep Besitzungen gränzend. — Der Ausdruck: „enthalb T u n a w vor W e r d e r t h 0 r", ist ungleich älter und bis auf die letzte» Zeilen Albrechts II. und bis auf jene erste, kaum zwey Jahrzehende dauernde Vereinigung Ungarns und Böhmens mit Österreich, viel häufiger, als: „enthalb T u n a w vor roten T u r n"; 44 Die Vorstädte. (turris rufus, turris rubra) wie denn auch vor dem Werderthor das alte, stark bevölkerte Fischerdorf- lein mit seiner uralten Kirche zu St. Johann, oder die Fischervorstadt, lag und der obere Werd weit früher angebauet und bevölkert war > als der untere. Die Ursache, warum seit König Albrechts allzu- frühem Ende, der untere Werd so schnell und so mächtig sich hob, ist leicht zu erklären. Sie liegt in dieses edlen Fürsten Brückenbrief (4. July >429). Der häufige Verkehr mit Regensburg, Kra- kau und Breslau führte Wiener Waaren und Wiener Kaufleute bis Nowgorod und Kiom und bis tief in Asien. — In den Tagen des dritten, vierten und fünften A l b r e ch t, wurden die Wallfahrten und Kreuzfahrten nach Preußen so häufig, daß sie nicht nur in den Chroniken, sondern selbst in den wienerischen Spruchdichtern jener Zeit eine stehende und Haupt-Rubrik bilden. Die Vereinigung Pohlens und Lirthauens durch die gezwungene Heirath Hedwigs, der Tochter Ludwigs des Großen und Braut Wilhelms von Österreich, mit dem wilden Großherzog der Litthauer, Jagello, erweiterte schnell und mächtig die Bedürfnisse seines Volkes und der Kaufherr, der klug und kundig darauf rechnete, gewann ohne Mühe und Wagnis; eine überreiche Ernte. — Durch Carln IV., den die Böhmen mit Recht ihres damahls herrlichen Reiches Vater nennen, Deutschland aber und Italien mir eben so gutem Grund ihren Stiefvater, war Prag eine wahrhaft europäische Stadt geworden, die mit Rom, Venedig, Cvln und Lübeck, Die Vorstädte. 45 sprichwörtlich genannt wurde. — Albert S e dlnicky war nicht der einzige seiner Großen, der unsern und sremde Welttheile durchreist, überall das Herrlichste gesammelt, in redender und bildender Kunst sich versucht hatte, und den Rechten so wenig als der Heilkunde fremd geblieben war. — Zwar suchte Carl das Höchste des Auslandes in Prag und um seine neugestiftete Hochschule (die älteste unter Deutschen und Slaven) zu vereinigen, aber sein Geist war stark und hell genug, das Beste, das Bleibende, nur von der streng nationalen Richtung zu erhalten, die er dem Wisse» und der Kunst seines Volkes gab. Deßhalb wurzelte sie auch fest und ausgebreitet, trug die edelsten Früchte und ging trotz der ungeheuern Drangsale der huffitischen und Reformations-Kriege, erst mit der Schlacht am weißen Berge völlig unter. — Böhmen , Mahren, Schlesien, beyde Lausitzen, die Mark Brandenburg, die Oberpfalz, umschlang das Reich Carls; ein so ziemlich allgemeines Band um alle West-Slaven, etwa so, wie es den Deutschen ihr Kaise r gab, den Jtaliänern der P a p st und der Städtegeist, der skandinavischen Halbinsel die Calmarcr Union, der pyrenaischen die Vertreibung der Mauren und die Eroberung Portu- galls. — In allen diesen Slaven wallte eine mannhafte Gluth nach den Künsten und nach den Genüssen des Südens. Zwar trugen die Hussiren nichts als Schrecken und Grauel, wie über ihre Heimath, so auch über das ganze Österreich am linken Donauufer; aber Kreuzfahrer von allen Enden strömten wider sie 46 Die Vorstädte. in Wien zusammen, sogar Portugiesen, mit ihnen der Jnfant Don Fernando, Calderons „standhafter Prinz'', so daß, was die Nachbarvölker auf lange zu trennen bestimmt schien, vielmehr das Getrennte und weit Entfernte sich näherte und den schweren Fluch, den die einen auf ihr Haupt luden, in anderweitigen Segen verwandelte. Durch diese vielfach verzweigten Ursachen wurde das Bedürfniß täglich dringender, die Verbindung zwischen beyden Donauufern, die bisher, durch die Überfuhren und Uberschiffungen, durch den Wechsel des Wafserstandes , durch die häufigen Überschwemmungen und Eisstöße allzulangsam, schwierig und unsicher gewesen war, von diesen Hindernissen und Unfällen unabhängig zu machen und für den äußerst belebten n o r- discheu Handelsverkehr, den wichtigsten Wiens, zu sichern. — Schiffbrücken hatten zwar schon Mard-Aurel im Markomanen-Kriege, Carl der Große in seinem Siegeszuge wider die Hunnivaren, Otrokar, der Goldene, der Gastfreye, der Sieghafte, bey Gelegenheit jener ungarischen Dovpelhei- kath, und Rudolph, des großen Königs edler Über- winder, über den breiten Strom geschlagen, welcher raschen Kriegeszügen ein so mächtiges Hinderniß war. Die Fleischhackerbriefe Albrechts des Lahmen und seines Sohnes Rudolph erwähnen der Schlag brücke am rothenThurm; aber eine bleibende Jochbrücke von einem Ufer bis zum andern sollte erst ein Denkmahl der Vereinigung Ungarns und Böhmens mit Österreich seyn. Die Vorstädte. 47 Der abgedachte B rück e n b r i e f Albrechts, nur drey Monathe vor seinem Hinscheiden gegeben, besagt: — „wiewohl Seiner königlichen Majestät, in welche ihn nicht sein Verdienst, sondern Gott gesetzt hat, Tag und Nacht das Beste und den Ruhm der gesammlen Christenheit vor Augen habe, so glühe doch sein Herz dafür am meisten, was dem würdigen Fürstenthum Österreich, von wannen sein Ausgang ist, und seiner Stadt Wien frommt. Daher hat er mit den Bürgern berathen und beschlossen, auf seine und auf ihre Kosten, Brücken zu bauen, so viel deren von Wien über alle Donau bis an da- enthalbige Gestade nöthig. Doch soll Niemand über diese Brücken müssen, sondern auch zu S ch i s f herüber können, oder bey einem von den alten U r- farn. Ein gefaßter schwerer ausländischer Wagen, hin und her über die Brücken soll allweg von jedem Hauptroß oder Ochsen, 7 Wienner Pfenninge Brü- ckenmauth geben; ein inländischer gefaßter Wagen aber 5 ; leere Wägen, in- oder ausländisch von jedem Noß oder Ochsen 2 Pfenninge; jeder Reiter und lediges Pferd 2 ; jeder Fußgeher i Pfenning ; Ochsen oder Kühe 2 Pfenninge vom Haupt; vom kleinen Vieh, das man übertreibt, Kälber, Schweine, Schafe, Geißen, Kastraunen, von 4 Haupt 1 Pfenning. Eine Jungfrau Braut von ihrer Person i2 Pfenninge, eine Witwe Braut 24, die Armen gar nichts, als den zwey Brückenhülhern, jedem ein Kränzchen und einen Helbling.— Die Brücke, zunächst der Stadt im Werd ist frey; die Leute ausgenommen, die 48 Die Vorstädte. e nthalb des Armes im Werd wohnen. Diese geben jährlich zu jedem O.uatember 4 Pfenninge Brü- ckenmauth von jedem Haus im Werd, darum, daß sie bey Tag und Nacht unbeirrt in ihrem Beruf und Nahrung über die Brücke in die Stadt handeln. Wer Rosse, oder groß und kleines Vieh über die Brücke in den Werd auf die Weide treibt und nicht weiter, gibt von der Stadt hinüber von 4 Haupt auch i Pfenning , herüber gar nichts. Die im Haus zuv täglichen Nahrung stehenden Kühe der Bürger geben den halben Zoll." Die Wiener Donaubrücke ist, wie natürlich und billig, die älteste. Jene von Krems und Stein gehört in die Jahre i463 und 1464 , als Friedrich IV., über den verweigerten Einlaß und über die Belagerung der Burg, den Wienern herzinnig gram, den unreifen und bald wieder aufgegebenen Gedanken faßte, Wien auszuöden und allen Handel und alle Freyheiten nach dem getreuen Krems und Stein zu übertragen.— Die Brücke zu Linz ist von >497/ ein Werk der Gunst Max's I. für die Stadt, für den Ort, wo sein Vater, durch Mathias Corvin aus Wien verjagt, eine Zuflucht gefunden und seine unheilvolle lange Regierung beschlossen hat. Am i3. May i44c> vergönnte Friedrich, als Vormund der nachgebornen Waise Albrechts, L a dis- lav, den Wienern, die noch an ihrer großen Brücke bauten, die dazu aufgenommenen Darlehen, vorzugsweise aus der Brückenmauth abzutragen. Die eine Hälfte des reinen Überschuhes solle dann der Stadt, Die Vorstädte. 4g die andere dem Landesherr» zufallen. Am 2g. Iuny darauf fertigte er die Bekräftigung der Handveste Albrechts. König Ladislav gab sie in dem Augenblicke , als ihm seine Unterthanen und nahmentlich die Wiener, aus der, durch mancherley Ungebühr bezeichneten Vormundschaft in der Neustadt, mit Gewalt erledigt hatten, ,455. — Auch gab er der Stadt die Maulh zu Stadlau und dem Hansgrafenamt seine Ordnung. — In diesem Vormundschaftszwist setzte Rüdiger S t a r h e m b e r g , des Kaisers bester Parteygänger, Wien in panischen Schrecken, durch einen plötzlichen Angriff auf die damahls schon befestigte große Donaubrücke oder auf den, von der Hus- sicenzeit her so benannten Tabor. — Noch vor der endlich erzwungenen Entlassung ■ Ladislavs aus der Vormundschaft »44g, erflofi die Ordnung und Besetzung der Donaubrücken. Sie unterscheidet die erste Brücke beym rothen Thurm, die mittlere und die äußerste Brücke „im Bollwerk." — An den beyden ersteren wurde Mauih abgenommen, und dem Bürgermeister und Hubmeister verrechnet von den drey Brückenaufsehern, wovon einer der obriste. Auf der großen Brücke sollen beständig sechs Söldner seyn, Fusiknechte, mit gutem Schießzeug, Eisenhut und Tartsche und vier auf der mittleren Brücke mit drey Schilling Pfenninge Wochensold (Urkundenbuch Nr. 160). Bald folgte die Ordnung, wie man die kalte Mauth und die Waffermauth sammt der Burgmauth am rothen Thurm nehmen soll (llrkundenb. Nr. »65 II. 2ahrg. DcMa'ürtngkeite». Z. Bd. 2. h-3 .-Öeft. 4 5 o D i e Vorstädte. und 166), dann die Ordnung und Besetzung der Waffermauth zu Stadelau (Nr. 167). Jene Brücken standen nicht immer an der heutigen Stelle, die Schlagbrücke am rothen Thurm allein ausgenommen/ die sich nur wenig verändert hat. Nach mannigfachen urkundlichen Spuren und einer alten mündlichen Überlieferung, zog die Straße im Werd gerade gegen die heutige Stelle des Hauses zum schwarzen Bären und auswärts bis über das Haus zum goldenen Widder, in der Richtung der heutige» Augartenstraße, gegen die Wolfsau, Bri- gittenau. DasMauthhaus der mittlern Brücke, damahls vorzugsweise am Tabor genannt, stand unfer- ne des jetzigen Augartens, neben der Reiterkaserne. Die zweyte Brücke stand in der Wolfsschüct und von dort führte der Weg weit kürzer, als jetzt und näher bey Nußdorf durch die Klosterneuburger Au zur großen Brücke, Eupoldau gegenüber. Das Jahr der Übersetzung der Brücken von der Brigittenau und von der Nähe von Nußdorf und Eupoldau an die heutige Stelle, war das Jahr des Burg- friedens-Privilegiums 1698. In demselben Jahre ward der Wiener Canal neu regulirt. — Der Nahme der Schottenau kam wohl daher, weil sie einst großen- theils der Schotten-Abtey zugehört, der Venedi- g e r a u (Jägerzeil), weil der Witz jener Zeiten, alle dem Festlande so nahen Inseln, nach jener berühmten Lagunenstadt, Kleinvenedig oder Venedigerau zu nenne» pflegte.— Strengere Forschungen haben unsere einstige Vermuthung nicht näher gerechtfertigt, daß hier vorzugsweise der Stapelplatz des einst so le- 5 i Die Vorstädte. bensvollen Verkehrs zwischen Wien und Venedig mochte gewesen seyn? Noch viel gesuchter aber und gleich einem Lämpchen am hellen Mittag scheint die Herlei- tung des Nahmens der Schotte,lau daher, weil in den Kreuzzügen unter dem Jasomirgott und seinem Sohne Leopold dem Tugendhaften, dem Helden von Ptolomais und Gegner Richards Löwenherz (darum, wie einst in S h a k e sp e a r e s König Johann, so nun in Walter Scotts Kreuzfahrern noch toller verunglimpft), die Schotten und Jrländer, die es freylich vorzüglich häufig nach dem heilige» Grabe hinzog, gerade in dieser Au (in ganzen, abgesonderten Heersäulen?) gelagert haben sollen? Die älteste urkundliche Spur einer bestimmten einzelnen Ansiedlung im untern Werd, findet sich 1377. Diese Ansiedlung währt noch fort, bis auf den heutigen Tag, denn die Gründe, worauf noch das Brauhaus des Bürgerspitals steht, sind die nämlichen, welche diese alte, in jener Zeit von keiner andern auf deutschem Boden erreichte, den wohlthätigen Sinn der Bürger Wiens beurkundende Stiftung erhielt; nämlich am 28. Juny 1877 von Conraden R eicholf und Kathrein seiner Hausfrauen und von Hanns und Paul Syrfeyer, bestätigt i 383 am Pfingstag nach Ostern durch den Bürgermeister Paul Holzkäufel und den obristen Spitalmeister Paul Heit, „Mayerhof und Garten und all ihr Gut in dem Werd gegen den rothen Thurm über, zu Wien, lehenbar von dem Landesfürsten, Wiesen im Schildgraben und den Werd, der da heißt die Rohrschütt mit Wiesmad und Fisch- 4 * &2 D i e Vorstädte. weid und all und jeden Rechten und einen Werd in der Donau, zwischen Wien und Nußdorf, an den Schildgraben stoßend, weiland Hannsens von Seefeld", — nirgend eine Erwähnung Klosterneuburgs, außer daß eben auch zum Spital ein Weingarten zu Grinzing geschenkt wird, mit der Hand des städtischen Bergmeisters Petrei» Manseber, zugleich Amtmanns und Bergmeisters des Gotteshauses zu Neu- burg. — Doch finden wir schon unrer Albrecht dem Lahmen eine Straße im W e r d, die K r e m s st r a- ße, nach der Sitte jener Tage also genannt, als die vorzugsweise Einkehr und Waarenniederlage derer von Krems und Stein und der Umgebung. (Urkundenbuch Nr. 3o5). — Wie lange müssen aber schon zahlreiche Hütten von Schiffern und Fischern an den llfern und in den Auen sich erhoben haben und nur wenig später, da der Werd die allgemeine Viehweide war, auch Mayerhöfe. Die Vorliebe der Wiener für die Gärtnerey ist alt und diese schönen Auen mit ihren mächtigen Bäumen, mannigfaltigem Gebüsch und Waffer- Parthien, gaben Alles, was das Auge erfreute, jedem Sinne schmeichelnd, der Gärtnerey die Wafferfahrt, den Fischfang und die Jagd verbindend, aus den Mayerhöfen die wohlbesetzte Tafel besorgend, das Nützliche dem Angenehmen gesellend. Darum mehrte sich der Anbau und die Bevölkerung des Werd sehr schnell. Die Bischöfe von Paffau hatten dort ihren untern Pafsauer-Hof, gegenüber einen großen prächtigen Garten, zu welchem die Überfuhr am Wafferthörlein sie schnell hinübertrug. Die angesehensten und reichsten / Die Vorstädte. 53 Geschlechter wetteiferte»/ Landhäuser und Lustsihe im untern Werd zu haben, beschirmt vom Frieden der Stadt. Die unruhvollen Zeiten vergönnten nicht, wie im tiefen Frieden unserer Tage, den Sommer auf den nahen Dörfern zu verleben. Die R eich o lf, die H e yp e r g e r, die B r e n » e r, die A n g e r f e l d e r, Scheichenwald, Auer, Haager, Flug, Leichamschnei- der, Strudmer, Habergattel, Hayden, Kronp- fter, Schickh, Sauheindl re. die Schreiberzeche, die Büßerinnen bey St. Hieronymus re. waren unter den ersten, urkundlich erkennbaren Besitzern. —• Unter diesen neuen Hofmarken und Gärten, von denen es so oft heißt: „Newgerewt", oder: „so zuvor ain Laken gewest", waren freylich jene der Fischer, den Lustsitzen der Wiener nicht zu vergleichen. Alle mußten mühevoll und langsam über Wald und Sumpf und Wasser erobert werden. Aber schon die Lage, der äußerst lebhafte Verkehr nach Norden, wie gesagt, Wiens wichtigster Handel, lassen gar keinem Zweifel Raum, daß die Ansiedlungen im Werd schon in der Zeit der Babenberger zahlreich gewesen und Jahr für Jahr gestiegen seyen. Die i/i Nr. 219 des Urkundenbuches gelieferten Satzungen des obern und des untern Werd, sind der Sprache, der Rechtschreibung und allen Merkmahlen nach, aus den Tagen Albrechts des Lahmen. Eine Hand des XV. Jahrhunderts setzte aber die Jahreszahl 1210 hinzu, gegen die wir uns um so weniger unbedingt erklären mochten, als Wien dem damahls herrschenden Leopold dem Glorreichen, säst 54 Die Vorstädte. in allen Zweigen des Handels und des Municipal- Wesens, musterhafte Gesetze verdankt. Auch ist es eine gewichtige Bekräftigung unserer Angabe vom Hähern Alter und von der frühern Bevölkerung des obern Werd, daß diese Rechte, ursprünglich dem obern Werd geweiht, schon im Anfange des XIV. Jahrhunderts aber auch auf den untern angewendet worden sind, zumahl an gewissen Stellen, kein Fürst und kein Skadtrath, sondern das Wasser entschied, was des obern und was des untern Werd sey? Diese Rechte sind überaus merkwürdig. Ohne K lo st e r n e u b u rg s im Geringsten zu erwähnen, zeigen sie die Werder in bestimmter Abhängigkeit vom Rathe der Stadt und geben ihren Bewohnern fast dieselben Ausflüße der Bürgerfreyheit, wie denen auf dem landesfürstlichen Eigen an der alten Donau und in der Schiffstraße. Auch die Werder hatten wie jene ihren eigenen Amtmann, der zwar dem Bürgermeister und Hubmeister verantwortlich seyn und Rechnung legen mußte, aber von den Inwohnern des Werd gewählt werden und wenn er ihnen nicht mehr anstand, mit Willen des Bürgermeisters entfernt werden mochte. Die Vorzüglichern der Gemeinde erhalten den wichtigen Nahmen der „H a u s g e n o sse n." — Auch im Werd sind vier Genannte, Beyrather, Rathgeber, als Beysitzer. Sie zahlen vom eigenen Bedarf, Victualien sowohl als Getränk, weder Mauth noch Zoll, nach der Stadt Rechten. Sie bey diesen Rechten zu belassen und nur etwa das Zeitgemäße daran zu verändern, darum bitte» sie weder an den Fürsten S5 Die Vorstädte. noch an Klosterneuburg, sondern an Bürgermeister und Rath. —Gegen das Schuldenmachen, für die Reinhaltung der Straßen und Platze vor den Häusern, für die Erhaltung der Wege rc. ist polizey- liche Vorschrift gegeben. In den verzweiflungsvolle» Tagen Friedrichs IV. (schrecklicher noch, als die Herrn- und kaiserlose Zeit des Zivischenreiches) litt der untere Werd überaus viel; — weniger durch offene Feindseligkeiten und Angriffe , wie jener Rüdiger S k a r h e m b e r g s auf die Brückenschanze, oder der Böhmen, als sie dem in der Burg belagerten Kaiser den Entsatz gebracht, als durch die ewige Unsicherheit, durch das, alle Schranken übersteigende Faustrecht, wahrend dessen einzelne verwegene Raubritter dem Kaiser ungestraft Fehdebriefe zusendeten, ihm den Frieden um schweres Geld verkauften, im Marchfeld unter Ludwenko und Pankratz von Skalitz- sich zu einem förmlichen Staat or- gaiiisirten, Steuern und Abgaben ausschriebe», fremdes Gut bis auf ellf Meilen in die Runde zu Lehen ertheilren und wie die Richter und Freyschöffen im Verborgenen auf der rothen Erde, heimliches Gericht hielten. — Damahls schon mag die hohe Leiten hinrer Molkersdorf den (in der Schwedenzeit vollendeten) Ruf eines gefährlichen Raubnestes erhalten haben, renn in ihrem Wald trieb der Fron auer sein schlimmstes Unwesen, verwüstete vom Tulnerfeld bis Hürreldorf Alles, warf die Kaufleute nieder, beutete ihren Kaufschatz, fing die Bürger, wenn sie sich in ihre Weingärten, auf ihre Häuser hinauswagten 56 Die Vorstädte. und erpreßte von ihnen schweres Losegeld. Die Überfuhren zu Neuburg und Stadlau waren in den Händen der Räuber, die an mehreren Stellen neue Ur- far und Brückenschanzen anlegten.— N a bucho dono s o r A nk e lr e i ter, wiewohl vom Herzog Albrecht selbst als Befehlshaber nach Klosterneuburg verordnet, ängstigte die Bürger so, daß sie ihr Hab und Gut verließen, auf die nächsten Höhen zogen und ihre eigenen Wohnungen beschossen, nur um den Unhold endlich zu vertreiben. Ankelreiter'und E y tz i n g e r hemmten auf der Kahlenbergcr Schanze und aus einer neuerrichteten zu Tuttendors alle Zufuhr und Handel nach Wien. Der Grosser auf dem Kahlenbergcr- schloß war den Bürgern nicht minder feindselig und um Schloß und Schanze wurde mit abwechslendem Glück, immer aber zum Verderben des Landes gestritten. Als der junge Held, Prinz Victorin und Andreas Baumkircher zwischen Friedrich, seinem Bruder Albrecht und den Wienern Frieden vermittelt, den Kaiser, die Kaiserinn Eleonore und den Prinzen Maximilian aus der geängstigten Burg erledigt hatten, ritt Friedrich mit dein Prinzen nach Nußdorf, setzte dort auf die Wolfsschütt über und empfing seinen Be- freyer, den Böhmenkönig auf der mittlern Brücke. Prachtvolle Gezelte waren an beyden Ufern aufgeschlagen. — In der ersten Belagerung Wiens durch Mathias Hunnyady Corvin, wurden der obere und untere Werd von den Ungarn durch Überrumplung gewonnen. Während heftige Scheinangriffe alle Aufmerksamkeit gegen die Spinnerin» am Kreuze richte- Die Vorstädte. 5? ten, Mathias unübersehbares Heer, in Waffen blitzend, sich von dort gegen Matzleinsdorf und Margarethen ausgebreitet wies und die eisernen und steinernen Kugeln in alle Vorstädte flogen, fuhren die bewaffneten Schiffe mit anbrechender Morgendämmerung von Klosterneuburg herunter, setzten ihre Mannschaft, durch die waldigen Auen gedeckt und verborgen, ans Land und beschossen die Brücken, während jene im raschen Sturmlauf dawider rannten und sie hinweg- nahmen.— Bonfin, der sich als Historiograph und P e t e r R a n z a n, der sich als Abgesandter des Königs von Sicilien in Mathias Lager befand, können die Werder um Wien nicht genug rühmen, „durch welche „die mächtige Donau gleichsam strebe, dieser Stadt zu „desto größerer Zierde zu seyn, in welchen Werdern „so riefe schöne Gärten liegen, mit herrlichen Frucht- „bäumen die Bürger erlustigen, zu Gastmahlen und zu „Tänzen einladen und die Freude der Jugend sind".— 0477 ). In der zweyten Belagerung (,485) zeigte sich wieder die Wichtigkeit des Werds für die Zufuhr und für die Vertheidigung der Stadt, durch die Sorge, welche Freund und Feind darum trugen; jene, ihn zu behüthen und zu erhalten ; diese, sich seiner zu bemächtigen.— Die Städte Krems und Stein hatten mit einigen Edrlherrn der obern Gegend, sechzehn große Schiffe mit Mund- und Kriegsvorrath ausgerüstet und an den ungarischen Stromwachen bey Mau- tern und Korneuburg, ohne nahmhaften Verlust vorüber und glücklich in den Werd gebrachr, wo Alles 58 Die Vorstädte. mit lautem Jubel ihnen entgegenströmte. Am 4. Dec. 1484 drangen die Ungarn von Nußdorf herab in den untern Werd und warfen Schanden auf gegen die mittlere Brücke und gegen den rothen Thurm, oder am neuen Donaueinlaß. Des Königs Lager war vor dem Schotten- und Werderthor bis gegen den Dob- lingbach, jenes des Oberfeldherrn Zapolya bey der Spinnerinn am Kreuz. Um Ostern kam das dritte Heer unter dem Woywoden Laurenz und erstürmte den Tabor.— Der Hunger zwang endlich die Stadt; am i. Juny >485 hielt Mathias seinen Einzug, während eines Erdbebens, zum Stubenthor herein und fünf Jahre darauf (9. April 149a) seinen Auszug durch das rothe Thurmthor, da sein Leichnam am Hangenden Drt eingeschifft und nach Ofen abgeführt wurde, — Wo des fremden Eroberers Leiche von Wien geschieden, am rothen Thurm, empfingen Bürgermeister und Rath, Clerus und Hochschule den bereits in den Niederlanden vielgeprüften Maximilian. Die Nr. 220 des Urkundenbuches gab eine, gerade in Mathias Tage fallende Banntheidigung und Nachtheidigung aus dem untern Werd am rothen Thurm 1489 mit einigen spätern. Der Bürgermeister (Capo Corisole) und Stadtrichter führen den Vorsitz, mit ihnen die Ältesten (Ehrenhalber auch Consules genannt) sohin der Amtmann und die Vierer oder Beyrather (wie in der Stadt Leopolds des Glorreichen hundert Genannce, Nominati, cives optimo jure, oder die Vierundzwanziger, die Rathgcben). Die vollkommene Hoheit der Stadt Die Vorstädte. 5g geht daraus hervor, daß dem Bürgermeister die Fischlacken und die Vogelau zustanden und von ihm in Bestand verlassen wurden, die rinnenden Wasser aber, gemeiner Stadt angehörten und vom Unterkämmerer verlassen wurde». — Bey dieser ihrer Behörde klagen die Inwohner, daß gegen ihr altes Recht und Herkommen, Vieh aus der Stadt in den Werd hinüber getrieben werde, daß Fremde bey ihnen ewthalb des Arms Schiffe und Zillen halten und verkaufen, daS wider ihre Rechte sey, daß die landesfürstlichen Jäger darauf ausgehen, sie aus der R ossau und den nahen Auen zu vertreiben und sie auch in den dortigen Maiffen nicht holzen lassen wollen Die Fischer klagten wider die Jtaliä- ner und Galeotten wegen der vor dem rothen Thurm vor Anker liegenden, neu errichteten Flottille, daß sie ihnen die Fischweide zu Grunde richten, dann daß der obere Werd.-Wachdienst leisten müsse am rothen Thurm, da sie doch sonst niemahls weiter als bis zum Salzthurm gekommen. — Die Bitte, wegen Beybehaltung der Rossau, wurde wiederhohlt, jedoch der Gnade des Magistrats anheimgestellt; auch um Wiedereröffnung des Werderthors dringend angehalten. — Der Rath schrieb die Mannschaft, Steuer, Robot und den Wachtthorsteher- z in s in beyden Werdern aus und begehrte mehrmahls die Fatirung aller Gründe, mit sämmtlich darauf haftenden, erblichen, oder andern Gerechtigkeiten. Während der zweyten Belagerung durch Mathias (ist85) und noch vielmehr nach der ersten tür- 6o D i e Vorstädte. kischen Belagerung (i52g) waren die Werder voll Brandstätten und öderG runde, und die Lust wieder zu bauen war gering. An mehreren Orten wurden nur Scheunen und Ställe statt der vorigen Häu- sergebaut. Darum finden wir mehrmahls, z. B. ifigst, 1497, i537, i 533 , i 539 den Stadtkämmerer als Kläger auftreten, daß diese Gründe öde liegen und ihren Dienst versäumen, weßhalb die Gründe dem Bürgermeister verfallen wären. Es wurde nun die Erbauung von Städeln ganz untersagt; wo aber vorhin nur Städel waren, soll Jeder daneben ein Haus bauen binnen einer O.uatember, damit die behausten Güter in höhere Aufnahme kämen und die Auflagen leichter vertheilt werden könnten. Bey der ersten türkischen Belagerung waren es die Schiffleute oder Nassadisten, die dem Werd den größten Schaden zufügten. Sie erschienen trotz der Zerstörung, die das heftige Feuer des Preßburger Schloßberges unter ihnen angerichtet, über 400 Kriegsund Proviant-Schiffe stark, mit drirthalbtausend Mann Besatzung, zerstörten die lange Donaubrücke und die Wolfsbrücke, verbrannte» den Tabor und schnitten jede Verbindung mit dem linken llser ab, auf welchem der Ersatz des Reichsheeres unter dem Pfalzgrafen Friedrich erwartet wurde. Sie hatten schon beyHeim- burg den Strom übersetzt, das dem alten Niklas Salm zugehörige Schloß Ort verbrannt und Miene gemacht, eine starke Heersäule Reicerey überzusetzen und die Einschließung Wiens im gleichen Augenblick aus beyden Donauufern zu vollenden. Aber Salm schleuderte einen Haufen seiner schweren Reuter unter Katzianer wider sie. Was ihrem Würgeschwert entging, fand ein nasses Grab in der Donau. Minder glücklich war der Ausfall, den der tapfere Hektor von Reischach, zuiii Salzthurm und zum rothen Thurm hinaus machte, die Zerstörung der Brücken zu hindern. Die Naffadisten setzten sich in allen Jnftln und Auen fest, bis Nußdorf hinauf, um jede Verstärkung und jede Zufuhr zu hindern. — Der Naffadisten eigentlicher Befehlshaber war kein Türke, sondern ein Ungar, Sebastian von Syrmien genannt, nach der Heimatb, aus der ihn Mehmed Pascha vertrieben und damahls im Dienste des Gegenkönigs Zapolya. Ihn jammerte des Unheils und des schmachvollen Bundes mit den Ungläubigen. In der Folge trat er offen über zu Ferdinand, seinem rechtmäßigen König; focht an Carls V. Seite, heldenkühn im Schmalkaldenkrieg und in der Mühlbergerschlacht, und erhielt zum Lohne das an Naturwundern reiche S z u l y o. Kauin war die Belagerung aufgehoben und der türkische Erbfeind aus den Werdern gewichen, so wurde auch die Verbindung mit dem jenseitigen Ufer durch Schiff- und Laufbrücken schnell wieder eröffnet. Der alte Salm ging der erste auf das jenseitige Ufer, trotz seiner schweren Wunde beym letzten, glorreich abgeschlagenen Hauptsturin und sendete den besten Theil seiner Reiterey rasch durchs Marchseld nach Preßburg, um Gran und Ofen, wo möglich »och vor dem Feinde zu erreichen. 62 Die Vorstädte. Die neue Befestigung Wiens unter Ferdinand I., i 537 begonnen und 1548 in ihren Hauptumrifsen vollendet, erzwäng mitunter durch die Gewalt der Umstände eine schnelle Wiederbevölkerung des Werd. Es durften nähmlich einerseits die der Stadt allzunahen und dem neuen Vertheidigungs-System nach- theiligen Häuser der Lücken und Vorstädte nicht wie- dererbaut werden/ den Besitzern wurden aber dafür Baugründe in den Werdern angewiesen; andererseits gewährte diese Ansiedlung mehr Sicherheit als in irgend einer andern Vorstadt. — Im damahligen Umschwung der Kriegskunst konnte den vielen ausgezeichneten Kriegern Carls V. und Ferdinands I. aus der Schule des gran capitan, der kühnen welschen Con- dottieri, der Colonnas/ Freundsberg und Salms unmöglich entgehen, was Wien eigentlich so wichtig mache? nähmlich daß es ein Waffenplatz und eine Vorraths- kammer des ersten Ranges, ein Brückenkopf und Uber- gangspunct sey und daß es eine zu den größten Diversionen und Demonstrationen genügende Besatzung von Fußvolk und Reiterey in sich aufnehmen könne. Die Werder bis an die Donau wurden i 543 in die äußerste Befestigungslinie mit eingezogen, die Schanzen ander äußern Lacken im Durchlauf, in der Wolfsschütt außer dem alten Tabor, neu und fester hergestellt und in der Folge, nach dem Falle von Raab noch mehr verstärkt. — König Ferdinand erneuerte am 4. May i 524 die albertinische Handveste und den Brückenbrief Königs Ladislav Posthumus; — i54o wurden Ausgabe und Einnahme bey der langen Donaubrücke, der 63 D i e Vorstädte. Stadt gänzlich überlassen und durch eine Verordnung vom 28 . Juny i 5 2 6 die Brückenmaulh neu regulirt. Neben vielen urkundlichen Spuren erweiset auch der im zweyten Bande abgedruckte, in vieler Beziehung merkwürdige Lobreim des Schottn er Schulmeisters, Wolfgang Schmelze!, das; in den Auen weit mehrere Brücken waren, als heur zu Tage. Das alte Municipal-Regiment Wiens und die ganze Herrlichkeit seines Reichthumes, seines Wehr- standes und seines Wirkungskreises, ging eigentlich unter Ferdinand I. unter. Den Anlaß dazu gab jene unselige Irrung der alten und neuen Regenten, welche wir S. i56 des 4> Bandes im l. Jahrgang geschildert. — Ferdinands Stadt- und Polizey- Ordnung vom 12 . März i 526 und 5. Dec. aus Gran, führte auf den Trümmern des alten, ein ganz neues Gebäude auf, nachdem Ferdinand, obwohl das Blutgericht zu Neustadt die eigentlich Schuldigen bereits hinweg geräumt, durch volle vier Jahre, die Bestätigung der allen Rechte und Freyheiten verweigert hatte. Es war eine Folge dessen und der mittlerweile mächtig fortgeschrittenen Bevölkerung, des erweiterten und vollendeteren Anbaues des Landes und der 'Milderung der Sitten, daß die ursprüngliche» Satzungen, wiewohl an alt hergebrachte und wohlerworbene Rechte Dritter festgeknüpft, einer neuen Gesetzgebung weichen mußten, die unter dem beliebten Stichblatt des Zeitgeistes, die Municipal- 64 Die Vorstädte. Gerechtsame mehr und mehr in den Kreis der Regalien niederschlang.— Gegründeter war, daß die Sratuten der Werder sich veränderten/ da der fort und fort steigende Anbau die Personen und das Eigenthum nicht mehr so bedeutenden Gefahren aussetzte/ um deretwillen der Nothwehr und Selbsthülfe ein freyerer Spielraum gelassen worden war. Den Vergwaltigungen zu wehren/ an denen jene Zeit so überreich war, konnte die jährliche Banntheidigung Sonntags nach Georgi und die Nachtheidigung vierzehn Tage später/ unmöglich begnügen. Ungerechter Angriff durfte mit Gewalt abgetrieben und die Hülfe der Nachbarn nicht versagt werden/ Verunglimpfungen und thätliche Händel waren schwer verpönt/ desgleichen die Waffen/ die in der Stadt verbothen wäre»/ auch im Werd, und wessen einer in der Stadt verfällt / wegen Schwert- oder Messer-Zücken gegen den andern/ dessen verfallt er auch im Werd. Es soll auch keiner ein unehrlich Weib bey sich behalte»/ es seyen P f a ff e n w e ib e r oder andere Weiber. Die Vierer sollen alle Jahre die Zäune und die Gärten beschauen. Wer vor seinem Haus und Garten den Weg nicht macht, dem mag man seinen Zaun ein- reißei^ und auf die Erde legen. Die Zuweisung eines Theiles des bey llberschwemmungen geretteten Gutes an Retter, sollte zur Rettung ermuntern, weßhalb wir in jeglichem Uferland solcher Verfügung begegnen. Der Einzug Carls V. mit seinem Bruder Ferdinand und einer noch nie gesehenen Heeresmacht (i 532 ) ließ wider Suleyman Alles hoffen, den inzwischen der 65 Die Vorstädte. Widerstand eines kleinen Häufleins, in einem elenden Neste wie Günß aber > unter dem Helden N i- klasJurichich schmählich abgerrieben hatte. Zugleich war Michal Oglu mit seinem auserlesenen Heerhausen unferne Neustadt, bis auf den letzten Mann gefallen. Des Sultans übereilte Flucht endigte jedoch auch den Zug der Reichsarmee. Es ist unbegreiflich, daß von einer solchen Macht und von so günstigen Umständen nicht der geringste Vortheil gezogen, ja nicht einmahl eine Anstrengung hierzu gemacht worden ist. Es erregt eine unwillkührliche Aufwallung des schmerzlichsten Unwillens, aber Carln beschäftigten allzusehr das bevorstehende Concilium, die Religions-Zwiste in Deutschland, die Angelegenheiten Italiens. In einer mit Goldstück belegten Jacht, umgebett von zahlreichen Fahrzeugen mit wehenden Flaggen und Wimpeln, begrüßt von tausendstimmigen Musik- chören, vom Donner des Geschützes aus den Schiffen und von den Wallen, vom Jubel einer unzählbaren Volksmenge, stiegen Carl und Ferdinand am rothen Thurm aus öand und hielten ihren Einzug in die Stadt. Hätte es nur irgend eine Folge gehabt, daß er, der erste Fürst der Christenheit, bey diesem Einzug in ungarischer Tracht erschien , als der Freund und Besreyer dieser edeln, vom Erbfeind der Christenheit und von innerer Parleyung schwer bedrängte» Nation!! Der Einzüge durch den Werd in die Stadt, gab es von nun an mancherley, gleich als wäre der Strom der einzige Schlüssel zur Stadt und als verschlossen Rücksichten dunkler Art, das Burg-, Kärnthner- und ll. Zahrg. Denkwürdigkeiten, 3 . Bd. 2. ti. 3. Heft. Ö 66 Die Vorstädte. Stubenthor so feyerlichem Eintritt. — i56y wurde der geächtete Sachsenherzog Johann Friedrich von Go- tha, der Beschirmer des Grumbach, Stein und Man- delslohe, sandfriedensbrüchiger Raubritter, die den Fürstbischof Würzburgs gemeuchelmordet, auf einem offenen Wagen, einen Strohhut auf dem Kopf, unter einer starken Bedeckung von Reiterey, durch den Werd herein und durch die Stadt ins ewige Gefängniß nach der Neustadt geführt. — >5y4 kam Heinrich III. bey Wien an, als er der pohlnischen Königskrone entwichen war, um statt derselben, die durch den frühen Tod seines Bruders Carls IX. erledigte Krone Frankreichs auf sein Haupt zusetzen. Der Lande marschall Rogendorf empfing ihn a» der Gränze bey Nikolsburg. Die Erzherzoge Carl und Maximilian fuhren ihm bis über die lange Donaubrücke aus jenseitige Ufer, der edle Kaiser Maximilian, bis an den Tabor entgegen und führte ihn durch die Reihen der im Werd und in der Stadt aufgestellten, bewaffneten Bürger in die Burg. Binnen der fünf Tage seines Aufenthaltes wurde ihm eine prächtige Jagd im Prater gegeben und eine andere im Thiergarten des Neugebäudes zu Simmering. — Rudolph, nach empfangener Kaiserkrone, sein Bruder Mathias/ als er ihm die Zügel der Herrschaft abgenöthigt, derselbe Mathias mir seiner Gemahlinn, der tyrolischen Anna von der Kaiserkrönung zu Frankfurt zurückkehrend , hielten ihren Einzug durch den Werd. — Die Adeligen, die Bürger, die Kauf- und Laubenherrn harten sich in ein, zehn Fähnlein starkes Reiter- D i e iü o r fi o b t e. 67 geschwader zusammen gethan :— ein solches sammelte sich erst wieder in den Tagen der ersten bonapartischen Eroberung (i8o5), ungetheilte Achtung erwerbend von Freund und Feind. Die vorzüglich »ach dem Falle von R a ab eifrig betriebene Beschreibung, Bewaffnung und Einübung der Unterthanen, belebte die Schießstatten un- gemein. Jeden Sonn- und Feyertag war Scheibenschießen. Der dreyßigste Mann mußte gestellt, mit Sturmhaube, Hacken, Seirengewehr und langem Spieß versehen seyn. Die zurückgelassenen neunundzwanzig Mann versahen ihn mit Zehrung, Pulver und Bley. In Kriegszeiten gab der Kaiser Kraut und Loth dazu, ein Schützenröckel und eine galeotische Hose« Die Schießstatte soll nach einer mündlichen Überlieferung an der Stelle des heutigen goldenen Ochsen, nei ben dem Hospital der barmherzigen Brüder gestanden seyn. — Die Schießstatten in Wien sind alt und Armbrustschießen schon unter den BabenbergerN erweislich« In den Markcfreyheiten kommen diese Schießen, das Scharlachrennen und die Wetten, als vorzüglich populäre Ergötzlichkeiten vor« Die Jagdlust knüpfte übrigens die LandesherrN noch näher an den Werd. Max H. der sich an der Gebirgsseite das Jagdschloßchen Schonbrunn und für seine Jagdhunde, den nahen Hundsthurm erbaut hatte, erhielt vom StifteKlosterneuburg die Veli e d i g e r a u, die dann von den Häuschen und Hütten seiner Jäger, Thier- und Plankenknechte, die I ä- gerzeil genannt wurde. — Nebst Klosterneuburg 5 * 68 Die Vorstädte. hatten St. Dorothe, die Jesuiten, die Augustiner, vorzüglich aber gemeine Stadt Wien, Antheile am Prater. Durch Einkauf der einen und durch Pachtung der andern Antheile wurde es möglich, den Prater zu schließen und durchaus jagdgerecht zu machen. — Max II. ließ in Folge dieser Übereinkünfte seine Hofjager und Jagdknechte bereits am 14. Sept. i 5 üg durch den Vicedom Hansjörg von Kueffstein in die Ve- nedigerau anweisen; i 5 -jo standen schon achtzehn, in gerader Zeile für sie neuerbaute Häuser, von alter Truppen einquartirung befreyt und jedes mit der Be- fugniß des Wein- und Bierausschankes begabt. — Ru- dolph 1 L geboth (7. August 169»): „Niemand soll in unserer Au, dem Prater, zur Sommers- oder Winterszeit gehen, reiten, fahren, holzen, jagen oder fischen, ohne Willen des kaiserlichen Forstknechtes Hanns Bengel." Schon unter Ferdinand I. (i 53 g, i 54 o, i 54 i/ 1649, i 558 , ,559) ergingen ernste Vorschriften über die Reinhaltung des Donaubettes von Stöcken und rauhen Bäumen- Bey Nußdorf, Jedelsee und Tut- tendorf wurden neue Urfar errichtet und den Schiffleuten die schleunigste Förderung an diesen Überfuhren eingeschärft, auch Übereinkünfte mit den Gemeinden getroffen, die im Besitze von Uberfuhrsrechten waren und selbe oft in wunderlicher Weise handhabten. Es wurde streng untersagt, die alten Leinpfade oder Trep- pelwege zu verlassen, die Hohenauer Rosse und Schiffszüge über die neue Schlacht, drüben auf der Holzbrücke, herüben bey Nußdorf zu führen und dadurch Die Vorstädte. 69 Gehölz und Steinmerk des neuen Baues zu verderben. — So wie nähmlich ohne die, von der großen Theresia bey Langenzersdorf geführten Bauten, die Donau ihren Lauf schon längst im Marchfelde haben und der südliche Arm, zum unermeßlichen Schaden des Handels und der Approvisionirung Wiens trocken liegen würde, so nöthigte die gleiche Gefahr in den letzten Tagen Maximilians II. und im Beginne der unseligen Regierung seines Sohnes Rudolphs II. zu einer größern und kostspieligen Maßregel, deren Ausführung man dem gelehrten Mathematiker und vielerfahrnem Reifenden Ferdinand Albrecht Freyherr« von Hoyos und Stixenstein anvertraute. Es wurde der Wiener Arm oder Canal durch Menschenhände ausge- graben, am äußersten Ende der Brigittenau, die damahls mit der Klosterneuburger- und Spitrelau zusammenhing ein Durchschnitt gemacht und mittelst eines aus ausgethürmten Steinen und eingerammten Pfählen in der Donau angelegten mächtigen Sporns und starken Beschlächtes, wieder ein schiffbarer Arm von Nußdorf herein bis hart an die Wälle geleitet. Für die Beobachtung der Ufervorschriften von Dürren- stein bey Krems bis nach Wolfsthal an die ungarische Gränze, wachte eine eigene Zeche zu Asper n, dem Orre der unvergeßlichen, heiligen Opferschlacht. Den Stürmen des öojährigen Krieges blieb der Werd nicht fremd, obgleich nicht in so trauriger Weise, wie zur Zeit der Fehde mit Mathias Corvin und der türkischen Gefahr. Das böse Vorspiel der Bocs- kay'schen Händel, trug weit und breit durch das 7 ° D i e Vorstädte. Marchfeld, Blut und Flammen, — In den ersten Tagen Ferdinands ll. sah sich Wien binnen fünf Monathen zwey Mahl von den Böhmen unter dem Grafen Thür» und von den Siebenbürgern und llngarn des Gabriel Bethlen eingeschlossen (Juny und Nov, 1619). — Als der Bayerherzog Map durch die Verpfändung des Landes ob her Enns gewonnen und sein Heer unter Tilly bey Zwetrl vereinigt war, entfernte jener vollständige Sieg am Präger weißen Berge (6. Nov. 162») alle Kriegesgefahr von Wien auf ein volles Vierteljahrhundert. —^ Des großen Gustav Adolph blutiges Collet, das noch im Wiener Zeughaus aufbewahrt wird und die Fahnen von Nördlin- ge», waren das Einzige, was Wien von den, mit Recht gesürchteten, schwedischen Waffen erblickte, 7--- Anderes geschah in den letzten vier Jahren des 3 »jährigen Krieges, — Der Marschall Leonard Torstenson, hatte schon >642 die Kaiserlichen unter dem Herzog von Sachsen-Lauenburg bey Schweidnitz geschlagen und O l l m ü tz genommen. Doch drang er damahls noch, nicht tiefer in Mähren ein. Nur einige kecke Abenteurer, die sich das Land besehen wollten und den Feind verachteten, ritten, das feste Brunn umgehend, bis an den Werd, wurden an der Donaubrücke gefangen und wie im Triumph durch die Stadt geführt. Dem Volk gesiel ihre trotzig kecke Haltung, ihre fremde Tracht, ihre Sprache, die Niemand verstand; zumahl bewunderten sie den schönen und schöngeschmückten Edelknaben des berüchtigten Parteygängers Obrist Schlange. — Ein neuer Sieg im Nov. desselben Jahres D i e Vorstädte. 7 » von Torstensoii über den Erzherzog Leopold Wilhelm und Octavio Piccolomini bey Leipzig, auf Gustav Adolphs Siegesfeld erstritten, hätte jetzt schon Tor- stensons Plan, an die Donau vorzudringen und dem Kaiser in Wien Gesetze vorzuschreiben, zur völligen Reife gebracht, hätte ihn nicht ein neuer Feind, die Dänen, an die Ufer der Ostsee gezogen. Aber als König Christian zum Frieden gezwungen war, trieb der Schwede „den alten Heerverderber" Gallas vor sich her, von Holstein über die Elbe, bis ins böhmi» sche Gebirge. — Am 16. März 1645 endigte bey I a nkau der widerwärtige Zank der kaiserlich- ligui- stischen Feldherrn Götz, Hatzfeld und Jean de Werth mit ihrer gänzlichen Niederlage, mit Gotzens Tod, Hatzfeld's Gefangenschaft und Jean de Werths über» eilter Flucht nach Bayern. — Torstens--« wußte nicht nur zu siegen, sondern auch seinen Sieg zu benü- tzen. — Jglau und Znaim in seinem Sturmschritt überwältigend, sah sein Vortrab schon am achten Tage nach der Schlacht, die Donau. Tages darauf wurde Stein von den Schweden mit stürmender Hand genommen.— Nur drey Tage länger hielt sich der Oberste Ranft in Krems. Der Rakoczy stand mit seinem Heere zwischen T y r n a u und P r e ß b u r g. — Dürrenstein, wo einst Richard Löwenherz, Klagelieder der Sehnsucht in die fliehenden Wolken gehaucht, wo die Kuenringer ihn Tag und Nacht mit bloßen Schwertern bewacht, wo ihre Söhne, jene überküh- nen Hunde von Kuenring, Hadmar und Heinrich, Friedrichs des Streitbaren züchtigenden Arm empfun- 7? Die Vorstädte. den, wurde von den Schweden, mit Hülfe des panischen Schreckens, der vor ihnen herging, genommen und gesprengt, Kreutzenstein (dem Adlerhorste Grei- fenstein gegenüber) besetzt und noch am 29. März Kor- neuburg mir reicher Beute durch Accord erobert. Daraus ging es. um die Schlüssel zur Donau, die Wiener Brücken.— Torstens»» verlor keinen Augenblick. Er warf gegen die Wolfsbrückenschanze förmliche Approchen auf, unterhiell das heftigste Feuer gegen dieselbe, wie gegen einen festen Platz und gewann sie. Nun verlegte er sein Haupt-Quartier nach Mistelbach, gab den Unterhandlungen mit Rakoczy Nachdruck i;nd suchte den Palatin Ungarns zu einer eigenmächtigen Neutralität zu bewegen, indem er ihm (ganz in der Weise der bonapartischen Bulletins) vorstellte, „daß die Krone Schweden nichts als einen allgemeinen, sichern und aufrichtigen Frieden suche und das reine und wahre Evangelium'' !! — Torstenson hält sich ferners in seinem Schreiben sehr darüber aus, daß der Palatin ihm rundum erklärt, „er solle sich keine Conjunctio» mit den Ungarn einbilden, ja der Palatin werde alle seine Streitkräfre bis auf den letzte» Blutstropfen wider ihn gebrauchen. Ohnehin hätten die Ungarn den Kaiser schon gegen Weiland 6u5t3vum Adolphum magnum und wider die ihm succedirende Königinn Christina und dero Alliirten, nicht nur bis an die Gränzen, sondern bis in Sachsen, ja bis an die See Zuzug geleistet!! Erst vor etlichen Tagen habe ihm der General Ladislaus Die Vorstädte. 7Z Barkoczy, mit seinen Banderien, viel Schaden und Ungemach zugefügt, viele seiner Fouragirer mit sich weggeschlepvt und nach der Ungarn unerhörtem, tyrannischem Brauch, Einigen die Köpfe abgeschnitten und in Sacken mit sich weggeführt. — Gleichwohl habe der Fürst von Siebenbürgen die Waffen ergriffen und mir Schweden und Frankreich ein Verstand- nuß aufgerichtet, vornehmlich in der löblichen Intention um die Libertär der ungarischen Stände in ihrem wohlhergebrachten esse zu conserviren. Auch seyen, wie er wohl vergewissert sey, viel friedliebende Lan» des-Patrioten in Ungarn, die ihre Herzens' und Ge- wiffensbedränanuß über die Feindseligkeiten gegen Schweden nur nicht hätten ausschütten können." (!!) —- Allein der Palatin würdigte dieses Schreiben keiner Antwort und die Unterhandlung Torstensons mit dem Rakoczy harte eben so wenig den erwünschten Erfolg.—.■ Einer wollte den Andern nur als Mittel gebrauchen. In Wien überstieg die erste Bestürzung alle Gränzen, Die kaiserliche Familie, die Schatzkammer, das Archiv wurden nach Gratz geflüchtet. Der Kaiser wollte, gleich feinem Vater, in Wien das Äußerste erwarten. Die ganze wehrhafte Mannschaft der beyden Werder trat unter die. Waffen.— Jedes Haus in der Stadt mußte einen bewaffneten Mann in die Werder und Auen Hinausstellen. Die Stände verwilligten den fünfzehnten Mann, die gerüsteten Gilt- und Artillerie- Pferde. Der Abt von Lilienfeld, Cornelius Strauch, erhielt in den ersten Tage» des Schreckens, die in die Brückenschanzen geflüchteten Heerestrümmer aus Ei- 74 D i e Vorstädte. genem. — Die Studenten und die Bürgerschaft bewährten den trefflichsten Geist.— Die unter Torsten- sons Augen gemachten Versuche der Schweden, bey der Schwechat, bey Ebersdorf, bey Heimburg einen Übergang zu erzwingen, wenigstens starke Parteyen zum Behufe desselben auf das rechte Ufer überzusehen, wurden abgeschlagen. —- Der Erzherzog Leopold Wilhelm war beständig in den Lagern in der Wolfsau und am alten Tabor, welche die Schweden häufig allarmirten, die Bewohner des Weibs waren, fast jeden Tag durch den Geschützesdonner, Kleingewehrfeuer, Übergänge in einzelne Auen und mehr oder weniger heftige Stürme auf die Schanzen und Bollwerke in banger Besorgniß. — AIS der Erzherzog Leopold Wilhelm, jene Perle des kaiserlichen Hauses, ein muthvoller Soldat und an den ersten Höfen mit Vertrauen aufgenommener Unterhändler des Friedens und Bundes, der kenntnißreiche Freund des Alterthumes, der redenden und bildenden Kunst, der Gelehrten und der Künstler, der erste Gründer der Bel- pederer Gallerie, eines Morgens in seinem Gezelt, bethend auf den Knien lag, flog eine schwedische Kanonenkugel herein und rollte, ohne ihn im Geringsten zu beschädigen, zu seinen Füßen hin. — Es war der Morgen des B r i g i t c e n t a g e s. — Dessen zum ewigen Gedächtniß, ließ der Erzherzog an derselben Stelle und nach der Form seines Gezeltes, der heil. Brigitte eine Eapelle erbauen und die Wolfsau hieß von dem an die Brigirtenau. Die Vorstädte, 7 Ö Während Torstens»,, durch den ganzen April i6^5 auf dem linken Donauufer lagerte, machte das, seit geraumer Zeit stockende Auswechslungsgeschaft, bedeutende Fortschritte, zur Beruhigung mancher der ersten Familien Österreichs, die ihre kriegsgefangene» Sohne und Brüder, sehr ungerne bis ins ferne Schwede» fortgeschleppt, somit sich jahrelang entrissen sahen. —>- Torstcnson bewies hierbey so viel ritterlichen Sinn, daß ihm vergönnt wurde, seine Kammerdiener nach Wien hineinzuschicken, um prächtige Sättel und Reitzeugs, in deutschem und ungarischem Geschmack für sich, Geschmeide, Kleider und andere Modeartikel für seine Gemahlinn einzukaufen. Mehrere schwedische Officiere des ersten Ranges benutzten diese Gelegenheit, um als Diener ihres Generals verkleidet, dieses vielbesprochene Wien zu sehen, was ihnen auch (obwohl man sie sogleich erkannt) unter den nöthigen Vorsichten, ohne Anstand vergönnt wurde. — Sie zeigten viel Wohlgefallen am Volk und Stadt und weit mehr Überdruß an dem endlosen Kriege, als man von diesen Söhnen des Lagers hätt? erwarte» sollen. Müde des lendenlahmen Fortschreitens der Unterhandlung mit Rakoczy, dachte Torstenson, vorerst den argen Fehler zu bessern, daß er Brunn in seinem Rücken gelassen. Er dachte die Eroberung desselben jener ältern von Ollmütz beyzufügen, und somit Mähren, recht eigentlich zu einer schwedischen Provinz zu machen. Sein Abzug vergönnte der schwachen kaiserlichen Macht, wieder angciffsweise vorzu- D i e Vorstädte. 76 gehen. Erzherzog Leopold Wilhelm nahm die Wolfsbrückenschanze mit Sturm und die lange gequälten Einwohner des Werd sahen die schwedische Besatzung gefangen durchführen. — Am 4- May war Torstenson vor Brünn erschienen; am iö. August, dem Maria- himmelfahrtstage, den die Brünner deßhalb noch feyern, that er den letzten Hauprsturm, vergeblich. Die Brünner Bürgerschaft und die Studenten wetteiferten mit jener Wiens an ächt vaterländischem Muth und der Commandant Louis Rattuit de S euch es, ein hugonottischer Flüchtling aus Rochelle, darauf schwedischer Oberst-Lieutenant, aber nachdem er mehrere Jahre trefflich bey ihnen gedient, wegen eines Duells mit dem General Stahlhans flüchtig und von dem Erzherzog Leopold für Österreichs Dienst gewonnen, wollte den Schweden zeigen, welch einen Mann sie an ihm verloren? Er machte alle ihre ungeheuern Anstrengungen zu Schanden und sprengte öfters Tor- stensons Gelage in der nahen Prämonstratenser-Abtey Obrowitz, durch seine fernhintreffenden Constabler aus einander. — Erzürnt hob Torstenson sein Lager auf, und um nicht zu gestehen, er sey geschlagen, zog er in Eilmärschen nach seinem alten Haupt-Quartier Mistelbach, blokirte Wien von Neuem, indem erden General-Major Wittenberg an die Donaubrücken vorsendete, Kreutzenstein sprengte, das Schloß Ort plünderte und das unglückliche Marchfeld, die Geißel des Krieges schwer empfinden ließ. Dann zog er sich hinter Ollmüh zurück. — Derselbe Oberste Ranft, der seiner Übermacht Krems übergeben, war drey Jahre » Die Vorstädte. 77 darauf der Kurier, welcher Wien, den zu Münster mit Frankreich, zu Osnabrück mit Schweden geschlossenen westphälischen Frieden überbrachte. Inmitten dieser Unruhen war aber im untern Werd eine große Veränderung vorgegangen. Im Verlaufe der Geschichten Wiens, wurden auch die Schicksale der in diesem Lande schon in den carolin- g i sch e n C a p i t u l a r i e n, in Handel und Wandel erkennbaren Trümmer des jüdischen Volkes, als mehrfach denkwürdig, auch mit besonderer Sorgfalt entwickelt.— Keine Regierung, unter welcher nicht zu wie- derhohltenmahlen ihre Vertreibung ausgesprochen und keine, unter welcher ein solcher Befehl wirklich und dauerhaft in Vollzug gebracht worden wäre. — Am 3i. Jänner i 544 und am 2 . Jänner i554 hatte Ferdinand I., unterm 3i. Dct. »56^ und i. Febr, 1272 , am 5. Oct. r6>4 Mathias ihre Abschaffung verfügt. Ihre Zahl aber stieg nur desto mehr. — Ferdinand entschloß sich, ihnen den Aufenthalt in Wien zu gestatten, jedoch nicht in der Stadt. Auch sollten ihnen keine Amter und Gefalle verpachtet werden. Sie wurden auf den untern Werd verwiesen, auf Gründe des Bürgerspitals, die sie gegen billige Bezahlung, unter der Grundherrlichkeit des Bürgerspitals und des Magistrats beziehen sollten : von der Landstraße bey der Stangen, von der Stadt hinaus gegen den schwarzen Bären und an die Taborstraße bis zum Eck an die gemerkten Felder, von dort bis an die Donau, dem obern Werd gegenüber und vom Markstein in der Spitcelau wieder zurück bis nächst den Karmeliten an der Tabor- 78 Die Vorstädte. straße. Die Christen, die dort Häuser hatten, mußten sie den Juden um ein Billiges verkaufen und ihre Besitzer in andern Theilen des Werd angesiedelt werden. Die Ausmessung der neuen I u d e n st a d t geschah durch den Grafen Colalto, Bice-Präsidenten des Hof- kriegsraths und durch die Abgeordneten des Magistrats und des Bürgerspitals. Doch keineswegs erfüllte diese Judenstadl den ganzen untern Werd. Zahlreiche christliche Ansiedlungen bestanden daneben, iviewohl ganz getrennt, auf der untern Taborstraße rechts hinaus, zum Theil auch gegenüber und bey den Carme- liten in beyden Fuhrmannsgaffen, an den Fahnstan- gen, bey der Schmelz, in der Jägerzeil und neben dem Wasser, darunter die Gebäude des Bürgerspicals, der Barmherzigen, der Carmeliten, des kroatischen und Paczmaniten-Collegiums, das kaiserliche Bruckhaus, gemeiner Stadt Wien Mauthhaus, die Landhäuser und Gärten der Familien Trautsohn, Bolkra, Konigsacker, Fünfkirchen, Weissenwolf, Losenstein, Colloredo, Thawonat, Czernin, Waffenberg, Aich« pichel, der Fürsten von Eggenberg, Herzoge von Krumau rc. Die Quartiere der Judenstadl umschlossen dagegen einen großen Theil der Haide, der Taborstraße, der Sperl-, Tandelmarkt-, Herrn- und Badgasse, der beyden Pfarrgassen, der Augarten- und Strafhausgasse. — Die israelitischen Familien Honig, Schlesinger, Wertheimer, Mayer, Pollak, Beer- mann, Frank, Narhan, Ascher, Perlhefter, Hecht, Auerbach rc. kommen schon damahls vor» Die Vorstädte. 79 Die Juden versprachen eine Abfindungssumme für die gewöhnlichen städtischen Abgaben. Sie versprachen den so sehr verschrieenen Wucher und die Münz» beschneidung abzustellen, in Kauf und Verkauf sich den allgemeinen Polizey-Verordnungen zu fügen, die Christen weder in ihre Wohnungen noch in ihre Bäder oder Gaststuben aufzunehmen, überhaupt zu keiner Beschwerde Anlaß zu geben. Allerhöchste Entschließungen vom 22 . May und 3o. Juny »658 unterwarfen alle Juden in Wien ohne llnterschied, in Real-, Personal- und Criminal Angelegenheiten der Gerichtsbarkeit des Magistrats, dem selbst alle behängenden Streite um verschiedentlichen Zusammenhanges willen übergeben werden sollten. — Das Bürgerspital übte die Grundherrlichkeit, eben soivohl über die Judenstadt, als über den, von Christen bewohnten untern Werd. Der Magistrat hatte dem Spital diese Grundherrlichkeit untern » 7 . August i6o5 in Ausgleichung seiner bedeutenden Forderungen überlassen. Die Juden wählten ihre Richter selbst: eben so die christlichen Bewohner des untern Werd und des obern ihren Richter, so wie einst den Amtmann. Die vier Beyrather, oder wie sie jetzt heißen, Geschworne, wurden »654 wegen der immer zunehmenden Bevölkerung des Werd, auf sechs vermehrt. Die Wien bedrohende Elementar-Unfälle und insonderheit Überschwemmungen wurden bereits in der Geschichte bey den betreffenden Jahren angemerkt. —• Noch hatte der vom Freyherr» von Hoyos hergestellte Wiener Canal sein drittes Jahrzehend nicht er- 8o Dre Vorstädte. reicht, als der Strom, >6>4—i 6 i 5 gehindert werden mußte, denselben zu verlassen und wieder hart am Disamberge durchzubrechen. — 1617 stand der untere Werd tief unter Wasser und fast jedes Jahr der Regierung Ferdinands ll. gingen so starke Eis- stoße , daß die Ufer vielfach zerrissen wurden und die Sleinwände bey Nußdorf bereits neuer Herstellung bedurften. — i 638 riß die Donau wieder bey Lang- enzersdorf tief ins Land herein, zerstörte 1647 alle Schutzwehren und anhaltende Regengüsse schwellten sie im folgenden Jahre des westphälischen Friedens so sehr / daß eine der bedeutendsten Überschwemmungen erfolgte. — Was dieser Unfall an allen Schutzbauten zu erneuern genöthigt hatte, das zerriß > 65 > eine neue Fluth. Am 16. Febr. >658 brach der Eisgang die Schlagbrücke und auch die große Donaubrücke. Mehrere Salzwägen, die sich eben auf der letztern befanden, stürzten mit mehreren Menschen in den Strom. 1661 ging das Wasser über die Schlagbrücke hinweg. Während der fürchterlichen Stürme in der politischen Well, blieben auch in der physischen wilde Orkane nicht aus, welche die Brücken erschütterten, beschädigten, Menschen und schwere Lastwagen in die große Donau, Schildwachen von der Bastey in den Stadtgraben schleuderte: so in den Jahre» 1629, »64g, > 653 , >654 und > 656 , alle im Nov. und März, einen einzigen ausgenommen, der am 4. Jänner tobte.' Die Vorstädte. öl So wenig als vom Wa sser, blieb der untere Werd unter den beyden Ferdinanden vor« Feuer verschont. Die am 2 I. April in der Riemerstraße aus- gebrochene Brunst, die sich von St. Jakob auf der Hilden nach Sr. Nikola am grüne» Anger, durch die Schulerstraße, Wollzeil, Backerstraße, den Cöllner- Hof und alten Fleischmarkt bis zum rothen Thurm ver- breitete, ergriff auf Windesflügeln über die Schlagbrücke auch den Werd und verzehrte 10 Häuser und mehrere Schiffe auf der Donau. — In der Nacht der 2 i. May i 655 verzehrten die Flammen die Kirche, das Hospital und daS Kloster sammt dem Archive der barmherzigen Prüder. — Die Löschanstalten zeigten damahls auch im Werd jene Trefflichkeit, die sie in der Stadt schon seit den Tagen Friedrichs IV. biv auf diese Stunde behaupten. Es wurde als eine Seltenheit bemerkt, daß das Erdbeben, das 1667 die Bewohner des Werd aus dem Schlafe schreckte, in der Sradr kaum verspürt wurde, desto stärker aber in Wienerisch Neustadt. Die Einführung des Ordens der barmherzigen Prüder in den untern Werd (> 6 - 4 —1624) und der unbeschuhlen Carmeliten konnten nicht anders als von wohlthätiger und erfreulicher Wirkung seyn, eben so der Bau eines Juden-Lazareths auf der Taborwiese, zu dein das SrifrKlosterneuburg den Grund hergab.— Deg frühern Einzügen der Landesfüriten gesellte sich jener Ferdinands 111. mit seinem, zum römischen Könige gekrönten Erstgebornen Ferdinand IV., den aber bald darauf die Pocken hinrafften. — Eine stehende 11. 2»hrg. Denkwürdigkeiten. Z. Bd. 2 . n. z. H-ft. 6 8 * } D i e Vorstädte. Rubrik i» de» festliche» Tagen dieser Vorstadt/ »ahmen übrigens die Bokhschafter der hohen Pforte ein, die gewöhnlich beym Neugebäude zu Simmering, einst dem Gezelt ihres großen Suleyman, feyerlich empfange»/ beym Kärnthnerthor in die Stadt und durch die paradirende» Bürger und die Stadt-O.uardia, beym rothen Thurm wieder aus der Stadt geführt ivurden, in den unter» Werd/ wo ihr Absteig-Quartier bereitet war. Daß in Zeiten des Krieges und der innern Unruhen/ der Unsicherheit des Eigenthums/ des schwankenden Verhältnißes zwischen Geld und Waare, des Übergewichtes der Geldwirthschaft über die Landwirth- schaft/ eine goldene Zeit für die Juden und eben in diesem feindseligen Wirken, die Quelle der häufigen Verfolgungen zu suchen war, das hat der Verlauf der Geschichten Wiens genügend gezeigt. — Wie verhaßt sie damahls bey Katholiken und Protestanten gewesen, zeigen die häufigen Unruhen und es ist wirklich von komischer Kraft, wenn der Marschall Torstenson, während er im Angesichte Wiens stand, die Duldung der Juden und Judengenosten zum Vorwurf machte, während man doch gar nicht einsehen «volle, daß es den Schweden pur um die Ehre Gottes und um das reine Evangelium zu thun sey !! Auch der Werd genoß wenig Ruhe und Freude von seiner jüdischen Nachbarschaft. Die Beschuldigung unaufhörlicher Verständniße der Juden mit dem Feind, kehrte in allen Kriegen wieder, so in der Schwedenzeit, so bey der immer wiederkehrenden Türkengefahr. D i e Vorstädte. Y3 Am 2. Juny 1649 erhob sich an der Schlagbrücke ein fürchterlicher Auflauf, weil die Schildwache auf einen lärmenden Studenten, der ihr nicht Rede stehen mollite, Feuer gegeben hatte. Der Tumult wuchs lawinenartig von Minute zu Minute, bis unter Trompeten- schall ausgerufen wurde, die Rädelsführer unter den Studenten würden standrechtlich gehängt und alle ihre Privilegien vernichtet werden. Doch glimmte das Feuer nur unter der Asche. >4 Tage darauf fand man überall Zettel der Zusammenrottung angeschlagen und aus- gestreüt. Die Studenten traten vor den Rector und forderten Genugthuung. Die Juden mußten wie gewöhnlich das Bad ausgießen. Die bewaffnete Macht stellre endlich die Ruhe wieder her. Aber die von großer Furcht gepeinigten Juden unterhielten sowohl in der Judensradt im Wero, als auch bey ihren Gewöl- bern in der Stadt, eine über 5 oo Mann starke Wache, von welcher sie jeglichem Kopf tägliche zwölfKreu- zer bezahlen mußten. — Trotz solch ernster Abhilfe, vergingen wenige Monathe, in denen nicht irgend ein Exceß wider die Juden vorfiel. Den Werd von ihnen zu befreyen, wurde endlich ein Ereignis; der Anlaß, welches die Sicherheit der Stadt, ja das Leben der allerhöchsten Herrscherfamilie bedroht hatte. — Leopolds I. Lieblingswerk, der Bau einer neuen Burg, des leopoldinischen Tractes, der den Schweizerhof mit dem heutigen Amalien- Hof verbinden sollte und der zu so merkwürdigen Ausgrabungen aus der Römerzeit Anlaß gab (!. Jahrg. 1. H. io), und 2. H. gfi>), war eben vollendet, als 6 * - 1 84 Die Vorstädte. am 23. Febr. 1668 um zwey Uhr Nachts/ plötzlich die Kaiserburg i» helle» Flammen stand/ die Kaiserinn Witwe Eleonore mir den beyden Erzherzoginnen/ sich mit genauer Noth in den Schweizerhof/ darauf aber in die alte Favorice, den heutigen Augarten, Kaiser und Kaiserinn aber nach Ebreichsdorf flüchteten. — Das Wiener Volk hatte damahls für alle bösen Ereig- niße die jederzeit gewissen Thäter in den Juden und in den ungarischen Mißvergnügten gefunden und obwohl der Burgbrand unverkennbar das Werk der Unvorsichtigkeit eines schlafenden Tischlergesellen war/ warf nichts destoweniger Alt und Jung die Schuld auf die Juden, deren Lage hiedurch mit jedem Tage bedenklicher wurde. Die alten Klagen des Wuchers, des Hehlens und Stehlens, des Kaufens der Christenkinder, die sie im Judenthum erzogen, erneuerten sich und es trat die böse Anschuldigung meuchlerischer Ermordung einiger Personen hinzu, die plötzlich verschwunden waren und von welchen ihre bekümmerten Angehörigen durch geraume Zeit gar keine Spur hatten aufflnden können. Sie sollten schwedische Offiziere und türkische Renegaten in jüdischer Kleidung in die Stadt geschwärzt haben und erst neuerlich sollten sie durch aufgefangene Depeschen, äußerst gefährlicher Zwischenträgereyen mit den ungarischen Mißvergnügten und mit den türkischen Gränz-Paschen bezüchriget seyn ? Der Unwille des Volkes wurde immer bedenklicher und unbescheidene, leidenschaftliche Prediger schürten noch die Flamme, die sie vielmehr zu löschen bemüht seyn sollten, durch leidenschaftliche Kanzelrehen. 85 D i e Vorstädte. Zwey Monathe »ach jenem Burgbrande sendete die Stadt Wien eine Deputation an den Kaiser nach Wienerisch-Neustadt um gänzliche Vertreibung der Juden zil bitten, wogegen die Stadt und der Kaufmannsstand, alle bisher von ihnen getragenen Lasten auf sich nehmen wolle. — Noch ein Mahl kauften sie sich durch einen wunderrhätigen goldenen Regen von der Gefahr los. Als aber ein Gelübde der Kaiserinn hinzutrat, die durch eine zu frühe Entbindung in eine schwere Krankheit verfallen und der Bischof Kolonits mit seinem demosthenischen Donnern nicht nachließ, wurde endlich ( 3 o. July 1669) auf allen Gaffen öffentlich ausgerufen, alle nicht mit Haus oder Kaufschatz angesessenen Jude», sollten nicht nur die Stadt, sonder» auch das Land räumen. Am i 4 - Febr. 1670 wurde diese Vertreibung auf alle ohne Ausnahme erstreckt und ihnen bey Leib- und Lebensstrafe verbothen, daß auch nur einer aus ihnen, sich am künftigen Frohn- leichnamsabend noch in Wie» sollte blicken lassen. Die einzige Ausnahme von diesem harten Gebothe wurde für den Judenrichter MarkuS S ch l e si ng e r gemacht, der als Hof-Factor sehr wichtige Dienste geleistet hatte. Ja die Schlesinger machten noch fortan Geschäfte für den Hof. Des Markus Söhne, Wolf und Israel wurden von Carl VI. in den wichtigsten Handelsgeschäften , insonderheit bey der Errichtung der Linzer Wollenzeug-Fabrik gebraucht. Der Magistrat erboth sich, die Judenstadt an sich zu lösen und die Gläubiger der Juden zu befriedigen. In Folge dessen erkannte ihnen Leopold I. untern 2-s. July 1670 die Judenstadt 1 86 Die Vorstädte. im unter» Werd über der Schlagbrücken, mit der alten und mit der neuen Synagoge und allen Gsmein- und Privat-Häusern käuflich ^it, für 100,000 fl. und falls diese zur Tilgung der Judenschulden nicht zureichten, um weitere 10,000 fl. mit dem, daß der untere Werd mit der darin stehenden Judenstadt, wie bisher von allen Hof-Quartieren frey seyn und die aus der neuen Synagoge herzustellende Kirche, vom Ordinariat mit Weltpriestern besetzt werde und in Vogtey und Patronat für immer dem Magistrat angehöre. Am 18. August 1670 legte Leopold 1 . mit großer Fenerlichkeic den Grundstein, mit welchem eine eigens für diese Feyer vom Kammergoldschmied Bachmayer verfertigte, 63 Kronen schwere goldene Denkmünze versenkt wurde, mit folgender Inschrift in lateinischer Sprache. * A u f der Vorderseite: Zur Ehre Jesu Christi des Sohnes Gottes und Mariens, dann des heil. Leopolds, Markgrafens in Österreich, wurde dieser Stein gelegt am 18. August 1670. 2 (uf der Rückseite: Nach der Vertreibung der treulosen Juden, hat der erhabene Kaiser Leopold von Österreich, die auf dieser Stätte gestandene Synagoge gestürzt, die Räuberhöhle zu einem GorteShause gereinigt und dieses dem heiligen Leopold, Markgrafen und Patron Österreichs, nach katholischem Gebrauche weihen lasten, 1670. i Die Borst äd re. 87 Diese Weihe hatte denn auch am 6. Sept. »671 durch den Bischof Wilderich von Waldersdorf in Gegenwart des Kaisers und der Kaiserinn Margaretha Theresia statt. —Der Malrheser-Comthur, Kammer- Präsident und Bischof zu Neustadt, Gras Kolonits, der sich nachhin, in der türkischen Belagerung so helden- müthig erwies, predigte sehr bedeutend über den Text von Abraham und Hagar: — „Treibe diese Magd und ihren Sohn aus deinem Hause— die Gründe der Verbannung der Juden umständlich entwickelnd. Mit Recht gewann nun der untere Werd den Nahmen der Leopoldstadt. Der Kaiser ertheilte ihr unterm > 5 . Ort. »671 ein Markc-Privilegium, nähmlich einen Jahrmarkt auf Margarethen, einen Häfenmarkt um Martini, dann das ganze Jahr hindurch, jeden Mitnvoch einen ordentlichen Wochenmarkt für Getreide, Pferde und alles andere, groß und kleine Vieh, ferners die Übersetzung des Trödel- oder Tan- delmarktes vor dem Kärnthnerrhore, nach dieser neuen Vorstadt herüber, in die ganze erste Zeile der vorigen Judenstadt, die daher die Tandelmarktgafse, so wie die Hauptstraße der vormahligen Judenstadt, die Herrngasse heißt. — Der Trödelmarkt wurde in der Folge vor das Kärnthnerthoc, der Häfenmarkt in die Rossau verlegt. Gleich nach der Abschaffung der Juden halte der Rath der Stadt drey, gegen die Haide gelegene Häuser, zu einem Zucht-, Befferungs- und Arbeitshaus hergestellt. — Leopold ertheilte dazu unterm >2. Jänner 167r seine Genehmigung und unterm 88 Die Vorstädte. i 3 . July 1G71 ein eigenes Privilegium. Der Bürgermeister/ Lazarus Springer, erwarb die größten Verdienste um diese neue Schöpfung des Werd. Die landesfürstlichen Jagden in der llmgegend Wiens waren für viele Vorstadtgründe, die dazu Robot leisten mußten, eine schwere Last, weßwegen auch so viele Vorstellungen dagegen in de-n Acten jener Zeit sich sinden. Die schon durch die fridericiaiiische goldene Bulle vorgeschriebene Entfernung eines Tages und die Gränzen bis Traiskirchen, Mmkendorf, Schwe- chat, Klosterneuburg und Konigsstetten waren oft überschritten worden. Der am 25 . Juny 1889 mir dem Qberstjägermeisteramte zu Stande gekommene Vergleich setzte fest, daß zu jeder kaiserlichen Jagd aus allen Vorstädten von den der städtischen Gerichtsbarkeit untergebenen Häusern, der Reihe nach immer von andern, zusammen 5 o Mann gestellt werden sollten. — Die Weißgärber harten die Jagdhunde zu ernähren und blieben dafür von der Jagd-Robot be- freyt. Gleiche Befreyung erhielt die Leopoldstadt, wogegen sie die Jagden im Prater mit Leuten und Pferden zu versehen hatte. Den in der Leopoldstadt einguartirlen Jungjägern und Plankenknechren sollte vergönnt seyn, jährlich 60 Eimer Wein oder Bier, ohne Entrichtung des Tatz- oder klmgeldes auszuschenken, jedoch nur von einerley Gattung und nur in den ihnen zugewiesenen Quartieren. Auch sollten sie nicht auskochen dürfen, noch ihre Unterkunft in oder neben Gasthäusern erhalten. D i e Vorstädte. «9 Unter Rudolph Is. i6c>5 war die Grundherrlich- keir des obern und unter» Werds von der Stadt Wien an das Bürgerspical gediehen. Durch Vergleich vom 2. Juny 16Ü8 kehrte diese Grundobrigkeit wieder a» die Stadt zurück, „mir alleiniger Ausnahme der All jenseits des Grabens, das Stadtgut genannt und der dabey befindlichen Stierwiese."—> Die große Pest von 1679 und die türkische Belagerung von 168Z hatten nähmlich Las Bürgerspical gar sehr herüütergebracht, und eS war der Stadt viel schuldig an Weinratz- und Uingelds-Ausständen, die aufdiese Weise ausgeglichen, aufgehoben und dem Bürgerspital noch die volle Tatzbe- freyung von allen Bierstube», >vie auch für drey Wein- häuser zugestanden wurde, denli das Bürgerspital hatte durch Handvesten der Könige Albrecht und Ladislav von 14^2 und >455 ausschließende Bierschanksgerechtigkeit. Am » 4 - März >669 bestätigte Leopold I. diesen Vergleich, kraft dessen der Magistrat sich noch (wenige nach Klosterneuburg dienstbare Häuser am Tabor ausgenommen) fortan im ungestörten Besitze der Grundobrigkeit über die Leopoldstadt befindet. Noch von der Zeit her, als die Donau ihren Lauf über den Salzgries und Fischmarkt genommen, war das Schiffamt im heurigen untern Arsenal und Elend. Das allmählige Zurückweichen des Stromes, machte das Bedürfniß der Übertragung des Schiffamtes nachdem untern Werd, immer dringender und noch vor Ferdinands III. Tode, hatte der Oberst- Lieutenant Andreas Pichler, Vorstand des Schiffamtes, i 655 eine Hofmark im untern Werd erkauft. 9 ° D i e Vorstädte. die nach der türkischen Belagerung durch andere Ankaufe vermehrt und unter dem obersten Schiffs-Lieutenant Lu- kas von Ehrenthal, der Schiffsstadel und das Oberst- Schiffamtsgebäude ausgeführt wurde. — Zwey aus Spanien nach Wien, auf den Thron ihrer Vater berufene Könige, Ferdinand I. und CarlVl., brachten die Kenntnisi und Liebe der Schifffahrt mit sich. Zugleich hatten Beyde, die Donaugegen die Türken zu bewahren, weßhalb Beyde, zu Wien eine Florille erbauten, die aber in keinem großen Styl verwendet wurde und in dieser Ausdehnung bald wieder einging. Während der große Eugen durch die Siege von Peterwardein und Belgrad, sehr schnell den glorreichen Pafsarowitzer Frieden errang, wurden auf der Leopoldstädcer Werfte, durch den Brillen Dawid s und durch den Dänen Foke Jürgensen, Schiffe von 36 bis 6» Kanonen erbaut und uncer dem Zuströmen einer ungeheuern Menge, mit der größten Feyerlichkeic eingeweiht.— Die Macrosen waren aus Norden und Süden zusammen verschrieben, von Li- vorno und Genua, Antwerpen und Hamburg. Aber die Schiffe blieben schon, theils beym Prater, theils bey Petronell sitzen. — Da dachte man denn doch an die „Propheten im Vaterlands" und schämte sich nicht länger, die Schiffe mit gute» Österreichern, mit den kündigsten Donaufahrern zu bemannen. Bis auf die neue Organisation des Kriegswesens unter Joseph II. durch den Marschall Lacy (1767 bis 1768) waren das Bruck- und Schiffwesen getrennt. Den Pontonsstand befehligte ein Oberbruckenhaupt- D i e Vorstädte. 9» mann, das oberste Schiffamt aber ein oberster Schiffs- Lieutenanr mit seinem Ämtsschreiber, Schoppmeister und Stadelknecht. — Die Schiffswerft? war schon 1^63 nach Klosterneuburg übersetzt worden. — Die Nahmen R i pke und Magdeburg sind von D a u n s Elbeübergängen bis zur Zerstörung der bonapartischen Schiffbrücken in der A s p e r » sch l a ch t, ehrenvoll genannt worden. — Vom Oberst-Lieutenant bis zum F. M. L. stand der Freyherr Joseph Schwager von Ho- henbruck dem Wiener Oberstschiffamte rühmlich vor. Uncer demselben steht das Ponroniers-Bataillon zu Klosterneuburg und die schiffämclichen Posten zu Schornstein, Prag, Preßburg, Komorn, Pesth, Szegedin, Effegg, Peterwardein, Semlin, Temeswar, Siffek und Mantua. Das L e r e n b e ch e r a m t oder Wafferrecht, oder das Recht des Verboths und Verkaufs auf alle leeren Nachen und Schiffe, durch eine große Strecke stromaufwärts und abwärts, hatte von altersher zum herzoglichen Eigen in Erdberg oder an der alten Donau gehört. Die Nr. 66 des llrkundenbuches gab einen, in vielfacher Beziehung denkwürdigen Schiedspruch Herzog Albrechts des Lahmen, zwischen Niklas seinem Amtmann in der Schiffstraße zu Wien und den dorti- . gen Kaufherrn, Bürgern und Gäste» (fremden Handelsleuten).— Unter dem jungen Könige Ladislav riß jener freche Günstling, der Eytzinger, dies einträgliche Recht an sich und vererbte es auf seine Nachkommen. — Veit und Bernard die Eytzinger sendeten ( 20 . Sept. i5o3) dieses Wafferrecht unter dem alten. D i e Vorstädte. landesherrlichen Lehcnsband der Stadt Wien auf, die es > 5 o 6 wieder an Wolfgang Helfenstorfer käuflich überließ. (Nr. 17.0 und 177 des Urkundenbuches).— Noch 1701 in Verfügungen Leopolds I. erscheint das Lerenbecheramt als selbstständig. — Carls VJ. Patent vom 5 i. März 1728 für das Wiener Oberstschiffamt und für dessen Oberbrückenhanprniann Franz Anton Göffinger, übertrug dieser Behörde das Lerenbecher- amt durch ganz Ungarn, wie selbes durch Eugens Eroberungen gemehrt und verherrlichet war, durch Ser- vicn und das Temeswarer Banal. Beynahe gleichzeitig mildem obersten Schiffamt, erhob sich in der Leopoldstadt, der Aug arten, oder wie er unter Leopold l. hieß, die F av orire, aus den Trautsonifchen, Sprinzensteinischen, Dietmayeri- scheit, Liebenbergischen, Braunsdorftschen und Kautzin- gerischen Gründen und Garten, theils auf magistrati- schen, niehrerentheils aber auf Klosterneuburger Grund, — „am Taborschüttel, — beym weißen steinernen Kreuz, — gegen die Donaumühle, — zwischen den alten Tonaubrücken, unferne des Mauth- hanses", wie die diesfälligen Urkunden die Gegend bezeichnen.— Die Türken verwüsteten die junge Anlage vom Grunde aus und sie blieb durch gerauine Zeit im Gräuel der Zerstörung liegen, bis Joseph l. Gebäude und Garten für seine hochverehrte Mutter Eleonore Magdalene Theresie wiederherstellte. — Zum Unterschiede von dem Pallast auf der Mieden, Theresianum (nebst Lachsenburg Carls VI. Lieblingsaufenthalt,) hieß der Augarten: „die alte Favorite." D i e Vorstädte. 9 3 Die große P e st von 1679 wurde im 12. Heft des I. Jahrganges S. 1 44 —i 5 c> mit allen ihren Schrecken beschrieben. Die Leopoldstadt insbesondere harre über in, 5 c>o Menschen durch die entsetzliche Seuche verloren. Der Pfarrer Arnetshofer, 11 Carnieli- tec und 18 barmherzige Bruder starben den schonen Tod in Erfüllung ihrer Pflicht. — Von dieser furchtbaren Strafrurhe des Himmels war die zweyte türkische Belagerung durch den Groß-Vefsir Kara Mustapha (l.Jahrg. ,2. H. S. 1 5 i—216) nur vier Jahre entfernt. Der Werd hatte zwar schon vor zwey Jahrzehenden in der durch Monte cuculis Sieg bey St. Gotthard 1664 annoch, abgewendeten Gefahr, vermehrte Befestigung erhalten, durch Schanzen an der äußern Brücke und an der schwarzen Lacke und durch die fortificatorische Verbindung vom Lichrenrhal bis an den Donau-Canal, und quer durch die Bricht- tenau, die zugleich durch rückwärtige Werke vom Ta- bor bis gegen die jetzige Reicer-Caserne gedeckt wurde. Während ringsum von alle» Dörfern, meilenweit in der Runde, die Flammen aufstiegen und die ge- witterfchwangere Sommernacht, gräßlich wie ein Widerschein der offenen Holle erleuchteten, hatte man aus der Leopoldstadt, die Heiligrhümer und alles bewegliche Gut in die Sradr hereingeflüchtet. — Der Herzog von Lothringen war des Sinnes die Leopold- stadt zu behaupten und da die Hoffnung eines Entsatzes, in Folge der vom Grafen Wallenstein mit dem Pohlenkonig Sobiesky, durch den Grafen Martinitz in Rom, durch den Grafen Mannsfeld in Madrir, 94 Die Vorstädte. durch die Grafen Kaunitz und Berka in München, Dresden und Berlin abgeschlossenen Allianz- und Subsidien- Tractate noch keineswegs so nahe war, den Türken durch fortwährende Besetzung der Leopoldstadk, eine wirkliche Belagerung durch Approchen und Minenkrieg so lange als nur immer zu erschweren und hierdurch das Wichtigste, ja Einzige zu gewinnen, was unter solchen Umständen zu gewinnen war, — Zeit. — Allein das Ganze hatte leider allzusehr die Wesenheit dessen an sich, was im Kriege meist unersetzlich, immer aber unverzeihlich ist, eines Überfalls! — Trotz der gewöhnlichen Langsamkeit der Türken, war Kara Mu- stapha dies Mahl viel früher im Felde, als seine Gegner. Des Kaisers Heer war schwach, seine Befehlshaber uneinig. Der Groß-Veffir zehnfach überlegen und dem Anhange des Tökely eng verbündet, stand, den Neusiedlersee umgehend, bereits im Rücken der Kaiserlichen, so daß ihr Fußvolk gar nimmer Wien erreichen konnte, sondern sich durch die Insel Schütt und durch das Marchfeld heraufziehen mußte, der Herzog aber mit der Reiterey über Heimburg. Der panische Schrecken, den ein Schwärm von Tataren Und der von ihnen erregte ungeheuere Staub unter diese» alten Kriegern hervorzubringen vermochte, war der leidigste Zeuge des gebrochenen Muthes. Viele Hunderte sind darum in die türkische Sclaverey weggeschleppt worden, weil der ritterliche Herzog that, was man in keiner großen, die gewöhnlichen Gemüther durch Und durch erschütternden Gefahr thun darf, ohne bey der geringsten Treulosigkeit des Glückes, als selber Die Vorstädte. treulos verrufen zu werden, weil er seinen Entschluß, die Leopoldstadt zu behaupten, laut werden ließ und dadurch übertriebene Hoffnungen erregte. 3ii dem allgemeinen, rath- und thatlosen Nennen, Retten und Flüchten, hatte es die zerschlagenen Gemüther nicht wenig gestärkt, daß seine schone Reirerey unter Trompeten- und Paukenschall beym Stubenchor herein, über St. Stephan, dem Graben und Hos durch die beängstigte Stadt, zum Schottenthor wieder hinaus, in die Taborau zog. Einen harten Stoß erlitt zwar diese Beruhigung, durch des Herzogs Übergang auss linke User (16. July), aber noch stand ein auserlesener Theil seiner Reilerey unter dem, durch seinen kühnen Unternehmungsgeist bekannten General Schulz in der Leopoldstadt. Allein unter dem Schutz eines hesrigen Gewittersturms, schlugen die Hospodare der Moldau und Walachey, ober- und unterhalb der Stadt, Brücken über die Donau, bey der Roffau in die Brigiltenau und von denWeiß- gärbern in den Pracer. — Zum Schutze dieser Brücken faßten gleich siooo Mann jenseits Posto. Des andern Tags schwammen zahlreiche Hausen von Tataren und Spahis durch den seichten Arm und griffen die Österreicher an, während immer neue Truppen über beyde Brücken gingen, den General Schulz nach der tapfersten Gegenwehre nöthigten, die große Donaubrücke hinter sich abzuwerfen und sich am jenseitigen Ufer mit dem Herzoge von Lothringen zu vereinigen. Somir war Wien ganz eingeschlossen und ihm jegliche Verbindung abgeschnitten. 9 6 D ie Vorstädte. Die übrigen Vorstädte lagen bereits ini Ranch »nd i»i Schurr. — Des Commandanten Rüdiger, Neffe und Adjutant, der junge Hauptmann und deutsche Herr, Guido Scarhemberg, zwanzig Jahre spater, nach unserem unerreichten Eugen, der grösste Nahme des spanischen Erbsolgekrieaes, hatte mit blutendem Herzen dies traurige Geschäft vollbracht und gleich am andern Tage beym Brand im Schotlenhof, mit alrrömischeni Muthe verhindert, daß der erste Tag der wirklichen Belagerung, nicht auch der letzte geworden. — An der Leopoldstadc vollbrachten die Türken dies unselige Werk, gruben sich sogleich zu beyden Seiten der Schlagbrücke in Laufgräben ein, und warfen Boniben gegen den Sauwinkel, den alten Fleischmarkc und vorzüglich auf das Lorenzer - Kloster. Am 2. August ließen die Türken alle Schiffe und Flöße zu Klosterueuburg und Nußdorf los und den Donau-Canal herunter schwimmen. Die Trümmer der abgetragene» Schlagbrücke hielten sie auf und das Holzwerk stemmte und häufte sich an demselben so stark, daß >nan trockenen Fußes über das Wasser konnte. Aber die aus dem obern und untern Werd in die Stadt herüber geflüchleren Flößer und Schiffleuce zerstörten diese Ubergangsbrücke in wenigen Nachtstunden, so heftig auch die Türken, ins Blinde hinein, herüberfeuerceu. Es war überdies nie auf etwas Ernstes damit abgesehen, so wenig als mit den Blendangriffen auf das Stuben- und Kärurhner- thor. Der rechte, furchtbare Ernst concenkrirte sich, zielte im glühenden Brennpunct gegen die Burg- und Die Vorstädte. gy Löwelbastey, somit both auch der untere Werd, weder für die fernere Dauer der Belagerung, noch für die Entsatzesschlacht etwas BemerkcnSwerthes dar, außer daß der wackere Pohle Koltschitzky, dessen treuen und wichtigen Kundschaftsdienst, Wir bereits (XII. i 83 —i 8 (i) erzählt, vorn Magistrat das Geschenk de- Hauses 9 Ir. 3 o in der ehemahligen Iudenstadt er- hielc und die Befugnis; des ersten Kaffehhauses, am Stephansplatz, auf der Brandstatt (wo fetzt Ben- ko). Koltschitzkys Erben verkauften jene Gerechtigkeit und erwarben zugleich eine andere an der Schlagbrü- cke, wo jetzt Hugelrnanns Kaffehhaus. — Das ehemahlige Mauth- und Bruckhaus daneben, ist nun Stierbecks Kaffehhaus. Nach der Vertreibung der Türken und nach der herrlichsten Verfolgung, die dieser glorreiche Entsatz nur immer haben konnte, nach der W i e d e r e r o b e r u ng Ungarns, konnte Wien kaum Etwas wichtiger seyn, als die Gegenwart des wichtigsten Bundesgenossen gegen die Türken, des russischen Czaars Peter A l e p i owitsch. (26. Juny 1698). Von Saardam, wo er bey den Holländern den Schiffsbau erlernt und als gemeiner Matrose gedient, ging er über Eleve, HildeSheim, Dresden und Prag nach Wien.,Der Einzug geschah am oberwahn- ten Tage nach acht Uhr Abends in dreyßig prächtigen Caroffen, vorn Tabor durch die Leopoldstadt über die Schlagbrücke bey St. Stephan vorüber, zum Kärnth- nerthor hinaus in die zubereitete Wohnung, den Königseckischen Garten zu Gumpendorf. — Zwey Schwadronen Reiterey und die Stadt-Quardia bedeckten den II. Jahrg. Denkwürdigkeiten. 5. B».2> u.Z.Hei't. 7 D i e Vorstädte. 9 » Zug , die Bürger hielten in Reihen, zu Pferd und zu Fuß. Dem Czaar geftel Alles ungemein, nur waren ihm viel zu wenig Trompeter und Pauker. Er beobachtete das Incognito als erster Cavalier seines Bolh- schafters und Freundes Lefort. Der Czaar unterhandelte selbst (25. 27. Juny, 1. July) mit dem obersten Kanzler Grafen Kinsky, mit dem Vice-KanzlerGrafen K au nitz und mit dem Kriegs-Präsidenten F. M. Rüdiger Starhemberg, dessen Nahme durch die Vertheidigung Wiens von einem Ende Europas zum andern verherrlicht war. Er eiferte gegen die Geneigtheit des Wiener Hofes, den türkischen Friedensvorschlägen Gehör zu geben, Dolgo- rukjs und Mazeppas Sieg bey Oczakow und die Be- strebungen der Moldau und Walachey anführend; aber man verwies ihn auf Pohlens und auf Venedigs Untätigkeit, auf die schon seit fünfzehn Jahren auf Österreich drückende Kriegslast, auf der Pforte gehörige Demuth und ihren ernstlichen Willen zum Frieden und schloß mit der Versicherung, den Vortheil seiner Verbündeten gewissenhaft zum Augenmerk zu nehmen. Am 29. Juny, dem Peterstäge, horte der Czaar in derUniversitäts-Kirche, die Predigt des Jesuiten Wolf in böhmischer Sprache, der mit dem Wunsch endigte: „wie der Allmächtige dem Apostels ü r st e n P e t r u s „die Schlüssel des Himmelreichs vertraut, „so wolle er auch dessen ruhmbekröntem Nahmensge- „nannten, den H a u p t sch I üsse l verleihen, das „türkische Reich zu eröffnen." — Die Unterredung mit dem Kaiser in der Favorile und der präch- / Die Vorstädte. ^9 tige Ball mit Character -Masken, so wie die feher- liche Audienz und Übergabe der Geschenke wurde (X l l. 25 »— 254 ) geschildert. Mir großer Aufmerksamkeit besuchte Peter den Oberbrückenmeister und setzte ihm über die Donauschiff- sahrt zahllose Fragen. — Von Wien hatte er die Constabler und Ingenieurs erhalten, die ihm, nebst ein Paar Holländischen und Brandenburgischen, Assow hatten erobern helfen. — Von Wien. entsendete er nun mehrere seiner Begleiter an die Orte ihrer fer» nern Ausbildung für den Krieg zu Land und zurSee> nähmlich nach Italien zum Galeerendienste: Feodo- ßij, Sklajew, Werestschagin, Molar unter Aussicht des Dockers Peter Postuikow und nach Berlin zum Artillerie-Dienst: Buscheninow, Nowizkoj, Kormt- schin, Offezyn, Semenj, Naryschkin, Alez'ej und Iwan Gholowkin, die Fürsten Ofsip und Anita Schcscherbatow nebst Matwejew, Bylezkoj, Johann Weide und Peter Larion. - Im Vorsaale zu Gumpendorf vernahm Petet ben A u f r u h r der Strelitzen, schickte augenblicklich Nikitin durch Pohlen voraus, überall 56 Pferde zu bestellen und eilte, die Reise nach Venedig und Rom aufgebend, mit L e fo rt, Menzikow und Gholowkin nacht Der Wiederanbau des Werds, hatte dieß Mahl weit schnellere Fortschritte gemacht, als nach der ersten Belagerung. — Die barmherzigen Bruder, welche (die große Pest und die jetzige Zerstoritng ungerechnet) von 1670—6724 über 28,000 und bis» 1790 loo D i e Vorstädte. n 5,oco Kranke aufgenommen hatten/ weihten sich mit verdoppelter Anstrengung ihrem edeln Berufe/ den sie wahrend der Belagerung/ mit eben so großer Un- erschrockenheit als Selbstverläugnung erprobt halten. Eben so wenig horten die Wiener auf, ihnen Beweise der wärmsten Anerkennung zu geben. Auch Kirche und Kloster der Carmeliten erstieg unerwartet schnell. Die Grafen von Paar, Hallwyl und Windischgratz zeigten sich als ihre großen Wohlthäter/ desgleichen auch das Fürstenhaus Liechtenstein/ welchem Wien so viele seiner vorzüglichsten Stiftungen verdankt/ gegen die Carmeliter und Barmherzigen. — Noch war seit dem großen Sieg über Kara Mustapha kein Jahr verflossen und man sah vorn Prater bis in die Brigittenau lausend und tausend Hände rastlos in Bewegung und insonderheit auch das ganze Stadtgut, mit neuen Ansiedlungen und Bauten übersäet. Bey der prächtigen Feyer der Heiligsprechung Johanns von Gott, Stifters des Ordens der barmherzige» Bruder (23. Sept. 1691) hatte sich kaum mehr ahne» lassen, daß vor achr Jahren hier mir rauchende Trümmer gestanden/ daß auf den Zinnen der Kirchen, nur die Roßschweife stolzirt und die Ungläubigen an den Altären die Krippen ihrer Rosse befestiget haben. Die Sitte der Landesfürsten/ feyerliche Einzüge nach Wien, durch den Werd zum rothen Thurm zu halten, an welchem Bürgermeister und Rath die Schlüssel der Stadt überreichten und von dort zum alten Münster von St. Stephan und über den Graben der Kaiserburg, wurde auch vorn römischen Kvnig i Die Vorstädte. 101 und Thronfolger Joseph beachtet, als er aus dem zweyten Feldzug des spanischen Erbfolgekrieges mit dem Lorber von Landau zurückkehrte: — eben so durch seinen Bruder Carl VI., als er (nach Josephs Tode, der einzig noch übrige Habsburger,) von Barcelona nach Frankfurt und nach Wien zu den Kronen seiner Vater gezogen war. Auch am 4 - July 1748 kehrte Maria Theresia, hier von der böhmischen Krönung zu Wasser zurück. Der Baugeist, der unter Carl Vf, den Adel und die Reichen Wiens ergriffen hatte und welchem wir durch den edeln Geist Fischers von Erlach und durch die technische Vollendung Hilde,ibrands, unsere edelsten, architectonischen Werke verdanken, verbreitete sich auch und zwar aus den Vorstädten am meisten über die Leopoldstadt. Dort prangten Pallast und Garten des Fürsten Montecuculi, der Grafen Ottingen (nun Liechtenstein) Fünfkirchen, Colloredo, Losy, Ro- senberg, Kurland, Kollonits, Czernin (Czer- ningasse), der Freyherr» von Wallhorn und Strobel, der Herrn von Gudenus, Franzenau, Hackher, Deodat, Schelhorn, Sorg» rc. — Der vermehrte Anbau förderte auch die Sittlichkeit unb. öffentliche Ordnung , die Mittel der Erhaltung und der Verschönerung. — Die Judenstadt, der Anlaß ewiger Ne- ckereyen war verschwunden— Den H a n d w e r k s b u r- schen, deren vorzüglichster Zusammenfluß im obern und noch mehr im untern Werd, wegen des lebhaften Handelsbetriebes der Schiffleute und der unzähligen Schenken war, untersagte Carl Vl. das Tragen der io2 ' Die Vorstädte. Dege». Bald nach der Belagerung schlichen sich die Juden wieder in Wien ein und im July 1700 kam ei ihrefwegen zu dem fürchterlichsten aller bisherigen Tumulte. Darum war es für die Leopoldstadt ein Gegenstand des Ziccerns und Bebens/ als 1756 die Regierung einen Augenblick daran dachte/ die Juden wieder aus der Sladc zu entfernen und eine neue Judenstadt bey der Jagerzeil herzustellen: ein Gedanke, den man aber gleich wieder fallen ließ und der ohnehin wider den Willen des Stadrrakhes, nach dein leopoldi- nischen NeverS von ,671/ nicht hatte ausgeführt werden können. Ein großer Wohlthäter der Leopoldstadt war der Cardinal - Erzbischof Kollonics, durch seine Stiftung für Volksschulen lind für die Armen, denen er sein Haus und seinen Garten in der Donaustraße zu einem Spiral iveihte, dessen Mitglieder eine eigens Kleidung von brauner Farbe mit rothen Aufschlägeit trugen. — Aber auch dies Spital verfiel in die allgemeine josephinische Reform. Es wurde aufgehoben, Haus und Garten veräußert uiid der Fond dem allgemeinen Armen-Jnstilute zugewiesen. Josephs I. B r e n 11 h 0 l z 0 r d n u ng von 1707 zrnd die Bezeichnung der zu Wasser oder zu Lande ankommenden Hölzer durch Scangen und Fahnen, war auch für die Leopoldstadt voin wesentlichsten Nutzen.— Der lebensfreudigen, gemülhsvollen Wiener wahrhaft poetische Feyer desersten May seit der Babenber- gerZeit durch das Veilchen fest und M a y e n l i ed, durch den M a y e n t a 11 z und die M a y b ä u m e (VII. Die Vorstädte. io 3 207 des I. Jahrg.) hatte dennoch üble Folgen für die Donauwerder und Auen. — Kein Haus glaubte nähmlich den i. May feyern zu können, ohne die schönsten jungen Bäume vor seiner Thüre einzusetzen, wo dann freylich Stadt und Vorstadt einem zauberischen.Lusthain glichen. Diesem Unsuge Schranken zu setzen, war eine der ersten Regierungssorgen Theresias und es war überhaupt keine kleinliche, denn die gänzliche Nichtachtung der allen Forstgesetze und der vermehrte Anbau, die reißend gesteigerte Bevölkerung, erzeugten jene Ausödung der Wälder, die endlich unsere Tage in heilsamen Schrecken gesetzt hat. Mehrere fürchterliche Winter hatten die Nothwendigkeit der Hölzer« sparung eingreifend genug gepredigt, insonderheit jener von 1729, wo die Bären sich bis in die Badner Gegend hervorwagten, wo die Wölfe mir einbrechender Nacht, rudelweise bis au die Linien heulten und Hirschen und Rehe, häufig aus dem Glacis, ja auf den Schiffen bey der Schlagbrücke gefangen wurden- Die schon vom Historiographe» des großen Ma- thias Corvin, Bonfinius und von allen spätern Reisebeschreibern gerühmten Lustgärten des untern Werd, mit ihren Waffer-Parthien und Wasserkünsten, üppigem Baumschlag, ungeheuern, in reicher Vergoldung, weithin durch das Grün des Laubes schimmernden Vogelbauern, mit ihren Festlichkeiten und Tänzen, nahmen zwar in eben dem Maße ab, wie die Volkszahl und wie die Baulust stieg. — Man möchte sagen, der P r a t e r unserer Vater sey dicht an der Schlagbrücke gewesen, und « io4 D i e Vorstudie. zwar ein »och viel innigerer, lebendigerer, dem Leben Hochfester eingewebter Prater, weil das Leben unserer Vater sich immer im Kreise der Häuslichkeit regte und bewegte, und jede Stunde (nur etwa jene öffentlicher, allgemeiner Gefahr ausgenommen,) in allen ihrett Adern, vom ursprünglichen Familien- g e f ü h l durchflochten war. Beynahe jedes reiche Bürgergeschlecht, jede ansehnliche, in Wien vcrburgrech- tete Adels-Familie, hatte in den Werdern, Garten und Gartenhaus, Speisesaal und Tanzboden. — Dagegen wurde späterhin beynahe die ganze Insel alS Garte» bebaut, und Gärtner und Fischer die ersten Zünfte der Leopoldstadt. — Vorzüglich war von den Erster», der alre Werd, zunächst dem Stadt- gute bebaut und die limgegend der Spittelau, nebst den Gründen des Bürgerspirals am Bräuhause und zwischen der Donaustraße und der alten Favorite, dem heutigen Augarten. Welch ein Völklein in der alten Zeit die F i- sch e r gewesen, vernahmen wir an seiner Stelle, in den Satzungen unserer Vater über den Fischmarkt. Mehrere Verordnungen mußten auch die Anhäufung ihrer Fahrzeuge nächst der Schlagbrücke rügen, von welchem Andrang das nahe, einst so sehr besuchte Gasthaus zum Fischtrühel den Nahmen erhielt. — Der Ausschiffungsplatz oder das Gries wurde von ähnlicher Uberfüllung, durch die Städel oder großen Magazine bewahrt, die den Schiffern zu erbauen, wie- derhohlt aufgetragen wurde. — Als 1767 die Donau, (wie nicht mehr seit einem halben Jahrhundert) Die Vorstädte. io5 fest zugefroren war, gaben die Schiffer unter ungeheurem Zusammenströmen des Volkes, das seltsame Schauspiel einer Schlittenfahrt, mit einem großen, auf Kufen gesetzten, von zwey reichgefchmückten Zügen der stärksten Hohenauerroffe gezogenen Kellham- merschiffe aus der Rossau durch die Stadt in die Leopoldstadt. Die Schiffleute und die Reiter übten denselben Ruf und dasselbe Geschrey bey jeder Wendung, bey jedem Anhalten, wie beym Hufschlag. Auf einem großen Feuerherd wurde, wie bey einer weiten Was« serfahrt gekocht und auf den großen Plätzen, zu nicht geringem Jubel der Neugierigen, das Windfeyern nachgeahmt. Ihr altes Recht sicherte der Leopoldstadt die Freyheit von Hof-Quartieren und ein neuerer Vergleich mit dem Oberstjägermeisteramte, fügte noch eine Bekräftigung hinzu. Daß sie 1696, im Jahre der Anwesenheit des Czaars und bey einem außerordentlichen Andrang von Fremden, vorzüglich aus dem befreyten Ungarn und dessen Nebenreichen, durch kurze Zeit die Garden, die Hatschire nähmlich und Trabanten beherbergte, konnte jener Immunität nicht wesentlich noch dauernd präjudiciren. — Der untere Werd hätte demnach nicht nöthig gehabt an den Bau von Kasernen zu denken wegen der Last der Militär - Einquartirung. Desto fühlbarer war diese auf dem Flachlande. Daher beschlossen 1716 im sieg- ( haften Laufe des Türkenkrieges, die Stände des Landes unter der Enns die Erbauung von Kasernen. — 1721—1723 wurde die Reiter-Kaserne auf Kaiser- io6 Die Vorstädte. Spitalsgrund nahe am Tabor erbaut und das erste Regiment, das sie bezog, waren die ehemahligen Pappenheimer, dann Piccolominischen Cüwssie- re, späterhin in leichte Reiter umgestaltet, berühmt unter Maria Theresia, als Carl Batthiany,— in den französischen Kriegen, als Joseph Kinsky (Oberst Fürst Johann Liechtenstein) dann Klenau, nun Schneller. — Diese Kaserne ist die älteste Wiens. Ihr folgte 1746 durch den Magistrat jene am S a lzgr i es, am neuen Thor, 1749 jene auf dem G e t r e i d e m a r k t, 1761 jene in der A l- sergasse, auf dem Grunde der ehemahligen Land- schafls-Akademie. Die vorzüglichsten Elementar-Unsälle, vorzüglich durch die so nahen Donaufluthen, wurden bereits im Verlauf der Geschichten Wiens selbst erwähnt, insonderheit wie bey dem fürchterlichen Eisstoß von 1744 Maria Theresia trotz ihrer Schwangerschaft, den ganzen 6. und 7. März in Sturm und Schneegestöber auf der Stubenlhor- und rothen Thurmbastey war, die Rettungsanstaltcn der überschwemmten Vorstädte, durch ihre Gegenwart anzufeuern und wie Kaiser Franz sich in der Roffau, am Thury und in der Leopoldstadt, in einem kleinen Nachen, der augenscheinlichsten Lebensgefahr aussetzte. — Durch eine volle Woche flu- there das Wasser mannshoch und am Fugbach hatte es eine so heftige Strömung, daß es schien, der Fluß würde dort sein bleibendes Bette nehmen. — Ei» ähnliches Beyspiel menschenfreundlicher Aufopferung, wie sein erhabener Vater, gab Joseph II., D i e Vorstadre. 107 als der Eisstoß von 1768 der Leopoldstadb gänzliches Verderben zu drohen schien, und sogar die Schiffer, als die Schlagbrücke weggerissen und Eisblock auf Eis- block daher gewalzt ward, nimmer wagten hinüber zu fahren, und Joseph sie zwang, ihn den Ersten überzusetzen. Gegen diese Verheerungen des Stromes und zur Führung der, gegen seine Wuth, regelmäßig fortzuführenden Baute» in Wiens allernächster Umgebung, bestand seit den Tage» Carls VI. in Nuß- dorf ein Wasserbauamt. — Maria Theresia befahl 1772, daß alle Hindernisse der Donauschiff-Fahrt von Passau bis Belgrad, so weit nähmlich dieser herrliche Srroin österreichisches Land bespült, gründlich untersucht und durch große Anstrengungen behoben werden sollen. Sie bediente sich hierzu der Jesuiten' Gruber und Walcher, zweyer wohlverdienter Mathematiker und Hidrauliker. — Walcher erhielt den Titel: Navigations-Director und erstreckte seine Untersuchungen bis aus Tyrols Eisgebirge (Gletscher, Ferner), die in jedem Sommer solche Massen geschmolzenen Schnees un.d Eises durch den Jnn der Donau zusenden. Er bezwäng die den Römern schon bekannnlen Cataracten desJster, den Strudel und Wirbel, die in den Sagen des Mittes- alters vom „Teufelsthur m ” und von, „s chwar- zen Mönch" annoch fortleben. — Die Naoiga- tions-Direction, als ihre unmittelbare Aufgabe vollendet war, wurde durch Joseph JJI. 178b mit dem D i e Vorstädte. 108 Wafserbauamte vereinigt , dessen Directio» die ganze Strom-Polizey Nieder-Osterreichs umfaßt. Sein erster Director war der Lehrer Josephs II. und Leopolds II. in der Mathematik und Kriegsbaukunst, der Ingenieur-Oberste von B r e q u in (ch 1785). Der Canal im Theresienfelde, die Wasserleitung in der Burg und zu Mariahilf, endlich die vorige Schlagbrücke , waren schoiie Denkmahle seiner Thätigkeit. ( Der Abbe Joseph Walcher, ehemahliger Naviga- tions-Director, nun sein Beysitzer, folgte ihm als provisorischer Director (ch *789). — Seine Nachfolger Franz Krenner und Le Febure d'Archamboult beschäftigten sich vorzüglich mit der Regulirung des Wiener Donau-Canals und dem wichtigen Baue Nußdorf gegenüber zur bessern Einmündung des Wiener Arms. — Vom Freyherr» von Pacassy ist die Franzensbrücke, der Zufluß der schwarzen Lacke, der große Sporn an der langen Donaubrücke zur Sicherung des linken Ufers und nahmentlich des Dorfes Spitz, die Regulirung am Canals-Ufer am Schanzel, dann von der Schlagbrücke bis zur Franzensbrücke, endlich am rechten Ufer vom Ausfluße der Wien bis an die Franzensbrücke.— Dem durch so viele wichtige Bauten hochverdienten Ritter von S ch e m m e r l und seiner provisorischen Direction in der Epoche des Befreyungs- krieges i 8 i 3 —i 8 i 5 dankte man die wichtigen Verschönerungen nächst dem rechten Landjoch der Schlagbrücke. Die Halb-Bastion gleich ober der Brücke, setzte ihren Fuß dicht in den Canal. Von dieser Halb-Ba- stion abwärts zog eine starke Brusiwehre dicht am Flu- Die Vorstädte. 109 ße und schloß sich mittelst des Lheresienthores an die untere Halb-Bastio». Die obere, die Brustwehre und das Theresienthor wurde» weggekrochen und hiedurch die vorher unterbrochene Verbindung des rechten Ufers hergestellt/ die Unbequemlichkeit/ einen Umweg durch die Stadt machen zu müssen, behoben. — Dem Hof- Commiffions-Rathe Schemmerl gehört auch die Regu- lirung des rechten Ufers im Kaiserwasser und jene der Wien, innerhalb der Linien, die eben so sehr der Gesundheit vortheilhaft als durch die Anpflanzungen zu beyden Seilen dem Auge wohlthätig ist. — Vorn Director Oft er lamm sind die Sporn am Kaiserwaffer, der große Sporn Nußdorf gegenüber und die Donau- Mappirung (1816—1818). — Von dem dermahli- gen Director, Ritter von Kudriaffsky (dessen freundlicher Bereitwilligkeit auch gegenwärtiges Werk vielen Dank schuldig ist) sind neben mehreren entlegener» Wasserbauten und der längst wünschenswerthen Herstellung der Hufschläge (Leinpfade oder Treppel- wege), die Regulnuug mehrerer Strecken des Ca- nals, die Wiederherstellung der 180g zerstörten F r a »- zensbrücke/ der Bau einer neuen Schlagbrücke, die nun den Nahmen des durchlauchtigsten Erzherzogs Kronprinzen, F erd in and s b rücke trägt und die Erdberger Kettenbrücke. Da die seit 1775 bestandene Brequin'sche Schlag- brücke bereits schadhaft geworden, wurde die Herstellung einer Prachtbrücke aus gespannten Rösten mit Landjochen und mit einem Mictelpfeiler aus behaue- nen Quadersteinen angeordnet und das erste Probestück der erst kürzlich in England und Frankreich ver- / no Die Vorstädte. suchten Kunst gemacht, mit Senkkasten unter Wasser zu gründen-In der >t?alfte des März 1819 wurde die Verfertigung dieses Senkkastens in der Gegend des ehemahligen Theresienthores begonnen, binnen fünf Wochen beendigt undam 28. April der ifiKlaf- ter lange, 3 Klafter breite und i 3 Schuh tiefe Kasten in die Donau gerollt und am 22. May mir eingemauerten Grundsteinen an seinen Standpunct, auf die geschlagenen Piloten abgeführt und aufgesetzt, und am 19. Juny, als der Mittelpfeiler die gewöhnliche Höhe des Wasserspiegels erreicht hatte, von des Erzherzogs Kronprinzen Ferdinand kaiserlicher Hoheit, auf das feyerlichste der Grundstein gelegt. Am Schlüsse des Novembers war die Brücke für Fußgeher und Wagen vollendet. — Während des Baues bestand eine Nothbrücke von der Stätte des ehemahligen Theresien- thores in die Gestättengasse, der Leopoltstadt gegenüber. Die Entfernung vom Bogenlager des einen Landjoches bis zum andern ist 34 Klafter 1 Schuh. Der Mirtelpfeiler ruht auf sti 3 Piloten und ist beyläufig 5 o,ooo Centner schwer. — Von 60 Bögen bilden 12 die Geländer und 46 die eigentliche Brücke; sie ist 10 Klafter 5 Schuh breit und gepflastert, das Geländer mit Kupfer gedeckt und zu beyden Seiten steinerne Schilderhäuser aufgerichtet. In der Mitte getrennt, dient die eine Seite den Hinaus-, die andere den Hereinfahrenden. Neben jedein Fahrwege ist einer für die Fußgeher. Die Last des Pflasters und der Schotterung mag an 100,000 Centner betrageiu 111 Die Vorstädte. Da die Brücke» i» der Geschichte des Handels eine so überaus wichtige Rolle spielen; wurde auch von denselben, schon in den Geschichten Wiens, an seiner Stelle gesprochen und daß bis in die Lage Josephs, die S ch l a g b r ü ck e, die einzige, in mancher Wasserfluth des Sommers, durch manchen Eisstoß des Winters zertrümmerte Verbindung zwischen der Stadt und dem untern Werd gewesen.— Als bis zur ersten türkischen Belagerung iv2g, noch die F isch e r v o r st a d t vor dem Werderthor bestand, war von dort gegen den rothen Thurm eine Reihe von Überfuhren, ja es konnte Nachen an Nachen und Plette an Plette, der Donauarm beynahe trockenen Fußes überschritten werden, also daß eigene Satzungen gegen diese-Hemmung deK Wasser- Transportes und der Ausladung erlassen werden mußten.— Seil der Zeit waren die vorzüglichsten Uber- fuhren gegen das scharfe Eck am Wafferthorlein oder Schanzel und gegen den allen Labor und die Wolss- nachher Brigittenau in der Umgegend der jetzigen Reiter - Caserne. — Wie die Stadt selbst, so hak auch die Leopold stadt Joseph dem II. unendlich viel zu danken und würde billig, wie von seinem edeln Großohm die Gegend des rochen Hofes, so auch sie, eine zweyte Joseph st adt heißen. — Er eroffnere 176Ü den Pr a te r für die Sommermonathe und 1775 allgemein und für immer. Das Gitter, das bisher den Eingang desselben verschlossen, wurde niedergerissen. Er eröffnete Sonntags am 5 o. April 1776 den mit herrlichen Alleen durchschnittenen, durch zwey große 112 Die Vorstädte. Alleen mit dem Prater verbundenen und durch eine mächtige Terasse wider den Strom geschützten Aug arten, auf dessen Pforten bald darauf eine Inschrift seine Willensmeinung: „Alle» Mensche» gewidme- t e r E r l u st i g u n g s o r t von i h r em Schätze r", eine zweyte den Besuch des russischen Großfürsten Paul und seiner Gemahlinn, Maria von Würtemberg r 781, die dritte den feyerlichen Segen verewigen, den Pius VI. an dieser Stelle 2782 über die Gläubigen Wiens ausgesprochen hat. — Joseph ließ den F u g b a ch, der bey hohem Wafferstande der Donau, die Leopoldstadt immer schwer bedroht hatte, einengen und verdammen und dann ganz austrocknen. Die Brücken über den Fugbach in das Stadrgut und in den eigentlichen Pra- ter verschwanden nun und bey der Anlegung der Straße gegen die Weißgärber, die auch den czerninischen Garten gar sehr verkleinerte, bey der Durchschneidung der Praterau durch regelmäßige Alleen und des nach allen Seiten hin geräumigen, herrlichen Einganges in den Prater, kam das jenseits der Fugbrücke gestandene Forsthaus an seine jetzige Stelle und die große Bleiche gegen den neuen Tabor zurück. Ja es wurden mehrere, am Ende der Jagerzeile gestandene Gebäude, insonderheit das Matolay'sche abgetragen. — Unfeine der Gegend des frühern Forsthauses legre 177b der Bothschafter Fürst Gallizin seinen Garten und Gartengebäude zwischen den Eingängen der Feuerwerks- und Hauptallee an, die nach seinem Tode an den Grafen Hoyos kamen, späterhin vom durchlauchtigsten Erzherzog Carl erkauft und der Kaiserinn Die Vorstädte. ii 5 Kvnigilln Maria Theresia, zweyten Gemahlinn Sr. jetzt regierenden kaiserlichen Majestät verehrt wurden. Im May 1762 wurden zwey neue hölzerne Jochbrücken auf Josephs Befehl hergestellt, eine vom Schüttel gegen die Weißgärber, die zweyte dem Au- garten und der neuen Gaffe gegenüber, nach der Rossau. Zugleich wurde mitten durch die sogenannte Holzgestätte eine breite Straße geführt, in zwey langen Armen, gegen das Werder- oder neue Thor und gegen das Schottenthor Äuslaufend. — Um der, für Wien schon in den Tagen der Lupemburger, der Przemysliden und der Plasten so äußerst wichtigen Haupthandelsstraße nach dem Norden und Nordosten/ eine, gegen alle Unfälle möglichst verbürgte Sicherheit zu geben, wurde i9oo dsr Bau einer steinernen Brücke, der Franzenbrücke begonnen. — Wie der Fürst Gallizin seinen Nahmen an mehreren Stellen der herrlichen Umgebungen Wiens verherrlichte, sö auch der russische Bothschafcer, der Graf, dann Fürst Andreas Rasumowky. 1797 ließ er von seinem Pallast auf der Landstraße, bey Erdberg, eine hölzerne Brücke gegen den Prater erbauen, die durch den großen Eisgang von 1809 zerrissen, 1610 zwar wieder hergestellt, 1819 aber wieder niedergestürzt wurde. Diese Gegend blieb nun ohne Drücke bis 1825, da eine Akzien-Gesellschaft, die erste Drath» oder Kettenbrücke in Wien auf einem nahen Puncte angelegt hat. Die Herstellung der Kirchen und der Gebäude in der Leopoldstadr aus der türkischen Zerstörung Iahrg. ScitfieiicSicjffitcu. 3. '85. 2- u-H.Hcft. 8 u4 Die Vorstädte. i 685 , ging mit unerwarteter Schnelligkeit von Statten. Binnen neun Jahren, war das Hospital, das Kloster und die Kirche der barmherzigen Bruder meist durch fromme Gaben ganz wieder hergestellt, noch früher die Pfarre zu St. Leopold, welche 1728 bedeutend erweitert und bey der Jubelfeyer von 1824 bedeutend verschönert wurde. Dieser Hauptpfarre sind die Nebenpfarren zu St. Joseph bey den ehemahligen Carmeliten und bey St. Johann von Nepomuk in der Praterstraße und Jagerzeile untergeordnet. — Bemerkenswerth ist, daß diese Kirchen gar keine merkwürdigen Grabmähler auszuweisen haben, außer bey den barmherzigen Drüdern zu St. Johann in der Ta- borstraße, des graubündnerischen Freyherr» Joh. Anton von Buol, k. k. General-Majors, in Deutschland und Spanien unter dem Prinzen Louis von Baden und unter Guido Starhemberg ausgezeichnet und seiner Gemahlinn Emilie Freyinn von Schau en stein (•f-1717) und des Kanzlers und Directoria! - Gesandten von fünf Kurerzkanzlern von Mainz, Constan- tins Freyherr» von Bertram. Wie die Leopoldstadt durch den Zusammenfluß aller, zu den Bedürfnißen und Genüßen des Lebens erforderlichen Künste und Gewerbe, eine eigene, unabhängige Stadt bildet, so fanden auch an ihren Bürgern alle gemeinnützigen Unternehmungen, ganz besondere, keine Anstrengung und kein Opfer scheuende Bereitwilligkeit. -— Die Beleuchtung wurde, bald nachdem sie in der Stadt begonnen, theilweise auch im untern Werd eingeführt. — Die Sorge für die Die Vorstädte. u 5 Reinhaltung der Straßen und Plätze, erscheint schon in den uralten Rechten des Werd. Die Pflasterung der Rinnsale und dann auch der Straßen, begann im zweyten Jahrzehende Theresiens. Die Bäder im untern Werd, nahmentlich die Stube am scharfen Eck wird schon in den Tagen Albrechts des Lahmen erwähnt» Aus den neueren ist jenes im Schüttet das älteste, 1743 vom Wundärzte Zechmayer eröffnet, jetzt im Be» reich des fürstlich liechtensteinischen Parks und Lustgebäudes.— Das größte und bequemste der Wiener Bäder, das Dianabad wurde im July 1810 errichtet — und säst gleichzeitig mit demselben entstand im Prater, die i 8 i 3 vom k. k. Militär vollendete und unter seiner Leitung stehende Schwimmschule. Derselben eifrigster Förderer war ein, 1809 in den Dienst Österreichs übergetretener, in der Epoche der geheimen Vorbereitungen Preußens zum großen Rettungskam- pfe und im nachgefolgten Befreyungskriege, mit vieler Auszeichnung genannter Officier, der damahlige Haupt- . mann, nunmehrige preußische General von Psuhlt (i 8>5 durch einige Zeit Platz-Commandant in Paris). Seit i 8 o 3 bestehen die Rettungsanstalten für Schein« todte und die Nothkästen und Rettungswerkzeuge, sind sowohl beym Grundgericht unter der Polizey - Directio», als bey den Schwimm- und Badeanstalten, stets bereit. Der allgemeine Überblick der Un t e rri ch ts a n- stalten Wiens, wird auch vom Werd, allwo ihnen wenigstens die Sage ein sehr hohes Alter zuschreibt, so viel aufnehmen, als zur eigentlichen Geschichte des 6 * ii6 Die Vorstädte. • , Schulwesens nothwendig ist. — Der Überblick des Theaterwesens in Wien, wird um so mehr bey der Volksbühne der Leopoldstadt verweilen, als sie in ihrer Art, im gesammten Deutschland einzig und ein guter Schlüssel zu mancher Richtung des National-Characters ist. Zum vorzüglichen Ruhme gereicht aber den wackern Bürgern der Leopoldstadt, daß sie die Begründer der ersten Spar- Casse in Österreich gewesen, die zeither in mehreren Provinzen uachgeahmt worden ist und überall treffliche Früchte getragen hat. — Am Nahmensfeste des Monarchen, am 4-Oct. 1619 wurde die erste österreichische Spar-Caffe, durch den edel» Eifer vieler Leopoldstädter Gemeindeglieder eröffnet und am fünften Jahrestag ihrer Gründung, am 4 - Oct. 1824 wies diese (Anfangs Nov. 1621 in die Stadt übersetzte) Anstalt, bereits einen Caffe-Stand von mehr als einer Million in schwerer Münze auf. Die Vorstadt Jäger zeil, großentheils vom Chorherrnstift Klosterneuburg zur landesherrlichen Jagdlust überlassen und vom Vicedom-Amce verwaltet, wurde iy 5 o mit mehreren Realitäten dieser ehemahligen Staatsgüter-Administration den Ständen des Landes unter der Enns verkauft, von diesen aber 1764 an Joseph Edeln von Zorn überlassen und von diesem seit 1797 an Joseph von Segenthal und dessen Erben übergegangen, hat sie seit 1774 ihr eigenes Grundgericht, theilte übrigens, wie es die örtliche Lage von selbst mit sich bringt, die Freuden und llnfälle und alle Geschicke der Leopoldstadt, zumahl in der zweymahligen bonapartische» Eroberung, i 8 o 5 und 1809. — Die Vorstädte. 117 Die Überrumpelung der Taborbrücke am > 3 . Nov. i 8 o 5 von M urat und Lannes über den F. Ä?. L. Fürsten Carl Auersperg, durch die Lüge eines so eben abgeschlossenen Waffenstillstands erlistet, setzte den von seinem Sieg über Morcier bey Dürren- stein nächst Krems/ gegen Brunn ziehenden kleinen Heldenhaufen Kutusows/ in die äußerste Gefahr, abgeschnitten und einzeln aufgerieben zu werden. Sie führte den Haupckörper des feindlichen Heeres, öfter und dauernder in die Leopoldstadt, an eben den erlisteten Punct des kürzesten Scromüberganges und auf den Kreuzpunct der böhmischen und mährischen Hauptstraßen, als in jenem unvergeßlichen National-Kampfe von 1809, im Jahre der L a n d >v e h r'und des T yroler- Krieges, im Jahre von E b e r s b e rg undAspern, wo die Taborbrücke abgebrannt, der Übergang (nach dem vereitelten Versuch bey der schwarzen Lacke) durch die Insel L 0 b a u bereitet und das größte Zuströmen gegen die St. Marter- und Favoriten-Linie, über den Rennweg und die Landstraße war. — Den Werd aber betrafen in eben diesem denkwürdigen Jahre, die Bezwingung des P r a t e r s und Lusthauses, welche zugleich (und nicht das unbedeutende Bombardement aus bloßem Feldgeschütz,) den schnellen Rückzug der Truppen auf das linke Donauufer und die Übergabe Wiens entschied. — Acht Tage darauf, sah Wien wieder das, nach den feindlichen Bulletins, wie Staub und Spreu in alle vier Winde verwehte Heer des E r z h e r z 0 g s C a r l Generalissimus , in stolzer Haltung heranwogen und wurde in den Pftngstfeyer- ii8 Die Vorstädte. tagen, durch den beyspiellosen Kanonendonner von Aspern und Eßlingen erschüttert. Der Vorstadtgrund Zägerzeil ist beynahe durchaus zum magistratischen Grundbuche dienstbar, Burgfriedensobrigkeit ist der Magistrat. Dieser Grund bildet nur einen Theil der Praterstraße, rechts gegenüber vom Theater. Nur einige Häuser am linken Donauufer unter der Franzensbrücke, im Schüttet, gehören zur Herrschaft Schaumburgerhof. — 1824 wurde ein Haus- und Küchengarten in 12 neue Häuser abgetheilt, die Mayergaffe bildend. Sie werden durch die gleichfalls neu zu eröffnenden Allegrettigaffe, (auf dem Grunde der genuesischen Gesandten-Witwe, Victoria von Allegretti) die Franzensbrücken-Allee mir der Praterstraße verbinden. Der Magistrat erkaufte 1786 die Civil-Personal- Gerichtsbarkeit dieses Grundes, ffo aller übrigen, nicht bürgerlichen und dem Magistrate noch nicht unterthä- nigen Gründe, — nur Neubau, Neustift, Schottenfeld und alle schottischen Besitzungen außer dem Burgfrieden, dann Mariahilf und die übrigen Besitzungen des Wiener Metropolitan-Capitels außer dem Burgfrieden, serners das fürstlich liechtensteinische Liechten- thal und der Sporkenbühel oder Himmelpfortgrund, blieben auch mit der Civil-Personal-Jurisdiction ihren Grundobrigkeiten fortan zugewiesen. Urkundenbuch. / Et Documenta damus! — Oyid. Metamobpii. I Leopoldstadt. (OrtSobrigkeit: Magistrat.) Donaustraße. Haut-Nr. i. Peter Theodor Graf v, Petrowitz d'Armi». (i—353 Magist) Elisabeth Leppich, Franz, Michael, Gottfried und Joseph Höldt. 3. Franziska Makauer. 4. Nikolaus Koller. 5. Johann Michael Müller. 6. Jgnaz Radl. 7. Theresia Adler v- Lilienbrunn- ö. Theresia Ebner. (Rohrhuhn.) 9. Carl Hummel und Carl Moreau. (Dianabad,) 10. Anna Fürgartner. tFischtrühel) ai. Jgnaz Dembscher, dann Maria Anna« Cäcilia und Josepha Dembscher. »r. Katharina Hackel. Kleine Ankergass«. »2. Johann und Eva Ulrich. »4. Susanns Gutherz. i5. Anton Oberhäuser. »6. Anastasta, Andrea» und Alexander Curti. (Großer Anker.) a?« Dieselben. (Kleiner Anker.) CCIV HauS-Nr. Urkundenbuch. Große Ankergasse. 18. Thomas Pilling. 19. Derselbe. 20. Joseph und Andre Beindrexler. Ll. Elisabeth Wurm. 2r. Johanna Webel- (Heiliger Joseph.) 2Z. Daniel und Theresia Löw» (Blauer Hecht-) * 24. Joachim Gruber. (Glocke-) 25. Franz und Magdalena Hirsch. 26. Jgnaz und Barbara Promberger. 27. Joachim und Katharina Gruber. 28. Matthäus und Katharina Mündl- 29. Johann Paul und Theresia v. Wohlfarth. 20. Susann«, Mathias und Theresia Flemisch. (Grüner -Elephant-) Donaustraße. 21. Johann Georg und Eva Scherzer. 2s. Anton und Rosalia Neuwirth. (Weißer Wolf-) Große S ch iffg a sse. 22. Michael und Theresia Kirchlehner. (Rondel-) 24. Valentin und Anna Betz. 25. Joseph und Andre Beindrexler. 26. Joseph Krammer. 27. Peter und Magdalena Pfeiffer. (Hollerstaude-) 28. Joseph und Eleonora Keinz. 29. Barbara Dankmaringer, dann Joseph und Elisa- betha Häuser. Kru m m e B a u m g asse- 40. WenzeslauS Sedlazeck. 4». Joseph und Theresia Werner. 42. Joseph und Anna Haidinger. Urkundenbuch. ccv HanS-Rr. Große Schiffgaße. 43. Franz Wintergerst. 44. Jakob und Maria Anna Ridling. 45. Anna Schrey. 46. Mathias und Theresia Salier. 47. Franz und Anna Edelbauer. 48. Bernhard und Clara Kirchlehner. 49. Johann und Gertraud Kollatscheck. 5c». Andreas und Antonia Roller. 5». Mathias und Maria Anna Bauer. 5a. Michael und Elisabeth Roßkopf, dann Mich. Eckerl- 55- Philipp und Susans Richter. (Kleines, goldenes Schiff.) 64. Johann und Bictoria Diedeck- 55. Franz und Anna Gürtler. (Brünner Muttergottes.) 56. Johann und Barbara Kick. 1 Oonaustraße. 67. Theresia Weger. 58. Jakob Serkös. Kleine Schiffgasse. 5g. Ferdinand und Regina Hallmann. ko- Anton Winkelmann. (Fasanl) 61. Johann Lekary- (Großes, goldenes Schiff.) 6r. Nikolaus und Barbara Fotty. 63. Anna Weidinger. 64. Joseph und Katharina Nerber- 65. Magdalena Hilpert. 66. Wolfgang und Theresia Korzineck. 67. Clara Stager. 68. Aloys Apiano- (St. Florian.) 6g. Barbara Moses. (Rothe Ente.) Donaustraße. 70 . Carl und Franz Lipp. GCVI Urkundenbuch. HauS-Nr. 7>. Gottfried und Rosalia Lipp. 7». Michael Hefeter. 73. Franz Mollner. 74. Theresia Brande!, Anna und Barbara Angeli, Mi. chael Leidl, Clara Jünemann, Rosalia Steiger und Jgnaz Dusel. S ch i ff-Ä m t s g a sse. 75» Theresia Leidl und Theresia Pcandel. 76. Dieselben. Kleine Schiffgasse. 77. Andreas Bellesini. Schiff-AmtSgasse. 78. Johann und Antonia Baader, dann Laurenz Staudinger. Gottesacker. 7g. Nikolaus und Anna Sonntag. (Sonnenaufgang.) 80. Sebastian und Anna Maria Weißbock. 81. Franz Wterer. Bräuhausgasse. 8s. Joseph und Maria Anna Ulrich. 83. BürgerspitalS.Brauhaus. S chr e y g a s se. 84. Bürgerspitalisch. Bräuhausgasse. 85. Katharina Sedelmayer. Schiff-AmtSgasse- 86. Barbara Wöß. 87. Georg und Josephs-Langweber. Donaustraße. 88. St. St. PontonS-Stadel- Urkundenbuch. CCVH HauS-Nr- 89. K- K. Oberst-Schiffamt (seit >688). ^ go. Joseph Wunder. gi. Barbara Einsiedler und ihre Tochter (Areier), gr. Benedict und Theresia Köck. (Heil-Leopold.) gZ. Joseph Valentinvtty. Ne.ue Gasse- gi. Paulina Hölzel. g 5 . Vinzenz und Clara Kraus. g6. Joseph und Josepha Bretzky- g7> Katharina Lobcnschuß. (König David.) g8. Leopold Gottschachtner. gg. Anton und Anna Milde. 100. Johann und Anna Buda- 101. Joh. Georg und Anna Skeinheimer. (Grüner Baum.) aor. Franz und Anna Gruber- Schreygasse. aoZ. Armenkinder SchulhauS. ivi- Joseph Mayer, lob. Ebenderselbe. 106. Joh. Michael und Theresia Uhrl. 107. Conrad und Theresia Knvd. Neue Gasse, 108. Simon Leißer. »og. Christoph und Theresia Wendel. (Heil. Oreyfaltig. keil.) no. Michael und Johanna Giller. in. Joseph Stadler. na. Demeter BrucuS und Johann Edle v. Zettiri. nZ. Leopoldine Nato. ni. Carl und Maria Anna Leutmetzer. iiS. Margarelha Grabt. rik. Franz und Katharina Eberle. "7- Anton und Barbara Hvfer. CCVIII Urkundentzuch. i HauS-Nr- 118. Anton Ruepp. (Goldener Elephant.) iig. Andreas und Agatha Karxfel, dann Johann «nV Barbara Wallner. 120. Magdalena Schorner. 12». Jgnaz Kerschner. irr. Anton Hammerschmidt. »2Z. Franz Plücy. 124. Johann und Joseph« Winkler. irb. Leopold Geringer. 126. Joseph und Joseph« Weinhäusel. 127. Adam Hildwein. 128. Joseph und Magdalena Karl. 12g. Valentin und Franziska Fuchs. 1Z0. Theresia Gehringer. i3i. Anna Sambs. 1Z2.I i33.l Franz Mollner. ( 134. J Donaustrasie. 135. Johann Fürst von Liechtenstein. 1Z6. Philipp und Anna Ritter von Zimsen. 1Z7. Wolfgang und Johanna Rast. 1Z8. Margaretha Sigl. i 3 g. Franz und Franziska Edle v. Nemethy. 140. Katharina Resch. 141. Matthäus und Magdalena Adam. 142. Paul und Joseph« Jagisch. 143. Johann und Barbara Grosser. 144. Leopold und Magdalena Derner. 145. Jgnaz Matzinger. 146. Leopold und Elisabeth Ulrich. 147. Katharina Köchel. (Zigeuner.) 148. Käsern.Verwalters-Wohnung. •' 14g. K. K. Cavallerie-Kaserne. Urkundenbuch. CCIX Haus°Nr. Hinter der Kaserne. 150. K. K. altes Tabor-Mauthhaus. (K-K. geheime Cam- mecal-Zahlamt) Augartenstraße. x5i. St. St. Augartcn-Wachthaus. (K. K. geheime Cam- meral-Zahlamt.) 1 5 1. St. K. Heumagazin. (K. K. Militär -Natural-Ver- pflegsamt.) iSZ. Walburga Nieser. 154. Mathias und Elisabeth Raninger. 155. Loren; und Theresia Engel. 156. Franziska Sott. 157. Sigmund und Barbara Sperber. 158. Johann und Clara Weißhappel. 169. Franz März. 160. Antonia Stunzer und ihre Kinder Georg, Franziska und Thomas. 161. Joseph Ritter von Henickstein. 162. K. K. Augarken. 163. Franz Gruschy und Magdalena Moßbacher. 164. Joseph Götz. (Beym Felsen.) 265. Franz und Genovefa Kreibel. 166. Joseph und Anna Mayer. 167. Anton und Juliana Hartmann. (Rother Hirsch.) 168. Peter und Anna Rast. »69. Friedrich und Antonia Ullrich. (Schwarzer Ochs.) 170. Heinrich Schmidt. Taborstraße. 171. Nikolaus und Theresia Kiesel. Große Pfarrgasse- 172. Anton und Katharina Nagl. (Schwarzer Elephant.) *73. Johann und Anna Meiner. (Blauer Mondschein,) ccx 2-1 urkuI, deI, buch. Haur-Nr. 174. Anton und Theresia Köll. 175. Franz Nikel. (Goldener Haspel.) 176. Pfarrhvf der Kirche Sk. Leopold. 177. Sigmund und Franziska Reißler. »78. Theresia Graf. H e r r n g a s s e. *79' Joseph, Jakob, Theresia, Anna, Franziska, Elisabeth, Jgnaz und Carl Lipp. (GoldenerRauchfang.) 180. Christoph und Theresia Wirk. 181. Elisabeth Häffner. (Stelzen.) 181. Georg und Katharina Gebhart. Kleine Pfarrgasse- >8Z. Christoph und Carolina Zillbauer. 184. Anna Dworschack, Anna und Franz San>ouci, >65. Hauptschule zu St. Leopold. >86. Pfaffisches Benefiziaten.Stiftungshaus. >87. Anna Krauß. >88. Johann und Anna Tidlitat. >89. Ludwig und Katharina Vogel. (Rother Stiefel.) >go. Georg und Franz Kühler. Nauchfangkehrergass«. >91. Jak^b Korn. (Goldene Sonne.) >92. Johann Kasimir Graf v. Deym- >gZ. Joseph und Rosa Edle v- Mannstein. >94- Josepha Auböck und ihre Kinder Mar. Anna, Franz, Maria und Joseph. (Sandwirth.) >96. Joseph Erner und dessen Kinder Joseph und Anna. (Grüner Paperl.) >96. Martin und Magdalena Ruepp. >97- Joseph Zistler. lDrey Stacheln.) 1 ig8. Adolph und Eoa Nolden. (Schöne Laterne.) >99- Jg»az, Juliana, Anna und Theresia Würz. u r k u II d e n b u ch. CCXI HauS-Nr. 200. Clara und Theresia Roch. »oi. Johann Binder und Katharina dessen Gattinn, dann Laurenz, Theresia, Juliana, Joseph und Barbara Binder. (Bey den drey Bindern.) 201 - Adam und Theresia Steinmüller. 2oZ. Johann Ulrich. 2o*. Joseph und Barbara Ulrich. (Beym Frühling.) ao5. Michael und Johann Schremg. 206. JeremiaS und Magdalena Dümmlei,,. (Nußdörfel.) 207. Joseph und Johann Garnhaft. (Guter Hirt.) 208. Johann Obermayer und dessen Kinder: Joseph, Leopold, Georg und Anna. Herrngasse. 20g. Anna Springer. (Drey Hasen.) 210. Leopold und Katharina Kremser, (goldener Stern.) Große Pfarrgasse. 211. Michael und Theresia Uhrl. (Goldene Weintraube) 212. Mathias und Theresia Luger. H e r r» g a s s e. 2,Z. Franz und Anna Schierer. (Goldener Bär.) 21*. Joseph Lipp. 215. Elisabetha Birk. 216. Anton und Anna Foltin. Auf der Haid. »»7- Jvftph Lipp. »»8- Barbara Ulrich und Franz Sedelmayer. 21g. Jgnaz Plell. 220. Joseph und Katharina Hechendorfer. (Wallfisch.) StrafhauSgasfe. 221. Jgnaz Schaffelmüller- 222. Michael und Johanna Bauer. U-Lahrg. Denkwürdigkeiten 3. Bd. 2. u. Z, Heft. 9 CCXII Urkundenbuch. * Haidgasse. **3. Elisabeth Ulrich. Herrngasse. »»4. Franz, Katharina, Jgnaz, Theresia, Mar. Anna, Johann, Anton und Magdalena Tillbach. «5. Franz Zänger. s»6. Mathias und Mar. Anna Zillinger. »27. Georg und Anna Altmann- ,»8. Dominikuö und Katharina Langhammer, dann Jo< ' seph Trenker. (A. B. C.) »,g. Joseph und Barbara Pohlhacker. Strafhausgasse- ,3o. Joseph und Barbara Dvpler. ,3». K. K. Provinzial-Strafhaus. »Z». Leopold und Johann Paweck, dann Äichaek, Katharina und Elisabeth» Belly. (Drey Könige). »32. Georg und Magdalena Spügly. H e r r ngafse. »34. Joseph Edelbauer. (Kaiser von Österreich ) »35. Ferdinand und Anna Flickentanz. (Krummer Baum.) »36. Joseph« Reiche!. »37. Urban und Elisabeth Hitkaller. »38. Joseph und Franziska Kleinlein. ^ »3g. Clara Buchheim. Sperlgasse. » 40 . Johann und Eva Scherzer. (Sperlbauer.) » 4 >. Johann Weitzeneckec, dann Erhärt und Franziska Dreßel. »4». Joseph Schaden. »43. Barbara Wollenschlager. » 44 . Franz, Leopold, Anna, Ferdinand, Amalia, Joseph und Alvysta LeideSdorfer, dann Katharina Silva und ihre Töchter Theresia und Elisabeth. Uökundenbuch. CCXHI HauS-Nr. *45. Bruno Neuling. *46. Kaspar und Theresia Derleth. (Goldener Schlüssel-) *47- Joseph und Anna Langer. *48. Johann, Theresia, Anna, Elisabeth, Franzirka und Maria Kittenberger. *4g. Joseph Grünsteidl. Herrngasski »5o. Friedrich Grünsteidl. Josephi-Gasse- *5i. Joseph Schaden. »5*. Joseph» Haidvogel. »53. Elisabeth Schallinger und Theresia Einseit. (Goldenes Kreuz) *54- Rosalia Markowitsch. (Reichsapfel.) *55. Andreas Forsterund Katharina dessen Gattinn, Su, sana Faukal, Joseph» Weiß, Anna und Magdalena Brandl. *56. Joseph Dinzenhofer und Mar. Anna Menegon. »67. Georg und Theresia Mehls» g- *58. Joseph und Sophia Schäffer. *5g. Katharina Förster, Susanna Faukal, Josepha'Weiß, Anna und Magdalena Brandl (Glücksrad«!). H e rrngasse. *6o. Carl Dreßel Edler v- Neuenberg, Franz, Anton und Georg Richter (Rothes Rvßl). Tandelinarktgasse. *6i. Franz Dürnhofer- »6*. Joseph und Elisabeth Zertner (Gestreifter Stiefel). *63- Michael und Mar- Anna Schilcher. *64. Friedrich und Katharina Hartzen. *65. Ferdinand und AnnaGstätteubauer (Blumenstöcke!). »66- Element und Josephs Doch. * 1 9 CCXIV u r k II n d e n b u ch. HauS-Nc. *67. Elisabeth Dietmann und ihr« Töchter Theresia und Ma.qdalena. 268. Johann, Joseph, Michael und Barbara Hagen, (drey Mohren.) 269. Katharina Salomon und Jakob Korn. (Gvldne Rose) *70. JosephHolluber, dann Andreas und TheresiaGvstischa- *71. Joseph Krauß. *72. Franz Hager und seine Kinder: Joseph Lehner, Barbara und Theresia Hager. (Zwey Alstern.) NotheKreuzgass«. »? 3 . Joseph und Katharina Bachmayer. 274. Michael und Nosalia Klipfel. sGrünes Dachel.) Tandelmarktgasse. 278. Nikolaus und Magdalena Steiner. 276. Anton und Anna Foltin. 277. Franz Mayer. (Silberner Bär.) 278. Elisabeth Stöger. t Herrngass e. 279. Johann und Oominika Wellheim. (Heil. Dreyfaltig- keit.) 280. Elisabeth Werdecker. 281. Joseph Und Anna Bodenreiter. 282. Joseph und Anna Hartmann. (Weißes Kreuz.) 283. Joseph Taglang. (Drey Stössel.) B a a d g a s s e. 284. Matthäus und Katharina Apprich. 288. Johann Schramm. (Goldene Artischocken.) 286. Michael und Rosalia Klüpfel- 287. Anna Platz», Anna Fischer, Magdalena, Joseph und Carl Läng. 288. Georg Jänner- 289 Mathias und Elisabeth Scheidler. Urklindenbuch. ccxv HauS>Nr. sgo. Elisabeth Stöger. (Schöner Schild.) 291. Romann und Anna Uhl. (Goldenes Rvßl) Rothe Kreuzgasse. 292. Anna und Susanns Nerber» (Rothes Kreuz.) rgZ. Loren; und Barbara Grün- 29z. Anton Schlimp- (Weißes Lamm.) B a a d g a s s e. ag 5 . Georg und Joseph» Neumayer. Herrngasse. < 296 Joseph Wichtl. (Fünf Lerchen.) 297. Adam und Dorothea Wolfinger. 296. Johann Traumüller. Große Pfarrgasse- 299. Franz und Eleonora Ganser. (Zwey Löwen.) 2 oc>. Johann und Joseph» Hanack. (Harnisch.) 3 oi. Joseph Kannhauser. 5o2. Christian und Katharina Plen?. 2oZ. Joseph Dremel. (Wilder Mann.) Z04. Michael Lehner. (St. Peregrin.) 2 o 5 . Johann Hohe. 3 o 6 . Johann Georg Eißner, Z07. Anna Bienenfeld. 3 oü. Johann Obermayer und seine Kinder: Joseph, Leopold , Georg und Anna. T a b 0 r st r a ß e. 209. Christian und Josepha Brunhuber. (Blauer Hut.) 2 ic>. Johann Schmidt. (Goldener Löwe.) 3 n. MichaelWittmann, Theresia und Jakob Uhl. (Brü, »er Kranz.) 5 rr. P. P. Karmeliten ZinShau«. 2 : 2 . Karmeliten-Kloster. (Frey.) 3 i£. Bruno Neuling. (Goldener Hirsch.) CCXVI Urkunde»buch. Haue,Nr. 3i5. Franziska v. Wurmser, Joseph« Pohlner, AloyS, Johann Nep., Anton, Vinzenz und Carl Wurmser, Joseph Hütter, Ritter v-Hütlerskhal und Joseph Juiier Hütter, Ritter v. Hüttersthal, Maria Anna la Casa, Barbara Po»; und Anton Edler vi Ber» genstamm. (Goldenes Rvßl.) 3*6. Leopold und Anna Nagel. (Schwarzer Adler.) 3 * 7 . Mathias und FranziSka Müller. (Beym Herzog.) 3»ö. Carl und Anna Scheyrer- 3*9- Theresia Dippolt, Magdalena Otto, dann Susans, Franz, Jgnaz, Antonia und Eleonora Dippolt- 3*o. Friedrich Jung. 3*i. Philipp Bosch. (Weißes Rößl.) 322. Magdalena Schuh. (Goldener Pfau.) 3i3, Franz Richhark. (Weiße Rose.) 3*4. Barmherzigen Zinshaus. 3r5. Barmherzigen Kloster. 3*6. Johann und Josevha Zorn. (Goldener Ochs.) 347 . Joseph Mumb.'(Goldener Brunn.) 3zS, BürgerspitalSipirthShauß. (Goldener Adler.) 349 . Andreas und Elisabeth Radislowitsch- (Englischer Gruß) 33o- Joseph Peham. 33i. Johann Bapt. Ritter v. Lampi, Vater und Sohn dann Anna Kreipner. (Schwarzer Bär.) Glockengasse. 33t. Joseph und Theresia Grossiuger. Kleine Hafnergasse. 333. Elisabeth Freyinn v. Schak und Anna v. Vandablok. 334. Johann, Sigmund und Franziska Reißler. T a b o rstraße, . r, 335. Maria Anna Liener. 336- Joseph und Anna Maria Grünwäld. Ur k unden b uch. CGXVII Haus-Nr. 337. Jgnaz Steindl. 338. Anna Berger. 33g. Georg und Theresia Mehling. 340. Franz und Josephs Nickel- (Weißer Widder,) 341. Joseph Schrems. 342. Katharina Nokt. 343. Sebastian und Anna Andelfinger. (St. Georg.) 544. Andreas und Anna Mayer. (Eisernes Thor.) Augartenstraße. 345. Carl und Anna, dann Gottlieb, Mathias, Elisabeth, Leopold und Jgnaz Ulrich. 346- Joseph und Franziska Nowack. (Weißer Hahn.) Tabvrstraße. 347. Hermann Bettgen. , 348- Magdalena Winkler. (Posthorn.) 34g. Maria Anna Änderst. (Schwarzes Rößel.) 35o Anton und Josephs Manz. 35i. Joseph und Magdalena Pschick. 33a Franz und Barbara Humelberger. 353. Andreas Elßner. Am T a b 0 r. 354. StreuzieherS Wohnung- Von Nr. 354—36r Stift Klosterneuburg. 355. K. K. Augarten-Wachthaus. 356. Brückenübergehers-Wohnung. 357. Brückenmeisters-Wohnung, 358. Brücken,Poliers.Wohnung. 35g. Joseph Prieschel. 360. Mauthhaus-Wachtstube- 361. K. K. MauthhauS. 362. Ferdinand v. Werra- Von 36a— 614 Magistrat. 363. Joseph und Joseph» Ritter. 36z. Antonia Schmid- CC XVIII Urkundenbuch. HauS-Nr. 365. K- X- alte5 MauthhauS. 366. Eben dasselbe. Große Stadtgutgasse. 567. Theodor Graf v. Bathiany. 368. Joseph und Antonia Kölbl. 36g. Johann Bapt. Hummelberger. 670. Johann Merz. 871. Ludwig und Theresia Huber. »7*. Leopold Ullrich. 373. Johann und Theresia Weinlinger. s 7i- Joseph und Maria Anna Mahr. 375. Pazmaniten-Collegium. 876. Theresia März und Rosalia Siegl. 877. Johann Maurer. 378. Johann und Regina Schimpf. Im Pr a ter. 37g. K- K. Forsthaus. Glockengasse. 380. Mathias und Anna Maria Ulrich. 381. Johann und Josephs Mosiler. 38r.' Michael Gottlleb und Magdalena Kölbel. Gärtnergasse. 383. Joseph und Barbara Mosiler. 384. Anna Maria Mayer. 385. Johann Mayer» 386. Anna Mayer. Große Fuhrmann-gasse. 387. Georg Mosiler. Gärtnergasse. 388. Jakob und Eva Maria Lenz. 38g. Anton und Magdalena Fruhwirth. Urkunde„buch. CCXIX HauS-Nr. Kleine Stadtgutgasse. Zgo. Anton und Magdalena Redl. Gärtnergasse. Zgi. Elisabeth, Ferdinand und.Franz Scheibe». Kleine Stadtgukgasse. 3 g 2 , Franz und Katharina Kehl. 3g3. Johann Koch. 3g4. Heinrich Graf v. Zettwih, 2g5. Derselbe. Im Prater. Zg6. Peter Graf von Marcolini. Zg7. K. K. Mauthhaus. Praterstraße. 3g8. Joseph Zeilinger. (Marokkaner.) Marokkanergasse. Zyg. Andre und Barbara Schrenker. 4oc>. Mathias und Leopoldine Dechat. Praterstraße. 401. Georg Oppenrieder. 402. Johann Kovats. 4o5. Anton und Magdalena Baumgartner. 4o4- Anton Rinn. 405. Franz Freyherr v. EhrmannS. 406. Johann Michael und Katharina Zivingelberger. 407. Johann und Magdalena Kohlenberg. 4°6- Johann und Magdalena Ladstätter. Marokkanergasse. 4og. Joseph und Barbara Kehl- 4»o. Franz und Theresia Kölbl- 4n. Stephan und Regina Mayerhofer. ccxx u r k un d r n bItch. HauS Nr. 4i2' Ferdinand und Elisabeth Mostler. 4i2. Georg Mostler. P rat erste aß e. 4 i 4 - Maria Anna Saal, Maria Anna Lechleitner, dann die Kaspar Saalischen Universal-Erben in fünf Stämmen. 4 > 5 . Peter Theodor Graf Petrowih Arnii». Rothe Sterngasse. 4i6. Katharina Hofeneder. Große FuhrmanSgasse, 4 »?. Christian und Theresia Weinlinger. 4 iß- Mathias und Anna Echachlner. 4ig. Ferdinand Mayer. 420. Theresia Oft. 421. Levpefd Oft. 422. Leopold Grünsteidl. 42Z. Mathias und Elisabeth Scheidler. Rothe S t e r n g a s s e. 424. AlexiuS und Veronika Tomovitz. 425 . Johann Georg Hoser. 426. Sebastian und Elisabeth Mayer. 427. Anton und Anna Neumayec. 428. Franz und Theresia Zimmermann. 429 Johann, dann Elisabeth Schierstein. (Zwey Arlit- schocken.) 4Z0. Johann und Elisabeth Hofmann. (Wöberl.) 4Z1. Johann und Anna, dann Leopold Panzer. Glocke ngasse. 422. Johann und Anna Panzer, dann Leopold Panzer. (Rother Stern.) 422. Joseph» Hölzl, Johann, Jgnaz, Jakob und Bar« u r k u IIde II b u ch. CCXXI HauS-Nr. bara Regenspurger, Theresia , Christina und Kalha. rina Scheuch!. (Glocke.) 4 Z 4 . Anna v. Zitkpvszky und Joachim Effnerth, 425. Johann und Anna Maria Ulrich. 426- Michael Kölbel und Elisabeth, uxor, 437 . Zacharias Gatkerer- 438 . Lorenz und Sabina Änderst. 43g. Joseph Zeitler. (Goldenes Schlöffe!.) 440 . Fcuer-Requisiten-Stadl- Rothe S t e r n g a s s e, 44i- Georg Wöber. (Fortuna.) 442 . Wigand Lauck- 44 Z. Katharina Hartmann. 444- Josepha Klingen. 445. Leopold Fuchs. 446 . Carl und Maria Amüller. (Drey Artischocken-) 447 . Michael und Äunigunda Ley. (Großer Mohr.) 448 . Mathias und Theresia stLinkler. 44g- Michael und Eva Eckhart. Kleine Fuhrmanßgafse. 450. Ursula Albrecht. (Kleiner Mohr.) 451. Joseph und Elisabeth Endlicher. S ch m e l § g a s s e. 452. Gestätken-Aufsehers-Wohnung. 453. Unschlittschmelz. 454. Johann Georg und Magdalena Nehm. Brunngasse. 455. Johann Fischer. 456. Wenzl und Anna Sedlazeck. 457 . Peter, Johann, Leopold. FranziSka, Joseph, Lorenz und Anton Ott, dann Leopold und Johann Käst. 458. Kilian Steinheim. CCXXII Haus-Nr. ll r'k u n d e n b u ch. Große Haf » ergösse. 45 g. Rosa Rzehaczeck und Joseph» Ech. 460. Johann Langer. (Jordan.) 461. Magdalena Burgleitner. 46r. Joseph Offenheimer. 46Z. Fries und Compagnie. 464. Barbara Duchfelder. 465. Vinzenz Schröder. (Hollerstaude.) Schmelzgasse. 466. Joseph Mayrhofer. (Kleiner Ring.) 467. Theresia Rauscher. Kleine Fuhrmansgasse. 468. Franz Endlicher. 469. Derselbe. 470. Klara Gatterer. Große Fuhrmansgasse. 47,. Barbara Förster und ihre Kinder Anna, Mathias, Katharina und Anton Förster. (Drey Könige.) 47»- Peter und Anna Röckel- 47Z. Joseph Jungmann. 474. Theresia Otc. (Sonntagsberg.) 476. Georg und Susans Ott- (Ölberg.) 476. Georg Ludwig und Franzise» Schmitt. (Goldener Ring.) 477- Carl Streintz- 4?8. Joseph Streintz. Komödie ii gasse. 4 ?g. Joseph Schindler- Große Fuhrmanßgasse. 480. Johann und Anna Kicchgessner. (Goldenes Aug Gottes.) 481. Joseph und Elisabeth Gast- u r k u » d e n b uch. CCXXIII HauS-Nr. 4B2. Georg Zach. (Goldene Krone.) 48Z. Gregor Graf v. Rasumovsky. 484. Carl und Carolina Hock. 485. Adam und Barbara Föderl. 486. Sigmund Putz. Schrotgießergasse. 487. Andrä und Theresia Käfer. 488. Sebastian und Katharina Duschs. 48g. Joseph und Theresia Schmid. 4go. Anton Crätz. Große FuhrmanSgass». 4g». Johann Algo. (Sieben Kurfürsten.) 492. Johann Leibenfrost. 4 g 5 - Leopold Schindler. 4 g 4 . Balihasar und Rosalia Martin. 4 g 5 . Carl Huber. (Weißer Engel.) 4g6. Johann Bieren;. 497. Michael und Theresia Hengelmüller. 498. Dieselben. Praterstraße. 499. Johann Heinrich Freyherr v. Gudenu». So». Stephan und Regina Mayrhofer. bor. Johann und Juliana Rueß. 5 or. Mathias und Elisabeth Müller. SoZ. Jgnaz Edler v-dleuwall-(Drey Alliirte.) W e i n t r a u b e n g a f s e. 5 0 4 . SchulhauS bey der Pfarre St. Johann- 50 5 . Pfarrhof zu St. Johann-— Kirchenvater und Bog- tey-Commiffäre. Sok. Rosalia Hofsiätter. 807. Johann Leibenfrost. S08. Carl Edler v- Marinelli- CCXX1V u r kuII d en b u ch. Haus-Nr. Sog. Sigmund Putz. bio- Josephs v. Scheidlin- (Guter Hirt.) Praterstraße- Sii. Carl Edler v. Marinelly. Si*. Auua Alexander. SiZ. Leopold Eisvogel und sein« Kinder: Franzißka und Theresia. (Grüner Jäger.) 5,4. Charisius OekonomuS und seine Kinder: Katharina Gräfinn v. Petrovitz, Martha Makry und AlexiuS Oekonomus. 515. Nina Gräfinn v. Wenkheim- (Blecherner Thurm-) 516. Carl Graf v- Strachwitz. 5a?- Joseph Freyherr v. Gudenus. 5,8 Demeter und Adam Edle v.^Zettiri. Sig. Demeter und Adam Edle v. Zettirl. S20. Peter Ritter v. Bohr- 5*i. Anastaß Margarith. (Dlaner Igel.) Sr». Johann und FranziSka Haunold. 5*3. Franz und Theresia Wagner. 5*4- Anton Hofeneder und Mathias Riefler. 5*5. Joseph und Theresia Wispauer. S26. Theresia Frey. (Drey Täubeln.) ' 627. Joseph und Maria Anna, dann Anna, Theresia und Elisabeth Kierer. S28. Joseph Edler v. Dallsiein. 52g. Eva Hiebe! und ihre Söhne Anton und Ferdinand Hieb«!. 53 p. Johann und Elisabeth Tachler. 53i. Stephan Olivier Graf Wallis. *32. Derselbe- 533. Joseph Offenheimer. 534. Barbara Nagy. 535. Carl Graf Erdödy v- Monyorökerek. urku nd e II b uch. ccxxv HauS-Nr. W ä llischgasse. 536. Maria Anna v. Rieger. Praterstraße- 5 Z 7 . Leopold Zwanziger. C j e r n i n g a s s«. 538. Adam und Barbara Föderl. 53g. Brutus Edler v. Zettiri. 5/jo. Joseph Wellinger, Joseph Bürchner, Franz Sich» tenauer» Theresia v. Porh, Theresia, Aloysia und Carl Beckerhin, Elisabeth Bürchner und deren Kinder Josepha, Franziska, Nepomuk, Elisabeth, Maria et postliuw. 54 ,. Maximilian Arnsteiner und Josepha Seih. Lichtenauergasse. 54». Johann und Anna Stier. 643 . Sigmund und Franziska Reißler. 544 . Johann und Josepha Seih. 545. Dieselben. 546- Dieselben. 547 . Joseph Strebes. 5 48 . Franz Haubner- In der Franzens -Drücken- Allee. 54g. Franz Haubner. 55». Ernst Ludwig Petroosky. Lichtenauergasse. 55i. Carl Edler v. Badenfeld. In der Franzens-Brücken-Alle«. 55». Johann und Franziska Haunvld. 553. Dieselben. 554. Jakob und Anna Guba. 555. Wachtstube. CCXXVI Urkundenbuch. Haus-Nr. Lichtenauergasse. 556 . Anton und Maria Anna KasteliH. 567. Carl Edler v- Badenfeld. 558. Theresia Hofeneder Baustelle- An der Holz gestatte- 55g. K. K. Wasserkörner-Magazin, magistratischeS Mauth- haus- 56o. Mathias Feldmüller. Czerningasse. 58i. Georg und Anna Hauber. 662. Franz und Elisabeth Pollack. 565. Anton und Anna Ey. An der Holzgestätte- 56L- Franz und Theresia Pfeiffer. 565. Dieselben. 566. Franz Pfeiffer. 567. Theresia Petzl- 568- Vinzenz und Wilhelmine Rvßner- 56g. Bonifacia Nikolaus- 670. Leopold Zwanziger. 871. Franz Mayer, Johann Michael und Barbara Laim- bacher. 672. Paul Glanzer. (Goldener Sattel.) 675. Anna und Johann Georg Kameller. (Schöne Latern) 674. Johann und Magdalena Giersig. An der Donau. 678. Schiffmeister-Magazin. An der Holzgestätte. 576. Joseph und Anna, dann Anna, Theresia und Eüsa- beth Kierer. 577. Anna v. Partenau. Urkunde ii buch. CCXXVII HauS-Nr. An der Donau. S78. Schiffstadel. 879. K- K. Waschhaus. Praterstraß«. 580. Banks- und Wasserbauamt seit i655. 581. Levnhard und Barbara Wasner. (Goldenes Lamm.) 53r. Anton Hofer. 585. Johann Nep. Lettel und seine Kinder: Joseph. Jg. „az, Anna, Aloysia, Antonia und Leopold. (Bey der Drücke.) An der Donau. 56i. Johann und Elisabelh Jüngling. 585. Jakob und Barbara S'tierböck. 566, Anna Johry. Ü87. Jgnaz und Theresia Wagner. 568. Dieselben. 56g. Andreas Nudolph und Katharina Krammer. 5ga. Anna Adelmann. (Zum See.) Dona »straffe. 5gi. Jakob Radier. (Aug Gottes.) Augarken straffe. 692. Joseph und Müria Anna Schmidtgruber. D 0 n a u st r a ß e. 593. Joseph Hütter r- HütterSthal. . RotheSter n-g a s s e. 59$. Joseph und Franziska Gecl. Große Stadtgutgass«. 5g5. Anna Riener. Kleine FuhrmanSgasse. 5g6. AloyS und Elisabeth Derwoitz. II. 3ahrg. Denkwürdigkeiten.Bd, 2 . u. z. Heft. 10 CCXXVIII Urkundenbuch. HauS-Nr. Augartenstraße- S97. Joseph Matzinger. Sgö. Leopold Schmidt, zwischen Nr. 602 und 401. 5 gg. Joseph und Barbara Wenedikt, zwischen Nr- 417 und 418. 600. Joseph Mayer, zwischen Nr. r6i sund 162. Koi. Dinzenz Schröder. 602. Mathias und Elisabeth Müller, zwischen Nr. 4 g» und 5 g 8 . 6 0 3 . Johann und Theresia Sternecker, 604. Joseph und Christina Weidmann, 6 0 5 . Mechior und Theresia Seidler, am Schüttl. 606. Thomas und Theresia Mocorzig, 607. Samuel Bvllinger und Comp. 608. Ferdinand und Theresia Kehl, zwischen Nr. 3g2 Und 3gg, 609. Joseph und Franziska Gerl, zwischen Nr. 601 und 6 o 3 . 610. Katharina Rath, zwischen Nr. 892 und 170. 6n. Alepius Tomovitz, zwischen Nr. 424 und 425 . bi2. Gemeinde Leopoldstadt, zwischen Nr. 24s und Za4. 6 1 3 . Joachim und Katharina Gruber, zwischen Nr. 27 und 42. 614. Joseph und Anna Jagisch, zwischen Nr. 142 und i/fi. Urkundenbuch. CCXXIX I ä g e r z e i l. (Politische Ortsobrigkeit. Herrschaft Jagerzeil. Civil« und Criminal-Iurisdiction übt den Magistrat.) Czerningasse. Haus-Nr. - 1. Victoria v. Allegretti Nr. 1—27. Herrschaft Jägerzeil. (Joseph Ernst v. Seegenthalische Erben.) 2. Johann Haunvld. 2. Joseph und Antonia Kellner. (Federl.) Praterstraße. 4. Johann Asperl. 5. Kiro v. NikoliH, 6. Alexander und Demeter Manziarli. 7. Kiro v. Nikolitz. 8. Demeter Edler v. Zettiri's Erben,'dann Brutus und Johann Edler v. Zettiri. (Brauner Hirsch.) g. Joseph Dankovsky. (Schwarzer Adler.) 10. Johanna Hartmann. (Goldenes Kreuz.) ai. Julie Freyinn v. Geusau. 12. Joseph Odersky» 1 3 . Anna Hüttner. j4. Theresia Barton. 1 5 , Mathäus Weixler. (Grüner Kranz.) 16, Cecilia Asperl. (Grünes Thor.) > 7 - Ferdinand Swoboda. * 10 ccxxx Urkunde«buch. HauS-Nr. , 8 . Carl Graf v. Geldern. ig. Friedrich und Magdalena Keller. (Blauer Stein.) 20 . Franz Doblinger und seine Gattinn Josepha. 21 . Matthäus und Theresia Mayer. (Grüner Baum.) 33. Peter Donhauser. (Schwarzes Thor.) Franzens-Brücken-Allee-Gasse« 22 ist. Peter Donhauser. Praterstraße. 23. Abel v- Fönnerau. 2 j. Theresia Edlev. Vogclhuber. 25 . Gruber'sche Erben und Aloys Fürst Kaunitz. (Heilige Dreyfaltigkeit.) Franzens.Drücken-Allee-Gasfe. 2k. Johann Wiedermann. 27 . Thomas und Katharina Mülhofer. Im oberen Prater. 28 . K. K. Jägerhaus, 28 —3a. 2 g. K. K. Jägereyschmidhaus. Zo. K- K. Geschirrmeisterhaus. за. K-K. Gartenschloß. Am Schütte! an derOonau. 32. Andreas Freyherr v. Fellner'fche ConcurS-Masse. Herrschaft Schaumburgerhof. 33. 34. 35. Vinzenz Mak, 33—Z 7 herrschaftliche Jägerzeil. зб. l Johann Fürst und Regierer des Hauses von und zu 37 . ) Liechtenstein. 38. K. K. Revier-JägerhauS, 38— 41 . 3g. K. K. Aufseherhaus. 40. K. K. Lustgebäude. ' 4 ». K- K. Wirthshaus. 4r. Johanna Höhenrieder u*. Maria. Bauplatz Nr. 9. Urkundenbuch. CCXXXI Hans-Nr. 43. Wimmerische Kinder. Bauplah Nr. i3. 44- Mathias Wißgrill. Bauplätze Nr- ir und Nr. »2. Anton Öfferl, Bauplätze Rr. 7 und 8. 46. J 47. Philipp Brand! ux. Theresia. Bauplatz Nr- 6. I m P r a t e r. 46. Anton Simon. K. K. In der Mayrgasse. 48 1/2 Franz Scherz. Herrschaft Jägerzeil. Im P r a t e r. 4g. Lircuz-tHmuasticuz des Herrn Cristoph de Bach St, Mayrgasse. 4g i/*-' So. 5i. 5 *. 1 Matthäus Mayr. 53. 54. Baustellen 4g isi— 58. Herrschaft Jägerzeil. 65. Peter und Theresia Gerl. 56. Christoph Heinrich Sonnleithner. 57. Rosalia Czech. 58. Matthäus Mayr. 5g. Friedrich Brom und Anna Dörner. Bauplatz Nr- rg. Magistrat. Czerningasse. 60. Joseph und Antonia Kellner, abgetheilte Baustelle Herrschaft Jägerzeil Nr. 3. CCXXX1I Urkunden buch. Weisgärber. (DurgfriedenSobrigkeit der Magistrat.) Hauptstraße. HauS-Nr. 1. Jakob und Elisabeth Fenderl. Magist. und Schott, r. Josephs Schaffer. 2—26 Magist. 2 . Mar. Anna Schcrschen. (Grüner Baum.) 4 . Magdalena Fischer. 5 . Johann Seih. 6. Carl und Mar. Anna. dann Franz Harting. 7. Jgnaz Du«!. 8. Johann und Anna Hartmann. 9 - Joseph Fischer. 10. Theresia Krieg. 11. Beizhaus der bürgert. Kirschner. Der Magistrat. An der Franzensbrücke. » 2 . tIeorg und Josephs Neumayer. Armenfündergassel. » 5 . Gregor und Josephs Kahofer. Hauptstraße. »6. Leopold und Theresia Mayerhofer. 17. Elisabeth Pecher. »8. Theresia Petz. 19. Theresia Klary. 2 0. Andreas und Anna Mar. Sebastian. Urkunde »buch. CCXXXIII Haus-Nr. 21. Heinrich und Elisabeth Grimm. 22. Joseph und Franziöka Hauck. (Maria Taferl.) 23. Heinrich Und Elisabeth Grimm. (Guter Hirt.) 24. Andre, Magdalena, Franz und Andre Stiegelmayer. 25. Peter und Anna Kraft. 26. Johann Bapt. Fischer. 27. Mathias Platzer. (Fünf Lerchen.) Schott. 28. Elisabeth, dann Joseph Graßl. Schott. und Erzbisch. 29. Joseph und Mar. Anna Rinderer. 2gund3c»Erzbisch. 30. Adalbert Praschek. Pf e fferh 0 f. 31. Joseph Goselbauer. (Goldener Adler.) Schott, und Erzbisch. Hauptstraße. 22. Theresta Fischer. 32—Z7 Schott. 33. Johann Angermayer. Am Glacis. ' 34. Johann Fischer. 35. K. K. Banko-Deputationsstadt. Sailerg asse. 36. Franz Giessel. Am Glacis. 2?. Joseph Keller. 38. K. K. priv. Steinkohlen» und Canalbau-Tesellschaft. Magist. und Schott. 3g. Heinrich und Susan» Schachner. 3g und 40 Magist. Kegelgasse. 40. Christian und Friederike Schade. 41. Joseph Kriegler. ii— 44 Schott. Hetzgasse. 42. Leopold Primer. 42 und 43 Schott. • CCXXXIV Urkundenbuch. Haus-Nr. 43. Joseph Weidinger. 44. Georg Kremser. Schott, und Dominik. 45. Johann Georg Primer. Dominik- Marxergasse. 46. Andreas Thier. 46—48 Magist. V r u n n g a s s e- 47. Joseph Weinlinger. Obere Gärtnergasse. 48. Joseph und Elisabeth Kriegler- 4g. Johann Peitensieiner. Schott. Kirche ngasse- 5o.l 5a. - Barbara Freyinn v. Bechard. So—55 Magist. 52. j 53. Franz und Anna Weichenberger. 54. Heinrich und Joseph» Balke. 55. Leopold und Josepha Hölzer. 56. Anton KinHer. 56—58 Schott. Sailergasse. 57. Michael Schindelweck.' Kirchengasse. 58. Kirche und Beneficiaten-Wvhnung. (Richter und Gemeinde.) 5g. Jakob Grasel. Schott. Erzbischöst. und Magist« 60. Mathias und Mar. Anna Feucht. 60—67 Magist. 61. Daniel und Elisabeth Coriay. 6r. Joseph, Theresia, Barbara, Elisabeth, Johann» Anna und Rosalia Heffeter. 63. Ferdinand und Cäcilia Holluger. 64. Georg und Susana Zeininger. 65. Anton und Anna Spiegel. Urkundenbuch. CCXXXV HauS-Nr. 66, Joseph HundSbiller. 67. Jvh. Georg, Joh. Paul, Katharina, Anna, Joseph, Aloysia und Ludovika Gatterer. 69. Gabriel und Katharina Primcr. Magist. und Schott. Lö wenga sse- 6g. Joseph und-Barbara Färber. Magist. und Schott. 7». Mathias Deininger und Josephs Hamüllner. 70 bis 101 Magist. 71. Gemeinde Wachhaus. 72. Joseph Leltingec und Theresia Miller. 7Z. Martin Primer. 47. Georg und Susaua Kager. Brunngasse- 76. Anton und Anna Langweber. Löwengasse. 76. Christian und Anna Pollack. 77- Johann und Elisabeth Proßinger. Untere Gärtnergase- 78. Sebastian und Anna Koller. 79. Joseph, Joseph», Katharina, Carolina, Barbara Ferdinand» Georg und FcanziSka Mayer. 80. Anton und Theresia Höfeter. 81. Hieronymus Höfeter. 82. Franz und Anna Hefeter. 83. Franz Bruckner. 84. Joseph und Leopold Freytag, 85. Mar. Anna und Anton Mayer. 86. Franz Scheibe!. 67. Joseph und Mar. Anna Pollack. 88. Joseph und Anton Dölzl. 8g. Joseph und Elisabeth Dürlhuber. 90. Dieselben. CCXXXVI Urkundenbuch. HauS-Nr. B a ad g asse. g>. Matthäus Wayer. gr. Anton und Joseph» Rochleder. S^. 94 - , g 5 . 96- 1 Dieselben. A n der Gänswel de- 97. Carl Wiedemann» Mathias Mayer und Joh. Georg Grüner. 98. Dieselben. 9g. Katharina Starnbacher. (Schiff.) 100. Dieselbe. 101. Joseph und Elisabeth Schimpel. ior. Joseph Schimper. 10 3 . Joh. Michael Mayer. 104. Bauplatz. 10 5 . Carl Pranter. (in der Kegelgasse). 106. Barbara Mollner (in der Hetzgaffe!» 107. Joseph Steinfelsner. (in der Kegelgasse). Urkundenbuch. CCXXXVII E r d b e r g. (Ortso brigkeit: Magistrat.) Hauptstraße. » Haus.Nr- 1. Joseph und Anna Hartmann. i— 36 Magist. Blum e n g a s se. 2. Joseph und Anna Maria Meixner. 2 . Levold Zwainziger, Lorenz, Eleonora, Joseph, Cäcilia, Joseph« und Victoria Spann. Johann Leber. 5 . Anton und Theresia Schmidt. 6- Michael Frank. Hauptstraße. 7. Peter Niemet, dann Peter und Victoria Würth. 6- Jgnaz Zonti. (Stadt Tabor.) g. Adam und Anna Reupper. (Schöne Sclavinn.) io. Theresia Simlinger und Michael Liebhart. (r weiße Schuhe.) n. Anton und Theresia Pocker- (Blauer Stern.) 12. Joseph Roth. i 2 . Carl, dann Magdalena Schmidt- i 4 - Franz und Elisabeth Brenner. (Römischer Kaiser.) i 5 . Nikolaus Freyh. v. Condi. »6. Thomas und Franziska Hammerer. (Schwarzes Thor.) 17. Josephs Grimm. 18. Joseph und Rosa Bayerl. (Flucht Christi.) CCXXXVIII Urku^denbuch. Haus-Nr. ig. Anna und Theresia Scheer. so. Joseph Pretschgo- ri. Joseph und Andreas Frueth. (Zur Unmöglichkeit.) sr. Johann Schidroschihky, dann Sebastian und Barbara Sprenger. 23. Mathias und Theresia Schrey. (Weiße Taube.) 24. Maria Anna Pretschgo. 25. Martin Schindler. 26. Heinrich Krippner, (Aug Gottes.) 27. Oominik Marseiler. (Rothes Herz.) 28. Florian und Theresia Gindler. 29. Thomas und Anna Maria Feringer. 2o, Theresia Kahofer. 31. Franz Nißl und Barbara Markl. 32. Kaspar Schmidt. 33. Elisabeth Pollack. (Goldener Bär.) 34. Johanna v. Benko- 35. Georg und Magdalena Schießwald. 36. Jgnaz Traumbauer. (Drey Rosen.) 37. SrgnislauS, dann Theresia Drexler. Magistrat und Herrschaft Jägerzeil. 38. Lorenz und Anna Maria Feringer. Magist. Kirchengasse. 3g. Pfarrhof. (ReligionS-Fond). 3g—44 Magist. und Schott. 40. Franz Jnsprucker. 4>- Joseph Preifchel. 42. Johann und Anna Maria Exler. 43. Joseph und Elisabeth Reithmayer. (Segen Gottes.) 44. Joseph und Maria Binder. 45. Bernhard Maar. 46. Magdalena Hager. Magistrat und Dom-Custodie. Urkunden.buch. CCXXXIX Haus-Nr. 47. VinzcnS Siegl. 47—5» Magist. und Schott. 46. Anna Raidl. (St. Florian.) 4g. Theresia, Joseph und Anna Schwarz. Ho. Anna Maria Schnitt und Michael Meisel. S». Johann und Magdalena Gremmer. Sr. Johann Hofbauer und Joseph« Dannenbauer. (Weißes Rössel.) Schott. 52. Johann und Anna Maria Gabmayer. 53 und 54 Magist. und Schott. 54. Johann und Anna Müller. (Grüner Löwe.) 54—67 Magist. 55. Johann und Katharina Fröhlich. 56. Johann und Theresia Krauß. . 5?.- Franz Halwax und Jakob Änderst. 58. Joseph und Theresia Schmalz. (Drey rothe Herzen.) 5g- Johann, dann Anton, Joseph«, Magdalena, Barbara, Anna und Johann Grvßhauser. 60. Georg und Theresia Roth. 6». Carl und Anna Maria Braun. 6r. Adam und Anna Schroth. 62. Franziska Alexander. (Goldenes Lamm.) 64. Jakob und Katharina Frank. 65. Magdalena Mayer und Theresia Brand,>er. 66. Rosalia Ertl- 67. Franz Franke. lHolländischer Schleifer.) 68. Joseph und Theresia Mayer. 68 bis 72 Oomkustvdie. 6g. Gottfried und Magdalena Keller. 70. Joseph und Anna Sommerburg. 7>. Joseph und Ester Groll, dann Joseph und Anna Sommerburg. -72. Carolina, dann Rosina, Anna und Antonia Kobacher. Franz Georg und Elisabeth König. 7Z—106 Magist. 74- Joseph und Agatha Meuwirth. CCXL Urkundenbuch. Haus-Nr. 75. Michael Duk. 76. Barbara Deuring. 77- Johann und Katharina Aßmus. 78. Schulhaus. Hauptstraße. 7g. Carl und Anna Kehler. (Brey Mohren.) Lo. Gemeindhaus. ( 81. Clara Hofbauer. 82. Leonhard und Anna Klein. 83. Joseph und Rosalia Fischer. 6t- Emanuel und Elisabeth Wolle. 83. Dieselben. 66. Aloys Reitterer. Anna Faber- 8g. Anton und Elisabeth Höberkh- go. Johann Schelkle- (Schwarze Adler.) K e i n e r g a sse. gi. Georg und Elisabeth Lang. gr. Mathias Joseph Hochleithner. gZ. Joseph und Anna Keiner. 94. Joseph und Anna Merschur. , g5. Michael und Anna Maria Lembacher- g6. Martin und Juliana Schauer. g7> Mathias Binder. g8. Mathias. Joseph», Mar. Anna und Elisabeth Sailer. gg. Franz und Magdalena Branner. 100. Elisabeth Steiner. Hauptstraße. 101. Johann Silberer- 102. Mathias und Anna Dopf. 10Z. Franz und Susann» Nirschy. u r k uII d e n b li ch. CCXLI HauS-Nr. 104. Joh. Georg Andreas. 10 5 . Joseph Winnich. 106. Carl Haberkorn und Caroline Lacroix. lGoldener Becher.) 107. Joseph Angelolty. Magist. und Domkust. 108. Johann Ripfstein. 108—110 Magist. Ritt ergasse. 10g. Georg Schiemann. 110. Theresia und Ferdinand Wanko. Kleine Rittergasse. in. Caspar und Agnes Richter, m—116 Domkust. 112. Johann und Katharina Krammer. 11Z. Benedict Gallasch. 114. Johann und Eleonora Cder. 11 5 . Jgnaz und Josepha Schieffner. 116. Johann Christoph und Magdalena Bastlein. 117. Wenzel und Barbara Römisch. Magist. Rabengasse. 118. Anton Klier. Domkust. 11g. Elisabeth Pangers. 119—167 Magist. no. Georg und Franziska Scheidler. 121. Friedrich und Katharina Staub. 122. Heinrich und Jakobine Arens. 123. Eleonora, Philipp und Michael Hauer. 124. Albert und Eva Kroppa. 125 . Simon und Katharina Koperto. R i t t e r g a s s e. 126. Johann und Theresia Wierer. 127. Gottfried und Anna Mar. Knoll. 128. Joseph und Theresia Schmidt. 12g. Michael und Helena Höcker. CCXLII Urkundenbuch. HauS-Nr. 130. Johann Georg und Anna Mar. Kreiß. (Goldener Löwe.) 131. Andreas Bauer. »3a. Joseph See. »33. Joh. Georg und Barbara Wieselthaller. Leonhardigasfe. * »34. Katharina Sedlmayer. »35. Sebastian Lorenz. »36. Maria Bergec. »37. Adam und Mar. Anna Blümert. »38. Bernhard und Clara Kemeter. »3g. Georg und Joseph» Lensch. »4o» Theresia Übermasser. »4». Peter Bramberger. »42. Jakob und Theresia Königsberger. »45. Johann Eckler. »44- Joseph und Elisabeth Heigl. »45. Joseph und Magdalena Klement. (Heil. Leonhard.) Feldgasse. »46. Martin und Mar. Anna Lang. »47. Rosalia Tapschinn. »48. Mathias und Aloysia Lang. »4g. Jgnaz Lacroix. »5o. Wlac. Anna Fcueth und Johann Georg Kreiß. »5». Franz und Mar. Anna Zeitelberger. »5». Conrad Rosenthal. »53. Joseph und Anna Heimberger. »54. Sabina Schwarz. B a u m g a s s e. »55. Joh. Georg und Elisabeth Egenhöfer. »56. Joseph Schauer. »87. Katharina Dombeck. Urkundenbuch. CCXLIII Haus-Nr. j 58. Paul und Anna Karozi. 15g. Franz und Gertraud Rauscher. 160. Mathias und Anna Bernstorfer. 161. Markus und Barbara Krammer. »62. Mathias und Anna Greser. 16Z. Barbara, Theresia, Maria Hollowitschka,, Franz Fellner und Elisabeth Weber. ,64. Martin und Elisabeth Breitenbacher. 165. Michael und Magdalena Höldt- Essiggasse l. 166. Joseph und Antonia Dürnhofer. 267. Johann und Katharina Wind. Feldgasse (von 168—2>0 Paulusgrund). 168. Johann und Anna Müller- 168—210 Bürgerspikal. 169. Anna Kastner. 170. Jakob und Franziska Eibel. 171. Adam und Elisabeth Pelzer. Schimmelgasse. 172. Joh. Georg und Anna Kreys. (Wolf in der Au.) Joseph Kastner. ' 174. Georg und Magdalena Simon. »75. Joseph und Franziska Hutzler. 176. Katharina Nigecini. P a u l u s g a ss e. 177. Mathias und Anna Platt. »78- Joseph und Franziska Hutzler. 17g. Katharina Stange!- 180. Sebastian und Barbara Fischer. 161 . Anton und Juliana Demmer. 182. Wenzel und Barbara Hayek. a8Z. Georg Demer. (Goldene Sonne.) | 184. Joseph und Eleonora Rrab. ll.Jahrg.Denkwiirdigkeitenr.Ld. 2. u.r.Left. 11 CCXL1V Urkundenbuch. HauS°Nr. Schimmelgasse. ,85. Baustelle der Mattischen Erben. Bürgerspital. 186. Detko. 187. Carl und Antonia Franzl. Paulusgasse. 188. Andreas Weiß und Joseph Post- ,8g. Georg und Theresia Reidnuzer. igo. Dalthasar und Maria Glosse. Hohlwegstraße. »9». Detto wie Nr. »85. 19*. Anton und Anna Weiß. »g3. Detto wie Nr. »65. »94. Peter und Rosalia Haubt. PauluSgasse. ig5. Detto wie Nr. »85. Schimmelgasse. »96. Joseph« und Cäzilia Dorr. 197. Detto wie Nr. »85. »98. Magdalena, dann Anna, Jakob, Johann, Franz und Theresia Schweitzer- »99. Christian Krenn. 200. Martin und Barbara Straßmayer. soi. Johann und Theresia Jglauer. (6 Schimmeln ) Feldgasse. 202. 20Z. Baustellen der von Mattischen Erben. soi. 2 o 5. Hohlwegstraße. ^ Baustelle der von Matl'schen Erben. 0 Urkundenbuch. CCXLV Haus-Nr- so8.. 2og.( Baustellen der von Mattischen Erben. Bürgerspital, rio. s s»i. Nikolaus Seyschab. an und 212 Magist. Kl e i ng a sses. si2. Mari, dann Barbara und Georg Hunderisser. ai 5 . Katharina Ekel. Dom-Custodie. 214. Georg und Anna Wirthmann. 214—226 Magist. Feldgasse. 215. Rosalia, dann Franziska und Elisabeth Swoboda. 216. Mathias und Theresia Wohburger. 217. Barbara Zeppel. 218. Joseph und Theresia Rißler. sag. Barbara Bangerl. 220. Joseph und Anna Klement. 221. Andreas und Johanna Keiß. 222. Anna und Georg Hießnecker. Leonhardigasse. 223 . Johann und Barbara Endl. 224. Paul und Theresia Prendinger. Dom-Custodie- 225 . Michael Zeißl. Magist. 226. Thomas und Anna Kager. Haus Magist. und (Grund Dom-Custodie). 227. Michael, Amon und Mac. Anna Mayerhofer. Magist. 226. Joseph und Anna Maria Groll. Magist. 22g. Joseph und Eleonora Raab- 22g —235 Magist. und Dom-Custodie. 23 o. Johann und Theresia Suchaneck. r 3 i. Mathias Rautner. 232 . Carl und Antonia Franzl. 233 . Katharina Eckl. 234. Franz und Magdalena Lang. 235 . Joseph und Mar. Anna Zolt. CCXLVI Urkundenbrrch. Haus-Nr. Rittergasss. 236 . Joseph und Franziska Hützler. -36—23g Magist. Wällischgasse. »37- Joseph und Franziska Hützler- 238- Johann und Elisabeth Hofmarker. 23g. Liborius und Joseph« Kohl. 240. Hören; und Anna Hell.240—244 Magist- und Dom- Custodie. 241. Magdalena Wagner und deren Tochter Magdalena. 242. Paul und Mar. Anna Handl. 243. Rvsalia, Anna und Georg Lang. 244. Adam und Elisabeth Schütz. 245. Franz, Anna und Peter Stöger. Magist. 246. Joseph und Magdalena Ganl. 246 und 247 Magist. und Doni-Custodie. 247. Anna Veith. 248. Johann Herzinger. 248—342 Magist. 249. Joseph Keller. 250. Georg und Barbara Hain. 251. Franz und Magdalena Wasserbauer. 252. Joseph und Barbara Hunger. 2SZ. Michael und Theresia Birtner. 254. Mar. Anna Klaus. 255. Joseph und Justins Deynlei». 256. Jgnaz und Anna Schneider. Amongassel. 267. Mar. Anna Amon. Wällischgasse. 258. Michael Grückl. 25g. Peter und Mar. Anna Kastner. 260. Caspar und Eva Mayerhofer. 261. Theresia Münz. urku >1 dtIIbuch. CCXLVII Haur-Nr. 262. Anton Laa. 263. Anton und Anna Stutzinger. 264. Joseph Lang. 265. Joseph Eisenberger und Jgnaz Schönhofer. 266. Johann und Magdalena Gassenmayer. 267. Joseph und Mar. Anna Seeböck. 26S. Michael Schamböck. 26g. Anna. dann Peter, Jakob» Michael, Joh. Georg» Anna, Klara und Johann Mark- 270. Elisabeth Pangerl- Kugelgasse. 271. Franz und Anna Derglau. 272. Antonia und Katharina Hirnschall. 273. Theresia Besenbeck. 274. Wolfgang und Juliana Aschenbrenner. Gestättengasse. 275. Jakob und Eleonora Schramel. 276. Joseph, dann Michael und Theresia Schambeck. 277. Anton und Katharina Rapp. 27b. Joseph und Anna. Berger. 27g. Tobias Elker. 280. Franz und An. Maria Lechner. 281. Johann Grückel. 282. Johann und Rosalia Aßenbaum. Kugelgasle. 283. Joh. Michael und Theresia Müller. 28s. Johann und Anna Klepperstein. R i t t e r g a sse. 285. Wenzel und Barbara Heyeck. 286. Georg und Anna Lang. 287. Michael und An. Maria Güllner. 288. Mathias und Anna Nagenzaun- / CCXLVIII Urkundenbuch. HauS-Nr. 289. Dieselben. 290. Joseph und Nostna Rosenstingel. 291. Anton und Maria Pakruska. 292. Johann und Theresia Steib. (Braunes Rössel.) 29Z. Adam Hoch. 294. Joseph und Anna Rosensteiner. Riktergasse. 295. Michael und Magdalena Staffer. 296. Joseph Lang. 297. Josephs, Christina, Elisabeth und Magdal. Zwirner. 298. M»rgaretha Muck. 299. Michael und Maria Hirnschall. 5 oo, Eva Maria und Joseph LazaruS. 3 oi. Franz und Elisabeth Berthold. 202. Johann Löffler. 203. Theresia Thaller. Schulgasse. 3<>4. Theresia EnzerSdorfer. 3 o 5 . Julius und Rosalia Swoboda. 2o6. Joseph und Magdalena Sigl. Hauptstraße. S07. Armen Schule. ' 3o8. Paul und Anna Gromüller. 209. Joseph und Mar. Anna Riepfstein. A n t 0 n i g a s s e. Zro. Paul Grohmüller. Zu. Philipp und Katharina Silberer. Z>2. Michael und Katharina Scharer. 3 i 3 . Johann Steiner und Elisabeth Bernhardt. (Grünes Lamm.) 2rj. Caroline Dietschner. 3»5. Mathias Fridlein. ch Urkundenbuch. CCXLIX Haus-Nr. 3i6. Franz und Juliana Lambert. Z17. Mac. Anna Hasenauec. Z18. Georg Hain und Theresia Münz. Zig. Stephan und Theresia Schmid- 320. Vinzenz und Elisabeth Loren;. 3ri. Christian Koppensteiner. 322. Anton Karhammer. 32Z. Joseph und An. Maria Faßzieher. 324- Anton Haltmayer. 325. Joh. Georg und Margareth Magenschab. 326. Anton und Barbara Gsandtner. Z27. Jgnaz und Franz Lochner. 328. Augustin und Mar-Anna Kern- 32g. Adam und Barbara Strobel. 3Zo. Dieselben. 5Zi. Jakob und Anna Zwettler. 332. Rosalia Lochner» 333. Joseph Steyrer, dann Joseph Herbst und Magda» lena Steyrer. 334. Elisabeth Bichler, Elisabeth Zauner und Margareth Bescnböck- 335. Andreas und Elisabeth Groll. 336- Franz und Barbara Stumpner. ZZ7. Augustin und Waldburga Wiesenbacher. 338. Johann und Magdalena Heffele- 33g. Joseph und Anna Bösel. (Arche Noe.) 3,so. Anton'und Theresia Klein. 34i. Elisabeth Zauner- 34*- Laurenz und Theresia Metz. 343. K- K. Mauthhaus-Frey» 344. Elisabeth Dietrich. Z44—3gg Magist. 343. Martin Meidinger. CCL Haus,Nr. Urkundenbuch. Nie d e ng a sfe. 346. Michael und Anna Rueland. 34?. Kaspar und Klara Steiner. 348. Anton tLangweber und Anna Kager. 34g. Joseph, dann Anna Kager- 350. Theresia Schwinghammer. 351. Jgnaz und Theresia Gatkerer. 352. Johann Georg und Rosalia Nirschy. Hauptstraße. 35Z. Carl Haberkorn und Carolina Lacroise.. 354- Barbara, dann Theresia und Franziska Zach. 255. Joseph und Emerentia Äittmann. 356. Barbara, dann Johann, Paul und Eleonora He» feter. 357. Heinrich und Mar. Anna Kr aus- Gärtnergasse. 358. Sebastian Eckhart und Barbara Eisen. Z5g. Katharina Putschanl. 36o. Katharina Bollinn. 36a. Franz Staffer. 362. Thomas Stregczeck. 363. Anna Putschandl. 364. Die 45 Küchengärtner, genannt das Rüdenhaus. 365. Franz und Magdalena Keiner. 365. Franz Schwerracher. 367. Martin und Magdalena Kager. 368. Leopold Pschick und Theresia Krämer. 36g. Johann und Anna Oberstätken. 370. Sebastian und Elisabeth Staffer. 371. Mar. Anna Kriegler. 372. pGeorg und Anna Kattain. 373. Jakob und Elisabeth Krämer- 374. Elisabeth Dopf- Urkundenbuch. CCLI HauS-Nr. 375. Leopold und Mac. Anna Zauner- 876. Johann und Anna Schlögel- 577. Eoa, dann Anna, Theresia und Eva Wauschek. 378. Franz und Katharina Wax. 379. Joseph Kager- 380. Anton und Elisabeth Bauer, genannt das Landl. 381. Martin und Elisabeth Meidinger. 38a. Dieselben, genannt der Neugarten. 383. Augustin und Theresia Ruf. (Schöne Ungarinn.) 384. Georg Nirschy und Barbara Anderinn, dessen Gattinn. 385. Georg und Elisabeth Lang. 386. Barbara Eisen, Barbara Ekhardt und Anna Andreas. 387. Joseph Primer. 388. Peter Heim und Elisabeth Piringer. 38g. Johann Georg und Anna Andreas. 3go. Mathias, dann Mathias und Heinrich Walter. 3gi. Joh. Michael Schönauer. Hauptstraße. 3ga. Adam Schmidsberger- (Goldener Hirsch.) 3g3. Katharina Adelsberger. 3g4. Friedrich, dann Anton, Rosalia und Anna Weigelt. (Weintraube.) 3g5. Dominik und Mar. Anna Klaus. 3g6. Andreas und Constantina Dominika Fürst und Fürstinn y. Rasumvffsky- 397. Dieselben. A n der Donau. 3g3. Mathias Artaria, genannt das He rrsch aftLh a uS. 3 99- Joseph und Josepha Exler. Hohlwegstraße. CCLTI ltrku nde nbuch. HauS-Nr. Gärtnergasse. (neben Nr. S’jB). 401. Mathias und Barbara Krügler- 401—4o5 Magist. 402. Regina Gall. 403. Lore»; und Aloysia Frank, (in der Nittergasse). 404. Joseph und Theresia Schwaiger, (in der Rittergasse). 405. Joseph und Mar. Anna Pusch. Bürgerspital. 406. Franz und Anna Dinghofec- Magisi. Inner der Linie liegen die Rieden und Gründe: Nußdorf, Neugarten und Landl, dann jene unter den Feldern und auch Neubruch. Außer der Linie liegen: Neubruch, Frisenguintel und Kleingartl, welche auch die Gärten vor der Au genannt werden, dann die sogenannte Erdberger Maiß. Die zum Magistrat dienstbaren Gründe in der Erdber» germaiß werden die Schrankenhäusel Gründe genannt. urkundenbuch. CCLI1I Landstraße. (Burgfriedensobrigkeit : der Magistrat.) Hauptstraße. Haus-Nr. 1. St- fi. Jnvaliden-HauS. Nr. i —5 Schott. 2. Joseph Täubel. 3 . Conrad Hofinann. 4- Leopold Schund. 5 . Laurenz Tauscher. 6. Gottfried und Anna Faßbender. 6 und ^ Magist. Gärtnergasse. 7- Joseph und Elisabeth Bürchner. (Goldene Muschl.) ö. Michael und Katharina Rosenberger. Magist. und Schott. g. Dieselben. Magist. 10. Simon und Anna Rebstein. Magist. und Schott. 11. Joh. Wilhelm von Ertwegh. ii—14 Magist. 12. Andreas und Katharina Kandl. Spitalgasse. » 3 . Jakob Joseph Löweuthal. Gärtnergasse. > 4 . Joh. Wilhelm v. Ertwegh. Spitalgasse. i 5 . Paul Pohemschelek. Schott. Am Canal, Haupt-Bassin. >6. Johann Wolfmayer. i6 und 17 Magist. 17. K. K. Holzverschleißamt. ccuv Haus-Nr. Urkundenbuch. Regel gaff«. K. K. Canalstand. Schott. Anna Neuwirth. Magist. Franz und Rofalia Schmatz- Magist. * 3 / A m GIacls. 24. Philipp und Victoria Kugler. Magist. K e g e I g a ff e. 25. Jakob Baumann. s5— 32 Schott. Spitalgasse. 26. Sebastian Großmayer. 27. Joh. Wilhelm Sanquin. 28. Anton Nukham. Gärtnergasse. 29. Joseph Kriegler. Spitalgasse. 30. Joseph Schik. Gärtnergasse. 31. Katharina Kugler. Spitalgasse- Z2 Leopold Ninderer. Gärtnergasse. 33. Leop. Anton und Mar. Anna Gölis- 33— ä5 Magiß 3ä- Georg und Franziska Schiemann- 35. Joseph und Magdalena Seelig. 35. Anna Franziska v. Malanitza. (Grüner Baum.) 37. Anna Maria Mvhl und ihre Kinder: Martin, Ane», Joseph und Juliana Mohl. (Weißes Lamm.) 38. Johann und Agnes Prasch. 3g. Joseph Lechner. äo. Franz und Rosalia Adamberger.)(Weiße Kugel) ä». Theresia Haimerl. »y- 20. 21 . urku n d e nbuch. CCLV \ Haus-Nr. Hauptstraße. ' 42 . Jgnaz Gruber. Herrschaft JLgerzeil. 4Z. Johann Wagner. 43—45 Magist. 44 . Kil. Joseph Schickh. (Drey Rößeln.) 45 Joseph und Klara Pigel. 46 . Jgnaz Giper. Herrschaft Jägerzeil. ' 47. Franz, Carl, Johann Fuchs und Josepha Gordvn. 47—80 Magist. 48. Julie von Leenherr. 4g. Elisabeth Strauß. 50. Elisabeth Thomas, dann Johanna, Johann, Susana, Joseph, Anton, Hedwig und An. Maria Volkmann« 51. Carl und Josepha Pfeiffer. 52. Johann und Anna Stipcrger. (Goldene Birn.) 53. Franz Graf v- Kinsky. 54 . Anton Schmidmayer- 55. Aloys und Anna Döbler. j6 *l Christ. Heinrich Edler v. Coith. G e m e i n d e g a s s e. 58. Johann Beffenig. 5y. Anton Anderler. 60. Adam und Elisabeth Kani. 61. Andreas Fürst v. Rasumovsky- 62. Derselbe. 63. Leopold und Susana Biberhofer. (Grünes Dachel.) 64 . Adam und Anna Bayer. (König David.) Spiegelgasse. 65. Constant- Emanuel v. Eyka. (Johann Baptist.) Gemeindegasse. 66. Elisabeth Pecher. 67. Dieselbe. CCLVI Urkunden buch. HauS-Nr. 68. Johann Mose. 6g. Cäzilia Nißl. Kirchenplatz. 70. Anton Dallauf. (Aug Gottes.) 71. Johann und Theresia Jaworeck. (Grünes Thor.) 72. Anton und Anna Schilcher. 72. Joseph Gruber und Sohn Johann. Rauchfangkehrergafse. 74. Anna Wurzer. 75. Franz und Anna Wozilka. (Goldenes Lamm.) 76. Katharina Klauer. 77. Leopold und Theresia Kirchlehner. 78. Constantine Dominika Fürstinn v. Rasumoffsky. 7g. Dieselbe, 80. Dieselbe. 81. Andreas Fürst v. Rasumoffsky und dessen Gemahlinn. Magist. und Dom-Capitel. 8r. Michael Sotto. Magist. und Herrschaft Jägerzeil. 83 . Michael Gänger und Thomas Bernklau-Magist. 64. Georg und Josepha Tirolitsch. Magist. 85 . Andreas Fürst v. Rasumovsky und dessen Gemahlinn, genannt das Wächterhäuschen. Magist-und Herrschaft Jägerzeil. Erdberggasse. 86. Christina Mußbrock. 86—128 Magist. 87. Franz Graf v. Kinsky. (Weißes Lamm.) 88. Gottlieb und Katharina Thüringer. 8g. Susana Stanninger. Baadgasse- go. Gottlieb und Katharina Thüringer. (Rothes Rößel ) Erdberggasse. gi. Juliana Chimani und ihre 4 Kinder: Ludwig, 2 "' liana, Josepha uud Friederika. I I Urkundenbuch. CCLVH HauS-Nr. 92. Anna Watteroth. 93. Joh. Antonia Brentano. 94. Gerhard und Magdalena Hupperz. 95. Joh. Georg Uhl, Josephs Aufschläger und Katharina Uhl. (Heil. Florian.) 96. Mar. Anna Schwarz. 97. Anton und Katharina Hayder. 98. Dieselben. Kir che n p la tz. 99. Leopold Mayer. Hauptstraße. »00. Katharina Buchhammerische Erbe». (Guter Hirt.) 101. Dieselben. X02. Leopold Straßer. (Mondschein.) B lu m e n g asse. 20Z. Samuel Graf Dessewffy von Czernck und Tarkeö. 2 » 4 - Johann Leber. io5. Mathias und Clara Sanns. Hauptstraße. 206. Mathias und Katharina Hofmann. 207. Christina Glitschard. 2l>8. Jgnaz Ritter v. Friedrichsthall. 2og. Johann Hösler. 2»o. Michael und Katharina Harting- 222. Thomas und Victoria Dengler. (Schwarzes Thor.) 222. Jgnaz Schlager und seine 6 Kinder: Jgnaz, Johann, Friedrich Schlager» Theresia Hamppe, Joseph» Hasenohr!, Franziska Clvtilde und Clementine Schlager. 22Z. Joseph und Katharina Fischer. 224. Mathias und Theresia Schulz. 226. Gottfried und Theresia Liebelt. (Silberner Ochs.) CCLVIII Urkundenbuch. Haus-Nr. 1x6- Jakob ©aUcta. (Goldener Stern.) 117. Franz und Juliana Weißbach. (Grüne Säule.) x>8 Joh.Michael und Josepha Sleffel. (Goldenes Kreutz.) xig Joseph Mayer. (Grüner Baum.) xro. Jakob und Katharina Fischer. x2x Johann Krönerth. x22. Peter und Theresia Gerl. (Weißes Rößel.) x23. Dieselben. 124. Andreas und Anna Göschel. (Grüne Weintraube.) xa5 Philipp und Carolina Schöpf. xa6- Carl und An. Maria Ullrich. 127. Dieselben. (Braunes Reh.) 228. Mar. Anna Brunbauer. X2g. Sabina Savonit und ihre 5 Kinder: Johann, Franz, Joseph, Sabina und Peter. (Heil. Florian.) Magist. und Herrschaft Jäqerzeil. ,Zo. Franz und An. Maria Hagen. Magist. und Schott. x2x. Jgnaz Franz Nitschner. (Rothes Rößel.) xd2. Mathias und Anna Nicgler. xZ2—i3g Magist. x2Z. Joseph und Theresia Haß. (Weißes Lamm.) Kirchengasse. 1Z4. Johann Georg und Theresia Roth. xZ5. Franz und Franziska Pladeck. i36. Theresia Heicker. XZ7. Anton Weyer. (Grüner Baum.) B a u m g a s s e. x28. Johann und Anna Widhalm. (Drey Linden.) i3g. Jgnaz und Josepha Krenn. x4o. Adam Döbler. x4<>—142 Dom-Capitel. x4>. Andreas Schnabel» Hauptstraße. x4r. Andreas Schnabel. x 43- AloyS und Anna Döbler. Magist. Urkundenbuch. GCL1X Haus-Nr. 144* Georg Oeyringer. (Grünes Lamm.) »44—»5a Dom- Capitel. »45. Martin Schönbauer. »46. Joh. Georg Feringer. »4?. Eva Mancher. »48. Reikinayer. (St. Anna.) »4g- Anna und Aloysia Pohl. (Englischer Gruß.) »5a. Caspar Warcher. »5». Johann und Barbara Tagschütz. (Beym büßenden Petrus.) »5r. Leopoldine Windorfer. »55. Joh. Conrad und Barbara Rosenkhal. Magist. »54. Theresia Appelmayer. »54—167. Bürgerspikal. »55. Mathias und Rosalia Binder. »56. Augustin Haller. »57. Martin und Barbara Stein. »58. Anton Remlinger. »59. Johann und Franziska Kastelih. »60. Johann und Anna Müller. »6». Dieselben. »6r. Joseph Siegel. , »55. Anton und Anna Schramm- »64. Michael und Elisabeth Lehner. »65. Joseph und Anna Herbauer, dann Florian Hocker. »65. Dieselben. »67. K- K- Junavieh-Aufschlagamt. »68. Joseph Wegerme. Schott. »6g. Andreas u^id Josepha Retzbach. Magisi. und Herrschaft Jägerzeil. »70. Christian und Theresia Schade. Magist. und Schott. »71. Heinrich und Theresia Prehler. Magist., Schott., Dominik. und Herrschaft Jägerzeil. >72. Christian und Friederika Schade. Magist. II. Jahrg. Denkwürdigkeiten. 3 . Vd. 2. u. 3. Heft. »2 / CCLX u r k un d en b uch. Haus-Nr- 1 7 3 . Anton Seih. (Goldenes Rößl.) i 7 3 —a 8 o Dominik. 174. Georg Detsch. (Aug Gottes.) S t e i n g a s se. 176. Anton Roher. 176. Mathias Danti, iger. 177. Leopold Zottel. 178. Michael Heiderer. 17g. Sebastian Finferle, 180. Leopold Leitem. 181- Joseph iteä. Magist., Dominik., Schott, „nd Herr. schüft Jägerzeil. ,82. Leonhard und Joh. Friedrich Wilhelm Seyschab. , 8 r—164. Magist. 16Z. Franz Nitschner. 184. Johanna Trengel. a85. Franz Nitschner. i85—19Z Dominik. a86. Meixnerische Erben. 167. Johann Krenn. »88. Moritz Ehrenreich. 169. Michael Engel. (Weißer Löwe.) igo. Woifgang Dollhopf. »g». Paul Hammer. Hauptstraße, igr. Johann Kleindienst. »gZ. Joseph Metz. (Drey Könige.) 194. Friedrich und Theresia Oberleitner. Magist. ,,g5. Jakob Jerzer. Dominik. 196. Johann und Theresia Alt. (BlaueKugel.) 196—aiä Magist. *97* Joseph »nd Anna Dillmann. (Flucht in Ägypten.) 198. Mathias und Elisabeth Prem- (Peter und Paul.) Hahnlgasse. 19g. Dominik und Mar. Earolina Klaus* urkundenbuch. CCLXI Haus-Nr. 200. Johann und Anastasia Prechtl. (GrüneS Lamm.) 201. Joseph und Mar. Anna Schmidgrubec. (Maria Ta- fetl.) 2or. Joseph und Anna Donhauser- (Rothes Herz.) 2oZ. Martin und Anna Haßlinger. 204. Sebastian und Anna Gutgesell. 205. Anna Schwarz. (Grüner Stiesel.) 206. Anna Keller. 207. Andreas und Anna Zindl- 208. Joseph Schartl. 2og. Andreas und Anna Ecmanstein. Hauptstraße. 210. Anton und An. Maria Halbknapp» 211. Dieselben. (Blauer Herrgott.) H a l t e r g ass e. 212. Laurenz und Juliana Moser. 2 13. Joseph und An. Maria Neuwirth. 2iä. Sr. Majestät Kaiser Franz I. 215. Franz und Anna Eberl. 216. Vinzenz Rosner. (Rothes Herz.) 216—225 Magist. und Schott. 217. Michael Straffer. (Goldenes Stück.) Magist. 218. Sebastian und Katharina Strobel- (Heil. Oreyfal» tigkeik ) 219. Carl und Eva Thulner. 220. Gottfried und Anna Haas- (Lustiger Bauer.) 221. Martin und Regina Huller. 222. Carl Fuchs. 223 . Michael und Anna Bauer. Hauptstraße. 224. Carl und Theresia Braunböck- 225. Albert Drach. ii * CCLXH U r k un d e» b uch. Haus-Nr. 226. Franz Metzner. 226 und 227 Magist. 227. Jos. Franz Bernhard. 228. Rekonvalescenten - Haus der barmherzigen Bruder. Magist., Schott , Dominik., Dom-Custodie. 22g. Michael und Barbara Wichtel- Magist. 2Z0. Friederika Carolina v. Schardt. Magist. und Dominik. 2Zi- Johann und Anna Harkmann. 2Z1 und 232 Magist. 2Z2. Franz v. Drescher. 2ZZ. Julie F. vonDollberg. Dom-Custodie. 2Z4. Heinrich Samuel Kaan. Vorher Erzh. Carl. Magist., Schott., Dom-Capitel, Dominik. 235, K. K. Polizey-Ober-Direction. 235 und 2Z6 Magist. 236. Johane und Theresta Haslbach. 267. Anton Straffer. (Heiliger Peccgrin.) Vorher Graf Franz S z e ch e n y i. Haus Schott., Garten Magist. 238. Franz und Magdalena Fischer. Magist. und Schott. 23 g. Joseph Schenz. Schott. 240. Joseph und Anna Pichler. 240—244 Magist. 241. Friedrich und Sus. Katharina Äbly. Magist. 242. Joseph und Katharina Tscherny. Magist. 243. Leopold Mohr. Magist. 244. Dominik Guillo CaUaneo Marquis della Rovere. Magist. 245. Alexander h'Allard. Magist. und Herrschaft Jägerzeil. 246. Theresia Magner. Magist. 247. Wenzel und Katharina Pokorny. (Rother Apfel.) Magist. 248. Sophie Schwarz!. (Rohes Herz) Magist. und Schott. 24g. Anna Ruprecht. 24g—281 Magist. aöo. Michael und Theresia Endres. (Drey Binder.) ’ Sterngasse. 25 i. Katharina Feßl. ' , u r k u n d e n b uch. CCLXIII Haus«Nr. 252. Wilhelm Wilfling. 253. Theresia Gutenberger. (Goldener Strauß.) 254. Jgnaz Gigcr. 255. Vinzenz und Theresia Müller. 256. Andreas und Gertraud Rath. (Stern.) 267. Michael und Katharina Zeig. 258. Peter und Anna Albert. (Kleines goldenes Aug Gottes.) 25g. Joseph und Katharina Schopfhauser- 260. Dominik und Carolina Klaus. 261. Mathias Deitl- 262. Estclische 3 Geschwister. 263. Anton und Katharina Blech. 264. Michael Deigner und die 3 Gruber'schen Kinder. 266. Gemeinde Landstraße. 266. Mathias Stanko. (Schwarzwalder Baum.) 267« Carl Tullner. 268. Loren; Hießische Slifthaus- 26g. Joseph und Kunigunda Hottner. 270. Joseph Schivarzlische Erben. Hauptstraße. 271. Anton und Josepha Rochleder- 272. Joseph Schwarzlische Erben. 273. Joseph Schwarzlische Erben. 274. Pfarrhof. K r i e g e l g a s s e. 276. Leopold Bartel. 276. Barbara Hagel. (Goldener Schlüssel.) 277. Wenzel und Franziska Hadatsch. 278. Franz und Theresia Vikar!. 27g. Franz und Susan« Rührenbacher. 280. Peter und Theresia Bock- 281. Mathias und Anna Bernhard- CCLXIV Urkundenbuch. Haus-Nr. 382. Jakob Kuglgruber und die m. Stegmüller'schen Kinder. Magist. und Schott. 283.) Carl und Theresia Perniksch, dann Katharina 284.1 Sterba. 283—287 Magist. 285. Mathias, dann Theresia Schmidt. 286. Anna, Georg, Elisabeth und Theresia Allweyer. (Sechs Krügel.) Hauptstraße. 287. Anton Schmidtmayer. 288. Johann Sperlich. (Drey Löwen.) 288—294 Schott. 289. Franz Knoll. 290. Franz Eberl- 291. Susan« Wetzstein. (Weintraube.) 292. Michael v. Fellner. (Rother Hahn.) 293. Theresia v. Fellner. 294. Georg Neumayer. 29b. Engelbert und Anna Eigner. (Goldener Kranz.) Staatsgüter Administration und seit 1624 Magist- 296. Sigmund Conrad. 296—3oo Schott. 297. Magdalena Müller. (Grüner Pflug.) , 298. Carl v-Marinellische Erben. 299. Markus DarvarS Erben. (Grüner Kranz.) Zoo. Michael Rufingshofer. (Brauner Hirsch.) Zoi. Rosina Rupprecht. Staatsgüter-Administration, jetzt Magist. Z02. Joseph und Anna Preuschel. (Blumenstock.) Staats- güter-Administration, jetzt Magist. ZoZ. Joseph Sommerburg. (Weiße Schwan.) Schott. 204. Lenauer'sche 3 Geschwister. 3o4—$07 Staatsgüter- Administration, jetzt Magist. 3o5. Joseph und Theresia Raymann. Z06. Kreßlische 5 Geschwister und Mac. Anna v. Polza. (Blauer Hut.) Z07. Magdalena Bruchmüllcr. (Schwarzer Bock.) u r kll n d e nb uch. CCLXV Haus-Rc. Vockgasse. 3o8. Vürgerspital. Schott, und Staatsgüter-Administra- tion, jetzt Magist. Zog. Theresia v. Dotrenge. Zog—3i4- Schott- Zio.l Zu.(Markus Darvars Erben. 3,2. J Hauptstraße- 3i3. Anton Felix Hekhl. (Goldener Brunn.) 3,^. Cäzilia v. Langmayer. 2,5. Elisabethiner-Kloster und Kirche. n5—3x7 Magist. und Schott. Z16. Elisabethiner Kosthaus. 317. Elisabethiner Zinshaus. Am G l a cis. 318. K. K-Canal-Schleußenhaus. 3,8—Zar Magist. Zig. Anton Öfferl. 320. K- K. Linien-Jnspectorat-Amt. Ungargasse. Z21. Mathias und Katharina Wißgrill. Zar. Elisabethiner Zinshaus. Z2Z. Georg Poporichi. (Schöne Sclavinn.) Magist. und Schott. 324- Theresia v. Dottrenge. Z24—Zag Schott. 325. Eleonora Naffelkberger. 326. Friedrich Arlt. Z27. Carl v. Marinellische Erben. Zai!. Maqdalena Müller. 32g. Joh. Michael Macher. 35o. Engelbert und Anna Aigner. Staatsgüter-?ldmini- stration. jetzt Magist. 33,. Jakob Hell. 33i—335 Schott. CCLXVI u r k u n d e n b uch. Haus-Nr. 332. Antonia Ullrich. 333. Joh. Michael v. Kellner. 334. An. Maria Goldhann. (Karpfen.) 335. Joseph Vilser. 336. Elisabeth Sperlich. 336 und 53-j Magist. 337. Theresia Leidl und Theresia Brandl. (Itng. Krone.) 338. Convent der barmherzigen Bruder in der Leopoldstadt. Magist. und Schott. 33g. Jgnaz und Anna Kvlbl. Schott. 34o. Jakob Joseph und Wilhelm Edler v. Well. Schott, und Comment. St. Johann. 34». Joh. Christoph und Emilie Schiffner. 34» und 342 Magist. und Herrschaft Jägerzeil. 342. Georg Prochaska. 343. Matthäus, August, Daniel und Franz v. Rosthorn. (Weißer Ochs.) Magist. 344. N. O. Militär - General - Commando. Magist. und Dominik. 345. Johann und Johanna Ernst. Magist. 346. Anton und Nosalia Barzal. Magist. und Schott. 347. Franz Joseph Maximilian Fürst v. Lobkowih. 1798 Magist. und Dom-Custodie. 348. Maximilian Joseph Fürst v. Lobkowih 1817 Magist. und Dom-Custodie. 34g. S. Majestät Kaiser Franz I., vormahls Harrach und Zucker-Raffinerie. Magist., Frey, Com. St. Johann, Schaumburgerhof, Schotten, Nußdorfer Stiftung und Dominik- 35o. Derselbe. 35». Joseph Consta, >tin Pafferat (Redemptoristen).Mag., Schott., Dom., Schaumb. und Com. St. Johann. 352. Bruno Neuling. Magist., Schott., Seegenth. und Herrschaft Jägerzeil. 353. Derselbe. u rkunde nbuch. CCLXVII HauS-Nr. Grasgasse l. 354. Stephan Pollinger. Magist. 355. Baustelle. 356. Mathias Binder. Magist. und Herrschaft Jägerzeil. 357 . Mathias Binder. Dominik. 353. Eanal-Schleußenhaus. Schott, und Dominik. 35g. Franz Graf v. Dietrichstein. Magist., Schott, und Dominik. 36o. Maria Edle v- Nitta. Magist. und Schott. Z i e g l e r g a s s e. 56i. Leopold und Anna Steringer. (Grüner Baum.)36i und 362 Magist. 362 . Mathias Koller. (Weiße Schwan.) 365. Johann Angelotty. Magist. und Schott. 364- Joseph v. Pernold. 364 und 365 Magist. G r a s g a ss e. 363. Franz Wagner. 366. Anton und Theresia Knab. 366—36g. Skaatsgüter- Administration, jetzt Maqist. 367 . Jgnaz Edler v. Neuwall. U n g a r g a s s e. 368. Josepha Braun. r6g. Johann und Barbara Mittermüller. Magist. 370 . Joseph und An. Maria Ranninger. (Heil. Dreyfal. tigkeit.) 270—272 Magist. und Staatsgüter-Admini- stration, nun Magist. allein. 371 . Andreas Streicher. (St. Florian.) 372 . Jakob und. Juliana Förster. Adlergasse. 373 . Joseph v. Pernold. Magist. 3?4. Joh. Georg und Anna Kargl. (Posthorn.) 674 und 376 Maqist. und Staatsgüter-Adwinistrakion, nun Magist. allein. 376 . Anton Hennisch. / CCLXVIII Urkunde »buch. Haus-Nr« Krongasse. 276. Joseph v. Pernold. Z76 und Z77 Staatsgüter-Ad- ministration, nun Magist. 277. Derselbe. 276. Nathan Freyh. v. Arnstein. 278—582 Magist. 279. Barbara Beyer. 23o. Stephan Demeter Czicco. 28». Franz Dierwas. 282. Joseph und Theresia Zierer. 262. Franz Nouland. 285—588 Staatsgüter-Administra- tion, nun Magist. seit 1824. 384. Weltpriester-Kranken-Jnstitut. 285. Dasselbe. A d l e r g a s s e. 266. Dasselbe. Ungargasse. 287. Dasselbe. 388. Dasselbe. 28g. Joseph Vilser. (Ungarische Krone.) 28g—3g8 Magist. 3go. Johann und Magdalena Preuschl. 3gi. Elisabeth Riedl. 3g2. Leopold und Anna Fritzel. 3g5. Joseph und Antonia Voigd. 3g4. Johann Wenzel Lenk. 3g5. Paul und Theresia Hörl. 3g6. Johann und Josepha Gansterer. 397. Theresia Haberlein und ihre 6 Kinder: Maria, Joseph, Theresia, Anna, Barbara und Adalberta. 3g8. Franz und Josepha Müller. 299. Herrmann Steiner. 5gg—4o5 Schott. 400. Andreas Klökel. 401. Barbara Kreutzer. (Goldenes Dachel.) 402. Schulhaus. Urkundenbuch. CCLXIX HauS-Nr. , Raben gaffe- 4o3.1 4o4 -f Michael Mälzer. 4«5. ' 406. K. K. Thierarzney-Jnstitut, Magist. und Schott. 407. K- St. Canal Schleußenzieherswohnung. Magist. 408. Joseph Fürst v.Palffy v. Erdöd. 408—414. Magist. und Staatsgükcr-Administration, nun Magist. 4og. Derselbe. 410. Derselbe. 411. Sr. königl. Hoheit Erzherzog Maximilian v. Österreich-Este. Magist.. Schott, und Schaumburgerhof. 4rr. Derselbe. 4i3. Ihre königl. Hoheit Erzherzoginn Maria Beatrix. Magist. und Schott. 4»4. K- K. Canal-Fond. Magist. 4iS.f 416 l Stückbohrerey. 4>5 und 426 Mag. und Schott. U n g a r g a f f e. 4l?.1 Theresia Löscher. (Goldener Rab.) Schott, und Herr- 4i8./ schaft Jägerzeil. 4rg. Georg Schmidt. K.K. Canal-Fond. 429—423 Schott. 420. A»na Geringer. 421. Christian Loseg. A m G ! a c i s. 422. Anton und Magdalena Seethalcr'sche Erben. lGold- spinnerinn.) 423. K. K. Canal-Fond. 424. Steinkohlenverschleißplah. Magist. und Schott. 425. K- K. Münzhaus, eigentlich Münzscheidungögebäude, auch Drahtzugshaus genannt. Magist. 426. Heinrich und Theresia Reisner. Magist. und Herr. schaft Jägerzeil. CCLXX u r k lt n d e II b u ch, Haus-Nr. 427. Anton Öfferls. 427—431 Magist. 428. K- K- privis. Neugedeiner Wollenzeug-Fabrik. 42g. Franz Schacher!, Elisabeth Oberzeller, Susan» Bar- gehy und Anna Grätzel. 430. Michael und Katharina Ludwig. W a a g g a s s e. 431. Joseph Constanti» Wolf. 422. Susana Stadler. Schott. 453. Georg Rueff. Schaumburgerhof. 424. Franz und Thekla Hutter. Magist. und Schott. 435. Johann Vesque von Püttlingen. 435—437 Magist. 436. Joh. Franz Lacroix. 457. Johann und Anna Herold. 438. Ernst Kochs Erben. Schaumburgerhof. 45g. Georg »nd Elisabeth Kaufmann. 43g—442 Magist. 44c». Kaspar Depser. 44». Joseph und Anna^Kainz, dann Johann und Mari Maria». (Steinerner Engel.) 442. Heinrich Freyh. Trenck v. Tonder. 443. Ihre königl. Hoheit die Frau Erzherzoginn Beatrix. Schott. H e u m a r k t. 444. K. K. Mehlaufschlagsamt-Maaazin. Magist. Marokkanergasse. 445. Franz Joseph Gabriel Graf von Abensperg und Traun'sche Erben. (Zwey weiße Lämmer.) Magist. 446. Johann Nep. Panstingl. 446—469 Magist. 44?. Anna Franziska v. Malanitza. 448. Dieselbe. 44g. Joseph Pfüllner. 45o. Anton Schröder und seine Kinder: Magdalena, Theresia, Anton und Joseph. u r k u II d e II b u ch. CCLXXI Haus-Nr., * 451. Katharina Hanner. 452. Magdalena Daffert. (Goldenes Faß.) 453. Martin Grünwald und sein Sohn Georg. 454. Andreas und Anna Scheiber. 455. Kaspar und Eva Mayechofer. 456. Barbara Zechini- 457. Anna Meuding. (Marokkaner.) 459. Joseph Pernhofer. 45g. Sebastian und Katharina Wagner, Anna Oietz v. Weikenberg und Helena Hellebarth. 460. Andreas pnd Veronika Kunkel. 461. Joseph und Katharina Ottermayer. 462. Ernst Koch und seine Kinder: Katharina Koch, Barbara Schnetter, Theresia Wallin und Franziska Mosing. Am Gl a c i S. 463. K. K- Fuhrwesens-Caserne- 464. K. K. Pensionats-Garren. R c n n w e g g a s s e. 465. K. K. Galizisches Garde-Haus. 466. Joseph und Barbara Waitz. ^ 467. Franz und Theresia Walnefer. (Marokkaner.) 46!i. Andreas und Anna Scheiber. 46g. Johann Beyerl. 470. Joseph Nabels Erben. Schott. 471. Maria Theresia Hößlingec. (Weißer Ochs.) 4?» und 472 Maqist. 472. Anton Freyh. v. Doblhvf Dier. 473. Eleonora Fürstinn 0. Mekkernich. Magist., Domi- nik., Herrschaft Jägerzeil, Schaumburgerhof und Com- St. Johann. 474. Franz <8raf v. Dictrichstein. Magist., Schott., N. ^Administration, Dominik. und Herrschaft Jägerzeil. CCLXX1I u r k un d enbuch. Haus-Nr. $:j s " wt '' 477. Lichtenstern'schen Erben: iJoseph , Barbara, Antün und Aloys Edle v. Liechtenstern. 477—479 Magist. Staatsgüter-Administration und Dom-Custvdic. 478. Joseph Schönberger und Elisabeth Zeillinger. 479. Barbara Lachnit. 480. Theresia Kohl, geb. Offerl. Magist. und Dominik. 481. Anton Schinidtmayer- Magist. 48r. Wilhelm Seyschab. Dominik. 48Z. Theresia Langer und ihre 4 Kinder: Theresia Striebl, Joseph» Hayder, dann Dominik und Johann Langer. Magist. 484. K. K. Mllitär-Artillerie-Casserne. Magist., Schott., Dominik., Nußdorfer Stiftung» Schaumburgerhvf und Herrschaft Jägerzeil. 485. Pfarrhof. 486. Victoria Prinzessinn von Lothringen. Magist. 487. Dieselbe. 487 und 488 Magist. und Dominik. 488. Florian Teindl. 48g. Anton Obermayer. Dominik. 4go. BürgerspitalS - Versorgungehaus zu St. Marx. 4 go bis 5c>c> Magist. 4gi. Bürgerspitals-Wirthkhaus. St. Marxer.Linie. 4g2. K. K. Linien- und Maulhhaus. Außer der Linie. 4g3. Leichenhof. Rennweggasse. 494. Bürgerspitals.Hofschmid-Werkstätte. 495. Bernhard und Theresia Schmelzer. 496. Anton Steiudel. (Kaiserstadl.) 497. Michael Heimel- I Urkundenbuch. CCLXXIH Haus-Nc. 498. Martin und Katharina Thalhammer. 499. Georg und Margaretha Zierlein. 500. Anton Öfferl. 5oj. Anna Landroy und Leopold Dantl. bor—SoZSchaum- burgerhof. bor. War. Anna Meisl. boZ. Georg Feininger. S04. Klement und Magdalena Michalky. S04—5i5 Magist. A m Eanal nächst der Jasangasse. Sob. K- K. Canal-Holzverschleißamt. bog. K-K- Canal-Schleußenziehershaus. Fasangasse. 807. Aloys Munding. 5o8. Joseph Kasimir. bog. Johann und Katharina Windsheimer. bio. Georg und Barbara Müller. 5n. Joseph Pach. 5i2. Joseph und Eva Huber. bib. Adam Übermasser. S14. Franz Hauses bib. Joseph und Rosalia Fischer. Am Feld. 5i6. Katharina Wündel. Schaumburgerhof. F a s a n g a s s e. 817. Joseph und An. Maria Wagner. 517—5Z7 Mägist. 5i9. August Hornbostel. big. Joh. Gottfried und Joscpha Kaye. bro. Franz Stutter. bri. Georg und Eva Wittmann. brr. Mathias und Anna Steinninger. brZ. Jgnaz und Anna Kölbl. 5r4. Anna Scharfenberger. CCLXXIV Urkunden buch. ' Haus-Nr. 525. Johann und Johanna Hofegger. Sr6. Philipp und Barbara Mayer, Johann KäSbauer und Susana Langweber. 827. Philipp Gagiotti. 528. Johann und Elisabeth Dörner. 52g. Adam Mayer. 53o. Joseph Brogle. 63i. Joseph Wally. 532. Joseph und Elisabeth Pach. 533. Jgnaz und Anna Kölbel. 534. Johann Bapt. und Anna Träger. Rennweggasse. 535. Joseph und Rosalia Brandl. (Fasan.) 536. Margareth Schlossar. 537. Franz Rouland. 536. Magistratisches Stadt-Mehl-Magazin. Magist. und Schaumburgerhof. 63g. K. K. Milikär-Mehl-Magazin. Magist., Schott, und Schaumburgerhof. 54o Botanischer Garten sammt Gebäude. Magist., Schott, und Schaumburgerhof. 541. K-K. Medikamenten-Regie-Gebäude, auch k. k. Feld- Apotheke. 54i—543 Magist. redimict. 542. Salcsianer-Kirche, Frauenkloster und Garten. 543. Salestaner.Frauenkloster-KvsthauLgebäude. 544. K. K. Bclv edere sammt Garten und Bilder-Gal- lerie. Magist., Schott., Schaumburgerhof, Com. St. Johann und Kaiserspital. 645. K. K. deutsches adeliches Garde-Haus. Magist. redi- mirt- 546. Joseph Fürst zu Schwarze »berg. Magist. und Com. St. Johann. ur k u IId e II b u ch. COLXXV HauS-Nr. A m L i n i e n g ra b e n. 547. Linienaufsehers.Wohnung. Com. St. Johann. Spitalg asse. 548. Joh. Adam Polthl Schott, neben Nr. i5. Gärtnergasse. 54g. Johann Barbara. Schott- neben Nr. rq. St. Marxergasse. 550. Franz Riser. 55o—55* Magist. 551. Johann und Anna Slipberger. 552. Michael Dich. Hauptstraße (Paulusgrund). 655. Jgnaz und Anna Kurz. 55Z und 554 Bürgecspital. 554- Joseph und Rosalia Kleehauer. Hauptstraße. 555. Johann Bapt. Klinisch. Mag. zwischen 4g5 und 496. R e n n w e g g a s s e. 556. Jakob und Barbara Gams. Magist. F asang a sse. 557. Georg Bcandinger. 557— 55g Dominik. 558. Joh. Bapt. Klinisch. 55g. Derselbe. 560. Franz und Mar. Anna Dreßler. 56o—56r Magist, 561. Theresia Landenberger. 56r. Anton Prigl- 56Z. Ulrich Schrambach. 56Z und 564 Dominik- 564. Anton Fritsch. » 565. Johann Bapt. Klinisch. 565. Derselbe. 667. Adreas und Magdalena Brunner. 568. Herrinann und Anna Maria SchultcZ. l>. 2ahrg. Denkwürdigkeiten. 5-Bd. r. ». 3. Heft. i3 I CGLXXVI u r k u II d e n b u ch. Haus-Nr. 56g. Franz, Sabina und Peter Savonith. 56g und 5 yo Magist. und Herrschaft Jägerzeil- S70. Peter Liberius und Theresia Gerl. Baustelle. Fa- sangasse- byi. Jgnaz Kölbl. 672. Ja»az Kölbl. 672—604 Magist. S7Z. Georg und Theresia Gradl. 574. Michael Kallinger. 575. Franz und Michael Kallinger- 576. Franz und Anna Kallinger. 577. Lorenz und Elisabeth Büchner. 678. Johann Ecker. 27g. Carl und Anna Maria Mayer. 58o. Joseph und Elisabeth Klee. 58». Andreas Eder. 582. Wenzel und Anna Steinsest. 583. Johann Bapt- Klinisch. 584. Heinrich und Franziska Mergner. 585. 586. 587. 568. Johann Bapt- Klimsch. 58g- Wenzel und Anna Steinfest. 5go. Johann Bapt. Klinisch. 5gt. Derselbe. 592. Derselbe. 5g3. Wenzel und Anna Steinfest. 5g4, Johann Bapt. Klinisch. 5y5. Derselbe. S96. Derselbe. 897- Franz unk Pauline Horrack. 5g8. Wenzel und Anna Steinfest. Lgg. Dieselben. 600. Dieselben. j Barbara Lachnit. Urkundenbuch. CCLXXVII Haus-Nr. 601. Barbara Lachiiit. 60s. Gottfried Kaye. Basangasse- 6o3. Franz Wagner. Adlergasse. 6o4- Johann Bapt. Klimsch. 604—610. Dominik. Kliinsch- gasse. 605. 606. 607. 608. 60g. 610. 611. 612. 613. 6i4- Derselbe. Johann und Katharina Terburg. 611—614 Magist. Ziegelgaffe. Johann Christian Ritter. Michael Kallinger. Vinzenz Neuling. Ungargasse. R l e d e n auf der heutigen Landstraße, sammt Ungargasse und Rennweg. Urbar deS SkiftS St. Nikola vom Jahre Nahme der Ried. In der Hinteren Jnuß auf der Gstetten. In der vorderen Jnuß bey den Gärte». In der 1. Huek in der Lai- ten unterm Kloster. In Ueberchtiniffen. i44?- « Heutige Benennung. Der Abhang des Berges am Glacis, dann Marvkka. nergaffe bis zur Gras», qasse. Krongassc. Ein Theil des GrasgasselS. Landstraßen - Hauptstraße. Nr- 232—261; dann Ungargasse Nr. 33g—348. i5 * CCLXXVIII U r ku ii d e nb u ch. HauS-Nr. Nahme der Nied. St. Paulus Grund. Iu der Huet auf den obern Sätzen. Auf den Wersten. Auf der Huet in den niedern Sätze». Im Gern oder in der Grei-, fenpraiten. I» den Raifelfchen bey dem Lichkenstain. Gerstcnbauch oder im Tauf- fengraben. Auf dem Renuweg. Heutige Benennung. Kirchenplatz, Rauchfangkeh- rergaffe, Kirchengaffe, Blumengasse und der anstoßende Theil der Hauptstraße. Gemeingasse, Spiegclgaffe, ein Theil des Slirchenpla- tzes. Gemeingosse, Rauchfang- kehrergasse. Hauptstraße bey Nr. i5Z. Fürstlich Metternich'sches Palais Nr. 473 und Umgebungen ; auch die k. k. Artillerie.Caferu«. Haltergasse. An obern Theil der Ungargasse, den mittlern Theil deö RennwegS durch Die Steinlgasse bis zurHaupt. straße, insbesondere Nr. 182, i83, jgy, 2 >5, 34g, 35o, 472, 477 — 479/ 4g5—497 , 614. Der obere Theil des heuti. gen Rennwegs mit dem anstoßenden Theil der Fasangasse. Am Rennweg, nun Nr- 5oo bis 5o6. Auf den Tungrub. u rk u n d e n bu ch. CCLXX1X Haus-Nr. Nahme der Ried. Heutige Benennung. Auf dem Gaisruk. Ein Theil der Fasangasse Nr. 807—5i6. Bey den Bründeln oder Hungenberghaus Nr. S02 und Äcker am Eaualt Mitterweg. Der mittlere Theil der Ungargasse. Hirschpeint. Um SoZ bis herab an Elaeis Nr. 426. Außerdem kommen auf der Landstraße noch folgende Riede» vor: Grasweg. Grasqaffe und gegenüber in ' der Uugarqaffe die Gegend des Hauses Nr. Z4i. Winspoint. Die Rabengasse rechts um Nr- 4>7- Auf den Ochsengries in der Hirschpoint Nr. 426. CCLXXX U rk u „ d e ii b u ch. SÜ3 t c t> c r. (O r t s o b r ig ke i t l M a g i st r a k.) Altwi edne r Hauptstraße. Haus-Nr. 1. Fürstlich Starhembergisches Freyhaus oder Herrschaft Konradswerd. 2. Wenzel Schrikkwieser. r—r8 Magist. 3. Janaz Leibenfrost. 4. Derselbe. (Goldene Sonne.) 5. Ferdinand und Eleonora Krippl. (Weißer i Pelikan.) 6. Anna Winkelhofcr und Katharina Reif. (Goldener Adler.) ' 7. Joseph Prince. (Vier Jahrszeiten.) 8. Nikolaus und Barbara Knechtlein. (Goldener Bär.) g. Jgnaz und Katharina Moser. io. Mathias und Josepha Lehrner. r». Franz und Anna Franz. (Goldenes Kreutz.) >2. Benedict Franz und Barbara Schluderman. (Rothes Rössel.) 13. Johann und Johanna Treitl. 14. Dieselben. 15. Vinzenz und Franziska Heller. (Grüner Kranz.) >6. Elisabeth Schadin-(Goldener Pflug.) 17. Jgnaz und Rosina Buchrvein. (Goldenes Einhorn.) 18. Georg und Katharina Berner. 19. Joseph, Maria und Elevnora v. Nandory. 20. Franz und Franziska Thomas. 21. Georg Kautsch. (Drey Kronen.) u r k u n d e II b uch. CCLXXXI . Haus-Nr. 22. Margaretha Schmid. (©olbcnet Kapaun.) 23. Leopold Hauer, dann Elisabeth Adler und Leopold Hauer. (Nöthe Ente.) 24. Franz und Anna Neumayer. (Goldenes Lamm.) 25. Kaspar Schmidt. (Schwarzes Rössel.) 26. Joseph v- Fürnberg. (Goldener Ochs.) Am G l a c i 27. F^anz und Anna Neumayer 26. K. K. politechnisches Institut. Carlsgasse. 2g. Mathias und Antonia Host. 2g—3i Bürgerspital. 3o. Johann und Theresia Reymann. Zi. Johann Und Josepha Huber. , Z2. Anton Mittrenga. Maqist. 33. Ferdinand Schuh. 33—38 Dürgerspital. 34. Johann Georg Pein. , 35. Juliana Grünmüller. (Kaiser Joseph.) A l l e e g a s s e. 36. Jakob und Magdalena Pertsche. P a n i g c l g a s s e. 37. Anton und Johanna Obst. (Drey Rössel.) 38. Johann Bapt. Mazzucato. 3g. Martin und Anna Freund. 3g—53 Magist. 40. Benjamin und Josepha Coulon. <1. Franz und Franziska Thomas. 42. Mar. Anna Artini und Johann Bapt. Mazzogato. 46. Jakob Schauer. (St. Johann.) 44- Joseph Hornung. (St Florian.) 45. Elisabeth Reitter. (Grüner Baum.) 46. Michael Mayer. (Goldenes Sieb.) 47. Peter und Theresia Hofbauer. 48. Franz Nooatscheck- (Rother Apfel.) CCLXXXII Urk u nde nbuch. Haus-Nr. 4 g. Mar. Anna Carolina Klaus. 50, EgidiuS und Josephs Klamlnger. 51. Nikolaus v. Lacsny. 5 r. Katharina Grünwald. 55 . Anton» dann Anton, Elisabeth, Franz und Maria Langhammer. 54 . Joseph und Walbnrga Schwerer v. Hochenbruk. Ma- gist. und Com. St. Johann. A l I e e g a sse. 55. Franz und Theresia Gruber. Magist. und Com. St. Johann. 56 . Johann Geist. Com. St. Johann. 57. Johann und Klara Danninger. Magist. 5 8 . Josephs Fleischmann. Com. St. Johann. 5 g. An. Maria Hiltl. 5 g—67 Magist, 60. Jgnaz und Louife Müller. 61. Johanna Nep. v- Düikmann- 6r. Joseph Seitz. Taubstummengassel. 65 . Joseph Schmölerl. 64. Franziska Hütkner. A l l e < g a s s e. 65 . Leopold Polt v-Pöltenberg.. , 66. Franz Graf. 67. K. K- Theresianische Ritter-Akademie. 66. Joh. Georg Haslinger. 66—98 Com. St. Johann. 69 Joseph Angeli. 70. Ludwig Le Portier de Clermouts Erben. 71. Anton Mellanokti. Com. St. Johann. 72. Franz Dorpias Sedelmayer. 75. Jos. Conrad Steinbach. (Maria Taferl.) 74. Franz Ehrnberger. ll rk ini de n b u ch. CCLXXXIII Haus-Nr. 76. Friedrich v. Dries. 76 Johann Rep. und Anna Neuhauser. 77- Joseph Weißhappel. (St,- Joseph.) W 0 h ll e b e ng a s s«. 78. Johann Jalesch, 7g. Derselbe. 8o- Theresia v. Schwandtner- 61. Carl Lander. 82. 83. tter - 84. Maydalena Braun. 85.i 86.! Herr Johann Graf v. Palffy. 87- 88. Katharina Nürnberger. 8g. Fürst v. Schwarzenberg. go. Sr. königl. Hoheit Erzherzog Franz von Modena, A l I e e g a sse. 91. Markus Volk. (Zwey Schimmeln-) 92. Anton Obst. 93. Wilhelm Leschen. g4- Thomas v. Cappellini. (Heil. Dreyfaltigkeit.) 96. Barbara Dannhauscr. 96. Franz Vogel. 97. Anton Schmidt. 96. l Kreuzherrn mit dem rothen Stern, StifthauS (Groß- 9g. 1 meister Jos. Anton Köhler.) Mag. und Com. St. Joh. Am Glacis. kx >. Johann Fruhewirth. 100 und 101 Magist. und Com- St. Johann. 101. Antonia Gatti. (Heil. Dreyfaltigktii) ior. Theresia WalliShauser: (Mondschein.) C-om-St. Joh. CCLXXXIV U rku ild e ii b u ch. Haus-Nr. Heugasse. 10Z. Anna Dietrich. io 3 —106 Com. St. Johann. 104. Michael Hoser. 105. Joseph Müller. 106. Katharina Nürnberger- 107. Johann Graf Palffy v. Erdöd. 108. Derselbe. 10g. Joseph Wenzel Edler v. Sallaba. 110. Armen-Jnstitut. in. Fürst v. Schwarzenberg. 112. War. Anna Planker. (Groß^Sultan.) 11Z. Franz Kröttlinger. 114. Ursula Skreinz und Barbara Buchfclder. n 5 . Barkholomä Schmidt. > 116. Derselbe. 117. Mathias Fischer. 117 und 118 Magist. und Com. St. Johann. ^ 118. Prokop Graf v. Czeyka. 11g. Nina Gräfinn v. Wentheim und Katharina Bach. 11g—i2g Com. St. Johann. 120. Wilhelmine Schimper. 121. Heinrich Schimper. 122. Georg Pein- 1 Sackgasse. 123 . Joseph Marquart. Com. St. Johann. 124. Joseph Jaunschecb. 12Ü. Carl v. Badenfeld. 126., 127. ^ W. A. Gosmar. 128. ! F e l d g a s s e. irg. Leopold Kißling. Com. St. Johann. urk u nde nbItch. CCLXXXV Haus-Nr. 130. Franz Winkler. i3o und i3i Magist. und Com. St. Johann. x3i. Jsabelle Gräfinn v- Chodeck und Mar. Gabriele Gräfinn v- Bouquoi. Favoritten-Linienstraße. x3a. K- Eisgrube. i3x—136 Magist. i33. Anna Merkte. (Blauer Pelikan.) 1 3 1. Joseph und Anna Jaschkö. ,35. Anton Zesch. 136. Franz und Katharina Haller. 137. Jgnaz Gabriel Freyh. v. Lang. (St. Georg.) 1Z7 bis 145 Magist. und Com. Sr. Johann. 138. Derselbe. i3g. Derselbe. 140. Carl und Katharina Pahinger. (Goldene Mose.) i4i» Jakob Hoare. (Heil. Orcyfaltigkeit.) 142. Sebastian und Johann Feuerbach. »43. Johann Bauer. 144. Thomas und Josepha Striegl. (Flucht nach Ägypten.) 145. Joh. Friedrich Henke. 246. Joseph Dittmann. 146 und 147 Com. St. Johann. 147. Aloys Rechtsteiner. 148. K. K. Banko-Deputations-Haus an der Favoritten- Linie. 148— Log Magist. i 4 g- K. K. Wegmauthamk. 150. Holzaufschlags-Maukhhaus. 151. K. K. Banko-Oeputations-Mauthhaus. 152. Stephan Graf v. Karoly. a5Z. K. K. Fuhrwesenshaus. 154. Dasselbe. 155. K. K. Fuhrw escns-Kaiizleyhaus. x5S. K. K. Theresianische Ritter-Akademie. 257. Carl Graf v. Vertholö und Eleonora Gräfinn Wel- then. (Kleeblatt.) « x 1 CCLXXXVI U r k u n d e nbu ch. Haus-Nr. a58, Carl Graf v- Kokorgowa. i5g. Johann und Theresia Zwiauer. 160. Franz und Anna Baadffuber. i6i- Michael und Theresia Lintner. (Ebenaus.) r6r. Taubsiummen^Jnstitut. ,6;. Johann -Herz. 164. Johann Graf. 365. Sr. Durchl. Ferdinand Prinz von Sachsen Eoburg Saalfeld. 166 ^ K. K. Hofkammer, nun das Gußhaus und k. k. Ar» 167./ tillerie-Casierne- 169. Andreas Falkenberger. i6g. Gerhard Carl und Antonia Brants. 170. Alexander Graf v. Nako. 171. Mathias und Wilhelmine Feßler. G e m e i n d e g a s s e. 172. Susana Jagatisch- 17Z. Johann Georg und Justins Kirchlehner. »74. Johann Nep. und Antonia Jaßmüger. 175. Carl Mayer. Neumansgafse. »76. Johann und Katharina Haller. »77. Rosina Hölzer, dann Jvh. Adam und Magdalena Stock. P l a tz g a s s e. 178. Anna Brandl. Neumansgafse. 17g. Gerhard Carl und Antonia BrantS. K i r ch e n p l a tz. 160. Michael Wieser. Kirchen gaffe. 18,. Kirche und Pfarrhof zu den heiligen Schutzengeln. Urkundeilbuch. CCLXXXVH Haus-Nr. 1B2. Joseph Hart! v. Luchsenstein- 18Z. Jgnaz Leibenfcost. 184. Joseph und Josepha Stadler. Zl I t w i e d „ e r Hauptstraße. ,85. Jgnaz und Anna Schwindler. ,86- Johann und Josepha Rosenitz. P l a tz g a s f e. ,87. Michael und Anna Hagen- ,68. Johann und Anna Banmer, Carl und Barbara Selch, dann Cajetan und Franziska Selch. ,3g. Conrad Graf. igo. Mar. Anna Winneguth, Carl Jäger, Anna, Cäro» lina, Theresia und Joseph Welle, dann Carl und Friedrich Novatscheck. (Fluß Jordan.) Alkwiedner Hauptstraße. ,gi. Mathias Augenstein. igr. Johann und Katharina Halter, ,gZ- Joseph Lang. ,gg. Anna Loydl. S ch l n s s e l g a s s e. 195. Anna Gräfinn von Kokoryowa- ,g6. Ludwig Jakob. 197. Franz Hamp. 198. Michael und Barbara Winkler. Altwiednec Hauptstraße. >99- Joseph und Katharina Löw, dann Mich- Schröder. 200. Elstabeth Fchlmayer. (Goldener Schlüssel.) 201. Franziska Dewald. 202. Johann Graf v- Kokorzowa. 20Z. Jakob Seelos, Joseph, Franz und Johann Winter, Mathias und Joseph Gerschbauer. 20z. Georg Dürböck- CCLXXXVIII Urkundenbuch. Haus-Nr. Mayerhöfelgasse. ro 5 . Joseph und Theresia Keppelmiiller. (Kleine? Mayer, höfel. 206. Leopold Hofmann- . Joh. Georg und Anna Krauthauf. 210 und 211 Magist. und Herrschaft Jägerzeil. 211. Johann Heinr. Fccyh. v. Geymüller. 212. Franz und Theresia Lustig. (Glechecner Thurm.) 212—221 Magist. Trappe lgasse. 213. Carl Reindl. 2i4- Michael Millner- 215. Derselbe. (Trappelhof.) 216. Franz und Joseph« Heid. Altwiedner Hauptstraße. 217. Jakob und Anna Greiwert. 216. Ferd. und Theresia Stribcl. (Blecherner Thurm.) B l e ch e r n e t h u r in g a s s e. 21g. Georg Freyh. v. Pfister. B l e ch e r n e t h u r m f e l d. 220. Carl Reindl. 221. Ernest Koch- 222. Theresia Lechner- 222 und 22Z Pfarr Hütteldorf. 22Z. Joseph Lager. Altwiedner Hauptstraße. 224. Anton und Anna Schulz. arZ—471 Magist. 225. Melchior und Theresia May. (Markstein-) Urkundenbirch. CCLXXX1X Haus-Nr. 226. Theresia Pieper. 227. Ioh. Georg Harkmann. (Tempel.) P i a r i st e n g a s s e l. 228. P. P. Piaristen Zinshaus. 22g. P. P. Piaristen Kloster sammt Kirche. Allwiedner Hauptstraße. 2Z0. K. K. Militär,Transport.Haus. 2Zi. Matthäus und Theresia Mittermayer. (Goldener Hirsch.) 2Z2. Mar. Anna Pizalla. (Blaue Säule.) 232 . Anna ganf. (Goldener Pfau.) 234. Joseph und Theresia Schulz. (Drey Lerchen.) 235 . Anna Wandrasch. (Weißer Hahn.) 236 . Jgnaz Scheerer. 237. Jakob Mayer, Theresia Brockschen, Philipp Nai- ßer, Katharina Mayer und Joseph Fidlec. Klagbaumgasse. 233 . Alexander Rosenberger. » 39 . Jakob und Anna Hummel. Altwiedn er Hauptstraße. , 240. Anton Csarnotzay von Charlottenburg. 241. Katharina Kinthner. 242. Heinrich und Pyilipp Lakenbacher. (Abgebrannte» Haus.) 243. Anton Pichler. (Goldener Nauchfang.) 244. Michael und Anna Knappe. (Berg Tabor.) 245. Georg und Anna Huber. (Goldene Weintraube.) 246. Ioh. Georg Fleischmann. 247- Ioh. Georg und Nosalia Precht. (Grüner Baum.) 248. Anna, Joseph, Carl und Franz Neumayer. (Ritter St. Georg.) 24g. Stephan, Anna und Theresia Steiger. (Goldene Kugel.) ccxc u r k u n d e n b uch. HauS-Nr. 25 c>- Joseph und Theresia Buchwein. (Loudon.) LSi. Franz und Ursula Oiry- (Zwey goldene Löwen.) 252 - Franz Ludwig Graf v. Fürstenbusch. (Drey Rössel.) 253 . Benedikt und Theresia Boxier- (Silberner Löwe-) 254 . Joseph und Anna Lichtmayer. (Erzherzog Carl.) 255 . Johann und Theresia Jüttner. 256. Joseph Hammerschmid. (Weiße Rose.) 25 ?. Theresia Gcaßl. (Eiserner Mann.) 258 . Georg, Joseph und Theresia Angeli- (Schwarzer Adler.) Obere Schleifn! ühlgasse. 25 g. MarhiaS und Aloysia Hummel. 25 o. Maihias und Theresia Eggerk. (Blauen Wolf) 261. Johann und Franzieka Hueber. Neuwiedner Hauptstraße. 262. Anna Maginno. (Heil. Paulus.) 26Z. Mathias und Elisabeih Göstl, dann Carolina, Joseph« uud Theresia Kleinschnitz. (Goldener Greif.) 264. Eleonora Neid!. (Egyplischer Joseph.) 265. Joseph und Anna Bürger. (Sechs Schimmel-) 266. Johann und Rosalia Leange- 267. Jgnaz Lipp. (Englischer Gruß.) 268. Andreas und Magdalena Bartl. (Blauer Karpfen.) 26g. Joseph Edler v. Manquet. (Schwarzer Bock-) 270. Joseph Lang. (Festung Belgrad.) 271. Joseph und Anna Bürger. (Frauenbild.) W a a g g a s s e. 272. Clara Brabbee und Wilhelmine de Caal. 278. Magdalena und Joseph Biber. 274. Leopold und Theresia Graf v. Kinsky. «76. Joseph Hug. (Blauer Hecht.) Urkundenbu ch. coxer Haus-Nr. A » k e r g a s s e. »76. Joseph, Andreas, Ernest, Eduard, Moritz, Friedrich und Rosina Meißl, Rosalia von Smetana, dann Franziska Matoscheck. 277. Dieselben. Hechtengasse. 278. Josepha, Franziska und Earoline Bernardini. 27g. Martin und Eleonora Wirth. 280. Joseph und Theresia Sochor. 281. Jgnaz Maheneder. A n k e c g a s se. 282. Joseph'und Theresia Wachll- (Zum Anker.) 28Z. Anna Schaffer. 284. Erasmus Keßler. 285. Johann und Barbara Zindler. (Zum Mohren.) 286. Mathias und Katharina Heß. (Maria Hüls.) 287. Martin Braun. 288. Georg Pein. 289. Leopold und Theresia Schuller. 290. Johann und Rosalia Franz. 291. Johann Hellmer. (Zum Helm.) 292. Theresia Waldhelm, dann Jgnaz und Anna Kap- ner. (Römischer Kaiser.) 2g3. Anton und Theresia Neubauer, dann Katharina Hirsch. Waaggasse. 294. Rosina und Paul Steurer. (Goldene Wage.) 2g5. Joieph Anton und Jsidoria Sophia Mitlich. (Goldenes Gewicht.) 296. Elisabeth» Ramel. (Fortuna.) P r e ß g a s s e- 297. Wenzel und Anna Zenner. (Zum Bach.) tl.Jahrz.Denkwürdigkeiten z.Bd. 2 . u. 3. Heft. 14 CCXCII urk u n d enbuch/ Haus-Nr. 298. Anna Reichinn. 299. Josephs Schwarz. (Stadt Wien.) Zoo- Andreas Reininger. (Zwey Elstern.) 3oi. Franz Brintz. (Heil. Andreas.) Z02. Ludwig und Elisabeth Geiger. ZoZ. Gottfried und Anna Montz. Zoij. Jösexh Scholz. 3o5. Leonhard und Magdalena Carl, dann Magdalena und Georg Carl, endlich Franz Liebe!. (Zwey Ritter.) Z06. Philipp und Anna Herzinger, (Maria Taferl.) 207. Blastus und Katharina Arnold. (BöhmischeKrone.) Z08. Anton und Anna Röhring. Neuwiedner Hauptstraße. Zog. Anton und Anna Röhring. (Goldene Preße.) 3io. Benedict Damböck- S a lv a t 0 rgasse. Zu. Theresia Buchsbaum. 312. Dieselbe. 3iZ. Elisabeth Hollinn. Zi^. Philipp und Anna Pfniehr. Zi5. Mathias und Elisabeth Leibenfrost. Z16. Martin Braun. 317. Valentin und Theresia Keßler. (Schöne Hungarinm) 318. Joseph und Cäzilia Schmied. 3ig. Andreas und Elisabeth Kreutz. (Heil-Leopold.) » Z20. Martin Schmidt und Leopold Scherer- 321. Joseph und Barbara Hornung. (Bey der Uhr.) 322. Joseph und Barbara Mudroch. (König David.) Z2Z. Adam, Jakob und Katharina Weygand. Z2j. Joseph und Magdalena Götz- (Heil. Florian.) 325. Anna Staudenraus. (Blauen Herrgott.) Neuwiedner Hauptstraße. Z26. Johann und Anna Schneider. urkltnde n buch. CCXÖIÜ Haus-Nr. Z27. Anton und Josepha Lisihuber. (Schwarzer Mohr.) 328. Franz und Katharina Helbich. , Große Neugasse- 329. Leopold und Rosalia Stunimer. (Grünes Dachet.) ' 330. Franz und Clara Hege, dann Mathias und Eva Hacker. (Grünes Thor.) 331. Andreas und Theresia Walter. (Drey Sternen.) 332. Georg und Elisabeth Höffinger. (Jesus, Maria und Joseph.) 333. Mathias und Theresia Kaiser. (Drey Engeln.) 33*. Jvhann Loremisza. (Stadl.) 335. .Theresia Schuhegger. (Grüner Nußbaum.) 336- Johann und Rosalia Quaissant. 337. Joseph Breinholder. (Jesus von Nazareth.) 338. Aloysia Seidl. 33g. Leopold Ohlmayer. (Drey Könige.) 340. Adam Jakob. (Heil. Dreyfalkigkeit.) 34». Joseph und Theresia Beer. (Schwarzer Elephant.) 3^2- Erhard und Barbara Fierlinger. (Blauer Hirsch:) 343. Christian Schedl. (Weißer Schwan.) 344- Joseph und Theresia Edle »on Ehrenburg. (Braunes Rössel.) 345. Johann Altlechner. (Kleiner Jordan.) 346. Caspar und Theresia Grnber. (Öhlberg.) 347. Jakob Lang. (Maria an guten Rath.) 348. Theresia Kassar. (Heil. Rochus.) 34g. Anna Reich. (Goldenes Rössel.) 35c>. Michael und Elisabeth Ulmer. 35i, Sebastian und Anna Basserniann. (Stadt Manheim.) 35s. Martin und Anna Scherle. (Stadt München-) R i t t e r g a s s e. , 353. Martin und Anna Scheele:. , 354. Friedrich v. Känel- * »4 CCXCIV u r k u n d e n b uch. Haus Neuwiedner Hauptstraße. 435. Franz und Magdalena Fischer, Mathias Kemetner, Theresia Holzbauer und Juliana Schmid. (Goldener Strauß.) Zi e g elofe n g afse. 436. Joh. Georg Wundergruber. 4 Z 7 . Joseph und Genovesa Sagorz. 438. Jakob König. 43g, Leopold und Anna Lechner. 44o. Georg und Theresia Mackel. (Heil. Dreysaltigkeil.) 44 ». Michael und Rosalia Schlichtinger. 44r. Wenzel und Barbara Malick. 443. Anton und Theresia Machn. (Guter Hirt.) 444- Georg und Theresia Mackel. 445. Josevh Jaus. 448 . Barbara und Christoph Trutter. (Zum Finken.) 447 . Thomas und Theresia Frauendorfec. 448 . Sebastian und Magdalena Üimmer. 44g- Anton und Anastasi» Hameter. 43o. Johann und Anna Wierl, dann Franz und Joseph« Öhler. 45i. Anna Schönbach. 45r. Leonhard und Elisabetha Aichhammer. 453. Joseph und Regina Tromayer. 454. Mathias und Dorothea Huber. Neuwiedner Hauptstraße. 455. Georg Strobl. (Weißer Stiefel) 456. Sebastian Antoniotti, Vater und Sohn. (Heiliger Rochus) CCXCVIII u r k u » d e n b It ch. Haus.Nr. 457. Mar. Anna v. Kenipelen. (Franz de Paula.) 458 . Johann und Anna Hellebarth. (Goldenes ABC.) 45 g. Anton Und Anna Guttmann, Georg und Elisabeth Krauß, dann Aloysia Kollweg. 460. Elisabeth Leutaeb. 461. Joseph und Elisabeth Zappe. 462. Joseph und Clara Hueber. 4&Ü> Ätichaet und Anna Knab. (Drey Herzen.) 464. Johann und Theresia Fuchs. (Goldene Ritter.) 46s. Barbara Reindl. 466. Joseph Pokali. 467. Michael und Theresia Luschner. (Goldener Szepter.) 466. Theresia Rautner und Joseph« Kößler. 46g. Joseph und Susanna Herbst, dann Leopold und Aloysia Stibeck. 470. Anna Staudenraus. (Rother Krebs.) 471. Joseph, Anna und Joseph» Zeillinger. Lange Gasse. 4?r. Erzbisthum Wien. Der Zeit frey. 4?2. Johann. Christoph, Elisabetha, Wilhelmine und Margarekha Hanke. 47Z—487 Magist- 4 ? 4 - Johann Christoph Andre Hanke. 4 ? 5 . Ernestina und Ferdinand Seiß. (Grüner Jäger.) 476. Johann und Anna Jacher. (Grüner Kranz.) 477. Martin und Elisabeth Fürst. 478. Anton Schvller. 479- Derselbe. ' » 480. Sophia Übermaßer, Barbara Austerer, dann Theresia, Anna, Margarekha und Andre Gamper. 481. Jgnaz und Anna Kapner. (wilder Mann.) Wilde manngasse. 482. Jgnaz und Johann Rupp. (Zwey rothe Kreutze.) Urkundenbuch. CCXCIX Haus-Nr. 483. Anton Lingfeld. (Heil. Anna.) 484. Johann Georg und Elisabeth Schmid« (Blumenstock.) Lange Gasse. 48S. Franz Leutgeb. 466. Magdalena, dann Anna und Jgnaz Egger. 487. Anton und Anna Huber. 488. Erzbisthum Wien. Der Zeit frey. 48g.' 4go. 491. 492. Dasselbe. 4g3. 4g4. Leopold und Monika Weiskopf. 4g4—498 Magist. 4q5. Joseph und Anna Nagel. (Grüner Paperl.) 496. Joseph und Theresia Schönbichler. 497. Adam und Josepha Schüller. ,, Sch i ffgasse. 498. Anna Rigakt. (Goldenes Schiff.) 49g. Erzbisthum Wien. Der Zeit frey. 500. Dasselbe. 501. Philipp Aloys Haydk. S01—55g Magist. 502. Joseph Savonith. 503. Theresia Frank. - 504. Stephan, dann Rosalia, Regina, Franziska und Joseph Terret. (Guiec,Hirt.) 505. Johann Michael und Katharina Sandschuster. 506. Katharina Spath. 507. Wolfaang und Anna Grüner. (Flucht nach Egvpten.) 508. Michael und Barbara Weichenberger. (FetteGans.) Sog. Scholastik» Fischer. (Heil. Oreyfaltigkeit.) Neuwiedner Hauptstraße. 5»o. Mar. Anna Übel und ihre Kinder: Joseph, Barbara, Kilian, Anton und Katharina, (Aug Gottes.) C CC Urkundenbuch. Haus-Mr. 5n. Joseph« Dobler. (Goldener Wagen.) 5.2. Elisabeth Barth. (Kahlenberg.) 5.3. Friedrich und Erneffine Süß. 5,4- Antonia Ebapolard. (Abendmahl.) 5.5. Joseph Graf v. Esterhazy de Galantha. 5.6. Leopold Deimer. (Goldenes Stuck.) 5>7. Franz und Katharina Pezizka. (Krapfen.) 5,8. Franz Linden und Johanna Fink. (Adam und Eva.) 5,g. Clara, dann Lambert und Theresia Lechle. (Maria Empfängniß.) 5ro. Jqnaz, Carl, Franz und Wilhelm Klein. (Drey Läufer.) S21. Barbara Paul. (Schutzengel.) Obere Schleifmühlgasse- 622. Jgnaz und Theresia Mayer. SrZ. Adam, Joseph» und Joseph Schuster. (Brauner Hirsch.) Ä d le r g a s s e. Ürä. Johann und Barbara Führlinger. ' 525. Anton Uhl. (Maria Hüls.) 5a6. Theresia und Jgnaz Schuyer. 527. Johann und Gertraud Knoll, dann Joseph» Sturm. 628. Simon und Magdale,!» Laa- Untere Schleifmühlgasse. 82g. Leopold und Anna Prötzmann. (Goldenes Fassel.) 53c>. Michael und Magdalena Gruber. 531. Franz Kröpf. 532. Magdalena Willniann. 533. Sebastian Boldrini. (Zuckerbäckerhaus.) 53/s. Simon und Anna Cora- 535. Paul, Heinrich, Franz und Anna Reinhart, dann Theresia Dürnbacher und Elisabeth Klekschinsky. Urkundenbuch. CCCI Haus-Nr. Mühlbachgass«. 536. Ulrich Dorgauer. 537. Gottfried Bogner. 538. Gregor Schöberl. v W i e nstraße. 53g. Anna Bürger. 54«. Franz und Josepha Jäger, dann Joseph und Eleo- nora Kornhäusel. (Schwarzer Bär.) 54>. Andreas und Elisabeth Schafrakh. 54r. Stephan Reneis, dann Franz, Johann» Anna und Josepha ^Rerst. 543. Franz und Sophia Zußer. (Luftschutz.) 544. Jqnaz Lamatsch. 545. Eustach und Barbara Sirch. 546. Caroline Wetzlac, Fcepinn v. Plankenstern. (Grünes Lamm.) 547. Anton und Josepha Heidmann. (Rother Adler.) Untere Schleifmühlgasse. 548. Ulrich Dorgauer. 649- Joseph und Theresia Knöchel- Schleifmühle. 550. Georg und Katharina Berner. 551. Johann Düno, Johanna Edle v. Dittmann Sö- cherau und Katharina Düno. 55r. Johann und Anna Hvll. 553. Philipp Jakob Löw. 554. Derselbe. (Ritter.) 555. Derselbe. W i e nstraße. 536. Jakob Högler, dann Friedrich und Theresia Pipping. 557. Jakob Högler. 558. Derselbe. CCCH Urkundenbuch. Hauß-Nr. 65g. Philipp Aloys Haydt. S6o. ErzbiSthum Wien. Der Zeit frey. l Dasselbe. 667. Mathias und Katharina Leiß. 667—625 Magist. 566. Dieselben. , 56g. Mathias Leiß. (Schöner Garten.) 670. Johann und Elisabeth Gräber. (Ebenaus.) 671. Wolfganq und Agnes Haberl (Goldener Hirsch.) 672. Anna Geistlich. (Drey Artischoken.) 67z. Andreas Lang. 574. Derselbe. (Goldene Rose.) 676. Franz Berger. (Goldenes Fasses.) 676. Theresia Bezelt. St. (Johannes Zunge.) 677. Elisabeth Floßmann. 678. Georg und Katharina Prankel. (Drey Ritter.) 67g. Franz und Elisabeth Frey. (St. Georg.) 580. Elise Stranzer. (Heil. Dreyfaltigkeit.) 581. Martin und Katharina Roth. (Bauern.) 682. Georg und Theresia Schweißer. 585. Caspar und Margaretha Lechler. (Sonntagsberg.) 584. Carl Pusch. (Annaberg.) 585. Mathias und Anna Hummel. (Spielberg.) 586. Bincenz Leitner. (Kirschbaum.) 687. Leopold Geringer. (Windmann.) 588. Philipp Hany, Carl Zimboni, Anton Kreuzer u Carl Schipany. (St. Johann.) 58g. Jgnaz und Anna Putz. 5go. Michael Millner. 5gi. Joseph Cajetan Schödel. Feldgaffe. 561. 562. 565. 564. 565. 566. Urkundenbuch. CCCIII Haus-Nr. S92. Joseph Pranzl. Sgö. Johann Eber. S94. Joseph und Susann« Herbst. 5g5. Johann Eder. 5g6.1 ö 97- 898. 599. 600. 601. Derselbe. 602. Anton Wurzinger. 603. Johann und Elisabeth Biango. 604. Caspar und Johanna Marwan- 6 0 5 . Martin und Theresia Trost. 606. Caspar und Johanna Marwan g°’7 Anton und Joseph» Heidmann. 607 — 623 Bau» 6 °o 9 '.\ stellen. 610. Andreas Eber. 611. ' 612. 613. 614. 615. 616. 617. 618. 619. 620. Anton und Joseph» Heidmann. 621. 622. 623. Andreas Eber. CCCIV . Urkundenbuch. Haus-Nr. Auf dem Grunde der heutigen Vorstadt Mieden kommen in den alteren Grundbüchern folgende Rieden vor. Im erzbischöflichen Grundbuchs: Panikhlstraße, jetzt Plänkelgaffe, der älteste Anbau in jener Gegend zurück bis in den Anfang des i 5 . Jahrhunderts bebaut, zum Theil auf dem ehemahligen Linienwall stehend. Rvsengasse, daran gränzend. Stephans Aigen oder Haberpointh. In der Gugl bey der Erdkfell, so man auch tn der Rue- ding nennt itzl Gegend der Paulaner. Ober Wagram. Angefangen zunächst gegen den Paulaner Kircheneck über. Unter dem Wagram. Angefangen zunächst des schwarzen Adler Wirthshauses. Mnlfeld. Freygemacht Anno >b6r. Im Handtüchel und Langgaffen. Angefangen am inneren Ort zunächst des MühlfeldS. Im Grieß zwischen der Wien und dem Mühlbach. Angefangen bey dem Markstein zunächst den heil. Geister Weingärten. Im Grundbuche der heil. Geiststiftung. Neulukhen abgebrochen. Heiligengeistmühle an der steinerne» Brücke. Abgebrochen 1684. Unterhalb der steinernen Brücke am GrieL neben der Wie», größtentheils abgebrochen 1684. Waschhäuser an der Wien oberhalb der steinernen Brücke, dem landesfürstlichen Garten gegenüber. Angefangen am Eck des Mühlbaches bey der Schlcifmühl. Hinter dem alten Spital beym Heubrückel, im Gerstbau, Urkundenbuch. cccv Haus-Nr. Im Gaißruk. Heute ein Theil des k. k. VelvedereS. Lainpsteischbrunn, oberhalb desselben in- und außer dem Liniengraben. Im Grundbuche der ehemahligen Achatii- C a p e l l e. Am breiten Anger. Angefangen bey dem k-k. Heustadl, der Favorita gegenüber. ' . Siibereck. — Gugel. — Im Liebherten. — Gugel ferner angefangen gegenüber dem Paulaner-Garten.— Bey der Kugel. — Mayerhofei. — Selgrad ober Mayer- höfel angränzend. — Untern Klagbaum. Angefangen vom obern Wagram über den Klagbaum. Angefangen in der unteren Schoß. — Klagbaum. Angefangen in der oberen Schoß beym Gaffel nächst der untere» Schoß. — Golde! Payer, Golde! Ieksschwert. An der Favoriten-Linie, größtentheils außer derselben. Im Grundbuchs der Maltheser-Ritter-Or- dens-Commenda St. Johann. In den unteren Golde!cn- —- Die jetzt zum Bau abgetheilten Gründe zwischen der Feldgasse und dem Linienwall. Im Grundbuchs der Herrschaft Schaumbur. g e r h o f. Unteren Kurzgähren oder unterm Stösse. — Favoritenstraße in> und außer der Linie. Oberen Kurzgähren oder Kurzstöß, außer der Favoriten. Linie links gegen St. Marx zu. Aus dem Hungerbrun «r Grundbuch beym Mag i stra t. In den inittern Schößen- — Das heutige Hungelbrunnl cccvi Urkunde»buch. S ch a u mb u r g e r hof. (Herrschaft Schaumburgerhof.) Schau mburgergasse. Haus-Nr. 1. Anna Haaresleben, i—gg Herrschaft Schaumburgerh. 2. Dieselbe. * 3 . Dieselbe. Leerer Bauplatz. 4 . Johann Kuemsch. 5 . Michael Männer. 6. Friedrich Müller und Franziska Gervld. 7. Peler Gianicelli. L. Anna Fux. g. Franz Piegler. io. Gottfried Walter und Anton Hufnagel, n. Adalbert v. Koselsky. (Fuchs.) is. Graf v-Keglevich. Leere Baustelle. 1 3 . Derselbe- M i tt e l g a s se. 14. Graf v. Keglevich- Feld gaffe. 1 5 . Johann Christoph. (Großer Christoph.) 16. Andreas Ernst. 17. Heinrich Sipple. 16. Johann Sterbenatz. ig. Heinrich Drion. 20. Georg Pühringer- 21. Anton Dorfniger. 22. Heinrich Drion. Haus-Nr. Urkunden buch. CCCVII L i n i e n g asse. 24.1 25. \ g* s ©ras v. Keglevich. Leere Baustellen. « 7 - 28^ 2^ ^ Joseph Carl Rosenbaum. 30. Mathias Stummer. Leerer Bauplatz. 31. Desselben Haus. F e ld g a s se. 32. Johann Lampe. 33. Mathias Stummer. 34. Georg Staudigl. 35. Joseph Ziegler. 36. Ferdinand Kirchner. Am L i n i e n w a l l. 37. Dominik Boßie. Starhemberggasse. 38. 3g. 40. 41. 42. Carl Reindl. Leere Baustellen. 45. Jos. Carl Rosenbaum. Leere Baustelle. 44. Georg Zoll. Leere Baustelle. 45. Joh. Michael Kohrmann. 46. Siegmund Anton Steiner. Leere Baustelle. 47. Anna Steiner. 48. Johann Trabitzky. 4g. Anna Srreibl. 50. Gras v. Starhemberg. Kanzleygebäude. 51. Victorin Hausner. 5r. Anna Pollefürst. II. Jahrg. Denkwürdigkeiten, z. Vd.2. u. z. Heft. CCCVIII 1! rkuri d e ii b u ch. Haus-Nr. 53. Joseph Humelberger. Leerer Bauplatz. Detto. Detto. S/j. Anton Burg. 55. Ernest Gißt. SS. Joseph Humelberger. Detto. 57. Jakob Witschko. 58. Friedrich und Evarist Raimon. Sg. Caspar Marmann. So. Carl Ehmann. Leerer Bauplatz. 61. Franz Novvtny. 63.3 Carl Reindl. Leere Bauplätze. 64.J Favorit« »straße. 65. Barbara Ranftl. (Brauner Hirsch.) 66. Andreas jKörbler. 67. Johann Lux. 68. Joseph Angst. 69. Friedrich und Evarist Raimann. Leerer Bauplatz 70. Theresia Troll. 71. Joseph Müller. 72. Johann Draschovitz. 73. Anton Burg. 74. Andreas Böckeny. 75. Georg Weichart. M i tt e lgasse. 76. Leopold Fasching. Favoritenstraß e. 77. Martin Seuffert-(Goldener Hirsch.) 78. Joseph Estl- Mittelgasse. Joseph Humelberger. Leere Bauplätze. Urkundenbuch CGCIX Haus-Nr. 81. Eva Beringer. 82. Franz Frühauf. Leerer Bauplatz. 8Z. Desselben Haus. Schaumburgergasse. Lä-1 e Graf v. Keglevich. Leere Baupsätze. 86. Conrad Bernweiler. 87. Carl Wibner. 88. Joseph Nippl. 8g. Franz Müller. 90. Leerer Gemeinde-Bauplatz. I CCCX Urkundenbuch. H u ng e l b r u n n. An der Wiedner Hauptstraße- Haus-Nr. 1. Franz und Clara Brablee. i und r Magist. 2. Dieselben. (Betten.) Z. Josephs Reiner und ihre Kinder. Magist. und Herrschaft Jägerzeil. 4. Franz Xav. Mayer. Freyhaus. Rückwärts an dem Felde. 5 . Franz und Clara Brablee. (Kleiner Igel.) Magist. und Herrschaft Jägerzeil. An der Wiedner Hauptstraße. 6 . Peter Schabernack. (Weißer Engel.) 6 —11 Magist. 7. Joseph» Schödl. (Grüner Jäger.) 8 . Andreas Ritter. (Grüner Baum.) g. Ferdinand Schuh. (Salzküfel.) * 10. Elisabeth Franz. (Goldene Kanne.) Leopold Mayer. (Turteltauben.) u rk r» nd e n b u ch. cccx Lorenzergrund. Lorenzecga sse. Haus-Nr. ». Jgnaz Marquart. St. Laurenz. i —16 Magist. 2. Joseph und Juliana Wechtl. 3 . Joseph und Elara Kempel. 4 . Dieselben. 5 . Joseph , dann Jakob und Anna Brückelmayer. (Sl. Anna.) 6. Thomas und Elisabeth Bürger. 7. Joseph und Theresia Schneider. 8. Joseph» Ritter. (Grüner Baum.) 9. Joseph und Juliana Wechtl. »0. Joseph Brücklmayer- (Unmöglichkeit.) >». Joseph, dann Jakob und Anna Brückelmayer. »2. Anna Maria, dann Paul, Leopold und Ant. Pichler. > 3 . Joseph und Anna Kierer. * 4 - Johann und Anna Hirschheiter. Mazleinsdorfer Hauptstraße. i 5 . Anton und Elisabeth Netze!, dann Carl Kayser. Stadt Florenz. Am Linienw all- ah. Antpn und Katharina Haberl. CCCXII Urkunde»buch. M a z l e i n ö d o r f. Hauptstraße. HauS-Nr. 1. Pfarr und Schulhaus. i—12g. Magist. 2 . Dasselbe. 3 . Theresia Frisch. (Goldenes Faffel.) ^ ä- Joachim und Josepha Schmid. (Weißes Lamm.) 5 . Peter. Franz, Carl, Anton und Franziska Altmann. (Grünes Thor.) 6. Carl Westhauscr. (Rother Engel.) 7- Carl Joseph Westhauser. (Grüner Jäger.) 8. Carl Westhauser. (Brauner Hirsch.) 9. Georg und Theresia Eiser. (Mondschein-) 10. Joseph und Anna Michael. tSchwarzer Mohr.) 11. Elisabeth Göhinger. (Grüne Weintraube.) ir. Katharina Binder. iZ. Anna Hofmann. (Grüne Linde.) iä- Michael Mayer. (Goldene Rose.) 1 5 . Joseph v- Dietrich. (Weißes Kreuz.) 16. Derselbe. »7- Joseph v. Dietrich. (Drey Lilien.) 18. Katharina Zeiner, Mugdalena, Anton und Justins Brenner, dann Theresia Edelbacher. (Goldene Birn.) 19. Anton und Theresia Worte. (Schwarzer Bär.) ro. Franz und Antonia Hildwein. (Weißer Schwan.) 21 . Conrad Holzmeister. (Sieben Churfürsten.) 22 . Johann Furchheimer. (Salzküfel.) Urkundenbuch. cccxni Haus-Rr. A n der Linie. rZ. MauthhauS. H- Jnspeckors-Wohnung- Außer der Linie. »5. Gottesacker. 26. Andreas Taut. An der Linie. 27. K. K. Wegmauth. 28. Banko-Deputation Mauthhaus. Hauptstraße. sg. Theresia Seyberkh. (Goldenes Stuck.) So. Joseph Furchheimec. (Schwarzer Ochs.) 2a. Mathias ^»olzmeister. (Guter Hirt.) 2r> Norbert und Elisabeth Fähry. (Schwarzer Adler.) 22. Joseph und Anna Furchheimer. 34- Joseph und Anna Kiecer- 25. Andreas und Franziska Oostler. (Goldener Pstug.) 26. Joseph Jakob. (Goldener Ring.) 37. Jgnaz Held. (Schwarzer Bock.) 38. Joseph v-Diekrich. (Drey Lauser.) * 2g. Margaretha und Theresia Kyrieleison, dann Anna Lipka- (Goldener Adler.) 4o- Franz und Rosalia Schräm- 4a. Ewald und Theresia Bing- (Goldene Krön.) 42. Martin und Theresia Feßel. (Goldener Engel.) 42. Peter, Franz, Carl, Anton und Franziska Altmann. (Drey Hacken.) 44- Mathias und Anna Scheibenreif, dann Prvtasius Dienst. (Drey Könige.) 45. Rosalia, dann Anna, Joseph«, August und Theresia Frosches. (Schwarzer Elephant ) 46. Elisab. Schuher, dann M'ch. Schweifer. (Heil. Geist.) CCCXIV u rk u II d e Iib u ch. Haus-Nr. 'f 47. Peter und Anna Navier. (Goldener Stern.) 48. Georg Gamauf. (Uhr.) 49. Barbara Kraus. (Weißer Wolf.) 50. Protasius Dienst. (Steinerner Krug.) 5 i- Michael Fröhlich. (Goldener Löwe.) 5 r. Anton und Katharina Haberl. (Weißer Ochs.) 53 - Theresia Weichinger. 54 . Joseph und Cäcilia Eckert. (Heil. Joseph.) 55 . Ferdinand Fvrstner. (Blaue Ente.) 56. Anton und Katharina Haberl. (Goldene Sonne.) 57. Magdalena, Anna, Ferdinand, Theresia, Barbara und Carl Schaumburg. (Goldener Brunn.) B r u n n g a s s e. ■ * 58 . Joseph und Barbara Berger. 59. Ferdinand und Anna Kilian, dann Katharina Schif- thaler. 60. Jakob und Anna Weineck. 61. Anton v. Kernhofec. 62. Barbara Gröbel. 63 . Anton v. Kernhoser. 64. German und Josepha Schnitzer. 65 . Elisabeth Steiner. (Drey Nösel.) 66. Theresia Hofnian. 67. Dieselbe. (Grüner Kranz.) 68. Theresia Pürker. 69. Mathias und Anton Hauch. im Ferdinand Fogt. (Grüner Baum.) 71. Johann und Katharina Reindl. 72. Ferdinand Fogt. (Heil. Dreyfaltigkeit.) 73. Anton Dier. 74. Leonhard und Veronika Dözler. (Rother Anker.) 75. Joseph Draxler. (Rothe» Kreuz.) . 76. Georg Gräber. u r k u n d e n b uch. CCCXV Haus-Nr- 77. Magdalena Deer. 78. Franz und Barbara Zeilinger. 7g. Michael Gräber. ' 80. Mathias und Katharina Magor. (Blauer Stern.) 81. Anna Bacher. 82. Joseph und Magdalena Raab. (Heil. Florian.) 83. Josepha Qrexler. (Rothes Thor.) 84. Johann Georg Steck. (Drey Herzen.), 83. Jakob und Mac. Anna Magor. 86. Johann Bacher. 87. Simon Zeschall. 68. Josepha, dann Carl und Jvseph.Zeillinger. Reinprechtsdorfer st raste. 6g. Johann und Anna Grieuauer.' ^ 90. Georg Weinhart. 91. Paul Lettner. 92. Derselbe. g3. Georg und Anna Gießauf. Ziegel ofengasse. 94. Joseph Hill. 96. Baustelle. Schottisch. 96. Johann Georg und Elisabeth Karlinger. 9?. Joseph Flehet. 98. Michael Beyland. 99. Derselbe. 200. Friedrich Landgraf zu Fürstenberg. (Luchs.) Siebenbrun »erwiese. 201. Katharina Lackner. 202. Joseph und Anna Schulz. 20Z. Johann Siegesleitner. (Einsiedler.) 204. Peter und Barbara Radl. 205. Johann Adam. CCCXVI u r k u n d e n b uch. i Haus-Nr. 106. Johann und Theresia Adam. »07. Joseph iind Mar. Anna Englisch. »08. Franz und Anna Maria Donhorn. 10g. Joseph Gottfried Parisi. ini' Mathias und Magdalena Magor, 111. Herrmann Henh. 112. Friedrich und Barbara Berger. n3. Bartholomä Magor. 114. Johann und Rosalia Dier. n5. Joseph und Josephs Kaltenhauser. 116. Leopold und Theresia Baumgartner, 117. Joseph und Anna Matzeneder. 118. Anton und Elisabeth Slechauner. ng. Johann und Theresia Stechauner. aro. Theresia Mayer. 12r, Mathias und Michael Fuchs. 122. Vitus und Caroline Bill. 123. Joseph Savonith. 124. Carl und Anna Lang. B r u n n g a s s e. 125. Anna Gagoni. An der Siebe »brunn erwiese»! 126. Mathias und Michael Fuchs. 127. Johann und Anna Schropp. 128. Joseph und Gertraud Thuniot. Brunngasse. 12g. Joseph Amon Urkundenbuch. CGCXVII Nikolsdorf. An der Mazleinsdorser Straße. Hauk-Nr. 1. Ferdinand, dann Anna, Joseph, Elisabeth und Fer» dinand Vogt. (Grünes Einhorn.) 1—48 Magist. Nikolsdorfergasse. 2. Paul und Katharina Jb-rmasser- (Englischer Gruß.) Z. Anton und Anna Eder. (Jesus, Maria und Joseph.) 4. Dieselben. (Joachim und Anna.) 5 . Barbara Raner. (Fischz) 6. Franz und Magdalena Haschka. 7. Georg und Anna Weber. 8. Franziska Pröll- 9. Mathias und Theresia Heuchel. »0. Franz und Elisabeth Gottschöber- (Guter Hirt.) An der Mazleinsdorfer Straße, ii. Vinzenz und Magdalena Moser. (Heil. Florian.) ir. Dieselben. 1 3 . Emanuel und Mar- Anna Woiß. (Heil. Schutzengel.) 14. Anna Maria Drexler und Math. Lentner. Nikolsdorfergasse. 1 5 . Franz und Katharina Helbich. (Schwarzer Adler.) 16. Joseph und Anna Loderer. 17. Vinzenz Klara Pöhm. (Flucht in Ägypten.) » 18. Joseph Herzog. 19. Derselbe. (Heil-Anton.) 20. Georg und Anna Winkler- (Drey Eichen.) CCCXV1II u r k u n d e II b u ch. Haus-Nr. 21. Wenzel und Katharina Honig. 22. Philipp Schlucker. (Heil. Joseph.) 23. Anna Maria, dann Franz und Maria Helbling, sä. Jgnaz und Josephs Hafner. 25. Joseph und Katharina Sevegnany. (Schöne Laterne-) 26. Jakob und Theresia Dewelak. 27. Joh. Michael Reichlinger. 28. Anna Zeller- 2g. Joseph und Rosina Herbst. (Heil. Geist.) 30. Johann und Susana Kiemelmann. (Zwey Schimmel.) 31. Mathias Hums. 32. Johann und Anna Straßburger. (Prophet EliaS.) 33. Hypolitus Gleis. 34- Carl und Katharina Kaiser- 35. Johann und Klara Melbinger. 36. Schul- und Gemeindehaus. 37. Johann Jack. 36. Carl und Katharina Kaiser. 3g. Jakob und Franziska Anny, (Maria Taferl.) 40. Johann Georg und Katharina Bürgert. 4». Georg und Elisabeth Reiter. 42. Anna Maria Scheuer, dann Mathias und Johann Huber. 43. Florian, Johann und Juliana Donhorn. (H. Georg.) 44- Joseph und Anna Mgcia Koller. (Maria Treu.) 45. Johann Kasper und Theresia Kernin. (Kleiner Jordan.) An der Mazleinsdorfer Straße. 46. Theresia Schmid. (Nhinvzeros.) 47. Joseph und Anna Weissenbcrger- (Goldenes Schiff.) 48. Johann und Theresia Nagel. (Arche Noe.) Uxkundenbuch. CCCXIX Margarethen. Neuwiedner Hauptstraße. Haus-Nr. 1. Anton und Maria Schwarzenbach. (Goldener Löwe.) 1—85 Magist. 2. Mathias und Christina Weisbeck. Schlvß g asse. 3. Gottfried und Elisabeth Müller. 4• Wenzel Brandler v. Brandenstein. (Heil-Joseph.) 5. Magdalena Birner. 6. Johann und Juliana Lechner. 7. Ferdinand und Anna Niklas. 8. Anna Wöß. g. Andreas und Johann Eder. 10. Kunigunda Engelmann. 11 Johann Lang. (Goldenes Schlösse!.) ir. Anna Rambold- Mittersteig. i 3 . Mar- Anna, bann Franz und Maria Helbling. Brunn g a s se-- i4- Joh-Michael, dann Michael (Sohn) Waldemayer. S chl0 ß gasse- 15. Bartholomä Gaides. 16. Anna Waldeyß. 17. Franz und Magdalena Woitsch. (Weintraube.) , Zwerchgasse. 18. Joseph Keller. cccxx Urkundenbuch. Haus.Nr. 19. Thomas und Anna Bischof. (Sonntagsberg.) 20. Ulrich und Theresia Baader. 4g. Stephan Götz. Bru nngasse. 50. Philipp und Anna Wöß. ' Gartengakse» 51. Elisabeth Matthei. 52. Dieselbe. 53. Joseph und Elisabeth Rover. (Stadt Baade».) 54. Dieselben. 55. Anton Fürhauser. 56. Katharina Ekmayer. 57. Johann Michael und Theresia Ekmayer. 58. Johann und Elisabeth Keimel» Theresia und Joseph Dicbaulan, dann Theresia Martin. (Weinberg.) 5g. Johann Fink. 60. Joseph Höpfinger. (Flucht nach Ägypten.) 61. Mathias und Eva Pammer. 62. Josepha Rath. 63. Emerich und Susana Braitzner» Gvießgasse- 64. Josevh und Mac. Anna Wenger. 65. Joseph und Theresia Dier. 66. Joseph und Rvsalia Wißgrill. (Drey Wdizenähren) 67. Franz Steurer. CCCXXII u r k u nd e nbuch. Haus-Nr. 68. Adam Endel. 69. Tranquilla Casali. 70. Joseph, Anna und Josepha Zeillinger. 71. Wenzel Thorant. (Zwey lustige Bauern.) 72. Johann, Anna und Barbara Konstantin. 73. Juliana Mörth. 74. Erhard und Katharina Schuhmann. 75. Theresia Hartner. Spengergasse. 76. Mathias, Susana, Katharina, Barbara, Anna und Elisabeth Serp. 77. Johann und Susana Berger. .■78- Joseph und Magdalena Thomas- Grießgasse. 7g. Mathias Drexler. 80. Johann, Joseph, Theresia und Michael Kempter, dann Anna Hirschhäuter- Reinprechtsdorfergasse. 81. Georg Adolphy. 82. Joh. Georg und Anna Gießauf. 83. Leopold und Theresia Baumgartner. 84. Johann und Barbara Konstantin. G r i e ß g a s s e. 85. Leopold und Anna Braxenthaller. . 86. August und Theresia Koch. Magist. und Dominik- 87. Michael und Anna Weidinger. 87—104 Magist. 88- Leopold und Charlotte Thaler. 8g. Joseph und Theresia Braun. Schloßplatz. 90. DaS herrschaftliche Bräuhaus. Bräuhausgasse. 9». Johann und Susanna Bachmann. (St. Florian.) Urkundenbuch. CCCXXIII Haus Nr. . Lange Gasse. 92. Johann und Anna Baumer. g3. Joseph Wieländer. g4. Sebastian Walsaky. g5. Thomas und Anna Goldstein. g6. Anlon und Katharina Bruckner. 97. Anna Heim. (Zwey Linden.) 98. Georg und Magdalena Böhm. (Guter Hirt.) 99. Paul und Magdalena Hauer. 100. Johann Wein, dann August und Joseph Kohl- (Heil. Dreyfaltigkeit. 101. Nikolaus und Elisabeth Lindner. 102. Paul und Johann Schüder, (Zum Hauer.) 10Z. Eva Schlichtinger. 104. Andreas und Anna Wettengel. (Adam und Eva.) 105. Johann Philipp Hebenstreit. Magist. und Dominik. ,o6- Leopold und Elisabeth Schirmböek. (Weißes Rössel.) 106—170 Magist. 107. Paul und Anna Moser. 108. Joseph Mutz. 10g. Wendelin Äntz. 110. Barthol. und Elisabeth Fischer. (Großes Stadtgut.) in. Andreas und Antonia Sartory. 112. Thomas Winkler. 113. Derselbe. ii4- Joseph und Barbara Bayer. 115. Anna Stöckelmayer und Jgnaz Brunner. (Goldene Sonne.) 116. Pfarrhof. 117. Carl und Mar. Anna Weyringer. 118. Ant. und Franziska Fleischmänn. (Ritter St. Georg.) iig. Thomas und Anna Goldstein. * 120. Georg Groh. ll. 2 ahrg. Denkwürdigkeiten, z. Bd, 2. u.r. Hest. 16 CCCXX1V u rkuudenbnch. Haus^Nr. »21. Paul und Johanna Langer. »22. Adam und Anna Hage. »23. Franz und Christina Münzinger. (Schwärzte Adler.) An der Wie n.'- 124. Mathias und Magdalena Baumgartner. »25. Joseph Wieländer und Philipp Wtissenhaiumer. »26. Dieselben. (Schwarzer Bär.) 127. Carl Weyringer. »28. Derselbe. »2g. Joseph Wieländer und Philipp WeissenhämMttl »Zo. Peter und Theresia Vinciguerra. »3». Magdalena und Franziska Leyß. »32. Gottlieb und Rositia Breme. »33. Anna Heim. »^4. Sebastian Gall. (Schwarzer Elephant.) »35. Loren; und Barbara Dietrich. »36. Friedrich Schlögl- »37. Valentin und Katharina Bertaniolli^ Stärk machergasse. »38. Joseph Heslerbarth. »Zg. Leopold und Anna Praxenthaller. Lange Gasse. »4o- Carl Freyh. v. Prandau. »4». Johann und Katharina Landzettel. »42. Sebastian und Theresia Mayr. »43. Johann und Barbara Konstantin. »44. Andreas Und Elisabeth Fallenböck. »45. Johann Bapt. Gräber. »46. Anton und Anna Rumelhart. a47- Joseph und Cacilia Schmidt« »48. Georg und Anna Resch. 149. Caspar und Mar. Anna Neumayr. (Schwarzer OchS<) u r k u n d e n b uch. cccxxv Haus-Nr. i5o. Johann und Anna Wagner, dann Traugott und Franziska Specht. 161. Fried. Wilhelm und Anna Böttcher. 1S2. Joseph und Johanna Fink^ aSZ. Jakob und Rostna Fink. 154. Carl Anderer. 155. Jgnaz Rameth. 156. Anton Kautz. »57. Derselbe. (Grünes Thor.) Bräuhausgasse. i58. Joseph und Christina Weiß. i5g. Georg und Magdalena, dann Theresia Fahlböck- 160. Ferdinand und Anna Arnold. 161. Der Gemeinde Wacht- und Feuer-Requisiten-Hütte. Schloßplatz. 162. Georg und Rosalia Feßel. 1.63. Susana, dann Franz, Theresia, Joseph», Elisa-* betha und Joseph Bohlhack. 164. Anton Lingfeld. 165. Peter und Theresia Winkler. W i l d e m a n n g a s s e- 166. Anton und Margaretha Richter. 167. Johann Heinr. und Anna Kunigunde Berkfeld. 168. Andrä und Barbara Haas. (Zwey Jägerhorn.) 16g. Joseph und Dorothea Gratz. (Zwey Jägerhorn.) Außer der Linie- >70. Gottesacker. 16 * -Ul CCCVII. Ferdinands I. Ordnung des städtischen WesenS zu Wien nach der Unterdrückung der eingedrungenen Regenten und nach dem Dlutgcricht zu Neustadt. Augsburg den 12 . März i5a6. (iBtit dieser und der folgenden organischen Verfügung, die Ferdinand ertheilte» nachdem er durch mehrere Jahre willkühk- lich die Bestätigung der Freyheiten der Stadt nicht gegeben» er» folgte factisch der Umsturz der alten Municipal-Selbstständigkeit und eine ganz neue Ordnung der Dinge, in welcher sich der Kreis der Regalien immer mehr auf Kosten der städtischen Rechte ausdehnte. Der Städte Aufruhr in Castilien und sein Ausgang hatten den Weg gezeigt — Nr nS und 120 des ürkundcn- buchs zeigen die ersten Schritte hierzu.!. Wir Ferdinand von Gottes gnaden» Prinz vnd Jnfant in HIspanien, Ertzhertzog in Oesterreich, Herzog zu Burgundi» zu Brabandt, zu Steyer» zu Kärndten» vud zu Crain, K. Fürst zu Schwaben» Gefürster Graue zu Habsxurg, zu Lyrol, zu Görtz, zuPsterbt vnb zu Kjburg; rc.Landgraue in Elsaß» Marg- graue deß heiligen Römischen Reichs ob der Enns» vnd zu Bure gaw» Herr aufs der Windisthen March» zu Portenaw vnd zu Salins» rc. Bekennen für vns» vnser Erben vnd Nachkommen, vnd thuen kund aller menniglich, Als durch Göttliche schickunß grnad» davon alle Mächtigkeit, menschlich Gewalt vnd Regierung herkommen, vnser hochlöblich Borfordern, Römisch Kayser, König vnd Ertzhertzogen zu Oesterreich: ellich hundert Jar Chri- stenlich, ansehlich. Löblich Streitbar ann als bemelter Hertzog Albrecht, derselben vnser Burgerschafft zu Wjenn» in dem vorberürten Brieff, insonderhait versehen, das niemand kainen Hungerischen noch Welschen Wein, in der Stat Wienn Burgfrid bringen, Auch nach St. Martins tag, eß sey Paw oder ander Wein, nicht in die Stat führen, dgnn souil^ ob das Weinlesen vor Winterszeit kals vfft geschicht) das man vor S. Martins tag wenig list, so sollen die Bürger ainen tag auffsetzen vnd beruffen lassen, das für denselben tag, kain Wein in die Stat Wienn geführt, bey solcher Satzung vnd Freyhait, wöllen wir bemelte vnsere Burgerschafft auch dleibeg lassen. Aber der Statuta halben. Mehr ain Brieff von ainem Fürsten, genandt Hertzog Alr brecht, desselben Brieffs Datum, Tausent, zwayhundert vnd im Sechs «nd neuntzigisten Jar, am Ersten Sontag in der Fasten, als man singt das Ampt Jnuocauit, in demselben Brieff vorge- dachter Hertzog Albrecht, der Burgerschafft zu Wienn Satzung» Ordnung xnd Handtgesten gesetzt, in allen Richterlichen vnd Bur? gerlichen fachen, dieselben Satzung, Ordnung vnd Handuesten, wie die in bemeltem Brieff begriffen haben, wir dermaffen gestelt» das hinfüro, nicht nach denselben, sonder nach außweisung vn? fers Statgerichts Buch zuhandeln. Die Schuel betreffent. Nach dem aber der jetztgedacht Hertzog Albrecht, in dem «orbestimbten Brieff, neben seiner Satzung, Ordnung vnd Hand- uest, vnser Burgerschafft zu Wien besondere gnad gethan, Rein? Urkundenbuch. CCCXXXI lich, das Me Bürger zu Wienn, fürbaß die Schuel zu S. Stefi- fan ald» zu Wien, zuuerleyhen haben» vnd derselb Schuelmai» ster, ander Schuel in der Stat zu stifften, vnd alle die Schuln» so in der Etat sein, demselben Schulmaister gehorsam beweisen» mit Jinns vnd sucht. Wasser g u et. Auch wo von den gieffenden Wassern, den Bürgern zss Wienn ainicherley entragung beschicht, wo er das findet» das er eL behab mit seinem Aydt. Weingartbaw. Darzu das die Bürger an den Weinwachssen, vngerechts gewalts erlassen an ihrem Baw» Weinlesen» Hutsetzen» Ablayt» Anlayt, Ansetzen vnd verkauffen, kain Perckmaister daran nicht jrren soll, vnd auch zu Ablayt vnd Anlayt nicht mehr^ dann seih Rechts recht nemen. Weinlesen. Bnd mit dem Weinlesen, als es die Bürger auffsetzen nie? mandt Pfrengen» welcher Perckmaister darüber die vorgenannten Bürger» gewaltigklich jrten wolt» daß sollen die Bürger wider, thuen. Befestigung. Es sol auch kain Mann» hoch oder njder Standts, Geistlich ^ oder Weltlich, kain Burck oder Besten, in einer Rastlanck, vmb vnd vmb die Stat bawen» wer diß Gebot vbergehet» daffelb Gebew, sol man auß dem grundt brechen vnd stören, vnd darzu derselb Mann gebüst werden. B u r ch m a u t. Dann die Maut, die von der Hertzogen von Österreich Gab, von alten zeiten zu der Stat gehört, die da haiffet Burchmaut, den von Wienn auch zugeaignet, die vorbestimbten Gnad vnd Freyhaiten» mit der Schuel,.Wasserguet» Weingartbaw, Weinlesen, Befestigung vnd Burckmauth, wir auch bestatten vnd «er- willigen, vnd also gehalten werden solle. PCCXX.XJI urku » denbuch. Nidexlag. Mehr »in Brieff von Graff Albrechten von Habspurg, vnß Landtgraue in Elsaß, alß seines Batters Künig Rudolffs, vol- mechtiger Verweser vber Österreich vnd Steyer, deß Datum stehet zu Wienn nach Christi Geburt* Tausend, zwayhundert vnd im Ain vnd achtzigsten Jar, an S. Jacobs abend, desselben Brieffs jnhalt, das bemelter Grass Albrecht setzt vnd ordnet, die Nider- lag in der Stat Wienn, solchermaß, das alle Kauffleüt, die in ^ das Land Österreich Vd. 2. u. 3. Heft. 17 CCCXL U r f u n fc e n B u ch. Marggraue zu Mähren , rc. Embieten dem Edlen vnsern lieben getrewen, Graff Bernhart von Schaunbcrg, vnserm Landt Mar- schalch in Österreich, oder wer der künfftigklich würde, vnser Genad vnd alles guets. Wir sein unterweist worden, wie die Weinzierl. Hawer vnd Weingartlenth, bey den Weingartgebürg, niderhalb, vnd neben vnsers Wienner Walds gelegen, die Vberstück auß den Weingärten, haimtragen vnd brennen, darauß Armem vnd Reichen merckliche schaden ergeh», dadurch wir ain Satzung vnd Ordnung gemacht haben, daß solch Vberstück nie- mandts auß den Weingärten, weß die seyn, haimtragen solle, wer das aber darüber thet, der sol darumb gebüst vnd gestrafft werden. Vnd den Erbarn, Weisen, vnsern lieben getrewen, vnserm Burgermaister, Richter vnd Rath zu Wienn beuolhen, vnd gemalt gegeben haben, die Richter vnd Amptlcüt in den Märck- ten und Dörffern, da solches beschicht, zuhandthaben, vnd darob zu sein, damit sie solches wehren, vnd die schuldigen straffen mögen, wo es jn aber zuschwär würde, an dich das anzubringen, darauff empfehlen wir dir ernstlich, so dich die vorgenanten vnser Burgermaist: Richter vnd Rath, anlangen werden, daß du jhn in dem hilff, znschueb vnd beystandt thuest, damit sie den sacken nach gehen mögen, inmasscn (als vnser Brieff darumb außgangen) inhalt, Das ist vnser Ernstliche mainung. Geben zu Wienn, am Sontag nach <£• Martini tag, Anno domini. Millesimo, Quadringentesimo, Quinquagesimo secundo, Vnserer Krönung , vnsers Reichs, deß Hungerischen, u. im Dreyzehenden Jar, Comiffio domini Regis in Consilio. Vnd so wir dann solche begnad, daß kain Weinzierl, Hawer vnd Weingartleut, kaine Vberstück, auß noch von den Weingärten haim in jre Heüser vnd Wohnungen tragen, für ain notturfft achten, vnd in kain weg gestattet werden solle. Demnach ist vnser mainung, das vnser gegenwertig, vnd künfftig Lanbt Marfchalch in Österreich unter der Ennß, auch Burgermaister, Richter vnd Rath handeln, vnd vcstiglich handthalten, nach außweisung obbemeltes König Laß- law Brieffs. / , u rkunde nbuch. CCCXLI Eingang n ew«r Fr eyha ite n. Vnd damit vnsere Burgerschafft zu Wienn, vnser Liebe, Genad vnd genaigken willen, nicht allain in disett Satzungen, Ordnung, bestätkungen, Sondern mit vnsern mehrern Genaden erscheinen, deß sie sich zu jrem auffne« men, vnd vns zu getrewen gehorsam zuerfrewen Habens So wollen wir sie, als ein milter Fürst, mit den hernach« folgenden Freyhaiten auch gnädigklich begaben vnd ver- sehen. New Weingart Satz. Nemblich, vnser Burgermaister, Richter vnd Rath- haben vnö etlich Brieff fürbracht, die von vnser Vorfor» dern Fürsten von Österreich außgangen sein, das vnser« Burgerschafft, in vnser Statt Wienn. alle newe Wein» gart Satz vnd Grefften, als weit unsers Statgerichts ge« biet ist, außreuten vnd vertilgen sollen vnd mögen. Auch vns dabey fürbracht, daß auß vnordnung, in ainer kur- tzen zeit her, v m b die StattWienn, durch die Wein« zierl, vnd ledig Hawerknecht, vil Grefften vnd newe Wein. gart Satz gemacht vnd täglichen machen, daß dann vnser StattWienn ain sonder verderben sey. danndardurch di« Weinzierl, vnd ledig Knecht, die Löhn auffs höchst brin. gen, auch der Bürger Weingarten, in vi! weg »achthaik leiden. So haben wir auch beweget, daß die Ackec vn d Wayd, vmb vnser Skat Wienn, daran den Armen zü jrer Nahrung, nicht wenig gelegen, in grosse Minderung kommen, das insonderhait nicht zugestatten ist. Darauff setzen vnd ordnen wir, das hinfüro vmb vnser Statt Wienn, vmb vnd vmh zu raiten, als weit vnser Statt- gericht (allda zu Wienn) raicht, vnd von Qbrigkait wegen, zu greiften hat, kain Weinzierl oder Hawer, kain Grefften noch newen Weingark Satz machen'sollen, nscU /XCXLH U rku nde nb n ch. cher aber solches vberfuer, so solle vnser Statrichter, denselben Weinzierl oder Hawer, allwegen vmb ain jede Grefften, vmb zway pfunv Psennig straffen, hat ers am gelt nicht, so sol er jn alßdann am leib straffen, vnd die Grefften so er gemacht im fueßstapffen nichts mehr daran arbaiten, sondern also vngearbait liegen lassen, vnd auß- gereük werden, vnd ob ain Weinzierl oder Hawer, Grefften vnd newen Weingart satz, vor diser vnsec Satzung ain Jar gemacht oder angefangen, die sol ain jeder bey Vermeidung fünffzehen Pfund Pfennig Peenfalß, oder ainer mercklichen Leibstraff von stund abthuen, vnd darinnen nichts weiter arbaiten noch setzen. Der Geistlichen Wein Schencke». Verner Nachdem vnsere Vorfordcrn Ertzhertzogen zu Österreich, auß sonderer andacht, die Klöster, vnd vi! deß Geistlichen standks zu Wienn, gefreyt, jre Wein in vnser Statt Wienn zuführen, daselbst ohne alle beschwärung vnd mitleiden auß zuschencken, zuuerkauffen wie andere Bürger, in solchem wir vns gründtlich vnd aigenllich erkundigt, wiewol vnsere Vorfordern Fürsten von Österreich, solche Freyhait zu Ehr dem Allmechtigen, vnd zu Mehrung vnd auffenthaltung deß Göttlichen dienst» gegeben, vnd zu derselben zeit, solche Freyhait, ohn vnser Burgerschafft, sonder beschwärung beschehen, in ansehung, das derselbi- gen zeit, vnser Stat Wienn in hohem auffnehmen, vnd nicht also, mit wenig der Klöster vnd Geistligkait beladen gewest. Auch darzu zu denselbigen zeiffen, die Klöster vnd Geistligkaiten, nicht so vil Weingarten gehabt, dann klärlich vor äugen, daß die Klöster vnd Geistligkait, von derselbigen zeit bißber, ainen mercklich anzahl Weingärten, durch Testament, Stifft und Käuff an sich gebracht, dgrauß abzunemmen, wo wir, als Regierender Herr vnd CCCXJLIII U v hin b c II b u ch. Landsfürst, nicht bnveiti sehen, daß Die Vurgerschafft, solche beschwärung in die leng nit ertragen möchten- Darzu haben wir besunden, das vnsere Vorfordern der Fürsten von Österreich gemüt nicht änderst gestanden, dann dqs die Kloster und Geistligkeit jre Wein, in jhren aignen Kellern, zimblicher weise, außschencken sollen. Nun ist vns aber fürkommen, vnd also offenbar am Tag, daß die Klöster vnd Geistligkait, jre Wein durch das gantze Jahr, mit aufftragen in die Stuben, wie andere Bürger, ju jhren Heüsern, offnen Leuthauß halten, darzu an andern orthen, Keller in der Statt Wienn, in bestandt annemen, vnd gleicher weise also Wein darinnen außschencken, vnd damit den Geistlichen in jhren Freyhaiken, vnd den Bürgern, in jrigen Bürgerlichen Narungen, kain beschwärli. cher abbruch beschehe. Demnach haben wir in solchem die Ordnung gesetzt vnd gemacht. Welche Priester, hoch oder uider Stands, auch die Klöster, von vnsern Vorfordern» Erhhertzogen von Österreich gefreyet sein, Wein in die Skat zuführen, vnd ohn alles mitleiden, vnter den Raif» fe» zuuerkauffen, oder außzuleutgeben, dieselb anzal mü- gen sie in der Stak Wienn, ohn der Skat mitleiden, ver« kauffen oder außleutgeben, wie in jhren Frayheiten begriffen ist. Aber von den Wein, darumb die Pciesterschafft vnd Klöster, kain Geistlicher standt außgenomme», von bemelren Ertzhertzogen von Österreich, für der Statt mitleiden, mit kaincn sondern Fbeyhaiten versehen sein, vnd doch dieselben Wein in die Stat Wienn zuführen haben, sollen sie von denselben Weinen, von ainem jegklichen Dreyling Wein, das Bürgerlich mitleiden geben, waS ain ander Bürger von seinem Wein gibt, damit zu auff- nehmung vnd behütung der Statt, in dem mitleiden der Wein/ von Geistlichen vnd Weltlichen, ain gleiche billi- che pürde getragen werde. Die vorbemelte Pciesterschafft CCCXLIV Urkunden buch. vnd Klöster, kain Geistlicher stände hiudan gesetzt, sollen auch jre 'Ißein., nicht in der Stuben vnd Behausungen, oder vor den Kellern, auff die Gossen aufftragen, sonder im Keller voin Zapffen außleücgcben lasten. Wein verschreibungen. Weiter so ist vnö fürbcachk, wie der Burgermaister »nd Rath vnser Skat Wien, vor lang vnd kurtz erschinen Jaren, etliche Prelalen vnd geistlichen versch-eibung ge» den haben, die von vnsern Voifordern Fürsten zu Ostec- reich, noch vns, nit bestatt sein sollen, das dieselben Preisten vnd Geistlichen, vber die anzal, darumb sie von den Herrn von Österreich gefreyt, noch ai» merckliche an- jahl Maisch vnd Wein, in die Stat Wieun führen mögen, deß sie sich auch bißher gebraucht, das dann. wo solches also beschehen, vnser gemainen Burgerschaffl, nicht zu klainem nachrhail raichet, Auch offenbar, das Burgec- maistec vnd Rath, ausserhalb der Regierenden Herrn vnd Landsfürsten vorwisten, zugeben, vnd bestäktungeu (solches zuthuen) nicht macht gehabt, noch haben mögen, vnd diesejh verschreibungen, aller Erbarkeit, vnd den Rechten nach. gantz krafftlvß sein, vnd von recht nicht gebrauchet mögen werden. Solchem nach, Wir, als Regierender Herr vnd tzandsfürst, heben dieselbigen verschreibungen (wo die nicht insonderhaik, mit außgedruckten Worten, von vnsern Vorfordern Regierenden Fürsten von Österreich, oder vns bestatt sein worden) gäntzlichen auff, vnd sollen auff solch verschreibungen, die anzahl Wein, so darinnen begriffen, hinsüro nicht mehr in die Statt Wieun geführet werden, in kainerley weise. Gemaine Grundbücher. Auch als in vnser Stakt Wieun, bey Geistlichen vnd Weltlichen, vi> Grundtbüchec auffgericht, vnd ain jeder ihm, in schein, desselbigeu Trundtbuchs, das Gericht zuziehen, vnd vnsece Bürger, von vnserm Scattgericht, auch CCCXLV u r k u II d e n b u ch. von Lurgermaistec vnd Rath, als von vns, jhr ordenli- che sürgesetzte Qbrigkait gezogen. Darzu in enrpfahung der gwer, mit vbernemmunz deß gelis beschwärt, auch vfft die Partheyen mit der Gwer lang auffgehallen, vnd so sie sich also durch behelff ihrer Grundtbücher, vnscrer Gerichtlichen Qbrigkait vnlerstehen, haben sie nicht andere Personen, damit sie solch fach handeln möchten, dann allein vnsere Bürger, damit sie die, in die lenz zu schmel- lerung vnserer Qbrigkait, in jhr gehorsamb brächten, in vnser Statt Wienn, mit solchen vil Gerichten, der sie doch nicht fueg haben, in Zerrüttung bringen würden, das wir als Herr vnd Landtsfürst, in keinen weg, weiter zusehen, noch gedulden mögen, vnd setzen in dem dise Ordnung, das niemandi (es sey Geistlich oder Weltlich) indem Burckfried unser Statt Wienn,auff dieGrundtbü- ch e r nichts änderst handeln sollen noch mögen, dann wann ain Guet in Reiß vnd öd ligt, daß der Äcundther, das- selbige Guet einziehen wil, so mag er ain vnpartheysch Reißrecht besitzen lassen. Aber sonst all anspcüch, sorde- rung vnd jcrung (nichts außgenommen, es sey in was fahlen es wol, die unsere B u r g e r, derselben Güter halben, so in ihren Grundtbüchern eingeschriben sei», haben) die sollen vor vnserm S k a t g e r i ch t gehandelt »uö gerechl- fertiger werden, daselbe es sich dann zuhaiideln gebürt, vnd sonst an kainem ort. Wir wöllen auch, wann ainec ein Gut verkaufft. so mag ainer dem andern ainen Kauff- brieff geben, doch daß dieselben Kauffbrieff allwegen mit deß Grundherrn Sigel verfertigt werden. Ob aber der Grundherr kain Insigel het, so solle er ain ansehenlich Person bitten, der an seiner stat Sigelt, in deywesen dreyer Ecbarn Mannen, die mit jren Rainen, als Zcü- geri, in demselben Brieff begriffeii sein sollen, vnd Si- gelgelt svl Vier vnd zwantzig pfennig sein, Sonst svl kain Kauffbrieff kraffl haben, vnd als offt ain gwer empfangen CCCXLVI u r k u n d e,1 b u ch. würdet , vnd ob vor derselbigen gwer, noch etlich gwer, wenig oder vil, einzuschreiben weren, darzu, es sein der Personen vil oder wenig, so die gwec empfahen sollen, von ainer solchen gwer, mit ainander bapder thail, nicht mehr als Zwen vnd sibenhig Pfenning zugeben schuldig sein, vnd sie darüber kaines wegs dringen. Aber hicrinn nemmen wir auß, vnser Statt Grundbuech, darüber von vns, ain sondere Ordnung gemacht ist. StattRegierung. Vnd so dann zum höchsten fürzunemmen, vnd zube, trachten ist, daß vnsere Statt Wienn, in der Regierung, mit Erbarn, frommen, auffrichtigen vnd verständigen Personen (so die Wahrhait vnd Gerechtigkait, auch die Löblichen Tugenden vnd Sitten lieben, vnd den Bösen, Neydigen, Aigennützigen, Vnehrlichen vnd schändklichen fachen feindt sein, vnd in allen Handlungen, was zu handt- habung der Gerechtigkait, Freyhaiteu, Satzungen vnd Statuten, stäte vnd redliche gemüth haben) versehen, auch in allen Ambtern, vnd der Statt nottürfften, gute vnd löbliche Ordnungen gesetzt werden. Solches wir nik wenig zu hertzen genommen, vnd darauff vnsere Ordnung vnd Satzung also gethan. Zum Ersten, der Erwehlug vnd Regierung halben, vnser Statt Wienn. Das nun hinfüran zu Regierung derselben vnser Statt allwegen hundert Personen, die Treffenlichsten, fürnemb- lichsten vnd tauglichsten Erbare Behausske Bürger sein, vnd auß denselben hundert Bürger sollen zwölff behaussle Bürger, die sich allain der Bürgerlichen Handlungen, vnd nicht Handtwecch treiben, betragen, vnd die ain Erbar, Tugentlich vnd verstendig leben führen, in S ta t t r a t h erwählt werden, vnd darinnen bleiben, inmassen, wie her. Urkirndenbuch. CCCXLVH nach in der Wahl begriffen wirdt. So mögen wir, vnd vnsere Erbe», auch auß denselben hundert Personen gleicherweise, zwölff behausste Bürger zu B e y sitz er n vnsers Stattgericht nemen, dann die vbrigen Sechs vnd stb enhig Personen, sollen in dem aussern Rath bleiben. Statt vnd ausser» Rath Wahl. Vnd alle Jahr an S- T h v m a8 tag, mit vnser, oder vnsec Erben, oder vnser Regierung verwilligung, ein Wahl solcher gestalt gehalten werden, ob in demselben Jar ainen oder mehr Personen» auß dem Stat oder aussern Rath mit todt abgangen, oder kranckhait, oder ander trefflich Ursachen oder verwürckung halben, nicht mehr in dem Statt, oder ausser» Rath zuhalten wären, oder sein möchten, so solle durch den aussern Rath etlich verständige behauste Bürger, wie vorgemelt ist, in den Staltrakh, vnd der Statrath mit sampt den zwölf Beysitzer» vnsers Stat- gerichts, dergleichen in den aussern Rath, etliche versten» dige Erbare Bürger erwehlen, vnd welche Personen jeder thail crwehlt, solle ain jeder sein Wahl, auff ein zedel, vnter seinem »amen schreiben, vnd vnsern verordenten Comissarien, die durch vns, oder vnser Regierung, zu solcher Wahl verordnet werden, vberantworten, vnd wir vnd vnsere Erben, sollen darinnen (als billichen ist) macht haben, auß denselben erwehlten Personen, in den Statt vnd aussern Rath, nach vnsern gefallen zunemmen. Vnd insonderhait sehen wir, das allwegen am dritten Jar, an S. Thomas tag, in innern vnd auffern Rath, in der Wahl, die verenderung beschehe. Remblich auß dem Statrath,i etliche persone», nach gelegenhaik, in den aussern Rath, vnd auß dem aussern Rath, da entgegen souil Personen, in den Statrath, genommen, mit der beschaidenhait, daß solche verenderung, mit ordnung der crwehlung, in as- CCCXLVIII Urkuiidenbuch. Ut gestalt, wie die vorgemelte Wahl gethan. Darzue als offt sich begibt, daß sich namhafftige vnd vecstendige Personen, in vnser Stakt Wien» ziehen, allda behausung kauffen, vnd sich mit wohnung niderlassen, vnd ain Er- bar wesen führen, vnd damit sie nicht entgelten, daß Sie» so in kurtzer zeit in die Statt kommen sein, sollen dieselben Personen so serr sie täuglichen, in der Wahl auch bedacht werden. Burgermaisters Wahl. Gleicherweise, alle Iar, an S- Thomas tag, durch den Statt vnd ausiern Rath durch die zwölff Beysitzer, ain Burgermaister in solcher weise erwehlt werden, daß jtzr jeder, ainen tauglichen, Erbarn verständigen Bürger, der behausst, vnd kain Handwerchec sey (Er sey in dein Statt oder ausiern Rath, oder der zwölff Beysitzer ainer, oder sonst ain namhafftiger, verständiger, Erbarer vnd wolberühmter Bürger) erwehle», vnd mit jren Wahl zedln zuhalten, wie vor begriffen ist.. Oarauß mögen wir, oder vnsere Regierung, die tauglichste Person, zum Burger- maister nemmen, vnd als offt sich begibt, daS auß dem ausser» Rath, oder von den zwölff Beysitzern, ainer zum Burgermalster erwehlt wirket, vnd das der Staltrath, mit der vorornden anzahl besetzt, vnd kain läre stak ist, so solle auß dem Stattrath. die Persohn so am jüngsten in Rath kommen ist, an deß Burgermaisters stak, in den ausser» Rath, oder Beysitzer genommen. Als offt aber be- schch, das ain Bürger, so nicht in dem aussern Rath, auch kain Beysitzer wäre, zu Burgermaister erwehlt würde, solle aber die Person, so am jüngsten in Rath kommen ist, so fer! kain läre stat wäre, auß dem Stattrath in den aussern Rath, vnd auß dem aussern Rath dagegen die Person, die am jüngsten in den aussern Rath genonrmen, so fer j auch kain läre stat vorhanden, gethvn. Dach alßbald ain Person auß dem ausser,, Rath kompt, solle die obbe- CCCXLIX Urkunde nbuch. melt Person, zu stund an widerumb in den ausser» Rath, verordnet iverden, damit die zahl allwegen erfüllet sey. Auwald vnserS Stattraths zu Wienn, A m p t s h a n d l u n g. Nemblich als unsere Vorfordern Fürsten von Österreich, in dem Statrath, in vnser Start Wienn bißhero A n w a l d gehabt, die vnsers Stalraths zu Wienn Auwald genannt worden. Ist vnser mainnng, dass zu künfftigen zeiten, wir auch vnser Erven daselbst, Auwald die nit Bürger sein, noch Bürgerrecht, noch Bürgerliche hand- tierung vnd gewerb üben, rreiden noch gevrauchen, haben, die wir daselbst hin, in Unserer Besoldung verordnen wollen. Oerselb vnser Auwald solle vnü vnd vnser» Erben, allezeit getrew. gehorsam vnü gewärtig sein, fleissig auffsehen auff vns, vnd in vnserm lltamen, auff vnsere verordence Regierung haben. Wo er auch in dem Stattrath zu Wienn, oder andren orten in der Starr das wider unsere Fürstliche Qbcigkait'Ehr vnd Nutz, auch unsere gesetzte Regierung sein, oder wo sich böß Practicken erhüben, erinnderr vns oder vusere vecordenlen Regierung» allzeit veckündken, anzaigen vnd offenbaren. Vnd in dem Scattrath zu Wien, fleissig auffmerckcn haben, damit wider vns, oder vnsere gesetzte Regierung, nichts widerwec- kigs betrachtet, wo solches beschehe, allzeit öffentlich Widerreden vnd widersprechen. Auch alle vnainige fachen, wo dieselben zwischen denen Personen deß Stattraths zu Wienn sich in dem Rath (mit widerwärtigen Worten) zutragen, so ferr dieselben, uns, oder vnser gesetzte Regierung, nichts sonders belangen, sampt ainem Burgermai- ster gütlich hinlegen, vnd vnainigkait zu dempsfen helffen. Das er auch an allen Rathtägen, zu rechter vnd gesetzter stund, mit sampt dem Burgermaistec am ersten in dem Rath erscheinen, vnd mit dem letsten darauß gehen, vnd die, so langsam vnd nachlässig komme», gütlichen anre- CCCL urkuI, d eIIbu ch. den. Vnd welche zu gewöhnlicher stundt nicht in den Rath kommen, solle er darob sein, daß von denselben diePeen, so deßhalben auffgeseht, genommen werde. Wo auch vn> ser, als Herrn vnd Lan.dtsfürsten Beuelich, in den Rath kommen, dieselbnn vor äugen zu haben, ermähnen, vnd wo billich vnd zimblich händl, so dem Skattrath zuferti- gen gebüren, in die leng verzogen, oder in ihren auffge- setzken ordnungen, nachlässig erschinen, oder sonst vnfleiß in dem Rath mercket, ermahnung thue, sonderlich anhalt Vnd verfüg, daß die Armen vnuermögigen Leut gefürdert, vnd vnbillicher weise nit angehengt werden. Wo er auch ginicherley abbrüch vnser Qbrigkait, Herrligkait oder ander widerspenigkait erinnert, vnd mercket, vns oder vnser gesetzte Regierung, darinnen zeitlich wahrnen, vnd .wo ainicherley Handlungen/ die wider vnß oder vnsere Er» den wären, in vnsern Staltrath fürgenommcn, vnd die Bürger, auff sein ermähnen, nit abstehen würden, solle ssr kaines wegs darbey sitzen noch bleiben, solches öffentlich protestirn, auch sich kainerley Partheyen fachen, jnnec noch aussers Raths annemmen, Procury fürwenden oder disputiern. Auch kain Stimm im Stattrath haben, noch in den Rathschlegen, vnter, oder einred einführen, son- derm seinem Ampt, wie hierin» begriffen, fleissig auß- warten. Bürgerm aisters Amptshandlung. Er solle vnS, als Herrn vnd Landtfürsten, vnd vnsern Erben, auch vnsere gesetzten vnd veroindnele Regie? xung, getrew, gewärtig vnd gehorsam sein, vnsern frommen betrachten, vnd schaden nach seinem vcrmügen wenden, Auch an kainem orth sein, da wider vns, vnser Fürstlich Qbrigkait, gesetzte Regierung, was widerwärtigS gehandelt, berathschlagt, fürgenommen, oder demselben sich thailhafftig machea, oder mit hälen, solches auch nicht zu- CCCtl Urfunben&uch. zuuerschweigen, sonder vns, oder derselben vnser gesetzten Obrigkait zu offenbaren. Die auffrürigen Personen, so sich zu bösen prackicken auffwerffen in straff zu legen» vnd vns solches zuuerkünden, der Statt vnd gemainen nutz trewlichen zufürdern, den Armen als den Reichen vnd kain gab, schauckung noch anders, von kainer Partheyen ne- men, dardurch die partheyen in ihren fachen, in dem Statrath jren widerpartheyen zu nachkail, mit kainem Rechten, sondern auß gunst derselben Gab, oder schan- ckung gefertigt, oder verholffen werden möchten. Auch weder haß, neyd, freündschafft, noch feindtschafft ansehen, sondern durchaus ain gleichs Recht vnd fürderung mitthai- len, vnd das Burgermaistec Ampt getrewlich verwesen, der gestalt, das er on wissen unsers Auwalds kainen Rath versam bleu, wo er er aber solches vberfür, so solle er in vnser Straff mit seinem Leib vnd Guet gefallen sein, vnd in der Wochen auffs wennigist drey tag Rath halten, doch ob sich notdürfftig Händel zutragen, soll er solche nokturfft, nvch gelegenhail bedencken, vnd mehrtäg zu dem Rath gebrauchen, vnd es fallen für, was fachen das sein, so solle derBurgermai- flrr kain versa mblung klain noch groß» an kainen andern orten, dann allaiu im Rathhau ß halten» doch daß dem Auwald darzu auch allwegen angesagt werde, Er soll auch ohn treffe n l i ch vrsach, nicht auß dem Rath sein, vnd so er auß notturfft außzüg, solches allweg mit wissen unsers Auwalds b e- sche hen, vnd wo er also, auß dem Rath sein würde, allweg den, so vor jhme Burgermaistec gewest, oder ai- nen andern an seiner stat, jn zuuertretten verordnen, sein fieissig auffsehen haben, daß die von dem Stattrath zu rechter zeit vnd stund, in den Rath ankome», welcher die cccLir Urkundenbuch. stund vnd gesetzt zeit, deß Raths versäumen, derselb solle die straff so deßhalben auffgeseht wirbt, «eben, vnd daS derselb Burgermaister, sich auff das müglichist befleiße das er der erst in dem Rath, vnd der letzt darauß sey, vnd wo denselben Burgermaister durch vns, oder vnsere verornde Regierung was insonderhait zuthuen vndaußzu- richken beuolhen. In dem svl er sich auff kainen Rath waigern, was er, als unser Burgermaister selbst, seine vflichten nach, damit er vnS verbunden ist (thuen mag) handeln. Wo jhn aber bedeüchte, daß solch Deuelich, etwa vns oder andern wider die Billichkait, nachkhail sein würde, solle er solches vns, ober vnser Regierung anzai- gen, vnd gründtlich unterricht thuen, damit solch nach- thail verhüt werde. Auch was jm, mit einlaffung Wein vnd Bier, als Burgcrmaister gezimbt, für sich selbst hand- len. Er sol vnsern Deuelich, gehorsamlich fleiffig erwe- gen, vnd alle fachen fördern, vnd was der maiste thail deß Raths beschleüst, zuuolzieben, verordnen, die Händel nicht in die leng auffziehen, sich in allen Handlungen gegen den yarteyen senfftinükig vnd gütlich, wie dann die Natur der fachen sein, erzaigen, vnd freyen gueren zue. gang vergönnen. Auch allen fleiß haben, damit die auff- rührischen vnd partheyischen Personen, so zu vngedarsam vnd äuffrhuer genaigt, durch jhn erkündiget, damit andere durch dieselbigen bösen auffrürigen, nicht verfürt vnd befleckt werden. DaS auch guet fürsehung der Brunst halben, durch jh» beschehe, auff das aller eheste bey dem Fewer sey, vnd in solchem oidenlich guet Ordnung für- zunemen, in den Stattämbtern mit fleiß fürsehung thuen, dieselben sampt ainem Rath, trewlichen versehen, damit ain jegklicher Amptman. seiner Ordnung vnd Deuelich nachkoinme. Er soll sich seiner Bürgerlichen nahrung betragen, mit Handtwerchs arbait nicht vmbgeben, noch beladen sein» wo treffenlich Händel vor äugen, sol oder CCCLIII u r k u n d e n b u ch. mag er sampt aitutn Rath , die von dem auffern Rath gar, oder ainen thail auß jnen erfordern, ihren Rath. schlag in den fachen hören, auch was zu außrichtung der Händel dienstlich, ihnen beueihen, ainen auß ihnen verordnen, der den ausser» Rath frag, vnd ferrer Relation thue. Das Spital den armen Bürgern, vnd deß Spitals dürffrigen Menschen, vergönnen, vnd die, so mit dien» sten sonst jr nahrung haben mögen, vnd sich zur befferung schicken, auß dem Spital, zu dienen weisen, Der Bnr- germaister solle auch alle vierzehen ainmal, mit zwayen oder dreyen Personen auß dem Statrath, in das Spital gehn, vnd besichtigen, daß den armen Leuten krewlichen außgewart, vnd gut Haußwierkschafft beschehe. Auch dar- ob sein, daß ein Artzt gehalten werde, der zu den kran- cken Leuten in dem Spital sehe, vnd sonst in saeyen, was das Burgermaister Ampt betrifft, allen müglichen steig fürkeren, vnd insonderhait darob halten, das kainer vn» ser Bürger, Reich oder Arm, wider billichkait nit beschwürt werde. Stattraths Ambts Handlung. Ain jeder, vnd sie alle, sollen vns, als Herrn vnd Landtsfürsten. vnd vnsern Erben, trew gewärtig vnd gehorsam sein, vnsern frummen betrachten, vnd schaden nach ihrem vermögen wenden. Auch an kainem orth sei», das wider vns, vnsere Fürstlich Obrigkait, gesetzte Regierung, widerwärtiges gehandelt, berathschlaget, für» genommen, oder denselben sich thailhafftig machen, vnd mit hälen, solches auch nicht verschweigen, sonder vns, oder derselben vnsere gesetzte Obrigkait offenbaren, die auffrürigen persone», so sich zu bösen practicken auffwerf- fen, allwegen anzaigen < Der Statt vnd gemamen nutz» auch den Armen, als den Reichen trewlichen fürdern; rechisprechen, gantz kain schanckung noch anders, von kai- nec Parthey nemen, dardurch die partheyen in ihren sa- CCCLIV u r k u n d e n b uch. chen, in dem Stattrath, ihren widerpartheyen zu nach- ihail, mit kainem Recht, sonder auß gunst derselben Gab, oder schanckung gefertigt, oder verholffen werden möchten, Auch weder Haß, Neid, Freündschafft „och Feind- schafft ansehen, sondern alle fachen vnd Händel, darinnen ihnen gebärt zu handlen, und für sie gebracht werden, trewlichen handlen, vnd kaines wegs gefährrlichen vcrzie. hen. Die Ampter der Statt, sampt ainem Burgermai- ster, nach jhrem besten verstehen, und gemaine» Nutz, vnd nit nach gunst, oder Freündtschafft versehen, Auch der Landtsfürstlichen Obrigkaiten, vnd deß Raths Handlungen» biß in ihre gruben verschweigen. Stattschreibersdienst. Ist vnser mainung, baß Burgermaister vnd Rathe, allwegen ain taugliche fromme verstendige Person (damit die Stakt Wienn versehen, sey) auffnemmen, vnd daß der- selb Stakschreiber, das Statschreiber Ambt, steistig vnd frvmniigklich verwese. Auch vns als Herrn vnd Landts« fiirsten, vnd Burgermaister und Rathe, gehorsam sey, vnd wo wider vnser Fürstlich Obrigkait vnd Regierung, amicherlay betracht wird, darein in kainen weg verheil- gen, sonder vns offenbaren, Wo auffrurig fachen vor äugen, dieselben anzaigen, vnd was jhme zufertigen be- uvlhen wirdet, daffelbig förderlich expediern vnd außrich- ten, vnd mit abfertigung der partheyen nicht langsam oder verzügig erscheinen, vnd jeder paccheyen auff das krewlichist handlen- Auch neben den andern Büchern vnd Ordnungen, die bißher gehalten, vnd darzu so ainStatt- schreibec.seinem Ambt nach schuldig zu halten ist, solle er noch in dem Stattrath ein Abschiedbuech halten, darein all anhangendt Rakhschleg, so künfftigklich zuwissen von nvthen sein, Deßgleichen auff die verhören, all abschied, so den partheyen gegeben, geschriben, Vnd welch partheyen, von solchem Abschied, ein Abschrifft begert, vmb CCCLV Urkunde»buch. ain zimblichen Lohn, ohn beschwärung zuestellen, damit künfftigklich zu jederzeit, was vormahls gehandelt, zu- finden sey. Auch von kainer parthey ainicherley Müet, Gab noch schanckungen vber sein zimblich vnd billtche be- lvhnung nemen. Aussern Rathshandlung. Ihr jeder solle vns, als Henn LandtSfürsten, vnd vnsern Erben, lrew, gewärtig vnd gehorsamb sein, vn. fern frommen betrachten, vnd schaden, nach seinem vermögen wenden. Auch an kainem orth lein, da widervns, vn- sere Fürstliche Obrigkait und gesetzte Regierung, was widerwärtigs gehandelt, berathschlaget, fürgenommen, oder demselben sich chailhafftig machen, noch mit hälen, solches auch nit verschweigen, sonder vns, oder derselben vnser gesetzten Obrigkait, zu jederzeit (als offt sich solcher begeb) offenbaren, Die auffrürigen Personen, so sich zu bösen practicken auffwerffen , in straff zubringen, verhelf- fen. Auch vnser Statt Wienn, vnd gemainen nutz, treü» lichen fördern, vnd dem Armen als dem Reiche» in gleicher weise handlen, darinn weder haß, ncid, freündtschafft, feindschafft, müet oder gab ansehen, darzu was jnen sa- mentlich, oder sonderlichen von Burgermaister vnd Statt- rath, es sey mit verhören, gütlichen hinlegung der fachen, beschämen, Schätzungen oder dergleichen Handlungen be- uolhen werden, treülichen nach jrem besten verstehen hau. dein, vnd ohn wissen vnd zugebe» deß Burgermaisters kain versamlung halten, dieselb jhre versamlung sos sein, in dem Rathhauß, an ainer stat, die durch Lucgermai- ster jnen angezaigt wirder, vnd daß sie auff deß Raths ansuechen vnd erfordern, allzeit gehorsamlichen erscheinen, was jnen zu Rathschlägen fürgelegt, mit höchstem ffeiß fürnemme», vnd bewegen, auch allen vnsern Beuelhen, Satzungen, Ordnungen vnd Policeyen nachkommen, die helffen handthaben, vnd sonst alles das handlen, was II.Jahrg,Denkwürdigkeiten 3. Bd. 2. u. z. Heft. 18 CCCLVI Urkundenbuch. leiten als Erbat» stummen Bürger» und RathSmännern zuthuen gebüct. Statt C a n, r e r. Solle ainer des jnncrn Stattsraths sein, und uns als Her!» vnd Landsfürsten, getrew Und gehorsam. und wissentlich bey kainer Handlung sein, die wider unser Fürstlich Obrigkait und gesetzte Regirung weren, wo er auch solches erinnert, uns allzeit, oder derselben unser gesetzter Regierung zu wissen thuen, böß auffrürige Per, sonen, wo er der erinnert, ainem Burgerrnaister anzai» gen, Dem Burgerrnaister gehorsam sein, alle nütz, Reut und Gült der Statt, die jme in sein einnemmen kommen und gefallen, mit einnemmen und außgeben, trewlichen handle», der Statt nutz und frommen betrachte», und schaden wenden, derselben guet, wenig noch UÜ, klain oder groß, uertrewlich, oder Unuertrewlich, ohn aines Burgermaisters und Raths sondere uerwilligung, zu seinem nutz weder tuenden noch brauchen, sein einnemmen und außgeben trewlichen auffschrelben, und niemandt durch gunst, sreündtschafft, müet oder gab, uberhelffen, seines Ampts Handlung, eiiineinmen oder außgeben jährlich ainem Burgerrnaister und Räch oder wen sie darzn uerordnen, uerraiten, und waS er herauß schuldig bleibt, uon stund an bezahlen, solch gelt allwegen zu der Statt nutz anlegen, und dem Statt Cammerer noch andern persone», nit zu jrem nutz bey jhren Handen lassen, und ain jeder Start Cammerer, in allen fachen auffcichtig handle», der StattZeüghauß fleissig und in guter Ordnung halten, und an den Thoren, auch Thür», guete bcsserung zubeschehen uersehen, Darzn die Statt allenthalben in allen Gassen, und sonderlich, da die Bawreninärckt ge- ' halten, und täglich unsauberkait gemacht, sauber halten, | Und den Unlust außsühren lassen, darzu die Brünne n und das P si a st e r in gueten wierden, und die Wassergebew / u rk IIII de II b u ch. CCCLVII in guter bswahrung halten. Auch was zur rettung des F e w- e cs dienstlich ist, allzeit berait haben, vnd wo es die not- durfft erfordert, von stund an alles, zu dem brauch, vor äugen sey, Auch selbst zum ersten bey dein Fewer sein» daselbst alles, was zu rettung dienstlich, zuefühcen, vnd zubringen bestellen vnd versiigen. vnd sonst alles das, so jhme, als Stat Cammerer zuthun gebärt, handlen. Vnd insonderhait geben wir Ordnung, so offk an vnser Statt Wieun rreffenlich gebew fürqenoinnien werden, so sollen Burgermaister vnd Rath, solch gebew, vus, oder vnser« gesetzten Regierung anzaigen, so wollen wir alßdann ver- stendiqe Personen verordnen, die mit sampt Burgermaister vnd Rath, vnd andern verstendigen Bürgern, dauou Rathschlägen, wie solch Gebew ohn vberflüssigen kosten, auff das nützlichist sürgenommen vnd verbracht werden sollen, mit sollicher vorbetrachtung, wird vnser Statt Wienn vor vilen vnnützen gebewen, vnd vergeblichen schwären kosten verhüt. V n t e r Statt C a m m r e r. Vnd nach dem in vnserer Statt Wienn, ain vnter Stattrammrer bißher gehalten, der die Arbaiter auffzu- nemmen vnd andere fachen zuuerrichten hat, Derselb soll auch bey solchen Handlungen, die er bißher verwalken, bleiben, vnd bey kainer Handlung sein, die wider vnscre Fürstliche Obrigkait, vnd gesetzte Regierung were, wo er solches erinnert, vns, oder derselben vnser gesetzter Regierung allzeit verkünden, böß auffrürigen Personen» so sich zur auffcuhr in der Statt schicken, ainem Burgermaister vnd Rath anzaigen, vnd was jhme sonst zu auß- richtung seines Ampts beuolhen wirdct, trewliche» Handleu, vnd außrichtcn, derselb Ander Stakt Cammerer, solle von der gemainen Burgerschafft genommen werde». S p i t e l n> a i st e r. Letzen wir die Ordnung, das ain jeder Spitimaister, il) * CCCLVIII Urkund r »buch. ollain demselben Ampk, und sonst kainem andern außwar. ten, vnd ausserhalb deß SpitlmaisterS AmptS kain ander ampt, allain in dem auffern Rath sein, alles der vrsach, damit er dem Spillampt, vnd den armen Leisten, bester stätlicher vnd fleissiger außwarten mag, Auch vns, als Herrn vnd Landksfürsten, vnd vnsern Erben, getrew vnd gehorsam, vnd wissentlich bey kainer Handlung sein, die wider vns, oder vnsere gesetzte Regierung ist, wo er das erinnert, allzeit offenbar, doß auffrührige Personen, wo die in sein erkänntnuß kommen, anzaigen, all Nütz, Nennt vnd Gült deß Spitals, mit einnemmen vnd auß- geben, trewlichen handle», dieselben in seinen nutz nicht keren noch wenden, vnd davon die Armen, so in dem Spital sein, nvttürffligklich außhalten, vnd trewlichen beuolhen haben. Deß Spitals nutz vnd frommen, nach allem seinem vermögen betrachten, auch schaden wenden, was dem Spital zu gutem oder hilff gegeben, vnd ge- raicht, sampt anderin einnemmen vnd außqeben ordenlich mit fleiß auffschreiben vnd verraitten, Auch Järlichen auff- richtig gut raitkung thuen, vnd was er herauß schuldig wirbt, daß solcher Rest, zu nutz deß Spitals angelegt werde, Auch stch allezeit, mit guten verrath vnd in andern befleiß, ain guter Haußwiect, mit allem dem, so zu der Wiertschafft dienstlich ist, zu sein, alle Acker, Wein- gartbaw vnd andere zugehörung vnd notturfft deß Spitals, fleißig verwalten, auch sonderlichen besehen, daß die armen Leükhe, ihre zimbliche onlerhaltung haben, vnd nach jhrer gelegenhait, sauber vnd wol gehalten werden, vnd allweg am dritten tag, die armen Lebt in ihren wo- nungen, ob mit ihnen fleissig vmbgangen, vnd jr essen vnd trincken wol geraicht werde, besuechen, wo etwann stch aine oder mehr Persohn zu gesundt vnd besserung schicken, daß dieselben widerumb arbaiten oder dienen möchten, dieselben dem Burgermaister anzaigen, itainU die- CCCLIX u r k u IId e n buch. s«lbig Person , darnach ferrner jre Nahrung zusuchen, gewiss», vnd andere dürfftige an derselben stat fals Bürger vnd Bürgerin, Handkwerchsleüt vnd Dienstvolek, so in der Statt Wienn verdorben, oder in Kranck- hait gefallen, vnd nit mehr arbaiten müge») hinein genommen werden. Er sol auch kain person in das Spital nemen, es beschehe dann mit wissen deß Burgermaisters vnd deß jnnern Stattraths, Luch die armen nottürfftigen krancken Leuth, nit auff der Gassen, wie ctlich mal he« schehen, sterben lassen, sonder souil das Spital ertragen, darein bringen, vnd hinfüro in der Statt Wienn, kain Bettler zech, noch Bettel Richter gehalten, sonder Spitlmaister durch etliche Personen, so er darzue ordnen solle, auff die Bettler, so in der Statt vmbgehen, sein auffsehen haben, vnd kain streichend Bettler vnd Bettlerin in der Statt leiden, vnd wo ein Bettler der gesundt wär, vnd wol arbaiten möchte, ergriffen würde, der solle an den Pranger gestelt, vnd mit Ruethen gestrafft, jhm die Statt verbotten, deßgleichen mit sol es den Betlecin auch gehalten werden, auch kainem Betler noch Betlerin gestatten, in den Kirchen noch auff den Gassen znbetle» , auch alle alte Weiber, so Spinnen vnd arbaiten mögen, vnd die Speiß von dem Spital nemen, dem Spital spinnen vnd arbaiten, Deßgleichen die Mannen» so man zu der arbait brauchen mag, vnd im Spital j^rc vnderhalrnng haben, auch also dem Spital arbauen, vnd so der armen Leürh souil in dem Spital wären, daß dieselben von dem Spital nit vnterhalten möchte werden, solle der Spiklmaister solches dem Burgermaister vnd Rath anzaigen, die sollen alßdann in der Statt zu vndter- haltung der armen Leuth, saiulen laffcn, vnd kaines wegs gedulde» noch leiden, daß ain Betler noch Betlerin, jung oder alt, in der Statt vmbgehe zu bellen. DerSpitl- maister solle auch von dem Spital, weder auß gunst, »och l V. CCGLX U r k u n d e n b u ch. andern vrsachen, niemandls nichts geben noch verehren, sonder alles zu »vtturffr deß Spitals vnd der armen Leukh, anlegen. ' Bruckmaister. Dieweil an den Brücken zu Wienn, dem gemainen nutz vil gelegen, sol ain Bruckmaister derselben mit fteiß auswarten, vnd kain Person solle auß dem Statrath, fo h*II der ainer auß dem ausser» Rath oder aus der gemainen ' Burgerschafft, welcher darzu am tauglichisten vnd nützli- chisten ist, zu Bruckmaister genomine» werden, damit er den Bruckhändlen bester fleissiger obligen mög, auch wissentlich bey kainer Handlung sein, die wider vnsere Fürstliche Obrigkait, oder gesetzte Regierung ist, wo er derselben erinnert, zu stund vnser gesetzte Obrigkait zuwissen thu, auch auffrürig persone, die auffrur betrachten, wo er dieselb hört, zu stund offenbaren, vnd sei» auffsehen auff Burqermaister vnd Rath der Stadt Wienn habe», gehorsamb beweisen, alle notturffl der Thonaw Brucken, nach Rath deß benannten Burgermaisters vnd Rathe' oder der, die jhme darzue von ihnen zugeordnet werden, versehen, Auch alle nütze vnd Rent, so dauon gefallen, halb zu vnsern Handen, vnd halb zu der Statt Handen einnemmen, raichen vnd antworten, vnsern vnd der Statt nutz vnd srummen betrachten, vnd schaden wenden, nach allem seinem vermögen, Auch alles vnd jedes, so zu dem Gebew der Brucken nokdürfftig, zeitlich im Jar bestellen, versehen vnd verordnen, selbst besichtigen, damit die Brucken wann die zerbrochen, auff das fürderlichist, ohn Verzug Hinwider zusampt, wo es anders sein mag, den Eiß- stecken geschlagen, gespant, mir peitschen vberlegt vnd be- schüt, vnd auff bayden orten, gegen der Thonaw verzogen vnd verlaint werde, damit die Wägen, wo sie einander weichen, deßgleichen die schiehen Pferdt, nicht hin- abzufallen gedrungen nügen werden, sondern daß sie durch CCCLXI u r k u » d eIIbII ch> solliches versichert bleiben, vnd mitlcr zeit, das Vrfahr mit Schiffung, Sailen, Schiffleute» vnd andern notdurff- ten anff das fürderlichist zurichten, bestellen vnd vbersüh- ren lassen. Es sol auch Wöchentlich das gelt, so auff dem Täber gefeit, mit den Gegenschreibern vnd Personen, so auff dem Täber sein, außzedlen, davon die Zimmerleuth, Tagwercher, Juer vnd alle andere notdürfftiq außgab, auch dem Hauptmann vnd dienstleuthen auff dem Täber, jre Sold bezalen, vnd die vbermaß in beysein vnsersGe- gensckreibers, der zuvor solch einnemmcn Järlichen solcher seiner Handlung, ainesti Burgermaister, Stakt vnd etlich auß dem ausser,! Rath, vnd in beysein vnsers Vitz- doms oder wen er an sein stat verordnet, redliche vnd lautere raittung vnd unterricht thuen, welche Raittung sich gegen deß Gegenschieibers auffschreiben vergleichen sol. Alßdann gegen ainem Raitbrieff, so jhme von Dur- germaister vnd Rath gegeben, unsers Vitzdombs quitluug, sol er die vbermaß, so vber sein raittung verbanden, wo er zu qegeniverkige Baw der Drucken, solches nit gräßlich notdürfftiq überantworten, Vnz zu nokdurfft der Drucken, manicherley Holtz, groß, mitters vnd klains, auch Strewbeum, vber Jahr zeitlich einkauffen, dasselb an die Ladstat bringen, vnd an die ort der nokdurfft nach fuhren lassen. Zu dem Druckschlaq, grosse vnd mittere Schiff vnd Zillen, dergleichen grosse Pleiten, zu dem Vrfahr, auch das Eisenwerch, als große vnd klaine Regel, Ring vnd Bänker, darzu die Sail vnd Strick, klain vnd groß bestellen vnd kauffen, das der Druckmaister zu jeder zeit der noidutfft nach, mit vorrat versehe» sey, sich auch allzeit gurten wercken zu dem Bruckschlag beraik machen, damit Drucken zerbrochen, daß dieselb Druck auffs fürderlichist wideriimb geschlagen, gemacht, geschult vnd verglendert werde, wieuor begriffen. Auch allezeit sein acht durch den Druck Zimmcrman, und den Bruckknecht haben, daß die CCCLXII u r k u n d e n b uch. verfaulten Joch vnd stecken, vnd ander Mangel, nit vber- sehen, sonder so bald er solches erinnert, außwechßlen, vnd mit guten rath wenden vnd machen lassen, vnd als offk die Brucken zerbrochen, zu stundan Schiffknecht bestellen vnd auffnemmen, damit ste die Schiff vnd Pletten Herfür ziehen, vnd die Leuth mit Roß vnd Wagen, mit dem ersten, dardurch niemandts gesaumbt noch verhindert, förderlichen vberführen. Der Bruckmaister, solle auch alle vnd jede Weg, von der Brücken, so ausserhalb der Wolffbrucken, biß zu der Statt, in guten wesenlichen Baw halten, die erhöhen, wann Wassergüß kommen, da, mit die Leüt ein vnd auß kommen mögen, die groß Wüer bey dem Täber, dergleichen den grossen Tam, mit jren nottürfften vnd gebewen, wol bewahren, vnd an allen enden, vnten vnd oberhalb, wo das die notturfft erfor. dert, schlacht vnd wüer mache», die Zimmerleut vnd andere Arbaiter vnd Taglahner an notlürfftigen enden haben vnd halten, denselben jhre arbait anzaigen, vnd durch den Bruckknechl oder Gegenschreiber verordnen, damit solch arbait zu rechter zeit, wie sich gezimbt vnd gebürt, bejchehen, nicht desto weniger solder Bruckmaister täglich» so er änderst mag selbst auch darzuesehen, auch tauglich geschickt vnd frumb Gesellen, zu sainpt dem Hauptmai, auff dem Täber halten, die er allwegen mit vorwissen vn- sers Vitzdombs, vnd deß Vurgermaisters, vnd Stattralhö, auffnemmen, vnd jhr jeder, solle vns als Herrn vnd Landts- fürsten, vnd darnach der Statt Wienn, mit Ayd vnd Pflicht verbunden sein vnd bey jhne» darob sein vnd dar- zuchalten, damit sie vns, vnd gemainer Statt, das Bruckgelt trewlich einnemmen, vnd daffelb zu stundan in die Lad legen, das auch der Täber bey tag vnd nacht durch sie verwahret, vnd denen Personen, so täglich durchziehen, durch sie noch andere kain gewalt bcschehe, auch unsere Diener, mit nemmung deß Bruckgelts, nicht dringen. urkundenbuch. CCCLXIII Welcher sich aber vngebürlich hielt, vnd darwider handlet, der solle gestrafft vnd gevrlaubt, vnd ein ander an seiner stat auffgenommen werden, inmaffen wie vorsteht, vnd also in vorgeschriben Artickeln, vnd nach inhalt den Ordnungen, so der Brucken halben, sonderlich durch die jüngst vn- ser Reformation auffgericht sein, oder in künfftig zeit auff. gericht werden möchten, vnd was jme auch zu jeder zeit weiter beuolhen wirdet, oder die notturfft erhaischt, davon hierin» nicht gcmelt, sol er allenthalben, vnd souil möglich, sein sieiffig auffschen haben, vnd trewlichen handle». Bruckgegcnschrciber. Der solle vns allain mit Ayd verpflicht sein, vnd wir mögen allwegen amen Gegenschreiber nach vnserm gefallen auffnemmen, vnd derselb Gegenschreiber solle auch stättig- klichen, inmaffen wie der Hauptman auff dem Labor wo- nen, vnd an kaincm orth sein, da wider vns, als Herrn vnd Landtsfürsten, oder wider vnscre gesetzte Regierung ge- handlt würde, darein nicht hälcn, sonder dieselben fachen zu sampt den auffrührigen Personen, vns oder vnsere gesetzten Regierung zu offenbaren, all Nütz, Rennt vnd Gült von der Lhonawbrucken, mit sampt den andern zugeordneten Personen zu vnsern, vnd vnser Statt Wicnn Handen, einnemmen, in die Lad legen, vnd dem Bruckmaister wöchentlichen raichen vnd geben, gegen jhme alle empfahung außgab trewlichen auffschreibcn, vnsern vnd vnser Statt Wicnn nutz vnd frummen, fördern, schaden wahrnen vnd wenden, vnd sonst alles das thuen, was jhme zu ainem frummen vnd getrcwen Gegenschreiber zuthuen gebürt, vnd jme zu jeder zeit ordnung geben wirbt. Mauthauß vnd die Meüth. Sollen Burgermaister vnd Rath, auß der Burgerschafft Erbare frummc Personen auff das Manthaus auffnemen, die neben vnsern verordneten persone», »ach inhalt der Meülbüchcr vnd ordnung so auff demselben Mauthauß sein, CCCLXIV u IkuIIdeIIb II ch. ■ trewlichen vnd auffrichtigklichen handlen, vnd an kaincm orth sein, da wider vns, oder vnsere gesetzte Regierung was widerwärtigs gehandelt, berathschlaget oder fürgenommen würde, solchs auch von stundan, derselben vnsere Regierung zu offenbaren, auch die auffrürigen Personen, so sich zu vn- rhue auffwerffen, dieselben vnser gesetzten Regierung anzai- gen, vnd vnsern, auch der Statt nutz vnd frummen betrachten, vnd schaden wenden, nach allem jrem vermögen. ' Der Kirchenmaister halben. Remblich, der Kirchenmaister zu S. Steffan, der Kirchenmaister zu S- M i ch a e l, vnd der Kirchmaister zu v n- s er lieben Frawen, auff der Stetten, solle kainer auß dem Stattrath, sonder allain auß dem ausser» Rath, oder gemainen Burgerschafft, treffliche vnd vermügene Personen genommen werden, Bnd jr jeder, an kainem orth sein, da wider vns, oder vnsere gesetzte Obrigkait was widerwärtigs gehandlt, berathschlaget oder fürgenommen würde, solches auch von stund an vnserer gesetzten Obrigkait offenbaren, Auch die auffrührigen Personen, so sich zu vnrhue auffwerffen, dieselben anzaigen, was ainem Kirchenmaister einzu- nemmen, gebürt, vnd der Kirchen gesellen einnemmen vnd ausgeben, damit trewlichen handlen, vnd die an sein nutz nicht keren noch wenden, sonder damit der bemelten Kirchen nutz vnd frummen betrachten, vnd schaden wenden nach allem seinem vermögen, auff das best, trewist, Auch was jhme zu der benannten Kirchen Handen, in der gemain oder insonderhait vertrawt, geben oder beuolhen wird, solches alles getrewlichen handlen, vnd zu notturfft der ehegenau- ten Kirchen, mit vorwissen Burgermaisters vnd Raths, brauchen, vnd das mit sampt andern einnemmen vnd ausgeben, ordenlich vnd mit steig auffschreiben, dauon Jarlich, oder wann man deß begert, dem Burgermaister vnd Rath, oder wen sie darzu ordnen, verraitten, vnd was ein Kirchmaister in der Raittung hcrauß schuldig wird, das solle er CCCLXV u r k ll >1 d e n b uch. ohn Verzug bezahlen, vnd solch gelt zu nutz der Kirchen an- « gelegt werden, auch jeder Kirchmaister darob sein, damit das Hailhumb, Kelch, Meßgewandt vnd alle Klainater der Kirchen, trewlichen verwahrt, die Custos vnd Kirchschrei- ber jre Aembtcr vnd Diensten slcissig außwarten, wie jhncn dann nach gelegenhait jeder zeit ordnung geben wirket. Wir bcuelhen auch hiemit insonderhait Burgermaister, Richter vnd Rath, das sie an »»(er stat, vnd von vnsert wegen, sollich Hailthumb, Kelch Meßgewandt vnd Klainater in Verwahrung halten, wie sie bißher gethon haben. Pilgramhauß. Sollen Burgermaister vnd Rathe, allwegen ainea frummen verständigen Mann verordnen, der dasPil- grimhauß in seiner verwaltung hab, Vnd an keinem orth sein, da wider vns, oder vnsere gesetzte Obrigkait was widerwärtig« gehandelt, berathschlaget oder sürgenom- men würde, solchs auch von stund an, unser gesetzten Obrigkait offenbaren, Bnd auch die auffrührigen persone», so sich zu vnrhue auffwerffen, anzaigen, deß Pil- gramshauß einkommen vnnd außgeben, fleissig versehen, dasselb trewlich handle», vnd das Einkommen allain vnter arine Leüth, vnd den armen Pilgramen außthai- len, alle vunoltürfftige Gebäw vnderlassen, auch Burgermaister vnd Rathe, oder was Personen sie darzu verordnen, guet raittung dauon thuen, wie jhme da in ordnung geben würdet, vnd was er in seiner Raittung schul, big wirdt, zu stundan außeichken, vnd von solchem gelt, solle Haußarmenvnd krancken Leuten, Pilgramen gehols, fen werden. Raitpersonen. Sollen vier Personen auß dem ausser» Rath, die geschickt, verständig sein, durch Burgermaister vnd Rath darzu sürgenommcn, vnd darein gesehen werden, das i„ CCCLXVI u r kIII, d e IIb u ch. denselben persone», nit vil vecenderung beschehe, damit der Statt Raic Eammer bester tapsserec sürsehung vnd ausirichlung gethan werde, s»d dieselben Raitpersonen, a» kainem end sein, da wider uns, oder vnsec gesetzte Regierung, was widerwärtiqs gehandlt, berathschlaget oder fürgenommen würd, solches auch von stund an vn- scre gesetzten Regierung zu offenbaren. Auch die auffrüh- rigen Personen, so sich zu vnruhe auffwerffen, anzaigen. Die Raitkungen, so ihnen von Burgermaister vnd Rath beuolhen, trewlichen ohn alle müt, gab, freündtschafft oder feindtschafft verrichten, darinnen kainen geferlichen auffschueb gebrauchen, vnd wie sie die raittung ohn alle arge list beschliessen, dieselben Burgermaister und Rath vngeferlich anzaigen, in denen Raitkungen, so ihnen be- uolhen werden, fleissig und guffrichtig, auch nic verzogen sein, vnd das allwegen der mehrer thail, bey den Raitkungen sein, daselbst trewlich handlen, vnd weß sie pnder einander siritig, und nicht gleichhälig, oder den Partheyen beschwarlichen, darinnen kainen abschied thuen, sonder solches durch sie allzeit ainem Burgermaister pnd Rath sürgebracht, die darinnen entschaiden, vnd abschied geben, vnd so also die raitnungen beschlossen, alßdann ain Burgermaister vnd Rath, vnd nicht die veroiitenteu der raittung, Raitbrieff fertigen sollen. S t e w r Personen. Sollen durch Burgermaister vnd Rathe der Statt, nemlichen auß dem auffern Rath, vnd der Burgecschafft verordent werden, vnd bey kainer Handlung sein, die wider vns, oder vnsere gesetzte Oberkait wär, solches auch von stundan vnser gesetzten Oberkait offenbaren, auch die auffrürigen Personen, so sich zu viiruhe auffwerffen, dieselben anzaigen, Die Nütz und Rennt der Stak- stewr, Anschleg von allen Weinen vnd anders, zu der Statt trewlich einnemen, vnd den Amptleuten, den sol- u rk IIII d e n b uch. CCCLXV1I g e n de G ü t e c, nach jrem wert, wieuil die Summa bringt, allwegen auff ain Pfund ain, zwen, drey, vier oder mehr pfenning, wie es die nottdurfft erfordert, vnd auff die Wein so in die Statt geführt, auff ainen jeden Dreyling, auch ain leidenlich gelt, damit wird weder Reich noch Arm, in den ligenden Gütern, auch mit den Weinen vberholffen noch beschwärt. Dann auff die K a u ffl e u t, vnd auff die Personen , so in der Stat Kauffmanschafft oder h a n d t i e r u n g treiben, kain handtierung, kauffmanuschafft noch Gewerb. so die Bürger brauchen, üben vnd handlen, groß noch klain auß- genommen, solle Linem jeden nach seinem gewerb, kauff- manschafft vnd handthiecung, vnd auff die Handwercher, auff ihr handtwerch billicher weise, mit gueter gründtli- cher erkündigung, vnd mit guter otdnung, daß sich kai- uer billtchen zubeschwären hab, angeschlagen werden, vnd in solchem mit der Schätzung, dermassen ain O'.d- nung, mit unserm wissen auffrichten, daö armen vnd reichen gleich beschehe, dann wir in solchen Anschlegen, kaine vnbilliche beschwärung gestatten wollen, auch solch gelt zu notturfft, nutz vnd vnderhaltung der Statt angelegt werde. R a it t u ng. Nach dem sich je zu gelten , zwischen Rath vnd Ge- main in den Stätten grosse jrtung vnd zwytracht erwach- u r k u II d e n b u ch. CCCLXIX fen, allain von wegen der Amptleüth so Raittung thuen, vnd dieselben Raitungen, der Gemain nit offen gehalten werden, vnd damit solcher jrrsal künfftigklich in unser Statt Wienn verhüt werde, So setzen wir, also offt die Ampt- leüc vnd Stewr Personen raittung thuen, das Burgermai- ster vnd Rath zu solcher Raittung, auß dem Srattrath zwo, auß dem auffern Rath zwo Personen, vnd auß der gemainen Burgerschafft, auß jedem Biertl, ain verständigen Erbarn Bürger verordnen, die bey solcher Raittung sein, vnd wissen empfahen, das solch Raittung ordentlich beschehcn, vnd was jriung sie in solchen raittungen finden, die sollen sie allwegell Burgermaister vnd Raht fürbringeN, darinnen entschiedt vnd leütterung zuthuen, vnd so dann solch Raittung beschlossen ist, sollen dieselben beschlossenen raittungen, dem auffern Rath sambentlich vorgelesen vnd angezaigt werden, dardurch sie deß auch wissen gewinnen. Beschwärung der Stewr. Vnd ob sich begab, daß sich ainer oder mehr Bürger deß Anschlags oder Stewr (so auff jhn gescha- gen) beschwürt, vnd vermaint, ihme wär mehr als seinem Nachbarn, oder ainem andern Bürger, in dem reichthumb, gewerb oder Handwerch seines gleichen angeschlagen, dieselb sein beschwärung solle er Burgermaister vnd Rath fürbrin- gem, darauff Burgermaister vnd Rath zu stundan dermas- sen darein sehen sollen, damit derselb in solcher Stewr nit beschwürt werde, damit wird in solcher gestalt, ain gleiche bürd, vnd vnser Scat Wienn vntcr den Bürgern, in au nem friedlichen wesen gehalten. Verwahrung der Statt Thor. Dieweil die notturffr insonderhait erfordert, die Statt Tho: in sorgfeltiger Verwahrung zuhaben, So ist vnserSä- tzung, das hinfüro vnser Burgermaister die Schlüssel zu den ausser» vnd jnner n Lhorn, mitfleiß bewahren, vnd CCCLXX Urklindenbtich. darinne gute ordnung, mit rath deß Statraths allwegen halte. B i e r t l m a i st e r. Wir setzen auch, das Burgermaister vnd Rath, in der Stat frume, verstendige, geschickte Bürger zu Biertlmai- ster, verordne, in solcher weise, daß dieselben Biertlmaisser kaine versamblung gestatten, ausserhalb Burgermaister vnd Rath beuellich, wo aber solch versamblung beschehen, die sie nit wenden möchten, so sollen sie Burgermaister vnd Rath, solch versamblung zustund«,i anzaigen, vnd wo etwas auffersteht, auff deß Burgermaisters beuelch in seinem Viertel, ohn Verzug ansage vnd mit denselben an das ort kome, wie er beschaiden wird, vnd dieselben Biertlmaister sollen auch auff Burgermaister, Richter vnd Rath jhr auff- sehen haben, vnd was sie jnen bcuelhen werden, demselben allweg nachkommen. Dieselben Viertlmaister alle sollen uns vnd vnser Statt Wie nn mit Ayd verbunden sein, vnd denselben Ayd schwören, wie er ihnen fürgehalten wirdct. Statt Grundbuech. Nach dem bißher zu demselbigen Grundbuech etliche Personen auß dem Stattrath verordnet gewest sein, Run ist vnser mainung nit, daß hinfüro die Personen, so in den Statrath verordnet, mit andern ämptern beladen werden sollen. Demnach so ordnen wir, das auß dem auffern Rath vnd auß der gemainc» Burgerschafft etlich Personen (so dar- zu geschickt sein) genommen werden sollen, vnd bey demselben Grundtbuech, svl niemandts mit dem Gwergelt beschwört werden, auch nit arner jeden person, ain sonder gwergelt auffzulegen, sonder welche sich an die gwer schreiben lassen, es sey ain oder zwen thail, so sol ain gwergelt was billich vnd vnbeschwärlich ist, gegeben, alles nach der ordnung, so desselben Grundbuechs halben, insonderhait auffgericht sol werden. Vnd ob sich begab, das etwan ainer CCCLXXI u r k u II d e II b u ch. ein Guet zwaymal verkauftet, und dem ainen thail amen Kauffbrieff gäb, und jhme dasselbiz Gut einantwortet, vnd darnach den andern thail, in der Statt Grundtbuech an die Gwer brächt, so sol daffelb Guet dem Kauffer (derselben guets in poseß ist) verfolgen, doch menigklich an seinen rechten vnd gcrechtigkaiten vnuergriffen, vnd darzu der verkaufter, der mit solchem betrug vmbgangen ist, nach erkandtnuß deß Statgerichts gestrafft werden, denvnddem- andern thait das gelt, so auff solchen kauft, von jhme empfangen, mit sampt dem schaden, so er deßhalben genommen, ohn allen abgang und Verzug, widerumb bezahlen. Ayd betreffend t. Vnfer Auwald, der Burgermaister, Stattrath, der aufter Rath, der Gegenschreiber auff der Brucken, Ir jeder solle vns oder vnsern Erben, oder vnser gesetzten Regierung, die auß vnserm Beuelch vnd gwalt, an vnserer stat Regieren, oder welchen Personen wir das beuelhen, Schweren. Aber der Stattschrciber, Stat Cammerer, Bnder Cam- merer, Spillmaister, Bruckmaister, jre Mautner, Kirch- maister, Pilgram verwalter, die Rait und Stewr Personen, die sollen Burgermaister und Rathe, in beywesen vnsers Anwalds, den Ayd thuen, vnd ain jeder solle seinen Ayd schweren, nach inhalt deß Aydbuchs, darinnen dieselben Ayd begriffen sein, vnd allwegen Burgermaister vnd Rath, in jrer verwarung haben sollen, oder wie jr jedem nach gelegenhait der zeit, der Ayd fürgehalten wird. Auffnchmung der Bürger. Ain jeder der sich zu Wienn nider lassen wil, er hab derselben zeit in Wienn ain aigen Behausung oder nicht, sol sich zu ainem Burgermaister vnd Rath fügen, von ihnen die Burgcrschafft begeren, alß dann so sollen sie ainem II. Jahrg. Denkwürdigkeiten. 3-Bd. 2.». 3. Heft. 19 I CCCLXXII Urkundenbuch. jeden , der mit Erbarkeit berümt vnd kain offen unehrlich fachen, oder Missethat, wider jn nicht aufgeführt, oder mit glaublichem schein vor Augen ist, zu ainem Bürger gütlich annemen, jhn in solchem mit einkauffen desselben Bürgerrechts, in kainen weg beschwören, er sey Reich oder Arm, so solle von ainem jeden nit mehr, als zwen Gulden Reinisch, genommen werden, vnd dann ein jeder, so zu ainem Bürger, wie obstehet, angenomen wird, solle dar- auff den Lyd (so auch in dem vorgemettcn Aydbuech ge- fchriben stehet) schweren, vnd so er den Ayd gethan, sol alf- dvnn derselb, als ein Bürger, er sey behausst oder vnde- hausst, aller der Freyhaiten, die ander vnsere Bürger zu Wienn haben, genieffen, auch alle Bürgerlich gewcrb vnd Handel, nichts aufgenommen (die ainem Bürger zugebrau- chen gebürcn) treiben vnd oben mögen, wie dann daß die Ordnung in vnser Statt Wienn zu jeder zeit sein wird. Inwohner. Die Inwohner, sie sein beheürat oder nicht, die nit Bürger sein, vnd sich zu Wienn enthalten, daselbst, es sein Prelaten, Herrn, vom Adel oder andern Heüsern (kain behausung außgenomen noch hindan gesetzt) Zimmer, Kammer, oder ander gemach bestehen, vnd dar- inncn'wohnen, sich mit allerlay Handwerch arbait, Kauff- manswar vnd handhierung, haimlich oder öffentlich (die ainem Bürger zutreiben zustehe) zukauffen, zuuerkauffen, damit zu arbaiten vnd zuhandlen vnterstehen wurden, Solches sollen Burgcrmaister vnd Rath zu Wienn, kainee wegs gestatten, sondern welche Personen sich Bürgerlicher narung behelssen wöllen, die sollen das Bürger- recht annemen, vnd sich in fachen halten, wie die gemain Durgerschaffk. Urkunde „buch. CCCLXXIII 1 Tagwercher. Alle Tagwercher, Hawerknecht, Holtzhacker, vnd andere dergleichen Mann vnd Frawen person (so sich zu Wienn mit Wohnung vnd Herberg» oder von tagwerch arbait wegen, die kainen andern Handel treiben, dann die tagwerch arbait) nider lassen vnd sich mit jrer täglichen Tagwerch arbait er- nehren, sollen sich allwcgen Burgermaister vnd Rath zu Wienn anzaigen, die ain jede person auffschreiben, vnd jnen einbilden sollen, daß sie an kainem orth sein, daran «im« cherlay wider vns, oder vnsere Regierung, oder vnser Stat Wienn gehandelt, sonder solches zu jederzeit offenbaren, vnd vns, vnser Regierung, auch Burgermaister, Rich'ter vnd Rath, in allen gebürlichen fachen, gehorsam vnd gewärtig sein. Berwerffung der Personen. Bnser Burgermaister vnd Rath, sollen auch mit fielst jr auffsehen haben, damit sie zu Bürgern, oder zu denAmb- tern, kainen auffnemen, so mit schmächlicher vrfechl sich entledigt, manaidig, widersprüchig verleümbt, vnd zu ehren vntaglich vberzeügt wär, vmb vbelthat peinlich verur- thailt, oder in offen lästern, auffrühren vnd vnehren begriffen sein, vnd wann ain Bürger solchen Artickel ainen oder .mehr verschuld, der sol kaines wegs vnter vnser Burger- schafft gedult, sonder nach seinem verdienen gestrafft werden. Ehrlich Heürath. Nach dem die Vä'tter jrer Kinder, nach ordnung der Rechten gemalt haben, wollen wir, daß die Kinder nach jrer Vätter willen oerheürat werden, Auch wir vnsere Erben vnd Rachkvmen, die Vätter, Mütter, Freundschaffr, Gerhaben noch Burgermaister vnd Rathe, darwider nicht dringen oder nöten, vnd ob der Vätter mit todt abgieng, vnd '9 * CC CLXXIV ur kund en buch. vnuerheürate kinder hinder jme, auch derselben Mütter, in jren Witlibstand verließ, sollen die kinder auch mit rath derselben jrer Mütter, vnd der nechst Freündt, die kainen gcferlichen auffschub gebrauchen sollen, sie verheüraten. Es sol auch kain vergerhabt Frawenbild, so ferr dieselb zu heü- raten naigung hat, ober jre Vogtbare Jar, wo von ehrlichen vnd nützlichen Personen jrent halben, bey den Gerhaben ersucht, verzogen werden, Darinnen vnser Burgermai- ster vnd Statrath, allezeit mit vleiß erkundigen, vnd wo darüber durch die Gerhaben ohn genugsam vrsach, gefehrli- chen verzogen würde, oder solch Heürat an Burgermaister vnd Rathe nit gelangen liessen, sonder die verschwigen, so sollen Burgermaister vnd Rathe, zu gueter fürsehung, mit der Heürat versaren, damit die verwaisten Frawen vnd Jungsrawen gefehrlicher weise, an guter Heürat nit verhindert noch auffgezogen werden. Es soll auch durchauß kain verpeente Heürat vor den voglbaren Jaren bcschchen, dann' allain der Vatter solle die macht haben, wo aber verpeenl Heürat durch die Mütter, Gerhaben, oder Freündschafft beschehen, so sol man dieselben peenfähl zugeben nit schuldig sein- Gefährlich Heürat. Welcher Diener oder Knecht, sich zu aines Bürger (in deß dienst er der zeit ist) oder sich gefährlicher weise auß dem dienst, vnter ainem schein weck thäte, Tochter, Schwester, Enickel, Gesipt oder ander Pflegkinder (so ainem Bürger in sein gewalt, in vertrawen zubehalten, vnd zu ziehen eingeben vnd gelassen worden, oder zuerziehen zu jnen nemen) ausserhalb desselben Bürgers willen sich beheurat, derselb Diener sul in Gesäncknuß gebracht, vnd inhalt deß Statge- richt« Buech gestrafft werden. Urkunde nbuch. CCCLJCXV i Wittib He ü rat. Vnd nach d?m die Wittiben in vnser Statt Wienn, sich vilfeltig mit heüratcn verklainern, Inen vnd jhrenKindern in nachtailige Heüraten begeben, Setzen wir, wo ai» nes Bürgers Wittib, jren Haußdiener oder Haußknecht, jrer kinder Zuchtmaister (so bey jrem Hauswiert, zu der zeit seines absterbens gedient) vnd ausserhalb jrer freündschafft, oder wo sie in Wienn kainen freunde hette, ausserhalb Bur- germaister vnd Stattraths wissen vnd zugeben, zu der Ehe nimbt, daß sie den kindern, so sie bey jrem vorigen Hauswiert gehabt, den thail der fahrundtn hab, souil jr der sonst zugestanden (zu crgetzlichkait deß spots) verfallen sey, hette sie aber nit kinder, alßdann deß ersten Haußwierts freünden, auß der fahrunden hab (so jr gcbürt) allain der halbe thail darauß, vnd die vbermaß jres vorigen Haußwierts freünden (allain denen, so in vnsern Landen gesessen sein) folgen sol, Wo aber solch Frcündt nicht verbanden waren, alßdann der- selbig thail gemeiner Stat zu gutem kommen, vnd hinfür» 'dieselb Fraw der Bürgerin Freyhait vnd stand so sie haben, vnd dise Fraw vor auch (dieweil sie den ersten Haußwiert gehabt) nicht haben, noch dahin gezogen werden. Wo sich aber ain solcher jr Haußwiert in dreyen Jaren darnach, dermaffen Halten-würde, daß er in ain ehrlich ansehen, Wesen vnd standt käme, so sollen die nach den dreyen Jaren widerumben, nach jres Haußwierts stand gehalten werden, vnd sich sonst kainer andern Freyhait gebrauchen. Widerwärtige Heürath betreffent- Setzen wir, wann sich ain Sohn in vnser Stat Wienn, ohn willen vnd wissen seines leiblichen Vatters, oder seinem Vatter zu widerdrieß, unehrlich verheuretcn würde, das im dann sein Vatter von rechtens noch billichait wegen, in zeit seines Lebens, seines Vätterlichen guets, nichts für- CCCLXXVI Urkundenbuch. zuschieben noch darzustrecken schuldig sein solle. Vnd nach dem ein Sohn, in solcher obbestimbter seiner Heürath, seinen Batter nicht klain betrübet, vnd damit schwärlich wider jn gethan hat, sol ain Vatter demselben Sohn, feines Mütterlichen guets, so der Vatter innhat, sein lcbenlanz zu er- getzlichat der zugefügten schwach, gar oder aines thails, ab- zutretten nicht schuldig sein, vnd die nützung deß Mütterlichen guts biß an sein ende, ohn Verhinderung deß Sohns, vnuerthanlich deß aigenthumbs, davon haben vnd gebrauchen, Wo sich aber ain Sohn, ohn wissen vnd willen seines Batters, doch nicht vnehrlich verheürat, hat derselb Batter Mütterlich guet, in seiner gewaltsam, daß dem Sohn zugehört, sol jme durch solche Heürath, daran nichts genommen sein, Aber von dem Vätterlichen guet, sol jme der Batter dieweil er lebt, daran ichtes zugeben nit gebunden fein. Auch ob sich begäb, daß sich gleicher weise, ain Lochtet dermassen (wie hieuor der Sönen halben begriffen) ver- heüraten würde, so solle ihr der Vatter, bey seinem leben von seinem Vätterlichen auch Mütterlichen guets, was er deß inhat, nichts zuthun schuldig sein, Vnd dieweil ainer Frawen Person, in allweg Vätterliche Lieb, Ehr vnd Zucht wol zubedencken vnd die nicht zuucrwürcken, zubetrachten gebäret, Demnach ordnen wir, wo sich die, wie hieuor stehet^ verheüratet, daß sie der Vatter von dem Vätterlichen Erb gantz hindan söndern vnd enterben mög, vnd dergleichen, sol der Mutter gegen der Tochter (wo sie sich ohn jr wissen vnd willen, vnehrlich verheüraten würde, auch vorbehalten sein, jr von dem Mütterlichen guet, ainicherlay veruolgen zu lassen, nit schuldig zu sein, doch ob sich ain jrrung zwischen dem Vatter, auch Sohn, Mutter oder Tochter, ob sie vnehrlich oder nit geheüral hatten, erheben wurden, sollen vnser Burgermaister vnd Rath zu Wienn, darinn auff jr fürbringen, Summarie recht, ohn allgeferlich auffzüg, vnd ohn verlengerung der fachen/ergehen lassen, doch bay- Urkunde,.buch. CCCLXXVII den partheyen die Apellation für vnS, oder vnser gesetzten Regierung vorbehalten. Klösterlichen eingang. Ist vnser mainung. Es sol bey vermeydung vnser Fürstlichen schwären vngnad vnd straff, niemandt sein Kind, Manns oder Weibs Person, in die Klöster, darinn zubleiben dringen oder nöten, dann wo solch Kind von der MannS Person zwaintzig, vnd von der Weibs person a ch tz e h e n Jar, vollkomlich alt, vnd in ain Kloster zugehen, vnd ain Klä- sterlich wesen anzunemmen genaigt vnd begierlich, mag Bat» ter und Mutter, wo aber Batter vnd Mutter nit mehr im leben wärrn, die freündschafft darinnen handle«, Aber mit solcher maß, was Personen, Mann oderFrawen, Jung oder Alt, sich hinfüro in die Klöster begeben, vnd Profeß thuen, daß demselben ain zimblich Erbar deputat vnd bestimbt an» zal, doch vngedrungen, oder nach Rath ainer jeden Herr» schafft vnd Obrikait, an parem gelt oder fahrunder hab, vnd nit an ligenden Güetern, es wäre dann auff widerlö- sung, Vnd die Klöster sollen deßhalben lösunabrieff herauß zugeben schuldig sein, vnd dieweil kain widerfall von den Klösterleöten zugewarten ist, daß darüber die Klösterleüt niemandt vmb mehr noch weiter anfechten, sonder sollen al» ler Erbschafft zerziegen sein, vnd in den Erbschafften gantz kainen zuspruch nach Gerechtigkait haben. Wo aber die Klöster mit sondern practicken, vnd vberredung der Personen, on willen vnd wissen jrer Bä'tter, Mütter, nechsten Freund oder Gerhaben, solche Personen in jre Klöster, vor vollko- menlicher erlanqung jrer obgesetzten Jar, einnemmen wurden, solle denselben Klöstern weder groß noch klain, sonder anderen jren nechsten Freunden volgen, vnd wo nit freündt oerhanden wären, vns vnd vnser Statt Wienn frey zustehen. CCCLYXV1II U r k u n d e n buch. Mannspersonen Testament vnd geschafft. Setzen vnd ordnen wir, Welcher ain geschafft thuet, ' vnd dasselb alles mit seiner aignen handt lauter schreibt, vnd von kainer andern geschrifft jchtes hinzu gesetzt, vnd mit dem Dato vnd Jarzahl begriffen ist, >vo alßbann solcher Geschäfftiger dasselb, wo er ein aigen Jnsigcl hat, mit seinem Sigcl, oder wo er kain aigen Sigel hat, mit seinem Pedtschafft ring verwaret, daß alßdann solch geschafft, souil er zuuerschaffen sueg gehabt, der zierlichhait halben, für grefftig geacht. Weiter, Welcher ein geschafft macht, vnd schreiben kan, vnd doch dasselb geschäfft nicht mit seiner aigen Hand schreibet, sonder ainen andern Schreiber, bey seinem guten gesund schreiben lasset, sol er nichts minder, das mit seiner aigen handt vnderschreiben, vnd mit ' seinem Jnsigel, so serr er aines hat, wo nit, mit seinem Pedtschafft ring, vnd, darzu ainem Zeug Jnsigel oder zweyen Pedtfchaden bewaren, het er aber kain Pedtschadt auch nit, sol er ainen andern an seiner stat sigeln, oder zwen mit Pedtfchaden verfertigen lassen, sampt den Zeug sigill oder Pedtfchaden, füll auch wie obsteht, krefftig sein. Aber welcher ein Geschäfft bey seinem gesunden Leib thuet, vnd das selb nicht schreiben, noch vnterschreiben kan, sonder alles durch ainen Schreiber richtig geschriben ist, daß derselb Geschäfftiger zuuerfertigen solches geschäffts, ainer der an seiner stat sigel, vnd darzu zwen, die jhr Znsigel (zu mehrer gezeugnuß) auch auffdrucken, oder wo er nit Personen mit Sigeln haben möcht, mit vier Erbarn angesessen Mannen pedtfchaden lasse, daß soll auch sein trafst haben. Nach dem sich aber zuuilmalen, eylends vnd geschwindt, tödtlich kranck- hait, oder das ainer dermassen geschlagen (oder ander dergleichen vngefell, auff jhn kämen) zutraget, darinnen je zu zeiten ainer vngeredt liget, doch widerumb redendt werden, vnd zuuernunfft kommen, vnd dannoch auß vnschicklichhäit Urkundenbuch. CCCLXX1X das Sakrament empfahen mögen, nichts minder jr geschafft, wie vor stehet thuen, wo sich aber in solchem zutragen, das zu schreiben vnd zuuerfertigen aines Geschäfftingers, in sei» nen eylenden zufellenden Todtsnöthcn, das Geschafft nicht schriffclich beschchen möcht, so dann derselb Geschäfftiger vor sünff angesessen Erbarn Mannen, vnd nicht vor weniger anzahl, sein geschafft mündlichen thuet vnd anzaigt, vnd also sein letster will ist, vnd dieselben sünff Mannen sollen zu stund, so sie das geschäfft auffgenommen haben, darum- ben vor der Obrigkait (wie recht ist) sagen, vnd auffgeschri- den werde, soll es auch angcnomen vnd wie oben begriffen, geacht werden. Weibsbilder Testament vnd Geschafft. Nemlich, Ain jede Fraw, sie sey verheürat oder Wittib, die mag auch inmassen hieuor, auff die Männer gestelt, jr geschafft thuen, doch das solches aigentlich in Schrifft verfasst, vnd mit dreyerErbarn Mannen Jnsigeln, oder sünff Erbarer Männer pedtschaden verfertigt werde, auch mit den mündlichen geschafften wie oben bestimbt, den Mannen zugeben ist, die Weibsbilder auch, vnd nicht anders thuen mögen, dann mit den Jungfrawen, so von rechtens wegen schaffen, auch denen, die mit abreden auff künfftig ehelich zusamen geben vnd beyligen verstrickt, vnd jr Vatter vnd Mutter mit todt abgangen, vnd nicht mehr in der Gerhaben Handen, sonder durch jrcn versprochen Haußwiert versehen sind, dieselbe mügen auch (wie oben begriffen) den Frawen zuegeben ist, geschäfft, souil sie deß fueg haben, machen vnd thuen. Aber hinsüro solle kain Person, es sein Knaben oder Jungfrawen, nicht gescha'fft thuen mögen, es sey dann der Knab zwaintzig Lar, vnd die Jungfraw acht- zehen Zar völligklichen alt, vnd wo sie zu denselben jren erstanden Laren, noch in der Gerhaben Handen wären, sollen sie, wo sie Geschäfft thuen wöllen, daffelb mit wissen \ CCCLXXX Urkunde iib u ch. der Gerhaben, vnd der nechsten Freünd thuen. Wir setzen auch, das zu allen geschafften, sie geschehen von Manns oder Weibs Personen, niemandes gedrungen, benöttigt, oder durch böse arge list vnd practiken, vnd nemblich durch die Geistlichen in der Beicht, noch in ander weg darzu bracht, vnd sonderlich ain Kanuolck das ander auß horcht dazu nit beweg, dardurch den nächsten Erben zu nachthail geschafft, sonder in allen geschafften auffrichtigklich, vnd wie hieuor angezaigt, gehandelt. Wir wollen auch, das in den geschafften, kain Beichtvatter zu kainem Geschafftiger, Ieügen noch Vollzieher genommen, noch gebraucht werde. Ordnung der Testament. Dann von wegen der obberiirten schriftlichen Geschafft, sollen nach abgang deß Geschafftigers, in acht tagen darnach, dem Burgermaister angezaigt werden, der solle ai- nen fürderlichen tag von stundan benennen, darauff das Geschafft für jn vnd ainen Rath gebracht werde, vnd alß- dann solch geschafft daselbst auffzuthuen, zuuerlesen vnd einzuschreiben, vnd welch partheyen darinnen Gerechtigkait haben, oder darwider ansprach zu haben vermainen, davon Abschlifft auff jren zimblichen kosten zugeben, vnd me- nigklichen dagegen jre Gerechtigkait, wie recht ist, zufue- chen vnd anzufechten vorbehalten. Wir wällen auch, das Hinfür kainer, der ain Testamenrari vnd Vollzieher ist desselben geschäffts, kain Zeug, Sigler, oder Pedtschaffter sein solle. Es soll auch mit einschreiben deß geschäffts, wo das in ainer Jarsfrist, (wie recht ist) nit angefochten würde, nicht so krefftig sein, daß es Hinfür von denen, so Rechtlich darwider zusuechen hetten, nach außgang deß Jars, nicht beschehen müqen, oder jn dardurch jr rechtlich ansprach genomen werden solten, dann solch geschafft nit mehr würcken mag, als souil der Geschä'fftiger zuuer- schaffen fueg gehabt, deßhalben sol sich das einschreibe» Urkundenbuch. CCCLXXXI nicht weiter erstrecken, noch nicmandts dardurch sein Rechtlich ansuechen benomen, sonder dises einschreiben deß ge- schaffts, darvmbcn, das mitler zeit die geuär, so sonst mit ainem geschafft gebraucht werden möchten, verhüt bleiben, vnd zu ewiger gedechtnuß, damit sich die, so das künfftigklich zuwiffen vnd zugebrauchen nottürfftig werden, finden mögen, doch soll ain jeder, der zu ainem geschafft zusprechen hat, daffelb in der zeit, als sich nach aigenschafft ainer jeden klag gebärt, ssuechen vnd außfühlen- Wir ordnen auch, wann ain Priester zu Wienn, am Manual Beneficium hat vnd besitzt, ain Testament thuet, so solle daffelb Testament vor Burgermaister vnd Rath geöffnet werden. Vermacht halben. Nach dem zuuilmalen ausserhalb der Heüratsbrieff besonder vermacht, vnd nicht geschafft bescheben. Demnach wann ain Bürger zu Wienn feiner Haußfrawen, zu den zeiten seines gesunds, wolbedächhlich ain vermacht (souil ainer zuuermachen hat, vnd sich gebäret) thun wil, soll er daffelb, wo er ain aigen Jnsigel hat, mit seinem aigen Jnsigel, vnd zwayen Aeügsigel, vnd der nit ain aigen Jnsigel hat, ainen, der an seiner stat sigel, vnd darzu mit zwayen Jnsigel» verfertigen, vnd auffrichten, doch menigk- lich, so es die notturfft erfordert, vnd sich zutraget, hernach jr Rechtlich ansuechen vnd ansprach darwider vorbe, halten. Berrer damit die Weibspersonen, so un Rechten sonderlich gefreyt sein, von jrey Haußwierten, bey jren gesund, wider jren willen nit bezwungen noch gedrungen werden, jnen besonder vermacht zuthuen, Setzen vnd ordnen wir, so ain Bürgerin jrem Haußwiert also willigklich vnd gern, ohn drangsal, ain vermächt thun wil, soll sie zuvor, mit jrem Haußwiert für Burgermaister vnd Rathe komen, vnd jnen, was vnd wieuil sie demselben jrem Haußwiert zuuermachen nargung hat, anzaigen, die alßdany / / CCCLXXXII U rk u i, d e n b u ch. zwcn auf) dem innern Rath verordnen sollen, die da bey sein, das solch vermacht nach gueter ordnung der Erbarkeit, dem Rechten gemäß auffgericht werde, dieselben -wen deß Raths, sollen alßdann denselben vermacht brieff mit jrem Jnsigel, doch jn vnd jren Erben ohn schaden besiglen. G e r h a b e n. Sollen auch in gueter ordnung gehalten vnd gesetzt werden, Remblich, wo am auffrichtig förmlich Testament vor äugen, sollen die, so Gerhaben in demselben Testament, den Kindern gesetzt, (wo sonst kain Mangel erscheint) als Ger- haben bleiben, vnd furan kain Gerhab kainer R a i t u n g gefreyet seyn, sonder sollen von jrer Gerhabschafft, auffrichtig, redlich raitung zuthuen schuldig sein. Wo aber die Testament nicht Gerhaben beqreiffcn, oder kain Testament vor augrn wär, sollen alßdann die so nach ordnung der Rechten, so fer: sie darzue geschickt vnd tauglich zu solcher Gerhabschafft berüfft, vnd die vngeuoqten Kinder auff das best versehen rverden, damit in der Gerhabschafft nichts zu nach- thail gehandelt. Ruch solle den Gerhaben alle Guter, ligend vnd fahrend, mit auffrichtiqen Jnuentari eingeantwart werden, vnd dieselben Gerhaben alle Jar, von solcher Gerhabschafft dem Statrath, oder denen, so sie darzue verordnen, raitung jrer Handlung thuen, in beywesen etlicher freiindt, denen zu solcher Raittung verkündt solle werden , vnd so dieselben Raittuagen beschlossen, auffrichtig vnd genuegsam erfunden, sollen vnser Burgermaister vnd Statrath, dieselben Gerhaben, vmb alles das, so die Gerhaben, in denselben raittungen einbracht haben, Quittirn vnd so die Kinder jre Vogtbare Jar erraichen, jnen dieselben Raitregister fürlegen, vnd ob sie befunden ainicherlay beweißliche Rr- tickel, die in solch Raittung nic komen, solle denen Kindern vorbehalten sein. Wo auch fürkäme, das mit deß vngeuog» ten Kindts guer, vntrewlich gehandelt, solle vnser Burger- - . Urkundenkuch. CCCLXXXIlI maister vnd Rath jufltitib an tarob fein, damit die Gerhaben alles dos, so zu naüthail dem vngeuoglen Kindt gehandelt, auch witerkert werde. Nnd damit die Eerhaben desster vleissiger hardlen, scllen Rurgeimaisier,rnd Rath alle Jar, der Nnuogtbaren linder ligenden Güter besücw- en lassen, damit die mit rleiß , gedarrt rnd rnterhalten. Lb aber in solcher beschäm «rsunden, das die Eerhaben darinnen schaden zugesehen, dieselben Gerhaben sollen kai- nes megs gedult werden, rnd ob den lindern ron Natter oder Mutter geltschulden gelassen wurden, rnd solch gelt- schulden nicht bezalt möchten werden, dann der Kinder li- gende Güter anzugreiffen, so sollen die Eerhaben solliüe Güter allwegen mit wissen rnd vergönnen, Nurgermaisters und Raths, rerkauffen, und sonst in kainon weg nit, ri d alsdann dauon die geltschulden bezolen. Mir ordnen auch insonderhait, das kain persen in dem Statralh, kain Eer- hobschofft annomen noch verwalten solle, tonn sie sollen die sein, die ob den Eerhabschofften holten sollen, wie wir hierinnen crdnung gegeben, Aber das lassen wir zue, wo ain Natter in seinem Testament seilst Eerhaben setzet, urd t ainen auß dem Statrath darzue nemen wurde, so solle derselbe die Gerhabsücsst trewlichen versehen, rnd in der gestalt, wie hierinnen begriffen ist, Nnd wir binden auch hiemit allen Girhaben, mit dieser klaren Satzung ein, das sie weder durch sie, noch durch jemand andern jres Weg- kinds guet nachstellen, noch kaussweiß, oder oiniäerley andere weg, zu jren Handen bringen, oder damit rntrewlich hantle», das sie arel das ssstegkind zu xueiem Erbarn Wesen anweisen, ohn Nurgerwaister rnd Statraths wisse» kain Heürat machen, sonder in allen fachen trewlichen hand- len, wie dann ain jeder Eerhab schuldig zuthuen ist. I ‘ \ CCCLXXXIV Urkundenbuch. Verthuelich Personen. Ist vnser mainung, wo vnbesinnt, oder ainfältig Personen vnter der Burgerschafft sein, die jr Gul verschwenden, vnd unnützlich anwürben, darinnen sollen Burgermai- ster und Rath, jr vleiffig auffsehen haben, und nicht gestatten, das solch verschwendtung dermassen beschehen, sonder in solchem guet auffseher und Curatores setzen, damit demselben fürkommen, vnd dieselben unbesinnten vnd ainfältig Personen, zue jrer vnderhaltungen, bey jren gütern erhalten , vnd (nicht wie bißher) beschehen, vmb ihr guet, vnd darnach auch in armuet gebracht werden. Bogtbar Jar» Wöllen wir dermassen gefielt haben, die Manns Person auff zway vnd zwaintzig Jar gantz Volkomen alt, vnd die SLeibs Personen auff zwaintzig Jar, doch dergestalt, wo ain Jüngling oder ain Jungfraw vor der zeit verheü- rat wurde, solle dieselb person, alßbald die in der Ehe beywohnet, für Bogtbar geacht werden. Statrichters ordnung. So wir nu zu auffnemung vnser Stat Wienn, in allen Bürgerlichen ämptern vnd Handlungen, vnser Satzung vnd Ordnung gemacht, vnd ober das Statgericht bemeller vnser Stat, vns, als Herrn vnd Landtsfürsten, dermassen insonderhait zuegehörig, das wir ainem Statrichter, er sey Bürger oder nit Bürger, zu jederzeit, nach vnserm gefallen auffnemen mügen, vnd dieweil entlich vnser will vnd mainung ist» das in den Statrechten, für vnd für gut Gericht, vnd Recht gehalten, So setzen und ordnen wir, das ain jeder vnser Statrichter, alßbald jme von vns, oder vnsern Erben, Pan und ächt verlihen, vnd er vns den i i Ut-kundenbu ch. CCCLXXXV Derselb vnser Richter solle auch Hinfür in dem Statrath sein stell vnd Stimm haben, wie bißher gebraucht worden, über der Stalrichter solle nicht verbunden sein, nach der vrdnung in den Statrath zugehen, sonder wann er solches deß Statgerichts, vnd anderer geschafft halben thuen mag. B e y s i tz ? r- Vnsers Statgetichts vnser Statt Wien, sollen zwötff Personen seyn, in dem ersten Artickel gemelt, vnd von uns b e fö ld werden, dieselben vnsere Beysitzer sollen vnser Stat- gericht, mit sampt vnserm Statrichter vleissigklichen hand- len, auch vnserm Statrichter (wie sich gezimbt) gehorsam sein, vnd jr ausssehen auff jn haben, vnd nach inhalt deß Etatgerichts vrdnung Buech, vnd allem gutem Rechten nach treulichen Wrllsprechen, dem Arinen als dem Reichen, dem reichen als dem armen, vnd darinnen weder müet, gab, sreündschafft, feindlschafft, noch nichts anders, darin die Göttliche Gerechtigkait ansehen, Auch an kainem etrd oder ort sein, daran wider vns öffentlich oder haimlich, ainicherley widerwärtigs fürgenommen oder gehandelt, sonder dasselb vns, oder vnsere Regierung allwegen offenbaren, darzu wo Auffrürig Personen aüfferstünden, dieselbe» anzaigen, in allen fachen vnd Handlungen unsern schaden warnen, vnd nutz fürdern, vnd insonderhait jren müglichi- sten vleiß fürkeren, das in dem Rechten ober das bluet der Menschen fürsichtigklich gehandelt werde, alles nach aufflegung ihres Ayds, so sie vns nach Inhalt deß Ayd- buechs thuen sollen. Wir geben auch Ordnung, daß die be- melten zwölff Beysitzer, zu nächst auff dem Stattrath, in allen Bmbgengen und Processionen gehen, auch die Srl- berin Stab tragen, vnd bey allen Festen mit gehen vnd reiten, bey dem Slattrath jren stand haben, kain Fest außgenommen, allermaffen wie der Stattrath, vnd sollen in solchen versamblungen kain ander vnderschied sein, dann das der Stattrath, in der Ordnung den Vorgang haben soll . CCCLXXXVI UrkundenSuch. Richterlichen Ayd gethan, daß Statgericht, mit sampt unsern Beysitzern, nach inhalt unsers Statgerichts ordnung buech, treülich vnd auffrichtigklich handlen, und in dem Rechten niemandts kainen verdächtlichen Verzug gestatten, solches selbst auch nicht thuen, vnd alles das handle, was zur fürderung deß Rechtens kamen mag, darinnen er sich nichts verhindern lassen solle, vnd als offt sich begab, das wir oder vnsere Regierung, jme den Panbrieff, durch ai- nen schrifftlichen Beuellich, oder durch vns, oder vnsere Regierung, oder in ainer nottiirfftigen eyl, das wir oder vnser Regierung nit stat hetten, schrifftlich beuellich zufer- tigen, oder die abkündung selbst zuthuen, durch ain nanu hafftige glaubwirdige person, mündlich auffheben würden, solle er im fueßstapffen, derselben abkündung vber das bluet zurichten, vnd in allen Richterlichen Handlung still stehen, vnd in dem allerwenigisten nichts mehr darinnen handlen, wo er aber solches vbertretten wurde, so solle er vnd alle die, so deß stillstands wisien haben, vnd mit sampt jme darüber handlen, in vnser schwären Ungnad vnd straff sein. Bnsere Räth und Diener betreffent. Nach dem vnser Vorsortiern, Fürsten von Österreich, in ihren Satzungen, auch allweg ihrer Diener ingedenck gewest, wie dann billich ist, vnd denselben auch allzeit mit den Weinen ain vorbehaltuna gethan, Wnd damit vnsere Räth vnd Diener vnser gnad in disen Satzungen auch empfinden, vnd doch vnser Statt Wienn dardurch kam nach- thail leidet, deß sich die gemaine Burgerschafft insonder- hait beschwüren möcht. So setzen wir mit außgedruckten Worten, welche vnsere Diener, von jren Bättern, Müttern oder Freundschafften Weingart haben, die Erblich auff sie gefallen oder aines Bürgers Tochter zu der Ehe nimbt, die jhme Erblich Weingarten zubringt, davon jre Batter, Mutter oder Freundschafft, die Wein in die Statt Wienn Urkunde »buch. CCCLXXXVII geführt, vnd darinnen außgcschenckt, oder verkaufst haben, daß dieselben unsere Diener von denselben Weingarten jhre Maisch vnd Wein auch in die Statt Wienn füh, ren, darinnen außschencken und verkauffen mögen, wie andere Bürger, ohn alle Verhinderung, doch mit der beschäl- denhait, daß dieselben vnsere Diener, von denselben Weinen vnd Gütern mit der Statt, ain zimlich mitleyden tragen, wie ander Bürger, vnd dieselbigen Diener, sollen deßWein- schencken, oder anderer güter halben, so sie in der Statt haben, nit gedrungen Bürger zu werden, sonder bey diser vnser Satzung bleiben lassen, dann vnsere Räth vnd Diener halben, die nit ererbt, oder erheürat Weingarten vmb Wienn haben, inmassen wie oben begriffen ist, Ordnen wir, das dieselben vnsere Räth vnd Diener, wann sie zu Wienn sein, Wein vnd anders, zu jrer vnterhaltungen in die Statt Wienn in jre Heüser oder Herbergen füren lassen mügen, aber dieselben Wein in kainerley weg verkauffen, oder vmb gelt außgeben, sonder allain zu jhrer vnd jhres Haußgesindts Unterhaltung brauchen, vnd die obgcmelte vnsere Räth vnd Diener also verstanden werden, Nembli- chen, vnsere Räth vnd Diener, die vns an vnserm Hoff, vnd in vnsern Regierungen in Österreich dienen, sollen ob- gemelte Freyhaiten (wie die in sich halten) haben. Aber die Räth vnd Diener, so von vns mit Dienstbrieffen versehen wären, vnd nit in vnserm dienst sein, die sollen sich vor- gemelter Freyhait nicht gebrauchen. Bier belangent. ' Als das Spital zu Wienn gefreyet ist, damit die armen Leuth bester besser unterhalten werden mügen, die nie- mandts kain Bier schencken sol, dann allein in dem Bier- hauß, das dem Spital zugehört, bey solcher Freihait, wir das Spital auch bleiben lassen, doch der gestalt, das Bur- II. 3ahrg. Denkwürdigkeiten. 3. Bd. 2. u. 3. Heft. 2c» CCCLXXXVIII Urkunden buch: germaister vnd Rath bey dem Spitlmaister zu jeder zeit darob sein, damit darinnen gut vnd leicht Bier, in ainem zimblichen Gelt geschenckt werde. Aber ainem jcdlichem unserm Rath vnd Diener, wie vorgemelt, in vnser Statt Wienn, die mögen in jhr Heüser, oder Herbergen zu jhreni lust trincken, Bier in die Statt führen, doch daß kainer Bier vmbs Gelt außgeb, oder das Bier in der Statt wi- derumb vcrkaufft, welcher solches thet, der sol sein Frcy- hait verloren haben, kam Bier mehr in die Statt zuführen, vnd solch Bier solle allwegen mit wissen deß Burger- maisters in die Statt gefürl werden, Der Burgermaister solle auch macht haben, den Bürgern ob er ersuecht würde, je zu zeiten auch Bier zu jhrem Lusttrunck, in die Statt zu lassen, doch zimblicher weise, inmassen, wie solches vor auch gehalten worden ist. Beschluß: Wir, als Herr vnd Landtsfürst behalten vns vnd vn- sern Erben, in allen disen vnsern Satzungen vnd Ordnungen (ausserhalb der Statt Wienn vorigen Freyhaiten, die hierin begriffen, vnd wir bestatt haben) bevor, darinnen nach gelegenhait, zu auffnemmung der Statt, verenderung zuthuen, aber solche verenderung sol durch vns, oder vn- sere Erben nit beschehen, dann allein auff genuegsam verhör, vnd crkündigung, darzue denen von Wienn verbündt, vnd nottürfftigklich verhört, auch mit zeitigem Rath, vnd so in solcher gestalt erfunden würde, daß zu auffnemung der Statt die notturfft erforderet, verenderung zn thuen, so sol alßdann solche verenderung mit ainer ordenlichen Satzung beschehen, vnd vor solchem solle wider dise vnsere Satzung vnd Libell, nichts widerwärtigs gehandelt, sonder sich vnd für, stättigklich, vestigklich vnd vnzcrbrochen bleiben, vnd gehandlet werden, trewlichen vnd vngefährlichen. Vnd urkuI,denbuch. CCCLXXX1X gxbieten darauff allen vnd jeden, unsern Landmarschatch, Hauptleuthen, Vitzdomben, Verwesern, Prälaten, Grauen, Freyen, Herrn, Knechten, Pflegern, Burgermaistern, Richtern, Räthen, Handgrauen, Ambtleuthen, Mautnern, Zöllnern, Bürgern, Gemainden, vnd sonst allen andern unsern Ambtleuthen, Vnterthonen vnd getrewen, in was Statt, Standt, Würden oder Wesen die sein, Geistlichen vnd Weltlichen, hiemit ernstlich vnd wöllen, daß jhr die obgemelte Burgerschafft unser Statt Wienn, bey diser vn- ser Confirmatio», newen Satzungen, Ordnungen vnd Frey- haiten vestigklich handhabet, haltet, vnd gäntzlich dabey bleiben lasset, sie darwider in kainem weg nicht dringet, bekümmert, beschwäret noch pfrenget, noch solches jemandts andern zuthuen gestattet, als lieb Euch sey unsere schwäre vngnad vnd straff, vnd darzu verlierung ainer Peen, zehen Marck lötigs Golds, zuuermeihen, darein sich ain jeder, so offt er hiewider thäte, verfallen zu sein wisse, vnd die be- melt peen, halb in unser Fürstliche Cammer, vnd den andern halben thail, der gedachten vnser Statt Wienn, vn- nachläßlich zu bezahlen. Das alles ist vnser will vnd ernstliche mainung. Mit vrkundt ditz Lib e l b rie ffs, besigelt vnserm anhangunden Jnsigel. Geben in der Reichs - Statt Aug- sp u r g, am zwölfften Tag deß Monats Martij, Nach Christi unsers Haytmachers Geburt, Fünffzehenh undert vnd im Sechs vnd zwaintzigsten Jahren. Ferdinand. 20 * Zusätze, Berichtigungen und Erklärung der Kupfer. Zu diesem Hefte, Seite 91. ^^er im 6. Heft des II. Jahrgangs enthaltene Lobreim auf Wien von dem Schottner Schulmeister Wolf» gang Schmelzet, zählt auf der Wolfsbrücke, 13 Joch und 260 Schritte. — Er meint, eine solche Brücke zu bauen» müsse der ganze Böheimer Wald geschlagen worden seyn, doch würde diese Brücke von Eisstößen und Überschwemmungen oftmahls ganz weggerissen. Davon gehe man nur eine kurze Strecke auf trockenem Land, so komme man wieder auf eine kleine Brücke von 8 Joch und 160 Schritten. Auch seyen in den Auen noch mehrere Brücken, und von der Wolfsbrücke bis nach Wien hinein, eine große halbe Meile. —' Die lange Brücke habe 30 Joch und 300 Schritts, dann komme man erst auf den ialten) Tabor, wo die Mauth, der Brückenmeister und der Brückenhauptmann. und jenseits die Schottenau. — Endlich habe die Schlagbrücke 3 Joch und 96 Schritte. Bey dieser lagen damahls die Kriegsfahrzeuge oder Ealeotten. — Die jetzige Länge der Wiener Donaubrücken ist folgende : Die erste Brücke über das Fahnenstangenwasser hat 10 Joch und 223 Schritte,— die zweyte 10 Joch und 235 Schritte, >—- die dritte über den Todtenarm 1 Joch und 70 Schritte, — die vierte endlich, oder die lange Brücke hat 26 Joch und bey 380 Schritten. , Zusätze und Erklärung der Kupfer. Zum 4. Heft Scite 5. Unter den in der Michaelerkirche beygesetzten Leichen, verdient jene des gekrönten Hofdichters Peter Metastasi o (Trapassi- Erwähnung. Er liegt in der Gruft, unter der Ma- riahülf-Capelle, ganz unversehrt, und mit kenntlich erhaltener Gesichtsbildung in feinem Abbe-Mäntelchen. Er starb am 12 . April 1782 in der Dorotheergaffe Rr. 1032 ijetzt 1118, Hans der Gräfinn WorcellesI im 34. Jahre seines Alters. Pius der VI. befand sich eben damahls in Wien, wollte ihn persönlich besuchen, und schickte ihm seinen Segen und die päpstliche General-Absolution. — Metastasi» war eines armen Soldaten Sohn, I6g3 zu Affiffi geboren. Tasso entglühle den Knaben für die Dichtkunst. Er behalf sich kurze Zeit mit Jmprovisiren kümmerlich genug. Der berühmte Rechtsgelehrte Gravina entdeckte sein Talent, nahm ihn zu sich und hellenisirte seinen Nahmen Trapassi in Metastasio. Er machte ihn auch zum Universal- Erben. Unter der Leitung der Sängerinn Maria Bulgarini, wurde der Jüngling, Schöpfer des neuern italiänischen Singspiels. 1729 berief ihn Carf VI. Hvfdichter nach Wien, vorzüglich auf den Antrieb der „spanischen Alth ann'' jener großen und edeln Freundinn der Künste, gebornen Herzoginn von Pignatelli-Pelriguardo. Kupfererklärung, ©r. Wo lfg an g Latz (inSgemein Lazius), Bürger Wiens , Inhaber des noch von ihm so genannten Doctor Lätzen, Hofs« nächst der Dreyfaltigkeit zwischen dem hohen Markt und dem Kienmarkt, Ferdinands I, Leibarzt, Historiograpb, Münz-Cabinets- und Archivs-Director und Hof-Bibliotheks-Prä- fect. Wiens erster Geschichtsschreiber. Über ihn findet sich alles Nöthige im IV. Heft Seite 8 s dieses II. Jahrganges bey der Peterskirche, wo er begraben liegt- Über den berühmten Tafelaufsatz Benvenuto Cellinis, enthält des verdienstvollen Custos Primiffer Werk über die Ambras- fer Sammlung, Folgendes: Unter allen Kunstgegenständen der Ambrasfer Sammlung ist vielleicht keiner so vielfach merkwürdig und mit Recht gefeyert, als das Salz fast oder der Tafelaufsatz, welchen Benvenuto Cellini für König Franz I. verfertiget hat. Der große innere Werth, die treffliche Arbeit, die Person des Künstlers, so' wie der erste Besitzer und in der Folge der Schenkende und Beschenkte, alles ist an diesem Werke vom hohen Interesse. Die Stelle in dem ' alten Inventar, welche das Salzfaß betrifft, lautet also: „Auf „arm überlegt runden, schwarzem gefeß, so aller orth mit lästigem Gold beschlagen, 2 ganz guldine, gegen einander lai- „nende Pilder, als: Neptunus vnd ain W e ib, so Kini g „Karl zu Frannckh reich der Fr. Dt. Erzherzog F erudi n and verehrt hat, wigt 26 Mk. 2 Lot'' — Wir glauben Kupfe Verklärung. hier der Anlässe und Umstände kurz gedenken zu müsse», welch« zu dem Entwürfe und später zur Ausführung des Werkes führten, wobey wir den Künstler selbst reden lassen, der in seiner Lebensgeschichte an mehreren Orten, nahmentlich im 2- 5. und 8. Capitel des dritten Buches von dieser seiner Lieblingsarbeit handelt. —< Nach seiner Befreyung aus dem Kerker, kam Cellini nach Rom zurück, wo er für den Cardinal von Ferrara, außer mehreren andern Gegenständen, auch ein Salzfaß verfertigen sollte, welches sich von der gewöhnlichen Art entfernte. Ohne sich an die Vorschläge zweyer Herrn, die um den Cardinal waren,^» kehren, machte er nach seinem Sinne ein Modell von Wachs, „Ich nahm," sagt Cellini, »einen runden Untersatz, »ungefähr zwey Drittel einer Elle und darauf, um zu zeigen, „wie das Meer sich mitderErde verbindet, machte „ich zwey Figuren, einen guten Palm groß, die mit verschränk- „ten Füßen gegen einander saßen, so wie man die Arme des „Meeres in die Erde hineinlaufen sieht. Das Meer, als Mann £ „gebildet, hielt ein reich gearbeitetes Schiff, welches Salz ge- « »nug fassen konnte, darunter hatte ich vier Seepferde ange- „bracht. und der Figur in die rechte Hand dcn Dreyzack gegeben. „Die Erde hatte ich weiblich gebildet, von so schöner Gestalt, „und so anmuthig < als ich nur wußte und konnte. Ich hatte ne- „ben sie einen reichen, verzierten Tempel auf den Boden ge, „stellt, der den Pfeffer enthalten sollte, sie lehnte sich mit einer „Hand darauf, und in der andern Hand hielt sie das Horn des „Überflusses, mit allen Schönheiten geziert, die ich nur in der , »Welt wußte. Auf derselben Seite waren die schönsten Thiere »vorgestellt, welche die Erde hervorbringt, und auf der andern, „unterhalb der Figur des Meeres, hatte ich die besten Arten »von Fischen und Muscheln angebracht, die nur in dem kleinen „Raume Statt finden konnten. Übrigens machte ich an dem Oval „ringsum die allerherrlichsten Sierathen." — Damahls kam jedoch die Ausführung nicht zu Stande; denn bald darauf ging . Aenvenuto mit demselben Cardinal nach Frankreich zum Könige Kupferklarung. Franz, der ihn mit Gunstbezeugungen überhäufte. — Eines TagS ließ ihn der König rufen, und verlangte zu dem Becher und dem Becken, welche er bereits von Cellini's Hand besäße, auch ein ähnliches Salzfaß. Der Künstler bringt das Modell, der König ist von dessen Schönheit entzückt, und ver, langt, daß es von Gold gemacht werde. Auf Cellini's Äußerung, daß er hierzu tausend gewichtige Goldgulden brauche, gibt der König seinem Schatzmeister Befehl, die verlangte Summe dem Künstler auszuzahlen. Sogleich wurde das kostbare Salzfaß in die Arbeit genommen, woran unter Cellini's Leitung mehrere Gesellen, besonders Deutsche, deren Fleiß er höchlich rühmt, arbeiteten. Hier gibt er npch salzende nähere Bestimmungen seines Werkes an : „Das Werk'', sagt er, „hatte „ich auf eine Bahre von schwarzem Ebenholze gesetzt, diese war „yon gehöriger Stärke und von einem Gurt umgeben, in de- „nen ich vier Figuren von Gold ausgetheilt hatte, die mehr „als halb erhoben waren; sie stellten die Nacht und den Tag „vor, auch die Morgenröthe war dabey; dann waren „noch vier andere Figuren von derselben Größe 'angebracht, „welche die vier Hauptwinde vorstellten, so sauber gearbeitet, „und emaillirt, als man sich nur denken kann-'' So weit Cellini. Hierzu bemerken wir noch, daß an den beyden Borwänden des kleinen Tempels, der als Pfefferfaß dient» auf der einen Seite die drey französischen Lilien, und auf der andern der gekrönte Buchstabe F < unter welchem ein Salamander in lodernden Flammen ldieses Königs bekanntes Sinnbild) in blauer Email erscheint. Die Früchte, Blumen, Thiere, welche die Hauptfiguren umgeben, glänzen in den herrlichsten Schmelzfarben. Wenn man dem Künstler bey den zwar schön gezeichneten und kunstvoll behandelten Figuren des Meeres und der Erde, gezwungene.Stellungen vorwerfen kann, so sind die, den Gurt zierenden hocherhobenen Figuren unübertrefflich gelungen. Was die Technik des Werkes anlangt» so gehört es zu der sogenannten Grosserie, wovon Cellini, der «t Kupfererklärung. i hierin Meist«», ja selbst Erfinder war» im 9. Abschnitte ! der Lehre von der Goldschmiedekunst/ in seinen Tractaten handelt. Dieses Verfahren bestand darin, daß man über vorher gemachte Modelle von Ton oder Erz, die Platten von Gold oder 4 Silber trieb, die Figuren so theilweise aushämmerte und dann ^ die Stücke zusammenlöthete. — Das kostbare Werk blieb seitdem in dem königlichen Schatze, bis Carl IX. Franzens I. Enkel, dasselbe dem Erzherzoge Ferdinand verehrte« mit dessen Nichte Elisabeth, Kaiser Maxmilians II, Tochter» der König sich i 1570 vermählte» nachdem Ferdinand auf besonderes Ansuchen des Königs, bey der Trauung zu Speyer durch Procuration, des Bräutigams Stelle vertreten hatte. Sonderbar genug war diese Arbeit Cellinis, die er selbst für eine seiner gelungensten gehalten, srüherhin in Ambras fast unbeachtet geblieben und Goethe selbst erwähnt nur eine Zeichnung des goldenen Salzfaßes, welche in der Florentinischen Zeichnungensammlung vorhanden ^ gewesen. „ zu /.']':' 6 Breihnlee m i Sfi~u ,. Strebtrsdi (rPvOSZ-EN Z E R SDORF dtEsslinq 2 / -22 '~tfyy f£*>p . \\ ttaan L -- , - -- 5 TT- jtnt\fcn!jfä W Jectd&ee r ü/dliuthcn* tShidlnii mmm «ras» 1)1 K HM )< i von KLOSTERN E IIBURG BIS ZURLORAU i » i 5 . Viatl r. lbtt*tt Sclrwecliat WIEN ■+ 59 ?lif(i/h r I sJ/f: s?/*/ffof/r. /fc£x>*t 4 .c# 2 ' 6 ey J? J_* k. 5S1 M 3/74 ETH ZMrlch Bibliothek a- __ i A 74 Vd» 4 Cl v Vs \ \» *W%-~