Beitrage rur Geognosie. Von Peter Merlan, Professor an der ttniversitüt zu Basel- Erster Band. Mit einer Karte und einer Steintafel. Basel, in der Schwkighauser'schen Buchhandlung. 18 2 1 . Uebersicht der Beschaffenheit der Gebirgsbildungen in den Umgebungen von B a se l, mit besondrerHinsicht auf das Juragebirge im Allgemeinen. Don Peter Meriari/ Professor an der Universität zu Basel. Mit einer Karte und einer Ste>'ntafel. Vasel, in der Schweighauser'schcn Buchhandlung. 18 2 1 . Seinem theuern Lehrer Herrn Hofrath Hausmann/ in Görringen, als ein Denkmal der innigsten Hochachtung, Liebe und Dankbarkeit zugeeignet «on dem Verfasser. Mä «s? . - - ^ ^ ", y, E l''L>>» Vorrede. Das kleine Werk/ welches ich hier dem Publikum übergebe / ist das Resultat meiner Untersuchungen in den Umgebungen meiner Vaterstadt/ im Sommer der Fahre 1819 und 1820. ES soll eine möglichst klare Darstellung der geognostischen Verhältnisse dieser Gegend / und einen Versuch der Einrethuriss ihrer Gebirgsbildungen in die Folge der bekannten Formationen liefern. Die untersuch, tc Gegend bietet schon an sich selbst nicht uninteressante Erscheinungen dar; da sie aber Liberdieß einen große» Theil der Flötzbildungen auszuweisen hat, welche Süd- deutschland / den westlichen Saum der Schweiz / und da- ostliche Frankreich bedecken/ und über alle diese Gegen- den genaue/ die Masse der vorhandenen Erfahrungen be. rücksichtigeude Untersuchungen,fehlen/ so würde eine genaue Kenntniß der Gebirge/ welche den Gegenstand die. seS Werkes ausmachen / für die Erweiterung unserer Erfahrungen über den Bau der Erde im Allgemeinen nicht ganz unerheblich seyn. Eine genaue Kenntniß dieser Gebirge hat außerdem noch ein hoheS/ praktisches Interesse erlangt, seitdem in denselben Flötzbildungen in Schwa- VIII den und Lothringen, die reichen Schätze von Steinsalz angetroffen worden sind / und man in unserm Vaterlands und in unserer Nachbarschaft / emsig mit Aufsuchung ähnlicher Ablagerungen beschäftigt ist. Ich selbst fühle sehr wohl / wie unvollkommen meine Ausführung dem vorgesetzten Zwecke entspricht. Manche werden daher finden / ich hätte besser gethan, mit der Bekanntmachung meiner Untersuchung länger zu warten/ bis sie an sich selbst eine größere Vollkommenheit erlangt/ und durch Ausdehnung über einen größer« Flächenranm, «inen vollständiger« Ueberblick der Beschaffenheit der erwähnten Gegenden an die Hand gegeben hätten. Ueber* zeugt indeß / wie wenig geognoftische Forschungen/ wenn sie vereinzelt da stehen / die Gesammtkenntniß der Erde zu fördern im Stande sind / und wie sehr sie gegenseitige Belehrung und Unterstützung erheischen / hielt ich eS nicht für unzweckmäßig / mit meiner Arbeit / selbst im Zustande der Unvollkommenheit/ in der sie sich befindet/ ans Licht zu treten/ um sowohl über die Punkte / wo ich Fehler begangen habe/ gründliche Zurechtweisungen zu vernehmen, als auch / wenn es möglich wäre / durch ei. nige Vorarbeiten Andern ihre Untersuchungen zu erleich. lern. Wo es sich thun ließ, ohne der Klarheit zu schade«/ habe ich mich -er möglichsten Kürze beflissen. Ich habe daher die Einzelnheiten unter allgemeine Gesichtspunkte zusammen zu fassen gesucht/ und nur da / wo der Ge« nauigkeit der Darstellung hätte Abbruch geschehen könne«/ habe ich die Erscheinungen im Einzelnen durchgangen. So weit meine eigenen Erfahrungen es zuließen/ habe ich unsere Gebilde mit den ihnen entsprechenden in andern Ländern zusammen zu halten gesucht. Namentlich ist dieß mit den Norddeutschen Gebirgen geschehen , von denen ich früher, zum Theil unter der Leitung von Hrn. Hofrath Hausmann in Göttingen, einige Kenntniß mir zu verschaffe» Gelegenheit gehabt habe. Einmischung theoretischer Ansichten, da wo ich durch den Verlauf der Untersuchungen von selbst dazu geführt wurde, habe ich keineswegs vermieden, ohne denselben jedoch einen hauptsächlichen Werth beizulegen. So sehr unsere Kenntniß des Baues der Erde gewonnen hat, seitdem die bloß beschreibende Geognosie sich zur gesonderten Wissenschaft erhoben hat, so scheint mir doch, man müsse nie vergessen, daß jede Naturwissenschaft dem Geiste erst dann wahre Befriedigung gewähren kann, wenn sie zur Kenntniß der Ursachen führt. Jede bloß beschrei- bende Wissenschaft kann daher in sich selbst nur einen untergordneren Zweck tragen, und muß hauptsächlich als Mittel betrachtet werden, einem höher» Ziele sich zu nä- hereu- Deswegen scheint mir müsse man auch bei jeder Beschreibung der geognostischen Beschaffenheit einer Gegend bestrebt seyn, in der Erklärung der Erscheinungen einen Schritt weiter zu gelangen. Der einzige Weg hie- zu ist Aufstellung von Muthmaßungen, und genaues Zusammenhalten derselben mit der Erfahrung. Ich sehe auch nicht ein, warum dieser Gang der Genauigkeit der Beobachtungen Hindernisse in den Weg-legen sollte, so- bald man sich nur klar bewußt ist, ob man in dem Gebiete der Erfahrung, oder in dem der Hypothesen sich befindet. Ich habe der Beschreibung des von der beigefügten Karte eingeschlossenen Bezirks die Vollständigkeit zu geben versucht, die mir möglich war. Penn es aber zur Erläuterung des Gegenstandes dienlich schien , habe ich auch Beispiele außerhalb dieser Grenze angeführt. Ich würde mich glücklich schätze« wenn ich dadurch etwas beigetragen hätte/ die Gesammtkenntniß der ganzen Ju- raformation zu fördern. Bei Aufnahme der Karte selbst habe ich die Bruck- «erische Karte des Kantons Basel zum Grunde ge- legt, welche ungeachtet ihres Alters, sie erschien im Jahr 1766, «och immer bei weitem die beste ist, besonders in den Einzelheiten. Hie und da suchte ich die Situationszeichnung zu verbessern. Für die nächsten Umgebungen von Basel leistete mir die äußerst genaue, durch Hrn. Professor Hub er im Jahr 1816 publizirte Kam des Bezirks Birseck treffliche Dienste. Zur Entwerfung des westlichen Theils des Kantons Basel, und der angrenzenden Gegenden des Solothurnischen konnte ich eine äußerst gut ausgeführte handschrifliche Kam der französischen Ingenieurs, die im Jahr isis aufgenommen worden ist, benutzen. Die Kam» von Lasst ni und Hrn. Tulla halfen mir für die angrenzenden Gegenden von Frankreich und Baden. Geographischer Ueberblick der Gegend von Basel. Seite i Anmerkung über die Bcßimmung der absoluten Höhe von Basel. 6 Das Gebirge der Gegend von Basel gehört der Formation des Jura an. s Arbeiten der Geognosten über den Jura. 11 Allgemeiner Ueberblick über die GebirgSarten der Gegend von Basel. 14 r. Formation. Netterer Sandstein. 16 ll. Formation. Jurakalkstein^ 1. Gruppe. Rauchgrauer Kalkstein. 23 2 . Gruppe. Bunter Mergel und untergeordnete Lager. 3 red auf die berechnete Höhe hervorbringt. Da wir ferner wissen/ daß der mittlere auf io"k. reduziere Barometerstand in Straßbnrg 27"9"//0*) ist, so ergiebt sich ei» Höhenunterschied von Z7Z/. Wenn 466', die Höhe von Srraßburg hiezu addirt / und 6D, die Erhebung dcS Beobachtungsortes über den Rhein/ subirahirc wird, so erhält man für die Höhe des mittlern RhanstanLeS bei der Baelerbrücke über die Meeresfläche 772 Pariser Fuß; eine Angabe welche derjenigen des Hrn. Hofr, Wild sehr nahe kömmt. Der Unterschied beider Bestimmungen würde indeß viel beträchtlicher ausfallen, wenn man PariS oder die MeereSfläche statt Straßburg, mir Basel vergleichen würde. *) Nach den Gesbachttmgen des Hrn. ?rrf Herren schnei, der. Oelsi'vL Lid), univ ll.1. v. L Das Gebirge der Gegend von Basel gehört der Formation des Jura an. DieFormation desJurakalks, welcher der größte Theil der Gebirge um Basel angehört, dehnt sich längs der westlichen Grenzeder Schweiz über eine große Strecke Landes aus. Eine Linie, die von Schaffhavsenüber Aarau, Solothurn, Neuenburg, und das FortdEelüse bei Genf läuft, trennt sie von der Sandsteinformation, welche die sogenannte ebene Schweiz erfüllt. Bey Schafhausen hat sie eine verhältnismäßig geringe Breite, indem das Urgebirge deSSchwarzwaldes hervortritt ; östlich vom Schwarzwalde bedeckt sie aber einen großen Theil von S ch wab e n und B aie rn. Sie wird, obgleich in geringer Verbreitung, auf der Westseite des Schwarzwaldes und auf der Ostseire der Vogesen angetroffen, dehnt sich aber östlich und südlich von den Vogesen über die Depariementer der obern Saone, der Bog esen, der Meurthe, der Mosel, der Ar- dennen, der Maas, der obernMarne, der Aube, der Nonne, der Cote dDr, der DonbS, des Jura und des Ain aus. Längs den Vogesen wird sie meist vom Urgebirge und vom bunten Sandstein *) begrenzt; an den Grenzen derPfalz vom Kohlen sandste in; mehr nördlich von dem über sie weg- gelagerten Sandsteine beyLuxemburgund vom U e- bergangsgebirge der Ardennen. Gegen Westen aber wird sie von der Formation der Kreide bedeckt. Im Süden tritt das Urgebirgc wieder hervor, über 2) Viele Geognosten sehen diesen Sandstein für das roth« Todtlicgende ar^ 9 welches sie zum Theil ins westliche, zum Theil ins südliche Frankreich weiter fortsetzt. Die zur Jura Formation zu zählenden Gebirgsmas- sen zeigen nicht überall auf dieser großen Ersireckuug dieselbe äußere Beschaffenheit. Sie thiirmen sich längs dem westlichen Saume der Schweiz zu hohen Masten auf, und bilden eine Menge parallel fortlaufender Gebirgsketten, welche ausgezeichnete Längemhäler zwischen sich einschließen. Diese Aenderung der äußern Gestalt des Gebirges scheint mit einer Abänderung der geognoftischen Bestandmasse desselben in Verbindung zu stehen. Man kann das eigentliche, in Längemhäler abgetheilte Jura- gebirge, ziemlich deutlich unterscheiden von den übrigen Gegen en, die diesen Karakter nicht zeigen, aber dennoch zur Juraformation gezählt werden müssen. So erkennt man schon die Juraketten in der Nähe von Chambe- ry *), wo die Formation eine äußerst geringe Breite hat. Man bemerkt die langgezogenen Formen des Saleve, und der Berge um das Fort d'Eclüse- Eine scharfe Linie trennt bei Lons le Saunier, Poligny und SalinS **) das eigentliche Juragebirge, dort schlechtweg la montane genannt, von den ebnern Gegenden^der Juraformationi m Westen. Die Kalkgebirge des ehemaligen BifthumS Basel, und des Kantons Solothurn, erscheinen sämmtlich in Längemhäler abgetheilt Im Kanton Basel besitzen diese Eigenthümlichkeit, wie *) B. Buch geognoüische Beobachtungen. B. 2 . S. 317. und Magazin der naturforschenden Freunde in Berlin, B. 1. S. 28. Escher, Alpina. B. S. 327. M) B. Salis, Streistreyen durch den französischen Jura. 10 wir eben bemerkt haken, bloß die südlichsten höchsten Berge. Dasselbe findet im Kanton Aargau statt Die nördlichen Berge beider Kantone haben zwar auch noch langgezogene Formen, und lassen sich dadurch aus der Ferne sehr wohl von den rundlichen Kuppen des Schwarz- wälder Urgebirges unterscheiden. Diese Formen treten aber nicht mehr mit derselben Bestimmtheit hervor, und der Charakter der Längentha'ler ist größtemheilS verschwunden. Die Ketten, in welche das eigentliche JurageSirge abgetheilt ist, nehmen bekanntlich an kwhe zu, je mehr sie sich der Alpenkette nähern. so daß die höchsten Juraberge sich unmittelbar über das weile Thal der mit Sandstein bedeckten innern Schweiz erheben. Herr Esch er*) hat neuerlich darauf aufmerksam gemacht, daß diese partiellen Ketten, und folglich die von ihnen eingeschlossenen Längenthäler, nicht ganz nach derselben Richtung fortsetzen, wie die Gesammtirnssc des eigentlichen Juragebirges. Das letztere erstreckt sich nämlich im Allgemeinen von S- W. nach N. O., immer weiter sich entfernend von der großen Alpenkette die eher von Westen nach Osten fortsetzt. Die partiellen Ketten des Jura laufen größ- tenrheils auch von Westen gegen Osten, brechen im Osten ab . und verlieren sich unter dem Sandsteine der innern Schweiz. Naturwissensch. Anzeiger der Schweiz. Gesellschaft 4r J-.chrg. S. 23. 11 Arbeiten der Geognosten über den Jura. Seitdem das Interesse für geognostischc Forschungen in unserm Vaterlande rege geworden/ und fremde Geognosten unsre Gebirge besucht haben / ist auch schon Vieles von den geognostischen Verhältnissen, welche der Jura darbietet / bekannt geworden. Er scheint indeß im Vergleich mit mehrern andern Gegenden der Schweiz, vernachlässigt worden zu seyn. Die meisten Reisenden wandten sich vorzugsweise nach den ungleich erhabner» Gebirgen der Hochalpen/ um dort der Natur ihre Geheimnisse abzulauschen. Manche treffliche Beobachtungen über den Jura verdanken wir den Herren Meyer, Escher, Ebel, von Salis, Bernonlli, den Arbeiten der französischen Geognosten nicht zu gedenken; eine be- sondere Aufmerksamkeit haben aber Saussüre, Hr. von Buch, und neuerlich Hr. Charbaut diesem Gebirge gewiedmet. Saussure*) beobachtete größtenrheilö in der Gegend von Genf; die Resultate seiner Beobachtungen sind daher zunächst für jene Gegend gültig. Er machte auf die Ausdehnung des Juragebirges aufmerksam/ auf dessen allgemeine äußere Gestalt, seine Abtheilung in Pa- raüelketten, und auf die Beständigkeit der Richtung der Strerchungslinie der Schichten des Jurakalks. Im Fallen der Schichten fand er hingegen eine große Unbeständigkeit; er glaubte indeß die verschiednen Beobachtungen unter eine allgemeine Regel bringen zu können. In der Bestandmasse des Jura unterschied er zwei Arten von Kalkstein, einen ältern und einen jünger«. Doch dürfte *.) Ns»s les Hyss 8 . Ix u, 2e BüNb. 12 diese Unterscheidung/ in dem Sinne wie er sie aufstellte, picht ganz in der Natur begründet seyn, und auch gegen seine Regeln über den Schichtenban des Jura lassen sich erhebliche Einwendungen machen. Ferner stellte Saussüre imressame Untersuchungen an, Lberdieauf dem südlichen Abhänge des Jura abgelagerten UrfelS- blöcke, welche aber das eigentliche.Juragebirge nicht un? mittelbar angehen. Die Beobachtungen des Herrn von Buch erstrecken sich über die Gegend von Neuenburg; allein nur ein kleiner Theil derselben ist zur öffentlichen Kenntniß gelangt * ) Darin» wird im Allgemeinen die Zusammensetzung des Neuenburgischen Jura gezeigt, und die Ver- theilung der in ihm eingeschloßnen Mergellager. In ei- nem andern Aufsätze**) macht uns Herr von Buch mit der ausgedehnten Süß Wasser so rmation des Thal- von Loele bekannt. Erst nachdem ich die gegenwärtige Arbeit beendigt, und deren Resultate in einer zu Genf im Juli 1820 ge. Halmen Vorlesung der Schweizerischen Gesellschaft für die gesummten Naturwissenschaften mitgetheilt hatte, kam der Aufsatz des Herrn Eharbaut über die Gegend *) Helvetischer Almanach für isis. Mochte doch das Verzeichnis der Neuenburgischen GebirgS-. arten, welches Hrn. von Buch ausgearbeitet hqt, und welches eine Fülle genauer Beobachtungen und höchst interessanter Ansichten enthalt, im Drucke erschienen! Ich verdanke dessen Mittheilung der Gefälligkeit des Hrn. Esch er- **) Magazin der naturf. Freunde in Berlin. von LonS le Saunier*) zu meiner Kenntniß. Der Verfasser zeigt darin- daß am westlichen Saume des hohem Jura eine Folge von Kalk- und Mergellagern erscheine , welche die festen , durch die Gegenwart des NogensteinS ausgezeichneten Kalksteine der ersten Stufe -eö eigentlichen Juragebirges umertenfen. Wir werden in der Folge Gelegenheit haben auf diese lehrreichen Beobachtungen zurückzukommen, welche, zusammengehalten mit den Erscheinungen um Basel, die Uebereinstimmung der geognostischen Verhältnisse des Jura an ziemlich entlegenen Punkten erweisen. Als ich andre Untersuchung der Gegend von Basel schritt, schien mir, außer der Obliegenheit, die Jedem zukömmt, mit seinen nächsten Umgebungen bekannt zu seyn, möchte die Arbeit vielleicht zu einigen nicht unerheblichen Resultaten führen können. Die Jnra-Formarion, die über einen so großen Theil der Erdoberfläche sich ausbreitet, erscheint in der Schweiz in größer« Massen, als in den meisten Gegenden aus welchen Beobachtungen bekannt geworden sind. Das Studium der Namr, da wo sie nach dem größten Maßstabe wirkte, bietet aber immer vorzügliches Interesse dar. Ferner schien mir die geographische Lage von Basel geeignet, über die Einordnung der Schweizerischen GebirgSsormationen in die Neide der bekannten Gebirgö- lager Aufschlüsse zu verschaffen. Die Geognoste hat ihre wahrhaft wissenschaftliche Begründung im Norden von Deutschland erhalten. Das geltende geoguostische System stützt sich hauptsächlich auf *) lVlewoirs sur M Veoloxis >szent en Luisse. 1786. Seite 191« Lraunroth erscheint; sondern eS liegt mehr in einzelnen kleinen Parthien zwischen den Quarzkörnern. *) Das gegenseitige Verhältniß des thonigen Bindemittels und der Quarzkörner ist sehr verschieden. Ost zeigt sich das Gestein als ein bunter sandiger Schiefer- thon. Dann ist gemeiniglich Glimmer in'silberweißen Blättchen zwischen den SchieferungSsiächen, so daß die Fläche der Glimmerschuppen mit derjenigen derSchie- ferung zusammenfällt. Zugleich ist dann das Gestein in dünne Schichten abgetheilt. Ist hingegen das Bindemittel tu verhältnißmäßig geringerer Menge vorhanden , so erhalten die Schichten eine größere Mächtigkeit, und wachsen nicht selten zu Bänken von vielen Fuß Dicke an» Glimmerblättchen liegen dann, in weit geringerer Menge , in unbestimmter Richtung zwischen den Quarzkörnern zerstreut. Die schieferthonartigen Schichten und die mächtigern und weniger mächtigen Sandsteinbänke wechseln mit einander auf die mannigfaltigste Art, ohne bemerkbare Regel. Man trifft auch nicht selten, mitten in einem festen Sandsteinblock, rundliche Nieren von sandigem Schieferthon, sogenannte Thongallen, an. Die Man- nigfaltigkeit der Farben ist in den thonartigen Schichten und den Sandsteinbänken gleich groß. '*) Dieselbe Eigenthümlichkeit bemerkt matt a» bett rveißetr Abänderungen des bunten Sandsteins in Churhes- scn und bei Hanövrisch Minden. 2 18 Stellenweise wird der Sandstein auch grobkörnig. In diesem Falle ist das Bindemittel immer in geringer Menge vorhanden. Man trifft bisweilen Gerölle bis zu Nußgröße in solchen grobkörnigen Sandsteinbänken an, so znm Beispiel in den alten Steinbrüchen zwischen KaiserAugst und Rh einfelden. An diesen größer» Geröllen läßt sich die Felsart, woraus sie bestehen , mit mehr Bestimmtheit erkennen, als an den Körnern des gewöhnlichen Sandsteins. ES sind größtenchcils Quarzabänderungen zum Theil jedoch auch andre harte Urgebirgsarten. Man kann diese Verschiedenartigkett m -er Gemengtheile auch am feinkörnigen Sandstein bemerken , wenn von seiner Oberfläche, durch den Emfluß der meteorischen Kräfte/ das sich fest anlegende rothe Bin- demiml weggeführt ist, und die einzelnen Körner mehr hervorstehen, (z. B. an den Quadersteinen der Miin- sterkirche und der Pfalz). Ich habe ein Bruchstück eines solchen grobkörnige» Sandsteins aus den oben angeführten Brüchen vor mir. Man bemerkt äußerst wenig weißliches Bindemittel. Die einzelnen Körner sind von Hirsekorn- bis zu Erbsengrö- ße. Sie bestehen größtentheilS aus graulichem, halbdurch- . sichtigem Quarz, und zeigen beinahe sämmtlich Krystall- flächen, ungeachtet sie an den Ecken abgerundet sind. Zwischen den Quarzkörnern bemerkt man hie und da abgerundete Körner von fleischrothem Feldsparh, äußerst selten einzelne silberweiße Glimmerblättchen. Einige der Körner sind mit einander vereinigt durch weiße Schwer, spathblättchen *), die folglich erst bei der Bildun- des Sandsteins entstanden seyn müssen. *) Im Norddeutschen bunten Sandstein findet man zuweilen! kleine SchwerspathMthien eiusefprengt; z. B. bei M a. 1S An Versteinerungen ist der ältre Sandstein au* ßerst arm. Bis jetzt ist mir ein einziges Beyspiel, und zwar von einer Pfianzenversteinerung vorgekommen. Es ist ein Stengel von etwa i Fuß Länge, i Zoll Breite und '/- Zoll Dicke. Er schwillt an einer Stelle zu einem Knoten auf/ und ist der Länge nach gefurcht. Man traf ihn in einem schiefrigen Sandsteine von Rhein feld en an, in welchem er auf einer Schichtungsabsondcrung, mit seiner größer« Ausdehnung nach der Richtung derselben , lag- Er ließ sich leicht von der Steinmasse losmache»/ da ein grünlich grauer Thon die feinkörnige Sandsteinmasse, woraus er besteht - ringsum umgab. Die Oberfläche ist schwärzlich / wahrscheinlich in Folge eines Ueberresteö von Pflanzensubstanz. Die Verhältnisse unrer welchen der ältere Sandstein sich zeigt/ an den verschiedenen Stelle»/ wo er in der Basler Gegend zu Tage ausgeht/ sind überaus einfach. Auf den ersten Blick steht man/ daß man sich in seinem Gebiete befindet. Fremdartige Einlagerungen / wie Typs oder Kalkstein/ sind mir noch keine vorgekommen. Der Sandstein erscheint überhaupt an zu wenigen Punkten, um ihn in großen Massen studiren zu können. Auf den Kluftflächen einiger Sandsteinbänke, wie bei Hertrn und Jnzlingen, bemerkt man schönen strahligen Kalkspath. Die Strahlen haben nicht selten mehrere Zoll Länge/ sitzen mit dem einen Ende auf dem Sandstein auf, und laufen am andern in dreiflächige riaspring unweit Göttingen, woichsieselbst sah. Fern« -ei Diebe, Pyrmont, nachHrn. Hvft.Hausmann. Zuspitzungen aus, welche dem umgekehrten Rhomboeder angehören. Offenbar ist dieser Kalkspath stmerartiger Entstehung. Da der obere Theil der Berge / wo diese Erscheinung sich zeigt/ aus Kalkstein besteht/ so stnd die durch den Kalkstein hindurch sinternden Wasser mit Kalktheilen beladen / welche auf den Kluftfiächen der untern Felsen sich absetzen. Man trifft ähnlichen Kalkspath in den Klüften des Kalksteins an. Der ältere Sandstein erscheint am Ufer des Rheins zwischen Rhein selben und Äugst. Im Norden von Rheinfelden oberhalb der Dörfer Degerfeldcn und Herren/ wo er die Basis der Berge bildet. Er erscheint wieder/ ebenfalls als Bestandmasse des untern Theils der Berge/ bei Riehen und Jnzlingen. A« allen die- sen Orten liegt er in beinahe horizontalen Bänken. Derselbe Sandstein tritt / in größer« Entfernungen von Basel/ längs dem Rande des Schwarzwälder Urgebirgs in bedeutenden Massen auf. Offenbar ist dieser Sandstein aus der Zerstörung früherer Gebilde hervorgegangen. Beweise davon liefern die deutlichen Gerölle die er einschließt/ und die silberweiße Farbe der in ihm enthaltenen Glimmerblättchen; denn der Glimmer zeigt sich in den meisten verwitterten Felsarten von dieser Farbe. Frägt man aber nach den GebtrgSarten/ deren Zerstörung der Sandstein sein Daseyn verdankt / so liegen zunächst die Urfelöarten des Schwarzwaldes. Die Verbreitung des Sandsteins längs dem Saume dieses Gebirges spricht für diese Annahme/ so wie die fleischrothe Farbe der Feldspathkörner/ welche der grobkörnige Sandstein in sich schließt/ denn bekannt- lich herrscht in den Gesteinen des Schwarzwaldes der fleischrothe Feldchath vor. Die härtern , meist krystallinischen Quarzkörner erhielten; sich unversehrt, bei der Zerstörung des Gesteins. Sie erlitten, AbttMdungen an den Kanten , ohne alle krystallinische Flächen zu verlieren, als durch den vereinten Einfluß der Verwitterung, und der Bewegung der Gewässer, die Feldspaththeile, und zum Theil auch der Glimmer, in eine Thonmasse umge- schaffen wurden, welche nunmehr das Bindemittel der wenig veränderten Quarzkörner bildet. Zu erklären bliebe nur noch die vorherrschende, offenbar dem Eisenoxyd an. gehörende braunrothe Farbe unseres Sandsteins. Das Ei. scnoxyd ist zwar auch in den Schwarzwälder Urfelsarte» in großer Menge vorhanden, wie schon ihre röthlichen Farben darthun. Noch in größerer Menge muß sich aber das Eisen in minder oxydirtem. Zustande vorfinden, in welchem es dem Gestein andere Farben ertheilt. So müßte namentlich der Eisengehalt der dunkel gefärbten Glimmerarten, welcher vielleicht zum Theil aus ihnen verschwindet, wenn sie durch Verwitterung silberweiß werden, wieder aufgefunden werden. Bei den Verwitterungen , die mit Hülfe des Wassers und der atmosphäri. scheu Luft unter unsern Augen vorgehen, verwandelt sich aber daS Eiscnoxydul nicht in das rothe Eisenoxyd, so«, der« in das braune und gelbe Eisenoxydhydrat. Wenn man also auch von dem Eisengehalte des rothen Sand- sicinS Rechenschaft zu geben im Stande wäre, so bleibt eö immer noch eine rächselhaste Erscheinung, daß dieses Eisen als rothes Oxyd, und nicht als Hydrat sich darstellt , und daher die vorherrschenden Farben des Sand- steins die rochen, «nd nicht die braunen und gelben sind. 22 Der ältere Sandstein wird in der Gegend von Basel häufig als Baustein benutzt. Sein Vorkommen in spal- renlosen mächtigen Bänken und seine leichte Bearbeitung eignet ihn zu dieser Anwendung vollkommen. Man macht aus ihm vorzugsweise' die Thür- und Fenfierstöcke; aus den schicftigen Absonderungen, Platten. Alle ausgezeichneteren Gebäude in Basel sind aus diesem Sandsteine erbaut. Daher ist auch sorgfältig beinahe jede Stelle , wo derselbe in der Nähe zn Tage ausgeht, zu Anlegung eines Steinbruchs benutzt worden. Dieser Sandstein theilt mit manchen andern*) die Eigenschaft, daß wenn das Bindemittel in ihm nicht in zu großer Menge vorhanden ist, er durch langes Aussetzen an die Luft allmählig erhärtet, und er daher, wenn er im feuchten Zustande unmittel- bar aus der Grube kömmt, leichter zu bearbeiten ist, als wenn er, von alten Gebäuden abgerissen, frischerdingS behauen werden soll. *) Z. B. mit dem bunten Sandstein in der Gegend von Göttmgen, der daselbst quch als Baustein angewandt wird. 23 ii. Formation. Jurakalkstein. 1. Gruppe. Rauchgrauer Kalkstein. Ueberall wo der ältere Sandstein zu Tage ausgeht, wird er von einem Kalksteine bedeckt / der zwar unter verschiedenen Gestatten erscheint / aber dennoch einen ziemlich leicht zu erkennenden Charakter besitzt. Gewöhnlich ist es ein rauchgrauer dichter Kalkstein, vonmuschlichemoder splittrigem Bruche, meistentheilS auch etwas bituminös. Die splittrige Abänderung ist weniger häufig, und zeigt sich, da wo sie vorkömmt, nicht schichienweis gesondert, sondern dieselbe Schicht zeigt zuweilen splittrige /zuweilen muschliche Stellen, zuweilen enthält das Gestein einige Kalkspathader« und Kalkspathdrusen; (Lörrach; Angst; Stein von Nheinfelden; zwischen Rheinfeldcn und Mägden.) Dieser Kalkstein zeichnet sich aus durch die Bestimmtheit, mit welcher er in Schichten abgesondert ist. Die Schichten haben gewöhnlich keine große Mächtigkeit, (von einigen Zollen bis zu 3 Fuß, ) enthalten, im Verhältniß zu andern Kalksteinarten des Jura, wenig Queerabsonde- rungen, und sind öfter von einander durch ein Besieg, oder eine dünne Schicht eines gelben fetter? Thons gesondert. Das Auswittern dieses Besiegs oder das Aus? waschen desselben wenn die Felsen am Wasser stehen, lassen schon von weitem die Sonderling der Kalksteinmas- sen in dünne Schichten erkennen» Versteinerungen sind in diesem Kalksteine sel" tcn. Man findet zuweilen zweischalige Konchylicn, wahrscheinlich eine Terebrarel-Art. (Sterten, Gren« zacher Horn, Nothhaus/ Angst.) Zuweilen gebt dieser rauchgraue Kalkstein allmählig über in einen dünnschiefrigen, bituminösen Mergel, von grauen, mehr oder weniger dunkeln Farben, welche in Minen Streifen, der Schieferung nach, mit einander wechseln. Dieser Mergel pflegt Knarr- er eines dichten, rquchgrauen Kalk st eins von muschli- chern Bruch in sich zu schließen, (Brombach) seltener Hornsteinnieren. (Südlich von Rheirrfelden. ) Die Versteinerungen die er zuweilen in großer Menge enthält (hinter Brombach) sind Buccard?ten, Ghamten, Tersbrateln. Weit häufiger zeigt sich aber ein Uebergang aus dem Michgrauen Kalkstein in einen schmutzig weißen oder hell- Wißen, rauh anzufühlenden Mergel, von sehr. verschiedener Konsistenz. Der Kalkstein nimmt entweder bloß eine hellere Farbe, einen erdigen Bruch und ein Mheö Anfühlen au, und behält seine Festigkeit und seine" ausgezeichnete Schichtungsabsonderung; oder er wird weicher / sandig , nach allen Richtungen zerklüftet/ und endlich ganz zerreiblich. In diesem Fall wird die erdige Gesteinümasse zuweilen von kalkspathartigen Wänden durchzogen/ welche Zellen bilden / in denen die zerreibliche Mas. fe eingeschlossen ist. (Grenz ach er GypSgrube/ Schloß Wehr.) Das Gestein ist dann der Norddeutschen Rauh- wacke nicht unähnlich. Auch findet man in dem zerreib- lichen Kalkmergel oft Drusen/ welche mit kleinen Kalk- spathkrystallen ausgekleidet sind. *) Wenn der Kalkstein in diesen rauhen Kalkmergel sich verwandelt, oder sich ihm nur nähert / enthält er gemeiniglich Hornsteinniercn / welche verschiedentlich geformt/ mit ihrer größer» Ausdehnung den SchichtungS- ßächen nach / an einander geordnet liegen. Sie sind bis. weilen in solcher Menge vorhanden, daß sie durch ihre gegenseitige Berührung völlige Hornsteinschichten bilden. Der Hornstein ist gemeiniglich von verschiedenen rauch- grauen Farben / die nicht selten bänderartig mit einander wechseln/ besitzt einen tleinmuschlichen/ selten einen großmufthlichen oder splitterigen Bruch / und enthält zuweilen kleine / mit Quarzkrystallen ausgekleidete Drusen. *) Dieser raub anzufühlende Mergel enthält eine beträchtliche Menge von Talkerde. In einer zerbröckelnden Abänderung vom Grenzacher Hörne fand ich; In Säuren unauflösliche Theile Ü3/1 Kohlensauren Kalk 39/3 Kohlensaure Talkerde i2,z Master und Verlust 3/3 Idst/g Auch geht er häufig in einen bläulichen Kalzedon über. (Lörrach; Gegend von Adelhausen.) Die leichte Zerstörbarkeit der weichen Mergelschichten, welche den Hornfiein einschließen, ist Ursache, daß man in den Gegenden dieser Formationsgruppe oft auf den Feldern Hornsteinstücke in Menge zerstreut findet, wo kein fester Fels zu Tage ausgeht. (Sl.Chrischona; Adel- Hausen; Rierburg.) In den Hornsteinen und in der Felöart in welcher fie vorzukommen pflegen, habe ich niemals Versteinenm- gen angetroffen. Im rauchgraurn Sandsteine finden sich ferner Ein« lagerungen von buntem Mergel. Derselbe nähert sich mehr oder weniger dem Thone, besitzt braunrothe und grünlich graue, unregelmäßig einander durchziehende Farben, und wird durch Queerabsonderungen nach allen Richtungen zerklüftet. Er erscheint in nicht sehr mächtigen Versteinerungsleeren Lagern. (Wenkenhof;St. Chri- schona; Grenzach; Rheinfelden.) Eine in dieser Formationsgruppe häufige, für Land- bau und Gewerbe wichtige Einlagerung ist die des Gyp- seS. Der GypS zeigt sich hier, überall wo er vorkömmt, in keinen weit fortsetzenden Schichten, sondern mehren- theils in stockförmigen Massen. Gemeiniglich ist die Hauptmasse ein grauer, zuweilen auch ein rötblicher, höchst unreiner ThongypS; sie wird aber nach allen Richtungen von Adern eines reinen Fasergypses durchzogen. Auf den Kluftfiächen erscheinen nicht selten schöne Krystalle späthigen GypseS. Die GypSgruben an dem längs dem Rheine, südlich von Äugst und Rhein selben, sich hinziehenden Hügel, die am rechten Rheinufer bei Rh ein- selben selbst gelegene Grube, die derHimmelöporte, des Markhofö und des Grenzacher Horns, müssen hierhin gerechnet werden. Von allen Gypsflötzen der Gegend ausgezeichnet, ist das des GrenzacherHorns. Der GyvSstock besteht beinahe durchgehends aus einem schmutzig grauen, reinen, dichten, etwas schuppigen Gypse. Er ist von solcher Mächtigkeit , daß die auf ihm angelegten Pingen über 60^ Tiefe haben, und doch noch kein Anschein da ist, als ob der Stock bald durchfahren sey. Dieser GypS scheint unmittelbar in dem rauchgrauen Kalk und dem rauhen Kalkmergel eingelagert, ohne zwischenliegendes Mergelfiötz. Nur zeigt an einigen Stellen der GypS selbst eine etwas mergelige Beschaffenheit. An andern Stellen kommt hingegen mit dem Gypse bunter Mergel zugleich eingelagert vor. (Rhein selben.) Diese Gruppe, in welcher der rauchgraue, in bestimmte dünne Schichten gesonderte Kalkstein vorherrscht, die im Allgemeinen wenig Versteinerungen in stch schließt, aber durch d:e häufigen Hornfteinnieren und durch den EypSreichthum stch auszeichnet, bedeckt in der Nähe von Basel unmittelbar den ältern Sandstein. Sie bildet auf der Nordscite des Rheins, beinahe ausschließlich, den sogenannten Dinkelsberg, und zeigt eine bedeutende Mächtigkeit. So ist z. B. der 830 ^ hohe Chri schona- berg beinahe ganz aus ihr zusammengesetzt; nur ansei- nem Fuße, beiJnzlingen, erscheint der ältere Sand- stein wieder. Der noch höhere Berg oberhalb Herte n, 28 zeigt auch bloß au seiner Basis Sandstein, und erhebt sich unmittelbar über die Geröllebne des Rheinthals. Der rauchgraue Kalkstein erscheint wieder am rechten Rhein- ufer bei Rheinfelden; er bildet die Insel oder den Stein von Rheinfelden, zeigt sich unmittelbar am Rheine auf der linken Nheinseite oberhalb Rheinfelden und unterhalb Kaiser Äugst. Er macht die Bestandmasse der längs dem Rheine südlich von Rheinfelden und Äugst sich hinziehenden Hügel aus, und erscheint näher bei Basel unter den Geröllablagerungen beim rothen Haus. Bei der Nüiihardt, unfern von Mönchen- stein, kommt der Hornstem enthaltende rauhe Mergel unter den auf ihm abgelagerten bunten Mergelbildungen hervor. Die größte Mächtigkeit mag diese Gruppe in den Bergen besitzen, die südlich von Stein, Seckingen gegenüber , schroff sich erheben. An allen hier genannten Stellen zeigt die Gruppe des rauchgrauen Kalksteins ein sehr bestimmtes Lagerung sv er hält» iß. Sie sondert die sämmtlichen jünger» Jurabildungen von dem ältern Sandstein. Ein rauchgrauer Kalkstein, dem oben beschriebncn in allen seinen Verhältnissen überaus ähnlich, erscheint aber wieder in bedeutender Verbreitung in der Reihe des höchsten GebirgSkammeS des Jura, und zwar deutlich abgelagert auf die folgenden Formationsgruppen. Wir werden in der Folge auf diese Erscheinung zurückkommen. Die Auflagerung des rauchgrauen Kalks auf dem äl- tern Sandsteine, kann mit der größten Evidenz beinahe an allen Stellen beobachtet werden, wo der letztere erscheint. Der Sandstein geht an der Basis der Berge in fast horizontalen Lagern zu Tage aus, und der höhere Theil derselben Berge besteht aus gleichmäßig gelagertem rauchgrauem Kalke- (Herren, Jnzlingerr, im Wie senthal an mehrern Stellen.) Eigenheiten zeigt die Aneinanderlagsrung des Sandsteins und des Kalks bei Rhein selben. (S. Fig. l.) Unterhalb Rheinfelden, bis dicht an die Stadt, besteht das Nheinufer aus fast horizontalen, oder nur schwach südlich einfallenden, höchst regelmäßigen Sandsteinbänken. Plötzlich sind diese Bänke durch eine scharfe, von S. O. nach N. W. streichende Fläche abgeschnitten. Ein Flötz von buntem Mergel , welches von GypStrümmern durchzogen wird, schließt an diese geneigte Ebne sich an, und wird von gleichmässig geneigten Schichten des gewöhnlichen rauchgraueu Kalksteins bedeckt. Die Kalksteinschichtcn fallen in der Nähe der Auflagerungsebne unter einem Winkel von etwa 4o ° gegen N. O.; ihre Neigung wird geringer, je entfernter sie vom Sandsteine liegen. Der Stein von Rheinfelden besteht aus solchen geneigten Kalkstein- schichten; man sieht von ihm a«S, am beiderseitigen Ufer, die schönen, durch ihre Farbenstreifen ausgezeichneten Sandsteinbänke. Die verschiedenen Abänderungen der zur Gruppe des rauchgraueu Kalkes zu zählenden Gksteinarten, zeigen unter sich kein bestimmtes Lagerungsverhältniß. Im Allgemeinen scheinen aber die obern Schichten an Hornstcine einschließenden Lagern reicher zu seyn. Das Erdreich, welches diese Formationsgruppe bedeckt , ist gemeiniglich von lehmiger Beschaffenheit. ES scheint, daß das thonige Besieg zwischen den Schichten des rauchgraueu Kalkes herausgewaschen werde, und an der Oberfläche sich sammle. Dieser Lehm scheint zur Ziegelbrennerei sehr geeignet zu seyn, wie die Menge der ihn benutzenden Ziegelhütten erweisen. Der rauchgrane Kalkstein wird als Baustein, und zum Behufe des Kalkbrennens häufig angewandt. Die alten Römer, beim Bau von Ikauraooiuin, benutzten seine bestimmte Absonderung in wenig mächtige Schichten. Sie bildeten aus ihm längliche, parallelepi- pedische Bausteine, deren beide größre Seitenflächen die Schichtungsabsonderungen selbst sind. 2. Gruppe. Bunter Mergel und untergeordnete Lager. Mergelarten von sehr verschiedener Beschaffenheit find das vorherrschende Gestein. Die Kalksteine, welche erscheinen, sind auch großentheils mergelarttg. Daö ausgezeichnetste und verbreitere Glied dieser Gruppe ist der bunte Mergel. Es ist ein Kalkmergel von grauen und braunrothen, weniger häufig von fleisch- rothen, grünlich grauen, oder schmutzig weißen Farben. Die verschiednen Farben wechseln oft mit einander in den verschiedenen Schichten, in welche das Gestein abgetheilt erscheint; noch öfter aber durchziehen sie einander auf rine höchst unregelmäßige Weise. Daö Verhalten ist in dieser Hinsicht der Vertheilung der Farben im ältern Sandsteine analog. Gemeiniglich erscheint dieses Gestein von einer zahllosen Menge nach allen Richtungen laufender Queerabsonderungen durchsetzt, so daß es schwer hält ein kleines Stück mit frischen Bruchflächen sich herauszuschlagen. Zuweilen fehlen aber auch die Queerklüfte, oder sind in minderer Auszeichnung vorhanden; dann ist die Felsart durch bestimmte Schichtungsabsonderungen in weit fortsetzende, wenig mächtige Bänke abgetheilt. (Neue Welt; Bett der Ergötz bei der Hülsten, schanze.) In diesem Falle ist der Farbenwechsel min. der ausgezeichnet. Andrerseits nimmt die Zerklüftung oft ungemein zu, und das Gestein wird weicher undzer- bröckelnd. Der bunte Mergel geht gemeiniglich über, in eisen wahren blaugrauen Letten ,und in einen grauen merge- ligen, oft auch ganz dichten Kalkstein. Oft enthält er in dünne Schichten abgetheilten Stinkkalk, von dunkelgrauer Farbe und blättrigkornigem Eefüge. (Prat- teln gegen dem Oehrli zu; unweit Reu-Schauen- burg; zwischen Fülinsdorf und Äugst.) Alle diese grauen Gesteine nehmen durch Verwitterung, in Folge einer Umwandlung des Eisenoxydul-GehaltS in Eisenoxyd. Hydrat, eine bräunlichgelbe Färbung an der Oberfläche an. Seltnere Uebergänge bildet der bunte Mergel in ei- nen sandigen Mergel; (neueWelt) oder in ei- nen hellgrauen Mergel, von einem im Großen fiach. muschligen, im Kleinen unebenen Bruche. (Zwischen Giebenach und AriSdorf.) Der bunte Mergel, und seine untergeordneten Lager, zeichnet sich aus durch seinen Reichthum an Versteinerungen. Belemnitcu, große und kleine Ammoni« ten in zahlloftn Abänderungen, Pekriniten, Tere- brateln, und andere zweischalige Konchylien, kommen in großer Menge vor. Besonders ausgezeichnet, und diesen Lagern eigenthümlich, scheinen die Gryphi- teN (Or^xllse» srouatg. I-am. *) zu seyn. Diese Ver steinerungcn sind zuweilen im eigentlichen bunten Mer gel enthalten, (Ollöburg; Hemmiken) obgleich derselbe weit häufiger ganz petrefaktenleer erscheint; in großer Menge zeigen sie sich aber in den hierhin gehörenden Lagern von mergeligem Kalk und in einigen Let- lenlagern. Wegen der so besonders ausgezeichneten Gry- phiten könnte man den Steinarten dieser Gruppe auch den Namen Grypbiten-Kalkstein beilegen, wie dieß an mehrern Orten geschehen ist. Es hält schwer von den verschiednen Abänderungen der oben erwähnten Mergel- und Kalkfieinarten, und von ihren Verhältnissen zu einander, durch eine bloße Beschreibung einen genügenden Begrif zu geben. ES sind der Abänderungen des Gesteins zu viele, und sie wechseln auf eine zu mannigfaltige, und auf eine zu abweichende Art mit einander, um feste, allgemeine Regeln aufstellen zu können. Wir wollen uns daher hiermit Erwähnung einiger Beispiele begnügen, wo diese Gesteittsarten mit besondrer Auszeichnung vorkommen, und wo wir zu. gleich Gelegenheit haben werden, auf einige Eigenthum- lichkeiten aufmerksam zu machen. Bei der neuen Welt erscheinen die Bänke dieser Gesteinsarten in einer abnormen Lage. Sie fallen gegen W. ein, und zwar auf dem rechten Birsufer unter einem Abbildungen bei organic reir>sln8 ok s kor» mer vvorlä. Taf- 13. Aig. 3. Bruckner, Merkwürdigkeiten her Landschaft Basel. Taf. 16. Fig. e und k. Winkel bott 30 bis Auf dem linken ist der Einfallswinkel minder beträchtlich. Wir beschreiben hier die Schichten, wie sie sich auf der rechten Birsseite darstellen, indem wir mit den obern den Anfang machen. M kömmt zuerst unter den Geröllen hervor: 1. °) Eine dünne Schicht eines festen, dunkelgelben, thonigen Kalksteins, vonfplittrigem Bruche. 2 . ") Ein nach allen Richtungen zerklüfteter Schiefe r t h o n, meist von grünlich grauer Farbe, dem charakteristischen bunten Thone sehr genähert. Der eigentliche bunte Mergel, der in mächtigen Ablagerungen vorhanden ist, wird auf dieser Seite von den Geröllen bedeckt; er erscheint aber in großer Verbreitung auf dem linken BkkSuftr, im Wäldchen der neuen Welt. 3°) Ein schieferthonartiger Sandmergel. ZU demselben sind Nester von St einkoh len und Pflanzen- abdrücke angetroffen worden. An einigen Stellen enthält er sehr viele Glimmerblättchen. 4.°) Ein mächtiges Lager von Sandmergel / Mit Streifen eines schwärzlichen Thons. 3. °) Mergelschichten, und zwarr k>.) Dunkelgrlber Sanömergel mit Thonknauner NNL Nieren eines thonigen Gelbeisensteins, 2 /-/ mächtig, k.) Schiestiger, gelblich grauer Leiten/ ilV. e.) Schwärzlicher Mergel, t/. ü.) Hellgrauer Mergel, I V- bis e,.) Derselbe Mergel mit schwärzlichen Streifen. Z , Die Gerölle erlauben nicht die tiefern Lager zu beobachten. Weiter oben an der Birs, der Lage nach alle diese Schichten umertcufend, sind mächtige AbLagerun- gen eines Lettens, welcher zum Wasserbau an der Schwel, le bei der neuen Welt benutzt wurde. Noch weiter oben, zwischen der Rütihardt und dem Asp, gehen dann die Schichten des rauhen, zur vorigen Gruppe gehören. denMergelSmitHornftcinnieren zu Tage aus. In allen diesen Lagern sind keine Versteinerungen bemerkbar. Ein anderes Beispiel wollen wir der Gegend von Giebenach entnehmen, wo der bunte Mergel mit besonderer Auszeichnung erscheint. Wenn man nämlich von Giebenach aus, in der Richtung gegen FülinSdorf, einem kleinen Bache folgt, der in diese Mergelschichten sich eingegraben hat, so verläßt man im Ansteigen von Giebenach denKalk mitHornsteinnieren der ersten Gruppe. Man findet dann einen ziemlich mächtige Bänke bildenden, nicht sehr festen Mergel, von hellgelber Farbe, durch und durch mit kleinen schwarzen Müssende ndriten imprägnier. Dieses Gestein, welches ich auch am Ufer der Ergolz bei der Hülftenbrücke fand scheint aus einer Verwitterung hellgrauer Bänke des bunten Mergels hervorgegangen zu seyn. Im Ufer des erwähnten kleinen Baches stehen die schönstem Bänke eines sehr charakteristischen buntenMergels an. Rothe, graue, weißliche und fleischrothe Schichten, von mehr oder min- drer Härte und Mächtigkeit, wechseln auf mannigfaltige Art mit einander ab. Die Bänke liegen in einer der horizontalen sehr genäherten Lage. Mau bemerkt in diesen Schich- ten besondere härtere Parthien, fingerdicke Platten von strahligem Kalkspath, die Strahlen senkrecht gegen die Ebenen der Platten gesetzt, und an der Oberfläche in Spitzen auskrystallisirt, die dem Umgekehrten Nhom- Boeder angehören. Der Kalkspats, ist mit rother und grauer Thonmasse gänzlich imprägnier.*) Diese versteinerungS- leeren Schichten setzen gegen Weste» fort. Sie werden in der Nähe non Fülinsdorf von dem Rogenstei« der folgenden Gruppe bedeckt. Zwischen Fülinsdorf und Äugst enthalten sie dünne Lager des blumig körnigen Stinkkalks/ welcher mit Gryp hiten und andern Versteinerungen ganz erfüllt ist. Am Ufer der Ergolz/ unterhalb der Hülst enschanze, bilden ste herrliche, große / nur wenige Grade südlich einfallende Tafeln eines gelblichen Mergels, hie und da mit dünnen, rothen und grauen Schichten wechselnd, über welche der Bach hinabstürzt. Diese Bänke setzen längs der Ergolz, gegen Äugst zu, forr; dann folgt ein grauer, beinahe lettcnarti- ger Mergel, welcher nach und nach in den bei Äugst anstehenden, rauchgrauen Kalkstein der vorigen Gruppe übergeht. Fremdartige Einlagerungen. Wir begreifen hierunter die in diesem Gebilde angetroffenen Lager von Typs, Sandstein und Steinkohlen. Der GypS ist im bunten Mergel überaus häufig» Er bildet, wie in der ersten Gruppe, nicht weit fsrtft- tzende Lager, und stockförmige Massen, und zeigt auch ganz dieselbe Beschaffenheit. Die Hauptmasse besteht aus einem Unreinen grauen oder braunrothen Thongypse, welcher Gieren von reinem, weißem öder röthlichem dichten *) Solche Platten habe ich an keinem andern Orte aM» troffen. 36 Gypfe (Alabaster), und Adern von StrahlgypS in sich schließt. Eben so zeigen sich oft schöne Krystalle späthi- gen GyPseS auf den Kluftflächen; seltener in Nieren eine sandige Gypserde (himerdem Wartenberg bei Muttenz. *) Die Flöhe haben eine sehr unregelmäßige Gestalt und werben häufig von bunten Thon- und Mer- gellageru durchschnitten. Die Mächtigkeit derselben ist oft ziemlich bedeutend. Am Asp beträgt sie 20 Fuß; an einigen andern Orten wohl noch mehr. Auch der Sandstein zeigt sich an mehrern Stel. len ebenfalls in dem charakteristischen bunten Mergel ein- gelagert. ES ist ein Thonsandstein, in Farbe und Beschaffenheit dem ältern Sandstein nicht unähnlich, aber überall, wo er sich zeigt, äußerst feinkörnig. Seine ro. ihm und grünlichgrauen Farben find in der Regel weniger lebhaft, alS beim ältern Sandstein; die Mengung der verschiednen Bestandtheile ist vollständiger, und die in der Masse gleichmäßig vertheilten Glimmerschüppchen sind nur klein. ES giebt schiefrige Abänderungen, allein der Sandstein erscheint auch da, wo er in beträchtlichen Massen vorkömmt, in mächtigen Bänken. Dieß ist z.B. der Fall in den Steinbrüchen von Hemmiken, wo die schönsten Bausteine in einem solchen Lager gebrochen werden. Es zeigen sich daselbst Schichten von 10 und mehr Fuß Dicke. Die EinlageruugSverhältnisse dieses Sandsteins kön. uen am besten bei den Bilfteinen, oberhalb Wal- denburg, beobachtet werden. Man sieht daselbst in den Abbrüchen des bunten Mergels auf das Bestimmteste meh« *) In einem bieher zu zählenden Gypsstötz bei Landern, Hat man Spuren von Steinsalz angetroffen. 57 rere, nur wenig mächtige, zum Theil sich ausfeilende, Sandsteinlager. Der Mergel in der Nähe dieser Lager enthält Drusen, welche mit kleinen sehr scharf auskry- stallisimn, primitiven Kalkspath-Rhomboedernausgeklei- der sind. Seltner zeigen sich in diesen Drusen fleischroehe Qnarzkry stalle, in undeutliche» sechsseitigen Säulen mit sechsflächiger Zuspitzung, den Krystallen vonWaldö- hirt ganz ähnlich. Häufige Thongallen enthält der hierhin zuzählende Sandstein von WaldburgSstuhl bei Einigen Spuren von organisirten Körpern sind mir niemals vorgekommen. Diese Sandsteine verlieren, wenn sie an der Luft der Verwitterung lange ausgesetzt sind, größtentheilsihr Bindemittel, und erscheinen dann als ei» loses Agglomerat weißer oder geblicher, feiner, glänzender Quarzkörner. Wirft man einen Blick auf die Verbreitung dieser Sandfteinlager, welche alle auf der Karre angedeutet sind, so findet man, daß sie sich sämmtlich in der Nähe des rauchgeauen Kalksteins zeigen. Die Lager beim Meten fels, oberhalb Prärie ln, machen hievon die einzige Ausnahme; vielleicht würde aber der rauchgraue Kalk auch an dieser Stelle, nicht sehr tief unter der Oberfläche der Erde anzutreffen seyn. Eine Einlagerung, die schon oft zu großen Erwartungen Veranlassung gegeben hat, ist die der Stei n- kohleu. Was man bis jetzt von Steinkohlen in unserm Juragebirge aufgefunden hat, sind bloße Spuren, schwache Drummer, welche die Mühe der Nachgrabung niemals 38 verlohnten. Bei der Vergleichung unsrer Gebirgsarterr kömmt man auch zum Resultat / daß / da an andern Orten der Erde in ähnlichen Lagern niemals bauwürdige Gteinkohlenflötze . angetroffen worden sind , wir wenig Hoffnung haben können / solche in den Umgebungen von Basel aufzufinden. Die mir bekannten Orte/ wo solche Steinkohlen- spuren sich gezeigt haben, liegen alle in dem Gebilde des bunten Mergels. Bei Bretzweil liegt das schwache, noch unlängst bebaute*) Steinkohlenflötz über einem mächtigen, in buntem Mergel eingeschloßnen, Gypslager. Die Steinkohle selbst erschien nur in 2 bis Z Zoll dicken Schichten rein, und hatte zum Dach und zur Sohle blaugrauen und schwärzlichen Schiefcrthon, der sonderbare Pflanzenab- drricke in Menge zeigte. Um diese Schichten lag Leuen, welcher große Änaucr eines festen Mergels in sich schloß, die schöne Wasserkieskrystalle, in Würfeln und Pen- tagonal-Dodekaedern krystallisier, enthielten. Die Stelle, wo man in der Nähe der neuen Welt Sieinkohlennester angetroffen hat, liegt in den oben er- wähnten Sandmergellagern, die ebenfalls häufige Was- serkieönierenenthalten. Die Versuche beim Holee, ober. halb Binningen, und die bei Bottmingen, **) waren in einem Letten angestellt, der auch hierhin ge- *) G.Bernoul 1811. S. 137. ?*) Bruckner, a, a.S. S.-sss- zählt werden muß. Die Gegend von Nickenbach,*) wo man ebenfalls Steinkohlerispuren vorfand, liegt ganz im bunten Mergel. BeiDürne n zeigten sich die Srein- kohlen in einem V. bis 1 Zoll mächtigen Trumm , in einem Wasserkies einschließenden Letten, der unfern von den Steinkohlen Gryphüen und Belemniten enthielt. Die vorgekommenen Steinkohlen waren eine Art vonPechkohle, die sich zuweilen derSchieferkohle näherte. Beim Mapprach oberhalb Zeglingen kam ein Ness solcher Kohlen vor , welche die Gestalt rmre. gelmaßiger Scheiben von '/. bis 1 Fuß Länge, und t/- Zoll Dicke haben. Die Scheiben laufen in einen scharfen Rand aus, und sind an der Oberfläche durch her. vorstehende Linien in kleine unregelmäßige Fächer abge- theilt, deren jedes einen vertieften Punkt enthält.**) Was für eine sonderbare Pfianze das Urbild dieser Ge- Haltung seyn mag, ist mir unbekannt. Auch der Gchieferthon, welcher einige der Stein, kohlentrümmer zunächst umgab, enthielt mehrmals schöne Pflanzenabdrücke. Verschiedene Arten von Farren- kräutern findet man im mergeligen Schieferthone der neuen Welt. Die Blätter, und zum Theil auch die Stengel, sind in einem verkohlten Zustande noch vor. Handen. Eine dieser Farrenkrautarren ist bei dem Stein, kohlensiotz von Bretzweil wieder gefunden worden; außer- *) ES finden sich Steinkohlen von Rickenbach mit Gypsadern durchzogen auf der öffentlichen Sammlung in Basel. **) Auch von diesen Versteinerungen sind sehr schön« Exemplare auf der öffentlichen Sammlung. 49 -ein größer Abdrücke mit tiefen, parallelen , kerbenarth- gen Einschnitte». ' Wenn auch diese kleinen Sreinkohlenfiötze von keiner g technischen Wichtigkeit sind , so sind sie nicht gqnz ohne z< geognostisches Interesse. Das Erscheinen von farrenkram. ß artigen Pflanzen, lpelche aller Analogie zufolge Land. ch pflanzen gewesen seyn mußten, mitten in einem Gebirg, x welches sonst überall bloß mit Ueberresten von Seegcschöp. h fen erfüllt ist, bleibt immerhin eine beachtungSwerthe ci Thatsache. jl st Wir haben bereits des Wasferkieses Erwähnung ^ gethan, welches in -en hierhin gehörenden Mergelarten in der Nähe einiger Steinkohlenstötze ist anfgefnnden worden. Man findet in Lettgruben nicht selten kleine wür- g selförmige Wasserkieskrystalle. und in Wasserkies umgewan- § -elte kleine Ammoniten. ( Giebenach.) Ziemlich große - Knauer dichten mit Mergel gemengten Wasserkieftö ent-s t halten die grauen schiefrigen Mergelbänke, welche vor dem - Sreinemhore im Bette des Birsigs zu Tage ausgehen. § Schöne Gruppen würfliger Wasserkieskrystglle kamen in y dem Lettlager vor, welches mau in der Stadt Basel selbst, h Leim Graben des Fundaments der Rheinschanze beim St- tz Mban Schwibbogen angetroffen hat, t r Hornsteine fand ich oberhalbLäuselfingen in i einem Uebergange pom bunten Mergel in den unrerlie« r genden rauchgrauen Kalkstein. Kleine schwärzliche Par- rhjen von Hornstein zeigen sich auf dem Felde zwischen. Bökten und Dürnen, mit den versteinerungSreichen ( Mergelkalkgeinen; anstehend sah ich sie aber nicht. l Obere Lager dieser Gruppe. Außer den bereits beschriebenen habe ich noch einige andre Mergel- und Kalksteinlager dieser Gruppe beige- zählt, welche vielleicht mit mehr Recht der folgenden Gruppe, d. h.dem ältern Rogensteine angeschlossen wer. den müssen , in dessen Nähe sie sich immer zeigen. Diese Lager sind indeß in der Regel nicht sehr mächtig, und da sie, wie die meisten Glieder dieser Gruppe, ausweichen Mergelarten, und nicht sehr festen Kalksteinen be- jlehen, auf welche die Verwitterung einen großen Ein- fluß äußert, so wäre die scharfe Bestimmung der Grenzen in den meisten Fällen nicht leicht möglich. Das Gestein, welches sich hier darstellt, ist ein grauer, mergeliger Kalkstein, von unebnem Bruche, nicht selten auch von körnigem Gefüge, durch die Verwitterung graulich gelb werdend. Oft wird er thonreicher, nimmt eine schiefrige Beschaffenheit an, wo dann in der Masse feine, silberweiße Glimm erblätt- chen zerstreut erscheinen, und geht endlich in einen wahren Letten über. Der Letten enthält gemeiniglich härtere, mergelartige Parchien, welche aber beim Auöse- tzen an der Luft mit der Zeit auch zerfallen. An einigen Orten zeigt dieser dunkelgraue Mergel kugelige Gestaltung, mit konzentrisch schaligerAbsonderung ;(Nothenfluh) in der Nähe von Rö fern erscheint er in. der Gestalt ei. ves feinblättrigen Schieferthons. Nicht selten bemerkt man Nieren von Wafserkies. (BöktemerFluh; Avis darf.) Eine ausgezeichnete, diese Gesteine beinahe beständig begleitende Einlagerung ist aber die eines rogensteinförlnigen Eisensteins. Derselbe besteht aus einer dichten / mergelartigen Grund- Müsse, welche zuweilen grau , geme-nigkich aber, dcö starken Eisengehalts wegen braunroth ist. Inder Grund-nasse, liegen mehr oder minder häufig zerstreut/ kleine, rundliche , schalig abgesonderte Körner von Hirsekorngröße, welche auS gelbem Thoneisenstein bestehen. Dieses Gestein bildet wenig mächtige/ unregelmäßige kleine Lager in den mergeligen Steinarten. (Arisdorf/ Rothen- fluh/ Lausen/ Mönch e«steiner Brücke u.s. w.) Versteinerungen find in der Regel häufig / ungeachtet große Lager oft ganz davon entblößt erscheinen. Es zeigen sich Belemniren/ Ammonite»/ glatte und gestreifte TerebratelN/ Ostraziten/ Mus- kuliten, Chamiten und andre ziveischalige Konchy- lien. Lagerungsfolge dieser Gruppe/ Verbreitung, äußere Gestalt u. f. w. Wir haben oben schon gesehen/ daß in der Gruppe des rauchgranen Kalksteins nicht selten Einlagerungen eines bunten Mergels statt finden / welcher mit dem bun- ten Mergel dieser Gruppe völlig übereinkömmt. Gemeiniglich findet fich aber die Gruppe der Mergelarlen. welche wir jetzt betrachte»/ über den rauchgranen Kalkstein weg- gelagert / und unterteuft unmittelbar den Rogeustein der nächstfolgenden Gruppe. Diese Verhältnisse zeigen sich vorzüglich im östlichen Theil des Kantons Basel/ wo der bunte Mergel und seine untergeordneten Lager in vorzüglicher Verbreitung vorkommen. Auf der rechten Rheinseite erscheinen an mehrery Stellen die versteinerungsrcicheri Kalkmergellager dieser 43 Gruppe auf den ranchgrarren Kalkstein des DinkelSbergeS aufgelagert. So bei Adel Hausen. *) Unmittel- bar bei Basel im Bette deS BirsigS kommen graue Mergelschichten unter dem Gerölle hervor / die hierhin zu zählen sind. Man ist bei Nachgrabungen, die man an verschicdnen, etwas tief gelegnen Orten in der Stadt selbst angestellt hat, auf diese Lager gestoßen. Sie setzen über die Lett-Ablagerungen des Hole.e und von Bott- mingen fort. Am letzten Orte enthalten sie eine Menge wohl erhaltner Ostraziten. Solche Mergelschichten erscheinen wieder bei der neuen Welt, wo sie mit dem bunten Mergel zusammenhängen, über den Asp, hinter Muttenz durch, über den MeienfelS nach Prat- telen fortsetzen. Bei Frenkendorf, Rasern und Liestall zeigen sich vornehmlich die obern Lager dieser Gruppe, bedeckt vom Rogenstein der die Thäler einschließenden Berge. Auf der rechten Seite der Ergolz erscheint der charakteristische bunte Mergel in einem , wie es scheint, zu- fammenhängenden, nur hie und da von den obern Mergelarten dieser Gruppe und von Rogenstein bedeckten Lager, welches bei Äugst, Giebenach, OllSb urg, und Mägden den rauchgrauen Kalkstein bedeckt, bei Meisp räch den Rogenstein sowohl als den rauchgrauen Kalkstein unterteuft, und über Winterfing en, Nickenbach, Buus, Hemmiken, Ormelingen, * ) Bei Landern stehen diese Schichten in unmittelbarer Berührung mit dem Schwarzwälder UrgebirgS-Granit. Auf den sehr geneigten Schichten wird gegenwärtig ein Bohr» zur Auffindung von Steinsalz getrieben. 44 Gelterkinden, Bökten, Dürnen, Sissach in großer Auszeichnung sich verbreitet. An vielen Stellen im obern gebirgigten Theile des Kantons Basel/ kommen zwischen den andern Formationsgruppen alle Abänderungen deö Kalksteins und der Mergelarten dieser Gruppe vor. Besondre Verhältnisse in Rücksicht der Beschaffenheit und der Lagerung zeigt das mächtige Lager, welches am Saume der höher sich erhebenden Gebirge, von Diegien über Benttweil und Niederdorf fortsetzt. Wir werden in der Folge davon zu sprechen Gelegenheit haben. Die äußere Gestalt der von diesen Gebirgsarren gebildeten Massen, kann nicht viel Ausgezeichnetes an sich haben. Die weichen Mergelarten, die im Allgemeinen vorherrschen, verwittern zu leicht, und werden zu leicht weggewaschen. Daher erscheinen selten schroffe, sondern meistens allmählig ansteigende, von Vegetation bedeckte Abhänge. Nur hie und da steht ein Felsen einer etwas härtern Mergel, oder Mergelkalkabänderung hervor. Die Mächtigkeit dieser Gebirgslager ist nicht unbedeutend. Sie mag in der Gegend vonOlls bürg, Win' tersingen und Ricke nbach wohl llooFuß betragen. Die obern Lager dieser Formationsgruppe zeigen eine fthr ungleiche Mächtigkeit. Oft scheint der Rogcnst-in unmittelbar auf dem bunten Mergel aufzuliegen; an einigen Stellen aber ziehen sich die obern Lager hoch a« die Berge hinauf, und bilden ansehnliche Nassen. (Rothe Fluh bei Rothenfluh; Sonneberg beiMei- sprach; Arisdorfer Berg) 4L Diese Formationsgruppe ist für den Landbau von der größten Wichtigkeit. Sie schließt bei weite« den größten Theil der Lett- und Mergelgrnben in sich, welche vorzüglich für den Kleebau so wichtige Vortheile darbieten. Die Gegenden , wo diese Gruppe eine große Verbreitung zeigt, sind daher auch die fruchtbarsten. Man bemerkt sogar, vorzüglich im östlichen Theil des Kantons Basel, daß Wiesen und Ackerland beinahe alle Stellen bedeckt, wo diese Mergelarten anstehen, und daß die Waldungen erst da stehen geblieben sind, wo härtere Gebirgsarmi, die einen minder vortheilhafren Einfluß auf die Vegeta- tion ausüben, zum Vorschein kommen. ES ist oft merk. würdig wie Aecker und Wiesen allen Einbiegungen der Mergelbildungen folgen, ein Beweis, daß unsre Altvordern bei Anbau des Landes wahrlich nicht aufs Gera- thewohl hin verfahren sind. Einige der härtern Kalksteinabänderungen dieser Gruppe werden als Baustein benutzt. Einen trefflichen Stein liefern mehrere der hier erscheinenden Sandstein- lager, besonders diejenigen, auf welchen der Steinbruch von Hemmiken angelegt ist. Auch sind auf den GypS- lagern viele Gruben zur Gewinnung des GypseS angebracht. Wir haben bereits erwähnt, daß die Nachgrabungen auf Steinkohlen niemals zu befriedigenden Resultaten geführt haben- Die Kohlen, die man jüngsthin zu Bretzweil gewann, hielten vielen Wasserkies; man benutzte sie daher einige Zeit zur Vitriolbereitrrug, doch hielt sich die Anstalt nicht lange. Aelterer Rogensiem. So mannigfaltig in ihrem Verhaken die Gruppe des bunten Mergels sich zeigt , so einfach erscheint der un- mittelbar über ihr liegende Rogen st ein. Es ist ein ziemlich fester Kalkstein von schmutzig graulich gelber Farbe, aus einer Zusammenhäufung schaliger Kalksteinkörner bestehend. Die Körner sind gemeiniglich rund und von Hirsekorngröße, zuweilen werden sie aber etwas größer, bis zu V4 Zoll Durchmesser. (Ruglen.) Dann ist ihre Form unregelmäßiger, und man unterscheidet häufig in der Mitte der kleinen Schalen ein Bruchstück . einer Versteinerung als Kern. Bei der Verwitterung wird das Gestein weißlich, und die Körner treten mit mehr Bestimmtheit hervor, wahrscheinlich indem die dem krystallnischen Zustande sich mehr nähernden Schalen der Körner, der Verwitterung besser widerstehen, als die zwischenliegende Kalksteinmasse. Die Farbe dieses Nogensteins ist ziemlich beständig, und unterscheidet denselben in der Regel von den weißlichen Rogensteinabänderungen der folgenden Gruppe Im obern Theile des Kantons Basel trifft man aber an vielen Stellen (Oltigen; Geißfluh, bei Epti- gen; Waldenburg; Kellenberg, u. s. 5) Lager «eines dichten Nogensteins an, die außerhalb zwar die gewöhnliche graulich gelbe Farbe besitzen, inwendig aber rundliche blaugraue Massen zeigen. Diese blaugraue Far- Beschreibungen des Baslerischen Nogensteins finde» fich bei Brückn er, a. a. O. S> Taf. 1. und bei Andres, a. a. O. S. 26 . tze scheint, wie die der meisten blaugrauon Mergel- vnd Kalksteinarten, von Eisenoxydul herzurühren, welches durch den Einfluß der Lust und der Feuchtigkeit, ander Oberfläche, und längs den Klüften des Gesteins, in Eisenoxudhydrät verwandelt, dem Rogenfteme die gelbliche Färbung mittheilt. Der Rogenstein wird oft so dicht, daß das körnige Gefüge sich schwer erkennen läßt, und daö Gestein einem dichten graulich gelben Kalkstein gleich sieht. (Paßwang; Sissacher Fluh.) Auch die blaugrauen Schichten zeigen zuweilen diese Beschaffenheit. (Eingang in das Birs- rhal hinter Pfeffingen.) Bei Diegten liegt, mitten in den gewöhnlichen Rogensteinbanken, ein Lager dichten gelblichen Kalksteins von unebnem Bruche, welches rundliche, scharf begrentzte Parlhien, von einem und mehrern Zollen Durchmesser, in sich schließt, die ein sehr bestimmtes Rogensteingefüge zeigen. Man findet auch zuweilen unregelmäßige, schwache Trümmer eines dunkelgelben,splittrigen, leicht zersprengbaren Kalksteins, welcherKalkspathdrusen enthält, (zwischen Sissach und Rußhof.) Kleine Adern vonKalkspath zeigen sich im Rogensteine hie und da, besonders groß sind aber jene, welche auf dem dichten Rogenßeine des Wasserfalls der Birs bei Grellingen aufsetzen. Spatbeisenstetn- artige Streifchen kommen im Rogenfteme bei Rötheren vor. In den Klnftflächen des Nogensteins, worauf das Nöthe! er Schloß steht, liegt ein dunkelgelber, setkglänzender, bolusartiger Thon. Eine eigenthümliche Gestaltung zeigt der Rogenstein an den nordöstlich von Stellen gelegnen Hügeln. Die Unterliegenden Berge bestehen aus rauchgrauem Kalkstei« „e, welcher nur durch ein wenig wichtiges Lager Sun- ten Mergels vom Rogensteine geschieden wird. Die Schichten an den erwähnten Hügeln fallen ungefähr 15° WNW ein. Der Nogenstein, aus dem sie bestehen / ist oft ganz zerbröckelnd und sandartig; oft verliert er alles Rogen- sieingefüge, und erscheint mehr als Kalkmergel. An arw dern Stellen hingegen wird er wieder sehr fest / dem gewöhnlichen Nogensteine ganz ähnlich / und bildet mäch. tige Bänke, die zum Theil mit Trümmern von Versteinerungen erfüllt sind. Die Farbe ist übrigens beinahe überall die charakteristische gelbliche Rogensteinfarbe. Zu- weilen, wann ein dichter Mergel statt des RogensteinS sich zeigt, ist die Farbe grünlich. In dem weichen Rogen- steine sind Steinbrüche angelegt. In denselben ist das Gestein in mächtige Bänke abgesondert. ES wird stellenweise fest, zähe, bräunlich gelb, wahrscheinlich durch einen vermehrten Gehalt an Eiftnoxydhydrat; das Rogen- steingefüge ist undeutlich, und der Bruch mehr splittrig. ES sind Versteinerungen eingemengt, kleine Turbini- ten, Pektiniten, Muskuliten, welche dieEigew- thümlichkeit zeigen, daß noch Ueberrefte der kalzinmen Muschelschale vorhanden sind, eine Erscheinung, die mir in den Versteinerungen der Juraformation nicht oft Vorgekommen ist. Die verschleimen Abänderungen des RogensteinS dieser Hügel sind nicht schichtenweise von einander getrennt, sondern mehr knauerweise und stock, weise- Lager eines gelben zerreiblichen Kalksteins , mit Trümmern von Muschelschalen erfüllt, zeigen sich auch ober- halb des Gießens bei Kilchberg. Sie bilden dort die obern, an Mergelakten sich anschließenden Schichten der mächtigen Rogensteinbäncke, welche zu beiden Seiten des EithalS anstehen. 49 In den obern Lagern einiger Rogensteinfelsen (zwi- fchen Lausen und Nußhof; oberhalb Diepfligen) trifft man einen besondern körnig.blättrigen Kalk. stein an. Die Masse hat das Ansehen dünner späthj. ger Kalkstrinscheiben von gewöhnlicher Rogensteinfarbe, die fein zerstoßen neben einander liegen, und in allen ihren Zwischenräumen mit einem rothen, stark mit Ei- senoxyd inprägnimn Thone erfüllt sind. An einzelnen Stellen verschwinden die Zwischenräume, und die Masse stellt sich als hellgelber splittriger Kalkstein dar. Der Äogensteinist in bestimme Schichten abgetheilt - welche gewöhnlich keine große Mächtigkeit haben. Zu. weilen, zumal in den härtern Abänderungen, trifft man indeß auch beträchtliche Bänke an. Querzerklüftungen zeigen sich in großer Menge, und hindern oft die Bestim» mung der Lage der wahren Schichtungssiächen. Versteinerungen stüd im Nogenstcine überaus häufig, jedoch sind sie meist in einem ganz zerstoßnen Zu. stände. Wir haben schon oben bemerkt, daß Trümmer von Versteinerungen oft den Kern der Rogensteinkörner > ausmachen;*) außerdem wird aber das Gestein auch von Streifen ganz zerstoßener kleiner Muschelschalen häufig durchzogen. Möchte nicht dieselbe Ursache, welche die auffallende Zertrümmerung der Ueberreste organifir« ter Wesen veranlaßt hat, auf die so merkwürdige rogen. steinärtige Bildung des Gesteins einen Einfluß ausgeübt haben ? *) Kleine StroMhiten, Enirochiten, zweimalige Konchykirn bei St. Zak»b. S-Brückn er, a. «. O.-T«f. 1. Frg. k. und rn. T^af- ^ a. 4 Man trifft indeß auch eben nicht selten wohl erhol- tene Versteinerungen im Nogensteine an. Kleme glatte «nd gestreifte Terebrateln * **) ), - §. 6 ss. « 7 o. 1212. Kräfte bei derZerstörnng des Jüragebirges thätig seyn müssen, und die zurückgebliebnen Spuren der frühern Struktur ließen sich noch überbieß gar nicht in das angebliche Gescß htneinordnen. JA eö also nicht weit einfacher, diesen großen zerstörenden Kräften / die man ohnehin in Thätigkeit setzen muß, die Umsturzung der ursprünglich wagrechten und wenig geneigten Juraschichten, und die Versetzung in ihre gegenwärtige Lage zuzuschreiben. Man kann sehr wohl begreifen, daß bei solchen Revolutionen Einsenkungen zu beiden Seiten eines Gebirgsgrates, oder Hebungen nach dessen Richtung statt gefunden haben, so daß die auf der Höhe des Gebirges horizontal gebliebenen Schichten, mit den geneigten am beiderseitigen Abhänge ein Gewölbe bilden. Die unregelmäßige Gestalt aller dieser Gewölbe, die mir noch zu Gesicht gekommen sind - läßt sich auch mit dieser Ansicht weit besser vereinigen, als mit derjenigen einer krystallinischen Bildungsart. Man kann aber noch weit leichter begreifen, daß durch Eiustürzungen oder Hebungen mächtige Schichten- «uSschießungen und vertikale Schichtenstellungen hervorgegangen sind, Erscheinungen die sich ungleich häufiger darbieten, als die der Schichtengewölbe. Vertikale Schichten, in der Mitte eines sie überspannenden Schich- tcngewölbeS, wie nach Saussüre in den höher» Jura- ketten angetroffen werden müßten, zeigen sich im BaSler Jura nirgends; ich habe sie auch im übrigen Juragebirge niemals beobachtet. Ueberall wo vertikale Schichten erscheinen, sind sie von keinem Gewölbe überdeckt. In diesem Falle befinden sich auch die von Saussüre an- geführten Vertikalfchichttm*) Die Erscheinung wäre *) rr. O. L. E O freilich in der Folge von Einstürzungen oder Hebungkü horizontaler Schichten schwer zu erklären. Irrthümer eines großen Mannes pflegen gewöhnlich ohne nähere Untersuchung angenommen zu werden. Die Saussürische Ansicht über den Schichtendem des Jura hat daher von den meisten Schriftstellern keinerlei Wider, spruch erlitten. Ich werde deswegen bei Darstellung mei. ner Beobachtungen über die Schichtung des BaslerJura so viel wie möglich die Erscheinungen nachzuweisen trach- len, welche mich von Sauffüres Meinung, und von der Annahme der ursprünglichen Senkung der sehr geneig- ren Schichten des JuragebtrgeS abgebracht haben. In Rücksicht der Schichtenstellung zeigt sich in der Gegend von Basel im Allgemeinen eine Hauptverschie. Lenheit- Die Basel und dem Rheine näher liegenden Gebirge / zeigen in der Regel eine horizontale Lage der Schichten; näher am hohen Gebirgsgrate deS Jura herrschen aber geneigte/ und oft sehr geneigte Schichten vor. Die Neigung ist äußerst verschieden; die Strei. chungSlinie läuft aber mit der größten Bestimmtheit von O. nach W. Ausnahmen von dieser Regel sind verhält, nißmäßig selten. Diese Beständigkeit bleibt immerhin eine merkwürdige Thatsache/ welche/ wenn die geneigte *) In dem handschriftlichen Aufsähe des Herrn von Buch über den Neuenburger Jura/ den ich nur beiläufig anfüh« ren darf / weil der Herr Verfasser ihn leider nicht zur öffentlichen Bekanntmachung bestimmte / find die Erscheinungen des Schrchtenbaues meines ErachtenS mit der größten Evidenz/ aus Umstürzungen ursprünglich horizon- laleri Schichten nachgewiesen. Lage der Schichten von Einstürzungen hergeleitet werden MUß, auf ein interessantes Gesetz, nach welchen die Ein- siürzungen erfolgen mußten, hinweist.' Erscheinen geneigte Lager in der Region der horizontale» Schichte», so weicht das Streichen häufig von dem allgemeinen ah. Hierüber ist sich indeß nicht zu verwundern, weil kleine Störungen bei wenig geneigten Schichten, große Abweichungen in der Lage der Streichungslinie verursachen können; zeigen sich aber in dieser Region Schichten, die unter einem größern Winkel einfallen, so thut sich schon dadurch dar, daß sie Ausnahmen sind vom allgemeinen Gesetze, Welches die Schichtung der Umgebungen bedingte. Die äußere Gestalt des Landes steht in einem auffallenden Zusammenhange mit der Stellung der Schichten. In den Gegenden, wo horizontale Schichten vorherrschen , zeigen die Thäler durchaus keine bestimmte Nich- tung. Die Kräfte, welche die Heffnung der Thäler veranlaßten , harren natürlicher Weise denselben Widerstand zn Überwinden, ob sie nach der einen oder nach der andern Richtung hin wirkten- Wo aber geneigte Schichten sich zeigen, die von O. nach W. fortlaufen, wird schon dadurch auch die Richtung der Thäler bestimmt, Denn die Thäler mußten da erscheinen , wo die verschiedentlich einfallenden Schichten Zwischenräume zwischen sich sie- ßen, welche nach der Richtung der GebirgSkämme sich er. strecken. Oder sind die Thäler erst durch Zerstörung weicherer Gebirgsschichren entstanden, so müssen sie auch die Hage der GebirgSschichten haben, folglich ebenfalls von W. nach O. streichen. ES erklärt sich daraus, warum in den Gegenden der geneigten Schichten die meisten Thäler Längenthäler sind. Man beobachtet ferner, daß die Gebirge in diesen Gegenden im Allgemeinen höher sind, als da wo die ha- rizomale Lage der Schichten vorherrscht. Die Bel- chenfluhcn z- B. bestehen aus vertikalen Rogenstein. Hauken. Auch die Schichten am höchsten Punkte des Paßwangö sind sehr geneigt, und die übrigen Gipfel liegen wenigstens grsßemheilö in Gegenden, wo einstar- keS Einfallen der Schichten Regel ist. Es ist auch ail sich selbst klar, daß wenn die Schichten durch Zerrüttungen ihre geneigte Lage erhalten haben, größre Verschie- denbeiten des Niveau sich da zeigen müssen, wo die Stel- lung der Schichten größre Wirksamkeit der zerrüttenden Kräfte beurkundet. Wir werden nunmehr die einzelnen Erscheinungen, welche die Stellung der Schichten darbietet, nach einander durchgehen. Zur Erleichterung der Uebersicht wol- len wir die untersuchte Gegend in verschiedne Abtheilungen bringen. 1.) Rechte Rheinfeite. Die allgemeine Lage der Schichten weicht in dieser Gegend wenig von der horizontalen ab. Wir hatten schon früher Gelegenheit zu bemerken, daß die Bänke des äl. tern Sandsteins, überall wo sie zu Tage ausgehen, nur wenige Grade einfallen, oder ganz horizontal liegen Ue- ber dem Sandsteine erscheint, als die verbreitetste Ge- hirgSart, der raüchgraue Kalkstein. Seine Schichten lie- gen ebenfalls lvagrecht, oder machen nur schwache wel- lenförmige Biegungen, die picht selten dem Abhänge der Berge folgen. Eine der stärksten dieser Biegungen wird am GrenzacherHo r n bemerkt. Die Schichten fallen aus der Westseite gegen W. N. W. ein, nehmen auf der Höhe deS Berges eine horizontale Lage an, und setzen in dieser Lage gegen Grenzach fort. Einzelne geneigtere Schichten, als Abweichungen von der Regel/ trifft man auch an mehrern Stellen an. Der sonderbaren Erscheinungen bei der Auflagerung des Kalkes auf dem Sandstein bei Rheinfeldcn/ ist oben Erwähnung geschehen. Eine andre Zerrüttung beobach- m man in dem Thale/ welches von Grenzach nach St. Ch risch ona hinaufführt. (Siehe Frg. n.) Die Schichten zu beiden Seiten bestehen aus Bänken des rauchgrau- en Kalkes/ die sehr schwach gegen S. O. (oder wohl O, S O.) einfallen, Sie enthalten Hornsteinknauer / und Einlagerungen von buntem Mergel. Am östlichen Thalabhange lehnen sich gegen den Berg Schichten eines weißlichen Kalks mit häufigen Hornsieinnieren. Sie fallen sehr steil W. N. W. ein. Die ähnlichen weißlichen Kalksieinschichten / in derselben Lage / wie die große Masse deS Gebirgs / finden sich an diesem Abhänge hoher/ über den grauen Kalk weggelagm / und allmählig in denselben übergehend / so daß es mehr wie wadrscheinsich ist - daß die steil einsenkenden Schichten/ von den ähnliche»/ höher gelegnen und weniger geneigten mit welchen sie ursprünglich zusammenh-engen/ losgerissen worden find. Bei Stetten/ Lörrach wd Nöthelen erscheint RsMstcin. Auch dieser zeigt sanft geneigte / nur wenig gegen W. R, W. / vom unterliegenden rauchgrauen Kalke abfallende Schichtungsabsonderungen.. Beim Nöthe- ler Weiler steht eine Parchie Rogensteinschichten an / die 10o östlich won Nord streichen/ und W° westlich einfallen. 72 Die Bänke des jungem Kalksteins / welche den Fch sen von Jste-in bilde»/ liegen beinahe ganz wagrechi. In dieser Gegend zeigen also die Ausnahme bildenden, stärker geneigten Schichten alle ein Einfallen nach W. N. W. 2.) Nördliche Gegenden der linken Rhein., feite. Das auf der Karte verzeichnete Juragebirge auf dem linken Rheinufer kann in Hinsicht seiner Schichtung in zwei Gegenden abgetheilt werden. Die Berge, die nördlich von einer Linie liegen,welche überOltjgen, Zeg- ligen, südlich von Bückten und Bennweil, über Oberdorf, Tschoppenhof, Reigoldöweil und B r'etz weil fortläuft, zeigen in der Regel wenig geneig. le Schichten. Stärkere Senkung wird in dieser Gegend nur an verhälnißmäsiig wenigen Stellen beobachtet. Die Berge südlich von jener Linie bilden die höchste GebirgS- gruppe des VaSler Jura, und bestehen aus Schichten , die mehrentheilö unter mehr oder weniger starken Winkeln einfallen. Wir ziehen indeß jene Grenzlinie bloß zur Erleichterung der Uebersicht, und wollen dadurch keineswegs andeuten, daß zwischen den nördlich von ihr gelegnen horizontalen, und den südlichen geneigter» La- gern, eine schärfe Grenze in irgend einer Hinsicht statt finde. Die Schichten der Gebirge zwischen dem Rheine und der Grenzlinie liegen, wie gesagt , theils horizontal, theils sind sie wenige Grade südlich oder nördlich gegen den Horizont geneigt, und folgen nicht selten dem äußern Abhänge der Berge. Man bemerkt dabei, daß eine geringe südliche Neigung im Allgemeinen vorherrschend ist. Sie wird besonders bestimmt längs unsrer Grenz-/ liiiie/ von Oltigen biS Reigoldsweil; nur zwischen Reigoldsweil und Bretzweil verhält es sich anders. Der bume Mergel/ der hier hervorkömmt/ zeigt nebst den über ihm liegenden Rogensteinlagern / ein sanftes nörd^ liches Einfalle«. Ein solches nördliches Einfallen besitzt auch die Rogensteinmasse des DistelS oberhalb Bretzweil/ eines ziemlich hohen Berges. DerHolzeberg bei Ziefen zeigt aber schon wieder an seiner Südseite ein nicht unbeträchtliches südliches Einfallen / da hingegen bei Sehen die Bänke wieder schwach nach R. senken. Man trifft innerhalb des Raums, welchen die von uns bestimmten Grenzen umschließen / ausnahmsweise ziemlich geneigte Schichten/ und andere Zerrüttungen im Schichrenbau a«. So zeigt sich zwischen Hemmikcn und Ormelin. gen/ aufder rechten Seite der Straße/ eine südwestlich einfallende Masse des grauen Kalkmergels/ der gewöhnlich den Rogenfteitt zu unterteufen Pflegt ; da dasselbe Gestein auf der linken Seite der Straße/ so wie alle andre Umgebungen/ südlich.einsenkt. Zwischen Zegligen und Teckna«/ an der Fel- fenwand/ welche beim Gießen die linke Seite des Ei- thals bildet / zeigt sich eine merkwürdige Biegung der Schichten des Rogensteins, die freilich nur auf eine geringe Weite sich erstreckt, Zwischen Sisfach und dem Rußhof findet man einen Rogenstein / der gegen W. fällt. Eine Verschiebung, den Rücken im Steinkohleuge- birge nicht unähnlich/ wird am Wasserfalle derErgol; bei Liest all beobachtet Die Felsen, worüber die Ergötz an dieser Stelle herabfällt, bestehen aus dem grauen mergeligen Kalkstein, auf welchem der Rogenstein gemeiniglich aufgelagert ist, Die obern Schichten sind fest, die untern weicher und mergelartig. Am nördlichen Theil des Felsens bemerkt man eine Masse von bedeutender Ausdehnung, aus den obern, fester» Lagern bestehend, mit etwas veränderter Schichtenstellung neben den untern weichern Schichten der Hauptmasse liegend. Diese Masse muß folglich von den obern Schichten, mit welchen sie in ihrer Natur übereinkömmt, sich abgelöst haben, und der Spaltungsfläche nach in ein tieferes Niveau herabgesunken seyn, Bei der Beuckenweid, zwischen Bubendorf und Ziefen, bemerkt man weit sichtbare Rogenstemfel- sen, die unter einem beträchtlichen Winkel nach S. einfallen. Hingegen neigen sich die Schichten des Rogen- steinS an der Kastelenfluh, zwischen Arboltsweil und Titte rten, etwa 30 ° N. Diese plötzliche Einsen- kung , mitten zwischen horizontalen Umgebungen, mag wohl die Erhebung der auf der Gebirgöebne ganz isolirt stehenden Kastelenfluh veranlaßt haben. Die Schichten, worauf das Schloß Reifen stritt zwischen Titterten und ReigolSweil gebaut war, stehen senkrecht. Die Streichungslinie läuft W ° westlich von N. Besonders große Störungen in dem Schichtenbau dieser nördlichen Gegend haben aber in der Nähe des Birs- thales statt gefunden, wo das Juragebirge auf dem rechten Ufer der BUS ziemlich schroff abbricht, und un- ser den jüngern Bildungen sich verliert. Wir wollen diese Erscheinungen iu ihren Einzelheiten durchgehen. Nicht weit von Basel , in dem Steinbruche von St. Jakob, kömmt der ältere Rogenstein unter den Geröll- ablagerungen hervor. Er fällt so ° W. ein. Die Mergelablagerungen bei der neuen Welt zeigen noch ungefähr dasselbe Streichen, der Einfallswinkel ist aber nur noch zo ° bis 4o" W., und nimmt bei den obern/ mehr westlich gelegenen Schichten schnell ab. Bei her Mönchensteiner Brücke weicht die Streichungslinie des Rogensteins und des ihn unterteufenden Mergels 20 ° westlich von N. ab, und das Einfallen ist westlich. Die bunten Mergellager aber, und das GyPsflötz beim Afp fallen 10 ° bis 30° gegen S., da hingegen die über ihnen liegenden Nogcnsteinschichten, welche auf dem Wege von der Brücke nach Mnchenstein erscheinen, etwa 60 ° gegen W. S. einsenken. Die StreschungSlinie welche von St. Jakob an parallel mir den Meridiane fortge. laufen ist, biegt sich also in der Gegend von der Mönchensteiner Brücke allmählig um. Man glaubt hier die Ursachen dieser Beugung Mehmet- scn zu können, denn in dem Winkel kömmt bei der Rü- tihardt der Mißliche Kalkmergel mit Horsteini,Leren - flach nördlich einfallend zum Vorscheins Diese zu der ältern Gruppe deö rauchgrauen Kalksteins gehörende Ge- biegsam, welche in der Gegend nur an diesem einzigen Punkte erscheint, ist hier offenbar in einer abnormen Lage. ES scheint / als wenn die ungewöhnliche Erhebung der ältern Gebirgsart an dieser Stelle, den Abfall der aufgelagerten jüngern/ nach allen Seiten hin bewirkt hätte. Dorf und SchloßMönchenstein ruhen auf Felsen des weißlichen/ jüngern Jurakalks. Am Schloßherge glaubt man Schichten zu bemerken, die etwa 7o " gegen S- O. einsenken. Mehr östlich erstreckt sich ein Rogen« steinberg von Mönchenstein gegen Arleüheim. Es sind die Vorhügel der Winter Halde, Sie zeige»/ in Uebereinstimmung mit vielen Bergen, die aus älterem Rogensteine bestehen, auf der Nordseite bei Mönchen- stet» ein schwaches nördliches, auf der Südseite beim Schloße Reichenstein, ein schwaches südliches Einfallen. Vom Schloße Rrichegstein über ArleSheim gegen Darnach zu, erscheint wieder der jüngere Jurakalk in mächtigen Bänken, welche ungefähr von N. nach S. streichen, und westlich einfallen. Sie werden unterteuft von Schichten des ältern Nogenstemö, die ein ähn. ches Einfallen zeigen. (Besonders stark ist es an der Straße von Arlesheim nach der Gempenfluh.) Auf der Höhe biegen die Rogensteinschichten sich um, werden horizontal, und erscheinen wieder bedeckt vom jünger» Jurakalke der Gempenfluh. Im BirSthgle selbst, wenn man von Tuggigen gegen die Belzmühle ansteigt, trifft man auf Rogensteinschichten, die erst sehr steil gegen N., dann aber südlich einfallen, und bedeckt werden von großen horizontal liegenden Flühen des jünger» Kalkes, die das BirS- thal begrenzen, und sich östlich Über die Gehirgsebye von Hobel erstrecken. Das Blauengebirge, was sich unmittelbar auf der linken BirSftite erhebt, und von da gegen Weste» fortläuft , zeigt in seine» Erscheinungen mehr Ähnlichkeit mit den Gebirgen zunächst dem höchsten Kamme des ° Jura. Die Streichungslinie der Schichten läuft ziemlich genau von O. nach W. Sie weicht nur wenige Grade Nördlich von O. ab. Die Schichten des jünger« Jura- kalks von Pfeffingen biö zur Klug fallen flach nördlich ein. Nur die Felsen, worauf die Ruinen des Schlosses Mönchsberg stehen, zeigen ein schwaches südliches Emfallen. Bei Grellin gen kömmt ein wenig gewölbter Rogensteinrücken zum Vorschein. Auf der Nordseite bedecken ihn die nördlich eingesenkten Schichten von Pfeffingen, auf der Südseite die Bänke, die über Nenz- lingen sich hinziehen und wenige Grade gegen S. geneigt sind. Die letztem lehnen sich zugleich an den eigentlichen Blauen an, welcher aus einem bestimmten Schichten, gewölbe ältern Rogensteins besteht. Auf der Südseite des Berges fallen die Schichten südlich ein Sie unterteufen die Mergellager, welche sie vom festen, jiingern Kalk- steine sondern. Die Schichten wölben sich über den Berggipfel hinüber, liegen auf demselben horizontal, zeigen aber auf dem nördlichen wieder ein beträchtliches nördliches Einfallen. Nicht weit unterhalb des höchsten Gebirgsgrates, auf der Nordseite, stehen einige weit sichtbare Flühen weißlichen jungem Kalksteins, unter einem starken Winkel südlich einfallend. ( S. Fig. m.) Man bemerkt diese Erscheinung von Flühen jünger« Kalksteins, die mit entgegengesetztem Fallen unmittelbar auf einer Rogen, steinfläche zu liegen scheinen, an mehrern Orten im niedrigen sowohl als im Höher» Theile deS BaSler Jura. So kehrt die aus jüngerm Jurakalk bestehende Schauenbur- ger Fluh ihr AuSschießen gegen N.; man muß also annehmen , sie falle südlich ein; denn mit Bestimmtheit läßt sich, der Mächtigkeit der Bänke wegen, die Lage der Schichten nicht festsetzen, Die Schauenbnrger Flnh liegt aber än der Südseite eines flachen aus älterm Nogenstei- Ne bestehenden Rückens an. Eben so findet man steil südlich einfallende weißliche Kalksteinfluhen beiBachthalenun- weit Langen brück, unmittelbar an den steil nördlich ein- fallenden ältern Nogensteinschichten der Nordseite der Wannenfluh. Eine specielle Nächweisung der Ursachen dik fer Erscheinung , läßt sich freilich nicht leicht geben. Das Hofstetter Th al, ein von D. nach W. fortziehendes Längenthal, sondert die große, langgestreckte Masse deS BlauenS von einer aus jüngerm Jurakalke be- stedenden Dorkette, welche im Süden gegen daS Hofstetter Thal flach südlich, auf der Nordseite gegen das Lei- menthal nördlich, und zwar ziemlich steil einfällt Bei Landskron z. B. an der Fortsetzung der Kette ist der Winkel über 60 °. BeiFliehen ist diese Vorkette durchbrochen. Wahrscheinlich hat eine lokale Störung im Schichtenbau zum Durchbrüche an dieser Stelle Veranlassung gegeben; denn ungeachtet die Menge der Zerklüftungen, und die Gleichförmigkeit des Gesteins die Bestimmung der wahren Lage der Schichten erschwert, so glaubt man doch ein Streichen, welches nur 20° östlich von N. abweicht, zu bemerken. 3) Schichtenbau der höchsten Ketten. Die Gegenden, welche südlich von der oben gezog. Nett Grenzlinie liegen, bilden den höchsten Theil des Juragebirges im Kamon Basel. Sie bieten die mannigfaltigsten Lagen der Schichten dar , und sind, wegen der Menge ausgezeichneter Erscheinungen, für die Theorie am lehrreichsten. So verschieden die Einsenkung der Schichten ist, so kann man dennoch behaupten , daß das südliche Einfal- len im Allgemeinen bei weitem vorherrscht. Man bemerkt indessen nicht selten völlig senkrechte und auch nördlich einschießende Schichten. Bei der nähern Beschreibung machen wir den Anfang im Osten, und werden uns der Grenzlinie nach gegen Westen ziehen. Die größrentheilS aus rauchgrauem Kalksteine bestehende GebirgSmaffe, welche von der Schafmatt oberhalb Oltigen sich gegen Zeglige n zieht, zeigt ein bestimmtes Einfallen gegen S. unter Winkeln, die in der Regel 20 ° nicht übersteigen mögen, Ein ähnliches Einfallen zeigt der rauchgraue Kalkstein zwischen Zeg. ligen, und dem vom niedern Hauenstein nach Länfelfingen und Bückten sich herunterziehenden Tha- le. Er begreift die große Masse des WiesenbergeS, welche auf der Nordseite unter wenigen Graden, auf der Südseire, beim Dorfe Wiesen, unter 45° nach S. ein. schießt. Nördlich vom Wiesenberg liegt der ebenfalls stach südlich einfallende Rogenstein des Homburger Berges. Südlich von der Masse des rauchgrauen Kalk. steinS legt sich, in wenig nach S. geneigten Bänken der ältere Rogenstei», mit den ihn unterteufenden Mergel- lagern, über ihn weg. So sind die Schichten der Geiß. fluh oberhalb Oltigen, die des Lötschberges uud der dem Wiesenberge gegenüber stehenden Wiesen- fluh nur wenig geneigt. Man bemerkt z. B. auf der Nordseite des Thals, in welchem das Dorf Wiesen liegt, die 45 ° S. einfallenden Schichten des Wiefenber. ges, auf der Südseite hat aber der weißliche, Hornsteine einschließende Kalk, der über ihm liegende, Gryphtten enthaltende Mergel, und der noch höher anstehende ältere LO Rogenstein, ein Einfallen von höchstens lO°S. In den Bergen, die noch südlicher liegen , als die Grenzen unsrer Karte, herrscht ebenfalls das südliche Einfallen vor. So z. B. von der Schafm att bis Aarau, wo die Jura- schichten unter derSattdsteinformation(Molasse) der ebnen Schweiz sich verlieren. Nach der Saussürischen Theorie wären also alle diese großen GebirgSmassen nur Theile der südlichen Hälfte eines SchichtengewölbeS. Man dürfte dann bil- lig fragen wo die ungeheuern Massen, welche das Schich- tcngewölbe des WiesenbergeS und der Spitzfluh oberhalb Zegliygen gegen Norden hättrn ergänzen müssen , hingekommmen seyn mögen, insonderheit da die nördlich gelegnen Rogensteinhöhen alle noch etwas gegen S. einfallen. Wenn in diesem Gebirgsstrich die südliche Einfenkung die vorherrschende ist, so, daß aus einer gewissen Feine betrachtet, alle großen GebirgSmassen bestimmtes Einschie- ßen gegen S. zeigen, so bemerkt man doch, wenn man die Gegend in der Nähe untersucht, einzelne kleinere Massen, die eine abweichende Lage haben. Besonders mannigfaltig zeigen sich in dieser Hinsicht die Felsen an der Straße von Oltigen nach der Schafmatt. Man trifft erst Rogenstein an, welcher 4o ° gegen W. fällt; die Schichten drehen sich aber bald, und senken 3o°S> ein; darüber liegt rauchgrauer Kalk in ähnlicher Lage; we- nige Schritte höher zeigt er aber steiles Einfallen gegen N. Auch an der Straße am niedernHauen- steine bemerkt man an einer Stelle, des sonst überall südlich einfallenden ranchgrauen Kalks, ein kleines, vollständiges, nach N. sich hinüberbiegendes Schichtenge- wölbe. > Der Mich einfallende rauchgraue Kctk setzt von Laufet fingen über die beträchtliche Masse des Wal- tenbergeS gegen Eptigen fort. Auch in dieser Gegend zeigt sich die südliche Einsenkung vorherrschend jedoch mit Ausnahme. Das Thal/ welches unterhalb Ep" tigen gegen die Lauchfluh sich eröffnet/ zeigtzubei- den Seiten Rogensteinfelsen, die nach entgegengesetzten Himmelsgegenden einfallen. Die Felsen auf der Nordseite / so wie die Nordseite des aus Rogensiein bestehenden Eichbergeö bei Eptigen, fallen etwas nördlich ein."') Die Einsenkung setzt indeß nicht weit fort, denn der ältere Rogenstein am ziemlich erhabenen Dietis- berge, südlich von Käner linden, fällt unter einem beträchtlichen Winkel gegen S., und auch die Rogett- stcinmassen südlich von Benn weil, zeigen eine südliche- obwohl nicht so beträchtliche Einsenkung. Der Rogensteinhügel auf der Südseite jenes Thals, so wie die Süd^ feite des Eichbergeö, dessen Rogenstcin den rauch- grauen Kalk desWaltenbergeS zu mirerteüfen scheint, fällt wieder flach gegen S. ein. Dieselbe Lage zeigt die Saudfteineinlagerung beiWaldbnrgsstuhl. Mehr südlich liegt wieder rauchgrauer Kalk, unter verschiedenen Winkeln gegen S. einfallend. In der Nähe des Rogensteins und des Sandsteins hat er ziemlich dieselbe Lage, wie diese Gebirgsarten; mehr südlich stehen seine Schichten senkrecht; noch höher ist die Neigung wieder geringer. Noch mehr gegen S. hinansteigestd, trifft man beim Belchen SennhauS den grauen mergeligen Kalk, *) Den besten Ueberblick über die interessanten Schichten- verhültmffe dieser Gegend hat man auf der hohen Stelle bei Bennweil., 6 mit Einlagerungen von rogensteinartigem Eisenstein 70 6 gegen S. geneigt/ »nd endlich am höchsten Grat desGe, birges die senkrechten Nogensteinschichten der Beichen FluheN/ welche gegen Osten über den Dürr eck nach derKaltenFluh fortsetzen/ und daselbst eine südliche Einsenkung annehmen. Von Eptigen an bis zur Wasserscheide / bemerkt man also südliches Einfallen unter verschiednen Winkeln, und Vertikalschichten. Eine einzige Ausnahme scheint ein Gypsflötz zu machen, welches unmittelbar auf der Nordseite der Belchen Fluh zu Tage ausgeht/ und gegen N. geneigt ist. Auch hier müßte man manche Zerrüttungen annehmen / bis man in allen steil stehenden Schich. ten zwischen der Belchen Fluh und Eptigen/ Spuren von einem oder mehrern regelmäßigen Gewölben nachzuweisen im Stande wäre. Westlich von Eptigen erhebt sich die Lanchflnh/ ein hoher Rogensteingrat/ der unter dem Namen des RehhagS bis Waldenburg sich erstreckt / und jen- seit des Waldenburger Thals über den Richtiberg von O. nach W. fortsetzt. Diese Rogensteinbänke haben an derLanchfiuh eine starke südliche Neigung; sie richten sich am Reh Hag ganz auf/ fallen sogar an einigen Stel« len eher gegen N. ein; bei Waldenburg und jenseit des Thals wird aber die Einsenkung allmählig wieder südlich. Nördlich von diesem ausgezeichneten/ weit sichtbaren Grate liegen Mergelschichten / und noch mehr nördlich der rauchgraue Kalkstein/ welcher meist / von der Lauchfiuh an bis über den Tschoppenho f/ unter bedeutenden / jedoch sehr verschiedenen Winkeln süd, lich einfällt/ oft sogar senkrecht steht. Die Nogensteinschichten der Lauchstnh werden bald ziemlich horizontal, und setzen südlich über die Gcißfluh fort, welche ihre hohe Felswand gegen Westen kehrt. Die ganze GebirgSmasse zwischen der Geiß. stuh und dem Waldenburger Thale, ist in verschiedne Berge abgetheilt, deren Schichten alle, zum Theil ziemlich steil nach S. senken. Oberhalb dem Kilch Zimmer und dem Schönthale erscheinen wieder in geringer Ausdehnung NogcnsteinfluheN, die etwas nördlich einfallen, mehr gegen Süden zeigt sich aber schon wieder südliche Neigung. Der Rogenstein der senkrechten Schichten der Belchen Flühen setzt eigentlich fort über den Berg, welcher die südliche Einfassung des Schönthals bildet, bis zum höchsten Punkte der Ha treuste ine r Straße, und von da noch weiter, südlich von den Bilsteinen. In dieser ganzen Ausdehnung besitzt der Rogenstein ein südliches Einfallen. Eine Unregelmäßigkeit zeigen diese Schichten an der Hauensteiner Straße unweit Langen brück; sie biegen sich nämlich wie ein 8/ indem sie erst südlich, dann nördlich, endlich wieder südlich einschießen. Parallel mit diesen letzterwähnten Rogensteinhöhen, welche als Fortsetzung der Belchenkette angesehen werden müssen, ziehen sich südlich zwei andre nette», zwischen welchen die Schwenge liegt. Die nördliche fällt steil nördlich ein; die südliche, zwischen derSchw enge und Bärettweil, südlich. Auf der andern Seite deS Langenbrncker Thals vereinigen sich beide Ketten an der großen Masse der Wann enfiuh, welche zum Theil aus Rogenstein besteht, der auf der Südseite gegen S. einfällt, auf dem Gipfel des Berges horizon- ral liegt, auf der Nordseitc / gegen Bachthalenzü, aber wieder steil nach N. einschießt. Zwischen dieser Nordseile und dem Rogensteingrate/ der oberhalb der Bilstei- ne stch hinzieht (der oben erwähnten Fortsetzung der Belchenkette) liegen Gebirgsamn der jünger» Gruppe, in steilen südlich einfallenden Schichten. Die Wannenfluh zeigt also im Großen dasselbe Phänomen- welches derEichberg bei Eptigen im Kleinen.«zeigt. Die Schichten bilden an ihr ein Gewölbe,- welches aber bei der Fortsetzung gewaltsam getheilt erscheint, und in zwei verschiedentlich einfallende, getrennte Gebirggrate sich sondere. Wie wenig übri. gens auch die Wölbung an der« Wannenfluh mit der Sausslirischen Theorie übereinstimmt, zeigt sich schon daraus , daß im Mittelpunkte dieses, auf der höchsten Erhebung des Jura liegenden SchichtengewölbeS, keine Vertikalschichten angetroffen werden, sondern die geneigtesten Schichten bilden die Seitenflächen des Gewölbes. Ferner sollten die Vertikalschichten des Reh Hags, der ursprüngliche Mittelpunkt einer Kette seyn. Wenn aber. auch die steil südlich einfallenden Schichten auf der Südseite des Rehhags einigermaßen im Einklänge wären mit der Sauffürischen Ansicht, so sucht man auf der Nordseite vergeblich Schichten, die den nördlichen Theil des Gewölbes bilden sollen. Alle fallen im Gegentheil ebenfalls gegen S. Wir haben der hohen Geißfluh erwähnt , die aus horizontalen Bänken besieht. In der Streichungslinie der Bänke sollte also die horizontale Lage fortsetzen. Gegen Osten, am Fuße des hohen Fel- senabstnrzeS, liegen aber jene mannigfaltigen südlich ein- fchießendenallmählig gegen die Belchenfluh sich erheben, den Berge von Eptigen. Solche Erscheinungen deuten offenbar auf gewaltsame Erhebungen tiefer liegender Schichten. Derznsammenhängende Felsengrat desRehhag 6, wel« cher meist südlich, zum Theil aber auch nördlich einschießt, macht uns auf eine Erscheinung aufmerksam, welche bei solchen gewaltsamen Zerrüttungen, wie die ursprünglich flach liegenden Schichten dieser Gegend erlitten haben müssen sich wohl zuweilen ereignen dürfen. ES können nämlich Schichten ganz umschlagen, und obere Theile-unter die untern zu liegen kommen. Man denke sich, da^tz.ie No- gensteinschichten des SsehhagS, eheste in ihre gezeigte Lage versetzt worden sind, mit einer später abgesetzten EebirgSart bedeckt gewesen wären, welche bei den erfolg, ten Revolutionen sich nicht von ihnen losgetrennt hätte, so würde man offenbar an einigen Stellen der steil ein« schießenden Wand, den Nogenstein als ummerrfende, an andern als unterteufte Felöart finden, Ohnehin kann man in Gegenden, wo die zerrüttenden Kräfte die Schichten von einer ursprünglich horizontalen Lage in eine senkrechte versetzt haben, nicht dafür einstehen, daß diese Grenze zuweilen nicht überschritten, und das Oberste zu umerst gekehrt worden ist. - Doch wir sah, ren in der Darstellung der Thatsachen weiter fort, Der rauchgraue Kalkstein beim Dürrenberg, und der bunte Mergel an denBilsteinen fallen südlich ein, den südlich vca ihnen hinlaufenden Rogensteinrücken un« terteufend. Der Nogensteinfels, dem die neun Prun« nen enrqmllen, liegt horizontal, von mergeligen Gebirgs« arten unterteuft, die mehr nördlich wunderbare Krüm« mungen annehmen, und steil gegen S. emschttßen. Der Rogenftein des Richtibergs, der oben erwähnten Fortsetzung des Reh Hags, auf der linken Seite des Waldcnburgcr Thalsschießt am südlichen Fuß des Berges/ muschUche, jüngere Mergellager unterteil, send/ nicht sehr steil gegen S. ein / krümmt stch aber gegen den Berg hinansteigend, in einem Bogen/ der seine Convcxität der Erde zukehrt, so daß die südliche Nci- gmig am Grate des RichlibergS sehr steil ist. Solche schöngeschweifte bogenförmige Linien, welche für eine Veränderung der Lage der Schichten in einem weichen Zustande, oder für ursprüngliche Bildung der sehr ge' neigten Schichten könnten schließen lassen, trifft man ungleich seltner an, als Wölbungen mit eckigen Unterbrechungen, die gewaltsame Einsetzungen an bereits konso- Mitten Schichten anzeigen. Der Rogenstein der Gebirgskämme, welche von den Umgebungen des Kellenbergs stch gegen W. bis zum Gipfel des Paß mangs, und weiter hinziehen, fällt gegen N. ein. Am Grate desPaßwangS wird das Einfallen um so steiler, je westlicher die Stellen liegen. Auf der Südseite bildet die Paßwangkette einen ungeheuren Felsabsturz / und auch hier ließe sich wieder fragen: welche Kräfte die fehlenden Theile deS großen Schich- tengewölbeS, von dem nach Saussüre der Paßwang nur einen Theil machen müßte, möchten losgetrennt haben? Nördlich von diesen gegen N. einsenkenden Rogenstein- kettcn steht jüngerer Jurakalk an. Die Phänomene stnd indeß der ganzen Länge nach nicht überall dieselben. So trifft man nördlich vom Kcllenberg noch äl- jcrn Rogenstein an, der aier steiler gegen N. einfallt als der Kellenberg selbst; dann aber schwach südlich genüg, ten jünger» Jurakalkstein. Wenn man von der Kapelle, über die Wasserfalle nach Neigoldüweil hinuntergeht, so findet man erst muschlichen, jünger« Jurakalk, nördlich ein- fallend, über den nördlich einfallenden dichten Rogen- stein des PaßwanggrateS weggelagcrt; dann jünger» Kalkstein in senkrechten Schichten bei der Wasserfalle; Abänderungen derselben Formationsgruppe, schwach süd- lich einsenkend, beim Heruntersteigen von der Wasserfalle ; am Fuße stach südlich geneigten ältern Nogenstein; endlich rauchgraüen Kalk, in südlich einfallenden, oft ganz senkrechten Schichten, bei Reigoldöweil> Die Flühen des VogelbergS, welcher das V o. genthal auf der Südseite einschließt, bestehen über- Haupt aus jüngerem Hellem Kalkstein, dessen Schichten bei der Wa sse rfa lle senkrecht stehen, und bis zum D o. genthal SennhauS sich allmählig neigen, daselbst jedoch kein unbeträchtliches nördliches Fallen besitzen. Bet derUlmatt läuft, nördlich von diesen Flühen, ein senkrecht stehender Grat von älterm Rogenstein. Mehr gegen N. ist das Einfallen wieder nördlich , zum Theil ziemlich steil, wird aber dann an den Flühen, die gegen das Bretzweiler Thal hervorstehen, schwach südlich- Der No. gensteinfelsen des Ramsterner Schlosses hingegen, scheint wieder ein nördliches Einfallen zu besitzen. Ein steiles nördliches Einfallen zeigt auch der vorliegende rauchgraue Kalk. Etwas mehr gegen Osten, bei Lau. weil, scheinen hingegen die Massen des rauchgrauen Kalks nur auf der Rordseite ein nördliches, sonst ein vorherrschendes südliches Einfallen zu zeigen. Nähere Auseinandersetzung -er LagerungsverhältttG der verschiedenen Gruppen der Juraformation. Wir haben die Juraformation in vier Gruppen ab, getheilt: die des rauchgrauen Kalkes, des biiri- ten Mergels, des ältern RogenfteinS und des » jünger« Kalksteins. Gleich bet der Festsetzung dieser Eintheilung mußten wir aber bemerken, daß, wenn auch in den nähern Umgebungen von Basel eine bestimmte Lage- rungsfplge zwischen diesen vier Gruppen nachgewiesen wer. den könne, in den hohem Gegenden verschiedene Erschei, nungen aufträten, welche diese Ordnung verrücken. Wir werden nun die Behauptung durch Auseinandersetzung verschiedner Beispiele belegen, welche besonders deutli. che Verhältnisse darbieten. Es schien mir zweckmäßig, die Darstellung des SchichtenbaneS, welche über die Be- schaffenheit der Gegend eine klarere Ansicht an die Hand geben sollte, diesen Erörterungen vorausgehen zu lassen. Bei der Beschreibung des rauchgrauen Kalksteins, haben wir der Einlagerungen des bunten Mergels Erwähnung gethan. Man findet aber auch große Massen des rauch, grauen Kalksteins auf den Hauptmassen des bunten Mergels aufgelagert. Besonders deutlich läßt sich dieß an den Horizontalschichten zu beiden Seiten des Thals zwischen Mei sprach und Buus beobachten. Unten im Thal von Meisxrgch steht sehr ausgezeichneter bunter Mergel gn; man findet darin Gryphiterr, imd andere ihn auszeichnende Versteinerungen. In einer gewissen Höhe wird der bume Mergel mehr steiniger Natur, die Schichten werden fester, von grauer Farbe, zeigen anfänglich zm» Theil noch einen erdigen Bruch, sind wechseln noch häufig Mit Mergellagern; oben werden fie aber ganz dem danm'chichtigen ranchgrauen Kalke ähnlich, und halten Kalzedon. und Hornsteinnicren eingelagert. Der ranchgraue Kalkstein erscheint noch südlicher als diese Lager von BuuS und Meifprach längs dem höchsten Grate des Jura/ von der Schafmatt an bis Epti- ge» und von da wieder bis Bretzweil, wo er stch auszukeilen scheint. Die Verhältnisse deS ranchgrauen Kalkes dieser Lager, sind demjenigen, der zu beiden Seiten des Weins zu Tage ausgeht, und dem von Buus, Meisprach und Wi ntersingen, so ähnlich, daß man die Identität kaum verkennen kann. Dieselbe ausgezeichnete Absonderung in wenig mächtige Schichten, derselbe Ue- Hergang in einen schmutzig gelben, oft zerbröckelnden, rauh anzufühlenden Mergel, dieselben meist von buntem Mergel begleiteten GypSeinlagerungen, endlich die so charakteristischen, in dieser Gegend freilich etwas seltneren Hornsteine. An Versteinerungen scheint indeß dieser südliche rauchgraue Kalk etwas reicher zu seyn. ES sindChamiten, Lere- bräteln. An mehrern Stellen (zwischen der Schafmatt und Zegligen,Wiesen berg,NeigoldS weil, Lauweil) erscheint aber das Gestein, welches in diesen Fällen gewöhnlich eine etwas hellere Farbe anzunehmen pflegt, ganz erfüllt mit Entrochiten, eine Versteinerung , die ich im rauchgrauen Kalke der Umgebungen deö Weins nicht gefunden habe» Die nördlich von diesem ranchgrauen Kalksteine liegenden Gebirgsarterr, d. h. der ältere Rogenstein, und mehr gegen Westen die Abänderungen des bunteü Mergels fallen alle, von Oltigen bis über Niederdorf, dem rauchgpauen Kalke zu. In hex Nähe der Auflage- rungsebne- mit gleichmäßigem südlichem Einfalle»/ erscheint der rauchgraue Kalk- Schon diese Beobachtung thut dar / daß derselbe auf jenen andern GebirgSarten aufgelagert ist/ und schwerlich würde dem Beobachter jemals eine andere Meinung zu Sinne komme»/ wäre er nicht gewohnt in der Rahe des Rheins den rauchgrauen Kalk unter dem Rogcnsteine / und den großen Ablage-- rnngen des bunten Mergels zu finden. Auf den ersten Blick könnte einem sogar die Erscheinung den rauchgrauen Kalk in diesen Gegenden wieder in höherm Niveau vorzufinden/ natürlich vorkommen. Da an mehrcrn Stellen dieser Kaltstein gerade da wieder hervortritt / wo die Schichten eine mehr geneigte Lage anzunehmen anfan- gen/ so könnte man vermuthe»/ es seyen längs dieser Linie die Gebirgsmassen gehoben worden. Die Hebung / welche die gegen Norden liegenden Gebirge nicht merklich verrückte/ sey Ursache des Hervortrecens der ältern GebirgSarten in einem höher» Niveau/ als die nördlich gelegnen jünger«/ und habe zugleich den ursprünglich horizontalen Schichrungsabsonderungen eine geneigte Lage gegeben. Diese Meinung- so ansprechend fie auf den ersten Blick auch scheinen mag/ kann aber bei einer genauern Prüfung nicht Standhalten. Die Erscheinungen beiMei- sprach lehren vorerst schon, daß die Lagerungsverhältnisse der GebirgSarten / welche man in der Nähe von Base! wahrnimmt , nicht durchgreifend statt finden / indem man daselbst / und zwar in den Gegenden der Horizonealschich^ ten, den rauchgrauen Kalk auf der Gruppe des bunten Mergels abgesetzt findet. Dann aber hebt mir der Grenz, linie des rauchgrauen Kalks im höhern Theile des Kantons Basel, nicht überall eine geneigtere Schichtenstel- lung an. Im Gegentheil scheint an den meisten Stellen der Linie die Lage der Schichten des rauchgrauen Kalks- und der ander» vorliegenden GebirgSarten, gleichmäßig zu seyn; erst etwas mehr südlich fangen die geneigtem Einschießungen an. Man wird z. B. schwerlich bc« Häupten können, daß die bunten Mcrgellager zwischen- Bennweil.und Höllstein, den am Berge zwischen Bennwcil undNiederdorf, meinem höher»Niveau anstehenden, gleichmäßig gelagerten, rauchgrauen Kalk nicht unterteufen. Endlich aber kann man die unmittelbare Auflagerung von rauchgrauen, Kalk auf Rogen- stein beobachten. Eine interessante Stelle in dieser Hinsicht ist an dem Wege von Oltigennach der Schafmatt. Manbe« obachtet daselbst südlich einfallenden Nogenstein; unmittelbar auf ihm, in gleichmäßiger Lagerung , einen grauen hlättrig-körnigen Kalkstein, welcher Wasserkiesnieren und Kalkspathdrusen in sich schließt, und noch höher den gewöhnlichen rauchgrauen Kalk. Also ein völliger petro- graphischer Uebergang von Nogenstein in den rauchgrauen Kalk, an einem und demselben Felsen wahrnehmbar, und einen um so sprechender» Beweis für unsre Behauptung liefernd, da man in den Umgebungen von Basel niemals etwas AehnlicheS, zwischen dem tiefern rauchgrauen Kalke, und dem hohem Rogensteine bemerkt. Diese Gebirgsarten gehen daselbst nie unmittelbar in ein- ander über, sondern sie sind überall wo ich sie beobach- ter habe, d» rch mehr oder minder mächtige Mergelab- lagcmngen getrennt. So trifft man auch, wenn man von Häfelfingen am FnßedesWiesenb er ges gegen den Ramsen hm- gnsteigt, erst rauchgrauen Kalk, dann eine von O. nach W. hinziehende kleine Rogev.steinfluh, über derselben wieder rauchgrauen Kalk. Folglich eine deutliche Einlagerung des Rogensteins im irauchgranen Kalke. Auch zwischen den ziemlich steil südlich einfallenden Schich? ,ten des rauchgranen Kalksteins und des Rogensteins, welche man im Heruntersteigen von der hohen Stelle hei Bennweil nach dem Dorfe Bennweil antrifft, scheint ein U(Hergang start zu finden. Aus allen diesen Erscheinungen glaube ich folgern zu können, daß die Auflagerung des längs den höchsten Gebirgsketten erscheinenden rauchgranen KalkS auf dem No- gensteine, eine wohl begründete Thatsache ist. Ueber den rauchgranen Kalk legen fich dann die Gryphitenfüh- renden Mergelarten, und noch höher wieder der Rogen- stein an, waö man z. B. besonders deutlich in der Um. gegend von Wiesen beobachten kann. In Rücksicht der übrigen Formationsgruppen haben wir bereits bemerkt, daß der helle Kalkstein , den wir unter dem jüngern Jurakalke begriffen haben, nicht immer scharfvom ältern Rogenstein gesondert erscheint; daß man auch in einigen Gegenden, wie z. B. beim Meien- fels, mitten im charakteristischen bunten Mergel, Ro- gensteinmassm antreffe, Wir müssen jetzt noch die Beschreibung des bunten Mergellagevs liefern, welches von Diegten fich über BennweilundNiederdorf fortzieht, weil dasselbe für Erörterungen dieser Art besonders geeignet ist. Dieses ausgedehnte Lager fällt schwach südlich ein; eben so der ihm gegen R. vorliegende Rogenstein. ES Wird also von letzterem unterteuft. Zwischen W itliS- hnrg und DLegten wechselt mit dem Rogenstein ein gelblich grauer Mergel, und ein gelblicher grauer Kalk. stein von umschlichen, Bruch. Der Kalkstein ist in wenig mächtige, mit Mergel wechselnde Schichten abgetheilt. Man bemerkt darin Wasserkieöpnnkte, und Versteinerungen von Pektinitenund Entrochiten. Im Thal von Diegten, und noch mehr längs dem südlich gelegnen, südlich einfallenden Rogensteinberge zwischen Eptigen und Bennweil, wird der Mergel röthlich, meist fieischroth, an einigen Stellen aber stark braunroth und eisenhaltig; zugleich erscheint er ganz zerbröckelt. Er setzt von hier, ziemlich unter derselbe» Gestalt, gegen HLllstein und Lampenberg fort, hält sehr oft Einlagerungen von splittrkgem und musch- lichem weißlichem und gelblichgrauem Kalkstein, auch' von Nogenstein, welcher in seiner Beschaffenheit mit dem älter» Rogenfteine völlig übereinkömmt. Diese Kalkstein- einlagerungen sind bisweilen so mächtig, daß sie für sich allein beträchtliche Hügel bilden. Oberhalb Bennweil nimmt der Mergel die Ge- statt des charakteristischen bunten Mergels an, mit seinem auffallenden, auf mannigfache Art wechselnden, dunkel blaugrauen und braunrothen Farben. Man trifft in demselben eine bedeutende Rogensteinmasse eingelagert an, und in Kieselstubstanz umgewandelte GrvpHiten *) Aehnliche Gryphiten sinken sich noch höher, aM Fnße des.Nehhags und der Geißfluh, in den grauen Mcr- gelschichten, welche den Nogenstein vorn rauchgrimen Kalke trennen. Bruckner führt welche aus der Gegend von Läufel fingen an, und bildet sie ab. Sie zeichnen sich Lurch die rundlichen, aus einem bläulichen Kalzedon bestehenden Matzen an der Oberfläche aus. Solche Warzen unmittelbar über dem südlich einfallenden Nogenstein-- lager. Der charakteristische bunre Mergel setzt fort über Ried erdorf, wo er Gypslager enthält, und wird in der Nähe von Arboltsweil durch Rogenstein verdrängt. Ein zerbröckelnder, steischrothcr Mergel, mit beträchtlichen Einlagerungen von weißlichem Kalkstein, findet sich auch eingelagert im rauchgrauen Kalksteine, am Fuße des WiesenbergeS, zwischen Zegkigen und dem Mappräch.. In diesen Mergcllagern find also beinahe alle For- tnatiovSgrnppen des Jura vereinigt. Merkwürdig ist dabei, daß gewisse Versteinerungen, wie z. B. die Gry- Phiten, dennoch nur in gewissen GebirgSarten angetroffen werden, sie mögen nun über oder nnter den andern liegen. Nie habe ich z. B. Gryphiten im Rogen- steine oder im weißlichen Kalke gefunden, ungeachtet, wie wir so eben gesehen haben , diese beiden Gebirgs- arten im bunten, Gryphiten einschließenden Mergel eingelagert vorkommen. Es ist dies eine Erscheinung, worauf man wohl zu achten hat, wenn man die Versteinerungen bei Bestimmung der Lagerungsfolge der Ge- birgsarten zu Hülfe rufen will. Sie hat einige Aehn- lichkeit mit der Beobachtung, daß die Pfianzenverstei- sollen, wie mir Herr von Buch versicherte, gewöhnlich auf der Oberflache der versteinerten Muschel» wahrgenommen werden, wenn sie in Kieftlsubstanz, und nicht in Kalksnbstan; umgewandelt sind. nerurrgen vorzugsweise in thonigen , die Tbierversteine. rungen in kalkigen Gebirgsarlen sich vorfinden. *) Vergleichung -er Bayerischen Juraformation mit der Juraformation andrer Gegenden. Nachdem wir die Beschaffenheit des Basier Jura kennen gelernt haben / werden wir im Stande seyn eine Vergleichung mit den Kalksteinformationen vorzunehmen , die man in andern Gegenden der Erde wahr. nimmt. Vorerst werden wir trachten das Juragebirge ES verdient hier angeführt zu werden was Herr Charb ant ( a. a. O- S> 688. ) von der Verbreitung derGryPhiten in der Gegend von LonS le Saunier sagt: Die Untersten Bänke des auf die bunten Mergellager aufgesetzten , Gryphiten einschließenden Kalks, enthalten oft , bis auf 3 oder 4 Meter Höhe, Adern oder Trümmer einer Art kalkigen Sandsteins, welche in der Höhe an Mäch, tigkcit abnehmen, und unmerklich in den eigentlichen Gry. phitenkalk übergehen. Es ist bemerkenSwcrth , daß die untersten Bänke nicht einen einzigen Gryphiten in sich schließen , überall wo dieser sandsteinförmige Kalk sich vorfindet, da hingegen an den Stellen, wo er fehlt, Taufende von Gryphiten den bunten Mergel unmittelbar bedecken. " Mas wir also von der Verbreitung der Gryphiten im All, gemeinen angeführt haben, zeigt sich hier in einem einzelnen Falle bewährt; dieselben kommen nämlich nur in gewissen EedirgSarttn / von einer bestimmten Beschaffenheit vor, von Basel zusammenzuhalten mit den Erscheinungen / welche eS in andern Theilen der Schweiz darbietet. SaUssüre*) unterscheidet zwei Hauptverschieden- hetten im Kalkstein des Jura; einen ältern, grauen, an Mergcllagern und Versteinerungen sehr armen Kalkstein, und einen tun gern, weißlichen, porösen, welcher hingegen Mergellager und Ueberreste organismer Wesen in Menge enthalten soll. Diese Unterscheidung ist aber viel zu unbestimmt, und für die meisten Gegenden des Jura nicht nur nicht hinlänglich, sondern offenbar unrichtig. So ist z. B. der rauchgraue Kalkstein in der Gegend von Basel allerdings derjenige, welcher die unterste Stelle einnimmt, er enthält eben nicht viel Versteinerungen, ist aber sehr reich an mergeligen Einlagerungen. In den meisten Gegenden des Schweizer Jura scheinen indeß blos die Mergel, und die Kalksteinabänderungen unsrer dritten und vierten Gruppe hervorzukommen. Man kaun sich hievon überzeugen, wenn man das, was aus den Beobachtungen des Herrn von Buch im Helvetischen Almach für 1818. mitgetheilt ist, durchlieSt- Am westlichen Rande des eigentlichen Juragebirges , wo die ebnen Gegenden im Westen anfangen, zeigen sich auch die andern Gruppen. Die Arbeit des Hrn. Charbaut über die Gegend vonLonS le Saunier setzt u«S in den Stand, eine befriedigende Vergleichung anzustellen. Hr. Charbaut beschränkt sich gänzlich auf die nächsten Umgebungen jener Stadt, und Unterscheidet zwei Formationen. *) B. a. O. §. 313. u. ff. —— §7 Die ältere, die er Formation des Gryphi- teukalks nennt / besteht m den untersten Schichten aus einer beträchtlichen Anzahl mit Mergel wechselnder GypSlager/ aus welchen zum Theil die Salzqucl- len jener Gegend hervorkommen. Ueber den Gyps sind mächtige Lager von bunte «Mergel arten anstehend/ welchen hie und da Kalkstein, auch sogar ein schwaches Stein kohle ntrumm untergeordnet ist. Die oberen Lager dieser Formation bestehen aus einem bläulichen Kalkstein- der durch seinen Petrefaktenreichthum, vorzüglich durch die Menge der Gryphiten sich auszeichnet. Wir haben also hier, unter einer sehr charakteristischen Gestalt, die Gruppe des bunten Mergels der Gegend von Basel wieder. ES ist daher nicht unwahrscheinlich, daß man unter den GypSlagern, die bei LonS le Saunier häufiger, und mit mehr Regelmäßigkeit sich zu zeigen scheinen, als bei Basel, unsern rauchgrauen Kalk, und tiefer den ältern Sandstein antreffen würde. Der letztere scheint auch westlich von der hohen Jurakette an mehrern Orten anzustehen. Die zweite Formation nennt Herr Dharbaut die des Rogen st eins. Sie bildet die gegen die Hauptkette des Jura sich erhebenden Berge, und begreift unsre dritte und vierte Gruppe. Die untern Lager derselben bestehen aus grauen Mergelarten, die reich an Versteinerungen sind, und Kalksteinlager in sich schließen. Sie kommen überein mit den obern Lagen der Gruppe des bumen Mergels der Gegend von Basel, von welchen wir angemerkt haben, daß sie mit mehr Recht zum ältern R-genfi-in gezogen werden könnten. Sie enthalten sogar Lager des rogensteinartigen Eisensteins, dessen Beschreibung *) auf den unsrigen völlig paßt- Auf die Mergelarten folgen große Massen von Rogensteitt, welche in der Höhe in dichten weißlichen Kalkstein übergehen. Diese Kalksteinarten weichen von den kor. respondirenden in der Gegend von Basel nur darin ab, daß sie weit öfter kieftlige Nieren einschließen. **) Vergleichung der Juraformation mit den Deutschen Gebirgssormationen. Die bedeutende Ausdehnung, welche die GebirgS- massen in der Schweiz annehmen, bringt eine Aende. rung in ihrer Beschaffenheit hervor, welche ihre unmittelbare Vergleichung mit den ihnen entsprechende» For. mationen in andern Gegenden der Erde, namentlich mit den zum normalen Vergleichungs-Punkte angenommenen Bildungen in Norddeutschland erschwert. ES ist ferner kei. nem Zweifel unterworfen, daß die Folge der GebirgSfor. mationen,'welche man in Deutschland vom Urgebirge an bis zum aufgeschwemmten Lande wahrnimmt, in der Schweiz beträchtliche Unterbrechungen erleidet. Diese beiden ver- *) A. a. O. S- 6o4. **) In einem Weit ältern Aufsätze des ^ournsi äes L-llnes hatteHr. Leschevinschon gezeigt/ daß ein Gryphiten führender Kalkstein (pierre liise) dem Urgebirge näher liegt/ als der gewöhnliche weißliche Jurakalk. die über die Natur der Juraformation geäußert worden sind/ aufzuzählen. Diejenigen, welche einer allgemeinen Aufmerksamkeit gewürdigt worden sind / reduziren sich auf zwei. Einige Geognosten identisiziren nämlich den Jurakalk mit dem Thüringischen Nauhkalke; andre zählen ihn ungleich jünger« Formationen / namentlich dem Muschelkalk st eine bei. Die erstere dieser Meinungen ist bei weitem die ver- breitetste/ und wird in den meisten Lehrbüchern als aus- gemachte Thatsache angenommen. Meine- Wissens ist sie zuersi durch die Herren vonHumboldt, FreieSleben und Karsten zur Sprache gebracht worden. Zu ihrer Aufhellung mögen wohl zum Theil die damaligen Ansichten über die Schweizerische Sandsteinformation, die Molasse, Veranlassung gegeben haben. Man traf in der Schweiz eine ausgedehnte, zu bedeutenden Gebirgen sich erhebende Sandsteinformation an, die man in die damals bekannte Folge der Norddeutschen Gebirgs- formationcn einordnen wollte, ohne genau zu untersuchen, ob dieselbe in Norddeutschland auch wirklich ihr Analoges habe. Wenn sich einmal etwas ihr einigermaßen Entsprechendes finden mußte, so konnte man sie freilich beim da- maligen Zustande der geognostischen Kenntnisse, nicht wohl für etwas Anderes, als für bunten Sandstein erklären. Mehrere ausgezeichnete Geognosten huldigten daher dieser Meinung, und scheinen ihr noch zugethan zu seyn. *) Daraus mußte man zugleich folgern, daß der Jurakalk älter seyn müsse als der bunte Sandstein, und natürlich war eS dann ihn dem Rauh kalke beizuordnen , welcher in Norddentschland diese Sandsteinformation unmittelbar unterteilst. Die neuern untersuch, ungen, vornehmlich eine nähere Bekanntschaft mit den in der Formation der Molaffe vorkommenden Versteinerungen , haben aber sattsam bewiesen, daß dieselbe keineswegs mit dem bunten Sandstein identifizirt werden darf, sondern daß man ihr ein ungleich jüngeres Alter zuschrei-, den, und sie erst nach dem Muschelkalke, und wahrscheinlich selbst nach der Kreideformation aufführen muß. Da. mit fällt aber zugleich der Schluß, den man für die La- G. z- B. von Humboldt, Reift in die Aequinoktial Gegenden- 2r. Thl. isis. S. 93. Note. geruugSfolge des Jurakalkstein- au- der frühern Ansicht gezogen hatte. ES bleiben folglich nur noch die Gründe, die man von der Beschaffenheit des Jurakalksteins selbst herleite« te. Diese scheinen mir aber so schwankend, daß ich sehr daran zweifle, ob man sie je für erheblich genug gehal- ten hätte, wenn sie die einzigen gewesen wären. Und in der That, man könnte beinahe behaupten, daß die Kalksteine des Jura, und vornehmlich die Gebirgsarten unserer dritten und vierten Gruppe, die man allein kann- ie, als man jene Vergleichuug vornahm, weniger Aehn- lichkeit mit dem Raubkalke haben, als mit den meisten andern Norddeutschen Kalksteinbildungen. Der Rauhkalk zeichnet sich aus durch die Menge der in ihm enthalte^ nen Höhlen; da nun in der Juraformation, hauptsächlich in ihren jünger» Kalksteinabänderungen, ebenfalls hie und da Höhlen wahrgenommen werden, so glaubte man hierin eine merkliche Uebereinstimmung beider Kalkstein« bildungen anzutreffen, und der Jurakalk mußte, wie der Thüringische Rauhkalk, den Namen Höhlenkalk erhalten. Abgerechnet aber davon, daß Höhlen in den meisten, sonst äußerst verschiedenartigen Kalksteinformalionen angetroffen werden, war es wohl etwas gezwungen, die Höhlen im Jurakalke mit den gar viel häufigern, die ungleichartige Gesteinsmasse wunderbar durchziehenden Höhlungen des RauhkalkS in Uebereinstimmung zu brin- gen- Als daher vor einigen Jahren Hr. Hofrath Haus- mann, mein verehrter Lehrer, bei seiner Schweizerreise auch den Jura besucht hatte, erhob er sich gegen diese herrschende Ansicht, und erklärte den Jurakalk mit dem Norddeutschen Muschelkalk für identisch, und folg- lich für weit jüngerer Entstehung, als man gewöhnlich anzunehmen geneigt war. Diese Meinung war auch früher diejenige mehrerer ausgezeichneter Geognosten , und namentlich scheint ihr Wer»er *) zugethan gewesen zu fesn. Daß sie unter Werners Schülern selbst so wenig Eingang fand, ist in der That auffallend; es bedurfte hei ihnen gewiß so gewichtiger Autoritäten, wie die der HcrrenvonHumboldt, FreiMeben undKarsten, um sie von den Ansichten ihres Lehrers abzubringen. Es liegt keinem Zweifel ob, daß die Bergleickung entfernter, isolire stehender Kalksteinmassen mit bedeutenden Schwierigkeiten verbunden ist, da in einem und demselben Gebirge der Kalkstein unter so mannigfachen Gestalten erscheint, und so häufig seine Beschaffenheit än- herr- Man müßte, um bündig zu schließen, eine Ver- gleichung der eingeschloßnen Ueberrefte organismer Wesen vornahmen. Beim jetzigen Zustande der Petrefak- FreieSleben, geognostische Arbeiten- B. i- S. 33. *") Außerdem bemerke ich unter den Geognosten, welche sich für die Uebereinstimmung des Jurakalks und deS Muschcl- flötzkalks erklärten Hrn. Heim , welcher daS bekannte Kalkgebirge im Baireuthischcn und Bamb ergisch en , in dem die Höhlen von Muggendorf und Gailen- reut liegen, und das durch Schwaben bis in die Jura- kette sich verfolgen läßt, zur Muschelkalksteinformation rechnet. Freiesleben, a. a. O. S. 33. FcrnerHrn. von Räumer, der ebenfalls im Jurakalkstein den Muschelkalk erkennt, aber damit Ansichten verbindet, gegen welche Man- ches erinnert'werden dürste. S. sein Werk über das Gebirge Niederschlesiens. 1819. 8ü. IM lenkunde ist aber eine solche Vergleichung noch nicht mit einem gewissen Grade von Vollständigkeit möglich, wenigstens nicht für den größten Theil der Kalkformationen. Außerdem muß sie von einer genauen Darstcllnng der Lagerungsverhältnisse begleitet seyn, da in derselben Bildungsepoche an verschiednen Stellen der Erdoberfläche besondre Umstände die Entwicklung verschiedncr Formen organisirter Wesen bedingt haben können; wie eS auch in der noch jetzt lebenden Schöpfnng der Fall ist. Die Schwierigkeiten scheinen nicht so groß bei Vergleichung von Sandsteinformationen, indem dieselben im Allgemeinen einen weit bestimmter» Charakter besitzen. Grau- wacke,Steinkohlensandstein,TodrliegendeS, b u n t e r S a n d st e i n sind GebirgSarten / welche in den meisten Fällen an Handstücken sich von einander unterscheiden lassen, was bei den Kalksteinarten vcrschiedner Formationen weit seltner der Fall seyn dürfte. Das früher- hin nicht beachtete Hervorkommen des ältern Sandstein s der Gegend von Basel, unter sämmtlichen Ju- ragebilden, darf uns daher berechtigen über die Beftim- mung der Stelle, die der Jurakalk in der Folge der Formationen einnehmen muß, befriedigendere Resultate zu erwarten, einerseits weil diese Bestimmung für den Sandstein leichter vorzunehmen ist, als für den Kalk- stein , anderseits aber weil das Erscheinen einer voll- ständiger« Folge von Formationen die Bestimmung einer jeden einzelnen beträchtlich erleichtert. Unser ältrer Sandstein hat aber in allen seinen Verhältnissen die auffallendste Aehnlichkeit mit dem bunten Sandsteindes Thüringischen, des Hanövrischen, Braun- schweigische» und Hessischen. Dieselbe vorherrschende braunrothe Farbe, die auf eine so mannigfaltige Art mit an- 104 dem Farben wechselt, dieselbe An der Mengung, derselbe Wechsel mit Schieferkhon, ganz ähnliche Thon- galten / dieselbe Art der Schichtung. Man könnte die Freie Slebensche Beschreibung des bunten Sandsteins ganz auf den unftigen übertragen. Im Basler Sand- sterne finden wir freilich nicht die ausgezeichneten Rogen, sieinlager des bunten Sandsteins in Thüringen und am Rande des Harzes; allein diese Rogenfteineinlagerungcn fehlen auch schon im bunten Sandsteine der Gegend v.:: Göttingen, und überall in Churhessen. Wir finden im ältern Sandsteine der Umgebungen von Basel auch keine Lager von GypS, welcher im bunten Sandstein zuweilen erscheint; es ist aber bekannt, daß der sogenannte jün. gere FlötzgypS in Rorddeutschland vorzugsweise in den Thon. und Mergellagern vorzukommen pflegt, welche dem bunten Sandstein vorn Muschelkalke trennen, und ungleich seltner im Sandsteine selbst eingelagert angetroffen wird. Ohnehin hat der ältere Sandstein bei Basel eine gar zu geringe Verbreitung, als daß man erwarten dürfte , alle Verhältnisse die er darbieten kann, wirklich anzutreffen. Ist aber einmal dargethan, daß unser ältere Sandstein und der Norddeutsche bunre Sandstein derjelbeu Formation angehören, so folgt daraus unmittelbar, daß die Juraformation, oder eine ihrer einzelnen Gruppen, nicht zu dem, den bunten Sandstein immer nriierteusen- den Thüringischen Rauhkalkc gerechnet werden darf. Und da andrerseis die Auflagerung der Kreide auf dem Jurakalke eine unbestrittne Thatsache ist, so folgt daraus ferner, daß der Jura zu der Formation gehört, welche in Norddeutschland zwischen denselben Grenzen, zwischen dem bunten Sandsteine nämlich und der Kreide LOZ liegt/ d'. h. zu der Muschelkalksteinformation. Damit soll indeß keineswegs behanprec weiden, daß sich nicht die Muschelkalkformation in Norddentschland so. wohl/ als die Bildungen / welche wir mmrdenr Namen der Juraformation zusammen gefaßt haben / in Folge fernerer Untersuchungen in mehrere Formationen wenden abtheilen lassen / die vielleicht unter einander noch eine nähere Vergleichung zulassen; es ist sogar nicht unwahrscheinlich / daß wenn wir einst mit den Versteinerungen besser bekannt sind/ solche Zusammenstellungen möglich seyn werden; so viel scheint mir aber dargerhan zu sey«/ daß die Bildung unsrer Juraformation / so wie die der Norddeutschen Muschelkalkformation / zwischen die Bil- dungsepoche des bunten Sandsteins und diejenige der Kreide fällt. Diese Meinung gewinnt noch ungleich mehr Wahrscheinlichkeit / wenn wir unsere Juraformation mit den Erscheinungen / die im Norddeutschen Muschelkalkgebirge beobachtet werden, näher zusammenhalten. In Norddentschland erscheint der eigentliche Mrr- schelkalkstein von der Formation des bunten Sandsteins meist durch bedeutende Mergelablagerungen getrennt/ die/ wie wir schon erwähnt habe»/ vorzüglich reich sind an Einlagerungen von GypS. ES ist dieß der sogenannte jüngere FlötzgypS/ schon in seinen äußern Verhältnissen sehr bestimmt unterschieden von dem ältern - dem Rauhkalke untergeordneten, sogenannten Schlotten? gypse. *) Bergt, Freistehen/ a a. O. B. i. S. i§o. In der Juraformation/ welche/ wie alle Schwcize- rische Formationen / in größer« Masse«/ und mit größerm Reichthum an Kalkbildungen auftritt / als die korrespon- -irenLe« Bildungen in andern Gegenden der Erde / scheint die Gruppe des rauchgrauen Kalksteins und die des bunten MergelS/ jene Norddeutschen Mergelablagerungen zu vertreten. Nicht nur besitzen unsre bunten Mergelbildungen die auffallendste Aehnlich- keil mit den entsprechenden Mergelarten in Norddeutschland ; auch unser Gyps ist dem jünger» Flotzgnpft im Aeu- ßern sowohl / als in der Art seiner Einlagerung vollkommen ähnlich/ da er hingegen vom ältern Flötzgypse abweicht/ mit dem er überein kommen müßte/ wenn die Gebirgsarten - die ihn einschließen, zum Rauhkalke gc- rechnet werden könnten. Auch manche Jurakalksteinarten zeigen viele Uebereinstimmung mit dem Muschelkalke. Am Fuße des Wiese nbergS / wo der Entrochiten einschließende rauck« graue Kalkstein ansteht/ glaubte ich mich völlig in einige Gegenden der Muschelkalksteinformation Nicdersachsenö versetzt/ wo ein auf ganz ähnliche Weise abgesonderter, ebenfalls Entrochiten enthaltender Kalkstein verbreitet ist. Man sieht gewöhnlich den Rogenstein als besonders charakteristisch für die Juraformation an. Es ist auch wahr, daß im Norddeutschen Muschelkalke der Rogenstein eine ziemlich seltene Erscheinung ist; indessen wird er dennoch angetroffen. So beobachtet man Lager eines gelblich weißen RogensteinS / dem der Juraformation ganz ähnlich / im Muschelkalke an der Weper, einem Berge unweit Göttingen/ wo zugleich die Au fla- gerung des Muschelkalksteins aus dem nahe liegenden bunten Sandsteingcbirge sehr schön am Tage liegt. Im Weserthale, unweit Preu ßisch -Minden, zeigt ein dnnkelgrauer, feinkörniger Rogenftein eine große Verbrei- rung. Er gehört nach Hrn. HauSmannS Untersuchn«, gen zu den ältern Lagern des Muschelkalks, und ist gar nicht mit dem grobkörnigen, dem bunten Sandsteine untergeordneten Rogenstein zu verwechseln. Besonders ver- breitet erscheint aber ein gelblich weißer Rogenstein in der Gegend von HildeSheim, welche überhaupt eine weit größere Aehnlichkeit mit den Juragegenden besitzt , als irgend eine andere Muschelkalkgegend, die ich zu untersuchen Gelegenheit gehabt habe- Um die Uebereinstimmung der Juraformation und der Muschelkalkformation mit der größten Evidenz dar- zuthu», wäre freilich noch eine Vergleichung der in beiden vorhandenen fossilen Ueberrefte nothwendig. Die Ver- gleichung müßte über eine möglichst große FlächenauS. dchnnng des Muschelkalksteins sowohl als des Jurakalks angestellt werden, um zugleich einen Begriff zu erlangen von dem Einflüsse, den die Entfernungen auf das Vorkommen der Versteinerungen ausüben. Eine solche Vergleichung bin ich freilich nicht im Stande zu geben, in. deß scheint doch das bereits Bekannte den aufgestellten Behauptungen gar nicht zu widersprechen. ES sey mir erlaubt hierüber einen schätzbaren Gewährsmann, Herr« Von Sch lotheim *), anzuführen, welcher sonst der Meinung der Uebereinstimmung deö Jurakalks mit dem Rarrhkalke nicht abgeneigt ist, *) Die P-krcfakttilkunde anf ihrem jetzigen Standpunkte. 1820. S. XXtlk. 105 » Bei einer aufmerksamen Beobachtung des Vorkommens der Versteinerungen in den verschiednen GebirgS- schichte»/ darf nicht vergessen werde»/ die merkwürdige Erscheinung anzuführen / daß sich in den Kreidelagern häufig die Versteinerungen des Jurakalksteins aufzufin- den scheinen/ welche in höchst ähnlichen Gestalte» / die vielleicht wirklich die nämlichen find/ allenthalben in beiden Formationen wieder zum Vorschein kommen. Ve» möge der bekannten Verhälmisse des relativen Alters / müßte man erwarte»/ in der Kreide hauptsächlich die Versteinerungen des MuschelflötzkalkS / oder wenigstens sehr verwandte Abänderungen anzutreffen / da man zumal einen Uebergang des MuschelflötzkalkS in Kreide zu bemerken glaubt. Dieser Fall scheint aber nur bei eini- gen wenigen Arten einzutreten / und der größte Theil der Versteinerungen deS MuschelflötzkalkS ist dem letzter» ganz eigenthümlich/ und weder im Jurakalkstein/ noch in der Kreide/ noch in den übrigen Kalksteinsormationen aufzu- finden. Ganz besonders zeichnet sich hierin der Thüringi. sehe Muschelflötzkalk aus/ der selbst in der Beschaffenheit eines großen Theils seiner äußern Kennzeichen Abweichungen zeigt / welche ihn dem geübten Geognssten sogleich kenntlich machen. Auf der mittäglichen Seite des Thüringer' Waldes erhalten die Kalkschichten schon fast durchgängig das Ansehen des Jurakalksteins / und in der Nähe des Harzes/ selbst an einem Theil des Heinbcr- ges bei Göttingen / im Braunschweigischen und Hildes- heimischen allmählig eine etwas veränderte Gestalt / und es finden sich zugleich mehrere Versteinerungen ein / wel- che dem Thüringischen Kalkstein fremd find. Entweder müssen daher andere örtliche Umstände Veranlassung zu seinen Eigenthümlichkeiten auch in Hinsicht der Berstet- 10A nerungen gegeben haben/ oder er ist selbst nur eine Mo. distkation der Jurabildung." „Die weite Verbreitung der Juraformation in meh- rern Welttheilen , und ihre nahe Verbindung mit der Kreide / ist eine schon früher beobachtete Erscheinung. Hier will ich nur auf ihre ausgedehnte Erstreckung in der Schweiz,Deutschland, einem TheilvonFrank- reich und Italien, fast an allen Küsten des Mittelmeers, ganz Syrien, Palästina, einem Theilvou Arabien und Aegypten u. s. w. aufmerksam machen, wo sie allenthalben an ihren Grenzen, mit wenigen Ausnahmen, init der Kreide in Berührung tritt, oder wo die Kreide unmittelbar, wie besonders in Syrien, Pa- lästina, Taurien, und an der Grenze (?) Frankreichs in der Nähe des Jurakalksteins darüber gelagert ist. — Durch die Sendungen von Seetzen, ist die angeführte Gleichförmigkeit und Uebereinstimmung der Versteinerun. gen aus der Jura- und Kreideformation hinreichend bestä- tiget worden." Die Meinung der Identität unsers altern Sandsteins mit dem bunten Sandsteine, und der Juraformation mir der Muschelkalkformation hatte ich sehr bald angenommen , sobald ich die geognostischen Verhältnisse der Gegend von Basel kennen zu lernen anfieng. Ich habe He auch bereits in dem Abrisse meiner Beobachtungen auf. gestellt, welchen ich der Schweizerischen Gesellschaft für die gcsammten Naturwissenschaften bei ihrer Sitzung in Genf im Juli 1820 vorgelegt habe. Die Uebemnstim- *) S. Naturwissenschaftlicher Anzeiger der Schweizerisch«» Gesellschaft. 4r, Jahrgang. S. 21. mung des ältern Sandsteins mit dem bunten Sandsteine schien mir besonders so augenscheinlich, daß ich glaubte jeder Geognost, welcher den bunten Sandstein beobach- tet hätte, würde mit mir dieselbe Ansicht theilen. Um so mehr mußte meine Sicherheit auf eine unangenehme Weise gestört werden, als ich dieses Spätjahr (i820> das Vergnügen hatte, Hrn. vonBuch,bei seiner Durchreise durch Basel zu sehen , und ich ihn ganz andrer Meinung fand. Nach Herrn von Buch muß unser älterer Sandstein zum rothen Todtliegendcn gezählt werden, was hier freilich unter einer veränderten Gestalt erscheint, wie in Norddeutschland. Die Gruppen des rauchgrauen Kalksteinsund des bunten Mergels, dir man unter dem Namen desGryphitenkalkSzusammenfassen kann, stimmen mit den ältern, zwischen dem Todtliegenden und dem bunten Sandsteine eingelagerten Kalksteinarten in Thüringen überein. Der bunte Sandstein fehlt in der Gegend von Basel ganz; der ältere Flötzkalk wird daher unmittelbar bedeckt vomIur akalke, unter welcher Benennung Herr von Buch nur unsre dritte und vierte Gruppe begreift. Der Jurakalk ist die der Kreide zunächst liegende Formation, und wahrscheinlich noch jnngrer Bildung als d-r Norddeutsche Muschelkalk. Er ist eine weit weniger verbreitete Gebirgsart als der Gry- phitenkalk. — In Schwaben erscheint in bedeutender Ausdehnung ein grauer jünger« Flötzgyps einschließender Sandstein, zwischen dem Gryphitenkalke und demJu- pakalke, und dieses ist nach Hrn. von Buch der wahre bunte Sandstein. 111 So unangenehm es mir ist/ von der Meinung des Hrn. von Buch, dessen lehrreichem Umgänge ich so Die- les verdanke, abzuweichen, so muß ich doch bekennen, daß ich diese Ansicht nicht theilen kann. Die Ueberein- Kimmung unsers Sandsteins mit dem bunten Sandsteine, unsres Gypses mit dem jüngern Flötzgypse, scheint mir zu augenscheinlich. Außerdem haben wir gesehen, daß es schwer hält, den bunten, Gryphiten führenden Mergel, und den rauchgrauen Kalkstein als besondre Formation von den Kalksteinarten zu trennen, welchen Herr von Buch allein den Namen Jurakalkstein läßt. Wollte man auch gelten lassen, daß einander berührende Formationen nicht immer ganz scharf von einander getrennt sind, so muß man doch bedenken, daß nach dieser Meinung, zwischen der Bildung des GryphitenkalkS und deS Jurakalks in andern Gegenden die ausgedehnte Formation des bunten Sandsteins, ja vielleicht sogar noch die des Muschelkalksteins statt gefunden hätte, und also in unsern Gegenden ein Stillstand in der Bildung der GebirgSmas- sen eingetreten wäre, der uns allerdings berechtigen dürfte, scharfe Grenzlinien zwischen dem Jurakalke und dem Eryphitenkalke zu erwarten. Ich begreife leicht, daß meine Ansicht in der gelehrten Welt kein großes Gewicht haben kann, wenn sie von der eines Hrn. von Buch verschieden ist, und bescheide mich daher gerne auf Belehrung durch fernere Beobachtungen. ES wi.d dabei hauptsächlich auf genaue Unter- suchung der Verhältnisse ankommen, welche der ältere Sandstein, der in der Gegend von Basel keine große Ausdehnung besitzt, aufweiSt. Dieser Sandstein legt sich zu beiden Seiten deS Schwarz waldeS unmittelbar an da.S Urgebirge an. Unter ähnlichen Verhältnissen er- 112 scheint er wieder bei Heidelberg, und längs dem Ur- gebirge des Odenwald es. Auf der andern Rheinseite zeigt er sich in den Umgebungen derVogesen; auch da scheint er i» geringer Entfernung vom Urgebirge vorzukommen. Der nördliche Theil der VogesenkeM/ den man z B.aufderStraße von Straßburg nach PariS übersteigt, ist ganz aus ihm gebildet, und von da dehnt er sich über die Gegenden derHardt und der-Rhein- pfalz auS, wo er das Saarb rück er Steinkohlenge- birge überlagert. *) In dieser ganzen Ausdehnung bat der Sandstein eine so gleichbleibende Beschaffenheit. daß er offenbar zu ein und derselben Formation gerechnet werden muß. Hr. von Buch ist auch hierüber vollkommen einverstanden. Es haben aber verschiedne der ausgezeichnetsten Geognosten diesen Sandstein für bunten Sandstein erklärt; so Hr. Hausmann den Heidel- delberger, Hr. Schulze den Pfälzer. **) Ich kann mich daher damit trösten, daß ich nicht allein von der Ansicht des Hrn. von Buch abweiche. Ob in dem Schwarzwalde unser ä'ltrer Sandstein immer unmittelbar an das Urgebirge sich anschließe, oder ob nicht als Zwischenlager au einigen Stellen eine besondere, von diesem Sandsteine verschiedene, weit ältere Breceienbildung vorkomme, wie ich beinahe vermu- then sollte, müssen fernere Beobachtungen lehren. Wir Ich habe ihn als bunten Sandstein, für den ich ihn unbedenklich erklärt habe, beschrieben. S. meine Wanderung durch die überrheinische Pfaltz in Leonhard's Taschenbuch für die gesummte Mineralogie rär, Jahrg. S. 31-5. Leo „ hardS Taschcnb. a. a. O, S. 288. --- LZZ Wissen aus den Nachrichten des Hrn. Selb- *) daß einige der im Schwarzwälder Urgebirge aufsetzenden Gänge zuweilen durch ein demselben aufliegendes Konglome- rat fortsetzen, das an einigen Orten auch in besonders naher Verwandschaft mit den Porphyrbildungen zu sie» hen scheint. Ich selbst habe bei Seckingen ein aus eckigen, durch ein rothes Bindemittel verkitteten Ursels« geschieden bestehendes Konglomerat auf dem Gneiße gefunden , welches aber ganz unabhängig von unserm ältern Sandsteine sich zeigte. Auf die Untersuchung dieser Bildungen , und auf die Bestimmung ihrer Lagerungsverhältnisse , wird man ebenfalls bedacht seyn müssen, wenn man eine vollständige Kenntniß unsres ältern Sandsteins erlangen will. Ueber unserm ältern Sandsteine, unter den mit Gryphiten erfüllten Schichten, und unter Ablagerungen bunten Mergels liegen , in einer nach Hrn. von Buch mit unserm rauchgranen Kalke übereinkommenden GebirgS- formation, die neuerlich an verschiednen Orten inSchw a- ben- und bei Vic in Lothringen **) aufgefundnen Stein salzlager, eine Entdeckung, welche vielleicht auch für die Schweiz von Wichtigkeit werden kann. Ob aber diese Erscheinung uns berechtigen darf, unsre erste und zweite Gruppe dem älteren Thüringischen Flötzkalke beizuzählen, dessen SchlottengypS in einer nahen Ver. *) Denkschriften der Aerzte und Naturforscher Schwabens. 1805. S. 344. **) LeonhardS Laschend, a. a. O. S. so4. ckes Nisez. B. 4. S, 4ZS. 8 114 tvandtschaft mit manchen Salzquellen zu stehen scheint, möchte ich sehr bezweifeln , indem Steinsalz und Salz. quellen wie der GypS in äußerst verschiedncn GebirgS. formationen angetroffen werden, und in Norddcutschland die Salzquellen von KarlS Hafen an der Weser, die von Pyrmont, und wahrscheinlich noch mehrere andere, deren Vorkommen ich nicht selbst beobachtet habe, aus dem zwischen dem Muschelkalke und dem bunten Sandsteine eingelagerten bunten Mergel hervorquillen- *) Vergleichung der Juraformation mit den Gedirgs- formationen in England- Es ist merkwürdig, daß unter den Englischen Ge- birgsformationen die unsern Kalksteinartcn entsprechenden Lager stch zum Theil wenigstens mit ungleich größrer Bestimmtheit nachweisen lassen, als in dem näher liegenden Norddeutschen. Ich will über diesen Gegenstand dasjenige mittheilen, was ich gryßtentheils den Unterredungen mit Hrn. Buckland, den ich ebenfalls diesen Som- mer (1820) in Basel persönlich kennen zu lernen das Vergnügen halte, verdanke. *) Auch auf das Vorkommen der Gryphite» (6r),pliges Srcnuta in unsrer zweiten Gruppe, darf deswegen , weil sie nebst der aculesla, äedloili. in dem ülrern Thüringer Flötzkalke vorkommen, kein zu großer Werth gelegt werden. Hr. von Schlothcim führt die mit welcher er die sroriLiL vereinigt, auch vom Heinderge bei Göttingen an, also aus dem bestimmtesten Muschelkalke. Die zweite, dritte und vierte Gruppe des Jura kommt überei» mit den Gebirgsarten der Englischen Rogen steinformation, welche aus einem dem unsrigen überaus ähnlichen Rogensteine/ aus verschiednen Mergel- arten und Kal ksteinarten , die zuweilen auch kieselige und sandige Einlagerungen besitzen , besteht. Die untern Lager dieser Rogensteinformation nehmen gewöhnlich Mer- gelarten, die mit dem Namen i.iss bezeichnet werden, ein. Sie enthalten Gryphiten, Ummoniien, Be- lemniien, Nantiliten, Terebrateln, undzwar ganz dieselben wie die Gruppe des bunten Mergels der Gegend von Basel. Unser Mrer Sandstein gehört zu der Formation des neuen rothen Sandsteins, < Ueä vrounä, Re«l Uock lVlnrl, 6rsnü sriä 8slt Formation ) welche aus rothem und blauem Mergel, und aus Sand- stein zusammmengesetzt ist, und GypS nebst Steinsalz- lagern enthält- Die Gruppe des rauchgrauen Kalksteins soll nach Hrn. B u ck l a n d mit dem B i t t e r k a l k e (KlsAne- «isn Hwe8tone) übereinkommen, welcher mit dem rothen Sandsteine und Mergel, vornehmlich in ihren «rr- lern Lagern wechselt. m. Neuere Bildungen. Wir haben nun noch einen Begriff von den Erscheinungen zu geben / welche andre Gebirgöbildungen, die weit jüngrer Entstehung sind/ als die Formation des Jura / in der Gegend von Basel darbieten. Ost ist eine genaue Untersuchung solcher jüngrer Bildungen für Er. langung befriedigender geologischer Begriffe lehrreicher / als die der ältern Gebirge, indem das Beobachtete von dem was noch jetzt unter unfern Augen vorgeht weniger - abweicht. Die jünger»/ auf der Juraformation abgesetz. ten Gebilde der Gegend von Basel scheinen aus ziemlich verschiednen Epochen herzurühren / jedoch fällt zuweilen die Bestimmung der Lagerungsverhältnisse schwer, weil manche dieser Gebilde nur an einzelnen / wenig ausge. dehnten / mit einander in keinem unmittelbaren Zusam. menhange stehenden Stellen zum Vorschein kommen. 1. Formation des Süßwasserkalksteins. Meines Wissens ist in der ganzen Ausdehnung des Schweizerischen Jura bis jetzt nur die einzige Süß. Wasserformation der Gegend von Lo cle bekanntgeworden. Wir verdanken den Arbeiten des Hrn. von Buch dieKennt- »iß dieser höchst merkwürdigen Ablagerung / welche durch ihre Verhältnisse zur Genüge harthui/ daß sie in dem Thal von Lo el e abgesetzt worden ist/ nachdem dasselbe seine jetzige Gestalt schon größtentheils erhalten hatte. Eine ähnliche Formation zeigt sich wie ich von Hr. von Buch erfahren habe/ sux koai5 im Neuenburgischen. 117 In der Gegend von Basel erscheinen Siißwasserbil- düngen an sehr verschiednen Stellen. Die Gesteine , welche ihre Bestandmasse ausmachen/ sind Mergelarten und mergelige Kalksteine, die gewöhnlich einen stark bituminösen Geruch beim Zerschlagen von sich geben, und eine, für den Grad ihrer Konsistenz sehr be. deutende Zähigkeit besitzen. Das Gestein ist selten ganz dicht, sondern zeigt mehr oder weniger häufige Poren, die oft von leeren Räumen im Innern der Versteinern», gen herrühren. Die bisweilen in großer Menge auftre. tenden Versteinerungen pflegen häusig mit ihrer kalzinir- te» Schale noch bedeckt zu seyn» Die Basel zunächst liegende Stelle wo die Süßwas- serformation zu Tage ausgeht, und wo f»e auch zugleich die größte Verbreitung erlangt, ist am Dill inger Berge, an dessen Fuß die Badischen Dörfer Weil, Haltingen, Oetlingen und Thumeringen liegen. Die ganze Masse des Berges, welche ungefähr 6M über den Rhein bei Basel sich erheben mag, scheint daraus zu bestehen. Das Gestein ist größtentheils ein weißlicher oder schmutzig gelber und schmutzig grauer zerreiblicher Mergel. Oft wird der Mergel fester, nimmt dann einen im Großen flachmuschlichen Bruch an, geht auch über in einen festen, gelblich grauen , und sogar in einen schwarzen, marmorartigen Kalkstein. An manchen Stellen finden sich eine Menge von Süßwasserversteine. rangen, vornehmlich Planorben und Lymneen, da hingegen an andern Stellen in ausgedehnten Massen keine Versteinerungen angetroffen werden. Die Schichten in welche das Gestein des Dillinger Berges abgetheilt ist, sind von einander oft durch wenig 118 scharf bestimmte Absonderungen getrennt , besonders wenn die Gebirgöart weicher Natur ist. Der Schichtenbau läßt sich indeß sehr wohl erkennen. Der ganze, einigermaßen isolirr stehende Berg erstreckt stch von N. nach S.; er erhebt sich zu beiden Seiten unmittelbar über die Geröllablagerungen des Basler Thals, und hängt im Norden durch weit niedrigere Lehmhügel mit dem Rogensteine von Röthelen zusammen. Die Schichten liegen auf der Höhe des Berges horizontal, sind gegen Westen ab- geschnitten, setzen aber gegen Osten fort, indem sie all- mählig östlich einfallen. Diese Neigung ist zum Theil sehr beträchtlich; in der Nähe des Dorfes Dillingen be» trägt sie an an 50 °. Dem Dillinger Berge gegenüber, auf der linken Seite des Kanderthals, findet man, mit denselben Versteinern»' gen , auch wieder einen schmutzig gelben Süßwaffdrkalk, welcher die südliche Basis des vonBinzen nach Egrin- gen sich hinziehenden Berges auszumachen scheint. Die andern Lokalitäten, wo der Süßwasserkalk zum Vorschein kömmt, liegen im gebirgigten Theile des BaSler Jura. Bei Anweil erscheinen auf der über dem Ergolztha- le sich erhebenden Rogensteinebne, auf welcher das Dorf liegt, Ablagerungen blaulich-graucr und schmutzig.weißer, zäher Mergelarten, die eine Menge von sehr wohl erhal. tenen Süßwasserversteinerungen, Helixamn, L»innern, Planorben, mit kalzinirter Schale, in sich schrie- ßen. Blöcke eines Versteinerungsleeren, festen, weißlichen Kalksteins, die in der Nähe anstehen, und die einzelne kleine Poren zeigen, scheinen selbst auch hierhin zu gehören. Im grauen Mergel kömmt sogar ein kleines St einkochten flötz vor, was freilich nur eine geringe Mäch- L1S tigkeit zn besitzen scheint. Die Steinkohle ist eine Pech. kohle mit trapezoidischen Absonderungen, zum Theil mit Holztextur. Sie zeigt zwischen ihren SchieferurigSflächeri eine Menge von Pla norden, mit sehr wohl erhalmen, ihren natürlichen Glanz noch besitzenden, völlig unverärr- betten Schalen; meist sind sie aber zerdrückt. An eint- gen Stellen findet man auf den Absooderungsflächen der Kohle auch fasrigenAnthrazit (sogenannte mine- ralisirte Holzkohle); im Mergel Nieren von Was- serkies, durch derenVerwitteruug sich G»)pSkrystal- le bilden. Auch beiKilchberg geht ein an Ueberresten orga- uisirtcr Wesen sehr reiches Lager ähnlicher Gesteinüarren zu Tage aus. Große Stellen desselben sind zuweilen auch von Versteinerungen völlig entblößt. Ich fand hier unter Andern» eine große , der uisr^l-Ltlkera sehr ähnlich, eingeschlossen in einer Niere eines festen, kieselhal« tigen Gesteins, was hier sehr häufig ist. Der Ort des Vorkommens dieser Süßwasserformation liegt, wie bei An weil, oberhalb des Thals, auf dessen entgegengesetzt rer Seite, ungefähr in gleicher Höhe über dem Thalboden, dieselben Gebirgsarten wieder erscheinen. Außerdem habe ich die Süßwasserformation noch bei DLegten und Benn weil, und beim Hummel oberhalb Waiden bürg, und zwar an letzten»» Orte in bedeutender Höhe an einem steilen Bergabhang angetroffen. Man sieht auch in den meisten Basler VersteinerungS- sammlungen mit Kalkspath angefüllte Planorben, in einem dem gewöhnlichen Süßwasserkalke ganz ähnlicher» Gesteine liegend, angeblich aus der Gegend von Hobel oder Angenstein; ich konnte indeß bis jetzt den wahren Fundort dieser Versteinerungen nicht entdecken. 120 Es frägt sich nun: ob alle die hier aufgezählten Süß. Wassergebilde in dieselbe Bilbungsepoche fallen, oder ob sie von verschiednem Alter sind? Die Uebereinstimmung der Gesteiuöart scheint sür die erste Meinung zu sprechen, ungeachtet au einigen Stellen besondere Arten von Ver. sieinerungen vorherrschend erscheinen. Hierüber kann in. deß natürlicher Weise nicht unbedingt abgesprochen wer. den, bis eine sorgfältige Vergleichung der an jeder Stelle vorkommenden Versteinerungen angestellt worden ist. Wir haben gesehen, daß unsre Süßwasserformation in dem Rheinthale, zunächst um Basel, in ungleich mäch. tigern Ablagerungen erscheint, als in den höhern Gegen, den. Sie könnte sehr wohl gleichzeitig seyn mit den Süß. wasserbtldungen / die weiter unten in dem von den Böge- sen und dem Schwgrzwalde eingeschloßnen Thale vorkam, wen, wie z. B. am Kaiserstuhl, am Bastberge un< terhalb Straßbu-g, wo sie Säugethierknochen(?alseo- ikeririm) enthalten*), endlich in st großer Verbreitung in der Gegend von Mainz, Die Mergelarten der Süßwasserformationen scheine» auf die Vegetation einen vortheilhaften Einfluß zu äußern. Sie bilden einen schweren, zum Anbau des Getreides sehr geneigten Lehmboden. An dem Dillinger Berge wächst der hefte Wein in der ganze» Gegend, An den am Fuße des Dillinger Berges liegenden Dörfern, werden die fester« Abänderungen des Süßwaf. serkalkS häustg als Baustein benutzt. *) Hammer, ^nnsles 6u ^luseu», ä'liistoire natirrells, Land 6. G. 131 2. Ablagerungen von Geröllen, Sand, Nageljluh und Sandstein. Diese Ablagerungen sind so mannigfaltig, und so verschiedenartig , daß wir zur Erleichterung der Uebersicht verschiedene Abtheilungen ziehen müssen- Hügel von Sand, Sandstein und Lehm im Rheinthale. In einer gewissen Entfernung vom Nheine, in der Nähe von Basel, zeigen sich ausgedehnte hügelige Gegenden, welche in ihrer Beschaffenheit eine große Uebereinstimmung zeigen. An der Oberfläche bestehen sie größten- theils aus mächtigen Lehmablagerungen, die an vielen Stellen sandig werden. Kleine Bäche, und Straßen bil. den nicht selten tiefe Einschnitte in diesem Lehm, dessen steil abgeschnittene Wände oft 30 und mehr Fuß hoch da stehen. (Alfchweiler; Hügel im Elsaß; Berg von Schliengen; Mulde im jünger« Jurakalke bei Cfr i u- ge n.) Dieser Lehm schließt an vielen Stellen wenig »er- änderte Schalen von Landschnecken ein, dieselben wel- che in der Umgegend noch leben« In größerer Tiefe pflegt der Lehm eine mehr sandige Beschaffenheit anzunehmen. Die Ablagerungen erhalten mehr Festigkeit, und schließen feste, mergelige Knollen ein, die aus der Znsammenziehung einer Kalksintermasse entstanden zu seyn scheinen. Solche Knollen, die z. B. heim Holee oberhalb Binningen in Menge auf den Feldern liegen , zeigen beim Aufschlagen im Innern stängliche Absonderungen. Zuweilen rollt ein loser Kern in den Absonderungsräumen herum. Dieselben Knollen werden oft sandsteinärtiger, wenn die Ablagerungen mehr 122 sandig sind. Tiefer fangen unregelmäßige Sandsteinschichten sich zu zeigen an , zwischen welchen Nieren liegen, die mit einer reinen, zerreiblichen Mondmilch angefüllt sind. (Bottmingen; Höhe oberhalb Fischingen.) Noch tiefer zeigen sich feste, schöne Sandsteinschjch. ten, zum Theil in dünnen, schiefrigen Platten (Ter- w eil er), oft aber auch in mächtigen, regelmäßigen Bän. ken. (Brücke beiDornach; Bottmingen; Fischin- gen.) Dieser Sandstein des aufgeschwemmtenLan- des hat in den obern Lagern eine schmutzig gelblichgraue, tiefer aber gemeiniglich eine hellgraue Farbe. Er ist gewöhnlich von feinem, gleichmäßigem Korn, seltner grobkörnig (Efringen), und schließt häufig schwärzliche und silberweiße Glimmerblättchen in sich, die, wenn sie nur in geringer Menge vorhanden sind, in der Gesteinsmasse unregelmäßig zerstreut liegen , wenn sie aber häufiger werden, sich auf den Absonderungöfiächen des Gesteins an einander reihen. Dieser Sandstein zeichnet sich aus, durch sein kalkartigeS, mit Säuren heftig aufbrausendes Bindemittel, durch welches er vom ältern Sandstein auch in Handstücken zu unterscheiden ist. Man bemerkt indem Sandsteine zuweilen gelbliche und bräuntiche Flecken (Fisch in gen), welche aus der Verwitterung kleinerW asserkiespunkte entstanden zu seyn scheinen. Ueberreste organisirier Körper, habe ich noch keine darin» angetroffen, ausgenommen einen sehr undeutlichen kleinen Abdruck einer zweischaligen Muschel im Sandsteine von Terweiler. *) *) Befindet sich auf der öffentlichen Sammlung in Basel. 123 Beinahe überall liegen die Schichten dieses Sandsteins völlig horizontal. An der weit sichtbaren gegen S. W. abgerissenen Sandffeinfluh oberhalb Fischingen bemerkt man eine etwas unregelmäßige, östliche Einsenkung, und überdicß Gänge aus einem festern Sandstein beste- hend, welche die Schichtungüflächen nach verschiedenen Richtungen durchsetzen. Hinter Efringen liegt ein hierhin zu zählender, grobkörniger Sandstein unmittelbar auf dem weißlichen, jünger» Jurakalk auf. An dem Berge zwischen Binzen und Fischingcn scheint hingegen derSüßwasserkalk die unteren Lager einzunehmen, und der Sandstein darüber weg, gelagert zu seyn. Bei diesen leicht zerstörbaren, mit wenig Bestimmtheit geschichteten jüngern Bildungen hätt aber freilich die Auffindung der unmittelbaren AUflage- rungSebne schwer. Aus dem Allem scheint sich zu ergeben / daß die Bil. düng der so eben beschriebenen Hügel während eines langen Zeitraums vor sich gegangen ist. Die untersten, festen Sandsteinschichten sind vielleicht gleichzeitig mit dem Süß- rvasserkalke, oder unmittelbar nach demselben abgesetzt worden; da hingegen die obern, unsre gewöhnlichen Land- schnecken enthaltenden Lehmlager, weit später müssen entstanden seyn. Indeß scheint der allinählige Uebrrgang der untersten Schichten in die obersten darzuthun, daß sie daö Resultat einer ruhigen, lange Zeit andauernden Ablage, rung sind. Die Verbreitung dieser Bildungen ist sehr bedeutend. Man trifft sie indeß alle erst östlich und nördlich von den letzten gegen den Rhein sich erstreckenden Ausläufern des Jura an. So sind auf der linken Nheinseite wahrschcin- 124 lich schon die Lehmablagerungen zwischen Muttenz und derRütihardt hierhin zu zählen. Der unter den BirS- geröllen hervorkommende Sandstein an der Dorn ach er Brücke scheint darzuthun., daß der Grund des Birs- thaleS aus diesen Ablagerungen bestehen mag. Vorzüglich sind aber die Hügel des Bruderholzes daraus zusammengesetzt/ die sich bis gegen das Leimenthal ausdehnen/ daselbst an die Jurakette des Blauen sich anschlie- sie» / und einen sehr bestimmt hervortretenden Absatz bildend , längs dem Rheine, von dem Flusse jedoch sich im- mer mehr entfernend / ins Elsaß fortsetzen- Auf der rechten Rheinseite erscheinen die Sandabla- Herungen zwischen Riehen undJnzlingen, dann aber die Hügel hinter Binzen/ die von da gegen Schlien- gen eine bedeutende Verbreitung erlangen. Ein Blick auf die Karre lehrt / daß sie zum Theil hinter der Kette des St. ChrischonabergS/ oder hinter dem Jurafelsen von I stein sich anlegen- Die mit diesen Bildungen bedeckten Gegenden / bieten für den Ackerbau einen sehr ergiebigen/ fruchtbaren / fe- sten Lehmboden dar. Der Sandstein wird häufig als Baustein angewandt, und ist zu diesem Zwecke/ wenn er in regelmäßigen Bänken erscheint / ein vorzügliches Material. Er ist indeß gemeiniglich beträchtlich härter als der ältere Sandstein. Der Lehm dient zur Ziegelbrennerei. Geröllablagerungen und NagelfluhbAnke im höher» Theile des Kantons Bafel. Auf den Ebenen, welche im Innern des Kantons Basel in einer gewissen Höhe über die Thäler sich erstrecken, findet man beträchtliche Massen von Geröllen^ die höchst wahrscheinlich in einer weit frühern Epoche abgesetzt »vor- den smd als die Geröllablagerungen, welche die Thäler erfüllen. Eine bestimmte Grenzlinie zwischen den Geröll, bildungen von verschiednem Alter zu ziehen, hält freilich schwer, besonders an Orten, wo die einzelnen Gerölle mehr zerstreut liegen. ES scheinen indeß einige allgemeine Merkmale sich darzugeben. Die Ablagerunge»;, von denen es sich jetzt handelt, bestehen beinahe ganz aus Geröllen von Juragebirgsar- ten, unter denen bei weitem der rauchgraue Kalkstein vorherrscht. Die Geschiebe haben gemeiniglich keine beträchtliche Größe, sind ziemlich zugerundet, die Hornfteinge- schiebe ausgenommen, welche weniger abgestumpfte Kanten zeigen. Die Stellen, wo diese Massen sich besonders ausbreiten, find auf der Karte angedeutet. Sie liegen zu beiden Seiten des Thales betNiederdors; auf der Höhe oberhalb Ben»weil und Höllstein, wo sie sich bis zurZnnzger Hardt ausdehnen; dann wieder auf der Höhe von Minis bürg. Außer den auf der Karte bezeichneten Stellen kommen sie aber unter ähnlichen Ver- hälmissen an vielen andern Orten vor, wie bei Läufe!- singen, Häfelfingen, Wensligen, Hersberg. Mit den Iurakalksteinatten findet man auch zuweilen einzelne Gerölle von älterm Sandstein, von Quarz und von UrgebirgSarren. SS hält indeß schwer zu bestimmen, ob diese zerstreuten Stücke wirklich gleichzeitig mit den großen Geröllmassen abgesetzt worden sind. Die Gerölle sind sehr häufig zu einer festen Nagelsiuh vereinigt (Niederdorf, Bennweil, Diegten, Känerkinden, Häfrlfinsen, Läufelfingen.) 126 Das Bindemittel ist kalkiger Natur, von bedeutender Fe- w stigkeit , und enthält zuweilen mit Mondmilch ausgekleidete Zwischenräume. Zwischen Titterten und Niederdorf ui zeigt sich mit diese» Nagelfluhbänken auch ei» seßer gel« d ber, dünngeschichreker Sandstein, mit kalkigen Körnern m und ähnlichem kalkigen Bindemittel. Auf den ersten An- di blick würde man ihn für einen Nogenstein halten. o! G Die ausgedehnten Geröllkildungen auf der Hohe der k> zwischen den Thä.ern gelegnen GebirgSebnen, scheinen in § einigem Zusammenhange zu stehen mit den unter ähnli- so eben Verhältnissen zu Tage ausgehenden Süßwasserbildun- ir gen, wie schon ein Blick auf die Karte lehrt. ES könnte R daher sehr wohl seyn, daß die Bildung beider MebirgSar« so ten in von einander wenig entfernte Zeiträume fiele. Ich E konnte indeß keine Stelle auffinden, die mir über diesen ! g< Punkt ge.-ügenden Aufschluß hätte geben können. Ober- ! C halb des OstergäuthalS bei Häfelfingen findet man s< Nagelfluhbänke, die zum Theil in einen Kalksandstein übergehn, neben einem Kalksteine, welcher zwar keine Versteinerungen enthält, aber doch auffallende Ähnlichkeit mit manchem Süßwasserkalke besitzt. Der Kalkstein schien sogar von den Nagelfluhbänken unterteuft zu seyn. ES ist merkwürdig, daß die Nagelfluhbänke und die zu ihnen gehörenden Geröllablagerungen, nicht im Grunde der Thäler, sondern auf den Höhen anstehen. Noch auffallender ist auch diese Erscheinung bei den Süßwasserbil- dungen; denn wenn auch jene Nagelfluhbänke an den Ab, hängen steh gegen den höher» Theil der Thäler ziemlich tief herunierziehensLäufel fingen- Diegten, Benn- weil, Niederdork)), so ist dieß doch niemals beim Süßwasserkalke der Fall. Diese Erfahrung ist dem ganz widersprechend, was man bei der Locker Süßwasser- formation wahrnimmt, die den Grund des Thals erfüllt, und deren Grenzen am Thalabhange überall ziemlich in demselben Niveau fortlaufen. Noch mehr, wenn man ei- nen Blick auf die Verbreitung des SüßwasserkalkS auf der Höhe z« beiden Seiten des Thales von Zeglige« oder DLegten wirft, so kömmt man unwillkührlich zum Gedanken, ob die Formationen sich nicht hätten absetzen können, ehe die sie trennenden Thäler vorhanden waren? Dann würden sie freilich nicht mehr an Gebirgabhänge, sondern in Mulden zu liegen kommen. Füllen wir also in Gedanken die Thäler von Höllstein, Diegten, Rümmligen, Teckn au, Nothenfluh u. s. f. aus, so erhalten wir eine, einer sanft gegen Nord geneigte» Ebene sich nähernde Fläche, bedeckt von GcrLllablagerun- gen aus den Umgebungen, an einigen Punkten auch vo« Süßwasserbildungen, Erscheinungen, die dann auf eine sehr natürliche Art erklärbar sind. *) Diesen Schluß, worauf uns das Daseyn der Geröllablagerungen auf den Gebirgkebncn geführt hat, hat Hr. Pros. Huber schon aus der bloßen äußern Gestalt des Landes gezogen. Er sagt darüber in einer in der Banker naturforschenden Gesellschaft gehaltnen Vorlesung, ( „ ü b ex die Lage der Stadt und Landschaft Basel") aus welcher ich auch die oben gelieferten Höhenangaden gezogen habe: „ Drei bis fünfhundert Fuß über die Ebene der Thal- boden, erheben sich im Innern des Kantons höhere Ebenen, auf welchen mehr oder weniger fruchtbare Accker und anderes Pflanzland, so wie auch hin und wieder Wälder sich befinden. Diese Ebenen, auf welchen mehrere Dör- fcr gebaut sind, scheinen gleichsam der eigentliche Boden des Kantons zu seyn. Die niedrigen Thalboden, in 128 Dem zufolge wären unsere Thäler, oder wenigsten- ein Theil derselben, erst eingeschnitten worden, als die Süßwasserformatjonen und die Geröllablagernngen der Höhen bereits abgesetzt waren. Ob die Thäler durch eintretende Zerrüttungen sich auf einmal bildeten, und späterhin durch die Wasser bloß durch Wegführung der weichern durch die Zerrüttungen entblößten Mergellager erweitert worden sind, oder ob das Wasser selbst die festen Nogenstcinfelsen allmählig durchschnitten hat, wie einige Geognosten meinen, kann freilich nicht unbedingt entschieden werden. Die letzte Meinung scheint indeß doch, wenn wir sie mit den Einwirkungen unsrer jetzigen Gewässer zusammenhalten, viele Gründe gegen sich zu haben. Andrerseits können aber die höchst wahrscheinlich durch Auswaschungen entstandenen Aushöhlungen, welche in verschiednen Höhen an den Sei- renwänden mancher Thäler so schön sich zeigen, zum Schluß berechtigen, daß die Zerrüttungen den Thälern nicht gleich ihre jetzige Gestalt gaben, sondern daß ver- schiedne auf einander gefolgt sind, und also die den Grund Ver Thäler einnehmenden Wasser zu verschiednen Zeiten in verschiednen Höhen geflossen sind. Doch es ist Zeit, daß wir aus dem Gebiet der Muth. maßungen wieder zu den Beobachtungen zurückkehren. welche« Sie meisten Dörfer vorkommen , und die Straßen sich hinziehen, scheinen als ob sie von den in ihnen flie- ßenden Bächen nach und nach in jenen Utboden eingeschnitten , oder durch frühere Ereignisse -er Bildungsepochen -es Erdbodens entstanden wären." 12 - Geröllablagerungerr in den Thälern. Die tiefsten Stellen der meisten etwaS-beträchtlichcn, nicht sehr geneigten Thäler, vorzüglich aber die nächsten Umgebungen von Basel, sind mit unermeßlichen Geröllab. lageruNgen angefüllt. Die Gerölle besitzen einen verschiedenen Charakter nach Verschiedenheit der Gegenden, aus welchen der Fluß, der im Grunde des Thals fließt, her- kömmt. Wir wollen diesen Charakter' im Allgemeinen aufzufassen suchen. Nheingerölle. Sie Nehmen den Raum ein zwischen dem Nheine und den Hügeln des Jura, oder den Lehm- und Sandhügeln, welche in einer gewissen Entfernung vom Rheine sich hinziehen- Sie steigen an dem Abhänge dieser Hügel hinan, und bilden in einer Höhe von 200 Fuß über dem jetzigen Rheinstande noch bedeutende Ablagerungen. In diesen Geröllen herrschen UrgebirgSarten vor, Granite, besonders Granite mit fieischrochem Feldspatb, Gneiße, Syenite, Grünsteine, Quarzgestei- ne, die schönsten Porphyrarten erscheinen in großer Menge; sodann in beträchtlicher Anzahl rotherJaspiS, Grarrwackenarten und Kalksteine. Diese Ge. birgöarten kommen wohl zum Theil von den Alpen her. Man erkennt Alpengranite und Alpengnciße mir Talk statt des Glimmers; die rothen Grauwacken aus dem Glarnerlande; Schweizer Nagelst» h; den Num- muliten enthaltenden festen Sandstein vom äußern Rande der Kalkalpen. Man findet auch Jura geb irgs- arten in ziemlicher Anzahl; die Gesteine, die aber in vorherrschender Menge vorhanden sind, scheinen aus dem 9 Schwarz walde herzurühren. Namentlich möchte dahiü der Fundort der farbigen Granite und der mannigfaltigen Psrphyrarten zu setzen seyn. Hierüber ist steh auch kei» ueSwegS zu verwundern, da der Rhein zunächst oberhalb Basel, von Albbruck bis Seckingen, den Fuß. des UrgebirgS unmittelbar bespült, und ziemlich beträchtliche Waldströme, wie die Alb, die Murg und die Wehr in sich aufnimmt, deren Flußbett beinahe ausschließlich im Urgebirge liegt. Ob indessen durchaus alle Geschiebe der Basler Gegend von den angegebenen Fundörtern her, rühren, ist eine Frage, die erst beantwortet werden kann, wenn jene Gebirge selbst genauer untersucht sind. So wäre ich verlegen den Geburtsort weißlichen, grauwacken» artiger Quarzbreceien anzugeben, die sich in Menge vorfinden, und einen Uebergang zum Porphyr zu bilden scheinen. Der dichte Basalt, welcher znr Seltne unter den Geschieben bei Basel erscheint, könnte von den Flöy- trappkegeln des Höhgaus losgerissen worden seyn. *) *) Um doch im Allgemeinen «ine Idee zu geben in welchem Verhältniß die angegebnen GebirgSarten in den Geröllablagerungen erscheinen, will ich eine Zahlung angeben, die ^ ich bei der Sonderung eine- willkührlich gewählten Geröll» Hansens vor dem St. Johann Thor bei Basel gemacht habe. Ich fand: . Farbige Granite meist mit rothem und grünem Feldspathe 9 Granite mit weißem Feldspath -. — — .. s Gneiße .. .. -- -- -- -- -- -- 3 Grünstem und Syenit .— — — 6 , Porphyr .. .. -- -- — -.r Thonstein und Jaspis -- — -- -- -- -- 3 Quarz verschied»« Art-- -- — -- — -- ^6 131 Die Gerölle des Rbeinrhals haben gemeiniglich eine äußerst zugerundele Gestalt. Sie besitzen selten eine beträchtliche Größe; kopfgroße Stücke mögen zu den bedeutendsten gehören. Bei Warm bach fand ich einen abgerundeten Block eines röthlichen Granits von 2 bis 3 Fuß Durchmesser/ das größte Urfelsgeschiebe, welches Mir im Rheinthale vorgekommen ist. Warmbach liegt aber dem Ausflusse der Wehr schon weit näher als Basel, und das Bett der Wehr erfullt mit einer Menge Schwarzwälder UrfelSgeschios von ansehnlicher Größe. Häufig wechseln hingegen die Geröllager mit Sand ab. Der Sand j'ereint ebenfalls hauptsächlich aus der Zer- trümmerung von Urfelsarten hervorgegangen zu seyn. Er enthält oft in Kenge weiße Glimmerschüppchen. Nicht selten ^'.nd die Gerölle und auch der Sand dieser Ablagerungc^urch ein kalkiges Bindemittel zu einer festen Nagelfluy^und zu einem Kalksandstein vereinigt. Der Kalksandstcii / der oft glimmerig ist, ist den verwit- terten Abänderungen des oben beschriebenen tertiären Quarzkonglom'irate.. .. .. — -- -- § GrauwackenarNge Gesteine und kieselige Kalksteine -- 23 Dunkelgrauen Kalkstein -- — — -- -- -- Entschiedncn gelben Jurakalk — -- -- — -- 4 Schweizer Nagelflnh .. — -.— i 91 Natürlich kann diese an einer einzelnen Stelle vorgcnommne Zahlung nicht für Regel gelten; zu unserm Zweck ist sie jedoch hinlänglich. Sandsteins nicht Unähnlich. Solche Nagellluhbänke erscheinen hauptsächlich an dem Abhänge der Hügel, an welchem die Gerölle emporsteigen (Bruderholz; Fröfchnach bei Muttenz; Hügel zwischen Angst und Rhein selben.) Sie zeigen sich aber auch häufig längs den Ufern des Rheins. In hierhin zu rechnenden Sandsteinbänken am ThomaSthurm, zunächst bei Basel, liegen m paralleler Richtung neben einander sonder, bare, stänglige Konkretionen eines ftsi.ern Sandsteins, die von der übrigen Masse sich leicht aM'en lassen. Eine Erscheinung beweist, daß die Vereinigung der Gerölle am Rheinufer zu Nagelfluhbän^rn noch unter un. fern Augen vor sich geht. Man bemeut an der Mauer des am Rbeine stehenden TbomaSthurmS eine beträchtliche Nagelfluhmasse, die an derselben ganz fest sitzt, die also erst nach dem Baue des Thurms, der in das Ende deS 14ten Jahrhunderts fällt *), rntstandeir.styn muß. Durch Hinwegführen der losen, unter den Nagel, stuhbänken liegenden Geröllmassen entstehen zuweilen klei. ne Hohlen (Bettlerloch bei Gundeldingen; am Fröfchnach bei Muttenz; HöhleViolenbach bei GLeben ach.) In denselben find»,, man nicht selten einzelne Tropfsteinzapfen, ein Beweis, daß die hin. durchsinternden Wasser kohlensauer» Kalk absetzen, wel. cher natürlicher Weise die Gerölle zu Nagelstuh, und den losen Sand zu Kalksandstein zu verbinden im Stande ist. *) Die Vorstädte von Basel wurden nämlich in dem Zeitraume von 1386 bis 1398 mit Mauern und Gräben um» -eben. Schs Geschichte von Basel. B. 2 . S. 2SL. Oft SemeM man auch an den Geröllabstürzen parallel fortlaufende schwärzlich-braune Streifen, die von och. rigem manganhaltigen Eisenoxydhydrat herrühre«; (Binningen; Riehen); im Sande oft mit demsel. -en Eisenoxydhydrate imprägnirte Knauer, und kleine Moydmilchmaffen. (Binningen.) Die Mächtigkeit der beschriebenen Geröllmassen ist sehr bedeutend, jedoch nicht immer leicht ;n bestimmen, da man nur an wenigen Orten den unterliegenden, fremd, artigen Boden durch Nachgrabung erreicht hat. Der am höchsten gelegne Theil von Groß.Basel besteht aus ei. ner Geröllebne deren mittlere Erhebung etwa so Fuß über den Rhein betragen mag, und welche sich ohne andere Un. terbrechung als die des BirsigthalS bis an den Fuß LeS BruderholzeS, und der über Altschweiler fortlaufenden Hügel ausdehnt. Es scheint daß eine sanft ge, gen den Rhein geneigte Ebne von Mergellagern den Grund dieser Geröllmassen bilde. Diese Mergellagcr kom. men im Bette des BirsigS vor dem Steinenrhor zu« Vorschein, als Fortsetzung der ihnen entsprechenden Lett/ ablagerungen von Binningen und Bo um in gen. Man hat sie in Basel selbst angetroffen bei Grabung des Fun. damentS des neuen Gewölbes über den Birsig am Stet. nenberge, und im Niveau des Rheins, oder noch tiefer, bei Erbauung der Rheinschanze am St. Alb an Schwib, bogen. Die wasserdichte Unterlage dieses zur Gruppe deS Hunten Mergels gehörigen Mergels und Lettens ist wahr. scheinlich Ursache des Hervorkommens der Quellen am Fuße des Bruderholzes und des Altschweiler Hügel-, und der so häustgen Quellen, die innerhalb der Mauern der Stadt Basel entspringen. Die Mächtigkeit dek Geröllab. lagerungen am Fuße des BruderholzeS wird demnach «ich sehr bedeutend fern, da sie hingegen am Meinufer etwa 80 ^ betragen mag. Der Theil von Basel/ welcher auf der rechten Rheinseite liegt, oder die kleine Stadt/ ist weniger über den Rhein erhaben. Wir haben indeß bereits bemerkt, daß ansehnliche Geröllablagernngen noch in 200 / über der Wasserfläche -es Rheins angetroffen werden; mehr zerstreute Gerölle, offenbar von derselben Natur, steigen noch weit höher an. Merkwürdig ist, daß die Geröllmassen längs dem Meine sowohl als längs der andern Flüsse, nicht in einer all- mählig geneigten Ebene abgelagert sind, sondern daß sie sich, wenn man sich vom Meine entfernt, plötzlich teras. senmäßig erheben.*) Man kann solcher auf bedeutende Strecken fortlaufende Terrassen zn beiden Seiten des Rheins mehrere nachweisen, bis zu den Lehm- und Sand. Hügeln, welche die letzte und höchste bilden. Fast sollte man sich zur Annahme berechtigt glauben, daß diese schrof. sen Absätze ältere, west ausgedehntere Flußbette sind. Die Abnahme der großen Wassermasse, welche solche weite Flußbette voraussetzen, müßte aber nicht allmählig, son. der» plötzlich geschehen seyn, weil man sonst nicht schroffe Abschnitte, sondern eine allmählige Abnähme des Niveau finden würde. Befriedigend könnte man die Erscheinung durch verschiedne statt gefundene Durchbrüche erklären, welche das Wasser für kürze Zeit zu einer beträchtlichen Masse anschwellten. *) Diese Bildung findet sich sehr gut auf der Karte angegeben, welche Hr. Pros. Hu bey über den Bezirk Birseck ün 2. isi 6. herausgegeben hat. Wiesengerölle. Sie kommen den Rheingeröllett ziemlich nahe, nur herrschen die Urfelsarten deg Schwarzwaldes darin noch weit mehr vor, und die GcburtSstätten sind mit größrer Bestimmtheit in den bekannten Schwarzwäl-erbergen nach. zuweisen. Alpcngebirgsarten fehlen» Dagegen findet man filtern Sandstein und Jurakalksteine, Gebirgsarten , die im Wiesenchale ebenfalls anstehen. BirSgerölle. Es sind beinahe durchgehends Jurakalksteinarten, un. ter welchen die Gebirgsarten der jüngsten Gruppe bei weitem vorherrschen, weil im BirSthal diese Gebirgsarten auch die größte Verbreitung haben. Man findet daher jm Bette der Birs bei St- Jakob eine Menge Berstet, nerungen von Madreporen und Korallen, welche jm jünger» Kalksteine hauptsächlich zu Hause sind. Zuwei- len sind diese Versteinerungen jn Kieselmasse umgewandelt. Auch die BirSgerölle steigen z» beiden Seiten des Thals zu beträchtlichen Höhen an. Noch höher, wie am Fuße des BlauenS, oder im Ansteigen von Dorn ach gegen Hobel, findet man viele ähnliche Gerölle, die jedoch im Allgemeinen weniger abgerundet sind , und daher mehr auS der Nähe zu kommen scheinen. Ergolzgerölle. Auch diese sind beinahe durchgehends Kalkgerölle von den verschiedenen im Kanton Basel anstehenden Jurakalk, steinarten- Sie bilden z.B. an der Hülsten schanze beträchtliche Hügel, in ziemlicher Erhebnng über dem je- tzigen Ergolzbette. Auch der Birsig scheint einst bei einem höher« Starr- de seiner Gewässer Ablagerungen von Iurageröllen in dem Thale, welches er gegenwärtig noch durchströmt, veran- laßt zu haben- Alle diese Lager von Kalkgeröllen sind wie die Rheingerölle häufig durch ein tropfsteinartjgeS Bindemittel zu Nagelfluhbänken vereinigt. Die sämmtlichen Geröllbildungen der Thäler sind späterer Entstehung als die Sand- und Sandsteinhügel , welche in einer gewissen Entfernung vom Rheine sich hinziehen. Dieß beweißt nicht nur das Ansteigen der Gerölle an diesen Hügeln, die auf den Einschnitten in ihrem In- nern durchaus kein Gerölle zeigen, sondern man kann das Hervorkommen des tertiären Sandsteins unter den BirS- geröllen an der Dornacher Brücke sehr deutlich be- merken. Ferner liegen die Nheingerölle, da wo sie in der Nähe der Gerölle der BirS oder Ergolz zum Vorschein kommen, immer zu unterst. Man bemerkt daher in den Geröllgruben, die unfern von den Mündungen des Birsthais und des ErgolzthalS liegen, in den höher» Lagern immer blos Jurakalksteine, die durch eine scharfe Grenzlinie von den ljrfelSgeschiebe enthaltenden Lagern getrennt sind. Die Mächtigkeit der obe» liegenden Massen von bloßen Kalkgeröllen nimmt ab, je näher man dem Rheine kömmt (zwischen Pratteln undAugst; Hardt.) Diese Beobachtung beweist, daß die Menge der Birs- und Ergolzgerölle erst angelangt find, alü die Nheingerölle bereits abgelagert waren. Schon Vesson macht diese Bemerkung a. a. L. S. r9i. Eine Ausnahme von dieser Regel machen indeß die Geschieblager, die über dem, unter den Geröllen hervorkommenden Nogemieine des St. Jakober Steinbruchs sich finden. Dem Nogensteine zunächst liegen bloß Jurakalksteine, höher Rheingerölle, noch höher endlich wieder Jurakalksteine. Die Geröllablagerungen find das Erdreich in welchem Sie bei Basel gefundenen Landthierknochen angetroffen worden find. Die meisten dieser Knochen gehören dem Mammouth Elephanten (Llepkas priniOAenius. LlumeaiEii) an, und kommen in einem sehr verschied- nen Grade von Erhaltung vor. Meist find sie im sogenannten kalzinirten Zustande, d. h. fie haben durch Verwitterung ihre thierische Materie gänzlich verloren; doch hat man auch welche gefunden, die einen beträchtlichen Grad von Festigkeit besitzen. Die Ueberreste, die sich ge- zeigt haben, find größtentheils Zähne, also die fester» Theile des Knochengebäudes , selten andere Knochen. Sie sind meistens einzeln vorgekommen ; mir ist nicht bekannt, daß in den Geröllablagerungen sich je nur einigermaßen vollständige Gerippe gezeigt hätten. * **) Alles dieß ") Hr. Stadtratb Bernoulli besitzt jedoch derselben eine ansehnliche Menge^ **) So bat Herr Obersthelfer Burckhardt meine Sammlung mit einem Backenzahn bereichert, den er zwischen den Geröllen bei Lausen fand; einen ähnlichen, ganz allein liegenden , traf er in den Geröllen von St. Jakob an. Ein Stoßzahn, den Hr. Pros. Ber noulli auf die öffentliche Sammlung in Basel gegeben hat, wurde beim Graben eines Keüersin Basel selbst angetroffen. Hr- Wen k 158 scheint zu beweisen/ daß die Knochen nach dem Abster« bey der Thiere lange Zeit umhergeworfen worden sind / ehe sie unter die Gerölle begraben wurden. * *) Von Knochen anderer Thierarten ist mir außer dem Hörne eines Riesenbüffels kein einziges Beyspiel aus der Gegend von Basel bekannt. Da'gHorn/ welches aufder öffentlichen Sammlung ist, wurde im Bette der Wiese bei Stellen gefunden. ES scheint noch einen Theil seiner thierischen Materie zu enthalten/ und wiegt 7'/r Pfund. Das Erdreich über den Geröllablagerungen ist gemeiniglich ein unfruchtbarer / dürrer/ steiniger Boden / a. O. S. 629. **) Kölreuter, in S chweiggers Journal. B. 21 . S. 121. 140 gediegenem Gold, welches in den Ablagerungen von St. Zakob gefunden worden ist. Zerstreute Gerölle. Außer den mächtigen Ablagerungen von Geröllen auf den Höhen und in den Thalgründen, finden sich über die meisten unserer Berge einzelne Gerölle bis auf bedeutende Höhen zerstreut, Zeugen von Anschwemmungen, die einst diese Höhen erreicht haben. Der größte Theil dieser Ge. schiebe find natürlicher Weise Kalkgeschiebe von den Ge- birqsarten der Umgebungen, eine Erscheinung die nichts Außerordentliches an sich hat, und bei welcher wir «nS also auch nicht länger aufhalten wollen. Viele der Ge. rölle bestehen aber aus fremdartigen, und in beträchtlicher Entfernung anstehenden Gebtrgsarten, und diese verdienen unsere Beachtung. So findet man den ältern Sandstein bis zur Ein. sattlung an der Sissacher Fluh, zwischen Winter, singen und Sissach. Ferner in Nienge in derZunz, ger Hardt, auf den Höhen oberhalb Höllstein, bei Lupsigen, Wiesen u. s. s. A» denselben Orten zei. gen sich nicht selten höchst abgerundete Geschiebe von Quarz und andernUrfelS arten, z. B. von Syeni. t e n. Diese letzter« nimmt mau zwar in besondrer Menge in der Nähe des Rheins wahr, indem die großen, das Thal erfüllenden Geröllablagerungen keineswegs scharf begrenzt sind, sondern die Anzahl der Gerölle nur all, mäblig abnimmt, je höher man ansteigt. Einzelne Ge. schiebe trifft man im östlichen und mittlern Theile des Kantons Basel beinahe auf den meisten Bergen und er» hqbeflen Ebenen zerstreut an, bis gegen Ecv Höhe über dem Rheine, (z. B- auf dem Rücken des Siegmunds beiLiestall.) 141 Die Beschaffenheit dieser Gerölle zeigt, daß sie nicht sowohl von den Alpen aus Osten, als aus dem Norden vom Rheinthale her an ihre Stelle gekommen sind. Die bunten Sandsteinedie nur im Rheinthale anstehen, fer. ner manche UrfelSgeschiebe, welche den Charakter der Rhcingerölle zeigen, scheinen diese Behauptung zu be- rechtigen. Die Geschiebe sind indeß meistens von keinen beträchtlichen Dimensionen, und höchst abgerundet. Man bemerkt überdieß, daß z. B. die Geschiebe des ältern Sandsteins an dem Abhänge der Sissacher Fluh gegen W i n t e r si n g e n von beträchtlichen Dimensionen (biS zu Kopfgröße) sind, da hingegen mehr südlich, in der ZunzgerHardt ihre Größe minder bedeutend ist. ES scheint diese Beobachtung ebenfalls daraus hinzudeuten, daß die Sandsteingerölle von Zunzgen von Norden her / vielleicht über die Einsattlung an der Sissacher Fluh zwi. schen Winterlingen und Sissach an ihre Stelle gelangt sind. Aehnliche Gerölle wie die eben beschriebenen findet man auch im Birsthale unter den Kalkgeröllen zerstreut. So liegen z. B. bei Tug gingen Quarzgeschiebr in ansehnlicher Menge. ES zeigen sich selbst höher im Thal bis Saugern Quarze, Porphyre, schwarze Kalksteine u. s. f. Auch in beträchtlicher Höhe über Delsperg, bei veviliei-8 lle58U8 auf dem Wege nach Pru 11 trut fund ich Porphyrgcschiebe. Diese Gerölle können nicht von den Alpen gekommen seyn, da einige ihrer Gesteinsar- ten der Nordseite der Alpen fremd sind. Eine genaue Untersuchung der Grenzen ihrer Verbreitung könnte pjjel* leicht auf den GrburtSM hinweisen. Man findet aber auch auf den Bergen des Basler ' Jura eine andere Art zerstreuter Geschiebe, die aus Gneiß, Gneist mit Talk, Talkschiefern und andern Gebirgsarten bestehen, welche offenbar in den Alpen vorkommen. Diese Geschiebe find oft von merk. licher Größe. Ich fand beim Schön thal eine Talk. schieferplatte, deren Fläche wenig unter einem Quadratfuß messen mochte, und solche Dimenfionen zeigen die früher erwähnten Urfelsgeschiebe nicht. Ferner find diese Alpengeschiebe in der Regel weit weniger abgerundet , als jene andern. Sie finden sich im östlichen Theil des Kantons Basel, hie und da auf den Höhen, auch nahe am höchsten Jurakamme. (Belchen; Schön thal) > Im westlichen Kanton habe ich keine angetroffen. Fast sollte man glauben diese Alpengeschiebe seyen in miste Gegenden gekommen, bei jenen gewaltsamen j Anschwemmungen, welche den südlichen Abhang de- ^ Jura mit Urfelsblöcken belegten. Einzelne kleinere Ge. ! schirbe können über den höchsten Gebirgsgrat herüberge« schleudert worden seyn, indem die größer« Blöcke und dir Hauptmasse des Schuttes am Abhänge aufgehalten wurde. Mehr gegen Westen mag die größere Erhebung der Jurakelten auch diesen einzelnen Ausläufern den Durchgang versagt haben. Nluthmaßlingen über die letzten Hauptveranderungen der Erdoberfläche in der Gegend von Basel. Wirft man einen Blick auf die Verbreitung des auf. geschwemmten Landes um Basel, so kommt einem bei. na he angenscheinlich vor, daß eine aus Osten einbrechende Fluch dem Lande die letzte Gestaltung gabo Man be- krerkt /daß die Süßwasserbildungen in der Rahe des Rheins, und die Lehm. und Sandsteinhügel alle hinter den Ausläufern des JuragebirgeS liegen, so daß die i Idee sich darbietet, jene Bildungen möchten einst im ^ Rheinthale eine größere Verbreitung gehabt haben. Eine aus Osten eindringende Fluth mag manche Theile dieser wenig festen, oder doch mit wenig festen Lagern wechseln- den Massen weggerissen, und sie nur da unversehrt gelassen haben , wo ein Jurafels als schützender Damm hervor, stand. So bemerkt man auf dem rechten Rheinufer, unmit- telbar hinter dem Hornbergc, dem Vorgebirge der Furakalkformation gegen den Rhein hin , die Sandlager ! von Jnzltngen» Dann die Süßwassersormation des i Dillinger Berges, steil abgeschnitten gegen Westen, d. h. gegen die Seite bin , wo die Fluth sie bespülte; auf der entgegengesetzten Seite aber zusammenhängend mit den fast bis an den Schwarzwald über die Jurafor- > mation weggelagerten Lehmhügeln. Einen neuen Damm ! bot der Fluch der Felsen von Jstein dar; er steht da- her gegen Süden, wo an ihm noch jetzt die Wasser des Rheins sich brechen, ganz entblößt. Die vor ihm lie- genden jüngern Bildungen wurden wahrscheinlich wegge. rissen, und nur der feste Kalkfels war fähig der Gewalt Widerstand zu leisten. Indessen hat die Fluth doch in den weichen Bildungen gegen Weil, Haltingen, Fischingev und Efringen hin einen Busen ringe, fressen. Hinter dem Jsteiner Fels, auf seiner Rordsei. seile, legen aber wieder die Lehm- und Sandbildnngen sich an, und verflächen sich allmählig in die Geröllebne von Steinstadt und Mühlheim. Die weichen Bil. düngen waren auf dieser Seile durch den Damm des Jsteiner Felsens geschützt, nnd blieben daher stehen. Dieselbe Bemerkung läßt sich auf dem linken RHMüfer Machen. Die Hügel/ welche vom Bruderholz an gegen das Rheinthal abgeschnitten sind/ und bis gegen Mühlhause»/ vom Meine sich immer mehr entftr- «end/ fortlaufe» / waren offenbar durch den Warfen- Verg/ und durch die Berge von Mönchenstein und Muitenz gegen die Gewalt geschützt. Alle Bildungen aber die von der zwischen dem Grenzacher Horn und dem Warrenberge durchbrechenden Fluth erreicht werden konnten/ wurden fortgeführt. Könnte man daher nicht annehmen / daß in frühern Zeiten der Durchbruch des Rheins durch das UebergangS. gebirge bei Bingen noch nicht statt gefunden habe, und daß auch der Jurakalk des Wartenbergs mit dem gegenüber liegenden Grenzacher Horn im Zusammen- hang gewesen seu- Wir hätten dann zwischen den Vo- gesen und dem Schwarz walde einen großen Land» se e / eine» Ueberreft der Wasserbedeckungen früherer Zeiten. *) In diesem Landsee lagerten die Süßwasserbil- düngen sich ab / über sie jene Sandsteine und Sandmas« srn. Absetzungen von größer» Geschieben waren selt- ner / weil die meisten Wasser / die diesem See zufios- sen / aus andern Seen kamen/ wo sie die gröbern Theile die sie niit sich führten / bereits hinterlassen hatten. Durch uns unbekannte Revolutionen entstanden im Uebergangsge. Lirge bei Bingen Veränderungen/ welche den Abfluß der Gewässer dieses Landsees veranlaßten. Das Rheinthal hinterblieb dann / erfüllt mit jenen jüngern Bildungen. *) Die Annahme eines solchen Sees ist nicht neu. Schon Herr Coauebert hat sie geäußert, llournal äss iVlines. Durch den Abfluß der Gewässer auf der Westseite des Dammes zwischen dem Wartenberge und dem Grenzacher Hörne vermehrte sich aber der Druck? welche die durch diesen Damm angestauten Schweizergewässer ausübten; es traten vielleicht noch überdies.Zerrütttingen im Gebirge ein. Der Damm brach endlich, und die Masse der Gewässer drang unaufhaltsam vor? auf ihrem Wege mit sich fortreißend was nicht genügsamen Widerstand zu leisten vermochte. Daher der Mangel der jünger» Bildungen in der Nähe des Rheins / wenn nicht ein vorliegender Damm sie schützte. Dieselbe Fluch führte aber eine Anzahl von Trümmern aus hohem Gebirgen mit sich. Sie setzte sie ab? als ihre Gewalt abzunehmen anfieng? und erfüllte daher das Rheinthal mit Geröllablagerungen. Die Wasser nahmen wieder ab, und ein Fluß lief im Grunde des Thals? einen Weg sich bahnend durch die Geröümassen. Späterhin mag die Wassermaffe vielleicht durch den AuSbruch der Seen einiger Nehenthä'ler wieder auf eine kurze Zeit plötzlich zugenommen haben. Daher mögen in den Geröllablagerungen selbst jene in gewissen Entfernun- gen vom Rheine fortlaufenden / terrassenförmigen Absätze entstanden seyn? indem wieder in der Richtung der Strömung die früher abgelagerten Geröllmassen weggeführt worden sind, Aehnliche Ausbrüche muß man annehmen aus dem BirSthale und demThale der Ergolz. Die Sandstein« und Lehmhügel deö Bruderholzes schloffen wahrscheinlich/ zur Zeit als der Süßwassersee des ElsaßeS abfloß? an das Juragebirge bei Mönchenstein und Arl esst eim an. Als aber der AuSbruch aus dem BirSthale ein» 10 1-46 trat, wurden sie in der Richtung der Fluth hinweggeführt. Die Fluch war indeß nicht so reißend, wie die, wel- che durch das Rheinthal hervorstürzre ; es blieben daher noch Reste der fester» Bildungen, wie z. B. die Felsen an der Dornacher Brücke, stehen. Auch hier muß späterhin die Wassermaffe wieder plötzliche Zunahmen er. litten haben, weil auch längs der BirS Terrassen, weiter» Strombetten ähnlich, fortlaufen. Die Ausbrüche aus den. Thälern der Birs und der Ergolz müssen später eingetreten seyn, als die aus dem Nbeinihale, weil die Ablagerungen von Kalkgeröllen die Rheingerölle in der Regel bedecken. Wahrscheinlich rühren die Süßwasserbildungen im hö- Hern Theile des Kantons Basel ungefähr aus demselben Zeitraum her, wie die im Rbeinthale. Wie wir aber oben gesehen haben, scheinen nach Vollendung jener Süßwasserbildungen noch Zerrüttungen im Juragebirge selbst vorgegangen zu seyn, welche sowohl die engen Thäler in dem Nogensteine eröffneten, als auch wahrscheinlich Veranlassung zum Einreißen der Dämme waren, welche die Süßwaffer- seen in ihrem Niveau erhielten- Damals nahmen wohl auch die ursprünglich mehr horizontalen Schichten des DilliNgerBergeS ihre jetzige Neigung an, denn kaum dürsten sie in dieser geneigten Lage abgesetzt worden seyn. Vielleicht war die Entstehung unseres Süßwasserkal- kes und unseres jüngern Sandsteins gleichzeitig mit der Bildung der letzten, Süßwasserversteinernngen in sich schlie- senden Ablagerungen der Schweizer Molasse. Der terti- äre Sandstein der Gegend von Basel, hat mit mancher Molasse allerdings Aehnlichkeit. Es müßte sich noch erwei- sen, ob auch die Süßwasserversteinerungen des RheinchalS und der Sandsteinbildung der innern Schweiz Uebereinstimmung zeigen. Doch genug der theoretischen Auseinandersetzungen, die leicht eine aus der andern abgeleitet wenden können. Wir müssen immer bedenken, daß wir bei der verhältniß- mäßig geringen Masse unsrer jetzigen Erfahrungen in der Geognosie nicht zu weit von der unmittelbaren Beobachtung abgehen dürfen, wenn wir nicht straucheln wollen. 3. Rogensteinkonglomerate; Kalktuff. Wir haben schließlich noch einiger jünger« Bildungen Erwähnung zu thun, die häufig inner dem Gebiete des Juragebirges anzutreffen sind. Die mannigfache Zerklüftung des Rogensteins wird durch den Einfluß der meteorischen Kräfte vermehrt, so daß Kluftstücke endlich von der Oberfläche der Rogensteinfelsen sich ablösen. Man findet daher den Fuß der meisten Nogensteinftuhen mit eckigen, halb verwitterten Bruchstücken der Felsart bedeckt, Die kalkhaltigen Wasser , welche durch diese Anhäufungen hindurchsintern, setzen Kalksteinmasse ab. Es entsteht daher ein tropfsteinamges, die Rogensteingeschiebe vereinigendes Bindemittel. Oft haben die so entstandenen, «nd täglich noch entstehenden Rogenstein- konglomerate bedeutende Festigkeit und Ausdehnung. (Schöneberg oberhalb Frenkendorf; Hersberg.) ES scheint selbst der verwitterte Rogenstein der am Fuße der Rogensteinfelsen angehäuften Trümmer biete der auflösenden Kraft des Wassers wenigerWiderstand bar als andere nicht verwitterte Kalksteine, so daß Wasser, welches durch diese Bruchstücke hindurch sintert, an einigen Stellen von der GesteinLmasse selbst auflöst, und sie an andern Stellen als Bindemittel wieder absetzt. Man bemerkt daher, daß, wenn man feinen Rogensteingruß (Marchel genannt) zum Ueberführen der kleinen We- ge in Gärten anwendet, nach einiger Zeit eine ziemlich feste, einigermaßen zusammenhängende Masse auf dem Boden entsteht. Am Fuße mancher Felsen fetzen die kalkhaltigen Wasser die Kalksteinmasse aufMoose und Pflanzen ab, und bilden arfdiese Art allmählig Tufffteinbänke. Man bemerkt dieselben an sehr vielen Stellen, am Fuße des rauchgrauen Kalksteins sowohl (Warmbach; Gren- zach) als des NogensteinS, (Rotbenfluh) hauptsächlich aber an den Flühen des jünger» Kalksteins. (Nuglen; Tuggigen.) Die höher ansteigenden Flühen dieser jungem Kalksteinart bieten wahrscheinlich den über ihnen und durch sie weglaufenden Wassern mehr Oberfläche dar, an welchen Kalkmasse aufgelöst, und nachher am Fuße der Flühen wieder abgesetzt werden kann. Man findet in den Tuffsteinbänkcn häufig schöne Pfian- zeninkrustirungen, Schilfstengel, Buchenhlätter; ferner unsre gewöhnlichen Landschnecken, oft mit wohlerhaltenen Farben. Die inkrustirenden Wasser halten den größten Theil der in ihnen vorhandenen Kalkmasse in Folge eines Kohlensäu- regehatts aufgelöst. Sie geben daher schon mit Kalk- Wasser eine Trübung, indem dasselbe der überflüßige» Koh- lensäure sich bemächtiget, unauflöslichen basischen kohlen, sauren Kalk bildet, und mit dem im Wasser bereits schon vorhandenen niederfällt. Eben so setzen diese Wasser Kalkmasse ab, wenn sie ins Kochen gebracht werden, weil die Hitze die Elastizität der überschüßigen Kohlensäurevermehrt, He in Gasgestalt entbindet, und den gewöhnlichen, unauflöslichen basischen kohlensauer» Kalk hinterläßt. Eine ähnliche Wirkung übt, wenigstens wenn der Kohlensäure, gehalt in den Wassern nur etwas beträchtlich ist, eine Ver- Mehrung der Oberfläche aus. Die Entbindung der Koh. lensänre, und die Absetzung des durch sie in Auflösung ge- Halmen Kalksteins wird dadurch befördert. Daher geht die Tuffsteinbildung vorzugsweise an der Oberfläche der Felsen vor sich; im Innern wirken die Wasser eher auflöst send. Dieß ist auch der Fall bei der Bildung des kalksin- terartigen Bindemittels, welches die Gerölle zu fester Nagelfluh vereinigt. Oft bemerkt man deswegen Nagelfluhbänke an der Oberfläche von Geröllabstürzen, die im In- nern npr lose über einander liegen, Wird durch mechanische Zeriheilung die Oberfläche des inkrustirenden Wassers, und folglich die Anzahl der Berührungspunkte mit der Atmosphäre noch vermehrt, so wird auch die Sinterabsetzung beschleunigt. So be- merkt man bei Mühlen, die durch solche Wasser getrieben werden, im Innern der Radkammern, wo durch Auffallen das Wasser zerstiebt, eine ungleich merklichere Sinterbildung, als an Orten wo es unzextheilt in sei, nein Bette fortläuft. Dieselbe Beobachtung läßt sich an manchen kleinen Wasserfallen machen, welche im Kanton Basel über Kalksteinfelse» herabstürzen. (Wasserfalle oberhalb Reigoldsweil; Wildenstein; Ostergäu. thalunterhalbHäfelfingen; derGießenbeiKilch. berg.) Das Zersplittern des Wassers veranlaßt am Orte des Ausfällens die Ansehung eines Tropfsteinkegels, der gegen den Strom des Wasserfalls anwächst, und bisweilen ganz an seine Höhe hinaufreicht. sso Anhang. Ueber die Eisensteinbildungen im Jura. Bekanntlich wird in verschiednen Gegenden des Jura Eisenstein gefunden. ES ist gemeiniglich ein thoniger Brauneisenstein oder Gelbeisenstein , und zwar meistens die Abänderung die ihrer schaligen und kugeligen Absonderung wegen Bohnerz genannt wird- *) Auch im BaS- ler Jura wird an verschiednen Stellen Bobnerz angerrof- fen, da aber auf diesem Mineral gegenwärtig kein Bergbau betrieben wird, so stnd die geognostischen Verhältnisse mit weniger Bestimmtheit zu erforschen, als an andern Orten / wo ein solcher Bergbau noch im Gange ist. Wir werden also das, was über die Bohnerzlager des Jura im Allgemeinen bekannt geworden ist, hier zusammenstellen , und. die Erfahrungen zur genauen Bestimmung der Lagerungsverhältnisse der BaSler Bohnerze benutzen. Die Bohnerzlager am südlichen Rande des Jura wie zu Aaran, Baden,") kommen in einem Thonflötze *) Den rogensteinförmigen Dhoneisenstcin, welcher in den Mergellagcrn, in der Nähe des ältern Rogensteins vorkömmt, und dessen klar zu Tage liegende LagerungsverhSltniss« leicht beobachtet werden können, haben wir schon erwähnt. Meines Wissens ist jedoch sein Eisengehalt zu gering, als daß er an irgend einem Orte zu einem Bergbau Veranlassung gegeben hätte. In Ländern hat man ibn zuweilen als Zuschlag, statt des Kalksteins, beim Ausschmelzen des Bohnerzcs und der Eisenniere benutzt. ") EbelS, Anleitung die Schweiz zu bereisen. B. 2. S. I7l. vor, welches die Juraformation von der Schweizerischen Sandsteinformation trennt. »Dieses Zwischenfiötz ist bei Aarau", wie Hr. Ebel nach Hrn. Esch er anführt/*) „ 20 bis Zo Fuß stark / voll Bohnerz von der Größe der Erbsen / und so reichem eisenschüssigen Thons, daß es sich einem rothen Eisenstein nähert, auch an vielen Stellen durch aufgelöste Schwefelkiese grünlich-braun gefärbt, und stärker zusammengekittet ist. In diesem eisenschüffi' gen Flötze finden sich noch große eckige Kalksteintrümmer, ganz von der Beschaffenheit des unten liegenden Jurakalksteins, nebst Jaspachat- und Feuersteinwacken. Der Jaspachat besteht aus bräunlich gelbem Jaspis mit Quarz, der zum Theil in Kalzedon übergeht. Der «schund rauchgraue Feuerstein kömmt meist in abgerundeten Körnern vor. Mancher sich mehr dem Jaspis nähernde Feuerstein von blaßgelblicher Farbe in eckigen Massen , enthält bisweilen Versteinerungen; mancher Feuerstein durch Eisenerde roth gefärbt, nähert sich dem Karneol. Dieselben Versteinerungen, welche in den Feuersteingeschieben vorkommen, zeigen sich auch in dem härtesten thonartigen Eisenstein dieses FlötzeS."*) Das Bohnerz bei Aarau ist unmittelbar bedeckt von Sandstein, und einem in Braunkohle übergehenden Brandschiefer, welcher oft deutliche Holztextur zeigt. In diesem Brandschiefer und dem ihn begleitenden Letten sind eine Menge von Versteinerungen enthalten. An dem Orte, wo ich sie fand , waren sie indeß in einem zn zertrümmerten Zustande, um ihre Arten mjtBestimmt- *) A. a. O. S, 6. Es sind wohl Seethierversteinerungen, von denselben Arten, welche der unterliegende Jurakalkstein einschließt l heil wahrnehmen zu können. Indeß kann man darunter Pla norden unterscheiden. Ueberhanpt scheinen es Süßwasserkonchylien zu seyn. Die Schalen sind wohl erhalten; zum Theil erkennt man noch dräuiiliche Zeichnungen auf denselben- Auch im unmittelbar diese Schich. ten berührenden Sandsteine und in den Bohnerzknauern die er enthält, finden sich zertrümmerte Muscheln mitbloß kalzinirrer Schale. Dem zufolge scheint das Bohnerzfiötz bei Aarau zn den letzten Niederschlagen der Juraformation zu gehören, welche unmittelbar von Sandstein , und zwar von einem Siißwafferschnecken enthaltenden Sandsteine bedeckt worden ist. Andere Verhältnisse zeigen sich aber in den Bohnerz- lagern des Nenenburgischen- Dieselben liegen nach Hxn. von Buch*) im Innern des Juragebirges, unter -em obern der beiden Mrrgellager, welche im Neuen- burger Kalkstein mit so großer Auszeichnung auftreten. Das Mergellager selbst ist noch von beträchtlichen, Haupt- sächlich ayS Rogenstein bestehenden Kalksteinablagerungen bedeckt. Eben so führt Hr. Ebel an, **) daß Bohnerz zu WölsliSweil im Frickthal in rothem Rogenstein, und bei Wartenberg und andern Orten in Schwaben in den KalkWnschichten selbst eingelagert sey. In dem zwischen dem Rheine bei Bafel und dem Schwarzwalde gelegnen Theil des JnragebirgeS befinden sich ebenfalls bedeutende Ablagerungen von Eisenstein, auf welchen im Badischen mehrere Gruben angelegt sind. *) Helvetischer Almanach für ISIS. *^) Bau der Erde im Alpengebirge. B. 2 . G- 128. 1SZ So zu Hammerstein bei Kandern, im Bälen zwischen Holzen und Rietlingen, im Tannekir- chcr und Hertinger Wald/ bei Liehl, und endlich näher beim Rheine bei Kleinen KemS. Der Eisen, stein kömmt, wie Hr. Oberbergrath Kümmichin Kan. dern mich belehrte / an allen diesen Orten unter densel. ben Verhältnissen vor. Es ist ein thoniger Braun» und Gelbeisenstein, gemeiniglich nichr kugelig abgesondert / sondern von mancherlei Zerklüftungen und schali- gen Absonderungen durchsetzt. (Eisenniere; sogenann- tes Reiner;) Nur in der Grube bei Liehl kömmt Bohn er; vor, und zwar bedeckt es daselbst die Eisenniere. Die.letztere besitzt einen stärker« Eisengehalt als das Bohnerz. Wahrscheinlich hat der geringere Eisengehalt im Bohnerz Veranlassung gegeben, daß das Ei. senoxydhydrat in der Thonmasse auf gewiße Punkte sich zusammenzog, und um diese Punkte in konzentrischen Lagen sich absetzte; daher die schalig abgesonderten Eisen, höhnen- In einer an Eisen verhältnißmäßig reichern Thon. masse konnte eine solche Aussonderung nicht in dem Grade der Vollkommenheit statt finden. Daher zeigen sich in der Eisenniere keine bestimmt ausgebildeten Bohnen, sondern nur unregelmäßige Klüfte, die jedoch eine Tendenz zur konzentrisch fthaligen Absonderung verrathen. In dem Eisensteine liegen Nieren von ebnem Ja-- spis von mannigfaltigen Farben. Die schönen rothen und gelben Jaspisarten vonLiehl, die weißen des Her. tinger Waldes sind von ausgezeichneter Schönheit. Die Derthrilung der Farben und Bänder im Innern des Ge- steins, die mit der Außenfläche der Nieren einen gewissen ParalleliSmuS zeigt, lehrt augenscheinlich, daß die Nieren nicht als Gerölle, sondern als ursprüngliche sphä- > roidische Bildungen müssen betrachtet werden. Die Kie. selmasse hat in den Jaspisnieren auf ähnliche Weise um gewisse Punkte sich zusammengezogen, wie die Eisen- Masse um die Mittelpunkte der Bohnen. Da freilich die Iaspisnieren oft von bedeutender Größe sind, so konnte die kugelichte Form, wegen der die Anziehung störenden Umstände, sich nicht immer mit Bestimmtheit ausbilden. Man trifft daher oft Nieren von sonderbarer, unregelmäßiger Gestalt an. Die Sohle der Eisenflötze ist gemeiniglich ein weißlicher, dichter, oft sehr zerklüfteter, jüngerer Jurakalk. Er enthält Madreporen, Fungiten, (Hammer, stein) auch Enkrochiten und Am moniten (Liehl.) Das Eisenstötz wird bedeckt von einer Kalkbrcceie, welche aus einer Menge sehr verschiedenartiger Jurakalkgeschie- be, meistens aus weißen und gelben dichten Kalksteinen, und aus Rogenstein besteht, die durch ein kalkiges Bin- dcmittel sehr oft vereinigt sind. Das Bindemittel selbst besteht zum Theil aus derselben Masse wie die Geschiebe. ES ist eine gelbe, sehr feine, feste Kalksteinbreccie. Die Geschiebe der Breeeie sind oft von ansehnlicher Größe , oft scheinen sie aber ganz zu verschwinden, und die Gesteinsmasse besteht allein aus dem feinkörnigen Binde- Mittel- Sie hat dann auf den ersten Anblick viele Aehn- lichkeit mit dem ältern Rogensteine; es zeigt sich aber, bei näherer Untersuchung, daß die einzelnen kleinen Kör- ner eine eckige Gestalt haben, und daß ihnen die schalige Absonderung der Rogensteinkörner mangelt. Die Kalk- steinbreccie ist bestimmt geschichtet- Die Lage der Schich- ten weicht überall wenig von der horizontalen ab. Wo die Breeeie in einen feinkörnigen Kalkstein übergeht sind die Schichten wenig mächtig, und eS lassen sich die schön- stcn Platten herausbrechen. (Steinbruch bei Hammer, stein.) Sie wechseln mit einem gelben und röthliche» Thonmergel. Die Eisenflötze haben übrigens eine sehr unregelmäßige Gestalt. ES sind Stöcke und Nieren, die in einer Thon. masse eingelagert vorkommen, welche mit etwas mehr Re- gelmäßigkeit fortsetzt. . In den Eisenflötzen werden zuweisen Versteinerungen angetroffen. Ich sah Ammoniten in der Eisenniere des Hertinger Waldes, Pektiniten im weißen Jaspis bei Hrn. Kümmich. Die Kalkfteinbreceie hingegen ist leer an Versteinerungen. Ihr hartes, an Festigkeit den Geschieben selbst gleichkommendes Bindemittel, zeigt in. deß, daß zur Zeit ihrer Absetzung die Bildung der Kalk- steinmasse noch im Gange war. *) Aus dem Gesagten geht hervor, daß die Eisenflötze dieser Gegend noch zur Juraformation gerechnet werden müssen. Sie gehören freilich zu den jüngsten Schichten, bilden indeß nicht die allerletzten, wie die Bohnerzlager am südlichen Abhänge des Jura, da noch eine Kalkstein- breccie fie von den jüngern Bildungen sondert. An verschiedenen Stellen des Kantons Basel zeigt sich auch Bohnerz, wie gesagt sind aber die Verhältnisse nicht genau zu beobachten, weil gegenwärtig nicht mehr darauf gegraben wird. Der zum Theil eingestürzte Stol. len, welcher »och vor wenigen Jahren zur Förderung des Ihrer Beschaffenheit zufolge muß man ihr ein ungleich höheres Alter zuschreiben, als den Kalknagelfluhbänken in den Geröllablagerungen der Höhen -es Kantons Basel. 1Z6 Lei Bubendorf vorkommenden Bohuerzes diente, ist in einem zerklüfteten, weißlichen, jünger« Jurakalk, und im jungem Rogenstein getrieben. Die ansehnlichsten Bohnerzablagerungen des Kantons zeigen sich bei DLegten. Man findet mit dem Bohncrze zugleich auch Nieren von rothem und gelbem Jaspis mit Zeichnungen und Bändern, welche mit der Oberfläche der Nieren parallel laufen; außerdem verschiedentlich gefleckte Achate. *) Ehemals war auf diesem Lager ein Bergbau im Gange. Den Verhältnissen zufolge sollte man meinen, daß daö Bohnerz hier dem bunten Mergellager untergeordnet ist, welches wir oben ausführlich beschrieben haben, insonderheit da der Mergel in der Nahe der ehemaligen Bohnerzgruben durch seine ausgezeichnet rothe Färbung einen starken Eisengehalt beurkundet. Da die Verhältnisse indessen nicht klar am Tage liegen, so könnte das Bohnerz auch bloß in einer Mulde abgelagert seyn. Es wäre dann unmittelbar von der nahen Süßwafferfor- mation und der Kalkuagelfluh bedeckt. Auch an verschiednen andern Orten, wie auf dem Hummel, bei denBilsteinen, findet man Bohnerz **), doch nur in einzelnen Bohnen, über deren LagerungSver- hältniffe flch nichts festsetzen läßt. 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