ETH-Bibliothek EM000005141154 ÄK-* L.' ’ ■ • **>***;% H ■ ■•&*'■■''.. M- - t \ a/v jSyf aMa. , ^JCu^cijLK f c ^ /JiAAM'i^uii j J1$ $_a~S'$/ ^Gzv-JJeU/ aü JUA e url$'< Cb^rt/CCiC(MA^ c U masse in’s Auge, die von dem Andornothal nach dem obern Tessin fortsetzt, in der Richtung des zwischen den südlicheren Juraketten und Val Camonica vorherrschenden orographischen Streichens nach N 30 0, angenähert dem System der Westalpen von Hrn. Jüie de Beaumont. — Weniger deutlich, wegen Firn- und Gletscherbedeckung, erscheint die wichtige Zone grüner Schiefer, Diorite und Serpentin, die in der Axe der Berneralpen sich bis Maderan verfolgen lässt. — Auf der östlichen Hälfte der Karte zeigt sich der Hornblendschiefer in grosser Entwickelung zu beiden Seiten des untern Merathales, südlich von Chia- venna, und in den Gebirgen zwischen Unter-Engadin und Paz- naun. — Eine zu wenig hervorgehobene Zone von Chloritschiefer, Diorit und Syenit in Tavetsch und Vorder-Rheinthal bildet den südlichen Fuss der Crispalt- und Tödikette bis Trons. Zu ihr gehört der ausgezeichnete Granit-Syenit von Ponteljes. ^ 6. Glimmerschiefer und Gneis. Es sind in dieser Gruppe alle höher krystallinischen Schiefer vereinigt worden, die sich durch auffallenden Glimmer- oder 29 Talkgehalt auszeichnen. Es ist klar, dass, wenn man auch nicht auf eine schärfere Unterscheidung der Glimmer- oder Feldspath- species Gewicht legen will, mehrere dieser Schiefer wesentlich, sowohl petrographisch, als in ihrem Alter, von einander abweichen. Indess ist auch auf Karten von grösserem Maassstab, wie auf denjenigen von Favre, Lory u. A. eine Trennung nicht versucht worden, und sie wäre auch kaum durchzuführen. Ein Theil dieser Gesteine hätte, wenn die Grenzen zu bestimmen wären, mit dem Casannascliiefer, dem Thonglimmerschiefer der Oesterreicher, oder mit den nicht aylbrausenden Grauen Schiefern vereinigt werden können; ein anderer, besonders die talkartigen, mit dem Grünen Schiefer. — Noch stärker treten die Unterschiede der Gneis arten hervor. Die durch Punkte bezeichnete Abtrennung der granitischen Gneise, oder des Protogins, von den deutlicher stratificirten, kann nur als ein Versuch gelten und ist in mehreren Gegenden unterblieben. In den südlichen Wallisgebirgen herrscht, in bedeutender Verbreitung und in wenig geneigter Stratification, die höchsten Gipfel bildend, Talkgneis, ein Gneis mit grünem Talk und weissem Peldspath, der von dem Protogingneis sehr abweicht. Beschränkter erscheint in denselben Gebirgen gneisartiger Ar- kesin. Der am ersten als normaler Gneis zu erkennende, wohl auch älteste Gneis, ist derjenige, der im obern Tessin und im Tosathal häufig zu Weinpfeilern und Platten gebrochen wird. Er ist jedenfalls eine ganz andere Steinart, als der in derselben Gegend die oberen Felsmassen bildende hochkrystallinische Glimmerschiefer mit Granat, Cyanit, Staurolith, Turmalin, obgleich beide mit derselben Farbe bezeichnet sind; er ist eben so wesentlich verschieden von dem grünen Talkgneis der südlichen Wallisgebirge. Einen schwankenden unbestimmten Charakter tragen die Gneise an der Nordseite des Finsteraarhornmassivs und öfters auch in Bünden; bald sind es wahre Ca- sannaschiefer, bald zeigen sie sich kleinkörnig granitisch und die Steinart wechselt oft nach wenigen Schritten. 30 7. Granit. Nach Abtrennung des noch gneisartigen Protogins oder Alpengranits bleiben noch die durch dunkleres Roth bezeichnten massigen Granite zu berücksichtigen. Dem Alpengranit schliesst sich zunächst an der Granit von Valorsine, der am Fuss der Aiguilles Rouges gangartig in den ihn umgebenden Hornfels aufsteigt und sich darin verästelt. Mineralogisch unterscheidet sich derselbe nicht wesentlich von dem gneisartigen Protogin. Die am Südrande der Alpen auftretenden Granite zwischen Biella und Orta stehen in enger Verbindung mit den anstoßenden und mit ihnen verwachsenen Hornblendgesteinen. Ein Theil derselben zeichnet sich aus durch schnell fortschreitende Verwitterung in Granitgrus, der oft klaftertief den festen Fels bedeckt, scheint aber doch nicht wesentlich verschieden von dem nahen Granit von Raveno, der jeder Zerstörung trotzt und, statt von Hornblendgesteinen, von Glimmerschiefer umgeben ist. Dem Quarzporphyr scheinen die kleinen Granitpartieen anzugehören, die, enge mit ihm verbunden, in Val Gana und in den Umgebungen von Lugano auftreten. Wahre Hornblendgranite sind dagegen die Granite von Masino, zwischen Chiavenna und Sondrio, diejenigen des Juliers und Reversthaies und die mächtigen Massen des Ada- mellogebirges. Sie sind vorherrschend weiss, aber auch grün oder roth, zuweilen zollgrosse Feldspathzwillinge einschliessend. Diorit und Hornblendgesteine, auch wohl Serpentin, fehlen auch hier nicht in ihrer Umgebung. Noch andere Abänderungen, zum Theil auf der Karte nicht bezeichnet, Hessen sich hervorheben. So der Arkesingranit, nördlich von Val Pellina, auf der Karte als Alpengranit angegeben; der Granit von Brusio oberhalb Tirano, Porphyr ähnlich, mit grauem Feldspath, ebenfalls Hornblende enthaltend; der rothe Granit bei Pontresina u. a. m. \ 31 8. Porphyr. Es sind auf der Karte zweierlei Porphyre unterschieden worden. Ausserdem geht auch der Alpengranit auf einigen Stellen in einen grauen Porphyr über; so in den Granit- gängen bei Valorsine, und auch am Montblanc selbst wird, sowohl am Montanvert, als gegen Val Ferret, der Protogingneis Porphyr ähnlich. Am Südabfall der Deut de Mordes, südlich vom Morclesbach, zeigen sich Anschürfungen von fleischrothem, porphyrartigem Feldspathgestein, das vielleicht Gange oder Nester in dem herrschenden Gneis bildet. Auf dem Triftgletscher findet man Felsblöcke von grauem Porphyr, ähnlich dem von Valorsine, und auch der Granit von Brusio nähert sich demselben. Das Vorkommen scheint jedoch überall sehr beschränkt und vereinzelt. Der Rothe, quarzhaltende Porphyr des untern Sesia- thales, Lago Maggiore, Val Gana, Lugano ist nicht verschieden von dem des südlichen Tirols und kann als das Westende der am Südrande der Alpen sporadisch auftretenden Porphyre betrachtet werden. — Kleinere Partieen von rothem oder grünem, quarzführendem Porphyr stehen in Bünden theils in enger Verbindung mit Granit, wie auf beiden Seiten des Berninapasses, theils mit Verrucano, wie auf der Maienfelder-Furgge in Davos, und bei Filisur, auch wohl am Lischannagletscher in Unter- Engadin. — Ganz vereinzelt in den nördlichen Kalkalpen steht bis jetzt der grüne und braunrothe Quarzporphyr der Windgelle in Uri. Beschränkter ist das Vorkommen des als Melaphyr eingetragenen Schwarzen Porphyrs. Die Benennung ist nur nach dem Wortsinn zu verstehen, denn man erkennt in der schwarzen, grünen oder röthlichen Grundmasse nur ausgeschiedene weisse Albitkrystalle und Epidotadern, aber weder Augit, noch Hornblende, noch Quarz. Der rothe Porphyr bildet Gänge in diesem Gestein, das man wohl eher, wie ähnliche im Süd-Tirol, am M. Tarare, in den Vogesen u. a. a. Stellen, für ein umgewandeltes Sediment halten möchte. 32 9. Jüngere Eruptivgesteine. Die einzigen, die auf der Karte Vorkommen, sind die P Monolithe und Basalte des Hegaus, in NO von Schaff hausen, und die sie begleitenden Tuffe. Sie gehören nicht nur politisch, sondern auch geologisch einem der Schweiz fremden Gebiete an. Die nächsten, aber nicht mehr in den Bereich der Karte fallenden jüngeren Eruptivgesteine finden wir in den Doleriten des Kaiserstuhls und in den Basalten des M. Baldo und der Vicentinischen Hügel. buchdrucrekei von Zürcher L rurrer in Zürich.