Nachrichten von der G. A. Universität und der Königl. Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen. März 31. 6. 1851. Königliche Gesellschaft der Wissenschaften. Bemerkungen über das Krystallisationensystem des Karstenites, nebst Beiträgen zur Kunde deSHomöomorphismus im Mineralreiche, von I. Fr. L. Hausmann. Der Königlichen Societät vorgelegt am 15. März. Vor längerer Zeit erhielt ich eine Kalkspathdruse von St. Andreasberg am Harz, mit Krystallen eines für Zeolith angesprochenen Minerals, die bei genauerer Untersuchung als Krystalle des wasserfreien Gypses oder Karstenites von mir erkannt wurden. So viel ich weiß, ist dieses Fossil unter der großen Anzahl von Mineralsubstanzcn, durch welche die St. AndreaSberger Erzgänge sich auszeichnen, früher noch nicht bemerkt worden. Der Fund war aber nicht bloß wegen der Seltenheit, sondern auch aus dem Grunde von besonderem Interesse, weil er zur Kenntniß von bisher nicht beobachteten Krystallisationen des Karstenites führte, welche in ihrem Habitus von den bis jetzt bekannten, und namentlich durch Graf von Bournon, Hauy, LLvy und Miller beschriebenen und dargestellten Formen abweichen, indem sie mit gewissen Krystallisationen des Schwerspates und Cö- lestins Aehnlichkeit haben. Ein Theil der Krystalle erscheint in der Form eines wenig geschobenen vierseitigen, durch die von Miller mit s bezeichneten s61 66 Flächen *) gebildeten Prisma von 91° 1(V und 88° 50', an den Enden gerade zugeschärft, die Zuschär- sungSflächen (v') gegen die größeren Seitcnkanten gesetzt, die Zuschärsungskante von etwa 81°, nach einer Messung mit dem Anlegegoniometer, indem die Anwendung des Neflexionsgoniometers nicht zulässig war. Andere Krystalle stellen sich als stark geschobene vierseitige Prismen (ä) von ungefähr 105° und 75° dar, an den Enden durch dieselben Flächen zugeschärft, welche der ersten Form eigen sind, bei diesen aber gegen die scharfen Seitenkan- ten gerichtet. ES zeigen sich auch beide Arten vertikaler Prismen zu einer achtseitig prismatischen Form combinirt; und mit ihnen sind an einigen Individuen die Flächen L vorhanden, welche die kleineren Seitcnkanten des ersten, und die stumpfen Seiten- kanten des zweiten Prisma abstumpfen. Sämmtliche Krystalle besitzen eine säulenförmige Verlängerung in der Richtung der Hauptachse, und haben eine verschiedene Größe, indem ihre Länge von etwa 3 Par. Linien bis zu H Par. Zoll beträgt. Die vertikalen Flächen s sind uneben, mit einer Anlage zu LängSreifen, die Flächen 6 uud L dagegen glatt, so wie die Zuschärsungsflächen v'. Die Flächen s haben einen vollkommenen Perlmutterglanz, die Flächen ä einen Glanz, der zwischen Glas- und Perlmutterartigem die Mitte hält; die übrigen Flächen sind von vollkommenem ElaSglanz. Gegen die Zuschärsungsflächen gesehen, stellt sich zuweilen ein Heller, mit bunten Farben spielender Lichtschein in der Art dar, wie man ihn nicht selten am Apophyllite wahrnimmt, wenn man gegen die horizontalen Flächen desselben sieht; der hier wie dort von aus dem Innern durch Absonderungs- *) Poggend»»fps Annalen. I.V. 526. Taf. II. kig- 33. — Naumann's Elemente der Mineralogie 2.Aufl. S. 265. * 67 flächen zurückgeworfenen Lichtstrahlen herrührt. Die dem Karstenite eigenthümlichen Blätterdurchgänge geben sich an den Krystallen in Sprüngen kund, besonders nach den beiden Diagonalebenen. Außerdem nimmt man ausgezeichnete Sprünge in der Richtung der Zuschärsungsflächen, und auch Spuren von Blätterdurchgängen nach den Flächen s, und besonders nach ä wahr. Die netteste Spaltung erfolgt, wenn man Stücke der Krystalle in einer Glasröhre der Löthrohrflamme nähert, wodurch solche in rechtwinkelig parallelepipedische Stücke zerspringen. Die Krystalle sind weiß; theils durchscheinend , theils halbdurcksichtig. Sie erscheinen auf solche Weise mit den Kalkspathkrystallen verwachsen, daß die gemeinschaftliche Krystallisierung beider Mi- neralsubstanzen nicht bezweifelt werden kann. Der Typus der beschriebenen Karstenitkrystalle legt eine Vergleichung derselben mit den bekannten Formen des Schwerspathes und Cölestins nahe; und indem man versucht, jene mit diesen in Einklang zu bringen, so macht sich eine Analogie be- merklich zwischen den Flächen v'und den von Hauy bei dem Schwerspath und Cölestin mit U bezeichneten Flächen; so wie zwischen den Flächen ä des Karstenites und den von Ha uy mit demselben Buchstaben bezeichneten Flächen des Schwerspathes und Cölestins, welchen nach meiner Methode das Zeichen L8'2 zukommt*). Auch weichen die Neigungswinkel jener Flächen am Karstenite von den analogen Flächen am Schwerspath und Cölestin nur um wenige Grade ab. Es entsteht dabei aber die Frage, auf welche Weise die an obigen Karsteuitkrystallen beobachteten neuen Flächen mit denen zu reimen sind, welche an den früher genauer untersuchten Hinsichtlich der von mir angewandten Bezeichnungs- art muß ich auf den ersten Theil der 2ten Ausgabe meines Handbuches der Mineralogie, S. 126 ff. verweisen. 6 * 68 Formen des KarsteniteS vorkommen? Bei dem Versuche, den Zusammenhang unter diesen verschiedenen Flächen aufzufinden, habe ich die von Miller mitgetheilten Winkelmessungen zum Grunde gelegt. Obgleich er selbst sie nicht für sehr genau erklärt, so nähern sie sich doch ohne Zweifel der Wahrheit mehr, als die bedeutend davon abweichenden Angaben Ha uy's, die in meinem Handbuche der Mineralogie noch beibehalten wurden. Angenommen, daß die Flächen ä dem Verhältnisse Lö'2 entsprechen, so ergibt sich, daß den Flächen s das Zeichen LL'ß zukommt; und hiernach die Basiswinkel berechnet, werden solche zu 113» 42' und 66" 18' bestimmt. Die Flächen ä mache» alsdann mit einander Winkel von 105^ 8' und 74" 52'. Mit der Neigung der Flächen v' in der Bra- chydiagonalzone, läßt sich die Lage der von Miller durch r bezeichneten Flächen in der Makrodia- gonalzvne, deren gegenseitige Neigung nach seiner Angabe 96» 36' beträgt, reimen, wenn man diese als dem Verhältnisse entsprechend ansieht, bei welcher Voraussetzung die Gränzflächen v, welche den von Hauy mit o bezeichneten Flächen entsprechen, eine gegenseitige Neigung vvn10Zo i6' haben. Hiernach ergibt sich dann die gegenseitige Neigung der Flächen v' zu 81» 6'. Durch diese Annahmen verändern sich natürlicher Weise die Zeichen für die Flächen, welche bei Miller die Buchstaben o, u und v führen; und es versteht sich von selbst, daß ihre Verhältnisse einen nicht so einfachen Ausdruck gestatten, als wenn man ihre Neigung unmittelbar auf die der Flächen r bezieht, indem man sie als Glieder einer transversalen Hauptzone, und die Flächen o als die primären betrachtet. Da sie nun sämmtlich als Glieder einer transversalen Nebenzone erscheinen, so gelten für sie folgende Zeichen: für« (äöz. VLA; für n (4öz. L'W; und für o^LZ- 69 LD2). Wird nach obigen Daten eine hypothetische Grundform für das Krystallisationensystem des Kar- stenitcs berechnet, so ist das Verhältniß der Hauptachse zu den beiden Nebenachsen oder von wie 0,7636.-1:0,6531, und die Kantenwinkel des primären Rhombenoktaeders sind: 127° 14", 94° 14', 108° 46'. Werden nun diese Winkel mit denen der Grundformen desSchwerspathes undCölestin's verglichen, so erscheint die Abweichung von den Winkeln dieser nicht größer, als die Verschiedenheit unter den Winkeln dieser beiden Mineralsubstanzen und des Bleivitriols, welche längst als isomorphe Sulfate gegolten haben. Da die schönen Untersuchungen von Hermann Kopp den Zusammenhang zwischen dem Isomorphismus, oder richtiger Homöomorphismus, und der Annäherung der Größe deS Atomvolums aus eine so überzeugende Weise nachgewiesen haben, so lag es nahe, auch für diesen Fall das Verhalten zwischen dem Atomvolum des Karstenites und dem jener anderen Sulfate zu prüfen. Das Atomvolum des Karstenites wurde im Mittel zu 289,99 gefunden, wogegen es sich bei dem Schwerspats» zu 329,37, bei dem Cölestiu zu 293,47 und bei dem Bleivitriol zu 300,75 ergab. Wird nun die Differenz zwischen dem Atomvolum von Karsteuit und Cöle- stin nach dem vonH. Kopp angegebenen Verfahren*) bestimmt, indem . . 4 (V-1-Vi) ' so beträgt sie nur 0,0119. Die Atomvolume von Karstenit und Cölestin stehen mithin einander so nahe, daß man beinahe vollkommenen Isomorphismus dieser beidenMineralsubstanzen vermuthen sollte,und eS wohl nicht unwahrscheinlich ist, daß die bedeutendere Verschiedenheit der Krystallwinkel, in einer noch zu wenig genauen Bestimmung ihrer Größe am Karstenite liegt. ') Poggendorff's Annalen 1311. 446. 70 Nachdem sich durch vorstehende Untersuchung eine so nahe Verwandtschaft zwischen dem Krystallisatio- nensysteme des Karst enites und den Systemen des Cölestins, Schwerspathes und Bleivitriol S herausgestellt hatte, so lag die Vermuthung, daß auch die Formencomplexe des Glase- rits (schwefelsauren Kali's) und Thenardits (schwefelsauren Natrons) in ähnlichen Verhältnissen zu den Krystallisationensystemen jener wasserfreien Sulfate stehen dürsten, um so näher, da ja bekanntlich Kali, Natron, Kalkcrde, Strontianerde, Baryterde, Bleioxyd, in verschiedenen Verbindungen als stellvertretende Basen erscheine». Das Krystallisationensystem des Glaserits ist sowohl durch Mohs*) als auch durch Mitscher- lich**) genauer bestimmt. Die Winkelangaben Beider weichen nicht bedeutend von einander ab, und durch eigene Messungen habe ich mich von ihrer Richtigkeit überzeugen können. Beide haben die Krystallisationen des schwefelsauren Kali's in einer Stellung betrachtet, bei welcher ihre Verwandtschaft mit den Formen, der anderen wasserfreien Sulfate mit Basen --- k nicht hervorleuchtet. Anders verhält eS sich, wenn man den Krystallen, wie es bereits in der 2ten Ausgabe meines Handbuches der Mineralogie*") geschehen, durch eine Drehung um einen rechten Winkel eine Stellung gibt, die das Krystallisationensystem als ein solches erscheinen läßt, bei welchem das Verhältniß unter den Horizvntal- achsen sich dem von 1:^3 nähert. Alsdann sind, wenn die Bestimmungen von Mohs zum Grunde gelegt werden, die Basiswinkel von 120° 29' und 59° 31'. DasAchsenverhältniß ist 0,7431:1:0.5717; *) Leichtfaßltche Anfangsgründe der Naturgeschichte des Mineralreichs. 2. Th. Phpsiographte, bearb. v. Zippe. 2. Aufl. S.56. **) Poggend. Arm. XVIII 17l. *") II. 1137. 71 die Kantenwinkel des primären Rhombenoktaedcrs sind 131«15', 87°34', 112°32'; und es mißt die gegenseitige Neigung der Flächen v, 106° 46', so wie die der noch nicht beobachteten Flächen v', 75° 8'; welche Größen von den Neigungen der analogen Flächen des Schwerspathes, Cölestins und Bleivitriols nur wenig abweichen. Dieser Annäherung entspricht denn auch die geringe Differenz unter den Atomvolumen, indem das Atomvolum des Glaserits im Mittel 412,23 ist. Die Differenz zwischen diesem und dem Atomvolum deS Schwerspathes beträgt, auf obige Weise berechnet, 0,223; so wie die Differenz zwischen dem Atomvolum des Glaserits und dem des Bleivitriols, 0,313; welche Unterschiede nicht so groß sind, als z. B. die zwischen den Atomvolumen des Arago- nitS und Witherits, welche bekanntlich als isomorphe Substanzen gelten. — Die Winkel der Krystallisationen des wasserfreien schwefelsauren Natrons, mit welchem der in der Natur sich findende Thenardit übereinstimmt, hat Mitscherlich gemessen*). Die Stellung, welche von ihm den Krystallen gegeben, läßt ebenso wenig als die bei dem schwefelsauren Kali von ihm gewählte, eine nahe Verwandtschaft deS Systems mit den Formencomplexen. der anderen wasserfreien Sulfate mit Basen — k erkennen. Aber auch hier kommt sie zum Vorschein, wenn man die Krystalle um einen Winkel von 90° dreht, wodurch die längere Nebenachse zur Hauptachse wird, und die Flächen cl in eine horizontale Lage gebracht werden. Die Basiswinkel sind alsdann von 118" 46' und 61° 14'. Eine hypothetische Grundform, deren Winkelverhältnisse sich denen der Grundformen anderer wasserfreier Sulfate mit Basen — Ü nähern, wird *1 Poggendorff's Ann. XII. 139. Taf. I. Fig. 1. 2. 72 gefunden, wenn die von Mitscherlich für die primären angenommenen und mit k bezeichneten Flächen für secundäre angesehen werden, die dem Verhältnisse entsprechen. Alsdann wird das Ach- senverhältniß^O,7494:1:0,5918; und es messen die Kantenwinkel der hypothetischen Grundform: 130° 8 ', 89° 12', llho 38*. Die gegenseitige Neigung der Flächen v würde 1060 18', sowie die der Flächen v', 76o 34 - betragen. Diese Winkel nähern sich denen des schwefelsauren Kali's sehr, und weichen von den Winkeln des Bleivitrivls, Schwerspates und Cölestins noch weniger ab, als die des Glaserits. Damit fleht denn auch die Größe deS Atomvolums im Einklänge, welches bei dem wasserfreien schwefelsauren Natron im Mittel 330,18 ist, und also mit dem des Schwerspates beinahe vollkommen übereinstimmt. Zur besseren Uebersicht der hier dargelegten Verhältnisse, mögen folgende Zusammenstellungen dienen: Atomge- Specifischcs Gewicht, wicht*). Atomvolum. ,2.6232 Karsten ,415.261,.^ >2.662 Kopp / E.3 ^ 9 . 2 23 ,2,73 Cordier , ,324.951 >2,645 Thomson / >335,4l/"0'^ ,4.356 D.L.G. Karsten, ,334,7 , Schwerspath-s 4,446 Mohs )1458 ^327,9 ^329,37 Glaserit Thenardit 14.46 G. Rose Bleivitriol Cölestin Karstenit 1 1325.441 1^298 ^ 09 , s 1894.5 75 jWLL? ') Es sind hier die neuesten Bestimmungen der Atomgewichte benutzt, wie sie sich in der Ivten Auflage von Wöhler's Grundriß der unorganischen Chemie von diesem Jahre finden. 73 Neigungen der Flächen Atom- Achsenverhältniß L I> IV VvlUM. ^ L8 412,23 0,7431.-1-0,5717 120°29< 106°46' 75°8' l^'-i 8 330,18 0,7494-1-0,5918 118°46' 106°18' 76°34' L's 8 329,37 0,7659-1-0,6234 116°22' 105°6' 78°18' kb 8 300,75 0,7686-1-0,6084 117°20' 104°55' 76°49' 8r8 293,47 0,7817-1-0,6181 117°10' 103«58' 76°2' üs 8 289,99 0,7636-1-0,6531 113°42' 105°16' 81°6' Diese Zusammenstellung zeigt, .daß bei den wasserfreien Sulfaten mit Basen —U, mit der Abnahme der Atomvolume, die Länge der kürzeren Hori- zontalachse im Allgemeinen zunimmt, mithin die Größe des stumpfen Basiswinkels abnimmt, wobei allein der Schwerspath eine Ausnahme macht. Ein ähnliches Verhältniß fand H. Kopp*) bei.den ortho- rhombischen Carbonaten mit Basen — k. Bei diesen zeigte sich ein umgekehrtes Verhältniß hinsichtlich der Hauptachse, welches bei den Sulfaten nach obiger Zusammenstellung nicht in gleicher Maaße hervortritt. — Eine Verglcichung berKrystallisatio- nensysteme der wasserfreien Sulfate mit Basen — k mit den orthvrhombischen Systemen der wasserfreien Karbonate mit gleichen Basen, führt auf die Wahrnehmung, daß auch unter diesen ein nahes Verwandtschaftsverhältniß Statt findet. Der Unterschied zwischen den charakteristischen Winkeln der beiden Reihen von Salzen ist, wie aus einer unten gelieferten Zusammenstellung zu ersehen, nicht größer, als er bei den Krystallisationen derselben Reihe sich zeigt. Auch bestätigt sich hier der Zusammenhang zwischen der geringen Differenz der Atomvo- ') Poggcndorfs Annalen III 263. 74 lume und der Aehnlichkeit der Krystallisationensy- fleme. Die Atomvolume der Karbonate sind sämmtlich kleiner als die der Sulfate; aber das größte Atomvolum jener ist nur unbedeutend geringer, als das kleinste Atomvolum dieser. Dabei macht sich bemerklich, daß, wenn sich gleich auf solche Weise die Atomvolume der orthorhombischen Karbonate an die der Sulfate mit abnehmender Größe reihen, dasselbe doch nicht hinsichtlich der Achsen- und der davon abhängigen Winkelverhältnisse der Fall ist; so wie auch die Stellen, welche die einzelnen Substanzen in den beiden Reihen hinsichtlich der Größe der Atomvolume und der Achsenverhältnisse einnehmen, nicht dieselben sind. Dabei ist es beachtungs- werth, welche Annäherung unter den Winkeln der Sulfate und Karbonate, denen dieselben Basen angehören, Statt findet, und wie der Größe der Annäherung, die geringe Größe der Differenz der Atom- volume entspricht. Nachfolgende Zusammenstellung ergibt hierüber daS Nähere. Differenz der Neigungen der Flächen Atom- Atom- L v IV Volume. Volume, f j s^.-L: «IVj c»L-L j L's8 329,371 0,139 116°7< 106°54' 78°18' 286,65/ 118°30' 105°6' 77°3Ü' 8'r8 293,471 0,139 117°10' 103°58' 76°2' 8r6 255,33/ 117°19< 108°12' 80°12- kt» 8 300,751 117°2tV 104°55' 76°49' k'b 6 258,9 / 0,149 117°13' 108°16' 8V°20' 0- '8 289,991 > 0,316 113°42' 105°16' 81°6' c's 6 210,94/ 116°16' 108°27' 81°33' 73 Naumann hat schon vor langer Zeit auf die große Ähnlichkeit aufmerksam gemacht*), welche zwischen den Krystallisationeusystemen des Arago- nits und Kalisalpeters nicht allein in den Winkeln der Grundform, sondern auch in dem Charakter der Flächcncombinationen, und selbst in der Zwillingsbildung statt findet. Die analogen Winkel beider Substanzen entfernen sich jedoch von einander um —3 Grad, und damit steht mich die Differenz der Atomvolume im Zusammenhange, die sogar größer ist, als bei Aragvnit und Withe- rit, welche nach H.Kopp ungefähr die Gränze zu bezeichnen scheint, wo der Erfahrung nach uochHo- möomorphismus statt hat. Unter den orthorhom- bischenKarbonaten kommt der Kalisalpeter hinsichtlich der Basiswinkel dem Wi t heri te am Nächsten, und hier zeigt sich auch die geringste Differenz unter den Atomvolumen. Um den Homöomorphismus der wasserfreien. Sulfate, Carbonate und Nitrate mit Basen — Ü mit einem Blicke übersehen zu können, sind in nachfolgender Tabelle die Angaben der besonders charakteristischen Winkel nach verschiedenen Messungen zusammengestellt **). *) Lehrbuch der Mineralogie. 1828. S. 26 l. ") Die mit einem Stern bezeichneten Quellen, sind die in dieser Arbeit zunächst benutzten. Die Winkel bei welchen ein Kreuz steht, sind nur berechnet, ohne daß die ihnen entsprechenden Flächen bisher an Krystallen beobachtet worden. 02^ ?- sr ^ LS 02 'T? <7^ "7> L>r ?? !^> W --4« c^s sr e-s ->r c» c>r 2. oooo oooo o o es A k-sooä) srsrsso ^ro « 8 ?> ? src-4 ^ S4 s L 00 02 02 02 eSV^VZS d- t- t-.^»d»r^» L2 b> ^ Z es 00 02 c^s ---»"7-r es o? 2s ^ o s 2 oooo oo eso sr o c>r c>r si v- ^ o Q es es t- 8 2 2 -^- -z— ^ ^r> c- L ^ « L'« « >s- d Z>k^ Q.?-» 2 » r»-l >-» L>ttn Q Z s-K^ Z-^R ZSs'S « -« °: ^ -S -n '!nü ^ 'L L s ocs LO srMOV sroocO T« K Lk'K >»« « «> r^ 78 Schließlich erlaube ich mir bei dieser Gelegenheit mir noch ein paar Bemerkungen, welche mit obigen Betrachtungen im Zusammenhange stehen. Es ist beachtungswerth, wie das Krystallisationensystem des Kalisalpeters den Systemen, der orthorhom- bischen Karbonate mit Basen — k zunächst verwandt ist, wogegen dem Natronsalpeter Krystallformen eigen sind, welche sich denen, der rhom- boedrischen Carbonate mit Basen — Ü nahe anschließen. Sollte hierdurch nicht die Vermuthung begründet werden, daß bei den erwähnten Nitraten, ebenso wie bei jenen Carbonaten, ein Dimorphismus Stattfinde, und daß sich vielleicht künftig einmal unter besonderen Umständen ein rhom- boedrischer Kalisalpeter, so wie ein ortho- rhombischer Natronsalpeter zeigen werde? Eine zweite Bemerkung findet sich bereits in der 2ten Ausgabe meines Handbuches der Mineralogie*), da sie indessen, wie manches Andere, was in den Anmerkungen dieses Buches niedergelegt worden, der Beachtung sich entziehen möchte, so wiederhole ich sie bei dieser passenden Gelegenheit. Alstonit und Barytocalcit haben eine gleiche chemische Zusammensetzung, indem Beide aus gleichen Äquivalenten kohlensaurer Baryt- und Kalkerde bestehen -s- 6a6). Das Krystallisationensystem des Alstonits gehört aber in die Verwandtschaftsreihe der wasserfreien orthorhombi- schen Carbonate mit Basen — k, indem dieses Mineral gewissermaßen eine Verbindung von Wi- therit und Aragonit ist; wogegen dem Barytocalcit ein klinorhombisches System mit mi- krodiagonalcr Abweichung eigen ist. Wird hierdurch nicht die Vermuthung nahe gelegt, daß den q II. 1253. 79 wasserfreien Karbonaten mit Basen — k ein Tri- morphismus eigen sei, und daß sich künftig vielleicht bei mehreren zu dieser Abtheilung gehörenden Mineralsubstaiijen außer den orthorhom- bischen und rhomboedrischen Systemen, auch noch ein klino rhombisch es Krystallisationensy- stem finden werde? In Gemäßheit der Ordnungen der Wedekind- schen Preisstistung für deutsche Geschichte wird hierdurch daran erinnert, daß für die am 14. März 1856 zu vertheilenden Preise, von denen ein jeder 1000 Thlr. in Golde beträgt, für den ersten eine Bearbeitung von llsuriei äs Lsrvoräis cchroui- eou, und für den zweiten eine Geschichte des Erz- bisthums Hamburg und Bremen als Aufgabe ausgeschrieben worden ist, und daß der dritte Preis zur Anerkennung ausgezeichneter Arbeiten über deutsche Geschichte, welche in den Jahren 1845 bis 1855 erschienen sein werden, verwendet werben wird. Die näheren Bestimmungen über die Preisaufgaben finden sich in den zu den Göttinger gelehrten Anzeigen gehörigen Nachrichten vom 14. März 1847 und werden den Freunden der vaterländischen Geschichte, welche sich deshalb an den Director der Stiftung, den Consistorialrath Giese- ler, in portofreien Briefen wenden, gern mitgetheilt werden. Eben demselben müssen die um diese Preise sich bewerbenden handschriftlichen Arbeiten bis zum 14. März 1855 eingesendet sein. Göttingen, den 14 März 1851. Der VerwaltungSrath der Wedekindschen PreiSstistung für deutsche Geschichte. 80 Die Accessionen der Königlichen Univerfitäts- Bibliothek in den Zähren 1846 und 1847. Theologie. (Fortsetzung.) Die Symbolischen Bücher der evangelisch-reformirten Kirche. A. d. Lat. übersetzt und mit Anm. begleitet. Th. t. 2. Neustadt a. d. Orla 1830. 8. Für Vernunft, Religion und Kirche. Zeugnisse aus alle» Jahrhunderten. Franks. 1830. 8. Die Offenbarung Gottes durch die Vernunft. Von Heim. Stephani. Leipz. 1835. 8. Die Wissenschaft und die Kirche. Zur Verständigung über die Strauß'sche Angelegenheit von Dan. Schenkel. Basel 1839. 8. Der evangelische Papismus. In Briefen an Dr. Ernst Sartorius von Fr. L. W. Wagner. Darmst. 1837. 8. Ueber die Nothwendigkeit und Verbindlichkeit der kirchlichen Glaubensbekenntnisse. Von E. Sartorius. Stuttg. 1845. 8. Ueber die Bedeutung des Apostolischen Spmbolums und das Verhältniß desselben zur Consirmation. Von A. G. Rudelbach. Leipz. 1844. 8. Staatskirche, Gewissensfreiheit und religiöse Vereine. Von I. Th. B. v. Linde. Mainz 1845. 8. Kann in der evangel. Kirche die Augsburgische Confession oder eine andere Bekcnntnißschrift Lehrnorm seyn? Sendschreiben rc. von Thomas. Berlin 1845. 8. Die Berechtigung des Rationalismus. Ein Sendschreiben an G. A. Kämpfe. Magdeb. 1845. 8. Muß der Rationalismus aus der evangelischen Kirche und dem Gustav-Adolph-Vereine scheiden? Von K. Weißenborn. Magdeb. 1845. 8. (Fortsetzung folgt). S. 52 nach Z. 6 füge hinzu: Das Criminal- recht Hr Pros. Herrmann 6 St. wöch. um 10 Uhr. LL-i, MOM' Z->