i ^ EW AMiM 81 ?W?jUÄ WWW« MWHWWWW ««MWM M«dMWWWiÄs8! MUMM« »DUZ «WL« NWWM.M ?WWW 8 . L ^ A . W'M ' ^ ^ ^ ^ r', ^ WK v:M>'" Allgemeines Klinstlerlexiksn, oder: Kurze Nachricht von dem Leben und den Werken der Maler, Bildhauer, Baumeister, Kupferstecher, Kunstgießcr, Slahlschneider rc. -c. Nebst angehängten Verzeichnissen der Lehrmeister und Schüler, auch der Bildnisse, der in - diesem Lexikon enthaltenen Künstler. Zwey heil MWM welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält. Eilst er Abschnitt. W. > > , . . . 5^ 1 i Zürich, bey Orell, Füßli und Compagnie. U0LL6XX, ,' > ^ « ->v '^^'i E-^l- j'. . A c '' ' * 7 -v? ... W. W. So abgekürzt heißt ein Maler, nach welchem M. Ändert ein Bildniß des Geschichtschreibers Ph. von Commines, und Fiquek dasjenige des Chirurgus Ambrosius Per« gestochen hat. E5. w (A.) Nach einem solchen hat Basan das Bildniß Oliviers de la Marche gestochen. Mre. W. (D.) Von einem solchen Stecher kennt man das Bildniß Gustav Horns zu Pferde, ohne Namen des Malers, /Kc. W- (C. D.) Von oder nach einem solchen finden wir irgendwo die Geschichten der Apostel in so Blattern angeführt. W (D.) Nach einem solchen kennt man, von einem Ungenannten gestochen: Loth mit seinen Töchtern; und von einem andern, mit gleichem Monogramm (1667) nennt man — ohne Namen des Malers, etwas uns Unbekanntes, Hkc. W. (F.) Nach einem solchen hat R. Gaillard, ohne Namen des Malers, das Bildniß des Johanns von Orleans, Grafen von.Dünois gestochen. Mrc. w. (Georg P. R. E.) So bezeichnet fand sich ln der Gallerie zu Schleisbeim (nach dem ältern Katalog derselben) ein ^ ir" hohes, 8" breites Bild, auf Holz, welches Scivio's des Afrikaners Sieg über Hannibal vor Radegra bey Karthago darstellte. ^ W- (H.)_ Ein solcher stach, ohne Namen des Malers, einen von zwey Engeln gehaltenen Schild, w. (H. von). So bezeichnet besaß (1809) das Kabinet des Hof-und Landgerichts - Advokaten Schmidt zu Riet ein in dem diesfalligen Katalog „herrlich gemalt und beleuchtet" genanntes Bild: An einem Tische sitzen eine Frau und ein Offizier; ein bey ihnen stehender Mann spricht mit ihnen. W. ( 3 - H. W.) Im Verlag eines solchen fand man, ohne andere Namen als den seinigen, die Bildnisse der Maler P. Breughel, H. Cock, I. Cornel. von Meyen, und Q- MessiS. W- (M, de). Nach oder von einem solchen kennt man eine Kreutzigung. w. (R) Don einem solchen Formschneider kennt man einen dem Herkules geweihten Triumphbogen, und ein andeces großes Gebäude, /l/rc. waag, s. sofort Waage. Waage (Gottl. Wilhelm), ein Dekorationsr und Stubenmalrr zu Dresden 1810. Dresdner Adreßkalend. a»f i8w. Er erscheint auch schon daselbst 1799 als Staffiermaler. Waage (Hans), ein Drechslergeselle von Ka, menz in der Lausitz, der i 665 zu Dresden arbeitete. — — oder Wage (JohannHeinrich), einer der Aeltesten der Malerzunft zu Bremen 178^. Sechsfacher Bremischer Sraarskalend. auf » 785 . — — oder Waag (Vinzenz), ein Maler zu Hamburg r>oi. Hamburg isch es Adreßbuch auf 1806. — — ( ), aus Göttingen, Maler und Mitglied der Akademie zu Kassel, studierte um 1780. zu Rom. Auf der Kasseler-Ausstellung 1781. sah man von ihm: Noah, nach der Sündflu'h opfernd, Copie nach Poussin, und: Agrippinamt ihren Kindern, die beym Aschenkrug ihres G s Mahles weint, eine Zeichnung — Wohl offend p der Nämliche mit den gleich ff. Friedrich Ludwig Heinrich Waagen. — — s. auch sofort Waagen, und unten wach und wag. Waagen (Friedrich Ludwig Heinrich), ein geschickter Bildniß-, Geschieht und Landschaftsmaler zu Hamburg, gebürtig von Göttingen (wohl offenbar mit obigem Waage aus Göttingen derselbe), bildete sich unter Anleitung Ferdinand Ko- bel's und durch eine Reise nach Italien. Derselbe lebte zn Hamburg 179',. und noch i8r,j. und hatte von den Gemälden, welche in de» kurz ver, gangenen Jahren aus vielen Theilen Europa's da, hin gerettet worden, eine sehr ausgezeich eke Sammlung zusammengekauft worunter sich namentlich auch eine Veronica von Ravhael und ein Christ am Kreuze von Mich. Angelo befunden haben soll), welche er an bestimmten Tagen für einen gewissen Preis ausstellte. Mensel iH- In dem Hamburger-Adreßbuch von i8o(> bemerkt man noch, daß er eine Zeichen, und Malerakademie gehalten, und in den künstlernaciir. h. 7h werden seine Länvfchafen, im Geschmacke seines Lehrmeisters, nieisterhafc genannt. — — oder Wagen ( ), wird in dem Dresdner- Anzeiger auf > 8> >9. S. r 176 unter den damals dort eiupaffir^en Fremden, als ein Maler von Waldenburg benannt. , Waarenberger (Simon), geb. zuPullach, Landgerichts Wofratshause» im Jsarkreise, 1769, ist ein Schüler des verstorbenen churtürstl Hofkupferstechers Winter in Münren. Er wählte sich K rZ 4o6o Waart. in der Malerey und Kupferstecherkunst das Landschaftsfach, und machte Reisen nach Italien und Oesterreich, worauf er sich in München fixirte und von Zeit zu Zeit einige Exkursionen in seinem Vaterlande machte. Bey Artaria in Mannheim gab er vier kolorirte Kupferstich«, Ansichten des englischen Gartens zu München, dann zwölf Gegenden von Bayern heraus, nämlich: Wolfratshausen, Miesbach, Brannenberg, Starenberg, Seefeld, Hohenaichau, Chiemsee, Tegernsee, Traunstein, Reichenhall u. s. w., die von seinem Kunsttalente zeugen. Liporvsky. * waart, f. vaart oben und im Lex. Wach (G. C.), erscheint in dem Hamburger-Adreßbuch auf >806, als ein damals dort lebender Maler. — — (Hans), ein Werkmeister. S. oben den Hallenser Rathsbaumeister... Ulrich. — — s. auch Waage und Wag, oben und unten. wach!er (Marie Juliane), geborne Wer- murh, s. unten wermuch. * Wachsländer, so trifft man den Namen waxschlunger — im Lex, und hier — unter- weilen an. Wachsmann (Anton), wird 1789. irgendwo als eiu hoffnungsvoller Zögling der Berliner- Kunstakademie genannt. Wir denken jedoch daß er derjenige Wachsmann sey, der spater zu Berlin als ein sehr mittelmäßiger Zeichner und Kupferstecher erscheint. Wir kennen von Letzterm zwey nach eigner Zeichnung radirte Blätter mit Pflanzen zu: Der Berliner naturforschenden Gesellschaft neuen Schriften Dd. II. Berl. 1799 4°; das 1800. nach der Zeichnung von Joh. Böhm gestochene Bildniß des Pros. Franz Carl Alter, zu der N. allgemeinen deutschen Bibliothek; und mehrere in >808. zu Berlin erschienene Sachen, als Blätter zum Nachzeichnen und Ausmalen, nach Rösel's Zeichnung (bey P. Girard), dann Stickmuster rc. Ohne Zweifel ist endlich der Unsrige auch derselbe, welcher Flax- manns Homerische Vorstellungen (ob für das Werk: Die liias uns Oöüssee etc. kol. Göttingen bey Dietrich, oder für Wolfen's Homer bey G»e- schen?) nachgeffochen hat. — — (Martin). So hieß ein Steinmetzmei- ster in Sachsen > 665 . Wachs murh (Andreas). Von Goßlar, ein Münzmeister, der, nachdem er bey verschiedenen Herren bedienftet war, in > 586 . von Cbur-Mainz angenommen wurde. Hirsch D- Münzarch. II. 358 . Dann ferner >691. von dem Grafen von Nassau, l. c. VII. 285. In >596. gcrieth er seines Berufes wegen in Untersuchung, wird aber zu gleicher Zeit wieder als (Chur-Mainzischer) Münzmeister benannt I. c. 342. Im Verfolg dieser Untersuchungsgeschichte heißt es >607. daß er sich zu Kircha hinter Mainz aufhalte und an mehrern Oertern des Rheinstroms zu geringhaltig präge I. c. III. 358 . Endlich wurde er 160g. von der ihn betreffenden Anklage losgesprochen; wobey man bemerkt, daß er unter andern auch gute Zeugnisse von dem Grafen von Solms, in dessen Diensten er ehedem gestanden hatte, besäße l. c. VI!. 38 >. — (Ieremias). „Hier ist" (sagt einer unserer Freunde) „das Lex, in so fern zu berichtige», daß er nichts mehr als kaum ein mittelmäßiger Künstler war, und übrigens für die Kunsthändler seiner Vaterstadt fleißig handthiert hat. So z. B. etzte er (gemeinschaftlich mit I. Wangner) viele Allegorien und Historien in 4. nach der Zeichnung von Gottfr. Eichler dem jungem, zu einem Kunstwerke, was bey Joh. Georg Wackerbarth. Hertel erschien; dann eine Folge Vasen in kl. Fol. nach I. S. Hildk; eine Folge „unterschiedlicher Auszierungen", nach eigner Erfindung; ungenießbares Schnörkel- und Muschelwerk, für Mark. Engelbrechts Verlag, gr. 4°; eine Folge.- Vsses ou Kürette«, zwar im gleichen Geschmack von ihm gezeichnet, aber nicht schlecht in Fol. radirt für die Erben des Jcr. Wolff u. s f. Nach ihm hat A. Hvfer zwey Folgen, jede von vier Blättern gestochen (die eine mit Schäfern, die andre mit Jägern und Jägeriunen); W- C. Mayr eine Folge Kupfer zu einem Romane 8°; A. Reinhard > 752 , Apoll und der Parnaß in 8" und mehrere Blätter mit Wappen." — Nach einer andern unserer Quellen kennt man von ihm, nach eigener Erfindung, 4 Blätter: Die Gelegenheit, die Justitz nach der Mode, die Zeit, und die Einbildung (prö- «omption); dann nicht minder als >2 Bl. nach Wouwermans (sicher bloße Kopiern); dann (wohl eben so) etwas nach Vernet, und eine Dauernge- sellschast nach P. Tenier, und endlich ein 2u Bl. nach I. W Baumgartner für die Lucomra Loe- kituum. Wachsmuth st. >770. — — (M.) Ein Kupferstecher in der letzten Hälfte des X VIII. Jahrhunderts, der für die Physiognomik von Lavater einige sehr mittelmätzige Blätter geliefert hat. S. auch den gleich ff. Art. — — (M. B.) Ein solcher etzte in >? 64 -nach ei-er selbst genommenen Zeichnung einen Prospekt von Schaffhausen (schlecht genug) in Querfol. so wie wir auch noch einige andere zu irgend einem Werke gehörige kleinere schlechte Schweizer- prospekte von ihm kennen. Derselbe erscheint noch >769. Ob er nicht mit dem Vorstehenden Einer und Derselbe sey? — — s. auch unten wasmurh. Wachs schlunger, s. unken waxschlunger. Wachtel (Hermann), ein guter Landschaftsmaler aus Mainz, der sich > 7 » 4 . zu Prag setzte. Später verlor er den Verstand und zerschnitt seine Malereyen, so viel er deren noch besaß. Bibl der schönen Aünste XX. 290. — — (Johann Gottfried). Hofkunstgarkner des Herzogs von Weimar; seit ungefähr >76). an dem Garten zu Oßmansteor, später zu Jena, wo er um >785. vorkömmt. Wachters ), ein Bildhauer von Ellingen. Er hak das Monument des Fürstbischofs Strasoldi gefertigt, was sich in Eichstadt in der Cathedral- kirche vorfindet- H irsch ing's Archiv für Völker- u. Länderkunde. 8°. Leipj. 179"- 1 . "2. » Wachters, ein irriger Name für Wachters im Lex. und unten. wacker (Georg). Ein Baumeister dieses Namens zu Nürnberg >592. wird in Trechsel's erneuert. Gedächrn. des Aürnb. Johannis - Rirchhofs S. 8. angeführt. wackerbarth (August Christoph, Graf von) ein m dem Fürstenrhum Lauenburg 16.62. gebornec Edelmann, der in > 685 . als Page an den Chur- Sächsischen Hof kam, und hier die ganz besondere Gnade des Churfürsten Johann Georg !!I. erhielt, da er sich in Erlernung der Mathematik, insonderheit der Architektur und der Jngenieurkunsi, vor andern hervorthat Dieser Herr ließ ihn auch auf seine Kosten reisen und stellte ihn >688. bey dem Jngenieurkops an. wackerbarth wohnte mehrern Feldzügcn in Morea, Ungarn rc. bey, wurde >702. Generalmajor der Feldartillerie und General-Intendant aller Civil- und Miiikargebäu- de; dann >706. Haus- und Landzeigmeister; wurde in den Grafenstand erhoben; dann Goave-- ne«r und Oberkommandant zuDresden; und starb Wackerdack. hier als Generalfeldmarschall 1734. Man' beerdigte ihn auf seinem Gute Zabeltitz bey Dresden. (Zirsch ke's) Entwurf desLbur-Sachsischen Hof-/ Rr-egsr und «tivil-Erars. Th. II. Gör- litz i/ 55 . 8 °- S. -ob. Während der Zeit daß der Unsere sich als Gesandter zu Wien befand, mußte er einst auf Verlangen Kaiser Joseph I. und in dessen Gegenwart einen Theil der Stadt Wien abzeichnen. Diese Zeichnung gecieth so wohl, daß sie «heißt es 1746.) bis auf diese Stunde noch in der Kaiser!. Favorit«/ als ein Meisterstück aufbewahrt wird. S- des Herrn von Bönigs Gedichte. Dresden ,745. gr. 8 °. S. 549. Von seinem Bruder ist uns nicht mehr bekannt» als daß die Neustadter-Kirche zu Dresden» nach seinen und Pöpelmann's Riffen aufgeführt wurde. *wackerdack, s. unten und im Lexik, wak- kerdak. Wackerle (Maximilian). Kaiser! Münzmeis ster zu Breslau 1701. Jetzt lebendes Breslau 1701. -2°. wackslander, so wird der unten ff. Maler waxschlunger zuweilen geschrieben. waczlarv (Panicz). Der Name eines wichen, der vermuthlich im XlV. Jahrhundert lebte» erscheint in den Registern der alten böhmischen Malerbrüderschaft. In diesen wird auch zu Anfang des folgenden Jahrhunderts ein Maler Waczla- rvxk genannt. (Rtegger's) Materialien zur Statistik von Böhmen Heft VI. S. - 34 - - 35 . Waczlarvxk, s. vorstehenden Art. Waczlaw. * Wad (C. de). So verschrieben heißt der Ludwig de vadder des Lex. und der gegenwärtigen Zusätze, auf zwey Blattern nach ihm von A- vanne, welche oben unter dem Art. des letzter» angeführt sind. * Wadder (L. de). So verschrieben heißt abermals Ludwig de vadder auf einer Handzeichs nung des ietztern, in schwarzer Kreide und ausgelöscht, welche («8io. noch) das Kabinet paignon- D'jonval zu Paris besaß. S. den Katalog. Wad ei (Caspar), einZinnqicßer zu Nürnberg, dessen Bildniß (wt. 75. -658 ) ein Hans Wadel in 4 ° stach. Caspar'« Bildniß, ohne seinen Namen, hat auch F Leonart 1H72. 4° geschabt. Panzer'« rJurnbergische Portraits I. 255 . — — (Hans), s. vorstehenden Tasp. Wadel. wadersgoar (Frid. von). So soll ein Maler heißen, dessen eigenhändig gemaltes Dilduiß um 1780. sich in der Firmian'schen Sammlung von Malerbildnissen auf dem Lustschlosse Leopolds- kron bey Salzburg befand, Wade witz (I. Ch- G-), wird um 1809 als Amtsmauer- und Baumeister zu Griinma in Chur- sachsen benannt. Tl^c. Wadstroem (C- B.), ein Schwede, der in der letzten Hälfte des XVill. Jahrhunderts, aber im Jahre 1800 nicht mehr lebte, verstand die zeichnenden Künste. Er war einer von denen die mit an der Skürzung des Sclavenhandels arbeiteten, und unternahm dieserwcgen etwa um 1787. (von London aus) eine Untersuchungsreise nach Afrika; welche Reise er auch (sonder Zweifel mit Kupfern nach seiner Zeichnung verziert) im Druck herausgegeben hat. In Zimm ermann'« Taschenbuch der Reisen für 1802. findet sich ein von P. Veith nach ihm gestochnes (oder wohl eher aus seiner Reisebeschreibung kopirtes) Blättchen. Wächter. 4o6i wäber (FranzJoseph). So hieß ein braver Bildhauer, gebürtig von Zug in der Schweiz, der neben Anderm zu Speyer gearbeitet hat, und 1729. gestorben ist. Leu. * — — f. auch Webber und Weber im Lex. und unten. * Wächter (C> C-), irrige Benennung für den gleichfolgenden — (Georg Christoph), welcher in den kurzen Zusätzen zu meines sel. Vaters Künstlerlexik, erscheint *), geb. zu Heidelberg 1729. Anfänglich erlernte derselbe die Goldschmiedkunst. Da er sich bey derselben zugleich mit dem Graviren beschäftigen mußte und einen besondern Gefallen daran fand, so ließ er die Goldarbeit fahren, und wurde ein Schüler von Johann Dassier zu Genf. Un» ter Anleitung dieses vortrefflichen Künstlers nahm er auch so an Geschicklichkeit zu, daß er 1770. als Hofmedailleur zu Mannheim angestellt wurde. Da Wächter inzwischen durch eine sehr schöne Medaille von -762. auf die Krönung der Kaiserin Catha- rina II. (abgebildet in Joachim'« neueröffnetem Münz-Cablner IV. Dab. XXIX.) zu welcher er den Revers geschnitten hatte, in St. Petersburg bekannt geworden war, so wurde er 1771. als Hofmedailleur dorthin berufen, welchem Rufe er auch folgte. In -775. rechnete man unter seine vorzüglichsten Arbeiten eine Medaille auf Voltaire. Er mußte zu derselben zwey Stempel ( den ersten 17(19. den andern -770.) schneiden, indem derjenige von -769. „wegen der allzu pompösen Umschrift: II üte Aux Xations le danäesu l'srreur" nicht die Censur passiren wollte**), weswegen auch nur einige Exemplare davon ausgep ägt wurden. Erster versuch einer Sammlung von pfälzischen Münzen ll. 52-. und 4-. Sein Todesjahr ist uns unbekannt. In -789. lebte er nicht mehir S. auch unten und im Lex. wachtler. — — (Georg Friedrich Eberhard, gewöhnlich bloß Eberhard), Geschichlsmaler, geb. zu Bähungen im Würtembergischen, einer der ausgezeichnetsten Künstler, den die Kunstakademie zu Stuttgart hervorgebracht hat. Derselbe hielt sich eine Weile zu Paris und zu Rom auf. An letzter«» Ort war es, wo er, in Gesellschaft von Carstens, durch das Studium der Meisterwerke alter Kunst hauptsächlich feine Ausbildung erhielt. Aus diesem Zeitpunkte seines Lebens (1798,) heißt es von ihm bey Gerning III. -42. „Wachter zu Rom zeigt sich in großen Kompositionen, wobey er oft Gegenstände aus der biblischen Mythologie wählt. Sein Hiob in stiller Betrachtung mit zweyen seiner Freunde, ist eines seiner beßlen Bilder. Dann hat er einige Scenen aus Wieland's Oberon trefflich dargestellt." Und, um die nämliche Zeit, in der Schrift: winke!ma»in und sein Jahrhundert. S- 228. „Unter Carstens Anhängern zeichnen sich zwey Maler von Stuttgart, Wachter und Harc- mann, als die beßten aus. Der erste malte kleine Bilder mit biblischen Gegenständen sanfter Art, worin die Zeichnung zwar nicht untadelhaft ist, aber zuweilen von der lobenswerthen Manier des Garofalo etwas durchblickt." Jeue kriegerischen, der Kunst so ungünstigen Zeiten veranlaßten ihn, Italien zu verlassen; er wendete sich mit seiner Frau, einerRömerin, nachWien, woerum- 8 o 4 . (vielleicht schon früher) und später (noch -8oü.) im Umgänge mit wenigen Freunden, einzig der Kunst und seiner Familie lebte. „ Die Gallerten der dor, tigen Großen" heißt es irgendwo) „besitzenZeichnungen von***) ihm, welche allgemein bewundert werden, und Frauenholz zu Nürnberg ein vor- s) Dort wird er vereinigt mit seinem nachfolgenden ältern Bruder Johann Georg genannt.. Goldenes Zeitalter für Deutschland, nach der Meinung des Wallachen, H. von Stourdza' So ,. Beyspiel die Fürsten von Lichtenstein, Ekerhazy, u. a. K -3 ^ 4o6r Wächter. treffliches Oelgemälde, welches den begeisterten Bacchus mit den Musen darstellt." «Seine geschichtlichen Kompositionen" (sagt Lerruch*) «athmen ein inniges Leben und tiefes Kunstge- fühl. Das Naive und Reinherzliche, so wie tiefeingreifende Momente der geistigen Natur, aus den Leiden der Seele entsprossen, gehen aus dem dichterischen Gemüth unsers Künstlers wunderbar hervor. ... Mit dem kindlichen Gemüthe der frühern italienischen Maler hat er seine Mutter Gottes entworfen, welche das Christuskind auf einem Lamme ruhend, zur H. Anna führt. Elisabeth mit dem Johannes, kommt auch aus der Ferne herzu; eine einfache Gegend mit einigen Palmbaumen, laßt des Beschauers Aufmerksamkeit »»getheilt auf der heiligen Gruppe selbst ruhen. — Den Hiob halte ich für Wachters gelungenste Composttion. Hier schilderte der geistreiche Künstler die Wirkung allzugroßer, auf einmal losstürmender Leiden auf die Seele auch des kräftigsten, im vollen Selbstgefühl dastehenden Mannes. Ein solcher psychologischer Sturm erregt Erstarrung, wie das Haupt der Medusa; nicht Klaggeschrey, nicht das Weinen sind Andeutungen des höchsten Seelenkummcrs eines starken Gemüths; jener stumme fürchterliche Schmerz, wo kein Laut gehört wird, wo alle sonst nach außen gekehrte Thätigkeit des Geistes zermalmend in der Tiefe der Brust wüthet — das sind Scenen, die uns im Ugolino von Reinolds, im Hiob von Wächter gleich tief erschüttern. Folgendes ist der Gegenstand des Gemäldes nach dem Buch Hiob, Cap. 2. V. iZ. »Da aber die drey Freunde Hiob's höreten alles daSUngiück, das über ihn gekommen war, kamen sie, und saßen mit ihm sieben Tage und sieben Nächte, und redeten nichts mit ihm; denn sie sahen, daß der Schmerz sehr groß war." — Wächter führte dieses folgendermaßen aus: Hiob sitzt auf dem Boden mit gesenktem finstern Blicke und struppigem Haar, die Füße ausgestreckt, die Hände auf die Knie gelegt; ein Mantel umhüllt in einigen großen Faltenwürfen von. Halse bis gegen die Knöchel den Körper, doch so, daß Hände und Füße frey bleiben. Die Augen scheinen schon seit Tagen nur auf einem Punkt geruht zu haben, und in den abwärts gezogenen Mundwinkeln drückt sich düsterer Unmuth aus. Neben dem Hiob auf einer steinernen Bank sitzen die drey Freunde; die Leiden des Ersteren machten auch sie verstummen. Doch wie beredt ist ihr Schweigen! Den Jüngern, zunächst sitzenden bewegt wehmuthsvolle Theilnahme; dieses zeigt der Blick, womit er den lief Gebeugten ansieht. Im männlichen Alter sehen wir auf der andern Seite eine kräftige Figur, welche Theilnahme mit Mißbilligung vereinigt; mit vorwärts gebeugtem Körper scheint er im Begriff zu seyn, zu sprechen, um über Manches mit dem Hiob zu rechten. Zwischen den Beyden sitzt der Aelteste von den Dreyen; vorwärts gebeugt stützt er den Kopf auf den linken Arm, und wiederholt gleichsam Den Unmuth des Unglücklichen. Alle drey Freunde sind jeder bloß mit einem Mantel bekleidet, und übrigens nackt. Das Ganze bildet ein höchst interessantes Charakter-Gemälde; doch Gebilde dieser Art sind nicht für den Augenblick flüchtiger Betrachtung entworfen; sie wollen mit ruhigem Ernste, wie mit theil- nehmender Wärme lange betrachtet werden, um so Des Künstlers tiefen, seelenvollen Jdeengang ganz Waeger. zu fassen **). Des Erwerbs wegen sah' sich der Unsrige genöthigt, mitunter auch für deutsche — Taschenbücher zu zeichnen ***>. Späterhin zog er sich in sein Geburtsland zurück, wo er des ihm gebührenden vorzüglichen Ruhms wenig genoß, und (0 der Schande!) noch zur Stunde wo wir dieses schreiben, fast einzig als Aufseher über die Königi. Kupferstichsammlung bekannt ist. Auch soll sich jenes Kapitalbild von Hiob, in lebensgroßen Figuren, noch gegenwärtig in seiner Werkstä'te befinden, ein anderes kleineres (sein Belisar) hinwieder schon wenigstens einmal die Hand geändert Habens). Neben dem schon Angeführten kennen wir noch, nach seiner Zeichnung gestochen, zu einer bey Degen in Wien erschienenen Prachtausgabe des Lucanus, drey Blätter: Nemesis, Cor- nelia, und Cäsar dem man den Kopf des Pompe- jus bringt, diese von Fried-Leybold; dann zu demselben Werke zwey andere von Rahl: Wie Pom- pejus in der Nacht auf Cäsar trifft, und wie Brutus, in sich gekehrt, dem Untergänge Cäsars nachsinnt; neben ihm die Roma, welche jenen zu seinem Entschlüsse bringt; letzteres zumal von hoher Einfalt und Würde. Meusel l>l. führt diesen Künstler gedoppelt, und zugleich irrig als Kupferstecher auf. * Wächter (Zoh. Georg), welcher in den kurzen Zusätzen am Schlußc zu meines sei Bakers Künstlerlex. und bey Meusel l. (1778) als Bru, der des obige» Georg Christoph erscheint, soll, zu gleicher Zeit mit diesem, zu St. Petersburg schöne Schaumünzen gefertigt haben. Bey Mensel II. (1789.) erscheinen sie nicht mehr unter den Lebenden. — — (I C. oder I. K.), um 1800. zu Clausthal einheimisch, zeichnete zu einer Abhandlung von sich, die man in R ömers Archiv für die Botanik B. ll. Stück 2. antrifft, eine, von einem Unbekannten radirre Kupfertafel. — — ( ), aus Schleßwig. Er erlernte die Del- und Pastellmalercy auf der Akademie zu Kopenhagen, kam dann zu Anfang der Jahre 176.. nach Hanau, ließ sich dort nieder und wurde, da man daselbst eine Zeichenakademie errichtete, der erste Zeichenmeister an derselben. Dieser geschickte Mann, der nach Preißler's Grundsätzen lehrte, hatte einen vortheilhaften Einfluß auf gedachtes Institut. Er st. zu Hanau um 1782. * wächtler (G L), der Medailleur des Lex. ist mit einem der obigen G C- oder I. G. Wächter Eine Person. *waegener, s. Wegener im Lexik, und unten. waeger (Carl Eduard), geb. zu Dresden 1790., der Sohn von einem dortigen Aktuar. Derselbe lernte von i8vi. bis 1808. in seiner Vaterstadt bey (dem Unterlehrer der Akademie) kinduer die Zeichenkunst zu seinem Vergnügen wie es scheint. Auf der Ausstellung von 1808 sah man von ihm eine mit Bleystift gezeichnete Landschaft, so wie früher i8ob. zwey nach Riedinger gezeichnete Hunde; >8u6. eine Landschaft in Wasserfarbe; und 1807. eben so eine Landschaft nach einem uns Unbekannten. Mrc. ") Bemerkungen auf einer Reise von Thüringen nach Wien k. 4z. und ff. Kunstfreunde können sich den Genuß dieser beyden Compositionen durck trefflich radirte Blätter von Rahl verschaffen; Hiob (ein großes Blatt) ist im Kunst- und Industrie-Comptoir in Wien, Christus auf dem Lamme reitend, (ein gefälliges kleineres Blatt) bey H. Frauenholz in Nürnb rg «u haben Bloß im Umrisse ebenfalls von Rahl finden sich diese Blätter im Kleinen im Tübinger lNorgenblatt -s»/. N". »20 und 26. «»e,) So r- B. befinden sich im Taschenbuche für Damen auf »8»z- vier Blättchen nach ihm mittelmäßig von Autenrieth gestochen. f) Auch dieses letzt« (als Blatt vollkommner Pendant des Hiobs) ist von Rahl vortrefflich in der ächt histo- nschen Manier der Audran's und Frey, oder wo möglich i» noch schönerer geetzt. Waeger. waeger sJ. W.) So heißt im Hainbur, g,scheu Adreßbuch von ,8o6 ganz ohne Weilers ein damals sich dort befindlicher Kunst (?)- maler. — — s. auch unten weeger und Weger. Waegmann oder Wegmann (Hans), Sravtbau - und Wägermeister zu Memmingen, wo er ,627. durch einen Unglücksfall ums Leben kam. C. Schörer Memminger - Cbronik. Ulm itibo. 4° S. , 32 . *Waegmann (Heinrich). Sein religiöser Ei- fer muß groß gewesen seyn, da er, als Sohn einer angesehenen Magistratsperson von Zürich, sein protestantisches Glaubensbekenntniß, und zwar lange nach der bekannten Kirchenkrennung in der Schweiz, zu ändern sich bewogen fühlte. Conrad Meyer, sein Anverwandter, der in Sandrart's Akademie sein Bildniß, aber sonst keinerley Nachrichten von ihm giebt, sagt von ihm einzig, daß er nicht nur «in berühmter Maler, sondern auch ein guter Meß- künstler gewesen sey. Füßli, der Verfasser der Schweizerischen Kunstgeschichte, besaß von ihm die Handzeichnung einer Grablegung auf zwey Bogen, die Figuren bis an die Kniee, mit der Feder herzhaftumzogen, braun getuscht; dieErfindung fremd und trefflich geordnet, die Zeichnung stark und sehr schon, das morgenlanvische Costüm genau beobachtet. Auf dem Umschlage steht, von seiner eignen Hand (?): „Hans Heinrich Wagmann, Maler zu kucern, jedoch gebürtig, oder (als ob er sich des gebürtig schämte) Herkommens von Zürich." Füßlt I. 5 ,— 53 . Der Unsrige ist übrigens wohl der nämliche mit * — — (Johann Heinrich), nach welchem K- van Sichem die Maria mit dem Kinde in einer Glorie, für eignen Verlag in 4° gestochen hat; und, wie wir irgendwo finde», Crispin van Paas zn Colln, einen heil. Michael, der die Eitelkeiten dieser Welt, gegen und mit dem Seelenheil des Menschen abwiegt, in Fol. Wachner (Christian), s. oben Joh. Georg Seirenmacher. waehne«, s. unten Wahne«. * Wael (Cornelius de), Sohn des nachfolgenden Job-Baptist des altern, oder, wie ihn das Lex. kürzer bloß Johann nennt. Descamps I. (,07. will von seinem gewöhnlichen Aufenthaltsorte in den Niederlanden nichts wissen; doch scheint er auch noch in spätern Tagen einige Zeit dort zugebracht zu haben. Wohl ist es hingegen zuver- laßig, daß er zu Genua 1662. gestorben sey*). Von ihm als Maler besitzen in Deutschland, unsers Wis, sens, einzig die Gallerie zu Wien: Den Durchgang der Israelitin durchs Rothe Meer, auf Holz gemalt (Z' 9" br. 2^ 2" hoch), und diejenige zu Lustheim eine kleine Feldschlacht. — Mit einer sehr geistreichen Nadel dann hat derselbe mehrere Blätter nach eigner Erfindung geetzk. Es sind kleine Bambochaden und andere Gaktungs-Blätter von 2" hohen Figuren, welche (zum Theil) Adel und Ausdruck haben, und dabey richtig gezeichnet sind. Von diesen nennt Rost V. Z5o— 5 i. eine dem Rechtsgelehrken W. van der Stralen Wael. 406z (s. h. Giraten) zugeeignete Folge (mit dem Titelblatt 7 B>): Halte einer Jagd vor dem Wirthsr Hause; Bauern welche einen Esel mißhandeln; Char- letan in seiner — Amtsverrichtung; Bauernstreik; Mann, der auf einem Esel herumgeführt wird; vornehme Gesellschaft beyderley Geschlechts. — Dann noch mehrere ähnliche Folgen: Eine von iZ kleinen Dl welche den bedauernswerthen Zustand der Blinden darstellt, H. Müllmann (pau- perum sudlevstori) 162g. (s. b. 161g.) zugeeignet; so wie eine andere von 16 Bl. allerley Handwerke darstellend, einem Herrn P. H. Pallavicini. Auf dem Titelblatt spendet das Glück, wie es sich gebührt mit — verbundenen Augen seine mannigfachen Gaben aus. Wieder eine von 12 Bl. einem I. B. Cachopin be Laredo zugeeignet, welche die verschiedenen Sklavendienstc (wohl nicht alle!) zum Gegenstand hat. Dann ebendieselbe Folge mit einigen Veränderungen, einem H. d'Erasso zugeeignet, und (wir wissen nicht warum?) mit: kec. et exc. ikjg. signirt**). Endlich vier Gesellschaftsblätter, darunter ein zu Pferd steigender Kavalier und eine vom Pferd steigende Dame. Was Joh. Bapr. de wael der jüngere nach dem Unsrigen gestochen, s. unten den Art. des erstem. Dann kennt man ferners nach Cornelius vier Blatter, mit seinem inv. und 4 !ex. Voer exc. bezeichnet: Gesicht, Gehör, Geschmack und Gefühl (der Geruch mangelt***); weiter zwcy Landschaften, mit: 60-». cie ec inv. vv. liollsr keo. , 65 a. signirt. An die 25 Handzeichnungen von ihm (die mannigfaltigsten Gegenstände) besaß 1810. noch das Kabinet s)aig- non - Dijonval zu Paris; darunter mehrere große, wie z. B. ein Schiffsgefecht (20" br. 14" hoch) mit der Feder und ausgetuscht. Noch erhalten wir vor Kurzem von einem unserer Kunstfreunde über unsern Künstler ff. Zusätze. »Nach Houbracken arbeitete er zu Rom um 16V2. und nach Sopran, soll er (ohne Angabe der Zeit) auch dort gestorben seyn." Von seinen eignen Blättern kennt unser Freund: Ein Bauernstück (inv. et sc. komse); ein lüderliches Haus mit sich balgenden Leuten; 2» Bl. mit Carnevals, gesellschaften u. dgl.; dann eben auch die vier Jahrs- zelten, und die (fünf) Sinne, nebst Andern, schon angeführten. Das Leben der Blinden wird hur als die Arbeit eines Anonymus, nach dem Mistigen, genannt. Eine Landschaft endlich wäre, ohne Weiteres, mit: c. 4 e Inventar. bezeichnet. — Hauptsächlich aber erhalten wir hier noch die dankcnswerthe Kunde: „Der Churfürst von Cassel besitzt zwey Gemälde von ihm; nämlich einen Marktschreyer, der zu vielen Menschen spricht (hoch i F. 7 br. 2 F. 4 A Z.) und zwey mit Zuschauern umgebene sich raufende Kinder, hinten perspektivische Architektur (hoch 2 F. , k» 3 -, br. , F. 7 Z ), beyde auf Leinwand. Eben dieser Fürst besitzt auch die Bildnisse des Cornel. und seines Bruders Lucas, beyde zusammen auf einer hölzernen Tafel (hoch 10 A I-, br. 9 Z.) von Ant. v. Dyk gemalt. Dieses letztre Gemälde ist in 1646. von Wenz. Hollar geetzt, und dann eine Kopie dieses Blattes von Gaywood gefertigt worden. In der Winklerschen Sammlung in Leipzig fand sich ein Gemälde von Cornelius (wo Fremde *) Sovrant sagt bloß, daß er mit seinem Bruder lluca» nach Genua gekommen sey, sich dort mehrere Jahre ausgehalten, und mit allgemeinem Beyfall gemalt habe. llonk. Fiortklo (Deutschland) n. 507- wo hinzugefügt wird: «Lr war mehrmals in Rom, konnte aber das dortige Clima nicht vertragen. Dieser Künstler war sehr liebreich gegen alle diejenigen, welche sich der Kunst mit Ernst wiedmeren, und hatte mehrere Schüler, unter welchen Johann Howard, sein Mitbürger, sich auszeichnete, und ihm bey seinen Arbeiten in Genua behelfen war." Von seinem dortigen Aufenthalt spricht auch stanzt (u,en! "») winkler hat ,652. Kost v. zzg- giebt dieser Folge, wohl irrig, g Blätter. So auck Aalan sL-l. ,?<-.) welcher sie, wieder irrig, insgesammt der Nadel des Cornelius zueignet- Nach Bartsch sind drepe derselben anonpm, und könnten also freylich diese des ssornrliu« Arbeit seyn- WaeS. die wegen des Fleißes in der Ausführung, wegen der angenehmen Haltung und richtigen Luftper, spektive sehr zu schätzen sind. Seines Gemäldehandels wegen lernte er auch in Holland die Kunst, Gemälde aufzufrischen, worin er es so weit brachte, daß er ein altes sehr beschädigtes Stuck, ohne es zu verkleinern, aufs beßte herstellen konnte, waerdigh malte bis gegen sein neunzigstes Jahr, obgleich er des Gesichts durch übergroße Anstrengung fast beraubt war. Indessen find diese seine spätern Arbeiten, inVergleichung mit den frühern, sehr mittelmäßig und oft schlecht zu nennen. Auch retouchirte er in den letzten Jahren manche der schonen Gemälde, die er in seiner beßten Lebenszeit ausgeführt hatte, wodurch er sie oft ganz verdarb. Er legte seinen Kunsthandel nieder, und verlebte seine letzten Tage zu Plön, wo er erst in 1790. gestorben ist. Hamburgische Künstlers jHachr. S. 76 — 79. In dem Catalog des Kabi- nets von H. Hofr und Landgerichts - Advokat Schmidt zu Kiel heißt es von ihm, daß er sich verschiedene Jahre bey dem Hofmaler (?) zu Eur tin, und sieben Jahre zu Amsterdam aufgehalten, dann bis 1766. zu Hamburg lebte, und darauf sich zu Plön ankaufte, wo er 178g gestorben sey. In vorgedachkem Kabinette zu Kiel befanden sich r8io. von ihm vier Bilder, theils Landschaften, theils Fruchtstücke; dann ein Mann, und wieder eine Frau bey Lichte, von vielem Effekt; hauptsächlich aber den Künstler selbst bey seiner Staffele,); seine hinter ihm stehende Frau lehnt sich an ihn. Wae« tA. van). Don einem solchen geetzt, rubrizirr man irgendwo drey Blatt; nämüch eine Bauerngesellichaft, einen auf einem Korbe sitzenden Bauer, und eine Bettlerin. Andern Orts benennt man als von einem U von Wais gestochen zwey Blakt: Einen stehenden Bauer mit einem Kinde, und einen sitzenden der eine Pfeife hält. Vielleicht daß beyde diese waes und Wais nur Eine Person ausmachen; vielleicht auch daß Waes nur eine Namensvcrkürzung des folgenden Abrah van Waesberge abgiebt. — Wir haben hier aus trüben Quellen schöpfen müssen. Waes der ge(Abraham, auch Abraham van). Aus seinem Verlage kennen wir Blätter mit A. Vl 7 . exo. bezeichnet, von W. Vytenbroek, Crisp. van der Queboren, Wilh. I. Delft u. f f., die aber meist schon durch die Hände andrer Verleger, vor, züglich des Broer Jans oder Jansson im Haag, gegangen waren. Er mag um ikZg. etwa gelebt haben Anderwärts, wo er sowohl Kunsthändler als Kupferstecher heißt, führt man, als von ihm nach Tenier gestochen, ein Blatt mit zwey Bauern an, von welchen der eine schmaucht und der andre (Halbfigur) in der einen Hand ein Glas, in der andern einen Topf hält. Hierbey bemerkt man auch, daß mehrere Blätter einzig mit seinem schon erwähnt,« excuch bezeichnet sind. G. auch den vorstehenden A. van waes. — — (Johann Jansson van), ein Buchhändler und Kupferstichverleger, vorzüglich von Landkarten, zu Amsterdam , den wir seit um 1670. vorfinden. Er lebte dorr noch 1688. und hatte einen Bruder Aegidius Jansson van waesberge, der damals Buchhändler zu Danzig war, wie wir aus der Dedikation entnehmen, die des Beugbem kiblio^raphi» Nskliomarics vorgesetzt ist. Vergleiche auch (Herb. valk in unsern Supplementen. Ein Bildniß des Danziger-Arzres I. A. K'.'lmus, von Messet (1740.) zu Danzig gemalt und von I. Houbraken (174^) zu Amsterdam gestochen, ist bezeichnet: 1 .^X 880 X 11 Mrer- kxc. Ob dies sich auf die Obigen noch beziehen mag? -) Merkwürdiges Geständniß von — sianbon (Xr>-r»I. »») Hier spricht immer stan-o». Waeyenberghe. 4065 Waesberge (Js.) Vor uns liegt ein von einem solchen mittelmäßig gestochenes Bildniß des Peter Tesia in 4° nach des Testa eigenhändiger Zeichnung. Vielleicht ist auch er derj.ni.ge Kupferstecher van Westbergen (dann irrig also geschrieben), dem ein Gantkaralog ein Bildniß von Phil. Arens Lauenstein in 4° beylegt. Waesemanns ), ein Architekt aus Berlin, der wie es scheint, seine Studien in Italien beendete; wenigstens befand er sich >807 in der Schweiz und war damals auf seiner Heimreise nach Berlin begriffen. waerhel (Johann Michael), ferner Trau- gott Leberecht Franke, Johann Niclaus Gottlieb la Mar (auch Hof- und Kommumv-sserbauin- spektor) und Gottfried Aoraham Sieverr (auch Hauptzeughausspritzenaufseher!-, erscheinen sämmtlich als Gießer in 1799. zu Dresden. waeyenberghe, auch waenberghe (Jgnaz Joseph van), Bildhauer, geb. zu So, merghem bey Gent » 750 . Derselbe zeigte frühe für die Sciilplur große Anlagen, die sich durch das Studium der Werke von Franz du Queenoy vornehmlich entwickelten. Diesen Meister nachzuahmen, gelang ihm bald so gut. daß aus einer Versteigerung zu Pa is eine seiner Arbeiten in Terra cotta für einen Flamingo verkauft wurde. Nach Paris selbst kam er schon «77z wo er nichts vernach, laßigte, die zu seiner Kunst erforderlichen Kenntnisse zu auffnen, dabey aber des Besuchs der Akademie bald überdräßig war, weil er behauptete, daß die verschiedenen Systeme der Lehrer seinen Fortschlitten nur hinderlich waren *). Von einem schüchternen, etwas wildscheuen Charakter, befliß er sich mittlerweile mehr, sei Talent zu vervollkommnen, als solches gelten zu machen Freylich schien ihm das ausschließende Vorrecht der Akademiker, ihre Arbeiten im Salon auszustellen, ein — Unrecht, der leinen Ewer z» erkälten anfieng, als die Revolution diesem Mißbrauch ein Ende machte, und dem Unsrigen neuen Muth einflößte, so daß nun in kuizer Zeit sein Meißel eine Psyche, eine Venus, einen Französische» Genius und noch mehr Anderes schuf. Allein sein anhaltender.Fleiß erschöpfte seine ohnehin zerrüttete Ge'undheit so sehr, daß er 179 -. dahin starb, noch ehe er ein wichtiges Werk in Marmor ausgeführt hatte. Frankreichs damalige traurige Umstände hatte» es behindert, diesem hoffnungsvollen Künstler alle die Beweise von Achtung zu geben, welche er verdiente. Um so viel mehr 5 .) zu erwarten, daß er nach erhaltener Unterstützung, große Fortschritte in der Landschaft- und Thiermalerey machen wird. Männlich I 45 s — 5 z. In i8io. gab er in der Lithographischen Offizin zu München eine Anleitung zur Landschaftszeichnung in Handzeich- nungs-Manier, (18. Bl.) nebst einem Titelblatt und einem Blatte zweckmäßiger Erklärungen. Davon heißt es bey Liporvsky: »Die Leichtigkeit mit welcher dieser Künstler das Ganze behandelte, und die Natur, die er vorzüglich in den ver, schiedenen Baumarlen anbrachte, wird von jedermann mit Vergnügen bewundert." In der Gallerte zu München sieht man von ihm eine kleine Landschaft auf Holz: Junger Wald, durch welchen ein Weg führt; in Schleisheim eine andre bey untergehender Sonne mit Vieh; ein Viehstück ( 4 ^ 6" 5^ hoch, 5- 4" 8"' br.); zu Lustheim: Aussicht auf das Brunnenthal bey München; weidende Kuh und ein Kalb; ein Wafferfall. Bey Brullior (seinem Kollegen an der Gallerie) beißt es von ihm: „Liebhaber suchen seine Gemälde eben so eifrig als seine Zeichnungen, welche meist in Landschaften mit Thieren in Potter's und A. van der Velde's Geschmacke bestehn, und entweder mit seinem ganzen Namen, oder mit den Anfangsbuchstaben desselben bezeichnet find." Am End wird bedauert, daß dieser Künstler, gegenwärtig (1817.) Gallerie- Jnspektor zu München, »seit etlichen Jahrhunderten einer der beßten seiner Gattung," nicht selbst einige seiner Zeichnungen geetzt habe. Jetzt indessen findet sich in der ersten Lieferung der Sammlung von Original-Handzeichnungen der vorzüglichsten Bayerschen lebenden Künstler (welche, Realfol. in Steindruck zu München 1817. oder 1818. erschien) wirklich eine Landschaft mit Vieh von seiner Hand. Zwey gemalte Viehstücke von ihm besitzt auch die Gallerie des ungenann- Wagenschön. ten alten Schlosses zu Nürnberg. Ll. Taschen, Handbuch von Nürnberg 1319. S. 17s. Wagenbauer ( ). Von einem solchen (wohl sicher dem gleich vorhergehenden) mit Steinabdrücken beschäftigten, und, nach Meusel lll. in 1809. noch lebenden Künstler kannte man vorzüglich Abbildungen aus dem Thierreiche mit landschaftlichen Gemälden, worin die Thiere nur als Staf- firung erscheinen. *Wagener, s. Wagner im Lex. und unten» Wägenfeldr (Otto). „Dieser Künstler" (heißt es in den Hamburg. Rünstlernachricht. S. 48 — 5 o.) „wäre gewiß, nach den Talenten zu schließen, welche er zeigte, einer der geistreichsten Maler des siebenzehnten Jahrhunderts, worin er lebte, geworden, wenn er in Hamburg, wo er geboren wurde, lebte und starb, sich früher und eigentlicher der Kunst bätte hingeben können; denn er hat, allem Anschein nach, nie den Unterricht eines Andern genossen. Seine Zeichnung und ganz eigne Behandlung des Pinsels geben hiezu die stärkste Vermuthung. Dennoch wagte er große Scenen aus der Geschichte, und Feldschlachten mit einem eigenen Geiste ausgeführt, in Lebensgröße darzustellen. Diese Gegenstände, unter denen seine Einbildungskraft freyes Spiel fand, scheinen ihm auch die liebsten gewesen zu seyn. In mehreren Zimmern des Hamburgischen Rathhauses fleht man Bilder, die zu seinen größten Erfindungen gehören; auch einige unter den römischen Kaisern an der Friese des großen Rathhauscs sind nicht von seinen schlechtesten Arbeiten; so wie sich in den meisten hiesigen Kirchen von ihm gemalte Bilder finden. Die beßten seiner Werke sind von guter Composition, stark und ganz in Rembrandts Geschmacke beleuchtet, das Gold und Silber darauf sehr glänzend und gefallend angebracht. Dieses gilt aber eigentlich nur von seinen Kabinetstücken» Einer seiner beßten Schüler war L. parenr. wagen führ (August), Oberfeuerwerker und Lehrer der Arithmetik, so wie auch der Pflanzenzeich- nung bey dem Kadettenkorps zuBerlin 1795. Wagen» ( ), äel. und: D. Berger so. 1788. findet sich auf einem Blldniß des preußischen Ministers Leo». Otto von Gaudi in 8°. Es ist dies aber ein «-erstochener Name für Friedrich Erhard Wagner. Wagen schein, ein irriger Name für den gleich ff. wagenschän. wagen schön (Franz Xaver), Geschichtsma- ler, und Mitglied der KK. Akademie der bildenden Künste zu Wien, geb. zu Litisch in Böhmen 1726. (s. K. 1729.) Bey Meusel II. (»789 ) wo er noch unter den Lebenden erscheint, heißt es von ihm: »Sein Lehrer war Peter Brandei. Sein Aufnahmestück in die Akademie ist eine Allegorie: Minerva, über welcher Fama schwebt, nimmt einen, von Grazien, dem Merkur, Herkules und Saturn umgebenen Jüngling in die Kunstschule auf." Dann werden dort noch von ihm angeführt: »Der hohe Altar in der Domkirche zu Er- lau in Ungarn. Eine H. Anna und zwey kleine Bilder, für den Grafen von Balassa zu Presburg. Der H. Wendelin zu Lemeswar Der H. Anton, zu Eisenstadt in Ungarn bey den barmherzigen Brd- oern. Der H. Johann von Nepomuk, wie er Almosen austheilt, zu Tuln in Niederösterreich bey den Klosterfrauen. Das Hochaltarblatt zu Pay- storf bey den Kapuzinern, wie auch die Vermählung der H. Katharina. Ein Alrarblatt bey den Franziskanern zu Wie» , worauf der H. Joh. Ca- pistranus vorgestellt ist. Das Hochalkarblatt zu St -Florian." Bey Meusel lll. (1809.) erscheint er nicht mehr. Von ihm selbst nach eigner Erfindung geetzt (»77» ) kennt man eine Abnehmung vom Kreuze mit den H. Weibern. Wagenseil. N. S. So eben erhalten wir noch über unsern Künstler von einem unserer Freunde ff. dankens- werthe Berichtigung: Bey Mensel I. wird er irrig Franz von Fahrenschon (in einem Wiener Adreßkalender auch irrig Wageuschein) genannt/ geb. zu Commothau in Böhmen 1726; ohne daß die Fortsetzungen II. und III. eine Berichtigung hierüber beybringen; also fälschlich ist er auch in unsre Supplemente übergewandert. Bey Mensel II. erscheint er dann auch unter seinem obigen richtigen Namen, doch heißt es hier geb. zu Litisch in Böhmen 1726.; Mensel III. endlich zeigt seinen Tod, aber nicht sein Todesjahr an. Ein Gantkatalog von 1792., giebt seine Geburt (ohne Ort) in 1729. und setzt ihn unter die Verstorbenen. Des A- Darksch Latalo^us rsisonnö lies ciessins ori- Alnaux «in Lablnet len le krincs Lliarles tls Higne. Vienns 17 ,4. 8 °. P- 180. besagt, Laß er zu Prag -726. geb. und zu Wien 1790. gestorb. sey. In dieser Sammlung fand sich von ihm eine leicht mit der Feder entworfene, getuschte Zeichnung, die den Arlequin darstellt wie er die Colombine abkonterfait, hinter der noch ein andrer Buffon sich zeigt, wageuschön hat auch meh- reres radirt. Irgendwo nennt man davon eine Kreuzabnahme, und den Leichnam Jesu in Mariens Schooße ruhend, beyde von 1771- und in Fo>.; Venus mit dem Neptun 1784. Fol.; vier Blatter mit Fabeln in kl. Fol.; alles dies nach eianer Erfindung — dann zehn Blätter verschiedener Köpfe nach Rubens und van Dyk in 8°. Nach ihm selbst, soll Fritzsch ein Bildniß des Erzherzogs Joseph von Oestreich gestochen haben. Wagenseil (Johann Christoph). Dieser Rechtsgclehrke und Orientalist — oder Polyhistor wenn man will — verstand und üble die Zeichenkunst. Er war der Sohn eines Handelsmanns zu Nürnberg, geb. i 65 Z. und gest. als Professor zu Alldorf 170 ,. Man hat sein Bildniß zweymal von Mich. Fennitzer in Fol. geschabt, das eincmal mit einer, das andremal ganz ohne Hand; dann von I. I Halb exc. H. V. in 4° zu Druckers Ehrentempel geschabt; weiter von W-P. Kilian jn 8°; und endlich von I. Sandrart 1680. in 4°. Waggons v( ). So heißt bey Fiorillo V. 458 . ein Englischer Maler aus per zweyten Hälfte des XVIl. Jahrhunderts, von geringer Bedeutung. Wagler (Johann Georg). Nach feiner Zeichnung von 1778. hat C. G. Langwagen zwey Ansichten der Chursächsischen Stadt Mitweida schlecht genug radirt. Adelung's Derzeichniß der Landkarten und topographischen Blätter Sachsen's S- rst 5 . benennt auch zwey Ansichten des Schlosses Freudenstein zu Freyberg in 4°, die Wagler selbst, ohne sich redoch zu nennen, in Kupfer gebracht hätte. Wagner. Unter den ff. Künstlern dieses Geschlechts sind auch alle wagener enthalten. Wagner (Abraham), Buchdrucker in Bern. Demselben gebührt die Ehre, die Gattung der co- korirten Blätter von charakteristischen Ansichten der Schweizerischen Gebirgsnatur, wo nicht erfunden, doch merklich gefördert zu haben. Es mochte gegen Ende des siebenten Dezenniums des XVII. Jahrhunderts seyn, wo eine von ihm angelegte Gallerte von Oelbildern des unten ff Caspar Wolfs von Muri*), welche lauter dergleichen zum Gegenstand hatten, ihn auf den Gedanken eines solchen Unternehmens führte. Das Werk sollte Heftweise (jedes Heft zu 10 Bl.) in Groß- und Klein-Foliv erscheinen; jenes colvrirt zu 12, dieses schwarz zu 9 Franz. Livres das Heft, und mit einem Texte von dem gelehrten Bernerschen Naturforscher, Joh. Sam. Wyttenbach begleitet. Wagner. 406^ Geetzt wurden diese Blatter einsweilen von Schel- lenberg und Eichler, Das erste um 1776. erschienene Heft enthielt: 1) Die Breitlauwine gegen den Breithorngletscher. 2) Das Lauterbrunnenthal znit dem Staubbach gegen die Gletscher. 3 ) Schild- waldbqch gegen dem Staubbach, ein Winterstück. 4 ) Erster und oberer Fall des Staubbachs. 5 ) Zweyter Fall des Staubbachs im Sommer yon der linken Seite. 6) Eben derselbe im Winter von der rechten Seite. 7) Her Breithorngletscher gegen Abend. 8) Der Mürrenbach, im nämlichen Thale. 9) Aussicht vorn Breithorngletscher gegen das Lauterbrunnenthal, io) Das Herren-Dächlein im Lauterbrunnenthal, ein Winterstück. Kenner wollten (ob mit Grund?) die schwarzen Drücke vorziehen, und fanden nämlich die gefärbten »zu unnatürlich und zu krell." Mensel I. 0. wo zugleich von den Wölfischen Urbildern (sehr unbillig) allzu wegwerfend gesprochen wird. Immerhin mochte Wagner selbst mit der Ausführung nicht ganz zufrieden seyn, Da seine ganze Sammlung der Wölfischen u, q. Originale, „die" (heißt es jetzt l. c. XX. 126.) »von den besten Künstlern (eine Arbeit zehnjähriger mühesamer Reisen) an Ort und Stelle genau gezeichnet worden", in -5o Bildern bestand, von welchen er 56 zur Herausgabe bestimmte, so gieng er eigens nach Paris, um, man weiß nicht recht, ob eine Umarbeitung auch jenes ersten Heftes, immerhin eine Fortsetzung desselben, nach einer neuen Manier zu besorgen, und nämlich die Blatter »in natürlicher Oelfarbe" (sie!) abdrucken zu lassen. Dafür sollte der in dieser Kunst »rühmlich bekannte" Janinet (nicht Jami- nel I. 0.), unter — Vernet's Aufsicht gebraucht werden. Jetzt war von sieben Heften (zu acht Blättern) die Rede, deren jedes die Subskribenten 48, spätere Käufer 72 Livres kosten sollte- Auch drey Hefte dieser neuen Gattung (darunter wohl eben das umgearbeitete frühere) waren um 1782—84. mit französischer und deutscher Beschreibung des schon erwähnten H. Wyttenbach, und einer Vorrede von Albrecht von Haller bereits erschienen (l. c. und X. 2Z7.), als durch H. Wagners Tod das Unternehmen unterbrochen, und sodann durch H. Rudolf chenz, (s. oben dessen Art.) fortgesetzt wurde. Lonf. über das frühere Werk von Waller's Bibl. der Schrveizer- Geschichre I. 41—42. Wagner (Adam), eigentlich wagener. Wir haben denselben in einem alten Skammbuche vorgefunden , in welches er sich als Golbschmiedsge- selle von Draunschweig zu Riga 1642. eingeschrieben, und zugleich eine schlecht gerathene Zeichnung mit der Feder dabey entworfen hatte, die einen Herrn und eine Dame in einer Landschaft vorstellt. 1- — (Adrian Jacob), erscheint in dem ssbursächsi scheu Sraarskalender von 1760 bis 53 . als Hofgoldschmied zu Dresden. — — (Ascanius Christian), Baumeister; arbeitete bis 1706. an dem Schloßbaue zu Berlin unter Schlüter. LJlcolai. — — (Asmus). So nennt man irgendwo einen Münzmeister in Erfurt, der vermuthlich im Anfange des XVII. Jahrhunderts lebte. — — (Bartholomäus). Nach einem solchen Maler der etwa zu Anfang des XVII. Jahrhunderts lebte, soll Luc. Kilian das Bildniß des Mathematikers Georg Galgenmair's gestochen haben. — — (Christian Andreas), wird 1800. als Waradein bey der alten Münze zu Berlin genannt. S. auch unten den Münzwaradein Wagner zu Breslau ohne Taufnamen. 2 ) Nicht vo» Solothurn, wie eö be? Neu sei (Nircrkl- I. 27-) irrig heißt. 8 lö 4063 Wagner. Wagner (Christian Friedrich), wurde » 799 -, in Chursächsischen Diensten, als Wasserbauten» missair zu Lorgau (an der Elbe) bedienstek, so wie er später auch die Aufsicht über die Ueberschwem- mungen des Spreestroms erhielt. Er lebte noch i8,i. zu Torgau. S. auch unten den Art. Po- l>'karp Samuel Wagner s, s. Vaters. — — (C.). Don einem solchen sah man auf dem Dresdner-Salon von 1818. eine Sepia-Zeichnung nach Everdingen. — — (C. A-), ein Maler oder Zeichner zu Hamburg. Er zeichnete Vignetten zu dem Werke: Sammlung neuer Oden und Lieder, dritte Aufl. Hamburg 1742. gr. 8 . Sie sind von M. Tyrof und G. D. Heumann gestochen; dann eben solche zu des Dem. Kantemir's Geschichte des Os- mannischen Reichs. Hamburg 1746. 4°- Diese wieder von gedachtem Heumann. Auch I. Haas Hai Vignetten nach ihm radirt. Anderwärts heißt es noch, daß Christian Fritzsch 1738. ein Titel- kupfer, und i7-j809. zu Dresden wenigstens nicht mehr gelebt habe. — — oder Wagener (Friedrich Ehrhard). Bildnißmaler in Pastell und Oel, zu Dresden, geb. zu Cöthen, studirte die Zeichnungskunst und Malerey in der Kunstakademie zu Berlin, und kam 1788. nach Dresden, um vorzüglich die dortige Akademie zu benutzen. In gedachten beyden Städten kopirte er Werke der größten Meister. Pa- stellmalerey war sein Lieblingsfach; in Oel fertigte er nur wenige Bildnisse, wovon dasjenige des Fürsten Radzivil eines seiner beßten ist. Seine Zeichnungen in Crayon empfehlen ihn besonders. So lautet es bey Meusel lll. (1809.) wo er noch unter den Lebenden erscheint, wohl im Allgemeinen; dann aber im Besondern ganz anders im Meusel'scheu N. Museum. S. 271 — 73. wo es von seinen auf dem Dresdner-Sallon 1794. ausgestellten Arbeiten heißt: „Bildniß einer jungen Dame in Pastell, nach der Natur, nach einem sehr interessanten Original, war angenehm und reinlich behandelt. Die Haare gefallen nicht, indem sie zu steif und bandförmig waren. Die Draperie schien nicht nach der Natur gemalt zu seyn, und hätte besser seyn können. Ein männliches Portrait in Oel nach der Natur. Der große Abstand» der zwischen diesem und dem Pastettgemälde ist, laßt muthmaßen, daß es bloß Versuch im Oel- malen ist; als solcher war es aber auch nicht für die Ausstellung." Dann war es einer unserer Freunde, der uns zuerst bemerkte, daß Meusel lll. s., unsern Künstler, bald nach einander unter dem gedoppelten Namen: Friedrich Ehrhard wagener, und Friedrich Wagner aufführe, und späterhin lll 3 . S. 568 , den neuen Irrthum begehe, daß er ihn mit dem Vorstehenden Friedrich Christian Wagner für Eine Person halte. Dann fährt unser Freund also fort: »Der Zufall hat uns zwey Briefe von ihm in die Hände geführt; einen von 1786. worin er sich F. E. Wagner, und einen weit spätern von 1809. wo er sich Friedrich Wagener unterzeichnet. Derselbe war der Sohn eines Schuhmachers, und hatte schon seines Vaters Beruf erlernt, als er nach Berlin in ein Gymnasium kam. Dort besuchte er zugleich die Akademie und legte sich endlich ganz auf das Bildnißmalen in Pastell und zwar mit solchem Glück, daß er zu Berlin in Ruf kam, und bey der Königl. Familie Unterricht im Zeichnen Wagner. ertheilen mußte. Sein Landesherr, der Herzog von Cöthen, ertheilte ihm darauf eine Pension, um in Dresden seine Studien weiter vollführen zu können. Hier übergab er sich der Leitung von Casanova, und blieb auch nach dessen Tode noch bis um 1808. in Dresden, wo er nach Berlin zurückkehrte, dort aber i 8 i 3 . am Nervenfieber starb. Noch nach seinem Tode sah man auf der Dresdner-Ausstellung 1814, eine Magdalena in Pastell von ihm. Es sind mehrere Bildnisse nach ihm gestochen worden, auf denen er sich (ohne Vornamen) bloß mit Wagner oder Wagener bezeichnet hat. So von D. Derger (zur Berliner Monatsschrift) die bevden der preußischen Minister K. A. Freyherrn von Zedlitz, und Leop. Otto von Gaudi (hier ist sein Name in Wagenr »erstochen); dann von I. C. Krüger (zu Stark's Archiv für Geburtshülfe. Dd. V. Jena 1794. 8°.) der Arzt I. Ph. Hagen. Anderwerts citirt man noch, als von D. Bcrger gestochen: Die Frau von Hoffmann, und den Tribunalrath I. C. Uhden. S. auch unk. den Art. wagener (aus Meinungen) ohne Taufnamen, mit dem er wohl Eine Person ist. Wagner (FriedrichWilhelm), zeichnete 1802. (damals Markscheider, Oberstollnfaktor und Vice- vbcrbergeinfahrer? zu Freyberg in Sachsen) zu (des Herrn von Trebra) Merkwürdigkeiten der tiefen Hauptstülln des Bergamtsrcviers Freyberg. Dresden 1804. 8°, die Riffe gedachter Hauptstölln, die von G. A. Garbe, auf einem sehr großen Blatte gestochen sind. In 1811. lebte er noch als Ober- bergeinfahrer zu Freyberg. — — — Professor zu Berlin. S. unten Johann Friedrich Wilhelm Wagner. — — (F. G-) Schüler der Akademie zu Leipzig, zeigte auf der Dresdner-Ausstellung 1804. zwey Zeichnungen: Eine Base, und eine getuschte Landschaft; dann i 8 c> 5 . eine Figur nach Poussin in Kreide. — — (Gabriel), geb. 1762. zu Krainburg im Jsarkreise, wo sein Vater Bildhauer war. Er selbst, ebenfalls Bildhauer, befand sich in 1810. zu Weilheim. Lipowsky. — — (Georg), von Salfeld, wurde 162/,. von den korresponoirendcn Fränkischen Fürsten zu Bamberg, Würzburg, Brandenburg-Culmbach und Brandenburg-Onolzbach zu einem gemeinschaftlichen Münzwaradein bey der (Onolzbachischen) Münze zu Fürth angenommen. Hirsch deutsch. Münzarchiv IV. 261. In der Sammlung der. Medailleurs S. 1Z9. heißt der ttnfiige Marg- graflich Brandenb. OnolzbachischerMünzwaradein zu Fürth, und auch von Bayreukh, Bamberg und Würzburg in dergleichen Verrichtung eine Zeitlang bey dasig angerichteter Münzstätte gebrauchet. S. wills (Jürnbergische Münzbel. ?. lV. Z2. Nach Sp lesen« Brandenburg. Münzbel. k. I. p. Z69. 372. 374. 376. 379. 38 o. heißt er Wegner, war von Saatfeld gebürtig, und gab es wegen seiner und eines andern Münzmeisters, Conrad Stutzens, große Streitigkeiten, indem sie die übrigen Stände des Fränkischen Kreises in solcher Würde nicht annehmen wollten, endlich aber 1624. doch darein willigen mußten. — — — s. unten den Joh. Georg Wagner von Meisten. — — (Gottlieb), Hofgärtuer des Herzogs von Weimar zu Jena 1812. — — (Gottlieb Heinrich), geb. 1794. zu Packisch in Sachsen, woselbst sein Vater Amtsverwalter des chursächsischen Kammergules war, siudirte seit 1810. die Architektur unter Hölzern zu Dresden. Auf der Dresdner-Ausstellung, schon des folgenden Jahres, fand sich von ihm der Entwurf zu einem herrschaftlichen Gebäude, Wagner. 406g mit Unterstock und zwey Stockwerken nebst Fron- ton. In 1812. lernte er praktisch als Mäurer, wollte dann aber später von neuem den akademischen Lehpsaal besuchen. Man hegte damals gute Hoffnnngen von diesem Jünglinge. Wagner (Hans), wird in der Curieusen Runst- und Werkschule von I. R. Nürnberg 170h. 40. I- 49 ^. 620. (wo man seine Methoden beschreibt in Metall und G»Ps zu gießen, auch den letztern zu brennen) ohne Weiteres ein alter erfahrener und berühmter Künstler genannt. — — — ein Tischler, s. Joh. patsch in unsern Supplementen. — — oder wagenee (Hans Christoph), Jngenieurkapitain und Lehrer der Cioilarchitektur bey dem adelicheu Kadettenkorps zu Dresden, gab eine Gründliche Anweisung zu der Civil- baukunst, Dresden 1754. Fo>. in 2 Theilen mit Kupfern. Er starb sät. 60 zu Dresden -760. Dresdner politischer Anzeiger, Jahrg. 1760. N°. XXIII. Der flüchtige Hapmann gedenkt des Unsern nicht. — — (HansJacob), wurde 1680. zumMünz- meister des Herzogs von Würtemberg ernannt. Hirsch deutsches Münzarchiv. V. 160. — — — ein berühmter Bildhauer, der das schöne Epitaphium von Marmor und Alabaster eines schlesischen Edelmannes, Hans von Schwel, nichen, um 1677. verfertigte. Es befindet sich solches neben demAltare derKirche zuMertsch im Lieg- nitzischen. I. P. wahrendorff's Liegnir tzische Merkwürdigkeiten. Budissin 1724. 8". E. iä9> * — — od.Wang n er (Jakob oder Johann Jacob). Im Lex. erscheint er unter beyden Namen. Er st. um 1771. Lipowsky. Von ihm führt ein Verzeichniß meines sel. Vaters über 60 Dl. meist geistlichen Inhalts (wahrscheinlich für ein Bidelwerk) an, nach A. Baumgärtner, Bemme!, W. Carlois, S. Conca, A. Coypel, Grassi, I. G. Herz, I. Jouvenet, A. Löscher, A. Motz, I. E. Ridiuger, P. P. Rubens, A. Sacchi, R. Gavery, S. Sburlino, Schessler, Werschig; wahrscheinlich, wie schon das Lex. bemerkt, meist Kopien nach französischen u. a. Blättern; dann über ein Dutzend Heilige und Heiliggesprochene, nach schon erwähntem Baumgärlner, für die bekannte Schartecke: Llncomia t) 634 ., lernte Anfangs den Beruf seines Vaters, der ein Handelsmann war, wandte sich dann aber zur Goldschmiedskunst und begab sich i 65 o bey dem Goldschmied und Juwelier Christian Schubart zu Danzig in die kehre. Nachdem er in der Fremde sich wohl umgesehen hatte, ließ er sich i 663 . zu Grossenhayn, in Sachsen nieder und starb hier 1679. S. seine Leichenpredl'gr. von I. S. Gerlach. Meißen (.»679.) 4 °- — — — ein Steinhauer und Mauvermekster zu Zwickau in Sachsen, wandte sich 1716. zu den Steinmetzen und wurde von diesen 1716 zum Meister gesprochen. Spater zog er nach dem unfern gelegenen Orte Planitz, wo er noch 1722. lebte. — — (Johann August). Maler an der Por- zellainfabrik zu Meißen, gegen der Mitte des XV 11 I. Jahrhunderts. Hkc. — — (Johann Christoph). Architekt. S. oben Hans Christoph Wagner. — — — geb. zu Creuzburg, befliß sich zu Jena der Mathematik, und st. daselbst 1758. Spangenberg'« Handbuch der zu Jena da, hin Geschiedenen» Jena 819. S. 14»., radirte, nach der Zeichnung von Joh Heinr. Besser, eine Medaille zu C. Gottb. Müllers Erstes Jubelfest der deutschen Gesellschaft zu Jena. Zena (»755) 4«^ * — — (Johann Erhard). Zeichner und Au, pferstecher zu Straßburg, geb. um die Mitte des XVll. Jahrhunderts. Von ihm, als Stecher, kennt man, neben Anderm, verschiedene Landschaften mit Ruinen und Figuren; dann einige allegorische Wappenschilde in chinesischem Geschmacke. Gandellini nennt ihn irrig Jacob. Ein an ein, ander hängendes nach Malpö, oder, wohl richtiger, nach Brullior ein zusammengezogenes MLW. war sein Monogramm. — -- (Johann Friedrich). Ein Johann Wilhelm unsers Geschlechts erscheint schon 1724. als Professor der Civilbaukunst an der Kunstakademie zu Berlin; dann der Unsrige, Johann Friedrich, 1745 ebenfalls zu Berlin als Mitglied der Kunst, akademie» und Professor der Mathematik an derselben; weiter 1766, 7Z und 80. ein Johann Friedrich Wilhelm, als Mathematiker und Professor der Geometrie, Civil-und Kriegsbaukunst, Mechanik, Optik und Perspektive eben daselbst; und endlich ein Friedrich Wilhelm, ungefähr auf gleiche Weise betitelt, 178b. und i 8 o 5 . In wie fern hierunter mehrere Personen zu verstehen sind, ist uns unbekannt. — — (Johann Gabriel), aus Gotha, war bey dem dortigen Hoftheater Theatermeister oder, wie es anderwärts heißt, Dekorateur und Maschinist; nach Aufhebung desselben, ging er 1779. zur Wäser'schen Truppe nach Breslau. Nachr. von dem eingegangenen Hofthearer zu Gorha. Das. 1780. S. 9. *— — (Johann Georg), der Maler zu Nürn, berg, der sich auch in der Baukunst übte. Nach ihm hat z. B- Martin Häiller (?) das allegori, sche Titelkupfer zu: kkilorkel (OroU kU. ksl.) S^mdolL ckristisnL. Kl. Fol. krsncok. »6 K77. Dann, neben vielen dunkeln Männern, B. Kilian das Bildniß des Landgrafen Ludwigs VII. von Hessen im Sarge, und des Gottesgelehrten ») Auch hier heißt es, wie so täglich: Nichts ist so 1 Wagner. Jacob Spener; Ph. Kilian dasjenige (gute) der dänischen Prinzessin Wilhelmine Ernestine, des Marchgrafen Friedrich des Großen von Baden, und des Arztes Georg Franken; I. Sandrart des Nürnberger-Handelsmanns Paul kersch (p. > 664 ); I. Falk des Daniel Dilgerus. Ohne Zweifel ist dieser Wagner der nämliche, von dem es bey Marperger S- 43z. heißt: „Wagner, ein Nürnberger und" (in der Baukunst) „Discipul des berühmten Juvenelli" (wohl eines der Sohnssöhne von Niclaus Juvenel) „war zwar ein Maler von Profession, aber dabey auch ein guter Baumeister, welches sonderlich der 80 Fuß hohe Triumphbogen, oder vielmehr die Ehren-Pforte, die unter seiner Direktion nach des Churfürsten von Heidelberg Jnvention, zu Heidelberg beym Einzug der Königl. Dänischen Prinzessin aufgeführet worden, bezeuget." Wagner (Johann Georg), geb. zu Breslau, studirte zu Halle die Rechte, und fing darauf an, hier Kollegia zu lesen. Nachdem ihm aber -720. seine Frau starb, und er einen Ruf als Professor der Mathematik an der Rttterakademie zu Liegnitz in Schlesien erhielt, so ging er dorthin. Er hat Mehreres geschrieben. DreyhauptBeschreibung des Saalkreises II. 745. Von seinen in Liegnitz verfaßten Schriften kennen wir: probe der sechsten Säukenordnung. Breslau und Leipzig 1728. 4 °, mit Nissen die C. Winkler nach ihm gestochen hat. * — — — der Landschaftsmaler. Von ihm ertheilt uns einer unserer Freunde aus handschriftlichen Quellen ff. Nachrichten. „Derselbe war der Sohn des unten ff. Job. Jacob Wagners von Eisenach, geb. zu Meisten (nicht zu Frankfurt, wie es irgendwo heißt) >744 , und kam frühzeitig zur Erlernung der Malerey, zu seiner Mutter Bruder, dem berühmten Christ. Wtlh. Ernst Dietrich in Dresden. Der letztere hatte die böse Gewohnheit mancher Künstler (auch noch unsrer Tage), seine Schüler gleich Dienstbothen zu behandeln, und machte mit seinem Vetter hierin keine Ausnahme *). Wagners Eltern, die sich darüber gekränkt fühlten, nahmen ihren Sohn nach Verlaufe einiger Jahre wieder von ihm, zum wahrhaften Leidwesen Georgs, der seinen großen Oheim nichtsdestominder stets über Alles schätzte und höchlich verehrte. Bey seinen Eltern in Meißen studirte er hierauf emsig nach den Sammlungen seines Vaters, der schone Zeichnungen und andre Kunstsachen besaß, so wie man auch überhaupt annimmt, daß er sich mehr nach guten Meistern, als nach der Natur selbst gebildet habe. Als Joseph Roos (auch Rosa genannt) nach Dresden berufen worden, begab sich auch Georg dorthin, um seine Studien unter ihm fortzusetzen: Roos bestellte ihn darauf an einem Nachmittage mit Farbenkasten und Reißbret in sein Aitelier, um die Geschicklichkeit des Unsern zu prüfen. Er erschien, und da er mit flinker Hand malte, so beendete er noch an diesem Nachmittage eine Landschaft in Gouache, die dann am andern Morgen vorgewiesen werden mußte. Während dem daß Roos über seine Arbeit erstaunte, stand der Unsere, sich seines Werthes unbewußte Jüngling demüthig, ja fast zitternd, vor seinem Richter, bis dieser ihm endlich sagte, er wisse einem solchen Künstler wie ihm, nichts mehr zu lehren; es sey unnöthig, daß er sich ferner nach fremder Leitung umsehe, und — was noch mehr ist — er bat Wagnern zugleich, von nun an blos für ihn zu arbeiten, indem er ihm den geringen Preis, den «r bisher für seine Sachen erhalten hatte, gedoppelt zu bezahlen versprach. Wagner hat auch viele Landschaften für ihn gefertigt. Unterdessen trat nunmehr die Zeit ein, wo man aufmerksam auf ihn wurde, und Hutin (der ein besonderer an gesponnen, u. s. f, Wagner. Wagner. 4071 Gönner von ihm war) machte seine Gouachen in Radirte sey), die andere mit einem Wasserfalle Paris bekannt, wo sie den größten Beyfall erhiel- und die dritte mit einigen Bauernhütten ***). — ren. Es wurde bald, man möchte sagen zur Mo- Nach ihm dagegen sollen folgende gearbeitet ha- dewuth, Bilder von ihm zu besitzen. Wenn letz- beu: Aliamet, (s. gleich unten Weisbrod) die tere auch mit der Zeit in etwas nachgelassen hat, malerische Quelle, und der malerische Felsen; Juso stehen seine Arbeiten doch immer noch in groß- liane Wilhelmine Baust, vermahlte Löhr; Nicl. ter Achtung; und zwar sind es vorzüglich Kunst- Colibert: ljaweau prvs «le Ooblence (Wagner ler selbst, die sich aufs eifrigste bemühen seine ge- hat jedoch Sachsen nie verlassen) eine artige Land- tuschten Zeichnungen, seine Gouachen und Oelge- schüft, quer Fol.; I. A. Darnstedt, 6 Bl- Än- malde an sich zu bringen. Gewöhnlich bezahlt sichten der Gegend von Meißen (zwey dieser schö- man in Sachsen eine Gouache von ihm mit ein neu Stiche sind in.gr. Fol. und vier in quer Fol.), oder zwey kouisd'or, aber auch nach Maßgabe ih- und zwey Bl. andre Landschaften; R. Daudet 2 Bl. res Werthes weit höher. Wir wissen ein Beyspiel sächsische Ansichten und 2 Bl. Ansichten von Pirna aus unsern Tagen, wo jemand eine bloße Zeich- (vergl. auch gleich unten weisbrod); Carl Gottfr. nung von ihm für nLouisd'ors an sich brachte*). T. Fader, einen Kirchhof und noch eine Land- Rlengel, der ihn noch persönlich kannte, ist ein schüft; beyde sind nicht in den Handel gekommen; wahrer Enthusiast für Wagner. Er pflegt ihn, I. Mich. Frey, eine radirte Suite die bey Gottl. den Raphael der Landschaftsmaler zu nennen und Heß in Augsburg erschien u. a. m. Mich. Frey gestand dem Referenten dieser Zeilen, daß das (wohl derselbe) eine Suite Landschaften nach ihm Köstlichste für ihn, was er auf seiner Reise ins und Ferd. Kobel, für den Verlag von C. A. Groß Ausland und nach Italien nur aufgefunden hqs- mann; I. C. I. Friedrich, eine radirte und kolo- re, die Gouachen und Zeichnungen gewesen wq- rirte Suite von 7 Bl. sächsischer Gegenden; Garen, die der nun verstorbene Roos in Wien (wo- brieli: l'keureux Friedr. C. Geyser, hin er von Dresden aus berufen wurde) immer 2 Landschaften in 4° jede mit einem Einsiedler noch von unserm Georg aufbewahrte- /Diesel- und seiner Hülst; C. W. Griesmann, eine felsige ben etwa gegen 5 o. verkaufte Roos später dem Gegend mit einem Wasserfalle und einer Eremi- Kunsthändler F. T. Stöckle, von dem sie, mit, tage in quer Fol.; Carl Aug. Großmann, 2 Land- weniger Ausnahme a» den Kunsthändler Frauen-' schaften mit Vieh; Chr. Gotth. Großmann, eine bolz in Nürnberg kamen, der solche, obwohl er Suite von 12 kleinen Landschaften; H. Gutten- selbst kein Künstler ist, doch so achtete, daß er sie berg (s. gleich unten weisbrod); C. G. Ham- — ehedem wenigstens — nicht veräußern mochte), mer, einige Blätter mit Ruinen; I. S. Helman: Nach Kiengels Meinung besaß Dietrich in der les cksumleres en8«xe, kl. querFol.; C. Heß: Landschaft zwar eine freyere und routinirtere Ma- 1 a mort sux stats, und Ldanteur lles cuoti- nier, dafür aber mangelte ihm das zarte und jung- quss, 2 Bl. in roth Kreidenmanier (ob aber wirk« fräuliche Gefühl, was Wagner aus seinem Bur lich nach dem unsern?); Carl F. Holzmann, ,6 sen, wie fast kein andrer Künstler, dem Pinsel zu oder mehr Landschaften; Klengel, einige Blätter; übergeben wußte. In 176b wurde er Pensionate Lienard (s: gleich unten Weisbrod); Joh. Müder Akademie zu Dresden mit 200 Rlhlr. Besol« thieu^für Basan , 6 Landschaften, dann zwey Sui- dung, und noch in gleichem Jahre auch Unterlehr ren sächsischer Gegenden jede von 4 Bl., ein Blatt rer an derselben. In 1766. sollte er auf landes- darunter jedoch nach Ruisdael; Pfenningcr, el- herrliche Unkosten eine Reise in die Fremde unter- was uns Unbekanntes;' I. G. Prestel, 2 Land« nebmen. Er gieng nach Meißen, um seinen Eli- schaften mit Vieh nach Bisterzeichnungcn (hiervon lern ein Lebewohl zu sagen, setzte dort sich der ist doch wohl ein anderwärts rubricirtes Blatt, Zugluft aus, wurde vom Schlage gerührt, und die Hirtinnen des Berges, Jda nämlich, zu un- starb daselbst 1768., kaum 22 Jahre alt **). Als terscheiden); die U. M. Prestel -794. eine Land- Mensch betrachtet war er sehr bescheiden und lies schüft nach der Natur; Primavesi, eine Landschaft benswürdig; er fand viele Freunde die an seinem in getuschter Manier; Nagona oder Regona, Grabe häufige Thränen sinken ließen. Auch Ha- eine Landschaft: l'smour l'Lrucle; Carl Aug. geborn, der damals das Kunstwcsen in Sachsen Richter, 8 Landschaften; Elise Saugrin, 2 Bl. dirigirte, war untröstlich über seinen Verlust; die Ansichten von Dresden; C. P- Schallhas, 4 Bl. schönen Sachen die er von ihm besaß, kamen mit schöner bergiger Landschaften mit Banernhütten; seiner Erbschaft nach Dänemark. Andre solcher C. G. Schule, Ansicht von Doblen (Döbeln); findet man noch bey mehrern Künstlern in Dres- I. Schumann, Landschaft mit einer alten Drücke den, die sie sorgfältig aufbewahren und sammeln; quer Fol.; C. B. Schwarz, 2 Bl. felsiger Land- vorzüglich gehören Klengel und Zingg hierher. In schaften mit Eremiten kl. Fol.; Wiihelmine Sey- Oel malte er wenig, vielleicht auch nicht mir dem fried. eine Landschaft; G. S. Stamm, Suite Glücke wie in Wasser; dabey überschreiten seine von 6 Dl., Gegenden bey Meißen, nach Diet- Malereien selten die Größe eines Schreibebogens, rich (4 Bl ) und dem unsern (2 Bl.); Alexand. und sind öfters mit dem verkürzten Namen: Thiele zun., 4 Landschaften; M. Thoenert, 2 pinx. bezeichnet. Es ist Schade, daß sie sammt- Landschaften; C. I. Toerner (a. k. Thoenert), 2 lich ins Blaue nachgedunkelt sind. Die Figuren Landschaften; Friedr. von Tschirschky, einige Bl. in seinen Staffirungen sind mittelmäßig; das Vieh die' er zu seinem Vergnügen artig radirte, welche ist ihm etwas besser gerathen. Wagner hat auch nicht in den Handel gekommen sind; C. Weisbrod, einige Blätter radirt, die aber ausnehmend selten 2 Ansichten bey Dresden und 2 Ansichten bey und uns nie zu Gesichte gekommen sind. Einer Drüben (Duden); er und H. Guttenberg, 4 An- seiner großen Verehrer, bet sich lange zu Meißen sichten bey Döbeln in kl. quer Fol.; dann von aufhielt, sagte uns, daß er sich dunkel entsinne beyden nnd mit dem Grabstichel beendet von Dau- drey solcher Landschaften gesehen zu haben, deren bekund Lienard, 4 Ansichten der Gegend bey Meir Werth jedoch nicht vorzüglich gewesen sey, näm- ßen; Aliamet und Weisbrod, eine Suite von lich die eine mir einem Schatzgräber (blos diese 6 Bl., Ansichten bey Dresden nach Wagner und haben wir einmal in einem Gantkatalog ruhris Huet?); C/F. Wiegand, 2 Bl. der Eremit und cirt gefunden, und zwar wie es scheint mit der die Eremitage, in getuschter Manier; A. Zingg, irrigen Bemerkung als ob es das einzige von ihm 2 Bl. (vielleicht noch mehr): Die Einsiedlerhütte *) Man gehe in die Schweiz, und man wird aufhören sich über selche Preise zu verwundern. *») Don ihm heißt es bey Huber kurz: „Derselbe hat bey seinen Lebzeiten nicht alle des Ruhms genossen, der ihm gebührte. Nach seinem Tode wurden sewe Bilder sehr geschätzt, und sind es noch." kK") Die beyden letzter« (kleinern) sind, ohne seinen Namen, mit 176z., die größer», der Schatzgräber, mit ä. 6. vv. siguirt. Alle dreye werden auch anderswo „höchst seltene, aber schwache Versuche" genannt. 4072 Wagner. und das Zauberschloß. Endlich ein Ungenannter/ die 4 Tageszeiten oval 4°. Anderwärts werden noch als Stecher nach dem Unsrigen genannt: Boekius, E. C. Heiß (vielleicht der schon genannte Heß) / H. F. Laune. Von diesen Blättern führt der winklersche Gantkatalog an die 90 an/ die mei- sien, wie wir gesehen/ landschaftlichen Inhalts/ und in den manigfaltigsten Manieren gefertigt. Eine Ruine bey Alessano von Aliamet/ und die fünfte Ansicht der Gegenden um Meißen von Darm siebt/ werden bey Brandes besonders schon genannt. Noch finden wir irgendwo von I. C. Heiß nach ihm: les nouvesux Naries. S. auch Vag- ner in den gegenwärtigen Zusätzen. So eben finden wir noch über den Unsrigen: Wi- zani etzte und kolorirte nach ihm 3 Blatter in 4° mit sächsischen Gegenden. Die 17. Auktion der Kunsthandlung von Rost zu Leipzig (März 1798.) versteigerte drey Studienbücher desselben; das eine von 46/ jedes der andern von 93 Blättern. Sie enthielten Landschaften / Figuren und allerhand Gruppen geistreich mit Breystift entworfen/ zum Theil auch mit brauner Farbe ausgetuscht. Wagner (Johann Gottfried). Ein solcher wird im Leipziger-Adreß-Ralender von 1788. an, und noch 1801. als Bildhauer zu Leipzig, ohne Weiteres, angeführt. Spätern Nachrichten zufolge lebte er noch daselbst ign. — — oder wagener (Johann Heinrich). Irgendwo zeigt man folgende Schriften von ihm au: Unterricht von hoizsparenden, bequemen und zierlichen Srubenöftn zu putz- und Wohnzimmern. Künstlern, Werkleuren, besonders Töpfern, zur Anweisung in 12 erläuternden Lupferrafeln erfunden, gezeichnet und ausgearbeitet von Job. Heinr. Wage ner, Töpfermeistern in Magdeburg 2789. gr. 4 "-, mit 14 Kupf. Preis 20 Groschen. Man bemerkt dabey, daß der Verfasser die alten und neuen Schriftsteller über sein Fach wohl kenne und ein gutes Werk geliefert habe, für das er Dank und Achtung verdiene. — — (Johann Jacob), der Sohn eines Malers, geb. zu Eisenach 17».., kam frühzeitig als Miniaturmaler in Figuren zur Porzellainfabrik nach Meißen, wo er später auch einer der Vorsteher an derselben wurde, und hier um 1780. starb. So wie der berühmte Dietrich (mit dem Wagner in Holland gewesen war), eine Schwester von ihm (erster Ehe) zur Frau hatte, so heira- thete Wagner, Dietrichs Schwester Maria Dorothea? Die letztere harke schon in ihrer Eltern Hause die Kunst mit Glück getrieben; sie malte schön und fleißig ausgeführte Landschaften (zuweilen kleine Historien) in Del, in ihres Bruders Manier, wiewohl nicht ganz mit seinem Geiste. Auch nach ihrer Verehlichung gab sie sich eifrig mir dem Pinsel ab; und da ihr Mann in der Kunst die Gränzen des Mittelmäßigen nicht überschritten hatte, dafür aber sich auf die — Kochkunst trefflich verstand , so mußte er an ihrer Statt sich mit weiblichen Arbeiten abgeben, und dergestalt stand jeder an seinem rechten Posten in dem Haushalt. Einige Jahre vor ihrem Tode fieng sie an sich viel mit der Malerey in Gouache zu beschäftigen. Sie starb, einige 60 Jahr alt, um 1788. zu Meißen, und war bis auf ihre letzte Stunde eine sehr heitre und liebenswürdige Frau. Nach ihr hat I. M. Frey einige Landschaften in kl. quer Fol. gut radirt. Von ihrem Sohne, Johann Georg, findet sich im Lex. und oben ein besondrer Artikel. Wagner. Wagner (Johann Jacob). Zeichner und Kupferetzer mit der Nadel und in Punktir- manier zu Leipzig, geb. um 1770. und noch lebend und arbeitend zu Leipzig 1818. Schüler von Oestr und Dause. Im Ganzen kann man von ihm sagen, daß er eher zu den bessern. als zu den schlechtem Künstlern zu zählen sey; obwohl er vieles für Buchhändler gefertigt hat, was kaum des Ansehens würdig ist. Wir zeigen hier folgendes von ihm an: Der vollkommene Landschaftszeichner, oder Darstellungen, auf die leichteste Art Landschaften ohne Beyhülfe eines Lehrers vollkommen zeichnen zu lernen, Fol. In 1806. waren bey dem Jndustriekomptoir zu Weimar (auch ins Französische übersetzt) 2 Hefte (beyde ä 1 Rkhlr. 12 gr.) davon zu haben, wozu später noch ein drittes (Preis 1 Rkhlr.) kam. Dagegen kündigte auch das Leipziger Jndustriekomptoir 1811. an, daß bey ihm das dritte Heft (Preis 1 Rthlr. 12 gr.) dieses Werks, von CH- Otto in Steindruck, quer Fol., fortgesetzt, zu haben sey; fast scheint es also, als ob gedoppelte dritte Hefte eMirten. Dann bey Joachim zu Leipzig 1812: vorlegeblärr rer zum Blumen - und Landfchaftszeichnen für junge Zeichner und Liebhaber. hJebft Uebungen im Tuschen und Toloriren. 4 "- (Preis 1 Rthlr. 12 gr.) in braunen und schwarzen Abdrücken*). Endlich erschienen, bey Baum- gärtner zu Leipzig, 8 von ihm aufgenommene und gestochene Blätter mit einer historischen Erläuterung von L. Hussel: Die Siegesplatze der Völkerschlacht oder Ansicht der Dörfer bey Leipzig (Preis 1 Rthlr. 16 gr.). Vermuthlich nach diefem Werke hat I. Lorenz Rugendas ein kolvrirtes Blatt in quer Fol. gegeben, was die Schlacht bey Leipzig (sehr mittelmäßig) darstellt, und auf dem man liest, die Gegend dieser Stadt sey von I. Wagner (er selbst bezeichnet sich übrigens gewöhnlich entweder mit seinen gedoppelten oder ganz ohne Vornamen) gezeichnet. Andre Stiche von ihm sind: Der zerbrochene Krug nach Geßner's Idylle, von Mechau gezeichnet, und (1790.) von dem Unsrigen gestochen, und seinem Lehrer Baust zugeeignet; dann Richters Kaffeehaus 1794. (ohne seinen Taufnamen); die Ruine im Garten des Prinzen Johann Georg von Dessau 1799. (Preis 12 gr.); ein Jagdhaus in des Grafen von Scdön- feld Garten zu Störmthal (letzteres ohne weitern Namen als deS Stechers); den Abschied des Müllers i8o(,, nach Carl Reinhart in quer Fol., eine Landschaft mit Staffage, das Blätterurerk gut behandelt; eine Mühle bey Dresden nach A. Zingg quer Fol., ebenfalls ein gutes Blatt; einiges zu der Gallerie häuslicher Denkmale, die 1811. bey Voß zu Leipzig erschienen waren. Auf der Dresdner- Ausstellung von 180H. fanden sich einige Kupfer von ihm: Die Festung Swedun Kolyw.sk in Sibirien, eine jakutische Kolonie im Lhale Omekon, und ein Wasserfall nach Zingg. Auf der von 1814. vier Landschaften und eine Sommernacht nach einem Gedichte von Göthe (Zeichnungen, wenn wir nicht irren); sodann Napoleon im Museum zu Paris, bunte Zeichnung in Aquarell. Endlich finden wir noch von ihm irgendwo angezeigt: lla- nz-an 'fräs, „ach W. Hodges. — -- (Johann Ludwig), erscheint als Münzmedailleur, in dem würeeinberger- Hof- und Sraarshandbuch auf 1809 und 1810. Vermuthlich ist er derjenige .... Wagner, der andcrwerts schon 1799 als Münzmedailleur zu Stuttgart benannt wird. — — (Johann Martin), s. unten Martin W. K) Wahrscheinlich dasselbe, was anderswo unter dem süßen Titel: Rar!» und (Juliens Zeichenbuch, oder theoretische und praktische Anweisung im Dlumen- und tiandschaftszeichnen für junge Zeichner und Liebhaber, von I. I Wagner. 4". L^'pjig, in Joachims litter irisch m Archiv, mit 8 Kupf in Kreidemanier (- Th. 8 Gr.) rubrizirt wird. Die Kupfer sollen nicht schlecht seyn; der T-rk aber möchte «»gelesen bleiben. Wagner. Wagner (Johann Peter), s. unten perer Alexander w. — -- (Johann Wilhelm), Architekt, s. oben den Art. Johann Friedrich w. * — — (Joseph), Zeichner, Kupferstecher und Kupferetzer. Zuerst bey einem gemeinen Ma, ler in die Lehre gethan, kam er, nach mehrern Hcrumirrungen, schon in seinem vierzehnten Jahre nach München, und wußte sich die Gunst von Ami- coni zu erwerben, in dessen Dienste er kam, und der in Nebenstunden ihm Unterricht ertheilte. Sein erster Lehrer in seiner eigentlichen Kunst war indessen der dortige Hofkupferstecher Späth. Nach zwey Jahren nahm Amiconi ihn mit sich nach Rom; dann setzte der Unsrige seine Studien zu Bologna fort. Nach vier Jahren suchte er Amiconi wieder in England auf, und arbeitete drey Jahre als Maler unter ihm, beschäftigte aber sich noch mehr mit seiner neuen Kunstgattung, welcher sich nun gänzlich zu wiedmen sein Gönner ihm »ehrlicher Weise" anrieth. Dann ging er auf zwey Jahre nach Paris, »wo man es bisher noch am Weitesten mit der Gravur gebracht halte"; hierauf wieder nach London, wo er abermals Jahre bey Amiconi blieb, und endlich, so gut ibm auch England gefiel, in 1709. mit jenem sich nach Venedig begab, wo er sich verhei- rathele, haushablich festsetzte, und hier seine bekannte Kunsthandlung anhob. Heinecke 1 . 125 — so. »Seine Manier" (heißt es bey Rost >. 95.) »historische Blätter mit Nadel und Grabstichel auszuführen, war verständig und angenehm." Und ausführlicher bey wareler und l'Evesque: »Seine Blätter sind wegen des schmeichelnden Kornü merkwürdig, welches seine rautenförmig durchkreuzten Taillen bilden. Seine schöne, breite, markig« und leichte Manier, die er dem Frey nachgeahmt zu haben scheint, wurde nachwertS durch Bartolozzi vervollkommnet. Ob Wagner gleich mehrmals nach großen Koloristen, und unter andern nach Paul Veronese gravirte, so erinnere ich mich nicht, eins von seinen Blättern gesehen zu haben, welches sich durch eine kräftige Farbe auszeichnete." 11 . 555 . Dies scheint uns nun wirklich das gerechte Maaß von Lob zu sey», welches diesem fruchtbaren Künstler gebühret, so wie auch die Künstler-Pffanzschule seiner Der, lagshandlung allerdings zu den wenigen gehört, aus welchen, freylich neben viel Mittelgut, einige wahrhaft preiswürdige Früchte erwachsen sind. Man denke den einzigen Franz Bartolozzi! Wagner st. zu Venedig um (». ü. in) 17L0, Ein Ver- zeichniß meines sei. Vaters führt, theils von ihm, theils wohl vornehmlich unter seiner Leitung von seinen zahlreichen Schülern gestochen, an die 170. Blätter an, nach: N. dell' Abbate, F. Albani, Amiconi*), Cl. Audran, I. F. Barbier!, I. W. Baumgärtner**), Brich, N. Berghem, P. Ca- liari, H. und L- Carraccio, R. Carriera, C. Ci- gnani, I. B. Cignaroli, A. Commpdi, F. Coste, Courtois, A. Coypel, St. Dalkon (so von die, sem in Italien gezeichnete Statuen), F. Ferg, I. D. Fcrretti, A- D. Gabbiani, L. Giordano, I. D. Herz, G. Lazarini, Luismon, D- Luti, D. Majotto, A. Marchesini, P. Pellegrini, I. B. Piazetta, M. Ricci, S. Ricci, A. Sacchi, F. Sigrist, F. Solimena, L. Spada, A. Tiarini, P. Tibaldi, I. S. Tiepolo, Trefchaak, C. Vanloo, A. Visentino, Zocchi und F. Zuccarelli: Bildnisse, geist- und weltliche Geschichten, Gattungsblatter, Alterthümer, Landschaften — kurz Alles, was Bestellung, Zeitgeist, Zudringlichkeit u. s. f bald fodern, bald erlauben mochten. Von Gesammk- werken, worein er gearbeitet hat, nennt Gandel- lini die Gallerie der Maler-Bildnisse zu Florenz *) Ueber 20. Dies war nun einmal sein Kunstheld. s») Auch Wagner gab für die Erbauung jenseits der Wagner. 407z (z. B. dasjenige des A. Commodi); dann das Prachtwerk der ?Itture sti Z'. Drü-rM e 6i IV. Abbate, Ven«2. 746. (Preis 12 Zecch.), und D. Gabbiani's Raccolta cli centcr pensierikireu?. 762. Heinecke dann die Dresdner-Gallerie, und die retouschirte Ausgabe von le Fevre's Oper. select. von Titian und P. Veronese. läee p. 5 g. 63 und 90. Zu wagner's eigenen beß- ten Blättern zählt Rost l. c. g 5 —96. neben an- derm: Die Bildnisse Peter des Großen, an Mi- nervens Seite, ganze Figur; die Kaiserin Anna eben so, und die Kaiserin Elisabeth, Knieestück; den Sänger C- Broschi (Farinelli) sitzend, durch die Muse der Harmonie gekrönt, alle viere nach Amiconi; dann nach Ebendemselben: Die Erziehung der Maria, und das Kind Jesus schlafend in einer Landschaft (es liegt, äußerst anmukhig! vor uns), und den Wahrsager Tiresias. Nach Caliari eine H. Familie auf einem Piedestal; zu ihren Füßen Franz von Assist, dem St. Johann das Kreuz reicht, nebst mehrern Heiligen (das Urbild in der Nonnenkirche St. Zacharias zu Venedig). Nach Aug. Carracci eine Himmelfahrt Maria, welche Füßli II. iZg. meisterhaft nennt. Nach Giordano, Jakobs Unterredung mit Rebecca, und Rebecca empfangt die Geschenke Eliesers (beyde aus der Dresdner-Gallerie). Nach Luti (nach Cipriani's Zeichnung) den Tod Abels, und Mag- dalena bey den Pharisäern (die Urbilder jetzt in England). Nach Solimena, ein Paar Madonnen mit dem Kinde; das eine, wo ein Knabe von sei» nem Schutzengel zur Anbetung geführt wird (Füßlt 111 . 214 und i 5 . nennt beyde). Nach Piazetta, die Himmelfahrt Maria, nach dem Bilde in einer Kirche zu Frankfurt (L^Use toutonique). Nach Carl Vanloo, Johannes in der Wüste. Nach Zuccarelli, zwölf Landschaften und Hirtenstücke (im italienischen Geschmacke verziert?), von demUnsrir gen und seinen Schülern, Bartolozzi u. a. Man kennt einen nummerirten Katalog seiner Arbeiten sowohl als seiner Verlagsartikel» Lonk. 6a»zie/- /»ri, Seine Blätter bezeichnete er bald mit seinem ganzen Namen, bald mit A ^ oder A. Mr. kec. wagner(Joseph B. gewöhnlich Joseph), geb. zu Dresden, der Sohn eines churfürstlichen Hofportiers. Er befliß sich unter Casanova bis zn dessen Tode, in seiner Geburtsstadt, der Miniaturmalerey, verließ aber um 180z. Dresden und gieng nach Wien und den österreichischen Staaten. Auf der Dresdner-Ausstellung 1791. sah man von ihm einen alten Mannskopf, vermuthlich eine Anfangszeichnung; auf der von 1798. drey Bildnisse (darunter der Maler Kreß mit dem Rotbstift in der Hand), die ihm, als einem noch jungen Künstler, wohl gerathen waren. Von seinen spätern Arbeiten ist uns nichts bekannt. — — oder Wangner (I), ein geringer Kupferstecher zu Wien. Er fertigte fast soa Blätter zu N. I. Jacquin's Kelectorum stirpiurn ^merjcansrurn lnstoria. Vinäob. 1763. sc»I, nach des Verfassers Zeichnungen; dann ein For lioblatt nach A. Durmer zu: Berechnung der Luftmaschine welche I. C. Höll erfunden und erbauet hat (von Nicl. Boda), Wien 1771- 8 °; dann, von ihm 1774. radirt, die Kupfer zu Georg Prochaska cle structura nervorum. Vmäod. 1779- 8 °, nach des Verfassers Zeichnungen rc. Endlich hat er auch zu N- I. Jacquin's Obssr- vationes botsnicoe» iconibus ab auctore äeli- nestls illnstrstse. kol. Vinäob. 764. die Stiche geliefert. Vergl. auch oben den Art. Jacob Wagner den jüngern. - - (I. G.). Zögling der Akademie zu Berge, noch diesem Künstler eine Arche (einer Heulzen. 4074 Wagner. Leipzig, vsn dem man auf der Dresdner-Ausstellung von 1806. eine weibliche Figur sah, und auf der von 1807. die Madonna deüa Sedia; beydes Kreidezeichnungen, Wagner (Lorenz). Ein solcher war der Stadt Lübeck Münzmeister um 167a und 7Z. Zu seinem Zeichen führte er drey Sternen in einem kleinen Schilde. Madai Thalerkabmer. N°. 5ooo und 5l)02. — — (Maria Dorothea). Schwester deS berühmten Dietrich *), Gattin des obigen Job. Jacob Wagners von Eisenach, und somit Mutter des geschickten Landschaftmalers Job. Georg Wagners. Nach ihrer Zeichnung hat I. M- Frey vier nummcrjrte Landschaften/ mit Dauern- hantern und Figuren staffirt, gestochen, s. v. ihres gedachten Bruders. S. auch Dietrich im Lex. und in unsern Supplementen, und oben den Art. ihres erwähnten Ehemanns. — — (Martin), ein Steinmetz - und Maurermeister zu Dresden, der 1678. den Kirchthurm zu Finsterwaide erbaute, Hierbey erscheint ferner der Werkmeister Aug. Heyne von Hoye, mit welchem man aber keine Ursache hatte zufrieden zu seyn. In i 58 i. baute Wagner auch die dortige Kirche neu auf. S- ein Handschrift!. Werk über Finsterrvalde. — — — ein Maler, wenigstens nicht der neuesten Zeiten, von dem sich Handzeichnungen auf der fürstlichen Bibliothek zu Dernburg finden. Ruft Anhalttsche Schriftsteller. I. 43. — — — ein Tischler, s. oben Johann parsch. — — (Martin oder Johann Martin), von Würzburg, geb. im I. 1778, ein Sohn des unten ff. Peter Alexanders, dortigen Hofbildhauers. Sein Vater wiedmete ihn der bildenden Kunst, wozu er schon frühe große Neigung blichen ließ. Man wollte ihn erst durch die Schulen gehen lassen, damit er sich einige einleitende Kenntniß der alten Geschichte u. s. f. erwürbe; allein er fand diesen Weg zu langsam, verließ, nach zurückgelegter vierter Klasse, das Gymnasium, und ließ sich (bis in sein neunzehntes) unter Anführung seines Vaters das Zeichnen nach Gyps und Austonne, so wie die Uebung in der Perspektive und Optik, ernstlich angelegen seyn, anfangs noch unentschlossen, ob er Maler oder Bildhauer werden wollte, bis er endlich die Malerey wählte. Der damalige Coadjutor von Würzburg, H. von Dalberg, empfahl ihn nach Wien, wo er, unter Fügers Leitung, fünf Jahre an der Akademie studiere, und sich zuletzt in eignen Compositionen versuchte. Sein erstes gemaltes Bild, nach eigner Erfindung, stellte die Rückkehr Mariens mit den Weibern und Johannes vom Grabe dar. Im I. 180Z. erhielt er zu Wien den ersten Preis mit einem Gemälde: Aeneas, der die Venus um den Weg nach Carthago befrägt. Von Wien begab Wagner. er sich nach Salzburg. Von da bereis te er die ganze Schweiz, und kam alsdann über Stuttgart nach Würzburg zurücke. Mittlerweile erschien die, im Namen der vereinigten Kunstfreunde zu Weimar, durch den Geheimen Rath von Gölhe ausgesetzte Preisausgabe auf das I. 180Z. (Ulysses, der den Cyklopen Polyphem hinterlistig durch Wein besänftigt-. Wagner machte sich an die Lösung dieser Aufgabe, sandte feine Zeichnung nach Weimar, reis'te unterdeß nach Paris, mit» erfuhr dort durch seinen Vater, daß ihm der Preis (von 5 o Dukaten) zuerkannt worden vergl. Jen. L. Z. iLoj. vor dem Januar), wo sich auch ein geetzter umriß des Bildes befindet, w. verweilte ein halbes Jahr zu Paris, und setzte sich theils noch mehr in der Kunst fest, theils besichtigte er die daselbst — aufgehäuften Kunstschätze. Von da gieng er (i 8 c> 5 .) über Mailand nach Rom, und bildete sich dort durch sorgfältiges Studium und Verbindung der Antike mit der Nutur vollends zum Geschichksmaler aus. Hier sah man von ihm in 1807. nach Jlias X. die Griechischen Hel, den vor Troja, wie sie, außerhalb des Lagers, die auf Kundschaft ausgesandten DiomedeS und Ulysses erwarten **), ein Oelgemälde in y lebensgroßen Figuren, ig< i" v", hoch, 7" 6^ br.)r Eine vortreffliche Beschreibung desselben findet sich. in einem Briefe aus Rom in der Vorrede der Jen. L. Z. 1808. S. VII., wo Composttion, Zeichnung, Ausdruck, Beleuchtung und Kolv'it dieses Bilds beynahe ein gleich unbescyränktcs Lob er, halten, und es davon, »eben Anderm heißt: „Es möchten wenige Bilder neuerer Meister nachzuweisen seyn, worin eine so zahlreiche Figurengruppe mit so vieler Leichtigkeit sich da. stellte, mit solcher Klarheit sich ineinander und auseinander schöbe, so wenig eine künstliche Anordnung, sondern vielmehr eine leichte Darstellung der Natur selbst zu seyn schiene***-". Wahrheit, Natürlichkeit und Einfachheit sey aber die besonders anziehende Eigenschaft aller Compositionen dieses Künstlers, von welchem sodann noch einige Zeichnungen erwähnt werden; wie z. B. Samen, von den Hören umtanzt; der Leichnam Moses, von den Engeln ins Paradies, und derjenige der H. Jungfrau, ebenfalls von den Engeln zu Grabe getragen, und von Aposteln begleitet's'), welche alle eben so trefflich in ihrer reinen und einfachen Ausführung, als original in der Idee genannt werden; und zumal von der letztem (wo die Seele, von Engeln emporgetragen, zugleich in den Wolken erscheint, und von Christus empfangen wird, der ihr einen Stuhl neben dem seinigen zur Herrschaft der Welt bereitet hat), bemerkt wird: „Um Werke von solcher Innigkeit des Gefühls anzutreffen, müßte man bis zu den Zeiten des Giov. Angel, de Fiesole und des Masaccio zurückgehen; diese Zeichnung aber verbinde mit eben so vieler Innigkeit und Einfalt auch noch diejenigen Vorzüge, welche (hört!) die neuere Zeit durch ein erleuchtetes Studium sich zugeeignet habe. Ebenfalls in Rom stellte er das von dem H. Kronprinzen von Bayern für die Gallerte zu München bestellte, hohe Und nicht mit einer andern Schwester von Dietrich, Rahe! Rsstna zu verwechseln (welche ebenfalls Künstlerin , und mit dem Maler E. W. Böhme vermählt war), deren im Ler. unter dem Art. ihres Bruders Erwähnung geschiehet. «») Oder, wie solches irgendwo rubririrt wird: „Agamemnon, der mit den Führern der Griechen Rath hält, als Ulyß und Diomed nach den Pferden des Rhesus — aus waren." E) Dies Bild war auch zu München ausgestellt worden, und befand sich (ig-o.) in der Gallerie zn S-bleis- heim. Bey Lipowski S. -ss- wird es beschrieben, wie folgt: „Eine Versammlung von Gräciens Heerführern berathschlagt nach der gegen den Hektor verlernen Schlacht über die Beendigung oder Fortsetzung des Krieges. Nestor spricht, die beyden Ajar und andere fühlen sich durch seine Worte beruhiget, Aga- mcmnon denkt nach, und Meriones (eine der beßten Figuren) verzweifelt, und verspricht sich keinen glücklichen Erfolg mehr." Ein von dem sei. G- Müller gefertigter Umriß desselben findet sich im Januarheft des Journal» des Luxus und der Moden von -309, nebst einer Beschreibung aus Guattani's -Vle- lliorie eno>cioj,e77>..) seine Stelle, in weicher er noch »799- >m Würzburger-Hof- kaiender erscheint. Er selbst war ein geschickter und fleißiger Arbeiter, st. 1809. und sein Andenken lebt in seinem vortrefflichen Sohne, dem oben angeführten Martin Wagner rühmlich fort. Von ihm kannte man schon um 1778. die Leidensgeschichte des Heilandes in ,4 Gruppen oder Sta, tionen, in Lebensgröße, auf dem Nicolausberge außerhalb Würzburg. — Diele Statuen und Grup, pen im fürstl. Lustgarten zu Veitshvchhrim unweit Würzburg; besonders das Dianenbad. — Die Statuen und Urnen auf der neuen Kolonnade, die den Residenzplatz zu Würzburg einschließt. — Alle Statuen, Gruppen von Kindern, Vasen und Urnen im Hofgarten daselbst. — Die Statuen und Vasen aus weißem, etwas ins Graue fallenden, inländischen Marmor, auf der Haupttreppe im fürstl. Pallast zu Würzburg. — Dann später die vier Figuren an den vier Röhrbrunnen auf der Domgasse zu Würzburg. — Die Figur, die Zeit und Wissenschaft vorstellend, auf dem Brunnen in der Hofgasse. — Ueber hundert Altäre und Kanzeln in Kirchen der Stadt Würzburg und auf dem Lande. Meusel l. III. Wagner. 4075 Wagner (Policarp Samuel), geb. zu Mit, tenberg in Sachsen, wo sein gleichnamiger Vater (ein bekannter Numismatiker) Bürgermeister und Kreissteuereinnehmer war. Der unsere wurde 1764. als chursächstscher Wasserbauinspektor bestallt (Dresdner polltischerAnzeigerJahrg. 176h. N°. VIII.) hatte seinen Sitz zu Torgau und st. hier 1798 oder »799. Er war in vielen Dingen ein geschickter Mann; so z. B. ein guter Zeichner, Architekt, Mechaniker, Drechsler rc. In des C. S. Georgi Wittenbergischer Jubelgeschichte, Wit- tenberg 1786. 4°, finden sich zwey Blatt nach seiner Zeichnung. Das eine in sehr breitem Frie, senformat, mit einer großen Menge Figuren angefüllt, stellt den wegen der Jubiläumsfeyer des Religionsfriedens » 755 - zu Wittenberg gehaltenen feyerlichen Aufzug dar, und ist von J.D. Schienen radirt; das andere, was von Fritzsch schlecht in Fol. geetzt wurde, zeigt dagegen den Gesang der Studenten auf dem dortigen Marktplatze. Beyde diese Kupfer finden sich auch in Georgi's banales Vitember^euZes. Vitemb. 177h. 4 °- Der Nachfolger m seiner Stelle war der abgedachte Christian Friedrich Wagner, sein Sohn. Er soll dem Vater, in dessen verschiedenen Kunstfertigkeiten fast gleich kommen. » — — (Salomon), s. im Lex. und unten Wegener. — — (Simon). Bildhauer zu Würzburg, geb. zu Unter-Eßfeld in Franken »742, zeigte schon in früher Jugend besondere Neigung zur Erlernung der Bildhauerkuust. Sein erster Lehrer war der in seinem Geburtsort ansäßige Bildhauer, Joh. Reuß. Von ihm kam er » 756 . nach Würzburg zu dem verstorbenen Hofbildhauer Wolfgang Auwera, unter dessen Anleitung er ein halbes Jahr arbeitete; und hierauf trat er eine Zeit lang bey dem vorer, wähnten Hofbildhauer perer Wagner in Arbeit. Unter seinen größer» Werken verdienen die vier Apostel an dem schönen Portal der Pfarrkirche zu St. Peter in Würzburg genannt zu werden. Ferner: Eine liegende Figur in dem zum botanischen Garten hinter dem Juliusspital gehörenden Bassin. — Eine Menge Figuren, Vasen und Urnen in Kirchen, sowohl in der Stadt, als auf dem Lande.— Verschiedene Monumente in Kirchen und auf Kirchhöfen. Mensel III. (1809.) erscheint er noch unter den Lebenden. — — So hieß auch ein Kupferdrucker zu Wien »79». — — (Thomas). Bildhauer zu Würzburg, Vater des oben angeführten Derer Alexander». Ob es derselbe Künstler dieses Namens sey, nach welchem I. G. Prestel alte in einem See liegende Gebäude, nebst einigen Schiffen, in Kupfer gebracht, ist uns unbekannt. — — (Valentin). Bürger und Mäurermelfter zu Dresden, erbaute » 567 . das Rathhaus zu Lorgsu, wie eine geschriebene Chronik dieser Stadt besagt. — — — ein Maler, vermuthlich zu Dresden, in der Mitte des XVII. Jahrhunderts, vielleicht ein Nachkömmling des Vorbenannten. Es hat nach ihm gestochen: I. C. Höckner, den Churfürst von Sachsen Johann Georg I-, den geh. Rath Christian Neichbrod von Schrenkendorf, den Hofprediger Jac. Weiter rc.; Phil. Kilian, die kandgräfin von Hessen, geb. Prinzessin von Sachsen, Elisabeth Dorothea. Dann zeichnete er ein von einem Unbekannten in gr. quer Fol. (vielleicht zu dem l'bestrukii Luropiium gehörig) gestochenes, mit einer großen Menge Figuren ansfiaffir- tes Blatt, was betitelt ist: Eigentliche velinss- tio des Dorsss Hornhausen sampr denen darin entsprungenen Heylbronnen im Jahr »6-6 *) UnS bisher -«»» unbekannt. M »; 1 ! >. i 1 1 ! E '! !>'i .1 4076 Wagner. Wagner (Zacharias), von Dresden. Auf dem dortigen Kupfersiichsallon findet sich ein Manuskript in quer Fol. von ihm, betitelt: Thiers buch, was er in Brasilien unter dem Gouverneur Grafen Johann Moritz von Nassau zusammengetragen hatte. Wagner hat in demselben amerikanische Thiere aller Art, Pflanzen, Früchte, Völkerschlachten, Trachten, Sitten und Ansichten, mittelst schöner und fleißiger Wasserfarben-Gemälde (und kurzen dazu gehörigen Beschreibungen) dargestellt. Die Zuschrift besagt, daß er i6Z/j. nach Brasilien gieng, dort eine (nicht ge, nannte) Anstellung erhielt, und zu seinem Vergnügen dieses Werk abfaßte: »Damit ich meinen Landsleuten (im Fall ich durch des Allerhöchsten Gnade wieder zu den Meinen angelangte) auch etwas Neues und Verwunderliches auszuweisen hatte." Weiter heißt es, hochtönend genug: »So jemand an diesem geringen Werke sein hochsteigendes Gemüth erheben und seinen Kunstgeist drüber ausstürzen wollte, daß dies oder jenes zu groß oder zu klein, zu lang oder zu breit oder sonst nicht gut gemalt wäre; der möge wissen, daß ihm der Weg nach Brasilien offen stehe; dort möge er sich eines Bessern erlernen und Wagners Malerwerk durch seine hochverständige Klugheit verbessern." Wagner scheint um 1642. dieses Manuskript verfertigt zu haben, und später auch glücklich wieder in Dresden angelangt zu seyn. Mrc. * — — ( ). Baumeister. S. oben Zoh. Georg Wagner der altere, mit dem er wohl sicher Eine Person ist. — — ( ), geb. zu Nürnberg um das Jahr 1720. Er kam sehr frühe nach Hamburg, und war «in sehr geschickter Künstler im Zeichnen mit Bley - und Silberstift auf Pergament, in welcher Manier er mit bewundernswürdigem Fleiße historische Stücke, sonderlich aber Portraits, die ihm sehr gut bezahlt wurden, ausführte. Der damals lebende bekannte Kupferstecher Christ. Friedrich Fritzsch brachte verschiedene Bildnisse nach ihm in Kupfer. Er starb in Hamburg, des großen Erwerbes ungeachtet, in Armuth. Hamb. Rünsilernachr. S. 114—15. S. oben C. A.Wagner, mit welchem der Unsrige wohl sicher Eine Person ist. — — ( ), ein Künstler aus Königsberg, malte in der Mitte des XVIll. Jahrhund. Landschaften mit Nymphen u. a. Figuren, sehr angenehm und fleißig in F. Fergs Manier. Er st. zu Hamburg. Hamb. Rünsilernachr. S. 79- — — ( ), ein Maler der um 1700. zu Breslau lebte, und gemeiniglich der Maler in den VlI. Churfürsten (also war der Name des Hauses, das er bewohnte) genannt. Er fertigte sehr schöne kleine Prospekte voller Figuren. Der dortige Weinhändler Jänisch besaß um 1790. ein sehenswertheS Stammbuch, mit vielen Bildern auf Pergament von seiner Hand. Beschreib, der Stadt Breslau. Brieg 1794. S. 441. — — ( ). Münzwardein zu Breslau 1792. Ob etwa später nach Berlin versetzt, und Eine Person mit obigem Christian Andreas Wagner? Il-rc. — — ( ). Bauzeichnungslehrer am Gym- nasio zu Baden 1799. Graars- und Adreßb. des Schwäbischen Rreises auf 1799. Ulm I. 027. — — ( ). Schüler des Hofbaumeisters Hvlzers zu Dresden, zeigte auf der dortigen Ausstellung 1802. ein Stadtthor in antikem Geschmack, perspektivisch gezeichnet; und I 8 o 3 . die Facade der Kirche St. Luca nach Palladio, nebst einer Parallele in gothischem Geschmack. — — ( )> Von einem andern deutschen Künstler dieses Namens sah' man, ebenfalls auf dem Dresdner-Salon i 8 o 3 . in Pastell das ibea- Wahl. lisirte Bildniß eines Mädchens, das einen Vogel liebkost. Kenner rühmten die Färbung. Wagner oderwagener ( ), aus Meinungen. Von einem solchen sah' man auf dem Dresdner-Salon 1807. eine büßende Magdalena, nach Franceschini's Oelbild in der Gallerte, in halber Größe »treu und in angenehmem Farben- ton in Pastell copirt." Mensel's Arch. II- ( 3 .) i 4 - Ob dieser Künstler vielleicht ein Sohn des obstehenden Fr. Ebrh. wagener's, oder gar noch mit demselben Eine Person seyn dürfte? Letzteres scheint uns noch um so viel wahrscheinlicher zu seyn, da eben auch eine Magdalena in Pastell, von dem letztern gemalt, noch, nach dessen Tod (1814.) auf dem Dresdner-Salon ausgestellt wurde. Dann aber wissen wir nicht, warum er hier Wagner aus Meinungen heißen soll. — — ( ). Sohn des Bildhauers Simon Wagner in Würzburg; widmete sich ebenfalls der Skulptur, und wurde in solcher geschickter als sein Vater. Er hat zu Cassel gelernt, ^c. — — ( ). Schüler der Akademie zu Leipzig. Man sah auf der Dresdner-Ausstellung 1810. zwey Zeichnungen von ihm: Einen Brunnen in gothischem Geschmack, und ein Badehaus. * wahe (N-), welcher im Lex. unter dem Art. von G. Foehrmann erscheint, s. den gleich ss. Georg Wilhelm Wahl. "-Wahl (G. W.)' hieß Georg Wilhelm, Königl. Dänischer Hofmedailleur und Stempelschneider von »733—61. und vermuthlich derjenige, den Röhler (Münzbelust. IX. 112.) unter dem Namen wahe aufführt, den der König von Dänemark an Hedlinger nach Schweden gesandt, um dessen Kunst zu lernen. Ob er etwa Sohn oder Bruder des nachfolgenden R Oh. Wahl gewesen, ist uns unbekannt. S. Rodler 1 . e. XXI. 407. Xumopk^l. Rr-r-cküarst II. No. 255 . lad's berühmte Medailleurs S. 3 i. Madai halercab. N°. 2702. Er exprimirte sich mit oder mit 6. MrL/. Nach dem Barlemanns sch e n Münzkaralog von 1701—49. findet sich schon eine Schaumünze von ihm, mit 17^2. batikt, auf den Dänischen Kronprinzen, nachherigen König Friedrich V., die mit w. Wahl bezeichnet wäre, sonder Zweifel aber auch von dem Unsern (den weinrvich, welcher nichts Neues über ihn beybringt, G. Wahl nennt) gefertigt wurde. In dem Dänischen Hofkalender von 1756. wird, bey dem Kopenhagner Münzwesen, ein: »Georg Wilhelm Wahl adjungirter und eventualiter suc- cedirender Münzmeister, Stempelschneider und Hofmedailleur" aufgeführt; worunter wohl der obige zu verstehen ist. — — (H.) Ein Gantkatalog legt einem solchen (undeutlich ob als Zeichner oder Kupferstecher) vier Blätter in rund 8° zu, welche die vier Elemente darstellen. — — (Joh. Georg), der Sohn eines Bereu- ters, geb. zu Kopenhagen 177g, studirte auf der Akademie seiner Vaterstadt die Malerey unter Nick. Abilgaard, und erhielt 1798. eine Preismedaille lm Zeichnen, 1S01. eine solche in der Malerey, und endlich i 8 o 3 . die große goldne Preismedaille. Man sandte ihn hierauf mit einer Pension nach Rom, wo er nach einem vierjährigen Aufenthalte in Italien, 1810. starb. Wahl besaß nicht allein vieles Kunsttalent, sondern hatte auch einen geraden vortrefflichen Charakter. weinrvrchRunst- Historie i Danmark S. 196. und Mn. — — (Joh. Heinrich), wurde um i/ 5 n. alS Stempelschneider bey dem Münzwesen zu Nürnberg angenommen. Hamburg ische« Münz - und Medaillen-Vergnügen. Hamburg 175 z. gr. 4°. S. 299. Er fertigte eine Medaille auf ba- ! :! Wahl. zweyte zu Hamburg gefeyerte Religlonsfriedens - Jubelfest 1755. Wahl (Johann Otto), vielleicht ein Sohn des Rudolph Philipp, verfertigte 1755. eine Medaille auf den Regierungsantritt des Fürsten von Anhalt, Cöthen, Carl Georg Lebrecht. In 1785. erscheint er in dem Ehurhannöverischen Staars, kalender, als Münzeisenschneider bey dem Com, munion, Bergamte des Oberharzes zu Zellerfeld. S. auch unten den Art. Rudolph Philipp W. *— — (Johann Salomon, auch nur Salo, mon), war auch Hofmaler des Königs von Däne, mark und lebte noch ,766. Er starb zu Kopenha, gen, wie Weinrvich's Runst, Historie i Danmark sagt, ohne daß jedoch dieser Schriftstel, ler, der seine Sache etwas zn leicht behandelt hat, das Todesjahr desselben beybringt, welches 1763. ist. In der dortigen königl. Sammlung fin, det man von ihm, außer den Bildnissen der königl. Familie, das des Norweger'sDrakenberg's —des ältesten Menschen unsrer Zeiten (starb 1772. sei. 146.) und das von Otto Kühl — Hofnarr» Chri, sttanIV., wieHauher's Beschreib, von Lo, penhagen, der solche schöne Blätter nennt, be, sagt. Nach ihm gestochen kennt man z. B. von I. I. Haid das Bildniß des Tonkünstlers I. Matheson, und von I. M. Preißler diejenigen des Königes Christian VI. von Dänemark, und der Königin Julian« Maria. War er etwa Vater des Vorstehenden Dänischen Medailleurs Georg wil, Helms W? — — (Martin), Bürger zu Regensburg und Münzmeister des Bischofs von Regensburg. In rb 7 b. beklagte sich sein Herr be» dem deutschen Reiche, daß er ihm eine Summe Geldes veruntreuet habe. Hirsch deutsches Münzarchiv. II. 208. * — — (Rudolph Philipp, gewöhnlich Ru, dolph). Derselbe, vielleicht Vater des oben an, geführten Johann Otto, war Sachsen, Eisena, chischer Medailleur, und sodann Münzeisenschnei, der zu Cellerfeld. Er exprimirte sich mit /?. ^Ca/r/, K. />. auch L I'. /i^. Seinen Namen findet man auf Königl. Engl. Schaumünzen von 1729, auf Prinz!. Oranischen von 1734, und auf Herzogt. Braunschw. von 1/35. S. /lad's ber. Medaill. S- 3 o. Rumopü^l. Lnrctü. ?. II. HI". 1762 2008. voUstand.Braunsch.Lüneb. Münz, und Medaill. Lab. N°. 6Z7 n-jo 1184 und Vorrede S. XI.VI. Endlich Madai Thalercab. N°. 5647 , wo aber die Buchstaben entweder irrig für ihn, statt für p. p. Werner angedeutet werden, oder sein Zeichen K. />. gelesen werden muß. Ob oder in wie fern er mit obigem G. w. Wahl in Verwand, schafts-Verhalknissen stuhnd, ist uns unbekannt. Nach demChurhannöver'schenGraarskal. von 1763. war derselbe damals Münzeisenschneider bey dem Churhannöver'schen Bergamtc des Ober- harzes zu Zellerfeld, und wahrscheinlich Dorgän, ger von Johann Otto in dieser Stelle. In Daß- dorf's numismatischem Leitfaden derSach- fischen Geschichte, S. 299. wird eine mit 1715. datirte Medaille von einem Wahl ohne Taufna, men (ob schon von dem Unsrigen?) auf den Her, zog Johann Wilhem von Sachsen angeführt. — (W.), s. oben Georg Wilhelm w. Wahlenberg (E.), ein noch lebender Schwede (wie es heißt) und Schriftsteller, der eigenhändige Zeichnungen zu seinen Werken fer, tigte. In der deutschen Uebersetzung eines sol, Waillant. 4077 chen, von Hausmann, finden sich Kupfer die E. L. Riepenhausen nach ihm gestochen (kopirt) hat. Wahlenberg (Georg von), gebürtig aus Wärmland, Amanuensis am Museum zu Upsal, 180Z. etwa 22 Jahr alt, und bey aller seiner Jugend schon ein ausgezeichneter Botaniker. Dane, ben (lesen wir in Weber und Mohr's na, turhistorischer Reise durch Schweden, Göt, tingen 1804. 8°. S. 167. ff.) hatte er in der Zeichenkunst so bedeutende Fortschritte gemacht, daß es denen Werken (botanisch, auch geogra, phisch-ökonomischen Inhalts) und dazu gehört, gen Landkarten, mit deren Herausgabe er zur Feit beschäftigt ist, zum großen Vortheil gereichen wird *). Wahlstab (Johanna). Von ihr sah man auf der Ausstellung zu Berlin 178g. einige gute Mi, niatüren. Wahnes oder Waehne» (Caroiine), s. gleich unten Joh. Heinrich W. — — (Joh. Christoph), ein Maler von Suhl, der 1700. die ganze Stadtkirche zn Königsberg, im Hildburghausischen, ausmalte. I. W. Rrauß Beyträge zur Hildburghauser , Rirchen,, Schul, und Landeshistorie IV. 89. — — (Johann Heinrich), ein Maler, der in Eisenach zu Ende des XVII. und Anfangs des folgenden Jahrhunderts vorkömmt. Nach ihm hat gestochen: I. A. Boener, den Superintendenten I. L. Gombracht (in 1691.) kl. Fol.; Krügner, den Historiographen Christian Junker; I. G. Mentzel, ein schlechtes Titelkupfer zum Eisenacher Gesangbuch von 1712. 8°. Letzteres zeigt die Brustbil, der des damaligen dortigen Herzogs und der Her, zogin, nebst zugefügtem Prospekt der Stadt. Viel, leicht ist derjenige Maler ... Wahnes der um 1760. etwa set. 70 zu Eisenach starb, ein Sohn von ihm. Der letztre hatte eine Tochrer Earoline, dort ungefähr gegen 174». geb., die sich von ihrem Vater im Malen unterweisen ließ, darauf gute Bildnisse fertigte , und es in der Kunst wei, ter als ihr Lehrer brachte. Vielleicht 24 Jahr alt, verließ sie Eisenach, und reiste nach Leipzig einer Heirath wegen, die sie mit einem Offizier ringe, hen wollte. Seit dieser Zeit hat man in ihrer Geburtsstadt nichts mehr von ihr erfahren. — — (Justns), vielleicht der Vater des obigen Joh. Heinrich, ein von Eisenach gebürtiger Kunstmaler zu Jena, wo er 1714. starb. Gpan- genberg's Handbuch der in Jena Dahin, geschiedenen. Jena 1819. 8 °. S. 179. — — ( ), Maler zu Eisenach; s. den ob- stehenden Art. Joh. Heinrich Wahnes. wahrendorf (Franz Georg, Baron von), s. unten Warendorf. wahrest ( ). So heißt bey Imhof VI. 4 ic>. ein Dildnißmaler, der in 1736. zu London gearbeitet hat. Wahrlos (Johann Friederich), ein zu seiner Zeit berühmter Zeichenmeister zu Dresden, st. dort 65 Jahr alt 1761- Sachs Rur-Hlab. 1761. S. 1L8. * wahr muth (Christian). Kurz vor seinem Tode fieng der Medailleur L. Wermurh an, sei, neu Namen also zu schreiben. * waillant ( ). So heißt bey Bester, reich der Jacob vaillanr des Lex. und der ge, genwärtigen Zusätze. Der in letztem erwähnte ») In -8-2 und I8-Z. hielt sich dieser, als Mensch und als Gelehrter vortreffliche Mann in Zürich auf, und gab dort sein Werk: ve Vegetation- er climsre >l> Nelvelis -eplelltrioosli ete-, so wie seither (i8>5-) ru Göltingen seine rior» cai-x-uoi-uw ,it!ocip!>im« ans Licht, worin ebenfalls die Blätter nach seinen Zeichnungen gefertigt sind. M >5 * 4078 Watlltant. Triumph des Kurfürsten Friedrich Wilhelms zu Pferde, die Kurfürstin neben ihm im Wagen, ist eine Allegorie auf die Eroberung der Insel Rügen. „In demselben" (sagt O.) „sind sehr schöne Sachen, und die Natur ist gut ausgedruckt." Dann rügt er, daß es irgendwo heiße, der Name des Künstlers dieser Bilder zu Potsdam sey unbekannt. Auch zu Sanssoucy befindet sich von ihm eine keusche Susann« in lebensgroßen Figuren, wovon G. urtheilt:.»Das Colorit sey zu zertheilt, nnd ohne Wirkung." * Waillianr ( ), der gleich Vorgenannte. Das Weitere von ihm s. oben und in gegenwärtigen Zusätzen s. v. vaillanr. Waillp ( de), «pohl einer derer, welche im Lex. und oben bereits s. v. de vailly erscheinen. Der Unsrige, ein berühmter Baumeister zu Parks, der durch viele vortreffliche Werke so gepriesen wurde, daß er — bey seinen Mitfranzosen den Beynamen des palladio seines Jahrhunderts erlangte. Zu seinen vornehmsten Bauten zählt man: Das Hotel von Voyer in der Straße des bons Enfans, unweit dem Palais Royal; dann verschiedene Hotels in der Straße Richelieu bey den Boulevards; das neue französische Comödienhaus bey dem Luxenburgischen Pallaste, welches'er in Gesellschaft mit dem ältern peyre baute; er arbeitete auch an der Ausbesserung der Kirche St. Sulpice. Dieser Künstler sollte am 8. Octob. 1767. auf Empfehlung des Marquis de Marigny als ein Mitglied der Baumeister-Akademie angenommen werden; aber auf Vorstellung des ersten Königl. Baumeisters Gabriel, daß solches ihren Gesetzen zuwider sey, ward er abgewiesen; und da die Akademie sich dem Königl. Befehl, ihn anzunehmen, widersetzte, ward diese Gesellschaft aufgehoben, durch Bermittlung aber, gleich am 21. desselben Monats wieder eingesetzt, und de wackl? zum Mitglieds in der ersten Klasse angenommen. cie Lom'8 XV. 63 1. -- — (de), auch, nach der saubern Französischen Namens-Verkürzung, Dewailly geschrieben, ein neuerer Französischer Künstler, vielleicht ein Sohn des Obigen, dessen ebenfalls bereits in gegenwärtigen Zusätzen 8. v. vaillp Erwähnung geschieht. Unter dem Namen de wailly erscheint er zuerst im ^Imsnack lle8 8esux-^rt8 i8oZ. in der Rubrik der damals zu Paris lebenden Landschafts-, Marinen- und Architekturmaler, und erhielt e. s. die Stelle eines Malers für das Museum der Naturgeschichte zu Paris. Wohl ist er demnach derselbe, von dem es in einem Schreiben über den Pariser-Salon 1806. (Meu- se l's Archiv II. (4.) 32 .) wunderlich genug heißt: „wailly's Thiere sind sehr schon, und werden eine köstliche Sammlung für naturhistorische Werke ausmachen." Eben so derjenige, welcher auf dem Salon 1808. wahrscheinlich Aehnliches ausgestellt hatte, und endlich 1810. (neben de Marueil und Merimen) den Namen eines Zeichnungslehrers im Lycee Napoleon trägt, auch im /tlmsnscli «lu dommerce se Pari8 1811. als Devailly noch unter den Lebenden aufgeführt wird. * War'rotter. So schreibt sich auch zuweilen F. E. weirotter auf seinen radirten Blät, kern. Wais (A. van), s. oben waes. * — — s. weiß im Lex. und unten. «waitsch, s. Weitsch. Waitzv. Eschen ( ). Nach seinen Zeichnungen wurde um 1760. das Gradirwerk zu Schönebeck im Magdeburgischen, mit einem Kostenaufwand von 354 ,ooo Rthlr., durch Meschker und Stegemann erbaut. Später schwang sich waitz bis zu dem Posten eines königl. preußischen Staatsministers herauf. Schloenbach's kurze Be- Walch. schreibung des Schönebeckischen Gradir- rverks. Magdeburg 1800. 8°. S. 4 - Waitz (W-), ein Kupferstecher zu Weimar. Derselbe ePe zu Bertuchs Bilderbuch für Kinder 4 °, Weimar 1792. u. ff. Mehreres mit 1792 und 1790. datirt; zu W. G. Herder's I)i88erc. «ie nu- tivo prolsp8u v«8icss urinariro invergse puellss observato. 1796, gr. 4°, ein Kupfer nach Herder's Zeichnung rc. Waitzmann (Wenzel), Kunstmaler, Dekorateur und Oekonom zu Brünn in Mähren 1792. Verzeichnis der Bruder der Johann,s-Loge der wahren vereinigten Freunde im Grient von Brünn 5792. wackefield (Thomas), ein Englischer Maler des XVIII. Jahrhunderts, und Vicepräsident der in 1788. zu Liverpool, nach dem Beyspiel der königlichen, gestifteten Malerakademie. Fioriü» V. 871. — — ( ), ein englischer Baumeister aus der ersten Hälfte des XVIIl. Jahrhunderts, der die Zeichnungen von dem Schloße Helmsley gefertigt hat, auf deren Werth Fiorillo V. 558 . ein Geringes zu halten scheint. » wakkerdak ( ). Derselbe sollp. A. geheißen, und folgendes in Kupfer gebracht haben: Eine Landschaft mit Ruinen und einen Tisch auf dem man Wildprer sieht, 2 Bl. in Bister; ein Mädchen in einer Nische, einen Wassertopf in der Linken haltend, in Bister; einen Knaben mit einer Nachtmütze auf dem Kopf, sowohl in Bister, als auch in Schwarz; Kenon Simons Has- selaer, in Bister; todtes Federvieh, nach W. Ferguson, 4°, geschabt; das anonyme Bildniß eines Mannes, nach Stolker (unter dessen Artikel es in unsern Supplementen heißt, derselbe habe nach dem Unsrigen gearbeitet). * w«Ich (Georg). Dieser mittelmäßige Kupferstecher, vielleicht ein Sohn des nachfolgenden Philipp, lebte und arbeitete zu Nürnberg , 63 s. und auch noch , 654 - Wir kennen von ihm, außer mehrern kandcharten, eine Menge Bildnisse. So z. B. diejenigen von Gustav Adolph (16 2 ) in der Rechten das Schwert (pro libertste), dann im Hintergründe die Stadt Augsburg; des Herzogs Heinrich von Meklenburg, des Friedfertigen; Johannes IV. von Anhalt; I. M. Dil- herr's, vor einem Crucifixe knieend; Nicl. Man- derschcid's Orgelmachers; des Rechtsgelehrten L. Wurfbains; Simons Grynäus, u. s. f. Alle diese ohne andere Namen als den seinigen. Dann zwey Blätter im Verlage von P. Fürst; das eine zeigt einen Maler mit seiner Familie in zerlumptem Anzüge und schlechter Stube, mit der auf den dreißigjährigen Krieg sich,beziehenden Umschrift: Wo Kriegesunfall hat die ueberhand genommen, Da geht die Kunst nach Brodt, wie hoch sie nur gekommen. Das andere zeigt ei» nacktes, vor einer Staffeley Farben reibendes Mädchen, mit der kerndeutschen Unterschrift: Von Jugend auf ein Maler sey, Für keinem Glied des Leids dich fchew; Sey arbeitsam, acht Mißgunst klein, Willst du ein rechter Maler seyn. — — (Hans oder Johann Philipp), ein Kupferstecher, und vielleicht Bruder des Vorstehnden, dessen Bildniß in Panzer's Nürnbergischen Bildnissen I. 256 . mit der Unterschrift: Aoüamr /ix-x Mr/c/r, Lslco^raptiu8 ^orimber^en8i8. 8" rubrizirt wird. Man kennt zwey Abdrücke davon; den einen mit L. K. (Lucas Kilian) Invenl.. den andern mit dem noch hinzugefügten ?. IV. bezeichnet. Philipp scheint sich am meisten mit dem Kupferstichhandei beschäftigt zu haben; Wolfg. und Walch. Lucas Kilian, Peter Jselburg rc. arbeiteten für seinen Verlag. Von ihm selbst (auf einem sehr breiten Regalbogen gestochen) kennen wir nur ein Blatt, betitelt: Nova Orbls terrarum Oelines- tio, 8umptll8 fsciente ^o. Xepplero, sculpsit kssorlmber^N //. Mr/cü 16Z0. Diese sonderbare Zeichnung eines Planiglobs, stellt den deutschen Reichsadler dar; auf der Brust die eine halbe, und auf den beyden Flügelseitcn die Hälften der andern halben Erdfläche zeigend. Gedachtes Kupfer findet man in vollständigen Exemplaren der von Tycho de Brahe angefangenen und vonKeppler beendeten T'abuIeeKuäolpKInps. film. 1627. gr. Fol. Ein in 1617. nicht schlecht gestochenes Bildniß Dokt. Luthers ist einzig mit seinem exc. bezeichnet. Anderwerts citirt man von unserm Hans Philipp, der 164«. nicht mehr am Leben gewesen zu seyn scheint, noch folgendes: Die Stadt Wesel, mit dem Lager des Grafen Moritz 1620, Fol.; den Tod des Buquoy vor Neuhäu- sel >621; und das Wappen der Familie Scheurl zu Nürnberg. Dann, ungewiß ob von ihm oder von Georg w., den schwedischen Triumph wegen der itröl. bey Leipzig gewonnenen Schlacht, auf zwey Regalbogen mit Beschreibung. S. auch unten Philipp w. * walch (Jacob), geb. zu Nürnberg 1470, und gest. daselbst. Heinecke (läse p. 488.) nennt ihn einen Lehrer von M. Wohlgemuth. Derselbe hatte die Ehre, das Bildniß Kaiser Max. I. mehrmals zu fertigen. Ein solches, auf Holz gemalt, Halbfigur, findet stch auf der Gallerie zu München, und ein etwas kleineres in derjenigen zu Wien, beyde in der Kaiserkrone, den Szepter in der Rechten, und das Schwert in der Linken. In dem Wiener-Bilde wenigstens ist er jung dargestellt. »Seine seitwärts genommene Stellung sowohl als sein Blick ist durch ein geöffnetes Fenster auf eine Tyrolische Felsengegend gerichtet, in welcher man Gemsen in den steilen Anhöhen, eine Reigerbeitze in der Luft, und im Thal eine Stadt an einem Fluß erblickt." Auch zahlt man ihn (wie z. B. Doppelmayr) vielleicht irrig unter die Formschneider. Malpö giebt zwar zu: Alles sey ungewiß über diesen Künstler, giebt aber doch sein Monogramm lab. V. N°. Z9.*) Dann bemerkt er, die ihm zugeeigneten Blätter seyen äußerst selten , und nennt hierauf ausdrücklich i 5 derselben. So z. B. einen Christ zwischen den beyden Mördern ?6" hoch, 4 " n " br.); eine Madonna, Halbfigur, mit dem Kinde das einen Apfel hält; zwey Engel die eine Stola halten, auf welcher der Name Jesus stehe (8" 4^" hoch, 5 ^ 6"' br.); das Innere eines Gezeltes mit Soldaten, wovon Einer zu schlafen scheint; ein Meerschiff, einen gothischen Kirchchurm, mehrere Kirchenspaccaten, gothische Glocken, einen Labernackcl, einen gothischen Mcßpokal. — -- (Johann), geb. zu Kempten 1757. Nachdem er stch in seiner Jugend lange in Augsburg aufgehalten, und im Miniaturmalen den Grund gelegt harte, studirte er weiter die Kunst bey Cassia, Akademiedirektor zu Genf. Alsdann besuchte er drey Jahre lang die Akademie zu Wien, durchreis'te Deutschland, die Schweiz und Italien, brachte zwey Jahre in Rom zu, und ließ fich endlich 1786. in Augsburg nieder Als in 1799, wahrend der Friedensunterhandlungen zu Rastatt, das Oestreichische Hauptquartier zu Friedberg lag, halte er viel Gewinnst, indem er den Erzherzog Carl und viele Generale zu portraitiren bekam. Während eines nachherigen Aufenthaltes zu Wien geschah dies in Ansehung des Erzherzoges zum zweyte» Male; und, wie wir glauben Wal da. 4079 daS erste dteser Bildnisse, wurde von ihm selbst zu Augsburg in Kupfer gestochen. Seine Bildnisse in Wasserfarbe behandelte er gleich der Oel- malerey, und wich dabey gänzlich von der gewohnten Punktirinanier ab. Das Bildniß deS Geheimden Raths Paul von Stecken soll eines seiner beßten seyn. Mensel III. Liporvsky. walch st. 1813 oder 14. Er trieb auch einen starken Landkartenhandel, der bis nach Amerika gieng, und den nun sein Sohn, gleichen Namens, zu Augsburg fortführt, und dabey fich, als Dilet- tante, ebenfalls mit der ausübenden Kunst beschäftigt. In Haid's Beschreibung von Ulm, S. 54 - beißt es: Daß er (wie wir unsre Quelle verstehen) das schöne (nicht näher beschriebne) Kraftische Monument 1778. gefertigt habe, was man an der vierten Säule im hohen Gewölbe des Münsters zu Ulm siebt. Auch Reichard, der ihn einen vortrefflichen Miniaturmaler nennt, sagt von ihm i8n, daß er einen Landkartenverlag hält, der, nebst dem von Lotter, allen andern dergleichen in Augsburg vorgehe. Er ist auch Zeichner von selbigen, und wir kennen nach ihm von F. L. Hutter gestochen und von I. M. Will zu Augsburg i 8 c> 5 . verlegt, eine Generalkarte von Europa in 6 Bl. Anderwärts zeigt man noch eine Karte von Schwedisch - Pommern von einem ... Walch (wohl dem unsern) an, Preis 4 Gr. walch (Johann), des Vorliehnden Sohn. S, gleich oben den Art. des Vaters. — -- (Johann Philipp), s. oben Hans Philipp W- -? — (Martin), des Markgrafen von Brandenburg Münzmcister zu Gchwabach, der diesfalls 1667. vom Reiche verpflichtet wurde. Hirsch deutsches Münzarchiv. II. 3 ». — — (Philipp). So nennt man irgendwo einen Maler und Zeichner zu Nürnberg um 1612. G. auch oben den Art. Hans Philipp w. mit welchem er wohl Einer und derselbe ist. *— — (Sebastian). Basanskö.sec.) giebt (wir glauben irrig) 1766. als das Datum an, wo er die Bildnisse der Bürgermeister zu Zürich von iöZ6—1740. (nicht iMj — gI.) nach der Zeichnung von I. C. Füßli, in Schwarzkunst aus Licht gab. Die Zeichnungen derjenigen der frühern Jahrhunderte sind, gleich ihren Urbildern, auf der Zürcher Stadtbibliothek, meist aus der Luft gegriffen. Noch werden irgendwo von ihm diejenigen des Malers I. E. Riedinger's und I. A. Kesel's angeführt. Walckenhorst (Johann Hartwig Gottfried); eine Handschrift nennt uns denselben als Edelge- steinschneider zu Dresden um >755. Walcker, s. im Lex. und unten Walker. walcot (Johann), s. unten wolcott. Wald (Gallus). So heißt bey Fiorillo (Deutschland 1 . 269.) ohne Weiteres, ein Nürn- berger-Glasmaler gegen das Ende des XVk. Jahrhunderts , der aber, nebst so vielen andern, den frühern dortigen Kunsigenossen in dieser Gattung weit nachstand. Bisher war er unS vollends bloß durch sein Bildniß 4° ohne Schrift bekannt, welches in Panzers rOürnberg. Portraits l. 2L6. angezeigt wird. -- — (Johann Friedrich), ein Zimmermeister zu Hamburg 1806. Walda (Michael), Zimmenneister, s. oben valda. «) Auch Heinecke giebt dasselbe (in. .43.) aber mit dem ausdrücklichen Beyfügen, daß Er solches aus keinen Holzschnitten, sondern bloß auf gestochenen Blättern gefunden habe, welchem indessen auch Malpo nickt widerspricht, und überhaupt den Unsrigen bloß als o»ve»r au buttn aufführt. Bevde dann nennen 1011 als Meister (nicht, wie das Ler. von 2 °h. Kulmbach, sondern) von Mied- Wohlgenmlh. Hogo Waldau. Waldrach. waldau (Andreas Franz Xaver), Schüler der Kunstschule zu Dresden; vermuthlich ein Bruder des folgenden F. L. A. (w) Er wies auf der Ausstellung t8r8. eine Kuh, Zeichnung nach Reinhart. Hkc. — — (Friedrich Ludwig Anton), geb. zu Dresden i8oZ, der Sohn eines Königlichen Zollbereiters, Schüler von Lindner seit 1812, und spater bey Umformung der Akademie seiner Vaterstadt (noch 1818.) Schüler der dortigen Kunstschule. Auf der Ausstellung des letztem Jahres sah' man von ihm eine Kreidezeichnung (weiblichen Kopf) uach Graßi. ^rc. -— — ( ) und Müller, waren 1809. Aufseher der bekannten Kunsieisen-Gießerey des Grafen Einstedel, auf dem Lauchhammer bey Mü- ckenberg in Cbursachsen. Beydes sehr geschickte Männer, die schöne Statuen, Abdrücke von Gemmen rc. gössen; jedoch verfertigten die Formen dazu gewöhnlich Künstler in Dresden. In gedachtem Jahre gössen sie neben Anderm ein treffliches Basrelief mit übereinder stehenden Figuren für die Kirche zu Wolckenburg. Waldau war aus Bockwitz und Müller aus Grünewalde gebürtig; beyde Oerter liegen in der Nähe von Mücken- berg. waldberger (Wolfgang), Baumeister und Steinmetze von Nördlingen, deffen Lebenszeit zwischen i 58 o und 1622. fallt. Von seiner Geschick- lichkeit im Bauwesen findet man mehrere Beyspiele an den in diesem Zeitraum erbauten Thürmen, Basteyen u. a. ansehnlichen Gebäuden gedachter Stadt, so wie von seinen Sculpturen Manches in den dortigen Kirchen. In dem ehemaligen Barfüßer-Kloster daselbst stehen vollends er und sein Gehülfe, Lazarus Gtrauhinger, von ihm sehr künstlich in Stein gehauen. M e u se l Museum. X. ZZ 5 . *waldemann (Joseph). So heißt bey Li- porvsky ein Maler von Innsbruck um 1686. Derselbe war Lehrer des Johann Ferdinand Schor. S. im Lex. den Art. dieses letztem, dessen Geburtsjahr eben auch schon in 1686. fällt. leg, quer kl. Fol. gestochen; welches Blatt Haas dem Erbprinzen von Dänemark zugeeignet hat. Wäldern (Georg). So hieß ein Maler, dessen zu Innsbruck 1499. gefertigte Bilder ein uns bisher ebenfalls unbekannter Künstler, Christoph Dax, in 1604. erneuert hat. Fiorillo (Deutschland I. 108.) Waldmair (A.) Nach einem Bildnißmaler dieses Namens hat E. Hainzelmann das Bildniß eines Abts von Wellenhausen, Dionystus Rehlin- ger, gestochen. M§c. Waldmann (Andreas), ein Goldschmied zu Königsberg im Hildburghausischen, dessen dort 1606. gelegentlich gedacht wird. Mrc. — — (Caspar). Nach einem solchen soll B. Kilian den römischen König Joseph I. und G. A. Wolfgang den selig gesprochenen Servilen Pe- regrinus, gestochen haben. Hkc. — — (Johann Philipp), ein Kupferstecher zu Frankfurt am Main 162g. S. Da«. Meisner's ^üesaur. küilopol. h. II. k. 4. Zueign. Schrift. Hüsgen N. A. S- i 4 g. — — (Michael), ein Maler, dessen selbst gemaltes Bildniß, in der Sammlung von Malerbildnissen sich findet, die der Graf Firmian um 1780. auf dem Schloße Leopoldskron bey Salzburg aufbewahrte. Nach ihm soll L. Heckenaucr ein Folioblatt für eine Brüderschaft gestochen haben, welches die Reinigung Mariä darstellt, und G- A. Wolfgang theils Theses, theils ein Blatt zu Ehren des Arztes Casp. Cammerlander. — — ( ), oder, wie unsre Quelle schreibt, waUdmann; Stadtwerkmeister zu Frankfurt am Main. Johann Wilhelm rechnet ihn in der Vorrede zu seiner ^rckitectura civilis, die zuerst Fol. » 668 . zu Nürnberg erschien, unter diejenigen Baumeister, welche Bücher über ihre Kunst ans Licht treten lassen wollen, aber durch Tod und andere Hindernisse davon abgehalten worden. Lonk. Hüsgen N- A. » 49 , v- des obigen Joh. Waldmann. — — f. unten auch Wald mann. waldneich, s. unten waldreich. waldenmair (A.), zeichnete ein allegorisches Titelkupser zu des Phil. Picinelli IVlunäus s^mbolicu8, welches Buch zu Cölln 1681. (eine spätere Aufl. daselbst 1694.) Fol , erschien. Der Name des Unsern ist aber dergestalt »erstochen, daß man ihn fälschlich Arvaldemnair lesen muß. Dieses sowohl als die mittelmäßigen Kupfer zum Werke (vermuthlich auch von waldenmair gezeichnet) hat Löffler zun. gestochen. Auch El. Hainzelmann soll nach ihm das Bildniß des Barons Dyonis von Rehling in Kupfer gebracht haben. * Wälder (Johann), ein berühmter Münz- und Stempelschneider zu Lüttich, genoß die Gunst des Kardinals Mazarin. Er war ein Freund von le Brün, und Frankreich hat ihm vielleicht diesen Maler zu danken; er führte ihn beym Kardinal auf, der dessen aufkeimende Talente ermunterte, und ihn dem König vorstellte. Meusel Misc. XV. - 4 b- Ob derselbe etwa Eine Person mit dem Kupferstecher Johann valdor des Lex. und der gegenwärtigen Zusätze sey, ist uns unbekannt. — — ( ). In dem zweyten Bande der Uebersetzung von Mentelle's vergleichender Erdbeschreibung, der 1785. zu Winterthur 8 ° erschien, trifft man Landkarten an, die ohne weiteres mit Wälder bezeichnet sind. Wir denken, der Unsrige war der Stecher derselben. walderire( ). Nach seiner Zeichnung, und für den Verlag des Demouchy, hat G. Haas zu Pariö ein Blatt: Recrestlon «los Lacchau- waldner (Hermann von), war 1778. Bau- direktor zu Saarbrück im Nassauischcn. Europäisches Staats- und Addreßbuch. Geißlin- gen 1778. 8°. * WaId 0 r (Johann). So schreibt sich auch zuweilen valdor im Lex. und in unsern Supplementen. wald 0 rp (Johann Gerhard). Direktem ho- noraice der Zeichenakademie zu Hartem um 1790, geb. zu Amsterdam 1740. Er lernte die Malerey bey Anton Eiliger und darnach bey I. M. Quinck- hard bis 1760. Bis 1770. hatte er dann eine geringe Anstellung, die ihn nöthigte, sich mehr mit der Theorie als der Praktik der Kunst zu beschäftigen; daher er dieselbe auch endlich aufgab. Er malte historische Bildnisse und Architektur, vorzüglich aber Basreliefs die den Stucc nachahmen. Nach ihm und Jurian Andriessen, nebst Jsaac Schmidt, alles modernen Theatermalern, sind einige Dekorationen des neuen Theaters zu Amsterdam gestochen worden. Waldorv (Johann Jacob), ein Bildhauer bey dem Admiralitäts-Kammergericht zu Stockholm 1729. A. I. von Henel das -729. fiori- rende Schrveden. Lübeck, 4 °- S. 107. — — (Rüdiger von), vielleicht ein Ahnherr des abstehenden, ward itiZo. zum Direktor des Festungsbaues zu Spandau und Küstrin bestellt. Mcolai. waldrach ( ), aus Bayern; arbeitete m X Waldreich. dunkelm, gar nicht angenehmem Colorit, mit flüchtigem Pinsel, vortreffliche, meistens geistliche Historienbilder. Seine Zeichnung ist sehr richtig, und viel Feuer in Ausdruck seiner Gegenstände. Er st. 1778. L. v. w. waldreich, eigentlich Waldereich (Joh. Georg). Einen guten und ausführlichen Art. über ihn giebt (wo man's nicht suchen sollte) Gan- dellini, bey welchem er übrigens Waldneich heißt. Er war zu Augsburg geboren. Von ihm gestochen befinden sich in Sandrart's deutscher Akademie »orderst mehrere Künstlerbildniffe. Dann ebendaselbst die Statuen des geschundenen Mar- syas, des Gladiators im Pallaste Giustiniani u. s f. Endlich antike Vasen, namentlich auch die berühmte im Hofe des Pallastes Medici zu Rom, welche die in Ohnmacht sinkende Iphigenia am Altare der Diana, wo sie geopfert werden sollte, darstellt. Noch werden anderswo von ihm genannt: Eine Statue des Merkur nach du Ques- noy; dann eine Anbetung der Hirten, nach M. Scheitz, und eine Schlagung des Felsen, nach Weidner (1670.), wo der Unsrige somit noch lebte. Ferner zwey ziemlich gute Bildnisse in gr. Fol., aus dem Verlage Johann Hofmann's: Die sächsische Prinzessin Erdmuthe Sophia, nach Oelpke, und den Churfürst von Sachsen, Johann Georg II. (16V4). Er hat auch Kopien von A. Tloemart's Zeichenbuch geliefert u. a. m. 6a»r- äeür'M. , Walde (Ferdinand), ein (wie wir hoffen künstlicher) Glaser, geb. zu Wien 162). und gest. zu Nürnberg 1675, ist uns bloß durch sein Bildniß bekannt; vielleicht ein Nachkömmling des oben angeführten Glasmalers Wald. — — s. auch oben Wald. waldereich, s. gleich oben waldreich. Waldvogel (Elias), s. den Art. Christoph Abbe in den gegenwärtigen Zusätzen. * Wale (Samuel). Er soll auch selbst in Kupfer nach Th. Bowles gearbeitet haben. Zu einigen englischen Büchern, die im Auslande übersetzt wurden, haben I. Punt, C. F. Fritzsch, A. L. Wirsing rc. die Kupfer englischer Künstler nach ihm, kopirt. *— — (). Ein geschickter engl. Landschaftsmaler, hielt sich seit 179g. in den westlichen Provinzen von Ostindien auf, und kopirte die dortigen merkwürdigsten Sculpturen und Ruinen. »Sein Hauptwerk" (heißt es bey Fiorillo V. 727—28.) „sind die Abbildungen der Tempel zu Elephant«, und die Fac-similes der alten Inschriften daselbst, weiche nach Benares geschickt wurden, in der Hoffnung, sie vielleicht mit Hülfe der Brammen entziffern zu können. Es wäre zu wünschen, daß Wale's Gemälde so wie die Daniel- lischen herausgegeben würden. Uns sind nur zwey Blätter nach ihm bekannt, nämlich eine perspektivische Ansicht des Innern des Haupttempels zu Elephant«, uud ein Banianbaum, unter dessen Schatten eine Gesellschaft von Hindus und Engländern ausruht. S. auch gleich unten den Art. Zacob Wales, mit dem er wohl sicher Eine Person ist. - waleau ( ). Nach einem Maler dieses Namens hat Lh. Chambers (blühte um 1720.) das Bildniß des General Monkcalme gestochen. Wales (Jakob), ein englischer Künstler (wohl sicher mit dem oben angeführten Wale ohne Tauf- namen Eine Person), nach dessen Zeichnungen die Walker. 4031 34 Blatter des in 1804. erschienenen Werkes von Iones: Uinlloo's Lxcsvatrons ill tko moun- tsin ok Lllora etc., unter der Leitung von Th. Daniel, in Kupfer gestochen worden. wales ( ), zu Hampsiead, zeigte auf der Londner-Ausstellung der privilegirten Gesellschaft der Künste 1791, das Bildniß einer Dame. IV-c. Walescare (Johann), ein fruchtbarer Maler von Lüttich, Schüler des Guido Reni, arbeitete mit vieler Leichtigkeit und Zierlichkeit; seine Bilder sind sehr gesucht. Meusel Misc.XV. 146. walgenstein (Thomas), fertigte eine sehr künstliche Laterna magica, mittelst welcher er vor dem Könige von Dänemark Friedrich III. (regierte von 1648 bis 1670.) allerhand Bilder darstellte, wie weinrvlch S. 107. sagt, hierbey aber wohl irrig vermuthet, er sey eine Person mit dem (oben unter A. Larlsteen erwähnten) Herrn von .fal- kenstein. walgestern, ein Künstler des XIV. Jahrhunderts, der in den Verzeichnissen der böhmischen Malerbrüderschaft erscheint. (Rieggers) Materialien zur Statistik von Böhmen. Heft VI. » 35 . * Walker (Anton). Englischer Zeichner und Stecher mit der Nadel und dem Grabstichel, geb. um 1730. und blühend zu London 1760, wo er sich nebst seinem Bruder Wilhelm niedergelassen hatte. Basan (Lö. sec.) nennt ihn, wohl irrig, einen Enkel von Wilhelm. Die Anfangsgründe der Stecherkunst lernte er bey dem Schwarz- kunststecher I. Tinnay. Er arbeitete lange Zeit für die Buchhändler, und man kennt von ihm eine Menge Titelblätter und Vignetten nach eigener Erfindung, deren einige ihr Verdienst haben. So z. B. 5 Bl. welche Scenen aus Shakespeare's Romeo und Julie darstellen (1724.) Dann aber hat er auch mehrere große Platten für die Sammlung von Boydell gestochen. Rost IX. 228—39. Dort werden von ihm genannt: Ansichten der Stadt Worcester und des Parks von Lord Har- rington, nach I. B. Chatelain; Curius Denta- tus weisst die Geschenke der Samniter zurück (Cab. Devonshire), nach P. von Cortoua; zwey Holländische Malzeiten (Cab. Bute) nach van der Herp, dies gemeinschaftlich mit Taylor gefertigt; der Dorfrichter und seine Clienten (Cab. Bragg) nach H. Holbein; der Rechrsgelehrte und der Arzt (Dieselben, welche englisch sssrv und kü^sic genannt werden). Zwey anonyme Bildnisse (Cab. Beckford) nach A. van Ostade; der Engel verläßt den Tobias und seine Familie (Cab. Hone) nach Rembrandt *). Andere noch nennt ein Verzeichs niß meines sel. Vaters. So z. B. eine Scene aus Lasso's befreytem Jerusalem: » lurciZH mosgue linktest sster thc mabomstan manner vbers »Isciine tks emperor in seate« on s throne sarrounkleil Hz- bis Oivan, nach I. Cvi- lins; vier Ansichten von Lissabon, nach Lempriere und Paton; einen Gegenstand aus Telemaque, nach Monnet. *— — (Jacob). Englischer Zeichner und Stecher in Schwarzkunst und in Pnnklirmanier, geb. um 1748. und blühend um »777. Derselbe gieug als Kaiserlicher Hofkupferstecher nach St. Petersburg , wo er sich sechszchn Jahre aufhielt. Sein? wichtigste Arbeit ist eine bey Boydell -804. erschienene Sammlung von 104 sauber colorirten Kn- pfertafeln, welche malerische Darstellungen der Silken, Gebräuche, Volksbelustigungen ». s. f. der.Russen enthalten **). Die Zeichnungen hat er an Ort und Stelle entworfen, und sich dann *) Von Füßll IV. 2Z0 — ZL. zu den vorzüglichsten Blättern gezählt, und (das Urbild) vortrefflich beschrieben. 2K) pilu,er^„<: represenlslioa ok lbe msuiiei-» eie. ok riie kussisn». ^ vol. kol., dem Rustüche» Kaiser geeignet, dessen Bildniß, nach Kügelchen, vo» Scriver gestochen, vorangrsetzt ist. 4o8r Walker. mit dem Kupferstecher Atkinson verbunden, der den Stich und die Färbung besorgte. Fiorillo V. 727. Dann aber kennt man von ihm als Stecher mehrere, besonders Damenbildniffe, nach W. Lawranson, W. Miller, P. Rembrandt*), G. Nomney, Schebanoff (der Kaiserin Catharina II.), F. Webster und F. Weatly, wie wir glauben meistens geschabt**). Mistriß Gibson, und Clara, letzteres nach W- Pether (wovon ein Aufsatz bey Mensel (Misc. I. »0.) von dem Fantasien Berey« wohl ein übergroßes Wesen macht, so wie l. c. lV. 46 . noch von einem andern Blatte des Unsrigen, Sylvia rubricirt), alle drey roth punktirt. Dann von Geschichtlichem und Andern»: kell Lidinx UsAd, und die junge Perserin, welche die Sonne anbetet, beyde nach M. Cosway; den Glauben, nach I. Gardner; den Tod des Kindes der Wittwe von Sarepta, und Atteste, beyde nach P. Hoare; den Brand der spanischen schwimmenden Batterien, nach T. Luny; bieDorf- doctorin und den Magicus oder Bauer, nach T. I. Northcote; aus Shakespeare's Cymbelline, Akt lll., Sc. 4 , nach E. Penny; Herkules als Kind zerreißt die Schlangen, nach I. Reynolds (dies ein Hauptblatt von w); den Tod der Gemahlin des Brutus, Porti», nach G. Schalken; Petrus verläugnet Jesus, nach M. Valentin, aus der Gallerte zu St. Petersburg (alle diese Blatter in Gchwarzkunst, in 1782, 83 und 84 gefertigt, mit Ausnahme des letzter», dessen Datum (1789.) anzuzeigen scheint, daß Walker erst in oder nach 1784. nach Petersburg gegangen und bis zu Anfang des XIX. Jahrhunderts dort verblieben sey). Rost IX. 32 t — 22. Irgendwo finden wir noch von ihm angezeigt: tke z-oung Nald and old 8ailor, nach H. Walton, dies gemeinschaftlich mit Bartolozzi; dann die Bildnisse der Kaiserin Catharina II. in Reiseklei- dern (wohl das schon genannte); des Fürsten Po- trmkin, Generals LanSkoi, Admirals Greigh u. s. f. Anderes nach Abbolt und I. Rigaud. Georg» nennt ihn 1790. Hofkupferstecher zu St. Petersburg. S. den gleich ff. Art. und unten einen walther, als Englischen Kupferstecher in Rußland, mit welchem der Unftige sicher Einer und derselbe ist. * Walker (I.) Sollte wohl von einem Andern als dem obstehenden Jakob Walker «in, wenigstens dem Titel nach, sehr merkwürdiges Werk seyn, welches bey Mensel A. Misc. II. 254. rubrizirt wird, wie folgt: sko nevv Loy- per-klate Llsxsrine; or montlilzr Ladinet ok t'ieturesque Lngruvings. Intended to com- rilss all tke enost interestlng, sublime and eautlkul vievs in Lnßland, 8cotland, Ireland and ^ales, from original ?aintings and Oruwin^s» b)' tke sirst Illasters ; witb l^etter- press Oescription», bzr A. MrÄe»-,- wirk 90 lüopper - plates. ^r. 4°. London 1794 and 179b. dl". 1 — 45 . — — (I. G.) Von einem solchen kennt man für den Verlag von I. Ginger zu London (igvä.) ein Bilbniß des Schweizer - General - Kapitains AloysRedings, nach Oiogg, in Oktavformat für John Bull gefertigt. *— — (Robert). »Derselbe" (sagtFiorills V. 406—7. »ist unstreitig der berühmteste Maler, der während des Protektorats blühte. Er verfertigte viele Bildnisse von Ol. Cromwell, unter an- Walker. dern eins auf Befehl der Königin Christina, das den Prorektor mit einer goldnen Kette um den Hals darstellt, an welcher eine Medaille mit drey Kronen, dem schwedischen Wappen, und eine Perle hängen, und das die Königin ihm als ein Gegengeschenk für sein von Cooper gemaltes und von Milton besungenes Bildniß Übermächte. Es befand sich vor Zeiten in dem Besitz des Lord Mountford zu Horseth in Cambridgeshire, und verdient mit einem andern, das der Graf von Essex zu Cashiobury aufbewahrte, verglichen zu werden. Das im Lex. bemerkte Bild, auf dem man Cromwell und kambert erblickt, hieng in dem Cadinet des Lord Bradford. Uebrigens malte Walker auch einige minder berühmte Personen, z B. eine ganze Figur des Großstegelbewahrers, Keble, die man ehemals im Cabinet des Mr. Onslow bewunderte, und einige alte Philosophen, deren Gestchtszüge er von unbekannten armen Männern entlehnte. Sein eignes Bildniß sah man in Leicesterhoufe und in der Gemaldegallerie zu Oxford." Eines seiner Bildnisse von Cromwell hak er selbst, doch ohne seinen Namen, inSchwarz- kunst geschabt ***). Sein selbst gemaltes Bildniß sollen Lombard, dann auch Chambers gestochen haben. Geschabt haben nach ihm das des Cromwell, Faber und Lombard (kelksm exc. 1723.), und Ebendasselbe gestochen, B. Picart; W. Fail- horne, das des Thomas Fairfax; und I. Nut- ting das der Herzogin von Beaufort. *Walter (Wilhelm). Kupferstecher, welcher im Lex. nur ganz kurz, unter dem Art. von Anror» erscheint, geb. in England um 1720. (Basar» Ld. sec. k. »726. zu Salisbury), und blühend 1760. zu London, wo er sich mit feinem Bruder Anton niedergelassen hatte. Dieser Künstler hat für Boy- dell Blätter nach verschiedenen Meistern gestochen. Rost IX. 2Z0— 3 ». führt ein Zehend dergleichen an: Nach Amoroso, das kleine Fischmädcher» und den Jungen mit dem Vogelnest« (Cab. Devonshi- re); nach P. Bereitini, Christus erscheint der Maria im Garten (Cab. Orford zu Houghton); den Ritter B. Gerbier und seine Familie, schön, nach van Dyk (Cab. der Erbprinzeffin von Wales); die Flammandische Unterhaltung, nach van Herp (Pendant zum Flammändischen Essen, von I. Taylor); die Gewalt der Schönheit über einen Satyr, nach P. Lauri (Cab. Montaigu); Diana und Callisto (Jupiter verführt, unter Gestalt jener Göttin, diese Nymphe), nach F. le Moine (Cab. Webb); die kleinen Vogelfänger, nach Net- fcher (Cab. Delme); die Löwin mit ihren Jungen spielend, schön, nach Rubens (Cab. Orford); Jakob tränkt Rahel's Heerde, und Jsaak segnet den Jakob, nach Trevisani (Cab. Devonshire). Andre fügen noch hinzu: 8t. IVlartin dividing bis cloak, nach Rubens, und einen Engel nach Lh. Woorlidge; dann das Bildniß des General Fleetwood, nach I. Houbracken. Ohne Zweifel ist der Unfrige derjenige William Walker, von dem es bey/iorillo V. 800. heißt, daß er 179Z. gestorben, und seine Biographie in Gentlemans Magazine D. I.XIII. k. I. p. 279. zu finden sey. — — — -in neuerer Englischer Künstler leichen Geschlechts und Namens, und einer der erühmtesten von denen, welche Ansichten griechischer Gegenden dargestellt haben. Auf dem Salon von I 8 o 5 . sah man von ihm, neben andern, diejenige der Stadt oder vielmehr Dorfes Castri, an *) Ein betagtes sitzendes Frauenzimmer in Klostergewand, dir ein Mädchen lesen lehrt, nach diesem, von dem Unsrigen, zählt Füßli IV. 1Z9. unter die vorzüglichen Blätter. *») Namentlich auch mehrere von der Kaiser!. Russischen Familie (wie z. B. die Großfürsten Alerander und Cvnstavtin) nach der Zeichnung der Großfürstin Maria Friederika. Fiorillo K. S. n. S. 100. *'-2) Beyläufig! Ein anderes meisterhaftes Bildniß von Cromwell, im Kabinet Mortimer, hat Bartolozzi (igo-.) vortrefflich gestochen. In den Lvndner - Kupferladeu sah' man solches überall neben denen von Buvnapart- hängen, zu welchem Zwecke es auch ausdrücklich gefertigt worden z» seyn scheint. Walker. der Stelle, wo einst Delphi stuhnd, so wie er solche (180Z.) nach der Natur gezeichnet hatte. Es war zu bedauern, daß der Künstler sich auf den Ort einschränkte, und die noch jetzt erhaltenen Umgebungen, den majestätischen Parnaß, das fruchtbare Thal u. s. f. nicht hinzunahm. Noch waren auf gleicher Ausstellung von ihm vorhanden: Die Ansicht von Corfu, die Acropolis von Athen, und die Ruinen von Argos, Alles sehr gut bearbeitet. Fiorillo V. 7Z6. Walker (W.) So heißt irgendwo ein Maler zu London (wohl schwerlich einer der Vorgenannten Wilhelme), welcher auf dem Salon der Königl. Akademie 1791. ein Bildniß, in Gestalt eines jungen Cherubs, ausgestellt hatte. * Walkert (Warnart van), nach Gandel- lini, und *— — (Wilhelm van), nach Basan(L welcher ihn zu den vorzüglichen Künstlern dieser Gattung zählt. Zuvcrläßig befand sich derselbe 1808. noch z» Paris 8alon 1808.) Im -zimiinack llu Lummeroe 1811. hingegen erscheint er nicht mehr. Daß derselbe mit dem vorstehenden D- Wallaert Eine Person sey, scheint uns wenigstens zweifelhaft zu seyn. Wallbaum ( ). So heißt bey Meusel III. ein 1809. noch lebender Medailleur und Kupferstecher zu Braunschweig. Don ihm kannte man z. B. eine Schaumünze auf den sei. Abt Jerusalem; dann ein Blatt, welches Ludwig XVI. seine Gemahlin und ihren Sohn darstellt. Walldmann, s. oben Waldmann. Wallee, ein Graveur, f. oben valle. Waller (Jgnatius). So wird irgendwo Jgn. Wallrer (unten erscheint er als walther) irrig geschrieben. Wallers ( ). Ein Bildnißmaler dieses Geschlechts wird von rJorhnagel N°. 679. angeführt. Wall ich (Aaron W.), ein von Kopenhagen Wallis. 4ogz gebürtiger Theatermaler, studirte auf der dortige» Akademie, und «hielt 1801. die kleinere und 1802. die größere silberne Preismedaille im Zeichnen. Er gieng darauf ins Ausland, besuchte Rom, und kehrte r8io. in seine Heimath zurück, war aber 1811. gesonnen von Neuem eine Wanderschaft anzutreten. Weinrvich LunstrHistorie i Danmark S. XXI. und 205. rc. Obwohl er in diesem Werke bald Arnold oder Aron Wallich, und dann wieder Aron W. Wallich heißt, so halten wir, aus verschiedenen Gründen, doch die letztere Benennung für die richtigere. * wall int (Franz), und sein Sohn Heinrich, der erste zumal Monsu Studio genannt. So verhunzt heißen bey Lanzi (kll. ters ) li. 268. offenbar Franz van der Rappen und Heinrich van Linrh des Lex. S. dort ihre Art. Sie waren demnach bloß Landlcute, nicht Vater und Sohn, der erste ein Geschichts-, der zweyte ein Landschaftsmaler, welche aber wahrscheinlich den erwähnten Beynamen von dem ängstlichen Fleiß« trugen, womit ihre Werke ausgeführt waren. Von seinem Franz Wallinr nun sagt Lanzi: « Einraste kleine Landschaften und Marinen mit sehr genau ausgeführten Figuren; allein, ihm mangelte jenes Gefühl, das ein Geschenk der Natur ist, und jene Mürbigkeit, die in den Welschen Schulen so wohl gefällt"; und von seinem so genannten Sohn (hier ohne Taufnamen): „Er habe die gleiche Manier, doch mit etwas geringerm Ruhm als der Barer, erreicht." So hätten wir abermals einen Augiasstall von Irrthümern geräumt! wallis (Charlotte Auguste, Prinzessin von), geb. 1796. in Carstonhvuse, in 1816. dem Prinz Leopold von Coburg vermahlt, und 1817. verstor, ben. Diese in England allgemein geschätzte Prinzessin, verstand nicht allein mehrere Sprachen und wußte mehrere Instrumente zu spielen, sondern sie soll auch geschmackvolle Landschaften nach der Natur gezeichnet haben- — — (N.), ein von ihm verfaßtes Werk: Hie möllern )oiner 4°, wurde 179t). von deutschen Buchhandlungen für Z Thlr. feilgeboten. Anderwärts heißt der unsre ein Baumeister z» London, der, in englischer Sprache, einen Schatz der Zlmmermannskunst mit 16 Kupf. herausgegeben habe. — — ( ). Diesen Namen findet man (doch, wegen der kleinen Schrift, sehr undeutlich) auf einer Siebenbürgischcn Huldigungs - Schaumünze der Königin Maria Theresia von 1741. Samml. ber. Medailleurs S. 85 . — — ( ), ein vorzüglicher Schottischer Landschaftsmaler, befand sich bereits 1802. in Rom (damals der einzige Brittische Künstler daselbst), wo er sich seither vollends niedergelassen hat. »In seinen Compositionen" (heißt es von ihm inFernow's Sirren s u. Rulturgemalde von Rom S. 264 »zeigt er sich so sehr als Nachahmer des Gasparo Poussin, daß er das Große meistens auf Kosten der Schönheit suchte, und, da es ihm an Studium des Details gebricht, jene Großheit gewöhnlich charakterlos und leer ward. Sein Colorit ist weder wahr noch reitzend, und der Dortrag seines Pinsels roh, da er in dem Irrthum steht, daß der hohe Styl, den er sucht, die charakteristische Wahrheit im Detail nicht ver- tragen möge. Mehrere seiner Themate hat er auS dem Ossian gewählt; da er selbst aber keine Figuren zeichnen kann, so läßt er sich die Staffagen gewöhnlich von andern Künstlern verfertigen." Günstiger lautet über ihn das Urtheil bey Fiorillo V. 8 Z 5 . »Einige ossianische Landschaften von ihm in der Sammlung des Lord Bristol sollen vortreff- ) Und von dort entlehnt in Wismayr's Ephemeriden d. ttal. Litteratur, Jahrg. iv., Heft>-, und im Meusek'schen Archiv ll. (>.) >57- N i§ 4o84 Wallmann. lich seyn: der nordisch« Nebelhimmel und ein wildes Jagerland scheint darin treffend für den Dichter bezeichnet. In Gemälden südlicher Natur hat wallis Pinsel lachende Heiterkeit und sorgfältige Ausführung, jedoch möchte es ihm zuweilen an Wärme fehlen. Eine weitläufige Composition, mit Aussicht auf den Tiber und weite Fernen, worauf die Abholung des Cincinnatus vom Pfluge vorgestellt ist, scheint bey vielen andern Schönheiten nicht ganz die Farbe dieses Gegenstandes zu tragen, sondern zu geschmückt und zu glänzend zu seyn; man denkt sich bey solchem bäuerischen Fleiß eine beschränktere und rauhere Umgebung/* Lonk. A- w- Schlegei's arrist. L^iachr. aus Rom, im Jnlell. Bl. der Jen. L. Z. i 8 o 5 . N°. iso. S- I0Ü2. -- waIlmann «xlas). Markscheider bey dem Königl. Berg-Kollegium in Schweden, s oben Anton Gwab (wo er aus Druckfehlerwalman heißt). Wallraff ( ), Professor und Canonikus zu' Cölln, und, neben den Herren Boiserees, einer der vorzüglichsten Freunde, Kenner und Sammler der Werke alter deutscher Kunst. Ihre gemeinschaftliche vortreffliche Arbeit über den Dom zu Cölln ist bekannt. DesUnsrigenPrivatsammlung von Gemälden der ältern Deutschen Schule ist von vorzüglicher Bedeutung, da derselbe z. B. darauf ausgieng, eine vollständige Folge der Cöll- nischen Schule aufzustellen von den ältesten Zeiten an bis auf diejenige, wo dieselbe sich nach Rubens und van Dyk zu bilden anfieng. Fiorillo (Deutschland I. 4 » 5 ). Auch bey Götbe. Ueber Kunst und Alterthum in den Rhein - und Maingegenden I. 9 — io. heißt es: »Forschen wir nach dergleichen Schätzen gegenwärtig in Cölln, so werden wir zuerst auf die Sammlung des Herrn Professors und Canonicus wallraff gewiesen, der, seiner Vaterstadt leidenschaftlich angeeignet, sein ganzes Leben, Habe und Gut verwendete, ja die ersten Bedürfnisse sich öfters entzog, um alles ihm erreichbare Merkwürdige seinem Geburtsort zu erhalten. Vorzüglich aufmerksam auf Römische Alterthümer, Bildwerke, Münzen, geschnittene Steine und Inschriften, hat er zugleich neuere Kunstwerke allerArt, Gemälde, Handzeichnungen und Kupferstiche, Bücher, Handschriften, selbst sehr bedeutende Mineralien, an sich gebracht. Dieser, wegen Mannigfaltigkeit und Verwicklung, schwer zu übersehende Verrath konnte weder zu eigenem Genuß, noch zum Unterricht anderer jemals geordnet werden, weil selbst die dem Sammler späterhin gestattete freye Wohnung nicht Raum hat, so viel zu fassen, geschweige gesondert aufzustellen. Wünschenswerth wär' es daher, wenn man baldmöglichst dem gemeinen Wesen diesen Schatz zueignete, damit die Jahre, welche dem würdigen Besitzer gegönnt sind, benutzt werden könnten, diese kostbaren Gegenstände mit Genauigkeit zu übernehmen, zu ordnen, genießbar und nutzbar zu machen." Wallcarve, s. gleich unten Walraven. Wallstei'n (Hans Georg), «in Steinmehge- selle der 1714. in Sachsen arbeitete. Hk-c. *Walleer, s. Malcherim Lex. und unten. walmesley oder Walmsley ( ), ein achtungswürdiger Englischer Landschaftsmaler neuerer Zeit, lieferte 1801. schöne Ansichten von Oakhampton-Scbloß in Devonshire, Jvy-Bridge in derselben Grafschaft, von der Burg Berry Po» mervy, und eine Landschaft unweit Oakhampton. Im Jahr 1802. verfertigte er vier Gemälde, welche reizende Gegenden in der Insel Whigt vorstellen und von Cartwright gestochen wurden. Fic>- rillo V. 83 c>. Nach einer andern unserer Nachrichten hätte derselbe schon für die Ausstellung der Königl. Akademie 1791. mehrere Prospekte, sowohl in Oel als in Zeichnungen geliefert. Walter. walp 0 le (Horaz). Das Bildniß dieses Kunstliebhabers, dessen Biographie, so wie sein geistreicher Briefwechsel mit der Marquise von Def- fand, in neuern Tagen Französisch erschien, hat Pariset, nach P. Falconet, gestochen. *Walraven oder walrvasen (Jsaack). So ganz ungleich wird dieses Malers und Kunstliebhabers Name geschrieben, wovon die Anfangsbuchstaben theils auf Vignetten und Silhouetten, theils auf einigen Blättern nach Callot und della Bella gefunden werden. Bey Basan (L6. sec.) wird seine Geburt, ganz anders als im Lex. in 1720. und sein Tod zu Amsterdam in i? 65 . gesetzt, in welchem Jahr auch sein vortreffliches Kupferstich-Kabinet daselbst verkauft wurde. Irgendwo werden noch von ihm 17 Bl., Entwürfe für Goldschmieds-Arbeit genannt. Sein Bildniß soll I. Houbracken, nach Quinkhard, gestochen haben. — — oder Wallrawe ), ein Kriegs- baumeister der Anfangs in holländischen Diensten stand, dann aber in die des Königs von Preußen übertrat, und darauf 1716. Memel, dann Wesel, Magdeburg (um 1726.) und Stettin befestigte, endlich auch den Bau der schlesischen Festungen leitete. Er brachte es bis zum General, und stand wegen seiner Geschicklichkcit bey Friedrich hem Großen in hohem Ansetzn. Unterdessen ließ sich der Unsere so viel Betrügereyen zu Schulden kommen, daß König Friedrich sich genöthigt fand, ihn 1748. nach Magdeburg in die Sternschanze (deren Erbauer er gewesen war) zu lebenslänglichem Festungsarreste abführe» zu lassen. Tzschucke Geschichte d. Mark Brandend. Berl. 1804. 8°. S. 325 . u. a. O. Er befand sich noch 1756. in seiner Verhaftung. * Wale (Gottfried). Fiorillo (Deutschland III. bo.), jitirt über ihn Sopran» S. 4 l> 3 , das Le/. hingegen S22. walser( ), ein Kaufmann und (auS Spekulation) Kunstliebhaber, gebürtig von Heri- sau, C- Appenzell in der Schweiz. Sein langer Aufenthalt in Rußland gab ihm nämlich Veranlassung zu dem Unternehmen einer kostbaren Sammlung von Russischen Prospekten, welche alle nach der Natur in Oel gemalt, sodann in der Schweiz, in groß Folio-Format, von geschickten Künstlern (Eichler, Höferli u. a.) gestochen, und theils schwarz, theils (von Lory, Vater und Sohn u a.) vortrefflich kolorirt ans Licht gestellt wurden. Das erste Heft, welches die merkwürdigsten Plätze von St. Petersburg und Moskau in 12—r 4 Bl. enthielt, welche namentlich auch durch die Staf- firnng derselben mit Figuren von höchstem Interesse waren, erschien im I. 1804. Indessen entsprach der Erfolg dieses Unternehmens den Hoffnungen des H. waisers, der sich davon Millionen geträumt hatte, keineswegs, und wahrscheinlich der Gram darüber beschleunigte seinen in i 8 v 5 . erfolgten Tod. Die Erben versuchten (aber mit eben so wenig Erfolg) die Fortsetzung des Werkes; denn am End wurden Platten und noch vorhandene Abdrücke nach allen Winden zerstreut. Einige davon befinden sich noch gegenwärtig. um sehr billige Preise verkäuflich, im Besitze des H. Kunstmalers Wetzel zu Zürich. Mein sei Auch. I. (4.) 18. 62. ll. (1.) 71. Ebendess. Lex. IH. in den Zusätzen, Walsb (E ), gab: ^ I^arrative o 5 tke ex- pectition to Oollunll - - 1799. illustr. bz? Z. DI. O. — Houston 1800. gc. 40. Hierzu hat Walsb eine Anzahl Kriegsvorfälle und Prospekte (von Heath), dann auch eine Karte (von Neale gestochen) selbst gezeicrnet. * Walter, f. im Lex. und gleich unten Wal- eber. Waltersdorf. »Waltersdorf (Johann). Einer unserer Freunde hält ihn für einen irrigen Namen des unten ff. wolrersdorf Nach ihm gestochen hat B. Kilian das Bildniß des Rechtsgelehrten Joh. Zieglers. , walther oder Walter (Carl Eiegmund), wurde am End des siebenjährigen Krieges Zeir chenmeister bey der Ingenieurs-Akademie zu Dresden, und trug um 1798. den Charakter^ eines Ingenieur-Hauptmanns. Er war ein Schüler des Bibiena, hatte bey diesem das Theatermalen gelernt, und zeichnete auch Figuren vortrefflich. Er st. zu Dresden 1804. — — — (Carl Siegmund, gewöhnlich bloß Carl), der Sohn eines Sailers, geb. zu Dresden 178Z, studirre in seiner Geburtsstadl Geschichte und Bildniß, unter dem Professor Schubert seit 1802. Auf der dortigen Ausstellung 1808. sah man von ihm; Amor, der seinen Köcher mitPfei- len füllt, in Miniatur; Danae im Goldregen, nach van Dyk, und den ersten Schiffer, nach Geß- ner, eigne Erfindung, beydes in Del. In 1809. verließ er seinen Lehrer und Dresden, und gieng nach Esthland in das Haus des bekannten Schriftstellers Kotzebue. Daselbst (in der Gegend von Reval) übernahm er bey den Kindern des Gedachten, und an dem Erziehungs-Institute eines benachbarten Landpredigers, die Stelle eines Zeichenmeisters, wozu man ihn unter guten Bedingungen auf drey Jahre angenommen hatte, wal- ther malt Geschichte sowohl im Großen (in Del und auf Kalk) als auch kleine Conversationen in der Manier der Niederländer; seine Bildnisse sind schön und wahr. Ueberhaupt genommen, ist er ein Künstler von Talent und Gefühl, von guter und richtiger Zeichnung, und von einem lebhaften, der Natur gemäßen Kolorit. Als Mensch betrachtet verdient er nicht minder alle Achtung. Noch fand sich folgendes, Früheres, von ihm auf den Dresdner-Ausstellungen: 180Z. ein Akt nach der Natur, ein Bildniß nach van Dyk, und ein Christus nach Guido, alles in Kreide; 1804. Achill nach einer Gypsbüste inOel; 180h. Cajuö Marius der zu dem Soldaten, der ihn todten soll, die Worte lpricht: „Du wagst es, den Marius zu ermorden"! dies nach eigner Erfindung; dann aber auch Venus und Amor, nach Guido gezeichnet. 1806. Psyche am Lethe-Fluß, nach dem Gedichte MatthisonS gezeichnet, und das Bildniß Chodowiecki's, nach Grass in Oel; 1807. ein Bildniß nach der Natur in Del. — — — (Caspar). Werkmeister zu Augsburg, gab: -zrckitectura civilm, oderBeschrei- bung und vorreissung vornehmer Dachrverke. Augöb. 1704. Fol. 3 Bogen Text und 4 » Kupfertafeln. Man urtheilt davon, daß die Beschreibung unvollständig, die Risse aber meist nach altdeutscher Manier eingerichtet wären. Anderwärts führt man noch folgendes von einem Caspar Walter oder walther an; ob solches aber der unsre sey, wissen wir nicht zu bestimmen: Beschreib - und Auslegung der drey obern Haupt-Wassers Thurn - Brunnen-Häuser u. f. der Stadt Augsburg. Das. > 754 - 4 °- ^rckitectura h^ciran- lics, oder Anleitung zu Brunnenkknften. s TH. Fol. (Z Lhir.) Anweisung zum Brückenbaue. 2 Tb. Fol. ib. 1766. (2Thlr.), und eineZimmermauuS- kunst, ib. 1769. Fol. (Z Tblr.) Alles zu Augsburg, theils bey Lotter, theils bey Brich. Die Anweisung zum Brückenbaue (von A- C. Mayer neu bearbeitet) mit Zo (->. K. 54» Kupfern. Fol. ward in 1816. zu Augsburg, bey Jenisch u. Etage, wieder neu aufgelegt. (Pr. 3 THIr.) — — (Christian), der Sohn von Johann Thomas (W-), einem Hofsteinschncider zuEobnrg, der sich jedoch in seiner Kunst nicht über das Mittelmäßige erhob, und dort um 179c» starb. Christian lernte in seine» Geburtsstadl bey dem be- Wakther. 4vg§ rühmten (im kex. und Suppl. erwähnten) Juwelier Joh. Andr. Scharst, und brachte cS auch dahin, daß er demselben in allen seinen Kunstfertigkeiten gleich kam, und daneben, so wie er, trefflich in der getriebenen Arbeit wurde. Da Scharst keine nahen Anverwandten besaß, so hinterließ er waithern, seinem geliebten Schüler, sein Vermögen. Er lebte noch i 8 i 5 , einige 4 » Jahr alt, zu Coburg, und hatte eine Schwester des Medailleurs Leonh. Srockmar's zur Frau. Eben hier auch lebte damals sein um etliche Jahre älterer Bruder als Hofsteinschneider; ein Künstler von sehr großer Geschicklichkeit. Unterdessen ist derselbe nicht nach Verdienst in Deutschland bekannt und geschätzt, woran vielleicht eines Theils Mangel an wissenschaftlicher und anderer Bildung, so wie andern Theils die zu geringen Preise Schuld seyn mögen, die er auf seine Arbeiten setzt, und die ihn hindern, denselben die nöthige Vollendung zu geben. Er hat viele erhabene Arbeit in zwey- farbigen Steinen geliefert; auch seit einigen Iah, ren eine Steindruckerey angelegt, der er rühmlichst vorsteht. Ein dritter Bruder, ebenfalls Christian, zeichnete sich nicht minder in der Gteinschneide - Kunst vorzüglich aus, und war schon vor Jahren nach Rußland gezogen, ^c. walther (Christian), und ein Anderer ohne uns bekannten Taufnamen, Bruder des Obstebn- den, s. dessen Art. — — — ein Orechslergrselle, der 1689.zu Dresden arbeitete, — — (Christian Gotthold), s. unten den Art. Johann August walther. — — (Christian Heinrich), ein Bildhauer zu Freyberg in Sachsen, in der ersten Hälfre deS XVIII. Jahrhunderts. Eine gedruckte Stammtafel der Familie Schütz nennt seinen Namen. — — (Christoph), der Aelrere, Bürger unk» Bildhauer zu Dresden, vermuthlich Bruder des nachfolgenden Hans, machte sich i 5 So. auf dem Fraucnkirchhofe, wo er auch begraben liegt, sein Epitaphium. Dann endete er - 584 , den (aus Piruaischem Sandstein) lZ Ellen hohen Altar dieser Kirche, mit dem Abendmahle, der Geburt Christi, der Auferstehung rc., und st. noch selbigen Jahres - 584 , als Vierttlsmeister der Stadt; er war i 534 > zu Breslau geboren, wo aber jene ge, nannten und andrer berühmter Meister Arbeiten in der Frauenkirche (nachdem diese um 1727. ein- gerissen und neu aufgebauet wurde) nach der Zeit hingekommen sind, wissen wir nicht anzugeben. Michael. Frauenkirche (Vorrede S. 2.) u ihq u. 171. Als im I. i8ia. die Wälle zu Dresden de- molirt wurden, fand man eine schöne, von ihm 1573. aus Pirnaischem Sandstein gefertigte kolossale Statue der Gerechtigkeit; sie war jedoch etwas beschädigt, und wurde auch bey ihrer Auffindung nicht zum Beßren behandelt. Wohin solche gerathen seyn mag, ist unbekannt. Für die (nachher verbrannte) Krenzkirche zu Dresden, verfertigte er nicht allein sechs Figuren über die große Kirchthüre, und dann von 1574—76. vier Engel auf dem obern Gang, sondern auch endlich noch 1S79, den Teufel nebst seiner — Großmutter, welche letztere Sippschaft ihm mit 91 st. 9 Gr. bezahlt wurde, excl. der aus vergoldeten Kupferblechen besonders verfertigten Fluge» und Hörner. Vergl. auch unten den Art. Hans w. — — — der jüngere, vielleicht ein Sohn des Vorstehenden. Referent dieses fand auf der Dresdner-Bibliothek in einem Exemplare des Buches Schimpf und Ernst, daß sich der ehemalige Besitzer desselben folgendermaßen in solchem eingeschrieben hatte: Cbristoff walther Bürger und Bildhauer zu Dreßden ido 3 . — — (Cyristoph Abraham), e-n geborner N iZ * ^ 4^86 Wall her. Dresdner, aber nicht ein Sohn des ältern Christophs, wie man irgendwo fabelt, befand sich um 1648. zu Ulm, wo er bey dem Bildhauer David Heschler arbeitete. Nach seiner Zurückkunft ins Vaterland wurde er für den vornehmsten dortigen Bildhauer und Künstler seiner Zeit (!) gehalten. Sächsisch. Rur. Rab. >748. S. 36 i. Auf dem alten <1782. rasirten) Neustadter-Kirchhofe zu Dresden, fand sich im vierzehnten Schwibbogen das Bildniß der 1677. verstorbenen Kaufmannsfrau Dor. Stubing (in einer knieenden Stellung, mit aufgehobenen Handen) von dem „berühmten^ Bildhauer .... walther (womit doch sonder Zweifel der Unsre gemeint ist) aus Alabaster gehauen. Nachr. v. Aeustadr bey Dresden. Dresden 1722. 8°. S. 14» wairher (Conrad), s. unten die Note zu Hans w. — — (Elisaus), von Bern. S. unten den Art. seines Vaters Friedrich. — — (Franz), Handelsmann, Kunstdilet- tante und trefflicher Zeichner (irgendwo auch Königl. Französ. Historiograph im Elsaß genannt), geb. zu Straßburg 1762. Von ihm fanden sich Arbeiten in den Kabinetten des Herzogs Albert von Sachsen-Teschen, des H. Ragneck zu Frey- burg im Breisgaudes Herzogs von Praslin zu Paris und anderwärts. Den Vorzug verdienen Pveye, welche er für seine Aufnahme in die Königl. Französ. Akademie gefertigt hatte, beyde nach der Natur: Eine Ansicht aus Lothringen, und eine zerfallene Bauernhütte; dann eine Ansicht aus Italien, nach Harper. So heißt es bey Meusel 1. (1778). Späterhin kannte man von ihm: Vues pirrorengues äs l'^lsacs «lesüinöss, ^ravöes et termmees en bistre par lU. etc. aa- romps^aees 6'un texte historiyue purlU.l'^bbe Or^nUiöier blistorio^rapke äu Uoi en-^Isaee*). Bey Meusel II. (1789.) wird seiner nicht mehr gedacht; zwischen den I. 1778 und 89. scheint er somit gestorben zu seyn. — — — So hieß auch ein Miniaturmaler aus der Schlesischen Grafschaft Glatz, geb. 1734. welcher zu Wien gearbeitet hatte, und dort 1789. noch lebte. In der K. K. Gallerie befinden sich von ihm zwey 1^ 4 " br. und 11" hohe Bilder auf Pergament, deren eines die Königl. Neapolitanische, das andre die Herzogl. Parmesanische Familie d779>) darstellt. — -.(Friedrich), ein Maler, gebürtig von Dünkelsbühl, ward Bürger zu Nördlingcn 146». und fertigte dort, nebst Hans Hürning, die in i47v. vollendete berühmte Liblia Uauperum. Fiorillo's Deutschland I. 3 Zi—22. Nicht unwahrscheinlich ist er derselbe mit dem nachfolgenden — — — einem besonders in der rothen Farbe geschickten Glasmaler zu Bern, dort blühend um 1470. Seine Söhne Elisaeus und Matthias, waren in gleicher Kunst berühmt. Einer von ihnen malte das Leiden Christi und andere Historien in den Fenstern des Chors der da- figen Münsterkirche. Thüring, des Matthias Sohn, übte gleiche Kunst um 1H70. Ein andrer Matthias auch ein Glasmaler, lebte um 1620. Leu. — — (Friedrich August), der Sohn eines Müllers, geb. zu Dresden 1780; studierte hier unter Hölzer seit 1794. die Architektur, ergriff aber spater die Handthierung seines Vaters. S. auch den gleich ff. Art. Walther. Walther (F. A.) Ein solcher (ob der Vo», stehnde, ist uns unbekannt) gab 1818. Die ^vistler- lier^estellte Nalerkunst cier ^Iten. ^r. 3 . keriin bey Naucke (6 Gr.) — - (F. X.)„ oder Walter. Mit L. L yennL iscit H. 1764. giebt sich der Verfertiget einer vor uns liegenden Zeichnung in kl. Fol. an, welche die H. Elisabeth darstellt. Sie ist brav mit der Feder auf Kupferstichart (und etwas unkertuscht) ausgefertigt; dir Figuren sind jedoch sehr verzeichnet. — — (Georg Julius), s. bald unten den Art. seines Vaters Joh. Thomas. * — — (Gerhard), s. Wälder im Lex. — — (Hans), Bürgermeister, Bildhauer und Architekt zu Dresden, verfertigte 1282. das Modell zum Kreuzkirchthurm und leitete auch selbst dessen Bau; vermuthlich starb er nicht lange dar-: nach. Wecke in (einer Beschreibung von Dresden gedenkt seiner mit vielem Ruhme; und der berühmte Medailleur wost hat eine schöne Medaille auf ihn geschnitten. Vielleicht war er ein Bruder von Christoph. Mag. d. Sächsisch. Gesch. ir TH. S.8i; und wecke'«, Dresden S 216 und 233 . Zu diesem Art. giebt uns so eben einer unserer Freunde ff. bedeutenden Zusatz: «Vörderst ist zn berichtigen, daß Hans das erwäbnie Modell zum Kreuz-Kirchthurme früher als 1H82 gefertigt haben muß, indem der Bau dieses Thurmes ib 7 g. dem Steinmetz Melchior Barthel übertragen und von solchem i 58 s. beendet wurde.^ Aus I. L. Ruudmann's berühmte Achlesier in Münzen. Breslau und Leipzig 1728. 4° S. 186. 190. entnehmen wir, daß er aus Breslau gebürtig war. Hierselbst trifft man auch eine Stammtafel dieser Familie, die jedoch in Betreff derjeni, gen Glieder derselben, die sich nach Dresden wandten und die fast sämmtlich unter die beßten Bildhauer ihrer Zeit gehörten, ganz mangelhaft geur- then ist; so wie auch Rundmann irrt, wenn er sagt, daß Hans schon 1372. gestorben sey **). Folgende (einseitige) Medaille von 1572, deren er auch gedenkt, hat ihn zu dieser Angabe verlebet; dieselbe (mit seinem Brustbild, in der Linken einen Zirkel haltend) trägt nämlich, wie wir angezeigt finden, die Umschrift: KIT'r- V OL8 K/VD»8 2 V OKLäDkhl, dann unten 46. 1672. (also geb. 1626.) Anderwärts datirt man solche fälschlich mit 1627; und wieder anderwärts, heißt es: Tob. Wost habe auf den Bildhauer und Dresdner-Bürger, meister Johann Walther nebst Christian Wal, ther dem altern, eine Medaille geschnitten. Ob letztre nun die obige und zwar hier mit dem etwa dort mangelnden Revers oder eine ganz andre Schaumünze sey, können wir nicht sagen; wohl aber ist der Name Christian sicher ein Irrthum für Christoph den ältern, dessen wir in einem besondern Artikel schon gedacht haben, und den wir geneigt sind für einen Bruder des unsern zu halten. Hans (dem die lAi^cel. 8axon. Jahrg. 1780. S. 022. den Titel als churfürstlichen Hofbiidhauec geben) muß zwischen 1^82 und 1691. gestorben seyn. Schiegel's Lebensbeschreibung des Superintendenten Dan. Greser, Dresden 1698. 12°. S. 101. besagt nämlich, -aß der 1591. verstorbne Greser ihn überlebte. — — (Hans Arnold), geb. zu Seifersdorf in Sachsen und Sohn des dortigen Pfarrers, erlernte die Goldschmiedskunst zu Dresden bey ") Zn Meusel', Miscellen XXIV. (1735.) S. 565. heißt es: ..Man erhält, gegen z Li'vres, vierteljährig eine Lieferung von rwev Blättern, nebst dem dar» gehörigen Terre." *i') Die erwähnte Stammtafel nennt, als Hansen', Vater, eine» Lonrad w. der um -4sL. gelebt habe, ohne jedoch dessen Stand oder Kunst näher anzugeben. «altheü ?orenz Müller und Jacob Schneewels von i 6 s 5 — i6Zl. Um i 636 . scheint er sich als Meister gesetzt zu haben, ohne daß wir angeben können woselbst; in Dresden jedoch nicht. Walther (Hans Georg), ein Steinmetzgeselle, der um i7Zo. zu Dresden arbeitete; ein andrer solcher älterer — — (Heinrich), arbeitete r6gZ. dort ebenfalls als Geselle. — — (Hieronimus), Bildhauer zu Dresden; von ihm befand sich um ibs/. Emsers Statue zu seinem prächtigen Epitaphium in einem Schwibbogen der Frauenkirche (wovon man ein Kupfer in Einsers neuem Testamente, Leipzig 1529, sieht) was aber schon ,714. sich nicht mehr in gedachter Kirche befand. Michael. Frauenk. S. 217. — — (Jacob), ein berühmter Maler zu Bres- lau, der zu dem Geschlechte gehörte, aus dem die Dresdner; Bildhauerfamilie dieses Namens her- stammte. Von ihm können wir nichts mehr sagen, als daß ihm seine Frau i 6 Z 5 . abstarb. Bund- manns berühmte Schießer in Münzen. S. 186. Stammtafel. — — eigentlich wallter (Ignatz). Wir kennen nach seiner Zeichnung ein Blatt auf die Vermählung des Erzherzogs Ferdinand von Oestreich 1771. Dasselbe ist unter der Leitung von Schmuzer gestochen, und erschien bey Artaria zu Wien. Irgendwo rubricirt man noch ein Blatt nach ihm, was die Bildnisse der kaiserlichen und königlichen Familie Franz l. und der Maria Theresia in einem Medaillon darstellt. Dasselbe soll bezeichnet seyn: )ot>. josepk ab lauern ker jriv. /§»at. 77 ^a/iter llel. et ssr. ine. sub «Zir. §c/r»rtttLer. *-— — (Johann). Wenn, dem Lex. zufolge, zwey walther s dort ohne Taufnamen ), Varer nnd Sohn, Maler zu Straßburg waren, so mögen beyde Johann geheißen haben. In einer Bibel mit vielen Holzschnitten, die von Straßburg her in unsre Hände kam, hat sich deren ehmaliger Besitzer hineingeschrieben: 77 ^r/ter pictor 1607. Das von Peter Aubri gestochne Titelkupfer zu Ludw. Caron's Uulustverkreiber, Straßb. 1669. 8°, ist bezeichnet Ao/r. 775 r/te»- 8. (enior?) «lel.; es ist dasjenige uns vorgekommene Blatt, was auf einen Vater und Sohn solchen Namens hindeutet. Aubri stach auch, nach der Erfindung des Arztes Flor. Schilling und der Zeichnung eines der beyden Johann's, eine (mit Engeln, Heiligen und allerhand altbiblischeu Geschichten verzierte) Genealogie Christi in kl. Fol. ohne Jahrszahl. Nach einem solchen von I. Boulanger 1671. (anderwärts heißt es 1672.) gestochen, nennt das Lex. ein Dildniß Kaiser Leopolds. Das handschriftliche verzeichniß der Bracken- hofferschen Runstkanriner in Straßburg, nennt um 1672. einen Johann Walter, Maler und des Raths daselbst, und citirt von ihm ein Oelgemälde auf Holz (hoch sZ Z. br. 17 Z.) was einen Blumenstrauß darstellt. Endlich stach Match. Küsel nach Johann Walter das schlechte allegorische Titelknpfcr zu den von D. Scheid herausgegebenen : slerollinni Historiarnm librl Vlli. ^rgentoratl 1694» 8°. — — — s. oben Hans walther, und unten den Art. Joh. Thomas W- — — (Johann August), der Sohn eines Pe- ruckemnachers, geb. zu Dresden, studierte die Ge- schichtümalerey unter Casanova, gieng 1776. von Dresden nach Meißen, und verpflichtete sich als Porzellainmaler an der dasigen Fabrik. Er hatte jedoch kaum einige Monate dort gearbeitet, als er in eine langwierige Krankheit fiel, und etliche Jahre später, einige sc» Jahr alt, starb. Sein Walthee. 4087 älterer Bruder (der anfangs den Beruf des Vaters trieb, dann bey Camerata die Miniatur erlernte) war mit Johann August 1776. in gleiche Dienste getreten, und starb etliche Jahre nach diesem zu Meißen. Er, dem eine Flugschrift die Vornamen Christian Gotthold giebt, kam an Gcschicklichkeit dem erstern lange nicht bey. Doch bewahrt der Dresdner-Kupferstichsallon (in dem Volumen, was die Früchte der Dresdner-Akademie enthält) ein kleines gut radirtes Blatt von ihm auf^es zeigt einen antiken Kopf der eine Art Mütze tragt, und ist bezeichnet: 0 . 6. Mr/tÜLr so. 1784. walther (Johann Christian), zeichnete 1755. einen Prospekt des Chursächsischen Städtchens Frankenberg, den ein Ungenannter in kl. q». Fol. in Kupfer brachte, zu Bahn's historischen Nachrichten über dasselbe, Schneeberg 1755. 4 °- — - — (Johann Georg), ein Silhouetteur, dessen zuerst in: Dresden zur Lenntniß s. Häuser 1798. Erwähnung geschieht. Derselbe befliß sich später des Bildnißmalens in Miniatur, und lebte noch 1812. zu Dresden. Einige seiner Bildnisse sah man auf der dortigen Ausstellung 1810. — — — — Kupferstecher nnd Formschneider, von Geburt ein Nürnberger, der aber i 665 . die Wittwe des Formschneider Wilhelm Trau- gorrs zu Frankfurt a. M. heurathete, und in er- meldtem Jahr das dortige Bürgerrecht erhielt. In gleichem Jahr stellte er den ersten Rathskalender aus Licht, an dessen Spitze ein noch von Trau- ' gorr geschnittener Prospekt der Stadt, und, statt der gewöhnlichen 14 Schöppenwappen — i 5 derselben „als was Außerordentliches" (!) sich beiz finden. HLsgen A. 194-90. S. auch den gleich ff. Art. — — — — Ueber einen solchen, gleichen Namens (ob denselben im Vorhergchnven Art. ist uns unbekannte entnehmen wir aus Gantkatalogen die unsicher» Nachrichten, daß er in Gesellschaft mit dem (jämmerlichen) Kupferstecher I. Link 1670. eine Folge verschiedener Costüme's, -2 Bl. 8°, gestochen habe; nach ihm aber hätten G. Bvhmer den Gottesgelehrten Tob. Ehrenfr. Gebäuer, und I. Houbraken den General Fleet- wood und den General Lambert in Kupfer gebracht. — — — — ein Buchhändler zu Frankfurt am Main, der sich im Landkartensteche» versuchte, aber schlechte Arbeit lieferte. Hau- ber's Historie der Landkarten, Ulm 1724. 8°. S. 25 . Anderwärts nennt man ihn nur als einen Verleger von solchen, und führt eine Karte von Franken mit seinem Lxcull. an. — — (Johann Georg und Johann Ludwig). S. unten den Art ihres Vaters Joh. Thomas. — — (Johann Martin), ein Ingenieur. S. unten den Art. Martin w- — — (Joh. Thomas), ein sehr guter Steinschneider zu Koburg um 1780, Vater von fünf Söhnen. Der älteste, Johann, arbeitete in dieser Kunst zuPetersburg. Der zweyte, Joh. Ludwig, übertraf seinen Vater und suchte sich in Nachahmung der Antiken immer mehr zu bilden; dieser arbeitete auch in Stahl. Er und sein Vater verfertigten viele Arbeiten nach Berlin. Sie bedienten sich hierzu des versteinerten Holzes. Joh. Georg und Georg Julius, der dritte und vierte Sohn, waren Goldarbeiter. Mcolai l. Anmerkungen S. HZ. Vergl. oben den Art. seines fünften Sohns, des Juweliers Christian w. — — (Lucas), wurde 1062. zum sonderbaren Münzprobirer oder Münzwardein der Stadt 4038 Walther. Nürnberg angenommen. H irsch deutsch.Münz- archiv. II. 5 . Valrher oder Walter (Martin). Adeln ng's verzeichniß d. Landkarr. u. typogr. Blätter Sachsens, S. io 5 , nennt ihn Hauptmann in Chursächsischen Diensten, und sagt daß I. Zucchi nach ihm einen Plan der Bataille von Kesselsdorf (1745.) gr. Fol. gestochen habe. Eine Kopie hiervon erschien zu Paris bey le Rouge 1755. Vielleicht ist derselbe Eine Person mit dem Johann Martin walther, der 1768. zu Dresden, als Oberstlieutenant bey dem Ingenieurskorps, alt 56 I. starb. Endlich erscheint auch ein Conducteur Martin walrher um die Mitte des vorigen Jahrhunderts zu Dresden. Dieser nun mag derjenige Philipp Martin Ferdinand (W-) seyn, der als Kammer - oder Finanzconducteur in dem ( 5 Hur sächsischen Staarskal. um 1766. und noch 1810. rubricirt wird. — — — ein Goldschmied, der 1690. das Meisterrecht in Dresden erhielt und hier 1780 oder 1781. starb. — — (Matthias), zwey Glasmaler dieses Namens, s. oben den Art. des Glasmalers Friedrich w. — — (Philipp Martin Ferdinand), s. oben den Art. des Hauptmanns Martin W- — — (Sebastian), war churfürstlich sächsi- fcher Baumeister und Bildhauers er starb 69 I. alt (vermuthlich um 1645.) zu Dresden, und liegt in der Frauenkirche begraben. Michael. Frauenk. S. 171. Sebastian schnitzte für die churfürstli- che Kunstkammer die Geburt Christi sehr schön in Alabaster. Mag. d. Sächs. Gesch. ir Lh. S. 81. Vermuthlich ist von ihm oder Michael*), das 1616. gemeinschaftlich mit Hegenrvald in der Sophienkirche befindliche (auch im Lex. angegebene) Monument, was aus einem sehr schönen alabasternen Ecce Homo, mit rIosseni's knieender Statue, Lebensgröße u. s. f. besteht, verfertigt worden. Das Magazin d. S achs. Geschichte theilt zwar diese Arbeit Christoph Walthern zu (ir Th. G. 82.), sagt aber gleich auf der Seite vorher, daß Christoph 1584 - gestorben sey, und daß das Monument von 1616. datire. Eine alte Handschrift belehrt uns endlich ebenfalls, daß unser Sebastian derjenige war, der nebst Zacharias Hegenrvald (künftig einen Nachtrag zu dessen Art) das vortreffliche Monument des berühmten Baumeisters Nosseni in der Sophienkirche zu Dresden fertigte. Dasselbe (über Mannsgröße) zeigt den Nosseni knieend neben seinen drey Weibern , dann ein Ecce Homo von Alabaster, das jüngste Gericht rc. Gedachte Havdschrift besagt ferner, daß Sebastian einen Taufstein beendigte, den Hegenrvald angefangen hatte, aber i6zg. darüber verstorben war. Derselbe wurde mit 5 o Thalern bezahlt und kam in die Dorfkirche nach Köt- fchenbrode bey Dresden. Sebastian war ein ganz vortrefflicher Künstler. > — — (Simon), ein Maurer- und Baumeister von Freyberg in Sachsen; heirathete 1676. zu Wittenberg. — — (Thüring), s. oben den Art. des Glasmalers Friedrich W. — — (Veit), ein Stetnmetzmeister zu Nürnberg, wo er 159g. starb. Dorischer Christen Freydhöfe Gedächtniß. S. 66. — — (Wolfgang). Irgendwo heißt es, ein solcher habe den Apoll als Gott der Musik in 4° zu der ersten Lieferung von walrhers Mylholo- WaltvN. gie gestochen. Ob der Autor und der Künstler etwa aber nur Eine Person abgeben, ließ sich au- unserer Quelle nicht ersehen. W') Welches er anfangs selbst gestochen, das dann aber durch I. Houbrake's spätere Uebrrarbeitung viel sanfter und schöner geworden —,nur daß jetzt bey den letzten Abdrücken die vier Finger der, linken, unter dem Gewand hervorkommenden Hand mangelten. E) Dieses soll w- auch selbst gestochen haben. Wannenwetsch. genannt wird, der um 1780. die Dorfkirche zu Scharenstetten (was, so wie Lommertingen, unweit Ulm liegt) mit schönen Bildern ausmalte. Nach ihm hat I. G. Lbelott das Wunderbild U. L. F. von Elchingen gestochen. wannenrveesch (Hans Georg), ein Glasmaler zu Basel, wo er 1631. oer. d6 starb. Jod. Tonjola: hasileu ssplllt?. kas. 1661. 4°. p. 4-8. wanner (A.), ein Kupferstecher, und, dem Style seiner' Arbeit nach zu urtheilen, vielleicht ein Schüler von Match. Küssel. Er fertigte die Kupfer zu einem Büchlein in 16°, was ohne Ort und Jahr (vielleicht in Böhmen) erschien, und betitelt ist: Andacht zu vier glorwürdigen Patronen S. Joanne von Nepoinuk, S. Antonio, S. Juda Lhadäo und S. Disma. * wans ( ). Derselbe hieß I. B., wie der Raralog derZZirkenst 0 ckischen Sammlung besagt. Dieser rubricirt von ihm zwey Landschaften, auf denen man Wasser mit Schiffen, Gehölz, weidendes Vieh, Caravanen rc. sah. Die darauf befindlichen Figuren waren im Geschmacke des van der Meer gemalt. Wanr (Osman), soll dasBildniß eines Carl's von Bourbo», Kardinals und Erzbischofs von Rouen, oval L°, gestochen haben. *Wanrol. So ist der Name des Dom. van Toll bisweilen verschrieben. Wappler (Franz), Bildnißnialer zu München. Laut einer Rechnung von 1696. wurden ihm für ein Bild 48 fl. bezahlt. Gestochen nach ihm hat C. G. ab Amling das Bildniß des Churfürsten Max. Emanuel, und Ph. Kilian dasjenige des Kaiser Joseph I. in Ungarschem Costüm. Li- powsky II. 274. Mrc. — — ( ). Ein Franziskaner Layenbru- der zu München (bey Liporvsky ausdrücklich von dem Obigen verschieden), malte 1707. das Bildniß des Bayerschen Franziskaner-Provinzials V- Zeidlmairs, welches sich gegenwärtig im Königl. Landesarchive zu München befindet. ward (Francis Swain), in Diensten der Ostindischeu Compagnie, hat im Fache der Landschaftsmalerey viel Lobenswürdiges geleistet. In 1787. legte er der antiquarischen Gesellschaft zu London 23 seiner Zeichnungen vor. Die Darstellung von Ruinen und alten indischen Pagoden gelang ihm vorzüglich wohl. Fiorillo V. 721. Onf. 6 enl 1 emsn '8 Nagsrine I^IX. ?. II. p. 706. — — (Jakob), eingeschickterEnglischerThier- maler. Nach seinen Bildern sind die Kupfer in einem großen Prachtwerk verfertigt, welches seit i8»6. bey Boydell über die brittischen Vieharten herausgekommen ist. Lord Sommcrville, einer dex ersten Agrikulturisten in England, hat die Auf, ficht übernommen, und der bekannte Schriftsteller John Lawrence den Text dazu geliefert. Im I. i 8 o 5 . schickte er zur Schaustellung der Akademie ein großes Bild, das eine Schaafschur in Wales vorstellt. Es ist zu sehr überladen, und im Kolorit schmutzig, um Lob zuverdienen*); indeß ist das Ganze mit außerordentlichem Fleiße ausgearbeitet, und gefallt, je genauer und spezieller mau es untersucht Das Auge verliert sich in ein weites Thal von Felsen eingeschlossen, welches die größte Mannigfaltigkeit der Gegenstände darbietet. Aber ganz vortrefflich in seiner Art ist ein andres kleines Bild von ihm, das ebenfalls i8ub. erschien. Es stellt einen Jäger bar, der, von seinen Hunden begleitet, einen Berg hinanklimmt, um das Auffliege» des Berghuhns zum Schusse Wardigh. 4091 zu benutzen. So viel Erwartung und gespannter Jagdeifer im Blicke, der Gang auf dem unebnen klippenreichen Boden, das zum Anschlag bereit liegende Gewehr ^hie wahre Figur eines abgehärteten Försters, die trefflich gezeichnete Berggegend, Alles dieß ist so richtig und für den Jagdlieb- haber so interessant, daß man das Auge nicht abziehen und immer den Aufflug des Berghuhns und den Schuß zu erwarten geneigt ist. Es ist ein Portrait des Baronets Wonne, wie er in schottischen Gebirgen mit seinen Hunden das Berghuhn verfolgt. Fiorillo V. 842-43. Gestochen nach einem I. ward (wahrscheinlich nach dem Unsrigen) sind auch von w- Ward zwey schöne farbigte Blätter, welche Sommer und Winter, unter Gestalt junger Mädchen im landschaftlichen Grund darstellen. (Lc. ^n^I.) 234. Ward (I.), ein Englischer Kupferstecher, gab in i8oh. eine Abnehmung vom Kreutze, in Schwarz- kunst, nach Dietrich, welches gerühmt wurde. — — — s. auch den gleich ff. Art. von Wilhelm w. - - — — (Wilhelm), Englischer Maler, Zeichner und Stecher in Schwarzkunst und in Punktirs manier, geb. um 1760. und blühend zu London 1780. Die Schabkunst lernte er bey I. R. Smith , von welchem er einer der vorzüglichste« Schüler war. Geliefert hat er, theils nach eigner Erfindung, theils nach G. Morland, I. Opie, W. Peters, nach seinem Meister Smith, R, M. Paye, I. Ward und Weatly, meist häusliche Co- stüme-Blätter in dem bekannten Englischen Geschmacke; wovon besonders: tlie karmers 8tadls aus dem Kabinet Dudley, tlie kruits ok Lsrl^ Inäastrv et Oeconom^» und tke essect» ok ^outk foul Lxtrsva^ance» alle drey nach Morland in Schwarzkunst geschabt, vorzüglich daS dritte, dann s Visit ok tke Sranökstkor nach Smith, bey Winkler gerühmt werden. Dann ein Paar Bildnisse nach I. Hoppner. Von Geschichtlichem kennen wir einzig: Den Tod des OedipuS, nach H. Füßli, und: Pilatus wascht sich die Hände, nach G. Honthorst. Seine Blätter datiren sich meist von 1784—92. Doch wird noch irgendwo von ihm ein Schwarzkunstblatt von i8vh. (der Slrohdecker) wieder nach einem der schönsten Bil- der von Morland angeführt. Rost >X. 262—64. Gestochen hinwieder nach ihm, finden wir einzig: Lvening ov tde kelspse (junge Dame, in einem Stuhle sitzend) von I. Gcozner, in brauner Punktirmanier. M'-rli/er. Mn. S. auch den gleich ff. Art. *— — ( ), der Bildnißnialer des Lex. ohne Taufnamen. Nach ihm hat Dixon ein Blatt: tlie Xabob ok -lrcot sehr schön geschabt. Ob er etwa mit obigem Wilhelm Eine Person seyn dürfte, ist uns unbekannt. Wardigb (D. G.), geb. zu Hamburg 170«, lernte dort die Malerkunst bey dem altern Nor- vic; hielt sich verschiedene Jahre als Hofmaler zu Eutin auf; studirte nachgehendS sieben Jahre in Amsterdam nach den Werken des van Huysum, v. d. Heyden und H. Zaftleeven; lebte darauf bis 1766. zu Hamburg, und kaufte sich endlich in Ploen an, wo er 1789. starb. Man hat von ihm gute Blumenstücke und Landschaften; letztre stellen Gegenden von Amsterdam und vom Rheinstrome vor. Lunst-Hlstorie i Danmark af wein- rvich, S- 2i5, woselbst, als Quelle, das Ge- mäldeverzeichniß des Advokaren Schmidt in Liel. S. » 45 , citirt ist. Grorh's ver- zeichniß der herzoglichen GaUerie zu Schwerin. Das. 1792. 8°. S- 7" und G. 19. des Registers, rubricirt eine von ihm 17/,g. gemalte Gruppiruug, vortreffliches Wasser und schönen 2) Andre rühmten gerade daran, die treue Darstellung, gute Baumschlag. o,r 4092 Wardigh. Winterlandschaft (hoch 2 F. 2f» Z., br. 2 F. S/r 3 .) mit Gebirgen, Hol; und Dörfern, nebst vielen Personen auf dem Eise, zu Lande, zu Fuß und im Wagen; und fügt hinzu, der unsre habe um 1789. in Hamburg gewohnt, sey von dort in seinem Alter nach Plön gezogen, und hier 1788. gestorben. *wardigh( ), ein Hamburger, Frauenzimmer, das Küchenstücke malte. S. Waers digh oben, und waerding im Lex. * Warege, s. varege im Lex. und oben. warenberg, s. unten warnberger^ warenberger ( ). Von einem uns sonst ganz unbekannten Künstler dieses Namens finden sich in derGallerie zu Schleishelm: Eine Landschaft nach der Natur in Italien, und eine zweyte mit hohen Bäumen; und in derjenigen zu Lustheim dreye, darunter ein Wasserfall; lauter kleine Bilder. — — s. auch unten warnberger. warend orff (Franz Georg Baron von), geb. im Reiche 177^, trat in Konigl. Preußische Dienste, nahm aber später als Hauptmann seinen Abschied. Er hatte viel Neigung zu den Künsten, und studirte auch zu seinem Vergnügen die Historienmalerey unter dem Professor Friedrich Matt lhai, von 1810. an zu Dresden. Hier st. er noch in ermeldtem Jahre. Mrc. Waretinus (Petrus W. Duc.). Mit dieser Unterschrift findet man das 2679- radirte Bildniß Herzog Albertö von Bayern auf dem Paradebett liegend. Mrc. wartn ( ), Kupferstecher von Sedan. Von ihm kennt man ein ibgr. datirtes Bildniß der Herzogin von Bouillon, Charlotte de la Mark. * — — s. auch varin oben und im Lex. warley (I.) So hieß ein Englischer, nicht unbedeutender Maler, welcher zu der ziemlichen Zahl derjenigen aus der Könkgl. Societät gehörte, die sich in i 8 o 5 . von dieser letztem trennten, ihre Produkte, in einem Privathause für einen Schilling zur Schau ausstellten, sich Societät der Maler in Wasserfarben nannten, und z. B. in 1806. manches preiswürdige Bild geliefert hatten. Fr-rillo V. 87. warmeyer (Johann Friedrich), der Sohn eines Acciseinnehmers, geb. zu Dessau 1778, studirte seit 1795. die Baukunst unter Hölzer zu Dresden. Mtc. warmholz ( ), ein um 1809. noch lebender vorzüglicher Jnstrumentenmacher zu Eisleben, geschickter Mechanikus, und zugleich geübter Zeichner von Geschichten in eingelegter Arbeit, mit denen er öfters seine Fortepiano's zu verzieren Pflegte. Derselbe war, wie es irgendwo heißt, geb. um 1780. zu Emslo, einem Dorf in der Nähe von gedachtem Eisleben. Warnberger (Hans), s. den gleich folgenden Art. — — (Johann Philipp). Wir wissen nur von einem solchen, daß er den Titel als Kaiser!. Juwelier führte (vielleicht zu Augsburg lebte) und sich 16Z7. verheirathete. Eben diesen Titel trug ein Hans (W.), etwa sein Vater, der um den Anfang des XVII. Jahrhund. erscheint. Geifert'« Stammtafeln gelehrter Leute. I. Stammtafel der Familie Schröck. I4rr. S. xen. 4. Eine Tochter dieses Künstlers, Rostn«, soll der Kupferstecher, Barthol. Kilian, geheira- thet haben. Warner (T.), hatte auf der Ausstellung der Wartenberg. Königl. Akademie zu London 1791. eine Zeichnung, welche Paris und Helena darstellte. IlLr. warnhoefer (Michael), ein Bildhauer zu Fürth 1807. Adreßbuch der Bönig!. Bayerischen Stadt Fürth 1807. S. 28. warnik ( ), ein talentvoller Zögling der Akademie der Künste zu St. Petersburg. Er war im I. 180Z. bestimmt, nach Italien zu gehen, um seine Kenntnisse und Fortschritte in der Kunst (er hatte sich bisher hauptsächlich dem Bildniß- malen gewidmet) zu erweitern und zu vervollkommnen. warnitz (Andreas), ein Kunstmaler zu Frey- berg, erneuerte mit Malerey und Vergoldung 169». die sogenannte schöne Thüre der Kt. Annenkirche zu Annaberg. Annab «thron. Th. I. S. 62; und Grübler'« Freyb Begräbn. Th. II. S. 207. Vergl. auch in künftigen Nachtragen den Art. Balrh. Müller. *warnon, waron, warou oderwar roy (DaniM, Medailleur, eines Münzschmied's Sohn zu Stockholm, lernte seine Kunst bey Karl- steen. In Schweden hat er nicht viel gearbeitet, wohl aber in Wien. Die Sammt. ber. Medailleurs, S. 7, nennt ihn bloß: »keinen ungeschickten Mann", der um 1720. zu Wien gestorben sey, und citirt dann über ihn: Röhler's Münzbel. IX. II!. u. XIII. 89. — vollstand.Braunschrv. Lüneb. M. und M. Lab. N°. « 53 . 657. — Fiads ber- Medaill. S. 3 i. — Lochner II. 321. III. Vorrede. Madar Thlr. Cab. 4116. 58 ^ 1 . „Die Vermuthung des Lexikons" (sagt einer unserer Freunde) „ ist ganz richtig. Warnon ist eine verdorbene Schreibart für warou (anderwärts heißt er dann Waron)". Derselbe war Kammrrmedailleur zu Wien. Mehreres hat er gemeinschaftlich mit Benedike Richter geschnitten, welcher letztre 171h- als Obermedailleur in Kaiser!. Dienste gezogen wurde, um, neben dem Unsrigen, Stempel zu einer Medaillenhistorie des Kaisers zu fertigen. Europäische Fama Th. i8r Jahrg. 1716. S. 3 s. u. s. f. Anderwärts sagt man, er sey r 683 . nach dem Türkenkriege mit der Suite des Churfürsten Joh. Georg III. von Wien nach Dresden gekommen, habe dort eine große sehr seltene 16 Loth schwere Medaille zu Ehren dieses Churfürsten gefertigt, und sey dann nach Wien zurückgekehrt. *Warsn, Warou und waroy, s. im Lex. und oben Warnon. warren (C.), ein Kupferstecher zu London um 179h. Er arbeitete kleine Blatter, zu einer Ausgabe der brittischen Dichter (die bey C. Kooke in London 12° erschien) nach E. F. Burney, R. Corbould, u. s. f. wart (de), war um 1776. als Professor „Fi- gurarum" an der Universität zu Loewen bestallt. Ekkard's Handbuch d. höher» Lehranstalten II- 2oh. In des (?er/-bec^ Isblesu s'^msterllsm. Lll. II. 1809. 12°. pax. 258 . wird ein van de Wäre unter den damaligen besten Zeichnern Amsterdam s aufgezählt. Vermuthlich ist der letztere ein jüngerer Künstler dieses Namens. warrel ( ), ein neuerer Künstler dieses NamenS, erschien auf den Gallons 1808 u. 10. zu Paris unter den Landschaftsmalern, doch, wie wir glauben, nicht unter den ersten dieser Gattung. — — s. auch unten Waste!. wartenb erg (Matz), ein Bau- und Maurermeister zu Danzig i 5 «» 3 . B Ranisch Beschreib. der Birchengebaude Danzig's. Daselbst 1695. Fol. S. 07. Wartenberg. warrenberg ( ), ein (vielleicht Stuben-) Maler zu Berlin, wo er 180g. starb. wareenhof (A.) So heißt irgendwo, ganz ohne Weiteres, ein Geschichtsmaler. Mrc. warth (Abraham von), ein Maler zu Bern, lernte bey Jacob Weber. Füßli II. 162. (Diese Citation in der Handschrift meines sei. Vaters muß unrichtig seyn). Wastenwich. 409z Fritzsch habe nach A < 7 . ^stel. ein Bildniß von G. H. Kannegießer 4° zu dessen In8titutiones meöicinsr le^alis. Halse 1768. in Kupfer gebracht. Vielleicht ist hier von zwey unterschiedenen Zeichnern, so wie von zwey un- terschiedenen Bildnissen des Kannegießers die Rede. wasmurh (Johann Dietrich), war i/ 65 . Hofgärtner zuSanspareil imCulmbachischen. Mrc. warrmüller ( ), ein vermuthlich aus der Fremde nach Dresden (wo er sich langst nicht mehr befindet) eingewanderter Künstler. Ob etwa ein werdrmüller von Zürich? Auf der dortigen Ausstellung 1798. sah man von ihm drey Landschaften nach Ruisdael und eine nach Klengel; man nannte sie außerordentlich gut gemalt. Mrr. Warzberg (Bastian von), ein Steinmetz- meister, arbeitete um 1212. an der St. Annen- kirche zu Annaberg. Annab. Chronik. Th. I. S. 19Z. Wasbergen, s. oben waesberge. wasch inger (Stephan), ein Maler der i 6 Z 4 > in Bayern blühte. Gelegentlich gedenkt seiner Hühners Beschreibung von Salzburg 1. 5 j 8 . wasiansky ( ). Nach einem solchen soll Friedr, John ein großes historisches Blatt aus der polnischen Geschichte in Kupfer gebracht haben. Man vermuthet, daß der unsrelgegen dem Ende des vorigen Jahrhunderts in Warschau gelebt habe. Mrc. wasig (I.) So heißt bey dem einzigen Lrullior ein Kupferstecher, dessen ganzer Namen, oder auch das bloße Z'. kec. auf Landschaften nach Boudouin u. s. f. sich befinden. Wasilewsky (Wasili), s. oben den Artikel LNerkurieff. ! wasilief oder wasilieff (Jäcob), ein Russischer Kupferstecher aus der letzten Hälfte des XVIII. Jahrh, zu St. Petersburg. Von ihm kennt man, neben Anderm, ein Bildniß des H. Metropolitan DmitriRostovski, nachRotaci, und dasjenige des Beichtvaters der Kaiserin, Ivan Pamphilov Duchovnik Protoicrei, nach eigener Zeichnung. Fiorillo K. S. II. 100. Ob er etwa mit dem ff. Medailleur wasilierv, oder dem Kupferstecher Wafilioff Ein« Person seyn dürfte? S. auch den gleich ff. Art. Wasilierv oder Wassiliew (Jemen oder Semen), ein Russischer Medailleur, bildete sich in Paris, und erhielt bey seiner Zurückkauft eine Stelle bey der Academie: Er zeichnete sich besonders durch einige Schaumünzen aus der Russischen Geschichte aus. An Samoilo Alexcjew zog er einen sehr verdienten Schüler. Er st. 1798. Hall. A. L-Z. 180h. Inr. Bl. N°. 44 - S. auch oben den Art. Joh. Wasilief. — — ( ). Professor der Baukunst, entwarf im I. 1806. einen vortrefflichen Plan zu einem Gebäude für die Universität Charkow, welches einst unstreitig das einzige in seiner Art werden muß. So wird z. B- für einen jeden Professor ein besonderes, massives, mit Stallen, Hof und Garten versehenes Haus gebaut. wafilioff, s. oben den Art. Emukoff. Ob er etwa mit dem obigen Kupferstecher Joh. wasilief Eine Person seyn dürfte. Was muth (Christian Leonhard), war 1739- Universitätszeichenmeister zu Kiel. S. Dänischer Sraarskal. auf 1789. Nach seiner Zeichnung hat C. Fritzsch ein Bildniß von . .. Kannegießer schlecht in 40 gesiochen, bezeichnet 0. L. äel. Anderwärts heißt es, gedachter (W.) (I. C.), s. oben Christian Leonhard * — — s. auch Wachsmuth im Lex. und oben. wasner (Johann Paul), Baukommissär und Waldmeister des Erzbischofs von Salzburg um die Mitte des XVII. Jahrhunderts. Hübner's Beschreib, v. Salzburg I. 54g. Waßallis (A.), radirte nach eigner Crfin, düng, leicht und gut auf Art der Maler, ein Blatt in kl. 4°, was einen Mann (Diogenes D in Halb- sigur zeigt, der in der Rechten eine Laterne hält. ^Waßeburg, s. Wassenberg im Lex. und unten. Waßenaer (N. A.), soll nach Joh. Saenre- dam eine H. Marcha in kl. Fol. gestochen haben. *N)aßenberg (Johann lAbel). Bernoulli sagt, er habe um 1770. von einer seiner im Lex. erwähnten Töchter „prächtige, fein gearbeitete" Miniaturbilder gesehen. B- nennt sie Waßeburg. Nach ihm soll I Houbraken zwey Bildnisse gestochen haben; den Gottesgelehrten zu Arnhrim Wilh. Themmen, und einen Corn. van Beizen, ilirc. — — ( ). Irgendwo führt man eine De- moiselle wasseburg an, welche 1771. zu Groningen historische Miniaturgemälde fertigte, die prächtig , fein ausgearbeitet und einzig in ihrer Art genannt werden. Dieselbe ist wohl offenbar keine andere, als die gleich vorerwähnte Tochter von Joh. Abel w. ^c. waßerreis (Peter), ein Maler zu Witten- berg in Sachsen, wo er, zufolge der dortigen Kirchenbücher, 162h. heirathcte und 16Z7. an der Pest starb. Mrc. waßhuber ( ), ein „trefflicher" Maler zu Wienerisch - Neustadt, ru Anfang des XVIll. Jahrhunderts, der die Gange des Benediktiner- Klosters der Schwarz, Spanier, St. Maria von Montferrat zu Wien, mit der Lebensgeschichte des H Benedikt bemalte. Vielleicht sind auch die Bildnisse auf der Stiege daselbst von seiner Hand. Fuhrmann'« Beschreib, von Wien. Th. II. Band 2. S. 5 oh. Aicolai. wassilervsky, Wassilief, N)assi- lierv und Wassilioff, s. oben Wasilewsky, Wasilief, wasilierv und Wasilioff. waßmann (Friedrich Carl Franz), Maler zu Hamburg 1806. Hamburgisches Adreßbuch auf 1S06. vstaßmurh, s. oben wasmurh. wastel oder warte! (P.) So hieß ein Künstler aus Bethüne in den Niederlanden, von dem uns aber nichts anders bekannt ist, als daß derselbe (1492.) großen Antheil an der Verschwörung gegen Frankreich halte, um die Stadt Arras den Oestreichern zu übergeben. Aarcim-M kiemoir. p. servir ä l'biotoire lle 1a ?rovlnc« s'^rtois etc. 8°. 76Z. p. 2io. Wastenwich (Johann de), ein Glockengießer zu Kopenhagen, wo er ihn. zwey Glocken O * 4094 Wastiou. für eine Kirche goß. Für dieselbe Kirche goß bann rbao. eine solche Ioh. Facrenome (ob der obige in andrer Namenöschreibart?) Aermm; Inscrip- iiones Hakoienser. kkaso. ,668. 4"» ?- t8s. wastlou ( ), ein Perfpektiv, und Land, schaftenmaler, wird von Corn. le Bruyn in sei, nen Levantischen Reisen angeführt. wast« ( )> So nennt der leidige Basan (L -Thales,/, xrevees » l'eeu kort« per Ie> plus debile, peiulre, ek greveur, 6u lern, elc. Eint vollständige Sammlung von watenu's Blättern war in dem Besitze des H. Stllrm zu Hamburg. S. Ver, reichniß einer Sammlung von Kupferstichen aus allen Schulen und verschiedenen gebundenen Kupfermerken, gesammelt von H. Alllem, Kaufmann in Hamburg 1782. 4". Vergl. k°>ßure, er mäkle, uessluee» cc ßrevee, s I'eau korke per , ek lerknioee» su buriu par le LI». 8". Lulle ü» bgures luveurees per /^a,ea»,- Arevee, per sou siul L***. g", 70 SlÜck. klgure« krsu- ^oi,e, »k «omiijuc« uouvellemeiil luveuräe« par tzo. Wateau. Wateau. 4095 würdiges Mitglied dar, und wurde erbaun wirklich, auf das Bild eines galanten Festes hin (Einschiffung auf die Insel Cythere) 1717. (nach- Werts von Tardieu gestochen) (33 I. alt) zum Akademiker gewählt." „Sein Verdienst" (heißt es dann weiter) „ist übrigens für uns fast so gut als verloren. Man sieht ihn gegenwärtig für nichts weiter, als für einen Maler der Klein- meister und der Merveilleusen seiner Zeit an, und findet ihn so lächerlich, als die Zukunft die heutige sogenannte gute Garrung finden wird. Mit alle dem hat er seine lobwürdige Seite; und dies ist seine Sittenschilderung. In komischer und aufgeweckter Gestalt, mitten unter jugendlichem Lachen und verliebten Schwänken, giebt er Lehren für Geschmack, Zartsinn und Wohlan- stand. Nur bedauert man die Beymischung von Ziererey, welche seine sonst so lebhafte und geistreiche Toccirung begleitet, und seine sinnreichsten Erfindungen verdirbt, welche voll glücklicher Controlle, so malerisch im Ganzen und in den Maßen, und immer mit schöner Landschaft staffirt sind. Sein ihn auszeichnender Kunstcharakter dann ist: Seine getreue Darstellung des weiblichen Costums im Jahrhundert Ludwig XIV-, und der launig- ren, theatralischen Kleidung der Männer eben dieses Zeitpunkts; seine ländlichen Festine, sowie seine Schauspielscenen; geschlankes Ebenmaß seiner Figuren, lebhafter, geistvoller Ausdruck; ma, nieririe Zeichnung, leichter Pinsel, und eine auf das Tuch nur wie hingehauchce oder hingetuschte Farbe. AuS seiner Schule kamen Pater und Lan- cret, und folgten ihm in der Akademie nach." Dann weiter: „wareau's meiste Gemälde kamen ius Ausland, und" (sonderbar!) „viele giengen bey der Wasserüberfahrt zu Grunde. Liebhaber im vorigen Jahrhundert kauften solche sehr begierig auf. Bey Versteigerungen ansehnlicher Kabinette wurden die vorzüglichsten und beßterhalten- sien von 4—9000 Livr. getrieben. So z. B. die Elysäischen Felder ( 12 " hoch, i5" br.) bey der Versteigerung von Gagny auf 65o5 Livr., und Ebendasselbe bey derjenigen von Dazincourt auf 8ooo. Dann aber der Ball (ck io"hoch, 2^ 1" br.) bey der ersten dieser Versteigerungen bloß auf sooo Livr., und bey derjenigen von de Noga- ret bloß auf i5oo. Von seinem Aufenthalt in England heißt es bey FioriÜo V. 554 : »Er kam nur nach London, um den Königl. Leibarzt de Mead wegen seiner Gesundheit Rath zu fragen, und führte für denselbrn zwey Bilder aus." In deutschen Königl. Gallerten kennt man von ihm zu München: Eine Gartengesellschast 4^ hoch, 5 ' i / 6 "< br. Zu Dresden ebenfalls zwey ländliche Lustparthieen von Herren und Damen, Pendants, 2 ' 2" hoch, 2 ' 8 " br. Hauptsächlich aber zu Berlin, wo — die Politik ausgenommen — Alles was Französisch war, und somit auch resu, den großen Geist Friedrichs des Einzigen behexen konnte, fanden sich von dem Unsrigen über 20 Bilder zu Sansoucy, Potsdam undChar- lottenburg, wovon besonders die Abreise nach der Insel Cythere, und die Liebe (so wie sie auf der Französischen Bühne, und hinwieder auf der Italienischen erscheint) von Oesterreich, schon aus Amtspflicht hochgepriesen werden, noch mehr aber durch Cochin's schöne Stiche allgemeinen Ruf durch ganz Europa erhielten. In Privatcabjnet- ten fanden sich z. B. von ihm (1809.) in demjenigen des H. Hof- und Landgerichts-Advokaten Schmidt zu Viel: Ein Spanier tanzt, und eine Spanierin spielt auf der Laute: „Ganz fürtreff- liche kleine Bilder" (heißt es im dieSfalligen Katalog), „von richtiger Zeichnung, brennendem Colorit, und die Hände der Spanierin so schön, wie Franz Mieris." Dann noch ein drittes: Schauspielergesellschaft. Die beßte Litteratur der nach unserm Künstler gestochenen Blätter giebt wohl der Gantkatalog von Brandes (der solcher Herrlichkeiten großer Liebhaber seyn mochte) in an die 320 N°. Dann ein Verzeichniß meines sel. Vaters in s 3 r, und der Winklersche Gantkatas log in 140. — Von ihm selbst gezeichnet und geetzt, und von Lhomaffin, dem Sohn, Cochin, Desplaces und Jeurat mit dem Grabstichel vollendet, nennt Rost VIII. 47, einzig 12 Bl. nordische (soll vielleicht modische beißen) Figuren, welche sehr selten sind; (s. b. 20 kleine Bl. eben modischer Figuren). Dann ein Blatt: Marsch von Rekruten, die zur Armee abgehn *). Die zum Theil sehr berühmten Meister hiernächst, welche nach dem unsrigen gearbeitet, und den durch ihn so mächtig genährten Kunst-Kleinigkeitsgeist durch alle Welt verbreitet haben, sind: F. Alia- met, d'Argensville, N- de l'Armessin, I. und M. (». K. B.) Aubert, B. I. und L- Audran, F. und P. Aveline — Bailleul der altere, C. Ba« quoi, B. Baron, I. P. le Bas, Ch. Beurlier, W. Blake, I. B. du Bos, C. du Bosc (». ü. du Bost), F. Boucher, Brillon, Brion — A. Cordon, L- Cars, C. (Caylus), P. Che- del, C. N. Cochin, L. Crespy l>. K. Crepy, Sohn) — Demarteau der ältere, L- Desplaces, M. I. R. Dübos, Duflos, P. Dupin, C. und N. Dupuis — B- l'Epicier — I. de Favannes, M. und St. Feßard, G. Filloeuil — Guyot — le Hardi de Famart, Hequet, Huquier — L. Jacob, S. Janinet, E. Jeurat, F. Joullain, I. de Julienne, M. Keitt (a.ü. Keyl), Kirkal, G. Kondet — Lindemann, I. E. und I. M. Liotard, ein 5 . L. I>. — I. Moyreau, van der Myn, ein ?.^l. — Petit, A. Pond, I. Pye — N. Ransonekte, Ravcnet, M. I. Renard du Bos, Johanna I. F. Richter, de Rochefort, T- Ryley — G. Scotin, D. S. Setlezky, Simonneau älter, L. Surugue — N. Tardieu, H. S. Thomassm, P. C. Tremouille, — N. Verkoste, F. Vivares, der Ritter von Ballon — I. Wagner, C. L. Wüst (S- 70 Stecher). Unter ihren Blattern finden fich von Bildnissen nur 6 . Des Künstlers eigenes von Crepy (noch jung, fast Kind), dann ein älteres von Boucher; dann Ebenderselbe in einer Landschaft, mit der Palette in der Hand, neben ihm sein Freund Tardieu sitzend, und auf dem Violoncell spielend, von Tardieu; des Künstlers Vater, mit Hosen — auf dem Kopf (?), wir glauben wieder von Boucher; der dreyßigjährige Rubens, in Zeichnungsmanier von Demarteau (schön); der Ludwigsreuter Anton de la Roque, von Lepicie; Rebel, Compositeur der Königl. Kammer, von Moyreau, und (auch bisher gehörig), Ludwig XIV., der dem Herzog von Burgund, als Kind, den Kordon bleu umlegt (ein angenehmes BlaM von Larmeffin. Dann von Geschichtlichem einzig eine H. Familie (aus dem Kabinet des — Grafen von Brühl!), von du Bos und von Wüst (dieses wohl Copie), eine Diana im Bad und ein Europenraub, beyde von B. Audran. Alle übrigen — meist galante — Costümestücke, mit der originellen Besonderheit, daß solche häufig, wahrscheinlich um auch bey den Gelehrten (in Klöstern!) Eingang zu finden, neben den Französischen, noch — Lateinische Aufschriften tragen; wie z. B. In Surpnge. Occr-xmt kisrlsguin jsloux. se/oter/ I^ehon «I'smour. ttoe»«e»tk«m, u. s. f. Alle diese Unsauberkeiten im Detail aufzuzählen, wäre wohl unverzeihlich. Als schöne Blätter bezeichnet der nüchterne Katalog von Winkler: Die tanzenden Harlekin, Pierrot und Scapin von Surugue; tks Lntkers und llatklnA c-) Andre reden von 8 Oktavblättern (mit dem Titel): rlgur«, Llqäe«, von wateau gezeichnet und geetzt, »nd von Lhomaffin, dem Sohne, vollendet- Eben so bezeichnet mein sel- Vater den oben genannten Rekrutenmarsch, und der Katalog von Draudes spricht von einem Blatte: Houp« von dem llnsri- , gen geetzt, und von Simoneau vollendet. Gandelllni endlich spricht überhaupt von Allerley durch ihn Geetztcm, das ihm nachwärts als Studium bey seinen Gemälden dienen konnte, und worin man, ob es gleich nicht vollendet sey, immerhin Geist erblicke. 4096 Wate au. von Aliamet, und die vier Jahreszeiten, wie man sich denken kann, unter Götterfiguren, von I. Audran, Desplaces, Dubos und Aeffard; weit mehrere dann der mit belle so freygabige Katalog von Brandes, wareler zeichnet unter der großen Menge aus: Die bezauberte Insel von le Bas, die Dorfhochzeit von Cochin, und die Einschiffung nach Cythere von Tarbieu. Wir nennen hier noch: Die Kranke ungebehrdige Katze, ihre noch unge- behrdigere Meisterin, und den für beyde besorgten Arzt, ungemein geistreich geetzt von I. E. Liotard, und schließen hier mit der Bemerkung, daß dieser Kram immerhin das große Jntereße hat, den Französischen Geist des Jahrhunderts Ludwig XV. jämmerlichen Andenkens, schädeltreffend zu bezeichnen. Merkwürdig genug ist es, daß sich von seinen Werken, unsers Wißens kein einziges, weder in der alten königlichen Gallerie, noch viel weniger im Museum Napoleon befand. Auch dem klaßtsch - lüders liehen Herzoge von Orleans mochte der kleinlich- tüdcrliche Geschmack von Watteau nicht zusagen. Im Verzeichniße der Galerie im Palais Royal finden wir daher von ihm einzig ein ganz kleines 3" 10", höh. und s" 8 ", br. Bildchen auf Kupier: Ies8iriAes pelritres, noch dazu mit der ausdrücklichen Bemerkung, daß solches einer Katzenmusik von Breughel zum Pendant dienen sollte. In den beygefügten kurzen Notizzen über den Unsrigen werden namentlich auch seine tanzenden Figuren wegen ihrer schönen Stellung, leichten und richtigen Bewegungen, und dann überhaupt die wunderbare Grazie (?) seiner Köpfe höchlich bewundert. Wareau (L.) Noch einem uns sonst ganz unbekannten Künstler dieses Namens nennt der Katalog von Brandes: Einzug Blanchard's und des Chevalier Chapinard's zu Lille, drey Tage nach ihrer Luftschiffahrt. S. auch den gleich ff. Art. — — ( ). So heißt irgendwo ein Enkel von Anton (ob mit dem vorstehenden L- wareau Eine Person ist uns unbekannt), nach welchem Lh. Chambars den Tod des General Montclam gestochen habe. — (der holländische). So nennt man etwa den tsornel. Troost des Lex. und der gegenwärtigen Zusätze. Ware! e, Ware! ö, Wareler, watrele, und Darre lö. Derselbe arbeitete um ikilib., mit welcher Jahrszahl das von G. Edelink gestochene Bildniß des Arztes M. Graaf bezeichnet ist, und scheint ein Künstler von Verdienst gewesen zu seyn. Sein Werk ist auch weder uninteressant, noch unbedeutend. Es besteht aus Geschichte, einer ziemlichen Anzahl H. Familien, Allegorien, Bildnissen, nebst einer Menge Titelkupfern und Vignetten: alles zusammengenommen etwa g^en 100 Blatt. Vorzüglich ließ P. Landry zu Paris vieles nach ihm stechen. So z. B- erschien aus seinem Verlage eine H. Familie, wo zwey Engel einen Korb mit Blumen darbringen, gr. fol., die Hochzeit zu Canaan qu. fol. (dies ein großes schönes Blatt), beide von Nicl. le Clerc gestochen (das letzte Blatt wurde nochmals blos mit dem Nahmen des Mahlers und dem «XL. des Landry in sehr großem Format geliefert); bann die Brustbilder (Blätter in sehr gr. fol.) der H. H. Petrus, Markus, Andreas, Simon, Thomas (dieses von F. Langet gestochen), Jacob, Philipp (von vorigem Langet), Lhaddeus (von G. Altzen- bach); Matthäus, Darnabas, und Margarilha. U«berdies von Jo. Ant. Bosius 1717 zu Venedig für den Verlag des Joh. B. Finazzi ein Bischof der eine Monstranze hält gr. 4. Von G. Edelink ein alle- Watelei. gorisches Titelkupfer zu: I» Vision pnrkaite äu?. Cherubin; es zeigt Ludwig XIV. in ganzer Statur gr. 4°.; ein anders solches wo Ludwig XI V. von zwey Löwen gefahren wird, die ein Engel zü, gelt 80. Dann den schon genannten Arzt Regn. de Graaf 80. N. Poilly eine H. Familie, wo wieder ein Engel einen Korb mit Weintrauben und Früchten herbeygebracht hat; Unterschrift: Olori» ezus etc. kol. — Eine H. Familie wo das Christuskind auf einem Steine stehend eben von der Maria auf den Schooß gehoben werden will, gr. 4 ". (auf unserm beschnittenen Exemplar fehlt der Name des Stechers ). Anderwärts heißt es noch, daß der Name des G. Edelink auf einem von ihm gestochenen Titelkupfer (die Religion die das H. Sakrament hält) nachgehends weggenommen und dafür Gauve aufgesetzt worden sey. Wieder andre unserer Quellen nennen noch nach ihm: Von I. Edelink ebenfalls ein Bildniß Ludwig XIV.; dann eine H. Familie, und eine Himmelfahrt der H. Jungfrau; von G. Scokin drey andre H. Familien; von einem Ungenannten in Landry's Verlage: St. Johann predigt in der Wüste; endlich wieder von G. Edelink: Einen Cherubin*) in der Glorie, von meh- rern— Affen angefallen, mit der Inschrift: ssu- tll8 sbistis(?); Ein allegorisches Titelblatt: Zwey Genien übergeben Ludwig XIV. des P. Cherubims von Orleans: Vision psrsiüte, und ein anderes für die: Csrmins ^.Commirii, 8. ch Diese drey von G. Edelink, und zwar die beyden letzter» schöne und seltene Blätter. M'-rL/e--. warelet (Claudius Heinrich), Generalfinanz, Einnehmer, Zeichner, Kupferetzer und Stecher in verschiedenen Manieren, geb. zu Paris 1718. der Sohn ebenfalls eines Generalfinanzeinnehmers. Derselbe bildete sich auf dem Collegium zu Har- court. Frühzeitig bemerkte man an ihm einen sehr lebhaften Geschmack für Zeichnung und Musik, und seine Eltern legten der Entwickelung dieser natürlichen Anlagen um so weniger Hinverniße in den Weg, da, bey seiner schwächlichen Gesundheit, eine sanfte, schonende Erziehung für ihn Bedürfniß ward. Sein einsichtiger Vater ließ ihn, in Begleit des aufgeklärten Arztes Leroi von St Ageant, schon in seinem neunzehnten Jahr eine Reise nach Deutschland und Italien thun. In Rom stiftete er mit Pierre eine enge Freundschaft, und dort entwarf er gleichsam den Plan seines ganz dem Studium der Wissenschaften und Schönen Künste gewiedme- ten Lebens. Bey seiner Rückkehr nach Paris zeichnete er sich bald als Maler und Dichter aus; die glänzendste Gesellschaft drängte sich um den eben so liebenswürdigen als talentvollen jungen Mann, und mehr als einmal stand er in Gefahr, daß ein so rascher Fortschritt in der großen Welt der Reife seiner Ausbildung schaden möchte. Das Studium der Künste war indeßen diejenige Beschäftigung zu welcher er immer von jeder andern, so wie von — jeder Zerstreuung zurückkam, und sich, so oft es ihm möglich war, auf seiner Freundin, Madame le Comte, schönes Landgut IVIouIin-joli zurückzog, als jetzt (1761.) sein Gedicht Art 792.t erschien, ist immerhin das Beßte, was in Frankreich über Kunst-Theorie sowohl als über Kunstgeschichte geschrieben, und späterhin in einem ähnlichen Werke von Millin, vielleicht wohl an Gelehrsamkeit ist übertroffen, aber in Geschmacksurrheilen lange nicht erreicht worden; und besonders preiswürdlg ist die Unbefangenheit, womit er Lob und Tadel den Kunstschulen aller Nationen gleich unpartheyisch ausspen, dete, und den Gebrechen der Schule seiner Nation am allerwenigsten schonte Die beßte Literatur von Wareler's Etzarbeiten findet sich bey Rost VIII. 171 — 75. Vörderst 27 seiner Bildnisse nach Cochin, welche meist sein« Freunde darstellen. Hier nennen wir nur: d'Alembert, Clairaut, Mar- guerithe le Comte (lVlaitresse cku lVIoulm joli), P. F. Abbe Copette, P. Joliot de Crebillon, die Maler I. B. M. Pierre und L. de Silvestre, A B. I. Türgot, Poißon de Vandieres, nachherigen Marquis de Marigny; endlich auch ihn (W.) selbst. — Dann 14 Blatter in Rembrandts Ma- *) In Italien ward er überall mit Ehren aufgenommen; so von dem Könige von Sardinien, von dem Pabste Rezzonico, von dem Kardinal Aler- Albani, von Joh. Winkelmann, u. s. f. Indessen hatte der Verfasser gegenwärtiger Ausätze, welchem in Rom die Bekanntschaft dieses geschickten Mannes zu Theil ward, mehr als einmal Gelegenheit an demselben sowohl, als hinwieder an seinem eigenen Freund und Lehrer, Winkelmann, die traurige Bemerkung zu machen, wie eine allzugroße Einseitigkeit des Geschmacks zwischen noch so verdienten, und in so manchen andern Dingen gleich Wahrheitsliebenden Männern eine unübersteigliche Scheidewand setzen kann. Auch sagt Winkelmann selber in einem Briefe an Derendi» vvm 15. Mai ,764. sehr naiv: „Schwerlich wird ein Mensch eine so versäuednc von der alten Gestalt angenommen haben, als in mir, ohne Künstele«, nach und nach, durch Umgang mit großen Leuten »nd vornehmen Personen geschehen ist, und der Ton, mit welchem ich rede, zeiget sich daher, wider meinen Willen, mit einiger Härte in meinen Schriften. Man muß es mir aber so genau nickt nehmen, da ich so viele Jahre von despotischen Ländern entfernt bin, und den französischen Hof-Stil nickt gelernet habe. Ich werde aber künftig aufmerksamer auf Deine behutsame Erinnerung seyn, und ich würde viele« gemindert haben, wenn ich hier einen Richter iu deutscher Schreibart gefunden hätte. Ich würde dem watelet eine hofmäßigere Critik gemacht haben, wenn ich ihn vorher persönlich gekannt hätte, wie ick ihn itzo kenne; ich habe es aber suchen gut zu machen durch unendliche Höflichkeiten, welcke ibm durch mick von meinem Herrn (Al- Albani) erwiesen sind." winkeln,, u- s- Jahrh. S. ,47—48- 2 » Rom erschien damals ein kleines Werk, das sich auf diese Reise bezog: Vo)'Sge cie Llr. , l'^bke er ülall. /- t-om/e en Irnlie Zo. k.8". darunter ir BI. V 0 N Wcirvtttr geetzt, nach den Zeichnungen von la Valleeareler( ). Einen jüngern, wenig bekannten Künstler dieses Namen führt der Almanach des Beauxs Artü von i8oi., dann ein Verzeichniß Landons von 1808. und eben so der Almanach du Commerce de Paris von 1811. noch unter den damals dort lebenden Landschaftsmalern, ohne weitere Bemerkung an. Waterlov. war er (Peter van der), ein Kupferstecher und Kunsthändler (zu welcher Zeit?) in Amsterdam. Schad'» plnacorhek S. 214. *waeerloo (Anton). Maler, Zeichner, Kupfer- etzer und Kupferstecher. Lange Jahre wohnte er, nach Barrsch (ssmtre 6ruveur) tl. z. namentlich an einem Ort zwischen Maarsen und Breukeien bey Utrecht, und st. nach von (kNannlich 1662.^). Die gedachte enge beschränkte Gegend war das hauptsächliche Studium seiner Kunst; daher findet sich in dem Locale seiner Bilder wenig Abwechslung; aber sie sind darum nicht minder gesucht wegen der Leichtigkeit seiner Lüfte, der guten Färbung und dem geistreichen Blatterwerk. Da er in Darstellung der Figuren und Thiere nicht glücklich war, so ließ er mit dergleichen seine Gemälde durch Andre staffiren. Alle Kunstgeschichtschreiber stimmen übrigens darin überein, daß er seinen verdienten großen Ruf weniger seinen (seltnen) gemalten Bildern, als der großen Menge seiner unvergleichlichen Etzarbeiten zu verdanken hatte. Immerhin aber scheint es uns, daß warelee von den erster» allzuwegwerfend also spricht: „Wir haben nichts von ihnen zu sagen, als daß fie zu wenig abwechselnd sind; dennoch werden sie wegen den leichten Himmeln, der guten Färbung und dem geistreichen Laubwerke gesucht." Von solchen finden sich übrigens in deutschen Gallerten, unsers Wissens, einzig eine zu H?ünchen: (jetzt zu Schleisheim) Das Innere, eines Waldes, wo Reisende von einer Bande Räubern angefallen werden (2^ 8 " hoch, 2*4" br.) aufHolz, und zu Dresden zwey gebirgigl« die ein« (6^ A"br. 4, hoch) auf Leinwand, die andere ( 2^ 3" br. 7" hoch) aufHolz; jene mit einem Fluß und Ziegen mit ihrem Hirten; diese mit einem stürzenden Waldwasser und ein Paar Figuren. Dagegen lautet die Charakterik seiner Arbeiten dann, so wie solche freylich hauptsächlich aus seinen Etzarbeiten erhellet, bey Rost VI. 99 —10». (wesentlich nach Barrsch) wie folgt: »Seine Landschaften find ganz ländlich, und haben den Charakter der größten Simplicität. Ein Gehölz, eineWaldspitze, ein krummerWeg, ein einsames Dörfchen, eine entlegene Eremitage, eine Mühle über einem Wasserfalle sind gemeiniglich die Gegenstände, die er vorstellt. Da er die Figuren nicht gut machte, gieng er deswegen in seinen Stichen sehr sparsam damit um. Die wenigen, die man darinnen findet, beweisen seine Schwache in diesem Theile. Seine große Starke besteht in der Ausführung, darinnen er Meister ist. Vstarerioo, als Stecher betrachtet, befolgte eine Derfahrungsart die ihm eigen ist. Er ätzt« seine Platten schwach, ohne sie jemals zum zweitenmal« zu übergehen, wie hingegen Her- man Saftleeven und einige andere Künstler verfuhren. An dessen statt bedeckte er manchmal seine Hintern Gründe, um sie vor der großen Wirkung des Aetzwassers zu schützen, und dadurch das Zurück, weichen vom zweyten und ersten Grunde zu erlan, gen. Am öftersten ätzte er seine Platten in einem ganz gleichen Grade von Stärke; alsdann brachte er durch den bloßen Grabstichel die Uebereinstimmung der Töne, und die Verstärkung der Schatten hervor, wie man davon unter seinen Stichen viele Beyspiele findet. Ueberhaupt brauchte dieser Künstler den Grabstichel häufig, nicht allein zu seiner Blätterung, sondern auch vorzüglich zu seinen Baumstämmen. Die kleinen Aeste setzte er oft allein mit diesem Lieblinasinstrumente hinzu. Da aber die Platten unsers Künstlers leicht geatzt, und stark mit »Er legte sich" (sagt sein Freund l'Lvesque, oder vielleicht er selbst von sich) »in den letzter» Jabren seines Le, bens darauf, Rembrandks Manier zu suchen und nachzuahmen; er fand den Handgriff derselben, un) ist vielleicht zu enrschuldigen, wenn er die Kunst selbst nicht fand, .die nur durch einen Künstler von der tiefsten Wissenschaft wieder hervorgebracht werden kann." tttt) In 1762. (!) reiste w-rtelet mit ihr nach Italien. Wohl zu hoch! Ein andere-Verzeichniß von Grills in Mensel, Museum XV. ,55—6,. führt ihrer an die »20. namentlich an. 's) watelet sa^gt, wahrscheinlich am richtigsten: 42 I. alt -66o. Waterlos. dem Grabstichel überarbeitet sind, so wurden freylich die Abdrücke, immer schwacher und blässer, so wie die geatzten Striche stumpfer wurden, indes die dunkeln Parthien die mit dem Grabstichel gemacht sind, ihres tiefern Einschnitks wegen, wenig oder gar nicht gemildert erscheinen. Es entstanden daher Abdrücke, wo die Uebereinstimmung der Töne zerstört, und die Harmonie des Ganzen auf eine unangenehme Art unterbrochen ist. Man nennt diese schlechten Abdrücke, fast allgemein, aufgearbeitet, in der falschen Voraussetzung, daß die Platten, welche Abdrücke in dem jetzigen Zustande liefern, nicht so von warerloo selbst kommen, und bildet sich ein, daß, nach einem wiederholten Abzüge der Platte, sie durch eine fremde Hand überarbeitet seyen. Aber nichts beweist besser, wie sehr man irre als die Dergleichung eines guten Abdrucks mit einem, dem Anscheine nach, aufgearbeiteten. Man wird da weder verstärkte Striche, noch irgend einen Zusatz neuer Striche finden. Nur eine kleine Anzahl Platten sind in der Folge von anderer Hand überarbeitet worden, und auch dies nur in den dunkeln Theilen des Vordergrundes. Die reizenden Blätter von warerloo, die fast einzig in ihrer Art sind, haben immer den Künstler unterrichtet, und den Liebhaber ergötzt; deswegen sind sie von jeher sehr gesucht gewesen. Da aber diese Stücke nur Landschaften sind, Gegenstände die sich nicht anders auszeichnen, als durch die Lagen und Modifikationen. so geschah es daß Käufer und Verkäufer in Verlegenheit waren, wenn sie entfernt von einander, sich mittheilen wollten, um Aufträge entweder zu geben, oder zu erhalten. Seil langer Zeit wünschte das Liebhaber-Publikum ein raisonnirendes Der- zeichniß, darauf man sich bey den Blattern von warerloo beziehen könnte; dieser Wunsch ist zur großen Zufriedenheit desselben erfüllt worden, durch Adam Bartsch, einen Künstler, der in alle Geheimnisse der Stecherkunst eingeweiht ist, und sich tn dieser Art von Arbeit selbst so vorzüglich versucht hat. Der Zweck seines Verzeichnisses ist also,,den Liebhabern die Kenntnis der verschiedenen Blatter dieses Meisters zu erleichtern. Es ist nach dem Muster des Catalogs von Rembrandt, durch Gersainr und seineFortsetzer, gemacht, und dabey das vortrefliche Werk von warerloo, welches sich in der Kupferstichsammlung der kaiserlichen Bibliothek befindet, und aus 1 36 Blättern besteht, zum Grunde gelegt worden. Der Verfasser, da er die Originale vor Augen hatte, hat sich bemüht, jedes Stück mit der größten Genauigkeit zu beschreiben, um den Leser in den Stand zu setzen, es nach seiner Beschreibung zu erkennen. Ueberdies hat er noch die Stücke nummerirt, und jedem eine besondere Benennung gegeben. Dieses Verzeichniß v.Bartsch*) findet >,ch i. e. p. ii —i/j6. und enthält, nebst den schon erwähnten i 36 **) noch ein unsicheres Blatt, und dann das Verzeichniß von n. jener Blatter, welche theils als Probdrucke, theils als von ihm selbst ritoccirte zu betrachten seyen; mit der bcygesüqlen Bemerkung, solche waren so höchst selten, daß ihm von keinem derselben mehr als Ein Abdruck jemals zu Gesicht gekommen sey. Don den i 36 N°. sind ng alle in die Breite, und nur r8 in die Höhe. Von letztem halten die größten io" g— io'" in die Höhe, und 9" i — 8"' in die Breite; von den erster» 10" 2 -8"' in die Breite, 8" Z — 5 "' in die Höhe. Iahrzahlen tragen alle diese Blätter, unsers Wissens, keine; viele sind mit feinem ausgeschriebenen Namen, andre bloß mit VV-, nur wenige gar nicht, mehrere hingegen, Watson. 4099 neben dem tec. zugleich mit dem exc. und, so viel wir uns erinnern, keines mit einem andern Verleger bezeichnet. Uns hier in eine detaillirte Beschreibung und Beurtheilung derselben einzulassen, wird, nachdem wasBarrsch, und nacb ihm un verkürztem Maaßstab«) Andre, wie z. B. Rost und der wtnklersche Gantkatalog geleistet haben, niemand von uns erwarten ***). Letztrer nennt, als warerloo's Hauptblatt: Die wilde Landschaft, wo der Engel dem Tobias den Weg zeigt; auch Barrsch hält es für eines von den schönsten 'f'). Von Blättern nach dem Unsrigen gestochen, nennt der einzige oberwähnte Gantkaralog: tl,s alornmA von W. Austin, wahrscheinlich nach einem in England befindlichen Bilde. Ein Verzeichniß meines sel. Vaters hat vollends alle vier Iahrszeiten nach W- von diesem Stecher; und eine andere unsrer Quellen nennt eine Folge von Landschaften von I. Errard, von I. G. Thelot sechste vergleiche, und eben so viele mit Figuren, von Vivares. w a t e r l 0 0' s (I.), von einem solchen Kupferstecher soll man eine H. Familie, eine Gesellschaft von vier Personen, und dann n»ch zwey andre Blätter haben, die Blumen auf einem Tische zeigen. Alles dies ohne den Namen eines Malers. Hkc. waeermil ( ) von Antwerpen. Ein solcher ehte ein, wahrscheinlich satyrisches Blatt, mit der Aufschrift: l'Ombre inique, conclsmnL pur Mnos, Lnque et kksäsmsnte, ou llescente aux ensters äs inort en 1721. sl^re. Wattn ( ), der Sohn. Ein solcher wird im Hlmausck 6u Lommerce lls Paris 1811. unter den damals dort lebenden— Bauten- undKutschen- malern genannt. Ob es dann schon der nämliche, oder vielleicht sein Vater sey, den bereits der ^Imanack kies Ksaux-/Vrts i8oö. S. 216. als Verfasser eines: 6o peintre, Ooreur, Ver- nisseur, 8°. (?r. 5 . kr.) anführt, ist uns unbekannt. *Watmann (Heinrich), Brullior nennt ihn auch Maler. 15 . Vl^. war das Zeichen auf den von ihm geetzten Blättern. waroie (E.). Von ihm sah man auf der Ausstellung der Kön. Akademie zu London 1791, eine Ansicht der St.Georgs Kirche (Zeichnung). Mrc. watson (Caroline), Stecherin in Punktir- mauier, geb. zu London um 1760. (Basan l^-i. sec. ,agt frisch weg 1759.), wahrscheinlich eine Ver, wandtin der nachfolgenden Künstler dieser Familie, und die immerhin ihrem Geschlecht und ihrem Geschmack durch ihre Kunst Ehre macht. Von ihr kennt man, zwischen 178Z —86 datirt, Bildnisse; wie z.B. nach R. E. Pine: Garrik, der die Apotheose Shakespears darstellt, und Miß Siddons in der Rolle der Euphrosine; nach I. Reynolds den Königl. Prinzen Wilhelm Friedrich, als Knabe; nach S. Shelley Miß Drummond mit ihren Kindern; nach G. Stuart den Maler West und den Stecher Woollet (klein und kleinlich); dann Viola, und Ophelia und Miranda, nach Shakespeare, die beyden letztem wieder nach Pine, und die erstere nach Shelley; das Nachdenken, nach Reynolds; den Knaben mit dem Hund, und den Knaben mit dem Vogelneste, beyde nach D. Murillo. Rost IX. 555 — 56 . Noch nennt ein anderes unsrer Verzeichnisse von ihr Bildnisse nach I. Hoppner und I. Smart; dann drey Amorine, die mit Vogelnestern spielen, nach Ph. Lauri. *) Dieser gab schon 1793. ein deutsches Verzeichniß der Blätter von waterkoo, welches späterhin wieder dem kewrre Olsveur einverleibt wurde. *-) Woher daSL». -zzBl. kennt, ist uns unbewußt. ""») »Der einzige Fehler" (sagtSartski, I.c.p.4.) »den man in einigen Blättern von rv. findet, ist, daß er das Helldunkel nicht sorgfältig genug beobachtet hat, und nämlich seine Lichter oft zu zahlreich und zu zerstreut find." f) Mit Ausnahme dieses einzigen Blattes werden, für ihren übrigen höher» oder geringern Werth, von Sartsch keine tankt- und »ur von einem derselben (die Mühle - bemerkt er, es gehöre zu den seltensten. Was dann Andere, wie Susan, GandEni, Malp II s.f. über watrrloo herbringen, ist keiner Rede wertb P r 5 Zooo Watson. * warso'« (Jacob), Stecher in Schwarzkunst, geb. zu London um 1760. einer der vorzüglichsten Englischen Künstler dieser Gattung, und wahrscheinlich der jüngere Bruder des nachfolgenden Thomas, dem er in keinem Theil ihrer Kunst nachstand. Sein Werk ist ungemein anziehend, zumal durch die Menge von, an die 5 c> reichenden, großen Bildnissen nach Reynolds, welche meist historisch, und in malerschem Geschmacke (?) gearbeitet sind. Rost IX. ZZi. Dort werden ungefähr die Hälfte derselben, im Katalog Wmkler noch etliche mehr angeführt; grüßtentheils Frauenbildnisse, ebenso wie ein Dutzend andre dergleichen nach F-Boucher *), F. Cotes, P. Falconek, H. D. Hamilton, L. Kettle, P. Lion, R. §. Pine, A. Ramsay, C- Read. Zu den schönsten zählt der vorerwähnte Katalog die Gesellschaftsbilder der Herzogin Elisabeth von Buccleugh mit der Lady Mary Scott in einem Landschaftsgrund, und der Lady Sara Bunbur», die durch ein Fenster zwey ihrer Freundinnen mit C.J. Fox lustwandeln sieht (selten), beyde nach Reynolds, und Rost die Miß Lascelles mit ihrem schönen Jagdhunde, nach Cotes. Wir nennen noch, in anderer Rücksicht, die unglückliche Königin Caroline Mathildis, wieder nach Cotes, und Miß Elliot, als Juno **), nach Kettle. Dann Mannerbildnisse nach A- van Dyck, T- Gainsborough, Ch. Grignion, L. Hickey, D. Martin, C> W. Pele, R. E. Pine, C. Read, I. Reynolds, I. Riley, A.Romney, P.P. Rubens, C. Vanloo und B. West. Unter diesen bezeichnet der Katalog von wmkler besonders als sehr schön : Den Erzbischof Laud, nach van Dyck, und den Westminster-Schulmeister, P. Burby, nach Riley ***). Wir nennen noch: Den General Monckton, neben seiner Kanone, nach West; den Edward Payne mit der (Uns) entzückenden Unterschrift: In csuse ok Istbertzr snä unz^ Oountrv, nach Pele; dann nach Reynolds: Den Admiral Rodney, den General Granby vor seinem schönen Pferde, den angenehmen Marquis von Tavistock; die — Geister Johnson, Burke, Beattie, den Architekt James Payne und James Payne den jünger» beysammen in ihrer angenehmen traulichen Einfalt; den schönen P. Pontius, nach van Dyk; Rubens u. s. Familie nach I. Jordaens; den Dr. R. Mead, ohne Namen des Malers. Ferner von Mannigfal- gem: Eine Madonna, und die Kinder im Walde, nach Reynolds; die sitzende Frau, die sich ans Küssen lehnt, und, als Pendant, eine andere, die ihren todten Vogel beweint, nach Ebendemselben; die musikalische Dame, die Holländische Köchin, und den weiblichen Korrespondent, alle dreye nach G. Metz»; die lesende junge Frau beym Lampen, schein , nach G. Schalken; den Spanier auf der Entenjagd und den Hund des Lord Bentink, beyde nach G. Darret. Endlich zwey Seestürme, den einen nach I. van der Hagen (aus dem Kab. Cotes) sehr schön, den andern wohl eben so, nach W. van de Velde. Alle diese Blätter sind von 1762 — 87. datirt, wovon das Bildniß des Admiral Rodney das älteste, und der Sturm (!) nach van der Hagen das jüngste ist. Noch nennt Füßli ll. 68. von ihm, als sehr geschmackvoll geschabt, den Kopfeiner schönen jungen Frau in griechischem Putze, mit einer besonders reisend angebrachten Hauptbinde, nach A. Aüegri. * — — (Riley). Ein Gantkatalog rubrizirt von einem solchen (wie einer unsres Freunde meint, als Kupferstecher) das Bildniß eines Dr. Richard Watson. Burby, Master of Westminster-School, worunter aber kein anderes als jenes von Jacob Watson nach Riley gestochenes gemeint seyn kann. Watson (Thomas), Stecher in Schwarzkunsi und in Punktirmanier, geb. zu London 1748. und gest. daselbst 1781. Dieser einsichtsvolle Künstler gab von seiner frühesten Jugend an Proben von seiner Fähigkeit, und, obgleich er schon in seinen brßten Jahren starb, so hat er doch eine Menge Blatter, in Bildnissen und Geschichte mit gleich gutem Erfolge bearbeitet. Die Künstler, nach welchen er Bildnisse geliefert hat, sind folgende: N. Dance, Drouais, D. I. Gardner, Lely, A.Poggi, Prud'homme, Rembrandt, I. Reynolds (nach diesem am Meisten), B. West, G. Willison. Von diesen werden die Bildnisse des Schauspielers Garrick, des Bischofes von Bristol, Lh. Newton, und Heinrich Friedrichs Herzogs von Cumberland, alle dreye nach Reynolds, und John Sawbridge's, Aldermanns von London (stehnde Figur, als Brutus) nach West für besonders schön, und Lady Townsed mit ihren beyden Schwestern, welche dem Hymen opfern, wieder nach Reynolds, vollends für ein Capitalblatt gehalten. Wir nennen noch, in allerlei Rücksichten, die sogenannten sechs Schönheiten von Windsor, nach Lely; Rembrandts Vater und das Brustbild eines Rabbiners (schön) beyde nach Rembrandt; dann den berüchtigten Marren Hastings, Miß Crew als H. Genoveva lesend unter einer Heerde Schaafe, und Miß Sheridan als St. Caecilia auf dem Klaviere spielend, alle wieder nach Reynolds, und endlich Mad. de Barre >f-), nach Drouais. Dann von Geschichtlicher» und Mythologischem: Maria hält das Jesuskind, dem der kleine St. Johann ein Lamm bringt, nach A. Allegri, aus dem Kabinet R. Smith. Füßli II. 65 . nennt es, und beschreibt das Urbild. Den Tod des Marc Anton nach Dance f's). Diana nach Nixon. Phile- mon und Baucis bewirthen Jupiter und Merkur, nach Rembrandt (Kapitalblatt). Ferner: Den Sturm mit Blitzen, nach H. Kobell (Brandes nennt es „sehr schön"). Endlich allerley Romantisches und Kostüme-Blätter, nach H.W. Bunbury, Gardner, F. Weatly und Reynolds: z. B. die Gänse des Bruders Philipp, den Besuch auf dem Lande, und die Abreise von la Fleur, auS Uorick, alle dreye nach Bunbury; Heloise, und als Gegenstück Abälard, beyde nach Gardner; die schöne Straßburgerin, nach Reynolds; Sigismunda, mit dem Herzen ihres Geliebten im Becher, nach Weatly. Alle diese Blatter datiren sich von 1770 — 82. Das älteste ist der Sturm nach Kobell; das jüngste — die Gänse des Bruders Philipp. Rost IX. 228 —zi. ^Erstes. Andre nennen noch, als Maler, nach welchen (ungewiß, ob Jacob oder Thomas) Bildnisse geliefert haben: F. Fry, G. Hoare, A. Kaufmann, Netschcr, W. Thompson, Tocquö, Torelli, S. Webster und I. Whrigt.— Ferner (eben so) Gegenstände von Mancherlei Gattung, nach: K.Carriera, F. Hals, Heilmann, N. Hone, A. Kaufmann, Ph. Mercier, Moreland und Ostade. — — (V.). So nenntFiorillo V. 477. einen Englischen Bildhauer aus der ersten Hälfte des XVIII.Jahrhunderts, Schüler von Gibbons, der demselben bey seinen Arbeiten zu Chatsworth be- hülflich war, und die Knaben (?) u. a. Ornamente in der dortigen Kapelle ausführte. 2 ) Die — Pompadour! Welcher Fleck mitten unter der hehren Schaar dieser Britinnen! «"-') Daß also dieser jämmerliche Geschmack vom Hofe LudivigXiv. auch nach dem freyen Britannien überging. S. unten den irrgen Art. Riley watson. 4 ) Sollte es etwa gar die Französische du Bary seyn? chf) Ein vortrefliches r'langes und v 4" breites Blatt, welches in Deutschland z TH. -»Gr. kostete. Eine ausführliche Beschreibung desselben s. in Mtusrl' s Miscell. iv. 46 — 47. Watt. Watt oder Watts (Johann), Zeichner und Schwarzkunststecher, geb. zu London, und dort blühend um 1770. Rost IX. scheint ihn nicht zu kennen. Dagegen nennen theils die Kataloge von Wmkler und Brandes, theils einVerzeichniß meines sei. Vaters von ihm: Die Bildnisse Nathan. Lce's (tko lVlast - Poet) nach Dobsom, Vandyck's (als Jcarus, dem Dedalus die Flügel anbindet) nach Vandyck, und Joseph Baretti's *), nach Reynold's; dann zwey Platter Jagden nach A. Hondius, und die Mustek, nach A. Kaufmann. S. auch den ff. Art. w. Watt. — — (S.). Von einem solchen heißt es bey Basan Lst. aec. (wie richtig, müssen wir dahin gestellt seyn lassen), daß derselbe eine sehr interessante Folge von 84 Englischen Landhäusern gestochen habe. Anderwerts werden von einem solchen Platter nach A. Kaufmann angeführt. S- auch den vorstehenden Art. Johann W- am Schluße. — — (W-oder J.). Von einem solchen heißt es bey Fiorillo V. 7Z4. »Zu den Ansichten von Indien durch Daniel!, von China, Aegyv- tcn u. s. w., gesellen sich nun auch w- wart's Prospekte aus der Türkey, Palästina und Syrien, die seit 1804. herausgekommen sind **). Der vormalige Englische Gesandte in Constanti- nopel, Sir Robert Ainsli, einer der gelehrtesten Alterthumsforscher, Mänzsammler rc ließ durch den italienischen Zeichner Luigi Mayer die merkwürdigsten und mahlerischsten Ansichten aus den europäischen und asiatischen Provinzen des türkischen Reichs zeichnen, und nach dieser köstlichen Sammlung gab nun Watts diese Sammlung heraus. Er ist mit dem Buch - und Kunsthändler Bowyer in Streit gerathen, welcher gleichfalls Prospccte in Palästina, angeblich aus derselben Sammlung, herauszugeben angefangen hat. Allein warrs bewies sein unbestrittenes Eigenthums- recht daran, und wurde, nach der Verfassung des englischen Buch - und Kunsthandels auch in seinen Ansprüchen geschützt". S. auch den gleich ss. Art. Anderwerts werden einem solchen w. Watt Blätter nach Vandyck, Dopsom, Reynolds und P. Sandby zugeschrieben; wohl meist durch Verwechselung mit Arbeiten von Johann W. — — ( ), ein Englischer Landschaftsmaler neuerer Zeit, und vielleicht mit dem Vorstehenden Derselbe, bereiste die Schottischen Hochlande, und seine Bilder sollen, vornehmlich in den pittoresken Effekten der Lichter und Schatten in jenen Nebelgebirgen, die Gilpinschen Blatter noch übertreffen. Fiorillo V. 8Z0 — 01. Dann gab wohl einer der beiden letztgedachten Warr's (1806.) ein Dcvotionsbiatts?) nach Docock, von welchem es hieß: Die Figur sey sehr gut angelegt (?) und der Stich fleißig, aber daS (ungenante) Ganze mache keinen angenehmen Eindruck. Oeffeml. pJachr. *watte!e, s. obenundim Lex. Watele. * Watrerl 0, s. oben und im Lex. waterloo. *watrerschoor oder warrerschorr (Heinrich). Don ihm besitzt die Gallerie zu Schleis- heinl eine Landschaft mit einer Leinwandbleiche, von Männlich. * Watts, s. gleich oben Watt. Waydorf, s. die gleich ff. Art. waydorff. waydorff, (Christian Heinrich Graf von) Herr auf Pforten, Forste, Krostau und Rodewitz- des Königs vonPohlcn und Churfürsten von Stich- Maß d 0 r ff §oc>r sen Kammerherr, Hof- und Justitzienrath, Dom- probst zu Bautzen und Domherr der beiden Stifter Naumburg undMerseburg — Titels genug! Er war der Sohn von Christoph Heinrich, einem (in den Grafenstand erhobenen) chursachsischen Kabinets- minister, und wurde auf dessen Gute Krostau 1698. gebohren. Der unsere war ein Liebhaber der Mathematik und überhaupt der Wissenschaften; kam aber wegen eines Duells mit dem zu seiner Zeit in Sachsen allmächtigen Grafen Brühl 173z. als Staatsgefangener auf die Festung Königstein, wo er 1744. starb. Seine Güter (die Brühl erhielt) wurden konfiscirt und seine ganz herrliche Bibliothek, die er zu Krostau gesammelt hatte, der Bibliothek zu Dresden einverleibt. Orro's Lexik, der Dberlausryer Schriftsteller B, lll- Abth.s. S. 466. Andre setzen seinen Tod in 1749. Er hat zwey bärtige Mannsköpfe geetzt; den einen in qu. kl. 4° mit einem Lorbeerkranze,, den andern qu. 80. m bloßem Kopfe. Man findet sie auf dem Dresdner Kupferstichsalon in dem Volumen der Kunstliebhaber. Ein, mit L- A. de waydorf bezeichnetes, von IVl. 6. (Dernigeroth) gestochenes kleines Bildniß stellt nicht den klüftigen, sondern seinen Vater bar. Waydorff, (Heinrich August von). Maler, und seit 1796. pensionirter Königl. Sächsischer Lieutenant zu Dresden, geb. zu Gceitz 1760. Derselbe genoß in dem väterlichen Hanse den ersten Unterricht in den Wissenschaften durch einige Hofmeister. Schon in der frühesten Jugend empfand er Freude an Malerey. Dieses Talent blieb aber, wegen Mangel an Unterricht, unentwickelt, bis ungefähr in seinem eilften Jahr ein benachbarter Maler auf dem Ritterguts seines Vaters, Hohenölssen, Namens Weber, ihm zuweilen Anleitung gab. Nach zwey Jahren bekam er einen Hofmeister, mit Namen Törnberg, eines Bildhauers Sohn aus Arnstadt, der ihm einigen Unterricht im Zeichnen ertheilte. Im 1 .1778. gieng er nach Leipzig auf die Universität, wo er zwey Jahre studirte, und ebenfalls einigen Unterricht im Zeich, nen empfieng. Im Herbst 1780. wählte er den Soldatenstand und gieng unter das Infanterieregiment von Lindl. Ohne weitere Anweisung setzte er für sich allein das Zeichnen zu seinem Vergnügen fort, fieng auch an, in Wasserfarben zu malen, bis er 1788. mit dem Regiment nach Dresden in Garnison kam. Dort wählte er sich den Hofmaler Klengel zum Lehrer, dessen Unterricht er eilf Monate genoß, und dem er alle seine, in der Kunst gemachten Fortschritte verdankt. Landschaft und Vieh war sein vorzügliches Studium. Als er wieder in sein Standquartier nach Awickau zurück gieng, fieng er das Oelmalen an, und kam auch nach und nach zu einer Sammlung von Gemälden und Kupferstichen alter und neuer Meister, die er immer noch zu vermehren sucht. Zu Anfang des 1 .1793. kam er wieder auf einige Monate nach Dresden, und benutzte auch da im Oelmalen den fernern Untericht von Klengel. Er that so Fdrtr schritte, daß er im Stande war, in Dresden und Berlin einigemal Gemälde auszustellen (z.B. eine Kopie nach Wouwerman und zwey« nach Wagner, beyde in Oel), welche Beyfall erhielten. In 1 794 - gieng er mit dem ersten Bataillon des Regiments an den Rhein und machte den Feldzug mit, zeichnete aber auch dabey Gegenden am Rhein, in der Pfalz und lauf dem HundSrück, nach der Natur. Mit Anfang des März 1795. kam er in sein Standquartier, und im folgenden Jahr nahm er seinen Abschied. Bey der Kunstausstellung zu Dresden 1794. sah man von ihm ein Paar gute Kopieen-nach A. Osiade und Lingelbach. Bey dieser Gelegenheit heißt es von ihm (Mensel'« Mus.260. Eines uns zu Venedig wohlbekannten gescheuten Grobians, Verfassers von Briefen über Spanien- *») Vie>v« in 8/ris, kniestior elo. X. Cskierz. toi. mit einem erklärenden englisch - französisch?» Terte. P 1' ' vor Waßki. „Er hat ein sehr richtiges Aug für den Ton und die Farbengebung der Alten (?), und hatte in dieser Hinsicht ein Paar gute Copieen nach Osiade und Lingelbach geliefert." Auf dem nämlichen Salon »8oZ. fand sich von ihm eine sehr gelungene Wild, schweins,Jagd in Oel. ilkc. Und auf derjenigen von 1807. ebenfalls in Del: Polnische Juden mit ihrem gewöhnlichen Fuhrwerke, welche Waaren zur Grabt fahren: „Ein niedliches Kabinetsstück" (liest man in Mensel's Archiv II. (Z.) 9.), „ getreu nach der Natur copirt." „In neuern Ta, gen" (heißt es in so eben erhaltenen Notizzen von einem unserer Freunde) „wandte sich unser Kunst, ler von Dresden nach Meißen, verheirathete sich dort, und wohnte theils hier, theils auf einem in der Nähe liegenden Weinberge. Der Eifer, mit dem er Kunstfachen aller Art zusammenzubringen suchte, hatte einen verderblichen Einfluß auf seine Dermögensumstände. Um 1808. sah er sich daher genöthigt, Meißen und Sachsen zu verlassen; man weiß seit dieser Zeit dort nichts bestimmtes von ihm, vermuthet aber, daß er sich nach Wien gewandt habe. Auf der Dresdner, Ausstellung 1802. sah' man von ihm eine Landschaft in Potters Ma, nier, und auf der von 1806. eine freye Nach, ahmung des berühmten Potterschen Gemäldes, was man ehedem zu Cassel fand. Er war ein tref, licher Maler sowohl in eignen Erfindungen (Land, fchaften, die er gewöhnlich mit abgetriebenen Pfer, den, Postillionen rc. meisterhaft staffirte) als in Kopiern nach andern Meistern. RosmäSler radirte nach dem unsern einige kleine, nummerirte, artig gezeichnete Blatter, mit Pferden, Postreutern rc. (Mensel III. nennt in seinem Artikel seinen Lehrer Klengel irrig als Hofmaler; es muß heißen Pro, fessor. Auch hieß des Bildhauers Sohn Dörnberg, nicht Törnberg)." wayki (Jakob), ein Goldschmied, der 1641. Meister zu Dresden wurde, und hier,679. oder 1680. starb. Wenzel watzki, vielleicht sein Bruder, erhielt dort 16^7. das Meisterrecht als Goldschmied. In 1676. war dieser nicht mehr am Leben. — — (Wenzel), s. vorstehenden Jacob Watzki. *Wau ermann, s. wourverinans im Lex. und in diesen Zusätzen. waultier, vielleicht vaulrier ( ), von Meulan (sors. Melan), ein Baumeister des XIII. Jahrh, der die von Jngelram angefangene Kirche U. L. Frauen zu Rouen ausgebaut haben soll. Marperger S. 247. * wa uma n s(Conrad), Zeichner und Kupfer, stechcr, geb. zu Antwerpen um 1620. (Wohl frü, her *)). Derselbe ahmre die Manier seines Lehrers Balliu mit Erfolg nach. Beyde waren gute Ste, cher mit dem Grabstichel, aber nicht immer richtige Zeichner. Von Wauman s kennt man eine ziem, liehe Anzahl Bildmffe, und einige historische Blät, ler. Von letzter» nennen wir, nach Rubens eine Abnehmung vom Kreutze und eine Himmelfahrt der H. Jungfrau; nach van Dyck ein Paar Madonnen mit dem Kinde, und Mars und Venus. Von Bildnissen: Ueber ein Dutzend von Künstlern, für das sogenannte Cabinet von I. Meyßens( 1649.); andre, in Gesellschaft von C. Meyßens und Jode für die: lies 8ouverains etc. lls Ura- dant; dann einzelne nach van Dyck, A. van Hülle, I. M. Morandi (Clemens IX.), und Tltian (Carl V.). Rost VI. 229 — 20. Mrc. » — — (Cornelius). So nennt Gandellini (wohl durch Verwechselung mit obigem Eonrad dieses Geschlechts, den er ebenfalls kennt) einen Webb. Kupferstecher, von welchem er eine St. Anna nach Rubens, und Bildnisse des Malers Johann Both, und des Kupferstechers Johann Sadeler anführt. Jener St. Anna von einem waumans wird in den Katalogen der Blatter nach Rubens nirgends gedacht; und bey deLie finden sich etliche Künstlerbildnisse, welche Mit Loen VVoumans so. so undeutlich bezeichnet sind, daß das Coen wirklich eher für Lorn. als für 6onr. zu lesen ist. Mikrologie! wir wissen es wohl, aber nur wieder Einer von den vielen Beweisen, was in der Kunst, geschichte Alles — irre führen kann. Waur (I.), ein sogenannter, uns sonst ganz unbekannter Künstler, malte um 1662. Landschaften, Ruinen, Viehstäcke, u. s. f. Mrc. waurers (Franz), erscheint in dem Ebur, baierschen ^ofkalender auf 1780, als Hof, baumeister im Jülich, Bergischen. — — (Johann Ludwig). Einen solchen, geb. zu Gent »721. der einige artige Landschaften gesto, chen habe, nennt, wohl apokryphisch, Basar» L6. sec. Db es etwa ein wouters (freylich keiner des Lex.) seyn könnte? * wautier (Carl). Nach ihm gestochen hat Z. B. C. Jode das Bildniß von C. A. de Longneval, und P. Pontius dasjenige von Andreas Cantelmus. * waxmurh, f. wachsmuch im Lex. und oben. waxschlunger (J.G.). Wir kennen eine Folge 4 in qu. fvl. charakteristisch schön radirter und nummerirter Blätter mit Jagdhunden, todtem Wilde, Vögeln rc. die, neben der Verlagsadresse von Christoph Weigels Wittwe, nur bezeichnet sind: A. 6. clel. Anderwärts will man noch vier solcher Blätter von ihm kennen, indem man zugleich beifügt, Wachsschlunger habe sie sämmtlich eigenhändig geetzt. ilkn. Ob dieser Künstler etwa der Vater des nachfolgenden seyn dürfte? *— — (Paul). In der Gallerie zu München findet sich von ihm ein von Hunden zu Boden gewor» fener Hirsch (2' hoch, 2^8" 2^" br.), und in der, jenigen zu Schleisbeim: Ein Feldhuhn, ein Roth, specht, u. a. todte Vogel auf einem Steine liegend; zu Lustheim ein todter Fuchs nebst einem Hund, und ein Blumenstück. Mehr andere Blumen- und Fruchtstücke nennt der alte Katalog von Schleis, heim. Wo solche sich gegenwärtig befinden, ist uns unbekannt. * wayer, s. im Lex. und unten Weyer. Waynner (Blasius), und Wolf Barehel, beide Werkmeister, die in einer Urkunde von 1229. erscheinen. Damals wurde ihnen der Bau der Stadtkirche zu Mügeln in Chursachsen verdungen. Job. Gorrl. G«nz, Historie des Rlosters zu Sornzigk. waxrh, s. unten weich. webb (Heinrich). In der Gottesacker, Kirche zu Tvnna im Gothaischen, findet sich eine Inschrift, welche besagt, daß der unsere l470. angefangen habe, den Chor derselben zu erbauen. GalIerti Geschichte der Herrschaft Tonna. Das. 1777. 8 °. S. 101. — — (Johann), ein Englischer Baumeister, Schwiegersohn und Schüler von Jnigo Jones; baute, neben Andern,, den Landsitz des Lord Mountford zu Horsebealh in Cambridgeshire, und Ambresbury zu Wiltshire, nach den Zeichnungen seines Lehrers; dann zu Gunnersbury in edclm -»-) Der leidige Basan (k786. und 1818. als Kön. Sächsischer Kapellmeister und Musikdirektor der teutschen Oper zu Dresden lebend. Dieser in seiner Kunst bereits in ganz Teutschland hoch angesehene Meister, versuchte sich in seinen frühern Jahren auch, mir Glück, im Gebrauch der Nadel und im Malen in Oel, Miniatur und Pastell. Als Sennefelder in München den Steindruck erfunden hatte, wurde sein reger Geist sogar von der Idee ergriffen, diesem den Rang abzulaufen; und es glückte «hm auch wirklich wie er glaubte, dieselbe noch geheim gehaltene Erfindung ebenfalls, und zwar mittelst einer noch zweckmäßigern Maschinerie, geübt zu haben. Da Weber nunmehr diese Sache ins Große zu treiben gedachte, so zog fein Vater mit ihm nach Freiberg in Sachsen, wo alles Material am beßken schien bey Handen zu liegen. Dies geschah in oder gleich vor dem Jahre iLoo. Allein das 2 ) S. dessen Schreiben an Lichtenberg im Gittuigischen Magazin. -782. St. VI. S. grx 62 ) Vjsvs, of rke 8oinl>-8eri-I«I->oefte seit 178g. 5004 Weber. Mechanische dieses Geschäftes wurde dem geistreichen Weber bald zuwider; er gab seine Unternehmung auf, und warf sich von Neuem in die Arme der Tonkunst und der Composition. Lon- versarions-Lexikon. Weber (Demoiselle Caroline), zeigte auf der Ausstellung zu Dresden 1810, ein Blumenkörbchen in Stickerei, — — (Caspar). So hieß ein Steinmetzgeselle von Zürich, der 1692. zu Dresden arbeitete. — — (Franz oder Johann Thomas), geb. zu Augsburg 1763. »Zeichner, Maler und Kupferstecher, in charakteristisch- historisch- allegorisch- und biblischem Fache, Hhiere, Landschaften u.s.w. wie auch in Blumen für Kotton- und Seidenmanu- fakturen, Hausgeräthe, Antiken und andern Gefäßen der in Silber und Gold arbeitenden Künstler in Augsburg"; so heißt es buchstäblich bey Mensel III. (r8og.), wo er noch unter den Lebenden erscheint, und von ihm weiters bemerkt wird: „Er arbeitete vorzüglich in Chodowieckyscher Manier (?), und hat in derselben Mehreres, z.B. für den Rellwagischen Taschenkalender, dann getuschte Blätter zur neuern Augsburgischen Geschichte geliefert«. Bey Lipowski, wo er als Johann Tbsmas und (i8ro.) ebenfalls noch als lebend erscheint, heißt er ein Modellschneider zu Augsburg, der aber das Kupferstechen bey Söckler in München erlernt habe, bann glückliche Versuche in Ehodowiecky's Gattung machte, und hierin auch Vieles für London arbeitete; mit dem weitcrn Beyfügen: „In »8oi. erhielt er eineStelle beim Stadt Augsburgischen Rechnungswesen, die ihm wenige Tage in der Woche benimmt, und er also noch immer im Stande ist, seiner Kunst, worin er sich so gut auszeichnet, obzuliegen. Unter seinen kolorieren Kupferstichen sind das russische, französische, österreichische, baierische, spanischere. Militär in mehreren Blattern bekannt". Noch bemerkt einer unserer Freunde (vollends 181g.): „Er führt zu Augsburg auch einen Kunsthandel. Mit seinem öelin. er sculP. haben wir eine Anzahl radirtcr und kolorirter Stick- und Strickmuster gesehen; dagegen nur mit seinem excuö. radirte und kolorirte Landschäftchen". Nach ihm haben Ang. Dalbon, P.J Laminit, v. Polt rc. schlechte Titclkupfer für Buchhändler geätzt. — — (Friedrich), erscheint in dem Berliner- Adreßkalender anf iSno, als ein dortiger Wachs- xoussircr, „derBildnisse fertigte, sowohl en Büste als en Miniatur«, für deren genaueste Aehnlichkcit seine vieljährigcn bekannten Arbeiten sprechen; dann alle Arten von Früchten und was man sonst verlangte. Er verkaufte auch die feinsten Nah» und Gtrickkirbchen, und ließ sein neuar- rangirtrS Wachsfiguren - Kabinet gegen Einlaßgeld besichtigen". In 1809. war er nicht mehr am Leben, wohl aber seine Wittwe die auch die Kunst ihres Mannes zu Berlin betrieb. — — — — Zeichner und Kupferstecher, geb. im Wirtembergischen, lebte noch zu Augsburg um 1809. Als Sohn eines Webers lernte er in frühern Zeiten das Gewerbe seines Vaters; doch, ein natürlicher Trieb zu der Kunst bewog ihn, dasselbe zu verlassen. Zuerst zeichnete er Dessins für Zitzmanufakturen; bald aber gieng er zu größer» Gegenständen über. Vorzüglich widmete er sich der Landschaftzeichnerey. Seine von ihm selbst in Kupfer gestochene Arbeiten druckt er mit Farben ab. Im Nachstiche gab er in mchrern Lieferungen die vorzüglichsten Blätter vonW.Hamilkon's Prachtwerke über den Vesuv. Merisel III. Eine nähere Nachricht über diese Blätter (12 an derZahl) von ih-'z" Länge u. 10" Höhe, welche zusammen für so fl. Pränumerations-, oder 24 st. Subscripkions- preiß verkauft wurden, s. inEbendeß. Arch. I. Weber. (4.) 146-49-, wo ein Reichsfreyherr von G -a davon bezeuget: „Die vor mir liegenden drey ersten Blätter rechtfertigen den großen Beyfall, den sich der Künstler durch ihre fleißige, nette Ausarbeitung und schöne Illumination hier" (Augsburg i 8 o 5 .) „überall erworben hat." Weber (Friedrich Hermann), Candidat dec Gottesgelahrtheit aus Curland. Das Verzeichnis der Hendelschen Gemähldesammlung zu Halle im Magdeburgischen (i 8 v 5 .) G. 7b. nennt von ihm das Brustbild eines jungen Capuziners in Pastell auf Pergament. Dieses Glück, das er 1780, während seiner Studentenjahre zu Halle unter Prangen's Aufsicht fertigte, soll seiner Zeichnung und seines Colorites wegen unserm jungen Künstler (Dilettanten?) Ehre machen. — — (Fr.), ein Kondukteur zu Berlin, um das Ende des vorigen Jahrhunderts. — — (F. G.), ein Kupferstecher von dem wir ein schlechtes Blatt (vermuthlich Kopie) nach der Angel. Kaufmann kennen, das in der Englischen punktieren Manier gefertigt ist. — — (F. H. ) s. unten Job. Heinrich Weber. — — (Georg), ein Zimmermeister und geschickter Mechaniker von Dünkelsbühl gebürtig. Da er den aufrührerischen Bauern hölzerne Kanonen gefertigt hatte, so würde er 1826. in große Strafe verfallen seyn, hatte man ihn nicht „seiner Künstlichkeit wegen" losgebeten. Vorzüglich schätzte man ihn der großen Kenntnisse wegen, die er in allen Dingen besaß, die sich auf das Bauwesen beziehen. Um » 53 o. ließ er sich in Nürnberg nieder und st. 1567. Doppelmayr. Panzer führt sein Bildnis 8°. in Kupferstich an, mit dec Jnnschrift: Lmerman, starb in Nurnb. I567. (ohne Künstlerbes Zeichnung). — — (Gottfried), s. oben Joh. Eleaz. Schoenau. — — (Gottfried Amandus), ein Maler in dec ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts zu Eisleben im Mannsfeldischen. I. T. Erd m a n n' s Llschr.von der/eyer des andern Evangelisch- Lutherischen Jubelfestes zu Eisleben. Das. 4 ". S. 63 . — — (Hans) von Schwabach, suchte i 58 o. Münzwardein der Stadt Regensburg zu werden. Hirsch teutsches Münzarch. II. 27g. Ein Johann Weber, Bürger und Goldarbeiter zu Schwabach, wurde von dem Markgrafen von Brandenburg Onolzbach 1623. als Münzmeister zu Roth angestellt; I. e. IV-, 192. In 1628. hob man diese Münzstätte jedoch auf. Ein Hans Weber endlich war Münzwardein zu Erfurt und erscheint 1097. und 1602. l. c. III. no. 209. Ob dieser Artikel sich auf drey, oder zwey, oder nur Eine Person bezieht, vermögen wir nicht zu bestimmen; und eben so wenig ob derjenige Hans Weber, der 1604. als ein Goldschmied zu Nürn- berg (Trecbsefts Lstürnberger Johannis- Rirchhof. 17Z5. 4°. S. 232 .) erscheint, mit ihnen in Bezug zu setzen wäre? Der letztre mag derjenige seyn, dessen Bildnis (ohne Kunsibezeichnung gestochen) Panzer angiebt, mit der Jnnschrift: A'oüa»» äoläsokmid in blürnb. starb » 634 . — — „ — vergleiche auch unten Johann Weber. — — oder Wäber (H.). Ein Gantkatalog rubricirt von einem solchen eine Folge, welche die zJarionen der vier welcrheile darstellt; ohne jedoch zu bemerken ob als Zeichner, oder als Stecher. Weber. Weber (Jacob), ein Stcmmetzgeselle der 167 ). und l 08 l. zu Dresden arbeitete. Er war von Zürich gebürtig. Mrc. Webster. §oo§ Histsr. Aachr. welcher Gestalt das andere Evangelisch-Lutherische Jubelfest 1717. in E-sleden celebrirer worden. Das. — -- (Johann), Baumeister des HerzogS Johann Ernst zu Sachsen-Eisenach. Man nennt ihn um 1627. gelegentlich der Renovation der Kirche auf der Wartburg. I. M-R(och). Historische Erzählung von der Wartburg. Leipzig und Eisenach 1710. 8°. S. i 83 . Ein Gleichnamiger, gebürtig von Koren (?), arbeitete iö 65 . als Steinmetz in Chursachsen; und ein Desgi. Drechslergeselle von Leipzig, 1672. zu Dresden; und ein Desgi., Schüler des ib 63 . zu Nürnberg verstor- Johann Neudörffer, war ein vorkreflicher Schön- schreibet. Der letztere lebte zu Erfurt. M-c. * — — — — So heißt bey Mensel II. (1789.) ein Medailleur deutscher Geburt, zu Florenz, von welchem dort zwey in 1782. gefertigte *) Schaumünzen zum Andenken des — Aufenthalts des Königes und der Königin beyder Sicilien zu gedachtem Florenz angeführt werden. Auch bey Merisel III. (1809.) erscheint er wieder, hier aber mit der beygefügten Frage: „Ob er wohl noch zu F. ist?. Vielleicht im Reiche der Todten"? Wir hinwieder fragen, ob er mit dem Medailleur Johann Christian Weber(Schüler von Wermuth) des Lex. noch derselbe, oder etwa dessen Sohn seyn dürfte? — — — — vergl. auch oben Hans Weber. — — (Johann Caspar), kommt, als des Markgrafen von Brandenburg-Culmbach Kammerdiener und Hofgoldschmied,; 1746. vor. Eulm- bacher Adreßkal. — — (Johann Christian und Johann Matthias). So heißen in Sicul's Annalen zwey Eticker und Jnventionözeichner ihres Faches in Leipzig, zu Anfange des XVII. Jahrhunderts. -- — (Johann Georg), Kupferstecher zu Augsburg. Er arbeitete mit an den Prospekten und Nissen die, nach den Zeichnungen des Sam. Kleiner, von dem bambergischen JagdschlösseMar- quardsberg, in dem Verlage der Erben des Jer. Wolff auf 6 Bl. in qu. fol. 170«. erschienen. Ein Gantkatalog sagt, ein I. C. woher habe das Bildnis des Malers Joh. Ulrich Heideggers von Zürich gestochen; wir vermuthen jedoch, daß dies nur ein irriger Name des Unsrigen sei. — — (Johann Heinrich), Kapitain und Ingenieur des Landgrafen von Hessen-Cassel, zeichnete 1710. (an Ort und Stelle) die durch den Prinz von Anhalt Dessau vollführte Belagerung von Air, welches Blatt J.G- Herrewyn der junge in qu. fol. gectzt hatte Wir kennen auch noch einen Plan dieser Stadt und des Forts St.Franqois, nebst dem Angriff desselben, den gedachter Prinz in gleichem Jahre iuntern ahm. Dieses Blatt (was, von P. Devel mittelmäßig in qu. fol- gestochen, zu Brüssel bey Eug. H. Frix 1711. erschien) ist zufolge der Bezeichnung von einem/. H. Weber, Kapitain und Ingenieur des Landgrafen von Hessen-Cassel nach dem Leben gezeichnet worden. Fast glauben wir aber eher, daß Devel ein /. für ein I. gestochen habe, als daß Obige zwey von einander zu unterscheidende Personen abgaben. — — (Joh. Ludwig), erscheint in dem Herzog!. Mecklenburg-Strelitzlschen Graarskalender auf 1806. als dortiger Hofmaler, jedoch mit dem Beisätze: abwesend. — (Johann Siegmund), ein Maler zu Eisleben im Mannsfeldischen 17-7. vielleicht der Vater des obigen Gottfried Amandus (w). Weber (Johann Thomas), s. oben /ranz oder Johann Thomas w- — — oder Waebee (I. C-), Johann Georg W. vergl. oben — — (Matthias), stach zu des Herrn P.Usteri vonZürch, in 1790.«°. ju Strasburg erschienenem: Oelectus opusculorum dotsniookuiu. — — (Otto). Von einem solchen sah' man 1818. auf der Kunstausstellung zu Dresden zwey antike, in einem großen Maßstab gezeichnete Säu, lenfüße. Er war zu dieser Zeit Schüler des Baumeisters Siegel in Leipzig. M-c. * — — (Sophia Elisabeth). Das Lexic. zeigt an, daß die Tochter des Malers Dav. Rloeckner, Sophia Elisabeth, die sich selbst mit der Kunst abgegeben habe, den Künstler Elias Brenner heirathete. Unterdessen finden wir in der Beschreibung des Königreichs Schweden 8°. Regensburg 1707. I. 58 /z. wo Brenners Ehefrau Sophia Elisabeth wegen ihrer Sprach- kunde und Dichtertalent erwähnt wird, wohl daß sie dem Maler Rloeckner, wegen Abfassung eines Buches über die dem König von Schwede» zustehenden Malereien, um 1700. in netten Versen gratulirte; aber, anstatt daß sie hierbei) als die Tochter desselben benannt wurde, scheint, dem Sinne der Anführung nach, vielmehr gar keine Anverwandschaft zwischen ihnen statt gefunden zu haben. Jächer nennt diese Sophia Elisabeth, unter dem Art. ihres Mannes, ausdrücklich eine geborne Weber und die letzte (gelehrte) Ehefrau des Brenner. — — (Thomas), ein Bau- und Mauer- meister zu Wiltenberg in Sachsen, wo er ik- 5 . starb. — — — — so nennt sich gewöhnlich der obige /ranz Thomas (W ). — — ( ), Schüler der Zeichenschule zu Meißen, von dem man auf der Dresdner-Ausstellung i 8 o 3 . drei Blumenstücke nach Arnhold in Wasserfarben sah. — — ( ). Ueber der ersten Seite in: Allgemeines juristisches Oraculum fol. Leipj. 17/16. Erster Theil, findet sich eine von einem solchen zu Wien schlecht gezeichnete und von I. G. Kcügner jünger 17/, 3 . zu Leipzig jämmerlich ra- dirte Vignette in qu. 4°. — — ( ), ein Künstler in Holland, welcher Figuren in Glas einschnitt, und wegen seiner Gefchicklichkeit berühmt war. L? emn lch 's Original-Beitrage zurRennrniß von Holland 8°. Tübingen 1809. I. s 5 §. wo übrigens seiner, als eines bereits Verstorbenen, gedacht wird. — — ( ), ein guter Bildhauer von und zu Fuida, wo er um 177b. etwa 70 Jahr alt starb. In der Pfarrkirche daselbst, trift man ein Cruzifix von seiner Hand an. Der Sohn des unsern, ebenfalls Bildhauer, kam dem Vater an Geschick- lichkeit nicht gleich, und starb zu Fulda um i8och ungefähr in einem Alter von 5 c> Jahren, ^re. — — ( ), Nerwi'ttwete; eine Wachs- poufllrerin zu Berlin, s. oben Friedrich Weber. * webster (Joseph). So heißt bei /korillo V. 791. ganz ohne Weiteres, ein 1796. verstorbener Englischer Maler**); wohl derselbe mit dem schon im Lex. enthaltenen gleich nachfolgenden *) Ausführlich beschrieben sind sie in Meusrl's Misc. xxv. 5z —5s. "2) S. seine Biographie in Gentlem. Magaz. 17 t.vs. p. II. p. 1145 Zooü Webster. -Webster (S ). Nach ihm kennt man einig« schon geschabte Bilddnisse, wie z.B. das schon im Lex. angeführte des Erzbischofs zu Canterbury, Lh. Harringby, von.J. M. Ardeü; dann von Ebendemselben Thom. Newmann's, und des Lands ner-kordmajors, Friedrich Bull's (1773.), von James Watson. Wechingec (Jeremias). So heißt ein alter deutscher geschickter Künstler, der in 1694. die Bors berseite des Rathhauses zu Nördiingen, mit der Schlacht der — Amalekiter bemalte, und auch die Hinterseite eben dieses Gebäudes, gemeinschaftlich mit Jessö Herlein, durch seinen Pinsel verzierte. Ftl 0 rl 1 l 0' s D. I. ZZ 4 . Wechsler ( ), erscheint unter mehrern andern Künstlern, die in des Fabr«c»» Historie der Gelehrsamkeit III. 969. aufgezahlt werden. Vielleicht war er ein Bildhauer zu Anfang des vorigen Jahrhunderts. weckenmann, s. unten Weckmann. wecker (Allardus), ein Kuvferstichverleger zu Amsterdam 1677. S. oben D. Srierhorr. — — (Christian), ein Goldschmied zu Bau- zen. Nachdem er » 634 -abgebrannt war, so wandte er sich nach Dresden, wo er » 655 . auf churfürstlichen Befehl, und ohne von neuem ein Meisterstück machen zu dürfen, von der dasigenGoldschmiedsinnung aufgenommen werden mußte, obwohl ihm die letzt«, wegen Richtferligung des Meisterstücks, weniger Gesellen und kehrjungen zu halten erlaubte, als es sonst gebräuchlich war. In 1634. heißt es, er habe sich, heimlich und feindschaftlicher Absichten wegen, die Artickel seiner Innung abschreiben lassen, daher ihn dieselbe nöthigte, solche Kopie wieder herauszugeben. Er muß 1644. »der das Jahr darauf zu Dresden gestorben seyn. Was aus seinem Sohne Hans Christian wurde, der von i 6 Z 8 - bis 1644. bei ihm lernte, ist uns unbekannt. Ein Gabriel Wecker lernte bey dem berühmten Hofjuwelier Joh. Moritz Dörina zu Dresden von 1709. bis 1716. und ein Jäh. Michael Wecker, von Dresden gebürtig, bei dem dortigen Goldschmied Georg Neumann von i 7 vl. bis 1707. Der letztere wurde 1716. >» seiner Geburtsstadt zum Meister gesprochen, — — (Esther). So soll «ine Malerin heißen, nach der C. Romstedt das Bildniß des Gottesgelehrten Joh. Kemmelius in 40. gestochen habe. — — (Gabriel), s. oben Christian Wecker. — — (Georg), einKunstdrexler, arbeitete um i 6 Zo. in Churfürstlichen Diensten zu Berlin in Elfenbein, u. s. f. Mcolai. — — (HanS Christian), s. oben Christian Wecker. — — (Johann Jacob), verfertigte Abdrücke von Pflanzen. S- Wilh. Gcherard in unsern Supplementen. — — (Johann Michael), s. oben Christian Wecker. Weckerle (Anton), ein Holzschneider und geschickter Mechanikus aus freier Hand, von Rettenbach, bekannt unter den Namen des Bergbauers, im sogenannten Pirkenlande ehemaligen Langerichts Rauhenlechsberg, nunmehr Schongau. Er verfertigte unter anderm Tische, Bänke, Stühle aus Einem Stücke, Lust- und Jagdwagen, bewegliche kunstreiche Bettladen u. dgl. Er brachte auch 1782. eine Schneide- und Sägemühle, die dem ungleichen Lechstrome überall entspricht, zu Stande, und arbeitete überhaupt das im Großen, was die Berchtolsgadner- und Geißlinger r Waaren im Kleinen sind. »Man glaubt wird dann hinzugesetzt, daß wegen dieses Holzschneiders um so mehr in diesem Lexikon Erwähnung geschehen dürfe, als Wevekind. sich wenigstens ein Kunstsinn in seinen gelieferten Arbeiten ausspricht, und selbst — der große Homer einer Bettlade des Ulysses erwähnt! Oä^ss.XXlll. v.178.« Liporosky. Wecker!in (Jakob Friedrich). So heißt bey Mensel III. (1809.) ganz ohne Weiteres, einBildr nißmaler, geb. zuUrach 1761. Zögling derKarlsr schul« zu Stuttgart. — — oder Weckberlin (Sebastian), »Ein Goldschmiedsgeselle von Augsburg, der » 636 . zu Prag konditionirte. Wir entnehmen dies aus einem alten Stammbuche, in welches er damals sich nicht allein eingeschrieben, sondern auch zugleich eine mittelmäßige Bleistift-Zeichnung dazu entworfen hatte, die einen Merkur darstellt/' Mrc. weckh (Joseph), ein Schriftschneider zu München. Man hat von ihm: »Abdruck sämmtlicher deutsch, lateinisch, französisch, italienisch, griechisch- und hebräischer, dann algebraischer Schriften, so in der Kurfürst!. Pfalzbaierischen Hof- und Akademie Schriftschneid- und Gießerey des Joseph Weckh dermalen wirklich vorhanden und zu jedermans Einsicht und Diensten dargelegt werden." München 1780. 40. Dieser mittelmäßige Künstler wandte sich spater nach Wien. sl^rc. weckherlin, s. gleich oben weckerlin. Weckmann (Carl Gustav), Maler zu Alton« 1805. Alronaer-Adreßbuch. — — (David), ein Steinmetzgeselle der 1708. zu Dresden arbeitete. — — oder Weckenmann (Johann), Baumeister des Fürsten von Pfalz-Zweibrücken, lebte zu Strasburg. Des Joh. Wilhelm drcki- tectura civilis, welche (zuerst) in der Mitte des X VII. Jahrh, erschien, führt ihn unter denen Baumeistern auf, welche über ihre Kunst zwar Bücher hätten schreiben wollen, aber durch Tod oder andre Hindernisse davon abgehalten worden. weckschernick oderweckzernick, auch Wegernlcks ), erscheint unter den Pränu- meranten zu G- Hiller's Gedichten und Selbstbiographie, als Bildhauer zu Berlin » 8 o 5 . Um » 8 o 3 . wo er dort zum akademischen Künstler ernannt wurde, heißt er Wegermck. In abgedachtem Buche des Hiller S. 104. wird auch eines Medailleurs Werschernick (etwa ei» Bruder oder sonstiger Anverwandter des unsern in andrer Namensschreibart?) gedacht, der daneben in Wachs poussirte und um damalige Zeit zu Berlin lebte. Der Berliner Adreßkalender auf 1786 führt auch einen weczernick an, als damaligen dortigen Hof- Edelgestein - Schneider. Etwa der Vater des Obigen? Wedekind (Arnold), ein Tischlermeister, welcher in 1442. an der innern Auszierung der Marienkirche zu Frankfurt an der Oder arbeitete. Jobst Franks, a. d. O.1706. S. 56 . — — (Conrad Friedrich), Landbauverwalter vom Kurfürstenthum Hannover, zu Nordheim um 1800. und noch 1806. In diesem letztem Jahre gab er die Zeichnungen zu den Blattern bei einer Preiß- schrist des Consistorialraths Kauffman: Ueber die lokalzweckmäßige Anlegung eines Aufbewahrung- gefängnisses für Jnquisiten. In dem Hof- und Graarshandbuch des Rönigr. westphalen i8n. erscheint er neuerdings als Distriktsbaumeister zu Hannover. — — (Daniel), ein Rothgießer zu Dresden, welcher nichr allein viele Epitaphien - Tafeln für diese Stadt, sondern auch für Wittenberg u. a. Orte Sachsens gegoßen hat. Dergleichen Arbeiten von ihm mit sauber geschnittenen Wappen in Messing fand man in den Kirchen zu Dresden Wedekind. schon um 1687. und wohl noch weit früher. Denn 1721. st. er daselbst als ein betagter Mann. Bern Dresdnisrher Merkwürdigkeiten, Jahrg. 1782. S. 85 . In gleicher Gattung arbeiteten in altern Tagen: Sed. Zwietzer 1681. und 82.; Gottfried Stengel zu Pirna; Georg Bleuer idoj; Martin weinmann, Goldschmied aus Zwickau 1695 — 1702. ». s. f. Zu Leipzig Ulrich Gredel 1882; Hans Arnold 1680. Zu Bautzen Christoph Berger 1609; WolfGolerSchupusen i 58 i. u. s. f. Michaelis Dresdn. Frauenkirche. Äeo-rer-Insoript. läpsiens. Wagners Budissinische Grabmäler u. s. f. Wedekind (Hans Paul), lernte als Goldschmied und Juwelier bei Johann F. Neumann und dem berühmten Dinglinger zu Dresden von 170b bis 1712. Heinr. Gottfried Wedekind aus Reichenbach im Voigtlaude gebürtig, lernte ebenfalls dort die gleiche Kunst bei dem geschickten Rachel von 1708 bis 1718. Vielleicht waren beide Gebrüder; ihr weiteres Schicksal ist uns unbekannt. — — (Heinrich Gottfried), s. vorstehenden Hans Paul (W.) — — (W. C), ein Maler nach welchem A. Reinhardt das Bildnis von Herm. F- Kahrel (zu desselben Recht der Natur Franks, a. M. 17-46. 8°.) sehr mittelmäßig gestochen hat. Wedel (Friedrich Ernst), ein geringer Kupferstecher zu Kopenhagen. In Tanzer's Jagdbuche, was dort 1682 — 8g. erschien, trift man Vieles von seiner Hand an. Bunfthistorie i Danmark af Weinwich. S. 10Z. — — (Jeremias), Wahrscheinlich ein Dild- nißmaler zu Wien. Auf einem mittelmäßig gestochenen Bildniße Kaiser Josephs I. lesen wir nämlich : A°er. Äe 8. L. 6. - 4 . 6. L. iuv. äel. et sere inciär secit; und dann Aoa» ( 7 /ric/r sculp. *). — — (Johann Michael), Mitältestcr der Roth- und Glockengießer zu Dresden 1810. Er scheint das Jahr darauf verstorben zu seyn. Wed e mau - Christian), erhielt 7777. auf der Kunstakademie zu Kopenhagen eine Preismedaille im Zeichnen nach dem Modelle. Bunst-Historie 1 Danmark af Weinwich. weder ( ). Der Gamkaralog der Brückman Nischen Gemmen und Pasten, Braunschw. i8iZ, rubricirt einen Jupiterskopf mit dem Diademe, meisterhaft in einen schönen Sardo- nyx erhaben geschnitten und bezeichnet '(V. t'.; was hier auf Weäer ssoclt ausgedeutet ist. Wedgwood (Jostah), ein großer englischer Fabrikant in Töpfergeschirren. Seine neuen und vielen Entdeckungen zur Verfeinerung irdener Gefäße und Porzellane; die reine antike Kunstform, die er ihnen zu geben wußte; die Genauigkeit, mit der in seiner: zu einer kleinen Stadt angewachsenen, und von ihm Etruria genannten Fabrik, Alles unter seiner Aufsicht gemacht wurde, und die große Zahl junger Künstler, die aus seiner Schule hervorgegangen sind, und sich nun über ganz England verbreitetet haben, erwarben ihm im In- und Auslande allgemeine Hochachtung. Und alles, was er war, ward er durch sich selbst; sein Vater war ein gemeiner Töpfer. Vor ihm wurden die steinernen irrdenen Gefäße nach England eingeführt; aber seit mehr als 20 Jahren har sich's umgekehrt, und der Vertrieb der Wedgwoodischen Waaren ist ein ergiebiger Handelszweig für Großbritannien geworden. Mit rastlosem Eifer suchte er Alles auf, was zur Veredlung des Geschmacks, den er überall auf die Antike zurückführte, und zur Vervollkommnung seiner Kunst abzwecken konnte. Wedgwood. 5007 Beweise davon sind seine Erfindung eines Thermometers , um den Grad von Hitze zu messen, welche irrdene Gefäße bis zur Verglasung ertragen können; seine antiquarischen Bemerkungen über die Barberini- oder Portland-Vase, und seine Abhandlung über die Ocürg triabilis nigro-kusog, und das Neu - Süd - Wälische Mineral, in den ptiilosophioaUrLnsactions von 1784. u. i/go. — Um sich eine Vorstellung von dem Umfange seiner weitläuftigen Fabrike in Staffordshire zu machen, darf man nur den, zuerst 177Z. herausgegebenen, und 1790. zum drittenmal gedruckten Outalo§ue ok Oamees (s. davon eine ausführliche Anzeige in der A. L. Zeit. 1790. N°. 292.) aufmerksam durchsehen. Zur Einsicht dann in die innere Organisation seiner Fabrike dient ein von ihm entworfenes Reglement für seine Arbeiter: Hstress r„ tks vvocmen in tüo pvtter^ 1788. — Außer diesen artistischen und literarjschen Verdiensten war Wedgwood auch ein Wohlthäter seines Vaterlands durch Straßen- und Canalbau, worauf er freylich zuvörderst durch eigenen Vortheil gebracht wurde. Da nämlich in der Gegend vonStaffords shire, wo sein Etruria lag, weder Canäle noch erträgliche Landstraßen den Transport seiner Fabrikwaaren erleichterten, so scheute er weder Aufwand noch Verdruß, um auch diesfalls naher zu seinem Zwecke zu kommen. So hat z. D. der Erand.Lrunk- Canal, welcher die Flüße Trent und Mersey vereinigt, seinen rastlosen Vermittlungen beym Parle- ment seinen Ursprung zu danken. Auf eigene Ko» sten bauete er durch die Gegend von Staffordshire eine Landstraße von in Meilen, und erleichterte dadurch in einer sonst sehr unwegsamen Gegend den Transport auf der Axe. Uedrigens war er ein gefälliger und wohlthätiger Mann, der einen Theil seiner großen Reichthümer immer zur Unterstützung der Nothleidenden und zur Eröffnung neue« Quellen der Nationalindustrie anzuwenden wußte. Er starb in dem von ihm erbauten Etruria in Staf- fordshire 179b. in einem Alter von 64 Jahren. Baur. In Beuffen's jetzlebenden gelehrten England findet man ein Verzeichnis seiner Schriften. — Noch schrieb uns einer unserer Freunde jüngsthin: „Ueber die Geschichte der unter w- Namen so berühmt gewordenen Composi- tion oder irrdenen Masse, erzählte man mir folgendes zu Meißen: Ein Geistlicher in Chursach- sen, Namens Chryselius, der sich häufig mit chemischen Versuchen abgab, erstand zufällig gedachte Composition und zeigte solche dem Grafen Drühl (damaligen dortigen Premier-Minister) vor, um eine Stelle bei der Meißner Porzcllainsabrik zu erhalte», die ihm erlaubte ungestört seiner Lieblingsneigung zur Chemie nachhangen zu dürfen. In Dresden hielt man aber dafür, daß seine Erfindung der Meißner Fabrik Nachtheil bringen würde; so daß er Ursache hatte, Verfolgungen dieserhalb befürchten zu müssen. Chryselius verließ daher Sachsen, ging nach London und machte dort mit Wegdwood, der einen Handel mit selbst verfertigten irrdenen Geschirren trieb, Bekanntschaft, wurde sogleich von diesem nach Verdienst gewürdigt und von ihm als Compagnon angenommen. Ein Weiteres über ihn wußte man nicht; doch glaubte man, er habe darauf seinen Zunamen aufgegeben und sich Beinley (nicht Benthcy, wie der Druckfehler des Lex. sagt) genannt. In deS J.C.Fabricii: Briefe aus London. Dessau u.Leipz. 1784. 8°. S. 228. heißt es auch, daß (Thomas) Benkley der Erfinder unsrer Masse gewesen sey. Der letztere starb 1780. In öffentlichen Blättern (auch Teutschland's) von 1781. erschien darauf ein Avcrkissement des Josiah Wegdwood, daß, nach dem Verlangen der Wittwe seines seeligen Freundes und Theilnehmers Thomas Beutley's, das ganze vorhandene Waarenlager ihrer Erd - und Steinmanufactur zu London, öffentlich versteigert ") Hier hat sich eine Stelle aus unsern Quellen verirrt. Q iä Zvog Weeger. werden sollte, und auch gedruckte Cataloge dessel- den ausgegeben wurden. Uebrigens setze er diese Manufaktur nach allen ihren Fächern künftig allein fort, unter der Firma: JosiahWedgrvood kotier to stet kcks^estv tke (^ueen ok Orsnt kritnin at I.on6on. Iofiah, der sich auch um die Gelehrsamkeit verdient gemacht hat, wie verschiedene Abhandlungen beweisen, die er der königl. Gesellschaft der Wissenschaften mittheilte (s. Lichrenberg's Magazin für Physik u. jJarurgesch. B. X. St. 2. S. 160.), starb 1796 wie wir schon oben vernommen, voigt in s. Magazin für Naturkunde D. V. St. 6. i8oZ. S. 534 — 54 ». beschreibt (aus dem Journal ok tbe ko^al Institution I. 170.) eine seiner Erfindungen, Gemählde auf Glas zu kopiern und Schattenrisse mittelst der Einwirkung des Lichtes auf salpetersaures Silber zu verfertigen, mit Bemerkungen darüber von Davy. weeger (Franz Andreas, gewöhnlich Franz), nicht Wäger und auch nicht aus Salmansweiler gebürtig, wie Haymann u. A- sagen, sondern aus Obereschenbach bei Anspach in 1768, der Sohn eines Land- und Gastwirthes. Er hatte schon die Bildhauerei erlernt, als er 1798. nach Dresden kam und in dem Atteliec des Hofbildhauers Pettrich Arbeit nahm, zugleich aber auch den Unterricht Casanova's benutzte. Dieser geschickte Künstler ging 1802. von Dresden nach Meißen, als Poussi- rer an der dortigen Porzellainfabrik, wo er auch 1812. noch lebte. Auf der Dresdner Ausstellung 1802. zeigte er eine Gruppe von Thon: Psyche wie sie zu den Hirten kommt; 180 >. ein Opfer, Basrelief in Thon nach eigener Erfindung; und 1804. Der Athlet Milo von Crotona, dessen altersschwache Hände in den Spalten eines Baumes eingeklemmt sind, wird von einem Löwen angefallen. — — f. auch oben Wäger. Weely (Johann van). So soll sich der Verleger auf einem von Wierix nach Mich. Angelo gestochenen jüngsten Gerichte benennen. * Ween, s. veen imLex. und oben. *wcenix vder We ningssG.B.). In einem Amsterdamer Gantkatalog von 1735. finden wir ein Fascicel Handzcichnungen verschiedener holländischer Meister rubricirt, und darunter auch solche von einem G. B- wenmgs. Ob es wohl nicht den gleich unten ff. Johann (Giovan) Bapr.weenix des Lcx. bedeuten könnte? — — (Johann). „In Holland finden sich" (sagt Descamps) »ganze Gallerien von seiner Hand" (soll dies heißen »ausgemalt," oder »von seinen Bildern angefüllt"?). Ebenderselbe rühmt seinen guten sittlichen Wandel, den ein langes Leben ohne Gebreche» lohnte. Das Chur- Pfalzische Schloß, wo er drey Zimmer mit seiner Arbeit zierte, heißt nicht Rensbcrg, sondern Bensberg. In deutschen Gallerien befinden sich von ihm: In der Kaiserl. zu Wien: Seehaven mit einem Castell; im Vorgrunde mehrere, meist orientalisch gekleidete Figuren ( 3 ^ br. 2' 2" hoch) mit des Künstlers Namen bezeichnet. — In der Gallerie Lichtenstem Ebendaselbst ein »sehr schöner" — todter Hasse. In derjenigen zu München viere, todtes Gewild und Vögel; zu Schleis- heim vollends an die fünfzehn Bilder, meist Thierstücke von der mannigfaltigsten Art, in lebensgroßen Figuren, von ic/Höhe und biS 17/Breite, wovon wir das Detail uns hier ersparen müßen. (S.bey von Männlich N°. ingk. 1112.1201.1210. und im neuen Catalog von Schleisheim S. i 3 a. 236 — 5 g. 212. und 2Z6.) — Der Catalog von Lehmiger giebt sechs Bilder in der Gallerie zu Weenix. Dresden dem nachfolgenden Joh. Baptist w. was hingegen spätere dem Unsrigen ertheilen. — Die Gallerie von Galzrhalum besaß ehemals von ihm zweye; pommersfelden fünfe (doch meist ungewiß ob von ihm oder dem Vater); der Hofs und Landgerichts-Advokat Schmid in Liel eines; die Gallerie in Söder eine kleine Landschaft allerliebst componirt, hinten Aussicht aufs Meer und aufs Castel St.Angelo (War er etwa auch in Italien?). Der Ton ist angenehm und hell; mit der von Ramdshr beygefügten Bemerkung: »Man muß diesen weenix nicht mit seinem Vater verwechseln, der übertrieben grau malte". Nach ihm gestochen nennt ausdrücklich einzig der Catalog von Brandes einen schmauchenden Land-Kesselflicker im Freyen sitzend, von I. Finlayson in Schwarzkunst geschabt, und eine kustparthie von einem Unbekannten, beyde schön. Als Stecher des letztem Blattes nennt hingegen eine andre unsrer Notizzen N. de Launay; und noch eine andre, als Stecher zweyer seiner Landschaften, A. van der Haer oder Haes. Entweder schon Genanntes oder Anderes nach ihm findet sich auch in Mechelns Galleriewerk von Düsseldorf. * Weenix (Johann Baptist), des Obigen Vater. Seinen eigenen Vater verlor er zu frühe, um von dessen Unterricht Nutzen zu ziehen. Seine Leidenschaft für die Lectur bestimmten seine Mutter und seine Vormünder, ihn bey einem Buchhändler unterzubringen; allein, stakt seinem Geschäfte obzuliegen, zeichnete er Figuren und Thiere. Eben so späterhin bey einem Luchhändler. Endlich ließ man ihn seinem Hang für die Kunst folgen. Seine Meister nennt schon das Lexikon. Unter Bloemaert studirte er hauptsächlich nach der Natur. Schon m seinem Achtzehnten verheirathete er sich, und vier Jahre nachher verließ er seine Frau und einen erst vierzehn Monate alten Sohn, und ging nach Italien. Aus vier Monaten Abwesenheit, welche ihm seine Frau für diese Reise bewilligt hatte, wurden vier Jahre. Von der Schilderbent zu Rom erhielt er, seiner herben Stimme wegen, den Zunamen Lmderklapper. Seine Zeit wandte er dort aufs Beßte an. Von einem Kardinal Pamphili wurden ihm nicht nur seine Bilder gut bezahlt, sondern ihm auch ein Jahrgchalt ausgemacht. Man suchte ihn zu bereden, Frau und Sohn ebenfalls nach Rom zu bringen, und verhieß dem letztem eine kirchliche Versorgung. Die Reise war schon festgesetzt, als religiöie Bedenklichkeiten Alles rückgängig machten, und Johann Baptist endlich, durch die zärtlichen Einladungen seiner Gattin gerührt, sich eben so verstohlen von Rom, wie ehemals von Haus wegmachte, nach Amsterdam zurückkehrte, auch späterhin weitere Einladungen nach Italien keinerlei Gehör gab, und sich endlich, um ganz der Kunst zu leben, auf dem Schlosse Huys- Termeycn haushablich niederließ, wo er aber nur noch drey Jahre dieser schönen Ruhe genoß, und dann in die ewige einging. „Es ist schwer", sagt Descamps, »theils von der Gattung, theils von der Manier dieses Künstlers einen richtigen Begriff zu geben. Er malte Geschichte, Landschaft, Marinen, Bildnisse, Thiere, fast gleich gut. Bald wetteiferte er mit van Aalst in Darstellung todter Thiere, ein andermal mit Lmanuel de Witte in perspektivischer Architektur, und erhielt in den Augen der Kenner über beyde den Vorzug. Weder in Theorie noch in Praktik war ihm nichts fremde. Einst sah man von ihm ein kenntlich, blühendes und kräftiges Bildniß, das er mit den bloßen Fingern gemalt. Der Holländische Liebhaber, David Amori, besaß von ihm das Cabinetstück eines verlorenen Sohns, welcher ganz einem Douw oder Mieris gliech. Indessen malte er weit mehr größere Bilder, die daher auch weniger selten sind '). Wenn man seine Talente K) Auchpuhlmann (Beschr.d. Berl Gall. S->65.367.), wo sich von ihm, nach dem Taßo die bewaffneteHerminia bey der Hirtenfamilie befindet, sagt, er sey in großen Gemälden glücklicher gewesen, als in "»men. Wer nix. lobte, pfleM er zu sagen: Es fehle viel, daß er das aufö Tuch gebracht, was in seiner Idee lag". Hierauf erwähnt Descamps, was zu seiner Zeit (1764 ) in verschiedenen Französischen und Holländischen Kabinetten vorzüglich zu finden war. So z.B. bey den HH. de la Bouxiere, Blondel de Gagny und de Iulienne zu Paris; bey H. formier im Haag; bey H. van der Linden, van Slingelandt in Dort (hier das Kapitalbild eines Italienischen Eeehavens mit Architektur); zu Amsterdam bey den HH. Braamkamp, Leender und Lubbeling; zu Rotterdam bey H. Leerö; zu Middelburg bey H.Cauwerven. In Deutschland besitzen von ihm: Die Gallcrie Lichrenstem zu Wien zwey Bilder todter Thiere, von mittlerer Größe; diejenige zu München zwey kleine Bilder; die zu Schleis- henn viere, verschiedentlich«» Jnnhalts. (S. den neuesten Catalog S- und 227). — Von Dresden haben wir schon oben die Ungewißheit bemerkt, von welchem der beyden Meenixe die dortige Gallerie sechs Bilder besitze. — Berlin besitzt die schon genannte Herminia. Der Catalog des alten Barsch von der ehemaligen Gallerie zu Düsseldorf nennt von den Meenip fünf Bilder- aber nur eines ausdrücklich von Joh. Baptist. — Die Gallerie v. Salzrhalum besaß einst fünfe, darunter eine Musikgesellschaft. und eine Landschaft mit einer Ruhe auf der Flucht nach Egypten staffirt, (das einzige uns bekannte, religiösen Gegenstands *) beydes kleine Bilder. — Don pommersfelden s. oben den Art. des Sohns; nur eins der dortigen fünfe trägt ausdrücklich den Namen eben dieses letzter», keines hingegen denjenigen desllnsri- gcn. — Die Gallerie des Herrn Hof- und Landgerichts-Advokaten Schmidt zu Viel besaß (1809.) von ihm einen Seehaven mit Schiffen, („herrlich beleuchtet"). — Die Gallerie im Göder zweye: Geyer, der eine Taube frißt: „Man könne" (sagt der H. von Ramdohr) „die Wahrheit nicht weiter treiben"; und die perspektivische Vorstellung einer bey Nachtzeit von Kronleuchtern erhellten Kirche (2^ iosz" hoch, 3 ^ 11" br.) „von großer Wirkung **)Gestochen sicher nach dem llnfrigcn kennen wir einzig: Die Mahlzeit von lustigen Leuten beyderlei Geschlechts in einem Garten, wo ein Knabe einem bellenden Hund in die Nase pißt, ein schönes Schwarzkunstblatt, unter dem Namen: le pissour bekannt, von N. Verkolje, und den Neapolitanischen Schäfer, von le Veau. — Noch nennt einer unserer Freunde: l» Oaitö bacci- gue von I. C. Delignon, und die Lustparthie von Delignon (wohl beydes die schon erwähnte Mahlzeit), und endlich, ohne Angabe des Stechers: Zwey Jagden, und die cingeschlafene Musikantin. Selbst geetzt hat dieser Künstler zwey äußerst seltene Blätter, und so verschieden für Zeichnnng und Nadel, daß man sie fast nicht für Arbeit desselben Künstlers ansehen kann, und sie sich wokl aus zwey ganz verschiedenen Epochen seiner Kunst her datiren müßen: Den Ochsen und zwey Kühe, incorrckt gezeichnet, und mager und schüchtern geetzt; wohl aus seiner ersten Jugend, mit seinem Namen bezeichnet: katta '»Voernx. Dann den sitzenden Mann in rundem Hute, einen Hund zur Seite, der den Kopf auf das rechte Bein seines Herrn legt. Dies (unvollendete) Blatt in sehr gutem Geschmacke gezeichnet, und mit einer Weerdt. 5009 geistreichen Nadel geetzt, die den Meister verrieth (6" 3 "/hoch, /t"9^"br.), Lnrkcü l. ogi —g-j. weer (Johann), ein Maler zu Mainz, wo er 1680. geboren wurde und 1708. starb. Von ihm sah man in der Dominikaner-Kirche seiner Vaterstadt ein Altarblatt. Er war ein eben so guter Historien- als Landschaftsmaler. Mrc. weer (P. G.). So soll ein Maler von Lands» heißen, nach dem man das Bildnis Lothar Friedrich's Churfürsten von Mainz kenne, durch Phil. Kilian oval in fol. gestochen. 2l/5c. *H)eerden, s. werden und Warben im Lex. und unten. * Weerdr (Adrian de). Als erausQueborns Unterricht zu Antwerpen, nach Brüssel zurückkam, schloß er sich, statt den Zeitvertrieben der Jugend zu folgen, meist in seine kleine Kammer ein, und, indem er die Manieren verschiedener Meister zu ergründen suchte, wurde er selbst einer nach seiner Weise. Dann aber ja in Italien warb er ein Nachahmer von Parmesan bis zur Täuschung. Nach seiner Rückkehr i 56 u. geschah' es, um den Kriegsunruhen auszuweichen, daß er mit seiner Mutter nach Cölln ging, wo er viele öffentliche Werke lieferte, und dort verstarb ***)- 3 " den Catalogen deutscher Gallerten finden wir nirgend etwas von seiner Arbeit verzeichnet. Gestochen nach ihm haben Jsaak Duchemius ein großes seltenes Blatt: Den Heiland, der den Gichtbrüchi- gen heilt; Koornhert, neben dem schon im Lcp. bemerkten Leben der H. Jungfrau, eine Folge von 12 Blättern, welche die vornehmsten Tugenden und Laster darstellen (darunter ein allegorisches Titelblatt); Peter Overardt, in einer Folge von 4 Bl. die Anbetung der Könige, die Darstellung im Tempel, Christus unter den Lehrern, und Ebendenselben, wie er in der Synagoge der Jesajas erklärt; ferner, ein einzelnes Blatt: Jesus in seiner Unterhaltung mit der Samarita- nerin; endlich A.Wierix die vier Evangelisten mit ihren Attributen. Descanips spricht »och von Lazarus, und von Boas und Ruth mit artigen Hintergründen, welche einer der geschickteste» dort ungenannten Stecher (die Auferweckung Lazari wenigstens, wie wir schon oben gesehen, Duchemius) nach ihm geliefert; endlich von vier geistlichen — Jagden, wir denke» wieder von-Koorn- hert; nämlich, heißt es irgendwo: Die Jagden des Geitzes, der Ehrsucht, der Wollust, und der — Andacht. Noch nennen Andere: Eine Geburt (Nachtstück) und die Kinderliebe, beyde ohne Namen des Stechers-f). — Seit Abfassung obigen Artikels schreibt uns noch ein Freund: „Theils aus unterschiedenen Gantcatalogen, theils aus eigener Ansicht kann ich über diesen Künstler noch folgendes beybringen — Zuvörderst soll er selbst und zwar in dem Geschmacke Parmesan's geetzt haben; wie z B. Mercur mit der Minerva, ein großes Blatt; das Bildnis des Dichters Jost Vondel, nach I. Livens. Dann, habe er (wie unsre Quelle undeutlich sagt) Anderes, ohne Namen des Stechers herausgegeben. Anderwärts nennt man unter seinem Werke (aus dem Beringe des H.Wierix) vier schön in Parmesan's Manier ausgefertigte Fo- <9 Ueberhaupt aber bemerken wir, daß alle unsere Notizzen von den Werken des Unsrigen (jene Herminia ausgenommen ) durchaus nichts darbieten, was ihm den Namen eines Geschichtmalers verliehen könnte. »'-) Eine Laudschaft mit Figuren und Thieren von ihm, ward vvr zo Jahren auf einer Versteigerung für 2001 Fr.Livr. erstanden, «»*) Wahrscheinlich späther als um -570. wie das Ler. sagt; wie aus der unten ff. Literatur der nach ihm gestochenen Blätter zu erhellen scheint. -s) Sonderbar! Gandellini spricht von den meisten der obigen Blätter (wenigstens unbestimmt) als ob sie von dem Unsrigen (-.v. de Werbt) selbst, mit dem Trabstichel gefertigt wären. -ff) Was theils unser Obiges bestätigt, theils dasselbe berichtigt und ergänzt. zoio Weert. Weghaubk. lioblätttr, welche die vier Evangelisten in historischen Compositionen darstellen und Adrians eigener Nadel wohl würdig wären. Nach ihm aber: Zsaac Duchcmius, die Auferweckung Lazari qu.fol. Pet. Ouerradt exc. i 5 gv. und eine Nymphe die jemanden weckt und ihm die Sonne zeigt. — Phil. Galle, die Historie der Ruth 4 B>. — G. de Jode, die christliche Liebe. Thevd. Koornhert, den Geiz, die Ehrbegierde, die Wollust und die Gottesfurcht 4 Dl. u. s. f.—Joh. Phil. Lembke, eine Verkündigung der Hirten — Pet. Ouerradt exc. eine Folge, mit dem Leben der Maria und Jesus gr. 4°. (ob diejenige die das Lex. nennt und die Koornhert gestochen hat? ); das Blatt 7, wo das Christuskind im Tempel lehrt, ist bezeichnet: ^cirisn Weert bruxll. inve. 1678; eine Verkündigung Maria kl. fol. — Joh.Sadeler ksc. et exe. und -V cle Weert i. 1277. Christus als Ueber- winder, von« Tod und Teufel; Unterschrift: Wzr vrären Kinäeren. — C.Viffcher exe. Die Heimsuchung Elisabeths mit der Inschrift: ?ost saiu- tationem — Hier. Wierix exe. Die Darstellung im Tempel: Lt postc^uam, u.s.w. EndlichMeh- reres ohne Namen der Stecher. * Weerr (Jacob de). So eben liegt von ihm, neben dem im Lex. Erwähnten, vor uns: Ein Bildniß des Herzogs von Alba, in Halbfigur 4°. Es erschien im Verlage des Paul de la Houve und ist fein und gut, fast in der Manier des Wierix gestochen. Die Blatter dieses Meisters, der vermuthlich ein Niederländer war, aber um 1600 zu Paris gearbeitet haben mag, erscheinen wenig im Kunsthandel. Wir können deren aus verschiedenen Quellen nur folgende nahmhaft machen: Das Bildnis des Ludwig de Budos, von Houve verlegt; Maria mit dem Kinde in der Wüste; Johannes der auf einem Lamme reiten will in fol.; Die Anbetung der H. Dreikönige; Christus unter den Schriftgelehrten im Tempel in fol.; Der Gichlbrüchige, der durch das Dach zu Christo gelassen wird in fol.; Christus uackt als Ecce Homo stehend, dabei diePassionsinsirumente, hoch 4°. von Thon. de Leu verlegt; Christus hält zwei Menschen und den Loh angebunden in fol. wees ( ), ein wahrscheinlich Niederländischer Kunstverleger. Bey ihm fand man, neben Anderm, das Bildnis von Justus Vondel, nach I. Livens, und von ihm selbst geetzt, ein schönes Blatt. wessen ( ). Ein solcher etzte, nach eigner Zeichnung, ein ganz elendes Liteikupfer zu des I. M. Schneid: Abhandlungen vom teutschen und französischem Kalenderwesen. Wklrzdurg 1796. «o, weesop (Johann), ein Englischer Maler, vielleicht Sohn des Nachfolgenden, von dem uns aber nach Walpole S. 244. und Fiorillo V. 07g. nichts Anderes bekannt ist, alS daß derselbe E2. — gestorben sey. — — ( ), wahrscheinlich ein Niederländer von Geburt, reiste in 1641. nach England, und kam kurz vor dem Tode des A. van Dyk daselbst an. Er gehört zu den treuesten Nachahmern dieses Meisters, und wußte sich dessen Styl so anzueignen, daß ihre Werke oft verwechselt worden sind. Auch Ihn erbitterte, so wie Lely, der Tod des Königs so sehr, daß er im Jahr 1649-England verließ. Fiorillo V. 378. * weet (Johann de). Der Brand von Troja, von diesem Künstler in der Gallerte von Salz- thalum auf Holz gemalt, hält cs 5 " in die Breite, und 3 < 5 " in die Höhe. Den gleichen Gegenstand von ihm besitzt auch das Cabinet des H. Hof- und Landgerichts-Advokaten Schmidt zu Liel, auf Leinwand, in dem diesfälligen Katalog mit dem Hinzuthun bezeichnet: »Brav ausgeführt und natürlich beleuchtet; die Funken knistern in der Luft.°* Es ist mitJ. deweer bezeichnet, »nd aber dieser Name im Register mit Jan de weer (wahrscheinlich durch Verwechselung mit dem unten folgenden Jan de Wert) rubrizirt. Zu Lasse! findet sich von ihm: Der Abschied des jungen Tobias auf Holz (hoch i F. 6 Z. br. 2 F.) und Christus der demDolke predigt, aufLeinwand (hoch 1 F. ir Z. br. 2 F. 7Z.) Auch der Lausbergische Gantkatalog führt ein Gemälde auf Holz von ihm an, was mit vielem Ausdruck und trefflicher Haltung gefertigt und: ). cle Wer bezeichnet war. Es enthielt die Scene aus dem Homer, wo die Polixene sich zur Versöhnung der Manen des Achill zum Opfer darbietet. Ein seltenes Blatt, mir der Verkündigung derHirten, soll Lembke i 65 i. in Rembrandt's Geschmack kl. qu. 4°. nach ihm geetzt haben. weffinger (Hans), Stadtzimmermeister zu Annaberg, arbeitete um i 5 i 6 . Verschiedenes beym Aufbaue der St Annakirche daselbst, und hatte auch sonst dort schöne Gebäude aufgeführt. Annaberg. Chronik Th. I. S- 20h. N) ege (I. A ). Nach einem solchen kennt man das Bildnis eines dunkelen Friedrich Ludwigs von Schierstedt, von Dernigeroth. Wegelin (Alexius), ein Münzmeister des Fürsten von Anhalt 1756. Lüdike von den Fürstl Anhalrischen Medaillen 40. Cöthen 768. E. 85 . wegenbarier (M. I.), Landschaftsmaler in München, gab 1816. im Verlage der dortigen Lithographischen Kunstanstalt eine: Anleitung zur Landschafts - Zeichnung in Handzeichnungs- Manicr, Querfol. mit einem Vorbericht und 18 Steindrucken, was unter der Anzahl von dergleichen Anweisungen sich »»gemein auszeichnen soll. Jede Zeichnung erscheint gedoppelt; einmal in Umrißen, das andremal schattirt und vortrefflich ausgeführt. Sehr wird darauf gedrungen, daß, wer sich in dieser Kunstgattung üben will, sich zuvor mit der Fignrenzeichnung fleißig beschäftigen soll. Göre. Anz. 1818. S. 076. wegener( ), Hanauischer Regierungsrath. Von demselben wird 1785. in Meusel's M>sc XXIV. 366 . gerühmt: Er nehme sich der Spezialleitung der dortigen Zeichnungs-Akademie, so wie aller seiner übrigen Besorgungen (ein schönes Lob!) mit vngemeinemEifer an. — — ( ). So hieß auch ein Buchdrucker zu Berlin, den (um welche Zeit?) die dortige Königl. Akademie der bildenden Künste, wegen seiner Erfindung, Landkarten mit mobilen Typen, ohne Stempel, weit wohlfeiler als bisher zu drucken, und die hiefür nöthigen Instrumente zu erfinden, zu ihrem akademischen Künstler aufnahm. ^ w,e ger (Matthäus). Ein falscher Name für Mathaus weyer des Lex. den wir so in einem Gantkatalog irrig geschrieben finden. — — s. auch Wäger und weeger in der gegenwärten Zusätzen. wegernick, s. oben Weckschernick. wegge rs (A.), soll nach Daniel Crespi eine Anbetung des erstgebohrnen Christuskindes (Halb- figuren) gestochen haben. ^c. weghaubt (Wilhelm Friedrich), Sekretaic bey der geheimen Canzley zu Carlsruh um 1760. verfaßte nebst dem dortigen Stadtorganisten E. iJ. Fischer einen kurzen Unterricht zur teutsch - und lateinischen Calligraphie zum Gebrauche der Schulen in den markgrafl. Baden-Durlachischen Landen. Heinrich Contgen hat dazu i 5 B>. in qu. 4 °. Wegmann. gestochen; die lateinische Schrift ist aber nicht so schön als die Deutsche, (l^c. * w e g m an r,, s. im Lex. u. oben wagmann. wegner (Georg)/ wurde von dem Markgrafen von Brandenburg Onolzbach, 1622. als Münzwardein zu Fürth angestellt. S p i e s Brandenburgische Münzbelusiigung l. 36 g. — — (Salomon), lebte in der ersten Hälfte des XVII. Jahrh, in Danzig. Das Lcx. vermuthet daher wohl irrig, daß er mit dem Salomon vonDanzig, der spaterb lühte, Eine Person ausmache. Nach dem unsern (8. Wiener p.) hat I. Falck r6j8. das Bildnis des Danziger Gottesgelehrten Dan. Dilger's kl. fol. gestochen, — — (Wilhelm Theodor), Generalmajor und Chef des Kön. Dänischen Landkadettenkorps, erscheint 1788. unter den Ehrenmitgliedern der Kopenhagner Kunstakademie. M-c. Wehe (Paul Loren; von), s. oben in diesen Zusätzen Andreas Müller. Wehle (Heinrich Theodor), ein aus derOber- lausttz gebürtiger Landschaftsmaler an der Kunstschule zu Dresden, der sich Anfangs unter Zingg und Klengel gebildet, nachher aber eben so sehr von der übertriebenen Aengstlichkeit des erster», als von der reinen Natürlichkeit des letzten, sich entfernt hatte. Alsdann ging er nach St. Petersburg, und trat dort 1802. mir dem Grafen Muschin- Puschkin eine Reise in die Caucasischen nnd Caspi- schen Provinzen an, wo er für sein Portefeuille eine trefliche Ausbeute fand, deren Ausführung mannigfaltige Schönheit mit dem Reiz der Neuheit verband. Allein Gesundheitswesen mußte er in sein Vaterland zurückkehren, und st. 1808. zu Bauzen in der Oberlausitz an einer langwierigen Brustkrankheit. Diese hatte schon in 1804. ihn behindert, an der Bekanntmachung seiner Kunstschätze selbst zu arbeiten. Indessen kennt man den Geist seines Vertrags durch die Haldenwangischen Stiche, wovon einige der vorzüglichsten im Wiener Kunst- und Industrie-Comptoir erschienen sind. Seine sämtlichen Handzetchnungen erstand nach seinem Tode der H. von Schemberg aufRothkrelschen in der Ober-Lausitz für 8oo Thlr. Freyniürh. i 8 o 5 . N°. 24. u.a. öffenri.v 4 »chr.— Seit der Redaktion dieses Art. bemerkt uns noch einer unserer Freunde über den Uusrlgen, was folgt: „Derselbe war der Sohn eines Pfarrherrn, und geb. zu Förstcheu in der Oberlausitz 1778. Die ersten Anfangsgründe des Lanüschaftzeichnens lernte er auf dem Gymnasium zu Görlitz, unter Nathe. Seine Neigung, fremde Lander und Menschen kennen zu lernen, vermochte» ihn, mit Choiseuil Gouffier nach Rußland zu gehen, und sodann weiter mit dem schon genannten dortigen Grafen Muss,,, Puschkin, auf Kaiserliche Unkosten, die Caucasischen Gebirge und Persien zu bereisen. Hierauf kehrte er *) in sein Vaterland zurück, sandte aus dem Pourtefeuille seiner letzter» Reise viele Zeichnungen an den Russischen Hof, und starb gleich darnach (an der Auszehrung) , 8 o 5 . oet. 26. bei seiner Mutter zu Kreba bei Görlitz. Man kann dem Unsern, der von einem sanften trefflichen Charakter war, eine Stelle unter den größten Künstlern seiner Art und seiner Zeit anweisen; das hohe dichterische Gefühl, was in ihm lag, ähnelte fast dem des Casp. Poussin. In Qel hat er nicht gemalt; wenigstens sind einige unbedeutende Versuche hierin kaum zu rechnen; dagegen hat er drey Landschaften in einem großen Style fol. geetzt. Dieselben stellen Wald- parthieen dar und find von Carl Tauchnitz zu Leip- Wehrs. §on zig (Preiß 1 Thaler) verlegt. Nach ihm soll man folgendes kennen: BonF.C. Geyser eine baumreiche Landschaft fol. — C. Haldenwang 6 Blätter zu: Ideen aus dem Gebiethe der schönen Künste von dem Verfasser des Tempels der Natur und Kunst (d. i. Carl Lange, der sich auch Hirschmann schreibt); sonder Zweifel sind diejenigen 6 Bl. landschaftlicher Ideen, die nach Wehle von Haldenwang in Aq. Link. 40. geetzt im Verlag von Tauchnitz zu 3 Thaler verkauft wurden, dieselben. Dann Einiges in Aq. Tint. zu der Sammlung interessanter Ansichten von Dessau und Wörlitz; nämlich zu Heft ll. das Lui- sium in Wörlitz, zu H. III. den Sielitzer Berg ain Elbuster, zu H. IV. das chinesische Haus zuOra- nienbaum und dann den neuen Begrabnißplatz zu Dessau (dieses Blatt ist jedoch von Echlotterbeck in Kupfer gebracht). Noch finden wir in dem Verlagskatalog des mehrgedachtcn Tauchnitz von 1807: Debun^s- lllä'tterimI.anssokakts-Zeichnen , mit OarstelluuAen von Hal6en>vsnA, Dietrich, 8ckve^er. nebst Kursen praktischen Anmerkungen über stie leichteste ^rt sich in Danäsckakten su üben. Gr. fol. Pr. 3 Thaler. Weh nie (Zacharias), war Churfürst!. Sächsischer Hofmaler zu Dresden. Seine Wittwe heir rathete i6iZ. den bekannten Hofbnchdruckcr Gim- mel Bergen daselbst. < 5 . Ä. .frepberg von den allerersten und ältesten Buchdruckern zu Dresden. 4R Dresd. 74 <>. S. i 3 . webmeyer f Christian Heinrich), Herzoglicher Obergartner zu Gotha ,8,3. damals 8jJ. alt. Von ihm s. auch oben Ioh. Ludwig Sreitz. Wehner (Carl), geb. zu Söbrichen bey Pillniz, der Sohn eines daflgen Maurermeisters und Chu>sächsischen Hofmäurerpolicrs, hatte unter: Kllnsky und dann unter Thüme zu Dresden, sich zu einem geschickten Architekten gebildet. In i 8 i 3 , damals ungefähr 23 Jahr alt, befand er sich aber wieder bei seinem Vater, um, so wie er, einen Wägermeister abzugeben. Auf der Dresdner, Ausstellung ,8io fanden sich Zeichnungen von ihm, die einige Säulen-Kapitäle antiker Gebäude darstellen. (l^c. wehr, s. oben weer. *Wehrbrunn (Emanuel). Sollte im Lex. erst nach wegner folgen. Von ihm ist das mit vielen religiösen Vorstellungen verzierte fein g stochene Titelkupfer zu des Gelenius Werk: De L-iaAni- tuiline Colonias Axripp.— Lol. Agripp. 16)6. 4 "> Es ist bezeichnet a kec. wehrd (Lukas a Lhiebenau von) ein Kupferstecher, s oben Lhiebenau. Wehrfeld (HeinrichConrad), einChurpfälzi- scher Condukteur und Feldmesser, s. oben Hans Siegm. Ulrici. wehrlin oder werlin (Joh. Matthias), ein deutscher Kupferstecher, arbeitete um 1700. Vieles in das Machwerk: Lncomia Doslituum, nach I. W. Baumgärtner und F. Sigrist. Ein Verzeichniß meines sei. Vaters führt 36 dergleichen Blätter von ihm an. — — (Wenzel), ein vermuthlich deutscher Maler, dessen selbst gefertigtes Bildniß in der bekannten Sammlung zu Floren; befindlich ist. Er hält des Großherzog Peter Leopolds sehr gut getroffenes Porträt in der Hand. Lernouilli 1 .206. Wehrs (I. F. H-). Nach einem solchen Maler sollen C. und I. C. G. Ftttzsch gestochen haben. -D Ohne daß hier bemerkt wird, daß solches seiner Gesundheit wegen geschehen sey; was indessen aus dem gleich Folgenden ebenfalls zn erhellen scheint. k'.> kf ß- Di' r^^. '!!»>>' I-( l.rc '((» Ioir Wehle. wehle (Johann). Auf der königlichen Bibliothek )u Dresden, findet sich einManuscript betitelt: Das Unschuldig Leiden, Blutvergiessen vund hetlrvürdiger Todt Jesu Christi unserß Erlösers und Seligmachers. Mir andächtigen Geberen und gemahlten Figuren gezierer, auffpergamenr geschrieben: Durch Johann wehsen, Churf. Sächs. Cantzleyverwandten. i 65 Z. kl. 4°. Des wehse Dedikation geht an den Churfürst Johann Georg, und ist mit Dresden 1654. datirk. Die hier befindlichen Miniaturen aus der Passion sind schön gemalt; der Titel läßt uns vermuthen, daß Johann solche selbst ausgefertigt habe. M§r. wehse ( ), ein Maler zu Glatz in Schlesien um 1772. Er war der erste Lehrer von A. L. Höcker. (Von diesem in künftigen Nachtragen). Schummel's Bresl. Alman. I. 354. Weibel(S.), gebürtig von Bern in der Schweitz, und noch dort lebend in 1819. Schon in I8t)5. gab derselbe: blouvesux Principes lle Dessin ll'spres dlsture pour 1 e ka^ss^e, s'une maniere sr-re ct/acr/s (was doch, ohne Genie eben so schwer als unsicher- ist), clessines et Zraves par Inl (jPI. Diesem ersten Hefte sollten noch zwey andere folgen. Anderwerts heißen diese bey Levrault und Schoell zu Paris erschienene Blätter (besser Französisch): Principes ä'spres nature, pour spprenstre etc. 24 PI. kol. obl. In 1810. wurden solche aufs Neue (diesmal ohne Anzeige des Verlegers, wahrscheinlich bey dem Künstler selbst) um den Preiß von 4 Thlr. feilgeboten. Es waren (heißt es irgendwo) Blätter aus seinem Tagebuch; und wurde davon geur- iheilt, sie seyen zweckmäßig, und somit empfeh- lenswcrth. Seit der Zeit fertigte w. mit rastlosem Fleiß colorirte Schweißer-Prospekte, welche meist mehr und minder berühmte Ansichten desBer- nerfchen -Oberlandes, der KK. Waat und Wallis, Savoyens u. s. f. zum — fast ausgenutzten Gegenstand hatten, und, wenn wir die Wahrheit gestehen sollen, höchstens zum Mittelgut dieser Gattung zu zahlen sind. Dahin gehören 16 Bl- (zu 21" Dr. isss" Höhe Bern. Maaß) das Blatt zu 14 L- de S. Dann eine Sammlung von 14 Dl. (zu 12 Br. 8" Höhe) zu 4 L. de S. das Blatt; und endlich eine Folge von 2«Dl. (Dernersches Oberland) von 10" Br. zu 7" Höhe, das Blatt zu 3 L. und die ganze Sammlung, braun abgedruckt, zu 16 L. * weich (Thomas). Von einem solchen, der aber wohl sicher kein Andrer, als der Th. w)'ck des Lex. (s. dessen Art.) seyn wird, hat die Galerie zu pommersfelden das kleine hohe 11" br. Bild eines Chemisten in seiner Werkstatte. Wetchardr, s. unten weickardr. * Weichen mayer, ein irriger Name für Wephenmeyer. Weichhold (AndreasGabriel), Sohn eines Hautboisten, geb. zu Zwickau 178b. arbeitete als Stückgießergeselle zu Dresden r8io. und besuchte zugleich die dortige Kunstakademie, Weichinger (Johann), anfangs (um 176b.) Münzgraveur in Diensten des Herzogs von Pfalz- Zweibrücken, später um 1770. zugleich auch als Münzmeister genannt. Mehrerer seiner Arbeiten, gedenkt Eprer's versuch von pfälzischen Münzen. S. auch Samml. der. Medailleurs. N°. 455 . *Weichmann( ), welcher im Lex. ohne Taufnamen erscheint, heißt, beyMalpe: Martin, Kupferstecher des XV. Jahrh, dessen Blatter bloß um ihres Alters willen zu suchen seyen. Von denselben führt er zweye, eine y. Familie, und einen Besuch der H. Jungfrau bey Elisabeth, jedes Weidemann. mit einem Monogram an, deren eines demjenigen bey Christ völlig gleich ist. weichmurh (David), ein Münzmeister, s. oben Georg Rieße. Weichner ( ), ein Künstler vermuthlich zu Augsburg um 1670. Zu dem dort, 1678. 4 °- erschienenem Werke des L. Schröck pkarmaco- posia ^ugustana restituta hat Waldtreich ein Titelkupfer nach ihm gestochen. Sollte etwa Joh; Weidner unter ihm zu verstehen sein? Weichselbäum (Michael). Ein solcher gehörte um 1806. zu den geschicktesten Figuren- Malern (?) an der KK. Porzellan-Fabrike zu Wien. Berruch I. 119. weickarr, weickerr oder weitere (Andreas), ein Goldschmied des XVII. Jahrh, zu Augsburg. Seine Kunst bestand in großer geschlagner Arbeit von Bildern, Vasen und mancherlei Gerathe. — — (Johann Georg), Maler zu Wien, geb. daselbst 1746. Unter Meytens legte er den Grund zu seiner Kunst in der KK. Maler- und Bildhauer - Akademie. Von ihm kannte man schon 1789. zahlreiche Bildnisse, wie z. B. den Graf von Hcrberstein; Bischof zu Laybach; Königin von Neapel; Professor Fischer; Gräfin von Wollenstem; Fräulein Wagner; Grosherzog von Toscana; Erzherzogin Christine; Feldmarschall und Graf von Haddik; Milico, den berühmten Sänger. Meusel II. s.v. Weikerr. EbenderselbeIII. (-809.) s.v. weickardr, zählt ihn (mit Weglassung obiger Notizzen) ohne weiteres Hinzuthun noch unter die Lebenden. Dagegen setzt Baur seinen Tod schon in 1799. (a.K. 1798.) an. Im Familiensaale des Schloßes Salzdahlum sieht man ein Bildniß der Kaiserin Maria Theresia von seiner Hand. Nach ihm soll I. E- Mansfeld die Bildnisse des Generals Haddik und des Barons Friedrich von Bieder, so wie John das des Prinzen Carl von Lichtenstein in fol. gestochen haben. — — (Matthias), Hofpapierausschläger zu Dresden um 1727. Man gedenkt seiner als eines geschickten Künstlers in Figuren und Zierrathcn aus Papier, deren man sich zur Ausschmückung der Tafelaufsätze bediente. *— — (Michel), Bildhauer und Baumeister, s. Weikhard im Lex. weick m ann (Christoph), ein in der Kunst nicht unerfahrener Dilettant, und Jnnhaber einer berühmten Kunstkammer, die noch 1798. in Ulm zu sehen war. Letztere ist beschrieben in Th. II- von Zeiler's Handbuch allerlei (Jarur- und Lunstsachen. 4°. Ulm 162h., und dann in besondern Schriften die ibhg. und 1741. gedruckt wurden. In derselben finden sich Architektonische Modelle von Christophs eigner Hand. Der Unsere wurde zu Ulm 1(167, aus der Zunft der Kaufleute, zum Rathsglied erwählt, starb hier als Hospitalherr 1681 und gab ein Buch heraus, betitelt: HIeirerfundenes Lönigsspiel mit Kupf. Ulm 1664. fol. — — (G.). Maler zu München um i 557 . Derselbe — colorirte Appians Karte für den Herzog von Bayern! L'porvsky. S. unten, diese Karte angehend, auch den Art. Weinhör. — — oder weick hm an (I. A.), ein Kupferstecher zu Wien, radirte das sehr schlechte Tltelkupfer zu des 77 . cie Mönch es.- stelle artiklcielle äu Doms. Vienne 1714. 8 °. Weide mann(C F.), ein Bildnißmaler und Zeichenmeistcr zu Hamburg 1806 Eben dort erscheint zu gleicher Zeit eine Maria C. Weidemann Weidemann. als Goldstickerin in aller Art, vorzüglich für Kirchen- stücke. Hamburgisch. Adreßbuch. »Weidemann, auch wiedemann (Friedrich Wilhelm). Bey dem Könige Friedrich l. ward er von der Gräfin von Wartenbcrg, also von — sehr guter Hand, eingeführt. Director der Akademie ward er an Gcrike's Stelle. Von ihm ist das Bildniß des gedachten Monarchen in Lebensgröße, auf dem Thron; von demselben hat man mehrere Kopiern. Auch unter des Nachfolgers Regierung hatte er anfänglich Pesne sogar ausgestochen; endlich aber behielt dieser doch die Oberhand. Bildnisse nach ihm haben gestochen und geschabt: G. B. Busch, I. W. Heckenauer, I. I. Haid, König und I. Smith; die meisten des Königes Friedrich Wilhelms von Preußen, und der Königinnen Sophie Charlotte und Sophie Dorothea; dann des Theologen Jablonsky von Haid, und der Madame d'Auverkerk von Smith, Heineckel. 87. * — — (Carl Emil), welcher im Lex. unter dem Art. seines nachfolgenden Anverwandten erscheint, war der Sohn eines Schönfärbers zu Berlin. Sein erster Lehrer im Bildnißmalen war gedachter sein Vetter. Wann es im Lex. heißt, daß er Pesne's Bildnisse kopirt habe, so ist dies so zu verstehen, daß jener dergleichen Kopicen selbst von ihm fertigen ließ. Heinecke I. 87 — 88. Nach ihm hat Busch das Bildniß des berühmten Grammaire-Schreibers, Hilmar Curas, zu Berlin, Andere sagen auch das des Jakob Baumgartens, in Kupfer gebracht. — — (Johann August), ein Maler zu Naum- burg in Thüringen 1/55. Da« itzt lebende tOaumburg. Das. 1 / 56 . 8". S. s 5 . — — (Maria C-), s. oben C-F-Weidemann. — — ( ), ein Maler zu Berlin um 1807 dessen man gelegentlich gedenkt. M-c. wetdenhaupt (Andreas), geb. zu Kopenhagen 1728, studirte auf der dortigen Akademie unter Petzold und Saly die Zeichen- und Bildbauerkunst, und trug verschiedene Preißmedaillen davon; nämlich 1727 eine solche im Modelliren und 17^9 und 1760. dergleichen in der Bildhauerei. In 1762. ging er ins Ausland, wo er sich vorzüglich des anatomischen Studiums befliß. Zu Paris (auch hier erhielt er mehrere Preiste) blieb er drey Jahre und eben so lange zu Rom; zu Floren; ernannte man ihn zum Mitglied der Akademie- Endlich kehrte er 1769. nach Kopenhagen zurück. Er starb dort i8oh. als Königl. Hofbildhauer, Professor und Kassirer der Kunstakademie, auch Lehrer der Anatomie bei derselben, Mitglied der Akademie zu Florenz und bey der zu Stockholm, so wie des Instituts zu Bologna. R"nft- Hiftorie iDanmark afWeinwich 216 u a. O- Lichrenberg's Magazin für Physik und Naturgeschichte B. IV. St. 2. Jahrg. 1787. S. 180. beschreibt dasjenige Grabmal, welches er um 1784 dem Naturforscher O. F- Müller fertigte, und das seine Stelle auf dem St. Peterskirchhof zu Kopenhagen erhielt. Es ist eine Pyramide von gelblichem norwegischem Marmor. Vorn befindet sich ein Sarkophag von bläulichem norwegischem Marmor, in dessen Mitte ein Basrelief von weißem italiänischem Marmor (ein sitzender Genius der in der Linken eine umgekehrte Fackel hält und mit der Rechten einen Vorhang zur Seite zieht, hinter dem ein Tempel mit dem Bilde der Natur zu sehen ist), und in der Nische über dem Sarkophag eine Urne von demselben Marmor steht „auf deren Decke ein Schmetterling, das Bild der Seele, und darunter ein Wurm, das Bild des Körpers angebracht ist." Ueber dieser Nische sieht man eine Tafel von schwarzem Brabanter-Marmor, mit einer von Suhm verfaß- Weidner. Zoiz ten Inschrift. An den Seiten der Pyramide ist eine Mauer von Rustique angebracht, worauf zwei Sepulkral-Lampen von weißen italiänischem Marmor mit Flammen von vergoldeter Bronze stehen. Allem diesen nach, muß gedachtes Lrauerdenk- mal buntfarbig genug ausgefallen seyn. Von ihm ist auch die Bildsäule des Ackerbaues in weißem Marmor, eine von den vieren, welche den Obelisk umgeben, der i. I. 1788. zwischen Kopenhagen und Friedrichsberg, zum Andenken der Bauern- befreyung von der Leibeigenschaft, errichtet wurde. Geffeml. Aachr. weidenhaupt (Niclaus Christ.). Ein solcher erhielt 1781. auf der Kunstakademie zu Kopenhagen eine Preißmedaille im Zeichnen nach dem Modell; wie ohne weiteres, in W e inrv i ch 's Runst-Historie iDanmark, gesagt wird. weidlich (Jgnaz), Geschichts, und Bildniß- maler zu Brunn, geb. zu Groß-Merseritsch in Mähren 17Hz. Derselbe kam in seinem Sieben- zehnten nach Rsm, um sich dors in der Mahlerkunst zu bilden. Er blieb 16 Jahre daselbst. Während vieren derselben ertheilte ihm die Für, stin Eleonore von Lichtenstein, geborne Fürstin von Oettingen-Spielberg, Frau auf Groß-Me- seritsch, eine jährliche Pension von hundert Dukaten. Von Rom gieng er mit einigen Naturforschern, die die Kaiserin Marie Theresie auf Reise» schickte, bis Rhodus, dann nach Sicilien, von dort wieder nach Rom, nach einiger Zeit nach Wien, darauf in seine Vaterstadt zurück, und endlich nach Brunn. Von ihm kennt man, neben verschiedenen Altarblättern in Mähren, einige Bildnisse dortiger Herren und Damen von Stande. Er lebte noch um 180g. Merisel lll. werd Müller (Johanna Elisabeth), s. unten weydmüller. weidner (Christian), war um 1747. des Chursächfischen Amtes Lauchstädt in Thüringen Amtsmäurer- und Baumeister. Er wohnte juDelitz am Berge. — — (Christoph), ein Bildhauer und Gast- wirth zu Tennstädt in Thüringen, wo er rkaZ, 60 Jahr alt, starb. Er war zugleich Bauherr beym dortigen Rathe. I. G. Gregor ius Hift.rJachricht von Tannstädr. Erfurt 17". 80. S. 77. — — (Friedrich David), vielleicht Sohn des nachfolgenden Jsh. David. Derselbe wurde 178? als Bauconduckeur, und r8no als Herzoglicher Landbaumeister zu Gotha angestellt, und lebte noch zu Gotha 1814, damals ungefehr 5 o Jahr alt. Hofkai. — — (Georg), ein Baumeister zu Salzburg in i8rZ. wilmeyer's Salzburg. Das. 1812. 12°. S. 84. — — — ein Mäurermeister zu Berlin 178b. — — — wurde 1614. dem Goldschmied Paul Zinck zu Dresden auf sechs Jahr in die Lehre gegeben; Alles was wir von ihm wissen. Mrc. _ — (Johann Adolph), geb. zu Augsburg 1726. malte in Miniatur, besonders Vogel und leblose Gegenstände- Von Srerren S. 3 b 7 - — — (Johann David). Dieser (vielleicht Vater des obigen Friedrich David) wurde ,7^2- zum Bauinspektor und 1754. als Herzogt. Gotha» scher Baumeister bestellt, und scheint 1784. i» Gotha gestorben zu seyn Hofkai. *— — (I.), hießZohann, und lebte noch 1698. zu Augsburg. Handzeichnungen von ihm trift man auf der fürstlichen Bibliothek zu Bern- §o»4 Weidn er. bürg. Rüst itztlebende Anhaltische Schrift steiler 1 . 48 . Nach Johann haben folgende Kupferstecher gearbeitet: I.G. Baumgärtner, den Baron I. E. E. von Westernach; Gabriel Ehinger, zu den Funeralien des Herzogs Friedrich von Wür- temberg (16L2.) das schlechte allegorische Titel- kupfer fol. und die Leichenabdankung in der Kirche qu. fol.; zu den Funeralien Johann Christoph's Bischofs von Augsburg (1690.); zu dem hochbeehrten! Augsburg. Das. 1690. 4°. die Krönung Joseph 1 . zum römischen Konig kl.fol.; I. Franck, zu letzt gedachtem Buche, den Kaiserlichen Einzug in Augsburg qu. fol.; Philip Kilian, die Bildnisse des Georg Laub und des Arztes Luc. SchrLck; (dann den Grafen Zyhl, wie das Lex. sagt); I. G. Waldreich die von dem Unsrigen,i 6 ? 3 . gezeichnete Schlagring des Felsen. Auf einem Dankopfer des Noah in qu. fol. findet sich einzig sein clel.; anderwärts führt man noch die Prozession zu Augsburg 1694. gelegentlich der Transportation des Körpers eines Heiligen gehalten, nach ihm an, ohne den Kupferstecher dieses Blattes zu nennen. weidn er (I. G. L.), zeichnete, auf der Sternwarte Seeberg bey Gotha, eine Karte von Großbritannien, die 1804. das Geographische Institut zu Weimar herausgab. — — (Philipp), Schüler der Kunstschule zu Dresden 1818. wo er auf der Ausstellung eine nach Richter copirte Zeichnung wies. — — oder weiden er, malte und vergoldete um 1789 Vieles in den Zimmern des fürstlichen Schlosses zu Reinsberg. (Hennerr) Beschreibung des Lustschlosses zu Reinsberg. Berlin 1778. 8°. — — ( ). In dem Buche: Merkwürdigkeiten bey der römischen Raiserwahl und Raiserkrönung. Gotha 1791. 8". (Neue Aufl.) findet sich ein von Riepenhauftn gestochener kleiner Grundriß der St. Bartholomäuskirche zu Frankfurt a. M. bezeichnet: ^Veillner junior llel. * weier, s. unten u. i. Lex.weyer. *wei ermann, s. unten u. i. Lex. wever- mann. weigernd, s. unten weygandr. *Weigel (Christoph) Derselbe war geb. zu Redwitz bei Eger, der Sohn eines Apothekers. Anfangs (1666.) lernte er zu Hof bey einem Anverwandten die Goldschmiedekunst, dann bey Erhard Weigel zu Jena, mathematische Jnstrumcme zu fertigen, und endlich das Kupfersteche» 167Z. bey Wolfgang, und 1878. bey Küßel zu Augsburg. Nach dieses letztem Tod (1682.) ging er nach Wien, wo er mit vielem Beyfall arbeitete, diese Stadt aber (i88ö.) bey der Belagerung durch die Türken verließ, und sich nach Frankfurt a. M. begab, wo er bis 1688 verblieb, dann neuerdings nach Wien gieng, und von da (1691.) wieder nach Augsburg zurückkehrte, und daselbst gemeinschaftlich mit G. C. Eimmert und J.J.Sandrart eine Bilderbibel ans Licht stellte. Endlich begab er sich nach Nürnberg, wo er (1698.) daS Bürgerrecht erhielt, daselbst noch 27Jahre lebte, und dort auch Todes verbliech. DIabacz führt die Anzahl seiner Werke (wohl auch zum Theil bloß seines Verlags) an, wovon wir hier nur: Die merkwürdigsten Geschichten des alten und neuen Bundes in -bl Bl. i.r Regalfol. und die: Mblis ect/pa. vollends in 84 « Bl. in Fol. 4 °. u. 8°. bemerken. Dann von Weltlichem z. B. die: Denkwürdige Kriegs- und Friedcusbeaebenheiten des XVIII. Jahrh, in jährlichen Kupferbl. von 1701 — 172h, 40. Zu P. Bononi's Nerzeichniß der geistlicher Orden 477 Bl. in Quarto. Zu A. von St. Clara Weltgallerie 100 Bl. Abbildung aller Künstler und Handwerker 212 Bl. Quarto. Neueste Mergel. Abbildung des Türkischen Hofes 260 Bl. Quarto, u.s.f. u. f. Endlich eine Menge Bildnisse und Landkarten. (Oons.wlU und Hopirsch). Einer unserer Freunde bemerkt: „Dieser weigel war der erste Kupferstecher, der, um das so mühsame Auftragen des Grundes zu erleichtern, eine Maschine erdachte, wodurch solches leichter und mit ungleich weniger Zeitverlust zu bewerkstelligen ist; übrigens war der unsere ein sehr geringer Künstler, dabei aberJnnhabereines aroßenKunstverlags". Zufolge Will's hinterließ Christoph einen Sohn Johann Christoph, der auch Kupferstecher und Kunsthändler war; zJopisch verbessert dies jedoch dahin, daß er nie einen Sohn erzeugte und der Johann Christoph (wie aus unsrer Quelle hervorzugehen scheint) ein Bruder von ihm war. Dagegen hei- rathete eine Tochter des Unsern den Maler und Kupferstecher Johann Benkel, und eine Tochter deS letzter» den Kupferstecher Martin Tvroff, der 1708. auch im Besitze von Christophs Kunsthandlung war. Unterdessen kennen wir ein von V. D. Preisler nach Kupetzki geschabtes Bildnis mit der Inschrift: iVIagllalena Lstker L 7 r--r'Lt. 8en. Villua, ejusque Xepos Dauist wonach also Martin Tyroff nicht eine Enkelin, sondern eine Tochter Christoph'« geheirathet, Johann David ein Sohn Marrin's gewesen seyn, und will nochmals geirrt haben muß. (Vergleiche und berichtige hiermit den Artikel Johann David Tyroffs in unsern Supplementen). Gegenwärtig (18 >9.) besitzt Adam Gottlieb Schneider die Kunst - und Buchhandlung Christophs zu Nürnberg. „Nebst Andern« (heißt es bey Liporvsky nach Doppelmeyer G. 277.) „ gab er auch eine Abbildung des türkischen Hofes, nach den Gemälden des Königl. französischen Gesandten de Ferriol zu Nürnberg 1719. heraus, die 64 von ihm radirte Kupfertafeln in Quart enthält, worunter mehrere gut gezeichnet sind.« weigel (Christoph), der jüngere. Vor uns liegen eine Folge Kupferstiche betitelt: Oewesse vor Oolcwcbmillt verfertigt uncl eoseicknet von La8par Oottlieb Lasier, 2u nullen he/ O/rri^top/» //^si§ei j. (was wir auf junior auslegen) in Xüraber^. Dieser weigel, der in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts lebte, vermuthlich auch selbst Kupferstecher war, ist uns weiter nicht vorgekommen, es müßte denn der folgende Johann Christoph (w.) sich zuweilen alio geschrieben haben und sonach hierunter zu verstehen leyn. S. daher sowohl Text als Noten des unten ff. Art. Johann Christoph w- — — — ein Drechslergeselle von Nürnberg, der 1770. zu Dresden arbeitete. — — (C-). Einen solchen führt DIabacz an, den er von den beyden Obigen unterscheidet, und ihn einen guten Kupferstecher in Prag (ohne Bestimmung seiner Lebenszeit) nennt, welcher, neben Anderm, einen Erzengel Michael, und einen St.Dominik (letztem nach P. Beckers Zeichnung) in zwei Oktavbl. sehr sauber gestochen habe. — — (C. E-), ein Kupferstecher in der letzten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts, von dem wir einige, vermuthlich zu einem Buche gehörige, sehr mittelmäßig radirte Blätter in 4°. kennen, die natur- historische Gegenstände enthalten. Mrc. — — oder We igelt (Elias), erscheint als Stadtwerkineister zu Frei'berg in Sachsen ihgg. Rurrze Chronica der Bergstadr Freyberg. Das. 1602. kl.8°. — — (Erhard). Dieser, zu seiner Zeit fast weltberühmte Mann, wurde in Baiern zu Weida an der Nabe wo sein Vater Kircheninspector war, 162b geboren. Ein niedreres über ihn, findet sich beim Jöcher. Man kennt von ihm viele Erfindungen, und Weigrl. wir werden einige derselben, aus W-E-Wagner'« seltener Schrift: »Die Angabe des OolleZü^rtls- Consultoruw. d. i. Verzeichniß verschiedener Muster nützlicher Kunst - Erfindungen L-äarckr Ä^i§e/rr. Regensburg 1648. 40., wo sie in 38 Nummern beschrieben find, hier nicht übergehen. Nämlich X. die Verkehr - Brücke; eine Treppe ohne Absatz-Stufen, worauf man im stäken Nieder- fchreilen, doch in die Höhe hinauf, zum zweiten Stocke kömmt. XX. Die vielbändige Schreib- Regel (?ol^8rsmmum), „womit ein Direktor ihrer vielen mit einander, die da lesen, schreiben, reisten, rechnen lernen wollen, auf einmal die Hände führen kann, daß alle wie er (einer wie verändere) sobalden schreibt, reißt"(d.i. zeichnet) „rechnet. Wann sie kostbar wird elsborirt, kann einer wenigstens vier Briefe schön allein auf einmal schreiben, oder eines Risses so viel Exemplare abzeichnen". X--.XXII. Das Maler-Spiel (1.USNL opticus), ein expedirtes und verstecktes Mittel, durch ein Bretspiel der gemeinen Art, daran nichts Künstliches zu sehen, alles Sichtbare von ferne, z.B. eine Festung abzureißen. R°.XXV. Ein wohlriechender im Sommer kühler Hauswind juÄcmächern. Ist ein doppelter Luftschöpfer, „der durch Eanäle den Gemächern, wenn der Hahn nur ausgedreht wird, die kühle Luft sammt dem Geruch connnunicirl". XS. XXXVIIl. Ein Kreutz- Dach (I'ectum äecusatum), das dreifache Erker übereinander hat auf allen Seiten und doch keine Kehl- noch Winkel-Rinne, so daß alle Ziegel »»verhauen ganz das Haus bedecken; unter welchem viel bequeme Wohnungen und mitten durch »nd durch von oben an bis unten aus, auch in den untersten Keller hinein eine Oefnung als ein tiefer Brunnen ist, daraus man über sich des Tages die Stern am Himmel sehen kann; um welche Oefnung eine bequeme Vierecks - Wende- Treppe durch und durch von unten an bis oben ausgeführt, auf welcher mau nicht über fünfzum Auftritt in bequemster Proportion der Höhe und Breite, als sieben gegen zwölf, sanft angelegte Stufen — fallen kann. Darunter ein Verna H-Is- ckaniörw. ein Haus-Kranach angeordnet ist, durch dessen Hülf ein Mann gar schwere Fässer in den Keller und große Lasten in die Höhe leichtlich bringen kann; wie das Modell zu Jena in der Jo- hannis-Gaffe ausweist. „Wenn solches Kreutzr Dach über einen ins Gevierte um und um mit Wohnungen verbauten Platz und Hof erhaben und die Erker mit correspectiven Fensterladen, die sich selber schließen und aufmachen, überbauet wird, daran die ^sterismi oder sonderbar namhaften Sternhaufen, nach der Ordnung und Proportion durchbrochen, künstlich vorgestellt, und die Laden allesammt geschlossen werden, präsentirt sich in der Finstere der gestirnte Himmel, wie im Winter aus dem Feld, wenns hell gestirnt ist. Bald macht man alte oder einige wieder auf, so wird es Morgen, Mittag, Abend, und kann also Alles, was, im Finst. cn besser als bei Tage zu sehe», vorgestellet werden soll, bei Tage geschehen, also die Svectatores die unbequeme Finsterniß der Nacht verhüten können", u.a.m. In einem Vüchelchen: weigei's: tsleuerfundetter Haust-Rath. Jena. s.A. 4°. nennt er uoch andre Erfindungen; so z.B. „kornsx praeAnsnz, ein trächtiger Ofen, d. i. ein gemeiner Ofen mit einem jungen zurErspa- rung vieles Raumes und Holzes; ?snro8mus. die groß verjüngte Welt, in welche man aus - und einreiten kann, unbeschadet derselben Bewegung rc." Noch führt er an, daß er nicht zweifle, eine ihn so eben beschäftigende Erfindung bald zu vollenden, nämlich ein » mechanisches Mittel zur Rettung der Weigel. §or§ Christenheit in allgemeiner Türkengefahr". „Er wollte damit zu stände seyn, ehe noch, bei dem damals zu erwartenden Türkenkriege, die erste Attaque geschähe", u.s.f. Das Haus was weinet zu Jena sich erbaut hatte, war wegen seiner eignen Bauart und vielen angebrachten Künsteleien so berühmt, als ehedem das des Jesuiten Kircher, und ist es zum Theil noch heut zu Tage. Man hat davon ein durch B. Georg! radirtes Blattchen, was sich aber sehr selten gemacht hat. Seine sehr vielen Schriften sind in des: i vitas ?ro» sessor. )enss 1711. angezeigt. „Erhard" (heißt es in einer andern unsrer Quellen) „bekleidete.zu Jena eine Professorstelle, so wie zu Jena diejenige eines Hofmathemalikers und Ober - BaudirekwrS, und trug daneben den Titel eines Kaiser!. undHoch- fürstl.Sulzbachische» Rathes. Dann gab beneide, neben Anderm, Vorschläge zur Verbesserung des Kalenders, welche von dem Reichstage genehmiget wurden. Auch kennt man von ihm ein Schock Fantasien, in (wohl nicht zu viel!) 66 Blättern, Viele andere seiner Schriften haben" (wir haben's schon oben vernommen) „eben so seltene Titel." — Endlich lesen wir bey Earperger S. 466 — 66. daß er auch als Baumeister des Vordcrtheils des schönen Jenaischen Collegiums (> 65 ?.) so wie des dortigen Observatoriums, und dann (jenes) seines eignen (1667.) so künstlich eingerichteten Hauses bekannt sey, so daß dieses letztere „wegen seiner schönen Ordonnanz und Comnlodikat, wie auch der trefflichen darinn befindlichen Maschinen halber" unter die VII. (so. Jenaische) — Wunderwerke gezählt worden. weigel (Hieronymus). Stückgießer an der. Hofgießerei zu Wien; in 1786 erscheint er mit Titel eines Ättkerlieutenants und >795 mit dem eines Hauptmanns. Hoss- und Sraarsr Schematismus von Wien. — — (Jacob), hat ein Bildniß des Christian Ernst, Markgrafen von Brandenburg (welcher 17 >2 als kaiserlicher General-Feldmarschall starb) sehr schön auf einem halben Bogen geschabt. Schad'« Oinacothek S. 56 . Da dieser Künstler sonst ganz unbekannt ist, so vermuthen wir fast, daß der Vorname Jacob ein Druck - oder Schreibfehler ist. *-- — (Johann), der Formschneider des Lex. Von diesem Künstler sind zwey Holzschnitte bekannt: Ein schlafendes nacktes Weib nachJoh. Sebald Behem, und die von Weibern bethönen Simson, Salomon und David, beide in Folio; dann hat er auch das Porträt des Zaars Iwan Wasilewitsch in Kupfer gestochen. Ferner hat er i 555 eine Landcharte des Herzogkhums Würtem- berg geschnitten *). Lipowsky. — — (Johann Christoph), des obigen Christophs Bruder; ein Kupferstecher und Kunsthändler zu Nürnberg im Anfang des vorigen Jahrhunderts. Wir kennen aus seinem Verlage mehrere Folgen von Kupferstichen, die Gefäße, Verzierungen, Grotesken rc. für Goldschmiede, Schlosserund andre Profrssionisten enthalten und in dem schlechten Geschmacke ihrer Zeit von Wolf Hier. von Bemmel , P. Decker, Heinr. G. Förster, Georg Heumann, Johann Friedr. Lauch rc. gezeichnet wa, ren. Meist sind dieselben ohne Namen des Kupferstechers ; Vieles hat jedoch Loren; Beger gefertigt. Schad'« pinacorhek S.2i6 besagt, daß 179; der Buchhändler, Professor und Prediger Degen zu Nürnberg der Jnnhaber seiner Kunsthandlung *) Viele lesen das Monogramm dieses Künstlers i. W. für Jakob walch, der des Joh. von Rulmbach Lchk meister gewesen. N ir Zc»i6 Weigrl. war. Vergleiche auch oben den älteren Christoph wergel *). Wergel (Martin), ein Glockengießer zu Görlitz Wo er i 5 g 8 vorkommt, ^c. — — — ein Drechsler zu Kobelin in Poh- len. Sein Sohn Melchior, der auch diese Kunst erlernt hatte, befand sich ikbg zu Breslau. — — (Melchior), s. den vorstehenden Martin Weigel. — — s. auch gleich unten weigl. Weigert (Johann Friedrich), ein Kupferdrucker zu Altona t 8 o 5 . Weighrmanns ), ein von Walpole (^cilienci. P.497.) angeführter Englischer Bildniß- maler, wie es scheint in Miniatur, von welchem aber auch Fiorillo V. 679. nichts Anderes bekannt ist, als daß er in 1781 gestorben sey. Weigkink auch Wiegkink (Johann), Hofschreiner zu Münster 1784. In 1798 gedenkt man seiner Wittwe. Mrc. Weigl (Matthäus). So heißt, nach Fiorillo's (Deutscht. I. 222. Anm. c.) einer, der unter der Regierung Herzog Albrecht V. von Bayern, gegen End des XVI. Jahrh, in desselben Kunsikammer' gearbeitet habe, und dafür besoldet wurde. Weih (Peter), ein Maler zu Kemnath, einer Stadt im Nabkreise, lebte dort zu Anfang des XVlll. Jahrhunderts und war der Lehrer des Joh. Philipp Bayer, eines Historienmalers zu Nürnberg. Liporvsky. Weihinger, irrige Benennung des oben angeführten Medailleurs weichinger. * Weihmeyer, s. im Lex. und unten Weyhenmeyer. Weihn er, s. unten Weinhör. Weikerr, s. oben weict'ardr. Weil (Jacob). Der Reber'sche Gemal- dekaralog. (Dssle 180g. 8". p. ho.) benennt von ihm einen Kavallerie-Scharmützel aufHolz gemalt (hoch i8)LZ. br. sh^Z.) Weiland oder weyland (CarlFriedrich), Nathsmaurermeistcc zu Berlin i 8 oZ. Almanach für Freymaurer auf 58 o^. Berlin i 8 oZ. kl. 8 °. S. ioz. — — (Hans Georg) ein Steinmetzgeselle, der rkgö in Churfachsen arbeitete. M-c. — — ( ), Lieutenant unter der königl. Preußischen Artillerie, der aber nach 1806 diese Dienste, wie es scheint, verließ, und sich um 1810 zu Gotha (damals etwa 28 Jahr alt) aufhielt. Man soll artige Malereien von «hm haben. Mrc. Wetli. weiland ( ), etzte um 1808, vermuthlich in den Sächsischen Landen, allerhand schlechte Blatter, als Soldatenkostüms rc. Mrr. weilep (I. I ). Nach der Zeichnung eines solchen hat I. D. de Montalegre eine Ansicht des H. Grabes zu Görlitz gestochen. Unser Mann lebte in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, sonder Zweifel zu Görlitz. 8lLc. Weiler (Ernst), ein berühmter Ingenieur in Diensten Friedrich Wilhelm des Großen, Churfürsten von Brandenburg, in 1678. G> D. Geyler Leben Friedr. Wilh. de« Großen aus Münzen Fol. S. 164. — — (Fr.), vermuthlich zu Jena. In Z. C. Stark's Archiv für Geburtshülfe. Bandlll. Jena 1791. 8°. finden sich Abbildungen chirurgischer Instrumente, von C. Müller nach des Unsern Zeichnung gestochen. — — oder Weyler (Johann), Maler, schon um 1780 Mitglied der Königl. Kunstakademie zu Paris, geb. zu Straßburg 1747, arbeitete in Schmelz, Miniatur und Pastell, und lebte um 1778 noch "zu Paris. Meusel I. Wahrscheinlich ist dieser Künstler derselbe Weiler, welcher, nach Fiorl'llo 111. H2Z seit 1780 für die Französische Regierung die Bildnisse der angesehensten Männer in Email malen mußte. Der Gemälde-Latalog von Reber (6s8ls -809. p.92.) führt von ihm die Bildnisse Ludwigs XVI. und Fränklins an, (beyde hoch ä sr" br. 2^"), mit einer bewundernswürdigen Zartheit und Vollendung in Email gemalt. Er war Gatte der gleich ff. — — (Madame), geb. Rugler, ebenfalls Künstlerin. Bey der Ausstellung im Jahr 1789 zeigte sie einige von jenen Emaillemalereyen, wie auch verschiedne Stücke in Pastell, die ebenfalls in Email gemahlt werden sollten. Da sie von der Regierung aufgemuntert und unterstützt wurde, so arbeitete sie nach dem Plan ihres Mannes weiter fort, und legte schon bey der Ausstellung im I. XII. der Republik die schönsten Beweise ihres Künstlertalents ab. Sie ist im Besitz des Nachlasses ihres Mannes und aller der von ihm entworfenen Pastellmahlereyen, die in Email übertragen werden sollen; es läßt sich also (heißt es i8o5 bey Fiorillo lll (,22.) in der Folge noch viel von ihr erwarten. S. l. 0. in der Note. — — (Nicolaus), ein Goldschmied zu Nürnberg. Panzers rJürnbergische porrrait'sI. 260. nennen sein Dildniß von ihm selbst, wie folgt: suae Ketstig H2. TVino 1576. 4". weili ( ), vielleicht Meili, ein Maler, nach dem Bollinger das Bildniß des Got- resgelehrten Johann Georg Cchulthcs gestochen hat. Dieses Kupfer findet sich vor der L4. AUgem. Deutsch. Biblisch. Band XI^I. 1798. weili lebte in der letzten Halste des vorigen Jahrhunderts. *') Nun, entweder von diesem Johann Christoph, oder dann von dem oben angeführten Christoph w dem jünger», nennt ein Verzeichniß meine« sei. Vaters (-. V. Johann w.) eine Menge Bildnisse Heller und dunkeler Männer, nach I. L. Hlrschmann, D- C von Lauch, F. de Troy, u. s. w. mehrere aber ohne weitere Namen als den seinigen. Dann eine Madonna mit dem Kinde, nach G. Rhein. Dann wieder, «->. Johann Christoph (als bloßen Verleger), nebst mehreren Bildnissen nach Hirschmann, I. Kenkel, und Ungenannten, allerlei Mannigfaltiges; wie z. B. nach Eisier's Zeichnung: Laub- und Bändellverke, so Th. — Anleitung iur Aeichenkuust» I-Bl.— Oersias . res>resen,2i2s — ksssio v. e». I. 0 . ,tu^. Vinci. 69z.— 6Bl.— Gedächtnißhülfliche Bilderlust (vielleicht bemerkenswerth), durch I D Köhlern P. P. Nürnberg 726. — rrguies ci NsKUeweos tliiiuois. Dann noch ein ungenanntes Älakt nach C. Maratti. Wieder führt Murr von Christoph an: Limes „sluesüs «eu llocunieok» roorslis e v»r,is rerulll nslurslium p-oprisrsribus, virtliluio virioeum^ue s^mkolici, imss-iuibus eolleec» - Vioriberß-v 4. ioo Dl. (mit deutscher Auslegung 4. >b. 766 ) Dann von Johann Christoph (esc.) Milche curieuse neu inventirte Schild, 21 Bl. — Und handschriftliche Zusätze meines sei. Vaters zn Murr » Sibl. ebenfalls von Joh. Christoph: Anweisung zur Zeichenkunst Lnwhl die schon oben, als von Christoph angeführten i»Bl.) Und endlich von C- Weigrl u-sloire zuictl0lle 17 Bl. Weimar. *weillemsen (Peter), eine verdorbne Schreibart für willemsen, im Lex. und um ten. Weimar (Johann Math.), ein Amtsmaler (?) zu Hamburg 1806. Hamburg isches Adreßbuch. — — (Herzog von Sachsen-), s. oben Sachsen. * Wer meyer, s. im Lex. und unten weyhenmeyer. weinart (Heinrich), ein Bildhauer und Steinmetz zu Pirna in Sachsen. Da sein Lehr- junge Martin Pabst in ib68 sich bey der Lade zu Dresden beschwerte, daß ihm Heinrich nicht genugsam zu essen gäbe, so mußte er auf ihren Befehl ihm ordentliches Kostgeld reichen. weinberger (C.). Von einem solchen sah man 1818 auf der Ausstellung zu Dresden, zwei Landschaften. Dw eine in Sepia war nach Dietrich, die andere en Gouache nach Klengel. chkc. — — (Sebastian), Eußdirektor bei der Wiener Stückgicßerei. In 1782 trug er den Titel als Hauptmann und 1798 den als Major. Hof- und Staats-Schematismus von Wien. Weinborner (Franz), der Sohn des folgenden Ludwig Franz, zeigte frühzeitig gure Anlagen zur Ma-crkuust, wocin er sein eigner Lehrer war. Er maire Bildlich, Landschaft, Jäger- stücke re. in Miniatur und Del. Ein zu hitziger Trunk brachte ihm den Tod; er starb zu Fulda 1798 kaum >8 Jahr alt. /l^c. — — (Ludwig Franz), geb. zu Fulda, der Sohn eines Schreiners, ein Mcchanikus und Künstler in lausend andern Dingen, die er sämmtlich aus sich selbst erlernt hatte. So fertigte er künstliche Schlaguhren mit Automaten, und war im Stein- und Petschierschneiden, so wie in der Goldschmiedskunst wohl bewandert rc. Obwohl er sich auch mit dem Oelmalen und Kupferstechen befaßte, so scheint er doch in beiden nicht gleiche Fertigkeit besessen zu haben. Wir kennen schlecht von ihm gestochen den Fürstbischof von Fulda Heinrich von Dibra, todt auf dem Paradebette liegend, qu. fol Anderes zu den ehemaligen Fuldaer- Staatskalendern rc. Zum Gebrauch der Schulen dieses Landes, stach er ein Vorschriftenwerk von vielen Platten; da man später jedoch, obwohl man an dieser seiner Arbeit nichts auszusetzen fand, ihm Abzüge von dem akkordirten Preise machen wölbe, so behielt er die Platten, die seine Erben noch besitzen, ohne daß sie abgedruckt wurden. Vtelfu-i-er Hummer über fehlgeschlagene Hoffnungen, erlittenen Betrug und andern Unglücks genug, waren Ursache daß siebenmal ihn der Schlag rührte; Fiüda war der Ort nicht, wohin er paßte. Er st. dort in größter Armuth i8c>6, bb Jahr alt. 717 §c. — — (Peter), Sohn von Ludwig Franz, und älterer Prüder des oben angeführten Franz W. geb. zu Fulda um 177», und hier 18 »6 noch am Leben. Obwohl er Manches von dem Talent seines Vaters besitzt, und ebenfalls einen geschickten Mechanikuö, Silberarbeiter, Petichaftstecher, Uhrmacher rc. abgiebt, so hat doch seine Neigung zum Trunk ihm die praktische Brauchbarkeit in solchen Dingen größtentheils benommen. AÄc. — — ( ), Bruder von Ludwig Franz, und 12 Jahre jünger als dieser. Er hakte schon den Ruf eines guten Schreiners und trefflichen Einlegers, als er, 17 Jahre alt , Fulda verließ. Seit dieser Zeit hat er nichts mehr von sich hören lassen, ^c. Weinbrenner. 501-? Weinbrenner (Friedrich), Großherzogl. Badischer Baudirektor zu Carlsruhe, geb. daselbst 1766. Sein Vater, ein Zimmermeister, hatte den Vorsatz, ihn unter eigener Aufsicht zu dem Baufache zu erziehen, aber der Tod hinderte die Ausführung. Indeß war die Begierde des Sohns zn Erlernung eines Baumetiers so groß, daß er in seinem rhten Jahre, wo er die Schule verließ, aus eigenem Antriebe, sich einige Jahre lang der Profession seines Vaters widmete. Da diese sehr bald seiner Wißbegierde nicht volle Befriedigung gewährte, so studirte er in seiner Vaterstadt neben der Baukunst, worinn er auch frühzeitig Andere unterrichtete, zugleich die physikalischen und mathematischen Wissenschaften bis in sein 2istes Jahr. Dann begab er sich auf Empfehlung in die Schweiß, zur Aufsicht über Baugeschäfte. Nach einem dreyjährigen Aufenthalt in der Teutschen und Französischen Schweiß, und nach einem kurzen Zwischenaufenthalt in Carlsruhe, studirte er ein Jahr laug auf der Bauakademie zu Wien, reisete auch nach Ungarn. Im Herbst 179» begab er sich durch Böhmen und Dresden nach Berlin, von da im Frühjahr 1791 durch Leutschland und die Schweiß über Mayland, Genua, Livorno und Flor nz nach Rom. Hier, dann auf seinen Reifen in Ober- und Untcritalien bis Pestum, widmete er sich 6 Jahre lang der Kunst; vorzüglich besuchte er die Ueberbleibsel der alten Römischen Baukunst, in deren Geist einzudringen sein eifrigstes Bestreben war Wie sehr ihm dieses gelungen ist, beweisen mehrere seiner Arbeiten, z.B. die Restaurationen des Bades von Hippias, des Theaters von Eurius (in Wieland's Teut. Merkur 1797. St. 5 .), des Vogelhauses von Varus, der Landhäuser des jünger» Plinius, und anderer von alten Klassikern beschriebener Gebäude. Auch gab er zu Rom Unterricht in der Baukunst, und lieferte mehrere architektonisch-perspektivische Kompositionen und Bilder. Die revolutionären Bewegungen zu Rom veranlaßten ihn, im Sommer 1797 diesen seinen Lieblingsort zu versassen. Er kehrte durch das nördliche Italien und Graubündten zurück nach Carlsruhe. Hier ward er noch in demselben Jahre zuerst als Bauinspektor, bald nachher als Baudirektor angestellt. Seitdem widmete er sich ganz dem fortgesetzten theoretischen Studium, der Ausübung und dem Lchramte seiner Kunst, machte auch in dieser Hinsicht seitdem Reisen in das nördliche Teutschland und nach Paris. Mehrere öffentliche und ansehnliche Privatgebäude im In- und Auslande, seine Bauakademie, worin sich angehende Baukünstler aus der Nahe und Ferne fortwährend bilde», seine Entwürfe zu öffentlichen Monumenten in und ausserhalb Teutschland (). V. zu des Generals Desaix Monument bey Skrasburg, zu des Generals Beaupuy's Monument bey Neu- breisach, zu dem vom Französischen Direktorium projektirten großen Nationalmonument der Franz. Revolution auf dem Platze des Chateau de Trom- pettes in Lourdeaux (wovon wlebekmA in dem ötenTheil der Wasserbaukunst), zu einem ln Stras- burg 1801 projektirten großen Friedensdenkmahl), sein Antheil an mehrern Kompositionen der Histo- rienmahlerey, beurkunden seinen Eifer eben so sehr, als seinen Ruf und seine Geschicklichkeit. Mensel III. Dieser geschickte Mann lebte noch zu Carlsruhe >819. Um 18,1 gab weinbrennev ein: Architektonisches Lehrbuch, Geometrische Zeichnungs- Licht und Scbarrenlebre, m. K. (Pr. 1 Tblr. 12 Er.). „Was" (schreibt uns so eben einer unserer Freunde) „seine Entwürfe zu öffentlichen Denkmälern auf merkwürdige Menschen und Begebenheiten anbelangt, so har er in der letztem Zeit durch den auf die Schlacht bei Leipzig, und durch den Entwurf auf die Schlacht bei Waterloo bewiesen, wie sehr sein Geist mit den Ideen erfüllt war, welche die Ueberreste des Alterthums in ihm erweckt hatten. Sein Denk, R -3 * 5<"8 Weinbkenner, mal auf die Schlacht von Leipzig geriech ihm vorzüglich wohl, es ist ein colossales Werk und von origineller Erfindung. Ueberhaupt zeichnen sich seine Produkte stets durch enen großartigen Styl aus. Eine besondere Aufmerksamkeit wandte er auf die Theorie des Thcaterbaues. Er hatte die alten Theater gesehen und überzeugte sich, daß die Form derselben, auch itzt noch, die beßte sey, sowohl in optischer als in akustischer Hinsicht. Weinbrenner hat daher nach diesen Grundsätzen das neue Theater in Carlsruh und das Innere des neuen Stadttheaters zu Leipzig erbaut. Bey Gelegenheit des letztem Baues erwarte er sich ausführlich über Bau und Form unserer heutigen Theater, in der Abendzeitung (Jahrg. 1817. i-j-j.) nachdem er schon früher bey Herstellung des neuen Hoftheaters zu Carlsruh: Ueber Tbea- rer in architektonischer Hinsicht geschrieben hakte. Mehrere seiner klar und lichtvoll abgefaßten Schriften sind in Meusels gelehrtem Deutschland angezeigt. Tonversarions-Lexikon. Weinbrenner (Hans), s. unten Wyn- brenner. weindl (Paul), ein Kupferstecher zuWien um 1800. Derselbe etzre mehrere Blätter zu Spalart's Versuch über das Kostüm. weineck (Georg), Stiftsbaumeister und Gra- narius zu Naumburg 1800. In 1810 scheint er nicht mehr am Leben gewesen zu seyn, da eine andre Person in seiner Stelle genannt wird. Wir sind unterdessen nicht gewiß, ob er auch selbst Künstler war, und ob der Titel Baumeister hier feiner gewöhnlichen Bedeutung nach zu verstehen,sey. Mec. — — (Johann Jacob). Ein solcher erhielt 1786 auf der Kunstakademie zu Kopenhagen eine Preißmedaille im Zeichnen nach dem Modelle. Lunst - Historie i Danmark, af Weinwich. Werner (Blasius), ein Werkmeister f. oben waynner. * — — auch weyners (I.), hieß Johann. Bey Lipowsky wird er Kupferstecher und Maler zu München genannt; und Ebendas. im Anhange S. 274—75. heißt es: „Von diesem Künstler ist noch zu bemerken, daß er bei der damaligen Herzogin von Baiern, Maximiliana, als Kammerdiener angestellt, und ein Schüler des Friedrich Süstris gewesen. Er machte 1610 den isten Jänner sein Probestück zu München, und studirte nach Christoph Schwarz. Was er nach dieses Künstlers Werken in Kupfer gestochen hat, dann daß sein Monogramm in (Harms Werner) und einer Weintraube bestanden, wurde bereits angeführt *)". Malpe, der ihn Weyners schreibt, will (aus welcher Quelle?) wißeu, daß er um i 5 gu zu Coburg geboren sey. Dann rühmt er ihn (wir erfahren ebenfalls nicht »ach welcher Kunde) als Landschaftsmaler für seine feine sannnt- artige Toccirung und für sein kräftiges Colorit, so wie als Kupferetzer für seine leichte, flüchtige Nadel, und will in dieserGattung eine Folge kleiner Landschaften von ihm kennen, welche Marc Sadeler 1625 ans Licht gestellt; dann einige Blätter nach Christoph Schwarz, die mit 1611 datirt seyen". — — s. unten auch Wemhör. weine r t (Carl Friedrich), General - Accis- Baudirector in Dresden, geb. zu Hayn 1760 lernte die Architektur unter dem General-Lccis-Bau- Direktor Locke. Nach Beendigung seines Cnrses gieng er 1770, auf Veranlassung seines Lehrers, nach Warschau. Dort blieb er bis zum I. 178b, wo er wieder zurückkam und die Anwarkichaft auf seines Lehrers Stelle erhielt, welche er denn auch W e i n h ö r. seit dem September 1794 bekleidet. In Warschau sowohl, als auch auf verschiedenen adelichen polnischen Landgütern hat er ansehnliche Gebäude aufgeführt. Er lebte noch um 180g. Mensel III. *weinerr( )hieß T-G. Er etzte nicht 1760, sondern 1771 einen Blumenstrauß nach J.Piüement in 40. Ucbrigcns war er, auch unserer Meinung nach, kein Kupferstecher von Metier, dagegen etwa ein Maler (allenfalls Architekt) der (dies sicher) um 1771 seine Studien auf der Dresdner-Akademie machte. Vermuthlich starb er frühzeitig, oder kam auf andre Weise abhanden, indem er weiterhin nicht mehr unter den Dresdner-Künstlern genannt wird. weingarrner (Bernhard), ein Zimmer- men,er zu Riech, und Albrecht Tag, ein italiänischer Steinmetz und Mäurermeister, bauten die Stadtkircbe zu Ummerstadt im Hildburghäusischen, i6i>2 von neuem auf. I. W- Rrauß Beirr, zur Sachs - Hilburghausischen Rirchem Schul? und Landeshistorie 1 . 533 . — — (Joachim von), geb. zu Sulzbach im Nabkreise. Von ihm ist daS Choralaltarblatt in der Kirche auf dem Annaberge bei dieser Stadt, mit künstlichem Pinsel gemalt. Dieses Gemälde stell: die H. Anna sitzend vor, wie sie ihrer Tochter ein Buch vorhält; Joachim steht ihr zur Seite. Lipowsky. Weingartens ). Ein Bildnis in Miniatur, sah man von einem solche» auf der Ausstellung zu Dresden i 8 o 5 . Weinharr (Andreas). So hieß, nach dem Stadtzunfkbuche zu München, ein dortiger Bildhauer um i6c><4. Lipowsky S.275. Weinher, s. gleichfolgend weinhör. weinhör, auch weihner, weiner und Weinher (Peter), umi 58 oHerzogl.Baieri- scher Münzwardein zu München, erhielt 20 Gulden für drei das Leichenbegängniß H.Albert V. betreffende Blätter. Er hat auch die Appianische Landcharte von Baiern auf 22 Platten gestochen 1676 herausgegeben, und dem erwähnten H. Albert V. gewidmet. Von ihm sind ferner bekannt: 6ava- rias Oucum tunc viventium, )4lberti Ducis, Krnesti Lpiscopi krlsinAensm, 6uillielmi et kerälnansti etc. vivse imsAmes cum eorum in8i^nibu8. Auch hält man ihn für den Kupferstecher eines Blattes in kleinem Folioformate, das die Michaelis-Hofkirche zu München in dem Momente vorstellt, wie der oberste Theil desKirchen- thucmes, der noch nicht ausgebaut ist, einstürzt. Die Unterschrift dieses Blattes heißt so: „^nno i 5 go den is.May des newen Calenders um 8 Vhr Vormittag ist dieser herrliche und hohe Thurm an der Jesuiterkirche zu München vmbgefallen, vnd ein Theil der Kirchen mit eingeschlagen worden, welches Anno i 585 mit sehr großen Unkosten zu bawen angefangen vnd bis daher vollführet war". Dieses Blatt hat weder.lden Namen des Künstlers noch dessen Monogramm. Aus den vielen kleinen Figuren, die theils jammern, theils davon laufen, und die gar zu flüchtig und malerisch (?) radirt sind, läßt sich schließen, daß der Kupferstecher auch ein Maler gewesen. Lipowsky. Barrsch dann, 8. v. Weinher (IX. 55 i — 57.) nennt zwölf Blatter von ihm, die mit 1573 — 81 datirt sind, darunter sechs Bildnisse, deren oben schon Lipowsky gedenkt; ferner ei» Mausoläum des Herzoges Albrecht, und ein Bayersches Wappen. Dann von Geschichtlichem: Christus vor Pilato (20" hoch, i 4 "ö^br.); endlich drey allegorische, auf die Leidensgeschichte ->) Wo? Weinhold. zielende seltsame Triumphbogen, einen davon nach Chr. Schwarzen Erfindung(L. 8. inv. i 58 i.). Alles Uebrige ohne andere Namen als des Unsrigen, oder mit dessen Monogrammen bezeichnet, die bey Barrsch zu finden sind, der dagegen der Apple», nischen Landkarte, und des Blattes von Einstürze des St. Michael,Thurms keine Erwähnung thut. Drey der Bildnisse sind bey ihm ausdrücklich mit luven, et -kec. versehn. S. oben, jene Karte betreffend, auch den Art- G- weickmann. weinhold (AugustSiegmund), sonderZwei, fel der Sohn des folgenden Johann Gottfrieds, Hofstückgießer zu Dresden, wo er, 58 Jahr alt, 1796 starb. Dresdner, AnzeigerJahrg. 1796. so. Er war als ein geschickter Künstler seines Fachs bekannt. — — (Carl August). Der Sohn eines Raths, boten, geboren zu Dresden 178b, studierte auf der dortigen Akademie seit 1804 die Architektur. Afrc. — — — gewöhnlich August), geb. zu Meißen, woselbst sein Vater Güterbeschauer war, 1784; erlernte die Architektur unter dem Hofbaumeister Hölzer zu Dresden seit 1800, und setzte sich, nach rühmlichster Beendigung seiner Studien, als Mäurermeister in seiner Vaterstadt, wo er noch 181Z lebte. Er beschäftigte sich zu sei, nem Vergnügen damit, gleich Pfeifer, Exchaquet rc. Gegenden nach der Natur in erhobener Arbeit ab, »»bilden. Ohne eine Anleitung dazu erhalten zu haben, sah er doch seine Bemühungen bald durch den glücklichsten Erfolg gekrönt. Seine besondern Erfindungen in dieser Gattung sind «ungefähr feiende: Eine für diesen Zweck berechnete abge, ürzre Aufnahmsmanier; eine Modellier-Maschine, mittelst welcher das Original,Modell schneller und richtiger gebildet wird, als es bloß aus freyer Hand möglich wäre, und die jede selbst sich ins Unbedeutende verlierende Erhöhung oder Vertie, sung einer Fläche, so wie auch alle Vertical, Enkfernungen mit der größten Genauigkeit angicbt (selbst ein geübter Künstler würde Monate, ja Jahre nöthig haben, um das, was diese Maschine innerhalb einiger Tagen bewerkstelligt, auszufüh, reu); die Möglichkeit, das Original,Modell zu vervielfältigen (ein gleiches wollte der Franzose Alleaume verstehen, (s. oben Franz verzp, und dann der Schweißer Rudolph Meyer). Daneben hat seine Verfahrungsarl noch die Vortheile, daß er große Reliefs nach der Natur (die man sonst nur, wie z.B. in der Schweiz innerhalb mehrerer Jahre und mit einem Kostenbedarf von Tausenden zu be werkstelligen weiß) in Monaten und mit wenigem Geldaufwand vollendet"). Nicht minder, daß, so wie die Reliefe andrer Meister gut und vorsichtig gepackt werden müssen, die des Unsern solches nicht bedürfen *) **). Absichtlich ließ man eines sei, ner Reliefe ohne Emballage, und mit Büchern belastet, eine Reise von 60Meilen machen, ohne daß es im mindesten beschädigt wurde. Es hielt da, bei eine schnelle Erwärmung von 2»° nachReaumür und eine Einwirkung von 5 ° Kälte unter Null aus, und wich nicht um den zwölften Theil einer Pariser, Linie aus seinen Dimmensionen ***). So fest und dauerhaft aber diese Masse ist, die weder Zeit noch Gewürm zu zerstöhren vermag, eben so leicht ist sie dabei an Gewicht. .Bey der Gelegenheit, daß Weinhold die Ehre hatte, Sr.Majestät dem Könige von Bayern, dem Minister Graf Montgelas u. s. f. zu München 1810 eine Probe seiner Kunst vorzei, gen zu dürfen, hielt sein Bruder der Arzt Carl weinhold eine Vorlesung »sser diese Kunst, die nachher unter dem Titel: Ueber die geometrische Weinlig. 5019 Bildung merkwürdiger Gebirgsparrhien und ihre Vervielfältigung in erhobener Arbeit. Dresden 18 n. 8°. 22 Seiten gedruckt wurde. Sehr ist es zu bedauern, daß unser talentvolle und in so vielen Dingen geschickte Architekt und Künstler, noch keine für sein Verdienst würdige Anstellung erhalten hat; und eben so, daß seine trefliche Erfindung (die er als ein Gemeimniß noch für sich bewahrt), schon bey ihrem Entstehen, aus Mangel an Theilnahme und Unterstützung, dem Untergänge und der Vergessenheit entgegen eilt. Mrc. weinhold (David), lernte zu Dresden bei Martin Alnpeck von 1576 bis i 58 o die Gold, schmiedskunst. Sein weiteres Schicksal ist uns unbekannt, — — (Friedrich Gottlob), ein Conducteur, f. oben pirsch. — — (Heinrich August), Hofstückgießer zu Dresden, vermuthlich ein Sohn des obigen August Siegmund (W-); st. dort 1808 Lt. ZZ. Dresdner, Anzeiger Jahrg. 1808. S- 133 . Ueber hundert Jahre hatten seine Vorfahren und er gedachtes Amt mit Ruhm verwaltet; sein Nachfolger aber war nicht aus dieser Familie, und hieß Friedrich August Otto. * — — (Johann Gottfried), der Sohn des nachfolgenden Michael'«, geb. zu Dresden 1700. Er folgte dem Vater in dessen Bedienung und st. als churfürstlicher Gießerei,Jnspector und Stück- gießer zu Dresden 1776. Dresdner, Anzeiger Jahrg. 1776. IX. « — — (Michael). Dieser geschickte von Dan- zig gebürtige Künstler, war Hofstück, und Glockengießer zu Dresden. Er st. dort, nach dem er di sem Posten einige Jahr vorgestanden hatte172« sst.70. Bern Dresdni scher Merkwürdigkeiten Jahrg. »7Z2. S-99> — — (Michael Gottlieb), vielleicht ein Sohn des vorsiehnden, ein nicht ungeschickter von Dresden gebürtiger Goldschmied. Er lernte dort bei Böhme von 1716 — 21, erhielt das Meisterrecht 17Z4, und st. daselbst 1769 set.6v. — — (Tobias), geb. zu Dresden, erlernte dort die Goldschmiedskunst bey Jacob Linck bis 1614, und wurde später zu Klagenfurt Meister, woselbst er sich auch verheirathere. Der evange, lischen Religion wegen mußte er von dort flüchtig werden, weswegen er 1628 nach Dresden zurückkehrte. Die Dresdner, Innung der Goldschmiede nahm ihn 162g zum Meister auf, ohne daß sie ihn von neuem ein Meisterstück machen ließ, da er sich mit Armuth und Hauskreuz entschuldigte; obwohl er nichts desto weniger das herkömmliche Geld fürs Meisterrecht (21 meißnische Gülden 11 Groschen) entrichten mußte F), und auch (des nicht gemachten Meisterstücks wegen) nicht so viel Gesellen und Lehrjungen als ein andrer Meister halten durfte- Er lebte noch zu Dresden 1V48, nicht mehr aber 1676. Weinkopf (Anton). Ein solcher erscheint um 1784, 88. u. 91 als adjungirter Sekretär der Akademie der bildenden Künste zu Wien, wo er Preise vertheilte und an die Kunstjugend Reden hielt. Mensel's Misc. XXl. 186. 36 i. Eben deß. M"s m- 75- und XVl. 283. Ob er selbst ausübender Künstler war, ist uns unbekannt. weinlig (Christian Traugott), Kurfürstlich- Sächsischer Hofbaumeister/ und Mitglied der Kais, *) Ob aber auch mit gleicher Richtigkeit, ist wohl e!»e — -an; andere Frage. **) Das wäre! "««)!! f) Bravo' §o2o Weinlig. Akademie zu Wien, geb.^ zu Dresden 173g genoß in seiner Jugend einen gründlichen Unterricht in der lateinischen, griechischen und französischen Sprache, in der Erdkunde, Weltgeschichte, Mathematik und Musik, bis 1/53 wo er die Baukunst bey dem Rachsmäurermeister Mader (Reller K. Mauer) erlernte. Seit >766 fing er an den praktischen Theil dieser Kunst zu üben, und hörte dabey einen mathematischen Cursus bey M. Zacken, nachherigen Rector zu Pirna, mit dem er auch verschiedene lateinische Autoren wieder las. Unter der Leitung des Oberlandbaumeisters Schwarz bildete er sich weiter aus, und half demselben bey mehrern wichtigen Arbeiten. In 1760 ward er zuerst als Hofcondukteur angestellt, und 1766 trat er eine architektonische Reise nach Frankreich und Italien an. In Paris studirte er mit neuem Eifer die Baukunst unter le Roi, Chalgrin und Blondel, übte sich in Abendstunden in der Steinschneider- kunst und freyen Handzeichnung, und besah an Sonn- und Festtagen die um Paris liegenden Lustschlösser. Bey seiner Ankunft in Rom 1767 hatte er noch das Glück, Winkelmann kennen zu lernen, der ihn mit dem Rath Reifstein, mit Maron, Cavaceppi und andern würdigen Männern bekannt machte, deren guter Rath ihm sehr Vortheilhaft war. In 17(18 that er eine Reise nach Neapel, die er in seinen Briefen über Rom beschrieben. In 1770 kam er nach Dresden zurück- In 1771 erhielt er das Diplom als Mitglied der K. K. Kupferstecherakademie in Wien. In 177Z wurde er Oberbauamts-Iahlmcister. „ Seine jetzige wenige Muße" (heißt es schon bey Mensel II. (1789.) wendet er auf die Geschichte der Baukunst und des Geschmackes. Für mehrere große Herren hat er auf ihr Verlangen architektonische Zeichnungen verfertigt". In 1790 erhielt er, mit Bey- behaltung seiner bisheriger Funktionen, die Stelle eines Hosbaumeisters. Dieser geschickte Mann st. 1799- Seine Briefe über Rom (nach Anleitung der vorhandenen Prospekte von Pirancsi, Pannini, u. a. berühmten Meistern), von welchen nenn Hefte in drey gr. Quartbanden, mit Kupf. (Dresden 781 — 87.) erschienen sind (Pr. 9TH.) haben ihn als Schriftsteller rühmlichst bekannt gemacht. Von seinen architektonischen Werken, welche die innere Auszierung der Zimmer betreffen, sind 4 Hefte, so wohl illuminiert als schwarz, in Folio erschienen. Auch (wahrscheinlich die nämlichen) Französisch, unter dem Titel: 0ouvre8 ö'Arctii- tecture Lab. 1— 3 . Dresst. 784 — 85 . Dadurch hat er gleichsam das erste Signal gegeben, die Arabesken und andere architekonische Verzierungen auf innere Ziminerdekoration anzuwenden, und selbst den Laien in der Baukunst durch niedlich kolorierte Muster Lust an dergleichen Sachen beyzubringen. Weinlig war aber nicht blos Erfinder und Zusammensctzcr auf dem Papier; er wußte seine Ideen auch im Großen auszuführen. An jeder zweckmäßigen Unternehmung zur Erweiterung der Kunst und Verbreitung des Geschmacks nahm er mit Vergnügen Theil, und unterstützte daher auch den Hausmarschall Baron zu Racknitz für seine Geschmacksdarstellungen durch einige sehr tesenswürdige und mit Beyfall aufgenommene Beyträge. Eine schöne architektonische Beschreibung des Meißner-Doms von ihm findet sich in Gchlenkerr's malerischen Gcizzen II. 23 . 24. Menseln. Baur. zss. Deutsch. Merk. 1799. Xll. G. 35 g —H6. M-c. Noch bemerkt uns ein Freund über den Unsrigen: „In 1794 wurde er auch zum Assessor bei der Militairr und Civil- Oberbaucsmmission ernannt. Damals erbaute er den vierten Flügel (und im Mittel desselben das Reithaus) der churfürstlichen Stallqebäude unweit Friedrichsstadt-Dresden. Rlabe. Nachdem er 1799 Oberlandbaumeister geworden war, st. er, wie schon gesagt, noch in demselben! Jahre zu Dresden, weinlig, der eine schöne Bidlio, Weinmüller. thek in seinem Fache besaß, hat auch einiges radirt. weinlig (Therese), die Tochter eines Pfarrers, geb. zu Zähren bei Meißen um 1773 und als Gattin des H.Limberg, Inspektoren des großen Opernhauses zu Dresden, dort um 1806 gestorben. Dieselbe (deren wir schon oben unter Limberg gedachten) befaßte sich damit, Blumen aus allerhand Stoffen zu verfertigen (auf den Dresdner- Ausstellungen sah man mehrere dcrgl. schöne von ihr; so z-B- auf denen von 1802 und i 8 n 3 ) und erlangte einen großen Ruhm durch ihre Kunstfertigkeit sowohl hierin, als in Verfertigung von allerhand Früchten in Wachs. Auch ihre Schwester, die verheirathete Küchenschreiber Llingsohr zu Dresden, ist in eben diesen Künsten wohl erfahren. Beide waren Schülerinnen der Johanna Eieonora Eonradi, welche vortrefliche Künstlerin in unsern Supplementen als Baisee erscheint, und von der wir in künftigen Nachträgen ein Mehrcres sagen werden. — — ( ), verheiratheteRIingsohr, s.vor- stehnde Tberese weinlig. weinmann (Jacob), ein Künstler zu Nürnberg um 1622; man kennt gegossene Epitaphien von ihm. Trech sei's zskürnberger-Johannis- Airchhof. S-127. 52 . 8". — — (Johann Christoph), ein Rothgießer zu Nürnberg. Sein Bildnis in 4°. ohne Jnnschrist geschabt, rubricirt Panzer I. 261. — — (I), ein Kupferstecher zu Preßburg, vielleicht ein Sohn des nachfolgenden Marc. (W-), der das Bildnis deö Prälaten Bened. Strauch (zu dessen: Betrachtungen und Gebete. Preßburg 1788. 8°.) nach I. de Fernstein in Kupfer brachte. — — (Marcus), ein geringer von Klagen- furt gebürtiger Kupferstecher, der bey Franz Leop. Schmitner zu Wien lernte, und dort, so wie zu Gratz und zu Preßburg arbeitete. Er stach Vieles für Klöster und beschäftigte sich häufig mitDevo- kionen. Wir kennen sonst noch von ihm (zu Grätz ausgefertigt) Blätter zu 8elec:t2ö Oigsertationes ex srnoenit. aoaciem. L. Hinne. 6raecii 1764— 86. 2 Theiles; (zu Wien?); das Titelkupfer zu Lolas. tolljours Lola«, Lomsclle. Orescie 1766. 8". Anderwärts heißt es: Auch ein Blatt Mf die Buchdruckerkunst kl.fol.; (zu Preßburg). natur- historische Kupfer zu irgend einem Buche. — — (Martin), ein Goldschmiedsmeister zu Zwickau, und von da gebürtig. Er wandte sich später nach Dresden und wurde von der dortigen Goldschmieds-Innung ib 85 auf Churfürstlichen Befehl aufgenommen ohne deswegen wieder ein Meisterstück (was er vordem schon in Zwickau gefertigt hatte) machen zu dürfen; jedoch poussirte er an dessen statt etwas in Wachs. Obwohl Martin ein geschickter Künstler war, so starb er doch 1704 in tiefer Armuth zu Dresden. Vergl. auch oben Daniel wedekind. — — (Ulrich), ein Goldschmied zu Annaberg in Chursachsen, wo er i 63 o durch einen Unglücksfall sein Leben einbüßte, wie eine handschriftliche Chronik dieser Stadt erzählt, — — ( ), ein Maler zu Augsburg. Von ihm hiengen im Speisesaal der ehemaligen Abtei Diessen drei Bilder: Christus am Kreuze, die heilige Magdalena, wie sie Jesus Füße wascht, und der heilige Augustin. Liporvskp. weinmuller (Joseph), Bildhauer von Augsburg, geb. zu Äilring im AUgau, lernte vier Jahre bey dem Kurbayrjichen Hofbildhauer Sträub m München. Zu Ludwigsburg in der Porzellanfabrik verfertigte er, neben dem geschickten Weinrauch. Künstler Bauer, Modelle, und gieng hernach mit diesem Bauer nach Wien. Dorr arbeitete er für die Kaiserin Königin Marie Theresie viele Kunststücke in Marmor und Alabaster. In verschiedenen Schwäbischen und Bayrischen Klöstern, besonders zu Mönchsroth, Ottobeuren u.a. sieht man Arbeiten von ihm. So hieß es schon um 1789 bey Mensel II. der ihn auch III. (1809.), doch ohne weiteres Hinzuthun, noch unter die Lebenden setzt. Nanienklich zu Ottobeuern sah' man von ihm, bey dem dortigen Prälaten, eine Skatue des Mutius Scaeoola r hoch, meisterhaft aus röthlichem Marmor gearbeitet. Eine Zeitlang hatte er sich zu Augsburg niedergelassen. Liporvsky. Weinrauch ( ). So nenntMeusel III. (1809.) einen Kupferstecher zu Wien, von dem man ein Blatt kenne, welches die Rückkehr des Kaisers und des Kaiserin zu Wien am 18. Jan. 1806 darstellt. In Eben deß- Archiv II. (Z.) lüi. heißt es »eine der neuesten und gelungensten Arbeiten dieses Künstlers, welche, als interessant für Gegenstand und Ausführung, mit besondern« Wohlgefallen aufgenommen und beträchtlich belohnt wurde". Dann findet man von seiner Arbeit in den Wienerischen Taschenkalender» und Musen - Almanachen, die bey Pichler 1801—6. erschienen waren, und wurde er überhaupt für «inen der geschickter» jungen Künstler seiner Gattung geachtet. — Einer unsrer Freunde setzt die Geburt unsers Künstlers um 176Z im Würtember- gischen, und den Anfang seines Aufenthalts zu Wien um 1790 an. Dann aber folgt von ihm ein von dem obigen etwas verschiedenes Urtheil: «Wir haben von seiner Hand eine Menge kleiner Tikelkupfer und dergl. gesehen, die er für Wiener- und andre Buchhändler meist nach eignen Zeichnungen, dann aber auch nach Ramberg rc. fertigte. Obwohl nun diese Blätter, im Ganzen genommen, steif und kalt genug ausgefallen und dabei auch verzeichnet sind — die Figuren zu lang und zu dünn, die Köpfe zu klein, so kann man öfters doch nicht umhin, die Feinheit und Zärtlichkeit der Ausarbeitung seiner Platten zu bewundern Irgendwo führt man von ihm, nach eigner Zeichnung den Empfang Kaiser Joseph II. in den elisäischen Feldern Fol. an. Weirotter. 502 l — — s. auch unten Weirauch. Weinrebe (Melchior), ei» Goldschmied zu Woifenbüttel um lboo. L. Wo Ire reck's Cbro- nick von wolfenbürrel. Helmstadt 1747. S. 34 ». Weinrich (Hieronymus), ein Goldschmied, der Sohn emes Rektors der Schule zu Eisenach, hier geb. ltio2 und hier gestorben ibär oder 52. 8intzul 5 o 8 . D-E. Beyschlag Beytrage zur Kunstgeschichte von Nördlingen. Stuck Vll. S. 5 . Henneberg, lesen wir (im zweiten Buche) daß es fast schiene als ob ein solcher zwischen 1571 und 1H79 Fürstlich Hennebcrgischer Münzmeister zu Ilmenau gewesen sey. weirauch (Matthäus), Maurermeister zu Johann-Georgenstadt in Chursachsen, fertigte i6gr zwey Risse wegen Erbauung eines neuen Kirch- thurms zu Sofa; allein derjenige seines Mitkon, kurrenten I. G. Pauli gefiel besser, und wurde vorgezogen. < 5 . H. Hecht Geschichte des Ebursachs. Bergfieckens Sosa. Hof u. Leipz. »778. 8». S.49. Weirengue ( ). Ein solcher erscheint im Almanach 4 -) 1806. in den Zimmern der Knpferstecherschule zu Wien. »Sein Vortrug als Etzer" (heißt es bey Kost ll. 197-198 ) „ist leicht, sein Licht ist wohl vertheilt, und in seiner Zusammensetzung herrscht gute Harmonie; er gefällt vorzüglich durch seine schönen Figuren und Gebäude. Seine Handzeichnungen sind gewöhnlich in Bistre, und verdiene» den nämlichen Beyfall; auch werden seine Blatter noch sehr von Kennern gesucht und geschätzt. Sein ganzes Werk besaß der sel. winkler in 17z Bl. in Quart- und Oktavform. *). Bey Kost sl.c.) werden die vier ersten Nummern einer vierten aus 12 Bl. bestehn- den Folge **) italienischer Gegenden für vorzüglich in Absicht auf die schöne Wirkung des Helldunkels, und bey winkler zwey gebirgigte Gegenden bey Ver- nonnel in der Normandie als fein Vollendetstes genannt. Neben so Vielem nach eigner Erfindung ke nt man von ihm Verschiedenes nach Andern, wie; B. nach Dielrici, van Goyen, Dallee-Poußin, Ignatz Vernet, und I. G. Wille. Hinwieder haben nach ihm gestochen und gcetzt: N. du Four, F. Gäbet, Germain, H. Gutlenberg, C. A. Littret, C Mechel, Pariset, Schlatter, le Beau und Weisbrodt, wovon bey winkler besonders eine Folge von l2 Bl. von *) Es dürfte also sehr irrig sevn, wenn solches anderwerts auf 400 Bl. angegeben wird. Sein erster Versuch rm Etzcn waren kleine Landschafren mit Figuren, Hütten und Wasserfallen. Indessen behauptet doch einer unserer Freunde: Lasan habe ehemals das Werk von w. zu Paris in -ao Bl. verkauft. 22) Andre nennen noch eine fünfte solcher Folgen. §orr Weirotter. le Veau schön, und anderwerts eine solche von 65 Landschaften nach ihm, Molitoru.a. von Gäbet interessant genannt wird. Auch der H. von Watelet erwies dem jungen Mann die Ehre, das Innere einer Katakombe und dasjenige einer Kirche, nach ihm, auf zwey Oktavblättchen — in Schwarzkunst zu schaben, welche bey Brandes schön und selten Heike». S. auch den gleich ff. Art. '^wer'rotter (Stephan). Ein solcher wird irgendwo Landschaftsmaler genannt, der aber wahrscheinlich kein Anderer, als obiger Franz Edmund ist. weis (A.)^ So nennt Dlabacz einen sehr geschickten Böhmischen Ieichenmeister, nach dessen Zeichnung F. Girsch einen St. Wenzel mit den Böhmischen Landespatronen und mit einer Abbildung der Stadt Prag i/iZ in Holz geschnitzt habe. * — — (Iohan Marin), s. im Lex. und unten Joh. Martin weiß, und bald nachfolgend den ersten weis ohne Taufnamen. — — (Nicolaus). VonBrixen, ein vortrefflicher Künstler, dessen Viehstücke von Einigen noch denen von Heinrich Roos vorgezogen werden. Von ihm kennt man nämlich schöne, geistreich compo- nirte Landschaften mit Kühen, Ochsen, und Schössen (nur die letztem taugen nichts), staffirt. Dann malte er auch Küchenstücke, todte Dögel und Fische mit ungemeiner Kunst, und einem natürlichen, doch etwas blaßen Colorite. Seine Bilder sind von 1648 —i68r datirt. L. v. w. *— — ( ), Kupferstecher zu Strasburg, gab 16Plane zu Silberman's Lokalgeschichre von Straßburg 1775 und 20 Bl. zu Ebendeßel- ben Beschreibung von Hohenburg oder dem St-Ddilienberge samt umliegender Gegend. 8. Strasb.781. Derselbe erscheint bevMeusell. ll. also um 1778 und 1789. Bey Ebendems- III. (,8og.) hingegen nicht mehr. S. auch unten Jod Mark. weiß, mit dem er wahrscheinlich Eine Person ist. * — s. auch oben Job-Ehrenfr. Theil; dann theils im Lex. theils sofort unten die Art. weise, weiß und Weiße. *weisbrod oder weisbrodt, s. imLex. und unten Weißbrodr. weise etwa auch irrig Weiß (Adam), der Sohn eines Strumpfwirkers, geb. zu Weimar 177h. Häusliche Verhältnisse bewogen seinen Vater, ihn einem Handwerke zu bestimmen, obwohl er von Jugend auf Neigung und Talent zu den zeichnenden Künsten blicken ließ. Erst in einem Alter von 16 Jahren gelang es ihm, von dem Rath Kraus, Direktor der Kunstakademie zu Weimar, förmlich als Schüler angenommen zu werden; auch theilte er nun in Kurzem (nächst Jagemann) das Wohlwollen seines Lehrers. Des Unterhaltes wegen, kolorirte er die Kupfer, welche der letztere herausgab, und erlernte selbst das Kupferstechen bey Conr. Westermayr, ungeachtet ihm der ewige Mechanismus dieser Dinge höchst zuwider war. Als Loder seine anatomischen Tafeln herausgab, ging cr i8oo nach Jena, wo er auf der Anatomie viele zum Theil von ihm selbst gestochenen Zeichnungen zu diesem Werke fertigte. Die Bekanntschaft mit dem dortigen Professor Batsch war, so wie die mit der Herderschen Familie In Weimar, für seine Bildung von entschiedenem Einfluß. Herder's Beihülfe setzte ihn auch endlich in den Stand, sich ordentlich der Malerkunst widmen zu können; doch etzte er vorher, auf Anrathen Fernow's, noch 8 Blätter nach dem Werke des la Fage, welche 1808 zu Heidelberg bey Mohr und Zimmer erschienen waren, und 5 Lhlr. kosteten. In Folge der unglücklichen Kri'egspmode von 180h, verließ weise seine Hri- Weiskirchner. mach und lebte als Bildnismaler zu Heidelberg und zu Heilbronn bis 1811, wo er nach Dresden reiste, um unter dem Professor Matthäi die Ge- schichtsmalerey gründlicher zu studieren. Die dortige Bildergallerie suchte er bey dieser Gelegenheit nach Möglichkeit zu benutzen; vorzüglich bestrebte er sich, Rubens sein Colorit — abzusehen! Das erste bedeutende Gemälde, was er in Dresden nach eigner Erfindung ausführte, war Johannes der Läufer in Lebensgröße; gegenwärtig im Besitze der Freymäurer-Loge zu Halle im Mageburgischen. Nachdem er als Freywilliger den Krieg von 1813 mitgemacht hatte, wurde er Zeichenlehrer an dem Königl. Pädagogium in gedachtem Halle. Spater trat er daneben als Privatlehrer an der dasigen Universität auf (von der zu Jena erhielt er das Diplom als Doktor der Philosophie), und gab Vorlesungen über die Geschichte der Kunst; welche, sowie die der Technik derselben, auch von ihm für die allgemeine Encyclopädie von Ersch und Gruber (Leipz. bei Gleditsch 4°.) bearbeitet wird. weise lebte noch 1819 zu Halle, und sein neuestes und zugleich vorzüglichstes Gemälde war damals: Abbadona, aus Klopstocks Messiade, die Hauptfigur in Lebensgröße. Als Kupferstecher hatte er ehedem Vieles (vorzüglich für die Verlagsartikel des Weimarschen Jndustriekomptoirs) nach fremden und nach eigenen Zeichnungen gefertigt; so z.B. zu Berruch's Bilderbuch für Rinder, v 0 ig t's Magaz. fürrJarurkunde, p 0 sselr's Beiträgen zur Änaromie der Insekten. Tübingen 1804. 4°. u. s. f. Man giebt ihm das Lob eines geschickten und wissenschaftlich gebildeten Künstlers- Tl/rc. * weise (Carl Ehrenfried), Kupferstecher und Zeichenmeister zu Leipzig, geb. zu Königstein 1702. Mensel > 1 . (1789.), wo gefragt wird: „Ödes wohl derselbe sey, der ehedem in Dresden gelebt, und dort Landschaften nach Dieterici, Everdingen, Pynaker u.a. gestochen habe"? Oder ist es der unken folgende Eorrhelf Wilhelm Weiße des Lexikons? Wir denken es kaum. — — (CG-), ein Kupferstecher zu Cassek. Von ihm kennt man (1781.) das Dildniß der Dichterin M Philipp. Engelhard, geb. Gaklerer, ohne uns bewußten andern Namen als den seinigen. — — ( ), ein junger Bildnißmaker, der das Talent hatte, sehr gut zu treffen. Derselbe hielt sich 1807 zu Berlin auf, und sah' man von ihm z.B. carrikaturirte Bildnisse von Jffland, Labes, Hardt und Unzelmann, in komischen Rollen, welche, wie es hieß, geetzt werden sollten. Deffenrl. LJachr. — — (D.). Ein solcher heißt in den Gätting. Anzeigen , 819. «L>. ihgi. ein gemüthlicher Künstler, nach dessen Zeichnung zu Riemeyer's Grundsätzen der Erziehung (siebente Auflage) drey sehr gelungene Titelvignetten gestochen wurden. * — — s. auch theils im Lex. theils oben und unten in diesen Zusätzen, die Art. weis, weiß und Weisse. Weiser, s. unten weiffer und weysser. weishaupr, wohl eher weißhaupr (Bartholome), ein geschickter Schreiner zu Augsburg, fertigte um ibk >5 sehr künstliche Schranke für König Philipp II. die nach Spanten kamen (etwaKetzer darein einzuschließen?) von Scenen. S. i ig« weis hoff, s. unten weißhoff. * Weishun, s. unten und im Lex. Weißhuhn. Weiskirchner oder weissenkirchner (JohannAdam), ein Maler zu Wien in der letzten Hälfte des XVU. Jahrhunderts. Nach ihm sollen Weiskirchner. gestochen haben: E. Heinzelmann eine auS S gr. Fol. Blattern zusammengesetzte Thesis in größtem Realfol. betitelt: Ouiversa ^ristotelis pttiloso- pdis. und eine schöne Allegorie auf die durch Kaiser Leopold l. (an den auch die Dedikation gerichtet ist) geführten Krieg« enthaltend; eine andere Allegorie mit der Inschrift: lVlnjestas er Amor; ein Bildnis Kaiser Leopold l., bann Johann von Kauperz, eine schlafende Venus von einem Satyr belauscht, gr. qu. fol. (das Gegenstück dazu, aus der Wiener-Gallerie, ist die Artemista, was Kauperz nach der A.D. Therbuschen stach rc.). Barth. Kilian ein Black zu Ehren eines Prälaten, dem (das Ware!) Minerva die Schlüssel und Merkur die Stola bringt, gr. qu. fol. Unter den Maler- bilduissen, die der GrafFirmian um 1780 auf dem kustschlvsse Leopoldskron bei Salzburg aufbewahrte, fand sich auch das eines... Weißkirchners, vermuthlich des unsern; so wie er auch derjenige seyn mag, der unter Nemb im Lex. aufgezahlt wird *). weiskirchner oder weissenkl'rchner (Wilhelm). In H ü bner 's Beschreibung von Salzburg I. 24, heißt es, daß ein solcher die Frescomalereyen (Allegorien und Historie) erfunden (gemalt?) habe, mit denen 1616 das dortige Rathhaus verziert wurde. * — — ( ), der Sohn, Bildhauer zu Salzburg, lebte hier noch -726. weismantel, s. unten Weißmantel. Weisner (I.), sieh unten weißner. weiß oder Weiße (AdolphWilhelm), geb. zu Dresden 1792, der Sohn eines Schneiders. In 1810 wurde er ein Schüler des Hofbaumeisters Mälzer; und zeigte dann auf der Dresdner-Ausstellung ,8ir ein Gartenhaus in Ansicht und Grundriß. Mrc. — — (Andreas). In der Bibliothek der eh- maligen Universität Witteuberg, und zwar in dem Pamkauischen Vermächtnisse (was sonder Zweifel sich itzk in Halle befindet), trifft man eine» Prospekt von dem Chursächsischen Lustschloß Augustus, bürg und seiner Gegend, der mit der Feder, bunten Farben und Gold, nach altem Geschmacke schön gezeichnet und mit folgender Jnnschrift versehen ist: „Dem Durchlauchtigsten — Christians dem li. Hertzog zu Sachsen — vnd Chürsürste» — seinem gnädigsten — Herrn rc. hat di'S Andres weiß Bürger zu Eisleben, der sein lebtag von niemands »»verwiesen worden, aus freyer Faust gerissen» vnd illuminier, in Unterthänigkeit prä- sentirt den 3 i. ^u^usti 1602"; und dann auf einem Tafelchen: „den 3 . August! zur Augu- stusburg entworfen". — — (Balthasar^, Kaiserlicher Hofbauinspektor zu Wien 178h. Hof- und Sraars-Schematismus von Wien 1780. — — (Baptist), ein Kunsthändler, f. unten Gaspar Weiß. — — (Bartholomö), ein würdiger Sohn des nachfolgenden Joseph, geb. 1702, zeichnet sich durch historische Gemälde und Porträte vorzüglich aus. Westenrieder S. Er besitzt von dem berühmten Maler Andreas Wolf die schönsten Original-Zeichnungen, die zugleich dar- thun, wie schön und ausführlich! Wolf arbeitete. Er hat auch Vieles nach eigner Erfindung in Kupfer radirt. Liporvsky. Um 1770 wird er Weiß. 502Z irgendwo Mitglied der Akademie zu München genannt. In der Gallerie zu Schleisheim befindet sich von ihm (Halbfigur, lebensgroß) ein alter in Pelz gekleideter Mann, der vor einem Buche sitzt, in Oel. Von ihm, nach eigner Erfindung geetzt, nennt der Katalog von winkler j.B. einen St. Hieronymus und eine büßende Magdalena; dann den (rühmlichst bekannten) Bund von Ceres, Bacchus und Amor. Ferner nach seinem unten ff. Vater Joseph, eine Madonna mit dem schlafenden Kinde, und zwey alte Mannsköpfe. Einer unsrer Kunstfreunde läßt ihn um 1768 blühen, nennt ihn Maler und Kupferstecher, und fährt dann über ihn also fort: „Ein Gantkatalog führt Z2 Blatter, verschiedenen Inhalts und verschiedenen Formates au, die er in Kupfer brachte. Vermuthlich ist er derselbe mit Barrholoniäus Jgnaz Weis, den man anderwärts als einen Maler, Zeichner und Radirer benennt, welcher" (hier »zuMünchen geboren wurde. Von dem lctz- tern, der bey seinem Vater, dem Hofmaler Joseph (wie wir denken Eine Person mit dem nachfolgenden Franz Joseph, oder mit dem Joseph zfarl) das Oel- und Miniaturmalen lernte, führt man eine Leda in Kl.Querfol. radirt an, die eben bezeichnet wäre: Aart/ro/. inv. et so.; dann einen über ein Buch nachdenkenden Eremit 8°. bezeichnet S. A. /^er'r inv. et kec. weiß (BartholomausJgnaz>, Maler undRadirer s. vorstehnden BartholomausWeiß. — — (Caspar), ein Kunsthändler s. unten Gaspar Weiß. — — — und Comp. S- Ebendaf. — — (Christian), ein Maler zu Döbeln in Sachsen, wo er um 1684 die getäfelte Decke der Nieder - Gottesacker - Kirche mit biblischen Historien uno Blumenwerk verzierte. Für jede der Tafeln, die er matte, gab man ihm 3 Thaler. <5. Mörbitz Lhronick von Döbeln. Leisnig 1727. S.87. — — (David), ein Kupferstecher zu Wis» um i 8 o 5 der für die dortigen Kunst- und Buchhändler arbeitete. So z. B. die Madonna col Bambino nach Ludwig Carracci (Pr. 2 fl.); de» Erzherzog Carl von Oestreich nach Kreutzinger kl. fol. oval (2 fl. bunt 4 fl>); den Erzherzog Ferdinand von Oestreich nach Lazzardelli; de» Großherzog Ferdinand von Würzburg; Joseph Haydu nach Jhr- wachs; Peter Anich den Zeichner der großen Karte von Tyroi; einen Knaben und dann ein Mädchen, die mit Hunden svicicu, beyde Blätter ( Pr. 3 Rthlr.) nach Kininger; Maria die das Jesuskind, was auf einem Tische geht, mit beyden Händen hält, nach Raphael (das Original bey dem K. K. Rathe von Kleinschmidt rc.). — — — ein Goldschmi'edsgeselle von Kö- nigsgrätz in Böhmen, der sich einem vor uns liegen, de» Stammbuche 1607 mit den gründlichen Versen einschrieb: Jungfrauen Lieb' und Vogelfang, Saitenspicl und Glockenklang, Es klinget schön und währt uit lang. Daneben hatte er mit der Feder, ein unter einem Baume sitzendes, die Laute spielendes Frauenzimmer recht artig gezeichnet, Mrc. — — (Franz Joseph), Hofmaler des aus dem Churbaierschen Hause entsprossenen Kaiser Carl VII. G, oben Gottfried de Sreinberg und dann Barrholonr.Weiß, und unken Joseph ") Uebrigens ist dieser Künstler offenbar derselbe, welchen der Katalog von winkler einen Bildhauer und Zeichner nennt, und dann nach ihm ebenfalls ein Blatt von Barthol.Kilian anführt, das einen von zwey — Engeln umgebenen, sitzenden Prälaten darstellt, der die Huldigung von drey schönen allegorischen Figuren erhält. Aus der Ferne fliegt die Jett heran, welche ihm den Kardinalshut bringt. S 12 5024 Weiß. und Joseph Carl dieses Geschlechts. Mit einem oder beyden der zwey letzgenannten dürste er Eine und Dieselbe Person seyn. ^c. Weiß (Friedrich), der Sohn eines Kammerdieners bey einer Churfürstlichen Prinzeß zu Dresden, hier geboren 1794, besuchte anfangs von 2806 bis 1808 die Akademie seiner Vaterstadt, wo er einen Schüler des Unterlehrers Toscani abgab, und erlernte darauf die Graveur-Kunst. Hsrc. — — (Friedrich Wilhelm), Doktor der Arzneikunde zu Göttingen, wo er 1744 geb. wurde. Er, der ein Liebhaber aller schönen Künste war, hatte sich eine Sammlung von Pflanzen eigenhändig in Del abgemalt. In 1786 erhielt er die Anstellung als Hofrath und Leibarzt des Land, grasen von Hessen-Nothenburg. Vbke. — — oder Weise (Fr.)> Ein Gantkatalog rubricirt von einem solchen, kurz weg, einen mit 1728 datirren Prospect der Stadt Helmstädt. Wir können auch nicht bestimmen, ob hier von einem Kupferstich die Rede sey? — — (Gabriel), ein Maler, s. unten seinen Sohn Joseph Carl (w.). — — (Gaspar). Zu Ende des vorigen und in unsern Jahrhundert erscheint zu Berlin eine Familie weiß, die sich mit dem Kunst- und Kupferstichverlag beschäftigte. Wir finden auf allerhand Kupfern, welche Meyer, Jügel u.a. gestochenhaben, folgende ihrer Adressen: 6sspsr^er/§ et Comp.; 6ssp. et Lsptist ^ei/§ exc. Lerol. i8i3; 6s8p.^er/L etJoksnn ksptlstMei/- exe. öerol. i8i3; Lsptist Mei/t exe. 6erol.; ^oli. Lapt. exe. Lerol. Dann treffen wir ein Kupfer, 1799 in qu. gr. 4 °. punktirt und kolorirt (vermuthlich Kopie eines englischen Blattes) was ein Pferd, benannt Mambrino, In einer Landschaft zeigt, von Jfidor weiß nach Georg Gtubbs in Kupfer gebracht wurde und adressirt ist: kubliskeä Lv.Zul. 1799 Uess.r-, 6sspsr snälsiäor/^rLe. Lerlin. Mit gleicher Adresse erschien 1800 ein andres solches Pferd (Anvil) von C. W- Hopffer geetzt nach Stubbs. In 1808 finden wir sie wieder, als Caspar weiß und Bomp. Kunsthändler zu Berlin angeführt. Dann bemerkt uns einer unserer Freunde: Baptist, Gaspar und Jfidor sollen Gebrüder und zu Stringa im italiänischen Tyrol 277.. geboren seyn. Baptist und Gaspar verlegten noch 1818 zu Berlin; Jfidor, sagt man, habe sich dagegen in Warschau etablirt. * — — eigentlich weise(GotchelfWilhelm), s. unten und im Lex. Weisse. — — (G. H.), Hofgoldschmied des Herzogs von Mecklenburg-Schwerin, zu Grabow in 1786 und noch 1798. — — oder Weise (H.), soll 1771 eine Landschaft in lavirter Manier geetzt haben. Mrc. — — (Ignatz), Bürger und Bildhauer von Prag, st. daselbst 1788. Beysitzer der Fortifika- tionskommission seit 1748 und Mitglied der — Maria-Reinigungs-Brüderschaft bey St.Klemens in der Altstadt Prag. Von seiner Arbeit kannte Dlabacz einen schönen Altar in der Augustiner- Kirche zu Roczow in Böhmen. — — oder weise, (Johann)Kupferdrucker zu Berlin 1724. M;c. — — (Johann Baptist), ein Kunsthändler, s. oben Gaspar weiß. — — oder Woise^ (Johann Christian). Stadtbaugeschworner Maurermeister zu Leipzig iLn. -N-c. Weiß. Weiß oder Weise (Johann Christoph), Ingenieur-Geograph des Herzogs von Weimar und Cvndukteur an dem Parke zu Weimar i 8 n. Mrr. — — (Johann Conrad). Von einem solchen (ob als Kupferstecher oder als Verleger wissen wir nicht) rubricirt ein Gantkatalog: „Türkische Am- bassade am Wiener-Hofe (zur gegenseitigen Auswechslung ihrer Großbotschafter in 1719). Belgr. 1720. 17 illum. Kupfer in qu. fol." Weiß (JohannFriedrich), ein Buchdrucker und Kupferstichverleger zu Frankfurt am Main. Aus seinem Verlag kennen wir ein Brustbild des Königs Gustav Adolph (ohne Künstlerbezeichnung, sicher aber von S. Furck gestochen) in kl. 4°, was die gedruckte Ueberschrift führt: „Grabschrifft, Deß vnwiderbekomlichen (!) Königs, Gustav» Adolph», Deß--Siegsfürsten u. s. f.". Zu den Seiten ist ein am Gustav Horn gerichtetes Trauergedicht abgedruckt; und unter dem Kupfer steht: Frankfurt am Mayn, bey Johann Friedrich weissen, im Jahr Christi l 633 . — — (Johann Georg), kommt 1746 als des Fürsten von Brandenburg-Culmbach Hof- und Landbauinspektor vor. Zu gleicher Zeit war Georg Christoph Mader dort Hofbaumeister und Christoph Adam Reffe! tzofbauverwalter. » — — oder Weis (Johann Martin), Kupferstecher zu Strasburg, vielleicht Vater des obstehnden ersten Weis ohne Taufnamen, oder gar mit demselben noch Eine Person. Basan (L6. sec.) nennt ihn irrig Johann Marin, und setzt seine Geburt weitschichtig — ins Elsaß. Von ihm kennt man, neben dem im Lex. von ihm angeführten, schon früher: Ein Feuerwerk zu Solothurn, wegen Geburt des Dauphins, nach Erfindung von Blümler 1729. Dann Bildnisse von 1737 u. 39. Späther wieder ein Feuerwerk zu Strasburg 1749 und: klsns et )ournsux lles Liedes van de Velde, Dernct, I. G. Wagner, Weirotter, Wille, P. Wouwermans und Wynants, auch ohne andern Namen, als den seinigen; was Alles er theils allein, theils gemeinscyaftlich mitAUamet, le DaS, Daudet, Dequevauviller, Ghendt, Guttenberg, le Veau u. a. gefertigt habe, welche wahrscheinlich seine Etzarbeiten mit dem Grabstichel vollendeten. Nach Hamburg scheint er um 178c» gekommen zu seyn. Von dort datiern sich j.L. Landleute die ihre Heerde nach der Weide treiben, und eine Frau die ihr Kind unter der Heerde säugt, beyde bloß mit seinem Namen bezeichnet. Von ihm sind auch (1781.) die geetzrcn Münzen in dem Französischen Veneichniß der berühmten Münzsammlung im Kabinet der erwähnten Gräfin von Bentink, welches sparherhin, zu Amsterdam 1787 in zwey Quartbänden, und im Supplementbanv 1788 daselbst in Druck erschien. Uebrigens heißt es bey Winkler: Seil seiner Rückkehr ins Vaterland kenne man nur wenige Arbeiten von ihm. In den //amüm-F. Xünstlernsckr. (1794.) wirk» er weißbrodr geschrieben, und lautet es bort von ihm: „Dieser vortreffliche Kupferätzer kam von Paris nach Hamburg. Hier lebt er seit einiger Zeit, und ätzt die Zeichnungen der Münzen aus dem Cabinekkc der Gräfin von Bentink in Kupfer. Er zeichnet auch mit der Feder in einer eignen und schönen Manier treffliche Landschaften u. dgl." 1. c. S. 11h —16. Bey MalpL wird besonders seine zarte und einsichtige Nadel nach den schönen Gouachen von Wagner gerühmt, und nur bedauert, daß er nicht mehrere gefertigt habe. Seine Blätter bezeichnete er gewöhnlich mit: L.'»V. k. oder VV. so. — — eigentlich Weis ( ), ein Me, dailleur. M-c. — — (Madame), eineWachspoussirerin von Strasburg, s. oben Joh. Marr. Weiß. ' — — ( . ), ein vorzüglicher Maler in Oel, und Wiederherstellet alter Gemälde, im Grafl. Friedr. Nostitzschen Pallaste zu Prag, um 1802. *77 — s. auch Weis und Weise oben, und Weiße unten und im Lex. *weißbrod oder Weißdrodt (Carl, oder Carl Wilhelm, auch C., ->. b. G. A. W. C.). Im Lex. ist er versetze vor Weiskircbner und Weiß. Bey Mensel III. zisog.) heißt er Zeichner und Kupferetzer zu Hamburg, geb. zu Lud, Weißbrod oder weißbrodr (Friedrich). Nach Meusel III. ein Bruder des Obigen, Miniatur- Email- und Oelmaler zu Mannheim, geb. zu Ludwigsburg, lernte das Bildnißmalen bey seinem (uns unbekannten) Vater in Stuttgart, und befand sich einige Zeit in England. Meusel (l. c.) 1789 setzt ihn noch unter die Lebenden, und nennt von ihm (wie schon 1789 ), nebst seinem eignen Bildniß, einen schlafenden Endymion, als sein Aufnahmsstück in die Akadr, mie zu Stuttgart. — — ( )- Vater von Carl und Friedrich, s. gleich oben den Arr. des letztem. * weiße oder Wei se, auch Weiß (Gotthelf Wilhelm), geb. zu Dresden 1780. a. h. 1744 Schüler von Canale. Um 1796 (». b. schon um Weiße. 1770 *)) erscheint er als Hofkupferstecher ju Cassel, hatte aber schon Proben seiner Geschicklichkeit abgelegt, eh' er an diese Stelle kam. Von ihm kennt man Bildnisse nach Böttner, Grass, I. C. Steiaberger und Tischbein; dann Landschaften nach Dietrici, A. van Everdingen, A. Pynaker, A. Querfurt, Schenau, Licbel, Weirokter und P. I- F. Weitsch. — Was er vor 1789 gefertigt hatte, s. bey Meusel II. und Rost II. 022. Theils Nachgeholtes, theils wohl Neueres bey Mensel III. (1809.), wo er noch unter den Lebenden erscheint. Wir nennen hier von Bildnissen dasjenige des noch lebenden Großherzogs nach Böttner, Gleim's nach Tischbein, und Voltaire s an einem Tische sitzend und lesend (ohne andere Namen als des Stechers); von Landschaften eine bergigte Gegend mit einem Wasserfall nach Ever- bingen, den Zigeunerraub und den Zigeunerzug nach Querfurt; von Mythologischem das einzige: Apollo mit der Leyer, nach Tischbein. — Seit der Redaction dieses Art. bemerkt uns noch ein Freund, als richtig: Die Geburt dieses Künstlers sey in »75t zu setzen. Schon in 1770 habe er eine landesherrliche Gratifikation erhalten, und 1778 sey er Pensionnair der Akademie seiner Vaterstadt geworden, und solches bis 1780 geblieben. Hierauf habe er sich als Hofkupferstecher nach Cassel gewandt, wo er (als ordentliches Mitglied der dortigen Akademie sowohl als der Zeichenakademie zu Hanau) um 1809 gestorben sey. Seine Blätter bezeichnete er meist mit S. TB. Weiss, dann aber auch bisweilen mit TB. S. Weise sc. Weiße (Valentin Christoph). Ein solcher ward 178g zum Herzogl. Gorhaischen Hofkupferstecher erkiest, und scheint 1778 gestorben zu seyn. * weisse, stauch, theils oben, theils imLex. Weis , Weise und weiß. weissenbach (Caspar) und seine Nachkommen waren Münzmeister des E-Zug in der Schweiß von -590—1718. Sie verfertigten gutes Geld, weiches in Deutschland und anderwerts angenommen wurde. Haller. * weissenhamm oder Weissenhahn auch Weißenhan (GeorgMichael). Weisfen- hamin ist sein richtigster Name. Derselbe war Bayerscher Hofkupferstecher, geb. zu Hohenlohe » 74 ), lernte bey Georg Sigmund Resch in München, arbeitete drey Jahre an dem Werke der Couvilliers. dann 55 Kupferplatten zu einem aus dem Englischen übersetzten ökonomischen Buche u. s. w. westenricder S 4 l>- Er war um 1770 Mitglied der Künstlerakademie zu München. Lipowsky, Er st. -795 mit Hinterlassung einer Wittwe und sechs unversorgter Kinder. Ebenders. Ais Hofkupferstecher erscheint er im Hofkalender schon -760. Von ihm kennt man, neben Andern-, auch zwey Blättchen zum Hirschfeldischen Gartenkalender von 178g. — — (Johann Michael), des Vorstehenden ältester Sohn, widmete sich anfangs den Wissenschaften, nach seines Vaters Tode aber der Kupferstecherkunst,weßwegen er beimHofmalerBartholome Weiß im Zeichnen Unterricht nahm. AuS Mangel an hinreichendem Verdienste ernährt er sich gegenwärtig in München mit Kupferplatten abdrucken. Lipowsky. S. «7 ö. Weißhuhn; §027 - Weissenrteder oder Weyfsenrieder (Valentin), war 1766 Unterbaumeister der Reichsstadt Ueberlingen. Ädreßkal. des Schwäbisch. Lreises auf 1766. weisser (Carl Gottlob), ein Bildhauer, der 1802 mit dem Bildhauer Treck von Berlin nach Weimar kam und bey dem Schloßbaue Beschäftigung erhielt. Nachdem Tieck, der die Ausarbeitung der einzelnen Theile seiner Bildhauereien oft dem Unsern überließ, sein Talent zu einem geschickten Künstler ausgebildet hatte, wurde er in Weimar zum Hofbilvhauer ernannt. Er verfertigte dort die beiden großen Löwen vor dem Schlosse; das Monument des 1806 an seinen Wunden verstorbenen preußischen Generals von Schmettau, auf dem Kirchhofe, u. am. Beschwerden des Unterleibes machten ihn endlich so melancholisch, daß er in einem Alter von einigen 3 o Jahren sein Leben mittelst einiger Messerstiche in den Unterleib, 18:4 oder »5 zu Weimar endete. Das Weimarsche Jn- dustriekomptoir erkaufte seinen Nachlaß, und hier sind noch itzt Ausgüsse von seinen Formen zu haben. ssF«. (Mensel !!l. 2. S. 528 gedenkt seiner kürzlich). Anderwerts dann lesen wir noch: „Eine weibliche Büste von ihm befand sich schon auf der Weimarischen Kunstausstellung 180) Um 1806 fertigte er die Büsten des dort verstorbenen Herzog Friedrichs von Braunschweig-Oels für die Herzogliche Bibliothek, in Marmor; dann die, jenige des Dichters Schiller. Dem letztem, ob er solches gleich bloß aus dem Gedächtnisse bildete, fehlte es nicht an Kenntlichkeit; die Freunde des Verstorbenen fanden, daß sein Charakter, sein gerades Tragen, das Hochgerichtere und gleichsam Weitumher'yerrschende seines Blickes, in keinem andern Bilde so richtig bedeutet sey. Das erstere dann wurde nicht minder, eben so wohl wegen vollends sprechender Kenntlichkeit, als wegen der schönen und in jeder Rücksicht geschmackvollen Ausführung sehr gerühmt. Jen. L §-1807 E>nl. Im Meuse Ischen Archive!. (2) » 85 . heißt es auch von diesem letzter», es sollte in der Herzoglichen Bibliothek aufgestellt werden (Ob solche- geschehen sey?). Abgüße in G«)P6 waren bey dem Künstler selbst zu bekommen. Weißb aar (Johann Ludwig). So hieß ejy Hofjimmermeister zu Hannover in n8c>o. Mxc. Wesßhaupt, s. oben wershaupt. - weißboff eigentlich weishoff (Jacob), ein Kupferstecher zu Augsburg in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Wir kennen von diesem sehr mittelmäßigem Künstler ( aus dem Verlage des Jer.Wolff) Kopien französischer Blätter, die Verzierungen nach Berain's Zeichnungen enthalten, in Fot- weißhuhn (Christian), hielt bey der Innung der Goldschmiede zu Dresden » 5)4 darum an, daß man ihn zum Meisterstücke lassen möchte, ohne daß er zuvor das gewöhnliche Muthjahr (Vorbereitungsjahr) auszuhalten hätte. Man schlug es ihm aber aus dem Grunde ab, weil er seine Lehrzeit nicht völlig ausgehalten, und dasjenige überhaupt nicht erfüllt hätte, was die andern Jnnungsglieder gethan; er möge mithin wieder nach Pirna gehen, wo er hergekommen sey. Christian wandte sich darauf a» den Churfürsten , der denn auch, ungeachtet des heftigsten Widerstrebens der Innung, befahl, daß sie ihn »545 aufnehmen und sein Meisterstück machen *) Wohl in der Mitte. Eine Notiz meines sei.Vaters sagt ausdrücklich -779 mit einem Gehalt von 400 Thlr. ^ Auch liest man in Meusel» Misc. xxiv. 5zg- damit übereinstimmend, eben auch von ,779 »Aum erstenmal legte auch der von Dresden berufene Hofkupferstecher Weise schone Arbeiten vor. Früher nennt ihn Meusel >. c. X. -z--. weisst und I. c. xvil. 293. wieder weise, und -war dorr nicht mit Lob. in Prospekten aus dem Har», nach J.F. Weitsch, in so großem Format, und zugleich so flach, daß man sie kür Landkarten gebrauch?» konnte". Sorg Weiß Huhn. Kissen mußten. Rücksichtlich des letztem, fällten aber die Dresdner-Meister das Urtheil: »Das Corpus an solchen Stücken ist in der Hohlkehle gelöthet gewesen, hat auch sonst viel Mängel gehabt, und hat er damit nicht bestehen können". Christian mußte daher auch mehrgedachter Innung einen Schein einreichen, des Inhalts: Daß er nur aus Respekt gegen den landesherrlichen Befehl und nicht seiner gestickten Meisterstücke wegen in Dresden das Meisterrecht erlangt habe *). Es scheint als habe er noch i 656 gelebt; in i6?6 gedenkt man gelegentlich seiner als eines Verstorbenen. In der Dresdner - Kunstkammer findet sich eine von ihm mittelmäßig in gr. 4°. gestochene Platte. Dieselbe stellt ein Ecce Homo in einer Einfassung von Zugwerk dar, und hat die (verkehrt aufgestochene) Unterschrift: L^reclimin! et viciete etc. Mrc. weißhuhn (Christian), der Sohn eines Dresdner Goldschmieds (vielleicht des Vorstehn- den); erhielt unter den dortigen Goldschmieden 1680 daS Meisterrecht, st. aber schon 1: 83 oder 168/,. Ein gleichnamiger lebte 1720 als Kannen- gießer zu Chemnitz. ^c. — — (Johann), ein Goldschmied ju Chemnitz in Sachsen um 1700. M>c. — — (Johann Georg), ein Sohn des folgenden xFicolaus, und Goldschmied wie dieser. Er wollte 1681 zwar zu Dresden Meister werden, verliert sich aber sodann, ohne solches je geworden zu seyn. In i 6 g 5 kömmt er jedoch wieder zum Vorschein, indem ihm damals die Dresdner- Goldschmiedsinnung is Thaler für ein Cruzifix von Messing zahlte; dann auch ihm 1698, als «r erkrankte, auf sein Bitten 2 Thaler Allmosen reichte, weißhuhn (Nkcolaus), geb. vermuthlich zu Pirna 1607 und gest. 1687 zu Dresden, wo er in der dortigen Frauenkirche begraben liegt. Derselbe war anfangs als Goldschmieds-Meister zu gemeldtem Pirna seßhaft, wandte sich aber sodann nach Dresden, wo er mit seinen dortigen Kunstverwandten, die ihn nicht aufnehmen wollten, von lk-ji an in Streit lag, so lange bis endlich der Wille des Churfürsten i6jZ zu seinen Gunsten entschied **). Dann ward er it> 5 i zum Hofgoldarbeiter, und späterhin auch zum Hofjuwelier erkiest. Nebenbey trieb er auch das Kupferstechen. Von ihm kennt einer unserer Freund Verschiedenes, meist, wie es scheint, nach eigner Zeichnung. So z.B. Einiges zu den Funeralien dreier i 663 zu Halle beigesetzter sächsischer Prinzessinnen, nach Bcnj. Block und Christoph Steger; die Agnese von Grünrod todt auf dem Paradebette; die Hedwig Elisab. von Gersdorf eben so; den König von Schweden Gustav Adolph nebst seiner Gemahlin Maria Eleonora (umgeben mit Allegorie) aufEi- nem Blatte in qu. fol. Anderwärts heißt es, er habe herausgegeben: vollkommenes Fractur- Alphaber. Dresden 1667. Fol. (Eine spatere Auflage hiervon mag seyn: Fracrur-Alphabet zu Geburts- Lehn- und Lundschafts-Briefen. Dresd. ,6go. Fol.) Auch habe er die beyden Dor- schriftsbücher des Heinrich Vogler, die 1666 und 1667 zu Dresden erschienen, in Kupfer gebracht. Als sein beßtes und als ein gut gestochenes Blatt dieses sonst mittelmäßigen Kupferstechers, betrachten wir jedoch Johann Georg l. Churfürsten von Sachsen, nebst seinen vier Söhnen zu Pferde, was i 63 s bey Andr. Gentzsch zu Dresden in gr. qu.Fol. erschien; anmerkungSwerth sind auch die Weißmann. beiden mit 1667 datirten Bildnisse in kl. Fol.: Johann Georg II. Churfürst von Sachsen und seine Gemahlin Magdalena Sibylla; eines von Jvh. Georg III. u.s.f. Alles dies ohne Angabe eines Zeichners. Michael. Frauenkirche S- 235 . u. 494. Magazin der Gächs. Geschichte. Th. V. S. 5 o. *weißhuhn(Samuel), des obigen Hicolau» Bruder, geb. vermuthlich zu Pirna 160.. Malpe giebt, aus welcher Quelle ist uns unbekannt, bestimmt (wir glauben zu spälhe) das Jahr 1620 an; wenigstens arbeitete er bereits i 635 zu gedachtem Pirna als Goldschmied und Kupferstecher, und 1640 zu Prag. Späterhin wandte er sich nach Dresden, wo er sich 16H0 haushablich niederließ, dort bloß dem Graviren und einem Kunsthandcl oblag, und den Eintritt in die dortige Goldschmieds« Jnnung nicht-einmal suchte. Da er das mittelmäßige Titelblatt zu des F. F. von Lroilo (seltener) Orientalischer Reisebeschreibung (Dreeden »876. 4 °) nach E. C.Hosman's Zeichnung stach, so muß er zu dieser Zeit noch gelebt haben. Er hat Vieles gestochen, wie z.B. die von Churfürst Friedrich I. abstammenden Sächsischen Fürsten aufEinem Blatte in qu.Fol.; ferner die Bildnisse Churfürst Georg l. und seiner Gemahlin Sibylle; dann: Das Leichen« begängniß Gustav Adolphs in Fol.; einen Abriß der Belagerung von Leipzig 1642 qu. kl. Fol. rc. Zu seiner bester» Arbeiten rechnen wir: HcrzvK Moritz, Sohn Churfürst Johann Georg I. vor» Sachsen nach C Screta, ). 8ckmir exc. Fol.» Churfürst Johann Georg III. (i 665 .) Brustbild; Derselbe in ganzer Figur und geharnischt; der sächsische General Johann Georg von Arnimb, Fol.rc. Auf der Görlitzer-Bibliothek wird noch eine nach M. Schlomach von ihm gestochene Platte in gr. Querfol. aufbewahrt, wovon sich ein Abdruck irr J.G-Eeißlers anonym.m Werke: »Nachricht von der die Stadt Gvrlitz — 164» betroffenen Bes lagerung", zur Erläuterung gedachter Platte bes findet. 4 °- Görlitz 777. Anderes von ihm meist nach C- Screta führt Dlabacz an; wie z. B. die Weisheit Gottes, Christus am Kreutze, Triumph der Weisheit, Erschaffung des Menschen u.s.f. Dann einen St Johann von Nepomuck, nach G. F. Massanecz (ib 64 .), und nach I. F. Heß ein Marienbild, nebst der Vorstellung der bey Dobranicz 167» vorgefallenen Sei lacht zwischen den Türken und Oestreichern. Schließlich bemerken wir noch, daß diese Familie sich fast immer weishun schrieb. Magazin der Sächsischen Geschichte Tb-IV. E. 5 o. und Weiz gelehrt. Sachsen. Sein Monogramm bestand in einem verschlungenen u. * Weißkirchner, s. im kex. und oben weiskirchner. weißköpf (Wolfgang), Schreiner und Stadtmeister zu Nürnberg, um das erste Vier» theil des XVI. Jahrhunderts. Derselbe stand bey seinen Zeitgenossen in großem Ansetzn, indem man ihn in seiner Kunst den berühmtesten Meistern, und selbst dem Johann Stengel vorzog, wi U 's Hürnbergische Münzbelust. IV. Zb8. Weißmann (Georg). Ei» solcher wurde 1726 Königl. Sächsischer Hofmaler August II. Hofkal. Bevor er nach Dresden kam, war er (um 1706) Hofmaler zu Schwerin. In der dor, tigen Gemäldesammlung findet sich von ihm das Bildniß eines jungen Prinzen Ludwigs von Mecklenburg zu Pferde (breit 4 Fuß 2 Zoll, hoch 5 F. 6Z.) Grorh verzeichn, der Herzogl. Gemalde- *) »Mikrolozisch* wird mehr als Einer unserer Leser — wir aber denken »Aufbehaltenswerth genug!« Also, dieser Aehnlichkeit seiuer anfänglichen Schicksale wegen, dennoch mit obigem Christinn seines Geschlechts nicht »u »»wechseln, Weißmann. gallene zu Schwerin. Das. i/gs. 8°. S io 4 u. S. iq. des Registers. Derselbe starb zu Dresden 1760 set. 5 b I. Dresdner politisch. Anzeiger Jahrg. 1760. Vlll. weiß mann (Nicolaus) In der Kaiser!. Galerie zu St. Petersburg finden sich (N°. 1647 u.48.) zwey gemalte alte Weiberköpfe von der Hand eines solchen. weißmanrel (Andreas), s. oben Christian Schmidt. — — (Johann), ein Münzmeister zu Erfurt. Eine Abbildung von zwey seiner Schaumünzen (die Bezug auf den König Gustav Adolph haben und nril iÜZs U.16Z4 datier sind) giebt Christian Junckers güldenes und silbernes Ebren- gedächrnis Dr. Marr. Luthers. Franks, u. Leipz. -706. §0. S. 463 . 458 . — — (N.), Ingenieur bey dem Hofbaus personal zu Wien 178b. Hof- und Staarss Schemarismus von Wien. Weißmeyer (Johann Gottfried), Röhrs meister, Tischler und Bauvoigt an dem berühmten Waisenhaus« zu Halle im Magdeburgischen 1804. Hallisches Adreß-verzeichniß auf i8o4> S. 43» r Weißn er (I.). Der Gantkaralog der Reber'schen Sammlung (Dusle 18,>9. kax. 7)) nennt von einem solchen Males zwey Bildnisse auf Kupfer (hoch 8 Zoll, bt. 5 5 3 .) w eiste in e r (Adasti), ein Steinmetz in Prag auf dem Pohorzelecz, wo er 1680 an der Pest starb. Dlabacz. * Weis; brsdk, s. im Lex. und. oben weißbrodr. Werth (Johann), war 1711 mit dem Hofstaate deS Churfürsten von Mainz bey der Krönung Kaiser Karl VI. zu Frankfurt a. M. In dem davon gedruckten Diarium, S. ro. der angehängten Fourierlisten, wird er als churfürsts lichcr Werkmeister zu Mainz benennt. — — (Wenzel), ein Künstler irgend einer Art (vielleicht Goldschmied oder Maler) der r6Z6 zu Zlabings in Mahren erscheint. weirmil oder weirmübl (Benesius oder Denedikt von). So heißt ein geschickter alter Baukünstler, der in der Mitte des XV. Jahrh, neben dem eigentlichen Baumeister der St. Veits- Kirche zu Prag (perer von Arles) über den Bau derselben die Aufsicht trug. Fiorillo's Deutsch!. I. S. 12b. Anm. b. Dlabacz nennt ihn: Benedikr Weitmühl von Krabicze, Domherr von Prag, unter dessen Aufsicht der Bau der dortigen Metropolitankirche fortgesetzt wurde; mit dem Hinzuthun: »Zu seiner Verewigung hat man ihm eine Büste an der Gallerie derselben Kirche, mit der Aufschrift errichtet: stiotus /s-'aürcse, Lsnouicus prnAensis, tert'iu.s Lla- Lister ssabricse 1275" (also ein Jahrhundert Weitsch. 5029 früher als Fisrillo meint), und führt dabey Schalter'« Beschreibung der Stadt Prag B. l- S- ?4 u. 186. an. weitsch (G-F.). So finden wir einmal den unten folgenden Joh. Friedrich weitsch, den jüngern (anderwerts auch, vielleicht richtiger, Friedrich Georg genannt), kurz den Sohn des Joh. Friedrich weitsch, Pascha, verschrieben. — (JohannFriedrich), der Vater, mit dem Zunamen Pascha *), geb. 1728 (s. K. 24.) nach Meusel l. zu Helsendam ( besser tzeffendam), einem Wolfenbättelschen Dorfe, wo sein Vater Dachdecker oder Maurer war, seit 1779 Herzogl. Braunschweigischer Galerie - Inspektor zu Salz- thalum. Die einzigen biographischen Nachrichten über ihn von einigem Belange finden sich bey Heinecke ll. S. 17. Not. i.) vom 3.1769 wo es heißt: »Seine Neigung zur Maleren zeigte sich von der ersten Jugend an; da er nichts anders vor sich hatte, so zeichnete er wenigstens die Stempel ab, welche auf dem Brief-Tabak, so der Vater nach Hause brachte, standen. Obwohl die Eltern nach ihrem Vermögen ihn unterrichten ließen^ quch nach Oesterwyk in die Schule schickten, so komcken sie doch an einen Unterricht im Malen desto weniger denken, da der Name Maler in dortiger Gegend in sehr schlechtem Rufe stand. Nachdem Weitsch verschiedene Fatalitäten ausgestanden, und endlich Sergeant worden war, jedoch bey aller Gelegenheit, was ihm vorgekommen, gezeichnet hatte, fügte es sich, daß sein Oberster von Tunderfeld ihn so zu sagen zwang, zwey in Oel gemalte Landschaften zu copiren, wiewohl er weder Pinsel noch Farben kannte. Da man nun diese Copien lobte, so ging er immer weiter, doch immer ohne Lehrmeister , studirte bloß die Natur, zeichnete alle Vorwürfe, die ihm dienen konnten, suchte, womöglich, mit Künstlern in Bekanntschaft zu gerathen und mit ihnen sich zu unterreden. Da man nun in der neuangelegten Pvrcelainfabrique Maler brauchte, so ward auch weitsch ausgesucht und angestellt, also vom Soldarenstande frey gemacht. Hierüber aber wäre er fast von der Oelmalerey abgekommen; allein, er hat solche 1787, wieder zur Hand genommen, und übet sie jetzo mit allem Fleiß. Besonders ist, daß er 1768 noch keinen Porter jemals gesehen hatte, und doch vollkommen in dessen Manier malte. Er ist aber noch in diesem Jahre nach Cassel gereiset, damit er dort einen Potter copiren und darnach studiren könnte. Allein, neidi- fche Menschen haben ihm, wie er schreibt, auch diese unschuldige Freyheit verwehrt. Sollte man diefem Künstler unter die Arme greifen, wir würden gewiß den zweyten porrer bekommen"; und Ebendas. S. 18 . „Er hat anbey eine feine Kenntniß von Schildereyen; deswegen er auch mit Bildern und Kupferstichen handelt. Weil er »eben dem alles, was in Braunschweig und der Gegend herum Sehenswürdig, kennst, so hak er uns, als ein Cicerone, gute Dienste gethan, zumahl, da er ein höflicher und williger Mann ist". Und noch an einer andern Stelle I. c. II. liest man, er habe ein Mittel erfunden, dem namentlich in Braunschwcig (?) sich sehr gerne von den Mauern trennenden Mörtel mehrere Dauer zu geben, und seine Gedanken hierüber zu Papier gebracht **). ») Den Ursprung dieses seltsamen Beynamens haben wir bisher noch nirgends gefunden. Einzig wissen wir, daß er in seiner Jugend eine Unteroffizierssteste bekleidete, was freylich (auch in der Lürkev) von der Paschawürde noch ferne wäre- Eher müsscu wir auf sein selbstgewähltes Kostüm rathen (man s. sein trefflich geetztes Bildniß von Chodowiecki), das ihm vielleicht Gelegenheit gab, jenen Namen (so wie J.Sttph. Liotard sein Turban, denjenigen eines Türken) sich beyzulegen. n») So eben finden wir noch über ihn im Freymüthigen -8<>z. S. >71- ff- lesenswerthe Notizzen: „Bis in sein vierzigstes war weitsch ein gemeiner Soldat, und in s- sechs und drevßigstcn hat er zum ersten Mal in seinem Leben ein Bild gemalt. Die Veranlassung war ff. In einem Lager harre er aus langer Zozv Weitsch. Teufel (1789.) nennt ein von ihm 1787 vollem detes großes allegorisches Gemälde auf den Tod Friedrich II. das sich in einem Saale der Akademie zu Berlin befinden soll *); dann, schon um 1782 eine Menge Landschaften, besonders Ansichten vom Harzgebürge. Eine solche befindet sich in der erwähnten Galerie, deren Aufseher er war, wo der Künstler selbst im Vorgrunde sitzt, und die Gegend zeichnet. Zwey andere (darunter eine große, 7^ 10" hohe und 7^ breite „mit Wild- prat") besaß die Galerie im Söder, deren Anzeige der Hr. von Ramdobr S. 77. mit der Bemerkung begleitet: »Obgleich ich mir vorgenommen habe, von den werken noch lebender künstler mein urtheil nicht zu sagen, so darf ich doch anführen, daß der künstler ein braver lieber mann ist, den ich sowohl seines Herzens als seiner ta- lente wegen ungemein schätzet Eine Biographie von ihm kündigte 1809 der Hofrakb Packeis an, die aber, unsers Wissens, niemals erschien. Er st. 180Z. In Meusei's Arch. I. (2.)170—71. findet sich von ihm ss. Nekrolog: „Am 6 . Aug. dieses Jahrs st. der berühmte Landschaftmaler, pasPa Johann Friedrich Weitsch,. Inspektor der Herzogt. Braunschweigischen Gallerie zu Salz«! dahlum, Professor der Kurpfälzischeu Akademie zu Düsseldorf, und Ehrenmitglied der Akademie der Künste zu Berlin, im achtzigsten Jahre seiz vrs Lebens. Er hat iZ Jahr als Krieger gedient uad 46 Jahr für die Kunst gelebt. Unter den jetztlcbenden Landschaft- und Viehmalern war er einer der vorzüglichsten, und, was er war, ward er ganz durch sich selbst, ohne andere Leitung, als die ,der Natur. Die mehrsten und beßten seiner Gemälde sind Waldstücke, und nicht leicht wird man etwas mehr Wahres sehen, als die Stämme seiner Eichen. Seine Landschaften sind freylich nicht Werke der ersten Klasse, wie die eines sslaude de LorraineOIcBoth u. s. w. aber sie haben als Waldstücke einen eigenen Reiz, und geben denselben frohen Anblick, den ein Eichen- hayn in der Natur gewahrt. Noch kein Maler vor ihm hat diesen Theil der Natur so ausschließlich bearbeitet; seine Landschaften sind daher einzig in ihrer Art, und unterscheiden sich ganz vorzüglich als vaterländische Stücke, da sie ganz die Natur , besonders von Nord - Teutschland, darstellen; viele derselben sind wirkliche Gegenden des Draunschweigischen Landes. Er war ein sehr thätiger Mann und fleißiger Künstler, und vollendete , noch fast wenig Tage vor seinem Tode, eine schöne nach Rußland bestimmte Landschaft. Unter seinen Schülern zeichnet sich einer, Hialtalm, ein geborner Isländer, vorzüglich aus. Auf der Berliner-Ausstellung desselben Jahrs sah man noch (wir glauben von ihm, nicht von seinem nachfolgenden Sohne) vortreffliche Viehstücke. Irgendwo führt man 11 seltene kleine Blatter in Weitsch. Oktav- und Duodezformat mit Ziegen, Kühm und Schaafen an, die er selbst geistreich geetzt habe; so wie nach ihm von D. Chodowiecki eine kleine Landschaft, und von G.W. Weise die Roß» träne am Unterharze. weitsch oder wairsch (JohannFriedrich), der Sohn. Bey Mensel Misc. IX. 102. heißt er Friedrich Georg, Bildniß- Geschichts- und Landschaftsmaler, geb. zu Braunschweig, lernte bey seinem Vater, und hernach bey dem Rath Tischbein in Cassel, und ist seit 1798 Königl. Preußischer Hofmaler, und zugleich Rector der Akademie der Bildenden Künste und mechanischen Wissenschaften zu Berlin. Derselbe hielt sich eine Zeitlang in Italien auf; von dort kehrten er und ein andrer seiner Brüder **) in 1788 mit großen Erwartungen von ihnen, zurücke. Schon Meusel II. (1789 ) nennt von ihm eine Kopie von Raphael's Madonna della Sedia; dann Ebenders III. (1809.) das Opferfest des Krodo auf der Harzburg, ein großes historisches Bild aus der alten Vaterlandsgeschichte. Eine Bandwurmlange Beschreibung, und („ kurz" genannte) Erläuterung desselben findet sich in den MeuseI' schen Miscellen XI. S. Zig-ZZü. nebst dem (wie wir nicht zweifeln) verdienten Preiß davon. Eine Copie des Unsrigen von Bäckers schlafenden Venus mit dem Satyr» aus der Galerie Salzthulum ( 3 ^ 4 ^-" hoch, i* 4 ksbr.) besitzt diejenige imSöder. Auf dem Berliner-Salon 1804 sah' man von ihm: Den Tod Boisma's, der Tochter Fingal's, nach Offian, in Oel. Der Vater erschlägt den Räuber des Mädchens und ihrer Ehre; aber, indem er sich triumphirend zurückzieht, findet er die geliebte Tochter, um die er kämpfte, ermordet. Kenner fanden es, in mehrere Rücksichten, sehr schön; doch wollte man darin einige Verzeichnungen, und allzuzerflreute, blendende Lichter bemerken, wodurch gerade der Charakter einer Schilderung aus dem Offian verfehlt sey. Auch ein anderes Urtheil über dieses Bild nennt solches zwar mit markigtem Pinsel gemalt, aber sonst sehr fehlerhaft. Dann auf derselben Ausstellung eine schöne Landschaft, die viel Talent, aber zu große Flüchtigkeit verrieth. In i 8 o 5 malte er die Abschiedsscene des Russischen und Preußischen Monarchen am Grabe Friedrich II. welches, wie wir glauben, späterhin von D. Berger gestochen wurde. Dann nennt Meusel III. von seinen Bildnissen (1809.) diejenigen der noch lebenden verwittibten Herzogin von Braunschweig, und des Königl. Preußischen Ministers von Heinitz, (besondern Gönners des Künstlers) beyde in ganzer Statur, und wenigstens letzteres lebensgroß; ferner des tz. Alex. von Humboldt, mit seinem Arbeitskleid angethan, in einer Amerikanischen Landschaft, unter Palmbäumen und einem Pisang sitzend, (vor ihm sein Herbarium), von sprechender Aehn- Weile den Namenszug seine» Compagniechefs, in sehr großem Format, mit ausgestochenen Rasenstücken vor den Zelten seiner Compagnie auf der Erde zusammengesetzt. Dieses Kunstwerk machte Aufsehn, so daß bald nachher ein Offizier ihm den Antrag that, ein Paar kleine Landschaften in Oel zu copireu. Anfänglich erschrack er selber vor diesem Zutrauen; allein das bewundernswürdige Gelingen war der Funke, der in seine Seele fiel, um sie auf immer für die Kunst zu entflammen. Alsdann ward er in die Herzvgl. Porzellan- fabrik angestellt, und späterhin ging er auf kurze Zeit nach Düsseldorf, »m in der dortigen Gallerie die niederländische Schule zu studieren. Und so ward der Mann, der keinen andern Führer als die Natur und sein Genie hatte, allmälig einer der größten Landschaftsmaler. Anfangs hatte er gerne freye, offene Gegenden gemalt; nachher fertigte er lieber mehr oder weniger schauerliche Waldparthien mit täuschender Wahrheit. Vorzüglich alte, kräftige Eichen find der Triumph seiner Kunst. I- I- >798 (-°>- 73.) war seine Laune noch vom Alter ungetrübt, seine Geisteskraft »»geschwächt, und an Wärme der Phantasie und des Gefühls übertraf er tausend junge Künstler. Sein Lieblingsvergnügen war selbst damals noch die Jagd; und diese Zeitverkürzung, in Gesellschaft naher Verwandten u. s. f. verschmähte er selten. Dabey war in seinem ganzen Wesen so viel Einfachheit, Biedersinn und Gutmüthigkeit, daß ihn jederman lieben mußte, wer nur je für solche Lugenden Sinn hatte. Sein Kopf ist wahrhaft patriarchalisch schön!" H Mit vielen überflüssigen Worte» beschrieben ist solches in Meusel's Mus. vm. 167 — 74. uk) Dieses letztern, des jüngeen, wird von nun au, in den uns bekannten Quellen nirgends mehr gedacht. (So eben vernehmen wir jedoch von einem Freunde, daß derselbe noch (-L-8-) als Miniaturmaler zu Brannschweig lebt« soll). * Weiß. tichkeit. Meusel's Arch. I. ( 3 .) 167. wo es heiße: Freydof sey (1808 ) beschäftigt, solches in punktirter Manier (18" hoch, 13" br.) in Kupfer zu bringen. Um dieselbe Zeit gMg er nach Stettin, um das Bildniß des Französ. Reichsmarschalls Soult zu fertigen, welches (hieß es damals) im Napoleons-Saales?) zu Paris aufgestellt werden sollte. — Noch lesen wir aus frühern Tagen von dem Unsrigen in Meusel's rJ.MisceÜ. 1 .112 — iZ. «Jenes patriotische Erbieten hat den Erfolg nicht gehabt, den man sich davon hatte versprechen sollen, auch wenn man einige Kalte gegen die Kunst bey dem hiesigen Publikum voraussetzte. Nur Einer ist gekommen, um von dem Antrage Gebrauch zu machen. — Ein Gastgebot oder eine Einladung zum Tanz würde unstreitig bessere Aufnahme gefunden haben. Dieser verdienstvolle Künstler befindet sich seit einiger Zeit in Berlin, wo er alle die Achtung genießt, die seine Kunst- geschicklichkeit ihm bey jedem Kunstfreunde und Kenner erwerben muß. Man spricht schon davon, daß er uns werde entrissen werden, da ihm der Antrag gemacht worden, eine Stelle bey der Akademie in Berlin anzunehmen. Er hat das Bild des Ministers von Heinitz in ganzer Figur und Lebensgroße gemalt, das ihm ganz vorzüglich gelungen seyn soll, und welches der Herr Minister an die Kunstakademie in Berlin geschenkt hat. Jezt arbeitet er an dem Bildnisse der Kronprinzessin und ihrer Schwester , und man glaubt, daß auch der König sich von ihm werde malen lassen". Von ihm selbst geetzt kennt man ein Paar Viehstücke; dann zwey Folgen, jede von vier artigen kleinen Landschaften in Oktavform., ebenfalls mit Vieh staffirt, die eine besonders äußerst zart nnd geistreich; und endlich nach ihm von C. G. Geyser ein Heft von acht Blättern in verschiedener Größe, zur Verzierung und Erläuterung von Marcuard's Beschreibung der Bader von Pyrmont (1784.) 7 ^r»L/e»-. Irgendwo lesen wir noch: «Dieser Künstler soll sich in jüngern Jahren hauptsächlich der Landschaft, und erst späkher des Geschichte- und Bildnißmalens beflissen haben". Ferner umi81 5 . «Daß er undKretschmar damals so gut als die einzigen Bildnissemaler zu Berlin gewesen; und daß weirsch seine Köpfe schöner, aber weniger ähnlich, Kretschmar hingegen die (einigen ähnlicher, aber minder schön geliefert habe". Wieder nach einer andern No, titz sollen nach ihm gearbeitet haben: D.Berger Preußens glorreiches erstes Jahrhundert mit den Bildnissen seiner gehabten Könige i8oo.Aq.tint,Fol.; Friedrich der Große und Paul Petrowtksch bey ihrer Zusammenkunft 1776 in Berlin, Aq. tint. qu. Fol.; Alexander, Friedrich Wilhelm und dessen Gemahlin Louise am Sarge Friedrich des Großen i 8 o 5 gr.Fol. Dann I. I. Freidhof die kleine Minette gr. Fol. geschabt; Friedrich Wilhelm der große Churfürst mit seiner Gemahlin, in einer Batterie vor Anklan» qu. real Fol. geschabt. Und endlich H. Sinzcnich das Bildniß des Freyherr» C. A. von Hardenberg, sehr gr. Folio, geschabt *). we 1 y oder Wey (Anna Rosina), s. unten I. H. wicker. — — ), des Landgrafen von Hessen- Cassel Hofgärtner und Burggraf zum Weißenstein in 1764. — — ( ) von Menge, ein Maler. S. Menge in künftigen Nachträgen. — — s. auch oben Waitz. Weitzenfeld (Johann Nepomuck von), Direktor der Kurfürst!. Bayrischen Galerie zu Weide. §ozr Schleishelm, des H. R. R. Ritter, Kurfürst!, wirklicher Hofrath (Punktum.). So heißt es -789 bey Mensel II. Derselbe gab 1776 eine Beschreibung gedachter Galerie ans Licht, die aber seither bekanntlich so viele Veränderungen erlitt. Bey Mensel 111. (1809.) erscheint er nicht mehr unter den Lebenden. Ob er jemals selbst ausübender Künstler war, ist uns unbekannt. weixlbaumer (Math.), zeichnete nach der Natur ein von F. X. Jungwirch gestochenes Kupfer zu Leveling's Observationez snstomioae rarioros. dlorimb. 1787. 4?- TILc. wekker, s. oben Wecker. wel (H. van), s. unten Welle. welb 0 re (Peter), ein Maler zu Alton« iLo 5 . Altonaer- Adreßbuch. welcher (Sebastian), ein Goldschmied zn Nürnberg 1602. Dorischer Ebristen Freyd- Höfe Gedächtnis. Nürnb. 1682. 4 °. S- 5 o. welcke nnd welcker, s. unten Welke und Welker. weide oder Welre (Andreas) Mit ^tnüress ^elts 1771 ist eine vor uns liegende, aus Mainz herstammmende Zeichnung in Rothe» bezeichnet. Sie enthält ein Brustbild, und mag etwa die Arbeit eines angehenden KunstjüngerS seyn. (So eben erfahren wir, daß er ein Bilds nißmaier zu Mainz und ein Sohn des folgender» Anron war. Er starb in die Blüthe seiner Jugend). 7175c. — — — (Anton), ein von Mainz gebürtiger und dort verstorbener Maler. Er matte Böget und Thiere, und war ein Schüler pon Job Gustav Hoch (im Lex. falsch als Johann Gust. Hoch; künftig ein mehreres über diesen). 7175 c. — — — (Franz Xaver), geb. zu Graben ki» Schwaben 17Z9 (s. k. 1740.), wo seine Eltern ein Bauerngut besaßen. Er lernte zuerst bey Joseph Lang im Kloster Roggenburg, spätherhin bey Desmarees in München. In 1760 erscheint er bereits als Hofmaler des Kurfürsten von Bayern. Mensel I. (» 777 .) nennt zuerst seine Bildnisse. Bey Ebenderns. III. (1809.) erscheint er, ohne neuere Notizzen von ihm, noch unter den Lebenden. Liporvsky nennt von ihm besonders die Bildnisse der Kurfürsten Maximilian lll. und Carl Theodor's. — — — (Gottfried), ein Sohn vonAnron, der zu Mainz in seiner Jugend starb, und Bildnisse in Miniatur verfertigte. 7175 c. — — — (Gottlieb). Einer uns mitgetheilten Nachricht gemäß, in Mainz 17/,.. geb. und Sohn des obigen Anron. Dieser treffliche Maler hielt sich in seinen frühern Jahren zu Frankfurt a.M. auf, wo er häufig die Landschaften des berühmten Schütz mit Figuren staffrte. Endlich ging er nach Rußland; wo er, in dec Gegend von Reval, auf dem Lande wohnend, um 1790 starb. In dem Schlosse Oberpehlen bey Dorpat trift man u.a. ein von ihm ausgemaltes Zimmer. Liebe zur Zurückgezogenheit, in der er ganz der Kunst und seinen Launen nachhangen konnte, vermocht« ihn, ein starkes Gehalt des Fürsten Potemkin auszuschlagen, der ihn in Petersburg bey sich zu haben wünschte. Vorzüglich zeichnete sich dieser ganz geniale Künstler in Dam- bochaden, Gesellschaftsstücken und Carricaturcn ») Ein, diesen Augenblick erhaltener äußerst anziehender Aufsatz über die beyden merkwürdisen Künstler weitsch, Vater und Sohn, wird dem gegenwärtigen Hefte angehängt werden- L r» Lozr Weleba. aus. Weite hat mehreres über so Blatter mit einer geistreichen Nadel nach eigner Erfindung radlet. Man nennt davon: Eine lustige Gesellschaft, wo ein junger.Mann ein Mädchen zu sich zieht kl.qu.4?.; eine andere verliebte Eonversation 4°-; die Ruhe und das Spiel, zwey Landschaften mit vielen ländlichen Figuren kl. Fol.; den jungen Bauer in Gedanken auf ein Postament gelehnt 8 °; ein Mädchen in einer Landschaft, welches aus dem Wasser geht, dieß nach Tischbein, 8 °. (ob der I.welre, den das Suppl. unter Joh. Mich. Frey nennt, nicht eine irrige Schreibart für den unsern wäre?) Anderwerts wird dieser Künstler kurz ein um 1774 Augsburg blühender Zeichner und Kupferetzer, auch in Aquatinca genannt. Von ihm führt winkier, s. v. welke, allerlei kleine ländliche Gatkungsblättchen, Kinderspiele und kindische Nachahmungen älterer Personen, u. d.gl., dann zwey größere Blätter: Das Spiel und die Ruhe, in Bouchers Geschmacke, zusammen 27 St. an. weleba (Wenzel), ein geschickter Zeichner, geb. zu Prag 1777 Schüler von Kohl; studierte zuerst in Kuttenberg die Humaniora, dann in seiner Vaterstadt die philosophischen und mathematischen Wissenschaften mit Auszeichnung, und wiedmcle sich endlich ganz der Zeichenkunst. Um i 8»5 gab er guten Unterricht im Zeichnen, und zeigte seine Starke in Darstellung schöner Landschaften. Dlabacz. weleken (Jacob), ein Münzmeister zu Prag um idZy. A- voigt's Beschreibung Böhmischer Münzen IV. 90. weIe n x (Veit), ein Böhmischer Goldarbeiter, st. i 5 r 5 zu Prag. Dlabacz. weler (Peter), erlernte die Eoldschmieds- kunst zu Dresden bey Wolf Paller und dessen Wittwe von 1579 bis 1684. Sein weiteres Schicksal ist unbekannt; in Dresden ließ er sich jedoch nicht nieder. Mrc. — — s. auch unten weller. Welke (Christian), ein Bildhauer der 1710 zu Naumburg vorkommt. A- Gschrvend lJaum- burgischeMerkrvürdigkeiren.AndereAufl. Leipz. «,a. 8°. S. ido. — — ( ), einDildnißmaler, welcher 1729 zu Dresden, in dcmLebend Lönigl. Dresden erscheint. Welker (D.), s. gleich unten I. D- Welker. — — (Ernst), der Sohn eines Aktuars, geb. zu Gotha um 1786 lernte das Zeichnen auf der dortigen Zeichenschule, und das Radiren bey C> Müller in Weimar. Hierauf ging er nach Wien um sich zum Maler zu bilden, blieb dort ungefähr 4 Jahre, studirte Historie und Dekoration, und zog bann als Freywilliger mit dem Lützow'schen Corps gegen die Franzosen. In 1814 kehrte er als Lieutenant wieder nach Weimar zurück. Da er ein Augenzeuge von dem Tode des trefflichen Körner's war, so etzte er daselbst, nach eigner Zeichnung, eine Platte von diesem Trauerereigniß. Nach Vollendung derselben, gedachte er Wien von Neuem zu besuchen, woselbst wir ihn im Jahre 1817 auch wirklich wiederum finden. — — (I. D.), ein geschickter Maler um 1700. Nach ihm hak I. A. Boener ein Bildniß des Hanauec Apothekers I. C. Sommerboff gestochen. Ein Gantkatalog führt von einem D- Welcker gemalt und von Phil. Kilian in gr. Fol. gestochen, das Bildniß des Grafen Friedr. Casimirs von Hanau an. Dieser Maler müßte in der letzten Hälfte des X VIl. Jahrh, gearbeitet haben, falls der Ganckatalog den I. D- Weller. nicht in einem D-welcker verkürzte, und beyde mithin nur Eine Person abgäben. Wellagirsch (Johann Jacob), ein geborner Türke, war 1748 churfürstl. Kammerdiener und Hofminiaturmaler zu München. F. I. Spatt hat 1710 das Porträt des Philipp Joseph Grafen von Törring- Seefeld nach seinem Gemälde in Kupfer gestochen. Liporvsky. Welle (H.van). In dem Werke: I.e xranä l'kesrre sacrö 8 o 5 befand er sich unter denjenigen Brimschen Malern, die sich von der Königl. Societät trennten, und ihre Produkte, für einen Schilt. Eintrittsgeld, in einem Privathause aufstellten. Fiorillo V. 8 Z 5 —ab. u. 870. und: Lunft-Historie iDanmark, af Wein wich. E. 21Z. S. auch de» gleich ff. Art. — — (I), ein Englischer Kupferstecher; ob Derselbe mit dem vorstehnde» Maler, ist uns unbekannt. Der Unsrige gab nach A.Grand zwey schöne Blatter: statte ok?luscsrclens und Llgin Oncksärsl; nach S.Jreland Ansichten der Städte Oxford und Cambridge; dann andere aus Welser von Neunhof. §ozz Hertforsshire und Worcestersfhire; und nach N. Spyres eine Folge von 6. Bl> Landhäuser zu Twickenham, Richmond undJrlewokh, Alles in Aquatinta-Manier. Diejenigen nach Spyres werden dort schön genannt. Wells (T.). Ein solcher zeigte auf der Ausstellung der Königl. Akademie zu London 2791, das Bildniß einer Dame in Wachs pouffirt. (lkc. — — ( ). Mündlicher Ueberlieferung zufolge, ein Engländer der sich 2795 bey einem seiner Anverwandten in dem Hause des Englischen Gesandten zu Lissabon aufhielt; damals in einem Alter von etwa 3 o Jahren. Er etzte zu dieser Zeit, doch wie man sagt nicht nach eigner Zeichnung, Prospekte der Gegenden von Lissabon, dortige Co- stümes u. s. f. in einer flüchtigen und freyen Manier. Seine gewandte Behandlung der Nadel und die feste Dreistigkeit seiner Hand war zu bewundern; obwohl Wells eigentlich nur den Beruf eines Mechanikus trieb. Gewöhnlich bedurfte es bloß eines Nachmittags, und seine Platte war fertig bis zum Abdrucke. welmann( ), wird in dem Berliner Adreßkalender auf 2766 S. 82. gelegentlich als ein damaliger dortiger Emailleur genannt. Wels (Franz), s. unten Wols. — — s. oben Wells. welsch (Daniel), ein Steinmetzgeselle von Rochlitz, der 2797 zu Dresden arbeitete, — (Georg Ulrich),geb. und gest. zu Leipzig als ein angesehener Kaufmann. Zur berichtigenden Erklärung des Lex. müssen wir bemerken, daß er nach and nach mehrere Stellen im Rathe seiner Vaterstadt erhielt, und hierunter auch die Würde als Baumeister oder Aedilis, andern Orts Bauherr genannt. Obwohl er sonach die Mitaufsicht über das Bauwesen der Stadt führte, so war er doch kein Architekt in dem gewöhnlichen Umfange dieses Worts, noch hatte er nöthig ein solches zn seyn. Unterdessen rühmt seine vor uns liegende Lei- chenpredigt (von J.B. Larpzorv Leipz. 2681. Fol.) wirklich die guten Kenntnisse, welche er in der Baukunst besaß. Sein Bildniß hat Phil. Kilian in Fol. gestochen; er wird darauf irrig Gottfried Ulrich welsch genannt. *— — (Gottfried Ulrich), s. denSchluß des gleich vorstehnden Art. — — (Hans), irgend ein Künstler, vermuthlich aber Goldschmied, der 26)2 zu Riga erscheint. Doch kann es leicht zruch seyn, baß derselbe damals dort nur als Geselle kondikionirte. — — (Jo.Melchior). Nach seiner 2700 gefertigten Zeichnung, hat G-A Wolfgang ein Bildniß des Ulmer-Arztes E. Gockel in Fol. gestochen, weyerinan's L 4 achr. von Gelehrten und Rünstlern aus Ulm S- 26h. — (Peter). So hieß ein wenig bekannter guter und kräftiger Landschaftsmaler, der uns einzig aus dem Katalog der Gallerte des H. Hof- und Landgerichts-Advokaten Schmidt zu Riet bekannt ist, wo sich von ihm (2809.) eine waldigte Gegend mit Wasser, mit drey Soldaten staffirt, befand. welschke oder Wolschke ( ). So nennt eine Handschrift einen Bildschnitzler und Tischler zu Calau in der Lausitz, der 2754 bas Schnitzwerk an der Orgel zu Finsterwalde fertigt«. Weiser von tsleunhof (Carl Wilhelm), einRakhSherr zu Nürnberg, hier geb. 266Z und hie« gest. 1722; besaß gute architektonische Kenntnisse. Sein Bildniß in Folio: jok. vsniol kr«i(-lei? T 2; * 5«Z4 Weiser von Neunhof. pinxXorrk. — Lsrnsrllus Vo^el sculxs. eillss. Vmä. Weiser von zJeunhos(C.C.). Müllers Verzeichniß Nürnbergischer Kupferstiche I. S. iZ 4 - rubricirt: Ports Kanons in spem söventus t^sessrls /^ususti krauoisci Romsnorum Im- verstoris s 8. ?. O- X. srecta. III. Octob. XlvlIXXXXV. 6. 6. s X. et ll. ^ellll. Invenit— I. lll.8eli§msnu sculpsrt. EinJmper. Bogen. — (JohannChristian). So hieß, nach dem Münchner-Stadtzunftbuche ein in 1681 dort verstorbener Maler. Liporvsky S. 27b. weite, s. oben weide. welz (JohannGottlob), erscheint als königl. Hofmauermeister zu Berlin 1771; und eben so ein gleichnamiger, vielleicht sein Sohn, r 8 i 3 damals 53 Jahr alt. verzeichniß der zu den drey Weltkugeln gehörigen Bruder Freimaurer für 18, 3 . Berlin gr. 8°. S.46. Der letztre lebte noch 1818. wem er (I). Nach einem solchen soll, wie «in Gantkatalog angiedt, G. A. Wolfgang die Marter des H. Laurentius auf einem runden Quart- Blatte gestochen haben. Ob aber Wemer nicht ein Druckfehler für Joseph Werner wäre? wemme (I. C.), ein uns übrigens unbekannter Künstler, der 1778 zu Dresden, eine Folge 4 °» artig von F.C. Klaß radirter Landschaften verlegte. Wemuger (Christoph), Hofseidensticker der teutschen Kaiserin i 566 . Rvrye vn eigentliche verzeychnus der Römischen Layseriichen Mayestar vnd jhrer Mayestar Gemaheis Hofstats -- auff dem rveichßrag zu Augspurg »m Jar i 566 . Augspurg 4°. wenberg, s. unten Wennberg. wenceslaus, Magister von Klattau, ein Böhmischer Glockengießer, der mit dem Magister Matthäus prazieck zu Königqratz in Böhmen gearbeitet, und steh in seiner Kunst hervorgethan hat. Glocken von ihm zu ermeldtem Kö, nigsgrätz tragen das Datum von 1480 — 96. und ein zinnerner Taufbrunn in der Stadtkirche zu Laue dasjenige von 1618. Dlabacz. — — von LJeuhaus (äe nov» llomo), ein andrer Böhmischer Glockengießer, Zeitgenosse des Obigen, von dem eine Glocke zu Pluhowy Zdiar bey Neuhans mit 1496 bezeichnet ist. Ebend. WenceslasvonDlmütz, ein gegen End des X V. Jahrhunderts "blähender deutscher Kupferstecher, von Olmütz gebürtig *), den H. Barrsch durch seinen gewohnten Forscherfleiß zuerst entdeckt hat, da nämlich das Wenige, was Heinecke III. 3 gZ. u. 433 . über das Blatt eines solchen dahlt, einzig auf einer unrichtigen Leseart beruhet. Ueberhaupt aber wurde das in einem einfachen W. bestehnde Monogramm des Unsrigen bisher auf Mich. Wohigemurh gedeutet. Allein Barrsch (VI. 3,7. u. ff.) zeigt nicht nur mit fast unumstößlichen Gründen, obwohl ganz gegen die allgemeine Meinung, daß wohigemurh niemals Stecher war**), sonder» fand dann im Kabinet des H. Herzogs Albert von Sachsen-Teschen ein Weneeslas von Olmüß. mit: Der Mann her Schmerzen rubrizirtes und mit dem Monogramm "iV- bezeichnetes Blatt (Copie nach Schongauer), und dabey von gleichzeitiger Hand geschrieben: »Dieser Stecher hatwenczel geheißen, ist ein goltschmil gewesen", und dann vollends auf einem andern (Tod der H. Jungfrau) wirklich gestochen: 148t. (VeuceslsusöoOlomucL ibillem ***). Hierauf führt Barrsch l.c. (neben den beyden obigen) nicht minder als 55 — 56 Blatter an, welche fast sämtlich mit jenem ^V. signirt sind, die er nun alle (wohl durch Vergleichung des Styls in der Ausführung) dem Unsrigen zuschreibt, dann aber in dem Werth derselben den großen Unterschied findet, daß diejenigen, welche Copien nach Schongauer und Dürer sind, in Absicht auf Composttion und Zeichnung weit den Vorzug vor denjenigen verdienen, welche nach seiner eignen, oder nach Erfindung anderer Künstler, die kein höheres Talent als er selbst besaßen, gefertigt worden. Folgendes ist die kurze Nomenklatur von Allen: 1. Loth und seine Töchter. 2. Die Verkündigung. 3 . Die Geburt. 4 -i 5 . Die Leidensgeschichte. 16. Das Abendmal. 17. Der Mann des Schmerzen. 18. Die Kreuztragung. ig. Christus am Kreuz. 20. Die Madonna vom Papagai. 21. — — — mit dem Affen. 22. Der Tod der H. Jungfrau 1481. 23 . Marter von St. Andre»«;. 24. St. Augustin. 25 . St. Bartholomäus. sL. St. Christoph. 27. St. Georg. 28. St. Paul. ^ 29. St. Sebastian. 3 0. Eben Vers. 31-42. Die zwölf Apostel. 43 . Der Wilde mit den Wappenschilden. 44. Die Frau mit dem Wappenschilde. 45 . Der Engel mit dem Wappenschilde. 46. Der Bauer u. s. Frau. 47 . Die Dame zu Pferd. 48 . Die zwey Liebenden ^). 49. Der Müßiggang. 5 0. Der Herr und die Dame. 5 1. Die vier Frauen 1497. 52. Tritons Raub von Amymone. 53. Die Wirkung der Eifersucht. 54. H. Sakrament. 55 - Aehnliches Blatt. 56 . Aehnliches Blatt. 57 . Aehnliches Blatt. Don diesen sollen N°. 1.16 20.46. 54 — 5 ?- LeS Stechers ganz eigene Arbeit; N". 21.47-49— 53 . *) Ob derselbe vielleicht mit dem Bildhauer Hans Vllmützer der gegenwärtigen Zuiake in einigem Verhältnisse stehen mochte ? Wohl in keinem andern als der Gleichzeitigkeit, da letzterer aus Girlitz gebürtig war. n*) Es müßte dann von Blättern seyn, deren Stecher sonst ganz unbekannt sind. Dies ist nun eben das Blatt, das auch Heinecke kannte, auf demselben das W-occIsu« ä« — nicht fand, und die Worte Otouiucr ibiclem. — las'. f) Israel van Mecken hak dasselbe gestochen. Ungewiß ist's, welches das Original sey. Wenbl-nd. Weneeslaus. Kopien nach Dnrer, alle übrigen nach Schön- sauer seyn. Noch spricht Barrsch (als von zwey rveifelhaften Blättern) von einer Frau, welche die brüte spielt, in ganz andern Geschmacke gefertigt eiS die übrigen, aber mit dem 4 V. bezeichnet, und ynwieder einem St. Wilhelm, mit dem eigenthüm- lihen Monogramm eines O. über einem VV. Bloß die N". 22. u. 48. tragen ein Datum. Die größten dieser Blatter sind N°. 55 . u. 5 /. Dann N°. 55 . Dieses ri" io'" hoch, 8" 3 "^ br. N°. 55 — 5 /. allein mangelt das Monogramm, und Barrsch scheint solche einzig aus der Arbeit für wenceslas Arbeit erkannt zu haben. Wenceslaus. Noch bemerkt uns einer unsrer Freunde. „Unter den Mitgliedern der alten Böhmischen Malrrbrüderschaft, erscheint in der Mitte des XI V. Jahrhunderts ein sculp. Dann zu Ansang des XV. Jahrh, ein ^e-rcer/E cke und ein wenzesiaus der ein Glaser war. (R.iegger's, Materialien zur Statistik von Böhmen. HeftVI. S. i 34 > Wenck oder Weng (Johann Georg), Hof- tapezier des Bischofs von Augsburg i?66. chkc. — — ( ), ein Kupferstecher, von dem Adekung's Verzeichniß der Landkarten und topographischen Blatter Sachsen's S. 246. eine kolorirte Ansicht der Rudelsburg unweit Kosen anführt. Vermuthlich lebte er in der letzten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Wenckebach (Heinrich Julius), ein Stein- n»»tzgeselle von Wermsdorf in Sachsen, der 1679 zu Dresden arbeitete, chkc. W» n ck e l (Johann Christoph), Cantor und Collabrralor der Stadtschule zu Beeskow. Er gab ans Licht: Beschreibung eines (von ihm) neu erfundenen Copir-Cirkels. Berlin (Realschulbuchh.) i?? 5 , mit einem dazu gehörigen Kupfer, nach seiner eignen Zeichnung (4 Gr.). Dieser Zirkel ist eigentlich eine Zusammensetzung mehrerer Zirkel, hat 7 Füße und kann mithin die Lage von sieben Punkten zugleich bestimmen. Sein Erfinder sagt, er sey brauchbar zu allerhand Karten und Rissen, ganz besonders jedoch für freie Haudzeichnungen der Maler, Sticker und Posamentirer. ^Denckheim oder Winckheim (David), erlernt^ zu Dresden bey Hans Schwedler von t 6 r 5 bis 1621 die Goldschmiedskunst. Da er 1628 seinen Lehrbrief abfederte, so mag er sich damals irgendwo (nur nicht zu Dresden) als Meister gesetzt haben. Wend, sieh unten wende. Wendel (Hans Urban genannt), s. oben »"k>an. Johann Georg), Kupferstecher zu Leipzig, geb. zu «»«adt bey Erfurt 1754 Bis um 1789 kannte man vo» x,-, «x„ur- «nk> Frauenkirche zu Dresden. He».-^ von Rosenr wald, vor Grossings Damenjournal. ZL-, Kupfer zu Breitkopfs Versuch über die Spielkarten. B-,>e Vignetten, architektonische Zeichnungen und Anderes mehr. Mensel ll. Bey Ebendems. lll. (1809.) erscheint er, ohne neueres Hinzuthun von Arbeiten oder Schicksalen, noch unter den Lebenden. Dann aber bemerkt uns einer unserer Freunde: »In 1785 ging Wendel nach Frankfurt am Main, und der Coadjutor von Dalberg stellte ihn, mit dem Titel Professor, bey der dortigen öffentlichen Zeichenschule (s. K. bey der Universität) an. Nach der Preußischen Occupirung überschickke er seinem neuen Landesherr» etliche Frankfurtergegenden in Deckfarben, worauf er ein gnädiges Antwortschreiben, nebst einem beträchtlichen Geschenk erhielt. Uebrigens sind seine große Wafferfarben- gemäide in Landschaften mittelmäßig; Figuren S5 bis izio seine Kunst in Dresden studirce und dann nach Warschau ging. Auf der Dresdner-Ausstellung > 8 o 5 fand sich von ihm eine Leda; 1808 Johannes der Täufer und ein weibliches Bildniß; >8io Amor und Psyche — also recht mancherlei. M-c. — — (I. Georg), Hoftapezier zu Cassel 1785. A/rc. wendisch ( ), ein Zögling der Zeichen, schule zu Meißen. Er fertigte Blumen- und Frucht- stücke in Gouache, meist Kopie» nach Rachel Rutsch, Hin;,' Arnold Lindner; einiges jedoch nach eigner Erfindung. Man sah diese Malereien auf den Dresdner-Ausstellungen von i8»6 bis »811. Vermuthlich ist er itzt Malcr an der Porzellainfabrike zu Meißen. A/rc. wendland (Johann Christoph), Churfürst- licher Gartenmeister zu Herrnhausen bey Hannover, pflegte zu feinen botanischen Werken die Kupfer, nach eigner Zeichnung, zu etzen, zum Theil auch Aoz6 Wendler. auszumalen. Er radirte ferner zu H. A. Schrader's 8ertum Hsnnoversnum. 6oetkin^as 1795 ff. gr- Fol.; zu Römer's Archiv für die Botanik I. Leipzig 1796. 4 °, hier einiges nach Franz W. Schmidt u. s. f. Nach den Daten seiner Botanischen Werke zu urtheilen, lebte er wenigstens noch 18 lo. Das wichtigste derselben ist wohl: Lrics- rum Icones et stescriptio, welches bey Hahn zu Hannover in 24 Heften erschienen war, und 54 Thlr. kostete. Wendler (Georg), verordneter Schreib - und Rechenmeister in Negensburg, sonder Zweifel aus Nürnberg gebürtig. Sein Bildniß hat M. v. Sommeren, nach eigner Zeichnung, 1667 zweymal 4 °. gestochen; das einem«! mit ^etatis Xb,V 1 I., das andremal mit Hewtis Xl.VIII. Wendn (I. F.), zu Leipzig, zeigte auf der Ausstellung zu Dresden 1800 eine Scene aus Wielands Oberen, in getuschter Manier. Also Kupferstich? M-c. — — s. unten Wentz. Wende (Benjamin), Stadtbauschreiber zu Greifswalde 1729. Tlksc. — — (Christian), ein Goldschmied zu Dresden, wo er 1692 Meister wurde, aber schon 1697 gestorben seyn muß. — — (Franz Anton), Maler und Bürger der Stadt Hradschin in Prag, wird noch, nebst seiner Gemahlin Blara, in einer Taufmatrikel von 17Z8 angeführt. Dlabacz. — — (Georg), ein Rathsmaurermeister zu Berlin; in 1811 war derselbe 49 Jahre alt. Mir. — — (Georg Wilhelm), Rathsmäurermeister zu Schweidnitz 1804. Mrc. ^ ( ), Königlicher Hof-Glasschneider zu Berlin um 1808. — — ( ), ein geschickter Tischler zu Ebersbach unweit Görlitz, fertigte 1788 den Altar (und eben so auch die Kanzel) der Kirche zu Cumers- dorf. Lausitzisches Magazin Jahrg. 1789. S- 363 . — (van der), ein verdorbner Name für v. d. venne. Wener(N.N.). Ein solcher hat um 1714 die Blätter zu Müller's Evangelischem Herzensspiegel gestochen. Meusel's Misc.XVII.259. Wenesch (Franz), ein Bildhauer von Wykel- ticz in Böhmen gebürtig, lebte in 1692 zu Prag, und wurde dort — mit einer Böhmin getrauet. Dlabacz. Weng, f. oben wengk. wengersky, s. unten wingersky. Wengler (H. S- de). So soll der Name eines Malers seyn, der zu Anfang des XV 11 I. Jahrh, gearbeitet habe. ?l^c. Wennberg. Schroeters in, der St. Stephanskirche zu Lan gensalz in Thüringen an. Sie verfertigten die» i 6 o 5 . wenige! (Christian Friedrich), wurde, zw Zeit des siebenjährigen Krieges, StiftSbaumeistr zuZeitz. Ch urs. Hofkai. — — (Johann Samuel), Maler zu Leipjig, trat 1718 in die daselbst bestehnde Malerinvung, wurde in dieser, Ende der 17Z0 Jahre, Ob-rälkes ster und starb vermuthlich zwischen 1766 uad 63 . Siculs Annalen; Flsr.Leipzig; u.Leipz. Adreßb. Ein Gemälde von ihm findet sich auf der Universitätsbibliothek zu Leipzig. Man erblickt darauf unter andern einen liegenden S»yr, der einem alten zerstümmelten Götzen Opfer und Rauch- werk bringt. M-c. Wenigen«, s. unten Wynrg/s. Weniger, s. unten Winger. Wening oder wenning (Georg), ein Glockengießer zu Wien um 1719. Fuhrmann'« Beschreibung von Wien III. 422. *— — (Michael und Johann Balthasar), Vater und Sohn. Der erste, ChurbayerscherKams merportier und Kupferstecher zu München, „scheint** (meldet uns einer unsrer Freunde) „aus Nürnberg gebürtig gewesen zu seyn, aber schon um i 65 g in München gearbeitet, und dort noch 1688 gelebt zu haben *) Wir kennen von diesem mittelmäßigen Künstler eine ziemliche Anzahl Bildnisse unbedeutender Personen (wie z. B. eines Rind- «'d eines Schweine-Metzgers aus Nürnberg (,366 u. 67.). Dann Titelblatt«r; einen figurirren Plan der Schlacht von Mohatz 1687 in sehr gc- Fol. nach L. N. d'Hallart und von diesem der» Churfürsten von Barern dedicirt. Anderwärts nennt man den churbaierschen Rath F. I. Lhierm»ir kl.Fol. nach P. Mignard, das Schloß zu München rc.«. Dann lesen wir bey Lipowsi^: „In 1701 gab Wening eine ausführliche Beschreibung des ganzen Churfürstenthums Baiern unter dem Titel: tlistorica ssopo^aphica ciescripticr etc. deutsch heraus. Dieses Werk enthält in vier Theilen nach den damals bestandenen Rentämtern: München, Burghausen, Landshut und Straubing, alleStä^e, Märkte, Klöster und Schlösser B aierns, n^v der Natur gezeichnet und schön in Kupfer p.'stochen, und fand solchen Beyfall, daß es dreymal ausgelegt wurde. Eben dieser wening stach auch die Schlachten des Churfürsten Maximilian Emanuel von Baiern gegen die Türken, in Kupfer. Die Dekorationen des Hofarchilekts Kaspar Mauro von der i 685 zu München gegebenen italienischen Oper: Servius^ullius, hat wening ebenfalls in Kupfer gestochen. Von ihm wurde auch das Bildniß ^ churb.ProtomedikusJakob deMaffäis n-^^ug s Gemälde geliefert. Ein Verzeich/'^ ' V"! ters endlich nennt noch zu Prag nach Johann Balthasar, Michaels^-»», st- heißt es, zu München 172». Don»'*>^ gestochen kennt man z.B. das Bildniß »«s Gottesgelehrten P. L. Ledron. ^c. Wenig (I. G.), ein um i 6 Z 5 blühender Bayer scher Zeichner, Kupferstecher uud Etzer. Von ihm führt der einzige Gantkatalog von winkler ein mit obiger Jahrszahl und seinem Inv. et 5 . bezeichnetes schönes Blatt an, welches die neun Musen auf dem Parnaße darstellt, mit Minerva, die (es mag nichts schaden!) über ihnen in den Wolken schwebt. wenigekind (Loren;) u. Wendel Bloepper, gebe» sich, ersterer als Maler, letzterer als Bildhauer, auf dem Epitaphium des Burgemeister — — (M. L.)> So soll auch ein Kupferstecher heißen, der zuDanzig gearbeitet habe. * wenings^ " weninx ^ s. weenix im Lex. und oben. «Wenix ) *wenkel, s. oben wenckel. Wennberg (Thüre Gustav), Königlicher Hofarchitekt zu Stockholm, Mitglied der dorti- ») Noch namhaft späther. S. bald unten. Wenne. gen Kunstakademie und Sekretair bey der Oberintendantur i/g/. § veri § es L>r§5- oc/r L)Vr'/- Oa/e-räe,-1797. 8tockkolm l6". * wenne, s. oben und km Lep. venne. Wennemuth (JohannFriedrich), ein Form- siecher zu Waldenburg im Schaumburgischen. Da er sich gelüsten ließ sächsische Kassenbillets nachzu- künsteln, so wurde er, nebst den andern Tbeilneh- mern davon, i8io an den Festungsbau nach Dresden für lebenslänglich abgeführt, ^c. * wennlng, s. im Lex. u. oben Wening. Wenfingen ( ). In Scheörer's Journal fürs Steinreich und derBonchylios logie VI. Weimar 1780. S. 407- heißt es kurz- weg, daß von demselben schöne Arbeiten in der (spärer abgebrannten) Kunstkammer zu Weimar aufbewahrt wurden. Wir müssen jedoch anzeigen, daß unsere Quelle mehrere falsch geschriebene Künstler-Namen rubricirt. M§c. *wently, irrige Schreibart für whearly im Lep. und unten. wentz (Johann David), Ieichenmeister an der Zeichenakademie zuHanau, wo er 1806 starb.. Da er diese Stelle mehr aus Barmherzigkeit als seiner äußerst geringen Kunstkenntnisse wegen erhallen hatte, überdies auch in die Narrheik verfallen war, Gold machen zu wollen, so war er gedachtem Institute mehr schädlich als nützlich. Dieser wen; wird wohl derselbe seyn, von dem es in Meu sei's Miscell. XXIV. 506 . ohne seinen Taufnamen heißt, daß er 1786 (an Wächters (?) statt) eine Lehrerstelle an der Kunstakademie zu Hanau erhalten habe. — — (Leonhard), ein Maler aus Basel, dessen Frau eine künstliche Glasmalerin war; kam 1700 nach Berlin, wo ihm eine Besoldung bey der Academie versprochen wurde. Er befand sich noch zu Berlin 1712. ^«colai. — — s. oben auch Wends. Wenzel (Adam), Hofgärtner des Grafen von Waldstein in Böhmen 1675. Seiner Gemahlin Anna wird in dem Leben der frommen Karme- literin Maria Electa S. 10». u. ivi. gedacht. Dlabacz. *— — (Christian Friedrich), verstand gar nichts von den bildenden Künsten; unterdessen gab er sich mit der Kunstgeschichte ab, und unterstützte Heinecken bey seinen Werken. Er ist längst zu Dresden verstorben. Hkc. — — (Daniel), ein Poussirer und Zeichner zu Magdeburg um 1811. — — (Fabian), Bildhauer, Sohn eines Rektors zu Altenburg im Sächsischen. Er lebte um 1700. Il/n. — — (Friedrich), war um 1407 des Bischofs von Würzburg Münzmeister zu Haßfurt, wie ein Manuskript des Christian Jancker (Lollect. HenneberA. Th-XIII.) besagt. — — (GottlobMichael, gewöhnlich Michael), Sohn einesDamastfabrikanten,geb. zuGroßschönau bey Zitkau 1792. Er studierte unter der Demoiselle Friedrich und Larius zu Dresden die Frucht- und Blumenmalerei von 1808 bis 1812, wo er nach Wien ging. Auf der Dresdner-Ausstellung 1810 fand sich von ihm ein Fruchtstück und - 5 n ein Stillleben nach der Natur, beides in Gouache, ^c. Wenzel. 5057 Wenzel (Jacob), ein geschickter Glockengießer zu Magdeburg, der vielfältig in seiner Gegend gebraucht wurde, und schon i 65 s erscheint. In 1674 goß er die Vesper-Glocke für den blauen Thurm der Marienkiche zu Halle. Auf derselben „ist,ein künstlich Blumengehenk, zwischen dessen Absätzen gleichfalls etliche Bilder zum Ziecrach eingebracht sind; als des Mannes Gottes Mosis, St.Johannis des Täufers mit dem Lämmlein und der Gottes - Gebärerin mit dem Jesulein; inglei- chem 6 Stücke des,Leidens Christi (von uralter künstlicher Arbeit) nämlich des H. Abendmals Einsetzung, der Lodeskampf am Oelberge, die Geiß- lung, die Ausführung, die Kreuzigung und die Auferstehung". Auf einer andern Glocke von ihm ebendaselbst steht man die H. Dreifaltigkeit, den H. Salvator, die Jungfrau Maria, Münzen, Schaupfennige rc. Johann Gorrfr. Oleari Hs- l^§rsptiis sucta et nontinnuts. Halle 1679. 4 °- S. Ilt. Ii 5 . Dreyhauprs Beschreibung des Gaalkreises II. S. 900. nennt ihn fälschlich Jacob Menzel- In 167b goß er eine Glocke für die Frauenkirche zu Weißenfels. I. D. Schieferdecker Beschreibung dieser Arche 1703. Weißens. 4 °. S 02. Und 1690 eine solche (figurirte) für die Domkirche zu Magdeburg. (Dielhelm's) Anriquarius desEibstronis. Frankfurt a. M. 1741. 8 °. S. 585 . s — — (Johann Friedrich), der varer. Eitt ellenlanger Art. über diesen Künstler findet sich in Hei -recke 's Runstnachr. I. S. so. — 92. Hier nur noch Einiges zu Ergänzung dessen, was schon das Lep. von ihm besagt. Er verlor seinen Vater, einen Webermeister, ichon in der Wiege. Seine Neigung für die Kunst wurde früh entdeckt. Bey Harms lernte er die Wasserfarben recht trak- tiren, wofür er besondere Lust bezeigte, und-sich dabey in der Architcctnrmalerei und Perspektiv übte. Ein Plafond-, den er im Hauke eines Ministers zu malen erhielt, machte sein Glück. Ec gefiel dem Churfürst, nachherigen König Friedrich I. der ihm, bey Gelegenheit eines Festins, ein ganzes Zimmer im Schloß zu malen gab, und von ihm (da er einst während der Arbeit ihn fragte): Da nur noch wenige Tage übrig seyen, ob er auch fertig würde? Die wahrhaft (?) künstlersche Antwort erhielt: Daß vor große Herren Alles *) möglich gemacht werden müßte; was denn dem Churfürsten so wohl gefiel, daß er ihn — nach Italien sandte. Dahin ging er 1698 und studiere in Venedig, Rom und Florenz nach den beßten Meistern. Gegen End 1700 wurde er zurückberufen. Bey der Krönung zu Königsberg wollte der neue König alle Ceremonien von w. zeichnen, und hernach in Kupfer stechen lassen (ob solches geschehen sey, wird nicht gesagt). Er hatte die Ehre das erste Bildniß des Churfürsten, als König, im königlichen Mantel, und so auch dasjenige der Königin zu malen. Dann machte er die Cartons zu vier Tapeten, welche die Geburt, die Krönung, die Salbung der Königin, und die Stiftung des Schwarzadler-Ordens allegorisch darstellten; auch gaben ihm die vorfallenden Festine, Opern, Beleuchtungen u.d. gl. viel zu thun. Manches arbeitete er in dem von Schlittern fortgesetzten Schloßbau, in Oel und Fresco. Von «hin ist auch der Plafond in Oranienburg (Apotheose des Hauses Oranien, die vom H. von Beßec weitläuftig beschrieben worden). Dann anderes zu Charlottenburg, Montbijou u. s. f. und daru», ter besonders die Kapelle in der St. Nicolaus, Kirche zu bemerken. Die nach dem Tode des Königs (es war hohe Zeit!) nöthig gewordene Sparsamkeit, gereichte den Künstlern zu großem Nachtheil. Mehrere, und so auch der Unsrige, wurden verabscheidet. Er ging nach Dresden, *) Nebe» Andern« auch schlechte Arbeit. §oz8 Wenzel. wo er anfangs! sehr wohl aufgenommen ward/ und einen Platfond im Flemmingischen Pallaste malte, dann aber, durch die Ungunst des Grafen von Wackerbarth, und die (wie wir glauben wirk lich vorzüglichern) Verdienste von Silvestre, und besonders von Pellegrini ausgestochen wurde. Auch soll er aus Verdruß hierüber sein frühes Ziel erreicht haben. Verschiedenes hat w. selbst in Kupfer geetzt. Nach seiner Zeichnung dann sind die mehrern Titelblätter des Tealrum Europäum gestochen. Don Bildnissen kennt man nach ihm, z. B- von Desrochers das Bildniß Friedrich I. von Preußen, und von Tscherning dasjenige des Grafen Casimir von Wartenberg. — Noch bemerkt uns so eben einer unsrer Kunstfreunde über ihn: »Bey Anzeige seines 1729 zu Dresden erfolgten Absterbens giebt man ihm den Titel als Hofmaler von Hessen-Cassel. Bern Dresdnischer Merkwürdigkeiten, Jahrg. 1729. Januar. Wir kennen ein von ihm artig in gr. Fol. radirtcs Blatt auf die Zusammenkunft der drei Friedriche, Könige von Pohlen, Dänemark und Preußen zu Berlin 1709, mit der Unterschrift: ^u^n^isimo keßum krillericoruml'ernario. Anderwärts nennt man auch noch ein solches Blatt in 8°. radirt: Die Maria welche das Jesuskind betrachtet, über ihnen der H. Geist und Gott der Vater. Nach ihm sollen gearbeitet haben: I. C. Boecklin, Desrochers, I Tscherning (den schon genannten Grafen von Wartenberg 4°.), I. G- Wolfgang (z. B. den Kunstgießer Joh.Jacobi, gr.Fol., einen Comkoir- Calender auf 1708 rc.). ^Wenzel (Johann Friedrich ), der Sohn, welcher iin Lex. unter dem Art. seines vorstehnden Vaters erscheint. Derselbe ward geb. zu Berlin 1709 und st. 1782. Mensel l.II. — — (Johann Georg). Ein solcher wird bey Mensel II. sehr wahrscheinlich mit dem vorstehnden Zoh. Fried. Wenzel dem Sohne verwechselt, und dort lediglich sein erwähntes Todesjahr -782 angegeben. — — — — wurde um 1760 Hofmäurer- meister des Herzogs von Weimar zu Jena. Sein gleichnamiger Sohn, geb. zu Jena 1774, studirte von 179^ an die Architektur bey dem Hofbau- meistcr Hölzer zu Dresden, und ging dann in feine Vaterstadt zurück, ^c. — — — — Universitätsmaler zu Göttingen 17Z9. Das itzt lebende Görrrngen 17Z9. Das. 8 °. S. 24. — — — — aus Görlitz in der Lausitz gebürtig , war Fürstl. Eisenachischer Hofmaler. In 1721 bemalte er die Kirche in der Ruhl im Her- zogthum Gotha für 45 « Thlr. Gorhaischer Lirchen- und Schulstaar. TH.Il- St. 7. S. 16. — — (Johann Gottfried), lebte noch 1818 als Notenstecher und Kupferdrucker zu Dresden, gab sich aber auch mit dem Schrift- und Kupfer- stechen in Zinn, Kupfer und andern Metallen ab. So etzte er z. B. Risse zu Friedr. Ludw.Lster s Unterricht in der Kriegsbaukunst. Dresden 1787 ff.40. nach des Verfassers Zeichnungen; in 1796 gab er den Grundriß von Dresden zu Kläbens Dresdner - Wegweiser; dann allerhand jämmerliche Dinge zu dem Pirnaer, Kalender auf 1812. — — (Matthäus), s. oben den Art. Paul, Stadtbaumeister zu Brandenburg. — — (Maximilian), ein angehnder Lehrling der Akademie zu Dresden 1814, wo er noch bey dem Unterlehrer Toscani zeichnete. Auf der dortigen Ausstellung gedachten Jahres fanden sich zwey Kopien in schwarze Kreide von ihm; nämlich ein Prometheus nach Hutin, und eine Taufe Christi nach Bergler. M-c. Wenzeky. Wenzel (Moritz Ludwig). Der Sohn eines Hofraths, geb. zu Dresden 178b. Studierte die Malerey bey Schönau von 1802 bis 180Z, dann die Architektur bey dem Hofbaumeister Hölzer, fing i8n an sich praktisch als Mäurer zu üben, und wollte später sich weiter auf der Akademie seiner Vaterstadt zum Architekten ausbilden. Auf der Ausstellung 1802 zeigte er einen Kopf Jupiters nach der Antike; 180Z Zeichnungen in Kreide und Sepie nach G.Carracci; 1804 ein herrschaftliches Gartenwohngebäude; 180b ein herrschaftliches großes Gartengebäude; 1807 ein großes herrschaftliches Lustgebäude; 1808 ein fürstliches Landschloß mit einer großen Vorlage ionischer Säulen, in Grund - und Aufriß; 1810 ein'großes Belvedere mit ionischen Säulen. — — (Therese). Von einer solchen sah man auf der Ausstellung zu Dresden r8i» Okstfcüchte aus Wachs gefertigt. — — (Wilhelm), zu Dresden 1811, wo er sich mit dem Unterricht im Militair- und Bergbau, so wie im Zeichnen und der Mathematik abgab. Daneben beschäftigte er sich mit dem Zeichnen von Strick- und Stickmustern; er gab auch dergleichen bey der Berger'schen Buch- und Kunsthandlung zu Dresden in Kupferstich heraus. Auf der Dresdner-Ausstellung 1810 sah man von ihm eine Ansicht der auf dem Gräflich Einstedel'- schen Eisenwerke zuMückenberg befindlichenDampf- Maschine. Mrc. — — ( ), ein aus Großschönau bey Zirka» gebürtiger Damastweber, der um 1772 bey Schönau zu Dresden die Malerei studierte, um sich zum Musterzeichner für die Damastfabriken seines Geburtsorts zu bilden, und dieserwegen auch eine landesherrliche Unterstützung erhielt. Um damalige Zeit radirte er flüchtig auf Maler-Art ein Blatt in 4°, was drei Köpfe (eines Knaben, eines Mannes und eines Mädchens) zeigt. Vermuthlich gmg er (der etwa der Vater des obigen Gorrlob Michael w. war) sodann nach Groß- schönau zurück. F — — Magister, Steinmetz zu Prag, führte 1476 den hohen Thurm beym Königshofe, der jetzt unter dem Namen Pulverthurm bekannt ist, bis an die Fenster auf. Dlabacz. Mehreres von ihm findet sich in Weleslawina's (böhmisch geschriebenem) historischen Kalender. — — So heißt bey Dkabacz, ganz ohne Weiteres, ein Böhmischer Maler, von dessen Hand ein schönes Vesperbild zu Töplitz anzutreffen sey. Lauf. Scheller's Topographie des Leirme- ritzersBreise« S. 106. — — ( ). In Fuhrmann'« Beschreibung von Wien III. 118. heißt es, daß sich in der Kunstkammer zu Wien eine Violine von Schildkröt befindet, die der »böhmischeWenzel" verfertigte und 1749 für Zoo Dukaten hierher verkaufte. wenzelin ( ), die Gattin eines Beckers zu Cassel. Von ihr heißt es in Mensel's Miscell. XXIX. S. 3 oi. um 1786. »Herr Schröder, Hofmaler in Braunschweig, lernte bey seiner Reife durch Kassel die Frau kennen, die blos durch ihr angebornes feines Gefühl eine achte antike Statue von einer modernen unterscheidet, und dem Kolorit eines Gemäldes ansieht, ob es natürlich oder manierirt sey"?! wenzely (A. von), Hofbuchhalterei-Rait- officier in Baudepartement (zu Wien?) 179», zeichnete eine Karte von Tyrol u. a. dergl. zu dem großen von Schrämbl in Wien hccausgegebnen AklaS. Wenzeslaus. wenzeslaus, alte Böhmische Künstler, s. oben wenceslaus. »wenzinger( ). Maler und Bildhauer zu Freyburg in Breisgau, geb- zu Ehrenstätter in der vormaligen St.Blasischen Herrschaft Staufen 17... Mensel I. (1778 ). Bey Mensel II. (178g.) wird, ohne neues Hinzuthun, lediglich gefragt: Lebt er noch? Derselbe malte die Kupole in der damals neuerbauten prächtigen Abteikirche zu St.Blasten, und ebendaselbst ein Bild über dem Eingang des Chors. Nach Einigen arbeitete er auch, wie schon gesagt, als Bildhauer. Ec. weppel (Franz), ein K.K. Hofgartner in Prag. Von ihm sind 1791 der dortige K-Hofgarten, und 1794 der Joseph-Deithische in der Carlshöfer-Gasse der Neustadt Prag, so wie auch der Ballabenische, u. m. a. außer der Stadt angelegt worden; und alle beweisen den richtigen Geschmack dieses geschickten Mannes, und seines Gefühls für das wahre Schöne. Dlabacz. — — oder weppels ( ), ein Maler zu Amsterdam um 1780. Derselbe hatte dort die Aufsicht über das schöne Hohische Cabinet. „Er bearbeitet" (sagt ein Reisender in Mensel 's Misc. X. sH/j.) „keine eigene Ideen, sondern bessert nur alte beschädigte Gemälde aus. So hat er z.B. den Marktschreyer von G.Douw zu Düsseldorf hergestellt". Wer, s. oben wehr. Werberr( ). Zweye dieses Namens, der eine mit 61 s, rubrizirt, erscheinen im Hlmsnseli «lu Eommerce äs Paris 1811 unter den damals dort wohnenden Bautenmalern (peintres eu bstirnents). werckINelfter, s. unten Werkmeister. werckner, s. unten Werktier. Werckstälter, s. unten Werkstatter. Werd (Hans), Goldschmied zu NSrdlingen, und bestellter Geldwechsler dieser Stadt, oder (deutlicher) derjenige, der den Gehalt der verschiedenen Münzsorcen zu bestimmen hatte. In i^iZ war er nicht mehr am Leben. Beyschlag Beitrage zur Aunstgeschichle der Reichsstadt lJürdlingen. Heftig, u. V. S. 5 g. — -- (N. van), ein Holländischer Kupferstecher. S. oben Desider.Stierhort, nach welchem er das Bildniß von Jakob Böhm, mit dem Epithel gestochen: kkilosopbus'peutonicus. Wär' er nur der Aergste dieses Namens! — — ( ), ein Nathsmäurermeister zu Berlin i8c>5. *— — steh auch Weere und Werth im Lex. und hier. *Werdeu (Jacob van). Sein Epitaphium in der Marienkirche zu Danzig (deren schönes Gewölk er gebauet) unfern der Kanzel, enthält Alles, was wir von seinem Leben und Schicksalen wissen. Dasselbe lautet bey Marperger S.028. a /zze /zr/sz^ ^zreo^z, (?zzz /zzSezzr /sz'z^zr /soz'/zAr /zr ^rzr/z'z'zr zzrez'zzz^ ^r-z/7zzz'zv zro/zzzzrzr ^«rz/rzV, (^zzzv O^z/crzr c/zrz'kL zzo^z/z^cz^s ^o/z. //zzzL e/t czzz-er vz>o ^ezzr/z/z cozzz/zrz//zz ^zzezze/z, ^zzsz/ ^^ozzr^o^zz^ zzra^/zo ^sK^oz'e A^eAzt o/rzz>5, cozz/^zczzc» ^/zz^/itz-zrvz^ ^c-z'zzzee Tezzz^z/zzzzz, ^ ^/zz-z/itz ^Vozzrckzz ^zzvz/ Oszre/z-zcs kszret, /^zz/L^z-z'zz^ ozzrzzz ^zzoc/ N /azr/o (s' rzz>o. Fz'^ c/ezzz^ zzroz'z^zzz' /zz/'^/E ae/zrls /?6Z-a//z>, ^.'«./zzzzr ^ezrc/szr^ /zrzzr zrr- 2 zzz>r /eo//zs^ z'/ez ^/zrzro.k e zztzzzz^z'O z/z/?o /z c/ezzr/ez'/^ /^zzr^z^z'/M 2zi/zV kzzzzr /z^/ ^/zzzzrzzra Werdmüller. Zozg Woraus man schließt, daß er zu Danzig i6n<> oet. 92. gestorben sey. Joh. a von Brand Reisen, herausgegeben von H. L. von Henning 8°. Wesel 702. S. - 4 - oi 3 . Uebrir gens ist er wohl derselbe, nach welchem W.Hollar einen Plan von Landrecy gestochen hat. werden (Jacob van), lebte in der letzten Hälfte des XVII. Jahrhunderts und benennt sich: Archer st 6sräe äs Lorps äs 8s IVls). Nach seinen Zeichnungen haben I. Harrewyn, A. D. Perelle, vorzüglich aber Luc. Vorstermann der jüngere eine ziemliche Anzahl Prospekte in Fol. geetzt zu folgenden Werken: Lsstells st prsetoris nobilium krg- dantiss. Bnt-iverp.1694.kol. (Dasselbe von Jar. le Roy herausgegeben. Antwerpen 1696. Fol.); issc. le Koze 1s ^rsnä Nbestrs proksne äs Drsbsnä. ^ Is Hs^s 1700. kol. Andernorts nennt man noch das Bildniß des Barons Joh. von Launay, von J.Troyen gestochen. — — oder Werders ). Von einem solchen uns sonst ganzen unbekannten Bildhauer befindet sich die Büste König Friedrich Wilhelm II. im Saale der Akademie der Wissenschaften zu Berlin. — — s. auch oben Waerden, und gleichfolgend Werder. Werder (Johann Heinrich), wird in dem Berliner-Adreßkal. auf 1771 als Landban- meister des Prinz Ferdinand zu Berlin genannt. — — (Lorenz), ein Goldschmied zu Torgau in Sachsen um »529. Da er mit Luther» in religiöse Streitigkeiten verfiel, so wurde ihm auferlegt, entweder seine Irrthümer fahren zu lassen, oder das Churfürstenkhum zu meiden. I. T- Lingke I)r. Mark. Luthers Geschäfte und Andenken in Torgau. Leipz. 1764. 4°- S. 16. werdmüller oder Wertmüller (Adolph Ulrich), erster Königlicher Hofmaler zu Stockholm 1797. 8 osri ^ es - oc/r ('irr/- On/e»cker 1797. 8tc>ckIioIm 16°. — — (Conrad, Heinrich und Jacob), Söhne des nachfolgenden Georgs, welche im Lex. am Schluß des Art. ihres unten ff. Bruders Johann Rudolfs erscheinen, übten sich, neben andern Studien, auch in der Bau- und Malerkunst. In dem Bürgerkrieg 1712 hatte Tonrad sich, als Commendant in der Schanze auf Hütten, einen besondern Ruhm erworben. Nach Heinrich (blü- hele um 1680) hat I. Meyer sechs Scharmützel in van der Meulen's Geschmack gestochen. Marperger S. 4 öö. sagt von ihnen: „Dieselben und ihr nachfolgender Bruder haben in der Bau- Maler- und Bildhauerkunst „ herrliche Specimina" hinterlassen, von welche» noch „die gemalten Sachen" (wohl von Johann Rudolf versteht sich) „in unterschiedlichen Kunstkammern zu finden sind". — Jacob (a.b. Johann Jacob) gab mehrere Schriften über die Kriegsbaukunst zu Frankfurt a. M. »685 —1689 heraus. Es befindet sich darunter ein itzkseltenes Werk, betitelt: pro- birstein der Ingenieure. — — (Georg oder Johann Georg), Vater der drey Vorbenannten, Tonrad u.s.f. u. des nachfolgenden Rudolfs, geb. zuZürch in der Schweiz. »Seine Verdienste brachten ihn zu der Würde eines Rakhs- herrn von der Freyen-Wahl und obersten Feldhauptmanns zur Bcschützung des Vaterlands. — Der Ruhm seiner großen Eigenschaften bewogen Carl Ludwig, Churfürsten von der Pfalz, der besser als irgend ein Prinz die Vorzüge dieses Mannes zu schätzen wußte, daß er ihn im Jahr i6j8 zu seinem obersten Ingenieur ernannte. — Ao. i 665 ward^er Oberst in Venetianischen Diensten. Allein die Liebe zum Vaterland überwog bey ihm, daß er sich demselben gänzlich wiedmete. U lö §o4o Werdmüller. Die Befestigungswerke der Stadt Zürich, und die daselbst aus dem Limat-Fluß auf den sogenannten Lindenhof Schuh hoch getriebene Wasserleitung, sind seine Arbeit, und würdige Denkmale seines Ruhms. Er war ein großer Liebhaber und Kenner der Malerey; und seine eigene Versuche waren nicht schlecht. — Sein errichteter Kunstsaal, den er, vermittelst großer Unkosten, mit Arbeiten der beßken alten und neuen Meister anfüllte, und der feine Geschmack, den die dabey beobachtete Auswahl verräth, rechtfertigen das, was ich sage. Er war ein Beschützer und Vater würdiger Künstler; ihm haben wir die schönen Gemälde und Zeichnungen von dem alten Haken zu verdanken, worauf Zürch itzt noch stolz ist. Dieser große Landschaftmaler war gesinnet, die Gebirge des Schweizerlands zu zeichnen, ohne sich aufzuhalten; allein LVerdniüUer wußte ihn durch seine Gastfreyhcit und höfliches Bezeigen gleichsam zu zwingen, eine geraume Zeit in Zürich zu bleiben". — Füßli II. 90 — 91. Dieser würdige Mann st. 1878. Der Mathematiker Matthias Hirzgartuer zu Zürich hat eine Schrift: Oelectlo «liciptriLa corporum planetarum verorum, d.i. rc. (Franks. a.M. 164^- 4 R) ihm zugeeignet, und nennt ihn: „Des Großen-Raths, und der Bevestigung der Stadt Zürich verordneten Ingenieur". Werdmüller (Heinrich). S. oben den Art. Conrad, u. s.f. — — (Heinrich), Dildnißmaler in Oel und Pastell, in der zweyten Hälfte des X VIII. Jahrh, geb. zu Zürch 17.. und gest. 1800 nicht ohne Talente, welche aber ein etwas verschrobener Kopf, Eigendünkel, und dürftige Lage, besser auszubilden ihn behinderten. Nach eigener Zeichnung, selbst geetzt (1764), kennt man von ihm das Bildniß des in den Tockenburgischen Landshändeln und dem darauf folgenden Bürgerkrieg berühmt gewordenen Obmann Joh. Ulrich Nabholzen von Zürch. Wenige Jahre vor seinem Tod erschien von ihm (denn er hatte der Halbkenntnisse viele) eine kleine — Wenig bedeutende Schrift über die für den Künstler — Viel bedeutende Wissenschaft der Perspektive. -- — (Jacob oder Johann Jacob), s. oben den Art. Conrad u,s.f. *— — (Johann Rudolf), des Vorstehnden Georgs zweyter Sohn, anfangs zu andern Studien angehalten, wofür er aber (unter Entschuldigung schwachen Gedächtnisses) wenig Lust bezeigte, beschäftigte er sich unaufhörlich mit Zeichnen und Entwürfen nach eigner Erfindung. Drei- Jahre lang nahm nun sein Vater selbst die angenehme Mühe auf sich, sein Lehrmeister zu seyn. Nach Abgüßen von Antiken und nach dem Leben zu zeichnen, war der Weg, auf dem er ihn führte. Da der Fleiß bey dem Lernenden sich mit jedem Tag vermehrte, mehr als seiner Gesundheit zuträglich war, so ist kein Wunder, daß man unter diesen frühern Zeichnungen bereits viele findet, die allen Glauben übersteigen, und die würdig sind, in den bcßte» Sammlungen aufbehalten zu werden. Füßli II. 92. Hauptsächlich um sich in den Regeln des Colorits unterrichten zu lassen, genoß er nun drey andre Jahre der Anleitung Conrad Meyers, und hatte in der Galerie seines Vaters die schönste Gelegenheit, sich auch in dieser Rücksicht nach den beßten Meistern zu üben. Dort zog ihn Paul Verwiese besonders an; nach ihm copirte er drey Bilder: Susanna im Garten, mit trefflicher Architektur, Merkur und Herse, und eine große Landschaft, welche nur geübte Kenner von den Urbildern unterscheiden konnten. Werdmüller hatte nicht nöthig, seinen Unterhalt in seiner Arbeit zu suchen. Er hatte das Glück, seiner Neigung zu folgen; daher arbeitete er in allen Theilen der Kunst mit gleicher Lust und Werdmüller. Fleiß, und erwarb sich jn Allem gleiche Stärke. Geschichte, Bildnisse, Landschaften, Frucht- und Blumenstücke, waren ihm gleich geläufig. — Er machte Versuche in der Befestigungs-Kunst; und nach dem Zeugniß seines Vaters, der hierin ein Meister war, brachte er es sehr weit. Nun regte sich die Lust zum Reisen bey ihm; er wollte zuerst die Niederlande besuchen, um (wie er sagte) mit Leuten von Stand und Vorzügen bekannt zu werden, die schönen Kunstsammlungen zu betrachten, und überhaupt alle die Eigenschaften sich zu erwerben, die seinem Alter und seiner Geburt anständig wären. Sein Vater willigte mit Widerwillen in diese Reise. Endlich ließ er es geschehen. Der Ursachen seiner frühen Rückkehr gedenkt schon das Lex. Aufs Neue beschäftigte er sich nun mit Malen in Oel- und Wasserfarbe, mit Zeichnen und Pousstten, mit Erfindung seltsamer Feuer - und Wasserwerke. Zwey große Landschaften, die er um diese Zeit nach Cl. Gelee co- pirt, waren abermals Meisterstücke. Dann aber erwachte die für ihn so unglücklich gewordene Neigung, zu reisen, wieder auf. Er wünschte Frankreich zu sehen, und einen seiner Vetter, Hauptmann in französischen Diensten und ebenfalls großen Liebhaber der Malerey, dahin zu begleiten; allein sein Vater wollte keineswegs einwilligen, und jener, der ihn ohne desselben Erlaubniß nicht mitnehmen wollte, reifere allein ab. Rudolf, der seinem Verhängniß nicht entgehen konnte, setzte sich in den Kopf, sich heimlich davonzumachen, und seinen Vetter einzuholen Er setzte sich des Abends mit seinem Bedienten zu Pferde, ritt die ganze Nacht und den folgenden Tag seinem Vetter nach, konnte ihn aber nicht erreichen. Mißvergnügt über seine fehlgeschlagene Hoffnung, wankcimüth'g in seinen Maaßnahmen, betrat er den Rückweg, mit dem Entschluß, eine bessere Gelegenheit abzuwarten. Er kam bey Nachtzeit bey der Stadt an; müde von der Reise, stieg er von seinem Ungarischen weissen Pferde, und gab es seinem Bedienten, welcher vorausreitcn mußte. Ungefähr um halb eilf Uhr kamen sie an den Sil Fluß, auf welchem Holz in die Stadt geflößt wird. Dieser hat eine Brücke, und der Bediente war alldereils hierübergekommen. Allein N)erdmüller, von Verdruß und Schlaf eingenommen, sah nur seinem weissen Pferde nach; er glaubte demselben zu folgen, versehlte aber die Brücke, fiel in den dortigen Canal, und mußte da, alles Rufens ungeachtet, hültlos sein junges und ruhmvolles Leben, 29 I alt auf eine elende Weise beschließen. Mit wie viel Schmer; dieser Traucrfall jenes Haus erfüllte, kann man sich denken. Die ganze Stadt beweinte diesen Jüngling wegen seiner Kunst, Lugend und Frömmigkeit ; eine ungewöhnliche Menge Volks von allen Ständen, foigte seiner Leiche nach. Am End seiner Biographie stellt Füßli die in A). Fall — gewohnten Betrachtungen an: „Wenn er in Italien gewesen u. s.f. so wäre er ein Maler von erster Große geworden". Wir hinwieder begnügen uns, zu bemerken, daß einige von ihm übrig gebliebene Werke beweisen, daß er wirklich ein ausgezeichnetes Genie war, der die Hülfsmittel zu seiner vollzähligen Ausbildung selber am Allerbeßten verstanden hätte. So kennen wir z. B. zwey Bilder von ihm in Oel, welche beyde Adam und Eva im Paradiese (vor und nach dem Falle - zum Gegenstand haben, in itt hohen Figuren von Poussinscher Reinheit; und hinwieder etliche Köpfe von Untcrdeamten in der Fürcherschen Landvogtey Wädenschweil (welche sein Vater bekleidet Karte) nach der Natur mit einer Wahrheit gezeichnet und colorirk, die des größten Meisters in dieser Gattung würdig wären, jene und diese in der Sammlung des H. Amtmann Kellers zu Zürch; und endlich erinnern wir uns, mehrere landschaftliche Zeichnung in Bistre von ihm gesehen zu haben, ohne Flüchtigkeit, mit einem Werdmüller. Geist und einer Leichtigkeit toccirt, weiche abermals nur dem ächten Kunsttalente eigen ist. Wo solches, und so viel Anderes, von der Sorglosigkeit und Unwissenheit unbeachtet, mit Verlauf der so viel — Göttliches und Menschliches zerstörenden Zeit, Hingerathensey — wer sagt uns das? „Mir liegt" (sagt einer unserer Kunstfreunde in Deutschland) „eine kleine geetzte Landschaft vor Augen, auf der sich, neben Anderm, ein Stück von einer Festung zeigt. Obwohl dieselbe nicht bezeichnet ist, so hat doch eine al;e Hand mit Dinte darauf geschrieben: 6eosrsl *) kecit 2üriA, Mer/e»- exo. Ob dieselbe einem der obigen zuzutheilen wäre? werdmüller ( ). Von einem jungen Künstler (wahrscheinlich Dilettanten) zu Zeuch, den wir nicht kennen, spricht Mensel's Urch. ll. (2.) ii. daß sich von ihm auf dem ersten dortigen Kunstsallon 1799 drey Kopieen nach Ruysdael befunden haben, welche ins Graue und Olivenfarbne fielen; und fahrt dann also fort: „Wer die Schwierigkeiten bedenkt, welche sich der Darstellung großer sehr fruchtbarer und culti- virter aber eben dadurch unmalcrisch gewordener Gegenden entgegen stellen, der wird zwey Aussichten von Aarau, die vermuthlich beym Künstler bestellt wurden, alles Lob widerfahren lassen, und ihren Reichthum bewundern, ungeachtet man die Verlegenheiten, in die derselbe in Absicht auf Beleuchtung und Gegeneinandcrstellung der Massen gerathen ist, sehr wohl bemerkt". weren (Johann) von Duderstadt auf dem Eichsfelde, illuminirte 1477 eine sou Koburger 1^75 zu Nürnberg gedruckte Bibel, wie des: O/eMc-ut Liblioth. curieuse N. IV. P.9. (der ihn aber irrig Weven nennt) besagt Fiorillo Deutsch!. U. Z9. Not. a. wolf's Geschichte von Duderstadt. Göttingen 180Z. 8°. S. 120. bemerkt, daß unser Johann 1445 als Student zu Erfurt vorkommt. w eren b erg (Ulrich von), Bürger zu Cölln, wurde isioo zu des Churfürsten von Cölln sonderbaren Münzwardein ernannt Hirsch teutsches Münzarchiv III. ibs. *Werenfels (Rudolf), ein Bruder des berühmten (aufgeklarten) Theologen Derer Weren- fels. Er selbst wiedmete sich Anfangs gelehrten Studien; aber ein stärkerer Hang zog ihn zur bildenden Kunst. Seinen, wenn schon unbekannten, Lehrer zu Amsterdam nennt Füßli einen vorzüglichen Meister. Bey demselben brachte er drey Jahre zu. Dann kam er (16)7.) auf einige Zeit nach Basel zurück, und trat hierauf seine, schon im Lex. erwähnte sechszehnjahrige Reise an, welche bis itM dauerte. Noch in demselben Jahr ernannte ihn die Baslcrsrhe Malerzunft z» einem Mitgliede des Großen-Raths aus ihrem Mittel, und e. ->. vermählte er sich. In 1673 ward er in den Kleinen-Rath erwählt, st. aber wenige Monate nachher. Sein Gemüth wird als aufgeweckt und liebenswürdig, und sein Verstand als durchdringend scharf beschrieben Seinen Kunst- charakter giebt schon das Lex. In Basel befinden sich noch eine Menge Bildnisse von ihm. Gestochen nach ihm haben Z. B. P. Aubry dasjenige des Kräuterkundigen P Verzascha, I. Sandrart des Herzogen Ernest von Sachsen, und des Apo- Werf. 5041 thekersM. Keller, Thurneiser desC. Gerlers, u. s.f. Füßli!. 2Z2 — Z 5 . weresch (Ezechiel), ein Goldschmiedsgeselle von Kuttenberg in Böhmen. Wir finden seinen Namen in einem Stammbuche, in welches er sich auf seiner Wanderschaft zu Wilna 16Z8 eingeschrieben und dazu ein Blatt des Callot flüchtig mit der Feder kopirt hatte. * Wer f (Adrian van der). Sein Vater, von guter alter Familie, aber ohne Glücksgüter, besaß eine Bannmühie seines Geburtsort zu Cochen, und der Sohn war, von Geburt an, für den gleichen Beruf bestimmt. Allein schon als neunjähriger Knabe zeichnete er in der Schule, anstatt zu schreiben. Ein Emailmaier, Freund des Vaters, rieth ihm, dem jugendlichen Hange nicht zu widerstreben; man that Adrian einsweilen zu dem Bild- nißmaler Picolet in die Lehre. Bald aber gereute es den Vater, der ihn immer lieber zum Müller, und die Mutter vollends zum Pfarrer hätte machen wollen. Allein gerade der verständige Pfarrer des Orts selber, und der schon erwähnte Freund des Vaters, mit den unabläßigen Bitten des Sohns vereint, vermochten endlich die Eltern, ihm seinen Willen zu lassen; und nun wurde van der Neer zu seinem Meister erkiest. An eine Copi« nach Mieris, welche sich ein älterer Schüler nicht zu übernehmen gekraute, wagte sich h »gegen der Unsrige, und dieselbe geriech so wohl, daß sie noch in spathernLagen Kenner-Augen zu täuschen vermochte. Von da an brauste ihn van der Neer, die Drapperien in seine Bilder zu fertigen, und nahm ihn dann mit sich nach Leyden und Amsterdam, wo er die dortigen Kabinete, wie man sich denken kann, zu seiner Ausbildung unab- läßiq benutzte. I» seinem Siebenzehnten verließ er seinen Meister, und malte noch kurz vorher ein kleines Bild, das er seinem Vater schenkte, um daraus die Kosten eines halbjährigen Tsschgeldes für ihn zu erlösen, und welches spätyerhin für 800 fl. verkauft wurde. Ein anderes kleines Bild- niß eines Knaben nach dem Leben gemalt, zahlte ihm van der Neer mit 9 Dukaten, was seinem Vater ein so ungeheurer Preis schien, daß er dem Jüngling befahl, am nächsten Sonntag 1 Dukaten in den Armenbeutel zu legen, übrigens aber, was er künftig male, ihm zu überlassen, so werde er für alle seine Bedürfnisse schon sorgen Ein gewisser vorzüglicher Dilettant?, Cornelius Brou- wer***). Schüler von Rembrandt, stiftete Freundschaft mit Adrian, und vermochte ihn, zu Rotterdam seinen festen Aufenthalt zu nehmen. Dort malte er für einen H. Paats ein kleines Bild, welches ein Grupp Genies darstellte, was er dem Künstler mit Zo«) fl. bezahlte, und womit Adrian, als es spätherhin von dem Kurfürsten von der Pfalz gekauft wurde, bey diesem Fürsten sein bekanntes Glück machte. In 1687 vermählte er sich mit einer vornehmen Verwandtin von Govert Flink; und ein Cabinct des Sohns dieses letzter», welches namentlich auch viele italienische Bilder und Zeich, nungen in sich faßte, ward für ihn eine Fundgrube neuer Kenntnisse-^); und eben so dasjenige von Abgüßcn nach Antiken, beym Bürgermelster Six zu Amsterdam; die Ansicht der Plafonds von Lairesse u. s. f. u f. Fast noch mehr benutzte er den Rath und die Critiken einsichtiger Kunstfreunde, und seine Bescheidenheit verschaffte ihm eben so ») Wahrscheinlich ist hier von dem Kaiserlich General-Feldmarschall-Lieutnant H. Rudolf Werdmüller (st. zu Villingen »677) die Rede. nn) Seltsame Mischung schöner Einfalt und holländischer Pfiffigkeit! u»S sonst ganz unbekannt. -f) Doch gestand er noch lange nachher, daß z.B. Raphael auf ihn keinerlei Eindruck gemacht. U iZ « 5o4« Werf. sehr, als seine Talente, immer neue Gunst. Jtzt wagte er sich mit einem Plafond für seinen Freund Flink an Größeres; es war der mit den Genien von mancherlei Künsten u. s f. umzingelte Ruhm. In 1696 kam der Churfürst von der Pfalz mit seiner Familie nach Holland; und bey Descamps muß man nachlesen, wie derselbe sich immer mehr an unsern Künstler, und dieser sich an den Fürsten fesselte, und häufig zwischen Rotterdam und Düsseldorf hin und wieder ging; wie er in 1710 dem Könige August von Polen erklärte, seine Zeit gehöre ganz dem Kurfürsten zu, und wie der letztere statt, auf Ansuchen des Königes, den Künstler auf eine Weile zu entlassen, ihm lieber zwey Bilder von van der werf — schenkte; wie Adrian eine nicht mehr als 18 chohe Diana und,Calisto (8 weibliche Figuren), für seine Gattin malle, und diese dasselbe um keinen Preis, selbst dem verehrten Kurfürsten nicht verkaufen wollte, endlich aber mit ihrem Mann nach Düsseldorf ging, und ihrem Gönner damit ein Geschenk machte, der dann dafür dem Künstler 6000 fl. und seiner Frau eine Toilette mit Zo Stück Silbergeschirre kaum aufzudringen vermochte. Etwas Äehnliches begegnete ihm (1709 ) schon früher mit dem Herzoge von Wolfen- büttel. Wie theuer seine Arbeite» schon bey seinen Lebzeiten bezahlt wurden, erzählt Descamps, neben den schon im Lex. angeführten Beyspielen mehrere. In 1716 verlor er seinen geliebten Kurfürsten, und die Geschichte darf versichern, daß er den Tod desselben mehr als die Einbuße seines Iahrgeldes von 6001, fl. bedauerte, dessen er aber auch in der That, zur Mehrung seiner Glücks- umstände nicht mehr vonnöthen hatte; neben dem daß in seinem Hauswesen viel Ordnung mit Ehren, aber keinerlei Verschwendung herrschte. Daß er, sein ganzes Leben durch, Düsseldorf ausgenommen, keinen Fuß außer Lands gesetzt, ist bekannt, und beweist — nicht mehr und nicht minder, als es beweisen soll! — Gegen seine Schüler bezeigte er sich ungemein sanft und gefällig; aber er nahm deren nur Wenige an, unter welchen sich sein Bruder perer, Heinrich van Lnnborch, und der nachherige Hofmaler des Marchgrafen vonAn- spach, I. E. Sperling einzig auszeichnen *). Werf. Seine Charakteristik als Künstler giebt das kex. gut genug an Am Kürzesten ist's, wenn wir bemerken: Er war in einem der untergeordneten Kunsttheile, der köstlichsten Vollendung nämlich, wir glauben unstreitig der erste, und die fürdauernde hohe War- thung seiner Bilder zeugt wenigstens weil Besseres für ihn, als für den Geschmack der Liebhaber **). Sein elfenbeinernes Fleisch ***) zieht das Aug des Kenners alle Augenblicke auf die anliegende Drap- perie und die übrigen außerwesentlichen, wunderschönen Umgebungen ab. Große Bildnisse (obschon sie ihm ebenfalls gelungen wären) malte er ungern, und ließ viele unvollendet. Die Architektur studirte er eigentlich nur der Malerei wegen; schlechte Formen in Gebäuden waren ihm unerträglich. Nur mit Mühe ließ er sich bereden, eine Zeichnung für die neue Baute einer Börse von Rotterdam zu geben, weil er den dortigen Skadtbaumeister nicht beleidigen wollte Endlich that er's doch; sein Entwurf, mit den nach seinem Tode beygefügten Veränderungen, ist noch vorhanden; und diese letztem find — lauter Fehler. (Wir berühren aus Adrians Kunstcharakter hier nur, wovon das Lex. mebr und minder schweigt, und was zu etwelcher Ergänzung desselben dienen kann). Am Schluße der Biographie des Unsrigen giebt Descamps ein Der- zeichniß des Bedeutendsten, was ihm von seinen Arbeiten in Französischen, Deutschen und Niederländischen Kabinetten bekannt war; und wir vervollständigen solches aus andern vor uns liegenden Notizzen. In Frankreich besaß der Herzog von Drleans: DasUrtbeil des Paris, eine Seefisch - Verkäuferin, und einen Eyer-Verkäufer. — Der Marquis von voyer den verlorenen Sohn (sieben Figuren). — H. von Iulienne einen St. Hieronymus — H. Blonde! de Gagnp eine St.Margaretya mit dem Drachen — Die alle Kvnigl. Galerie hatte unsers Wissens nichts von ihm; das Museum Napoleon hingegen nicht minder als sechse, wahrscheinlich alle als Kunsterobernng: Adam und Eva beweinen Abels Tod -f). D>e Keuschheit Josephs Eine Verkündigung 'f'f'f). Eine Flucht nach Egnp- ten *). Magdalena in der Wüste **). Oenone und ' 2 ) Heinecke I- 25z bemerkt: Daß denn doch nicht Sperling, wie öfters behauptet wird, sondern van llimborcb. der beßte unter Adrians Schülern, und zwar in solchem Maaße war, »daß mehr als Eine Galerie mit van der Werffs prange, welche von Liniborch gemalt seyen". *>') »Der bey dem gemeinen Haufen derselben" (heißt es bey Watelet) »so beliebte Glanz stört die Wahrheit; die außerordentliche Vollendung vernichtet den Geist, und schließt allen Schein der Leichtigkeit aus. »Er kannte" (sagtDescamps) »nicht genug, was unter der Oberhaut liegt, um die Muskelbewegungen mit Sicherheit auszudrücken Er verhüllte (euveta^yoil) Alles gleich, und über der langen Arbeit verlor sich seine sonst gewöhnliche Lebhaftigkeit" -f) Aus Düsseldorf Au varis stand es in dem Zimmer des Kaisers. London XII. T. 20. giebt davon den Umriß und beschreibt es, als, gegen des Künstlers Gewohnheit schön gezeichnet, und voll Gefühl und Ausdruck; mir meint er, seltsam genug: Die Mutter sollte, starr gen Himmel, auf den Leichnam blicken, und ersteres hingegen der— stärkere Vater thun!? -j-s) tiandon, der es VIII. T. 70. giebt, sagt nicht woher. Auch in diesem Bilde ist des Künstlers reine Zeichnung ersichtlich, wozu die Anlage, wie es scheint, in seinem Gemüthe lag, da er solche sicber in Holland weder in der Natur noch an der Kunst studiren konnte Einzig wird, wohl irrig gerügt, daß der Künstler an Josephs verhülltem Gesicht die Schaam des Jünglings nicht sichtbar werden laue. -sf-s) Aus Düsseldorf. Bey London XV. T. 6. nachgebildet und beschrieben. »Wie" (sagt er) »überhaupt Alles von diesem Künstler, ziemlich correkt und rein gezeichnet, etwas Edles in den Ckaraktern, aber wenig Energie; sorgfältiger Pinftlstrich, dessen äußerste Vollendung aber in Kälte ausanet; ein kräftiger, aber allzugegoßner, oder vielmehr verschwemmter Lokalton; keine Frechheit in den Halon'nten, die mit den Schattenfarben nicht genug im Gegensatz stehen; die letzrern zu wenig reflektirt, was besonders in diesem Bilde der Fall sey". Die Figuren unter Höhe. ") London giebt es im Umriße v. T-7- und sagt viel Gutes davon; doch rügt er mit Fuge das weiß atlaßne Kleid der H Jungfrau, und das allzusehr wie Miniatur AuSgcpinselte des Ganze». Er schweigt, woher es gekommen sey. '-- 2 ) London Eben so (dock wohl aus Düsseldorf) und giebt es xvii. T z». Diesem übrigens schönen Bilde mangelt es an einer gewissen Leichtigkeit in den Halbtinten und an Durchsichtigkeit der Schatten. »Diese Weisheit und Plumpheit" (sagt er) »fast immer beysammen, sind das gewohnte Resultat einer allzu- peinlich gcgvßenen Toccirung, als Adrians größter und vielleicht einziger Fehler". Werft Paris *). Aus Düsseldorf nennt Oescanips aus dem Alten Testamente: Adam und Eva aus dem Paradies gejagt, den schon genannten Tod Adels, Sara stellt Abraham die Hagar vor, Sara wird verjagt; aus dem Neuen Testamente: Eine (wohl die schon genannte) Verkündigung, eine Geburt, eine Heimsuchung, eine Darstellung im Tempel, Christus unter den Lehrern; dann Christus im Oelgarten, eine Geißelung, eine Dornenkrönung, ein Ecce Homo, eine Kreuztragung, eine Kreuzigung, eine Abnahme vom Kreuz, eine Grablegung, eine Auferstehung, eine Himmelfahrt, eine Ausgießung des Geistes **); die Himmelfahrt der H. Jungfrau; eine Magdalena (in der Wüste) lebensgroß, eine andere Magdalena (wahrscheinlich die obgenannte); von Weltlichem: Jenes Dianen- bad mit Calisto; ein Mädchen das einen Vogelbauer hält, und einen Vogel den andre Kinder fangen wollen; ein Kinderspiel bey einer alten lachenden Frau (dies von Kerzenlicht beleuchtet); endlich von Bildnissen diejenigen des Kurfürsten Joseph Wilhelm und der Kurfürst!» Anna Marie Louise, und das allegorische Bild, worauf dies Fürstenpaar und van der TVerff selber erscheinen. Ein und zwanzig von den obgenanm ten Bildern nennt noch die Specification des ehrlichen Rarsch. und giebt übrigens jenen aus dem Leben Christi 5 ^ Höhe und 2^ Breite; der lebensgroßen Magdalena (einer Seltenheit von dem Unsrigen) i? 7" Höhe, ss 6" Br. und nennt noch überdies zwey andre Bilder: St. Anna, welche die H> Jungfrau lesen lehrt 4 ' 7" hoch, 4 ^ br. und eine Krönung Maria mit dem Bildniß des Großfürsten Don Gaston von Toscana ***). — Die Galerie zu Wien, welche auf Kunstjuwelen solcher Art immerhin eben wenig zu halten schien, besitze von dem Unsrigen auch nicht Lines. München hat ihrer neune, aber (mit Ausnahme der Diana und Calisto, welche der Künstler einst für seiner Frau gemalt) nicht etwa, wie man denken möchte, jene, oder von jenen, die einst zu Düsseldorf standen °f), sondern ganz andere; nämlich folgende: Zwey H. Familien; die eine, wo Maria ein Buch in der Hand hält, Johannes dem Kind ein Vogelnest bringt, und St. Joseph im Schatten schlaft; die andere, wo das Kind auf der Mutter Mantel liegt, und der Vater ihm einen Zweig mit Kirschen reicht. Dann eine büßende Magdalena, in ihrer Höhle auf der Erde liegend, Werft berührt nachdenkend einen Todtenkopf. Hkernächst, neben dem schon genannten Bilde der Calisto, eben diesen Gegenstand noch einmal, Grau in Grau; den Tempel der Schönen Künste, eben so. Jünglinge und Mädchen belustigen sich an einem Vogel in einem Körbchen, einer halt eine Katze im Arm; andre zeichnen und beobachten Kunstwerke ; auf einem Fußgestell steht ein marmorner Herkules, der das Laster niederschlägt (Wie das Alles im Kopfe des Künstlers zusammenfliegen mochte!). Knaben-Serenade vor dem Fenster einer alten Frau, welche die Scene mit einem Licht in der Hand beleuchtet, und der das Ständchen nicht zu mißfallen scheint. Endlich: Bildniß eines Malers, von zwey Genien an einem Obeliske bevestigk. — Dresden hat nur zweyer Eine Verkündigung des Engels an die H. Jungfrau (2^ 7" hoch, 1^ br.), und Venus und Amor, der sich mit einer Taube unterhalt (noch kleiner) f-f). Sanssoucj» will (wir fürchten mit Unrecht) nicht minder als 2v von Adrians Bildern besitzen, „wovon" (heißt es bey Oesterreich) »die schönsten, ob sie gleichwohl alle schön sind: Simson und Delila; eine H. Familie, sehr kostbar wegen der Größe; Maria, Jesus und Johannes; eine Magdalena, ganze Figur, und eine andere, Halb- figur (diese aus dem Cabinet Winkler zu Leipzig); Cimon und Pera, und eine Diana (diese aus der Sammlung des Herrn C. PH.Cälar in Berlin-ff-f). Salzrhalum wollte «inst ebenfalls nicht minder als 7. Bilder von dem Unsrigen haben: Adam und Eva; er sitzt auf einem Stein, sie steht vor ihm, die Hände auf die Brust gelegt; er umfaßt sie; im Hintergrund ein Fruchtdaum, der Adams halben Leib beschattet. — Die reuende Magdal.na. Dido auf einem seidenen Bette, mir über den Kopf zusammengeschlagenen Händen, Schild, Helm und Degen (des gcflüchteten Eneas!) neben ihr; durch die Thüre erblickt man ein Schiff im See. — Bacchus als schlafendes Kind, und Herkules, der in der Wiege die Schlange drückt — Dann des Künstlers eigenes Bildniß in großer Peruke, der an einem marmornen Tische mit einem Mann im Federhut Schach spielt **); und dasjenige eines Obristen von Hacken, im Harnisch. Oom- mersfelden wollte dreye haben: Knieende Magdalena in der Wüste, drey spielende Knaben, und: Verliebter Scherz (?), mit vier kleinen -Figuren von Nymphen, in der Ferne Veetumnus und Flora.— 2) Lands» eben so, und giebt es v. T- -6. Die Benennung des Gegenstands sey willkübrlich. An demselben (das uns übrigens eines der geringern im Museum zu seyn scheint) rühmr er hingegen die geheim- njßvvlle Beleuchtung; die Landschaft ganz im Schatten, und die Figuren selbst meist im Halbschatten. Den schönen Paris (wird gerügt) sehe man fast nur vom Rücken. Mit bessern: Geschmack sey Oenone gezeichnet; doch könne van der werf sich nicht zum Ideal, „noch" (heißt es an einem and'rn Ort) „überhaupt zu der Reinheit der Zeichnung der Italienische» und — Französischen Schule erheben". »") Sind dies etwa die 15. Bilder aus dem Leben Jesu, welche der Churfürst eines Tags bey ihm bestellt hatte, wovon jedes 2 1/^ Höhe, und 2«" Breite hielt; einer Madonna und St. Joseph, die dem Kinde Kirschen darbieten, und einer andern H Familie nicht zu gedenken. Noch verdient, Spaßes wegen, der kauderwelsche stredou de la Sretonnkere 1776 nachgelesen zu werden, der unter Adrians Bildern zu Düsseldorf der Verkündigung, der Heimsuchung (worinn der Kopfputz der H.Jungfrau ein wenig Schweitzerisch sey), dann dem Ecce Homo, der Grablegung, und der lebensgroßen Magdalena den Vorzug giebt, die er, auf ausdrückliches Ersuchen des Kurfürsten, in diesem ihm sonst ungewohnten Maaße gemalt, und sich dadurch den Tadel seiner Neider zugezogen habe- f) Wo nun diese hingekvmmea, und wohin die, welche eine Weile in Paris standen, zurückgekehrt seyen» wer sagt uns dass ff) So Lehninger. Ein neueres Verzeichniß von -301 nennt noch ein Urtheil des Paris, und das Bildniß des Künstlers mit seinen Söhnen. f-jft) Sonderbar! Eine frühere, französische, Beschreibung von Sanssoncy, ebenfalls von Oesterreich, nennt nur viere von diesen Bildern: Samson u. Delila, die H. Familie (2< 7^ hoch , >' ,»"br.) eine der Mag» dalenen, Cimon undPera; und dann ein fünftes, das oben nicht erscheint: Frau mit einem Buch in der Hand, welche lächelnd auf zwey spielende Kinder sieht. *) Von diesem letzter» heißt es doch denn, ganz aufrichtig bloß: nach van der werf- r,n) z< Z« hx. „>< hoch, auf Leinwand. §044 Werf. Die Galerie zu Schwerin: Des Künstlers Bild- niß vor einem Tische sitzend, auf dem die Palette und der Pinsel liegt; in der Hand hält er und betrachtet mit fröhlichem Antlitz das Bildniß seiner Frau (8" br. 8sr ^ hoch auf Hol;). Als Pendant das Bildniß dieser letzter», welche sitzend ein Notenbuch durchblättert; vor ihr die Laute. — H. Hof- und Landgerichts - Advokat Schmidt in Aiel 5. Vörderst ein Bildniß der jungen Herzogin von Choiseuil (wie solches hinten an dem Bilde bemerkt sey) mit Blumen in den Handen; dann Loth mit seinen Töchtern, ein Capitalbild *); Sophonisbe im Begriffe den Giftbecher zu leeren, hört micht) auf die Reden eines Alten, hinter ihr zwey klagende Weiber, aus des Künstlers erster Zeit; büßende Magdalena, Capitalbild in einem Kästchen Endlich ein Adam, Grau in Grau, herrliche Studie. — Dann der sonst an Niederländern so reiche, aber in seinem Reichthum bescheidene Söder nennt keinen van der Werf. — Endlich das Firmianjsche Schloß Leopoldskron bey Salzburg des Künstlers selbstgemaltes Bildniß. I» den Niederlanden belaß zu Descamps Zeit, im Haag: H. Fagel einen Triumph von Bacchus und Ariadne; H. Lormier, Samson bey Delila, die Samarilanerin, wieder eine (achte) Magdalena, und die Frau mit dem Buch, die oben auch Oesterreich in Sanssoucy nennt, endlich eine H. Familie und eine Grablegung, beyde gemeinschaftlich mit seinem nachfolgenden Bruder perer gefertigt; der H van Heteren eine junge Frau an der Toilette, flötender Hirt und tanzende Nymphe, und (wieder gemeinschaftlich mitperern) St. Hieronymus, lesend, in der Wüste; H. vau Bremen einen Knaben der — die Handschuhe anzieht. Zu Dorr H. van Slingelandt: Die Tochter des Jephta, die vor ihrem Vater tanzt, eine schöne Scizze ***); dann ein Mondlicht, wo ein junger Mensch ein Mädchen liebkost. — Zu Rotterdam H. Leers ein schönes Frauenbildniß; H. Bisschop, Loth mit seinen Töchtern (dies von beyden Brudern), und Christus und Thomas; ,H. Schippe Gevers, welcher van der Werfs 'Neffin heurathete, Mehreres aus seiner Verlassen- schaft. — Zu Greenwich in England auf dem Landhause des Ritters Page jene lo. Bilder, von welchen im Allgemeinen das Lex. spricht: Moses im Nil gefunden; die Keuschheit Josephs^); eine Geburt Christi; eine Piekas.' Dann Eeleucus, der die Stratonice seinem Sohn überläßt; eine Römische CaritaS; Venus und Amor, und ein Schäfer mit zwey Schäferinnen. Auch sollen sich zu London von der Hand des Unsrigen diejenige Bildnisse befinden, welche zu den Stichen für Larrey's Geschichte von Großbritannien dienen mußten. Ein Urtheil Salomo's, und das Bildniß des Kurfürsten, welche beyde dieser letztre dem damaligen Großherzoge von Toscana schenkte, dürften sich in der Galerie zu Florenz befinden'f-f^). III. 583 —«>6. — Bon des Künstlers Handzeichnungen haben wir nirgend keine Spur Werf. gefunden. Gestochen nach ihm, haben Bildnisse: B. Audran, Basan, Desrochers, Gole, van Gunst, Houbraken, Matthey, Picart, Piassio, G. M. PreiS- ler, Simonneau, Valk und Vermeulen; mehrere derselben für das Werk von Larrey. Dann theils Dieselben, theils Andre Verschiedenes. So z. B.Preisler Adrians eigenes in der Galerie zu Florenz,van Gunst dasjenige von Franc. Junius; das Geseklschaftsbild des Kurfürsten und der Kurfürstin von der Pfalz, vereinigt mit des Künstlers seinem, D.J. E. Haid, schön geschabt. Dann von Geschichtlichem: Den Tod Abels aus Düsseldorf, mit der finnigen Unterschrift: Urlrna mors, primi parentes, priml luctus, Porporati, sehr schön; Loth und seine Töchter (jetzt zu Kiel) N. de Launay; Bakhseba, welche die Abisag dem David bringt, R. Earlom vortreflich geschabt, und eine Ruhe in Egypten, von P. V. D. (van Bleck), ebenfalls schön in Gchwarzkunst (die Urbilder wohl sicher in England); dann die Verkündigung, Heimsuchung und Geburt (wohl nach den Bildern aus Düsseldorf), alle drey wackre Schwarzkunst ", Blätter von I. E. Haid; zwey H. Familien von van Bleck und Verkoste (die Urbilder wahrscheinlich in England); die reuende Magdalena aus Salzkhalum, C. Schroe- der. — Eine Römische Caritas (die zu Greenwich?) von v. Green. — Von Allegorischem das Titelblatt zu Larrey, wo England, auf dem Thron am Meere sitzend, die von dem Stier — Jupiter geraubte Europa in seinen Schutz nimmt, von C. Vermeulen, schön. — Von Mythologischem: Oenone und Paris (wahrscheinlich aus Düsseldorf), von Porporati geschabt. Zwey Nymphen, die bey der Flöte eines jungen Faunes tanzen, (wahrscheinlich aus England) schönes Schwarzkunstblatt von E. Fischer, und Pan der eine Nymphe stören lehrt, ebenfalls geschabt von V. O- Preisler. - Ferner allerlei Gat- tungsblätter: 8entiment contrnire a la kensee, von Jngouf jünger, und: la jolie penitente, cleslee aux — lVia^ösleines *), schön von A. le Grand. Frömmigkeit ».Vorsehung, von B-Picart. Zwey Kinder, deren eins dem andern ein Vogelnest zeigt, die Mutter auf dem Boden, mit einem offnen Buch in der Hand, sieyt sie an; der Vater schläft auf einer Bank (aus Sanssoucy?) von F. Schöpfer, braun punktirt. Die Badenden, von P. Chenu. Drey spielende Mädchen, von I. Mas- sard, schön. Der Eyerverkäufer, von N. deLaunay (aus dem Cabinet Orleans), wahrscheinlich das, welches Wareler ein vorzügliches Blatt nach dem Unsrigen nennt. Noch kennt einer unserer Freunde r Zwey Anbetungen der Hirten, die eine von P. Bette- lini, die andere vonThouvenin; die letztere besonders nach einem wahrscheinlich sehr schönen Originale; dann Jo und Jupiter, von F. von Durmer punktirt. Werf (Jacob van der). So soll ein Goldschmied heißen, der einige selbst erfundene Goldschmieds, Arbeit in Kupferstich gefertigt habe. -') Beyde a. d. Kabinet Choiseul erstanden. -":-) Ohne der Ehre, namentlich dieser Magdalene zu nahe zu treten, fürchten wir, daß von den sieben bisher genannten des Unsrigen, wohl mehr als Eine bloß mit van der werf getauft sey, wegen der elfenbeinernen Carnation. «KN) Die der Künstler hoch schätzte, und hinten sein Pettschaft aufdrückte. -j-) Oonk. oben das Bild im Museum Napoleon, sf) Nicht von Frankreich, wie es bey Descamps heißt. fff) Wirklich nennt sie Cochin; das letztre (vielleicht nicht unrichtig) eine Allegorie zu Ehren des Kurfürsten. Dann, neben den zwcv erwähnten, noch Van der werffs eigenes Bildniß in der Galerie; dann eine Esther vor Ahaffuerus und eine Anbetung der Hirten, Alles mit, wohl ziemlich angemessenen Urtheilen begleitet. S- Vo)SA« ci'IlsliL 1*. II. p. IZ. >8. 22. *) Artige Spitze auf van der werf» ewige Magdalenen. Werf. * werf (Peter van der). Adrians jüngerer Bruder, dessen imLex. am Schluße des Art. dies ses letzter» Erwähnung geschieht. Derselbe hatte eine Schülerin von Adrian geheurathet, welche selbst viele Talente verrieth, die sie aber späther- hin vernachläßigte; und diese Heurath war es wahrscheinlich, welche perern bewog, auf eigene Rechnung zu arbeiten, da er sich vorher begnügte, seinem Bruder mit Untermalen u.s. f. beholfen zu seyn Seine Gattung war das Bildniß, und Gegenstände aus dem täglichen Leben; und noch hätte er sich eine seinen nicht unfeinen Talenten angemessene Achtung erwerben können, wenn er in seiner Lebensweise die gleichen ehrenvollen Wege, wie sein Bruder, eingeschlagen, und sich nicht besser im Schenkhause als in guter Gesellschaft gefallen hätte. Er versank in Hypochonder, glaubte immer vergiftet zu werden, und starb bekanntlich, erst 53 I. alt. Mehreres über ihn und seine Arbeiten findet sich bey van Gooll. 2 Z 5 — 4 >- 3 " Deutschland besitzen, als sicher von ihm darge- geben, unsers Wissens einzig, die Galerie zu Sanssoucy ein mit Daphnis und Chloe rubrizir- tes Galanteriestück: Schäfer, der eine Schäferin überrascht, von correcker Zeichnung, schöner Harmonie, und dabey kräftigerm Colorit als sonst dem Unsrigen eigen war. Dieses Bild (sagt Oesterreich) habe sehr viel von der Manier des Ritter von Moor; dann ein sitzendes Mädchen (anderwerts: Ein Frauenzimmer, das sich baden will). Dieses letztere Bild kam aus der Sammlung des H.Winklers zu Leipzig *). Wieder an einem andern Ort werden von dem Confusions- rathe von Oesterreich: Loth mit seinen Töchtern, und eine H. Familie, als zwey sichere Bilder von perer zu Sansoucy angegeben, und noch an einer dritten Stelle nennt er diese lctztre und eine Grablegung schöne Bilder, an welchen aber auch Adrian Theil gehabt. Dann nennt der Katalog des Kabinetts Schmidt zu Kiel von dem Unsrigen: Adam sitzt im Schatten eines Fruchtbaums, auf dem ein Papagay huckt; Eva steht neben ihm mit Früchten in den Händen, zu ihren Füßen eine Eidechse, ein Kaninchen und zwo Tauben; neben und zwischen ihnen Blumen. „Sehr schön", heißt es, „aber nicht völlig conservirt". Gestochen nach ihm nennt einzig der Katalog von Winkler ein sitzendes Mädchen das auf der Laute spielt, von C. H. van Meurs für eine kleine Sammlung von 19. Bl. nach Niederländischen Gaktungs- malern, wie Mieris, Douw, Slingelandt, Netschcr, und dann eben nach dem Unsrigen. BUcLs löse p. Ion. Anderwerts heißt es noch: Daß I. Gole das Bildniß des Gottesgelehrten A. Hellenbrock nach ihm geschabt, und P. Philippe des Künstlers selbst gemaltes (wo er perer Adrian heißt) gestochen habe. Werf ( ). Des I. Gradier Buch: Ueber die vereinigten Mederlande, Gocha 1792. 8°. S. 119. erzählt, daß ein solcher ganzer 18 Jahre an einem Schachspiele schnitzelte, was um 1790 noch bey seinem Enkel, dem H. H. Gevers in Rotterdam, zu sehen war. wergmann ^Niels H.), erhielt 1797 eine Preißmedaille im Zeichne» nach dem Modell, auf der Kunstakademie zu Kopenhagen. Runst-Historie tDanmark afweinrvich. Werkmeister (Rndolph Heinrich Jacob), Direktor einer Lesebibliothek und eines musikalischen Instituts zu Oranienburg im Brandenburgischen um i8oo. Man findet Bildnisse u. s. f. die aus seinem Verlage erschienen. A-rc. Werkner (Thomas), ein alter erfahrener Kricgsbaumeisier und Ingenieur in Chursächsischen Wermuth. 5045 Diensten. Er gab heraus: fnnflamenta der Rrieges-Baukunst -- durch ihrer churfürst- liehen Durchl. zu Sachsen in Feld - und Bau- ^ct'ionibus, ansetze» bei der 550 in Frankreich eingeführt wurde; des Stahlschneiders Nicvl. Driot, der um 1617 den Balancier oder Anwurf (eine Maschine, wo die Münzen, die früher mit einem Hammer geschlagen wurden, nun vermittelst einer Mühle oder Schraube sich schöner und besser prägen ließen), die Presse, die Scheere und die Plattenwalze erfand, welche Erfindung Frankreich nicht, wohl aber 1645 England annahm; und noch anderer Künstler mehr.— Bey stengnich liest man V- I- Lh- 2. in seinen Neuen Nachrichten zur Bücher- und Münzkunde. Danzig und Dessau 1782. 8? S. -04. ff. was folgt: „!>e Blanc behauptet, der Anwurf sey schon unter Heinrichil. (regierte >547 — 59, also zur Zeit des Dlivier) in Frankreich erfunden und gebraucht worden; und Joachim beruft sich auf den Miegr und Lenke, wenn er in seinem Unterrichte von Müuzwesen S. 2Z2, so wie Graumann in seinen Briefen vvm Gelde S->oi. versichert, man habe in England nicht früher als unter Carl I>. (regierte 1660 — 88) den Anfang gemacht, mit dem Anwurf zu prägen, bis dahin aber die Gewohnheit gehabt, das Geld mit dem Hammer z» schlagen. Das letztere widerlegen jedoch des Cromwels Münzen (die sicher nicht mit dem Hammer geprägt wurden) augenscheinlich; doch wissen wir die Zeit nicht näher zu bestimmen, wo das Stoßwerk erfunden und wo es in Frankreich und England eingeführt worden ist. Möhsen's Berliner-Medaillensammlungl. 296. erwähnt beyläufig, daß die Salzburger in ihrer Münze einige alte Anwürfe zeigten, deren sie sich bereits früher bedient hätten, als solche aus gedachten beyden Reichen zu uns nach Teutschland gekommen seyen. — Ioh. Seckmnn's Literatur der älteren Reisebeschreivungen B I. St. I. 89 Göttingen 1807- S.45. bemerkt aus der Reifebeschreibung des >621 enthaupteten Christoph Harant: »Zu Halle in Tyrol ließ er sich die Münzen zeigen, wo schon damals grobe Münzen unrer dem von, Wasser getriebenen Walzwerke und die kleinen unter der Presse oder dem Druckwerke geprägt und die Platten, mit dem Durchschnitte, aus den geprägten Zainen geschnitten wurden". »Diese Nachricht", fährt Seckmann fort, »welche durch die von mir in der Anleitung zur Technologie S.64z.649, angeführten Zeugnisse des pighius, Montagne und Hemzner's bestätigt wird, beweist das Alter dieser Erfindungen, welche teutschen Ursprungs und aus dem Anfange des xvi.Jahrh. zu seyn scheinen. Mit Unrecht behaupten die Franzosen, daß das Druckwerk erst am Ende des xvil. Jahrh, in Frankreich erfunden sey; schon 100 Jahre früher ist es in Teutschland gebräuchlich gewesen". Das erste der von uns selbst gesammelten Citate findet sich in Dom Speckle's Architektur» von Festungen. Ttrasburg -598 Fol., worin der kunsterfahrene Speckel bey Anführung der Erfindungen, die den Teutschen angehören, besagt, daß die neuere Art zu prägen von den Teutschen am schärfsten erfunden und ausgedacht worden sey. Vielleicht drückt Speckel sich noch deutlicher aus; allein der wörtliche Auszug aus dessen Werke, ist uus so ebeu unter den Händen verschwunden. In dem Bedenken über das Münzrvesen . was Dach. Geitzkofler dem Kaiser überreichte, heißt es, daß vor etlichen Jahren die Münzverständigen uneinig gewesen wären, ob Münz-Druckereien zuzulassen seven, »mit Anziehung vieler Vrsachen, warumb die gedruckte Müntz nicht so just vimd gerecht, als die vom Hammer geschlagen, seyn konnte", weswegen denn auch an Sr.Majestät Vater weiland Marimilian il. (regierte von 1664 — 76.) als er eine solche in Böhmen anrichten wollte, ein Bedenken deshalb eingegeben worden sey, und weswegen anch die Münzer mit dem Hammer, diejenigen, welche druckten, nickt für ehrlich anerkennen und halten wollten. Daß aber die lctzrern im teutschen Reiche wirklich vorhanden waren, geht aus einer andern Stelle hervor, in welcher «»gerathen wird, die Hammermünzer, die Präger und die Drucker, zu besserer Haltung der Münzordnung. sämmtlich in eine Bruderschaft zu vereinigen. Der Baumeister Schickhart in seiner Keisebeschreibung Herzog Friedrichs von Würtenberg nach Italien, 4? Tübingen 160z. S-9Z. b. zeigt als eine Merkwürdigkeit an, daß man zu Halle im Jnnthale die Münzen mit Schraubenwerken prägte, und daß dies auch im Oberelfaß zu Ensishcim und Gcbweiler statt fände. Das teutsche Münzarchiv von Hirsch vm. 8>- rc. bemerkt, daß llaz.Gottlieb Lauffer der altere zu Nürnberg, der erste gewesen sey, der das Glück gehabt härte» den heimlich gehaltenen Anwurf 1676 (mit vielen Unkosten) aus Frankreich nach Teutschland zu bringen. Dieseiiinach mußte es also den Hammer münzern früherhin wirklich gelungen seyn, die Druckmünzer aus Teutschland zu vertreiben, da ein solches in Teutschland wiederum als eine neue Erfindung auftreten konnte. Man bediente von nun an sich dieser Maschine bey den Reichsmünzen» und ihr Besitz und Gebrauch wurde jedem Privatmanne verbothen; doch gab man unserm Lauffer und dem Drechsler Friedrich Aletner die Erlaubnis, sich derselben auf Lebenszeit bedienen zu dürfen. Sie mußten dieferhalb einen besondern Eid ablegen, so wie auch stauffers Sohn Caspar Gottlieb (dem gleiche Vergünstigung wurde), obwohl er bereits als General-Münzwardein eine verendete Person abgab. In ,7,4 erhielt der letztere wegen der von ihm und seinen Vater, in Hinsicht des Anwurfs aufgewandten Unkosten und erworbenen Verdienste, ein Kaiserliches Privilegium, was den Besitz dieser Maschine auch auf seine Kinder ausdehnte Dem Stahlschneider vestner schlug dagegen der fränkische Münz-Kreiskonvent ,750 die Benutzung derselben ab. — Aus Tenzel s sächsischem Medaillen- kabinet II. erfahren wir, daß der Hofmedailleur E- C- Dürr zu Dresden, 1679 eine große Medaille auf einem Keilwerke ausprägte, was damals noch niemand i» Sachsen besaß und weshalb auch niemand dort gleich große Schaustücke zu liefern vermochte. Einige Jahre darnach bediente sich Sorberger (vergl. oben dessen Art.) des KeilwcrkS, und dann unser wermuth, wie bereits gedacht worden ist, der sich durch seine Kaiser-Suite 1699 das Privilegium erwarb, selbst prägen und in seinem Hause eine Presse halten zu dürfen. In 17,1 war, nach Tenzel's Ausdrucke, das Stoß- und Preßwerk allenthalben bekannt. Hammermünzen bestanden um ,705 in Tcutschland nur noch zu Dresden, Zellerselde, auf dem Harze, und zu Srollberg. Tenzel I. c. 1. <)2>. — Reller zeigt in seinen Nachrichten von Dresdner Künstlern S-202 in der Biographie des Stahlschneiders Christian Siegm. Wermuth an, daß derselbe die Münzmaschine, die Werner. Wermuth. 5047 » wermurh (Christian Siegmund), welcher «in Lex. am Schlüsse des Art. seines berühmten Dürers Christian erscheint, Kurfürst!. Sächsischer Medailleur und erster Münzeisenschneider zu Dresden, geb. zu Gokha, lernte bey seinem Vater. In 1735 kam er nach Dresden, wo er sich neun Jahre lang bey seinem dort als Münzmedailleur und Münzeisenschneider angestellt gewesenen Bruder aufhielt, und von ihm noch viel in Ansehung des Boffirens und Buchstabenmachens lernte. In der Folge ward er ihm adjungirt, und nach dessen Ableben an seine Stelle gesetzt. Das Münzwe- sen in Dresden hat durch ihn viele Vervollkommnung erhalten. In der Stahlgiesserey wird ihn in Deutschland schwerlich jemand übertreffen. Ausser vielen andern Schaumünzen, kennt man von ihm die Vermählungs-Medaille des Dauphins Ludwig, XV-!; des Kurfürsten Friedrich Christian von Sachsen; des Kurfürsten Friedrich August von Sachsen; die Vieariats - und Polnischen Ordensmedaillons von l?45 bis 176Z. — Mensel II. Er st. 8i I. alt 1791 zu Dresden, und hinterließ ein schönes Steinkadinet, nebst andern Naturseltenheiten. Bey dieser Angabe im Magazin für Sachs. Geschichte VIII. 696. wird er. irrig Christian Siegfried genannt. * — — (F. W.) Ein solcher wird unter die Stempelschneider des XVIII. Jahrhunderts gezahlt. Von ihm kennt man, neben Anderm, eine Schaumünze auf S. Madai von 1770. Abgebildet ist dieselbe in G. A. Niemeyer's Standrede auf Madai. Halle 780 gr. 8°. Vielleicht ist unser F. W. mit dem bald nachfolgenden M- F. Wer- murh des Lex. Eine Person. 717§r. — — (Heinrich Friedrich), ein Sohn Christians , den daS Lex. nicht kennt. Derselbe ward 1754 Königl. Medailleur und Münzeisenschneider zu Dresden, und starb daselbst 42 I- alt 1744. Sachs Rur. Bal. 1745 J. starb. Dresdn. polir. Anzeiger Jahrg. 1708 N°. 1,1. — — (Caspar), ein sehr geschickter Schlosser zu Nürnberg, welcher um i545 starb. Unter andern fertigte er ein Schiff von drey viertheil Ellen Lange, was mittelst angebrachter Räder auf einem Tische herumlief. In selbem saß ein Frauenzimmer, was mit beyden Händen ein Cymbal nach dem Takte schlug; vorn fand sich ein mit beyden Armen und Bewegung des Kopfes ruderndes Kind; hinken Amor, der sich mit seinem gespannten Bogen gegen jede Person am Tische, wohin man wollte, wenden, und den Pfeil abschießen konnte. Doppelmayer S- 287. — — ein geschickter Zinngiesser zu Weimar, fertigte um 175V einen schönen zinnernen Sarg mit Allegorien für die verstorbene Eleonore Wilhelmine, Herzogin v. Weimar, werren's Weimar Thl. I- S. 17«. — — (Christian Gottlieb), Kupferstecher zu Dresden, geboren zu Zwickau 1732. König August III. ließ ihn auf eigene Kosten bey dem Hofkupferstecher Boetius studiren. Er exrellirte im Schriftstechen; man kennt aber auch einige von ihm radirte Prospekte in Lhielens Sammlung der Meißnischen Gegenden. Mensel II. (1769.) setzt ihn noch unter die Lebenden. Bey Ebend. III. (1809) hingegen erscheint er nicht mehr **). Von ihm nennt namentlich der Wmklersche Gant- katalog 8 Bl. der malerischsten Gegenden um Dresden, Meisten u. s. f. und 4 andere aus gleichen Revieren, alle zwölfe nach der Zeichnung von Probstheyn, mit einer sehr feinen Nadel, die letztem in «768 geetzt. »Aus frühern Zeiten" (bemerkt uns einer unserer Freunde) »kennt man ei, ne Nähterin von ihm, welches Blatt in kl. 4°. in Frankreich erfunden, von dem Berliner 85 ff. Wir kennen zwey Bildnisse (Graf Casimir von Wartenberg und der preußische Minister Georg von Berchem) die I. Tscherning nach ihm gestochen hat. * — — — — der jüngere, gewöhnlich bloß Joseph genannt, des Vorstehnden Sohn, welcher im Lex. unter dem Art. Joseph Werner'« erscheint. Derselbe war ein Schüler seiner Mutter, Ä. M. Hayd, und befand sich 1764 schon geraume Zeit als königlicher Hofmaler zu Warschau, wohin er von Dresden aus verpflanzt worden. Dort starb dieser mittelmäßige Künstler 176 .. einige 60 I. alt. Eine anderweitige Nachricht, als ob er, nach seines Vaters Tode, desselben Stelle am Churfürstlichen Hofe erlangt, ist somit wohl unbegründet, ^c. — — (Fabian), ein Zimmermeisier, der unter der Leitung des Hier. Lotter das chursächsische Lustschloß Augusiusburg (von 1267 bis 1672) aufführen half. I. E- von Schütz Beschreib, von« Schloß und Amr Augustusburg, Lechz. -7704°. S-. Werner. Werner (Franz), Geschichtsmalerzu Brunn, geboren zu Brüsau in Mähren 1770. Derselbe bildete sich in Der Kunstakademie zu Wien. Von ihm kennt man Altarblätter und Bildnisse. Meu- sel III. wo er um 1809 noch unter den Lebenden erscheint. * — — (Friedrich Bernard, und Georg Heinrich), welche im Lex. am Schluße des Art. von Joseph w. erscheinen. Den erstem betreffend liefert uns einer unsrer deutschen Kunstfreunde ff. Artickel: »In der Beschreibung der Stadt Breslau (Drieg 1794 8°. S. 44 l ) heißt es von ihm ungefähr : Er ist in hohem Alter zu Breslau gestorben Nach seinen Zeichnungen hat man 12 Prospekte von Regensburg und 4s -deren aus Schlesien (die dort einzeln aufgezählt sind). Die Verzierungen einiger dieser Blätter, die meist zu Aug- spurg erschienen, sind von C. T. Schaeffler gezeichnet; die Kupferstecher waren: Chr. Fr. Hörmann, I. G. Pinz, Carl Remshard, I. G. Ringle, I. D. Schienen, Steidlin, I. B. Strahowsky. Auch trifft man noch 8o Prospekte Schlesischer Städte in Kupfer ohne Benennung eines Künstlers; sie sind aber von ihm gezeichnet. In seinem »höhem Alter" gab er von allen Schlesischen lutherischen »Gnaden-Friedenskirchen und damals Bechänsern" eine von ihm auch eigenhändig ras dirre Sammlung heraus, deren man aber nur das Verdienst der Wahrheit der Darstellung beylegen kann. Endlich „im höchsten Alter" wieder seine Topographie Schlesiens in 5 Folianten — zwey- mal; davon das eine Exemplar die Kriegs - und Dvmainenkammer zu Breslau, das andere die dortige Elisabeth-Bibliothek besitzt. — Der patriotischen Gesellschaft in Schlesien neue ökonomische Nachrichten auf 1788 IV. S. 188 sog. besagen ferner, daß er aus Oberschlesien gebürtig war, einen großen Theil Europens durchreiste, dabey ausnehmend viele Prospekte für Augsbur- ger Kunsthändler (Probst, Engelbrecht rc.) zeichnete, den Titel als Königl. Preußischer Scenos graphus und Redukteur trug, und vor einigen Jahren (schreibt man 1780) gestorben sey. Hier, wo man ein kleines Verzeichniß seines Werkes giebt, nennt man als von ihm selbst radirt: Perspektivische Vorstellung der vom Könige von Preußen dem Lande Schlesien verliehenen Bethäuser rc» nebst beygedruckker Geschichte, was in 4 Theilen und einem Supplemente von 1748—1752 erschien. Dieses Werk (worunter sonder Zweifel obige Gna- den-Friedenskirchen zu verstehen seyn mögen), enthält 164 Kupfer, die sich einzig aber wegen ihrer Treue, weniger durch ihre Nadel, und am wenigsten durch die hier und da (im Texte?) angebrachten witzig seyn sollenden Einfälle empfiehlt; bann: klantaria 8. IZernarlli oder Abbildungen derer in Böhmen, Mähren, Schlesien gelegenen Klöstern, Probsteyen rc. Heil. Ordens von Cisterz iti Bl. (wie z. B. aus Schlesien, Laubus, Ca- menz und Heinrichau) u. s. f. Wir selbst kennen von ihm in sehr gr qu. Fol. äusserst mittelmäßig radirt, eine Ansicht von Leipzig die I. F. Probst verlegte, und davon sich auch illuminirte Exemplare finden. Ausser den abgedachten Meistern, arbeitete» noch nach ihm: A. Glaeser, Phil. Andr. Kilian, I. C. Leopold excuä. C. F. Lottes, Nick. Mettel, C. M. Trapp." Von Georg Heinrich (gewöhnlich bloß Georg) Werner dann holen wir, theils aus den vorerwähnten Notizzen eines Kunstfreundes, theils aus andern Quellen, Folgendes nach: Derselbe war vermuthlich Sohn des unten folgenden Johann Heinrich, Zeichner, Kupferstecher und Medailleur zu Erfurt. Vorzüglich bekannt machte er sich in seiner Gegend durch eine Menge Bücher über die Kunst, die er mit Kupfern zu Erfurt in 8°. her- Werner Werner. ausgab. Obwohl diese Schriften größtentheils nur aus andern Werken zusammengetragen sind, so war doch sein Eifer zu loben; auch enthalten sie manches Gute und sind vollständig sehr selten zu finden, da er nur wenige Emxemplare davon drucken ließ. Die beyden ersten Theile enthalten die Decimalrechnung, Geometrie und einige Satze der Perspektive; der dritte Theil (1764) die Zeichenkunst der Blumen; der vierte Theil (1766) die der vierfüßigen Thiere; der fünfte (1768) die des Menschen; die folgenden die Zeichenkunst der Prospekte (1781); der Vertikal-und Horizontalge- mälde nach den Regeln der fünf Saulenordnun- gen, um solche an die schicklichsten Orte der Gebäude anzuordnen (1782); der Anatomie u. s. f. zusammen 9 Theile. Dieses Werk welches den allgemeinen Titel trug: Erlernung d. Zeichen- kunst durch gründliche Anweisung, u. s. f. 8°. Erfurt 796. und (ungeachtet bloß die 7 ersten Theile i8ä Kupfertafeln enthielten) nicht mehr als 3 Thl. 12 Gr. kostet, wurde dem damaligen Statthalter zu Erfurt, H. von Dalberg, zugeeignet. Eine ausführliche Anzeige und — schüchterne Empfehlung davon, wahrscheinlich aus der Feder des Verlegers (Kaysers aus Erfurt) findet sich in Mensel's Misc. X. Heft. S. 244 bis 245. — Zugegeben wird: „Die Kupfer seyen nicht zum Beßten ausgefallen, und Kenner und Liebhaber möchten Vieles daran auszusetzen finden"; mit der beygefügten Selbsttröstung: „Allein bey dem wohlfeilen Preise des Werkes sind sie nicht besser zu verlangen." In 1761 schnitt w. eine Schaumünze auf das zweyte Jubiläum des Gymnasiums zu Erfurt. Von ihm gestochen kennt man mehrere Bildnisse dunkeler Männer, ohne uns bewußten wettern Namen als den seinigen; dann Mannigfaltiges für Druckschriften aus der Mitte des Jahrhunderts. Seine künstlerische Laufbahn aber »weint er mit obigen Zeichnungsbüchern vollendet zu haben, und starb dann zu Erfurt 1788 66 I. alt mit dem — ellenlangen Titel eines „Kurfürst!. Mainzischen — Hofgeometers, Fürstl. Schwarzenburg-Sondershäusischen — Hof- medailleurs, der Kais. Königl. — Hofzeichnungs- Akadcmie zu Wien, der Mainzer-Akademie der freyen Künste und nützlicher Wissenschaften, und der Kaiser!. Franciscischen der Künste zu Augsburg Mitglieds", mit dem kurzen, aber immerhin rühmlichen Nekrolog: „Er war nicht sowohl ein berühmter, als ein nützlicher Künstler." S. auch unten den Art. Johann Heinrich W. Werner (Georg) von Freyberg, ein Maurermeister, der in 1696 zu Wittenberg in Sachsen — heirathrte! Msc. — — (Gottfried Franz Ludwig), erscheint 1727 neben andern seiner Kunstgenossen, als Königlicher Seidensticker zu Dresden. Hofkal. — — (Hans), Bürger zu Nürnberg, erhielt ihkä die Anstellung als Münzwardein des fränkischen Kreises und i 5 dv seinen Abschied. Hirsch teutsches Münzarchiv ll. 6. 2Z. — — (Hans) der jüngere, Maler zu Dresden 1600. Wir kennen ihn einzig aus einem Stammbuch, in welches er sich eingeschrieben hatte. — — (Heinrich), s. unten Joh. Heinrich. * — — (Jeremias Paul), Medailleur zu Nürnberg; ob etwa ein dritter Sohn des unten folgenden perer Pauls, welcher im Lex unter Joseph Werner erscheint, ist uns unbekannt. Meusel lll. (»809.) setzt ihn unter die Lebenden, und nennt von ihm den Sedis-Vacanz-Thaler von Fulda, und eine Nürnbergische KrönungsMedaille auf Kaiser Leopold II. / §o49 Werner (Joh. Friedrich), ein Kammerkondukteur zu Berlin, der sich aber 1786 abwesend zu Lochen in der Uckermark befand. Berliner Ädreßkal. auf 1786. — — (Joh. Friedrich Ferdinand), erscheint, nebstandern Künstlern, unter der Rubrik der Maler und Zeichenmeister, in dem Dresdner Adreßs kal. auf 1810. — — (Joh. Heinrich, irgendwo auch Georg Heinrich, gewöhnlich bloß Heinrich), vermuthlich Vater, nicht (wie es etwa heißt) Bruder des oben (s. v. Friedrich Bernard u. Georg Heinrich) angeführten Künstlers dieses letztern Namens, war, wie dieser, zu Erfurt, Zeichner, Kupferstecher und Medailleur, dabey ebenfalls gar dürftig in seiner Kunst. Von seinen Medaillen ist nicht vieles in Umlauf gekommen, da die Stempel baldigst sprangen; zum Glück hat man nicht nöthig, solches zu bedauern. In dieser letztern Kunstgattung arbeitete er schon 1719 eine Schaumünze auf I. I- Hahn; eine andere uns unbekannte 17z»; eine dritte auf das Buchdrucker-Jubiläum 2740 findet sich abgebildet in Geßners Burchdrucker- kunst III. lab. IV. IV.; und wieder andere von 1748 und 62 in Moehsen's Medaillen- Samml. I. S. s 4 i und 249, wenn dort nicht eine Verwechslung mit Georg Heinrich Werners Arbeiten statt findet. Immerhin sind dieselben selten, da solche, wie wir schon erwähnt, nicht viel aushielten. Als Kupferstecher dann kennen wir von ihm Grundrisse, Prospekte, Bild, nisse dunkeler Männer, (wie z. B. des Professor I. O-Treibers, nach Nikkelen); Blätter zu Druckschriften, u. s f. * — — (Johann Peter), schnitt 178Z eine Schaumünze auf den Medailleur per. Paul Werner; so wie er auch auf denselben eine einseitiges, s. fertigte. E- A. Jmhof tIürnbergisches Münzkabiner I. «te Abthl. <8.9)7. „Fast möchten wir denselben" (sagt einer unsrer Freunde) „für Eine Person mit obigem Jeremias Paul w- halten, hier oder dort mit falschem Vornamen. " ^ — (Joseph). Derselbe erhielt von seinem Vater eine verständige Erziehung. Noch sehr jung schickte er ihn nach Basel, um sich in Sprachen uud Wissenschaften, besonders in der Mathematik zu üben. Schon in seinem Dreyzehn- ten kam er bey Merian in die Lehre, und in seinem Siebenzehnten nach Rom, wo er bey Beret- tini, Sacchi, und, durch Merians Empfehlung, besonders bey Carlo Marakti sehr gute Aufnahme fand. Warum er gerade mitten in Rom sich vorzüglich die Miniatur zu seiner Gattung gewählt, haben wir uns bisher nie genugthuend erklären können; vielleicht daß gerade die Neuheit dieser Gattung, zumal auf historische und mythologische Gegenstände angewandt, ihm einen Ruf erwarb, den er auf gewohnlern Bahnen, und bey so vielen Mitwerbern, kaum erhalten hätte. Wie dem immer seyn mag, Kardinäle, Fürsten und Gesandte in Rom eiferten um die Wette, Bilder von ihm zu besitzen, und durch dieselben wurde er auch am französischen Hofe bekannt, wohin er einen förmlichen Ruf erhielt und annahm. Damals hatte die unbegränzte Ruhmsucht und Eitelkeit des Königs auf der einen, und die übertriebene Schmeichelet) der Redner, Dichter und Künstler auf der andern Seite, das abgeschmackte Spiel mit Allegorien und Emblemen zur Verherrlichung des Monarchen so sehr zur Mode gemacht, daß auch Werner neben den Porträts nichts als mythologische Stücke malte. So nennt Füßli namentlich dergleichen, die er für einen angesehene» Freund, H. Quinaut, gefertigt hatte; wie z. B. einen Parnaß mit den Musen, die Ungeheuer des X ,3 « Cadmus, den Tod der Dido, eine Pallas, Juno, Diana und Flora, das Colisäum zu Rom u.s.f. *) Auch scheint der ungemcine Beyfall, den er erhielt, und die damalige Prachkliebe des Hofes, ihn selbst zu allerley Eitelkeiten verleitet zu haben. So erzählt uns z. B. sein Schüler, wjldelm Steriler von Bern, der sich damals bey ihm aufhielt: „Seine Pinselstiele waren von Silber, wie ich meinte nur zur Pracht; darum fragte ich ihn, ob die hölzernen nicht eben so gut waren? Er sprach nein; denn so kleine hölzerne Stiele waren ihm zu leicht." Und bey Gelegenheit einer Reise, die Werner nach Deutschland machte, erzählt ebenderselbe: „Als nun Herr Werner in Gesellschaft ein Paar guter Freunde verreiset und zu Schaffhausen angekommen, stuhnden die Thor- wachter zur Wehr, sahen Herr Wernern köstlich gekleidet vorherreiten, als ob die andern seine Diener waren. Die Wächter fragten ihn alsobald: Wer er wäre? Herr Werner aber wollte sie keij ner Antwort würdigen, oder vielmehr, er schämte sich seines Herkommens und Handthierung; also daß die Wächter noch einmal fragten: Ob er vielleicht ein welscher Edelmann sey? Als aber Herr Werner sahe, daß er gezwungen sey, sich zu offenbaren, sagte er, daß er ein Maler und Bürger von Bern sey; da ließen die Wächter alsbald ihre Hellepart sinken, und diesen welschen Edelmann fahren! So sehr indeß Werner zum Hofmann gemacht schien, und so gut er selbst bey dem Könige angeschrieben war, so wußte doch der Neid des ersten Hofmalers Lebrun, verschon Lesueur unterdrückt, und Pouffin vertrieben hatte, auch Werner» zu entfernen. „Er brauchte" (sagt Füßkl) „alle List, die Mignatur-Acbeiken zu verkleinern, ohne es wagen zu dürfen, etwas an der Kunst oder dem Charakter des Künstlers auszusetzen. Er wollte sicher gehen, und überzog eines dieser zarten Gemälde mit einem Firniß, von welchem er wußte, daß er dasselbe aller Schönheiten berauben würde. Nun zeigte er es dem König, welcher, fern von allem Verdacht, seinem Maler glaubte, daß es mit den übrigen Arbeiten die gleiche Beschaffenheit habe; und sogleich änderte er seine Meynung, und wurde kalt- sinniger gegen Werner. Dieses veranlaßte ihn, Paris zu verlassen, und nach Teukschland zu gehen. Er kam nach Augsburg, wo er sich verheiralhete, und erhielt bald einen Beruf nach München, um für die Churfürst»; von Bayern, die eine große Liebhaberin der Malerkunst war, die sieben Geheimnisse Unserer Lieben Frauen (!) in so vielen Mignaturstücken zu malen. Werner suchte sich in denselben selbst zu übertreffen- Entzückt über seine Arbeit, zahlte ihm die Churfürstln jedes dieser Gemälde mit ivo Dukaten, und beschenkte ihn königlich. Der Churfürst verlangte ein großes Gemälde in Oclfarbe von ihm zu sehen. Werner malte in dem Geschmack des Guido eine (seltsam genug!) durch die Luft fahrende Thetis, mit vielen Liebesgöttern umgeben, die von ihrem Wagen vielerlei) seltene Seemuscheln herabschütten; der leichte und fließende Pinsel, die fchlcrfreye Zeichnung , die geistreiche und poetische Erfindung, nebst einer lieblichen und hellen Färbung, gaben diesem Gemälde alle mögliche Vollkommenheit. Werner war im Begriff, diesem Bilde noch eines beyzufügen, als er eilends nach Innsbruck reisen mußte, um das Bildniß der Erzherzoglichen Prinzessin in Mignatur zu malen, welches dem Kaiser vor der Vermählung üdersandt werden mußte. Goldene Ketten, kostbare Schaupfenninge, die er von den Höfen zu Wien und Jnspruck erhalten, sind Zeugen der Zufriedenheit über diese Arbeit. In ganz Deutschland redete man von ihm; die Wiernerfchen, Baierschen und Pfälzischen Höfe theilten sich Wechselsweise in seine Kunst. Er hatte wenig Zeit übrig, die häufigen Liebhaber unter den Privatpersonen zu befriedigen; und man muß sich wundern, daß noch so viel« Stücke von seiner Arbeit in Kabinetten und bey einzelnen Liebhabern zu finden sind. Seine kleinern historischen Stücke an den Höfen zu Stuttr gardt und Durlach, in den Städten Nürnberg, Augsburg u. s. f. sind Beweise von dem Fleiß und dem ausserordentlichen Genie dieses Künstlers. Des beständigen Herumreisens und der großen Welt müde geworden, wünschte er bey dem An- wachs seiner Familie die Ruhe und die Annehmlichkeiten des häuslichen Lebens zu genießen und in dem Schooße seiner Mitbürger sich seiner Kunst zu wiedmen. Er gieng in dieser Entschließung mit seiner Familie nach der Schweiz zurück, und kam im Jahr ibbs glücklich zu Bern an. Werner, der so jung aus seinem Vaterlands gekommen, und dasselbe nur dem Namen nach kannte, wußte nicht, daß die Rückkehr eines Künstlers eine sehr gefährliche Unternehmung sey. Er hoffte, seine Kunst und Tugend würde ihm die Achtung seiner Mitbürger erwerben; allein anstatt derselben traf er nichts als Neid und Verachtung an. Unempfindlich für die Schönheit seiner Arbeiten, verkannten sie seine Verdienste; und ohne seine glühende Liebe für die Kunst würde sein Trieb aus Mangel der Aufmunterung gänzlich ersterben seyn. Allein ein Mann, wie Werner, erlieget nicht; er wandelt auf seinem Wege fort, und sucht in der Kunst in sich selbst, und in seiner Familie sein Glück und sein Vergnügen. Er errichtete eine kleine Hausakademie, die er mit Gyps nach den hetzten Modellen des Alterthums, mit Zeichnungen von sich und andern großen Meistern, mit den schönsten Kupferstichen auszierte, und machte sich das größte Vergnügen, seinen jungen Mitbürgern die wahren Regeln der Kunst beyzubringen. Er malte in Mignatur viele kleine historische Stücke, die er mit mechanischen und perspektivischen Beywerken, mit Landschaften, Thieren, Blumen auf das herrlichste auszierte; sie kamen aber meistens ausser Lands und wurden theuer bezalt. In Oelfarben fertigte er ein großes Bild, die Gerechtigkeit u. Fürsich- rigkel'r, auf das Rathhaus zu Bern. Für die Familie von Grafcnricd etliche vortreffliche historische Stücke. Doch das Vorzüglichste, das er selbst für sein Meisterstück in Oelfarben hielt, war Adam und Eva tm Oaradres, von einer ganz besondern und fremden Erfindung in Licht und Schatten, von einer Römischen Zeichnung, angenehmer und schmelzender Farbe. Das Gesicht der Eva hatte Werner nach seiner ältesten Tochter gemalt. Dieses vortreffliche Bild malte er für seinen Freund, den berühmten Chirurgus Baurenkönig, den er in Italien und Frankreich kennen gelernt **). sPerner hatte in Bern einen Freund an dem berühmten Alterthumsforscher Andreas Morell, der zugleich selbst ein geschmackvoller und sehr fertiger Zeichner war. Dieser sah bald ein, daß ein Mann von Werners Kunst- vermögen in seiner Vaterstadt keinen seinen Talenten und Einsichten ganz angemessenen Wirkungskreis finden könne, und suchte ihn durch die Empfehlung des berühmten Spanheim an den Hof Friedrich III. Churfürsten von Brandenburg und ersten Königs von Preußen zu bringen, der beschlossen hakte, in seiner Residenz zu Berlin eine Akademie der Künste zu errichten. Es gelang ihm, diese Anstellung für Werner zu bewirken, und auch diesen selbst, der nicht ganz gerne daran *) Eine Beschreibung davon enthalt die Schrift: peinluros poeu'gues «l?» erhellen« lavleaux lle Ivigiiniurs lail8 pir I'illuzlre ec incompsisble pour IVIi. t)uinsull. Lgö. (s. 1>. 3». 4to. »S) Dasselbe kam späterhin «IN einen sehr hohen Preis nach England. Werner. Werner. wollte, dahin zu bringen, daß er den Ruf annahm. Die Bedingungen, die Werner selbst vorgeschrieben hakte, waren vortheilhaft, und man sieht aus denselben, daß er in Berlin die nämliche Rolle zu spielen dachte, die Lebrun in Paris gespielt hatte *). Er kam nach Berlin 1796. Anfangs gieng die Sache nach Wunsch, da der Minister von Dankelmann ihn kräftig unterstützte. Allein da dieser, der eigentlich durch sein Ansetzn Werners Anstellung durchgesetzt hatte, in Ungnade fiel, so machte sich sein Nachfolger, wie gewöhnlich, ein Vergnügen daraus, alles niederzureißen, was sein Vorgänger aufgebaut harte, und wurde dadurch von den andern Künstlern, die auf Werners Ansetzn neidisch waren, beßrens unterstützt. Dieß bewog Werner» nach einigen Jahren sich nach seiner Vaterstadt zurückzuziehen, wo er 1710 rm 70. I. seines Alters starb **). Werner war in mehr als einem Sinne zum Künstler geboren. Seine großen natürlichen Talente bildete er durch unermüdeken Fleiß und durch gewissenhafte Benutzung alles dessen aus, was zu seiner Zeit für das Höchste und Beßre galt. In der Schule des Carl Maratti und des Pickro Berettino, die man als Zweige der alten vortrefflichen Schule der Caracci ansehen konnte, wurde er ein kunstgelehrter und schulgerechtcr Maler, der von allen Theilen seiner Kunst Rechenschaft zu geben wußte. Er sagte von sich selbst in einem Brief an einen Freund: «Meine Unterweisungsart ist keine wie bisher gebräuchliche Phantasiere»; man findet bey mir Richtschnuren, gründliche Lehrsätze, Maß und Ordnung zu Allem und in Allein, nach den Regeln der freyen Künste, nicht aus Einbildungen und Muthmaßungen." Daß diese Kunstgelehrsamkeit keineswegs in kalte Pedanterey ausartete, zeigt der mannigfaltige Reichthum, die Grazie und Lieblichkeit aller seiner Erfindungen. Leid thut es uns, daß wir von Werners übrig gebliebenen Werken, außer denen schon früher bemerkten, und zumal von den gegenwärtigen Besitzern, so Weniges anzuzeigen vermögen. In Holland muß sich noch irgendwo von ihm ein Rivaldo und Armida befinden, de- van Gool II. 55 q. vorübergehende Erwähnung thut. — In Deutschland besitzen von ihm die Gallerte zu Wien: Den alten Tobias, der mit den Geinigen, wahrend der Babylonischen Gefangenschaft, die erschlagenen Jsraeliten in Geheim begräbt und betrauert, ein kleines 2" br. u. 18" hohes Bild auf Holz. — München, r§5r auf Leinwand ( 3 ^ 5 " hoch, 4^ br.) ein uns (der ausführlichen Beschreibung im Gallerie- Katalog ll. i 5 i — 56 . ungeachtet) unverständliches allegorisches Bild, das, dem H. von Männlich zufolge, die Geschichte des Künstlers, und wie er sich im Leben hatte benehmen sollen (post ssgtum) sehr sinnreich darstellen soll. — Salzrhalum einst: Den Heiland, der dem Judas den Bissen reicht, ein Nachtstück (1^ 8" br. 2^ 1" hoch) auf Leinwand. — In Zürch kannte Lüßli noch 176g bey dem dortigen Rathsherrn Werdmüller eine Flora in eiuem prächtigen Garten, mit schönen Gebäuden, Blumen u. s. f. verziert, ein großes Miniaturbild, das W- in den beßten Jahren seines Lebens zu Paris gemalt haben soll. Ebenfalls in Zürch, bey den Erben des sei. kunstverständigen Canonikus Nüschcler sieht man noch gegenwärtig von ihm eine auf blau Papier getuschte, und mit Weiß aufgehöhte Handzeichnung, die uns von dem wahrhaft poetischen Geiste des Künstlers einen Begriff giebt. »Es ist eine Diana, die während des heißen Mittags im dichten Walde bey einem schönen Brunnen ausruht. Das Jagd- geräthe liegt und steht um sie herum. Der eine ihrer Hunde hat auf dem ganz nahen Baum ein Eichhörnchen ausgespürt, auf welches sie ruhig lächelnd ihre Blicke heftet; der andere sitzt aufhorchend neben ihr. Die schöne, man möchte sagen, erquickende Anordnung des Ganzen, die wohlgewählte Vcrtheilung von Licht und Schatten, die richtige Perspektive, ja selbst der Wieder- schein der Bäume in dem Brunnen zeigen den aufmerksamen, verständigen und geschmackvollen Künstler, so wie die große Leichtigkeit und Sicherheit, womit das Ganze mehr hingeworfen, als ausgeführt ist, den vollendeten Praktiker. Bey einer sorgfältigern Ausführung in einem Gemälde wäre wohl ohne Zweifel die, zwar den Ruhenden bequeme, aber ungraziöse Stellung des rechten Beins abgeändert worden." So beurtheilt solche der späte, aber mit «»gemeiner Einsicht verfaßte Nekrolog unsers Künstlers in dem Neujahrsblatt der Künstlergesellschaft in Zürch vom J: -8o5, dem eine »ngemein richtige Nachbildung dieser Zeichnung in Aquatinta-Manier, so wie Werners Bildnis? in Vignette, beyde von H. Lips, zur angemessenen Verzierung dienen. »Werners Mignaturgemälde" (so schließt sich der obenerwähnte Nekrolog) »müßen ehemals Kunstwerke von hoher Vollendung gewesen seyn. Dieses kann man mit vollem Rechte auch jetzt noch daraus schließen, da Luft und Licht die bald absterbenden *) Er war Ihre Churfürstllchen Durchlaucht erster und vornehmster Hofmaler, Aufseher auf Dero Häuser» Malcrey, Tapeziererey, des Cabinets und aller Curlositäten, und beständiger Direktor der ncuangelegten Churfürstllchen Kunstakademie, mit einem Gehalt von 1400 Reichsthalern. vk) 8üßli, nach seiner Gewohnheit, seine Kunsthelden mit schrankenloser Glorie zu umzingeln, sucht alle Schuld der Unannehmlichkeiten, welche Werner in Berlin erfuhr, gänzlich von ihm ab, und vornämlich auf Augustin Terwcsten (seit 1690 Professor zu Berlin) zu wälzen, der, wie Descamps meldet, verlangte und erhielt, daß das Direktorat zwischen Werner» und ihm alljährlich abwechseln sollte; und wenn er uns dieses auch nicht sonnenklar zn erweisen weiß, so verdienen dennoch etliche in diesen Zeitraum von Werners Leben einschlagende Urkunden (l- 0. I. 265—75.) nachgelesen zu werden. Hier z. B. nur Eine (Brief eines H.Diziu's von Bern an einen Freund in Zürich vom ,6. Jen. 1699) worin es heißt: »Herrn Werner'« Schreiben melden einhellig, daß seine Sachen nicht nach Wunsch von statten gehen, obgleich er auf seiner Seite in der Akademie alles auf das Beste eingerichtet, und unterschiedliche Reglements aufgesetzt; aber bis dato sey noch nichts aus der Sache worden, und wisse niemand nichts, woran es hange; und, sagt er, er sey Akademiedirektor, wie der Herzog von Savoyen König in Cppern, ausser daß er gleich etwas von seiner Besoldung beziehe, welches er für ein großes Glück halte, denn sonst allhier weder der Maler, noch andere Künstler das geringste nicht zu verdienen wüßten; bezeugt auch. daß er in währender Zeit nicht ein einiges Stück gemacht, ohne ein einziges für die Tapezirer; sagt aber, je^ besser man e.ln Ding mache, je unangenehmer es sey; meldet auch, es wisse der Churfürst noch diese Stunde nicht, wer er sey; so weit habe Herr von Dankelman (sein Hauptgönner) seinen großen Gewalt mißbraucht, daß er gemacht, was er gewollt, und dem Churfürsten nicht das geringste zu wissen gethan. Aus allen diesen Umständen kann man leichtlich erachten, daß ihm alldvrt kein Glückstern ausgehen wird, sondern er sich zur Abreise wird fertig machen müßen, wie denn Herr Joseph sein Sohn schon vor einem halben Jahre von dorten verreiset ist, und börste Herr Werner auch bald folgen u. s. f. Hier ist ein rechtes Muster, was auf Glück und großer Herren Gunst zu halten ist." In »706 kam er wieder nach Bern zurück. Wasserfarben theils ganz zerstört, theils ihrer Kraft und Harmonie beraubt haben. Schöne und richtige Zeichnung, geschmackvolle Wahl der Umgebungen-, und vor allem eine liebevolle, höchst- fleißige, reinliche, und dennoch meisterhafte Ausführung sind jetzt noch an ihnen sichtbar. Klüglich hat er für den beschränkten Raum meistens nur einzelne Figuren gewählt. Hatte er, statt der leichtverwelkenden und für historische und mythologische Gegenstände immer kleinlichen Mignatur, mehr in Oel oder auch in Fresko gearbeitet, so würde er von Jedermann unter den ersten Künstlern genannt, statt, daß er jetzt, vielleicht nicht ganz ohne seine Schuld, als ein bloßer Modekünstler erscheint." — Von Werners eigner Hand kennt man ein auf die Krönung Friedrich I. zum Könige von Preuße» in 1701 gefertigtes Blatt: Einen von Pallas und Herkules (mit fast widersprechender Ehre!) gekrönten Fürsten, das von seiner großen Fertigkeit in Führung der Eknadel zeuget, und sehr selten seyn soll. Die beyden Göttinnen setzen, jede einen Lorbeerkranz auf die große — Pcrüke des neuen Monarchen *). Dann haben nach ihm gestochen, vörderst Bildnisse: E. Hainzelmann Kaiser Leopolds I.; M. Küssel und Ph. Kilian ein Paar dunkele Männer, Küssel ein bey Brandes schön genanntes des Auqsburger- Schultheissen Leonhard Weißen. Von Geschichtlichem und Mythologischem: F. Ertinger 12 Bl. Ovidischer Verwandlungen; P. A. Kilian Saul, der in der Höhle der Pythonisse (Hexe) von Endor den Schatten Samuels um Rath frägt; (Ebendasselbe auch G. A. Wolfgang, ein sehr großes Blatt); Küssel die HH. Joseph, Conrad, Pela- gius und Gebhard, ein Titelblatt; B. Lens eine Verkündigung und eine Geburt; N. Pithau eine reuende Magdalena; I. I. Thourneiser das Titelblatt zu einer in Bern gedruckten Bibel- — Ueber w- Personale, als Mensch, lesen wir bey Füßli: «Edel war er, so wie in Absicht auf die Kunst, auch auf seine Gesinnungen und Sitten. Er war mit einem feurigen Temperament geboren, in seinen Düngern Jahren auffahrend und hitzig; er mußte auf seiner Hut seyn, um von dieser Leidenschaft nicht überrascht zu werden; daneben hatte er einen schönen und ansehnlichen Körper, und sein Aeusserliches stimmte mit seinem Herzen überein; dieses überfloß von Menschenliebe. Er liebte den Pracht in seiner Aufführung, und war in allen seinen Handlungen großmüthig; alles was er that, war mit einem edeln Anstand begleitet; und bey allen diesen Vorzügen war er ein großer Kenner und Liebhaber aller schönen Wissenschaften." — «Sehr charakteristisch von ihm ist seine Antwort an einen gewissen (rüstigen) Theologen, Bartho- lomö Anhörn, Pfarrhercn zu Elsa» im C. Zürch, der ihm, als er noch in Bern war, einen jungen Anverwandten (Mörikofer) als Lernjünger empfahl: »Zweifle nicht" (heißt es darin neben Anderm, das bey Füßl, I. c. S> 276. und folgende nachgelesen zu werden verdient), «wenn sich bey dem Jüngling, neben beschriebenen Wandels- Tugenden, auch die Aufmerksamkeit und ein fähiger Geist befindet, derselbe die Zeit und Gelegenheit mit nicht geringem Wucher anlegen werde; woran sein Hinken ihm nichts schaden wird, indem zur Malerey mehr ein richtiges Augenmaß, als gerade Füße vonnöthen, zumalen weilen bey dieser Kunst wenig zu tanzen noch zu laufen ist. Zu dem vorhabenden Lehrzweck sey mein hochgeehrter Herr versichert, daß der Knabe in Europa (zumalen dieser Zeit) keine vortheilhaftere Gelegenheit antreffen könnte, indem er bey keinem Maler in der Welt den erforderlichen Unterricht, neben allerhand dazu benöthigten Kunstsachen, Gemälden, Bildereyen, Kupferstichen, Büchern beysammen finden wird, als bey mir; welches er ohne diese Gelegenheit zerstreuet, entfernet, in Italien, Frankreich, Deutschland und Holland, mit Gefahr, großen Kösten, vieler Mühe und langer Zeit, und ohne richtige Anleitung zusammenklauben müßte, als mir sechsten auch geschehen." Noch müßen wir, zur Steuer der Wahrheit, erwähnen, wie Aicolal **), Füßli entgegen, Werners Schicksal zu Berlin erzählt, wie folgt: »Der Staatsminister E. Freyherr von Dankel- mann, der mit Terwesten unzufrieden war, ließ mit ihm Unterhandlung pflegen, nach Berlin zu kommen, und ließ ihn i 6 g 5 ohne des Churfürsten Wissen ***) als Direktor -f-) der neuanzuler genden Akademie der Künste, desgleichen aller Kunstarbcit und Zierrathen an Churfürstlichen Gebäuden, Lapezereyen, Bildhauereyen, Gold- schmiedereyen, Schreinwerkereyen und andern dergleichen Sachen, nach Berlin berufen. Zugleich ward ihm die Aufsicht über alle Churfürstlichen Gemälde, sowohl in berlinischen als in andern Schlössern, deren Säuberung, bessere Stellung und Rangirung u. s. w. aufgetragen. Er versprach auch bey dem Einkauf der Malereyen sein Gutachten zu geben und sein angefangenes Werk von der Malerey ^ 1 , welches bey dergleichen anzurichtenden Akademien höchst nothwendig ist. ") Den diesem Blatte mit der Unterschrift: m- rrikm- om-r, srelik, giebt einer unserer deutschen Kunstfreunde eine von der eben erwähnten namhaft abweichenden Kunde: »Dasselbe" (sagt er) »dem man es ansieht, daß es von eines Malers Hand gefertigt wurde, findet sich vor den zu Durlach gedruckten Fu« ueralien des 1677 in seiner Residenz Carlsruhe verstorbenen Markgrafen Friedrich von Baden. Es zeigt diesen Markgrafen, den die Minerva mit einem Lvrber- Herkules mit einem Eichen» und eine Viktorie mit einem Palnienkranze krönen will. Ein Gantkakalog schreibt solches fälschlich (indem er die verzogenen Anfangsbuchstaben irrig betrachtete) einem I. G- Werner zu, und nimmt es eben so unrichtig (da es ohne Personalbezeichnung ist) für das Bildniß Königs Friedrich Wilhelm 1. von Preußen. 2") Beschreibung der Königl. Residenzstadt Berlin u. s. f. Neue Ausgabe (Berlin 779.) Bd. II. Anhang 4. S. 84 - u. ff. nr---) Nach Werners eigenem Geständnisse. S. auf der gleich vorhergehenden Seite die Note 2s, nach Füßlt i. S.-71. f) »8üßU im Leben Werners I. 0. berichtet, er sey zum ersten Hofmaler und beständigen Direktor der Kunstakademie berufen worden. Hieven findet sich aber in s-iner Bestallung vom 4. Jul. 1695 gar keine Spur, wv bloß die obenangeführte» Worte stehen. Direktor hieß im Grunde nicht mehr als hernach Rektor. Schlütter bekam auch 1695 das Prädikat als Direktor. Werner bildete sich freylich ein, er wäre der erste unter allen; aber Recht hatte er auf keine Weise dazu. Nicolni. ff) Von einem solchen Werke ist niemals etwas zum Vorschein gekommen. Selbst Füßlt. Werners Lobredner, erwähnt nichts davon- Es war also eine bloße Vorspiegelung, um sich wichtig zn mache». Ueberhaupt ist es ausgemacht, daß Werner Dinge unternahm, wozu er nicht fähig war. Er hatte von Direktion von Gebäuden und andern großen Werken gewiß keine Wissenschaft, und es waren dazu in Ber- .Werner, Werner. zu kontinukren und auszuführen. Für alles dieses wurden ihm 1000 Rthir. zugesags, daneben ward ihm freygestellt, Privatinformatlon zu halten, und sich dafür bezahlen zu lassen *). Auch ward er in seiner Bestallung, nebst dem Churfürsten, an den Freyherrn von Dunkelmann, (seinen eigentlichen Patron) verwiesen. Nachher wurden ihm 400 Rthlr. zugelegt, die nach seiner Abreise seinem Sohne Christoph Joseph gegeben wurden. In I7«4 hatte er viel Streit über eine Anzahl Königl. Malereyen, die durch ihn und seine Leute repa- rirt, und mit einem Firnisse überzogen worden, der von Kennern den Gemälden für schädlich gehalten ward. Um 1706 gieng er nach seinem Vaterlands zurück, wo er 1710 starb. Er genoß aber feinen ganzen Gehalt bis an seinen Tod **), und seine Wittwe genoß noch das damals gewöhnliche Gnadenvierteljahr bis Reminiscere 1711«.— Noch heißt es bey Heinecke I. 93. „Daß w. erst nach.Schlüker's Abreise aus Berlin, der dortigen Akademie Director geworden, und die Statuten und gänzliche Einrichtung derselben in beßere Ordnung zu bringen sich bemühet hat. Diese Akademie war 189h errichtet, und die allererste in Deutschland«. Ferner: «Werner hatte viele schöne Handzeichnungen und Kunsisachen mit nach Berlin gebracht, welche er aber der betrübten Umstände halber, worein er gerieth, theils versetzen, theils verkaufen mußte, und die noch hin und wieder in Berlin zerstreut gefunden werden«. Auf dem Bernerschen ersten Kunstsalon 1804 hatte man das Andenken an diesen berühmten Mitbürger dadurch sehr lebhaft erneuert, da von ihm verschiedene Bilder aus dortigen Privatgalerien aufgestellt wurden. So z. B. ein allegorischesOel- gemäld: Die Gerechtigkeit 8 " br. 4^ 6" hoch. Dann Phaeton's Fall; die beschützte Unschuld; die von den Meergöttern beschenkte Venus; und endlich ein Todtgewild-Stück. Eine nähere Beschreibung und fast durchaus belobende Beurtheilung derselben s. in Meusel's Arch. I. (4.) 40—42. Oixi. Füßlil. 260—80. Aeujahrsstück der Runstlergesellschafr in Zürch. 4 °. 8o5. — rJicolai. Mre. * Werner (Joseph), stauch oben Christoph Joseph Werner. * —- — (J.B.). So findet man aufKupfern den Namen Friedrich Bernhard Werner'« ver- siochen; wie z. B. auf einem Prospekte von Halle im Magdeburgischen, (kkc. * — — (J.G ), ein irriger Name für den ältern Joseph Werner; vergl. oben dessen Artickel. — — (Lorenz) von Jena, erlernte die Goldschmiedskunst zu Leipzig. Er erhielt seiner Armuth wegen, als er 1641 als Geselle nach Dresden einwanderte, von der dortigen Goldschmiedsinnung ein Almosen von 6 Groschen, SOZI * werner (Maria), st oben Anna Werner. — (Matthias), von Freiberg in Sachsen; erscheint i 58 i als Maurermeister zu Wittens berg. Hfrc. (Paul), unter Joseph Werner im Lex. Zu des Joh. Harduin's Opera selecta, Amsteloll. 1709. kol. hat I. Tscherning einige Kopfe reinlich nach ihm gestochen, davon aber nur ein einziger die Namen der beyden Künstler an sich tragt. Aus dem obigen Derlagsork, Amsterdam, muß man aber nicht folgern, als ob er sich damals in dortiger Gegend aufgehalten habe, da noch andre Berliner-Künstler zu gedachtem Buche arbeiteten. Auch Oldenburg gab nach seiner Zeichnung Stücke zu Beger's Ptis- saurus krandenburZicus. III.TH. Fol. Cölln an der Spree -696. * — — (Peter Paul, gewöhnlich Paul), unter Joseph Werner im Lex. Geb. zu Nürnberg iö 89 und hier gest. 177». Er, der den Titel als Hofmedailleur des Markgrafen von Brandenburg-Anspach trug, war nicht allein ein sehr fleißiger Mann, sondern auch ein guter Künstler, selbst noch in seinem spätesten Alter. Indessen finden wir von ihm schon Schaumünzen mit 1712 datirt. Paul besaß ein artiges Kunst- und Naturalien Kabinet. Schad'« pinacorhek S. 86. si 5 . Will'« AürnbergischeLNünzbelust,Zungen II. isZ. Auf ihn hat I p. Werner 178Z eine Medaille geschnitten, und dann eine andre (diese einseitig) ohne Zahrszahl; so wie man auch eine sehr große von einem Unbekannten poussirte einseitige Medaille, 8. n. auf ihn hat. Imhof Nürnbergisches Mknzkabin. I. Abth.2. S.946. 947 - Des Panzer NvrnbergischePortraitei. s 65 . II. 5 i. rubriciren drey Bildnisse von ihm, nämlich von: iV. (?. 735. S. 733. 87h. 883 . — — ( ), ein Steinmetz, dem i 453 der Rath der ehmaligen freyen Reichsstadt Nordhausen in Thüringen ein steinernes Thor zu verfertigen auftrug, an dem er zugleich «die Marter unsers lieben Heilands, mit einem Bilde unsrer lieben lin ganz andere Leute vorhanden. Aber Werners Eitelkeit gieng bis ins kindische. Um sich ein Ansehen zu geben, gab er sich, wie aus seiner Bestallung erhellet, für einen Maler und Bildhauer aus, und ließ sich, in einem von ihm erbetenen Schreiben des Churfürsten an die Stadt Bern, vom >4. Jul. 1695, ausdrücklich einen Maler und Bildhauer nennen, ob es gleich unstreitig ist, daß er nie einen Meißel in die Hand genommen hat. N. Diese Bedingung, die er gewiß selbst angegeben hat, stimmt schlecht zu den hohen Charakter» und Titeln, die er annehmen wollte, und zeigt seine Deokungsart. Doch vielleicht dachte er auch, als er noch in der Schweiz war, es wäre niemand in Berlin, der Unterweisung geben konnte. War nicht noch ,74, ein Buchdrucker Simon in Paris, der dem jetztregierenden Könige vorschlug, gegen die geringe Summe von i2o,oo<, Livres, in Berlin eine Buchdruckerey anzulegen, und in einem besondern an den König gerichteten Traktat den großen Nutzen bewies, den Berlin von Anlegung einer Buchdruckerey haben würde. N. Dieses verdient, aus den imK.Archive befindlichen Akten, angeführt zu werden, weilZüßli, derLebens- beschreiber und Lobredner Werners, immer zu verstehen giebt, als ob Werner» in Berlin das höchste Unrecht geschehen sey, da ihm doch auf alle Weise mehr zugestanden worden, als er, besonders in Ver>- gleichung gegen andere trefliche in Berlin befindliche Künstler, verdiente. N Werner. Wernh er. Zv54 Frauen auf einer, und St.Johaum's Bild auf der andern Seite; und an einem Ende daselbst den Gchildhelm und Zeichen des H. Reichs und an dem andern Ende Gisst (?) und Datum des Thores" ausbauen sollte. Historische Nachrichten von Aordhausen 1740. S-t(, 5 . Werner. So hieß auch ein Schmelzmaler, von welchem man auf einer Monstranz in der Chur- fürstlichen Hofkapelle zu München die Geburt und die Grablegung sehr sauber, mit der Jahrzahl H92 und einem Monogramm emaillirt findet. Christ indessen deutet dieses Zeichen (?), das, wie es scheint, ein X. XV. H. u. k. in sich schloß, auf Lsticl. Hirschvogel. — — (Madame). Eine solche nennt man um 1779 als eine junge Wittwe von Cotbus, welche, ohne Anleitung, sehr gute Handzeichnungen verfertigte, und sich um 1781 zu Berlin aufhielt, um sich daselbst mit noch mehrerem Erfolg in der Kunst zu üben. Bernouilli kurze Reise- beschreibungen Th. 1 . S. 260. — — ( ), Bauinspektor zu Straßburg im XVIII. Jahrhundert. Er ordnete die Verzierung und Schaugerüste an, die dort bey der Durchreise der Gemahlin des Dauphin's, einer Prinzeß von Sachsen, errichtet wurden. Dieselben sind von Heinrich Haldenwanger und von Johan Stridbeck in Kupfer gebracht worden. Mrc. — — ( ), Abbe, und Meister in der Schönschreiberey zu Augsburg, lebte daselbst schon um 1804 und noch 1809. Don ihm heißt es bey Mensel III. und in Ebendesselben Archive I. ( 5 .) 14.7 — 49. »Durch fünfzehnjährigen Fleiß hat derselbe eine Galerie zu Stande gebracht, die eine erstaunenswerthe Probe dessen ist, was sich mit der Feder Schönes ausführen läßt. Man darf sie ohne Scheu einzig in ihrer Art nennen. Sie besteht aus beynahe 200 Stücken, wo man auf einzelnen Bogen des beßten Velinpapiers nicht nur die eigentlichen Schriftzüge der bekanntesten ältern und neuern Sprachen in ihren verschiedenen Ab, stuffungen nach Größe und Form so getreu und schön als möglich nachgebildet findet, sondern auch von einer kalligraphischen Darstellung eines oder mehrerer der schönsten Stücke, oder wenigstens eines Abschnitts eines Hauptwerkes von den vorzüglichsten Schriftstellern der Griechen, Römer, Teutschen, Franzosen, Engländer und Jtaliäner überrascht wird, die dadurch einen um so größer« Werth erhält, als der Künstler, Abt Werner, sie bald mit dem Bildnisse, bald mit dem Grabmahle, bald mit einzelnen Scenen aus dem Leben des Schriftstellers, bald mit einer angemessenen Vignette geschmückt und mit einer geschmackvollen Einfassung umgeben hat Da ausser diesen meisterhaften Federzeichnungen noch einzelne schöne Gedanken, so wie das Leben eines Schriftstellers auf Obelisken, Altären, Vasen und Steinen, oder sonst auf eine schickliche Weise angebracht sind, so erhält man auf einem oder zwey Blättern, so zu sagen, eine gedrängte Uebersicht von allem, was auf die Einbildungskraft, den Witz, Scharfsinn und Verstand eines lebenden oder verstorbenen Schriftstellers Bezug hat. Dieses Meisterstück ist indessen nicht blos für einige wenige Liebhaber interessant, sondern auf die Befriedigung aller Klassen von gebildeten Menschen berechnet. Der Kalligraph findet hier eine Reihe von mehr als hundert verschiedenen Schriftzügen; der Mann von Geschmack die auserlesensten Stücke der beßten inn- und ausländischen Schriftsteller; der Philosoph die schönsten und herrlichsten Gedanken; der Gelehrte kurze Lebensbeschreibungen mit den Bildnissen seiner Lieblingsschriftsteller; der Künstler und Liebhaber von Zeichnungen, eine zahlreiche Mannigfaltigkeit von neuen Original-Ideen, die bey ihm wieder andere Ideen erwecken, oder wenigstens zur glücklichen Anwendung jener Veranlassung geben können. Das Anziehende, das diese Gallerte der Kalligraphie für einem jeden haben muß, der nur einigen Antheil an seltenen Kunstwerken nimmt, gewinnt noch dadurch an Reitz, daß der Künstler auch auf solche Männer Rücksicht genommen und ihre Portraite dargestellt hat, die sich zwar nicht als Gelehrte, aber doch auf andere Weise berühmt und um die Menschheit verdient gemacht haben ' Es ist schwer zu entscheide», ob man mehr dem Fleiße und der Geduld, oder der unerschöpflichen Erfindungsgabe des Herrn Werner huldigen soll. Nach den Versicherungen der Kenner und Dilettanten, die diese schöne Gallerte sahen, eignet sie sich ganz dazu, von irgend einem Regenten oder reichen Privatmann, der mit freygebigem Enthusiasmus Genies und Künste aufzumuntern und zu belohnen gewohnt ist, angekauft, und öffentlich aufgestellt zu werden, da ihr Anblick und Studium nicht anders als die größte Belehrung und Unterhaltung gewähren kann"; und im Frühjahr 1808 las man in öffentlichen Blattern: Derselbe habe seine Gallerie (damals) von 400, bloß mit der Feder bearbeiteten Tafeln nunmehr vollendet, und biete sie mittelst einer gedruckten Nachricht allen Monarchen oder andern Kunstfreunden zum Verkauf an. Diese Gallerie, auf welche der ausharrende Mann den größten Theil seiner Lebenszeit verwendet, sey keiner Beschreibung fähig; sie müsse gesehen werden, um das seltene Kunsttalent, die ausgedehnte Gelehrsamkeit und die Geduld des Verfassers, so wie die lehrreiche Unterhaltung, welche solche gewähre, bewundern zu können. Werner, s. auch sofort die Art.wernher. Wernervins (I). Nach einem solchen, unS sonst ganz unbekannten, um 17Z7 lebenden Maler (vielleicht zu Wien) hat Ravcnet ein Bild- niß Kaiser Carl VI. gestochen. wer» her, ein Mönch von Tegernsee in Bayern, in der zweyten Hälfte des XI. Jahrhunderts (1068—1091.). Dort befand sich eine sogenannte Uiblia ?superum. nach damaliger Zeit vortreflich mit der Hand gezeichnet, wahrscheinlich von ihm, da solche mit jener völlig einerley zu seyn scheint, welche das Loblied auf die H- Jungfrau enthält, die *) der Superinten, denk Oeder in der Ausgabe dieses Gedichts hat stechen lassen, das, wie man glaubt, selbst ein Geistesprodukt dieses wernhers seyn soll. Die Bilder in diesem letzter« nehmen sich durch die schönen Farben, besonders durch das Rothe, ganz vorzüglich aus. Eben dieser Mönch besaß eine vorzügliche Kunst, die Bücher mit goldenen und silbernen Zierrathen zu belegen; und endlich verdient er auch als Künstler, der mit Glasarbeiten umzugehen wußte, bemerkt zu werden **). Fi0 rlllo's Deutfchl. I. 19Z. 19h. 200. «) Nämlich von 84 nur 6. L-») ^uec8. 'I*. III. ?. m. p. ZlZ. „serigci'o-uz ,'o ecriprori, er >0 pieruri« >o- Uuslii^ zui Isvori», sutkrsßwgue praeliieri iwdsris IUerkgrili rsbuliiin iu 5us>er,ore psire iriLnZuIsiLill lie suro «t Lrßearo er elecrro er geromii er Ii>pi'6ivu! oma»iu, er gulnijue virreas teneirrs,, «I ijuoU- a^rii kusile opu- lie sere tsclum er Isvscro tiuie «oiilulir »ccleri»», irr 4V«rirlU»r>r«, »r i'r. lsbuls illlirulrrm» >r»v,oir»r". Wernher. Noch finden wir bey Liporvsky: Man halte auch jene Gemälde für seine Arbeit, welche eine Handschrift, im Besitze der Benediktiner-Abtei Weibenstepyan bey Anfing enthält, worin der Abt Alcuin vorgestellt wird wie er die Werke des Hora; und Virgils (der Armen!) dem H. Stephan opfert. wernher, ein anderer Mönch aus dem nämlichen Kloster, verdiene ebenfalls bemerkt zu werden, der die Kirche desselbe mit Kunstprodukten ausschmückte, und aber um ein ganzes Jahrhundert spather als der obige lebte l. c. 206. — — Abt des Kloster Weingarten, wahrscheinlicher Verfasser des berühmten Lllronici lls Ouelkis. und vielleicht Urheber der Miniaturen, mir welchen diese Handschrift ausgeschmückt ist. Ein Bild am Anfange derselben ist unstreitig zwischen den 1.116g —1184 vollendet, und gar nicht verwerflich. Man steht den Kaiser Friedrich I. auf dem Throne; ihm zur Seite stehen seine Söhne, Heinrich mit drr Königskrone auf dem Haupt, und Friedrich mit dem Herzoglichen Hure. Bey Heß (lVlonuments 6 usl 5 i 8 i 3 , damals 3 ) Jahr alt. Hier erscheinen noch zu gleicher Zeit, Christian Elias Wernicke Obcrbauinspcktor, 42 Jahr alt; und Friedrich wernicke Conducreur, Zc Jahr alt. rJamentliches verzeichniß sämmtlicher z. d. großen relational-lMutrer-Loge d. drey Weltkugeln gehörigen Bruder Freimaurer für i 8 i 3 . Berlin 8 °. S-107. 141. Wertinger. 5055 — — (Christian Elias). Christian (W ). sieh vorstehnden — — (C. G. B>), ein Bildhauer zu koders- leben bey Querfucth, welcher 1810 in öffentlichen Blättern bekannt machte, daß er Trauermonumente aus Lodersleber - Steinen fertigte, ssf-c. — — (Friedrich), s. oben Christian wernicke. wernigen (Johann von), ein Münzwardein, s. unten Wörnigen. Wernitz (Johann Friedrich), ein Bildniß- maler, der in dem Adreßkalender der Sradt Berlin 1766, nicht mehr, aber in dem von 177» wieder angeführt wird. *werotter, s.Weirotter oben und im Lex. * werschi (Peter van). In der Sammlung des Barons Oldershausen zu Gebesen in Thüringen, findet sich ein breites gutes Gemälde auf Holz, was Seehummer, Trauben, Porzellain, Gläser rc. darstellt,, vielleicht in der ersten Hälfte des XVII. Jahrh, gefertigt wurde, und dessen Meister sich darauf mit: Zweier va-r angegeben hat. Wir müssen jedoch bemerken, wie das in einer alten undeutlichen Schrift, so geschrieben ist, daß man den Namen leichtlich Dverschi lesen könnte. Im Lexikon erscheint dieser Maler bereits als p. van Dverf. und perer van Lwerschee; wir wollen es jedoch unentschieden lassen, ob unsere Lesart die beßere sey? wer schi'ch (Jacob), ein guter Oelmaler in Bayern. Er wurde in München ansaßig und malte mit seinen zwey Gesellen, Ignatz Schilling und Johann Lisenz, einem Niederländer, die Freskogemälde am Deckcngewölbe in der Klosterkirche zu Beyharting. Lipowsky. Erst. zuMünr chen 1787. * wersching (D.J ) Nach ihm hat C.Kolk» eine H. Familie, und I. Wagner eine Enthauptung St Pauls gestochen. Mrc. "Werrangen (Daniel), ein irriger Name für verrangben. werter, s. unten werther.. Werth (Johann de), ein Ingenieur in schwedischen Diensten, der, wahrend des dreyßigjäh- rigen Krieges, zu Leivzig »645 starb, und nicht mit dem bayerschcn Feldherr dieses Namens zu verwechseln ist. Srepner's Insorlpt. fips. X°. 5 / 6 . — — (Reinhard von), ein Bildhauer in 1664. Derselbe ferttgte die Zierrathen an dem großen — Fasse, was der Churfürst von der Pfalz zu Heidelberg erbauen ließ I. p. Layser Histsr. Schauplatz der Sradr Heydelberg. Franks. a.M. 17ZZ. ü°. S. 27. * — — s. auch weert u. werd im Lex. u. oben. werrheim (I.). So heißt bey Füßli I. wahrscheinlich durch groben Druckfehler, ein uns sonst ganz unbekannter Künstler, der ein Gemäld aus der K-K. Galerie zu Wien: Moses im brennenden Busche nach D.Feti, wie es scheint ziemlich dürftig gestochen. Bey winkler wird ein solches Blatt, wohl richtig, von Premier angezeigt. werrher (Gräfin von), eine sächsische von Dresden gebürtige Edeldame, aus der Familie derer von Globig» welche den Grafen Werther auf Beichlingen heiralhete und noch 1819 ( 38 I. alt) als dessen Wittwe, abwechselnd theils zu Weimar, theils zu Neunheilnigen, einem unfern Langensalze gelegenem Gute, sich aufhielt. Sie stickt sehr schön, malt in Oel, und soll auch einiges geetzt haben. Nach ihrer Zeichnung hat ihr Bruder, A. F. G. von Globig, einige Ansichten des Schlosses zu Beichlingen geetzt. — — (Georg), ein Gießer. S. oben Reifstock. * wertinger (Johann). Nur der ältere Katalog von Gchleisheim nennt die, wahrscheinlich unbedeutenden, Bilder dieses Künstlers, von welchen das Lex. spricht. In jenem Katalog sind sie, eilfe an der Zahl, mit N°. 024 —27. 5 äi —07. bezeichnet, lauter Bildnisse geist- und weltlicher Bayerscher Fürsten, Pfalzgrafen am Rheine, u.s.f. Darunter das einzige weibliche der Erzherzogin Anna von Oesterreich, Gemalin Herzog Albrecht V. Außer diesen eines des Herzogen Casimir's von N »2 VU W Nj 5056 > Wertin 0 rland. West Brandenburg. Wo mögen wohl diese Herrlichkeiten hingerathcn seyn? L'porvsky thut unsers Künstlers keinerlei Erwähnung. Wertmorland ( ), vielleicht richtiger westrnorland. So nennt Milizia (L6- tsr^.) II. 3 » 4 - einen Englischen Lord, der bey Tunbridge eine Rokonde (llslLspra?) erbauet habe, welcher nichts als eine höhere Lage und schöne Aussicht mangle, um derjenigen von Vicenza zu gleichen. wesbergen ( von). Von einem solchen uns sonst ganz unbekannten Stecher findet sich ein Dildniß des Rechtsgelehrten Ph. Streust Leucnstein. ^c. Wesch! er. So findet sich irgendwo der Name desBilohauclsD.Heschlerganz verschrieben. wesely (Adalbert), ein geschickter Schnitzer, der sich in Croatien und Dalmakien scheint aufgehalten zu haben, da ein Croatisches Titelblatt in Fol. mit verschiedenen Verzierungen und Figuren, worauf man: b)xe. TLllnIb.'«Vesselzr liest, in der Stif-'sstrahöwer - Bibliothek aufbewahrt wird. Ob er aber von Geburt ein Böhme gewesen, und jenes Blatt in Prag oder in Croa- ticn gefertigt habe, kann nicht bestimmt werden. Dlabacz. — — (Wenzel), ein Bildhauer zu Prag, von dem wir über nichts Anderes wissen, als daß er (freylich für ihn vielleicht wichtig) in 1802 seine Gemahlin Rosalie durch den Tod verloren habe. DIabacz. wesenig (Maria Theresia von), geborne Casanova. S. Casanova in künftigen Nachträgen. Weser (Ernst Christ, gewöhnlich Ernst), ein Dilcttai'.te zu Dresden, wo er noch i8ro als überzähliger Kreis-Steuer-Kopist lebte. Auf den dortigen Ausstellungen 1801, 180Z, 1806, 1807 sah' man von ihm Bildnisse in Miniatur; auf der von i8«8 aber in gleicher Manier einem schreibenden Knaben nach der Natur, und auf der von 1818 wiederum zwey Bildnisse in Miniatur, das eine nach der Natur, das andre nach van Dyck. Wessel (Bernhard), s. gleich unten seinen Vater G. Georg Wessel. — — (Carl Ehrenfried), ein Maler an der Porzcllainfabrik zu Meißen 1781. Mrc. — — (T. Georg), ein von Osnabrück gebürtiger und dort seßhafter Bildhauer, der seine Studien zu London beendet hatte, wo er auch bey der dortigen Akademie einen Preiß im Pouss- ren davon trug. Zu Steinfurt u. a. sieht man Altäre und dergl. Arbeiten von seiner geschickten Hand; so wie sich auch in den von F. Nicolai herausgegebnen vermischten Schriften des Justus Möser Th. 1. Berlin und Stettin 1797. 8° S. 109. ein von einem Unbekannten in Umrissm radirtcs Bildniß des Möser findet, was (wie es S. heißt) nach einem von wessel in gleicher Größe poussirtem Bildnisse in Wachs gefertigt wurde. Er starb etwa 60 Jahr alt, zu Osnabrück um 1812. Sein Sohn Bernhard, geb. um 1793, studirte 18G die Kunst des Vaters auf der Akademie zu Cassel. Msc. wessel (Heinrich Friedrich Wilhelm), der Sohn eines Töpfers, geb. zu Alton« 1794, vielleicht Nachkömmling eines der gleich ff Künstler dieses Geschlechts. Er machte seine ersten Studien auf der Zeichenschule zu Hamburg, wo er auch 1810, von der dortigen Gesellschaft zur Beförderung der Künste und nützlichen Gewerbe die silberne Preißmedaille erhielt. Don hier ging er nach Dresden, wo er sich seit 1811 der Malerkunst befliß, ss-sc. *— — (Jacob), st. beynahe (a. K. über) 70 I. alt, 1780 wahrscheinlich zu Danzig. Er malte sowohl in Oel als Pastell. Ausführlichere Nachrichten von ihm findet man inBernouilii's Reisen durch Brandenburg I. 269-63. und i. d. Gorhaisch Gel. Aeirung 1781. S. 272. Dann in Meusel's Asiscell. VIII. m. den Wunderkrausen Streit zwischen Bernouilli und einem Reisenden, ob dieser Weßel bey der Graf Dohna'schen Familie in Diensten gestanden, was aber offenbar den nachfolgenden Künstler gleichen Namens angeht. Nach ihm haben M. Bernigeroth, M. Deisch, I. I. Hayd, I. Houbracken, W. F. (s. b. F. W.) Kraft, Bildnisse, meist dunkeler Männer gestochen. Meusel II. — — — ein geschickter Bildnißmaler gleichen Namens, geb. zu Kopenhagen, arbeitete um 1780 zu Schlodien, und wohnte nachher zu Carwieden in Ost-Preußen in dem Gräfl. Dohna'schen Hause, dann um 1781 zu Quitteinen beym Grafen Doenhof. Dort sah der im vorigen Art. erwähnte Reisende von ihm (so. von dem Unsrigen) ein meisterhaftes, seelenvolles Bild der Frau Gräfin, „mit" (wie stch's etwa Reisende vorzustellen pflegen) „tief ins Herz sehenden Augen, und durchaus ganz Natur". „Nach des erstem Weßel's Tode" (heißt es in einer Notiz meines sel.Vaters) „kam er an desselben Stelle" (wahrscheinlich, eines Lehrers ihrer Kunst) »nach Danzig". Was denn obigen Federstrcit genugthuend beylegt. War vielleicht der Unsrige vollends ein Sohn des erstem? Meusel II. ^c. — — ( ). Vor uns liegen einige Pferdestücke, die in Aquatinta gr. qu.Fol. gefertigt und etwas undeutlich bezeichnet sind: 8arrorous x,.. Nessel exo., bonstori publisksä 1799 belobn Harris. Hat Messe! diese Blätter auch geetzt? Weßling ( ), ein Steinmetzmeister zu Potsdam 1800. Msc. Wesson( ), ein Englischer Kupferstecher, von welchem wir einzig, ohne andern Namen als den seinigen, ein Black zu nennen wissen, das einen Constabler darstellt, der ein lüderliches Haus untersucht. Msc. * West (Benjamin) *). Fiorillo V. 749—61 giebt den Art. dieses großen Künstlers, wie folgt **): *) Einige Nachrichten von ihm, und ei» vollständiges Verzeichniß seiner Arbeiten bis zum Jahr 179; findet man im kor veceoibs, 1795. I. ^ II. 9.51Z. 1795. 8- Vergl. 1784. Förster, S. 40. ff. Gäbe, B. Z. S. ->7. ff. ^>. 524. u. s. w. Einzelne Eritiken über Wests Werke findet man im ll'. sxviii. k>. k. p. 129. 1.XVI11. p. 11. p. 550. kozz. Man wird es uns nichr verargen daß wir einiges, was zur Beurtheilung von West s Arbeiten gehört, aus Förster'« Schrift (am a. O. S. 40. ff.) fast wörtlich mitgetheilt haben, da uns seine Eritik so unverdächtig zu seyn scheint. sn) Auch alle Bemerkungen unter dem Lerte gehören Fioriüo zu. Eine kurze Nachlese folgt unten. West. 5057 „West, der berühmteste, jetzt (1808.) lebende englische Maler, auf den jeder seine Blicke richtet, ein Liebling des Königs und eine Zeitlang Prä, fident der Akademie, ist von Geburt ein Nord- Amerikaner von Springfield in Ehester-Country in Pensilvanien, und ein Mitglied der ernsthaften, stillen, steifen, aber ehrwürdigen Gemeine der Quaker. Von den Verhältnissen, die unmittelbar zur Bildung dieses Mannes, und zur Entwickelung des in seiner Naturanlage unverkennbaren Genies mitwirken, können wir, unserer Bemühungen ungeachtet, keine Nachrichten mittheilen. Wir wissen nur, daß er in seiner Jugend nach London kam, reißende Fortschritte machte und eine Zeitlang hindurch das Glück hatte, in Italien die Meisterwerke seiner Kunst zu studieren. In welchem Jahre er zurückkehrte, wissen wir nicht; allein bereits 176^ erschienen von ihm Angelika und Medoro, und seit dieser Zeit eine ungeheuere Anzahl Arbeiten, von denen die besten durch die vielen Kupferstiche, die darnach verfertigt wurden, unter uns rühmlich bekannt geworden sind. Seine altern Arbeiten, der Abschied des Regulus, Scipi'o's Enthaltsamkeit, der Eid des Römerfeindes Hannibal, die trauernde Agrippina, der betroffene Aegistheus, der heilige Stephanus, der Erzengel Michael, haben in der That bey aller Kalte, allen Mangeln der Zeichnung, allen Fehlern des Colorits, allem Flickwerk der dem Poussin und andern großen Malern knechtisch nachgemachten Draperien, die man einigen dieser Stücke vorwerfe» kann, unverkennbare Züge einer edlen, keuschen, für das Große und Reine sehr empfänglichen Einbildungskraft. Seine Gegenstände sind gemeiniglich gut gewählt, und haben jene Würde, die sie der Kunst empfiehlt; seine Anordnung ist überdacht; seine Composition zuweilen reich; seine Figuren zeichnen sich durch Anstand aus, und es herrscht in seinen Gemälden die Eindeit des Gedankens, die sie zu einem Ganzen schafft. Allein zur Wahrheit der heroischen Empfindung hat er sich nur selten heraufzuschwingen gewußt; seine Gesichter sind oft nur allzuleer an Ausdruck, und verrathen, wie die kalten Stellungen, den mißlungenen Versuch, durch Uebertragung des griechischen Marmors auf seine Leinewand, griechische Erhabenheit und Ruhe der zur Göttlichkeit erhö- heten Lebenskraft zu erzwingen. Wir könnten die Characteristik dieses Künstlers noch kürzer fassen und sagen: Daß seine Darstellung des heroischen Schönen zwar niemals unedel ist, aber es auch nie erschöpft. Das erhabenste Werk seiner Phantasie ist der Ugolino, den er wahrscheinlich noch in Italien dichtete; man empfindet mit der Wonne der Wiedererkenniing, daß der Künstler hier Reminiscenzen aus dem Studium der Antike mit Genie benutzt, und Züge vom Jupiter und vom Laokoon entlehnt hat, ohne der Originalität seines eignen Gedankens zu nahe zu treten. Wests neuere Werke haben einen ganz verschiednen Character. Gegenstände, die aus unsern Zeiten und Sitten entnommen waren, hatte er bereits mit großem Glücke behandelt. Sie waren seinen Talenten angemessen, sein Gefühl konnte sich leichter hinein versetzen, und sein Publikum ihn besser verstehen. Ein undankbares, an malerischer Grazie verarmtes, ganz außer dem Bezirk des Edlen liegendes Sujet, die erste Zusammenkunft William Penn's mit den Wilden in Nord-Amerika, hatte wenigstens denjenigen Werth, den die getreue Dar, stellung des Costume und einer übrigens moralisch guten Handlung geben kann. Die Glaubensverwandten des Künstlers fanden sich in diesem Gemälde sehr geschmeichelt, und mit ihrem Bey- West. falle hatte er vielleicht für diesesmal seine Absicht erreicht. Gegen dieses kalte Bild machte die herrliche Scene, wo der General Woulfe, ein junger brittischer Held, als Sieger vor Quebeck den Tod fürs Vaterland stirbt, den auffallendsten Contrast. Dieses Meisterwerk in seiner Art, dessen schöne Composition und rührender Ausdruck allgemein bekannt sind, kann gewissermaßen die Höhe bestimmen, die der brittischen Schule in historischen Gemälden erreichbar ist. Ganz beklei, dete Figuren, Sitten und Gewänder unserer Zeit, und wahre sittliche Empfindung des wirklichen Lebens, die einer gewissen Zartheit und eines gewissen Schwunges bey ihrer Lauterkeit und naiven Unbefangenheit wohl fähig ist, setzten das brittische Künstlergenie in das vortheilhafteste Licht. Mit der Vorstellung der beyden Schlachten bey la Hogue und an dem Boyne *) eröffnete sich West um 178» eine neue Läufbahn. Vielleicht konnte der Vorwurf, daß in seinen bisherigen Arbeiten zu viel Kälte und Monotonie geherrscht, daß es manchen an Ausdruck und kräftiger Farbenmischung gefehlt habe, zugleich aber auch der ausdrückliche Wunsch des Königs, von seinen» Hofmaler die vorzüglichsten Scenen der brittischen Geschichte dargestellt zu sehen, diese Veränderung bewirken. Beyde Schlachten kennt man aus den schönen Kupferstichen, die darnach verfertigt sind. Es fehlt ihnen nicht an Handlung und Ausdruck; jene fällt sogar ins theatralische, und diese hat schon die Verzerrungen einer falschen Charakteristik. Die Wirkung der Farben dieser Stücke ist auffallender, als sie es in west's frühern Arbeiten war; doch scheint er im Kolorit keine besondre Stärke erreichen zu können. Die wichtigsten Unternehmungen der brittischen Truppen während des letzten Kriegs in Amerika hat dieser geschickte Maler auf sechs Gemälden vorgestellt, oder vielmehr von seinem Schüler Trumdull, ebenfalls einem gebornen Nord-Amerikaner, der sich auch durch seinen Ausfall der Garnison von Gibraltar gut angekündigt hat, in einer sehr belebten Manier ausführen lassen, ttcbrigens gehört West unter die wenigen Künstler, deren Talent nicht nur anerkannt und belohnt, sondern deren Character auch geehrt, und deren Umgang selbst von den Großen der Erde gesucht wird. Der König, der ihn vorzüglich schätzt, hat ihm die Verzierung der neuen Zimmer im Schlosse zu Windsor aufgetragen, und bezahlt ihm jedes Stück besonders, ungeachtet ein Jahrgehalt von loooPf. St., wie man sagt, mit dem Titel eines königlichen Historienmalers verbunden ist Von den zahllosen Malereyen von West, deren Inhalt aus den H. Schriften entnommen ist, können wir nur ei5 nige der wichtigsten anführen. Diese sind: Paulus auf der Insel Malta; Moses und Aaron vor dem Könige Pharao, in der königlichen Capelle zu Windsor; Christus am Ufer des Jordan, ebendaselbst; die H. Maria Magdalena am Grabe Christi; die großen Altarblätter in der Capelle zu Greenwich und in St.Stephan's Walbrook **); die Himmelfahrt in der Hofcapelle zu Windsor, ein Bild, das die Gebrüder Facius (Deutsche, aus dem Herzogthum Weimar) herrlich in Kupfer gestochen haben; die Ersäufung Pharao's und seines Gefolges im rothen Meer, ebendaselbst; der Heiland und die Apofiel, über dem Hauptaltar im Jahr 1787 aufgestellt; die Bekehrung des H. Paulus, ein Bild, nach welchem eine Glasmalerey für ein Fenster der St. Paulskirche zu Birmingham ausgeführt ist, u. s. w. West selbst hält eine Scene aus dem Leben Alexander's III., KönigS von Schottland, wie er nämlich durch Colin Fitz Gerald von *) Sie befinden sich gegenwärtig im Cabiuet des Lord Grosvenor, x. 524. S. Göde, S. n7- ff. * V ^ 8058 West. einem wilden Hirsch befreit wird, für seine beste Arbeit. Er malte sie für den Lord Perth. Eine große Arbeit, die Se. Majestät unserm Künstler auftrug, war die Verzierung der Audienzzimmer im Pallast zu Windsor. West verfertigte sechs Gemälde, die sich sämmtlich auf die Geschichte des großen Königs Edward III. beziehen. Die Scene des ersten ist bey Cressy, wo Edward nach der Schlacht seinen siegreichen Prinzen umarmt, der dem König von Böhmen das Leben und seinen Federbusch mit dem Wahlspruch: /cü äie» (seither an dem Wapen des englischen Thronfolgers) genommen hatte. Die Schlacht bey Nevil's Croß macht den Gegenstand des zweyten Stücks. Während daß Edward Calais belagerte, siegte seine Gemahlin Philipps über den König David von Schottland, der eine Diversion hatte machen wollen, und nahm ihn selbst gefangen. Man sieht die Königin auf einem Zelter, umringt von Baronen und Bischöfen, die man an ihren Fahnen und Helmen erkennt; und in der Ferne den schottischen König, der sich an Sir John Copeland «rgiebt. Im dritten Bilde legt Philipp« für den Eustache de St. Pierre und die sechs beherzten Bürger von Calais nach der Uebergabe des Orts bey ihrem Gemahl eine Fürbitte ein. Das vierte Stück verewigt die Einsetzung des Ordens vom Hosenbande. Edward mit seinen Rittern kniet am Altar, wo der Bischof von Winchester das Hochamt halt. Seitwärts ruht das Auge auf der knienden Königin und einer Gruppe von jungen Damen aus den edelsten Geschlechtern. Unter den Zuschauern erblickt man den schottischen König David, einen Marschall von Frankreich nebst andern vornehmen französischen Gefangenen, und Edward's jüngere Kinder. Den glorreichen Augenblick, wo nach der Schlacht bey Poiticrs der König Johann von Frankreich mit seinem Sohne gefangen in das Zelt des schwarzen Prinzen geführt wird, hat West in seinem fünften Gemälde geschildert. Das sechste, in der Mitte des Ordenszimmers, ist der Sieg des Schutzheiligen von England, St. Georg, über den Drachen; eine Scene, die hier ein neues Interesse gewinnt, indem eine schöne weibliche Figur im Vorgrunde durch die Dazwischenkunft des Helden von dem Ungeheuer errettet wird. Außer diesen Arbeiten sprach man noch von eiuem Vorhaben des Königs, das Grabmahl des Kardinals Wolsey von demselben Meister verzieren zu lassen *). Im Jahr 1799 lieferte West zur Schaustellung der Akademie mehrere Cartons für Glasscheidengemälde zu der Collegiat-Kirche in Windsor, zu der prächtigen gothischen Abtei, die der reiche Drckford in Foot- hill mit ungeheuern Kosten erbauen ließ, und zu einem Fenster in der St. Paulskirche zu Birmingham , dessen wir bereits gedacht haben. Jarvis oder seine Schüler, die überhaupt die bedeutendsten Kirchen in England mit ihren Produkten schmücken, haben es ausgeführt. Auch ist darüber ein interessantes Werk erschienen, welches, nebst dem von le vieil, eine bedeutende Lücke in der Geschichte der Kunst ausfüllt, und die Glasmalerey artistisch und chemisch aus den beßten Quellen erläutert. Der Verfasser heißt John Aibley; und wenn er auch fälschlich das Jahr ibvo als die Epoche annimmt, worin jene Kunst West. auf den Gipfel der Vollkommenheit gebracht worden ist, indem den Deutschen das Verdienst gebührt, sie weit früher meisterhaft ausgeübt zu haben, fo giebt er dafür Rezepte über »die beßten und dauerhaftesten Farben und das Einbrennen derselben, und ist in Allem sehr gründlich **). Wir zweifeln, daß ein Mann von Wests Geist und Talent sich, wie man sagt, der geheimen Vorschriften der venezianischen Schule oder des Tizianischen Colorits (TÜcra» bedient. Es ist wahrscheinlich boshafte Spötterey seiner Feinde, deren er viele hat, und die auf ihn Jagd machen. Zu leugnen ist es übrigens nicht, daß viele Künstler der neuen Schule, welche im Besitz der Tizianischen Farben zu seyn wähnen, rechte buntscheckige Dinge hervorbringen, die Augen durch lauter Farbenpracht und Herrlichkeit verblenden, und den Spöttern reichen Stoss darbieten. Zu diesen gehört vorzüglich der, jeoe Modethorheit kräftig geißelnde John Williams, dessen zwey witzige Pamphlet» gelesen zu werden verdienen***). Eben so «»gegründet halten wir den Vorwurf, daß West, während er Präsident war, nur seine Anhänger bey der Königlichen Akademie befördert, und alle Aufseherstellen und Comireen nur mir seinen Freunden, ohne auf ihr wahres Verdienst zischen, besetzt habe. Freylich war er kein Freund des rauhen Barry; auch fügte ihm die Opposition durch die ewige Kritteley seiner Gemälde so viel Herzeleid zu, daß er sich i 8 c >5 von der Königlichen Akademie gänzlich zurückzog, seine Präsidenien- stelle am sten December desselben Jahrs niederlegte, und seit »8.,6 eine Privatausstellung seiner Gemälde veranstaltete, bey welcher seine Eitelkeit und sein Beutel sich recht wohl befinden. Unter seinen letzten Arbeiten, die er zur Schaustellung der Akademie lieferte, war eine Vorstellung der Sündfluth ein wahres Meisterstück. Die ganze Natur ist hier durch eine graue Nebeiwolke umkleidet. Im Hintergründe scheint die unförmliche Arche dunkel hervor. Alles ist Wasserfläche. Eine ertrunkene Familie, die sich bey der allgemeinen Fluch auf einen starken Baum zu retten suchte, treibt verschlungen in die Zweige desselben auf der Oberfläche, und drey furchtbar große Schlangen, welche auf diesem Baume gleichfalls Schutz suchten, hangen in einander und in die Zweige und menschlichen Glieder verschlungen von den hervorragenden Aesten herab. Die Leichname der Menschen sind schon schwarzgrau gefärbt, und das Wasser hat die Haut gänzlich ausgefüllt, wie dies bey Ertrunkenen der Fall ist. Zur Seite flattert die weiße Taube, und tiefer hinten steht man den Raben in schnellem Fluge. Die übrigen Darstellungen der biblischen Geschichten, eine Auferstehung Christi, die Derjagung Adams aus dem Paradiese u. s. w sollen gänzlich verfehlt seyn. Im Jahr 1802 verfertigte West mehrere Scenen aus dem Metamorphosen des Ovid, einen Belisarius mit dem Knaben, und eine Vorstellung der Pad- dingtoner Reisebarken, die aus Uxbridge wieder in London ankommen und mit lustige» Passagieren angefüllt sind. Zur Ausstellung im Jahr ,8.,Z lieferte er aber nur ein einziges Bild, eine» Liebesgott, der auf einem Rosenbcrte schlaft. Dies Cabinetstückchen war üppig kolocirt, und fand vielen Beyfall f). Es übertraf bey weitem sein ») S. Förster, am a. O. S. 48 --5--. S. I'ii« Art ok pgiiiting on Lllij svllesliriA lll Ölst»; Vsitli tiie lru« receij»« ok rbe <>olc»iri, tbe orllr- ring ot llie turllsce »llä lbe secrer» Uierrmo tielcmgioß. igoi. 4. Mit zwey Kupfertafeln. ÄSN) S. ^ roueb-slolis ko lbs prerellt 1797, und ^ cillicsl 6ui tue s.ieseac Litiitiiliou, lobn William», vulgo 1797. Vergl. 1 ?. III. x. 147. f) „Diese Ausstellung hatte übrigens den Unsrigen in einen sehr unangenehmen Handel verwickelt. Man beschuldigte ihn nämlich eines eigenmächtigen Eingriffs durch Uebersendung eines (eignen oder fremden?) Dad der Venus/ das er 1799 vollendet hatte. Im Jahr 1804 erschien von ihni das letzte Abendmahl/ eine Skizze/ nach welcher das Altarblatt in der Collegialen-Kirche zu Windsor ausgeführt ist. Ein Stück/ das schon so oft und so glücklich von den ersten Künstlern bearbeitet worden/ konnte nicht aufs neue behandelt werden/ ohne manchen bittern Tadel zu erfahren. Allein vorur- theilsfreie Kenner gestehen, daß das Gemälde recht gut, und besonders der Heiland eine sehr gelungene Figur sey. Nur mit dem Colvrit war Niemand zufrieden. Weit vorzüglicher ist in dieser letztem Rücksicht ein Gemälde nach der Offenbarung (XIX., i i und 20.). Einen großen Beyfall fand sein Cicero, der in Gesellschaft der Magistratspersonen in Syracus das Grabmal des Archimed von Büschen reinigen laßt, hinter denen es vergessen und verborgen stand. Die Figur des Consuls hat ungemeine Würde. Im Hintergründe staunt, das Gefolge und das zusammengelaufene Volk über das allmahlig hervortretende Denkmal. Eben so viel Lob gebührt der Geschichte Phaekon's nach Ovid. Auch seine zahlreichen Gegner gestehen, daß er hier nichts gemeines aufgestellt hat. Das feurige Erwarten Phaeton's, des Vaters Aengstr lichkeit, die wilden Rosse, die schönen Hören rc. beweisen den geübten Künstler. Noch vor seinem Austritt aus der Akademie hat West i 8 c »5 nicht weniger als sieben historische Stücke und eine Landschaft zur Ausstellung geliefert; und das war wohl ju viel für einige Monate Arbeit. Mit der Idee in diesen Werken ist fast jeder Kenner zufrieden, denn sie zeugt immer von einer reifen Beurtheilungskraft und einem guten Geschmack; allein die Ausführung ist nicht durchaus fleißig, und dem Colorit fehlt es an Harmonie. Auch haben die Umrisse der Figuren stets eine gewisse unangenehme Härte. Unter den Gemälden in der Shakiveare- Gallerie findet man zwey Stücke von West, die aber nicht zu seinen beßten gehören. Es sind Scenen aus dem König Lear (^ct. III. . 5 c. 4 .) und dem Hamlet (^ct. I V. §c. 5 .) *). Seine letzte, berühmteste Arbeit ist ein Gemälde von Nelson's Tode, das er 1806 vollendete, und worüber die Stimmen sehr getheilt sind. West laßt Nelson auf dem großen Verdeck (quurtvr-äek) und nicht in der großen Cajüre l.coek-pit) sterben, um die Ansicht der gewonnenen Schlacht selbst im Hintergrund, so wie den Tod von Adair und Scott als Nebengruppen mit aufzustellen. Es ist der Moment gewählt, wo Nelson vom Capitain Hardy die Nachricht von dem entschiedenen Sieg vernimmt, und mit einem Ausruf des Danks zu Gott stirbt. Die Stellung des »sterbenden ist gerade, nur in entgegengesetzter Richtung, die deS Generals Woulfe; und hier vermissen die Tadler Allerdings die Neuheit und Originalität, die man bey der Begeisterung für einen solche» Gegenstand wohl zu erwarten berechtigt wäre. In den Figuren herrscht eine unangenehme Kälte. Vergebens bemüht man sich, den Character und die Empfindungen zu errathen, welche durch die Gesichtszüge ausgedrückt werden sollten: Die bekannte Liebe und Anhänglichkeit an den großen Admiral, und die Tiefe Trauer und Angst über seine Verwundung. Indessen war West und ist bis auf diesen Augenblick der einzige brittische Geschichts- Gegenständemaler, der solche leidlich ausführen kann, und er legt deswegen auf seine Gemälde einen großen Werth. Nicht weniger als 2000 Pf. St. werden für dieses Bild gefordert. Man hat gesagt, daß der König, der es gesehen und, wie es heißt, auch — gelobt hat, es kaufen werde. Heakh, der größte jetzt lebende Kupferstecher in England, wird es in Kupfer stechen **). Als Schriftsteller hat sich West nur durch eine Rede bekannt gemacht, mit welcher er als Präsident i/uö die Preisvertheilung eröffnete ***). Sie enthalt eine kurze historische Darstellung des Fortgangs der schönen Künste von den frühesten bis zu den gegenwärtigen Zeiten, vornehmlich in der Absicht, darzuthun, daß diese Fortschritte nie so schnell waren, als die neuern der englischen Schule. Als die beyden Hauptursachen davon giebt er theils die für zweckmäßigen Unterricht getroffene Fürsorge an, theils den Umstand, daß man dem jungen Künstler völlig freie Wahl derjenigen Kunstgattung läßt, wozu sein Genie aufgelegt ist. Bey dem vielen Guten und Belehrenden, welches diese Rede enthalt, vermißt man doch in ihr den leichten, einnehmenden und geschmackvollen Styl von Reynolds". Zu diesen ausführlichen Notizzen von H. Florillo haben wir nur Weniges nachzuholen. Auf dec Ausstellung von i 8 o 5 sah man noch von ihm, neben der schon erwähnen Sündfluth, und den beyden Marien am Grabe: Eine Vertreibung dec ersten Menschen aus dem Paradiese; Belisar, von dem Knaben geführt, und besonders Thetis, die ihrem Sohne Achill die von Vulkan geschmiedete Waffen dringt; in weich letzterm Bilde die Zeichnung durchaus genau, die Figur der Göttin hinreißend, und die Farbengebung weit sorgfältiger seyn soll, als man sie sonst an die em großen Künstler zu sehen gewohnt war. Noch einige andere bisher nicht genannte Arbeiten werden wie bald unten durch das Verzeichniß der nach ihm gelieferten Blätter kennen lernen. Ueber seinen im Frühjahr 1806 ausgestellten Tod Nelson's wurde in einem der Zeitung f. d. elegante Welt N°. 79. d. I- beygerückten Londoner- Briefe, fast ungebührlich strenge geurtheilt, wie folgt: Man bemerkte nämlich darin, trotz mehrerer Hundert auf diesem 4 ^ hohen und /j/ breiten Bilde zusammengestellter Figuren die größte Armuth der Gedanken, und lediglich ein verworrenes Gedränge rings um einen auf dem Boden liegenden todten Menschen; kurz nichts minder als den würdigen Pendant zu dem berühmten Tode des General Woulfe, von dem einst Nelson zu West gesagt haben soll: Daß wenn er einst den Tod Gemäldes, bey welchem die gehörigen Formalitäten nicht beobachtet worden, und worüber er allerlei Vorwürfe erdulden mußte, zumal da er schon vorher bey gewissen Gelegenheiten (als Präsident) sich zu viel herausgenommen haben sollte. Es wurde daher eine allgemeine Versammlung der Mitglieder gevalten, durch deren Beschluß er von aller Absicht, die Regeln und Gebräuche der Akademie zu beeinträchtigen, losgesprochen wurde". So wird dieser Vorfall in dem Meuscl'schen Archive t. (2.). S. -59—60. nach einem Schreiben aus London im Okt. >8ol freylich locker genug erzählt. ") Vergl. Förster, am a. O. S. 58> u. 179. 25 ) Wir bemerken bey dieser Gelegenheit, daß man einige schöne Kupferstiche, die sich auf Nelson's thaten- reiches Leben beziehen, in dessen eigenhändiger Biographie findet, die auf 17 Platten in Kupfer gestochen und von Mac Arthur und Clarke herausgegeben ist. Eremplare auf Velinpapier mit Kupfern auf Atlas kosten 100 Guineen. »»») S. X Oiscour,« llelivereck lo tlie -kuckeiNi ok tlie ko^sl Hcaäew/ ou lli« üi'irrlbullo» ol lllo Prior«, (b/ 179z- 4 > Zo6o West West. für's Vaterland sterben sollte, er nichts Besseres wünsche als sich von einem solchen Künstler vorgestellt zu sehen. Redendem wurde behauptet, die Absicht dieser Ausstellung sey vorzüglich dahin gegangen „eine Subscription für ein Blatt nach diesem Gemälde an den Mann zu bringen und mit eckelhaster Charlakanerie anzubieten". Hinwieder wird anderwerts an diesem Bilde, freylich eine Nebensache, nämlich die Menge wohlgeirof- fener Bildnisse der vorzüglichsten der bey jener Lrauerscene anwesenden Personen ganz besonders gerühmt; mit der weitere Bemerkung: Ein Seiten« stück dazu sollte den gleichzeitigen Auftritt im Untertheil des Schiffes darstellen (was wir nur halb verstehen); und beyde gedachte der Künstler (wie wir schon erwähnt) durch Heath stechen zu lassen. Von dem schönen Gemälde der Steinigung Stephan! in der Kirche dieses Namens zu London, erzählt Förster, in seinen Beyträgen zur Benntniß Großbritanniens Th. I- S. sgZ. ein Anecdoton, welches nachgelesen zu werden verdient. Endlich bemerken wir noch: Daß, ungeachtet die General-Versammlung der Königl Akademie ihn i 8 c >4 u. 5 . neuerdings zu ihrem Vorsteher gewählt, er sich von dem schon langer gehegten Vorsatz nicht abhalten ließ, am s.Dezemb. des letztgenannten Jahrs, diese Stelle wirklich aufzugeben. Seit R. Dalkons Tode (1792.) war er Aufseher der Gemälde des Königes mit einem Gehalte von 3 oo Pf.Sk. Gestochen nach West haben: F. Bartolozzi, I. Basire, P. C. Canot, Th. Cook, G. S. und I. G. Facius, I. Fittler, I. C. G. Fritsch, C. Grignion, I. Hall, M. Liart, H. Lips, E. Malvieux, I. B. Michel, D- P. Pariset, S. F. Ravenet, P.Sandby, G-Scorodoomoff, W. Sharp, R. Strange, W. Woollet.— Geschabt: W. Dickinson, R. Dunkarton, R. Earlom, E. Fisher, V.Green, J.E.Hayd, C.H.Hodges, I. R. Smith, C., I. u. Th. Watson. — Einige von ihnen auch in Etz- Punktirr und Luschmanier. Von Bildnissen nach ihm kennen wir: 1. Ihn selbst*) mit seinem jungen Sohn (Robert). 6reen. 2. Seine Gattin (als Madonna) mit ihrem Kind im Arm. 6reen. 3 . Er und seine Familie. Die Mutter halt ihr todtes Kind auf dem Arm; der Vater betet. 6. 8. er). 6. kacius **). — Copieen pariset. Lover. D. RuAeuäas. 4. Georg III. König, kiscker. 5 . Charlotte, die Königin, die Hände übereinander geschlagen. 6reen. 6. Ebendieselbe mit der Königlichen Prinzessin' 6reeri 1778 ***). 7. Die Prinzen Ernest August, August Friedrich, Adolph Friedrich, und die Prinzessinen Auguste Sophie, Elisabeth undMaria. 6reeni778. 8. Der Prinz von Wales und sein Bruder, der BischofvonOsnabrück, ganzer Statur. 6reen 1779 - 9. Der Prinz von Wales und der Herzog von Dort, ganze Figuren, stützen sich auf einander. Colorirt ohne Namen des Stechers. 10. Prinz Wilhelm Heinrich. 6reen 1780. 11. Ebenderselbe als Matrose. Lnrtolosrst et8anä- bX'jJ. 1782. 12. Ein Engel in den Wolken hebt ein Kind zum Himmel empor, dem noch ein kleineres den Arm reicht Anspielung a. d. frühen Tod zweyer jungen englischen Prinzen. Strang» 1788. 13 . Octavius, Prinz ^), eine jugendliche Figur, kncii 178h. 14. Lord Georg Lyttleton. Dunkarton. Sehr schön. 1 5 . John Sawbridge (als Brutus!) ganze Statur. Pü.Wntson. Sehr schön und selten. 16. Robert und Thomas Drummond, Söhne des Erzbischofs von Dorf, ganze Statur. 6reen. 17. Lord Großvenor, ganze Statur. Dickinson. 18. Generalmajor Robert Monkton. Watson. 19. Thomas Newton, Lord-Bischof von Bristol. Lariom. 20. Sir Edward Astley , Baronet. 16 . 21. Sir Joseph BankS. ). K. 8mitü. 22. W.tz. Cavendish Bentingk, Herzog von Portland, und Lord E.Bentingk, beyde stehnd. 16 . 2Z. Lady Beauchamp (proctor) ). Watson. ") Andre Bildnisse des Unstigen, nach Andern, giebt es die Menge. Die vorzüglichsten sind: 1. o. Llusrü s>. Lsr. Wslsou rc. IN. n. 2. W- l.»wisn»on p. W. selber ,c. in. o. z. 6. n. »giiov, p. I. kitiiei Wunderschön, im Alter, mit der Brille in der Hand, von welcher er» wegen einer gewissen Vorrichtung in zwey Hälften getheilter Gläser sagte, daß sie sein Glück ausmachen. 4. V 7 . ll. Oewroii s>. 6. llestk »ciu8. 5 0, Brustbild einer Destalin. önrtolo^^i. 5 1. Angelika und Medor. A. d. XIX. Gesänge des Orlando. Lnclom. ssaclU8. Nach ungleicher Behandlung^ des Malers. 5 s. Die Höhle der Verzweiflung, oder) der Ritter vom rothen Kreuze. ^ Alle drey 6 reen. ^ aus 53 . Treue und Hoffnung. 16 . 1 Spencer. 54. Una mit ihrem Löwen. Larlom. ) 55 . Romeo und Juliet (III. Aufz. VII. Auftr.) 8 kary. 56 . Trennung von Romeo u. Juliet ( 6 e 6 iö aux ^man8 malkeureux!) 8coro6oömoK'. 5 ?. Tugend und Unschuld, ö. I,ip 8 (n. K. auch) 6 reen. 68 . Cirkasslsche Dame. 8 coro 6 oomoII'. 5 g. Dasselbe, auch von einem Unbekannten. 60. Dame, die ihr Kind lesen lehrt. Ohne Namen des Malers und Stechers, in Roth Kreidenmanier. Nachlese. 8r. Leonidas, König von Sparta. Host^es. 62. Die Traurigkeit dcS Tigrancs, als er seine Familie als Gefangene vor Cyrus findet. Mittler. Ein vorzügliches Blatt. «) Wie wir diesen Art. vollende», zeigen uns die Göttiny. gelehrt. Anz. ig-fl- Nro. 125. S. ,244—46. eine Schrift von I. Galt über das Leben und die Studien des Unsrigen 8»o London i8>6 -6o. S- an, da« besonders über dessen Jugendjahre manches Interessante enthalten soll. (Sein mütterlicher Großvater, Thomas pearson, war ein vertrauter Freund William penn's). Cs werden darin eine Menge Anekdoten über die frühe Knnstliebe und die ersten Kunstversuche von Benjamin erzählt. Auf seiner Reise nach Philadelphia machte er die Bekanntschaft des Malers William, der ihm die Schriften von Richardson und Fresnop über die Malerey mittheilte. Unter dem Verschiedenen, was er damals fertigte, war ein St. Jgnaz nach einem Bild aus der Schule des Morillo. Seine Reise nach Rom unternahm er 1760. Er war dem Kard. Alex. Albani empfohlen, der sich nicht genug verwundern konnte, daß ein Am- rikaner sich auf das Studium der schönen Künste legen wollte, und vor der Präsentation fragte: I» K« blscL or wklile: Ist er Schwarz oder weiß? (was den Schreiber dies erinnert, daß eben diese Eminenz erst durch Winkelmann erfahren mußte, zu welcher Confession sich die verschiedenen Schweizer-Can« tone bekennen). Bon den Herrlichkeiten Roms wurde West ganz bezaubert. Dort ward er mit dem englischen Maler Gavin Hamilton bekannt, der ihn einmal in ein Caffeebaus führte, wo sich ein berühmter Improvisator hören ließ- Kaum hatte dieser erfahren, daß der junge Künstler ein Amerikaner sey, der dir weite Reise nach Rom nur der Kunst wegen unternommen hatte, als er wie begeistert in die Saiten seiner Guitarre schlug, in einer herrlichen Ode die Entdeckung Amerika's, Columbus, die Ausbreitung des Christenthums u. s. f. besang, und zuletzt mit einer Anspielung auf West sein Lied beschloß. Hierauf folgt seine Bekanntschaft mit Meng«; ein Rath den ihm dieser ertheilte; Reisen die er von Rom aus unternahm; seine Rückkehr über Florenz, Bologna, Parma (wo er eine treffliche Copie des H. Hieronn, mus nach Correggio fertigte), und von dort über Genua und Turin nach Frankreich. Mehrere italienische Akademien hatten ihn damals schon z» ihrem Mitglied ernannt, Eine (man möchte sagen, hirnlose) Kritik über unsern Künstler, aus einer Schrift: kke ptcrure ->k konflor» kor I8<>5 Oonclo» ,2M0 p. 269. theilt uns so eben noch ein Freund, wie'folgt mir: „Obwohl Zeichnung und Gruppirung meist genau und korrekt bey ihm zu nknuen sind, so sind doch die Figuren sonst unerträglich hart umrissen, und sein Colorit ist eben so unnatürlich, als es dem Auge mißfällig erscheint. Seine Miniaturen erhalten mehr Beyfall, als seine großen Vider. In Skizzen und Entwürfen j-der Art ist er trefflich und voller Lebe»; ja man möchte solche seinen vollendeten Gemälden vorziehen, da er di-s? mit dem ängstlichen Fleiße auszumalen pflegt, der sonst nur dem geistlosen Copisten eigen ist. AIs Historienmaler sollte er dann billig auch seine Bildnisse dergestalt zu behandeln verstehen, daß sie der Kritik nickt z»m Spotte dienten. Man möchte wünschen, er entsagte denselben ganz, indem er vielleicht sonst des großen Ruhms noch verlustig werden möchte, den er fast nur guten Kupferstichen, nach denjenigen seiner Gemälde verdankt, die der Ehre der brittischen Nation schmeicheln." 63 . Dit Indianer, welche die Englischen Gefangenen dem General Bouquel zurückstellen. Zwey Vignetten. Lanot er 6riZnon. Letal. 6e ^c. «). West (B.) der jüngere, hatte auf der Ausstellung der Königl. Akademie zu London 179» eine Zeichnung (wie es kurzweg heißt). Dann eben hier ein R. E- West den Satanas nach seinem Falle wie ihn Milton beschreibt, und eine Zeichnung von einem — alten Baume. Vermuthlich sind beyde diele Künstler aus der Familie des Benjamin West, da sie in seiner Behausung wohnten. Mn. — — (Carl), Stecher mit der Nadel, dem Grabstichel und in Punktirmanier, geboren in Eng« land um 1760, und blühend zu London um 1780. Von ihm kennt man z. B. Diana, einem Hunde schmeichelnd, Halbfigur nach Rosalba Carricra, aus der Gallerie Houston; dann die silberne Zeit nach H. Walton (1787), und die Cbaldaische und Circassische Frau, ohne Namen des Malers; diese dreye wenigstens in Punktirmanier. Rost IX. 076. Noch nennt Basan (L6. 8ec.) von ihm, ohne andern Namen als den seinigen, Ansicht der eisernen Brücke, in der Nähe von London (1782.) — — (Raphael). ^i'orillo V. 799 - meint: Vielleicht ein Sohn von Benjamin, mit dem Hinzuthun: Derselbe ist uns nur durch ein Blatt (wahrscheinlich Bild) in der Shakespeare-Gallerie bekannt. Der Inhalt desselben ist aus dem Stücke: ztou like ir (^ct. IV. 8c. 3 .) entnommen. Die Hauptfigur däucht uns ganz nach Salvatoc Rosa kopirt zu seyn. — — (R. L ), f. obigen B- West den jünger». Dieser R L. ist wohl offenbar mit dem obigen Raphael w. Eine Person. — — ( ), Englischer Consul in Dänemark, gab in 1807 einen rasonnirenden Katalog seiner 5063 Westalk Gemälde, Zrichnungen, Kupferstiche tmd Kunstbücher aus Licht; immerhin demerkenswerth als Beytrage zum artistischen Theile der Dänischen Litteratur. Akrc. Westall (R-). Von diesem EUglischen Maler neuester Zeit heißt es bey .fiorillo V^ 8 o 5 —7, „Westall gehört zu den Artisten, die durch Anmuth und Reiz zu gefallen suchen. Seine graziöse Manier ist in Deutschland nicht unbekannt geblieben. Sie ist auf allen unsern Jahrmärkten zu sehen. Jene bunten englischen Kupferstiche, niedliche englische Madchengesichter, Kindergruppen- Nymphen u. a. m. vorstellend, sind größtentheils nach westalls Bildern. Diese Bildchen mit den englischen National - Physiognomiken, welche der Phantasie jedes Beschauers gerade so viel Raum gestatten, daß jeder die noch fehlenden Züge seiner liebsten Bekannten hineinmalen kann, gefallen ben Engländern ungemein. Sie verdanken Westall die Freude, hier eine Schwester als Venus, dort ihre Ehehälfte als Diana zu sehen, in jenen Nymphen viele hübsche Mädchen ihrer Sippschaft zu erkennen, und in diesen Amoretten den freundlichen Blicken ihrer Kinder zu begegnen. Man begreift leicht, daß dieser Künstler einen hohen Grad der Popularität erreicht hat, und Eöde weiß keinen populärern englischen Historienmaler zu nennen. Für die Kunst ist unter diesen Umstanden von Westall wenig zu hoffen; denn es darf jetzt wohl kaum erwartet werden, daß er, wenn ihn auch Apoll in eigner Person zur Wahrheit und Natur zurückzurufen suchte, diesem zu Gefallen seine bunte Manier, und mit ihr seine Popularität aufgeben würde *). Von seinen Werken uenneu wir nur die beliebtestem Es sind folgende; Die Versöhnung des Paris und der Helena; Venus und Bacchus; ein Erndresturm; eine H. Familie; die Anbetung der Hirten, und zwey Bauernkinder im Besitz des Lord Berwick. Nicht minder gefällig sind seine Sappho, die dem Amor einen Hymnus singt; Hesiodus, der die Griechen in den Künsten des Friedens unterrichtet, und die Zeichnungen zu einer Prachtausgabe von Thomsons Jahrszeiteu. Unter seinen neuesten Erzeugnissen sollen tzanibal im Elende, eine Bacchantin und die Heloise, welche der Graf von Carlisle mit i 5 o Guineen bezahlte, die vorzüglichsten seyn. In der Shakespeare-Gallerie werden von Westall Mehrere Stücke gewiesen. Sie sind aus den Schauspielen Macbeth (Hat. I. 8c. 5 .); Heinrich IV. (Act. III. 8t. I.; Heinrich VIII. (Act. IV. 8c. 2 .) Julius Cäsar (Act. IV, 8c. Z. ); (Cäsar's Geist- erscheint dem Brutus); und Cymbeline (Act. III. 8c. t>. 3. h. 8c. 4.) entnommen. Die Figur der Lady Macbeth ist wirklich schön; auch haben die andern Bilder, ihrer Härten und ihrer manierir- ten Zeichnung ungeachtet, manche Vorzüge, besonders von Seite der Beleuchtung. Noch bemerken wir, daß ein Bruder von Westall als Zeichenmeister mit dem Lieutenant Flinders auf dem Jnvestigator auf eine Entdeckungsreise nach Neuholland gegangen ist, und daß man sich von seinen Arbeiten viel verspricht." Von dem letztgenannten Bilde aus Shakespeares Cymbeline kennt man ein Blatt (wahrscheinlich in Punktirma- nier) von Th. Gaugain z8ab gefertigt, für den zweyten Band von Boydell's Prachtwerk über erwähnten Dichter Irgendwo lesen wir noch: „Auf dem Londner-Salon >8i>8 lieferte er eines der anziehendsten Bilder desselben- Eine arme Fischer- Frau, die, während eines gräßlichen Sturms, mit angstzerrissencm Herzen auf die Wiederkehr ihres Westest. Mannes wartet." Von ihm eigenhändig wild ra- dirt kennt man eine Landschaft mit entblätterten Bäumen. Auch /öfter (in Ärchenholz. Annal. XIX. 145.) sagt von dem Unsrigen: „An klassischer Correktheit des Geschmacks und harmonischer Wirkung ist weftall der Einzige in seiner Art. Jene Bauernkinder, die er für Lord Berwick gezeichnet, und hernach in Oel gemalt hatte, gefielen ungemein durch einfachen Reiz, der das Auge bezau- berte, und in dem Herzen, des Beobachters daS sanfteste Mitgefühl rege machte. Nicht minder schön waren seine (schon genannten Zeichnungen einer Sappho, die dem Amor einen Hymnus singt, des Hesiodus, der die Griechen in den Künsten des Friedens uns terichtet, und eines Herbststurms der von großem Ausdrucke war." Westberger(van)- ein Kupferstecher, s. oben Js. Waesbergen, * Westein st Werkstein im Lex. und unten. * Westen (A. Ter.) So rubrizirt Gandel- lini den altern AugustiN Terrvesten. — — (Leopold), Kurpfalzbayerscher Ingenieur-Major bey dem Bambergischen, ehemals Fürstbischöflichen, Artillerie-Corps, und Professor (3. h. Direktor) der von ihm gestifteten Ingenieur - und Ieichnungs - Akademie zu Bamberg, geboren daselbst i/ 5 o und ebendaselbst gest. 1804- schätzenswerkh auch als selbstausübender Künstler. Mit einem freyen Geschmacke zeichnete er gothische Ruinen, und malte auch in Oel Naturereignisse, Schneestücke, Stürme, Ungewitter, u. s. f. Ein Ltwas seltsam verfaßter Nekrolog von ihm(Meusel's Arch. I. (4.) 20Z—4.) lautet, wie folgt: „Enthusiasmus für die Kunst durchglühte ihn, und ein rastloser Eifer fesselte ihn an Arbeiten mancher Art. So außerordentlich sein Fleiß war, so fruchtbar war er an Erfindungen. Die Erzeugnisse des erstem sind zwey Kabinette, die auch der kälteste Beobachter mit Vergnügen betrachtet. Das erste besteht aus Zeichnungen, und enthält hundert Stücke. Sie alle sind eigene Erfindungen, mit der Feder gezeichnet, und stellen gothische Ruinen vor. Fast unnachahmlich ist der Laubschlag, und die Luft täuschend ausgedrückt. Das Ganze ist mit malerischer Haltung ausgerüstet, und thut sehr starke Wirkung. Die Feinheit der Züge wechselt mit der Starke eines französischen Stuckes ab. Vorzüglich romantisch find die angebrachten Ansichten , und die Vorgründe nehmen sich frappant aus Sie bestehen meistens auS Pflanzen. Zum Vortheil des Ganzen gereicht, daß die inländischen nach der Natur, und die ausländischen nach den beßten Abbildungen in botanischen Werken, gezeichnet sind. Das andere Kabinet besteht aus einer Reihe von Oelgemäldcn, einzig in ihrer Art. Sie stellen die Natur in ihren verschiedenen Situationen und Perioden vor, z. B. bey einem nächtlichen Brande, nach nur kärglich gefallenem Schnee; im Sturme, nach einem schwülen Sommertag; im Spätherbst, wenn die Sonne Wasser zieht; wenn sich von fern ein Gewitter zusammenzieht; wenn der Blitz Gebäude zerschmettert; wenn der Vollmond aufgeht u. s. f. Die verschiedenen Ereignisse und Erscheinungen der Natur treu durch den Pinsel darzustellen, war der Gegenstand, den Westen in seinen Gemälden bearbeitete, die er deswegen Meteore nannte. Da er die Landschastsmalerey in seiner Jugend regel- hh) S. Göde, am a. O. S. 1,9—12°. Lady Macbeth, nach erhaltenem Briefe, daß ihr Gemahl zum Thron von Caweor ernannt sey, und was die Heren geweissaget haben. Sie sieht; lhearermäßig, voll hohen Sinns, und ergrimmt über die schwächere Ehrsucht des Gemahls. Z rS 5 ü 64 i Westenbergek. Mäßig erlernt, und die Natur genau studirt hatte, so stehen seine Landschaften auf einer vorrnglichen Stufe. Um die Wirkung einer solchen Naturer- eigniß anschaulicher zu machen, verband er das Ganze mit den Resten der römischen Alterthümer, die er nach SaNdrart bearbeitete. Charakteristisch ist hier wieder der Laubschlag. Die Manier ist vortrefflich, das Kolorit sanft, hin und wieder stark dunkel, mit schmelzenden Lichtern verwebt. Unverkennbar trägt jedes Gemälde den Beweis an der Stirne, daß dessen Urheber nur für die Kunst arbeitete, so fleißig ist alles ausgemalt. Er bereitete seine Farben selbst, und untermalte alles wohl mit Erdkoloriken, die er beym Arbei- ten mit Lazurfarbe schmolz. Die Gemälde haben ein so frisches Ansehen, als wenn sie erst gestern von der Staffeley genommen wären, und die Farben sind so dauerhaft aufgetragen, daß sie nur mühsam mit Bimsstein abgerieben werden können. Er brachte es dahin, seinen eigenen Pinsel zu haben, den keines seiner Gemälde verlaug- net. Von seinen Zeichnungen sind nur wenige in Kupfer gestochen, und von seinen Gemälden nur in einem einzigen öffentlichen Blatt (im Fränkischen Merkur 1794, 4 'gstes St.) Erwähnung geschehen. Vergl. Schneidaw ind's versuch einer statist. Beschreibung d. Baiserl. Hoch- stifts Bnmberg, iste Abthl. S. 2 » 5 —218. v. Murrs Merkwürdigkeiten Bambergs, S. »77 und i 85 . Meusel's gelehrt. Teutsch!, nach der 5 ten Ausgabe." Weste nbeeger (Johann) Doktor, gab eine Karte von der Grafschaft Bentheim und Stein- furt Hauber's Histor. der Landkarten. Ulm 1724. S- 85 . — — (Paul), kommt um >617 als Substi- tut des Münzineisters der Aebtissin von Thoren, Heinrich Winckens (unten als wyntgis) vor. Hirsch teutsches Münzarch. VII. 444. Westenrieder (Matthias), Stadtzimmer- polier zu Wien »785. Hof- u. Sraats-Sche- matismus von Wien 1785. Westensee (I. Danckwart de), soll 1679 und ib8o einen Traktat über die neuere Kriegsbaukunst gefertigt haben, der zu Hamburg 169 l erschienen sey. M-c. westerbaen (Johann). Nach ihm (A. Lter ÜQL» p.) hak H. Bary die Bildnisse der Got- kesgclehrten Arn. Gcesteranus und Jac. Bakelier, beyde in gr. 4°- gestochen, * westerhour (Arnold van), Zeichner und Kupferstecher, geboren zu Amsterdam >666. Nachdem er in seinem Lande die Anfangsgründe feiner Kunst erlernt hatte, hielt er sich anfangs mit seinem nachfolgenden Bruder Valthasar zu Prag in Böhmen auf, und gieng dann nach Italien. Um 1700 (s. k »690) kam er nach Rom, wo er sich niederiieß, und mit R. van Audenaerde, seinem Landsmanne, wetteifernd arbeitete. Seinen angenehmen Stichen wäre jedoch mehr Kraft und Wirkung zu wünschen. Von ihm nennt ein Ver- zeichniß meines sel. Vaters an die 80 Bl. nach folgenden (an die 5 o) Meistern: I. Bailly, I. F. Barbieri, I. A Barigioni, L. Bcrnint, I. B. Carziani, einem der Carracci, I. Chiavistelli, A. und L. David, C. Fancetki» H. Fcrrata, C. Ferri, F. Fontana, I. B. Gauli, P. L. Ghezzi, A.Gior- Westerhout. getti, D. Godi'tt, D. Guidi, L. de St. Joseph, I. B. Lenardi, A. Lasma, P. Lucalelli. H. Lu< cini, I. B. Manelli, C. Maratti, F. Mola, D. Montorselli, L. Morelli, D. Muratori, P Nal- dini, I. D. Nasini (s. ü. I. N. Rossini), A. Odati, M- Oddi, A. Raggi, 8. Reti, D. Ric- Liarelli, A- Sacchi, R. Sanzio, A. Scilla, A. Epecchi, P. Lesta, F. Trevisani, L. Vecelli, D. Zampieri, Aobeli; wohl wagte er sich noch an mehr andere, aber, man sieht bald, selten an die großen. Ucbrigens war ihm nichts fremde: Bildniß, Geschichte, Sculptur, ganz besonders Architektur u. s. f. wie es ihm angeboten wurde, sogar Blumen; nur, so viel wir wissen, keine Landschaft; Mehreres auch ohne wettern Namen als den (einigen, wie z. B. einen Gk. Peter Nolascus, von den Engeln zum Himmel getragen; von Bildnissen Großherzog Ferdinand und seine Gemahlin Vivlanta Beatrix nach St. Joseph (in Lebensgröße), den Jesuiten-General A Tamburinus nach Ddati, und Bernini nach Gauli; von Geschichtlichem: Die berühmte Abnehmung vom Kreuze, nach Ricriarelli, welche freylich jenem ander» Blatte von Dorigny nach dem gleichen Bilde weichen muß, eben so, wie seine Verklärung nach Raphael eben nicht sehr bedeutend ist; eine Ma, donna mit dem Kinde, nach Maratti, das in Mosaik gebracht, und dann nach diesen von dem Unsrigen gestochen wurde, was auch Füßli nennt, und sagt: Ein schöneres Kind und von bessern» Ebenmaaß sey nicht zu finden. Von Sculpturcn die i«. Engel mit den Passionsinsignien, nach Bernini, Ferrata und acht andern Meistern, so wie mehrere Grabmäler und Basreliefs für Bvn- nani'sl'empluw Vat'lcsnum; für Ebendesselben Oegcrisions istromenti srmonici (wovon 1774 4J kom. eine zweyte Auflage erschien) nicht minder als »40 Bl.; nach Chivistelli perspektivische Scenen, u. s. f. u. f. Rost VI. 280—81. Conk. wo sich, nach Gewohnheit, Detatt findet, den man anderwärts vergebens suchen würde. Daß er Lehrer unsers berühmten Landmanns Jac. Frey war, aber von demselben in malerischer Darstellung übertreffen wurde, ist bekannt. ihm gestochen nennt einer unsrer Freunde vo» C van Merlen: Einen Kaiser, der ein Kreuz umarmt, und einen andern auf dem Throne, dem ein Türke einen Brief überbringt, von P. van Sickeleers: Kaiser Rudolph auf dem Throne ( These), und eine emblematifche Darstellung, welche zwey Kaiser, auf Einem Throne sitzend, zeigt. — Ein Ze- hend seiner Blatter *) nennt auch Olabacz, von dem wir allein die Kunde haben, daß er sich eine Weile zu Prag aufgehalten. westerhour (Balthasar von), ein Kupferstecher, der in der letztem Hälfte des XVll. Jahrhunderts zu Prag nach Heinsch, Hiebel und Ong- hers arbeitete. Ehre machen ihm „die Familienstücke des Grafen Woracziczky von Pabienicz." Neuere Abhandl. d. Rönigl. Böhmische»» Gesellschaft der wissensch. B III. Prag 1798 4 °. S. » 5 o. Nach DIabacz war der Unsrige Bruder von Arnold, der sich zu Prag von »683 bis »724 aufhielt. Gedachter Schriftsteller nennt ihn einen „guten" Stecher; ein fruchtbarer Westens, denn er führt von ihm nicht minder als 72 Bl. an, wovon man wohl anderwerts vergebens die Anzeige finden würde Seinen Tod setzt er nach einem Verzeichniß der verstorbenen Mitglieder der Brüderschaft von Maria Reinigung bey St. Clemens in der Altstadt Prag, daselbst in 1728 an. Von Meistern, nach denen er gestochen hat, werden, 6) Z. V- den Traum Josephs, wo ihm ein Engel und Maria mit dem Kinde erscheint, nach Tacchk; einen schönen Magdaienen-Kopf, nach Decelli; und Judith, die dem Volke das Haupt des Holofernes zeigt, nach Aampieri. 606 S Westerink. neben schon gemeldten: Marchetti, A- I. Ossec, I. F. Schor, I. C. Lisca, P. Brandt; Haupt- jachUch aber viele nach dem obenerwähnten G. Lnghers genannt; also alle nach dunkelen Männern; und eben so fast lauter Gegenstände von der dunkelsten Art. Sehr rühmt Dlabac; ein „prachtvolles" Titelblatt in gr. Fol. welches die Gerechtigkeit auf dem Throne vorstellt, wie ihr Graf Wenzel von Rostitz sein — Buch überreicht; dieses nach Schor. 1 ) 1 x 1 et Zsivavi etc. Westerini ( ), ein Poussirer, s. oben vefterini. Zu St. Petersburg wurde er hauptsächlich in der Kaisers Baukanzley gebraucht, und gieng von dort ab 1728. Mensel'« Miscel. Heft XI. S. 276. westerling (Gustav Erich), ein Architekt, der 1787 als Condukteur bey der Oberintendentur zu Stockholm erscheint. H've-'iZn 701^5 oc/r t 7 r'vr/- L'a/eucier' 1797. ütockliolm 16°. westermann (Joh. Christian) von Dresden, erlernte dort die Goldschmiedskunst bey Johann C. Günther und Tutzschki von ib 85 —1691. * westermayr oder westermeyec (Andreas). Derselbe hielt sich eine zeitlang zu Prag und Wien anf, und ließ sich dann zu Eger haushäblich nieder. Er arbeitete in Miniatur sowohl, als Landschaften in Wasserfarben. Mensel l. (1778). Eberders. II. (1789) nennt ihn nicht mehr. Wie erscheint er denn bey Ebend. IV. (1809) noch unter den Lebenden? Liporvsky. — — — — Sohn des folgenden Joh. Andreas w. ein geschickter Gold - und Silberarbeiter zu Augsburg wo er 178 . . starb. Er fertigte auch optische Maschinen, Camera s obscu- ra'S u. s. f. — — (Christiane Henr. Dorothee, gewöhnlich Henriette), die Tochter des Stadtsyndikus Stötzer zu Weimar, dort 1773 geboren; widmete sich auf der Zeichenakademie ihrer Vaterstadt (von der sie auch einen Preiß erhielt) den Künsten, und wurde hierin spater (seit 1792) von ihrem nachmalige» Gatten unterstützt. Sie malte, radirte artig, vornehmlich aber zeichnete sie sich im Sticken aus, worin sie auch der Prinzessin Caroline von Weimar Unterricht ertheilen mußte. Der Kopf eines Ritters den sie 1798 (nach eigener Erfindung) nähte, wurde mit vielem Beyfall aufgenommen. Der Oelmalere» ergab sie sich erst 1802 unter der Anleitung des Rath Kraus, des Malers Jage- mann und ihres (in >8vo erheiratheten) Gatten, des Kupferstechers und Malers Eonr. Wester- mayr. Da der letztere 1806 als Professor nach Hanau berufen wurde, so folgte sie ihm 1807 dorthin, und half ihm bey seinen vielen Arbeiten. In 181» stickte sie in Seide nach eigener Erfindung und Zeichnung eine grdße Composition, die wegen der Künstlichkeit der Arbeit allgemeines Anflehn erregte; dergestalt daß der Großherzog von Frankfurt, ihr damaliger Landesherr, sie — mit der goldenen Huldigungsmedaille beehrte. Dieses Stück zeigte eine Ruine, an der man die Büste ihres verstorbenen Vaters und dabey einen großen Eichbaum sah; im Vordergründe passende Embleme, im Hintergrund eine schöne Landschaft mit einem Wasserfall und Gebirgen. Auch von der regierenden Herzogin von Weimar erhielt sie eine goldene Medaille (auf ihr das Bildniß Wieland'e) für eine allegorische Zeichnung in Sevia, auf das Absterben des nun gedachten Schriftstellers. Die unsere lebte noch 181h (in welchem Jahre sie zum Ehrenmitglied der Hanauer - Zcichenakademie ernannt wurde) an ihres Gatten Seite, kinderlos zu Westermayr. Hanau. Von den Arbeiten dieses geschickten Frauenzimmers bemerken wir noch: s.) Bildnisse in Gel nach der Lstarur: Sie selbst, wie sie in einer Landschaft zeichnet; den Leibmedikus Schwabe zu Weimar, sich mit der Botanik in seinem Zimmer beschäftigend; den Kupferstecher Heinrich Schmidt aus Dresden; die Wittwe deS bekannten Musikus (?) u. s. f. b.) Eigene Erfindungen: Eine Zeichnung in Sepia, welche ein Mausolaum in einer romantischen Gegend darstellt (auf den Tod des Pfarrers Girard zu Hanau gefertigt); der Sohn des Ulysses zieht aus, um seinen Vater zu suchen, in Aquarell; eine Chari- tas, eben so, u. s. f. Dann viele Landschaften, (aus den Umgebungen von Weimar und Hanau genommen), in Oel, Gouache, Aquarell und Sepia, c.) Kopien nach alren Meistern: Zwey Madonnen mit dem Kinde, beyde in Oel nach Raphael; eine solche nebst der H. Elisabeth, nach Leouhacd da Vinci, in Aquarell; Bescheidenheit und Eitelkeit nach demselben, in Sepia; Wallen- stein nach van Dyck; eine vor dem schlafenden Kinde knteende Madonna nach Guido, in Oel; Simeon, der im Tempel das Jesuskind nimmt, »ach F. Bartolomao, in Sepia; eine H. Cacha- rina, nach Carl Maratti in Oel u. s. f. 8.) Kupferstiche und radiere Blalrer: Ein Blakt mit zwey Kopsen nach Bossi geetzt; zwey Ansichten von Echnepfenthal nach Budeus in Aq. tinka; acht kleine Kalenderkupfer nach Chodowieki radirt (kopier?); den Federviehverkänfcr nach Dietrich; die Felsen bey Eorenlo nach P. Hackert in Aqnatinta, gr. ; sechs Bl. radirte kleinere und größere Landschaften nach Kobel, Kolbe und Schrdker; verschiedene Bl. mit alten und neuen Costümes irr Aq. tinta; sechszehn radirte und gestochene Blätter zu BertuchS Bilderbuch für Kinder. Weimar 1792. ff. westermayr (Conrad), der Sohn des folgenden Gold- und Silberschmieds Dan. Jacob w. geboren zu Hanau 1760, besuchte die dortige Zeichenakademie seit ihrer Stiftung (1772), gewann schon einen Preiß bey derselben, als er noch nicht 9 Jayre alt war, und spater nach und »ach alle Preiße der verschiedenen Classen. Da die Preißarbeiten für 1782 gefertigt werden sollten, so wollten die andern Zöglinge dieser Akademie sich mit ihm (der nun io Jahre fast täglich auf derselben gezeichnet hatte) nicht gerne messen. AIs Lonrad solches erfuhr, trat er frcywillig ab, um seinen Mitlonkurrenten den Preiß zu lassen. Dieser edle Zug war Ursache, daß der Landgraf von Hessen befahl, ihm für zwey Jahre jährlich 80 st. aus der akademischen Kasse zu reichen; wobey auch sein Fleiß und seine Geschicklichkeit ihm Aufmunterung von allen Seiten her verschaffte. Unterdessen wollte es der Genius der Zeitund der des Orts, daß es nut dem Metier seines Vaters (was Eonrad anfänglich auch erlernt hatte) nicht mehr recht nach Wunsche gieng, und Mangel in dem väterlichen Hause eintrat. Auf einer kleinen Reise, die der Sohn nach Frankfurt a. Main ge- gemacht hatte, sah er aus Pergament crayonirte Bildnisse (eine Modesache damals); er versuchte sich darin so wie auch nachgehends in der Minia- ture (worin ihm der Farbcnauftrag jedoch schwer fiel, da er solches ohne Anweisung erlernte); man fand seine Bildnisse ähnlich, war mit ihrer Ausarbeitung zufrieden, und bald gelang es dem Jüngling, seine Eltern freudig unterstützen zu können. Ein Bekannter nahm ihn 1782 auf einem Durchsinge durch Holland mir sich; die vielen Kunstwerke, die er hier traf, begeisterten zwar seine Seele, schlugen ihn aber auch nieder, bey dem demüthige» Gefühle seiner selbst. Nach Ende dieses Jahres rief ihn ein Freund nach Marburg, wo er vieles in Crayon und Miniatur portraitirke und die Gunst und den belehrenden Umgang des Hof, Z iZ * - 5066 Westermayr» rath Jung, genannt Stilling (dek auch nach feiner Zeichnung in Kupfer gestochen wurde), und des Arztes Baldinger, der ihm viele Empfehlungen gab, steh erwarb. Das dortige anatomische Theater benutzte er, um sich in der Zeichenkunst fest zu setzen. Er gieng zu dem Grafen von Wit- genstein, nach Berleburg u. a. Orte mehr, arbeitete fleißig, und befand sich endlich in der glücklichen Lage, daß er seinem Vater ein Capital von 2000 fi. überreichen konnte. In 1784 machte er sich von Neuem auf den Weg, und blieb nun 16 Jahre von dem väterlichen Hause getrennt. Er gieng nach Cassel, Göttingen, Hannover, Hamburg, Lübeck, Bremen, Braunschweig, Sülzthalum, Eöder, dann nach Holland, den Niederlanden, u. s. f. Lonrad fieng unterdessen jetzt immer mehr an, sich mit dem eigentlichen Studium der Kunst, als mit dem bloßen Biidniszeichnen abzugeben; auf der Düsseldorfer-Galierie studirte er so z B. sechs Monate aufs emsigste. Da er 1788 Cassel besuchte, so traf es sich von ungefähr, daß der Landgraf (der den Unsern schon als Erbprinz zu Hanau seiner Aufmerksamkeit gewürdigt hatte) ihn erkannte, ein Gespräch mit ihm anknüpfte, und ihm eine Pension jährlich von 2«oThlr. aufdrey Jahre bewilligte. Er sollte damit noch ein Jahr auf der Akademie zu Cassel studieren, und dann zu dem damals in Weimar anwesenden Kupferstecher Lips sich in die Lehre begeben. In Cassel gefiel sich der junge Mann sehr; den regen Trieb der hier für die Kunst herrschte, das liberale Verhältniß was zwischen den Lehrern und den Schülern statt fand, traf er, weder früher noch später, bey sonst keiner Kunstakademie. Schade daß zu dieser Zeit eine falsche Skudienwcise an der Tagesordnung war; man setzte nämlich die Oclma- lerey selbst fast hintan, um dafür kleine geleckte Kabinetsstücke der Holländer in Gouache, Sepie oder schwarzer Kreide zu kopiren. Unterdessen kopirte er zum wenigsten hier in Oel, nach Gerh. Douw, Rembrandk, H. Tischbein u. s. w. Als er 1791 nach Weimar kam, fand er an Lips zu seiner Freude einen Künstler, in dem sich Kunstfertigkeit und Humanität auf das Schönste vereinten. Conrad arbeitete nun Tag und Nacht, zeichnete nach dem Gyps anf der Zcichenakademie (von der er auch einen Preiß gewann) und faßte nach einem halbjährigen Studium schon den kühnen Entschluß , eine große Platte (2 ^ Schuh br. i '/§ Schuh hoch) nach einem Gemälde des Wilh. Tischbein (im Besitze des Geh. Raths Gökhe) zu liefern. Es zeigte den gefangenen Weißlingen, wie er zu Göy von Berlichingen gebracht wird. Ende 1790 zog er den ersten Aetzdruck von der Platte; und beendete dann, von seinem Lehrer mit Rath und That unterstützt, solche durch den Grabstichel, der ihm lals einem ehmaligen Goldschmied) ungleich geläufiger war als die Nadel. In Cassel war man mit diesem seinem ersten Versuche so zufrieden, daß ihm die Adjunktur auf die Professorstelle der Zeichenakademie in Hanau zugesichert wurde. Hierauf fertigte er eine andere große Platte in Linirnmanier nach Guido, radirte nach Schalken, Rembrandk n. s. w. und wurde später von Bertuchs Jndustriekomptoir viel mit Buchhandlerarbeir beschäftigt. Dabey ertheilte er zuweilen auch Unterricht in der Weimar'fchen ZeicheuakadeMie, um sich zn seinem künftigen Lehramts vorzubereiten; studirte die Landschaft, ein bisher von ihm unbeachtet gebliebenes Fach, und suchte sich den Umgang mit den dortigen berühmten Schriftstellern und Gelehrten aufs Beßte zu Nutze zu machen. In 1795 gieng er über Leipzig nach Dresden, kopirte Landschaften nach Berghem und Both in Oel, zeichnete nach den Antiken und war bemüht, sich (in Gesellschaft seines Freundes, des jetzigen Hofkupferstechers Gur femühl zu Darmstadk) Kenntnisse in Ver Aquatinta zu erwerben. Dresden war der Ort nicht, wo es Westermayr. ihm gefiel; dort herrschte Partheygeist und Mißgunst unter den Künstlern Er machte daher mit einem jungen Russen eine kurze Reife nach Prag, Wien, Brescia und Mailand, kehrte 1797 nach Weimar zurück, und wandte sich von da 1799 nach Dessau, wo die Calcographische Gesellschaft eine Menge Künstler vereinigt hatte. Hier gab er sich vornämlich damit ab, das Mechanische der Kupferstecherkunst, insbesondere der Aquatinta näher zu untersuchen; die Kupferdruckerey des berühmten Senn leistete ihm dabey treffliche Dienste. Allein schon i8no wandle er sich wieder nach dem geliebten Weimar. Bey der Plünderung dieser Stadt durch die Franzosen 1806 betraf ihn das Unglück, daß er nicht aüein zwey Drittheile seines Vermögens einbüßte, sondern auch mehrere Portefeuilles mit Handzeichnungen berühmter Männer, dann verschiedene Oelgemälde und anders Sachen mehr, welche ihm lieb und theuer waren. Gerade in dieser bedrangnißvosten Periode erhielt er den ihm schon früher zugedachten Ruf nach Hanau, demzufolge er sich noch desselben Jahres dorthin begab. In 1807 nahm ihn die Wer- teraurer-Gesellschaft zum Ehrenmitglied auf. In 1808 veranlaßte er zum erstenmal eine öffentliche Ausstellung der Zöglinge der Zeichenakademie, die ihm viel Ehre brachte. In >809 wurde er zum Professor orclinarius ernannt; erhielt von dem Herzog von Weimar den Titel als Hofrath, und von Frankfurt a. Main das Diplom als Mitglied des dortigen Museums. Endlich in , 8 r 3 wurde er Mitdirektor der Akademie, welcher er auch noch 1817 vorstand. Von seiner Gatt!» Christiane Henr. Dororhee, haben wir einige Zeilen höher schon in einem besondern Act. gesprochen. Con- rad war derjenige Künstler, der in derHanauer- Zeichenakademie mit umsichtigem Auge eine verbesserte Unterrichtsmethode einführte, und ihr einen Werh gab, den sie vordem nie besaß. Früher befliß man sich dort einzig der Zeichnung in Rothstein; sein Betrieb aber brachte es dahin, daß die Akademie nicht allein sich zu einer guten Bildungsschule für Handwerker u. drgl. (vorzüglich werden gute Goldschmiede hier gezogen), umwandelte, sondern auch mehrere angehende Kupferstecher und Maler (deren wir an ihrem Orte noch gedenken werden) hier einen solchen tüchtigen Unterricht erhielten, daß man alle gute Hoffnung von dem Gange ihrer wettern Ausbildung hegen darf. Entfernt von jeder Eigennützigkeit sucht er talentvolle junge Menschen hervorzuziehen, reicht solchen in den ihm freyen Stunden mit einem lo- benswürdigen Eifer einen umfassender» unentgeld- lichcn Unterricht, und sucht sie, selbst ohne pekuniäre Aufopferungen zu scheuen, in ihrer angehenden Laufbahn zur Meisterschaft zu unterstützen. So kam es auch, daß die Anzahl der Zöglinge, die sich früher höchstens an die 70 erstreckte, unter ihm bis auf 200 zunahm; so wie daß überhaupt ein reger Sinn zur Kunst in seiner Gegend erweckt wurde, und ein Kunstliebhaber und eine Kunstsammlung nach der andern in Hanau entstand, wozu denn allerdings seine eigne Geschick- lichkcit in den verschiedenen Zweigen der Kunst, sein trefflicher Charakter und seine liebenswürdigen Eigenschaften als Mensch nicht minver das ihre beytrugen. Unter Conrads Schüler sind zu rechnen, wahrend seines Aufenthalts in Weimar: Carl Budeus, Ferdin. Iagötnann, Roenig, Adam Meise. Während dem zu Hanau: Friedrich Cornicelius, Fricdr Deickerr, Nicl. Gu- stine, Cacharina Luja und Reichard Srengel. Der Arbeiten des Unsern (mehrere seiner beßten Gemälde, Zeichnungen und Kupferplatten raubte ihm die abgedachte Kriegsfahrlichkeit von i8r,6) sind viele; wie es sich nicht anders von solch einem thätigen und kunstfertigen Manne erwarten läßt. Wir beschränken uns auf oje Anzeige fsl- 6067 Westermayr. gender, die alle entweder nach der Natur oder nach eigner Erfindung gefertigt sind. Jn Oel: Der Brand der Vorstadt von Hanau (in der Nacht am So. Oktober i8iZ.) nebst der Flucht der Franzosen (enthält auf 5 r>o Figuren; ungefähr br. 2' hoch). Der Pendant dazu.- Der Brand von Hanau, im Vordergründe französische Batterien und das französische Lager. — Zwey kleine Stücke mit partielle» Gefechten bey dieser Gelegenheit. — Napoleon laßt den Präfekt und die Rathe der Stadt zu sich jn das Lager kommen. — Skizze, Schiller kurz vor seinem Tode; dies in Pastell und schwarzer Kreide. In Miniatur: Eine schlafende Nymphe; ein Johannes in der Wüste, dies nach Raphael n.s. f. In Aquarell: Die Einweihung des Schieß- hauses zu Weimar, mit dem Aufzuge des Rathes, der Bürger, Schützen und Gilden (über Zoo Figuren); Zeichnungen aus Wielands Oberon; die große Eiche im Wilhelmsbad, dies mit Kreide ausgeführt u s. f. In Tusche: Psyche, die den schlafenden Amor betrachtet; mehrere Landschaften; die Aufgabe der Weimar'schen Kunstfreunde, von 1808, die durch das Wasser geängstigt« Menschheit (blauer Tusch, der Vorgrund Sepie:; einige Landschaften mit Tusch und schwarzer Kreide. In Sepie: Götz von Berlichingen, von der Gattin aufgefordert seine Lebensbeschreibung zu beenden, nach Göthe's Schauspiel; mehrere große Landschaften nach der Natur. Mit der Feder (Contour) eine Aufgabe der Weimar'schen Kunstfreunde : Ulysses in der Höhle des Polyphem u. s. f. In Kreide: Der Traum, oder die Erscheinung aus Göthe's Egmond, ein sehr großes Blatt; eine schlafende Nymphe mit Amoretten leicht kolor rirt. Ueberdl'cs eine große Anzahl Copien in Oel, Wasser, Sepie u. s. f. nach den Meisterstücken verschiedener Gallerten, und vieles andre mehr; darunter: Elemente der Zeichenkunst, zum Gebrauch der Zeichenschule in Hanau, von den ersten Linien an, bis zur Eintheilung der Verhältnisse des ganzen menschlichen Körpers, in i 5 . Blattern. Letzteres war Eonead geneigt in Kupfer zu siechen, und mit dazu gehörigen Erklärungen herauszugeben. Was seine gestochenen und radirten Blätter (in i 8 r 5 , alles zusammen gerechnet, etwa gegen tzoo an der Zahl) anbelangt, so sind sehr viele derselben nach seiner eignen Zeichnung. Dann Bildnisse nach: Boettner (Landgraf Wilhelm I V. von Hessen, 1794 gr. 4°.); Garteret (des ehma- ligcnGroßherzogs von Frankfurt, gr. 4°.); Guth- bier; Franz Hals (dessen Bildniß radirt); Jage- mann; Lips (Wieland kl.8o); Lotter; C. Specht (Kastrier); Friedr. Tischbein (Herder, den Hofr. Böttcher) u. s. f. Jn den geographischen Ephe- meriden von Zach und Bertuch finden sich noch über 60 kleine zart und fein punktirte Bildnisse, die er meist nach andern Blättern kopirt hatte. Dann Historie, Landschaft und anderes nach: della Bella; August Engel; dem Engländer Gore; I. P. Hackert (eine neapolitanische Landschaft in Aquatinta, Pr. 16 Gr.); Franz Hals (der Lauten- schläger, radirt); Ang. Kaufmann; Hofbildhauec Klarier (Rode's Grabmal zu Weimar, Aquatinta); F. Kobel (Sommernacht mit Mondschein, Aquat. Pr. 2 Thlr.); Lips (12 BI. 8°. zu Guthsmuths Gymnastik); Mettenleiter (20 Bl. 8" zu der Geschichte der Teutschen für die Jugend. Leipz. Cru- stus); Mieris (Junge, der Seifenblasen macht, punktirt); Raphael (das artige Titelkupfer zu Ber- tuchs Naturgeschichte, gr. 4°., Adam und Eva, die Figuren punktirt, die Landschaft Aquatinta); Rembrand (6 Bl. Köpfe in 4 °. radiert); G Reni (eine Madonna, Linienmanier); P. Roos; Roux; W esterwayr. Schalk (der Eierkuchen); Schenau (Amor, oval i Schuh hoch, Schuh br.); diese Platte war noch nicht durchaus beendet, als sie ihm 1808 entrissen wurde; Wilhelm Tischbein u. s. f.- Ohne Namen der Zeichner: Das Grabmal der Familie Plautia und das der Cäcilia Metella (beyde Aquatinta und jedes Pr. i Rthlr. 8 Gr.) und das des Kön. Lheoborich bey Raoenna r Aqua tinta Pr. 16 Gr.) — Dann nach eigner Zeichnung : Der Wasserfall bep Salurn Aquatinta, 1814 beendigt, Diele Blatter zu verichiedenen Werken, als 4 »— 5 o zu Loders anatomischen Tafeln; einige hundert zu dem bey dem Weimar'schen Industrie- Comptoir erschienenen Bilderbuche aus der Naturgeschichte, sowohl nach eignen als fremden Zeichnungen u. s. f. — Endlich ist auch mehreces nach Eonrad gestochen worden. — So 220 Zeichnungen zu Leonhard's und Kopps Einleitung zur Mineralogie, Frankfurt a. M. 1812—i8ih. Der Sturm der Bayern auf Hanau (ein Contour mit der Feder), den I. Loren; Rugendas in qu. Fol. ätzte und kolorirte, durch eigenmächtige Wegnahm« und Hinzuthat aber dem historischen Werthe schadete; Bildnisse u. s. f. *). Westermapr (Daniel Jakob), Sohn des nachfolgenden Ioh. Andreas, geboren zu Augsburg 1704, wurde frühzeitig von seinem Vater als Gold- und Silberschmied in die Lehre genommen, legte sich dabey auf das Zeichnen (wozu er stets eine besondere Neigung hatte, auch schon als Knabe ziemlich korrekt darin zu nennen war) und später in der Akademie seiner Vaterstadt auf das Poussiren (vorzüglich in Wachs, worin er ganz herrlich arbeitete); Uebungen, die ihm zur Vervollkommnung in seiner Kunst eben so nöthig als nützlich waren. Nach ausgestandener Lehrzeit begab er sich in Condition bey Gulmann, der in Augsburg zu den beßten Gold- und Eilberarbei- tern gehörte, und wo er sich zu einem der geschicktesten Künstler im Treiben und Ciseliren ausbildete. Eines der Hauptwerke, die er damals fertigte, war ein von ihm gezeichneter (zum Theil auch erfundener) getriebener und ciselirter Weihkessel, von solch einer Größe, baß einige Menschen bequem darin zu arbeiten vermochten. Dieses treffliche Werk, was er schön mit biblischen Historien und Figuren verzierte, kam nach Rom in eine Kirche. Jn 1766 gieng der Unsere nach Straßburg, wo er geraume Zeit in dem Butlner'schen Silberladen als Ciseleur bedienstet war, und unternahm darauf einen Durchflug durch Oberitar lien. Immer aber blieb sein Augenmerk auf das Zeichnen und Poussiren gerichtet; so wie er auch allerhand Patronen in Bley verfertigte, von welchen letzter» sein Sohn der Kupferstecher und Maler Eonrad W. noch Verschiedenes aus den Metamorphosen Ovidö (dann ein Modell in Bley zu obgedachtem Weihkessel u. a. m.) besitzt. Jn 1769 oder 1760 verschrieben ihn die Goldschmiede zu Hanau dorchin, »m für sie das Treiben und Ciseliren zu besorgen. Hanau war damals der Ort, wo man sich vorzugsweise mit der Verfertigung goldener Dosen befaßte; und westermayr'n vertraute man die schwersten und wichtigsten solcher Arbeiten nunmehr an, um so mehr da er sich in kurzer Zeit eine ausnehmende Fertigkeit im Graviern erwarb. Nachdem er 1762 sich verheirakhet hatte, hielt er selbst einen Laden als Goldschmied. Sehr thätig bewies er sich bey Errichtung d.tzanauer- Zeichenakademie 1772. Doch, so ein wackerer, ausgezeichneter Künstler seines Faches der Unsere auch war, so wenig hatte er Sinn für den Handel; und da seit 1782 überhaupt der Vertrieb der Gold- schmiedarbeit sank, so wurde er Brodt-und Ar- ") Kaum dürfen wir abermals über die Weitschrchtigkeit dieses Art. unsere Leser um Verzeihung hitten, ds solcher denn doch so viel Anziehendes hat, was sie anderwärts vergebens suchen würde». S 068 Ävestertnayr. beitslos. Nachdem er noch einige Proben seiner Geschicklichkeit gegeben und auf Messing getrieben und ciselirt hatte, wie z. B. eine Kreuzigung Christi und eine — Hirschjagd, so versank er in Schwermuth und starb aus Gram zu Hanau 1788. Von rs Kindern, die er zeugte, blieb ihm nur der zweytgeborne obgedachte Conrad, von dessen Un, terstützung er in den letztem Zeiten lebte. Akn. Westmayr (Henriette), s. oben Christiane Henrierre Dororhee westermayr. — — (Johann Andreas), ein geschickter Gold - und Silberschmied zu Augsburg, hier 170s ^ geboren, M-c. — — (L.) ein falscher Name, unter dem irgendwo Conrad westermayr erscheint. Mrc. ^ (Marx Christoph), Miniaturmaler, Vater des Andreas des Lex. von Augsburg gebürtig, aber zu Eger wohnhaft, starb daselbst um 174 b. Dlabacz. — — oder westermeyer (P.), ein Kupferstecher, vielleicht zu Wien. Wir kennen von ihm ein Bildnjß des Franz Ragoczi, nach Kupetzky, kl. Fol. und einige radirte Prospekte, nach I. Majer, zu des H. von Windisch Geographie von Ungarn. Prcßburg 1780 8°. *— — (Thomas), Maler, Sohn des Marx Christoph, Bruder und Lehrmeister des Andreas des Lexikons. Westerode (Hunold von), Münzmeistee des Herzogs von Braunschweig zu Duderstadt auf dem Eichsfeld« 1.21. Jod- Wolfs Geschichte von Duderstadt Göttingen >8oZ. 8°. S- 88. Unsrer Vermuthung nach, bedeutet hier das Wort Münzmeister so viel als Münzpachter. westerreichs ) ein Schweizer von Geburt, lebte 1710 als Schlösser zu London. Er arbeitete so zierlich und schön, daß man ihn für den beßten Schlösser in ganz England hielt. Uf- fenbachs Reisen d. Medersachsen u.s.f. ll. 529. * Westfalen, s. unten westphalen, und im Lcx. und oben Aidegraf. westhorn (L. S.) oder anch Bestehorn, wie er von niebrern geschrieben wird. Ein Hauptmann in Königl. Preußischen Diensten, welcher, auf Unkosten des Grafen von Wernigerode. die Grafschaft Wernigerode aufnahm, und bey dieser Gelegenheit 1782 einen Prospekt des bekannten Blocksbergs zeichnete, den Homann's Erben 1749 Herausgaben, wir wissen nicht von wem gestochen. Der unsere starb 1744. Adel rings verzeich- niß der Landkarten und ropograph. Blätter Sachsens S- 279. Westiner (Stephan), Maler von Landshut, lernte zu Wien, und machte 129b zu München sein Probestück. Liporvsky E. 176. nach dem Münchne r-Sradrzunftbuch. westmac 0 ct ( ), ein englischer Bildhauer neuester Zeit. Derselbe wurde, nebst andern Künstlern, von der Mistris Mvntague zur Anlage ihres berühmten Hauses in Pvrlman - Square (für sein Inneres des zierlichsten und geschmackvollsten im ganzen Königreiche) in Dienste genommen. Fiorillo V. 679. Von ihm kannte man weiter die Bildsäule bes General Abercrombie zu Pferde, in dem Augenblicke dargestellt, da er die tödkliche Wunde erhielt. Modelle von ihm und ausgeführte Arbeiten sah' man auf der Londner - Ausstellung Westphalen. » 8 c> 5 . In i8w befand er sich auf der Insel Barbados , und fertigte dort eine Statue zum Andenken des Lord Nelson's. Geffenrl. plachr. * Westmann (Benedikt). Niklaus Keder ließ in Schweden, nach ihm selbst, eine Schaumünze auf diesen Künstler prägen, welche selten ist. eHn. — — (Benjamin) ein Architekt zu Stockholm, wo er Condukteur bey der Oberintendantur 1797 War. A--r§L- ocü Owri-Oa/enstee-,797 Ltockkolm 16". - * — — (N ), so nennt der Balemann, sche Münzganrkaralog I. s 54 > den Verfertiget einer vortrefflichen Schaumünze von 1708 auf den König von Schweden Carl XII. mit der Umschrift: Oloria 8uecorum. Es mag aber sonder Zweifel der Vorname R. ein Druckfehler für B- (enedikt) seyn, dessen das Lex. schon gedenkt. Westmorland, s. oben Werrmorland. Westmüller ( ), ein schwedischer Bildniß - und Geschichtsmaler, Mitglied der Maler, und Bildhauer-Akademie zu Stockholm, lebte dort um 1800. Auf der Kunstausstellung von 1799 hatte seine Ariadne, wohl durch das Nackte der Figur, das Aug der meisten Zuschauer auf sich gezogen, desto weniger aber durch anderweitigen Werth sich den Beyfall wahrer Kenner erworben. Auch in seinen Bildnissen bemerkte man zwar viel Leben und Ausdruck i» den Gesichtern, meisterhaft ge- malte Hände, und schöne Drapperien, dabey aber eine unangenehme Steifigkeit in den Stellungen. Acerbi S. 118—19. westpfehl (P), ein Maler, nach dem I. Falck ein Bildniß bes Philosophen Hartwich Wi- chelmann aus Lüneburg, wr. 35 . in kl. 4 ". gestochen hat. Mrc. * -f. auch im Lex. und sofort unten westphalen. westphal (Philipp). Ein berühmter Maler zu Königsberg in Preußen um 16^7. Von ihm sieht man in der dortigen Pfarrkirche St. Barbara eine Altartafel, welche die vier großen Propheten darstellt. In derselben solle der (denkwürdigen!) Sage nach, Daniel, nach dem Bildniß des damaligen Organisten, nicht mit dem Pinsel, sondern mit dem Finger gemalt seyn. Bernouilli III. 8s. * westphalen (Albert van), welcher im Lex. und in den gegenwärtigen Zusätzen 8. v. Albert Aidegraf erscheint. Hier fügen wir hinzu: Von ihm, als Maler, besitzt die Gallerie zu Wien: Eine Beschneidung. Dann eine Erscheinung der Madonna an St. Lucas; er zeichnet dieselbe, vor einem Pulte knieend, und ein Engel führt ihm die Hand. Beyde diese Bilder ( 3 ^ 7" hoch, 2^ 7" br.) sind auf Holz gemalt, ganze Figuren, in dem erster» ein Viertel - in dem zweyten Halblebensgröße. Dann ein kieineres: Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradiese; die Landschaft und die darauf wandelnde Menge von einheimischen und fremden Thieren und Insekten ist in diesem Bilde mit bewundernswürdigem Fleiß ausgeführt. DieGa- lerie zu München bewahrt von ihm 8. v. Aidegraf vollends vier Bilder: Zwey Kniestücke einesMannes der Geld zählt, und eines Greisen in weißem Kopftuch ; dann den barmherzigen Samariter, wie er dem Verwundeten am Wege Oel in die Wunde gießt, und wieder, wie er ihn auf seinem Esel ins Wirthshaus bringt, und voraus die Zeche für ihn bezahlt (jedes 3 " i?" hoch, 5 '^ r"^ breit), von Männlich nennt die seltenen Gemälde dieses Westphalen. Künstlers hart und trocken; dagegen spricht Flo- rillo (Deutschland I. 4 o 5 .) wenigstens von diesen, als von Meisterstücken *). — Auch die Galerie des H. Hof- und Landgerichts-Advokaten Schmidt zu L>el besaß von ihm (1809) die drey Grazien, und zwey geharnischte Krieger, was der Katalog dieser Galerie als „sehr schön" benennt. Die Litteratur seiner Blatter, s. v. Aldegrever findet fich am ausführlichsten bey Barrsch VIII. 36 s hjs 449 . wo deren 289 aufgezählt werden, darunter üi biblische, is aus der Profanhistorie, 29 mythologische, 78 Allegorie - und Phantasie- Gegenstände, 9 Bildnisse, und 100 Vignetten, Verzierungen von Goldschmiedsarbeiten u. drgl. Eine Auswahl derselben führt Rost 1 .178—83. auf. Darunter bemerkt man die Bildnisse des Königes der Wiedertäufer, Johanns von Leiden, und des Schwärmers Bernhard Knipperdollings; dann die Enthauptung des Sohns von Titus Manlius, unter einer Art Guillotine, und des noch sonderbarerem Beyspiels väterlicher Justitz, des kranken Grafen von Archambeau, der einen seiner Enkel erwürgt, damit er nicht — ausarte **). Nach Barrsch wäre denn doch sein jüngstes datirtesDlatt von > 555 . nicht 58 . oder gar 62. wie es auch oben in diesen Zusätzen heißt. Marterte besaß sein ganzes Werk mit allen Copien (Z80 Bl.) welche nach seinem Tode um den Spottpreis von 179 Livr. verkauft wurden. Look. Orct. 8. V. westphalen (Andreas Christoph), ein Mäu, rermeister zu Hamburg 1806. Mrc. — — (Arnold von, oder aus), ein vortrefflicher Banküustler, der das berühmte steinerne Schloß zu Meissen erbaute, welcher Bau von 147« bis lj 83 anhielt. Sächsische« Curiosirären- Cahmer Jahrg. i/ 38 . S. 186. Vor uns liegende handschriftliche Annal. d. Städtchens Frauen- stein, sagen dagegen, daß gedachter Bau 1471 beendet worden sey. Aus Michael Böbm's Geschichte Herzogs Albert von Sachsen erfahren wir ferner, daß er auch die Brücke zu Meissen erbaute, welche Drücke in allen alten Schriften als ein Meisterstück in ihrer Art genannt wird. Dieselbe wurde jedoch nachgehcnds im Kriege zerstört , und besteht längst nicht mehr. Unter dem verderbten Namen Drnald erscheint er ferner in einem Briefe von 1471, den des Churfürst Ernst von Sachsen Odermarschall, Hugold von Schlcinitz, aus sei- nemSchloßeKriebenstein an den Rath der Stadt Mit- weida im Meißnischen erließ, und worin es heißt: >,Jhm sey angelangt, daß die Kirchväterzu Mitweida vorhätten und wohlgemeint waren, den Chor in der Pfarrkirche wölben zu lassen, so sie einen fügli- chcn Mann dazu haben könnten, der solch Gewölbe vhne Pfeiler verfertigen, und das Gotteshaus damit bewähren könnte. Nun hätte er jetzo den Meister Donald, seines gnädigen Herrn (d. h. gedachten Churfürsten) Werkmeister zum Krieben- steine bey sich, der der tauglichste und behendste Werkmeister auf Steinwerk und Mauern zu machen sey, den er je erkannt habe, so daß er nicht allein in der Kunst und Arbeit, sondern auch in dem Rathe tauglich sey. Demnach wäre sein Rath" u. s f. Hermann Mirrveidisches Denkmal. Chemnitz 1698. 8°. S. 39. Westphalen. 5069 westphalen ober Westphal (Carl Daniel) , ein Maler zu Altona i 8 o 5 . Er wird der jüngere genannt, im Gegensatze mit dem (aber damals schon verstorbenen) dortigen Malee Job. Georg Westphal. Älr 0 naer - Adreßbuch auf i 8 v 5 . — — (Daniel Heinrich), ein Maler zu Ham, bürg 1806. Hamburg isches Adreßbuch auf 1806. — — eigentlich westphal (Friedrich), ein Notenstecher zu Berlin, wo er 1809 eine Noten, druckerey anlegte. Mrc. — - (Gregor), war ,595 Münzmeister des Fürsten von Pommern- Hirsch deutsch. Münz, archiv III. 48- — — (H-), «in geringer Kupferstecher zu Hamburg, der von den Buchhändlern beschäftigt wurde. Arbeit von ihm findet sich in: Gründliche Vorstellung der vorzeiten aus dem Heidenthum in die Kirche eingeführten Gebräuche und Ceremonien. Aus dem Franz, des Muffard. Leip ig und Zell 1696 8° ; E G- Happelius iie-Istiones l-urionN u. s. f. Hamburg 1707 — 1709 4°; Kurzer und gründlicher Entwurf der fünfzehnjährigen Campagnen Carl XII. Lunden in Schonen 1716 8°.; (das jämmerliche Bildniß Carl XII); B. Men- zer's neu verbesserte Hritlis Pneumatik. Hamb. 1709 4 ". u. s. f. Dann das Bildniß des Pet. Lainbeccius, Fol.; Karten u. s. f. S- auch den gleich folg. Art. — — — Nach einem, gleichen Namens, hat I. Falk das Bildniß eines Professors Härtung Wichelmanns gestochen. S- auch den vorhergehenden Art. Ob jener Stecher und dieser Maler oder Zeichner wohl Einer und Derselbe seyn dürfte? Und ist zu bemerken, daß erwähntes Bildniß des Pros. tzartungs, gleich oben, einem l). West, pfeh! zugeschrieben wird. — — oder westpfal (Joh. Georg), ein Maler, s. oben Carl Daniel westphalen. — — — — (Michael), wird in des G- Thiele: Der Domkirche in Gustrowhoojähr riges Alter. Rostock 1726 4 °. S. 162. als ein Glockengiesser 1617 genannt. — — — — (Michael Friedrich), ein Bernsteinarbeiter zu Danzig um 1809. Er pflegte mit seinen Arbeiten die Märkte Teuschlands zu beziehen. — — — — (P.). Nach einem solchen Maler (vielleicht mit dem obigen D. westpfehl Eine Person) hat I. C. G. Fritsch ein Bildniß Kaiser Joseph ll- geliefert. — — — eigentlich Westphal ( ), erscheint um 1771 als Münzmeister zu Schwabach. Mrc. — — — — f. auch oben westpfehl und westphahl. ») Auch Sartscb spricht mit großer Achtung von dem Unsrigen, vou dem Glänze der Farben seiner Bilder» und von der Genauheit und Zartheit seines Grabstichels; einzig dürften die allzusielen gebrochenen Falten seiner Gewänder zu rügen seyn. ««-) So lautet wirklich die Jnnschrift. Natürlicher meldet indessen die Geschichte: s»r Strafe wegen »»keuscher Angriffe auf mehrere Frauenspersonen. **«) Ausführlicher über diesen Künstler werden unsre künftigen Zusätze handeln. 507 V Wett. W estreener». Nestreenen (van). Ein solcher, ob selbst ausübender Künstler, ist uns unbekannt, gab 1804 im Haag bey P. van Dalen - Wetters, in mehrern Blattern einen Plan von dieser Stadt nach einer Zeichnung aus dem XI. Jahrh, wo diese alte Residenz der Grafen von Holland bereits soll bestanden haben. ^ 7 -c. weström ( ) > vermuthlich ein Schwebst scher Maler; er blühte zu Ende des vorigen Jahr? Hunderts Nach ihm hat Lips das Bildniß des Schriftstellers Kosegarttn, und das der Alwins Kosegarten, beyde in gr. 8°. gestochen; dann E. F. Stölzel in Med. kl. 4°.; den König von Schwe? den- Gustav III. ^c. weftrup (Andreas), erhielt auf der Kunst? akademie zu Kopenhagen eine Preißmedaille im Zeichnen nach dem Modell i8«6. Lunsthistorie r Danmark af weittrvich. * Wer ( de) oder Devoer, ein Geschichks- maler, wird von L 4 orhnagel N°. 87. und Z07. angeführt. Ob derselbe mit dem Joh. de weer des Lex. und der gegenwärtigen Zusätze, oder mit einem der nachkommenden Wert Eine Person sey, ist uns unbekannt. * Were (Franz de). Das Lex. weist auf seinen Art. Ampringer, wo ein solcher unter den Malern erscheint, die an der Bri'ißler-Galerie gearbeitet haben, bemerkt aber dabey, daß Tenters in seinem Nkestro Proton. viele Namen falsch geschrieben, und glaubt, eö dürfte unter dem Uns? rigen der Geschichtsmaler Franz de wir zu ver- stehen seyn. Dagegen macht auch Männlich l. 461. ein eigenes Enö aus ihm „Von den Lebens? umständen dieses Künstlers" (sagt er) „ist uns zwar nichts bekannt. Wir haben aber verschiedeue Gemälde dieses Meisters gesehen, die mit Rem? brandts Namen gezeichnet waren , welches ein be? kannter Betrug gewinnsüchtiger Gemäldehändler ist, wodurch sie die Liebhaber irre führen, de werte malte kleine historische Bilder in Rembrandts Manier; er war ein Nachahmer dieses großen Malers, und blieb folglich unter seinem Urdilde zurück. Seine Färbung ist nicht so glühend, so kräftig wahr, und seine Composilion nicht so geistreich und groß, als die des letztem. Von ihm besitzt die Gallerie zu München: Die drey Männer im Feuerofen, von dem Engel gerettet, und ein Opfer Abrahams, jenes ei» kleines Bild auf Holz, dieses hingegen 6" 2" hoch, 4 ^ 3 " br. auf Leinwand *). Dann hat die Gallerie zu Gchleis? heim noch von ihm eine Aufweckung Lazari, wieder klein auf Holz. S. auch den gleich vorhergehenden Art. * Werh (Ästvnsu), s. Vouer im Lex. und oben, und Dwer oben. wetschernick ( ) Medailleur zu Berlin, s. oben weckschernick. * Werst ein, s. Werkstein im Lex. und unten. wett (Emanuel de) oder Dürvett, wahrscheinlich des Nachfolgenden Bruder. Er malte schöne historische, oft sehr große Bilder mit einer Menge Figuren, dir aber selten mehr als 8" Höhe hatten. Er folgte Rembrandt nach, noch mehr aber Gerbrand van den Ekhour, und Moses van Wten- broeck. Seine Bilder unterscheiden sich von denen seines Bruders dadurch, baß er fast allenthalben seine Composilion in Landschaften anzubringen suchte, die im Geschmacke Wtenbroecks, aber hellet gemalt sind, und womit er den Hintergrund sehr gut ausfüllte. Seine Zusammensetzungen sind nicht immer schön, und sein Coiorit ist'farbiger als es Johann auftrug. Auch führte er nicht so fleißig aus. Matthias Dersterreich hat ahn bey Beschreibung des Gtengliichen Kabinets sehr irrig mit dem anfangs historischen, hernach aber als Perspektivmaler bekannt gewordenen Emanuel de wirre unter N°. XXX. verwechselt. Das dort aufgeführte Bild stellt die Ersaufung Pharaos im rochen Meere vor, ein Sujet das unser Emanuel sehr oft behandelt hat, von dem dieses Bild auch gewiß ist. M'uLt/e»-- iZ—14. Von ihm besaß das Kabinet des H. Hof- und Landgerichts-Advokalen Schmidt zu Liel (r 8 og) eine Landschaft mit Gezelken, vor denen sich mehrere Familien beschäftigen- Wert (Johann be) oder Dürvett. Auf erstere Art schrieb er sich, nachdem er eine Zeitlang in Holland sich aufgehalten. Zu Hamburg 16Z0 geboren, kam er nämlich in Rembrandts Schule. Dort wurde er in kurzer Zeit ein sehr schätzbarer Maler. Er vereinigte in manchem seiner vortrefflichen Gemälde die Manieren Gerard Douws und seines Lehrmeisters, in einem Grade, daß, wenn man den eigenthümlichen Geist Rembrandts nicht richtig gefaßt hak, sie fast für die ausgeführtesten Werke desselben genommen werden könnten. Seine Bilder stellen gemeiniglich Opferungen im Innern der Göttertempel, oder biblische Vorgänge dar. Dir Wahl seiner Ideen ist oft edel, und seine Composilion reizend. Die Zeichnung seiner Figuren ist weit idealischer und richtiger, und die Beleuchtung der Gruppen eben so meisterhaft, als bey Rembrandt; alles aber mehr ausgeführt. Er wußte seinen Gemälden so viel Großes und Gefälliges zu geben, daß man sie zu den Werken der beßten Meister gesellen darf. In Sünden wider das Costume giebt er feinem Meister nichts nach. Nach Rembrandts Tode gieng Dürverr wieder nach Hamburg, und malte viele schätzbare Stücke, wovon man noch manche findet; die vorzüglichsten aber sind von Kunsthändlern ins Ausland geführt; man hat auf manchen derselben den Namen ausgelöscht, und sie für Werke Rembrandts verkauft, weil diese zu sehr hohen Preisen bezahlt werden. Dürverr malte zwar manches große Bild, aber seine Figuren hakten niemals auch »ur halbe Lebensgröße; sie haben, gleich denen Emanuels, selten über 3 " Höhe. ^Vac/r»-. it—rs. Von ihm besaß das gleich vor- benannte Kabinet Schmidt zu Aiel vier Bilder: Elieser hält bey Rebecca an; Joseph mit seinen Brudern, wie der Becher aus Benjamins Sack genommen wird; Salomo aufdem Thron empfangt die Königin von Saba. In einem vierten Bilde geht rechts das israelitische Volk bergauf; im Dorgrunde stehn Moses und Aaron auf einem Felsen; links ersauft Pharao mit seinem Heer im Rochen Meere. Alle diese Bilder werden im Katalog sehr gepriesen, und zumal das letztere „kunstreich gemalt" genannt. Nach ihm hak Lemke (iEr) ein kleines aber seltenes Blatt in Rcm- braudts Geschmacke geetzt: Die Verkündigung an die erschrockenen Hirten. — — — (Gebrüder de). Söhne des obigen Johann, welche die Bilder ihres Vaters sowohl, als des obigen Emanuel de werr sehr oft copirten, und auch einige eigne, in deren Ma- »') Letzteres erscheint auch ,'n dem neuen Kataiog von Achkeishekn, (als 18-0 dort befindlich), hier mit dem Maaße 4- «" hoch, 4' 5" br. nebst beygefügter Bemerkung, daß dasselbe mit V. 6^ bereichnet, ein solcher Künstler aber in dsr Geschichte sonst nicht bekannt sey- Wett. 507 t vier mittelmäßig componirten, schlecht colorlrten und gemalte Erfindungen für die Arbeiten dieser Männer ausgaben. MnV/er - TVacüo. 1/j. X6. Die Vorbenannten de wett oder Dürverr find alle in Hamburg geboren, und ihr Geschlecht ist ausgestorben. Auffallend ist es, daß kein holländischer Schriftsteller von den beyden so sehr geschickten Künstlern Johann u. Emanuel Düwerr, die sich doch in Amsterdam unter Rembrandt so sehr vervollkommneten, Erwähnung thut. 1 . c. Wert ( ). Von einem solchen (ob vielleicht von einem der obbenannten Söhne von Johann) besaß des oft erwähnte Kabinet Schmidt zuLiel (1809.) ein schönes, ganz im Geschmacke von Arnold Houbraken gemaltes Bild: Das Innere eines Bauernhauses, wo getrunken, gespielt und getanzt wird. * — — s. auch gleich oben wer, und oben und im Lex. Were. Werter (Hans), ein Glockengießer. S. unten Sim. wild. * Werkstein (Friedrich). Nach ihm gestochen haben z.B.E. Schalch das Bildniß des Theologen J.R. Zwinger, P. Schenk (wahrscheinlich geschabt) dasjenige von A- Grapheus, und I. I. Thourneiser die des Theologen Peter Werenfels, und des Arztes Emanuel König. ^l/rr. Werkstein (G.) ) > S. den gleich ff.Art. -(Jacob.) ) — — (R-). Auf mehrern von P. vonGunst gestochenen Bildnissen, z. B. des Rechtsgelehrten Gerl. Suiker, des Prinzen von Wales Georg August rc. findet sich die Adresse: etS. 7 /^tttenir Lxcuclerunt. Beyde waren zu Ende des XVII. Jahrh. Buchhändler zu Amsterdam, die den Kupfern zu Büchern ihres Verlages ihre Adresse aufstechen ließen. I. Werkstein, Buchhändler zu Amsterdam um 17^0, verfuhr eben so, z. B. aufBildnissen von Houbraken. Mrc. wetze! (Andreas), fertigte 1626 die Decke und das Gestühle der Kirche zu Krumbkennersdorf bey Freybcrg in Sachsen, wilisch Freiberger Rirchenhistorie II. 099. — — (Anton). So heißt irgendwo ein um 1700 lebender Kupferstecher, der allerhand kleine Blätter, und dann Bildnisse dunkeler Männer mit lauten Namen, wie z. B. des Johanns von Veltheim, Erbschenken von Hildesheim, und Erbküchenmeisters von Braunschweig (dies nach eigener Zeichnung), dann des Gotteögelehrten L- Prälorius u. s. f. gekratzt habe. — — (Franz), Hofgartner von Chur-Cölln, zu Augustusburg. 176Z. — — (Johann Adam Ludwig, gewöhnlich Johann Ludwig), der Sohn eines Geistlichen, geb. zu Münchberg 17.76. Er studirte, bereiste verschiedene Länder, wurde 1774 Pagenhosmcister zu Anspach, erhielt den Titel als Kön. Preußischer geheimer Hofrath, und lebte noch 18,i 5 in gedachter Stadt. Er war ein großer Kunstfreund, der eine artige Kupferstichsammlung besaß, in Pastell malte, und gut zeichnete. Unter andern tuschte er auf seinen Reisen die schönsten Gegenden in Bister. Fikenscher gelehrtes Fürstenrh.Baireur. — — (Johann Baptist), war des Fürsten von Fürstenderg Hofgärkner zu Donaueschiugen Wetzet. 1799, und Joseph wetzel, in gleichen Diensten, damals solches zu Hüfingen. In 1766 war ein Thomas Wetze!, Hofgartner zu Donaueschiugen; so wie gedachter Joseph (w) Uncergärtner daselbst. M-c. weyel (Johann Ludwig), s. obigen Johann Adam Ludwig weyel. — (Joseph), s. obigen Joh. Bapt. weyel. — — (Sebastian), ein Architekt der in 176.. als Conducteur in chursächsische Dienste trat. — — (Thomas), s. oben Johann B. weyel. — — ( ). Eine Leipziger Buchhandlung bot in 1799 aus: weyel's in Rupfec gestochene Vorschriften, zu Erlangung einer guten kaufmännischen Hknd. Preiß 20 Groschen. -( ). In Meusel's Misrell. XXIX. 260 — 61. liest man in: Artistisch. Bemerkungen a. e. Reise d. einige (siegenden d. Frankischen-Rreises, was folgn » Noch muß ich Siemiteinem Manne bekannt machen, den Sieschon als Schriftsteller durch seine deutsche Ausgabe von Hollands philosophischen Anmerkungen über das Systeme llo la natore u s. w. kennen werden, welcher aber auch als Künstler und Kunstkenner, hauptsächlich der Antike, von Ihnen näher gekannt zu seyn verdient. Es ist der Markgräflich ^ Ansba- chische tzr. Hofkammerath und Bibliothekar weyel, ein Mann, der in den mehresten Fächern der Kunst sich viele Kenntnisse gesammlet, schone Reisen durch die Schweiz, Frankreicy, England und Italien gemacht hat, bey dem Sie nicht nur eine schätzbare Bibliothek, besonders, was die englische und französische Litteratur, Naturgeschichte und Mathematik betritt,'sondern auch eine auserlesene Sammlung von französischen, englischen und andern Kupferstichen unserer neuen Meister antreffen werden. Er besitzt ohne Zweifel auch eine der vollständigsten Sammlungen von Pasten und Schwefelabgüssen, und wohnt im Restdenzschlosse, wo er vorlrefljch eingerichtet ist. Er selbst ist ein guter Zeichner und malt in Pastell. Ich sah von seiner Hand unter andern ein großes, richtig und iebhaft gezeichnetes Blatt, welches den Ulysses in dem Momente vorstellt, wo ihm Tiresias und die übrigen Schatten erscheinen; dann verschiedene mit Bister lavirte Zeichnungen von Ruinen und Landschaften, welche er zum Theil auf seinen Reisen verfertiget hat, und keinen gemeinen Dilettanten verrathen." weven (Johann), ein irriger Name für obigen Weren. * Weuer, ein irriger Name für Weyer im Lex. und unten. Wey (F.). Also (vielleicht abgekürzt in dem Geschlechtsnamen) bezeichnet sich der Radirer eines unbedeutenden Blattes, zu des M. Wasmuth: /Anales eoeli et tempornm restlcuti, welches Werk zu Kiel 1684 Fol. erschien. * — — (Gabriel), eine Kürzung hes im Lex» und unten erscheinenden Namens Gabriel Weyer auf Kupferstichen, ^c. *Weyandr( ), hieß Ludwig. Dieser Schwede halte in Italien studirt, und hielt sich dann an dem Holstein - Gottorpischen Hofe auf. A i 4 S 072 Weyck. Er war ein guter Historien- und Bildm'ßmaler und besaß ein schönes der Natur gemäßes Colorit. Kunst-Historie i Danmark af Weinwich S. 92. Ludwig blühte in dem letzten Viertheil des XVII.Jahrhunderts. In den Funeralien des Herzogs von Holstein-Schleswig, Christian Albrechts (die gr. Fol. 169h zu Schleswig und Kiel gedruckt wurden) findet sich, nach ihm, dasBild- niß dieses Fürsten, das allegorische Titelkupfer (beydes in Fol.), und ein kleineres eingedrucktes Kupfer mit drey Brustbildern aus dieser fürstlichen Familie, die sämmtlich Joh.Friedlein zu Kiel « 6 g 5 und 1696 (obwohl der Druck nur mit 1695 datirt) in Kupfer brachte. Auch I. Gole und I. Munikhuyse sollen Bildnisse nach ihm gestochen haben. * weyck (Thomas), s. im Lex. und unten Wyck. *weyde (Roger van der), s. im Lex. und unten Wyde. *weydmüller( ). Sie hieß Johanne Elisabeth, geb. Krüger aus Sorau, und (seit 1771.) Mitglied (a.k. Pensionnaire) der Künstler- > Akademie zu Dresden. Dieselbe legte den ersten Grund der Malerey auf Glas bey ihrem Vater, und setzte alsdann diese Kunst durch fleißiges Stu- diren nach der Natur weiter fort. Ihre vorzüglichsten auf Glas gemalten Sachen sind Blumen und Frachtstücke. Ehedem malte sie auch Portraire auf Glas. Ihre Werke befinden sich in verschiedenen Gallerten, als zu Mannheim und München. So hieß es schon 1789 bey LNeusel H- Dann aber Ebendas. III. (Th. 3 . S. 181.) weit ausführlicher: „Ward geb. zu Sorau 1725, wo ihr Vater, Rrüger, Hofmaler des Grafen von Prom- nitz war. Nach dem siebenjährigen Krieg verheu- rathcte sie sich mit dem Kursächsischen Lieutenant Friede Aug. weydrnüller. In Dresden malte sie verschiedene Stücke für den Hof, z.B. eine Kreutzi- gung Christi, Salomons erstes Gericht, Ahasverus, wie er die Esther begnadigt. Sie gab der ganzen Familie des Kurfürsten Unterricht im Zeichnen und Malen, und machte mit dem Hofe verschiedene Reisen, besonders nach München, wo sie auch einen großen Ruf in ihrer Kunst erhielt, und wo ihre Arbeiten, so wie in Mannheim, in den Gallerten aufgestellt wurden. Sie malte nicht nur Blumen, Früchte, Thierstücke, Porträte und historische Stücke auf Glas, sondern trieb auch auf nicht gemeine Art die Seidenmalerey. Sie malte alles mit petrificirten Farben, die sie meistens aus Rom erhielt. In der kurfürstl. jetzt königl. Gallerie findet man eine große Menge von ihren Gemälden; unter andern ein sehr großes Blumenstück, 1 Elle lang und s« Elle hoch; ein wahres Meisterstück, von Kennern bewundert!" Sie st. zu Dresden, als 82 I. alte Wittwe 1807. Im: Verseick. «I. (lemL'Iüe i. ll. Kurkürstl. dallerie 2. Dressen 8°. 801. 8. 18Z. werden von ihr, als im dortigen Kabinet der Pastellmalereyen befindlich, „viele Blumenstücke, nebst einigen Figuren als Nachtstücke, auf Glas gemalt," genannt Anderwärts heißt sie Blumenmalerin »hinter Glas," was freylich etwas ganz Anderes wäre. * Weydner, s. weidnec im Lex. u. oben. weyen (Hermann van). So wird irgendwo, ganz ohne Weiteres, ein Landschaftsmaler genannt. Er oder dann ein anderer — — — gleichen Namens führte einen Kupferstichhandel. Bey ihm fanden sich z.B. neben Apostel- und Heiligenbildern: Figuren zu Sonn- tagstextcn; eine Passion nachJ.Callot, em Catafalk des Jesuiten P. Cotton auf zwey Blättern, mit 1626 datirt, was ungefehr die Lebenszeit deS Weyer. Unsrrgen anzuzeigen scheint. Auch der Katalog von winkler führt, bloß mit seinem excuä. bezeichnet, an: Eine H. Familie, wo der kleine St. Johann, auf einem Lamme reitend, dein Kind ein Kreuz darbietet; dann eine Besthneibung, und ein Bildniß des St. Dionystus, Apostels in Gallien. Ein Bildniß des Jesuiten St. Binet, hätte nach ihm (heißt es irgendwo) C.CHerpignon (lebte in der Mitte des XVII. Jahrh.) gestochen. „Wir kennen" (sagt einer unsrer Freunde) „ein sehr artig in Queroct. geetztes Blatt: Christi Taufe durch Johannes, mit der Unterschrift: Daprismc» babeo Lcc. bezeichnet, ohne Weiteres, mit: //^t/mexo. cum privileZio. In Gantkatalogen und andern dergleichen geringern Quellen der Kunstgeschichte, wird er dann ausdrücklich als Kupferstecher und Kunstverleger genannt, und als von ihm gestochen folgendes rubricirt: Eine H. Familie 4°.; 42 Blatt mit Geschichten aus den Evangelien; weiter nach Callot ein Ecce Homo (oben die Passion Christi genannt. I/. /s^er/er'exc. I2 Bl); nach Lorenz de la Hire, ein Titelkupfer: Vortlcus Lcc.; nach Jac. Jordaens: Christus vor dem Hohenpriester Caipbas (blos mit seinem exc. und Kopie eines von Marinus gestochenen Blattes); und a. m. nach Guido Reni, P.P. Rubens rc. Wieder anderwerls wird dieser weyen kurz ein Kupferstichverleger und Kupferdrucker zu Paris um «b^o genannt, und hingegen bezweifelt, daß er selbst Stecher gewesey, da seine meisten Blätter einzig mit seinem excuci. bezeichnet sind. Für seinen Verlag dann arbeiteten z.B. C.CHerpignon, I. Falk, L. de la Hire und Poilly. Weyer (D. G.) In v. So ist eine nummerirte Folge zwölf kleiner viereckiger Blätter (mit allerhand Vorstellungen en Medaillon) bezeichnet, die Heinr. Ulrich zu Nürnberg «kor, für eignen Verlag, in Kupfer brachte. * — — (Gabriel). Er st. um (a. b. nach) 164«. Sein Werk wird auf r86.Bl. geschätzt (?). Von ihm sind die Sinnbilder im Großen Rathssaale zu Nürnberg gemalt worden, welche P. Jselburg («617.) auf ö2.Bl gestochen. Von Ebendemselben kennt man nach ihm vier Blätter aus der Geschichte des Verlornen Sohns; dann auch die Bildnisse des Kaisers Matthias, und der Kaiserin Anna. Von D. Krüger eine Pieta, und in B. Caymox Verlage (t0«7.) die Auferweckung Lazari, ein großes Blatt. S. auch den gleich ff. Art. Liporvsky. Einer unserer Kunstfreunde giebt uns für diesen Art. ff. Zusatz: „Wir kennen schöne, getuschte, und mit der Feder umrissene historische Zeichnungen, die er schon i(io 5 zu Nürnberg fertigte. Sebastian Heufller sagt in der mit datir- ten Vorrede zu seinem: Aeu künstlich ^fechrbuch. Nürnberg bey Balthasar Caymox ibrb. qu. 4 ". (andre Auflagen U>. ,6«6, 1H17 Leo.) von den Kupfern dieses Werkes: »Daß er den unsern kunstreichen Maler zu seinen Stellungen bekommen, der ihin solche auf sein Angeben in Kupfer gebracht habe, wie augenscheinlich zu sehen sey." Diese Figuren sind aber eben so mittelmäßig gezeichnet, als radirt. Noch kennen wir ein: Heu Künstlich Fahnenbüchlein Durch Johann Renner, vndSebast Heußler, Kriegsmann. Nürnb. ib«6. qu. kl. 4°. Die Kupfer dazu sind betitelt: zslerv künstlich Fahnenbüchlein ^nno idiö. inven. Lad. Auch diese in einem kleinen Format radirken Stücke sind schlecht gerathen, mit Ausnahme des zweyten Blattes (ein stehender Kriegsmann mit einem Spieße, vor ihm ein sitzender Hund), was artig zu nennen ist. zslach ihm kennen wir: K. (Är/mo-o exc. 12 Nummer. Blatter mit Meerwundern in qu gr. 8°. (Christ. Weigel setzte später seine Verlagsadresse darauf, und löschte die alte aus); die Auferstehung Lazari rc. Fol-; von PeeerIselburg: Kaiser Matthias nebst seiner Gemahlin Anna, beyde aufEinem Blatt in qu.Fol. ((?. st^ursv., kaltk.La^lnox exo.); der Gottesgelehrte Joh. Schröter i 6 i 3 . Fol.; die Geschichte des verlohrnenSohnes auf4Bl. qu.Fol., sehr artig (S. Car/Mo-e exo.); von Baltbas. Gchrvan: Die Auferstehung Christi Fol. (Car,- Moa7exc.); von Heinr. Ulrich: Eine Madonna mit dem Kinde, ein kleines niedliches Blatt«. Ferner: „ Eine Handschrift nennt noch, als von ihm selbst für den Verlag des B-Caymox radirt: Die Sinne 5 Bl. in Fol., und ein Ecce Homo jn Fol. Dann nach ihm von Hans Georg (Georgi?): Die Verklarung Christi Fol.; von O- Iselburg: Die Auferweckung Lazari 1817. Fol.; vonDierr. Krüger: Eine Charitas in Fol., blaturss vsrü lusus, Satyre und nackende Kinder 12 Blatt; von Heinrich Ulrich: Ein Zeichenbuch für die Jugend 1612 in qu.8°. igBl., und 12Landschaften rano in Oktavformat. weyer (Hieronymus). So wird anderwerts der Künstler genannt, nach welchem obige Blätter a.d. Geschichte des verlorenen Sohnes wären gestochen worden, * — — (Jacob), ein Maler, von dem sich in der Gallerte zu Kopenhagen einige Schlachten- stücke finden: Hau der's Beschreib, von Kopenhagen 2te Aufl. Daselbst 1777. 8°. S. c> 5 . Das Lex. welches ihn als I. Weyer kennt, und ihn unter Johann Weyer rubricirt, hält unsern Jacob daher irrig für Eine Person mit gedachtem Johann. *— — (Johann). Nach einem, von einem solchen um 166Z (das Lex. setzt seine Blüthezeit schon um ivio) gefertigten Gemälde, hat Joh. Dürr das Bildniß von Joh. Reichard, Land- rentmeister zu Altenburg im Sächsischen, kl. Fol. gestochen *). Vergl. auch oben Jacob N)eper. — — oder weuer (JohannFriedrich), ein von Markhennersdorf gebürtiger Maler, der sich i8iZ (damals sec. 3 o.) zu Deubitz im Königreich Sachsen aufhielt, Mrc. — — oder Weyrer (Stephan), Kirchen- meister zu Nördlingen, ein geschickter Baumeister, nach dessen Entwürfen die kostbaren Gewölbe der dortigen St.Georgenkirche von i-jgb—ibob vollendet wurden. Derselbe st. i 5 a 8 . Die ausführliche Beschreibung dieses merkwürdigen Gebäudes s. aus Bep schlag's iJördling. Geschlechrs- hift. B. 1 . S. 70. u. ff. Fi 0 rill o's Deutsch!. I. 336 — 08. — — — — des Obigen Sohn, gleichen Namens, ebenfalls Baumeister, st. 16)2 I. o. 338 . Weyermann (Albrecht). Von einem solchen erschien 1808 bey Becker in Ulm der erste Band Historisch- Litterarisch- Artistischer - Nachrichten von merkwürdigen Gelehrten und Künstlern der ehemaligen Reichsstadt Ulm. Ob der Verfasser selbst Künstler war, ist uns unbekannt. * - — (Jacob). Sein Bentname zu Rom war Compaviva. Er soll sieben Sprachen sehr gut verstanden haben. Descamps lll. 41. * — — (Jakob Campo). Einige setzen seine Geburt in 1677. Ein vierter Theil feiner Malergeschichte erschien, nach seinem Tode, zu Dor- drecht 1769. Von seiner eignen (schmutzigen) Lebensbeschreibung eine deutsche Übersetzung 8». Franks, und Leipz. 1764. Dies sicher. Andre nennen schon eine solche Verdeutschung dieser Selbstbiographie von 1756, wovon sich die Urschrift auch in erwähntem vierten Theil seiner Malergeschichte finden soll. Zu dieser letzter» zeichnete er selbst einige Bildnisse, die von Dirk Jongemann gestochen sind. *Weyermann oder Weyhermann (Jacob Christoph). Auf Kupfern nach ihm zz.B. von Setletzki gestochen) wird sein Taufname Johann Christoph rc. geschrieben. Wir kennen derselben aber folgende: Von D. Nessenthaler (/Mrt. sxo. V.), 12 Blatt qu kl. Fol. mit biblischen Historien; von I. G. Ringlin, eine Folge Landschaften; von B. S. -Setletzki (Aoü. 6. Mers exo. 7 ). V.), zwey Folgen in qu. Fol. jede von 6 nummerirten Bl. mit Husaren in verschiedenen Kriegsvorfallen — und eine num. Folge von HBl. i„ qu.Fol., mit Bauernlustbar- keieen und Zänkereien; von Jac.G. Thelot (Fo/r. Frieck»-. />ob§t exo. -).v.), die tzirfchjagd und die Reigerbeitze 2 Bl. in gr. qu.Fol.; von Jac. Wangner exc. O.V.), verschiedene Darstellungen von reisenden Personen auf 6 Bl. in qu.Fol. * - — (Johann Christoph), s. vorstehnden Jacob Christoph (W-). Weyers, s. nuten wyers. weyersdorf (Johann Ludwig von), trat ibgZ als Münzmeister in Pfalzgräfliche Dienste. Hirsch teutsch. Münzarch. VII. 3 o 3 .. Wcyerzikss ), ein gemeiner Landmann aus dem Fürstenthum Berchtesgaden, von der Natur mit großem Genie für bildende Kunst ausgestattet, der sein Geburtsland niemals verließ, und von dem doch seine Landsleute nichts anders zu erzählen wissen, als: Wo er gewohnt habe: daß er ein Misantrove war, und mit Trotz daS Almosen ausgeschlagen, welches gutmüthige Menschen ihm oft anboten. Von ihm sah man, neben Anderm, eine Büste von weißem Marmor, welche einen ehrwürdigen Greis vorstellte, dessen Augen und Lippen so viel Sanftes, und dessen ganzes Gesicht so viel Ausdruck gegeben war, daß man sie nicht ohne Rührung betrachten konnte. Gegenwärtig ist dies seltene Kunstwerk nach Wien gebracht, und mit der Unterschrift: Opus monti- culss kerckrss^allensls, clicti aufgestellt worden. Wenn er eigentlich gelebt habe, ist uns unbekannt. A. e. Aufsätze von VN. vierrhaler in den vaterländischen Blättern für den Östreich. Baiserstaat (1808.). weygand oder Weygandt (Georg Friedrich, a. t,. I. F.). Ein in Fol. schlecht geetztes Bildniß des Kaufmanns J.J. Wochler (zu dessen Leichenpredigt durch W. C. Fürst 1711. Schwein- furth Fol. gehörig) ist bezeichnet: Seor§. kriech /^erZMt sculp. Lbrac. (1711.). (Ebrach liegt im Bambergischen). Andecwäits sagt man, er habe auch zu Bamberg das Bildniß des Rechtsgelehrten G. Adam Willius ohne andern Namen als den seinigen gefertigt. Noch kennen wir von ihm eine in kl. 8°. schlecht punktirte Abbildung des wun- derthatigen Marienbildes bey den Jesuiten zu Bamberg. — — — — (Sebastian). So heißt bey Meusel III. (1809.), ein damals zu Breslau lebender Hofmaler des Fürsten vonHohenlohe-Oeh- 2) Wäre der llnsri-e nicht etwa eher der Sohn des Johanns im Lerikon? A i 4 L 07 L Weygand. ringen, geb. zu Bruchsal 1764. Doch wohl der nämliche, von welchem es imMeusel'schen Arch.H ( 4-)58 — 5 g. um 1808 heißt: „ Der Fürstlich Hohenlohe-Ingelfingische Hofmaler Weygand, der sich am Hofe des Fürsten in Breslau aufhält, würde sich einen guten Namen als Künstler zu erwerben wissen, wenn er Bestellungen auf historische Sachen bekäme. Er ist ein Mann von Talent und bedarf nur Aufmunterung. Er malt auch Porträte und hat sich darin durch das Brustbild des damaligen Prinzen Hieronymus Bonaparke, jetzigen Königs von Westphalen, vortheilhaft ausgezeichnet". Ueber diesen Künstler erhalten wir so eben von einem unserer deutschen Kunstfreunde ff. ausführlichen Aufsatz: »Derselbe war geb. zu Bruchsal (nicht i 76 -, sondern) 1760. In seinem vierzehnten Jahre erhielt er den ersten Unterricht im Zeichnen durch Carl Engelhard, der ihn, als er ein Jahr später seine Reise nach Rom antrat, dem berühmten Hofbildhauer Günther empfahl, bey dem er aber wieder nur ein Jahr zeichnen konnte, weil Günther dem Rufe der Kaiserin Maria Theresia folgte, die damals ihr Lustschloß Schönbrunn durch die beßren Bildhauer Teukschlands ausschmücken lassen wollte. Hierauf übernahm ihn der Hofmaler Schweickart, der zugleich die Stelle eines Kammerdieners bey dem Fürstbischöfe bekleidete, und damals noch der einzige war, der sich in Bruchsal mit der Kunst beschäftigte. Erst nachdem Weygandr vier Jahre bey diesem gezeichnet hakte, wurde ihm gestattet den Pinsel zur Hand zu nehmen; doch raubte ihm «in Schlagfluß auch bald den letzten seiner Lehrer. Sebastians Vater, der kein Künstler war und nicht wünschte, daß sein Sohn ein solcher werden möchte, erlaubte ihm etwa ein Jahr nach diesem Ereignisse zwar nach Manheim und Düsseldorf zu reisen, doch berief er ihn bald wieder zurück, zu größtem Leidwesen unseres jungen Mannes,, der einen unbesiegbaren Hang zur Kunst in sich fühlte. Dieser vermochte ihn auch kurz darauf, heimlich (wenn auch mit Vorwissen seiner Mutter) Bruchsal zu verlassen und nach München auszuwandern. Da endlich nach 18 Monaten sein Vater von seinem Aufenthalte in Kenntniß gesetzt wurde und nunmehr Anordnungen traf, daß die bisher statt gefundene mütterliche Unterstützung weiter nicht erfolgen konnte, so wurde weygandrs Lage so bedenklich, daß er sich genöthigt sah, die Historie zu verlassen, und sich der Bildnißmalerey zu widmen. Es geschah um diese Zeit, daß zu Augsburg die Akademie der bildenden Künste wieder auflebte, und man das Möglichste that um dort die Künste in ihren alten Flor zu bringen, und auch auswärtige Künstler durch Einladungen herbeyzuziehen suchte. Weygandr folgte einer solchen, und es glückte ihm zü Augsburg mit dem Bildnißmalen über Erwarten wohl. Der bekannte Kunstliebhaber Paul von Stecken und der berühmte Mechanikers Brander schenkten ihm ihre Freundschaft. In der nächsten Preißaustheilung (1781.) erhielt er in der Zeichnung nach dem Leben den ersten, und in der Malerey (durch ein niedliches Familien- gemälde mit vier Kindern) den zweyten Preiß. Unterdessen gab solches Veranlassung, daß der Neid, der (sich so nennenden) Kunsigenossen erweckt wurde. Alle und jede, die nämlich bey ihren verschiedenen Berufsarbeiten sich der Farben und des Pinsels bedienten, waren damals zu Augsburg in einer Zunft vereinigt, und diese Zunft klagte nun bey dem Handwerksgerichte, daß Weygandr ihrer Nahrung Abbruch thue. Da unser Künstler jedoch auch den diesfallstgen Beweis verlangte und die Verantwortung der drey Kläger nicht genüglich ausfiel, weil der eine als Wagenlackirer und die beyden andern als Stubenmaler haiid- thierten, so wurden dieselben abgewiesen. Nach- Weygand. dem «ine zweyte an den innern Rath gerichtete Anklage ebenfalls von keinem bessern Erfolge für sie gewesen war, griffen sie die Sache auf anderen Wegen an. Man beschuldigte weygandren bey dem geheimen Gerichte des verdächtigen Umganges mir einer jungen schönen Frau, die ihm von Person sogar noch unbekannt geblieben war. Weil verschiedene Männer von Einfluß sich in diese hämische Geschichte verwickelt hatten, so wurde ihm nunmehro sein Aufenthalt zu Augsburg, wenn gleich der wackere Stecken zu seinen Gunsten focht, durch viele Kabalen und Nachstellungen dergestalt verbittert, daß nur sein Ehrgefühl ihn bewog, bis nach endlich erfolgter (wenn auch nur zum Theil erlangter) Genugthuung in dieser Stadt noch zu verweilen — Nun ging es nach Wallen- stein und Oettingen. In beyden Orten malte er die fürstlichen Familien, und in Wallenstein auch zwey Altarblätter. Eins seiner Bildnisse war unterdessen der bekannten Lady Craven zu Gesichte gekommen und hatte derselben so wohl gefallen, daß sie ihn nach Driesdorf berief, wo er sie und den Markgrafen von Anspach abschildern mußte, weygandr kam auf diese Weise an den Anspacher- hof, wo er zwey Jahre blieb, freyen Tisch und Wohnung erhielt, und auch zum Hofmaler ernannt worden war. Unglücklicherweise hatte man aber die Ausfertigung seines Hofmaler-Patentes vernachlässigt; und als der Markgraf ganz unver- muthet sein Land an Preußen abtrat, befand sich dasselbe noch ununterschrieben bey dem Kabinets- sekretair. Er verlor dergestalt eine Pension, auf die er außerdem bey dem hier eintretenden Falle Anspruch zu machen hatte. Der Zufall gab es, daß indem er bey dem Geh. Rathe, Freiherr» von Seckendorf zu Erkenbrechlshausen (wo er früher mit dem Markgrafen einige Zeit gewesen war) Abschied nehmen wollte um nach Berlin zu gehen, er an den unfern gelegenen Hohenlohischen Höfen Kirchberg-Langenburg und Jngelfingen bekannt wurde, Arbeit erhielt, und den Fürstlichen Familien selbst Unterricht ertheilen mußte. Nachdem der in Preußischen Diensten siehnde Erbprinz von Hohen- lohe nach Jngelfingen zum Besuche gekommen war, dessen talentvolle Gemahlin die Malerey zu ihrer Lieblingsbeschäftigung auserkohren halte, so wurde die Kunst noch weit eifriger dort betrieben und weygandr durchlebte hier einige Jahre in den angenehmsten Verhältnissen. Der Erbprinz nahm ihn auch mit sich nach Berlin, und unterstützte ihn dort vier Jahre. Unser Künstler dachte nun daran Italien zu sehen, und wandte sich aus dieser Ursache an seinen ehmaligen Lehrer Engelhard, der Rom noch immer nicht verlassen hatte. Allein derselbe widerriech ihm diesen Plan mit so triftigen Gründen, und riech ihm dagegen die Benutzung vaterländischer Akademien so an, daß jener Vorsatz nicht in Ausführung gesetzt wurde; wohl aber nahm er einen Ruf seines Gönners deS Erbprinzen an, der ihn als Hofmaler nach Breslau verlangte. Als diese Stadt in dem unglücklichen Kriege i8«6 eingenommen worden, gaben ihm die französischen Officiere viel zu thun; und Hieronymus Bonaparke, den er ebenfalls gemalt hatte, nahm ihn in Dienste und sandte ihn, nachdem er zum König von Westphalen ernannt worden, 1807 als Hofmaler nach Cassel. Nachdem späterhin sein nunmehriger Herr, zum Beßren seiner Unterthanen, eine Kunstakademie in Rom begründen wollte, so wurde Weygandr zum Direktor derselben bestimmt. Ebe er aber an seine neue Bestimmung abgehen konnte, ergaben sich andere Verhältnisse; Hieronymus mußte entfliehen, das Königreich Westphalen wurde aufgelöst und weygandr büßte seine Stelle als Hofmaler ein. Er lebte noch 1818 zu Cassel, wo er sowohl wegen seiner Kunst in Bildnißmalen, als wegen seines biedern Charakters in vorzüglicher Achtung stand. Nach ihm hat J.E. Haid den obbemerkren Mecha- Weygand. Wheally 5075 nikus G. F- Drander geschabt, und D. Berger den geh. Kriegsrath und Stadtpräsidenten F. P. Eisenberg zu Berlin (pinx. 1792.) in 8°. geetzt. Das artig geetzte Bildniß eines unserer Kunstfreunde (des Freyherrn vonBerlepsch), der uns so vielfäitig mit seinen Beyträgen beehret, liegt vor uns *). weygand oder weygandt ( ). So heißt irgendwo, ohne Weiteres, ein Kupferstecher, der um 173 s schlechte Titelblätter, u. a. geliefert habe, und aber vielleicht kein Anderer, als der oben angeführte Georg Friedrich W. ist. weygandt ( ), ein Baudirektor, von dem wir einzig wissen, daß er sich, gelegentlich der Kaiserkrönnng zu Frankfurt a. M. 1790, dort anwesend fand. Mrc. * weygeI, s. im Lex. und oben Wetgel. Weyhe (Joseph), des Churfürsten von Cölln Hoflustgärtner zu Augustusburg 1788. Mrc. *weyhenmeyer (Georg Gottfried), der Sohn eines Pfarrherrn zu Ulm; kam 1690 nach Berlin, wurde dort 1708 Hofbildhauer und später zugleich Direktor der Königl. Akademie der mechanischen Künste. Man hat eine auf ihn gedruckte Standrede, die nach seinem Absterben 1712 gehaltenwurde Marperger S- 45 l. schreibt diesen Künstler Weyhmeyer, und Heinecke (Nachr. I. 32.) weimeyer. — — (Hans), ein Goldschmied zu Augsburg ikiti. Dom. Lpirspkiu ^ususrans, II. 62. — — (Johann Heinrich), geb. zu Ulm 1702, studirte hier von 1719 bis 1722, kam sodann nach Berlin und arbeitete dort als Bildhauer viele Jahre laug. weyermami's Aachv. v. Gelehrten u. Rünstlern aus Ulm. G. 5 )i. Wir bemerken noch, daß ihn unsere Quelle als einen Bruder des Georg Gottfr. (W.) benennt; was aber nicht sey» kann, da ihre Blüthezeit zu entfernt von einander liegt. * Weyher, s. oben und im Lex. Meyer. weyhing (Johann Friedrich), Bauinspek, tor zu Stuttgard 1722. I. F. Scholl Adreß- kal. des Schwäbischen Breises 1752. 8 °. WeyIand, s. oben Weiland. weyler, s. oben Weiler. * Weyner oder weyners (Hans oder Johann), s. oben und im Lexikon I. Werner. Weyngand. So trifft man auch den obigen Sebast. Weygand in falscher Schreibart. Weyrauch, s. oben weirauch. *weyrer, s. oben und im Lex. weyer. *Weyrotter, s. im Lex. u. oben weirotter. *Weyse, s. oben und im Lex. Weiß und Weiße. *) In obigem Art. abermals ein Beyspiel, mit wie Deutscher Nation nach Brodt gehen muß! w eyse r (Anton D-, gewöhnlich Anton), geb. zu Dresden, der Sohn eines Kammerdieners bey einem Sächsischen Prinzen. Er lernte als Graveur bey Carl Aug. Behr, und etablirte sich sodann in seiner Geburtsstadt. Auf der dortigen Ausstellung 1810 zeigte er das Bildniß eines Mannes nach der Natur in Wachs poussirt. Damals hieß es von diesem jungen Manne, er wolle dasGravi- ren fahren lassen und sich auf die Bildhauerey legen. In dem Dredsnerr Adreßkalender auf 1810, erscheint er noch unter den Graveurs, fehlt dagegen ganz in dem auf 1812. Das schlechte Titelkupfer, was zu mehrern Jahrgängen des Dresdner - Residenzkalendcrs 12"., z. B. 1807. 1308 ff. gebraucht wurde, ist von ihm gestochen. Mrc. — — (CarlGottlob),! Bildhauer zu Weimar, s. oben weisser. — — (Franz), war um der Mitte des vorigen Jahrhunderts Hofgoldschmied zu Dresden; so wie ferner: Carl Friedrich Ficker, war aus Bockau im sächsischen Erzgebirge gebürtig (Lävner's Bockauische Cbronick. Schneeberg 1763. 8°. S. 877.),' trat 1721 in die Dresdner-Goldschmieds- innung und war eigentlich Hofjubelier; Jgnaz Hibel; Christian Heinrich Ingermann; Lmanuel LaurenzRoch; Andreas Roberrvem (kommt 1756 abhanden); Franz Anton Weyser (Hosgoldschmied der Königin - Churfürstin); und Simon Carl Wl'tzenhauser. Mrc. — — (Franz Anton), Hofgoldschmied zu Dresden, s. vorstehnden Artickel. * weyß, s. im Lex. und oben weiß. Weyssenrieder, s. oben weissenrieder, Weysung( ). Von einem uns sonst ganz unbekannten Stecher dieses Namens wird irgendwo, ohne andere Namen als den (einigen, ein Bildniß des Präsidenten I. A. de Thon angeführt. *whaee!y( ). Dieser Kunstgärtner hieß Thomas. whearerost ( ). Nach einem solchen Schönschreiber zu London hat Avignon zu Paris (1809.) Englische Schriften gestochen. 7 k 7 §c. *wbearly (Franz). Maler und Zeichner, Mitglied der Königl. Akademie zu London, blühet« dort um 1770 und lebte und arbeitete noch daselbst 1791. «Nach den vor uns liegenden Blättern z» urtheilen" (heißt es bey Fiorillo V. 797.) »befleißigt er sich einer edcln Einfalt; doch sind seine iguren etwas mager und theatralisch **). Seine Hais mit der Fackel, und das Nebenstück: Sigismunda, die das Herz ihres Liebhabers in einer Schaale trägt, beyde nach ihm von Th. Watson schön geschabt, und eben so seine badenden Nymphen, von R. Pol. Pollard, gleichfalls schon in Aquatinta-Manier punktirt, erinnern alle drey an Angelika Kaufmann." ^ Nach seinen neuesten Werken kennen wir eine ländliche Ruhe von Schiavonetti (1804.). Für die Shakespeares Gallerie malte er: Aus Fempest (Hat. V. 80.1.); aus UraminL ok tke -rlireen (^ct. II. 80. 2.); viel saurer Arbeit die Kunst in dem vielköpfig«» Reiche 22) Was freylich einer edel» Einfalt widerspricht. 5076 Wheatly. aus ^li's well tlist enös well (-^ct. V. 8c. 3 .); aus dem Wintermährchen (> 4 ct. IV. 8c. rZ.); aus twslkkk blickt (Kct. IV. 8 c. iZ. ) Diese letzte hat J.R.Smithj schön in Schwarzkunst geschabt. Ferner finden sich nach ihm: Die Bildnisse von H. Grattam Esq. durch V. Green, und vom Aldermann B. Turner durch I. Walker, letzteres besonders sehr schön geschabt; Howard der die Kranken besucht *), ein prächtiges Blatt, von I. Hogg; die Waffenübung der Frcywilligen von Dublin, ebenfalls sehr schon, von J.Collyer; tkc stiot in stroaä -8treet on tlie se vent olJune 1780 von I. Heath, und tüe Keturn ok 8ckoo- tin^, die Figuren von Bartolozzi, die Landschaft von S. Alken, wieder zwey herrliche Blätter; Renr^ sn6 in Aquatinta von F.Jukes, und Ebendasselbe gestochen von Heath. Dann nach seinen Gattungsbildern: tke Covers HnZer (Mädchen mit entblößter Brust, vor einem Jüngling am Pult) von P. Simon dem jüngern; die Ueberra- schung von R. S-Marcuard, braun punktirt; die Unbescheidenheit von I. M. Delatre, in gleicher Manier; eben so der verliebte Bauer, und die Bäuerin die ihr Geld auf der Straße zählt, beyde von C.Knight; der wohlthätige Bauer, von Nutker, u. s. f. u. f. Einer unsrer Freunde nennt noch, als Stecher nach dem Unsrigen: A. Freschi, I. Geremia, I. Godbey, C.H. Hodges, R. Stanier, Vanzo und W. Ward **), und setzt dann hinzu: »Er selbst soll Mehreres geistreich geetzt haben; als, nach van der Myn, die Tabaksraucher (Halbfiguren); nach eigner Zeichnung, dann: Den Gemüsehändler am Ufer eines schiffbaren Flusses (eine männliche und zwey weibliche Figuren), und eine ähnliche Vorstellung (zwey männliche und eine weibliche Figur), letztre beyde in Fol." wbea r ly(Miß). So heißt bey Fi'orillo V. 8 s 3 . eine Englische Dilettantin, deren Arbeiten auf der Londner-Ausstellung von 1804 sich, nebst andern, ausgezeichnet hatten. whem (Zacharias), ein Maler, wird von einer unserer Quellen unrichtig auf wehme verwiesen. wb isseI (I.). So soll ein englischer Kupfer» siecher heißen, der nach I Edmanson eine Allegorie auf dieGlückseligkeitEnglands in qu.realFol. punktirt habe. H)bitaker( ), ein mittelmäßiger Kupferstecher, welcher zu Cooks Reisen, der Auflage in 80., arbeitete. wbitby (Wilhelm), zu London, zeigte auf der dortigen Ausstellung der privilegirten Gesellschaft der Künste 1791, Venus mit Cupido und drey männliche und zwey weibliche Bildnisse, Mrc. Wbitcombe (T.), ein Maler zu London, von dem man auf der Ausstellung der Königl. Akademie 1791 einige Figurenstücke sah. — — ( ), ein Englischer Maler neuester Zeit. Von ihm liest man bey Fiorillo V. 74z. »Derselbe lieferte ;»r Schaustellung der Akademie im Iabr > 8<)5 ein gepriesenes Seestuck, wo etliche englische Fregatten in der Jagd des Feindes begriffen sind. Allein um die Schönheiten eines sol- White. chen Gemäldes ausfindig zu machen, muß man einige Zeit zur See gewesen seyn; dem Landmanne ist das meiste unverständlich. Wenn wir nicht irren , so ist whircombe auch der Urheber eines Blatts in Aquatinta, worauf man die Verbrennung des großen Linienschiffs, der Königin Charlotte, an der italiänischen Küste, im fürchterlichsten Moment der Explosion erblickt." whire (B-). So soll ein Englischer Knpfer- stecher heißen, der nach Peters gearbeitet habe. — — (Carl). So hieß ein zu Cheliea 1780^ verstorbener Blumenmaler. Fiorillo V. 60g. — — — Und eben so, um 1776 und ff. Jahren ein Englischer Stecher in schwarzer und rother Punktirmanier, von welchem man, in letzterer ein Blatt: Junge Dame in Federhut, Haibfigur, rund Quarto, ohne wettern Namen als den innigen, mit exc. 1781 und der Unterschrift: bowe (a. K. bcruwe), dann Anderes nach R. Adam, Bildnisse der Lady Lincoln, Lh. Stothard,^,. s. f. kenne. S. auch den gleich ff. Art. — — (Carl W). Von einem solchen (ob von dem gleich vorsiehnden verschieden?) nennt der Catalog von Brandes, als zwey schöne Blätter, ohne Namen des Malers: Das Bildniß der Herzogin Mari Jsabella von Rutland, (a. K- von Ratlau) nach W.Pethers (kl.Oval), und Palemon und Lavinia, nach Thomsons Herbste, letzkres wenigstens in Punktier-Manier, die Gesichter roth aufgehöht (und doch schön?) Irgendwo wird seine Manier ausdrücklich als »sonderbar," nämlich die Gesichter eben roth, und das übrige schwarz, genannt, und, nach dieser letztem Kunde, noch von ihm angeführt, nach Bunbury: Charlotte und Werther (welche die Engländer so sehr ergriffen hatten) und Patry (junges Bauermädchen); und nach Joh. Nußel: Lolche ekilstem. Noch ein anderes Blatt von einem Carlwdire: Kindheit und Treue (bcmü. 1786 ) nennt Basan L). So heißt irgendwo ein Kupferstecher, welcher: Die Ruhe der Bauersfrau, nach N. Berghem, gefertigt, und — — (L.), ein Anderer solcher, der, nach Bunbury und Jac. Wickstead, uns Unbekanntes gefertigt habe. * -- — (Robert), Vater von obigem Georg, Zeichner und Stecher mit dem Grabstichel und in Schwarzkunst, geb. zu London 16 j 5 und gest. daselbst 1704. Von ihm lese» wir bey Rost l X. 72—7Z. Er war ein Schule von CuoidLoggan, für den er einige mir Architektur gezierte A nichte» zeichnete und stach. Von ihm lernte er Bildnisse mit Bleymine auf Pergament zeichnen; und da er sehr glücklich im Treffen war, so stand er lange im Rufe. In der That werden auch seine Zeichnungen mehr geschätzt als seine Kupferstiche, welche meistens oou trockner und wenig angenehmer Behandlung sind. Er war sehr arbeitsam und brachte in einem Zeitraume von vierzig Jahren ein Vermögen von 4 — 6000 Plund Sterling zusammen; aber durch Unglücksfälle und Thorheiten ward dieses Vermögen zerstreut, und er starb in Armuth. Außer seinen Bildnissen mit dem Grabstichel hat er noch eine große Menge Titelblätter und Bücherverzierungen, auch einige Bildnisse in Schwarz- kunst gestochen; diese sind aber schlechter als seine übrigen Arbeiten. Ueberhaupt aber sind seine Bildnisse unter seinen zahlreichen Wecken das Beßte. Außer seinen Arbeiten für die Buchhändler, belaufen sich allein seine Bildnisse, nach dem Ca- talog von Walpole auf 2Ö0. Rost nennt deren an die so. nach Clostermann, Holbein (Thon,. Morus), C.Johnson, Kneller, Lely, Riley, und Wißing; dann andere ohne weitere Namen als den seinigen, eines (des Bischofes von Cly, Simon Patrick) ausdrücklich mit: ??. ste/LTstte clel. st so. 1680 bezeichnet. Noch weit mehrere, und viel Anderes von ihm und seinem Sohn, und, vermischt damit, Manches von dem obigen (neuern) Carl w. Wbire (an die 100. N".) nennt ein Verzeichniß meines sel. Vaters, was aber anzuführen, eben wegen jener Vermischung, nur zu Irrthümern leiten könnte. Als nach ihm, von seinem Sohn Georg gestochen, führt einer unserer Freunde das Bildniß des Johann Harris, von Joh. Simon dasjenige Milkons, und von C.Grignion das von J. Blowin an. * — — (Robert). Von eiuem andern Robert Whire (oder dann müßte sich Rost in der Angabe vom Todesjahre des obigen irren, nennt Gandellini ein Bildniß von Robert Morrison, an der Spitze seiner in 1712 zu Oxford erschienenen Pflanzen- geschichte. white (Thomas), wohlderSoh ^esobstehns den Kupferstechers Carls oder Carls w. wbire. Von ihm nach eigner Zeichnung in 8°. schlecht punl- tirt, kennen wir eine Mißgeburt von zwey zusammengewachsenen Kindern. Man liest auf diesem Stiche: st'kis plats is clrsxvn arrä enZravest ^ürte N. O. krom a prepsration now ln bis -gnatomical Lollention an inscrib sä >vitk all Mal gjkection tc> Oüar/er girrte Lag''. st. 8. ^u§k. — In: l'ke Works in ^rctntscture okstoborr anst.james Astam, was in sehr gr. Fol. zu London 177Z bis 1778 erschien, und vortrefr liehe Kupfer meist nach R. Adams Zeichnung enthält, finden sich unter den Kupferstechern ein C-(arl) whire, und ein T. (ob unser Thomas?) whire. — — (Miß). In Vernsuilli's Arch. VII. 1787. S. ng. heißt es, daß 17Hz whire, Gouverneur im Findling-Hospital zu London, eine große Sammlung überaus schön nach dem Leben gemalter Vögel und Pflanzen besessen habe; und daß sich unter den letzter» mehrere sehr gut gemalte Blatter von Miß whire, einer Schülerin des berühmten Ehret, fänden. whitehand (Robert), ein Kupferstecher um 1696, etzte mehrere sehr mittelmäßige Prospekte theils nach eigner Zeichnung, theils na» I. van Croes, theils ohne Angabe eines Zeichners zu des Jac. le Roy: Lastslla 6t präcoria nobliiukn strabantias. Bntvverp. 1696 kol. Später zog man solche Platten (mit einiger Zuthat) in des le Roy Wecke: l.e 'büsatre profane sts Lrabant. -V la k 4 a/s 1700 kol. von Neuem ab. * who od(Jsaac). Derselbe war ein geschickter Dildnißmaler, der aber vorzüglich Profile mit schwarzer Kreide zu zeichnen liebte. Seine beßren Arbeiten findet man auf dem Landsitze seines Gönners, des Herzogs von Bedford, in Woburn- Abtey Er st. HZ I. alt 17)2. FioriUo V. Gestochen nach ihm haben Baron, I. Faber, (Homer), A. Haaken u. s. f. Daß er auch Stecher gewesen, ist ein Irrthum des Lex. der ihn diesfalls mit dem unten ff. Johann Wood verwechselt. — — s. unten Wood. *Wiard, s. oben und im Lex. Wexand, den es vorstellen soll. Wibber oder Wirerver (Johann Georg), Maler in Oel und Fresco zu Jmst im Ober- Jnnthal, geb- daselbst. Derselbe erscheint zuerst in Meusel's tJ.Miscell. St.H. S.2Z1 —zs. (1796). Dort heißt es von ihm: „Der Sohn eines Vogelhändlers, Namens Jeremias ; daher er in seinem Orte nur der Mieß oder Maler-Mieß genannt wurde. Ob er nun gleich seine Lehrzeit unter einem geringen Lehrer, und hernach in Unterbayern, vornämlich in Straubingen mit Conditio- niren, als auch nach seiner Rückkehr daheim eben so zubrachte, gelang es ihm doch zuletzt, daß er ein guter Maler in Oel- und Freskofarven wurde. Größtenrheils sich selbst überlassen, war er sein eigner Lehrer und Anführer in der Kunst. Zwar, welches unmöglich sey» kann, nicht in allen Theilen gründlich, besonders in Absicht auf die Zeichnung, weil er nie in der Anatomie unterrichtet worden, noch einige Gelegenheit auf einer Akademie zu studiren gehabt, da ihm seine Elrern nicht nur nicht aufhalfen, sondern er noch genöthigt war, dieselben zu unterstützen; welche kindliche Pflicht er lange Jadre werkrhätig erfüllte, und man ihm also den Mangel an Vollkommenheit der Kunst wohl übersehen kann, da er es 5078 Wibcke, W i ch e l h a u s e n. 7 ? - ,. " ».! - 7 :/ -1) >? k , ^' 4 . l ', ^ ,7 7 , .' > 1 ^. ^^' 7 . !k 4 . M' ^ 7 ''-7 »> >^t»7 7 . s. I '-' durch Fleiß und Betrachtung andrer Kunstwerke auf einen Grad gebracht, daß seine Zeichnung überhaupt vollständig genug ist, besonders in der Proportion: und wenn etwa in dem Muskelsystem sich etwas irrriges findet, so ist die Frage, ob er nicht durch das Original selbst verleitet worden? Doch dieses bey Seite gesetzt, so hat er eine be- merkenswürdige Gabe, vorzüglich in dem Kolorit und der Praktik des Malers. Sein Pinselstrich ist markicht und mittelmäßig kühn; die Farbe dick und fett aufgetragen; seine Behandlung fleißig und vollkommen rein; die Farbe ist kräftig, saftig, lauter und durchscheinend. In einigen seiner Stücke hat er die Schattenfarbe des Fleisches zu grünlich angebracht, und in den Lichtern desselben ein etwas zu lackichtes Roth; welches zu viel ge, malte Manierssic!) und, aufeinen etwas entfernten Abstand, eine etwas melancholische Schwärze oder gewisse Unfreundlichkeit verursacht, das von dem wahrhaften oder natürlichen Kolorit entfernt ist. Dies mag wohl von seinem eigenen Temperament herrühren, da dieser Künstler bisweilen niedergeschlagen oder melancholisch, zu andern Zeiten aber ganz aufgeräumt und heiter sich zeigt. Seine Arbeiten sind größtentheils in den Kirchen seines Landes zerstreut; auch in Privathäusern, weil er für das Nothwendige arbeiten muß, wobey eben oft die Arbeit dem Lohne gleich wird. In der Pfarrkirche zu Leernroos an der Landstraße nahe am Fahren zwischen Reite und Jmst finden sich zwey Altarblätter von seiner Hand, Katharina und der H. Aly'e aus dem Orden der Societät Jesu; welches letztere weit besser als das erstere ist, und nach allem für ein gutes Stück passiren mag. Auch hat er in dem Bencdiktinerkloster Maricnberg Vieles gearbeitet. Gegenwärtig ist er in seinen beßten Jahren, und war jederzeit ein tugendhafter und rechtschaffener Mann, eines stillen Wesens, bescheiden und höflich gegen jedermann; dabey wohlgewachsen und schön. Von sich selbst oder seiner Arbeit hält er weniger, als er wirklich ist, und ist ganz bescheiden darinn. Kurz, wenn er weniger Schwierigkeiten zu überwinden, und bessere Gelegenheit, sich in der Kunst, zu bilden, gehabt hätte, so würde er sicher ein größrer Künstler seyn. In seinen jüngern Jahren hat er eine reiche Hey- ralh mit einer schönen Person außer seinem Vaterland ausgeschlagen, nur um seine Eltern nicht zu verlassen, und der Kunst obzuliegen. NaK ihrem Absterben verheyrathete er sich vor ungefähr drey Jahren. Er bildete auch mehrere Schüler in seinem Orte; unter welchen einer der beßten seyn mag Johann Rappeller von Jmst, welcher in Passau etablirt ist." Und gerade so (etwas wunderlich, doch ungeschminkt) lautet es noch substanz- lich von ihm (180g.) bey Mensel III. w» er, ohne weitem Zusatz, unter den Lebenden erscheint. * wibcke (Berchtold), s. im Lex. und unten Wiebke. * Wibe (Adam), s. im Lex. und unten wybe. *wiberr oder vuiberr (Remigius), wie man glaubt, geb. z„ Paris um 11)07. Rost VII. 104. Nach ihm hatte er immer zu Rom *) gearbeitet, und anderswo werden von ihm genannt, vörderst nach eigner Erfindung gestochen: Die Darstellung im Tempel, die Heilung des Bcsesseneu, und eine Landschaft, wo Nymphen mit einem neugebornen Kinde (dem jungen Bacchus?) sich beschäftigen. Dann nach N. Poußin: Abnchmung vom Kreuze (die nämliche, welche auch St.Gantrel gestochen hat); nach R.Sanzio: Adam undEva, die von der verbotenen Frucht essen; das Urtheil Salomo's; die Vorsehung, welche die Welt regiert (komme placee sur un ^lobe); Marsyas, von Apollo überwunden; Hieroglyphen (dieselben, welche auch Audran geliefert) iZBi. Alle dies von i 6 Z 5 — 4 ». datirt. Basan (Lci. 8ec.) und (gandellini nennen von ihm im Allgemeinen noch Anderes, nach Guido und Zampieri. Hinwieder soll, nach ihm, C. Roußelet einen St.Franciscus gestochen haben. Widert (Robert). So soll ein Maler aus Champagne heißen, nach welchen Chauveau eine Anbetung der Hirten gestochen habe. Wib ick-(Joseph Graf von). Der Sohn eines Staatsraths zu Warschau, geb. zu Manicki bey Posen in Pohlen 1789, und sein Bruder Lucas eben dort 1787geb., lernten in Dresden von i8»4 bis 1807 (wo sie nach Warschau zurückgingen) sowohl die Architektur bey dem Hofbaumeister Hölzer, als die freye Handzeichnung anfänglich bey Toscani, dann bey Schubert, und endlich auch die Planzeichnung bey Andern. Auf der Dresdner-Ausstellung : 8 o 5 sah man von Lucas: Ansicht und Grundriß eines runden Tempels mit korinthischen Säulen; 1806 ein fürstliches Lustgebäude für einen englischen Garten. Dann von Joseph i 8»5 Grund- und Aufriß einer Villa; 180V ein Gartenwohngebaude. Das, was man noch von ihnen an historischen Zeichnungen (Kopien) . und Situationskarten hier fand, übergehen wir. — — (Lucas Graf von), s. den versteh»- ! den Artickel. wic (F.). Nach einem solchen hat Charpen- tier ein Bacchanal und eine Ruhe von der Jagd, in Form von Kinderspielen gestochen. Wicar( ^ ), ein französischer Künstler, zeich, nete die Blätter zu dem Werke: Pableaux, 8tatues etc. lle 1a 6slerie üs klorence etc. welche unter Masqueliers Leitung gestochen, und mit einer Auslegung von Mongez seit 18.., Heftweise in Paris erschienen war. In 180Z sah man davon schon 26 Hefte, wovon jedes zu vier Blättern, aHFr. kostete **). Jrn ^lmunack cies keaux- Hrts desselben Jahrs wird dieser Künstler: ^rca»- a klorence genannt, wahrscheinlich weil er sich damals, des erwähnten Geschäftes wegen, daselbst aufhielt. In l8»-) stach auch nach ihm Contardi das Bildniß Pabst Pius VII. M§c. w i ch (Johann Georg). So hieß um 176:.' ein Hofjuwelicr zu Baireuth. Tkkc. wkchelhausen (Engelbert), Doctor und Professor der Arzneykunde, gab 1798 zu Franks, a. M. (bey Zeslcr) kl. Oct. 9 Bogen: Ideen über die beßte Anwendung derWachsbildnerey, nebst Nachrichten von den anatomischen Wachspraparaten in Florenz und deren Verfertigung, für Künstler, Kunstliebhaber und Anthropologen. Ueberhaupt ist diese Schrift ganz gegen die erwähnte Kunstgattung gerichtet, und glaubt, daß dieselbe uns (nebst so viel Andern:) der Barbarei in der Kunst zuführe. Ein Recensent in M e u se i 's lO. M>ec. IX. 70 - 80. möchte jene Gattung (vielleicht billiger?) auf seelenlose organische Narurobjecre wie Pflanzen und *) Nach Andern hingegen UNI i6zg wieder zu Paris. Bey Rost. *») Wir glauben, nunmehr (-s-o.) sev dasselbe vollendet. Ein schön gestochenes Machwerk kleiner, oft schlecht gezeichneter Nachbildungen von Bildern großer Meister. Wickart 5079 Wichnralin. Früchte (doch wohl jene anatomischen Präparate nicht ausgenommen) beschränkten. wichmann (Carl), Königlich-Preußischer pensionirter Bildhauer zu Berlin, geb. zu Potsdam, Schüler von Schadow. Auf der Berliner- Kunstausstellung von 1804 sah man von ihm: Eine Lebensgroße Statue in Gyps; eine Gewandfigur; die Venus Urania, an welcher Kenner (besonders an der Verwirrung widersprechender Symbole der Göttin) manches auszusetzen gefunden; eine Allegorie auf die Königin, mit ihrem Portraitkopf; eine Arbeit, von welcher man nicht viel rühmen wollte. In gleichem Jahr vollendete er die Büsten des bey Salftld gebliebenen Prinzen Ferdinands von Preußen, und des Kapellmeisters Himmel, von welchen es in Meusel's Arch. l. (z.) 181. heißt: „Ueber alle Beschreibung ist die Aehnlichkeit derselben; man glaubt, sie leben zu sehr; jedermann bewundert sie." Auf dem Salon von 1806 hatte er wieder neun Büsten ausgestellt, welche ebenfalls — etwa Einen ausgenommen — allgemeinen Beyfall erhielten. Dann, noch außerdem, eine Gruppe in Lebensgröße: Die Gemahlin des Prinzen Wilhelms von Preußen mit ihrer Tochter Amalie. Mensel III. In r8og erscheint er als ordentliches Mitglied der Akademie, und zeigte, e.a. in der Berliner-Zeitung an, daß man bey ihm Büsten von der verstorbenen Kammersängerin Schick haben könne. Seinen Ruf begründete er indessen vornehmlich seit 1814 (damals ungefehr 36 I. alt) durch eine Gruppe «»Marmor, welche die Hochselige Königin Louise mit ihrer Schwester, der Fürstin von Solms, darstellt, die von dem Könige gekauft wurde, und jetzt in Charlottenburg steht. Nach der Rückkehr des Königes e. s. fertigte er auch die Büste desselben, die man in jeder Rücksicht vortrefflich nannte, ^c. — — (Christian August), etzte ziemlich lei- bentli, >. 'nsatyrischesBlattkl.qu. 4 °. aufdemman an einer gähne liest: kratornitss anticrinc-,. Vermuthlich lebte er gegen Ende des vorigen Jahrhunderts in Tcukschland. M§c. — — (Ernst), geb. um 1788; zeichnete 180Z, als ein Zögling des Salzmann'schen Erziehungs- instituts zu Schnepfenthal, eine kleine Karte von Europa, die I. C. Ausfeld in gedachtem Jahre gut in Kupfer stach. Der Unsere erlernte darauf die Handlung zu Mühlhausen in Thüringen, konditt'o- nirte dann in Leipzig und soll itzt (1816.) in Wien angestellt seyn. ^c. — — (Friedrich), Bildhauer und Jnnhaber eines Magazins aller Art von Kunstmeubles zu Berlin 180«. In üevezow's Leben U-Runst der Bönig!, preuß. Kammersängerin M L. Schick. Berlin i8c»g. gr. 8°. findet sich das Bildnis derselben nach einer Büste von ihm. Auch obiger Carl wichmann fertigte solche von derselben, wie wir schon bemerkten. Unter der Reihe der Berliner akademischen Künstler (von i 8 <, 5 ) findet sich ein Johann Fc. wichmann als Bildhauer und Jnnhaber eines Kunstmeudle-Magazins; ob solches der unsere sey? — — (Johann Fr.), ein Bildhauer, s. vor- stehnden Friedrich ^w.). — — (I.). So hieß ein Kupferstecher zu Hamburg gegen End des XVII. Jahrhunderü; ohne Zweifel derselbe, welcher in Arntiels Einir brjsches Heidcnthum (Hamburg 1700) gearbeitet hat. ck-/§c. wichmann (Ludwig), jüngerer Bruder von Carl, ebenfalls Bildhauer in Gypsarbcit zu Berlin, geb. zu Potsdam. Auf dem Berliner-Salon 1804 sah man von ihm, neben Anderm, das Bild eines niedlichen, schalkhaften (?) deutschen Mädchens, welches Kenner für die beßte (!) Büste auf der damaligen Ausstellung erklärten *). Auf derjenigen von 1806 ezponirte er ein Relief von eigener Erfindung: Hektor im Frauengemach der Helena. Mensel III. (>809.), der ihn dort unter die Lebenden zahlt. Um 1808 muß einer der beyden Brüder sich in Paris befunden haben. S. das Verzeichniß der damals dort lebenden Künstler, am Schluße von Landon's Beschreibung des Salons desselben Jahrs; doch scheint es nicht, daß er etwas dort aufgestellt hatte. — — (Niclaus), ein Maler in Dänemark, dessen Herkommen im Dunkel liegt. Daß er ein geschickter Künstler «var, beweist sein Dildniß König Friedrich IV. in Lebensgröße, zu welchem Krock die Beywerke malte. Niclaus blühte im Anfang des XVIIl. Jahrhunderts. Den Dänischen Prediger zu London, Jwer Drinch, hat Andr. Reinhard 1726 nach ihm gestochen. Runst- Historie i Danmark af wein wich S. n 4 - Vielleicht war er aus Hamburg gebürtig. ' — — (P ), ein Maler, nach welchemO.H. de Lobe das Bildniß des Dänischen HofpredigerS I. A- Seidlitz 8°. gestochen hat. Anderwerts wird noch nach ihm das Bildniß Christian VII. von Dänemark, von C. Fritsch genannt, S. unten p. Wickart. — — ( ), ein Baumeister zu Hannover, wo er in 1819 erscheint. M-c. *wickam (Wilhelm). Seine majestätische Figur war es vielleicht eben so sehr, als seine Talente und Gelehrsamkeit, welche ihm die Gunst König Eduard lll. zugezogen. Eine Zeitlang bekleidete er sogar die Stellen eines Staatssekretairs und Eiegelverwahrers. Eine zweydeutige Jnn- schrift im Pallaste zu Windsor hakte ihn dann auf kurze Zeit um die Königliche Gunst gebracht. Auch späkerhin fielen ihm allerlei schwere Schulden zu Last, von denen er aber ebenfalls durch einen Parlamentsschluß losgesprochen wurde. Dann begab er sich in den geistlichen Stand, und war, als Bischof von Winchester, ein Beyspiel christlicher Lugenden — nur eben der Duldung nicht, da er z.B- Wiclef's Verbannung hauptsächlich be- föderte. Von seinen architektonischen Kenntnissen zeugt besonders die Kathedralkirche zu Winchester, welche, freylich zum Theil noch in barbarischem Geschmacke, in anderer Rücksicht der St.Pauls- Kirche zu London wenig nachgiebt. (L6. ters.) 1 . i 54 — 55 . w«ck ard, s. gleich unten wickart. Wickart (Matth.). Von einem Stecher dieses Namens (wohl von Zug in der Echweiz gebürtig) kennt man ein Blatt, welches das Kloster Muri in Aargarr darstellt. IlLc. — — (P-). Nach einem dieses Namens hat C- Fritsch das Bildniß Christian lV. von Dänemark gestochen. Wohl dasselbe, welches oben einem L>. wichmann zugeschrieben ist. — — oder wickbard ( ). So soll ein Goldschmied von Augsburg heißen, der um die Mitte des XVII.Jahrh, lebte, und dessen Bildniß sowohl ein Unbekannter, als Phil. Kilian l 655 *) Wohl dieselbe, welche anderwerts kurz «eine allsemein bewunderte iveil'llche Büste" heißt. B 14 gr.4°. (dieser nach I. de Pey) in Kupfer gebracht habe. Mrc. wicker (Anna Rosina), geb. weitz, Gattin des Folgenden, Zeichnerin und Kupferstecher,« zu Frankfurt am Mayn, geb. daselbst. „Von ihr" (heißt es bey Hüsgen N. A. S. 36 g — 70.) „kannte man, angeätzt (?) unterschiedliche Platten (Blatter) mit Blumen, Insekten, Historien, Portraits rc. Sie brachte sich dadurch männliche Ehre und vielen Beyfall zuwege, wovon die Vignette auf dem Titelblatt meiner Nachrichten von Frankfurter Künstlern uud Kunstsachen zeugen kann, daß ihr ein solches Lob gebühret. Nur Schade, ewig Schade, daß diese rechtschaffene und geschickte Frau das große Unglück betroffen hat, vor einigen Jahren stock blind zu werden." Sie lebte noch 1790. Bey Meusellll. (1809.) findet sie sich indessen nicht mehr. Und Ebend. (2. S. 181. also in 18.4) heißt es: »Lebt vermuthlich nicht mehr, wenigstens kann sie nicht mehr arbeiten, indem sie schon längst stockblind ist." — — (Johann Heinrich), Kupferstecher zu Frankfurt a. M., geb. daselbst 1722. »Der, selbe wurde anfänglich von seinem Vater Georg Daniel w. zur Klein-Uhrmacher-Kunst angehalten; da er aber natürliche Neigung zum Zeichnen und Kupferstechen in sich fühlte, und schon als ein Knab von 9 Jahren nach Kupferstichen, so wie sie ihm vor die Hand kamen, ohne Lehrmeister zeichnete, und in seinem vierzehnten Jahre Historien, Köpfe, theils mit Röthel, theils mit Tusch, besonders aber eine große Feld-Schlacht mit vielen hundert Figuren, mit der Feder und gemeiner Dinte verfertigt hatte, so fienge er 173g an zu stechen: Dabey mußte er aber, nach dem Willen seines Vaters, das Klein-Uhrmachen, fortsetzen, bis endlich, nach dessen erfolgten frühzeitigen Tod, der Trieb zum Stechen freuen Lauf bekam, das Uhrmachen völlig abgeschaft, hingegen ersteres einzig erwählt und sofort mit größtem Eifer betrieben wurde. Die Anfangs von Wicker verfertigte Arbeiten bestanden in allen Arten gestochenen, durchbrochenen und erhaben geschnittenen Verzierungen in Gold, Silber, Stahl, Kupfer und Messing. Nach Verlauf verschiedener Jahren machte er auch Pettschafte in allen Arten Metall, die meisten aber in Stahl, die bisher mit vielem Beyfall ihrer Schönheit wegen sind aufgenommen worden: In Stein hat er aber niemals geschnitten. Seine Kupferstiche hat er nicht auf gewöhnliche Art, mit Etzgrund und Schcidwasser radirt und gebeitzt, sondern er hak alle Arbeiten mit einer stählern Zeichen-Nadel auf die zuvor polirte Kupferplatte gezeichnet, und alles, sowohlen die allerfeinste als auch gröbste Striche, von freyer Hand, mit dem Grabstichel gestochen und bearbeitet. Wirker har zu vielen Werken Wappen und Vignetten mit großem Fleiß geliefert. In den verschiedenen Arten Schriften that er es an meisterhafter Starke den beßren Engländern gleich, und seine letzte Manier, Por- traite zu stechen, hatte ihn einstens bis zur Höhe eines Baust geschwungen. Seine darinnen bewiesene Arbeiten sind die sehr gleiche Bildnisse deS bekannten großen Schmetterling- und Jnsckrcn- Sammlers Joh. Christ. Gerning, und eines hiesigen französischen Sprachmeistcrs Joh. Jacob Collomb. Hält man dagegen das Portrait des Pfarrer Franz Nie. Weiß, so er einige Jahre vorher nach F. L. Hauck gestochen hat, so legt sich seine zugenommene Gcschicklichkcit klar zu Tag. wicker hat auch in ein Buch, meistens ausländische Blumen »ach der Natur mit Wasscrfarb sehr fleißig und wahr gemalt, und dadurch manches feine Kenner-Aug schon öfters mit Vergnügen unterhalten. Aus welchem allen ersehen werden kann, wie weit ein fähiger Kopf, ohne Lehrmeister, ohne Leitung, ohne Unterstützung, einzig durch sich sechsten es zu bringen vermag, und ohne wie der niederträchtige Schmeichler zu kriechen, seinem Leben hernach mehr Eigenthum, und, seinem Namen mehr ediern Stolz angemessen siehet." So kauderwelsch über den Unsrigen lautet es bey dem ehrlichen Hüsgen N.A. (S. 267—69.) Joh. Heinrich st. 1786. Wicker (Rupert). Ein von Main; gebürtiger Baumeister, und LFiclaus Selbherr ein Wagner, bauten 1^82 die beyden Thurmspitzen des Klosters zu Saalfeld im Sächsischen von Neuem auf. Rupert erhielt dafür 100 Gulden und 10 Scheffel Korn; (Ficlaus 100 Gulden und 5 o Scheffel Korn S. eine handschriftliche Ehronick von Saalfeld. * Wirkgram (Jacob oder Georg). »Wie es mir scheint" (bemerkt einer unserer Freunde) „gab es zwey Maler dieses Namens, beyde von Speyer gebürtig. Der eine Georg mag sich um 1696 in der Türkey aufgehalten haben. Wir kennen vier in etwas mittelmäßig radirte Bildnisse, die bey Dominik. Custos 1696 und ihgk erschienen und bezeichnet sind: 6eor§ ^icL§ra«r 8pirsnsiz invenc. (auch statt des invent. bisweilen pinx). Nämlich Sultan Mehemet (erschien 1290; Muhamed III. aber regierte von 1696 — 1603); Ferat Bassa, Sinam Bassa, und Zigala Bassa. Er ist nicht zu verwechseln mit einem Georg wickgram (der sich auch wickram schreibt) von Colmar, welcher schon 1627 (wo er Stadt- schreiber zu Colmar, so wie er 1666 solches zu Burkhain war) als Schriftsteller sich bekannt machte, aber, so weit unsre Untersuchung geht, sich mit den bildenden Künsten nicht befaßte. — Der andre Jacob (W-) soll, zufolge des Carl v.Mander, ein Schüler des Hans Bocksbergcr gewesen seyn, und späterhin zu Antwerven, als ein Freund des Spranger, der Malerkunst obgelegen haben. Da sich unter dem Bildniß des Bassa Sinam eine gedruckte lateinische Unterschrift in Versen (Ors tibi quonösm öco.) so wie die Buchdrucker Signatur ?p. findet, so mögen diese Blatter zu irgend einem Buche gehören." — Auch bky Descamps 1II. i 85 . wird er (hier als I. Wickran), wie schon erwähnt, ein Schüler und Freund von B. Spranger genannt, der diesen letztem zuerst aufmunterte, Figuren zu zeichnen. Dann gingen sie mit einander i 565 nach Paris. Mrc. wickherodt oder Wickerode (Thielmann), General-Münzwardein des Niederrheini- schen- Kreises, vermuthlich zu Cölln. Er st. 1696. Hirsch teutsch. Lsttünzarchiv VII. 552 . 5 §o. 544. W ick mann oder Wpck mann (Andreas), wird in des A. I. von Hene!: Das Anno ,729 stör,rende Schweden. Lübeck S. 160. unter der Rubrik: Das Honigs. Bruck Awesta, da das von Fablun kommende Hupfer geschmiedet und die Münzplarten gestempelt werden, als Königlicher Eiscnschneider genannt. — — (CarlI.), so wie (vielleicht sein Sohn) Johann Gabriel wickmann, lebten beyde zu Stockholm 1797 als Hofmedailleur's und wirkliche Mitglieder der dortigen Kunstakademie, oc/r < 7 rv:/-Oa/rirstr»' 1797. 8korküolm isjo. Ein C. I., wahrscheinlich unser Carl I. fertigte (wie es irgendwo heißt), schon in 1766 eine prächtige Schaumünze auf den Präsidenten des Schwedischen Obcr-Hofgerichts, Sam. Ackerhi'elm. Dann nennt der Eong„>ch'sche Münzgant- katalog ebenfalls von einem E- J> (w) einen Jetton auf Olaus Rudbeck den Vater, Professor zn llpsal (S./ls); einen desgleichen auf den Freyherr« Carl Harlemann (S. 177 ); cik!.'!, desgleichen Wickmann.' (dieser schön) schon von 1781 auf den Graf Jwanowitsch Panin (S. i88.)rc. Hier findet man auch (S. 39 -) eine schöne Schaumünze angezeigt, welche die Brandassekuranz-Societät in Stockholm zu Ehren des Ritterö Toltje schlagen ließ und, vielleicht durch Druckfehler, anstatt dem vorigen, einem C. G Wickmann beygelegt ist. S. auch unten den wickmann ohne Tausnamen. wickmann (C-G.), s- vorstehnden LarkI. wickmann. — — oder wieckmann (Henning), ein Iubelier zu Wolfenbüktel um 182«. woll er eck Chronik von Wolfenbüktel S. 348. — — (Johann Gabriel), Hofmedailleur zu Stockholm, s. oben Carl I. wickmann. — — (Peter) von Magdeburg. In der alten, einst so mächtigen Hanse-Stadt Notvogorod befindet sich eine, vor8uoJ. erbaute Kirche, ^und in derselben ein Paar Thürflügel von Bronze, mir erhobenen Figuren (Basreliefs), der Jnnschrist zufolge von einem Künstler dieses Namenv verfertigt. Fiorillo's Deutschland!. 166. / — — ( ). So nennt Bernouillill. 69. einen Schwedischen Medailleur und Wappenschneider , der um 1778 zu Berlin gearbeitet habe, und wohl einer der oben angeführter Carl I. oder Johann Gabriel wickmann seyn wird. *wickran oder wickrain, s. oben und im kex.wickgrain. wrckstead (Jacob). Don einem Stecher dieses Namens (und ohne andern als den (einigen) kannte man ungefähr um 178» in punktirtcr Tusch- manier, unv mit Rorh aufgehöht, vier Blätter, mit den sonderbaren Aufschriften: Miß-Fortune, Miß-Stacke (-,. 8. Täte), Miß-Conduct, und Miss-Chauge (s.8. Chance). C. (s.8. C.) Whice war der Verleger dieser Blätter, nicht (wie es irgendwo heißt) der Stecher derselben. — — s. unten auch w-'gstead. Widder (David), Zierrathschneider und Con- trolleur der Spiegel- und Glasscheiben-Faktorey zuCassel i/stg. Hessen-Lasselscher Sraars- Lalender. *wide (Ä.) auf Schaumünzen, ist eine Abkürzung des unten folgenden Anton widemann. il/üc. W id eh ro d t(Thielmann). So findet man auch den obigen General - Münzwardein wickherodt geschrieben, Mrc. wideina n n , eigentlich widtmann (Andreas), der Sohn eines Handelsmannes, geb. zu Kiesleck bey Wangen in Schwaben 1781. Derselbe lernte als Stuckaturer und Marmorirer anfänglich drey Jahre lang bey Schwarzmann, (während derselbe im Kloster Weingarten und in Warthausen bey Bibrach arbeitete), später aber bey Andreas Henckel. Da der letztere von Mainz nach Fulda verschrieben wurde, so begleitete ibn der Unsere um 1772 dorthin, und ließ auch dort sich förmlich nieder. Dieser in Zierrathen (die Figur versteht er nicht) geschickte Mann, lebte noch 18,8 in gedachter Stadt. Arbeiten von ihm trift man in der Pfarrkirche daselbst und an vielen auswärtigen Orten (z. B. in dem Schlosse zu Heiligenstadt) wohin er verschrieben worden. Vorzüglich zu Caffel hat er Vieles auf dem Schlosse, Widemann. 5081 in der Bibliothek, auf der Wilhelmshöhe rc. gefertigt. widemann oder widemann (Andreas), Hofzimmermeister des Bischofs von Augsburg 1800. — Widenmann nnd Widmann (A.). Derselbe hieß Anton. Geb. 1724 zu Duchs, einer Gräflich - Wallensteinischen Herrschaft, lernte anfangs die Büchscmnacherey, die er einige Zeit trieb, und kam dann 1749 nach Wien, wo er daS Siegelschneiden bey Barth.Schega (nicht Tsega, wie es bey der unken angeführten Quelle heißt) studirte, und es darin so weit brachte, daß er 1788 zum Kais. Königi. Hofmedaillen - Stock- schneiders?) angenommen wurde. Samml. der Medailleurs N°. 278. Von ihm kennt man z-B- die Schaumünzen des Leibarztes Baron van Swieten (1786), der K-K. Maria Theresia (1787), und des Herzogen Carl von Lothringen 1.1778). — — (Anton), Hofgoldsticker des Kurfürsten von Mainz 1711. — — oder vielmehr widmann (A. L-), ein Maler der 1807 zu Hamburg lebte. Nach ihm hat F.Stadler zu Dresden, Prospekte der Gegend von Hamburg in qu. Foi. radirt und kolorirt. Schlechte Arbeit! Tl/tc. * — — (Carl Aemil), verdorbner Name für weidemann im Lcx. und hier. — — (Christian Friedrich). Ein solcher wurde 1782 Königlicher Hofseidenstiücr zn Dresden. Hof- Ralender. — — oder Wid mann (Christovb). Ein Goldschmied zu Nürnberg 1622. jJorischer Christen Freydhöfe-Gedächtnis. S.<)8> * —- — eigentlich widmann (Daniel), radirte zu Christoph Scheiner's stoss-Orsin-,. Lrscl'lani 1629 fol. Mehreres, aus dem man ersieht, daß er zwar die Nadel ziemlich gut (ungefähr in Hollac's Manier) zu behandeln verstand, dagegen in der Zcichenkunst nicht wohl beschlagen war. Ob der David (W-) im Lep. etwa der unsere wäre? Nämlich, daß der Name David der falsche sey. — (David), vergleiche vorstehnden Da-- nie! (w.). — — (Edmund). So soll ein Hofmaler des Abts von Elwangen heißen, nach dem Klauber das Bildniß eines dortigen Abtes Auto» Ignatz in 4°. gestochen habe. Mn. * — — (Elias). DIabacz nennt ihn einen Kupferstecher zu Olmütz in Mahren, der dort um 1641 lebte und arbeitete. Am sichersten ist, daß er ein sehr mittelmäßiger Künstler war, der sich vorzüglich auf das Bildniß legte. Wir rechnen z. B- dahin den Grafen Joh. Draskovith Fo>. 1647; den Grafen Joh. Christoph von Puchaim Fol. 1648 (ein anderes Bildniß desselben Grafen Fol. 1647 gerieth ihm besser) rc.z an diesen Blattern sind die figurirten Beywerke gut und ungleich artiger gerathen, als die Bildnisse selbst. Dann gab er zwey (mittelmäßige) Bildnißsammr iungcn in kl. Fol. zu Wien heraus, davou jede icm BIalt enthält nnd die dem Grafen Joh. Christ, von Puchaim zugeeignet sind. Die erstere, von 1649, zeigt gleichzeitig lebende vom östreichischen Hofe bcdicnstete Personen. Es arbeiteten daran: F.Henricus, S-Jcnct, Barth. Kilian, Mor.Lang, D.Manaffer, und Eiiae selbst. Das Tittlkttpftr B 14 * 5082 Widemann. hat Henricus nach C. Screka gestochen; und den Obersten I. H. Garnier, M. Lang nach unserm Ellas, der auch Mehreres nach eigener Zeichnung dazu fertigte; andere Zeichner erscheinen hier nicht. Die zweyte jener Bildnissesammlungen von Es zeigt gleichzeitig lebende Ungarn, und ist von Ellas selbst (auch hier kommt er nur als Zeichner vor) gestochen. Der unsre, ein fleißiger Mann, hat sehr wenig nach andern Künstlern gearbeitet. Doch kennen wir von ihm 1647 in Fol. das Bildniß des Bischofs Otto Friedr. Grafen von Puchaim, nach Franz Leyx; anderwärts nennt man noch Cimon und Pera nach G. Bachmann in gr. quer Fol. In 1647 hielt er sich zu Preßburg auf. Hkc. widemann (Elias) aus Hohkirchen, baute 1776 zu Kieslingswalde in der Lausitz einen neuen Kirchthurm. Lausltzisches Magaz. Zahrg. 1775 . S- 176. — — eigentlich widmann (Georg), ob der Sohn des obigen Daniel? Dieser Kuperste- cher stach zu des A. Oldoini: Vitae erreg Aestae pontilicurn romanorum. Romse ap. ?IriI. et ^.nb. 6e Unbeis 1677 Fol. 4 Thl. Dann soll er das Monument des Pabsten Jnnocen; IV. nach der Zeichnung des Abtes Elpid. von Beuediktis, und weiter die Schrift zu einer von Joh. Bapt. Falda (lob. )ae. Kossi exe. kam. 1678) gestochenen Karte des Schwäbischen Kreises nebst dem Elsaß (nach W. Samsons Entwurf) geliefert haben. iVsc. — — — — (Johann), der altere, Stadt- baumeister zu Annaberg in Sachsen, wo er (zufolge einer handschriftlichen Chronik) i 5 Z 5 das Rathhaus erbaute. Mrc. — — — — — — wird als »Gieß- lieutenant" bey dem Königlichen Gießhause zu Berlin 1770 genannt. In 178h erscheint er nicht mehr. — — oder 8)ledemann (Joh. Caspar), f. oben pirsch. Wir fügen noch hinzu, daß er sodann Lieutenant, Capitain, und endlich 1770 Major bey dem Ingenieur-Corps wurde, und zu Dresden 1778 alt 6r I. starb. Dresdner pollr. Anzeiger Jahrg. 1770 R°. X 1.1 N. Jahrg. 1778 N°. I.- Er war nicht ungeschickt in den zeichnenden Künsten. — — — — Nach ihm soll Phil. Kilian sowohl das Bildniß dts Markgrafen Friedrich von Baden in gr. Fol., als das der Herzogin von Wür- lemberg, Maria Dorothea Sophia, in Oval gestochen haben. — — (Joh. Christian). Ein solcher wurde 1735 Königlicher Hofsticker zu Dresden, wobey er zugleich Jmposteinnehmer war, und 1749 daselbst, 5 Z I. alt, starb. — — oder vielmehr widmann (Joseph), erscheint in dem Europäischen Staats - und Adreßbuch, Geißlinge» 1778 8°. als Hoffaßma- maler (?) des Fürsten von Fürstenberg-Mößkirch. In dem Staars - und Adreßbuch d. Schwäbischen Breises auf,79c, Lh. I. Ulm 8°. S. 374 kommt ein Franz Anton Widmer ebenfalls als Hoffaßmaler des Fürsten von Fürstenberg vor. Ob vielleicht beyde zu Einer Familie gehörten, und das Geschlecht hier oder dort verdruckt Ware? — — — — widenmann und wid- «nann (I. Jacob Adam), Nagion einer Kunsthandlung zu Nürnberg, bey welcher sich die berühmten Dietjchjschen, Levermüllerschen u. a. ähnliche Widemann. Werke fanden. Diese Handlung wurde 1808 durch Subhastation zum Verkauf ausgeboten. widemann, auch witmann und wiedmann (Lorenz), ein Maler zu Nürnberg in der letzten Hälfte des XVII. Jahrhunderts. In panzer's lJürnbergischen Portraits, findet man zwey Bildnisse nach ihm rubrizirt. DaS eine: Der Kaufmann Georg Waldkmann bezeichnet p. 1679, /I. A. Ooener so. 1682 in Fol.; das andere der 1697 verstorbene Amis stes Andr. Unglenck, bezeichnet: ^r'rch MKU» pinx. Xorimb., Xnstr. ^lattkaeus ^Volis- tzan§ sculps. Vinö. In kol. — — oder wied emann (Ludwig), ein Kupferschmied, der zu Dresden 1700 die kostbare uod schöne Ritterstatue des Churfürsten v. Sachsen und Königs von Polen August II. aus getriebenem Kupfer mit starker Feuervergoldung fertigte, welche sich dort auf dem Markte der Neustadt (nicht der Friedrichssiadt, wie Weinwich glaubt) findet. Sein dazu ausgearbeitetes Modell sieht man in dem Königl. Antiken - Kabiner zu Dresden. Dasselbe ist jedoch etwas abweichend; so z. B. finden sich hier am Postamente verfallne Tafeln, auf denen Schlachtenstncke eingegraben sind u. s. f. — weinrvich's Bunsthiftorie i Dannmark S- 169. wo er als K. K. Oberst der Artillerie genannt wird, besagt, daß er zu Nörds lingen (irrig heißt es anderwärts zu Augsburg) 1694 geboren wurde, und zu Kopenhagen 17H4 gestorben sey. Andre machen ursprünglich einen Schweden aus ihm: »In seinen frühern Jahren" heißt es dann anderwerts) »lebte er zu Nörolin- gen, wo er sich 1717 verheyrathcte. Da es ihm bort mit seinem eigentlichen Handwerk nicht gelingen wollte, kaufte er eine Wirthschaft, und fing nebenher an, einige Windbüchsen zu verfertigen. Mit diesen gieng er 1722, nebst seiner Familie, nach Sachsen, kam nach Dresden in die Stück- giesserey, un6 verfertigte dort einige Kanonen, hauptsächlich aber die schon erwähnte schöne Ritterstatue August II. Er war deswegen zum Kapis tain, und späterhin zum Oberstlieutenant ernannt. Als er mit dieser Statue fertig war, kam Graf Brühl in die Gießerey und besah sie. Er fand Vergnügen daran, und sagte zu wiedemann: Dieser Statue fehlt nichts als ein — Zopfoder Haarbeutel." Der Künstler antwortete: »Was würden die Leute sagen, wenn ich einer antiken Statue einen Zopf oder Haarbeutet anhienge? Das hat gewiß ein dummer Schwabe gemacht"! Wegen dieser Antwort wurde ihm der Graf abgeneigt. Als er noch mit der Statue beschäftigt war, starb August, der ihn ehrte und hochschätzte. Nach dessen Tod wurde er durch den Neid einiger Großen verfolgt, und reiste 1748 wieder nach Nördlingen und von da nach London, wo er, von dem Herzog von Cumberland unterstützt, in die Stückgieße- rey kam, und die Erfindung der Windbüchsen verbesserte. In London gieng es ihm wieder fatal; er gieng deswegen im I. 1720 von dort weg nach Wien, und ward daselbst zum K- K. Obristen der Artillerie ernannt. Don Wien kam er bereichert nach Nördlingen zurück, und verfolgte alsdann seine Reise weiter über Berlin nach Kopenhagen, wo er die Statue des Königs von Dännemark verfertigen lvollte; aber über der Arbeit starb er 1754 64 I. alt. Meuse l's Mus. X. 2Z7 -28. Conf. Hasche u. s. f. Der Johann Melchior Wiedemann aus Nördlingen in Schwaben, derbem Goldschmied Schüller zu Dresden 172h auf fünf Jahre in die Lehre gegeben wurde, war vielleicht ein Sohn von ihm. /I^c. — — —- (Paul), ein Steinhaner von Leipzig, der bey der Erbanung des Chursächsischen Lustschlosses Attgnstnsbnrg (von 1^67 bis 1272) Widemann. 5083 unter der Leitung des Hier. Lotter bcdkensiet war. I. E- von Schütz Beschreibung von Augu- ziusburg. Leipzig 17/0 4°. S. 12. w«denra n n oder wiedtmann (Valentin), ein Steinmetz (vermuthlich noch Geselle) von Wien, der 1671 zu Dresden arbeitete. Mec. — — ( ), Kunstgartner zu Dux in Böhmen, geb. 17^0, legte den Duxer - und Tö- plitzer - Garten (deutscher Weise!) theils nach Englischem, theils nach Französischem Geschmacke an. Meusel I. (1778.) Bey Ebendems II. (1788) erscheint er nicht mehr. Bey Ebendems. III. (?. S. 182.) also in i8ii wird er erst ausdrücklich unter die Todten gezählt. — — s. auch unten w-edmann. widenhauer, wohl eher weidenhauer ( ). So heißt bey dem einzelnen Wmkler, ohne Weiteres, ein deutscher Künstler, der in Italien wohnte, und mit Erfolg Landschaft gemalt haben soll. Dort werden nach ihm: Eine Gegend um Rom, und eine andere um Florenz, beyde von Mad. R. F. (-,. K. F. R.) Taunay in qu. Fol. gestochen, angeführt. widenhofer (Anton), des Bischofs von Augsburg Bauaufsehcr daselbst in 1800. M-c. * wideumanu s. im Lex. und obenwide- mann. widerkehr (Hans Felix), ein Steinmetz von Zürich, der zu Dresden i 6 t >5 (vermuthlich als Geselle) erscheint *). W-derorh (Thielmann), s. oben w>'ck- herodr. ^ Widervelt, s. im Lex. und unten wie- develr. widimon, s. gleich folgend Wldmann. Wid mann (Lazarus), ein sehr geschickter Böhmischer Bildhauer von Pilsen gebürtig, starb um 1766 zu Bencschau. In 174b hatte er für die Porziczcr Pfarrkirche im Braunauer-Kreise beynahe alle Altare, so wie in 1747 diejenigen für die Schloßkapclle zu Konopisst gefertigt. Auch die Kirche zu St. Adelbert in Weipernitz, einem dem Grafen von Wrtby gehörigen Orte, besitzt Altäre und Statuen aus Stein und Holz von seiner Hand. Viele feine und ungemein schöne Stucke aus Elfenbein und Alabaster wurden in dem von Wrtbyschen Hause stets mit besonderer Sorgfalt aufbewahrt. Diabacz. — — ( ), ein ebenfalls sehr geschickter Bildhauer zu Taus (Böhm. Domazlicz), der in der ersten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts lebte, und für seine Gcburtsstadt eine Bildsäule des Ek. Johanns von Nepomuck fertigte. Diabacz. Schallen in seiner Topographie des Klattauer- Krcises nennt ihn irrig Widimon. . — — ( ), Kupferstecher zu Stuttgart, ein Bayer von Geburt, gestorben in Wisdbad i8nc>. Neben seinem Talent zur Kupfcrsiechercy besaß er auch viel Anlage, Landschaften aus dem Wiebeking. Kopf zu zeichnen. Kurz vor seinem Tode hatte er das Porträt eines französischen Bischofs nach Edelink kopirt, und das berühmte Blatt, die Cä- cilia von Sharp, zu kopiren angefangen, das hernach von einem andern Künstler vollendet wurde- Mensel III. (2) 286. * wldmann, s. im Lex. und oben widemann. widmen (Franz Anton), Hoffaßmaler, s. oben Joseph Widemann. * Widt, s. im Lex. und unken wir, wirr, und wirre. Widtholm (Paul), ein vortrefflicher Staffier, gebürtig aus Wien. In Prag lebte er vec- ehlicht, arbeitete dort mit vielem Beyfall, und starb daselbst 5 o I. alt 1811. Von ihm sind die Engel am Grabe St. Norberts im Stifte Stres how siaffirt worden. Diabacz. * wldrmann, s. Widemann im Lex. und oben. " w i e, auf Kupfern, eine Kürzung des Namens Wierix. wiebarg (Abraham Valentin) ein Maler zu Alton« i 8 o 5 . Alton« er - Adreßbuch. * wiebe (Adam), s. Wybe im Lex. und unten. wiebeking (Carl Friedrich von), ehemals Ingenieur-Offizier iu Churpralzbairrchcn Kriegsdiensten , wo er sich durch Herausgabe einer Karte der Niederlande bekannt machte, trat in Dienste des Kaisers von Oesterreich, wo er Hofrach wurde, und auch dre Leitung des Wasserbauwesens übernahm. Im I. i 8 o 5 verließ er aber die'e Dienste und begab sich wieder nachBaiern, wo er anfange als Geh. Rath u. Generaldirektor des Straßen - und Wasserbaues, in der Folge aber als Chef dec Ministerial-Sektion in Straßen - und Wasserbau- Gegenständen angestellt wurde. Er führte unter andern die Brücken über den Lech bey Augsburg, über den Jnn bey Mühldorf, und über die Jlar bey Freysing (welche letzter» im Kriege i8uy abgebrannt wurden), die von seinen Kenntnissen und seiner Kunst zeugen; daher er zum Ritter deü^Or- dens der Baierschen Krone erhoben wurde. Seine Werke: Ueber allgemeine wasserbaukunft, seine Beitrage zur Brückenbaukunde rc., ein eigentliches Baiersches Nasionalwerk, weil darin die seit drittehalb Jahren in Baiern ausgeführten Bogenbrücken beschrieben sind; seine Beytrage zur Hafen- Seeufer- und Flußbaukunde u. s w. sind zu bekannt und zu geschätzt, als daß es hier eines Nachhalles von Lobeserhebung **> bedürfte. Der Geh. Rath v. wiebeking ist übrigens korrespondirendes Mitglied des Kaiserlich- Franz. Jnstitus zu Paris, Mitglied der Akademien der Wissenschaften zu München, Göttingen, Har- lem, Rotterdam und Heidelbera. Lipowsky. Am 28. März 1818 las tz. v. wiebeking, als frequentirendes Mitglied der Königl. Baierschen Akademie der Wissenschaften, bey der Feyer des Stiftungstages dieser Anstalt eine Rede, worin er den Einfluß der Dauwisscnschaften auf das Sffenn liehe Wohl und die Civilisation, insbesondere in Griechenland und in Klcin-Asien, entwarf. Ein 2) Eines solchen thun übrigens einländische (Schweizer-) Nachrichten keinerley Erwähnung. 22 ) Daß dergleichen übrigens über manchen wackern deutschen Mann, zwar gerecht, aber nur zu laut und zu oft ertönt, ist nicht zu läugnen. ausführlicher Auszug derselben findet sich ku dee Beyl. zur Allgem. Zeit. 1818. N°. 42. Irgendwo wird dieser geschickte Mann angeführt, wie folgt: „Ein vortrefflicher Architekt im Wasser- und Brückenbaue, der anfänglich in Diensten des Großherzogs von Darmstadt stand, und dann in die des Königs von Baiern trat, wo er jetzt die oberste Leitung aller Wassers und Brückenbaue besorgt. Vorzüglich erregte er die Aufmerksamkeit des Publikums, durch seine Brücken, die er ohne Pfeiler, mittelst eines Bogens über bedeutende Breiten zu spannen versteht. Er hat einige brauchbare Schriften *) über Dinge herausgegeben, die in seine Fächer schlagen. Sein Herr dekorirte ihn mit dem Orden der Baierschen Krone." Dann wird Ebend. von ihm genannt: In 4 Blatt, eine topographische Karte vom Herzogthum Berg (Pr. 7 Thl. Gr.); und in 10 Blatt eine hydrographisch und militärische Karte vom Niederchein r/gd (Pr. 6 Thl. 8 Gr.) Mrc. wiebel (Centurio), geb. i6i6zu Joachims- thal, und gest. 1684 zu Dresden, wo er in der Frauenkirche begraben liegt, auf welchem Kirchhofe ihm auch G. Bottschild ein schönes allegorisches Monument machte. Um i 658 wurde er Churfürst!. Sächsischer Hofmaler; nach seinen Bildnissen von 1662 hat Höckner diejenigen von I. G. von Op- peln und Max Herrn von Hohenegg gestochen. i ch a e l i s-frauenkirche S. 2i5; u. HNagd. sächsische Geschichte Th. IV. S. 108. Noch haben Joh. Dürr und I. C. Höckner gemeinschaftlich ein Bildniß des Herzogs Moritz von Sachsen in Fol. nach ihm gestochen. wiebelktz (Georg Heinrich), Königl. Preussischer Landbaumeister zu Belgard, in i 8 i 3 alt 46 Jahr. flamenrliches verzeichniß der zu der r 4 att 0 nal-Murrer-Loge ?u den drey Weltkugeln gehörigen Bruder Freymäurer für iLiZ. Berlin gr. 8°. S. 60. Wrebi'ck ( ), Bildhauer zu Berlin um i8«5, erscheint unter den Pränumeranten zu G. Hillcr's Gedichten und Selbstbiographie. * Wiebke (Berchthold). Das Bild in der Galerie zu Dresden, welches die Jahrzahl 1679 tragt, ist auf Holz (tt 4 " hoch, 1' /s" br.) gemalt, und stellt Pfirsiche, eine Weintraube und Johannis- Beeren vor. wiebold (JsakAugust), ein Maler zu Dresden, der daselbst 1747, b 4 I- alt, als Königlicher Kämmereymaler gestorben ist. S « ch s. Lur. Bal. 1747. S. 288. wkeckmann s. oben wickmann. wied (Anton). Eine von einem solchen gezeichnete Karte von Moscau erschien zu Antwerpen; wie wir in dem Dkenrrum orbis terrarum 1579 des Ortelius angezeigt finden. wiedebusch (Heinrich Ernst), Zeichenmeister an der Armen - und Waisenschule zu Alton» 2805. Alton» er- Adreßbuch. * wiedemann, s. weidemarm und Widern«,m im Lex. und oben, und wiedmamr nnten. wiederhold (Adam). So hieß ein Hof- Gold- und Seidcnsticker zu Cassel 1802. M-c. wiedevelt (Hans), ein Baumeister, geboren zu Meißen (der Stadt oder dem Lande?) 16)6, kam 1670 nach Kopenhagen, und half, nachPel- li's Rissen, bey der Aufführung des Gebäudes der Landkarten-Akademie. Sodann erbaute er dort selbst das Lhottische Palais, die reformirte Kirche, und arbeitete auch an dem Friedrichsberger-Schloß- baue. Hans st. 1780 (zu Kopenhagen?) Runst- Historie i Danmark afwernrvich S. 121. tt — oder vielmehr Wiedewelt (Johann), wie diese Familie sich eigentlich schreibt, Bildhauer und Zeichner, welcher im Lex. ohne Laufnamen erscheint, geboren zu Kopenhagen 175» und hier gestorben 1802 als Direktor der Kunstakademie, Pröfessor der Modellschule, erster Königlicher Bildhauer und Justitzrarh **). Den ersten Grund zur Kunst legte er bey seinem Vater Just,' dessen wir unten gedenken, studirke darauf die Malerei) unter Miani, widmete sich aber, als dieser Dänemark verließ, mit erneutem Eifer der Bildhauerey unter Pezolt. In ,750 gieng er nach Paris, arbeitete unter Coustoux, und modellirte auf der Akademie, wo er auch den großen Preiß im Modelliren gewann. Dieß war Ursache, daß König Friedrich V. ihm ein Jahrgehalt zu seinen Reisen aussetzte. Von Paris, nach einem dortigen vierjährigen Aufenthalte, wandte er sich nach Rom, wo er mit Winkclmann zufammenwohiite, und sich dessen Umgang wohl zu Nutze machte. In 1768 kam er wieder nach Kopenhagen, wurde 176, Professor, unternahm 1768 eine neue Reise durch Frankreich, Holland und England, und erhielt 1772 die Bestallung als Direktor der Kopen- Hagener-Akademie ***), welcher Stelle er auch 16 Jahre vorstand. Von seiner Hand sind die schönen Statuen im Garten des Friedensburger-Schlosses bey Kopenhagen, dann eben solche in dem großen Saale des Schlosses in der Hauptstadt, wieder an dem zu Jagerspreis, mehrere Erabmonu- inente Königlicher -f) und anderer Personen n. s. f. Sämling af forrieme Danske HNaends Oorrrairer, med Biographier. Kio- benhaven -799 Tand II. Heft 4. Alle seine Arbeiten zeugen von einem fleißigen Studium der Antike. Lunsthistorie i Danmark af Weinwich S. 128. 214. In Hirschfelds Theorie der Gartenkunst III. 17^. ff. 194. heißt es, daß seine trefflichen Statuen zu Friedensburg. größkentheils abgebildet sind, in dem Werke: lllo- numenta Iresensbur^ica ju8su I'rieclorici V.e- roots. Ferner nennt man hier sein für die Kirche zu Rothschild bestimmtes Traucrmonument Friedrich V. was er damals (um 1780) noch unter Händen hatte, als das herrlichste Produkt dieses Künstlers, und der nordischen Kunst überhaupt. Andern Orts sagt man, dieß letztere sey von I. F. Clemens gestochen, der auch noch 28 Kupfer für die Reise des Pet. Paar nach ihm geliefert habe; sowie Teckel Klcve die neun Musen; Chri- 2) Mehrere vortreffliche; darunter besonders seine schon genannte: Auf Geschichte u. Erfahrung gegründete, theoret. „.praktische Wasser-baukunst, 5 Bde. mit ,->i Hupf. gr. 4W München 798—807. beym Vers. (Pr.-z<> Th.), und eine neue Auflage derselben seit -8io. In einem Anfall von Hypochonder fand er seinen Tod in den Wellen. RL») Anderwärts heißt es: „Er ward 1772 und -780 Direktor der Akademie, und erhielt den Raaz als wirklicher Justizrath.'' f) Namentlich diejenigen der Könige Christian vi, Friedrich IV. und Friedrich v. Wiedevelt. W ieland 5085 stlan Schule das Monument König Christian VI. und I. G. Brandt die Beleuchtung der Facade an der Kopenhagner - Börse (1766) nach seiner Angabe. Von dem Unsrkgen hat man auch einen Aufsatz über den Geschmack, welcher 1762 im Druck erschien. G. Winkelmann's Briefe, von Daßdorf herausgegeben, H. 2^8. Noch lesen wir anderswo: „Von ihm ist auch die Bildsäule der Treue in weißem Marmor; eine von den vieren, welche den Obelisk umgeben, der im 1 .1788 zwischen Kopenhagen und Friedrichsberg zum Andenken der Bauernbefreyung von der Leibeigenschaft errichtet wurde. In I (6. Ecks zJordlschen Blattern (Heft I und 2.) 8°. Leipzig 80 s. findet sich eine Skizze seines Lebens, und das Verzeichnis seiner Werke. Mrc. wiedevelt (Just), Königl. Bildhauer am alten und neuen Holm zu Kopenhagen, hier geboren 1677, und gestorben 1767- Just harke ganzer ig Jahre das Ausland bereift. Sein abgedachter Sohn Johann fertigte ihm zu Ehren ein Monument, was sich in der Petrikirche zu Kopenhagen findet. Runsthistorie i Danmark af weinrvich S. iZ7. Wir denke», daß sein Vater der vorstehende Baumeister Hans (W.) war. W i e d mann (Georg). So heißt bey Fi 0- rillo (Deutschland 1.26g.) ganz ohne Weiteres, ein um r 58 g zu Nürnberg blühender Glasmaler. Anderwerts lesen wir noch: Derselbe verbesserte das Glasblasen, Glasbrennen und Glasschleifen. — ( ), von Sondersdorf, im Alt- mühlkreise gebürtig, wo sein Vater ein Müller war, lernte anfangs die Malerkunst beym Hof- kammerrarh und Galerie-Direktor Jak. Dörner in München. Seine guten Anlagen zur Kunst bewogen den damaligen Churfürsten Carl Theodor, ihn auf seine Kosten nach Düsseldorf zu icyicken, wo er sich der Kupferstecherkunst wicdmete. und hierin große Fortschritte machte; allein zu truy übereilte thu der Tod, denn er starb zu Düsseldorf s 5 I. alt. Dporvsky. * — — und Wiedtmann, s. Weide- man» und widemann im Lex. und oben. 2 wiegand ( ), hieß Tbviftian Friedrich, Kupferstecher und Bildnißmaler zu Leipzig, geboren daselbst 1752. Oeser war sein vorzüglichster Lehrer. Derselbe kopirte mehrere Oelgemälde besonders aus der Galerie zu Dresden und dem ehemaligen Minklerischen Kabinet. Auch lieferte er Kupfer und Vignetten zu Büchern. In frühern Zeiten verfertigte er Bildnisse in Miniatur; und jetzt (1809.) beschäftigt er sich vorzüglich mit der historischen Oelmalerey. Mensel lil. Einer unserer Freunde nennt diesen Wiegend bloß als Maler, findet von ihm schon von Anfang der 180 . . Jahre zu Leipzig keine Spur mehr, und führt über ihn Schul; Leipzig S. Z22. an. Dann aber nennt er eigen andern — — ( ), Kupferstecher, der in 1797 zu Leipzig 6 Dl. Mulden-Gegenden in getuschter Manier, eben so 1798 den Einsiedler und die Einsiedlerin, und 1799 nach A. Broutver ein Blatt Oui plnisir fair, plaisir attsnä gegeben habe. Leipz. gel. Tagebuch *). wiegkink (Johann), s. oben weigkmk. wiegleb (Johann Heinrich), geboren zu Eotha, Zeichenmeister und Maler an dem Königlichen Pädagogium zu Jlefeld im Hannövrischen seit 1796, starb 65—70 I. alt 1817 in seiner Geburtsstadt, wohin er sich wahrend seiner letzten Krankheit hatte bringen lassen. — — (Johann Jacob), wurde um 1772 zum Hofschreiner des Herzogs von Gotha ernannt, und lebte dort noch als solcher i8or. vUrc. — — ( ), der einzige Sohn des bekannten Chemikers zu Langensalza in Thüringen, lernte die Malerey bey einem Hofmaler zu Gotha, und wurde darin ziemlich geschickt. Nachgchends legte er sich in seiner Geburtsstadt auf das Seidenwir ken, und arbeitete zugleich mit Beyfall als Tapezierer. Er (der ein Taubstummer war) starb in seiner Jugend, und blühte zu Langensalza 1797. Beust Sächsische Drovinzialblarrer, Jayrg. 1797 I. 462 . ff. * wiehl (Peter), ein irriger Name für viehl, oder viel!. wieilh (R. A. R.) So heißt bey dem leidigen Basan (Lcl. seo.) um 1789 ein junger Künstler, der allerley kleine Landschaften mit einem angenehmen Gekritzel (xri^note») nach verschiedenen Meistern (wie B. nach I. Miel und Loulherburg) geetzt habe, die sich in einem Bande der Sammlung von Choiseuil befinden, der aber wieder kein Anderer, als der an seinem Ort angeführte Derer viehl ist. wieland (I. Jacob), s. Wilam im Lex. und unten. — — (Johann Wolfgang), ein Kaisers. Jngenieurlieutenant in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Die von ihm 1726 ins Kleine gezeichnete, durch Joh. Christoph Müller vordem entworfene große Karte von Böhmen, ließ wie- land durch Mich. Kauffer in Augsburg stechen. (r>«egger's) Materialien znr Sraristik von Böhmen Heft I. S. 6g. ff. Er wurde darauf Hauptmann, und mußte auf Befehl Kaiser Carl VI. und auf Kosten der schlesischen Stände, gemeinschaftlich mit Schubert (vergl. auch oben dessen Art.) Schlesien aufnehmen. Der Geographe Franz stellte ihre Arbeiten 1761 auf 20 Blakt in der Hermannschen Offizin aus Licht. Hainbur- gisches Magazin IX. 17Z2. 8°. S. 200. ff. Vergl. noch oben Jerem. Mering. — — (Meister), führte, laut Urkunde iZZä gegen eine Bezahlung von - 5 o Mark die St. Peter - und Paulskirche zu Licgnitz, nebst Thurm, bis aus Dach auf. Meister Tonrad der Mäu- rer, scheint sie geendet zu haben. Tbebe's Liegnitzische Jahrbücher, Th. l> S> 18. — — (Wilhelm) aus Stralsund, Schüler der bey der Akademie zu Dresden befindlichen *) Seither glaubt unser Kunstfreund, daß diese beyde» LVicganö zusammt demjenigen im Ler. Eine Person seyen, und nennt ihn als Kupferstecher einen emsigen, aber sehr mittelmäßigen Künstler, von dem er noch, neben dem Obigen anfuhrt: Einen bärtigen Kopf, mittelmäßig geetzt, und weiß gehöht (-770.). wahrscheinlich zu seinen Erstlingen gehörig; dann drey Bildnisse nach eigner Zeichnung, in einer Art punktnter Manier; eine V. W. geb. B. K. ; Zemire; Mariane von Schleife; das Portal des Gottesackers zu Dessau, in kl. qu. Fol. gestochen. Noch wird bey Anlaß dieser neuern Ndti'iien ein Druckfehler bey Mcnskl (Wenklerischen für Minklerischen Cabinet) bemerlt. Kunstschule, zeigte 1819 auf der borkigen Ausstellung einen Akt nach Casanova, ^c. Wielch (Georg), ein Glockengießer zu Zittau l 5 gh. * wteling (Niklaus), wird bisweilen auch willing und Willich genannt. Nach Aicolai ward er schon 1667 *) nach Berlin berufen, und bekam anfangs 1000, und bald hernach 1200 Rthlr. Gehalt. Er st. 1681 und hinterließ einen Sohn gleichen Namens, der auch Maler war, und i/n sich um einen Platz in der Akademie zu Berlin bewarb. Sandra« führt den Vater als Churbrandenburg. Maler und geschickten Schreib- meister 1670 unter dem (vollends irrigen) Namen Wrllinger an. Im Kirchenbuche zu Weissensee endlich wird eines Hofmalers wllllch beym I. 1674 gedacht, welcher ebenfalls kein Anderer, als unser Wteling ist. Derselbe arbeitete in der Manier des Mieris. Von ihm besaß (1809) die Galerie des H. Hof - und Landgerichts - Advokaten Schmidt zu Riel: Eine Köchin am Küchentische, mit einem Häring in der Hand. In der Galerie zu Berlin findet sich von ihm: Dädalus, der seinem Sohne die Flügel anbindet, und ihn väterlich (wie gewöhnlich vergebens!) warnt nicht zu hoch zu fliegen. Der ungeduldig zuhörende Sohn ist «in schöner wackrer Jüngling, dem sich ein blau- seidenes Gewand in trefflichen Falken um Leib und Arme schlingt. Dädalus ist stark kolorirt, und steht in einem Contraste mit der zarten Färbung des Sohnes. Man nennt dieß fleißig stu- birte Gemälde (4^ hoch, 3 ^ 6 " br. auf Leinwand) als des Unsern Meisterstück, puhlmann's Beschreibung d. Berliner-Galerie S. 171. ff. Nach ihm soll aus eben dieser Galerie Joh. Gottfried Barksch ein kleines Blatt gestochen haben: Venus und Adonis (Lauf. Heinecke 1 . «.), so wie sich ferner in dem Zeichcnbuche des Joh. Bi- schop einiges nach ihm fände. Schließlich bemerken wir noch, daß er Eine Person mit dem . . . wiUinger des Lex. ausmacht. — — (Niclaus), ein Sohn des Vorstehn- den, s. den gleich obstchnden Art. M§e. * wrelr s. Wüt im Lex. und unten. Wiemann ( ). In voigr's Magaz. der Naturkunde. Weimar VIll. Jahrg. 180b. Monat August, findet sich nach ihm, von k. Heß gestochen, der fossile Schädel eines Höhlenbären. * Wien (Norbert von), ein Kapuziner, s. Norbert im Lex. Wienhöber ( ), Buchbindergeselle, der zu Berlin bey Thieme um i8on das Stempelschnei- den erlernte. Er setzte darauf seine Wanderschaft als Buchbinder fort, und schnitt für seine Hand- tvcrksgenosscn Stempel und Zilete — mittelmäßig genug. Wi solaren (Maria), ein weiblicher oder männlicher Verleger zu Augsburg um 1700. Wir kennen aus diesem Verlage drey Blatter; nämlich: Christus in einer Stellung, als wenn er gegeißelt werden sollte, ein kleines artig radirtes Blatt, bezeichnet: Claris Mointe» ex. ; dann eine Maria mit dem Kinde, schlecht in 12", bewichnek: blaria //Ho/ateu; und endlich ein im Geschmacke des le Pautre (nachdem es vielleicht auch kopirt wurde) architektonisch verziertes Blatt, i» dessen Mitte, unter dem H. Geiste, Maria nebst dem Kinde von Wolken umgeben sitzt, bezeichnet: rla /^reo/ate» ex. dieß in 40- Oben haben wir bereits die-oder denselben, nach der Angabe eines Gantkatalogs (gewiß aber irrig in der Namensschreibart) als M. Violatin aufgeführt, und dann angezeigt, daß unsere Person auch selbst, für den Verlag des G. A. Wolfgang, nach Guido Gestochen hat. * wier auf Kupferstichen, ist eine Kürzung von wierix. wierand (Caspar von) genannt Vogt, ein Baumeister, s. oben voigr. * wiericx, ) » s. im Lex. und gleich nach- Wierinc, und > » folgend unter wieriz. Wiertnx / * Wi bringen (Cornelius). Nach Rost geboren zu Hartem um 1600 (wohl früher), also nicht 1624 wie Basan (L Procaccini und M. de Vos; nach Pro- caccini eine Ruhe in Egypten, wo St. Joseph eine Weintraube hält, und einen Tod von St. Franziscns (diese beyden von guter Ausführung, und breiterm, als seinem gewöhnlichen, Stiche). Andre nennen noch als Meister, nach denen er gestochen habe: F. Floris, eine H. Familie mit St. Anna, wo der kleine St. Johann, auf einem Tisch ausgestreckt, den Finger in den Mund steckt, (von ungemeiner Zartheit); dann Ph. Galle, L. van Leyden und I. Stradanus. Gandellini endlich führt von ihm 14 Blatt zu der Schrift: ^mori sac'rr e stivim rie'euori, an. Den Nokizzen eines unserer Freunde zufolge, lebte Anron noch 1694 zu Antwerpen, und arbeitet für den Verlag von W. van Hächt; Eduard ab Hoenvinkel (für diesen z. B. ein Blatt in quer Fol., wo Christus im Vordergründe mit der Dornenkrone, im Mittelgrunde das Kreuz tragend, und im Hintergründe am Kreuze selbst); Gerhard de Jode (für diesen z. B. ein großes Blatt auf zwey Platten, welches die Würdetrager des deutschen Reichs darstellt); Joh. Baptist Vrinks, Hieron. Wiery u. s. f. Er stach theils nach eigener Zeichnung, theils soll er dieß, nebst den schon genannten, nach folgenden gethan haben: Lucas Cambiast, M. v. Cleef, Cornel Jngherams, Quint. Messis, Primaticcio, Rubens, Spranger, Titian, Hier. Wierx. Nach Anton selbst heißt es, daß Johann v. Methelen den 1617 verstorbenen Al- phsns Rodrigucz in Kupfer brachte. Dann fahrt gedachter unser Freund also fort: »Die beßtcn Arbeiten der Gebrüder wiery (die sich unterschiedlich Wrericy, Wterinc, wteriny, Wierty, w>ery, w-riex und Wirix schreiben) zeichnen sich durch ihr nettes Wesen, und durch eine aus- serordentliche Feinheit der Striche aus. Daher gehören auch zu ikreu Meisterstücken (die in Hauptdrücken selten zu finden sind) eiuescheils kleine Blatter, höchstens bis ins Quartformat, (denn obwohl sie auch gute Arbeit in größerm Formate lieferten, so sind dieselben doch nicht so fleißig ausgeführt, und immer etwas kalt und nicht markig genug gerathen), und anderntheils Bildnisse, weil dieselben weniger eine Abwechselung des Stichels verlangen, als andere Blatter. Amcm (am an Geist und verständiger Ausarbeitung seinem Bruder Hieronymus nicht gleich; übrigens hat er, wie dieser, manches schone und gute, und manches sehr mittelmäßige gefertigt. Folgende seiner Brustbilder geben ganz besondere Muster von Zart- und Feinheit ab; das mit der Unterschrift: ?ar silkt-rent aocorä etv. (es ist der Prinz Philipp von Oranien) in 12°; das Heinrich I V. von Frankreich zwo er mit entblößtem Haupte dargestellt ist), das seiner Gemahlin Maria Medicis, und das Phil. Eman. von Lothringen, diese drey in 16°; das des Erzherzog Ernst von Oestreich, Gouverneurs der Niederlande, von 1694 in ist nicht minder sehr artig- Letztere vier Bildnisse erschienen in seinem eigenen Verlage." wieriz (Hieronymus), der zweyte von den drey Brudern, geboren zu Amsterdam um i 55 l. Wieriz. Zeichner und Kupferstecher, wie sie, und ungefähr in dem nämlichen reinlichen aber trockenen Geschmacke. Er war der fleißigste von ihnen, und zeichnete seine Blätter, wie sie, mit dem Anfangsbuchstaben seines Namens. Rost V. i 5 o — 62. nennt von ihm theils Bildnisse und Anderes von eigener Erfindung, theils dann (Alles religiösen Inhalts) nach Andern; als B. nach H. P. Aqui- lanus, H. van Baien, M. 8. Doneanus, C. van den Broeck, M. A. Buonaroti, D. Calvart, A. Frank, van Haecht, H. Hondius, I. Mabuse, G. Mostaert, R. Sanzio, I. Stradan, O. Vce- nius, und M. de Vos. Als sein schönstes Blatt für Reinheit des Grabstichels wird dort genannt: Christus am Kreuze, nach Aquilanus; nach diesem die Taufe Christi nach Hondius **), und die Auferstehung nach Boneanus *"). Noch nennt einer unserer Freunde, als von ausgezeichneter Feinheit des Stiches, eine Geiftlung Christi nach Stradanus. Gegenstände, wie z, B die folgenden: Tod und Teufel wollen einen Baum umschlagen, um dessen Erhaltung ein Heiliger und Maria Jesum bitten; oder.- Die Erdkugel, indem sie umstürzen will, von Jesus und Maria gehalten (beyde nach van Baien) waren die Lieblingevorwürfe der Kunst dieser Bruder. Dann vergaßen sie sich etwa wieder, und gab z. B. unser Hieronymus: Danae und Jupiter im Goldregen nach van Haecht; oder — etwas sittlicher: Ein liebendes Paar, das sich in einem von Saturn ihnen vorgehaltenen Spiegel beschaut. Hinter ihnen der leidige — Tod. Lonk. VNalpe, der des Unsrigen Monogramm giebt, und Heinecke I. n. II. (S. die Register), der allerley Schwankendes über seine Blätter nach Buonarotti und Raphacl erzählt, und z. B. behauptet, er habe Marc Antons Blatt des Tanzes der neun Kinder nach Naphael in seinem eilfreir Jahre copirt, und dann doch das Datum von H 65 angiebt -fi). Auch zu diesem Art. fügt unser Kunstfreund ff. Notizzen hinzu: »Hieronymus, oder Jerom'mus, wie er sich öfters schreibt, arbeitete noch um 1608, und war Zeichner, Kupferstecher (daß er Formschneider gewesen sey, bezweifelt man mit Recht' und Verleger für die Blätter von I. Baptist Barbe, Joh. van de Sande tvon diesem z. B. ein Tod d?r H. Jungfrau, was — kür uns undeutlich — die Adresse tragen soll: //ieErz/m. exc. curn privile^io piermnn» ) u. a. Hinwieder hat er Mehreres für andere Kunsthändler gefertigt; als für I. Firens, Wilhelm und Gottfried van Haecht, Hans van Luyck, u. s. f. und zwar namentlich (neben den schon Vorgenannten) nach I. de Backer von Harlingen, F. Barozio, L. van Leyden, L. Penni, A. de Weerdt (die vier Evangelisten, sind nur mit seinem oxo. bezeichnet, und vielleicht von weerdr selbst geetzt), endlich nach einem V. 0 . Dagegen soll sein Bruder Anton einen St. Sebastian nach ihm gestochen haben. — Noch an einer andern Stelle sagt unser Freund: »Hi'e- ronymus scheint seine Bruder nicht allein an Arbeitsamkeit, sondern auch in der Feinheit der Striche, in der Rundung der Körper und in der Verschmelzung der Tinten übertreffen zu haben. Der gcstrichte und punktirte Kopf in dem Brustbilds des Gouverneurs der Niederlande Albert v. *-) Ist dies das Werk, was anderwerts: Betrachtungen über die Evangelien, ve» Natalke heißt? -»«-) watetet rühmt es: Landschaft nnd Gebäude seyen vcn sebr gutem Geschmack, und man bemerke darin, daß er sich, gegen den Gebrauch des Zeitalters, auch des Scheidcwassers bedient; seine Töne in der Car- natien seyen oft von der angenehmsten Sanftheit. Nicht selten dann habe er in einer Manier gearbeitet, welche sich derjenigen von C- Ccrt nähere. -r-«-) Maipe hat: stucas Romanus. Wir kennen unter diesen Masken weder den einen noch den andern, f) Freylich könnte auch das °hen angereigte Geburtsjahr r» spät angegeben seyn. C i.j M- U -s .7^- ' 4s.-,-. .'Lr (».^ - '> i«)/ .M'. I j?. > i» >! :' ' ich..' -'V- E '^U, / 7 -' 1^ E i ' . l ^ -o» .!>. ^^ -: >* - .?.?..'j.. is^ <»v. U' d^/ I. :-be^:.„ ,1^7 i>d i;. l... ^>! -.- rv-. ! r- ^':L,- ^;k ikv^N- ^ LL:.' 8088 Wieri;. Oestreich (Unterschrift: ^ustria qnem -- metus) in 12°. übersteigt alle, man möchte sagen, unendlich denkbare Begriffe von Feinheit. Auch in dem Brustbilds Philipp Eman. von Lothringen gr. 4°., ist Kopf und Bart vortrefflich zart behandelt; wogegen die beyden Brustbilder in gr. Fol. Heinrich III. von Frankreich (Unterschrift: feinere sfin etc.) und Philipp II. von Spanien (dies - 586 , für Hans van Linck's Verlag) zwar mit feinen, aber nicht gehörig unter einander verarbeiteten Strichen behandelt, und daher ins Monotone gefallen sind. Mn. * wreriz (Johann), wie man glaubt, der älteste der drey Bruder; so meynt's wenigstens Basan (L Auch von ihm nennt Rost V. 148—49. theils Bildnisse u. a. ohne weiter« Namen, als den (einigen, und rühmt, neben Andern,, als von zartem Stiche, eine Magdalena, Halbfigur, am Eingang einer Höhle sitzend, und vor einem Cruzifixe lesend. Dann: Die Jesuikeu- Martyrer (das wäre!). Die vier Elemente von ihm tragen den (stolzen) Titel: (^uiäqrüä Immon- so voluit Matura — clsusit in csrs 1601. — Dann nach Andern; z. B. nach A. Dü« rer: Den kleinen Satyr, schon in seinem Zwölften; den (bereits im Lex. genannten) St. Hieronymus, im Dceyzchnten; Adam, der von Eva die verbotene Frucht empfangt, im Sechszehnten, und vollends den St. Hubertus auf der Jagd, schön (mit Dürer's Zeichen) nach dessen bekanntem Blatte copirk. Eben so M. Angelo's jüngstes Gericht, nach M. Rota's Blatte. Dann Anderes nach D- Calvart, F. Floris, L. va» Leyden, B. Pafferi, O. Veenius und M. de Vos. Marolles besaß, wie schon das Lex. bemerkt, 117», Marterte 8 uu, und Brandes 549 Bl. von diese» drey Meistern, welche letztern in dem Huberschen Catalog genau verzeichnet sind. Oonf. M«L/er. Dort werden, neben Andlkm, zwey Blatter mit A. 5 . sianirt genannt. (Gehören sie dem Hieronymus oder dem Johann zu?); das eine: Lucretia's Tod (- 5 / 8 ), das andere: l^pus hlaturss (fünf Figuren): Ein Chymiste, ein Fischer, ein Ackersmann, ein Falkeniec und eine ganz nackte Frau. Rost l. c. bemerkt: „Die Fleischkinken in den Blättern dieser drey Bruder habe» oft die lieblichste Zartheit." Unter seinen Bildnissen wird dasjenige der Gräfin von Dereeil als Pendant von GoUius Heinrich IV. bemerkt. S. auch unten Job. Baptist» W. Auch Johann betreffend, haben wir unserm Kunstfreunde noch folgende Notizzen zu verdanken: „Derselbe, ebenfalls auch Kupferstich-Verleger, soll noch in 1609 zu Delst gearbeitet habe»; auf jeden Fall ist es aber irrig, wenn das Lex. beybringt, daß einige glaubten, der erst 1HZ9 geborne Claude Audran ll. habe bey dem Unsern gelernt. Wir denken, daß er, und nicht Hieronymus, derjenige A 6sl. ist, nach welchem I. Houbracken das Bildnis des Franz Maalzou, Syndikus von Westfriesland, zu Th. VIll. des Buches: Vsllerlanrlsclrs Risturlc te ^M8tcrll. 1702 ff. schön in 8° stach. Unter seine beßten Arbeiten sind zu rechnen: Das Bildniß des Lamor ral Taxis von 1^92, in Med. 12"; die des Albert von Oestreich und seiner Gemahlin Jsabelle, beyde von idos in kl. 4 ". Folgende sehr feine Blätter sind etwas kälter ausgefallen: Kmcstück des Prinzen Will), von Oranien (eine Copie davon erschien bey P. de la Houve), und als Gegenstück: Elconora von Bourbon, in der Linken ihr Schnupftuch haltend, bcyve rl. 4"; d>« Mari» (nicht Catharina, wie Rost will) von Medicis, Wiese. Gemahlin Heinrich IV., (Unterschrift: Hn qulä etc.) mit seinem Lxcuö. 1601 in 4°; dieselbe in Fol. (Unterschrift: krincesse «lont etc.) i 6 oc» für den Verlag des P. de la Houve u. s. w. Johann arbeitete (oftmals unter dem Privilegium der Herren van Busche) sowohl für eigne Rechnung , als für die des P. de la Houve zu Paris, des A. Hubert! zu Antwerpen u. s. w. Wieriz (Johann Baptista). Von einem solchen (ob verschieden von dem obenangeführten ältesten der drey Bruder, Johann, ist uns unbekannt) nennt der einzige GandeUini eingestochenes Blatt: Darstellung der schönen Stadt Antwerpen. — — (J.od.F.) Noch ein anderer dieses Geschlechts. Von diesem nennt ein Vcrzeichniß meines sei. Vaters, ohne wettern Namen als den (einigen, die Bildnisse von 5 französischen Kardinalen: Chevriers, d'Eöcars de Givry, Estouteville, de Joyeuse und de Lournvn. Wiese (C- F.), Schüler der Akademie zu Leipzig, zeigte auf der Dresdner-Ausstellung 1802 eine Landschaft; und 1804 eine kolorirte Zeichnung: Das erste Menschenpaar macht die Entdeckung, daß lebende Wesen auch sterben, indem es einige todte Vogel findet *). — — (Johann Heinrich), Unterlehrer im Zeichnen und Malen auf der Akademie zu Leipzig, geboren daselbst 1748, lernte unter Oesers Anweisung, und malte in Ocl und Pastell. Redendem war er Kupferetzer und Stecher in Tuschmanier. In dieser letztern Manier nennt von ihm der Ka- ralog von wmkler drey Apostelköpfe mit den Werkzeugen ihrer Marter, und eine gebirgigte Landschaft, beyde nach Zeichnungen aus gedachtem Cabinete, und zwey junge Wäscherinnen, in Rothkreiden-Manier, Alles ohne weiter» Namen als den (einigen. Meusel II. (»789). Irgendwo wird noch von ihm ein Blatt: Loth mir seine» Töchtern, nach Ocker genannt. Seine Stelle zu Leipzig bekleidete er noch i 8 r> 5 . Bey Mensel lll- (1809.) hingegen erscheint er mehr mehr. Eine Erweiterung, und zum Theil Berichtigung vorstehndcr Notizzen erhalte» wir von einem unsrer Freunde, wie folgt: „Wirklicher Unterlehrer bey der Leipziger-Akademie wurdewiese in 1787, nachdem Oesers Sohn gestorben war, für den er diese Stelle bereits i<> Jahre verwaltet hatte. Von ihm auf Pergament mit Dlcystist schon gezeichnet, sahen wir einst ein Bildniß seines Schwagers, des geschickten Baumeisters Joh. Will). Ehriselius. w-ese starb (diesen Nachrichten zufolge) zu Leipzig schon i8nü; Schnorr folgte ihm als Unterlchrer. Der Unsere hat Mehreres zu seinem Vergnügen in Kupfer gebracht. So z. B. ohne Namen eines Zeichners, und vermuthlich nach sich selbst, jene halb liegende entblößte Frauensperson, vor der eine mit einem Schreckensruf in die Höhe blickende Frau kniet, welche ein Luch halt, qu. 4° (1789) leicht geetzt; den Kopf eines Römers, geetzl und weiß gchöht 40.; zwey Bauerninädchen bey einer Art Gemäuer an einem Weidenbaume beschäftigt, Röthelmanier kl Fol. schlecht in französischem Geschmacke. Dann nach Fery die Schlittschuhfahrt bey Mondeuschein qu. 4°. nach einer Skizze (von I7b0) des H. von Hagedorn, 1777 zu Leipzig in einer Art Tuschmanier geetzl; Christus, der beschnitten werden soll; 11 radirte und lavirkc Landschaften und Figuren- stücke, sowohl in 8° als Vignetten nach Oeser v.s.f. Anderwms sagt man, er habe auch nach Bou- n) Wir glauben, daß sicb der Schluß dieses Art. irgendwo verirrt bade. Z089 ' > Wiese. Wiggan. cher und nach Stichen von Dause und Wille in Kupfer gearbeitet. wiese (Peter). Ein solcher baute ums Jahr 1171 die schöne Kirche zu Dobberan im Metten- bnrgischen. Man zeigt darin zwey Pfeiler, die er ohne Loth und Winkelmaaß soll aufgeführt haben. Ebendaselbst ist auch sein Bildniß vorhanden. Fiorillo's Deutsch!. II. S. i 48 . — — ( ) der jüngere, vielleicht ein Sohn des Joh. Heinrich w>. zu Leipzig. Er hak die Kupfer zu T. Bergmanns Opu5cula et cstemica. k.ip8lse 1788 8°. und dann nach Schubert eine Titelvignette zu Reichard's Handbuch für Reisende. Leipzig 179a 8 °. beydes schlecht geetzt. M-c. — — ( ), der Sohn eines Fleischers, geboren zu Meisten, lernte um 1797 die Theater- malcrey unter Theil zu Dresden. Man berichtet uns, daß er noch 1818 als Maler bey der Por- zellainfabrik seiner Geburtsstadt bedienstet war. Blabe nennt ihn gelegentlich, aber irrig, als weife. Il-n. — — oder wife ( ), ein Englischer Gar- tenkünstler, der ungefähr zu Anfang des XVIII. Jahrhunderts lebte, die unnatürliche, doch regelmäßige Manier des le Notre noch übertrieb, und die Garten mit Riesen-Ungeheuern, Wappen und Motto's — aus Taxus und Buxbaum geschnitten — anfüllte. Bridgmann, der auf ihn folgende Modegärtner, war vernünftiger, und war der Vorgänger des allbekannten Benr, der endlich das rechte Gleiß beschritt. Hirschfeld's Theorie der Gartenkunst IV. E. 4. wiesen (Franz), Miniaturmaler, Kupferstecher und Holzschneider, wie auch Kanzlist bey der Großherzogl. Landesdircktion zu Wirzburg, geb. daselbst 1777. Derselbe leinte unterFesel dein altern die Zeichnungskunst drey Jahrelang, und suchte sich die Kunst, in Miniatur zu malen, und den Grabstichel zu führen, durch sich selbst eigen zu machen. Don ihm nennt Mensel III. (>8ug) mehrere Handzeichnungen. Dann Versuche in der Kupfer- stccherkunst, wohin verschiedene Bildnisse gehören; nämlich seines Lehrers Fesel, der Professoren Qui- storp und Schneid, des Fürstbischofs von Wirzburg Georg Karl, des Staatsrath Seufferk, des Erzherzogs Großherzogs Ferdinand u. a. m. — Plan der neuen Anlage zu Bocklet. — Die Ruinen des alten Bergschlosses Bodenlauben. (Beyde zu D. Goldwiz'ens Schrift über die Mineralquellen zu Kiffingen und Bocklet 179b.) Mensel III. Anderwärts lesen wir: »Derselbe giebt auch Unterricht im Zeichnen und Schönschreiben, und besitzt eine Kupferdruckerpresse;" daß er daneben auch Formschneider sey, wie Meusel beybringt, besagt wenigstens die von diesem Schriftsteller citirte Quelle keineswegs. wissend (Conrad), ein Baumeister zu Berlin, lernte bey Dietrich. Er war anfangs Con- ducteur, hernach Bauinspector bey der Kammer. Wiesend baute das ehemals Grafl. Schwerinsche Haus in der Wilhelnisstraße, nebst andern Häusern zu Berlin. Mcolai. wiesenbahn ( ), Kupferstecher zu München, arbeitete UM 1770 an dem Vitruve 6sva- rois. Mrc. wieshaupt( ), erscheint in dem Hof-- und Sraarshandbuch d. Bönigreichs West- phalen i8n, als Dlsiriktsbaumeisier zu Neuhak- densleben. Wiesner (Christian), ein Goldschmied z» Karitz (zwischen Frankfurt an der Oder und Stettin) welcher, als Banner diese Stadt verwüsten ließ, in 1640 sich mit Weib und Kind zu seinen Anverwandten in der Lausitz wandte; wie wir irgendw» lesen. Il^c. — — (Christoph), ordinairer Bauaufseher beiden, Kaiser!. Hofbauamte zu Wien 1798. Hof- und Sraars-Schemarisinus von Wien. — — (Levin), ein Kunstmaler zu Wittenberg in Sachsen, wo er 1687 heirathete, und ,894 st. Eben hier verheirathete sich ,579 ein Martin w. Goldschmied von Leywis (Lebus?) an der Oder. — — (Martin), s.vorstehndenL.wiesner. * Wie stner (Lucas). Nach ihm hat P. Ki- lian (-686) das Bildniß des Abtes zu Maria Einsiedeln, Augustin II. gestochen- * wiet (Thomas van der), ein verdorbener Name für Thomas van der Wilr. * wierfch. So findet man den Namen Weirsch z. B. auf einem von Laurin gefertigten Blättchen verstochen. H55c. wietzell (Gabriel). Derselbe ward 1640 zn Königsberg von Churfürst Georg Wilhelm zum Malergesellen, und dahin bestallt: „Daß er Alles, was ihm Matthias Czwiezeck an allerhand Kunststücken, Historien, Contrafaiten, Perspektiven, Landschaften u. s. f. aufgeben würde, dann auch das Staffsten und Vergolden verrichten sollte." Ein säuberlicher Auftrag! Alvdann ward er i6j». vollends zum Hofmaler erkiest, dieß nun mit dem Gedinge: »Sich stets wesentlich bey unserer Hofhaltung, Wir führten dieselbe in Preußen, oder in der Churmark Brandenburg, aufzuhalten." — Desgleichen »auch die Arbeit, die er neben seinen Gesellen vor sich auf den Kauf verfertigen und machen wird, jedesmal zuerst Uns, ob Wir dazu Belieben trügen, unterkhänigst zu präsentsten, und um billige Zahlung zu überlassen." Er arbeitete alsdann neben Czwiezeck, nebst verschiedenen Gehülfen. ksticolai IV. Anh. G. 23. * wif oder Wir ( ), hieß richtiger Gluf wiff, und war Münzeisenschneider zu Dresden. I. T.T- des neuerscheinenden Postillions erste Granon. Dresden 8°. viertes Felleisen 1721. S. 5 /- und sechszehnres Felleisen S. 256 . Seine bey Böhler abgebildeten sieben Planeten- Mevaillcn von 1719 sind selten. Daß er schon um ,720 Dresden verlassen habe, wie einige glauben, scheint mir nicht wahrscheinlich, da ich in den Büchern der Dresdner-Goldschmiedsinming finde, daß sein ihm zu Dresden geborner Sohn Tarl Gotthelf W. dem dortigen Goldschmied Gottfr. Winkler erst 1704 auf sechs Jahr in die Lehre gegeben wurde, bey diesem aber nicht auslernt«, sondern (doch wohl nur mit seinem Vater) nach Norwegen ging. wieser (Johann Wilhelm), der Sohn eines Pfarrers zu Mark - Lenkersheim, fetzte sich als Goldschmied zu Rothcnburg an der Tauber, ver- hestathete sich 1668, und lebte dort noch ,678. S. die Leichenpredigt seiner Frau, durch Joh. Ludovicus 1678. 4°. 2 wigand, f. im Lex. und oben wiegand. wiggan (Eleazar), ein berühmter Schreib- meisier in England, in der letzten Hälfte des X VII. Jahrhunderts. -eco«-i /Ä- t 0/ IVsttrrrai M 4 ii«§. Honäon (17,4) gu. gr. Fol. C -4 * L080 Wilcke. Wiggins, Wiggins ( ), zu London, zeigte auf der dortigen Ausstellung der Königl. privilegirten Gesellschaft der Künste 179t, ein männliches Bild- ruß in Miniatur. Wighstead, s. unten wigstead. *wigmana oder wigmanna (Gerard). Sein selbst gemaltes Bildniß hat B.Picard gestochen. Mrc. Sein Bild in Potsdam (sagt Oesterreich) sey in van der Werff's Manier gemalt. — — (J-). Nach der Zeichnung eines solchen fertigte M. Pool den Kupfertitel zu dem Buche: kjistoire unten Joh. wickersloor. wikmann, s. obenwickmann. wiland (Magister). Im I 1525 schloß der Magistrat der Stadt Lignitz mit einem geschickten Baumeister dieses Namens einen Vertrag, durch welchen derselbe sich anheischig machte, die dortige schöne Kirche von St. Peter und Paul zu errichten. Dieser Kontrakt hat sich (s. Tbebesii Liegnirzer Thron. II- S-18.) noch erhalten, und ist kein unwichtiger Beytrag zur Geschichte der deutschen Baukunst. Die Rose zwischen den beyden Tbürmen ist meisterhaft mit Strahlen und Gitterwerk verziert. An diesem Gebäude haben späterhin (iZ-j8.) Mr. Tonrad und (1Z86.) Mr. Claus parlierer, Heinrich Berynger und Niclas Becker, Beweise ihrerTalente hinterlassen. Jiorillo Deutsch!. I. 180. *— — s. auch gleich nachstehnd wilant, und oben wieland. * wilant (I. I.), hieß I. Jacob vielant. Wir kennen von ihm das schöne Bildniß des Gottesgelehrtcn zu Duisburg Joh. Clauberg's /,<>, nach I. C. Pfeffer (vermuthlich eine Kopie des Blattes von Suyderhoef). Anderwerts heißt er ein Stecher zu Amsterdam, von dem man auch die Bildnisse des Heinr.Voß und des Joh.Colerus, beyde nach I. Bodecker kenne. wikant, s.oben auch Wieland u. Wiland. wilbant a.b. willbaut ( ). So soll ein Maler heißen, der um 1760 zu Rheims gearbeitet habe, und uach welchem ein Bildniß des Alex. Angel, de Talleyrand Perigord, Erzbischofs zu Trajanopel und Coadjutors von Rheims, im Verlage von Darin (a. b. auch von demselben gestochen) erschienen sey. ^c. *wilborn (Nikolaus), ein Kupferstecher, s. weilbronner im Lex. * wilboertus (Thomas). So findet sich zuweilen der Maler willeborr des Lex., auf Kupfern nach ihm, geschrieben. Wilcke (Carl Christian), vielleicht der Sohn des unten ff. Johann Gottlob'«, wurde 1746 Herzogl. Gotkaischec Hofmaler zu Altenburg ; um 1781 scheint er gestorben zu seyn. Gothai- scher Hofkal. — — (Caroline), s. oben Caroline Tischbein. — — (C. B.), ein Maler zu Hamburg »806. Hanrburger-Adreß-Buch. — — (Hans), ein Maler zu Dresden, von dem wir einzig wissen, daß seine nachgelassene Tochter 1881 zu Wittenberg starb. ^c. — — (Hermann), ein Roth- und Glockengießer zu Wolfenbüttel, wo er 1626 starb, wolrereck's Thronick von wolfenbüt- rel, herausgegeben von Holte. Helmstädt 1747. S. 352 . — — oder willig (Hermann), ein Tischler, s. unten Hiclaus Wilcke. — — (Joachim), ein Goldschmied des XVl. Jahrh, an dem Hofe Kurfürst Joachim II. der i.J. lo 55 zur Regierung kam. Tskc. — — oder w ilken(Johann), erscheint in dem Mecklenburg- Srrelitzlschen Staars- kalender auf 1808 als Hoftischler zu Neu-Brandenburg. — — eigentlich wilck (Johann C., gewöhnlich Johann), Maler aus Schwerin im Mecklenburgischen, der sich 1790 nach Dresden wandle, um unter Casanova sich auszubilden. Dieser sein Lehrer starb ihm zwey Jahre später ab; dennoch hielt sich Johann noch »799 als Geschichts- und Tildnißmaler zu Dresden auf*). In 1810 befand er sich zu Frankfurt a. M-, wo er ebenfalls mit Beyfall arbeitete. — — oder wülcke (JohannGottlob), war Herzoglich Gokhaischcr Hofmaler zu Alttnbnrg, und kommt 1792 ab Handen. Hofkalend. — — (Johann Niclaus), vielleicht der Vater von obigem Johann Gottlob (w ). Man nennt ihn 1712 als Herzogl. Sächsischen Hofmaler zu «-) Schon in 1794 sah' man von ihm auf dem Dresdner-Salon dieses Iabres sein eignes Bildniß in Oel, nebst zwev artige» Copien nach Seemann und Denner, „ welche" (beißr es in Meusel's vl.Mus. ? 68 .) zeigten, -aß er sich Mühe siebt." Alttnburg. Das iyr lebende Schloß, Stadt und Amt Zllrenburg. Leipzig 1712. 8°. S.7. w'lcke (I. F.), ein Maler vermuthlich zu Straßburg um 1740. Nach ihm hak Joh. Striedbcck ein Bildniß des Arztes Geo.Heinr. Behr, schlecht in 4°. gestochen. — — (Michael), Bürger und Schmiede zu Wohlau in Schlesien, hatte die dortige Münze über sich um 1621. (?. QeMrciecL Lilesia Xumls- rnatloa. 1711. 40. S. 715. — — oder willig (Niclaus), ein Tischler und Bildschmtzler zu Wiktenberg in Sachsen, wo er 1616 heirakhete und idi8 starb. Eben hier lebte auch ein andrer geschickter Tischler, Hermann wilck oder willig von Münster. Der letztere heirakhete 169« des Tischlers Christoph /ischer's Wittwe und st. ebenfalls 1618 daselbst. — — oder Wticken (von). Eine Dame dieses Namens, die an den geheimen Finanzrarh Graf von Hagen verheirathet war, erscheint i 8 o 5 unter dem Ehrenmitgliedern der Berliner-Kunstakademie. — — s. auch unten Willis. wilckens eigentlich wilkens (Ch. Fr), benennt sich 1802, als ein der Architektur beflissener aus Wilsrode in der Pnegnitz. Jahrbücher der Baumannshöhle. Quedlinburg 1809. S. 53 . — — eigentlich Wilkens (C.), Chur- Hannöverischer Ingenieur-Lieutnant entwarf 1798 eine geographische Karte von dem Niedecstifte Münster, welche Salzenberg zu Hannover (wie es scheint nicht zum beßren) in Kupfer brachte. Allgem. geographische Ephemertden l. 868. * — — s. auch Wilkens im Lex. wild (David), Münzwardein zu Prag »m 1637. A- voigr's Beschreib, böhmischer Münzen IV- 9<>- — — (Georg), ein Glockengießer, s. Hans Zinck in küuscigen Nachtragen. s — — (Hans), welcher auch im Lex. «. v. David Haeschler's erscheint. Es war zu Ulm, wo er 1480 gemeinschaftlich mit Hans ssramer die Fenster der Dohmkirche und des Ralhhauses malte. Fiorillo Deutschland!, sie. — — (Johann), ein Glockengießer. S. unten Hans Zinck. — — (Joh. Iac. Hermann), Weinwirth zum Römischen Kaiser unter den Hütern zu Nürnbetg, ein Kunstliebhaber um 1788, legre dort ein Kabine! von Gemälden, Zeichnungen, u. a. Kunst- und Natur-Seltenheiten an, welches zu jeder Stunde — für einen Convenkionsgulden besichtigt werden konnte. Meusel's Mus. VI. 92. S. auch unten den Art wich ohne Taufnamen. — — (Michael), geb. zu Auerbach im Nab- kreise 1718, lern'e die Kunst bey seinem Vater, der daselbst Maler gewesen. Nach verschiedenen gemachten Reisen fixirte er sich in der Hauptstadt Amberg, wo er 1783 gestorben ist. Auf dem dortigen Mariahülfsberge sind in der Kirche zwey Seitenaltarblatter: St. Anton von Padua und St. Johann von Nepomuck, und in der Wallfahrtskirche zu Velburg (im Regenkreise) das Choraltarblatt: Das Herz Jesu, von ihm gemalt. Im Bildnißmalen wußte er eine auffallende Aebn- lichkeit mit dem Originale zu erreichen. Liporvsky. Wahrscheinlich ist er derjenige Wild ohne Taufnamen, der 1769 zu Regensburg das Bildniß des dortigen Preußischen Gesandten E C- Barons von Plocho malte, weiches I. E- Nilson gestochen hat. Wild (Simon), ein Glockengießer zu Halle im Magdeburgischen, welcher 1602 und 1677 erscheint. In dieser Gegend arbeiteten noch folgende dergleichen Künstler: Friedrich August Becker 1747; Peter Becker 1718 (auch 1729); Heinrich Borstelmann zu Magdeburg - 5 gu (auch 1617); Georg Dors 1624; Johann Jacob Hostmann 1649 und 1678 (auch noch 1706); Stephan Martin r 568 . Dieser war einKannengießer, der den großen zinnernen 97Pfd. schweren Knopf des Rakhhausthurmes zu Halle fertigte; Hans werrer 1624. Dreyhaupr's Beschreib, des Saal- kreises II. 3 hg. 86g. 883 - 887. 894. 900. 912 . 934. g 5 Z. u. a. O. i — — ( ). In einem Schreiben aus Nürnberg von 1784 liest man: „Ich muß Ihnen noch einen feinen, Ihnen unbekannte» hiesigen Künstler und Kunstkenner verrathen. Es ist Herr Goldarbeiter wild, der sich auf seinen wettläuftigen Reisen eine ungemeine Kenntniß in Malcreyen und Antiken, womit er einen beträchtlichen Handel treibt, erworben hat, auch eine sehr kostbare Naturaliensammlung bestzt. So wie fast durchgängig in Nürnberg alle öffentliche Sehenswürdigkeiten um eine gewisse Taxe gezeigt werden, eben (o kann man auch bey Herrn wild diese Seltenheiten gegen Erlegung 1 fl. besehen " Meus sel's Misc XXlII. 5 u 5 . Fast svllre mau denken, es wäre auch hier von dem vorstehnden I- I- H. Wild die Rede, ob es gleich mit dem Gulden auch Einer dem Andern nachthun konnte. * — — s. auch unten u. i, Lex. wilde und W-lr. wildbrecht ( ), Astronom nnd Geograph bey dem Bergkadettenkorps zu St. Petersburg 1790 und von dort gebürtig. Von ihm sind die Karten des neuen russischen Atlasses ausgefertigt. Georgs Beschreib, v. St- Qerersburg S. 340. Wilde (Franz de), Zeichner und Kupfereßer, geb. in Holland um 1680. Man weiß nichts von ihm, als daß er mit einer geistreichen Nadel mehrere artige kleine Blätter geliefert hat, die zu Anfang des XVIll. Jahrh, zu Amsterdam erschienen waren. Rost VI. 3 o 3 . Dort werden von ihm, ohne wettern Namen als den selnigen, genannt: Ein Engel erscheint dem Abraham; Venus auf dem Wasser; die Fabel vom Wolf nnd Hund (1704); Ansicht der Stadt Chalons; Ansicht eines Seehafens; die Erndle. — — (I- de), hieß Jacob. Es heißt nämlich beyGurlitt: Ueber die Gemmenkunde. 40. Magdeburg 1798. S. 34 > «Zu der Reihe von Sammlungen geschnittener Steine gehört auch diejenige des Frießländers Jacob de wilde, eines geschickten Malers, die dessen Tochter Maria de Wilde auf 5 o Blättern radirte (Amsterdam 1708. 4°.), welche jetzt selten sind. Eine frühere Ausgabe dieses oder eines ähnlichen Werks führt zum Titel: Zncob stö M'.Äe Temrr.ae untihuas. ^mstelost. 1692. Und eben so rubrizirt der Car talog der 1763 versteigerten Bibliothek des I.F. Ebrist II-465: öign» anticzua e wusec» Aacoür äs veterum poetsrum carminibus illus- trata, et per fl-Iarrm-r I'iliam aeri inroripta. 8092 Wilde. 1700. §<>. Dies Werk wurde damals mit Lfr Groschen bezahlt. Rost VI. 3 oZ. halt diese Maria irrig für die Tochter des Franz dewilde. ssL-c. Wilde (Johann Wolder Wilhelm), ein Zimmermeister zu Hamburg, den das Adreßbuch dieser Stadt von 1806 (in dem von 1804 erscheint er noch nicht) anführt. * — — (Maria de). Auch wir wußten ihren im Lex. ungenannten Vater nicht zu nennen, bis wir solchen durch den gleich vorstchnden Art. erfuhren. Bey Rost VI. 5 o 3 . sind ihre Blatter unrichtig (statt i/oZ) mit 176z datirt. — — (Michael), ein Glockengießer zu Bres- lau, der i 586 die große Glocke von n 3 Ctnr. des dasigen Maria Magdalenen-Thurms verfertigte. Beschreib, der StadtBreslau. Brieg 1794- 8°. S.442. — — (de), ein Maler unsrer Tage in England, nach dem Freemann (180g.) ein Bildniß des Kchauspieler's Phillips schön in Med. 8°. punktirte. * — — s. auch oben u. i. Lex. Wild und Wilt. wilden er, s. unten wilmer. Wildenhayn (Carl Friedrich Wilhelm), vielleicht des Nachfolgenden Sohn, Schüler der bey der Akademie zu Dresden neuerdings eingerichteten Kunstschule. Auf der dortigen Ausstellung 1819 sah man von ihm einen Prospekt in Sepia, nach dem Pros. Richter copirk. — — (Johann Andreas), wird in dem Dresdner politischen Anzeiger Jahrg. 1770. x°. XXIX. gelegentlich, als „Hochgrafl.Solms, sischer Amts-Baumeister zweyten Antheils," zu Barukh in 2770 aufgeführt. Wildenorv, s. unten Willdenow. * wildens (Johann). d'Argensville setzt feine Geburt in 1600 an. In seinen Werken finden sich die kleinsten Naturdetails ausgedrückt. Bekanntlich bediente sich Rubens seiner und Udens zur landschaftlichen Etassrung; aber die Arbeit des Unsrigen zeigte mehr Freyheit im Großen; und Rubens sagte oft, daß kein Anderer es so Wohl verstühnde, die Hintergründe mit dem Haupt- gegenstand zu vereinigen. Daher ist die Anekdote, daß jener eines Tags seinen Stolz gedemäkhigt habe, indem er ihm zeigte, daß Er selbst auch Landschaft malen könne, völlig aus der Luft gegriffen, und eine Verwechselung mit dem, was Janssens und Rombouts mit ihm wiederfuhr. wildens malte auch Bildnisse. Seine beyden vom Lex. angeführten Arbeiten in der St. Josephs- Kapelle der Fackes-Nonnenkirche zu Antwerpen stellen ein Flucht und eine Ruhe in Egypren dar, wo Engel die H. Familie mit Erfrischungen bedienen Die Landschaft übertritt alles Schöne dieser Art, und die Figurenstaffirung von Langen- Jan darinn scheint von van Dyck zu seyn. I. 536 — 38 . In Deutschland besitzt von ihm, unsers Wissens, einzig die Galerie zu Dresden eine (in* 4 "br. k? Il^hohe) Winterlandschaft, mit einem rückkehrenden Jäger stafflet, der einen Haasen tragt. Als gestochen nach ihm nennt der Katalog von winkier eine schöne Land- Wilhelrn der Eroberer. fchaft, mit einem Postillon im Vorgrunde, von W. Hollar (i 65 o.) *). Dann eine Folge von 12 schönen Bl. (die zwölf Monate) von H. Hondins, I. Matham und A. Stockius (1614.); eine andere von sechs (genannten) Holländischen Ansichten, mit A ^.sec. bezeichnet (also vön ihm selbst) in R. de Boudu's Verlage (1616.), und noch eine von sechs allegorischen Blattern, auf Ereignisse Großbritanniens und Orani'ens zielend (eine mit der schönen Jnnschrift: ?u1clirso xro Übertatls amore) von P. Nolpe. Wilderer (Johann Christoph Jakob). So heißt bey Mensel III. ein 1809 noch lebender Candidat des Prcdigtamts und nicht gemeiner Dilettante der Kupferstecherkunst zu Nürnberg. Dort wird von ihm mancherley Landschaftliches, und darunter ein Stammbuch von 86. geetzten Blättern in Querockavformat, „mit vergoldetem Schnitt, in.einem doppelten niedlichen Futteral" (?) angeführt: Gegenden, wahrscheinlich meist um Nürnberg; mit dem sonderbaren Beysatze: „Jede Vorstellung ist — achtmal vorhanden; und ob jedem Blatt ist ein larer Raum, welchen Freunde zum Einzeichnen ihrer Namen gebrauchen können." (Pr. 1 fl. 45 Kr.)> Einiges hat er auch nach Griöler, F. Kobell und Molitor Heetzt; nach letzterm z. D. das Titelblatt des erwähnten Stammbuches. Lauf. Merisel's Arch.II. (2.) i 56 . u. 164. u. ff. Wildfang (Lorenz Henning), Hofbauschreiber zu Ludwigslust in Mecklenburg Schwerin 1786. Mrc. Wildner, f. untenwiltner. *wildniß (Johann), ein Maler, von dem sich in der Firmian'schen Sammlung, auf dem Schlosse Leopoldskrvn bey Salzburg, eine Feuersbrunst befindet. Hübne r's Beschr. von Salzburg I. 429. Da jedoch unsere Quelle nicht allezeit die Namen richtig schreibt, so könnte etwa auch Johann wildens darunter gemeint seyn. wildr (Johann), ein Glockengießer in Böhmen. In i 586 goß er eine Glocke für die Kirche zu Wtelna, an welcher: Hans wildt, und erwähnte Jahrszahl geschrieben sieht. Dlabacz. Wildungen (Ludwig Carl Eberhard Heinrich Friedrich, gewöhnlich Ludwig von), der bekannte, und, wie wir hoffen, noch lebende Jagdliebhaber, und — warum nicht? — auch Kunstdilettante, lebte 1802 zu Marburg als Oberforstmeister, Rer gierungsrarh, und Ehrenmitglied der Casseler- Kunstakademie. In den von ihm herausgegebnen Taschenbüchern fürForst- undJagdfreunde, finden sich nach seiner Zeichnung gefärbte, vonG.Boet- tigerrc. radirke Blätter, welche Vogel und Thiere in landschaftlichen Umgebungen darstellen. Auch zu: IVluseurn X. 6. fteskesnum. ?ars entomy- lo^ics. b.ix>8. -788. 8. zeichnete er eine Menge Insekten, die Hoppe auf drey gefärbte» Tafeln darstellte. Noch an einem andern Ort heißt es: „Schöne, in Wasserfarbe gemalte Vögel von ihm kannte man schon um l/gZ." Meusel's M>«c. XXIV. 552 . Seine mancherlei weidmännische Schriften in Prose und Versen von 1788 — 1817 sind allen Liebhabern bekannt. Wilhelm der Eroberer, und sein Sohn Wilhelm Rufu «. Was diese beyden Englischen Könige im Xl. Jahrh, für die Schönen Künste gethan, s. bey Fiorillo V. 40 —4 1 . u. 46. «'-) Nach einer andern Noti; kennt man nach ihm von Hollar noch eine zweyte Landschaft, worin» ein Jäger mit seinem Hund erscheint. Wilhelm S093 Wilhelm. Wilhelm Florentinus, auch Master William, und William Mönch von weftminster genannt, ein italienischer Maler des XIII. Jahrhunderts, in Diensten König Heinrich III. von England. Ueber ihn führt Fiorillo V. loi —2. Not. I. aus Walpole ff. Stellen an: „Llaus. 35. Hen.III. m. 5. IVIsnästum esb 8 imoni Lspellsno et sIÜ 8 cu 8 toäidu 8 ope- rgtionurn Vöinäesor, guoä clsn 8 trum re§i 8 in ca 8 tro ^Vinäe 8 or. psviri et Ismdrn 8 csri, et ^po 8 tolo 8 äepinZr sscisnt» sicut rex ei et MV/ic/nro picto-'i 5 rro ibiäem injunxit. 1 'e 3 te reße spuä Hsverin^. XX. äis LuZU 8 tl." //^a/po/e, p. 2 AN8ti." ^a/po/e, p. 22 . Aus dieser Stelle ergiebt es sich, daß Windsor schon ein bedeutender Ort vor den Zeiten Heinrich's III. gewesen ist, selbst lange bevor er von Edward III. verschönert wurde. Endlich: »Oberste -1°.44. Ilen. III. m. n. kex vicecom. 8 urr. sslutem. kreeipimus tibi guoä äe exiribu 8 comitstu 8 tui pictnrss ms^nse sulse nostrse äs 6 uläekorä, prout neec 88 e luerit, sins äilstione emenäsri, et in rnsAns csmers nostrs ibiäern sä csput leöbi nv 8 tri 8 Uper slburn murnm c^uoääsm psi- liurn äep'mtzi, et tsdulss et kruntelium sltsris ms^nse cspellse nostrse ibiäem sine äils- tione iieri sscis 8 ,-prout in^unximus /'/ocentino pütoii/ et custurn c^uoä sä dos po- sueris per visurn et te 8 timoulum proborunr et lexsiiurn kominum conf. öcc. I'este meipso spuä IVe 8 tm. XXX. äis Oötobr.'' Ein andres interessantes Aktenstück enthält die Auftrage, die Wilhelm von Florenz von, König erhielt, um für den Prinz Edward und seine Gemahlin Eleanor einige Kunstsachen zu verfertigen. Auch erfahrt man hieraus, daß Wilhelm rine Zulage bekam, nämlich 6 Pence täglich, weil er die Aufsicht über die Arbeiten zu Guilfort führte. „läberste 62 . Heu. m. 11 . Hex vicecom. 8 urr. et 8 u 88 . 8S- lutem. Precipimu 8 tibi guoä äe exitibus com. prseäiktorum infrs curism no 8 trsm msnerii no- 8 tri äs tluiäeforä gusnäsm csmersm cum 8 ts- äio et csmiuo, Agräeroba, et csmsrs sorin- 8 ecs, et gusnäsm cspellaru sä csput ezu 8 äem csmerso, cum stsäio et fene8tris vitreis, ess- äeru csmersm et cspellsm äecentibus, sä opus Rsri58imse ülise nostrse HUsnorse consortis Läxvsräi primo^eniti nostri, et unsm csmersm cum 8tsäio et csmino csmers korin8ecs, et Iene8tri8 vitre>8 esnäem csmersm äecenti- du8, sä opu3 miiitum Kgri88imse con8ortis no8trss ^lisnorse re^inse -In^Iiss, et ^uoä- äsm sppenticm. (sic orr§ma/e) ibiäem äe novo 8ins äiistione steri, et Herbarium ejusäem re- ^inae no8trae reparsri et emenäsri fscigz, §e- cuuäum czuoä /^rlüc/mo ^/orerrtmo piöbori no- 8tro injunximu8, et iäem //Mic/Es plenius tibi 8cire ksciet ex Parte no8trs; et cu3tum, Lc. per vi8um. öcc. computsditur." „kex eiäem vicecom. sslutem. precipimus tibi yuoä äe exitidu 8 com. prseäiötorum ssciss hadere ^r//ie/mo /^/orentiso cuittoäi operstio- num no 3 trsrum msnerii no 5 tri äs Ouiäeforä 8 in§ull 8 äiedu 8 8 ex äensrios pro stlpeuäiis 8 ni 8 , guam äiu susris vicecome 8 no3ter eo» runäem comitst. et prseäiölus cu- 8 to 8 fusrit operstionum prseäiödsrum, 8 icur eo 8 temporidu 8 retro söli 8 ante turdstionem baditam in rs^no ibiäem percipere cou 8 uevit: et custum, öcc. 1 'e 8 te Ue^e spuä VVestm. XXlX. äie ^an." p. 24. Wilhelm, ein Französischer Architekt des XIV. Jahrh. Bey Fiorillo DeurschI, I. 121. liest man: „Ein Mann, der von dem Könige Johann von Böhmen, und seinem Sohne, dem Markgrafen Carl sehr geschätzt wurde, war der ehrwürdige Johann von Drazicz, der im Jahr 1Z43 starb, nachdem er der Präger Kirche 43 Jahre als Bischof vorgestanden hacke. Dieser Geistliche hinterließ verschiedene Denkmähler, welche seine Liebe zur Kunst beurkunden. Zu Raudmtz, welches damahls zum Bischum gehörte, stiftete er im Jahr 1333 ein prächtiges Augustinerklosier; und wie er wahrnahm, daß die Fahrt über die Elbe dort unsicher sey, so baue« er eine steinerne Brücke mit vielen Kosten über den Fluß. Weil er weder in Böhmen noch in den angrenzenden Ländern zu einem solchen Werke geschickte Meister fand, so ließ er einen berühmte» Architekt, Namens Wilhelm, nebst noch drey andern von Avignon nach Böhmen kommen. Diese legten nun den Grund zur Brücke; sie verfertigten nur einen Bogen, und unterrichteten zugleich einige Böhmen in der Kunst, die das Werk nach ihrer Abreise vollendeten *)." — — Peter Harp, in seiner Frankfurter- Domiiil'kaner-Chronick S. r5. bemerkt: „Im Jahr i38o war zu Cölln ein fürtreflicher Maler, der in der Kunst nicht seinesgleichen hatte, Namens Wilhelm. Derselbe malte die Leute, als wenn sie athmeten **).'' Hüsgen N. A. S. 6. Not. k. Auch Fiorillo Deutschland I. 4>d. gedenkt desselben, und vermuthet, daß er der *0 2 P. «r 88. I>I>. Hohem. 1 '. 7 k. p. iog : „lotinrme? . . revereoäus prsßeosi« episcopu« . . ja kiuällilr pornem lieei äisposuit olles 6um«o. Lt guis nisßiuror sä rate opus per,los iu reßno Lotiemise, ueo iu vleiuis peoviuciis poluir reperiee, uväo MlSic sä ou- eism komsusm ^.veuioneus, pro hksAi'steo oplime in tiuiusmoäi' selv perilo s>ZZZ.). — kesekslus l^uoljue msßisier cum ,u>s compücibus äuos pilsre» ponlis, er lesruäioem peekeceiuur. IX sono sc<>ueul! uns cum su>« copiose s Duo kg.iseopo rcmliueiSlus er Iionoesius sä peopei-m psrrisäl eeveesus esr. Dominos vero Ilpiscopus per slios srllticer ßentis noslise, gui st» sliis säveni» comptels tuerunr iukormsli, äe Ispiäibus »oliäis er äotsri», ipsum pontem cum msximis sumpcibus er cxpen- sis exceltenrer er Isuäshäilcr complevit." Fast völlig mit denselbeo Worten spricht von ibm I. 8- §aust iu kssri Dimburgense«, d. l. Cbrouick von llimpurg so 617. S- 8>- »In dieser Zeit (izko ) war ein Maler zu Cölln, der hieß WUbelin- Der war der beßte Maler in allen deutschen Landen, als er ward geachtet von den Meistern. Er malte einen jeglichen Menschen von aller Gestalt, als hätte er selebet." Künstler eines der berühmtesten Bilder in der WaUraffschen Sammlung zu Cülln seyn könnte, welches die Anbetung der Könige darstellt, und dort S- 4 l 5 —17. ausführlich beschrieben wird. Wilhelm (III.), König von Großbritannien. Ueber den Einfluß seines Charakters auf die bildende Künste seines Reichs, heißt es bey Fiorillo V. 491 — 92. „So wohlthätig auch Wilhelm'« III. Regierung für England war, indem das Reich in seiner religiösen und politischen Verfassung Conststenz erhielt und die englische Nationalfreyheit wahrhaftig gegründet wurde, so unergiebig ist sie an berühmten Männern in allen Gattungen der bildenden Künste. Wilhelm hakte keinen Sinn für Literatur und Kunst; finster und verschlossen, dachte er nur an die Ausführung seiner Ideen und Plane, die ihm zwar nicht Liebe und Zutrauen, aber allgemeinen Respect und Ruhm erwarben. Sein Rittergeist spornte ihn zu einem thakenreichen Leben; allein die Musen flohen einen Hof, an dem nur der Krieger etwas galt. Wilhelm hat kein Denkmahl hinterlassen, wenn wir den Pallast von Hampton- court ausnehmen, der aber nur verschönert zu seyn scheint, um mit dem täuschenden Glanz des französischen Hofes zu wetteifern." — — (Herzog von Sachsen), s. oben Sachsen. Wobey wir bemerken, daß die dort rubricirteir Wilhelm I V. Herzog von Sachsen, und Wilhelm Herzog von Sachsen-Weimar, beyde nur Eine und dieselbe Person abgeben. — — (Prinz von Hessen). So bezeichnet, und meist von i /58 datirt (eines indessen auch: llsknise 1787.) führt der winklersche Gantkatalog mehrere landschaftliche Blätter an. * — — Bey Fiorillo Deutsch!. II. 27». in der Anmerk. heißt es: „Wenn man es einem Vasari, der die Raphaelischen Arabeske» kannte, nicht verargen wird, daß er von den deutschen Zierrathen mit einer gewissen Geringschätzung redet, so muß man auf der andern Seite seine Wahrheitsliebe rühmen, wenn er in der Biographie des Arnolfo di Lapo gesteht, daß die Kunst ums Jahr 1174 durch die Bemühungen eines deutschen Meisters, Namens Wilhelm, große Vorschütte gemacht habe." — — (Abraham Christian), erhielt von der Akademie zu Augsburg 1781, einen Preist für eine Zeichnung nach einem historischen Gemählde. Linderzeitung Jahrg. 1781. 8°. S. 1^2. * — — (Anton), s. Guillielmi in den gegenwärtigen Zusätzen. Es war im I. iö? 5 , daß derselbe, nachdem man das alte Fürstliche Schloß zu Stettin, nebst der St. Okcenskirche niedergerissen hatte, ein neues Schloß und Schloßkirche erbaute, und alles zierlich durchwölbte. S Hering'« hlachricbt von der Stiftung der zwey Eollegiatkirchen in Alren - Sterrin. Das. 172h. 4 °. S. 4«- — — (Carl Gottl), ein Maler, den der Dresdner Adresskalender auf 1812 benennt. * — — (Christian) , Kupferstecher, und Mitglied der Franciscischen-Akademie zu Augsburg. Sein erster Lehrer war Joh. Georg Ringli. Da er den Engelbrechtischen Verlag unter dreier Firma fortsetzte, so sind seine meisten Arbeiten nicht unter seinem Name» bekannt, So heißt es von fthm (-7(8.) bey Mensel l. Ebendaselbst II. (1789.) wird seiner nicht gedacht. Hingegen Ebendaselbst III. (1809.) erscheint er wieder, doch ohne neues Hinzuthun, noch unter den Lebenden. Wilhelm (Christian Abraham), Kupferstecher, und seit 1782 Jnstructor an der Zeichnungsschule bey St. Anna zu Augsburg, geb. daselbst, und noch lebend 180g. Sowohl im Zeichnen als Kupferstechen war er Schüler von Sichler, „und in der guten Methode bey diesem Geschäft!" So geziert lautete es von ihm bey Merisel III. mit dem dann wieder (so wie es seyn soll) ganz prosaischen Hinzuthun: „Bey allen Ausstellungen der Kunstakademie zu Augsburg hat er sich durch Zeichnungen hervorgethan." — — (David), Stadtzimmermeister zu Lauban in der Lausitz um 1700, baute einen Kirchthurm zu Holzkirch. I. F. Gregorius Etwa« von Holzkirch. Laubau 1756. — — eigentlich Wilhelms (Georg Friedrich Christian), der Sohn eines Spediteurs, geb. zn Lüneburg 178b. Derselbe erlernte die Historien-Malerei auf der Akademie zu Dresden von 1804 bis 1808, wo er Krankheitshalber in seine Vaterstadt zurückreiste, chkc. — — (Heinrich). So hieß ein in der ersten Hälfte des XVII. Jahrhunderts lebender guter Bildhauer zu Regensburg. Sachs. Lur- Lab. 1(48. S. 061. — — (Jakob), ein Glockengießer zu Pil- nitz in Böhmen. Derselbe goß in 1718 für die Kirche zu Losa auf der Piaster-Herrichafr eine kleine Glocke, die hernach nach Konzogcd kam. Auf derselben las man: 8.8.8. 1 'rlrntas, miss- rers nobis 1718. Dlabacz. — — (Johann). Derselbe war Stadt, Werkmeister (a. i,. Baumeister) zu Frankfurt am Main, um die Mitte des XVII. Jahrhunderts, der sich aber meist mit Zimmermannsarbeit beschäftigte. Von seinem zu Nürnberg erschienenen Buche: ^rvliikectura olvilis oder Beschreibung und Vorreissuug vornehmer Dachwerke Fol. kennen wir theils eine Ausgabe ohne Jahrszah! (die bey Paul Fürst's Erben verlegt, und wohl die erste ist), theils solche von den Jahren 16H4, 1661, 1O68, 1688 u. >706. Kenner sagen von der letzter» Ausgabe in 2 Theilen; 5 Dogen Text, 74Kupferblatter enthaltend,, die Beschreibung sey unvollständig, und die Risse wären meist nach alldeutscher Manier eingerichtet, (l/§c. — — (Johann Friedrich), ein Skuben- maler zu Dresden, den der dortige Adreß- Lalender von 1819 anführt. — — (JohannHeinrich), der Sohn eines Schusters, geb. zu Dresden 1787 Er lernte als Maurergeselle, und, um sich zum Meister zu bilden, die Architektur bey dem Hofbaumcisier Hölzer in seiner Geburtsstadt, von i8r>ti an. Auf dortiger Ausstellung von 1807 fand sich von ihm ein Gartengebaude in Ansicht und Grundriß; 1808 ein fürstliches Landschloß, mit römisch gekuppelten Säulen in der Vorlage, auch in Ansicht und Grundriß; 1810 ein herrschaftliches Wohngebäude; 1811 ein herrschaftliches Palais, bcnebst Grundriß desselben, — — (Johann Stephan), ein Bürger und Bildhauer der Altstadt Prag, st. lt. Bruderschaftsbuch der Marianischen Congregation bey St. Clemens 1752. Dlabacz. Wilkitt, 509 L Wilhelm. Wilhelm (Lorenz), geb. ;u Wittigendorf in der Schönburgifchen Herrschaft Rochsburg; wurde 1622 als Kantor zu Zwickau angenommen, und st. dort an der Pest 16ZZ. T. Schmidt (>12 mit seinem Herrn in obgedachter Stadt befand. Mrc. — — ( ), ein alter Formschneider um i 5 ig, der nebst andern Künstlern, nach der Zeichnung von Haus Burgmair, den Triumph Kaiser Maximilians l. in Hol; schnitt. Neue Abdrücke dieser treflicben auf der kaiserlichen Bibliothek zu Wien verwahrten Stöcke, erschienen in einem großen gu.Fol. (iZ 5 Blakt): Violine er (.onckres 2796. Man vermuthet, daß Er eine Person mit dem Formschneider Wilhelm L-efrink sey, der eben auch an diesem Werke arbeitete. Vskc. — — ( ), ein Schlossergeselle zu Dresden 1777, zeigte damals auf der dortigen Ausstellung einige kleine Brustbilder, umgeben mit den Jnsignien des Ruhms, in getriebener Arbeit. Man bemerkte darüber, daß sein hierbey bewiesenes trefliches Genie alle Aufmunterung verdiene. M5ce/. La«o»r. Jahrg. 1777. E. roä. — — eigentlich Wilhelms ( ), ein bonducteur im Hannövecschen, der in i8vc> genannt wird. vs-rc. * — — s. auch Guglielmi, Guglielmo, Guilli'elml, wilhelnii und willems, theils im Lex. theils in den gegenwärtigen Zusätzen. Wilhelm, (A.A. H.), ein geschickter Gold- arbeiter zu Hamburg überreichte 1809 der dortigen Gesellschaft zur Beförderung der Künste, deren Mitglied er ist, das, in Silber getrieben, vorkreflich gearbeitete Bildniß des verstorbenen Senator Günther. Mrc. * — — (Hieronymus, oder Jeremias Bal- thasar). Letzterer scheint sein richtigerer Taufname zu seyn. Derselbe war von Gotha gebürtig, arbeitete zu Ilmenau, und war theils Medailleur, theils Gold - und Silberarbeiter, späterhin Münz- nieister und Münzeisenschucider in der damaligen, jetzt eingegangenen Sächsischen Münzstätte zu Ilmenau. * — — (Hieronymus Balthasar), hieß genauer Jeremias ZZalrhasar. Derselbe war spater ebenfalls Münzmcister und Münzeisenschneider zu Ilmenau im Sächsischen. Letztre Münzstädlc ist eingegangen. Wilhelms (Johann Caspar), Hofgolbschmied zu Gotha um 1740, scheint um 1762 gestorben zu seyn. ^c. — — (Johann Conrad), erscheint 1786 (und noch 1802) als Hofjubelier zu Hannover. Dort war zu dieser Zeit Franz Peter ZZundserr Hofgoldschmied, .und Johann Heinrich Rerstmg Hofmeublen - Tischler. Der letztere war vielleicht ein Sohn Georg Gottfried Rerstmg's, der 176z in gleicher Bestallung genannt wird. — — (Johann Heinrich). „Die Frankfurter-Spengler" (sagt der ehrliche Hüsgerr N. A. S. 364 - Not. 0) „fangen an, und werden in unsern Tagen den Bildhauern gefährlich. Ein gewisser Johann Heinrich Wilhelmi weis unter andern, sehr künstlich, aus weißem Blech nicht allein alle mögliche Verzierungen mit vielem Anstand zu machen, sondern sogar auch die größten fteystehende Figuren, bis zu Collosalischer Größe, mit einer genauen Nachahmung der schwersten Stellungen schön zu verfertigen; wobey der Vortheil zugleich obwaltet, daß deren Gewicht nicht so ungeheuer, als wie diejenigen von Stein beschweret, und durch einige starke Anstriche mit Del-Färb gegen Wind und Wetter sehr dauerhaft gemachr werden können: Nur wünschre, daß ihre Arbeiten mehr proportionirliche Größe für ihre Bestimmungen harren." Husgen spricht, wie ob- steht, von ihm (1790.) als von einem damals noch Lebenden. — — ( ), ein Maler zu Zittau um 1722. Nach ihm stach I. G. Wolfgang den Gottesgelehrten G. B. Martini. — — eigentlich willhelmi (Wilhelm). So hieß ein Silhouetteur, der sich, auf seinen Reisen 1819 in Bamberg befand. * — — s. auch oben und im Lex. Guglielmi, Guglielino, (Liiillielmi und Wilhelm. * W >' Ihelme, s. im Lex. und oben Wilhelm. Wilke ( ). So heißt irgendwo, ganz ohne Weiteres, ein Kupferstecher zu Bayreuth um i 8 o 5 . — — s. oben auch wilcke. wilkens, s. oben wilckeus. wilkes (Johann Carl). In den Abh8)idl- d. schweb Akad. d. wissensch. auf 1772 findet sich ein von ihm erfundenes Persvectivmikromcter beschrieben, mittelst welchem die Gegenstände, die man durch ein Fernrohr oder Vergrößerungsglas sieht, können abgezeichnet werden. Wikkie, s. die gleich ff. Art. W-lkin und wilkins. wilkin oder Wilkie (C.), ein Maler zu London, von dem man auf dortiger Ausstellung der Königl. Akademie «791 ein männliches Bildniß sah. Ob derselbe Eine Person sey, mit dem Kupferstecher E. wilkin, der das Bildniß eines H.Hoare nach I.Reynolds schön in Fol. punktirt haben soll, könmn wir nicht bestimmen. Wohl aber ist er vielleicht der nämliche, der bey LiorlUo V. 820. ein in neuern Tagen viel Aufsetzn machender Künstler genannt wird, der zu den größten Hoffnungen berechtige, und von dem es dann dort weiter heißt: „Die«es aufblühende Genie, ein junger Schotte, erwarb sich i8oli durch seinen D »4 6096 Wilkins. ersten Versuch einen Namen, den Andre gewöhnlich erst durch lange, fortgesetzte Bemühungen erhalten können. Er stellt kannengießernde Bauern dar. Die Bauern lesen die alten Zeitungen in der Schenke und scheinen sehr weise Bemerkungen über das Wohl des Staats und die Fehler der verlierenden Generale zu machen. Man tadelt nur im Hintergrund einen Verstoß wider den Farben- ton und andre Kleinigkeiten, aber sonst wird allgemein der Werth dieses Bildes zugegeben. Es befindet sich gegenwärtig im Besitze des ?ord Stafford. Im Jahr 1807 verfertigte wilkm einen blinden Dorfmusikanten, der würdig ist, den beßten Gemälden der niederländische Schule an die Seite gestellt zu werden. Das Gemälde wurde schon für 5c» Guineen verkauft, ehe es der Maler noch angefangen hatte, und der Käufer stellte es in des Malers Willkühr, welchen Gegenstand und welche Größe er wählen wollte." Eben so glauben wir noch sicherer, daß dieser letztgedachte wilkin derselbe mit dem David wilkie sey, nach welchem 1817 Abr. Raimbach, aus dem Kabinet Carls Mulgrave, das für Gegenstand und Stich unübertrefflich schöne Blatt: Der Zinstag, gestochen hat,- das aber auch diesseits des Kanals 72 Fr. Livr. kostete. Wilkin heißt der Künstler der Kannengießec und des Dorfmusikanlen im Meusel'schen Archive H- ( 3 .) > 56 . wo die Notiz aber offenbar aus Fiorillo entlehnt ist. Fassen wir nun das oben Enthaltene ins Kurze zusammen, so denken wir denn doch eher: Daß der Bildnißmaler L- wilkin, und der Gattungs- maler bey^iorillo sowohl als der David Wilkie nach welchem Raimbach gestochen hat, zwey »erschiene Entia seyen? Wilkins (Robert), ein Englischer Marinen- maler neuerer Zeit, der sich der Manier des Francis Swaine näherte, und besonders die Effekte des Mondlichts auf Wasserflächen mit tauschender Wahrheit darzustellen wußte. — — ( ), ein Englischer Baumeister, der i8c»7 den Auftrag erhielt, das neue Collegium an der Akademie) zu Cambridge zu bauen, welches, unter dem Namen Downiiig-College, vornehmlich der Arztneykunde gewidmet seyn sollte. „Derselbe gab die Früchte seiner Reise nach Neapel und Sizilien unter dem Titel 0/ EA/m 6,-aecra seit 180/, in Folio mit prächtigen Kupfern heraus. Es umfaßt die Alterthümer der griechischen Baukunst in Syrakus, Eirgemi, Selinus, Segesta und den Tempel von Päsium oder Posidonia mit den Ueberresten zweyer Tempel auf Malta, die fast noch gar nicht beschrieben sind." Fi 0 riIl 0 V. 864. — — ( ), ein Goldschmied z» Oxford, den Iöcher bey Aufführung seines Sohnes, des Bischofs Johann wilklns, nennt. Der letztere, der zu Foumsley bey Daventr» 16,4 geb. w»re>c und zu London 1672 st., hakte es IN der Mathematik und Mechanik sehr weit gebracht, gab mehrere mathematische Schriften rc. heraus, und war ein besonderer Gönner der Gelehrten. wilkinson (I.), soll das Bildnis des Amerikanischen Generals Israel Putmann in Fol. geschabt haben. — — (R.). So heißt irgendwo, wir glauben apokryphisch, ein Engliicher Stecher, welcher, neben Anbcrm, nach A. Kaufmann gearbeitet habe. * Will, s. Wille im Lex. und unten. wrlladlng (Nudolph) , Müuzmeisier zu Bern. Man findet sein Zeichen auf vielen Mün- Willars. zen dieser Stadt, zwischen 1670 und 1690. Haller. willaeding (Johann). Nach der Zeichnung eines solchen soll Matthias von Sommer den Grundriß des Klosters St-Gotthard, nebst dem hier 1674 vorgefallenem Treffen und dem Biidniß des Grafen Julius Wolfg. von Hohenlohe, auf 3 Platten in real Fol. gestochen haben. * W»llaerrs (Abraham). Don ihm besitzen, unsers Wissens, in Deutschland einzig: Die Galerie zu München den Mann, der einem Kind auf dem Gchooß einer Weibsperson die Himmels- kugel erklärt, lebensgroße Halbfiguren; diejenige zu Galzthalun, einst, wahrscheinlich aber in Verwechselung mit dem nachfolgenden Adam, zwey Seestrände. Gestochen nach ihm ist uns nichts bekannt. * — — oder Willeres (Adam). Ersteres ist wohl sein richtigerer Name. Wahrscheinlich in Verwechselung mit seinem Sohne glaubt von Mechel, daß er noch 1660 gelebt habe. Die bildende Kunst war denn doch sein herrschendes Talent, die Poesie bloß seine Zeitverkürzung. Das an landschaftlichen Bildern so reiche Deutschland besitzt daher auch von ihm weit mehr, als von seinem Sohne. Wien hat von ihm r. Bild; München ein kleines; Dresden i. Sakzrha- lum die zwey oben unter dem Sohne genannten; der Svder 1. das der H. von Raindohr schön nennt; Schmidt in Viel 2. darunter eine Winkerlandschaft. Das Kabinet Nence zu j)aris (1754 noch) 2. Bis auf das gleich vorgenannte zu Kiel, lauter Marinen. Auch in der neue» Königl. Bilder- gallerie zu Kopenhagen nennt Ramdobr 1 . itl. von ihm eine Landung mit einem Seclreffeu. Gestochen nach ihm sind von Chedel die beyden aus dem Kabinet Vence, unter dem Namen leg psoiieurs bekannt; dann zwey Marinen, die eine mit Elias staffirk, wie er vom Berge Carmel zu seinem Diener Eliiaeus spricht, die andre, wie ec aus seiner Höhle die Macht Gortcs an einem Sturm und Schiffbruch bewundert, und noch ein drittes schönes (Hirtciistück-mit einer Windmühle, alle dreye von Magd. va» de Paas. Noch nennt ein Derzeichniß meines sel.Vaters nach ihm (ob etwa durch Verwechselung mit dem Sohne?) drey Bildnisse: Sein eigenes von F. van Eteen, Roland Savary's von Mcyßcns und Johann Boch's von C. Waumann. Wirklich schreibt einer unserer Freunde das letztgenannte den Adam zu. — — (Corner, ein Maler der um die Mitte des XVII Jahrhunderts zu Utrecht lebte. Eine vor uns liegende handschriftliche alte Reise- beschreibung eines Kunstliebhabers sagt uns, daß dieser in gedachter Stadt l 6 ) 3 , sowohl von ihm als von Abraham und Adam willaerrs lrefliche Schildereim sah. * Wrllandino, s. unten Michael Wil- mann. willars (Otto). Von einem solchen sagt wein rv/ch's Kunst-Historie i Danmark S-119 einzig, er sey, in einem ihm 1702 gegebnen lateinischen Reisepässe, als Hofmaler des Königs von Dänemark benannt. — — ( ), Kapital» in Dänischen Diensten, vermuthlich zur See. Er hatte bey dem 1760 verstorbenen Maler und Zeichenlehrer des Kvvenhagener Scekadcttcnkorps Jacob Fosie gelernt, und sich zu einem guten Zeichner gebildet. Vmist-Historie i Danmark af weinrvich S. 1Z0. Willck. w'llck, f. obenw-lcke. willdenorv (Carl Ludwig). Dieser bekannte Botaniker zu Berlin, dort geb. iM, giebt sich auch mit den zeichnenden Künsten ab. So z.B. hat, zu seiner Uebecsetzung von Jac. Bolton's Geschichte der Pilze Th. >- Berlin 1796. 8". Ludwig Schmidt eine Einfassung nach ihm geetzt, so wie L. Jordan Pflanzen zu Gmelin's Göttin- gkschem Journal der Naturwissenschaften Band I. Sein Bildniß, punkkirt ohne Künstlerbezeichnung, findet sich vor Schrader's Neuem Journal für die Botanik Band III. Erfurt 1809. 8°; auch Krethlow hat ein solches in Med. 12°. punktirt. Wille (F. de). ein Künstler zu Antwerpen nach der Mitte des XVll. Jahrhunderts. In des Aar, /e kssotitiu Narcüionatus 8. ll. ). ^msteloilaml 1678 kol. findet sich bey p. 26s. die Abbildung eines Grabmals, von Richard Collin nach seiner Zeichnung gestochen, — — (Johann Georg), geb. zu Königsberg bey Gießen in der Welkerau 1717 (u.ü. 17,5 *)). Nach Paris kam er mit Schmidt 1786 Hier arbeiteten anfänglich beyde kleine Bildnisse für das Werk berühmter Männer, welches Odieuvre herausgab, der ihnen anfänglich ti, dann 12. und endlich 20 Livres für die Platte bezahlte. Hyacinth Rigaud war der erste, der die vorzüglichen Fähigkeiten von beyden entdeckte. Unter seinen späthern Bildnissen werden Maßv, der Marquis von Marigny **) und der Graf Et.Florentin alle dreye Witte. 6097 nach Tocquo, für seine Meisterstücke gehalten, welche aber dennoch den beßten von Schmidt nicht beykommen, den er hingegen in historischen Blättern nach berühmten Niederländern: Douw,Mier!s, Schalken, Metzu, Netscher, Osiade, Terburg, u. s. f. übertraf. Ueberall ist an seinen Arbeiten die Ausführung und die glänzende Reinheit seines Grabstichels zum Bewundern schön; dennoch bemerken ächte Kenner, baß dieser Glanz in den Fleisch- parthien zumal, bisweilen an Härte gränzt***). Die Abstufungen und Wirkungen des Helldunkels seiner Originale, dann aber besonders die verschiedenen Arten Zeuge an den Gewändern, wußte er auf das Vollkommenste vorzutragen. „Als Mensch" (heißt es bey Rostll. iZ 5 ) „besaß dieser Künstler den vortreflichsten Moralcharakter, den gemeinnützigsten Sinn, und ein Herz gan; für das Gefühl der Freundschaft geschaffen. Ueberall suchte er jungen Künstlern, nicht bloß unter seinen deutschen Mitbürgern, sondern jedem talentreichcn Jüngling von verschiedenen Nationen nützlich zu seyn, gab ihm guten Rath, und zeigte ihm ohne alle Zurückhaltung die Vortheile seiner Kunst. „ Neben den schon im Lex. von ihm angeführten Schülern nennen wir hier noch: Berwick, Gregori, Halm, Mechei, Preißler, Rode, Romanet, Schmutzer und Zingg. Er war (seit 1761.) Mitglied der Französischen und bald aller auswärtigen Kunst-Akademien." Wille starb am 7. April 1808, in den letzten Jahren seines Lebens, durch alle die mannigfaltigen Folgen der Staatsnmwälzung, wie Einige behaupten, in sehr dürftige Umstände gebracht -fi), und von dem Rufe neuerer Französischer Mensel III. (2.) 182. setzt seine Geburt in >8-4 und bringt, als Varianten über seinen Geburtsort: „Neuenheini, ein Dorf, eine Meile von Wetzlar entlegen, und: Die sogenannte Obermühle, am Fuße des DimsbcrgS, im Großherzogthum Hessen, zwey Stunden von Gießen, und eine halbe von dem Städtchen Königsberg. «K) Dies sein Receptionsblatt in die Akademie. »Er ssudirte" (heißt es in seinem Nekrolog in Lands,i's Salon von -gog. S- 26 — 27.) „besonders die Manier von Golzius und Sadeler, und schien die Kühnheit des Grabstichels der Correktheit der Formen, und dem Adel im Auedrucke vorzuziehn. Hätte er die mechanische Vollkommenheit, welche ihn so berühmt gemacht, auf höhere und energischere Gegenstände angewandt, so würde er auch diesen den Stempel übertriebener Reinheit aufgedrückt haben, welche große Compositionen frostig macht. Allein er zeigte seinen richtigen Verstand dadurch, daß er sick auf häusliche Scenen, und anderes Einfaches beschränkte; und kier besaß er die Kunst, die ganze Feinheit und samimartige Toccirmig der Urbilder auf seine Blätter überzutragen. So hätte z. B. sein Stich der wandernden Musikanten nach Dietrich schon allein hingereicht, ihn zum Rang der erste» Stecher seines Jahrhunderts zu erheben. Dann ist es einer feiner schönsten Titel zum Ruhme, Berwic gebildet, und ihm nicht allein den kühnen glänzenden Grabstichel, den man nicht genug bewundern kann, sondern auch die Kunst, seine Töne abzuwechseln, und sie durch die Kenntniß eines harmonievollen Helldunkels zu verbinden, zum Erbtheil binterlasten zu haben; wo dann der Schüler diesen seltenen Eigenschaften des Lehrers noch eine gelehrtere Zeichnung. feinere Toccirung, und überhaupt noch bessern Styl beyzugesellen wußte." Und in einem andern (fast ärgerlich späten) Nekrolog in einem öffentlichen Blatte, liest man: „Seine ersten Versuche ließen befürchten, er möchte sich irgend einer Uebertreibung" (wir denken der Golzischen) „überlassen; aber späterhin gelangte er dazu, der Kühnheit seines Grabstichels Meister zn werden, demselben Geschmeidigkeit Harmonie, und zugleich eine Reinheit und einen Glanz zu geben, der, selbst nach den Drevets, Scbmidt's und Balechou's, noch die Bewunderung der Kenner ausmachte." Endlich sagt schon >765 Diderot von ihm: „Er ist der Einzige, der die Festigkeit und das Markigte des Grabstichels zu vereinigen weiß, und von kleinen Köpfen taugen nur die sciuigen etwas." Dann erhalten auch hier seine wandernden Musikanten das gebührende Lob. Indessen soll (lt. Meusel m. (2.) ig2. Lhodowiecki über ihn das Urtheil gefällt haben: „Wille ist zwar einer der größten Kupferstecher, aber weder Origiualgeuie noch Erfinder." KW E MW In Mensel'» N.Mns. S- 578 - wird dies widersprochen, und heißt es dort von ihm 1794: „Gewiß werden Sie auch gern höre», daß Wille, der schon so oft todt gesagt wurde — noch lebt, und immer noch arbeitet, ob er gleich schon g- I. alt ist (das war er frevlich damals nicht, sondern 77.). Er genießt 2000 Livres Gehalt; und damit er für nichts zn sorgen brauche, wenn Mangel entsteht, so bringt ihm ein Conventscommissär täglich Brodt und Fleisch. Er lebt uud messt ganz in seiner Kunst, ohne sich in die Revolution zu mischen. Kommt jemand zn ihm, der von Revoluriousangclegenhcit mit ihm sprechen will, so hat er keine Zeit; wenn man aber den Künstler besuchen will, so ist er der gefälligste Mann von der Welt. Er hat indeß verschiedene ueue Bilder gestochen, die ganz in republicanischem Geist und Styl gemalt find, welche aber vorerst noch vor unsern Augen verborgen bleiben werden. Doch vielleicht wird die Ausfubr von Kunstsacheo auch bald wieder frey gegeben, da der Handel jetzt vom Convent begünstigt und befördert zu werden scheint " Eben so heißt es, in Norizzen eines unserer Freunde, von dem Unsrigen: „Er ist einer der wenigen Kupferstecher, dem schon bey Lebzeiten sein Zeitalter völlige Gerechtigkeit widerfahre» ließ. Ein 1778 gedrucktes Blatt, bemerkt z.B. unter andern, daß Wille das von ihm gestochene Bildniß des Grafen St. Florentin (welches er vordem zu >2 Livres verkaufte) damals, wo er keine Abdrücke mehr davon besaß, und doch die Liebhaber seines Werkes zu befriedige» wünschte, selbst mit -00 Livres und mehr bezahlte." D 14 * c. .-z Z098 Wille. Wille. Kunstlichter seines Faches (wir wollen gern glau- nicht an die Besitzer der Urbilder, sondern an ben, ganz ohne ihre Schuld) von seinem vorzüg- seine — Freunde in Deutschland, Holland, Däne- liehen Rang (den er vorhin unter den Franzosen mark und der Schweiz zu richten pflegte ***). selbst behauptet hatte) in der öffentlichen Meinung Nach seinem eigenen Sohne gab er nicht minder verdrängt. „Er hinterließ" (heißt es in dem als vier Blätter, und darunter das vortrefliche: oben angeführten zweyten Nekrolog) „einen ein- lelAarecKal 6 in seinem Verlage. Niederländischen Kunstlichtern konnte er die Sorg- Ob er aber damals noch am Leben war? . fält so wie den Glanz seines wunderschönen Grabstichels ganz besonders zeigen, tteberflüssig Ware — — (I. H.). Ein Gantkatalog sagt, daß «s, der Reihe nach, alle diese überall bekannten ein solcher das Bildniß des Markgrafen Carl Kunstjuweelen zu nennen, welche, nicht bloß aus Friedrich von Baden gestochen habe. Vielleicht ist Französischen, sondern auch aus Holländischen es ein Druckfehler für Johann Georg !,w.). und Deutsche» Kabinetten ihm anvertraut, oder vielmehr der Stich derselben ihm aufgetragen — — oder will (M ). kso. wurde , und die er fast immer mit Zueignungen — 1670. So bezeichnet sich der Kupferstecher des n) Neben Anderm Demos Tante, »ach einem Bilde, des Wille selbst besaß. An den schönsten zählen jene voranqssübrten Nekrologe eines seiner ersten, des Marschalls von Sachsen, und ebenfalls des Grafen vo» St-Florcutin, letzteres besonders des schönen — Gewands wegen. ««) Au den vorzüglichsten zählen obige Nekrologe: Die Garnwinderin nach Douw (schon oben als Donw's Tante genannt), den jungen Pbi'iiler (Stifenblaser) nach Netscher, das Familienconzert nach Schalken, und den väterlichen Unterricht »ach Lerburg. -j-) invenräs? Auch der gute Wille hatte in der sogenannten Hauptstadt der Welt sein ehrliches Deutsch vergessen. ?f) Selten; doch noch seltener das geistige Urbildchen von Schmidt. Willeborts, 5099 Wille. Bildnisses eines Abtes Arnold in kl 8°. Auf dem Dresdner-Kupferstichsalon hat man obiges als einen abgekürzten Namen betrachtet, und gedachtes Dildniß unter das Werk des Mich. Wlllmanrr geordnet. In einigen Kupferstichverzcichnissen, wo dies Bild unter dem Namen des Abts Arnold von Lcubus geht, finden wir es ebenfalls Wrllmann beygelegt. * Wille (Peter Alexander), des obigen Fofi. Georg Wille'« einziger Sohn, welcher im Lcx. am Schlüsse des Art. seines Vaters erscheint, gcb. zu Paris 17/,8, Maler und Kupferetzer (doch vorzüglich ersteres), und Mitglied der alten Akademie der Malercy und Bildhauerkunst, durch seine Talente ganz seines berühmten Vaters würdig. »Im väterlichen Hause lernte er die Anfangs- gründe des Zeichnens, besuchte dann die Akademie, und lernte das Oelmalen bey Grenze und Vien. Schon in seiner Jugend hakte er das Vergnügen, seine Werke von Kunstliebhabern geschätzt zu sehen. Unter seinen Gescllschaftssiücken sind einige sehr interessante; unter welche der vorerwähnte Marechal des Logis, vorzüglich gehört. Ob er sich seit der Revolution »och mit der Kunst beschäftigt, ist unbekannt; seit langer Zeit hat man nichts von ihm gehört. So viel weiss man, daß er eine Offiziersstelke unter der Nakionalgarde bekleidet." Rost II. 1Z9. Eine Menge Stecher habe» nach ihm gearbeitet, wie.- Aveline, I. I. Avril, Cathelin, Cheoillet, Conrreille, A. F. Dennel, I. E. Eberrs (ein deutscher Dilektante), L. l'Empereur, Gaillard, le Grand jünger, G. Euttcnberg, L Halbem, Halm, F.Ianinct, P.C. (a.k. F.R.) Ingouf, Longneil, P. W. vanMagen, C. von Mechcln, Message, J.G. Müller, R. del Pater, L. Romanet, Schleuter, V. Vangelisti, Voyez der altere; dann sein Vater J.G. Wille, wie wir schon vernommen. Darunter eine Folge von 6 Dl. Kinderspiele, und eine andere, wieder von 6 Dl. kleine Moden, beyde in Rothkreidenr Manier von Chevillet. AIs ein sehr schönes Blatt nennt der Katalog von Brandes: l-, äoubls Köcompense ciu mörite; und, als schön und köstlich: Das Gastmal der Schnitter, und die Dorfbochzcit, beyde in Zeichnungsmanier von Jauinet. Auch alles klebrige gehört zu den vor Zu I. so allbeliebten Gattungsblättcrn. Noch nennen wir des Künstlers Dildniß, nach ihm selbst in Rokhkreidenmanicr von Evangelist!. Hinwieder hat er selbst gestochen oder geeyk: Den glücklichen Fischfang, und die arbeitsamen Bäuerinnen, beyde nach G-Schalken; dann nach eigener Zeichnung («zu seinem Vergnügen," heißt es bey Rost) eine ländliche Scene, wo eine arme Familie von einem Herrn und einer Dame um Almosen bittet, (des Künstlers erster Versuch, wovon nur wenige Abdrücke gemacht wurden); und: Petit Vauxlml, eine große Comxvsiriou mit Carrikakuren (gr. qu. Fol. i/8o.) und, irren wir uuö nicht, in Farben abgedruckt, welches hoch und 22" br.) in Deutschland r Rthlr. 8 Gr. kostete. Im (Ilmansck au Lommerce «le Paris 181t (und wir glauben auch noch heute) findet sich Wille unter den Lebenden. — — Ein anderer älterer Künstler dieses Geschlechts, auch bisweilen willius geschrieben, und, wie es scheint, von Bündnerschem Herkommen zeichnete mehrere von I. U- Kraus geetzte Blatter zu des Happelius Ungarischem Kriegsroman. (Ulm 1682). Sie sind bezeichnet: S iLlraotus. steline. Derselbe soll auch eine gute, oft nachgestochene Karte des Schwäbische» Kreises 1689 bey Math. Wagner zu Ulm herausgegeben haben; dann ebendaselbst 1686 eine solche vom Donaustrom. Mrc. Wille, ein Mönch, der dabey ein geschickter Goldarbeitcr war. Da derselbe Heinrich III. (der von 10Z9— 56 . regierte) kupferne Becher und zinnerne Schalen, die dieser Kaiser seinen Hof- leuten schenken wollte, vergoldet hatte, so ernannte der Fürst ihn aus Dankbarkeit zum — Abte von Ebersmünsier bey Schlenstadt im Elsaß. Nachdem hierauf die angesehensten und gelehrtesten Männer dieses Klosters, von dem unwürdigen Hergang dieser Sache unterrichtet, sich heftig gegen ihren neuen Abt zu äußern wagten, stieß sie Heinrich aus dem Kloster, und besetzte dasselbe mit jungen bereitwilligen Personen aus dem niedrigsten Klostergestnde. Hüll marin Gesch. des Ursprungs der Grande in Teutschland II. 20. aus Ilistoria I^oviencensis Monas- teri!. ap. Mrrt. et DMMrck. N. 111. x. 1192. 114Z. Willeborts (Thomas). In der Karmeliter-Kirche zu Antwerpen, und, eine Viertelstunde von dort, in der Pfarrkirche Et. Willebord, finden sich H.Familien von ihm; und die letztem wurden immer, obgleich unrichtig, für Rubenfe gehalten. Dann in der Annunciata, ebenfalls zu Antwerpen, zwey Engel die den Schieyer von St. Veronica tragen, und in der Kapelle St. Barbara von II. L- F. Kirche eine wunderschöne Copie nach van Dyck: Christus am Krcutz, unten St. Francisc. In der kleinen Stadt Dussel, zwischen Mccheln und Liere, eine Himmelfahrt der H. Jungfrau. In der Abtcykirche zu Tongerlo ein Engel, der die H.Magdalena Christo vorstellt, und den verlernen Sohn, eiu sehr geschätztes Bild. Bey den Kapuzinern zu Brüssel ein Heiliger, der die Martyrerkrvne empfangt. Im Saale der Mailbruderschast zu Antwerpen bedauert man den Verlust einer Venus, welche der Wuth des Mars Einhalt thut; dieses schöne Bild ging nämlich am Tage nach einem Gastmal, das man dem Englischen Gesandten gab, im Rauch auf. OeLcnmx >5 i!. 5 » 2 . In Deutschland haben von ihm: Die Kais. Galerie zu Wien den Engel, der dem Ellas Brodt und Wasser in die Wüste bringt, ganze lebensgroße Figuren, und eben so eine Ruhe Dianens von der Jagd, dies gemeinschaftlich mit I. Fyt (i 65 c>), der dazu das Geflügel, das Wildprct und die Hunde gcniull. — München Maria mit dem Kinde, St-Cajetan vor ihr auf den Knieen, hinter ihm ein Engel (fp n"hoch, // 8 " br.) — Schleisheun einen Leichnam Christi, mit Johannes, den beyden Marien, und einem Engel (kleines Bild) *) — Salzthaluin einst ein Bacchanal (/ / 5 " br. 4, 5 " hoch) — Der Söder: Venus und Mars (2^ 1" hoch, 2^6A"br.). »Es scheint" (sagt dcr H. von Rarndohr S. 48 — 4 ü-) »ein historirtes bilduiß zu seyn. Venus bewafnet den Helden, der hier unter der fignr des Mars vorgestellet wird, in der Werkstatt des Vulkans. Dieser sitzt mit seinen Cyklopen in der einen ecke und schmiedet noch an einigen waffcnstücken, während daß Amor andere seiner mutter zuschleppk. Rechts sieht man eine öfnung anfs seid, und da ragt eine kanone hervor — ein kleiner Anachronismus! Die köpfe der Venus und des Mars sind eben nicht lieblich. Dafür ist der köpf des Amors desto schöner. Die extremitäten sind an allen figu- ren zu lang und verzeichnet. Farbe und kompo- strion habe» viel von des künstlers lehrer, dem Dandyk. Inzwischen fällt der ton zu sehr ins «) Der alte Katalog von Schleisbeiin nennt dort noch zwei) andere: Madonna mit dein Kinde vor St. Franz Lavrr knietnd (wohl nur eine andere Taufe des Bildes ru München), und den verkleideten Achill, der sich durch Ergreifung der Waffen verräth (4' 4" dr. 5^ s" hoch). 6000 Willemain. violette. Ungeachtet das bild nicht fehlerfrei ist, so hat es doch viel anziehendes." — Auch die Galerie d'Orleans besaß einst von ihm einen Tod des Adonis, in natürlicher Größe, wo sich zwey Nymphen die Haare ausraufen. Nach ihm gestochen kennen wir, von Bildnissen: Sein eigenes von G.Waumann, P.Iode's von diesem, und des Grafen Ernests von Jsenburg von Ebendemselben; obgenannte Venus und Mars in Söder, von Gebhardt in punktirter Manier (Pr. 2/z Thlr.); dann eine H. Familie mit Johannes und seinem Lamme, von V. Green geschabt, u. St. Gregor, der in einem Buche liest, von Tb- van Kessel; endlich für Lauch'« seltenes Galleriewerk von Wien, in Schwarzkunst geschabt vonJ-Maennl, die oben- genannte Dianen's Ruhe nach Willeborts und Fyt. willemain oder Willem»n (N. K. oder N.X.). Derselbe erscheint, unseres Wissens zuerst, im ^lmanacti 603 ösaux-^rts von i 8 o 3 , wo von ihm angeführt werden: Lkoix ste 8 Oo 8 tu- M 68 militaire 8 et civÜ 8 6 e 8 psuples 6 e 1 'an- ti^u'lte (kl.Fol. loHefte zu 6Bl.), P»ri 8 1798, wovon das Heft 9 Fr. kostete. In den ^nnsle8 6e ls Lslco^raphie Generale, ^nnee 1806. 8°. karl 8 . nennt man unter den Neuigkeiten: Monu- inen 8 kran^ai 8 ineäit 8 , pour 8 ervir a l'hi 8 toirs rt 8 , et oü 8 vrit representes le 8 co 8 tu- me 3 civilg et militair 68 , les 1 n 8 trumen 8 äs rnus'^ne, le 3 meublo 8 ste taute 8 e 8 peces» et les 6 ecoratlon 8 interleure 8 6 e 8 mai80N8; 6 e 8 sine 8 , eolorie 3 , grave 8 et reäi^es psr kss. X. S^ri/emin. Von diesem Werke, was zu Paris in 2 Banden kl.Fol. erscheinen und dem eine Abhandlung über die zeichnenden Künste in Frankreich als Einleitung dienen sollte, wollte man alle 6 Wochen ein Heft mit 6 Kupfern und angefügten erläuternden historischen Bemerkungen, herausgeben. Der Preis jeden Heftes war zu 12 Fr. (von den i 5 Exemplaren auf Velin aber jedes Heft zu 72 Fr.) angesetzt. In 1808 befand sich der Unsrige noch unter den damals zu Paris lebenden Kupferstechern. Im «Zu Eom- merce lls? 3 N 8 1811 treffen wir ihn nicht mehr. Irgendwo wird noch von ihm eine ebenfalls heflweise herausgegebene Sammlung der schönsten Gruppen, Statuen, Büsten u. s. f. der Etrus- ker, Griechen und Römer angeführt, was mit obigem Lüoix hat er die Stadt Prag u. a. Städte Böhmens für Paproczy's Werk in Holz geschnitten. In 1670 hat er eben so für Harant's Reise »ach Jerusalem die Karten-Abbildungen Türkischer Städte und Anderes, beydes mit seinem Monogramm I- VV. gefertigt. Auf gleiche Art find alle Städte in dem Spiegel des Markgrafchum Mährens von ihm geschnitten. Wann und wo er gestorben, ist unbekannt. Dlabacz. Willenbruch (Georg), Stadtzimmermeister zu Breslau 1701. Itzt lebendes Br es la u 1701. 12°. S. 44 . -') So Z.B. Rasan kl-l. ssc. und zwar eben unmittelbar, nachdem er dasselbe Blatt dem oben angeführten willem» zugeeignet hat. «») Wir, unsers Orts, glauben, daß solches unserm willemsen zngehöre, und willems überall nicht unter die Kupferstecher zn setze» ftp. «-"'*) Warum irrigen? Willenheig. Williams, 6001 »MtHenheig (Io.), ein Formschneider, der unter andern zu 6artk>. psprookzr 8e 6lo^c»I: I)l3lioctrum oder 8temmstoAraykia koiiemiR krs§. 1603 Fol. nebst Virgil. Solls (wenigstens tragen die Blatter sein Zeichen, denn Virgil starb bekanntlich eine gute Zeit eher) Formen schnitt. Seine Arbeit ist bald mit oder i6or, bald mit seinem Namen bezeichnet. Christ vermuthet dies Zeichen auf Joach. Weenwael. * willeporr, s. oben u. i. Lex. Willeborr. Willer(Peter). JnCurickens historischer Beschreibung von Danzig ,68/ Fol. trifft man ein in gr. Fei. radines Blatt, was einen Prospekt nebst Grundriß von Danzig enthalt, und die Aufschrift trägt: in piano. Hnno 1687. /'eter e^rokiir. civ. ciel. *willeres (Adam). So ist des willaerrs Name, auf Blättern von der Magdal. de Paas nach ihm gestochen, geschrieben. Willerr (Ludwig), ein Staffirmaler zu Dresden, der daselbst 1798 erscheint. Dresden z. Lenntniß seiner Häuser. Willerup (Friedrich Christian), Schüler von Wiedewelk, geboren zu Kopenhagen 17 jS, und hier noch am Leben 1811 als Königlicher Bildhauer (und Stuckaturer) bey der Flotte. Auf der Akademie seiner Vaterstadt erhielt er Preißmedail- len 1761 und 1763 im Zeichnen nach dem Modell, 1768 im Modelliren; dann 1766 die kleinere und 1767 die große goldene Preißmedaille in der Bildhauerey Lunsthistorie i Danmarkafweins wich S- 217 u. s f. Eben dieser Schriftsteller sagt ancy ganz kürzlich, daß ein Friedrich Wilhelm Willerup (ob ein Bruder des Unsern?) von gedachter Akademie 1762 einen Preiß im Bild- hauen gewany. — — (Friedrich Wilhelm), s. vorstehnden Friedrich Christian Willerup. * Willes oder Willis. Außer dem im Lex. bemerkten Bildniß des Bischofs Seker, hat Ardell noch den Großkanzler Lord Hardwicke nach ihm geschabt (nicht radirt). '^Willhelnr s. im Lex. und oben Wilhelm. William (P.), soll zufolge eines Gantkatalogs, »ach van Dyck, den König von England Carl l. gestorben haben; ein anderer solcher theilt aber dieses Blatt dem folgenden Rene W- zu. — — (Rene), ein Stecher in der letzten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, der einen Paris Montmarlel, nach der Zeichnung des I. Pelletier gestochen haben soll. Vrgl. auch oben p. William. — — ( ). Nach ihm soll N. Ponce, die Einnahme von Tabago, und dann die von Senegal gestochen haben. Msc. Williams (E.). Von diesem uns sonst ganz unbekannten englischen Stecher nennt einzig der Catalog von Winkler ein schönes Conversations- Blatt: tu« Lountrv Vicsrs sire slrie, nach H. Wigstcad; und Basän (bill. sec.) sagt überhaupt von ihm: Daß er um >"8v nach verschiedenen Meistern in punktirter Manier gestochen habe. * — — 5 als Churfürstlicher Münzmeistec zu Trier angestellt. Hirsch teutsches Münzarchiv III. ÄhL. 280. * — — s. auch wilcke und Wieling, beyde in den gegenwärtigen Zusätzen, letztrer auch im Lex. williemburg ( ), ein uns sonst ganz unbekannter Landschaftsmaler erscheint in bxorh- nagels Verzeichniß unter NA 898. Willigen, s. willmgen im Lex. u. unten. willigis, Erzbischof zu Mainz im X. Jahrhundert, Lehrer Kaiser Otto III. Was derselbe (nach dessen Vorschriften z. B- der Dom zu Mainz erbaut, und für dasselbe die ersten metallenen Thüren gefertigt worden) überhaupt für die Aufnahme der bildenden Künste gethan, s. bey Frort! lo Deutsch!. I- 81—82. * willing (Niclaus). Derselbe ist Eine Person mit dem Niclaus wieling im Lex. und oben. * willingen (Peter van der). Sein Lehrer ist unbekannt. Seine leblosen Gegenstände, Leren schon das Lex. gedenkt, malte er mit guter Färbung, reicher Evmpostkion und leichtem Pinsel, so daß er durch seine, obwohl theils unbedeutende, theils Schrecken erregende Gegenstands dennoch Schönheitsgefühle und Wohlgefallen zir erregen wußte. v. Mannllch. In Deutschland besitzt von ihm, unsers Wissens, die einzige Galerie zu Schleishein, folgendes Bild: Durch einen mit Stroh gekrönten Todtenkopf, musikalische Instrumente, eine Schale mit Seifenwasser.und den dazu gehörigen Strohhalm hat nämlich dee Künstler die Vergänglichkeit irdischer Dinge darzustellen gesucht. w ill inx ( ). Ein solcher, uns sonst ganz unbekannter Künstler, malte — Weider mit Markt- feilschaften. L. v. w. * Willis (Johann). In holländischen Ka- binettern findet man landschaftliche Zeichn mgen von einem Jan Wils, den wir für Eine Person mit dem Unser» halten. * — — (T.) s. im Lex. und oben willes. * Willison, s. Willisson gleich nachstehnd, und Wilson im Lex. und unten. 2 Willisson oder willison (G.), hieß Georg. WiUison ist wohl die gehörige Rechtschreibung. winkler nennt ihn einen sehr geschickten Bilonißmaler, dessen Lcbensumsiande aber unbekannt seyen, und führt dann von ihm ein durch D. Grcen sehr schön geschabtes Blatt: b'smrne brltise rubrizirt, an. Weit mehrere aber, theils Bildnisse, meist unbekannter vornehmer englischer Damen, von besagtem Green und Th. Wat- son, nennt der Cakalog von Brandes; von Green namentlich dann ein allegorisches Blair auf Archiv. Douglas über seinen Rechtshandel mit dem Herzog von Hamilton; vonWakson eine junge sitzende und lesende Dame. Dann auch etwas Mythologisches.- Jupiter und Leda, wieder von Green; was jener'freygebige Catalog Alles »schön" heißt. Anderwärts wird, nach ihm, noch: Die Bestall» Virginie, von Humphry, genannt. willius, f. oben p Wille. * Willmair u. willmairs, s. unten und im Lex, wilmann. willmart (Franz Jakob) , des Churfürsten von Trier Hofgärtner zu Cärlich 17L9. — In 178 s war Johann zJiclaus willmart in Vieler Stelle. — - (Johann Niclaus), s. vorstehnden Artickel. — — s. auch oben willemart. willIN er (Madm.). Eine Buchhändleran- zeige besagt, daß das zweyte Bäudchen des: Neuen englischen Modell - und Musterbuchs, was 1796 zu Leipzig erscheinen sollie, 02 Kupfer enthielt, die nach den schönen Zeichnungen der Des moiselle willmer zu London gestochen waren. — — s. bald unten wilmar. * will« (I.) hieß Jacob. Von ihm findet sich in dem Versammluiigssaale des Findlmgs- Hospitals zu London ein großes 1746 schön gefertigtes Bild: Wie Christus die Kinder segnete. Nach ihm kennt man die geschabten Bildnisse des Lord Philipp Hardwicke von I. M. Ardell, des Thomas Bircb, /c- ül. (i7si) und des General Lee, beyde von I. Faber, und Jacob Fo- sters von van Dleeck; lekccres auch in Copie von I. M- Bcrmgcrvch (1700), wahrscheinlich als Will-. Wilmann. 6ooz Titelblatt zu der Uebersetzung von FosterS Predigtsammlung gestochen. * wllls eigentlich Wels (Johann), s. oben und im Lex. Willis. — — — — (Peter), ein Feldmesser, nach welchem I. v. Velde, einen Grundriß der großen Kirche zu Harlem in qu. kl. Fol. geetzt hat. Man sieht dieses Blatt in Sam. Ampzing's Lesckr^- dinZe enäe los äer Ltaä klariern. ^e Harlem rbsS 4°. * — — (T.), s. oben und im Lex. Willes. — — ( ). So soll auch ein englischer Kupferstecher heißen, der zu zwey artigen von R- Pollaro 1787 radirten Blättern in Fol. die Aqua- tinta hinzufügte. Sie enthalten die alte Ballade: Der Blinde von Bendwall-Green. S. auch den gleich ff. Art. — — ( ). So nennt Basan (Lö. sec.) auch um 178g einen jungen Künstler, der in 1782 zu Paris zwey kleine Gegenstände in Oval, in englischer Punktirmanier, nach Stephanoff gestochen, welche die Wahrheit und den Ruf — zwey sehr verschitdene Wesen — darstellte. Höchst wahr, scheinlich ist dieser Stecher mit dem gleich Vor- stehnden Eine und dieselbe Person. willsdorf ( ), Maler, Schüler von Schenau. Das einzige, was wir von ihm wissen, ist, daß sich einige seiner Arbeiten auf dem Dresdner-Salon 1794 befanden, von denen es leider! in Mensel» bst Mus. S. 263 heißt: „Die Nacht des Correggio, und eine Madonna mit dem Kinde, beydes Kopien nach Kopien; letztre hat, den Ton belangend noch am Deßtcn gefallen; dann ein weiblicher Kopf nach Schenau, und der Kopf eines Bestalln nach Vogel. Dieser war nun wirklich das Beßte von seinen Produkten. An der historischen Jnvention: Perseus befreyt die Andromeda, hätte H. w. wohl noch bis zur nächsten Ausstellung feilen können, um nicht so offenbaren Unsinn zu zeigen." willrverrh (Hubert), wird in dem Chur, baierschen Hofkalender auf 1780, als Hoffiguren- maler aufgeführt. Wilmann eigentlich wrlmans (Christian Wilhelm), ein Glasschneider, Glasfaktor und Glashändler zu Berlin i 8 o 5 . — — oder Willmann (Hans Martin), ein Steinmetzgeselle von Luzern, der 1678 zu Dresden arbeitete. M-c. — — — — (Joseph), ein vorzüglich eschickter Schlosser zu Luzern 1811. s. (Bu- inger) die Sradt Luzern S. 104. — — — — (Michel). Aus seinem Vaterlands ging er nach Holland, und kam dann nach Berlin, wo er um 1660 arbeitete. In Ka- binettern findet mon noch zuweilen Staffeleystücke von ihm. In Charlorrendurg waren verschiedene vorhanden, die aber bey der Plünderung >760 verloren gingen. Von Berlin gerieth er nach Polen, und endlich nach Schlesien, wo er seine Tochter Anna Elisabeth, selbst gute Malerin, an einen seiner Schüler, den tüchtigen Geschichts- maler, Christoph Liszka, verheirathete *); er selbst aber ließ sich in dem Kloster Laubus als Mönch einkleiden, und starb daselbst gegen End des XVII. Jahrhunderts **). Dort und anderwärts sieht man eine Menge trefflicher Bilder von ihm. Mcolai. So z. B. in der Kirche des reichen Cistcrzienserklosters Grißau in Schlesien sehr große Gemälde, die Kindheit Christi vorstellend, welche die beyden Seiten zieren, und eine wirkliche Bildergalerie ausmachen. Sie sind mit eben so vieler Erfindungskunst als Schönheit des Ausdrucks und Kolorits vorgestellt. In deutschen Galerien finden wir einzig von ihm zu Dresden das Bildniß eines Knaben in kurzen Haaren, der fein Haupt bückt; und einen St Sebastian besaß 1794 noch der H. Kaufmann Fischer zu Potsdam. Meusel's A. Museum S. ivr. Im Deutschen Merkur 1780 S. 228. wird er Wy- land genannt. Die Jtaliäner nennen ihn Wil- landino. Er selbst war Stecher mit der Etzua- del und dem Grabstichel, und zeichnete viel für andere Stecher. Seine eigenen Blätter sind sehr gesucht. Der Katalog von Winkler nennt zwey Brustbilder: Eines Prälaten in der Mütze und im Profil, leicht geetzt; das zweyte eines Manns mit der Brille der schreibt ***), mehr ausgearbeitet, im Geschmacke von Rembrande (1670); dann Christus am Tisch mit seinen Schülern, und, im Gange nach dem Calvarienberg das Kreuz tragend, spricht mit den H. Weibern; St. Anton von Padua auf den Knieen vor dem Chri'stuskinde, und St. Francisc in der Wüste, mit dem Kruzifix, und ein Lamm zu seinen Füßen. (Auf diesen beyden Blättern steht w- Name verkehrt); einen Römischen Kaiser zu Pferde, der einen Heiligen enthaupten laßt (zweymal, das einemal geetzt, das andremal mit der kalten Nadel ausgearbeitet, beyde selten); Gott den Vater in der Glorie, segnet die H. Jungfrau, auf ihren Knieen das Kind, welches der Schlange den Kopf zertritt (auf gleiche Art, wie das vorige, gedoppelt) i 65 i. Endlich: Die Himmelfahrt der H. Jungfrau, in Gegenwart der entzückten Apostel (, 68 Z), schön und selten. Hinwieder haben nach ihm gestochen: I. I. Sandrart eine Abnehmung vom Kreuze; Magdalena, die den Leichnam salbt, noch eine Grablegung, uud eine Ausgießung des Geistes; zwölf Einsiedler mit ihren Visionen, diese ohne wilmanns Namen; vierzehn Ordensheiltge, ebenso, ohne Namen des Malers und Stechers; zwey gleich den obigen, kleine? aber (diese) köstliche Blätter, das eine Legendenheilige mit der , Ucberschrift: /esus Maria )o 8 epi>, das andere St. Ursula, die mit ihren Gespielinnen zuCölln landet. Dann einen St. Justin, die Königin St. Theresia, und den Cistercienser-Abt von Grisr sau, wie er St. Joseph in den Wolken ein Buch übergiebt; das erste Blatt mit W. Kilian bezeichnet. Dann die H. Jungfrau in den Wolken, vom Kind geliebkoöt; ihr zur Seite St. Jacob und St. Sebastian, unten eine große Abtey; Jesus erweckt den Sohn einer Wittwe, und Christus, der aus den Wolken der sterbenden Magdalena die Hand reicht (diese drey in 4 °. ohne Namen der Künstler); endlich das Leben St. Josephs (14 nummerirte Blätter) schöne Folge in Tuschmanier ausgeführt, ohne Namen des Stechers in 40 Noch nennt der Catalog von Brandes nach ihm ein männliches Brustbild von A. Rie- ") Diese Tochter wird unten bey Dkabacz nicht erwähnt; und der hier genannte Üischka war des Unsrigen Stiefsvhn. S- überhaupt manch Irriges des kurz Vorstehnden unten. *«») Wohl sein eigenes, auch unten erwähntes. E 14 S004 Wilmann. del, und ein Verzeichniß meines sei. Vaters des Künstlers eigenes Bildniß, und einen Stamm» bäum Christi (1^75), beyde von ihm selbst geetzt *). Wie wir diesen letzten Art. enden, finden wir noch weitläufige Notizzen über den Unsrigen bey Dlabacz. Vörderst im Allgemeinen: »Er habe sich den Namen eines zweyten Avestes sowohl in Preußischen als Oestreichischen Staatenvurch seine Meisterstücke erworben." Dann im Besondern manches, das Vorerzahlte sowohl, als das im Lex. enthaltene berichtigend: »Um sich zu vervollkommnen, gieng er zuerst nach Amsterdam, und kam in die Schule von I. Backer. Dort arbeitete er nach seinem Meister und nach Rembrandt, bereicherte mit seiner Kunst den erstem, und verschaffte sich einen Verrath von eignen Copieen nach berühmten Originalgemälden, deren er sich im Verfolge bedienen konnte. Dann durchreifte er ganz Deutschland und Polen, und vermehrte auch hier in den vornehmsten Galerien seine Schatz«. Die beßte Gelegenheit fand er hiefür zu Prag in der damals dort noch vorhandenen Sammlung K. Rudolph II. Die Kriege in Böhmen beschleunigten seine Rückreise nach seiner Vaterstadt, wo er bald darauf zum Churfürstlichen Hofmaler ernannt wurde. Bald darauf schickte K- Leopold den gelehrten Jesuiten Wolf zu dem damaligen Churfürsten von Brandenburg nach Königsberg, mit welchem unser wilmann eine so vertraute Freundschaft schloß, daß er die katholische Religion angenommen, und sich sogleich nach Lanbus begeben hat. Der damalige Abt Arnold b"yberger, für den wilmann verschiedene Gemälde verfertigen mußte, nahm ihn als seinen Freund auf, und räumte ihm in seinem Stifte eine Wohnung ein, damit er daselbst in voller Zufriedenheit leben, und seine Kunst ausüben könnte. Wilmann aber veränderte nach wenigen Zähren seine Gesinnun- Wilmann. gen, und vermählte sich mit einer jungen Witt» frau, die zuvor an den K. K. Hofagenten zu Bres« lau, Namens Lischt« verheirathet war, mit welcher er auch den berühmten Johann Christoph Lischt« als einen Stiefsohn ererbt hat. Mit dieser seiner Gattin lebte er auf dem Landgute, welches hernach unser Lischt« besaß, ganze vierzig Jahre, und starb im I. 1706, im Rufe eines berühmten Künstlers und eines sehr frommen Christen, zu Lanbus. Seiner großen Verdienste wegen wurde er in der Grabstätte der Cisterzien- ser zu Laubus beygesetzt, und noch im I. »794 fast ganz, besonders aber die rechte Hand, un- verwesen gefunden, wie es ein gelehrter Cisterzien- ser von Laubus, f). Gabriel pefchel, in seinen hinterlassenen Jahrbüchern beym I. 1764 bestätigt. wilmann war ein zärtlicher und tugendhafter Vater von einem Sohne und fünf Töchtern. Jener war Michael, den er zu einem sehr guten Maler gebildet hat, der aber nach seiner Rückkehr aus Italien plötzlich in Schlesien gestorben ist. Man will behaupten, daß ihm Gift beygebracht worden. Seine Töchter waren: Benedikra, Klvsterjungfrau in dem Orden des H. Dominikus zu Breslau. Sie war eine vortreffliche Malerin. Leonarda, Urselinerin zu Breslau. Maria Magdalena, Gattin des braven Malers fleunherz zu Breslau, und Mutter des Präger Malers, Wilhelm zJeunherz. Sophia, nachmals Großmutter des P. Leopolds, Cisterziensers in Laubus. Die letzte Tochter, deren Name uns unbekannt blieb, wurde an einen Kaufmann zu Glogau verr heirathet. Ein klarer Beweis, daß unser Wilmann kein Laybruder im Stifte Laubus gewesen, sondern nur dort als ein vcrheiratheter Mann gelebt. Der hochwürdigste Hr. Abt von Laubus, Gabriel Otto, dem ich diese Nachricht von unserm Wilmann öffentlich verdanke, drückt sich in ei- ») 806 nennt diesen Künstler nicht unter de» deutsche» Stechern. Von ihm als Maler finden wir so eben noch in N 7 eusel's Aroh. II. ( 4 ) S. 54—56 in einem Aufsähe: »Scklesicn, und besonders Breslau in Betreff der zeichnenden Künste," folgende bemerkenswcrthe Stelle: »Dieser Künstler gehört wahrlich mit zu den beßten Malern» die je (ich getraue mich Italien nicht auszunehmcn) gelebt haben. Er ist im Auslande wenig bekannt, weil er iu seiner bessern Zeit nur für Schlesiens Kirchen und Kloster malte, und da man seine Gemälde schon bey seinen Lebzeiten überaus hochschätzte, selten eines dem ausländischen Kunstfreunde überließ. Wir können wirklich stolz seyn auf die Menge vortrefflicher Gemälde, die wir von diesem großem Maler besitzen, an denen besonders die beyden Klöster Laubus und Grissau überaus reich sind. Gleich groß in Fresco sowohl als in Oel, läßt er dem Kunstkenner nichts zu wünschen übrig, indem er ihn durch große Composition, edle korrekte Zeichnung, und ein vortrefflich markigtcs Colvrit durchaus befriedigt. Bey jedesmaligem Anschauen dieser Meisterwerke wurde ich vvm Aerger ergriffen, daß dieses üusserordentlich fruchtbare Genie so wenig bekannt worden, während anderer, weniger bedeutender Künstler, so oft noch mit Ruhm gedacht wird. Mit Wehmuth erinnert sich der vaterländische Kunstfreund der 14 Gemälde von ihm, die während der Belagerung von Breslau im December >8»6 bevm Abbrennen der Nicolai-Kirche in der Vorstadt, mit in Flammen aufgingen, ohne daß etwas zu ihrer Rettung in diesem Augenblicke geschehen konnte. Hätten doch früher diejenigen, denen die Äirchenschätze anvertraut waren, für die Erhaltung dieser kostbaren Gemälde Sorge tragen wollen! Zwey Bilder waren dabey, ein Christus am Oelberge, und Christus unter der Last des Kreuzes, für die kein Preist zu hoch wäre, wenn sie aus der Asche wieder hervorgehen könnten. Möge der Genius der Kunst die noch übrigen Arbeiten dieses braven Künstlers doch für ähnlichen Zerstörungen behüten, damit sein Andenken noch lange durchs Anschauen seiner himmlischen Werke bleiben möge! Dieser Künstler starb in dem Kloster Laubus, und hinterließ an seiner Tochter und einem seiner Schüler, Namens Ikibelrvicser, Schlesien zwey nickt unbedeutende Künstler, die aber ihrem Lehrmeister bey weitem nickt gleich kamen, wilmann hat einige Blätter mit eben dem Geist in Kupfer geetzt, der seinen Gemälden eigen ist, unter welchen sein eigenes Porträt zu zählen, welches, da es sehr selten, von dem königlichen Münz-Medailleur König in Breslau, jetzt in Berlin, täuschend kopict wurde." Und ebenfalls in Meusel's n. Miscel. IV. 508 heißt es von dem Unsrigen: »Derselbe wollte sich dem Zunftzwangs nickt unterwerfen, noch sich zur Aufnahme in die Zunft bequemen, erwarb sich aber Schutz und Freyheit dadurch, daß er zur katholischen Kirche überging, und viel für Stifter und Kapellen malte. Seine beßten Arbeiten sind in den Klöstern Laubus »nd Grissau. Man sieht auch einige Gemälde von ihm in dem Dom und in der Nicolaikirche zu Breslau. Obgleich auS seinen Anlagen Genie und Kunst hervorleuchtet, so haben doch viele seiner Gemälde das Ansehen von unvollendeten Anlagen. Dieses mag wohl daher rühren , weil er sich oft vorausbezahlen ließ, und dafür hernach gezwungen und eingesperrt malen mußte. Die Mönche zu Laubus finden in einem seiner dasigen Gemälde besonders die Figur merkwürdig, welche den H. Barrholomäus schindet; sie erzählen dabev unter der Hand die Anekdote: Daß wilmann dazu das Gesicht »nd die Gestalt des damaligen Kellermeisters genommen habe, weil er ihm nicht genug zu trinken habe geben wollen. Jedermann erkannte in dem Earuifer sogleich den Pater Kellermeister." Wilmann. nem mir 1794 den 22 August zugeschickten Briefe folgendermaßen aus: »Ich muß aber Euer Hochs wurden zuförderst die Vorerinnerung machen, daß wümann, ohnerachtet selbiger in Laubus gelebt, und hier Orts seinen ordinarien Aufenthalt gehabt, kein geistlicher Drofes unsers Stiftes gewesen , sondern er sein eigenes somicllium in hiesigem Klosterdorfe gehabt, und nur ein Laye, der verheurathet, und Kinder gehabt, gewesen ist. Sein Haus, das er bewohnt, und ihm eigenthümlich zugehört hat, besteht noch heute. Wohl aber war wilmann in Betracht seiner vorzüglichen Dienste, die er durch seine Malerkunst dem Stifte fast im höchsten Grade geleistet, in die geistliche Confraternität aufgenommen, und einverleibet." Unter seine Schüler, deren er mehrere erzogen hat, zahlt er vorzüglich unsern berühmten Zoh. Christoph Lischt« seinen Stiefsohn, den Michael Wilmann seinen Sohn, und die Klosterfrau Benedikra seine Tochter." Hierauf führt Dlabacz über 80 Bilder von ihm an. Hier bemerken wir nur folgende: Vulkan mit seinen Cyclopen, für den Churfürsten von Brandenburg — die Gerichte Salomos und des bambyses, beyde in der Rathsstube zu Breslau — die Arche Noä, für den Grafen von Nostitz — die sechs Schöpfungstage für das Stift Laubus — Auf - und Niedergang der Sonne, und der Schutzengel, nebst viel Andern, in dem Speisesaal des erwähnten Stiftes — Einiges in des Künstlers noch vorhandenem Hause — St. Catharina, wie sie mit den — Philosophen disputirk (und ohne Zweifel den Sieg davon tragt) in der Herzoglichen Kapelle, und so viel Anderes in der Stiftskirche zu Laubus, wie z. B. der gekreuzigte Heiland, wozu er, nach seinem eigenen Geständnis im Traum aufgefordert wurde — der gegeis- selte Christus, wofür er nichts anders begehrte, als: »Daß täglich vor diesem Bilde ein Gebet für ihn verrichtet würde, und er dadurch Gnade vor Gott fände, weil er wegen einer nackenden Venus *), die er noch vor seiner Bekehrung malte, und vielleicht damit manche Unschuld beleidigte, im andern Leben leiden zu müßen fürchtet" — das H. Grab, auf Holz, in Wasserfarbe — die Hauskapelle und die Decke des äbtischen Speisesaals zu Loberis, ein prächtiges Fresko — Ein anderes solches im Lusthause zu Motschelnitz, mit mythologischen Figuren., Für das „seltsamste" seiner geetzten Blätter halt Dkabacz den „sogenannten" Stammbaum (wohl den schon erwähnten Stammbaum Christi). S. darüber Annalen d. Liter. u. Kunst v. I. 1810. S. 642. Endlich erhalten wir so eben von einem unserer Kunstfreunde noch folgende Notizzen über den Unsrigen, worin sich zwar einiges schon Erwähntes, dann aber noch verschiedenes Besonderes befindet: „Nachdem wilmann in Holland, Berlin (1660) und Pohlen gewesen, begab er sich nach Breslau, mochte aber nicht in die dortige Malerzunft eintreten. Unterdessen verschaffte er sich dadurch einen Schutz, daß er die katholische Religion annahm, ja endlich selbst einen Cisterzienserr Mönch abgab **). Die beßte Arbeit von ihm Wilmann. 6005 fleht man in den Klöstern Laubus, Grissau und den übrigen Schlesischen Klöstern seines Ordens. Anderes trifft man in Breslau; so in der Domkirche, Dicenzkirche (sämmtliche Altarblatter), Nicolaikirche, Minoritenkirche (der H. Wenzel), Elisabethkirche (das Altarblatt), bey den Urseliner- nonnen (der H. Franz Xaver und die H. Ursula.) Anmerkungswerth sind auch die 20 Gemälde mit dem Leben der H. Hedwig, in der Klosterkirche zu Trebnitz; sie sind zu Prag von I. Balzer, und zwar nach den davon durch Bartsch entnommenen Copien, in Kupfer gebracht worden. Bisweilen scheinen die Malereyen dieses trefflichen Künstlers unbeendet; man glaubt dieß rühre daher, weil er es zwar gern sah, wenn man ihn im Voraus bezahlte, dann aber ungern an die bestellte Arbeit gieng, daß man sogar durch Emsperrung ihn dazu nöthigen mußte. Beschreib, d. Stadt Bres, lau Brieg ,794. 8 " S. 442 ff. Duhlmann's Beschreibung d. Berliner-Galerie S- >26. 244. 370., wo er Derer Michael (w) heißt, sagt, daß Rembrandt's Manier ihn in Holland also rührte, daß er sich in dessen Schule begab; hierauf jedoch, um sich in der Zeichnung geschickter zu machen, nach Rom ging ***1, wo er zwar unter Cortona studirte, aber den Effekt der Rem- brandtischen Art und Weise in seinen Gemälden immer beybehielt. Ferner: „Dieser geschickte und nicht nach Verdienst bekannte Künstler komponirte mit Feuer und Leichtigkeit, war in der Zeichnung fest und im Colorite kräftig. Die Gemälde, welche er anfänglich bey seiner Zurückkunfk nach Leutsch- land fertigte, sind fleißig; später arbeitete er flüchtiger, obwohl seine Gedanken immer dichterisch und wohlgeordnet blieben. In Pohlen u. Schlesien findet man Vieles von ihm; seine schönsten Sachen aber trifft man im Cistercienserkloster zu Laubus, wo er auch in hohem Alterstarb." Gedachte Galerie besitzt von ihm: Venus und Kupido bey dem Vulkan (sehr fleißig ausgeführt -f-); und eine 1682 gemalte Allegorie zu Ehren Churfürst Friedrich Wilhelm des Großen. — Folgendes soll er eigenhändig radirt haben: Sein Bild- niß mit der Brille, ein kleines Blatt; eine H. Familie; die Enthauptung des H. Johann Baptist« kl. Fol.; die Dornenkrönung 8"; die Kreuz- tragung 8°; Christus todt am Kreuze 8°; das Brustbild eines Prälaten mit einer Mütze auf dem Kopfe. Wir selbst kennen eine Himmelfahrt Ma- riä, flüchtig (fast in Rembrandt's Manier) und ungemein geistreich radirt, bezeichnet: M Ma»» kec. i 683 . — Nach ihm sollen dagegen gearbeitet haben: I. Balzer, wie oben bemerkt; B. Kilian eine H. Familie kl. Fol., und die Genealogie Christi; Melch Küssel die Austheilung des Abendmals (schlecht) 8°. A. H. Riedel (-782) die Halbfigur eines Mannes der zu beten scheint, aus der Dresdner-Galerie 12°); I. A. Riedel dasselbe Stuck; Tscherning das Bildniß eines Prälaten in Fol.; und ein Unbekannter das Leben des H. Josephs 8°. Vergl. auch oben M. Wille (will). Wir nennen noch ein kleines Blättchen ohne Bezeichnung, was die Herodias darstellt, wie sieden Kopf in den Sack steckt. Ob solches aber vo» oder nach ihm geetzt seyn soll? vi-rrl muß ich wieder einmal hinzufügen. *) S. die unten ff. Note f). "2) Das — zum Theil Irrige dieser Notiz», haben wir schon vernommen. *"*) Daß willmann Italien besucht habe, finden wir sonst nirgends als bey puhkmann erwähnt, und dürfte, wie so tausendsviel in der Kunstgeschichte, noch zweifelhaft seyn. 4 ) Hier hätten wir also vielleicht jene berühmte Venus ertappt, die wahrscheintich be» der oben erwähnten Plünderung von Charloltcnburg (-760), zu etwelcher Versöhnung von wilmann'» Manen, für sein Va- Vaterlaud verloren gieug. E 14 * . ü- ^-.'V ,^2 K006 Wilmann. wilmann oder willmann (Peter Michael). So wird zuweilen auch der vorstehnde iMichel (w.) genannt, — — — — () Lieutenant in Bremen, wird i8os unter den Ehrenmitgliedern der Casseler Kunstakademie rudririrt. — — — — ( ) aus Berlin, machte 1789 in den Dresdner polirischen Anzeiger bekannt, daß er sich einige Wochen zu Dresden aufhalten, und Silhouetten auf Glas, in einer ganz neuen Art, nach Englischer Manier, fertigen würde. Mittelst besondrer Kunstgriffe wollte er auf solchen Stellung, Affekt und Kleidung (diese mit und ohne Stickerey) auf das feinste und unterschiedendste darstellen." Das Gott sich deutscher Kunst erbarme! * wil Manns, s, oben und im kex. wilmann. wilmar oder willmer (Franz). Ersteres ist wohl sein richtiger Name. Mit sieben andern (wie z.B. Joh. Melch. Benkerr, Heinrich Funk und Simon Hauslin) malte er in der St. Cathar rinen - Kirche zu Frankfurt am Mayn um 1680. Hüsgen N- A. 2Z4. wklmot (Mistriß). Eine solche Englische Künstlerin beschäftigte sich zu Anfang des XIX. Jahrhunderts, nebst mehr andern Britinnen, mit der Bildhauerkunst, und führte den Meissel mit vielem Glücke. FiorrHo V. 85 i. * wilmsen (I. H. G>). S- oben und im Lex. Willemsen. Bey prange heißt er Baumeister, und zugleich Kupferetzer zu Dresden, um -776, und waren somit die beyden Willemsen am Schlüsse des Art. Ludwig willemsen im Lep. Eine Person. * Wtls, s. oben und im Lex. Wills. wilsdorf (Christian Friedrich). Derselbe zeigte auf der Dresdner-Ausstellung 1787 einen schlafenden Knaben in Del. S- auch oben S. i ^84 den Art. seines Lehrmeisters I. E. Schenau. wilsdruf, eine irrige Benennung des Obigen. wilse (Jacob Niclaus), Mitglied mehrerer gelehrter Gesellschaften, seit ungefähr 1771 Pfarrer zu Spydlberg in Norwegen, dann, von 1786 an, solcher in dem unfern gelegenen Orte Edss berg. Dieser thätige Mann verstand die Zeichenkunst, fertigte Modelle rc. Zu verschiedenen von ihm herausgegebenen topographisch-geographischen Werken entwarf er auch eigenhändig die dazu gehörigen Prospekte (diese meist mit Beyhülfe der Camera obscura) und Landkarten, so wie man ferner in: Becnouklt's Samml. kurzer Reise- beschreibungen einiges nach ihm in Kupfer sieht. wilson (Benjamin), Geschicht-und Bildniß- maler, auch Stecher mit der Nadel und dem Grabstichel, geboren in England um 1730, und gestorben zu London um 1788. Wilson gehört unter die Künstler, welche, im Geschmacke von Rembrandt geetzt, sich ihrem Muster am meisten genähert haben. Die beyden folgenden Stücke, davon er einige Abdrücke ohne alle Schrift in das Publikum brachte, täuschten die Liebhaber, und wurden als Originale bezahlt. Es ist das Brustbild eines Mannes, der einen Hut mit breitem Wilson. Rande und mit Federn tragt, nebst Collet un» Kragen. vinx. i 638 8 °. Dann eine Landschaft mit zwey Bauernhäusern, vor denen ein Weg vorbeygeht, der aufs Feld führt; in der Ferne sieht man eine Kirche, von der man nur den Thurm unterscheidet. Kembr aucit äel. Mr/- ro« kec. sijua (orti. in qu. 8 ». Rost IX. 23g—Hc>. Seine historischen Bilder und Bildnisse hinwieder hatten geschickte Künstler sowohl in Schwarzkunst als mit dem Grabstichel geliefert, wie I. M. Ardell , Baflre, V. Green, R. Houston, W. Hum- phrey, Ravenet, u. a. So z. von Bildnissen Ardell diejenigen von Franklin, von Garrik als Hamlet (Act. I. Sc. 4.) und als König Lear (Act. IH. Sc. i.) aus dem Kabinet vonH. Hoare, auch in der Begräbnißscene von Romeo und Juliet; Basire dasjenige der Lady Stanhope, als schöne Reuige (wirklich sehr schön); Ravenet wieder Garriks und der Miß Bellamy, als Romeo und Juliet. — Von Geschichtlichem Green, sehr schön: Die Erweckung der Tochter des Jairus; Houston: Romeo und Juliet (Act. V. Sc. H. a. b. 6 ); Humphrey: Die Vestalische Jungfrau. Rost s. V. der Stecher. »wilsons Geburt" (sagt einer unserer Freunde) »ist bey Rost um lyZo, Wohl etwas zu spar angesetzt, da er schon 1760 in gutem Ansehn durch ein Blatt nach Rembrandt stand, wovon die ersten Drücke, als von Rembrandt selbst geetzt, von einem Kenner (?) um 3 Guineen erstanden wurden *). Nach eigener Zeichnung soll er geetzt haben: Den Arzt Bryam Robinson 1780 in gr. Fol.; einen in einem Lehnstuhl sitzenden Mann 1781 (mit der kalten Nadel); die Büste von William Tempest k. ii. 8. ser. 70. Zu den Stechern nach ihm soll auch ein Andreas van der Myn und Lyroff gehören." wilson oder willison (G ). So soll ein Maler und Kupferstecher der letzten Hälfte des vorigen Jahrhunderts in England heißen. Von ihm wäre geschabt eine Lady Newboury; dann Landschaften nach C. Lorrain, Georg Lambert und I Pillemenk; dann Figurenstücke nach Thom. Murre» (eine H. Calharina) und Schalken (eine Magdalena). Nach ihm selbst aber hätten Bildnisse geliefert C Corbutt, Val. Green, und Thom. Watson (eine Demoiselle Fordyce.) — — (Jacob), Zeichner und Schwarzkunststecher, blühete zu London um 1770 — 7Z. Von seiner Arbeit nennt der Catalog von Winkler: Leonora und Leander, auf einem schönen landschaftlichen Grund, ohne andern Namen als den seinigen; dann: tbe 7Zn§el Labrisl llirects bias to snoint bis tstkers ^vitk tbe Asll ok a 6sb, nach einem alten (i 65 o gemalten) Bilde von Jffendu (s. K. wohl richtiger I. Hendu); Andere ein Bildniß von Abingdon, nach Reynolds. Mrc. * — — (Richard). Derselbe war der Sohn Joh. wilsons, Predigers zu Pianges in Mont- gomeryshire in Nord-Wales, geboren 1714. Sein Vater gab ihm eine vortreffliche und gelehrte Erziehung, wobey er unaufhörlich Proben seiner Vorliebe zu den zeichnenden Künsten äußerte. Diese Neigung zu befriedigen, ward er »729 unter dem Schutze des Sir George Wynne, Baro- net, nach London geschickt, und von diesem zu T. Wright gethan; einem Manne, der weder viel Geschicklichkeit noch großen Ruf für sich hatte, bey dem er inzwischen sechs Jahre lang blieb, und sich hierauf nicht ohne Beyfall auf die Bild- nißmalerey legte. Voller Begierde, in seiner Kunst weitere Fortschritte zu nachen, beschloß er Italien ») Weil oben darauf: k-mi>r,oäk k. 1633. -and. Wilson. Wilson. 6007 zu besuchen, und begab sich demzufolge nach Venedig, wo er ein Jahr blieb. Hier hatte er das Glück, mit William Lock, einem bemittelten Engländer, bekannt zu werden, den er dann auf seiner Reise nach Rom und einen großen Theil von Italien begleitete. Für diesen verfertigte er viele Skizzen von den Gegenden, die sie durchwanderten, so wie auch verschiedene Landschaften. Lock wußte seine Verdienste zu schätzen, und belohnte dem Künstler feine Arbeiten großmüthig. Bis an dessen Ende unterhielt er mit ihm auch die vertrauteste Freundschaft. In Rom errichtete er eine vortheilhafte Bekanntschaft mit dem berühmten Vernek, der, sobald er einige Werke von w'l- son's Pinsel gesehen, ihn ermunterte, ja bey der Landschaftmalerey zu bleiben. Er folgte diesem Rathe, und legte sich während seines Aufenthalts daselbst mit der größten Anstrengung und Eifer auf diese Kunstgattung, wie man aus den vielen Gemälden und unzähligen Zeichnungen gesehen, die er in diesem Sitz der Künste und in dessen Gegend verfertigt hat. Der Graf von Dartmouth befand sich, während Wilson's Aufenthalt zu Rom, ebendaselbst, und bat unsern Künstler, als Freund und Kenner der Kunst, ihn nach Neapel zu begleiten, welches ihm sehr willkommen war, und wo er verschiedene Zeichnungen ausführte, von denen auch einige, nebst zwey Hauptgemälden, in dieses Herrn Händen sich befinden. Im I. i ?55 kehrte wilson nach England zurück, wo er durch die geistreichen Gedanken und die kühne, große Ausführung seiner Landschaften, wozu noch die klassischen Figuren kamen, mit denen er sie ausstaffirte, sich bald den Beyfall aller Kenner und selbst der Gelehrten erwarb. Bald nach seiner Zurückkunft kam Zuccarelli nach London, und als wilson sah, daß dessen leichte Manier so sehr gefiel, änderte er die seinige. Doch, da er dieß bald wieder für Frivolität ansah, kehrte er zu seinem alten Styl, wozu er sich in der römischen Schule gebildet, zurück, und brachte es darin zur größten Vollkommenheit. Es werfen ihm zwar einige vor, daß seine Malereyen in Vorgründen nicht genug ausgeführt sind, und es ist nicht zu läugnen, daß, wenn man sie in der Nahe betrachtet, sie nicht die sorgfältige Bearbeitung haben, die wir an vielen Niederländern bemerken; indessen stimmen sie doch zum Ganzen überein, und thun die große Wirkung, die er immer zur Absicht hatte; und wenn er diese erreicht zu haben glaubte, verließ er sein Gemälde, da er nicht genug Geduld besaß, um sie bis zur Distel herab auszupinseln. Wilsons Gemälde sind unzählig. Die vornehmsten darunter sind: Ein Sturm mit der Geschichte der Niobe, ehemals im Besitz des Herzogs von Gloucester, und durch Woollet's Grabstichel hinlänglich bekannt; eine Ansicht von Rom, von der Villa Madama her, in der Sammlung des Herzogs von Bedsord; eine Darstellung von des Mäcenas Villa zu Tivoli, im Besitze des Grafen von Thanet, mit zwey kleinern landschaftlichen Gegenden aus Italien; ein Sturm, ebenfalls mit der Geschichte der Niobe, bey Sir George Beaumont; die Scene aber ist von der beym Herzog von Gloucester verschieden. Ferner: Zwey große Stücke, dem H. Purling von Portlands Place gehörig; die Vereinigung zweyer Ströme, mit Cicero und seinen Freunden auf Tusculanum, und zwey große Landschaften in Wales, in der Sammlung des Sir William Wynne; eine Ansicht des bekannten Wasserfalls Niagara in Nordamerika, mit umliegender Gegend, eine prächtige Scene von William Byrne wohl gestochen; zwey Landschaften mit der Geschichte Meleagers und einem Chor Nymphen; eine Landschaft mit einer Ansicht der Meers und der Geschichte des Ceyp und der Alcyone; Celadon und Amelia, ein herrliches Blatt; Garrick und Miß Bellamy in der Rolle des Romeo und der Juliet, u. s. w. Thomas Booth, ein bekannter Kunstliebhaber, besitzt nicht weniger als achtzehn Gemälde von Wilson, die gewissermaßen die Geschichte seiner Studien ausmachen; eines ist in Italien gemalt, andere im Anfange und Fortgange seiner zunehmenden Vortrefflichkeit, und eins bis zwey gegen das Ende seines Lebens. Bey der Einrichtung der Akademie ward er zum Mitgliede, und 1779, nach Hayr man's Tode, zum Bibliothekar ernannt, welche Stelle er bis zu seinem Tode behielt, der im I. 1782 erfolgte. Was den Styl seiner Landschaften betrifft, so sah er am meistens auf den Effect, wußte Lichter und Schatten glücklich zu vertheilen und seine Farbentöne, ungeachtet ihrer Lebhaftigkeit, harmonisch zu verschmelzen. Reynolds machte ihm dem Vorwurf, daß er in seinen nach der Natur kopirten Landschaften mythologische Personen angebracht habe. wilson war nicht allein selbst ein großer Maler, sondern hat auch mehrere Schüler gezogen, wie z. B. Farrington und Hodges. Fiorillo V. 70a—6. — S. auch Nachrichten von ihm in der hst. Bibliorh. d. Sch. Wissenschaften B. Xl.Il. S. 264-71. Gestochen und geschabt haben nach ihm die vorzüglichsten Künstler seines Landes und seiner Zeit; wie I. Browne, W. Byrne, R. Earlom, G. Ellis, I- Faber, R. Houston, T. Morris, I. H. Mortimer, B. I. Pouncy, S- F Ravenet, I. Roberts, I. Wood, G' Woollcr. Neben dem schon angezogenen Sturm von diesem letztem, und dem Wasserfall Niagara von Byrne, Hennen wir hier noch die beyden großen von Earlom geschabten Landschaften, die eine mit der Fabel von Meleager und Atalanta, die andere mit Apollo und den tanzenden Nym, phen staffirt, deren wir ebenfalls schon oben gedacht; eine dritte, den See von Nenn (8pecu- lurn viariR) darstellend, von Wood; dann vier andere italienische (darunter die ebenfalls schon erwähnte Villa Madama) von Roberts; noch eine sehr schöne, von Morris ; eine junge verschleyerts Frau, an einer Tafel mit Büchern, von Fabcr. et Lm-rcker. Mehr andere (oben bey den Urbildern schon genannte) von Woollet *) gestochen , finden wir in dem Art. dieses letztem bey Rost IX. 262-53 als: Celadon und Amelia, Ceyx und Alcyone, Cicero lustwandelt in seiner Villa mit seinem Bruder Quintus und seinem Freund Atticus; ferner (wieder von Woollet) Apollo und die Jahrszeiten; Phaeton bittet den Vater um den Sonnenwageu; Enodenhill mit der Umge- gegend, in der Provinz Wales; eine reiche gesperrte Landschaft (8olltucle). Wohl irrig glaubt mein sei. Vater, daß unser Richard W>>so" auch gestochen habe, und verwechselt ihn nämlich mit dem oben angeführten Jacob dieses Geschlechts **). wilson (Wilhelm). So hieß ein Englischer Architekt unter der Regierung König Wilhelm lll. der sich aber nicht sonderlich ausgezeichnet hat. Fioristo V. vi6. — — — — Capital», zeichnete nach Coock u. s. w. eine Karte der Insel Otahaiti, die in 1800 zu Weimar erschien. M-c. *) Bisweilen vereint mit Andern, wie Brvwne, Ellis, Mortimer und Pouncy. ' *") Indessen will auch seither einer unsrer Freunde behaupten, daß Richard eigenhändig zwey Landschaften in quer Fvl. in Aquatinla geliefert habe; die eine mit italienischen Ruinen, die andere mir vielen Bäume», im Vordergründe zwey weibliche Figuren. wilson ( ), ein mittelmäßiger Maler zu London, der sich nachgehends (wie es 1777 heißt), auf die Physik legte und Mitglied der Königl. Londner-Gesellschaft wurde. In Bernoulli's Sammlung kurzer Reisebeschreibungen X. 176 ff. erzählt man einen unedlen Kunstgriff, dessen er sich in abgedachtem Jahre bediente, um zu beweisen, daß die Franklischen Wetterableiter mit spitzer Stange schädlich wären. Ob einer der obigen wilson'» unter ihm zu verstehen sey, ist uns unbekannt. wilster (Franz Conrad. Des wein wich Dänische Runsthistorie besagt, daß 1774 und »779 ein Franz C- wüster eine Preißmedaille im Modelliren, und 1776 ein F. Conrad wüster eine solche im Zeichnen nach dem Modelle, von der Kopenhagiier - Akademie erhalten habe. Wir denken doch, daß beyde nur Eine Person ausmachen. * wilr (F. van der). Basan (Lst. sec.) nennt ihn (wir wetten, irrig) Ferdinand. Don ihm will man z. B. nach A. Brouwer: Vertumnus und Pomona kennen. (S. den nachfolgenden Art. Tbomas van der wilr.) Dann nach seiner Zeichnung , und vielleicht auch von ihm geschabt, das Bildniß des Leydner - Pfarrherrn Jos. van de Kapelle. — — (Hieronymus ). Von einem solchen und von mehrern andern Künstlern trifft man Zeichnungen auf der Fürstlichen Bibliothek zu Bernburg. Rüst jerzr lebende Anhalrische Schriftsteller I. S. 4 b- — - ober Wielr (I. T.) P. Philippe hat, zufolge eines Gantkatalogs, zwey Blätter mit Rathsversammlungen nach ihm gestoche«. 7 ^ 55 . — — (Thomas van der). Derselbe war auch Schwarzkunststecher, und blühete um 1680. Von ihm kennt man das Bildniß einer jungen nackten Dame, die sich das Haar kräuselt (kec. et exo. 1687.) und das Bildniß der Organisten Dirk Scholl (pinx et tec. 1699.) gr. 4 °. Diese Blätter sollen auch von I. van der Bruggen in Copie vorhanden seyn. Außer diesem soll man nach ihm haben, von Phil Bouttats den Chirurg Heinr. a Dewenter 4°; I. van der Bruggen den Josias van der Kapelle; I. Houbracken den H. C-Pott. Noch nennt der Winklersche Catalog, nach ihm von I. Brouwer geschabt, Vertumnus und Pomona, glaubwürdiger, als daß solches von dem vorstehnden F. van der wilr nach A. Brouwer sey gefertigt worden. * — — s- auch wild und Wilde im Lex. und oben. Wiltnee (Georg Christoph). Ein solcher wurde 1696 Steinmetzmeister zu Plauen in Sachsen, und starb dort 1720. Sein Sohn Johann Christoph lernte sowohl bey ihm, als bey dem Steinmetz I. Joach. Kändler v. 1718 b. -72Z.7l75c. — — oder wildener (Hs. Jacob), wurde 1641 dem Goldschmiede Lorenz Büttner zu Dresden auf fünf Jahre in die Lehre gegeben, — — (Johann Christoph), s. oben seinen Vater Georg Christoph W- * wilron (Joseph). Von diesem Englischen Bildhauer heißt es irgendwo: „Derselbe strebte in allen seinen Werken nach Reiz und Schönheit, hingegen findet man in sehr wenigen männliche und kühne Ausdrücke. Sein Genie ist mehr zum Schönen als zum Erhabenen geschickt. Seine Copien der Medicaischen Venus und des Apollo im Belvedre übertreffen alle seine Werke." Wil- ron war Mitglied der Königl. Kunst - Akademie zu London, und starb daselbst 180Z. Wilwerrh s. oben Willwerth. wimmer (Joachim), Hofgoldschmied zu Dresden in 1679, 62 I. alt. Seiner gedenkt des G. Barrisch Augendienst. Dresden i 58 Z fol. welcher Bartisch ihn von einer fünfjährigen Blindheit wieder herstellte. Es dünkt uns übrigens sonderbar, daß sein Name in den Zunftregistern der Goldschmiede gedachter Stadt nicht erscheint. M-r. — — (Lebrecht Benjamin), der Sohn eines Pfarrers, geboren zu Fiemming bey Penig in Sachsen 17^7^, Während seines Aufenthalts zu Dresden in jüngern Jahren, beschäftigte er sich zum Vergnügen mit dem Eilhouettire»; und C. F. Stölzel hat die Silhouette des Churfürsten von Sachsen, und dann die seiner Gemalin, beyde in 8°. nach ihm geetzt. wimmer radirte auch eigenhändig einige Blätter mir Figuren; diese Kleinigkeiten sind nicht in Umlaufgekommen. Nachdem derselbe zu Dresden, Weißenfels und Dob- rilug in landesherrlichen Diensten gestanden hatte, wurde er 1814 als Forstrath nach Dresden befördert. Mrc. wimp (Johann) ein Maler, dessen eigenhändig gemaltes Bildniß, sich in der Sammlung solcher auf dem Firmianschen Schloße Leopoldskrou bey Salzburg um 1780 befand. 7 l 7 §c. Wimpfen (Claudius). Ein solcher uns bisher ganz unbekannter Maler fertigte (dem Cata- log der Galerie des H. Schmidt in Biel zufolge) Stilleben »ganz Natur" und schön colorirt, dergleichen eines mit Nelken — Tobackspfeifen, einem Topf mit Lorfskohlen (was somit auf den Nieder!« nder deutet) Kringeln u. s. f. „die Natur selbst" wird nochmals hinzugefügt. Winagradost, s. oben den Art. Emukoff. * Wincbooms, s. im Lex. und oben vin- ckenbooms. * winck, Winckeborn, winckel, winckeimann, Winckler u. s. f. (kurz alle Namen, in welchen das ck nach einem Conso- nanten erscheint, auch wenn sie im Lex. wie vorsteht geschrieben wären) s. unten bloß mit k., also wink u. s. f. wincq ( ) war 178g, als Professor der Architektur, bey dem hidraulischen Korps und der Schule zu Brüssel angestellt, 7 k-§c. Winde (Wilhelm), ein Englischer Baumeister des XVII. Jahrhunderts, geboren zu Berg-op- Zoom in Holland, Schüler von Gerbier, errichtete viele Lustschlösser für den Englischen Adel. Fiorillo V. 477 - winden (H. van der). So soll ein holländischer Kupferstecher heißen, der nach I. de Deyec Prospekte von Oberyssel, Emmerick rc. gestochen habe. Tl^c. windenrhak (I.), ein Maler, nach dem I. Bensheimer die Gottesgelehrten W. MaqiuS und Andreas Härtung gestochen haben soll. TiTrc. * Wender s. Winter im Lex. und unten. Windgens s. unten Wxmtgis. 6009 Mindinger. *N>indinger (Peter). Die beyden im Lex. erwähnten Blumenstücke von ihm, werden im neuen Katalog von Gchleishelm nicht mehr genannt. Ob sie zu unbedeutend erfunden worden, oder in «ine der bayrischen Kunst-Kolonien wanderten, ist uns unbekannt. ^5c. wendisch (B.) Königlicher Condukteur und Landmesser zu Kreutzburg in Schlesien 1778 und noch 179s. Hchiefische Instantien-Aotttz. — — (Christian) — — (Friedrich) Drechsler. S. den folgenden - Ioh. Georg - - (Ich. Christ. Gottlieb)) windisch. s — — ( Johann Georg). In des F. F r i- sius Ceremonie! d. Drechsler. Leipzig 1705 8°S. 235 heißt es, »daß (damals 1702) zu Altenburg im Sächsischen die Familie Windisch in allerhand artigen Jiwentiones von Pappen- Werken und künstlichen Drehwerken es so hoch gebracht, daß nicht allein der älteste Bruder Johann Georg (w-) aus einem Pfefferkorn 200 Becher, sondern auch allerhand Münzen und erhobene Bilder so groß als ein Thaler oder auch in kleinerer Form gedreht." Sein jüngerer Bruder gab ihm an Geschickiichkeit nichts nach, und beyde unterrichteten viel vornehme Kunstliebhaber im Drechsftln, und wurden wohl belohnt von denselben. Der altere hatte einen ebenfalls in Altenburg seßhaften Sohn, der auch schon in des Vaters Kunst sich berühmt gemacht hatte. — In dem: 'Jetzt lebenden Alten bürg 1703 Jena 170 j 12°. S> Hv, nennt man unsern Johann Georg als Hofdrechsler, dann einen Johann Georg den jünger» (wohl der Sohn) und einen Friedrich (wohl der Bruder) als Kunstdrechsler. Beyde erstere lebten noch 1712, wo Friedrich ober schon verstorben gewesen scheint. — Aus den Innungsregisiern der Drechsler zu Dresden, ersehen wir, daß dort als Gesellen in Arbeit standen: Ein Christian (W) von Altenburg 1677; dieser ist uns weiter nicht vorgekommen. Johann Georg (W.) von Pirna (Allenburg?) 16ÜZ. Friedrich (w.) von Altenburg 1686. — Weiter erscheint ein Johann Gottfried (W-) als Hofdrecböler zu Altcnburg 1740; und ein Johann Christian Gortlieb (w.), vielleicht des vorigen Sohn, wurde dort um 1787 zum Hofdrechsler ernannt, und war noch 1801 am Leben.' — — (Johann Gottfried), ein Drechsler, s. vorstehnden Johann Georg windisch. — — (Leopold), Bauinspektor zu Posen i8iZ, damals Z> I. alt. Verzeichnis der zu den drey Weltkugeln gehörigen Bruder - Frey- maurer für i8lZ. Berlin gr. 8°. S. 1I9. — — (Madame). So erscheint bey Mensel III. zumi erstenmal, eine reisende deutsche Malerin, deren damaliger Aufenthalt (1809.) so wie ihre Herkunft ihm unbekannt waren. Nach Storch Rußland unter Alexander dem I (Lief. XV. G. 182.) sah man 1804 bey ihrem Aufenthalt zu St. Petersburg, auf der damaligen Ausstellung, neben Miniaturbildnissen, auch ein großes Gemälde: Liegendes Frauenzimmer in einer Höhle (wokl irgend eine Magdalena?) nach Füger; was uns auf einen frühern Aufenthalt dieser Künstlerin zu Wien schließen läßt. . — — — — kaum die Vorstehnde, erscheint schon im Almanach stes 6esux-Arts 180Z. unter den damals zu Paris lebenden 8culpteurs en Wamses et eo oroemens, und ebenso noch 1808 Winger. 6009 kurz unter der Rubrike der Bildhauer; lm Almanach stu Ovmmsrcs ste karis 1801 hingegen nicht mehr. *windler (Johann Wilhelm). Von ihm nennt ein Verzeichniß meines sei. Vaters an die vierzig Bildnisse wackerer, aber immerhin dunkeler Herren und Damen (wahrscheinlich meist von Nürnberg) nach P. Decker, G. Müller u. s. f. Einer unserer Freunde hält diesen wmdler, der im Lex. bloß mit den Anfangsbuchstaben seines Taufnamens (I.w- Wmdler) erscheint, für eine irrige Benennung des unten folgenden Johann Wilhelm winrer. * — — s. auch im Lex. und unten winrer. winetti, s. oben vinetti. Wing (Carl), So nennt der einzige Wink- lersche Catalog einen Geschichtsmaler des Churfürsten von Bayern, auch Kupferetzer, und führt von ihm ein Blatt: Himmelfahrt der H. Jungfrau (schöne und reiche Composttion) einzig mit V. IV. bezeichnet, an; unten aber sey von Hand geschrieben: f. stictor aulicus Nooachli. * w«' ngard, s. wyngaerde im Lex. und unten. * winge s. winghen im Lex. und unten. * wingendorp (I.). Wir kennen von ihm zu dem Werke: Nusei IVormiani klistoria. Hu§st. Dstav. ex Ossicma LIsevingna. kol. ein sehr mittelmäßig radirtes Titelkupfer, was gedachtes Museum darstellt; dann nach C. van Mander, das in Med. Fol. gut gestochene Bild- niß des Arztes Olaus Worm 1664 ^t. 66. Und ferner wieder ein mittelmäßiges Litelkupfer zu: 6es. Hörnst Vissertationes üigtoricse et yost- ticre. stufst. statav. et stotterst. 1668. 12°. wingens f. unten Wymgys. winger, bisweilen auch weniger (B.) s. unten Paul Winger. — — (Carl), wird in einer Flugschrift von 1769 als Verschneider bey der Hofstückgießerep zu Dresden angeführt. S. auch unten Ioh. Carl W. — — (Carl David) Zeichen - und Schreibmeister der Landschule Pforte, wohnhaft zu Raum» bürg, wo er auch — Stadtwachtmeister ist Derselbe wurde um 1780 geboren, stand anfänglich bey dem chursächsischen Militär und lebte noch 1809. Afxc. — —. (Christian Friedrich) geboren zu Dresden, der älteste Sohn des folgenden paul's, bey dem er als Silberschmied von 1712 bis 1717 lernte, sich 1720 als Meister dort niederließ, und noch 1762 lebte. A/n. — — (Georg), lebte zu Dresden in der Mitte des XVI. Jahrhunderts, als Hosgärkner bey dem Garten im Festungszwinger, und Inspektor noch andrer churfürstlicher Lust - und kandgarten. Churfürst August von Sachsen hatte eigenhändig diesen geschickten Mann von Amberg aus der Pfalz zu sich verschrieben. S die Leichenpredigr d. Bürgermeisters Georg wiegners von S B. Carpzov 1689. Dresden Fol. Ohne Zweifel war er der Stammvater der hier aufgezählten Familie, die sich als Metallverichneider, Gold- und Silberschmiede zu Dresden in guten Ruf gebracht hakte. 7. ' . winger (Jacob), lernte als Goldschmied bey Jakob Watzki zu Dresden 1671 bis 1677. Vielleicht ist er Eine Person mit dem folgenden Johann Jacob (W.). ^c. Winger (Johann Carl), wohl sicher mit obigem Carl cw.) Eine Person, wurde 176g Stückverschneider am Hauptzeughause zu Dresden, und starb vermuthlich 177* daselbst. Hof- Lalender. — — (Johann Jacob), Goldschmied, der sich 1691 als Meister zu Dresden niederlies. Er hatte das Unglück, von einer Augenschwache befallen zu werden; weswegen ihm seine Innung seit i7Zr monatlich einen Thaler Unterstützung reichte, — — (Johann Siegmund). Dieser Goldschmied wurde 1726 Meister zu Dresden, erhielt 17Z-4 die Stelle als Stückverschneider bey der dortigen Churfürstlichen Gießerei, und st. zu Dresden 1782, in einem Alter von 84 Jahren. Asrr. — — (Paul), lernte als Goldschmied zu Dresden bey Jacob Lincke und Paul Voigt von 1624 bis itiZo, wollte dann 16Z6 dort Meister werden, konnte aber nicht dazu gelangen. Alles was wir von ihm wissen. Ein andrer Goldschmied Paul (W-), erhielt 1878 das Meisterrecht zu Dresden, wurde dann auch Stückver- schneider an der Hofstückgießerei und st. zu Dresden 1782. In des Dresdner-Philosovhen, Arztes, Chemikers und Mathematikers Michael Crügener's sehr seltenem Traktate von einigen Blättern: Lmbiems pb^sicum spsAiricum 8 . 3. findet sich das mit 1675 datirte Bildniß des Verfassers, ohne dessen Personalbezeichnung Mit der Unterschrift: (^uoä V8t guperius ücc. Dann auf der Kehrseite solchen Blattes eine Ephynx, welche beyde diese schlechte Stiche von dem ersten oder andern dieser Pauls gefertigt wurden. Der undeutlichen Bezeichnung wegen, könnte man solche aber leicht irrig L. rcul. lesen. — — (Valentin) von Saarbrnck, war 1607 Münzmeister des Bischofs von Straßburg. Hirsch teutsch. Münzarchiv VH. Z7«. — — ( ), ein geschickter Dekorations- u. Stubenmaler der um 1800 zu Magdeburg lebte. ik^c. wingersky (Joseph Graf von), Commen- dator des Maltheserr Ordens, erscheint i 8 c >5 unter den Ehrenmitgliedern der Kunstakademie zu Berlin, seinem Aufenthaltsorte. wingfiekd (I.) zu London. Don einem solchen sah man daselbst 1791 auf der Ausstellung der Kvnigl. Akademie ein Gemälde, was Vogel (Lerchen) darstellte. Hkc. * winghen (Jeremias), geb. zu Frankfurt am Main 1687 ein Sohn des nachfolgenden Joas. »Derselbe" (heißt es bey HusgenN.A. i 3 i.) »erhielt in Italien vielen Beyfall, und vers fertigte bey seiner Zurückkunft verschiedene schöne Portrait, die ihm wegen natürlicher Gleichheit und des meisterhaften Colorits großes Ansehen erwarben. Sein höfliches und artiges Betragen machte ihn nicht allein bey Staadespersonen beliebt, sondern gewann ihm auch (mehr werth) die Gunst und Neigung einer reichen Jungfer, Anna Mari« Marrens, mit welcher er iange Jahre in vergnügter Ehe gelebet und viele Kinder erzeuget hat, wodurch er aber zugleich die Kunst vernachiäßigte, mit Pferden und sonstigen übel angewandten kosi- spi'elenden Dingen sein Leben und sein Vermöge» durchbracht«, so daß er im Alter gezwungen war, den Pinsel wieder zu ergreifen, und damit sich bis an seinen Tod zu nähren, der Ao. i 658 im 7iten Jahr erfolget ist." Diesem Allem fügt dec ehrliche Hüsgen noch die richtige Anmerkung bey: »Es ist" sonderbar, wie viel ganz falsche Nachrichten in den meisten Werken vorkommen. Ich fände neulich in Harms Tabellen einen Jerome von winghen als Sohn des Joas angegeben, der 1678 hier geboren und 1648 gestorben wäre, mit Beziehung aufSandrarr. Ais ich nun diesen Schriftsteller darüber nachschlug, so fand sich der Irrthum, daß niemalen ein Jerome dieses Namens sondern Jeremias von Winghen, alS der einzige Sohn des Joas, als Maler hier gelebt habe, bey welchem sich unser Gandrarc aber auch um 10 Jahr gestoßen hat, indeme ee solchen schon 1648 sterben läst, da solches doch erst i 658 erfolgt ist." * winghen (Joas, Jodocus oder Joseph), geb. zu Brüssel >544 und gest. zu Frankfurt a.M. » 6 o 3 (also nur 69 I. alt, nicht 63 , wie das Lex. besagt). Hüsgen (N. A. 129.) tadelt ihn, daß er »aus allzugroßer Liebe zum Reisen" den Sof deS Herzogs von Parma in den Niederlanden verlassen, und dafür Frankfurt zu seinem Aufenthalt gewählt habe. An seine Stelle zu Brüssel kam O. Venius. Unter seine vorzüglichsten Werke zählt Descamps l. 177. nach van Manders Zeugniß ein Abendmal zu St. Goeien in der dortigen Kirche der Fratrum Caritatis, worein Paul von Vries die Architektur des Hintergrunds gemalt. Von seinem allegorischen Bilde zu Frankfurt, dessen auch das Lex. gedenkt, kann er nicht genug Rühmens machen. Dann nennt er weiter von ihm: Apelles, der die Campaspe malt, in der Kais. Galerie zu Wien *), und Samson, in den Armen der Delila gefangen, in derjenigen des Kurfürsten von der Pfalz **); zu Frankfurt, bey einem Arzte, eine Andromeda, und einige Bildnisse; bey einem Herrn C. va» der Voork zu Amsterdam eine Justitz, welche die unterdrückte Unschuld schützt. Viele von seinen Werken seyen verloren gegangen ***). Gestochen nach ihm haben: Th. de Bry, E. Gaeß, I. Grandhomme, C. und I. de Paas und I. u. R. Sadeler. Flor. le Comte (III. 267.) giebt 28 Bl. nach ihm an; darunter von de Bry: Adam und Eva, ein schönes Blatt, in dem Werke des gedachten Meisters über Virglnien; dann ein allegorisches über Krieg und Frieden, wahrscheinlich das Bild zu Frankfurt (wo mag eS sich jetzt befinden?) von Gaeß; der Prinz Zamri *) Hüsgen sah' in erwähnter Galerie zwey Darstellungen des nämlichen Gegenstandes von ihm, „die ee öfters zu bewundern die Gelegenheit gehabt." »Nur mußt' ich mich" (sagt er) »in ihr Zeitalter zurückdenken, um ohne Vorurtheil darüber zu richten." Auch von Mechel nennt sie; beyde sind 7' hoch, und 5 — 6' br. In dem einen überreicht eineVictorie dem Alerander eine Lorbeer,Krone und einen Palwzwei- für seine» schönen — Sieg de« Edelmuths über die Sinnlichkeit. **) Auch Rarsch nennt das Bild zu Düsseldorf (7' 4" hoch, 8' 4" br.) Das Ler. citirt noch über ihn de» Art. I-h. Vredrmann van Vries, wo wir aber nichts ihn Betreffendes finden konnten. Wink. 60L1 Wiegrich. «nd die Prinzessin Cosbi, mit einer Lanze durchbohrt, wahrend dem sie sich liebkosen (etwa der obgenannte Samson und Delila?), von Grand- homme; Christus am Kreutz zwischen den Schä- chern von de Paas *). Von I. Sadeler: Loth mit seinen Töchtern; David mit seiner Harfe; Lasset die Kinder zu mir kommen; St. Paul zu Corinth bey dem Gezeltemacher Aquila; den Himmel mit asten Heiligen; Vinum er Ilkulieres Apostat, kaciunt 8apientS8; !Vlu8ica, kscclius et Von R. Sadeler Wieder: Die Macht der weiblichen Liebe (der Unsrige mag sie gefühlt haben) in der Geschichte Samsons, SalomCs, Sardanapals und Eliogabel's; und 8tultltia«n xatiuntur opes. Meist Alles Folioblätter. Noch bemerkt einer unserer Freunde: »Sein Taufname war weder Jacob noch Joseph; auf einem seiner Gemälde schreibt er sich: n und auf den nach ihm gestochenen Blättern wird er theils eben also, theils Aoci. a genannt. Jodocus ist aber im Teutschen der gleiche Name mit Jobst oder Zoft. Nach ihm soll auch Audran den König David mit der Harfe 8°. gestochen haben, und I. Eranthomme den Pinchas, wie er den Israeliten bey der Hure tödtet (oben Zamori und Cosbi genannt), in Regalfol. Uebrigens ist der unsere, wie wir so eben bemerken, oben nach Paignon-Dijonval irrig auch als ein Jodocus A- vinck gegeben, und wegen dieser Unrechtschreibung dasjenige, was Wingden angehört, zugleich mit dem Artickel eines U. vinck fälschlich vermengt worden, nach welchem letzter«, W. I. van Delft ein Bildniß gestochen haben soll.'' Nach demUnsrigen endlich lieferte auch Egbert Janß (in Th. und Joh. Jsr. de Bry's Verlage) ein Blatt in Großfol., wo die Gerechtigkeit und der Friede auf einem Throne sitzen, von vielen allegorischen Figuren umgeben (wohl wieder das Bild zu Frankfurt). wiegrich (Christian Gottfried). So heißt im Leipziger-Adreßkal. ein Bildhauer, der von 1788 an, und noch «8»! daselbst angeführt wird. Neuern Berichten nach lebte er noch dort r8il. Mrc. — — (Johann Christoph), ebenfalls Bildhauer zu Leipzig (etwa des Obigen Sohn) lebte daselbst « 8 i 3 . winbardt, ein Mönch des Klosters St. Gallen im Mittelalter, wahrscheinlich ein Baumeister oder Bildhauer, den Ermenrich in seiner Schilderung dieses Gotteshauses (IVabr//. Hnnal. IV. 233 .)einen »wahrenDaedalus" heißt. Fioril- lo's Deutschland I. 283. Winheim (Johann Philipp). In einem allen Stammbuche treffen wir eine artige mit Kreide und Bleistift gefertigte Zeichnung, welche einen alten Mann darstellt, der einen Todtenkopf betrachtet. Ihr Verfertiget, der sich daneben eingeschrieben hatte, benennt sich: Johann Philipp Winheim F. S. G. Postmeister v. K. R. P. Adjunct. Coburg 1716. M-c. Winius (Andreas), ein getaufter Moskowiter, von dem man auf dem Dresdner-Kupferstichsalon zwey 1668 auf einem kleinen Täfelchen schlecht in Oel gemalte Bildnisse sieht. Das eine zeigt den Patriarch zu Alexandrien, das andere den zu Antiochien. Af-c. Wink (Amand, auch Johann Amand), ein Vetter des Christian wink im Lex Derselbe war ein sehr geschickter Früchte- und Blumenmaler, zu München. Liporvsky, nach Westen- rieder S. 4 « 3 . Um 1780 arbeitete er viel aus- werts. n. Bibl. der Sch- wiss. XXIX. 3 oS. Mensel III. (1809.) nennt ihn, doch ohne Weiteres/ noch unter den Lebenden. S. auch unten Johann Wink, mit dem er vielleicht derselbe ist. wink(A.). Nach einem solchen soll Delffdas Bildniß eines Johann Holdaeus gestochen haben. Vielleicht Derselbe mit oblgemAmänd (w.). — — (Chrisostomus), älterer Bruder des iiachfolgenden Christian. Hofmaler zu Eichstädt. Von ihm sind zu Neuburg an der Donau bey den barmherzig.«« Brudern das Choralaltarblatt t Der Heil. Wolfgang, und in der untern Stadtpfarrkirche das Seitenblatt: Die Heilige Anna, gemalt; in der Franziskanerkirche aber: Die Ab- nehinung Jesus vom Kreuze, und die unbefleckte Empfangniß. Lipowsky, der ihn (1810.) noch unter die Lebenden zu setzen scheint. , — (Christian, auch Thomas Christian), jüngerer Bruder des obigen Chrisostomus. Derselbe gieng vom Schuhsterharidwerk zur Malerey über. Sein erster Lehrer war gedachter sein Bruder, der zweyte A.Scheidler von Eggenfelder bey dem er fünf Jahre blieb, der dritte Jak. Feichk- mayr zu Eichstädt, wo er sich ein Jahr lang aufhielt. Alsdann ging er nach Augsburg, Freystng, und endlich nach München, wo er bey dem Herzoglichen Hofmaler, I. M. Kaufmann, in Dienste trat. Liporvsky. Dort machte er sich bald durch eigene Erfindungen bekannt, welche den Unfang seiner Fähigkeiten wahrnehmen ließen. Er malte alljährlich Dekorationen für das dortige Hoftheater, und nun ficng er auch an auf frischen Kalk zu malen. Die Pfarrkirche zu Starenberg, die Pfarrkirche zu Haag, im Salzachkreise, die Schloßkapelle zu Neuberghausen bey München, die Pfarrkirche z» Jnning, die Wallfahrtskirche des ehemaligen Klosters Metten zu Lohe; die Pfarrkirchen: zu Egling, zu Raisting rc. sind von ihm mit herrlichen Frescogemälden geziert. Für den Churfürsten Maximilian III. malte er die vier Jahrszeiteir in Oel, womit er sich großen Beyfall erwarb, und deßwegen 1769 zum Hofmaler ernannt wurde. Auch malte er schöne Altarblätter, westenrieder S. 4 «ä. Runstzeirung 1770. S. 227. Erstarb in dürftigen Umständen den 3 . Hornung 1^97. In den Königl. baiersch. Gallerien befinden sich von ihm: Christus treibt die Käufer und Verkäufer auS dem Tempel, und Christus am Oelberge, beyde auf Leinwand. Für die Kirche der ehemaligen Benediktiner-Abtei Schlehdorf malte er «78« das Allarblatt: Der H.Augustin; für die ehemalige Kapuzinerkirche zu Müncden das Altarblatt: Den Heil. Felix, und für die Pfarrkirche zu Alderspach 1782: Den H. Niklas. In der obern Stadtpfarrkirche zu Jngolstadt ist das Altarblatt: Der sterbende Joseph in Gegenwart Jesus und Maria, und in der ehemaligen Klosterkirche zu Scheiern das Choraltarblatt: Mariens Himmelfahrt, von seinem Pinsel. Für die Pfarrkirche zu Orth bey St. Martin (im Jnnviertel) hat er ein sogenanntes Heil. Grab gemalt, das sich durch seine schöne Architektur vorzüglich auszeichnet. Mensel I. (1778.) nennt noch von ihm Altarblakter in den Pfarrkirchen zu Vierkirchen und Geltofing; und Ebenders. II. («789 ) die Enthaltsamkeit des Scipio, Cicero der den Syrakusanern das Grabmal des Archimedes entdeckt, und die Dreyeinigkeit mit St. Angustin Und dem Irrglauben (wahrscheinlich das schon genannte Altarblatt zu Schleh- dorf, a. k. Schiechdorf). Ebenders. lll. der ihn F i4 *) Von diesen kennt man auch nach demUnsrigen das Bildniß von Kr.Hottoinann» 6012 Wink, Winckelmann. 5 lebte, aber dann und wann Ausflüge in umliegende L>tädte machte. Man rechnet, daß er über 1000 Bildnisse gemalt hak. Begreiflich wird diese große Anzahl, wenn man bedenkt, daß unser sehr fleißige Künstler immer mit Bildnißmalen überhäuft ist, daß ihm jede Person nur zwey Stunden zu sitzen braucht, um die ganze charakteristische Lebendigkeit derselben aufzufassen und daß er in meisterhafter schneller Praktik und in der routinirten Behandlung des Pinsels vielleicht von keinem Maler unsrer Tage übertreffen werden mag. Dabey nimmt er auch seine gewöhnlichen Arbeiten aus dem Gesichtspunkte, wie der gewöhnliche Theil des Publikums solche selbst betrachtet; dasselbe fordert nur Aehnlicbkeit der Person, und will dem Künstler weiter keine Kunst vergüten **). Aber auch die kleinere Zahl der Kenner hat er zu befriedigen ge, wußt, durch herrliche große Familien- und kleinere Bildnisse, die öfters sich dem Style Grassi's nähern. Er malt dabey schöne Historien, Mythologien und Landschaften. Man muß wahrhaft bedauern, daß er nicht auf einem seinen Naturgaben anpassenden Wege zur ausübenden Kunst geleitet wurde, und zu früh auf Broderwerb zu denken hatte; er wäre eine Zierde Leukschlands in der Geschicktsmalerey geworden. Sein hoher Eifer für den Werth der Kunst, vermag ihn alle Jahre,, zu seiner fortschreitenden Vervollkomm, nung für sich selbst con Amore einiges Geschichtliches zu malen. Nie pflegt er aber seine Gemälde zu bezeichnen. Winkelmann ist übrigens ein in, teressanter genialer Mensch, der das Wesen der Welt von einer jovialen und nichts desto minder richtigen Seite aufgefaßt, eine feine Bildung besitzt, und einen offenen und sehr rechtlichen Charakter hat. Wir fügen schließlich noch an, daß er sich dabey nicht allein als Clavierspieler auszeichnet, sondern auch das Violoncell so gut zu behandeln versteht, daß er sich mehrmals darauf (mit Beyfall) hören lassen konnte. Winkelmann (Johann JrM, stach, wk« ein Gantkatalog besagt, das Bildniß des Jllico (Vico?) Ummius in 4°; doch zweifeln wir fast, ob dieser Angabe zu trauen sey, und der unsere nicht etwa nur die Unterschrift gedachten Blattes lieferte (?). Johann Just, der Sohn eines Gottesgelehrten, wurde iü2n geboren, lebte noch 1671, war Rath und Historiqraph des Grafen von Oldenburg, und machte sich so als Dichter, noch mehr aber als historischer Schriftsteller bekannt. — — (Johann ßeonhard), ein Maler aus Westphalen gebürtig, lebte in 1779 zu Prag, und wurde in demselben Jahre bort — mit einer Böhmin getraut. Dlabacz. *) Reller l. c. nennt ihn, wohl irrig, »einen Anverwandte» des berühmten Winkelmann»." L») Was freylich beyden Ehrentheilen eben nicht i«n> Ruhm gesagt seyn soll. F 14 * so 14 Winkelmann. Winkler. winkeImann (Johann Ludwig von) , s. bald unten Ludwig w. — — (Johann Michael), ein Goldschmied zu Dreöden, wo ec ivgo Meister wurde, und 170s oder 1735 starb. — — (I- I). Nach einem solchen hat I. P. Ganz das Sildniß des Oberhof-Roßarztes (!) Kersting zu Hannover 1784. 4 °> gestochen, wie es irgendwo heißt. Wir vermuthen jedoch, baß die Vornamen I. I. unsrer Quelle einen Druckfehler ausmachen und vielleicht der obige Gorrhelf Friedrich (w.) darunter zu versiehe» wäre. — — (Ludw., oder Joh. Lndw. von), Maler und Kunsthändler zu Dresden, und fpä- therhin Deputirler der ehemaligen Reichsstädte KöU», Aachen und Rothweii, oey dem Reichstage zu Regenspurg, Verfasser mehrerer artistischer Schriften, und zumal eines kurzgefaßten (dürftigen) Maler-Lexikons, welches zuerst -77g zu Regensburg, und denn (wahrscheinlich eben seiner Dürftigkeit wegen, zum zweylenmai erschienen war. Dorr st. er, 68 I. all, 1804. Ob derselbe Eine Person mit dem Hofagenl Winkelniann in Hannover sey, welcher in -780 oder 81 von derMaler- und Bildhauer-Akademie zuCayel zum Ehrenmitglied angenommen worden (s. Lileu- sei's Misc. Vll. 61.) ist uns unbekannt. Doch zwesteln wir daran. — — (PaulChristian), einChursächsischer Conducteur, s. oben Haus S. Ulrici. Winkelmeyer (Michael), Hoftapezicr- Gehülfe zu W>.en 1792. winken (Heinrich und Johann), Münz- Meister, s. unken wynrgis. winkheim (David), ein Goldschmied, s. oben wenckheim. wink!er (Adam), ein Maurermeister zu Wittenberg in Sachsen um 1676. Er st. etwa 1587. 7 l/§c. — — (Andreas). Ein solcher erscheint i ?85 als Hof- Bauamts-Uebergeher (?) zu Wien. — — (August F.gewöhnlich August), geb. 1770, Faktor auf dem Königl. Sächsischen Blaufarbenwerke Zschopenthal im Erzgebirge, woselbst er um r8>0 (a. h. genau >807) auch gestorben ist. Winkler beschäftigte sich zu seinem Vergnügen mit der Kunst, und war ein meisterhafter Zeichner von Pferden und Bataillen. Einige geistreich von ihm radirte Blatter *), verkauft die Rost'i- sche Kunsthandlung zu Leipzig Nach ihm kennen wir zwey Blätter, welche Rosmaesler in qu. 4°. radirt hat. Das eine (oben mit Taf. i 5 . nummerirt) trägt die Unterschrift: Darstellung eines schlechten Reiters, und stellt einen Dorfpastor vor, der nach seinem Filiale zielt; das andere (von winkler 1799 gezeichnet und von Rosmaesler 1801 radirt) (oben mit Taf. r6.) stellt einen mit einem Holsteiner Pferde berittenen Chursächsischen Kürassier vom Leibregimente dar. Beyde diese artige Blätter gehören, wenn wir nicht irren, zu einem von Tennecker herausgegebenen Werke über die Pferde oder über das Reiten, ^c. Winkler (Bastian) von Rossen, ein Mäus rermeister zu Wittenberg, wo er 1671 und i 584 erscheint. In r 5 g 6 trat seine Wittwe wiederum in den Ehestand. Ein Caspar (W) kommt 1612 als Mäurermeister zu Wittenberg vor- Mrc. * — — (Benedict). Dieser mittelmäßige Kupferstecher hat nicht ein, sondern vier Blatter nach Poussin (auf dreyen derselben Lnnr'rr geschrieben) gefertigt: Ein betendes Frauenzimmer, eine betende Mannsperson, einen Dänischen Kriegs- niann mit einem Oelzweig, und einen Christus. Irgendwo werden auch von ihm die vier Lags- zeiten nach Leniers genannt. — — (Carl Georg). So nennt Basan (L6. 8sc.) wohl apokryphlsch einen Kupferstecher, geb. zu Dublin -727, welcher verschiedene Gegenstände aus der heiligen Naturgeschichte l?), und dann das Bildniß des Kunstdilettanten Brancamp von Amsterdam geliefert habe. — — (Caspar), ein Mäurermeister, s. oben Bastian winkler. * — — (Christian). So hieß der im Lex. unter Georg Gorrfr. winkler erwähnte geringe Kupferstecher C. Winkler. Aus einem seiner schlechten Bildnisse, (des Herzogs Carl Friedrich von Würtenberg - Oels 8°.) crzehen wir, daß er von Oels in Schlesien gebürtig war; so wie auch eine Karte dieses Fürstenthums (von den Pfarrern D. Sinapius und L> D. Hermann entworfen) bezeichnet seyn soll: V/rüti-stsvise impensis <7/rri5tMM Mnc/c»-r Ols. 8ilo8. 8euiptori8 1712. Zu Breslau arbeitete er von Anfang des vorigen Jahrhunderts bis um 1780, wo er gestorben zu seyn scheint. Er radirte die Münzen zu G. Dewerdeck's 8ils8ia numismatioa. 1711. 40z die Risse zu Joh. Geo. Wagner'S Probe der sechsten Säulenordnung. Breslau und Leipzig «728. 4°. Dann, nach I. H. Henze, die Wappen der verschiedenen Bischöfe von Breslau in einen Stammbaum gebracht Fol.; nach Christian G-Hertel, die Ritterakademie zu Liegnitz qu.Fol.; nach I. H. Lindemann, den sich für einen amerikanischen Prinzen ausgebenden Betrüger Melech Aug. Hultazob 4 °. Uebrigens kennt man noch viele andre Bildnisse, Convcrsationen, Prospekte und Kupfer zu Bücher» von seiner Hand. Von Bildnissen z.B- diejenigen zweyer Aerzte, I. C. a Kraftheim und L- Heister's, ohne weiter» Namen als den seinigen, und Fabeln, vollends mit seinem: inv. et 8o. bezeichnet. S. auch den ff.Art. — — (C. W.). Mit dem Namen eines solchen, vielleicht des Obigen bezeichnet kennen wir ebenfalls die Bildnisse eines I. C. Welscr's nach Hirschmann, und eines Arztes G. Wirlh's, ohne andern Namen als den seinigen. Dieses letztre nennt Moehsen; allein einer unsrer Freunde behauptet, daß solches dem obigen Christian gehöre. — — (David), lernte die Goldschmiedkunst bey Zacharias Schlosser zu Dresden von ib 35 bis 16)0 und setzte sich später als Meister zu Freiberg in Sachsen, seiner Geburtsstadt. Ein gleichnamiger lernte eben dort diese Kunst bey Christian Reinhard von -669 bis 1676. — — (Ferdinand). So heißt ein Maler zu Dresden 1819 in dem dortigen Adreßkalen- der dieses Jahrs. s) cook. Isurnal V. Lux. u. -. Msbe ,8->s. v. §49. das deren ellfr zählt. Winklet. Winklet. 661S Winkler (F. G.), soll ein Blatt in Fol. gestochen haben, was die Grausamkeit der Kosaken in dem Kriege mit Preußen 1759, darstelle. — — oder wincler (FranzJoseph). So nennt der einzige Gantkatalog von lDinkler, einen Geschichts- und Bildnißmaler, auch Kupfer- etzer in malerschemGeschmacke, zuAugsburg, und führt von ihm einen Pilger von St. Jakob, zu den Füßen von St. Joseph an, der ihm St. Anna und die H. Jungfrau in den — Lüften zeigt. Dies Blatt, in Kl. Fol. ist mit A. s. 1712 bezeichnet. — — (Georg), ein Goldschmied und des kleineren Rathes zu Nürnberg. Panzer führt sein in 8°. gestochenes Bildniß an; dasselbe ist ohne Künstlerbezeichnung und mit 1629 datirt. * — — — — der Baumeister. Mit seinem ganzen Titel: Erd- Lehn- und G"ichts- herr auf Dölitz, Stintz und Staarstedel, Eomcs palat. cäs- 7 des Schöppenstuhls zu Leipzig Assessor und Burgemeister, wie auch Vorsteher der neuen (nach seinen Rissen erbauten) Kirche daselbst, Königl, Pohlnischer und Chnrsächsischcr Rath *), geb. zu Leipzig rd 5 o Er studirte die Rechte in seiner Vaterstadt und in Harlem, erlangte dabey schöne Kenntniß in der Literatur und der Bankunst, lernte darauf die Handlung zu Augsburg und bereiste endlich Italien, die Schwel, und einen großen Theil Teutschlands. Nach seiner Zurück- kunft etablirte er sich als Kaufmann zu Leipzig, und erhielt nach einander obgedachte Ehrenstellen, in denen er sich mit Klugheit und Treue benahm, bis er dort in 1712 starb. Der Rath zu Leipzig machte häufigen Gebrauch von seiner Gcschicklich- keir in der Baukunst, welche er übrigens nur zu seinen Vergnügen und als Dilettante betrieb. — — (Georg Friedrich), der ältere, s. oben den Art. Heiße. — — — — der jüngere, Kön. Sächsischer Hofmaschinen- Theater - und Hofzimmermeister zu Dresden» geb. daselbst 1736. Sein gleich vorhin erwähnter Vater war Rathszimmermeister. Der Unsrige bildete sich vorzüglich zu Kopenhagen in der dortigen Akademie, und kam hierauf nach Dresden zurück. Im I. 1792 erhielt er die erwähnten Stellen, und seit dieser Zeit Gelegenheit, seine praktischen Kenntnisse zu zeigen, und das zu leisten, was man von ihm erwartete- Mensel lll. (-809), wo er noch unter den Lebenden erscheint. Nach spätere Berichten st. er, als Obcrältester der Zimmermeister zu Dresden, 1814. — — — — ein Sohn des vorstehnden, geb. zu Dresden 1772. Er lernte in seiner Vaterstadt, bey dem Hostheatermaler Theil, die Theater- und Frescomalerey, besuchte darauf Wien und wurde 1800, zugleich mit Joh. Gotkfr. Jentzsch, als Hostheatermaler in Dresden (wo er noch i8ih lebte) angestellt. Sein Fach ist die architeckkoni- sche Malerei); auch fertigt er schöne mit Figuren verzierte Zeichnungen solcher Art. In 18-4 wurde er nach Berlin berufen um die Dekorationen fürs Theater und sonstigen Feierlichkeiten, die bey Zurückkunft des Königs statt finden sollten, fertigen zu helfen. In Oel arbeitete er nicht. Nach neuern Berichten lebte er wieder zu Dresden, noch 1819. illsc. *— — (Georg Gottfried). Derselbe war ein Augsburger und blühete um 177h, oder lebte wenigstens zu Augsburg« und arbeitete für die dortigen Kunsthändler I. G. Hertel, I. D. Herz, I. G. Merz, Probst u. s. f. in der ersten Hälfte des XVlll. Jahrh, und noch 177h allerlei schlechtes Zeug. So z. B. für März ein Heft neu in- ventirter Springbrunnen, nach F. Boucher, für Hertel einen St. Sebastian nach M. Gienter, kl. Fol.; für Probst geringe Prospekte. Auch führt ein Verzeichniß meines sei. Vaters von ihm über 6n Dl. an (wie wir vermuthen meist Kopien), nach A. Balestra, I. W. Baumgartner, Boucher, C. le Brun, A. de Dien, C Fern, I. D- Herz, I. Jouvenet, Lionardi, Merlan und Perelle (nach diesem gemeinschaftlich mit I. P. Thelot), R. Sanzio, F. Sigrist, I. Spilberger, E. van de Velde, Dernet, Waterloo und D. Zampieri, meist Geistliches, wahrscheinlich für ein zusammengestöppeltes Bibelwerk; nach Baumgartner und Siegrist für die Lncomia Eoklituuni, was wir Alles im Detail nicht nacherzählen wollen. Minkl er (Gottfried), der durch seine kostbare Gemälde- und Kupferstichsammlung überall bekannte Kaufmann und Baumeister zu Leipzig, st. daselbst HZ I. alt 1797. Seine Gemälde-Gallerie hat Kreuchauf (8°. Leipz. 1768 ), die Kupferstich- sammlung M. Huber vorkreflich beschrieben. Der diesfällige Gantkatalog (V.'kom. 8. Vol. zus — 1».) wohl eine der reichsten, und sicher eine der reinsten Quellen dieses Zweiges der Kunstgeschichte. Bey ihm sah'Heinecke (blos 127.) mit von den schönsten Drucken der Blätter von M. A. Raimondi; dann (I. e. Z97.) ein Exemplar von der zweyten Ausgabe der seltenen: Ars msmoranUi, nota- bilis per si^uras LvaNAellstarum, auch Uerno- r'islo guatuor LvanZelistarnm genannt, da solches die brodlose Kunst lehren sollte, dir vier Evangelisten auswendig zu lernen. — — (Hans), ein Gießer zu Meiningen, wo er i 58 o, unnatürlicher Verbrechen wegen, hingerichtet wurde I. S. Güthe Beschreib, der Stadt Meiningen. Gotha-676. 4 °. S. 177. — — (Jeremias). Von ihm kennen wir ein schlecht in Fol. gestochenes Bildniß des Königs von Pohlen Johann III.; anderwerts beißt es noch, eine Himmelfahrt Maria in Gegenwart der Apostel, nach Zimbal in gr.Fol. — — (Johann), war 1762 des Grafen von Montfort Münzmeister zu Lettnang. I. I. Scholl Adreßkal. desSchrvabischen-Rreises auf 1762. 8". Ein gleichnamiger (sein Sohn?) wurde 17Y0 als Epecial-Münzwardein des gedachten Grafen verpflichtet. Hirsch reursches Münzarchiv VIII. 007. — — (Johann Anton), ein Maler zu Zi'illi- chau, einer Stadt in der Neumark, um 1752. I. . (wie hier das Monogr. des H. S. Lautensack's gelesen wird), das Bildniß des Wolfg. Lazius gestochen. Bey genauerer Betrachtung dieses vor uns liegenden Blattes, zeigt es sich aber, daß dasselbe, von dem unten ff. L. winkler gefertigt wurde, obwohl das L. etwas undeutlich zu lesen ist. Hkc. — — (Michael). So soll ein jüngerer Bruder des obigen Kupferstechers Joh. Ebristoph (O) ) heißen, der zu Schleisheim 172c, geboren wäre und sich als Miniaturmaler zu Wien gesetzt habe. — — (Philipp Ernst). So heißt irgendwo, ganz ohne Weiteres, ein Siegelschneider, der zu Augsburg gearbeitet habe. — — (Simon) von Frelberg, ein Maurermeister, der sich » 58 o zu Wittenberg verheirathete. Mrc. — — (Stephan), ein Goldschmied zu Nürnberg 1666. Trechsel's erneuertes Gedächtniß des Hürnbergischen Johannis-Lirchhofs. S. 429. — — (T-). So heißt ein Kupferstecher, der sich (Wann?), neben Anderm, in Prag aufgehalten hak. Von ihm kennt man z. B. ein Marienbild vom H. Berg im Böhmen, worauf auch Arnest, der erste Bischof von Prag angebracht ist. Dlabacz. WinkleksL.), ein Kupferstecher, derumi^o zu Wien lebte. Wir kennen von ihm nach H. S. Lautensack ein Bildniß des Wolfg. Lazius (i 654 - set. 4 o.) in 8°, was zu des Khautz Versuch einer Geschichte der östreichischen Gelehrten (Wien 1755. 8°.) gehört. Er soll auch nach Martin Schmidt gearbeitet haben. ^c. — — ( ), ein Kupferstecher in Dänemark, der sich zu Friedrichswerk aufhielt, für Buchhändler arbeitete und 1811 nicht mehr am Leben war. Bunft - Historie i Danmark as N)einrvich S. 2Z2. — — ( ), ein geschickter Blumenmaler an der Porzellalnfabrike zu Meißen. Dort st. er um 178t) etwa 4 b Jahr alt. — — ( ), ein Maler, der zu Dresden 1791 unter Casanova studirte. Damals sah man von ihm auf der dortigen Ausstellung eine Hebe. )l^ 5 c. — — < ), aus Delitzsch in Sachsen. Auf der Dresdner-Ausstellung 1799 sah man etwas, uns unbekanntes, von seiner Hand. — — ( ). In dem Werke: Berg, mannische Gegenstände nach der Natur. Heft l. mit 5 Kupfern (Schneeberg'1792. qu.4°.), finden sich nach der Zeichnung eines solchen, von Arnold gestochen, äußerst mittelmäßige gefärbte Kupfer. Ob hierunter etwa der obige August winkler zu verstehen sey? — — ( ), kommt um 1738 als Hoft schildkrötarbeiter (?) zu Dresden vor. Mn. H) ink 0 pp (Chrysostomus). Der Sohn eine- Syndikus, geb. zu Erfurt 176«. Er trat zu Fulda in den Benediktiner-Orden, und wurde dann, nach Aufhebung seines Klosters, Kaplan auf dem dortigen Michaelsberge. Da Lstinkopp leidlich Figuren zeichnet und gut schreibt, so nahm man ihn auch zum Schreibmeister des Gymnasiums an. Man hat von ihm, der noch 1816 zu Fulda lebte, ein Werk betitelt: Vorschriften zur gründlichen Erlernung der Schönschreibkunst für Schulen Heft I. Fulda (1806.); Heft II- Das. (1806.) qu.40. Sämmtliche Blätter, mit Ausnahme eines, was Neubauer zu Frankfurt i 8 c >5 stach, sind von Carl Martin zu Leipzig in Kupfer gebracht worden. N)inneche, auch Wtnnecke (Christian), wird unter den Stempelschneidern u. Münzmeistern aufgeführt, die unter der Regierung Christian V. (regierte von 1670 bis 1699.) in den Dänischen Reichen lebten. Runst-Historie »Danmark afVeinwich. S- r» 7 . Wins (Georg), s. unken Vyns. Wlnslov (Peter Christian), Hofmedailleur zu Kopenhagen von 1746—1766. Wir kennen von ihm Schaumünzen auf König Friedrich V. mit 1747 bis 1762 datirt. Bey Meinrvich sucht man vergeblich eine nähere Auskunft über ihn. *W»nstanlep (Hamlet). Basan (L6. seo.) heißt ihn irrig Georg. Derselbe war Maler, Kupferetzer und Stecher, geb. in England um 6017 Winstanley. ,700 und blühend um 1726. Sein Vater, der nachfolgende Heinrich w. der wahrscheinlich «inen Bildnißmaler aus ihm bilden wollte, that ihn zu G- Kneller in die Lehre, wo er die Am fangsgründe der Zeichenkunst erlernte. Als Kneller «inst von einer langen Reise in Italien nach England zurückkam, fand er, daß sein Schüler sich ganz aufs Kupferstechen gelegt habe. Die 20. Bl. von ihm, nach Gemälden im Kabinet Derby zu Knowsley in der.Grafschaft Lancaster, deren das Lex. gedenkt, datiren sich von d.J. 1721 ».1780, und sind leicht geetzt, aber immerhin sehr schätzbar, da sie nicht bloß die Eomposilion sondern auch den Geschmack der Zeichnung mehrerer italienischer und niederländischer Meister vom ersten — und zweyten Range gut ausdrücken. Es sind: 1. Nach I. Arpinas der Sabl'ner-Raub. 2. „ P-Laliart die Gemahlin des Pilatus, welche für Christum bittet Z. Lastjglione Jakobs Reise nach Cgypten. 4. » Ebendems. Zwey Schaafe. 2. „ 'P. von Lortona ein Bacchanal. 6. „ van Dpck. Christus giebt Petern die Schlüßel 7- » Ebendems. Die Liebe zu den Wissenschaften. 8- » L. Giordano Flucht nach Egvpteu. 9- » C. Maratti Anbetung der Hirten. io. » I-da Pont« Abreise Jacobs. n. ^ P. Rembrnndt Sitzender Alter die Hand auf einem Tvdtenkopf. 12. s G- Reni Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben. -3- » I. Ribera Marter von St. Bartholomä. ,4. » Ebendems. Der Philosoph im Nachdenken. >5. » S. Rosa Agar und Jsmael. 16. » Ebendems. Glaucus und Scylla. »7. » Ebendems. Die Räuber. -8. » Rubens Jagd der jungen wilden Schweine (von ihm der Jäger, das Gewild von Snyders, und die Landschaft von dritter Hand). ,g. » Tintorett Christi Besuch bey Nicodemus. sc>. Titian H. Familie. Dann überdies: Eine Folge nach I. Tornhill's Kupole in der St. Pauls-Kirche. Endlich von Bildnissen: I. Ribera'«, nach demselben. Nach dem Unsrigen hingegen (als Maler) kennen wir nur sein eigenes und seiner Gattin Bildnisse, beyde von I. Faber geschabt. Seit der Redaktion dieses Art. nennt noch einer unserer Freunde nach dem Unsrigen ff. Bildnisse. Ebenfalls von I. Faber den Bischof von Ehester, Sam. Peplon; dann Edm. Waddington, und endlich eine Dame, die in der Linken ein Zeichenbuch hält (vielleicht eben des Künstlers schon genannte Gattin); von A. van Haaken den Architeckt Franz Smith; und von A. Dannermann Hamler's eigenes (historirtes) Bildniß, wie er den Kupferstecher N. Dorigny malt. VVin stanley (Heinrich), seßhaft zu Littlebury in der Grafschaft Essex, bezeigte frühzeitig große Liebe zu den mathematischen Wissenschaften, und die mancherlei Versuche, die er in seinem Hause machte, zogen bald das Aug der Nachbarn, Wtnstanley. und endlich das der ganzen Nation auf sich; denn es fanden sich dort Wunder in Menge. Trat man auf eine gewisse Stelle, so sprang ein Gespenst aus der Erde hervor; setzte man sich auf einen gewissen Stuhl so zeigten sich von allen Seiten Waffen, die dem Sitzenden, bey dem ersten Versuche zu entschlüpfen, den Tod drohe- ten; nahm man Platz in einem hohlen Baum am Kanal im Garten, so fand man sich von einer geheimen Kraft flugs ins Wasser geworfen rc. Mehr aber noch als diese Spielereien ervegten die Wasserwerke, die er zu London um Geld sehen ließ, die Aufmerksamkeit der Zeitgenossen. In i6gd wagte der kühne Mann, seinem Vaterlands das Anerbieten zu machen, einen Leuchtthurm zu Edystone bey Plymouth zu erbauen; ein Unternehmen, was man bis dahin auf dieser harten Masse von Granitfelsen für unmöglich gehalten hatte. Kämpfend mit allen möglichen Hindernissen, war er doch in vier Jahren damit zu Stande. Dicke eiserne Stangen, die in dem Felsen eingelassen waren, machten das Fundament dieses hölzernen Gebäudes von -so- Höhe; was auch den gewöhlichen Stürmen Widerstand leistete. Ueberzeugt von der Ausdauer seines Werkes wünschte und suchte w oft, bey großem Stürmen, selbst auf dem Leuchtthurme gegenwärtig zu seyn, um ihn unter seinen Augen die Feuerprobe bestehen zu lassen. Sein Wunsch wurde ihm erfüllt; der fürchterliche Orkan der i7«Z wüthete, vernichtete den Thurm, und begrub ihn und alle sonst darauf befindliche Personen in den Wellen. Die Königin Anna befahl 1706, die Wiedererbauung dieses Leuchtthurms. In i7»8 hatte solchen (wiederum von Holz) dec Baumeister Johann Rudyerd vollendet. Er war einfach und schnucklos, jedoch ganz seinem Zwecke entsprechend; wurde aber 1755 von Feuer verzehrt. Den dritten und letzten (von Stein) errichtete endlich Johann Smearon in den Jahren 1766 bis 1709. Mit der ausdauerndsten Anstrengung, ließ er sowohl den Felsen selbst höchst künstlich bearbeiten, als jeden einzelnen Stein, der zum Baue nöthig war, von allen Seiten her, in den andern einfügen. Dieser ungeheure Gegendruck, machte denn auch, daß selbst die heftigsten Orkane nichts gegen das Gebäude vermochten. S. T. A. Hirsch mann (d. i. bl. d. Ach. Wissensch. XXIX. Z12. Wohl aber ist dieser Künstler sicher kein Anderer, als der nachfolgende — — (Joseph Georg), Johann Georgs Sohn. Derselbe wurde in seiner Jugend zur Hau- lelice-Arbeit angeführt, wobey er sich fleißig im Zeichnen, besonders aber im Jagdfache übte. Im I. 1783 verließ er diese Kunst, fieng anfangs zu malen, endlich aber in Kupfer zu stechen an. Hiedurch erwarb er sich Ruhm, und wurde 1784 zum Hof- und Jaqdkupferstecher ernannt. Seine schönsten Blätter sind: Das Aufsetzen und das Wachsthum der Hirschgeweihe, eine Sammlung von i3 Tafeln; 6 große Hirsche mit seltenen Geweihen, und eine Hirsch-Sulze. Er starb zu München 1789. Seine hinterlassene Wittwe heuralhete der Hofkupferstecher Mich. Mettenleirer. Lipowskp. Einer unserer Kunstfreunde bedauert sehr den frühen Tod desselben, und fährt dann also fort: „Ne- Wintergerst. bendem, daß er sich nach Ridtngern, und, um das schöne Pelzwerk bey den Thieren nachzuahmen, nach W. tzvllar zu bilden bemühet war, studirte und zeichnete er auch unausgesetzt nach der Natur selbst. Von seinen sehr schön geetztcn und fleißig ausgeführten Blättern werden besonders dreyc in gr. Querfol. nach eigener Zeichnung (1784.) erschienene, von Kennern vorzüglich gesucht: Hirschgarten; Schleisheimer Hirschplan, und Höchen- kircher Sauschit. Bey Mensel II. (1789) heißt dieser Künstler auch wirklicher Hofkammerrath zu München, und Mitglied der Churfürst!. Akademie zu Düsseldorf. Nach Rost II. 58 o. hätte er, gemeinschaftlich mit Merrenleirer, der nachwerts seine Wittwe heurathete, und seine Stelle als — Hofjagdkupfersiecher erhielt, vieles für Buchhändler gearbeitet. Dort wird sein Todesjahr, wohl irrig, in 1791 gesetzt **). Noch heißt es anderswo: „Man kennt von ihm ein in 1788 zu München mittelmäßig geetztes Blatt: Eine Hiäne, bezeichnet: ). d. sec. Andern Orts nennt man, als von ihm nach eigener Zeichnung radirt und herausgegeben, verschiedene Blatter und Folgen mit Thieren. — — (I.). Ein solcher soll in Kupfer gebracht haben: Die Kinder Israels, welche vom Samuel einen König verlangen, kl. Fol.; die Himmelsleiter des Jacob, und die Auferweckung La- zari. skkc. — — (Raphael), älterer Sohn des vorstehenden Joseph Georgs, geboren zu München 1786, lernte die Kunst, gleich seinem >ruder Heinrich, bey ihrem Stiefvater, M. Mettenlei- ter, bildete sich dann in der Akademie zu München weiter aus, und unternahm hierauf eine Reise nach Rom. Dort richtete er bey dall' Armi eine lithographische Anstalt ein. Liporvsky. Von ihm erschien ,817 u. 1818 zu München: Anlei- leitung;. Tbierzeichnen, als bildliche Darstellungen klassis. Dichter (?) vier Lieferungen in gr. 4°. jede zu 6 Bl. Steindruck, und 6 Bl. Text. Preiß 6 Gl. — — Vergl. auch wynder und wynrer. Winterbach, s. unten wpnrerbach- Winter er (Leonhard, oder I. Leonhard). Nach einem solchen kennt man das Bildniß eines M. Gust. Adolph Jung, von I. I. Kleinschmidt gestochen. M-c. W >' ntergerst ( ), geboren zu Elwangen, eine zeitlang Zeichnungslebrec an der Cantons- schule zu Aarau in der Schweiz, gegenwärtig Professor eben dieser Kunst in seiner Vaterstadt. Zu Aarau komponirte und scizzirte er, in einem vortrefflichen Carton, die Geschichte der edeln Aussöhnung Kaiser Ludwig des Bayers mit Herzog Ludwig dem Schönen von Oestreich, weiche er späterhin zu Haus, in einem großen Oelqe- mald« ausführte, das der neuern deutschen Kunst wahrhaft Ehre macht. Eine Beschreibung desselben, nebst einer (dürftigen) Nachbildung im Umrisse, von A. Brückner geetzt, findet sich in den Weimarischen Zeitschrvingen «8>8. S. 2t-22. Dort heißt es davon, neben Andern«: „Die einzelnen Gruppen dieses weitschichtigen Bildes ver- *) Ein Verzeichnis meines sel. Vaters fübrt von ihm an die 50 Bildnisse, freylich (etwa mit Ausnahme des rüstigen Karrenstechers Joh. Bapt. Homanns nach Klenkel) meist dunkeler Herren und Damen von und zu an- Alle sind von ,735 — 6z datirk. Irgendwo werde» ihm auch irrig jene 6 Landschaften nack Corn. Aaft-lecven zugeschrieben, welche, wie wir gesehen, theils Aaft-leeven selbst, theils dem obigen Adrian oder Aegid- Winter »»gehören. **) Mrusrl m. (-.) 183. giebt solches in -789 »der 9° an. Gi 4 6020 Winrerhalder. Winterschmidt. binden sich leicht und zwanglos zu einer herrlichen Pyramide, durch zwey Gruppen, zu beyden Seiten, tiefer in den Chorstühlcn , noch erweitert und berichtigt. DaS Altar und die Kirche ist mit bewundernswürdigem Fleiß in ächtgothischem Geschmack ausgeführt. Treu dem Charakter der Zeit sehen wir hier nichts von französischerPräsentations- sucht; Alles ist einfach und gemüthlich, und daher auch so rührend und anziehend." Dieser wackere Künstler verdient weit mehrere Achtung seines deutschen Vaterlandes, als solcher (wir kön- nen's mit Beweisen belegen) bisher noch nicht zu genießen scheint. Welche Schande! Lonk. oben den Art. Wachter. winrerhalder oder winrerhaltee (Johann oder Joseph), geboren ,743 zu Fören- bach im Schwarzwalde. Sein Vater Michael Winrerhalder war Bildhauer zu Förenbach , und starb im 44 Jahre seines Alters daselbst. Nach dessen Tode wurde er von seinem Oheim Joseph Winrerhalder, einem geschickten Maler zu Ol- mütz in Mahren, an Kindesstatt angenommen, und kam zu ihm als ein Knabe von neun Jahren. Der Oheim erzog ihn sehr streng, lehrte ihn den wahren Grund im richtigen Zeichnen mit Schatten- Licht- und Reflexionswendungen, Skiz- zirungen aller Art nach dem Runden, mit Schrafr firung, Tusch, Röthel und Pastellfarben, nach den Antiken und nach der Natur, und theilte ihm sogar die ersten Gründe im Malen nach Paul Tro- ger's Manier mit, wodurch er ihn zur Malerey leitete. Die weitere Grundlage erhielt er aber von Joseph Srern, Geschichtsmaler in Brunn. Späterhin bekam er Gelegenheit zum Umgang mit vorzüglichen Künstlern, als Trogcr, Krater, Schweigt, Fischer, Palko, Muhldorfer, Maul- pertsch. Die Art des letzter» gefiel ihm am beß, ten; er ahmte sie nach, übte sich bey ihm darin fünf Jahre lang, und erreichte ihn durch seine anhaltende Uebung so weit, daß seine Werke von jenes seinen beynahe nicht zu unterscheiden sind. Der ihm eigene Arbeitseifer machte, daß er sich auch auf die Fresco-Oel- und Secco-, dann auf die Miniaturmalerey, in letzterer nach eigener Art, legte, und sich auch fähig machte, Architektur nnd Verzierungen besonders aber Statuen in Nischen grau in grau vortrefflich zu bearbeiten, und sie bis znm Täuschen aufzustellen. Ihm fehlte es nur an mehr Zutrauen zu sich selbst, an mehr Welt, welches letztere, vermuthlich der zu strengen Erziehung wegen, verloren gieng, und ein weiterer Wirkungskreis; der Mangcl an größer» Gegenstände» führte ihn auch zu kleinern Arbeiten, als Altarblättern, Zimmermalereyen u drgl. Sein Fleiß war unermüdet, seine Erfindung im Historischen kühn und feurig; er achtete aber oft zu wenig in seinen Zeichnungen auf sanfte natürliche Gelassenheit. Sein einziger Wunsch, den er stets hegte, war, immer mit vielen Arbeiten beschäftigt seyn zu können. Er starb zu Znaim in Mähren 1807. Meusel's Arch. II. (4.) 70—72. Dort findet sich auch das, wahrscheinlich vollständige, Veneichniß der von ihm gefertigten Fresco- Arbeiten sowohl, als — nicht minder als 2g Altarblatter in Mahren, Oesterreich u. s. f. Dia- bacz nennt ihn Johann, und führt noch, neben seinen bey Mensel erwähnten *) Fresco-Arbeiten, diejenigen in der Pfarrey Taswitz in Mähren, unweit Znaim — in der Bibliothek des Prämon- stratenser-Stiftes Geras in Oesterreich, und in den Zimmern der Jesuiter-Restdenz zu Gamny an. -- — (Joseph), des obigen Oheim, Bildhauer, geboren 1702 zu Jarmbach im Schwarzwalde. Derselbe hielt sich zu München und Wien auf, wo ihn die vornehmsten Künstler schätzten. Durch das trefflich in Alabaster gearbeitete Porträt des Prinzen Eugenius, welches ein Bildhauer aus Dresden nach Wien brachte, wurde er so sehr angeeifert, daß er nach Dresden reiste, um dort mehrere Werke dieses berühmten Meisters (?) zu sehen. Hierauf kam er durch die Grafen von Ostein und Quest.nberg nach Mähre», und that sich durch seine Meisterstücke hervor Und weil ihm Mähren gefiel, sö machte er sich zu Znaim ansäßig, und nahm die Kinder seines Bruders zu sich. Hier blieb er eine geraume Zeit, bis er abermal nach Wien gezogen. Er starb ehrlos im I. ,761,, im 64 I. seines Alters. Winrerhal- rer studierte seine Kunst gründlich, und arbeitete nach Antiken. Seine Statuen verrathen viel Geist, sie sind gut charakterisirt und sehr fleißig gearbeitet. Das ehemalige Prämonstratenser-Stift Hra- disch bey Ollmütz prangt bisher mit den kostbaren Denkmälern seiner Kunst. Folgende von ihm sind da zu sehen: r) Die Statue des H. Johann von Nepomuck vor dem Eingänge in die Abtey. 2) Die Statuen am Springbrunnen in der Mitte des Vorhofcs. 2) Die in Gips mit Farben eingelassenen Schildereyen in den Fensterspaletien und Seitenwänden des Refektoriums; dann zu Namiest bey Brunn einige schöne Statuen auf der Brücke. Mehrere dergleichen Arbeiten von ihm sind hie und da in Mähren noch heute anzutreffen. Nach seiner Zeichnung wurde das Marienbild auf dem H. Berge bey Ollmütz von den zwey berühmten Kupferstechern Joseph und Andreas Schmutzer in Wien, sammt dem Prospekte von der dortigen Kirche und dem Stifte sehr sauber 173Z in Kupfer gestochen. D abacz. winrerhalder (Michael), Johann's Vater, s. oben den Art- des letztem , wo ihr Heimathsort, nach Meusel, wohl irrig Förenbach, statt Järm- bach, heißt. Winter! ein oder Wunderlein (Hiero- nymus), lernte als Goldschmied zu Dresden bey Abraham Schwebler von rkiig bis» 624. Ein Joachim 7^8 ff. Fol. Zu letzter,» arbeitete auch Ebriftian Gottlob winrerschmidr; so wie ferner die z» diesem mit Abbildungen reichlich ausstaffirteu Werke gehörige (in Nürnberg ,781 blühende) Pflanze Ducca, auf einem Blatte in gr. Fol. bezeichnet ist: A. ä) ckel. et p. (7. 6. so. et exe. dio- rimd. Liporvsky nennt von Adam Wilhelm N) Die dort genannte Decke an der Pra'monstratenser-Stiftsklrche ru Obrewitz nächst Brünn sah Dlabacz in » 8°4 mit großer Bewunderung. Winterschmidt. Wirsing. 603t noch die Platten zu I. Mayer's komonn kran- conics. welche hingegen anderwerts dem gleich folgenden Joh. Samuel dieses Geschlechts zugeschrieben werden. winrerschmidr (Christian Gottlob, Joh. Jacob und Joh. Samuel , drey Bruder, Söhne des obstehnden Adam Wilhelms, alle geboren zu Nürnberg, der erste 17HH, der zweyte 1768, der dritte 176», alle drey Kupferstecher und Kunsthändler; doch die beyden ältern das letztere mehr als das erstere. Dagegen ist der jüngste mehr Künstler wie sie, und beschäftigt sich hauptsächlich imt Abbildung ökonomisch-botanischer Gegenstände u. drgl. »Seine bisher gelieferten Arbeiten" heißt es bey Meusel III. (1809, wo alle drey Bruder noch lebten) »sind die Or'iginalzeich- nungen zu v. Deldafens wilden Bäumen, Stauden und Buschgewächsen, Deutschlands Gemüsen, Forstholzarten im Winterzustand (welche letztere künftig erscheinen werden), Mayer's Pomona kr-rnoonior, u. s w. Landwirchschaftliche Naturprodukte u. s. w." In 1804 arbeitete er an Blättern zu Wolfs deutschen Gemüßarten, in getuschter Manier, und mit natürlichen Farben ausgemalt. Geffenrl. tJachn Nach Norizzen eines unserer Freunde war Christian Gorrlob auch Schriftstechcr, als Kupferstecher aber seine erste Arbeit das nach I. E. Jhle gefertigte Bildniß des Diakonus Martin Reinhard's. Von Joh. Jakob sind vermuthlich die 12 kolorirten Kupfer- tafeln der bey ihm verlegten botanischen Abhandlungen und Beobachtungen. 40 Nürnberg 1787. Joh. Samuel endlich haue die Blätter zn Oel- hasen's Werk, und der Fortsetzung desselben von Joh. Wolf ( 4 °. Nürnb. 799 - ff.) nicht bloß gezeichnet, sondern auch geetzt. winterst ein (F. R. oder T. R.) pinxit 172^ Dergestalt bezeichnet sahen wir ein braves Gemälde auf Leinwand, was einen Todtenkopf bey einem Lichte und einer Sanduhr darstellt, * — — (Hans Martin), f. im Lex. und unken Joh. Martin Winterstein. — — (Joh. Gottfried) Rathszimmermeister zu Madeburg i8oä. * — — (Johann Martin), gewöhnlicher Hans Martin (W.) Kupferstecher und Zeichner zu Hamburg, wo dieser geringe Künstler mehre- res (meist nach eigener Zeichnung) für Buchhändler arbeitete. So fertigte er z. B. (1660) das Bildniß des Grafen Christian Ranzow 8°; dann des Gvttesgelehrten Georg Haccius. 4 ^. ». drgl. andere schlechte Sachen mehr. Nach seiner Zeichnung von itst >5 dann haben G. Gerardi undStoopen- daal zwey Prospekte von Hamburg und dasiger Gegend (mit der Vorstellung eines nächtlichen Himmelsphänomens) in Fol. zu dem Werke des Skanislaus de Lubinietski: 1'keatrum Oometr- cum. Hat. 1681. Fol. in Kupfer gebracht. Wohl ist der Unsrige Eine Person mit einem Kupferstecher I. M. winrerstein, der 1698 zu Gorhenburg in Schweden lebte. Dieser hat zu (Joh. Jacob Döbel's) wahrhafter Bericht vom Geburtsgliede, welches vom fressenden Krebs in- sicirt u. s. f. ins Deutsche übersetzt. Leipzig ibyg iL°. ein schlechtes Kupfer radirt, das vermuthlich auch in dem Originale zu dieser Uebersetzung getroffen wird. Wintyens, wintgies und winrgir, s. unten winrgys. * winkrec, s. im Lex. und oben Winter. Winzer (Martin), ein Bau - und Mäurer- meistcr zu Straupjtz in decNieder-Lausitz 1797. Wiolaeen und Wiolatin (Maria), ist dieselbe Person, sowohl mit viokarin als mit wieolaren in den gegenwärtigen Zusätzen. wirch (Johann), Baumeister zu Prag, erscheint noch bey Meusel l. (1778), Ebend. II. (1789) hingegen nicht mehr. Ebenderselbe III. (2.) S. ibZ. sagt -814 kurz, er sey gestorben. Wirdig (Sebastian), ein Arzt der um 1670 lebte. Wir finden daß C. N. Schurz zu seinen Schriften einige Allegorien stach, die mit: 8) «ü'F lii venit bezeichnet sind; unterdessen hat er diese Blätter keineswegs selbst gezeichnet, sondern nur die Idee der Darstellung erfunden. * wiricxu. wirix, s wieri; i. Lex. u. oben. wiring (Heinrich), 8culpL. So bezeichnet, und ohne andern Namen als dieses sonst unbekannten , vermuthlich niederländischen Kupferstechers findet man ein Blatt, worauf Christus am Kreuz, und daneben Maria und Johannes abgebildet ist. Diese Vorstellung ist mit einer 1" breiten Einfassung, worin einige Leidens-Jnstrumente angebracht sind, umgeben, und unterhalb der Rahme liest man: (Jr-mte v»/- OünLtr stc. Ganz zu untecst stehet: /Jtee eoccuäit. Das ganze Blatt mit der Rahm und den Versen hat die Größe von Großquart. wirnt (Salman, Salomo), ein Mönch des Mittelalters, erscheint, als Goldarbeiter (Jurifex) gemeinschaftlich mit den Gebrüdern Hermann und Heinrich Gach im Kloster Weitenburg, und mit Haims u. Elnrrvin, seinem Sohn, lauter Kunst- genosse» desselben, zu St. Emeran. Aorc« XIII. 542« 3 j 5 . und /Ht-L Jnscll. P. I. p. III. p. 180. sg. L. ,96. Flsrillo Deutsch!. I. 20h. Not. c. wirsching (Georg), ein künstlicher Schreiner aus Ncumarkt; verfertigte r 663 den Hauptaltar der St. Sebaldskirche zu Nürnberg, wofür ihm 1200 Gulden bezahlt wurden, v. Murr. Wirsing (Adam) geboren zu Nürnberg, der Sohn des folgenden Adam Ludwig (W-) Er studirte die Gottesgelahrtheit, wurde ,790 Pfarrer des Grafen Pückler zu Brunn und Hochholz, gab, verschiedener Verdrießlichkeiten wegen, diese Stelle auf, und privansirt seit 180V in seiner Grburtsstadt. Sto pirsch Forrsey. v. Will. In den von ihm herausgegebenen Schriften, trift man, von seiner Hand radirt, ein Bildniß Luther's nach Luc. Cranach. ^ — — (Adam Ludwig), geboren zu Dres, den 17ZZ. Nach Nürnberg ging er 17H0. Von ihm nennt Meusel I. (1778.) Blumen, Vogel, Thiere, Küchenstücke nach Originalmalereyen, besonders nach Dietschischen, auf braunen und schwarzen Grund, die durch verständige Jllumi« »irung den Originalien nahe kommen. Bildniß des Kastellans Pfinzing von Henfenfeld 176g. Ebenders. II. (1789.) nennt ihn nicht mehr. Dennoch starb er erst 1797. Ein schön gestochenes Bildniß von ihm ist auch dasjenige des sel. Pfarrherrn Lavaiers in ganzer Statur, nach Lips (1787 *). Anderwerts werden noch von ihm an- ») „Ob es" (wie es in Meusel's Mus.IX 257. heißt)" wegen der frappanten Aehnlichkeit eine lebende Auaenweide" sev. ist uns unbekannt; und hinzugefügt wird dort: „Schade, daß dieser wackere Künstler mis dergleichen Stücken nicht häufiger per dem Publikum erscheint!" G 14 * 6622 Wirr. Wirsing. geführt : Christus, wie er das Kreuz trägt (iM) und das — frohlockende Mädchen. Mag. Sachs. Geschichte V. 149. Baur. Teufel s tJ. LNisc. (>798.) Vlli. 1087. Liporvsky. /l^r. Einer unserer Kunstfreunde nennt ihn auch Zeichner, und Schüler von L Zucchi, und fährt dann also fort: „ Das Gegenstück zu dein frohlockenden macht das weinende Mädchen von Dresden , letzteres nach Rotari; beyde sind gut mit dem Grabstichel in 4°. gefertigt. In seinem Kunstverlage *) erschien, mit Kupfern von seiner eignen Hand, Sammlung meistens deutscher Vogel, gemalt von der Jungfer Barb. Rea. Dietsch'in, gestochen und herausgegeben von A. L. (w), beschrieben und mir einer Vorrede von D. B- C. Vogel, 2 Hefte Nürub. 1772 bis 1777 Fol. ?IsntR rarioros, qusrum primam llecaäsm aoouravit O. Lh. Hac. ponteriorum curarn et illustrstio- nem suscepit O. 6. Lü. Vo^el, auxiliante arte sua et toleratis sumtibns (^.) gr. Fol. Dann stach er nach eigener Zeichnung (z. B. 2766 das schon genannte Bilöniß des Pfinzing Fol.) und nach der von I. E. Jhle (z. B. den Kupferstecher Geo. D. Heumann Fol. u. a. m.); dann das schlechte Tilelkupfer zu der Uebersetzung von Phl. Millers allgemeinem Gärtnerlexikon. Nürnb. 1769 ff gr. 4°. nach S- Wale; anderes zu Schä- fer'S Abbildungen von Schwämmen. Regensburg 1762 ff. 40. u. s. f. Wirsing lieferte auch Prospekte ; so ;. B. die Ober - und die Unter - Burg bey Nürnberg, beydes in qu. 4°. Mensel ill. (2) 18Z. führt noch von ihm die Bildnisse des Fürsten Carl Albrechts von Hohenloe-Schillings- fürst, des Rathsherrn Walthers von Rvthenburg und des Schaffner Zobel zu St. Sebald in Nürnberg an. wir sing (Caspar), von Schackendorf, erbaute ihg 6 den steinernen Klockenkhurm zu Errck im Hildburghausischen. I. W. Brauß Hiiddurg- hauser. Birchen- Schul- und Landeshisisrie III. 324. — — (Ch. I. C ), ein Kupferstecher, der zu Hübner's Beschreibung von Salzburg. Das. 2 Thle. 1792 — 9Z. 8° einen Prospekt und (dies nach A. F. H. von Naumaun) einen Grundriß (auf dem sein Name in Wirsing »erstochen ist) gedachter Stadt, beydes schlecht "in Fol. radirte; so wie anderes zu A. W. Roth's Eatalects bo- tsnica fsscic. ll. l.ips. 1800. 8°, Des Schad Oinacorhek. S. 216. nennt ihn I. <5 Wirsing, Sohn von Adam Ludrv. (w), geb. zu Nürnberg (wo er noch 179z lebte) Er lernte das Zeichnen bey Jhle, »nd wurde ein guter Miniaturmaler und Kupferstecher. — — (I. C.), s. vorstehenden 760. Baiser!, „»cd Bönig!. Staars - und Grandeskalender auf 1760. — — (Jo. Chr), war 177« als Stadtwerkmeister zu Ulm bedienstet. — — (Joh- Ludwig), der Glogauer-Königl. Kammerbauinspektor zu Lüden in Schlesien 1778. In 1792 erscheint er dort als Emeritus. Gchle- sische Jnsianrien-tJoriz. Breslau 8J — — oder Wirth, auch Wärt oder Würrh (Johann Nepomuck), Kais. Königlicher Akademienrakh, Kammermedailleur und Obcr- münzgraveur zu Wien, ein geschickter Mann in seiner Kunst, geboren zu Wien -753. Schon in 178s kannte man von ihm zwey Schaumünzen in Thalersgröße auf die erneuerten Universitäts-An- stalken zu Ofen. Bealzeitung 1780. S. 632 . Dann nennt Mensel II. (1789.) von ihm: Denkmünze auf.die Errichtung der Landstande in Ea- lizien und Ladomerien; eine andere für die Zöglinge der Kunstakademie zu Wien, und eine dritte auf die neue K-K. Josevhinische Akademie der Medicin und Chirurgie. Näher beschrieben sind diese drey letzter» in Mensel» Miscei XVI. 2ön. XXll 248. und XXX. 364 - Nach Mensellli. (2.) > 83 . starb er am 27. Nov. i8in. Nikolai (Beisen IV. 619.) der ihn dann auch um 1780 einen der vorzüglichsten Künstler seiner Gattung ") Er hatte denjenigen von Ger. Dan. Heumaan a» sich gebracht. nennt, führt von ihm als sehr schöne Denkmünzen diejenige auf den Teschner-Frieden, und eine andere auf den Tod der K. Königin Maria Theresia an. Um 1/85 gab er ein Werk, das den Titel führt: Ladinet consistsnt en uns collec- tion 6s 44 portrsitg, rsprs8entsnt Ie8 plus fa- meux üommss 6s I'^ntiguite. Anderwerts heißt es noch von ihm: »In den verschiedenen Jahrgängen des Hof- und Staats-Schema- rieinus von Wien, nennt man ihn (nachläßig genug) theils mit obigen beyden Taufnamen, theils mit dem einzelnen Johann, und wieder mit dem einzelnen rOepomurk. Er ist wohl derjenige treffliche Graveur Wirt, von dem Schlicht en- groll's numismatische Annalen Bd I. Leipzig 1804. 4 °«.sagen, er habe, auf Kaiserlichen Befehl, die Kaiserliche Ehrenmedaille für militärisches Verdienst schneiden müßen. Dieselbe gehört unter das Vollkommenste, was die neuere Numismatik nur auszuweisen hat; der Avers zeigt Franz 1 l. (ein ungemein liebliches Bttdniß) — der Revers tragt die Inschrift: „Der Tapfe, keit." Ferner: „Aufeiner Schaumünze von 1780 (auf die Uebcrtragung der Universität von Tyrnau nach Ofen) und auf einer solchen von 179» (welche die Ungarischen Stande, zu Ehren der Anwesenheit ihres Königs, zu Preßburg prägen ließen) schreibt er sich: 5 . Wirt (Michael), wird in dem Ehurrrier- sch e n Sraarskal. auf 1791 als chursürstl. Hof- baumeister rubricirk. — — oder Würth (Valentin), Zimmer- u. Baumeister zu Nürnberg «617. Trechsel's Nürnberger Johannie-Rirchhof. — — ( ). So heißt im Almanach 6u Oommsrce 6s par',8 181». ein damals dort lebender Graveur in Metallen. Wirth s. oben Wirt. Wirthgen (Demoiselle F.) s. unten Henr. Wirrhgen. — — (F.), zeigte auf der Dresdner-Ausstellung »8»i eine radirte kandschzaft; so wie eben dort I. Wirrhgen eine gezeichnete kolorirte Landschaft. Beyde waren damals Zöglinge des in der Friedrichsstadt-Dresden bestehenden Erziehungs- Jnstitutes. — — (Demois. Heimelte), eine geschickte Malerin von Blumen - und Fruchtstücken zu Dresden. Auf den dasigen Ausstellungen von i 8 o 5 bis 1814, sah man dergleichen Arbeiten von ihr nach der Natur in Oel gemalt; doch auch 1806 einen Blumenstrauß in Wasser und 18m ein Blumenstück in Stickerey. Der Cakalog der Ausstellung von 1810 nennt eine Demoiselle F. wirrh- gen mit einem Blumenstücke »ach Huysum, und einer Weintraube nach der Natur, beydes in Oel; sollte dies aber nicht ein Druckfehler und auch hier die Rede von unserer Henrierre seyn, von welcher auf dem Salon von 1816 wieder ein nach der Natur gemaltes Blumen- und Fruchtstück er, schien. Wirz (Hans Jakob), ein Zürcherscher Lands geistlicher, geboren -694 und gest. 177^, zeichnete. mit einer Sauberkeit und ängstlichem Fleiß ohne gleichen, Miniaturbildnisse milder Ftder und aus, getuscht. Leu. M-c. *W>'rz (Johann), der jüngste Sohn eines Pro, fessors der Theologie zu Zürich. Durch einen un, glücklichen Zufall verlor er in seiner Jugend ein Aug. Sein Kunst - und Gemüthscharakter *) äußerte sich vornehmlich in seinem schon im Lex. angezogenen Werkgen über die Apocalypse, das er selbst mit Kupfern geziert **). Die Erfindun, gen sind gut, wenn schon seltsam, lauter Geist und Verstand, und mit einer malerischen Nadel geetzt. Noch kennt man einzelne Blatter von ihm, wie z. B. eine Madonna nach la Hire; Holbeins Frau und Kinder, nach Holbcin (Oo»»-. exc.); verschiedene andere Bildnisse, Zürcherscher und anderer geist - und weltlicher sogeuanncer Großer und Kleiner. Dergleichen haben hinwieder I. Bodmer und I. Mever, seine Mitbürger, nach ihm in Kupfer gebracht. Lüßli l. 248—49. Mrc. — -- (I.) s. oben F. wrrchgen. — — ( ), ein vor uns liegendes mit der Feder umrissenes Blatt, was die (gothische) Farads der Frauenkirche in Trier darstellt, ist bezeichnet: prot- (essor?) 6sl. Dasselbe mag, zufolge einer beygesetzten Anmerkung, zu Wyttenbach'ö Trierscher Geschichte gefertigt worden seyn. — — oder würz ( ), Unterlehrer an der unter Prangen's Direktion stehenden Königl» Provinzial-Kunstschule zu Halle im Magdeburgischen ; vermuthlich seit ihrer Errichtung, d. h. seit 1791. Er gab hier noch 1804 Unterricht in der freyen Handzeichnung, und dann im Modelliren und Poussiren aus weichen Massen. Ha l lisch es Adreßverzeichniß auf 1804. Das. 8° S. » 45 . — — ( ) ein Schönschreiber, gebürtig aus Zürich in der Schweiz, nach welchem Loch, mann den Titel (mit Schrift) in Kupfer brachte, zu: ^Iplisberi ex üiplomstibus et coclicibus l'tiuiioensibu.'! 8peclmen publicat. s 4^.8ckeucü- 2sr et Zvk. hockmsnn, LüalcvArapüo 14 g. l'ixuri 17Z0 kol. * wl's (A. de). So verschrieben lesen wir den Nomen A. de Vries auf einem von G. Huret gestochenen Bildniß des Kunstgärtners I. Bois, seau (a. K. Boucea»), H. de la Baraudie (a. k>. Parodiere ***) u. s. f. — — s. unten wiß. wischke (Christian Gottlob), ein Klempner- meister zu Dresden, fertigte (nach eigner Erfin, düng) einen runden Tempel mit achteckigem Stur fenunterbaue, an dem sich oben ein Springbrunnen befand, aus welchem das Wasser durch den Druck der Luft zum Springen kam. Man sah diese seine Klempner Arbeit auf der Dresdner-Ausstellung 1811. Wiskemann (Alexander), ein Maler um ih» 4 , »ach welchem Wolfgang Kilian den Abt Dalrhasar von Fulda, für den Verlag des D. Custvs gestochen haben soll. ») In 1700 gab er eine kleine Schrift: Ltkigie- 7u5liii->- «r ro„un->e ans Licht, die dem Stand Appeuzell missällig war, so daß solche eingezogen, und Verfasser und Verleger gestraft wurden. Dasselbe führt zum Titel: liomse »nimsi- u. f. f. 8vo Zürich 697. »»«-) Ttol« -noUi ar»r (müßen wir bey solchen Ansahen alle Augenblicke ausrufe»«) — eo»6«r« saaliro! Wissiug. 6024 Wiese. Wkse, s. oben Wiese. wlsenbeeger (Vitus). So heißt in von Murrs Beschreibung der Marienkirche zu Nürnberg S. i 5 . ganz ohne Weiteres, ein dorr tiger Baumeister um , 499 - wiser (F. T.). Nach einem solchen soll Pre- stei eine Frau in einem Walde oder vielmehr die H. Theresia, Foi. in getuschter Manier gefertigt haben. M§c. wisger auch (irrig) Wbirska, wihtska u. wirhms ka (Joh. Georg), geb. zu Mannheim 1722. Derselbe war um i 78 nalsPrägschneiderbey ber Kurfi'irstl. Bayerschen Münzstätte Amberg, und, als diese eingieng, bey derfenigen zu München, wie auch als Lehrer der Zeichnungskunst am dortigen Schulhause (zu Ambcrg oder München?) angestellt. Auch finden wir ihn irgendwo als auswärtiges Ehrenmitglied der Berliner - Gesellschaft naturforschender Freunde verzeichnet. Neben seinem Hauptberufe kennen wir von ihm einige Versuche in geetzren und gestochenen Blättern. — Namentlich gab er eine Folge von iZ dergleichen, welche Fürstliche Personen beyderley Geschlechts, meist aus dem Kurpfalzischen Hause, bisweilen 2, 3—5 auf Einem Blakt darstellen; alles friesen- ähniiche, vielleicht aus alten Basreliefs *) entlehnte Knieestncke auf klein Querfolio, und unten mit gereimte» Erklärungen versehen. Eilfe davon sind von ihm selbst gestochen. Das Zwölfte dann (des Herzogen Castmir's Pfalzgrafen bey Rhein) ist bezeichnet: M. Ao/iamia (vielleicht des Unsrigen Gattin oder Schwester) pmx. /zm- ber^se. (). ll/l. Weissenbabn so. lVInn. Und das Dreizehnte (Friedrich V. Pfaligrafen und Kurfürsten 1616.) mit der weiter» Untcrsebrift: sso- pie nach dem in Amberg vorhandenen Original , und wieder von Weissenhahn gestochen. Noch kennt einer unserer Kunstfreunde von dem Unsrigen ein Oktavblättchen in Aquatinta: Männliches Profil mit bedecktem Haupt und einem in Arm gelehnten Stock, ohne Namen des Malers und Stechers; dann andere mittelmäßig geetzte Eachelgen. wisger starb ungefähr zwischen den I. 17^6 und ,7g» **) Das Pränumerantenver- zeichniß von Leveling's anatomischer Erklärung der Originalfiguren von Andr. Vesel. Jngolstadt 178Z Foi. nennt ihn irrig Chipgger, und eben so irrig erscheint er bey Lmorvsky und bey Mensel I. c. als Joh. Geo. Whirska. — — (Jo-), ein geringer Kupferstecher zu Mainz, von dem uns schlecht radirte kleine Heiligenbilder vorgekommen sind; er arbeitete auch zu dem von Joh. Wilhelm Jäger mit Anmerkungen übersetztem Buche des le Blond: Ausführlich abgehandelte Artillerie-Wissenschaft. Frankfurt ». Leipzig 8. a. 8°. nach Jägers Zeichnung. Wisger lebte um oder nach der Mitte des vorigen Jahrhunderts. wiskemann s. oben wisckemann. Wiskotschlll (Thaddäus), Bildhauer zu Dresden, geboren zu Prag 1755, lernte bey seinem Vater, nach dessen Ableben er verschiedene Reisen unternahm. In 1772 kam er nach Dresden, und arbeitete bey dem Hosbildhauer Langbein. In 1770 stellte ihn der Graf von Eins,edel bey seiner Eisengießerei) in Mückenberg an, da er dann Gelegenheit fand, seine Kunst auch in diesem Fache anzuwenden. Seit ,782 befand er sich in den besondern Diensten des Grafen Marcolini. Seit dieser Zeit hat er verschiedene Werke in Metall, Holz, Stein, Marmor und Elfenbein geliefert. Seine vorzüglichsten Werke waren um ,78g: Germanicus und Caracalla, zwey kolossalische in Eisen hohl gegossene Büsten, in dem Gräflichen Marcolinischen Garten. Vier Satyren, in dem Zwinger unter dem Kunstkabinette. Eine Vase im etruscischen Geschmack, in Pillnitz Das Porträt des verstorbenen Generalpostmeisters, Grafen von Gchönberg in Lebensgröße, in Metall gegossen, auf einem Monument, das zum Andenken des Grafen auf einem seiner Güter errichtet wurde. Eine Gruppe in Stein über dem Portal des Grafl. Marcolinischen Hauses in der W'lsdrufer Gasse, Apollo und die Musen, nach der Länge des Steines Hautreiicf gearbeitet; nebst zwey andern allegorischen Seitengruppen, deren eine auf d,e Bildhauer - und die andere auf die Malerkunst sich bezieht. Mensel ll. Ebend. III. (1809) erscheint er nicht mehr. NcuernNachrichken zufolge starb er um 1794 zu Dresden als Hosbildhauer. Nach ihm hat Capicup das neu errichtete Monument in der katholischen Schüfe zu (Friedrichsstadt-) Dresden in Fol. gestochen. w' ß (Caspar). So heißt ein uns sonst ganz unbekannter Künstler in Nachrichten a. d. Schweiz (Meus. Mus XIV. 40.) der um 1794 eine Vuo cko I'TIbbs^e er stes Olaclers gezeichnet- geetzt und illuminirt habe; „die Figuren seyen schlecht, die Berge hingegen und ihre Jllumiuirung ziemlich wahr und gut." * wl'sscher. So, orthographisch unrichtig erscheinen bey Gandellinl die Künstler visschec des Lex. uud der gegenwärtigen Zusätze. — — (Johann Heinrich), Sattler genannt, s. oben und in künftigen Nachträgen Sattler. Wlssenburg auch wyssenburg (Wolfgang), ein Gotlesgelchrter und Mathematiker; geboren zu Basel 1496 und hier gestorben >575. Von seiner Zeichnung kennt man eine Karte von Palästina, die zu Sttasburg bey Richel erschien. Wißhack (Georg) Bildhauer von Ulm, lebte im I. 1697 in Mögeldorf bey Nürnberg, und war der Lehrer des russischen Hofbildhauers I. C. Ossners. Von ihm sieht man das marmorne Monument eines H. v. Welsner auf dem Ritter- gute dieserFamilie zu Neuhof. MeuseIsJ. Misc. XIV. p. 711. * wisskng (Wilhelm). Nach Walpole geboren zu Amsterdam. „Derselbe" (heisst es bey FlOrlNo V. ,28) „war vielleicht der geschickteste Nachahmer von Lely. Er wicdmete sich unter der Leitung des Dodaens ***), eines Historienmalers, der Zeichenkunst, reiste nach Frankreich und von da nach England, wo er Lelys Schule besuchte. Anfänglich arbeitete er für Lely, nachchess- sen Tode aber schwang er sich zu dem Range eines Hofmalers Carls II. empor. Er malte die ganze königliche Familie und den Herzog von Monmouth mehrere Male, wodurch er sich die Gunst des Königs und der Hofdamen crwarb. *) Bey Meusel m (z.) 287 heißt es ausdrücklich: » Nach den im Kolleglengebäude zu Amberg hängenden Portraits." *6) Meusel l. c. sagt hingegen bestimmt: 1797. »0») v««c»wp, P. in. p. Z57. nennt ihn DoudvnS. » Wißmar. Wikcock. 6025 Sir Gottfried Kneller hakte seinem Ruhm gefährlich werden können; allein wissing kürzte sein Leben durch Ausschweifungen und starb in seinem 3 i Jahre 1687 auf dem Landsitze des Lord Exetcr zu Burleigh *). Nach Descamps lebte er noch unter Jacob II., und wurde von ihm nach dem Haag gesandt, um dort das Bkldniß des Prinzen Wilhelm III. und seiner Braut, der Prinzessin Maria von England zu verfertigen, da man ihn allgemein für den ersten Portraitmaler dieses Zeitraums hielt. Daß er aber, wie einige englische Schriftsteller behaupten, von seinen Feinden vergiftet worden sey, scheint unwahr zu seyn." Gestochen und geschabt haben nach ihm Bildnisse meist von Personen des verdorbenen Hofes Carls II., und dieses Königes an ihrer Spitze **): I, Deckeis, P. van Gunst, I. Smith, I. van der Voort, I. Verkoste, und R. Williams; letztrer und Smith die meisten. Sein eigenes Biloniß hat auch Walker gestochen. wißmar (Johann) und Blasius Verwart erbauten von i 584 bis die Abendseite des Schlosses zu Königsberg in Preußen. Baczko versuch einer Geschichte und Beschreibung Lönigsbergs. 2te Aufl. das. 1804. 8°. S. »ob. — — ( ) wird in dem Handbuche über den Rönigl. preußischen Hof u. Graar, Jahrg. 1796 als Kriegs - Domainen - und Baurath, bey der Königlichen Kammer zu Petrikau genannt. Wissowecz (Wenzel), ein Baumeister zu Prag, wird in der Taufmatrickel der Pfarrkirche zu St. Valentin daselbst beym I 1724. (2Z Aug.) als Taufzeuge angeführt. DIabacz. Wi-rbofer, auch wisthof, wüsthof und wüftboffer (Johann), wie er sich verschiedentlich schreibt; ein geringer Kupferstecher (etwa auch Goldschmied) zu Halle im Mägde- burgischen. Er arbeitete zu des G- Oleari Ha- lygraphia. Leipz. 1667 4°. eine Ansicht von Halle in Fol., nach F. D. Dretschneider, davon die Platte auch nachgehends Dreyhaupt in seiner Beschreibung des Saalkreises, ir Tbi. Halle 176b Fol. abdrucke» ließ; ferner Titelkupfer zu Jacob Rltter's I^ucubrstiones keuclsles. 8ax. ,667 12°; zu: Segensschatz, welchen dem Herrn Joh. Adolphen Herzogen zu Sachsen, an Ihr Fürstl. Durch!. Geburtstage, 2 Novembr. ikir-- gezeiget Joh. Olearius s. ». et l. Fol. (Halle 1672); zn des Joh. Sinapius Chursächsische Güldene Glaubens,Kette, 8° (1677); i» G. Schimmer's Geistliche Erquickstunden, 8°, u. s. f. Mrc. wiszani (C.) So findet man auf Kupfern auch den Namen witzani (s. unten) geschrieben. Wir (Andreas). So heißt irgendwo, ohne Weiteres, ein Maler, welcher vornämlich nach Zeichnungen von G- Hoet gearbeitet habe. (KKc. ^ — (B.V Nach einem solchen soll I Wat« son das Bildniß des Rob- Monkton, Gouverneurs von Bengalen in Kupfer gebracht haben. ^c. . " — — (Jacob de). Bey wareler heißt er >rrig Johann. Dort wird von ihm bemerkt: »Um sich für die Hindernisse schadlos zu halten, welche ihm nicht erlaubten, Italien zu besuchen, brachte er eine reiche Sammlung von Zeichnungen und Kupferstichen der beßten italienischen Meister, so wie auch Basreliefs und Figuren in rund gehobener Arbeit zusammen, und zog dabey immer die Narur zu Rache Sein Pinselstrlch war leicht, die Toccirung glänzend, die Zusammensetzung reich, aber die Zeichnung schwach. Man sagt, seine Nebenbuhler hatten ihn gefürchtet, sich aber doch nicht enthalte» können, seine Person zn lieben." Fiorillo's Deutschland II. 278, nennt ihn als einen der wenigen Holländer, welche ins Große gemalt. Zusammen macht der von ihm angefangene, und nachiverts von I. Punt, nach den Zeichnungen des Unsrigen, vollendete Rubensische Plafond der Jesuitenkirche zu Antwerpen 38 Blatter aus; zehne derselben sind de wir's Arbeit- Dann kennt man von ihm, ohne andern Namen als den seinigen, eine Madonna mit dem Kinde; Genien mit den Attributen der Künste und Wissenschaften; die vier Jahrszeitcn Rost VI. 3 10. Hinwieder hat A. Martinet nach ihm gestochen: Die Eitelkeit der Welt, durch zwey Kinder dargestellt, wovon das Eine Seifenblasen macht, und das andere sich daran belustigt. Obigen Notizzen fügt einer unserer Freunde noch bey: „Seine in dem Lex. erwähnten Zeichnungen nach den Kirchengemalden des Rubens, von Jacob sehr schön in Wasserfarben ausgeführt, fanden sich 1777 in der Sammlung des Grafen Moltke zu Kopenhagen. Handers Beschreibung v. Ropenhagen, ste Aufl. daselbst 1777 8° S. 127. Dcr Unsere beschäftigte sich auch mit Untersuchungen des menschlichen Körpers; folgendes Werk in französischer und holländischer Sprache war die Frucht davon: pro portions än corps kumain inventees et stessiooes p. Arc- HAez ste /^rt, grsvees p. Zean punt. Hmsters. 1747 gr- Fol. Nach ihm sollen gearbeitet haben: Sa§an exc. zwey Blatter mit Genien; Prasser Kinder die sich mit Guirlanden amüsieren, nach einer lavinen Zeichnung (anonym) 4 °; P. F. Char, pentier die Ruhe auf der Jagd und ein Bachanal, zwey kleine lavirte Blätter; I. Cotwyck drey Kinder mit der Devise: pelicits? publioa in Roth- kreidemanier; A. Delfo's zwey Kinder eben auch mit voriger Devise in Med.; Ploos van Amstel inZeichnungsmanier drey Kinderbachanale, schwarze Tuschmanier (eines auch weiß gehöht) in kl. Fol. gr. 4° u. 4"; ein Deckenstück mit Kindern, gleiche Manier kl. qu. Fol.; ein Kinderkopf in schwarzer Kreide 8°; Punt, von dem theils oben, theils im Lex. schon gesprochen ist. wir (Jacob de). Ein neuerer Gcschichtsmaler gleichen Namens zu Amsterdam, von dem es irgendwo heißt, daß Herr B- de Bosch in der dortigen Staats r ZeichnungS - Akademie eine Gedächtnißrede auf ihn gehalten habe. * — — s. auch unten und im Lex. die Art. wirr und wirre. witcock (Damian) ein Goldschmied zu Bergen in Hennegau, wo er rhhh der Religion wegen hingerichtet wurde. Paul Lrozius Groß- Marryrbuch, neue Auflage. Hanau -817. Fol. S. 602. ") Ein schönes Bildniß von ihm in schwarzer Kunst von I. Smidt hat folgende Unterschrift: er«-/--7m», 7^/-,- ,-^,,, ----- -5----»7/ , »»77/ .r---,»,7»V, ---//- »»» -2»'^--»-» -7e- — /m»-o-7/-7r ^--7,/, -r, Prior schrieb ein Gedicht aus seine letzte Maleren. Unter seinen Bildern, die in Kupfer gestochen sind, zeichnet sich ein Portrait der Königin Sacharin« mit einem Hunde aus. //'--/^o/- ». z,z. *») Daher dielten auch die Englischen Großen dieser schändlichen Zeit sehr Vieles auf dem Unsrigen, und »er, darben ihn vollends an Leib und Seele. * witdock, witdouck und withsuck s. unken und im Lex. Wirrorvek. * wird reck. Auch so findet man bisweilen den Namen Wtcrorvek verschrieben. * wieel (van), s. oben und im Lex. Caspar van vireUi. »Wirenbrock, s. oben und im Lex. vy- tenbroeck. wich (Johann), ein englischer Maler, der dem Richard Greenville beygegeben wurde, als dieser i 585 , auf Kosten Walcher Raleighs, eine Reise nach Virginien unternahm. Theod. de Dry brachte darauf seine Zeichnungen von den Sitten, Gebrauchen rc. der dortigen Wilden, zu London an sich und benutzte solche zu seinem Buche: Er- klärung von der Gelegenheit und Sitten der Wilden in Virginia. Franks, a. M. ibga Fol. Die Kupfer dieses Werkes (so wie zu dessen Anhange, welcher Abbildungen der alten Picten in England, eben auch nach unserm Maler enthalt) sind von Theodor, seinen Söhnen und dem G. Been gefertigt. In Bern. Picarc's Ooutumes er Lers- rnoniss cle tnus le; peuples aus den für seine Ordensbruder zu Bechyn in Böhmen sehr sauber und mit Verzierungen geschriebenen Ordensregeln , und den letzten Ermahnungen von St. Franziscus erhellet, die das Datum 1^92 tragen. Dlabacz. wittg s. unten Witttg. wirben (Cornelius), s. seinen folgenden Sohn Aiclaus. — — (Niclaus), ein Rechtsgelehrter und Senator (später auch Bürgermeister) zu Amsterdam 1671. Dieser gelehrte Mann gab, mit Kupfern, nach seiner eignen Zeichnung, in Druck: Helouös en 8cbeeps- bouwen bestier. t'Hmstercl. 1671. Fol. In der Borrede sagt er, daß die vornehmsten Grundlagen solchen Buches die Papiere und die Zeichnungen seines sel. Vaters Cornelts wirsen gewesen wären. Kenner nennen dasselbe ein vorzügliches Werk, in B treff des Holländischen Schiffsbaues, des Galeeren- baues, und (vorzüglich) des Schiffsbaues der Alten. * Wir mann, s. oben und ,'m Lex. W»de- niann. witmeier ( ). So hießen zwey Baumeister, welche iää7 mit dem Ban der Pfarrkirche St. Aegidius zu Hannover den Anfang gemacht hatten. Liortllo's Deutschland ll. bg. und Note e. wirr (Cornelius) ein Holländischer Ingenieur oder Baumeister, mit dem man 1607 zu Roin wegen der Auskrocknung der Pontinischen Sümpfe akkordirte. Cornelius starb jedoch, bevor er aus Werk gieng. Lobenfteiner - Jntelligenzbl. Jahrg. 1786. S. i 35 . — — auch widt und wir (Friedrich de), kandkartenzeichner, Kunst - und Landkartenverle- ger, und auch, wie unsre Quellen besagen, Kupferstecher zu Amsterdam, drey an der Zahl gleichen Namens, Vater, Sohn und Enkel. Des Gcegorius Curieuse Gedanken V. Landkarten. Franks, und Leip,. 1710 8 ° S. 75 — 81. thut ihrer, dem hier beachteten speziellen Zwecke gemäß, Erwähnung wie folgt: „Der Vater hielt seit 1648 eine eigene Officin zu Amsterdam, kam aber erst um 1687 in Ruf und Aufnahme. Damals fieng er an, die Landkarten auf eine ganz besondere Art nach den Regeln der Geographie ordentlich und reinlich (meist mit Beyfügung der heraldisch entworfenen Wappen der Länder'» zu zeichnen, und die Kupferplatten auf schön Papier abdrucken zu lassen; seine Karten waren auch ungleich besser, alö die so in dem Verlage der Dankerte erschienen. Er stand seiner Officin bis i6g8vor, wo er (Alters halber) Alles seinem geschickten gleichnamigen Sohne übergab. Der letz- tere, der in der Mathematik wohl bewandert war, fertigte darauf auch seine genauen und fleißig ausgearbeiteten Karten mit so vielem Beyfall, daß er sie (wie unsere Quelle sagt) des Absatzes wegen unbesorgt, ziemlich theuer zu verkaufen wußte, „indem man die besten und neusten Editioncs unter 5 Groschen das Stück nicht haben kann." Einen Catalog dieser seiner Arbeiten gab er 1706 heraus; unsre Quelle hat ihn von neuem abdrucken lassen; er enthalt i 3 o Nummern. Überhaupt aber waren in solcher Officin von 1648 bis 1712 über 38 oLand- und 3 »Seekarten erschienen. Friedrich der Sohn lebte noch 1712 zu Amsterdam; und zwar half ihm damals in seinen Geschäften, wieder sein gleichnamiger Sohn, Friedrich der Enkel, dessen man ebenfalls mit allem Lobe gedenkt. —Anderwärts heißt es, daß Peter Markier spater den Verlag dieser de Wirt s an sich brachte, welcher nach seinem Tode dann an E.Morner und I. Covens kam. Neben den Karten besaßen aber die de wirr's einen kreflichen Verlag schöner Kupferstiche und Kupferbücher (wenn auch nicht immer von den ersten Drucken), mit welchem vorzüglich Friedrich der Vater sich beschäftigt zu haben scheint. Verschiedene Gantkataloge rubriciren als von einem der unseren (sonder Zweifel von dem Vater) gestochen oder radirt, folgendes, was theils ausdrücklich mit dem kernt, theils mit dem excull. (ohne den Namen eines andern Stechers) bezeichnet wäre. So z.B. das Seetreffen zwischen den Holländern und Engländern (idbä.) mit dem Bildnisse des Admirals Tromp. Philipp IV. König von Spanien zu Pferde, im Hintergründe Madrid gr. Fol.; eine H. Familie; eine Folge von 20 Blatt: Ani- inalium quaärupedurn vonat. öcc. cir Ä^rt t'ec. i6Zi. Wieder Jagden und Feldlager 12°. 1 'kes- trnm üorum Bl. korum Amstelostamense» vulZo de vsm; Ansicht von Haus und Garten zu Loo gr. Fol.; eine Folge Landschaften nach Berghem; eine Folge von 20 Bl. in 158) von Marc Eerard gezeichneter vierfüßiger Thiere qu schmal j°. Vielleicht gehört der gleichfolgende Heinrich F. de wirr zu eben dieser Familie. S- auch unten den de wirr ohne Taufnamen. wirr (Heinrich Friedr.de) Wir kennen Blätter, von Peter H. Schul radirt, die in seinem Verlage erschienen. Er soll auch selbst Kupferstecher gewesen seyn und zu Amsterdam gelebt haben. — — (H.de). Von diesem Russischen Kupferstecher, welcher vermuthlich im XVIIl. Jahrhundert lebte, nennt Mühsen das Bildniß des Pohlnischen Leibarztes I. M. Glusing, zu Moskau gearbeitet, und ohne einen andern Namen als den seinigen. — — Zanßzoon (I. de), ein Kupferstecher von Amsterdam, in der letzten Hälfte des XVIII.Jahrhunderts oder vielleicht um der Mitte desselben geboren; er lernte bey P. Louw, suchte dann seine weitere Ausbildung in Paris, und setzte sich darauf in seiner Vaterstadt. Von ihm kennt man zwey Vorstellungen von der Ueberrum- pelung der Insel St.Eustach durch den Admiral Rodney, herausgegeben von G- T. vanPaddenburg; nach G. Lairesse lavirt eine Frauensperson mit Helm und Schild; nach P. Louw die Halbfigur eines Knaben, der einen Vogel auf der Hand halt 4 °. in roth Kreidemanier (dies anonym), und dann ein Bildniß von Esser; nach Spranger: Pallas, Venus und Juno auf drey Blättern. Noch soll er auch holländische Prospecte nach la Fargue, Gatz, Groenewegen und Hendriks in kl. qu. Fol. geliefert haben; und nach letzterm (um 1794 ) auch die Bildnisse von Paul Vincent und seiner Frau, Barb.Janssen, aufEinem Blatte in qu. Fol. wirr (de). So nennt DIabacz einen Kupferstecher, der zwar kein Böhme war, aber doch um dieses Land, durch eine sehr saubere Karte von Böhmen, Mähren, Schlesien und der Lausitz, sich verdient machte. S. Latalo^us nouvean lies Lartes Aeogrsplilques ä Amsterdam ckeL A. Ooverrr, et 6) Mo--tre»- 8°. ^ 1271. Wohl ist der Unsrige kein Anderer, als einer der oberwähnten Friedriche dieses Geschlechts. * — — s. auch Wir und Wirre im Lex. und oben und unten in den gegenwärtigen Zusätzen. * wirre (Caspar de). Zwey Landschaften von ihm 2^ 7" hoch, und 2' lo', 3 "/ br. befinden sich in der Königl. Bayerschen Gallerie zu Lustheim. *— — sEmanuel de *)). Sein Vater hielt eine Pensions-Anstalt, und war ein guter Hur maniste und Mathematiker. Der Sohn sollte sich gleichen Studien wiedmen, und machte wirklich gute Fortschritte in denselben. Dessen ungeachtet zog er die bildende Kunst vor. Die Gattung, worinn er besonders vortrefflich war, nennt schon das Lex. nach Oescamps. Noch rühmt letzterer die geistvoll? Tockirung seiner Figuren, und fährt dann also fort: „Man bedauert eines seiner schönsten Bilder, welches das Chor der neuen Kirche m Amsterdam vorstellte worinn sich das Grahmal des Admirals Ruiters befindet. Er hatte dasselbe für den Ritter Angel. Ruiter gemalt, der starb, ehe solches vollendet war. Ein Tochtermann des Admirals(der Pfarrherr Bernard Soomer) bot ihm dafür 2, dann Zoo fi., kurz eine geringere als die mit dem Ritter verkommene Summe an^ der Künstler zerriß es in Stücke; und dem Dänischen Consul, der ihn höflich bat, ein Paar von seinem Hofe bestellte Arbeiten zu beschleunigen, antwortete er: Wenn Ihr Ochsenkönig sie nicht haben will, werd' ich schon Liebhaber genug für sie finden." Wie er eines Tags in einer Schenke durch das Impromptu einer unflätigen Karrikatur G. Lairesse seine durch Ausschweifungen eingebüßte Nase vorwarf, und darüber beynahe um die (einige kam **), dann die Zankerey mit dem Schenkivirth, welche den Selbstmord dieses 8b I. alten Liederlichen veranlaßte, erzählt ebenfalls Descamps II. 107. Zu seiner Zeit (1754.) besaßen noch der Rath am Hof zu Holland vair Slingelandr, der Bürgermeister Heinrich van Slingelandr im Haag, und der H. van Bremen im Haag Bilder des Unsrigen. Ein anderes schönes mit einem Sonnenblicke befand sich im Museum zu Paris, und dann als Kunstbeute, aus dem Kabinct des Prinz Statthalters, das Innere der neuen Kirche zu Delft, mit dem Grabmal des Prinzen^Wilhelm von Nassau; ein Bild welches lange für die Arbeit vonG-Hookgeet(?) gehalten, und auch wirklich mit 6. H. A°. 1621 bezeichnet ist, so daß selbst diese Jahrszahl mit des Unsrigen Geburtsjahr 1607 sich nicht reimen will. Eine Nachbildung davon im Umriße befindet sich bey Landon Tsbl. äs 6enre T. II. kl. 2V., wo *1 Nicht etwa mit Emanuel dr wett in gegenwärtigen Zusätzen zu verwechseln. *2) Einen der ihn Tags darauf fragte: Wer ihn so mißhandelt Haber antwortete er: »Lairesse hat mich gestern beym Licht scittirt; jetzt such' ich ihn, daß er's vollende." H i4 6028 Witte. Witte. einige Fehler in der Linearperspeetive dieses übrigen trefflichen Gemäldes bemerkt werben, das s' in die Höhe und 2/^ die Länge hält. In Deutschland besitzt unsers Wissens einzig das Ka- binet des H. Hof- und Landgerichts -- Advokaten Schmidt zu L>el von ihm eine herrlich gemalte perspektivische Kirche mit Monumenten und Figuren. Witte (Johann de). Von einem uns sonst ganz unbekannten Maler dieses Namens nennt der Katalog der Schmidtlschen Gallerie zu Riel, als ein „schönes und seltenes" Bild eine sehr «nmuthige und warme Holzreiche Landschaft, mit einem Fluß, aus welchem der von dem Engel begleitete junge Tobias den Fisch abholen will. In der Entfernung ein Maulthiertrciber. Die Bäume „verschiedener Art" sind, wie alles klebrige, mit außerordentlicher Kunst und Fleiß behandelt. — — (I. G.), der Königl. Kammer zu Glogau Conductenr und Landmesser in Liegnitz 1778. Schlesische Jnstanrien-Aoritz. Er scheint 1792 nicht mehr am Leben gewesen zu seyn. *— — (Peter de), in Italien Eandito genannt. Bey Lipowskp s. v. Eaiidiro lesen wir von ihm: „Unter dein Namen Eandiro (dieses ist die italienische Uebersetzung seines Familiennamens) sind seine Zeichnungen in Kupfer gestochen. Der Churf. von Vaiern berief ihn endlich nach München, wo er mit einem jährlichen Gehalte von 5 oc> Gulden angestellt wurde und für die dortige Residenz mehrere Gemälde und Plafonds verfertigte. Ein schönes Gemälde in Oel von seinem Pinsel war bey den Kapuzinern in München aufgestellt. Dasselbe stellt die Familie Christi vor, und wird nun in der Königl. Gallerie verwahrt. Die i 5 n» Schuh lange Gallerie zu München im Hofgarten, die durch 85 offene Bögen beleuchtet ist, war mit Fresko- gemälden dieses Künstlers herrlich geziert; nun sind sie vertilget, weil man es für besser fand, sie durch einen Tüncher weiß herabpuzen zu lassen. Der Springbrunnen in der Residenz, aus Erz mit seinen Figuren gegossen, der Engel im Chöre der Michaels Hofkirche, das Grabmal Kaiser Ludwigs in U.L.Fr. Pfarrkirche zu München (dies von I. Krumpter) s. a. sind nach Eandirs Zeichnungen und Formen verfertiget. Der Styl dieses Künstlers hat Achnlichkeit mit dem florentinischen Geschmacke. Zu Brescia ist von seinem Pinsel Mariens Verkündigung im Chöre der Karmeliten zu sehen. Die Königl. Gallerieen besitzen von ihm, außer oben angeführter Heil. Familie, in Lebensgröße auf Leinwand: a) Saila, Tochter des Jephta, wie sie ihrem Vater als Sieger über die Ammoniter entgegen gehet; d) Joh. Sobieski König von Poh- len, zu Pferde; c) Das Gastmal der Vasthi, Gemahlin des Königs Ahasverus; ü) Maria die Schwester Aarons mit einer Trommel, halbeFigur; e) Magdaleua, H. Wilhelm des V. Tochter und Gemahlin des H. Wolfg. Wilhelm von Pfalz-Ncuburg; und k) Esther, den Ahasverus um Gnade für ikr Volk flehend; alle auf Leinwand. Die Gemälde auf dem ilic >5 von Gips gegossenen, und in der Pfarrkirche zuU. L.Frau zu München zu sehendem Gewölbe, sind von seinem Pinsel; eben so das Ehoraltarblatt daselbst, Mariens Himmelfahrt vorstellend. In der Hofkirche zum H. Michael, sind die Altarblätter: Der englische Gruß, und die H. Ursula (beyde von Raph.Sadeler in Kupfer gestochen) von ihm gemalt. In der ehemaligen Franziskanerkirche zu München war das Altarblatt, Agnes, Cäcilia u.s.w. von ihm. In der dortigen ehemaligen Augusiinerkirche hatte er zwey Altarblatter, die H. Anna, und die H. Ursula verfertiget. Die ehemal.Kavuzinerkirche zu Mün- chen besaß von seiner Kunst das Choralcarblatt, ! den H. Franz von Assis vorstellend. Auch das , Ehoraltarblatt, das den H. Karolus Borromäus vorstellte, in der ehemalig. Paulanerkirche in der Vorstadt Au, war von ihm gemalt. Der prächtige Kaisersaal in der Königl. Residenz zu München, der 118 Schuh lang, und 5 s breit war, hatte ein Deckengemälde, das Eandiro verfertigt hatte. Im Königl. Lustschlossc zu Schleisheim malte er drey Deckenstücke in den an den Saal anstoßenden Zimmern. Das erste stellt die Besänftigung des Gemüthes, das zweyte die Massigkeit, und das dritte — den Morgenthau bor. Daselbst befinden sich noch mehrere Deckenstücke von seinem Pinsel, welche die Lieblichkeit (?), das Wasser, die fruchtbringende Natur, die ruhige Gelassenheit, die Tonkunst u. s. w. vorstellen. An Alkarblättern, welche er für verschiedene Kirchen malte, werden I hier noch folgende angeführt: Marias Heimsuchung in der Domkirche zu Freising. In der Michaelis Hofkirche zu München, das von Christoph Schwarz angefangene, von perer de Wirre ! aber vollendete Aitarblatt: St. Andreas, weil Schwarz unter der Arbeit dieses Gemäldes ger ! storben ist. Zu Augsburg in der Fuggerschen > Kapelle: Eine Muttergotkeö mit dem Kinde Jesus in Wolken; vor ihr knieen Benedikt und Fran- ziskus." Weit kürzer ist der H von Männlich über den Unsrigen. Bey ihm heißt es lediglich: „Sein Lehrer ist unbekannt. Er malte Geschickte, und muß sehr jung nach Italien gekommen seyn; denn sein Styl hak nur hie und da Spuren von dein Vaterländischen Geschmacke *)." Dann von seinem Aufenthalt in Bayern: „Der Churfürst gab ihm die Oberaufsicht über Alles, was damals in seinem Pallaste von Kunstwerken gemacht wurde. Die Deckenstücke, Springbrunnen, Gypsarbeiten, Tapeten u. s. f. sind größtentheils von seiner Erfindung " Das Uebertünchen seiner Frescoarbeite» in der Gallerie des Hofgartens wird auch hier bedauert. Dieselben stellten die Heldenthaten des großen Otto von Wittelsbach, und die Abreise Kaiser Ludwig IV. (als er nach Rom zog, um dort die Kaiserkrone zu empfangen), u. a. vor. Ucbrigens wird dann hinzugefügt: „Die Tapeten, welche durch aus Holland verschriebene Arbeiter ! nach diesen Gemälden gefertigt, und nachher durch C. G. Ambling gestochen worden, haben jedoch das große Werk von gänzlicher Vergessenheit gerettet. Die oben bemerkte oder eine andere H. Familie und das Bild der Tochter des Jephta ausgenommen, welche sich in der Königl. Gallerie zu Müncheit befinden, sollten die übrigen bey Lipowsky angeführten, nach dem alten Katalog von Schleisheim , hier zu suchen seyn. Indessen enthält der neuere dieselben, mit Ausnahme des Bildnisses der Herzogin Maria Anna, nicht, sondern wieder ganz andere; nämlich: Eine H. Familie mit St. Anna, St. Elisabeth der jüngern, und niedrem Engeln, welche von einer Wolke herab Blumen streue», ein 13^ hohes und 7^ br. Bild von lebensgroßen Figuren **); dann St. Ursula und St. Kordula, im Hintergrund den Tod der 10,000 *) Zum Theil umgewandt sagt Milizi-r (2>l. N. z,. „In Toscana befand er sich in der Schule des Vasari, und übertraf seine» Meister in der Zeichnung und im Colvrit; nur daß er immer etwas von der Trockenheit der Florentinischen Schule beybehielt." «») Was uns vermuthen läßt, daß eher diese, als jene andere in der Galerie zu München befindliche H. Familie von weit geringerm Maaße, die aus der dortigen Kapuziner-Kirche gezogene sey. Witte. 602 S Jungfrauen; der Genius des Kriegs; St. Karl Borromäus im Gebet vor dem Altar; eine auf einem Rad, und eine andere auf einem Globus stehnde Figur, jene mit der Aufschrift: 8ervio, diese mit der Aufschrift: ffsveo. Wo nun das Gastmal der Vesihi, Esther bittet den Ahasverus um Gnade,^ und Aarons Schwester, welche die Trommel rührt, welche oben Lipowsky uno der alte Katalog von Gchleisheim nennt, Hingerar then seyen, ist uns unbekannt. Ferner weisen noch von ihm auf: Die Gallerte zu Asten: St. Ste- phanus vor der H. Jungfrau knieend, eineH. Fa- milie mit St. Anna und dem kleinen Johannes der sein Lamm trägt, und den Markertod der St. Ursula und ihrer Gespielen (vielleicht Scizze dessen zu Schleisheim), lauter ganz kleine Bilder. Ebenfalls zwey kleine: Die Königin von Saba bringt Salomo Geschenke, und Christus mit der öffentlichen Sünderin, nennt der Katalog von Oom- mersfelden, als von einem de Air, welche aber wahrscheinlich dem klüftigen gehören. Gestochen nach ihm, neben dem schon oben Angeführten, werden noch genannt: Die 12 Monate des Jahrs, und Tag und Nacht, von Ambling; etwas uns Unbekanntes, von H. David und E. Eadcier; eine Geburt, von L-Kilian; eine H. Familie, ein Abendmal, die Jünger von Emaus, die drey Marien am Grabe, Madonna mit Gt. Stephan und St. Loren;, Santa Maria Aegyptiaca, und die sieben Sakramente, alle von I. Sadeler; die Bayerschen Eremiten von R. Sadelcr; die Monate Mai und Julius von I. A. Ziminerinann. Eine St. Ursula und ihre Gespielen, wieder von I. Sadeler, nennt der Katalog von Brandes ein schönes Blatt, und daneben alles Obige selten, weil die Platten (es lohnte sich doch kaum der Mühe!) im Kurfürst!. Schatze zu München aufbewahrt, und Abdrucke davon nur ausgezeichneten (?) Personen verabfolget wurden. — Eine unserer Quellen scheint dafür zu halten, daß ein Folioblatt, welches die HH. Franz und Leo zeigt, von ihm selbst gcetzt worden sey. Von unserm perer als Bildhauer und Baumeister heißt es bey Milizia l. c. „ Herzog Albert von Bayern berief ihn nach München, und dessen Enkel, Herzog Maximilian, der erste Churfürst, bediente sich seiner Kunst bey dem großen Cbur- fürstlichen Pallaste. Dieses unermeßliche Gebäude wurde zu Anfang des XVII. Jahrh, aufgerichtet, und der Churfürst wollte dabey selbst der vornehmste Baumeister seyn. Doch glaubt man, wie gesagt, daß der klüftige viel Hand dabey gehabt; wenigstens wurden ihm alle innere Verzierungen anvertraut. Die Stiege ist ein Meisterstück, die man heut zu Tag aber suchen muß, da der Eingang verändert worden. Ein andres schönes Werk von ssandldo ist das Grabmal Kaiser Ludwig des Bayers in der Frauenkirche zu München, was selbst St. Peter zu Rom zieren würde, an den vier Ecken mit vier gigantischen Bildern von Soldaten mit Lanzen, als ob sie den Kaiserlichen Leichnam hüten müßten *)." * Alrre (Peter de). der jüngere. Eine mit k-bezeichnete sehr schöne Landschaft, mit einer Tanzgesellschaft staffirt, in der Gemälde-Sammlung des H Schmidt zu Blel, wird für die Arbeit eines Künstlers dieses Namens gehalten. Wittig, Aitte (A.), Erbherr auf Falkenwalde und Gräfendorf, bey Bärwalde und Grafendorf, kündigte in 1809 an: Ein Werk über Deutschlands Rindviehrace», von ihm selbst gezeichnet und gestochen. Ein Heft (ZDl.) soll, nebst dem Texte in gr. qu. Fol. kosten i Spez. Duk. illumin. unter (.Aufsicht (schwarz 12Gr. wohlfeiler). — — (de) «in Holländer, der um 1790 Ingenieur-Oberstlieutenant in Russischen Dienste» und zugleich Kaiserlicher Wasserbaudirektor an der Düna war. Georgs Beschc. v. Gr Derers- bürg 1790. 8°. S. Z4o. In dem Nordischer» Archive wird er um 180g als Ingenieur-General genannt; damals fertigte er Entwürfe und Pläne zu einer Vereinigung des Riemens mit der Düna. * — — s. auch Wie und Arte oben u. i. Lexikon. * Aitrel (Caspar van), ist der Kaspar Vanvitelli, des Lex. und der gegenwärtigen Zusätze. — -7 (Johann Georg Gottlieb), wird in dem Aurrernbergischen Adr-ß-Ha/idbuch auf 1768 unter den Dienern .des Klosters Adelberg rubricirl als: »Closiersgüter- und Baumeister." Witteinann (Hans), Zimmermeister, dann Veiten Fischer von Gotha, Maurermeister, und Hans Friese nebst Jerouymus Hochheim beydes Steiumctze von Langensalza, erbauten von lögZ bis 1894 die Kirche zu Haßläben in der Grafschaft Schwarzburg. Friedr Xchore Einweihung der neuen Lirche zu Haßlöben. Erfurt rüg). 40 Airrenbecher (Georg Niclaus und Joachim Martin), zwey Zimmermeister zu Hamburg 1806. Aittenberg (Ludolf von), undWenzeslaus von Schwer; zwey Münzmeister, denen , 3 b 4 zu Cöthen die fürstliche Münze auf drey Jahre verliehen wurde. Beck mann'« Historie des Fürsten- rhuins Anhalt IV. 554 - Aitrge( ). Gemälde von einem solchen, uns sonst ganz unbekannten Künstler besaß 180g die Dolkmar-Forsterische Galerie zu Nürnberg, dlürnberger - Alinan. *wittich, f. im Lex. und gleich nachfolgend Aittig. Aittgref (Peter Joachim), ein Steinmetz- meister zu Hamburg i8vv. Mxc. Aitthauer (I. C ), ein Maler, nach dem Leonh. Heckenauer den Prinzen Carl Friedrich von Anhalt in gr. Fol. gestochen hat. * Aittig (Dartholome). Nach Dlabacz Ward derselbe geb. 16Z0 und st. zu Nürnberg. Sein ilijg gemaltes und im Lex. erwähntes Bild des Westphälischen-Friedens befindet sich auf dem *) Benläufig bemerkt hier Milizin, mit gewohntem Scharfsinn: »Erwähnte Madonnenkirche zu München ist eine jener Gothischen Bauten des XV. Jahrhunderts, welche offenbar beweisen, daß es nur die Geräumigkeit und WeitfchiMtigkeit derselben ist, welche ihnen Pracht verlieht, und daß Verzierung sie bloß verschönern kann. Gedachter Tempel ist, ohne einige Zi-rde, grandios, und flößt Ehrfurcht ein. In der Mitte des weiß marmornen Fußbodens befindet sich eüie kleine Vertiefung in Form eines Mcoschenfußes. Nimmt man darauf seinen Standpunkt, so bemerkt man im Gebäude kein Fenster, obgleich deren viele, »nd zwar so hoch als das Kirchenschiff sind. Denn das nämliche Jahrhundert, das den menschlichen Geist auf Liiiagrammen, Allegorien und ähnliche Possen verleitete, brachte auch diese architektonische Thorheiten hervor." H '4 * 6030 Witkstein. Willig. dortigen Rathhause. Liporvskv (Nach demtJürn- bergee-Almanach,819. S. 173. gegenwärtig in der Galerie des sogenannten alten Schloßes daselbst). Auch die Galerie zu Wien besitzt von ihm ein Nachtstück, welches ein großes Banquet (wahrscheinlich bey Anlaß eines hohen Brautlagers) in einem mit Tapeten behängten langen Saale darstellt Unten in der Erke eine galante Devise, mit der Iahrzahl 1640 ( 5 * 8" br. 2^ hoch), kleine Figuren auf Kupfer. Gestochen nach ihm kennen wir einzig jenen Friedensschluß, von I. W. Stör, nach der Zeichnung von G. W. Heumann zu: Von Meyern's Nürnbergischen Friedens - Eyeku- tions - Handlung. Querfol. 1726 *); dann von einem Ungenannten das Bildniß des Nürnbergers Hier. Widmann in Quarto. wittig, eigentlich wirr ich, (CarlFriedrich Albert), ein Conducteur zu Berlin, welcher i 8 , 3 . 3 o Jahr alt war, wie wir irgendwo lesen. — — (JohannGottfried), dann ein Johann Gottbelf wittig, erscheinen gegen der Mitte des XVIII. Jahrhunderts, als Maler an der Porzellainfabrike zu Meißen. Mrc. — — (Johann Gotthelf), s. vorstehnden Artickel. — — ein Münzmeister zu kößnitz in Chur- sachsen, dessen eine Urkunde von 1286 gedenkt, s (Rlotzfch) versuch einer Chursachsifchen Münzgeschichre l. 22. — — eigentlich wittich ( ), stach 1802 zu Band XXXV. der Sammlung der Reisebeschreibungen, die Mylius in Berlin verlegte, zwey Blätter. Die Figuren sind schlecht gerathen, das Beywerk an Landschaft dagegen besser. Ob etwa der obige ssari F. A. (w.) darunter zu verstehen wäre? (l^c. — — ( ), Scholar der Zeichenschule zu Meißen, von dem man auf der Dresdner-Ausstellung 1818, einen nach Casanova gezeichneten Kopf des Antinous in Kreide sah. Dann auf derjenigen von »819 drey Zeichnungen in Kreide; zwey Akte nach Schenau, und einen Jupiter. wittig er (N. N.). Dieser Name steht auf einem kleinen Gemälde, das dieser Meister nach einem Holzschnitt Alb. Dürers, mit einem so guten Verhältniß des Licht und Schaltens gemalt hat, daß es, ehe man den kaum kenntlich gewesenen Namen entdeckte, für eine Arbeit des Goberr Flink gehalten wurde. Mensel Misc. XVII. 260. Wirtigis (Jvv), ein Bürger von Mainz, ließ in i 5 i >8 in seinem, vormals von Johann Guttenberg bewohnten, Hause daselbst, "zu Ehren dieses berühmten Buchdruckers, ein steinernes Denkmal errichten, das aber im dreyßig- jährigen Kriege zugrundging. He in ecke Lglachr. III. 242. *) Sollte dieses schon -649 gefertigte Bild einer so durch den Stich vervielfältigt worden seyn? witking (Christian Ludwig), Hofbauverwalter zu Hannover 1802, wird in dem Staatskalender von dort genannt. Wirrkamp (I. A- M.), ein Mäurermeisier zu Hamburg 1806. Mrc. wittke (Gottfried), Kriegs - undDomainen- rath, so wie auch Baudirektor in der Churmark, zu Berlin 1800. In 1792 erscheint er noch als bloßer Baurath zu Berlin, und 1771 eben dort, als Kammerkondukteur, wirrmanns ), zu Dresden, empfiehlt sich durch den dortigen Anzeiger von 1802, als Stubenmaler „wie auch mir Glasmalerei auf Schilder in Clavicre und Pianofork'ö, und zu Verzierungen derMöbeln nach eines Jeden Geschmacke." Desto schlimmer! Wirrowek, auch witdok, witdoek, witdouck, witdovek, wirdrek, wir- hoeku. Withouc (Hieronymus oder Johann), Kupferstecher, geb. zu Antwerpen um iboj. Er gehört noch unter die Stecher, die der besondern Leitung von Rubens genossen. Dieser Künstler scheint sich einzig befleißigt zu haben, die großen Wirkungen der Gemälde die er stach auszudrücken; er hat es aber oft auf Kosten der richtigen Zeichnung gethan. Dieses Fehlers ungeachtet sind seine Stiche sehr geschätzt, vorzüglich die, welche er in Helldunkel, unter der Aufsicht von Rubens ausgeführt hat, und die von bewundernswürdiger Wirkung sind. Liebhaber können Basan's Catalog von Rubens, über die Verschiedenheit der Abdrücke und über die Veränderungen, die mit verschiedenen Werken dieses Stechers vorgenommen worden sind, z» Rathe ziehen. Rost V. 422 — 26. Auch hier sind seine Blätter nach Rubens und C. Schut mit vielem Detail angeführt, und namentlich die Kreutzaufrichtung, und Jesus am Tische mit den Jüngern zu Emaus ** , dann St. Jldephons, der ein Meßgewand von der H. Jungfrau empfangt, und die Enthauptung St. Justus, alle nach Rubens, zu seinem theils Schönsten, theils Seltensten gezählt ***). Nach Schut nennen wir hier bloß: St. Niclaus erscheint dem Kaiser Constantin, und befreyk zwey — durch wen anders als durch Hofleute — verleumdete Tribunen aus dem Gefängnisse (das Urbild befindet sich in der Kirche zu Willebroeck). Die meisten Blätter des Unsrigcn find von i 633 — 3 g. datirt. Gandellini macht aus diesem Künstler irrig zweye: Hieronymus und Johaim. Noch bemerkt uns einer unserer Freunde: „Irgendwo lesen wir, daß er ein Schüler des Cornel Schut war, bisweilen irrig Hieronymus Wittswoek genannt werde; eigenhändig aber seinen Tauf- namen theils Hans, theils Johann schrieb, und sei» Geschlecht theils Wirdrek, theils Wichouc und wirdouc. wirrste:» (I. D ), ein geschickter Steinmetz zu Münden, einer Stadt in der Gegend von Göttingen, wo er noch 181h etwa bo J. alt lebte. Nach seiner Aufnahme und Zeichnung hat Graps einen Plan von Münden in qu. Fol. gestochen. wichtigen diplomatischen Handlung nicht auch schon früher *K) Von diesem Blatte wird bemerkt, es gebe Abdrücke davon in Helldunkel, welche unter Rubens Anleitung gemacht worden, und äußerst selten seyn sollen. nnu) Bev Füßli iv. ,zz. ,72. u. 205. finden sich, nach Rubens, von dem Unsrigen vorzüglich ausgezeichnet: Melchisedeck, der den wandernden Abraham mit Brodt und Wein beschenkt; die Kreutzigung (schon erwähnte Kreutzaufrichtung), und eine HimmelfahrtMariae. Alle drev Urbilder sind dort, nach Gewohnheit umständlich und vortrefflich beurtheilt. W i t t st e i n 6031 wlttstein dedicirte solchen, seiner Zeit, dem (ltzigen Ex-) König Hieronymus von Westphalen. * wirrst ein, s. auch Werkstein im Lex. und oben. Wirrwer ( ) und pi'sarev, dirigirten den Lau des Cadogaischen - Kanals in Rußland, mit welchem großen Werke man 17 >8 den Anfang machte, und an dem gegen 12,000 Mann mit dem Grabscheite arbeiten mußten. Allein da gedachte beyde die Arbeit nicht förderten, solche schlecht machten und obendrein noch Gelduntecschleife sich ;u Schulden kommen ließen, so wurden sie 1723 ihrer Dienste entlassen. Der Graf Münnich vollendete darauf solchen Bau um 17Z0. (Reimers) Er. perersburg II. 426. — — s. oben auch Widder. wirrvel (Carl). So soll ein Kupferstecher in England heißen, der zu Anfang des XVII. Jahrhunderts blühte. Witz (Emanuel), geb. zu Viel in der Schweiz 1717, eines Apotheckers Sohn, der seinen Vater frühe verlor, daher von einem seiner alter» Prüder, der sich ein wenig in der Bildhauerkunst übte, erzogen wurde, und von demselben die Anfangs- gründe der Zeichnung erlernte. Indessen wurde er einsweilen zu Kanzleigeschaften bestimmt, dann aber, als die bildende Kunst bey ihm alle andere Neigungen verdrängte, ihm vergönnt, ein Maler zu werden. Hierauf kam er in die Schule des (Baseler) Rudolf Hubers, der sich damals zu Bern aufhielt, wurde aber von diesem so sehr vernachlaßigt, daß Emanuel ihn nach wenig Monaten verließ, und, ohne einige Unterstützung von den Seinigen zu erhalten, (1738.) nach Paris ging, und in der dortigen Akademie, hauptsächlich unter Galloche, seine Studien fortsetzte, und sich' zugleich die Zuneigung von Bouchardon, Boucher, Cazes, Natoire und Carl Danloo also der vornehmsten Kunstlichter nach dem damaligen Schlendrian) erwarb. Von da begab er sich, als Gesellschafter des Mylord Keith *), in die Heilbäder von Bagneres und Barrege, und alsdann (1740.) weiter nach Madrid, wo er allerlei, angenehme und widrige Schicksale erlebte**), eine Menge Bildnisse angesehener Personen ***) Wißani. fertigte, einmal sein Glück in Lissabon versuchen wollte ^), und es aber nirgends finden mochte, wozu seine große Schüchternheit kein Geringes beytrug -f-j-). Was ihm in Spanien am meisten behagte, war der freye Zutritt, den er, durch die Vermittelung seiner Gönner, überall zu den Kunstschätzen in den Königlichen Häusern und Schlößern, so wie in Kirchen und Klöstern erhielt Endlich, nach einer Abwesenheit von 23 I. kehrte er in sein Vaterland zurück, und hinterließ in Spanien (wo er auch zum Mitglied der Akademie aufgenommen wurde) nebst dem Ruf eines ehrlichen Mannes und geschickten Künstlers, Anspruch auf eine starke Summe Geldes. „Allein" (fährt nun Mßli fort) „bekanntlich sind in diesem Lande die schlechten Zahler, besonders unter den Großen, häufig anzutreffen! Die vergebliche Hofnung, seine Gelder einzuziehen, hatte ihn, Evanien zu verlassen, lange Hinterhalten. Er befindet sich in seinem Vaterland vergnügt, geht bald hier bald dorthin, und malt Bildnisse und Historien mit vieler Kunst — Er verachtet hohe Ehrenstellen, und ist für den Reichthum gleichgültig. Ein redliches Herz, Leutseligkeit und Klugheit, mit Kunst und Geschicklichkeit verbunden, sind die Züge seines Charakters." Füßli V. 66 — 96. Er lebte noch 1796. Meusel lll. (2.) i 85 sagt (1874.) zuerst, er sey gestorben; wahrscheinlich jedoch bedeutend früher. Witz ani auch wiszani, Witz an, wizan, Witzau, wizanie und Witzen (Carl August, auch Carl Benjamin, gewöhnlicher bloß Carl), der Sohn eines Gärtners, geb. zu Dresden 1767 "), wurde in der dortigen Armenschule erzogen und 1782 aus ihr entlassen, um sich der Kunst zu widmen. (Bey dieser Gelegenheit nennt ihn derDresdner-AnzeigerJahrg. 178Z. S.6Z. Carl Benjamin Witzän). Er zeichnete anfänglich auf der Akademie bey dem Unterlehrer Mletzsch, wurde sodann ein Schüler von Canale und bildete sich zum Landschaftsmaler und Knpreretzer. In 1787 nahm er Dienste bey dem Chnrsächsischem Artilleriekorps **), bey dem er bis 1797 blieb***), dann wieder die Akademie besuchte und noch i 8 i 3 zu Dresden lebte und arbeitete, auch Unterricht im Zeichnen ertheilte. Auf dem Dresdner-Salon ,79s schon (somit hätte erseineKunst, auch unter dem Militär, fortgesetzt) sah man von ihm verschiedene Prospekte aus der Lausitz, inAaberlischerManier. In Meusel's '0 Damaligen Gouverneurs von Neuschatel, Mylord Mareschal genannt. *k) Juni Theil wenigstens angenehme in den Häusern des Grafen Aranda, bann des Sächsischen Ministers, Grafen von Kollowrath, und des Holländischen, Barons von Wassenaer; widrige z-B- als er, einer falschen Anklage wegen, in die Inquisition gerieth; ein andermal vom Hofe die Bestellung einer wichtigen Arbeit erhielt, dann aber, vor Vollendung derselben, der König (Ferdinand vr.) und die Königin (Maria Barbara) mit Tod abgingen. «-»«-) Des Kaiserlichen Botschafters, Kardinals Migazzi; der Herzogin von Parma, Lonise Elisabeth (Tochter Ludwig XV.) u. s. f. 4) Die Portugiesische Nation fand er unausstehlich. ff) Drollige Züge hierüber, erzählt Füßli. 444) Seine, Füglr mitgetheilten Nachrichten über diese Kunstschätze, über die jämmerliche Weise, wie einige derselben besorgt wurden, so wie über die dortigen akademischen Intriguen, sind wirklich sehr lesenswerrh. *) Also nicht, wie es irgendwo heißt, jüngerer, sondern älterer Bruder des nachfolgenden Johann Friedrich w. * 2 ) War also nicht (wie es irgendwo heißt) in -796 noch Schüler der Akademie. "'^) Vielleicht nur bis >796. In -79s erscheint er vollends als akademischer Ieichenmelster. Mus. 262. wo er Wizanie heißt, wird das von geurtheilt: ^Die Gegenstände waren noch ziemlich gut gewählt; doch macht sie das übertriebene buntharte Colorit zur Fabrickwaare." In 1801 gab er: Der Landschaftsmaler mir r 4 , theils colorirren , theils schwarzen Blättern; bald hernach, auf gleiche Manier 8 BI. in Quarto: Malerische Gegenden in Sachsen, von ihm gezeichnet und gestochen, und r 8 o 3 Gegenden um Gamig und Dohna. Was es nun mit als ler dieser Kunstwaare für eine Bewandtniß hatte, fst uns unbekannt; und eben so, wo sich dir an Gtmälde in Oel befinden, die er (nach Mensel III.) theils nach der Natur, theils als Kopiern nach Moucheron, Jof. Rosa, Ruysdael und Klengel gefertigt haben soll. Für sein Bedeutendstes halt der Gantkatalog von Winkler zwey sehr große Blätter: Schloß Stolpen, nach seinem nachfolgenden Bruder, I. F. wizani, und das Städtchen Herrnhut, nach I. P. Veith, mit (treve üe oomplimen8 !) Deutsche und Franzö- fischen Erklärungen auf zwey eben so großen Bläts tern. Er lebte noch zu Dresden i8iZ, wo er in Dienste eines Schlesischen Herrn trat, und sich dort vor einige» Jahren — erschoß! Seit der Redaktion dieses Art. vermehrt den- selben noch einer unsrer Freunde, theils im Ms gemeinen, theils im Besondern, wie folgt: Auf den Dresdner-Ausstellungen verschiedener Jahre, sah man Kupferstiche, noch mehr aber Landschaften und Viehstücke in Del (bisweilen auch in Kreide) von ihm. So z. B. in Oel, Prospekte Sächsischer Gegenden nach der Natur: Kopieen nach Jos. Rosa, Moucheron, Klengel, Ruisdacl, van de Beide, Everdingen und Pynaker (nach diesem ein Seegefecht bey Algier). Was seine Arbeiten mit der Nadel (diese meist kolorirt) und in Aquatinta anbelangt, so sind solche sowohl nach eigner Zeichnung, als nach andern Meistern. Zu den ersiern gehören die 178g und 179« radieren und kolorirten Blätter in: Bilderbuch oder Erzählungen zur Unterhaltung für Linder. Dresden bey Hilicher 8 . a. kl. 4° , wo die Landschaft ungleich besser als die Figur ausgefallen ist; mehrere Sächsische Gegenden 1791 in 4 ". ra- dirt und kolorirt; sechs kleine Sächsische Land- schaftsparkhien aus dem Grunde bey Gamig und eine Landschaft, die man auf der Ausstellung i8c>Z in Aquatinta von ihm fand rc. Dann nach Klengel eine Hirtenscene in Aquatinta; nach Ostade, die Dorfkirmeß kl. 4 ". radirt und kolorirt; nach J.A. Thiele, Gegend von Rabenau Fol. kolorirt (1791. Prcißl ioGroschen); nach Torenvliet einen Bauer in Aquatinta; nach I. G- Wagner, drey 1791 in 40. radirte und kolorirte Blätter: Rauenstein, Auma, und eine Gegend bey Meißen; nach Wouwermann ei» Black in Aquatinta, u. s. f. Außerdem haben er und sein nachfolgender Bruder eine Menge Sächsischer Prospekte, sowohl gezeichnet als in Kupfer gebracht, für den Verlag des Kunsthändlers Rittner zu Dresden, davon solcher das Stuck für 4 bis 6 Thaler verkauft. In dem Putzen und Restauriren alter Gemälde soll Carl nicht ungeschickt seyn. Witzani (Johann), Kupferetzer und Miniaturmaler zu Dresden, geb. daselbst, von dem wir indessen nichts Anders wissen, als daß er, in obigerKathcgorie, in: Dresden zurLennr- niß seiner Häuser 1798 erscheint, und, (nach Meusel III.) ein Schüler von A. Zingg war. S> auch den gleich ff. Art. von Johann Friedrich, 6) Und irrig Johann Wilhelm. Was oben dem älter« Bruder zugeschrieben wird. mit welchem wohl der Unsrige Eine und dieselbe Person ist. witzani sJohann Friedrich, gewöhnlich Friedrich *)), der jüngere Bruder des vorstehnden, geb. zu Dresden 177^, lernte als Landschafks- zeichner und Kupferstecher bey Zingg von 1787 bis 1791, ging ungefähr r 8 c >3 als Landschaftsmaler zur Porzellainfabrik nach Meißen, kehrte zwey Jahre später nach Dresden zurück, und lebte hier noch i8t3 als Kupferstecher und Maler in Wasserfarben und Miniatur. In 1809 zeigte er dem Dresdner-Publico sechs große Transparents (zur Abendzeit) für Geld. Es war eine italiänische Gegend; der Vesuv; Adelstan und Röschen aus Hölty's Gedichten; das Gewitter; eine Bataille; und ein Sturm. Auf den Ausstellungen seiner Geburtsstadt sah man mehrere gezeichnete und kolorirte Prospekte von ihm; unter andern 1811 den Brand zu Königstein. Friedrich hat ziemlich viel Landschaften gestochen; so z. B. den Vesuv nach einemJtaliänerd8oi. Preiß 8 Gr.); den Brand der Vorstadt zu Görlitz nach Olden- dorp; das Städtchen Roßwein kolorirt in 4°. nach Carl Witzani rc. Er arbeitete aber auch nach eigner Zeichnung und gab ein Werk in Druck heraus, betitelt: Der Landschaftsmaler mit 14 j kolorirten und schwarzen Kupfern. Dresden bey Gerlach 180,. 4°. Preiß 1 Rthlr. 8 Gr **). Keller S- 211. nennt ihn irrig Witzau, und der Dresdner Adreßkalender auf 181« giebt ihm eben so falsch die Taufnamen Johann Wilhelm. Vergl. auch oben den Schluß des Artickels seines Bruders. Er lebte noch ,8,8 (nachdem er einige Jahre früher Pensionair der Akademie geworden war) zu Dresden und zeigte damals auf der Ausstellung einen nach eigenem Entwurf gestochenen und kolorirten Prospekt von Pillnitz; auf derjenigen von 1819 dagegen eine in Aquarell gefertigte Zeichnung des Fischhauses bey Dresden. Mrc. Witz« nie, s. gleich vorstehnd Witzani. Witzen, einer der vielen verderbten Namen der oberwähnten Künstler witzani. witzigmann (Johann), wurde in 1709, als des Grafen von M.ontford Special-Münz- wardein, an der Münze zu Langenargen ernannt. Da er jedoch Geld auf eine »ngesetzmäßige Weise ausprägte, so wurde er 172h vom teutschen Reiche zur Verantwortung aufgefordert. Hirsch teutsches Münzarch. VI. 18. 48 - t>2. Witzleben (Ernst Wilhelm Ludwig Georg, gewöhnlich Wilhelm von), wurde zu Gräfenlonna im Kochnischen 177« geboren, trat 1788 bey dem Chursächsischem Infanterieregimente Prinz Clemens zu Langensalza in Militair-Dienste, nahm i8ie» feinen Abschied als Hauptmann und privatisirte seit dieser Zeit zu Dresden. Früher war er, nebst andern Personen mehr, dazu gebraucht worden, die Herzoglich Sächsischen Lande aufzunehmen. In 1790 ließ er sich einigen Unterricht im Landschaftss zeichnen von Zingg in Dresden ertheilen, und setzte solches Studium — ziemlich spät — 1812 bey Klengel und darauf bey Faber (dessen Schüler) fort. Nach ihm haben gestochen: C. C M. Keyl einen Grundriß der Stadt Töplitz »nd des Dorfes Schönau (in Commission bey Rittner. Pr. iliGr.); Franz Täubert zwey Ansichten aus Ungarn (während eines Feldzuges scizzirt), nämlich der Pal- fystein bey Stampfen und das Felsenschloß Theben an der Donau, beyde in qu.Fol. radirt und kolos Es gehört aber ruverlaßig dem Unsern. W i z a n i. ritt; Tönert eine Ansicht in Vogelperspektive der sogenannten güldenen Aue in Thüringen, zu: Der Traum der Winternacht von C F. von Kamiensky, herausgegeben von C. A. Braun. 8°. Leipz. 806. Der Un.rige st. zu Dresden 1818. wizani, s. oben witzani. k wizionelli s ). Ein solcher (Wann? Wo?) malte Geschichte mit Architektur und Ruinen. Lv.w. wlach (Bernhard), ein Böhmischer Baumeister, von dem die Pikarditen ,54, ihre Kirche zu Brandeis erbauen ließen, welche er inner Jahrsfrist vollendete. DIabacz. Wlochowic (Sebastian), ein Maler und Rathsherr zu Przemysl in Pohlen, wo er , 65 c» starb, alt 5 g Jahr. . 5 rm. L'tarovo/LcittL.' 1^1 onn- menta 8armatarum. Lraooviao , 855 . tol. p.592. ' wlomerA (Alexander), ein Ingenieur zu Anfange des XVIII. Jahrhunderts. Eine Aufnahme von ihm, hat I. G- Krügner zu des Sa>n. Lentz: Haus Anhalt. Cöthen und Dessau 1757 Fol. gestochen. woch er (Marquard), ein Sohn des nachfolgenden Theodors, geb. zu Seckingen in Schwaben r/ 58 . Zuerst Schüler seines Vaters, nachher L. Aaberli's zu Bern, wo er es durch Talent und anhaltenden Fleiß so weit brachte, daß er bald für einen der glücklichsten Nachahmer desselben im Zeichne», Etzen und Coloriren merkwürdiger Schweizecprospekte. Costume's u. s. f. geschätzt wurde. Als zu Bern wohnhaft nennt ihn Mensel II. noch 178g und Rost II. vollends noch >796; späterhin (und wohl schon früher) ließ er sich zu Basel haushablich nieder *). Schon um 1789 kannte man von ihm in gedachter Manier: Ansicht von, Gurnigel - Bad , nach der Natur ,779. Die Schwinger am Oster-Montag zu Bern **), von Janlner vollendet. Zwanzig colorirte Blätter, Dauern und Bäuerinnen, in den Trachten verschiedener Schweizer- Kantone, nach G. Lory u.a. ***). Das Lauterbrunner - Thal mit dem Staubbache. Dies gemeinschaftlich mit Lory. Das Gotteshaus Einsiedeln, nach Aschmann. Das Hinauf- und Hinabsteigen des H. von «saußüre aus Genf, auf den Montblanc (12" hoch, 17" br.) ,787- Späterhin (1796) bewog ihn der Wunsch vieler die Schweiz bereisenden Fremden, auf Einem Blatt, und in einem mäßigen Raum, die abstechcndsien weiblichen Trachten mehrerer Schweizer-Kantone beysammen zu haben, zu dem Entschuße, ,8 derselben, in Miniatur und in Gouache ge- Wacher. 6033 Malt, in Form — großer Rockknöpfe, auf das Treueste darzustellen ^). Als unsicher-f-f-) wird ihm auch zugeschrieben: Das Blatt, worauf Ludwig XVI. mit seiner Familie im Temple, nebst den wachthabenden CommissairS, dargestellt wird, welches im März 179z auf Unterschrift eines Reichs- thalers erschien. Zuverläßig hingegen von ihm waren, zu Anfang des xix. Jahrh. Das Vater Unser eines Unterwaldners, nach der Zeichnung von Mallsten inAqua-Tinta geetzt und, auf Verlangen, auch von dem Unftigen ausgemalt. (Mir den, Titelbl. 8 Blätter in Quarto). Pr. der braunen, 2 Ld'or; der gemalten K Ld'or Aber wichtiger als dieses Alles, und was von den großen Talenten unsers Künstlers allen Kennern die unzweydeuligste Ueberzeugung gab, war die auf dem ersten Denier - Kunstsallon (,80 s.) ausgestellte wunderschöne Miniatur seiner Kopie nach Raphaels Bildniß der Johanna von Arragon; und auf eben demselben eine Landschaft von ihm: St. Jakob bey Basel, von der feinsten Toccirung, und wie aus der Camera obscura ins Leben gezaubert. In unsern neuesten Tagen gen'eth H. Mocher auf den schönen Gedanken das erste Panorama von unserer Schweizer«Gebirgsnatur zu liefern- und wählte zu seinem Standpunkte Thun, als Vorstadt des Bernerschen Oberlands. Wie vortrefflich ihm solches gelungen sey, bezeugen abermals alle Kenner dieser Kunstgattung. Dasselbe steht zu Basel in einer von dem Künstler dazu eigens errichteten Baute aufgestellt, und wird dort Fremden und Einheimischen gegen eine sehr unbedeutende Remuneration, wen» seine seltene Muße es vergönnt, mit der liebenswürdigsten Gefälligkeit von ihm selbst vorgewiesen. Eine colorirte Ansicht der Stadt Aarau von ihm nennt noch der KVmklersche Gantkatalog. Dann einer unsrer Freunde, als nach ihm, von P.W. Schwarz: Den alten Bauer, der Holz unterm Arme trägt, in Tuschmanier; Haldenwang (1798 in Aquatinla): Ansicht des Jungfrauhorns, den Wasserfall nebst der Mühle bey Raqatz, und (dies Kopie nach Elaude Lorrain): Die heimkehrende Heerde: letztres Blatt mit dem Grabstichel. N)c> ch e r (Theodor), des obigen Marquards Vater, gebürtig von Gelingen, ein geschickter Bildniß- und Gattungsmaler, der sich um 1779 (damals schon seit ungefehr 13 I.) in Bern aufhielt. Menseln. (1778.) nennt ihn Zeichner und Kupferstecher, und führt von ihm an: Figuren in orientalischer Kleidung, alte seltsam heraus- A) Schon in Meusel's N-Mus. (-795 ) S. 46z. heißt es, daß ihn der Architekt Bühel zu Basel schon vor mehrere Jahren zu seinem Schüssen gewählt habe. N 2 ) Nicht nach der Natur, ist wohl ein Druckfehler bey Meusel II. u. III. Bey wittklev heißt solches vielmehr ausdrücklich! keine ck'Sjiree nsiu-e, imiacose comyosiuon; termiue LU Invis PL- ««) Das detaillirte Verzeichniß derselben s. bey Meusel II. u. III. f) S. das Verzeichniß derselben bey Meusel m. und im N- Museum S. 465—66. Pr. 36 Livr. de France. M Denn eben auch unsicher war damals dergleichen eben auch für einen — Schweizer-Künstler, ktt) Ziemlich wegwerfend spricht davon das Meuselsche Archiv B. I. (3.) 59—40- NW DDI L' V - r' 7 . K i. 5 geputzte Weise mit langen Barten (?), Perser/ Tataren u. s. f. in Distermanier. Bey wmkler heißt er ebenfalls Zeichner und Kupferetzer mit fester Nadel, ein wenig in Rembrandtö Geschmacke. Dort werden von ihm ebenfalls Blätter von vor- bedeutetem Innhalke, nach seiner eignen Erfindung, mit 1773 und 76 datirt angeführt; daß solche in Bistermanier gearbeitet seyen, wird hier nicht erwähnt. Noch nenm einer unserer Freunde von ihm artige und sehr beendigte Figurenstücke, mit der Feder gezeichnet, und mit Bister ausgetuscht. Neueres von ihm, und namentlich auch sein Todesjahr, ist uns unbekannt. Bey Mensel III. (180g.) erscheint er nicht mehr. *wochrer( ). So wird bisweilen wuchrer des Lex. und unten in diesen Zusätzen geschrieben. Wodiczka (Heinrich von), Ingenieur zu Salzburg und Oberinspektor des Wa sser- Brücken- u. Straßenbaues 1813. weilmeyer's Salzburg. Das. i 8 i 5 . S. 89. Woditzka ( ). So heißt ein um 1802 und wenigstens noch um 1809 zu Prag lebender vorzüglicher Zimmermaler (?). Nach Mensel III. exceUirt er in Fresco - Arbeiten. Öonk. feuere Abhandlungen d. Böhm. Gesellsch. d. Wissensch. III. 107. Ob die beyden vorstehnde Künstler nicht, mit ungleicher Rechtschreibung, von gleichem Geschlechte, und der erstre vielleicht ein Sohn des zweyten sey, ist noch die Frage? W 0 d n i a n s k p (I. E.). So nennt Dlabacz einen Maler zu Prag, nach dessen Zeichnung A. Wauner ») einen Johann von Gott, und die vier zu Ehren Johannes von Ncpomuck errichteten Triumphpforten, auf vier Tafeln gestochen hat. woebken (Traugott Hermann), ein Con- ducteur zu Berlin 179h. wo eh »er (Paul Heinrich Ludwig), wird in den Berliner-Adreßkalendern igoi zu Berlin und i8vh zu Oranienburg als Bauconducteur genannt Woehrer (Ludwig), ordinairer Bauaufseher bey dem Hofbauamte zu Wien 1793. Hof- und Graars-Schematismus von Wien. woehrmann (Matthias), ehemals Maler zu Elchstadt, dann Hofmaler zu München, wo er 1794, b 6 I. alt verstorben ist. Lipowsky. Wo elfe! (Johann), Hofzimmer r u. Brunnen- meister zu Bayreuth 176h. /llrc. woelker ( ). Ein solcher gab in 1808 zu Berlin, gemeinschaftlich mit Jugel, schön illuminirte Blatter zu Müchlers zwey Liedern: Die Blumen, und der Schmetterling, welche der Königin an ihrem Geburtstag überreicht wurden. )k/5c. Woellner (Georg), wurde dem Goldschmiede Hans Dürr dem altern zu Dresden, ih88 auf vier Jahr in die Lehre gegeben, wördenhof (Niclaus Friedrich), ein Mäu- rermeister zu Hamburg 1806. Tl/rc. woereshoffer oder woerkshoffec ( ), Inspektor, doch wohl des Bauwesens, zu Greifswalde in Schwedisch - Pommerm Er zeichnete i8n zu des Biederstedt: Denkwürdigkeiten aus der Geschichte der Nikolaikirche und Gemeinde zu Greifswald. Das. 1812. Fol. die innere Ansicht dieser Kirche, welche von Meno HaaS gestochen ist; ein artiges Blatt. In der Vorerinnerung obigen Traktates, ist er Woe- reshoffer; auf dem Kupfer dagegen woeris- hoffer geschrieben. Auch in Biederstedc's Geschichte der Nikolaikirche. Greifswald 1808. 8". finden sich nach dem Unsern von Ludw. Schmidt gestochen, zwey Blätter in 4°, die äußere Ansicht solcher Kirche von i 5 i 5 und von 1808 darstellend. Sein Name ist hierauf einmal als Moerishöser und das andrem»! alsMorishösec irrrig »erstochen. *woer,ot, s. oben und im Lex. voeriot. Woerle (Peter Georg). In Möbsens Sammlung von Aerzte - Bildnissen S. 99., wird ein in Fol. gestochnesBildniß des H.Pantaleon angeführt, welches bezeichnet wäre: ^eter 6eor§ /i/^oXe atram. 8in. (Tusche) äel. Woerl in (Zacharias), s. obenwerlin. Hier bemerken wir noch, daß sich auch sein Bildniß in ganzer Statur von Joh. Christ. Dietzsch gestochen findet, ^rc. Woernigen oder woeringen (Johann von), kommt um 1^94 als Münzwardein der Stadt Cölln und des Westphalischen-Kreises vor. Er st. idn. Hirsch teutsches Münzarch. III. 32 i. 402. wo ernte ler (Carl), der beßte Schüler des Portraitmalers Christian Dav. Müller zu Dresden, den dieser um oder nach der Mitte des vorigen Jahrhunderts gezogen haben muß. Heller S. 120. woerschi (Jakob), ein Maler s. oben Jgnaz Schilling. Woerschler (Johann Georg), wurde 1760 als des Fürsten von Baden (- Durlach) Münzmeistec verpflichtet. Hirsch teutsch. Münz- Archiv VIII. 829. rc. * w 0 g oder woge (Daniel). Die nach seiner Zeichnung gefertigten Blatter zu Masche'ns gottesdienstlichen Alterthümern derObotriten u. s. f. erschienen zu Berlin 4°. 771. In Sprenge l's Handwerke u. Hünste fortgesetzt v. Harrrvig Samml. X. Berlin 1773. 8°. S. 96. sagt man, er halte sich itzt (»77».) in Strelitz auf, sey von Berlin gebürtig, und wäre im Bildnißmalen ein Schüler von Pesne. — In 1786 sandte er von Strelitz, zur Ausstellung in Berlin, ein Brustbild und eine Landschaft mit Mondschein. Meusel III. (1789.) s. v. woge, zählt ihn noch unter die Lebenden. W 0 gak (Johann). So nennt Dlabacz einen Maler in der kleinern Residenzstadt Prag, wo er i 6 i 5 mit einer — Böhmin getraut wurde. «Wogrer (Abraham), ist Eine Person mit Abraham wuchrers, von dem wir unten ein Mehreres, als das Lex. besagt, noch beybringen werden. '») Oben » v. wanner versäumten wir zu bemerken, daß bey Dlabacz iz Bl von demselben angeführt sind, wovon 12 (darunter auch jener Johann von Gott) zu einem Duodez-Bündchen: Mariens Lustgarten, gefertigt worden, welches zu Prag 1704 erschienen war, woraus denn die ungefehre Blüthereit dieser beyden Künstler erhellet. Wohl 6035 / Wohl ( ). Eine Namenskürzung, deren sich der unten ff. Kupferstecher A. wohlgemurh bediente. wobler (Friedrich Heinrich), erhielt auf der Kopenhagner Akademie 17L4 eine Preißmedaille im Zeichnen nach dem Modelle, Weinrvich's Uunste Historie i Dannrark. — — (JohannChristoph), der altere, geb. zu Magdeburg 1748. «Derselbe lernte die Bilde Hauerkunst von seinem Vater, kam mit ihm 1769 nach Potsdam, und siudirte nachher unter den Brudern Ranz. Von ihm kennt man Kinder- gruppen und Vasen von carrarischem Marmor in Eanosouci, nach Meils Zeichnung, die er theils mit Schneck, theils mit Schneck und Ränz gemeinschaftlich, verfertigt hat. Dann Vieles zu den neuen Gebäuden in Potsdam, und für den Fürsten von Sacken " Mensel II. (1778.). Bey Ebendemselben III. (1809.) erscheint er nicht mehr. — — (MichaelChristoph), der jüngere, des vorigen Bruder, ebenfalls Bildhauer zu Potsdam, geb. zu Magdeburg 1754. «In 1770 ging er mit den Brudern Ränz nach Rom, und studirte in ihrer Gesellschaft nach den Antiken. In der Folge besuchte er St. Petersburg, Stockholm, und die Kunstakademie zu Kopenhagen. Nachdem er dort alle Preismedaillen erhalten, kam er 178c» wieder nach Potsdam." Mensel II. (1778.). Auch dieser erscheint bey Ebendems. III. (1809.) nicht mehr. — — ( ), der beyden Obigen Vater, Bildhauer von Magdeburg, arbeitete zu Potsdam Figuren und Gruppen für die Königl. Schloß«, und st. daselbst nach 1770. Mcolai. woblers ( ), soll 1781 eine große Karte von der Lübecker Reede geliefert habe». Wohlert (Hans Friedrich), trug 1766 im Zeichnen nach dem Modelle eine Preißmedaille bey der Akademie zu Kopenhagen davon. W e i rrw, ch Runst-Historie. wohlfarrh, s. unten wolfarch. Wohlgemurh (A.), ein mittelmäßiger Kupferstecher zu Berlin, der für Buchhändler arbeitete. Blätter von ihm finden sich in den Schriften der Wohlgemurh. Berliner - Gesellschaft nakurforschender Freunde. Berlin 8°. nämlich im VII. Band 1787 und im VIII.B. 1789 (hier nach der Zeichnung von C.F. Hornstedt und I. C. Nehrlich); in der Sammlung der Reisebeschreibungen. Berlin b. Mylius, Band XXXII. ,729. (die Bildnisse zweyer Wilden); in Eprengel's entdecktem Geheimniß der Natur. Berlin 179Z. 4°. nach des Verfassers Zeichnung. Wohlgemuth (Joh. Caspar), Baucondueteur bey dem Königl. Kammerkollegio zu Anspach 1796. Frankisches-Adreßbuch für 1796. -- — (Johann Heinrich), Schreib- und Rechenmeister an einer Schule zu Hamburg, wo er 1719 starb. Man hat von ihm: Handgriffe der edlen Schreib-Kunst, bestehend in allerhand curieusen Schriften und Alphabeten; samt dem zweyten Theile, von großen und kleinen Teutschen Buchstaben, Zügen und Fractur - Schriften, ,2 in vielerley Jnventiones." Hamburg 1708. Fol. Ao/r. Mol/e-'r Limbria litterata II. p. 1016. * — — oder Wolgemutt (Michael). Derselbe stammte aus einer Nürnbergischen Familie *), von der bereits mehrere Glieder als Künstler fich ausgezeichnet hatten, und malte und schnitt in Holz mit gleicher Meisterschaft. Allein die meisten seiner gemalten Arbeiten sind durch die Unbill der Zeit zugrundgegangen, so daß die wenigen übrig gebliebenen zu den größten und bewundernswürdigsten Seltenheiten der alten deutschen Kunst gehören. Unter denselben steht das Altarblatt in der Stadtkirche zu Schwabach (eine Kreuzigung) oben an **); es wurde i. I. > 5 o 6 vollendet, und dem Künstler mit 600 fl. (nebst 10 fl. seiner Frauen zum «Lcy- kauf") bezalt, eine Summe, die heut zu Tage eine Summe von ungefehr i 83 o fl. ausmachen würde ***). Dann sind zu Nürnberg von ihm noch vorhanden: In der Rathsstube des Stadthauses ein jüngstes Gericht; in der Augustiner- Kirche zwey schöne Altarflügel (die Kreuzabneh- mung, und St. LucaS der die H. Jungfrau malt); und in der Kapelle der Mutter Gottes und der — 14 Nothhelfer, noch ein anderes ,496 gefertigtes Bild -j-); endlich in der Frohnwage daselbst auf zwey Thüren, welche ein Bild von Veit Stoß verschließen, die HH. Sebald und Loren; Von deutschen Gallerien besitzen von ihm, unsers Wissens einzig die KK zu Wien ein mit tön datirtes Altargemäld mit doppelten Flügeln (6' hoch, 4 ^ br.) in ganzen Figuren von Vierthcil Lebens« *) Er selber erscheint zuerst in dem Burgerverzeichuiffe des Sebalder-Stadttheils >47Z. Fiorillo'a Deutscht, t. 267. * 2 ) Verschiedentlich wird dieses Bild nicht bloß die Zierde , sondern auch eine Nahrungsquelle des kleinen Städtchens genannt. Den lesenswerrhen Accord hierüber, so wie eine ausführliche Beschreibung des Bildes s. in Meuset'» Misc. iv. 475 — 8r- und früher ebenfalls eine Beschreibung in Falkcnstein'» ttkronicon (40 Schwab. 756.) S. 88- In neuern Lagen (> 795 -) ließ ein ungenannter Dritte von den vornehmsten Parthieen desselben durch den Professor Naumann zu Ansbach Kopie nehmen. 4 ) Die Beschreib, s. in Zlorillo's Deutschland n. 325 — 26. 44 ) I. c. I. 259. Noch nennt der Nürnberger-Almanach von 1819 als dort noch befindlich von wohlgemuth: In der Galerie des alten Schloß« (wird doch nicht die vorerwähnte Frobnwage seyn?) ei» großes Alrar- geinälde; die vier zu beyden Seiten bemalten Altarflügel stellen Heilige in Lebensgröße und ganzer Statnr dar mit Goldgewändern auf blauem Grund und schwarzer Schattiruug; im Innern sind kleinere Darstellungen aus der Geschichte St. Sebastians. Dann besitzen von Partikularen: H. Fcauenholz, und der Haupt- mann von Dcrschau zwey vortreffliche; letztrer die Ausführung zur Kreutzigung; der Buch- und Kunsthändler Campe mehrere, darunter ein Ecce Homo neben einer Kreutzigung von Dürer, von -495, woraus sich zeigt, wie weit dieser vorgeschritten war; die Formen sind auch Dürers »och, aber in den letzter» mehr Geist. Die drey Marien, und Joseph von Arimathia, gehören z» w- Beßterhaltenem und Vollendetstem 1. I i4 l>0Z6 W o h l g e M u t h große, weiche Mannigfaltiges aus der Geschichte des H. Hieronymus darstellen *); dann diejenige zu München ebenfalls den Flügel eines Altar- biattes in zwey Abtheilungen, welche die Kreuz- tragung und die Auferstehung darstellen s 2^10" hoch, 8 " br. ^ und endlich diejenige zu Schleis» dein, eine Geburt und eine Auferstehung, jedes 5, 11" hoch, 3 ' 6 " br. ganze Figuren auf Gol- grund gemalt; im Vorgrunde des erstern der männliche Donator, im andern die weibliche Schen- kerin, mit dem sonderbaren Umstände, daß diese beyden Figuren um zwey Dritcheile kleiner als die übrigen sind; dann noch ein Brustbild von Ek. Hieronymus, der sein Crucifix küßt, und in der Hand einen Stein halt. Noch eine kostbare Notiz haben wir einem unserer bewährtesten Kunstfreunde zu danken — um so viel kostbarer, da solche von der ältesten uns bekannten Arbeit von LOoblcteuiurh Kunde giebt. Dieselbe ist aus einem wohl Wenigen bekannten Buche, Schmidts Zwrckauer-Chroni'ck 1626. TH. 1 . S. HZ. entlehnt. Dieser zufolge befinden sich nämlich von ihm in dem Chöre der Kirche U. L. Frauen zu Zwickau Gemälde auf Thüren, die dreymal können gewechselt und auf und zugemacht werden. Erstens findet man die Passion in verschiedenen Akten: „ist gar schön perspektivisch gemalt." Zweytens die Verkündigung Maria, die Geburt, die Anbetung der H. drey Könige, und drey Marienbilder; der dritte und inwendigste Theil, welcher nur a» Festtagen aufgemacht wird, ist der schönste und enthalt neun vorkreflich ausgehauene weibliche Heilige. Unter diesen Bildern findet man auch noch, in einer kleinen Tafel, Christus mit den zwölf Aposteln, eben so, nur nicht so groß, geschnitzt und mit Golde verziert. Hinter dem Altare hangt eine Tafel mit einer Inschrift. — Eine eigentliche Kunstcharakteristik von ihm haben wir fast nirgends gefunden. Einzig sagt der H. von Männlich: » In wohlgemutes Gemälden findet der Kenner Einfalt, Größe, Ausdruck, Wahrheit und Fleiß. Die Trockenheit aller Erstgebohrnen der Malerey war auch ihm eigen; sie war eine natürliche Folge der Aengstlichkeit, mit welcher er die Natur in ihrer Feinheit nachzuahmen suchte. Er pflegte seine Umrisse (wie nach ihm Raphael that) mit einer braunen Farbe zu zeichnen , von welchen er nicht mehr abgieng, und welche hin und wieder in seinen Gemälden durchscheinen." Beschreibung der Eburpfal; - Bayerschen Gemalde- samml. l. 4/0. Fi 0 ril 1 0 Deutschland II. 024. bann glaubt, es dürfte doch zu wenig gesagt seyn, wohlgemurhs höchsten Preis in die Ehre zu fetzen, A-Dürers Lehrer gewesen zu seyn; und in der That scheint aus der oben citirten Beschreibung des Bildes zu Schwabach (in den Meu- sel'schen Miscellen) zu erhellen, daß der Unsrige an und für sich, in den wichtigsten Kunsttheilen, Zeichnung, Ausdruck und Colorit, vorkreflich war, und z. B. in dem Faltenwurf, und beson- W 0 h l g e M u t h. ders in der Weichheit seiner Gewänder selbsiDürern übertreffen habe: „Es ist'' (heißt es dort) „zum Bewundern, wie künstlich er das weiße xinnen in verschiedenen Graden auseinander setzen konnte." Für seinen Lehrer als Stecher ***) halten Ei, nige den freylich schon an und für sich etwas zweifelhaften Jakob Walch, der seine Blatter, gleich dem Unsrigen, mit einem und bisweilen mit einem Schlüßel ähnlichen Monogramm bezeichnet habe ^). Bey Rost l. in 8 . heißt es von ihm: „wohlgemurh arbeitete für den berühmten Hermann Schedei; dieser war Arzt, Geschichtschreiber, und Herausgeber der großen Chronik, welche Ao. i 4 gZ zu Nürnberg gedruckt ward. Man glaubt, daß er die Zeichnungen zn den Kupferstichen dieses Werks gemacht, und daß Wilhelm Pleysenwurff, mit einigen seiner Zeitgenossen, sie in Holz geschnitten. Ob man gleich von Wolgemur verschiedene Holzschnitte hak, so arbeitete er doch lieber m Kupfer, welches ihm mehr Ehre erwarb." Die wenigen von diesem alten Meister bekannten Blatter sind ff. i. Christus hält das Osterlamm mit seinen Jün, gern, ein schönes Blatt in gelb Helldunkel 4°. s. Ein Ecce Homo mit Maria und Johannes, Halbfiguren; darüber ein schwebendes Engelchor. 4°. 3 . Christus am Kreuz; unken die HH. Weiber und St. Johannes. 4°. 4-6. Christi Grablegung, Höllenfahrt und Aufer, stehung. 4°. Diese drey, in guten Drücken schöne Blatter. 7. Marter St. Sebastians. Ohne Zeichen. 4°. Nach einigen würde die Erfindung dieses Blattes dem M. Schön zugchören. 8. Christoph, der das Jesus-Kind durch den Fluß trägt. 4 °« Sehr selten. 9. Stehnder Bischof, halt in der einen Hand ein mit einem Pfeil durchschoßenes Herz, mit der andern seinen Stab. 12°. 10. Dame mit einem Cavalier im Garten, hinter ihnen der Tod. Ohne Zeichen. 4°. r i. Ein warm gekleideter Mann, vor einem Ofen auf einem Kopfkißen eingeschlummert; hinter ihm bläst ihm der Teufel mit einem Blas, balg ins Ohr, zu seiner Rechten überreicht ihm die nackte Venus einen Brief; unten geht ein Cupido auf Stelzen. 4°. l2. Vier nackte Hexen in einer Kammer; über ihnen eine Kugel mit den Buchstaben 0 .6M. und der Jahrszahl i 4 Z 7 - 4 °- Diese drey Blätter 10-12. kennt man auch von Dürer, N°. 10. mit einiger Veränderung; und N°. 12. besser gestochen, mit Scheufelins Zeichen n) Eine ausführliche Beschreibung davon s. bey von Mechek S. 244—47. und etwas abgekürzt bey Fiorillo Deutscht, it. Z26 — 27. Eine andere wahre Kunstjumeele besitzt der H. Kronprinz von Bauern in dem Bildnisse unsers Künstlers, von seinem Schüler A. Dürer gemalt, mit der angenehmen Inschrift: „Dieses hat Albrecht Dürer abcontrefät nach seinem Leermeister Michael wohlgemut in >5-6; undt er was 2 ar, undt hat gelept pis man zelt ,5,9 Jar; do is er ferschiden an St.Endres Dag ftü ee die Sun uffging!" Früher stand dieses Bildniß in dem Praunischen Cabinet zu Nürnberg. Ist wohl nach demselben (fast zweifeln wir daran!) das Bildniß von wohlgemut- in Steindruck gefertigt, welches sich an der Spitze von Max. Frank- deutscher Künstlergallerie befindet? na--) S. vor Allem aus die Endnote dieses Art. l) Noch andre Monogrammate von dem Unsrigen giebt der winklersche Ganlkatalog. stf) Der winklersche Gantkatalog glaubt: Lines altern Scheufftlins, als des bekannten Schülers von Dürer. Wohlhaubter Wolcke. 6037 rI. Das Innere eines gothischen Gebäudes mit drey Gewölbern. 4°. ,4. Drey Bauern in Unterredung, wahrscheinlich zur Zeit des Bauernkriegs. Dies mit Wohl- gemuths und Dürers Zeichen. 8°. i 5 . Noch nennt endlich Malps (wir wissen nicht mit welchem Grund) von dem Unsrigen eine Folge Französischer Könige in Holzschnitt, für ein in gedrucktes Geschichtsbuch. Und eben so unsicher noch eine unsrer Notiz- zen: Malus, der die Hände wascht; einen St. Augustin, und die Bildnisse sieben alter Rechtsgelehrten: I. Andreae, A. de Butria, W. Durandi's, Gratianö, Odofredo's, A. Roselli's und I. Setzcr's *). Die zu Anfang dieses Art. erwähnte Inschrift hinten an dem Altarblatte zu Zwickau lautet, wie folgt: „Nach Christi Geburt vier hundert und im neun und siebenzigsten Jahr, am Sontag Laetare, sind übereinkommen, der gestrenge Merken Römer, die Zeit Hauptmann zu Zwickau, und der erbare Rath allhier, Paul Strödel, die Zeit Bürge- meister, Caspar Sangner, und Thomas Wilderer, Alter-Leute, mit Meister MichelWolgeinut, Maler zu Nürnberg, umb dieses gegenwertige Werk, das da allenthalben gestehet Vierzehen hundert Reinische Gulden."— Noch bemerkt uns einer unserer Freunde über den Unsrigen: „Auch das (scheu genannte) schöne Gemälde am Hauptaltare der Pfarrkirche zu Schwabach ist, wie Reichard's Passagier besagt, von seiner Hand; dann, wie es anderwärts heißt, ein Prospekt von Nürnberg, der sich in der dortigen Lorenzkirche befindet. Letzteres Gemälde hat I. F. Volkart (1789.) in qu. Fol. gestochen. Sein Bildniß hat auch V. 8. k. (Virgil EoliS) in 4 ° radirl; das einseitige Medaillon mit seinem Bildnisse ohne Namen, was A. Dürer 1808 auf ihn fertigte, hat sowohl Dopp elinayr, als auch will in seinen LFürnb (ssiünzbelu- silg. IV. lag. abgebildet. Jmbof's Sarrnn- lung eines hJüvnberg,schon Münz-Eabiners Th. l. Abkh. 2. S. g 48 . nennt ebenfalls ein von Dürer auf ihn poussirtes einseitiges Medaillon, aber ohne Jahrszahl (und Umschrift). Wohlhaubrer (Emanuel C., gewöhnlich Emanuel), ein von Salzburg aus einer guten Familie gebürtiger Maler, der sich weit und breit in der Fremde umsah. Während der Zeit, daß er bey Colomba in München kondilionirte, erhielt dieser, von Fulda aus, den Auftrag, einen guten Künstler dorthin zu senden. Er schickte unsern Emanuel, der dann auch sogleich als Hofmaler dorr installirt wurde. Von diesem sehr geschickten, obwohl (bisweilen fast aus die Weise des Piazzetta) etwas manirirten Künstler, der außerhalb Fulda (wo man ihn meist nur mit seinem Vornamen Emanuel nennt) fast gar nicht bekannt ist, findet sich in gedachter Stadt noch Verschiedenes vor. So z. B. in der SodalitätSkirche die Frescomalerey in Del, und Alles andere; in dem Orangeriehause die Frescomalerey; auf dem Frauenberge in der Kirche neben der Orgel ein Cruzifip, Sraft feleigemälde rc. In Privathäusern dann Historien- und Heiligengemälde auf Holz, Leinwand und hinter Glasscheiben in Oel gemalt; öfters mit artigen Landschaften und fleißig ausgearbeiteten Thieren und Gewürme auSstaffirt. Er bezeichnet sich zuweilen Lma-rr-ef p., zuweilen -L. 0. plnx. 1,2b, am öftersten aber gar nicht. Emanuel st. zu Fulda um 1788 etwa 70 Jahr alt; seine Tochter heirathete 1/47 den nicht minder geschickten Maler Joh. Andr. Herrlem, dessen wir in künftigen Nachträgen gedenken werden. Wohlhaubrer (Franz), ein Maler und Bürger zu Brünn in Mähren, wo er 1898 noch lebte, vielleicht der Vater des Vorstehnden. Dlabacz. w 0 hlmurb (Bonifaz), ein Böhmischer K-K. Architekt, der das in 184* abgebrannte Königliche Schloß zu Prag wieder auferbaut hat. Dlabacz. Wohmanns ). Nach einem dieses Namens hat A-Reinhard das Bildniß eines Norwegischen Geistlichen, Juarius Brink, gestochen. sl/.!c. woidsko ( ), Baumeister des Königs von Pohlen, Mincislaus I. mit dem er zugleich den christlichen Glauben annahm und sich i. I. 968 taufen ließ. Sein Herr schickte ihn darauf nach Rom, damit er die Kunst noch besser studiren möchte. Bey seiner Rückiehr von dort brachte er noch mehrere andre Bau« und Maurermeister mit sich, die ihm bey dem Aufbaue der Kirchen rc. an die Hand gehen sollren. Löllner's Beschreib. der Sradr wolau. Zweyte Aufl. Bu- dissin 1728. 8°. S. 28. 48i. Wokurka (Dominik), ein Mechaniker und Müller von Lowosttz in Böhmen. Derselbe war in der Wasscrbaukunst sehr erfahren, und baute, neben Anderm, mit vieler Geschicklichkeit eine Mühle zu Wrssowicz, wo er in der zweyten Hälfte des XVIII- Jahrh, in hohem Alter starb. Dlabacz. — — (Prokop), deS obigen Sohn, zu Wrssowicz .178» geb. ebenfalls ein kreflicher Mechaniker. Um seine diesfälligen Kenntnisse zu vermehren, ging er auf vier Jahre in's Ausland. Nach seiner Rückkehr erhielt er 1778 die Mühle zu Patek, zu welcher er alle mechanischen Apparate bewundernswürdig künstlich verfertigte, und daneben seines edeln, sanften Charakters wegen allgemein geehrt wurde. Dlabacz setzt ihn 1818 noch unter die Lebenden. *wolaston( ). Nach einem dieses Namens (der aber nicht unwahrscheinlich mit dem I.woolasion des Lex. Derselbe ist) hat G. Vertue das Bildniß des Theologen Spieler (etwa Spinkes?) gestochen. Mrc. Wolarvka (Paul), von ZdraSkowicz in Böhmen gebürtig, hielt sich zu Prag 1898 als Maler auf. Seine eigene Abbildung hat er in der Wohnung eines Johann Alesch, Raths der Neustadt Prag abgezeichnet, und dieselbe diesem letztgenannten geschenkt. Dlabacz. wolberger (Anton), K K. Münzschmiedten- Meister zu Prag, um 1748. Dlabacz. wolches (Math ). Ein Gantkatalog nennt denselben mit allerhand Handzeichnungen von Pla- fondstückcn, religiösen Allegorien rc. Mrc.. wolcke, eigentlich Wolke (Christian Heinrich), Russisch-Kaiserlicher Hofrath und Professor, Gelehrter, Kunstliebhaber und Selbstkünstler, geb. -) S. übrigens über wohlgemuth als Stecher die fast siegreichen Zweifel von A. R-,Lisch, oben s. wenceslas von Olmutz. Doch wollten wir das, was Andere darüber l'^gzbracht haben, unser» Leser» nicl't verhrhlen- I re, ' V0Z8 Wo lckenHauer. Wolf zu Jever i7-ji (a. k. 42.). Auf dem Dresdner- Salon 1807, sah' man von ihm ein Oelgemälde: DieErweckung der Tochter Jairi, nach Rembrandt, mit absichtlicher Veränderung. Im Meusel- schen ?!rchir>e II. (3 ) i 5 . heißt es von diesem Bilde: „Es enthält als erster Versuch, den der (65 I. alte) verdienstvolle Künstler hiermit in der Oel- malerey machte, viel historische Wahrheit. Was die Farbenbehandlung betrift, welche längere Uebung erfordert, so verweis't der Künstler in einer unter dem Gemälde befindlichen erklärenden Unterschrift, auf die Art und Weise, wie er sich bey seinem hohen Alter beurtheilt wissen will. In jeder Rücksicht aber zeugt Plan und Ausführung des Bildes selbst von dem reiflichsten Nachdenken, und der Liebe zur Kunst, die den allgemein geschätzten Mann bey seiner Muse beseelten." In 1814 verließ er nach einem mehrjährigem Aufenthalte Dresden, und wandte sich nach Berlin. Unser Dilektante hat auch Einiges zu dem Basedowschen Elcmentarwerke gezeichnet. Dieser merkwürdige Mann, der sich ehedem durch mehrere pädagogische Schriften und in der neuern Zeit vorzüglich durch seine Forschungen in der teutschen Sprache bekannt gemacht, war früherhin Direktor an dem durch Basedow berühmt gewordenem Erziehungsinstikute zu Dessau, und lebte dann als Privatgelehrter an mehrern Orten Don ihm als Schriftsteller s. das Gelehrte Deutschland. Mensel III. (180g.) setzt ihn noch unter die Lebenden. wolckenhauer (Georg), von Stockau bey Hannover, wurde als Wild - und Rheingräflicher Münzwardein 1609 bestallt. Hirsch teutsch. Münzarch. VII. 096. wolckenstein, eigentlich Wolkenstein (Hans ».Michael von), arbeiteten beyde um 1212, der erste als Zimmer-, der andre als Maurermeister an der St.Anna-Kirche zu Annaberg. Annab. Lhronick Th. I. S. 196. Beyde kommen auch zu Halle im Magdeburgischen vor. Hans, den man Bürger selbiger Stadt nennt, endete i 5 o 6 den Bau des dastgen schönen rothen Thurms. (Eine Abbildung davon liefert Dreyhauprs Beschreibung des Saalkreises I. S. ioi 5 .). Auf dem öffentlichen Degrabnißplatze zu Halle, findet sich sei» Lcichenstein, worauf Hans selbst (nebst einigen hinzugefügten Werkzeugen) abgehauen ist.— Michael endete dort i 5 i 3 den sogenannten vorder» blauen Thurm (gegen Mittag) der Markt- kirche. G> Glear, Halygraphia. Leipz. 1667. 4°. S. 222. 228. u»d A 6. O/eari klal^rsytiia aucta ör conriri. Halle 1679. 4 ° S. 108. — — (Niclaus von), ein Goldschmied (vermuthlich aus dem Königreich Sachsen, da man hier das Städtchen Wolckenstein findet), der vielleicht zu Nürnberg in der ersten Hälfte des XVII. Jahrhunderts gelebt haben mag. Einige von ihm herrührende zur Goldschmiedsarbeit gehörige Recepte findet man, ohne weitere Nachricht, in der Eurieusen Aunst- und Werkschule von J.L. Nürnberg 1705. 4°. I- 244. * w 0 lckber, s. im Lex. und unten wolker. wolcott (Johann), Doktor, bekannter unter dem als Schriftsteller angenommenen Namen perer Oindar, mit welchem er auch oben bereits ru- bricirt wurde. Er wurde zu Dodbrock in Devon- shire geboren, zu Kingsbridge erzogen, kam dann zu seinem Onkel einem Wundärzte und Apotheker zu Fowcy in Cornwall und erlernte dessen Wissenschaft, legte sich aber daneben auf Poesie und Zeichenkunst. In 1768 ging er nach Jamaika als Wundarzt und wäre fast für immer dort geblieben. Denn da er einige Zeit daS Amt eines Pfarrers mit Beyfall verwaltete, so wünschten die Pflanzer ihn in dieser Stelle bey sich zu behalten; allein der Bischof von London verweigerte die Erlaubniß; auch starb sein Gönner, der Gouverneur der Insel, undwolcort kehrte nach England zurück, wo er sich als Arzt zu Truro niederließ. Da ihm eine ansehnliche Erbschaft zufiel, so überließ er sich ganz seiner Neigung zur Dichtkunst und Malerey und verließ seine Brodtwissenschaft, indem der Hang zur Satyre ihn ohnehin nicht beliebt machen konnte. Er nahm sich zu dieser Zeit des nachher rühmlichst bekannt gewordenen Johann Opie an, den sein Unterricht bald in den Stand setzte, als Bildnißmaler reisen zu können. In 1778 begab Wolcorr sich nach London, wo seine salyrischen Schriften begierig gelesen und reichlich honorirt wurden. Unterdessen wirft man ihm vor, daß er nicht selten oen sittlichen Anstand verletzte, und verdiente Personen oftmals zur Zielscheibe seines Witzes machte. Bey alle dem ist es zu bedauern, daß dieser talentvolle Mann in seinem hohen Alter (wie es i 8 i 3 heißt) den Verlust des Gesichtes erfahren mußte. S. das Brock- haus' sche ssonversatione s Lexikon. Das Taschenbuch: Dke picture ok I.onüc,n kor i 8 o 5 » p. 270. rühmt seine Genialität sowohl als Maler, als auch als Dichter; und sagt, daß seine Landschaften in Kreide (auf denen er zuweilen sein eignes Bildniß anzubringen pflegte) kühn erfunden und von Effekt für das Auge sind. Woldemar, Graf, Sohn Königs Christian I V. von Dänemark, gab sich mit der Malerkunst ab. Er lebte in der ersten Hälfte des X VII. Jahrhunderts. Bunst-Historie i Dan- mark afWeinwich 8.87. Wolf (Aaron), Kunst- und Kleinschreiber. Ein Gantkatalog führt von ihm verschiedene, aus sehr feinen und kleinen Buchstaben gebildete Zeichnungen mit 17^9 datirt an. Ob er etwa mit dem gleich folgenden Abraham dieses Geschlechts Eine Person seyn dürste? Wir denken es. — — Wolfe, wolff (Abraham), ein Jude, gewesener Sekretair der K. K. Bibliotheck zu Wien, und wahrscheinlich mit dem vorstehnden Aaron w- Eine Person. Von demselben befindet sich in der Kunstkammcr zu Dresden die — Nichtswürdigkeit einer von ihm 1747 gefertigten Schrift auf Pergament, welche das Unser Vater, in der Größe eines — Drehers, lateinisch, französisch und deutsch enthält. Hasche Dresden S. 280. — Rlüben's Dresdn. Wegweiser S. 138 . — — (Andreas), ein von Dresden gebürtiger Steinmetz, wo er 1675 und 1682 noch arbeitete. M-c. — — — — ein Andrer dieses Namens ward, zufolge Gothaischen Sraarskalen- ders, in 1742 zum Herzogl. Hof- und Kabinets- maler zu Gokha ernannt, erscheint aber bereits -745, dort nicht mehr. — — — — s. unten Iohan Andreas W. — — (Anton), zu Prag 1798. DielJeuern Abhandlungen der B ö h m i sch e n Gesellschaft der Wissenschaften III. S. io 5 . gedenken gelegentlich von ihm gefertigter Abzeichnungen von Münzen. — — (A.), Schüler der Akademie zu Leipzig, zeigte auf der Dresdner-Auestellung I 8 o 5 , eine Figur nach Poussin in Kreide. .1/55. 6039 Wolf. Wolf (Carl August), s. unten: Wolf (C. A. oder K. A) — — (Carl Gottlieb), ein Poussirer an der Porzellainfabrik zu Meißen, gegen der Mitte des XVlll. Jahrhunderts, M-c. — — (Carl Siegmund), der jüngere (im Gegensatze mit dem folgenden Friedrich Wolf), ein Bildhauer zu Dresden 1810. Dresdner- Adreßkalender. Derjenige von »819 gedenkt sei- ner nicht mehr. — — (Caspar), geb. zu Muri, einem Dorfe im gegenwärtigen Schweizerschen Kanton Aargau, i7Z5. Derselbe brachte die Neigung zur Kunst mit auf die Welt. Lebhaft und ungestümm begierig etwas zu lernen, ging er anfangs auf Constanz, in die Lehre des dortigen Maler Lenzer; alsdann auf Augsburg, München und Paßau, wo sein forschendes Aug' überall etwas entdeckte, was ihm späterhin nützlich seyn konnte, aber nichts, das ihm einsweilen Brodt gab, um so viel minder da er kurz darauf wieder nach seiner Hei- math kehrte, und sich verheurathete, was er bald bereute, Haus und Hof verließ, und, durch eine zu Basel erhaltene Empfehlung aufgemuntert, den Muth faßte, nach PariS zu gehn, wo er an dem geschickten Landschafter Loutherbourg, welcher bald seine Talente erkannte, einen ungemein menschenfreundlichen Gönner und Lehrer fand, bey dem er mehrere Jahre unHemeine Fortschritte machte. Allein auch dieser Glücksstern gieng ihm noch viel zu früh unter. Loutherbourg folgte einem Rufe nach London, und Wolf glaubte sich wieder einmal seiner verlassenen Familie schuldig zu seyn. Aber mit aller seiner Geschicklichkeit hatte er es weder in seiner Macht, dem reichen Gotteshaus Muri, unter dessen Gerichtsstab und Seelcn- leikung sein Vaterdorf stand, Begriffe des Schönen seiner Kunst, oder sonst einige Lust beyzubringen, zu seiner Unterstützung etwas beyzutragen , noch öffneten sich weiter um ihn her einlgerlei tröstliche Aussichten, und er hätte aufs Neue zum Wanderstab greifen müßen, als ein Kunst u. Wissenschaft liebender Berner, Wagner, (zuerst in unserer an seltenen Naturschönheiken so reichen Schweiz) auf den Einfall gerieth, das In - und Ausland mit denselben, durch eine Sammlung colorirter Blätter näher bekannt zu machen. Zu dem End sah' er sich lange vergebens nach einem fähigen Gehülfen um, und fand endlich, fast durch Zufall, an unserm Wolf ganz seinen Mann. Sie vereinigten sich also, das schöne Werk gemeinschaftlich zu unternehmen, machten zu dem End mehrere Reisen durch die ganze gebirgiate Schweiz, und scheueten weder Kosten noch Gefahr, Alles aufzusuchen, was die Natur in diesen Revieren Wunderbares, und zumal — Schreckliches hat; allein der Geschmack der damaligen Zeit war zu einem herrschenden Gefallen am Excentrischen noch nicht reif genug, und der Absatz ihrer Blätter deckte die darauf verwendete Summen und Zeit bey Weitem nicht. Das Werk qerieth in Kurzem ins Stecken; wurde dann, wieder durch einen Derner(denHolländischenPagen-HofmeisterHenzy) neuerdings, aber nochmals vergebens aufgefrischt, und auch dafür unser Wolf gebraucht, der schon 1780 für Wagnern, und wir glauben nunmehr auch für Henzy — vergebens nach Paris ging, den Versuch zu machen, ob diese Schaustücke dort, wenn auch nicht durch ihren wahren Werth, wenigstens durch ihre — Neuheit die Palme erringen möchten. Des armen Wolf« weitere Schicksale sind uns, aller Nachforschungen ungeachtet, so Wolf. gut als unbekannt geblieben. So viel wissen wir, daß wahrscheinlich Noth und Kummer ihn verleiteten, das Vergessen derselben in den Weinkellern zu suchen, daß er sich in der Nähe und Ferne überall herumtrieb, und endlich, wie es heißt, gegen End des abgelaufenen Jahrhunderts zu Mannheim verstorben seyn soll. Bey MenselIII. erscheint er nicht mehr. SchonWagner hatte 160. solcher Schweizerprospecke, von dem Unsrigen in Oel gemalt, zusammengebracht. Von denselben wird in den Meusel'schen ältern Miscellen (1779.) I. S. 27. eben nicht mit großem Lob gesprochen. Wie dem immer seyn mag, 66. derselben waren für die öffentliche Bekanntmachung bestimmt. Je achte davon sollten ein Heft bilden, mit einer Beschreibung des Professor Witten- bachs zu Bern begleitet werden, und das Heft 48 Fr. Livr. kosten. Das erste Heft war wirklich erschienen, und in der That aller Ehren, und ihres Preises so ziemlich werth. Das Mißlingen indessen haben wir schon bemerkt, und auf die eigentliche Ursache desselben, vielleicht nicht unrichtig gedeutet. Bey Henzy's Wiederaufnahme dieser Unternehmung wurde eine — fabrikmäßige Veränderung vorgenommen, und die Blätter, unter Janinet's und Descourti's Leitung zu Paris *), nicht mehr von Hand colorirt, sondern (nach einer uns unbekannten Vernichtung) in — Oelfarbe abgedruckt, was dann denselben nicht eben ein schmutziges, aber doch trübes Aussehen gab, und wohl sicher nun vollends ihren Sturz beförderte. Ein Verzeichniß von ungefehr 4o. derselben, so wohl der frühern als dieser spätern, findet sich in dem Winklerschen Gantkatalog (Deutsche Schule) s. v. C. Wolf. Wo solche gegenwärtig zu finden sind?... Wir fürchten unter der verschollenen Waare bald aller Kunsthandlungen. Erneuert wurde daS Andenken des unglücklichen Künstlers (zum letztenmal) bey Anlaß des ersten Kunstsallons zu Bern 1804, wo drey in Oel gemalte Bilder von ihm ausgestellt waren; unter denselben namentlich «in Sturm in einem Mcerport, der etwa zum Maaßstab seiner vormals zu Paris gemachten Fortschritte dienen konnte, und wovon es im Meusel'schon Archive I. (4) 5o. heißt: „Fürchterlich zerreißt darin ein feuriger Blitzstrahl den schwarzen Wolken- himmel, und laßt auf einem Fels einen erhabenen Leuchtthurm sehen; am Strande des Meers kämpfen Schiffe und einzelne Menschen mit wüthenden Wellen. Ein kühner, wilder Pinsel herrscht in dem effektvollen Ganzen"; und von den beyden andern, welche wilde Parthien schweizerischer Gletschergebirge darstellen: „Hierin war Wolf besonders glücklich, feine Wahl allzeit trefflich in diesen schrecklichen Wildnissen, und sein freyer Pinsel wie dazu geschaffen, diese Ruinen der Welt darzustellen." — Gestochen nach ihm kennen wir einzig eine artige Vignette von Grießmann, zu F. L. zu Stollberg Reisen. 8°. Leipz. 1794, welche das Lantcrbrunner-Thal mit dem Staubbach, wahrscheinlich nach Wölfischen Blatter selbst co- pirt, darstellt. Füßli V. no. Die ältern Me«seischon Miscellen. spars. Hk-c. Wolf (Christian), ein Goldschmied, der zu Dresden bey Joh. Siegm. Dorisch konditionirte, nach dessen Tode dessen Wittwe heirathete, und 1687 Meister zu Dresden wurde, wo er auch 1710 oder ein Jahr später starb. — — (Christian Friedrich, Franz, und Johann Christoph), drey Bildhauer in Zierathen zu Dresden, arbeiteten mit Andern an der neuen Kceuzkirche daselbst, deren Ban in 1792 vollendet 0 Selbst Vernet soll sich mit dieser Leitung abgegeben babs». 6040 Wolf. Wolf. wurde. Johann Christoph scheint damals schon gestorben zu seyn. Merkrv. d. Dresdn. Breuz- krrche. Wolf (Christian Jacob), ein Bildhauer zu Hamburg 1806. Hamburg isches Adreßbuch. — — (Christian Philipp), erscheint in dem Sraatskalender von M e ck l e n b u r g - S t r e - litz auf 1806, als Bauconducreur. — — (Conrad). So wird der folgende Stuckaturer Johann Lonr. Wolf zuweilen geschrieben. /l-n. — — — — Bischöflicher Münzmeister zu Würzburg 1407. Ob rist. ^unolcer's Oo//ect. XIII. Lh. eine Handschrift. — — (C), ein Zögling der Leipziger-Akademie, von dem man auf der Ausstellung zu Dresden 1804 (getuscht) ein Gefäß mit Blumen sah. Mc. — — s C. A. oder K. A. *)). Schüler der Akademie zu Dresden, von dem man auf der da- sigen Ausstellung 1816 Fa?ade und Grundriß eines für zwey Familien berechneten Sommersitzes, 1817 Fayade und Grundriß eines Gartengebäudes, 1818 fünf nach eigner Erfindung gezeichnete architektonische Risse (nämlich ein kleines ländliches Wohn- gebäude nebst Grundriß, und eine Hauptwache, nebst Grundriß und Profil derselben), und 1819 Zeichnungen ähnlichen Inhaltes sah. — — (C. F.). Die i8,i versteigerte Meiß- nersche Sammlung von Handzeichnungen, zahlte von ihm zwey in qu.Fol. nach der Natur in Wasser gemalte böhmische Landschaften auf. Vergl. unten Franz Wolf. — — (Elias), ein Goldschmied, der i 683 zu Dresden Meister wurde. Das Archiv dieser Innung sagt in 1687, daß man unsern Ellas, des Geldes wegen, was die Lade an ihn zu fordern habe, nicht mehr zu den Quartalversamm- lunge» der Innung lassen wolle; unterdessen erscheint er noch in ihren Registern bis 161,7. Damals muß er gestorben seyn, da die durch kl. Christ. Bartsch gehaltene Leichenpredigt des Pfarrers Joh. Momitius (Pirna 1702.) Fol. S. 43 . ihn 1698 unter die Todten zählt. Elias war zugleich Churfürstlicher Hofedelgesteinschnei- der, in welcher Eigenschaft er schon 1681 erscheint. — — — — Churfürstlicher Ziergärtner (0 zu Dresden, woselbst er, 66 Jahr alt, 1786 starb. — — (Erdmann) von Brandenburg, ein Silberschmied, der 1726 Meister z» Dresden wurde. Obwohl derselbe ein geschickter Künstler war, so nahm ihn doch die dortige Innung nur ungern auf, da er sich zu Augsburg, wo er lange Zeit als Geselle konditionirte, schlecht betragen hatte. ^c. — — (Franz), der Vater; so heißt in ()>iegger's) Archiv der Geschichte u. Statistik von Böhmen I. Dresd. 1792. gr. 8°. S. il.) ein Kunstliebhaber zu Prag um 1790. Er besaß eine beträchtliche Sammlung von Kupferstichen und malte auch selbst niedlich i» Del. Einen Prospekt des böhmischen Schlosses Carlstein, hat nach ihm Joh.Berka in qu. 4°. geetzt. Man findet solchen sowohl in obgedachtemWerke, als in(r> iegger's) Materialien zur Statistik von Böhmen. Prag u. Leipz. 8°. Heft 111 . 1787. Wolf (Franz Carl oder Franz Heinrich), des vorstehnden Franz w- Sohn, Professor an der Theaner-Hauptschu.e und Zeichenmeister zu Prag, lebte dort um 1802 und wird irgendwo ein vorzüglicher Ge'chichts- und Landschaftsmaler genannt, der auch ein schönes Handzeichnungs- u Kupferstich- Kabinet besessen habe. Näheres wissen wir nichts von ihm, als daß er Ansichten der merkwürdigsten Gegenden von Böhmen gezeichnet, und solche 1803 mit Beystand H.Hcrzingers in Kupfer stechen zu lassen gedachte. So eben erfahren wir über den Unsrigen noch das Nähere aus Dlabacz. Dort heißt er ausdrücklich Franz Carl, ein vortreflicher Zeichen- meister, Kupferstecher, Kunsthändler, und Direktor an der Hauptschule am Thein zu Prag, seiner Geburtsstadt. Sein würdiger Vater, der ein Ralhshcrr in der Neustadt Prag, und zugleich ein vorzüglicher Zeichenmeister und Kenner der Malerkunst gewesen, hielt seinen Sohn sowohl zu den Studien als zu seiner Lieblingskunst so fleißig an, daß er »och an ihm einen treflichen Künstler erlebte, und ihn unter die beßten Scholaren (die er unentgeldlich gebildet hatte) zählte. Dermalen (1815.) macht nun auch Er sich um die Kunst und das Vaterland verdient. In den I. 180,3—9. gab er: Abbildungen alter und neuer Schlößer in Böhmen (mit einer historischen Beschreibung des Pros. Meißner's) Erste Abtheilung, in Rückquart. Dlabacz nennt deren 38 . alle von ihm zwischen 1783 — 1804 gezeichnet und gestochen (nur Eine nach der Zeichnung von Alex. Parzizek). Dann den Fürst Auersbergischen Garten zu Wassim in Böhmen, in einigen Realfolioblättern, u. a. mehr. Irgendwo werden einige seiner oberwähnten Schlößer „geetzt und gefärbt" genannt, und der Stecher eines derselben (Carlstein) heißt dort A- Pucherna. — — (Friedrich), der altere, ein Bildhauer zu Dresden den der dortige Adreßkalender auf iSio benennt. Derjenige von 1819 nennt ihn ebenfalls noch, doch ohne das Epitheton: der Aelrere. S. auch oben Carl Siegm.Wolf. — — eigentlich Wolff (F.), ein Königl. Preußischer Jugenieurlieutenant, wohl gegen Ende des XVIII. Jahrhunderts. Nach seiner Aufnahme und Zeichnung auf einen Foliobogen geetzt, erschien, bey F. Nicolai zu Berlin, der Plan von dem Revue-Platze vor dem dortigen Halle'schen Thore. — — (F-), ein Kupferstecher, s. unten F. H. Wolf. — — (F. C. oder F. K.), s. oben Franz Carl, mit welchem er Einer und Derselbe ist. chkc. — — (F. F.), Consistorial-Sekretair zu Hannover. In Lich renberg 's Magaz. f. Physik und Naturgeschichte B- 1 - St. 3 . 1782. findet sich von ihm eine in das Maschinenwesen einschlagende Abhandlung, zu der er auch eine, von Dornheim gestochene, Kupferrafel gezeichnet hat. — — (F-H., gewöhnlich F.), eingeschickter Kupferstecher in Schrift, Grundrissen u. s. f. zu Man- heim. Er hat die >798 und i8«6 erschienenen So eben erfahre» wir, daß er Carl August hieß. Vorschriftenbücher des I. A. Mathey gestochen; die Titelblätter des Buches: Blüthe» aus Italien. Darmstadt:8o8. 8°.; einen Plan der StadtMan- beim nach W- vonWaitteur 1816 gr. Fol. (Preist i st. aj Kreuzer; kolorirt gedoppelt) u. s. f. Wolf (F. I.). Von ihm in einer Art Tuschmanier mittelmäßig geetzt, vermuthlich zu Paris in der letzten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts, kennen wir zwey Blatter in Med. kl. Fol., beyde nach Gemälden von I. B. Huet: Die Treue krönt die Liebe; und die Unschuld empfängt von der Liebe zwey Lauben, als Zeichen der Sanftmuth und der Treue. ^c. — — (Georg), anfänglich Baireutifcher Hof- gärtner, weiter dort Garteninspektor, und darauf des Probstes zu Bamberg und des Kaiserlichen Nebenstifts zu St. Stephan Zehend - Factor; blühte zu Anfang des XVIII. Jahrhunderts. Er muß daher zu unterscheiden seyn, von einem gleichnamigen Baireutischen Hofgartuer zu Erlangen, der in 1762 vorkömmt. Mrc. — — — — ein Werkmeister zu Görlitz 1476, zu welcher Zeit er Verschiedenes für das dortige Franciskaner - Kloster bauen sollte. Mrc. — — eigentlich wolff(Gottfried Wilhelm), ohne Zweifel mit dem Vorstehnden der nämliche, Kupferstecher, geb. zu Danzig 1746. Ohne einen Meister im Zeichnen und Aetzen zu haben, übte er diese Kunst zu Berlin, arbeitete meist für die Buchhändler, Und st. zu Alton« um 1781. Ander- Werts, wo er als „geringer" Künstler genannt wird, heißt es bann weiter von ihm: »Er ra- dirte nach Carl W. Hennert, und zwar zu dessen Beschreibung des Lustschlosses und Gartens zu Reinsberg. Berlin 1778. 8°. ein Blatt in qu. Fol. mit Grund - und Aufrissen; nach Krüger und andern, zu den Beschäftigungen der Berliner Gesellschaft nakurforschender Freunde. B. II. Berlin 1776. 8°.; nach C. L. Oesfeld 1778, Grundrisse von Potsdam und der Gegend zwischen Berlin und Potsdam, beydes in qu. Fol. rc. Dann anderes zu Martmi's Uebersetzung der Büffonschen Naturgeschichte der Vogel; Dinnö'g pbilosopüia dotanioa. jZerol. 1780. 8". Gerhard's Geschichte des Mincralreichs. Berlin 1781. 8°. Daß der Unsere sich noch um 178: von Berlin entfernte, und bald darauf zu Hamburg starb, sagt I. E. Bode 178» in seiner Beschreibung und Gebrauch einer auf den Horizont von Berlin entworfenen Weltkarte. 8°. Vorrede S, V. — — (G-). Ein Gantkatalog zeigt eine Folge von 47 Kupfer in qu.Fol., unter dem Titel an: Neuerfundene Gartenparterrcs von Georg Hätzel, Hofgärtner zu Schönbrunn, für den Verlag des I. Wolf von G- Wolf gezeichnet. Ob hierunter etwa einer der oben rubricirten beyden Hpf- gärlner Georg Wolf zu verstehen sey? — — eigentlich wolff (G. H.), Geheim- Canzelist zu Dresden, und als Schönschreiber Schüler von C- G. Roßberg. Er hat zu dem 1806 i» Fol. erschienenem Theil II. des Roßbergischem Vorschriftenwerkes, eine schöne (dort gestochene) Vorschrift geschrieben. Mrc. — — (Hans). In dem Stammbuche eines in Gera wohnhaften Malers Caspar List, treffe ich mehrere Künstler, die in dem Jahrzehnd i 5 g.. sich einschrieben Doch erscheint hier auch ein Hans Wolf von Qbvernitz (so lesen wir dieses letztere undeutlich geschriebne Wort) ohne Weiteres; vielleicht gehört er auch den Künstlern zu. Wolf (Hans), ein Steinmetzmeister zu Frei- berg in Sachsen 1681. Mxc. — — (Heinrich Abraham), Hofwerkmeister zu Cassel 1802. — — (Henriette Louise), s. oben Tischbein. — ^ (H.). Das Bildniß von Johann Schoop, soll, wie eine unserer unzuverlässigern Quellen besagt, durch einen H. Wolfius in iti°. gestochen seyn. Mrc. *— — (Jacob). DescampsIII.27r.be- merkt noch das Sonderbare von diesem wenig bekannten niederländischen Künstler, baß derselbe mit einem andern seiner Kunstgenossen, ebenfalls von Gröningen, Johann Starrenberg, aufs engste verbunden war, der den offensten, lustigsten Charakter besaß, und sich und seine Talente sehr gut geltend zu machen wußte — Alles in dem vollkommensten Gegensatze mit dem Unsrigen. *— (Jeremias). Die im Lex. ganz unrichtige Angabe der Lebenszeit dieses Augsburgischen Kupferstechers *) und Kunsthändlers ist dahin zu verbessern, daß derselbe 1724 5 i I. alt verstorben sey **). Fast unverständlich heißt es irgendwo: »Seine eigentliche Arbeit waren Bilder, die sich durch Räder ».Federn bewegten." (Aukomate?) In seinem Verlage fanden sich. neben einer Menge Bildnisse der damals cursirenden Potentaten n. a. Standespersonen, z.B. auch 8Bl. Schweizerprospekre »ach I. M. Füßli. Öntersekiecllictie nnAenekrns ftrospects v. 8ckloes8ern. Kirchen u. Kioestern, so von /^u§8bnrA b>8 VVien an der Donau liefen , 62. 6l. — Das Rathhaus zu Augsburg in ib. Bl. — Dann Lonyustes cls Douis XIV. (welche Deutschland ohnehin so theuer zu stehen kamen), nach Corvinus in iZ. Bl. — Verschiedene Gattungen Hunde, nach G. P. Nugendas, von G- H. Schifflin gestochen. — Studien nach N. la Fage — Emblemate nach Sperling — 4 - Landschaften nach Millet — Die Überrumpelung der Stadt Ulm, von Nugendas, u. s. f. u. f. Was etwa von seinem eignen Grabstichel seyn dürfte, ist uns unbekannt. Auf vor uns liegenden Blättern nennt sich Christian Friedrich Rudolph als Erbe seines Verlags; und andre Quellen sagen, daß auch (spater?) Johann G.Herrel und J.F. Drohst Theile desselben an sich gebracht haben. — ein Baumeister, der von 16H4—57 die Saalbrücke bey Weißenfels wieder aufbaute, nachdem sie von den Schweden abgebrannt worden. G-E- Drro Geschichte u. Topogr. von wer'ßenfels. (Das. 8°. 79b. S. 98.). -- — (Johann). So heißt irgendwo, ganz ohne Weiteres, ein Goldschmied zu Nürnberg, geb. ihgi. — — — — Ein solcher erscheint als Glasmaler zu Frankfurt am Main, in einer Zinsrechnung des dortigen Bartholomäi-Stifts von 1620, an welches er für ein HalbesJahr ist. iLSchill. *) Anderwerls heißt es: „Daß er selbst nicht Kupferstecher gewesen, wohl aber sich viele junge Leute gehalten, die für seinen (sehr beträchtlichen) Kunstverlag gearbeitet haben." Indessen stimmt auch lftpowsky mit dem Ler. iiberein, da derselbe deß Jeremias Geburt ru Augsburg in >6?8 setzt. 60^2 Wolf. Wolf. Kram - (Mieth-)Zins auf dem sogenannten Pfarr- Eisen bezahlte: »Woselbst er" (sagt der ehrliche chüegen N.A. S. i^8.) „vermuthlich mit gemalten Trinkgläsern/ Flaschen und Fenster - Scheiben gehandelt hat, welche um jene Zeit noch stark im Brauch waren, und sich manch geschickter Mann darinnen beflissen hatte, ohne weitere Zusetzung seines Namens auf ihre öfters sehr mühsame Arbeiten: Woher zu glauben ist, daß noch manch schätzbare Ueberreste dieses Manns jetzo übrig sind, die man aber eben deswegen nicht anzugeben vermag." Wolf (Johann), Doktor der Philosophie; ein Pädagoge zu Nürnberg, hier einem Gärtner i /65 geboren. In 1/92 wurde er Lehrer der Naturkunde und Kunstgeschichte an der Buchnerschen Erziehungsanstalt und iLoZ erster Lehrer an der Knabenindustrieschule. Er gab u-a. herauö: Neue methodische Vorschriften, gestochen von C.F. Lochner. Nürnb. 179Z. r>i 0 p lrsch Fortsetzung V. w l ll 's zJürnb. Gelehrtenlexic. — Wahrscheinlich ist er derselbe, welcher anderwerts Fürsil.Jsenburgischer Rath und erster Lehrer an der Knaben-Jndustrieschule zu Nürnberg heißt, der in 1808 beyLechner daselbst in einer kleinen Schrift eine Methode seines Unterrichts im Zeichnen angekündigt hatte, die in denGöreing. Anzeiger 1809. S. 160. Beyfall erhielt. — — — — ein sehr geschickter Glasbläser, oder, seinem eigenen Ausdrucke nach, Glasspinner, da er das Glas nicht, wie die Jtalianer, in hohle längliche Formen bläst, sondern die zylindrischen Parthien zu seinen Figuren gleich dem Gespinnste aus der flüßigen Glasmasse zieht. Er fertigte in dieser Art, aus Böhmischem ßristallgiase, nicht allein Baume, Blumen, Thiere, Bildnisse rc. sondern auch große Landschaften und Gärten mit Gebäuden; Seestücke mit Schiffen, Felsen rc. nach Zeichnungen, Kupferstichen und Modellen. Dieser Künstler, der nie das Zeichnen erlernt, und seine Kunst, die er als ein Geheimniß aufbewahrt, von selbst erfunden hatte, wurde zu Glatz um i/ 3 Z geboren, lernte das Buchbinder-Handwerk, und war dann 18 Jahre lang Soldat. Er ließ 1787 ( zu welcher Zeit sein gewöhnlicher Aufenthaltsort das böhmische Dorf Langenau im Leutmeritzer-Kreise war) Glasmosaiken gedachter Arbeit, zu Prsg öffentlich für Geld sehen. Man halte dergleichen auch schon ins Ausland nach Dänemark, Spanien rc. verführt. (!> legger' s) Materrallen zur Statistik von Böhmen Stück!!. S.417- ff. S- unten Joseph Wolf, mit welchem der Unsrigc Eine Person ist. — — — — s. unten den Goldschmied Thomas Wolf. — — (JohannAndreas, auch bloß Andreas), geb. zu München 1682, wo sein Vater Ionas ein mittelmäßiger Maler war. In seiner Jugend sollte er sich den Wissenschaften widmen; allein ein unwiderstehlicher Hang zog ihn zur bildenden Kunst. Sein Vater war sein erster Lehrer, den er bald übertraf. Mehrercs trug zu seiner Ausbildung , zumal in der Zeichnung und in der Anatomie,> der Churfürstliche Hofbildhauer B- Ab- lcitner bey, und schon in seinem Fünfzehnten gab er Beweise von einem ungewöhnlichen Genie. Anfangs nahm er die Schönfeldsche, dann die Carl Lothsche Manier an; aber auf einmal ging er aus sich selbst hervor, ward selbstständig, und arbeitete nach seiner eignen, sehr angenehme» Weise; einige ihm geliehene Raphaelische Hand- zeichnungen veredelten seinen Geschmack, und vergrößerten seinen Styl, und er wurde einer der vorzüglichsten Künstler seines Vaterlands, so daß vielleicht das Urtheil nicht unbegründet seyn mag: Daß die Deutsche Schule, neben Christoph Schwarz, hauptsächlich auch durch den Unsrigen neuen Glanz erhalten habe. Bewundernswürdig ist der Reichthum seiner Erfindung: Wenn er ein Altarblakt zu malen hatte, zeichnete er dasselbe zwey bis dreymal, beobachtete jedesmal die Wirkung seiner Zusammensetzung und des Ausdrucks, und schritt dann erst zur eigentlichen Ausführung. Sein Colorit ist je nach Erforderniß weich und hell, oder kraftvoll und fest; die Zeichnung groß und entschlossen, ohne ganz rein zu seyn; die Composilion reich. In seinen ältern Jahren bekam er Neigung zur Baukunst; nach seinen Planen und unter seiner Leitung wurden z B. die Prämonstratenser-Abtey und die Kirche zuSchöft- larn, unweit München erbaut. Sein Leben war ganz der Kunst und solchen Wissenschaften gewied- met, welche Einfluß auf jene harten. Niemals besuchte er die Schenken, und nur selten einen Spatziergang; sein Geld verwendete er lieber für gute Kupferstiche, Gipsabgüße und Bücher. In seinem Umgänge war er freundlich und dienstfertig, und sprach wenig, außer eben, wenn von der Kunst die Rede war. Alle vornehmsten Kunstwerke Roms und des übrigen Italiens wußte er zu benennen, ungeachtet seine weitesten Reisen Salzburg, Augsburg und Passau gewesen. Als er Z6 I. alt war, nahm er sich die Tochter des Bildhauers rJeu von Landshut zur Gattin; seine mit ihr erzeugten zwey Söhne starben in früher Jugend, zwey Töchter blieben am Leben. Er heurathete nickt wieder, st. zu München 1716 und wurde auf dem äußern Gottesacker beerdigt, wo sein Grab, bis 1786 durch einen Grabstein ausgezeichnet, für alle Verehrer der Kunst ein sinniger Gegenstand war; um diese Zeit aber wurde derselbe — an einen Einwohner verkauft, der davon — 0 der Schande! einen — Austritt in seinem Hause machen ließ. Von deutschen Gallerten besitzen von ihm, unsers Wissens, einzig diejenige zu München eine Vermählung der H. Jungfrau in ganzen lebensgroßen Figuren d«V iv" hoch, 6^/"br.) Schleishelm dann: Maria, von Engeln umgeben, knie't auf der Weltkugel, auf welcher der Sündenfall abgebildet ist; sie tritt der Schlange auf den Kopf; über ihr Gott Vater in der Herrlichkeit, der ihr den Scepter der Welt überreicht (7, 7" hoch, (? br.); St. Johann, von Engeln umgeben, der der Madonna dieCom- munion reicht (6^ 5 " hoch, 5 ' 7" br.), und endlich eine H. Familie (2^ 8" hoch, io" br.). Nebendcm sind eine Menge Deckenstücke und Gemälde in Münchner-Kirchen sowohl, als noch mehr außer seiner Vaterstadt (wie zu Landshut, Straubing, Frcysing, Erding, Passau, Regen- spurg, Kempken, Augsburg, Lintz, Jnsbruck, Freyburg in Brisgau u. f. f.), welche Liporvsky Bild für Bild anführt, hinlängliche Beweise seines großen Verdienstes, von Männlich. — Von ihm ist auch das sehr schöne Hauptaltarblatt in der Abtey Kremsmünster, welches die Verklärung Christi darstellt. Nach ihm sollen gearbeitet haben: C. G. Ambling 12 Bl. allegorische und religiöse Stücke; Heilige und Bildnisse; eine Allegorie auf den Entsatz von Wien in kl.Fol.; E. Hain- zelmann St-Martin, der seine Kleider verschenkt, 8°. E- C Heiß ein Heiligenbild, wo man auf einem Buche liest: Lss. VII. in 4 ". geschabt; Darlh. Kilian, Bildnisse Bayerscher Fürsten in 8°; Georg Kilian; M. Küssel; F. I. Spaett; I. G. Wolfgang, eine Allegorie. Wolf (Johann Christoph), Würtembergischer Hofgärtner zu Ludwigsburg 1760. Tb/sr. — — (JchannChristoph), kommt schon i /56 als Bildhauer zu Dressen vor *) Wir glauben, es sey n»s von diesem eingesandten Art. etwas vcr.oren gegangen Wolf. Wolf (Johann Conrad), Hofstuccaturer zu Cassel, geb. daselbst 1768. »Derselbe lernte zu Cassel die Anfangsgründe der Bildhauerey bey den Brädern Heyde aus Hildburghausen. Im 1 .1790 gieng er nach Dresden, und studirte unter der Leitung des Direktors Casanova. Das Jahr darauf reisete er nach Rom und wurde Schüler des berühmten Bildhauers Trippel, und machte zwey Marmorbüsten, die ;» Cassel im Museum stehen. 1 .1794 wurde ihm nach Rom die Anwartschaft auf die Hofstuccalurstelle an dem Casselischen Hof zugesendet, mit dem Befehl, sich dort als brauchbaren Decorateur auszubilden. In 1796 kam er über Mayland, wo er sich noch eine Zeit lang aufhielt, nach Leutschland zurück. Außer mehrern Dekorationen im Schlosse Wilhelmshöhe und anderwärts, modellirte er zu Hamburg an dem, dem verstorbenen Professor Busch errichteten Denkmal ein Basrelief. Auch goß er dessen Brustbild in Bronze und arbeitete es aus. Eine Beschreibung des Basreliefs, unter der Aufschrift: Die Choe- phoren auf Büschen's Ehrendenkmahl, findet man in der Allgem. Litt. Zeit. i8oZ zu Anfang des Zkea Bandes. (Vergl. Iusti in den Hessischen Denkwürdigkeiten Th. 4 - Abtheil. 1. S. 47 » )> Nachher verfertigte er in dem neuen Schloß zu Weimar die Dekorationen; und in der Folge dekoriere er zwey Zimmer in dem Restdenzschloße zu Cassel und einige zu Hanau. — Auch ein Denkmal für den Clubb zu Offenbach. Mensel III. — — eigentlich wolffs(JohannGerhard), Lehrer in der Ieichenschule zu Münster 1790. Münster scher Hofs und Adreßkal. — — (Johann Gottfried), lernte in seiner Geburtsstadt Dresden, bey Joh. Christoph Schulz als Goldschmied, wurde hier 1697 Meisten, und st. 1714. Mc. — — (Johann Gottlieb), gebürtig von Dresden, «in Schüler des berühmten Goldschmieds und Jubeliers Joh. M. Dinglinger, bey dem er von 1711 — 1717 lernte, — — (Johann Heinrich), ein Maler zu Go- tha, dessen man 1716 gedenkr, wo er der unfern gelegenen Dorfkirche zu Endeben ein vergoldetes Cruzifix, nebst zwey — Würzgarten schenkte. H. B von Gleichenstein kurze Beschreib, der UbreyBurgelin. Jena 1729. 8°. S. ii 5 . der Dokumente. Vielleicht ist er Eine Person mit demjenigen Hofmaler Wolf zu Gotha, der >719 vorkommt. — — — — Königl. Medailleur zu Kopenhagen, geboren daselbst, studirte zu Paris und zu Rom. In 17E ward er Mitglied der Dänischen Künstler-Akademie, und arbeitete seither bey der Münze zu Altona. Bernouilli Sammi. IV. 084. Don ihm kennen wir eine Medaille auf das Ableben des Dänischen Königs Friedrich V. mit 1766 datirt, so wie er auch schon i ?44 u. 1^46 zwey zur englischen Historie gehörigen Medaillen geschnitten haben soll. Weinwich S. 176. — — (Johann Joachim) und sein Bruder Johann Ionas Wolf, beyde Kupferstecher und Kunsthändler zu Nürnberg. Der letztere lebte noch 1717, um welche Zeit dagegen Johann Joachim starb. Wir wissen weiter nichts von ihnen, als daß der Kupferstecher Georg Lichrensteger ein Schüler dieser Gebrüder war. — — (Johann JonaS) s. vorstehnden Joh. Joachim Wolf. — — (Johann Loren;), Chursachsischer Con- Wolf. 6043 dukteur bey dem Festungsbaue zu Wlttenberg 1686. Mc. Wolf (Johann Peter). Eine mittelmäßig radirte vor uns liegende Landschaft ist ohne Weiteres bezeichnet: Zu finden bey Joh. per Wolfs in Nürnberg. Schad'« pinacorhek S. 216. sagt 179Z, daß die Nürnberger Buch - und Kunsthandlung von I. p. Wolfs« Erben jetzt Martin Pech ganz allein besäße, nachdem Wolfs fallirk habe; Pech ließ solche von seinem altern Sohn, unter seiner eigenen Firma fortführen. — — (Johann Siegmund), Bildhauer zu Dresden, arbeitete (gleich den obigen Christian Friedrich u. s. f.) bey dem Baue der 1792 vollendeten Kreuzkirche daselbst, und namentlich, neben Friedrich Wilhelm Müller, die Verzierungen in Holz, an der Orgel, Kanzel u. s. f. Derselbe lebte noch 1798. Merkrv. d. Dresdner Rreuzkirche. — — (Jonas), Vater des oben angeführten Andreas, und Sohn des nachstehenden Matthäus, starb zu München 1680. Don ihm kennt man ein Altarblatt in der Klosterkirche zu Tegern- see, welches den H. Vitus darstellt. Liporvsky II. S. 174. u. 276. -- — (Joseph), vermuthlich ein Künstler zu Wien um 1800. Nach ihm soll Pfeiffer das Bildniß des Schauspielers Joseph Lange, als Albrecht in der Agn.Bernauerin, hoch Fol. punk- tirt haben. Tl/ic. — — — — ein Glasspinner, um das I. 1735 zu Glotz geboren. Im I. 1788 hielt er sich zu Langen«», einem auf der Gräfl. PhilippKine- kyschen Herrschaft Bürgstein im Leitmeritzer Kreise liegenden Dorfe, auf, wo er in einem Zimmer, von niemandem beobachtet, seine Kunststücke verfertigt hat. Die Werkzeuge, deren er sich dazu bediente, waren, seinem Vorgeben nach, ganz einfach, und nur dreyerley; nämlich eine lang- lichte Nadel, in der Dicke einer starken Frisirna- bel; eine ähnliche, aber flach am Ende auslau- fende Nadel, und eine kleine Zange. Mit diesen bildete er nach der Natur nicht nur einzelne Stücke, als: Obstbaume, Blumen, Thiere u. s. f., sondern ahmte ihr auch im Großen nach. Er machte eine Vorstellung des Venezianischen Lustgartens, und des Meers, die er im April des I 1787 in Prag gezeichnet hat. Ob er seine Arbeiten aus eben den rohen Stoffen, aus welchen man das gemeine Glas fabrizirt, zusammengesetzt, oder, ob er gemeines Glas wieder einschmelzte, um die Masse daraus reiner zu bekommen, welcher Farbenmischung er sich bediente, und woher er dieselbe nahm, waren Geheimnisse des Künstlers. S. von Rreggers Statistik von Böhmen. Heft II. S. 417—419 wo die Ankündigung ganz abgedruckt zu lesen ist. DIabacz. S. auch oben Johann Wolf, mit welchem der Unfrige indessen Eine Person ist. — — (Jo-) So soll ein Kupferstecher heißen, der nach M. Angelo, N. Poußin und Rubens gearbeitet habe. — — (I. E. F.) wird, unter der Rubrick: Baubediente, Condukteurs und Feldmesser, indem Berliner - Aoreßkalender auf 1800, als zu Rheinsberg aufgeführt. — — (Lernn). DesReichard'spassagier. 4 te Aufl. Berlin 1811 S. io 54 sagt, man habe von ihm einen trefflich in Landkarlenformat aus, geführten Grundriß Hamburg's mit seinen Umgebungen 1811. K i 4 Wolf (Loser Leo), Kupferstecher zu Hamburg, geboren zu Altstrelitz 1781, Schüler von Wolfgang Schwarz in Nürnberg, arbeitete eine Zeit lang für die dortige Frauenholzische Kunsthandlung, hernach in Alton«. Von ihm kennt man verschiedene Bildnisse, z. B. Napoleons, des Großher- zogs von Berg, der Schauspielerin Karoline Lippe« u. s. w. Dann Hamburgische Ansichten, zu den dortigen Unkerhaltungsblättern 1806 u. 1807. Dieser Künstler lebte noch zu Hamburg um 1809. LNeusel III. Irgendwo lesen wir noch über ihn: „Er hat, wie es heißt, nach einem Gemälde von Huck (was sich auf der Hamburger-Stadtbiblio- thek befindet) ein ähnliches Bildniß Klopstocks gestochen, was, nebst einer kleinen dazu gehörigen Denkschrift, bei) Campe zu Hamburg erschien." — Wir haben Mehreres von ihm gesehen; so z. B. in dem Moralischen Taschenbuchs von Hezel. Hamburg i8ng die beyden Litelkupfer nach Michelis zu den in Quedlinburg verlebten Taschenbüchern: Unglücksgeschichten bey schändlichen und wilden Kinderspielen, von M. F- L. Jacobi, und: Neues moralisches Erzählungsbuch u. s. f. Leider müßen wir diese feinen Arbeiten unter die jämmerlichsten (sogenannten) Kunstprodukte rechnen." — — (Ludwig), vielleicht der Vater des folgenden gleichnamigen Berliner-Zeichners, wird in dem Berliner-Adreßkal. auf 178h als dortiger Bildhauer und Vergoldet genannt. — — — — Eeschichtszeichner zu Berlin, geboren daselbst 1776, und dort noch lebend um 1809. Derselbe wollte Anfangs Bildhauer werden, zeichnete und modellirte zu dem Ende, noch sehr jung, bey dem Königl. Hofbildhauer Tassaert, der aber nicht lange hernach starb. Nun zeichnete und modellirte w. zwar immer noch nach guten Modellen; aber seine Neigung zum Zeichnen historischer Kompositionen gewann bald die Oberhand, so, baß er den Vorsatz, Bildhauer zu werden, gänzlich aufgab, und sich der Zeichnungskunst wied- mete. Indeß thut ihm die durch das Modelliren erlangte Kenntniß des Runden noch jetzt sehr wohl, und er räth jedem angehenden Maler oder Zeichner an, das Modelliren einige Zeit zu üben. Nunnuhr wurde, neben dem allgemeinen akademische» Unterricht, der Direktor Wilhelm Weil sein Lehrer. Diesem großen Theoretiker und gelehrten Künstler verdankt W. viel. Zugleich zeichnete er unablässig auf der Akademie nach den schonen Abgüsse» der beßten Antiken, unter der Leitung des verdienstvollen, für den wahren antiken Styl viel zu früh verstorbenen Carstens. (Wir lassen den Künstler hier selbst reden.) „Dieser, als liebenswürdiger Mensch und als geistreicher Künstler gleich unvergeßliche Mann nahm sich besonders Wolfs mit wahrer Freundschaft an, und lehrte ihn nicht bloß mechanisch zeichnen, sondern entwickelte auch in ihm zuerst das Gefühl sürs-wabre Schöne und die Poesie der Kunst, ohne welche Eigenschaften des Geistes der Künstler sich nie über das Mechanische erheben kann. Nachdem Carstens nach Rom abgegangen war, studirte w. unablässig die Antiken, so viel dieß in Berlin möglich ist, und die Natur nach lebenden Modellen, sowohl auf der Akademie, als in seiner Wohnung, und übte sich in der Compvst- tion. Weiterhin wurde ihm von Seilen der Königlich Preußischen Lhierarzneyschule aufgetragen, die schönsten Hengste und Stuten auf dem Fried- rich-Wilhelms-Gestüt bey Neustadt an der Doste, zum Behuf eines Werks, welches in Querfvlio erschien, nach der Natur zu zeichnen. Dies war für ibn eine treffliche Gelegenheit, den Bau des Pferdes nach den schönsten Musteru kennen zu lernen; auch studirte er zu gleicher Zeit die Anatomie des Pferdes unter Anleitung des Professors der Thierarzneyschule, Naumann. Jetzt (1809) beschäftigt er sich hauptsächlich mit Gegenständen die zur Zeitgeschichte gehören. Hierauf werden bey Meusel III. (>67 — 68. von ihm angeführt : Originalzeichnungen in Lrayon. Phaeton stürzt, von Jupiters Blitz getroffen, in den Eridanus. Mit mehrern Crayons gezeichnet, vier Fuß hoch, und viertehalb breit. Prometheus, mit mehrern Crayons, zwey Fuß hoch und anderthalb breit. Androkles schlummernd, neben ihm sein wachender Löwe, anderthalb Fuß hoch, zwey breit. Karthon's Tod, sehr reiche Composition, nach dem Ossianischen Gedicht gleichen Namens. Cou- leurte Crayons. Fünftehaib Fuß lang und drey hoch. Macbeth hört sein Schicksal; Hexenscene aus Shakespeare's Macbeth. Auch eine reiche Composition; drey Fuß lang, drittehalb hoch. Schluß - Scene aus Macbeth. Ebenfalls auch eine reiche Composition, drey Fuß lang, drittehalb hoch. Gebt dem armen Tom etwas Almosen! Seen« aus Ehakespear's König Lear, getuscht. Anderthalb Fuß hoch, und einen breit. Schluß-Scene aus Scbiller's Räubern, getuscht. Zwey Fuß sechs Zoll hoch, anderthalb Fuß breit. Scene aus Schiller's Don Carlos, Akt 5 , Auftritt 4, getuscht. Zwölf Zoll breit, acht hoch. Albrecht Achilles, Markgraf zu Brandenburg, erobert mit eigener Hand eine Standarte von den Nürnbergern; in couleurten Crayons. Drey Fuß lang, drittehalb breit. (Diese Zeichnung hat der Künstler selbst in Kupfer gestochen.) Friedrich II. in der Bataille bey Kuners- dorf; couleurte Crayons. Ein Fuß sechs Zoll lang, achtzehn Zoll hoch. (Von Daniel Berger in Kupfer gestochen.) Friedrich II. betrachtet, nebst dem vornehmsten Theil seiner Suite, in dem Dom zu Berlin den Leichnam des großen Churfürsten von Branden- brug. Getuscht, so wie das folgende. (Von F. Bolt in Kupfer gestochen). Pendant dazu: Abschied Alexander I., Kaisers von Rußland, von Friedrich Wilhelm dem III., König von Preussen, und dessen Gemalin Louise, Königin von Preussen, bey dem Sarge Friedrich II. (Don Bolt gestochen.) Friedrich II. auf seinem Leibpferd Conde, reitet im Garten seines Lustschlosses Sans-Souci bey Potsdam spazieren; in der Ferne sieht man das Schloß. Crayon. Ungefähr zwey Fuß hoch und 16 Zoll breit. (Von Meno Haas in Kupfer gestochen.) Der Tod des Adonis, nach der Idylle Dions von Smyrna. ' Einer Menge'ausgeführter Zeichnungen nach Antiken und nach der Natur, glaubt der Künstler nicht erwähnen zu dürfen, weil sie nur als Studien zu betrachten seyen; Skizen eben so wenig, weil die gelungensten mit der Zeit ausgeführt ins Publikum kommen sollen. Einige von ihm in Kupfer geetzte Original- zeichnungen; wie z. B. Das Leibpferd Friedrich II., Conde genannt; für die Königl. Lhierarzneyschule. Achtzehn Zoll lang und zehn breit. Ein Paar große Hunde, welche an einen Eichenstamm gebunden sind. Wolf. 6 o 45 Wolf. Zwey Bacchantinnen. Einige nach der Natur gezeichnete Akte. Mehrere Vignetten und Titelkupfer zu Büchern. Einige Porträte. Von dem oben erwähnten Blatte von Meno Haas/ welches 1806 zu i. Friedrichd'or Subscrip- tion angekündigt wurde, heißt es irgendwo: »Daß solches in der wahren Manier in Strichen (?) ausgeführt sey, und daß Friedrich der Große darin eine sprechende Aehnlichkeit habe." Außer dem oben nach Mensel III. Angeführten kennen wir noch von ihm selbst, aber mittelmäßig radirr, ein Dlattchen zu dem Almanach Hortensta, von A. Kühn. Berlin 1812; dann ein solches zu dem Almanach Vergiß mein nicht, von H. Clauren. Leipzig 1818; und zu (nun wirklich Claurens) Almanach gleichen Namens für 181g ein artiges Blättchen; auch soll er zwey allegorische Titelkupfer zu C. Schöne's: Gustav Adolphs Tod, und zu desselben: Macht der Leidenschaft, die beyde kl. 8°. zu Berlin r8r8 erschienen, geliefert haben. kJach ihm dann sollen aber noch folgende Blatter vorhanden seyn: Von D. Bcrger, das erste Jahrhundert der Russischen Monarchie, mit den Bildnissen der Russischen Monarchen in Agua- tinka sehr gr. Fol.; von F. W. Pollinger, die Königin Louisa von Preußen und der bekanute Major Schilt 1809; von F. Jugel, der Einzug Navolevns in Berlin (die Bildnisse auch besonders auf einem Blatt in Umrissen); der Einzug der Verbündeten in Paris i 8»4 gr. qu. Fol.; Friedrich der Große, ganze Figur; der Abschied des Frcywilligen von seinem Vater; Friedrich Wilhelm besucht das Lazareth in Bautzen; von Krethlow, ein Blatt auf den Tod der Königin Louise (Prä« numerationspreis 6 Rchsth.); von G A Lehman», das Bildniß des Grafen F. A. von Kalkreuth. Ausserdem haben Bollinger, F. Bolt, C. Büscher, M.Haas, Meyer, J.Etöbcrrc. viele kleine Blätter für Bücher und Almanache nach ihm gefertigt. .Wolf (Ludwig), ein Christallschneider zu Wien dessen Wittwe noch 178, seine Geschäfte fortführte. Hof- und Sraars-Schematismus v. Wien 1782. — — (Matthäus), Vater des obigen Ionas, war Baumeister des Herzog Albrechts von Bayern, und starb zu München i 663 . Liporvsky. — — (Michael), Baumeister zu Weimar, in 1625. dort zum Bürgermeister erkiest, starb » 635 . Werren's Weimar. — Bürger und Goldschmied zu Freyberg in Sachsen. Von ihm findet man in der Kirche zu St. Nicolai daselbst ein Kruzifix, was mit seinem Namen und dem Verferkigungsjahr ikho bezeichnet ist. Grübler Freyberg. Begräbt». Thl. I. S. 363 . — — (Niclaus), Geschichtsmaler zu Dresden, gebore» zu Kopenhagen 1762 und noch zu Dresden lebend um 1809. Derselbe siudirte in der Akademie seiner Vaterstadt, besonders unter dem Professor Mankelberg, (richtiger Mandelberg). Um 179a kam er nach Dresden, um die dortige Akademie zu benutzen, und alsdann nach Italien zu gehen (ob er dahin gegangen sey, wird nicht gesagt). Von ihm kennt man, neben meh« rern Bildnissen, ein Altarblatt für eine Dorfkirche bey Kopenhagen, die Grablegung Christi, beynahe Lebensgröße. Mensel 111 . Ueber diesen Künstler meldet uns noch einer unsrer Kunstfreunde: » Auf der Akademie seiner Geburtsstadt erhielt er Preißmedaiüen im Zeichnen nach dem Modelle 177g und 1781, und in der Malerkunst 173» und 1 / 85 . Obwohl dieser nicht ungeschickte Künstler von Dresden aus, auf Kosten der Dänischen Regierung nach Italien reisen sollte, so blieb er doch in dieser Stadt seit seiner Dahinkunft 1790. Er hatte sich dock so der Liederlichkeit und dem Trunke ergeben, daß alles das Viele, was man von Kopenhagen her für ihn that, nicht vermögend war, ihn aus seinem Schmutze zu ziehen. Auf der Dresdner - Ausstellung »8»i, sah man von ihm vier Oelgemalde aus Wieland's Schriften: Eine glückliche Familie (nach dem goldenen Spiegel), eine Scene aus dem VII. Gesang des Oberon, und zwey Scenen aus dem Agathon. Mclaus erschoß sich endlich » 8»3 zu Dreöden. Dieser Stadt hat er, neben seinem Leichnam, ein Andenken hinterlassen, indem nach seiner Zeichnung der dortige geschmackvolle — Leichenwagen erbaut wurde." Wolf (Peter), ward »583 zum Hofgold- schmieü, Eisenschneider und Wardein zu Berlin auf »5 Jahre angenommen. Don ihm sind vermuthlich die um diese Zeit geschlagene Münzen geschnitten. In seiner Bestallung ward auch vorgeschrieben, wie er das, was ihm der Churfnrstl. Metallist (?) Leonhart Thurneiser in bewußten Goldschmelz- und Gießungssachen auftrugen würde, ausrichten sollte. (l^c. — — (Sebastian), ein Maler, der von »586 bis 1689 zu Frankfurt am Main wohnte. »Ob derselbe" (sagt der tausendlnstige Hüsgen N. A. 121.) »nach seinem Namen Wolf (so wie Seemann Seestücke) oder was er sonst für Gestalten durch seine Kunst in die Welt gesetzt hak, konnte mir, aller Anfragen ungeachtet, niemand verrathen.'' — — (Thomas, oder auch Johann); ein Goldschmied zu Nürnberg, dessen Bildniß ein Unbekannter in 8° gestochen hat. Diesem Bildniß zufolge war er 1624, 33 I. alt; es existiren davon aber cwenn wir anders panzern recht verstehen) zweyerley Abdrücke, mit abgedachtem unterschiedenen Vornamen. — — — — ein Juwelier zu Leipzig, welcher die Tochter des dortigen Goldschmieds Simon Lltzinger's »697 ehljchte. RrilZlN- gers Leipzig S. 14». — — (Urban) ein verarmter Goldschmied von Augsburg, der »636 durch Dresden ging, wo ihm seine Innung ein Almosen von » fl. 3 Gr. gab. 2»/5c. — — (Wenzel). In des C- G M- geschichtlichem Verzeichuiß aller öffentlichen Lebensbestrafungen, welche in Zittau sind vollzogen worden »77Ü 4 °- S- 28 heißt es: »Im I. »702 wurde » Wenzel Wolf, ein Maler, welcher vor einigen »Jahren schon in Zittau und Ostritz, u. a. Orten »mehr, den Staubbesen bekommen hatte, mit dem »Rade vom Leben zum Tode gebracht, weil er, »nebst mehrern Diebstählen, sieben Kirchen erbro- »chen und beraubt hatte." * — — ( ). Ein solcher (vielleicht der Aaron Wolf des Lex.) wird 1728 als Edelstein- schneider zu Dresden angeführt im Lebenden Aönigl. Dresden. — — oder Wolff Diesen Namen findet man auf Königl. Englischen Schaumünzen, von »745 und 46. S. vollstand. Braunschw. Lüneb. Münz - und Medaillen - «taPiner, N°. 1176 und »»78. — — ( ). Ein solcher war Münzmeister K * 6046 Wolf. bey dem Despoten in der Moldau um i 5 s 7 - LS hier's Münzbelust. k.X VII. 082. w 0 lf ( ). Nach einem solchen hat G. A. Wolfgang das Bildniß des Jesuiten G. A. Wolfgang gestochen. Mrc. — — ( ). Ein (in 1808 junger) deutscher Künstler arbeitete damals mit Andern an den Zeichnungen zu dem Werke über die Costume's auf dem Königl. National s Theater zu Berlin. Wahrscheinlich ist es derselbe, von welchem auf dem Berliner- Salon 1804 eine große Zeichnung (Karthon und Kleßamor, nachOffian) ersichtlich war, welche in manchen Stücken (in der Zeichnung z. B> weit mehr als in der Composition) sehr gerühmt wurde. — — ( ), Kupferstecher in Mannheim, gab in 1807 die Karte zu G. F Rufs Elementar- Abriß der Weltgeschichte, ökkrc. — — oder Wolfs ( ). Einer der vielen Kupferstecher zu Berlin (1809.) für die Buchhändler. — — ( ). Ein Kupferstecher, gab theils nach seinem Bruder (den wir übrigens eben so wenig näher kennen als ihn), theils ohne weitere Namen als den (einigen, vier Gattungsblätter, welche im Gantkataloge von Brandes (deutsche Schule) unter den Rubricken: I'^mitie, la Dou- ceur, ls äouce Ninetts, und les kommes äs terre erscheinen. — — ( ). Ein Bildhauer zu Berlin 1802 und >8og. In letzterm Jahre nennt man ihn — unter denen Bezirksvorsteher» dieser Stadt. — — ( ). Ein solcher zu Eisenach 1810, der von keiner Bedeutung zu seyn scheint, ^c. — — ( ), Hofsteinmetzmeister zu Cassel 1786. Hessen - Casselschen Sraarskal. — — ( ), Hofmaler zu Gvtha 1719, s. oben den Maler Joh.Heinr. Wolf. — — ( ). Ein Schüler Fügers, der zu Wien 1792, 26 Jahr alt, starb. In der durch Barrsch beschriebenen Sammlung von Handzeichnungen des Prinzen Carl von Eigne befanden sich von ihm zwey getuschte und weiß gehöhte Blatter. Sie enthielten: Venus aus dem Bade steigend, und drey Kinder in einem Garten bey einer Fontaine (Entwurf zu einem Familien- gemälde). M-c. — — ( ), Professor und Zeichenmeister an der Theiner-Hauptschule in Prag, zu Anfang dieses Jahrhunderts. Vermuthlich ein Cohn von Franz (W-). — — ( ). Ein geschickter Zimmermaler al Fresco zu Prag um 1798. — — ( ), vermuthlich Ingenieur. Ein vor uns liegender Prospekt von Ostende, wie solche Stadt im Anfange des Jahres 1604, im July und August desselben aussah, Alles dies auf einem Blatte in gr.Fol. schlecht radirt 1604» ist bezeichnet: invent. klor. kalt. sculp. er impre!. Vermuthlich gehört dies Kupfer zu Mcteran's holländischer Geschichte. 7 k/§c. " 7" ( )- I" iskeninich's Griginal- Beptragen zur Lennrniß von Holland. B. I. Tübingen 1809. 6.2)4. lesen wir: »Vor niedrem Jahren excellirle ein armer Jude im Haag, Namens Wolf, in der Kunst Figuren auf Glas Wolfgang. in punktirter Manier hervorzubringen, und hat bewundernswürdige Stücke geliefert. Da sie immer seltener werden (er ist verstorben), so giebt man itzt für ein einziges Weinglas von ihm in Auktionen 5 bis r 5 Dukaten." Wolf ( ). Unter den in Dresden 1810 «inpassirten Fremden, erscheint ein Baumeister Wolf aus Böhmen. Akrc. wolfaerr oder Wolfaerrs (Arthus). Die Geschichten der Apostel waren der Lieblingsstoff seiner geschichtlichen Gemälde, und er erhob sich zu der Würde seines Gegenstands wenigstens weit mehr als Andre seiner Kunstgenossen, und zumal seiner Schule. lOercaM/n II. 869. Sein selbst gemaltes Bildniß befand sich um 1782 in der Sammlung von Malerbildnissen des Grafen Firmian auf dem Schloße Leopoldskron bey Salzburg. Daß irgend etwas nach ihm gestochen worden, ist uns unbekannt. Wohl kennen wir sein Bildniß von van Dyck gemalt, und von C. Galle (». K. auch von S. a Bolswert) gestochen. wolfarrb (Anton). Ein geschickter Schüler des Malers Christian Brand zu Wien, wo er sich 1794 noch aufgehalten zu haben scheint. Seiner gedenkt das Französische verzeichniß der Hand- zeichnungen des Prinzen Carl v. Ligne, durch Barrsch S. -77. — — (Tobias). Ein Kupferstecher zu Hof, von dem sich Arbeit findet, in dem seltenen Buche: ^l. ZÄc. L/iroarr Lslendarium, prae- terjnlianurn et dre^orianum, tertium sive in- termeäium. Das ist: Mittelcalender rc. Hof 16)9. 4° Schad'« Ppnacothek S. 241-248. 264. Wir kennen von ihm (den wir für einen Goldschmied halten) ein in qu. kl. Fol. schlecht gestochenes Blatt, was einen Wolf Christoph von Reitzenstein, todt auf dem Paradebette zeigt. — — ( ). Ein erfahrener Maurermeister, der das Rathbaus der Stadt Borna in Sachsen (seit - 54 «) erbaute. Spater brannte jedoch dasselbe ab. Seb. Lühn's Bornische Chronick Chemnitz it>88. 4 °> wolfersdorf (Julius von ). Ein Sächsischer Edelmann, der vermuthlich auch in Mili- tair-Diensten von Chursachsen stand. Nach ihm radirle Joh. Jac. Gabler in sehr gr. Fol. einen Plan von der Belagerung Leipzigs 1687. Mrc. * Wolfs, s. Wolf im Lex. und oben. Wolffermann (Martin). Ein Maler und kacklrer, den das Hamburger-Adreßbuch i8»6 (das von 1804 noch nicht) benennt. w 0 1 ffs, s. Wolf im Lex. und oben. Wolfgang (Andreas), ein Maler von Chemnitz, den das Lex. nicht kennt, war der Vater Georg Andreas des ältern, und somit, soweit es uns bekannt ist, der Stammvater dieses Künstlergeschlechts. Näheres wissen wir nichts von ihm. Reisen u. wunderbare Schicksale der bepden Bruder A. M und JG-Wolfgang u.s.f. S. 8i. * — —^ (Andreas Matthäus, gewöhnlich Andreas), älterer Sohn des nachfolgenden Georg Andreas des altern, welcher im Lexikon unter dem Art. seines Vaters ericheint, nach Rost geb. zn Augsburg 1662 und gest. daselbst 172b. Die äußerst naive Beschreibung von seinen und seine- Bruders Schicksalen zu Algier (2^. ü. I. 1767.). Von dem Sohn eines derselben verfaßt, verdient 6047 Wolfgang. gelesen zu werden. In die dortige Gefangenschaft geriethen sie 1684. Wie lange solche dauerte, wird nicht bemerkt. In 1691 finden wir ihn wer nigstens bereits bey Hause verheiralhet. „ Er war" (sagt eine jener Beschreibung angehängte biographische Notitz der Künstler-Familie Wolfgang) „von besonders lustig- und aufgewecktem Naturel, welches er auch bis in sein Alter behielt, ungeachtet es eben nicht das glücklichste war, da er einige Jahre vor seinem Tod erblindete." Seine, so wie seines Bruders, Johann Georgs, und seines Sohnes, Gustav Andreas, gefertigte Bildnisse (ein Derzeichniß meines sei. Vaters giebt ihrer an die > 5 o. an) hakten größtentheils dunkele deutsche Männer und Frauen zum Gegenstand. Zu den beßten des Unsrigen zahlen Rost u. a. dasjenige seines Vaters Georg Andreas, nach I. M. Roos, des Marchgrafen von Anspach, Carl Wilhelms, nach A. Pesne, des Juweliers und Rathsherrn Christoph Rads zu Augsburg, nach I. Faescher, u. e. andre. Namentlich bemerkt einer unserer Freunde dasjenige einer Magdal. Barbara Avemann nach Feuerlein, welches sehr „fein und brav" behandelt sey. Rost nennt auch von ihm ein geschabtes Bildniß von Kaiser Carl VI., und jenes Pamphlet so wie das Lex. (als ein Cu- riosum): Den Älgierischen Hofstaat, und sich, nebst seinem Bruder im Sclavendienst und Habit. Rost l- 3 i 5 —16. * Wolfgang (Christian), des vorstehnden Andreas Matthäus jüngerer Sohn, welcher im Lex. unter dem Art. seines nachstehnden Großvaters, Georg Andreas, erscheint; geb. zu Augsburg 1710 u. gest. zu Berlin 1750 (also bloß 3 r, nicht 41 I. alt, wie das Lex. irrig besagt). Da seines Varers Umstände eben nicht die beßten waren, so nahm ihn sein älterer Bruder, der nachfolgende Gustav Andreas, zu sich nach Berlin. Hier machte er zusehends Fortschritte, „wies" (heißt es in dem vorgenannten Pamphlet S. § 5 — 46 . „ein gut Genie, im — Kleinen zu inventiren, und zeigte solches besonders in einem schönen Blatt, die Königlich Preußische Revue vorstellend. In diesem Blatt Präsentiren sich nicht nur viel hundert Figuren, sondern das Perspectiv ist auch gar schön in acht genommen; das hinter Wesen zeichnete er mit der Nadel auf das Kupfer, ohne sich an seine gemachte Sätze zu binden." Das Miniaturmalen hatte er bey Johann Harper, einem Tochtermann seines Oheims, des unten ff. Johann Georgs *), gelernt. Er war verheiratet, und hinterließ zwey Söhne, als die letzten Zweige dieses Künstlerstamms. Ob sie selbst Künstler waren, und noch leben, ist uns unbekannt. Von dem Unsrigen kennen wir ein, nach eigener Zeichnung, zu Berlin zwischen 17Z9 u. l/ 4 ö artig geetztes Blatt: Die Revue der preußischen Gens d'Armes. Man sieht auf diesem Blatte, in dessen Behandlung der Miniaturmaler nicht zu verkennen ist, viele kleine Figuren. Ein Mehreres scheint er nicht in Kupfer geliefert zu haben. Nach ihm schabte I. A. Pfeffel ein Bildniß Friedrich des Großen in gr. Fol. ^c. * — — (Georg Andreas), der Aeltere, Sohn des Stammvaters der Künstler dieses Ge- Wolfgang. fchlechts. In seinem Alter legte er sich auf den Gemälde-Handel, womit es ihm an einigen deutschen Höfen ziemlich glückte. Nebst einer Menge Bildnissen (worunter wir, Seltenheics wegen, bloß des — übergroßen des Kaiser Leopolds (zu seinen Füßen gefangene Türken) gedenken **)), nennen wir hier von Geschichtlichen: Saul unterredet sich mit dem Geiste Samuels, nach Joseph Werner; zehn Blätter aus dem A. u. N. Testamente, nach I. Umbach; dann ein großes Dianenopfer, nach I. H. Schönfeldt (1661.); die 24 Buchstaben des Alphabets, m schönen Cartouchen ***). Rost l. 3 i 4 — 15 . M'-rL/er-. Reifen u.s.f. S. 22 —Zo. In I. L. Schumanns S>on- und Helico- nifchen Schriften I. 62a. u. II. 290. finden sich zwey Gedichte auf den Unsrigen. * wo lfga n g (Georg Andreas), derJüngere, des nachfolgenden Johann Georgs W- Sohn, welcher im Lex. unter dem Art seines vorstehnden Großvaters, Georg Andreas des Aelrern y- scheint, studirte einige Jahre in Italien, und durchreiste Deutschland, Frankreich, Holland und England. Derselbe st. zu Gotha unverheurathet. Er malte Geschichte und Bildnisse. Auch zu Augsburg findet sich gute Arbeit von ihm. Reifen u. s. f. S. 4 t- Er selbst soll nach einem (uns unbekannten) Matthias Echter und nach P. Testa geetzt haben; so wie hinwieder der unten ff. Joh. Georg Wolfgang nach ihm das Bildniß des Tonsetzers Handel gestochen habe. — — (Gottlieb), ein sehr mittelmäßiger Kupferstecher um 1700. Wir kennen von ihm nach I. Asam eine Allegorie in 8°., die Christus in einem Schiffe, mit der Devise: klus cursu in violenta iuvsnt (?) darstellt; dann nach F. D. Hermann ein allegorisches Titelkupfer mit der Jnn- schrifk hllles und Uatio, zu: Christliche Sitten- lehre. Aus dem Französischen übersetzt. Kempteu 1707. 4°- *— — (Gustav Andreas), des oben genannten Andreas Matthäus w älterer Sohn, welcher im Lex. unter dem Act. seines vorstehnden Vaters, Georg Andreas des ältern, erscheint. Zu Berlin war er seinem nachstehnden Oheim, Job. Georg, in seinen Arbeiten beholfen, und viele der seinigen gingen unter dem Namen des erster». Mit der Miniatur beschäftigte er sich bloß zu seinem Vergnügen, und diese Kunstgattung scheint ihn verleitet zu haben, in seinen gestochenen Bildnissen die Fleischparthieen punktirt auszuführen In 1708 kehrte er von Berlin, nach dortigem zwanzigjährigen Aufenthalt, zurück,, und st. zu Augsburg 1776 Beyspiele seiner über- zarten Arbeiten sind zumal diejenigen Bildnisse dreyer Augsburgischen Stadtpfleger, Jmhof, Koch und Suher, alle nach Eichler; und vollends das seltene von C. von Münch, nach I. I. Haid, in welchem die feinsten Punkten — Gott sey bey uns.' nicht ohne Vergrößerungsglas wahrgenommen werden: „Ist sich also" (heißt es in jenen Familien- notizzen S .44 ) »nicht zu wundern, daß er in seinem 74sten Jahrs-Alter solche besondere subtile Arbeit nicht mehr fortsetzen kann- Die Hochachtung seines erstaunlichen Fleißes streitet aber doch ") Ein Sohn dieses Harper's war -767 Würtembergischer Hofmaler. Dasselbe war eben bev ihm bestellt, „um Tbefes darunter zu defendiren" (wer versteht das?) I. c. S.24. als seine zwey Söhne aus Algier zurück kamen, und ihm bey dieser ebentheuerlichen Arbeit brhvlsen waren. Dies wird irgendwo: Va ^ L. 0. eu perrpccrive genannt. -j-) ll. 1774. Nicslai hingegen setzt ihn vollends n»ch 1779 unter die Lebenden. tzOHK Wolfgang. Wolhaupter. noch bey denen, die ihn kennen, und Umgang mit ihm haben, um den Vorzug, wegen seiner Ehr- und Redlichkeit, als überhaupt gutem Lebens- Wandel, und ist zu bedauren, daß er in so hohem Alter nicht nur einsam, (da er vor drey Jahren seine Frau verlohren) sondern auch bey Abnahm der äußerlichen Sinnen und Leibes-Kräften zubringen muß; doch sein Geist zeiget sich noch allezeit gegenwärtig und kräftig jetzt" (1767.). »Der Höchste seye ferner seine Hülfe und Stütze." * Wolfgang (Johann Georg), des Georg Andreas des altern jüngerer Sohn, welcher im Lex. unter dem Art. seines Vaters erscheint, geb. zu Augsburg ilM (->. k>. yf>.) und gest. 1744 (wonach das Lex. zu verbessern ist). Das mit seinem Bruder redlich getheilte Schicksal in Algier kennen wir schon. Nach seiner Rückkehr verhei- rakheke er sich. Seine Copie der berühmten Stiche von Edelink, nach le Brun's Crucifix und den weinenden Engeln (welches »699 in dem Augsburg«-Lycaeum der Gesellschaft Jesu, als ein Thesenbild (?) bey einer Disputation aufgestellt wurde) und seine Magdalena, ebenfalls nach Edelink, erwarben ihm (170).), neben Heiß, den Ruf nach Berlin. Zu seinen dortigen vorzüglich- lichsten Arbeiten gehört sein Stich nach Schlüter's von Jacob! gegoßcnen Ritterstatüe des Churfürsten Friedrich Wilhelms (V 5 " hoch, 2^ 6" br.^). Unter allen Künstlern seiner Familie wird er für den beßten gehalten. Man sehe z.B. das schöne Bildniß des künstlichen Goldarbeiters Dmgling«, nach Pesne, und ein anderes, B. N. de Koller, nach I. tzarper. Noch nennt das oft angeführte Pamphlet: Weisen u. s. f. S. Ho. neben Anderin von ihm: Das große Dresdner-Carroussel in Zo Bl. »ach der Zeichnung von A.M. Werner, geb. Haid; und Liporvsky das Lcichenbegäugniß Friedrich l. in 211 (?) Blättern. Xost l. 317 —18. M-rVer. /kranai«. kJicolai. Dann besonders das oft erwähnte Pamphlet, ohne welches wir in der Genealogie der Künstler dieses Geschlechts zum Oeftern irregegangen waren. — — (Samuel). Ein solcher lernte die Schmelzmalerei bey J.C. Schnell, und malte auch sehr geschickt in Gouache. Derselbe heirakhete eine Tochter des Matthaeus Rüßel. In wie fern er zu den klebrigen dieses Künstlergeschlechts gehörte, ist uns unbekannt. Immerhin aber wird er irgendwo irrig ein Sohn des (ehelos verstorbnen) jünger« Georg Andreas genannt. Ob er vielleicht ein dritter Sohn des Andreas Marrhaeus seyn dürfte? dessen jedoch jene Familicnnachrich- ten keine Erwähnung thun — Wir zweifeln daran. Einer der oberwähnten Söhne von Christian Wolfgang kann er nicht seyn, da seine vorgenannte Gattin auf weit ältere Zeiten deutet, Ein Verzeichniß meines sei. Vaters führt von den vier dieser wolfgange (Georg Andreas, Andreas Matlhaeus, Joh. Georg und Gustav Andreas) 1H1 Bildnisse an, welche dieselben nach folgenden H2 Meistern gestochen haben: I. C. Beyschlag, D. Block, Böhm du Buißon, Cronbusch, Denn«, G. Eichler, M. Engelbrecht, I. Fischer, Franke, I. P. Gerike, A.Graf, A.M. Haid, I.I. Haid, M. Haid, I. Heiß, I. B. Hofman», G. Th. Hopser, D. Hoyer, TH.Kayser, G-Kilian, D. Klein, I. I. KIcinschmidt, C. Labert, T-Laub, F. Lippold, A. Lvescher, I. V. Mayr, A. Pesne, J.J. Preisler, Ramond, Saudrarl D. Savoye, C-Schaeffer, Scher«, G.H. Schiffst», Schwarz, I Seuter, G.Spitzel, Tachmann, J.Umbach, Wolf.— Dann von Geschichtlichem nach ff. >7 Meistern: I. van Aachen, Baumgartner, C. le Brun, G. Eichler,, I. S- König, M. Oddi, I. le Pautre, F. Pcrrer, R Rottenhammcr, Sarburg, I. H. Scbonfeld, J. Steger, I. C.Storer, J-A-Thelol, J.Umbach, M. Waldmann, I. Werner. Wir bemerken hier, mit Vorbeylassung des unter den vier Wolfgang schon genanntem: Der Gerechtigkeit und Wahrheit Triumph über das Unrecht, nach van Aachen, die Taufe eines heidnischen Königes nach Oddi, Ovidische Verwandlungen (19 Bl.) nach le Pautre, ein Götterbanket und ein Viehstück nach Schönfeld, die vow einem Engel geführte Frau, Krieg und Hunger, und etliche Landschaften, Alles nach Umbach. Endlich erscheint in jenem Verzeichnisse noch Verschiedenes ohne Anzeige des Malers, wie z. B. Kaiser Leopold und seine Gemahlin auf den Knieen vor dem H. Sakrament, die Beleuchtung zu Botzen bey der Vermählung des Erzherzog Josephs u. d. Prinzessin von Parma 1760, dann mehrere H. Familien, Heiligenbilder, u. s.f. Wolfgang, ein Goldschmied und Kupferstecher des XV. Jahrhunderts, von dem man ein Blatt kennt, was die Maria mit dem Kinde darstellt, welches von einem knieenden Abt oder Bischof angebetet wird. Oben liest man: buä- v/icus sbvas anno äomini 1H77. und unten: s^ol/§auZrt5 aurikaber; alles dies verkehrt aufgestochen. Die Original-Platte wurde zu Ende des XVIII. Jahrhunderts in Augsburg aufgefunden. X. 16. — — Diesen Namen findet man endlich auch auf einem alten, mit dem Wapven der Stadt Nürnberg gezierten Holzschnitte. Mrc. wolfgraeber (Joh. Georg), aus dem Cle- vischen gebürtig; hatte von Natur eine gute Anlage zur Malerey und Baukunst. Der Churfürst von Brandenburg ließ ihn i6bi auf seine Kosten drey Jahre lang in Holland unterhalten und von den beßte» Meistern unterweisen. Er reifte 16HH auf gleiche Kosten zu Theodor van Thulden nach Herzogendusch, und darauf nach Antwerpen. rAicolal. Wolfram (C. F.), vielleicht von Manheim gebürtig, befand sich um - 783 , (damals etwa 16 Jahr alt) als Theatermaler bey der (herum- wandernden) Schauspielertruppe eines gewissen Abt. Zu gedachter Zeit, wo diese Truppe in Göttingen sich aushielt, machte Wolfram einige geringe Versuche im Radieren. Mxc.. * Wolfs, s. oben u. im Lex. Wolf. Wolfshermer ( ). So soll, dem Nürnberger-Taschenbuch zufolge ein c-819.) noch lebender gut« Miniaturmaler zu Nürnberg heißen., wolfsrvinckel (Jo. a). Ein Kunstliebhaber namentlich der Malerey um ibi); der Maler Herm. van Vollenhoven, der sein Freund war, widmete ihm auch ein von S. be Paas nach ihm gcstochnes Blatt. wolgast (Georg), ein Glockengießer zu Halle im Magdeburgischcn. Dort goß er - 5^8 die Stun- dcuglocke des Galgenthores mit zierlichem Blumenwerke; dann -boo eine Glocke für die Ulrichskirche, an der man die 12 Apostel, andere Heilige mehr, Wappen rc. sieht. G. Dlearir Haly- grapbia. Letpz. ibb7. S. äZ8. ZH2. Unter den Gießern für diele abgedachte Stadt erscheint auch Joachim Jancken und Johann Roch, die. gemeinschaftlich 1HH2 eine Glocke gössen, welche' ab« bald so schadhaft wurde, daß sie 169b durch den Hall'scheu Gießer Johann Jacob Hofmann umgegossen werden mußte. Drephaupk Beschreib, des Saalkreises I. 108Z. wolhauprer (Emanuel C.), ein Maler zu Fulda, s. oben woblhaubrer. Wollet, 6E Wolke. Wolke, s. oben Wolcke. wolkenftein, s. oben wolckenstem. «wolker (Johann Georg). Don ihm sieht man in der ehemaligen Jesuiten- jetzt St. Georgen- kirche zu Amberg zwey Altarblätter: Den H. Schutzengel, und Aloys von Gonzaga, in 1764 gemalt; und in der Kirche der Englischen Fräulein zu Bam- berg — wieder den H. Schutzengel. Liporvsky. Nach ihm kennen wir ein Blatt mit Heiligen, von Georg Kilian, und in Schwarzkunst geschabt von I. G. Rugendas eine Madonna mit dem Kinde, St. Jgnaz- St. Franz Lavier, St. Aloys und Consorten. Mrc. Woikorv (Feodor oder Friedrich), ein Russischer Baumeister, wurde von Jugend an in der Akademie unterrichtet, und zeichnete sich früh durch seine großen Fortschritte aus. In Paris arbeitete er mit so vielem Beyfall, daß der dortige Architekt Duval sich seiner zur Erbauung des Theaters der französ. Comödie bediente. Eine feurige Einbildungskraft, und die Schnelligkeit der glücklichsten Ideen, hinderten diesen vorzüglichen Künstler oft, sich bey den einzelnen Theilen aufzuhalten, und über ihre Vervollkommnung nachzudenken. Er verschönerte Petersburg vorzüglich durch die Branntwein- und Salzmagazine, die Stadt-Bierbrauereyen auf d. Wiburgischen Seite, die Orangerie, das Gärtnerhaus und einige Flügel des wünschen Pallastes. Für den Fürsten Po- temkin, dessen Einbildungskraft gleich lebhaft und umfassend war, verfertigte er viele Zeichnungen, die aber nicht ausgeführt wurden. Späterhin verfiel er in eine Art von Tftfstnn, der ihn zwar nicht ganz am Arbeiten hinderte, nach und nach aber seine Sinne sehr schwächte, bis er endlich i. I. i 8»3 an der Wassersucht starb. Ha I l. A. L . Z. 1806. Jnteü. Bl. N°. 44 > Anderwerts lautet es von ihm, zwar nicht im Wesentlichen, aber doch in den Umstanden verschieden, wie folgt: Etn Mann von vielem Talent, und Enthusiast fürs Theater. Er errichtete eine Russische Bühne zu Jaroslaw, bey der er anfangs Schauspieler, Theaterdichter, Dekorationsmaler, Maschinenmeister rc. kurz Alles in Allem war. Nachdem die Kaiserin Elisabeth davon gehört hatte, so berief sie 1762 ihn und seine Truppe als Hofschauspieler nach St. Petersburg. Richt er's Russische Miezellen III. 172. Er, den man einen vortrefflichen Schauspieler (und guten Künstler?) nennt, st. (hier heißt es 1783) zu St. Petersburg, rdor- disches Archiv auf i 8 o 3 . S- 83 . Sein Bild- niß soll Tchemisow gestochen haben. Ohne Zweifel ist es immer der nämliche, der wieder anderwerts kurz Russischer Maler und Akademiker genannt wird, von dem man auf der Kunstausstellung zu St. Pete, sburg einen Ganymed sah, der dem Adler Ambrosia reicht; ein Bild, das sehr gerühmt wurde. — — (de) so. und 6e 7»nov stel. So ist ohne Weiteres ein im Geschmacke Geyser's t dem Ansehen nach um 1780) radirres Bildntß eines jungen Mannes (in Profil in Med ) bezeichnet. Vermuthlich ist es das Bildniß des Stechers selbst, da in unserm Exemplar mit Dinte bemerkt ist: aie Mo/tore-, Ltiar^ö ü'-^jfaires cle Kassie ä Dresse. Andertwerts heißt es, dieser Kunstliebhaber hätte auch eine Landschaft radirt, welche einen Marktflecken an einem Flusse zeigt. In 1778 erscheint - als wirklicher Kaiserlicher Geh. Rath zu St. Petersburg ein Dimerri Wassijerv Woikorv; wir zweifeln aber ob dieser der Unsere (vielleicht dessen Vater) sey? w 0 lla »' b (Johann). Der Sohn eines Pfarrers, geb. zu Hervelsingen 1684, lernte die Malerkunst anfangs zu Heidenheim bey Leonhard Enslen, und dann zu Ulm bey Christoph Refch. In -708 ging er nach Wien, wo er sich einige Zeit aufhielt, dann nach Olmütz, Brrslau, Dresden, Berlin, Leipzig u.a.w. wanderte, und hierauf 172- sich M Ulm niederließ, wo er auch 1726 starb. Man kennt dort von ihm keine Malereien mehr. Seine Leichenpredigt gab J.F. Herrenftem. Ulm 1726. 4°. weyermann zssachr. v. Gelehrten u. Rünstlern aus Ulm. S. 553 . * w 0 1 l 5 eine Venus nach Titian in Miniatur. Dieser Künstler lebte noch 1817 und sandte damals auf den Dresdner-Salon: Amor und Venus nach G. Reni, in Aquatinta; dann auf Porzellain gemalt: Einen Christus, und — Amor und Psyche, ss?-c. — — (W.), Senator zu Bunzlau in Schlesien, wo er um «780 und 1799 als ein Kunstdilettant erscheint, der zugleich im Malen »nd Zeichnen Unterricht ertheilte. S nmel's Breelauer - Almanach I. Breslau i8or. 8°. S. 5 .22. Ein von ihm 1812 gezeichnetes und von G. Doettger sen. mittelmäßig radirtes Titelkupfec (die Figur der Religion auf einem Postamente, neben welcher ein knieendes Frauenzimmer die Harfe schlägt) findet sich in (Scherer's) Sammlung christlicher Lieder. Breslau und Zauer. 8°. Wollschlaeger (Martin), s. nachfolgenden Paul (w ). — — (Paul), lernte als Steinmetz bey seinem Bruder Derer von 1714 bis 1719 und wurde darauf 1729 Meister zu Torgau. Derer hatte bey Mich. Neumann zu Torgau bis 1712 gelernt; erscheint schon 1714 als Meister zu Wittenberg in Sachsen und st. hier 1728. Ein Martin wollschlager lernte bey obigem D«ul seit i7Zl. — — (Peter), s. vorstchnden Paul (w.). * wolmans ( ), welcher im alten Anhange des Künstler-Lex. 5. v. Sptnringen erscheint. Dieser letztere gab nämlich nach dem Unsrigen 5 Bl. Pferdeköpfe. Mrc. wolperr (Georg Peter), Dauschreiber zu Heilbronn 1799. ^c. * W 0 lrab (Johann Jacob). Er bekleidete auch die Stelle eines Münzeisenschmiedes zu Nürnberg, woselbst er >690 starb. Anderwerts sagt man, er habe zu Nürnberg 6 Blätter mit verschiedenen Vögeln in Kupfer gestochen; und wieder ander- werks citirt man von einem Hans Jacob wolrab «ine Medaille auf die vier vornehmsten Banquen in Europa, welche aber schon 1624 gefertigt wäre. Nach Liporvsky hätte unser Johann Jacob die im Lep. bemerkten roo Soldatenfiguren, nicht bloß Wolters. nach der Zeichnung von Dauban, sondern für denselben gefertigt. wols (Franz). So hieß ein junger Künstler aus Ober-Hungarn, der auf der K. K. Akademie zu Wien seine Studien machte, und dort 1784 einen Preiß erhielt, von dem wir aber seither nichts weiter vernommen haben. Mrc. wolschke, s. oben Welschke. w 0 lremar ( ), vielleicht ein Ingenieur. Er soll zu Reval 1682 etwas über tue Kriegsbaukunst in 12°. haben drucken lassen, ^rc. wolrer (Heinrich). Der Sohn eines Tagelöhners, geb. zu Güstrow; ein nicht ungeschickter Maler. Er hatte diese Kunst, sowohl Landschaft als Bildniß, zu Berlin gelernt, und st. dort 1812, etwa 4 « Jahr alt. — Von ihm sah' man auf dem Berliner-Salon i 8 c >4 ein Gemälde, das den Kurprinz Friedrich Wilhelm von Brandenburg, und seinen Vetter, Prinz Heinrich von Oralsten, im Lager darstellt. (Ein irgendwo gefundenes Urtheil über dieses Bild hat sich durch Zufall verirrt). — — (Johann Hermann), Stadtzimmermeister und Adjunkt des Brückenmeisters Sengelaub zu Rinteln 1764. In 1783 erscheint er als wirklicher Drückenmeister. Mrc. wo Ire reck (Andreas). Der Sohn des folgenden Christoph, geb i 685 und, ohne Erben, als Münzmeister des Bischofs von Eutin, zu Kiel 170b gestorben. L. wolrereck's Cbronick von Wolfenbürrel, herausgegeben von Aolre. Helmstädt 1747. Fol. — — (Christoph). Der Sohn eines Brauers, geb. zu Goslar ibö6; war KöniHl. Dänischer Münzmeister und Bürgermeister zu Gluckstadt. Er heira- rhere etwa um W80 die Wittwe von Andreas Hills, Münzmeisters zuScade. wolrereck l «. — — ^Johann), erscheint unter der Reihe der Dänischen Stempelschneider und Münzmeister, in und später. Runst - Historie i D791 kehrte er mit Richard Coiy Hoare, der sich um diese Zeit ebenfalls in Welschland befand, und für welchen er jene Copieen nach Raphael gefertigt hatte, nach England zurück. In Bildnissen, Landschaften und Scenen aus dem häuslichen Leben fanden damals Maler von Verdienst (auch viele niit sehr geringem) wohlhabende und freygebige Beschützer noch genug; aber selbst ein Reynolds, Romney und Opie mußten, trotz ihrem ernsten Streben in historischer Malerei, dennoch dies Feld verlassen, nnd dem unaufhaltbaren Strome folge»; und würde West nicht der König versorgt haben, so hatte auch er entweder sein Fach oder sein Vaterland verlassen müssen. Der Unsrige hatte das Glück, zu Stourhead seine mehr benannten, stets fort treu gebliebenen Gönner zu finden. Unter den Auftragen, die er bald nach seiner Rückkehr erhielt, war auch einer von Boydell (Waldscene aus Shakespeare's TitusAndronicus) durch den Stich von Anker Smith bekannt. Späterhin bewährten die jährlichen Ausstellungen in Sommersethouse seinen Genius sowohl als seinen ausharrenden Muth. Seine Compositionen beschränkten sich gemeiniglich auf wenig Figuren. Dichtung, Allegorie, Balladen, (und allmälig ebenfalls nur selten eigentliche Geschichte) lieferten den Stoff. Seine Zeichnung war correck, sein -Ausdruck oft geistreich belebt, immer richtig, seine Figuren mit einer leichte» und natürlichen Zierlichkeit ausgestattet; seine Ideen offenbarten viel warmes Gefühl und liebliche Phantasie. Nur seiner Farbengebung fehlte es noch immer (wo nicht a» Wahrheit, doch) an schmelzendem Tone. Wiewohl er aber gewöhnlich Käufer, und zuweilen auch Auftrage bekam, blieben doch viele seiner Phautasiebilder unverkauft, und er mußte sich endlich, gleich Andern, bequemen Bildnisse zu ") Nach letzterer verfertigte Egginton von Handswor Richard Col» Hoare'S zu Stourhead- r-K) Ei„e Abbildung dieses Denkmals findet man bey: Uiiiiuui realvivuiu t>7 gor. l malen; ein Feld, für welches er eben wenig geeignet war. In i8»o ward er in die Akademie aufgenommen, doch erst 1807 zum eigentlichen Akademiker gewählt. Sein Aufnahmsbild (Dorinde, von Sylvia verwundet, nach Guarini) war ein unmuthiges Cabinetsstück, die Hauptfigur in etwas von Tresham's Styl. Höchlich bewundert dann sind unter seinen übrigen Arbeiten: Calypso nach der Abreise des Ulyßes, und Diana unter ihren Nymphen; die liebliche Anordnung und das Dich- tersche Feuer derselben bewährten seinen klassischen Geschmack. Ein nach Walter Scott's Mistral bearbeiteter Gegenstand (jetzt Eigenthum des Herzog Acland von Kellerten in der Grafschaft Devon) fand ebenfalls verdienten Beyfall. Eins seiner letzten Gemälde (Carls k. Abschied von seiner Familie) wnrde von, Kupferstecher Scharg (Scharp? ) gekauft. Unser seine gelungensten Bildnisse rechnet man das des Eari vonWinchelsee. Durch treffende Wahrheit zeichnete sich der Spanische Hirt und sein gefeyerter Hund aus. Ueberhaupt aber findet sich in allen Gattungen sein Beßres auf dem Landsitze seiner ersten großmüthigen Gönner zu Stou- thead. In 1816, nachdem er sich durch Fleiß und Sparsamkeit eine gemächliche, unabhängige Lage zubereitet hatte, verheiratheke er sich, und ging nach Italien, wahrscheinlich um seine noch übrigen Tage auf diesem klassischen Boden zu verleben. Dort gedachte er, neben Anderm, eine Reihe von Sommerausflügen zu machen, wo er die mancherlei Trachten, Bräuche und Eigenheiten der welschen Provinzen schildern, und dann :m Winker in kleinen Bildern ausmalen wollte. Aber die Vorsehung beschloß es anders. Am 22. Jul. (,8,6 oder 17?) ward er zuFerrara, auf seiner Rückreise von Ferrara auf Bologna, von einem Entzündungsfieber ergriffen, und konnte kaum noch nach letzterer Stadt gebracht werden, wo er am 27. starb. Seinen Personalcharakter betreffend, bemerken wir bloß, daß derselbe etwas in sich gekehrt, aber dabey sehr anmuthig war. Sein unwandelbar sittliches Betragen und sein Anstand gewannen ihm überall achtungswerthe Freunde und Gönner, unter welche namentlich auch der Earl von Ayslesbury gehörte, der ihn als Künstler und Freund oft und gerne in sein Haus aufnahm, W. C. im Leipziger - Lunst- blart 18,7. S- 1,7. 122. 127. Ob der gleich nachsichnde Woodfort ohne Laufnamen, oder auch der bey Liorilko V. 872. nur ganz kurz (unter dem Künstlern, welche in 1787 zu Liverpool eine Akademie nach dem Muster der Königlichen stifteten) aufgeführte Woodrvorrh mit unserm woodforde etwa Eine Person seyn dürften? Wir zweifeln daran. Woodfort ( ). Nach einem solchen Maler, soll J.R-Smith zwey Blatter (ein Schäferstück, und die Waldnymphe) in Kupfer gebracht haben. Ob er etwa mit dem gleich vorstchnden Eine Person sey? woodges (ZD, wird als ein Kupferstecher der letzten Hälfte des vorigen Jahrhunderts in England angeführt, der sowohl nach P. Sandby als zu dem Virtuos-Museum gearbeitet hätte, ^r. w 0 0 dftreet (B. und Godfrey). Zwey Englische Goldschmiede unter der Regierung Richard ! I. welche die Statuen des Königs und der Königin Anne ausführten, und dafür Huo Pf. Stcrl. erhielten Fiorillo V. , 55 . h sein prächtiges Glasgenullde für das Biblwtheckfenfier Co»§/r D. I. j). »6z. I.XI. n. I.XII. und im I-on- . I. 6053 Woodthorpe. woodthorpe( ), ein englischer Kupferstecher/ der die Figuren von einem i 8«3 angefangenen Modejournal der Madame Lanchestec mit entzückender Praecision gestochen hat. ^c. woodrvard (G. M.), einer der Englischen Cari'catur-Zeichner, dessen excentrische Ausflüge in den Händen jedes Liebhabers treffender Charakterbildung zu seyn verdienen. Die hundert Blatter zu denselben enthalten lauter dergleichen, die er bey einer Reise durch die vorzüglichsten Grafschaften in Süd-Wales nach dem Leben aufgegriffen und sogleich gezeichnet zu haben versichert *). Ferner hat man von ihm eine gutmüthige Satyre in einer Reihe verliebter Abentheuer, Cnpivo's Zauberlaterne genannt **), und sechs witzige Carica- turen auf die berühmte Sängerin Mrs.Billington mit burlesken Versen ***). Auch hat er die Liebes- handel des Admiral Nelson mit der Lady Hamilton und ihre bekannten Tanze verspottet, und seit ,807 ein eignes Magazin für Caricaturen herausgegeben ^). Fiorillo V. 602. woodrvortb( ). So heißt bey Fiorillo V. L72. ganz ohne Weiteres ein Ehrenmitglied derjenigen Malerakademie, welche i.J. 178Z nach dem Muster der Königlichen gestiftet wurde, und in 1787 eine glänzende Ausstellung ihrer Arbeiten veranstaltet halten. S. auch oben Woodforde am Schlüsse. * Wooge, s. oben u. i. Lex. Wog. Wsolafton oder Woollaston (Johann), der jüngere. So soll ein Maler heißen, nach dessen Bildern von 1742, Faber den Gottesgelehrken Georg Whitefield, und G. Vertue 1740 einen Heinr. Grove gestochen härten. , * — — (I.). Bey Philipp Overton soll nach ihm das Bildniß eines Thom. Button erschienen seyn, welches dann auch von I. Simon in gr.Fol. und von C. Grignio» in kl. 4 ". zu finden wäre. — — ( ), ein geschickter Tischler zu London, dessen Namen die Annalen des Luxus aufbewahre haben. Der Arzt Gibbons erhielt von seinem Bruder, einem Seemanne, einige als Ballast mitgebrachte Bretter des noch unbekannten Magahoni - Holzes, um sie bey einer Baute zu gebrauchen. Seiner Härte wegen legten es die Zimmerleute als unnütz bey Seite; worauf der Unsere (mit Beyhülfe besonderer Instrumente) ein Kästchen und gleich nachher ein Schreibepult daraus verfertigen mußte. Das letztere fand solchen Beyfall, daß die Herzogin von Buckingham sich von diesem Holze ausbat und Meister Woollaston ihr ein Büreau davon lieferte. In Kurzem ward nun das Holz und unser Tischler durch ganz England berühmt. M-c. W 0 rlidge Woolley (S ). zu London, hatte 1791 auf der Ausstellung der dortigen Königl. Akademie zwey Zeichnungen, die eine zu einem Mausoleum, die andere zu einem Tempel. Mrc. — — ( ), zuCharlton. Von ihm zeigte die Ausstellung der Großbrittanischen privilegirten Gesellschaft der Künste 1791 zu London, ein männliches Bildniß. *woolton auch wo otton oder woeron (Johann). Wootton scheint sein richtiger Name zu seyn. Jm Lex. heißk erFeldschlachten-Maler. Dagegen lesen wir von ihm bey Fiot-lllo V. 586 . » Derselbe besuchte fleißig die Pferderennen in New market und wußte die Lieblingsrenner und Hunde auf das sprechendste abzubilden. Die Kupferstiche nach seinen Jagdstücken werden in den Sammlungen der Liebhaber aufbewahrt. Er legte sich späterhin auf die Landschaftmalerey und näherte sich dem C. Poussin und C. Lorrain, dessen warmen Ton und sanft behauchte Ebnen er glücklich nachahmte. Indessen ist sein Baumschlag etwas hart, was man seiner Kurzsichtigkeit zuschreiben muß. Er ließ sich seine Werke theuer bezahlen, indem ein Renner von ihm 4 o Guineen, und 20 unter Lebensgröße kostete. Er starb im Jan. 1765. Die schönsten Arbeiten von ihm besaß Sir Edward Walpole (I. c. 56 g.). Gestochen nach ihm kennen wir ein Jagdstück von D. Lespiniere, das schon im Lex. genannte Pferde-Rennen zu New-Market von Gnmpson, und eine Landschaft von Vivares. Andre nennen noch drey große Jagden von le Baron, eine Hundehetze von W-Byrne, die Geschichte eines Fuchses (x Bl.) von P.C. Canot in gr Querfol. Von R-Parr eine Folge von 25 Bl. Wettrennern, nach ihm und Tillemanns; von C. Touchy, ».wiederCanot i 5 Jagdblätter. Dann von B. Baron das Bildniß des Herzogs von Cumber- land (dabey die Schlacht von Culloden). Bey diesen letztern Anzeigen wird er bald Wootton, bald wotton genannt. wootton, s. oben wooleon. *worl«'dge (Thomas). An die Stelle dieses Art. im Lex. setze, was folgt: Dieser Künstler 4 "^) (geb. 1700), welcher oft der englische Rembrandk genannt wird, war der Sohn eines angesehenen Anwalds gleiches Namens, der sich zu Peterborough in Northamp- tonshire aufhielt, wo auch dieser geschickte Maler geboren wurde. Sein Vater, der ein ansehnliches Vermögen erworben hatte, starb, als er noch sehr jung war. Seine Mutter, die eine frühzeitige Neigung in ihm entdeckte, Gemälde zu kopieren, ließ ihn in der Zeichenkunst unterrichten, und that ihn, als er das i 4 te Jahr erreicht hatte, bey einem italiänischen Maler, Grimaldi, in die Lehre 4 " 4 ^), Drceatrio excurslons, or lilerSr^ Allst plCluresgue Lbetobes ok sloulltellAllCe, Lbsrsoler Soll Loulllr), in stiikerelll pari, ok klllßlsllst Allst Lourli-Wslei- Lx 6. 7 t/. TT^oo^^ar^. I.ollstoll, 179Z. Lupist» msgic larerll, steiiguest !>/ 6 . 71 /. T^oo/^ar/, erebee t>7 kowlsostroo. »797- «»K) l'ke inusicsl inslli» kor 1802. stelinescest in cbsr»cceri,ticAl plsrer, wirb meiricol elucistAtjoll, Anst s vrAvurs, stcsticslest to Mr». Liilillglon t >7 6 . 7 l/. -7^00^^-arc/, Willi colollrest place, 4 ? 4 ) l'lie Lsricslure Msgsrioe, or IIustibrs5lio Illirror, beillK s colleolioo ok oriAillLl Laiirslurci krön» OrawioAs 6. 7 l/. I 7 s<^. 1807. 4 ? 44 ) Mao hak drey Biographiecn dieses Künstlers, die sich aber selbst im Wesentlichen widersprechen. Nämlich bey walvole. S.451. sg-> in -er neuen Bibliothek der schönen Wissenschaften, B.Vll. S. Zül. (mit dem englischen Teil) und im Monthly Magazine, Bd. I. S. 216—2»g. (-796-). 444 ) S. die neue Bibliothek der schönen wissensch. a. a.O. Ntch dem Biographen imMonthlz? Magazine, a. a. O., war Grimaldi sein Schüler. L ,4 der ihn nach einiger Zeit dem Unterricht des Lonis Boirard, eines Schülers des bekannten la Fage, übergab. Unter diesem studierte er mit großem Fleiße; auch begleitete er ihn nach Holland und Flandern. Die ersten Versuche, die er mit Farben wagte, erschienen i/zjä in einer Gemälde-Ausstellung in Covent - Garden. Sie fanden Beyfall und ermunterten ihn, ein Bildniß Carls XII. von Schweden nach einer Skizze rc. zu verfertigen. Hierauf malte er eine Heil. Cecilia und die Porträte seiner Frau, und seines Wohlthäters Mr. JohnAstley "). Dieser besaß auch die größte Anzahl seiner Arbeiten. Außerdem lieferte er die Bildnisse mancher berüchtigter Personen, der Mary Squires, Elizabeth Canning, Kitty Fisher, und eine Ansicht des Theaters zu Oxford mit vielen Figuren und dem Grafen von Wcstmoreland, der zum Canzler der Universität ernannt wird. Von seinen fröhlichen Darstellungen nennen wir ein Bild, das einen Mann enthält, der geistige Getränke dcstillirt, und im Besitz eines gewissen Corde» war. Sein Hamet, der Gefährte Mahomel's, ist auch von ihm geetzt worden wordlidge's Porträte mit Bleystift und Lusche ausgeführt wurden zwar sehr geschätzt, noch mehr aber seine radirten Blätter in Nembrandl's Manier. Hiervon hat er eine Menge hinterlassen, indem er wenigeJahre vor feinem Tode i/p> Platten dergleichen und 180 Abbildungen der schönsten Gemmen geetzt hat, die sich in den Sammlungen der briktischen Kunstliebhaber befinden Nachdem er sich viele Jahre lang in Bath aufgehalten hakte, starb er am uä. Sept. 1766 zu Hammersnr-th, oder nach Andern 1789 **). Seine Gemahlin war ebenfalls eine talentvolle Künstlerin, und hat mit der Nadel herrliche Sachen hervorgebracht. F-orillo V. H72 — 7 j. Diese Nachrichten sind aus Walpole gezogen. Aus einer andern der oben S- d«> 5 a. NotchP) angeführten Quellen dann liest man bey Rost I X. i- 4 > —,2. „Erst nachdem er lauge Zeit Bildnisse, akademische Figuren und historische Stücke, sowohl in Kreide und Bleystift, als mit chinesischer Tusche gezeichnet hatte, fieng er an mitFarben umzugehen. Das erste Stück, das er in Oel malte, war sein eigenes Bildniß, wozu er nur viere, ley Ocker nahm. Man kann vonworlidge eben das sagen, was von Rembrandt, seinem einzigen Muster: Daß er der Wirkung seiner Farbe so gewiß war, daß er seine Tinten anlegte, ohne sie zu verschmelzen. Diese Art zu arbeiten war nicht nach dcmE'nne der damaligen Liebhaber, und brachte ihm den Ruf eines rohen Künstlers. Mit alle dem malte er einige seiner Bilder in einem lieblichen Töne, besonders weibliche; dieß beweist das Bildniß seiner Frau, das er kurze Zeit vor seinem Tode verfertigte. Mit der nämlichen Feinheit hat er eine H.Cäcilia für die Ausstellung im Saale zu Spring-Garten gemalt; ein Gemälde, welches der Aufseher, entweder aus Unwissenheit oder andern Gründen , unter dem Vorwande, daß Kopien keinen Platz fanden, nicht annehmen wollte. Ein Kenner sagte bey dieser Gelegenheit: Wen» es eine Kopie wäre, so sey er neugierig das Original zu sehen. Herr Price, ei» Freund des Malers, machte sich oft den Spaß, die sogenannten Kenner zu prüfen. Nachdem er sie über den Namen des Meisters und die Originalität des Bildes entscheiden ließ, zeigte er ihnen den auf die Rückseite geklebte» Kupferstich von worlldge und sagte: Sehet, das ist ein Gemälde des englischen Rembrandr"! worlidge hat viele Proben seiner Geschicklichkeit hinterlassen. Cr ra>trtc 1^0 Blätter, (verschiedene Gegenstände im Geschmacke von Rembrandt); außerdem hinterließ er tko Zeichnungen" (heißt es hier) „nach geschnittenen Steinen die sich in den Kabinetten englischer Sammler befinden, worlidge war von starkem Körper und gesundem Urtheils. Sonst war sein Geist eben nicht in dem Grade gebildet, als seine Beschäftigung zu erfordern schien. Es fehlten ihm jene feinen Sitten, jene Höflichkeit, die der Künstler sonst so gerne gelten macht, und welche oft das Genie ersetzt. Wenn indes sein roberes Betragen ibm weniger Freunde unter gewöhnlichen Liebhabern erwarb, so ward er durch den Beyfall der wahren Kunstkenner entschädigt." An der Kirchenmauer zu Hammersniith siehet man noch sein Denkmal. „Man kann" (sagt das Lex.) „keine bessere Köpfe malen, als Er." Von seinen geekten Köpfen in Rembrandts Geschmacke fuhrt Rost I. 0. an ein Dutzend an. Wir nennen hier bloß sein eigenes Bildnis;, an einem Tische sitzend, mit der Reisfeder in der Hand, und das kleine (seltene) Ol.Cromwels, mit Stutzbart und bloßem Kopfe; das schon bemerkte, eben so seltene von Hamet; eine Statüe von Cicero nach einem Marmor zu Oxford, und die Installation des dortigen Universität-Kanzlers, Grafen von Westmoreland (schön und selten). Anderwerts findet man noch von ihm angezeigt: Copie des bekannten Hundert Gulden-Blatts von Rembrandt; dann, nach ihm: Bildniß König Georg II. von Houston (ein seltenes Blatt) und eines Mr.Berry (en Osracter« sie vominique?); eine Mary Smith von Mac Ardell; endlich einen Engel von G. Walker. worin (N. van den), soll, nach der Demoi- selleCH. Chalon, ein Bauernhaus gestochen habe», in dem sich unterschiedliche Personen vergnügen. wormer (Peter G ), erhielt von der Kunstakademie zu Kopenhagen eine Preißmcdaille im Zeichnen nach dem Modelle 180g. Lunst-Historie i Danliiark afweinrvich. worms (Anton von). Papillon nennt diesen Holzschneider: 7)ritoniu8 sie VVnrmnola /Ackere»!, wohl weil er auf einem seiner Blätter — picto, em. dergestalt irrig las. Die gründlichste Nachricht von ihm, nebst seinem Monogramm, giebt wohl Barrfch VII. (88 — 91. Er weiß freylich Geschichtliches nichts von ihm, als was aus einem Paar seiner Blätter erhellet, daß er sich nämlich 1629 zu Cölln aufgehalten, und nennt dann 17. derselben: Adam und Eva; Delila undSamson, David und Goliath, Anbetung der Weisen, Ruh in Egypttn, Lasset die Kinder ,1. s. f. 7 gute Copieen aus einer Passion von Dürer, St. Johann den Evangelist und St Jakob, St. Bartholomäus, Christus am Kreutz (unten die Opferung Isaakö und St.Johanns Predigt in der Wüste); und endlich zwey spielende Soldaten. Sein größtes Blatt hält 6" 2'" in die Höhe, und 9 " >» bis Breite. Noch führt ein Vcrzeichniß meines sei.Vaters das Bildniß des Arztes Georg Sturf, und 6 Apostel-Köpfe von ihm an, deren hingegen Barrfch so wenig als dessen, was das Lex. besagt, nicht erwähnt. — — (Jost von), ein Baumeister, der in ig 55 (in Zeit von fünf Jahren) im Münster zu Straßbnrg ein neues steinernes Chor aufrichtete. Strasburg. Lstiünsterb. 8.129. *— — (Wilhelm von), ein Plattner oder Harnischmacher. Vergl. oben Siebenbürger. Wir suppliren hier, daß Wilhelm i 5 Z 5 starb, und daß vorzüglich der älteste seiner Söhne sehr geschickt war. Carl V. ernannte den letztem zu seinem Plattner. Doppelinayr. ") So nennt ihn walpoik S 451. Im Monthly Magazine, a. a. O. S. 217., heißt er Ashley. "!') S. Walpole, S. 45 >. Monthlz? Magaz. a. a. O. S. 2-8. wovon ich in ( ), ein Architekt der den Titel als Kaiser!. Russischer Hofratb trug, und ein Zögling der Petersburger-Akademie war. Er erbaule'dort, nach eigne» Entwürfen, die prachtvolle neue Cathedralkirche zur Kasanischen Mutter Gottes; in 1801 wurde der Grund gelegt, und in 7 Jahren sollte sie beendet seyn. Eine Beschreibung dieses großen Werkes, was man als ein gemischtes oder eine Zusammensetzung des Pantheons und der Kolonnade bey der Peterskirche betrachtete, so wie die mit Basreliefs reich verzierten aus Bronze gegossenen Kirchthüren eine Kopie des berühmten Thüren (des Ghiberti) zu Floren; seyn sollen, giebt (Reim er's) Sr. Petersburg II. 247. ss; dann: Rußland unter Alexander!. Lieferung 9. S. 388 —390. Hier findet sich auch zu Ende der Liefen 8. eine Ansicht dieser Kirche. Andre uns so eben gewordene Nachrichten nennen ihn einen in Klei'nrußland gebohr- nen Leibeigenen des Grafen Stroganow, und sagen, er sey der trefflichste cingebohrne Architekt gewesen, den die Russen je gehabt hatten. Er starb 1814, etwa einige 4 o Jahr alt, als Staatsrath zu St. Petersburg. wororvetz (Stephan) von Altsattel, einem auf der Herrschaft Bernatic; befindlichen Dorfe. 1 . 1 .1693 kam er zu dem braven Johann Brokof (Prokoff) nach Prag in die Lehre, wo er fünf Jahre die Bildhauerkunst erlernte, und 1699 von gedachtem seinem Lehrberrn rühmlich losgesprochen wurde. Die dieüfällige Urkunde lese — wer Lust hat, bey Dlabacz. worschler (Johann Georg), ein Münz- meister, s. oben Woerschlev. worsda!e (Jakob). So heißt bey Fiorillo V. 56 /. ohne Weiteres ein in 1767 verstorbener Englischer Bildnißmalcr, der dort unter die mehr und minder sklavischen Nachahmer von Kncllec und Richardson gezahlt wird. Grob mann Biogr. Lex. führt denselben zugleich als dramatischen Schriftsteller an. Nach ihm sollen Bildnisse gestochen haben: D. Broocks des W. Eavendifh; Faber (r/äo.) des T. Pengclly; G. van der Gunst des R. Warron, und C. Grignion des H. Carcy. — — (Johann). Ein solcher gab ein gestoche, »es Blatt zu einem in 1807 erschienenen Pamphlet: tho Xativit^ c>k XapolLou klonoyarte Lmye- ror Lo. (Pr. 6Sch.). worsley (Richard), ein Englischer Kunstliebhaber, der seit 1790 ein Prachtwerk über die Ruinen von Griechenland, die er auf seiner Reise in Augenschein genommen, veranstaltete, und auch die geschnittnen Steine des Ritter Hamilton für shooPf St. gekauft hatte. Derselbe st. auf der Insel Wight r 8 o 5 . Fiorillo V. 864. * Morst (Hans). Ungeachtet dieser Künstler sehr viel, zumal in Landschaftszeichnungen gearbeitet halte, sind solche dennoch selten, und werden theuer bezahlt. II. 378. * worrinann (C. A-), hieß Christian Albert oder Albrecht, Kupferstecher, geb. in Pommern um 1880 a. b. wohl irrig um 1898. Er gieng in seiner Jugend nach Berlin, wo er unter Wolfgang seine Kunst lernte; dann ward er, 25 I. alt, als Hofkupferstecher zu Casscl angestellt, wo er verschiedene Bildnisse fertigte. Um 1717 arbeitete er zu Berlin, und war dort zehn Jahre spater (1727.) von Czaar Peter I. mit einem Jahrsgehalt von 1000 Rubeln nach Petersburg berufen *). Gestochen hak derselbe fast lauter Bildnisse, theils gekrönter, theils dunkeler Männer nach C.Caravaque**), Janna»er, I. Landden, D. Luders, J.D. Quitter und I. A. Rüdiger ***). Nach Caravaque z. B. die Kaiserin Anna, ein großes (elendes) Blatt 1781 (a. ü. 1740), und ein anderes der Benigna Gottlieb (wahrscheinlich einer Maitreffe) ohne Namen der Künstler; aber mit der beygefügten schriftlichen Nokizz: Pros rare. Il n'eu existent gue äeux exemplsires; la ylancbe, pas encore kirne, kut »Neuritis lors- gue In Ouc Liron Cut eulbute au mors 6e Xo- vembre 1741 'j'). Nach Jannauer PeterI. Nach Luders Peter ll. und Alexis Petrowiz, Sohn Peter I. Nach Quitter König Friedrich von Schweden, und Landgraf Carl von Hessen. Der Prediger H-J- Hahn zu Dresden (dort ermordet 1726.) ohne Namen des Malers, u. s f. Rostll.42— 45 . Mrc. Uebcrhaupt nennt einer unsrer Kunstfreunde alle seine Bildnisse theils schlecht, theils mittelmäßig; nur wenige erträglich. Noch zu seinem Bessern gehöre das des Königes von Hohlen, Friedrich Augusts, nach Silvesire. Irgendwo heißt er, daß er von St. Petersburg neuerdings als Hofkupferstecher nach Cassel zurückkehrte, und einige Zeit auch zu Dresden gearbeitet hatte, wie solches das dort gestochene Bildniß des Theologen H. I. Hahn ausweise. — — (F. G-), ein Maler zu Moscau, zu Anfange des XVHk. Jahrhunderts Den Cosaken-Feldherrn Daniel Apostel hat G,P. Busch zu Berlin 4 °. nach ihm gestochen. Tl^c. worzissack (Matthäus), ein Glockengießer, und nachher auch Rath in der Stadt Raudnitz an der Elbe in Böhmen. Im I. 1819 ließ er auf seine und seiner Gemahlin Kosten eine kleinere Glocke für den Stadtthurm von Thomas Frytcz (Futsch) daselbst gießen. Dlabacz. Und die Böhmische Aufschrift derselben ib. s. v. Frirsch. wossinick, s. oben Vossenick. Most (Tobias). Dieser treffliche Künstler, hat fast auf alle in Sachsen zu seiner Zeit (d. h. um i 5 ; 5 ) in Ansetzn stehude Staatsmänner, Gelehrte, Künstler rc. Schaumünzen mit deren Bildnissen gefertigt. Auch auf sich selbst schnitt er eine solche (ssr. 29.). »Worson, s. Warsön im Lex. und oben. Wort (O.)- Von diesem trefflichen, obwohl unbekannten Maler besitzt der Fürst von Rudol- stadt ein kleines Bild auf Holz. Es zeigt ernen >-<) Ganz verkehrt heißt es bey Rost, daß er sich bey C. F. BoetlUs (gerade seinem Schüler) ganz aus- gebildet habe. n») >. K. Laravacca. Irrig im Lcr. Laravage und bey Rost Laravac genannt. Andre nennen nocb I-G-Auerbach, L. G-Dornick, G Lisieuwski, J.P. Luddcn , (wohl der, welcher im Terte I.ssanddeu heißt) Lünerfchloß (?in Titelkupfer-, Manyocki, J.B. Müller, L. Silvestre, Tannaucr(Danhauer). Ueberbaupt muß er um diese Zeit noch zu St. Petersburg gearbeitet haben, da einige Blätter von ihm itt dem dort -741 erschienenen Werke: Gebäude d. Kaiser!. Akademie d. Wissenschaften, sich besinden. 4 ) zwrillo K. S. II. alten Mann vor einem geöffneten Buche, einen Juden der mit einem Kästchen, und einen Knaben der mit einer Mausefalle zur Stube Hereintritt rc. tJ. Teutsch. Merkur, Jahrg. 1794. Aprill E. 3 or. worron (Heinrich) von Kent gebürtig, ein großer Staatsmann unter König Jacob 1 . st. lÜZq. Man hat von ihm ein Werk von der Baukunst, welches unter dem Titel: /^ottvMKrrae Lee. (a. ti. N/eme»ta ^rc/rrtectr-rae) mit des Nitruv Architektur zu Amsterdam 1649 bey I. Lant gedruckt ist. volkmann Lh. I- S. 279. * -- — s. im Lex. und oben auch Moolron. Mou (I. C-), eine Kürzung des folgenden Moudanus. — — ein Glockengießer, s. Gerhard Ivo de Reinpis im Suppl. und künftigen Nachtragen. woudanus (I. C ). Nach seiner Zeichnung von W- Swanenburg 16in in gr. Fol. gestochen, kennen ww vier Blatter: Die Bibliothek, das anatomische Theater, den Fechtboden und den botanischen Garten zu Leiden. Diese Blatter sind bisweilen in einem Supplemente betitelt: Nomina et LloZia t). Urokessorum, quorum est'igie>? in live opere non continentur Lro. der ersten Auflage von i 6 i 5 des: ^tlienn; Katsvss beygefügt. In dem Buche: Historische Beschreibung vnnd Abbildungen der fürnembsten Haupt-Ketzer, durch O.(hristoph) V. (an) d (ichem) der vor uns liegenden Auflage, die zu Amsterdam r 6 o 8 Fol. erschien, findet sich ein Bildniß des Malers Dav. Jorisz sor. 54. 1534. von Sichem in 4 °- radirt, was nach dem Unsern seyn muß, da es die verkürzte Bezeichnung: A) L'. an sich tragt. Anderwärts sagt man, er selbst habe das Bild des Jos. JustScaliger 1607 geetzt; und wieder anderwärts nennt mau seine Taufuamen Johann Tornel, seinen Geschlechtsnamen aber fälschlich Moudeinans. woudemans, ein falscher Name für vor- stehuden Woudanus. wovert (Johann), Goldschmied und Kupferstecher, s. oben Johann Voverrus. *Moumans (Conrad), ein Kupferstecher, s. oben und im Lex. waumans. * Mourers (Franz). Nach Dlabacz hielt er sich einige Zeit mit Kaiser Ferdinand II. zu Prag auf. Sein Mörder soll einer seiner vormaligen Freunde gewesen seyn. Der Prinz von Wales, welcher ihn zu seinem Hofmaler ernannte, war der nachherige König Carl II. Von seinem Aufenthalt in England heißt es bey /iorillo V. 378 — 79. „ In einem handschriftlichen Verzeichnisse der Male- reyen Carl's I. wird von ihm ein Deckenstück mit einer Vorstellung des Herkules und andrer Götter angeführt; in dem Caralog Jacob's II. aber kommen drey Landschaften und eine Geschichte des H. Sebastian von ihm vor. Sir Peter Lely hatte eine seiner schönsten Landschaften. Das Unglück der königlichen Familie schmerzte ihn, sowieLely sosehr, daß er England verließ und nach Antwerpen ging, wo er durch einen unvorsichtigen Schuß im Jahr 16)9 sein Leben verlor. Ein gewisser Meesop, wahrscheinlich ein Landsmann des Unsrigen, reiste im Jahr , 64 > nach England, und kam kurz vor dem Tode des A. van Dyck daselbst an. Er gehört zu den treuesten Nachahmern dieses Meisters, und wußte sich dessen Styl so anzueignen, daß ihre Werke oft verwechselt worden sind. Es war im Jahr 1649, daß er England verließ. Ein großes Bild von ihm, den Tod des Seneca (1662 gemalt) besaß 1755 noch der Graf vonVence zuParis. 6e§ca»rx?5ll. 282. SeinBild- niß (ob nach ihm selbst?) haben I. Bannermann und P. Jode gestochen. In Deutschland besitzen von ihm die Gallerie zuMien die Brustbilder von St. Joachim und St. Joseph; dann das Kabinet des H. Schmidt's zu Riel eine angenehme Landschaft mit einem Bacchanal. Nach ihm gestochen kennen wir einzig das sehr seltene Blatt einer Madonna, die das schlafende Kind in der Schooß hall, von einem Ungenannten, in F van den Wyngaerde'S Verlage. Die GallerteLichtenstem zu Wien zwey. *Mourers (Gomar). Neben dem im Lex. Bemerkten kennen wir mehrere von ihm geetzte Blätter. So z. B. zu Cornel Meycr's: I'^-ts lll restituire ä Koma ls tra^luscista Nsvi- Aarions clvl suo 1'evere. Uoms ik>8ö. fol. Dann zu desselben Nuovi Uitrovamentl. Koma 1696. kc>>. , mehrere mit einer leichten, nicht unangenehmen Nadel — die Figuren jedoch mittelmäßig, und die Landschaft »och etwas-zu roh — rabirte Blätter. Dann, für den Verlag Arn. van Westerhout's zu Rom, den dortigen feyerlichcn Einzug des Kardinal Medicis 1H87, eine sehr große Frist. Endlich für den Römischen Verlag des Dom. dc Rossi drey Blätter in gr qu. Fol., die beyden erster» von 1H92, das letzte von 1893; nämlich den Platz del Popolo zu Rom mit vielen Figuren, Caroßcn u. s f. Den im Lex. bemerkten Einzug des Fürsten Lichtenstein: Urospokto heil Uals^Lo Ouirinale lletto Nlonto Eavallo, von la oompsrsa llsl. 5 Ar. Prenpip. s. cls Uicbtou- stein, ein großes Blatt — Den Prospekt einer Römischen Straße, Wohl ausstafftrt mit Figuren, Bänkelsängern rc. und der Unterschrift Nsvons, antico oirco aAonals cloll' Impers- «lore 8evero ^lessanüro eclistcata ücc. (bezeichnet: 6 LavaUers üel. et so.). Irgendwo nennt man Antwerpen als seinen Geburtsort. Mrc. Montier (Carl). Wir kennen vier Bildnisse in kl. 4°. die Corn. Meyssens, für den Verlag des Joh. Meyssens, nach einem solchen gestochen bat. Siesind: Ferd. Joseph von Croy, Zerd.Carl Marquis von Gonzaga, Phil. Graf von Horn, und Joh. Carl von Watkeville. Ein Gantkatalog nennt ihn Tarl und führt nach ihm noch an, von gedachten C. Meyssens einen Frau; von Vclacco, und von P. de Jode einen C. A> von Longueval. ak/Lr. * — — (Michaelina). Paul Pontius soll nach ihr den Vicekönig von Catalonien, Andreas Cantelin, gefertigt haben. Ob diese Malerin vielleicht mit der Magdalena Mouriers im Lex. eine Person wäre? Wohl sicher. *woutiers (Magdalena), s. vorstehnden Artickel. Mourky, s. unten wurky. *N?ourres. So schrieb Go»nar Mourers bisweilen seinen Namen. ^r. Mourv (H. I. a.). Ein sehr großer figurir- ter Plan der Belagerung von Herzogenbusch 1629, nach T. Niels und A. v. Venne, von S- Savry und B. F a Berckeroode gestochen, ist bezeichnet: Lxeust. villua //. A. n AorM. Lum privIIeAi'c» Orülnnrn kosäeratarum ?ro- viuclarum. xI 4 tc. W o u w e r m a n s. W o u w e r in a n s. 6057 *N)öurvermans (Johann), der im §ep. am Schluß des Art. seines Bruders Philipp erscheint. Man hat nur wenige, aber geschätzte Bilder von seiner Hand. Eine kleine, sehr angenehme n. warm colo- rirte Landschaft von ihm besaß nochi/ 53 . H. van der Vinne zu Hartem. 291. Und inDeutsch- land ebenfalls zwey kleine Landschaften die Galerie Lichtenstein zu Wien, und (i8uc>.) H. Schmidt zu Liel ein Pferd mit einem Trompeter u.a. Reutern; vorne Hirten in einer Landschaft, »brav" gemalt. * - — (Peter). Von ihm besitzen in Deutschland die Galerie zu München eine Landschaft am Meersufer, mit menschlichen Figuren und Thieren; Schleisheim Pferde, die zur Tränke geritten werden; Dresden eine Kutsche, die vor einem Wirthshause hält; Galzchalum einst: Einen Reuter auf weißen Pferde, der von einer Frau ums Allmosen angesprochen wird, und einen Jagdgegenstand; poinittersfeldenH.Jagden: Rückkehr einer Gesellschaft von der Jagd; Reuter nebst einigen Bettlern; Falkeniers zu Pferde. Die Berliner-Galerie ein aufHolz gemaltes Feldlager (r' 7" hoch, 2' n" br.), von schöner Wirkung; diejenige zu Bopenhagen ein Pariser-Carneval auf Pont neuf, welches Ramdohr (Studien I. 129.) reich componirt, voll Feuer und Leben nennt; H. Schmidt zu Riet (1809.) Mühle mit einer Tränke, und ein Reuterlagcc in der Abenddämmerung; besonders schätzbar wegen der schönen Beleuchtung. (Philipp). „Allerlei nachtheiliger Gerüchte über diesen großen Künstler ungeachtet" (sagt Descanips II. 288.) »ist es zuverläßig, daß derselbe, als wenig gekannt, schlecht bezahlt, und mit einer starken Haushaltung beladen, unermüdet arbeiten mußte, daß er aber, bey seinem ruhigen Gemüth und guten Denkensart darum keines seiner Bilder vernachlaßigt habe." Eine lächerliche Fabel dann sey es, daß er vor seinem Tod alle seine Zeichnungen zu nichte gemacht*), damit — sagen die Einen — niemand erfahre, wie viel er aus Skizzen von Bamboche, die er zu studiren den Anlaß hatte, geschöpft habe; oder — sagen die Andern — um seinen Sohn (er hatte nur einen, der Cartheufer wurde!) zu zwingen eigene Studien zu machen, oder — wollen die dritten — weil er seinem Bruder perer, den er nicht liebte, ein solches Hülfsmittel nicht gönnen mochte". »Mouwernians" (heißt es bey Taillasson X. p. 257 — 61.) „indem er, gleich vielen Andern, Landschaft mit Figuren und Thieren siaffirt fertigte, traf eine solche Auswahl von Lagen und Gegenständen, die ihm ganz eigen waren, und eben das Ausgezeichnete seines Talents ausmachten. Da er besonders gern Pferde malte, so wählte er Orte und Gegenstände, wo diese interessanten Geschöpfe die ersten Rollen spielen. Es giebt wenige seiner Bilder, wo man nur Ein Pferd, und noch wenigere, wo mau keines findet. Seine gewöhnlichen Darstellungen sind Tränken, Ställe, Reitschulen, Pferdemärkte, Schlachten, besonders aber Jagden, und vor Allem aus Vogel- jagden. Sehr oft bringt er Galanterie ins Spiel. Damen nämlich nehmen an den Parthicen Theil, geben den Jägern Feste, oder begnügen sich, gleich diesen, mit ihren einfachen Jägermalzeiten, denen der Appetit die köstlichste Würze giebt; andremal mühen sie sich selbst, so gut als ihre Ritter, mit der Jagd, und sogar mit ihren Gefahre» ab, und lassen ihren zierlichen Putz mitten unter den Männern und Pferden wogen. Ein Colorist, gut wie es die Holländer überhaupt sind, hat Wouwermann noch seinen ganz eigenen Ton, und zwar von gedoppelter völlig verschiedener Art; bald kräftig und fast zu braun; andremale sanft, duftig , fast zu weich; bald giebt seine Farbe ins Rökhlichte, bald ins Graue. In der Zusammensetzung zeigt er sehr viel Geschmack, in der Ausführung eben so viel Geist als Sorgfalt. Seine Toccirung ist fest und leicht, ganz natürlich und ohne Anmaaßung. Alle seine Bilder sind angenehm, und seine Darstellungen haben immer etwas Edles und Liebenswürdiges. Die Landschaft ist eben nicht das Beßre in seinen Werken, und auch meist nur Nebensache. Seine Himmel sind ein wenig wol- ligt, was vielleicht von den vielen Nebeln seines Geburtslands herrührt, die den entfernten Gegenständen immer eine gewisse Unentschiedenheit geben. Auch seine Baume könnten besser geformt und gefärbt seyn. Desto geschätzter, und mit Recht, sind seine Figuren, zumal seine Pferde. Meist haben sie eine ganz besondere Physiognomie, wahrscheinlich ebenfalls nach Landesart, und sind mit größtem Fleiß ausgemalt, gewöhnlich angenehme Läufer, von edler und graziöser Form, die das Vergnügen der Jagd mit ihren vornehmen Reutern zu theilen scheinen. Die Schlachten- stücke ausgenommen wecken alle seine übrige Bilder sanfte und ruhige Empfindung. Er malt nicht eben den glänzenden Prunk des Reichthums, wohl aber die ihm anständigen Erholungen. Wenn seine Arbeiten uns nicht an die naiven Freuden des Landvolks erinnern, so stellen sie hingegen jene mit wunderbarer Wahrheit dar, womit der Vornehme sich für die lästigen Ungelegenheiten des Stadtlebens entschädigt, und selbst damit beweist, daß, so entartet auch der Mensch dort seyn mag, er den Bedürfnissen und Genüssen seines ersten Ursprungs immer wieder gerne entgegen geht. Von feinen Schlachtcnstucken steht (stand) eines der schönsten im Museum Napoleon, vormals (jetzt wieder) im Besitze des Prinzen Statthalters von Holland; es ist in des Künstlers stärkster Manier **)." Von den, wie wir schon vernommen, eben nicht glänzenden Umstanden des Unsri- gen, in Vcrgleichung mit seinen großen Verdiensten und seiner unermüdeten Arbeitfamkeit, spricht Taillaßon mit edler Rührung, und schließt dann vortrefflich, wie folgt: »Ach! ohne alle Ränke kann man nur — der Nachwelt gefallen"! Im Meusel'schen Archive I- ( 5 .) (zu. ». ff. findet sich über den Unsrigen ein Aufsatz, von dessen eigenthümlichem Verdienst wir späterhin sprechen werden, aus welchem wir einsweilcn nur ff. anführen: »Sehr zu beklagen ist es, das wourvermans sei» Vaterland nie verließ, um seinen Geschmack auf Reisen noch mehr auszubilden. Ihm mangelte es daher sein ganzes Leben hindurch an Gelegenheit andere, als niederländifche, Pferde zu sehn; und diese gehören doch in Wahrheit nicht unter die schönsten Racenl Daher findet man auf seinen Gemälden viele dicke, fette und groß, tentheils etwas schwerfällige Flammänder, worunter jedoch auch viele sind, welche sehr klar beweisen, daß Wöuwermans ein zartes Gefühl für schöne Formen hatte, und daß er sich sichtlich bemüht hat, diese — gegen den Charakter der niederländischen Natur — zu veredeln. Es ist daher kein Wunder, wenn Pferdekcnner, die freylich, nur gar zu selten, zugleich auch Kunstvcr- «) Im Kabinet Paignou-Dijsnvai zu Paris z.B. befanden sich noch ,»,0 viere derselben, darunter eine -z" br. u. 9" hohe, von mehrern Figuren, in schwarzer Kreide und ausgctuscht. a«) Ist es wohl das, von dem es irgendwo heißt: »Eins große Feldschlacht von ihm, die mit »-j.ooo ss bezahlt wurde, wird in der Gallone des Priuzenhvfes im Haag gezeigt." ständige sind, behaupten, daß es den Pferden dieses Meisters an einer schönen Proportion und Ausbildung fehle. Aber solche Urtheile können auch nicht viel gelten; denn ich habe große Reiter und Pferdekenner gekannt, die es j. B. häßlich fanden, daß dies oder jenes Pferd, das in einer etwas gewandten Ansicht von hinten nach vorne gesehen wurde, ihrer Meynung nach, viel zu kurze Vorderfüße hatte!!! LVourvermans Pferde sind nach der Verschiedenheit ihrer Temperamente vortrefflich charaktirisirt und mit einer außerordentlichen Sorgfalt ausgeführt. Er hatte dieses schöne Thier nach allen seinen Ansichten und Bewegungen aufs gründlichste studirt, und sich hierbey eine eben so genaue Kenntniß in der Anatomie, als eine unglaubliche Fertigkeit in der Verschiedenheit der Stellungen erworben. Nur das einzige bleibt uns noch, wie schon gesagt worden ist, zu wünschen übrig, daß fein Studium sich auch auf andere als blos niederländische Pferde- racen erstreckt haben möchte." — Ferner: „Die Wouwermanschen Gemälde haben sich von jeher in einem ausserordentlichen und ihrer Vortrefflich- keit angemessenen Werth erhalten. Sie sind eben so theuer als selten, und so viel dieser Künstler auch gearbeitet haben mag, — muß dennoch manches wichtige Kabinet auf jene Ausschmückung Verzicht leisten. Ein Bild für 10Ü Louisd'or ist noch immer keines seiner Hauptbilder, wobey zu merken ist, daß er nur selten die Größe von sg Zollen überstieg; ja! man muß erstaunen, wenn im Jahr 1794 zu Paris, mitten im Laufe der unabsehlichsten Revolutionsverwirrungen, bey Versteigerung des Kabinets, welches dem ehemaligen Duc de Praslin zugehört hatte, ein Wourvermans mit 12,000, und ein zweyter mit 3 /, 000 Livres bezahlt wurde." Bey Descamps (l. c. 9.291 — 96) findet sich ein Verzeichniß der vorzüglichsten Werke, welche noch zu seiner Zeit (1753.) in den Französischen und Holländischen Kabinetten vorhanden waren. Nach seiner Angabe besaß damals das Königl.Französische Kar binet 5 . Der Herzog von Drleans 4. Zu Paris die Kabinette de Vvyer, de Vence, de Lassey, d'Jssenghien, de Gagny, de laBouexiere, Aoed, Pasquier, d'Argensville, Gaignat, deVaux, bald jeder mehrere (wahrscheinlich jetzt in alle Winde zerstreut'); zu Rouen ein H. Pigou 2. Dann die Galerie zu Düsseldorf 4. und diejenige zu Basse! 6 (darunter eine von Kriegsvolk geplünderte Kirche). Der Prinz Carl zn Brüssel ein sehr großes Bild; zu Gent die HH. du Bois und Baut; im Haacf der Graf von Wassenaer, die HH van Slingelandt, Fagel, Lormier (dieser allein—22,darunter zwey mit besondern Staffirungen: Der Verkündigung der Geburt, und— Pyramus und Thisbe), van Heteren, Half-Wassenaer, Verschuuring (schöner Meerport),' van Bremen (eine Winterlandschaft); zu Amsterdam die HH.Draamkamp undLubbeling (ersterer z.B. ein von der Soldateske angezündetes Dorf, und eine wahrsagende Zigeunerin; zu Rotterdam die HH. Leers und Bisschop; zu Middelburg H. Cauwerven. Von diesen Holländischen Kunst- schätzen des Unsrigen dürsten vielleicht noch mehrere im Besitze ihrer haushälterschen Nachkommen befindlich seyn. Und nun in unserm Deutschland, besitzen die Kais. K. Gallerie zu VVien 4. darunter eine Reitschule das vorzüglichste seyn dürfte, mit W>. Monogramm. Die Gallerie Lichrenstem 2. Der Graf von Frr'eß ein Gefecht zwischen Infanterie und Kavallerie, von großer Wahrheit. Diejenige zu München den — Schatz von i 3 . darunter eine Schliktschuhfahrt, ein geplündertes Dorf, worinn das Elend des Kriegs vortrefflich dargestellt seyn soll, und eine Landschaft mit einer Zigeuner-Bande. Kurz, aber treffend, wird der Unsrige vom H. von Männlich charaktirisirt, wie folgt: „Die Natur, die er in ihrer Schönheit und Harmonie zu sehen gelernt hakte, und deren Feinheiten sein Geist zu fassen wußte, war der einzige Gegenstand seiner Nachahmung; keiner unter allen Malern seiner Art kam ihr näher. Er verließ niemals sein Vaterland, und ohngeachtet dieses Umstandes hat keiner so viel Reinheit und Zierlichkeit, so vielen Reichthum und Geschmack mit Wahrheit, Anmuth, Kraft und der reizendsten Einfalt zu verbinden gewußt. Seine Färbung ist vortreflich; sie läßt (heißt es hier) nichts zu wünschen übrig. Seine Zeichnung ist richtig, rein und natürlich; seine Komposition groß, reich, einfach und angenehm, und der Zauber «einer Behandlung scheint ganz ohne Mühe und Anstrengung, nur der bloße Hauch eines malerischen Geistes zu seyn." 1.47.?. u. ? 4 - Auch Schleishelm hat 2. *). Dresden hat wieder vollends — i 5 ; Landschaftliches, Jagden, Schlachten. Die Galerie in Potsdam,. H. Kaufmann Fischer, der jüngere, allda 1. Salzrhaliim r. mit einer Verkündigung der Geburt staffirt. Düsseldorf (nach Barst) einst: Eine Parforce-Jagd, dabey eine — Karosse, und Kavaliers und Damen, welche im Grünen — tanzen. Die Galerie im Söder kein Sicheres. H. Hof- und Landgerichts-Advokat Schmidt in Riel will 6. habe», worunter ein Kriegselend (N°-128.) besonders ein Kapitalbild gencunt wird, und es auch seyn muß, wenn es der sehr lebendigen Beschreibung entspricht; dann ein Mönchskloster, vor welchem Speisen gespendet werden (von Moyreau gestochen); eine Schmiede, mit dem Monogramm; eben so ein Pferdestall; endlich eine Landschaft in des Künstlers schöner, Heller Manier fwicder ein Capitalbild genannt Die schon oben von Descamps gezählten 5 Bilder des Unsrigen im alten Französischen Kabinette waren: Eine Rückkehr von der Jagd; Reuter am Eingang eines Wirthshauses, ein Stall, eine Vogeljagd im Fluge ***) und ein Ausruhen von der Jagd, alle auf Leinwand, Dazu kamen, (wahrscheinlich alle als Kunstbcutcn aus Holland): Eine Reitschule, eine Hirschjagd, eine Landschaft, und der schon von Taillasson erwähnte-Kavalerie-Scharmützel. Landon ll>ax- 83^03 et Vsbl. Bl. enthält **). Der erwähnte Aufsatz bey Meusel nennt sie alle vorcreflich. Ganz anders beurtheilt solche hingegen wareler, und glaubt, (wie auch wir): „Es sey zu bedauern, daß Bilder von so festem und geistreichem Pinsel unter die weichliche und geistlose Nadel von Moyreau gerathen sey. Einige Ausnahme indessen (und vielleicht nicht unbillig) macht der sonst mit Lob nicht freygebige winklersche Gantkatalog, und nennt von M. als schön: dlo. i 5 > l'Lcurie. 74. ja ssontsins äs Oaupkin. 80. Oepart pour I» ckssse ä i'oisenu. Die übrigen Stecher, welche nach N?. gearbeitet haben, und deren Blätter die zweyte Hauptabtheilung seines Werts ausmachen, sind: F. Aliamet, I. Aliamel (2.), F. Aveline, Baquoy, J.P.leBasdr.), F. Basan, P F.Beaumont iL.), A-Blooieling, C-F-Boetius (4.), C.Boutats, A. Cardon, Chedel (2.), C. N. Cochin (Z.), C. E. Coufineksa.), D. Dankerts (2.), P. Dankerts, B. A-Dunker, P.Durek, P.Filloeuil, C.G.Geyser(2.), Günther, Hervey, A. Laurent (2.), Th.Major (2.), Maloeuvre, P. Martinaste, Martini, I. Matthieu, W C- Mayr, P.E.Moitte (Z.), M.Ozanne(2.), Patas, Pelletier und seine Gattin (2.), Piquenot(2.), C. Plooü van Amstel, A.J. Prenner, J.TH. Presiel, F. Ravenet, ein Ungenannter in C. Royers Verlage, R. Strange. I. J-Strütt, A-Tischler (6.), ein Ungenannter in G-Valk's Verlage, Darin, le Veau, N.Verkoste, I Visscher(i2.), I.Wachsmuth(>2.), C. R. Wizani (2.) ***). Zu den beßten zählt der Aufsatz bey Meusel mit Recht diejenigen von Dankerts und ^.Visscher, und sagt namentlich von den letzter», daß man darin nichtCopieen sondern Originale zu erblicken glaube^). Diejenigen von Beaumont, bis etwa auf zweye, sollen ganz ohne Werth seyn. Schön hingegen diejenigen von Aliamet und Patas. Eines von Baquoy sehr mittelmäßig. Die von Chedel wieder gut. Cochin's ungleich. Le Bas seine gehören wieder zu den beßten. Moitte's seine, und eines von Laurent zu den bessern. Filloeul seines wird frostig genannt. Majors trefflich, und zumal die Reitschule eines der prachtvollsten Hauvtblätter des Werkes. Stranges und Boetius gut. Tischlers unbedeutend. Eines von Wrabkcz. F. Basan gut. Eines von Duret steif. Pelletier-ungleich. Wizani's zwey Aquatintar Blatter; ohne Urtheil. Prestel's und I. Strütt's, angenehm in gleicher Manier. Als sehr selten nennt der winklersche Gantkatalog das Marquetentec-Zelt von Boutats, und schön eine Landschaft von dem deutschen Günther. Ein unsers Dhiit'pp's eigener Arbeit zugeschriebenes Blatt wird hier nicht anerkannt. Rost Vl. 124. rubrizirt dasselbe: „Landschaft, in deren Mitte ein gesatteltes Pferd " 4°. und nennt es »von sehr reizender Wirkung, mit so viel Einsicht verfertigt, daß man nur bedauern muß, daß er nicht mehrere gemacht." Auch Barrsch I. Zgg. kennt es, nimmt für gewiß an, daß es wourverman's Arbeit, ein trefflich gezeichnet- , dann aber im Etzen sehr zerkratztes, und mit verkehrten k v und ks 1643. bezeichnetes ( 6 " 8 ", höh. 4" 5 "^ br.) Blatt von äußerster Seltenheit sey, das auf Ploos van Amstel Ver, sicigerung (1800.) mit 5 c» fi. bezahlt worden. Basan, Strutt (und nach ihnen Rost) müssen es übrigens nicht gesehen haben: Das Pferd sey ungesattelt, und das Blatt in die Höhe, nicht in die Breite, wie Basan will. Noch legt ihm ein Gantkatalog (wir wissen nicht, mit wie viel Grund) ein anderes, geistreich geetztes, seltenes Oktavblatt bey, das einen von Räubern in ber- gigter Gegend angehaltenen Wagen zeige. woynakorvski ( ) von Cracau gebürtig, wurde, unter der Anleitung des Bacciarelli zu Warschau, ein geschickter Bildnißmaler. Leider aber ergab er sich dem Trunke, welcher auch seinen Tod herbeyführte. Er st. etwa 4 Z Zahr alt, zu Warschau 18 n. N)oyr ( ). In den Dresdner-Beyträgen zur Belehrung und Unterhaltung Iahrg. 180g. 4<». lesen wir, daß als Kaiser Carl V. G,7 von Eger nach Mühlberg zog und in der Pfarre zu Ierisau (bey Glaucha an der Mulde) übernachtete, er dem Pfarrer sein Dildniß geschenkt habe, was nachgehends in der dortigen Kirche aufgestellt wurde. Gedachte Blätter vermuthen (woher?), daß solches von dem Engländer woyr gefertigt sey, welcher Hofmaler Kaiser Carl's gewesen wäre. wrabecz (Franz), der Sohn eines Böhmischen Organisten, sehr guter Maler, und K. K. Landmesser, von Bömisch » Brod gebürtig. Er brachte seine Jugend bis in das fünfzehnte Jahr im väterlichen Hause zu, und schien damals gar keinen Hang gehabt zu haben, etwas Nützliches zu erlernen. Da hierin weder Liebe noch Strenge seines Vaters auf ihn wirkte, wurde er nur zum Hüthen der väterlichen Gärten und Felder gebraucht. Aber die schöne Natur, die er bey dieser Beschäftigung, die man beynahe Müßiggang nennen könnte, täglich vor sich sah, wirkte auf ihn, und weckte das in ihm schlafende Künstler- 8 ) Wohl mögen sich unter diesen mit wouwermans getauften Bildern auch solche von Verbeeck's und van Falens befinden, welche oft nur sehr geübte Kenner von des Unsrigen seinen zu unterscheiden vermögen. rr-) X. k. 84. u. 89- Eine zu Leipzig 1736 gehaltene Versteigerung, wo dieses Werk (nämlich wie wir ver? stehen, eben nur der von Moyreau gefertigte Theil) mit 26 Thlr -6Gr. bezahlt wurde, enthielt die erstgenannte Blätterzahl; und ein Verlagskatalog unserer Zeiten, der von Treuttel und Würz zu Paris (die wie es scheint im Besitze der Platten sind) rubricirt es: Oeuvre äe />/,. , grov«- ä'-prer ses Iveilleur, tsbleLUL psr z. tvlo^resu. Lollecrioii lle 100 plsocke», gr. toi. Preist 200 Franken. Einige, doch nur wenige Irrthümer dürften sich in diesem Verzeichnisse befinden. Von denjenigen Künstlern, welchen keine Zahlen bevgesetzt sind, ist, unsers Wissens, von jedem nur - Blatt geliefert worden. Immer wird das Ganze ein Werk von igo —go Bl. ausmachen. 4 ) Dieses sind besonders die vier unter dem Namen der Marauetenter-Zelten, bekannten; dann eine Kavallerie-Halte, seine Reitbahn, «. f. f. M,4 6060 Wran y. Wreerr, talenk. Er nahm die Gegend seiner Geburtsstadt auf, und überraschte mit seinem ohne alle Leitung selbst gewagten Versuch auf einem Regalfolium seinen Vater, der ihn sogleich zu einem Maler in die Lehre gab. Bald darauf kam er in die Schule Neureiters nach Prag, wo er einige Jahre verblieb, und dann nach Wien gieng, um die Kunst an der K. K. Akademie zu studieren. Seine besondere Geschicklichkeit, sein Eifer, und seine gebildetere Lebensart, verschafften ihm Freunde, die ihn sowohl während des Studiums, als auch fernerhin unterstützt haben. Nach einigen Jahren wurde er nach Preßburg berufen, wo er in Fresko und in Oel malte, bis er als K. K. Landmesser daselbst angestellt worden. Bey der Gelegenheit erwarb er sich vielen Rnhm, und ein ansehnliches Vermögen. Er wurde allgemein sowohl von dem hohen Adel als dem Bürgcrstande geschätzt und geliebt. Er vermahlte sich mit einer Malerstochter, die selbst eine gute Malerin war. Er genoß häusliche Zufriedenheit im hohen Grade, und ein Beweis seines Wohlstandes ist mit ein schönes Haus, das er für seine Familie gebauet hat, und in welchem er auch im Jahre 1799 gestorben ist. Seine Gemälde, und geometrische Pläne und Zeichnungen sind größten Theils in Ungarn. In Böhmen sind wenige derselben anzutreffen. Unter diese gehören: Ein hohes Altarblakt für die ehemalige Kapuzinerkirche zu St Maria Magdalena in Böhmisch-Brod, wo er es im Jahre 1766, als er sein Vaterland besucht hat, malte. Auch die Seitenaltäre derselben Kirche wurden mit seinen Bildern geschmückt. Dann der Heil. Gott- hard, mit der Abbildung der zwey vormaligen Kirchenthürme am Hause zum grünen Baum, zu selber Zeit in Fresko gemalt. Franz Gppel, sein Neffe, war einer der beßten Schüler von ihm. Dlabacz. wrany ( ). So soll ein Baumeister zu Prag um 1800 heißen. Tk^c. Wratislaw f Franz Adam, Graf von Mi- trowicz), oberster Erbküchenmeisier im Königreich Böhmen, Herr zu Dirna und Zalschy, ein sehr geschickter Historien -, Landschafts - und Portraitmaler, geboren in Böhmen. In seinen frühern Jahren diente er bey derK.K. österreichischen Armee als Offizier; gab aber nach der Zeit den Dienst auf, und reis'te hierauf beynahe ganz Deutschland und Frankreich durch, und kam bis nach London, wo er sich eine Zeit lang aufgehalten, und die mehresten europäischen Sprachen erlernt hat. Ueberall auf seinen Reisen besuchte er die Kunstakademien, und suchte sich in seiner Lieblingskunst zu vervollkommnen. Er kam aber wieder nach Böhmen zurück, und hielt sich in seinen spätern Jahren zu Stalecz auf, wo er auch den so. Februar 1816 im 55 sten Jahre seines Alters am Nervenschlage starb, und auf der Herrschaft Dirna begraben wurde. Im Taborer- Kreise sind mehrere Portraite, Landschaften, und historische Stücke, die dieser gräfliche Künstler während seines Aufenthalts zu Stalecz verfertigte, anzutreffen. Dlabacz. Wrede (Andreas), erscheint als Hofgoldschmied von Churköln 176Z. Lburköln. Hofkalender. — — (CharlotteFreifrau von), wird in dem 8 verlies - oc/r tr'ur/- L-r/eucke»- 1797 als damaliges innländjsches Ehrenmitglied der Stockholmer Kunstakademie genannt. VOrede (Otto), zeichnete und radirte (vermuthlich zu Upsal um 1770 oder 1780) in C. P. Thunberg's klora ^spoulca. lIxsise 1784. 8". Mrc, — — (von), ein guter Kriegsbaumeister, und Jngenieur-Obristlieutenant in Königl.Preußischen Diensten. Er führte in der Stadt Glatz von 1749 bis 5 i einen wichtigen Schleußenbau aus, verstärkte die alte dortige Festung und erbaute eine neue, so wie ferner Kasematten, das schöne Zeughaus, das Kommendantenhaus, Pulvermagazin rc. alles bombenfest. I G. Rahlo Denkwürdigkeiten der Grafschaft Glatz. Berlin und Leipj. 1767. S. 189. ff. * wreen (Christoph). Sein Vater war Dekan zu Windsor. Von früher Jugend an zeigte er entschiedenen Hang für Mathematik, und wurde als adlicher Peustonnair ins Wadham-Collegium zu Oxford aufgenommen. In seinem breyzehnten hakte er bereits bessere Eintheilungen und bequemere Aufstellung verschiedener astronomischer Instrumente, und einen Stenograph erfunden *). In ,653 ward er zum Mitglied des Ällerseelen- Collegiums zu Oxford erkiest, bald hernach (1667) zum Professor der Astronomie im Collegium von Gresham, in 1660 in demjenigen zu Oxford, und 1661 ebendaselbst zum — Doktor der Rechte. Nach Frankreich ging er r 665 . Daß er seine Reise nicht weiter nach Italien fortsetzte, wurde sehr bedauert, da der damals in Frankreich herrschende Geschmack auch auf seine Grundsätze Einfluß hatte, und sich in seinen frühern Arbeiten, bey näherer Prüfung, leicht erkennen läßt. Im folgenden Jahr entwarf er den Plan der Erbauung einer neuen Stadt London, nach dem bekannten großen Brande, der von dem Parlement erwogen, aber nur stückweise angenommen wurde **)» Es war nach Denhams Tode (1668.), wo er an dessen Stelle zum Königl. Baumeister erwählt ward, und dadurch die Leitung so vieler öffentlicher Gebäude erhielt, die ihm einen unsterblichen Namen gemacht. Von der Kirche St. Stephan, die man für sein Meisterstück hält, iß es Schade, daß solche unter einem Haufen Häuser versteckt liegt. Zu seinem großen Werke der St. Pauls-Kirche wurde 1672 (-,. k. 75.) der erste Stein gelegt, von seinem Sohne 1710 der letzte. Für ihn selbst war diese Baute, beyi aller übrigen Unbefangenheit seines Charakters, ein so hoher lebenslänglicher Genuß, daß er sich in seinem höchsten Alter alljährlich einmal dahin tragen ließ, und (172Z.) bekanntlich auch darin begraben wurde. Nur wenige durch ihre Einfalt erhabene Worte bezeichnen dort seine Ruhestätte: äudtüs conäitnr dujus eaelsZise st rr-'ü» ***) conöitor c»lil§'I'00»0KO8 (Ja! vixit annos ultra nona^rnta Hon sibi, seä bono publico. I.ector, §r «ro-rr-ure-rtur-r t7r>c»MLx?ice. Obüt s5- kodr. snno 172z. sst. 91. 's). '"0 S. die von seinem Sohn gesammelten, und von 750, wo dies Instrument abgebildet und beschrieben ist. Hulsberg gab ihn gestochen 1724, und zwey ähnliche Plane G. Vertue. ^-) Bey Gelegenheit des Brands von London, der auf einen Schaden von über 4-, Mill. Thalern geschabt wurde, macht der kecke — Italiener MiUzt-r die Bemerkung, welche sich kaum ein Britte erlaubt hätte, daß dieser Schade denn doch denjenigen eines gewöhnlichen — Kriegs noch bey Weitem nicht erreicht habe! f) Auch seiner Familie wurde die Begünstigung ertheilt, in dieser Kirche begraben zu werden. Wreen. Wreen. „ Wenn man (heißt es bey Fiorills V. 48 r- 85 .)" sein erstes Modell ausgeführt hätte, so würde es die Werke Athens und Roms verdunkelt haben; allein die starre Anhänglichkeit an die Formen der Cathedralen zwang ihn, die edle Architektur der gothischen unterzuordnen. Er mußte also ein griechisches Kreuz zum Grunde legen, und durfte nur in einigen Theilen eine Abänderung wagen *). Er hatte selbst den Verdruß, zu sehen, daß man allen innern Schmuck verwarf, und sich sogar gegen die Statuen auflehnte **). Indessen wurde der vieljährige Wunsch der aufgeklärtesten Engländer endlich im Jahr 1794 erfüllt, indem dieß prachtvolle Denkmahl endlich die so nöthige innere Verzierung erhielt, die eine lächerliche, leider noch im letzten Decennio des achtzehnten Jahrhunderts in England herrschende Bigotterie bisher verhindert hatte. Die englischen Bischöfe, die in Pracht und Schwelgerei leben, und sich dadurch sehr von der Einfalt der evangelischen Sitten entfernen, wollten jedoch diese Einfalt in den Kirchen beobachtet sehen; daher in den neuern Zeiten die große Widersetzung der Bischöfe von London, Gemälde und Bildsäulen in der St. Paulskirche aufzunehmen. Vergebens erboten sich die beßtcn brittischen Maler und Bildhauer, ihre vorzüglichsten Arbeiten dieser Kirche zu weihen; man wollte davon nichts hören. und die von Wreen zu Statuen bestimmten Nischen blieben unausgefüllt. Jetzt wurde dieß alte Vorurtheil bey Seite gesetzt« und die beßtcn Künstler in London arbeiten gegenwärtig, die St. Paulskirche zu verzieren ***). Eine genaue Beschreibung und Beurtheilung dieser Kirche ge, hört nicht hieher; wir bemerken also nur, daß Mr. Elmes seit 1807 an einem architektonischen Prachtwerke über dieß Denkmahl arbeitet, welches mit einer Abhandlung über das Leben und die Schriften wreen's anheben soll ^). Außer der 606^. St. Paulskirche verfertigte Wreen den Plan ;ü dem Monument, oder zu der Säule, welche zum Andenken des großen Feuers an dem Orte, wo es zuerst ausgebrochen seyn soll, errichtet wurde. Sie gehört zur Toscanischen Ordnung, ist mit weißen Portlandsteinen wie die St. Paulskirche zusammengesetzt, 200 Fuß hoch, und hält 16 Fuß im Durchschnitt. Sie ruht auf einem 4 « Fuß hohen Basement, das 21 Fuß im Quadrat beträgt ^). Im Innern führt eine schöne Wendeltreppe von schwarzem Marmor zu einem Platz, von welchem man die Riesenstadt übersehen kann. Seine Absicht war anfänglich, eine cslossalische Statue Carl's II. auf^die Spitze zu stellen; allein er mußte einigen einfältigen Menschen willfahren, und einen — Topf mit Flammen anbringen. Von wreen's übrigen architektonischen Arbeiten nennen wir der Kürze wegen nur folgende: Die Bibliothek von Trinity-college zu Cambridge, die Capelle zu Pembroke-Hall, das Theater zu Oxford, den Thurm von St. Dunsianschurch im gothischen Styl, die Kirche der Heil Jungfrau zu Warwick, den großen Glockenthurm von Christchurch zu Oxford, Christchurch-Hospital zu London, St.Mary- le-bow, ebendaselbst; St. Stephan Walbroke, das überaus prächtige Hospital zu Greenwich und Chealr sea, den Pallast von Winchester, und den vonHamp- toncourt, das Theater von Drurylane u. s. w. wreen besaß außer seinen architektonischen Kenntnissen eine, von Wenigen erreichte Fertigkeit, die schwierigste» Probleme der Mechanik zu lösen. Seine Entwürfe waren edel, groß, durchdacht; sein Genie bürgte für die Ausführung. Ungeachtet er allgemein geschätzt und selbst von dem Könige zum Ritter geschlagen wurde, so blieb dennoch Bescheidenheit, man möchte sagen Schüchternheit, ein herrschender Zug seiner Seele. Sein edles Gefühl für den Nachruhm verschmähte die Be- «) Sir Christophen wreen, sein Sohn, hat im Jahr 1749 neun verschiedene Plane herausgegeben, welche die Grundrisse der St. Paulskirche darstellen. Sie haben den Titel: 87nops,s --e-lillciorurn pubiicorum Don,, e.gehören aber jetzt selbst in England zu den größten literarischen Seltenheiten. Wree« bemühte sich, seinen ersten Plan auszuführen und ließ mit großen Unkosten ein Modell verfertigen, um die Schönheiten desselben recht anschaulich zu machen; allein es wurde verworfen! Das Modell wurde in einem Winkel der St. Paulskirche aufbewahrt, hat aber so sehr gelitten, daß man nur mit Mühe die ursprüngliche Vollkommenheit entdecken kann. Glücklicherweise hat es ein Architect kopirt und zugleich mit dem ersten Grundriß im Oenrienian's lviaguriue r. bin. l>. n. (178z.) p. 72Z. in Kupfer stechen lassen. «K) Ungeachtet wreen's Bescheidenheit sehr groß war und an Furchtsamkeit gränzte, so konnte er dennoch seinen Unwillen über die Ignoranz der damahligen Machthaber nicht verbergen und drückte sich in einem Schreibe» etwas derb aus. Dies Schreiben ist erst im Jahr 1798 unter Familienpapieren entdeckt und gedruckt worden. S. Memorial ok 8ir ^>ee/i relsling lo lbe Sllorning 8r. paul's Lslbellrsl. Ocrob. 28 e/r, 1717. im IV bxvm. p. I. (1798.) p. 394- Die Commissaire hatten den unsinnigen Einfall, die Kuppel mit einer Brustwehr zu umringen, die wreen in seinem Plan nicht gezeichnet hatte. «I never clesigneil" sagt er ,, n balusrrLlle. persons ok lillle sliill in Lrcbi- reecure ilirl exzpecl, I believe, ro See someibing rbe). ball been useü lo in Oorbic slrucrures; I skoulil glaill/ biive compliell Willi tlie vulgär rssre, hui ere." Er suchte den Commissairen alles so deutlich zu machen wie möglich, und schließt mit folgenden Worten: „lVl^ opinion, lberekore, is, ro liLve slLlues erecteck on rbe kour pellimeurs onlzl, wbicb will be n mosr proper, noble, anil suikioieul ornsinenc lo llie wbole lobriclr, soll was never omilleck in clie besc ancienl 6reelr soll Uornsn Xrcbireclure; rbe prinoiple, ok wkicb, rbrougbour oll 107 «cbemes ok lkis Loloss slruclure, I bave religiousl^ enlleavoureä lo kollow; Lncl ik I glor^, il is in rbe Singular inerc^ okOoll, wbo bss enablec! ine ro begin anck llnisb n>7 grear worlr so oomkormable to llie ancienr rnoliel. "pbo pellestals kor lke siacues I bavc alreLl!)- laiil in rbe buillling, wbicb now stSllll nsbell kor wanr ok lbeir acrocaris." »»il) Vergl. Archenholz Annalen, B- xm. S. 44z. Walpole tadelte ebenfalls die lächerliche Bigotterie der Bischöfe von London. Er sagt: „8ir lloskua ke^nollls, Mr. kVesl, anck orbers ok our Principal psinters, okkereci lo aclorn 8r, paul's wirb piclures b^ lbeir owa banck, anci Sl! lbeir own expencs; bur rbe generous rlesign was Huosberl b^ 2 lare prclare, a «/smoraL/s rbur ar an »er» in wbicb tbs lkornisb kailb receiverl rolsrarian kroin rbe governcmenr, ir» inore barmles« clecorarion» sboulil be proscridecl! " f) In Dallaway's Compilation S. -4-. findet man eine kritische Beurtheilung des Gebäudes, und die Maaße zugleich mit denen der Petruskirche in Rom, die der Architect Bonomi in Somersethonse, -798- in Zeichnungen darstellte. Vergl. p. rz8—143. ff) Nach p. >44., ist das Monument 202 Fuß hoch, Uüd enthält 28,-96 Fuß Portlandsteine. M 19 * gierde nach Wohlstand, und er starb in tiefer Armuth, wceen hat nie etwas selbst herausgegeben; seine Zeichnungen und Papiere wurden erst nach seinem Tode von einem seiner Nachkommen ans Licht gestellt. Von seinen Zeichnungen, die in Kupfer gestochen sind, sind uns nur folgende bekannt: Eine Ansicht von Windsor, radirt von Hollar; acht bis zehn Tafeln zu Dr.Willis's Werk über das Gehirn *), und ein Mohrenkopf, der zu den seltensten Blättern gehört. A)reen hatte sich 1673 mit einer Tochter des Ritters Thomas Coghill von Blcckington in der Grafschaft Oxford verheirathet, und bey ihr einen Sohn erzeugt, der seinen Namen trug. Da er in kurzer Zeit Wittwer ward, vermahlte er sich in zweyter Ehe mit Johanna, Tochter von Mylord Fitz-Williams. In 1680 wurde er zum Präsidenten der Königlichen Societät erwählt. Auch bekleidete er die Stellen eines Architekten und Kom- missairs des Invaliden-Spikthals von Chelsea, und späterhin eines Controlleurs des Schlosses Windsor. Dreymale wurde er zum Parlement depukirt. „Warum in 1718 (damals 88 I. alt) die Stelle eines General - Directors der Bauten ihm abgenommen wurde" (sagt d'Argensvllle), „ist unbekannt," und mußte freylich einem — Franzosen unter der Regierung Ludwig XV. unbegreiflich fallen! Dafür ertheilt er dann freylich dem Unsrigen das Lob eines Stoikers, so wie Seneka seinen Weisen malt. Ungerecht war daher wohl sicher der Vorwurf, den man ihm machte, daß er die Vollendung der St. Pauls, Kirche so lange verzögert habe, um die ihm dafür ausgeworfene jährliche Besoldung von 200 Pf. Sterl. desto länger zu genießen Bey d Argensville l- 280 — 93. und eben so bey Miiizia (L6. tei-2.) II. 298 — 98. (bey dem erstem am Ausführlichsten) befinden sich dann,, theils allgemeine Bemerkungen über seine architektonischen Verdienste **), theils umständliche Beschreibungen sowohl der St. Pauls-Kirche *"), als mehrerer der übrigen von ihm oben nur kürzlich erwähnten und anderer seiner Bauten, welche nachgelesen zu werden verdienen. Ein für die Königin Maria II. zu West- minster errichtetes Mausoleum war ebenfalls nach seiner Zeichnung gefertigt, „wreen'' (sagt d'Argensville), „wurde und zwar zu einer Zeit, wo die Newton, Leibnitz und tzuyghens blühten, unter die ersten Geometer gezählt, und in 1678, als es um die Errichtung einer Sternwarte zu thun war, benutzte der damit beauftragte Ritter JonasMoore, vornehmlich auch seine Einschlage. Von ihm selbst wurde nichts zum Druck gefördert; wohl finden sich von ihm einige Aufsätze in den Memoires der Königl. Societät, und — sonderbar! in einer zu Oxford erschienenen Sammlung von Gedichten liest man auch eines von dem Unsrigen: Auf die Wiedergenesung der Anna Grcen. Ihm hat man auch den Vorschlag einer geschwindem Weise in Kupfer zu etzen-s-), und die Erfindung einer, besonders für Bildnißmaler Vortheilhaften Brille zu danken. Was Dallaway Alles über unsern Künstler (neben dem etwa schon oben von LioriUo Bemerkten) noch weiter gedahlt hat, findet sich in den beyden Theilen der Französischen Übersetzung seiner: öesuxsrts en LuZleterre, wie Kraut und Rüben so durch einander geworfen, und, nach seiner Weise, mit allerlei Fremdartigem vermischt, baß daraus unmöglich ein deutliches Resultat zu entheben, und selbst das Register der gedachten Uebersetzung im Art.Wreen höchst unvollständig ist. Der Englische Dallarvay aber ist uns nie zu Gesicht gekommen. — Wie wir schließen, lesen wir noch in einer unsrer handschriftlichen Notizzen, was folgt: „wreen war um 1888 Großmeister der Freymäurer-Gesellschaft in London." Ferner: „Die Engländer glauben, daß ganz Italien kein Gebäud auszuweisen habe, das seiner St. Stephanskirche an Geschmack, Eben- maaß und Schönheit gleich käme. Man erzählt: Ein vornehmer Engländer, der in Italien reisele um die merkwürdigsten Werke der Baukunst zu untersuchen, als man ihm den Plan dieser Kirche, ohne zu erwähnen, wo sie anzutreffen, vorgelegt, sey von diesem Riffe so eingenommen worden, daß, wie er endlich hörte, diese Kirche sey wirklich in London vorhanden, er für einmal seine fernere Reise aufgegeben, um vorerst dieses Meisterstück — in seinem Vaterland« zu besuchen"! — Zwischen >668 und 1713 hatte er in (und um?) London 5 o Kirchen gebaut. Von Blättern nach ihm nennt noch einer unserer Freunde: Die innere Ansicht der St. Stephanskirche von G. Marshal, und diejenige der St. Marienkirche von J.Collins und Nelseater (?). wrenk (Franz), Kupferstecher in Schwarzkunst, geb. zu Strahain in Böhmen 1766, lernte zu Wien unter Johann Jacobe, fieng um 1791 dort an, diese Kunst zu üben, und lebte noch daselbst 1809. Von ihm kennen wir Bildnisse: Rembrandts, nach Ferdin. Bol (Pr. 2 Thlr.); des Dr. Gall und des Kapellmeisters Himmel, nach dem Fräulein C. von Escherisch (Pr. 1 Thlr. 8Gr. jedes); des Pfarrers Füger von Heilbronn, und M. Hunczovsky's, beyde nach H. Füger; der Gräfin Wilhorsky, nach H.Graßi; des Kronprinzen Ferdinand von Oesterreich, ohne uns bekannten Namen des Malers (Pr. 2 Thlr.). Dann von Geschichtlichem, Mythologischem, u. a. die Zärtlichkeit der Mutter, nach Francesschini (8TH.); Jupiter und Merkur bey Philemon und Baucis, nach H. van den Hoeck (». K. wohl richtiger, nach A. van den Eckhouk) aus der Gräflich-Frießi» scheu Galerie zu Wien (keine edle Figuren, aber gut componirt. ; die H.Magdalena aus der Wiener- Galerie, nach Gentilesschi füösjr" hoch, 27-^" br. ^asromle ok llic l>ra,'o. ,66z. -">) „Keiner" (sagt Milizia) „kannte so genau das rechte Ebenmaaß zwischen dem Körper eines Gebäudes, uad seinen Stützen. Seine Ideen waren groß und einfach; seine Verzierungen edel und geschmackvoll." Auch die Gebrechen derselben werden nicht verhehlt. -f) Wohl das, was im Ler. „Erfindung der Schwarzkunst" genannt wird. -fs) Wohl derjenigen, ldie noch in neuern Tagen der alte Benjamin West so unendlich hoch schätzte, die er, in seinem erst kürzlich erschienenen wunderschönen Bildnisse, als seine unzertrennliche Gefährtin in der Hand führt. sft) Den wir nicht kennen. 'y Dies letztere Blatt, welches um -8<>4 erschien, und fl. zo Kr. und vor der Schrift 27 fl. kostete, erhält im Meusek'schen Archiv I. (-.) 109. kurz und gut das begründete Urtheil: Daß man bey der Menge der schönsten Darstellungen dieser — klassischen Sünderin, die wir von den ersten Malern auf die verschiedcntste Art ausgeführt besitzen, mit einer so häßlichen Dirne uns hätte verschonen sollen. Was von dieser Sentenz dem Stecher oder dem Urbild« gehört, ist uns unbekannt. 6063 Wright. Amor und Psyche/ nach Hub. Maurer; Hagar in der Wüste, nach Rembrandt; die Höhle, eine schöne Landschaft, nach C. Vernet; Orpheus, der vor dem Throne des Pluto um seine Gattin bittet (ein kleines Bild aus der Gräflich-Frießi- schen Sammlung), von ausnehmender Wirkung, ohne uns bekannten Namen des Malers. Rost 11 - Z8Z —84. M-c. wright (Andrew). So hieß ein Englischer Hofmaler (8erjant-painter) unter Heinrich VIII. dessen Arbeiten sehr mittelmäßig waren. Von ihm scheint indessen, außer diesem unzweydeutigen Rufe, nichts bis auf unsere Zeiten gekommen zu seyn. Fiorillo V. 20Z. — — (E.). So heißt irgendwo ein Englischer Künstler, nach welchem G. Vertue das Bildniß eines George Browne gefertigt habe. — — (Jnigo), ein Englischer Stecher in Schwarzkunst, geb. zu London um i/,o und blühend um 1770. Von ihm kennt man ein wunderschönes Blatt: Die Familie des Künstlers I. van Goyen, nach F.Hals (nicht nach van Goycn selber, wie es bey Rost IX. 299. heißt), und St. Johannes predigt in der Wüste, nach Ph. Lauri, welches letztre sehr selten seyn soll. — (Josuah oder Joseph), st-zu Derby 63 I. alt 1797. Von ihm heißt es bey Fiorillo V. 745 — 46. » Seine frühern historischen Stücke können als die ersten guten Arbeiten der englischen Schule angesehen werden. Nachher legte er sich auf die Bildnißmalerey, und würde darin den ersten Rang erhalten haben, wenn er sie nicht wieder aufgegeben hätte. Eine Reise nach Italien stimmte ihn ganz um. Er wurde ein enthusiastischer Verehrer Mich. Angelo's, von dessen Gemälden er schöne Zeichnungen zurückbrachte. Die zufällige Gelegenheit, einen Ausbruch des Vesuvs zu sehen, erweckte bey ihm die Neigung, außerordentliche Wirkungen des Lichts zu malen, die er bis zur Täuschung nachzuahmen verstand. Die Gira,idole auf der Engelsburg zu Rom, der Ausbruch des Vesuvs, Feuersbrünste, Gewitterscenen, Nacht- stücke aller Art und von bewundernswürdigem Effect, erhoben ihn zu einem Liebling der englischen Kenner. Seine letzten Gemälde bestanden vorzüglich in Landschaften, die außerordentlich gesucht werden. Vieler schmeichelhafter Einladungen ungeachtet, zog er doch immer seine Vaterstadt Derby der Hauptstadt London vor. Zu seinen allcrbeßten Malereyen gehören folgende: Ein Eremit in einer Felsenhöhle, die von einer brennenden Lampe erleuchtet ist; die Werkstätte eines Hufschmiedes, wo alles Licht nur von dem Schmiedefeuer ausgeht; Mirwan, eine orientalische Geschichte, wo vieler Prinz das Grabmal eines seiner Vorfahren eröffnen läßt rc.; zwey junge Mädchen, die vor einem Lichte mit einer Katze spielen und solche ankleiden; die Familie des Mr. Walter Synnot; die Wittwe eines indischen Heerführers, die bey den Waffen ihres Mannes wacht Und von einem Hügel hinab traurig auf die stürmische See blickt, und das Mädchen im Mond- Wright. schein nach Milton's Comus. Zur Gemälde - Ausstellung im Jahr 1789 lieferte Wright einige köstliche Gemälde: Einen Mondschein, Cicero's Villa, einen Abend, ein Gefängniß am Capital, die Ruinen des Coliseums bey Rom, einen Banditenhaufen, einen Knaben und ein Mädchen, mit einer Seifen - Blase, worin man die höchste Wahrheit bewunderte; ein Mädchen, das in eine Kohle blast, und einen erschlagenen Soldaten, neben welchem sein Weib mit einem kleinen Kinde den äußersten Schmerz durch ihre Stellung und den Ausdruck ihrer Bewegung verräth, und durch einen kleinen Theil ihres Gesichts, das sie verbirgt, vollkommen errathen läßt. Cicero's Villa und Mäcenas Villa bey Tivoli gehören zu den schönsten Landschaften von wrigdr, und verdienen wegen des reizenden Colorits, der fleißigen und kräftigen Ausführung die größte Bewunderung. Eben so viel Lob gebührt drey andern Bildern von ihm, nämlich einer Aussicht am Mare Chiare auf dem Ufer des Pausilippo, dem Kloster St. Cost- mato bey Vicobaro, nebst den Resten der claudia- nischen Wasserleitung am Anio, und einer Alpen- Anflcht im Mailändischen." Von der Plumpheit der Figuren dieses Künstlers, deren das Lex. erwähnt, ist somit bey FiorlUo nicht die mindeste Rede. Auch nimmt ein späterer handschriftlicher Zusatz meines sei. Vaters jenes Urtheil völlig zurück. Die nach ihm von W. Derby, R. Earlom, V. Green, G. Pelher, Ryder, J.R. Smith, T. Watson, und W. Woolek geschabten u. gestochenen Blätter gehören zugleich zu dem Schönsten, was zumal die Englische Schwarzkunst, besonders in Absicht aufSchatien - und Lichteffekte je hervorgebracht hat. So von Earlom: Die Eiseuschmiedte, und der Schmied und die Zeitungskrämer *). Von Green: Miravan **), zwey Schwestern und ihr B-uder, die mit einem Lamme spielen, und der Philosoph, der die Luftpumpe erklärt. VonPether (alsNeben- stück): Der Philosoph, der dem Grafen Orrery eine Maschine über das Sonnen-System auslegt; dann von Ebendemselben der Bildhauer, die Akademie fjunge Scholaren zeichnen »ach einer Venus (s. K. nach einem — Fechter!)); der Eremit ***) und der Alchymist; der Philosoph, der ein Skelett bey der Lampe betrachtet; wieder eine Schmicdte (a k'srrisr's 8kop^; endlich Master Ashlon lKind, das einem Hund liebkost). Von Ryder (wahrscheinlich punktirt) dcr Gefangene. Von Smith: Edwie (junger Mensch in Betrachtung), »ach Beatles Mistrel I. B-16. William und Margreth; die Familie von Synnot, die indische Wittwe und das Mädchen im Mondschein ^-). Von Watson Miß Kitt», ein Nachtstück. Endlich von Landschaftlichem: Von Derby den Vesuv, vom Paustiipp hergenommen, »nd die Fischerey von Woyllet. Die Urbilder dieser beyde» letztem Blätter sowohl, als etlicher der obigen werden in einem Verzeichnis meines sei.Vaters dem unten folgenden Richard w. wahrscheinlich irrig, zugeeignet. Noch lesen wir irgendwo, daß der Unsrige auch für die Shake- spear-Galerie ein Bild, Fernando und Miranda (Sturm I. Akt. Sc. 4.) geliefert habe. Lat. äs /Är§ercm -S- noch über den Unsrigen seine Biographie im Monchly-Magazine D. IV. p. 289 (1797.) und Jntell. Bl. der A. L. Zeitung 1800. N°. 178. S. 647. Haylay in seinem Gedicht über die Malerey rühmt eben x) Eines davon bey Fivrillo genannt. """O Ebenso. 2-") Ebenso. 4) Die drey letztem wieder bey Fioviklo; nach Lraudes in Schwarzknnst, »ach Paignon-Dijonval in Farben abgedruckt» 6064 Wrigth, Wrn, so sehr seine Bescheidenheit als seine Kunst. S- auch den gleich ff. Art. Wrigth (I.). Wohl kein Anderer, als der Vorstehnde Zosuah oder Joseph w. heißt ander- Werts kurz ein Maler zu London, von dem man auf der dortigen akademischen Ausstellung 1791 einige Bilder mit Schiffen sah; mit der beygefügten Bemerkung: „Vielleicht ist es derselbe I. (w.), nach welchem Freemann das Bildniß des bekannten Panorama-Malers Sir Robert Ker Porter, schön in Med. 8 °. punktirte; dies Blatt erschien 1809 zu London." — — (Michael) der altere. »Unter den Schotten" (heißt es bey Fiorillo V. 446 — 48.) „hat sich in geschichtlichen Darstellungen und Bildnissen" (feit G.Jameson) „keiner so sehr hervorgethan, als dieser, der bereits als ein sechzehnjähriger Jüngling nach London kam, und hierauf nach Rom ging, wo er seiner Fortschritte wegen im Jahr 1648 unter die Mitglieder der Akademie des Heiligen Lukas aufgenommen wurde *). Nach seiner Rückkehr trat er in London als Bildniß- maler auf, und malte im Jahr 167s für Sir Robert Vyner den Prinzen Rupert in Lebensgröße, bewaffnet, mit einer gewaltigen Perücke und in der «»graziösen Kleidung des französischen Hofes **). Die Arbeit, die ihm den größten Ruhm brachte, waren die Bildnisse der Richter in Guildhall. Diese Männer wollten sich anfänglich von Sir Peter Lely malen lassen; da dieser aber zu stolz war, als daß er selbst zu ihnen gegangen wäre, so ersuchten sie wrighr um ihre Bildnisse, und bezahlten jedes Stuck mit 60 Pf. St. Jedoch halt Walpole für seine beßten Arbeiten die Bildnisse eines schottischen Lords und eines irischen Tory oder Royalisten, zwey ganze Figuren in ihrer Nationaltracht, von denen viele Copien epistiren. Zu Windsor bewundert man von ihm ein großes Bildniß des Schauspielers John Lacy in drey verschiednen Rollen, mit der Jahrszahl 1672. Außerdem malte er den Herzog von Cambridge, einen Sohn Jacob's II. und ein Deckenstück im Schlafzimmer des Königs zu Whitehall. In 1686 begleitete wrighr als Haushofmeister den britti- schen Gesandten, Roger Palmer, Grafen von Castlemaine, wieder nach Rom. Es ist bekannt, daß diese Bothschaft von Jnnocenz X. gleichgültig aufgenommen wurde und ohne Folgen blieb; demungeachtet lieferte Wrighr eine pomphafte Beschreibung derselben, die italiänisch und hierauf englisch erschien. Nach seiner Rückkehr mußte es ihn sehr schmerzen, daß Sir Gottfried Kneller den ersten Rang unter den Porträtmalern eingenommen hatte; er bewarb sich daher ums Jahr 1700 um die Stelle eines Hofmalers des Königs in Schottland, wurde aber, weil es ihm wahrscheinlich an Verbindungen fehlte, einem Ladenhöcker nachgesetzt! wrighr starb im gleichen Jahr 1700 und hinterließ ein schönes Cabinet von Gemmen, Münzen und andern Seltenheiten, die mit der Sammlung des Sir Hans Sloane vereinigt wurden. Sein Sohn, Michael wrighr, blieb in Rom und lebte daselbst als Sprachlehrer; sein Neffe aber, der die Malcrey gelernt hatte und von dem Glücke außerordentlich begünstigt wurde, ging nach Irland, wo er mit Pooley und Smith wetteiferte." Gestochen nach ihm kennt einer unsrer Freunde die schon oben erwähnten Bildnisse der Richter in Guildhall, und dasjenige des Math. Hale; letzteres von G. Vertue 1 / 35 . wrigrh (Michael) der jüngere. S. den Schluß des gleich vorstehnden Art. — — (Richard), ein Englischer Landschaftsmaler aus der letzten Hälfte des XVIll. Jahrh, der zu denen gezählt wird, welche die Wirkungen des Mondlichts auf Wasserflächen vorzüglich mit täuschender Wahrheit darzustellen wußten. Fiorillo V. 742. Nach ihm hätte, Brandes zufolge, TH.Watson zwey junge Töchter, welche eine Katze beym Kerzenlicht bekleiden, in Schwarzkunst geschabt. — — (Thomas). Zu London sollte um 1749 unter dem Titel Louthiana ein Werk in Quarto erscheinen!, worein man, neben Andern», die Seltenheiten, Ruinen alter Schlösser, u. s.f. Jrrlands, in 80 Blättern, nach Zeichnungen des Unsrigen nach der Natur gefertigt, bringen wollte. zJeue verf. nützlicher Samml. B. I. S. 793. — — oder wriglet ( ). Ein englischer Baumeister, den der König zum Baronet erhub, erhielt i. I. 1806 daö Patent für den Mechanism einer neuen Vorrichtung, um in den Marmor- und Steinbrüchen von Portland Säulen, Kamine, u. s f. auf der Stelle auszubrechen; so, daß die in gemeinem Stein nicht höher als Holz zu stehen kommen. — — — —— s. den gleich vorhergehenden Art. — — ( ). Ein Engländer, der um 1800 zu Dresden studierte; damals fand man von ihm auf der dortigen Ausstellung zwey historirte Landschaften in Del. Man warf diesen Gemälden ein gespaltenes Interesse vor, indem weder die Landschaft noch die Historie einander untergeordnet wären. Wrn (Claux de), Kammerdiener und Bildhauer Herzog Philipp des Kühnen von Burgund. Mit demselben, und seinem Oheim Llaux Sturer, schloßen die Rechnungsbeamten des gedachten Fürsten zu Anfang des XV. Jahrh, einen Contract, vermöge dessen man denselben für ihre Arbeit an dem Grabmale desHerzogs 8612 Livr. bezahlte. An diesem Grabmale (welches in der liistoire äs kour^o^ns 1 ". III. p. 204. abgebildet ist und vielleicht jetzt noch in der Carthause zu Dijon steht) findet man, außer dem Bilde des Herzogs, der mit gefallenen Handen liegt, und zum Kopfe zwey kleine Engel, und zu den Füßen einen Löwen hat, rings umher in erhabener Arbeit eine Art Portikus von deutscher Architektur, unter welchem 14 Carkheuser in Prozession stehen, viele in trauernder Stellung, den Kopf mit der Mönchskutte verhüllt. Der Anführer der Prozession hat den Vespermantel um, und ein Gebetbuch in der Hand- Auch das Grabmal des nachfolgenden HerzogS Johann und seiner Gemahlin, in der nämlichen Carthause, dürfte ebenfalls von des Unsrigen Hand seyn ***). Auch ist er sicher derselbe, welcher anderwcrts (lV1emoire8 pour 8srvir ä l'kistoire 6) Orlandi nennt ihn Lkkichele Rita, pillore loglege »olgio llel csislogo llegli ^csclemic, (!i ktoins nell' ->->»-> 1648. Nach Walpole (p. Zlo.) ward er im 1688 (also erst nach einer unten folgenden zweyten Reise nach Rom) aufgenommen, was wahrscheinlich ein Druckfehler ist? ->"") Dies Bild hat folgende Unterschrift: ^0. »672. S. , x- 309- Andre Bilder von ihm führen die Unterschrift: ^0,. oder «»iy S- die Abbildung desselben l. e. p. 5-6. Writs. Wuensch. 6065 sts stour§oZne; 4°. ?arls 729. p. 137 -) Claus devermes, und noch an andern Stellen Chaux de verne, und wieder Herzoglicher Kammerdiener und Bildhauer heißt, und von welchem eben auch ausdrücklich gesagt wird, daß er an dem Grabmal Philipp des Kühnen gearbeitet habe. Er lebte und diente noch unter Philipps Sohn und Nachfolger , Herzog Johann dem Unerschrockenen. Fi 0 rill 0 Deutsch!. III. Vorrede S. XHVI. writs (M.), s. den gleich ff. Art. — — (W.). In dem Werke: ölellerlanä- zebe Zssrbosken. ^msterclsm 8^. Abtheil. II. des Jahrs -761 findet sich eine zu Kämpen 1760 gehaltene....(?) von G. Fokke in qu. 4°. radirk, bezeichnet: O^-itL scl viv. clel. Von zwey Amsterdamer-Ansichten, die I. F. Leizelt in qu.Fol. gestochen (kopirt?) hat, ist die, welche eine Ansicht des H. Kreuzthurms giebt, wie oben bezeichnet; die andre: Vue lle laPour elelean Uoon dagegen TU. ciel. ä ^M8terö. (wir vermuthen jedoch, daß der VornameM. verstochen ist, für w ). Anderwärts nennt man unsern W> wrirs einen Kupferstecher und zeigt folgende seiner Werke an: 6 Ansichten von Dörfern, als Nieuwersluys, Brenkelen rc.; zwey Ansichten von Hilversom, die eine vor, die andre nach dem Brande 1766; die Zejchenakademie zu Amsterdam, davon es drey unkerschiedne Drucke giebt; eine Folge von v Ansichten der Ufer des Vechtstroms nach Joh. de Bcyer. wsserub (Jakob), Pragerbürger und Münz- Präger, nach der Zeit auch Münzmcister. In 1422 wurde er von dein Lithauischen Fürsten Sigismund Kornbut in der nämlichen Eigenschaft angenommen. Dlabacz. Wsseeeczke (Georg), ein Böhmischer Baumeister, der i. I. 1669 zu Saatz das Rathhaus erbauet hat. Dlabacz. — — (Wenzel), ebenfalls Böhmischer Baumeister zu Pardubicz, der i. I. ,536 die Pfarrkirche zu Nedielifflie aufführte. Dlabacz, * Wtenbr 0 eck, f> obenu. i. Lex.vprenbroeck. *wrenbrouck, s. oben und im Lex, gleichfalls vpren-broeck. * Wtenrvael, s. oben u. i, Lex. vprenwael. Wrerwer (Jo. Corn.), !Vl. O. faoiebat lies't man auf einem treflich radirten Bildniß des Ulysses Aldrovandi (set. 74.) in gr. 4 °. Unserer Meinung nach war aber Weerwer nur ein Arzt, der die lateinische Unterschrift fertigte, so wie das Blatt selbst dasjenige seyn mag, was Aug. Carraci (so viel wir wissen eben anonym) von dem Aldrovandi fertigte. * wthouck, s. oben und imLex.vyrhoeck. * wubbels oder Dubbels (I. oder Heinrich). Der Name wubbels ist der falsche; den richtigen, Dubbels, liest man an einer Tonne auf einem schönen Scestücke von ihm, was sich in der Kopenhagner-Galerie findet. Ramdohr's Studien I. 126. Auch ist sein Laufname wahrscheinlich richtiger Heinrich. Seine nicht minder schönen Handzeichnungen, werden theuer bezahlt. Nach ihm (Ottbüe/5 pinx.) hat 1763 P. C Canot eine holländische Winterlandschaft (ejn Schlittschuhlaufen) in Fol. gestochen, Wucherer (Franz), Stadtbaugeschworner Maurermeister zu Würzburg 1799. *wuchters, auchwochter, wogter, undwugrers( ), hieß Abraham. Wie Weinrvich's Runst - Historie i Danmark S. 85 . meldet, war er ein Holländer, der vermuthlich mit Carl van Mander, dessen Schwiegersohn er war, i6Z8 oder 3 g nach Kopenhagen kam. Sind gleich seine Bildnisse nicht so saftig und markig als die des Carl v.Mander, so bleiben sie immer doch schön und natürlich ausgeführt, in niederländischem Geschmacke. Historien geriethen ihm nicht minder wohl. An einem Altarblatte von ihm, in der Kirche zu Soroe. sind alle Personen »mit Ausnahme Christi (!)" nach der Natur gemalt; es saßen ihm dazu 12 — Bauern dortiger Gegend und zu den angebrachten Engeln die Kinder des — Oberhofmeisters Rosenkranz. Da der König von Dänemark Friedrich III. den Mich. van Haven zu seinem Hofmaler ernannte, so schmerzte solches den unsern, der nun an s 5 Jahre diese Stelle allein versehen hatte, dergestalt, daß er stch mit Erlaubniß des Königs 1664 nach Soroe begab, wo er theils malte, theils die Jugend in der Zeichenkunst unterrichtete. Er gab 1076 die christliche Hausfrau des Ritters Catz mit Kupferstichen (eigenhändig, oder nach ihm gestochen?) und von Sexerin Terkelien ins Dänische übersetzt heraus. Das vorgesetzte Privilegium Christian V. nennt ihn: »Unsern Conterfeiter und geliebten Abraham Wugrers". Wann er starb, ist unbekannt. — Zufolge Hauber's Beschreibung von Lopenhagen, zweyte Aufl. 1777- S. 97. i62.118. finden sich von diesem zu seiner Feit berühmten Manne, in der Kopenhagner-Galerie, eine Flucht nach Egypten; dann im letzten Zimmer der Kunstkammer drey Bildnisse, und andere dergleichen in dem Münzkabinette. Auch das Ka- binet des H. Hof- und Landgerichts - Advokaten Schmidt zu Riel besaß von ihm ein meisterhaft gemaltes Bildniß Christian IV. unter dessen Regierung er bereits am Dänischen Hofe gearbeitet hatte. Nach ihm gestochen hat A. Haelwegh 17. (s. b. so.) Bildnisse Schwedischer Könige und Großen, wie z. B. der Königin Christine, Carl Gustavs und Carl X I. Carl Gustav Wrangcls u s. f. und H. Schalen der Könige Christian V. u. VI. — Andre nennen noch von Philipp Küian (pinx. 166Z.) die Hessische Landgräfin Hedwig Sophia; von Theod. Matham König Christian IV. (davon es auch Drucke ohne Matham's Namen giebt); von Hub. Schaken, Wilhelm III. Prinz vonOranien; von L. Vorsterman, Sophia Amalia, Königin von Dänemark. S- auch den gleich ff. Art. — — (Albrecht). Ein solcher Maler scheint zu gleicher Zeit mit Abraham, in Dänemark oder Schwede» gelebt zu haben; wenigstens rubriciren zwey Kupferstichverzeichnisse, als nach ihm von Alb. Haelwegh gestochen: Das Bildniß des Dänen Peter Reedtz, und das der Königin Christin« von Schweden. Rost unter dem Artickel des Haelwegh VI. 3 oo. nennt noch mehrere solcher, ist aber in diesen seinen Angaben ungenau, da z.B. das von ihm. angezeigte eben vor uns liegende Bildniß des Joach. Gersdorff Herrn von Tyngbyholm (nicht Lynbyholm) bezeichnet ist: pin. All' Obiges macht uns ins dessen eher glauben, daß Abraham und Albrecht eine und dieselbe (hier oder dort mit unrichtigem Laufnamen bezeichnete) Person seyn dürfte. — — (I). Ein Gantkatalog giebt mit seinem fec. und exouä. ein in,gr. Fol. gestochenes Bildniß des Grafen Johann Schack an. wuensch (Christian Ernst), Arzt in Leipzig, zeichnete zu dem dritten Bande seiner kosmolo- gischen Unterhaltungen für die Jugend, Leipzig 1780. 8°. eigenhändig die angtomischen Kupfer. 6066 Wuens ch. wuensch (Christian Gottlieb). Der Sohn eines Leinwebers/ gebürtig von Hohenstein im Schönburgischen. Dieser Maler studiere das Bild- niß auf der Dresdner-Akademie/ ließ dann sich in seiner Vaterstadt nieder/ und st. hier 1786 oder ein Jahr später. — — (C. C.). So heißt bey Mensel III. ein um 180g noch lebender Kupferstecher, von welchem bort 6. geetzte und colorirte Prospekte von Gegenden um Carlsbad angeführt werden. — — s. auch unten Wunsch. wuelke, s. oben wilke. wuendtinger (Joseph). So heißt bey Liporvsky II. 276. ganz ohne Weiteres, ein um 1741 blühender Maler zu München. wuermser (Niclaus)/ s. unten Wurmser. wuersch (Johann Melchior, ober Johann Melchior Joseph), geb. zu Buochs im Schweizer- Canton Unterwaiden 17Z2 eines dortigen Rathsglieds Sohn; wiedmete sich, gegen alles Zureden der Seinigen, der bildenden Kunst. Schon in seinem Oreyzehnten ging er zu einem gemeinen Maler Johann Guter zu Luzern in die Lehre. Nach drey Jahren führte ihn das Glück in die Bekanntschaft des geschickten Franz Anton Kraus, der damals im Gotteshaus Einsiedeln arbeitete, und dieser scheint ihn zu einer Reise nach Italien ermuntert zu haben. Zu Rom studirte er, theils unter Anleitung des Malers Cajctan Lapi, theils in der Französischen Akademie, und besuchte auch Neapel. Allein, nach nicht viel mehr als Jahres, frist wurde er nach Haus berufen. Nachdem er einige häusliche Angelegenheiten in Ordnung gebracht, und wohl einsah, daß in seinem eigenen Geburtsland weder Beschäftigung noch Aufmunterung für ihn zu hoffen wäre, faßte er den Entschluß, sein Glück in andern Gegenden der Schweiz mit Bildnißmalen, wozu er eine vorzügliche Neigung hatte, zu versuchen; und es gelang ihm. Er arbeitete mit ungemeiner Leichtigkeit; sein Bildniß stand fertig da, wenn Andere kaum den Umriß vollendet hatten. Meist waren alle gut gemalt, und bis zum Reden kenntlich. In Zürch, wo er sich um 1764 — 65 . zwey volle Jahre aufhielt, zählt man deren bey Dutzenden, von Ungleich mehrerm Werthe, als so viele andere von Meistern weit klingendern Rufes *). Andre seiner beßren Arbeiten befinden sich zu Solothurn, Von da ging er 1768. (a. k. 1772.) nach Besannen, wo er sich durch seine Kunst und moralischen Charakter so viel Liebe und Achtung erwarb, und seine Arbeit von den Einwohnern so begierig gesucht wurde, daß er gleichsam genöthigt ward diese Stadt als seinen beständigen Wohnsitz anzusehen. Was ihn völlig zu diesem Entschluß brachte, war folgender Umstand. Im Jahr 1770 im Monat May, hatte der Intendant der Frey-Grafschaft Burgund, Mr. de la Corö, ein Herr von seltenen Verdiensten, mit Zuzug des Magistrats von Besan^on eine Akademie für die Maler« und Bildhauerkunst errichtet, und von dem Hof zu Versailles die nöthige Unterhaltung und Begnadigung ausgewirkt. Zu Professoren dieser Akademie wurden bestellt, unser Wuersch als Maler, und Lucas pretton von Besan^on Wurst, als Bildhauer, ein sehr geschickter Mann der die Kunst in Italien erlernt und getrieben. Diese beyde Männer waren Freunde; von gleichem Feuer und Eifer beseelt, arbeiteten sie unermüdet, diese Akademie als eine Pflanzschule für junge Künstler in Aufnahme zu bringen, und dem Zutrauen zu entsprechen das die Stifter in sie gesetzt hatten, aber auch zugleich zu ihrem eignen Vortheil, um, durch Zeichnen nach den Alten und der Natur, in ihrer Kunst immer höher zu kommen, wuersch hatte von Zeit zu Zeit Versuche im Historienmalen gemacht, die aber durch die Menge Bildnisse, die bey ihm bestellt wurden, auch nur Versuche blieben. Aber seit Errichtung der Akademie und viele Uebung im Zeichnen, entstand manches historische Bildniß; und da es ihm hierin gelang, gieng er weiter, und wagte sich vollends an eigentliche historische Gemälde. Es kamen nach und nach große Stücke für Kirchen seines Vaterlands von seinem Pinsel nach Hause, wovon die vorzüglichsten, zu Kerns in der Pfarrkirche, fünf Altarblätter sind: r. Ein sterbender Christus am Kreuz. 2. Die Heil. Anna. 3 . Die Austheilung des Rosenkranzes und Scapuliers. 4. Die Taufe Christi im Jordan. 5 . Der sterbende St. Joseph. — Ferner befinden sich zu Sächseln in der Pfarrkirche von ihm: i. Der Leichnam Christi in der Schooß Mariae. s. Die Opferung Mariae von Joachim und Anna im Tempel. Auf dem Rathhause zu Sarnen endlich steht das historirte Bildniß des seligen Bruder Klausen, in Lebensgröße, von seiner geschickten Hand meisterhaft gearbeitet, dessen schon das Lex. erwähnt, .füßli V. 108 — 9. Nach einem mehr als zwanzigjährigen Aufenthalte zu Besannen, wo er sich mit einer sehr klugen Frau verheirathet hatte, erhielt er s unsers Wissens erst späth in den Neunziger-Jahren**)^ einen Rufals Lehrer bey der damals neu errichteten Zeichnungsschule zu Luzern, und folgte demselben. Auch hier lebte er unermüdet der Kunst und seiner Pflicht, bis er unglücklicher Weise erblindete, aber auch dieses sein Schicksal mit heiterer Ergebung ertrug. Doch der ihm beschiedene Kelch war noch nicht ausgelart. Als i. I- 1798 der Krieg sein Vaterland bedrohte, wollte er sein Schicksal mit demjenigen seiner Mitbürger theilen, und starb in seinem Geburtsorte Buochs eines schauerlichen Tods in den Flammen! Bey der Kunstausstellung zu Bern >8c»4 sah' man noch von ihm ein Bildniß des Zeich- nungsmeisters Gehrmann, welches Beyfall fand. MeuseHII. Änderwerts werden weiter von ihm genannt: Zwey schöne Kirchengemälde im Kloster Engelberg, und im Stadthause zu Luzern die Gesetzgebung Mosis. Gestochen nach ihm kennen wir einzig das Bildniß des Antisies I. C.Wirz zu Zürch, von P. A. Kilian, als Litelkupfer zu Predigten des erstern, und dasjenige meines sei. Vaters bey Füßli III. 17g. von uns unbekannter Hand gcetzt. wuerrh, (I. N-), s. oben Wirt. « wuerz, s. oben u. i. Lex. Wir;. *Wuest (Carl Ludwig). Das Lex. nennt ihn bereits in Nürnberg gestorben. Mensel l. (1778.) hingegen will wissen, daß er damals noch in Dresden gelebt habe. Nach Mensel II. (1789.) scheint es, war er um diese Zeit wirklich nicht mehr am Leben. Für das Dresdner-Galeriewerk 6) In dem Augenblick, wo ich dieses schreibe, steht eines meiner sei. Mutter vor mir, das mich durch die wunderbare Wahrheit der Darstellung ihrer edeln Einfalt und seltenen Güte bis zu Thränen rührt. v«) Die Ausätze zu dem Üeulscheir Lex. (-79S-) wenigstens thun dieses Rufs noch nicht Erwähnung. Wunder, 6067 Wuest. gab er I. N°. 33 . die Marter von St. Bartholoma nach M- Preti; überdies nach G. Reni einen Bacchus; nach C. Vanloo eine Anbetung der Hirten, was bey wmkler sein Kapitalblatt heißt, und nach A.Wateau, aus der Galerie — Brühl eine H. Familie. Er soll auch (wahrscheinlich in seiner Jugend) in Kopenhagen gearbeitet haben, wo er vielleicht eben der Schüler eines der Prcißler war. wuest (Caspar), Landschafts- und Blumen- ma!er zu Frankfurt am Mayn, geb. daselbst i? 5 .. ein Schüler von Nothnagel, malte seine Blumen- stücke nach der Natur, in Wasserfarben nach Dietsch'ischer Manier. Meusel lll. (1809.) zahlt ihn noch unter die Lebenden. Nach Hüsgen (N. A. 45 a.) dürfte seine Geburt ungefehr in 1760 zu setzen sey^, und wird ihm dort das naive Zeugniß ertheilt: »Er führt seinen Pinsel leicht, ordinirt seine Gegenstände gut, und er- weckt Heiterkeit des Gemüths, wenn man solche, beym Eintritt in ein Zimmer an dessen Wanden so wohl behandelt sieht." — — (Franz). Ein geborner Petersburger; lernte die Baukunst in Italien, und ward hernach Senats - Baumeister. Er baute um »780 die große Jlak-Kirche nach Rinaldi Riß und Modell. Merisel Misc. HeftX. S.274. S. auch unten den Art. wuest odcr wühst. — — (Heinrich und Hans Ulrich), Gebrüder, beyde stumm und gehörlos, von Zürich in der Schweiz gebürtig, lebten nach der Mitte des XVII. Jahrhunderts. Der erste war ein kunstreicher Maler, der andere ein guter Zimmermann, auch in dem Drechseln, Bildschnitzen und L-chiff- machen wohl erfahren. Leu. * —- — (Johann Heinrich). Dieser Veteran der Schweizerischen Landschaftsmaler lebte noch in seiner Vaterstadt Zürch in edler Muße 182». Noch bey der Kunstausstellung zu Bern 180) sah man von ihm zwey Ansichten von Zürch, wovon es in Meusel's Archive I. (j.) 5 o. heißt: „Das wahrste und anmuthigste Detail charakterisier auch hier, wie immer, die Vorgründe seiner Gcmatdc." Von ihm selbst gectzt kennt der winkiersche Ganikatalog eine artige Landschaft mit Figuren im Vorgrund, die das Datum von 1768 trägt. — — (Johann Leonhard). Ein sehr mittelmäßiger Kupferstecher und Zeichner zu Augsburg in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Aus dem Verlage des Jer. Wolf kennen wir von khm einige Folgen architektonischer Sachen, Trink- geschirre rc. in dem veraltetem Geschmacke seiner Zeit gezeichnet. Mrc. n — — oder wühst( ). Wohl der obige Franz W- An dem wichtigen Baue der marmornen Jsaacs-Kirche zu Petersburg, arbeiteten seit ,768 (wo der Grund gelegt wurde) nach und nach die Baumeister Rmaldl (einJtaliäner)wühst u. Stengel (zwey Teutsche) und seit 1799 der Hofarchitekt Brennn, der sie auch mit vieler Geschwindigkeit beendete. (Reimers) St. Petersburg l. 296. Wuesthoffer, s. oben wl'sthofer. Wuestling (Johann Friedrich). Der Sohn eines Schusters, geb. zu Meißen 1782; lernte die Zeichenkunst auf der Dresdner-Akademie bey dem Unterlehcek Lindner von 1800 an; ging ein Paar Jahre spater nach Meißen zurück, wo er sich auf der dortigen Zeichenschule der Porzellain- fabrike weiter vervollkommnete und dann auf den Dresdner-Ausstellungen von 1806 bis 1811 Kopien (Blumenstücke) in Gouache zeigte, nach Arnhold und Weller. Vermuthlich ist er itzt als Maler an gedachter Fabrike bedienstet. wuettenberger ( ), ein Maler zu Straubing. In der dortigen Pfarrkirche befindet sich von ihm ein Altarblatt: Mariens Opferung. Das Innere der Nonnenkirche von St. Klara zu Regensburg hat er mit seinen Freskoarbeilen geziert, auch das Choraltarblatt (St. Magdalena) und das Seitenaltarblakt (St. Klara) in eben dieser Kirche gemalt. Lrporvsky (1810.) scheint ihn noch unter die Lebenden zu zählen. * wugrers, s. oben u. im Lex. wuchrers. wuhrer (Johann Chrysostomus), Bildhauer in Holz und Stein zu Mm, wo er um 1809 noch lebte. Ehe er sich (180).) dort niederließ, trieb er seine Kunst in Figuren und Verzierungen mit dem glücklichsten Erfolge, 26 I. lang, in mehrern Städten Deutschlands und Frankreichs. Mensel III. wulckenstein, s. oben wolckenstem. wuIf oderwuIff( ), vermuthlich zu Kopenhagen, ein Medailleur den die dasige Akademie 1760 mit einem Gehalte von 4 »" Thalern, zu seiner fernern Ausbildung auf Reisen schickte, LZeue Vers. nützt. Sammlung Band IV. S. 974. Weinwich gedenkt seiner nicht. — — ( ), dänischer Hofgärtner zu Walloe 1766. Mrc. Wulfs (August Gottfried), Zeichenmeister an der Königl. Armen- und Maisenschule zu Alton« »789. Dänischer Staarskal. — — (Jacob), Conducteur bey der Königlichen Intendantur und Lehrer in den Ornamenten an der Kunstakademie zu Stockholm 1797. 8 verlies - oc/r Llvr'/--797« * w " Ifr aa r (Matthias) Er war der Sohn eines Arztes, und anfänglich für diese» Beruf bestimmt, als der Maler Dieprem seine Talente entdeckte, und ihn von seinem Barer zum Schüler sich ausbat. Sein Lieblingsaegenstaud waren vornehme Gesellschaften. Er leibst war in solchen, wegen seines untadelichen Wandels und der Anmuth ftines Witzes, sehr wohl gelitten I I I. 218 — 20. Ein Bildniß des Lnurenz Backe, von I C-Philips 1706 gesto ben, ist bezeichnet: 117 . und kann a.so die Arbeit des Unscigen, oder auch seine Tochter Margacerha sey». Wunde! (Albrecht Friedrich), ein geschickter Kunstgönner am Trierischen Garten zu Leipzig. Um 1784 wird von ihm gesagt, daß er sehr schön zeichne und radire. Schul; Lechz. S- 44 » ! und Leipz. Adreßk. Wunder (F. W.), Kammerregistrator zu Baireuth, malle und zeichnete die von einem Ungenannten radirten gefärbten Blätter zu Schöpf's Naturgeschichte der Schildkröten, Erlangen i?<)2. Heft l. II. kl Fol. Des Schröter Journal furs Steinreich und der Konchyliologie VI. Weimar 1780. S. 53 o. belogt ferner, daß er wahrend der Zeit, wo er sich n> Erfurt aufhielt, für den Professor Kmpbof 553 Folio - Blätter mit Konchy- lien nach der Natur ausnehmend schön malte, welche auch von Martini in Berlin zu dessen natur- historischen Schriften benutzt wurden. Dieses We k kam in die Bibliothek der Kaiserlichen Akademie der Naturforscher (dermalen zu Erlangen). Ein zweytes solches Werk, was Wunder zu seinen» N »4 / 6068 Wunder. eigenen Gebrauche malte, erhielt nachgehends der bekannte Madai in Halle für den Spottpreis von e Carolin. Mensel nennt den unsern noch t8i4 als zu Daireuth lebend. Wunder (Wilhelm Ernest), Brandenburgischer Hofkomissar und Hofmaler zu Bayreuth. Meusel setzt seine Geburt in 1718. Derselbe studirte erst Theologie in Jena: in Weimar aber widmete er sich der Malerey, unter Anführung seines Vetters/ des Hofmalers Rentsch Nach Erwerbung der nothwendigsten Kenntnisse gieng er nach Erfurt/ und erwarb sich durch kleine Bildnisse und Köpfe der Heiligen in den dortigen Klöstern schon viel Beyfall. Um sich aber zu vervollkommnen/ begab er sich nach Bayreuth in die damals dort blühende Kunstakademie/ und wurde in Ausbildung seines Talents von dem Markgrafen Friedrich nachdrücklich unterstützt In seinen jungen Jahren malte er Thier- und Jagdstücke, und einige Bildnisse; alsdann Perspektive fürs Theater, Decken in Kirchen und Sälen. Nachher aber that er sich in Blumen« Frucht- Thier- und Küchenstücken hervor. In seinen letzten Jahren beschäftigte er sich am liebsten mit Verfertigung kleiner Dauerngesellschaften und Schlachten. Er st. zu Bayreuth 1787. Mensel II. — — ( ). Ein Künstler unsrer Tage, zu Nürnberg. Das Titelkupfer von L. T. Becker's Moosrosen. Nürnberg s.a. 8°. ist von ihm, nach eigner Zeichnung, sehr mittelmäßig radirt; sowie auch mehrere (für das gemeine Volk) selbst gezeichnete, radirte und kolorirte schlechte Bataillen- siücke in F. Campe's Verlag. wunderer (Franz Taver), ein Maler von Landshut. In der Kirche zu Oberaltaich ist das Altarblatt: Joh. von Nepomnck, von ihm gemalt. In der nunmehrigen Universitäts - Kirche zu Landshut: Die Heil Anna. Zu Freising zierte er das Innere der ehemaligen Stiftskirche zum H. Andreas mitFrescogemalden. Lipowsky. Derselbe scheint ihn (i8iu.) noch unter die Lebenden zu setzen. S, auch Sinch in gegenwärtigen Zusätzen. — — (Wilibald), ein geschickter Maler und Mitglied des innern Raths zu ... . errichtete 1784 eine enge Gesellschaft von Menschenfreunden zu Unterstützung wahrer Armen, die sich Bündniß der Menschenliebe nannte. Journal von Deutschland TH-I 1 . S.2«4. w^underl (Corbinian), erscheint 1786 als Bauübergeher in Diensten der Stadt Wien. wunderlein, f. oben winrerlein. wunderlich (Carl), Doktor, ein Kunst- dilettante, um 179a Pfandamts-Actuar zu Erfurt, lebte noch daselbst 1818. Derselbe malte sehr schöne Mignatur, dann auch in Pastell, ließ aber, zumal ersteres, seiner Augen wegen liegen. Dabey war er auch ein guter Virtuose auf der Violoncelle. Gringhan neuer Taschenkalender für Erfurt 12°. 795. S. 70. löv. ^k/rc. — — (Christian Gebhard), Johann Christ, und I. H. (W- ) der jüngere (dieser wohl ein Sohn von Christ. Gebhard); alle drey Mäurerr Meister zu Hamburg 1806. Mrc. — — (Georg). Der Sohn eines Chirurgen, Bürger, Glaser und Glasmaler zu Görlitz, wo er in Armuth ,675 (etwas über § 8 Jahr alt, wie eine Reisebcschreibung sagt) starb. S. Lebensbeschreibung des Rathes Joh. Wunderlich'« von I hf. Lochn er 17Z8, t Dresden) 4°. S. 4. 5 . Wunsch. wunderlich (Gottfried). Ein Kunstmaler zu Ohrdruf in Thüringen, schenkte 1700 ein von ihm gemaltes Nachtstück, was Luthern bey einem Lichte schreibend darstellt, in das dortige Fürstlich-tzohen- loesche Schloß. I. B Heller zehn Sammlungen sonderbarer Merkwürdigkeiten Thüringens. Jena und Leipzig 173». 4° S.671. — — (Johann Christ.), s. oben Christian Gebhard W. — — (I-H.), s. oben ebenfalls Christian Gebh. Wunderlich. — — (Michael und Joseph Marquard), beyde von Plänen, erhöhten und erneuerten den Thurm der großen Stadtkirche zu Schneeberg von 1670 bis 76, nach den Rissen Joh.Heinr.Böhm's des ältern. Die dazu gehörige Steinmetzarbeit fertigte Joachim Kandier von Zwickau. Mit Michael scheint man unzufrieden gewesen zu seyn; e» erhielt bald seinen Abschied. C. Melzec's erneuerte Chronick von Schneberg S. i» 4 - — — ( ), ein Maler aus Arnstadt malte um 1728 die Dorfkirche zu Grafenheim, im Herz.Gotha, aus; jedoch sind Kanzel ».Orgel vom Gothaischen Hofmaler Doerffling. (G 0 thaisch. Kirch u. Schulstaat Th. l- St. V. S. 18.). — — ( ) zu Sondershausen malle in Miniatur und lebte in der letzten Hälfte des X VlI I. Jahrhunderts. Gerber'« Lex. der Tonkünstler. II. Anh. S. 63 . — — ( ). Von ihm sah man Bildnisse auf der Dresdner-Ausstellung 179/ u. 1798; man nannte sie mittelmäßig gemalt. — — ( ). Ein Zimmermeister zu Braunschweig, wo er mehrere große Häuser erbaute. Er lebte noch 1789. Ribdentrop's Beschr. von Braunschweig 1. 8. — — ( ), wird in der Schlesi- schen Jnstanrien tZoritz auf 1792, als damaliger Conductcur bey der Breslauer-Kammer angeführt. wundfch, s gleich unten Wunsch. wunhard t (Andreas), Bildhauer zu München, wo er um 1417 noch in hohem Alter arbeitete und bald darauf starb. Er besaß eine vorzügliche Geschicklichkeit, den Köpfen seiner geschnitzten Figuren natürliche Haare so tauschend einzusetzen, daß es schien, sie wären aus dem Kopfe gewachsen. Auf solche Art verfertigte er ein Kruzifix anderthalb Spannen lang, einen leidenden Christus in sitzender Stellung (Christus in der Rast, auch Herrgottsruh gewöhnlich genannt), und ein Ecce Homo. Diese drey Stücke hatte er für seine Tochter, die sich in dem Kloster, der Ridler, oder auf der Stiegen genannt, in München alS Nonne einkleiden lassen wollte» welche aber wenige Lage vor dem Eintritt in dasselbe starb, bestimmt; daher der Vater nach Ihrem Tode diese drey Stücke dem genannten Nonnenkloster zum Angedenken gab. Lob- Dank- und edren- reiche Gedächtniß von dem Jungfraukloster auf der Stiegen (deren Riedler benamset) zu München rc. (München -693.) S. 14 —17. und S. 91. Lipowsky 11 . 276. Wuniansky ( ), ein Maler zu Prag, nach dessen Zeichnung Anton Birckhardt (v. 1750.) gestochen hat. DIabacz. Wunsch (Johann Georg), Münzmeister in » 6069 Wunsch. Dienste» von Churpfal; 1721. Michael (vielleicht sein Bruder) erscheint eben auch in solcher Bestallung 17Z2; und Johann Michael (vielleicht der Vater) desgleichen 1694 und i?u8. /. Elster's pfälzische Münzen 1 . 33 ». 548. 408. 419. Wunsch (Johann Melchior) wurde 169) als des Bischofs von Würzburg Münzmeister angestellt. Hirsch teutsch. Münzarch. V. 3 / 4 . — — (Johann Michael), Münzmeister, f. oben Job. Georg Wunsch; und — — (Michael), eben so. — — eigentlich wundsch (SophiaEleo- nora von). In Schummel's Breslauer- Almanach I. Bresl. i8»t. 8°. S. 33 /. findet sich ein Nachtrag wegen eines Aufsatzes über sie in dem Allgem. Lirrer. Anzeiger 1798. S. 607, wo es heißt, sie sey von Groß-Jänowitz gebürtig. Dies zieht man jedoch in Zweifel, obwohl sie sicher in Schlesien geboren wurde. Sie ist eine Dilettantin in der Malerey, die sie spater bey dem verstorbenen Felder und noch (also r8oi.) bey Ferguson (beydes Künstler zu Dreslau) rück- sichtlich des Oelmalens erlernte und weiter fortsetzte. Eine Opferpriesterin nach der Therbusch, rechnet man zu ihren beßten Arbeiten. Diese Dame, die sich auch als Dichterin dem Publikum bekannt gemacht hat, ist an einen Herrn von Korzfleisch verheiralhet. — — (Tobias), ein Kunst- und Zier- gärtner zu Lauban um 1760. — — s. oben Wuensch. Wunschein (Niklas), ein Böhmischer Künstler, nach dessen Zeichnung von 1801 W. Berger 1808 das Schloß Elbogen gestochen hat. Dlabacz. w u rfba in (Johann Paul). Der Sohn eines Kaufmanns, geb. zu Nürnberg i 655 und hier gest. 1711. Dieser Arzt war in der Musik und Malerkunst bewandert; sein Bildniß hat I. G. Puschner in 4°. gestochen. Mrc. wurky, s. unten Wurky. wurm, eigentlich Wurmb (A- L-), ein Edelmann in Thüringen um 1/17. Wir kennen von seiner Hand Mehreres in Tusche, Saft- und Decksarben; als : Gewürme, Thiere, Vogel, Pferde die schulmäßig zugeritten werden rc. Diese zu Bendeleben, Großenfurra und Gebesen (Güter seiner Familie, wenigstens ehedem) ausgefertigten Zeichnungen waren gut und charakteristisch gerathen, wenn man auch deren Entwurf und Ausführung steif und ängstlich nennen mußte. Ein nachgetragener Art. über den Unsrigen lautet: »Derselbe hieß Anron Ludwig, war Königl. Pohlnisch - und Churfürstlich - Sächsischer Kammerjunker, wurde 1686 geb. u. st. 1769 zu Großen- furra bey Nordhausen in Thüringen. Dieser einige und geschickte Dilettante malte noch wt. 43. recht artige Miniatüren nach der Natur. Eine solche aber von ,717 die eben vor uns liegt und wilde Enten darstellt, ist von einer kostbaren und wunderzarten Ausführung. Mn. Wurzelbauer. wurm (Joachim), ein Goldschmied zu Nürnberg, in der letzten Hälfte des X V). Jahrhunderts. — — oder Wurmb (Wilhelm), ein De- corations- und Theatermaler zu Hamburg 1808. Hamburgisch. Adreßbuch. Wurmb, f. gleich oben wurm. wurmser (Niclaus), der schon oben in diesen Zusätzen s. v. issicolaus erscheint, gebürtig von Straßburg, ein Hofmaler Kaiser Carl kV. Eine Art Bestallung oder Privilegium, welche derselbe von gedachtem Fürsten (Dat. Prag i 35 g.) erhielt, lautete wie folgt: Oominns Imperator kecit Araciam llka^istro Mcolao ckioto sie KrAentina, ^ictori suo proprer lioc, ut üiliZentiori stuüro pln^at looa et castra, ack gus cleputatus kusrit, qnoä ipse pos^it cliz- xoners, le^sre 6rc. sversieht sich über sein eigen Gut! *)). Auf dem Schloße Carlstein in Böhmen (Andre sagen auch, in der Wenceslaus-Kapelle der dortigen Domkirche) finden sich Arbeiten von ihm, an welchen der Faltenwurf vor demjenigen anderer seiner Kunstgenossen vorzüglich gerühmt wird. Er hatte einen markigten, fetten Pinsel; die Farbe der höchsten Lichter steht noch heut zu Lage leicht tokkirt aufgetragen; seine Carnation ist frisch. F, 0 rilI o's Deutschland l. r 28 — 3 ». spsrz. In derb). Bibk.d. Schön. w XXV. i 3 o. heißt es: „Jene Bilder zu Carlstein sollen in Oel gemalt seyn, und nebst vielen andern zum Beweise dienen, daß diese Art Malerey lange vor Johann van Eyck erfunden worden." In Deutschen Galerien kennen wir von ihm einzig in derjenigen zu Wien: Den Heiland am Kreuze, unter weichem Maria und Johannes stehn, iu ganzen lebensgroßen Figuren (iV 7" hoch, 4 ( 9 " br.) mit der Jahrszahl i 35 /. Gerning nennr es schön. Des Unsrigen ist auch Oben, im Art.Tbeodorichs, Hofmaler Carls IV. gedacht worden. Wurschbauer (Johann Baptist), Kaiserlich Oestreichischer Münzgraveur zu Günzburg >799. Sraars- und Adreßbandbuch des Schwäbischen Rreises auf 179g. B. ll- Ulm. 8". S> 226. * wurzelbauer(Benedikt), st. zu Nürnberg. Der schöne Brunn, der vor der St. Lorenzkirche daselbst steht, und 82 Etn. wiegt, ist ( 158 g.) von ihm verfertigt und gegoßen worden. Aus einem Steinbaßin erhebt sich die runde Säule, um welche in zwey Reihen 12 metallene Figuren stehn; sechs nackte Kinder, das Stadt Wappen haltend, und sechs Frauenbilder (so viele Tugenden. mit passenden Emblemen); zu oberst die Gerechtigkeit mit der Wage, einen Kranich zur Seite: Alles im herrschenden Geschmacke des Golzius gezeichnet; der Guß ganz vorzüglich. Vlürnberger- Alman. von 1819. G. 85 — 86. S. dieses Kunstwerk abgebildet auf der Pl. 12. der Doppelmayerscheu histor. Nachrichten; dann in G. A. Böckler's ^rckiitectura curio8a vova, und endlich auch auf einem besondern Octavblatte, mit der Inschrift: lckuHus kontis r - seüilitio ?. V. s.oest'olkol2. Nach Prag wurde Benedikt 1600 berufen, und der dortige sehr gepriesene Springbrunn (mit Venus, Cupido und einem Delphin), welcher 5 »Ctn. wog, wurde von ihm eben so schön gefertigt, als glücklich gegoßen. S) Noch in einer zweyten solchen Urkunde (Dat. Nürnb. iz6o.) befreyt der Kaiser ein Grundstück des Künss lcrs zu Morste (Morzin a. d. Karlssteiner-Herrschaft) für sein Lebtag von allen Abgaben (ab »wu, oe»«» <7o//ecrs s. ero.). Die Quellen der Nachrichten über ihn nennt Dlabacz V. N 14 " Dlabacz. Des Künstlers Bildniß kennt man jwey- mal; das einemal mit i 583 datirt, in Octavo; das andremal mit der Inschrift: „Benedikr wurzelbauer, verschied 1620. seines Alters 72 I." (Bon diesem hat man auch Drucke ohne die Alters-Angabe, inFol.). Hin. S-auch den nachfolgenden Art. * Wurzelbauer (Johann) des obigen Sohn, welcher im Lex. am Schluße des Art. seines Vaters erscheint. In der Dominikanerkirche zu Nürnberg ist das Monument von Metall, das in erhabener Arbeit in Lebensgröße den schwedischen General Hastver, der 1654 erschossen worden, vorstellt, seine vortreffliche Arbeit. Die schöne metallene Gaule nebst dem Delphin und dem Kinde auf der Fontaine im Rathhanse zu Nürnberg, wurde von ihm 1618 gegossen. Lipowsky. Dieses letztere Werk, zierlich gezeichnet, und meisterhaft ausgeführt, nennt der Nürnberg. Alman. von 1819. S. 58 . als das gemeinschaftliche Werk von Johann und Benedikr. Auch Dlabacz heißt den Unsrigen „einen vortrefflichen Künstler." — — (Johann Philipp von). So nennt vorgedachter Almanach S. 181. einen berühmten Mathematiker und Astronom, der alle Zeichnungen der von ihm herausgegebenen Schriften selbst gefertigt habe, und wahrscheinlich ein späterer Sproße der beyden vorgenannten Künstler seines Geschlechtes war. würzer (Johann Wilhelm), ein Bildhauer zu Bamberg, lernte bey seinem Vater, und die Lehrstunden des dortigen Genie-Majors Westen entwickelten sein Talent vollends zur Reife. Er arbeitete in Holz, Stein und Alabaster. Lipowsky. (stZeusel H1. (1809.) fetzt ihn noch unter die Lebenden. * Wussim, auchwusimi, vielleicht besser Wusyn (Caspar), Bürger zu Prag, soll auch 1661 eine Karte nebst zugefügtem Meilenmesser des Königreichs Böhmen gestochen haben; und dann (dieses zu Wien) Kaiser Rudolph I. knieend vor dem H. Sacrament 4°. Dlabacz nennt noch von ihm (1695.) den Einzug des Präger-Erzbischofs, Grafen I. I. von Brenner, auf zwey Blattern, und eine Mater dolorosa, beydes ohne andern Namen, als den (einigen. — — (Daniel), welcher im Lex. unter dem Art. des obigen Caspar's wussim erscheint, war Bürger in der Neustadt Prag, wo er, nach Dlabacz von 1661—94. gearbeitet haben soll. Dort werden von ihm über 20 Bl. theils ohne andern Namen als den seinigen, theils nach F. Heß, und C. Screta angeführt; darunter Bildnisse, Heiligenbilder, Thesen, Wappen-, hauptsächlich aber eben auch der Einzug eines Prager- Erzbischofs M. F. Bileck von Bilenberg (1669.), und endlich, für eignen Verlag, eine Karte von Böhmen, oder vielmehr, nach einer früher von Paul Aretin gezeichneten, so genau kopirt, daß man sie vor dem Original kaum unterscheiden kann; ferner die Statuen der Präger-Brücke auf 25 Blättern rc. Einige von Aegid. Sadeler gestochene Bildnisse tragen, in spateren Drucken, seine Derlags- adresse. Dlabacz. Ak-r. * — -- (Johann). Eine mit Vieh und Figuren staffirte, sehr mittelmäßig (vermuthlich nach Berghem) radirte Landschaft in qu. gr. 4°. ist ohne weiteres bezeichnet: Derselbe ist mit dem Nachfolgenden wohl Eine Person. *— — oder Wussing (I. Fr.), welcher im Lex. ebenfalls unter dem Art. des obigen Caspar wussim erscheint, ein Kupferstecher, der zu München ungefähr in den Jahren 1660 bis 1700 gearbeitet hat. Unter andern hat er zu einem Werke, das mit Einschluß eines allegorischen De- dikakions-Blattes aus 19 Blattern bestehet, die ersten 16 Stücke in Quer-Quartformat in Kupfer geetzt und mit seinem Namen bezeichnet. Das i/te Blatt ist von wening und das i8te und igte ohne alle Bezeichnung. Auf 18 von diesen Blattern sind eben so viele festliche Lusifeuerwerke vorgestellt, welche unter der Regierung der beyde» Churfürsten von Bayern Ferdinand Maria und Max. Emänuel 1662—67, 1670 — 74, 1680, 82, 85 und 1701 gegeben, und von dem Oberfeuerwerks-Meister Christoph Hälle verfertiget wurden, wie dieses von ihm eigenhändig auf einem Exemplar bemerkt ist, das der Königlich-Bayerische Hof-Kammerath Benno von Kretz aufRä- zenhofen besitzt. Liporvsky. Irgendwo werden von ihm auch Blätter mit Thieren angeführt. Dann giebt uns einer unserer Kunstfreunde zu diesem Art. ff. Zusatz: „Sein Bildniß Kaiser Joseph I. was er (etwa um 1693.) zu Wien in Fol. fertigte, ist ihm noch so leidlich gerathen; in Ganzen war er ein sehr mittelmäßiger Kupferstecher ; einige seiner Arbeiten hat er von München datirt (wie z. B. mehrere Feuerwerke zu einer Schrift in qu. 4°. von Christo. Hälle, Obcrfeuer- werkmeister des Churfürsten Max. Emanuel von Bayern); er mag sich aber auch zu Regensburg aufgehalten haben, da einige dort 1680 erschienene Bücher Kupfer von ihm enthalten. Dlabacz nennt den Unsrigen Kupferstecher zu Prag, wo er zugleich mit Daniel wussim lebte. Dort wird von ihm das Blatt einer St. Anna, ohne andern Namen als den seinigen, und eben bey Daniel wussim verlegt, angeführt. Wust (Samuel), ein Goldschmied zu Jüter- bock in Chursachsen in i 638 . wustig (Gottfried), ein von Leipzig gebürtiger Steinmetz, der bey Nick. Sauter zu Dresden bis 1674 gelernt hatte und sich dann 1677 als Meister zu Freyberg in Sachsen setzte. wustlich (Georg Heinrich), ein Maler, der als Churfürstlicher Pensionair zu DreSden 1794, 92 I. alt, starb. Dresdner- Anzeiger, Jahrg. 1794. bio. 40. Weitre Nachrichten mangeln uns über diesen Künstler. Vielleicht hatte er ehedem an der Meißner-Porzellainfabrik gestanden. Wüstling (Ernst), ein Maler zu Dresden, den der dortige Adreßkalender von 1819 benennt. * Wusyn, s. oben und im Lex. wussim. wurky oderwourky (Michael), irgendwo irrig wurky genannt, Landschaftsmaler in Wien (vormals in Rom), geb. zu Stein (a. K. zu Crems) in Oestreich 1738. (s. k. 39.). Zu Wien in der K.K- Maler-und Bildhauerakademie legte er den Grund zur Malerey, und zwar mit solchem Erfolg, daß er einmal den ersten Preiß, und drey- male den zweyten erhielt. Nach zurückgelegten akademischen Jahren gieng er nach Rom, hielt sich dort sechs Jahre auf, studirte die Werke des Alterthums, und wählte sich zu Mustern Poussin und Claude Lorrain. Er kam nach Wien zurück, begab sich aber — man weiß nicht wann — wieder nach Rom. So hieß es schon bey Meusel II. (1789.). Ebenderselbe III. (1809.) setzt noch hinzu: „Und lebt jetzt, so viel man weiß, abermals in Wien." Berruch II. 5 i. (1806.« nennt ihn Professor, und sagt von ihm, daß seine Gemälde von starkem Lichteffckt sehr geschätzt werden. Neben Andern« kennt man von ihm höchst tauschende Darstellungen des brennenden Vesuvs- wie er ihn nach der Natur gemalt hat. Irgendwo heißt es indessen von ihm: „Er ist manierirt, halt sich nicht an die Natur, und schreibt sich ab." Auch in der Schrift: Winkelmann u.s. Jahrh. S. Z3s. liest man von ihm (der sich in r8o5 zur verläßig wieder in Rom aufhielt): „wourky bediente sich, nach Weise der Wiener-Schule, einer etwas flüchtigen Behandlung, die nahe ans Manierirte gränzt, aber viele Wirkung thut. Er erdachte zwar selten, sondern nahm, so zu sagen, den Umriß seiner Gemälde aus der Wirklichkeit; das Zufällige aber, die Phänomene der Natur, pflegte er neben her, frey und geschickt, zum Behuf des Effects zu-venutzen. Sturm, Wolken mit durchbrechenden Sonnenstrahlen und dergleir chen findet man daher oft von ihm dargestellt. Eruptionen des Vesuvs waren ebenfalls Gegenstände, die seiner Neigung entsprachen und ihm auch in Betracht der Wirkung recht gut gelungen sind." — (Zu Wien, in seiner Jugend, soll er sich vornehmlich unter Meytens gebildet haben. Dort war er schon um 1770 Mitglied der Akademie, und arbeitete daselbst um 1780. Um welche Zeit er das erstemal nach Rom ging, ist uns unbekannt; dort befand er sich wenigstens schon um 178Z). Von Deutschen Galerien besitzt, unsers Wissens, von ihm einzig die K. K. zu Wien zwey Römische Prospekte (8' br. t? 4" hoch), wovon das Eine St. Peters-Kirche und Platz samt der Colonnade, vom Land hergenommen, das andere aber die Gegend außer der Porta di Paolo, die Pyramide des C Cestius, und im Vorgrund die Ueberrcste des Tempels von Jupitertonans darstellt, wurky's Bildniß, nach seiner eigenen Zeichnung findet sich gestochen von'C. v. Mecheln, und geschabt nach Tusch von Pichler; letztres für das Wiener-Industrie-Comptoir (Pr. i Lhlr. 8 Gr.). wu reich (Johann Georg), Fürstlicher Geheimer - Kanzelist zu Anspach um 1778 epccllirte im Schön- und Zierschreiben. Meusell. Eben- ders. II. (1789.) nennt ihn nicht mehr. Wut; er (I. M ). Von einem solchen, uns sonst ganz unbekannten Künstler nennt der neue Katalog von Schleisheim zwey Landschaften mit Vieh und Figuren, auf xeinwand (2' ir" hoch, iZ/ 9" 8^" br.). S. auch den gleich ff. Art. — — ( ). Von einem, gleichen Geschlechts, und wahrscheinlich von keinem Andern als dem Obigen, nennen Ramdohr's Studien l. 176. ebenfalls eine Landschaft in der Sammlung des Kunstkammer-Verwalters Spengler zu Kopenhagen. Wyarr (Enoch), ein Englischer Bildhauer des XV ll. Jahrhunderts wird bey Fiorillo V. 0^7. ganz ohne Weiteres angeführt. — — (Jacob), ein Englischer Baumeister neuester Zeit. „Derselbe hat viele große Gebäude aufgeführt, von denen das Pantheon das wichtigste ist. Im Jahr 1798 errichtete er zu Caffeel eine Bibliothek für den Lord Marchmont, die vom Feuer gar nicht angegriffen werden kann. Für den Grafen von Bridgewater entwarf er die Zeichnungen zu einem Landsitz in Hertfordshire, wovon der Kostenanschlag über 80,000 Pf. St. betragen soll. Ein andres noch prächtigeres Werk der Architektur entsteht (heißt es bey Fiorillo) unter Wyarr's Aufsicht auf dem Landsitze des Hrn. Codrington zu Doddington. Man baut schon neun Jahre daran, und es wird erst 1808 fertig werden. Das Gebäude ist ganz im griechisches Styl, und wird nach seiner Vollendung eins der schönsten im Königreiche. Die Kosten sollen den Anschlag, der zu 120,000 Pf. St. gemacht ist, weit übersteigen. Wyarr ist einer der ersten Architekten, die den Geschmack an der gothischen Baukunst wieder auf die Bahn gebracht haben. Die phantastischen Wunder dieser Bauart, dik wyarr zu Windsor und Kew erschaffen hak, haben ibm die Gunst des Königs und des vornehmen Publikums in einem hohen Grad erworben. Im Jahr 1801 wurde er in die Gesellschaft der Antiquarier aufgenommen, da er die ehrwürdige Kathedrale von Salisbury, die den völligen Einsturz drohte, durch vollständige Reparaturen vom Untergänge gerettet hak, und gegenwärtig ist er Präsident der königlichen Akademie. Im Jahr 1800 erhielt wyarr ein Patent für die Erfindung- ein ganzes Haus oder Gewölbe ohne alles Holz durch bloßes gegossenes Eisen zu erbauen, und Fußboden und Decken ohne Klammern und Schrauben zu verbinden. Von dieser Erfindung machte er beym neuen Pallaste zu Kew Gebrauch. Man erblickt hier acht Thürme, und in jedem ein Zimmer oder Observatorium, wie man es nennt, von 20 Fuß ins Gevierte. Alles ist im elegantesten gothischen Styl aufs kostbarste ausgeführt. Das merkwürdigste aber ist, daß alle Querbalken in den Zimmerboden von gegossenem Eisen sind. Dadurch gewinnt jedes Zimmer über einen Fuß Raum mehr ins Gevierte. Ueber die eisernen Querbalken wird mit kupfernen Platten der Boden gelegt, auf welchen dann erst die Holztafeler kommt. Dadurch wird es unmöglich, daß ein Feuer, welches in dem einen Zimmer entstnhnde, durchbrennen könnte. Gegenwärtig beschäftigt sich wyarr mit dem Bau eines CadektenhauseS auf der großen Heide von Bagshot, dessen Ausführung 200,000 Pf. St kosten wird. AIs Präsident der Malerakademie führt er bey der Entscheidung über den Werth der Gemälde und die ihnen zukommenden Stellen das Hauptwort. Er versteht zwar nichts von Gemälden, aber er ist ein Mann von guten politischen Grundsätzen, und ein Liebling der Königlichen Familie." FiorilloV 860-62^ Präsident der Brittischen Maler-Akademie war wyarr i. I. 1806. In Bezug hierauf, und zumal ohne Zweifel im Rückblick auf jene seltsame Baute, heißt es in Londner-Briefen, die sich in der Zeitung für die Elegante Welt des gedachten Jahres N°. 82. befinden, spöttisch genug: „wyarr versteht zwar nichts von Gemälden; aber er ist ein Mann von guten politischen Grundsätzen, und überdem der rechte Mann, um den benöthlgten Raum für 9Z8. sogenannte Kunstprodukte *) auszumessen, und solche in ein Paar kleine Zimmer und einen mittelmäßigen Saal zusammenzupacken." Hingegen kann auch DaUaway des Preises dieses Künstlers nicht satt werden: Die Reinheit und Schönheit seines Slyls übertreffe die Arbeit aller andere Englischen Baumeister; auch H. Walpole sey dieses Sinnes, daß es unmöglich sey, das Gefühl seiner Kunst weiter zu treiben, als H. Wyarre; sein Pantheon in der Opforder-Straße zu London sey das Non plus Ultra des Talentes u. s. f. Das Detail der Nötigen über seinen übrigen zahllosen Bauten müssen wir den Leser bitten, selbst bey Dallarvay (1. /zä. L j. 78 — 82. 91. 125 — 27. 129. 172.) nachzuschlagen, und solche zu — entwirren, was uns unmöglich fällt. Noch anderwerts wird von ihm vornehmlich der dem Lord Temple zuständige Landpallast Stow angeführt. Und einer unserer Freunde nennt von ihm die Zeichnung zu einem Theater, die sich schon auf dem Salon der Lvndner- Akademie »791 ausgestellt fand. S) Es scheint, es war »IN eine» »nverbrenubaren Kunsisallon zu thun. wyatt (Jeffrey), des Obigen Bruder, ebenfalls Baumeister. Derselbe baute, neben Anderm, das neue Haus der Trinitaet, ob Lower-Hill, „welches" (heißt es bey DaUarvay1.17Z.) »noch zierlicher wäre, wenn Man es nicht mit Medaillons und Basreliefs überladen hatte. Auch Herbsimonceaux soll er aus dem mächtigen Ziegelsteinen des ehemaligen uralten Gebäudes neu aufgebaut haben". S. I.c. 70. Not.*. — — (M. C.), ein Maler eben dieses Geschlechts. Von ihm sah' man auf dem Londner- Salon 1806 ein Bildniß des Tippoo-Saib. FioriUo V. 860. — — ( ), ein vorzüglicher Englischer Mechaniker in dem letzten Viertheil des X VIIl. Jahrhunderts. Man nennt ihn als den Erfinder der Kopirmaschinen, und der Albions-Mühle (?). Um 1788 ließ die Brittische Regierung (um die häufige Morkalitaet der Soldaten in Indien durch eine bessere Verpflegung der Kranken zu verringern) bewegliche Hospitäler in London erbauen. Der Unsrige erfand auch diese Barraken, die eben so künstlich ersonnen, als einfach ausgeführt waren*). Das Gebäude, 84 Fuß lang und 22 breit, bestand aus 3oc» zusammengesetzten Stücken Holz, die vermöge 690 Schrauben an einander befestigt waren. Das Dach war mit Hespen zusammengefügt, und mit Kupferplatten belegt. Die Hauprbalken gingen auf Angeln. Jede Seite dieses Gebäudes hatte zwanzig Fenster, aüs einer einzigen dicken Glasscheibe bestehend, und außerdem neun Oef- nungen, drey und einen halben Fuß lang und zwey Fuß breit, die zum schließen gemacht waren. Diese ganze Maschine konnte in vierzig Minuten aufgerichtet, in vierzehn auseinander genommen, und auf zwey Wagen fortgeschaft werden. Es fanden sich jedoch viele, die den Nutzen dieser Maschine bezweifelten, wegen des heißen Clima in jenen Weltgegenden, das auf das Holz wirken, es krümmen, und so zusammenziehen dürfte, daß die jetzige so genaue Aneinandcrfügung aufhören müßte. Archenholz Briet. Annal. I. 134 — 35 . — — ( ). Eine Demoiselle zu London, welche hier auf der Ausstellung der privilegirten Großbrittanischen Gesellschaft der Künste 1791. ein kleines Mädchen und dann Blumen, beydes in Stickereien sehen ließ. wybaue (B.). So rubricirt man irgendwo, unter der französischen Schule, einen Künstler, von dem man die Historie, wie Abraham die Hagar mit ihrem Sohne verstößt, auf vier Folio- blättern von i 58 v (a. ü. schon i66Z.) geetzt kenne. * wpbe (Adam). Seiner gedenkt auch Tu- rickens Beschreibung von Danzig. Amsterd. u. Danzig 1687. Fol. S. 548. Er wußte nämlich 1644 mittelst einer artigen l. c. (ohne den Namen des Stechers) abgebildeten Erfindung, Erde von dem bey Danzig liegenden Bischofsberge, über Land und über den Stadtgraben weg, einer den Sadtfestungswerken (deren Bau er damals geleitet haben mag) angehörigen Pastei zuzuführen. Diese Pastei erhielt auch den Namen: wpben- Runderl. Adam war übrigens ein holländischer aus Harlingen gebürtiger Ingenieur. — Gedachten Erd-Transport radirte Steph. dePraet, nach deS Wilh. Hondius Zeichnung, in qu. Fol.; man findet auf solchem Blatte auch das Brustbild des Unsern in Med. mit der unrichtig gestellten Umschrift: »A6/be von Harlingen." (Hiernach find zwey mangelhafte Stellen, in den Artickeln Wilhelm Hondius und Sreph. de praer unserer Supplemente zu verbessern). Eine Schrift von I. M Heinze: Zum Geburtstage Carl Augusts Herzogs zu Sachsen-Weimar 1781. Weimar 4°. theilt einen um 166Z von dem bekannten Mathematiker Harsdörfer zu Nürnberg an den Herrn von Schwechhausen geschriebenen Brief mit, worin es heißt: »Daß Adamwybe ein andrer Archimedes in lblsckunicis sey, so wie Wiesel zu Augsburg in Opticis." wpbe habe den Berg vor Danzig, mit geringer Mühe in kurzer Zeit abgetragen und dabey dem Rathe in Danzig so viel neue Erfindungen versprochen, als Tage im Jahre find **). Er (d. h. Harsdörfer) trachte darnach und hoffe sie, wiewohl mit Unkosten zu erlangen und sie in seinem Buche mathematischer Erquickstunden mitzutheilen. Es muß ihm hiermit jedoch nicht geglückt seyn, indem man solche dort vergeblich sucht. Mrc. Wyberg (Abraham Valentin), ein Zimmer- Dekorationsmaler zu Alton» 1806. Alks na er Adreßbuch. Wpbicki, s. oben wibicki. Wpck (Gustav E.), gewann auf der Akademie zu Kopenhagen 1796, eine Prelßmedaille im Zeichnen nach dem Modelle- Lunst-Historie i Dans mark af Weinwich. *— — (Johann oder Hans), des nachfolgenden Thomas Sohn, welcher im Lex. nnter dem Art. seines Vaters erscheint. Von seinem Aufenthalt in England heißt es bey Fiorillo V. 460—61. »Seine Schlachten und Jagden, in kleinen Figuren dargestellt, sind voll Leben und Bewegung, und stehen den Werken von Wouwermans nicht nach; seine Landschaften sind malerisch schön, mit anmuthigen Parthien und lichten Hintergründen. Zuweilen malte Wyk große Stücke, wie die Schlacht an dem Boyne, die Belagerung von Namur u.s. w.; allein je kleiner seine Bilder sind, desto höher ist ihr Werth. Die Pferde und Hunde, die er in den lebhaftesten Stellungen malte, verdienen die größte Bewunderung. Das Pferd, das der Herzog von Schomberg auf dem Bilde von RneÜer reitet, ein edles Thier, ist von ihm; der Kopf eines Bullenbeißers zu Houghton ist ebenfalls außerordentlich schön. Jacob II. besaß von ihm eine Schlacht; andre, weniger bekannte Sachen sind in den brittischen Cabinet- tern ***) zerstreut, wpck hielt sich eine Zeitlang in Schottland und auf der Insel Jersey auf, und kopierte die reizendsten Ansichten nach der *) Wozu indessen die in Oesterreich r» Anfang des Türkenkrieges gewöhnliche Erfindung ähnlicher Akt Gelegenheit gab. "-n) Das wäre! p. Zgo. In dem Cabinet des Lord Jlchester bewunderte man von wpck eine Vorstellung der Belagerung von Narben unter dem Befehl des Prinzen von Oranien, in der Folge Königs Wilhelm. Lord Finlater hatte die Belagerung von Namur. Seine Sacken in Schottland werden von Walpole nicht genau beschrieben- Wyck. 607 r Wyck. Natur. Außerdem hat man von ihm «in Werk über die Jagd und Falknerey. Er starb zuMort- lake im Jahr 1702. Seine beßten Zöglinge waren Wookton und Sir Martin Beckmann, der Landschaften und Seestücke verfertigte, und als Ingenieur in die Dienste Carl's II. trat." Sein Bildniß mit dem des Tbomas, auf Einer Platte (ob nach seiner eignen Zeichnung?) kennt man von A. Bannermann. Das Blatt: Dtie bsttle ok tke kozms ,st von einem wstke geschabt; ob aber von dem unsern, ist zweifelhaft. Nach ihm arbeiteten: W Baillie den Herzog von Monmuth zu Pferde (das Bildniß von Nerscher, das Pferd von Wyck); F. P. Charpenkier eine Ruhe von der Jagd, und als Pendant ein Bacchanal, beyde in Zeichnungs-Tuschmanier; Joh. Faber (I? 4 D geschabt, König Wilhelm ill. zu Pferde; B. Lens dasselbe Bildniß, dann eine Falkenjagd; I. Smith die 'Abreise zur Jagd, eine ->irschjaqd, »nd den Herzog von Schomberg zu Pferde (das Bildniß von Kneller, das Pferd von wyck). M-rL/e--. wyck (Thomas). Sein Lehrer ist unbekannt. Nach Walpole geb. zu Harlem 1Ü16 und gest. zu London 1682 (nach Rost an der Pest). Seine Arbeiten (zumal seine Gattungsstücke) besitzen bis ins kleinste Datail eine außerordentliche Wahrheit des Ausdrucks. Ebenfalls nach Walpole soll er wirklich einige Jahre in Italien gewesen seyn, und sich auf die Nachahmung der Bambocciaden des Peter Laar gelegt haben. Von seinem Aufenthalt in England heißt es bey Fiorillo V. 4/,9—5». «In derSamnilung des Lord Burlington wurde eine Ansicht von London aufbewahrt, die wyck kurz vor dem großen Brande gemalt hatte; auch sah man daselbst von ihm eine Maskerade mit den Figuren Carl's II., seiner Hofteute und Damen. Den großen Brand in London hak er oft dargestellt. Mr. Halsted besaß von ihm eine türkische Prozession mit Figuren in Lebensgröße, und Lord Jl.vester ein türkisches Lager Allein seine Meisterstücke sind Alchemisten und ihre Laboratorien, die er, wie vertue, mehr witzig als wahrscheinlich, vermuthet, um Carl ll und den Prinz Rupcrt zu verspotten, gemalt hat, da beyde ihre Laboratorien harren und den Stein der Weisen suchten." In Holland besaßen von ihm ( 1755 .) H.Fagel einen Sechavcn, H.Verschuu- ring eine Alchymisten-Werkstatt«, und eine ähnliche H. van Bremen. In Deutschland die K. K. Galerie zu Wien: Das Innere eines alten Gebäudes mit einem Ziehbrunn und Figuren München: Alchymisten-Laboratorium Gchleisheim: zwey Marinen, darunter eine (Stadtmauern und Thürme am Meerufer) von ihm ungewöhnlicher Größe (Z^ 11" hoch, 5 " 10" br ); dann eine Barbierstube, und einen Gelehrten am Büchertische *). Dresden hat von ihm ein ähnliches Bild wie Wien; und Lehninger nennt ihn (ganz eigen) geschickter Thier- Jagden- Pferd- und Landschaftsmaler, und rühmt seine leichten Lüfte, die schönen Formen seiner Bäume, und seine frische Färbung. Salzrbalum besaß einst von ihm fünf Bilder, drey Gattungestücke (darunter zwey Chemicker), eine Landschaft und eine Marine; der Göder jweye: Den Arzt der einer Alten den Puls fühlt Von demselben sagt der H. von Ramdohr (S. 5 i.): „Der pickante effekt von schotten und licht, der gute ausdruck, der kraftvolle auftrag der färben und die natürliche darstellung der bevwerke machen das stück unge- mein schätzbar. Inzwischen sind die lichter zu schneidend, und die karnazion besteht blos aus gelben, grauen und schwarzen tinten." Endlich der H. Hof- und Landgerichts-Adookat Schmidt zuviel viere; darunter eine Landschaft mit einer Hirschjagd, zwey Marinen, und wieder ein dem Wiener- und Dresdner-Bild ähnliches, woraus wir bald den Schluß ziehen möchten, daß zweye der dreyen Copien seyn dürsten, oder der unbedeutende Gegenstand dem Künstler besonders angelegen seyn mußte. Alle vorgenannte Bilder, das Eine zu Schleisheim und eines zu Salzcha- lum ausgenommen, sind von sehr kleinem Maaße. Von ihm als Etzer heißt es bey Rost VI. 267. »Er hat mit einer feinen und leichten Nadel verschiedene kleine Stücke radiert, die nicht weniger als seine Gemälde gesucht werden. In der Sammlung von Mariekte befanden sich >4 radierte Blätter von diesem Meister, die bey dein Verkaufe dieses Kupferstichkabinets mit öok Livres b Sols bezahlt wurden **)." Von diesen seinen selbst geetzcen Blattern nennt (der unvollständiger« Verzeichnisse bey Rost, Wlnkier, Brandes u. s. f. nicht zu gedenken) Barrsch (I. ,4»— 54 -) 20 Bl. ***). Gestochen dann nach ihm haben: G. Bastle das *) Auch der H. von Männlich glaubt, wyck habe einige Jahre in Italien zugebracht; sein Styl. seine feste, breit-', dick aufgeiragene B.'handlui ^ ge^e dieser Muthmaßung viele Wahrscheinlichkeit. Seine Zeichnung nennt er richtig, die Komposition malerisch und reich Dann aber seht nun Er hinzu: „Demohn- geachter fehlt seinen Bildern eine gewisse Wahrheit und Feinheit in der Nachahmung der Natur, welche die breite Manier uyd der kecke Pinsel nicht ersetzt." *") Bey Dnrtsch weit genauer, wie folgt: «Dieselben sind im Geschmacke vou P. van Laar, den er glücklich nachahmte, mit einer eben so leichten alo geistreichen Nadel ausgeführt, und thun, wenn schon ohne Mischung des Grabstichels oder der kalten Nadel, im Helldunkel gute Wirkung. Seine Manier erkennt man an den kleinen unterbrochenen Strichen, welche sehr geschickt den Formen folgen, die sie bezeichnen sollen; diese Striche sind mehr und minder geschlossen, aber selten mit Gegenschnirten bedeckt." nn») Diese nennen wir: 1. Sitzende Frau die spinnt; ein sitzender Mann neben ihr aus dem Boden. 2. Vier Bauern, wovon drey« spielen. 5. Die Nährerinn. 4. Mann der sich die Schuhe anzieht» mit vier andern Figuren, wovon dreye spielen. 5. Der Kastanien-Verkäufer. , 6. Die Spinnerin und der Hufschmiedt. Eine Copie davon wird (unwahrscheinlich) P. van Laar zugeeignet. 7-.,o. Vier Landschaften, n. Der runde Thurm. 12. Die Colomiade. »z. Die Schmiedte. ,4. Der Aiehbruun. 6074 Wyl, Wyckeham. Pferd zu Netschers Di'ldniß des Herzogs von Montmouth; Basan die Behausung eines Eher misten, C. F. Boetius den Ziehbrunn, vor dem ein Reisender vom Esel steigt; P. Chenu den ope- rirenden Chemist, oder das Kind in der Wiege; Colibert einen kleinen asiatischen Seehaven; R. Earlom (M/L p. Aos. 6e>.) Köpfe von Windhunden; Hutin und Camerata gemeinschaft- sich, den Chemisten in seiner Werkstücke sdas Urbild fälschlich G. Eckhout zugeschrieben I. Junker und C. C. Leichsenring, beyde den Philosoph in seinem Kabinete (aus der Sammlung des H. von Hagedorn); Lireux den Holländischen Philosoph; endlich Ploos von Amstel (sehr schön in Zeichnungs-Manier) Porte und einen Theil der Mauern von Rom; I. G. Prestel ein Bergschloß und eine Landschaft. Mrc. * wyckehain, s. w-ckam im Lex. wyckersloot (Johann). In: Historia episcopatnurn foeckerati kel^ii per H. ss. V. (4. Lat. 1719 kol. finden wir u. a. zwey Bildnisse von Utrechterr Gottesgelehrten; davon das eine, Abrah. van Brienen (i 683 . oet. 76.), bezeichnet ist: pinxit, re«» sc. v7r,ro/ci vam äe» Lxc. Oltrsjectl — das Andere, Joh. Wachtelaer (gestorb. , 653 . 200.72.), dagegen: Aoa-r a pinx. L/oeM (aert.) so. et exe. Das letztre wne halten wir für eine fehlerhaft aufgestochne Verkürzung des erstern Namens. TlLc. * wyde oder Weyde (Roger van der) Nach van Manders gehört er zu den ersten, welche einen reinern und ediern Geschmack in den Niederlanden einzuführen suchten. Eine treffliche Abnehmung vom Kreutze stand einst in der Kirche der H. Jungfrau zu Löwen. Auf Königl. Befehl wurde dies Bild nach Spanien geschickt und glücklich gerettet, ungeachtet das Schiff zu Grund ging. An die Stelle des Urbildes wurde eine von M. Coxie verfertigte Kopie desselben aufgestellt. In der K. K. Gallerte zu Wien sieht man von ihm ein auf Holz gemaltes 1' hohes und 8" br. Bildchen, welches die Mutter Gottes mit St. Anna im Garten an einem Rosengeiandec sitzend darstellt. Jene halt das Kind stehend auf den Knieen; St. Anna faßt es zärtlich beym Aermchen, und zeigt ihm eine Birne vor. In der Ferne eine bergigte Landschaft. Oben erscheint durch eine Wolkenöffnung der ewige Vater, und der H. Geist in Gestalt einer Taube. Noch ist es H. Fiorillo (Deutsch!. II. 455 .) unaus- gemacht, ob noch ein anderes in der nämlichen Galerie befindliches Gemälde, welches eine Anbetung der Könige darstellt, nicht ebenfalls dem Unsrigen zugehöre. Dasselbe ist auf Holz gemalt (2^ 2'^ hoch, 8 " br. ), Knieestück von Viertel- lebensgrößen Figuren. Der H. von Mechel scheint solches vielmehr dem (ältern) Roger von Brügges zuzueignen, mit welchem der Unsere (s. auch Lex. s. v. Brügges) bisweilen verwechselt wird. Unser Roger starb an einer Krankheit, die man das englische Uebel nannte. In des Peter Scriver's Principes HullancliLS, 2 e 1 andiss et krisise. klarlemi , 65 o. kol., welches Werk 38 von P. Soutmann, jedoch ohne dessen Namen, in Fol. ganz vortrefflich gestochene Brustbilder enthält, ist dasjenige der verstorbenen Maria, Tochter Carl I-, bezeichnet: 7 ?o- Kre»- e-Mr pinx., dann dasselbe Bildniß zu irgend einer andern Sammlung gehörig, mit der Inschrift: Marie . Holbein's arbeitete. Viele seiner bessern Gemälde gingen bey dem Brande der dortigen Stiftskirche zu Grunde. Nach seinem frühzeitigen Tode, der i6si erfolgte, heirakhete Jacob'« Wittwe seinen Schüler Caspar Meglingsr. (Bussnger.) Die Sradt Luzern. S. rby. * Wyland, s. wllant oben und im Lex. wyllich ( Von) drey Töchter eines K. Großbritannischen und Kurfürst!. Braunschweig - Linie- burglschen Ober-Avvellationsraths zu Celle. Dieselben fingen (wir dankens ihnen kaum!) um 1780 an, mit - Haaren, statt mit Seide zu sticken, und fertigten in dieser Art Landschaften, Gebäude, Menschen und Thiere. Mensel Misc. XXII. 3 io. * wyn (Franc. v.) eine Namenskürzung, deren sich Wyngaerde zuweilen bediente, * wynanrs (Johann). Seine Arbeiten werden bisweilen für Wouwcrmans, seines Schülers, gehalten, und sehr hoch geschätzt. Eine Landschaft von ihm, mit Figuren von van der Velde staffier, ward (1777) bey einer Versteigerung , für 9999 Livr. — 19.- Sons verkauft. d'ArgensviÜe erzählt die lustige Anekdote, wie er seine Uutauglichkeit, die Figuren in seinen Bildern selbst zu malen, eines Tages dadurch verrieth , daß er einem Liebhaber eine ihm mißfällge Figur verändern sollte, und aber solches zu thun nicht vermochte. Dann meint d'ArgensviÜe, wygant's Tadeln fremder Arbeit dürfte die Schuld seyn , daß die holländische Kunstgeschichte ganz von ihm schweige. Daneben soll er ein Spieler und überhaupt lüderlicher, aber tausend- lustiger Geselle gewesen seyn. Sein Todesjahr, ob er verheuralhet gewesen, Nachkommen hinterlassen , u. s. f. ist Alles unbekannt. vr'iie III. loh — 8. In Deutschland besitzen von ihm die Galerie zu München 3 und diejenige zu Schleisheim 4 Landschaften meist von mittlerer Große, mit Figuren und Vieh *). Salzrhalum besaß einst 2 kleine. Der Svder eine Landschaft mit einer Schweinsjagd (Z^ 8" hoch, 3 ^ 6" br.). Dieses „Bild" (sagt H. von Ramdohr S. 6u.) »ist sehr schön gedacht, und der schmelz der färben unvergleichlich. ES gehört unter die Hauptstücke von diesem meister. Man erkennt den wy- naiirs an folgenden kennzeichen. Er wählte gern gegenden mit sandbergen. Seine vorgründe sind mit fein ausgearbeiteten pflanzen geziert. Die borken und stämme seiner bäume sind fleißig ausgemalt. Die blätter aber sind manierirk und gleichen kleinen sternchen. Er brachte gern trockene stämme in seinen gemälden an, die er mit großer Wahrheit darstellte. Seine färben sind sehr harmonisch gewählt und vortrefflich in einander verschmolzen. Das ganze gleicht einem guß von email. Inzwischen prädominirk in seinen erdgrün- deu, fernen und wölken ein violetbrauner ton, der nicht völlig wahr ist." Noch eine zweyte kleinere Landschaft besitzt der Säder von dem Un- srigen (im Vorgrund ebenfalls eine Jagd) die Hr v. R. wieder sehr schön und in emaille- mäßigem Tone nennt. Beyde sind mit Figuren von van der velde staffirt. Die Berliner-Galerie eine (16,4 ) auf Hol; gemalte Landschaft, mit zwey badenden Mädchen , von Theodor van Tbulden ausstaffirt; und die zu Kopenhagen eine solche mit einer Falkenjagd von 1660. Endlich besaß von ihm (1809.) H. Hof- und Landgerichts-Ad- vokat Schmidt zu Kiel 3 , davon ein vonwouwer- mann staffirt., — Gestochen nach Wynanrs kennen wir: Plünderung eines Dorfs von F. C. Canot: eine Landschaft für das Musee Napoleon, von Darnstcdt; eine andere in dem Zeichenbuche für Landschafter, von A. H. Köhler; die zitternde Brücke, von I. Mathieu; zwey Ansichten von der Gegend bey Haarlem. von E. W. Musculus; eine sehr schöne mit Gebäuden, mit einer Heerde und zwey Reutern in vollen Laufe staffirte Landschaft, von Weisbrod geetzl, und von le Bas vollendet; endlich eine, mit schönen Brunnen, von Defciches gezeichnet, ohne Namen des Stechers. wynbiad (Adolph Friedrich), erster Königlicher Architekt zu Stockholm > 797. Fveri § es oc/r (rri/- On/enstrr 1797. Wynbrenner (Hans), ein Skeinmetzgesell« von Eßlingen. Die alte i jhg zu Skraßburg entworfene Ordnung der Steinmeke, welche dort im Mnnsterarchive aufbewahrt wird, und die nicht allein von denjenigen Meistern und Gesellen unterschrieben wurde, die bey ihrer Abfassung zugegen waren, sondern auch von denen, die in spätern Jahren dieser Ordnung beyrraten (oder nach dem alten Ausdrucke: in die Ordnung empfangen wurden) nennt unter dem Jahre i/M den obigen, der nach heutiger Schreibart, Weinbrenner heißen würde. Brock hansisches Tonversärions-Ley. am Schluß des Art. Friedrich Weinbrenner. — — s. oben Weinbrenner. wynder (Johann van), s. den ff. Theodor van Wynder. — — (Theodor van), erscheint in dem Tburbayerschen Hofkalender auf 1760, alö Oberhofgärtner zu Schwetzingen, so wie ferner als Hofgarken- und Plantage-Inspektor. Noch kommt hier ein Johann van wynder, als Unterhofgärtner vor. — — s. auch wynrer.' * Wynen (Oominicus van), Ascanius genannt. Die von ihm im Lex. erwähnten Orgien der Holländischen Schilderbent zu Rom sind voll Kraft und Leben, uud von M.Pool sehr schön gestochen. Noch nennt der Katalog von Brandes ebenfalls als ein schönes Blatt nach ihm: Mcdea, die den Aeson zum Leben zurückruft, von I. V. Kauperz. — — (Oswald), Zeichner und Maler in Wasserfarben von Blumen und Früchten; geb, 1739 in der kleinen holländischen Stadt Hus- den. Er setzte sich z» Amsterdam und arbeitete fleißig für die Kunstliebhaber seines Vaterlandes. *Wyng (F. van den), eine Kürzung des ff. Namens Wyngaerde. A75c. Wyngaerde oder Wygarde (Franz van den), Zeichner Kupferätzer und Kupferstichhändler, geb. zu Antwerpen um 1612, und wohnhaft daselbst. Die Werke dieses Künstlers beweisen, daß er in seinem Fache geschickt war. Seine ge- etzten Blätter von einer leichten und geistreichen ») „wymmts" (sagt der H. von Männlich) „wählte gewöhnlich öde. sandige Gegenden zu Gegenständen seiner G-mälde; seine Bäume sind von schöner Form und trefflicher Behandlung, die Färbung hell, wahr und angenehm, und sein Pinsel keck, leicht und geistreich." O ,4 tzo 76 Wyngaerde. Wyssenbukg. Ausführung werden von Kennern gesucht, obgleich die Zeichnung darinnen nicht immer ganz richtig ist. Rost VI. 8 ^- 85 . Dort werden von ihm genannt: Zwey Weiber, die ein schlafendes Kind beym Acht betrachten (schönes Nachtstück), und, als Gegenbild, die Frau auf einen Todtenkopf gestützt, vor einem Spiegel (Oursus mund!), das erste wenigstens nach Callst. Der Heiland auf dem Grabe, von den beyden Marien gehalten und von Engeln umgeben; dann Achill von Ulyßes unter den Mädchen am Hofe des Lycvmedes erkannt, beyde nach van Dyck. Nach Rubens: Simson, der den Löwen tödtet; Christus erscheint der Magdalena; Hochzeit von Theils und Peleus; Bacchanal, schön und selten; Soldaten in lärmender Zeche. Eine Versuchung von St. Anton, und Bauern beym Schmauchen und Trinken, beyde nach Teniers. Die Rückkehr aus Egypten, wo Maria einen Strohhuk trägt, nach I. Thomas schön geetzt; eine St.Catharina, ohne Namen des Zeichners; endlich ein Bildniß des altern Lucas Vorstermann im Alter, nach Livens (dies wunderschön). Aus seinem Verlage, welcher die Blätter der beßten Meister seiner Zeit und seines Landes enthielt, führt dann einVerzeichniß meines sel. Vaters sehr Vieles an; darunter eine Folge Bildnisse von an die 40 Kardinälen. Wyngaerde (I.) fertigte das Titelkupfer zu Sleidan's Buche: De guatnor mongrckiis. I.u§d. 6st. sp. kelicem I.0PS2 de Harr, l66g. 12°.; dann das (vermuthlich schon früher gebrauchte) zu der Uebersetzung von Alex. Röstens unterschiedlichem Gottesdienste in der ganzen Welt. Heidelberg, verlcgts W. M. und I. A. Euters Erben 16,4. 8°., ein ziemlich schlechtes Blatt. * — — s. auch (Anron) wingard im Lex. in Fürstlich Jülichschen Diensten) Münzmeister. S- Hirsch Teutsches Münzarch. VII. 247.227. 270. 401. 404. 421.) Bey unsrer Quelle herrscht in Betreff der übrigen eine besondre Verwirrung, indem bald der eine, bald der andre als der Vater angegeben wird , und dabey ihre Zunamen hier und dort aufdie verschiedentlichste Weise geschrieben sind; nämlich: weintgens, weinzen , wenigen«, wincken, winden, Windgens, Wingens, Wingers, wintgens; den wahren darunter herauszufinden ist eine pure Unmöglichkeit, doch möchten wir fast glauben, daß wynrgis (welchen Namen unsre Quelle nun grade nicht angiebt) solcher sey. — So eben findet, wir noch, I. c. 444 - 46 o. daß Heinrich auch Münzmeister der Aebtissin von Thorn war, jedoch aus ihren Diensten und aus dem teutschen Reiche entwich. Zu dieser Familie mag ferner ein Bernhard wein- zen gehören, den die Stadt Campen ivi 5 zu ihrem Münzwardein begehrte (s. l. c. 42Z.), und ein Johann wincken , der sich 1618 als Münz- meister der Stabt Campen, in einer Untersuchung befand, (s. 1 . c. 444.) wynrgis (Bernhard)' — — (Heinrich) — — (Johann) . Münzmeister und W«rdeine,s. gleich oben Balthasar Wynrgis. — — (Melchior), 6er, cursv. So soll ein allegorischer (oder satyrischer) Kupferstich in qu. Fol. nach Carl van Mander bezeichnet seyn, auf dem man zwey lahme verstümmelte Kriegsmänner wahrnimmt, die sich um den Besitz der Erde streiten: ksr non est Melchior mag etwa bloß Verleger dieses Blattes gewesen seyn. wyns (Georg). Mit seinem exend, ohne den Namen eines Stechers, sollen folgende drey Blätter bezeichnet seyn: Christus vom Kreuz genommen und auf der Erde liegend, wird von der Maria, den Weibern, Johannes u.s.f. beweint; ein Marienbild schläft zwischen zwey Engeln in Fol.; Maria, auf deren Brust das Kind: Im- mscnlsts parens Lcc. in Fol., dies nach Mabuse. wynrer (H.). Irgendwo führt man von einem solchen (wir denken doch als Kupferstecher) zwey Soldatenfiguren in Fol. an. Mrc. Wpon (Everh.), Münzgraveur des Churfürsten von Cölln, zu Cölln. In dem Büchelchen: Lurze Beschreibung des Lebens der H. Adel- heidis, Aebtissin zu Vilich. Bonn ,764. 12°. findet sich auch das Titelkupfer, mit dem Bildniß dieser Heiligen, von ihm (der somit zu damaliger Zeit lebte) schlecht gestochen. — — (P.). So soll ein geringer Kupferstecher heißen, der d,s Bildniß von Johann Karger gestochen habe; dann ein andres Blatt in 4 °., wo ein Herr der, auf einem Throne sitzenden, Wahrheit etwas darreicht. wy nrerbach (Doys von der) und Jacob pröglin von Pforzheim; zwey Münzmeister (eher wie wir denken Münzpächter) denen Kaiser Sigismund 14,8 die zu Frankfurt a. M. und zu Nördlingen neu zu errichtende Gulden - Münze, auffünf Jahre verlieh, voys scheint bis i 45 t die Nördlinger-Münze versehen zu haben. Beyschlag'« Beytrage zur Runstgeschichre von Nördlingen. St. IV. und V. S. 44 - 5 i. 52 . wynrgis (Balthasar) war , 58 Z der Städte Campen, Deventer und Zwoll Münzmeister, und hielt sich auch noch i 58 g, wo er nicht mehr in solcher Bestallung war, in diesen Städten auf Der Abt zu Werden wollte ihn , 6 i 5 als Münzmeister nach Mühlheim setzen. Ein Heinrich (W-) war vorher zu Oberissel, dann seit 1V11 zu Eleve (hier Wy rauch (Johann), ein alter deutscher Baumeister, vollendete 1487 das Gewölbe an der önst bereits i 33 ö durch Johann Tbene und )erer Armknecht erneuerten Stiftskirche zu Hei- igenstadt auf dem Eichsfelde, wie eine dort be- indliche Inschrift besagt. Joh. wolf's Geschichte von Heiligenstadt. 8°. Götting. 1800. S. 129. Fiorillo (Deutschland) II 4 »- wyß (Emanuel). In Blumenbadh's Abbildungen narurhistorischer Gegenstände Heft IX. Götting. i8uy steht man den Kopf und die Kralle eines Lämmergeiers, nach der Zeichnung „des vorzüglichen Ornithologen und meisterhaften Zeichners Lm.wyß in Bern.'' Wyssenburg, s. oben Wissenburg. Zusätze. I. Vörderst an die Stelle der oben S. 502 g — 31 . enthaltenen Art. der Künstler Welisch, l. man nunmehr, als Berichtigung und Ergänzung derselben, was folgt: W. weitsch (Pascha Johann Friedrich, gewöhnlich Friedrich und auch Johann Friedrich) gebühren i/2Z den 16. Oktober zu Hessen - Damm, einem kieinen Flecken zwischen Wolfenbüttel und Halberstadt im Braunscyweigischen; der Sohn eines Dach - und Schieferdeckers. Der letztere, ein biederer Mann aber auch ein strenger Vater, bestimmte unsern Friedrich, da er Geist und Wißbegierde zeigte, den Wissenschaften und sandte ihn, nachdem er conformirt worden war und das l^te Jahr zurückgelegt hatte, auf die Schule der benachbarten preußischen Stadt Osters wirk; wogegen es Friedrich lieber gesehen haben würde, wenn man ihn zur Jagerei oder zur Maler- kunst bestimmt hatte. Er lernte auch das Schreiben sehr wohl; allein eben sein Schreibmeister war ein leidenschaftlicher Jagdfreund, und Friedrich, der sich besonders am Schießen ergötzte, gab bald einen muntern Flintentrager von ihm ab. Der Vater erfuhr, daß er der Jagd wegen die Schule verabsäumte, holte ihn daher nach dreiviertel Jahren zurück, und behandelte ihn auf dem Heimwege so derb, daß er sich eiligst auf die Flucht begab und früher als der Vater nach Hause kam. Am folgenden Tage, der ein Sonntag war, befahl ihm de^Vater, sich bereit zu halten um mit ihm am Montage ausgehen zu können. Um st Uhr des Morgens wurde er auch geweckt; der Vater ließ ihm die Haare kräuseln und pudern, reine Wäsche mit Manschetten und den guten Rock anziehen, versah ihn sodann mit einer großen Harke und zog in diesem Aufzuge mit ihm durch das Dorf auf das Feld, brachte ihn zu 12 Morgen gemähter Gerste und vermahnte ihn ernstlich dieselben aufzuharken, aufzubinden und «ufzustiegen; mit der angefügten Warnung daß er anders zu ihm sprechen würde, wenn er bis zu künftigem Sonnabend (wo der auswärts beschäftigte Vater in seine Behausung erst wieder zurückkehrte) mit dieser Arbeit nicht fertig wäre. Er verließ ihn endlich voller Uns Muths und mit den Worten: Ich wollte aus dir einen großen Professor ziehen, nun aber kannst du dem Trommelfelle folgen. Spater fand auch beides statt, denn Weitsch wurde sowohl Soldat, als auch Professor. Diese Feldarbeit war kränkend genug für den Jüngling , indem er von den Dorfjungen und von den Vorüberziehenden in seiner Tracht belacht wurde. Der edie Prediger des Dorfes bemil, lcidcke die harte Behandlung, die er auszustehen hatte. Er ließ ihn am Abende zu sich rufen und sagte zu ihm: Fritz ich kann das länger nicht mehr ansehen; hier hast du einen Brief an einen Kriegsrath in Halberstadt, der einen Schreiber braucht. Die Halberstädter - Reise war jedoch umsonst, da die Grelle zwey Tage früher besetzt worden war. Nun ging es wieder auf die is Morgen Gerste, womit er jedoch in Kurzem fertig wurde, da der Prediger den größten Theil derselben bereits halte aufharken lassen. Der Pre, diger, der ihn liebte, riech ihm hierauf an, am Freitage nach Wolfenbüttel auszuwandern, und die dortigen Kanzelei-Bochen anzusprechen , deren Wacht er ihm beschrieb. In Wolfenbüttel setzte sich nun Friedrich auf einen Eckstein neben der Kanzele! und wartete sein Schicksal ab. Endlich kam ein Kanzelei-Bothe, der seine Bitte anhörte und ihn frug, ob er seine Hand bey sich hätte ? Ja, war die Antwort, und er zeigte seine beiden Hände vor. Nein liebes Kind, erwiederte der Kanzelei-Bothe, ich meine eine Handschrift. Da nun Friedrich eine solche nicht bei sich hatte, so nahm er ihn mit sich zu Hause, und dort schrieb er den Wahlspruch seiner Mutter, dem er ihr auf ihrem Sterbebette noch angelobt hatte treu zu bleiben, und welcher hieß: Dein Lebelang hab Gott für Augen rc. mit schöner Schrift auf ein Papier. Der Kanzelei - Böthe, der ein Pietiste war, wurde dadurch gerührt; er versprach für ihn zu sorgen und ermähnte ihn dabei, diesem Spruch stets anzuhängen und ihn nie und nimmer zu vergessen. Wirklich lief schon am folgenden Morgen ein Schreiben bei dem Pfarrer ein, daß Friedrich gleich kommen möchte, weil eine Stelle für ihn bei einem Kreisamtmann zu Wolfenbüttel ausgemacht worden sei. Nun, sagte der Pfarrer, kann er wohl noch einmal Schulmeister werden; Der Vater war mit dem Handel ganz zufrieden; er gab ihm einige gute Lebensregcln, und, da er wieder über Feld mußte, so sagte,er zu seiner ältesten Tochter die den Haushalt führte: Gieb dem Jungen noch etwas Geld, es könnte seyn, daß er nicht immer volle Schüsseln hätte- Wie O 14 * es nun jiim Abmarsch kam, so überlieferte ihm seine Schwester, die eben nicht schwesterlich dachte , als Zehrgeld für den drey Meilen langen Weg nach Wolfenbüttel, vier Pfennige, welche Lieblosigkeit unserm Jüngling schmerzlich zu Herzen ging. Er erhielt auch nie etwas mehr von zu Hause und es blieb seine einzige Aussteuer, da diese Schwester durch Verheirathung später den ganzen väterlichen Hof an sich zu bringen wußte. Friedrich bekam zwar eine gute Herrschaft, die stets mit wachsamem Auge über sein Betragen wachte; doch konnte er sich nicht immer satt essen, erhielt auch in den Z '/s Jahren, wo er hier diente, keinen Lohn und erlebte viele harte kummervolle Tage. Sein einziger Erwerb war Mäuse- fangen und die Mäuselöcher zu verstopfen, wo ihm seine Herrschaft denn doch von Zeit zu Zeit einen Groschen schenkte. Nichts desto minder pflegte Weirsch oftmals zu sagen: Gesegnet sei die Asche dieser Herrschaft, sie hielt mich zur Tugend und znr Gottesfurcht an. — weirsch war ein Mann der schön und edel dachte. Liebhaberei zu einer Nelkenflor brachte ihn in die Bekanntschaft des sehr braven, christlichen Kapikains von Blum. Dieser nahm ihn zu sich, und verschaffte ihm die Stelle als Musterschreiber bei einem Regimente, was zu Braunschweig stand. Nach Verfluß dreier Jahre verursachte sein aufgewecktes Temperament, dem der Schall der Trommel und der Flöte gefiel, daß er sich als Soldat förmlich einrolliren ließ, wo man ihn auch gleich zum Karporal beförderte Auf den öfteren Reisen, die er mit dem Kapitain von Blum zu desselben Fräulein Schwester machte, die im Kloster Wienhausen bey Celle lebte, lernte er Anna Maria Magdalena Stoppen kennen, die im Dienste dieser Fräulein war und heirathete dieselbe kurz vor dem Ausmarsche 1748. Leider starb aber der Kapitain von Blum schon 1747, und von nun an bis zu 1757 hatte weirsch gar vieles Ungemach und Bedrückungen zu erdulden. Jetzt treten wir dem Zeitpunkte näher, wo weirsch sein Künstlertalent zu zeigen und zu entwickeln begann; dieser Zeitvunkt fallt innerhalb der Jahre 1754 — 1767. Die Vorläufer dieser Periode waren ein angemahlter — Rüstwagen, und eine Verzierung des Erdreichs. Der Oberst des Regiments, der nachmalige Generalmajor von Tunderfeld, ein warmer Verehrer der Kunst, war ihm wohl gewogen; dagegen harte sein neuer Kompagniechef einen bösen Haß auf ihn geworfen, wenn gleich er ihn keines Dienstfehlers beschuldigen konnte. Tunderfeld trug ihm im Felde auf, einenRüstwagen anzumahlen, undweirsch setzte dies kleine Geschäft zwar, aber wegen Mangel hierher gehöriger Kenntnisse nur mit vielen Schwierigkeiten durch. Doch gerieth es besser als das ihm gegebne Modell; jedermann war damit zufrieden, und dieser geringfügige Umstand gab den Hauptanlaß, baß er zur Malerkunst späterhin gezogen wurde. Da ferner 1748 die Armee in Schlachtordnung aufgestellt war, so brachte er in dem Platze seines Regiments das braun- schweigische Wappen, des Herzogs Nahmen und die Nahmen der einzelnen Kompagnicchcfs auf der Erde mit Rasen und verschiedenfarbigem Sande an Tunderfeld empfand darüber so viel Vergnügen , daß er ihm einen Dukaten schenkte; und da des andern Tages der kommandirende General- Feldmarschall Moritz von Nassau die Regimenter besuchte, so gefiel es demselben nicht minder; ja das Regiment mußte hinter seine Linie rücken, damit der Augenschein davon ganz frei wurde. Der Feldmarschall gab darauf dem Korporal Weirsch seinen besondern Dank wegen der Verzierung zu erkennen; und da zu eben dieser Znt der Prinz Friedrich Wilhelm von Oranien mit dem ganzen Generalstaabe herbeigeritten kam, so fand sich auch dieser so überrascht, daß er unsern Korporal nochmals vortreten ließ, damit dieser auch aus seinem Munde eine Beifallsbezeugung erhielt. Der Feldmarschall befahl hierauf allen Regimentern der aus 8 u,ouo Mann bestehenden Armee, eben dergleichen vor ihren Linien anzubringen und da nunmehr» die Chefs aller Regimenter den weirsch zur Direktion der Arbeit verlangten, so würde er noch manchen Dukaten verdient haben, hätte sein ihm mißgünstiger Kapitain (der wegen dieser Erfindung in feiner Ungnade gegen ihn nur noch mehr verstärkt worden war) solches zugeben wollen. Der Oberst von Tunderfeld war des Glaubens geworden, daß der Korporal Weirsch, der zu allem Fähigkeit und zu allem Lust besaß, namentlich auch in der Mahlerei ohne Weiteres ausübend müßte seyn können. Nach dem Rückmärsche in die Garnison Braunschweig, erhielt dieser Oberst zwei Landschäftchen des Dubois zu Berlin gelehnt, die ihm so wohl gefielen, daß er sich Kopien davon wünschte. Auf der Parade sagte er daher zu ihm: Sergeant, gehe er mit mir, ich will ihm etwas zeigen. In seiner Behausung brachte er diese beiden Bilder herbei, mit den Worten: Hier diese Bilder muß er mir kopieren. Vergeblich erwiederte der unsere, er verstände gar nichts davon, kenne weder die Farben , noch wüßte er den Pinsel zu regieren ; der Oberst blieb dabei: Er kann sie machen und soll sie machen, entschuldige er sich nicht weiter. Doch schrieb ihm der ietztere die dazu nöthigen Farben auf, (die wenigsten waren die rechten, wie weirsch später fand), erklärte ihm die Behandlung der ausübenden Malerei, so gut er wußte, und entließ ihn mit dem Diktum: Stelle er sich nicht so dumm und gehe er nun hin und mahle er mir die Landschaften ab — bringt er mir keine Kopien, so hole ihn der T .. .. Dieser kräftige Befehl legte alle weitere Einredung und Zweifel des Sergeanten ; demnach faßte er festen Muth und festen Willen, kaufte sich auf seinem Heimwege zwey Bretter, und in einer Trödelbude einen Reibestein. Zu Hause traf er schon des Dubois Malereien, und seine Frau empfing ihn neugierig mit der Frage, was aus diesen Bildern werden solle. Nachdem sie gehört hakte, daß er sie für den Obersten kopiren würde, so fuhr sie in ihrem Eifer heraus: „Willst du dich denn zum Narrn machen lassen? Was du nicht kannst, da laß deinen Vorwitz. Was kosten die Bretter?" Neun Groschen. „Neun Groschen, davon hätten wir einen ganzen Tag verleben können; die Bretter sind ganz unnütz." Habe Geduld liebes Weib, ich versuche mein Heil; gerath es nicht, so erhält der Oberst nichts. Jetzt ging es mit Tifer ans Werk; weirsch kochte Firniß (was er seinem Vater abgesehen hatte, welcher Tische, Stühle und Schränke anmahlte) , rieb die Farben damit ab, und die Luft benebst dem Firniß brachte alles baldigst zum Trockenen. Schon 4 Uhr Morgens war er an der Arbeit, und gegen 9 Uhr zeigte sich schon Aehn- lichkeit mit dem Originale. Seine Freude war groß; mit dem Brette in der Hand lief er zu sei- nem Weibe und that an ihr die Jubelfrage: Soll ich denn noch zum Narrn werden? Sein Eifer erhob sich von Stunde zu Stunde, und schon in einigen Tagen rapportirle er auf der Parade dem Obersten, daß beide Stücke fertig wären. Derselbe war höchst verwundert über sein schnelles Arbeiten; zweifelte aber, als er seine Stücke ber- beibrachte, ob sie auch von ihm gefertigt waren, um so mehr da seine Cousine, eine ältliche Dame, meinte, daß sie früher sich auch mit der Malerei abgegeben habe, es so weit aber nie ge- Weitsch. bracht habe. Eben zu dieser Minute trat ein Ger nräldehandler ein, dem nun der Oberst sogleich die Kopieen zeigte, ihm sagte, der Sergeant habe noch niemals gemalt, dies wären seine ersten Bilder, und mit der Frage smloß, was er für einen Glauben davon habe? Und da auch dieser steif behauptete , daß der Verfertige: der Kopieen 8 Jahre schon die Malerei müsse getrieben haben, so wollte dem Sergeanten das Eäbelkuppel springen , denn der Stolz über all das Erstaunen der Kunstkenner blähte ihn gewaltig auf. Der Ger nialdehandler frug was die Stücke kosten sollten undmachdem er von dem Obersten erfahren hatte, daß'er sie für sich habe machen lassen, so unterbrach weirsch ihr Gespräch mit den Worten: sind sie denn auch etwas werth ? es ist die erste Arbeit, und ich versteh davon noch nichts. Statt der Antwort, entließ ihn der Oberst; doch nur um gleich darauf ihn wieder rufen zu lassen; hier sagte er, liegen -j Thaler auf dem Tische, der Kunsthändler hat seine Arbeiten gekauft, doch konnte er nicht viel dafür bezahlen, weil er selbst daran verdienen wollte. Nehm ers hin, sei er fleißig, aus ihm kann noch ein großer Mahler werden, und mache er mir ein paar andre Stücke. Das gab ein Erstaunen für den Sergeanten; er flog nach Hause, zählte die -j Thaler seiner Frau in die Hand und sprach : Das hab ich für die Landschaften erhalten. Als diese endlich von der ihr unglaublichen Sache überzeugt wurde, rollten ihr die Thränen über die Backen, denn ihre ganze monatliche Einnahmen betrugen nur 5 Thaler. Dieser rührende Augenblick und die Aufmunterung, die er in des Obersten Hause erfahren hatte, würkte bestimmend auf weirsch, und von hier an batikt sich seine Laufbahn als Künstler. Unterdessen hatte sich Weirsch einen vorzüglichen Gönner erworben an dem Finanzminister von Schliestedt, dessen Behausung auf dem Guthe Schliestedt von ihm angemahlt worden war, und der auch einige Staffelei-Gemälde von ihm besaß. Da nun die braunschweigischen Truppen im Frühjahr i/58 wiederum als Contingent ausmarschiren sollten und zu gleicher Zeit in Fürstenberg an der Weser eine Porzellainfabrik angelegt wurde, so zeigte Schliestedt dem Herzoge die Gemälde, so er von Weitsch besaß und bath darum, daß derselbe dort als Porzellainmaler angestellt würde. Der Herzog, ein besonderer Liebhaber der Kunst, ließ auf der Parade des andern Tages den Sergeanten weitsch zu sich rufen, bezeugte ihm sein Wohlgefallen über sein Kunsttalent und frug ihn ob er lieber Soldat bleiben, oder ob er lieber Maler werden wolle? So unerwartet auch diese Anrede kam, so antwortete doch Weitsch auf der Stelle, daß das Brod seines Fürsten ihm stets schätzbar gewesen wäre; da jedoch Se. Durch!, ihm die freie Wahl verstatteten, so zöge er die Malerknnst allerdings dem Soldatenstande vor. Der Herzog wünschte ihm Glück zu seinem Unternehmen, und weirsch küßte ihm den Rock, »ach damaliger Sitte. Dies geschah drey Tage bevor die Truppen ausmarschirten, weil der siebenjährige Krieg begann. Obiger Auftritt ereignete sich vor den Augen der sämmtlichen Parade; niemand wußte solchen auszudeuten. Kaum trat er also wieder zu seinen Kameraden, so erschien sogleich ein junger Fähnbrich, der sich durch seine Neu- gierde vor allen andern auszeichnete, um zu erfahren , was der Herzog mit ihm gesprochen habe. Weirsch immer aufgeweckten Geistes, entdeckte ihm darauf, daß der Herzog, weil es so kurz vor dem Ausmarsche sei, noch den Schluß gefaßt , ihn vom Sergeanten zum Obersten zu erbeben. Dies lief wie ein Heckfeuer durch den Mund aller Anwesenden, und als er in seine Bedachung kam, fand er wirklich seine Frau voller Thränen; denn schon war das Gerücht von der Weitsch. 80-^9 Erhebung zum Obersten ihr zu Ohren gekommen, und schon befürchtete sie hierdurch ihre Stelle zu verlieren, die sie als — Leibwäschen,, zweier Prin« zessinen des fürstlichen Hauses hatte. Erst nachdem er ihr den wahren Hergang der Sache auseinander gesetzt hatte, wurde sie wieder froh, indem sie nun wieder an den Verdienst denken durfte, den sie aus ihrer Wäscherei zog. Den folgenden Morgen wurde der bürgerliche Rock bestell: , und der Soldatenstand nach zwölfjähriger Dienstzeit verlassen. Sein anhaltender Fleiß und das stäke Sitzen bei dem Malen, machte ihn allmahlig zum Hypochonder — er wußte selbst nicht was ihm fehlie. Der Leibmedikus Brückmann, ein Kunstliebhaber, stellte jedoch seinen geschwächten Freund, der aus Kraftlosigkeit nicht mehr im Stande war allein zu gehen , und der sich führen lassen mußte, endlich wieder her. Weitsch erlebte auch keine schwere Krankheit mehr, obwohl er bis wenig Tage vor seinem Tode unablässig fleißig arbeitete; strenge Ordnungsliebe im Essen und Trinken war sein Echutzgeist. Fast hatten wir eine Anekdote vergessen, die die scharfe Einbildungskraft und das gute Gedächtniß unsers Künstlers charakteristrt und der Anführung bedarf. Ein Jahr später als die beiden Gemälde von Dubois kopirt worden waren, fand sich auf der Braunschweiger-Messe ein Gemäldehändler ein, der ein kleines Bild von Mou- cheron besaß, was dem Sergeanten weirsch gefiel. Auf die Frage nach dessen Preiß, erhielt er mit einem Hohnlächeln die Antwort, er würde es doch nicht kaufen, weitsch frug nicht weiter, betrachtete das Gemälde aber so oft als er konnte und malte es zu Hause aus dem Kopfe nach. Einige Tage später nahm er die Malerei mit sich, um ihre Richtigkeit zu prüfen. Der Gemälde- händler trat herbei und z» seiner größten Verwunderung fand er eine treue Kopie des Mouche- rou und wurde nun sein Freund. Da der Vorige mehrern Liebhabern und Künstlern, unter denen sich auch der Maler und Galleneinspettor W. Dusch befand, diese besondre Sache mittheilte, ohne daß sie Glauben fand, so gab dies Anlaß zu einer besondern Wette, und ein anderer Ge- mälvehändlcr» der bei dieser Wette interessirt war, gab weirschen nun eines seiner Bilder nach Gefallen oft zu sehen, um dasselbe aus dem Gedächtnisse zu köpften. Zu aller Erstaunen vollendete unser Künstler aber dieses sein Werk eben sowohl , als das erste ihm wohl gelungen war. Der Preiß der Wette wurde zu einem gemeinschaftlichen frohen Mahle verwandt, dem denn auch der Koplste beiwohnte. So entstand die Bekanntschaft mit dem Inspektor W. Busch, die aus dem Grunde für Weirsch von großem Nutzen war, weil ihm nunmehro die Schatze der Gallerie zu Salzdahlum zu freier Benutzung geöffnet wurden. Während des siebenjährigen Krieges ließ sich bei der Porzellainfabrik nicht virl verdienen, daher Weirsch seines Unterhaltes wegen die Oehl- malerei trieb. Wie ihn in dieser Zeit die Hypochonders peinigte, baden mir bereits erwähnt. Nach beendigtem Kriege bestellte der Herzog ein Tafel-Service bei der Fabrik, und bei dieser Gelegenheit mußten die Künstler Probctcller malen. Der Teller des Weirsch, der eine Gegend bei Draunschweig dargestellt hatte, gefiel dem Herzoge dergestalt, daß derselbe beauftragt wurde das ganze Service allein und mit den Städten, Flecken und Dörfern der braunschweigischen Lande auszumalen. Hierdurch wurde der letzte Nest seiner Hypochondrie gehoben, indem er nun mit einem Bothen , der seine Sachen trug , eine Fuß- reise an der Weser machte, um die Gegenden nach 608 o Weitsch. Weitsch. der Natur zu zeichnen. Das Service wurde in der Folge sehr interessant, der Zahl nach sehr weitläuftig, und mit Beifall aufgenommen. Die Begierde immer etwas neues zu sehen, verursachte daß er mit guten Kupferstichen einen Handel begann, die ihm Wille (mit dem er einen Briefwechsel angeknüpft hatte) aus Paris zuschickte. Er überließ jedoch diese Sacve bald einem Papierhändler, da ihm zu vieles liegen blieb. Desto eifriger betrieb er den zugleich begonnenen Handel mit Gemälden, wozu ihn die gute« Kenntnisse veranlaßten , die er auf der Gallerte zu Salzdahlum und durch den Umgang mit Busch, von Malereien und von Malerhanden sich zu eigen machte. Oftmals harte er die Freude gute Sachen einzuhandeln und mit Vortheil wieder zu verkaufen. Als ihn einst sein täglicher Hausfreund und Verehrer seiner Talente, der bereits erwähnte Leibmcdikus Brückmann besuchte, so äußerte Weitsch sein Bedauern , daß er nicht reich genug sei, um an einer Versteigerung schöner Gemälde Theil nehmen zu können, welche in Hamburg statt fand. Brückmann redete ihm jedoch zu, diese Reise zu unternehmen, ja er brachte ihm des andern Tages eine in Hamburg zahlbare Anweisung von iooo Rthlr. mit den Worten: Nun reisen Sie gleich; was Sie kaufen werden, ist sicherlich gut. Weitsch wollte keinen Gebrauch von der Anweisung und diesem Vorschüsse machen, denn dieselbe überstieg seine Ver- mögensumstände; allein Brückmann verbath sich alle Einwendungen und nahm nicht einmal eine Schuldverschreibung des dargeliehenen Geldes an. Dergleichen Freunde sind selten! Die Reise wurde übrigens angetreten und ein bedeutender Einkauf gemacht. Seine schleunigen Fortschritte in der Malerkunst wurden immer merklicher und sein Trieb immer mehrere Sachen angesehener Meister, vorzüglich aber gute Bilder Alb. Dürers zu sehen und zu studiren, vermochte ihn zu einer Reise nach Nürnberg und Anspach über Kassel. Da er von dem Herzoge Carl von Braunschweig dem Landgrafen Friedrich zu Kassel empföhle» worden war, so erhielt er von solchem die Erlaubniß, die berühmte pissende Kuh des P. Potter auf da- siger Gallcrie zu kopieren. Allein der Neid des damaligen Gallerieinlpektors van Freese hintertrieb dasselbe, denn dieser berichtete dem Landgrafen, daß eine gute Kopie leichtlich dlc>Aechtheit des wahren Originals streitig und zweifelhaft machen könne. — Man urtheilte damals von seiner Arbeit, daß seine Kühe große Lehnlichkeit mit denen des Potter hätten; nur waren einige der Meinung daß er nicht im Stande sei, dieselben ins Große so wohl als dieser darzustellen. Kaum sah er jedoch den Stier, den Potter in ganzer Lebensgröße gemahlt hatte, so wurde von selbst sein Ehrgeitz rege, sich auch im Großen zu versuchen. Daher spannte er, gleich als er in seine Behausung trat, ein Tuch von ro Fuß Höhe und 14 Fuß Breite auf, und bemahlte dasselbe mit zwei friesischen Kühen (eine stehende Blauschecke und eine liegende mit gelben Flecken), einemSchaafe, einem sehr großen schwarzen Ziegenbocke benedst einem Ziegenlamm und einem Hirten, der an einem Baume steht, von dem er sich einen Zweig abschneidet. Im Hintergründe sah man mehreres Vieh auf der Wiese und noch weiter hinten das schöne Elmgebürge. Das Vieh war ganz in Lebensgröße und fo trefflich ausgearbeitet, daß jeder fernere Tadel verstummen mußte. Dies geschah -769. Im Jahr 1770 unternahm er abermals, in Gesellschaft seines Schülers Aug. Hartmann (die Lebensbeschreibung dieses großen Landschaftsmalers wird künftig folgen) eine Kunstreise, die über Elberfeld und Brüssel nach Holland und Braband ging. ftnDüsseldorf, wo er sieben Wochen verweilte, fertigte er mehrere Kopien; als : Don dem berühmten Gemälde Berghem's mit dem weißen Pferde und dem schönen Vieh (es ist wohl nicht leicht eine vollkommenere Kopie nach diesem Bilde gemacht worden, als Weitsch hier in der kürzesten Zeit zu liefern wußte); von einer Landschaft des Asselyn , und von einem Viehstück des W. Romeyn. Auch vermochten ihn die Wünsche des Herrn van Douvens"und des Direktors Krähe, ein Gemälde von Melin (Joseph Melling?) mit Vieh zu staffiren. Da Weitsch wegen seiner Geschicklichkeit, wegen seiner Kenntnisse in allen zur Kunst gehörigen Dingen, und wegen seines fröhlichen und biedern Charakters überall sich Freunde erwarb, so wollte die Düsseldorfer-Akademie ihn engagieren; sie wandte sich deshalb an den Churfürsten von Baiern nach Mannheim, und die Genehmigung erfolgte. Allein wie ebrenwerth auch das Anerbieten war, was man ihm machte (ein Gehalt von 1200 st., freie Woknung und noch viel andre Emolumente mehr), so reiste er dennoch weiter, weil er seinem Herzoge, der wohl wußte was er an ihm besaß, das ausdrückliche Versprechen hatte ablegen müssen, in seine Heimath zurükzukeh- ren. Die»Kenntnisse, die er von den Manieren der vorzüglichern Meister besaß, erwarb ihm in Holland viele Freunde. Obwohl er zu Amsterdam eine Menge Sammlungen durchmustert hatte, so war es ihm doch noch nicht möglich gewesen die vorzüglichste derselben, nämlich das berühmte Kabinet des Herrn Braamcamp zu Gesichte zu bekommen. Er wurde immer wieder bestellt, und jedesmal verwies ihn doch die Eigenheit und das Phlegma des Besitzers wiederum auf einen andern Tag und eine andre Stunde. Endlich nahm weitsch ein bestimmtes Betragen an und ließ eines Morgens dem Herrn Braamcamp sagen, er würde nunmehro sein Haus nicht eher wieder verlassen, als bis er seine Sammlung gesehen habe. Diese Aeußerung erschien dem Holländer zu auffallend, als daß er nicht selbst Verlangen getragen hätte, den Mann kennen zu lernen, der nun einmal platterdings sich nicht abweisen lassen wollte, weitsch wurde mit seinem Schüler in das Zimmer geführt, wo ihn denn der stolze Besitzer, der in einem großen Sessel saß, mit den Worten bewillkommte: Ijeer «jss 8ob)ftlllere^ lli kent tie suke^lrev. Weitsch hatte die Methode, bei Besichtigung von Kunstwerken, zuerst seinen Schüler den Namen des Meisters nennen zu lassen, und traf dieser nicht den rechten, so belehrte ihn sein Meister des Bessern. Dies Verfahren erregte den Beifall des Herrn Braamcamp; und da weitsch die Verfertiget einiger Malereien nannte, welche dem Besitzer noch unbekannt geblieben waren, weil sie der teutschen Nation angehörten, so erhob derselbe sich schlüßlich von feinem großen Sessel, trat neben Weitsch und frug ihn nach den Verfertiget» einiger höher hängenden teutschen Schilderten. Weitsch entdeckte ihm dieselben, und Braamcamp schrieb sie sogleich sorgfältig auf. Unterdessen hatte der Unsrige nur eine Viertelstunde zur Besichtigung sich ausgebetcn z er sah nach der Uhr, die Zeit war längst vorüber, er dankte daher und wollte gehen. Allein der Holländer sagte er solle bleiben, er habe ihm noch nicht angedeutet, daß er gehen möchte; und hiermit öffnete er ihm die Thüre eines andern Zimmers, weitsch wurde voller Erstaunen; denn jetzt erst sah er die herrlichsten und prächtigsten Gemälde vor seinen Augen Wie er darauf wieder anfing die Namen der Meister zu nennen, so schlug ihn Herr Braamcamp auf die Schulter und sprach: vv^ell mvn tteer; und b08r Weitsch, dies that er so oft, als er ein Bild benannte. Nun kam auch ein ausgesuchtes Frühstück herbei und Braamcamp wandte sich zu Weirschen mit der Frage, wo er die Kenntnisse erhalten habe, so richtig die Namen der Meister bestimmen zu können, weitsch antwortete, daß solches in einem Kabinette wie das seine, in dem lauter vorzügliche Gemälde zu sehen wären , etwas leichtes sei; allein mittelmäßige Bilder und Bilder aus frühern Zeiten ließen sich schwer auslegen. Er sah noch mehrere Zimmer und Braamcamp wurde ganz für ihn eingenommen. Leider konnte er dies herrliche Kabiner, was nunmehro zu jeder Stunde für ihn offen stand, nicht mehr nach Wunsch benutzen, da die Zeit seiner Abreise bereits bestimmt war. Weirsch pflegte nachqehends sehr oft von Braacam'ps ganz vortrefflicher Sammlung zu sprechen. — Er war so glücklich auf dieser Reise mehrere Meisterstücke an sich zu bringen. Unter andern hatte ihm der Prinz Heinrich von Preuße» , Bruder Friedrich des Großen, den Auftrag gegeben irgend ein Gemälde des van der Werf einzuhandeln, als womit er wünschte der Kaiserin Catharina von Rußland ein Geschenk zu machen. Gemälde dieses Meisters sind aber selten zu erhalten, und kommen kaum im Handel vor. In einer ausgezeichneten Sammlung zu Brüssel traf er deren mehrere, und da er auch hier durch seine Kenntniß der Malerhände überraschte, so wurde der Inhaber derselben, ein alter reicher Kaufmann der keines seiner Bilder verkaufte, ihm so zugethan und freute sich so über seine Bekanntschaft, daß er erklärte, er wolle ihm einen der van der Werf verkaufen. Ungeachtet ihm die freie Auswahl überlassen blieb, so griff Weitsch doch keinesweges nach einem der vorzüglichern; allein der Kaufmann fühlte die zarte Bescheidenheit des Künstlers und vertauschte dasselbe sogleich mit einem kostbaren Meisterstücke. Hier, sagte der letztere, dies Gemälde soll für Sie seyn; sein Preis ist 1000 Thaler; ich nehme nur rjoo Thaler, das Andre soll Ihnen bleiben, denn mein Wille ist, daß dieses Bild Ihnen die Kosten ihrer Reise ersetze. Der Herzog Carl von Braunschweig hörte von dem van der We>f, verlangte ihn zu sehen und er gefiel. Weitsch sollte den Einkaufspreis angeben, uud er bestimmte ihn seinem Landesherrn zu 400 Thaler. Der Herzog bezahlte ihm das Geld, und weitsch verlohr seine 6no Rthl. Die so eben besprochene vortreffliche Malerei wurde eine Zierde der Galerie zu Salzdahluin. Sie enthält das Bildnis des van der Werf und seines Freundes Ter- burg in einem schönen Gchlafrock von Atlas, großer Perücke und Pantoffeln; er selbst zeigt dem Terburg seine von ihm eigenhändig in Elfenbein geschnittenen Schachfiguren (die dermalen im Museum zu München sich befinden sollen. Ob damit das oben unterwerf gedachte Schachspiel gemeint wird ?); im Vordergründe liegt ein schöner Hund der auf eine große Fliege lauscht, die ihm entgegen fliegt; alle übrigen Nebensachen, als Tische, Decke, Vorhang rc. sind überaus schon behandelt und ausgeführt. Auch die Liebe zur Plastik erwachte in ihm, nachdem er einem Italiener das Abforme» und Gießen antiker Köpfe und Figuren abgesehen hatte. Der General Graf Wallmoden erkaufte in Italien eine Sammlung antiker Figuren und ließ sie »ach Hannover bringen. Weitsch wußte den Gärtner ju gewinnen, der die Aufsicht hatte über sein Schloß, und formte bei Nacht die vorzüglichsten Köpfe ab. Nicht minder verschrieb er sich die Masken der vorzüglichsten Köpfe aus Italien, und modellirte sodann die Hinterköpfe daran. Er malte auch dergleichen Köpfe auf Bronze - Art, erhöhte sie mit Gold - und wußte auf diese Art die antike Bronze mit einer täuschenden Wahchastig- Weitsch. keit durch den Pinsel nachzuahmen. Benebst dieser Erfindung erfand er auch wahrend seines Soldatenlebens von selbst die Camera Obscura , worüber er sich sehr erfreute, bis ihm jemand sagte, dasselbe sei bereits seit langen Zeiten erfunden und bekannt. Im Jahre 1778 machte er einen Eichenwald mit sehr schönem Vieh ganz in der Manier von van der Beide; etwa 2 Fuß hoch und Z Fuß breit. Dies Gemälde gefiel dem Direktor Krähe von Düsseldorf, der ihn besucht hatte, so gut, daß er ihm anrieth, größere Waldstücke zu fertigen. Er that solches, und eines der ersteren Stücke dieser Art, was er zur Ausstellung nach Düsseldorf sandte, erhielt großen Beifall und brachte ihm später das Ehren-Diplom als Professor und Mitglied der dortigen Akademie. Im Jahre 1783 starb ihm seine treue Gattin, mit der er 56 Jahre glücklich verlebt hatte. Sie hinterließ ihm 4 Kinder, davon das zweite und dritte Söhne waren. Der älteste derselben Friedrich Georg reiste einige Wochen später zur Fortsetzung seines Künstler-Studiums nach Düsseldorf ab. Im folgenden Jahre besuchte weitsch mit seinem andern Sohne und einigen Freunden Holland, beschiel» den ältest-m Sohn nach Amsterdam, um der Kunstreise beizuwohnen und ließ hernach den jünger» Bruder bei ihm in Düsseldorf. Hiev lebte der alte weitsch im Kreise seiner Bekannter» mehrere vergnügte Tage. In 1,87 verheiratete er sich wieder mit Sophie Helmkampf, wurde 1788 Galerie-Inspektor zu Salzdahlum und blieb hier bis zu seinem Ableben, weiches i 8»5 den 6. August erfolgte. Er war nur wenige Tage bettlägerig, und einige Stunden vor seinem Tode verließ ihn die Sprache; seine Krankheit waren Hämorrhoidalifche Schmerzen aus der Urinblase. Er war ein schöner Mann. von Gestalt groß und wohl geformt; seine Gestchtsbildung war edel, und es zierte ihn eine hohe offene ^tirn, schöne Nase, stark und schön gewölbte Augenbraunen, blaue Augen mit einem muntern Feuer, ein männlich breites Kinn mit einem Grübchen und blauen Bart, ein voller angenehmer Mund und schwarzes Haar. Sein Körper war von fester Gesundheit und sein Gang gerade und leicht. Einst, noch als Serqeant, wurde er nach Holzminden beordert, während dem seine Frau und sein ältestes Kind an einer schweren Krankheit Niederlagen. Er ging des Abends ro Uhr ab und war , 1 Uhr des andern Abends bereits wieder vor seiner Wohnung, wo man ihn nicht einlassen wollte, weil man ihn für einen Geist ansah. Weirscb hakte nämlich in Zeit von Stunden, ohne etwas anderes als Schwarzbrod und etwas Bier zu genießen und ohne sich niedergesetzt zu haben, getrieben von der Angst um seine Familie, nicht weniger als 22 Meilen zurückgelegt. Noch in seinem spätesten Alter war er so rüstig, daß ihn der Herzoq Carl Wilhelm Ferdinand, der ihm auf dem Wege von Salzdahlum bis zur Stadt (Braunschweig) begegnete, verwundert eines Tages fraate, wie es käme daß er nicht älter würde. Er antwortete: Ich war nie auf — Universiräke!, , Ihrv Durchlaucht; ich habe mich jung verheiratet, liebte niemals hitzige Getränke, besaß st ts ein frohes Herz, beschäftigte mich unaufhörlich mit der Kunst und machte mir fleißig Bewegung. Sein Geist war immer thätig ; besonders liebte er die Naturgeschichte. Er verfaßte auch verschiedene Abhandlungen; als: Ueber die Zubereitung des Kalkes beim Mauern und Zieqeldecken, über den Nutzen und die Schädlichkeit der Krähen , über das Kommen und Gehen der Schwal- 6082 Weitsch. ben, und über die Art und Weise wie Anpflanzungen von Obflbäumen allgemeiner zu machen wären. Die Güte seines Herzens war so ausgezeichnet/ daß selten Menschen gefunden werden/ die ihm darin gleich zu setzen wären. Nokhleidende zu unterstützen war für ihn eine angenehme Wiche; und konnte er dies nicht' aus eignen Mitteln / so scheute er keine Mühe um andere dafür zu gewinnen ; ja! er ertrug dann selbst Beleidigungen/ wenn nur dadurch sein Zweck in Erfüllung ging. Man könnte gar viele Belege hierzu beibringen/ läge dies nicht außerhalb unserer Gränzen. An der Staffele, arbeitete weitsch sehr ruhig/ mit großer Besonnenheit und ausdauerndem Fleiße. Er malte und zeichnete vieles nach der Natur und hatte eine besondere Einrichtung getroffen um auch bequem im Freien malen zu können. In der Nahe von Braunschweig und Salz- dahlum ist ein großer Eichenwald; dies war ein Lieblingsaufenthalt des Künstlers, wo er viele Eichen abbildete / vorzüglich aber die Gruppirung der Bäume und die Wirkung, die das Vieh unter den Bäumen macht, studirte. Seine Lieblings- malcr waren Sachkleven, Poelemburg, BergheM/ Both / Moucheron, und besonders hielt er den Ruisdael hoch. In diesen Meistern fand er die mehrste Natur und zugleich das mehrste Gefühl. Seinen Schülern pflegte er zu sagen/ der Landschaftsmaler muß sehr wenig Weiß gebrauche»/ aber auch für das Blau in Bäumen muß er sich hüten, ja er muß es ganz entbehren lernen. Er selbst gebrauchte Pfirsich - oder gebranntes Wein- reben-Gchwarz und die Mittel-Oker sehr häufig; auch bisweilen grüne Erde und Beinschwarz zum lasiren / doch geschah dies gar selten. Des Weitsch Arbeiten zerfallen in zwei Perioden; davon die eine von ,783 bis zu Ende des Jahrzehnds 1760 läuft/ und die andre von 1770 bis zu seinem Absterben. In der ersten Periode lieferte er kleine Bilder von einigen Zollen bis etwas über ein Fuß. Die Ausführung derselben war fleißig, ihr Ton warm und durchsichtig, und das Blatterwerk in den Manieren von Both und Moucheron aufgetragen. Gewöhnlich enthielten sie Ansichten von Städten, Klöstern und Dörfern. In der zweiten Periode wurde das Format seiner Gemälde größer und der Ton männlicher und kräftiger. Auch wurden sie itzt mehr mit Baume» bereichert, mit sorgfältig ausgeführtem Vieh, flachen Wiesen und Gebürgen mit Ruinen. Dieser letzter» Zeit gehören seine Wälder an, in deren Darstellung er sich so auszeichnete, daß weder früher noch spater ein Künstler darin ihn übertreffen hat und er in diesem Betreff den größten Landschaftsmalern beigeordnet werden muß. Bei alle der Kraft, die er in diese Waldgegenden legte, ist doch alles klar bis in den Hintergrund; denn er malte sogar die Hintern Parlhien aus, ohne darauf zu achten, daß manche schöne Parthie wieder von den vorder» Bäumen oder Blattern bedeckt wurden, und dadurch erhielten seine Stücke etwas ganz eigenthümliches, durchsichtiges und leichtes. In einem Kabinette der Galerie in Salzdahlum, was mit ausgesuchten Meisterwerken des Moucheron, Pynaker, Ruisdael, Everdingcn und Wynants behängt war, fand sich ein solches Bild von Weirschens Hand; allein entfernt davon, daß diese Nachbarschaft und diese Feuerprobe demselben gefährlich worden sei, so wurden Kenner und Nichtkenner eben am meisten von dem Waldstück angezogen und verweilten am liebsten unter der Pracht der teutschen Eichen. Weitsch. Seine Luftperspektire war einzig, seine Com- posilion groß, die ganze Anlage voller Deutlichkeit und so wahr ausgeprägt, daß man zu dem Glauben versucht werden muß, weitsch habe nur Portraits geliefert. Doch war dies nicht der Fall; dagegen war er, wie erwähnt, oft und viel im Walde, liebte die Jagd noch in spätern Jahren, und hielt sich einen Dohnenstieg den er täglich besuchte und von dem er nie zurückkehrte, ohne einen Vortheil von seinem Gange gehabt zu haben; lag dieser auch nicht immer in der Jagdtasche, so lag er doch in seinem Kopfe. Die Hauptfigur seiner Bilder giebt gewöhnlich der Stier, der Regent der Heerde, ab; er zeigt sich hervorragend, schön gefleckt und in einer charakteristischen Stellung. Oder auch eine Kuh mit weiß und gelben Flecken, die das Hauptlicht, auffängt. War eS eine Waldgegend, so war die Haupt-Eiche gemeiniglich nach der Natur und die Behandlung völlig gleich mit der des Moucheron und Ruisdael, doch mit dem Unterschiede »daß Weitsch die Massen von unten so gradirt nach oben, und mit ausgezeichneten Blättern charakterisier, wodurch mehr Anregendes hervorgebracht wurde".— Noch bemerken wir, daß die Ausführung seiner Gemälde leicht und keinesweges ängstlich oder peinlich genannt werden darf; er verstand das Geheimniß der größten Künstler, den stumpfen Fleiß zu verstecken. Wenn Weitsch auch spät als Maler auftrat, so konnten wir doch eine sehr große Menge seiner Bilder rubriciren; allein wir wollen nur einige derselben anführen mit Anzeige des Orts wo selbige noch sind oder doch seyn dürften. Brann- schrveig im Museum (welchem in letzten, Jahren ein Tbeil der ehemaligen Galerie zu Salzdahlum einverleibt wurde) der oberwähme vormals zu Salzdahlum Hangende Wald. Bei dem Oberjägec, Meister von Sirrstorpff, eine schöne Eiche mit Vieh, in einer Landschaft; als Gegenstück zu einer trefflichen Landschaft von Both. Bei dem Kornhänd- lcr Conrad Krause das oberwähnte Stück von 1769 mit den Kühen in Lebensgröße; zwei Waldstücke ( deren eines dem ehmaligcn Salzdahlumer Gemälde sehr gleich) und noch mehrere Bilder kleineren Formats zum Theil aus den frühern Zeiten. Bei Herrn Lobecke dem ältern, ein schöner großer Wald. Eoppenhagen bei dem Schiffs- kapitain Daahl, ein Eichenwald mit Vieh. Haag in dem Kabinette des verstorbenen Erbstatthalters von Holland, zwei Waldstücke (das eine mit schönem ruhigen Wilde). Es war dies ein Geschenk seiner kunstliebenden Tochter, itzt verwittwcten Herzogin von Braunschweig königl. Hoheit. Die Franzosen führten das Kabinet nach Paris. Heimthal bei Riga: Mehrere Gemälde, sowohl Waldung als Vieh, aber auch ein Gewitter mit einer Viehtrift, bei dem Kreismarschall von Sie- vers. London bei Herrn Edding oder Egging ein Waldstück. Mainz bei dem Domherrn von Hütten ein Eichenwald mit Vieh. München, ein Wald für die Düsseldorfer Galerie, die itzt in München ist. Sr. Oerersburg bei dem Grafen Etlinger, ein Wald mit Vieh. Soeder bei dem Grafen von Brabek, zwei 3 Fuß große Waldstücke, ausstaffirt mit dem damals auf dem Guthe Soeder lebenden Vieh. Speier bei dem Domdechanten Grafen von N N. ein Wald mit Vieh. Wien bei dem Grafen Wallis, ein Wald mit schönem Vieh. Unter ander» erhielt auch der Bildhauer Cavaceppi aus Rom, bei seiner Reise durch Braunschweig um 1788 zwei Gemälde von ihm, die er so hoch schätzte, daß er den Herzog um die Erlaubniß bath, den Künstler mit sich nach Rom nehmen zu dürfen. Allein Weitsch war ein zu guter Gatte , als daß er seine Familie lange verlassen wollte — und damals herrschte fast der Glaube, als ob Rom außerhalb der Welt stände. Weitsch Weitsch, 6083 Der zärtliche Vater mahlte in den letztem Jahren auch noch jedem Gliede seiner Familie (nämlich seiner Frau, der ältesten Tochter und den beiden Söhnen; die jüngste Tochter starb i 7 g>) einen Wald, zu seinem Angedenken. Seine letzte Arbeit bestand eben so aus einem großen schönen Walde, der für den russischen Kaiser bestimmt war; dasselbe wurde erst in i8iZ und von seinem Sohne Friedrich Georg beendet und befindet sich dermalen, nebst noch andern seiner Stücke, bei der hinterlassenen Familie. Was seine größtentheils noch bei seinen Söhnen befindlichen Handzeichnungen anbelangt, so sind dieselben meistens auf halben Bogen Papier, was der Länge nach gebrochen ist; sie sind mit der Bleifeder gezeichnet, zu Zeiten des Effektes wegen flach mit etwas Tusche angelegt und enthalten Ansichten von Städten oder Dörfern oder Wiesen mit Vieh. Viehstücke, die er mit viel Wahrheit und Sachkenntniß aufzufassen wußte, pflegte er mit rother oder schwarzer Kreide im Geschmack des van der Velde und P. Potter, Schaafe aber in dem des H. Roos zu entwerfen, d. h. jedoch nur im Contour; und obwohl er taufende von Zeichnungen nach der Natur verfertigte , so ist doch keine von ihm ausführlich behandelt worden. Sprach man mit ihm darüber, so sagte er: Die Zeit, die dazu gehört, bringe ich lieber an der Staffelei zu; dann erhalte ich doch wirklich ein Bild. Ohne Kenntniß vom Radieren zu besitzen, fertigte er in dieser Manier, nach einer ihm gemachten nackten Beschreibung des Verfahrens eine sehr seltene nummerirte Folge von n Bl. mit Schaafen, Kühen rc., welche aber wegen seiner Unkenntnig der Sache, beim Aetzen theils zu schwach, theils aber auch zu stark geriethen. Sie sind bezeichnet k. V/eitscü inv. etkecit, und s trägt die Jahrzahl 1766. Der Hofrath Pockels in Braunschweig hat eine Biographie unseres Künstlers geschrieben, die aber noch nicht durch den Druck bekannt geworden ist. Einige Personen die solche gesehen, und unsern Weitsch sehr genau gekannt halten, wollten an diesem Aufsätze aussetzen, baß in demselben des Künstlers Charakteristik verstellt sei, und weitsch darin mehr nach der Individualität des Verfassers denke und spreche. weitsch (Friedrich Georg, gewöhnlich Friedrich) der älteste Sohn von Pascha Johann Friedrich Weitsch; gebohren zu Braunschweig i? 58 . Sein Vater ließ ihn bis -774 , wo er confirmirt wurde, die Schule besuchen und Friedrich hatte so viel mit den Wissenschaften zu thun, daß er nur des Abends bei Lichte in der Kunst sich versuchen konnte. Erlaubte es dann seine Zeit, so kopirte er Zeichnungen; noch mehr aber benutzte er die von seinem Vater nach der Natur geformten , und in Gips ausgegosscnen Köpfe, Beine und Füße von allerhand Thieren, als Schaafen, Kälbern, Ziegen, Rehböcken, die er, in alle mögliche Lagen und Stellungen gedreht, abzeichnete. Nach seiner Confirmation entschloß er sich zur Lhier- und Landschaftsmalerei, obwohl er auch nicht übel Lust zum Bildhauen und zum Jagdwesen hatte. Als ein Jahr darauf Wilhelm Tischbein seinen Vater besuchte, so beschäftigte er sich zu seinem Vergnügen an Sonntagen bereils mit der Malerei. Tischbein war Ursache, daß Friedrich, freilich erst 1776 nach Kasse! geschickt wurde. Dort fand er hinlängliche Nahrung für sein Fach; und wenn gleich ein kaltes Fieber, was den ganzen Sommer hindurch anhielt, ihm viele Zeit wegnahm, so konnte er dock immerhin einige Bilder seiner LieblingSmaler, nämlich desP. Potter und des Rosa da Tivoli kopieren, und eben so kam er auch weiter in der Biiderkenntniß, auf die er sich gleich wie sein Vater legte. Nach erfolgter Zur rückkunft beschäftigte er stch mit Landschaften, und die damals erst einige Jahre bestehende und berühmt gewordene Stobwasser'sche Lackierfabrik, für die er Teller und Tischplatten mahlte, verschaffte ihm hinlängliche Gelegenheit zu seiner Uebung. Im Jahre 1780 begab es sich jedoch, daß er ganz seinem Willen entgegen zum Dildnißmaler wurde. Der braunschweigische Stadt-Major Curr bis wünschte sein Bildniß zu besitzen und verfiel auf den Gedanken, daß Weitsch , weil er so artig mit dem Pinsel umgehen könnte, auch im Stande wäre, ihn abzumalen. Alle guten und alle bösen Gegenvorstellungen waren vergeblich, und voller Aerger über den hartnäckigen Quälgeist ergriff er endlich ein Stück rother Kreide um seinen Kopf zu zeichnen. Der Entwurf gerieth; allein wie die Palette zur Hand genommen wurde, ^.so fiel dem jungen Mann aller Muth. Es wollte durchaus kein Leben in die Farben fließen, sie blieben und waren platt und grau — ein Glück, daß die Kreide noch durchschimmerte. Nach Verlaus zweier Stunden, war die erste Sitzung beendet und »unmehro nahm weitsch seine Zuflucht zu einem von Miereveld gemachten Kopf, kopierte dessen Farbenköne ohne die Umrisse zu verletzen und das traurige Ansehen seines Bildes ging so ziemlich verlohren. Als die zweite Sitzung herbeikam, hatte er schon zuvor, und um recht sicher zu gehen, die ihm nöthigen Tinten auf der Pallctte gemischt; aber vergebens, in kurzem sah die Malerei wieder eben so schlecht aus als vorher. Er holte also, sobald er allein war, den Miereveld von neuem herbei »nd siehe da! die Herstellung gerieth nach Wunsch; denn früher hatte er zu zaghaft und mit zu kleinen Pinseln gearbeitet, itzt aber fand sich bereits hinlängliche Farbe auf dem Tuche. Die dritte Uebermahlung, bei der er noch einen Kenner zu Rathe zog, brachte endlich das Werk zu Stande. Die besondre Aehn- lichkeit desselben vermochte mehrere Personen Bildnisse von ihm fertigen zu lassen; er bediente sich seiner stummen Lehrer wie vorher, und reussirte auf diese Weise nicht ohne Beifall. Namentlich wollen wir seines zweiten Bildnisses gedenken, das des würdigen Pfarrers Berksom, weil dasselbe in der Kirche der Andreas-Gemeinde aufgestellt worden ist. Den folgenden Sommer besuchte er Salzdah- lum und kopirte dort die schönsten Köpfe aus einem große» Familiengemälde von Ravestein. Diese waren von einer unübertrefflichen Wahrheit, rein in der Zeichnung, beynah ganz ohne Schatten und ohne irgend einen gesuchten Effekt; und doch waren sie rund und von einem herrlichen Kolorit. Ihnen verdankte er sein stets beybehaltenes System im Koloriren, in der Harmonie und in der flachen Behandlung. Noch kopirte er ein sehr brillant ausgeführtes Bildniß des Spinola im Küraß, von Rubens; und eine schlafende Bachantin, deren Fleisch besonders warm gehalten war, von Jacob Backer. Seine Lebensweise zu Braunschweig wurde nun dergestalt eingerichtet, daß er die Arbeiten für die Stobwassersche Fabrik (meistens Lnchplätter mit Idyllen nach S.Geßner, die einen reißenden Abgang fanden) von früh 5 bis 8 Uhr besorgte. Sie hatten ihren Nutzen für den Künstler, der dadurch immer mehr den nothwendigen flachen - Auftrag der Farben gewann. Als der alte Professor Oeding, der als Zeichenlehrer bey dem Collegnim Carolinum angestellt P 14 W titsch Weitsch. und ein Schüler und Schwiegersohn des bekannten Preißler war, einst den Vater unseres jungen Künstlers besuchte, und den letztem vor der Staffele! mit einem Bildniß beschäftigt sah, so betrachtete er seine Arbeit und sagte dann zu ihm: Hör einmal Fritz! ich zweifle gar nicht, daß du dereinst ein geschickter Mann werden kannst; doch will ich dir rathen gieb den Leuten Farbe genug fürs Geld. Sein Vater legte ihm diese Worte also aus: Es ist eben das darunter zu verstehen, was ich dir schon oft bemerkt habe; du sollst mit keinem kleinem Pinsel große Theile machen, weil diese keine Farbe halten, weirsch befolgte nachher treulich sowohl diesen als noch andre gute Rathschläge des alten würdigen Oeding's. War gleich unser Künstler seiner Neigung zuwider zum Bildnißmaler geworden, so sah er doch ein, daß dies eine gute Quelle für seinen künftigen Lebensunterhalt abgeben müsse. Er studierte daher recht geflissentlich alle die guten Bildnißmaler, untersuchte die Grundsätze nach denen sie ihre Bildnisse vortrugen, und nach denen sie solche ausführten, und malte selbst bald in der Manier dieses, und bald in der Manier eines andern Meisters, um das Beßte heraus zu behalten und in seiner Ausbildung tüchtige Fortschritte zu machen. In 1788 mußte er auf Befehl des Herzogs einige von Grass gefertigte Bildnisse hoher Personen kopieren. Die elegante Färbung dieses Meisters gefiel damals durch ganz Teutschland und weitsch beschloß daher, ebenfalls mehr Eleganz in seine Fleischfarben zu legen, ohne jedoch deswegen ins Manierirte zu verfallen. Der Gedanke war ganz gut, allein die Ausführung war schwer; immer fühlte er sich wieder zu den van Dyk oder zu seinem Liebling Ravestein zurückgezogen. Er hatte auch die Angewohnheit, daß er, jedesmal, wenn er ein Bildniß anfangen wollte, dasselbe sich in der Idee so zu versmnlichen suchte, als es in der Ausführung werden sollte, um hiernach bey der Arbeit zu verfahren. Aber oft und häufig zeigte es sich, daß die Anlage grade das Gegentheil gab. Sollte das Bild warm im Tone seyn, so wurde es kalt, und umgekehrt. Dies kränkte ihn auch so, daß er zuweilen Thränen des Unmuthes über sich selbst vergoß. In 1782 bezog er die Akademie zu Düsseldorf, wo die Freunde und Verehrer seines Vaters (der Direktor Krähe, der Galerieinspektor Brulliot u, a. m.) mit offene» Armen ihn empfingen. Hier kopierte er nach guten Meistern, jedoch nicht ganze Bilder, sondern nur einzelne Theile derselben, an denen er lernen wollte; blos das Ecce Homo von Correggio und der schöne Kopf des Per. Aretin von Titian wurden gänzlich nachgemalt. Der letztere Kopf gelang selbst in allen Finessen so gut, daß der Direktor Krähe ihn deshalb nicht genugsam loben konnte. Da er aber gewohnt war, das Erlernte auch gleich mittelst der Anwendung sich näher zu eigen zu machen, so fertigte er aus diesem Grunde uncntgeldlich viele Bildnisse seiner Bekannten. So z. B. that er dies auch u. a. mit seinem Wirthe, dem Postmeister Herrn von Gehmen, dessen Gesicht von warmer Olivenfarbe war und den er in einem großen Bruststücke darstellte, mit einem weißen Mantel, einer Hand und den Huth auf dem Kopfe. Nach der Sitzung nahm Weitsch, zufolge der einmal angefangenen Studien-Melhode, die Kopie des Titian neben sich und benutzte daraus das für ihn brauchbare. Es wurde ein meisterhaftes Bild. — Während des Winters besuchte Friedrich die Akademie um nach dem Leben zu zeichnen. In 1784 hatte Krähe für den Grafen Truchses einen betenden Petrus von Spagnoletto aus Brüssel verschrieben, welches Gemälde, des Postenlaufes halber, zwei und einen Halden Tag in Düsseldorf liegen bleiben mußte. ^Weitsch wurde deshalb früh Morgens zu Krähen beordert, woselbst er bereits den Kupferstecher Professor Schmitz und andre Kunstverständige, in voller Bewundrung über den herrlichen Petrus traf. Derselbe war kräftig und in großen Formen gezeichnet, seine Stellung schön gehalten , die Farbe wie die des van Dyk und Rubens zusammen verschmolzen , und der Effekt war dem gleich, den die besten Werke Rembrandtö machen. Man forderte unsern jungen Künstler auf, das Bild zu kopieren, wozu er sich aber durchaus nicht verstehen wollte, da die Zeit zu knapp gegeben werden konnte und da er daneben wirklich sich scheute, an solch einer gefährlichen Klippe Schiffbruch zu leiden, weitsch hatte nie mit der Farbe so zu sagen passirt, und in dem Originale war der Auftrag der Farben „systematisch kühn" und dick wie ein Messerrücken, jedoch so, daß die Conturen nicht verletzt wurden, welche vielmehr schmelzend und mit größter Genauigkeit gemahlt waren. — Indessen blieb alles vergeblich. Krähe sandte ihm den Spagnoletto ins Quartier und zugleich ein altes Tuch (auf dem früher ein Schüler Krahe's den H. Johannes nach Raphael angelegt hatte) damit die Zubereitung der Leinwand keinen Zeitverlust herbeiführe. Um 10 Uhr gings ans Aufzeichnen und Malen, und am Abende war der Kopf, eine Hand mit dem Gewände, und der Hintergrund beinah schon fertig. Um 11 Uhr des dritten Tages, wo man das Bild wiederum abholte, wurden eben die letzten Pinselstriche gemacht. Krähe war außer sich vor Freude, daß er verstanden hatte, die Fähigkeit des jungen Künstlers ss richtig zu beurtheilen. Eine Woche später begab sich Weitsch nach Amsterdam, wo er seinen Vater und feinen Bruder erwartete, die von Braunschweig aus eine Kunstreise machten. Unter den Künstlern, die er dort kennen lernte, gefiel ihm besonders der Stadtbildhauer Ziesenis , der ein sehr geschickter und ein sehr origineller Mann war, der in allen den Häusern Zutritt hatte, wo sich Kunstsachen vorfanden und Weirschen daher von vielem Vortheil wurde. Dem Ziesenis fiel es auf, daß der kaum 26jährige Künstler überall eine Bilderkenntniß zu Tage legte, die man seines Bedünkens nach in Teutschland schwerlich sich erwerben konnte; auch frappirteu ihn seine Urtheile über die Kunst, so daß er aus einem Spaziergange dem jungen Manne offenherzig entdeckte: Mein guter Freund r ihr sprecht mit vieler Kenntniß über die Kunst; aber ich fürchte sehr, daß es mit der Ausübung um desto schlechter stehen wird, wie ich das bei den Teutschen oft erlebt habe, Ihr könnt wohl recht haben, erwiederte Weitsch, denn nur ein wenig Gedächtniß und Lust zur Sache und dabei ein richtig fühlendes Auge, dessen Einübung freilich nicht in Tagen und Wochen geschehen kann, so kommt man leichtlich mit wissensäafclichen Kenntnissen der Praktik um ro Jahre zum voraus, weitsch hatte eine junge schöne Braut zu male», und da Ziesenis einst unsere Künstlerfamilie zu einem Mittagsessen holen wollte, so betrachtete er auch dies Bild, was bereits angelegt war. Er sagte darauf: „O mein Gott! das habt ihr schon in den paar Stunden gewerkt und 6at is >viiarhgcbtig üeel hierbei fiel er ihm um den Hals und küßte ihn mit den Worten: ihr seid ein Mann, und kein windiger Fend. Ziesenis war seelenvergnügk und schien alles hervorzusucben, um seinem jungen Freunde die etwanige frühere Kränkung zu vergüten. Er führte ihn bei der Hand in seine Behausung, trat vor seine Knaben die etwa 10 bis Jahr alt waren und sprach: Jungens, seht diesen noch jungen Mann, der kann zeichnen und malen! Versprecht mir auch so zu werden; wo nicht, Gott verdamm mich, ich bräche euch die Hälse. Nachdem Weitsch noch einige kleine Pastellgemalde in seinem Wirthshause gefertigt hatte, so sollte er auch den alten Bürge- meister de Witt in einem großen Bilde abschildern. Allein derselbe wurde unpäßlich und die Familie weirsch begab sich weiter nach Düsseldorf. Hier hatte unterdessen sein Freund und nachheriger Schwager Carl Schröder, der unter Schwitz als Kupferstecher lernte, die besprochene Kopie nach Spagnoletto mit etwas Laqueritzen - Saft überzogen, sie in einen alten vergoldeten Rahmen gesetzt und das Bild sodann dem Inspektor Brulliot überliefert, der es auf der Galerie als ein Original den Liebhabern vorwies. Auch mit weirsch dem Baker, wollte er sich diesen Scherz erlauben. Er zeigte ihm das Bild, was er für daS Produkt eines alten unbekannten Meisters ausgab, und frug ihn ob er es kaufen möchte, da es für den Spottpreis von 12 Carolin zu haben sei. Vater weirsch betrachtete es naher und sagte: »Das Bild ist von Spagnoletto, ganz sein Auftrag; aber nur zu neu. Unterdessen ist es aber auch nicht von dem Luc. Giordano seinem Schüler, und Kopie ist es noch weniger. Ich will es nach- gehends nochmals untersuchen." Nachdem die Galerie durchwandert war, so würbe die Malerei von neuem gemustert und Weirsch sprach endlich dahin sich aus: „wäre es nicht zu neu, so wäre es von Spagnoletto. Genug ! der der es machte, der war ein Husar im Malen: Ich habe in Münster noch eine Zahlung für Gemälde zu leisten; komme ich aber nach Braunschweig zurück, so werde ich Ihnen schreiben, ob Sie mir dasselbe schicken sollen." Als Brulliot nun sah, daß er die 12 Carolins, mit denen er eine Lustbarkeit ausrichten wollte, dermalen nicht erhalten konnte, so antwortete er: »Der Husar, der die Malerei gefertigt hat, steht neben Ihnen." Dies gab für den alten Mann eine große Freude, obwohl er nur die Worte sprach: Was vexirt ihr mich so lange, ihr Schäker? Unser Friedrich behielt seinen jüngern Bruder bei sich, ging aber im Herbste desselben Jahres mit diesem nach Italien ab, nachdem er vorher, da die Düsseldorfer Akademie ihn zum Mitglied aufnahm, sein Rezeptionsstück (das Grabmal des Ra- phael Mengs in einem alten germanischen Eichenhain) gefertigt hatte. Sie reisten über Frankfurt, Mannheim, Speier, Augsburg, München und Inspruck, nahmen sich aber so viel Zeit- daß sie die Merkwürdigkeiten aller Orte untersuchen konnten. Zu Speier wäre Friedrich vom Mahler bald zur — Gottesgelahrtheit übergetreten. In einer Gesellschaft bei der liebenswürdigen Sophie La Röche, deren Bildniß er auch fertigte, gab einst jeder der Anwesenden seine Meinung über den Stand zu erkennen, den er für den glücklichsten hielt. Als die Reihe unsern Künstler traf, so schilderte er den Stand des Landpredigers mit einem so gefühlten schönen Enthusiasmus, daß der verewig« Domherr von Beroldingen, der Kammerpräsident von Speier war, entgegnete: Ob er Lust habe 3 Jahre Theologie zu studieren Wäre dies, so wolle er ihm nicht allein 35 » Rthl. Stipendiengelder ausant- worten, sondern er wolle ihm auch in Elze bei Hildesheim eine sehr gute Pfarre (nur ihr baarcs Einkommen betrug jährlich rioc» Rthl.) zusichern, deren Prädende er zu vergeben habe. Weirsch willigte ein. Des andern Tages gelang es jedoch der Sophie La Röche, ihn durch triftige Einwürfe von seinem Vorhaben abwendig zu machen. Am i 5 . Dec. 1784 Mittags geschah ihr Einzug juNom, durch das Thor: Porta di Popolo. Da eben ein heftiges Gewitter die Umsicht beschränkte, >0 rief Friedrich schmerzlich aus: Ach! wie sehr log Piranesi! Und das Durchsuchen des Koffers auf dem Zollamte, so wie die beiden alten buck- lichen Jungfern (die Wirthsköchter), die ihm nebst seinem Bruder in dem neuen Logis (was sie bei dem eben ausgegangenen Sohne des Direktors Krähe hatten) mit grellenden Stimmen und der möglichsten und unverschämtesten Zungenge- läufigkeit unabläßig entgegen schrieen, konnten seinen Unmuth wohl nicht stillen. Nachdem er aber Wilhelm Tischbeinen auf Trinita di Monte aufgesucht hatte, bei ihm den jungen Krähe kennen lernte und nun in Gesellschaft mehrerer Teutschen, unter denen sein alter Bekannter Kniev aus Hil- desheim auch war, zu Mittage speiste, so fand auch der gute Humor sich wieder ein. Der Architekt Krähe eilte mit ihm zur Peterskirche, weil er neugierig war, welchen Eindruck dieselbe auf ihn machen würde; allein es ging den Gebrüdern wie den meisten Ankömmlingen, die sich von diesem Gebäude beim ersten Anblicke nicht imponier fühlen. Dagegen überraschte sie das Pantheon der Rotonde, sowohl durch die prachtvolle Wölbung, als durch den majestätischen Effekt des von oben herabfallenden Lichtes — und nie ging Friedrich bei dem Pantheon vorüber, ohne einige Augenblicke in demselben zu verweilen. Dee moderne Geschmack an dem Lateran ließ ihn ohne Eindruck, desto mehr überraschte jh» jedoch ein Blitzstrahl, der mit einem betäubenden Krachen und Donnerfchlag plötzlich herabfuhr und von dem Gesimse der äußern Facade einen i j füßigcn Stein darnieder schmetterte. Nach und nach wurde zwar ganz Rom durchgangen; als aber nach drey Wochen der Graf Brabeck von Söder eintraf, den unser Friedrich bei seinen Kunlkwanderungen drei Monate hindurch täglich von früh 9 bis Nachmittags 3 Uhr begleiten mußte, so sah er noch gar vieles, was andre seilen zu Gesicht erhalten. Der immer neue Reitz und die stete beständige Beschäftigung seiner Einbildungskraft hierbei, bekam dem Künstler nicht wohl, und versetzte sein Nervensystem gleichsam in einen fieberhaften Zustand. Als er zu Ruhe gekommen war, wählte er sich diejenigen Kunstwerke und die Meister aus, die er benutzen wollte. Dabei studierte er daS historische Fach; jedoch fast ausschließlich mehr theoretisch, als daß er die Zeit mit der Malerei selbst zubrachte, obgleich er vieles aus den Stanzen Rapyaels und aus dem Museo Cicmen- tino kopierte und auch des Winkers bei regnigten Tagen einige Bildnisse fertig«. Seine Lieblingsstatuen waren der Torso im Museum, die große Muse Meipomene, eine Ceres, eine Luna, einige kleinere Musen und der Diskuswerfer, vorzüglich und vor allen andern Dingen aber der Koloß auf Monte Caoallo. Beide Bruder hatten durch Geschenke an die Aufseher den beständigen Eintritt tu drey Gemäldegalerien (nämlich Borg- hese, Doria und Colonna), in denen Friedrich nicht allein seine Gemäidekenntniß erweiterte, sondern auch versuchte, alle Gemälde und Maler, sowohl in Historienalsin Landschaften, in drey Haupt- abtheilungen zu kiaistficiren, die er den Historischen-, den Idyllen- und den Natur-Skyl nannte. In 1786 besuchte er die Stadt Neapel, derselben Umgebungen bis Pästum und den Vesuv (diesen zweimal), wo er viele Gegenden abzeichnete. Er wollte dann nach Sicilien reise»; allein eine eingetretene Windstille, die dazu angewandt wurde um Evoli und Pästum zu sehen, verursachte daß sie sich zu sehr verweilten, und das Schiff fuhr ab, ohne die Gebrüder weirsch zu erwarten. Diese, welche die Uederfahrt bereits bezahlt hatten , veclohren dadurch 18 Unzen Goldes. Zwei Monate spater wandten sie sich von Neapel wieder nach Rom und von da im Frühjahr 1787 nach Florenz, woselbst sie 9 Monate zubrachten. Hier studierten sie von den Antiken vorzüglich die Riobe mit ihren Töchtern; auch besuchte» sie täglich die schönen Galerien, welche in den 'Vollasten Pitti und Decchio aufbewahrt werden. Fried- P 14 * 6086 Weitsch. Weitsch. MßWH tzt- p-«.« i'! D. - > >2Ä,. -»» >,. >,b t E«'' y. ' >' V- rich kopierte mehrere Bildnisse aus der dortigen Sammlung von Malerbildnissen und besah Nachmittags Handzeichnungen, oder geschnittene Steine, wenn der Direktor Picti (dem er, so wie früher dem Bildhauer Trippel in Rom, viele Belehrungen zu danken hat) eben Zeit dazu fand. In dem Pallaste Pitti kopierte er die Madonna della Se- dia von Raphael. Der Großherzog, nachheriger Kaiser Leopold, sah ihn oftmals im Vorbeigehen bei dieser Arbeit, ohne ihn je zu stören. War aber Weirsch nicht zugegen, so betrachtete er die Kopie sehr aufmerksam; auch ließ er ihm durch den Grafen Dury sagen, daß er ihm die Kopie zeigen solle, wenn sie fertig sei, und ertheilte ihm dabei den Auftrag eine Skizze zu entwerfen zu seinem lebensgroßen Bildniß, was er für den Audienzsaal in Pisa bestimmt hatte. Als beides vollbracht war, nahm ihn der Großherzog sehr gnädig auf und er mußte die Kopie auf einen Stuhl stellen, wahrend er sich selbst einen andern Stuhl davor rückte, seine Brille abrieb und dieselbe bedächtig aufsetzte. Nun durchging er das Bild allen seinen Theilen nach und betrachtete es in der Nähe und in der Ferne, ohne deswegen ein Wort zu verlieren. weirsch trat bald auf das eine, bald auf das andere Bein; denn die Untersuchung dauerte lange. Er war ein Vier- theil auf i i eingetreten und erst wie die Glocke ii Uhr schlug, wandte sich der Herzog zu ihm. Es ist wahr, sprach er, Ihre Kopie Herr weitsch, ist die schönste die seit den langen Jahren, die ich hier zubrachte, gefertigt worden ist. Ich mache Ihnen mein Kompliment darüber, Sie haben ccrn Linore gemalt. Mengs und Zossani haben auch als große Maler die Madonna kopiert, aber nicht von amors wie Sie, sondern um Geld und in ihrer Manier. Das eine war ein Mengs und das andere ein Zossani. An Ihrer Kopie habe ich gelernt, wie man ein Bild betrachten und wie man es bearbeiten muß; ich habe täglich Ihre Arbeit besehen. Nun frage ich Sie, wollen Sie mir die Kopie überlassen, ich wünschte sie meiner Schwester nach Spanien zu überschicken? weitsch, dem dies Lob unendlich schmeichelte, bath nur um die Erlaubniß die Madonna nochmals für sich kopieren zu dürfen. Allerdings, sänke der Großherzog , und zwar recht bequem. Sie sollen nicht wieder durch das Spiegelglas malen , sondern es soll Ihnen der Schlüssel dazu verabfolgt werden; auch lassen Sie sich dasselbe von der Wand herab- nehmcn u. s f. Die Skizze gefiel ihrer Anordnung wegen nicht minder. Sie zeigte den Groß- herzog stehend, an einen Sphinx von schwarzem Basalt gelehnt. Im Hintergründe sah man das Innere eines Saales, in dem hinten eine große Decke von Goldstoff mit den darein gestickten kaiserlichen Adlern angebracht war. Daneben befanden sich einige Säulen die auf einen Altan führten , von welchem herab man unten den Pallast Pitti im Garten sehen konnte und über demselben r alte Qeding bei, der ihn stets vor Hofchikanen gewarnt und auf manche Belehrungen verwiesen hatte , die die Künstlergeschichte in dieser Rücksicht giebt. Daher verließ er Florenz während der Abwesenheit des Großherzogs un- ging über München, Wien, Prag und Dresden in sein Vaterland zurück. Zu Braunschweig beschäftigte er sich größten- theills mit dem Bildniß. So fertigte er z. B. unter andern das des würdigen Abts Jerusalem, und dann 1790 das seines eigenen Vaters. Derselbe war in einem brauuen Schlafrock dargestellt und seitwärts über die rechte Schulter sehend; in der linken hielt er die Palette und die Rechte legte er auf einen weißen Pudel, den Georg Friedrich seinem Vater aus Rom mitbrachte und der hier seitwärts im Vordergründe angebracht war, unter der Pfote einen kleinen Eichenzweig mit Früchten haltend; daneben lag eine Reißfeder mit Kreide und eine Brille, und im Hintergründe stand eine Staffelei mit einem Tuche, auf der man einen Wald gezeichnet sah; die Beleuchtung war von oben her genommen, das Kolorit kräftig, die Färbung warm, und die edle Haltung der Figur glich dem würdevollen Anstand, der dem alten Weirsch zu eigen war. Der letztere schien gleichsam als ein Musterbild für den Bildniß- maler gebohren zu seyn, und Georg Friedrich gestand, daß er außer ihm nur noch zwey Personen abgemalt hat, die ebenfalls unter diese Categorien gehörten. Die «ine war der russische General von Meyerndorf; diesem gab er ganze Figur in einer Batterie von 90 Kanonen, die er während der Belagerung von Otschakow kom- mandirte, bei Wtnterzeit in einem Pelzrocke vor dem Zelte stehend; die andere der Marschall Soult (zu Stettin 1808). Noch in 1790 reiste weitsch nach Hamburg, wo er innerhalb neun Monaten mehrere Bildnisse lieferte, jedoch im Jahr 1791 nach Braunschweig zurückkehrte, da ihn der Herzog beschäftigen wollte Er sollte nämlich in dem neuen Corps de Logis ein Zimmer mit italienischen Ansichten mahlen, weitsch entwarf bei dieser Gelegenheit Ideen zu einer besonders geschmackvollen Zimmerverzierung; sie kamen nicht zur Ausführung, da man glaubte, daß sie zu kostbar ausfallen dürften. Damals schilderte er die zu Braunschweig anwesenden beiden Prinzen von Dramen ab; den Erbprinzen an eine Kanone gelehnt und den Prinzen Friedrich in der preußischen Kavalerie - Uniform. Dann auch den Erbprinzen von Braunschweig auf einem braunen Engländer sitzend; und denselben nochmals nebst seiner Gemahlin, und zwar wie letztere an der Staffelei sitzt und das Bildniß ihrer Frau Mutter der Erbstatthalterin von Holland in Pastell malt. Alles lebensgroße Bilder. Obwohl ihm keine Zeit zur Landschaft übrig blieb, so kitzelten ihn seine Finger doch so hiernach, daß er eine solche mahlte, auf welcher man einen Wasserfall und eine Mühle sah. Der Abbe De- nis fand viel Vergnügen an diesem Stücke und machte gleich einige artige Verse zu dessen Lobe, und sagte davon: »Diese Bild ist ganz in meine Genro ermahl" l Sein zu Berlin befindlicher Bruder schrieb 179s dem Bruder und dem Vater, wie der Minister von Hcynitz, Curator der Kunstakademie, wünschte, von ihren Arbeiten auf der Berliner- Ausstellung zu sehen. Und dies geschah auch in dem nämlichen Jahre; der Vater sandte einen großen schönen Wald und der Sohn das Bildniß des Vaters mit dem Pudel, benebst der Kopie der Madonna della Scdia. Ihre Stücke erwarben sich allgemeinen Beifall und die Akademie nahm sie zu wirklichen mit Sitz und Stimme begabten Mitgliedern auf. Auch wurde Friedrich Georg von dem Minister von Heynitz aufgefordert, Berlin zu besuchen. In 179 ^ heirathete er Christiane Elisabeth Schröder, Tochter des brauiiscbweigi- schen Echloßverwalters. Sie war die jüngste von 1 Weitsch. Weitsch. 60 g 7 drei Schwestern; die älteste Caroline heirathet« den Maler Schwarz, der viel in Pastell arbeitete, und die zweite Louise den Landschaftsmaler Daniel du Pree zu Amsterdam. Weitsch lebte mit ihr, in einer zwar kinderlosen, sonst aber sehr glücklichen Ehe, da sie eine allgemein geachtete Frau von dem liebenswürdigsten Charakter ist, mancherlei Talente besitzt, und noch itzt für eine junge und schöne Frau angesehen werden kann, obgleich sie ihr 53 stes Jahr zurückgelegt hat. Fried, rich gebrauchte sich oft ihrer Hände zu Modellen, und hat sie selbst mehreremale abgemalt. In 1795 reiste er nach Berlin, wo er sich eines ehrenvollen Empfanges zu erfreuen hatte; sowohl von dem Minister von Heynitz, als von den Künstlern der Akademie, unter denen er mehrere alte Bekannte aus Italien traf, als Schadow, Lütke und Gräftsch. Er mußte gleich einige Bildnisse fertigen und wurde dann von dem Herrn von Heynitz dem damaligen Kronprinzen (jetzigem Könige) und der Kronprinzessin vorgestellt. Des Kronprinzen Königl. Hoheit frug den Minister: Wir behalten den Herrn weitsch doch bei uns in Berlin ? und er antwortete: Ich habe bereits daran gedacht und ich hoffe daß es Herrn weitsch bei uns gefallen soll. Er erhielt nun den Auftrag die Kronprinzessin, ihre Fraulein Schwester die Prin-eß Louise, und die Minister von Heynitz und von Hardenberg in Lebensgröße zu malen ; welche Bilder auch bis zur Ausstellung beendet waren. Doch ging er wieder nach Braunschweig zurück, wei' ein ziemlich mittelmäßiger Künstler, der Professor O-, ihm mancherlei Kabalen spielte. Bei ihrem ersten Zusammentreffen sagte derselbe un- verholen und gleichsam als ein Kompliment in einem scherzhaften Tone zu ihm: Sind Sie der Mann, der seines Vaters Bild mit dem Pudel so schön gemalt hat, so mache ich Ihnen mein Kompliment. Sie werden hier bleiben? Nur einige Zeit, erwiederte Weitsch. Nein mein Herr, entgegnete der Professor, ich weiß es, man laßt Sie nicht fort. Aber verzeihen Sie mir, wenn das ist, so sind wir alle verlohren; denn Sie malen nicht allein Portraits, sondern auch Historien , Landschaft, Vieh, ja ! alles was Sie wollen. Verübeln Sie es uns demnach nicht, wenn wir suchen müssen Ihnen den Rang abzulaufen Dieser Professor und seine Bekanntschaft wußten es bei Friedrich Wilhelm II. auch so einzuleiten, daß Heynitz nicht durchdringen konnte; doch nahm derselbe Weirschen ein Versprechen ab, daß er wieder nach Berlin kommen wolle — was denn auch 1797 erfolgte, da unser Künstler in seiner Geburtsstadk glaubte gekrankt zu seyn. Itzt waren aber 14 Tage kaum verflossen als Heynitz ganz »»vermuthet ihm das Diplom einhändigte, was ihn zum Königlichen Hofmaler und Direktor der Berliner - Akademie ernannte; zwar nur mit einem Gehalte von 4 »v Rthir. nebst freier Wohnung, doch mit der Zusicherung noch anderer 600 Rthlr. die er von den Ausstellungsgeldern zu beziehen und dafür er jährlich ein Gemälde zu fertigen hatte. Es kann keinesweges geleugnet werden, daß dieser neue Wirkungskreis ganz für weit- schens Fähigkeiten paßte. Chodowiecki, Meil, Fritsch und Schadow schenkten ihm ihre Freundschaft, und er war der Mann, der auch solche zu würdigen und mit Achtung und Liebe zu erwiedern vermochte. Doch konnte er bei alle dem, dem Neide nicht entgehen und der abgedachte Professor D stand an der Spitze einer Gesellschaft — Nachtvogel, die seine Gemälde auf eine kränkende Weise recensirten, bevor sie noch zur Ausstellung kamen, aber an selbem Tage, wo dies geschah , solche Recensionen auch bereits gedruckt erscheinen ließen. Der Künstler wußte diese Dinge zu verschmerze», ohne deshalb auf Antikritiken zu denken , was er dem Publikum und dem Augenschein seiner Malereien überantwortete. Als ihn die Regierung i8o§ jn das neu acquirirte Hildesheimische beorderte, um in den dortigen Klöstern nach Kunstschätzen zu suchen, so fand er (außer zu Neuhaus bei Paderborn) zwar wenig was sich der Mühe verlohnte, doch sprach er bei dieser Gelegenheit zum letztenmal« seinen Va, ter, der drey Wochen später starb. Jn 1804 fertigte er ein großes Gemälde »ach Ossian: den Tod der Borminna. Die Malerei desselben brachte er in sieben Wochen zu Stande; das Studium dazu kostete ihn dagegen zwei Jahre Zeit. Die Folgen dieser Anstrengung, vielleicht auch das ungewohnte viele Sitzen (in Berlin verlohr sich seine Neigung zur Jagd, weil dort kein Wild gefunden wird, dessen Beobachtung seine Liebhaberei eigentlich abgab) führte eine Nervenschwäche herbei, an der er lange litt. weitsch unternahm daher mit seiner Frau 180h eine Reise nach Dresden, wo er so schwach wurde, daß er nunmehro den Stock seinen dritten Fuß benannte. Nachdem er Monat daselbst verweilt und seiner Frau zu Gefallen die H. Cäcilia nach Carlo Dolce in kürzester Zeit, zur Verwunderung der Dresdner Künstler, kopiert hakte, so kehrte er nach Berlin zurück. Jn dem kriegerischen, traurige» Winker von r 8 » 3 , mahlte er zu seiner Aufheiterung einige Idyllen und komponirte auch mehreres für die Tonkunst, in der sowohl er als seine Frau bewandert sind. weitsch glaubte daß die Musik von Nutzen für den Künstler sei, weil solche manche unklare Dinge wenigstens auf eine analoge Weise verdeutlichen könne. Jn r8o8 wurde er nach Stettin berufen um den Marschall Soult für den Marschalls-Saal in Paris zu malen ; sein früher dort hängendes Bild glich ihm so wenig, daß es Napoleon hatte abnehmen lassen. Er beendete die Arbeit zu höchster Zufriedenheit, und malte dann auch die Generale Compans, Con- dras und Ferion, so wie mehrere Obersten. Noch sollte er den Ma- schall in einer großen Parfor^e- Jagd (breit 16 Fuß, hoch 12 Fuß) malen. Die Skizze war angefertigt und der Menschen , Pferde und Hunde — Bildnisse besonders entworfen. Mein man sprach in Paris darüber, daß der Marschall in einer Parfor^e - Jagd wolle gemalt seyn , da er doch kein souverainer - Fürst sei. — Napoleon sollte sich geäußert haben, er selbst gedächte sich noch einmal auf gleiche Weise darstellen zu lassen; und daher geschah es, daß die Sache lau betrieben und nachher, als Soult nach Spanien gieng, gänzlich aufgelchoben und aufgehoben wurde. — Die Kriegsrroubeln hatten zwar unserm Künstler über io,c»oo Rthlr. gekostet; doch freute er sich bei alle dem, daß nur seine schöne Sammlung von Malereien und Handzeichnungen alter Meister und von Kupferstichen glücklich erhalten worden war Gemälde besitzt er von Cima- bue, Masaccio, Joh. Bellino, Titian, da Vinci, Raphael, del Sarto,, Fra Bartholomeo di St. Marco, Mantegna, Garofalo, Rubens, C. Crayer, Potter, Rubi'ns, van Dyk, Berghem, Ruisoael, Pynaker, Everdingen, Carlo Dolce, N. Poussin, Dürer, Mieris, G. Dow, I. Steen u. s. f. und noch reichnr ist er an vortrefflichen Handzeichnungen. — Jn i8l> besuchte er in Gesellschaft seiner Frau seinen Schwager, den Maler du Pree zu Amsterdanr, bereiste ganz Holland und bereicherte seine Sammlung dprch den Ankaufeiniger schönen Gemälde, weitsch lebte noch 1819 zn Berlin und war noch in seinem twsten Lebensjahre mit einem rastlosen Eifer und Fleiß zur Kunst beseelt. Betrachtet man die Werke unsers Malers, so findet man, daß seine Färbung treu der Natur und abwechselnd wie diese erscheint. Sie ist kräftig, doch so wenig dunk l als schmutzig. Sein Auftrag ist flach, pastös in den Liichkpartbien und durchsichtig klar in den Schatten. Da er auf Art der Nieder- 6088 Weitsch. lander malt, sich jederzeit für harte und bunte Farben hüthet und seine Bilder so behandelt- daß schon in ihrer Anlage eine völlige Harmonie herrscht, bis bey andern Malern gewöhnlich erst spater zum Vorschein kommt, so bleiben dieselben auch stehen und pflegen sich nicht zu verändern. Die Arbeit geht ihm schnell von der Hand, sei es mit dem Pinsel, dem Stifte oder der Feder; und er pflegt zu sagen: Arbeitete ich wie die meisten Maler, so hätte ich längst den Betelstab ergreifen müssen; vermöchte ich aber so anhaltend zu arbeiten wie Schwager du Pree, so wäre ich ein reicher Mann. Er malt und zeichnet alles was er ficht, auch Früchte, Blumen, Geflügel, Thiere rc.; denn er geht von dem Grundsätze aus, baß alles in seiner Art schön und nutzbar für den Maler seyn könnte, gleichviel ob die Linien so oder anders gezogen werden müssen, oder ob es die Formen eines schönen Menschen oder eines Pferdes sind; beyde haben gleiche Schwierigkeiten und gleiche Schönheiten, und man lernt, wie er sagt, aus den Formen des Menschen eben so gut die eines schönen Thieres kennen und beurtheilen, als aus den eines schönen Thieres die des Menschen. Dabey liebt er auch alle Zweige der Kunst, wenn nur in ihnen ein wahrer und guter Vortrag herrscht. Seine Werke find überall zerstreut. Unter die vorzüglichsten gehören, an Historien. I. Das Opfer des Crodo, dem man auf der Harzeburg die Erstgeburten opferte; mit vielen Figuren. In der Akademie zu Berlin befindlich. s. Die Schule des Plato, wie Diogenes den gerupften Hahn laufen läßi, in Lebensgröße. Ebendaselbst 3 . Der Tod der Komata, wie die Barden bey Fackel-Beleuchtung ihr Lob besingen, nach Ossian; lebensgroß. In den Zimmer der Königin zu Potsdam 4 - Gegenstück: Der Tod der Borminna, nach Ossian- Im Besitz des Künstlers. 5 . Die drey Stände, welch? am Altar des Vaterlandes, mit Gort, für König und Vaterland schworen. 6. Christus als Salvator Mundi; ein großes Knie- stück. 7. Ein schlafender Amor, unter einem Ro- fenbusche, aufweichen!eineNachtigalschlägt. Im Besitz des Künstlers. 8. Maria; vor ihr das Christuskind, was so eben vom Schlafe erwacht ist und den Johannes, dem es von überirdischen Dingen erzählt, mit der Hand an sich zieht; ein kleines Bild in alt italiänischer Manier. Bey dem Prinzen Friedrich von Preußen, g. Anbetung der Hirten; Nachtstück, die Beleuchtung geht vom Kinde aus; in der Garnisonkirche zu Potsdam. Lebensgroß mit >5 Figuren, in. Die Dorotheen, Post; eine Batterie vor Anklam, in der der große Churfürst Friedrich Wilhelm, mit seiner Gemalin Dorothea sich befinden; mit vielen Figuren. Im Königlichen Palais zu Berlin. An Landschaften: i. Der seiner Höhe wegen bekannte Berg Chim- borasso in Südamerika, mich dem Contour den Alex. von Humbold (den inan auch, mit seinem Freunde Bonplant und mit Indianern im Vorderrund sieht) von ihm entworfen hat. 2. Gegen- ück: Die Einsicht in den Hafen St. Peter und Paul auf Kamschalka, wo ein großer Eisberg die Landschaft schließt. Am Ei ngang des Hafens liegt das Schiff, mit dem Krussenstern die Welt umsegelte, und in einem Böthe sieht man denselben, den Botaniker Thilesius und den Astronom Hörner fahren. Im Königlichen Schlosse zu Berlin. Z. Eine Landschaft in Jdyllenstyl bey Sonneuntergang. Vorn erblickt man neben hohen Bäumen den in einen Fels verwan delten Battus, und den Apoll der die Rinder auf dem Berge hüthet. Die Aussicht über das Meer nach der Stadt ist bergig. Bey dem Kreismarschall von Sieoers zu Heimrhal bey Riga. 4 - Eine bergige Waldgegend mit großen Eichen. In der Liefe liegt an einem Welsch. sich herabschlängelden Bach «ine Mühle, in einem angenehmen Thal«. Mit Vieh staffirt; hoch 4 Fuß, breit HA Fuß. In den Zimmern der Königin zu Potsdam. 5 . Eine große, sehr reich komponirte Landschaft^ Vorn eine gebirgigte Gegend mit Thal und Fluss; auf der Seite im Mittelgrunde eine verfallene Burg; im Hintergründe die Meereslinie; die im Untergehen begriffene Sonne, steht in Gewitterwolken. Dieses in -8oo gefertigte Gemälde befindet sich bey dem Künstler. 6. Eine sehr reich komponirte Landschaft von 4 Fuß Länge. Ja der Mitte eine schöne in Westphalen nach der Natur gezeichnete Eiche, neben welcher eine Heerde Kühe vorbey getrieben werden, und hinter welcher rechts sich ein Wald hindurchzieht in dem man einige Hütten sieht. Links fließt ein breiter Fluß an einem Landstädtchen mit einem gothischen Lhux- me vorbey und hart am Flusse an der Ecke des Städtchens liegt ein Zwinger, der sich nach einer großen Stadt hinzieht. Flache Gebürge schließen den Grund. Im Vordergründe sitzt ein hübsches kandmädchen an einem Steine, zwey Lämmer unter den Armen haltend, neben ihr ein Jäger mit seinem Schweißhunde. Einige Kühe sind ans Wasser gegangen um zu saufen. Ein Mann stößt einen Kahn vom Ufer ab, in welchem ein Knabe ein Kalb hält, während dem seine dabeystehnde Mutter die weißgelb gefleckte Kuh an einem Strick« nachschwimmen läßt. Unter der großen Eiche sitzt ein alter Lauer der mit seiner Tochter spricht, der er vertraulich die Hand auf ihre Schultern legt. Auf dem Flusse sieht man einen Oderkahn mit Heu beladen und neben der kleinen Landstadt zwey Kähne mit Fischern die ihr großes Netz ans Ufer bringen wollen. Die Beleuchtung ist gegen Abend und ein Gewitter ist vorüber gezogen; noch zeigt sich ein Stück des Regenbogens. — Noch hat man mehrere kleinere Landschaften mit und ohne Vieh von unserm Künstler; meist in dem gefälligen Idyllen- styl, den er besonders liebt. An Bildnissen: Eine sehr große Anzahl, die wir nicht weiter rubriciren können, so wie seine Handzeichnungen, deren ee sehr viele lieferte. Sie sind theils auf weißem, theils auf gefärbtem Papier mit rother und schwarzer Kreide (aufgehöht), oder mit der Feder und brauner Tusche gefertigt. Mehrere seiner Arbeiten sind in Kupfer gebracht worden. Die so artig mit Figuren staffirte Prospekte von Pyrmont sind nicht, wie es oben G.ouZi. heißt, nach ihm, sondern nach seinem Vater von Geyser geetzt. Weitsch (Johann Anton August, gewöhnlich Anton), Bruder des vorstehnden FriedrichGeorg's, geboren zu Braunfchweig 1762. Sein Vater unterwies ihn in der Kunst, machte dann — nachdem er niedreres auf der Galerie zu Salzdahlum gezeichnet und kopiert hatte — in 1784 mit ihm ein« Kunstreise durch Holland und ließ ihn bey der Rückkehr zu Düsseldorf, woselbst sein Bruder bereits als Maler studierte. Mit diesem gierig er, dem Willen seines Vaters gemäß, auch nach Italien. Als sie drey Jahre spater sich wieder nach ihrem Vaterlands begaben, so trennten sie sich jedoch, da unser weitsch noch einige Zeit in Wien verweilte, woselbst er auf der Galerie mehrere van Dyck's abmalte. Noch besser gelang ihm aber eine Kopie nach Rubens (die eigne Frau desselben, die, aus dem Bade kommend , auf ein rothsammt- nes Küssen tritt), m der man das Original selbst zu sehen glaubr. Einige Monate später langte er in Braunschweig an, wo der Wunsch des Herzogs Ursache war, daß Weitsch sich ganz der Minia- türe ergab, die damals vorzüglich beliebt war. Er hat mehrere Reisen als Miniatur-Maler unternommen und wurde, keiner treuen und brav ausgemalten Bildnisse wegen, überall gelobt. Nachdem sein Vater gestorben war, wurde er 180Z als Galerie-Inspektor zu Salzdahlum eingewiesen, welche Stelle er biS 180V in aller Ruhe verwaltete. Weitsch, Weitsch. 608» Im Herbste dieses unglücklichen Kriegs-JahreS langte der Direktor Denon an und nahm 266 Gemälde aus der Galerie, die für das Museum Napoleon nach Paris abgesandt wurden. Seine ohnehin schwächliche Gesundheit — er litt an dev Kopfgicht — erhielt daneben durch noch manche andere ärgerliche Dinge, die bey der Westphälischen Occupatiyn statt fanden, so wie durch den Verdruß , daß der Anhang der itzt dominirenden Franzosen viele Bilder fast gerade zu entwandten — einen starken Stoß. Es grämte ihn ungemein als er seine Galerie verstümmelt sah. Nach Cassel kamen 200 Gemälde, davon sehr viele verlohren gegangen sind; mit 200 andern wurde er nach Draun- schweig versetzt, woselbst man sie dem Naturalien- Kabinette, nun von den Franzosen Museum benannt, einverleibte; der Rest der Malereien wurde zu Braunschweig versteigert; und die schöne Galerie die über iqou Gemälde zählte, war aufgelöst. Da die Franzosen Teutschland verließen, so nahm er 1814 zu Cassel die Salzdahlumer Gemälde wieder in Empfang, so viel deren in den Churfürst- lichen Schlössern noch vorhanden waren. Auch wurde er > 8 i 5 mit dem Hofrathe Emperius, dem Direktor des Braunschweiger Museums, nach Paris geschickt, um die geraubten Kunstsachen zu re- klamiren. Diese waren bereits abgeliefert, als es ihm noch gelang einige dazu gehörige Stücke im Pariser Museum zu entdecken und sich einhändigen zu lassen. Letzteres gab eine große Freude für ihn; denn er lebt gleichsam nur in der ihm anvertrauten Galerie. Uebrigens verheimlichte man doch noch einige Ho Bilder, die nachgesandt werden sollten, leider aber nicht eingetroffen sind. weitsch war seit dieser Zeit nach Möglichkeit beflissen gewesen, die Malereien wieder zu putzen und auszubessern; allein der bey weitem größere Theil bedarf der noch ferneren Beyhülfe seiner geschickten Hand. Anch muß wohl jeder eingestehen, daß die Verbindung einer Gemälde-Sammlung und eines Naturalien-Kabinektes sehr unpassend sey und sonst an keinem Orte statt finde. Mochte daher bald der Wunsch der Künstler und Kunstkenner erfüllt werden, und der bereits bis auf 800 Stück herangewachsenen Sammlung ein eigenes Lokale angewiesen werden. Dermalen (d. h. 1819.) sind nur einige Zimmer, die an das Museum stoßen, mit einem Theile der Gemälde behängt, die andern haben noch keinen passenden Platz zu ihrer Aufstellung gefunden. Dieser Künstler hat einige Söhne, die sich jedoch der Kunst nicht wiedmen. Zu Berichtigung mancherlei Miß- verstands bemerke man noch: Weitsch (Anton). So wird gewöhnlich der vorstehnde Johann Anton August, des Pascha's jüngerer Sohn genannt. — (Friedrich). Unter diesen Namen wird bisweilen sowohl der Pascha Johann Friedrich, als sein älterer Sohn Friedrich Georg aufgeführt. 7-^ — (Georg Friedrich). So ungenau schreibt man bisweilen den Namen des eben erwähnten Friedrich Georgs. — -7- (Johann Friedrich), wieder falscher Name des Friedrich Georg, sowohl bey Meu- sel 11 l. als oben bey uns S. 5 o 3 o. Somit sind von Künstlern dieses Geschlechts, im Grund keine andere, als der Pascha und seine beyden Söhne bekannt. II. Nachstehnder Art. ist oben S. 5071 . an feiner Stelle einzuschalten, aus Versehest unterlassen worden. weizel (Johann Jacob), geb. 1781 im Dorfe Hirslanden bey Zürch, Sohn eines Drexlers. In seinen Kinderjahren zeigte er großen Hang zum Zeichnen von Zierathen, die er mit bunten Farben ausmalte. In seinem Zehnten mußte er, um Brodt zu verdienen, in einer Seidenfabrike kleine Handdieyste leisten, zeichnete aber in den Nebenstunden Häuser, Bäume, Brunnen u. s. w. Im Vierzehnten, als jetzt der Knabe sich zu irgend einem Berufe entschließen sollte, entschied er sich für die Landschaftsmaler«, und kam (r/g-s.) nach Feuerthalen in die Lehre bey Heinrich Bleuler, der mit seinen colorirten Schweizer-Landschaften damals schon einen einträglichen Handel trieb. Diese Arbeiten wurden ganz fabrickartig ausgeführt, so daß Weyel, anstatt zum Bleystift, sofort zum Pinsel greifen, und die in Aquatinta geetzten, grau gedruckten Blätter mit Farben anlegen, alsdann die fertiger» seiner Mitschüler dieselben ausführen mußten, und der Meister solche beendigte; bey welchem Geschäfte also die Zeichnung durchaus beyfeitegesetzt wurde, das Coloriren aber ziemlich erlernt werden konnte. Was aber während dieser Zeit den ächten Keim zu seinen weiter» Fortschritten legte, war das Kopiren mehrerer Landschaften von Ludwig Hetze, deren geistreiche Behandlung ihn erst den richtigen Standpunkt ahnden ließen, von welchem er ausgehen mußte, um ein selbstständiger Künstler zu werden. Da sein Meister eine weitere Ausbildung seiner Zöglinge zu seinen Zwecken wenig vonnöthen hatte, der Unsrige aber gerne mehr erlernt hätte, hielt er die bedungenen sechs Lehrjahre nicht aus, sondern kehrte nach vier Jahren einsweilen nach Hause. Glücklicher Weise zeigte sich bald eine neue, ihrer Bestimmung nach der Bieulerschen ähnliche, aber auf höherer Stufe stehende Anstalt bey Johann Walser zu Herisau im C. Appenzell, in weiche er sofort als ein bereits fertiger Coloriste gerne aufgenommen wurde. Hier fand er einen Verein mehrerer achtungswürdiger Künstler, wie Lory den Vater, Catel und Ei'chler, welche für Walters Rechnung die bekannten schönen St. Petersburgers und Moskauer-Ansichten fertigte,,. Das Beysammenleben mit diesen geschickten Männern, welche weyeln mit gutem Rath redlich an die Hand, und mit ihrem Beyspiel vorangingen, hatten nun auf seine weitere Kunstausbildunii bedeutenden Einfluß. Vollends verwandte er nun mehr einen Theil seiner Frey- stundeu, unter Lory's Anleitung, auf seine erste» Versuche im Zeichnen nach Studien und nach der Natur, und malte von Zeit zu Zeit kleine Bilder in Winkelmann. 60 JO Wehel. Gouache. Unter diesen mannigfaltigen Beschäftigungen, stets im Kreise der gedachten wackern Männer, die zusammen das angenehmste, heiterste Kunstieben führten, verstoßen ihm eilf Jahre sehr kurz, als die Anstalt zu Herisau in 1809 sich auflöste. Lory, mit seinem bereits zum wackern Künstler herangewachsenen Sohne, war schon eilf Jahre früher, nebst seinem geschickten Neffen, Moriz, »ach Neuschatel gezogen, wohin der mit reichem Kunstsinn begabte HOsterwald ihn berief, unter dessen Leitung das mit Recht berühmte Werk der Vo^a^s pittoresque 6s Oenevs u Elan pur le 8implon (55 Bl.), von Lory Vater und Sohn gezeichnet, herausgegeben wurde. Dahin ging nun auch der Unsrige, arbeitete zu eben demselben Werke, copirte der Lory's Original-Zeichnungen, und kehrte dann ein Jahr spather nach seinem Vaterlands zurück. Von dieser Zeit an datirt sich sein selbstständiges Künstlerleben; seine Arbeiten wurden bekannt, und erwarben ihm viele Bestellungen. So malte er z. B. in Aquarell vier Bilder von Gegenden am Seeufer für den regierenden Fürsten von Dietrichstein, der sich damals in der Schweiz aufenthielt; so einen Transparent von ungewöhnlicher Größe, der den Rheinfall in seiner ganzen Fülle darstellte, den des Kaisers von Oestreich Maj. während seines Aufenthalts in Zürch an sich brachte, nebst einer Menge kleinerer, gefälliger Bilder, alle nach der Natur. Mittlerweile hatte sich weyel mit einer vortrefflichen Frau verheirathet, welche — aber, ach! nur auf kurze Zeit das eigentliche Glück seines Lebens gründen sollte, als ei» unglückliches erstes Wochenbett sie ihm bald durch den Tod entriß. In neuern Tagen zeigte besonders die Kunstausstellung zu Zürch von 1819 von ihm ein großes Bild: Den Flecken Art im C. Schwyz mit der UmFegend und Aussicht auf den Zuger-See, in einer herrlichen Abendbeleuchtung, gegenwärtig im Besitze des H. Pourtales zu Neuenburg; dann diejenige im gegenwärtigen Jahr (1320.) zwey wunderschöne kleinere Bilder von Montreux am Genfer-See, und vom näher gegen Wallis so reizend gelegenen Flecken Bex. Nach seinen Meister- Zeichnungen in Sepia, die er in den drey bis vier jüngsten Jahren alle nach der Natur an Ort und Stelle aufgenommen, hat F. Hegi io Ansichten bom Vierwaldstätter, 10 andere vom Zürch- Zugerr Wallenstätker, und Egerisee, und endlich, so eben wieder 10. vom Gensersee (letzter gemeinschaftlich mit Hürlimann), in Aquatinta geetzt, welche bey Orell, Füßli u. Comp. in Zürch, in drey Lieferungen (deren jede ein abgesondertes Ganzes ausmacht) colorirt, und mit Französischem Text begleitet, in Royalfolio erschienen sind, und in den nächsten Jahren noch mit ähnlichen Ansichten der Italienischen Seen, so wie des Neuenburger- und Constanzer-Sees, zn einem Ganzen über alle bedeutenden Schweizer- scheu Wasserspiegel sollen vervollständigt werden. Die Original-Zeichnungen zum ersten und zweyten Hefte hat eine geistreiche Brittische Dilettantin, MadM. Comptoir in London erstanden, und zum voraus auf alle späthern Beschlag gelegt*). So steht, unter den Schweizerschen Landschaftern in der schönen Gattung der Aquarelle, nunmehr der Unsrige mit und neben den beyden Lory's, wohl unbestritten, oben an. Gleich ihnen hat er sich d>e Schweiz zu Berg und Thal zum fast ausschließenden Gegenstand seiner Kunst gewählt. Eine besonders glückliche Auswahl seiner Standpunkte, die wahre Darstellung der charack, teuflischen Natur dieses Landes, ohne Uebertreibung seiner oft höchst /änderbaren Gebirgs- formen, welche, vor den Zeiten des klassischen Ludwig Hetze, alle altern, und seither so viele neuere Künstler sich zu Schuld kommen ließen, ein wunderschönes Baumschlag, reiche, doch nie überreiche Vorgründe, die anmuthigsten Mittelgründen, klare Wasser, die reinsten Lüfte, der Silberduft seiner Fernen, die sichere Bezeichnung der Tagszeiten, der Zauber seines Licht- und Schattenspiels, und zwar — alle dieses ohne eitelen Prunk, und, dem Anschein nach, fast ohne Mühe, be, zeichnen alle seine größten und kleinsten Bilder, die er, einmal reiflich überdacht, und auf der Stelle selbst entworfen, mit einer seltenen Fertigkeit auszuführen das Geschicke hat, sobald sein auch für alle übrigen ediern Freunden des Lebens reger Geist ihn, mit stets erneuerter Lust, an seine Arbeit führt, welche Ehre, und allgemeiner Beyfall immer reichlicher lohnt. *) Kleinere Blätter von Schweizergegenden endlich, hat nach unserm Künstler ebenfalls Heg! für die Helvetischen Almanache geetzt. » III. Auf diesen Art. wird oben S. 6018 . gewiesen. Winkelmann (Johann) *), geb. 1717 zu Stendal in der Altmark, der einzige Sohn eines dortigen armen Schusters. Unter solchen Umständen mußte er, dessen Neigung zum Studiren früh' erwachte, seine Jugend in äußerster Dürftigkeit zubringen, und sich mühsam durch Noth und Hindernisse durcharbeiten, um endlich in der zweyten Hälfte seines Lebens das Ziel seiner Bestrebungen zu erreichen. Den ersten Grund seiner Geistesbildung legte er in der Schule seiner Vaterstadt, wo er sich durch seinen Fleiß bald zu den obern Klassen hinaufschwang, und die Liebe des Rektors Läppert so sehr gewann, daß dieser ihn zu sich ins Haus nahm. Als spälherhin Blind- ') Wir scheue» uns nicht, durch Selkstgesta'ndniß unsern Lesern die leiste Mühe zu ersparen, ersten Anblicks zu finden, daß wir die einfachste und prunkloseste aller winkeliiiannisöbcn Biographien so wie sich dieselbe an der Spitze der Gesamtausgabe seiner Werke findet, fast buchstäblich (mit wenigen Auslassungen, und mit der einzigen wesentlichen Veränderung in Erzählung der Umstände seines Todes) bey Entwer- sung dieses Artickels zu»n Grund gelegt, dann aber denselben durch mannigfaltige, theils eigene, theils aus seinem Briefen u. s. f. gezogene Anmerkungen und einige litterarische Anhänge, wie wir hoffen nicht bloß erweitert, sondern auch erläutert baden. Winkelmanrr Winkelmann. 6091 heit den alten Lehrer befiel, war der Jüngling seln Führer und Vorleser, dem zugleich die Aufsicht über die kleine Schulbibliotheck anvertraut wurde; durch diese seinen Fleiß begünstigende Vortheile machte er besonders in der lateinischen und griechischen Sprache ungemeine Fortschritte. Aus einer in gedachter Bibliotheck befindlicher Schartecke, demAeueröfnerenAdellchenRitterplatz, lernte er zuerst (denn Alles muß doch seinen Anfang nehmen) etwas von Kunstgeschichte kennen. In seinem Achtzehnten (i/Z 5 a. k. 1/33.) ging er nach Berlin *) auf das Kölnische Gymnasium, wo er ein Jahr blieb, und wahrend der Zeit eine Fußreise nach Hamburg machte, um auf einer Versteigerung einige der beßten Ausgaben alter Klassiker zu kaufen, wozu er stch unterwegs bey Ade- lichen, Beamten und Pfarrern eine Beysteuer erbat **). In 17Z7 kehrte er auf eine Weile nach seinem Geburtsort zurück, wo er sich als Prafekt eines Corps von Chorsängern durch die Stadt einigen Unterhalt verschaffte, und mit diesem kleinen Verdienst noch seine armen Eltern unterstützen konnte. In i /38 begab er sich nach der Universität Halle, wo er, neben dem Genuß eines kleinen Stipendiums, von Unterstützungen seiner Land- leute lebte. Das Studium der Gottcsgclehrtheit, dem er sich widmen sollte, gefiel ihm nicht; desto mehr dasjenige der alten Litteratur und der schönen Wissenschaften. Durch dieses vornehmlich nährte er seinen Geist, und besuchte zn dem End noch fleißiger die Bücher- als die Hörsale. Nach zwey Jahren dortigen Aufenthalts bekam er daselbst die Bibliotheck des Kanzlers von Ludewig zu ordnen, dem er sich auch dadurch gefällig machte, baß «r aus dessen Umgang die Anfangsgründe des Feudalrechts erlernte. Jtzt erwachte bey ihm aufs neue eine schon frühe genährte Begierde, fremde Lander zu sehen, und er entschloß sich 1740 zu einer Wanderung nach Paris ***) und Rom. Die Mittel zu dieser Reise hofte er, sobald er in katholischen Ländern anlangen würde, allenfalls in den Klöster« zu finden, unter der Versicherung, daß er die — Religion andern, und in Rom sein katholisches Glaudensbekenntniß ablegen wolle. Aber er kam für diesmal nur bis nach — Gellen- Hausen in der Gegend von Frankfurt, wo er wegen des ausbrechenden Kriegs, der die Straßen unsicher machte, wieder umkehrte und nach Halle zurückging ^). Nachdem er sich einigemal vergebens an Geßner in Göttingen gewandt hatte, um dort durch dessen Fürsprache zu einem Amte zu gelangen, bekleidete er in den I. 1741—43. zwey Hauslehrerstellen zu Osterburg und Hei- mersleben bey Halberstadt -j-f-f-). Zwischen dielen beyden Anstellungen ging er auf kurze Zeit nach Jena, wo er anfangs Medizin und Mathematik studiren wollte, bann aber, weil er, um zu leben, Privatunterricht ertheilen mußte, diesen Vorsatz aufgab, und dafür in freyen Stunden Englisch und Italiänisch lernte. Zu Heimersleben gab die Benutzung der Büchersammlung eines ehemaligen Geiandk- schafts-Sekretairs am Französischen Hof*) ihm die Veranlassung sich auf das Studium der Geschichte zu werfen; und eben daselbst war es, wo er zweymal Bayle's Wörterbuch las und ex- zerpirte. — In 1743 erhielt er, durch seines Vorgängers, Boysens, Vermittelung das Conrekto- rat an der Schule zu Seehausen in der Allmark. Diese Lehrstelle war aber so karg an Einkünften, daß er genöthigt war **), bey den Einwohnern sich Freytische auszumikteln, und dabey so niederschlagend sein Pflichtgeschäft, rohe schmutzig« Buben in den Rudimenten des Lesens und Schreibens zu unterrichten ***). Dennoch verlor er den Muth nicht, und setzte seine Privatstudten (welche damals, neben den griechischen Classkern unk» Geschichte, noch die vorzüglichsten Dichter und Prosaisten der Franzosen, Britten und Jkalianer waren) mit solchem Eifer fort, daß er selbst i» kalten Winternächten nicht zu Bette ging, sondern von Mitternacht an, in seinen Pelz gehüllt-s-), auf einem Lehnstuhle nicht über vier Stunden schlief, ") Ob W. »och früher, oder dann etwas späther (sicher einmal) eine Zeitlang auch auf der Schule zu Salz- wedel frequentier habe, läßt Gurlttt (Notiz S 5 ) unbestimmt- Dreyßig Jahre späther ließ er aus Rom, durch einen seiner Freunde in der Schweiz, Sichern in Berlin bitten, ihm den dortigen Pastor Kuhze und Rector Damm zu grüßen, mit dem Anhange: Nur die Furcht ungünstiger Aufnahme, wegen seiner Rellgionsändcruug, hindern ihn, dem crstern selbst zn schreiben, und für vou ihm empfangene Gutthaten zu danken. Dr. a. d. Schweizer S. 97. »»") Seine» Gelüst nach Frankreich zu gehen, sollen Cäsars Commentare zuerst in ihm erweckt haben. 4 ) Was ihm auf der Brücke zu Fulda begegnete, war lustig genug, wo er sich den Bart machte, und einige vorbeyreisende Damen ein großes Geschrey erhoben, weil sie glaubten, daß er sich die Gurgel abzuschneiden im Begriffe stühnde. -j-f) Bey dem Rittmeister von Grollmann. fff) Bey dem Oberamtmaon Lamprecht, für dessen Sohn er die zärtlichste Liebe faßte, die aber dieser mit Undank belohnte, worüber w- sich bis an seinen Tod beschwerte, ohne jedoch über die Natur dieses Undanks sich vollständig auszudrücken! H. von Hanse». «*) Nach Gurlttt S-8. hätte er denn dock sein geringes Einkommen dadurch verbessert, daß er einige junge Adeliche, wie z. B- seinen geliebt?» Lamprecht und den Sohn des H. von Hanfes in Pension nahm, und dadurch in Stand gesetzt wurde, sich sogar große historische Werke, wie Daniel und R. Thooras anzukaufen. Höchst sonderbar ist, was ebenfalls l. c. erzählt wird, daß er, um diese Herren neuere Geschichte zu lehren, alle Tage 5 Jahre vornahm, und so drey Jahrhunderte in einem jährlichen Cursus mit ihnen durchging. ei»») Ms einem Schreiben von Bovsen an Gleim erhellet, daß er zu Seebausen anfänglich eben nicht in günstigem Ruf stand, theils weil es ihm an der äußern Gabe des Unterrichts gebrach, theils weil er nicht predigen konnte. Dennoch ging er spätherhin v»n Sethausen mit guten Attestaten des dortigen Magistrats, des Snpe, rinrendenten Noltenius und des Schulinspektvrs Schnackenburg nach Nöthenitz ab. Dr. nn Lünau vom -8. 2»l. -748- ch) Dieser diente ihm auch in Rom, immer noch als Mittel, ohne Feuer, Den» auch freye Heitzung harte er von der Eminenz Albani nicht erhalten. sich vor Frost zu verwahren. Q 14 6092 Winkelmann Winkelmann. bann wieder erwachte, seine Lampe anzündete, und bis 6 Uhr fort studirte, wo die Stunden des Unterrichts wieder anfingen. In dieser äußerst beschrankten Lage, und ohne Aussicht je einen größer» Wirkungskreis zu erlangen, blieb er fünf Jahre lang *) bis 1748, als er nach dem Tode seines Bakers aus eigener Bewegung den Muth faßte, an den Minister Grafen von Bunan nach Nöthenitz bey Dresden zu schreiben, und denselben um ein Geschäft in seiner Bibliothek bat, wo indessen die eigentliche Aufseherstelle bereits durch Franke besetzt war **). Dennoch wurde sein Gesuch günstig aufgenommen, und ihm die Stelle eines Sekretärs bey diesem unermeßlichen Bücherschatze, mit — 8 » Thalern Gehalt angeboten. Mit großen Freuden folgte er dem Rufe, und erwarb sich durch Fleiß und geschickte Ausführung der ihm aufgetragenen Arbeiten bald die Gunst und das volle Zutrauen des Grafen. Sein Hauptgeschäft war, zum Behufe der Reichsgeschichte desselben Auszüge aus den deutschen Ieitbüchern zu fertigen. Mit seinem Amtsgehülfe Franke lebte er lange in einiger Zurückhaltung; erst nach etlichen Jahren näherten sie sich einander, und schloßen bann eine innige Freundschaft, die sich erst mit dem Tode des Unsrigen endigte. Mittlerweile studirte w- auch zu Nöthenitz fleißig für sich, fuhr fort Altes und Neues (hier namentlich auch die Kirchenväter) zu lesen, und sich, nach seiner Gewohnheit, von allem Wissenswürdigen Auszüge zu machen, die ihm späterhin, bey seinen eigenen Arbeiten, von unerwartetem Nutzen waren. Die Nähe Dresdens dann, und der herrlichen Kunstschätze, deren Genuß ihn öfter nach der Residenz zog, weckten aufs Neue seine Liebe für die bildenden Künste, welche aus Mangel an Nahrung so lange in ihm geschlummert hatte, stärker als je. Er machte mit einigen auf der Galerie arbeitenden Künstlern Bekanntschaft, und faßte den Vorsatz, sich noch praktisch in der Kunst zu üben; aber er ward bald inne, daß er bereits zu alt sey, um darin noch etwas zu leisten, und daß er seine Neigung auf das theoretische und geschichtliche derselben beschränken müssen, zu welchem Ende Lipperts, L. von Hagedorn ***), und des Malers Oeser, Umgang, Arbeiten und Kunstsammlungen sehr lehrreich für ihn waren. Besonders wichtig war für ihn die freundschaftliche Verbindung mit dem letzter». Dieser geniale, feurige Künstler 'j') führte ihn eigentlich in das Heiligthum der Kunst ein, öffnete seinem Aug eine fruchtbare Ansicht ihrer Werke, und entzündete in ihm den Enthusiasmus für das Ideal des Schönen, welches zwar durch das Studium der alten Klassiker bey ihm bereits geweckt, aber noch zu keiner bestimmten Anschauung entwickelt war. Unter solcher Anleitung fing er an, die verschiedene Schulen der Kunst und den eigenthümlichen Charakter ihrer Werke zu studiren, und die theoretischen und praktischen Resultate, welche Oeser ihm mittheilte, gaben seinen Ansichten und Urtheilen die erste Richtung. Der trübe Gesichtskreis, in welchem bisher die Zukunft nur noch dunkel vor ihm lag, heiterte sich auf, und er sah nun das Ziel seines Strebens und Wirkens entschieden vor sich. Von nun an war Italien der einzige Gegenstand seiner Wünsche, und bald zeigte sich ein Schimmer von Möglichkeit zu Erfüllung derselben. Unter den vornehmen Fremden, welche von Dresden aus Nöthenitz besuchten, kam auch der Päpstliche Nuntius Archinto öfters dahin, um sich in des Grafen Bibliotheck umzusehn; in seiner dadurch veranlaßten Bekanntschaft mit Winkelmann fand er oft die Veranlassung, die vielseitige Gelehrsamkeit desselben zu bewundern, that ihm den Vorschlag nach Rom zu gehen, um dort auf einem größer» Schauplatze mit seinem Kenntnissen zu wuchern, und zeigte ihm zugleich die lockende Aussicht auf eine Stelle in der Vatikanischen Bibliotheck, wozu denn freylich erfo- derlich sey, daß er vorher zur katholischen Religion übergehe In der Stimmung, worin ") Mit welcher Philosophie s. noch einen Brief an den Verfasser der gegenwärtigen Zusätze aus Rom vom IZ. Jul. 1764 worinn es heißt: «Wir sollen wie Kinder an der Tafel seyn, und zufrieden nehmen was uns vorgeleget wird, nicht selbst zulangen oder murren, und unsere Person die uns gegeben ist, sie mag sevn wie sie will, gut spielen. Ich habe den Schulmeister mit großer Treue gemacht, und ließ Kinder mit grindigten Köpfen das A B C lesen, wen« ich während dieses Zeitvertreibs sehnlich wünschte zur Kenntniß des Schönen zu gelangen, und Gleichnisse aus dem Homerus betete. In Sachsen schrieb ich den ganzen Tag alte Urkunden und Chronicken aus, und las Leben der Heiligen, und des Nachts den Sophokles und dessen Gesellen. Ich rief mir aber beständig zu, wie noch jetzo: *) Stille mein Herz, Geduld! du ertrugst wohl schwerere Uebel. Driefe a. s. Freunde i. d. Schweiz S. 156. Die mehrere Daten zu der »herzählten Geschichte von w. frühern Schicksalen finden sich hauptsächlich in dem bey Daßdorf 1. S. 7— >2. enthaltenen lateinischen Briefe an den Grafen von Bünau (Dat. See- hauscn, 10. Jul. ,74g) der sich, charakterisch genug, schließt wie folgt: IHgeslmum SQIIUM nune primuni complevi. Munäuz corziori», <;uSlltuin sieri poluit, genio «eculi sccoillOlisruz esc, non ecguilleni vils j,rss-e»ti inter ingeoi», >;ui oum Iillrriu» »pecrurem, ^uo icer sacers sere tjuolsnnis covsuevl, cou^sroinsre eursvi vesUllieoia ino- llesce ur non siuilesc elegsnlium tiomwuni c>r» suliire. c)uo>. und ff. das Räthsel aus w. damaliger Kränklichkeit an Leib und Seele lösen will, scheint uns wenigstcue nur halbwahr zu seyn. n»») Dresd. u. Leipz. -755. bey wnlther. f) Doch darüber einmal das, eben nicht vom Geiste der Alten geprägte Wort aussprach: in sein rechtes Wasser" (nach Rom) „kommen!" Q i» „Dieser Fisik soll X Winkelmann. Italienische; bald hieß es, sie sollte gar (man Lenke!) ins Französische übersetzt werden *) ,Um aber die Wirkung in Deutschland noch vollständiger zu machen/ beschloß w. sie in einer andern Schrift selbst anzugreifen; und dann in einer dritten sie wieder zu vertheidigen. Dies geschah auch/ und die drey Schriften erschienen zusammen verbunden (172 S.) wieder bey Walther im ff. Jahr (1756.) als der Verfasser bereits in Rom war. Denn nach Beseitigung aller Hindernisse ging er endlich mit einem Jahrgehalte von so» Rthlr. die der König ihm durch seinen Beichtvater/ als eine Privatuntcrstützung von diesem auszahle»/ und noch auf ein folgendes Jahr zusichern ließ/ im Herst 176h nach Italien ab/ und langte/ nach einer Reise von acht Wochen über Tyrol/ Venedig, Bologna u. s. f. zu Rom an **). Jtzt war er am Ziel seiner Wünsche. Mit guten Empfehlungen versehen, fand er bald Freunde und Beschützer. Sein Bekehrer Archinto war bereits wieder von seiner Nunziatur zurückgekehrt; Dietrich hatte ihn an den damals schon berühmten R. Mengs empfohlen, per ihn mit Freundschaft aufnahm, und es entspann sich zwischen ihnen bald ein Verhältniß, das beyden zu großem Nutzen gedieh. Mengs war dem mit Kenntnissen des klassischen Alterthums ausgerüsteten Gelehrten «in erfahrner Leiter im Gebiete der Kunst, und dieser hinwieder für den denkenden Künstler eine reiche Fundgrube von Kenntnissen des Alterthums. Winkelmann war täglich in seinem Hause, studirte und schrieb bey ihm, und schon in den ersten Monaten ihres Zusammenlebens beschloßen sie, gemeinschaftlich ein Werk über die Kunst zu schreiben ***). Damals saß der gelehrte Benedlkt XI V auf dem Päpstlichen Stuhl. Seine «rsten Vertrauten waren die Cardinäle Passionei und Alex. Albani, jener durch Gelehrsamkeit, dieser durch Kunstliebe, beyde durch Geiss aus, gezeichnete, aufgeklärte und freydenkende Männer, welche bald an dem Sächsischen Gelehrten, der ihnen schon durch vorläufigen Ruf seiner großen Kenntnisse empfohlen war, Geschmack fanden, und sich für sein Beßtes verwandten. Archinto, der indeß Kardinal u. Staatssekretär geworden war, bekümmerte sich, aller ehemaligen Versprechungen ungeachtet, anfangs gerade am wenigsten für ihn; und, auf Bianconi's Empfehlung geschah' es, daß, durch Vermittelung des Päbstlichen Leibarztes Laurenti, Winkelmann schon im Anfange des I. 1766 eine Audienz bey dem Papst erhielt, der ihn leutselig aufnahm und seines Schutzes versicherte. In der ersten Zeit lebte er, auf seine kleine Pension beschränkt, ziemlich kärglich, aber zufrieden, und entschloß«», keinem Großen seine Freyheit zu verkaufen, so lang er sie je behaupten könnte. Daher schlug er z. B. die Biblisches karstelle bey dem Kardinal Passionei aus, der ihm darum nicht minder den freyen Gebrauch derselben erlaubte, und ihn oft in seine Gesellschaft und an seine Tafel zog. Erst später folgte auch Archinto diesem Beyspiel, als er sah, daß W. Winkelmann. von jenem, und überhaupt von den Großen des Päpstlichen Hofes mit solcher Auszeichnung empfangen wurde. Das erste Jahr seines Aufent, Halts in Rom brachte er größtentheils mit der Betrachtung der ältern und neuern Kunstwerke zu, um seinen Sinn zu üben, und durch Ver- gleichung das Bessere vom Schlechtem und das Neue vom Alten mit richtigem Blick unterscheiden zu lernen. Unter diesen Bemühungen hätte er einst in der Villa Ludovisi beynahe das Unglück gehabt, von einer Statue erschlagen zu werden, auf deren Fußgestell er gestiegen war, um ihren Kopf näher zu betrachten, und die mit ihm umschlug. Seine erste schriftstellerische Arbeit in Rom sollte ein Werk sey», unter dem Titel: Ueber den Geschmack der Griechischen Künstler, wozu er die Beschreibungen der vorzüglichsten alten Bildsäulen verfertigte, von denen er späterhin die wichtigsten seiner Geschichte der Runst einverleibt hat. In ihrer ersten Gestalt blieb jene Schrift unvollendet, und ebenso eine zweyte, die von Ergänzung der alten Statuen handeln sollte. Es gohr noch zu sehr in seinem Kopfe, und sein Gemüth war von Eindrücken aller Art noch zu stark beengt, als daß er sogleich einen bestimmten Plan für seine künftigen größer» Ausarbeitungen hätte fassen können. Im folgenden Jahre, als W- bey der ungewissen Aussicht, ob seine Unterstützung aus Dresden während des Kriegs länger fortdauern würde, seine so lang« bezeigte Sprvdigkeit milderte, und dem Kardinal Archinto seine Dienste anbot, ließ ihm derselbe in dem Pallaste der Cancelleria, wo seine Bibliothek stand , einige Zimmer zur Wohnung anweisen, um die Aufsicht über diesen Bücherschatz zu führen, und denselben zu ordnen. Mi tlerweile war nicht nur seine Pension aus Sachsen, sondern auch die Zusicherung ihrer fernern Fortdauer eingelaufen; und nun begnügte sich w. von dem Kardinale, ohne einige weitere Belohnung bloß die freie Wohnung anzunehmen, und setzte sein aufgetragenes Geschäft mit Eifer fort. Gelegentlich macht« er um diese Zeit auch die Bekanntschaft der ausgezeichnetsten Gelehrten in Rom, unter welchen erden Canonikus Gracomelli besonders schätzte, der damals für den beßlen dortige» Griechen galt. Früher noch war er mit dem Baron von Stosch in Florenz, welcher eine der reichsten Sammlungen geschnittener Steine und anderer Kunstschätze besaß, in einen Briefwechsel gerathen, und ersterer, der mit dem Kardinal Alex. Albani in freundschaftlichen Verhältnissen stand, empfahl demselben seinen deutschen Landsmann so nachdrücklich, daß w- vornehmlich dieser Empfehlung das Vertrauen des Kardinals und seine nachherige Aufnahme in dessen Dienste verdankte. Der Baron starb 1767 und hinterließ seine Kunstschätze einem Sohn seiner Schwester, Muzel-Stosch mit dem Wunsche, daß W. das Cabinet der geschnittenen Steine ordnen möchte. — Schon seit Jahr und Tage war eine Reise nach Neapel, hauptsächlich der herculani- schen Alterthümer wegen, sein Wunsch und Vor- s) Was, nach Daßborf l- S. -z. Note") wirklich geschah. Hubers Biographie von w. hingegegen behauptet das Gegentheil; wohl sey von einem H. Wächter ein ausführlicher Ertrakt dem Jeoncrheftc des Journal etranger von 1756 beygerückt worden. Ins Englische übersetzt ( 8 ? London 765.) wurde solche durch den Maler H. Füßli. i»u) Nachrichten von seiner Reise dahin s. vornehmlich in einem Briefe an Franke vom 7. Dez. und in einem andern an Berendis vom 20. Der- -755 beyde von Rom batikt. Ueber den Eindruck, welchen Land und Leurhe in Tyrol auf ihn gemacht, spricht er mit besonderm Enthusiasmus. au:») Die ersten Nachrichten w. von seinem Befinden in Rom sind in zweyen Briefen, an den Grafen von Büuan, und seine» Bibliothekar Franke (bende vom 29. Jan. 1756.) enthalten. Den erstern achtete er bis an dessen Tod, neben dem P. Rauch, für seine» größten Wohlthäter, und schrieb noch unterm 26. Jun. 1762 als er des Grafen Hinschcid erfuhr, an Franke: «Ich sinne auf Gelegenheit, demselben ein öffentliches Denkmal meiner ewigen Dankbarkeit zu hinterlassen; aber es wird spät werden, und vielleicht wird meine Seele mit dessen «dein Seele vereinigt, ehe es geschieht" Winkelmann. Winkeln, ann, 609S fatz; erst im Frühjahr 1768 konnte er denselben in Erfüllung setzen. Mit guten Empfehlungen versehen, machte er dort die Bekanntschaft des Ministers Tanucck, des damaligen Kaiserlichen Gesandten Grafen von Firmian, des (ältern) Grafen Galiani, Übersetzers des Bl'truv, u. a. ausgezeichneter Männer. Dessen ungeachtet hatte er mit vielen Hindernissen zu kämpfen, um jene Alterthümer gehörig betrachten zu können. In Porti« brachte er fünf Wochen zu, besuchte alle Gegenden um Neapel uud die altgriechischen Tempel von Pästum, welche damals noch Wenigen bekannt waren, und kehrte dann mit einer reichen Ausbeute neuer Kenntnisse nach Rom zurück, wo inzwischen Benedikt XlV. gestorben war. Während seines Aufenthalts in Neapel erhielt der Unsrige von zweyen Freunden, die ihn nicht persönlich kannten, dem Kupferstecher Wille in Paris und dem H. Caspar Füßli in Zürch *) eine geringfügige Unterstützung **). Seine erste gelehrte Arbeit nach seiner Rückkehr gen Rom waren Berichte über die Herkulanischen Alterthümer, welche er hauptsächlich für den Churprinzen von Sachse», von Zeit zu Zeit in Briefen nach Dresden übersandte, und die, unter oft langen Unterbrechungen , bis 176Z fortdauerten. Da der Aufseher des ChurvrinzlichenAntiken- n„dMünzkabinets gestorben war, so ward ihm die Hoffnung gemacht, daß er nach seiner Rückkunft diese Stelle erhalten werde. — Im September (17H8.) reiste er, auf öftere Einladung von H. Muzel-Storch nach Florenz, um das oben erwähnte Kabinet zu ordnen, welches dieser verkaufen wollte, und ließ sich von demselben bereden, ein beschreibendes Verzeichnis davon in Französischer Sprache zu fertigen. Gegen neun Monate hielt ihn diese Arbeit zu Florenz auf, die er nachher in Rom vollendete ***). — Gegen End des Jahres st. Archinto; und nun ließ ihm der Kardinal Alex Albani, durch den Canonikus Giacomelli die Stelle eines Bibliothekars und Aufsehers über seine Alterthümer mit freyer — Wohnung und — lo Scudi monatlichen Gehaltes antragen. N) fühlte sich um so viel geneigter, diesen Antrag anzunehmen, da er früher schon für den Kardinal eine besondere Achtung genährt, und daneben mehr als je Ursache hatte zu fürchten , daß während des Kriegs irgend ein weiterer Zufluß von Dresden ausbleiben dürfte. Im Julius zog er zu seinem neuen Herrn und Beschützer in die Wohnung, welche derselbe ihm in einem Theil seines Pallastes eingeräumt hatte. Unter mancherlei Entwürfen von Schriften. welche un- ausgeführt geblieben sind, arbeitete W. immer fort an seiner Geschichte der Kunst, die er anfangs einem Buchhändler in Zürch in Verlag geben wollte, um sich für das oben erwähnte Geschenk dankbar zu erweisen -j-); aber durch seine Reisen nach Neapel und Floren; und durch fortwährendes Studium erweiterten seine Kenntnisse sich so sehr, daß er, von der Dürftigkeit des ersten Entwurfes überzeugt, dieses Werk aufs neue völlig umzuarbeiten beschloß; und da seine Unterstützung aus Dresden fortdauerte, auch seine Lage in Rom sich indessen verbessert hatte, so nöthigte ihn nichts, sich mit der Ausführung zu übereilen. Im Sommer 1760 endigte er feine Anmerkungen über die Baukunst der Alten, welche jedoch erst zwey Jahre später aus Licht traten. — Während des Sommers 1761 erlitt w zwey Verluste. Es starb nämlich der Cardinal Passionei, der bis an sein End sei» Gönner geblieben war; und sein beßter Freund Mengs ging um dieselbe Zeit, als erster Maler des Königs von Spanien, mit 8n«o Scudi Gehalt nach Maorid Dann entspannen sich zwischen dem Unsrigen und dem Landgrafen von Hessen-Kassel, der ihn an seinen Hof zu ziehen wünschte, Unterhandlungen, die sich aber bald wieder zerschlugen. Noch wahrend derselben ward V von dem Churprinzen zu Sachsen zum Aufseher seines Museums ernannt; da aber die Stellt erst drey Jahre nach dem Frieden besetzt werden sollte, so durfte er sich mit der Annahme nicht übereilen; auch gefiel ihm in seinen neuen Verhältnissen mit Albani der Aufenthalt in Rom immer mehr, so daß er bereits Plane machte, für immer dort leben zu können. Ein ihm angetragenes Canonicat an der Rotunda schlug er indessen aus, um die Tonsur nicht nehmen zu dürfen, und frey zu bleiben. Nachdem oer Kardinal Albani an des verstorbenen Passwnei's Stelle Bibliothekar des Vatikana geworden, hatte er die Hoffnung, die erste erledigte Stelle an derselben zu erhalten; erfolgte dieses, so war er hinlänglich versorgt, und an eine Rückkehr nach Deutschland schwerlich mehr zu denken "m gleichen Jahr hatten die Akademien von St. Luca zu Rom, diejenige der Alterthümer zu Cortona, und die Societät, der Wissenschaften zu London ihn zu ihrem Mitglied ernanntZu Anfang des ff. Jahrs (1762.) machte w. in Gesellschaft des Sächsischen ») Verfasser der Geschichte der Schwerer-Künstler. Wir schäme» uns fast es zu sagen: Es bestand in — -5 Iecchini; aber dennoch war es ein verdienstliches Schärfchen vrn Seite zweyer eben nichts minder als begüterter Künstler. Dieselbe erschien (4. rio-enc«) ,76a und enthielt die Beschreibung von nicht minder als Z444 Steinen, wobey ihm (s. krekce p. 28 — 29.) ein gewisser Ionnnon St-Laureat theils als Uebersetzer, theils als wirklicher Mitarbeiter für diejenigen Steine behülflich war, welche Vasen. Schiffe und überhaupt die Marine der Alten zum Geg'nstand hatten. Allein in beyder Rücksicht wußte w. (wir glauben nicht ohne Grund) ihm sehr wenig Dank dafür. S- die Briefe an Gtosch -pa-s. Eine gerechte Würdigung des Ganzen s. ia He5nee Lobschrift S. 12—iz. f) Warum W- spätherhin seinen Sinn änderte, lesen wir in einem Schreiben an Geßner vom -7. Jenner 176, worin es heißt: „Man ließ mir wissen, daß es dem Hofe mißfallen würde, wenn ich, zumal in jetzigen Zeitläuften, diese Arbeit in der Schweiz drucken ließe, und daß ich allen Verdacht eines Preußischen Herzens, welches man mir mit Unrecht Schuld giebt, vermeiden müsse." Schw. Sv. S- -s- ff) Kurz vorher kam in Rom das angeblich alte Gemälde. Jupiter und Ganymed, zum Vorschein, von welchem w. in seinen Briefen öfter, als von einem der schönsten Werke des Alterkbums, mit hoher Bewunderung spricht, welches aber von Vielen (wir glauben nicht mit Unrecht) für die Arbeit von Mengs gehalten wurde. fff) Um dieselbe Zeit erschienen wieder zwey angeblich alte Gemälde zu Rom, deren Abbildung und Beschreibung w- allzuübereilt ku seine Geschichte der Kunst aufnahm, die aber, wie er einige Jahre ipäther entdeckte — diesmal von einem Schüler des Mengs, Johann Casanova, den er für seinen Freund hielt, eigens deswegen gefertigt waren, um seiner Kennerschaft einen demüthigenden Streich zu spielen — Dieser Casanova, wie wir aus Erfahrung wissen, gehörte überhaupt zu der Gattung Menschen, von denen I. I. Rousseau sagt: Daß sie einen Klumpen Hirn an der Stelle des Herzens tragen. S 096 Winkelmann. Winkelmann Grafen von Brühl seine zweyte Reise nach Neapel, besuchte aufs neue die dortige Umgegend und Alterthümer, und brachte wieder eine Menge Entdeckungen und Bemerkungen zurück, die er bald hernach in einem an gemeldken Grafen gerichteten Sendschreiben über die Herkulanischen Entdeckungen zu Dresden drucken ließ *). Noch etwas früher waren auch ebendaselbst seine Anmerkungen über die Baukunst der Alten erschienen **). Schon seit einiger Zeit hatte er hiernächst den Vorsatz zu der Ausarbeitung einer Schrift gefaßt, welche die Aufschrift führen sollte: Erläuterung schwerer Punkte in der Mythologie und den Alterthümern; als er aber Hand an die Ausarbeitung legte, erweiterte er seinen Plan zu einem größer» Werke mit vielen Kupfern, welches, ihm unter den Handen immer mehr anwachsend, etwa fünf Jahre spather, in italiänischer Sprache, unter dem Titel: lVlonumentl gntrekr inecliti ans Licht trat. Noch ein anderes Werk in lateinischer Sprache, woran er zu gleicher Zeit arbeitete, welches eine Erklärung noch nicht bekannter Griechischer Münzen enthalten sollte, und der Societät der Wissenschaften in London zugedacht war, ist vollends unausgeführt geblieben. Auch legte er nun, nachdem die Geschichte der Bunst in der Handschrift vollendet war, ernstlich Hand an seine Schrift: Ueber die Allegorie, zu welcher er schon in Dresden den ersten Gedanken gefaßt, und seit mehrern Jahren in Italien die Materialien gesammelt hatte Wahrend seines diesjährigen Sommeraufenthalts in Castel-Gandolfo befiel ihn ein bösartiges Fieber, das seinem Leben Gefahr drohte, und von dem er erst im Herbste wieder genas. — Um dem ersten Bedürfnisse seines Herzens, dem Triebe zur Freundschaft, ein Genüge zu leisten, wollte er Römische Briefe über Gegenstände der Kunst schreiben, ».seinen Freunden dieselben zueignen. Aber, wie so viele andere, blieb auch dieser Vorsatz seines immer mit neuen Entwürfen beschäftigten Geistes unausgeführt ***). Nur die kleine Schrift über die Empfindung des Schönen, welche er im Herbste 1/63 schrieb, und dem H. von Berg ans Liefland zugeeignete, ist als ein solches Denkmal der Freundschaft zu betrachten^); und die geistigen und körperlichen Schönheiten dieses liebenswürdigen Edelmanns konnte er seinen spälhern Freunden nie genug rühmen. — In demselben Jahr erhielt W- einen Antrag des Kardinal Migazzi in Wien, als Gesellschafter, mit 5 oo st. Gehalt und freyem Hausstand, in dessen Dienste zu treten; aber eine angemeßenere Beförderung ward ihm zur selbigen Zeit in Rom zu Theil, als er die durch den Tod des Abbake Venuti erledigte Stelle eines Oberaufsehers aller Alterthümer in und um Rom-f^), mit einem monatlichen Einkommen von 12— ib Scudi erhielt, und ihm noch überdies ein Jahrgehalk von bo Scudi von der Vatikanischen Bibliothek als Wartgeld ausgesetzt ward, bis ein Scrittorat an derselben ledig wurde. Diese Verbesserung seiner Lage bestärkte seinen Vorsatz, für immer in Rom zu bleiben, und selbst seine Aussichten auf Sachsen fahren zu lassen. Auch beschloß er nunmehr, keine Fremden weiter in Rom zu führen, um die Wurde seines Amtes, die Venuti dadurch herabgesetzt hatte, gebührend zu behaupten; doch machte er mit Fürstlichen Personen eine Ausnahme— Die erste Durchsicht des schon oben erwähnten Werkes der: Monument! ineöiti, dessen Text in demselben Jahre vollendete, übernahm sein gelehrter Freund Baldani; eine zweyte Correctur des Styl's der seiner Sprache klassisch kundige — Baumeister von Caserta, Vanvitelli. Indessen verzögerte die Menge der dazu erfoderlichen Kupfertafeln die Erscheinung desselben noch lange, besonders nachdem Casanova, der das Geschäft der Zeichnungen übernommen hatte, und auch die Kosten dazu größtenkheils vorschoß, im Sommer 1764 einem Ruft nach Dresden solgte, wo dann die ganze Last und Besorgung des Unternehmens auf den Unsrigen allein zurückfiel. — Mit dem Anfange des vorerwähnten Jahrs trat endlicd die Geschichte der Runst zu Dresden ans Licht. Aus derZueignung derselben an den H. Churfürst konnte er keinerlei Vortheil ziehen, da dieser letztere, ohne solche gesehen zu haben, mittlerweile Todes ver- bliech *). — Im Frühlinge desselben Jahres unternahm er, in Gesellschaft des nachberigen Rathsherrn Volkmanns aus Hamburg, dann des Verfassers der gegenwärtigen Zusätze, und der Künstlerin Angelika Kaufmann, nebst ihrem Vater, feine dritte Reise nach Neapel, wo er drey Wochen **) lang blieb, und, nebst mehrern neuen Entdeckungen zu Portici u s f. interessante Bemerkungen über die alten Theater sammelte, die er anfangs zu einer vermehrten Ausgabe des ersten Sendschreibens an Brühl bestimmte, nachher aber in einer besondern Schrift, unter dem Titel: zJachrichren von den neuesten Herkulanischen Entdeckungen, 2) 4° Dresd. 762. bey Walther 96 S- Ins Französische übersetzt von Huber erschien es (4? Paris) 764. bey Lillard. » 22) 4- Leipj. 76-. (->. li. 6-.) bey Dyck. 2«2) Einzig heißt es kn w. Biographie von Huber, es seyen ans einer Umarbeitung der Erdenken über -je Nachahmung dergleichen Briefe entstanden, welche w- in Italien edirt, und Suard sieben derselben ins Französische übersetzt habe. Zum Gewährsmann wird die Oaren« lin-i-ir« ä- t'Lurope 1s. V. ?sris 7Ü5. angeführt. k) 4? Dresd. 76z. (nicht 771. wie es bey Gurlitt heißt) bey Walther. ff) ^llliczuLrio äells Lsaiers ^poscolies. kkt) Und, ewig sey's ihm dafür gedankt! auch mit etlichen Schweizern, und wenigen Deutschen. Beurtheilungen der Gesch- d. Kunst, worin dem Verf. allerlei Gebrechen wollten nachgewiesen werden, fanden sich z. B in llessmg's Lavcovn S. 26, — gz-, von Hez-ne i d. Schriften d Götting. deutschen Gesellsch. V. t- S. 204. in Klotzens Mr?,. u. s. f. Auf ljessing s Einwürfe antwortete w späthtt i d. Vorrede r» den iVioouni. ineo. Die erste Französische Übersetzung dieses Werkes von Gevius und Robiiret, welche w verdienten Unwillen erweckte, erschien in zwey Oktavbänden, ?66. cl>e- 8->i,lsuc el Lm.rerüsin tüier tt-crevticil. Von den spälhern eben so wie von den italienischen, welche alle erst nach seinem Tod erschienen, wird unten die Rede sey». **) Die ich (nur wenige meiner spälhern Jahre ausgenommen) zu den seligsten meiner Tage zähle. Winkelmann, Winkelmann, 6097 dem Schreiber dies zugeeignet, ans Licht gab «). Als jenes erste Sendschreiben durch die Französche Uebersetzung, welche Huber, auf Verlangen des Grafen von Caylus davon gefertigt hatte, in Neapel bekannt ward, erhoben die dortigen Gelehrten acht — Neapolitanischen Lerm darüber, so daßN). mancher darin vorkommenden freyen Urtheile wegen, es für gewagt hielt, künftig wieder nach Neapel zu gehn **), und selbst sein Freund Galiani eine heftige Schrift gegen ihn drucken ließ.. In dem nämlichen Jahr erhielt er durch ein Päbstliches Breve vollends die förmliche Anwartschaft auf ein Scrit- torat an der Vakicana für die nächste Erledigung, und die Könkgl. Societät zu Göttingen ernannte ihn zu ihrem Mitglieds, wodurch eine erneuerte Bekanntschaft mit Heyne und mit dem Minister von Münchhausen veranläßet ward. Wegen einer in Deutschland erschienenen lügenvollen Lebensbeschreibung des Unsrigen, welche seinen ehemaligen Amksgenossen zu Seehasen *"*) zum Urheber hatte, faßte er den Vorsatz, eine Selbstbiographie zu schreiben, die aber eben so wenig ausgeführt wurde, als eine entworfene Abhandlung : von verderbten Geschmacke in Rünsten und Wissenschaften. Dagegen vollendete er in diesem Jahre seinen versuch über die Allegorie, der aber erst 176V mit einer Zueignung an die Societät zu Göttingen im Druck erschien^). — In >765 erhielt er von Berlin durch den Oberst Guichard (a.b. durch den Buchhändler Nicolai) den Antrag der durch la Croze's Tod erledigten Stelle eines Aufsehers der Biblio- tkeck und des Münz- und Antikenkabinets; da aber Ü? ^), ein Iahrgehalt von 2000 Thlr. verlangte, und der König nur looo Lhlr geben wollte so zerschlug sich die Unterhandlung, und jener ward dadurch aufs Neue in seinem Entschluße bestärkt, auf immer in Rom zu bleiben. — Um diele Zeit ungefehr entdeckte er den Betrug, welchen Casanova ihm (vielleicht nicht ohne Vorwissen von Mengs) mit den zwey angeblich alren Gemälden gespielt hatte; und von da an erkalteten seine freundschaftlichen Gesinnungen auch für diesen. Anzeigen über jene Täuschung sandte er nach Deutschland und Frankreich, in letztres Land, um zu bewirken, daß die Beschreibung dieser Pseudo-Antiken, wenigstens in einer Französischen Uebersetzung unterdrückt würde. — Zu Anfange i7vb kam der Fürst von Anhalt-Dessau, nebst dessen Bruder und dem H. von Erdmannsdorf nach Rom, wo w. ihr Führer war; und nie wurde er müde, seinen -Freunden das Lob dieses Fürsten zu wiederholen, der ihm vor Allen seines Standes, die er zu führen Gelegenheit gehabt, seiner hohen Bestimmung am würdigsten zu entsprechen schien *). Den größten Theil dieses Jahres brachte er dann mit der Ausarbeitung eines vortrefflichen ftiscorso preliminare seiner Nonu- menti inecliti, einer neuen Revision des Ganzen und der Besorgung des Abdruckes zu, wo ihm der Unfall begegnete, daß die bereits vollendeten ersten zehn Bogen (wegen eingeschlichener Fehler) umge- druckt werden mußten, was ihn dann nöthigte, die anfänglich auf Abdrücke bestimmte Auflage auf 6«,o herabzusetzen **) Ebenfalls zu Anfange »767 erschienen in Dresden die Anmerkungen zur Geschichte der Lunst mit einer Zueignung an Muzel-Stosch; dieselben sollten die Mangel der ersten Ausgabe ersetzen, bis eine zweyte vollständigere ans Licht tret n könnte, an deren Ausarbeitung er um so viel fleißigere Hand anlegte, damit sie einer Englischen Uebersetzung, welche der Maler Füßli in London besorgen wollte, zur Grundlage dienen könnten. Sein Vorsatz im künftigen Jahr eine Reise nach Deutschland zu machen, ward nun auch entschiedener, da Loussaint ***) in Berlin sich zu einer bessern Uebersetzung der Geschichte der Kunst bereits so gut wie verstanden hatte. Auch die alte Lust, eine Reise nach Griechenland zu machen, erwachte durch die Ausfoderung des von ihm ungemein hochgeschätzten Baron Riedesel's -j-), wieder lebhaft in ihm, und ec *) 4 ? Dresd. 764. bey Walther Zz S. *») Wir selbst wäre» Zeuge, wie sorgfältig er schon bey jeaer dritten Reise im verzeichnen seiner Vemerlungen zu Werke ging. »k») palzorv. Ueber dieselbe schrieb er an Usteri, unterm 8. De;. -764: „Es gehet ein besonder gedrucktes L ben von mir in Deutschland umher, welcbes ein mitleidiger Stümper entworfen, der mich nur bis an die Schulgrsnzen erreichen könne». Er hat nickt die mindeste Nachricht nach meinem Abzug aus dem despotischen Lande gehabt, auch nickt gesu nt; und was er hätte wissn können, hat er umgekehrt und verwechselt. Mich wundert, daß man die Erlaubniß zum Drucke solcher »ichts- würdigen Wische gebe. Die Deutschen haben nicht Geduld, höchstens noch ein: zeh n Iabre zu warten, bis ich zu meinen Vatern gehen werde, um die Wabrheit zu erfahren, die ich ihnen geschrieben in aller Aufrichtigkeit nach mir lassen will. Mein Bildniß soll so wahr in demselben erscheinen, als ich habe zu handeln wünschen." Sehr». Dr- S. -4>. Und noch in einem zweyten an Ebendenselben (20 Jan. -765.) Manches über die in dieser Schartecke entha.tenen schaamlose Lügen. f) Ueber diese Zuschrift findet sich, in einem Vriefe an L. Usteri von 50. Aug. >766 die sonderbare Stelle: «Mit meiner Anschrift an die Göttingische Societät ist es mir wiederum mißlungen; denn ich habe über dieselbe nicht die geringste Antwort erhalten; sie sprechen- es sey ihnen nicht« von mir bekannt worden. Ich habe es verdienet, weil ich wider meinen Vorsatz g'bandelt, welcher war, niemanden ferner etwas zuzuschreiben " Schrv. Nr. S- -54. Gegründete nnd ung'gründtte Erinnerungen gegen diese Schrift (zu welcher w ganz besondere Liebe trug) las man bald nach ihrer Erscheinung in den Gott. gel. Anzeigen, in der Gattecschen Bibliotheck, in der Sibliotb der Schon, w u. R., in Rlotzen's Deutsch. Bibi. B. IV. St. -6. S- 739. Look. die Gott. Anz. -792. St. 179. und Gurkitt S. 24 — 25. ff) Von Guichard selbst dazu aufgemuntert. fj-j-) Mit der Bemerkung, welche den Unsrigen besonders erbitterte: «Für einen Deutschen seyen -000 Thlr- genug!" 2) In einem seiner Briefe an ... nennt er ihn einen «Gottmenschen." 22 ) Dieselben erschienen (-. Vol. kom. toi.) 1767 u. 6g. Von den deutsche» Ueberfttzungen derMonumentr s. die Notiz unten. »->») Verfasser der Schrift: Lloeur«. f) Verfassers der Reise-durch Sizilien und Großgriechcnland, 8- Zürch >77-, L098 Winkelmann. Winkelmann, schwankte eine Zeitlang zwischen Deutschland und Griechenland; doch entschied er sich zuletzt für jenes, ohne dieses ganz aufzugeben; im Gegentheil hoffte er, durch unterstützende Beytrage aus Deutschland, künftig einen Plan auszuführen, den er lange gehegt hatte, nämlich in Elis Grabungen anstellen zu lassen, wo er Schatze der alten Kunst zu finden hoffte *). — Im'September des nämlichen Jahrs wagte w. seine vierte Reise nach Neapel, nachdem nämlich der dortige Minister Tanucci ihn seiner freundschaftlichen Gesinnungen versichert, und er auch mit seinen gelehrten Gegnern daselbst sich ausgesöhnt hatte. Wirklich wurde ihm wie ehemals vergönnt, die Alterthümer von Portier, und die Grabungen zu Herkulanum und Pompeji, so oft er wollte, zu besuchen. Er blieb zwey Monate dort, und erlebte in dieser Zeit das Schauspiel eines Ausbruchs des Vesuv, dessen Gipfel er, in Gesellschaft des erwähnten Baron von Niedesel, und des bekannten Alterthumforschers Hancarville, während der Eruption bestieg **). Damals hatte er bereits mehrere Materialien zum dritten Theile seines lVlonumenti ineckiti gesammelt, Manches ausgearbeitet, und Anstalt getroffen, daß die dazu erforderliche Kupfer nach seiner Rückkehr aus Deutschland zur Herausgabe bereit liegen würden. Als nun alle Schwierigkeiten beseitigt waren, trat U). in Gesellschaft des Bildhauers Cavaceppi (10. Apr. >768.) seineReise nach Deutschland an, die er allen seinen Freunden diesseits der Alpen schon mehrmals mit den Ausdrücken des lebhaftesten Verlangens angekündigt hatte ***). Ihr Weg ging über Loretto, Bologna, Venedig, Verona, durch Tyrol. Hier zwischen den hohen Gebürgen, die ihn vor iZ. Jahren so sehr entzückt hatten, veränderte sich zuerst seine bisher heitere Stimmung auffallend. Er konnte die schroffen Felsenwande, und weiterhin in Deutschland die— spitzen Dächer nicht ertragen; ihr Anblick versenke ihn in eine düstere Schwermuth, und Cavaceppi, dem dieser plötzliche Unmuth ganz unerwartet war, suchte vergebens ihn zu beruhigen und aufzuheitern. W. behauptete, er könne nicht weiter reisen, und müsse nach Italien zurück. Sie kamen indessen nach Augsburg und München, und sein Gemüths - Zustand verschlimmerte sich immer mehr. In München wurde er mit vieler Auszeichnung empfangen, und erhielt dort einen schön geschnittenen Stein zum Geschenk, der ihm eine vorübergehende große Freude machte. Als sie nach Regensburg kamen, äußerte er den festen Entschluß seinen Gefährten zu verlassen, und allein zurückzukehren, und meldete von dort dem Kard.Albani und dem Kupferstecher Mogalli seine nahe Wiederkunft. Alle Versuche seines Freunds, in Gute und Ernst und Unwillen, ihn zur Fortsetzung der Reise zu vermögen, waren vergebens; er gestand sein Unrecht, aber auch die Unmöglichkeit, davon ab- zustehn. Alles, was jener noch von ihm erhalten konnte, war, daß er noch bis Wien mitgehen wollte. Dort langten sie den 12. Mai, an, und dort meldete N). unterm 14. dem Fürsten von Dessau und seinem Freunde Muzel-Stosch in Berlin die Ursache, welche ihm eine weitere Fortsetzung seiner Reise unmöglich mache. In Wien ward er von dem Fürsten von Kaunitz u.a. Großen mit ausgezeichneter Hochachtung aufgenommen, -y Schon früher hatten ihm ein junger Marseillaner, besonders aber die Engländerin, Mylady Orford, ähnliche Anerbietungen gemacht, die aber in Rauch verschwanden. Diese letztere betreffend, schrieb er eines Tags (,7. Aug. >767.) an Riedesel, der sich damals, so wie erwähnte Miladv , zu Neapel befand: „Als wir einst zu Florenz beym (Minister) Man äffen, bezeugte sie ein großes Verlangen, mit mir weiter zu reden, und ich machte, wie mich deucht, den Tag bestimmt, sie zu besuchen. Ich kam zu einer sehr bequemen Stunde für eine Dame, und wurde nicht angenommen Sie stellet sich fremde, als wenn sie mich allererst itzo kennete, und gleichwohl war ich derjenige, der ihre Reift nach Griechenland regieren sollte, zu welcher bereits das Schiff fertig lag. Dieses war nach dem Tode des schönen Verschnittenen Dekly, um welchen sie mehr Thränen, als in ihrem übrigen Leben, vergossen hat." D-ißd- 1 - S.- 85 - Darum aber gab er seine Lieblingsgedanken nicht auf, und nährte namentlich die Hoffnung, bey seiner Reift durch DeutschlandActien zu sammeln, und einst, vermittelst derselben „eine Unternehmung auf Elis zu bewirken, und daselbst, nach erhaltenem Firman von der Pforte, mit hundert Arbeitern das Stadium umgraben zu können." S. den Brief an Heyne vom iz. Jenncr 1763- „Diese Sache" (fugt er hinzu) „liegt mir nicht weniger am Herzen, als meine Kunstgeschichte, und wird nicht leicht in einer andern Person die gleichen Triebfedern finden." - 2 -"') Wo sie an der glühenden Lava Tauben brieten, und auf dem Schloßplätze zu Pvrtici ihre Flaschen lärten, weil sie sich in den rings umher schwankenden und krachenden Häusern nicht für sicher hielten. S. überhaupt über diese vierte Reise nach Neapel vornehmlich den Bries an Franke vom 5. Dez. -767. Eine seltsame Stelle indessen befindet sich in einem Brief an Franke vom 6. Fcbr. 1768 also etwa vierMcs nate vor w Ende geschrieben. Sie lautet, wie folgt: „Endlich wird die Ruhe komme» an dem Orte, wo wir uns zu sehen und zu genießen hoffen! woran ich ohne die innigste Bewegung und ohne Freuden- thränen nicht denke» kann. Dahin will ich, wie ein leichter Fußgänger, so wie ich gekommen bin , aus der Welt gehen. Ich weyhe diese Thränen, die ich hier vergieße, der hohen Freundschaft, die aus dem Schooße der ewigen Liebe kömmt, die ich errungen und in Ihnen gefunden habe." Auch heißt es bey Dnßdorf l. 259. Not. „Der sel. Franke hatte am Rand dazu geschrieben: Daß er diese rührende Stelle nicht nur in ihrem ganzen Umfange gefühlt, sondern auch, so oft er sie gelesen (und dieses habe er mit unerklärbarer Webmuth sehr oft gethan) mit vielen Thränen benetzt habe. Indessen kündigte w. eben diesem Freunde später unterm 5. März seine nahe Ankunft bey ihm mit vieler Fröhlichkeit, und dem klassischen Ausrufe an: O! «„,<- sondern hinwieder auch das „süße Vielthun, was n,un will", beydes nur dort in solchem Maaße zu finden ist). In bevden dieser Briefe empfahl er den uun die Reise allein fortsetzenden Bildhauer Cavaceppi zu geneigter Aufnahme. Winkelmann. Winkelmann 6099 und letzterer zumal suchte ihn mit den eindrin- gendsten Gründen von der Ausführung seines Ent- schlußes abzuhalten. Allein er beharrte fest auf demselben; sein ganzes Wesen gerieth in die heftigste Bewegung; er stand todtenblaß, mit erstochenem Auge, stumm und zitternd da, so daß niemand weiter in ihn zu dringen wagte; auch wurde er unmittelbar nach diesem Auftritte von einem heftigen Fieber befallen, und mußte einige Tage lang das Bette hüten *). Er war noch kaum wieder hergestellt, als Cavaceppi ihn verließ, um allein seine Reise fortzusetzen, Winkelmann blieb noch bis zu Anfange des Iunius zu Wien, besah die dortigen Bibliotheken, Kirchen, Galerien und Kabinette mit seiner gewohnten Aufmerksamkeit; die Sicherheit, daß hinfüro ihn niemand an seiner Rückreise behindern würde, mochte ihm noch hinzu die nörhige Kraft geben. Der Baron von Sperges, der ihm bereits vor einigen Jahren die Stelle eines Sekretärs bey der Akademie der Künste angetragen hatte, stellte ihn zu Wien der Kaiserin Maria Theresia und der Kaiser!. Familie vor, welche ihn mit besonderer Huld empfingen, und reichlich beschenkt entließen, w. meldete dem Kardinal Albani diese ehrenvolle Aufnahme, nebst den vorlheilhaften Anträgen die man ihm in Wien gemacht, die er aber aus Liebe für Rom ausgeschlagen habe. Hierauf reffte er in den ersten Tagen des Iunius vergnügt von Wien ab nach Triest, um sich dort nach Ankona einzuschiffen. Nach der bisherigen, fast durchgängig für richtig angenommenen Meinung, war es schon unweit Trieste, daß ein Jtalianer sich zu ihm gesellte, und mit ihm die Reise bis dorthin zurücklegte. Nach neuern, bewährtem akttnmäßigen Nachrichten hingegen **) machte er die Bekanntschaft mit demselben erst in Trieste selber, wo sie am r. Jun. zufällig in dem nämlichen Wirrhs- hause zusammentrafen. Jener Fremdling hieß Francesco Archangeli; war aus Pistoja gebürtig, hatte bey dem Grafen Cataldi in Wien als Koch gedient, und war schon iM eines bey seinem Herrn begangenen Diebstahles wegen zu vierjähriger öffentlicher Arbeit verurtheilt, dann aber 1767 mit Erlassung eines Theils seiner Strafzeit begnadigt und des Landes verwiesen worden. Dieser abgefeimte Bösewicht entdeckte, bey des Unsrigen natürlicher Offenheit, bald dessen schwache Seite; er heuchelte Wohlgefallen an der Kunst ***), zeigte eine besondere Anhänglichkeit an seine Person, und erwarb so in kurzer Zeit dessen Vertrauen, wmkelmann erzählte ihm von seinen Umständen, zeigte ihm die Kostbarkeiten, die er am Wienerhof erhalten hakte, und vermied nicht, ihn seinen mit Geld wohlgefülllen Beutel sehen zu lassen f). Nach seiner Ankunft in Trieft sab' er sich nämlich genöthigt, einige Tage auf ein nach Ankona gehendes Schiff zu warten. Da er hier keine Bekanntschaft machen wollte, so blieb er meistens im Wirthshaus allein, während Archangeli es übernahm, die Angelegenheiten der Reise für ihn besorgen, und sich nach der ersehnten Abfahrt zu erkundigen. Einen Theil seiner müßigen Zeit vertrieb er mit Lesung des Homers, des einzigen Buches das er mitgenommen, machte einige Notaren, entwarf zum Voraus verschiedene Danksagungsschreiben, die er von Rom aus nach Wien senden wollte, und vertändelte zuweilen eine Stunde mit dem Kinde des Gastwirths, das er liebgewonnen hattet). Am 7. Jun. hatte sich Archangeli durch Ankauf eines spannelangen-Mordmessers und einer Rolle Bindfaden, den er zu einem Stricke flocht, zur Vorübung seines Verbrechens gerüstet, und wollte schon an diesem Tag dasselbe vollziehen; allein noch siegte auf kurze Zeit das Gewissen über ihn-j-f-fi). *) Besonders naiv, und wohl gewiß nach der Wahrheit, erzählt Cavacepvi selber in der Vorrede zum zweyten Theil seiner: ksccolrL U'suridis Slsrui- e,L. kal. tioin. 76g. alles Vorerwähnte, von der ersten An- Wandlung des Unmuthes an, welche w. beym Eintritt in die Tvrolergebürge b-fiel: Wie sich plötzlich sein Gesicht veränderte; seine pathetischen Ausrufungen über den Schauer der Gegend, und die abgeschmackte Bauart der Wohnungen; seine Aumuthungen an Cavaceppi, wieder mit ihm umzukehren, und oes letztem sowohl als Anderer Vorstellungen dagegen, bis auf die Scene im Ammer von Kaunitz; die eigensten Ausdrücke dieses Fürsten: „Wie können Sie das Herz haben, Ihren Freund zu verlassen, der mehr um Sie als um sich selbst in Unruhe ist? Bedenken Sie, daß er nun all in Iveitläufrige Länder durchreisen soll. deren Sitten und Sprache ihm unbekannt sind. Ich bitte Sie, so viel ich bitten kann, Ihren Vorsatz zu ändern"; den fürchterlichen Eindruck, welchen dieft letzte Instanz aufw machte und Cavac ppi's Eraebung: „Ich nahm ihn hierauf bey der Hand, und sagte mit gerührter Stimm' zu ihm: „Lieber Freund! Sie thu» übel; aber weil es Ihnen so gefällt, so tragen Sie nur Sorge für sich selbst; ick empfehle Sie Gort!" Wie er dann w- als ihn das Fieber befiel, in dem Hause des H. Schmidrmeyer's ließ, um ihm nicht länger mit seiner Gegenwart beschwerlich zu fallen." S. diese Stelle in der U-oersetzung bey OaßdorfU. S. 364 — 6g. n») In D- von Rosettt's letzter siebenswoche I. Winkelmanns s? Dresd. 8'8- und, doch etwas minder genau, im: ximsn->Lt> aus Uom cg»». So heißt es in der Biographie vor der neu n Ausgabe von w- Werken, welche bisher zum Tert unsers Art. diente; wir wissen nickt, aus welcher Quelle dieser Zug geschöpft ist. Wir unsers Srts, glauben aus der nähern persönlichen Kenntniß von w. sein Dahingehen an Archangel, uns hauptsächlich aus seinem Hang zur Gesellschaftlichkeit erklären zu müssen, welche sich, ohne langes Ueberlegen, auf den ersten ihm begegnenden Gegenstand warf, wenn er nicht gerade zur Seite einen bessern fand. f) Alle dies— wir dürften darauf schwören! nicht aus Pralerei, sondern aus — Langerweile, die ihn sogar verführte, dem Unholden allerlei vorzufabcln; wie z. B. daß er nach Wien geschickt worden, um der Kaiserin eine— Kabale zu entdecken, u.d.gl. So erzählt es Archangeli in seinen Verhören, was aber kaum glaublich ist; und eben so wenig, daß winkeln»»»» sich eines Tags gegen ihn geäußert, er woll? nächstens alle diese Schaumünzen der ganze Wirthstafel zeigen. Der Aug indessen, daß w. dem Pistojeser vollends seinen Geldbeutel zeigte, erhellet nicht aus den Akten, sondern eher das Gegentheil. -j-f) Aus welcher Quelle diese Umstände geschöpft senen, ist uns unbekannt. Nach den Akten sollte man vielmehr vermuthen, daß w. den größten Theil seiner Zeit mit Archangeli entweder auf dem Kaffeehaus, oder auf dem Zimmer, im Gkdahle mir diesem Nichtswürdigen zugebracht. fss) So wurde es nicht nur, nach einem Briefe des H. von Erdmannsdorf an Michael Huber (s. dessen Vorrede zur Franz. Usbersetzung der Kunstgeschichte S. LXt.11.) dem ersteru (wir wissen nickt aus welcher Quelle) erzählt: Winkelmann habe den Archangeli so freundlich zum Dejeun« einq laden, daß letztrer darüber für den Augenblick allen Muth verloren, sondern auch die Akren melden dies mir etwas verschiedenen außerwesentlichen Umstände», nach Arckangeli's eigener Aussage. S. Vosetti S. 23 — 24. der über Haupt über das Detail dieser schrecklichen Stunden (S-27 —3g.) nachzulesen ist. R 14 Am 8. gegen zehn Uhr, als Dinkelmann eben an seinem Tisch saß, trat derJtaliäner in ftinZim- mer. Diesen Augenblick benutzt der Bösewicht*), stellt stch schnell hinter seinen Rücken, wirft ihm den Strick um den Hals, und beginnt aus allen Kräften ihn zusammenzuziehen, w. greift mit der Hand in die Schlinge, sie von sich abzudrängen, wahrend der Mörder immer fester zieht. w springt vom Stuhle. Beyde ringen stehend mit einander. Jener ergreift sein Mordmesser; sie fallen kam- pfend zu Boden, aber unglücklicher Weise so, daß jener auf sein Opfer zu liegen kömmt, und ihm fünf Stiche in den Unterleib giebt — als durch das Geräusch des Falls, und das Röcheln des tödtlich Verwundeten Herbeygerufen der Kammeriere des Gasthofs ins Zimmer tritt, und noch eine Minute lang vor Schrecken unthätiger Zeuge des Kampfes war. So auf der That überrascht **), laßt der Mörder sein Messer fallen, und begiedt sich, bloß im Unterkleid, mit blutbeflecktem Hemde ohne Hut auf die Flucht: Noch den Strick um den Hals, mit zerrißnem Hemde, bluttriefend, rafft sich Dinkelmann auf, steigt vom obern Boden auf den untern, und ruft um Hülfe. Bald waren eine Menge von Zimmernachbarn um ihn her; man trägt ihn aufs Zimmer in sein Bett; ein Wundarzt wird schleunig herbeygeholt, und dieser erklärt die Wunden für tödtlich. Nun macht D- sein Testament, läßt sich mit den Sakramenten versehen, verzeiht seinem Mörder ***), und stirbt endlich, um vier Uhr Nachmittags, bey voller Gegenwart des Geistes. In seinem letzten Willen setzte er seinen Herrn und Gönner, den Kardinal Albani, zu seinem Universalerben ein, legirt seinem Kupferstecher der Monumenth Mogalli, NoZecchini, dem AbböPirami (a.k. Piremai) 100, 2 Zecchini dem Kammeriere des Gasthofes, und 20 zur Ausrheilung an die Armen in Trieste. Dem verruchten Archangeli war es indessen gelungen, die Venezianische Gränze zu erreichen. Allein da er hier bemerkte, daß die Polizei schon Anstalten zu seinem Verhafte getroffen hatte, so wendete e» sich wieder rückwerrs gegen Fiume, wurde aber zu Planina angehalten, und nach Adelsberg geführt, wo er auf das erste summarische Verhör sofort sein Verbrechen bekannte. Alsdann ward er ge- schloßen auf einem Karrn zu Lriest eingebracht. Hier machte man ihm den Prozeß, indem er noch vollends den ganzen Hergang seiner Missethat gestand, und seine äußerste Noth als Beweggrund dazu angab ^). Am 20. Jul. wurde das Urtheil, welches ihn zum Rad verdammte, auf dem großen Platze vor dem Gasthof, in welchem er das Verbrechen beging, wirklich vollzogen. Die von D. zu der zweyten vermehrten Ausgabe seiner Geschichte der Kunst theils ausgearbeitete, theils entworfene Handschrift, welche er auf seiner Reise mit sich führte, gelangte nach seinem Tode in Besitz der K.K. Akademie der bildenden Künste zu Wien, welche 1776 durch einige ihrer Mitglieder nach dieser Handschrift eine Ausgabe besorgen ließ, die aber, durch Nachläßig- keiten und Fehler aller Art entstellt, der Erwartung der Kenner keineswegs entsprach ^). Seine übrigen in Rom zurückgelassenen Papiere kamen in die Bibliotheck des Hauses Albani, und von dort 179g nach Paris in 21. gebundenen Heften, deren innere Gehalt ungleich beurtheilt wird winkelmann war, von Person, mittlerer Größe, ohne sich durch Wohlgestalt besonders auszuzeichnen. Er hatte eine niedrige Stirne, eine etwas gebogene spitze Nase, und kleine schwarze tiefliegende Augen, die ihm auf ersten Anblick etwas Düsteres gaben; aber um seinen Mund, obgleich er etwas starke Lippen hatte, schwebte ein anmuthiger Zug Wann sein Gesicht durch ein anziehendes Gespräch oder durch frohe Laune belebt war, so war der Ausdruck desselben angenehm und harmonisch. ES sind verschiedene Bilds Was er noch vorher mit w. für Gespräche geführt, um sein Schlacktopfer sicher zu machen, wird sehr ungleich erzählt. Die gemeine Sage war lange, daßw-, um dem Jtaliäuer noch einmal (?) seine Kost- » barkeiten zu zeigen, seinen Koffer öffnen wollte, und in dieser Stellung von dem Mörder überfallen worden. Allein die Akten bestätigen vielmehr die Erzählung unsers Tertes. Nicht, wie gewöhnlich erzählt wird, von dem Kind erschreckt, mit welchem winkelmann öfter zu spielen pflegte, und das jetzt an die Thüre klopfte. 22:-) An dem diesfälligen christlichen Sinn unsers großherzigen Freundes zweifeln wir sicher am Allerwenigsten. Indessen sind wir es doch der geschichtlichen Wahrheit schuldig, zu bemerken, daß es zwar freylich in der Vertheidigungsschrift für den Mörder heißt: »Es sey allbekannt, daß w., mitten unter seinen Todesqualen den Archangeli bedauert, und das Gericht selbst um Milderung seiner Strafe öffentlich gebeten habe", so wie es auch in dem sogenannten: Acten mäßigen berichte, welcher der Erzählung im: ^Iiosancli s»s i!om ,8>o. S. 222. u. ff. znm Grund ligt, noch ausführlicher steht: »Mit heldenmüthiger Sündhaftigkeit und wahrer christlicher Frömmigkeit, ohne sich je wider seinen Mörder beklagt zu haben, sondern ihm vielmehr als seinem Mitmenschen von Herzen verzeihend, und mit dem Wunsche, ihn, wenn es ohne dessen Gefahr geschehen könnte, nahe zu haben, um ihm noch einmal zum Zeichen der Aussöhnung die Hand zu drucken, starb er"; daß hingegen in den Prozeßprorokollen selber alle dessen nicht die geringste Erwähnung geschieht. -f) Nicht einmal eine solche Entschuldigung erhellet aus den Akten, sondern vielmehr ein Gewebe von Lügen und der ruchlosesten.Unverschämtheit in seinen Aussaaen, wovon wir nur diese zum Bevspiel geben: Daß er w. die Schaumünzen habe rauben wollen, um sie — aus Liebhaberei aufzubehalten. j"s) In der neuen Ausgabe von w. Werken (in. 1.1—1,11. Anm. zur Vorrede der Kunstgeschichte) heißt es: »winkelmann« letzter Wille in Rücksicht einer solchen Herausgabe, den er, seinen nahen Tod vielleicht auf eine wunderbare Weise ahndend, gerade schrieb, als sein Mörder ins Zimmer trat, lauteten also. (Hier folgen viere seiner Vorschriften; die fünfte ist nur angefangen: 5.) Es soll" —!! ttt) S. Söttiger's Vorrede zu I- winkelmann'« letzter Lebenswoche von kkosetti S. XVIII. Immerhin wurde am Schlußc der Biographie des Unsrigen, an der Spitze seiner Werke S. XI.II versprochen, im Anhange des letzten Bandes derselben, den ausführlichen Innhalt gedachter Hefte zu liefern, was aber (wir wissen nicht aus welchen Gründen) unterlassen worden; vielleicht daß auch die würdigen Herausgeber, so wie DSttiger l-'c- davon urtheilten: »Daß der Gewinn davon nicht sehr beträchtlich seyn würde." Einzelne Ercerpte, welche Harkmann davon in Paris selbst gemacht, finden sich in den Heidelberg. Jahrbüchern (Jahrg. l.). «.tont. die interessantesten Mittheilungen in Daub's und Lreunrr'« Studien v. V. St. 2. S. 26z. u. ff. uud VI. B. S. 206. u. ff. Winkelma'nn. Winkelmann, 6104 nisse von ihm vorhanden. Noch.einer (nicht Übeln) Profilzeichnung von Casanova ist solches vor dem III. Bande der N. Bibl. der S. W. u. F. K- gestochen. Ein Dänischer Maler Hals, dann Angelika Kaufmann und Maron, haben dergleichen in Oel gemalt. Von dem ersten ist weiter nichts bekannt; das zweyte *) besitzt der Verfasser der gegenwärtigen Zusätze, mit zwey Händen, die Feder in der einen, vor seinen Papieren, in nachdenkender Stellung, so wie er sich von Eintretenden auf seinem Studiezimmer — eben nicht gern überraschen ließ. Angelika selbst hat solches im Kleinen flüchtig geetzt, und von Mecheln in Basel soll es in Foliogröße gestochen haben **). Marons seines, welches derselbe, ein Jahr vor N). Tode, für seinen Freund Muzel-Slosch gemalt, und jetzt in der Herzogl. Bibljotheck zu Weimar aufbewahrt wird, findet sich, nach Meyers Zeichnung, von H.Lips gestochen, vor dem ersten Bande der neuen Ausgabe der Winkelmannischen Werke. Ein Stich von Banse (nach welchem vor Fea's italiänischer Ausgabe der Geschichte der Kunst eine matte Kopie steht) ist gleichfalls nach diesem Bilde gefertigt***). winkelinanns, im Pantheon zu Rom als Denkmal aufgestellte Mar- morbüSle endlich hat der Hofbildhauer Döll von Eolha, während seines Aufenthalts in Italien, eben auch nach Maron's Gemälde — doch, unter Mengsen's Anleitung, wie wir hoffen kenntlicher — gefertigt. Von iVmkelmanns Hauptwerke seiner Ge- schtchre der Runst erschien nun acht Jahre nach seinem Tode (1776.) jene zweyte schon oben berührte Wiener-Ausgabe, von F. I. Riede! besorgt, worinn, neben des Verfassers eigenen schon 1767 gedruckten Anmerkungen zu dein gedachten Hauptwerke, auch diejenigen oft ungeschickt genug verschmolzen waren, welche er noch auf seiner letzten Reite, meist auf einzelne Zeddel mit Bleystift geschrieben eingeschaltet hatte. In so weit hatte dieselbe einen entschiedenen, aber auch bloß diesen Vorzug, vor der Dresdner-Ausgabe. Aber die Flüchtigkeit, womit solche ausgeführt wurde, verbunden mit der eben so seltsamen Gewissenhaftigkeit, selbst die auffallendsten histori, scheu Fehler, in Namen und Sachen beyzubehalten, benahm ihr allen Werth in den Augen der ächten Kenner; und die beygefügte Biographie war von sehr geringer Bedeutung. Von Französischen Uebersetzungen hatte nun, nach dem unglücklichen Tod des Unsrigen, diejenige von Toußaint zu Berlin keinen Fortgang gewonnen. Dagegen erschien in 178t zu Leipzig in drey Quartbanden eine solche, welche den wackern Michael Huber zum Urheber halte, der, nichts minder als begütert, aus eifriger Liebe zur Kunst, und tiefer Hochachtung für Winkelmann, in Ermanglung eines Verlegers, mit nicht geringer ökonomischer Gefahr, auf eigene Kosten die Herausgabe unternahm, manche der Gebrechen der Wiener-Ausgabe vermied'j-ss), und zumal seiner ausführlichen Biographie, theils durch die beygefügten Extrakte aus dem Briefwechsel des Verstorbenen, theils durch gute Analysen seiner Scyrif- ten, ein besonderes Interesse zu geben wußte. — Die reinste, und ohne Zweifel vorzüglichste Französische Uebersetzung ist indessen diejenige, welche 1794 —boZ. bey Jansen und Gide zu Paris erschienen, und mit allerlei Beygaben, theils von ein Paar der kleinern Schriften von W., theils von ähnliche» von Englischen, Italienischen und (besonders) deutschen Verfassern (wie Heyne, Mengs, Lessing, Rode und Riem) begleitet war. Die Kupfer bey dieser Ausgabe waren diejenigen, welche Fea in seiner unten ff. frühern italienischen Uebersetzung gegeben, und die Biographie die nämliche dürftige der Wiener-Ausgabe der Urschrift. — Das Ganze dieses Unternehmens sollte alle Werke w. in acht Banden umfasse»; allem bis jetzt sind, unsers Wissens, nur jene beyden erschienen Ins Italienische ist die Kunstgeschichte zwey- mal übersetzt. Zuerst vom Abbate Amorstti zu Mailand, und herausgegeben von den dortigen Cistercienser-Mönchen im Kloster St. Ambrogio maggiore *). Dle>e Arbeit ver'prichr mehr als <0 Von Angelika, in ihrer schönsten Zeit, kurz von unserer Abreise nach Neapel, nach dem Leben mit unübertrefflicher Kenntlichkeit gemalt, so daß es w. eignen größten Beyfall erhielt. "-«') Diese« ist uns nie zu Gesicht gekommen; wohl aber ein sehr dürftiges in Schwarzkunst von I. E. Haid geschabtes nach einer der vielen Kopieen in Oel und Pastell, welche nach dem von mir besitzenden Urbilds gefertigt worden. Vor einigen Jahren anerbot ich der Frauenholzischen Kunstkandlung, da>,elbe zum Behufe eines würdigen Stiches zeichnen zu lassen; allein bey den damaligen ungünstigen Zeirumständen wurde solches abgelehnt. Das die Weimarischen HH. Herausgeber „das ähnlichste und b-ßte" nennen, was der sicher hierin unbefangene Schreiber dies unmöglich zugeben kann. Drei) Jahre nach dem meinigen gemalt, stellt es eine» — zwanzig Jahre jüngern Mann dar; und solche Mütze eines Wascherweibs dürste der Maler schwerlich auf w ehrwürdiger Scheitel getroffen haben. f) Dafür prüfte es der blinde Kardinal Albani durch das Gefühl seiner Hände. Gurlitt S. 22. ff) Der in dieser häufig entstellte und verstümmelte Tert ist mit lobenswerthec Sorgfalt aus der Dresdner- Ausgabe und den Anmerkungen verbessert, und im Französischen me-st so wieder gegeben, daß man nicht selten die eigenthümliche Schreibart w. auch in dieser fremden Spräche mit Freude wieder erkennt." wtnkelmnniis Werke lll. l.vi —LVII. Eiue ausführliche Beurtheilung derselbe» s. in der Sibl. sch. wiss. u. Künste B. XXVt. St. 2. S. 279 — 96. fff) Ob diejenigen Französischen Uebersetzungen, welche wir im Heinsius'schen Katalog (als zu Bern 180z in der Lvpogr. Gesellschaft, und in gleichem Jahr zu Paris u. Leivzig bey Sommer erschienen) angezeigt finden, Nachdrucke der Janftn'schen Ausgabe waren, deren erster auf — 40 Thaler, der zweyte auf 19 Thlr. zu stehen kam, ist uns unbekannt. Dasselbe vermuthen wir noch viel mehr von einer andern uns so eben zu Gesicht gekommenen ,«02 —) mit der Ragion Boffange, Massen und Besten versehen, und mit allen denjenigen Anhängen ausgestattet, deren wir oben im Terte von der Zanftnschen erwähnt haben. Auch hat sich der Herausgeber derselben in einer Anmerkung zur Vorrede wirklich mit I. bezeichnet. An der Spitze dieser Ausgabe befindet sich ein Bildniß von rvinkelmann, nach R. Mengs, wovon das Urbild der Ritter Azarra besaß. Nach dem Sticke zu urtheilen, kann es unmöglich kenntlich seyn, da es einen kaum drevßigjährigen Mann vorstellt, in welchem Alter er mit Mengs noch lange nicht bekannt war. ») 2 Bände, gr. 4? blil»»» 779. mit 52 Kupf. u. Vign. R 14 * 6102 Winkelmann. Winkelmann. sie leistet, indem sie, genau besichtigt, ganz nach der Wiener-Ausgabe verfertigt ist, und, außer den zahllosen von daher aufgenommenen Fehlern, noch eine Menge neuer Unrichtigkeiten in Text und Anmerkungen enthalt *). Auch die Biographie ist aus jener entlehnt. Einzig haben die tz.H. Mailänder Cistercienser des Unsrigen Uebergang zu ihrer Kirche mit keinem Worte berührt, es müßte denn die Zeile dafür gellen: Ivi (in Koma) si per ocoriomin cks per äecenLL ma^Aore si vesti äs abacs!! Eine neue berichtigte Ueber- setzung dann besorgte der Abbate Carls Fea mit einem großen Aufwande von Mühe, Zeit und Gelehrsamkeit. Dieselbe erschien in den 1 .178Z u. 84. zu Rom in drey Quartbänden, und macht auch in Ansehung des Aeussern **) ihrem Verfasser Ehre. Die beyden ersten Bände enthalten die ganze Kunstgeschichte, wo Fea, durch Reisenstein unterstützt, Mr'nkelmanns Sinn fast überall richtig wiedergegeben, aber das Eigenthümliche in der Schreibart gänzlich vernichtet hat.— Die Beweisstellen sind mit seltener Genauigkeit angegeben; Fea's Annierkungen enthalten zwar manche Berichtigung Winkelnianns und viele schätzbare Beyträge zur Kunstgeschichte, aber fast in allen zeigt sich ein unglückliches Streben nach einem Anhäufen von gelehrten Citaren, die oft nicht zur Sache gehören, und nicht selten sind die Stellen, wo Winkelmann berichtigt wird, in einem Tone ab- gesasser, der persönliche Ungunst gegen denselben zu verrathen scheint. Der dritte Band enthalt TVmkelmanns Anmerkungen über die Baukunst der Alten uns über die Tempel zu Grrgenti, den an Fea gerichteten Brief des Paters Paolo über den Ursprung und das Alter der Baukunst, sechs- zehn Briefe Mnkelmanns an Bianconi, Fea's Abhandlung über die kovini öi Koma, eine genaue weitläuftige Erklärung aller in den drey Bänden gegebenen Kupfer und Vignetten, und dreyfache Register. — Eine, von Q). erwartete Englische Uebersetzung von Mßli ist, unsers Wissens, nie erschienen. Was die Monumenti betrift, so fing der Buchhändler Stahlbaum in Berlin 1780 an, das Werk nachzustreben, und wollte es in sechs Heften liefern, wozu der Herr Bibliothekar D. Biester den italienischen Text ins Deutsche übersetzen sollte. Es erschien aber nur ein Heft. Gurl. S. 27. Nachher ist das ganze Werk, vonF.L. Brunn übersetzt, neuerdings in zwey Bänden gr. Fol. mit nachgestochnen Kupfern wieder zu Berlin bey Schöne 1780—92. vollständig, und ein vierfaches Hauptregister dazu erst noch 1800 erschienen, was aber das Originalwerk keineswegs entbehrlich macht, und denn doch ss Thlr. kostete. Zu dem Winkelmannischen gelehrten Nachlasse gehören dann wesentlich noch, die von seinen Freunden aufbewahrten Briefe, die nach seinem Tode in ff. Ordnung erschienen waren: i. Die ersten waren diejenigen welche Daßdorf zu Dresden in zwey Banden 8°. Dresden 777—80. ans Licht stellte ***). Ihre reich- So beurtheilen solche die neuen Herausgeber der W. Werke l. c. l.vm. Gurlitt S. -7. etwas gelinder, und ,um Theil mit Lob, also: „Hier ist eine bessere Abtheilung des Werk« gemahlt, als in der Wiener Ausgabe. Die Kupfer sind in ganzen Tafeln beygefügt nnd nach Zeichnungen gestochen, welche winkelmann verfertigen lassen, und welche er theils für die neue Ausgabe der Kunstgeschichte, theils für den dritten Band der Moauine-n! ineUin bestimmt harte. Die Zeichnungen, um welche man sich von Wien aus bey Veranstaltung der neuen Ausgabe vergeblich bemüht hatte, hat der Cardinal Albani den Mailändischen Herausgebern mitgetheilt. Die Anmerkungen berichtigen theils Fehler, aber bey weitem nicht alle; selbst die falschgeschriebenen Namen sind geblieben; theils enthalten sie beyläufige antiquarische und naturhisiorische Erläuterungen. Auch ist das in Winkelmann zu kurz gerathene Capitel über die Malerei hier ergänzt. Diese Zusätze findet man ausgezogen in Ingemunns Magazin der Italiänischen Literatur. S. Bibliothek der schonen wifs-und Rünste Band.xxvi. Stück-. S. 54 —100. Göttingische gelehrte Anzeigen - 78 -, Zugabe -ttes Stück. S. Gott. Anzrig. -734. St. 20z. und >785. St. - 54 - Dort ist der dritte Theil erst angekündigt. Ob die Biographie hier ebenfalls aus der Wienerscheu entlehnt sey, erinnern wir uns nicht, da sie uns gegenwärtig nicht unter Augen liegt. ' Im ersten Bande: An den Grafen von Bünau -748 — 57. » „ Bibliothekar Franke -755 — 58 - » „ Hofrath Heyne . . -764 — 68. » » Baron Riedesel. . »763 — 67. - 2 . 34 . 2l. Z 9 . Im zweyten Bande: An den Hofrath und Churf. Sächsischen Leibarzt Bianconi, aus dem Jtal. übersetzt. Dieselben sind meist ohne Datum, und enthalten mannigfaltige Aufsätze, welche besonders die Resultate von w. Reisen nach Neavel betrafen, und zu unterhaltender Vorlesung für den H. Churprinzen von Sachsen und dessen Gemahlin bestimmt waren ..-6. An den Probst Genzmer . . -756 — 66. 4. » ,, Kriegsrath Marpurg -765. -. » H- Friedrich Nicolai . . -765. .. » den Dokt. Volkmann . . -758 — 64.5. » » Rathsherrn Volkmann -764 — 66.3- » ,, Kreissteuer-Einnehm. Weiße . . 1759 — 64.'. . 6. „ » Professor Wiedewelt . >759 —67... » „ Buchhändler Walther -756 — 66... » H. Stosch. -757 — 68. 6. Diese erschienen in der nachfolgenden Berliner-Sammlung neuerdings: An den Fürst von Anhalt-Dessau -76g. .8- winkelmann's Reise nach Wien, aus Cavaceppi's Vorrede »um B. ll- seiner Raccolta. Winkelmann. Winkel mann 6103 haltige Mannigfaltigkeit laßt sich schon aus den Namen der vierzehn Personen entnehmen, an welche solche gerichtet waren; und nicht ohne Interesse liest man die beygefügten historischen Notizzen über diese letzter». Dagegen rügen Morgenstern und Andere nicht ohne Grund die Schüchternheit, womit Daß- dorf mehrere dieser Briefe, bloß verstümmelt zu geben den Muth hatte. Zwischen den beyden Banden erschienen mittlerweile 3. Die Briefe an feine Freunde in der Schweiz, Caspar und Heinrich Füßli, Salomo Geßner, Leonhard uud Paul Usteri und Christ, von Mecheln, (83 an der Zahl, von 1768—68.) 8°. Zürch 778. Diesen folgten *) 3 . In zwey Banden (8^. Berl.78i bey Nicolai) Briefe an einen seiner vertrautesten Freunde (H. Muzel-Stosch), 5 c> an der Zahl von den 1 .1766-68, nebst einem Anhange von noch 9 an Verschiedene. Hierauf 4. Briefe an einen Freund in Liefland s den Herrn F. R. von Berg, 7 an der Zahl **), von 1762 — 68.), herausgegeben von J.F. Voigt. 8°. Coburg 784. Endlich 5 . Die Briefe an einen Landsmann, Schulfreund und Hausgenossen (H. D- Berendts) von 1762 — 67. (27 an der Zahl), an der Spitze der Schrift: Winkelmann und sein Jahrhundert, herausgeg. von Goethe. 8°. Tübing. 8 o 5 . ***). Von diesen fünf Sammlungen sind wohl unstreitig an wissenschaftlichen Notizzen diejenigen an Muzel-Stosch die reichhaltigsten -j-), so wie diejenigen an Berendis (anfänglich freylich voll ungenießbaren Details), dann an Franke, an Berg, an Riedesel und an die Schrveitzer- freunde die gemüthlichsten. Von Biographischen Denkmalen des Unlrigen nennen wir, neben den schon erwähnten, die sich an der Spitze der nach seinem Tod erschienenen Wiener-Ausgabe der Geschichte der Kunst sowohl als der verschiedenen Uebersetzungen dieses Werkes befinden, als bemerkenswerth: i. Heyne's Lobschrift auf Winkelmann, welche bey der Hessen-Casselschen Gesellschaft der Alterthümer den ausgesetzten Preiß erhielt, 8°. 36 S. Leipz.778. bey Weygand. Dieselbe enthält in bündiger Kürze die Ansichten dieses kenntnißreichen Gelehrten: Auf welcher Stufe N>. das Studium der Alterthumskunde fand, auf welche höhere er dasselbe gebracht, und auf welcher er es verlassen hat, d. h. was noch besonders darin» zu thun übrig sey. Aus dieser Schrift (S. 8 —n.) entlehnen wir nur ff.Stelle: »Von allen Vorzügen, welcheNa- tur, Fleiß und Glück einem der Alterthumökunde Beflißenen geben können, besaß Wmkelmann ein größeres Maaß, als vielleicht sonst keiner. Die alte römische und griechische Litteratur hatte er mit den Schulstudien und als Schulmann in einem größer» Umfang und mit mehr kritischer Sprachkunde gefaßt, als sonst Antiquarier zu haben pflegen. Griechische Litteratur, die Seele und das Leben der ganzen Alterthumskunde, findet man selten unter ihnen. Schon durch diese konnte w. in unzähligen Fällen sich über die Antiquarier Italiens Hinausschwingen. Er hatte die beßten Schriftsteller des Alterthums gelesen, hatte seinen Geschmack nach jenen großen Mustern Griechenlands gebildet, seine Einbildungskraft mit Bildern aus Homer und Plato genährt, und voraus einen Reichthum mythologischer, historischer und dichterischer Kenntnisse eingeärndrek, ehe er noch an den Gebrauch dachte, den er für die alte^-Kunstwerke davon zu machen bestimmt war. Die Müsse, die er nachher mitten in einer großen und ausgewählten Bibliothek genoß, verschafte ihm eine ausgebreite Belesenheit auch in Schriften verschiedener neuern Sprachen, und die Einsamkeit, die schöne Natur der Gegend, wo er lebte, die Platonische Schwärmerev, mit der er sich nährte— alles diente, seine Seele zu der Begeisterung vorzubereiten, welche sich nachher bey dem Anblicke der schönen Kunstwerke seiner bemächtigte, und welche er in das Studium der Kunst mit hinein brachte. Seine ersten Schritte in dieser Laufbahn kündigten den Mann von Genie au; aber den Keim, der in ihm lag, zu entwickeln, wie Vieles mußte da zusammen kommen! Die herrliche Bildergalerie in Dresden, die dortige Anli- kensammlung, der Umgang mit Künstlern und Kunstverständigen — und nun die Reise nach Rom, der dortige Aufenthalt, die Freundschaft eines Mengs, der Aufenthalt im Hause und auf der Villa eines Kardinals Albani, selbst die Stelle eines Scrittore in der Vatikana, und nachher eines Prefttto d'Antichita — Alles verschafte oder erleichterte ihm den Gebrauch der Materialien und der Gegenstände selbst, auf deren Betrachtung und Erläuterung er nunmehr die ganze Wirksamkeit sei, ncs.Geistes einschränkte. Er war völlig Herr über seine Zeit, lebte in der Unabhängigkeit, welche die beßke Pflegerin des Genies ist, begnügte sich an einer einfachen, massigen Kost und Lebensart, kannte keine Leidenschaften als solche, welche den sich aufschwingenden Geist noch mehr beflügelten. Eine brennende Ehrbegierde beseelte ihn, so sehr er auch zuweilen das Gewand einer Stoischen Apathie über dieselbe zu werfen glaubte." Dieser Stelle gegen über sehr an- gemeßen führt Mich Huber ein Schreiben des H. von Erdmannsdorf an, welcher ihm die Mittheilung der Handschrift seiner Uebersetzuug der Kunstgeschichte verdankt, und alsdann auf seine Römische Reise (1766. ) mit dem Fürsten von Anhalt-Dessau (hauptsächlich in Bezug ihrer Bekanntschaft mit-winkelmann) ausführlich zu sprechen kömmt, wie folgt: »Während der sechs Monate unsers dastgen Aufenthalts sahen wir wm- kelmann täglich. Alle Morgen 9 Uhr kam er zu uns, um den Prinzen auf seinen Cursen durch Rom zu begleiten. Sie begreifen, welcher Vor- Angehängt sind einige italienische Notizzen für die Wanderungen der HH. Paul Usteri und Christian von Mecheln durch Rom 1766. v") Angehängt ist ein Brief des Rath Reifensteins au den H. von Berg, die Nachricht von w- Tod betreffend, vom 20. Jul. 176z. Dann italiänisch: ^.l-uot»2ioni 50x12 i- LociclUlä cU komL, für den gedachten Freyherr». ««-») Angehängt diesem Werke ist ein (sehr verdienstliches) chronologisches Verzeichniß sämtlicher in obigen fünf Sammlung enthaltenen 448 Briefe (das Verzeichniß nennt nur 425.). f) Im ersten Bande ftevlich höchst mikrologisch, und für die Nachwelt fast unlesbar, über die Unternehmung und Ausführung des Werkes: ve-crixlioa 56. Auch wir haben ihn oft sein liebstes unter den erwähnten Liedern jenes herrliche: «Warum sollt' ich mich dann grämen", beym Eintreten auf sein Zimmer aus voller Kehle singen hören. *») Mit welchen Beschränkungen, und aus was für leicht verzeihlichen Gründen, werden wir noch unten sehn. E) Oft haben wir uns verwundert, daß in A- Rode's Leben des H von Erdmannsdorff (g? Dessau 8<"-) seiner und des Fürsten von Dessau Verhältnissen mit dem Unsrigen ein einziges Mal (S. 12.) Erwähnung geschiehet, wie folgt: «Winkel,»nun zu Rom, froh unter so zahllosen stumpfen Anstaunern endlich einmal zwei eben so wißbegierige als fähige Mvsten zu finden, weidete sie mir Entzücken in die Geheimnisse der Kunst ein. Er begleitete sie überall zu Rom. Seine Anhänglichkeit an den Fürsten ward Enthusiasmus. 2 ha wollte er auch auf seiner unglücklichen Reise nach Deutschland besuchen, wo er den Tod fand." Winkelmann, Winkelmano 6105 8. Lioüs-r» Line (glcastemisohe) ILscie von 6'. ^o. ,<,8 8. Leipri§ 8o5- be^ Ooescken. welche vollends Mit einer Begeisterung gesprochen ist, die nicht ermangeln konnte in das Gemüth der Hörer mit dauerndem Eindrucke überzugehn. Gleich meisterhaft betrachtet er den Unsrigen in Bezug auf Wissenschaft (Gelehrsamkeit), Kunst und Leben; freylich (und wie es bis auf ihn Keiner gethan) am Mgemüthlichsien in Absicht auf das Leben. Einzig seine Rügen einiger Heyne'schen Aeußerungen über den Unsrigen scheinen uns übertrieben, und die Erklärung seines unwiderstehlichen Abscheues, die Reise nach Deutschland fortzusetzen, gezwungen zu seyn. 4. Noch weit umfassender indessen, als alles Uebrige, was in Betreff des Unsrigen seit seinem Tode geschrieben worden, ist die Scizze zu seiner Schilderung, in dreyerlei Aufsätzen von Seite der drey bekannten Weimarischen Kunstfreunde. Wahr ist's, dieselben gehen, unter mannigfaltigen (oft seltsamen)Rubriken, gewöhnlich von allgemeinen Betrachtungen aus, zu welchen die Künstler und Dilettanten unter unsern Lesern sich nicht immer zu erheben geneigt seyn dürften, und steigen dann freylich wieder von spekulativen Höhen solcher Art (vor denen bekanntlich Wlnkelmann selber so schwindlicht wurde) mit ungemein fruchtbarer Anwendung wieder auf das Individuum KVinkelmann nieder. Nur von dieser Anwendung hier, aus jedem der drey Aufsätze, einige der vorzüglichsten Stellen. Aus dem ersten (I. c.) S. 38g—/,4o. »NAnkelmann war dreyßig Jahr alt geworden, ohne irgend eine Gunst des Schicksals genossen zu haben; aber in ihm selbst lagen die Keime eines wnnschenswerthen und möglichen Glückes. — Er träumte sich eine Reise nach Aegypten; er begab sich auf den-Weg nach Frankreich; »»vorgesehene Hindernisse wiesen ihn zurück. Besser geleitet von seinem Genius ergriff er endlich die Idee, sich nach Rom durchzudrängen." Dann von der Natur der Alten im Gegensatze der Neuern: »Eine solche antike Natur war, insofern man es nur von einem unsrer Zeitgenossen behaupten kann, in VOinkelmann wieder erschienen, die gleich anfangs ihr ungeheures Probestück ablegte, daß sie durch dreyßig Jahre Niedrigkeit, Unbehagen und Kummer nicht gebändigt, nicht aus dem Wege gerückt, nicht abgestumpft werden konnte. Sobald er nur zu einer ihm gemäßen Freyheit gelangte, erscheint er ganz und abgeschlossen, völlig im antiken Sinne. Angewiesen auf Thätigkeit, Genuß und Entbehrung, Freude und Leid, Besitz und Verlust, Erhebung und Erniedrigung, und in solchem seltsamen Wechsel immer mit dem schönen Boden zufrieden, auf dem uns ein so veränderliches Schicksal heimsucht. Hatte er nun im Leben einen wirklich alterthüm- lichen Geist, so blieb ihm derselbe auch in seinen Studien getreu." So vielfach er auch in dem Wißbaren und Wiffenswerthen herum- schweiste, theils durch Lust und Liebe, theils durch Nothwendigkeit geleitet, so kam er doch früher oder später immer zum Alterthum, besonders zum griechischen, zurück, mit dem er sich so nahe verwandt fühlte, und mit dem er sich in seinen beßten Tagen so glücklich vereinigen sollte." Hiernächst, unter der Rubrick: Heidnisches. »Jenes Vertrauen (der Alten) auf sich selbst, jenes Wirken in der Gegenwart, ihre Ergebenheit in ein übermächtiges Schicksal, und eine in dem hohen Werthe des Nachruhms selbst wieder auf diese Welt angewiesene Zukunft, machen solch ein unzertrennliches Ganzes, daß wir bey ihnen, in dem höchsten Augenblicke des Genußes, wie in dem tiefsten der Aufopferung, ja des Untergangs, eine unverwüstliche Gesundheit wahrnehmen. Dieser heidnische Sinn nun leuchtet auch aus w- Handlungen und Schriften hervor, und spricht sich besonders in seinen frühern Briefen aus, wo er sich noch im Conflict mit neuern Religions- gesinliungen abarbeitet. Diese seine Denkweise, diese Entfernung von aller christlichen Sinnesart, ja seinen Widerwillen dagegen muß man im Auge haben, wenn man seine sogenannte Religionsveränderung beurtheilen will Diejenigen Partheyen, in welche sich die christliche Religion theilt, waren ihm völlig gleichgültig, indem er, seiner Natur nach, niemals zu einer der Kirchen gehörte, welche sich ihr subordiniren." Weiter: Freundschaft. »Auch hier zeigt sich ein merkwürdiger Unterschied alter und neuer Zeit. Das Verhältniß zu den Frauen, das bey uns so zart und geistig geworden, erhob sich bey den Alken kaum über die Gränze des gemeinsten Bedürfnisses. Das Verhältniß der Aeltern zu den Kindern scheint einigermaßen zarter gewesen zu seyn. Statt aller Empfindungen aber galt ihnen die Freundschaft unter Personen männlichen Geschlechts. Die leidenschaftliche Erfüllung liebevoller Pflichten, die Wonne der Unzertrennlichkeil, die Hingebung eines für den andern, die ausgesprochene Bestimmung für das ganze Leben, setzen uns bey solchen Verbindungen unter den Alken in Erstaunen. Zu einer Freundschaft solcher Art fühlte W sich nicht allein fähig, sondern ihrer auch i,n höchsten Grade bedürftig; er empfano »ein eigenes Selbst nur unter der Form der Freundschaft, und erkannte sich bloß unter dem Bilde des durch einen Dritten zu vollendenden Ganzen. Frühe schon legte er dieser Idee einen vielleicht unwürdigen Gegenstand unter *).... Hinwieder aber bildet er auch alles Würdige, was sich ihm naht, nach der Urform seiner Idee eines Freundes, zu einem solchen um; und wenn ihm gleich manches von diesen Gebilden leicht und bald vorüberschwindet, so erwirbt ihm doch diese schöne Gesinnung das Herz manches Trefflichen, und er hat das Glück, mit den Beßren seines Zeitalters und Kreises in dem schönsten Verhältnisse zu stehn " — »Für die Schönheit der Forme» im Leben und in der Kunst (wieder gleich einem Griechen) enthusiastisch eingenommen finden wir ihn daher oft im Verhältniß mit schönen Jünglingen; und niemals erscheint er selbst liebenswürdiger als in solchen, oft nur flüchtigen Augenblicken **)." Dann: Barholicismus ***). Aus dieser Rubrick Folgendes: »Der Dresdner-Hof, woher allenfalls hinlängliche Unterstützung zu einer Reise nach Rom v) Wir glauben, daß hier von dem jungen liampreckt die Rede ftp. S. oben. Ein solches Gebilde zum nähern festen Anschau'n, auch nur auf ein Paar Minuten zu erhäschen, mußten wir oft mit ihm durch mehrere Straßen von Rom laufen. 'KP BEer, und minder gesucht, als oben die Rubrick: Heidnisches! 6105 Winkelmann. Winkelmann. allein zu hoffen war, bekannte sich zur Römischen Kirche, und kaum war ein anderer Weg zu Gunst und Gnade zu gelangen, als durch Beichtvater u. a. geistliche Personen. Dabey mußte w. fühlen, daß man, um in Rom ein Römer zu seyn, um sich innig mit dem dortigen Daseyn zu verweben, und eines zutraulichen Umgangs zu genießen, nothwendig zu jener Gemeine sich bekennen, ihren Glauben zugeben, sich nach ihren Gebrauchen bequemen müsse. Ein solcher Entschluß aber kann mit der allgemeinen Denkweise und der Ueberzeugung vieler Menschen im Widerspruch stehen; alsdann beginnt ein Streit, der zwar bey uns keine Ungewißheit, aber eine Unbehaglichkeit erregt, «inen ungeduldigen Verdruß, daß wir nach außen hie und da Brüche finden, wo wir nach innen eine ganze Zahl zu sehen glauben. Und so erscheint auch w. bey seinem vorgehabten Schritt, besorgt, ängstlich, kummervoll und in leidenschaftlicher Bewegung, wenn er sich die Wirkung dieses Unternehmens, besonders auf seinen ersten Gönner, den Grafen, bedenkt. Wie schön, tief und rechtlich sind seine vertraulichen Aeußerungen über diesen Punkt"! Denn seinen (einzigen) Kunstzweck ausgenommen, hatte die katholische Religion für ihn sicher nichts anzügliches. Er sah in ihr bloß das Maskenkleid, das er umnahm, und drückt sich darüber hart genug aus. Auch spater scheint er an ihren Gebräuchen nicht genugsam festgehalten, ja vielleicht gar durch lose Reden sich bey eifrigen Bekennern verdächtig gemacht zu haben; wenigstens ist hie und da eine kleine Furcht vor der Inquisition sichtbar." Gervahrwerden Griechischer Runst. Ueber w> erste noch in Dresden herausgegebene Schriften: Ueber die Nachahmung u. s. f. wird hier geurtheilt, wie folgt: „So sehr auch w. schon hier auf dem rechten Wege erscheint, so köstliche Grundstellen diese Schriften auch enthalten , so richtig das letzte Ziel der Kunst darin schon aufgesteckt ist; so sind sie doch, sowohl dem Stoff als der Form nach, dergestalt barock und wunderlich, daß man ihnen wohl vergebens durchaus einen Sinn abzugewinnen suchen möchte, wenn man nicht von der Persönlichkeit der damals in Sachsen versammelten Kenner und Kunstrichter, von ihren Fähigkeiten, Meynungen, Neigungen und Grillen näher unterrichtet ist; Lippen, Hagedorn, Oescr, Dietrich, Heinecke, Oesterreich liebten, beförderten die Kunst, jeder auf seine Weise. Ihre Zwecke waren beschrankt, ihre Maximen einseitig." Rom. „Mittlerweile trat er endlich, wo nicht genugsam vorbereitet, doch einigermaßen vorgeübl, seinen Weg an — war nun in Rom, sah seine Wünsche erfüllt, das, was er für sein höchstes Glück hielt begründet, seine Hoffnungen über- befriedigt." — Und nun die küssenswerthe Stelle: „Verkörpert stehn seine Ideen um ihn her; mit Staunen wandert er durch die Reste eines Riesenzeitalters; das Herrlichste, was die Kunst hervorgebracht hat, steht unter freyem Himmel; ohnentgeldlich, wie zu den Sternen des Firmaments, wendet er seine Augen zu solchen Wunderwerken empor, und jeder verschlossene Schatz öffnet sich für eine kleine Gabe. Der Ankömmling schleicht wie ein Pilgrim unbemerkt umher, dem Herrlichsten und Heiligsten naht er sich in unscheinbarem Gewand; noch läßt er nichts Einzelnes auf sich eindringen, das Ganze wirkt auf ihn unendlich mannigfaltig, und schon fühlt er die Harmonie voraus, die aus diesen vielen, oft feindselig scheinenden Elementen zuletzt für ihn entstehen muß. Er beschaut, er betrachtet alles, und wird, auf das ja sein Behagen vollkommener werde, für einen Künstler gehalten, für den man denn doch am Ende so gerne gelten mag." Mengs. „Aber w. hätte lange Zeit in den weilen Kreisen alterthümlicher Ueberbleibsel nach den werthesten, seiner Betrachtung würdigsten Gegenständen umhergetastet, hätte das Glück ihn nicht sogleich mit Mengs zusammengebracht. Dieser, dessen eigenes großes Talent auf die alten und besonders die schönen Kunstwerke gerichtet war, machte seinen Freund sogleich mit dem Vorzüglichsten bekannt, was unserer Aufmerksamkeit werth ist. Hier lernte dieser die Schönheit der Formen und ihrer Behandlung kennen, und sah sich wgleich aufgeregt eine Schrift von» Geschmack der griechischen Rünsiler zu unternehmen. Er hielt sich zuerst an das Höchste, das er in einer Abhandlung von dem Atlle der Biidhauerep in den Zeiten des phidias darzustellen gedachte. Doch bald erhob er sich über die Einzelnheiten zu der Idee einer Geschichte der Kunst, und entdeckte, als ein neuer Kolumbus, ein lange geahndetes, gedeutetes und besprochenes, ja man kann sagen, ein früher schon*) gekanntes und wieder verlorenes Land." Litterarisches Metier!? „Nicht leicht ist ein Mensch glücklich genug, für seine höhere Ausbildung von ganz uneigennützigen Gönnern die Hülfsmittel zu erlangen. Selbst wer das Beßte zu wollen glaubt, kann nur das befördern, was er liebt und kennt, oder noch eher, was ihm nutzt. Und so war auch die litterarisch-bibliographische Bildung dasjenige Verdienst, das w früher dem Grafen Dünau und später dem Cardinal Passionei empfahl. Der Bibliothekar eines deutschen Grafen war für einen Cardinal ein erwünschter Hausgenosse , der sich auch da gleich wieder als zu Hause finden konnte. Aber nur kurze Zeit, und nur so lange als es nöthig war, um sich einen mäßigen Lebensunterhalt zu verschaffen, blieb w. seiner litterarischen Beschäftigung getreu, so wie er auch bald das Interesse an dem, was sich auf kritische Untersuchungen bezog, verlor, und weder Handschriften vergleichen noch deutschen Gelehrten, die ihn über Manches befragten, zur Rede stehen wollte." Rardmal Albani. „Mittlerweile föderte über Alles ihn dasGlück, ein Hausgenosse des Cardinal Albani geworden zu seyn. Dieser, der, bey einem großen Vermögen und bedeutende» Einfluß, von Jugend auf eine entschiedene Kunstliebhaberey, die beßte Gelegenheit sie zu befriedigen, und ein bis ans Wunderbare glänzendes Sammlerglück gehabt hatte, fand in spätere» Jahren in dem Geschäft diese Sammlung würdig aufzustellen, und so mit jenen römischen Familie» z» wetteifern, die früher auf den Werth solcher Schatze aufmerksam gewesen, sein höchstes Vergnügen; ja den dazu bestimmten *) Besonders aus einer frenlich kehr schönen Stelle des Quintilians wir- hier zur Behauptung der Thesis im Terte, aller mögliche Vortheil gezogen. S. l. e. 4-5 — 16. Wink>lmann, W i n k e l m a n n. 6107 Raum nach Art der Alten zu überfüllen, war sein Geschmack und seine Lust. Gebäude drängten sich an Gebäude, Saal an Saal, Halle zu Halle. Brunnen und Obelisken, Caryatiden und Basreliefe, Statuen und Gefäße fehlten weder im Hof- noch Garkenraum, indeß große und kleinere Zimmer, Galerien und Kabinette die merkwürdigsten Monumente aller Zeilen enthielten." Glücksfalle. „ Aber auch manch anderes äußeres Glück begegnete ihm auf seinem Wege. Nicht allein, daß in Rom das Aufgraben der Alterthümer lebhaft und glücklich von Statten ging, sondern es waren auch die Hcrculanischen und Ponipejischen Entdeckungen theils neu, theils durch Neid, Verheimlichung und Langsamkeit unbekannt geblieben, und so kam er in eine Erndte, die seinem Geiste und seiner Thätigkeit genugsam zu schaffen gab." „Ein anderer nicht geringer Vortheil für ihn war sein Verhältniß zu dem Erben der großen Stoschischen Besitzungen. Erst nach dem Tode des Sammlers lernte er diese kleine Kunstwelt kennen, und herrschte darinn nach seiner Einsicht und Ueberzeugung. Freylich ging man nicht mit allen Theilen dieser äußerst schätzbaren Sammlung gleich vorsichtig um, wiewohl das Ganze einen Katalog, zur Freude und zum Nutzen nachfolgender Liebhaber und Sammler, verdient hatte. Manches ward verschleudert; doch um die treffliche Gemmensammlung bekannter und verkäuflicher zu machen, unternahm w. mit dem Erben Stosch die Fertigung eines Katalogs, von welchem Geschäft und dessen übereilter und doch immer geistreicher Behandlung uns die überbliebene Correspondenz ein merkwürdiges Zeugniß ablegt." Unternommene Schriften. „Wie manchen Titel von Schriften hat er uns in seinen Briefen hinterlassen, welche allernächst erscheinen sollten, und nie erschienen sind; und auch von den erschienenen, ob sie in ihrer ursprünglichen, oder in einer veränderten Gestalt erscheinen sollten, hing von unendlich mannigfaltigen, kleinen Umständen ab. Nur einen Monat später, so hätten wir ein anderes Werk, richtiger an Gehalt, bestimmter in der Form, vielleicht etwas ganz Anderes. Und eben darum bedauern wir höchlich seinen frühzeitigen Tod, weil er sich immer wieder umgeschrieben, und immer sein ferneres und neuestes Leben in seine Schriften eingearbeitet hätte. So sind seine Werke, verbunden mit seinen Briefen, eine vollkommene Lebensdarstellung des Unsrigen, sind sein Leben selbst. Sie sehen, wie das Leben der meisten Menschen, nur einer Vorbereitung, nicht einem Werke gleich. Sie veranlassen zu Hoffnungen, zu Wünschen zu Ahndungen; wie man daran bessern will, so sieht man, daß man sich selbst zu bessern hatte; wie man sie tadeln will, so sieht man, daß man demselbigen Tadel, vielleicht auf einer Hähern Stufe der Erkenntniß, selbst ausgesetzt seyn mächte: Denn Beschränkung ist überall unser Loos." Philosophie. „winkelmLnn beklagt sich bitter über die Philosophen seinerzeit, und ihren ausgebreiteten Einfluß." (Ob, nach dem Sinne des Verfassers dieses Aufsatzes, mit Recht oder mit Unrecht, ist uns nicht klar geworden). Hier nur die sonderbare Bemerkung: „Daß kein Gelehrter ungestraft jene große philosophische Bewegung, die durch Kant begonnen, von sich abgewiesen, sich ihr widersetzt, sie verachtet habe, außer etwa die achten Alterthumsforscher, welche durch die Eigenheit ihres Studiums vor allen andern Menschen vorzüglich begünstigt zu seyn scheinen. Denn indem sie sich nur mit dem Beßten, was die Welt hervorgebracht hat, beschäftigen, und das Geringe, ja das Schlechtere nur im Bezug auf jenes Vortreffliche betrachten, so erlangen ihre Kenntnisse eine solche Fülle, ihre Urtheile eine solche Sicherheit, ihr Geschmack eine solche Con- sistenz, daß sie innerhalb ihres eigenen Kreises bis zur Verwunderung, ja bis zum Erstaunen, ausgebildet erscheinen." Poesie. „Bey genauer Betrachtung von W- Studium und Lebensgange finden wir bey ihm keine eigentliche Neiguirg zur Poesie, ja man könnte eher sagen, daß hie und da eine Abneigung hervor, blicke; wie denn seine Vorliebe für alte gewohnte luthersche Kirchenlieder, und sein Verlangen ein solches unverfälschtes Gesangbuch selbst in Rom zu besitzen, wohl von einem tüchtigen, wackern Deutschen, aber nicht eben von einem Freunde der Dichtkunst zeuget" — am meisten (möchten wir hinzusetzen) von Allem, was — das Leben erfreut. „Desto wunderbarer und erfreulicher ist es, wenn er selbst als Poet auftritt, und zwar als ein tüchtiger, unverkennbarer in seinen Beschreibungen der Staruen, ja beynahe durchaus in seinen spätern Schriften. Er sieht mit den Augen, er faßt mit dem Sinn unaussprechliche Werke, und doch fühlt er den unwiderstehlichen Drang mit Worten und Buchstaben ihnen beyzu- kommen. Das vollendete Herrliche, die Idee woraus diese Gestalt entsprang, das Gefühl, das in ihm beym Schauen erregt ward, soll dem Hörer, dem Leser mitgetheilt werden, und indem er nun die ganze Rüstkammer seiner Fähigkeiten mustert, sieht er sich genöthigt, nach dem Kräftigsten und Würdigsten zu greifen, was ihm zu Gebote steht. Er muß Poet feyn, er mag daran denken, er mag wollen oder nicht." Erlangte Einsicht. „So sehrW- überhaupt auf ein gewisses Ansetzn vor der Welt achtete, so sehr er sich einen litterarischen Ruhm wünschte, so gut er seine Werke auszustatten und sie durch einen gewissen feyerlichen Stil zu erheben suchte; so war er doch keineswegcs blind gegen ihre Mangel, die er vielmehr auf das schnellste bemerkte, wie sich's bey seiner fortschreitenden, immer neue Gegenstände fassenden und bearbeitenden Natur nothwendig ereignen mußte. Hatte er das Mscpt. noch in der Hand, so ward es umgeschrieben; war es zum Druck abgesendet, so wurden Verbesserungen und Nachtrage hinterdrein geschickt, und von allen diesen Reuschrilren machte er seinen Freunden kein Geheimniß: Denn auf Wahrheit, Geradheit, Derbheit und Redlichkeit stand sein ganzes Wesen gegründet." Spätere Werke (Oder vielmehr nur über die Lloaumenli inessiti). „Man sieht wohl, daß jene Lust neue Gegenstände bekannt zu machen, sie auf eine glückliche Weise zu erklären, die Alterthumskunde in so großem Maße zu erweitern, ihn zuerst hiefür angelockt habe; dann tritt das Interesse hinzu, die von ihm in der Kunstgeschichte einmal aufgestellte Methode auch hier an Gegenständen, die er dem Leser vor Augen legt, z» prüfen, da denn zuletzt S i » 6108 Winkelmann. Winkelmann. der glückliche Vorsatz sich entwickelte/ in der vorausgeschickten Abhandlung das Werk über die Kunstgeschichte/ das ihm schon im Rücken lag/ stillschweigend! zu verbessern, zu reinigen, zusammenzudrängen und vielleicht sogar theilweife aufzuheben. Im Bewußtseyn früherer Mißgriffe/ über die ihn der Nicht-Römer kaum zu recht weisen durste, schrieb er ein Werk in italiänischer Sprache, das auch in Rom gelten sollte. Nicht allein befleißigt er sich dabey der größten Aufmerksamkeit, sondern wählt sich auch freundschaftliche Kenner, mit denen er die Arbeit genau durchgeht , sich ihrer Einsicht, ihres Urtheils auf das klügste bedient und so ein Werk zu Stande bringt, das als Vermächtnis auf alle Zeiten übergehen wird. Und er schreibt es nicht allein, er besorgt «s, unternimmt es und leistet als ein armer Privatmann das, was einem wohlgegründeten Verleger, was akademischen Kräften Ehre machen würde." Vapst. »Winkelmanns Aufenthalt in Rom fiel zum größten Theil unter die Regierung Benedict des XIV. Lambertini, der als ein heiterer, behaglicher Mann lieber regieren ließ, als regierte; und so mögen auch die verschiedenen Stellen, welche w- bekleidete, ihm durch die Gunst seiner hohen Freunde mehr, als durch die Einsicht des Papstes in seine Verdienste geworben seyn." Charakter. »Wenn bey sehr vielen Menschen, besonders aber bey Gelehrten, dasjenige was sie leisten als die Hauptsache erscheint, und der Charakter fich dabey wenig äußert; so tritt im Gegentheil bey W. der Fall ein, das alles dasjenige/was «r hervorbringt, hauptsächlich deßwegen merkwürdig und schätzenswerth ist, weil sein Charakter sich immer dabey offenbart, w. war durchaus eine Natur, die es redlich mit sich selbst und mit andern meinte; seine angeborne Wahrheitsliebe entfaltete sich immer mehr und mehr, je selbstständiger und unabhängiger er sich fühlte, so daß er sich zuletzt die höfliche Nachsicht gegen Irrthümer, die im Leben und in der Litteratur so sehr hergebracht ist, zum Verbrechen machte. Eine solche Natur konnte wohl mit Behaglichkeit in sich selbst zurückkehren, doch finden wir auch hier jene alterthümliche Eigenheit, daß er sich immer mit sich selbst beschäftigte, ohne sich eigentlich zu beobachten. Wir finden daher in seinen Briefen, vom höchsten moralischen bis zum gemeinsten physischen Bedürfniß, alles erwähnt; ja er spricht es aus, daß er sich von persönlichen Kleinigkeiten lieber, als von wichtigen Dingen unterhalte. Dabey bleibt er sich durchaus ein Räthsel, und erstaunt manchmal über seine eigene Erscheinung, besonders in Betrachtung dessen, was er war und was er geworden ist. Auch finden wir bey ihm keine ausgesprochenen Grundsätze; sein richtiges Gefühl, sein gebildeter Geist dienen ihm im Sittlichen, wie im Aesthetischsn, zum Leitfaden. Ihm schwebt eine Art natürlicher Religion vor, wobey jedoch Gott als Urquell des Schönen und kaum als ein auf den Menschen sonst bezügliches Wesen erscheint. Sehr schön beträgt sich w. innerhalb der Gränzen der Pflicht und Dankbarkeit. Seine Vorsorge für sich selbst ist mäßig, ja nicht durch alle Zeiten gleich. Indessen arbeitet er auss fleißigste, sich eine Existenz aufs Alter zu sichern. Seine Mittel sind edel; er zeigt sich selbst auf dem Wege zu jedem Zweck redlich, gerade, sogar trotzig und dabey klug und beharrlich. Seine Freude an jedem Gefundenen ist heftig, daher Irrthümer unvermeidlich, die er jedoch bey lebhaftem Vorschreiren eben so geschwind zurücknimmt, als einsieht. Auch hier bewährt sich durchaus jene antike Anlage, die Sicherheit des Punktes von dem man ausgeht, die Unsicherheit des Zieles wohin man gelangen will, so wie die Unvollständjgkeit und Unvollkommenheit der Behandlung, sobald sie eine ansehnliche Breite gewinnt." Gesellschaft. »Wenn er sich, durch seine frühere Lebensart wenig vorbereitet, in der Gesellschaft anfangs nicht ganz bequem befand; so trat ein Gefühl von Würde bald an die Stelle der Erziehung und Gewohnheit, und er lernte sehr schnell sich den Umständen gemäß betragen. Die Lust am Umgang mit vornehmen, reichen und berühmten Leuten, die Freude von ihnen geschätzt zu werden dringt überall durch, und in Absicht auf die Leichtigkeit des Umgangs hätte er sich in keinem bessern Elemente als in dem römischen befinden können." Fremde. »Wenn w. durch den Umgang mit Einheimischen sehr glücklich ward, so erlebte er desto mehr Pein und Noth von Fremden. Es ist wahr, nichts kann schrecklicher seyn, alö der gewöhnliche Fremde in Rom. An jedem andern Orte kann sich der Reisende eher selbst suchen und auch etwas ihm Gemäßes finden; wer sich aber nicht nach Rom bequemt, ist den wahrhaft römisch Gesinnten ein Gräuel. Solche nach ihrem engen Maaß- stab urtheilende, nicht um sich her sehende, vor- übereilende, anmaaßliche Fremde verwünscht W. mehr als einmal, verschwört sie nicht mehr herumzuführen, und läßt, sich zuletzt doch wieder bewegen. Er scherzt über seine Neigung zum Schulmeistern, zu unterrichten, zu überzeugen, da ihm denn auch wieder in der Gegenwart durch Stand und Verdienste bedeutender Personen gar manches Gute zuwächst." Welt. »Wir finden bey w. daS unnachlassende Streben nach Aestimation und Consideration; aber er wünscht sie durch etwas Reelles zu erlangen. Durchaus dringt er auf das Reale der Gegenstände, der Mittel und der Behandlung; daher hat er eine so große Feindschaft gegen den französischen Schein. So wie er in Rom Gelegenheit gefunden hatte mit Fremden aller Nationen umzugehen, so erhielt er auch solche Connexionen auf eine geschickte und thätige Weise. Die Ehrenbezeigungen von Akademien und gelehrten Gesellschaften waren ihm angenehm, ja er bemühte sich darum. Am meisten aber förderte ihn das im Stillen mit großem Fleiß ausgearbeitete Do- cument seines Verdienstes, ich meine die Geschichte der Kunst. Sie ward sogleich ins Französische übersetzt, und er dadurch weit und breit bekannt. Das, was ein solches Werk leistet, wird vielleicht am beßken in den ersten Augenblicken anerkannt, das Wirksame desselben wird empfunden, das Neue lebhaft aufgenommen, die Menschen erstaunen, wie sie auf einmal gefördert werden; dahingegen eure kältere Nachkommenschaft mit eklem Zahn an den Werken ihrer Meister und Lehrer herumkoflet und Forderungen aufstellt, die ihr gar nicht eingefallen wären, hätten jene nicht so viel geleistet, von denen man nun noch mehr fordert." Unruhe. »Ungeachtet jener anerkannten und von ihm selbst öfters gerühmten Glückseeligkeit, war er Winkel mann. Winkelmann. 6109 doch immer von einer Unruhe gepeinigt, die, indem sie tief in seinem Charakter lag, gar mancherlei Gestalten annahm. Er hatte sich früher kümmerlich behalfen, später von der Gnade des Hofs, von der Gunst manches Wohlwollenden gelebt, wobey er sich immer auf das geringste Bedürfniß einschränkte, um nicht abhängig, oder abhängiger zu werden. Indessen war er auch auf das tüchtigste bemüht, sich für die Gegenwart, für die Zukunft aus eigenen Kräften einen Unterhalt zu verschaffen, wozu ihm endlich die gelungene Ausgabe seines Kupferwerks die schönste Hoffnung gab. Allein jener ungewisse Zustand hatte ihn gewöhnt, wegen seiner Subsistenz bald hierhin bald dorthin zu sehen, bald sich mit geringen Vortheilen im Hause eines Cardinais, in der Vakicana und sonst unterzuthun, bald aber, wenn er wieder eine andere Aussicht vor sich sah, großmüthig seinen Platz aufzugeben, indessen sich doch wieder nach andern Stellen umzusehen, und manchen Anträgen ein Gehör zu leihen. Sodann ist einer, der in Rom wohnt, der Reiselust nach allen Weltgegenden ausgesetzt. Er ficht sich im Mittelpunkt der alten Weit, und die für den Alterthumsforscher interessantesten Lander nah um sich her; Groß-Griechenland undSicilien, Dal- matien, der Peloponnes, Jonien und Aegypken, alles wird den Bewohnern Roms gleichsam angeboten. So will denn unser H). auch überall hin, theils aus eigenen Kräften, theils in Gesellschaft solcher wohlhabenden Reisenden, die den Werth eines unterrichteten, talentvollen Gefährten mehr oder weniger zu schätzen wissen. — Noch eine Ursache dieser innern Unruhe und Unbehaglichkeit macht seinem Herzen Ehre, es ist das unwiderstehliche Verlangen nach abwesenden Freunden. Hier scheint sich die Sehnsucht des Mannes, der sonst so sehr von der Gegenwart lebte, ganz eigentlich rvnrentrirt zu haben. Er sieht sie vor sich, er unterhält sich mit ihnen durch Briefe, er sehnt sich nach ihrer Umarmung und wünscht die früher zusammenverlebten Tage zu wiederholen. Diese besonders nach Norden gerichteten Wünsche hatte der Friede aufs Neue belebt. Sich dem großen König darzustellen, der ihn schon früher eines Antrags seiner Dienste gewürdigt, war sein Stolz; den Fürsten von Dessau wiederzusehen, dessen hohe ruhige Natur er als von Gott auf die Erde gesandt betrachtete; den Herzog von Braunschweig, dessen große Eigenschaften er zu würdigen wußte, zu verehren; den Minister von Münchhausen, der so viel für die Wissenschaften that, persönlich zu preisen, dessen unsterbliche Schöpfung in Göttingen zu bewundern; sich mit seinen Schweizer Freunden wieder einmal lebhaft und vertraulich zu freuen — solche Lockungen tönten in seinem Herzen, in seiner Einbildungskraft wieder, mit solchen Bildern hatte er sich lange beschäftigt, lange gespielt, bis er zuletzt unglücklicherweise diesem Trieb gelegentlich folgt und so in seinen Tod geht." Hingang. »So war er denn auf der höchsten Stufe des Glücks, das er sich nur hatte wünschen dürfen, der -Welt verschwunden. Ihn erwartete sein Vaterland , ihm streckten seine Freunde die Arme entgegen, alle Aeußerungen der Liebe, deren er so sehr bedurfte, alle Zeugnisse der öffentlichen Achtung, auf die er so viel Werth legt«, marteren seiner Erscheinung, um ihn zu überhäufen. Und in diesem Sinne dürfen wir ihn wohl glücklich preisen, baß er von dem Gipfel des menschlichen Daseyns zu den Seeligen emporgestiegen, daß ein kurzer Schrecken, ei» schneller Schmerz ihn von den Lebendigen hinweggenommen. Die Gebrechen des Alters, die Abnahme der Geisteskräfte hat er nicht empfunden; die Zerstreuung der Kunstschätze, die er, obgleich in einem andern Sinne vorausgesagt, ist nicht vor seinen Augen geschehen ; er hat als Mann gelebt, und ist als ein vollständiger Mann von hinnen gegangen. Nun genießt er im Andenken der Nachwelt den Vortheil, als ein ewig Tüchtiger und Kräftiger zu erscheinen: Denn in der Gestalt, wie der Mensch die Erde verläßt, wandelt er unter den Schatten, und so bleibt uns Achill als ewig strebender Jüngling gegenwärtig. Daß w. früh hinwegschied, kommt auch uns zu Gute. Von feinem Grabe her stärkt uns der Anhauch seiner Kraft, und erregt in uns den lebhaftesten Drang, das, was er begonnen, mit Eifer und Liebe kor' und immer fortzusetzen." Aus dem zweyten Aufsätze S. — 62. Dieser zweyte Aufsatz geht ungefehr den Gang der Heyne'schen Lobrede, und untersucht erstlich, welche Meinungen und Begriffe über die vorhandenen Monumente der alten Kunst im Gange waren, ehe w- in diesem Fache auftrat, und unternimmt zweytens zu zeige», in welchen wesentlichen Punkten sein Bemühen bessere Erkenntniß aufgebracht und eingeleitet habe. --In Italien galten um die Mitte des verflossenen Jahrhunderts Gori, Dasseri, wie auch Bracci für die trefflichsten Alkerthumsforscher, besonders war der zuerstgenannke rühmlich bekannt. Alle drey waren Männer von gründlicher Gelehrsamkeit, aber nicht eben so vorzüglich in Hinsicht auf Kunstkenntnisse und Geschmacksbildung, daher im Urtheil über die Monumente, welche sie zu erklären gedachten, in der Vergleichung öerftl, den mit Andern, und in den daraus gezogenen Schlüssen gar manchen Fehlgriffen ausgesetzt. Die in früherer Zeit schon aufgebrachte, aber von den erwähnten Gelehrten ebenfalls angenommene und fortgepflanzte viel zu gute Meinung vorn Kunstvermögen der alten Etrurier, von dec Anzahl so wie vorn Gehalt der ihnen zuzurechnenden Monumente war ein äußerst schädliches Vor- urtheil, welches den Fortschritten der Alterthums- künde auf mancherlei Weise Hindernisse in den Weg legte. Vielleicht besaß der französische Graf ttaylus weniger gelehrte Kenntnisse, als einer der genannten Jtaliäner, er vergütete aber solches durch lebhaftere Neigung für Kunstwerke, durch ein mehr heiteres gewandtes Denk- und Urrheilsvermögen; auch ist seine Schreibart gefälliger, unterhaltender, welches nebst Sprache, Vermögen, Stand, Einfluß, Bekanntschaften rc« seine Schriften zu den gcleftnflen, seine Meinungen zu den geltendsten jener Zeit machte. Nun schrieb auch Caylus den alten Etruritrn emr Menge Denkmale zu, welche ganz andern Völkern zugehvrten. In noch größerer Achtung aber stan den bey ihm die alten Aegypter, denen er nicht nur die anfängliche Erfindung der schönen Künste zum hohen Verdienst anrechnete, sondern auch vermeinte, daß Etrurier und Griechen dieselben von ihnen erhalten hätten. Ueberhaupt walteten damals über das Eigenthümliche des Geschmacks der Kunstwerke verschiedener Völker, und über die in Styl »nd Behandlung verschiedenen Epochen der Kunst noch sehr unsichere Begriffe. Daher finden sich von sssylns wahrscheinlich Elrurische Denkmale unter den Egyptischen aufgeführt, und eben so Altgriechische den Römische» beygemischt. In solchem Zustande befand sich derjenige Theil der Alterthumskunde, der sich über Denkmale der bildenden Kunst erstreckt. Man ging meist, wie z. B. bey den obengenannten drey italiänischen Gelehrten der Fall war, mit dürftigem Geschmack und noch armer an Kunsikenntnissen, einseitig 6110 Winkelmann, Winkeln,an u> vom Studium alter Sprachen, Geschichte und Fabel aus. Durch Laplus geschahen zwar, wie gesagt, einige Vorschnitt, doch war der Ort seines Aufenthalts, Paris, damals noch weniger als jetzt für den Alterthumsforscher der günstigste. Zudem wirkten die Vorurtheile einer manierirlen Malerschule nachtheilig auf seinen Geschmack und Kunstsinn; es mußte ihm also wohl unmöglich fallen, sich über alle allen, festgewurzelten Irrthümer zur freyen und klaren Erkenntniß zu erheben. Jetzt erschien Wmkelmann zu Rom als ein mit Kenntniß alter Sprachen wohl ausgerüsteter Gelehrter. Unter den Kunstschätzen zu Dresden hatte er sich vorher einige Zeit umgesehen, und ohne Zweifel durch dieselben seine natürlichen Anlagen geweckt. Die Gunst des Cardinals Alexander Albani, die ihm in Rom bald zu Theil wurde, nebst den freundschaftlichen Verhältnissen mit Mengs, müssen der Entwickelung und Ausbildung des Kunstsinnes in ihm sehr Vortheilhaft gewesen seyn. Unterdessen ist es wahrscheinlich, die Neigung zu schönen Formen, wodurch Mengs als Künstler sich auszeichnete, habe überwiegenden Einfluß auf Winkelmann gewonnen, und ihn vermocht, die Schönheit der Formen unbedingt als das Hauptprinzip der alten Kunst aufzustellen. Der irrigen Meinung, Etrurier sowohl als Griechen hatten die bildenden Künste von den Aegyptern erhalten, widersprach wmkelmann mit überzeugenden Gründen, und zeigte dagegen, daß solche aus dem allen Menschen inwohnenden Dildungs- und Nachahmungstrieb überall entsprungen sind. Die Monumente von ägyptischen Geschmack, über welche, wie oben angemerkt worden, bloß allgemeine und dazu unbestimmte Begriffe herrschten, ordnete er in drey Klassen, nämlich in ächtägyptische Arbeiten, in griechische und in römische Nachahmungen derselben, nach Kennzeichen, die von jedem kunstgeübten Auge unfehlbar erkannt werde» können. Ist man ihm dafür schon Dank schuldig, so erwarb er sich doch bey weitem noch größere Verdienste durch feine Aufklärungen über die Monumente der etru- rischen Kunst. Dieses Fach diente im Bezirk der antiquarischen Wissenschaften gleichsam zur Polter- kammer, wohin alles, was schwer zu deuten oder sonst nicht gut zu gebrauchen war, bey Seite geschafft wurde. Die altgriechischen Werke von Erz und Marmor wurden sämmtlich dahin verwiesen; ein Gleiches geschahe auch mit den Vasen von gebrannter Erve, ohne Ausnahme; ja man findet bey Caylus sogar ägyptische Arbeiten für etrurische ausgegeben, und eben dieser sonst verdiente Alterthumsforscher tadelt einen Pater Pan- kratius, der von sizilianische» Alterthümern schrieb, und ein bey Girgenti ausgegrabenes Gefäß von gebrannter Erde für griechisch und nicht für etru- risch hielt. Diese alten, schädlichen Vorurtheile, die immer neue Irrthümer hervorkricben, beschnitt wmkelmann so zu sagen an ihren Lebenswurzeln dadurch, daß er nachwies, die mehrerwahnten, bis dahin für etrurisch gehaltenen, bemalten Gefäße in gebrannter Erde seyen nicht zu bezweifelnde Arbeiten der in Italien angesiedelten Griechen. Ebenfalls muthmaßte er, daß auch die plastischen Werke vom sogenannten elrurischen Geschmack, oder wenigstens einige derselben, altgriechische Monumente seyn könnten. Erst späterhin ist man hierüber zu einer vollkommneren Kenntniß gelangt, der alte Wahn von einstmaliger Blüthe der etru- rischen Kunst und ihrer weiten Ausbreitung immer mehr eingeschränkt, hingegen den Griechen ihre frühern Denkmale wieder zugeeignet worden. Aber man muß ebenfalls gestehen, dieser Gewinn sey bloß mit dem uns von winkelmannn nachgelassenen Capital erworben; denn was thaten seine Nachfolger anders, als in seine Fußtapfen treten, und, was er begonnen, etwas vorwärts rücken? Die schönen in Griechenland und später zu Rom entstandenen Monumente betrachtete wmkelmann zuerst unter kunsthisiorischen Beziehungen , nach Kennzeichen des verschiedenen Geschmacks und Arbeit der verschiedenen Zeiten. Wir behaupten zwar keineswegs, daß solches jedesmal mit unverbesserlichem Erfolge geschehen; doch zeigte er, und zeigte zuerst, wie die Antiken, nach offenbaren Merkmalen, in einer steigenden und sinkenden, von dem Geschmack, dem Styl und der Arbeit geregelten Folge, zu ordnen sind; auf welchem Wege allein die in schriftlichen Nachrichten so mangelhaft auf uns gekommene Geschichte der alte» Kunst nicht nur vollständiger, sondern auch — und dieses dürfte der wesentlichste Nutzen und Vorzug derselben seyn — gleichsam lebendig in den Monumenten selbst dargestellt werden kann. Solche unschätzbare Erweiterungen erhielt die Kunde der alten Denkmale durch unsers Winkelmanns Bemühungen. Liesst man indessen seine Schriften mit prüfender Aufmerksamkeit, so mag ohne Zweifel jede derselben, auch die letzten sogar, in manchen einzelnen Punkten zu Erinnerungen Gelegenheit geben, und zwar von Seiten des artistischen weder minder noch weniger gegründete, als von Seiten des litterarischen Theils gegen dieselben gemacht worden sind. Allein es wäre unbillige Strenge, sie auf diese Weise richten zu wollen. Ernste, auf's Allgemeine gehende Betrachtungen über Winkelmanns Hauptwerk, die Geschichte der Kunst des Alterthums, müsse« vielmehr jeden Gerechrdenkenden von der Unmöglichkeit überzeugen, daß ein Mensch allein eine solche große, nicht vorbereitete Unternehmung, in wenigen Jahren, für den Gelehrten sowohl als für den Kunstkenner durchaus fleckenlos sollte vollenden können. Wäre demnach jemand, der, was Winkelmann gethan, nur für Anfänge halten wollte, so widersprechen wir demselben nicht geradezu; aber wir sagen, es sind große Grundlagen, welche unbeweglich feste stehen, und behaupten überdem laut, in den größten wichtigsten Punkten, welche die Kunde der schönen alten Denkmale fördern können, mag man wmkelmann keck vertrauen; denn er hat, mehr als kein anderer im Geist mit den Alten verwandt, immer das Rechte geahndet, wenn auch nicht allemal deutlich ausgesprochen, und obwohl Widersacher gegen ihn aufgetreten sind, hat man sich dennoch genöthigt gesehen, seinen Lehren zu folgen." Zum Beschluß dieses Abschnittes wirft dessen Verfasser noch einige Blicke auf den Zustand der Alterthumskunde in artistischem Sinne, seit Winkelmanns Zeiten, und glaubt (wohl mit allen Einsichtigen), daß darin keine bedeutende Dorschritte gethan worden. »Der große Vorzug demnach, den Winkelmann als Alterthumsforscher über seine Vorgänger, Zeitgenossen und berühmtesten Nachfolger behauptet, die Ursache warum, ungeachtet einseitiger Anfechtungen, seine Schriften ernst meinenden Freunden des Alterthums immer noch vor Andern nutzbar und werth geblieben sind, besteht in dem Zusammenwirken gelehrter Kenntnisse mit laukerm Kunstsinn; Eigenschaften, die sich in solchem Maaße sonst nie vereint gefunden, und zugleich Eigenschaften, die keinem Alterthumsforscher zu erlassen seyn dürften, welcher mit glücklichem Erfolg auf der von Wmkelmann gebrochenen Bahn fortzuschreiten gedenkt. Ein geübter Geschmack allein wird, ohne hinlängliche Bekanntschaft mit der alten Litteratur, nicht überall ausreichen; noch weniger sind bloß gelehrte Kenntnisse zulänglich, wenn sie nicht durch richtigen Geschmack unterstützt und von der Fähigkeit begleitet sind, den Geist der Alten, den Hähern poetischen Gehalt ihrer vorzüglichsten Kunstgebilde aufzufassen." Winkelmann. 6111 Winkekmann. Au« dem dritten Aufsätze S. 453 — 70. Dieser letzte Aufsatz handelt vornehmlich von den Vortheilen, welche aus den winkelmaniii- schen Briefen zur Entwerfung eines richtigen Bil- des von dem großen und liebenswürdigen Manne zu ziehen sind. „Zu bedauern ist es, daß wir nur allzuwenige Data zur Kenntniß seiner ersten Bildung, und zumal nicht etwas der Art von ihm selbst geschriebenes haben. Seine Kindheit fiel in den Zeitpunkt, wo, bey noch so mangelhafter Einrichtung der Schulanstalten in Deutschland, dafür — zumal in den Häusern des Mittel- und gemeinen Standes, noch alle die Tugenden in Ehren waren, woraus ächte kräftige Charackker erwachsen; wo das Geschäft, Menschen zu bilden, von manchem gewöhnlichen Handwerksmanne, neben seiner täglichen Arbeit, fast ohne die dunkelste Idee von Wissenschaft und Kunst trefflich ausgeübt wurde. Mag demnach die erste Bildung, welche LV. erhielt, mehr darauf gegangen seyn, in seiner herrlichen Bildung nur nichts zu verderben — vielleicht nur desto glücklicher für ihn. An seinen gelehrten Kenntnissen scheint fremde Pflege den geringsten Antheil genommen zu haben. Der blind gewordene Nec- tor, dessen Führer er wurde, ließ ihn für diesen Dienst in seiner kleinen Bibliothek schalten, woraus er nach dem Antriebe seiner gutartigen Laune las, am meisten alte Sprachen. Er vernachlässigte darüber, fast alle Uebungen in der Muttersprache, d. i. in dem modischen Deutsch oder Undeutsch vor A. »740, so daß Einige zu Stendal, vermuthlich die Gelehrten des Orts, die Abneigung des jungen Menschen dafür strafbar fanden. Kurz, bey ihm selbst lesen wir die Aeußerung, „daß er beynahe in Allein sein eigener Meister war." Die allgemeinem Vorkenntnisse in Geschichte und alten Sprachen mag er bald durch Unterweisung jüngerer Schüler erweitert und lebendiger gemacht haben; zu welchem vorzüglichen Hülfsmittel der Selbstbildung ihn glücklicherweise seine Umstände nöthigen. Eine kurze Zeit vor den akademischen Jahren ging er noch auf eines der Berlinischen Gymnasien, und setzte dabey jenen Unterricht fort; doch erwähnt Niemand, ob er zu Berlin Lehrer gefunden, die ihn mit den klassischen Sprachen und mit alter Litteratur vertrauter gemacht. Eben so unbedeutend und von schwachem Einfluß auf seine Entwickelung muß sein Höllisches Leben gewesen seyn, besonders in Ansehung der Kenntnisse, auf denen die Unsterblichkeit seines Namens beruht. Es muß ein seltsam planloses und zerstücktes Studieren gewesen seyn, das er hier ins dritte Jahr fortsetzte. In ssriliericiann, schreibt er dem Grafen Bünau, psrum suppetiarum lcüt sä manum, Llrsecu Luro cariora. Eigentlich bekannte er sich, nach dem Wunsche seiner Eltern zum Theologen; allein so wenig er sich den der Armuth behülflichen Anstalten des Waisenhauses näherte, eben so selten scheint er die theologischen Hörsale besucht zu haben. Kaum erwähnt er einen einzigen Gelehrten unter den damaligen dortigen Lehrern, als den seinigen*); und noch weniger, was er von ihm gelernt habe. Eben so seltsam versichert er von seinem folgenden Aufenthalte zu Jena, daß er sich dort den mathematischen und — medicini- schen Studien ergeben (zu den letztem hatte er gleich anfangs die meiste Neigung), und dem Ienaischen Hamberger (der damals als Professor der Physick und Medicin eben in seiner Blüthe stand), vieles verdanke. Noch verdient von Halle nicht vergessen zu werden, daß hier die Ludwig- sche Bibliothek, die mehrmals, wie es bey fleißigen Gelehrten geht, in Unordnung gerieth, W. ein ganzes halbes Jahr hindurch die erste Gelegenheit gab, sich jm Ordnen von Büchern zu üben, wobey er das Vergnügen hatte, aus dem Munde des berühmten Besitzers einige Brocken (princlpia) von Feudal- und deutschem Staaks- recht zu empfangen. Reif war also winkeimann wohl noch nicht zu keinem landüblichen Berufe; am Wenigsten zu dem seinigen, der noch selbst vor ihm verborgen lag. Wahrscheinlich aber würde er auf keiner andern hohen Schule von Deutschland sür die Elemente seiner nachmaligen Lieblingskenntnisse viel mehr gewonnen haben, außer etwa zu Leipzig, wo Gelehrsamkeit und Gründlichkeit im Studieren Ton war, und wo damals, neben andern Lehrern der klassischen Litteratur, Christ eine kleine Anzahl von Zuhörern auch mit den Ueberbleibseln alter Kunst bekannt machte, und durch Vertrag besser als durch seine Helldunkeln Schriften wirkte. Seiner eigentlichen Bestimmung scheint w erst in den acht Jahren, die er theils als Hofmeister, theils als Conrector der Schule zu Seehausen verlebte, um etwas näher getreten zu seyn. In der letztem Stelle fing er zuerst ein eifrigeres Studium der Griechen an; so daß er dem Gr. Bünau rühmen konnte, er lege den Sophokles nicht aus der Hand, und habe sein Exemplar mit vielen Bemerkungen und Vorschlägen zur Verbesserung des Textes beschrieben. Hierbei) mußten gleichwohl der Lernbegier des gedrückten Schulmanns alle jene Hülfsmittel abgehen, die damals von den Gelehrten in England und Holland für griechische Litteratur erschienen, und er sah sich ohne Zweifel auf die Heroen dieser Wissenschaften aus dem XV. Jahrhundert eingeschränkt. Dann aber waren die Jahre, welche er seit seinem Dreyßigsten in der Nökhenizer- Bibliotheck des Grafen von Bünau, theils unter gewissenhafter Erfüllung seiner Berufsgeschäfte, theils im gelehrter Muße (die er hier zum erstenmal im Leben genoß) eine höchst wichtige Zeit für ihn. Hier erst lernte er ohne Zweifel die bessere Subsidien in Ausgaben und Commentaren kennen, und legte den Grund zu der weitläuftigen Litteraturkunde , die man überall bey ihm antrifft. Was ihn aber als Bibliothekar am meiste» auszeichnet, ist die nüchterne Selbstständigkeit, womit er sich den Verführungen entzog, denen der Ueber- fluß gelehrter Hülfsmittel den gewöhnlichen Kopf aussetzt. Pflichtliebe und Dankbarkeit gegen den Mann, der ihn aus dem Gchulstaube gezogen, machte ihm dabey auch solche Arbeiten erträglich, wie Excerpten für dessen Reichsgeschichte, sür deutsches Staatsrecht rc. aus Büchern, deren Titel ihm kaum des Behaltens werth seyn konnten. Aber in den Stunden, die ihm die Geschäfte, wofür er besoldet war, übrig ließen, muß er sich nicht bloß vielerlei Auszüge zu eigenem künfugen Gebrauch gemacht, sondern auch einige der großen Schriftsteller Griechenlands im Zusammenhange gelesen haben. Zu dem ersten Zweck mußten ihm vornehmlich die Schriften der Akademie der Inschriften nützlich seyn, in deren Mitte auch Caylus seine antiquarische Laufbahn begann. Ueberhaupt zeigte sich seine wohlgeordnete Lecture gleich in den ersien Schriften, mit welchen er bald nachher auftrat. Mit welcher ausgewählten litterarischen Kunde sieht man ihn hervortreten, und sich vörderst in Deutschland allgemeinen Beyfall, so wie späterhin bey den gelehrten Antiquaren Italiens Achtung und Neid verdienen. Wenn die meisten derselben, wie auch der Graf von Caylus, mühsam zusammentrugen, was zur Erläuterung eines Gegenstandes diente, fließt N). aus den öfter besuchten Quellen alles zu, was zur Sache *) Einen gewissen Gottfried Sellius, Professor der juristische« und philosophischen Fakultät, der nachwertS in Holland eine Erperimentalphysick ans Licht gab. S ,4 * S113 AZinkklmanu. Winkelmann. gehört; selten entgeht ihm auf lange Zeit etwas des wirklich Brauchbaren, das Ueberflüsstge hingegen verschmäht er und allen Citaten-Prunk, den der Unbelesene so leicht aus den rückwärts durchmusterten Bücher» (wie Cacus die gestohlenen Rinder in seine Höhle schleppte) zur Blendung blöder Auge» zusammenführt. Seine Maxime, nicht zwey Worte zu gebrauchen , wo sich mit Einem ausreichen ließe, diente ihm auch in dieser Hinsicht zur Richtschnur und giebt allen seinen Schriften ein schönes Maaß und eine würdige Einfalt, die wenige Arbeiten der Neuern haben. Allerdings fodern die Gesetze geschichtlicher Untersuchungen, so wie die philologische Kritik, die Basis derselben, eine seltene Mischung von Geistes- Kalte und kleinlicher unruhiger Sorge um hundert an sich geringfügige Dinge, mit einem alles beseelenden, das Einzelne verschlingenden Feuer und einer Gabe der Divination, die dem Ungeweihten ein Aergerniß ist. Unserm W., man muß es gestehew, fehlte jenes gemeinere Talent, oder es kam vielmehr bey dem Mangel vollständiger Vorbereitung zu seiner Kunstgeschichte nicht recht zur Thätigkeit, indem er bald nach seinem Eintritt in Italien sich in dem Meere von Schönheit verlor, das den verwandten Sinn, ohne irgend einen Blick auf die Geschichte, ganz hinzunehmen vermag. Jetzt fing er an, den Gelehrten, dessen Kenntnisse bloße Notizen sind, als Schriftgelehrten zu verachten, und sich nicht einmal um die historischen Hülfsmittel zu bekümmern, die das Ausland darbot. Man hat hierin einen undcut- schen Stolz erkannt, und man kann ihn deßhalb nicht eben loben. Aber sehr verzeihlich erscheint diese Denkart bey einem Manne, der viele mit Hülfsmitteln besser ausgerüstete Archäologen, theils unter Kleinigkeiten und Schutt, in Diptychen und Sandsteinen wühlen sah, theils solche, die sich gern zu Forschungen über die ediern Denkmäler erhoben hatten, von dem Anschauen derselben ausgeschlossen, ihres Zwecks verfehlen, und sich in das Philosophieren über Gegenstände, die man nicht genug kannte, zurückziehen. Indem w- dieses sich nur selten zu Schulden kommen ließ, und dafür, durch das unausgesetzte Studium aller großen Schriftsteller unter den Alten, auch den vollen Geist derselben in sein eigenes Wesen aufnahm, gelang es ihm, sich zu dem zu erheben, was die Blume aller geschichtlichen For, schung ist, zu den großen und allgemeinen Ansichten des Ganzen und zu der tiefsinnig aufgefaßten Unterscheidung der Fortgange in der Kunst und der verschiedenen Style, worüber ihm nur dürftige Wahrnehmungen anderer Beobachter vorgegangen waren. Auch ist es der Erwähnung werth, daß er niemals den auf alte Sprachen verwandten Fleiß selbst aufgab, während er fremde Beyträge gleichgültig entbehrte; daß er noch in Rom, wo kaum der Ort dazu war, vollständige Wortregister über die griechischen Tragiker anlegte; daß er ausdrücklich einer Sammlung Oonjecta- nea in Lraecornm snett. et monumenta, als von ihm angefangen, gedenkt. Allein dann miß- kannre er offenbar seinen Beruf, wenn er von Zeit zu Zeit den Vorsatz faßte, an die philologisch- kritische Bearbeitung eines Griechen zu gehen. Einmal hatte er dazu den Plalon im Sinn. Gewiß mochte er den Weltweisen, der ihn früher zu dem Jdealischen in allen seinen Studien begeistert hatte, anders lesen, als so viele Magister, die — das Attische und gemeine Griechisch bey ihm zu unterscheiden wissen. Gleichwohl scheint es nicht, als ob ein Commentar von A). über denselben, in philologischer Hinsicht beyder Namen würdig genug hätte ausfallen können. Glücklicher Weise hatte der Unsrige denn doch, je langer er die Alten genauer ergründete, sein ganzes Augenmerk auf dasjenige gerichtet, was auf Kunst und Künstler mehr oder weniger bezüglich ist; er hatte selbst hierin lange nicht alles erschöpft, wozu ein weit gemächlicheres Sammeln und Prüfen nöthig war; aber er hatte etwas aus den Alten gewonnen, was die Philologen von der Gilde gewöhnlich zuletzt oder gar nicht lernen, weil es sich nicht aus, sondern an ihnen lernen läßt — ihre Seele. Mit dieser schrieb er Alles, vornehmlich die Geschichte der Kunst, und dieser Geist zeigte sich auch in den Unvollkommenheiten des Werks; die meisten Fehler sind, möchte man sagen, von der Art, wie sie gerade ein Grieche vor der alexandrinischen Periode, d. i. vor der Ausartung des griechischen Genius hätte begehen können, und an deren Verbesserung sich die nachherigen Grammatiker in den Museen müssig üben mochten. Indessen wer sollte nicht wünschen, daß den N). Schriften ein Gleiches von Sprach- gelehrten und Geschichtforschern widerführe, daß sich sogar mehrere verbänden, jede Abweichung von der strengsten Wahrheit ohne Leidenschaft anzuzeigen, wenn w. bald etwas anderes aus Stellen der Alten entwickelt, als sie enthalten, bald sonst den Sachen etwas zu viel oder zu wenig zu thun scheint. Auch verdiente beygetragen zu werden, was sich aus der Münzkunde, der er den wenigsten Fleiß widmete, zuweilen zur Widerlegung, öfter vielleicht zur Bestätigung seiner Ideen «giebt." Da aus einem Aersehen des Setzers, und Uebersehen des Correktors, in dem gegenwärtigen Hefte nach S. ^099. bis und mit S. 6099. eilte höchst seltsame fehlerhafte Paginirung entstanden ist, so bemerken wir, daß solche übrigens die Herren Buchbinder keineswegs irre führet! kann, da nämlich die 32 Bogen dieses Heftes, also vom K. des dreyzehnten Alphabetes an bis S. des vierzehnten (mit Ausnahme Z. 15., welcher Z. 13. signirt seyn sollte) ganz richtig auf einander folgen. Allgemeines KtliMlexik»», oder: Kurze Nachricht von dem Leben und -en Werken -er Maler, Bildhauer, Baumeister, Kupferstecher, Kunstgießcr, Stahlschncider rc. rc. Nebst angehängten Verzeichnissen der Lehrmeister und Schüler, auch der Bildnisse, der in diesem Lexikon enthaltenen Künstler. Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthalt. Zwölfter Abschnitt. , ^ X. V. Z. ^'>'1^- S Zürich, bey Orell, Füßli und Compagnie. LID 6CLXXI. W 4-' L« WM t i MpLÄ kM kMS-L WW MG «,MNE- If. 4*jMßLiL7^7 u. »HO/ -. -- ...:^- - ;«!,.--> .-L ^ ^ l!t sMLUS UM ^!DMG ' 1.1? - ^ '^-.Ä^ 1i«s« MWH i,L>.-jGüE ' >'; L''' HL- ^ ^ 1^8 - l' . U r G j r -d s» 75? <»» ! : '>""-- -»- i <) ' M -5- ' >< > : i, r.' ^ ^, r '. . Mikt ' . >! 5> X» 9 i ) ) >1 ) » ?.-nm . V ^ .-;nx' ! >Ärnu r'v . N,.<2 y:--i ^ r ? ü s- Als ich vor ungefehr zwanzig Jahren meine zum Theil schon früher gesammelten Zusätze zu dem Allgemeinen Rünstlerlexikon meines sel. Vaters niederzuschreiben anfing, dacht' ich wohl nicht daran, daß diese Arbeit zu solcher Weitläuftigkeit gediehen sollte, und noch viel minder, daß ich bey meinem schon damals nahe an die Sechzige gestiegenen Alter solche beendigen würde. Allein darum beeilte ich mich im Geringsten nicht; in der Ueberzeugung, daß ein Wörterbuch deswegen noch nicht ein Ganzes bildet, weil es alle Buchstaben des Alphabets in sich faßt, sondern nur, wenn, und in wie weit es, seinem Zwecke nach, vollendet, zum Ziel geführt ist. Ist dieses dem Verfasser zu thun nicht mehr vergönnt, nun so wird sein Werk, so wie noch so manches Andere weit Wichtigere unter der Sonne, schon seinen Fortsetzer finden. Indessen wurde meinem sel. Vater in seinem Siebenzigsten, und mir in meinem Sechs und Siebenzigsten das Glück, oder — menschlicher zu reden, die Freude einer solchen Vollendung wirklich zu Theil. Wie weit aber diese Vollendung von der Vollkommenheit entfernt sey, ist sicher niemanden besser als mir selbst bekannt. Vörderst wird aufmerksamen Besitzern der gegenwärtigen Zusätze das große Uneben- maaß der Theile zum Ganzen, und zumal der frühern Hefte des Werkes zu den spätern, nicht entgangen seyn. Die ungleich mehrere Vollständigkeit dieser letzter» rührte natürlich daher, weil, der unzähligen altern Hilfsquellen nicht zu gedenken (mit deren Herzählung, und sorgfältiger Benutzung ich sicher nicht prangen will, da letztere nicht zu meinen Verdiensten, sondern zu meinen Pflichten zu zahlen ist), weil, sage ich, während dem Laufe meiner Arbeit, eine nicht kleine Zahl vollständiger Werke über die Kunstgeschichte aller Nationen und Zungen erschienen waren, die mir erst bey der Ausfertigung der spätem Buchstaben zu Geboth stehen konnten, oder wenigstens, alles Aufwandes von Mühe und Kosten ungeachtet, nicht früher zu Gesicht kamen, von welchen ich hingegen, späterhin, meiner Arbeit den Kern, mit den kürzesten Worten, aber doch im Wesentlichen so vollständig einzuverleiben versuchte, daß vielleicht dadurch den Besitzern dieser Zusätze der. Ankauf von mehr als einem der genannten, noch so verdienstlichen Kunstgeschichtswerke so gut als entbehrlich wird. Hiernächst stand ich, in Ansehung der Werke der Gravur Anfangs in dem Wahn, daß es, mit wenigen Ausnahmen (was aber wieder sehr schwer unter eine gemeinsame Regel zu bringen war) so wohl in den Artickeln der Maler, Bildhauer u. s. f. über die nach ihren Bildern gefertigten Blätter, als in den Artickeln der Kupferstecher über die Arbriten ihres Grabstichels, ihrer Etznadel, ihres Schabeisens u. s. f. hinreichend sey, den Leser lediglich auf die Schriften von Heinecke, Barrfch, Lüßli, Gandellini, Basan, Malpe, Walpole, und auf einige vorzügliche Gant- und Kabinetskatalogen, wie z.B- diejenigen von Huber, Benard, u. s. f. zu verweisen. Allein bald bemerkt' ich denn doch, daß solche allgemeine Verweisungen für die Besitzer meiner Zusätze von wenig Freude und Nutzen seyn könnten. Aber, nunmehr das rechte Maaß zu beobachten, war, wie in soviel andern Dingen, eben das Schwierigste. Hier vun meine Regel: Von den Blättern nannt' ich einerseits diejenigen nach vorzüglichen Urbildern, und anderseits , ohne Rücksicht auf einen besondern Werth dieser letztem, die schönsten Arbeiten von aller Gattungen Stechcrkunst. Endlich, wo nur einzelne oder nur wenige Blätter nach oder von den Werken eines Künstlers anzuführen waren, führt' ich alle mir bekannten an, um von dem Kunst-Charakter ihrer Urheber doch irgend einen Begriff zu geben. Wie viele Hundertmale ich z.B. Bildnisse eben so vieler Tausend dunkeler Männer, oder sogenannter (Gott sey bey uns!) Galanterie- und Tabatieren - Stücke der Franzosen und Venetianer bloß per Bausch uud Bogen genannt, wird mir, wie ich besorge, von einigen Lesern «her zur Schuld als zum Verdienst gerechnet worden seyn, wenn sie zumal irgend einen Fasancnfürst oder Postillenrcuter unter den namentlich angeführten Bildnissen vergebens gesucht haben. Ueberhaupt dürste mir vielmehr eine namhafte Mikrologie in Anführungen einer Menge Personen, zumal deutscher Nation und Zunge, welche wohl den schönen Namen von Künstlern wenig verdienen, nicht ohne Grund vorzuwerfen seyn. Allein nicht zu gedenken, wie verschiedentlich auch hierüber das Urtheil selbst bewahrter Kenner seyn mag, so erwäge man noch besonders: Wie bisweilen, ein in Jahrhunderte langem Vergessen begrabener Künstler, Gelehrte, Weise, u. s. f. durch Anregung seines bloßen Namens diesem Vergessen zuerst entrissen, alsdann mehrere Notizzen über ihn gesucht und nicht selten gefunden werden, und ihm sodann auch noch so spat eine Ehre bey der Nachwelt zu Theil wird, welche gewöhnlich weit mehr als der Beyfall der Mitwelt werth ist. Dagegen glaub' ich, mir selbst das Zeugniß geben zu dürfen, daß ich, auch bey der Aufführung der wichtigsten Personen in die gegenwärtige allgemeine Künstlergalerie, mich einer nicht »»löblichen Gedrängtheit und Kürze des Ausdrucks beflißen, und in meine eigene, so wie in die Seele meiner Leser hinein es nie vergessen habe, daß unser Leben für langes Geschwätz über göttliche und menschliche Dinge viel zu kurz ist. Sollte es mir ferner zum Vorwurf gereichen: Daß ich einerseits bey großen Kunstlichtern die Urtheile mannigfaltiger Kunstrichter verschiedener Sprachen und Zungen, zu oft sehr belehrender Vergleichung, und anderseits, neben Kunst-Charakteristik des Künstlers, auch Mancherlei Ermunterndes und Warnendes aus der häuslichen und öffentlichen Geschichte seines Lebens angeführt, und endlich sogar lebende Künstler mit Anderer und meinem eigenen — Lob und Tadel nicht verschont habe — nun, so sey es, und denk' ich, wenn ich früher oder später über dieses ungewöhnliche Benehmen öffentliche Rüge erfahren sollte, ich mich darüber noch mit bessern Gründen, als bloß mit meiner Wohkmeimmg würde zu schützen wissen. Zur Vervollständigung der gegenwärtigen Zusätze, würden eigentlich noch, theils die Ergänzung des nichts minder als sinnlären Verzeichnisses der Lehrer und Schüler, hauptsächlich aber die Anzeige der reichhaltigen Quellen gehören, aus welchen meine Arbeit geschöpft worden. Indessen glaube ich, Beydes fraglicher bis zur Vollendung der neuen Zusätze verspüren zu können, mit deren Abfassung ich nnch von nun an zu beschäftigen gesi'nnet bin, und damit so lange untrmüdet fortfahren tverde/als die gütige Vorsehung mir biefür noch die nöthigen Kräfte verliehen wird. Eine Zeitlang stand ich bey mir an, ob ich diese letzter» nicht vielmehr zum Beginnen einer neuen Auflage des Gefammt- werkcs meines sel. Vaters und des meinigen benutzen sollte? — Ich sage zum Beginnen, d. h. um einem Nachfolger wenigstens ein Beyspiel zu geben, wie, nach meinem Sinne, eine solche Zusammenschmelzung des Ganzen, wenn man sie je für nöthig erachten sollte, zu bewerkstelligen seyn dürfte. Allein, die Gründe, welche mich schon im Jahr 1306 bewogen, einen solchen Verein zu unterlassen, um nämlich ein Paar Tausend alte Besitzer des Allgemeinen Künstlerlexikons nicht zu schädigen *), bleiben' noch immer dieselben, und werden, wie ich hoffe, weder mir selbst, und noch viel weniger der Uneigennützigkeit meiner Verlagshandbing zur Unehre gereichen.' Zürch, am oi.Dez. 1820. H. H. Füßli. *) Man sehe die Vorrede rum ersten Hefte dieser Zusätze. V Zkakaka (Thomas). Ein Künstler dieses Na, mens, aus der letzten Hälfte des XVlII. Jahrh, in Italien, malte das Bildniß Papst Clemens XI V. welches Joseph (a. st. P. I.) Garofolo in Kupfer gebracht, Zkaquess ). SoheißtbeyFlorllloIV. 62. Not. r. ein Spanischer Kunststicker, der in i 5 r 4 nebst andern seiner Kunstgenossen an dem berühmten Kirchenornat für den Kardinal Eisneros ge, arbeitet hat. * Lavery (G. J>), hieß Gerhard Joseph. Dieser Maler und Nadirer, welcher zu Anfang des XVIII. Jahrhunderts zu Amsterdam blähte, war aus der Gegend von Antwerpen gebürtig. Wir kennen von ihm ein gut radirtes Bild in 4 °- mit der Unterschrift: Oe 8 tut van >Veeuxv öcc.; dann drey bey Peter Schenk zu Amsterdam erschie, neue Folgen, als: Het Itslisanscli Noneel ent, halt (mit dem Titel) 17 Bl. verliebter Vorstellungen in qu. 4° mit holländischen und französischen Der, sen von van Halen — Dann eine gleich starke Folge mit Harlekinen: Her nisuvv geopenä Ilalissnsck l'oneel in qu. 4 °>— Endlich ibnumm. D>. mit allerhand Kunstspringern, Seiltänzern und Gauklern: VerramvlinA von Xoorste- Vsnssrs in qu. gr. 4 °. Nach ihm hat P. Tanjs den C. van Bynkerhout, und den Greffier Fagel kl.Fol. (1747.) gut gestochen. Bisweilen zeichnete er auch dem Peter Schenk Cartouchen zu den bey diesem letztem erschienenen Landschaften; und eine große dergleichen, von F. M. la Cave gestochen, aus eine Karte des Amtes Weißenfels. vt/§c. *— — (Jacob), der Maler. Nach ihm soll I. Houbraken eine Madame Monti, und Neinier Vinkeles den bekannten Kunstliebhaber Gerh. Braamcamp gefertigt haben. >l75c. — — (Johann Baptist), ein geschickter Bild, Hauer zu Harlem um i/Zh. Von seiner Hand sieht man schöne Arbeit an der Orgel der dorti, gen großen Haupt,Kirche auf dem Markte. S. die zweyte Auflage von: .Vtaat ste,' IVecic-'/a-rciM. 1 e ^msterci. i/äg. ff. 8°. I V- 384. Diese Orgel ruhet auf vier schwär, zen Marmorsäulen, zwischen denen die von ihm aus weißem Marmor gefertigte herrliche Gruppe von Figuren mit den Attributen der Tonkunst sich befindet. * Lavin (Hubert und Paul), welche im Lex. kurz in dem Art. Nicl. Laron erscheinen, waren (nach Papillön) Gebrüder, beyde gothische (alte) Formschneider, und lebten zu Paris. Lavregni (Johann» de), Spanischer Maler und Dichter, gebürtig von Sevilien, st. zu Madrid 1660. Derselbe schrieb in Spanischer Sprache: 14 - ber spoloAsticus pro arte pictoris öce. ^Joecher. Lsell, eigentlich Gsell (Peter), einSchwei, zerscher Künstler aus St. Gallen gebürtig, ward 1717 zu Amsterdam von Peter dem Großen in Dienste genommen. Derselbe excellirte im Stil- leben. Indessen kennt man von ihm auch z B. Bildnisse der Evangelisten und Apostel in der Evangelischen St. Peters,Kirche zu Petersburg. Dort ward er bey Errichtung der Malerakademie 1726 zum Mitglied derselben erkiest, und st. da, selbst 174Z. Eine Tochter von ihm heyrathete 17ZZ den berühmten Mathematiker, Lcvnharb Euler. Mensel Misc.XI. 261. Leu Suppl. s. v. — — (Maria), des Obigen Gattin, zweyter Ehe, Tochter desFrankfurter-MalersJ A. Graf, und der berühmten Maria Sybilla Merian. Gleich dieser malte sie Blumen, Insekten». a> Naturalien vortrefflich in Aquarell auf Papeir und Pergament. Sie stand in Diensten der Petersburger-Akademie der Wissenschaften, und st. daselbst 1742- Dort wird ein Schatz von ihre» und ihrer Mutter Arbei, ten aufbewahrt. Zu dem Surinamischen Insekten, werke dieser letzter» gab die Unsrige ein Supplement, und begleitete solches mit einer Dissertation äs Aenerotione st rnetsrnorpho8ibus insecto- rum Zurinaruensinm. Mensel u. Leu I. c. * — — s. Gesell im Ler. und in diesen Zusätzen. * Len 0 ph 1 lus. Die Lebenszeit dieses griechischen Bildhauers, der im Lex. s. v. seines Kunstgenossen Straron erscheint, ist unbekannt. Nur so viel wissen wir, daß seine Statue des Aesculaps zu Argos, zu dem Zeiten des Oausanias, die schönste der bekannten Bildsäulen dieses Gottes war. T ia Serres ( ). Jnnhaber einer Ofenfabrik zu Cölln 1814, damals einige 60 Jahr alt. Ein nicht ungeschickter Künstler seines Faches vorzüglich in Blumen, Verzierungen u. s.f obwohl solche in einem veralteten (?) Geschmack ausgeführt sind. TKKr. Limenes oder Limene; (Alexo). So heißt bey Florillo IV. 99. ohne Weiteres ein Spanischer Glasmaler des XVI. Jahrhunderts. * — — (Franz). Derselbe besaß viel Leichtigkeit in der Führung des Pinsels, und ein brillantes Colorit, wodurch er sich nach seiner Rückkunft aus Rom, wo er mehrere Jahre zubrachte, Beyfall erwarb. Man sieht von ihm unter andern zwey Gemälde in der Kathedrale von Seu, und eine Anbetung der Könige in Tervel, die nach dem berühmten Bilde von Rubens im neuen Pallaste zu Madrid, oder, was wahrscheinlicher ist, nach einem Kupferstich kopiert wurde, weil man hie und da einige Abweichungen vom Original wahrnimmt. Er starb zu Saragossa. Fiorillo IV. 282. — — (Miguel). So hieß ein Spanischer Maler des XVIl. Jahrhunderts, Zeitgenosse von Alouso Cano. Fiorillo IV. 268. — — (Peter Ayber), Anverwandter und Zögling des obigen Franz L. Von ihm kennt man einzig drey Gemälde in der Kirche der H. Jungfrau zu Calatayud, nämlich eine H. Familie, die Geburt Christi, und eine Anbetung der Könige. Sie haben ein schönes Colorit und eine richtige Zeichnung. FiorillolV. 007. * — — (Raphael). Fiorillo I. Hw. nennt diese» vornehmen Dilettanten einen der ausgezeichnetesten Schüler von Empoli. — — oderLin, eno( ), Director der Malerakademie in Mexiko. Nach seiner Zeichnung gestochen ist das Blatt in Humbold's und Bonpland's Reisen (dem Theile der die: lVlonu- inens stes peuples en 0 (I.), s. den nachfolgenden R.Limeno. — — (Matthias). Ein solcher wird bey Fiorillo IV. im Register, mit Verweisung auf S. 222. angeführt, den wir dort und dort herum nicht auffinden konnten. — — (R.). Zu dem Wecke: Retrstos 6e Dspanooles illustres von un epitome cle sus viilas. Naäriä -791 lol., hat ein solcher mehrere Bildnisse in klein Fol. gezeichnet, die von I. A- Carmona und von F. Selma in Kupfer gebracht sind. Einzig auf dem Bildnisse des Herzogs von Alba, von B.Vazquez gestochen, nennt sich derjenige, der dasselbe nach einem Gemälde Titians zeichnete, I. Limeno. Y. Faire ( ). Nach einem solchen soll C. G. Schultze eine Landschaft mit Ruinen in getuschter Manier 12°. geetzt haben. Msc. * Fannes (Ferdinand oder Hernand). „ Palomino" (heißt es bey FioriUo IV. 70.) «ist der einzige Schriftsteller, der berichtet, daß sich dieser Künstler unter Raphael zu Rom gebildet hat. So viel ist gewiß, daß er eilf Jahre nach dem Tode dieses großen Künstlers, nämlich im Jahr i 5 äi, .in Spanien zu dem ausgebreitetsten Ruhm gelangte, wie man aus einer Schrift sehen kann, die in diesem Jahre über eine Arbeit von ihm in der Kirche von Cuenca aufgesetzt wurde, die ihm der große Kenner der zeichnenden Künste, der Schatzmeister und Canonicus von Cuenca, Don Gomez Carrillo de Albornoz aufgetragen hatte. Das berühmteste seiner Werke in Cuenca ist eine Pietas und eine Anbetung der morgenländischen Könige. In beyden herrscht eine vortreffliche Zeichnung und eine harmonische Composition, zugleich auch viel von dem Kunstgeschmack des Leonardo da Vinci, dessen Unterricht er vielleicht genossen hak. Palomino begeht den Fehler, daß er ihn in einem Alter von fünfzig Jahren, im Jahr 1600 , sterben läßt, ohne zu bedenken, daß er nach dieser Angabe im Jahr i 55 o, also dreyßig Jahre nach Raphaels Tode, hätte müssen gebohren seyn." Fares (T.), ein englischer Lieutenant, von dem man aus der Ausstellung der Königl. Akademie zu London 1791, eine Marine und einen Prospekt sah; ob in Oel oder gezeichnet, finden wir nicht. Favarri(Hieronymus). So nenntFitzrilloIV. 172. ganz ohne Weiteres einen Spanischen Maler aus der erste Hälfte des XVII. Jahrhunderts, Zeitgenosse von Bartholomö Carducho. Fck (Cornelius). Ein solcher soll geschrieben haben: Os nellerlanäschs 8ekeeps-6ou^v- iconsl (Schiffsbaukunst). Amsterä. 1667. Fol. mit Kupfern. Msc. Fden (Dietrich), Münzmeister des Grafen von Ostfriesland, in dessen Diensten er i 58 l oder -582 starb. Hirsch teutsch. Münzarch. VII. 2v5. Fear (I.). Nach einem solchen hat P. A. le Beau das Bildniß des Hyder Aly oval 4°. gestochen, und das der Lonkünstlerin du Gazon in gr. t>o. ^/§c. Feares (Niclaus), ein englischer Kupferstecher des letzten Viertheils des XVll. Jahrhunderts. Arbeit von ihm trifft man in L. Plukenety's kkztto^raplna. I^onclon 1691. 40- Außerdem soll er die Gesandten von Bantam (>682.) nach H. Peart und das Bildniß Wilh. Waller's 8°. gestochen haben. M-c. Feiin (Julius Conrad). In dem von einem solchen verfaßten Lehrbuch der Experimental- Naturlehre (Anspuch 1796 bey Haueisen 8°.) findet sich eine radirte Kupfertafel mit mathematischen Figuren, bezeichnet: ^e/mexc.; was, wie wir denken, so viel besagt, daß der Verfasser eigenhändig das Blatt geetzt habe. Vergl. auch den folgenden: — — oder Feiinie(J.G.), zeichnete einige Prospekte von Cadolsburg, die C- D. Henning auf einem Quartblatte stach, zu Oetters Beschreibung gedachten im Anspachischen liegenden Schlosses. Erlangen 1785. Gchad's pma- corhek S. 129. 260. Unsre Quelle hat jedoch viele Druckfehler; vielleicht könnte daher auch obiger Jul. Lonr. Felin diese Zeichnungen gefertigt haben. Fenn (Johann), Architekt zu London und Mitglied der Königl Akademie, ließ auf der Ausstellung derselben 179», einige architektonische Zeichnungen sehen. 6115 Pro. * Feo oder v eo (Richard). Unter dem Namen veo kennt man von ihm eine Königl. Englische Schaumünze von 1746. S. Vollst.B rau n fchrv. Lüneb. Münz- undLNed. Rab. N°. 1181.'). Derselbe lebte noch um 1770. Feou-Tsao, ein Chineser, der in den fabelhaften Zeiten des grauen Alterthums lebte. Er soll zuerst Häuser aus Holz, in Gestalt der Vogelnester, zu bauen gelehrt haben. B-usch Handb. der Erfindungen. Fepes (Thomas de), ein Spanischer Maler von Valenzia, st. 1674. Von ihm steht man in Valenzia, Madrid und Sevilla viele Vorstellungen von Fischen, Blumen und Früchten, welche sehr geschätzt werden. Fiorrllo IV. Z»c>. Fevele (Henry), ein Maurermeister und Bild, Hauer zu London, unter der Regierung König Richard II. Durch ihn und einen andern seiner Kunstgenossen, Grephen Lore, ließ gedachter Monarch noch bey Leibesleben, doch nach dem Tode seiner Gemahlin, sich selbst ein Grabmal bauen. Laut einem diesfälligen lesenswerthen Contra«, der stch bey Rprner (koeäera VII. 795.) findet, verpflichteten sie sich, die Arbeit für 4«o Pf. zu liefern. FrorillsV. 162. * Fgoner, s. im Lex. und oben Igonee. F 0 lsrdt, s. gleich unten Festeste. * F 0 le oder F 0 lr (Don Anton). Seine schönen Anstchren von Landschaften, Ruinen u. s. fi verschafften ihm die vielen Auftrage für das Theater von Buenretiro sowohl als für Staffelei- gemäloe in die Zimmer des Pallastes Aranjuez. Frorillo V. Z92. Foleste oder Folardt ( ), nachpapiüon ein alter Formschneider, der zu Rouen gearbeitet hat. Fong-Zuene, ein Chineser, welcher auf des Hoangti Befehl 12 Glocken aus Kupfer goß. Busch Handb. d. Erfindungen. F s 11 ng (F.). So nenntBastrn (Lst III.) einen Englischen Schwarzkunststecher, der in 1786 zu London nach Bucht (?), Smith u. a. gearbeitet habe, und aber wohl sicher kein Anderer als der nachfolgende Jacob F. senn wird. — (Jacob), Stecher in Schwarzkunst, geb. in England um 1755, und blühend zu London um 1786. Man hält ihn für einen Schüler von I. R. Smith. Von ihm kennen wir, neben einem Bildniß des Lord Bischof John von Peterborough, nach W. Peters, eine Menge Gattungsblatter, meist von der beliebten empfindsamen Art nach W. Deachy, Pr. Hoare, I. (a. K. P.) Hoppiner oder Hoppner, Morland, R. M. Paye, F. Schubin und I. Zossani. Dann Ernsteres nach B. West: Der junge Tobias macht seinen Vater sehend, und: Rückkehr des Verlornen Sohnes. Rost IX. 38i. Ohne Zweifel ist es der nämliche Kupferstecher Foung, der um 1802 ein Bildniß von J.Delille nach Monniec gab (AUg.Runst; III. 2lo.) und noch i8 gestochen. AnderwcrtS nennt man noch (vom gleichem Stecher) nach ihm die Bildnisse Philipp V., des Barthol. Murillo, viele Heiligenbilder rc. Ob der Unsere etwa zu der Familie des Ignsz de Irrste (im Lex. u. Suppl.) gehörte? * Friare (Jgnaz), s. Irrste im Lex. und iq diesen Zusätzen. -) Ohne Zweifel richtiger nennt der Balemannsche Mänzcatalog diese Medaille (auf die Verjagn»- der Rebellen bey Cullvden) eben auch von 1746; und zwar wirklich mit: kt. l. bezeichnet. -) Namentlich auch eine von gedachtem Jüngsten Gerichte, T -4 * Irupsl, p « (F.). Irgendwo finden wir die Anzeige, daß ein solcher zu London 179.. herausgegeben habe ein Buch über das Aetzen in Aguatintarc. betitelt: 1 'ke Hrt ok LtcKinx snä ^gua tintinß 8trictly laiä )o>vn bzr tke most spproveü LIs8ter8, witk a 8pecimen okl^anä- 8CSP6 snä Profll8. Es ist aber ersichtlich, daß unter Irupslips der (rückwärts geschriebene) Name Spiisbury verborgen liegt. * Isbrandrsen (Cornelius), genannt Rüssens oder Rüsten«; wäre, zufolge der neuen Auflage des Carl van Mander (wo auch sein von Ladmiral gestochenes Bildniß zu finden ist) in seiner Geburtsstadr Harlem 1618 gestorben. Nach ihm soll G. van Breen ein Blatt gestochen haben, worauf man einen Mann und eine Frau steht, die Musik machen, Isbrandt Ides (Eberhard), s. Jdes in künftigen Nachtragen. Isenius (M. C.), zeichnete mehrere von G. Gerardi, E. Stoopendaal rc. radirre Stern, bilder zu dem zweyten Theile von des Stanisl. de Lubinietski: Urestrum Lometicum. Lat. 1681 kol. ^c. Isselstein (A.), ein Niederländischer Maler, dessen Geschichte, Blüthezeit u.s.f. uns ganz un, bekannt ist, dessen Geflügel, Vogel und Thiere, mit Wahrheit und zartem Pinsel ausgeführt (dem H. von Männlich zufolge) ihren Platz in Kunst, sammlungen verdienen sollen. Von ihm befindet sich indessen in deutschen Galerien, unsers Wissens, einzig in derjenigen zu Schleiebeim (2^ 2" hoch, 7" br.) ein Bild, welches einen todten Hahn, nebst einigen Vögeln und Austern auf einem Tische darstellen. * Irr echt, s. imLex. und oben Utrecht. *Ivelin, ein verderbter Name von Evelyn im Lex. und oben. Iver (Peter). Bey alle dem, daß er sich mit dem Kunsthandel befaßte, hat er doch fleißig als Kupferstecher für die Buchhändler gearbeitet, ob, wohl er hierin kaum die Gränzen des Mittelmäßi» gen erreichte. Wir kennen von ihm ein Bildniß: Vißlins sd 2uicliemu8 4°. 17^2; das des I. Racine zu einer Ausgabe seiner Werke <^M8terä. et l^eipsix. 1768. 8°) schlecht in 8°.; das Titelkupfer zu dem dsouveaul'kestre kranhoL8 in 8°. 1734; die meisten Kupfer (nebst dem Titel, kupfer nach P. P. Robert) zu: 8cbouvvtoneel ser dlatur. Oit bet krsn8ck vertaalä soor p. le Llerg. s'Lrsvenlis^e 1727. 8".; viele Risse zu: lAemoire pour 8ervir (l'In8truction «l»N8 la conciuite ä«8 8ieKS8 et 4°. äcc. Anderwerts heißt es, er habe auch die Kupfer zu dem Buche: I'lilu8tre kran^oi8e, zu der Pamela rc. gestochen nach L. F. Dudourg. Ivert ( ). So heißt schon im Hlmsnacl, ste 6esux-art8 l8oZ und noch im ^Imsnsck äu Oommerce rle kari8 1811 ohne Weiteres ein da, mals dort lebender Baumeister. Ives (Carl Leoffroy de Ssint,), einer der ausgezeichnetsten Kunstliebhaber des XVM.Jahrh.; gest. zu Paris 1717- Er war der Sohn eines Augenarztes S. Leoffroy, der von dem Aug>n, arzte Saint,Dves adoptirt wurde. Carl, der, gleich dem Barer, zu Paris als Augenarzt practi, cirte, war von einem brennenden Enthusiasmus zur Kunst beseelt, und sein Reichthum erlaubte ihm auch demselben folgen zu dürfen. Er brachte daher aus dem berühmten Kabinetten deS de l'Orangere, Quarre de Quinten, d'Argensville, de Julienne, Cayeux, Boucher, Huquier, L. Mich. Vanloo, Brochaut, Gouvernet, kempereur dem Vater, Mariette, Neymann, Conti und Nourri die herrlichsten Gemälde, Emaille», Bronzen, Zeichnungen und Arbeiten aus Elfenbein und ge, brannter Erde zusammen. Vielleicht noch merk, würdiger war seine Sammlung von Kupferstichen; nicht allein weil sie die Werke der beßten Künst, ler in sich begriff, sondern weil auch die seltensten Blätter hier in den herrlichsten Drücken zu finden waren. Besonders zeichneten sich die Werke des Alb. Dürers, des Lucas von Leyden, der beyden Behaim's, des Aldegrever und das der Familie Sadelcr aus (alle diese waren aus der Verstei, gerung des Mariette und früher im Besitze des bekannten Amsterdamer,Bürgermeisters Six); so wie ferner die des Nanteuil, des Rubens rc. Saint-Ives, ein Mann von dem liebenswür, digsten Charakter, der seine Kunst nur zum Beß, ten der leidenden Menschheit trieb und nie ein Honorar annahm, zog sich endlich in die Nor, mandie zurück, und st. dort i8v-4- Seine Samm, lung, von welcher der Maler und Kupferstecher Raynault den Katalog fertigte, wurde nach, gehends öffentlich Hu Paris verauktionirt. Analer t)'a/co§» a7)/rrL §e»er'a/e. kari8 igob. 8°. p. 8. Ivo de Rempis, Glockengießer, s.Rempis oben und in künftigen Nachträgen. Ivonner ( ). Der /Ftmanac/r natrona/ a'e Fr-a-rce i'sn mxieme. parw 8°. nennt ihn damals als Professor der Zeichenkunst bey der Central, schule zu Poitiers. Ivoy ( ), General, Quartiermeister bey der Armee des Herzogs von Marlborough. Nach seiner Zeichnung hat man einen gestochenen Plan der 1704 gelieferten Schlacht von Höchstädt. Hkc. * Ivr >, ein Beyname des Baumeisters «tonrank des Lrx. Juso (Fra Matthias Anton Jrala), ein Spanischer Franciscaner, Mönch, geb. 1680, und gest. 1753. Von ihm sollen hie und da Malereyen und Kupferstiche vorhanden seyn. ^c. Z. Z. (C. P. I.) C. ?. 7. 2 . kee. So ist eine Folge von 3 o kleinen, mit einer zarten Nadel geetzten und mit viel Geschmack ausgeführten Landschaften eines uns ganz unbekannten Nieder, ländischen Stechers bezeichnet, die zum Titel führen: I.snli8ctiapie8 Kuvvient)e8, und wovon eine (sie sind von ganz verschiedentlichem Maaße, von i — 6" und fast alle in Querformat) mit 1762 datirt ist. Am Schluße findet sich (gedoppelt) das Bildniß von perer van Laer (alia« Za»rboot5). — (P.D.). Und so, ganz ohne Weiteres, das Bildniß des Gottesgelehrten Dan.Tossanus. Mrc. * Zaal (I.). Derselbe soll auch, nach A. van Dyck, den König Carl I. (mit 6 holländischen Versen) gestochen haben. Zaan ( ), vielleicht ein Dilettanke, und zu seiner Zeit etwa Student zu Leipzig. Nach seiner Zeichnung hat I. F. Schröter 179, ein Bildniß des Arztes Fischer mittelmäßig punktirt. Man findet dasselbe auf dem Titel einer Flugschrift, betitelt: Die Natur; dem Herrn D. Fischer bey Zabaglia. Zacchio 6117 seinem Abgänge von Leipzig nach Kiel gewidmet. Im Dezember 1790. Leipzig 4°. * Zabaglia (Niclaus). Dieses sonderbare Genie hatte Alles von sich ohne Lehrmeister, ja selbst ohne lesen zu können, erlernt. Eine Vorlesung, die der Geh. Rath Langhans in der Akademie der Künste zu Berlin 179z hielt, beschreibt kürzlich die kunstreiche Weise wie zJiclaus, der die Maschinen zum Baue der Pekerskirche fertigte, eine alte Kapelle unversehrt 70 Palmen weit von ihrem Orte transportirte, und dann 10 Fuß tief in die Erde, unter den Altar einer andern Kirche, versenkte. Das in seiner Art einzige und sehr prächtige Werk, was er in italiänischer und lateinischer Sprache zu Rom 1743 (irrig sagt das Lex. wohl 1746) in gr. Fol. heraus gab: Lastelli e ?onn, enthält 54 Kupfertafeln und sä Bogen Text. Miiizia (Lä. lerr. I'. II. ääl — 5 s.) bemerkt: Daß der berühmte Baumeister van vitelbi eine Vorrichtung zur Sichersteüung der schadhaft gewordenen Kupole der St. Peterskirche zu Rom sich zugeeignet habe, ungeachtet solche dem Unsrigen gebührte, so wie letztrer hingegen eine schon 1702 von Carl Fontana erfundene Drücke, um das Kreuz auf die Julia (den Ööelisc vor St. Peter) aufzustellen, wovon er die Idee bloß bey einer neuen Gelegenheit benutzt, für seine eigene Erfindung ausgegeben. Zabala (Don Hieronymus). „Unter den Absichert und andern angesehenen Männern" (heißt es bey Fioriiloiv. 340.) „die sich wahrend der Regierung Carls II. nicht bloß als Dilettanten, sondern ernstlich mit der Kunst beschäftigen, behauptet derselbe den ersten Rang. Er wird von den Spanischen Malerbiographen mit großer Hochachtung erwähnt." *ZabaIli oder Zabellr (Anton), Kupferstecher und Etzer, geb. zu Florenz um 174«, und blühend zu Neapel 1780. Neben den schon im Lex. bemerkten Bildnissen, hauptsächlich von der Familie Medicis, nach V. C. Cambiagi's G. Panzi's, J.Zocchis, u.a. Zeichnung, kennt man von ihm Stiche nach einigen der beßten Gemälde, die sich damals zu Neapel befanden. So z. B. die drey Marien am Grabe sprechen mit dem Engel, aus der Galerie della Torre (das nämliche, was schon früher Roullet so schön gestochen hat), nach H. Caracci; Jesus und Johannes begegnen sich, nach dem berühmten Gemälde in der Sakristei) der Hieronymiten-Väter, von Guido; eine Flucht in Egypten, nach Ebendemselben, und eine Maria Magdalena nach Guercino, diese beyden aus der Galerie Cariati. Rost IV- sL 5 —Zö. Francin. Mc. Zabalza (Don Michael de), Ritter von St. Jago. So hieß ein Spanischer Kunstdilettante, den man 176b mit dem Diplom der Maler-Akademie beehrte. Fiorillo IV. 099. *Zabboli (Jacob), s. Zoboli im Lex. und unten. Zabel (Georg), ein Goldschmiedsgeselle, der, während er bey Johann G. Binnius zu Wolren- büttel konditionirte, dort in bejahrtem Alter 1668 starb. Mrc. Zaccheriae und Zaccharias, s. unten Zachariae und Zacharias. *Zaccherri (Bernardin), ein Maler von Reggio, lebte um i 5 sä. Einige halten ihn, doch ohne genügsamen Grund, für einen Schüler von Raphael. Dazu mochte eines seiner Bilder zu St. Prospero Anlaß geben, das im Geschmacke des Garofalo gezeichnet und colorirt ist, nebst etlichen andern, welche wirklich in etwas Raphae- lisch erscheinen. Andre') wollen von dem Unsrigen auch Arbeiten in Rom finden, und behaupten gar, er habe Michael Angelo in der Sixtina Beystand geleistet. /.ausr (Lll. terre.) IV. 4 >. Dieser Künstler ist wohl nicht mit dem Piemonteser Sacchetti des Lex. zu verwechseln, nach welchem C. Alet einen St. Andronicus und Alhanafia gestochen hat. * Zacchia (Lorenz). Von einem solchen kennt einer unserer Kunstfreunde ein, etwa Is Oombst «le guatre cavaliers rubrizirtes seltenes Blatt in Querfol. , nach dem bekannten Preißcarton von da Vinci, mit der Aufschrift: Opus sumturu ex tsbells I^eonsrül Viucii propria mnnu picta, ä 7 .anre»tr<, l^ucensi, sb eoclemcjus nune excusuru , 558 . Dasselbe ist mit des Unsrigen Monogramm (einem verschlungenen L. u. ^.) bezeichnet. Unser Freund glaubt, unser LZa/chia dürfte mit dem Zacchia des Lex., welcher unten Paul der Alke heißt, Line Person seyn. Wir zweifeln daran; eher möchten wir ihn, aus den Daten zu schließen, etwa für einen Sohnssohn desselben halten. — — (Paul), von Rom, Leibarzt Papst Jnnocen; X. Derselbe war neben mehrern Wissenschaften, auch in den schönen Künsten, der Ma, lerey, Dichtkunst und Musik bewandert, schrieb verschiedene Werke, und st. 76 I. alt 1669. Iöcher. * — — ( ), von Lucca, hieß Paul, und trug den Beynamen des Alten, um ihn von dem Folgenden zu unterscheiden. Wohl mag er seinen Unterricht zu Florenz erhalten haben, obwohl sein Styl dem Geschmacke der alten Loscani, schen Schule nicht immer gleichet; seine Starke bestuhnd in der Zeichnung, seine Schwäche hingegen in den allzuharten Umrissen. Lausr (kll.ter?.) I. 82. S. auch oben den Art. Loren; Zacchia, und dann den Schluß des gleich ff. Art. — — ( ), der Jüngere genannt, ganz das Gegentheil von Obigem, hakte sanfte Umrisse, war stärker im Kolorit, dann aber in der Zeichnung und allem klebrigen schwächer. Von ihm sieht man einzig ein Bild in der Staaks- kapelle zu Lucca; von Zacchia dem Alren hingegen kennt man Verschiedenes in andern dortigen Kirchen, wie z. D. eine Himmelfahrt der H. Jungfrau in St. Augustin, eine schöne und wohlge- dachte Arbeit, wahrscheinlich eine von seiner lehren, welche das Datum von 1327 trägt. Andre rühmen noch mehr seine Himmelfahrt bey St. Salvator, zumal wegen der daraus erscheinenden, damals seltenen Kunst im Perspektiv und in den Verkür, zungen. Eine Madonna mit mehrern Heiligen, welche einst in der Landkirche von St. Steffano stuhnd, fand sich (1809 noch) in der schönen Sammlung des H. Marchese Jac. Sardini zu ge- meldtem Lucca. Auch die Blüthezeit des jünger» Zacchia fallt wahrscheinlich in die Mitte des XVI. Jahrhunderts, (Lcl. ters.) I. 8s. * Zacchio (Zacharias). Er war der erste, F ») So j.B. Aszari Irrc»-. eccte».
  • Zsricio pfintLMZo — A. amic. kec. Im Hof lsiürnberger-Mün; Cablner I. ste Abth. S. d27. Sollte Zag wohl der verkürzte Name eines Künstlers seyn? Etwa des folgenden * Zaganelli, ein Beyname des ^ran; Conguola des Lex. '), und der gegenwärtigen Zusätze. Aagar (I), von dem man ein seltene Con- trafaitmedaille in Bronze von 1674 kennt, auf Fredericus (anderwerts heißts Franz) Pcrrenot N. F. Der Lengnich'sche Münzganr- karalog führt solchen S. 116. an. ^Zagel,Zanziger,Zafinger,Za;in- ger, auch (doch irrig) Zink (Martin oder Matthäus, und Theodor). Der Unsere war Goldschmied u. Kupferstecher (nach dem Lex. auch Formschneider), geb. um 1430 zu Nürnberg, und, den Jahrszahlen seiner Blätter zu Folge, noch lebend um rho) zu München. Aus seinen Arbeiten ist wohl sicher zu erkennen, daß er ein Goldschmied war. Gandellini («. v. Zage! sowohl als Zanziger) sagt, daß man verschiedene gestochene groteske Verzierungen von ihm kenne, die, bald mit ^ 4 . bald mit mit N. 2- bezeichnet seyen. Basan L6. sec. dann führt ihn, seltsam zusammengezogen, als Marrinzagei an. Man verwechselt ihn oft mit dem (weit Düngern) Matthäus Zink (geb. 1)98, gest. 1586.). Das Praunische Kabinet besaß von ihm eine gezeichnete Kreuyignng- Lipowskp s. v. Zasinger. Ob d-r Unsrige auch Formschneidec gewesen, ist noch ungewiß. Sein Vortrag als Stecher ist äußerst trocken, aber mit feinem Grabstichel ausgeführt. Wenn nicht die Daten seincr Blätter es widersprachen, sollte man aus seiner alkgothischen Manier schließen, daß er vor Martin Schön gearbeitet hätte. Rost!. ilff — 5 . Dort, und bey winkler und Srandes s. v. Zagel, werden ss. Blätter von ihm angeführt: 1. Salomo, auf Anreitzung eines seiner Weiber, betet den Götzen Milcon an. iüoi. 8°. 2. Maria mit dem Kinde bey einem Springbrumy läßt Wasser in ein Gefäß laufen, ihor. 8°. 3 . Die Sibylle von Cuma zeigt dem Kaiser August das Bild der H. Jungfrau mit dem Kind in einer umstralten Wolke. ) den Bevnamen Marchcsi trug; dasLer. hingegen gant . Marchesi war. Zagel. 6L2k 4 > Sk. Ursula in einer Landschaft, liest stehnd in einem Buche, und hält in der Rechten einen Wurfspieß. 4°. 5 . St. Catharina, in einer Landschaft stehend, hält einen Stock, oben mit einem Kreuze, womit sie den Satan zu ihren Füßen durchsticht 4°. Anderwerts heißt es, wohl minder richtig: St. CatherinenS Enthauptung. 6 . Große Landschaft mit einer Heiligen auf den Knieen, welche die Marter erhalten soll, zerstreute Composition in drey Gruppen. Hauptblatt, unter dem Namen der Enthauptung von St. Catharina bekannt. Gr. Fol. 7. Sk. Christoph, der das Kind Jesus über einen Arm des Meers tragt, und unter der Last zu erliegen scheint. 4°. L. Marter von St. Sebastian, mit einer Gruppe von neun Figuren, deren eine auf den Knieen bey einem Mann zu Pferde für den Heiligen Fürbitte einzulegen scheint. Sehr schönes Blatt in qu. Fol. g. St. Barbara, zu den Füßen ihres Vaters, der mit erhobenem Schwerdt sie todten will; vor ihr ein Pokal mit einer Hostie. 4°- 10. Nackte Frau in einer Landschaft, sieht auf einem Todtenkopf, und halt in der Rechten eine kleine Kugel mit einer Sonnenuhr darüber. Gr. 4°. n. Frau in einer Landschaft, breitet den Saum ihres Kleids über eine Eule, und blickt auf eine blitzstralende Wolke, wo die Wort« zu lesen sind: Duck stick. iblio. 4°- !2. Der Philosoph Aristoteles, geht auf allen Vieren, um der Buhlerin Phryne zu gefallen, die mit gehobner Geissel ihm auf den Schultern sitzt, mittlerweile Alexander, von einer jungen Schönen geführt, in den Garten tritt, wo dieses vorgeht. 4 °. Höchst selten. Dieses Blair ist auch unter dem Namen Sokrates und Xanrippe zum öftern behandelt worden. (Bey L-porvsky wird auch genannt: Dame reitend auf einem — Großvezier). ls. Reuter in einer gebirgigten Landschaft, rennt im Galopp, mit einer Dame hinten auf. 4°. Zagelmann. 14. Junge Dame umarmt in einem Gartenhaus einen jungen Kavalier, den man vom Rücken sieht. 4°. i 5 oZ. Sehr fein gestochen. 1 5 . Ein Kavalier und eine Dame sitzen im Gespräch in einer Landschaft. 4^ 16. Marsch einiger Kriegsleute, von einem Fähn- drich, einem Tambour und einem Pfeifer angeführt. Qu. 4 ° 17. Große Galla zu Müttchen. Der Herzog an einer Tafel spielt Karten mit einer Dame mitten unter seiner Höflingen, von welchen dreye im Tanz und zwey im Gespräche begriffen sind. Ein sehr seltenes Blatt in gr. Fol. der Große Ball genannt. i 5 oo. 18. Tdlirnois zu München in Gegenwart des Hofes i 5 oo. Das Große Tournois genannt. Gr. Fol. Pendant des vorigen, und eben so selten. 19. Lr'porvsky nennt noch: Den Bauer, der mit einer Däurin tanzt. so, Eine unsrer Handschrtften (wohl in Verwechslung mit N°. 18.) die Krönung eines Königs. LTlalpö, der die Geburt unsers Künstlers in ihho setzt, sagt daß der Abbe kNarolles 22, seiner Blätter besetzen habe, welche ins Kaiser!. Kabinet gekommen seyen, deren Alter übrigens ihren einzigen Werth ausmache. Sein Monogramm bestand in einem bisweilen verkehrt. Von Theodor Zage!, den LNalpe, auf gut Glück bin, einen Anverwandten von LTiarehaus nennt, führt unsers Wissens einzig Fl. le Lomre (und wohl nach ihm Gandellini s. v. ^a§üc/) ein kleines Blatt an: Eine Frau, die man voM Rücken sieht. Seine Chiffer bestand in einem verschlungenen T. und Z.'). Zagelmann (Johann), ein Geflügelmaler, geb. zu Teschen 1720. Er arbeitete zu Wien, und st. dort -708. 7 l 7 rc. In der K.K. Bildergalerie befinden sich von ihm zwey Bilder (2^ 4 " br. io" hoch), worinne die Landschaft von Brand gemalt ist. Der Birkenstockische Gemälde - Cata- iog rubrizirt von ihm, auf Leinwand gemalt (5- br. 2' 4/2" hoch) ein Bild mit Früchten. ,) Noch erhielten wir, durch die Güte eines unserer Kunstfreunde, über Mattin oder Matthäus Zaget ff. Notiz: „Da man von diesem Künstler bisher überhaupt nicht mehr als 22 Bl. kannte, welche noch höchst selten vorgefunden werden, so dürfte es Kunstsamler» nicht unangenehm seyn, dieselben mit einem Buch bekannt zu machen, welches, in Kl. Oktav oder Duodez gedruckt, außer der Vorrede 211 S. stark ist, und zum Titel führt: Eeztrr Kampf des Menschen, das ist: Ein kurzer Degrif der Kürnemb» sten Versuchung, mit welchen der staydige Sathan den sterbenden Menschen gemainiglich anfachten thut, ihn darmit in die ewige verdambnuß zu stürzen, rc. mit anmuthigen Kupferstichen geziert, und allen Menschen, bevor aber den Kranken zu Nutz und Trost alhie« Hers gesezt. Sirperiorum permissu. München bey Peter König. Auf dem lezren Blatt des Buches ist die Addresse: Gedruckt zu München bey Anna Bergin, Wittib. LI.QL.XXIII. I» Verlegung Peter Königs Nunstführev- Die vorkommende Kupferstiche, welche hie und da zwischen dem k Text eingedruckt sind, stellen vor: ^.) Erste Versuchung des Teufels wegen Sicherheit uiid Hofnuug länger» Lebens. L.) Zurechtweisung des guten Engels wider diese Versuchung, c:.) Zwote Versuchung wider den Glauben, v.) Zurechtweisung dagegen. L.) Dritte Versuchung den Menschen zur Äerzweifr lung zu bringen, k.) Zurechtweisung dagegen. 6 .) Vierte Versuchung um Ungeduld zu erregen, il.) Um terricht dagegen. I.) Fünfte Versuchung über die eitle Ehre, geistl. Hoffart. dann eignes Lob und Ruhm. k.) Unterricht dagegen. t..) Sechste Versuchung zum Geiz und übrigen Sorgen für zeitliche Dinge, kl.) Unterricht dagegen. Endlich yi.) Der Sieg des kämpfenden Menschen durch sein seliges Dahinscheiden. Diese iz Blätter haben beynahe alle einerlei Größe, nämlich 5" 4'" in die Höhe, und 2-' 6 "' in die Breite. Alle bis auf die zwey ersten sind von unserm Zagel, und mit seinem Monogramm M.L. signirt. Die Ideen dazu sind übrigens ganz aus jenem berühmten Jncunabel: x-, moriell.!, entlehnt; nur daß hier die in jenen Holzschnitten den Figuren aus dem Mund gehnden Zettul wegfallen. Jene zwey ersten aber scheinen von einem spätern Künstler hinzugearbeitet z» seyn; eben so das Titelblatt, welches ein Epitaphium darstellt, auf welchem man in einem offenen Grab einen halb verweftnen Leichnam erblickt." Noch bemerkt gedachter unser Freund, daß von Murr (Beschreib, von Nürnberg) den Unsrigen Matthäus Znstnger nennt, und sein Bildniß in l2? anführt, welches bezeichnet sey: »culji. yivririrb. u 14 * Zagnani (Anton Franz), LanZl'(L6.tekr:.) V. 167. nennt ihn Anron Maria, und sagt, daß er auch für fremde Fürsten (worunter er aber vielleicht eben gleich dem Lex. bloß die Fürsten von Este u. d. gl. versteht) gearbeitet habe, übrigens aber in seiner Kunstgattung (Blumen und Früchte) den Paul Anton Barbieri (Bruder des Euercino) z. D. nicht erreicht habe. Zago (Lorenzino), wie ^iorillo II. i»g> durch Jnterpuilkkakious - Fehler einen Nachahmer von Tizian zu nennen scheint, ist ein Nonens, und darunter Lorenzino da veneria zu verstehen. S. oben in diesen Zusätzen seinen Art. nach *— — (Santo). (L-i.ter?.)!!!. i2i. nennt ihn kurz einen guten Frescanten, von dessen Arbeiten sich (doch nicht viele) in Venedig befinden. Daö im Lex. bemerkte Blatt von V. le Fevre ist nach ihm (nicht nach Titian, wie es dort irrig heißt) gefertigt. Zahlhauser (Johann), erscheint 1780 als Kaiser!. Hofbrückenpolir zu Wien. In »7gZ scheint er nicht mehr am Leben, oder doch nicht mehr an dieser Stelle gewesen zu seyn. stlstsc. Zahn (Hans), ein Tischler, f. oben den Maler Hans Richter. — — (Joh. Philipp), geschickter Maler (» 8 i 5 zu Braunschweig) geb. zu Eisenach 1756 beschäftigte sich anfangs mit Abbildungen von Insekten und Miniaturmalen. In 1776 ging er nach Cassel, und kam 1786 durch Zufall nach Draunschweig, wo ihn der altere Weilsch unterstützte und belehrte. Ein geschickter Mann, der ohne seine Augen- krankhcit gewiß noch größere Fortschritte gemacht hätte. Seine gelungensten Arbeiten sind eine Madonna nach van Dyck, Hektors Abschied, Auferstehung des Erlösers, in ansehnlicher Größe, und die Hexe von Endor, nach eine Ausgabe der K- Akademie zu Mailand, Zainer oder Zeit» er (Johann u. Günther), zwey Buchdrucker, die man als Formschneider vermuthet, s. oben Anron Sorg. Beyde, vermuthlich Gebrüder, waren aus Rcutlingen gebürtig und lebte» in der letzten Hälfte des XV Jahrhunderts; Johann arbeitete zu Ulm, Bologna und in seiner Geburtsstadt, Günther auch in der leztern und zu Augsburg. Msr. Bey ihm erschien 1472. Fol. Das güldin Sp>l, worin es heißt, daß die Karten, „das Spil voll Untrem", zuerst in »Zoo in Deutschland erschienen sey. //emecLe 16 ee p.2i»i. Not.r. Zais (Joseph), ein Venetianischer Landschaftsmaler, der in seiner Jugend häufig von dem Englischen Cvnsul Schmidt, dem Macenas aller angchnden Künstler zu Venedig, gebraucht wurde. Derselbe war ein Schüler von Franz Zuccharelli, den er in Erfindung, Großheit und Mannigfaltigkeit übertraf, in der Anmuth seiner Tinten aber ihn nicht erreichen mochte. Auch Schlachtenstücke malte er eben so gut, was er bey Franz Simonini gelernt hatte. Später ergab er sich der Liederlichkeit, und st. sehr all als Bettler im Spithale zu Trevigo um 178». Da»Lr(Lri.tcr2.)III. 287-8S. Nach ihm gestochen haben: P. Monaco: Judas Vermahlung mit einer Cananäerin, und Rachel, die auf ihren Götzen brütet; Gandi zwey Landschaften, P. Scataglia eine Folge dergleichen, und Marinen i» qu. Fol.; Volpato die vier Jahrszeiten, durch Figuren in Landschaften ausgedrückt; I. Wagner eine Folge von Landschaften, (lstsc. * Zaist (Johann Baptist), geb. 170« und gest. 1707. LaMi iv. i6». nennt ihn einen guten Schüler von Joseph Natali. Von seiner Geschichte der Cremonesischen Künstler (s TH. Cremona 1774.), welche sein Schüler A. M. Panni herausgegeben, sagt er, daß solche zwar viel brauchbare Notizzen enthalten, aber, ihrer Weitschweifigkeit und vielen Wiederholungen wegen, denjenigen nicht leiten dürfen, der Vieles aus Wenigem vernehmen möchte. Gestochen nach ihm haben Wagner und Berardi 12. schöne italienische Landschaften, dann eine große zerfallene Colon- nade, welche bey winkler ausführlich beschrieben sind. * Zal (I.), s. im Lex. und oben Zaal. Zaldas (Anton), ein Spanischer Künstler, wir wissen nicht in welcher Kunstgattung, welcher, mit mehrern Andern, in 1661 die Freyheit der Malerey vertheidigte, und es dahin brachte, daß die Spanischen Künstler (wohl auch Stümper?) von Abgaben, Zöllen, Kriegsdiensten u. s. f. freygesprochen wurden. FiorillolV. 27». Xalescins (Martins), kosansenis pio§s- bat Nlaccä 8 t. äsl. (ser. Vic. TIV 273. So seltsam bezeichnet findet sich ein Gemäld in der Kirche zu Lumignano. Mrc. *Zalrerius, Bologninus, hat zu Venedig eine Karte von Böhmen gestochen. S. Dräust« ölbl. classica p. 1172. u. Univers. Lex. B. I^x. S. iHZi. Nicht unwahrscheinlich ist solcher mit dem gleich folgenden Bolognino Zalrieri des Lex. Eine Person. * Zalrieri (Bolognino). Daß er Formschneider gewesen und zu des Carkari Werk geschnitten habe, ist irrig; dagegen war er ein Kupferetzer und Kunstverleger. Vor uns liegt folgende Ausgabe (davon die erste bey Franz Marcolini »556 zu Venedig erschienen seyn soll) des Vinc. Cartari: I.« iniLAmi äe i sei äe gli sntictii. In Vcnesia appresso Vinc. Val^risi » 571 - Jn der mit Venedig ibbg datirten Vorrede des Verfassers, sagt derselbe, daß er sein Buch von neuem herausgebe, und daß ein geschickter Künstler, Bolognino Zalrieri, die Kupfer dazu gefertigt habe. Diese Kupfer, 88 . an der Zahl, verrathen die Hand eines Malers, sind aber in dem monotonen Geschmacke ihrer Zeit radirt. Eine mit dieser gleiche Auflage, erschien- 58 o. 4°. bey Franz Ziletti in Venedig. In spätern Auflagen, die Pignoria heraus gab, findet man zwar Holzschnitte; Bolognino hat aber keinen Theil an denselben, indem sie nach der Zeichnung des Phil. Fcrroverde geschnitten wurden. Noch kennen wir aus seinem Verlage: Imsxines guorunstam principum et illustrium virorum. Zo/os-tt»r ^a/te- ss kormis. VenetHs M.O I^X VIIII. diese Blätter sind von Dom. Zenoi radirt. ssstsc. S. auch den gleich vorstehnden Art. Zaluski ( ), ein Maler, von dem der Gantkatalog des I. W. Meil ein architektonisches mit Figuren staffirkes Gemälde aufzahlt. Zamaraerv, s. Tapilerv in den gegenwärtigen Zusätzen. Zambelli (Joseph), geb. in der Gegend von Bologna. Er lernte die Zeichenkunst bey Hercules kelli, und widmete sich nachher dem Kupferstechen. Man kennt verschiedene Vignetten von ihm. Mensel Miscell. Xlll. 5 g. Zambellini (Jakob). Ein Maler dieses Namens st. 3 o I. alt zu Venedig 162g. -Vsr. Z a in p i e r i. 012^ Z a m b o ii i. zamberlan (Franz), s. Ulielmo de Grandi in diesen Zusätzen. * Zamboni (Matthäus). In einigen Pri- vathäusern zu Bologna findet man von ihm Einiges (doch nicht Vieles) so Cignaneschiches wie sonst bey keinem Schüler seines Meisters. Fürs Publikum scheint er dort nichts gearbeitet zu haben. Seine beyden Bilder im St. Niccolo zu Rimini stellen , das «ine St. Bencdikt, das andere St. Pier Celestino dar. TamLr (b)(i. tem.) V. ig8. Nach ibnr hat F. M. Francia 172.. den St. Philipp Neri in kl. Fol. mittelmäßig gestochen, Zambono (Michael), blühete um i 5 oh. Seine Mosaiken in der Kapelle de Marcoli der St. Markuskirche zu Venedig sind mit dem auserlesensten Fleiß ausgeführt und im beßten Geschmacke der Vivarini gezeichnet. (Lll. ters.) V. 189. Zambano (Alonzo de Liero). So heißt bey Fiorillo IV. 221. ganz ohne Weiteres ein Spanischer Maler um die Hälfte des XVH. Jahrhunderts. *— — (Johann Ludwig), unstreitig der geschickteste Nachahmer seines Lehrers Cespedes. Nach dem Tode desselben (1608) ließ er sich zu Sevilla nieder und st. 1689, aber gewiß nicht, wie das Lex. sagt, vor seinem vierzigsten Jahre, weil er sonst nicht ein Schüler des Cespedes hätte seyn können. Sehr strenge hielt er sich an den Styl desselben, hatte eine großartige Zeichnung, ein brilliantes Colorit uns eine ungemeine Dreistigkeit in der Führung des Pinsels; pflegte aber, nach dem Beyspiel einiger Italiener, den Vor- grund seiner Bilder oft mit halben Figuren in einem größer» Verhältnisse zu füllen, was wir durchaus nicht billigen können. Die meisten seiner Staffeleygemalde befinden sich in den Sammlungen angesehener Personen in Andalusien; von vffcnllichen Malereien aber sind .folgende die bedeutendsten : Die Marter des Heil. Stephanus, in der Kathedrale von Cordova; die Marter der Heil. AciScio und Victoria, ebendaselbst, in der Kirche der Heil. Märtyrer; dieHeil. Märtyrerinnen, Flora und Maria, am Hauptaltar in der Kirche I des Heil. Augustinus, ebendaselbst; zwey Bilder in dem aufgehobenen Collegium der Jesuiten, nämlich ei« Schutzengel und der Heil. Christoph; drey Gemälde in der Kirche des Heil. Bastlius zu Sevilla, die sich auf die Legende dieses Heiligen beziehen und meisterhaft comvonirt sind'), und zuletzt ebendaselbst ein Heil. Bartholomäus und eine Geschichte aus dem alten Testament, die vortrefflich angeordnet ist. LiorlUo IV. 164 7- 65 . * Zamki, s. Zarncko im Lep. und unten. Zamora (Diego di), ein Spanischer Maler von Sevilla, der sich um 1697 nebst viele» Andern beschäftigte, die Kunstwerke an der dortigen Kathedrale auszubessern. Fionllo IV. 1Z8. — — (Juan de) , ein Spanischer Maler in Sevilla aus der Mitte des XVII. Jahrhunderts. Derselbe arbeitete im Flämmischen Geschmacke. Seine Landschaften mit kleinen , netten Figuren werden sehr geschätzt. Im bischöflichen Pallaste zu Sevilla befinden sich einige Bilder von ihm, deren Inhalt aus der Schöpfungsgeschichte entnommen ist, nämlich Adam und Eoa im Garten , u. s. w. Wiewohl aber die Figuren darin richtig gezeichnet sind, so werden sie doch von der Landschaft und den Deywerken übertreffen. Zamora war ein Mitglied der Akademie zu Sevilla , die sich damals in dem blühendsten Zustande befand, weil sie unter den geschicktesten Künstlern einen rühmlichen Wetteifer erregte. Fiorillo l V, 296—96. Mit dem Zanrora ohne Taufnamen, des Lex. dürften dieser und der vorhergehende Diego kaum in einigem Verhältnisse stehen. *Zampe;zo (Johann Baptist), von Citadelle im Paduanische», blühete um 1(160 und st. 80 I. alt in 1700. Derselbe wurde von Franz Apol- lonius zur Kunst angeleitet, studirte auch zu Venedig unter dem Cav. Liberi, und übte sich dann in Dassano, den Jacob a Pontc zu copiren, so daß er z. B. desselben Taufe von St. Lucilla durch St. Valentin, in der Kirche alle Grazie, so gut nachahmte, daß Barth. Ecaligcr sagt, das Bild sey dem Urbilde zu vergleichen. Nach Nat. Mel- chiori's 2) Zeugniß copirte er auch Giorgionc's St. Libero zu Castelfranco voitrefflich, und fertigte noch Manches von eigner Erfindung in feinem Vaterort und der Umgegend. Noch kennt man Aquarcll-Copien einer Menge Gemälde von Caliari und Zelotti aus den vornehmsten Denctianischcn Galerien von seiner Hand. Zu dieser letzter» Gattung leitete ihn Liberi an, welcher hiefür ein besonderes Talent an ihm entdeckte. /.ML-r (Lll. tem.) lll. i 5 g. * Zamprer, (Domini'cus), Domemchino §) genannt. Anfänglich von seinem Vater, einem wackern Schuster, zum geistlichen oder sonst zu einem andern gelehrten Drodtberufe bestimmt, zeigte er bald seinen entschiedenen Hang für die bildende Kunst, und erhielt nur mit Mühe die Erlaubniß , demselben zu folgen. Man wählte für ihn den Unterricht des geschickten Niederländischen Manieristen Dionysius Caivart, bey dem er bereits Guido Reni und Francesco Albaui als Mitschüler fand , welche aber bald diese Schule verließen, und in diejenige der Carracci zu einer reinern Quelle übergingen. Ihnen folgte in kurzer Zeit auch der Unsrige, als Calvart ihn eines Tags beym Zeichnen nach Kupferstichen des Au- gustin Carracci traf, und, darüber wüthend , ihn mit Streichen mißhandelte, so daß der arme Knabe mit blutendem Kopf entfloh, und eine Weile, aus Furcht neuer Bestrafung, in einem Winkel des väterlichen Hauses sich verbergen mußte. Ludwig , das Haupt der Carraccischen Schule, nahm ihn dafür mit »»gemeiner Liebe auf, und Augustin, für den Meiilchino so viel gelitten hatte, führte ihn selbst an der Hand dem erstem zu , und weissagte dem Knaben eine glänzende Zukunft; dagegen setzten seine Mitschüler damals noch ein geringes Vertrauen auf seine Geschicklichkeit, was vornehmlich von seiner »»gemeinen Schüchternheit herrühren mochte §); denn je weitere Fortschritte er in der Kunst machte, desto behutsamer ging er zu Werke, da jene hingegen Leichtigkeit und >) Po»Z hielt dies Gemälde fälschlich für eine Arbeit des Luis Fernander. 2) I» seinen handschriftlichen Rotirzen von venetianischen Malern, wovon die HH. Burchielati ;» Trevigo das Aurvgraphum, und der Cavalier Lazara eine Copie besitzen. z) Von seinen Mitschülern, noch kürzer, Menichinc», weil er der jüngste unter ihnen war. 4) Veikenllolo (heißt es bei) Malvasta II. Zu.) nori ,-iccnIo, posltnrr, » Aiarlai», plgno e -coiigiosro
  • 1 l>ove -teils pirrurs ; aber Hannibal bemerkte ihnen: „Daß dieser Skier ein Feld bearbeite, welches einst reichliche Früchte bringen werde". Jedoch auch Unbefangene bemerkten: „Bey Anbeginn seiner Studien schien sein Geist etwas träge zu seyn, weil er lief und genau war; und puffert schreibt überhaupt seine Fortschritte mehr seinem Fleiß als seinem Genie zu". >) Man sehe sein selbstgemaltes Bildniß in der Galerie zu Florenz. 2) Oder, wie die auspinselnden Ultramontaner sich ausdrücken : „Hier beobachtete er die Unschuld der Kinder, die Schwachheit der Greise, die heftige Thätigkeit der Männer, die zartere Theilnahme der Frauen", u. s. f. z Anfangs that er in dieser Akademie noch eigentliche Juugensdienste: rervivs s prepsrsre i lunri e » k»r» l'slrre l-isogne, senLS coorril-ilire s 5PLS2 , heißt es bey Bellori (p. -72). 4) Dieser Preis bestand darin, daß der gekrönte den Namen eines Akademie-Prinzen erhielt. 5) Neben seiner Begierde, sich wieder mit Albani zu vereinigen, waren einige Zeichnungen von Hannibal, die er in Ludwigs Schule zu Gesicht bekam, ein neuer Antrieb für ihn, jenem zu folgen. L) So wie Ludwig zu Bologna ihn dem Guercino entgegengestellt hatte! 7) Wir kennen keinen Stich davon. 8) Bey Philipp Bonamici in! 779) von D. Eunegv, aber mit Weglassung des Vorhofs, wo die Wächter schlafen. Mit den Wäcbrern auch bev Landon im llmriste «. l>i? 87- Z a m p i e r i. Zampieri 6125 Heiligen durch Lustdirnen '). Dieß waren die ersten Arbeiten, welche dem Unsrigen einen gründlichen Ruf erwarben. Bey dem bald hernach erfolgten Tode des Kardinals Agucchi gab Domi- nl'chlno den Entwurf für das Grabmal desselben, und einige Sculpturver;ierungen an diesem Monumente, nebst dem gemalten Bildnisse des Verstorbnen , sollen wirklich das Werk seiner Hand seyn *). Dann erhielt er durch des letzrern Bruder eine Wohnung nebst einem Jahrgehalt, und eine edle Müsse, die aber seinen Fleiß nur zu steigern vermochte; denn in diesen Zeitraum setzt man die mehrern Staffeleibilder, die sich in den Europäischen Kabinetten von ihm vorfinden. Dann empfahl ihn Agucchi, als nunmehriger Ma- jordomo des Kardinals Aldobrandini 4), demselben, um sein neues Belvcdere in Frascati zu zieren. Hier malte er §) zehn Bilder in Fresco aus der Fabel des Apollo; dann , nach Annibals Karton, über ^ eine der Thüren der Galerie Farnese, das Mädchen mit dem Eichhorn §); hierauf , durch Ebendesselben Vermittelung, für den Kardinal Odoard Farnese, in einer Kapelle zu Grotta Ferrata, die Geschichte von St. Nil und St. Bartholoms, nebst andern Andachtsbildern. In einem der erstem, wo St. Nil den Besuch des Kaisers Otto empfangt, stellte er, unter der Figur eines Jünglings, der vor einem wilden Pferde zurückbebt, das Bildniß eines Mädchens von Frascati bar, welches er liebte, und das ihm von ihren Eltern verweigert wurde ?). Die Entrüstung dieser letzter« hierüber nöthigte den schüchternen Jüngling , eilends nach Rom zurückzukehren. Dort fand er an Franz Albanl wieder, wie immer, den uneigennützigen Freund, der die ihm aufgetragen neu Arbeiten im Schlosse des Marchese Giustinianr zu Baffano mit ihm theilte. Der Unsrige fertigte nämlich daselbst sieben in Fresco's aus der Fabel der Diana §). Hauptsächlich aber erhielt er, ebenfalls auf Annibals Empfehlung, von dem Kardinal Scipio Borghese den Auftrag, die St. Andreas Kapelle der Kirche St. Gregorio architektonisch zu verzieren (denn auch dieses Talent kannte sein Lehrer an ihm), und ebendaselbst die Geißelung von St. Andreas zu malen, was für ihn, wie wir nun bald hören werden, zur Quelle manchen Mißvergnügens ward. Seine Arbeit wurde mit i5o Scudi, Guido's darüberstehendes Bild O mit /zoo bezahlt. Die weit mehrern Stimmen gaben Guido die Palme; Annibal aber, und ein altes Mütterchen dem Unsrigen r°). Eines Tags, da DomlNlchlno an diesem Bild arbeitete, überraschte ihn Annibal, wie er eben an der Darstellung eines Henkersknechts begriffen war, und dabey, unter drohenden Gebehrden, pöbelhafte Schimpfworts gegen den Heiligen ausstieß. Von dieser sonderbaren Erscheinung überwältigt, fällt Carracci dem Jüngling mit den Worten um den HalS: „Menechino! heute lern ich von dir" «). Aber, wie dem immer seyn mag, alle jene vor- r) In halb lebensgroße» Figuren. Alle drey sind gestochen von St. Bandet, und das dritte auch schön von G. Audran. Alle drey o. di? zo. z>. Z2. 2) Gestochen finden wir es nirgends. 3 ) .. 2 » den französischen besonders", sagt London — aus welcher Quelle? 4 ) Neffen Clemens vm. z) Anderwärts heißt es: Bloß unter Domenickmo's Aufsicht habe solche Alerander Fortuna, und I. B. Viola das Landschaftliche darin gemalt, und zwar wird letzteres so bemerkt, als ob das Geschichtliche bloß als Stafsirung anzusehen se», was sich auch allerdings so beurtheilen läßt. D. Barriera hat sie gestochen (1647), in ungleicher Größe, und dazu sieben Ansichten von gedachter Villa (-649). o. lV.49 —58- (ohne die Ansichten von der Villa). 6) Dies finden wir einzig im Umrisse von Elis. Lingee, bey London O. >46. 7) St. Nil stellt in eben diesem Bilde den damaligen Novizenlehrer des Klosters, Philipp Moret, und derjenige, welcher vom Pferde steigt, seine» Gönner Agucchi vor. Das ganze Werk ließ Xaver Canale, Prä« fekt des Päbstlichen Schatzes (>762) zu Rom, durch Fr. Bartolozzi, A. Capellan, C- Gregvri und P. A. Pazzi i» 19 (u. d. -z.) Blättern fertigen, welche zum Titel führen: k>-ccu>«: ,n -iceiio, «cki o^plokenrziellsi »ajunct-«. Eines der Bilder (das gleich vorbenannte) hat Carl du Fresne noch besonders gestochen. Alle 15 finden sich bey Landon O. z — 27. 8 ) H. Frezza und ein Anonymus (wir glauben Fr. Langlois, Ciatres genannt) haben sie gestochen. O. 76 — 32. S) Welches des Heiligen Hingang zum Kreuze darstellt. >c>) L lriko rscconco, dieuos vecdiierella si crslevesse grsorsmpoinnsiirilsskoris ckel Oo,»snZc/,«>c>, ,'nckicscickol» cks s psrre eck espooeackols a ua ksuciullo ehe seco sves; e die vollasi pol all» scoi-la cki ls mirrsre cki e pselisse (/.anrr Lck. reu V. 97.), was freilich wenig beweisen darf; so wie wir auch eben so wenig glauben: die , illkorwLlo ckel kscro cka < 1 , Sntezrorie Is ^>riius opeis slls secoacka. ,1) Lan-r I. c. Ob übrigens das nicht abermals zu den Apokryphen der Kunstgeschichte gehören mag? Auch Fiorillo ik- 579. nennt jenen Büttel „als die den Blick des Beschauers, noch mehr als der Heilige selbst, auf sich ziehende schönste Figur des ganzen Werks"; und fügt hinzu: ..Diese meisterhaft gezeichnete Gestalt dient als ein Vorbild für die Kunstjugend, vorzüglich wegen des vollkommnen Ausdrucks der M»s« kein , und ist öfters allein in die Kupferwerke eingerückt wordenSo z. B. in ^>---07,,- pgrsck.g- inscs Lrspliicez n. IV. Sollte indessen dies Alles nicht eher eine Mackel als ein Preis zu nennen seyn? . . . Auch entschied überhaupt das Publikum, wie wir schon vernommen, über den Werth dieser beyden Weltbilder fast allgemein zu Gunsten der Anmuth desjenigen von Guido; und selbst jenes alte Mütterchen hatte denn doch noch den Sinn, zu dem sie begleitenden Kinde nicht bloß zu sagen : Vecki 8,. — Carlv Maratti hak Domenicbino's Bild, in einem seltenen Blatte, geistreich , aber flüchtig geetzt; kleiner auch Ncmigius Vnibert. In neuern Tagen ist solches sehr schön nach Tvfanelli's Zeichnung von G. Folo gestochen worden, und eben so jenes Gegenbild des Guido, deren jedes in Deutschland -4 fl 24 kr. kostete. O. dl? 7-. 6126 Z a m p i e r i> Zampieri. erzählte Arbeiten des Unsrigen kommen in keine Vergleichung mit dem unsterblichen Bilde, welches er nun für die Kirche St. Hieronymus alla Ca- rita in Rom malte. Wie er selbst dem Dasseri erzählte, fertigte er es für den nichtigen Preis von — 5 o Ecudi — was Guido zum vftern für seine Halbfiguren erhielt; er vollendete dasselbe 1614 damals dreyßig Jahre alt. Dieses bewundernswürdige Gemälde stellt den Kirchenlehrer Hieronymus am Ende seiner Tage in einem Alter von g«j Jahre» dar/ wie er seinen Tod erwartet, und »och vorher das Sakrament des Abendmals nehmen will. Verschiedene Schriftsteller, welche das Leben dieses Heiligen beschrieben haben, erzählen, daß er sich zu dem Ende, ganz schwach, noch in die Kirche tragen ließ; andere hingegen wollen, daß er diese letzte Hostie auf seinem Lager genommen. Domenichmo zog, wie An- gustin Carracci in seinem ähnlichen Bilde in der Certosa zu Bologna, den zuerstgenannten Moment vor, gab, da Hieronymus zu Bethlehem starb, dem ihn bedienenden Priester das Gewand des Griechischen Clerus, und stellte überhaupt die ganze Handlung nach dem Ritual dieser Kirche dar. Dieses Werk wird gewöhnlich noch auf den heutigen Tag , nach der Verklärung von Raphael und der Abnehmung vom Kreutze des Ricciarelli, für daö vorzüglichste Altarblatt in Rom gehalten; und so wurde dasselbe schon von unbefangenen Zeitgenossen beurtheilt '). Bloß einige Feinde des Anfingen die seinen Ruhm beneideten, oder sonst Anhänger der entgegengesetzten Partey waren, welche den Lanfranco an ihrer Spitze hatte, bezichtigten ihn des Plagiats von dem schon genannten Bilde des Carracci, der übrigens die ganze Handlung sich nach dem Gebrauche der Römischen Kirche gedacht, ^und alle Figuren, die theils den Heiligen unterstützen , theils neben dem Altare stehn, in Mönchskleidern abgebildet hatte. Auch ging der Eifer des Lanfranco so weit, dass er das Gemäld des Agosiino (nach seiner eigenen Zeichnunet, heißt es irgendwo) durch F. Perricr in Kupfer stechen, und in ganz Italien verbreiten ließ *). Dem entgegen geschah dasselbe denn freylich auch dem Bilde von Domenichmo durch Giov. Cesare Testa, der sein schön geetztes Blatt mit einer Jnnschrift begleitete, welche die abgedrungene Veranlassung nicht verhehlte Im Ganzen vermehrte sich demnach durch dieses klassische Werk der Ruf unsers Künstlers in und außer Rom »»gemein. Jetzt gab ihm der Marchese Costaguti vor Lanfranco, Guercino und Josepi'n den Vorzug , und ließ durch ihn den berühmten Plafond malen, wo Apollo die von der Zeit unterstützte Wahrheit aufhellt §), und der Marchese Matter, an der Decke eines kleinen Zimmers, das Jdyl- lion von Jacob und Rahel §). Dann folgten die fünf Alfresco's aus dem Leben von St. Cäcilien, in der dieser — entzückenden Heiligen geweihten Kapelle der Kirche St. Luigr degli Francesi, welche besonders Bellori und passen, die in jenem Zeitalterblüheten, umständlich beschrieben Habens. 1) Dann später wieder von pousstn und 6>769.) S. 99. die ff. Anekdote genommen hat, ist uns unbekannt. L'esc (heißt es dort) uo usage rlvbli s Korne 3 e kgire meitre ell lVIozglgue cisos l'kglise cle Lainc Pierre, cous les csklesu» esliinc-s. pe peinc Is Lommumon cle 8s>or Heroine llesirs cecce clislioerion , oc Lc exposer soo rakleao clsos cecce eßlise pour erre zöge par le Public?. lVlsis, soir i«norsnee, soll zalousie, son ouvrage kuc mecooou, ec relegue conime par irlkpris clsos Ull lieu, 011 il seroir pcul-rcre eocore ignore sän« In krgncirise clu Le peincre spprencl oü esc le lgkleau ec clemancle » le copier. Lomme il cc.ivsilloic, le /lomcnch«,,, sntre pour okserver l'impres- «ion cle so» ouvroge sur uu arcisce kakile, se cienc clerriere lu! , lie conversstion et cleveloppe sur I'arr I.i ikeorie Is plus lumiveure. Le econne, se recourne, le voll le, )?eux muuille« cls larmer; le /)c>nre»^y,cc« se nonirne, le zelte les pincesux, se leve er lui ksise I» maln svee » rranspo, til ne se Korne pns ä cet kominsps, il emplo^e laut ron ereclik pour rekskilicer le caklcgu, czui s ece eopie eo lVlosalczue üans I'Lglise cle 8a>nc - Pierre". 2) Sonderbar! Bey Gnndellini findet sich neben dieser, auch die ganz entgegengesetzte, aber, wir gestehen es, für Lanfranco allzurühmliche Meinung, daß er wirklich durch diesen Stich seinen — Feind von der Anlage des Plagiats habe befteyeu wollen. Z) Opeiv ill Korn» cle! ßran /)o,»sn,c?/„no, cke per la korr» cli tucci i muneri cleli'arle, per l'Lmmlrakile cspiesscone rlegli »itelli, cou liono «peeialisscmo clella »aiurs sl rencle irnmorlule, e skorra non eke slt'i l'iovicli» g msrgvigliursi e 2 rscere. Späterhin (1702) ist dieses Bild auch von B. Farjat schön, aber charakterlos gestochen, und noch später ( >729) vortrefflich von dem Luzerner Jacob Frey , durch den angenehmsten Verein des Grabstichels mit der Etznadel geliefert worden, o. iv? zz. Unter neuern Kunstrichtern bemerken wir den einzigen Fiorillo, welcher, mit aller seiner gerechten Bewunderung dieses Bildes, demjenigen vrn August!» (ohne jedoch seine Gründe dafür anzuführen) den Vorzug giebt, und eben so andere, unten folgende Bilder des Unsrigen (hauptsächlich seine St. Agneft) höher als den St. Hieronvnius zu schätzen scheint. Im Gegentheil thut weder das Eine noch das Andere Lands» , welcher zu Paris alle diese drey Bilder, als Französische Lunstbcute, neben einander sah. S. dessen Annalen ( p. l. pl. 57. p. 11. pi. -z. u. vi. l'l. 25.) 4) Von D. Sunego in 7 Blättern gestochen, wovon eiuos den ganzen Plafond, die übrige« die einzelnen Theile enthalten. O. 97 — coi. 5) Dasselbe ist uns durch keinerlei Stich bekannt. 6) p. ,87 — 89- p. -7 — 20. Auch Zr'orills III. 584- sagt vorzüglich von diesen Bildern: „Daß Zampieri darin, durch die Vvllkommenhcir der Zeichnung, des ColoritS und des Ausdrucks, sich selbst übertreffen, daher sie auch stets als die beßre» Muster der Jugend" (wohl auch dem Aller?) „gedient hätten. Zwey davon sind in lebensgroßen Figuren: Cäcilia bereitet sich zur Marter, indem sie ihr Gut unter die Armen theilt. Gestochen hat dieses R. A. Persyu (-646). Ebendasselbe, nach N. de Poilly's Zeichnung Fr. dc Poilly (Koma;), schön. Daim ihr Tod; in der Luft ein Engel, der ihr die Krone der Ueberwindung bringt, von I B. Pasqualini, schon 1622. Ebendasselbe I. B- de Poilly, nach N- de Poillv's Zeichnung; dann Langlois , schön geetzt, ohne seinen Namen (L,->c,es ein.), und endlich (1772) ebenfalls schön gestochen D. Cunego. Ueber diesen beyden befinden sich in Grisin'llen mit halb lebensgroßen Figuren : Cäcilia weigert sin> den Götzen zu opfern, von Fr. Rosa (ko,»«) geebt. Dann eben so: Sie und ihr Gatte St. Valerian empfangen die Martvrer-Krvue auf den Knieen von einem Engel, von D Cunego gestochen. Endlich ihre Vergötterung im Plafond erwähnter Kapelle (dies wieder in lebensgroßen Figuren) gestochen von §. Spietrr. watelet (wir denken irrig) meint, daß auch einer der Aanila's alle diese Bill Zampieri Z a m p i e r i. 6127 / Diesem folgten die sechzehn Bilder: Geschichte der Heil. Jungfrau in der Hauptkirche zu Fano sKapelle der Familie Nolfij '). Bald darauf ging unser Künstler nach Bologna, und heurathete eine junge, so hübsche Frau, daß sie ihm bey mehr als einer seiner spätern Arbeiten zum Modell dies neu mußte ^). Wahrend seines dortigen Aufenthalts malte er neben einem Familien - Bildniß, wovon wir nicht wissen, wo solches hingerathen ist s), die beyden berühmten Bilder der H.Jung- srau von, Rosenkranz, und der Marter von Agnese; letzteres für die Kirche der Heiligen dieses Namens, ersteres für St. Johann di Montc. Beyde kamen, als Französische Kunstbente (die Maria von, Rosenkranz, durch Italienische Ritoccirung ziemlich verdorben) nach Paris, und sollen itzk wieder an ihrer alten Stätte ruhen. Zu Paris wurde letztres durch — Wegkratzen jener Ritoccirung wieder ein wenig hergestellt; und auch die St. Agnese soll eine Restauration — überstanden haben. Die Bewunderung dieses letztem Bilds, zumal in seiner ersten Blüthe, war so gut wie »«getheilt. Eochm allein fand, bey aller seiner übrigen Vortreflich- keit, den Ton zu grünlich und in den Schatten nachgedunkelt. Die Maria vom Rosenkranz hinwieder wurde schon damals von den Einen für den Triumph von frommer Künstler-Begeisterung gepriesen, von Andern als Inbegriff unverständlicher mystischer Anspielungen vielfältig gerüget 4 ); Lochrn beurtheilt es, als wunderschön in den Details, aber das Ganze, wegen Mangel großer Licht- und Schattenmassen, verworren. I. I. 1621 bestieg Gregor XV. aus dem Hause Ludovist den Päpstlichen Stuhl; derselbe war des Unsri- gen kandsmann, und, noch mehr, sein Pathe; von ihm wurde Doinenichino außerordentlich geachtet, überall hervorgezogen, und zum Baumeister des Apostolischen Pallastes im Vatikan ernannt. Allein manche seiner schönen Hoffnungen verschwanden, als dieser Papst nach einer kurzen Regierung von zwey Jahren und fünf Monaten dahinstarb, und der Unsrige unter dem neuen Pontisikate Urban VIII. seine Stelle verlor. Glücklicher Weise ließ eben damals der Kardinal Alexander Montalto die Kirche Andrea della Valle erbauen. Wie sich über den Antheil an den Arbeiten daselbst zwischen ihm und Lanfranco eine unauslöschliche Feindschaft entspann, ist bey Passers §), Fiorillo ?) u. a. nachzulesen. Ihm fielen einsweilen die vier Angoli der Kuppel und die Tribune des Hauptaltars zu. In die erstem malte er die vier wunderschönen koloßalen Evangelisten; den Johannes vornehmlich mit einer Begeisterung, welche keine Beschreibung erreichen kann. Als sich die dortigen Lheatiner eines Tags über des Künstlers Langsamkeit beschwerten, erhielten sie von ihm zum Bescheid: „Ich habe in dieser Zeit mehr für Euch gearbeitet, als wenn Ihr meine Hand hattet pinseln sehn»)". In die Tribune und zwischen die Fenster fertigte er: St. Johann Baptist« zeigt zweyen Aposteln Christum in der Ferne im Gebüsche, des St. Andreas (und St. Peters) Berusung zum Apo- sielamte, den Gang des erster» zur Marter, seine Geißelung und seine Apotheose §); die Geißelung, nach einer sehr verschiedenen Darstellung von derjenigen bey St. Gregor'°). Dann zwischen die Fenster sechs christliche Lugenden: Beschauung, Liebe, Stärke, Glauben, Religion und freywillige der geliefert habe. Bey Rellort (S. 440.) wird bemerkt, daß einige dieser Darstellungen durch — Abwäschen verdorben worden ; daher auch der Luzerner Frey dieselben niemals habe stechen wollen, o. bi". 4. 5 > 6 . 7. u. 89. 1) Alle sind in -2" hohen und >4" br. Bl. schön gestochen von D. Cunegv -778 — 79. O. lv? -21 — 56. 2) Von dem einzigen puffert, unsers Wissens, vernimmt man indessen (denn, liebe Frauen! Auch von Euch ist nichts so klein gesponnen, es kommt endlich an die Soanen), daß er mir dieser Gattin (Marsibilia Barbatta) nichts minder als glücklich war, und zumal von ihrer Herrschsucht und Eigennutz unendlich zu leiden hatte. In den ersten Jahren ihrer Ehe hatte er mit ihr zwey Knaben erzeugt, die sie, um dieselben in seinem Körperbau zu erhalten — verhungern ließ. Als sie ihm dann später ein Mädchen gebar, that er, alles Lerms der Dame ungeachtet, selbst Vorbetrachtung, dasselbe gehörig zu nähren, so daß es zur gesunden, und mit den schönsten Eigenschaften gezierten Tochter erwuchs, die er bis an seinen Tod aufs zärtlichste liebte. p. 45. z) Auch gestochen findet sich solches unsers Wissens nirgends. 4) Gestochen ist die Maria vom Rosenkranz von G. Audran 27" hoch, -5" br. in einem sehr schönen, seltenen Blatte; dann von I. G. Thelvt wahrscheinlich eine dürftige Eopie nach dem obigen o. 8- — Die Marter von St. Agnes hat I. G. Mitelli in seiner gewohnten leichten Manier ohne Wirkung, G. Audran hingegen vortreflich (aber selten mehr zu finden) (27" hoch, -5" br.) geliefert o. K. 48 - s) Nicht der St. Peterskirche, wie es an mehret» Orten irrig heißt. 6 ) S. -z 6 . 7) n. 546. s) Schön geetzt sind diese vier Winkel von L. Ciamberlano (Korn« 1657-), und vortreflich gestochen (-707.) von N. Dvrigny. O. NS 64. 65. 66. 67. 9) Alle fünfe von R. Audenaerde geistreich geetzt, das erste auch von F. Dartolozzi; der Gang zur Marter auch von einem Ungenannten in I. B. Giamberdelia's Verlage. Alle sünse im llmriße o. 61. 62. 6 z. 72. 73 - 10) „Ich gestehe" (sagt Fiorillo n. 585 — 86.) „daß dieses Werk nicht nach meinem Geschmacke ist, vorzüglich wegen eines Scherzes den er darauf angebracht hat. Er hat nämlich einem Henker abgebildet , welcher mit einem Seil einen Fuß des Heiligen binden will, aber durch seine Anstrengung dasselbe zerreißt, und dadurch auf die Erde fällt. Dieses giebt einem andern Henker Stoff zum Lachen, u. s. w. Außer daß die Idee gemein ist, wird auch der Blick des Beschauers unwillkührlick von dem Hauptmoment auf diese Nebensteiie hingezogen." Armuth, schöne sitzende Figuren von 7^ Höht'). Auch für den Plafond der Kuppele hatte er die Zeichnungen, nach dreyerlei Kompositionen bereits vollendet, als der Kardinal Montalko Todes vers bliech, und Lanfranco (unter der losen Vorstellung, daß D. so vielerlei biS zum Anbeginn des bevor« siehnden Jubeljahrs nicht ausführen könnte) ihm Liesen wichtigsten Theil des Werkes zu entreißen wußte. Wohl nur wenig entschädigte ihn der Kardinal Ottavio Dandini dafür, als er in sei« ner Kapelle der Kirche St. Sylvester auf Monte Cavallo denselben die bekannten vier Ovale fertigen ließ *), und er ungefehr um gleiche Zeit den Auftrag erhielt, für die Kirche St. Maria della Bittoria die H. Jungfrau mit dem Kinde und St. FranziSc, und auf zwey Seitenbildern eben diesen Heiligen, wie er die Stigmate erhält, und, beym Ton einer Mustek aus den Höhen, in Entzücken geräth, zu malend). Eben so fertigte «r für die damals neu erbaute Kirche St. Carlo de Catenari in die Winkel der Kuppole die vier Kardinaltugenden der Gerechtigkeit, Klugheit, Stärke und Mäßigung in vier koloßalen Bildern. Da solche (Dank sey's abermals der Cabale!) wenig Beyfall erhielten, so ließ er die Figur der — Mässigung unvollendet 4 ), und wagte sich nicht an den Hauptplasond, der sonst eben« falls für ihn bestimmt war. Mchreres Gefallen fand man an seiner Marter von St. Sebastian für die St. Peters «Kirche, welche späterhin in Mosaik gesetzt, und das in Fresco gemalt« Urbild (merkmür« dig genug) in die Karthause hinübergebracht wur« de §); dann an einem andern für die Kirche St. Jo« hann der Bologneser: Madonna und das Kind auf einem Throne; unten zur Rechten St. Jo« hann der Evangeliste, zur Linken St. Petron, mit musicirenden Engeln, überlebensgroße Fi« guren §). Aber mit alle diesem Gefallen, wur« den diese Bilder, nach Gewohnheit, mittelmäßig genug bezahlt. — Desto eher nahm er einen Ruf nach Neapel an, um daselbst die sogenannle Ka« pelle del Tesoro auszumalen. Kaum aber war er dort angelangt, als die ganze Rotte der Nea« politanischen Maler, an ihrer Spitze den nichts« würdigen Belisario Corentio, sich gegen ihn empörte. Diese fanden sich beleidigt, daß man einem Fremdling eine so ehrenvolle Arbeit übertragen, und sie nachsetzen wollte. Einige Tage nach seiner Ankunft fand er im Schlüsselloch seines Zimmers ein Schreiben, worin ihm drohend befohlen wurde, seine Rückkehr nach Rom zu beschleunigen. Bestürzt hierüber und in Erinnerung, wie es dem Guido, Cesari, Gessi und mehr andern ergangen war, halte er schon den Entschluß gefaßt, wieder nach Rom zurück zu wandern, als ihn der Vice« König, Graf Monterei, seines Beistandes versicherte, und einsweilen von seiner Furcht befreyte. Dominichino unternahm also die Arbeit, blieb aber dennoch so schüchtern, daß er es nie wagte, anders wohin als zu seiner Arbeitizu^gehen. Die Geschichten, die er daselbst abbildete, sind alle aus dem Lebenslaufe des Heil. Januarius genommen, und auf das meisterhafteste ausgeführt. Die Ecken der Kuppel hatten aber mit dem übrigen nicht gleiches Verdienst, indem sie in einem kleinlichern und etwas verwirrten Charakter gemalt sind ?). Auf Monterei folgte als Vicekönig der Herzog von Medina, 1) I. Margottini hat solche in sechs (seltenen) Blättern geetzt. o. dl? 6g. 69. 70. 2) David tanzt vor der Arche; Salomo, mit seiner Mutter Versähe (-. u. mit der Königin von Saba); Judith zeigt dem Volke den Kopf des Holofernes; und Esther, von Ahasverus zu Gnaden angenommen. Alle viere sind von G. Audran, I. Frey und R. Audenaerde (meist schön), David noch besonders von M- G- Grophius und G. A. Kilian, Judith von I. Baron, E. Eichel, und wieder Kilian, Esther endlich von T. Lobeck und abermals von Kilian gestochen worden. Diese Blätter von Grophius, Kilian und Lobeck sind bloße Kopien nach Audran, Frey und Audenaerde. o. 41. 42, 45. 44. Z) Wir kennen keinen Stich von diesen Bildern. 4) P. del Po hat solche in ältern Tagen in großem Geschmacke meisterhaft geetzt, dann (1675.) G. Audran, und eben so I. Frey (>726.) in einer mit der Nadel und dem Grabstichel vermischten Manier schön ger stechen. Andre nennen noch Stiche von C. Cesiv und L- Chatillon, nach eben diesen Bildern. Wohl gehören eben dahin: b'orce er I-arieone. 6. O. Winlike-rc.— äuriics. M. Lrei'öli'o rc. — kruckeace. ä. 6. kugeoäns-c. — Dann sicher: Vnleur ec äuseice. 8r. IXoii zc. O. ki? Z4. ZZ. z6. Z/. L) Durch welche Vorrichtung, s. Köremon Th. II. »Obgleich'' (heißt es bey Fiorillo I.-.) »die Komposition dieses Gemäldes zu sehr überladen und verwirrt ist, so besitzt es dennoch unglaubliche Schönheiten, vorzüglich was den Ausdruck der Gesichter, und die vortreffliche Zeichnung anbelangt. Es ist ein Meisterwerk, das in einzelnen Theilen, aber nicht im Ganzen studiert zu werden verdient." Eben so strenge beurtheilt solches Ramdohr >II. 298 — 99. wie folgt: »Weder die poetische Erfindung noch die malerische Anordnung verdienen ein besonderes Lob. Die Menge der hier vorgestellten Figuren ist dergestalt auf einander gehäuft, daß das Auge Mühe hat, sie aus einander zn sondern. Die Episode des Soldaten zu Pferde, der das Volk aus einander treibt, schadet der Einheit der Handlung, weil sie die Aufmerksamkeit zu sehr an sich zieht, und den Eindruck, den die Lage der Hauptfigur auf uns machen sollte, aus keine Weise unterstützt. Man muß die Figuren einzeln sehen, um sich von ihrer Schönheit zu überzeugen: Jede sagt, was sie sagen soll. Man sieht vortreffliche Köpfe; bey dem des Heiligen scheint der Maler den Laocoou vor Augen gehabt zu haben. Der Körper ist nicht so edel. Die Figur Christi in der Glorie ist schlecht. In der Zeichnung, vorzüglich der Hände, trift man mehrere Jncorrekrionen au. Die Farbe ist gut aufgetragen, und kräftig. Ueber Luftperspekriv, Haltung und Harmonie kann man nicht mehr urtheilen. Das Bild hat sehr gelitten; indessen scheinen diese Theile niemals vorzüglich gewesen zu seyn." Gestochen ist dieses Bild von P. Pettini, I. Thelott, und später vortrefflich, in ihrer bekannten, wahrhaft historischen Manier (1699.) von N. Dorignv, und (-737.) von I. Frey. Dann noch, wieder, von Thelott, zwey einzelne Gruppen aus demselben: Die Frau, welche ein erschrockenes Kind hält, und: Die zwey Männer, welche den Bogen spannen O. 2. ik) I. del Po hat solches in einem schönen und seltenen Blatte (>9" hoch, 12" br.) nach der Zeichnung von Franz Raspantino, einem Dilettanten, Schüler von Zampieri, geetzt. O. l>? zg. 7) Eine dieser Ecken findet sich in St. Non's Vo^sg« plno-escjue ä« er «l« 8ieil? abgebildet; und alle viere bey linndon (Oeuv-e äe »ominiq»-) (In meinem Erempl. mangeln sie). Von Allem übrigen wirklich Ausgeführten ist uns keinerlei Stich bekannt, außer einer Erscheinung St. Jauuar's bevm Aus- bruche des Vesuv's» welche nach Lellsri S. 206 — 7. über der Porte der Kapelle del Tesoro stehen soll, 6129 Zampieri. welcher vom Domem'chi'no verschiedene Gemälde für die Galerie des Königes von Spanien verlangte '). Dieser fertigte sie auch/ wodurch er sich aber von den Cavalieren, welche die Aufsicht über die Capelle del Tesoro führten, viele Verdrießlichkeiten zuzog, indem er die Arbeiten in derselben nicht fortsetzte. Alles dieses bewog ihn, da er seine Furcht nicht länger bemeistern konnte, heimlich von Neapel zu entfliehen. Seine Flucht setzte die Aufseher des Baues in die größte Verlegenheit, woraus sie erst im Frühjahr -636 gerissen wurden, in welchem Domlnichlno nach vielem Zureden und Ueberlegen wieder nach Neapel kam. Dort siacb er im Jahr i64>, nicht ohne Verdacht von Vergiftung, und ließ die Kuppel unvollendet, die dann vollends von Lanfcanco gefertigt, und die Arbeiten seines großen Vorgängers mit wenig Schonung behandelt wurden?), so daß nichts mehr als die vier Winkel, und weniges darunter Befindliches davon übrig blieb. Noch mußten Mutter und Tochter den größten Lbeil des von der Regierung dem Verstorbnen Vorgefchoßenen wieder herausgeben. Sein Leichnam wurde einsweilen zu Neapel in der Erz- bischöflichen Kirche begraben, dann aber kurze Zeit hernach in der Akademie St. Luc zu Rom eine seiner würdige Todtenfeyer für ihn veranstaltet, bey welcher I. D. Passerini die Gedächtniß- rede hielt. Bey einem sparsamen, und dabey sehr arbeitsamen Leben bestand (neben vielen Zeichnungen und Scizzen) seine ganze Derlassenschaft in ungefehr 20,000 Scudi a). Um seine einzige junge, schöne, talentvolle Tochter wurde vielfältig geworben. Ein Edelmann von Pesaro erhielt Zampieri. sie. — Domenichino's Gestalt war von mittlerer Größe, etwas fettlicht, von blaßer Farbe, doch mit röthlichten Wangen, blauen Augen und einem sehr angenehmen Munde. In den letzten Jahren seines Lebens gaben seine weißen Haare und seine Art sich einfach und mit Geschmack zu kleiden ihm ein Ehrfurcht gebietendes Aussetzn «). Im Umgang war er verbindlich, doch immer ernsthaft und lehrreich, und zog überhaupt die Einsamkeit der Gesellschaft vor. I„ seinen Mußestunden las er, neben den H. Schriften, Geschichte und Mythologie, und modellirke bis, weilen kleine Figuren. Bey der Composition sei, ner Werke zog er häufig den oft erwähnten Mon, signor Agucchi zu Rath; und Albani meint, die oft allzu gesuchten Ideen, welche man in einigen seiner Darstellungen bey St. Andrea della Balle und St. Carlo de Catenari rüget, habe er eben diesem Geistlichen zu verdanken, der Spitzfindigkeit gerne für Tiefe hielt. In den Studien seiner Werke findet sich eine Ueberlegung ohne gleiche Man kennt einige Zeichnungen von ihm, wo Kopfe, Hände u.s.f. in Stellung und Bewegung sieben und achtmal wieder abgeändert sind, und mehr als einmal begegnete es, daß er zwanzig Scizzen von Einer Figur machte. Diese seine Mühsamkeit im Erfinden, oder vielmehr sich hierin selbst genug zu thun, mußte seiner Locci, rung etwas Schwerfälligkeit und Unbestimmtheit geben; wenn indessen seine Freunde ihn hierüber eines Andern belehren, und auf die ganz verschiedene Weise seiner Zeitgenossen leiten wollten, war seine kurze Antwort: „Ich arbeite für mich selbst, und für die Vervollkommnung meiner und ebenfalls bey o. lv>? 96. im Umrisse, von Dague geetzt, zu finden ist; und zwar dort, nach einer Zeichnung des Unftigen in schwarzer Kreide, in Figuren von 7" Höhe, im Museum Napoleon. Sonderbar aber ist es, daß Landon hingegen, in seinem Leben von Zampieri S. 47. ausdrücklich sagt: Er habe dieses Bild in gedachter Kapelle zwar ausführen sollen; es ftp aber nicht geschehen, und Lanftanco habe »ach dessen Tod ein anderes an seine Stelle gefetzt. 1) Diese Bestellung ward ebenfalls sehr künstlich von seinen Feinden eingefädelt! 2) S. Fiorillo n. zz?—gg. u. 550 — 51- so wie überhaupt über Alles, was der Mistige zu Neapel erlitt, besonders ausführlich Baglioni, Dellori, Malvnsia und puffert szm». Hier nur einige zerstreute Züge: Eine förmliche Gesandschaft unterhandelte mit ihm zu Rom üver seine Reise nach Neapel, die er anr End gegen den Rath seiner Frau und seiner Freunde unternahm. Man hatte ihm zum voraus Schutz gegen beftrgliche Künstlercabalen, dann für jede ganze Figur 100 Scudi, für die halbe 50, für den Kopf 25. und am End für das Ganze noch eine Gratifikation (freylich unter den pünktlichsten Gegenbedingen, Nerpönungen und Verkürzung) verheißen. Daß er bey Anbeginn feiner Arbeit Einiges von derjenigen seiner Vorgänger (Correnzio und Carracciuolo) notgedrungen wegbrechen ließ, setzte diese in Wuth; sie wurden nicht müde, die ftlnige als geniclofts Machwerk zn verschreyen, das er, nach ftiiier Langsamkeit, sein Lebtag nicht vollenden würde. Pasquille wurden an die Thüre gehängt; dem Volk weiß gemacht-, er erhalte ungeheure Bezahlung, und eines Abends gar die Maurer bestochen, Asche unter den Kalk zu mischen, auf den er folgenden Tags malen sollte. „Ohne einen freundschaftlichen Geistlichen" (heißt es irgendwo) „der ihn von Zeit zu Zeit durch Musick und Gespräch unterhielt, wär' er über alle diese.Verfolgungen wahnsinnig geworden." Was er aber vollends nicht aushielt, war: Daß, als ihm der Vicekönig einige Arbeiten für den Spanischen Hof auftrug, man ihm Spagnoletto zur Seite stellte, der das Werk vorweg ihm unter Augen bekritteln mußte. Hierauf seine Flucht nach Rom. Frau und Tochter sollten ihm nachfolgen; statt dessen wurden sie verhaftet, und sein Gut mit Sequester belegt. Dies bewog ihn endlich zur Rückkehr. Allein aus Uebel wurde immer Aerger. Selbst einer seiner Neffen wurde ihm.abtrünnig gemacht und verleitet, ihn durch aller Gattung Schrecknisse zu ängstigen. Andre (und zumal puffert S-45.) sagen: Zwey seiner Schwäger (welche ihm schon längst die Heimsteuer seiner Frau zurückbehalten) seyen, vielleicht von ihr selbst herbeygernftn (?) nach Neapel gekommen, und hätten sich auf Seite seiner Feinde geschlagen. Nun traute er keinem Menschen, seiner eignen Gattin nicht mehr, und bereitete sich täglich selbst seine wenige Nahrung z». Zn solcher Pein brachte er noch drey Jahre hin; ein viertes hätte hingereicht, das übernommene Werk zu vollenden. Aber er erlag, die einen sagen (was von einem zarten Gemüth, wie das (einige, so leicht erklärbar ist) seinem Kummer, nachdem er freylich zwey volle Tage grause Schmerzen erlitten hatte; daher der Verdacht einer Vergiftung, welche, nach der Behauptung seiner Frau, in einem Morgentrunk kalten Wassers ihm beygebracht worden. Seine schuldlose Seele ruhe im Friede»! 2) „So viel" (heißt es irgendwo) „als Guido oft an einer einzigen Nacht im Spiel — verlor." 4) Ebenfalls über Domenichino's Aeußeres lesen wir bey Bellori S. 212— ,z. was folgt: „Sein Antlitz war röthlicht, die Angen himmelblau, volle Wangen, die sich bey der Nase ein wenig verdünnten, was ihm zwar kein heroisches, doch aber" (wie wir schon vernommen) „wegen den frühen grauen Haaren ein ehrwürdiges Aussehen gab. Seinem angebornen Fehler, daß er die Füße einwerks wandle, suchte er durch entgegengesetzte Angewöhnung abzuhelfen; und es gelang ihm." x 14 Kunst." Seine Ueberzeugung ging nämlich dahin: Daß die Hand des Malers nichts ausführen soll, was er sich nicht vorerst im Geist gebildet habe; wenn er daher, nach langer Ueberlegung, mit Erfindung und Anordnung im Reinen war, wünschte er sich darüber Glück, als wenn er alles Schwierige seiner Arbeit überstanden hatte. Mit alle dem aber war auch in der Ausführung sein fester Grundsatz, daß ein Bild in allen seinen Theilen gleich vollendet seyn soll. Erfuhr er von Zeit zu Zeit die bittern Urtheile seiner Feinde, dann sagte er etwa: »Ich muß also wohl glauben, daß ich meine Sache recht gut gemacht"; und wenn es gar hieß, daß dieselben Personen etwas an ihm gelobt: »Ich fürchte, ich fürchte, daß ich da etwas Schlechtes gefertigt habe''! Haß war ferne von seinem Herzen; und wenn es ihn bisweilen verdroß, daß Guido ihm mehrmals vorgezogen wurde, so war er dennoch der erste, ihm Gerechtigkeit wiederfahren zu lassen. Wo er auf ihn stieß, begegnete er ihm freundlich, und späterhin leisteten sich diese zwey Künstler, so würdig sich gegenseitig zu schätzen, einander wirkliche Dienste. Mit gleicher Unpartheylichkeit beurtheilte er alte und neue Meister, und glaubte bisweilen, auch bey denen von mittlern, Range, allerlei Gutes zu finden. Seine Stelle eines Architekten des Päpstlichen Pallastes hatte er, nicht bloßer Gunst zu verdanken; seine dieSfälligen Kenntnisse waren allgemein geschätzt; dennoch kennt man keine nach seiner Anleitung aufgeführte bedeutende Baute. Von dem Theatiner Matteo Zoccolino hatte er Unterricht in der Optik und Perspektive erhalten, und legte sich auch auf die Meßkunst. — Statuen hat er zwar keine ausgeführt; doch zeigt man zu Rom mehrere, wozu «r Zeichnungen oder Modelle gab. Von früher Jugend an zeigte er einen entschiedenen Geschmack für die Musick, und geschickte Compositoren hörten ihn gern darüber sprechen, und bohlten sogar seinen Rath ein '). Seine Bilder fcohnten keinerlei Unsittlichkeit, und tragen alle das Gepräge seines durchaus reinen Personalcharakters, seines guten Gemüths, und der schönen Einfachheit seines ganzen Wesens. ... Wie hat denn aber dieser Künstler, der sich einzig mit seiner Kunst beschäftigte, in der Einsamkeit lebte, und Anderer Werke nicht tadelte, sich so viele Feinde einzig durch seine Verdienste zugezogen? In der That können wir uns keine andere Vorstellung machen, als daß seine Vielen erlittenen Verfolgungen, theils von dem Neid seiner Nebenbuhler, dann aber auch von der Unwissenheit und dem Vorurtheil so vieler Halbkenner herrühren mochten. Denn freylich diejenigen Schönheiten, welche seine Werke charakteristisch bezeichnen, sind nicht von der Art, daß Liebhaber solchen Gelichters, oder Künstler, welche die Kunst in Systeme zwängen wollen. Gefallen daran finden konnten. Wer z. B- in einem Bilde geräuschvolle Compositionen, erkünstelte Effekte, und carrikaturirten Ausdruck sucht, wird solche bey Zampieri nicht finden, dessen Gedanken so nüchtern, die Zeichnung so correkt, die Färbung so einfach, der Ausdruck so natürlich, die Stellungen so überlegt sind, daß er in allen diesen Beziehungen selbst Raphael kaum weichen darf. Findet sich bey ihm bisweilen etwas Trockenes, oder eine schwere Hand in der Toccirung, zerstreute Lichter, vernachläßigte Drapperie,, so ist solches nur in seinen Oelgemälden; seine häufigen Jnfresr co's sind meist von, allen diesen Gebrechen srey, mit großer Keckheit und Leichtigkeit gemalt, und die Wahrheit und Frische seiner Carnation darf den größten Coloristru den Handschuh' vorwerfen -). Alles, was wir bisher von Zampieri's Leben und Arbeiten erzählt haben, ist ein gedrängter Auszug dessen, was Fiorillo und Landon, an den angeführten Stellen darüber beygebracht haben, hie und dort mit Zusätzen und Berichtigungen aus den quellenmäßigen Nachrichten von Bevor,, Malvasia, pascoli, Passer, und Baglioni, nebst der Nachweisung der nach seinen vorzüglichsten Werken vorhandenen Kupferstiche. Hören wir nun die (freylich zum Theil sehr widersprechenden) eigentlichen Kunsturtheile, theils der schon genannten, theils anderer berühmter Kunstlichter über den kunstlerschen Werth des Unsrigen an; und zwar vörderst unserer Deutschen. In einem Aufsätze von Mengs: Ueber die verschiedenen Schulen der Malerey heißt es von ihm: »Man beschuldigt ihn der Langsamkeit; allein dieses ist nicht wahr, denn er hat eine erstaunliche Menge von Arbeiten geliefert, und fast allezeit ganz allein. Es finden sich von ihm keine gemalte Skizzen, sondern Cartons von der Größe, in welcher er das Werk fertigen wollte, und nach diesen malte er beynahe alle seine Erfindungen, indem er sie änderte und wieder veränderte. Seine Compositionen sind voller Ausdruck, indessen etwas zerstreut; alle Figuren derselben sind schön, allein in Ansehung des Charakters nicht abwechselnd genug. Die Kinder behandelte er ganz vortreflich, und keiner zeichnete die Jünglinge besser als er. Seine Frauenzimmer sind schön, sie haben aber alle ein trauriges Ansetzn, und sind sich unter einander ähnlich. Seine Ideen waren keinesweges edel, aber wahr. Die Gewänder sind durchgängig schlecht; sein Colorit ist von gutem Geschmacke; sein Helldunkel ist sich zu sehr gleich, denn er breitete die Lichter zu sehr aus. In Fresko malte er besser als in Oel." In einem andern Aufsätze: Ueber den Ursprung, Fortgang und verfall der Lünste"), wird von ihm kurz, unter den Schülern der Carracci bemerkt, daß er sich, mehr als andere derselben, an die antiken Formen gewöhnt, und besonders den Laokoon und den Fechter müsse studirt haben. In den Betrachtungen über die drey großen Maler, Rapbael, Eorreggio, Tilian u.d. Alten §) liest man, in dem Abschnitte von Raphaels Kunst in der Composikion, etwas wegwerfend: »Domenlchinü hatte viel Ausdruck und Zeichnung, und dieses war sein ganzer Hauptstock (tutko il suo cspitsie). Allein von welcher Art der Ausdruck sey, den er allen seinen Köpfen gab, kann man kaum errathen, wenn es anders nicht ein Anstrich von Schüchternheit war, den 1) Doni, in seiner Abhandlung über die theatralische Musik, nennt ihn unter den aufgeklärten Liebhabern dieser Kunst. 2) V,'« ei Oeuvre, lle Oomini^ue kampier, 1 '. I. p. Z8 — 42. L) ttebers von prange l Th. S. 244 — 45. 2 » h'Azara's italiänischer Ausgabe der Mengstfchrn Schriften findet sich dieser Aufsatz nicht. 4) I. 0. S. -ss. ;) 1. c. Tb. ll- S. ,8s —g<>. (»ach dem Ital. berichtigt). Zampieri Zampieri. 6131 er überall anbrachte, es mochte sich reimen oder nicht. So war es mehr eine Manier bey ihm als ein Ausdruck, und zwar eine solche, die sich bloß für Kinder schickte, bey welchen man wenig Kraft und Mannigfaltigkeit antrifr; und in solchen Figuren hat Dommlchino Verdienste, j„ den übrigen herrscht Kalte und Monotonie. Dabey sind viele seiner Ideen niedrig und gemein. Noch hatte er Lieblingsgegenstande, die er beständig wiederholte. ... Um eine völlig ausdrucksvolle Compoflkion zu erhalten, könnte man sagen, daß Raphael dazu die Figuren, Pouffin den Hintergrund und die Nebenwerke, und Dsnuntchino die Kinder hergeben müsse. Somit muß jeder dem Raphael den vortrefflichsten Theil der Composition zustehn." In seinem Schreiben «n pons ') rügt er an Zampieri, daß er in seinem berühmten St. Gregor (in St. Gregorio) den Henkersknecht, der den Heiligen geißelt, so schön gemacht, daß alle (?) Zuschauer seine Figur mehr bewundern, als diejenige des Heiligen selbst. Und endlich noch in einem fünften Aufsätze: prak, «scher Unterricht der Malerei (Abschn. von der Grazie im Umriße) heißt es ^): »Hatte Domenichino diesen Theil der Kunst in seiner Gewalt gehabt, so würde er ganz vortref- lich seyn; allein sein Mangel an Eleganz gereichte ihm zu großem Nachtheil." — Bey Füßli (II. 281—83.) lesen wir, nach seiner gewohnten schlichten Weise (und zumal besonders in Para- lelle mit dessen berühmtem Zeitgenossen, Guido Reni): „Domenichino hatte keine so heitere und muntere Gemüthsanlage als Guido, und daher auch keine so schnelle Empfänglichkeit für Las Anmuthige in der Natur wie dieser; aber diese Gemüthsanlage, die gemeiniglich bey Leuten von großen Talenten, anfänglich eine besondre Behutsamkeit in der Wahl ihrer Ideen, und ein gewisses Mißtrauen in ihre eigene Fähigkeiten mit sich führt, wird gewöhnlich die Ursache eines ernsten, soliden und anhaltenden Studiums, wodurch diese weniger schnelle Empfänglichkeit oft reichlich ersetzt wird. Wenn wir einerseits in den Werken des Guido die holden und anmuthige» Ideen, die anziehend schönen und zarten Formen, und das Geistige und Leichte seiner Pinselzüge bewundern, so finden wir anderseits in den vorzüglichsten Werken Domimchms zwar weniger anmuthige, aber meistens mit mehr Tiefstem und gründlicher Ueberlegung gewählte Ideen; weniger Grazie und Leichtigkeit, aber mehr Wahrheit und Naivetät in den Formen, besonders bey Jünglingen und Kinder»; eine weniger gefällige Behandlung des Pinsels, aber mehr Genauigkeit in der Ausführung, weniger Feines und Zartes, aber mehr Bestimmtes und Festes in den Gesichtern, nebst einem höchst wahren und eindringenden Ausdrucke der Gemüthsbewegungen, wozu ihn seine ernsthafte Gemüthsstimmung vorzüglich geleitet zu haben scheint. Im Ganzen betrachtet ist Domenichino, nach meinem Gefühle, der erste Maler nach Raphael in dem Ausdrucke der Gemüthsbewegungen. Seine Erfindungen sind mit tiefsinniger und treflicher Wahl immer nach diesem Zweck angeordnet; seine Figuren sind schön und gelehrt gezeichnet, nur bisweilen etwas zu einförmig in Rücksicht auf den Ausdruck; seine Köpfe, besonders die weiblichen, sind immer schön von Form, geistvoll im Ausdruck, aber selten von heiterer und freyer Miene. Seine Drapperien haben weniger Geschmack, als jene des Guido und der Carracci. Er pflegte seine Lichter zu sehr zu zerstreuen, daher sein Helldunkel auch wenig Wirkung macht; und endlich ist seine Färbung weder wahr noch angenehm, stärker und gefälliger jedoch in seinen Fresko-Werken, als in seinen Oclmalereyen." — Flor,Ho dann schließt seine oben angeführten Notizzen über den Unsrigen, mit einer allgemeinen Kunsikarakleristik von ihm, wie folgt: „Ohnstreitig gehört dieser Künstler unter die gründlichsten Maler, welche aus der Schule der Carracci hervorgegangen sind. Denn außerdem, daß er die Natur in ihren Werken studierte, bildete er sich nach den vollkommenen Mustern der größten Künstler, und wußte seine Formen von den Statuen des Laocoon, des Fechters und anderer antiken Meisterwerke geschickt zu entlehnen. Es glückte ihm, den Ausdruck in einem so hohen Grade zu erreichen, daß er in diesem Theil der Kunst den ersten Platz nach Raphael einnimmt. Bereichert mit diesen außerordentlichen Kenntnissen gelang es ihm, ebenfalls seine Werke durch ein schönes, kraftvolles und natürliches Kolorit zu beleben. Er pflegte, bevor er arbeitete, seinen Gegenstand genau durchzudenken, und wenn ich gleich einräume, daß dadurch ein gewisses Feuer verloren ging, das man größtentheils bey denjenigen Künstlern die mit vieler Leichtigkeit die Bilder ihrer Phantasie entwerfen, als beym Lanfranco und verschiedenen Ander» wahrnimmt, so zweifele ich dennoch, ob die Werke dieser Künstler nach einer strengen Untersuchung die Probe so gut aushalten können, wie die des Dominichino. Ich wundre mich, daß Meng« von ihm nicht mit der Hochachtung spricht, die er doch in der That verdient; er urtheilt nämlich, daß seine Köpfe gemeiniglich einen Anstrich von Furchtsam, keit hätten, und daß es ihnen an Zierlichkeit mangle. Wenn sich dieses Urtheil auf die Arbeiten in Neapel gründet, so kann man ihn entschuldigen; aber Mengs hatte doch sehr lange in Rom Gelegenheit, die Meisterwerke seines Pinsels, wozu ich auch die Marter der Heil. Agnese, ehemals in Bologna, rechne, genau zu untersuchen. Daß seine traurige Lage, indem er durch seine Frau und einige Verwandten gedrückt wurde, in den letzten Jahren einen gewisse» Einfluß auf die Richtung seines Geistes und also auch auf seine Arbeiten geäußert haben mag, will ich gern einräumen; aber wie viele Arbeiten hat er nicht hinterlassen, worin man eine Fülle von Grazie, verwebt mit der anmuthigsten Zeichnung und der vollkommensten Farbengebung wahrnehmen kann. Der Ausdruck scheint stets sein vorzüglichstes festgesetztes Ziel gewesen zu seyn u. s. f. — I.c. 588-89- -- Aus der Schrift: w-nkeiman/r u. s. Jahrhundert sind ff. Stellen über den Unsrigen zu bemerken, denen wir am liebsten beypflichten möchten: „Das allgemeine Kunst- vcroiensi der Carracci, möchte man sagen, haben ihre großen Schüler gleichsam unter sich getheilt, theilweise gepflegt u. veredelt"....» Domeulchino, den man jederzeit seiner Wahrheit und Natürlichkeit wegen studierte, zeigte sich vorzüglich in der Ockonomie tiefgevachterCompositionen, und ahmte mit glücklichem Erfolg schöne sowohl als große Formen der Natur nach, und den Antiken".... „Ausführlicher, bey zarten Denk- und Empstn- dungSkräflen, schöner und feiner sogar in.den Formen, als die Carracci, war er der edelste Sprößling ihrer Schule; und dennoch erhielten seine Werke (gewiß eine üble Vorbedeutung für .) I. c. Th. III. S. 66. 2) I. c. S. 279. z) Wohl etwas abstechend mit einigen der rorstehndcn noch ganz andern Rügen. X is " die Kunst) im Anfange nur sehr mäßigen Beyfall von, Publikum/ wiewohl der reinere (den Manie- risten entgegengesetzte) Geschmack von seinen Lehrern schon begründet, und, was er leistete, nur als weitere Ausbildung und Vervollkommnung ihres Styles anzusehen war."... Weiter: „Einehohe Idee des Großen, Edeln, Kraftvollen, Thatfertjgen lag schon der Kunst des Carracci zu Grunde; sie bedienten sich der Natur wirklich, um ihren Darstellungen das Wahrscheinliche, und den Formen Die Mannigfaltigkeit zu geben. Domeinchino und Guido gingen auf diesem Wege fort, und veredelten und verschönten noch merklich die Formen und Charaktere in ihren Bildern. Domenichmo zumal hatte überhaupt den höchsten Zweck der Kunst vor Augen; Guido strebte nach der Schönheit", u. s. f. Dann aber auch an einer andern Stelle: „Die von den Carracci angenommenen ökonomischen Maximen wurden gar bald übertreten; schon Guido zuweilen, und sogar Domenichmo, brachten an den Seiten ihrer Bilder, im Vordergründe, Figuren und Gruppen an, welche für sich zwar allemal interessant sind, aber doch nicht dergestalt in der Geschichte nothwendig, daß sie uns nicht des Malers Bedürfniß kräftiger Massen verriethen, um seine übrigen Figuren besser zurück zu treiben. In der Folge wurde dieser Behelf, durch die Auckorität so großer Künstler unterstützt, fast zur Gewohnheit, besonders als man anfing an dergleichen Figuren, mit akademischen Studien, Pomp zu machen"; und: „Anspielungen auf Namen und Wappen waren damals stark im Gebrauch, und selbst Domenichmo, in den Kirchen St Andrea della Volle und St.Carlo a Catenari hat davon Gebrauch gemacht."... Ferner: '«In der Behandlung und Ausführung weichen schon die Carracci von der vollendeten Weise, deren sich die großen alten Meister bedienten, etwas ab; zwar drücken sie sich überhaupt streng und deutlich genug aus, doch geschieht nicht mehr als das Nothwendige, mit freyer Hand und wenigen Strichen. Domenichmo ist, mit sichtbar größerer Mühe, gewöhnlich etwas ausführlicher als seine Meister, und liebt hellere Farben." Zu des Unsrigen Preiß, heißt es dann weiter: „Nicht minder hoch als Hannibals Landschaften, werden auch Domenichino's gehalten, die daher fast in jeder großen Sammlung anzutreffen sind. Hier spricht sich dieses Meisters Zartgefühl gewöhnlich in stillen, vertrauten Gegenden, lieblichen Ein- samkeiten und kleinen idyllischen Zügen rührender Naivetät aus."_ Endlich wird hier bemerkt: „Zu einer Schrift des Monflgnor Agucchi über die Kunst, welcher Aufsätze des Annibal zum Grunde liegen, scheint auch Domenichmo Beytrage geliefert zu haben, wie aus einem Briefe desselben an Fr. Angeloni zu vermuthen ist *)." Und nun hören wir die Franzosen an. Bey .felibien ?) (man traut seinen Augen kaum) heißt es von Dommiqum: „Ich weiß nicht, was ich von seinem Genie sagen soll — nicht einmal, ob etwas in der Seele dieses Künstlers war, das diesen Namen verdiente; oder ob etwa sein guter Verstand und seine richtige Ucberle- gungskraft die Stelle des Genie bey ihm ersetzen mußte, und ihn Werke hervorbringen ließ, die des Andenkens der Nachwelt würdig waren. Gut ist wohl die Wahl seiner Stellungen; aber sehr schlecht verstand er, wohin er seine Figuren setzen sollte, und die Anlegung des Ganzen. Seine Drapperien sind sehr fehlerhaft geworfen, und von äußerster Härte. Sein Colorit giebt ins Graue, und ist wenig wahr; und noch schlimmer ist sein Helldunkel; sein Pinsel ist schwerfällig, und die ganze Arbeit trocken. ... So läßt sich nicht ohne Grund sagen, daß diejenigen Theile der Kunst, welche Dominiquin inne hatte, mehr die Belohnung seines mühesamen Fleißes, als die Frucht feines Genie's war; aber — Mühesamkeit oder Fleiß, das was er gutes hervorgebracht, ist" (welche seltsame Luftsprünge!) „von solcher Natur, daß es Bünstlern, die ihm nachfolgen, zumLfjuster dienen kann!"— Auch bey d'Argensville(Lü. in 8°. P.II. p. iZ2.) vernehmen wir (und wissen eigentlich nicht woher?) das Wenige: „Zampieri's Modelle, Cartons und Studien kosteten ihn so viel Geld und Zeit, daß ihm fast nichts von dem, was er für seine Bilder erhielt, übrig blieb"; und: „Er war gewohnt, bey seiner Arbeit sich einzuschließen; selten sah' man ihn an seiner Staffeley; seine Zeichnungen zeigte er niemand", u.d.gl. — Ganz anders in unsern neuern Tagen wareler und l'Lvesque. „Dominichino 4 ) durchdrang sich lebhaft mit denjenigen Empfindungen, die er darstellen wollte. In seiner Werkstatt« hörte man ihn oft lachen, weinen, sich erzürnen. Wohl hatte poußin recht, der ihn nach Raphael für den größten Meister im Ausdrucke hielt, und Mengs unrecht, wenn er bey ihm keinen andern Ausdruck als den einer naiven Schüchternheit fand, und ihn bloß für ein Muster von Kinderfiguren will gelten lassen. Streng wie Raphael, ist die Reinigkeit seiner Zeichnung bewundernswerth. Seine Köpfe sind schön, und öfters zugleich graziös. So in den berühmten Bildern der H.Cäcilia und der H. Agnes. „Von seinen Evangelisten in St. Andrea della Valle heißt es hier: Daß selbst mittelmäßige Kopisten ihre Schönheit nicht ganz entstellen konnten, und selbst" magere »Kupferblätter nach denselben das Genie guter Meister anfeuern. Den Arbeiten bey St. Sylvester wird auch hier ein vorzüglicher Preiß ertheilt. Dann weiter: „Er hatte die Natur wohl studiert, sich aber daneben sehr an die Formen der Alten gehalten; die Gruppe des Laocoon konnte er (was man auch von Carracci sagt) aus dem Gedächtnisse zeichnen. Einige seiner Bilder thun wenig Wirkung, und sind trocken ausgeführt; aber das Zeichnen nach denselben wird nichts desto minder ein höchst nützliches Studium seyn. Und dann war jene Trockenheit nicht immer sein Fehler. Seine Communion von St.Hieronymus §) ist bewundernswürdig markigt gemalt, die Köpfe in einer großen Manier, und dennoch vollendet, als wenn es Bildnisse wären. Seine Composition ist meist sehr verständig geordnet, die Zeichnung einfach und wahr, die Bekleidung kunstreich, der Kopfputz von angenehmer Wahl, der Faltenwurf bald trefflich, bald mittelmäßig. Es mangelte ihm oft an Rundung, doch dies nur in seinen Oelgemälden, und auch hier mit Ausnahme, wie z.B. in seiner St. Agnes, wo sein r) S. I. c. -7«. rgs. 202. 214. 217. 222. 24. 26. 2) Iteklenoo» »ur le» Ouvrsxe» lle» Princips»» peialre». z) Was wohl Le pile» unter Genie verstehen mochte? 4) Nicht — der Dominikaner, wie es bey HryLenreichs Verundeutschung heißt. 5 ) Srydenreich'» Uebersekun- beißt dieses weltbekannte Bild: Das Slbendmal des H. Ieremias! Zampieri. 6133 Pinsel von großer Reinlichkeit (nettets), und vas Kolorit von größter Wahrheit ist Auch von seinen erlittenen Verfolgungen zu Neapel wird hier mit vieler Rührung gesprochen, und unter seinen dortigen Feinden Spagnoletto, nicht eben als der gefährlichste, aber als der unvernünftigste genannt, da er behauptete, daß Zampieri nicht einmal der Name eines Malers gebühre. Von seinem zweyten dortigen Aufenthalt heißt es: Daß er, immer von Furcht und Mißtrauen geplagt, doch vielleicht nicht ohne Grund, seine Hässer für niederträchtig genug hielt, um Dolch und Gift von ihnen zu besorgen, und er dergestalt alle die Unruhen erlitt, welche sonst nur Böse zu empfinden pflegen: »Und dieser so gewaltthätig verfolgte arme unschuldige Mann war doch so saust, so freundlich, so bescheiden, so immer in seine Wcrkstätte eingeschlossen, unfähig irgend jemand zu beleidige» — ein wahres, liebenswürdiges Kind ohne Falsch und Tücke." — Der sonst so geistvolle Verfasser des Manuel 1807.), von Zampieri ausführlich also: „Derselbe gehört zu der (kleinen) Zahl jener eben so anziehenden als berühmte» Personen, deren Werke unser Bedauern erwecken, daß wir ihre Verfasser nicht gekannt haben. Rührende Einfalt, Biederkeit und Tugend find das Gepräge von Allem, was er gemacht hat; und, was ihn noch mehr unterscheidet, ist, daß i» seinem historischen Styl mehr Wahrheit, als bey allen andern Künstlern herrscht. Man möchte sagen, daß er sich einzig mit gewissenhafter Nachahmung der Natur beschäftigte, und das, was er gemalt, bloß diejenige Schönheit habe, die sich für seinen Gegenstand schicket. Er ist einer von denen die am Richtigsten gezeichnet haben, und wenn er nicht der erste unter den berühmtesten Geschichtsmalern heißen kann, so ist er dafür der wahreste. Er setzt nicht in Erstaunen; aber er fesselt, er rührt, und greift bisweilen schmerzhaft das Herz an. Man liebt ihn mehr, je mehr man ihn sieht und ergründet; die Charaktere seiner Köpfe haben eine ihnen ganz eigene Naivetät, die denselben einen interessanten Zampieri. Ausdruck giebt, selbst wenn er nicht allemal der richtigste ist. Doußin hat ihn überhaupt : Den ersten Maler für den Ausdruck genannt." Taillasson glaubt indessen, daß solches vornehmlich wahr sey, da wo er den Ausdruck zarter Frauen und Töchter, und jenes Schwanken — einen der schönsten Reize der Schwachheit und der Kindheit schildere. Daher haben seine Frauenspersonen so oft jene jüdische Grazie, der die Athalien und die Esther ziert; kein Künstler hätte daher jene rührenden Gespie- linen der Gemahlin des Ahasverus, und jene Töchter von Sion, welche ferne von den Ufern des Jordans in der Gefangenschaft seufzten, besser dargestellt, wie er — oder jene Anmuth, welche Ergebung und vollkommner Glaube den schön einfältigen Seelen in den ersten Tagen des Christenthums ertheilte". Nun folgen mancherlei Bemerkungen über einige seiner uns schon bekannten Gemälde, wovon wir unten noch einigen Gebrauch machen werden. Hierauf fährt er also fort: „Dominiquin hatte in seiner Weift, die Natur zu schildern, jene Gutmüthigkeit und originelle, rührende Einfalt, die uns in den Werken von la Fontaine so lieblich auffällt; ihre angenehmen Nachlässigkeiten — oder Fehler, wenn man will, sind ungefehr dieselben; und Annibal Carracci hätte zu seinen Brudern, und zu den Schülern von Zampieri sagen können, was einst Moliere von la Fontaine zu Chapelle und Boileau sagte: „Dieser Mensch ist einfältig genug zu glauben, daß wir gescheuter, als Er, sind! " ... „Einge- stehen muß man, daß dieser Künstler in seinen Compositionen sich nicht immer zu der erfoderlichen Höhe geschwungen, und daß man bisweilen gemeine Gedanken bey ihm gewahr wird; aber jene seiner Zusammensetzungen, denen man gedachten Fehler vorwerfen kann, haben dafür eine Einfalt, welche angenehm auffällt, und gleichen den Nachlässigkeiten junger in den Grundsätzen ihrer Kunst noch wenig erfahrner Lenthchen, welche, einzig von einem glücklichen Instinkt geleitet, allerlei Linkischem oft richtigere und anziehndere Ideen bcygesellen, als ausgemachte Künstler es nicht vermögend sind. Hat demnach Dominichino nicht allemal Größe in seiner Anordnung des Ganzen, so hat er solche doch immer in den Details; und eben auch in diesen — nicht im Ganzen, ist er oft ein sehr wahrer und sehr kräftiger Coloriste. .. . Jene Art Poesie besaß er nicht, die sich für Gegenstände der Mythologie und der griechischen Heldenzeit schicket; fein Opfer der Jphigenia gleicht dem Märtyrthum einer christlichen Jungfrau. ... Dann besaß er nicht jenes allgemeine Verständniß (sntents Zensrals), das dem Aug auf ersten Anblick gefällt, jenen Zauber, den die Harmonie der Compositions-Linien, sowohl als diejenige der Farbe und des Lichts erzeugen; aber, wenn es ihm hieran gebricht, so entschädigt er uns reichlich dafür, da er unter allen großen Malern derjenige ist, welcher am meisten zum Herzen spricht, und dessen Ruf daher immer zugenommen hat. Sein Jahrhundert hatte seinen Verdiensten nicht genug Recht widerfahren lassen, und ihm oft Nebenbuhler vorgezogen, welche weit unter ihm standen. Aber durch das Unrecht, das er von ihnen erdulden mußte, haben sie" (hört, hört!) „reichlich für seinen Ruhm gesorgt, da sie seinem Gemüth eine Empfindsamkeit ertheilten , womit er alle seine Werke zu beseelen >) Mehrere Urtheile dieser beyde» Kunstrichter über Zampieri's Bilder im alten Franzvs- Museum folgen unten an ihrer Stelle. 2) Wovon schon oben allerlei Detail. z) So wie von denjenigen des llkpici«, der i» seinem Or-iogn« rsl-onns äss »blcoux 6» kor (1752.) sich ebenfalls jedes allgemeinen Urtheils über Zampieri enthält. wußte. So rächet ihn noch heute jeder neue Tag, und giebt ihm späthe aber »«verweltliche Kronen, mittlerweile er seine stolzen Nebenbuhler" two nicht ins Vergessen doch) „in den gehörigen Schatten stellt." Das heißt nun — freylich in vielen Worten, aber doch für aufmerksame Leser viel gesagt. Die Urtheile älterer italienischer Kunstrichker führen wir nicht an, da solche immer entweder in lären Posaunenlon ausschweifen, oder die knechtische Livrey irgend einer Partey tragen. Dafür wollen wir einzig den geistreichen Lanzr hören: „Da Domeitt'chino stets an sich selbst vieles auszusetzen wußte, so war er unter allen Schülern der Carracci der sorgfältigste und zugleich ausdruckvollste Zeichner, der wahrste Koloriste, Dessen Farbenverarbeitung nicht besser seyn konnte (äi msAllor impssto), der allgemeinste Kenner von allein Theoretischen der Kunst, kurz der ächteste Maler in jeder Beziehung (ll plttore äi tuttl ; Numeri), an dem selbst Mengs nur etwas mehr Zierlichkeit zu mißcn wußte ')". Dann an einer andern Stelle: „ Domemchmo's Darstellung ist gewissermaaßen theatralisch; fast immer macht eine schöne Architektur das Beywerk seines Schauplatzes aus, und giebt seiner Composttion, nach Caliari's Weise eine neue, grandiose Wichtigkeit. Seine handelnden Personen wählt er aus Der schönsten Natur, und die Kunst setzt sie in die auserlesenste Bewegung; gute Menschen erscheinen bey ihm so mild, so bieder, so anziehend <»morose), daß sie Liebe zur Tugend erwecken müssen; so wie hinwieder die Bösen, mit dem Geprag der Schuld auf ihrer Stirne,^ tödtlichen Abscheu vor ihren Verbrechen, tziernächst würde man einen schönern und mannigfaltigern Faltenwurf, prächtigere Frauenmantel und anmuthigern Kopfputz, als in seinen Bildern, vergebens suchen. Alle seine Figuren stehen an dem Ort, und in ' solchen Stellungen, wo es für die Gesammt- Darstellung am Angemessensten ist. Durch das Ganze strömt ein Licht, das die Seele erfreut, aber immer lebendiger auf denjenigen Köpfe» erscheint, welche Aug' und Herz vorzüglich an sich ziehen sollen. Angenehm ist es, seine Scenen von einem End zu dem andern zu durchlaufen, wie da jede Figur ihre gehörige Rolle spielt; da bedarf es keiner Auslegung, um zu erkennen, was jede fühlt und spricht; es steht auf ihrem Gesicht und an ihren ^Gebehrden geschrieben; könnten sie reden, sie würden nicht vernehmlicher zum Ohr, als so zu den Augen sprechen. ... In seinen Kirchengemälden sind zumal seine Glorien von Engelchen, für Antlitze, Bewegungen und Gebehrden zum Küssen schön; wie da jedes sein heiliges Geschäft mit höchster Grazie verrichtet, die Märtyrer krönt, ihnen Palmen reicht, auf ihre Leidensbahn Rosen streut, oder sie mit melodischer Musick erquickt. Nicht selten trift man den Unsrigen auf Correggio's Bahn, in Formen zwar verschieden, die Köpfe häufig mit einer Art unmuthiger Stumpfnäschen (simo), die man nur bey ihm so anziehend findet. ... So sehr er übrigens in seinen Oelgeinälden gefallt, so viel mürber und harmonischer noch ist er in seinen Alfresco'S. ... Es ist demnach fast unbegreiflich, daß Werke, welche heut zu Tage die Bewunderung aller Meister und Kenner der Kunst ausmachen, ^ einmal so geringe geschätzt wurden, daß der Künstler eine geraume Zeit ohne Bestellungen blieb, und auf dem Punkte stand, den Pinsel mit dem Meißel zu vertauschen, was übrigens bekanntlich größtentheils von dem Unverstand (soverciiierl») seiner Nebenbuhler herrührte, welche sogar seine Tugenden in Fehler zu verunstalten wußten, dann aber auch von einem wirklichen ihm anhangenden Gebrechen. Donii- nlchino war nämlich in jedem andern Kunst- theile größer als in der Erfindung. So sehe man z. B. sein sogenanntes Bild des Rosenkranzes, welches noch heut zu Tage nicht völlig verständlich ist, so wie es zu seiner Zeit auch seinen Freunden nicht gefallen wollte, und endlich gar von ihm selbst bereuet wurde. Weil er sich nun in diesem Kunsttheil selbst mißtraute, so ahmte er bisweilen darin andere nach; so den Augustin in seinem Hieronymus, und Hannibal's St. Rocc in seiner Almosen spendenden Cäcilia , bey andern Gelegenheiten auch andere minder berühmte Künstler, und pflegte zu sagen, daß man bey jedem denn doch etwas Gutes finde. Wie Viele, oft auch ganz »»gegründete Vorwürfe ihm das zugezogen, ist bekannt; dazu kam, daß sein vorzüglichster Gegner , Lanfranco, immer mit neuen Erfindungen auftrat, und Domemchino's Langsamkeit und Unentschlossenheit seine große Fertigkeit entgegensetzte. Hatte übrigens der Ünsrige zu Bologna eine so starke Partey, wie jener gehabt, so würde er leicht über seine Feinde gesiegt, und ihnen gezeigt haben, daß er wenigstens kein knechtischer Nachahmer war, und wie viel Wahrheit denn doch in seinem Worte lag: Ein Maler dürfe keinen Strich wagen, der nicht früher im Kopf als mit der Hand gethan worden; daß demnach, wenn seine Werke später als die seiner Gegner geboren wurden, sie dafür auch ein längeres Leben verdienten. Aber bey jenem sogenannten bil, ligen Publikum reicht es nicht hin eine gute Sache zu haben, wenn es ihr an der gehörigen Anzahl Stimmen gebricht. Einsam, schüchtern, und bloß Lehrer weniger Schüler ^) mangelte er dieser nöthigen Stimmcnzahl; die Menge der entgegengesetzten erdrückte ihn ; aber das Wort des Prälaten Agucchi blieb darum nicht minder wahr: Sein Werth würde erst nach seinem Tode erkannt wer> den. Denn wirklich ließ die unpartheyische Nachwelt ihm sein volles Recht wiederfahren >-). Es gab keine Königliche Galerie, die sich's nicht zur Ehre zählte, etwas von ihm zu besitzen; seine Staffeleygemälde wurden daher zu ungeheuern Preisen verkauft, und werden, außer an großen Orten, selten gefunden. Sein David im Collegio zu Fan» ist ein Gegenstand der Neugierde für alle kunstverständige Reisende. Diese über lebensgroße Figur würde allein hinreichen , den Namen eines Künstlers zu verewigen §). Ein kleines, aber fast unschätzbares Bild von ihm besaß der Graf Jacob Zambcccari zu Bologna : St. Francisc im Gebet, dem das jammernde Herz durch die von Thränen 1) Wir haben denn doch oben vernommen, wie? 2) Andreas Camaßci von Bevagna, Anton Darbalunga von Meffina, Job. Agnolo Canieio, ein Römer, der Sijilianer Franz Cozza, und der Bvlognesische Schurke Jvh- Vapt.^Ruggieri. ?!) Auch schon die frühern Kunstrichter: ckrespi in seiner m Laloxon; Aellort; puffert (S. 4.), wo er ihn wegen einiger Figuren vertheidigt, die er aus der Galerie Farnese für seinen St- Hieroiivmus im Porticus von St. Lnofrio soll entlehnt haben, so wie gegen den Vorwurf, daß seine Drapperte zu wenige und zugleich zu harte Falten habe (was sich sonst selten zusammen findet). 4) Ob dieser David jemals gestochen worden, ist uns unbekannt. Zampieri Zampieri. L13S rothen und erhitzten Augen ausgehen will'). Dann sah' ich zwey besonders schön componirte Bilder von ihm zu Genua: In der Galerie Durazzo nämlich den von Venus beweinten Tod des Adams , und in derjenigen von Brignole «inen St. Rocco , der um das Nachlassen einer Seuche zum Himmel fleht *). In diesem letzter» sind die Ge» behrdung, dieEile womit einige zu ihm ihreZuflucht nehmen, der schauerliche Anblick der über den Boden verspreiteten Leichname; derjenige eines Andern, der zu Grab getragen wird, und einer schon verstorbenen Mutter, der noch ihr Säugling nach der Brust langt, so erschütternd für das Gemüth, als ob man auf dem Jammerplatz selber siühnde. Unter seinen weltlichen Gemälden ist feine Dianenjagd im Pallaste Borghes« (s. ft. Ro- spigliosi) mit den hurtigen Gefehrtinnen, und den anmuthigen Beywerken, eines der berühmtesten ?). In eben dieser Galerie, und in derjenigen zu Florenz findet man auch einige Landschaften von ihm «), und in mehrern sein Bildniß »). Auch in diesen Gattungen war er vortrefflich, und sind dergleichen Arbeiten von ihm leichter zu erstehen. Zu seinem mannigfachen irrdischen Ungemach zählen wir wohl nicht ohne Grund den Undank eines sonst geschickten von ihm gebildeten Schülers I. B. Ruggieri §). In dem Königl. Französ. Kabinette befanden sich von Alters her 16 Bilder, nämlich: Gott ,) Diesen Gegenstand wenigstens hat Stephan Colbenschlag zu Rom nach eigner Zeichnung seiht, «nd S. Hainzelmanu schön gestochen. -) Gestochen finden wir beyde nirgends. Doch s. von einem St. Roch nuten ein Blatt von I. D. Herz. z) Eine ausführlichere Beschreibung «nd Beurtheilung desselben giebt Ramösbr I. 286—8S- wie folgt: »Das Süjet ist gut gewählt. Es bietet dem Künstler ein WeitesFeld dar, den Ausdruck der Geschicklichkeit, der Aufmerksamkeit, des Frohsinns bey einem unterhaltenden Spiele, und schöne weibliche Körper in reihende» Stellungen zu -eigen. Wir wissen aber schon, daß die Wahl des Vorwurfs der geringste Theil bey der dichterischen Erfindung des Malers ist; es kömmt bey ihm hauptsächlich auf die Erfindung der einzelne»' Theile an, wodurch er den Vvrwurf sinnlich macht; «nd hier wollen wir unser» Künstler zuerst verfolgen. Er wollte uns auf Dianen, als Göttin, als diejenige, welche die Preise austheilt, auf die Hauptperson in dem Bilde vorzüglich aufmerksam machen. Er hatte den Gedanken des Dichters vor Augen: Hoch ragt Diana über ihre Nymphe» empor. Und wie drückte er ihu aus? Er stellte die Göttin auf den dritten Plan seines Gemäldes, und gab ihr eine Höhe» mit der sie die Bäume ausgleicht, und die Nymphe», die sie umgeben, zu Zwerginnen verkleinert. Unstreitig überschritt hier Domenräiino die Gränzen seiner Kunst. Denn eine Figur, die an dem Orte, wo sie steht, nach den Regeln der Perspekti» ungeheuer wird, zerstört den Sinnebetrug, und alle Wirkung, die wir von einer wohlgeordneten Gruppe erwarten. Mehr Adel, mehr Würde in Mine und Bildung würde die Göttin hinreichend von den umstehenden Nymphen unterschieden haben. Allein gerade daran fehlt es unserer Diana. Ihr Kopf ist ohne Ausdruck, die Figur wird vorzüglich durch das sonderbar geworfene Gewand schwerfällig; die Stellung ist gezwungen, und die Hände sind inkorrekt gezeichnet. Unter den umstehenden Nymphen gibt es herrliche Köpfe, und der Ausdruck des freudigen Erstaunens, mit welchem die eine die Geschicklichkeit ihrer Gespielin bewundert, ist unvergleichlich. Etwas weiter zur Linken auf dem zweiten Plane sieht man die Gruppe der Nymphen, die wirklich mit Schießen beschäftigt sind, oder doch näheren Antheil daran nehmen. Sie hat ganz meinen Beyfall. Es herrscht in Minen und Stellungen die größte Wahrheit und Mannichfaltig- keit des Ausdrucks. Dir eine Nymphe hat gerade den Pfeil abgedrückt, der den aufgesteckten Vogel getroffen hat: Ihr Arm liegt noch in der Stellung des Abschnellen«. Eine andere macht ihr freudig den glücklichen Schuß bemerklich. Eine dritte, die mit ihr geschossen hat, scheint ihr das Verdienst des Treffens abzustreiten. Eine vierte zieht einen Pfeil au« dem Köcher, und eine fünfte betrachtet mit besorg- lichem Interesse den Flug des Pfeils. Vielleicht rückte der Maler bey der Darstellung dieser letzten Figur die Handlung um einige Augenblicke zurück, und vergaß, daß die Malerei sich mit Darstellung einer sichtbar stehenden Handlung begnügen muß. Die Nymphe sieht, daß der Vogel getroffen ist; wie kann sie noch besorgen, daß er nicht getroffen werden möge? Hinter dieser Gruppe zwei Figuren, die beyfällig zusehen. Auf dem Vordergrund eine dritte Gruppe. Von zwei Nymphen, die sich baden, sucht die eine die andere auf den glücklichen Schuß aufmerksam zu machen. Diese beyden Figuren scheinen mir vorzüglich schön. Der Schlagschatten, der von den Bäumen auf sie fällt, thut eine sehr gute Würkung. Vielleicht aber sind die Köpfe zu groß. Eine dritte Nymphe, die den Schuh anlegt, und die man von hinten zu sieht, ist im Halbschatten gehalten, und zeigt bey den reitzendsten Formen eine Menge der zartesten Tinten. Zwei Schäfer, die im Buschwerke versteckt sind» belauschen die Badenden, und die Färbung ihrer Köpfe ist äusserst kräftig. Ein Hund, der auf sie zuspringen will, wird mit aller Stärke von einer Nymphe aufgehalten. Form und Ausdruck dieser Figur sind vortrefflich. So viel von der poetischen Erfindung dieses Bildes, wobey ich beyläufig schon einige Fehler gegen andere Theile der Kunst gerügt, und einige Vorzüge in Ansehung eben dieser Theile herausgehoben habe. Die malerische Anordnung ist im Ganzen keinesweges zu billigen. Die Gruppen haben nicht die Verbindung mit einander, die das Gemälde als ein Ganzes beym ersten Anblicke darstellen sollte. Auch sind zu viel Figuren auf dem Bilde; im Hintergrund ist Gewühl. Aber einzelne Gruppen sind vortrefflich componirt. Von dem Ausdruck habe ich bereits geredet; er ist vortrefflich. Man findet Köpfe von großer Schönheit. Die Zeichnung ist sein, aber nicht ganz ohne Jncorrektionen. Die Gewänder sind schlecht. Das Colorit ist angenehm, aber nicht immer wahr; die Beleuchtung hin und wieder glücklich geleitet: Allein im Ganzen mangelt es dock an Harmonie, und eben dies kann man noch dem Colorit vorwerfen. Auch die Lustperspektiv ist vernachläßigt." Gestochen ist dieses schöne Bild von P. Scalberge, I. F. Venturiui (15" hoch, »7" br.), sehr sein geetzt, aber in guten Drücken selten, und schön von R. Morghen. O. tzl? 60. 4) Dergleichen kennen wir keine gestochen, außer im Kleiuen bey Lands» Dsl-i. ä- g-ur- 1. K? 16. u. n. dl? 58. u. 59. 5) Das zu Floren; (einen wunderschöuen Kopf, der allen alten Weibern gefällt) hat P. A. Pazzi für baS Galcriewerk gestochen, und C. Townley wunderlieblich in Schwarzkunst geschabt. Noch findet es sich, von Langlvis, in dem Werke: 1 'sVlesuL, 8iau>e, ece. ll» Is Osleri» ri» ktoieuce, und an der Spitze von Lnndons Oeuvre ll- von Devilliers. 8) Laue« III. Zlj. V. >01. 6136 Zampieri. Zampieri. wirft Adam und Eva ihren Ungehorsam vor (3/ io^r< hoch, 3, 4" br.) auf Kupfer '). »Die Szene ist eine anmuthige Landschaft, in welcher sich mancherlei Arten von Thieren in ruhigen Stellungen befinden. Von dem Horizonte nähert sich die personifizirte Gottheit, von Engeln getragen, abwärts, in einer sprechenden Wendung, gegen diese ersten Menschen, die sich aus Furcht seitwärts bis nahe unter einen Baum gezogen zu haben scheinen. Adam steht in einer niedergeschlagenen, reuevollen Stellung, , und scheint die Frage der Gottheit mit Zittern zu beantworten. Er deutet mit beyden Händen auf sein Weib ^), die seitwärts mit einer betroffenen Miene, womit sie ihre Verlegenheit und Beschämung ausdrückt, auf die von ihr wegkriechende Schlange hinweiset; und so hat der Maler mit ungemeinem Scharfsinn in einem ungekünstelten Zusammenhange die Bedeutung der ganzen Vorstellung so schnell einleuchtend dargestellt, daß der An- schauer gleich bey der ersten Betrachtung von der ganzen Begebenheit verständigt ist. Die personi- fizirte Gottheit ist, so weit sich eine solche Idee figürlich vorstellen läßt, mit einer des Raphaels würdigen Hoheit und Majestät ausgeführt. In der Figur Adams ist innigste und schmerzliche Reue, bange Erwartung und demüthige Unterwerfung mit rührenderWahrhcit ausgedrückt; weniger rührend, aber nicht minder wahr ist der Ausdruck des Weibes. Er zeigt mehr Beschämung und Unmuts) als Reue. Selbst die Bewegung der vor der Gottheit fliehenden Schlange hat einen deutlichen Ausdruck von Bestürzung und Furcht, da andere unschuldige Thiere ruhig in der Nähe herumliegen. Erfindung, Anordnung, Zeichnung und Ausdruck, sind im gleichem Grade in diesem Stücke zu bewundern." Füßli II. 286—87. — Das Manuel du Museum Fran^ois sagt: Dies Bild sey, wie von dem neu geschaffenen Licht beleuchtet; und bemerkt: Moses sage nur, Adam und Eva hätten die Stimme des Herrn gehört; das nec steus in- tersit sey auch hier, wie fast bey allen Künstlern, übertretten. Die beyden ersten Eltern seyen so schön, wie es etwa Abel und seine Schwestern seyn könnten; der zur Seite liegende Löwe sey erschrocken, das sanfte Lamm nicht. — David, der auf der Harfe spielt, und sein Saitenspiel mit Gesang begleitet, lebensgroß auf Tuch. »Er ist sitzend als König bekleidet, in eifriger Bewegung, und mit hohem Geistesschwunge aufwärts schauend vorgestellt. Zur Seite ist ein Engel der ihm ein offenes Buch vorhält, und hinter ihm ein anderer, der die linke Hand auf dem Schwerdt Goliaths hält, mit der rechten aber seinen Gesang mit Vergnügen niederzuschreiben scheint. Die Erfindung und Anordnung dieses Stücks ist mit dichterischem Geiste behandelt. Der Gedanke, daß der eine der Engel die eine Hand auf dem Schwerdt Goliaths halt, und mit der andern den Gesang niederschreibt, giebt dem Ganzen eine ausgedehntere Bedeutung, in dem dadurch der Stoff des Gesanges gleichsam anschaulich wird. So sinnreich die Erfindung und Anordnung dieses Stückes im Ganzen ist, so schön, so groß und edel ist auch die Ausführung aller Theile. Die Figur Davids ist vorzüglich schön und gelehrt gezeichnet, und hat einen »»gemein geistreichen Ausdruck." Füßli l. c. 236. Noch bemerkt Landon (^nn. lll. 72.) an diesem Bilde die Leichtigkeit und Anmuth der lichten Scharten. Im Man. d.Mus.Fraiihois heißt es (doch auch als ein Lob): Der Ton (des Coloriks) sey um eine — Ocrave höher, als in der Communion von St. Hieronymus. Auch sonst wird es für den Ausdruck sehr gepriesen: Davids Gesicht sey ächt israelitisch; in den Augen lese man den begeisterten Dichter; im anmuthigen Mund ein leicht zu rührendes Herz, das noch — von Bathseba voll sey. Gerügt werden als costum- widrig das — eingebundne Buch des einen Engels, und die—Feder des andern 2). — H. Familie in einer Landschaft, wo die H. Jungfrau in eine Muschel Wasser schöpft (Madonna mit der Meermuschel genannt) 14" hoch, i9"br. Fig.8-9" Höhe auf Luch. l'Epiciö rühmt den Adel des Ausdruckes von Mutter und Kind, und den guten Ton der Landschaft §). Das Manuel, ohne dieses Bild gering zu schätzen, glaubt, daß es nicht eben die Kunstjuwele eines Geschichtsmalers sey, da die Hauptgruppe nur zur Staffirung einer Landschaft dienen muß.— Madonna, das Kind und St. Anton von Padua. Die H. Jungfrau setzt den Fuß auf einen Cherubin; in der Linken hält sie ein Leintuch, das Kind einzuwickeln, das St. Anton mittlerweile auf den Knieen in seinen Armen hält, den es liebkost. Glorie von anbetenden und bewundernden Engelchen. Im Hintergrund eine Landschaft. Schöne Köpfe des Kinds und des Heiligen. Dies Bild (i 5 A" hoch, iZ" br.) ist auf Kupfer gemalt §). Lands» nennt es schön vollendet, und von graziösem Ausdrucke. Ungefehr eben so beurtheilt solches das Manuel, und findet besonders den Heiligen wunderschön (?Lle, veillsnt, prrant, ss consumnnt pour Oleu).— Maria Magdalena, in einer Gemükhsfassung, wo sie ihre Sünden beweint, ohne an der Barmherzigkeit Gottes zu verzweifeln. Sie hat den linken Arm an einen Felsen gestützt, und faltet die Hände; die Haare fallen ihr nachlässig auf die Brust; die Drapperie ist blau. Halbfigur natürlicher Größe 4" hoch, 2" br.) auf Luch. — ») Nach LanVon mit -2", l'Epicker mit 70—24" hohen Figuren. Gest. haben dies Bild (vortrefflich) St. Bandet 1687 »nd auch F. Cherean schön 1709. Nach dem Winklerschen Gantkatalog hätte der Herzog von Devonshire in England ein Bild von Domüuchino vollkommen gleichen Innhalts besessen, welches N. Tardieu, in der Größe des Urbilds (-6" hoch, iz" br. also weit kleiner als das Französische) ebenfalls schön gestochen habe- Kost bemerkt: Dies Blatt sey mit ungleich mehr Präcision (nach einem ganz verschiedenen Urbilde?) gefertigt, als das von Bandet. Hinwieder sagt London, ein kleineres Bild als das Königliche sey einst in der Galerie Orleans gewesen, und alsdann nach England gekommen. Doch wohl kein drittes? ' Auch dies kleinere giebt er O. ?>? 29. In der Cvmpvslticn unterscheidet es sich bloß darin von dem Königl., baß zwar die Gruppe der bescheltenden Gottheit darin ebenfalls, nicht aber die noch höher stehnde Engelsglorie erscheint. Bon einem dieser Bilder sagte der Künstler selber, nach seiner gewohnten Bescheidenheit: ' Es würde vollkommen seyn, wenn Adam von Michael Angelv und die Eva von Naphael gezeichnet, und jener von Titian, diese von Correggio gemalt wäre. ») l'Epicie bemerkt, sie sitze und dürfe vor Furcht nicht ausstehn. 5) Gestochenlbesonders schön von Eg.Roußelct; dann auch von F. Cherean, einem Ungenannten unter B.Picarts Leitung,z und von einem der Lhvmaffie'e. O. 84. 4) Gest. findet sich dasselbe einzig im Umriße von Elis. Lingee bey llandon 0. N? .04. und in EbenSess- er cls benre H. N? 28 . 2) Auch dies Bild findet sich einzig im Umriße gestochen von Vontroiö, bey Lnnöorr o. A- 6137 Zampieri. Verzückung von St. Paul; er wird von drey Engeln zum Himmel gehoben; seine Drapperie, von der Luft bewegt, deckt das Haupt einer dieser Engel. Schöner Ausdruck und Kraft des Kolorits vereinigt sich in diesem Bilde. Es ist nicht viel über i8" hoch, iH" br. (die Figuren von i/s—15") auf Kupfer gemalt '). Das Manuel bewundert die reine empyreische Lust, worein die Scene gesetzt ist/ in welcher die drey Engel den Heiligen gleichsam ruhen und genießen lassen; die wunderschöne Gelenkung seiner Figur; die sichere Tocci- rung in der Ausführung; es sey kein Pinselsirich darin, der nicht den Meister verrathe. — S. Au- gustin wascht Christus, der als Einsiedler gekleidet ist, die Füße. Oben eine Glorie, I'Epicie nennt es sehr schwach; vielleicht eine von D- ersten Arbeiten, oder gar nicht sein Werk. Es ist auf Kupfer gemalt 2^ i" hoch, 21^" br. (die Figuren 8 — w" hoch 2). — St. Cäcilie spielt auf der Baßviole; ein Engel hält ihr das Notenbuch, in welchem das: klar cor meum immscnlaturn ks. LXVIll. geschrieben steht; sie scheint mit heiligem Entzücken diese Worte zu singen und zu spielen; auf ihrem Gesichte ruht eine Sittsamkeit und Weisheit, welche Ehrfurcht und Anbetung einflößen. Große Zeichnung und Starke des Ausdrucks herrschen in diesem vortrefflichen Gemälde 5 ^ r" Höhe, 3 ^ 10" Br. auf Tuch gemalt, die Figur lebensgroß §) — Aeneas trägt seinen Vater aus dem Brand von Troja: „Aeneas" (heißt es bey Füßli II. 288 — 90.) „in seiner Kriegsrüstung ist im Begriffe, seinen Vater, der bereits auf seinen Schultern sitzt, wegzutragen; dieser empfangt noch von der Herbeyeilenden Kreusa zwey in ein Tuch gewickelte Hausgötter, die sie ihm mit Zeichen einer besondern Sorgfalt über- giebt. Aeneas, der die Lage seines Vaters mit beyden Händen zu befestigen bemühet ist, schaut aufwärts gegen ihn, und scheint ihm nöthige Eile anzudeuten. Der junge Askan deutet mit der Hand vorwärts, und zeigt wahrscheinlich den Weg zur Flucht. Die Szene ist eine Art von Treppe, wo Aeneas am tiefsten steht; daher er auch nur bis an die Kniee, die übrigen Figuren aber ganz erscheinen. Bey genauerer Berrachtung dieses Blattes muß man den Tiefsinn, und das feine ästhetische Gefühl Domenichins in allen Theilen der Kunst bewundern. Hätte er, wie Baroccio und andere geschickte Maler, bey dieser Vorstellung den Zeitpunkt gewählt, wo Aeneas mit seinem Vater schon auf der Flucht begriffen ist, und sein Weib mit dem Sohn nachfolgen, so würde er weniger Stoff gehabt haben, uns das Charakteristische feiner Personen in einer so zusammenhängenden und so angenehm beysammen kontrostirten Gruppe vorzustellen; denn diese Gruppe ist in Rücksicht des wohl verbundenen Zampieri. gefälligen Contrastes in der Richtung und Stellung aller Figuren, ihrer naiven und wahren Bewegungen, in Rücksicht des Gegensatzes der bekleideten und nackten Körper, und wegen der neben einander erscheinenden Verschiedenheiten des Alters und Geschlechtes, meines Erachtens einzig in ihrer Art, und wäre nur schon dieserwegen allein ein Meisterstück der Kunst zu nennen. Betrachtet man aber ferner den charakteristischen Ausdruck von Geisiesstärke bey tiefem Schmerz im Gesichte des Anchises, den mit Sorgfalt und Zärtlichkeit vermischten Heldenblick des Aeneas, den bangen und traurigen Blick der Kreusa, und den furchtsamen Anstand des Knaben; untersucht man die Formen der Figuren in Rücksicht auf ihren sinnreichen Charakter und auf die Eleganz, Gelehrtheit und Wahrheit der Zeichnung, und bemerkt man endlich die weise und großwirkcnde Anordnung des Lichtes und Hell, dunkels, so wird man finden, daß im Ganzen und theilweise dem Kenner nichts zu wünschen übrig bleibe". Die Französischen Kunstrichter, welche sich alle über den hohen Werth dieses Bildes vereinigen, glauben, es sey in des Künstlers erster Manier (?), also im Style von Ludwig Carracci; Einige halten es sogar, obwohl irrig, für das Werk dieses letztem. l'Epiclö rühmt daran, neben der überlegten Zusammensetzung, dem charakteristischen Ausdruck in den Köpfen und dem Gebehrdeuspiel jeder Figur, auch das kräftige Kolorit. Das Manuel kann besonders über den Kopf der Kreusa seines Preises nicht satt werden §). Nur der Knabe Ascan würde, nach ihm, über den Brand von Troja allzu unempfindlich erscheinen. Dann sey die Nachtzeit nicht genug angegeben, und man sehe nicht, durch was für Gattung Licht die Scene beleuchtet sey. Dieses auf Tuch gemalte Bild hält, in lebensgroßen (eben ungemein künstlich zusammengepackten) Figuren 5 ^ 2" in die Höhe, und 3 ' 9" in die Breite §). — Timoclea vor Alexander, der die von ihr an einem seiner Krieger verübte Rache billigt, der ihre Ehre verletzt hatte. I'Eplcl'e nennt es trefflich für Zeichnung und Ausdruck, aber weit minder für das Helldunkel, wareler glaubt, es hatte der griechischen Kunst in ihrer schönsten Zeit Ehre gemacht. Das Manuel halt die Figur von Alexander für schlecht, Timocleens hingegen für schön, da es hier um eine dapfre Frau zu thun war; das klebrige für mittelmäßig, und hält sich besonders über eine Tochter der Heldin auf, die — ihren Kopfputz zurechtmacht. Das Ganze sehe einem gemalten Camee gleich. Dieses Bild auf Holz (Figuren von ih—16") hält 3 ^ in die Höhe, und ^ 7" in die Breite, in längliche ovaler Form ^). — Rinald und Armida. Die Scene ein Wollust, -) Kräftig und schön gestochen von E. Noußelet, ungefehr in der Größe des Urbilds, o. X? 88 - ») Wir kennen durchaus keinen Stich davon. Auch bey Lanbon nicht einmal de» Umriß. z) Füßli ii. - 8 ä- sagt nicht ganz richtig, die Heilige sey nur bis an die Kniee vorgestellt. St. Picart hat es gestochen. Nach stanboir soll Zampieri dies Bild zum zweytem»«! (für den Kardinal Sensi) gemalt haben; wo dieses letztere hingekommen, sey unbekannt. Zwey andere Bilder von St. Cäcilien, mit verschiedener Vorstellung, folgen späterhin, o. x? z. 4 ) Aecht Französisch dann will er an Aeneas zugleich erblicken l °5 usirs ll'uo Komme 6 « gm «^ou ->»x äieux, ^ui ksit ea cousoieoe« — cies eotsos s ra komme, er 5S ksl dien pour soo 5 ) Gestochen ist dasselbe vorzüglich gut von G. Audran. In neuern Tagen (1812.) für's XXII. Heft des Musee Napoleon, nach H. Laurent's Zeichnung, von Outkine (?). Endlich im Umriße bey Laudo,, O. X? 45. 6) Einzig gestochen nach MolinEon's Zeichnung, von Delignon, für's XXlll. Heft des Musee Napoleon- Dann im llmriße von Devilliers dem ältern, bey Landon o. x? m. und (elend) im Manuel N? ro. 6138 Zampieri. athmender Garten, durch den sich ein Bach schlangelt, dessen Ufer mit Rosen und Jasmin bekränzt sind. Trauben hängen an den Bäumen. Rinald sitzt bcy Armida auf dem Rasen, das matte Haupt an ihren Busen gelehnt, und sieht in einem Spiegel, den er ihr vorhält, wie sie seine Locken ordnet und mit Blumen mischt. Süße Lust scheint die Vernunft des Helden zu fesseln, und den Sieg der Zauberin gewiß zu machen. Neben und über i-hnen mag der Künstler durch Turteltauben die sich schnäbeln, durch Amorine die sich liegend umhalsen, und durch einen andern der einschlafen ist, alle Geheimniße der Liebe, ihr Entstehen, Fortgang und das End durch die Sättigung dargestellt haben. Noch ein dritter Amor schnitzt einen Pfeil, und ein vierter schießt den seinigen auf das verliebte Paar ab. Im Hintergründe lauschen im Gebüsche Ubald und der bekannte Dänische Ritter, um den Augenblick zu erhäschen, Rinaldo seiner Schlingen zu entledigen LVareler bemerkt: Das Bild verspreche im Anfange wenig; aber je naher man es untersuche, desto mehr finde man es seines großen Meisters würdig. Das Manuel findet darin eher Angelika undMedor; auch sonst allerlei Eostumewidriges; in den Köpfen aber vortrefflichen Ausdruck. Auf Tuch gemalt hat es 4^ in die Höhe, 5^ 4" in die Breite ^). — Das Conzert t// n"hoch, 5^ 4" br.) auf Tuch, Halbfignren natürlicher Größe. l'Epicie macht die gute Bemerkung: Zampieri habe durch dasselbe eine indirekte Erstick von M. A. de Caravaggio's ähnlichem unedeln Bilde gemacht. Das gegenwärtige, vorzüglich schön colorirte, stellt drey spanisch costumirte Jünglinge von 20, 18 und 22 Jahren, und einen Knaben vor, der sich über die andern lustig macht?). Das Manuel rühmt namentlich auch die Hände ^). — Der Sieg der Liebe (6" hoch, 5" br.) auf Kupfer gemalt. Amor in einem von Tauben gezogenen Wagen; über ihm zwey andern Amorine, von denen einer Blumen auf ihn streut, und der andre dergleichen von dem Kranze pflücken will, womit dieses Bild, von D. Segher's Hand, eingeschlossen ist. Reinheit der Umrisse, Feinheit des Ausdrucks und schönes Coloril bezeichnen dasselbe: »Der kleine Liebesgott" (heißt es bey Füßli II. 3oi.) „sitzt mit dem ganzen Anstand eines Lriumphirenden, und in seinem vorwärts schauenden Gesicht ist etwas so Kühnes und Anmaaßendes, zugleich aber auch so Zartes und Naives, daß man bey genauer Betrachtung die tiefe Wissenschaft des Malers bewundern muß, der einer so vollen und rundlichken Kindcsform einen so stolzen Anstand, und dem Gesicht einen so hohen und bestimmten Ausdruck zu geben wußte, ohne dem Naiven und eigentlich Kindischen das Charakteristische im mindesten zu benehmen." Auch das Manuel bemerkt: „Die beßren Flammander haben nichts Köstlicheres noch Vollendeteres gemalt. Dies kleine Bild ist ganz Geist (osprit) und über- Zampieri. laßt Größeres dem Genie. Die frische Farbe des Liebesgotts dämmt sogar das glänzende Kolorit des ihn umgebenden Blumenkranzes H. — Zwey Landschaften, wovon eine mit Cacus, den Herkules aus seiner Höhle zieht, die andere mit dem Kampfe dieses letzrern gegen Achelous staffrt ist; dieselben sind mittlerer Größe auf Tuch, die Figuren von 5 — 6". Von der letzter« sagt k'Epl'clö: Der Geschmack des Carracci sey in derselben nicht zu verkennen, doch sey die Ausführung weniger leicht und frey. Lands» hingegen rühmt an beyden, nebst der heroischen Compostkion, festes Colorit und — eben leichte Toccirung. Auch das Manuel kann Landschaft und Figuren nicht genug loben, und meint, daß Poußin den Ton der erster» für seinem Diogenes entlehnt habe §). — Noch eine Landschaft, 5" hoch, br. auf Luch, wo ein Schiffer eine Bande mit Musikanten führt, nennt l'Epicis von anziehndem Geschmack, reinem Himmel und angenehmen Fernen; nur wünschte er darin mehr Freyheit in der Ausführung, und zumal im Blatterwerk. Es ist dieselbe, welche Landon, wohl offenbar richtig, im Vorgrunde (zur Rechten des Beschauers) mit einer Flucht nach Egypten staffirt glaubt. Das Manuel (N^. 15.) ohne Ebenbesagtes zu bemerken, hält dies Bild für ein wenig nachgedunkelt; doch erkenne man noch darin die schöne Wahrheit im Colorite ^). Unter den Französischen Kunsteroberungen befanden sich nur drey, aber allerdings von den vorzüglichsten Staffeleibildern des Unsrigen, welche in unserm neuesten Tagen an ihre alte Stelle zurückgekehrt sind. Wir haben ihrer schon oben mehr und minder ausführlich Erwähnung gethan. Hier indessen noch einige Urtheile über jedes derselben. Erstlich: Die Maria vom Rosenkranz (i5* 2" hoch, 8^ ii" br. Figuren natürlicher Größe, auf Tuch). Vorzüglich gut beschrieben ist dasselbe bey Füßli II. 3o6 — 8. wie folgt: » Im Vorgrunde ist ein Pabst oder Bischof knieend neben einem alten krank liegenden Manne, beyde betend und mit aufwärts gerichteten Gesichtern; nahe bey diesen, und zum Theil schon im Mittelgrunde wer, den Christen beyderley Geschlechts von bewaf- neten Männern verfolgt, und zum Theil auch schon umgebracht, unter welchen zwo Jungfrauen, die sich an einander festhalten, und die ein Reuter eben zu morden im Begriffe steht, eine sehr rührende Gruppe ausmachen. Alle diese Verfolgten haben ihreGesichrer aufwärts gerichtet, wo Maria mit Jesus auf Wolken in einer großen Glorie er, scheint. Jesus in der Gestalt eines schönen jungen Knaben steht vor der Mutter, und ist mit holdem Anstande beschäftigt Rosen auszustreuen, deren ihm ein knieender Engel einen Korb voll darreicht; zur rechten Seite dieser Gruppe ist St. Domenic 1) Gestochen ist dasselbe nach Naignon's Zeichnung, von L. Croutel oder Croutelle fnr's xxvn. Heft des Müsse Napoleon. O. ,42. 2) Nach la 8ontaine's Ausdruck: Lec Lge esr rsns pi-i«. 5) Von C. Duflos und St.Picart gestochen. Die Zeichnung davon in rother Kreide, eben auch von St.Picart, besaß -8r-> noch das Kabinet Paignon-Dijonval zu Paris. O. X? 46. 4) Gestochen ist es von C. Rands» (lioni-e.) 0 . X? 59. 5) Gestochen sind beyde einzig vielleicht von Filipart (s. unten). Dann im Umriße von Dcvilliers dem jünger», bey liaudon O. i,z. u. >14. und bey Ebendemselben k->)r->g. er Hbl. Ue Lear« I. H. ,6. tl. 'l'Lb. 59. 6) Gestochen ist es einzig im Umriße, von Devilliers dem jüngern, bey Landon O. dl? 119. und eben so (elend) im Manuel Zampieri. 6139 in seinem Ordenskleide, in einer zwar knieenden aber mehr eifrigen als demüthigen Stellung, sieht auf die unten Leidenden herab, und deutet mit der einen Hand auf Maria, mit der andern hält er einen großen Rosenkranz. Theils auf der andern Seite, theils in der Höhe sind verschiedene Gruppen auf Wolken stehender und schwebender Engel, deren einige die unterschiedlichen Merkzeichen des Leidens Christi tragen, andre lange aufgerollte mit Stellen aus der Litaney des Rosenkranzes überschriebene Papiere zeigen, noch andere endlich Kranze von Rosenbinden." „Wie sehr" (wird dann hinzugefügt) ,-stch Demenichine bey dieser Vorstellung (die ihm, wie leicht zu vermuthen ist, pünktlich vorgeschrieben worden) in Verlegenheit, in Rücksicht auf die Kunst müsse befunden haben, kann man aus der sehr gesuchten und zum Theil gezwungenen Anordnung des Ganzen, und hauptsächlich des untern Theils der Compo- sition deutlich bemerken. Sonst befinden sich in diesem Stücke mannigfaltige einzelne Schönheiten. Die Figur der Mutter Gottes ist voll Würde, und hat einen erhabenen Anstand; jene des Kindes Jesu ist schön und voll Anmuth im ganzen Ausdrucke; besonders stark und vortrefflich ist auch St. Dominic charakterisier, dessen Bewegung und Gesicht den höchsten Grad von heftigem Eifer und Enthusiasmus ausdrückt." — Das Manuel hiernächst nennt dieses Bild eine Pindarische Ode, zu welcher dem Künstler die Geschichte nichts, sondern einzig sein Genie Alles liehen konnte. Unter dem Emblem von Rosen streut das gött, liehe Kind seine Gnaden über den Erdball aus. Die H. Jungfrau scheint ihm mehr artig als eigentlich schön, und zumal für eine Himmelskönigin nicht majestätisch genug zu seyn. Das Grupp der fünf Engel mit den Leidenssinnbildern, jeder mit dem ihm angemessenen Ausdrucke, kann der Verfasser nicht genug bewundern; eben so zwey an, dere Engclsgruppcn, nur daß die Deutung ihrer Attribute minder verständlich ist; endlich den über jene Alle schwebenden Siegesengei mit der Glaubensfahne. Ueber den vor der H. Mutter und Kinde knieenden St. Dominic, der mit der auffallenden Anmaaßung eines Stifters des Rosenkranzes diese Himmelsgabe allen Völkern anzupreisen scheint, möchte man den Verdacht hegen, daß Zampreri selbst des Gedankens: Lcco il vero policinello! sich kaum habe erwehren können. So viel von der obern ätherischen Scene. In der untern irrdischen bemerkt man erstlich einen knieenden Prälaten in solcher blödsinnigen Ekstase über das, was oben vorgeht, daß (meint das Manuel, wieder arg genug) der Künstler unter dieser Figur wahrscheinlich eine der sieben Seligkeiten — die Armuth des Geistes nämlich habe darstellen wollen. Die Mordgruppen dann in dieser untern Scene findet der Verfasser wieder jede insbesondcrs wunderschön, und in soweit auch insgesammt bedeutungsvoll, daß sie Alle auf die mystische Kraft des Rosenkranzes, selbst unter Marter und Tod, hinweisen sollen '). Wenn hienächst die untere Scene durch ihren ernsten Farbcnton in Schauer und Erstaunen setzt, so wird das Aug um so viel mehr durch den Lichtschimmer der obern geblendet. Noch eine Vollkommenheit dieses Kunstwerkes sey die Zusammensetzung des Ganzen von sieben verschiedenen Gruppen, ohne Lücke, und eben so ohne Verwirrung. Wenn etwas an dem Werke zn rügen Zampieri. seyn möchte, so waren eS einzelne allzuplumpe und steife Faltenwürfe und das allzuhelle Blau an dem Harnisch des Mörders der beyden sich umarmenden Jungfrauen ?). — Landen dann, indem er den einzelnen Schönheiten dieses Bildes, besonders aber der Mannigfaltigkeit des Ausdruckes und des Farbentons volles Recht wieder- fahren läßt, bemerkt denn doch — immerhin prosaisch, aber richtig, daß der Künstler die Unfruchtbarkeit seines Hauptgegenstands mit der großen Anzahl seines Episoden habe verbergen müssen, und daß sich dadurch ein Dunkel über das Ganze verbreite, welches auch die genaueste stückweise Untersuchung nicht zerstreuen könne. — Endlich heißt es bey Taillassen (wie es uns scheint, wesentlich verschieden von obstehnden Urtheilen) ganz kurz: Es finde sich in diesem Bilde kein Ganzes, weder in der Zusammensetzung, noch in der Beleuchtung und Färbung; aber auch Er urtheilt, bald alles Detail sey über allen Ausdruck schön. Das zweyte Bild: Marter der St. Agnes (>§// hoch, ioj^br., Figuren über lebensgroß). Fußli H. 297 — 99. beschreibt es, wie folgt: „Die Handlung geschieht auf einem großen mit Säulengängen umgebenen Platze. Nahe am Vor- grund ist die Märtyrerin in halbstehender Stellung, und wird von einem Kriegs- oder Gerichtsknechte bey den Haaren gewaltsam rückwärts auf einen zum Verbrennen aufgerichteten Scheiterhaufen gezogen, indem er ihr zugleich einen Dolch in den Hals stößt. Sie hebt sterbend die Augen aufwärts gegen eine Erscheinung der dreyfaltigen personifizierten Gottheit, die mit einer Glorie von mannigfaltigen Engeln umgeben ist; und ein Engel empfängt für sie aus den Händen Christi die Marterkrone und den Palmzweig. Im Vor- grunde neben dem Scheiterhaufen sind zu Boden gestürzte Kriegskncchte, die ganz betäubt da liegen, deren der eine eine halberloschcne Fackel, der andre aber einen Blasebalg neben sich liegen hat; nahe dabey ist eine vortreffliche Gruppe von drey Weibern und einem Kinde, die auf eine rührende Art ihre Betrübniß über das Leiden der Märtyrerin zeigen; und weiterhin sind mannigfaltige Zuschauer. Da sich, nach der Legende, die Christenverfolger vergeblich bemühet hatten, diese Märtyrerin zu verbrennen, indem das Feuer durch ein Wunderwerk wiederholt ausgelöscht, und die Gerichtsknechle sinnlos niedergestürzt wurden, und sie endlich nur durch den Dolch umgebracht werden konnte, so hat der Maler diesen letzter» Augenblick zu seiner Vorstellung gewählt, und zugleich durch die neben den Scheiterhaufen liegenden Knechte das Vorhergegangene merkbar machen wollen. Die Figur der Heiligen hat eine edle Form, und einen ungemein rührenden Ausdruck im Gesichte. Der heftige Schmerz, den das in den zarten Hals eindringende Eisen verursacht, ist mir einleuchtender Wahrheit, doch so ausgedrückt, daß man dabey gleichwohl das Geduldige, und mit Hoffnung und williger Ergebung Leidende nicht verkennen kann. Rache und Erbitterung sind !n dem Gesicht und in der ganzen Bewegung des mordenden Kriegsknechtes trcff-. lich dargestellt; nur wünscht' ich nach meinem Gefühl, daß der Maler, in Ansehung des Zeitpunktes, nicht den Moment gewählt hätte, wo das Eisen des Mörders eben in den Hals ein- >) 8üßli (s. oben) hat diejenige deß auf der Streue liegende» Mannes nicht richtig verstanden. Auch Cr soll von einem hinter ihm stebnden Wüthrich mit gehobenem Dolche gemordet werden; und nicht jener Prälat vor ihm über betet für ihn, sondern seine Tochter erhebt ihre Hände zur H. Jungfrau und dem H. Kinde, daß sie den Sterbenden aufnehmen in ihren Frieden! 2 ) Es lohnt sich der Mühe, die ganze Beschreibung im Manuel nachzulesen; aber auch eben so Helldunkel, als das Bild selber- dieselbe ist eben so begeistert, Y l/z * 4140 Zampieri. dringt, sondern daß er den Arm desselben im Begriffe zu stoßen vorgestellt haben möchte, weil die Bedeutung des Ganzen dabey nichts verloren hatte, dem Anschauer aber das Unangenehme, welches die Betrachtung einer so sehr genau ausgedrückten blutigen Handlung mit sich führt, erspart worden wäre. Anordnung des Ganzen, Zeichnung und Ausdruck, sind bewunderungswürdig ausgeführt." Das Manuel dann bemerkt: Die Hauptfigur sey ein schönes dreyzehn- jährjges, noch nicht ausgewachsenes Mädchen; der Ausdruck ihrer Gesichtsbildung deute mehr physischen als geistigen Schmerz an; ein zwanzigjähriges würde schon mehr von letzkerm verrathen. Sehr viel Schicklichkeit und Anstand habe der Künstlerin ihrer Kleidung, Stellung, ihremDahin- sinken auf den Scheiterhaufen und dem Benehmen des Büttels beobachtet, der sein reines Gchlachtopfer nur bey den Haaren fasse, und ihren Leib nur mit dem Mordeiftn berühre, so wie auch sein Kopf mehr ein abgehärtetes als ein grausames Glied seines Handwerks bezeichne. Die übrige Darstellung der Scene dann sey nicht von gleichem Werth mit der Hauptgruppe; zwey von den umstehnden Frauenspersonen nehmen nicht genug Antheil an der Handlung, und die beyden todt dahin gestreckten männlichen Figuren seyen unverständlich '). Die entfernte Person des Richters auf seinem Stuhle sey unbedemend. So viel von der untern Scene. Die obere im Himmel dann theile die Aufmerksamkeit zu sehr zwischen sich und der unteren, und das dortige Conzert mit Violinen und Baßviole sey gar zu modern. Das Colorit, obgleich noch schön, stehe dennoch merklich unter demjenigen der beyden andern französischen Kunstbeuten ^). — Landon hiernächst scheint bedeutend mehr als das Manuel von diesem Bilde zu halten: »Die imposante Zusammensetzung'' (sagt er) »bietet" (gleich den meisten Werken des Genies!) »wohl einige Gebrechen dar, die aber von Schönheiten des ersten Ranges reichlich ersetzt sind. Der Ausdruck der Heiligen ist erhaben; mit der Reinheit der Formen, die ihre noch große Jugend bezeichnen, vereinigt sie ein Gefühl, welches sich schwerlich nachbilden oder beschreiben laßt. Ergebung und himmlische Freude glänzt in den Augen der jungen Märtyrerin, mittlerweile die Blaße ihres Antlitzes, und die zückende Bewegung Ihrer Arme zeigt, daß sie den Todesstoß bereits empfangen habe, so wie hinwieder die Figur des Büttels ein Beyspiel giebt, daß man auch gemeine Formen erhöhen kann, ohne sie unnatürlich zu veredeln. Die erste Idee der Hauptgruppe mag der Künstler aus Allegri's Marter von St. Placidus und L t.Flavia geschöpft haben; aber wenn schon Domenichino in anderer Beziehung unter Correggio siand, so ist hier wenigstens der Ausdruck weit stäiker und pathetischer. Dieser ist durch das Ganze äußerst wahr, und die Zeichnung groß und correkt. Die Aussvendung des Helldunkels bringt zwar in diesem Bilde keine große Wirkung hervor; aber das Kolorit ist darum nicht minder kräftig, und in einigen Theilen ebenfalls sehr wahr. Wenn in der Gruppe des Richters, und in der obern Scene man etwas weniger richtige Zeichnung, und eine braun r röthliche Färbung bemerkt, so vergesse man nicht, daß dieses Bild schon in Italien durch Ritoccirung viel gelitten habe." Ganz anders als das Manuel halt Landon jene weibliche Gruppen für sehr theilnehmend, und auf dem Antlitze des Richters findet er den Ausdruck gemischter Be- Zampieri. wunderung und Erstaunens. Dann preißt Landon , wohl nicht ohne Grund, in der obern Scene, das wunderschöne Gruvp , wo aus Cbristi Hand, ein Engel in seiner Linken den Siegeskranz für fromme Märtyrerinnen erhält, und mir der Palme in der Rechten, schon begierig, zu Erfüllung seines schönen Auftrags herunter zu schweben beginnt. — Bey Taillasson endlich heißt es vollends: »Domenichlno's Marter von St. Agnes ist vielleicht dasjenige Werk, wo derselbe sein großes Talent (des Ausdruckes) und seine Originalität am meisten entwickeln konnte. Dasselbe macht uns beynahe über alle gewöhnliche Kunstregeln irre. Nach allgemein angenommenen Begriffen ist es schlecht componirt. Jener geöffnete Himmel mit seiner Hofyalcung, jene musizierende Engel gerade über den Hauptgegenstand gestellt, müssen Augen und Geist eine zerstreute Richtung geben, und jene Weiber von schwachem Ausdrucke, die, man weiß nicht warum, dem Scheiterhaufen zur Seite stehen, das Interesse schwächen, das man sonst au einem solchen Ereignisse nimmt; und dennoch ist dieses Bild eines von denen, welche auf die Seele den tiefsten Eindruck machen. Die Gruppe der H. Märtyrerin ist so schön, so erhaben, daß sie sofort uns ganz einnimmt, und verhindert, auf alles klebrige acht zu geben ; der bewegte hingerissene Zuschauer gewahrt nur den zerreißenden Contrast zwischen dem jungen Opfer und seinem Mörder, der mit dem einzigen Ausdrucke seines grausen Handwerks eiskalt den Dolch in den Busen einer reinen Jungfrau stößt; wir sehen nur die Schönheit dieser Heiligen, deren Gebehrdung uns den Sieg über ihren Schmerz fühlen läßt; werden nur von dem Mitleid erregenden Ausdruck ihres Hauptes gerührt, auf welchem Todesblässe und Ermattung sich mit dem heiligen Feuer eines himmlischen Entzückens paart." Und nun endlich die berühmteste jener Kunst- beuten : Die letzte Communion des St. Hierony« mus. Diese beschreibt, was Composition, Zeichnung und Ausdruck betrifft, so weit zumal das vortreffliche Blatt von Frey hiezu Hülfe reichen kann, Füßli (II. Z26—-32.), mit seiner gewohnten deutlichen Darstellungsgabe, wie folgt: ..Die Szene ist eine offene Kapelle, in welcher zur Seite ein erhabner Altar angebracht ist, auf dem ein Kruzifix und brennende Kerzen stehen; die zwey Stafeln am Altare reichen bis an die Mitte der Szene; gegen diesen Altar wird Hieronymus, fast gänzlich entblößt, an den untern Gtafel in solcher Richtung hergebracht, daß sein Oberleib ganz von einem jungen Manne, der ihn unter den Achsel» faßt, emporgehalten wird, die gebogenen Kniee aber auf diesen Stafel zu liegen kommen. Auf der einen Seite halt ihm einer die sinkende Hände; auf der andern kniect ein anderer der sein Wärter zu seyn scheint, weil er weinend eine besondre Theilnahme an seiner Hinfälligkeit zeigt, und neben diesem liegt der dem Hieronymus gewöhnlich zugegebene Löwe in einer miß- mulhigen Wendung. Diese, nebst ei» Paar hinter ihnen stehenden männlichen Figuren, machen die eine Hauptgruppe des Stückes aus. Auf der andern Seite erscheint der pontifizirende Priester; er steht auf dcm obern Stafel am Altare, halt mit der einen Hand einen Teller auf dem sich die Hostie befindet, und macht mit der andern eine Bewegung, solche zu fassen, um sie dem Hierony- mus, gegen den er sich hinneigt, darzureichen; » ) Nach Dellsri waren es zwey andere Büttel, die den Scheiterhaufen zubereitet, die Heilige unrein berühren wollten, und dafür (wie es scheint) durch plötzlichen Tod bestraft wurden. Ueberhanpt aber bemerken wir, daß» nach der gewöhnliche» Legende, St. Agnes— enthauptet wurde. ,) Von einer erlittenen Restauration haben wir schon oben vernommen. Zampieri. Z ampieri. 6141 neben dem Priester steht ein Diacon, der den Kelch halt, und nahe bey diesem kniet ein Kirchendiener mit einem geschlossenen Buch in der Hand. Diese drey Figuren sind sämmtlich gegen den Communi- ranken gewandt, jede nach ihrem Stand in kirchlichem Ornat gekleidet, und machen die zweyte Hauptgruppe des Ganzen aus. Zwischen diesen zwey Hauptgruppen ist eine knieende und sich tief bückende alte weibliche Figur angebracht, die mit ehrfurchtsvoller Gebehrde die sinkenden Hände des Heiligen küßt, und die Verbindung aller Figuren auf die einfachste und ungekünstelteste Act vollendet. In der Höhe bereichern noch vier schwebende Engel in schönen Kinderformcn diese Composition, die mit einer edeln Simplicität geordnet ist, und, mittelst einer weisen Behandlung des Helldunkels, eine harmoniöse und höchst gefällige Wirkung auf das Auge macht. Noch wichtiger für den Beobr ter. ist das Charakteristische in dieser Vorstellung, und das Sinnreiche, Feine und Wahre im Ausdrucke der Gemüthsbewegungen. In der Hauptfigur (nämlich in der des Hieronymus) ist die Kunst gleichsam erschöpft; und man muß die Einbildungskraft und den Lieffinn des Malers bewundern, wenn man die Schwierigkeiten erwieset, die er überwinden mußte, einer verwelkten und fast ganz unbehülflichen Menschenform das diesem Zustand eigene Unangenehme zu benekmen , ohne die Wahrscheinlichkeit dabey aus dem Gesichte ju verlieren, und in dieser ausgedörrten Masse das letzte Emporstreben der in ihr wirkenden Geisteskräfte deutlich und einleuchtend auszudrücken. Diesen Endzweck hat er auch nach meinem Erachten in dieser Figur ganz erreicht; man findet im Ganzen und in den einzelnen Theilen derselben die Merkzeichen eines schönen Baues , der durch Zeit und Erschütterungen hinfällig geworden, aber auch in diesem verfallenen Stande noch etwas Edles und Anziehendes an sich trägt. Der obere Theil des Leibes wird von dem ihn unter den Achseln fassenden jungen Manne ganz empor gehalten; wodurch das Beugen der Kniee ungezwungener, und die völlige Kraftlosigkeit der untern Theile des Körpers sichtbar wird, in denen auch wirklich das Unthätige der Nerven und Sehnen, so wie das Unbiegsame der Gelenke, mit ausserordentlicher Wahrheit ausgedrückt ist; das matte Haupt erhalt durch das Äufwärksziehen der Achseln eine behülflichere Lage empor zu sehen, und die durch den Zug an der Seite gescannte Haut benimmt dem Leibe das dem hohen Alter eigene, dem Auge aber nicht angenehme schrumpfe und faltige Wesen, und verursachet zugleich ein konrrastvolles Muskelspicl, bey dem der Künstler, auf eine ganz angesucht scheinende Art, seine tiefe Einsicht in die malersche Anatomie gezeigt hat. In dem Gesichte hatDo- menichm vorzüglich seinen Tiefsinn und sein feines Gefühl erwiesen; denn bey allen Kennzeichen der äußersten Mattigkeit und Steifheit der sonst beweglichen Theile, wußte er dennoch in den schon mühsam empor blickenden Augen, und in dem sich gleichsam ächzend öffnenden Mund, eine so liebreich schmachtende Sehnsucht, und ein nach dem Genusse der Hostie emporstrebendes geistvolles Beginnen auszudrücken, auch dem ganzen Gesichte ein so holdes, edles und ehrwürdiges Ansehen zu geben, daß man bey genauer Betrachtung tief dafür eingenommen wird- Die Figur des ponli- fizierenden Priesters ist in ihrer Art eben so vortrefflich ausgeführt; hohe Würde mit edler Einfalt , feyerlicher und doch ungezierter Anstand, ist darin mit einem eindringenden Ausdrucke von innigster Herzlichkeit gegen den Communicanten, zu dem er sich neigt, vereinigt. Die übrigen Figuren sind verhältnißmäßig sehr sinnreich, und auf eine »»gemein wahrscheinliche Art charakterisiert. Vorzüglich kontrastierend in Anstand und Ausdruck sind die zwey zudienenden kirchlichen Figuren gegen die in der entgegengesetzten Gruppe um den Hieronymus befindlichen; jene haben bey einer angewöhnt scheinenden Demuth und Andacht etwas Zuversichtliches und an Anmaaßung gränzendes in Gesichtern und Gebehrden, da die letzter» hingegen tiefste Rührung, und Einfalt mit ehrfurchtsvoller Unterwürfigkeit, auf die herzlichste und natürlichste Weise bemerken lassen. Die übrigen Theile dieses Bildes, nämlich die Zeichnung der Formen, die Behandlung der Drappericn, und die Beleuchtung, entsprechen vollkommen der Vortrefflichkeir der Erfindung, Anordnung und des Ausdruckes, und machen so ein harmoniöses Ganzes aus, daß der Verstand sowohl als die Sinne bey der Betrachtung desselben gerührt werden müssen; und wenn man zwar dieses Meisterstück der Kunst meines Trachtens nicht unbedingt, wiePoussin, in eine Paralelle mit der Verklärung Christi von Rafael setzen kann, weil ein weit erhabneres Genie, und ein ungleich höherer Geistesschwung erfordert wird, die verklärte Menschheit in Verbindung mit der Gottheit, als die gemeine Menschheit in ihrem Verfall und Dürftigkeit zu schildern, so kann man dennoch sagen, daß Do- menlchln in dieser Vorstellung, dem Gegenstände gemäß, Alles geleistet habe, was die Kunst darin zu leisten fähig seyn konnte." ..Alles'' (sagt hiernächst das Manuel) ..in diesem Bild ist wahr, schicklich , edel, weise, überlegt; Ort, Zeit, Charakter der Personen, Costüm — kurz Alles ist, was es seyn soll, und nichts Poesie darin, als was die geschichtliche Wahrheit zuläßt. Die Ordnung der Composition ist ungemein einfach , alle Räume sind ausgefüllt, und Alles steht an seiner gehörigen Stelle; keine unnütze Person, sondern jede trägt wesentlich das Ihrige zur Darstellung des Gegenstands bey. Die Hauptperson zieht, wie es sich gebührt, das Aug vor allen Andern auf sich; das Colorit ihres hinfälligen und vor Alter verwelkten Fleisches fällt mehr auf, als alle die reichen Drapperien der Umstehenden, die es umzingeln ; das Fasten, das Wachen, und besonders jene glühende Einbildungskraft, welche noch aus diesen hohlen Augen blickt, die nur erlöschen können, wenn sie dem Licht sich völlig verschließen — Alles verrath einen Geist, dessen Leben von den geschwächten Organen unabhängig ist, die es noch zurückhalten. Dieses hundertjährige Haupt ist noch edel in seinem Zerfalle; diese Arme können dem Wunsche nicht mehr gehorchen, der sie noch einmal zum Himmel erheben will; Arbeit und Buße haben diesen Körper ausgemergelt; diese abgespannten und ausgetrockneten Muskeln, dieses Beingerüste, das durch seine Hülle sticht, dieses gänzliche Versinken aller Theile, die, ohne gegemeitiges Wirken und Zurückwirken auf einander lasten — Alles, Alles kündigt die Ruinen eines großen Denkmales an. Man glaubt gemeiniglich, diese Figur sey einer ähnlichen von Augustin Carracci nachgeahmt, und bey Vergleichung läßt sich kaum daran zweifeln; aber auch dieses ist hier ein seltenes (einziges) Verdienst, da das Urbild sich seines Nachbildes rühmen darf. . . . Nichts von den Beywerken in diesem Bilde ist dem Hauptgegenstand aufgeopfert: Das Alter des zudienenden Prälaten ist frisch und kräftig; seine Gebehrdung hat die Würde seines Amtes, und spricht seine Verehrung für den Heiligen aus; sein Costüm ist pomphaft, und dem griechischen Ritus angemessen. Doch hier hat der Künstler die edle Natur erschöpft; der beyständige Diakonus bietet einen auffallenden Constrast dar; sein gemeines Profil, seine schwarzen, groben und flachen Haare, seine Gesichtszüge, welche bloß durch Amtseifer belebt sind, sein linkisch gewundener Arm und Hand, Alles bezeichnet einen Mann, den Natur und Hierarchie an diesen untergeordneten Platz gestellt hat; wieder ein anderes ist der neben knieende junge Kirchcnbedienre, mit der sausten ruhigen Miene, erstaunt ohne bewegt zu seyn; 6142 Zampieri. eingrmidig still, ohne weiteres Interesse zu erwecken, bewundert er den großen Mann, der einst so viel von sich reden gemacht, den er aber nicht gekannt hat, und darum auch ihn jtzt minder bedauert. Raphael hat nichts schöneres gezeichnet, als diese Figur; selbst seine Füße haben eine unanmaaßliche Anmuth. Alle übrigen anwesenden Figuren thun, kurz was sie sollen: Der aufrecht Stehende unterstützt den Heiligen; seine Gesichtsfarbe und schwarzen glatten Haare bezeichnen einen Syrer; jener Andre auf den Knieen beugt sich hervor, um die letzten Augenblicke des Heiligen zu beobachten; sein ungemein studirter Kopf, der aus der Natur geschöpft seyn muß, ist von großer Wahrheit im Colorit und Ausdrucke; er ist ein Gefährte der Wachen, Fasten und Abmergelung des Einsiedlers, den er schon lange als einen halb Todten beweint; St. Pauline dann, zu Boden gestreckt, berührt mit ihren Lippen die Hand des Sterbenden, und diese verkürzte Figur im Halbschatten verdient besonders bemerkt zu werden. Ueberhaupk ist dieses Bild ein Muster für Erfindung , Zeichnung und Farbe; Raphaels Verklärung ist freylich eine schönere Poesie, dieses Werk aber hat schönere historische Wahrheit. In der Höbe befinden sich drey (vier) Engel; der eine ruht auf einer Wolke, und gleicht allzusehr Einem, der sich auf die Lehnen eines Balkons stützt. Der Gedanke des neben dem Heiligen betrübt und niedergeschlagen ruhenden Löwen, ist wahre malersche Poesie." Landon begnügt sich fast einzig mit einem allgemeinen unbeschränkten Preis dieses berühmten Werkes; doch bemerkt auch er vvm Besondern vornehmlich die unbeweglichen Arme und die schwanken Kniee des Heiligen, der unter seiner eignen Last erliegt, und einzig mit heiligem Verlangen nach der ihm dargebotenen Hostie begierdet. Das Maaß dieses Bildes von ein wenig über lebensgroßen Figuren wird hier zu mehr als 4 Metres in die Höhe, und zu 2^ in die Breite angegeben. — TaiUasson endlich weiß vollends ( außer dem auch sonst von so Vielen gefällten Urtheil: Dies Bild sey nicht nur des Künstlers, sondern überhaupt ein Meisterstück der Malerei, und Carracci's seinem, wovon es eine Nachahmung seyn soll , dennoch weit Zampieri. vorzuziehen) durchaus nichts Eigenthümliches zu bemerken, als etwa: Die Effekte darin seyen wahr und breit (?), und die Linien glücklich und ohne Anmaaßung contrastirt". Dann besaß seiner Zeit in Frankreich die Galerie des Palais Royal von dem Unsrigen nicht minder als acht, aber fast lauter ganz kleine Bilder. Vörderst eine Aufopferung Jsacks, als Stafficung einer Landschaft, welche einen Frühlings-Morgen darstellt '). Eine Krcutztragung auf Kupfer, in einer Landschaft. Simon von Eyrene unterstützt den Leidenden; zwey Büttel auf jeder Seite; hinten Einer, der einen Turban trägt, so wie ein Andrer eine Leiter, durch die er den Kopf streckt, u. s. f. ^). Nach Landon jtzt in England. Dann zwey Halb- figuren auf Tuch: Eine Sybille in seltsamem Kopfputz (Turban), die Rechte auf einem Buch haltend , und St. Johann, der eine Rolle Papier hält 2). Zwey andre hohe Figuren aus Kupfer: St. Franzisc auf den Knieen vor einem Kreuhe; sein Gefährte erblickt ihn durch die Bäume; oben eine Glorie; und: St. Hieronymus, halb nackt am Eingang einer Höhle, hält ein Kruzifix das auf einem Steine ruht, worauf ein Buch und ein Todtenkopf. Zur Linken der Löwe; und oben zur Rechten eine Glorie 4 ). — Wieder ein St. Hieronymus, auf Holz, (17" hoch, 22-breit) in einer Landschaft, in der Ferne das Meer. Der Heilige, am Eingang einer Höhle den Himmel betrachtend , sitzt auf einen« Stein, den Arm auf einen andern gelehnt, der ihm zum Tische dient, auf dem ein offenes Buch, ein Todtenkopf, ein Dintenfaß, und ein Papier liegt, auf das er zu schreiben scheint; gegen über ein in den Boden- gepflanztes Rohrkreuz; neben ihm der liegende Löwe §), — Endlich eine Landschaft mit Gebäuden und einem Flusse. Auf dem Vorgrund eine Frau mit einer Laute, und Fischer, die ihre Waare erlesen <>). Auch der Senator Enzian Buonapacre besaß von DomlNlLhino drey bedeutende Bilder. Vörderst eine Dornenkrönung von vorzüglicher kom- position und Ausdruck, in g—io" hohen Figuren D. Das zweyte ist die einzelne, sehr schöne lebensgroße Figur eines Narciß, auf Tuch ge- -) Wir nennen hier den Hauptgegenstand darum bloß Staffirung, weil, »eben jenem r- B. auch eine Frau erscheint, die sich bey einem Brunnen die Füße wascht; auf einer andern Seite ein Mann zu Fuß, ein Esel bey der Tränkung, und ein Kameel. Gestochen ist dieses auf Kupfer gemalte Bild (dessen gegenwärtigen Aufenthalt wir nicht kennen) von Michel nach Mancet's (?) Aeichnung, im X. Hefte des Orleanschen Galeriewerks. 2) Henriquez hat dieses Bild für's Heft m. des O. Galeriewerks gestochen, o. bis 109. Z) Bcvde (sagt Landon) gegenwärtig in England , und vormals gestochen von Berseneff und Fossoieur. L selbst giebt davon Nachbildungen im Umrisse. O. IX? 85 - Indessen ist der St. Johann offenbar dasselbe Bild, welches gegenwärtig auch H. Regierungsrath Frvmann in Stuttgart besitzen will, und das (-812) so vortrefflich von Fr. Müller geliefert wurde. 4) Wo befinden sich jtzt diese beyden Bilder? Den St. Francisc. hat St. Colbenschlag zu Rom, dann De- lignon, und (zwar nach einer andern Darstellung) E. Hainzelmann schon O. IX? 9z , den St. Hiero- nvmus F. del Po, de Pvilly und Berseneff (dieser sür's vn. Heft des O- Galeriewerks) gestochen. St. Hieronymus befindet sich auch im Umrisse bey Landon. o. ix? 92. 5) Gestochen ist dieses Bild von Matthieu und Dequevauvillers, für das VIII. Heft der O. Galerie. Wo es sich gegenwärtig befinde, ist uns ebenfalls unbekannt, o. ix? i,z. 6) Gestochen ist diese Landschaft einzig im Umrisse bey Landon (O. IX? 150), von Devilliers dem Jüngern. Auch von diesem Bilde ist uns der gegenwärtige Besitzer unbekannt. 7) Gestochen kennen wir dasselbe einzig im Umrisse von Elis. Lingee, bey Landon o. ix? ,<> 8 . Schwerlich könnte es dasselbe seyn, welches früherhia Andriot gestochen hat, und das bey winkler: lka cii^irc cou- ronoe 6'epioe, eolr« sotlkslz clonc l'ur, lui sirösence »u rozeau , üg » nii - eorpü rnbrijikt ist- Denn das bey üuzian ist in ganzen Figuren, und der Christ findet sich zwischen vier Soldaten, von denen freylich ebenfalls einer ihm den Rvhrstab vorhält. Zampieri. Zampieri. VI43 malt'); das dritte eine Landschaft, wo ein Mann den andern durch den Fluß tragt ^). Endlich soll vor einigen Jahren von H- le Brun zu Paris eine Steinigung Stephan! in kleinen Figuren verkauft worden seyn, welches Einige zwar für bloße Kopie in der Ausführung, die Composi- tion aber allerdings für den Gedanken des Unsrigen hielten. NeunFiguren, ohne Gott Vater und Sohn die aus den Wolken zuschauen ^). Anderwerts werden aus diesem Cabinete le Brün Obiges zwar nicht, aber dafür gar fünf andere Bilder von Zampieri angeführt; nämlich: 1. Ein unschuldiger Kindermord (-ja" hoch breit) mit dem beygefügten Urtheil: „von erstaunlicher Warme". 2. Die Verkäufer aus dem Tempel vertrieben (gleicher Größe); dies nun ruhiger gemalt (öxecution plus online). „Die Natur selber, ganz das jüdische Blut". 0. Madonna und das Kind (sollen des Künstlers Frau und Kind seyn); 47" hoch 34 " br. mit dem Beyfügen: „Seltenes Meisterstück, das von Rom kömmt." 4. u. 5 . Zwey ungemein reiche, und sehr pi- quante Landschaften; die eine 33 " hoch , 58 " br., die andere 19" hoch, 54" br. Alle diese Bilder auf Tuch gemalt; aber, wir fürchten sehr, lauter Apokryphe. » In Deutschland besitzen von Dominichino die KK. Galerie zu Wien: Lucrezia, die sich den Dolch durch die Brust stößt; lebensgroße Halb- figur auf Leinwand, welche von Mechel nicht nennt, sondern einzig die Schrift: Gemälde der BB. Galerie (8°. Wien 796. S. i 55 .) mit dem beygefügten Urtheil: ..Wenn man von D. aus diesem Gemälde urtheilen wollte, so dürfte die Sentenz nicht günstig ausfallen. In Deutschland könne man ihn einzig zu München und Düsseldorf finden. Auch Dresden besitze nichts; denn eine weibliche Figur, die ein Graf Acoron- boni dort abgegeben, sey schwerlich ächt ^). — Die Galerie Cichrenftein wollte, nach Fanri, „drey sehr schöne und anmuthige Figuren" (Malerey, Poesie und Musik), als 'eine Surporte, haben §). — München hat zwey, wahrscheinlich vorzügliche Bilder: Den spinnenden und den rasenden Hercules, Pendants ( 5 < r" 6"< hoch , 7< 3 " 6"^ br.) in nicht ganz lebensgroßen Figuren, auf Leinwand §). — Schleisheim hatte 1778 noch: Joseph flieht vor Potiphars Weib, ganze Figuren auf Leinwand V 6 " hoch, 4^ ro" br.), wovon jtzt i» den Katalogen von München sowohl als von Schlei'sheim keine Rede mehr ist 7). Hingegen nennt der neue Katalog von Schleisheim als gegenwärtig dort befindlich : Eine Kreutz- tragung, zwey lebensgroße Halbfiguren ( 5 ^ 7" 6'" hoch, 4, 9" br.); dann das lebensgroße Brustbild eines Greisen, und endlich eine Landschaft, mittlerer Größe, mit einer Meeraussicht und der Entführung der Europa staffirt «). — Düsseldorf besaß einst, nach Barsch: St. Ambrosius mit zwey andern (?) Figuren ( 4 ' 4 " hoch , 4 > 2" br.); eine Judith, mit dem Kopfe des Holofernes zur Seite ( 3 ' 5 " hoch, 2< h"br.) und eine keusche Susanna „sehr künstlich gemalt" (9^ 1" hoch, 11^ 3 " br.). La Bretonniere nennt dieses letztere Bild allein , und beschreibt es nach Gewohnheit drolligt genug ->). — Die Galerie zu San- souci will einen St. Peter im Gefängnisse, vom Engel geweckt, haben; die Wachen schlafen ( 5 ^ n" hoch, 8" br.) auf Tuch. Oesterreich nennt es von trefflicher Coniposition und Zeichnung, und prächtigem Ciair - Obscur. Ferner eine Artemis!« auf dem Ruhebett, von ihrem Mädchen geweckt, das ihr einen Löffel voll Asche von den Gebeinen ihres Gatten reicht; in der Ferne das Mausolaum des letzter» ( 5 ^ 5 " hoch, 4 ^ 9" br.) auf Tuch. Nach Oesterreich wieder: „Vollkommen corrckte Zeichnung, und herrlich ausgedrückter Schmerz", mit dem wettern Hinzuthun (ob zum Preiß?): „B- N. le Sueur soll es sehr schön" ganz — übermalt haben '°). Dann ein 'Bildniß von St. Hieronymus, von „vortrefflich schöner Zeichnung, harmonischein Colorit, und herrlich vollendet., (Abermals Posaune von Oesterreich «). Dann hauptsächlich'ein großes Dianenfest auf Leinwand, 1) Ebenfalls einzig im Umrisse gestochen von Devilliers dem Aeltern, bey Lands» AS 112. ->) Eben so, von Elis. Ll'ngee, bey Lande», o. !VO 117., wo zwar nicht ausdrücklich gesagt ist, ob solches (was wir doch vermuthen) ein gemaltes Bild, oder bloße Zeichnung sey. z) Im Umrisse von Elis Lingce, bey London 157. i) S. bald unten München und Düsseldorf. — Die Lucrezia zu Wien finden wir nirgends gestochen. Eine solche in England s. unten. 5) Gestorben finden wir dergleichen nirgends, es müßte denn, was die Musik betrifft (was sehr leicht seyn kann) seyn, was unter diesem Namen von I. Pichler, eben zu Wien, 1788 in Schwarzkunst geschabt worden. 6) I. Pichler hat sie in Schwarzknnst geschabt, und G. Fiesinger gestochen, aber, sonderbar! London sagt: Die Urbilder befänden sich in England. Unter N°-iZg und 140. giebt er sie im Umrisse, wo sie denn mit Pichlcrs Blättern zu vergleichen wären. 7) Einen Stich davon finden wir nirgends verzeichnet. 8) Keine Spur von Blättern nach diesen drey Bildern. Die Kreuhtragung a. d. Galerie Orleans, jtzt in England, s. oben. 9) Dieses letztere (gegenwärtig in München) hat V. Green in Schwarzkunst geschabt. O. A? 74. London sagt von dem Urbilde: Es sey richtig gezeichnet, von schönem Ausdruck und angenehmem Colorit- Eine Susanna im Bade hat auch St. Colbenschlag gestochen, welche aber irrig als nach dem Unsrigen, statt nach einem der Carracci, bezeichnet seyn soll. Eine Judith kennen wir keine gestochen, als diejenige von St. Sylvester zu Rom; einen St. Ambrosius überall nicht. 10) Die nämliche Darstellung von St. Peter, zu Rom bey St. Peter in Vinculis s. oben. Ob das ;» Sans soucy gestochen sey, ist uns unbekannt. Eine Artemisia kennen wir von Lher. del Po. n) Ob es gestochen sey, ist uns unbekannt. 6144 Zampieri. Z a ni p i e r i. Wieder: ..Reiche Composition und schöne Zeichnug. Das Colorit hat ein wenig gelitten ')". Endlich: Die drey Grazien -). — Auch Galzrhalum will von D- einst ein lebensgroßes schlafendes Kind auf einem weißen Luch, mit einem Todtenkopf besessen Habens. — Ferner die Galerie im Köder: Johann der Täufer, als Kind, der ein Schaaf liebkost (11" hoch, 9 br.). ..Dies lieblich gedachte Bild" (heißt es bey Ramdohr S. 46.) ..scheint aus des Meisters erster zeit zu seyn. Der knabe schmiegt sich an ein schaaf, bei dem er sich auf die erde gelagert hat. Das schaaf scheint seine liebkosungen zu verstehen. Der reiz der gruppe, der naive ansdruck und eine gewisse eigenthümliche gesichtsbildung in dem knaben zeugen für den meister , der in dem pallast Farnese das liebliche mädchen, das ein einhorn liebkoset, gemalt hat. Die färbung hat viel vom Albano; sie hat aber gelitten, und dadurch sind einige Mittellinien verschwunden. In der zeichnung trift man inkorrekzionen an , welche aber dem Domemchino vorzüglich in der früheren zeit nicht ungewöhnlich waren." Noch nennt der Galerie-Katalog des H. Hof- und Landgerichts - Advokaten Schmidt zu Biel (1809.), nicht minder als drey Bilder von Zampieri, in seinem Besitze, wie folgt: „Maria auf dem Thron, von Engeln umgeben, das Kind stehend auf ihrem Schooß ; linker Hand «in Mönch , rechter Hand eine Nonne, die der H. Mutter und dem Kinde eine im Vorgrund knieende zahlreiche Familie beyderley Geschlechts empfehlen. Auf Leinwand, Capitalbild." — Dann: ..Maria, das Kind auf dem Schooße knieend, Johannes stehend neben ihm. Auf Leinwand. Liebliches und seltenes Bild." — Endlich: ..Landschaft, mit herrlichen Figuren (Geburt des La- chus) staffirt. Seltenes Capitalbild in einem Käsigen 4)''. Ferner das Journal des Lupus und der Mode (1812 Jun. S. 36g — 72. beschreibt sehr gut die Badende, als ein treffliches Bild im Besitze des Grafen Cly zu Wirzburg §) Auch H. Frauenholz zu Nürnberg besitzt eine Susann« im Bade von dem Unsrigen Wie wir diesen Art. bald enden wollen, steht vor unserm entzückten Blick, in der auserlesenen Galerie des H. Grafen von Benze!-Sternau, zu Marienhalden bey Erlenbach am Zürchersee, von dem Unsrigen ein lebensgroßes Knieebild: Christus zwischen zwey sich an ihm mit der Faust vergreifenden, und ihn aushöhnenden Kriegsknechten ; ein, wir dürfen es kecklich sagen, in allen Theilen der Kunst vollendetes, durch keinerlei) Ritoccirung beflecktes, und in seiner ursprünglichen Schöne so vollkommen erhaltenes Kunstwerk, als ob es erst gestern aus der schöpferischen Hand des Künstlers gelangt wäre; die Hauptfigur in ihrer ganzen göttlichen Würde, ohne darum den Ausdruck des stillen Leidens der Unschuld (höherer Menschheit edelste Zierde) abzulegen; die beyden Büttel — niedrige Nachäffer der höhern, von denen sie den Auftrag erhielten, und welche darum , gleich diesen, nur mit noch pöbelhafter», -Witze — den Gerechten belehren wollen, daß (was er am Beßten wußte) sein Schicksal nichts als die gewöhnliche Strafe einer höhern Tugend sey. In England haben wir, aus Kupferstichen zu schließen, bisher ,4 Bilder von dem Unsrigen gefunden. Adam und Eva im Paradiese, von Gott bescholken, im Cabinet Devonshire, und von N Tardieu gestochen, haben wir schon oben, bey dem ähnlichen größer» Bilde in der alten Französischen Galerie — einer Kreutztragung (ohne Benennung des jtzigen Englischen Besitzers) von Henriquez gestochen , bey der Galerie des Palais Royal — einer Sibylle und St. Johanns des Evangelisten (wieder ohne Benennung des Englischen Besitzers) von Bersoneff und Fossoyeup ebenfalls bey Orleans, und eines gleichen St. Johanns bey Hrn. Fromann zu Stuttgart, von Fr. Müller gestochen — endlich des spinnenden und des wüthenden Herculs (abermals ohne Anzeige des Englischen Besitzers) bey der Galerie von München, welche solche Bilder, von Pichler gestochen , ebenfalls (und wahrscheinlich mit besserer Fuge) haben will, bereits Erwähnung gethan. Neben diesen aber befänden sich noch in England: Loth, von seinen Töchtern berauscht, im Cabinet von Tb- Locke. Man kann sich für Composition nichts Kunstreicheres, und, den Ausdruck betreffend , für einen so lempörenden Gegenstand nichts Lieblicheres denken ?). Das schlafende Jesuskind in der Krippe, mit der Unterschrift: Oeliciso mess es86 oum Ü1Ü8 bominum, im Cabinet von varkin Will. Wenn — Madonna und das Kind, aus der Galerie Hugthon ») — Flucht in Egypten, in einer schönen Landschaft, im Cabinet des Grafen von Convenrry -°). — St. l) Die Stiche »ach einem ähnlichen, wahrscheinlich weit achtern. Bilde in der Galerie Vorghese zu Rom s. oben. Ob sich auch ein Stich von dem Unsrigen vorfinde, ist uns unbekannt. s) Wohl dasjenige, welches A. L- Krüger gestochen hat. ueberhanpt aber dürften des Unsrigen Bilder ru Sanssoncy apokryphisch genug seyn- z) Wir kennen keinen Stich davon. 4) Von dem Daseyn "dieser drey Bilder, so wie von dem jungen Johannes im Söder, haben wir nirgends ältere Spuren, weder in Schriften noch in Stichen gefunden. z) Einen Stich davon erwartete man von Bitthäuser, damals daselbst, welches vorläufig zu 6 Thlr. mit ausgefüllter, ru 9 Thlr. mit »»ausgefüllter Schrift, und zu 15 Thlr. auf Seidenpap. zum Kauf ausgeboten ward. L) Clarot hat solches -8" hoch, rzs-" br. in Schwarzkunst geschabt. Pr. z st. z6 kr. 7) Räch einer Zeichnung von W. Kent, sehr angenehm gestochen von I. Frey, ohne dessen Namen, den er sich wahrscheinlich, in Rom, beyzusetzen Scheue trug. Auch Cl. Duflos hat dasselbe »ach diesem oder einem ähnlichen Urbilds gestochen, dann P. A. Kilia» (wahrscheinlich nach Frey) für seine Bibel. O. tzi? 40. 8) In Schwarzkunst geschabt von R. Earlom -772. O. !>>S 46. 9) Nach der Zeichnung von G. Faringtvn, in Schwarzkunst von V. Green 1774 »«) Gest. von W. Borne »7L7. ig" hoch, br. O. izZ. Zampieri, Zampieri. Cäcilie mit Rosen bekränzt, eine Orgel »eben ihr; den Palmzweig in der Rechten , ein Noten- buch in der Linken; zwey Engelchen ihr zur Seite, aus dem Cabinet von Robert Udney, Efq '). — El. Agnese, ganze Figur betend, und bereit von einem Engel die Märtyrcrkrone zu empfangen; neben ihr ein Lamm, von einem Engel geliebkost, im Cabinet zu Bensrngron ?). — Lucrelia, im Begriff sich mit dem Dolch zu ermorden , dabey aber, wie zu einem Ball geschmückt; Halbfigur ( 3 ' 5 " hoch, 3 ' 11" br.) aus dem Cabinet von welborn Ellis D, und Circe mit der Schale in der Hand , und mir allerley Zauberzeichen behänge» (2' ir" hoch, 2" 2" br.), aus dem Cabinet Moreland ^). Von Domenlchmo's Werken in Italien, deren wir oben noch keine Erwähnung gethan, holen wir hier noch folgende nach: Zu Rom an der Dipole der Kirche St. Maria Trastevere die Himmelfahrt der H. Jungfrau. Der Ausdruck des Kopfs der Hauptfigur, und die Formen derselben sowohl, als der sie auf Wolken tragenden Engel sind sehr schön; das Colorit kräftig §). In einer Bapelle der nämlichen Lirche, deren Stucci ebenfalls nach Zeichnungen des Unsrigen gefertigt worden, sieht man noch von ihm gemalt ein wunderschönes Kind, welches Blumen ausstreut, und das man auS Achtung für seine Kunst stehen ließ, da sonst die ganze übrige Kapelle überweißt worden §). Im Pallaste Gruftlnianr (nn sogenannten Zimmer mit der Vase) sah Ramdohr noch vor dreyßig Jahren von D- einen, sonst nirgends angezeigten St. Johannes unsers Meisters. Zwey Engel halten ihm seine Schriften. „Die Zusammensetzung ist schön" (heißt es dort III. 42 — 4 ö), »aber schöner noch der Ausdruck. Der Kopf des Johannes zeigt den sanftesten und gefühlvvllestcn oer Menschen. Süßigkeit schwebt auf seinem Munde, und seine Augen belebt das Anschauen der Gottheit, die alle niedere Regungen aus seinem Herzen 6145 entfernt. Raphaels Heil. Johannes ist ein Gott, der Heil. Johannes des Dominichino der erste seiner Diener, ein Engel. Die Zeichnung ist sehr correkt, aber das Gewand etwas zu trocken. Der Färbung , die ein wenig kalt ist, und ins Graue fallt, fehlt es wohl überhaupt an Harmonie. Die Landschaft ist sehr schön ?)". — In der Villa Bracciano sah ebenfalls Ramdobr §) mehrere Plafonds von Domml'chmo und seinen Schülern ; von ihm selbst namentlich eine Himmelfahrt des EliaS §). — Als im Pallaste Rospigliofi nennt Landon eine Heil. Cacilia. Sie singt aus einem Notenbuche bey einem Tische. Drey Engelchen auf demselben theils stehend, theils huckend, nehmen an der Musik thätigen Antheil. Figuren mittlerer Größe, in Oel gemalt *°). Ein anderes Bild von eben dieser Heiligen, Halbfigur, sah wieder Ranidohr ») jn, Pallaste Borghese, und nennt es eines der berühmtestenBilder dieser Gallerte , findet aber allerley daran auszusetzen: „Der Maler" (sagt er) »hatte die Idee, den naiven Ausdruck eines schüchternen Aufhorchens auf den Klang der himmlischen Harmonie darzustellen. Ich fürchte, er hak den Ausdruck des stumpfe» Staunens ein wenig gestreift. Dieser Vorwurf macht mich nicht blind gegen die regelmäßigen, und doch angenehmen Züge dieses schönen Kopfes. Daran muß man sich aber auch allein halten. Die Hand , die das Papier mit Note» halt, ist vielleicht ein wenig verzeichnet, der Kopfputz zu unbehülflich, und der Faltenschlag zu unbestimmt. Die Färbung ist zu kreideweiß im Lichte, und zu grün in den Schatten. Ueberhaupt fehlt es diesem Bilde an Warme und Harmonie Ebendaselbst befindet sich eine Sibylle, mit orientalischem Kopfputz, ein Notenpapier in der Hand "). — Im Pallaste Ludovifi sah Richardson (vor hundert Jahren) noch von dem Unsrigen das Gesellschafrs- bildniß Papst Gregoc'S XV. und seines Neffen beö Kardinals Ludovisio, das er vortrefflich in Absicht auf den Ausdruck, und sehr vollendet, aber ein wenig hart auf dem Hintergrund klebend, nennt Die Familie Spada besaß (nach Lan- >) Gest. von W. Sharp -7s->- Meisterstück des Grabstichels, o. g,. -) Von R. Strange zierlich » aber etwas hart gestochen. O. bi? 47. z) Von Sharp schön gestochen i/s-i- für Bvydell. O. -44. 4) Gest. von Ebendemselben für Boydell. O. M. 5) Richardson hält dieses Bild. für O- schönstes in Rom, und behauptet, sein Vater habe davon den Original-Carton besessen. Karl Audran hat dasselbe gestochen. O. l>? 59. 6) London N° 59- versprach davon einen Umriß zu geben, hat aber nicht Wort gehalten. 7) Wohl sicher ist dieses das Bild, welches i« neuern Tagen (>8-o) L- Bettelini zu Mailand für Artaria sehr schön gestochen, und der Königin von Bayern Mas zugeeignet hat; unten mit der Bemerkung , daß dies Blart auf den Bibliotheken zu Paris und Mailand deponirt worden? (Pr. in Deutschland -0) Einzig im Umrisse gestochen von Elis. Lingee, bey Landon o. 5l? 90. >«) 7. 290. ") Sie findet sich nirgends gestochen. Fast denk' ich, diese und die Cäcilie, welche London (wohl eher irrig) in den Pallast Rospiglissi sehten, seyen dieselbe, vielleicht auch diejenigen, welche sich «m >790 im Cabinet US- uey zu London befand, mir der einen oder der andern identisch. >Z) Gestochen ist dieses Bild von L. Sommerau und C Aucchi. » 4 ) Von diesem Bildniß kennen wir keinen Stich. 3 li don) in einem ihr zuständigen Hause in Fresco: Apollo halt den sterbenden Hyacinth (in einer Landschaft). Figuren von 2'Höhe '). Zu Bologna nennt Cochin (vor sechszig Jahren), außer dem uns schon Bekannten, im Pallaste Zambec- cari, das Bildniß eines jungen Kardinals „ein wenig trocken , aber für Wahrheit und Richtigkeit der Zeichnung wunderschön"; dann einen Kopf des St. Francisc, ebenfalls „ein wenig trocken, aber trefflich gezeichnet". Im Pallaste Ratta Ebenderselbe eine Sybille, Halbfigur, trefflich für Zeichnung und schönen Charakter, die Drapperie einfach und wahr, die Farbe schwach , etwas trocken , und ziemlich nachgedunkelt ?). — Zu .forli besaß das Cabinet des Grafen Piazza (nach Gern- delllm): Herkul, der an der Kunkel der Omphale spinnt, fie in der Löwenhaut ^). Theils in Landon's Werke von dem Unsrigen, theils anderwcrks, werden noch ff. Bilder von ihm, ohne Anzeige, wo sie sich befinden, genannt Eine Susann» mit den Alten, einst für den Prälaten Agucchi gemalt, und etwas verschieden von dem Bilde zu Düsseldorf §). Eine Verkündigung §) und eine Anbetung der Hirten §), von den Darstellungen in dem Cyclus zu Fano verschieden. H. Familie, wo Joseph ein Buch und eine Brille in der Hand halt?). Ebendieselbe Darstellung mit Zwey Engeln zur Seite §). Madonna und das Kind, das eine Rose hält §). Madonna mit dem Kinde '°). Christus bey Martha und Maria "). Christus im Oelgarten "). Ecce Homo, in einer Landschaft »). St. Peter, zerknirrscht "). Grablegung mit zwey Marien und drey Jüngern '§). Himmelfahrt der H. Jungfrau; die Hauptfigur mehr in Verkürzung, als in derjenigen zu Rom in Maria Transtevere '^), Maria Magdalena, in Betrachtung '?). Ebendieselbe erhält die Communion von einem Engel, in Beystand von zwey andern, in einer Landschaft '§). Marter von St. Agnes '§). Tod der H. Cäcilia ro). St. Catherine ^). St. Christoph mit dem Christus-Kinde ^). St. Dominic in der Glorie ^). Marter von St. Erasmus ^). 1) Gestochen ist dieses Bild von D. Cunego für die Sckots ilsttcs. Kost IV. 179. setzte es (wahrscheinlich richtiger als Landon) in den Pallast Farnese. S. es auch im Umrisse bey London o. IV? "S- 2) Von diesen drey Bildern zu Bologna kennen wir keine Stiche. Z) 1*. Uritkallesi äel. 6. p'aocci sc. klor. ,765. 4) colbsasclilsg 8c. s. k. Komsc. — O. IV? 75. 5) Oullo, ,e. schön, aber mühesam. — v. IV? 162. 6) LoH-ellsciilsg sc. s. k. komse. Schlecht geetzt. O. !V? roz. 7) 4 noo. sc. 2. k. (^ucsllel. t). IV? io§. 8 ) Lossc 80. Ein großes Blatt in q». Fol. 9) 81. ?Icsrk «c, 10) I.. SsiUsr sc. Auch bey Rost l» V. Snillar) ohne nähere Bezeichnung der Darstellung. ,,) 6. Siinooneau sc. schön. O. IV? lass. ,2) I. (2. b. 6.) -tuärso sc. meisterhaft, o. IV? 107. >z) o. IV? >54. mangelt in einigen Eremplaren. r4) O. VLltel «c. 'S) O. IV? 145. 16) ^oon. sc. koil>7 exc. — kr. Lruoi sc. — o. II? Iio, »7) v. cunego ,c. kom-°. 178°. Ob vielleicht diejenige im alten ftanzösischen Kabinette, von welcher wir oben vermutheten, daß sie nirgends gestochen sey. ,8) 6. Scol.ll sc. und Nachbildung bey London in o. IV? 86. d'Argensville nennt es, als IN dem Kabinette des Königes. Allein Lands,, bemerkt, daß es entweder sich nie darin befunden, oder daß man nicht wisse, wo es hingekommen sey. Immerhin muß es ein wunderschönes Bild gewesen seyn. 19) I. Loxdsrik. sc. 20) I. k. Orentkcr »c. — 4 cor>. sc. 6. Hsmilloii exc. — k. örrsllge sc. (Die beyden letztem vielleicht irrig). Ueberhaupt aber wohl keine andere Darstellung, als diejenige bey St- Luigi degli Francesi. 21) äo. ,c. c. lio^-rs exc. S. unten auch eine Federzeichnung, welche diese Heilige darstellt. Vielleicht ist auch unser Blatt nach eben dieser Zeichnung. 22) II. Lorxisvi sc. Von diesem Heiligen kennen wir keine andere Darstellung von D. Nach Rost UI. Zoi. hat indeß Borgiani zwey Blätter mit St. Christoph gestochen; das eine, wo er die Hand nach dem Kind ausstreckt, das andere, wo er es durch den Fluß trägt; aber beyde ohne Namen des Malers. 2Z) I. I'keiorc. sc. Eine besondere Darstellung auch dieses Heiligen von dem Unsrigen haben wir sonst nirgends gefunden, und vermuthen daher, es möchre unter diesem Blatte Thelvtt's schon oben angeführte Copie nach Audrans Maria vom Rosenkränze zu verstehen seyn, wo St- Dominic eben auch in der Glorie erscheint- 24) kt. W'bcir sc. Ein anderes Bild dieses Heiligen von O. haben wir sonst nirgends gefunden. St. Francisc im Sterben, von einem Engel unterstützt '). St. Francisc von Asstsi, ohne nähere Bestimmung der Darstellung 2 ). St. Hieronymus auf den Knieen, hält einen Stein b). Ebenderselbe, vom Teufel durch Weiber versucht 4). Eben dieser Heilige §). St. Paul in Entzückung §). Marter von St. Peter 7). St. Roch in der Wüste, in einem Blumenkranz gemalt«). Marter eines ungenannten Heiligen §). Der Schutzengel r°). Mann mit einer Tafel in der Hand , aus einem Gemälde des D. in St. Andrea della Valle, und ein Engel mit einem Blumenkranz und einer Palme, aus einem andern in St. Luigi degli Francesi zu Rom «). Aeneas und Anchises '*). Fabel der Myrrha. Sonderbare Vermischung der Gegenstände: Myrrha's Verwandlung in den Baum, woraus der Saft fließt, der ihren Namen (Myrrhe) trägt. Dann, wie sie, unter der Baumrinde verborge», den Adonis gebiehrt. Endlich der durch einen Wurfspieß durchbohrte Eber, nebst Bogen und Pfeil, welche auf den nachher erfolgten unglücklichen Tod des Adonis deuten »). Eallisto's Schwangerschaft, von Diana entdeckt ") Herkules und Achelous ^ und Herkules, der die Hyder lobtet. § ^ Herkules auf dem Scheiterhaufen Nessus und Dejanira >7). Eine Zusammensetzung mehrerer Frauen und Kinder, mit der Aufschrift: ^nxicms motber anst siclc ckilst *§). Eine Landschaft, ohne weitere Beschreibung "). Eine ganz unbedeutende Landschaft, wo zwey Männer über eine Mauer hinausfchauen Noch führt der LVmklersche Gantkatalog an: Sechs Blätter Köpfe von verschiedenem Alter und beyderley Geschlecht 2 »); und zwey Blätter verschiedener Köpfe ^). Dann Gandellinl ein Titelkupfer zu: Oe 8plrltus ssncti astventu Orstic» Habits apust 8. l). b). Orbanus VIII. ?ont. lVlax. mit dem Bildnisse des Jerusalem - Ritters A. Barberini, und zwey Tugenden zur Seite 2 §). Endlich Bertuch (Reise a. Thüring. n. Wien II. 83.) sechs Köpfe nach dem Unsrigen, nach Fügers Zeichnung ^). Llioll. so. s. k. 2 ) ki. kossspws so. meisterhaft in punktirter Manier. Pr- in Deutsch!. 5 L. de Fr. A. B. §. 8° S. 2-4. Z) ?. üel. ?o. so. 4) Llepb. Llsßiore kcc. s. k, 5) L. ^ucli-L» so. Ob und in wie weit diese und die beyde» vorstehenden Darstellungen dieses Heiligen von den früher angeführten verschieden sey, ist uns unbekannt. Seine Versuchung durch Weiber ist ohne Zweifel die nämliche, wie in St. Onostio zu Rom. 6) 7. l.. koulie- so. und mit dem schon oben angeführten von E. Rousselet nicht zu verwechseln; doch vermuthen wir, auch dies Blatt sey nach dem im alten franzdsischen Museum befindlichen Bilde gestochen. 7) 7. ^listran so. ist aber irrig nach Oomenichino, statt nach Guids bezeichnet. 8) 1. v. »err so. Doch schwerlich das oben angeführte Bild dieses Heiligen , im Hause Brignole zu Genua? 9) II. k>errn so. 10) vuüos so. Irgendwo wird, wahrscheinlich kein anderes Blatt, als das unsrige: /«§ saillls Luges gsrälen, rubrizirt. --) Beydes somit einzelne Figuren, vielleicht nach Zeichnungen; letztere wohl sicher aus der Martergeschichte von St. Cäcilia. 8i. lXoo. so. 12) I.. lacob. so. Ob ein anderes Bild, als Las im alten stanz. Museum, ist uns unbekannt. iz) 6. Lloemsoor. »c. Für Ferraris Flora (Hesperiden). — o. ee? -Z8. 14) ägrieol» -0. s. k. (7^" hoch , -o" br.) 2 st. 48 kr. 15) I. riipsrr so. Den Herkules, der die Hyder tödtet, haben wir sonst nirgends gefunden, und ist vielleicht hier mit Herkules und Cacns verwechselt, beyde Blätter aber wohl sicher nach den bevden Bildern im alten stanz. Museum gestochen, deren wir an ihrem Orte Erwähnung gethan. 16) 3V. 6iisre»ll so. Dieser Gegenstand erscheint hier von Oomenichins zum erstenmal. -7) Eben so auch dieser. Surugue so. -8) 3V. Lalii/ so. in roth Kreideninanier -773. 19) Ll. Loraeille so. 20) O7IU, ,0. g. k. — o. ee? -5-. linnd-ti sagt, das Bild (oder Zeichnung) habe sich in dem Cabinet des Grafen von Caylus befunden. 21 ) I. 6. Lebulro so. 8? 22) . 1 . preissler so. kol. 2Z) LI. Melsv. so. 24) I. Lxger. so. Vicoo. Handzeichnungen nach D o m e n i ch i n o. I. Im Museum Napoleon befanden sich, wahrscheinlich schon von Alters her: Marter von zwey (ungenannten) Heiligen, Fe- der-Zeichnung von unbestimmter Toccirung uud leichten Schatten; was wahrscheinlich nie gemalt worden. Zwey Figürchen in der Luft, von Engeln getragen (welche Landon sich nicht erklären kann), sind doch wohl offenbar die emporschwe- benden Seelen der beyden Märtyrer, vielleicht der — auch im Tode nicht geschienen St. Vale- rian's und Cäcilien's '). Marter von St. Andreas. Ausgetuschke Federzeichnung «). Erscheinung St. Januars bey einem Ausbruche des Vesuvs (Fig. von 7" Höhe), in schwarzer Kreide mit Weiß gehöht. Erster Gedanke zu einem Gemälde des D- für die Kapelle del Lesoco zu Neapel §). H. Einst im Cabinete des Grafen von Eaplus: Landschaft, siaffirt mit: Christus von Teufel versucht. Federzeichnung H. Landschaft; im Vorgrunde hucken zwey junge Hirten. Federzeichnung §). III. Im Cabinete Paignon-Dijonval zu Paris sah man 1810 noch: Gott der Vater und der Sohn in der Glorie, die Hände auf einer Weltkugel, auf welcher der H, Geist ruht; etwas niedriger Madonna und Joh, Bapt. auf Wolken; unter ihnen Apostel und Märtyrer, die das Lob Gottes singen. Sehr schön getuscht und mit Weiß gehöhte Zeichnung. 18" hoch, 11" br. Studium einer bekleideten Mannsperson auf einer Steinbank. Roth. Kreide. 12" hoch, 10" br. — — von zwey alten Mannsköpfen, gleiche Manier. 9" hoch, 6 " br. — — eines alten Mannskopf, schwarze Kreide mit Weiß. — — eines allen Mannskopfs. Eben so. 18" hoch , 10" br. Auf der Kehrseite eine stehende weibliche Figur. — — eines Beinsinnatürlicher Größe, rothe, schwarze und weiße Kreide. 17" hoch, w" br. ,) o. n? 95- 2) O. lT? »41. Z) O. 96. se. ». k. O. 14? , 48 - z) Lnxlur rc. s. k. — O. di? ,47, L) O. IV? .45. 7) O. IV? 152. 8) t.. 6srre»u 5c. in Holland. — , o. IV? 149. 9) 8. kicsrl 5C.il> den: Imxosr. inuoc. IV? ZZ. D »0) Alle drey in Steindruck, das erste von. Strirner jedem. Nach ihm: Concert von zwey Männern und zwey Kindern. In rother Kreide von Gt. Dicarr, nach welcher letzterer sein Blatt gestochen hat. IV. Im Cabinette Gllvestre um dieselbe Zeit: Erster Gedanke der Communion von St. Hie- ronymus. Ausgetuschte Federzeichnung. 9" 9"^ hoch, b" 2^" br. Ebendieselbe, verschieden; und zugleich Erster Gedanke der Marter von St. Agnes. Madonna und das Kind im Himmel, ^ ausgeben HH beyderley Geschlechts umgeben. (. tuschte Nero und Agrippina. t Feder- Rinald und Armida. ^ zeichn. Ob bisher etwas nach den vorgenannten Zeichnungen a. d. Cabinetten von paignonrDlldnval und Sllvestre gestochen worden, ist uns unbekannt. V. Nach Landen besaß (1802) ein H. Robert Lagoy zu Paris: St. Catherine, und: Die HH. Frauen am Grabe, zwey ganz kleine Zeichnungen, leicht aus- getuscht 6). Landschaft; im Vorgrund Gesellschaft in einer Barke. Federzeichnung ?). VI. Wahrscheinlich in Holland: Flucht in Egypten, in einer Landschaft, wo das Jesuskind — einem zwölfjährigen Knaben gleicht. Federzeichnung »). Diana, aus dem Bade steigend, wird von zwey Nymphen angekleidet. Zeichnung einst im Besitze eines Holländischen Dilettanten (Uüenr broeck §). VII. Ohne Zweifel in München: Marter eines Heiligen. Kopf der keuschen Susanns. Frau, die ein Kind hält *°). VIII. Ohne Anzeige des Besitzers. Landschaft aus der Gegend von Rom, mit spielenden Kindern, und Schweinen im Vorgrund «). Noch haben nach dem Unsrigen, uns bisher Unbekanntes gestochen: I. 6. ksinsscki >?). O. (lerrini. I.. Cisrnberl-rno. ?. ?. lUola. k. 8osl- ber^e. k. 5 ,'pierre lV. Vallet. Vouille- mout. ort heißt es das Npmphenbad. , die beyden andern von Piloky. Pr. fl. zo kr. von li) »c. s. k. — o. dl? 120. --) Eine H. Familie, sagt das Ler. 5. v. Seinaschi. »z) Eine H- Familie, sagt Gandellini. Zampie ri. Daß sich in obiger unserer Nachlese von Gemälden und Zeichnungen von Donienichino, und von Blättern nach demselben, allerley mehr und minder Unrichtiges befinden mag, versteht sich — leider ! von selbst. Doch, hoffen wir, soll unsere Bemühung, die diesfälligen Notizzen so vollst«»« dig , als es bisher nirgends geschehen, und so zuverlaßig wie möglich zu liefern, nicht ganz ver- geblich seyn. Das traurige Schicksal dieses großen Kunstlichts, bey Leibesieben merklich verkannt zu seyn, war für uns kein geringer Sporn, ihm, nach unserm schwachen Vermögen, auch alle diese noch so spate Ehre zu geben, welche solchen Verdiensten gebührt. Endlich bleibt uns noch übrig (nach Mili'zia, L6. terrc. p. II. 16g — 71.) substanzlich zu erwähnen , was der Unsrige nach gemeiner Meinung in der Baukunst geleistet hat. Vörderst soll derselbe zwey Zeichnungen für die Baute der Kirche St. Zgnazius gefertigt haben, von welchen es hieß: Wenn sie wären ausgeführt worden, so hatte Rom einen Tempel erhalten, den alle künftigen Jahrhunderte bewundert hatten. Allein, nachdem der durch seine Controversen mit Galilei bekannte Je- suite Grass! aus diese» beyden Zeichnungen eine dritte gemacht, habe Doinenichino mit noch einer solchen für die Facciala sich nicht weiter beladen wollen, und sey hierauf die gänzliche Vollendung Algardi übertragen worden '). Eine Critik der jtzt bestehenden Baute, ihrer Vorzüge und Gebrechen s> 1 . c. Eine wirkliche Arbeit des Unsris gen dann war das reiche und sinnreiche Gewölb der Kirche St. Maria in Trastevcre, und in derselben die Kapelle della Madonna di Strada Cupa. Zeichnungen gab er ferner für das Portal des Pallastes Lanzellotli, welches MlllZl'a eben auch nicht besonders rühmen will; desto mehr seinen Antheil an der reißenden Villa Belvedere zu Frascati, und an der Gartenanlage der Villa Ludvvisi, wo auch der malerische kleine Pallas! völlig sein Werk ist. Beyläufig bemerkt M- noch, was er überhaupt von den Kunstverdiensten des Domeni'chino spricht, daß: „Sey sparsam im Lob , und noch sparsamer im Tadel" ! sein edler Wahlspruch war. Zweyte Nachlese. Von Zampieri's Werken zu Bologna befinden sich Blatter in dem: Lnnoriiensium pictorum cslebrioris Alorise guseöam sucrse Icones - sepko lVIaria Nitello, pictore öononiensi. 6r. kol. 1678 s). Der Lirel der Stiche nach den von Albani und Domen,chrno s. oben S- 612. zu Bassauo gefertigten Arbeiten lautet: krnncisei er Dom. picturse, opere .-Mario ex- presssc m seciibus lusriniaoeis. pol, Homos. Einer unserer Kunstfreunde sagt, daß (nach Marterte) Zampiert i6fi, gestorben sey §). Ebenderselbe spricht von s. eigenhändigen B>ld- niß in der bekannten (apokryphischen) Sammlung Zanchi. 6149 von dergleichen, auf dem Gräflich-Firmianschen Schlosse Leopoldskron bey Salzburg. Das zweyte Heft vom Dlusee sran^ois (Paris ckes Vreuctel et ^Vurs) enthält, mit trefflichen Beschreibungen, aber elenden Darstellungen im Umrisse, als ob sie von einem halb blinden, halb zitternden Manne gemacht worden, so gut als Alles, was sich von dem Unsrigen im Museum Napoleon , theils als alter Besitz der Königl. Galerie, theils als Kunstbeute befand, und ist auch oben an mehrern Stellen benutzt worden. *Zamp,n oder Zamplni, s. Zompini im Lex. und unten. — — oder Zampln, (Andrea Nelli) di S. Miniato del Tedesco; so nennt die Storia del Duomo di Orvieto einen Mosaiker, der 1062 an dem Orvietanischen Dombaue bedienst« war. * Zamponi, s. im Lex. und oben Zambont. *Zan Bologna. So heißt (wir wissen durchaus nicht nach welcher Angabe) im Register von Fanrt's Beschreibung der Galerie Lichtenstein zu Wien der berühmte Bildhauer Johann von Bologna, von welchem dort S. b/. eine kleine Gruppe in Erzt, den Sabiner-Raub darstellend, und ebenfalls ein 2^ 2 Once hohes ehernes Bildchen des Großherzog Cosmus I. zu Pferd angeführt werden. * — — s. auch Sän und Zuan. * Z anara(Joseph). Nach Lanz, (kst. tsrr:.) blühere dieser Künstler um 17-8. Dort (IV. 2/j8.) wird er kurzweg (nach Orlandt) ein gelehrter Maler genannt. *Zancara ( "), soll nach eigner Zeichnung, 12 Blatter 4 °. in Friesenformar, für Goldarbeiter gestochen haben. Es ist doch nicht etwa Zancarl, ? *Zancarli, Ziancarli, auch Gran- carli (Poiyphylys oder Philipp). Von Giancarli im Gantkatalog von Brandes s. v. werden auch, als von E. Fiaietti nach ihm gestochen, 4 Blatter Friesen alter Architektur genannt. ^Zanchi (Anton) von Este. Lanz,'(L, ganz seinem Genie angemessen war, wo er einen Haufen Kranker und zum Grab getragener Sterbender darstellen konnte '). Diesem weitschichtigen Bild gegen über malte sein Schüler oder doch sein Nebenbuhler die Befreyung Venedigs von jener Seuche, zwar in dem Geiste des Nnsrigen, aber denn doch in einer bessern und veredelten Manier. Ein andrer seiner Schüler war der wackere Franz Trevisani", u. s. f. In Deutschland besitzen von ihm einzig die Galerie zu München: Die Scizze zu dem Gemälde auf dem Hochaltar der Theati- ner (?) worauf der Churfürst Ferdinand mit seiner Gemahlin vorgestellt ist, wie er für den erlangten Segen dem Heilande dankt (Z^ 5 " hoch , 2' r" br.) auf Leinwand. Der H. von Männlich sagt von ihm: »Er inalre Geschichte in einer «roßen, breiten malerischen Manier, die zwar den Liebhaber anzieht, aber nicht festhält". Dresden dann, die Geschenke, welche Rebecca von Elieser erhalt, ein 7^ 8" br., 5 ^ 2" hohes Knieestück auf Leinwand. Lehninger in seinem Verzeichnisse nennt die Erfindung dieses Künstlers fruchtbar, und sein Colorit frisch und graziöse") Sein eigenhändig gemaltes Bildniß befand sich (1780) in der dem Grafen von Firmian zuständigen Sammlung von dergleichen, auf dessen Schlosse Leopoldskron bey Salzburg. Ebenfalls sein Bildniß gestochen hat ein Ungenannter mit der Aufschrift: Lstense xittor celebre (Ovalquart). Vermuthlich ist auch der Unsrige derjenige, von dem man in dem Buche: Lalleris äl iVIinsrvu. Veneria Nom. II. ibg/. Fol. einen Aufsatz über die Malerei trifft. Nach ihm von B. Thiboust gestochen, nennt ein Gantkatalog den H. Hieronymus , den die Engel gen Himmel tragen in Fol. Die Handzeichnung (oder Gemälde) eines Kopfes von ihm besaß der Graf Algarotti. Mensel Misc. 11 - 49 - * Zanchi (Anton), Schüler von dal Sole, welcher im Lex. unter dem Artikel des obigen Künstlers gleichen Namens erscheint. Ein von ihm in der Theatiner-Kirche zu Müüchen befindliches Gemälde, der Schutzengel, soll M. Hartwagner nach ihm geetzt haben. , 4 ^c. — — (Franz und Philipp)'. So nennt Lanzi (Lcl. ters.) III. 107. zwey TergamaSch«sehe Künstler, die um 1544—67. blüheten. Dieselben sind wenig bekannt. Philipp soll irgenwo ein Gehülfe seines Mitbürgers, Hirron. Colleoni, gewesen seyn. — — oder Zanco (Hieronymus), s. den ff. Art. Joh. Bapr. Zanchi. — — (Johann Baptist), schrieb ein Buch über die Kriegsbaukunst: Del mocio 6! kortisicsr !e Cittä. I'rsttsto (Joseph), welcher im Lex. unter seinem Vater Anton von Este erscheint. Sein Bildniß soll nach des Unsern eigner Zeichnung Gregori in 8° gestochen haben. Zanck (Johann Christian). Von ihm 1624 auf Leinwand (hoch 28 Zoll, br. 20 Z.) gemalt, nennt der Katalog einer Prioatsammlung zu Dresden die beyden Bildnisse der Sächsischen Prinzen Christian und Georg. Zufolge dieses Kataloges (dessen Angaben jedoch häufig aus der Luft gegriffen zu seyn scheinen) wurde der Unsere 1890 zu Schwarzenburg in Sachsen geb. und st. j» Ofen i 65 Z. — — s. auch unten Zange. * Zanco, s. im Lex. und oben Zanchi. Zancon (Cajetan), ein Kupferstecher unserer Tage, von dem wir zwey große schön gestochene Ansichten der Bergvestung Kufstein im Tyrol kennen, welche, nach den Zeichnungen Pet.Marchio- retto's und des Kapitäns de Troux, zu Brixen bey Bisdomini 1802 erschienen; die Madonna dellaSedia in Fol. rund, ein punktirtes Blatt, ge- rieth ihm dagegen sehr mittelmäßig. Mrc. — — (Peter). Von einem solchen zu London in englischer punktirter Manier gefertigt kennen wir einen in einem Walde angelnden Knaben in queer klein Fol. Dieses Blatt erschien 1802 in dem Verlage der Boydel's. ^c. Zanella (Oominicus), ein geschickter Maler von Padua und Sohn deS folgenden Franz. Mehrere seiner Gemälde, die man in den Kirchen feines Vaterortes trifft, und Gegenstände aus der Bibel und der Heiligengeschichte enthalten, nennen des Brandolese: kitture cli paäova. p. 62. 85 . 185. 21Z.; fo wie derselbe Schriftsteller auch p. 007. seinen Tod in den Anfang des XVlii. Jahrhunderts setzt. *— (Franz). Derselbe lebte in der letzten Hälfte des XVII. Jahrhunderts (namentlich 1687 zu Padua), und arbeitete noch 17,7. Lanzi (Lä. ter-2.) III. 201. nennt ihn mehr einen geistreichen als fleissigen und studirten Maler, den man, der Menge Werke wegen, die er in kurzer Zeit geliefert habe, den Giordano seiner Vaterstadt (Padua), und den letzten (etwas bedeutenden) Maler feiner Schule heißen konnte. Brandolese (G. 207. u. a. O.) ertheilt Nachricht von den vielen Gemälden, die er dort fertigte, nennt seine Zeichnung verständig , und setzt ihn, rücksichtlich des Cvlorits, den beßken Meistern feiner Zeit zur Seite. *Zanetti (Anton Maria, Graf), Erasmus, (auch etwa der aieere) genannt, eines Hieronymus Sohn, Kunstliebhaber und Stecher mit der Nadel und in Helldunkel. Rost IV. ansetzt seine Geburt zu Venedig in 1880 und seinen Tod daselbst (wir glauben zu frühe) in 1787, Lanzi seine Blüthenzeit wohl richtig um 1728 an. Rost I. c. führt von seinen Arbeiten, die er während eines kurze» Aufenthalts in London gezeichnet, und mir einer sehr geistreichen Nadel geetzt hat, ff. an: i) Neben diesem, führt «kochin (Vo^.Nl. zz. 4a. 4^. 7^. no. >25. ,6z.) noch mehr andre Kircbengemälde von dem Mistigen an, und scheint ihn (was uns nicht Wunder nimmt) noch etwas höher als Lanzi zu schätzen. 6151 Zanetti. Eine Folge von Studien (Köpfe, Figuren) 12 Bl. Diese find diejenigen, welche er dem Arzte Mead zugeeignet hatte. - andere Folge von 12 Bl. Figuren und Thiere, nach Zeichnungen von B. Castiglione, die er selbst besaß. Gandellmi nennt solche mit jugendlichem Feuer und auserlesenem Ger schwache gearbeitet. - Sammlung von antiken geschnittenen Steinen, mit Anmerkungen von Gori, Lo Bl. (ssc>l. Venst. 720), der Königin von Schweden, Ludovica Ulrica, einer Preußischen Prinzessin , zugeeignet. r Folge von 99 6. 102.) Bl. in Holz geschnitten, und in Helldunkel abgedruckt, nach Zeichnungen von Parmesan und Raphael '). Auch Strukh behauptet, daß die Stöcke von ihm vernichtet worden, Basan hingegen, daß solche nach London gekommen. - Folge von Statuen in dem Saale, welcher zur Bibliothek im St. Markus-Pallaste führt, l'M Bl. (2. Vol. kol. Vcner:. 7/jo. u. ? 43 ). Irgendwo werden auch Basreliefs an rven dieser Stelle genannt, welche von dem Un- srigen gezeichnet, und von I. Camerata gestochen seyen. Seiner im zweyten Theil der Setters pitto- riebe enthaltenen (alle an den Florentinischen Zanetti. Cavalier Franz Gaburri gerichteten) Briefe sind i 5 von 172Z — 02. datirt *). * Zanerri (Anton Maria, Graf), der jüngere, Neffe des Obigen, und Sohn eines Alejr. Zairern' , welcher im Lex. am Schlüsse des Art. seines Oheims erscheint, nach Lanzi (Lllir. ter?. VI. - 65 .), geb. zu Venedig 1716. und gest. 1778. Derselbe war ebenfalls Kunstliebhaber und Kupfer- etzer, und besaß allen Geschmack und alle Kenntnisse des Aelrern. Sein Werk, von welchem das Lex. spricht, enthielt wesentlich die Ueberreste derjenigen al Fresco , die sich zu seiner Zeit noch an den Mauern Venezianischer Häuser , von Barbarella , Caliari, Robusti, Vecelli, Zelotki und andern befanden. Gandellini nennt es: „Mit großer Genauigkeit und bezaubernder Bravour gefertigt" , und urtheilt überhaupt, daß weder Ga- lestruzzi noch P. S. Bartoli ihren Blattern so viel Zierlichkeit, Reinheit, und denjenigen nach alten Meistern so gut den Charakter derselben zu verliehen gewußt hätten, wie der Unsrige. Nach von Murr S. 74Z. ist der Titel dieses Werkes : Varie pitture s fresco äs' Principal: maestr! Vene^lanl, ora la prima volta con le stamps pubblicate. In Venesia fol. 1760. 6 on 5 . Blbl. d. Ach. w- u. fr. Rünste Vll. p. 079. et segq. S). Für das Dresdner-Galeriewerk lieferte er das Opfer der Vesta, nach S. Ricci. Dann gab er schon in seinem Siebenzehnlen (1733): 1)escri22ione äelle pubblicke kitture äeila citlä 1) Diese (wenigstens die von Parmesan) hatte er zu London, aus der Verlaffenschaft des Grasen von Munde! gekauft. Die erwähnte Folge erschien zu Venedig 1745 in kl. Fol., und war dem Prinzen von Lichten- stein zugeeignet. Sie trug zum Titel! Oiversaiiim icoauni, ljUW ollur l>ou exlgus kuerull» o-usmeukL Xruockelinn»! collecrioriis, ex sul0g,spl,!s rcllellis krsveisci XlLxxuoli parivenriz pieroris ex mureo suo lleproriisir et mollOLUroriiLlor r^pis vulgavil Leiiez peim!> er se- cul>6». Somit, wie es scheint, nicht zu Ende gebracht. Sein nachfolgender Neffe, der jüngere Zanetti, und I. §. Fnldonl, waren ihm bey dieser Arbeit behelfen. Einige Blätter sind nicht in Helldunkel, sondern mit dem Grabstichel oder der Etznadel gefertigt. Als ein begüterter Mann verschenkte er sie häufig an seine gelehrten Freunde; ste haben sich daher sehr selten gemacht. Einzelne, nach Parmesan, finden sich im rvinklerschen Catalog, so wie andere, nach Raphael, bey Hrinecke (Th. Ii.) verzeichnet. Noch nennt jener Catalog drey von Zanetti schön geetzte Centauren; dann: tsrum oiiismunlls! nach Joh. von St. Johann (v. A. Mannotio) von dem Unsrigen gezeichnet und von C. Gregor» geetzt; und Hrinecke (Th. i.) in dem Werke von M. Angelo jene Figur eines schlafenden Cupido, nach demselben (deren deThou in seinen Memoiren eine sonderbare Erwähnung thut) von Z. gestochen; Gandellini eine Carricatur des Tenkünstlcrs Farinelli; endlich Malpe, der auch sein (mir ä. m. L. verschlungenes) Monogramm giebt: St. Peter, der ein von Engeln in die Luft gehobenes Kreuz betrachtet, »ab Lintorett, welches letztere indessen auch dem nachfolgenden jüngern Zanetti zugehöreu dürfte. 2) Wir hatten diesen Artikel voll schwankender Notizzen über den Unsrigen schon lange beendet, als wir, zumal über sein berühmtes Werk von Blättern in Helldunkel, bey Dartscch XII. ,6c>—>92. wohl das einzige Zuverlässige fanden. Nachdem er Zanetti « Verdiensten um das Wiederaufwecken einer seit dem Ende des XVI. Jahrh, fast ganz in Verfall gerathenen Kunst den gebührenden Preiß ertheilt, und seine Arbeiten dieser Gattung denjenigen von Hugo da Carpi und der beßten alten Holzschneider an die Seite setzt, fahrt er also fort: „Aufgemuntert durch das Lob, welches einzelne dergleichen Blätter (die er zum Theil schon in zweyten Dezennium des XVIII. Jahrh, seinen Freunden mitgetheilt hatte) entschloß er sich dieselben vereinigt aus Licht zu stellen. Diese Sammlung erschien 1749 zu Venedig in zwey Abtheilungen , welche zum Titel führten: Kscoolis cki vs-ie s CkiL- 05 <:uro. rralii cisi cliregni oiiglnali (li , cleuo >1 e cksllri iasigni sucoii. Dieselbe enthält 7- Bl. in Helldunkel , nebst Zi gestochenen und geetzten. Jene sind von höchster Seltenheit geworden, theils weil sie schon anfangs sehr gesucht wurden, hauptsächlich aber, weil Zanetti nicht mehr als Zo Eremplare von der Gesammtsammlung abziehen ließ, und „weil er" (ganz anders als so manche biedere deutsche Kunsthändler) „besorgte, es möchte» nach seinem Tode. aus Unwissenheit oder Gewinnsucht, schlechte Drücke ins Publikum gerathen, daher" (hört s, hört's!) „die Stöcke, kurz und gut, vor glaubwürdigen Zeugen verbrennen ließ". Die 7- Blätter in Helldunkel führt sodann Sartsch namemlich an, und beschreibt solche mit seiner gewohnten Treue. Ihrer 6z sind alle entweder nach Parmeggianino oder ohne Namen des Zeichners; dann 7 nach Raphael, und - nach L- Orst. Gezogen find sie, theils aus Zanetti'» eigener , theils aus des Herzogs W. von Devonshire, des H. von Crozat, u. a. Ungenannter Sammlungen, und Mehrere derselben mit Zueignungen versehen; wie z. B. dem H. vov Marvlles, dem P. Pellegr. Anton Orlandi, dem Ritter A Fountain. H. I. Jabach (cnro er niu,cc>), dem H. Joseph Smith, dem erwähnten Herzoge von Devonshire, dem H. Zach. Sagredv, dem H. von Crozat, dem Maler N- Vleughels , dem H. Hugo Howard , dem H. Mich- Mead , der Künstlerin R. Carriera , dem H. W- Bristvw. Das größte dieser Blätter: Der Jsraeliten Durchgang durchbreche Meer, nach Raphael, hält ,5" Br. zu 8" 4'" Höhe, mit vier Stöcken (-740). Malp« führt »och von ihm insbesondere, nach Lintoret, einen St. Peter an, der das von Engeln getragene Kreutz betrachtet, und giebt des Künstlers Mono- gramm. Noch lesen wir irgendwo, daß B. Picart nach dem Unsrigen eine Ansicht von Venedig, und die Figur der Klugheit (kaum diejenige dieser Republik in ihren letzten Tagen) gestochen hat. 5) Vier Blätter aus diesem Werke nach Barbarei!« führt Füßli l>l. -z. namentlich an. Zi Veue^rs s Zelle lsals circonvicms, o 8is rlnovaLione Zelle: kiclre miniere Zi Marco ^o5crm, ein treffliches Werk, dessen sich Laiizi bey seinen Notizzen von der Venezianischen Schule vornehmlich bediente, und nur bedauerte, daß der Verfasser sich einzig auf die an öffentlichen Orten befindlichen Kunstwerke beschränkt habe. * Zanerri (Dominicus). An dem Hofe zu Duft seldorf arbeitete er unter der Regierung des Herzogs Johann Wilhelm. Dort und in dem Schlosse Densberg wurden seine beßten Werke aufbewahrt, die in historischen Vorstellungen bestehen. von Männlich. In der Galerie zu München sieht man von ihm ein Ecce Homo, lebensgroße Halbfigur, und einen Johannes den Täufer, ganz lebensgroß (6' hoch, 4 ' 3 ^" br.). In Schlelsheim dann weitMehrers. Vörderst ebenfalls einen Johann Baptist«, hier bloß halbe Figur; dann einen von Johannes und den H. Frauen beweinten Leichnam (6^ 7" hoch, 7^ 4 " br.); eine Maria mit dem Kinde, lebensgroßes Brustbild; einen Christus am Kreutze, ganze, stark lebensgroße Figuren (nun vollends 12^ 3 " 9'" hoch, i i<- tz», br.); die versäumte Gelegenheit, ganze lebensgroße Figuren (^L"hoch, 3 ^o"br.); und endlich einen St. Hieronymus, lebensgroßes Kniestück. Endlich nennt Fredou de la Breton,nere 1776 (der altere Barg schweigt davon) einen Gott den Vater, und sagt davon in seinem sinnlosen Kauderwelsch und orthographisch, was folgt: L'est une belle sigure en Zemle leinte lar^s- menl Zrsppee et superieurement transmise Zrm8 les nüeeg eile resklette svec 8Uc^e8 Ze8 PS88SAS8 stui l'entourent 808 eciiappe8 Ze ^ranZs clulrs portea avec art 8ur le 8vmet Ze cetts 8uperde lots et 8ur Ie8 extremlte8, 8unt Appllgue8 Z'une nisniere 8^nvaute et prouveut s qui le8 vo>3 la route 8Üre Ze In §ra»rcke «ra-rociivcc '). Irgendwo wurden, als nach ihm gestochen (von Wem?) genannt: Ein Bildniß des Herzogs Leopold's, Markgrafen von Oesterreich, und einige Blatter in vv» Mechel's Galericwerke von Düsseldorf. Fang, s. die folgenden: Zange (A. G.), «in falscher Name des unken ff Z. G. Zange. — — (Heinrich Maximilian). Der Sohn eines Finanzkommissairs zu Dresden, hier geb. 179b; studirte die Architektur unter dem Hof- baumeister Hölzer von -8io an; zeigte auf der Dresdner-Ausstellung 1811 die Zeichnung zu einer auf einem mit Stufen versehenen Postamente stehende Vase; gab aber gleich darnach gedachtes Studium wieder auf. Mrc. — — eigentlich Zang (Johann Heinrich). Das was ich hier supplire, ist aus der bey Meusel selbst citirten Originalquelle entnommen. „Der Sohn eines ehemaligen ungarischen Ober- Lieutenants, geb. in der Gothaischen Stadt Zella St Blasn. Was sein bey Meusel S. 676. zu Ende angeführtes Werk betrift, so enthalt es allerhand sich auf Handwerk und Kunst beziehnde receptartige Anweisungen.'' Der erste Theil davon (der i8«8 schon dreymal aufgelegt war) erschien 179» bey Schneider und Weigel zu Nürnberg, und wurde in der Dberreurschen Allgein. Litrerarur- zeitung und anderwerks sehr gelobt; er ist den Weinhändlern, Küffnern, Brantweinbrennern gewidmet. Der zweyte Theil ist für Musikliebha- ber und Jnstrumentenmacher. Der dritte Theil enthält 5 Abschnitte. Der erste giebt an, wie Tinten von allerhand Farben zu fertigen sind; wie man mit und auf alle Metalle und Glas schreiben kann; dann, Bücher in Geschwindigkeit abzudrucken rc. Der zweyte beschäftigt sich mit den Künsten der Schönschreiber, um großes Zug- werk, Kapitalbuchstaben u. s.f. zu entwerfe». Der dritte befaßt sich mit der Arbeit in Metall; den Damast zu machen, Metalle zu parfümiren und ohne Feuer zu lochen, Glocken in den bestimmten Ton zu gießen rc. Der vierte beschreibt die Erfindung einer außergewöhnlichen hölzernen Thüre, eine Sägemühle, eine Maschine zum Ausroden " der Bäume, ein Instrument mittelst welchem man von einem Originale vier und mehrere Abrisse zugleich nehmen kann rc. Der fünfte giebt Kunststücke der Gerber, handelt von der Baumzuchk rc. Der vierte Theil welcher (so wie vielleicht auch der dritte) 180L noch nicht erschienen war, sollte eine vollständige Beschreibung der von ihm selbst getriebenen Kunst enthalten, Mosaiken aus Naturalien zusammen zu setzen und zu fertigen, sammt der Lehre der dazu erfoderlichen Kenntnisse aus der Geometrie, Architektur und Perspektive.— Gchad's Ot'nacorhek S- rr 5 . 136 . 216. nennt den Unsern einen mitteimäßigen Kupferstecher und führt von ihm einen Prospekt der Stadt Kitzingen, nach Lor. Schmidt, in qn. Fol. und einen Prospekt des alten Schlosses Dachsbach in Fol. an. Mrc. Zange (I. G.), vermuthlich ein Künstler oder Kunstliebhaber zu Rudolstadt im Schwarzburgischen. Nach seiner Zeichnung hat G. C. Schmidt zu Jena 1773 einen Prospekt von dem unfern gelegenen Lichstedt schlecht radirt, zu: Lichftedr, das Lerelbodtlsche Tusculan, besungen von I. L- H.** Frankenhauscn >773. 4°. Eine andre Auflage dieser Schrift erschien zu Rudolstadt s. a. in Fol. mit obigem Kupfer. Adel ring's topographische Blatter Sachsen's S.271. nen- ihn irrig A. G- Zange M§c. — — s. auch oben Zanck. Zangrius (I. B.), soll das Bildniß des Justus Lipsius gestochen haben. M§c. * Zank oder Zann(Johann Baptist). Irgendwo finden wir ein 9" 4'" hohes, 4" breites Blatt: Gott der Vater mit St. Georg u. s. f. angezeigt, das dieser Zank entweder nach L. Carracci gestochen, oder welches (so seltsam ist die Notiz gestellt), von Carracci gestochen, sich etwa in Zani's Verlag befunden hätte. Aus seinem Art. im Lex. sollte man auf ein Mittleres schließen, daß er nämlicy Zeichner dieses Blattes und mehrerer ähnlicher war ^). M§c. Zanichelli (Bartholomäus), ein Maler zu Bologna, wo er noch um -700 als ein bejahrter Künstler lebte. Damals hielt man ihn dort noch für den einzigen, der den sogenannten Bologneser-Stein zuzurichten verstand. Beckman's Lirrerar. der rxeisebeschreibungen B. I. Ct. s. Götting. 1L08. S- 36 o. — — oder Zannichelli (Prosper), i) Und wo ist nun diese Juweele wohl hingerathen? -) So eben finden wir nunmehr bey Sartsch xix. -zg—39- daß §a„i dies Blatt, aber wahrscheinlich auch dies einzige, mit einer leichten, malerischen Nadel, und wenig correkren Zeichnung nach einem Gemälde von L. Carracci in St Gregor!» zu Bologna geeht habe. Hier heißt es: Gort der Vater, in einer Glorie von Engeln, deren einige ihm die Weltkugel halten — helfen. Hier ist das Maaß des Blattes aus 9 " -'"Höhe, und 5" 4'" Br. bestimmt; und das Monogramm O. L. 2. Es soll selten sey». Zanichelli. 6153 Maler von Reggio, geb. 1698, und gest. 1773. Lanzi (Liters.) IV. 56 . scheint ihn unter die guten Theatermaler zu zählen, an welchen (nach Lirabosch«) namentlich Reggio einen Ueberfluß hatte. * Zanimbevts oder Zaniberei (Philipp), ein Maler von gutem Charakter, sehr wahrem Kolorike, und schöner Mischung seiner Farben, der aber in seinem Geburtsorte Brescia nicht genugsam bekannt ist. Zu Venedig, wo er mehrere Jahre lebte, schätzt man ihn ungcmein. Dort malte er meisterhaft und mit ächtem Genie für verschiedene Kirchen. So z. B. für St. Maria nuova das Manna, ein großes Bild, welches Ridolfi, Boschini und Zanerri nicht genug rühmen können; noch mehr dann für die Galerien. Ein besonderes Talent besaß er für die Compost- tion von Fabeln und Geschichten in kleinen Figuren, von welchen Zanerti sagt, sie seyen so viel als Haares Geld werth. Lanzi (bist. ter?.) III. 24». * Zanini (Joseph, auch Joseph Viola di), s. Viola-Zanini im Lex. wo derselbe aber irrig erst nach F. violami gestellt ist. * — — s. auch Zanoni im Lex. und unken. Hanna (Joseph), ein Kupferstichverleger zu Brüssel. Wir kennen zwei Blätter, von S. le Febre gezeichnet und von W. Byrne gestochen, die den Tempel im Parke zu Scoonenbergh und bann die Orangerie und Pagode daselbst vorstellen. Beyde erschienen 1792 im Verlage desObgedach- ten (der auch die darauf befindlichen Dedikationen an den General-Gouverneur der östreichischen Niederlande unterzeichnete), dann beyS. Tessari zu Augsburg und bey Colnaghi zu London. Mrr. — — (V ), hielt anfangs einen Kunstverlag mit Klauber zu Augsburg; scheint dann sich aber allein etablirt zu haben unter der Firma V.Zanna Lc Eomp. zu Augsburg. Für diesen Verlag unserer Lage haben F. Frich, M. Eichler, Laminit, A. Man; rc. Tyroier Prospekte und Costümes gestochen. iHrc. Zannichelli, s. oben Zanichelli. Zannoni (Andreas). Die Galerie zu Cassel will sechs Gemälde von einem solchen besitzen. Sie sind: Alexanders Besuch bey dem Diogenes; Eeneca, dem die Adern geöffnet sind; Nero, der sich an dem Tode seiner Mutter — erlustigt; Hieb; Jsaac, der den Jacob segnet; David, welcher des Goliaths Kopf an Saul überbringt, — — oder Zanini (Anton), genannt Mangranda, ein Bildhauer zu Padua. Unter der Tvüre der Facade der dem tz. Bonaventura geweihten Franciskaner-Eremitenkirche zu Padua, findet sich von ihm die Statue des gedachten Heiligen, bezeichnet: Hneonio Asnini iletto iHa«- ssra-räa sece ü'anni 18. idgZ. Urauäolese är /Ästova psA. rog. Z07. * — — (Franz). Des krsnäoiese cir /Ästov« p. Z07. zeigen einige Gemälde von seiner eignen Erfindung an, die man in den Kirchen zu Padua ficht, legen solchen aber einen geringen Werth bey. Dagegen spricht er mit Bewunderung von der Geschicküchkeit des Unsern, im Ausbessern und Uebermalen der Werke alter Meister. Franz st. nach einem vieljährigen Aufenthalte zu Padua, dort 1782. wt. 72. — (Johann), welcher im Lex. unter Z a n 0 b r i 0. dem Art. seines Vaters Anton Zannoni's des Malers erscheint. Derselbe zeichnete, neben Andern:, die Blätter zu dem ersten Hefte des sogenannten Deatro 61 Venerüa von LoUlsa, waches die Geschichte Papst Alexander III. im großen Rathssaale zu Venedig, nach Tinkorett u. s. f. vsnD. Roffetti gestochen enthielt. He in ecke /-irr 9Z. Zannoni (Rizzi-), s. Rizzi in unsern Sup- plem. und künftigen Nachträgen. Zannusi oder Zanusi (Jakob), ein wenig bekannter Maler aus Salzburg, in der ersten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts. In der Galerie zu Gchieisheim (nach dem neuen Katalog derselben) befindet sich jedoch von ihm ein großes 7,, tz,„ u„d 4^ i" br.) Bild in ganzen Figuren, welches die H. Jungfrau darstellt, wie fie den Kopf des Drachen auf der Weltkugel zertritt; und in der Stiftskirche zu Altenötting, auf einem Altarblatte die Dreyeinigkeit. Liporvskp. Nach ihm gestochen hat I. B. Probst (st. 1748. 75 I- alt) ein Bildniß des Kardin. Ph. Ludw. von Sinzendvlf, was uns auf die Lebensepoche des Unsrigen einigermaaßcn deuten kann. Einer unserer Freunde nennt noch von ihm 8. v. Zanusi, das Altarblatt in der Kapelle des Schlosses Mirabelle (St. Nepomuck zu den Füßen der H.Jung- frau); dann auf dem unfern von dort liegenden Schlosse Leopoldskron mehrere Bildnisse der Fa- milieFirmian, so wie auch des Künstlers eignes. Hübner's Beschreib, von Salzburg I. 3 gi —422. ff. u.a.w. In Meusel's A-Misc. III. 243—44. heißt derUnsrige ein gebornerTyroier, und besonders guter Freund von Paul Lroger. Dann weiter: „Er war zu Salzburg verheirathet und starb daselbst. Nach dem Berichte vieler Maler sollen seine Werke besonders schön und gut seyn. Ich sah nur zwey von seiner Hand mit seinen Namen bezeichnet. Das eine davon aber war fehlerhaft in der Zeichnung, das andere besser; der Sml und die Anordnung haben etwas Großes; das Kolorit ist kühn und meisterhaft. Schatten und Licht sind von breiter und nicht ausgefleißel- ter (?) Masse. Allein, wer wollte einen Maler aus einem Paar Bilder beurtheilen, die von seinem unbedeutendesten und schlechtesten Werken seyn können"? Ebendas. XIII. 574 - /5 findet sich die ausführliche (sehr iesenswerlhe) Beschreibung zweyer seiner Altarblätter zu St. Martin bey Loser in Salzburg, worin es neben Andern: heißt: „Alles Grelle und Unnatürliche isi »ermüden. Das Kolorit ist durchgehends gut gewählt. Ernste, fröhliche Farbe ist immer am rechten Orte angebracht. Die Farben sind sanft, ein Silberglauz macht sie so fein Brillantes Farben find es aber nicht. Sie würde» das Gemälde verunstalten, so wie es ungereimt wäre, etwas Ernsthaftes, z B- eine Elegie oder ein Heldengedicht im scherzenden Tone des Anakreon abfassen zu wollen. Eben so unverträglich ist es, mit dem Ernste und der Erhabenheit der Geschichte etwas Ernstes mit bacchantischen Farben oder Worten zu schildern!" Das erste dieser Bilder, welches Maria, das Kind, St. Barbara und Catharina, Joseph und Joachim darstellt, wird irgendwo: Die Freundschaft Jesu rubrizirk. * Zan 0 bri 0 oder Zen 0 bri 0 , auch Zen 0 bi 0 (di oder da Ca), s Lucas Earlevariis im Lex und oben in diesen Zusätzen. Eigentlich wurde er Easanobrio von der adeiichen Familie genannt, deren Schützling er war. Einige setzen sei» Todesjahr in 1701 an. Zu Venedig sieht man von ihm Weniges an öffentlichen Orten, Mehre- res in vornehmen Häuser», und besonders eben bey den schon erwähnten Herren Zenobri. (L6. ter2.) III. 287. A :4 6154 Zanoja. Zanoja, Pros. der Baukunst, wird laut Dekret des Kais. Napoleon vom i3. Oct. 1809 zum Ritter des Ordens der eisernen Krone erkannt. Zanoilue (Octav). Irgendwo führt man unter diesem Namen einen alten Kupferstich auf/ der die mit den Türken vor Sisseck 1592 gehaltene Schlacht in Regalfol. darstelle. Vielleicht war aber dieser sonst unbekannte Mann nur ein Verleger dieses in Italien erschienenen Blattes. Mrc. Zanotti (Anton)/ ein neuerer Venetianischer Maler. Nach ihm gestochen ist das Bildniß des Abbate Lastesio, vor den i8o5 zuBassano erschienenen wettere IsmiZlisri desselben. — — (Eustach), soll herausgegeben haben: Prsttstc» teoretico prattico 8e strospet- tiva. öolvAna 1766. 40. mit Kupfern. * — — (Johann Peter Cavazzoni). „Wenige" (sagt Lanzi Lst. terr. V. 18t.) „haben Pinsel und Feder zugleich so gut zu führen gewußt, wie dieser Künstler. Seine /IvvertimentI per I'incainmmainento sti un Slovans alla pit- tnrs (8°. öolo^n. 756.) enthalten Lehren eines Meisters, der den Verfall der Kunst kennt/ und ihr aufhelfen will, indem er ste von niedriger Praktik zu ihren Grundsätzen zurückführt. Nach gleichen Maximen verfaßte er schon seine 8toria «kell' T^castemia Olementina ( 2 .V 0 I. 4°- öolo^n. 739.), ob er gleich dabey nicht ganz freye Hände hatte, da er viel von kürzlich verstorbnen, oder gar noch lebenden Akademikern zu sprechen hatte. Dieses mit bisher in Welschland ungewohnter Pracht gedruckte Werk erweckte bey den bessern Künstlern ziemlichen Unwillen, weil sie darin Leben und Bildnisse mittelmäßiger Namen neben den ihrigen gesetzt und geehrt fanden; wie z. B. Joseph Crespi (Spagnnolo) sich dadurch beleidigt glaubte, findet man i» Ludrv. tsrepi's Felfiiia S. 327- u. ff. Andre von den Schwächer«, vielleicht über Gebühr erhobenen, waren vollends unzufrieden, daß sie nicht noch mehr gelobt wurden. Diesem Werke fügte Zanotti, als vornehmstes Mitglied und lange Zeit Sekretär der gedachten Akademie, seine eigene Biographie bey '). Häusliche und gelehrte Geschäfte entzogen ihn bey reifern Jahren der ausübenden Kunst, und von da an sah' man nur »och matte Bilder von ihm, die uns von seinem Genie eben keinen hohen Begriff geben. Zu dem (frühern) Bessern, und was ihn denn doch von der gemeinen Künstlcrschaar unterscheidet, gehört seine weitschichtige Darstellung einer Gesandschaft aus dem Kirchenstaate (8e' Komsnuogil) an die Bologneser, die sich auf dem Stadkhause zu Bologna findet. Auch in Privathausern dann steht man von seiner Hand anderes Geschichtliches und Mythologisches von sehr feinem Geschmacke; neben Andern» ein Bild bey den H. H. Biancani Terzi, wovon Aigarorri ungemein viel Rühmens macht; dann bey H.Volpi einen Amor unter den Nymphen, ein ungemein graziöses Kind einer poetischen Fantasie, welche bis ins höchste Aller sich in Versen ergoß, die denn doch ganz Anderlei als der Lomazzo und Boschini ihre sind. Ein eigenhändig gemaltes Bildniß desselben sah' man (1780.) in der oft erwähnten Sammlung des Grafen Firmian in dem Schlosse Leopoldskron bey Salzburg. — Seine, neben den schon genannten, übrigen schriftstellerischen Arbeiten, welche nämlich die Kunst betreffen, führt Fiorillo II. S. 673. not. 8. nach Fantuzzi, wie folgt, an: I. OialoZo in materia sti pittnre cli tiiov. ?ietro Lavarroni 2auotti; eingerückt in Zappone. die OsLS-'varsiam c-'itrcüe m cir/era tiek Mm-- 6rou. Lir-seMe Or^i. etc. Vene?»», 1710. 8. II. I.ettors ismiliari gcritte all un-Imico in (likesa fiel Lonte 6srlo Lesare Nalvama, autore seiln keisina I'ittrice. Lolo^na, 170b. 8. III. 1 >ettere s 6ic>v. Lattista Oosta, pittore in Rimini, intorno all' opere, vero noms e co^nome, e p.^tris sti duistc» La^nacci, pittore. IV. ^luovo kregio 81 Aloria a kelsina sempre pittrice neila vira 8i I.orenr:o Vasinelli pittore koloAnese. 6oloxna, 1708. 4- V. ^Aiunte alle pitture 8i öoloAna, stell' ^scoso ^Icastemico, etc. VI. Oescri^ione est Illustrarions stelle kit- ture 8i kelle^rino l'ibslsti e l^icolo /Ib- bati, esistenti nsll' Inatituto stelle 8cienre. Vene^ia, 1766. sol. max. Dieses Werk enthält: 1. sir IVrco/o ^übatr ce/eb-'e xittore. 2. sii Tliba/sir, etc. Z. roxn-a /a tlrarrier-n cir/'e/- /cA-'mo Drüa/sir. von dem Unsrigen nach L. Pasinelli gestochen kennt man einen sel. Johann vom Kreuze, und die Halbfigur einer St. Cacherina, und nach ihm, von L. Mattioli, das Titelblatt des Abecedario pillorico, Ausgabe von 1701. * Zanplccoli, s. Giampicoli im Lex. und unten. *Zantagostino, s. Sanragoftin» im Lex. und oben. Zanth (JohannJacob), ein Goldschmied, der sich 1691 als Meister z» Dresden setzte, und dort 1721 verstorben ist. Zanri (Franz), ein gebornerVenetianer (welcher oben in diesen Zusätzen unter A. ((Nargioli erscheint), war am Hofe zu München als Schiff- und Brückenbaumeister angestellt. Von ihm, gemeinschaftlich mit lAanrurinl undMauro, Ward 1662 das prächtige Schiff am Starenbcrger-See, von seinem Venetianischen Netter — Buccenlaur genannt, erbaut. Liporvsky. Zanusi, s. oben Zannufi. * Zanz, ger, s. Zage! im Lex. und oben. Zapara (Don Anton). So heißt beyFiorillo IV. 386. ganz ohne Weiteres, ein Spanischer Maler, Schüler des Palomino. — — s. auch oben in diesen Zusätzen villa- fuerre. Zappe (Joseph), ein sehr geschickter Glasmaler, geb. z» Ekeinschönau in Böhmen 1768, wo er sich 1792 noch aufhielt. DIabacz. * Zapp 1 (Lavinia), geb Fontana, s. Fonrana im Lex. und in gegenwärtigen Zusätzen. Zappone oder Zapponr(Dominicus). In einem seltenen Büchelchen des Dresdner Baumeisters Vtossem: 8onetti sti lohan lVlaria IVc/5Le»i. Drehst. /Vnno >1. O6. II. 4". und zwar in der zweyten Hälfte dieses Werkes, findet sich i) S. noch mehr über dieses Werk >. c. >67—68. Z«PP»ue. ein Gedicht an Johann Baptist Zappone, über die Rückkehr seines Sohnes, eines Malers, von den Ufern der Etsch nach Dresden. Dann wiederum ein solches rum Troste dieses Sohnes, hier der Maler Dominicus Zappone genannt, wegen des Absterbens seines abgedachten Vaters. Ob der letztre etwa auch (zu Ende deS XVI.Jahrhunderts) einen Maler zu Dresden abgab? Nach unsern Dominicus soll, wie ein Gantkatalog besagt, I. Bara vier Landschaften mit der Geschichte des jungen Tobias in qu. Fol. gestochen haben, wahrend dem ein anderer solcher Katalog zwey von I. Bara gestochene Landschaften nach einem Johann Dominicus Zapponi aufzählt. Wenn auch beyde diese Blatter wohl nur der gedachten Folge zugehören mögen, so bringt doch die vermehrte Anzahl der Vornamen eine Ungewißheit in die Litteratur dieses Artickels. Zappone (Johann Baptist), s. seinen vor- stehnden Sohn Dominicus. — — (Johann Dominicus), s. gleich vor- stehnd Dominicus Zappone. Zaragoza (Joseph), ein Jesuit, geb. 1627 zu Alcala, lehrte anfangs zu Barcellona die Got- tesgelahrtheit, wurde dann an der Akademie zu Madrid Professor der Mathematik und lebte noch 1676. Er gab u. a. ein Buch über die Kriegsbaukunst. ^/§c. *Zarato, s. oben in diesen Zusätzen Luzzo, und dort sowohl als im Lex. Lsslorro. Einige halten ihn mit Morro daFeltro, welcher ebenfalls den Deynamen Zararo oder (besser) Zarorro trug, für Eine Person. In solchem Fall kann er nicht wohl des (jüngern) Giorgione Schüler gewesen seyn, wohl aber,, wie vasari sagt, (- 5 v 5 .) sei» Mitgehülfe bey dessen Arbeiten nell Fondaco de' Tedeechi zu Venedig. Wie dem übrigens immer seyn mag, war er ein einsichtiger Künstler. Von ihm sah' man z. D- eine Madonna zwischen El. Francisc und St. Anton in der Kirche St. Epirto (?), eine andere zu Villabruna (?), und an einem Haus alle Teggie (?) einen Curtius zu Pferde; auch (wenn er anders mit Derer Luzzo Eine Person ist) in der Loge St.Stephan zu Fel- tro ei» Bild mit ihig dakirt. Späterhin soll sich Morro in Kriegsdienste begeben, und, als Haupt- mann in einem Treffen zu Zara, ä 5 I- alt, Todes verblicchen seyn. Lanzi (Lcil». ter^.) 111 . 77 — 78. 8 . V. Ltt-LLo und Vl. (Incllce) 84. Ob er dem Lintorett seine Beyschläferin entführt, und letztrer an diesem Raub gestorben sey, müssen wir — wie so Vieles zum Entscheid weiter Gott und der Zeit überlassen. Zarda (Adalbert Dincenz), seinem eigenen Ausdrucke nach, der Arzenei Doktor, ansserordenl- licher Professor der medizinischen Polizei und der Rettungsmiktel für Todtscheinende auf der K. K. Carl-Fcrdinandischen Universität zu Prag und Mitglied der Königl. Humane Society zu London, zeichnete eigenhändig drey von I. Berka radirte Blätter zu seinem Buche: Patriotischer Wunsch für die Wiederbelebung der todtscheinenden Mensche». Prag 1797. 8°. ^c. *Zarinena oder Zarinenna (Christobal oder Christoph, und Juan oder Johann) Gebrüder, Söhne des nachfolgenden Francesco Z. Der erste, den auch das Lex. kennt, st. nach FioriUo IV. 196. in 1622, der zweyte i6Z1- Beyde wiedmeten sich der Malerei, und zwar bildete sich der erstere, wie man gewöhnlich glaubt, unter Tizian in Italien, wahrscheinlicher aber bloß nach dessen Werken zu Madrid, und erwarb sich dadurch ein reihendes Kolorit. Valenzia und Zaun. 6159 die benachbarten Städte sind im Besitze der beßten Werke dieser beyden Bruder. Zarinena (Francesco), geb. zu Valenzia und gest. 1624. Vater der beyden vorgenannten Künstler, war Schüler des Francesco Ribalta. Von ihm sieht man theils an seinem Geburtsorte, theils in der Nachbarschaft, einige schätzbare Werke. Nach Bermudez wollte er auch das H. Bild der Mutter Gottes del Puig copire», wurde aber durch einige — Wunder, die dasselbe that, davon abgehalten; was uns fast mehr von seiner als von der Frömmigkeit der H. Jungfrau del Puig zu zeugen scheint. FioriüolV. 194. * Zarlarti (Joseph), Maler und Kupferner, geb. zu Moden« um - 655 . Rost 1 V. 69 — 6o. Seine Blatter finden wir weder dort noch sonst irgendwo benannt. — — (Venanzio), ein neuerer Kupferstecher dieses Geschlechts: Von ihm kennt man eine Maria Magdalena nach F. Albano aus der Galerie des Kapitals. Mrc. * Zarncko (Jacob). Von diesem Stecher kennt man, neben dem im Lex. angeführten, ebenfalls ohne andern Namen als den seinigen, allerlei aus der Französische» Geschichte; wie z. B- Histoire d'une — Kavs, dcmnöe ä 1.ouis XI. O. I.agmec exo.) — Laroussel ä 1a plsos Kodaks ä Karls 1612, — ordrs st 8esuce des Ltats ^Lnersux tenus ä Paris sn i6i-j. — I.it ds Parade de la Keine lVIarZusrlte ds Vslois en i 6 r 5 -— Plan ds l'^ssembles des Xotsbles ä Kauen en 1617. Einer unserer Kunstfreunde glaubt wohl nicht ohne Grund, dieser Künstler dürfte Eine Person mit dem auch unten folgenden Johann Ziarncko des Lex. seyn. Zarza (Carl und Johann Matkheus), Gebrüder, zwey spanische wackere (wir glauben fast Blumen- und Früchte-) Maler aus der zweyten Hälfte des XVII. Jahrhunderts werden bey Fionllo lV. 27a. vorübergehend genannt. Zarzofa (Anton Ximenez de), Spanischer Maler des XVII.Jahrh, und Akademiker vo» Se- villa, wird ebenfalls ganz kürzlich bey Fiorillo I. o. 297. angeführt. * Z »finge r (Matthäus), s. oben und im Lex. Zagel. Nach G Drimiser S. 56 . findet sich IN der Ambraser - Sammlung ein Harnisch Otto Heinrichs Pfalzgrafen am Rhein, und an demselben (wenn wir's recht verstehen) Gravuren, die mit dem Monogramm des Unsrigen bezeichnet wären. Zart» (Anton), ein Buchhändler und Buchdrucker zu Venedig um 1760 und noch 1780, welcher bisweilen auf den Kupfern seiner Derlags- bücher seine Verlagsadreffe siechen ließ. Zauberer (Hans), wurde um iöc >5 zum Müiizwardcin der StadtHagenau ernannt. Hirfch teutsches Münzarch. Vli. 55 g. § aulich (Heinrich Wilhelm). Ein solcher wurde um 1764 Churfürsilicher Stukaturer zu Dresden. Hofkai. Zaun (Johann Christoph), Hofbauschreiber bey dem Bauamte ju Cassel -764. ^c. — — (Franz), Kanzellist in der geheimen Kanzelei zu Salzburg ,792, «sucht seines gleichen nicht nur im Schönschreiben, sondern auch in der Nachahmung alter und neuer Schriften." Hühner's Beschreib, v. Salzburg II. 612. A >5 * 8156 Zauner. Zauner. Zauner (Franz), Hofbildhauer fsett »796')), Professor u.Rath der Kais. Akademie der bildenden Künste zu Wien, und (seit »8v6 oder 7) an Füger's Stelle der damals die Direction der KK. Galerie erhielt) Director der dortigen Maler- u. Bildhauerklasse, geb. zu Kreuzberg (». K. Konutzberg, a.Kauns) im deutschen Tyrol >746 oder 48. Früh zeigte sich bey ihm Lust zur Bildhauerey, die er bey einem Vetter, der Bildhauer war, ausbildete. Der Trieb, sich zu vervollkommnen, brachte ihn nach Wien. Er kam dort 1766 an, mit wenigem Geld, aber mit dem Enthusiasmus, sich bald zu vervollkommnen. Er kam zu dem, geschickten Professor Schletterer, bey dem er fünf Jahre arbeitete. Jede Nebenstunde benutzte er, theils nach der Natur, theils nach den wenigen vorhandenen Abgüssen der Antiken sich zu bilden; und so bahnte er sich, wie jedes Genie, frey von dem Zwang der Schule, seinen eigenen Weg. Die Verzierung des Gartens zu Schonbrunn führte ihn zum Hofbildhauer Bayer, für den er arbeitete. Rastloses, selbst des Nachts fortgesetztes Studium brachte ihn so weit, daß er nunmehr wünschte, unter eigenem Namen etwas Schönes auszuführen. Die Gelegenheit fand sich bald. Es sollten Statuen zu einigen Brunnen in Schonbrunn verfertigt werden. Z. meldete sich deswegen bey dem Kunstliebenden Fürsten Kaunitz, der ihm auftrug, binnen ib Tagen ein Modell zu einem der Brunnen zu bearbeiten. Es sollte die drey vornehmsten Oestreichischen Flüsse mit ihren Attributen vorstellen. Das Modell wurde zur bestimmten Zeit fertig, erhielt allgemeinen Beyfall, und Z. führte es unter seinem Namen im Großen auS. Er erwarb sich dadurch die Gunst der Kaiserin Königin Marie Theresie, so wie des Fürsten Kaunitz, und wurde 1776 als Pensionär des Hofes nach Rom geschickt, wo er sich vier Jahre hindurch theoretisch und praktisch ausbildete. Eben wollte er nach Neapel reilen, als er ,781 nach Wien zu der erledigten Professur der Bildhauerkunst berufen wurde. Dort führte er daS in unbestimmter Manier ausgeartete Studium der Bildhauerey auf richtigere Grundsätze zurück, die ihm die Natur, in Verbindung mit der Antike, darbot. Don eigenen Werken führte er folgende aus: Klio, die Muse der Geschichte, sitzend vorgestellt, in Carrarischen Marmor, besaß der Fürst Kaunitz. Das Denkmahl Kaisers Leopold II. in der Augustiner-Hofkirche zu Wien. Denkmahl der gräflich Friesischen Familie zu Veß- lau. Vier kolossale weibliche Kariatiden, am Portal des Palais des Grafen von Fries am Josephsplatz zu Wien. Zwey Brustbilder Kaisers Franz ll. Hymen, im Museum des Grafen von Fries. Die in Bronze gegossene kolossalische Bildsäule, die Kaiser Franz ll. seinem Oheim Kaiser Joseph ll. zu Ehren auf dem Josephsplatz bey der Kaiserlichen Burg in Wien errichten lies 1807. Mensel 111. In Ebendesselben Archiv B. I- St. 4. G. >h5. u. ff. wird dieses letztgenannte Kunstwerk (also schon i8c>5.) näher beschrieben. Eine andere (vorzüglich lesenswerthe) Beschreibung und kleine Abbildung dieser Bildsäule s. in B. Berruch's Bemerkungen auf einer Reise aus Thüringen nach Wien (Hefe I. S. 87 — 101. 189 — 96.). Eine dritte gab der Archivar und Custos der Akademischen Bibliotheck und Kupferstichsammlung, Joseph Ellmauer, in einer besondern Schrift fKl. Fol. Wien 1807 und legte nun vollends eine von dem Schweitzer Jacob Merz geistreich geetzte größere Abbildung bey. AusZZertuch's Beschreibung entlehnen wir hier, was folgt: »Zauner fertigte mehrere Modelle, wovon das eine den größten Beyfall fand. Um aber sowohl von der angemessenen Größe, als auch von der Lokalität sich vollkommen zu überzeugen, so wurde die Statue sammt dem Postamente, in kolossaler Größe auf ein Tableau gezeichnet, auf dem hierzu bestimmten Josephs-Platz errichtet, und dem Publikum, vorzüglich aber den Kunstverständigen, zu einer freymüthigen Beurtheilung überlassen. Es bestand die Prüfung, wie man erwarten konnte, vollkommen. — Professor Zauner folgte bey der Ausführung des Ganzen, so wie man es jetzt bey der fertigen Statue und dem Pferde im Kaiserlichen Gußhause, so wie am Piedestale auf dem Josephs-Platz bewundern kann, seinen eigenen Ansichten, die in der Kunst des Metall-GusseS Epoche machen werden. Ich will sie weiter unten anführen. Jetzt gebe ich Ihnen zuerst eine kurze Beschreibung des Monumentes, wie es aufgerichtet erscheinen wird, und lege zur besseren Verstnnlichunq eine treue Abbildung bey. — Das ganze Monument mit dem Piedeial, hat ein« Höhe von 36 Fuß, ist /j6 Fuß lang und 07 Fuß breit. Das Pferd mißt vom Hufe bis an die Obren vierzehnthalb Fuß, die Figur des Kaisers hat in sitzender Stellung gerade 11 Fuß. Der Monarch ist im Römischen Costume dargestellt, wie er als Imperator mit dem Lorbeer bekränzt unter seinem Volk umher reitet, und mit der ausgestreckten Rechten Aufklärung und nützliche Kenntnisse zu verbreiten sucht. Die Linke faßt den Zügel des herrlichen Pferdes, welches im kräftigen Schritt einherschreitek, mit gehobenem rechten Vorder- und linken Hinterfuß. Wenn auch diese ganze Stellung an bekannte, alte eque- stre Statuen erinnert, so muß man doch dem Künstler das Verdienst lassen, daß er sie seinem Gegenstände glücklich anpaßte, und mit einer Vollkommenheit ausführte, die mit den schönsten Arbeiten des Alterthums wetteifern kann In den großen Formen des Ganzen ist nichts Gezwungenes, Steifes, was den Schein zu imponiren hätte; sondern mächtig ergreift den Belchauer die ruhige Würde, die aus der Statue spricht.- Diese equestre Statue steht auf einem Piedestal von grauem, sehr gleich gemischtem Granit, bey Matthausen einige Stunden von Linz gebrochen. Der sanfte, graue Ton des Granits, der vortrefflich geschliffen ist, harmonirt zu der Bronze sehr gut, so daß auch der Eindruck des Ganzen Ruhe und Würde athmet. Die Statue ist so auf das Piedestal gestellt, daß sie gegen das Palais des Grafen von Fries, dieses Freundes und eifrigen Beförderers der Künste, blickt. Ich gebe hier zur bessern Verständigung nur mit einigen Linien den Grundriß an. e 00—0—o--vo e v « 1 ^ > a - S ? bI I» -> z ° 1 e 00—-0—-0—00 < i> Wo er, nack W. Bever's Tode, diese Stelle mit dem anklebenden Gehalte, neben Beybehaltung seiner Professur erhielt. Meusel's N- Mi«c. in. 57-. a) Diese Beschreibung wurde des Kaisers Maj. bey der feyerlichen Aufdeckung und Einweihung übergeben. S. auch den Aufsatz: 1ll»ußur»rios «1er LiiUsLuIe I4»i«e> lösest, 11; <0 Wiea in Meusrl» Archive It- (4.) 79 — 87- Zauner. 61 S 7 DasPiedestal hat durch drey Fußplatten, und durch die weit vorspringende Sockel, eine große breite Basis. Auf den beyden langen Seiten des Piedestals (» und d) sind zwey Bronzctafeln eingelassen , mit Allegorien auf die Verdienste Josephs um sein Reich. Diese aus dem Ganzen gegossenen Reliefs, sind jedes 12 Fuß lang und 7 Fuß hoch, folglich wohl die größten Bronze-Tafeln, die je gegossen wurden. — Das Basrelief, rechts vom Beschauer (s) bezieht sich auf Josephs Reisen, auf denen er Kenntnisse zur Vorbereitung wahrer Cultur und Aufklärung für seine Lander sammelte. Joseph in der Mitte stehend, wird von einem Genius gegen die sitzende Europa geführt. Rechts unterrichtet ein kandmann seinen Sohn in dem Ackerbau, als Zeichen des Friedens. Hinter ihm der Eichbaum, das schöne Sinnbild teutscher Festigkeit und Treue. — Das Basrelief links (b), weiches Sie auf der Abbildung sehen, deutet auf die Freymachung des Hafens von Lriest. Merkur entfesselt die Handlung, welche als weibliche Figur auf einem Waarenballen ruht; Joseph in der Mitte, streckt als Protektor die Hand gegen sie aus. Ihm zur Rechten steht ein Kaufmann, der nachdenkend die für ihn daraus entspringende Spekulationen zu berechnen scheint. Neben ihm Fama, die es mit weittönender Tuba verkündigt. Im Hintergründe ein Leutthurm und einige Schiffe, um das Ganze zu lokalisiren. — In die schmale vordere und Hintere Seite des Piedestals (c undll) sind Schrift- tafeln eingelassen, die gleichfalls sammt der Schrft im Ganzen gegossen sind. Die Buchstaben stehen erhaben, und werden vergoldet, welches sich gegen den tiefer liegenden, matten Bronzegrund gut schattiren wird. — Die Inschriften entwarf zuerst Denis, dann wurden sie vom Abbe Neumann, dem würdigen Numismatiker, etwas abgeändert.— Auf der vorderen Schrifttafel (c) liest man: 508 L 9 H 0 . II. VOI. 8^1.11'ri. ?vi;i.lcLL. vixi-r. nox. VII7. 8LO. -roms. Auf der Hinteren Schrifttafel (6) liest man: « 8 ^X 618608 . «OKI. LV. ^1787'. IKIk. LX. kkä'I'KL. XL? 08 . Hl.'I'L«!. k^kLX'I'I. ?08I7I'?. KIOcOLVII. Im Herbst 1807 soll nämlich das Ganze geendigt seyn, und eingeweiht werden. — Um daS Monument stehen vier große Master vonGranit(e) über Mannshöhe, die gleichfalls als Denksäulen dienen sollen, die, nach den unter Joseph II. geprägten Schaumünzen, die merkwürdigsten Epochen seiner Regierung bezeichnen. Diese iii Hautreliefs sind mit matt gearbeiteten Lorbeerkränzen umgeben. — Zwischen diesen vier Denksäulen tragen kleinere Granirpfeiler die Ketten. — Noch ehe Herr Zauner den Guß der kolossalen Statue unternahm, goß er 1797 die Gruppe im Kleinen, die vortrefflich ausfiel, und jetzt, mit demPieder stal zwölf Fuß hoch, im Kaiser!. Garten zu Laxen« bürg aufgestellt ist. — Der Künstler war bey der Veranstaltung des Gusses seinen eigenen Weg gegangen, und ob ihm gleich jetzt Mariette's verdienstvolles Werk über den Guß der Statue Ludwigs XV. bekannt wurde, mit dem seine Vorrichtung in vielen Stücken verschieden war, so blieb er doch seinen Ansichten getreu, die vollkommen gelangen. Er wendete daher dieselben Erfahrungen auch im Großen an, und hatte das Vergnügen, daß der geendigt« Guß der Statue Zauner. am 19. September rgoo, und der des Pferdes am 26. Februar i8oZ, alle Foderungen der Kunst erfüllte. — Ich kehre jetzt, da Sie das Ganze kennen, zu einer kurzen technischen Uebersicht der Arbeiten bey der Modellirung und bey dem Gusse zurück. — Als Hr. Zauner die Statue, wie ich oben erwähnte, im Kleinen gegossen hatte, so schritt er zu dem großen Modelle selbst. Nachdem man in seinem Laboratorium eine angemessene Grundfeste gemacht hatte, so ließ er ein Gerippe, welches ohngefähr die rohe Configuration von dem künftigen Pferde hatte, von starken eisernen Stangen verfertigen. Dieses wurde nach und nach mit einem aus Gips und Sand gemachten Mörtel ganz roh ausgefüllt. Um aber wegen der großen Last das Sinken zu verhindern, und die nach und nach entstehende Schwere zu mindern, so wurden große Stücken Holz-Kohle zugleich mit eingemauert, und auf diese Weise entstand nach und nach der rohe Koloß des Pferdes, dem man das volle artistische und anatomische Ebenmaaß gab. Jetzt war nun nothwendig, das Ganze abzuformen. Das Pferd wurde gut getrocknet, dann ein Theil nach dem andern mit einer aus Del und Seife gemachten Salbe überstrichen, und so in großen, mehr oder wenigen prismatischen oder trapezoidal Gips - Stücken überformt. Diese einzelnen Stücke bezeichnete man mit Buchstaben und Zahlen, um jeder Verwirrung vorzubeugen, und versah sie mit eisernen Oehren, um sie behülflicher zu mache».— Eben so wurde die Statue abgeformt. Dieses alles geschah im Laboratorio des Professors Zauner, bey St. Anna. Alle übrigen Arbeiten, die Fertigung des Kerns, der Form darüber, der Guß, so wie das Ausarbeiten, wurden im Kaiser!. Gußhause auf der Wiedner Vorstadt beendigt. — Um den Kern zu bilden» legte man in Frankreich, bey dem Gusse der Statue Ludwigs XV-, die Gips-Formen mit Wachstafeln, nach der Metalldicke aus, fügte die Formen dann genau zusammen, und goß die Kernmasse hinein. So war der Kern schon zum Gusse mit Mache überzogen, ohne daß man ihn vorher untersuchen und ausbessern konnte. Diese und noch andere Bedenk- lichkeiten bewogen unsern Künstler, einen anderen Weg z» versuchen. — Die Arbeit im Guß- hause fieng mit der Zurichtung der Dammgrube an. Man gab ihr nebst den gehörigen Dimensionen auch eine Basis, von Quadersteinen, und längs des Platzes, worauf die Form stehen sollte wurde ein mit einem eisernen Roste versehener Ofenheerd erbauet, der in der Folge zur Ausbrennung der Form unmittelbar nothwendig war. Da Zauner zuerst den Kern der Statue des Kaisers machen wollte, so wurden in die Basis starke eiserne Stangen, theils eingemauert, theils aber, mittelst Schrauben, stark zusammengeschraubt Um dieses Gerippe wurde nun die oben beschriebene 'Gipssorm gesetzt,, mit der Salbe gehörm überzogen, und die sämmtlicben Fugen mit Possier- lehm oder Gips verstrichen. Mittlerweile wurde eine angemessene Menge Gips, feines Ziegelmehl und Bier bis zur SierupSdicke angemacht, und dann mittelst hölzerner Canale, durch eine am Kopfe der Starue angebrachte Oeffnung, sehr langsam hineingegossen, bis die Form voll war. Nachdem die Masse halb erharret war, so wurden die einzelnen Gipssiücke wieder nach der alphabetischen und Zahle»-Ordnung abgenommen, und der Kern stand da. Von der Oberfläche dieses halbgetrocknelen Kerns schnitt man nun so viel weg, als die Metalldicke betragen sollte, trocknete durch Kohlenfeuer die Statue auS, und fügte von unten herauf die Formen reihen- oder etagenweise an. Der zwischen der Form und dem Kern befindliche freie Raum wurde nun mit Wachs, mit etwas Terpentin vermischt, ausgegossen. So fuhr man etagenweise fort, bis die ganze Statue um den Kern herum ausgegossen war. Jetzt H15S Z a u »e r. Zauper. wurde die Form wieder abgenommen, die wachs ferne Statue mit Griffeln ausgebessert, und mit Guß - und Luftableitungs - Röhren versehen. Hier ist besonders bey den Röhren die Rücksicht genommen worden, daß man sie dergestalt angebracht hat, daß das fließende Metall niemals die Oberfläche des Kerns berühren konnte, sondern mitreist der Röhren sich unterhalb der Statue hat sammeln müssen, wodurch die Form von unten auf ausgefüllt wurde. — Nachdem nun die wächserne Statue mit den Luft-, Guß, und endlich auch mit den unterhalb der Statue angebrachten kupfernen Röhren, welche zum Auslaufen des Wachses dienten, versehen war, so wurde in gehöriger Stärke die eigentliche Gußform aus Thon aufgetragen, mit eisernen Schienen giltermäßig umstrickt, und nun das Wachs, welches zwischen der Gußform und dem Kern eigentlich die Statue bildete, ausgeschmolzen. Dieses geschah, indem man anfangs 2 bis 3 Tage langsam feuerte, bis das meiste Wachs durch die kupfernen Röhren abgelaufen war. Dann fieng man an stärker zu feuern, bis die Gußform vollkommen ausgebrennt war; war die Ausbrennung beendigt, so ließ man die Gußform einige Tage stehen, und verhütete die Wirkung der äußeren Luft durch Sper, rung der Fenster und Thüren des Gußhauses, bis sie ganz ausgekühlt war. Hierauf wurde sie mit guter, etwas feuchter Erde verdämmt. Mittlerweile war der Gußofen eingerichtet, gefüllt und angezündet, und der Guß wurde glücklich vollendet, nachdem zwey Nachte und ein Tag gefeuert worden war. Äußer dem übrigen Personale waren bey dem Gusse der Professor Zauner, der Major Weigl, der Hauptmann von Lethengey und Ober-Lieutenant Kohout, sämmtlich Offiziere, die bey dem Kaiserlichen Gußhause angestellt sind. Auf eben die Art wie die Statue, wurde der Guß des Pferdes, der Basreliefs und der zwey Schrifttafeln beendigt." „Zum Beweise der ausgezeichneten Zufriedenheit über die glückliche Ausführung dieses Denkmals hatte der Kaiser den Künstler mit laxfreyer Erhebung in den Adelstand, einer mit Brillanten reich besetzten Dose, in welcher icyoovfl. lagen, und einem lebenslänglichen Jahrgelde von 3 ooo fl. belohnt. Eine andere schöne Huldigung ist Zauners Talent auch dadurch widerfahren, daß Canova die Arbeiter des Wiener-Künstlers zum Guße seiner Coloßalstatue des Kaisers Napoleon nach Rom kommen ließ. Um sich endlich auch von dem Gewicht der Zaunerschen Bildsäule, und von dem Umfange der Vorrichtungen zum Guße derselben einen genauern Begriff zu geben, so müssen wir noch bemerken, daß Folgendes dazu gebraucht wurde: Zur Figur des Kaisers äü^Etn. Metall; zur Figur des Pferdes Z74; zum Ofen und Gewölbe i 5 ,00» Ziegel, u.s.f. In dem Bauche des Pferdes hatten sä starke Männer Platz, ohne gedrängt zu werden'). Das oben erwähnte Monument Kaiser Leopold II. dann, bey den Augustinern, stellt diesen Monarchen auf einem Sarkophage liegend vor, im geharnischten Anzüge mit Römischen Mantel. Ueber ihm gebeugt steht die weinende Germania 2) j„ langem Trauertalar, auf der obersten der ansteigenden Stufen." Mensel Archiv l.c. Ig8.— Von dem schon oben erwähnten , an einen; Altare fiehnden 2' 6 " hohen Hymen aus Carrarischem Marmor bey dem Grafen von Fries sagt Berruch (l. c. 144 ), es sey »zwar zierlich ausgeführt, aber etwas hart und steif." Von seinem Denkmal der Gräflich Friesischen Familie zu Veßlau findet sich eine kleine Abbildung auf der Titelvignette des Taschenb. f. Freunde schöner vaterländischer Gegenden. Erster Jahrg. Wien 8 o 5 bey Doll D- Dieser geschickte Mann lebte und arbeitete noch 1814. Damals zeichnete Füger, unter seiner Leitung, das dem Dichter Collin, auf Betrieb seines Freunds, des Grasen Moriz von Dietrichstein, in der Kirche St. Carlo Borromäo errichtete Denkmal, welches dann in Granit und Bronze ausgeführt wurde, und, nebst dem mit einem Eichenkranz umgebenen Bildniß des Dichters die einfache Jnnschrift enthielt: „Dem vaterländischen Dichter, Heinrich Collin 181Z." Von des UnsrigenDildsäule Joseph lk- urtheilte Canova, daß sie Alles übertreffe, waS bis jetzt vou der Art neuerer Kunst in Europa vorhanden sey. Zaunusy (Jakob), s. oben Zannusi. Zauper (Joseph), ein Maler und Staffierer, zu Dux in Böhmen 174z geb. In 1761 kam er zu dem Königl. Pohluischen und Churfürstiich« Sächsischen Hofmaler Anton Kern, der während des siebenjährigen Kriegs in seinem eigenen Hause zu Graupen in Böhmen lebte, in die Lehre; und nach dem im Jahre 1760 geendigten Kriege ging er mit ihm nach Dresden, wo er ganze fünf Jahre zugebracht hat. Kaum befand sich Kern mit seinem Zögling in Dresden, so bekam er vom Minister Brühl den Auftrag, die Galerie, welche man während des Kriegs in der Festung Königsstein aufbewahrt hatte, wieder in Dresden einzurichten, und das Beschädigt« auszubessern. An dieser wichtigen Arbeit nahm auch unser Zauper sehr großen Antheil da er unter der Leitung dieses berühmten Malers viel ausbessern mußte. Nach Verlauf der fünf Jahre, die er mit seinem Meister theils zu Dresden, theils zu Tetschen zubrachte, kam er zum Vergolde«: Pursch, die Vergoldung zu lernen, und -) Ueber die bevden Tafeln auf zwey Seiten desPiedestals bemerkt Füßli (Annnl.11. 56.): „Diese Tafeln sind wahrscheinlich bisher die größten, die aus Bronze gegossen worden, indem jede derselben sieben Schuh Höhe und zwölf Schuh Breite hat, so, daß die Figuren beynahe in Lebensgröße erscheinen". 2) 8üßli (>-c. 59.) sagt wohl richtiger: DieReligivn, „mit ihren gewöhnlichen Attributen", und setzt hinzu: „Der Kupferstecher Hr.... (?) hat diese Vorstellung in geschabener Manier herausgegeben, aber die Figur der Religion zu sehr ins Lange gezogen", wie es — noch so viele thun. 3 ) 8üßli >. c. 11. 59 — 60. beschreibt dieses Denkmal, welches der H. Graf von Fries seinem Vater und Bruder errichten ließ, wie folgt: „Es stellt die Zusammenkunft des VacerS mit dem Sohne vor, den er mit offenen Armen, und bewegter Geberde emvfangr, und der sich ihm wieder mit einem Ausdrucke von innigster Rührung und kindlicher Liebe nähert. Diese geistvolle, und in aller Rücksicht vortrefflich ausgeführte Gruppe, ist über hoch, und aus einem einzigen Stücke carrarischem Marmor gearbeitet." Dann Ikbsndns. die vier colvßalischen weiblichen Caryatiden am Portale des Gräfl Friesischen Gebäudes am Ioftphs-Platze: „Wenn man weiß, daß diese vier außerordentlich großen Figuren in einer Zeit von weniger als zwev Monate» ganz ausgearbeitet und aufgestellt werden mußten, so verwundert man sich billiger Maßen über die Leichtigkeit und genaue Bestimmtheit, mit der sie vollendet sind; noch mehr aber gefällt der elegante Schwung, der sinnreiche Conrrast, nebst einem gewissen anmurhigen Wesen, das durchaus in diesen zwey Gruppen herrschet. Noch nennt er endlich (1.c.) „zwey trefflich charakcerisirte Brustbilder des regierenden Kaisers", eines für das physikalische Cabinet, das andere für das K.K.Münzamr; und ist überhaupt (i. c. S. 5»-6i.) über den Unsrigen nachzulesen. Zaurmann. blieb bey ihm, bis die Arbeit beym Churfürsten, indem damals die Vermählung vor sich ging, im Schlosse zu Stande war. Von da ging er nach Wien, wo er sich beynahe ein Jahr aufhielt, bis ihn Pursch wieder nach Dresden berief. Hier arbeitete er mehrere Jahre mit vielem Beyfall, kehrte dann nach Dux, seiner Vaterstadt zurück, wo er sich im I. 1776 vermahlte. Seine Arbeiten sind meistens in Sachsen und den nächsten Gränzörtern in Böhmen anzutreffen. Im 1 .1809 lebte er noch. Dlabacz. Zaurmann, Böhmischer Münzmeister, s. oben Sauermann. Zaronhack (Conrab), alter Maler und Büchsenmacher zu Pkünchen. Derselbe hatte i.J. 1499 die Madonna mit dem Kinde, nach einem sogenannten Bilde des H. Lucas (oder vielmehr des bekannten Luca Santo) in Rom copirk, dasselbe mit sich nach Jerusalem genommen, und dort am H. Grabe und auf dem Kalvarienberge verschiedene heilige Gegenstände damit berührt, und es sodann mit sich nach München gebracht. Noch gegenwärtig soll es sich dort im Besitze des Kön. Geh. Rathes Max. Grafen von Preyflng befinden. Lipowsky. Zazschki (A.), ein Kupferstecher zu Anfange unsers Jahrhunderts. Wir kennen von ihm eine sehr mittelmäßig in qu. Fol. gefertigte Kopie des Blattes, was Stölzel und Senf nach C. A. H. Heß ätzten, und den Zug der Uralischen Cosacken darstellt. Mrc. Zdencz (Johann), von und auf dem Prachthofe, ein Großmeister des Kreuzherrn-Ordens mit dem rothen Stern in Böhmen von i 4«7 —26. Er war ein trefflicher Kenner der Künste, und verbreitete diesen Geschmack unter seinen Brüdern sehr eifrig aus. Dlabacz. * Ze (Dominicus), eine Kürzung von Zensur (oder besser Aenoi) auf Kupferstichen, Zeccus (Ferdinand Aloares), ein Landkarten- zeichner, s. oben Seccus. * Zech, auch Zaech und Zach (Bernhard), Kupferstecher und Kunstverleger (vermuthlich auch Zeichner oder Maler) zu Augsburg; der Stiefvater von Marrh. Bussel. Er soll gearbeitet haben, nach Jac. Umbach einige 20 in gr. 4°. radirte Blätter mit Landschaften, Ruinen und Höhlen; nach S. Vouct die vier Tugenden: llrullentia, kortitUilo, lustitia und 'lemporsntia in 4". i dann ohne Namen eines Zeichners eine Folge von Allegorien und ein Blatt mit Vieh und Ruinen; dann wiederum nach S. Douet die Geschichte Psalm 72. v. iv. ii. auf vier aneinander geleimten Bogen. ch-Lc. — — (Christoph), Bildhauer von Jßni im Algau; arbeitete um 1746 in Nürnberg, allwo man in der St. Jobsikirche ein Grabmal von ihm siehet. Seither wohnte er zu Fürth. von Murr. 9 b er etwa ein Sohn des obigen Bernard Zech seyn dürfte? -(Daniel), ein Künstler zu Augsburg, wo er i 6 i 5 eine nummerirke Folge von einigen 20 Blättern i„ fertigte, die mancherlei etwas schwerfällig gezeichnete Zierrathen u. dergl. für Goldschmiede darstellen. Vermuthlich ist dieser derselbe Daniel Zech, der ein Maler zu Augsburg benannt wird, obwohl wir ihn keineswegs für einen Maler, sondern nur für einen Goldschmied halten; und dies um so mehr, da er die gedachten Blätter mit den Punzen ausgeführt hat. Mc. Zeemann 6169 Zech (Niclaus), ein Architekt, s. oben per. Sengelaub. * -s. auch oben und im Lex. Zaech. Zechermair (Thomas), der altere, Maler zu München, lernte daselbst bey Hans Mielich; zeigte sein Probestück »672 bey der Zunft vor, und st. i6iZ. slkc. - — — — der jüngere, Schüler des Obigen, machte sein Probestück 161Z und st. ibZ-s. ^ Zechmayr (Hans), ein Steinmetzgeselle von Salzburg, der 1676 zu Dresden arbeitete. Zechmeiste r (Georg), vielleicht der Bruder des ff. Mas, lernte ebenfalls als Goldschmied unter Christian Reinhardt zu Dresden und wurde 1680 zum Gesellen gesprochen, — — (Ellas), lernte als Goldschmied bey Paul Lembke zu Dresden von 1672 bis 1678. Zeda (Johann), 4in Böhmischer Glockengießer, goß eine Glocke zu Womslaw in Böhmen 174z. Dlabacz. r Ze blitz (Carl Abraham, Freyherr von), geb. zu Schwarzwalde bey Landshut in Schlesien 1781, ein Liebling des großen Friedrichs, der so Jahre dem Preußischen Staate als Minister diente seine Entlassung 1789 nahm, sich auf seine Schiesifchen Güter begab, hier zu Kapsoorf bey Schweidiiitz 1,9z starb und zu Wüste-Waitersdorf begraben wurde. Derselbe liebte und übte zu seinem Vergnügen die schönen Wissenschaften und Künste, namentlich das Zeichnen und die späterhin von ihm erlernte Landschaftsmalerey. Mehr über ihn sagt Biester'« Berlinische Monatsschrift Jahrg. 179a. Band XXI. 8°. G. 607 bis 56 i. Sein nicht ganz ähnliches Bildniß sc. >782.) findet sich vor Band I. gedachter Monatsschrift Jahrg. 1782. Zedritz (Esajas), s. den folgenden — — (Georg) und (vielleicht sein Sohn) Esajas Zedritz (dieser intcrimnistisch seit i/2Z.) erscheinen 1729 als Münzmeister der Münze zu Stockholm. Henel das i729florirendeSchvve- den S. 129. Zedrrvltz (AmaiiaPhilippina Albertina von), die Tochter des ersten Amlshauptmanns in Thüringen, geb. zu Auerstädl 1779 und hier noch 1806 am Leben. Eine geschickte Dilettantin im Zeichnen und Malen. ss. F. Möller verzeichn, der Künstler, Gelehrten und Schriftsteller von Zeitz und hlaumburg S. 21. *Zeelander (Peter de). Ein Bild von ihm soll sich in der Galerie zu Schleisheini befinden, sagt der H. von Männlich, ohne dessen Jnnhalt zu benennen. Zeemann (A.), radirte mittelmäßig, nach eigner Erfindung, eine Vignette, welche ein Liebespaar darstellt, was sich einem Altare nähert, auf dem Amor Feuer anzündet. * — — (Regner oder Remigius Nooms genannt), Maler und Kupferetzer, nach Rost VI. « 5 . («. v. hiooms), geb. zu Amsterdam um 1612, nach Nicolai aber dort blühend um 1VZ0, (nach von Mechel erst um 1670.). Ob er etwa ein Vorfahr H160 Z e e m a n n. Zeemann. der Seemann (von Danzig) des Le^. und gegenwärtiger Zusätze seyn dürfte, ist uns unbekannt. Seinen Beynamen erhielt er von seinem ursprünglichen Beruf eines Matrosen. In Deutschland besitzen von ihm die Galerie zu Wien: Ein großes Seestück mit vielen Schiffen (6^ 8" br. 4 ^ hoch)- in der Ferne eine befestigte Stadt; München oder Lustbeim: Ein vom Sturm bewegtes Schiff auf hoher See, kleines Bild auf Holz; dann Lust- heim sicher, noch zwey kleine Seestücke; SalZ> rhalum einst: Eine Seeaussicht, wo auf dem Vorgrund allerlei Waaren von Personen in türkischer Tracht ausgeladen werden; dann ein ande, res Ceestück, wo vornen auf dem Land einige Figuren sich unterreden; ein drittes, wo am Ufer ausgeschiffte Fässer stehen, und ein viertes, wo ein Fahrzeug am Ufer liegt; alle viere kleine Bilder auf Leinwand. Heinecke I. c, 4 - giebt den Künigl. Preußischen Lustschlössern viele Bilder von ihm; rmcolak spricht bloß von Etwas in der Königl. Galerie zu Berlin. Wieder nach Heinecke (l. c.) soll der Maj.Humberr von ihm eine schöne Zeichnung von einer Berlinischen Gegend (Ober- baum) besessen haben; der (genaue) Aicolai vermuthet hier die Verwechselung einer solchen Zeichnung von P. de Cocxie. Rost l. c. laßt ihn von Berlin wieder in sein Vaterland zurückkehren rühmt seine besondere Starke, Schiffe von aller Art und Größe zu zeichnen, und fahrt hierauf also fort: „Dann haben wir von seiner Hand, und nach seiner eigenen Zeichnung eine beträchtliche Zahl fein geetzter Blätter, welche verschiedene Fahrzeuge, Seetreffen und ländliche Ansichten, mit artigen Figuren und schönen Fernen geziert, darstellen «)". Rost (l. c. 88—87.) führt von ihm, theils in ganzen Folgen, theils an einzelnen Blattern nicht viel über 43., der winklersche Katalog dann (weit genauer und zahlreicher) über i»o., am Genauesten und Zahlreichsten aber Barrsch i 54 derselben an; glaubt, daß ihrer kaum mehrere seyn dürften, und bemerkt, daß ob solche , gleich nicht zu den seltensten gehören, sie dennoch, als gesucht, von einem Verleger zum andern gingen (vielleicht mehrmals überarbeitet, daher), in guten Drücken schwer zu finden seyen, und einige derselben sehr theuer bezahlt werden. Hierauf folgt bey ihm (I. c. 127—44.) ihre genaue Beschreibung nach seiner löblichen Weise; hier nur summarisch, wie folgt: 1. Marine, bey Danker Dankerts verlegt. s. Der Matrosen-Aufruhr. Aeußerst selten. 3. Die zwey Blockhäuser am Amstel, Sehr selten, und wahrscheinlich nach 1654 gefertigt. 4 . Das Pestspitak außer Amsterdam. Aeußerst selten. 5 . Der Brand des Rathhauses zu Amsterdam. Eben so, sonst keins von den beßten. »-18. Recueil 675. Diese, so wie N°. ihr. äußerst selten, und Barrsch wieder nur auö dem Katalog von Marcus (S- 463 .) bekannt. — Der wmkiersche Gantkatalog spricht von einem Blatte mit Schiffen, wo sich auf der Seite ein Medaillon mit dem Dildniß des Künstlers befinden soll; wohl das obige N°-3. (Matrosenaufruhr) wo der Katalog von van Dußen ein solches mit Lorbeer gekröntes Medaillon auf das Bildniß des SchiffskapitainS ( 8 chipper Kees «ie ) deutet. — Dann nennt ebenfalls N)inkler, als nach dem Unsrigen von F. W. O. K. C. T.) Musculus geetzt (Brandes hat Onret sc.) zwey Blatter: «le fjsrinß-pskkers Deren und «le klont- Albans Doren. und eine Englische Seeküste von I. B. Derray (». fügen bey: Lesuvsrlet exc.) gestochen- Der Katalog von Paignon-Dijonval 1) Aartftd (petrure 6--greur) V. I2Z. hingegen glaubt, daß überhaupt von der Geschichte unsers Künstlers so gut als Alles, selbst sei» Geburtsort unbekannt, und einzig wohl unzweifelhaft, daß er ursprünglich ein Holländer sey; ferner daß aus einem seiner Blätter für sicher erhelle, daß er 1656 zu Amsterdam gelebt, so wie einige andere zu beweisen scheinen, daß er auch in Frankreich und England sich aufgehalten. 2) Weit genauer lautet indessen die Gharakteristik seiner Blätter bey yartscb 1. «-. 1-4. wie folgt: »In Marinen kennt man nichts Geetztes, was Seemanns Arbeit übertrifft; die Mecreswogen drückte er auft Wahrhafteste nnd Natürlichste aus. Eben so stellte er die Gruppen der verschiedenen Gattungen Schiffe mit Uttgemeiner Einsicht und der größten Genauigkeit dar." Dagegen tadelt man seine Lüfte, und die Rauchwolken, womit er den Dunstkreis mit allzu magerer Nadel umhüllte (»es „uex, cke ku»ie« llonc u » «rag ^,'i-eoiiscril Ie vns>c>reux, el gu'il » execule, U'un« poillle r,vs> inn!g,e). Im Ganzen aber bediente er sich einer sehr feinen Nadel und geschloßner Schraffirung, welche gewöhnlich aus der kalten Nadel und ein wenig Grabstichel gemischt ist- Zeemann. Zehender. 6161 hat noch: Marine (ls 6Inn 4 t ; nämlich das Bildniß des Landfchafts- Secrekair Joh. Gottl. Richter zu Baireuth 12°. und einen Prospekt von Sansvareil in schmal qu. Fvl. Anderwerts nennt man von ihm gezeichnet und geetzt das Bildniß von H. F. Zehelin (6" hoch, 35/4 br.) Pr. 12 Kr. Nach ihm dann stach (zu irgend einem Buche) I. A. Darnstedt einen Prospekt von Neustadt am Culm in qu. 8°.; und A. W Küffner, die von ihm 1788 gezeichnete Gegend von Berneck zu des I. G Henze: Berneck, ein historischer Versuch. Baireuth 1790. gr>4°. Zehender oder Zehnter, (Carl Ludwig), Bürger von Bern, geb. r/hi zu Ger- zensee (a. fi. zu Nyon in der Waat), Sohn deS deutschen Psarherrn an letzterm Ort, ging, nach verschiedenen besiegten Schwierigkeiten, seinem Hange für die Kunst zu folgen, um 1769 (s. ft. 1774 .) nach Paris, wo er es meist durch eignen anhaltenden Fleiß dahin brachte, daß er sich die Gunst des damaligen Herzogs von Chartres, und den T'tul seines Zeichners erwarb. Bald hernach sandte er eine Zeichnung: Winkelrieds Tod, an seine Vaterländische Regierung, und im ff. Jahr eine zweyte: Wilhelm Teils Ver, urtheilung, wofür er ansehnlich belohnt und die letztgenannte in dem Bildersaal der öffentlichen Bibliotheck aufbewahrt wurde §). Späterhin arbeitete er an den bekannten Wagnerschen, mit Farben gedruckten Schweizerprosvekten, und lebte noch zu Paris um 1779. Nachher kehrte er wieder in sein Vaterland zurück. Von ihm kennt man neben Andern, ein angenehmes colorirtes Blatt, worauf das, im Bernerschen Gebirgs- land gelegene, einem seiner würdigen Anverwandten zuständige Gurnigel-Bad, und die dortigen Sontagsvergnügungen des umliegende» Landvolks sehr lebhaft dargestellt sind. Dann ein anderes von ihm sowohl gezeichnetes als geetztes Blatt hat das Innere einer Sennhütte im Simr menthale zum Gegenstand (8" hoch, > 3 " br. Pr. Zv Fr.Livr.). Hauptsächlich aber ein großes historisches Blatt, mit den Begebenheiten des 17. Sept. 1802, wo ein Jnsurgentenhaufe die Garnison der Helvetischen Regierung zu Bern zur Kapitulation zwang. Der Hauptgegenstand ist ein H. von Werbt, der bey dieser Gelegenheit seinen frühzeitigen Tod fand. Aeußerst zufrieden mit diesem Bilde, vermochten die Freunde des Jünglings, die Zeichnung in ihrer ganzen Größe von 27" zu 18" Paris. Maaß kolorirt herausgegeben. So erschien solche wirklich i 8 c> 5 . (Pr. 4 Louisd'or). In den eigentlichen Kupfer- r) Diesen fügt einer unsrer Freunde noch bey: Zwey Ansichten von Montalbau ( 6 ->s->n exc.); das Paquet- boot und die Holländische Convoi (dies nach dem Unsern, gemeinschaftlich mit Backhuvftn) wieder bey Beauvarlet; von I B. Derrey die Englische Küste; von Drevet zwölf kleine Blätter mit Sechaven; von C. Plovs van Amstel ein Seestück mit Schiffen, in Lnschmanicr. 2) 5 -ubracken verkaufte solche dahin. z) Von ihm sagt ein Ungenannter 1788 in Meusel's Mus. m. 53- „H. Zehelein hat ungemeine Anlagen zu verschiedenen Kunstkennrniffen. Er ist nicht nur ein guter Violonccllspieler, sondern hat besonders aufferordentliche Talente als Maler. Unter hundert Liebhabern findet man nicht einen, der eine so seltene Gabe zu treffen hat, wie er. Jeder Blick, den er auf einen Gegenstand, welchen er zeichnen will, wirft, fliegt mit aufgehaschten Zügen der frappantesten Aehnlichkeit zurück. Daher ist es ihm gespielt, auffallende Gesichter nur im Vorbeygehen sogleich mit aller Wahrheit auf das Papier hinzuzcichncn. Nebstdem hat er auch die angenehmsten Phantasien zu Landschaften, die er sowohl mit Wasser- als Oelfarben malen soll. Endlich ist er ein herzlicher Mann, ein Wer, liebenswürdiger Schwärmer, in dessen Gesellschaft ich eine angenehme Stunde zugebracht habe." z) Die erste wurde von dem Rathe zu Bern seinem Gönner, dem Bauherrn Hackbrett, geschenkt. B ih 6162 Zehender. Handel kam solche niemals. Auf dem Kunstsallon zu Bern sah' man von eben diesem Künstler zwey Schlachtenstücke, die von einem so leichten und geistreichen Pinsel zeugten, daß Kenner nur bedauerten, daß H.Zehnder seither diese genialische Manier gegen einen fast ungemeßenen Fleiß vertauscht hatte. Mßli V. 201. Mensel III. (1809.) nennt ihn noch unter den Lebenden. Lonf. Ebendesselb. Archiv I. (4.) 60. 79 — 81. — 11. (2.) 109. il 5 . Zehender oder Zehutner (Hans und Andreas oder Endres), zwey Gebrüder Ersterer, nachdem er bereits Münzmeister in Nörd- lingen gewesen, trat i 5 j 8 zu Erlangen in Brandenburg-Bayreuthische Dienste, dein der andere ebenfalls bald nachfolgt«, die dortige Münze zu versehen; jedoch ging letztrer gleich das ff Jahr wieder davon ab, unterm Vorwand eines Kaiserlichen Rufes nach Prag. Hans wollte hierauf i 65 o als die Münze zu Erlangen einging, ebenfalls seinen Abschied haben, den ihm aber der Markgraf verweigerte, und ihn zu Neustadt — gefangen hielt. Spiesen's Brandend. Münz- velust. ?. III. id 4 -rc- > 6 ». Beyschlags Beytr. z. Bunftgesch. von Aördlingen St. VI. u. VII. S. 45 u. 64. erzählen die Schicksale dieser beyden Bruder, mit geringer Verschiedenheit der Daten, eben so. Nach ihm versah Hans die Münze zu Nördlingen von 1546— 5 i. — — — auch Zentner, Zentner (Hans), Zehntner ist wohl sein richtiger Ge- schlechts-Name. Bey Lasan (Lä.seo.) wird sein Taufname irrig mit I. L-, anderswo gar mit I. L. L- bezeichnet. Geb. zu Darmstadt, Kupferstecher zu Braunschwelg, hielt er sich eine Zeitlang (schon um 1784.) zu Paris auf, von wo er um 1787 nach Haus kehrte. Von ihm kannte man um 1789 Blätter von Pfälzischen Ruinen nach Goudt is.K. Gurh). Nach Mensel IIl. welcher (1809.) den Unsrigen noch unter die Lebenden zählt, wären es die Trümmer der ehemaligen Hauptkirche zu Speyer, die Begräbnißstätte der deutschen Kaiser aus dem Hause Habsburg ebendaselbst, die Ruinen eines Carmeliter- und eines Dominikanerklosters, Alles zu Speyer, welche er nach Guth gefertigt hatte. — Dann Anderes nach I. P. Loutherbourgh (vielleicht schon zu Paris), wie z.B. die vorsichtige Hirtin, und das Gewett des Esels; diese (nachBasan) für das Kabinet le Brün. Endlich nennt M eu sei Misc. XXX. 262 . mit großen Lob ein von ihm gefertigtes allegorisches Blatt auf den Tod des ') allgemein bedauerten Pastors an der Magnus- Kirche zu Braunschweig, J.C.A. Henke. Meusel rubrizier ihn gedoppelt, als Zehnrner und Zentner, und«. 6. v. als zu Frankfurt a. M. seßhaft. Irgendwo (1820.) heißt es: »Dieser" (hier I. L. L. gekaufte) »von Darmstadt gebürtige Künstler, der nicht allein mit der Nadel umzugehen verstand, sondern auch geschickter Landschaftsmaler war, ist vor mebrern Jahren verstorben. Von ihm hat man, neben Andern!: Ruinen des Carmeliter-Klosters zu Mainz (nicht Speyer, wie Meusel sagt) (?). Noch anderwerts lesen wir, »daß ein Zehnrner" (wohl wieder der Unsrige) »vier Aussichten von Cassel, nach S. L. Dury und dem Rath Tischbein, in Querfol. gestochen habe." — — (I- C ), ein Maler zu Frankfurt a. M. 1788. Wir haben von ihm ein schlechtes Oelgemälde gesehen, was nach der Natur gemalte Bettelleute nebst einem Prospekte gedachter Stadt zeigte. flkLc. Zeibold. Zehender (Matthias). In der Sammlung des Prinzen Carl von Eigne (s. deren Verzeichnis von Barrsch S. 160, wo er irrig Zehender genannt wird) befand sich von ihm (1671 mit der Feder gezeichnet, mir Bister getuscht und weiß gehöht) ein Blatt, was zwey Märtyrer darstellt, die sich vor ihrem Lodesgange noch umarmen. — Nach ihm sollen gestochen haben Phil.Kilian den Abt von Elwangen Heinrich Christoph, und B. Kilian, nach des Matthias Zeichnung von 1672, den H.Geraldus in einer Einöde knieend und von Engeln bedient. Mrc. — — (V-), ein Schweizer von Geburt, der zu Oldenburg (heißt es 1816.) als dortiger kegationsrath lebt, sich gern mit der Kunst beschäftigt und gute historische Zeichnungen zu seinem Vergnügen fertigt Ob das V. den Tauf- namen dieses Dilettanten, oder das adeliche von bedeuten Joll, ist uns unbekannt. Mrc. — — ( ). In der zweyten zu Amsterdam erschienenen Auflage des Werkes: De^eu- vvoorciiAe 8kk»st 8er vereeuiAäe Xesterlanäen 17Z9 ff. 8°. findet sich ein Grundriß von Mi'ddel- burg 17hl, den Dr. Nettis gezeichnet hatte, nach dem Plane eines Ingenieurs ... Zehender, von einem Ungenannten in qu. 4°. raoirl. Zeh! (Carl Gustav, gewöhnlich Gustav). Der Sohn eines Sächsischen Artillerie-Unterofficiers, befliß sich in Dresden, seiner Vaterstadt, der Kunst, radirte einige kleine Landschaften nach eigner Zeichnung, stach Schrift rc. In i 8 u 3 vertauschte er Dresden mit Leipzig, wo er die Kunst aufgab um sich dem Kunsthandel zu widmen, und verschiedene Künstler beschäftigte (öfters sind ihre Blätter einzig nur mitZehlsVerlagsadresse bezeichnet), mehr aber noch früher gestochene, schon etwas abgenutzte Platten an sich kaufte. Bey alle dem war in seinem Verlage doch noch allerhand GuteS und Leidliches; so z.B. von Bollinger, I. G. Geister, C.G. Geyser, C. W. Kolbe, I. I. von Mecheln, J.J.Wagnerrc. Er st. zu Leipzig 18iZ, 26 I. alt. Zehr ( ). Von einem solchen, uns sonst ganz unbekannten Stecher wird irgendwo ohne andern Namen als den seinigen, das Bildniß eines Gabr. Joh. tzelmburg angeführt. Zehrlein, ein falscher Name von obigem Zehelein. z e i (N.). So nennt La»sr (L8. ter?.) I. 285- einen Maler aus Cilta di St-Sepolcro, den man für einen Schüler des Cortona hielt. Von ihm sieht man im Dome seiner Vaterstadt: Die Seelen im Fegfeuer, ein wohl colorirtes, und nach den Maximen seines Meisters componirres Bild, nur mit gemeinen Köpfen und von wenig Ausdruck — etwa den befreyenden Engel ausgenommen. Zeibig (Georg), ein Bildhauer zu Heidenair (unweit Dresden), wo er 1689 46 I. alt starb. Georg Spieß: Dohnisches kurzes < 5 hro- nicon >710. Fol. eine Handschr. Zeibold (Georg), erscheint schon 1700 als Special-Münzwardein des Markgrafen von Bran- denburg-Onolzbach für die Münze zu Schwabach; wurde aber dieserwegen erst 1706 vom teutschen Reiche in Pflicht genommen. Hrrsch teutsche» Münzarch. VI. 6. 17. ) Nebe» Andern, wegen seiner Toleranz, die sich seither in seiner würdigen Familie fortpflanzt. 6163 Zeichhorn. Zeichborn (Johann Wenzel), erscheint 176Z als Hofedelgesteinschneidcr zu Hannover, Zeidler, auch Zeltler (ChristophAndreas). Ein zu Halle im Magdeburgischen erschienenes Bildniß des Gottesgelehrten I. I. Breithaupt, von M. Bernigeroch nach Christoph Schütz gestochen, ist mit seiner Verlagsadresse bezeichnet. Aus dem Geßner'schen Buche über die Buchdrucker- kunst entnehmen wir, daß er der Sohn eines Buchdruckers zu Frankfurt a. d. Oder war, wo auch er eine kurze Zeit als Buchdrucker hand- thierte, dann 169s nach Halle zog und hier noch um 1740 als Buchdrucker und Disputationshaudler lebte. — — (Jacob), lernte von 1681 bis 1687 die Goldschmiedekunst bey Christian Zink zu Dresden , wurde hier 1694 Meister und starb 1699 in dieser Stadt. — — (Jgnaz). So nennt Dlabacz einen „sehr geschickten" Kupferstecher zu Neustadt in Mahren, der dort in 17Z0 und ZZ gearbeitet habe, und führt dann als Proben seiner Kunst eine Anzahl Heiligenbilder an, von denen viere z. B. die Beschreibung der Krönung des Gnadenbildes bey St. Thomas zu Brünn zieren mußten, ein anderes die Beleuchtung des H.'Berges bey Ollmütz darstellte, u.s. f. Alle diese Blätter, sagt D. werden in der Stifts Strahower-Bibliotheck — aufbewahrt. -- — ( I. G ). Von einem solchen uns sonst ganz unbekannte» Stecher wird irgendwo, ohne andern Namen als den (einigen, das Bild- niß eines Rechtsgelehrten, I. Friedr. Scharf, angeführt, — — (Martin), ein Maler zu Jena, welcher hier 1622 starb. Spange nberg Handbuch der in Jena dahingeschiedenen Gelehrten rc. Jena -819. 8^, S-igi. — — (Paul), ein geschickter Tischler und dabey auch Büchsenmeister aus Weida im Aoigt- lande, der sich um i 655 zu Wittenberq in Sachsen niederließ und 1689 zu Lutkerbach starb. Mrc. — — oder Z e i d e l e r (Wenzel); geb. 1289 zu Kahla in Thüringen, wo fein gleichnamiger Vater Stadtrichter war; erlernte die Goldschmieds- und Juweliccskunst von i6uö bis i6u8 bey dem Goldschmied und Oberkleinodsmeister(?) Heinrich Heil- schwing zu Erfurt Nachdem er darauf die bedeutendsten Städte in Teutschland, Frankreich, Italien und Pohlen durchwandert hatte, kam er nach Leipzig, wo er anfänglich bey dem Goldschmied Johann Peißkern konditionirte, sodann sich selbst als Meister niederließ, und 162-4 eine Tochter des Goldschmieds und Steinschneiders Johann Reinhard'« heirathete. Er st. zu Leipzig 1642. S. seine Lelchenpredigt durch «t. Lange Leipz. 16 js. 4° Zelgermann (M-), ein Maler, von dem man in der lutherischen Kirche zu Jnsterburg im Königreich Preußen viele zum Theil wohl und witzig ersonnene gut ausgeführte Gemälde findet. An der rechten Seite der Kirche sieht man u. a. die 12 Söhne Jacob's und 4 ihrer Nachkommen; worunter die Person Simeon's sein eignes Bildniß abqiebt. Auf den in den Händen habendem Malerstock liest man: M sotat. suso 52; ein andres Gemälde über der Orgel, ist von ihm mit ibüudatirt, woraus man sein ungefähres Alter entnehmen kann. Weitläuftiger sind diese Kunstwerke beschrieben in Bernouillls Sammlung kurz. Reisebeschreib. XVl. S. 129. ff. >) Sollte wohl Joh. Jakob, heißen. Zeiller. Zeil (I. M.). So soll ein Kupferstecher heißen, vo» dem man dasBildnjß einesJo.Jac.Romangolo kenne. Zeiller, (Franz Anton) geb. im Marktflecken Reite, Gerichts Ehrenberg im Tyrol, von armen Eltern die er frühzeitig verlor, lernte er die Anfänge im Zeichnen und Malen von seinem Anverwandten, dem nachfolgenden Paul z. Von diesem kam er auf zwey Jahre zu dem geschickten Johann Hölzer nach Augsburg, und nach dessen Tod zu Bernard Gvtz, bey welchem er ejnige Jahre zubrachte, und sich etliche hundert Hulden ersparte. Artig genug ist der Streit, ob er diese Summe zum Ankaufe der Holzerschen Kunstver- laffenschast, oder zu einer Reise nach Italien verwenden sollte; und edel sein Sieg, der sich für letzcres entschied. Au Rom studierte er zwey Jahre bey Corrado, dann fünfe zu Venebig, wo ihn unter den alten Kunstlichtern Titian, unter den neuern S. Ricci (?), kurz das schöne Colorit der dortigen Schule besonders anzog Alsdann ging er wieder nach Hause, nachdem er nicht nur sein erworbenes Geld, sondern noch obendrein entlehntes „verstudirt" hatte. Jtzt nahm ihn sein Vetter, der gleich ff. Jakob Z bey seinen. Arbeiten in der Benediktiner-Abteykirche Ottobayern zum Gehülfen an- Hier malte er, nach eigener Scizze, den schönen Plafond der H. Felicitas mit ihren sieben Söhnen, und gemeinschaftlich mitIakob den Plafond (Sendung des H. Geistes), u. a., was Alles, des lieblichen Pinsels wegen so wohl geriech, daß er bald hernach ins Kloster Stamms berufen wurde, wo er die Marter St. Johann des Täufers in einen Plafond der Kirche dieses NamenS brachte, so wie in zwey Altarblättern die Taufe Christi im Jordan, und St. Bernhard, wie ihm die H. Jungfrau erscheint; mehr Anderm jn.ty- rolischen , deurschen und italienischen Kirchen nicht zu gedenken: „Dieser Künstler" (sagen Nachrichten von ihm 1794 i" vTleusel's rJ. M"s. S 22s. u. ff.) cstst in weiblichen, englischen und Kinder- figuren äußerst angenehm und lieblich. Nicht nur das Angenehme des Colorits, welches, fztt, saftig , markicht, keck aufgetragen, in einem mannhaften Pinselstriche rein und durchsichtig ist, sondern auch das Liebliche, Weiche und Schlanke seiner Umrisse in gedachten Figuren tragen viel dazu bey : Ob aber allezeit Richtigkeit und Anatomie darin herrsche, lasse ich einen Verständigern durchforschen. Genug, ich behaupte daß Franz Anton Zeiller unter den größten Malern jederzeit ohne Schaamröthe erscheinen darf; selbst in seinen Zusammensetzungen und Compositionen, wenn auch gleich ein ober der andere Kritiker etwas daran auszusetzen finden sollte. Freilich verloren seine Schönheiten im Alter Vieles, da sein Gesicht abwechselnd zu « und abnahm. Durch seine Kunst erwarb er sich indeß ein Vermögen , daß man ihn mit recht reich nennen mag, wobey er doch nicht sparsam lebte. Er ist ledigen Standes und über 7« Jahre, tugendhaft und rechtschaffen , ohne dic mindeste Ausschweifung, munter, fröhlich. gefällig und dienstfertig, besonders gegen die lernbegierige und Knnstlicbende Jugend. Er hat darum einige von seines Vetters Jakob hinterlassenen Schülern unentgeldlich in seine Unterweisung und Lehre aufgenommen, worunter sich auch mein Bruder befand" (?). Unter mehrern seiner Schüler nennt der Verfasser dieses Aufsatzes, als einen sehr wackern Künstler, den Joh. Christ. Haas, ebenfalls von Reiti gebürtig. Von dicsein das Mehrere in künftigen Nachträgen. 4 Neusel I. c. Z21 —26. Elporvsky nennt den llusrigen ganz kurz als Hofmaler zu Brixen ansaßig, wo er, gemeinschaftlich mit seinem Vetter, Paul Zeiller '), zwey Kirchen ausgemalt. B -4 Zeiller. ZeiUer (Johann Jakob, auch Jakob), geb. zu Reiti 1706, Sohn des gleich folgenden Pauls und einer sehr tugendhaften Mutter. Von sieben Söhnen hielt der Vater diesen allein für tauglich, ein Maler zu werden; alle übrigen widmeten sich dem geistlichen Stande! Schou in seinem Drey- zehnten sah' man von ihm ungemein fleissige Zeichnungen mit Rokhstein, mit der Feder und ausgetuscht, nach Salv. Rosa, Joh. Sadeler ü. a. Wie sein Vater seine jugendliche Flüchtigkeit bezähmte, wird von seinem Biographen lustig genug erzählt. In seinem Sechszehnten ging er, mit Empfehlungen an Geb. Conca und den Schweizerischen Kupferstecher I. Frey zu Rom '), und an Solimena zu Neapel, nach Italien. In Conca's Schule, dessen väterliches Bezeigen gegen ihn er noch im Alter rühmte, blieb er fünf Jahre, und zweye in Solimena's Alsdann kehrte er nach Deutschland zurück, und brachte nun in Wien 22 Jahre, unter unablässigen Studien zu. Dort war Paul Troger sein vertrautester Freund, dem er für richtige Zeichnung viel zu verdanken hatte §). I» Wien und Ungarn hatte er sich eine schöne Summe Geldes verdient, und erhielt mehrere Bestellungen als er befriedigen konnte. Da das Haus, in welches er sich eingemicrhet hatte, aus fremder Verwahrlosung in Brand gericch, wobey alle seine Hab- seligkeiten und Kunstsachen zu Grunde gingen, kaufte er sich ein eigenes. »Einige Jahre nachher wurde in Wien eine neue Straße gemacht oder die alte verbessert; und da sein Haus ein Eckhaus war, wurde es, um die Srraße gerade zu machen, abgebrochen, mit dem Versprechen , daß es ihm bezahlt werden sollte; allein, es erfolgte nie. Er ward jedoch zum Kaiserlichen Hofmaler erwählt, legte aber diese Ehre bald nieder, weil er seine Zeit nicht mit leeren Komplimenten und vergebenem hin und her Berufen verlieren wollte, wenns dem Frauenzimmer an Farbe oder eingebildeten Gesundheitsuniständen fehlte. Doch blieb er ein Mitglied der KK. Akademie der bildenden Künste." Aus Verdruß über das erzählte Ereig- niß ging er in seine alte Heimath zurück , und arbeitete weiter unermüdet für nahe und ferne Klöster. Aber nicht nur für seine Kunst, sondern auch seines biedern, »honetten und gesetzten" Betragens wegen ward der Unsrige allgemein geschätzt. »Denn bey ihm hieß es mit Recht: Ein Mann, ein Wort. Hatte er einmal sein Jawort gegeben, so hielt er heilig, was er versprochen, es'mochte ihm Vortheilhaft oder nachtheilig werden. Dann aber brauchte es auch Anhalten und schmeichelndes Bitten, wenn er sah, daß die Arbeit nur mittelmäßig bezahlt wurde §). Er ar- Z ei Her. beitete nicht nur in der Jugend, sondern auch im hohen Alter, Tag für Lag, vom Morgen frühe bis in die späte Nacht; und wenn man ihm sagte: Warum er sich so plagen und arbeiten möge, er habe ja sonst zu leben? antwortete er: Die Leute lassen mir keine Ruhe, wenn ich sie gleich haben wollte; und lieber will ich mich zu Tode arbeiten als zu Tode seyen,; in der Jugend hab ich mir nicht so viel Mühe mit Lernen gegeben, um im Alter nichts zu thun." Uebrigens war er im Arbeiten weder besonders geschwind »och fertig, wenigstens im Alter nicht mehr. Dennoch hatte er eine erstaunliche Menge großer Bilder gefertigt;' beynahe lauter Kirchengemalde, meist Oeckenstücke und Kuppeln in Fresko. Dergleichen befinden sich wenigstens sechs große in der einzigen Klosterkirche Ottobayern, und unter diesen besonders sein Antheil an der schon genannten Felicitas mit ihren Söhnen, welchen der Verfasser des Aufsatzes, woraus wir gegenwärtige Erzählung entnommen, dem Antheil von Franz Anron merklich vorzog. Sonst ist freilich der Pinsel dieses letztem in weiblichen und jugendlichen Figuren angenehmer, saftiger und markigter. In gleicher Kirche befinden sich von Johann Jakob sechs bis sieben Altarblätter. Am Hochaltar die.Dreyeinigkeit, mit vielen Engeln umgeben, /zl/ hoch; dann die Enthauptung St. Alexanders,. 06^ hoch; die Bruderschaft des H. Rosenkranzes, gleicher Größe; etwas kleiner St. Niclaus, wie er die drey aber lichen Jungfrauen durch zugeworfenes Gold von der — Unehrbarkeit rettet. J„ der Benediktiner- Abtey Ettal die große Kuppel, mit so viel Figuren , daß es unmöglich sey sie zu zählen, ungeachtet die größern Figuren 8^ und darüber zählen, und überhaupt, nach dem Willen der Vorsteher, ein seltsames Ungeheuer °) , da z. B. die eine Gruppe ganz in Schwarz, die andre ganz in Roth gekleidet seyn mußte; ebendaselbst ein Altarblatr.- St. Corbinian. Dann das Deckenstück einer zweyten Kuppel, von welcher wenig Rühmliches zu melden sey, da er solche — bey Kerzenlicht fertigen mußte. — In dem Kloster Benedikt-Bayern ist die Anastasia - Kirche (1702), dann die Kloster- Kirche Son in Nieder-Bayern, und das Kloster Fürstenzell von seiner Hand. — Die Benediktiner- Abtey Fischingeu hat von ihm ein Chordeckenstück: Wie alle vier Welttheile den H. Benedikt verehren (etwas matt); die Pfarrkirche Elbigenalp im Lech- thal ist ganz von ihm ausgemalt; Holzgau hat die Brüder des H. Rosenkranzes als Altarbild; eine Stunde von da Stockach eben so die Flucht nach Egypten (fünf bis sechs Jahre vor seinem Tod) vortrefflich gemalt, in einem erhabenen Styl, groß angeordnet, und ungewöhnlich schön beleuch- sein Reisegefährte geworden, ohne daß er sich ihm ems- ,) Dieser letztere war zufälliger Weise auf der Straße weilen zu erkennen gab. -) Dieser schenkte ihm beym Abschied ein Bild, welches sich noch gegenwärtig in der Vcnedictiner-Abtey Otto- bayrn befindet, und den Elieftr darstellt, wie er die Rebecca von Laban abholt. Z) Und ihm mit der Frömmigkeit eines Tvrolers lohnte. Zeiller nämlich, der ein abgesagter Feind von un- ehrbaren, ärgerlichen Zeichnungen und Gemälden war, hielt jen n, der hingegen Neigung dafür hatte, nnablässig davon ab, und bracht' ibn in stärkere Uebung in H. Hlstorienmalereyen, weil er sonst angefangen hätte, gefährliche Bilder zu zeichnen, und darin so erfinderisch war, daß Aeille.r oft gedacht, der höllische Geist führe ihm die Hand dabey. Nach und nach aber wußte er ihn zu bessern und nach seiucr Denkungsart zu bilden. 4) Wohin er sonst seit seiner erste« Abreise von Hans ein einziges Mal bey Nacht und Nebel wieder gekommen war, um seine alte Mutter gegen das üble Benehmen eines Schwagers von ihm, ebenfalls als ein ächter Tvroler zu rächen. Meusel's N Mus- 293- Aus einem dortigen Aufsätze S- 291 — z >5 ist all' Obiges und noch Folgendes über den Uusrigen entlehnt, verdient aber, der ungcmeinen Naivetät wegen, ganz nachgelesen zu werden. 5) So artig bereit eben auch nur — ein Tyrvler. L) Dasselbe stellte die — Herrlichkeit der Benediktiner im — Himmel dar. lllporvskz?. r Zeiller. ttt, und dennoch, so viel man weiß, ein Geschenk für diese nicht reiche Kirche); ein ähnliches Geschenk von ihm hak die nach einem Brand neu erbaute Kirche zu Stanzach: Der Erzengel Michael, wie er die abtrünnigen Engel verstößt (dabey viele akademische Figuren!). — Ober-Ammergau in Oberbayern hak ein Seitenaliarblatt von ihm: St. Anton von Padua; die Pfarrkirche zu Reiti, (Breitenwang) den Chor: Wie Christus St. Pelern die Schlüssel anvertraut (ebenfalls ein Geschenk); dies im Winker gemalt, da er die seltene Kunst verstand zu verhüten, daß seine Frescoarbeiten vom Frost keinen Schaden nahmen. Von seiner Hand ist auch das Schiff der Pfarrkirche zu Reiti an der Landstraße (Geschichte des Märtyrers St. Laurenz) in seinem Drey und Siebzigsten gemalt, und daher eine seiner geringsten Arbeiten. Dann die ganze Kirche zu Feldkirch in Norarlenberg, mit der Geschichte von St. Johann Baptist übermalt, besser als die Vorbenannte, und in seinem Fünf und Siebzigsten gefertigt. Die Feuchtigkeit des Orts zog ihm eine Krankheit zu, welche auch zehn Aerzte nicht zu heilen vermochten. Nach 26 monatlichen Leiden st, er am 8. Jul. 1780. Nach seinem allgemein bedauerten Hinschied ergriff neben Andern eine anwesende vornehme Person seine Rechte, und sagte: „Dies ist die erblaßte Hand des ruhmvollen Künstlers, die in ihrem Leben nie etwas Unehrbares oder der Unschuld Anstößiges verfertigte!" Dem war wirklich so , und er würde es selbst von keinem seiner Schüler geduldet haben. Man fand auch unter seinen Kupferstichen keinen, er mochte so gut seyn als er wollte, wenn etwas dergleichen darin befindlich, welches nicht mit Dinte oder Farbe zuradiert oder mit der Scheere weggeschnitten gewesen wäre." — Seine Gottergebene Geduld in seiner langen schmerzhaften Krankheit war unermüdlich. — Gesellschaften liebte er nicht sehr; desto mehr jeden rechtschaffenen Meirichen ohne Ausnahme. Wenn er von jemand erzürnt oder beleidigt worden, redete er nicht übel von ihm, und, wenn andere davon anfingen, that er, als ob er nichts darum wüßte Nur als einst einer seiner Schüler, dem er sechs Jahre lang Unterricht, Nahrung, Kleidung, nebst einigen hundert Gulden zum Geschenk gegeben, ihm, unter allerley lügenhaftem Vorgeben, eine bereits ver- accordirte Arbeit, für steh zu entziehen wußte, konnte er einen so schwarzen Undank nach langen Jahren nicht vergessen. Er starb unverheurather, und hatte auch in der Jugend nie Umgang mit dem andern Geschlecht gehabt. Einige wollten ihn als karg und geitzig tadeln ; aber mit Um echt. -Wohl war er sparsam, und gar nicht eitel, äußerst mäßig in Speis, Trank und Kleidung , und sagte oft mit Lachen: Er habe nie eine» „goldenen" (galonirten) Bauch gehabt. Daß er aber nicht geitzig gewesen, beweist der Umstand, daß er immer eine bedeutende Anzahl Schüler gehabt, von denen keiner jemals Farben reiben, Pallette aufsetzen oder Pinsel putzen durfte; dergleichen Dienste, sagte er, wolle er keinem zumuthen; junge Leute brauchen ihre Zeit zum Nachdenken im Lernen und ist kostbar für sie zum Arbciren^ich versäume nichts, ich bin betagt: Wenn ich es nöthig finde, kann ich eigene Leute hiezu bestellen. Er verlangte von keinen unentgeldliche Arbeit. Geschah es zuweilen aus Mangel der Zeit, so belohnte er ihn gut dafür, und sicher mehr, als er verdient hatte. Es konnte ein jeder für sich zeichnen und male», was er wollte und wozu er Lust hatte; jedem gab und verlieh er Zeichnungen und Gemälde nach Verlangen; jedoch war ihm das Liebste, wenn man nach Gipsfiguren und eigener Erfindung zeichnete. In frühern Jahren hatte er dies gegen manchen Schüler ohne Bezahlung gethan, und Schlafzimmer, Nahrung und Kleidung umsonst gegeben; doch in spätern, Alter nicht mehr, so daß er während zehn Jahren keinen weiter annahm. Von jenen seineu Schüler» ertrug er Zgiller. 6165 auch Tadel seiner eigenen Arbeit, wenn er sie bisweilen darum fragte, und antwortete dann etwa, sich entschuldigend: »Mit dem Alter wird man auch müde in der Kunst." Unverschämte Arme klagten bisweilen über seine Kargheit; allein nach seinem Tode erfuhr man , wie viel Gutes sie in Geheim von ihm empfangen. Nach seinem letzten Willen erhielt jeder Dürftig« zu Reiti ein kleines Angedenken; ein mit Kindern beiadner armer Mann für sich allein 8c> fl. Ein so zahlreiches Leichenbegängniß, wie das seine, von Vornehmen und Gemeinen, harten die ältesten Männer nicht gesehen. — In Ansehung seiner Kunst kann Z. unter die Zahl der ersten deutschen Meister seiner Zeit gesetzt werden. Man bemerkte in seinen Arbeiten drey Epochen. Die beste war die seines mittlern Alters. In derselben herrschte sehr viel schöner Ausdruck des Geistes und Erhabenheit; überhaupt eine richtige gute Proportion in der Zeichnung, ein kräftiger, mannhafter Pinselstrich, keck und dick aufgetragene Farbe und ein gutes Colorit, nur öfters in Schatten und Licht zerstreut; besonders in gar großen Composmonen, die viele Figuren erforderten. In Reiti sieht man ein Gemälde, den Leichnam Christi im Grabe vorstellend, mit Engeln umgeben, an einem Altarfuße einer Seitenkapelle der Pfarrkirche Breiktcnwang. Dieses ist in Ansehung des Colorirs und Pinsels eines der beßken Stücke seiner guten Zeit und in allem Betracht sehr kostbar, wenn gleich etwas daran mangeln sollte. Seine Arbeiten im höhern Alter fallen meistens in den Fehler, daß das Colorit im Ganzen genommen ziegelfarbig, zu rothbräunlich oder gelb-roth scheint; doch niemals kalt, nur gerne trocken und nicht saftig genug in Farben, weiches wohl von dem vielen Fresco- mahlen herrühren muß, weil bey dieser Art zu malen bey weitem nicht alle Farben tauglich sind. Alles, was Z malte,. zeichnete er vorher nach der Natur; jede Hanp,.Arm, Schenkel, Fuß und andre Theile des Leibes; die Köpfe viel nach Gips, die Kleidung nach der Gliederdocke; Anderes, so viel möglich, nach der Natur auf Papier mit Rothstein oder schwarzer Kreide; selten mit dem Pinsel oder Tusche. Wenn man ihm hiebe» . zusah, meinte man, er arbeite ganz langsam, indem er oft fest betrachtete und die Reißfeder ganz bedächtlich führte: Allein, nichts weniger als dieses, denn in fünf Minuten zeichnete er einen großen Kopf, ein paar Hände oder Füße meisterhaft. Er war darin erstaunend geübt, und machte mit wenigen beträchtlichen Strichen in größter Wirkung , was er nur wollte, ohne daß er etwas wieder hätte auslöschen müssen. Nur ewig Schade, daß so viel Hunderte von feinen Haudzeichmmgen wenige Wochen nach seinem Tode von einem seiner jüngsten Schüler, den er in seiner Krankheit wegen seiner Lcibesstarke zum Heben, Tragen und Bewegen zu sich genommen, vernichtet wurden l Dieser junge Mensch war so keck, daß er seinem Meister die Arzneyen mit den Worten einzwanq: Du mußt sie nehmen, der Doktor hats besohlen. Fremd und unerfahren in Kunstsachen, verschenkte dieser eine Menge derselben an Kinder oder Leute, die gleich unverständig darin waren; größtentheils aber warf er sie in den Ofen zum Verbrenne». Es befanden sich darunter beynahe alle Zeichnungen, welche Zeiller auf der Akademie nach dem Leben, in Gips oder endlich nach derGlieder- docke oder sonst nach der Natur gezeichnet datte, in ganzen und zerstückten Figuren. So ging es auch einer Anzahl entworfener Skizze», die etwa nicht ganz nach des Künstlers Sinn, jedoch seine schätzvarsten Arbeiten waren, wie auch andern Werken von alten und großen Meistern, die dieser »»erfahrne Jüngling zum Lohne bekam. Alles ging so ohne Vorwissen eines Aufsehers oder Kenners zu, da auch F. A. Zeiller abwesend war. Doch blieb noch ein kleiner Theil derselben übrig, die er hin und wieder um einen niedern Werth verkaufte. Mehrere sind in die Bcnedickis nerabtcy Heil. Berg, oder nach Ottobayern und Ethal gekommen; und so viel man in Erfahrung bringen können, verkaufte er ungefehr für fioo fl. — Es fand sich unter andern ein recht prächtiges Gemälde dabey, das er um 7 Gulden hingeben wollte; niemand begehrte es darum. Endlich erhielt er dafür, so viel mir bekannt, von dem Prälaten auf Heil. Berg 4 « Gulden. Doch, für diesen Preis war es eben sowohl zu wohlfeil als für den ersten. Zeiller war zwar in der Kunst mehr praktisch-, als theoretisch,' und sagte und wußte so wenig darüber zureden, daß er seinen Schülern die Grundlätze der Malerey nicht wohl erklären konnte Wie denn einige Kunstrichter anmerken, er halte die Anatomie zu wenig verstanden. Er hinterließ seinen weitläufige», meistens armen Erbetteln ansehnliches Vermögen, das-sieh in liianche e Theile theilte. Von Person war er etwas mehr als mittelmäßig groß , von einem^gravitätischen Gang uäd Ansehen, und von etwas finsterer, -dennoch liebreicher Miene. Von seinen letzten Schüler»', deren zwölf waren, verdienen wegen ihres Fleißes -und ausgezeichneten Talenten besonders angemerkt zu werden: Joseph Tranewltrer, Franz pünd und Joseph Anton Lapeller, allerseits aus TycoI-. Ohne Zweifel ist auch der klüftige derjenige Zeiller, von dem sich Jahre. Welche Meister er aber eigentlich studiert hatte, haben wir nie in Erfahrung bringen können. Seine Frau Mutter, damals in sehr hohem Alter, ließ durch vielfältiges Schreiben und Bitten nicht nach, ihn zu vermögen, daß erste in ihrem Leben noch einmal sehe» möchte, weil er ihr besondrer Liebling war. Er ließ sich bereden, und verließ Rom, mit dem Vorsatz wieder dahin zurück zu kehren, und hernach seine Lebenszeit dort zuzubringen. In dieser Gesinnung ließ er seine Vabschafl daselbst, und reiste ganz einfach in sein Vaterland. Nachdem er seinem Vorsatz gemäß zwey bis drey Wochen bey den Eeinigen zugebracht, und sich wieder von ihnen trennen wollte, wußte die Mutter dergestalt in ihn zu dringen uno zu bitten, daß er bis an ihr Lebensende bey ihr bleiben möchte. Der Sohn ließ sich bereden, und die Mutter starb in wenigen Wochen. Bald hernach wollte er sein Vaterland auf immer verlassen. Allein seine Schwestern liebten ihn so inniglich, daß sie mit Bitten und Flehen nicht nachließen, bis er einwilligte, längere Zeit bey ihüen zu bleiben. Während dieser Zeit nun fügte es sich, daß er mit Jungfer Maria Rurr in Bekanntschaft kam, die ihm ihres tugendsamen Wandels wegen gefiel, wie er sich es merken ließ und es seine Geschwister wußten. Sie riechen ihm also, sie zu heiralhen, ob sie ihnen gleich an Vermögen nicht beykam. Die Hcyrach wurde vollzogen, und sie lebten lebenslang vergnügt und glücklich. Da er, wie gedacht, von »ermögliche»! Hause war, wollten ihm seine Geschwister seinen gehörigen Antheil voraus geben: Allem, ohngeachtet alles Zuredens wollte er nichts von den Capitalien, selbst nicht das größere prächtige Haus seines Vaters, welches man noch heut zu Tage siehet, sondern bat sich einzig ein kleines nahe dabeistehendes Häuschen aus, das ihm ebenfalls zu- gehörte. In dieses zog er mit seiner Frau. Nicht lange hernach ward er zu des Kaisers Hofmaler ernannt, welcher durch seinen ältern Bruder, der in Wien, soviel wir wissen, eine Ministerstelle bekleidete, ein Stück von seiner Arbeit zu sehen, bekam, und nun den Maler persönlich kennen wollte. P. Zeiller blieb an seinem Orte. Er war ein kluger, und dabey gefälliger Mann, der in vielen streitigen Punkte» und Fallen um Rath und Beystand gebeten wurde. Seine Mitbürger wollten ihn deßwegen beehren, und ernannten ihn zum Bürgermeister, wiewohl wider seinen Willen; indem er ihnen voraus sagte, daß er nicht ein einziges Mal auf dem Rathhause erscheinen würde, und es auch hielt. Wenn nun etwann ein weit- schichtiger Prozeß vorschwebte, und man dann in sein Hans schickte, um seine Gesinnung »nd Beurtheilung zu vernehmen, war stets seine Antwort: Ich verstehe nichts von Rechtshändeln; ich bj» ein Maler, und verstehe nur meine Pinsel. Auf diese Weise ward die Bürgerschaft genöthigt, mitten in der Jahrözeit einen neuen Bürgermeister zu wählen, und Zeiller erlegte williglich die gesetzte Strafe. Hernach ließ er sich nicht weiter zum Rathgeber gebrauchen. Er erreichte, so wie seine Frau, ein hohes Alter, und hinterließ acht Kinder, sechs Sohne und zwey Töchter, von denen die jüngere einen künstlichen Maler heu- ralhete, ohne Kinder mit ihm zu zeugen. Oaul arbeitete emsig, selbst noch in seinem //sten Jahre, ohne Brille, sehr saftig, groß, rein und sauber, wie man es in seiner Pfarrkirche an einem Gemälde, welches das jüngste Gericht vorstellt, sehen kann, auf welches er sein Alter mit der Jahrzahl 1700 oder i7Ztz geschrieben Unter den Verworfnen streckt ein Spieler mit einem gräßlichen Gesichte ein Kartenblatt in die Höhe; so wie ein andrer, Geitzes oder Ungerechtigkeit wegen, seinen Geldbeutel zur Erde fallen laßt. Dieses Stück ist gut ausgesonnen, wohl gezeichnet und meisterlich koloriert, alles wie zusammen geschmolzen und geblasen, ohne das mindeste Fürchterliche, auch unter den Seligen herrliche Gesichter in ihrem Ausdruck, und enthalt viele Figuren beynahe inLebens- größe. Unter drey andern Altartafcln mag das vorzüglichste seyn der H. Sebastian, an den Baum gebunden. In der neuen Pfarrkirche daselbst befinden sich von ihm ebenfalls drey Altarblatter: Der H. Anton von Padua, wie er aus den Armen der H. Jungfrau das Jesuskind empfangt, mit inehrern Engeln; der H. Franz Seraph, wie er die Wundmale -erhalt, und die Verkündigung Mariä. Die berühmte Malerin Ä. Kaufmann, die ihre Reise durch Lyrol „ach Rom ungefehr im Jahr -7,8 machte, hat diese drey S rücke wohl eine Stunde lang ihrer genauen Betrachtung und Aufmerksamkeit gewürdigt. Die zwey besten Zeiller 6167 Stücke aber von seiner Hand sind: Das erste in der Pfarrkirche zu Holzgau im Lechthal, ein großes Brld aus der biblischen Geschichte; trefflich gemalt. Das zweyte ist in der Euratzienkirche zu Torenz, eine halbe Stunde von Jmst; es stellt die Erfindung des Kreutzes C. durch die Kaiserin Helena vor, wie die drey Kreutzstämme an kranken oder presthaflen Personen untersucht werden mit Auslegung darüber. Es hat Figuren in lebensgroße , alles vortrefflich ausgeführt. Der Styl scheint von einem großen italienischen Meister zu seyn, wegen der Schönheit und Richtigkeit der Zeichnungen und des Colorits, welches haup- sächlich schön und harmonisch, fett, keck, geschmolzen, lieblich, stark und saftig, und Schatten uub Licht gut sind, ohne zerstreut zu seyn; mit seinem Namen und der Jahrzahl 1696 oder 1699. Diese beyden Stücke in zwey Kirchen muß er bald nach seiner Rückkunft von Rom verfertigt haben. In der Franziskanerkirche zu Reiti sieht man auch ein extra gutes Bild von ihm an der Seitenmauer, das oic H Margaretha von Cortona beynahe in — bloßer Natur (?) vorstellt. Ferner, ein Geiten- altarblatt, eines seiner guten Stücke; den H. An- tonius von Padua, wie er das Jesuskind empfängt, in dem Franziskanerkloster zu Füßen; so wie mehrere in der Benedictinerabtey daselbst; keines in der Kirche. Man muß sich aber bey seinen Malereien wohl in Acht nehmen, indem oft schlechte von seiner Hand vorgezeigt werden, die von seinen Schülern herkommen, oder die er in hohem Alter gemacht hat. Er hat viele und einige gute Schüler erzogen, und kann für den Vater der Tyrolischen Maleiey gehalten werden; denn vor ihm war diese Kunst in seinem Vaterlande beynahe unbekannt. Er arbeitete nur in Oelfarben, meistens für Kirchen und Klöster, und war übrigens ein Mann von Tugend und Rechts scyaffenheit. Sein Sterbejahr ist unbekannt; allein, er erreichte ein hohes Alter, und seine Frau überlebte ihn. Dieß mag genug seyn, um ihn der Vergessenheit zu einreisten. Seine Gemälde alle sind seine eigene Erfindung, ohne die mindeste Figur, oder sonst etwas von einem andern gesorgt zu haben. Er hatte ein vortreffliches Genie in der Erfindung, und hierin einen schönen Vorzug vor seinem obqenannten Sohn Jakob und seinem Vetter Franz Anron, welche sich fremder Werke oder Kupferstiche zum vftern bedienten Zeiller auch Zeller (Sebastian), ein guter Maler in Prag, geb. i68Z. Nach seiner Rückreise von Rom, wo er in der Schule des Karls Maratti die Kunst studierte, ließ er sich im Jahr i/i2 in Prag häuslich nieder. Hier arbeitete er fleißig, und, wie seine Gemälde zeigen, hätte er seine Kunst noch weiter gebracht, wenn ihn die in Böhmen im Jahr 171Z wüthende Pest nicht weggerafft hätte. Er wurde auf dem Neustädter Gottesacker zu Wolschau begraben, und, mit einem von Sandstein aufgesetzten Monumente verewiget, dessen Aufschrift lautet: «Sebastian Zeil- ler, ein Maler war er, und wußte das Licht von den Schatten zu unterscheiden. Anjetzo ist er selbst ein Schatten worden.. Hier rufet er, Ach l siehe, und thue einen andächtigen Seufzer vor seine arme Seele; im 3 o Jahre seines Alters gestorben des i/lZ Jahrs." Dlabacz. Dort werden von « ihm angeführt: St. Anton von Padua , ein Altarblatt in Loretto zu Prag; das hohe Altar bey St. Jakob daselbst (dieses in Fresco). Nach dem Zeugnisse Hammerschmieds erhielt der Künstler 020 st. für seine Arbeit; und er setzt noch in seinem pro- Zeißner. stromu, gloriss prszonsis. S. igr. zu: «Altars rnszus est in pariere depictum, cuzns anrnmi- tns kornicem tsnAit, in honorem 8. )scob! Hpo 8 to!i (1713) lüum vero in susm perkectio- nem a. O. sna arte pictoria pervenisset, idem prmnominatus pictor intra 6uos dies pests obiil.'' Ein Bildniß des Grafen Franz Helfrieds Woracziczky hat Sarkorius nach ihm gestochen, und A. Birkhard die Statue eines Heiligen, und neben derselben ein von Engeln gehaltenes Marienbild und eine Monstranz-. «Der Unsrige" (heißt es in der B>'bl. d. Gch- R. u. N). B xx. (1776) St- S. 147) »würde einer der beßten Künstler geworden seyn, wenn ihn der Tod nicht in seinen beßten Jahren weggerafft hätte:" Zeimer ( ). Nach einem solchen, soll ein unter der Leitung von le Bas gestochenes Kupfer vorhanden seyn, was Cephalus und Procris darstellt. 71 / 55 . Zeiner (Hans), Fürstlicher Hofgartner zu Wolfenbüttel, wo er 1659 starb, wol« rereck'sche Chron. von wolfenbürrek. S. 386 . ! — — s. auch oben Aainer. »Zeisnecker (Jakob), s. Zeyßnecker im Sex. Zeiß, eigentlich Zeis (Christian Heinrich Jmmanuel), der Sohn eines Oberkonsistorial- RegistratorS, geboren zu Dresden 1764. — Er studierte die Rechte zu Wittenberg, wurde darauf Consistorial-Advokat zu Leipzig und resigniere so« dann. Seine Anverwandten sicherten ihm endlich eine Existenz in dem Versorgungshause zu Waldheim, wo er noch 1814 lebte. Zeis beschäftigte sich zu seinem Vergnügen mit der Kunst; einen von ihm 1787 wahrend seines Aufenthalts zu Wit, tenberg gezeichneten Prospekt der dortigen damals neu erbauten Elbbrücke, hat L. A Günther, zu des Titius Nachrichten von dieser Brücke, in Kupfer gebracht. 71 / 55 . *— — (Johann Baptist Florian, gewöhnlich Florian), wird anderwerks auch Zeiß geschrieben. Ein Zeichner, Poussirer und Goldschmied, der (wie wir irgendwo lesen ^ zu Lischau in Böhmen 1712 geboren wurde, zu Paris bey Thomas Germain lernte und zugleich auch die dortige Akademie besuchte. Nachdem er zu Paris acht Jahre lang studiert hatte, so setzte er sich in Wien, woselbst er seiner sehr künstlich poussirten Wachsbildnisse wegen bald berühmt wurde und auch eine Zeichenschule anlegte. Um 1770 nennt man ihn gelegentlich als Direktor der öffentlichen, besonders für Profcssionisten und Handwerker bestimmten, Zeichnungs-Akademie zu Wien. Das im Lex- bemerkte Bildniß des Erzherzogs Joseph soll auch von I. von Schley in 8°. gestochen worden seyn, so wie das des Fran^ois in 4°. wäre. 71 / 55 . Zeiß (Joseph) zu Damberg. Ein solcher unterzeichnet sich bey einer gleichgültigen öffentlichen Anzeige 1818 als »Malerey-Kandidat". 71 / 55 . Zeißner (Johann Heinrich), ein Steinschneider , der um 176Z zu Dresden genannt wird. Sachs. Rur-Bab. 1760. S. 45 . .) Nur die ungemeine Naivetät obiger Nvtizzcn von den drey Künstlern Zeiller hat uns bewogen, solche in dieser Ausführlichkeit darzustellen. Immerhin sind dieselben hier aus z6 Oktavseiten in z Folioseiten gebracht. Auch sind wir nickt von denen, welche glauben, daß Lcocn und Knust nicht zusammengehören! «168 Zelter Zeitinger. Zeiklttger, s. unten Zelttlnger. Zeirl er, s. oben Zeidker. Zeitlon (Bartholvmäus) , fertigte 1607 den Hochaltar der Kirche zu Süssen bey Ulm. Dieser Altar ist merkwürdig, seiner künstlichen Schnitzarbeiten und Malereien wegen. S. Halb Beschreibung von Ulm. S. 621. Zeitreg (Adam Caspar). Von einem solchen sagt der Maler Johann Möller (Nachrichten von Nördlingischen Künstlern) 1790 in Mensel' s Mus. X. ZHo. „Derselbe, ein Wollweber von Profession, der sich in der Kunst selbst gebildet, verfertigte aus Holz geschnitzte Thiere; besonders ist er im Gewild sehr stark; seine Gruppen von Hirschen und wilden Schweinen sind ganz in Riedingers Geschmack. Er braucht, da er in dürftigen Umstanden lebt, nichts mehr zu seiner Ausbildung als Unterstützung und Abgang der Früchte seines Fleißes. Dann würde er bald Meisterstücke liefern." Zeittinger (Hieronymus), ein guter Kupferstecher zu Wien um die Mitte des vorigen Jahrhunderts , welcher bey I. M. Pitteri gelernt hatte. Wir kennen eine schöne Folge von Aposteln in Fol., die er und Joh. Christoph winkler nach Piazzetta gestochen haben; vorzüglich zeichnet sich hierunter der Apostel Andreas aus, welchen Hieronymus auf eine vortreffliche Weise gefertigt hat. Anderwärts nennt man noch von ihm den Erzherzog Maximilian nach Manzador und eine Maria mit dem Kinde in Gesellschaft mehrerer Heiligen, nach Piazzetta. M-c. Zeitz (Moritz), ein Graveur, der Sohn eines Gold - und Silberarbeiters zu Dresden 1796 geb. und hier noch 1819 befindlich. Die Elemente der Zeichenkunst hatte er unter Lindner auf der Akademie erlernt. M-c. Zelenka (Franz). So heißt bey Dlabacz ein Baumeister und Bürger zu Prag, der in 1787 auf dem Roßmarkte daselbst ein Gasthaus übernommen hatte. ZeIinka (Johann). So hieß ein Baumeister zu Prag um 1802. Zeil (Christian Friedrich), Hofjouwelicr zu Hannover in 1786. Mn. -(Christoph). So hieß ein um 169c» verstorbener Formschneider, welcher Landkarten fertigte, ss/rc. -(Gottfried), Maler aus Sachsen, kam um 1788 nach Hamburg, wo er nicht lange nach seiner Ankunft starb. Von ihm sah man, theils Geschichtliches, theils Bildnisse in Oel und Miniatur; auch Zeichnungen in Crayon. Künstl. Nackr. 8. ho. -(Johann Georg), Maler, geb. zu Stuttgart. Von ihm zeugt Meusel III. (180g) der ihn noch unter die Lebenden zählt: «Derselbe hat keinen stäken Aufenthalte. In 1788 war er in Nürnberg, vorher «seit 178Z) in Augsburg, und noch früher (wir glauben schon um 1760) in der Schweiz. Er malte Geschichte und Portraits, besonders alte idealische (?) Köpfe. Dann auch Miniatur-Bildnisse mit der linken Hand". (Bildnisse in Oel haben wir selbst von ihm gesehen; ob mit der linken Hand gemalt, wissen wir nicht, Wohl aber, daß sie schlecht waren !). Wohl heißt es dann andcrwerts: «Er malte Köpfe in Den- ner's Manier. Gestochen nach ihm hat G. Eich- ler das Bildniß des Rechtsgclehrten Ph. Eb. Eckher's (1769). Zell (Johann Michael), Kupferstecher, gebürtig von Nürnberg, lebte und arbeitete um 1790 zu Frankfurt am Main. «Nach seinen mit Wasser- farb angelegten schönen Gemälden aus der Ger- ningschen großen Schmetterling-Sammlung werden im fünften und den folgenden Heften des neuen Pariser Schmetterling-Werks die seltensten Stücke mit vorkommen. Auch findet sich das Bildniß des Fürstl. Hessen-Kasselschen Kreis-Gesandten Fried. Samuel Schmidt, Herr v. Rossau, von seiner Hand gestochen". Hüsgen N. Ausgabe 444. Von ihm, schlecht gestochen, kennt man das Bildniß des Kardinal Jacob Sadoletes. Mrc. -?J. P.), Maler, SilhouetteuraufGlas, und Glanzvergoldec zu Hamburg 1806. S-Ham- burgisches Adreßbuch. -( ) Von einem solchen Künstler in Augsburg (wohl von keinem andern, als von obigem Joh Georgs sagt Junker 1787 in Mensel'« Mus. I. rsd. «Er malt in der feinen Manier Denners, und mit Glück. Da ist beynahe jedes Schweißlöchelchen, jedes Haar am Hinter- kopf und Bark besonders bezeichnet; so undankbar diese Manier ist, so natürlich ist sie auf der andern Seite, gewissermaßen". zekler (Anton), von Scherzingen im Breisgau , malte mm 1780 Bildnisse und Gesellschaftsstücke. ^c. — — — ein sehr geschickter Historien« und Bildnismaler aus Breisgau, der zu Dresden von 1801 bis 180Z studierte und dann in die Schweiz ging. Auf der Dresdner Ausstellung 180Z sah man von ihm einige selbst erfundene Oelge« mälde; nämlich eine H. Familie, welche von Kennern, des allgemeinen Tons des Ganzen wegen sehr gerühmt, und nur das Allzujung- fräultche (?) in der Miene der Mutter mißbilligt wurde. Freymürhige 180Z. N°. 5 i. Die Macht der Liebe; die Zärtlichkeit derselben; bann die Bildnisse des Herzogs von Meklenburg-Schwerin, und deS Prinzen Ernst von Meklenburg - Strelitz. Da nun auch in dem Sraarskalender von Schwerin auf 1806, sich ein Franz Anton Zeller als dortiger Hofmaler verzeichnet findet, so vermuthen wir, daß solches Eine Person mit dem Unsrigen sey. Auch behauptet einer unsrer Kunstfreunde, daß dieser Künstler früher die Stelle eines Hofmalers von Hessen-Darmstadt bekleidet habe. — — (Conrad), ein Baumeister, s. seinen folgenden Sohn Johann. — — (E). Ein solcher etzte ein (verzeichnetes) allegorisches Titelkupfer zu dem Buche: I^ilium Lonvkillium 8tepli. krootorii. 'subiuL^ 1676. 12°. — — (Ferdinand), Kurfürstl. Kabinetstischler und Ebeniste wie auch Zeichner und Theater-Architekt zu Mannheim, geb. daselbst 1728, lernte zu « Mainz, und reis te bann um sich auszubilden in die vornehmsten Städte Deutschlands, Frankreichs und Italiens. « Die Churfürst». Pfälzischen Ka- binete, und die Operntheater zu Mannheim und München sind Zeugen seiner Kunst". So hieß es schon bey Meusel II. (1789). Ebenders. III- (1809), ohne neuern Zusatz zählt ihn noch unter die Lebende». Zelvlti, 6169 Zelter. Zelter (Franz Anton), s. den obigen An, ton (s.) — — (Hans David), geb. zu Ulm 1690, wollte anfänglich studieren, legte sich aber sodann seit i^iZ auf die Malerkunst. Er hat sich viel im Würtembergischen aufgehalten, und arbeitete meistens für Kirchen. In 1729 fand er seinen Tod, als er im Begriffe stand seinen Geschäften in Sonderbuch und Asch nachzugehen; er erfror auf dem Wege dahin unfern Wippingen. Meyer, mann Nachrichten r>. Gelehrten undRünst, lern aus Ulm. S. 662. — — (Jakob), ein Kurfürst!. Kunstdrechsler zu Dresden , wo er auch >620 in seinem Z9 Jahre starb. Er liegt in der Frauenkirche begraben, wo seine Grabschrift von ihm rühmt, daß sich viele künstliche Sachen seiner Hand in der Kunstkam, mer befänden. M r ch a e l. Frauenkirch. ^ppen- iüx. p. 12. — — (Johann), ein Baumeister, der, nebst seinem Vater «konrad, unter dem Herzog Ulrich von Würtemberg, die Festung Hohentwiel meist neu erbaute. Sie lebten um den Anfang des XVI. Jahrhunderts. M. L. Aeuffer's Grammrafel dieses Geschlechts. Ludwigs, bürg. 173h. 4 °. — — ( Johann Ehregolt), ein Graveur zu Dresden 1819, den der dortige Adreßkalender nennt. — — oder Zöller (Johann Georg), ein Graveur z» Dresden, welcher von den Gold, und Eilberschmieden fleisstg gebraucht wurde. Er st. in gedachter Stadt i8n set. 73. Der Dresdner Anzeiger Jahrg. 1812. S. 4 ?- nennt ihn Ioh. Georg Ziller. — — (Melchior), Bildhauer und Bürger der Neustadt Prag. In 1690 überbaute und verbesserte er das Marien-Altar in der Franziskaner, Kirche im Wadel oder Hagel. Dlabacz. — — (Sebastian), s. oben Zeiller. — — (Se.), ein schlechter Kupferstecher; arbeitete in der Mitte des XVIll. Jahrh, zu Preßburg. Von ihm kennt man eine Ansicht der Stadt von zwey Seiten her, auf einem breiten Blatte; dann mehrere jämmerliche Blätter zu einer Ausgabe von Kempis Nachfolge Christi. 8°. Preßb. 1772. und endlich die Bildnisse der Grafen von Palfy und Erödi zu einem Pohlnischcn (?) Werke. Akc. — — ( ) ein Maler zu Salzburg, sonder Zweifel in der ersten Hälfte des vorige» Jahrh. Einige Bildnisse und Costumes von seiner Hand sieht man in der Sammlung des Grafen von Firs miau , auf dem Lustschlosse Leopoldskron bey Salz, bürg. Hübner's Beschreib, v. Salzburg, l. 432. — — ( ). So heißt bey Lipowsky ein Maler aus Fürth bey Cham im Regenkreise, von welchem im großen Kongregationssaale zu Amberg Arbeit zu sehen sey. Seine Lebenszeit wird nicht bestimmt '). — — f. auch unten Zöller. Ze l lmann (Johann), erscheint 1702 zu Dresden als Hofmarmor-Jnspektor (?), der zugleich über die gesammten Chursachsischen Marmor,Ser, pentin, und Cdelgesteinbrüche gesetzt war. Wir halten ihn für einen Bildhauer. Zelma, so nennt man zuweilen den Spani, schen oben angeführten Kupferstecher Gelma. * Zel 0 rr(Joh. Bapstista). Lanzi setzt sein Todesjahr um 1692 an, und spricht von ihm (Lä. ters. III. 180—8i.) also: »Unter allen Veronesern kam derselbe da, wo er es seyn wollte, Paul Calla, i am nächsten; war sein Nebenbuh, ler und dennoch sein Freund, in gleicher Schule erzogen; bald ein Mitgenosse seiner Arbeiten, bald hingegen arbeitete und unterrichtete der Un, srjge für sich selbst, aber stets nach gleichen Grund, sätzen wie jener, vasari im Leben von Sän, micheli lobt ihn sehr, und hält ihn bekanntlich für einen Schüler von Litian. In dessen Styl sah' ich von ibm eine H. Familie in der Galerie Car, rara, und von Vecelli scheint er jene Wärme der Färbung entlehnt zu haben, worin er den Paolo wirklich übertraf, und eben so auch jene meistere hafte Zeichnung, in welcher nach Einiger, doch nicht nach Aller Meinung, der letztere ihm eben, falls weichen mußte; auch im Grandiosen, und zumal in Fresco , was doch Caliari so gut kannte, und ihn darum zum Mitarbeiter in solcher Art Wer, ken haben wollte. Eben so war er auch fruchtbar an Ideen, sein Pinselstrich schlank (svelto il xenello 2), seine Composition gelehrt und über, legt; kurz ein zweyter Paolo, wenn er ihm in der Schönheit der Köpfe, an Mannigfaltigkeit und Grazie gleichgekommen wäre. Wirklich wur, den seine Werke bisweilen für Callari's seine ge, nommen , und z. B. die im Rachssaale der Zehn, als solche von V. le Feore gestochen. Somit war er allerdings einer der ersten Maler seiner Zeit, aber minder, als er es verdiente, bekannt, weil er meist in Fresco, und entfernt von großen Städten arbeitete, öfters in bloßen Dörfern, Casmo's und Landhäusern". Als sein vornehm, stes Werk prets'k auch Lanzi das schon im Lex. genannte, in 1070 gefertigte zu Catajo, in der Villa Obizzi, die noch jtzt, eben vornehmlich seiner alFresco's daselbst, so wie wegen des Museums der Alterthümer, die ihr Besitzer dort auf, gestellt hat, von Fremden häufig besucht wird. »Jene waren eine Arbeit weniger Jahre, und dennoch von einem Geschmack, einer Weitschich, tigkeit und Seltenheit des Inhalts, die dem gan, zen Venezianischen Staat Ehre macht, da die Familie Ooizzi, deren Geschichte ihr Gegenstand ist, sich im Krieg und Friede» so sehr hervorgethan hat. In Bildern in Oel dann kam derU», srige freylich Paolo nicht gleich; doch immer so nahe, daß z. B. sein Sturz von St. Paul und seine Berufung der Apostel (pssea cleßli Xpostoli) für Werke des letzter» gehalten wurden". F10, rillo II. 140 — 4». der Zelorri's Geburt in ifi 35 und seinen Tod in ihgb setzt, beurtheilt den Un, srigen ungefehr auf gleiche Weise, doch mit etwas verschiedener Nüancirung, und einem eigenen, von des Künstlers persönlichem Charakter herge, nommenem Rückblicke, wie folgt: »Hätte er nur die Geschicklichkeit gehabt, seine Talente in ihr wahres Licht zu stellen, und sich der öffentlichen Aufmerksamkeit darzubieten, so würde er unstreitig zu dem glänzendsten Ruhme gelangt seyn; aber seine Schüchternheit verhinderte ihn daran, und so blieb er sein ganzes Lebelang in einer unvcr, ,) Ein häufiges, unangenehmes Gebrechen des Ler. von Lipowsky. ») Was in aller Welt heißt das? Vielleicht am Ende nichts anders als: Zart. C iS 6170 Z e l o t t i. dienten Dunkelheit. Erst nach seinem Tode wurde seine Vortrefflichkeit anerkannt, gefeyert und ge- achtet; eine Belohnung die ihm nun freylich nichts mehr helfen konnteDann nennt er, neben einem Paar der schon oben angeführten Werke diejenigen in der vonPalladio erbauten Villa Foscarini belle Gambarere, und fahrt hierauf also fort: »Der Adel der Physiognomien, der Reichthum der Drapperien, und die graziösen Stellungen sind Gaben, welche die Natur dem Paul undZelorri in gleichem Grade zugetheilt hat; aber im Charakter der Zeichnung und in der Führung des Pinsels ist einiger Unterschied. Die Behandlung des Paul ist gefälliger und glänzender, die des Ze- lotti ausgesuchter. Paul hatte einen weit feuriger« Geist und eine glücklichere Hand, aber Ze- lotti übertraf ihn in den Formen des Nackten und einer gewissen Größe des Styls''. In Deutschland besitzt von ihm, unsers Wissens, die einzige Galerie Lichrenftein zu Wien eine Venus, die Cupido seinen Bogen raubt n" hoch, 4^ 4 " br.). Fanti im Katalog dieser Galerie macht die Bemerkung: Zelorri habe in jenem Werke zu Catajo vornehmlich, durch Darstellung der berühmten Thaten der Familie Obizzi den Geist der demokratischen, aristokratischen und monarchischen Regierung zu schildern gesucht. Gestochen nach ihm hat L. Verkruys einen St. Francisc, der die Stigmate empfangt, mittelmäßig, nach C. Sacconi's Zeichnung; C. Mogalli >.aus der Galerie zu Florenz) eine Allegorie, wo eine Frau in der einen Hand einen Schild und mit der andern den Amor hält (hinter ihr eine Andere, die einen Oelzweig, den Cupido in der Hand hat '), an sich zieht); dann ein Ungenannter ( 8 t. 8cc,Inri form. 2 ) ein großes, schön geetztes Blatt, das «in antikes Opfer darstellt. Zwey andere: Venedig auf einer Weltkugel sitzend , zu ihren Füßen einen Löwen, und ein Greis, mit einem Mädchen, das einen Scepter hält, beide von V. le Febre, werden wohl diejenigen seyn, von welchen es oben heißt, daß die Urbilder Car liari jugehören. M-rL/e--. LEckcr. Noch werden irgendwo Blätter nach in Fresco's des Unsrigen in den Pallästen Capeüo und Foscarini (in letzterm ein Jüngling, der die Guitarre spielt), ohne Namen des Stechers genannt §). *— — s. auch im Lex. und unten Zilotti. *Zelß. S. im Lex. und oben Joh. Bapt. Florian Zelß. *ZeIr (A.), ein Kupferstecher s. Joh. Ulrich Frank im Lex. Zenall. * Zelter. So ist auf Kupferstichen der Name paul's von Zetrer bisweilen verschrieben. Zelener (David), ein Kunstgießer zu Nürnberg geb. i 636 , gest. 1718. Dieser geschickteMann erfand eine besondre Wassermaschine, die Doppelina)»: Tab. XIII. hat abbilden lassen. Zelzlin (David), ein Landkartenzeichner s. oben Selzlin. *Zenale (Dernardoder Bernhardt'»), mit dem Beynamen da Trevilio, von seinem Geburtsort im Mailändischen her, st. nach Lanzi ,526. Von ihm heißt es dort (Lcl. tsr-:. IV. l/6— 77.) 8. V. Trevilio: »vasari nennt, unter dem verstümmelten Namen Trevio, einen solchen, der zu Bramante's Zeilen Ingenieur zu Mailand", »und" (fahrt er fort) »ein sehr großer Zeichner war, den da Vinci für einen seltenen Meister hielt, ungeachtet seine Manier roh, und in Gemälden ziemlich trocken war". Dann führt er, neben andern Werken von ihm, eine Auferstehung im Kloster-alle Grazie zu Mailand mit den schönsten Verkürzungen an. Man erstaunt übrigens, wie Borrari den Geburtsort des Künstlers (Trevkgo) vollends in Trevigi veränderü, und wie Grlandi den va- sari so habe auslegen können, als ob es sich, wo er von dem Unsrigen spricht, von Bernardin Buttinone handle 4 ). Der Unsrige war zu seiner Zeit ein berühmter Mann, vertrauter Freund von da Vinci §), der in seinem Werk über die Mas lerey denselben mit Mantegna verglich, und ihn beständig anführt, wo er von Perspektive spricht, über welche Zenale bekanntlich noch im Alter (1624) ein Buch schrieb. In demselben wird, neben Anderm, die damals oft ventilirte Frage behandelt: Ob kleine und entfernte Gegenstände, um der Natur getreu zu bleiben, gedämmter sollen vorgetragen werden (cleg^iano ubbugliarsi), als die großen und nahen, was er verneinend entscheidet, und will, daß auch die entfernten so vollendet und proporzionirt (?) seyn sollen, wie die im Vorgrunde §). Neben jener Auferstehung nennt dann Lanzi von dem Unsrigen noch eine Verkündigung zu St. Sempliciano, ebenfalls in Mailand mit einer zum Täuschen künstlichen architektonischen Verzierung; waS aber das Beßte dieses Bildes sey, denn die Figuren an sich sowohl als in ihrer Drappirung waren mesquin. Was dann den Bernardin Buttinone bctrift der, nach Lanzi (i. c.) schon um 1484 erscheint und um 'h2u verstorben seyn soll, so heißt es (lbici.) von ihm: „Derselbe war Zenaie's Landsmann und Mitarbeiter zu St. Peter in Gessato, auch, nach Lomazzo's Urtheil, ebenfalls in der -) Anderwerts (verständlicher) Amor zwischen zwey Mädchen, von denen er der einen den Arm bindet (mittelmäßig) ; dann von ebendemselben: Die Einigung des Friedens und des Ucberfluffes, wieder aus der Galerie. -) Man kennt es auch ohne alle Bezeichnung, und unterschieden in der Form. Z) Noch anderwerts heißt es überhaupt: Fünf Blätter, in der von dem jünger» Aanetti gegebenen Sammlung nach verschiedenen al Frescos. 4) Auch das Ler. v. Buttinone wirft beyde durcheinander. 5 ) Und derjenige, der, nachdem er iiionaröo's beyde St. Jacob im Abendmal gesehen, demselben rieth, den Kopf des Christus unvollendet zu lassen, da er ihn neben jenen Aposteln unmöglich schöner malen könnte. 6) Obe le cose lonlnne ko-serc» C08i koire e proporrionSle, gusiilo quelle ci'innan/.k. Dtk Ausspruch scheint Uns ganz richtig, aber auch sehr gemein , und besonders keine Antwort auf die Frage zu seyn, die wir, unsers Orts, bejahend entscheiden müßten. Oder, ob vielleicht das sbl>sgiis,«i in der Frage einen ganz andern als den von uns gegebenen Sinn hat? Ze ncke. Zenzi. 6171 - Z I- »I -- Perspektiv sehr erfahren. Seine übrigen Arbeiten sind zu Grund gegangen, etwa einige besser gezeichnete als colorirte Staffeleybilder ausgenommen/ wie z. B. eine Madonna mit etlichen Heiligen im Cabinete des H. Raths Pagave zu Mailand." Zencke (Hans), von Saltze und Georg Schreiber aus Magdeburg, gössen 1681 eine Glocke für eine Kirche der Stadt Acken an der Elbe Da der Guß ihnen jedoch nicht gerieth, so ließ man solche durch II. Hoffmann aus Halle 1691 nochmals fertigen. S. AI. Laust« Beschreib, der Grabt Ackert. Zerbst. 1712. 4°. S. 4 Z. Zencker (Johann Daniel), Name eines Malers der zu Dresden 17Z9 angegeben wird. Lebend. Ronigl. Dresden. — — s. auch sofort unten Zengker. *Zenger (Augustin). Derselbe stach den schlechten Titel der Kupfer, welche zu der von I. H. Chemnitz neu herausgegebenen Amboinischcn Raritätenkammer des G. E. Rumph. Wien 1766. Fol. gehören; dann ein solches zu: Biblisches Gebetbuch. Wien. 1774. 12°. rc. Anderwerts legt man ihm noch bey: Ves ILIusicisns riclicu- les nach D. Lenier und eine Bauerngesellschaft nach Egid. van Tilborgh. stkTirc. — — (Martin). So nennt man einen zu Augsburg seßhaften Bildnismaler, der 17ZZ geboten sey, und nach welchem F. T. Klauber den Bischof von Constanz, Max. Christoph Nodt, gestochen habe. stlstsc. Zengker oder Zi 11 1 chen (Stephan), Maurermeister, und Haus Eßlinger, Zimmermeistee, machten in ibc>7 ein Geding wegen verschiedener Gebäude am Schloße auf dem Werder zu Berlin; der Unsrige st. 164g. Laicolar. * — — S. auch gleich oben Zencker. Zenobia (Griechische Kaiserin). In der zweyten Auflage von des Paul Kentz: Güldener Handwerksdoden. Leipzig. 8.3. S 218. lesen wir von ihr: »Die griechische Kaiserin Zenobia, hat einen sehr schonen und köstlichen Wagen mit ihrer eignen Handarbeit geziert, daß man darüber sich verwundern müssen. Sie wollte auf diesem Wagen als Ueberwinderin in Rom einziehen ; allein »(wie es so oft zu geschehen pflegt)" der Wagen — wandte sich, und Kaiser Aurelian gewann ihr denseiben im Streite ab." * Zen 0 bi0 (da Ca). Nach Lanzi geb. 1660, blühend um 1718, nach Drlandi gest. 17Z1. und Ea Zenobio oder vielmehr Zenobrio (gemeiniglich itasanobrio genannt), von der adelichen Familie, aus weicher er entsprossen war. S. oben und im Lex. das Weitere von ihm s. v. Larlevariis. — — (Franz di) und Barrbolomäo sein Sohn, zwey Floccntinische Bildhauer, die um 1009 an dem Baue des Doms zu Orvieto bedientet waren. Eben hier erscheint noch ein zIi- colo de Zenobio als Maler, welcher 1Z70 unter der Leitung des Ugolino di Preke Ilario arbeitete. S. ätor/a stet Duomo st'Orrrsto. p. -226. 22). Zenobio (Nicolo di), Maler, s. den Vorstehenden Art. * Zenoi, s. im Lex. und gleich folgend Zenoni. * Zen 0 ni oder Zenoi (Dominicus). Dieser, der seinen Namen fast durchgehends Zenoi schreibt, war Zeichner, Kupferstecher und Verleger zu Venedig in dem Jahrzehnd r 56 .. Er hat Vieles geetzt, dabey aber die Gränzen des Mittelmäßigen nicht überschritten. Wir kennen von ihm: Christus am Kreuz in Fol. Lucs Verteile kormis; ein gleiches, mit der Unterschrift: Ports il povero Oristo Leo. in kl> 4 °.; nach Paul Forlani eine bey Zenoi selbst erschienene Folge von Rissen der vornehmsten Städte und Festungen Europens 1667. 4°; IlnsAlnes quorurxlsm prineipum et illus- trium virorum. Volo^nin! Ülalteriz kormis Ve- neti^'s 1569. 40, enthalt die Bildnisse des Erzherzogs Carls von Oestreich, Carls von Oestreich Prinz von Spanien, Emanuels Prinzen von Portugal, des Maltheser Großmeisters Ioh. de Valetta (dieses 1667 gestochen) rc. Anderwärts nennt man ferner.- Papst Pius V. in Fol-; den großen Christoph mit dem Jesuskinde Verteil! kormis ihxö real Fol.; Allegorie auf die Kreuzigung Christi 40, mit acht Versen, von Ioh. Franz Camoccio verlegt; Christus umgeben mit den Werkzeugen der Passion, bezeichnet: D.Terror pinx. in Fol.; ülustrium Zuris- Lonsultorum IrnsAines. f. Vsnetlis spu6 Oonstnm Verteil! 1069; dann Anderes nach Cosm. Piazza (der Leichnam Jesu bey Lampenscheine von einem Engel angebethet); nach Raphael, die Heilung des Lahmen; nach Rosso (jedoch ohne dessen Namen, nur mit dem kormis oeö Unsern), Franz I. auf den Tempel der Ehre zugehend'); Titian (Venus hält den Adonis zurück). Noch eine andere unserer Quellen nennt von ihm: Die H. Veronica mit dem Schweißtuche in Fol.; einen Grundriß von Wien in qu. ; das Kaiserliche Lager vor der Festung Raab qu. Fol.; Giula in Ungarn ibbü von den Türken belagert qu. Grundriß von Constautinopel qu. Fol.; eine Karte von Europa ibv 8 qu 4°. rc. S. auch den gleich ff. Art. — — (I.). So heißt der einzigeGandellini (wahrscheinlich apokryphtsch) einen Künstler, welcher Reurerstücke gestochen habe, und der wohl mit dem obigen Dominicus Z. EinePcrson ist S. dort sein zweyletztbenannteö Blatt: Giula, u. s. f. Zenrgraf, s. unten Zinckgräff. Zentmeper( ), gebürtig von Altenburg im Sächsischen; ein geschickter Architekt und Zeichner, der auch in beyden Künsten zu Leipzig 171a Unterricht ertheilte. In des S. BanisA Denkmal dem Sachs- Barbe Ioh Georg Scholbec ausgerichtet. Altenburg «. s. Fol., wird seiner gedacht, da Scholber (von welchem Architekten wir künftig sprechen werden) ein Schüler von ihm war. Zentner ( ), bey Mensel, ist Eine Person mit dem ebenfalls be» ihm enthaltenen ^>ans Zehntner. Zenzi (Vincenz). Don einem Kupferstecher dieses Namens kennt mau einen St. Marcus, nach G. Rcni. >) Irgendwo beißt dieses Blatt: Der Tempel Jupiters, wo eine Menge Männer und Weiber mit verbundenen Äugen (wie wir Alle!) einzudringen suchen (man glaubt darin die Figuren von Rosso, Franz l. u. a. zu erkennen) nach Jul. Pivi. Dann (heißt es Ebendaselbst) Jupiter und (Lalistv, Schiffe, Marinen u. s. f. ohne Namen des Malers. ' - -L : 7... '.r- C * Zepeda (Alonzo de). Soll ein Buch über Kriegsbaukunst herausgegeben haben, betitelt: Lpitome lie In kortlficacion möllern», ec»m- puesto por D.^/o»Lo ste ^ez-esta zr -Znllrsll», 6overnsllor llel l'kolku^s. Ln örusseles 1669. 40. mit Kupfern. ^/5c. Zephirin (Adam), Bildhauer, arbeitete für die Königliche Abtey St. Deniö. L^a»et x. 171. Zepp ( ), ein Porzellainmaler zu Berlin, woselbst er 1809 starb. (llrc. Zerb st (Johann Georg), Bauinspektor und Brunnenmeister an dem Salzwerke zu Mendorf in Hessen 1802. Heffen-Caffelfcher Sraars, und Adreßkal. > Zerener (Johann Christian Heinrich), ein vortrefflicher Kunst- und Porzellainmaler, zu Jena, woselbst sein Vater ein Billard hielt, geb. 17,7 und hier gest. 1818. Spangenberg Handb. der in Jena dabin geschiedenen Gelehrten rc. S. 1H6. Unstreitig ist er Eine Person mit dem I E. Aerener, der (in NMdberg's Universt-- raren, Almanach für i8in. S. r8>.) als Lehrer der Maler und Bildhauerkunst bey der Universität zu Halle 1809 vorkommt, hier aber nicht lange verweilt zu haben scheint, Ohne Zweifel ist er auch der nämliche, welcher anderwerts um dieselbe Zeit Lector auf der gleichen Universität heißt, wo er über Bürgerliche Baukunst in Verbindung mit der Landbaukunst gelesen, auch Unterricht in geometrischen und architektonischen Zeichnungen gegeben habe. ZerlettisG.), ein Kupferstichverleger, s. oben D- Sporti'elli , wo mau aber in der letzten Zeile «taslino, statt Loslano lesen muß. Zernbach (Michael), des Johanniter,Ordens Bau - und Deichinspektor zu Sonnenburg um 180c» Berliner, Adreßkal. * Zernemann (LevinK Dieser Stempel, schneidet lebte zu den Zeiten der Herzoge von Braun, schweig Joh. Friederich und Ernest August, noch 1688. I..L war sein Zeichen. S vollst. Braun- schrv. Lüneb. Münz, u. Med. Cabiner N°. 879. 886. 972. 991. u. Vorrede Xl^VI — LöhlerXVlll. 172. u.s.f. — Eprer's Vers. e. GainmI. l)fäl; Münzen S. 108. Zernick (Johann Ernst Friedrich), ein Con, ducteur in Preußischen Diensten um i 865 z» Berlin; nachdem er vorher zu Salzwedel gestanden hatte. Zesen (Philipp von). Der Sohn eines Pfarrers und (wie sein Gedicht: Prirau oder Lob des Vaterlandes. Amsterdam 1680. 8°. aus» weis't) zu Prirau unweit Dessau 1619 gebohren. Er studierte, beschäftigte vorzüglich sich mit Pbi, lologie, Dichtkunst und teutscher Sprache, wurde Kaiserlicher Pfalzgraf, als Poet gekrönt, dann geadelt und erhielt auch von einigen Sächsischen Fürstenhäuser« den Titel als Rath. Nach vielen Reisen in Teutschland und Holland, ließ er sich zu Hamburg nieder, wo er 1689 starb. Dieser bey den Gelehrten seiner Zeit in Ansetzn stehnde Mann, der sich bald Aesen, bald aber auch «tasten, «taestus rc. nannte, und ikHö unter dem Namen des Rosenordens oder der teurschgestnnten Genossenschaft eine gelehrte Gesellschaft stiftete, hat mehr als 70 Schriften herausgegeben (ein Verzeichniß derselben liefert z. B. Möller'« < 7 im- dris litei iits), unter denen man auch solche findet, die von der Praktik der Maler, und Zeichenkuust handeln, als worin er demnach etwas gethan haben mag. Ungedruckt hinterließ er mehr als 40 zum Theil unbeendete Manuskripte. Sein Bildniß soll C. Hagens gestochen haben. * Zeser, s. «tasar und Cesar im Lex. Suppl. und künftigen Nachträgen. * Zerer, s. gleich nachstehnd u. im Lex. Zetter. * Zerrer (Paul von), Zeichner und Kupferstecher, nach Malpe (wir wissen nicht aus welcher Quelle?) geb. zu Hannover um 1600. (wohl namhaft früher). Von ihm kennt man 24 Bildnisse für das Werk von Boißard, und bemerkt darin einen feinen Grabstichel und eine sorgfältige Ausführung. Dasjenige von Paul Toßanus ist mit des Stechers vollzähligem Namen und der Jahrszahl «609; das von Dan. Toßanus mit: kör. blano. und das von Ph. Gamachae- nus mit dem Monogramm eines verschlungenen Z'. u. ^ bezeichnet. Wieder ein anderes von Johann Aldnnger mit «628 und eines von Fabr. Baßecourt giebt den Maler H.Mermann an. Ueber eben diesen Künstler giebt uns einer unserer Freunde einen von obigem namhaft verschiedenen Art. wie folgt: „Ein mittelmäßiger Kupferstecher zu tzanau, der sich um 16Z7 nach Amsterdam begeben und hier noch um « 65 o gearbeitet haben mag. Wir kennen von ihm (zuvörderst als Schriftsteller , eine Uebersetzung ins Französische, von dem Fecht, buche des Nicl. Gigant!, welche bey Luc. Jennis zu Frankfurt a. M. 1619 qu. gr. 4 °. mit radirren Figuren eines Ungenannten (ihm selbst?) erschien; dann allerhand zu Hanau 1629 gefertigte Bild, »isse; die meisten solcher in Theil V. von des I. I. Boissard's Icones, herausgegeben von W. Fitzer rvZ 5 ; das Bildniß des Herzogs Carl Egmond von Geldern (ziemlich gut gerathen; der Kopf zu hart behandelt) in des j. Uontanus Illlstoris Oelllrica. Ijnrllermei Oebrorum , - sumptibusjok.ZanssouüDibl.^msterll ihZgkol.; ein gutes Bildniß in kl. Fol des Amsterdamer- Theologen Fabcr Baßercvurtius (st. i 65 o ) nach H.Meermans, und bezeichnet: blunoris et »mo- rrs er^o so. exc. äs Bettes (spätere Drücke: Uster Vorlas exc.). Nach Payne soll er den Joseph Hall, Bischof von Exeter, koput haben". Noch ein andermal bemerkt uns eben dieser Freund: „Daß Malps ihn fälschlich nach Hanover trans, locirt, brauche ich kaum wohl zu erinnern. Auch nennt er das eine Bildniß, irrig, David Parcus statt David Pareus. Man kennt von f)aul auch die Bildnisse des Johann Aldnnger 1628. 8°. (sehr mittelmäßig); des Peter Marfchall, Buchhändlers zu Heidelberg 1622. 4°. st^c. — — (Jacob), s. unten Zerrra. Zettler (Franz Anton). So hieß ein Hofgärtner von Hohenzollern - Hechingen 1778. äl^r. Zett mayer (Johann), Maler und ansäßi, ger Bürger in der kleinern Residenzstadt Prag, st. dort 8» I. alt 1721 und wurde daselbst in St. Wenzel begraben. Dlabacz. Zerrra (Jacob de), ei» Kupferstecher, der, nebst Joh. Tdeod. de Bry und Joh. Galle, für den de Bry'schen Verlag, eine Folge von rZ Blatt (ungerechnet des Titels) in q„. Fol. radirte, welche die Wahl und Krönung Kaiser Matthias l. (16,2.) darstellt. Diese Folge ist auch dem gedachten Kaiser dedizirt und mir Vcr, sen von Gvtth. Arthusius versehen. Noch nennt Zehner. man anderwärts von ihm, Mutius Scävola und Porsenna in ovalgr- 4 °- nach einem 6 X Inventar. Des Geo. DraudiuS Vibliotk. libror. ^srmanic. clsssica krancof. s. AI. 1626. 4°- k>- 621. giebt den Titel des folgenden uns unbekannten Werkes: „Jacob de Zerrra neue künstliche Weltbeschreibung, d. i Hundert auserlesene Kupferstiche (die), von den kunstreichsten Meistern dieser Zeit erfunden und gerissen worden, gegenwärtig Weltlauf und Sitten für zu mahlen, mit lateinischen, teutschen und französischen Reimen erklärt. Amsterdam, bey Heinr. Laurentius und Frankfurt a. M. bey Joh. Theod. de Bry ihr/,- 4 °-" Wir wissen nicht, ob wir ihn für eine Person mit dem Jacob de Zeerer (den wir aber nie Zerrra gefunden haben) halten dürfen, welcher Buchhändler zu Frankfurt a. M. war, auch, von um 1625 an, eine Buchhandlung zu Hamburg führen ließ. Dieser gab von 1620 bis 1628 viele Bücher heraus, die fast durchgehends mit Kupfern — und zwar ohne Angabe eines Stechers — verziert sind. Noch anderwerls heißt es: „Derselbe arbeitete auch, nebst Joh. Tbecch de Bry, Rob. Boissard rc. kleine Blatter nach G. Keller zu eiuer rkug in Mainz 4 °. erschienenen lateinischen Bibel. Zetzner (Daniel), ein Goldschmied zu Culmbach 1621, dessen /(keuscher gelegentlich gedenkt. Zeysch (Johann Christoph), Chursächsischer Hoftischler zu Lichtenburg r/ 5 ?. 7 k 7 §c. Zenger (Martin), ein Bildnißmaler, arbeitete um 177a zu Augsburg. F. L. Klau, der hat nach ihm gestochen, von Srerren S. 207. ^ Z ev r'o (Aldighieri, Aldigieri, Alticheri oder Alkieyieri, da), von seinem GeburtsortZevlo im Verouesischen so genannt, zierte die um 1277 gebaute Kirche St. Giorgio zu Padua mit seinen Bildern, welche noch die Spur des Giolto vcr, rathen. Lanzi fand noch Spuren seines Daseyns um 1282. Lü. teer. III. g. Nach Brandolesi arbeitete er überhaupt vieles zu Padua, wo er sich schon 1270 befand. — (Johann Maria). Zu Pavia baute er zwey Porren, woran sein Name befindlich ist; dann für seinen Patron Corner» zwey kleine Gc, bände, von welchen man bey Serlio B VII. die Adrige, doch nicht getreu nachgebildet findet. Cemanza daün fuhrt noch verschiedene andere Gebäude, die Zevlo in den Gegenden dieser Stadt verfertigt, a». Er war auch in der Modeilirkunst geübt, worin er seine zween Söhne Gcravian und provolo unterwies. Der erstere übte zwar auch die Malerey, aber mit schlechtem Erfolg. Joh. Maria muß, des Temanza Rechnung nach, etliche Jahre später gestorben seyn als ihm pozzo giebst. * — — (Stephan da). Lanzi (Lcl. terr.) III. 22. 8. v. Stephans von Verona, setzt seine Blüthczeit um rjoc» und zeigt, daß derCaval.pozzi sich wohl irre» müsse, der einen Schüler von Angclo Gaddi noch 1462 arbeiten lasse, vasari rühmt ihn zum öftern, Seine Alsresco's waren vortrefflich. Zu St. Fermo u. a. w. sah' Lanzi von ihm Arbeiten, die mit der Manier seines Meisters Würde und schöne Formen vereinen. Noch ist zu bemerken, daß derperer von Perugia, von dem eS im Lex. heißt, daß er in seinen Miniaturen Vieles von dem Uusrigen nachgeahmt und entlehnt habe, natürlich mit dem weit spätern ^erervanucci (Perugino) nicht zu vermischen sey. Vener hingegen war neben seinen Miniaturen, womit er bald alle Bücher in der Bibliotheck des Zeuxis. 6173 Papstes Plus zu Siena verziert hatte, auch ein geübter Frescante. " Zevio (Dincenz diStefano), sehr wahrschein, lich des vorstehnden Sohn. Dieser kann nun um i46Z noch gearbeitet haben; was aber, ist unbe, kannt; und weiß man einzig von ihm, baß er der behcer des Liberale von Verona war. Darurr Lä. terr. III. 22. 8 . V. Verona. Zeune (August), fertigte geographische Zeich, nungen zu seinem Buche: »Goea. Versuch ei, ner wissenschaftlichen Erdbeschreibung von Aug. Zeune, Vorsteher der Blindenanstalt und Lehrer an der hohen Schule zu Berlin. Zweite Aufl. Berlin 1811, gr. 8°." M-c. Zeutner, s. oben Zehnrnec. Z euxis. Nach Aristoteles, wie ihn Guides anfuhrt, war er ein Zeitgenosse von Jsokrates (der, 278 I. v. C. im dritten I der ghsten Olympiade sehr alt verstorben war); und nach plinius hatte er den bekannten Wettstreit mit Parrhasius, einem Zeitgenossen des 400 I. v. C. verstorbenen Gokrates; so daß man des Unsrigen Blüthezeit zwischen die gvste und güste Olympiade setzen kann. Zeitgenosse von Polygnokus mochte er dennoch etwas jünger seyn. Bedeutend war jener Wettstreit mit Parrhasius eben nicht; ein, zig kann er uns etwa belehren, wie weit es die Künstler damaliger Zeit in der Darstellung des Stilllebens gebracht haben mochten. Eine hö, here Idee von Zeuxis erwecken etwa die von plinius aufbehaltenen Verse seines Neben, Kühlers Apollodorus, der sich über ihn beklagt, baß er ihm die Kunst vor dem Mund weggenom, men habe. «Uebrigens scheint sich der Unsrige nicht so fast, wie Polygnot und Mykon, mit großen « Compositionen auf die Mauer, als mit Bildern von wenigen Figuren beschäftigt zu haben; und dies« Gattung wurde auch von den nachfolgenden Künstlern vorgezogen. Zu seinem Vorzüglichsten zahlt mau eine Eentaurin mit Galyrsohren, die ihre Zwillinge nährt; de» einen nach Frauen, den andern nach Stutren-Ark. Der untere Theil ihrer Figur, welcher einer hübschen Thessalischen Stutte gliech, lag im Grase, die Hintere Pfoten rückwärts gewandt; der obere Theil gliech der schönsten Weibsperson, und stützte sich sanft auf die Ellenbogen. Dieses Bild ging zugrund, als Sylla solches über Meer nach Rom bringen wollte; aber eine schöne Kopie davon war noch zu Luzians Zeiten vorhanden. Dann eine Helena, welche, nach plinius, den Charakter dieser Fürstin sehr gut darstellte, was mehr Geschicke für den Aus, druck voraussetzt, als Aviftoreles sonst dem Unsrige» nicht zugestehen will; dann ein Fechter; ein Jupiter auf dem Throne, von andern Göttern umgeben; Herkul als Kind, der in Gegenwart von Amphytrio» und Alcmene die Schlangen er, würgt; den gebundenen Marsyas; für die Cro, toniater (heißt es bey VOarelet) jene nackte Helena, die er sich aus fünf ihm vorgeführten Töchtern derselben zusammengebildet haben soll l. was auch uns, wie so Vielen, fabelhaft scheinen will). Auch in Helldunkel malte er auf einen bräunlichen Grund. Daß der Unsrige sich durch seine Kunst einen großen Reichthum erworben, den er nicht ungerne spiegelte, ist bekannt. Bey den Olympischen Spielen erschien er in einem Mankel, auf welchem sein Name in Gold genahet war. Daß er sich späterhin seine Werke nicht mehr bezahlen ließ, weil er jeden Preist derselben für zu niedrig hielt, sondern solche eher verschenkte, erzählt schon das Lex. So z, B. daS Bild des Gottes Pan dem Könige Archelaus, und eine Alcmene den Agrigeittinern. Zeuxis modelliere auch in Leim. Dergleichen Bilder, welche die Musen dar, stellten/ brachte man nach Rom. Markus vicrorinus, der in Mitte des IV. Jahrh. n. C. lebte, behauptet, daß dazumal noch Arbeiten des Unsrigen vorhanden waren, welche folglich die Dauer von achthalb hundert Jahren bestanden hakten, plkm'us wirft ihm die alizugroßen Köpfe, und (Quinrilian überhaupt die allzustarken Glied- maaßen vor. Ratetet et s. v. et ^tsio/o§re (Lentsure). Lanzi (Lcl. ter^.) I. 73. Dieser letztre sagt gar (wir denken zum Spaße) die Agrigentiner hätten ihm jene fünf Mädchen — geschenkt. Zepden (Heinrich), ein Hofsteinmetz und Bürger der Stadt Prag in i 35 l. Dlabacz. Zeypold, s. oben Zeidold. * Zhirs, s. Srol; oder Srolzbirs im Lex. und Srolzius in den gegenwärtigen Zusätzen. * zlancarl, s. oben und im Lex. Zancarli. * Ziarnko (Johann). Von ihm, vielleicht zu irgend einem Buche, leicht in gr. Fol. radirt, sahen wir einst ein mitAonn^rnrrrLo polonus fec. bezeichnetes Blatt, was die große Versammlung, die 1617 zu Rouen Statt fand, darstellte. Eine unserer Quellen nennt ihn einen Pohlnischen Maler und Eher, der sich zu Paris und zu Rom aufgehalten und folgendes ravirt habe: Die Krönung des Königs von Frankreich Heinrich I V. (regierte von i 58 g bis 1610.). Die Königin Maria, auf dem Paradebette, in der Pariser-Vorstadt St. Germain; einCaroussel oder Französischer Aufzug in gr. Regal; und einen Bauer der einem Pohlnischen Herrn eine Rübe darbietet, in Fol. Nach ihm dagegen, hätte I. ab Heiden den Papst Leo XI. (regierte r 6 o 5 .) gestochen. Sollte der Jac. Zarnko des Lex. nicht ein verdorbncr Name des Unsern seyn? Zrchanskp (von), geb.'in Pohlen 17Z.., lebte zu Göttingcn um 1780 als Modellmeister; er verfertigte physikalisch-ökonomische Werkzeuge. Eckard's litterarisches Handbuch l. 2.9. In 1809 nennt man ihn als Unteraufseher der dortigen akademischen Modellkammcr. Zick (Andreas), geb. zu Fulda um 1779, der Sohn eines Majors, trat ebenfalls in dortige Militairdiensie und lebte noch 1816 als (auf Wartgeld gesetzter) Hauptmann zu Fulda. Zu seinem Vergnügen halte er die-Oelmalcrei (Landschaft und Figur) bey Johann Herrlein erlernt, -(Christian), Kunstdrechslcr zu Nürnberg, geb. daselbst 1768 und dort noch lebend um 1809. Derselbe verfertigte und verkaufte die von seinem gleich ff. Vater David verbesserten Grepban- Zickischen Kunstaugen, und den sogenannten Drcyfaltigkeits-Ring, nebst andern Kunstsachen. Meusel III. -(Christoph), ein Drechsler, s. unten seinen Vater perer (Z.). — — (David), Kunstdrechsler in Elfenbein zu Nürnberg, vielleicht ein Sohn des unten ff. Stephans, st. 1777. von Murr. -(Januarius a.b. irrig Jacob), welcher im Lex. unter dem Art. seines nachfolgenden Va, ters Johann erscheint, geb. zu München 170), wo er von leßterm den ersten Unterricht in der Malerei erhielt. Nach Lipovosky (irrig) trat er 176 t nicht in Chur - Triersche, sondern Chur- Bayersche Dienste. „ Derselbe" (sagt L. nach von Mannlich's Urtheil) „malte mit Fertigkeit; allein, sowohl seine Composition als Zeichnung und Färbung sind sehr manirirt", so daß er von Mengs Berathung deren das Lex. gedenkt schlechten Nutzen ziehen mochte. In der Königi. Galerie zu München findet sich von ihm ein kleines Bild auf Leinwand, das eine Anspielung auf das Drey- königsfest darstellt; zu Schleisheim einen alten Manns- und einen alren Weiberkopf; bey H. Schmidt in Brei (i8og ) zwey Grablegungen (»so gut wie Dietrich":-. Liporveky II. 182. u. 279 Dann liest man auch bey Meusel 111 . wo er „Historienmaler zu Ehrcnbreitsiein, Coblenz gegenüber, ehedem Churtrierscher Hofmaler" heißt, und (1809.) noch unter die Lebenden gezählt wird: „Seine Werke werden hauptsächlich wegen des herrlichen Kolorits und der ungezwungenen (?) Stellung der Figuren gerühmt. Beweise seiner Kunst fanden sich in den Abteyen Wiblingen, Zwiefalten, Rcitenhaßlach (so das Manuskript) u. a. w." Eine: Ilsvsuso von ihm (wahrscheinlich eine Buhlerin am Churkrierschen Hofe) nennt schon Mensel II. (1789. >. Dann aber lautet es in Ebendesfi Mus IX. 285 — 86. um dieselbe Zeit, in einem Schreiben aus Mannheim vom 20. Jun. 1789 wieder ganz anders: „In der hiesigen neuen tzospikaltuche hat man vor einigen Lagen dem Hochaltäre ein Gemälde, vorstellend die H. Dreyeinigkeit, von Herrn Zick aus Coblenz') eingesetzt. Die Modelle— wenn anders der Künstler einige zu diesem Bilde gebraucht hat — scheinen aus der gemeinsten Pöbelklasse gewählt gewesen zu seyn. Soll es ein Ideal seyn, so wird es jeder Kenner unedel und diesem heiligen Gegenstände unangemessen finden. Die Gottheiten sind mit lauter kleinen Kindern umgeben, statt deren ehrfurchtsvolle Cherubim angebracht seyn sollten. Das Bild hat also weiter kein Verdienst, als ekwann den, worinn die meisten Maler ihr Hauptverdienst suchen, nämlich ein Bischen Effekt; und auch der ist sehr gering! Das klebrige ist gemein und in jedem unbedeutenden Gemälde wieder zu finden." Gestochen nach ihm haben J-B. Gutwcin: Die dem Simson ausgestocherten Augen; dann die Auferweckung des Sohns der Wittwe von Zarpath, und derjenigen des Sohns der Sunamilhi»; Basan: Die zornige Frau; J.G. Preißler jene Staunerin (Ueveuse); Sommeran das Brustbild einer alten Frau, wahrscheinlich das obige aus Schleisheim. Endlich nennt man als von ihm selbst gemalt und geetzt (-788.): Die Anbetung der Könige, und die der Hirten; dann : Merkur in der Werkstätte eines Bildhauers, der ihm Unterricht in seiner Kunst giebt, und: Bacchus, Ceres und Cupido, nach Weis. S. auch unten I. (L. Zick. * Zick (Johann), des Obigen Vater. Tiporvsky nennt noch von ihm ein rxZh gemaltes Choraltar- blatk, die Geburt Christi, in der ehemaligen Klosterkirche zu Schlehdorf, undMeuseI Miscell. I. 47 - zwey andere in der Abteikirche zu Schwarzach in Franke»; mit dem Hinzuthun: „Die Ausführung ist nach Rembrandtü Geschmack" (was freylich bald gesagt ist). „Ob dieser Meister gleich viel Verdienst besitzt, so ist er dennoch hier der Zeichnung nicht ganz getreu; und ein gewisser Firniß, womit er seinen Gemälden das Dunkelsaftige beybringen wollte, hat diese beyden Stücke ganz verdorben'. l) Warum wohl nicht von einem einheimischen Künstler? Es fehlt doch nicht an solchen, die es mit Hrn. Zick aufnehmen könnten. Oder, hatte keiner das Heri, wie Hr. Schöuau zu Dresden in einem ähnlicocn Fall? M. Zieger. 6175 Zick. z i ck (I. C-), ein Zeichner und Kupferstecher zu Nürnberg, wie es scheint schon um 1760 und noch 179Z. Man kennt von ihm mehrere Bildnisse, wie z. B. den Marktvorsteher Jvh. W. Kestler 4 "; den Senator und Kriegsrath C. F. Löffelholz von Colberg (anonym) 4 °; den Sprach- meister Ant. W. Schmitt 8°; einen Prospekt von Nürnberg qu.Fol. rc. -(I- E.), hat (zufolge eines Gantkataloges) nach Weiß, Bacchus und Ceres in 4°. gestochen, was oben dem Januar zugeschrieben ist. -(Lorenz), ein Kunsidrechsler geb. zu Nürnberg 169.4, lernte bey seinem Vater Peter und wurde so geschickt, daß er seine Bruder und endlich gar den Vater übertraf. In i6rZ ging er zu dem Administrator zu Halle im Magdebnrgi- schen, wo er einige Jahre als Hvfdrechsler blieb, dann weiter reifte und sich 1625 zu Nürnberg setzte. Doppelmayer S. 299. sagt von ihm: »Er drehte gar trefflich in oval/ bassicht, gewunden, auch geflammt, und machte aus Helfenbein Pocale, ins und auswendig, wie solche fast die Goldschmiede zu treiben pflegten, mit Buckeln, auch überdem allerhand Becher von Rhinoceroshorn und Rosenholz. Er wußte ferner mit dem künstlichen Durchbrechen bey dergleichen Gefäßen sehr wohl umzugehen, und stellte die Schiff-Galeeren, die zu solcher Zeit gewöhnlich waren, in Oval mit aller Zugehör gar schicklich dar. Zuletzt gab eben dieser Künstler, absonderlich zweyerlei Werke, die er als der erste Erfinder, vermöge des Drehwerks, gar künstlich dann auch noch zum öftersten hervorbrachte, denen Curiosis zu vieler Bewunderung dar; nämlich die sogenannten Coutre- fait - Büchsen, die er in einem aus Helfenbein ausgearbeiteten eierförmigen hohlen Körper, da beyde zuerst aus Einem Stücke bestunden, völlig ausgedrehet, und darinnen mit einer mcssingencn Charniere beschlagen, dann aber allerhand vieleckige Körper, die nach der Figur denen Dode- caedris ziemlich beykommen, 8. 10. 12. r6. eben dergleichen Körper wieder aus Einem Stück gemacht, in sich begreifen (gleich wie die dritte und vierte Figur in der fünften Kupftrtafel ein niedreres hiervon zu erkennen geben) die man auch nachgehends anderwerts nachahmte.'' Lorenz wurde vom Kaiser Ferdinand III., den er die Ehre hatte von 164z—44 in seiner Kunst zu unterweisen, mit dem Titel eines Kammer-Drechslers begnadigt und st. rlM. -(Michael), ein geschickter Drechsler zu Nürnberg, hier 1748 geboren. Sein Bildniß hat C. W.Dock 1798 in 8°. gezeichnet und gestochen, ^c. -(Peter), ein Kunstdrechsler zu Nürnberg, der sich durch allerhand Arbeit, vorzüglich,aber durch seine elfenbeinernen Trinkgeschirre berühmt machte. Kaiser Rudolph II. ließ ihn auf einige Zeit nach Prag kommen, um das Drechseln von ihm zu erlernen. Er st. 1602 und hinterließ drey Söhne: perer, Loren; (von dem wir oben schon sprachen) und Christoph; sie thaten sich sämmtlich in des Vaters Kunst hervor. Doppel- mayr S. 297. -(Stephan), geb. zu Nürnberg 1689 und hier gest. 1716; lernte dasKunstdrechseln bey seinem Vater Lorenz und brachte es hierin noch weiter als dieser. Man bemerkt von seinen Arbeiten: Dreyfaltigkeitsringe aus Elfenbein, deren er dreye fertigte, davon zwey sich in den Kunst- kammern zu Wien und Dresden finden; eine Abbildung giebt unsre Quelle l'ab. V. Fig. i. Eine lange ovale Zederschachtel aus Elfenbein, die neben herum zugleich bassicht war und oben auf dem Deckel ein gedrehtes Kreuz hatte; dies bewundernswürdige Stück erhielt der Großherzog von Florenz. Eine Nachbildung des menschlichen Auges (zum Auseinandernehmen) in Elfenbein; auch dies, was unsern Stephan am meisten bey den Nachkommen berühmt machte, giebt Dop- pelmayr lab. V. Fig. 6. (es ist auch sonst noch mehr gestochen) in Kupfer. Er war gesonnen, das menschliche Ohr auf gleiche Weise darzustellen, wurde darüber aber krank und verlor endlich gar den Gebrauch seiner Augen, woran die subtilen Arbeiten schuld seyn mochten die er öfters fertigte, wie z. B. kleine elfenbeinerne Becher, deren man (Gott sey bey uns!) 6—700 in ein Pfefferkorn bringen konnte. Doppelmayr S.öio. S. austoben Christian Zick. Ziege (Johann Martin), ein Kunstbildhauer zu Jena, wo er 1769 starb. Gpangenberg Handb. der in Jena dahingeschiedenen Gelehrten rc. S. 22. Ziegelmayer (Johann Michael), ein K. K. Kunsigärtner zu Prag, st. 1772. Dlabacz. Ziegenbalg (Heinrich), ^s. den fol- ! genden va- — — (Johann Gottlob), gienrin(Z.). — — (Valentin), lernte als Steinmetz bey Joh. G. Steinböck von 1672 bis 1677 und wurde 1682 Meister in Chursachsen (wohl zu Dresden). Er zog zwei Schüler, seinen Bruder Heinrich (von 1692 bis 1697) und seinen eignen Sohn Johann Gottlob (von 1702 bis 1707.). Ziegenhorn (Anton), Hofzimmermeister von Churmainz. Er war im Gefolge seines Herrn bey der Kaiserkrönung 1711 zu Frankfurt a. M. il^c. — — (Christoph), wurde 1624 von dem Grafen von Stollberg, bey der Münze zu Stollberg (als Münzmeister?) angestellt, wie eine angedruckte Handschrift etwas unbestimmt sagt. — — (Hans Albrecht), ein Münzmeister zu Eisleben, während der Kipper- und Wipper-Zeit 1621. (I. A. Biering) Des historisch-curieusen Archivs auf 1737 erste Defnung (Eisleben) 4 °. Zieger (Anton), Hofgärtner des Hoch- und Deutschmeisters zu Mergentheim 1790. Alrc. — — (Hans Paul), s. den folgenden Johann p. (Z,)> — — (Johann), zu Nürnberg, stach für Moritz Vogt's itzt lebendes Böhmen (1712.) eine Karte vom Königreich Böhmen, der dessen Landesfürsten bis auf Leopold l. beygefügt sind. (Riegger) Material, z. Statistik von Böhmen I. S. 65 . 68. Sollte der Unsere etwa nur der Verleger obiger Karte gewesen seyn? Ein Johann (Z.) war nämlich ein Buchhändler zu Nürnberg, wo er 1711 set. 65 . (wie es irgendwo heißt) starb. Man hat sein Bildniß einigemal in Kupfer gestochen. ilLc. — — (Johann Ernst). Der Sohn eines Kutschers, geb. zu Meißen um r 756 und hier noch 1812 als Malervorsteher bey der Porzellajn- fabrik am Leben. Er ist ein mittelmäßiger Figuren- maler. — — — Der von einem unserer Kunstfreunde uns eingegangene Art. dieses Künst- lers muß sich irgendwo verirret haben und betrifft wohl keinen andern/ als den gleich vor- stehnden. Zieger (Johann Paul) / ein Kupferstecher zu Nürnberg. Panzers jslürnbergische Portraits I. S. 33 . 83 . 99. 274. zeigen einiges von ihm an. Nämlich das Bildniß von Claudius von Creuz 4°. Das des i 3 go verstorbenen Malers oder — Schneiders Hans Gundlach 4°; das eines i 636 gebornen Joh.Held; und endlich ein solches in mit der Bezeichnung H. ?. 2 . ke., was Panzer als das eigene Bildniß des Kupferstechers Hans Paul Zieger's (doch des unsern?) giebt. — — ( )/ vielleicht ein Sohn von obigem Johann Ernst. In 1819, zu welcher Zeit er einen Schüler der Zeichenschule zu Meißen abgab, sah man von ihm auf der Dresdner Ausstellung eine Figur in Kreide. Mrc. Ziegler (Adrian)/ ein Kupferstecher von Zürch um 1644. Von ihm kennt man, neben Anderm, eine Ansicht seiner Geburtsstadt. Dann Bildnisse der Gottesgeiehrten H. Alting und P. du Moulin. )Hrc. — — (Arnold), Stadtzimmermeister zu Frankfurt a. M. s. oben Siegler. — — (Christian- Ludwig), erscheint 1784 als Churhannöverischer Kammerconducteur und Landbauaufseher zu Hannover; 178h als Landbaumeister des Fürstenthums Lüneburg zu Zelle; und 1802 noch eben hier, als Hof- und Ober- Land-Baumeister. — — (Christoph), ein Bau- und Maurermeister zu Altdorf bey Nürnberg 1729. — — (Conrad), ein, so viel wir wissen, »or einigen Jahren zu London jung verstorbener hoffnungsvoller Künstler, gebürtig von Zürch in der Schweiz. Zwey in Agua tinta auf dunkel Papier abgedruckte und mit Weiß aufgehöhte Blätter nach Crayon-Zeichnungen von Conrad Geßner (damals ebenfalls in London) gefertigte Blatter werden 1807 sehr gerühmt in Meusel's Arch. II. (2.) 18. — — (Friedrich Georg), Conducteur von Churhannover, zu Ratzeburg > 783 . — — (Friedrich Samuel), erlernte in seiner Vaterstadt Dresden bey Mor. Rachel die Eoldschmiedskunst von 1684 bis 1689. Mrc. — — (Georg Salomon). Nach einem solchen Maler hat I. C. Marchand zu Nürnberg das Brustbild des Grafen Georg Eberhard von Limburg, mit landschaftlicher und allegorischer Umgebung, schlecht in Fol. radirt. ^c. — — (Hans), bauet« i 52 i den steinernen Umgang an der Hauptkirche St. Nicolai zu Creuz- burg an der Werre. Paul int Histor. Beschreib. dieser Sradt 1690. Eine Handschrift. — — — «in Münzmeister, s. unten N?yrand Ziegler. — — (Heinrich), ein Glockengießer und Rathsmitglied zu Erfurt, der i 5 Z 4 und i 544 erscheint. I. Hundorph Beschreib, v. Erfurt (das.) i 65 i. 4° — — (Jacob), ein Gottesgelehrter, Mathematiker und Cosmograph; geb. zu Landshut in Baiern und in seinem Vaterlanbe r 549 gestorben. Nach seiner Zeichnung hat man (zu Straß- burg i 352 erschienene) Landkarten von Palastina, Egypten rc. ^c. Ziegler (Johann), ein Kupferstecher zu Wien. Von ihm, zum Theil gemeinschaftlich mit Carl Schütz, gezeichnet und gestochen kannte man schon um 1782 verschiedene colorirte Aussichten von Wien und der Umgegend. Ziegler wählte sich zu seinen Blättern hauptsächlich die Vorstädte. Ausführlich beschrieben sind solche inMeusel's Miscell. XIII. 4. 8-11. XX. 8g. gi-g 5 . Es waren im Ganzen 5 o Bl., welche zu Wien bey Artaria und Comp. erschienen, einige derselben auch historisch staffirt; wie z.B. eines mit der feyerlichen Begehung des Osterfestes in der St. Stephans-Kirche von Papst Pius VI. und ein anderes mit der Vorstellung, wie Ebenderselbe am Ostersonntage dem Volk am Hofe den Päpstlichen Segen giebt. Einzig wurde das Colo- rit dieser Blätter, und zumal der häufige Gebrauch des Grünspans bey Ausfertigung derselben, nicht durchgeheuds gerühmt. Indessen heißen sie doch bey winkler (wohl im Ganzen nicht mit Unrecht) uns coUection pröcieuse, und werden (für die Gattung ganz richtig) mit denen von Aaberii verglichen, welche (damals als wahre Neuheit) jenen zum Vorbilde dienen mochten. Die treue Darstellung des Costumes mochte zumal ihr (wirklicher) Hauptvorzug seyn. Sie hakten 12" in die Höhe und 16" in die Breite; und winkler geht so weit, solche für Zimmerverzierungen zu empfehlen. Hauptsächlich viere, welche (von größermMaaß als die übrigen) 18" in die Höhe, und 24" in die Breite hielten, von 8. Jansche gezeichnet waren, und 3 Ansichten von Schönbrunn und 1 von Laxenburg darstellten, diese letztere mit einer Kabalcade, den Kaiser an der Spitze, staffirt. Hinwieder finden wir anderswo (wohl mit Verwechselung mit obigen Wiener-Ansichten) ebenfalls bey Artaria zu Wien verlegt, gleichfalls 3 « malersche Ansichten des Rheinstroms von Speyer bis Düsseldorf (wieder nach der Zeichnung von Jansche), welche colorirt, in Quer - Realfol., nebst einer Beschreibung, für — 100 fl. ausgeboten wurden. Mensel III. (180g.) ohne etwas Späteres von Zieglern anzuführen, nennt ihn noch unter den Lebenden. *— — (Johann Ludwig). Sein Blatt: Adonis Abschied von Venus, ist nach I. M. Veith gestochen. * — — oder Zigier (Joseph), ein Böhmischer Glasschleifer und Glasschneider, zu Anfang des XVIII. Jahrhunderts. S. im Lex. den Art seines berühmten Schülers, Jos. Anr. pikler's. — — (Marcus), gab heraus: Weberkunst und Bildbuch. Ulm 4 °« Fabrici Histor. der Gelehrsamkeit I. 217. — — (Thomas), hatte auf der Dresdner- Ausstellung 1797, zu welcher Zeit er auf der Kunstakademie zu Leipzig studierte, eine sehr gute Zeichnung in Kreide. In 1812 kömmt dieser Künstler zu Dresden vor. Dresdner Adreßkal. Nach ihm hat Hüllmann ein historisches Titel- kupfer zu einem Romane 8°. radirt, und G. Brettner der ältre 1802 ein solches zu dem Buche: Claudine Lahn, von der Verfasserin der Clara von Wallburg. Leipzig 1802. 8°. In 1819 war dieser Künstler nicht mehr zu Dresden anwesend. Mrc.« — — (Wyrand) und sein Bruder Hans, dann Hennemann (oder Hamann^> Grüner, 6177 Ziegler. Ziesenis I ' waren um 1872 als Münzmeisier zu Freiberg in Sachsen bestallt. Mrc. Ziegler ( ). Ein solcher war in der Mitte des XVI. Jahrh. (a. K. um 1690.) zugleich mit Johann Weismantel, Münzmelster zu Erfurt. Ungewiß ist es, ob ein chemisches Monogramm auf einigen ihrer Arbeiten, (zur Zeit des dreyßig- jährigen Kriegs, der so viel Gold in — Rauch verwandelte!), dem Einen oder dem Andern (vielleicht Beyden?) zugehörte. S. Groschen- Lab. Fach VI. S. 180. - Röhler XXI. 68. — ( ), Hofbildhauer des Königs von Würtemberg in 1809. >tt5c. Ziemetshaeuser (Wilhelm), s. unten Armmershäuser. Ziener (Christoph), ein verfälschter Name des General-Münzwardeins Christophs Biener. stLc, Zierer (Sebastian). So nennt Liporvskp (nach schlimmer Gewohnheit ohne Angabe der Lebenszeit) nach Meidinger S.i 85 . einen Maler aus Straubing, und von demselben eine St. Anna, als Aitarblatt in dortiger Karmeliter-Kirche. Zierhofer oder Ziherhofer (Andreas), ein Kupferstecher und Kupferstichhandler zu Wien; Schüler von Asner. Von ihm hat man das Dildniß Papst Clemens XIV. in 12°; dann viele Devotionsstücke und Arbeiten für Klöster. Andreas wurde zu Büken oder Bitten (unsre Handschrift ist undeutlich geschrieben) in Oestreich 1702 geb. Ob er noch lebe, ist uns unbekannt, Zier holde ( ). Nach einem solchen, der um 1780 lebte, hat B. Glasdach einen Grundriß des adelichen Gutes Neu-Gaktersleben an der Bude in Fol. gestochen. Zier! (Johann Baptist), ein Maler nach welchem G. Kilian ein Bildniß des Burgemeisters zu Weiffenburg, G. F. Höchstetter (Jen. 1723.), geschabt hat. Mrc. *— — (Johann Conrad). Die schon im Lex. genannten Künstler haben nach ihm meist Bildnisse dunkeler Männer gestochen. Einer unserer Freunde will wissen, daß dieser Künstler nicht Johann Lonrad, sondern Johann Larl heiße, zu Nürnberg 1679 geb. und zu Weißenburg im Nordgau 174 ) gest. sey. Zierold (Dalthasar), ein Maler, welcher 1696 die Orgel, nebst dem neu erbauten Chöre der St. Annen-Kirche zu Annaberg malte. Annaberg. Lhron. I. 134. > Ziesel ( ), ein von Antwerpen gebürtiger Künstler erscheint im Almanach de Beaux- Arrs 180Z unter der Rubrick der damals zu Paris lebenden Blumen - Zierathen- und Gattungsmaler. * Ziesenis (Anton), welcher im Lex. am Schlüsse des Art. des unten ff. Joh. Georg Z. erscheint. Einer unserer Freunde zweifelt, ob er nicht bloß aus Verwechselung mit einem andern Anron Ziesenis, der (wie aus dem gleich nachfolgenden Art. zu erhellen scheint) sein Neffe und Schüler war, diesen Laufnamen trug? Wie dem immer seyn mag, so lebte der Unftige 1768 zu Hannover in Kurfürstlichen Diensten. Ob aber dieser oder der nachfolgende sichere Anton es sey, den Heinecke (II. 32.) schon 1764 zu Hannover kannte, ihn Vetter von Job. Georg nennt »), und von ihm sagt: »Er zieht eine kleine Pension vom Könige, hat aber bisher keine Gelegenheit gehabt, seine Geschicklichkeit zu zeigen ", ist wie, der ungewiß. Und eben so, welcher von Beyden es sey, von welchem es in Meyers Darstell. a. Horddeurschl. 8°. Hamb. 816. S. 91. heißt: »Von ihm findet sich in der Klosterkirche zu Loccum in Westphalen das Grabmal des 1770 verstorbenen Abtes Ebell in Sandstein ausgehauen. Es zeigt das Kloster in der Gestalt einer traurenden Verschleierten, zu den Füßen der Religion, welche mit der Hand himmelwärts deutet." *Ziesenis od.Zisenis. Dieser (nunsicher Anron), geb. zu Hannover 174», und (wie Heinecke I. c. §6. Anm. K. ausdrücklich sagt), von derselben Familie, wie der nachfolgende Joh. Georg, lernte daselbst die Sculptur (wie uns irgendwo aus seinem eigenen Munde bezeugt wird) bey einem Onkel (also wohl bey dem obigen apokryphischen Anton). Frühe kam derselbe nach Amsterdam, wo Heinecke (s.! c.) ihn schon 1768 als einen geschickten Bildhauer kannte. In 1784 heißt er irgendwo Stadtbildhauer zu Amsterdam, »und nicht allein ein angesehener Künstler, sondern auch ein sehr origineller, braver, offener und liebenswürdiger Mensch, der damals mchrer Söhne von 10 — 14 I. hatte, die er zu Künstlern heranziehen wollte." Von ihm nennt Lvitsen Geysbeeck (Dablvan ärmster,lam, Lü. !?ec. 12°. 1809. p. 99.) das Monument des 178t gebliebenen Contre-Admirals Dentinck, in der reformir- ten neuen Kirche auf dem Damme; dann: Jesus der die Kindlein zu sich komme» läßt, auf einem von Figuren gehaltenem Schilde, a» der Facade des 1786 erbaueten katholischen Waisenhauses; die Figur der Schifffahrt an dem Eingänge der Marineschule u. s. f. Um 1790 ließ eine Gesellschaft zu Leyden ein marmornes Monument bey ihm fertigen, was zu Ehren der Dichterin W'nter, gebohrnen Merken, in der alten Kirche zu Am, stcrdam aufgestellt werden sollte und über öooo fl. zu stehen kam. Ueber die vereinigten Medec- lande von I. Grabner 1792. 8. S. 096. In 1794 fertigte er für die Kirche zu Barneveld ein rv' hohes und 5^ br. Denkmal des kurz vorher verstorbenen H. von Essen, Herrn von Schaffelaar, in weißen Marmor. Die hohe Hauptfigur stellt das (geflügelte) Bild der Unsterblichkeit dar. »Ihre rechte Hand, die ungezwungen und schön am Leibe herabhängt, hält das Zeiche» des Sieges, den Eichenkranz. Der linke Arm ist auf einen Schild gelehnt, auf welchem das Brustbild des Herrn von Schaffelaar in Basrelief im Profile angebracht ist. Dieses Brustbild ruhet auf einem Altare. Die Unsterblichkeit entrückt es der Vergessenheit, indem sie ihm eine dünne Bekleidung, oder einen Schleyer, womit es bedeckt ist, abnimmt. Die Nebenzierrathen des Monumentes stellen auf der rechten Seite des Brustbildes einen Anker und ein Herz, und auf der linken ein Bibelbuch vor, die bekannten Sinnbilder der drey christlichen Haupttugenden." Eine ausführliche Lobpreisung dieses Kunstwerks s. in Mensel'« M Mus. S. 557—6o. wo zugleich benEkt wird: »Daß die drey Söhne des Künstlers in den drey vornehmsten Zweigen der Kunst (nämlich Architektur, Malerei und Gravur) gleichfalls löbliche Fortschritte machen." Ueber seine Kunst bemerkt ein zuverlässiger Mann, der den Unsrigen persönlich kannte: »An seinen Arbeiten sah" man, daß er seineBildung vornämlich den Werken des Quellinus verdankte, obwohl dabey immer noch die Schule -) Einer unserer Freunde vermuthet, er dürste gar dessen Bruder gewesen seyn. D i 5 6178 Ziesenis. des Franzofen Doucher durchschimmerte, nach welchem er früher Vieles zeichnete, und dessen Geschmack ehemals zur Tagesordnung gehörte. Er war ein sehr feuriger Mann von vielen Kenntnissen und tüchtigem Kunstsinn. Ueber seine Lebensgeschichte und Schicksale pflegte er wenig zu sprechen." Ziesenis (B.). Ein solcher befand sich (für die Baukunst) unter den ersten 1808 ernannten Mitgliedern des neuen Kön. Holländischen Instituts für die Wissenschaften und Künste. Oeffenrl. Aachr. * — — oder Aisenis (Johann Georg), st. zu Hannover 1777. Mensel I.II. s. v.Zisenis. Heinecke ll. 3 i. sagt von ihm (1768). »Wir haben anjetzt wenig dergleichen geschickte Portraitmaler, sowohl in Betrachtung des glühenden Co- .orits, als auch in Absicht der edeln Stellung und schicklichen Kleidung. Kürzlich war er in Holland, wo er den Erbsiatthalter und seine Gemahlin mei, stcrhaft schilderte." Unter den Königl.Bayerschen Familienbildniffen zu Schlersheim befinden sich von ihm diejenigen der Pfalzgräfin von Sulzbach, Maria Francisca, Gemahlin Friedrich Michaels, Pfalzgrafen bey Rhein und Herzogs in Bayern, lebensgroße Halbfigur, und der Maria Anna, Tochter Pfalzgraf Friedrichs von Zweybrücken, Gemahlin Herzog Wilhelms von Bayern, kleines .Kniestück. Gestochen und geschabt haben nach ihm: Ärdell, I. G. Bodenehr, I. E. Hayd, Cl. Kohl, J.S. Negges, E. Vereist und Wille, laurerBild- isse. Ardell z.B. dasjenige eines Prinzen von Braunschweig - Lüneburg; Kohl des Herzog Ferdinands von Braunschweig; Vereist Gerlach Adolphs von Münchhausen; Wille diejenigen des Kurfürsten von der Pfalz, Carl Philipps und seiner Gemahlin, u.s.f. 7175 c. — — (Zacharias), einer der oberwähnten Söhne des vorstehnden sichern Antons um 1775 zu Amsterdam geb., trat in seine Fußstapfen, und bekleidet itzt (1819.) die Stelle des verstorbenen Vaters als Stadtbildhauer zu Amsterdam. Er hat eine sehr schöne Schauspielerin geehlicht, die in tragischen Rollen ihres gleichen in Europa sucht. 71 - 50 . — — t ). So heißt irgendwo ein Bildhauer zu Hanover um 17?« der daneben auch Unterricht im Zeichnen gab. Einer unserer Freunde meint: «Vielleicht ein Sohn des abgedachten Onkels, bey welchem der Amsterdamer- Zieseius lernte." Wir sehen aber nicht, warum der Unsrige nicht jener Onkel (der unsichere alrere Anron) selber seyn konnte? — — ( Von einem solchen lesen wir endlich ebenfalls irgendwo mit (wahrscheinlich ungerechtem) Spaße: ,, Derselbe fertigte auch aus Papier und Carton Wandleuchter, Uhrengehause, Consolen u.d.gl. welche — bey Feuers- brunnsten vortreffliche Dienste leisteten. Wir möchten Niemandem Unrecht thun. Auf alle Falle scheint uns doch solche Notiz auf keinen der vorgebuchten Künstler dieses Geschlechts zu passen'). * — — ( ). Des obigen Johann Georgs Tochter, deren im Lex. im Art. ihres Vaters kürzlich gedacht wird. Heineccke II. 3 s. sagt von ihr srM.). »Sie copirt nicht nurPor- Zika. Iraits nach ihrem Vater, sondern wir haben auch die Fingara des Correggio in der Größe eines Quartblatls auf Elfenbein von ihr wunderschön gemalt gesehen." Noch andcrwerts heißt es kurz: »Sie malt meisterhafte Bildnisse, und war unter dem Namen Frau Lampe bekannt." 7 l-§c. Ein solches (ihr eigenes) sandte sie 1780 auf die Ausstellung zu Cassel. Mensel Misc. XXIV. 349. Fierelmann (Joachim Ludwig), kommt 179h und i8vo als Assessor bey dem Königl. Bau- departement zu Berlin vor, und igoZ als Kriegs- Domainen- und Baurath zu Stettin. Einer, ganz gleichen Namens, Assessor und Professor (wir wissen nicht ob der Unsere?) lehrte i 8 o 5 Statik und Hydrostatik an der Bauakademie zu Berlin. *Zifrondr, Erfrondi od. Scifrondi (Anton), welcher im Lex. unter dieser letztem Ru- brick, und als der zweyte dieses Namens erscheint, geb. 1657. (Lcl.rerr:.) III. 276. nennt ihn den letzten Bcrgamascer-Maler von Bedeutung, so wie Anton Pellegrini seinen Zeitgenossen, mit dem er viel Aehnlichkeit hatte, bey ihm der letzte Paduaner heißt. Beyde besaßen ein anerbornes Talent für die Kunst, fruchtbare Phantasie für große Comvositionen, Leichtigkeit des Pinsels, und eine Fertigkeit, welche so weit ging, daß sie bisweilen ein Bild in zwey Stunden zu fertigen vermochten. Der Unsere war nach Frankreich gegangen, wo er aber sein Glück nicht fand, und daher ins Vaterland zurückkehrte, und für solche Kirchen malte, wo man Vieles, aber wenig Gutes findet. Eine Verkündigung zu St. Spirito dürfte zu seinem Beßten gehören, so wie hingegen Lanzi gleich daneben drey andere Bilder von seiner Hand zu finden glaubte, die nicht vernach- laßigter seyn könnten. Daß die wettere pitto- ricke seiner mehr als einmal mit Ruhm gedenken, beweis'! eben nur Weniges für ihn. Zrger (P.), ein Kupferstecher zu Nürnberg, der uns einzig durch sein mit ?. 2. bezeichnetes, also wohl durch ihn selbst gefertigtes Bildniß bekannt ist. Zignano (Franz). Von einem neuern Maler dieses Namens sieht man im Saal der Akademie der Schönen Künste zu Genua ein Gemald, das die Dido nach der Stelle der Aeneis vorstellt: Lonscenäit kuribunäa ro^os, ensomgue reclu- öit varcisnium; ein sehr ausdruckvolles Bild, welches allgemeinen Beyfall fand. * Zrg 0 lr ( ). In der Furtenbach'rscherr Kunstkammer zu Ulm fand ^ich: » Ein von eisern Stängelin (jedes derselben ist 1^, Schuh lang und 4/2 Sch. hoch) wie ein Winkelhacken da stehendes, prospectivifches Instrument des vortrefflichen Malers Zigoli di Florenza Jnvention." (Furrenbach's) Arckitecmra privurs Augsb. 164». Fol. G. 4». Es ist jedoch ersichtlich, daß hierunter Ludrv. Card» genannt Ligolr des Lex. zu verstehen sey. Zlher-ofer (Andreas), ein Kupferstecher, s. oben Zierhofer. Z ika (Joseph). So heißt irgendwo ein Baumeister zu Prag um 180s. Auch Meusel III. 1) Was uns das Auseinandersetzen, vielleicht gar das — Verwirren derselben für Mühe gekostet» bleibt, wie so Vieles, in Petto! — Ganz neuerlich erschien wieder einer als ein ausgezeichneter Künstler dieses Geschlechts (in welcher Gattung erinnern wir uns nicht mehr) zu Paris. Wahrscheinlich ist derselbe kein anderer als der oben angeführte L. Zieseni», und einer der ebenfalls oben erwähnten Söhne Anton Zikseni« des jünger». Zilcher. (i8oy.) nennt ihn, doch ohne Weiteres, unter den Lebenden. Zilcher (Daniel), war 1671 Churfürst!. Hof, Maurermeister zu Berlin. Don ihm find verschiedene Gebäude bekannt. Er ward auch zu den vorkommenden Commissionen in Streitigkeiten wegen Bausachen gebraucht, lJico.'m. Zille (Johann Christ.), ein Conducteur in Preußischen Diensten, der um 1800 seinen Aufenthalt in Südpreußen hatte. Mrc. Zi'llec (Christian Heinrich). Der Sohn eines Kantors, geb. zu Kadi'tz bey Dresden 179s, in welcher letzt genannter Stadt er auch die Baukunst unter dem Hofbaumeister Hölzer, von 1806 an, mit ausgezeichnetem Erfolge studierte. Auf dortiger Ausstellung 1808 sah man von ihm: Anficht aind Grundriß eines herrschaftlichen Gartengebäudes mit ionischen Säulen; 1810 einen per- spectivisch gezeichneten Pavillon in italiänischem Geschmack; 1813 eine von ihm nach eigner Erfindung perspektivisch gezeichnete große gothische Kirche; 1314 auf gleiche Weife (mit zugefügtem Grundriß) eine große katholische Kirche. — — (Johann Georg), Graveur/s. oben Zellen. — — cGcorg)., lZ). ' — — (Hans), ein Goldschmied zu Hildburg i/ch». Sein Sohn Euer, auch Goldschmied, kam S07 von Hildburg nach Schmal- kaldten und wurde hier r 53 o Gemeinde-Vormund. Euer hatte zwey. Söhne: Loren; (dessen Hand- thierung unsre Quelle nicht angiebt) der zu Berlin Bürgermeister wurde; und den ibso gedornen Georg, der des Vaters Kunst erlernte, dabey aber auch die Handlung trieb. Der letzire begleitete ferner noch zu Schmalkaldten die Stellen als Vormundschasts-Verwalter und Steuer-Cassirer, und war auch sechsmal zum Bürgermeister erwählt. I. G. Juncker's: Msmoria nstslitiorum )ucovi WaitLÜ. )enoe. 40. s. s. * Zilotti (Don Bernhard), wie er im kex. irrig, statt Dominicus Bernhard, genannt wird, geb. um 178». Rost lV. 209. rühmt seine geistreiche Nadel, und führt von ihm, neben Andern,, zwey Landschaften im Geschmacke von Gasvaro Poußin an. Dann der winklersche Katalog sechs schöne, von Liebhabern sehr geschätzte Hirkenstücke im Verlage von Marco Belli zu Venedia, nicht nach dem Unsrigen von einem LNarco Dell, geetzk, wie es im Lex. irrig heißt. E. auch den nachstehndc» Art. * — — ( ), der Venetianische Maler des Lex. ist mit dem vorstehnden Dominicus Bernhard Z. Einer und Derselbe. Zlinbal (F). So soll ein Maler und Nadir rer heißen. Man nennt von ihm: Die Auferstehung Christi, große Composttion in Fol.; dann ein Blatt was die Wissenschaften und Künste darstellt in kl. Fol-; nach ihm dagegen von I. Winkler, in gr. Fol. gestochen, die Himmelfahrt Maria in Gegenwart der Apostel, ll-rc. Zimmer. 6179 Zimbermann, s. unten Zimmermann (Joh. Baptist). * Zl'mbrechr c ), ein Maler, s. oben und im Lex. Aimbrecht. * zlmermann, s. Zimmermann im Lex. und unten. Zimershaeuser (Wilhelm), s. unten Zimmetshauser. Zimmer (Amand), Kaiserlicher Garteningenieur zu Gchönbrunn 178h. Hos- u. Sraars- Gchematismus von Wien. — — (Johann Heinrich Ehrenfried, gewöhnlich Heinrich ?. Der Sohn von Samuel, geb. zu Roßdorf bey Eöttingen. Nachdem er bey seinem Vater das Zeichnen, vorzüglich der Land, schüft, erlernt hatte, verließ er Göttingen mit einem von Adel 1799, hielt sich einige Zeit in der Gegend von Stuttgard auf, und ging dann nach der Schweiz, wo er in Jnterlaken bey F. N. König blieb, und die Kunst weirer studierte. Nachgehends heiracheke er Köniq's Frauen- Schwester und half denselben Landschaften in Aaberlis und Anderer Manier ätzen und koloriern. Von hier aus wandte er sich nach Zostngen, im Kanton Aargau und wurde Zcichenmeister an der dortigen Schule. In i 8 i 5 war er 42 Jahr alt. M^c. — — (Johann Samuel, gewöhnlich Samuel). Der Sohn eines Kaufmanns, geb. zu Hamburg 1761, lernte die ersten Anfangsgründe des Zeichnens bey Koch, dann die Malerei in Miniatur bey C, F W Richard, und darauf die i» Del bey Joh. Jac. Tischbein und dem jungem Norwic. Da er die Rechte studieren sollte, so ging er nunmehr auf ein Jahr nach Rostock, und von dort nach Göttingen, wo er sich das Jahr darauf verheirathcte,und sich förmlich niederließ. Diese Heirakh, welche gegen den Willen seines VaterS geschah, nöthigte ihn sein ganzes Fortkommen durch die Kunst zu suche»; er malte Historie, Bildniß, Landschaft und gab Unke»richt im Zeichnen '). Die schönen »acurhistorische» Zeichnungen, die er für den Pros. Blumenbach verfertigte, waren Ursache, baß er einen Ruf an die Holländische Universität Harderwyck erhielt, den er jedoch ablehnte und dafür ,79» zum Unl- versikätszeichner in Göttingen, wo er noch 1816 am Leven war, ernannt wurde. Zimmer hat zum koloricen auf Aaberlis Manier mehrere figu- rirte Prospecte und andre Blätter in Umrissen geetzk. Zu seinen beßtcn Arbeiten dieser Art gehört ein Blatt in qu. oval 4°.; es zeigt einen Reuter vor einer Hausthüce, über welcher ei» Mädchen heraussieht. An den Malereien dieses geschickten Künstlers hat mau übrigens ein schmutziges, gleichsam gekleckstes unverschniolzenes Kolorit auszusetzen; besonders vortrefflich hingegen ver, steht er, Landschaften in Geßner's Manier (?) mit der Feder zu zeichnen. Nach ihm hat vorzüglich Riepenhausen Landschaften, Figuren« und Viehstücke radirt, so wie unterschiedliches zu den Schriften Blumenbach's, des G. C. Siebold rc.; dann auch mehrere Kunstliebhaber, die seine Schüler waren, z. B. der Herr von Voi'gt. Auch die k 7 a»rbnr-A. künstle-rrrnclir. 8. ritz. nennen den Unsrigen einen trefflichen Zeichner. Wahlschein, lich ist er der Nämliche, welcher andcrwerts .) Von ihm heißt es um ,785 in Mensel'» Misc. xv. ,«4- «Er zeichnet keck, feurig, sehr richtig mit sparsamer Kreide. Eigentlich malt er Miniatur. Er giebt uns vielleicht nächstens, unter Blumenbach S Leitung, Aussichten von dem Harzgebnrge, in Aaberli's Manier - doch meidet er dessen lakierte, porzeli- nicreu (?) Arr, wie er sagt." — Man k. «nren vielleicht die Auslegung dieses seltsamen Urtheils. D m * 618V Zimmer. (vhneTaufnamen) als Miniaturmaler zu Göttingen um l/d'o genannt wird. Zimmer ( ). Der jüngere Bruder von I. Samuels Vater, und Sohn eines Nathsmaurer- meisters und Stuckaturers zu Rostock; ein Taubstummer. Er legte sich auf die Malerei, die er aus sich selbst erlernte, und erwarb sich vielen Beyfall, vorzüglich tn der Miniatur. Obgleich Zimmer, ein wahres Genie, niemals Unterricht im Schreiben erhalten hatte, so führte er doch einen Briefwechsel mit Freunden und Verwandten, indem er seine Gedanken mittelst einer Reihe netter Figuren dergestalt bildlich wohl darzustellen wußte, baß jedermann klärlich daraus seinen Jdeen- gang entnehmen konnte. Der Unsre lebte und arbeitete in seiner Geburtsstadt Rostock, wo er auch um »768, etwa gegen 5 oJahr alt, starb. 2l/rc. — — Haensel. So nennen Handschriftliche Annalen des Städtchens Frommen st ein im Sächsischen Erzgebirge, einen Zimmermeister, der dort » 5 Z 5 die abgebrannte Marklkirche nebst Pfarre wieder auferbaure. — — (Mad.), geb. Schwarz, Tochter des verstorbenen Bildnißmalers Schwarz zu Braunschlveig, Gattin des Professor Zimmer'«. Von ihr kennt man sehr gute Bildnisse in Oel und Pastell, auch glückliche Copien von hist. Bildern und Landschaften. Auf der Galerie zu Dresden, wo sie sich eine Zeitlang aufhielt, sammelte und vermehrte sie ihre Kenntnisse. Ihre eigent, liehe Blüthezeit (wahrscheinlich in nicht sehr entfernten Tagen) ist uns unbekannt. Oeffenrl. Nachr. Zimmermann (Adam), hatte »819, auf der Ausstellung zu Dresden, den Kopf einer Madonna, nach Sasso Ferrato, in Kreide gezeichnet. Damals erlernte er dort die Malcrkunst unter dem Professor Rösler. ^c. — — (Bartholomäus), s. unten Samuel Gottlob Zimmermann. — — (Carl Wilhelm), wird in dem Adreßkalender der Städte Berlin und Potsdam auf 1795. S. 5 ? 6 . als Zeichenmeister an der Stadtschule im Gymnasium zu Berlin genannt. Vielleicht ist er Eine Person mit dem R O). Zimmermann der spater zu Weimar erscheint, wo er ein Blatt in 4° zeichnete (vielleicht zu irgend einer Zeitschrift), was ein Frauen, »immer mit einer Lyra darstellt, die sich auf einem Postamente stützt, an dem man drey Medaillons mit Bildnissen (wie es scheint Wieland, Göthe und Schiller) wahrnimmt; A-Brückn« hat solches ^ schlecht gestochen, — — (Caspar), ein Bildschm'tzlec, verfertigte 160a zu Berlin auf die neue Rennbahn 3i Bilder auf die komische A" (was in aller Welt heißt das?), welche neben die Säulen und Postament« gesetzt wurden. Für jedes derselben erhielt er aus der Kurfürstl. Kammer in gute Gulden, zusammen Ziufl. und dann zur Zugabe zwey Stück Wildprett. Nicolai. — — (Christoph), Hof-und Reise- lieferant zu Dresden, ein berühmter Zuckerbäcker. In der Zeitschrift I. L. C. Des neuerschienenen Postillons erste Srarion. Erstes Felleisen. Dresden 1720. d°. S. > 5 . wird ein von ihm 1720 mit vielem Figuren u. dergl. gefertigter Tafelaufsatz von Zucker, beschrieben und ausnehmend gelobt. Ein Christ Gottfried (Z.), vielleicht sein Sohn, starb als erster Hofkonditor zu Dresden 17b» rot. 5 g. Zimmermann. Zimmer mann (Christ. Gottfried), f. vor- stehnden Christoph (Z.). — — (Christ. Gottl.), erscheint um i 8 o 5 als Conducttur zu Berlin, — — oder Zimermann (C.). Mit seinem k)xci»6. versehen, kennen wir einige von Barthol. Reiter » 6»5 zu München radirte Blätter, welche später in den Verlag des Unsern gekommen seyn mögen. - Mrr> — — oder — — Eben so hieß auch ein Maler, welcher gelegentlich zu Berlin »819 genannt wird. — — (David). Ein Hannoveraner, unter dessen Leitung, und unter der Aufsicht des Ingenieur-Majors von Geier, das in allem Betracht sehr sehenswürdige Neue oder Siegmunds- Thor zu Salzburg, von 1782 an, erbaut wnrde. Indeß muß noch ein Dritter Antheil hieran haben, indem eine dort befindliche Jnnschrift über der Statüe des tz. Sigismund (welche nach unsern Supplementen von Joh. Bapr. Hagenauer gefertigt wurde) sich mit: Credit, beschließt. Bernoulllis Samml. kurz» keisebeschreibungen Xll. S. 211. ff. Unsre Quelle liefert auch eine kleine Ansicht dieses Thors, von C. Darchow radirt. — — (Dominicas), ein sehr geschickter Baumeister und Stuckaturer zu Landsberg am Lech. Johann Pet. Echtler lernte von 175» bis 1758 bey ihm. Gchummel 's Dreslauer« Almanach. Bresl. » 8 »». 8 °. I. S. »v 8 . — — (Franz), der alte oder ältere genannt, Maler zu Augsburg, ließ sich in der Folge zu München haushablich nieder, und fertigte für die Peterspfarrkicche daselbst das Altar, blatt: Den Heil. Liborius, und den Heil. Jvo für den ehemaligen lateinischen Ksngregationssaal. Die ehemalige Nvnnenkirche der Klarisserinnen am Anger zierte er mit Freskogemälden, und für die ehemalige Klosterkirche zu Dietramszell malte er den Heil. Augustin als Attarblatt. In der Residenz «Hofkapelle zu München sind zwey Altar- blatter: Maximilian und Anna, von seinem Pinsel, und in der Kirche zum Heil. Kassian in Regensburg: Das letzte Abendmahl und die Familie Christi. Liporvsky. Dieser Künstler st. zu München >764. Ebend. II. 279. kittersbausen S. 108. »io. » 38 . und »42. beschreibt einigeGemaloe von ihm. — — — So heißt auch ganz kurz bey Lipowsky H. 279. ein in 1784 zu München verstorbener dortiger Hofstuckaturer. Wohl ist er mit dem gleich folgenden Franz jsNichael Eine Person. — — (Franz Michael), wird in dem Churbaierschen Hofkalender auf »7(10, als dortiger Hofstuckaturer genannt. Er trug dabey den Titel als Churkollnischer Kammerdiener. Mrr. S. auch oben Franz Z. den jüngern. Einen von diesen beyden, oder dann den *— — (Franz Taver^. Sohn des nachfolgenden Joseph Amons, dessen im Lex. unter dem Art. dieses letzter» Erwähnung geschieht, könnte man vielleicht (im Gegensatz mit dem vor- stehnden Franz dem ältern) Franz den jüngern nennen. Von ihm gestochen nennt man ein Crucifix in Okkavform. — — (Georg), ein Goldschmieds« Geselle, der sich 1617 auf seiner Wanderschaft in Dresden befand, fl-rc. Zimmermann. 618 t Zimm e.'r mann (Gottfried). Ein Maler und Lackirer ju Dresden, wo er um 1749 zum Hof- lackirer ernannt wurde. — — (Hermann), ein Gießer zu Erfurt, dessen man i 65 i gedenkt, — — (H.). So bezeichnet, und mit i ?85 datirt, befanden sich in der Galerie des tz. Hof- und Landgerichts - Advokaten Schmidt zu L»el (1809.) zwey Römische Prospekte, das eine mit der Lrajanischen, das andere mit der Antoninischen Kolonne stassirt, wovon das erste in dem Katalog dieser Galerie meisterhaft heißt. Nach dem Register dieses Katalogs wäre er indessen mit dem unten ff. I. H. (mcht I. G.) F. Zimmermann Eine Person. — — (Johann). So nennt einer unserer freunde einen Zeitgenossen des obigen Franz Z. des altern, ebenfalls Maler zu München, von welchem man Altarblätier und verständige Plafonds- gemalde kenne, nnd der i ?58 gestorben sey. Mw. S. auch den gleich ff. Art. — — — Nach einem solchen hat I. G. Krügner den Gräflich Reuß-Plaui- schen Oberamtmann H. A. Lauterbach in Fol. gestochen; bann C. F. BoethiuS, nach einem I. Zimmermann senior den Gottesgelehrte» B. F. Blankmeister in kl. 4 °. Beyde diese Maler, wenn sie anders von einander zu unterscheiden sind, müssen in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts in Sachsen gearbeitet haben. Ein Gantkatalog theilt dagegen obige zwey Bildnisse, und dann die Berufung des H. Peters (anderwärts heißt es das Leben desselben in « Bl.) von F. X. Jungewirky nach einem Altargemälde in 4° gestochen, einem (wohl dem gleich vorgenannten) Johann Zimmermann, Historien- und Bildniß- maler in München zu: Wohl ist übrigens der Unsrige mit den gleich folgenden Job. Baptist und I. Zimmermann Eine und dieselbe Person. Mrc. -- — (JoH. Anton). So nennt der leidige Basan (Lst. sec.) den nachfolgenden Joseph Baptist, setzt seine Geburt (statt 1754.) in 1, 98 an, und sagt: Daß er nach ffandide (statt Eandido) die Figuren der drey Monate Mai, Jul. und August gestochen habe. — — (Johann Baptist), ein Maler in Oel und Fresko, auch Hofstuckaturer in Mün, chcn, wurde zu Steingaben geboren. Er malte Fresko mit Helterhof in der Moritzpfarrkirche zu Jngolstadt um i/öö: Christus im Tempel, die erste Kirchenversammlung zu Jerusalem, und den Kirchenrath von Trient. Lffjederers Gesch. der Kradr Jngolstadt. S.Z01. In der ehemaligen Klosterkirche zu Dietramszell sind das Chor- altarblatt: Mariens Himmelfahrt, dann die Sei- tcnaltarblatter: Augustin, Monicka und Magda- lcna, von ihm. In der Martinspfarrkirche zu kandshut das Altarblatt für die Magdalenakapelle, und in der dortigen St.Jvdockspfarrkirche: Die Heil. Barbara; dann in der Universitätskirche die Altarblarter: JoH. v. Nepomuck, die Krönung Mariens, und der Heil. Dominik Gußmann. In der ehemaligen Augustinerkirche zu Jngolstadt verfertigte er die Frcscogemälde. In der Peterspfarrkirche zu München malte er mit obigem Helterhof die Deckenstücke. Im Speisesaal der ehemaligen Bcnediktinerabtei Andechs war eine Kreuzigung Christi von diesem Künstler; auch malte er die Fresco's in dortiger Kirche. Der Epeiftsaal zu Nymphenburg ist ebenfalls von ihm in Fresko ausgemalt. Lipowsky. Das letztgenannte Deckenstück im Speisesaal zu Nimphcn- burg nennt zJicolai Reisen Vll. 5 . höchst mittelmäßig , und schreibt den Namen des Malers Zimberinann. Derselbe st. zu München 1728. Einige glauben, daß er mit dem oben angeführten ältern Franz Zimmermann mehrere Zimmermann. Plafonbgemälde gemeinschaftlich gefertigt habe. Lipowsky II. S. 27g. S. auch, theils einen der gleich vorstehnden Art. Johann, JoH. Bapr. und den bald ff. I. Zimmermann. * Zimmermann (Joseph Anton), Hofkupferstecher zu München, Schüler von Störkel,gcb. zu Augsburg 1764. Von ihm kannte man schon um 1789 das Bildniß der Gemahlin des letzten Churf v. Pfalzbayern, nebst denjenigen mehrerer Personen des damalig. Churhauses!' Bey Lipowsky dann werden noch von ihm mehrere Arbeiten aufgezählt: s) Das Marienbild zu Dorfen: b) Das Porträt des letzten Churfürst. Clemens Wenzeslaus von Trier, ein Knie- stück, das zu Rom mit vielem Beyfalle aufgenommen worden: c) Ein geistlicher Kalender für Bayern mit vielen Kupfern, in 4 Theilen: st) Eine, schon im Lex. genannte vollständige Sammlung aller Porträte der Fürsten, Prinzen ».Prinzessinnen des Bayerischen Königsstammes: e) Das Porträt des Churb. Hofbi- bliothekärsFelix v. Oefele: f) Das Porträt von JoH. Ankon Lipowsky u. a. Ferner stach er alle Kupfer zn den von der Bayer. Akademie der Wissenschaften herausgegebenen Werke». Meusel III. ohne von ihm seit 1789 etwas Neues anzuführen, zählt ihn um 1809 noch unter die Lebenden. Lipowsky l l. 279. hingegen sagt ausdrücklich, daß er 1797 und ein anderer unserer Freunde, daß er e. ». 72 I. alt gestorben sey. Irgendwo nennt man von seinen Stichen ein Emblem: tiic tibi sub-'ectis örc. bezeichnet: ^mor inv.» A ^. (^.) so. Karls- bonso; nach P. Candido einige Blätter der Tapeten, die von Ambling noch nicht gestochen waren und davon die Platten sich in der Schatzkammer zu München finden; nach Edlinger; G. des Marees den geh. Rath Pet. von Osiecwald; F. da Poiite, Maria mit dem Kinde; ohne den Namen eines Malers: Leda mit dem Schwane in Fol. rc. Don seiner Folge der Churfürsten von Bayern wären 1780, 55 Blatt erschienen gewesen. S. austoben Johann Anron Z. — — (I.). Ein solcher heißt irgendwo ein Geschichtsmaler, nach welchem F. X. Jungwierth die Geschichte des Apostels Petrus auf k Blätter geetzt habe. Ohne Zweifel ist derselbe kein Anderer, als der obige zweyte Johann und jene sechs Blätter dürften vielleicht eben so gut nach diesem gefertigt seyn. Lonk. oben den Art. dieses Johanns. — — (I. H. F.), aus schon angezeigten Gründen mit dem oben angeführten Zimmermann wohl Eine Person. Von ihm heißt es in den Xünstlerniiohr. 8. 8ä — 8j. „Bis ins I. 1788 war derselbe Theatermaler zu Hamburg. Obgleich er von seiner Reise in Italien keinen durch das Studium der Antike gereinigten Geschmack zurückbrachte, lso war er doch in diesem Fache ein sehr geschickter Mann. DaS Hamburgische Theater besitzt noch manche vortreffliche Decoration von ihm. Er malte auch gute Cabinetstücke im Geschmack des Canale u. a. und seine tzandzeichnungen, die er besonders geistreich entwarf und sehr fleißig ausführte, werden von Liebhabern sehr gesucht und geschätzt. Sein sittenloses Leben brachte ihn aus Hamburg. Er ging nach Braunschweig, wo sein Glück ihn auch nicht verließ, indem er für den Herzog, der sich seiner sehr annahm, arbeiten mußte; da er aber der alten Lebensart nicht entsagte, und sich seines eigensinnigen Kopfes wegen nicht großen Vorwürfen aussetzen wollte, ertränkte er sich im Ockar- fluß im Jahr 1792, etwa im basten seines Alters. Der Ort seiner Geburt ist unbekannt. Ohne Zweifel, ist dieser J-H.F. Zimmermann derselbe mit denjenigen Zimmermann ohne Taufnamen, welcher anderwerts Baumeister zu Hamburg heißt, der in 1778 den Vorhang der dortigen Bühne verfertigt habe, die sich in der Buchhändler Zeitung gedachten JahrS (N°. 09.) beschrieben findet. L182 Zimmermann. Zimmern,«»»» (K. W.), s. oben Carl Wilhelm Ziinmermaim. *— — (Martin). Irgendwo bemerkt man, daß W. Hollar 1646 einen männlichen Kopf auS der Arundel'schen Sammlung nach ihm in 12°. radirt habe; so wie, daß Marolles und nach ihm das Lex. den Unsern fälschlich Zimovivan schreibe, -ll/rc. *— — — S. somit unten und im Lex. Zimovivan. — — (Matthias) und Michael Franke, erbauten » 56 r einen Thurm an der «St. Peter- und Paulkirche zu Zittau. Der erstere benennt sich als Steinmetz, der letztere als Architekt. Carpzov's Zirka» S. gi. — — (Michael), der altere, ein Kunsthändler zu Hannover 1800. Msc. — — (Noah), s. unten wich. Der. Zimmermann. — — (Rudolph), vielleicht ein » Bruder des obstehnden Adam's und gleich diesem ein Schüler des Professor Nösler, von dem man auf der Ausstellung zu Dresden ,819, eine nach Gips in Kreide gezeichnete Gruppe fand. ALc. — — (Samuel Gottlob). In der Europäischen Fama Th. ,87. ,716. 8^. S. 5^5 bis 507, wird eine prächtige Illumination beschrieben, die zu Hamburg ,7,6 der dortige Kaiserliche Gesandte, wegen der Geburt eines Oestreichischen Prinzen gab. Es heißt u. a. davon: »Gethane Illumination hat in einer künstlich in- ventirten und prächtigst aufgerichteten Maschine bestanden, die einen Ehrentempel vorgestellt. Der Jnventor desselben, in gleichem der dabey gespielten Opera, ist Herr Lic. Barrholdus Feind aus Hamburg - -. Der velineator und Lxecutor, der berühmte Baumeister und Hydraulicus Herr Samuel Gottlob Zimmermann - ,. Der Architectus, Bau-Direktor und Lxscutor wie auch Maler des Saales, ist der berühmte Künstler und Maler von Wolfenbüttel Herr Eluersurrh. Der Maler des Ehrentempels, der gleichfalls weltberühmte Künstler und erfahrene Virtuose, Herr Giovanni Murari, ein Jtaliäner aus dem Veroncsischcn. Der geschickte Tischler zum Saal, Herr Friedrich Herrel, Bürgerkapitain. Der erfahrene Zimmerineister zu eben demselben, -Mr. Larrhold Zimmern»»»»»». Der Tapissier, Mr.Alexandre le Mercier. Die beyden Künstler und Tischler zur Illumination, Johann von Geercn und Jacob Beyer."— Aus Hüb», er's Museum AeoZrspinLuln S. ,74 entnehmen wir ferner, daß der Unsere, nebst Johann Otto Hasenbank, eine Karte der Elbe (von Hamburg bis nach der Insel Heilgeland) ,721 zeichnen mußte, welche Fritsch zu Hamburg stach. — — (Sebastian), ein Maler zu Augsburg 1689. M. I. F. w. Das hoch- beehcre Augsburg. Das. ,690. 4°. S. 65 . — — (Sieg. Traugott), ein Maler zu Dresden, den der dortige Adreßkalender ,810 nennt. In ,8,9 erscheint er nicht mehr. — — (Simon) aus Siebenbürgen, Rathszimmermeister zu Wittenberg in Sachsen , 586 . — — (Traugott), ein Maler, der ,819 zu Dresden vorkömmt. Wie es aus einigem scheint, etwa ein Anverwandter von Siegn». Traugott Zimmer»»»»»»»,; oder gar nur derselbe mit diesem, Zimmermann. Zimmermann (Wilhelm Peter), Maler und Kupferstecher zu Augsburg. Ihm wurde i. I. ,6nv für die Jlluminirung des zu München gehaltenen Fußkurniers ,L fl. aus der Churfürstlichen Staatskasse bezahlt. Don ihm wurden auch die Blätter zu der Beschreibung der Fürstlichen Hochzeit Wolfgang Wilhelms, Pfalzgrafen bey Rhein und Herzogs in Vatern mit der Fürstin Magda- lena, Pfalzgrafin bey Rhein und Herzogin von Baiern (gehalten gefertigt, und die Beschreibung derselben 16,4 zu Augsburg gedruckt. Liporvsky II. ,87. u. 279. Einer unserer Freunde, giebt uns von diesem Künstler ff. reichhaltige Kunde: „Ein jämmerlicher Zeichner und Etzer, so wie auch Verleger von Kupferstichen und Kupferstich- Büchern zu Augsburg, anfangs des XVII. Jahrhunderts." Man hat von ihm: „Relasio. Das ist, Eygentlicher vnd ausführlicher bericht, was sich - - vonn dem ,609. bis auff den Septemr bris deö ,6,o. Iar, -- zugetragen vnd verlauf- fen habe. Augsb. ,6,1. Fvl." enthält von ihm ,7 Bl. in qu. Fol. mit allerhand Kriegsvorfäl, len; dann eine neue Auflage in drey Büchern des von Ioh. Burgmair und Heinr. Vogtherr's ,545 radieren Geschlechterbuchs der Sradr Augsburg. Das. ,6r8 kl.Fol., wozu nicht allein der Unsere, sondern auch ein H 4 oah Zimmerinann (auf gleiche schlechte Weise) mehrere Blätter ra- dirten und hinzufügten. Mit seiner Derlags- adrcsse (späterhin auch mit der des Ier. Wolff) kennen wir endlich eine Susanna im Bade, welche I. Barra 1089, nach H. Golzius in kl.Fol. stach. Zufolge der Uibl. librorum ^erman. class. des Draudius wäre bey ihm ferner erschienen: Aller Ungrischen Städte, Festungen, Kastellen und Häuser wahrhafte Eonlrafacture» und Beschreibung, ,6oj. Fol.; Beschreibung, Abriß auch Vorbildung alles desjenigen, was sich an dem Wahl- u. Krönungstag zu Frankfurt a. M. ,612 zugetragen. ,6,2. Fol.; Eigentliche Abbildung des ganzen Gewerbes der Kaufmannschaft ,6,2. Welche diese Bücher alle, mit Kupfern seiner Hand verunziert seyn mögen." Und später noch: »Ein altes handschriftliches, in der ersten Hälfte des X VIIl. Jahrh. aufgesetztes Verzeichniß einer Kupferstichsammlung benennt unter der Rubrik: Wilhelm perer und Aoah Zimmern,a„n, noch folgende selten gewordene Blätter dieser beyden: Das Eostüm, in dem vor 5 oo (also itzk 600) Jahren die Geschlechter zu Augsburg tanzten Fol.; ein zu Augsburg auf dem Frohuhofe gehaltenes Turnier Fvl.; das Rathhaus daselbst ,620; und dasselbe r6»8, zwey Blatt in Fol.; der Comet, welchen man dorr ,6r8 sah', Fol.; ein Wunder- zeichen von sechs Sonnen, was » 6 i 5 zu Altenstein wahrgenommen wurde; ein großer Walisisch den man 1619 bey Arles fing, »ebst Beschreibung qu. Fol.; Mißgewächs von einem großen Krauc oder Kohl qu. Fol.; der Einzug des Kaisers Matthias zu Regensburg »6lZ; der ches Kaisers Ferdinand zu Augsburg 1619 auf zwey Bogen; der desselben Kaisers zu Regcnsburg »62s qu. Ne- galfol.; der Herzog von Baiern wird »6uZ zu Re- genöburg mit Churpfalz belehnt qu. Fol.; die Belagerung der Festung Eanischoc 160» Regalfol.; die von Braunschweig » 6 o 5 qu.Fol.; die Belagerung und Einnahme von Ostende lvuj Fol.; die von Bautzen 1620 Regalfol ; die von Herzogenbuscl) Fol.; die von Pilsen; der Einfall der Baiern ins Salzburgische qu.Fol.; die Stadt Prag und was sich dort so wie auch zu DudweiS, Tabor und Oberöstreich mit Einfallen des Passauischen Volkes unterschiedlich zugetragen hak iZ Blatt in qu.Fol.; der Jude Ahasvcrus 4 ".; und der römische Reichsadler, mit Schrift, radirt. Regalfol.''— Lauter Dia» ter, welche immerhin ihr mehr und minderes ge, schichtliches Interesse haben mögen, wenn wie ihnen auch allen Kunstwerth versagen sollte». Noch ein anderer unsrer Freunde nennt von ihm eine Geburt nach I. von Aachen, wo sein Monogramm, statt des Namens, mit allerlei Zimmer- manns-Werkzeugen, Sage, Hobel, Winkelmaaß, Hammer, Zirkel u.s.f. ausgedrückt sey. zlmmermann (W.). Eine petrographische Darstellung des Ehrenbergs bey Ilmenau, ohne Angabe des Stechers, benennt ihn — der zu Ende des XVIII. Jahrhunderts gelebt haben muß — als Zeichner, — — ( ), ein Tapetenmaler in Cassel I/Z 5 . Die Gebrüder Jsh. Heinrich und Joh. Jacob Tischbein, erhielten ihren ersten Unterricht von demselben. (Ikc. -- — ( ), ein Zögling der Berliner Akademie» von dem man 1786 gute Hoffnung hegte. Ob Eine Person mit obigem Carl Wilhelm (Z.)? ^rc. — — k ), ein Graveur, der aus Berlin 1807 zu Dresden einpassirte; wie der Thorzettei ietztrer Stadt damals besagte. Nrc. — — ( ), ein geschickter Mäu- rer und Skuckaturer zu Dessau, welcher 1811 einige Figuren, so wie überhaupt die meiste Stuckaturarbeit für die Stadtkirche zu Witten- berg fertigte. Er, der damals etwa sZ Jahr alt war, hatte die Architektur bey dem geschickten Pozzi studirt. il-§c. — ' ( ), ein junger Architekt, der 1811 in der Gegend von Magdeburg (woselbst er auf der Kunst- und Bauhandwerks - Schule gelernt hatte) als Conducteur bedienstet war. ilFrc. — — ( ), ein Goldschmied, der vermuthlich im XVII. Jahrhunderte, vielleicht zu Nürnberg lebte. Die Curieuse Lunsts und Werk-Schule von I.L- Nürnb. 170h. 4 ". I- S. 234. führt, ohne Weiteres, von ihm ein zu seinen Künsten gehöriges Recept an. — , — ( ), der jüngere; ein Kunsthändler zu Hannover 1800. Mc. — — ( ). So nennen Mensel'« Bl. Mrsc. II. 240. einen Maler aus Tyrol zu Ende des XVII. Jahrh, von welchem man schöne Arbeit in den Kirchen dieses Landes finde. »Sie haben ein fettes, markichtes, schmelzendes, warmes, angenehmes und reihendes Kolorit, und die Anordnung ist in einigen gut; in andern aber zu überhäuft von Figuren; besonders machte er frohe, liebliche und(Bravvl)zufriedene Köpfe. In seinen frühern Jahren soll er ein Zimmermann von Profession gewesen seyn, und die Malerey erst nachher aus besonderm Trieb und Neigung ausser seinem Vaterlande erlernt haben." — — ( ), Professor, gab um r8is. Anleitung zum Schattiren in der Figuren- zeichnung, mit einer Auswahl von schönen Köpfen nach Raphaei. Groß Relgalfol. Preist 5 Rthlr. nu Verlag der lithographischen Kunstanstalt in München. Hftc. Zimmershaeuser (Wilhelm), Cantor und Musikdirektor an dem Fürstl. Brandenburgtschen Gymnafio im Kloster Heilsbronn um i 6 Z 5 . Schade Oinacorhek S. »44- i 45 . rubricirt, nach seiner Zeichnung, einige sehr seltene mit Prospekten und Figuren verzierte Stammbaume der Markgrafen von Brandenburg. Der eine auf zwey Regalbogen: 8tirpa Marchiov^ ftrsolleo- bur^ics e öurAbraviis I§oriberben8ibll8 - - s - - LlOlOLXXXII. Tlutc,- ris stncho reco^nits, correcta et aucta^°.i 637 . )ncob. Lnstollis Tlueust. 8culp8lk sumtibus -4u- torl5. kro8tant in ^ürnb. apuä?sn!um kargt. Der nämliche Stammbagm mit eben der Inschrift, Jahrszahl rc., zwey und ein halber, etwas kleinere Bogen, mit einiger Veränderung. (Und doch sagt unsre Quelle S. io8. dieser Stammbaum sey zuerst 16Z2 erschienen). Dann der andere: 8temmg paterna. niaternogue »vitum all prc>- eenitores LXXVIIl. «Zeäuctnm - - Lr-r/rel-rrnr 2reMet§/W5r«5, cuing gtullic) et impenclio ela- borata Ksec suvt )). V. 16Z8, ging ebenfalls aus der Officin des Fürst, von Johann Pfann in gr. Regalfol. gestochen, hervor. Wir selbst kennen nur den letztem Stammbaum, aber auf drey Bogen, in gr Foi. Der eine mit der Ueberschrift: Naurus 6ranäenbnr§lca, ist bezeichnet: )oüsna plann 8calp. impen8>8 -)utori8 7^0. it>Z2; der andere ist der obbeschriebene von r6Z8; und der dritte enthält eine gedruckte Beschreibung. Mrr. * Zimovl'van (Martin), den aber vertue, wahrscheinlich richtiger Zimmermann nennt, so wie wir auch anderwerls finüm, daß solches ein verdorbener Name des oben angeführten Martin Zimmermann's sey. Nach ihm hatW.Hollar, auS dem Kadinet Arundel, ein Mannsbrustbild geetzt. I ' Zinani (Franz). So heißt bey Lanze (Lä. tem,) I V. 56 . ganz kurz ein'aus der Schule des Bibiena entsprungener, um »755 blühender Theatermaler von Neggio, wohl eben nicht vom ersten Range. Zinck und Zingk, Zincke, Zincks auch Zincketsen und Zinckgräff, s. unten dieselben nach richtigerer Rechtschreibung 8. v. Zink u. s. f. * Zincks, f.. unken und im Lex. Zink. *Ar'ndt (Matthias). Einer unserer Kunstfreunde glaubt, daß solcher mit dem Matthäus Zink, welcher in den gegenwärtigen Zusätzen im Art. Zaget erscheint, Eine Person sey. Zindren (A.). Bey einem Kunstverleger dieses Namens fand sich z. B. das Dildnist eines Niclaus C. (vielleicht Oomeg) Serini. Zing (Johann Melchior), Maler und Schwarzkunststecher. Von ihm nennt ein Verzeichnis meines sel.Vaters einige männliche Bildnisse aus der adelichen Familie Besenval zu Solothurn; dann (vielleicht irrig) nach ihm: Das geistliche Uhrwerk, von I. G. Lhelot. * Zinger (Hans). So nennt van Mandec den Maler Hans Ginher des Lex. nnd gegenwärtiger Zusätze. * Zingg (Adrian), Zeichner, Kupferstecher und Kupferetzer, geb. zu St. Gallen in der Schweiz (nicht 1745, wie Lasan L6.8ec. pfuscht). Der- l) Daß sich in den Art. ber Künstler des Geschlechtes der Zinimernianii, und zumal der aus Bayern gebürtigen, allerlei Irrthum, Mißverstand und unvorsetzliche Wiederholungen befinden, versteht sich aber, mals von selbst. selb« machte sehr zeitig Versuche im Kupferstechen; wozu sein Vater, ein geschickter Stahlschneider, Anlaß gab, und der die Neigung des Sohnes für das Zeichnen unterstützte. Als er es weiter darin bringen wollte, so kam er zu dem Kupfer, siecher I. R. Holzbach zu Zürich auf vier Jahre in die Lehre, wo er zwar mehr das Mechanische des Kupferstechens, als die Kunst erlernen konnte; welchen Lehrer aber Z. immer noch mit dankbarem Andenken verehrt. Nachher (1767.) berief ihn Aaberli zu sich nach Bern, um von ihm verschie, dene Schweizerprospekte in Kupfer stechen zu las, sen. Er machte den Anfang mit 12 kleinen Land, schasten und s großen Prospekten von Bern, nach Zeichnungen Aaberli's, nebst noch verschiedenen Arbeiten, welche sehr beliebt wurden; und nun bekam er große Lust, nach Paris zu reisen, um in der Kunst größere Fortschritte machen zu können. Nach einem Aufenthalt von zwey Jahren in Bern reisete er mit Aaberli nach Paris. Dort bezeugte Wille viel Freude an Zmgg's Arbeiten, und erbot sich, ihm Gemälde zu verschaffen, nach welchen er stechen könnte; allein, er lieferte zuerst die sämmtlichen Kupferplatten (über 20.) zu dem Grunerischen Werk: Beschreibung der EiS, gebirge in der Schweiz. An ihnen wollte er die Methode der Französischen Manier erlernen, um sich hernach mit desto mehr Sicherheit an Gemälde zu wagen. Er arbeitete mit ausserordenklichen Fleiß, um die Schwierigkeiten zu überwinden, und einigermassen nachzuhohlen, was er in jün, gern Jahren hatte versäumen neüssen, und war weit weniger darauf bedacht, Geld zu gewinnen, als vielmehr sich tu der Kunst vollkommner zu machen. Durch sein Betragen erwarb er sich Wille's volle Zuneigung. Dafür überlies Z. ihm auch alle feine, nach Gemälden verfertigten Plat, ten, diejenige ausgenommen mit der Ueberschrift: l^une csatiee, die sein Freund Aliamet be, sitzt. Nach einem siebenjährigen Aufenthalte zu Paris wurde er 17.66 > als Professor der Kunst, akademie und Hofkupferstecher nach Dresden b«, rufen. Seit seinem Aufenthalte daselbst hatte er verschiedene Platten gestochen, theils nach Galerie, Gemälden, theils nach Zeichnungen von ihm selbst nach der Natur, oder von andern Meistern, deren Herausgabe das Kunstpublikum längst gewünscht hat. Mehrere Gründe haben den Künstler veran, laßt, seine beendigten Platten noch nicht abdrucken zu lassen, und sie öffentlich herauszugeben; allein nach seinen Aeußerungen hoffe ich, daß wir sie bald erwarten können. Diese von ihm beendigten und noch nicht herausgegebenen Kunstwerke enthalten vorzüglich: 1. s. ElnenRuysdal( 8 andschaft)u.Both(Jagd), nach Dresdner-Galerie-Gemälden; in Fol. 3 . 4. Zwey Landschaften nach Wagner; in Fol. 5 . 6 . Zwey Blätter nach Dietrich und Agricola; in qu.40. 7. 8. Zwey Landschaften nach dem alten Brand; in 40. 2 -14« Sechs Dresdner-Gegenden, von ihm selbst nach der Natur gezeichnet. i 5 -Z 5 . Drey Hefte Landschaften nach Dietrich, jedes Heft von sieben Kl. 4°. 36 . Ein Heft Landschaften nach Gegner; 4 °« I7-4Z- Ein Heft Landschaften von sieben Blättern nach feinen eigenen Zeichnungen; 4 °«" So hieß es schon (1796.) bey Rost II. 213. und neuerdings (1809.) bey Meusel IH. „An oberwähnten Platten hatte er 5 o— 4 o Jahre lang gearbeitet, ohne sie abdrucken zu lassen, bis es endlich dem Buchhändler Tauchnitz zu Leipzig ge, lang, sie von ihm an sich, und feit 1804 dieselben in verschiedenen Lieferungen auf Sub, scription ins Publikum zu bringen ,). Die wahre Ursache dieses langen Aufschubs lag, wie wir aus sicherer Hand, und wir dürften sagen zum Theil aus des Künstlers eigenem Munde wissen, in einer wohl allzuängstlichen Berechnung, daß er solcher Aushülfe in alten Tagen bedürfen möchte, wo seine Hand, sein Gesicht u. si f. mit seinem unermüdlichen Kunstfleiße vielleicht nicht mehr gleichen Schritt halten würden; ohne hinwieder zu bedenken, wie der Kunst, geschmack des Publikums und dessen Launen eben, falls ihren Für, und Rückschritt so sehr ändern, daß Stiche, die man vor 40 Jahren noch für das non plus ultrs ihrer Gattung gehalten hätte, in den letzten Dezennien des XVI ll. Jahrhunderts durch so vieles, denn doch weil Gefälligeres, und Manches auch wirklich weit Besseres, als die steife Reinlichkeit des Zinggischen Grabstichels unmöglich leisten konnte, so verdrängt werden dürft ten, daß jener Hauptsiock des Künstlers sich zwar immer äufnete, aber von Jahr zu Jahr weniger zinstragend wurde. — Noch heißt es bey Rost 1 . c. allerdings vollkommen richtig: „Zingg ist nicht allein ein verdienstvoller Kupferstecher, son, dern auch ein vortreflicher Zeichner nach der Na, tur. Seine Zeichnungen sind theils in schwär, zem Tusche, in Bister oder colorirt, und alle Um, risse mit der Feder. Sein Vertrag ist äußerst fleissig und bestimmt; seine,Felsmaßen, Vorgrüude und Schraffirungen, sind meisterhaft?) " Dann folgt dort (S. 214—r 5 .) einVerzeichniß seiner vorzug, lichsten Blatter, in drey Klassen getheilt: Der, jenigen nämlich, weiche er in Bern, dann zu Paris, und endlich zu Dresden gestochen hat. Dieselben sind nach folgenden Meistern: Aaberli, C. 8. Agrtcola, J.Poth, J.CH. Brand, C. W.E. Dietrich, S.Geßner, P. Mettay, A. van derNeer, E. Ritter, J.Ruysdael, Ch.G. Schütz, Schwarz, van der Beide, J.Vernet, Wagner; und endlich nach seiner eigenen Zeichnung. Als ein Stück von großer Wirkung nennt Rost das Blatt, wo der Blitz in einen beladenen Heuwagcn schlägt (i° ^oup Mus. 25 /,. nennt von ihm auf dem Dresdner- Salon 1794 drey äußerst rein und activ (?) gehaltene Zeichnungen (Landschaften) nach der Natur, »deren Wahl eben keinen sonderlichen Beyfall fand". Dagegen sagt die A. Bunst-Zeir. 8°. S-s 5 Z. daß Zingg mit seiner Schule, in Zeichnungen und Kupferstichen auch 180Z die Hauptparkhie der Dresdner-Ausstellung gemacht habe. Me Ilse l's Archiv l. (4.) 109. rühmt zwey Zeichnungen von ihm nach der Natur (beyde den Giebichenstein bey Halle darstellend) auf dem Dresdner-Salon i 8 c, 5 . — ll. (1.) 91. dann zwey andre in Sepia (die Gegenden von Mariaschein und MiÜeschau in Böhmen), welche »von Kennern und — Nicht- kennern bewundert wurden"; auf dem Salon 1806. II. (Z.) wieder zwey »vortrefflich gewählte und schön getuschte" Zeichnungen; auf dem Salon 1807, deren eine mit den Ruinen des Schreckensteins bey Außig an der Elbe, die andere mit der Engelsburg bey Carlsbad stafflet waren; und endlich auf dem Salon 1808 abermals zwey »vortreffliche nach der Natur" in Sepia (die Festung Könl'gstcin, und den Lilienstein) I. c. ll. (-)-) 141. In 1808 — 9 gab unser Kunstveteran: Anfangsgründe für Landschaftszeichner 2 Hefte (i 5 S. Vorerinnerungen und 27 Kupfertafeln) nebst 7 kleinern (Arbeiten einiger seiner Schüler) Fol. Dresden (Pr. 7Thlr.) und (s.a.) wohl als Beygäbe zu jenem größer» Werke: Srudienblatrer für Landschaftszeichner (/-B. Text u. 12 Kupf.) gr. 8°. Leipz. bey Tauchnitz (Pr. i THIr. 12 Gr.). Beyde werden in der Hall. A. L. Z> 1812. Erg. Ll. N°. 65 . (doch etwas mit schwerem Herzen) für »eines der brauchbarsten Zeichenbücher im landschaftlichem Fache" erklärt. Einige Male (doch selten) mühete er sich auch mit artigen Zeichnungen zu Taschenbüchern; wie i-B. fürs Beckersche i 8 u 5 . Diesen Art. über unsern Künstler bereichert und berichtigt zum Theil einer unserer Kunstfreunde, wie folgt: »Derselbe wurde 1765 zum wirklichen Mit- gliede der Dresdner-Akademie, und i8oZ zum Professor der Kupferstecherkunst (irgendwo nennt man ihy auch irrig üofkupfcrstecher) an selbiger ernannt; aber in oder um 18,5 in Pension gesetzt. Zingg's Zeichnungen sind schön, obwohl ju monoton gefertigt, und in einem Style, der sich immer gleichbleibend ausnimmk. Hat man eine derselben vor Augen, so weiß man auch die Behandlung der andern; man kann demnach von ihnen sagen, daß sie mehr mit einer handwerksmäßigen (reinlichen) Praktik, als mit der durchströmenden Lebendigkeit, dem Genie nnd Gefühl bearbeitet sind, das die Werke des großen Meisters charakterisirt. Seine Lehrlinge stehen unter strenger Aufsicht; er hält sie (unter seinen Augen) zu einem unermüdeten nie rastendien Fleiße an; indem er sie gleichsam mit Gewalt in die Buchstaben seiner Manier einzwängt, hat er keinen schlechten Schüler gezogen. Diele zeichnen alle so wie er; ihre Arbeiten (die Zingg für sich behalt und deren große Haufen besitzt) sind von den seinen kaum zu unterscheiden. Liebhaber haben sich daher zu hüten, wenn sie wirkliche Originale Zingg's erkaufen wollen '). Eine Reihe von Jahren der letzkern Zeit, gab Carl Aug. Richter, sein Schüler, einen treuen Gehülfen von ihm ab. Sein Kupferstichwerk, was bey Tauchnitz in Leipzig erschien, verkauft derselbe zu 4 » Thalern; vor der Schrift zu 6u Thalern. Abgerechnet dasjenige, was seine Schüler nach ihm stachen, sollen noch folgende nach ihm gearbeitet haben: I. Barnes zwey Blakt, Ansicht des Liliensteins und der Elbe bey Mühlberg; P. I. Decrek zwey Blatt: Die ruinirte Brücke und der kleine Felsen; Paris zwey Blatt: Eine Ansicht von Dresden und die Brücke zu Vernon in der Nvrmandie; Lh. Vivares vier Ansichten aus der Normandic." Und spater noch: »Nach ihm hat auch F. A Fischer die Ansicht einer Mühle bey Dresden und eine Gegend der Französischen Schweiz beides in qu. Fol. radirt; G. Primavesi soll ferner den Sibyllen Tempel zu Tivoli in qu. Fol. nach ihm gefertigt haben; so wie endlich Darnstädt rc. eine Menge kleine Landschaften zu Almanachen. * Zink (Adrian), s. im Lex. und gleich vorstehnd Zingg. -(Bernhard Heinrich, oder Heinr. Beruh.). Der jüngste Sohn des folgenden Christian (dem Vater) bey welchem er auch i7»3 bis 1709 die Goldschmiedökunst erlernte. -(Carl Rudolph), der jüngere; ein Maler der geringern Sorte, welcher 1786 zu Leipzig lebte. AÄc. -(Christian), ein Goldschmied und Sohn des jünger« Oaui's. Er wurde 1679 Meister zu Dresden, und st. hier 1719. — Sein gleichnamiger Sohn, lernte von 1696 bis 1702 bey ihm. Vielleicht gab der letztere nachgehcnds sich mit dem Schriflschneiden und Gießen ab. Man kennt nämlich einen Christian Zink, der als Schriftgießergeselle zu Leipzig arbeitete, und dabey ein geschickter Schriftschneider, besonders in der teutschen Schrift war. Nachgehends legte dieser zu Wittenberg in Sachsen, wo er noch um 1740 lebte, eine neue Schriftgießerei an,^ die halb Teutschland mit Schriften versah. Seine kleine Cicero s Fraktur war besonders beliebt. Busch Handb. der Erfindungen VI. 3)9. Breitkopfs Gesch. d. Schreibekunst S.68. Eine Probe seiner Schriften liefert das Gestner's sehe Tuch: Die so nöthig als nützliche Buch- druckerkunst und Schriftgießerei. Leipz. 17 )0. ir Th. 8°. Endlich kommt noch ein geringer Kupferstecher C.Zink vor, der zu gleicher Zeit mit dem letzter» i) Wenn es sich wirklich, wie wir fürchten, so verhält, erfahren. so haben sie am End keinen großen Betrug zu E i5 6186 Zink. lebte, oder auch Eine Person mit demselben abgiebt. Wir kennen von ihm ein zu Hamburg gestochenes Bildniß Luthers; dann ((.'»-. so.) der Kaiser von Marocko, Muley Jsmaei 8°. Anderwerts nennt man ferner das Litelblat zu dem Buche: Hcriptores Uerum Xu8triso»rum sol. , nach eigner Zeignung; so wie eine tz. Jungfrau ohne Namen des Malers (der Rottenhammer wäre) bezeichnet: 0- OmrL sc. I^ipsiso. * Z > nk (Christian Friedrich und Paul Christian), Gebrüder, Söhne des vorstehndeu Christians. Walpole setzt das Todesjahr des erstern, weit spater als das Lex. in 1767 an. Winkler scheint die Schicksale derselben zu verwechseln; und führt dann von einem C. Zink, mit dem Grabstichel gefertigt an: Eine Madonna unter einem Pavillon, das Kind auf den Knieen an, das den kleinen St. Johann liebkost; von Paul Christian aber schön, mit grobe» Punkten geetzt: Einen Zauberer, der in seinem Laboratorium Beschwörungen macht (dies ohne seinen Namen); hinwieder mit demselben zwey schöne akademische Figuren in reichem Landschaftsgrund, der n eine nachdenkend am Fuß eines Baums bey einem Denkmale sitzt, die andere, ebenfalls nachdenkend, an einem Denkmale steht 1 diese mit seinem Namen und dem Verleger (lüpsiso L. - 1 . tZroismaim exc. -z.V. l?)j- Bey Fiorillo V. 600—7. findet sich über den Aufenthalt Christian Friedrichs in England, was folgt: „Derselbe kam schon um 1706 dahin, vervollkommnete sich unter Boit, und arbeitete zu London mit allgemeinem Beyfall, da er schöne, richtig gezeichnete und lebhaft colorirte auf goldne Tafeln geschmelzte Porträte verfertigte, die mit hohen Preisen bezahlt wurden. Walpole besaß ein Porträt von Cowley, nach Lely, von seiner Hand, das allgemein für sein Meisterstück anerkannt wurde. Der Seelenausdruck im Gesicht, das jugendliche Feuer in den Augen, und die an dem entblößten Hals Herabwallenden Locken, sind meisterhaft dargestellt. Ungeachtet er den Preis seiner Stücke, nicht aus Habsucht, sondern um Zeit wegen der überhäuften Bestellungen zu gewinnen, von 20 zu 5 o Guineen erhöhte, so konnte er dennoch kaum alle Aufträge vollziehen. Er wurde von dem König, der Königin und dem Prinzen von Wales, der ihn zu seinem Cabinet- Maler ernannte, beschäftigt. Die Prinzessin Amalia besaß von ihm viele Porträte der königlichen Familie von ungewöhnlicher Größe, welche sie im Jahr i ?85 dem Prinzen von Wales zum Geschenk machte. Auch der verstorbne Herzog von Cumberland hatte einige seiner beßten Arbeiten, unter andern eine Copie des Bildnisses der Königin Maria von Schottland von Jsaac Oliver, aus Dr. Meade's Sammlung. Zink machte ver- schiedne Entdeckungen im chemischen Theil seiner Kunst, wodurch er seiner Email eine mehr als gewöhnliche Stärke und Lebhaftigkeit zu geben wußte. Indessen sind doch seine Arbeiten von Manier nicht frey, worein alle Geschwindmaler leicht verfallen. Im Jahr 1707 besuchte er sein Vaterland, kam aber 1746 zurück, und lebte in South-Lambeth, weil ihn seine Augenschwäche nöthigte, der Arbeit zu entsagen. Demungeach- tet bewog ihn die Marquise von Pompadour, ein Porträt des Königs von Frankreich, das sie ihm überschickte, in Email zu kopieren." Wahrscheinlich ist es nach Chr. Friedrich (s.v. daß J.Faber das Bildniß des Admirals Chaloner Ogle in Schwarzkunst geschabt. Von Paul Christian sagt eine unserer Quellen, daß er von 1700 — 1707 bey seinem Vater die Goldschmiedskunst erlernt; dann daß er zu Leipzig 1770 (hier heißt es 74 I. alt) gestorben sey. Hierauf werden, als Stecher, von ihm angeführt: Der neu angelegte Apclsche Garten zu Leipzig, in gr. qu. Fol. bezeichnet: Q. Lcliuk;-; inv. et «XL. 6°. sc. Zink. läps. Lnach ihm endlich soll Bernigeroth eine Vignette mit einem Wappen gestochen haben. Zink (Gottfried Siegmund), wird von um 1760 — 88 (wo er vermuthlich starb) als Maler zu Leipzig angeführt. Leipz. Adreßkal. -(Hans), ein Glockengießer, der 160g zu Zittau arbeitete. Hierselbst erscheinen noch folgende solcher: Franz Stolle (eigentlich ein Kannen- gießer) Matthäus Merkel 1442; Jacob Leubner i 55 g; Georg und Johann Wild, beide aus St. Joachimsthal 160g; Tobias Laybnec (oder Leubner) i 565 ; Donat Schrörer (der seinen Geburtsort auf lakein uenoviensis schreibt) und sein Sohn Johann i 65 o; Joachim Hannibal Brorß (auch Broß und Broers) goß um 1695 das meßingene Epitaphium des G.Fr. Schweisses vonEhrenpressberq, für die Zittauer St. Peter- und Paulskirche. Carpzov's Zirrau S. 53 . 64. 89. 96. Der letztgenannte, von dem man auch, schön mit Figuren, Laubwerk rc. verzierte Glocken hat, arbeitete 1701 zu Königsberg in Preußen. Mrc. -(Heinrich Bernhard), s. oben Bernh. Heinrich (Z.). -(Johann Adam^. So heißt bey Dlablac; ohne Weiteres, ein Maler in Prag, der i. I. 1740 für den Fürsten Heinrich von Mansfeld gearbeitet habe. * -(Johann Patch), Zeichenmeister und Kupferstecher zu Leipzig in der ersten Hälfte des XVIll. Jahrh. Florir. Leipzig. Einer unserer Freunde glaubt, derselbe dürste mit dem Oaul Christian, welcher im Lex so wie auch oben neben seinem Bruder Christian Friedrich erscheint, einer und derselbe seyn. -(Martin). Sohn von Paul dem Vater, lernte als Goldschmied bey Christian Schneeweis zu Dresden 1627 bis 1622. Er setzte sich um 1628 irgendwo (nur nicht zu Dresden) als Meister. * -(Matthäus), ein Kupferstecher von Nürnberg, der oft mit M-Zagel oder Zafinger verwechselt wird. Man findet sein Bildniß von einem Unbekannten gestochen, mit der Aufschrift: Mrtt/res soulptor blorimberAA.-, n. 1)98. cien. ,581. Andre geben ihm irrig 9Z I. Noch andere (Murr) setzen sein Todesjahr in i 586 . Von seinen Arbeiten ist uns nichts näheres bekannt. - (N). Von ihm erschien eine vollständige theoretisch-praktische Schreibschrift. Bam- berg u. Leipz 1816, mittelst welches Vorschriften Werkes der Unsere eine Anweisung zum Geschwind- und Schönschreiben ertheilen wollte. -(Paul). Vater und Sohn gleichen Namens, Goldschmiede und Jubelierer zu Dresden, wo ersterer 1622 ant. 56 starb, wie wir aus verschiedenen Leichcnpredigten entnehmen. — Sein gleichnamiger Sohn, geb. zu Dresden 1608, lernte des Vaters Kunst (anfänglich bey diesem, dann bey seiner Schwester-Mann dem Goldschmied Mich. Ayrer) von 1620 bis 1628; arbeitete sodann zu Frankfurt« M. und in ander» teutschen Städten, ferner zu Paris, wo er bis 1622 verweilte und >633 nach Dresden zurückkehrte. Hier wurde er i 634 Meister, beirakhete die Tochter des Goldschmieds Zach. Gopperr, wurde >667 zum Bürgermeister erwählt und st. 1678. Seine Lcichenpredigt von I. A- Lucius. Dresden 1679. Fol. und Ein Eeburtstagsgedicht auf diesen letzter» von Zink. Zitier. 6187 1668 und ein Trauergedicht auf sein Absterben 1678 findet man in des F. . S.öö. — -2- oder Zentgraf (Loren;), wurde i 56 i Münzmeister des Grafen Erbach. Hirsch teutsch. MunzarchivII. 2. — —, (Philipp), ein Münzmeister, anfänglich in Pfalzgraflichen Diensten, dann in denen des Wild- und Rheingrafen zu Dbaun seit 1094. Hirsch teutsch. Münzarch. VII. 3 i 5 .016. Zinner (Anton), legte um 1720, unter der Oderdirektion des Churbayerschcn Garteninspektors L. Girard, den Garten des Prinzen Eugen Franz von Savoyen vor Wien an. Dieser Garten, nebst den dazu gehörigen Hof- und Lustgebäuden, erschien, nach Sal.Kleiner's Zeichnung, von meh- rcrn Künstlern gestochen, zu Augsburg bey den Erben Jer.Wolff's 1701 bis 17^0 gr. qu.Fol in 10 Theilen, deren jeder 9 nunimerirte Blätter enthält. -Vsc. S. auch oben den Art. L. Girard«, des Garten-Inspektors. — — (Franz), vielleicht ein Bruder des Obigen, K.K. Kunst- und Lustgärtner in dem Präger-Schlosse, wo er den Voltigen Garten zur Krönung K. Carls VI. besonders angelegt hak, und sich 1728 noch damit beschäftigte. DIabacz. — — ( ), erscheint in dem Hofkalender der D estrei chischen Niederlande auf r?8g, als Inspecteur orllln. der Brücken und Schleusen. Zinnichen (Stephan), s. oben Zengker. Zintgraf (Carl), Münzwardein zu Schwerin, mit dem Titel eines Kammerkommissairs, » 798 . Hkr. * zinzenis. So findet man auch den Namen Ziesenis geschrieben, ^ksc. Zipfel (Jonas). Daßdorf numismatischer Leitfaden der Sächsischen Geschichte rubricirt G. 90. einen mit >670 dakirten Gulden ^ von Jonas Zipfel zu Leipzig." Ob aber dieser Mann dort Münzmeister, oder was er sonst gewesen sey, wissen wir nicht zu bestimmen, ^c. Ziraldi (Wilhelm) und Wilhelm di Mag«, zwey Maler, welche, zufolge eines, unter den Herzogen Leonel Bosso und Herkules I. im X V. Jahrhunderte aufgesetzten AuSgaberegistecs der Herzoglichen Nechnungskammer zu Modena, für ein gemaltes Brevier 190 Dukaten erhielten. Breitkopf's Geschichre der Schreibekunft, herausgegeben von Roch S.- 5 i. * Airello (Julius), eine irrige Schreibart des Rosset« für «tiretto, unter welchem Namen er auch in diesem Supplement aufzu- finden ist. Zirio ( ), Geschieht- und Dildnißmaler, arbeitete um 1760 zu Marseille. * Ziel, s. Zier! im §ex. u. oben. Zische (Peter), lernte die Goldschmiedskunst bey Georg Monde zu Dresden, von 1610 — 46. Zieckka, s. unten Zschiischka. « Aisenis, s. oben und im Lex. Ziesenis. * Ziterer (Johann). Ein Gantkatalog nennt nach demselben von F.D. Dünner in Med. gr. 4°. Punktirt das Bildniß des Kaisers Franz II. und, als Gegenstück, das der Maria Theresia. Ein andrer solcher Cakalvg dann führt, nach einem Wiener-Maler, rI. Zitterer, den Kaiser Franz I. von Wrenck in oval Fol. geschabt an. Ob nicht einer derselben, der Joseph Zitrer des Lex. seyn sollte? — — (N.), s. vorstehndenJohann (Z.). * Zitlerer, s. gleich vorstehnd Zirerer. Zitt (Johann Georq), erscheint In dem Würkemb erger - Adreßbuch auf 1762 und 1760 als Hofbauinspektor zu Stuttgard. ilksc. Zittau (Martin von), legte zu Baußcn i 53 o eine Wasserleitung an, die er jedoch nicht ganz nach Wunsche zu stände zu bringen vermochte. G. eine handschriftliche Chronik von Baukzen durch Geo. Milrvolf. * Zirrer (Joseph, auch Franz Joseph). Derselbe trug den Namen eines Hofmalers zu München, seinem gewöhnlichen Aufenthalt. Der Kreuzweg in der dortigen Kapuziner»Kirche war seine Arbeit. Die Nonnen am Anger daselbst hatten in ihrem Sommerspeiscsaale vier Gemälde auf Leinwand von ihm: s) Den H. Franz von Assis, wie er sich in Dornen und Hecke» walzet: b) Den H.Benedikt in der Wüste, wie ihm ein Rabe vom Himmel die Speisen bringt: c) Den H. König Ludwig, wie er, vor einem Christus am Kreuze kniend, seinen Rücken mit einer Geißel zerfleischet, und ä) Die H. Kunegunde, wie sie die Feuerprobe besteht. Die Georgens - Pfarrkirche zu Ließen am Ammersee wurde von ihm auf nassem Kalk ausgemalt. Die Freskogemälde der Hauptkuvpel in der Kirche zu Gchlehedorf verfertigte er mit Joseph Winter. Lipowsky. Er st. um 1760. Ebend ll. 280. Mensel II. hingegen setzt ihn um 1778 noch unter die Lebenden. E -5 * Zitze (Jungfer). Mit diesem Namen hat sich, wie wir irgendwo lesen, der Kupferstecher de Mouchy maskirt, auf einem Blatte nach Grenze, ^rc. Z itzmann (Wilhelmine), zu Leipzig. Don ihr sah man, wir wissen nicht was, auf der Kunstausstellung zu Dresden 1786. Mrc. Zrx (B.), ein Zeichner und Kupferstecher um 1806, welcher für Buchhändler arbeitete. Viel- leicht lebte er zu Carlsruh. So sagt uns einer unserer Kunstfreunde. InLand 0 n's Annal. XV. somit um 1807 war die erste Tafel, welche das Innere des sogenannten Dianen-Saals im Museum Napoleon darstellt, von einem Zix, (wahrscheinlich von keinem andern als dem Unsrigen) recht gut gezeichnet, und von C. Normand in Umrisse gestochen. Und eben so findet sich eine ländliche Scene nach einem Zix (wohl wieder nach dem Unsrigen) unter den Münchner Steindrucken. Zizka, Maler und Bürger in der kleinern Residenzstadt Prag, wo er 1764 seine Gattin verlor. Er war Mitglied der Maltheser-Bruderschaft. Dlabacz. Zluticzkx (Nkcolaus), ein Maler in Böhmen i445. ()viegger's)Materialienz.Statist. v. Böhmen VI. » 33 . *ZmiIus, s. im Lex. Rholus (sollte dort Folo heißen). Das Labyrint von Lemnos, welches diese beyden, gemeinschaftlich mit Theodor erbauten, war so verständig angelegt, daß plinius solches noch demjenigen zu Candia, und selbst dem Egyptifchen vorzieht. Dasselbe war durch 5 o Säulen von ungeheuerm Gewicht unterstützt, die aber auf ihren Angeln (paarn) in solchem Gleichgewicht standen, daß ein Kind solche lenken konnte, während dem der Künstler daran arbeitete. Diese Künstler lebten 700 I. vor Christo. Marperger G. 24. nennt den Zmilus irrig Zoilus. M/rÄa (Lll. ter?.) V- »6 — 17. Zmrzlik (Peter) von Smogssow auf Orlik, Mnnzprager, und dann Münzmeister zu Kukten- berg, st. »42 > an der Pest zu Prag, wo er bey St. Michael in der Altstadt begraben liegt. Dlabacz. Zoane. In der den Ml'noriten zuständigen Kirche des H.Franciscus zuPadua, findet sich eine Malerei, welche die Maria darstellt, die das Jesuskind anbetet, u.a. m., bezeichnet: IVILOLLXbVII. Orintokslo Antonio (/Harun-eia , e /Vamanuz ?. S. krsnlloless /'i/tr-re cir p. 249. 007. Diesev-Schrift- steller setzt noch hinzu: '»Vielleicht ist er derjenige bl. ^obanne8 Teotoirrc«; prctor der sich in den Statuten der (dortigen) Malerbrüderschaft unter dem Jahre »441 eingetragen findet''. Zoari (Johann). Der Graf Algarotti besaß von diesem Maler ein Gemälde, was den Juda bey Hiram darstellt, und von Peter Monaco zu Venedig (für eigenen Verlag) in qu.Fol. gezeichnet und radirt wurde. Zobel (Ellas), ein Bildnißmaler zu Prag um 1716. Nach ihm, von Sartorius gestochen, kennt man die Bildnisse, der H.H. I , A., und I. C. Woracziczky von Pabienicz. Dlabacz. Zobel (Franz Xaver von), ein guter Maler, der sich eine Zeitlang in Prag aufgehalten hat. Eine von ihm »78s in Oel gemalte Dame mit ihren Kindern besaß noch » 8 i 5 der Präger Ton- künstler Friedrich Schimmel. Dlabacz. — — oder Zobl (Johann), ein geschickter Baumeister zu Prag 1790. ^c. — — (Joseph), ein Kupferstecher zu Prag, von dem man Heiligenbilder, z. B. ein mit »744 batirtes Herz Jesu kennt. Dlabacz. — — — So hieß auch ein geschickter Kaisers Schloßbaumeister zu Prag um »790 und noch 1802. Oeffenrl. Aachr. — — (Sebastian), ein Laienbruder im Kloster Attl, malte für die dortige Kirche seines Ordens drey Altarblätter: Maria, denH.Bene- dikt, und Jesus, Maria und Joseph, eine Kopie nach Hartmanns Bildern. Liporvsky. Zobelstein (Matthias), zu Leipzig; erscheint »490 als Münzmeister. Hirsch reursch. Münzarch. I. » 63 . Zobl, s. oben Zobel. *Zoboli, auch Zappoli (Jakob, oder Joseph, oder Hiacynth). /.anr-i (Lei. ters.) IV. 53 . nennt ihn entschieden Jacob '), und giebt, als seinen ersten Lehrer wenigstens, den Franz Stringa an. Hierauf sey er nach Bologna und endlich nach Rom gegangen, wo er festen Aufenthalt genommen, und dort 1761 (im Regist. heißt es 1767.) im Ruf eines guten Malers seinen letzten Tag erlebte. Diesen Ruf erwarb er sich vornehmlich durch seinen L>t. Hieronymus in der Kirche St. Eustachius, wo er durch den Fleiß, den feinen Pinsel, und die damals nicht sehr gemeine Farbenharmonie, unter den bcsiten Neuern glänzt. Noch besitzt die Hauptkirche zu Pisa von ihm einen St. Matthäus, ein großes Bild, welches die Einweihung einer jungen Prinzessin zuc Nonne darstellt. Er selbst soll zu Rom die Thaten der H.H. Aloys Gonzaga und Stanislaus Koska auf i 5 Bl. geetzt haben. zJach ihm dagegen, außer dem im Lex. bemerkten, hat man folgendes: Von Carl Grandi, Maria in Wolken; unter mehrern unten knieenden Figuren ein König von Frankreich, der ihr zwey Kronen darbietet 4°. (wird anderwärts kurz weg: Das Haus zu Loretto, rubricirt); von Silv. Poinarede eine Madonna mit dem Kinde kl Fol. (das Original im Oratorium des Graf. Lodovico Masdoni zu Reggio); von I. B. Sintes zu Rom »727 in Fol. gestochen, das Sterben des H. Franz; von Mich. Eorello, den Papst Benedikt XI. Zocchi (Cosmus). So heißt in dem einzigen Gantkatalog von Brandes ein Kupferstecher, von welchem dort zwey Bildnisse des Sienesischen Arztes und Philosophen tauch philosophischen Arztes?) Pyrrhus Maria di Giov. Gabbrieli, und desFlo- rentinjschen Polyhistors M. A. Magliabechi, ohne wettern Namen, als den (einigen, angeführt sind. Eine Abnahme vom Kreuze, nach D. Ricciarelli, ist ebenfalls mit t). ^occ/ri sc. bezeichnet. *— — (Joseph). Nach Lanzi (H ter^.) I. 284. war derselbe aus dem Gebiet von Florenz gebürtig, und st. 56 I. alt -767. Dort heißt er ein Maler von Bedeutung, den die Familie Gerini, nach der preiswürdigcn Weise der avelichen Zlo- 1) Andre eben so entschieden Joseph- 6189 Z«cchi. rentmischen Häuser '), noch sehr jung in ihren Schutz genommen, und nach den ersten Studien, die er i» Floren; gemacht, nach Rom, Bologna und in die Lombardie gesandt, wo er von allen dortigen Schulen seinen Nutzen gezogen. Mit einem eben so wohl für Erfindung fruchtbaren als zur Nachahmung geschickten, und einer guten Auswahl fähigen Genie versehen, fand er sich am End seiner Lehrjahre im Stand, macchinose Werke auszusinnen, und solche mit einer schönen Zeichnung und Colorite auszuführen. So malte er Z.D- vier sehr große Bilder in Fresco in der Villa Serristori vor der Porte St. Niccolo, dann einige Zimmer im Pallast Rinuccini, und eines in der Galerie Gerini, was man Alles für sein Beßtes halt. In kleinern Staffeleibildern leistete er noch mehr; so z. B. in einem, in der Galerie Sansedoni zu Siena, welches die dortigen Festine bey der Ankunft Kaiser Franz I. darstellt; ein äußerst genaues Werk für die Perspektive, und ungemein graziös in der Menge von Figuren, die es in sich faßt. Aehnliches wollte er für die Feyerlichkeiten bey der Ankunft des Großherzog Peter Leopolds fertigen, ging zu dem End nach Siena, wurde aber dort von einer epidemischen Krankheit ergriffen, und st. bald nachher zu Florenz. — Ziemlich verschieden dann, und etwas verworren spricht von dem Unsrigen Rost IV. 209—10. nennt ihm Maler unvKupfer- etzer, geb. zu Venedig um 1780 und fahrt hierauf also fort: „Zu Venedig arbeitete er viel in Gesellschaft mit Amiconi. Joseph Wagner hat verschiedene Suiten, historische und ländliche Gegenstände von ihm, Bartolozzi und andern gestochen, herausgegeben. Zocchi gierig hierauf nach Florenz, und malte das Deckenstück im da- sigen Gchauspielhause. Dann hat er auch die Aussichten der merkwürdigsten Plätze der Stadt Florenz und die der vornehmsten Landhäuser der umliegenden Gegend gezeichnet. In dieser letzter» Folge hat er zwey Platten selbst gestochen, und in der erster» sind verschiedene, wo er blos die Figtlren geliefert hat. Ausserdem hat er mehrere Stücke sowohl von seiner Composition, als »ach andern Meistern in Kupfer geetzt". Alsdann führt er von ihm verschiedene Blatter an, von denen wohl einige zu der Galerie Gerini gehören mögen *). So z.B. nach P. Berettini ein Ceresopfer, die Wahl des Herkules und die Grazien; nach Bourgignon (wie man glaubt) den Durchzug durchs rothe Meer; nach B-Frances- chini: Die Geschichte entlarvt das Laster, und die Lugend faßt die Liebe bey den Flügeln (ge- Zoccht. wöhnlich geschieht dies umgekehrt); nach Pesarese: Jupiter entführt die Europa; nach G. Ren,': Maria mit dem Kinde im Schooß, von Engeln umgeben 3 ); nach Solimena: Aeneas geht in die Unterwelt. Ferner, ohne andern Namen als den seinigen: Joseph, von den Brüdern verkauft, für die Chalkographie von Wagner; und ein männliches Brustbild in der Pelzmütze; und vollends mit seinem sei. et so. bezeichnet: Ländlich« Unterhaltung. — Anderwerts finden wir noch eine Madonna mit dem Kinde, nach Guercino. Ein Bildniß von Macchiavel, nach S Titi, dürfte ebenfalls von ihm gestochen seyn; ferner die Tochter des Jephta (nur mit seinem Namen) im Wagner- schen Verlage. Und als, ausdrücklich, nach eigener Zeichnung: Das Leben des H. Joseph Cala- sanzius n Bl. gut in 8". radirt; den H. Niclaus von Tolentino ki. 4 °; eine 1746 gehaltene religiöse feierliche Prozession in qu. Fol.; innere Ansicht der Kirche St. Vincenzio di Prato Fol.; ein Cameo des Ludw. Siries, zu irgend einem Werke qu. Fol.; drey große lateinische Buchstaben, nämlich MnL/ee'. L-mnäer. JFrc. >) Dergleichen junge Leute nennt der freysinuige stanzt: cilemi x>:>i ckecoro-: »' Zignori, cl>- »on - in cli servi. 2) Heinecke (lä-e) nennt ihn ausdrücklich unter den Stechern dieses Galeriewerks, so wie andrer ähnlichen Sammlungen, wie z.B. der Boydell'schen, was uns vermuthen laßt, daß er in seiner Jugend einen Aufenthalt in England gemacht habe. z) io" 6'" hoch, 7" 7'" br. Züßlt li. -57. sagt davon: Erhabner Ausdruck in den Gesichtern, Leichtigkeit und Grazie in den Formen und Drapperien, bezeichnen dieses nach einer in London befindlichen Zeichnung geetzt. 4) Andre nennen, wir glauben richtiger, 5- Bl. nebst Zochi'e Bildnisse, und geben das Datum mit 1757 an. Gestochen waren solche von Jos. Benedetti. M- A- Corfi, F. P. Duflos, V. Franceschini Jul. Giampiccvli, M Marieschi, N. Mogalli, P. Monaco, P. Morghen, I. S. Müller, I. B. Piranesi, D. G. Seuter, Jos. Wagner. 1) Wir bescheiden uns gerne, daß sich, Dank sey es der Unzuverläßigkeit unserer Quellen, in diesem Art. allerlei Unrichtiges finden kann; und standen sogar lange an, ob darinn nicht die Rede von zwe» verschiedenen Künstlern seyn dürst«, da zumal bey stanzt und Kost die Herkunft dieses Zoccht ganz, und auch seine Blüthezeit ziemlich verschieden angegeben ist. Noch bemerken wir, daß irgendwo von ihm rühmlich also gesprochen wird: „Er war mit einer lebhaften Einbildungskraft begabt, erfand mit Leichtigkeit, und führte seine Werke mit Verstand aus. Daneben war er sehr bescheiden und begnügte sich mit mittelmäßigen Glücksumständen. In Mariettes Sammlung befanden sich zwey Zeichnungen von Landschaft n mit Figuren von ihm, die mit Zoo Livres bezahlt wurden." S. auch unten den Art. Joseph Zucchi, wo 6190 Zocchi. * Zocchi, s. auch Zucchi unten und im Lex. Zocha (Freyherr von), Fürstlich-Anspachischer Geheimer - Rath, ein Mann von Einsicht und Geschmack; baute das Jagdschloß Bruckberg, und unter seiner Leitung führte Retti, ein Italienischer Baumeister, um 1726 den Markgräft lichen Pallast zu Anspach vostends aus. zJlc 0 lai Reisen Th. I. v. 17;». Zocher (Christian August Daniel), Oberhofgärtner des Herzogs von Coburg-Meiningen — — (Gustav), der Sohn eines Goldsuchers, geb. zu Dresden -776. Wahrend er die Kaufmannschaft zu Leipzig erlernte, gab er sich zu seinem Vergnügen mit dem Zeichnen und der Nadel ab. In dem Gebrauche der letzter» unterwies ihn der Kupferstecher Hoppe. Zocher hat zu Leipzig und zu Dresden zwo er noch 1814 als Jnn- haber einer Ausschnitthanblung lebte) einige Land- schäftchen und andre Kleinigkeiten radirt. — — (Sophia Amalia) , eine künstliche Biumenmacherin, s. oben Siegern Z 0 cc 0 li (Carl), ein Neapolitanischer Baumeister, geb. 1712, und gest. 1721, trat schon in seinem Siebenzehnten ins Ingenieur-Corps, und ward dann bald Aufseher der Festungen. Allein, seiner zarten Gesundheit wegen verließ er schon in seinem vier und zwanzigsten den Kriegsdienst, wiedmew sich den Rechten, und schrieb eine Abhandlung: üslla 8ervitü. Indessen fuhr er fort, die Mathematik zu studiren, und gab ein Werk: stelln 6 ravit 32 lc,ne sts' Lorpi, e stell» b'orra ste'klarst!. Von da an ward er das Orakel des Ministeriums, welches ihn bey allen Streitigkeiten über solche Gegenstände zu Rache zog, und die Stadt Neapel erkieste ihn zum Examinator der sogenannten Tavolari, welchen Posten er fortan mit großen Ruhm bekleidete. Milizia (Lst. ters.) II. Z(,7. nennt von ihm eine Menge Bauten: Den Dom zu Neapel, den Bischöflichen Pallast zu Calvi, das Nonnenkloster und Kirche St. Giorgio im Be- neventinischen, die Villa des Fürsten von Supino zu Portici, u.s f. u. f. Dann allerlei Mahlwerke zu l^apua, wo zum erstenmal Holländische Damme angebracht wurden; andre dergleichen z» Scilla in Calabrieu; auch fing er an, das Castell zu restauriern, was nachher sein würdiger Sohn Rapbael fortsetzte. Festigkeit und Bequemlichkeit waren die Vorzüge aller seiner Bauten. Vielleicht hatte er auch Geschmack; doch mangelte ihm meist der Anlaß, solchen zu zeigen. Von Personalcharakter war er, wie es immer die sind, welche sich der Kunst und Wissenschaft ausschließlich wiedmen; d. h. ernst, einfach, gerade, und angenehm (§rato). — — (Raphael), s. gleich vorsieh« d den Art. seines Vaters. Zoega (Georg), geb. 1786 zuDahler, einem Dorfe der Grafschaft Schackenburg im Jütlandi- schen Stifte Ripen gelegen, wo sein Vater Prediger war, und wenige Jahre später nach Mögel- tvndern als Probst versetzt wurde. Seine erste Zoega.. Erziehung besorgte theils der Vater, theils wurde solche verschiedenen Hauslehrern anvertraut. Aus diesem frühesten Zeitpunkte seines Lebens schreibt der erstere etwas spater über ihn: »O er ist von Kindheit auf eine ganz besondere Edition von einem Knaben gewesen. Wenn er etwas aufieng, war er totus in so, machte Riesensprünge, und konnte nicht ruhen, bevor er das Angefangene zu der möglichsten Vollkommenheit gebracht hakte." Der Vater wünschte ihn auf, eine gute Schule zu bringen, und wählte dafür (1772.) Altona. In 1773 bezog er die Universität Götr ringen. Dort brachte er drey Jahre in Ermüdeten, mannigfaltigen Studien zu, die sich indessen unvermerkt, und, wie es scheint besonders durch das Lesen der Winkelmannschen Schriften, und Heyne's und MeinerS Unterricht, vornehmlich auf die Altertbumskunde wandten. Von da trat er eine Reise durch Deutschland und die Schweiz, dann nach Wien, und von dort sogar seinen ersten Ausflug nach Italien bis nach Rom an» wo ihm wahrscheinlich die erste Ahndung wurde, daß einst in diesem Lande sein bleibender Aufenthalt seyn werde. Indessen kehrte er, nach wenigen Monaten nach Deutschland zurück, und ging, wie es schon früber von seinem Vater bestimmt war, auf die Hohe Schule nach Leipzig, wo es ihm indessen minder als in Göttingen gefiel , und er besonders die Bücherschätze der Georgia Augusta ungern vermißte, als ihn sein Vater auf eine Weile zurückberief, um ihm bey dem Unterricht seiner jüngern Söhne behalfen zu seyn. Hier trieb man sich, und trieb er sich selbst mit allerlei Planen für eine künftige Anstellung um, wovon aber keine ihm recht behagen wollte. In r 779 begab er sich wieder auf Göttingen, wo er sich neuerdings unter Heyne der Archaeologie ergab. Unter mancherlei Träumereyen waren indessen seine Gedanken immer am liebsten nach Italien gerichtet, als sich ihm die Reise mit einem jungen Dänischen Edelmann, H. von Heine«, noch desselben Jahrs darbot. Dieselbe ging von Wien über Venedig, Bologna und Florenz, Nach der heiligen Roma. Dort und zu Neapel blieben sie bis ins Frühjahr 1781. Ein Todesfall führte sie, statt nach Frankreich zu gehn, einsweilen wieder nach Haus. Hier entspann sich seine Bekanntschaft mit dem gelehrten Dänischen Minister Guldberg, welche- so gut als alle künftige Schicksale seines Lebens bestimmte. Derselbe trug ihm auf, vier Königliche Münzcabinetter zu beschreiben; und schon im Winter desselben Jahrs erhielt er vollends den Antrag, auf Königliche Kosten eine Reise von zwey Jahren in der Absicht anzutreten, Numismatik und Daktylisches aus dem Grunde zu studiren, mit der Sicherheit, nach seiner Rückkehr bey dem Königl. Münz- und Gemmenkabinet angesetzt zu werden; für die Reisezeit sollte er jährlich dcm Rthlr. erhalten» und während derselben 6 Monate zu Wien unter Eckhel, 9 Monate in Italien, 3 in Frankreich und die Z letzten zu Mannheim, Kassel, Dresden und Berlin zubringen. Ueber- all suchte und fand er in Italien die beßten Bekanntschaften , zumal diejenigen des trefflichen Monsignor Dorgja. Don Rom hatte er wohl recht (Jan. 178/,.) seinem Vater zu schreiben: »Wer diese Stadt kennt, wie ich, dem wird die ganze übrige Welt langweilig"; und an seien! solcher (in der That einNonens) mit dein gegenwärtigen Zocchi verwechselt wird. S. z.B. auch bey Roir lv. S, 210. di? 4. 6. 9. «o. — Noch neunr einer unserer Freunde unter den Stechern nach Zocchi: A- Cerini, R. Faucci und Gaucher. — Sein selbst gemaltes Bildniß fand sich in der von uns schon so oft angezogenen Firmianschcn Sammlung auf dem Schlosse Leopoidskron bey Salzburg. Gondelst,ii und Sasan (L-t. sec.) nenne» von dem Unsrige» ebenfalls Aussichten von Florenz und den dorr herumliegenden Lust- schlösiern, die er theils gezeichnet, theils selbst gestochen habe. Nachschrift: Bev näherer Ueberlegung über- zeugen wir uns immer mehr: Daß der unten ff.Venetianer Joseph Zuccbi ein Ncne.is sey; daß aber unser Joseph Zocchi bloß Maler war, und alle ihm hier im Lerre zugeschriebene Blatter unter die nachfolgenden Kupferstecher Zucchi von Venedig zu vertheilen sind. Doch, wie ? Abermals, wer sagt uns das ? Zoega. «191 nen Freund Esmarch bald darauf aus Florenz: „Nicht mehr in Rom, wie ein Geist, der aus dem Himmel gestoßen wäre"; und zugleich sehr wahr: „Ich habe mir unter den Römern einen Namen gemacht, daß sie mich nicht leicht vergessen werden". Im Mai (1784.) langte er zu Paris an. Aus einer Geldnoth, welche ihm mittlerweile zugestoßen war, hatte ihn Esmarch gerettet. Da schon seit einiger Zeit Guldberg in Ungnade gefallen war, und er nicht wußte, ob er von dem neuen Minister Bernstorf gleiche Gunst zu erwarten hätte, er auch von Seite seiner Familie lange ohne Nachricht blieb, kehrte er, in einer Art von Verzweiflung spornstreichs nach Rom zurück, wo er End Julius wieder anlangte, und ihn gleich bey seiner Ankunft eine Krankheit an den Rand des Grabes brachte, er aber an Monsignor Borgia einen zweyten Vater fand. Schon vor anderthalb Jahren hatte er sich mit einer blutjungen Römischen Malers-Tochter ^ vermahlt, welche er, als er nach Paris ging, schwanger hinterließ, und die ihm jetzt, bald nach seiner Ankunft, ein Mädchen gebar. Diese Verbindung hatte er seinen Eltern, und selbst seinen beßten Freunden verheimlicht; noch mehr aber, daß er bey gleicher Gelegenheit zur katholischen Kirche übergegangen war. Indessen nahm sein Vater die Nachricht von Beydem noch mit ziemlicher Gleichgültigkeit auf; allmälig auch des Sohns gefaßten Entschluß, sich nunmehr in Rom anzusiedeln, es wäre denn, daß lem Vaterland seiner Dienste unter annehmlichen Bedingen begehrte. Er selbst bestätigte die Wahrheit jener beyden Ereignisse, nachdem solche in Dänemark schon ruchtbar waren, zuerst einem seiner Verwandten, mit dem kurzen Worte: „Ich habe ein Weib genommen, und glaube nicht an Doktor Luther"! Mittlerweile ward ihm, durch Vorschub einiger Gönner bey dem Papste eme Stelle, als Dolmetsch der Propaganda in neuern Sprachen, mit dem kleinen Gehalte von iho Species-Dukaten und der Hoffnung ausgewirkt, bey erster Gelegenheit auf eine ausgezeichnetere Art gebraucht zu werde» — als er, wenige Tage hernach Briefe von Haus erhielt, welche «hm seine dortige, einst von Guldberg ausgemittelte weit vorcheilhaftere Anstellung bestätigten. Hierüber bezeigte sich Zoega sehr dankbar; aber der Schritt in Rom war nun einmal gethan, und ließ sich wenigstens eins- weilen nicht aus Zurücktreten denken. Uebrigens gestand er bald hernach seinem schon erwähnten Verwandten: Daß namentlich, was seine Religionsänderung angehe, ihm schon langst unter allen christlichen Sekten die katholische die älteste und ehrwürdigste geschienen. „ Uebrigens sey Gott Richter im Dunkeln; und wie jeglichen sein Genius leite, sey der Weg für ihn gut". Wogegen sein Vater (doch ganz gelassen) gelegentlich meinte: „David habe nicht von seinem Genius, sondern von dem guten Geist Gottes geleitet seyn wollen ", und konnte sich vornehmlich nicht überzeugen, daß etwas Anderes, als eine schone Römerin, an seinem Abfalle Schuld sey. Die einzige Gunst, welche Zoega damals noch von seinem Vaterland zu erhalten wünschte, war die Stelle eines Dänischen Consuls und Agenten im Kirchenstaat, weil er sich davon, in blöden Augen wenigstens, einiges neues Ansetzn in Rom versprach. Kaum hatte er sich von seiner Krankheit, langsam genug Zoega. erholt, so ging er wieder mit Eifer an die Arbeit, und fein berühmtes Werk: Ueber die Aegyptischen Kaisermünzen kam endlich 1787 zur Reife, und Er allein erkannte noch mehr als Ein Gebrechen desselben, als er sich, unter Vorbereitungen von fast unglaublichem Umfange zu einem zweyten, noch ungleich wichtigern: Ueber die Obelisken, wandte. Sein Haushalt hatte sich mittlerweile vermehrt, und 'zu Erleichterung desselben stoßen ihm theils vom väterlichen Hause, theils von dem Kronprinzen von Dänemark und der Akademie der Künste, für monatliche Berichte von Kunstsachen, von Zeit zu Zeit Unterstützungen zu. Sein Vater starb 17g". Ein Theilungsverwaller hatte ihm den Erböthest, seiner Apostasie wegen entziehen wollen; allein seine Geschwister gaben ein solches Unrecht nicht zu. Nur selten wandelte ihn ein kurzes Heimweh nach seinem Vaterland au. Er sah dasselbe» nie wieder, und entfernte sich bis an seinen Tod von Rom nie weiter als einmal nach Neapel und ein andermal nach Venedig, beydes zu Födcrung des Unternehmens des Pros. Holmes von Oxford, um die Handschriften der stebenzig Dollmetscher vergleichen zu lassen. So ging wohl die eine Hälfte seiner Sehnsucht drey- gedoppelr in Erfüllung, aber desto minder die zweyte, wann er früherhin meinte: Um ein rechter Gelehrter seines Faches zu werden, müsse man zehn Jahre in Rom, und zehn im — Orient zubringe». Von seinen Kindern starben einige, und andere wurden ihm wieder geboren. Im Frühjahr 1792 halle er ihrer dreyc, feine erst- geborne Tochter, dann eine jüngere, und einen Sohn vollends erst seit dreyzehn Monaten. Die Liebe zu seiner Römerin, „die denn doch nichts als Kinder gebühren können", hatte in etwas abgenommen; dennoch entfernte er sich ungern von ihr, und überhaupt verfolgte ihn sein natürlicher Hang zu Schwermuth und Spieen immer mehr. Drey Jahre lang correspondirte er einzig mit Muntern. Der zu behandelnde Stoff seiner Hauptarbeit häufte sich täglich, und das ganze gefiel ihm stets weniger. In 179h wohnte er Fernow's Vorlesungen über die Aesthetik nach Kantischen Grundsätzen mit bey, ward aber bald unwillig „bekannte einfache Sachen in neue mühsame Kunstwörter travestirt ' zu hören. Endlich kam das Werk: lle online et U8N Obeliscorum, sol. kom. 797. 3) unter Mühe und Schweiß zu Stande. Pius VI. der unterdessen gestorben war, soll an dasselbe 12,000 Scudi verwandt haben. Den Absatz der von dessen Nachfolger dem Verfasser bewilligten Exemplare suchten ihm Borgia, Millin, und Freunde aus Kopenhagen (Münter und Anderste Brun), auch einige in England, wohin auf einmal 5o ginge», zu befördern. Nach Deutschland kam davon einsweilen nur Eines 4)! Um diese Zeit hatte der sogenannte Friede von Lolcntino Rom seiner beßten Kunstwerke beraubt, und diese Zerstörung mehrte Zoega's Unmuth nicht wenig, und erneuerte auf eine Weile seinen Wunsch nach der Heimath, der aber bald wieder einschlummerte, als er endlich 1798 die längst ersehnte Dänische Consul- und Agentenstelle im Kirchenstaat mit öoo Thlr. Gehalt erhielt. In der neuen Römischen Republik war er der einzige Ausländer» der in das National-Institut erkiest wurde, und schätzte sich dies zu nicht geringer Ehre. Was ihm große Mühe machte war, i) Maria pietruccioli. O Er. 4°. 4,6 S. und 22 Kupfert. z) Diese Iahrzahl trägt es, erschien aber erst -300 und kostete -0 — 12 Scudi. 4) Die lesenswertheste Critik dieses Werkes s. ,'n welcher'« Leben Zoega's n. S. 101 —,«2. baß, neben so viel Andern, auch der Kardinal Borgia ein Opfer dieser Staatsveränderung geworden, deren übrigens der Unsrige mit wirklichem Enthusiasmus zugethan war. Daß, und wie sich indessen die neue Republik (1799.) bald wieder auflös'te, ist bekannt. Auch Z. wie so viele, hatten ihre vormalige Täuschung eingesehen. Jtzt erwachte bey ihm aufs Neue der Wunsch, im Vaterland eine dauerhafte Anstellung zu erhalten; denn Nahrungsnoth druckte ihn immer mehr. Vorzüglich hatte er auf eine Professur zu Kiel gehofft, wo das Klima ihm erträglicher als zu Kopenhagen erschien; die Stelle war ihm schon im Sommer 1802 zugesichert worden; aber theils der Widerwille seiner Gattin, Rom zu verlassen, theils der Kardinal Borgia und ihre gemeinschaftliche gelehrte Arbeiten hielten ihn so lange hin, daß er endlich im Spatjahr 1804 (mit großmüthiger Einwilligung der Dänischen Regierung, welche ihm ein fürdauerndes Gehalt von gooRthlr. angediehen ließ), den Entschluß faßte, auf immer in Italien zu leben und zu sterben. Dieses Glück hatte er der Verwendung des damaligen Dänischen Gesandten zu Neapel H. von Schubart, theils bey dem würdigen Kronprinzen, theils bey den H.H. von Schimmelmann und Revenrlow, vornehmlich zu verdanken. Mittlerweile beschäftigte er sich mehr als jemals mit der Numismatik, «nd vermehrte die Königliche Münzsammlung zu Kopenhagen mit an die 16,000 Stücken Ueber dem Geschäfte, dieselben mit Hülfe von Essig, Eisenstiften und Bürsten zu reinigen, und sie dann mit dem Mikroskop zu untersuchen, hatte er sich halb blind gemacht. Der dem Unsiigen, unter Freud' und Leid von beyden, immer gleich theure Cardinal Borgia st. 1804 auf der Reise nach Paris zur Kaiserkrönung. Zoega überlebte ihn nur noch fünf Jahre ^). Diese halte er vornehmlich mit Ausfertigung seines, wenn schon immerhin unvollständig gebliebenen, dennoch für die Geschichte der Schönen Kunst wichtigsten Werkes der Bassirilievi di Roma, und mit der Zubereitung zu einem andern, einer Topographie von Rom, zugebracht. Ein Unfall betraf ihn über den andern. Sein Dänisches Gehalt wurde ihm in Papier bezahlt, dessen Werth immer mehr verloren. Von dem Werke über das Borgianische Museum, welches eigentlich das seinige war, bezog er nicht einen Heller. Seine Gattin ging ihm 1807 im Tode voraus. Copenhagens Schicksal in den nämlichen Tagen machte ihm unendlichen Kummer. In 1808 erschienen seine: IZAssonlievi con illustraLioni s Pom. toi. Rom. mit Kupfern von Piroli, welche an schöner, und zugleich richtiger Darstellung ihres Gegenstands wohl alles Aehnliche übertreffen. Indessen war dies Werk noch bey Weitem nicht am Ziel -); es umfaßte einsweilen bloß die Denkmäler des Palazzo und der Villa Albani, und erfüllte in so weit einen der angelegentlichsten Wünsche von Z. unsterblichem Vorgänger, Winkelmann. Auch von dieser großen Arbeit zog der Unsrige bey Weitem nicht die Vortheile, die er sich geträumt hakte, so wie überhaupt seine Finanzen, des damaligen nachtheiligen Curses wegen von goo Rthlr. (iu Zetteln 6/jo —ho Scudi) sich zu 5 oo erniedrigt hatten. Am Ausgange des gemeldten Jahres (1808.) hakte ihn die Kälte, welche seit dre» Wochen dauerte, zu aller Arbeit untüchtig gemacht, und ihm Gliederschmerz, Kopf- und Magenweh zugezogen, so daß er den ersten Art. von dem XVI. Hefte der Basreliefe unvollendet niederlegen mußte. Darauf fiel Regenzeit ein, und er fühlte sich besser, machte auch in den letzten Tagen des Jänners heitre Wanderungen mit feiner Freundin Friederike Brun, die ihm in dem schönen Gesang auf die ohne ihn in noch frischer Trauer besuchte Via Appia sehnsüchtig nachruft. Allein den l. Febr. des neuen Jahrs (1809.) befiel ihn wieder starke Neigung zum Erbrechen und heftiger Kopfschmerz. Die Luft dieses Winters hakte gallichtkatarrhalir sche Zufalle, ihm ohnehin gefährlich, ziemlich allgemein gemacht, und er glaubte, daß ein mehrmals wiederholter Aerger sein Uebelbefinden mir veranlaßt habe. Hauptsächlich war daran der damalige unglückliche Zustand seines Vaterlandes Schuld, wovon er wenige Tage zuvor vieles Einzele erfuhr, und der ihn um so mehr aufreizte, als er nunmehr, da auch sein schriftstellerisches Unternehmen gescheitert war, sich von neuem mit Mangel bedroht sah. Nach gclind bewirktem Erbrechen stellte sich am zweyten Abend der Krankheit Fieber ein, das Anfangs mit Unterbrechungen, nachher vom siebenten Tag an fortdauernd ihn nicht mehr verlassen hat; fast zugleich mit diesem ein entzündungsartiger Schmerz um die Gegend der Leber, der mehrere Tage anhielt. Nach Vertreibung desselben ließ er sich nicht leicht abhalten, statt stärkender Getränke eine große Menge Wassers, woran er gewöhnt war, zu sich zu nehmen, um bey dem noch dauernden bitterlichen Geschmack, seiner eignen Theorie zu Folge, die Galle auszuspühlcn. Den fünften und sechsten Lag gicng es sehr gut, auch am siebenten; er verlangte, den folgenden Lag aufzustehn; an Sterben hakte er nicht den leisesten Gedanken gehabt, und scherzte über allerley Dinge, namentlich mit einem seiner besten Freunde unter den Deutschen Künstlern, dem Bildhauer Ranch. Ueber- haupt sah er in seiner Krankheit häufig und Stunden lang seine Freunde und Landsleute, die ihn von dem Augenblick der Gefahr an, namentlich Thorwaldsen und Lund, nie mehr verliessen. Dieser Augenblick war da seit der auf diesen Tag folgenden Nacht, worin alle Zufälle eines starken Nervenficbers, Krämpfe und ei» geringes Jrrscyn eintraten. Der Kranke kam inzwischen noch einige Stunden ganz wieder zu sich, und hatte bis zu seinem Hintrit das Bewußtseyn vermuthlich nicht wieder verloren, ob er gleich nur wenige Worte bey den wichtigsten Veranlassungen sprach, und sonst immer die Augen schloß. Man zog einen der berühmtesten Aerzle zu dem Deutschen, Hrn. Dr. Kohlrausch, der ihn mit der möglichsten Sorgfalt und mit dem Antheil der achtungsvollsten Freundschaft behandelte. Als ihn der erstere frug, ob er einen Beichtvater haben wollte, war sein Antwort ein rasches Nein.' Der Kopf war nnd blieb frey. Der Kranke schien 1) Den rasonnirten Katalog des ganzen Dänischen Münz-Museums lieferte der Pros. Kamu« in drey Quartb. 1816 m. K. wobey wahrscheinlich des Unsrjgen Vorarbeiten vielfältig zu benutzen waren. 2) Man sehe über diesen Zeitpunkt bey welker Th. II. den Abschnitt: Letzte Lebensjahre S. Z-6— 72. und es lese überhaupt dieses Werk. wer sich immer von dem fast unvermeidlichen Loos eines deutschen Gelehrten oder Künstlers, der, jsich in Italien anzusiedeln, chen großen Wurf thun will, einen deutlichen Begriff machen will; so wie wir neben den Winkelmannschen Briefe», und denen unsers Joh. von Müller kein Buch geeigneter finden, um unsrer deutschen Jugend Muth und Sporr'n zu geben, i„ irgend einem Fache ächter Wissenschaft oder Kunst, Bedeutendes zu leisten, und diesen Gewinn des Lebens über jeden andern zu schätzen. Z) Was dabey vornehmlich geleistet worden, und was von einem Nachfolger (den uns der Himmel — aber in Gnaden! beschere) weiter geleistet werden sollte, sagt uns wieder H.welker am Beßren, i.c. z/r — 79- Ekne deutsche Uebersitzung des vorhandenen mit ivzKupf. erschien 1L12. Fvl. Gießen bey Müller (Pr. -- Nthlr.). 6193 - Zoega. wenig zu leiden, bewegte sich hin und wieder mit Kraft; aber das Fieber war am Abend wie am Morgen, und er sank immer mehr in einen Zu, stand der Gefühllosigkeit und in heftigere Krämpfe, und die Nervenzufälle oder ihr Spiel in den Muskeln machte es unmöglich, noch etwas zu schlingen; nur zuletzt kehrte, nachdem sich vergeblich ein kleiner Ausschlag gezeigt, eine Art von Schmerz- lostgkeit und Ruhe zurück, in welcher er am 10. Februar gegen elf Uhr Vormittags verschied. Sein sehr verzogenes und entfärbtes Gesicht nahm bald nachher wieder einen freundlichen Ausdruck an, und ist in der davon genommenen Maske, wonach Thorwaldsen das seinem Leben von Welcker vorgesetzte Bild gezeichnet hat, vollkommen lebens- ahnlich. Ein Kapuziner, der in den letzten Stunden mit dem Curato von der nahen Kirche St. Andrea della Fratte zugegen war, ertheilte dem Sterbenden die ab8olutlo in suturo. Seine Reste, mit anständigem Gepräng bestattet, ruhen in der genannten Kirche; und seine Landsleute in Rom hakten sich vorgesetzt, sein Brustbild ausführen zu lassen, um im Kreise der berühmten und verdienten Männer im Pantheon aufgestellt zu werden. Am Schluß« gedachter Biographie lesen wir (II. S. 419—425.) substanzlich, was folgt: »Der Hinterbliebenen Zoega's nahm kch nicht blos als Stellvertreter seines Königs in Italien, sondern eben so zuvorkommend, wie seine Freundschaft für den Vater gewesen war, und wahrhaft väterlich, Hr. von Schuhart an. Er setzte für die beyden ältesten Kinder, welche in die Familie des rechtschaffnen und geschickten Malers Labruzzi, des ^Nachbars und vieljährigen treuen Freundes von Zoega, aufgenommen wurden, einen Unterhalt aus eignen Mitteln aus, und nahm in der Folge den Sohn selbst zu sich; so wie die jüngste, achtjährige Tochter sogleich von der als Schriftstellerin und Reisenden berühmten Freundin des Vaters, Fried. Brun, geb. Münter, aufgenommen wurde, bey der sie auch in Kopenhagen noch mehrere Jahre geblieben ist. Der Gesandte hielt unverzüglich bey seinem Hof um Versorgung der Verwaisten an, übernahm, mit Einwilligung ihres entfernten Oheims, die Vormundschaft, und trug die nöthige Sorge für den Nachlaß. Von den vorgefundenen Papieren ließ er ein Verzeichniß durch Doctor Koes ausfertigen, welches er dem Hofe mit dem Vorschlag vorlegte, sie in die Bibliothek in Kopenhagen aufzunehmen, den Kindern aber ein zu dem Gehalte des Vaters verhaltniß- mäßiges Einkommen zu versichern. Hierzu war der König geneigt und beauftragte den Bischof Münter, über das Verzeichniß der Papiere zu berichten. Dieser setzte ihre Wichtigkeit auseinander und schlug Sr. Majestät vor, zu geruhen, baß in Betracht derselben und in Rücksicht der Verdienste des Vaters und der Ehre, die er dem Vaterland gemacht habe, den Kindern der ganze Gehalt, den er gezogen habe, fortgesetzt werde- so daß der Sohn jährlich 5 »o Thlr. bis zu den Jahren, wo er in Königliche Dienste treten könne, und jede der beyden Töchter jährlich 200 Thlr. und nachher eine Ausstattung erhielte. Schon im September 1809 wurde nach diesem Vorschlag entschieden, und dem Sohn das vollendete ein und zwanzigste Jahr als Grenze seines Gnaden- gehalkes, und die Aussteuer der Töchter festgesetzt; und wenn nachher unter den eingetretenen Finanzverhältnissen diese Gehalte das schwankende Schicksal aller übrigen theilten, so kam die Freundschaft zu Hülfe. Für den Sohn namentlich sorgt der bisherige Pffegvater fort, in dem Gedanken, ihm eine des Vaters würdige Ausbildung zu Theil werden zu lassen.^ Wer diesen genau gekannt hat, und die theils mächtigen theils äusserst leisen Ein- Zoega. fiüsse, welche von der Verschiedenheit des Geburtslandes, der Erziehung und andern äusseren Umständen abhängen, gegen das Angedorne abzuwägen versteht, dem würde es unterhaltend seyn so manches von dem Wesen des Vaters in dem Sohn, der auch in Körperbau und Gesichtszügen sehr an ihn erinnert, abgespiegelt zu bemerken. Die Bestimmung, welche ihm von jenem zugedacht gewesen war, wurde mit einer wissenschaftlichen vertauscht, und er widmete sich schon in der Schule in Italien vorzugsweise, und zunächst nachher ei» paar Jahre in Giesen, der Mathematik." »Im Besitz der Kinder ist auch das Koptische Werk geblieben nachdem es endlich den Bemühungen des Hrn. von Schubart gelungen war, durch einen den 27. Sept. 180g von dem päpstlichen Staatssekretär gefaßten Beschluß, die ganze Auflage von 480 Exemplaren, bis auf i 5 , die man der Propaganda vorbehielt, von ihr herauszubekommen, unter der Verbindlichkeit, die Nebensachen, welche Zoega noch zurückgehalten hatte, selbst hinzudrucken zu lassen." »HatteZoega vorausgesehn, daß mit so viel Bereitwilligkeit so vollständig für seine Nachlebenden gesorgt werden würde, manche ängstliche Sorge und manchen Verdruß hätte er sich erspart. Aber wie er schon in früher Jugend bekannte, daß er gewöhnlich geneigt sey, sich das Schlimmste vorzustellen, so hat er ohne Zweifel die Theilnahme, die Freunde und Landesregierung einmal gegen seine Kinder äusser» könnten, in diesem Grade wenigstens, nicht zu hoffen gewagt. Diesem Umstand mag es zuzuschreiben seyn, daß sich bey Eröffnung seines Schreibepults, zum Erstaunen aller Bekannten von ihm, dreytausend zwey- hundert Piaster in Gold vorfanden, die nach seinen Papieren schon seir viele» Jahren sein Eigenthum gewesen waren, und die er durch zu große Vorsicht verhindert worden war, nützlich anzulegen." „Zoega war Mitglied mehrerer gelehrten Gesellschaften (ausser den Italiänischen zu Velletri, Siena, Florenz, der ^callemla ltaliana), der auswärtigen zu Göttingen, zu Berlin, seit 1806 zu München, zu Kopenhagen seit 1798." »Den unersetzlichen Verlust, den durch seinen Tob die Wissenschaften erlitten, hat man überall gefühlt, und ihn, mit persönlichem Wohlwollen, vorzüglich auch in Rom unter allen Ständen, betrauert. In der Versammlung des Kapitels der Königl. Dänischen Ritterorden am 28. Juny 180g wurden durch den Ordenssekretär Nachrichten über sein Leben vorgelesen," (er war Ritter von» Dannebrog geworden, wiewohl die Nachricht davon erst acht Tage nach seinem Tode ankam) welche mit den Worten schlössen: »Zoega hat als Dänischer Gelehrter zu dem Ruhm der Nation in der Fremde wesentlich beygetragen; er hat die Grenzen der Wissenschaften, in denen er arbeitete, erweitert; seine hinterlassene Werke sind klassisch; sein Name wird unter den Europäischen Gelehrten stets groß bleiben; ein jeder Alterthumsforscher wird in Zukunft Aufklärung und Wegleitung bey iVt'nckelmann und Zoega suchen; und, von dem großen Geiste beyder durchdrungen, wird er dem Dänischen Gelehrten in Ansehung seiner gründ, kichern Gelehrsamkeit, schärfer» Kritik und tiefer forschenden Urtheilskraft den Vorzug geben." Noch folgt in der welckerschen Biographie ein Verzeichniß des in Handschrift vorhandenen litterarischen Nachlasses des Unsrigen, wovon seine >) Welches mehr als noch kein andres r»r Erweiterung der Kenntnisse der gedachten Spräche beytries- F Topographie von Rom ohnstreitig den wichtigsten Theil ausmacht, aber auch weit am Schwierigsten aus den zerstreuten Bruchstücken dieses Werkes zu sammeln und in ein Ganzes zu ordnen seyn dürfte. Leichter noch möchte vielleicht einem gelehrten und kunsterfahrnen Manne die Ergänzung oder doch irgend eine Fortsetzung feiner össso- rilisvi äl Rom» fallen! Für jenes oder dieses aber müßte vor allen Dingen die Erlaubniß zur Mittheilung dieser Schätze von der milden Dänischer Regierung nachgesucht werden, unter deren Schutz dieselben gleich nach Zoega's Tod sind gestellt worden. Sein Landsmann, H. Niels Schon», jetzt Professor der Archäologie in Kopenhagen bemerkt über ihn aus dem Gedächtniß jener Zeiten in der Dänischen Schrift, welche er seinem Andenken gewidmet hat, folgendes: „Er war klein von Wuchs, und von feinem Körperbau. Er sprach wenig und am allerwenigsten von sich selbst und seinen Angelegenheiten; sein Aeusseres war im Ganzen unansehnlich, in seinem Gesicht war Ernst, gemischt mit Gutmüthigkelt; seine feurigen und eindringenden Bücke verkündigten eine ungemeine Geisteskraft. In gemischter Gesellschaft war er mit seinen Aeußerungen zurückhaltend und schien lieber hören als mitreden zu wollen; aber dieß war Klugheit, die allzeit ein Hauptzug in seinem Charakter war und blieb; unter Freunden war er munter und offen. Sein ganzes Wesen war gerade, seine Gemüthsstimmung gleich, sein Charakter fest, sein Gang rasch, seine Körperbewegungen leicht. Was er für die schönen Künste fühlte, fühlte er auch für die Natur; in Göttingens ganzer Umgebung war nicht Ein schöner Platz, den er nicht kannte und manchmal besuchte, und es war ihm ein innerlich Vergnügen, wenn die Freunde, mit welchen er diese Stellen betrat, an seinem Vergnügen theilnehmen konnten. Seine Kenntnisse waren damals schon sehr ausgebreitet und seine Ideen weit umfassend und klar. Er hatte ein ungeheures Gedächtniß und eine besondere Leichtigkeit, Sprachen schreiben und sprechen zu lernen; (seine hinterlassenen Briefe, bald Italiänisch, bald Französisch, Deutsch und Dänisch, sind Beweise davon; sie sind flüchtig geschrieben und doch wird man selten einen Sprachfehler treffen). Englisch verstand er bis zur Vollkommenheit und sprach es. In seinen Ideen war Klarheit. Er sprach ungern ein Urtheil aus; urtheilte er aber, so war es treffend. Er hatte ein richtiges Gefühl von dem Passenden in jeder Sache. In seiner Lebensart war die strengste Ordnung und Haushaltung." — Zoege von Mannreuffel ( ), die Tochter eines angesehenen Edelmanns in der Gegend von Reval. Sie erhielt eine vortreffliche Erziehung und wurde auch von dem Maler Weide, der damals sich dort aufhielt, zur Kunst angeführt. Bald hatte sie es dahin gebracht, daß sie alle Familienfeste ihres Hauses lebendig und auf eine sehr geistreiche Art in flüchtigen Zeichnungen abzubilden verstand. Gerhard von Bugelgen übernahm 1798 die fernere Leitung ihres seltenen Talents; sie ehlichte denselben um 1801 und lebte mit ihm zu Petersburg und seit 180b (so wie noch 1818.) zu Dresden. So sehr jedoch ihre Ausbildung unter Gerhard gewonnnen hatte, der sie mehr auf das Ideale verwies, und so sehr diese liefländische Angelika die Verwunderung der Kunstkenner erregte, sowohl durch ihre Skizzen, als durch ihre Bildnisse in Oel und ihre Zeichnungen in Sepia, so entsagte sie allmahlig der Kunst, um sich ganz dem Hauswesen und ihren Kindern zu widmen, und suchte nun ihre Erho, l»ng einzig in der Tonkunst, in der sie sich durch ihren zarten empftndnngsreichenDortrag eben einen solchen Ruf, als in der bildenden Kunst erworben hat. Und, wer nennt wohl ihre Leiden, als sie die in i8so erfolgte Ermordung ihres Gatten erfuhr? Zoeger (Johann Gottfried), Königl. Sächsischer Amtszimmermeister zu Bitterfeld 1807. ^rc. Zoeller (Johann Christian), wird in dem Sra-rs- und Adreßkakender von Baden- Duriach auf 1765, als Werkmeister im Oberamte Durlach zu Durlach genannt; und dann ein gleichnamiger als Werkmeister im Oberamte Hochberg zu Emmendingen. M-c. — — (Johann Wolfgang), wurde 1761 Herzoglicher Hofgraveur zu Gotha, und befand sich noch in gedachter Bestallung 1801. Hofkai. — — s. auch oben Zeller, und gleich nachfolgend Zoellner. Zoellner (Jacob Wilhelm). Ein solcher war r 8 o 5 des Herzogs von Mecklenburg-Strelitz Hofgärtner zu Prillwitz. ^c. — — (Ludwig), ein Kaufmannsdiener zu Meißen, von dem man auf der Dresdner- Ausstellung -817, eine Thier-zeichnung in Kreide (Kopie) sah. M-c. — — (Niclaus) und Htclaus Gcohmann, zwey Baumeister, die i 5 j 8 , auf Befehl des gefangenen Sächsischen Churfürsten Johann Friedrich, das Kloster zu Jena besichtigen mußten, um solches zu einem (nützlichern- UniversicStsgebäude einzurichten (Bieri ^rckitect. §enens>s p.627.), so wie Zoellner in gleichem Jahre anfing, den Thurm der Kirche dieses Gebäudes sechseckigt aufzuführen. Wiedeburg's Besche. von Jena. Das. 1780. 8°. S- 218. 227. Grohmanr» erscheint späterhin i 558 , wo er über die mehrere Befestigung der Wartburg bey Eisenach einen Riß und Gutachten ausfertigen mußte. Damals war er Bau- und Zeugmeister des obgedachien abgesetzten Churfürsten zu Gotha. Thon, Schloß Wartburg. Gotha 1792. 8°. S. si. In ibbü erbaute er die steinerne kleine oder Nieder- Drücke über die Saale zu Saalfeld, auf Anordnung seines Herrn. S. eine handschriftl.Chronick dieser Stadt. Auch des Rudolphi Gotha Dipiomatica ll. S. 8. gedenkt Grohmann's, und führt ihn unter dem Baumeistern auf, die den Festungsbau des ehemaligen Gri'mmenstein'S bey Gotha leiteten. Noch bemerken wir aus Spangenberg's Handbuch der abgeschiedenen Gelehrten rc. Jena i8rg. 8°. S. >g8. daß ferner dem abgedachten Lsticolaus Zöllner der Burgkeller und die Brückenmühle zu Jena ihr Daseyn verdanken. Derselbe st. ibgo in dieser Stadt. — — ( ), ein Maler zu Erfurt, war schon 1780 als Bildnißmaler so berühmt, daß ihn der Markgraf Friedrich nach Bayreuth berief. Dann malte er auch Conversationsstücke, Thiere, und vorzüglich gute Landschaften in verschiedenen Manieren, die manchmal der von Artoist gleichen. In 1792 war er noch als — Fourier zu Erfurt bedienstet, und beschäftigte sich damals mit ländlichen Gesellschaftsstücken in niederländischem Geschmacke. Gtieghan neuer Taschenkal. für Erfurr auf 179b. 12°. S. iho. Er st. daselbst gegen End des XVIII. Jahrh. Noch findet man dort viele von seinen Arbeiten. M-c. — — ( ), ein Medailleur um t8oo, wie es scheint zu Regensburg. Man nennt von ihm eine Medaille auf den Lüneviüer Frieden iL«i, Z o e ll n e r. heren Revers die Inschrift: „Heil uns, denOel- zweig tragt das junge Saeculum "! und das Re- gensburger Stadtwappen zeigt. Zoell»»er( ). So heißt bey Mensel III. ein um 1809 noch lebender deutscher Modellirer der Kaiserlichen Porzellanfabrike zu St. Petersburg, wie auch Medailleur und Steinschneider. Lonk. Georgs« Beschreib der Stadt St.Petersburg B. I. S. Z-jo. — — s. auch oben Zoeller. Z 0 epf (Taffilo), ein Laibruder der ehemaligen Benediktinerabtei zu Wessobrunn, verfertigte als Bildhauer den Choraltar und einen Seitenaltar in der Kirche zu Schlehdorf. Liporvsky. Zoerker (Jgnaz). So heißt bey Dlabacz, ganz ohne Weiteres, ein Staffirer in der kleinern Stadt Prag 1795. 'Zoffani, Zoffany, Zoffanii, auch Zaufelr, Zauffali und Zauffely, ursprünglich gar Zufall und anderwerts Stephans ') (Johann), Vater und Sohn. Der Vater, der sich Zauffely schrieb, war aus Prag gebürtig, ein geschickter Schreiner der an verschiedenen Höfen arbeitete, setzte sich zu Regensburg, und st. 1772 als Fürstl. Thurn- und Toxischer Hoftischler (s. K. Baumeister). — Von der Jugendgeschichte des Sohns sgeb. zuNegensburg ^) 1733 ^ heißt es bey Meusel II. „ Seine Mutter goß gleichsam in die Seele ihres noch zarten Sohnes ihre außerordentliche Neigung zur Malerey. Durch vielfache Kunstgriffe erweckte sie das malerische Talent ihres Sohnes schon in den Jahren der Kindheit. Sie übergab ihn darauf einem Maler in Regensburg, mit Namen Speer, zur Unterweisung. Aus dessen Unterrichte kam er unmittelbar nach Rom, und studierte dort die Werke der berühmtesten Meister. Er arbeitete hernach wieder bey seinem Lehrer in RegenSburg, gieng abermals nach Rom, und hielt sich hernach wieder eine Zeitlang zu Rcgensburg auf. Er ward hierauf nach Coblenz empfohlen, wo er in dem Kurfürst!. Schlosse die Plafonds der Schloßkapelle und eines Saals zu besorgen übernahm. Durch die Ränke eines Würzburgischen Jesuiten heyrathcte er dessen Base, ward aber mit dieser Ehe unglücklich". Die Geschichte derselben wird ausführlich, aber etwas verworren erzählt bey Meu sei Miscell. XV. iZi —iZ 5 . Durch diesen Unfall in dürftige Umstände versetzt, ging er nach England (wann?) und trat bey einem Kildnißmaler für geringe Besoldung in Dienste. Dann aber nahmen ein angesehener Lord, dessen Bildniß er gemalt hatte, und der würdige Schauspieler Garrick sich seiner so thätig an, daß er bald in eine unabhängige Lage und solchen Ruf gerieth, daß die H.H. Danks und Solander ihm anerboten, mit ihnen die Reise um die Erde zu machen, was er aber aus verschiedentlich erzählten Gründen ablehnte. Ueber seinen vierzehnjährigen Aufenthalt in England heißt es bey Fiorillo V. 698 — 99. „ Seine ersten und frühesten Werke, historische Bildnisse, Familienstücke, theatralische Auftritte u. s.w. empfehlen sich Zoffani. ülgL zwar durch eine fertige Hand, Wahrheit und gute Anordnung, sind aber im Colorit etwas zu eintönig. Stücke von mittelmäßiger Größe glückten ihm stets besser, als große Werke. Zu diesen gehören seine Vorstellungen vonFoote, als Sturgeon, in dem Lustspiele T'üe 0/ t/re Laret. und von Garrick, in der Comödie tüe ». Hier sieht man Garrick als Pachter, wie er, mit einer Pfeife am Tische sitzend, seiner Familie, bey der Zurückkunft von London , alles, was er dort gesehen und gehört, erzählt. In beyden Stücken hat Zoffani die Hauptpersonen sehr ähnlich, und die Handlung nach der Natur vorgestellt. Im Jahr 1771 malte er die Königliche Familie auf einem großen Bilde, das auch R> Earlom in schwarzer Kunst ausgeführt hat, und im folgenden Mr. Garrick, in der Rolle des guten, einfältigen AbelDrugger, in Ben Johnson'S Alchymisten. Um 1773 erschien von ihm eine reizende Landschaft, worin man einen gewissen jungenMr.Saner erblickt, , der an einem schnell fließenden Dache steht, und einen eben gefangenen Fisch ablösen will. Auch verfertigte er damals ein Bildniß von King, in der Rolle des Lord Chalkestone, oder eines alten Gecken, der ein junges Mädchen unterhalt, die ihn verächtlich anhört; und zwey Bildnisse des Königs und der Königin, von denen Richard Houston den Stich in schwarzer Kunst besorgte. Sie sitzen beyde, ohne allen Königlichen Ornat, und der König, in Uniform, soll noch nie ähnlicher abgebildet seyn. Das große Gemälde, welches den Saal der Königlichen Akademie, worin nach dem Nackten gezeichnet wird, darstellt, verfertigte Zoffani im Jahr 1774. Man sieht auf demselben zwey entkleidete Männer und 36 Figuren, die sämmtlich Bildnisse und leicht zu erkennen sind". In -777 besuchte er seine Mutter zu Regensburg, ging aber bald wieder nach England zurück, und alsdann, auf Anrathen seiner Gönner, in 1781. oder 82 nach Ostindien 4 ). „Wenn man" (sagt Fiorillo l.c. 699 — 700.) „unter den mannichfal- tigen Werken, die er dort geliefert hat, nach seinem Beßten suchen sollte, so leidet es keinem Zweifel, daß ihm seine Vorstellung des Bochschafters Hyderbcck, der von dem Vezier in Auhd im Jahr 1788 mit einem zahlreichen Gefolge nach Calcutka über Patna geschickt wurde, um den Lord CornwalliS zu begrüßen, die größte Ehre macht. Zoffani hat hier das ganze indische Costume angebracht und die Charaktere der vecschiednen Gruppen der Composition so zusammengestellt, daß keiner her- vorschreiket. Jeder scheint entweder als Theil- nehmer oder als Zuschauer des Zuges an seinem Platze durchaus nothwendig zu sey», woraus ein über die Maaßen interessantes Ganzes hervorgeht. Der Ort dieses Stücks ist im Angesicht von Parna, und man sieht etwas vorn Ganges, an welchem es liegt. In derselben Entfernung erblickt man einen kegelförmigen Gegenstand, nämlich ein Reismagazin, das Warren Hastings zur Verhütung der Hungersnoth erbauen ließ. Man darf annehmen, daß der vom Maler gewählte Ort, von welchem man diese Gegenstände von fern erblicken kann, der Natur nachgebildet sey, und daß er am Ufer des Ganges aufgenommen wurde, aus welchem einige junge Hindous links aus dem Bade hcrvorsteigen. Zur Rechten erhebt sich eine kühne Felsenhöhe, auf deren ,) Ueber diese verschiedene Namen findet man einen Aufsatz inOeiniemLiill'--lVl!>ß»rin- p.szs. -) Nicht zu Frankfurt a.Mayu, wie es gewöhnlich geglaubt wird. z) Wir glauben früher, da z.B. Hü-gen (N. Ausl.) S. 56». Not. a. behauptet, daß er sich -745 zu Frank, fürt aufgehalten, 4) Wo er sich zu Madras niederließ, und jährlich 5—6000 Pf.Sterl. gewann. Die Indianischen Fürsten, die mit ihre» Bildnissen Geschenke iu England machen wollten, beschäftigten ihn häufig, F 16 ' 6196 Zoffani. Gipfel man einige Ruinen einer Festung steht; diese Felsen bilden einen Hintergrund, welcher mit den Gruppen der männlichen und weiblichen Elephanten zusammenhangt, die den zweiten Grund der Compo- sitivn einnehmen. Das Gemälde soll an einen Zug erinnern, der mit allem Pomp und Glanz ostin- bischer Größe erfüllt ist; allein der Künstler hat auch aus dem unterordneten Interesse desselben die Hauptgegenstände seiner Darstellung gewählt, die wir jedoch hier nicht näher beschreiben können, da auf dem Gemälde, außer den Elephanten und Pferden, über hundert Figuren angebracht sind. Es ist von Richard Earlom in Mezzotinto gravirt worden. Dieser Künstler, langst wegen der hohen Vollendung berühmt, die er seinen Platten zu geben versieht, hat die Menge und Mannichfaltigkeit der kleinen Theile mit ungemeiner Genauigkeit dargestellt. Das Gemälde ist ein Seitenstück zu dem Hahnengefecht, bey welchem der Nabob von Arcot und der Obrist Mordaunt gegenwärtig sind. Die Atrorität des indischen Fürsten und seiner Begleiter, die in ihren Staaksgewandern erscheinen, ihre Aufmerksamkeit, und die bange Erwartung in den Gesichtern der Zuschauer, die um hohe Preise wetten, soll meisterhaft dargestellt seyn. Wann er aus Ostindien zurückgekehrt sey, ist uns unbekannt. Meusel II. wußte ebenfalls (selbst über das ob?) um 1789 noch keine Kunde zu geben *). Dann aber fährlt Fiorillo V. 70t. (also um 1808) also fort: „Von Zoffani's neuesten Gemälden kennen wir die Jagd eines Königstiegers, die ebenfalls von Earlom gestochen worden ist. Jagdliebhaber werden an diesem Blatte großes Vergnügen finden. Da der Maler alles hier vorgestellte selbst gesehen hat, so erhält die Schilderung den Werth der Wahrheit. Etliche Engländer mit ihren Bedienten jagen unweit Chandernagor in Bengalen. Alle Personen, außer ein Paar zu Fuß, sitzen auf Elephanten; die ganze Gesellschaft umgiebt den Tiger, und schließt ihn immer enger ein, bis er ohne Mühe gefangen wird. Die Engländer habe» Feucrgewehre; etliche Ein- gebohrne sind mit Speeren bewaffnet. Alles ist hier interessant; die Elephanten, ihr Geschirr, ihre Reuter und ihre Treiber; die Art zu jagen, und die Gegend, sind auffallend und neu. Die übrigen kleinen Arbeiten von Zoffani, die er zum Theil noch vor seiner Reise nach Ostindien verfertigte, sind: Ein Mann, der zween vor ihm stehenden Knaben einen Haasen bringt; ein Landmädchen mit einem Korbe Wasserkresse, die sie zum Verkaufe trägt; Miß Farren in der Rolle der Hermione, und ein Bildniß von Benjamin Stillingfleet, Esq. u. s. f. In Hüttner's Englischen MisceUen B. I. Zoffani. St. 3 . S. 169-64. heißt es von ihm: „Man kann sich auf seine Darstellung ostindischer Charaktere und Sitten mit Zuversicht verlassen. Sein Styl ist rein und ungeschminkt; er überladet seine Gegenstände nie mit bunten Farben. SeineZeichnung ist genau, und seine anatomischen Kenntnisse sind ausgebreitet. Er ist einer von den wenigen annoch lebenden Akademikern, deren Namen in der Fundations- Urkunde stehen, und die vom Könige zu den ersten Mitgliedern der Königlichen Akademie der Künste in London gewählt wurden."— Von seinem Aufent, halt in Italien lesen wir einzig irgendwo: „In 1776 malte er zu Florenz, für einen Britten, eine Abbildung der dortigen Tribune, mit ihren Statuen und vornehmsten Bildern (darunter Raphaels Madonna della Sedia) im Kleinen; mit dem Anhange: „Dieser Künstler zeigt in seinen Werken einenMeister; der Ausdruck im Kleinen (iweinigen feiner Gemälde) ist unvergleichlich. Alles ist bey ihm natürlich, und athmet einen Geist des Lebens und der Frölickkcit, der ihnen eine ganz eigne Anmuth giebt — Und endlich von seinem Aufenthalt in Wien wissen wir ebenfalls einzig durch den H. vonMechel, daß er daselbst in 1777 sei» 7" br. ii' hohes Florentinisches Familienstück vollendet hatte, welches denGroß- herzog Leopold, dessen Gemahlin Maria Luisa, ihre 6 Prinzen und 3 Prinzessinnen darstellt, das mit prächtiger Architektur und der Ansicht des Hofgartens Bodoli staffirt ist. Noch befinden sich von ihm, im sogenannten untern Belvedere fünf andere Bildnisse: Der Erzherzogin Maria Christin» Herzogin von Sachsen-Teschen, des neunjährigen Erzherzog Franzen, Erbprinzen von Toscana, und seiner zwey Brüder Ferdinand und Carl; endlich ein Herzoglich-Parmesanischcs Familienstück, worauf zwey Prinzen und zwey Prinzessinen, als Kinder, in ganzen lebensgroßen Figuren, unter sich spielend, vorgestellt sind. — Wo sich die beyden bey MenselII. angefühken (also vor 1789 gefertigten) Bilder des Uusrigen: Eine sterbende Cleopatra, und die von ihrem Vater, mit demDolche, der Schande entrissene Virginia befinden, ist uns unbekannt; und zwey geetzte Blätter: Die sterbende Lucretia (s.ü. Cleopatra) und Brutus beym Tode jener Römerin, welche bey Liporvsky Zoffani dem Vater zugeeignet sind ^), werden wohl sicher dem Sohn zugehören 4 ). Für gewiß gestochen nach dem letzter»! sind (neben dem schon oben angeführten): Don I. M. Ardell. Die Schauspieler Garrick und Cibber, im Charakter r) Indessen finden wir irgendwo: »Er'habe in Ostindien sein Glück gemacht, und in Zeit von zwey Jahren 6000 Pf.Sterl. erworben; und vollends in Meusels Misc. xxm. S.Z17. (1735.). «Der bekannte Maler Zoffani, ein Teutscher von Geburt, der vor ein Paar Jahren von London nach Ostindien gieng, uin dort sei» Glück mit seiner Kunst zu machen, soll schon z6,ooo Pfund Sterling nach London remittirt haben, und hofft, da er in diesem Jahre zurückkommen wird, noch 2o,ooo selbst mitzubringen." Einzig eine Zeitung aus London vom 7. Apr. >739 kündigt (wie zuverläßig ist uns unbekannt) seinen Tod wie folgt an: »Der aus Regensburg gebürtige Maler Gtephant oder Zofant ist in Ostindien gestorben; er ging dahin, sein Gluck ,u machen, und soll wirklich 40,000 Pf.St. hinterlassen haben." Mit der Nutzanwendung: «So zuträglich ist es" (nicht bloß in Indien!) «Nabvbs und Nabobinnen zu malen". Noc!, behauptet einer unserer Freunde: «Zaufeki war sein ursprünglicher Name gewesen. In Italien änderte er denselben, wo man ihn Zoffani nannte, was ihm besser gefiel. Zu Wien erhielt er ein von oder sogenanntes Adels-Diplom. Dorr ward er mit Souverains (einer Oestreichisch-Niederländischen Goldmünze), nicht mit Severinen (wie das Ler. sagt) bezahlt." Auch hier heißt es endlich: «Er soll in Ostindien gestorben seyn, und seine Wittwe (-8..) in Würzbnrg leben." 2) Hierauf mag sich eine uns sonst unverständliche Stelle bey Dnvnrrny (Fr. Uebers. i. 93 — 99. Not.->.) beziehen, wo es heißt: Ou L une iciee pariane äu luagoitiyue iuleiieur . Er zog sich mehrere Schüler, unter welchen Hleron.Gregori der beßte war, und st. dann 68 I. alt 174a. (Lä. tem.) V. 275 — 76. Z 0 lcher (Bartholomäus), ein Kunstschreiber, s. oben Easp. Schmied. Zolemaker. So wird auch der Maler Solimaker geschrieben. Zoll (Conrad), Hofs und Theatermaler des Fürsten von Fürstenberg, zu Mohringen 1799. Graars s und Adreßhandb. des Schwäbischen Greises auf 1799. Ulm 8°. l. S. 574. -(I. S. C-), Zei'chenmeister an dem Joachimskhalschen Gymnasium zu Berlin 1800. Berliners Adreßkal. Zoller (Franz, s.b. F. C.), nach Einigen geb. in der Schweiz, nach Andern richtiger zu Innsbruck 1/45, Zeichner und Kupferstecher, lernte zu Wien bey Jakob Schmutzer, zeigte vorzügliche Anlagen zum Etzen von Landschaftsblattern und Prospekten, und besaß die dafür erforderlichen gründlichen Kenntnisse in der Geometrie und Perspektive , welche ihm auch die Stelle eines Straßen-Inspektors im Tyrol erwarben. Von ihm kennt man z. B. eine große Ansicht von Wien, seiner Vorstädte und Umgegend, aus dem Lustschlosse Belvedere genommen i/85, welche, zumal colorirt, großen Beyfall fanden. AicoIai Reisen IV. 49r. Mensel III. nennt ihn Kupferstecher zu Jnsbruck seit 1786 (vorher zu Wien), sttzt ihn um 180g noch unter die Lebenden, und führt von ihm, neben dem Obigen, noch an: Antheil an den Abbildungen des Gräfl..Lascyschrn Parks zu Dornbach bey Wien, nach des Directors SchmutzerZeichnung. Anderwerts werden noch von ihm genannt: Tyrolergegenden; dann die Anficht der Kirche Mariazell in Steyermark (diese nach eigener Zeichnung); die.Aussicht gegen Weickcrs- dorf, nächst Baden (diese nach I. Schmutzer) sehr gut, u.s.f. * Zollinger ( ), hieß Johann. Z oll man n (Friedrich), ein Landkartenzeichner, der schon um 1717 vorkömmt. In 1728 erschien bey Homann zu Nürnberg seine Karte der Grafschaft Hanau von R-A. Schneider gestochen; und 1782 eine des Herzogthums Obersachsen, nämlich wie dasselbe in uralten Zeiten beschaffen war. M-c. — -- (Johann Wilhelm), vielleicht ein Bruder des vorstehndeu Friedrichs. Der Unsere war Ingenieur- und Artilleriekapitain, so wie auch Professor der Mathematik an dem Gymnasium zu Weimar um 1744. Nach seiner Zeichnung erschien bey Homann zu Nürnberg, ein Grundriß der Stadt Metz nebst ihren Festungswerken; dann 1747 eine gute Karte von Thüringen. Man hat auch von ihm ein Buch über das Vermessen und Aufnehmen des Landes, betitelt: vollständige Anleitung zur Geodaesie. Halle 1744. Fol. Er, der zu seiner Zeit als Mathematiker nicht unberühmt war, wandte sich spater nach Dresden, wo er als Jngenieurhauptmann 174g starb. Reil Lebensuinstände l). Mark. Luthers Lh. I V. Leipz. 17V4. 4°. S. 3 Zi. — — (I. L.). Nach der Zeichnung eines solchen hat zu der dritten Auflage des I. G. Pardies: Opera matbematica. lense -72i. 12°. I. B. Brühl das allegorische Titel- kupfer gestochen. Mcc. , — . — (Philipp Heinrich). Der Sohn eines Geheimen-Rathes zu Zeitz in Sachsen. Er gab eine Flußkarte von Leutschland, bey Homann zu Nürnberg heraus, die mehrmals nachgestochen worden ist. Hrubner's Historie der Landkarten S. 122. Eben dort erschien auch 1731 eine Karte von Sachsen, welche er und sein abgedachter Bruder Friedrich gezeichnet hatten. M-c. — — ( ), ein Münzgraveur zu Wis- baden in isi 5 . Ai^c. Zolner (Dietrich), erhielt auf der Kunstakademie zu Kopenhagen 1767 und 1770 Preiß- medaillen im Modelliren; auch 1767 eine dergl. im Zeichnen nach dem Modelle. N)einrvich Lunst-Historie i Danmark. * Zompini (Cajetan), geb. um 1697, ein Schüler von Nicolo Bambini, war, gleich seinem Mitschüler, Hieran. Brusaferro, ein Nachahmer von Ricci, und schuf sich so einen vermischten Styl, der immerhin noch sein Originelles hatte. Fruchtbar in Erfindung erhielt er ehrenvolle Aufträge aus Spanien, hatte auch im Kupferetzen einiges Verdienst *), und ,st. 76 I. alt 1778. /.a-rri (L6. ter2.)III. 262 — 66. * z 0 n, s. Son oben u. i. Lex. *Zonca (Anton). Nach ihm soll das Bild- niß eines Grafen Jac. Cassetli gestochen seyn. M-c. — — (Vittore), ein geschickter Italiänischer Baumeister, Mechaniker und Mathematiker zu Anfang des X VII. Jahrhunderts. Das Studium der Werke des Ramelli soll sein besonderes Talent zur Erfindung neuer Maschinen geweckt und befördert haben. Er beschrieb die letztem in einem Buche, betitelt: Xovo l'eatro 61 Macbirie eä L616ci1, was zu Padua 1621 und 1666 in Fol. erschien. Mrc. * Z 0 n 0»' (Dominicus), s. Zenoni im Lex. und oben. Zoppacher, s. unten Zuppacher. * Z oppo (Augustin), ein Bildhauer, s. Zorro im Lex. * — — (Marc) von Bologna. Lernn (L6. ters.) III. 64. nennt ihn seinem Lehrer Squarcione noch ähnlicher, als seinem Mitschüler Mantegna, und von ehrenvollem Andenken, als Stifter der Bologuestschen Schule. Noch an einer andem Stelle (l. c. V. 18.) hält er den Lippo delle Madonne für seinen ersten Meister; nennt, als seine Mitschüler bey Squarcione, Puzzolo und Darms von Treviso, denen er gleichgekommen, so wie er dem Mantegna öfters den Sporn gegeben. Dann besuchte er für einig« Zeit auch die Venezianische Schule, und malte zu Venedig für die Observantiner von Pesaro eine Madonna auf dem Throne, von St. Johann Baptist, St.Francisc und andern H.H. umgeben, das mit: Marco ^0/7/70 6a koloZna 61p. in Vinexia 1471 bezeichnet ist. Dieses ist sein groß, tes von ihm bekanntes Bild, aus welchem, so wie aus mehrecn in gedachter sowohl, als in Kirchen zu Bologna befindlichen, man seinen Styl erkennen kann. Die Composttion gleicht derjenigen der Quattrocentisten, besonders der Venezianischen, welche er zu Bologna einführte, und die bis auf Francia fürdauerte und keine weitere Veränderung erlitt, als daß man etwa an die Stuffen deS Throns der H. Jungfrau noch ein Engelchen mit oder ohne Cikhare setzte. Der Styl ist freylich weder so schön noch so geschlank, wie Mantegna's, und neigt sich bisweilen zum Groben, besonders in der Zeichnung der Füße. Dagegen ist er minder gradlinicht in den Falten und leichter, auch 0 So soll er z.B. 1755 nach eigner Zeichnung geeht haben: Eine Folge von 60 Blättern, welche die Au«' ruscr und Handwerker Venedigs in kl. Fol. darstellen (wir kennen davon die ersten z-> Nummern, die in einem guten Style behandelt sind); dann nach Paul Verovese, das Gemälde zu Jacob dell'Ocio, was die H.H.Hieronynius, Lorenz undNiclaus enthält; letzt«Platte hatZsmpini undeender gelassen Noch heißt es, daß Jac. Lecnardis nach dem Unsern eine Historik« Folge von 12 Dl. in Kupfer gebracht habe, welche die Apostel darstellten. M-c. Zoppo, 619S vielleicht in der Farbenwahl harmoniöser. Das Nackte ist immer so gesucht (rlcercsto?) als, bey Signorelli, oder andern seiner Zeitgenossen, und in Figuren und Beywerken äußerst fleißig ausgeführt. Endlich war er auch ein hübscher Oreatiste auf Häuserfa^aden. So z. B. auf der Farads Colonna (?) mit 1498 datirt. * Zoppo (Paul) von Brescia, st. um » 5 » 5 , k. um » 53 o. Jene auf Crystall gemalte Miniatur *), (deren das Lex. erwähnt), weiche ibm auf der Reise nach Venedig zerbrach, und worüber er sich zu Tod grämte, wollte er dem dortigen Doge Gritti zum Geschenk überbringen. Beweise von seinem Styl finden sich noch zu Brescia; wie z.B. ein Christus auf dem Gange zum Cal, varienberge zu St.Peter in Oliveto (was sonst etwa irrig demFoppa zugeeignet wird), und zeigen, daß er sich namhaft dem neuern Styl näherte, und den Bellini muß gekannt haben. La»rr (L6. terr.) III. 6r. * — — (Rocco). In Prkvathäusern zu Florenz sieht man viele Madonnen von ihm, worinn man seinen Meister Perugino erkennt. (L«l. terr.) I. 80. *— — (lo, be Gang«), welcher im Lex. s. v. Gang» erscheint, lebre im XVIH-Jahrh. Im Dome zu Castro Giovannni sollen sich verschieden« seiner Bilder befinden (Lci. terr.) II. 342. — — (dl Genov»), s. Micona in den gegenwärtigen Zusätzen. *— — (di Lugano), s. Discepoil im Lex. und in diesen Zusätzen. — — (di vicenza), s. de'pieri in den gegenwärtigen Zusätzen. Zorbe (Martkus), ein Roth- und Glockengießer zu Zittau 1672. G- T. Eckartb Beschreib. des Dorfes Berydorf. Herwigsdorf 4 °. S. 18. Zorel. Unter diesem erdichteten Namen soll Aug. de Gr. Anbin, ein Blatt nach Steph. Feffard kopirt haben. * Zorg (Heinrich Rokes, auch Hendrkck Martensz. genannt), eines Schiffers Martin Rokes Sohn. Den Zunamen Zorg erhielt der Vater von der Sorgfalt, die er auf sein Geschäft verwandte. Heinrichs zweyter Lehrer, Buytenweg, war ein Conversations-Maler. Von dem Unsrigen nennt Descamps II. 3 sZ. vornehmlich zwey Bilder: Eine Italienische Messe, und einen Fischmarkt, beyde offenbar nach der Natur gemalt; dieselben besaß noch i ?54 des Künstlers Neffe, Heinrich Zorg, Sensal zu Amsterdam. Ueberhaupt schätzt man seine Arbeiten noch neben denen von Lenins. Zu Paris besaß das Kabinet Denn von ihm eine Tabagie fast in der Manier von Brouwer; im Haag H.Fagel ein angenehmes Conversationsstück, H. Lormier eine Bauerngesellschaft und eine Köchin die Fische siedet, H. Acosia ein Bauernfest, H. van Bremen das Innere eines geschmackvoll verzierten Zimmers mit drey Figuren; zu Amsterdam H. Braamkamp eine artige Bauernmalzeit. H von Männlich hält es für wahrscheinlich, daß er hauptsächlich auch nach Brouwer studiert habe, da der Schmelz seiner Behandlung viel Aehnlichkeit mit diesem letztem hat, und rühmt von ihm, daß er sich Aorri. die Kenntnisse aller seiner Lehrer zu Nutze gemacht, ohne darum ihr Nachahmer zu werden; seine Zeichnung sey richtig, die Farbe wahr, und die Behandlung leicht, fleißig und geistreich. In Deutschland besitzen von ihm: München (jetzt Schleisheim) eine Schmauchgesellschaft; Dresden eine Fischhändlerin; und: Das Gleichniß vom Herrn des Weingartens; Salzthalum einst eine stille See, auf welcher Schiffe gehn, eine Bauerngesellschaft bey einer Tafel, und wieder: Die Arbeiter des Weinbergs (?). Gestochen nach ihm kennen wir einzig eine Ansicht von Leiden, von I. P. le Das; dann von Guttenberg das Innere eines Bauernhauses, wo ihrer zwey an Einem Tische trinken und schmauchen; von Marin betrun, kene Bauern, u.s.f. Zu diesem Art. fügt noch einer unserer Freunde hinzu: »Da Zorg auch Sorg geschrieben wird, und ein H. oder H.M. Sorg als Figurenmaler erscheint — der Kataloa der Sammlung zu Cassel von einem Heinrich Marrens (b. i. Sohn von Martin) Zorg zwey Gemälde (ein ländlicher Gemüse - und ein solcher Fischmarkt, beyde auf Holz, hoch » Fuß » I. br. iF. 3 Z.) rubricirt — man auch einen Maler M.Sorg hat, der um -643 malte - so möchten wir aus alle diesem schließen, daß der letzter Martin geheißen, und der Vater des Heinrich oder Heinrich Marrens Zorg gewesen sey, so wie dieser nur Eine Person mit dem H. oder H. M. Sorg ausmache. Obwohl nun das Lex. den Vater des Heinrich einen Marktschiffer nennt, so konnte er doch eben so wohl als lein Sohn, der gleichfalls Marktschiffer war, den Pinsel geführt haben. Vergl. auch oben H. M. Sorg in unsern Supplementen; wobey wir noch erinnern, daß das Bildniß des Viceadmirals Witte, Corneliß de Witte > wie er richtiger heißt) auch von I. Houbraken (A. Schouman ) nach ihm gestochen Worden ist. S. auch gleich unten Zorque. Zorobabel, ein aus dem Königlichen Geblüts Davids entsprungener Prinz, leitete nebst Josuah, unter Cyrus, den Wiederaufbau des seiner Zeit durch Nebucadnezar zerstörten Tempels zu Jerusalem. Zorque (P.). Nach einem solchen stach I. Bacheley, für den Verlag des le Bas, eine Ansicht von Leyden zur Winterszeit, in qu. Fol. Ob er nicht mit obigem H. Zorg Eine Person sey? Zorrilla (Johann de). So nennt.fiorillo V. 220. kurz einen Spanischen Maler des X VII. Jahrh, von dem man einige Bilder in Alcala de Henares kenne. Zorne, (Franz), ein Bildnißmaler, der in des pinelli Katalog angeführt wird. Zorzi (Andreas Graf) aus Trevigo, ein Dilettante in der Architektur, nach dessen Entwürfe der Palazzo di Dottori zu Padua 1775 erbaut wurde. Lranstolese är/Äskovs p. 22. 3 o 8 . — — (Dominicus), ein Maler aus Verona, Schüler von Ioh. Bettina Cignaroli. Die Tafeln der beyden ersten Altäre zur Rechten, in der Barfüßer-Kirche des H-Hieronymus zu Padua, sind von ihm gemalt; die vordere zeigt de« H. Johann vom Kreuze (llalls Croce), die Hintere die H. Theresia, örsnsoles« p. 96. Z»8. — — (Tiberius), s. den Art. Vielmo ds Grand» in den gegenwärtigen Zusätzen. >) Sie stellte die Aerstirung »0» Brescia (>;>,.) durch Tasten de r»ir dar. 6200 Zoth. Zoth oder Zotzt'us (Hans), ein Siegel- graber zu Wittenbcrg in Sachsen. S. oben Socius. * Zorus. S. Giotto (der Deutlichkeit wegen ist wohl die Ursache dieser Weisung beyzufügen). In alten Urkunden findet sich nämlich häufig der Name Giotto auch Zorus geschrieben. *Zoukarelly, s. Zucarelli im Lex. u. unten. *Zoust, s. Soest im Lex. und in diesen Zusätzen. Zschaller (Heinrich), ein Maler zu Dresden in 1819. Dresdner Adreßkal. auf 1819. Zscher mmer (Joseph), ein Goldschmied zu Halle im Magdeburgischrn, wo er sich 1671 mit einer Tochter des Goldschmieds A. Helfe ver- heirathete und vor 1680 starb. S. die Leichen- predigt der Martha Elisabeth verrvittrver ren Zschammer von C. A- Merck. Halle 1680. 4°. Zschamper (Georg). Ein solcher wurde um 1777 Hoftischler des Herzogs von Gotha zu Altenburg und scheint um 1787 gestorben zu seyn. Mn. Zschau (E.), Königl.Sächsischer Amts-Zim- mermeister zu Grimma um i8«8. Mrc. Zscherp (C. G.), zeichnete und radirte (beydes schlecht) zu Leipzig, etwa um die Mitte des vorigen Jahrhunderts, ein Bibliothekzeichen, Mit der Inschrift: kibliotiiecu poeppi^ians. /lLxc. Zschiedrich ( ), ein Petschierstecher, s. oben Tzschiedrich. Zschirnhausen, s. oben Tschirnhausen. zschischkL (Carl Wilhelm, gewöhnlich Wilhelm), der Sohn eines Mäurers, geb. zu Dresden, erlernte zu Anfang der Jahre 179.., dort bey Christ. Gottfr. Schulze die Kupferstecherkunsi. Er brachte es jedoch in derselben nicht weit; zuletzt stach er Vignetten und schlug Noten für die tzilschersche Buch- und Musikalienhandlung; setzte darauf ganz die Kunst bey Seite, und wurde Schauspieler, als welcher er 18,4 sich in Pohlen befunden haben soll. Ein E.U. Zschischka, welcher nebst I. C. Leonhardt (Schüler des abgedachten Schulze seit 179s) ein Englisches Kupfer- werk, mit allerhand von dem Tischler T.Scheradon gezeichneten Möbeln für eine Leipziger Buchhandlung um 1794 kopicte, ist sonder Zweifel derselbe; vielleicht daß der Schriftstecher die Vornamen fälschlich aufgestochen hat. Mrr. ^ — — (C. U-), s. vorstehnden Tarl wilh. (A)» — — (Friedrich August), Architekt und Mechanikus zu Dresden, den Haymann (im Register) 1809 unter die Verstorbenen zahlt ohne jedoch sein Sterbejahr zu benennen; vermuthlich war er ein Bruder des Carl Wilhelm (Z.) und etwa auch derjenige. ... Zschischka, der ältere, welcher i 8 o 5 als Zeichenmeister an der Neustädter- Polizeischule zu Dresden erscheint, in welcher Stelle er aber 1810 (wohl abgedachten Sterbefalles wegen) nicht mehr vorkömmt, Zuber. Zschoch (Caspar), ein Iubelier zu Leipzig um i 638 . S. die Leichenpred. der Katharina, Ehefrau des Advokaten D- Tob. Moebii, durch Sam. Lang 1666. Leipz. 4°. — — (Christian Gottfried), ein irriger Name des folgenden Job. Gottfried (Z.). — — (Johann Gottfried). Der Sohn eines Gürtlers, geb. zu Dresden 1776- Nachdem er seit 1791 auf der Akademie seiner Vaterstadt der Zeichenkunst obgelegen hatte, begab er sich 1794 zu dem Professor C. G. Schulze und erlernte bey diesem das Kupferstechen. Auf den Dresdner- Ausstellungen sah man Verschiedenes von ihm; nämlich nach G. Reni einen Christuskopf; Guercino eine H. Magdalena, und eine H. Veronica Raphael eine Madonna (der obere Theil des berühmten Gemäldes in der Dresdner-Galerie); Schenau ein Mädchen, und eine Bestattn; Tischbein den Dichter Matthison; mehrere Blätter mit Antiken für Becker's Augusteum. Er hat auch zu dem großen Vorschriftenwerke des Roßberg u.a.m. für Buchhändler gearbeitet. Zschoch, der noch 1814 zu Dresden lebte, ist ein nicht ungeschickter Künstler, obwohl er nicht alle die Hoffnungen erfüllte, die man sich früher von ihm machte. Dieser Künstler ist ohne Zweifel derselbe, der bey Meusel lU. (1809.) ohne Taufnamen als Kupferstecher erscheint, von dem man auf dem Dresdner- Salon 1806 eben eine H. Veronica nach Guercino sah', und solche mit Beyfall beehrt habe. Ebendesf. Arch. II. (1.) iio. nennt dies Blatt nämlich „in sehr guter Manier,' rein und sauber." In i8n stach ein Zschoch (wahrscheinlich immer der Un, srige), mit so vielen Andern, für das Beckersche Augusteum. — — ( ), s. den Schluß des vorstehnden Art. Z scharn (Gottfried), ein geschickter Tischler zu Merseburg, wo er in oder um 1747 starb. Er war dabey im Orgelbauen und Buchsenschiften wohl bewandert, Hkc. Zsch 0 rnick, s. oben Tzschornick. -Zuannino, s. Lapugnano im Lex. und in diesen Zusätzen. Zuber (Franz Joseph, gewöhnlich Joseph), Bau- oder vielmehr Hofzimmermeister und Königl. Mechanikus zu Kopenhagen. Er brachte 1768 die von Saly gefertigte Ritterstatue König Friedrich V. mittelst eines einfachen und sinnreichen Mechanismus, bis zu dem Orte ihrer Aufstellung. Zuber gab hierüber zu Kopenhagen 1774 folgende Schrift heraus: Lriderich den Vres Statue til Heft med Beskrivelse over famme, ogdens Hen- flxtrelses Maskiner in Fol. S. Weinwich's Runst-Historie , Danmark S. 167. 230. In dem Dänischen Hof- und Sraaeskal. auf 1789, finden wir ihn als: Joseph Zuber, Hvfbaameister. — — (Johann Ulrich), ein Bildnißmaler, arbeitete zu Schaffhansen in der Schweiz. Nach ihm kennt man von I. G Seiler gestochen ein Bild- niß eines dortigen Rathsherrn J-Easpar Steckers des jüngern. E. auch den gleich ff. Art. — — (Joseph). Ein solcher ist wohl offenbar mit obigem Franz Joseph Z. völlig derselbe, und wird von ihm auch dasselbe wie oben erzählt, i) Diese (heißt es bey Meusol Arch. n. (,.) io>.) »rein und sauber», sah' man auf dem Dresdner- Salon i«o6. 6101 Zuber. Zuccarelli. «aS uns freylich von seiner bildenden Kunst noch keinen Begriff giebt. * Zuber (I.). So soll man den Namen des Malers Joh. R. Huder »erstochen haben, auf einem Bildnisse des Joh. Bernouilli. Ob er viel- leicht mit dem gleich vorstehnden Johann Ulrich Z. Eine Person seyn dürfte? Fast vermuthen wir's. * Zuberli'n, s. im Lex. und unten Züberlein. Zubler (Leonhard), Bürger von einem, längst ausgestorbnen Geschlecht der Stadt Zürch in der Schweiz, und dort Mitglied des Großen- Raths seit 1)92. Leu. Bor uns liegst: Rurrzer vnnd grunrlicher Bericht von dem vsteu- wen Geometrischen Instrument oder Triangel, alle höche, weyre, lenge vnd Neffe, leychrlich vn ohne rechnung abzumessen -- Durch Dbilipp Eberhart Steinmetz, vnd Leonhard Zubler Goldschmied, beyd Bürgere Zürych. lVl.O.L.lll.I. (die letztreZahl scheint späterhin angedruckt worden zu seyn) bann Ende des Buches: Gekrackt zu Zürych, bey Rudolfs Weyssenbach, Im Jar ibc>2. 4°. '), In der mit Zürych 1602 batikten, von beyden Autoren unterzeichneten Dedikation sagt Zubler, er sey angegangen worden ein Instrument zu erfinden, bey dem nicht so viele Berechnungen nöthig waren, als bey dem von Levin Hulsius vor wenig Jahren beschriebenen Quadranten. Die- serwegen habe er sich mit seinem Mitbürger dem Steinmetz Eberhard besprochen, und ihr gemeinschaftliches Nachdenken sey nicht ohne Frucht geblieben. »Dan als wir die vrvalte löbliche Statt Zürych, vnser geliebtes Vätterland, auf zweyen Thürnen abgerissen vnnd in grundt gelegt, mit allen Thürnen in den Ringmauren vn sonst, sampt allen namhafften gebeuwen, wie weyt y« eines vom anderen steht, also haben wir diß Neuw Instrument vnnd Triangel erfunden, dadurch man alle weyke, höche, thieffe, etc. vnnd wievil ort man wil, bey zweyen stenden außmessen kau, ohn alles weyters nachrechnen, Circklen, vnnd auffreyssen, auff das aller schlechtist, geringisi, vnnd bhendist, in Massen vns nit zu wissen, das ein söllich leycht vnnd bequem einfalt Instrument oder Triangel auff Teutsch in Thruck yemals seye kommen " rc. Ein Jahr später gab Zubler noch einiges über den Gebrauch dieses Instrumentes in Druck: Burtzer vnd grunrlicher Bericht von dem vsteuwen Geometrischen Instrument der Triangel, auß einem Tburn, alle tieffe, rveyrre vnd hoche zu messen Zürych iboZ. 4°. Weiter haben wir von ihm noch folgende Bücher gesehen, die mit Kupfern unterschiedlicher Meister geschmückt waren: Nova ^eometrios pyro- duliu Aeuwe Geometrische Büchsenmeisterey 1608. 4°; lssovum instrumentum xeometri- cum: Das ist rc. und; k'abnca er USU8 IN- strumenri eboro^rsphici Das ist, Aerve Ola- nimerrische Beschreibung, welche beyde zu Basel 1620 erschienen, wyl aber spätere Auflagen, indem die Dedicakionen mit Zürch 1607 datrrt sind. Vielleicht ist eines der obigen das anderwärts ci- ticke Werk: Leonhard Zubler Ingtrumen- tunr 6koro^rgphic-um: wie man mir einem leichten Instrument alle Städte, Gärten, wepher und Landschaften proportionaliter aufnehmen und verjüngen solle. Basel 1607. Zucallus , s. unten Zugalli. *Zucc, eine Kürzung des Namens Zucchers auf Kupferstichen. * Zucca (Jacob del), s. im Lex. u. unken Zucchi. * Zuccarelli oder Zuccherelli (Franz), Lanzi setzt seine Geburt in 1702 und seinen Tod in 1788 (a.n. 89 zu Florenz) an Als seinen ersten Lehrer nennt L. den Paul Anese zu Florenz oder gar an seinem Geburtsort Pikigliano selber; dann zu Rom anfänglich I. M. Morandi, und (wahrscheinlich nach dessen 1717 erfolgten Tode) Peter Nelli. Zu Venedig, wo er sich verheirathete, nahm er seinen anfänglichen Aufenthalt. Sein erstes Absehen ging auf die Geschichte; aber durch einen jener Triebe, du uns denn doch verrathen, wozu wir eigentlich geschickt sind ergab er sich nachwerts ganz dem Landschaftsfache, und hielt darin eine vom Starken und Schonen gemischte Manier, welche nicht bloß in Italien, sondern durch ganz Europa großen Beyfall erhielt Eben so granziöse waren die darin angebrachten Figuren, daher er auch für dergleichen von andern Landschafts- und Archuekturmalern vielfältig angesprochen wurde 3 ). Die vornehmste Bühne seiner Kunst war Venedig, bis der dortige brittischs Consul Smith ihn in England bekannt machte, wo er sich noch in hohem Alter 4 ) auf mehrere Jahre zu London niederließ, und dort sowohl für den Hof, als für die vornehmsten Galerien arbeitete. Von seinen in England gefertigten Meisterstücken nennt Fiorillo etliche, und spricht davon (l. c.) wie folgt: „Sein Macbeth, im Besitze des H. Locke, und von Moollet gestochen, stellt die Scene aus dem Trauerspiel des Shakspeare dar, wo die drey Hexen dem Macbeth erscheinen, und ihm sein künftiges Schicksal verkündigen. Von seinem Freunde Banquo begleitet, vernimmt er mit Grausen den Zuruf der wilden Zauberinnen unter einem Sturm und Gewitter, welches auf ein paar entfernte Bergschlösser fällt. Seine zur Seite gebliebenen Gefährten sind in der äußersten Verwirrung, die man auch an einer mit ihrem Hii« >) Leu Ler s v. rubrlzirt diese Schrift: v- 'r^sngulo (Zürich 1602.) und deutsch (Basel -605. 4? ) Wir zweifeln aber, daß die Urschrift je in Latein verfaßt worden sey. 2) So verhält es sich in der That. Beyde diese Werke: lVovum inscrumemum, u. k-bria-, er uru» e,a. erschienen zu Basel deutsch 1607. Das letztre spätherhin zu Leiden, von Casp. Maser (ebenfalls einem Zürcher) ins Lateinische übersetzt, worauf vielleicht die im Terr angeführte Jahrzahl ,625 deuten mag. Dann nennt Leu >. c. noch weiter von dem Unfrigen, ein zweyte Auflage der: Neuen geometrischen Lüchfenmetsierei 4? Zürch l6>4 und weiter: Oe vsrii, seialerisir oovi ioslrnmellti »rlionomiei 4? Lasil e. s. 2) Der einzige Lochiu (v<-)-. n. 84.) der aber wahrscheinlich nur bey einem Gemäldehändler Unbedeutendes von ihm sah, nennt ihn wegwerfend: »Einen neuern Maler, falsch von Farbe und Wirkung und von schlechter Toccirung." 4) Frorillo v. 695. sagt 1770. Sollte dies Datum nicht ein Irrthum, oder unser Künstler auch wohl früher schon nach England gegangen seyn? Das Ler. sagt solches, wahrscheinlich aus guter Quelle, ausdrücklich. Ohne Zweifel geschah dieses am End seiner Reise durch Deutschland, Holland und Frankreich wovon ebenfalls ziorilly l. c. spricht. K i5 len davon laufenden Heerde erblickt. Eben so viel Lob verdienen zwey Landschaften von ihm, welche Mrs.Knatchbull besaß, und mit Menschen, Vieh und Gebäuden angenehm ausstaffirt sind; eine Vorstellung von Abraham und Loth, welche Egypten verlassen, dem Mr.Keate gehörig und von Barkolozzt und Byrne gemeinschaftlich gestochen, und ein Bild mit jagenden Nymphen im Cabinet von Mr. I. Barnard. Die fünfzehn Mädchen sind überaus schön. Noch eine Landschaft von ihm, von Geremia gestochen, erschien 1804." Zu seinen vornehmsten Gönnern in Welschland, neben dem Consul Smith zählt Lanzi besonders den Grafen Algarotti, und sah noch bey dessen Erben zu Venedig zwey Gemälde von M. Tesi, die der Unsrige mit seinen Figuren staffirt hatte. Dann war es ebenfalls Algarotti (der bekanntlich von mehrern Deutschen Höfen den Auftrag hatte, ihre Galerien mit Arbeiten der beßten Italienischen Künstler seiner Zeit zu versehen), welcher ihm namentlich für den Hof zu Dresden die Aufgabe zu zwey Bildern gab, die er nachwerts auch für den Berliner-Hof wiederholen mußte '). Noch in seinem hohen Alter ging Zuccarelli nach Rom, und war auch dort und noch späterhin auch zu Florenz nicht müßig, wo er seinen letzten Tag erlebte. — Fiorillo begnügt sich den Unsrigen einen eleganten und gefälligen Landschafter zu nennen.— Bey Rost dann heißt es von ihm: „Zuccarelli ist einer von den seltenen Landschaftsmalern, für welche die Figuren und alle andern Beywerke, von der größten Wichtigkeit waren: Alles ist bey ihm mit einer großen Feinheit der Zeichnung und einer sorgsamen Ausführung gemalt; und seine Köpfe, bis auf seine Bauern, haben durchaus einen edeln Charakter." Irgend anderswo heißt es: „In allen seinen Figuren bemerkt man (Heil ihm!) Fröhlichkeit; alle seine Personen tanzen und singen." In seiner Jugend halte er mit einer geistreichen Nadel selbst geetzt. So z. B. eine Folge verschiedener Studien nach A, delSarto; eine H. Familie mit St. Anna und dem kleinen Johannes, nach Ebendemselben; die klugen und die thürigten Jungfrauen nach I. Mannozzi; dann die Statue der Siegesgöttin, nach einem Marmor von M. Angelo (1728.), und dasselbeVild von derGegenseite (»747). Wir selbst kennen noch von ihm ein schön geetztes Brustbild des Malers und Dichters L.üppi, nach der Zeichnung von Ph. Baldinucci; dann eine weit drap- pirte Charitas mit drey Kindern (-728 filorent.), und eine Flucht nach Egypten, beyde wieder nach Mannozzi, gewöhnlich Giovanne di St. Giovanni genannt, den Zuccarelli besonders zu schätzen schien- Noch finden wir bey Gandellini von ihm die Madonna del Sacco, und eine Pieka, nebst mehr Andern,, wieder nach del Sarto angezeigt ^). — Gestochen dann nach dem Unsrigen haben: W. Austin, F. Bartolozzi, Berardr, W. Byrne, Chateau, da Colle , G. D. Ernst, I. Giampicoli, Goumann, Grandi, Jakson, P. A. Kilian, T-Major, J.Mason, P. Monaco, I. Newton, F. Pedro, V.W. Picot, Piquenot, R. Pollard, Ricci, S- Smith, Tribolo, Lh. Vivares, I. Volpato, I. Wagner, W. Woollet. Ein Paar dieser Blätter von Bartolozzi, Byrne und Woollet, haben wir schon oben nach Fiorillo angezeigt. Weit die meisten (wohl nicht die bedeutendsten) sind diejenigen, welche Bartolozzi vornehmlich, nebst Andern, wahrscheinlich nach den frühern Werken des Unsrigen, im Besitze des Consul Smith, u. a. für den Wagnerschen Verlag zu Venedig gestochen haben. Hier nennen wir nur noch etliche, von denen wir ebenfalls wissen, wo sich ihre Urbilder befinden, oder doch einst befunden haben. So z. B. zweye bey dem Grafen Accaromboni zu Dresden, von Ernst und Picquenot (Eines die Gegend um Capua); zweye von Vivares, das eine bey Will. Herring zu London, das zweyte bey Fried. Frankland; dann die zwey schon erwähnten bey Mistriß Knatchbull, das eine von Mason, das zweyte von Vivares; Landschaft mit einem Sturm, bey dem Esq. Connel, von Byrne, die Figuren von Bartolozzi, und eine gebirgigte bey G-Keate, von denselben Künstlern. Außerdem werden als sehr schön genannt: Die Findung des Kindes Moses von Smith, und: sportm§ von V-M. Picot; dieses punktirt. Wir selbst bemerken hier noch: St. Johann in der Wüste von Monaco, und eine Copie von der Victoria des Unsrigen von Tribolo. (Lll.ter?.) I. 294. III. 287. ^iorillo I. 406. u. 49 ^- V. 6 g 5 . — Rost I V- iZg —4c>. SrautieL. Noch nennt einer unserer Freunde, als von ihm eigenhändig geetzt: Nach Dan. Bacci den Cava- lier Beccuto, und den Pros. Carl Taglini; nach einem alten Gemälde, einen der Ahnen der Familie Gaburry; nach dem Alrargemalde einer Kapelle zu Florenz, eine Flucht nach Egypten; eine Frau die eine Vase trägt; das Titelkupfer zu: II lVleclico 6rilIo. * Zuccari oder Zuccari (Arminius), s. den nachfolgenden Art. Im Lep. heißt er, im Art. s. Vaters und Oheims (ohne dieser seiner Herkunft zu gedenken) Herminius. * — — oder — — von vasari auch irrig Zuccheri und Zuccherini genannt (Sebastian, Vater; seine beyden Söhne Franz und Valerius, und Arminius, des letztem Sohn). Das Lex. kennt von dem Vater blos den Namen. Von Lanzi dann (Lll. ter?.) III. 101. u. 189. vernehmen wir, daß derselbe, nach Einigen aus Ponle terra im Veltlin gebürtig war ^), 1) Die Galerie-Katalogen von Dresden nennen solche nicht; wohl aber derjenige von Sanssouci von Oesterreich S. 66. Vcydes schöne Landschaften, mit Figuren von Tiepolo staffirt; das eine mit Eilen, zu dem ein junges Mädchen flieht; das zweyte eine Gegend an den Thoren von Rom, mit Neugierigen, die sich mit Lesen und Anhören eines Briefs beschäftigen. Nach 6 Jahre zählte... . z) In seiner Icke» cke' killori, Scullori e ^rcbitetti, neu abgedruckt in den i-err. pilloi-VI. z>. >47. 4) Diese Kritick (sagt Lanzi) sollte den Maler noch minder als den Giorgio von Arezzo (Vasirrj) treffen, der aus Gewinnsucht das Werk geködert hatte. Und (seltsam genug!) auch Denvenuto Lellini neunt solches, wahrscheinlich eben des Abentheuerlichen wegen: Ein Wunder alle» Schonen- — Ist es wohl dieser, oder der gleich ff. Plafond von ihm, über welchen Sottari bemerkt: Er habe die Heiligen im Himmel in den Kleidern gemalt, welche sie. auf Erde getragen. 5) Nicht zu verwechseln mit einem andern in Tempera, welches er nach der berühmten Erfindung dcs Apelles für die Orsini malte, und das von C- Cvrt gestochen ist. G i5 * 6104 Zucchero. Friedrich Barbarossa zu den Füßen des Papstes, und sonst noch viel Anderes malte, was ihm großen Ruf erwarb."' Zu London arbeitete er 1 H 74 . Dort sah man von ihm z. B. eine Kopie von Holbein's Triumph des Reichthums und der Armuth, wovon das Urbild späterhin in dem großen Brande von ikV6 zugrundging; und die Nachzeichnungen desUnftigen, welche flch (iöv8 noch) im Besitze des H. Georg Wilhelm Fleischmann befanden, von dem H. von Mechel gestochen sind. Allein in diesen Blattern erscheinen die Figuren viel zu zierlich, und haben durchaus nichts von Holbein's Charakter *). Hiernachst malte Friedrich in England Mancherlei für die Königin Elisabeth; neben andern ihr Bildniß. und das der »»glücklichen Maria von Schottland. « Elisabeth " (heißt es bey Fiorillo V. 2Z7. ), „die bekanntlich eine Garderobe von 4000 Kleidern hinterließ, nahm zuweilen das Kostüme einer fremden Nation an, und hat sich von Zucchero in einem sehr aben- theuerlichen Gewand, das mit der persischen Klei- dertrachk Aebnlichkeit haben soll, malen lassen. Das Bild ezcistirt noch gegenwärtig in Kensinglon. Man sieht darauf die Königin in einem Walde, und einen Hirsch. An den Bäumen sind einige Verse geschrieben, die von Spenser herrühren sollen; allein eS ist sehr wahrscheinlich, daß sie die Köniain selbst in einer ihrer melancholischen Stunden aufgesetzt hat Sie find sehr dunkel, und waren vielleicht nur wenigen Personen verständlich 2 ); auch haben sie mit den wenigen Proben der Poesie der Königin bey Hertzner Aehn- lichkeit 5-." „Zucchero" (liest man dann l. c. weiter) „beschäftigte sich überhaupt während seines Aufenthaltes in England größrentheils mit dem Bildniß, weil (eine historischen Stücke eben keinen Beyfall fanden, und die Kirchen und geist- ichen Stiftungen den Malern keine Gelegenheit mehr darboten, ihre Kunst zu zeigen. Außerdem soll er selbst einen tiefen Haß gegen die neue Lehre in England gehabt haben ", was uns einen neuen Zug von der — Tinktur seines Geistes giebt. Mittlerweile hatte sich der Papst mit ihm ausgesöhnt. und er ging nach Rom zurück, um das angefangene Werk in der Paulina zu vollenden „Dasselbe" (sagt Lanzr l. 0 .) „war wohl sein Beßres, was er zu Rom ohne Beystand seines Bruders gemalt. Auch seinem Hauptaltar- blatt zu St. Lorenzo in Damaso, demjenigen degli Angeli al Giesu, und einigen andern in verschiedenen Kirchen zu Rom, gebricht es nicht an verdienst Auf Monte Pincio baute er sich ein Haus, und zierte es mit seinen al Fresco's: Es waren Familien-Bildnisse, Conversationsstücke, und sonst allerlei seltsames Zeug, das er darin mit Hülfe seiner Schüler ausführte, und sich hier ganz besonders als ein gemeiner Maler, und ächtes Oberhaupt einer — sinkenden Schule bewährte. ' — Zucchero. Wann er eigentlich <), auf Einladung Philipp II. nach Spanien gegangen sey, ist uns unbekannt. So viel ist gewiß, daß er am Madrider-Hofe nicht gefiel, leine Arbeit im Eskurial späterhin auSgestrichen, von Pellearin Tibaldi ersetzt, und der Unsrige mit einem hübschen Jahrgelde zurückgeschickt wurde Eine andere Reise unternahm er gegen End seines Lebens, durchrannte die vornehmsten Städte Italiens, und hinterließ überall, was man von ihm haben wollte. Iu seinem Beßten gehört eine Himmelfahrt Maria in einem Oratorio zu Rimini, mit seinem Namen bezeichnet , und Ebendaselbst in St. Maria in Acumine der Tod der H. Jungfrau mit Aposteln umgeben, die, gegen seine Gewohnheit, wohl gedacht sind. Einfach und graziös ist hienächst ein Kind, in der Krippe im Dome zu Foligno, und zwey Geschieh- ten aus dem Leben Mariens, die er in einer Kapelle zu Loretto für den Herzog von Urbino malte. Dann besitzen von ihm die Cisterzienser zu Mailand in ihrem Büchersaal zwey große Bilder vom Schneewunder (?), mit einer Menge Figuren, lebhaften Köpfen nach seiner Gewohnheit, und von mannigfaltiger, wohlerhaltener Färbung. Ferner hat daS Collegio Borromäv zu Pavia von ihm einen Salon mit einigen Geschichten diese- Heiligen in .vresco gemalt Das Beßte daruntev ist die Darstellung, wo St. Carl in seiner Einsamkeit betet; Anderes, wie daS Consistorium, wo er den rothen Hnt empfangt, und die Pest zu Mailand, wären — ohne den Ueberfluß der Figuren , auch nicht übel. Dann ging er nach Venedig zurück, und fand dort seine frühere Bilder — nicht von der Zeit, aber von einer wegw rfenden Kritick des Boschini so mitgenommen, daß er solche aufs neue überarbeiten, und in rei ms- morlam selbst darüber die Worte schrieb: Feüe-'icr»f. ^n. 8sl. i 58 - 2 . perf. an. 160Z. Wirklich gehört es zu seinem Bessern. Zanerrk nennt es reichhaltig (c:opio8o), schön, und wohl erhalten. In 1607 befand er sich in Turin, malte dort für die Jesuiten einen St. Paul, und für den Herzog Carl Emanuel fing er an, eine Galerie zu verzieren, die aber nicht von ihm beendigt wurde. Dort war es auch. wo er seine I6en 6s' pittcrri. 8cuitori e Hrclntstti 2.1'om. 4° 607 . r) aus Licht gab, und solche dem herzog zueignete. Dann ging er in die Lombardie zurück, und gab dort zu ein Paar andern Schriften Gelegenheit, wovon die eine zum Titel führte: k.» üimora 6i pnrmn 6sl 8iZn. Osv. /ecke-'rFo ^r-rca-'c»,' die andere: ll passsAio per Itslia collg üimora 6i?arms 6el äi^n Ln v./^ckeEo ^«ccaro. Beyde gedr. zu Bologna i6c,8, ö). Im ff. Jahr, alü er eben in sein Vaterland zurückkehren wollte, erkrankte er zu Ancona, und st. daselbst ?). Baglionk war ein besonders großer Bewunderer seiner Verdienste, die sich namentlich 1) fiiovillo v. 206. Eine andere Arbeit Holbein's, deren Sandrart gedenkt, war das Bildniß einer Dame, in schwarzen und weißen Sammt gekleidet, einst im Cabinet Peinbrvcke. »Auch dieses" (heißt es I. -.) „erregte Zucchero's Bewunderuung" (das wäre!) »so, daß er es selbst den Meisterstücken Maphael'S gleich schätzte." s) S. p. ,,r. A) S. lriaersriuin , die Englische Ausgabe p. 66. -9- ß) Wohl gegen End des XVI. Jahrhunderts. 2 ) So rubrizirl das Werk von Murr i« seiner Bibliothek S. ,96. Wie konnte «S aber zwey Quattbände füllen, da es in den piuoriove r. VI. S zz —»99. vollständig wieder abgedruckt ist? 6 ) So selten, daß wir solche jüngsthin nur in schriftlicher Kopie aus Mailand erhalten konnte». 7 ) Ueber seine eigentliche Lebensdauer sind die Angaben verschieden. P. Kesta setzt solche von > 54 » — 1609. 69 I- d'Argrnsvllle . . s -543 — 1609. 66 , Hnrm» . . . . r > 55 » — >6og. 59 « V« pile» . . . . r >536 — >602. 66 » Vertue . . . . - - 55 » — »616- 66 - So auch das Ler. Zucchero. Zucchero uach noch aufSculptur und Architektur erstreckten; und noch mehr bewunderte er sein Glück, das ihn mehr als keinen seiner miklebenden Kunstgenoffen begünstigte, welches er aber guten Theils seinen persönlichen Eigenschaften zu verdanken hatte. Mit einem vornehmen Aussetzn und Benehmen verband er wissenschaftliche Ausbildung, Kunst die Gemüther zu gewinnen, und eine Freygebig- keit, über welche ein namhaftes Vermögen, das er sich durch feine Arbeit erworben hatte, so ziemlich zugrundging. Was seine Schriften beruft, so hat es den Anschein, daß er mit Vasari wetteifern, und denselben wohl gar übertreffen wollte. Gewogen war er ihm wenigstens nicht, wie aus einigen Anmerkungen zu desselben Biographien erhellet, die Borrari seiner Ausgabe beygefügt hat, worinn er z. B. den guten Giorgio, zumal in seinem Leben seines Bruders Taddäus, der Mißgunst und Böswilligkeit bezichtigt '). Um dann zu zeigen, daß er jenen als Schriftsteller übertreffe, bedient er sich einer eben so abstrusen Sprache, als vasari's seine hingegen einfach und klar ist. So z. B. in seiner genannten zu Turin gedruckten Schrift, die sich ganz um die seltsamen Begriffe von innerer und äußerer Zeichnung (?) dreht, und nicht so fast Lehren als peripaketische Grübeleyen enthalt, womit damals die Schulen so viel — ungelehrtes Geschrey machten. Mit dergleichen Köstlichkeiten waren sogar die Titel seiner Kapitel bezeichnet: z. V- B. ll- Cap. XII. Daß die Philosophie eine merha- phörische , verähnlichende ( simUituainsrlo) Zeichnung sey. Die Etymologie des Wortes OwssAno leitet es davon her, daß solche — 6i vio sey! u.dgl. Wie wenig achte Kunstverständige , wie z. B Mar-erre und Borrari, jenen Wisch geschätzt haben, erhellet aus ihrem Briefwechsel im VI. Th. der lottere- pittc-ricke. Man glaubt, derselbe sey eigentlich zu Rom verfaßt worden, als Friedrich der dortigen Akademie von St.Luca vorstand, und solche (ibg» oder g 5 .) ihre eigentliche Fuydation durch ein Breve erhielt, das eben durch den Unsrigen bewirkt wurde. Mir allgemeinem Beyfall ward er dann zum Vorsteher erklärt, und von einer Menge Künstlern und Gelehrten nach Haus begleitet, wo er bald nachher für dies Institut einen eignen Gallon erbaute, und solches endlich, im Fall die Linie seines Geschlechts aussterben sollte, zu seinem Erben einsetzte.. Ueber diese Akademie schrieb Zucchero allerlei in Prosa und Versen, wovon in seinem inehrgedachten Werke häufig Stellen angezogen sind 2). Z» seinen Beßte» Schülern gehört Dominicus Paffignano." Mehr andere fuhrt Larrzi l. c. an. Seine geistreiche Charaktertstick von Friedrich macht es beynahe überflüßig, jede andere nachzuholen. Nur die über ihn ganz kurze» FioriUo und Füßii mögen hier noch ihren Platz finden: „Federico" (lesen wir bey dem erster» I. iHg — 5 i.) »hatte mehr schimmernde als wahrhaft große Eigenschaften. Er wußte vieleriey zu umfassen, ohne in irgend einem Fache gründliche Vollkommenheit zu erreichen. Neben der Fertigkeit in seiner eigentlichen Kunst arbeitete er auch in der Sculptur und Architektur. Zur Erholung trieb er auch Poesie, und seine gelehrten Kenntnisse hat er durch verschiedene Schriften zu beweisen gesucht. Er machte viele Reisen, und 6^05 malte wo er hin kam. In der Art sich geltend zu machen scheint er jenen Empyrikern ähnlich gewesen zu seyn, die mit Titeln, Ehrengeschenken und Ordensbändern geschmückt umherziehn, und das Geheimniß besitzen, die Welt zu verblenden. Die Gemälde von ihm,, die man zu Venedig im Pallast des Doge sieht, haben ein kräftiges Co- locit. Weit weniger gelangen ihm seine Arbeiten zu Madrit und Turin", u. s f. und bald nachher: »Zur Zeit dieses Künstlers wurde in den Märten deS Macen das berühmte Gemälde von der Aldobrandt'- Nischen Hochzeit wiedergefunden. Er spricht davon in seiner Schrift über den Begriff eines vollkvmm- nen Malers, Bildhauers und Baumeisters, und rühmt sich, der erste gewesen zu seyn, der es gesehn, und es mit eignen Händen — gewaschen und gereinigt haben. Bey Füßli dann (I. 218—17.), wo von beyden Brudern die Rede ist, heißt es: »So wie die Abnahme der höher» Theile der Kunst in der römischen Schule schon unter Baroccio merkbar war, so ward sie noch weit auffallender nach dessen Tode, daThaddäus Zucchero, und sein Schüler und Bruder Frie- derich, allein auf dem Schauplatze blieben. Sie halten zwar, im Ganzen betrachtet, den großen Styl der römischen Schule, in der Zeichnung der Formen, und in der Anordnung der Komposizionen beybehalten; allein ihre Erfindungen waren mehr sonderbar, als sinnreich; die Karaktere ihrer Köpfe unbestimmt, meistens sehr gemein und unbedeutend, und die Stellungen und Wendungen ihrer Figuren, besonders des Tbaddaus, mehr außerordentlich, als der Wahrheit gemäß. — Ueberhaupt schilders ten sie die gemeine Natur, mit einer große», aber mehr kühnen als wahren Manier; in der Färbung endlich waren sie auch keine wahren Nachahmer der Natur, wußten aber ihren Gemälden im Ganzen eine gefällige Harmonie zu geben. Thaddäus übertraf seinen Bruder in der Gelehrtheit oer Zeichnung, da hingegen dieser mehr Leichtigkeit in der Behandlung des Pinsels hatte, und feine» Figuren mehr Wahrheit im Ausdrucke zu geben wußte." Auch Wareier stimmt in seinem Urtheil über die beyden Zucchero ungefehr mit allen bessern Kunstlichtern überein, und bemerkt sehr richtig: Daß der ihnen von ihren Zeitgenossen ertheilte große Beyfall ihre nächste Nachfolger vollends verdorben, bis bie Caracci, durch tieferes und wahreres Studium, die Würde der Kunst wieder gehoben hatten. In Deutschland befindet sich von Friedrich, unsers Wissens einzig in der K. K. Galerie zu Wie» ei» ganz kleines Bild: Maria, in einem Zimmer, das Kind auf dem Gchooß; sie halt iü der Hand eine weißs Rose, und sieht nach dem kleinen Johannes hin, der vor ihr,, die Aermchen auf einem Tisch auflegend, schlaft Durch eine Fensteröffnung erblickt man die Landschaft. Gestochen nach Friederich ist (wie Huber im Winklerschen Gantkatalog richtig bemerkt) weit mehr, als nach seinem nachfolgenden Bruder Tbaddäus, da jener auch fast noch einmal länger als dieser gelebt hat. Unge- mein geschätzt find übrigens die Blätter nach beyden, und bald mehr als ihre Gemälde, deren die Zeit weit minder geschont hat. Die Meister, welche nachFriederich gestochen, sind: CH.Alberti, F. Bartolozzi, N. Billy, E. Boni, A Caprioli, Aug. Carracci, I. V. de CavalleriiS, Caylus, C- 1) Dies Eremplar von vasari mit Kucärero's Strikture» soll sich gegenwärtig in der Kiniol. Bibliothek zu Paris befinden. Kiorillo I. >50. -ror. 2) Neben den vorerwähnten Schriften von und über den Unsrigen, kennen wir noch (doch ebenfalls nur durch eine aus Mailand erhaltene Abschrift) eine' r 6 oz zu Mantua gedrncktc: kollern s Princip! e Sigoorr LNliLlori lle! 6 i«scßirc>, piliu,», »cuirurs er Liciiicerciirn, »crirca ein! OvLÜer -ielleerco - 5 »ce«ec> nelp ^.csclemis insenjsca, llerro it Lomirciiioso. Lon. UII tsurearo llcils plrrurn, opere rlell' irresso. Dann: Origiae e progiesso cletp llel klisexrio «li Nc>rn» -o, psri» Letzteres ist uns indeß niemals zu Gesicht gekommen. Cork (dieser weit am Meisten und Beßken), D. Dickinson, I. Episcopius, C. Galle, Ph. Galle, I. Matham, H. Olgiatus, P. Perret, D. Rosetti, M. Rota, I. Sadeler, R. Sadeler, A. Scacciati, P. Soye, N. le Sueur, Ph. Thomassin, und G. Vertue. Als schöne Blätter nennt Füßli I. s25—3o. (und beurtheilt zugleich auch, nach^seiner Weise, den Werth der Urbilder, so weit solcher^ sich, unsicher genug! aus dem Stiche erkenne»^ laßt) folgende: Moses undAaron, welchePharao zureden, die Hebräer zu entlassen; die Geburt Johann des Täufers; ^ie Verkündigung Maria (alle drey von Cork). Dann: Jesus erweckt den Sohn der Wittwe zu Naim, von Caprioli, und, mit einiger Veränderung, schöner von Thomassin; Bekehrung der Magdalena, wieder von Caprioli; und endlich die Verleumdung, die einen Künstler vor dem Tribunal eines unwissenden und bösar- artigen Fürsten anklagt, von Cort *). Noch nennt der Katalog von Minkler, als schön und selten: Die Samaritanerin und Christus, ohne Namen des Stechers (A. Carracci zugeschrieben, und verlegt bey D.Rasicoti); dann, als ein Capitalblatt, die Krönung der H. Jungfrau von Cort (1676.). Der freygebigere Katalog von Brandes rubrizirt noch als schön: Die Anbetung der Könige, zweymal, von I. Mathan und Thomassin, und mit Veränderung eben den Gegenstand von I. Sadeler; dann einen St. Francisc, derdieStig- mate empfängt von Soye, und die Sakraments- Disput, von Cort. — Wir endlich wünschten nach ihm zu sehen: Das Bildniß der Königin Maria von Schottland, mit ihrer Tochter, von Bartolozzi, und dasjenige Paul Sarpi's, von Dixon. Im Ganzen nennt der wmklersche Katalog über 70 Bl. nach dem Unsrigen, derjenige von Brandes an die 20. Aus weltlicher Geschichte kennen wir von dem (wie wir schon vernommen) eifrig Catholischen Mann einzig das — Kirchliche: Wie Kaiser Friedrich Barbaroussa dem Papst die Füße küßt, nach dem Bilde im Großen Rathssaal zu Venedig, von Rosetti; und, ähnlich, Kaiser Heinrich IV. zu den Füßen Gregors VII. von dem Grafen von Caylus geetzt, und von le Sueur in Helldunkel ausgeführt. Anderswo wird denn doch noch eine Mustkgesell- schaft von vier Damen (). L. so.) genannt. — Ein Verzeichniß meines sel. Vaters will einen St. Hieronymus bey einem Leichnam Christi kennen, das mit: «jel. ot so. bezeichnet sey. Sein selbst gemaltes Bildniß in der Galerie zu Florenz hat N. Billy nach der Zeichnung von I. D. Campiglia gestochen. — Endlich noch, und wir schließen, hat I. I. Premier zu Rom 748 — 5 o in 45 . (s. 5 . wir denken richtiger 36 .) Bl. die Bilder der beyden Gebrüder Zucchen in Caprarola gegeben. — Noch bemerkt uns so eben einer unserer Kunstfreunde: „Friederich, von dem man, so wie von seinem nachfolgenden Bruder Taddaus mehrere Malereyen in dem Dome zu Orvieco sieht, wird in Tb. (Harzoni's Via??» unlv. (wo er übrigens fälschlich Friederr- cus Zuccaus heißt) unter den berühmtesten Künstlern Italiens im Poussireu aufgezählt. Als Architekt betrachtet findet man nach ihm, i» dem zweyten Theile von des Ferd. Ruggieri 8tu>Ho ä'Hr- ckitettura civile. kirenLe 1734 gr. Fol., zwey Blätter Das eine Isso. 78: kscoista rnstiou 6 e 1 Lasino äeilo ^«cc/re-r,' das andere 79 - iVIollini äslia meäeslma kaccists." * Zucchero (Octavius). Von diesem Vater des obsiehnden Friedrichs, und des nachfolgenden Thaddaus haben wir durchaus nichts Meh- rers erfahren können, als daß ihn Lanzi (Lll. terr.) 1l. ,08. und eben so Fioriüo I. 147- kurz- weg einen mittelmäßigen Maler von S. Angiolo in Vado nennt. — — (Taddaus). Lanzi (Lä.ter-.) II. 109. nennt, als seinen zweyten Lehrer, den Giacomone da Faenza, und fahrt dann also fort: „Von ihm und von andern guten Italienern, die er unermüdet copirte, lernte er so viel als vonnökhen war, um sich auszuzeichnen. So bildete er sich einen eben nicht ausgezeichneten und genug überlegten, aber doch leichten, gemeinen Augen verständlichen und für Jedermann gefälligen Styl, wer nicht gerade das Höhere suchte; ungefehr gewissen Rednern gleich, die, ohne durch die Sache zu begeistern, dennoch die Aufmerksamkeit des gaffenden Pöbels auf sich ziehen, weil ihm Alles verständlich ist, was er spricht, und man in allem, was er spricht, Natur und Wahrheit findet, oder doch zu finden glaubt. Seine Gemälde kann man eine Gesellschaft von Bildnissen heißen. Schöne Köpfe, Nacktes nicht so viel, noch so Ausgesuchtes, wie man bey den Florentinern antrifft, aber doch nicht gerade Vermach- läßigtes, sieht man auch bey ihm; Drapperien, Halskragen, Bartschnilt, dem Alter gemäß; eine einfache Anordnung, und bisweilen, nach Art der ältern Maler 2), Figuren, welche nur zur Hälfte auf dem Tuch erscheinen, als ob ihr unterer Theil verdeckt wäre. Sehr oft wiederholt er die gleichen Physiognomieen,^ und nicht selten — seine eigne. In Handen, Füßen, Falteywurf ist er noch minder mannichfaltig, und sündigt daher häufig gegen die Symmetrie. Zu Rom finden sich sehr viele weitschichiige in Fresco's von ihm; zu den beßten gehören einige evangelische Geschichten alla Consolazione. Jn Oel malte er wenig. Die H. Geists-Kirche zu Urbino hat von ihm ein Pfingstfest, und andere dortige Kirchen Anderes, eben nicht von seinem Bessern, Mehr gefällt er in einigen Staffeleibildern, und erscheint dort als ein äußerst fleißiger Künstler. Eines der vollendetsten besitzt jetzt die Familie Leopard! zu Osimo, eine Geburt in Taddeus beßtem Style. Seinen meisten Ruf indeß erwarb er sich durch seine Werke zu Caprarola, welche die Großthaten des Hauses Farnese im Krieg und Frieden zum Gegenstand haben; nebst mehr Anderm, besonders in dem berühmten sogenannten Zimmer des Schlafes, wo er viele dichtersche Ideen ausführte, welche An. Caro ihm geliehen hatte r). Diele Fremde, die noch heut zu Tage jenen Landpallast besuchen, kehren mit größerer Achtung für den Unsrigen von dort zurück, als sie dahin gekommen waren 4 ). Wahr isi's, baß in seiner Gesellschaft, >) Die Blätter von diesem, nach Friedrich, datiren sich von -567. 71. 72. 75 u. 76. 2) „Ein Hülfsmittel" (sagt Fisriüo l. -48.) „wodurch sie eine größere Ausdehnung des Raums, worauf die Handlung vorgeht, anzudeuten suchten. Raphael indessen behalf sich dergleichen selten, nur etwa da, wo man ein großes Gedränge von Menschen voraussetzen konnte; z.B. in dem Carton» wo Paulus eine Rede vor dem Areopag hält.' z) S. dessen l-eilere kainilisri. und wieder abgedruckt in den lottere pilloiiclie III. I. 99. Also nicht — der erst 6 Jahre vor Taddäus Tod geborene Hannibal ssarracct, wie Oarbnult (Läi'üce« lle kam« 6,.)dahit. 4) Cschin indessen (Vnx. ll. 217.) weiß, wahrscheinlich nicht ohne Grund, Mancherlei an diesem Werke auszusetzen. I.B. die Figuren seyen zwar zierlich gezeichnet, aber die Cvntoure so manierirt, daß sie 6107 Zucchero. und selbst nach seinem Tode, mehrere Jünglinge, (wie z.B. sein Bruder Friedrich) „welche eben so geschickt, und vielleicht noch geschickter als er waren", gleichfalls an diesen Bildern arbeiteten, deren Pinsel aber nicht sicher und nicht immer von dem seinigen zu unterscheiden ist. Gerade, wie Raphael, lebte er 3 / I. und sein Leichnam wurde neben diesem in der Rotonda beygesetzt, wo ebenfalls sein marmornes Brustbild und Grabmal zu sehen ist ')." Bey FrorlUo und Füßli finden wir, über das schon oben im Art. Friedrich Beygebrachte nichts Neues von dein Unsri- gen. In Deutschland besitzt von Taddäus, unsers Wissens ebenfalls die einzige Galerie zu Wien eine Geißelung Christi, in ganz kleinen Figuren; München dann ein Ecce Homo größer ( 4 ^ 4 " 4 '" hoch, 3/ 6 " br.) auf Leinwand." Ueber seine Geschichte und Kunstcharakter bemerkt der H. von Männlich was folgt: „In seinem Vierzehnten Jahre kam er nach Rom, wo er in größter Dürftigkeit lebte, und sein Brod durch Farbenreichen verdienen mußte; er wußte aber die wenige Stunden, welche er dem Studium seiner Kunst widmen konnte, so wohl zu benutzen, daß schon in seinem Achtzehnten einige Gemälde von seiner Hand, grau in grau auf frischem Kalk an dem Pallast Matter, die Kenner in Verwunderung setzten. Von nun an war das Glück ihm günstig ; er verfertigte wahrend seinem kurzen Leben in Rom, Livoü, Caprarola, Florenz, Venedig und andern Städten viele große Werke, welche seinen Ruf verbreiteten. Seine Komposition ist reich, seine Färbung, seine Zeichnung und seine Ausdrücke sind zwar gut, sie befriedigen aber den feinern Kenner nicht ganz, und neben den Werken der größten Meister bestehen die seinigen nicht, ohne auf eine Art unbedeutend zu werden; er hatte aufgehört sich mit Anstrengung und ästhetischer Wahl an die Natur zu halten, und ohngeachret er nicht wie sein Bruder Friederich in Manier ausartete, so blieb er doch auf seinem Wege gleichsam stille stehen, wiederholte immer was er schon wußte, ohne der Natur in ihren Feinheiten nachzufpähen, und daher kommt es, daß seine letzten Werke nicht auffallend besser sind, als die ersten." Gestochen nach dem Unsrigen haben: Ch. Alberti, Ä. Capriolus, C. Cork (wieder dieser vornehmlich), H. Hondius, I. Matham, M. Pelais (in Corts Geschmacke), I. Raimondi, A.Scacciati, N. B. Sebena, Ph. Thomassin. Als schöne Blatter nennt und beurtheilt auf seine gewohnte Weise Füßli I. 217 — 24. Die Anbetung der Hirten von Cort; das Abendmal von Capriolus; die Geißelung von Alberti; den Leichnam im Grabe von einem Engel gehalten, von Raimondi (sorgfältig); die Bekehrung Pauli, wieder von Alberti (meisterhaft); die Himmelfahrt Maria, wieder von Capriolus (meisterhaft); die Musen auf dem Parnaß, mit einem musikalischen Concerte beschäftigt, von Hondius ^). Schön nennt noch, neben Obigen, der Katalog von Winkier eine H. Familie, wo der kleine St. Johann dem Kind ein Lamm vorstellt (ohne Namen des Stechers und Malers mit a 5/5 datirt), und ein Pfingstfest von Cort 1H74, und der Katalog von Brandes eine Geburt und eine Fußwaschung, beyde von Matham. Im Ganzen führt der erstere dieser Kataloge nach dem Unsrigen 32 , der zweyte nicht über 8 Blätter an. Dann finden wir in einem Zuechi. Verzeichnisse meines sel. Vaters, neben den schon genannten, ss. Stecher, welche nach einem der beyden Bruder (ohne zu bemerken nach welchem) gearbeitet haben: C. Bloemaert, I. Ciamberlano, A. Eisen- hoet, E. Feßard, W. Hollar, Aeg. Hoorebeck, E. Kir- kall, D. Mantuana, I. Mantuano, B.Parmensis, P. Stefanoni, I. B. Lilliard, P. Valk u. A.Zucchi, von deren Blattern wir hier nur noch das Bildniß des Kanzlers von Hospital, von Tilliard gestochen, nennen. Im Ganzen führt mein sel. Vater nach den beyden Brudern n 3 Blatter auf. »Auf den Blattern nach T " (bemerkt einer unserer Freunde) „wird er bisweilen nur nach seinem Taufnamen genannt." Zu Ergänzung und Berichtigung der Notizzen über die Stiche nach den Gebrüdern Friedrich und Taddaus Zucchera (freylich zum Theil nicht ohne Wiederholung des schon Angeführten) enthalten die Notizzen eines unserer Kunstfreunde, was folgt: „Nach ihnen sollen, theils gestochen, theils verlegt haben: Cherub. Alberti, Gasp. ab Avibus, W. Baillie, Bartolozzi, bey Luc.Berrelli, bey Billy, Bissinger, C.Bloemaert, Claude Boni(die Dar- bringung des Jesuskindes im Tempel, ohne des Fr.Zucchero's Namen; ein auch von C. Cort ge- stochnes Blatt), bey Balth. Caimop, A. Caprioli, Aug. Carracci, I. B. de Cavalleriis, Caylus, bey Charpentier, C.Cort, (vieles, zum Theil ohne CortS Namen), W. Dickin son, A.Eisenhout, I. Episcop, Firens, bey M Florini, C. Galle, bey Phil. Galle, Thevd. Galle, Adam und Diana Ghisi, H. Hondius, J.Houbraken, bey A. Lafrcri, Thom deLeu, bey C. Lossi, bey Mariette, I. Matham, B. und I. D. Mazza, Steph Molinari, Hier.Olgiati, Poilly, Ge. Gasp. Premier, Joh. Raymond, D. Rosetti, Domin. de Rossi (excull.?) eine Himmelfahrt Maria (dies Blatt ist falsch adressirt, indem daS Original von Daniel Voltcrra); bey Rojsi, M. Nota (eine Auferstehung ohne den Namen des Friederich, mit und ohne der Jahrzahl 2677), I. und R. Sadelcr, A.Scacciati, H. van Schock, bey v. Sichem, Phil. de Soye, N. le Sueur, Phil. Thomassin, bey Phil. und Joh. Turpinus, bey Nicl. Valegi, G.Valk, ein 6.?.?. (der Leichnam Jesu über dem Grabe von einem Engel gehalten), ein di. 6. 8. (die Geburt Christi nach Taddeus) und endlich mehrere anonyme Künstler, ^c. Zucchetri (F. P.). Ein von Joh. Carl Alles, schlecht in Fol radirtes Blatt, was die H.H. An- dronicus und Athanastus enthalt, ist bezeichnet ^nccüettr inv. et pinx. /s/zc. * Zucchi (Andreas), Theatermaler und Kupferstecher mit der Nadel und dem Grabstichel, geb. zu Venedig um 1680. Andreas hat viel in seinem Vaterlande gearbeitet. Man hat von ihm eine Folge von 12 Blattern, Trachten der Venekianer vorstellend, und eine Menge andrer, die er für die Buchhändler gefertigt hat. In 1726 ward er nach Dresden berufen, um die Dekorazioucn zu den Opern zu malen, die daselbst aufgeführt wurden. Nachdem er sich einige Jahre dort aufgehalten, kehrte er in sein Vaterland zurück, wo er fortfuhr, sich mit der Stecherkunst zu beschäftigen. Das Beträchtlichste, was er darinnen geliefert hat, sind bisweilen, wie verrenkt, erscheinen; die Composition dann in einigen der dortigen Plafonds sehr kalt, besonders in dem Fall der Engel, wo die kämpfeuden oft weniger zu kämpfen als zu — lächeln scheinen. 1) Wo aber die Jnnschrift in den Worten: Llor>i>»s, picruis, ir-pbseii lärdinari rimNUmo, ,xas die Malerei betritt — unbändig zu hoch tönt. Dann aber sollen freylich auch, neben seiner »»ermüdeten Arbeit, ebenfalls einige Ausschweifungen seinen frühe» Tod gefördert haben. 2) Von weltliche» Gegenständen, nebst diesem, einzig noch: Zwey Armeen im Gefechte, die eine fliehend vor einem Stadkhvre (lwm« -p. ?. er ä. 'k'urpiuuw) ohne Namen des Stechers. H108 Zucchi. die Platten der Kupferstich-Sammlung,^ welche Louisa herausgab, nach den schönsten Gemälden die in den öffentlichen Gebäuden zu Venedig aufbewahrt worden. Rost IV. 116 — 17, Im Dresdner-Hof- kalender wird dieser Künstler, von 1728 an, auch als Theater-Architekt daselbst aufgeführt. Dort st. er 1740. 62 I. alt. Sachs. Rur-Lab. 174». S. 124. Jenes Werk von Louisa blieb zwar unvollendet (S. verworrene Nachrichten hierüber bey Heinecke Iclee 92 — 94.). Ein erster Theil desselben erschien indessen (gr. ssol. Venet.720.)in 62 Dl. von welche.; Rost l.c. zehen benennt; nämlich nach: Bambl'ni(N.). GeburtMariä, aus derEt.Ste- phans-Kirche. Laliari (P.). St. Johann Baptista, aus St. Ge- minian. Longho (P.). Marter von St.Erizzo fürs Vaterland erlitten, aus dem Gr. Rathssaale. Port« (I.). Das Manna in der Wüste, aus St.Maria della Salute. Ricci (S-). Aeneas flieht aus Troja mit Vater und Sohn. Robusti (I.). Cvbele a. e. Wagen, von Löwen gezogen, und Aurora entführt den Titon; beyde nach alFresco's. varorark(D.). St. Barnaba, m. a. Heiligen, a. d. Kirche St. Barnaba. vecelli (T>). Den Engel Raphael als Führer des jungen Tobias, aus St.Mar- tiale, und St. Johann den Evangelisten, a. d. Schule St. Johann '). Wir glauben unsers Orts kaum, daß diese Blätter viel tauge»; auch bemerkt Gandellini von einigen derselben ausdrücklich, daß solche den bekannten von V. le Fevre nicht gleich kommen. Ein schönes Bildniß von ihm des berühmten Aposiolo Zcno, nach der Zeichnung von F. Doncorich, nennt der Katalog von Brandes. Noch bemerkt einer unser Freunde über ihn: »Er gab sich auch mit der Schwarz- Kunst ab und fertigte so, nach der Malerei des Niclaus Grass! von 1719, ein Bildniß (es ist das eigene Bildniß unsers Künstlers) mit der Unterschrift: Asplciz auctorem sublecta äre. 4°- Dieser mittelmäßige Kupferstecher soll, außer der Sammlung des Louisa, noch nach folgenden Meistern gearbeitet haben:" F. Bassano, F. Bcncovich, Joh. Aug. Cassana, A Corradini, Seb. Lazari, Pct. Longhi, A. Mauro, dem jüngern Palma, Parmesan, I A.Pordenone (Regillo), dem Architekt Dan. Rossi, Jos. Salviati, A. del Sarto, I. D. Tiepolo, Tintoret, Tilian. * Zucchi (Anton), des unten ff. Kupferstechers Franz Zucchi's älterer Sohn. Die Architektur und Perspektiv lernte er bey seinem nachfolgenden Oheim Carl in Gesellschaft mit Pirancsi, und die Geschichtsmalerei, zu welcher ihn ein mehrerer Hang trieb, anfänglich bey Fontebasso, und nach- werts bey Amigoni. Seine Fortschritte waren un- gemein, so viele Schwierigkeiten auch seine zarte Gesundheit und ein schwaches Gesicht ihm entge- Zucchi. genutzten. Alsdann reisste er durch Italien in Gesellschaft der beyden Baumeister Adams und Clerisseau, zeichnete mit ihnen nach den schönsten Denkmalen der Baukunst , und bildete sich auch als Maler durch das ernsthafteste Studium der verschiedenen Schulen aus. Nach einem langen Aufenthalt zu Rom, wurde er von seinem Freunde Adams nach London berufen; dorthin ging er 1766, wo seine reiche und glänzende Malerweise mit großem Beyfall aufgenommen wurde, und besonders seine Verzierung einer Galerie des Herzogs von Northumberland seinen Ruf festsetzte. Neben der Geschichte gehörte vornehmlich die mit Ruinen und antiken Denkmälern staffirte Landschaft zu seiner Gattung, und seine Aquarell- und Bisterzeichnungen waren ebenfalls besonders beliebt. Alsdann verheirathete er sich mit der berühmten Angelika Kaufmann, und ging mit ihr nach Italien zurück; dort lebte er in einem um so viel glücklichern Ehestand, da nicht die Leidenschaft, sondern nüchterne Vernunft und Gleichheit der Neigungen für alles Gute und Schöne im Leben und in der Kunst ihre Verbindung geschloßen hatte, arbeitete noch in hohem Alter, so viel immer seine abnehmenden Leibeskräfte solches ertragen mochten, und st. dann zu Rom 1796. Seine betrübte Wittwe folgte ihm zwölfJahre später (1807) im Tode nach: cie /Lo5Lr vita cl'^nßelica kiguffmsnn 80 . kir. 810. sp. Gestochen nach dem Unsrigen kennen wir von seiner Gattin ein schönes Blatt: Calliope, welche den Homer zu feinen Gesängen begeistert; dann den Tod von St. Julian im Kloster la Trappe, und: Versamml. der Nonconformisten - Schwestern, beyde schön roth punktirt (>784.) von F.Howard, mit Französ. und Englischer Erklärung; vornehmlich aber das sehr schöne allegorische Blatt (1776.) von F. Bartolozzi (22" hoch, 17" br.): Die Muse der Baukunst, die der Minerva einen jungen Schüler vorführt, und ihm Griechenland und Italien als die Quellen zeigt, aus welchen er seine Kunst vornehmlich schöpfen soll. Zu diesem Art. erhalten wir so eben von einem unserer Kunstfreunde noch ff. Zusatz: »Zu dem seit 177a in London Heftweife erschienenem Prachtwerke: l'ke vrorks in Hrcliitectnrs ok Robert anä Aamei sehr gr. Fol., zeichnete er das von F. Bartolozzi gestochne allegorische Titelkupfer. Hier (wo er der sehr berühmte venenanerr Maler heißt), erfuhren wir auch, daß er um >770 den Plafond des großen Salons der Villa des Grafen Manöfteld zu Kemwood (er ist dort Th I. Heft2. abgebildet) malte; dann den Plafond des Tviletkenzimmers in dem Schlosse des Grafen Bute zu Luton (beyde diese von Joseph Rose stuckaturt): und endlich Mehreres in dem Hause des Grafen Derby, auf dem Platze von Grosvenor. Dann sollen ferner nach ihm gestochen haben Bartolozzi eine Allegorie auf die Sakramente: krumentum LIsctorum Lrc. in gr. 4° i (das Suppl. gedenkt des Unsern schon unter Carl Ludw itlerisfeatt)." Zucchi (Anton), doch sicher ein anderer als der Obige, wird im Dresdner-Hofkalender als Conducteur beym dortigen Bauwesen um 172Ü auf- 1) Sonderbar! Füßlim. 7,. >06. 107. u. 109. benennt ganz andere, nämlich: Christus vor Pilato, die Himmelfahrt Maria, und die Wcgführung des Leichnams des St. Marcus von Alcrandricn, alle drev nach Tintvrctt, ebenfalls für die Sammlung des Louisa; mit der Bemerkung, daß Z. darin die Wirkung des der Venetianischen Schule eigenthümlichen Helldunkels ganz verfehlt habe; und dann doch wieder: Daß sein St. Laurcuz Justinian nach Pordencme, wieder für Louisa, das bcßte Blatt sey, welches nach Pordenvne gestochen worden! 2) Reben Anderm auch zu dem schönen Werke dieser beyden: knin, ok rt>e psisoa ok llle Lmperor Oiocletiaa nr 8z>nl-neo in Naiinakin koi. 1764. Be» dieser Gelegenheit bemerkt Fiorillo III. 401. daß der Unsre für den geschickten Clerisseau während dessen Nonconformisten Aufenthalt zu Rom 1760—70. in seine vortrefflichen Aquarelli alle Figuren fertigen mußte, welche Ersterer durchaus nicht zu zeichnen verstand. Zucchi. 610 S geführt, und vielleicht mit dem nachstehnden Larl verwechselt. Wie dem immer seyn mag, der hier Anton genannte st. 1768 zu Dresden 62 I. alt. ä'naron. I. 1768. S- 02Z. * Zucchi (Carl), welcher im Lex. unter dem Art. seines Bruders Loren; erscheint, wurde 1747 als Theatermaler, 2762 als Theater-Architekt zu Dresden aufgeführt. Wahrscheinlich vertrieb ihn der siebenjährige Krieg nach Rußland. Hofkal. ^ — — (Catharina), eine Tochter von Franz Zucchi, der ihr auch Unterricht in der Kunst ertheilte. Bon ihr selbst in einem leichten Style auf Malerart radirt, kennen wir zwey kleine Blätter in die Breite. Das eine, was sie zu Rom 1747 fertigte, zeigt einen mit zwey Tauben bespannten in den Wolken fahrenden Wagen, in dem drey Frauenzimmer (die Grazien?) sitzen, und der von einer Göttin mit einem Nimbus (Venus) regiert wird; das andere enthalt sechs Köpfe. Andernorts sagt man, Match. Oestreich habe zwey kleine Blätter nach ihr gestochen. M-c. *— oder del Zuccha (Franz), Bruder des nachfolgenden Jakobs des Florentiners. /.-Er (L6. rsi-2.) I. igi. nennt ihn, gleich dem Lex. bloß als einen von Bagnoni sehr gelobten guten Mustvarbeiter, und vortrefflichen Früchte- und Blumenmaler. — Zeichner u. Kupferstecher, geb. zu Venedig, welcher im Lex. unter dem Art. des vorstehnden Franz des Florentiners erscheint. Derselbe zeichnete sich durch anhaltendes Studium in seiner Kunst aus. In Jahr 17ha ward er nach Dresden berufen, um etliche Gemälde der Galerie zu stechen. Der Krieg, dessen Schauplatz einige Jahre nachher Sachsen wurde, nöthigte ihn, in sein Vaterland zurückzukehren, wo er viel für Buchhändler arbeitete. Rost IV. i>8. Dort werden von ihm ein Paar ungenannte Bildnisse nach Rubens (das eine dessen erster Frau ähnlich), eines (I. A. Mnrani's) nach I. de Antona — dann die duldende Religion, die Religion und die Wissenschaften, und Apoll mit seiner Leyer, alle drey nach A. Dallestra, und St. Helena die das Kreuz verehrt nach I. B. Cignarolli, angeführt. Einer unserer Kunstfreunde giebt uns über diesen Künstler ff. Berichtigungen und Zusätze: „Es ist irrig, daß er jemals nach Dresden gekommen sey; obwohl er für das dortige Galeriewerk arbeitete, so sandte man doch ihm nur die Zeichnungen nach Venedig. Dieser mittelmäßige Kupferstecher hat fleißig sich mit der Kunst beschäftigt, Vieles für Buchhändler geliefert rc. Sein Werk geht weit über 200 Blatt; doch trifft man unter denselben weder etwas Ausgezeichnetes, noch etwas Anziehendes '). Er soll gearbeitet haben nach Johann da Antona, A.Balestra, F. Bataglioni, A.D. Bertoli, I. Bettini, V. Bigheri, Nicl. Billy, M. Brida, Hier. Brulaferro, Joh. V- Calzi, Annib. Carracci, A.Cavazzoni, Fonkebasso, D. M.Fratta, Jos Ghedini, F. Giardini, Nicl. Grassi, S-Lazari, L. Lippi, S. Manaigo, I. Marchioni, I. B- Mariotti, P. Perotti, S.Piatta, I. B. Piazzetta, I B. Reust, S. Ricci, S. Rosa, Rubens, G. Ruggteri, Fel. Sartori, J.B-Saffi, F. Savanni, P. Scalvini, D. Simonetti, F. Solimena, I. B. Tiepolo, Tintoret, Andr. Vincentino, Ant. Visentini, F.Zugno." Zucchi. Zucchi oder Z uccho (Franz), von Bergamo, den das Lex. nicht kennt, ein Schüler von Campi in Cremona, und von Moroni in Bergamo. Von letzterm lernte er, wahrhaft beseelte Bildnisse malen, und von Paul Caliari die Weise, sie seltsam zu kleiden. Auch in heroischen Bildern ahmte er den Paolo oft bis zum Täuschen nach, so z. B. in einer Geburt und in einer Epifania an derOrgel bey St-Gotthard (zu Venedig). Anderemale wollte er dem Cavagna und Talpino gleichen und wetteiferte bisweilen glücklich mit ihnen, wie z. B. in seinem St. Diego alle Grazie und an dem Hauptalkar bey den Kapu- zinerinne». Bisweilen indessen hakte man ihm bessern Farbenimpast gewünscht, und kam er hierin jenen Trefflichen seiner Schule nicht bey. Er st. 1627. (Lcl. tei-2.) III. 280- 5 l. — oder Zucca (Jakob), geb. um 1841. Derselbe arbeitete unter Vasari, und zwar so, daß man die Eile dieses letztem nicht an ihm erkennen konnte, und er ihm in seinem Beßten und Gebildetsten nachzueifern wußte. Er lebte lange Zeit zu Rom unter dem Schutze des Kardinals Ferdinands von Medici, arbeitete in dessen Pallast, und noch mehr im Pallaste Ruccelai mit unglaublichem Fleiße. Eine Geburt St. Johann des Täufers in St- Giovanni decollato wird für das beßte Bild dieser Kirche gehalten, so daß er darin als ein Nachfolger von del Sarto erscheint. Besonders graziöse waren seine jugendlichen und Kinder- Figuren. (L6. tsr-r.) I. lgi. Fiorillo I. im Register citirt ihn unrichtig, so daß wir im Text ihn nicht auffinden konnten. Nach ihm gestochen nennt ein Verzeichniß meines sei. Vaters: Agar von Abraham zurückgesendet, Joseph von seinen Brudern verkauft, und Moses im brennenden Busch, alle dreye von P.A.Kilian; Marter von St. Johann dem Evangelisten, und eine Gaiathea, beyde von Ph. Thomassin, auch etwas Ungenanntes von F. Villamena; der Winklersche Ganlkatalog ein sogenanntes Tutti i Santi, wieder von Thomassin. *— — (Joseph), Kupferstecher und Kupfer- etzer, des obigen Franz Zucchi's desKupftrstechers jüngerer Sohn, geb. zu Venedig um 17Z2. heißt es bey Rost I V. 210 —12. wo er offenbar mit obigem Anton Zucchi, dem Gatten der Angelika Kaufmann, dann wieder bey Anzeige seiner Blätter mit dem früher angeführten Joseph Zocchi verwechselt ist, und ihm einige Blätter zugeschrieben werden, welche schon oben diesem Zocchi zugeeignet sind; dann aber auch andere, welche wahrscheinlich ebenfalls dem letztem gehören. So z. B. die Musen Erato und Urania; das Symbol der Einfalt, als ein Mädchen mit Tauben; Ealypso ruft Himmel und Erde zu Zeugen ihrer Zuneigung zu Ulysses an; alle viere nach A. Kaufmann (woher dann die zuerst genannte Verwechslung rühren mag). Ferner: Maria, das Kind und Johannes, zwischen zwey Heiligen, nach Fra Bartholomeo; die Veriäug- nung Petri nach Guercino; Aeneas flieht mit Dido in die Grotte, nach Guido; Jupiter mit der Europa, von Liebesgöttern umgeben, schwimmt durchs Meer, nach S. da Pesaro (verschieden von dem unter Zocchi angeführten). Der Unsrige arbeitete auch zu dem oben unter Anron Zucchi bemerkten architektonischen Werke des R. und I. Adam. *— — (korenz), Stecher mit der Nadel und dem Grabstichel, geb. zu Venedig in >704, und gest. zu Dresden in 1779, Sohn des vorstehnden Andreas, der ihn, als er in 1726 nach Dresden berufen wurde, um einige Oper-Dekorationen zu malen, mit sich nahm. Loren; hatte die Anfangs- i-l " V '. 1 .' >) Gandellinl führt eine Menge Titelblätter von ihm an. Dann 24 Ansichten von Venedig für den 171» gedruckten! vore«lieie iUunUllLl» intoivo 2tl« cc>!« üi 809 von der Regierung, zur Aufsicht der Nachgrabung von Kunstwerken zu Aqui- leja und Abzeichnung derselben gebraucht wurde. Oeffentl. LZachr. Zucker (Johann Daniel), ein Porzellain- rnaler zu Anspach 1807, damals 29 Jahr alt. /l/55. *Zöberlin, auch Ziberlein (Jacob). Derselbe war von Tübingen gebürtig. Sein Monogramm bestand in einem kleinen Zuber, oder auch in den vcrschlungenenen Anfangsbuchstaben seines Namens. Von ihm kennt man z.B- in Holz geschnitten die Titelblätter zu M. Crusius: Hnnsles Huevici L. Vol. i'ol. 694- 8. V. Dann die Bildnisse zweyer Aerzte: Daniel Moeg« ling und Jacob Schegkius. Anderwerts (bey Schereiing I. S. ) wird der Unsrige vielmehr ols Zeichner angeführt: Daß er nämlich die von Ellas Alt, auf Befehl des Herzog Ludwigs von Würtemberg gemalte Bildnisse der Tübingischen Professoren von 1677—96. auf Birnbaum gezeichnet, und nachwcrts Jacob Lederlein solche geschnitten habe. So erschienen sie 4°- Vnb. 696. mit Eiogien von Erh. Fell, unter dem Titel: Ima- 8>ass Professorinn Vubin^. mit den Monogrammen U. (Ueliss)^. — (der Unsrige) und l.l» Zeichnung und Holzschnitt sollen mittelmäßig, oder gar schlecht seyn. Diese Notizzen giebt ursprünglich der kundige (ssloehsen, und werden dadurch die bey Christ S. 267. u. 28Z. angeführten, sonst unverständlichen Monogrammate 1 . 2 . und ö. völlig erläutert. Zück (Vernarb), aus Schwaben, war ein Maler zu München. Von ihm ist das Piafondgemälde in bee Pfarrkirche Mariahülf in der Vorstadt Au. In der ehemaligen Klosterkirche zu Rairenhaslach ist folgendes von ihm: a) Das Choraitarblatt: Mariens Himmelfahrt, b) Der H. Benedikt, und c) Der H. Bernhard. Liporvsky. -(Jamerius), ein Bruder des Vorigen, hielt sich längere Zeit in München auf. Er fertigte die schönen Freskogemälde in Rembrandts Geschmack in dem Bibliotheksaale der ehemaligen AbteiRaitenhaslach, und wurde am Chunrierschen Hofe zu Koblenz als Kammerrath und Hofmaler angestellt. Liporvsky. Die Lebenszeit dieser beyden Künstler Zück wird von L. nicht angegeben. Zuelly ( ). Ein schlechter Kupferstecher zu Dresden (oder vielmehr auf dem Vorwerke Ostra gleich bey Dresden wohnend), gegen und in der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Er stach die Bildnisse der Gottesgelehrtcn C. C. Jünger, V.E. Löscher; das Vorschriflbuch des I. F. Geißler: Anleitung zu dem Dresdener-Cantzley-Ductu, 29 Blatt qu. Fol.; Titelblätter rc. rMc. Zündt ^ (Matthias). Von diesem deutschen Stecher aus der zweyten Hälft« des XVI.Jahrh, kennt man zwey Bildnisse: Johann von Raleta, Großmeister zu Malcha (i 566 .) und Ludwig IU- von Dourbon-Condö (1668.), beyde, ohne weitem Namen, bloß mit dem (einigen bezeichnet, und endlich eine Ansicht der Stadt Grodno in Lithauen (1668.); diese nach der Zeichnung von Johann Adelhaufer (87*' sp" br. 10" 3 '" hoch). Die beyden Bildnisse fanden sich in seinem eignen Verlage. IX. p. 5 äo — Ö2. Zuercher ( ), Maler und Vergoldcr zu Zuernich. Salzburg 179z. Besonders geschickt war er im Lackiren der Kutschen. Hühner s Beschreib, v. Salzburg II. 612. Zuerner (Adam Friedrich), Magister; der Sohn eines Pfarrers, geb. zu Marieney bey Oels- nitz in Sachsen, und nachgehends selbst Pfarrer zu Skassa bey Großenhayn. Da er eine besondre Neigung zur Erdmeßkunst in sich verspürte, so bewog ihn solches seinen Lanbsherrn, den König von Pohlen u. Churfürsten von Sachsen, August II. mit dem Gesuche anzugehen, durch ihn Chursachsen ausmeffcn und in richtige Karten bringen zu lassen. Der König willigte ein; Zurner legte iein Predjgt- amk nieder, ward zum Hofgeograpb und Land- und Gränzkommissair ernannt und betrieb sein Geschäft mit den ihm beygegebnen Gehülfen von 1712—1702. Er versichert selbst, daß er in diesen 20 Jahren 17—1800 Meilen durchreis t und über 900 General, und Spezialkarten gezeichnet habe. Peter Schenk lieferte u.a. nach ihm.ohne jedoch Zürner's Namen zu nennen) den bekannte» aus §9 Karten — innbegriffen rö Prospekte — bestehnden Atlas von Sachzen, der zu seinerzeit für ein non plus ulrrs der anschaulichen Geographie ausgegeben wurde, heut zu Tage aber nicht ganz mehr so in Achtung steht. Ein besonderes Verdienst erwarb er sich um sein Vaterland dadurch, daß auf feinen Betrieb j» demselben Post- und Meilensaulen errichtet wurden. Er starb zu Dresden 1742. Mehr von ihm und seinen Werken sagt der Dresdner gelehrte Anzeiger Jahrg. 177z. S .85 ff. u.Adelu ng's Verzeichnis der Landkarten u. topographischen Blarrer Sachsens. Einige seiner Karten, die in Originalen vor uns liegen, hat er artig verziert, mlt Lanöschafrchen und Figuren die in Wasserfarbe gemalt sind. Nach seiner Zeichnung brachte auch Nicl. Zucchi das berühmte 1700 gehaltene Lustlager bey Zeithayn auf m Bl. Royalfol. in Kupfer; wie Per. Schenk 1716 das CarlS-Bad in Böhmen, dann Töplitz rc. In ,780 ließ das Ober- postamt zu Leipzig ein Aoemssement ergehen, daß L. C. Lotter zu Augsburg die große Chursächstsche Postkarte des Unsern nachgestochen habe, unter dem falschen Vorgeben, als sey die Originalplatte abhanden gekommen. Da dieses der Fall jedoch nicht wäre, so würden alle Exemplare gedachten Nach- siichs in Chursachsen konfiöcirt, u. s.f. — — (Carl Friedrich), ein Conducteur, s. oben Hans Siegm. Ulrici. — — (Johann Friedrich), ein Conducteur, s. oben Hans Siegm Ulrici. Er - der vermuthlich ein Bruder von Carl Friedrich, so wie beyde etwa Söhne von Adam Friedrich waren — starb als pensionirler Ingenieur-Lieutenant zu Dresden 1798, 80 Jahr alt. Dresdner-Anzeiger, Jahrg. 1799. z. wo er übrigens Irrig Zornec geschrieben wird. — — ( ), ein Ingenieur-Geograph der neuern Zeit. Eine aus vier Blattern bestehnde Karte von Steiermark, Kärnthen, Crainrc., soll nach seiner Zeichnung beyArtaria zu Wien (wann?) erschienen seyn (Preiß 4Flor.). Zuernich (Anton), erscheint zu Wien 1786, als Kaiserlicher Hofmaler und Vergolder bey dem Stalle (d. h. so viel, daß er das Malen der Wappen rc. an den Kaiserlichen Wägen auf sich hatte). Hof- und Seaars - Schematismus von VDien 1786. In 179Z kommt er, vielleicht Abstcrdens halbex, in dieser Anblicke nicht mehr vor. * i) Das Lei. schreibt ihn Zindt. tz i5 " ZugaUi (Caspar), ein Baumeister, der >685 von München nach Salzburg berufen wurde, wo er die Theatinerkirche und die des Domcapitclschen Spitals erbaute. Hübner's Beschreib, von Salzburg I. s 8 o. 409. — — oder Zucallus (Heinrich). Nach feiner Zeichnung hat Jer. Renner die innere Ansicht einer Kirche ziemlich schlecht in Fol. radirt. Er mag um der Mitte des XVII. Jahrhunderts in Schwaben gelebt haben. — — ( ), ein Jtalianer, Rath und Oberbaumeister des Churfürsten von Bayern, in dem ersten Diertheil des vorigen Jahrhunderts — ob etwa Eine Person mit vorstehndem Caspar? Derselbe erbaute die schönen Lustschlösser Schleisheim und kustheim. Die innere Eintbeilung der Zimmer, Stiegen rc. von Schleieheim, hat jedoch der Rath und Churfürstliche Baumeister Estner angegeben, welcher auch die Umänderung und Einrichtung des allen Lustschlosses zu Dachau (unweit München) besorgte. Der letztere, den sein Herr die Baukunst zu Paris hatte erlernen lassen, war von abgedachtem Dachau gebürtig und 172z »och am Leben. Relation von denen /estivitären bey der Vermählung des Churprinzen von Bayern, Carl Alberr. Aus dem Französischen. Augsburg 1728. Fol. Zugk (Sims, Gottlieb), «in Architekt, der 1732 als Conducteur bey dem Bauamte zu Dresden bestallt wurde. Um 1/55 versetzte ihn der damalige König von Pohlen und Churfürst von Sachsen, als theatralischen Hofbaumeister, nach Warschau, und gab ihm zum Gehülfen den Conducteur Johann August Simon. Da er in Warschau, wo er 180.. starb, 1000 Dukaten zu dem Kostenbedarfe der, auch von ihm selbst dort 1777 erbauten Lutherischen Kirche schenkte, so ließ die Lutherische Gemeinde 1781 eine Medaille zu seiner Ehre prägen, welche verschiedentlich abgebildet worden ist. Ohne Zweifel ist dies die nämliche Schaumünze, von welcher es bey Bernouilll VI. 268. heißt, daß solche von L.P. Holzhäuser auf den Bau gedachter Kirche sey gefertigt worden. * 3 ugiri (Franz), welcher im Lex. s.v. Giugni erscheint, und von dem gleich folgenden wett neuern Zugno wohl zu unterscheiden ist, st. 62J. alt (nicht 1606 sondern) 1621. Von ihm heißt es bey /.a«Lr (L8. rei-2.) III. 2ß5 —46. „Derselbe kam zwar seinem Lehrer Palma in schönen Formen und Bewegungen nicht bey, übertraf ihn aber noch in der Fülle seines Colorits, und in der Liebe, womit er seine Werke ausführte. Sein Meistes war al Fresco, und nicht selten mit Perspektiven von dem hierin sehr verdienten Sandrini begleitet, mit welchem er im Säle des Podesta und Capitano zu Venedig, und in einigen Villen arbeitete. Auch seine Bilder inOel hatten nicht geringern Werth, wie z. B. seine Deschneidung alle Grazie, und zu St. Francisc einige kleineFiguren rings um einen Chor ^csntoris), die mit vielem Geiste gedacht und toccirt waren. -Zugno (Franz). Nach ihm hat Franz Zucchi viele Vignetten und auch etwas größere Blätter gestochen, M-c. Zulian(Hieronynius), ein VenezianischerAde- lichcr, In der letzten Hälfte des X VIII. Jahrh. Gesandter der Republik bey dem Päpstlichen Studie, «in Freund und Beförderer der Wissenschaften, ließ auf seine Kosten eine Topographische Karte von Padua (wo er vielleicht verburgert war) unter Leitung des Professors der Mathematik an dortiger Universität, Grafen Stratico's, mit großer Genauigkeit stechen. M/r'Lr'a Lä.terL I. 555. zuIian Fornastero, ein Bildhauer. S. For, nastero im Lex. Zuliani (G-Anion). In: Opera sei 8i^nor Hch. ?ietro IVletastasio. Venesia 1781-85. presso Tlmt. Xstta 8°. 16 Theile stnden sich sehr mittelmäßige Kupfer von einem solchen, und dann auch von einem G-Zukam'gestochen; welch« beyde wir jedoch nur für Eine Person halten. -Zumbood.Zummo (Cajetan Julius). Als Zummo führt ihn auchFioriUo l. § 65 — 66 . ungefehr gleich dem Lex. auf. Neben dem dort schon beschriebenen Bilde der Verwesung sthrte er für den Großherzog Cosinus III. welcher ihn in sein« Dienste nahm, noch eine andere Gruppe aus, welche das Schauspiel einer Pest, in der That sehr scheußlich darstellt. Unter dem ersten hatte er in einem Winkel sein eigenes Vildniß nebst seinem Namen angebracht. Dann fleht man in dem Museum zu Florenz einen Schädel, dessen innere Höhlungen zum Theil aufgedeckt sind, und der vielleicht demjenigen völlig ähnlich ist, welchen er nachher auch in Frankreich gemacht. In Genua, wo er sich von Florenz hinbegab, hinterließ er eine Geburt des Heilands und eine Abnehmung vom Kreuze, zwey wahre Meisterstücke, welche de pries beschreibt < und wovon das letztere von Cberon gestochen ist. In Frankreich verfertigte er den oben erwähnten anatomischen Kopf, der dem Könige verkauft ward (liist.. 6e äes Sciences 1701. p. 57-). Irgendwo Wird dieser Künstler ein Sizi- lianischer Geistlicher genannt, und behauptet, daß er der Erfinder solcher anatomischer WachSpräva- rake gewesen. Allein der Art. Jac. Vivio des Lex. und der gegenwärtigen Zusätze zeigt genugsam das Gegentheil. -Zummo, s. den gleich vorstehnben Art. Zumpe (Gustav Ludwig, gewöhnlich Gustav). Der Sohn eines OberamtslAktuars, geb. zu Dresden 1793, lernte auf dortiger Akademie bey dem Unterleyrer Fechhelm die Zeichenkunst, und setzte dies Studium seit 1811 bey dem Professor Schubert weiter fort, um sich zu einem Zeichner und Kupferstecher für Buchhändler zu bilden. Auf den Ausstellungen 18tu und iSn sah man von ihm zwey Köpfe in Kreide, nach Hutin und van Dyck; dann 1814 (als Schüler von Schubert) Johannes den Täufer, eine Zeichnung nach P. Battoni. Später bestimmte er sich zur Kupferstecherkunst und lernt« dieselbe noch 1818 bey dem Professor E.G. Krüger. Die Dresdner-Ausstellung dieses Jahres, wies von «hm eine Kopie nach einem Blatte von Callot. Zumper( ), ein Maler von Wien, dessen Name uns nur aus dem Einschreibe-Buche der Dresdner-Bildergalerie bekannt ist, welche er i 75 d besichtigte. Z u mpffMichael), Maler in der AltstadtPrag, st. 60 I. all 17,7 und ward in der St. Valentinkirche begraben. Dlabacz. Zu mpr (Heinrich Wilhelm) zu Berlin, erscheint in dem Berliner - Adreßkaiender, aufl 8 o 5 unter der Rubrik der Conduckeur's, ohne jedoch selbst schon diesen Titel zu fuhren. *Zundr, s. obenZündr, und im Lex. Zindr. >) Wir denken denn doch eher, das Ler. (nach Kosettt) dürfte Recht habe«. Z u n n e r. sunner (Adolph), ein geschickter Schreib, Meister zu Nürnberg, in dem ersten Viertheil des vorigen. Jahrhunderts. Bey dem dorti, gen Kunsthändler Christoph Weigel erschienen Dorschriftenbücher nach ihm in Kupfer gestochen. Zunnigas (Marchese von). Einen solchen zahlt Lrorillo IV. 55 . zu den Spanischen Großen, welche unter der Regierung Carl V. Palläste und Lustschlösser aufführen, und solche mit Malereyen verzieren ließen. Zunz - «Queverdo ( ), eine 1810 zu Paris lebende Künstlerin. Von ihr soll bisher das beßte Bildniß der Französischen Kaiserin herrühren. Eine kleine Nachbildung desselben, mit einigen Abänderungen findet sich an der Spitze der neuen Zeitschrift: Paris, Wien und London. Zuppacher( ). Soll den Reichshofrath Ruprecht von Stotzingen und dessen Frau, Mag, dalena, auf zwey kleinen Blättern gestochen haben. *Auppellf, Zupelli, auch LapeIlini (Johann Baptista), blühete gegen End des XVI. Jahrh. Von ihm besitzen die Ercmitaner seiner Vaterstadt Cremona, eine Landschaft mit einer H. Familie staffirl. Sein, obwohl trockener Geschmack hat etwas Originelles, das die Augen überrascht, und ihnen durch die natürliche Grazie, womit seine Figuren gezeichnet und gebchrdet sind, so wie durch die Pastositat und Mürbigkeit des Kolorits Vergnügen macht. Wenn Sojaro die Kunst nicht von Correggio gelernt hätte, so wurde man, eben seines und seiner Schule bewundernswürdigen Jmpasto's wegen, keinen andern als den Unsrigcn für seinen Lehrer halten. Laus- (Lcl. rerr.) I V. 128. *Zurbaran (Franz), el ssarabagr'o espan- nol (der spanische Earavaggio) genannt, nach Fiorillo, geb. i 5 g 8 zu Estremadura, bewies bereits in seiner zartesten Jugend eine so brennende Liebe zur Kunst, daß ihn seine Eltern nach Sevllla in die Schule des Juan de Roelas schickten. Hier machte er in kurzer Zeit reißende Fortschritte, und legte sich auf die Nachahmung des Caravaggio, von dem wahrscheinlich einige Malereien in Sevilla existir- ten. Und da er sah, daß die ganze Kunst dieses Meistere nur in einer treuen Darstellung der gemeinen Wahrheit ohne Wahl der Formen und wealische Zuthat, wenn wir die pikante Beleuchtung ausnehmen, bestand, so trat auch er als ein eutschiednkr Naturaliste auf, und malte nichts, ohne die Natur zu Rathe zu ziehen. In 1625 vollendete er «in großes Bild für die Kathedrale zu Sevilla, das den H. Petrus u. s. f. darstellt, und ihm von dem Marquis de Malagon aufgetragen war, und um eben diese Zeit einen H. Thomas von Aquino für die Kirche dieses Heiligen ebendaselbst. Man bewundert an diesem Werke die äußerst treue Nachahmung der Natur, den großen Umfang der Cvmposition und den starken Effekt der Lichter und Schatten. Eben so viel Lob verdienen drei andre Malereien, die er für die Karthause von Santa Maria de laS Cuevas verfertigte, und eine Kreuzigung Christi im Bethause des H.Paur lus. In ,655 führte er das Bild über dem Haupt- altar der Karthause zu -kerez aus, und hatte auch bereits den Titel eines Königl. Malers erhalten; daher es nicht unwahrscheinlich ist, daß er sich kurz vor dieser Zeit zu Madrid aufenchielt. Hier sieht man von ihm, im neuen Pallast, eine H. Margaretha, die D. Bartholomö Vüzquez in Kupfer gestochen, und vier Bilder mit den Thaten des Herkules, zu Duenretiro, ohne der zahlreichen Staffcleigemälde zu gedenken, die sich in den Sammlungen von Pri- Znstris. «ilZ vatpersonen befinden. Er hinterließ einige Schüler, von denen an ihrer Stelle die Rede ist. Fiorillo IV. 211 — 12. Zürcher ( ), wirb in: M'tre«- Vadloau ä'^M8terssm. Läit.II. 12°. 1809. P.sbg. als ein damals zu Amsterdam lebender Kupferstecher genannt. Zurr'ch ( ), ein Künstler aus Dreäden, soll, wie Walpole S.468. versichert, zu Anfang des XVIU. Jahrh, die Emaille- und Mmiakur- Malerey mit Beyfall ausgeübt haben. Er hatte «ine Zeitlang in der Akademie zu Berlin studiert, ging 1716 nach London und starb daselbst fünfzig Jahre alt 1755. Seine Arbeiten scheinen durch die Meisterstücke von Zinck in Vergessenheit gebracht zu seyn. Frocillo V. 555 . Zurnenno (Anton). So heißt bey Fio- rillo IV. 273. ein nicht unberühmter Maler zu Toledo in der zweyten Hälfte des XV 11 I. Jahrhunderts. Zurner, s. oben Zuerner. Zurreck (Fr.), ein Theatermaler zu Wien, bey dem Theater in der Josephsstadt ,791. wienerisch es Commerziaischema auf 1791. Zusch ( ), ein Maler zu Casscl, von dessen, Talente man sich Manches versprach, da er um 1808 ein Gemälde gefertigt hakte, was eine Hebe darstellte, und für einen Anfänger, wie er, recht brav behandelt war. Allein er ließ diese Hoffnung unerfüllt und lieferte später kein Mehreres, was eine besondern Anführung verdiente. Nachdem Kobold, der Lehrer an der untersten Klasse der Kunstakademie zu r-assel war (als in welcher er den Unterricht in den Anfangsgründen der Zeichenkunst besorgen mußte), um 1809 einem Rufe nach Rußland folgte, so bewarb Zusch stch um dessen Stelle, erhielt sie, und stand ihr noch 181, vor. Der Sraars- kalender des (ehmaligen) Lönigreichs west- phalen führt ihn zwar unrer dem vornehmern Titel als Professor bey der Kunstakademie auf; er bekleidet aber, wie wir bereits besagten, nur die Stelle als Unterlehrer daselbst. Oben haben wir diesen Künstler, aus Verleitung unrichtiger Quellen, bereits unter dem falschen Namen Husch ru- bricirt. *Austris, s. im Lep. und oben Güster, und gleich nachstehnd Zustrus. *Zustrus oder Zustris (Lambert) ist kein Andrer, als entweder der Friedrich Güster, mit dem Zunamen de Lamberro, oder auch ein Bru« der desselben, der im Lex. unter dem Art. des erster», und in gegenwärtigen Zusätzen in einem eigenen Art. bloß mit dem Anfangsbuchstaben seines Laufnamens, als L. Güster erscheint. Dort wird von ihm ein Proserpinenraub in der Galerie Orleans, aber dabey irrig Hemiquez, anstatt I. 8. Delignon, als Stecher angeführt Dies Bild hat 2^ in die Höhe, 3 ^ in die Breite, und V hohe Figuren. Bey Dubois de Sl. Gelais heißt der Maler eben Zustrus. Auch das Museum Napoleon besaß von ihm (ob von Alters her, oder als Kunstcaub?) eine liegende Venus, die es dem Amor erlaubt (oder es au ihm rügt), daß er ihre Tauben mit einem seiner Pfeile neckt, /.auckcut Annal. IV- 55 . Diezec will von dem Unsern (nach r>idolfi! wissen, daß er von seinem ersten Lehrer, Ehrist. Schwarz, in die Schule Tizians gekommen sey, der ihn mit vorzüglicher Achtung behandelt, und steh von ihm die landschaftliche» Gründe in seine Bilder malen ließ; daß er eben so auch Tintorrkt bey seiner S114 Zuylen. Arbeit beholfen gewesen '), u. s. f. »Er besaß ' (heißt «6 dann weiter) »eine große Leichtigkeit des Pinsels; seine Composition ist gut und einfach, das Colorit trefflich; und in der Landschaft war er eben so glücklich, wie im historischen Fach." Dann folgt besonders noch der Preis des erwähnten Gemäldes, das in seinem harmonischen silberfarbnen Tone Caliari's würdig wäre. Die Zeichnung hingegen halte die Prüfung nicht aus, und der mißmuthige Blick der Hauptfigur reime sich nicht mit der frohen Scene. Eine Nachbildung im Umrisse s. I.c. Zuyken (I. van). Nach einem solchen, uns unbekannten Maler hat S. A, Lamzweerde das Dildniß eines Menard Lamzweerde gestochen. * Zwarte (Johann) oder Zwarte Jan. So heißt Fiorillo Deutsch!. 1 l. 48Z. einen Lehrer von Adrian Traberb. Dieser Zwarre ist aber wahrscheinlich kein Anderer als der Johann Schwarz, genannt vredemann, des Lex. und der gegenwärtigen Zusätze. Zweiffel (G. D.), ein Maler, vermuthlich t» Schwäbisch Hall, nach welchem Jos. a Mon- talcgre den dortigen Salzbrunnen und einen Prospekt der dastgen St. Michaelskirche (dies ohne Namen der Künstler) gestochen hat; man findet beydes in des Joh. B. Beyschlag's Buche: Geistliche Brunn-Quell. Schwäbisch Hall 1716. Vielleicht war er ein Sohn des Malers Johann David Zweiffel's, welcher um 1676 arbeitete, und nach dem wir (ohne einen Namen des Stechers) ein Bildniß des Gottesgelehrten G- F. Gratcr's zu dessen: Xstksnael Lkristianns (das redliche Christen-Hertz). Rotenburg u. Schwab. Hall 1676. 8°. kennen. Nach einem der Obigen soll endlich I. U Kraus das Dildniß der I. W. Wibel, Städtmeisterin zu Schwäbisch Hall, gestochen haben. — — (Johann David), s. vorstehnden G- D. Zweiffel. ZwenDhof( ), ein Wiener, unter der Russischen Kayserin Anna, hat verschiedene allegorische Statuen im Garten des Svmmerhofs zu Petersburg in Marmor gebildet. Er st. 1744 - Meusel MisceU. XI. S- 276. Zwetler (Joseph) aus Prag, erhielt 1808 von der dortigen Gesellschaft der Kunstfreunde rS st. als das Acceffit zu dem zweyten Schul- preise. Dlabacz. Zweyringer (Daniel Gottfried), ein Ingenieur zu Berlin 1771, welcher zu dem dortigen Baudepartcmente gehörte, Zwickau (Heinrich zu), ein Münzmeister zu Avickau, den eine Urkunde unter den dortigen Rathspersonen 12^7 erwähnt. (Klatsch) versuch einer TbursachsischenMünzgeschichrel. 21. Zwicke! (Martin), Stadtwerkmeister zu Augsburg und ein geschickter Steinmetz, führte bort viele Gebäude, besonders an den Stadt- Mauern auf. Das Gögginger-Thor wurde r 58 r von ihm erbaut; auch gab er den großen Springbrunnen auf dem Perlachberge an, unter welcher Arbeit er aber starb, und dieser so- hin von seinem Nachfolger, Kreuzer, vollendet wurde. Lipowsky. Zwitzel. Zwicker (Daniel). Das Hamburgifche Magazin D. XI. 17Hz. 8°. S- 59S. nennt gelegentlich folgende Karte: Nsbnlr» ?siuänm ?o- lt-sise, autore Hanreie ^reu'r^ero, vileä. l)oct. s Cuilelmo Honüiollo. 16H6. 6ellsni eäits. Dieser Arzt, der durch seine religiösen Meinungen bekannt geworden ist, wurde zu Danzig 161, geb. und st. zu Amsterdam -678. Mc. Zwiebel (Johann Traugott). Der Zimmer« mannskunst Beflitzener aus Bautzen, zeigte auf der Dresdner-Ausstellung 1810 den Riß zu einem herrschaftlichen Wohngebäude. Zwiüig meyer (Heinrich Julius), Münz- wardein zu Hannover in 176Z. Er. Zwinger (Anna Felicitas), Gattin des nachfolgende» < 5 . I S- Zwinger. Oben unter preißler erscheint sie irrig unter den Todten. Geb zu Nürnberg 174», setzt wenigstens Mensel III. sie (1809.) "och unter die Lebenden. Sie malte auch in Oel, und gab Unterricht in Zeichnen. !. c. II. u. III. — — (Christoph Johann Siegmund), (^.b. Director, s. Unlerdirector)K>er Zeichenschule zu Nürnberg um 17,"8, geb. daselbst 1744 . Derselbe war Schüler von Joh. Justin preißler, und Gatte von dessen Tochter, her vorerwähnten , daher auch späterhin Jnnhaber des Preiß- lerschen Kunstverlags. Lipowskp. Hkrc. Er malte auch Bildnisse in Oel. Merisel II. III. Gchad's pinacothek. S. 198. Er lebte noch 1819, und das tA. Taschenbuch von Aürnb. d. I. (S. 19-i) rühmt ihn als gründlichen Lehrer der Zeichcnkunst daselbst. — — (Gustav Philipp),; Sohn der beyden Obigen, Zeichner zu Nürnberg, geb. daselbst, lernte bey seinem Vater, und ging alsdann nach Wien, um die dortigen Gelegenheiten zu seiner Vervollkommnung zu benutzen. Berruch sah dort von ihm 180a einige gut componirte Scenen aus Nathan dem Weisen und Schillers Tell. Meu, sei III. (1809.). Nach ihm hat I. Kellner, für den Verlag von G. P. Pech, ein Folioblatt ge, stachen: Die Franzosen in Nürnberg, als Mitarbeiter an der Teutschen Freyheit 1796. Dieser Stich enthält einzelne Scenen, zwischen denen sich die Berechnung des Kostenschadeus findet, den damals Nürnberg wegen der Französischen Invasion zu tragen hatte, und der sich über anderthalb Millionen Gulden belief. S. auch den gleich ff. Art. ^ — —- (G-). Nicht unwahrscheinlich mit dem Vorstehnden Gustav Philipp (Z.) noch Eine Person, zeichnete zu des Fouquö Frauenraschen- buch. Nürnberg 1817. 12°. ein schönes kleines von M. Eßlinger gestochenes Blatt: Wie ein gewaltiger Ritter einen großen Hund und einen Bären erlegt, Zwin;er (Sebastian), s. oben den Art. Daniel Wedekind. Zwiyel tBernard), ein Steinmetz zu Augsburg erbaute dem Herzog Ludwig von Bayern das Residenzschloß zu Landshut im I. i 5 Z 6 , und bezog als Baumeister einen Gulden Wochcnlohn, dann mit jedem Vierteljahre anfangs 10 und endlich 20 st. Ein Steinmctzgeselle hatte «vöcheich lich i Schilling 9 Pfennige; ein Junge 1 Sch>>- r) Hier wird er übrigens mir Lnmkert Gutermann verwechselt, und wisse» wir jetzt noch Nicht, ob bic beyden Bilder in Frankreich diesem letztem, oder einem der Güster oder Auster» ^gehören. liiig -6 Pfennige; ein Zimmerer täglich so Pfennige; ein Maurer 24 Pfennige, und ein Tagelöhner 12 bis 20 Pfennige, und ungeachtet dieses geringen Arbeitslohnes kam doch der Bau auf s 5,655 Gulden 5 Schillinge 2 Pfennige 3 Heller zu stehen, v. Srerren S. 96. Bey dem Ballhausbau zu Augsburg, das der Magistrat daselbst >548 dem Bischöfe von Arras zu Gefallen aufführen ließ, und wohin in der Folge die Stadtbibliothek verlegt wurde, war Arvitzel unglücklich; denn da das Gebäude einstürzte, mußte er es auf seine Kosten wieder herstellen. Glücklicher war er indessen, als er den Brunnenkhurm beym rothen Thore i 55 o erbaute. Lipowsky. Zrvitzel (Jakob), von Elchingen gebürtig, ein Schüler von Engelberger (lebte 1499.), und war in der Folge Steinmetz zu Augsburg. L'powsky. — (Thomas). Derselbe bearbeitete den schönen Pfeiler an der St. Ulrichs - Kirche zu Augsburg, und war vielleicht der Sohn eines der beyden Obigen. Dieser berühmte Steinmetz, st. zufolge des zweyten 162) erschienenen Theils von des Dvm.s) rasch: Lpttapkia AuAUstaria E. 27. in i5?o zu Augsburg. * Zrvoel, Zrvoll oder Zrvort (L.), welcher im Lex. unter dem Namen A)orr (Z.) erscheint, ein alter deutscher Kupferstecher, von dem man, neben Anderm, eine Versuchung Christi in der Wüste, ohne andern Namen als den (einigen, kennt. Christ führt sein Monogramm I >2 8. an, welches Einige für das Zeichen des Lehrmeisters von Martin Schön halten; in solchem Fall müßte man seine Blüthezeit um i-ioo setzen. Dieses mit dem Grabstichel auf Eisen gestochene Blatt (8^ 5 " hoch, 6" br.), welches der Winklersche Gantkatalog ausführlich beschreibt, soll von äußerster Seltenheit seyn. Den Anfangsbuchstaben (L-) des Taufnamcns hab' ich einzig bey meinem sei. Vater gefunden. Ganz andere als Christ führt Hei'necke 111 . 400, das Monogramm dieses Künstlers, nämlich mit I oder 1 . A. IVl. und gewöhnlich zugleich mit einem Schabeisen bezeichnet, und dann weiter 7 Blatter von ihm an: Sitzende Jungfrau mit dem Kind im Schooße; wieder die Jungfrau mit dem Kinde zu den Füßen von St. Anna, die in einem Buche liest; die Anbetung der Weisen; die Gefangennehmung am Oelberge; eine Kreutzigung mit den beyden Schächern, den H. H. Weibern, St. Johann und Nicodcmus (vorn drey Soldaten, die mit Würfeln spielen; eine Pieta); St. Georg der mit dem in die Luft fliegenden Drachen streitet (die geflohene Königin auf einem Berge, und in einer Hole Knochen und Todtenköpfe). Von diesen sind besonders die Gefangennehmung und die Kreuzigung große Blätter von -Z" Höhe, und 9 — 11" Breite. Einer unserer Freunde nennt noch ein achtes: Anspielung auf die Zergänglichkeit des irrdischcn Lebens, in Gestalt eines Epitaphiums. Unten liegt ein ausgestrecktes Ekelet; über demselben steht Moses mit den Gesetzestafeln zwischen zwey Todtenköpfen; und noch höher wieder ein Todten« köpf zwischen zwey Propheten. Alle drey Figuren mit verschlungnen Zetteln umgeben, worauf lateinische Schriftsprache enthalten sind. Obert ist dies Blatt mit: 4. N. bezeichnet. Einige glauben, daß dieser Künstler ein Schüler des jungem Israels von Mecheln gewesen seyn dürfte. * § ybes (Gysbert). So hieß mit seinem Tauf« «amen, u.so schrieb zuweilen seinen Geschlechtsnamen der... Spbes im Lex. und in diesen Supplementen. Künftig an seinem Orte ein Mehreres über ihn, der, wie wir vorläufig bemerken, kein Kupferstecher sondern ein Buchhändler zu Leuwarden war. AFrr. Zyka ( ' ), ein geschickter Baumeister der letzter» Hälfte des vorigen Jahrhunderts in Böhmen. feuere Abband!, der Böhmisch. Ge- sellfch. d Wissenschaften III. S.- 58 . * Zpl (B. van). Von ihm kennen wir mehrere sehr mittelmäßig radirte Pläne und Nisse zn folgenden im Haag erschienenen Büchern: llelution llo la Lsrnpagne 1 ouveI 1 ö rns- nisre cls fortistsr les plavv8 4 °- -7!2; Desselben: Xouvoau probet ll'une cicaclelle 4°. 1718- -oder Zyi (Dirk van). So beißt bey Fiorillo (Deutschl.) II. 482 ohne Weiteres ein niederländischer Glasmaler zn End des XVI. Jahrhunderts- * -(Gerard). In wie fern derselbe mit dem B- l). Roelof und Theodor van Zyl des Lexikons in-Verblndung stand, und ob sie wirklich alle verschiedene Enlia waren, ist uns unbekannt. Nach ihm hat A. Blooteimg das Bildnis des Malers G. Flink in Schwarzkunst geschabt. -(Johann van). Irgendwo gedenkt man folgenden von ihm verfaßten Werkes: Dkeatrum maeliinarum universsls, ok 6root gl^smeon iUolen - Uoek, cloor AV/rcMM- va-r Zr//, Ara- veercl van )an8cli6nlr iske Oeel. Arnscerst. 176t. gr. Fol. mit 65 Realfol. Kupfern. Mkc. *Zylvelt, etwa auch Splvelr (Adam van), geb. zu Amsterdam -645 (s. 6. um - 645 .). In seinen Stichen suchte er den Johann Disscher nach» zuahmen, und that solches mit vielem Erfolg. Von ihn kennt man Bildnisse, meist lauter dunkeler — gelehrter Männer, theils nach R Brackenburg, H. von Fersen, M. Gillig, I. Heimann, A. Houbracken, Sandrart und H. Derschuuruig, theils nach eigens Zeichnung denn doch z.B. diejenigen von N. Arnold, B. Becker, und I. Gronovius; dann Meerporte nach Lingelbach, und ein bey Cadix -640 geliefertes Seetreffen nach C. (a. d. M.) ComanS. Von seinen Bildnissen finden wir die mehrern von -677 — 85, eines auch mit -687 datirt. Bost VI. 242—45» * Zynnde (Matthias), s. Zindr im Lex. und Zündt oben. .u n « Neue Zusätze zu dem Allgemeinen Knußlerlexikon und den Supplementen desselben, oder: Kurze Nachricht von dem Leben und den Werken -er Maler, Bildhauer, Baumeister, Kupferstecher, Kunstgießer, Stahlschneidcr, u. s. f. Den Hans Heinrich Füßli. Erstes Heft. 2l. Z ü rich, bey Orell, Füßli und Compagnie. 182-4. 7^l! l; -' ^ l- 4^-- M-^'-lS s-L:» k-.!'^ M-X< .-'?/ *. !7 .bÄ 4>-j«lH>> ' MK 8>- » >p!!>-.» - w.r-E ö ö! WWW WOM MEMO MKW Diejenigen Leser, denen es nicht unbekannt ist, was seit den I. 1797, wo die neue vermehrte Ausgabe des allgemeinen Rünstlerlexikons meines sel. Vaters ans Licht trat, und vollends seit dem I. »8o6, wo das erste Heft meiner Supplemente zu demselben erschien, bis auf unsere jüngsten Tage in der Kunstgeschichte geleistet — wie viele Namen, vorzüglich auch deutscher Nation und Kunst, unverdienter Vergessenheit entrissen, und — was vielleicht noch wichtiger ist — wie den Verdiensten so vieler andern, altern und neuern Künstler aller Völker und Zeiten vermittelst einer geläutertem Kritik ein weit anderer als ihr früherer Rang ist angewiesen — wie der achte Werth ganzer Schulen, oder wenigstens ganzer Zeitpunkte derselben theils höher, theils niedriger gestellt worden — ich sage, alle dieser Wahrheiten Kundige werden es nicht befremdend finden, daß das erste Heft der gegenwärtigen neuern Zusätze die Zahl von 1723 Artikeln in sich faßt, von welchen über die Halste, nämlich 961 als ganz neue erscheinen, igr als Verbesserungen und Zusätze zu Art., welche bloß in dem Hauptwerke meines sel. Vaters aufgeführt waren — 264 als solche zu meinen seit 1606 ans Licht getretenen Supplementen — zr2 endlich als solche, beydes zu dem Hauptwerke und zu den Supplementen zu betrachten sind; mit der weitem, für einige Leser vielleicht nicht überflüssigen Bemerkung, daß von den sämmtlichen 172g Art. die beyden von Anton Allegri und Francesco Albani allein 55 von den 200 S. dieses Heftes einnehmen, da ich zumal dem erstem — als, wo nicht dem größten, doch dem reizendsten aller Kunstlichter älterer und neuern Zeiten, denselben schuldigen Fleiß, wie seiner Zeit dem unsterblichen Raphael Sanzio gewiedmet habe. Die ganz neuen Art. sind mit keiner Ziffer bezeichnet; die bloß im Lex. enthaltenen mit sl.^, die bloß in den Suppl. mit sH.^, die schon in beyden enthaltenen mit sl. Da in meinen Supplementheften von igok an die zu meiner Kunde gelangten Hülfsquellen vorweg sorgfältig benutzt worden sind, so versteht es sich von selbst, daß der Umfang der gegenwärtigen neuen Zusätze von Buchstab zu Buchstab (etwa mit Ausnahme der beyden nächst folgenden) sich fortan vermindern muß; so wie endlich dafür gesorgt ist, daß, was bey meinem Tode noch zu Vollendung dieser weitschichtigen Arbeit übrig bleibt, vermittelst Nachweisung der bereits in diesem ersten Hefte angezeigten Quellen, dann durch den sich stets häufenden Beytrag meiner eigenen nachgelassenen Papiere, und die Benutzung meiner Kunstbibliothek, von irgend einem achten Kunstfreunde leicht, und wohl besser als von mir selbst, zu einem löblichen Ziel gebracht werden kann. Zürich, am i. März i8s4> Hans Heinrich Füßli. Aa (Balduin van der), Buchdrucker, und zuletzt auch, wie es scheint, Buchhändler zu Lei, dein Seine Verlagsadresse findet sich auf verschiedenen Kupfern; wie z. B. auf einem, nach I. Houbraken 1740 „ach H, v786 Fol ), wie folgt: ganszonli van klar Xa excust. Dieses besagt so viel, daß der Verlag den Söhnen eines (uns übrigens unbekannten) Jan, d. h. Johann van der Aa, zustand. sll-H —(Peter van der). Dieser Peter, Buchhändler zu Leiden, erwarb sich, in Verbindung mit seinen Brudern, dem Buchdrucker Balduin und dem Kupferstecher Hilde- brand, seiner großen und wovlberechneten Unternehmungen halber, vielfache Verdienste um das Publikum. Bey ihm erschienen die wichtigen Werke eines Gronov und Grävius über die griechischen und römischen Alterthümer, des VatllantS botanische Schriften, viele Reisebe- schreibungen u. s. f. Aus den Kupfern und Karten, mit denen seine Verlagsartikel reichlich verziert sind, pflegte er dann wieder einzelne besondere Sammlungen zu bilden; unter diesen ist insbesondere anzumerken ein Atlas von zwey- hundert (freylich meist ungenauen) Karten, welche nach Reisebeschreibungen des XIH. bis XVtl. Jahrhundert gefertigt waren; und dann die 6aleiie s^iuatile «lu monclc, c>ü l'on voit un Aranll nombre cie oartes et cles ÜAures, 1e» prirrcipsux empires, ro^aumeg, republr- gue-i eto., aveo »ue ooui te llescriplion. Letztere, ohne Jahrzakl zu Leiden erschienene, zwar große, sonst aber eben nicht vorzügliche Sammlung (sie enthält 66 Theile in Fol., die man gewöhnlich aber in 33 oder 22 Banden gebunden findet), zeigt alle in seinen Verlagswerkrn I. befindliche Kupfer, mithin auch den obgedachten Atlas. Das Seltenste seiner Derlagsprodukte sind aber des sto. lUeursii Opera «electa, guse L «1 anticzultatem et kistorism Araecam speetant. I>u^ä. ösiav. -724, 5 Th. in Fol. Man kennt, wie der Verleger auf dem Titel selbst bemerkt, nur zwey Exemplare davon (Das eine befindet^ sich auf der Dresdner-Bibliothek.) Die Thätigkeit seiner Officin, die gegen Ende des XVll. Jahrhunderts beginnt, schließt sich mit dem Jahre 1780. Ein Verzeichniß seines Verlages erschien 1729. und der Catalog seiner eignen Bibliothek 1735, nach welchem Jahre er aber erst gestorben zu seyn scheint. Ersch und Gruber, Allstem Encyclopädie. In dem Aeperrorium der Land - und Seekarren v. woirersdorf, Wien i8,Z, 8. l. 128, wird die Lalerle »Areakle unter dem Jahre 1728 rubricier; hier heißt es auch, daß nur 100 Exemplare davon abgezoLen wurden, und dessen PreiS 476 Holland. Gulden gewesen sey. Anderwärts zeigt man die 66 Theile desselben in 9 Bänden (und wieder anderwärts in 28 Banden) an, davon die erster» achte 2623 Blatter an Prospekten rc. enthielten, der letzte dagegen den beschreibenden Text. perer nennt sich auf einem Buche von I687 als Buchhändler zu Leiden; und auf einem solchen von 1728 als Buchdrucker derselben Stadt und Universität, sl.^ Aacma (B ) Ist kein anderer, als der Maler Ac.ama des Lexikon, und unten. Aadnes (Peter). Ein Maler in Norwegen um >776. Ein damals von ihm gefertigtes Bildniß des Justitzrath Hammers hat Haas nach ihm gestochen, weinrvich, Runsthi- storie i Daninark, S. 208. sn.^l Aal (van). Das auf Leinwand gemalte, 1' 6" breite und 10" hohe Bild dieses in unsern Zusätzen angeführten und uns früher unbekannten Künstlers, in der Galerie zu Salzdahlum, wird von Eberlein kraus genug beschrieben, wie folgt: »Psyche liegt auf der Erde an einem Wasser, auf welchem ein Schwan schwimmt; vor ihr ein Korb mit Blumen. Der Gott der Winde zieht ihr einen Blumenkranz unrer die Brust bis über den Lopf zusammen. Ueber ihr schwebt ein Liebesgott," u. s. f. „Vielleicht" (bemerkt einer unserer Freunde) «ist dieser van Aal Eine Person mit dem Kaiserlichen Kamermaler van Aalen um i 685 .'' Vergl. unten Folperr Aalen. sl,.^ Aalani (Tob.Cecchini). Dieser Artikel in unsern Zusätzen (aus irgend einer uns nicht mehr erinnerlichen Quelle geschöpft) ist ganz unverständlich; und wüßten wir auch jetzt noch darüber keine Erläuterung zu geben, die nicht leicht zu irgend einem wirklichen Irrthum leiten könnte. sl. II ^ So ist auf einem von Mulder gestochenen Blatt der Aardman n. Abbare. 1 - 2 lrrbus Claesson des Lexicon und unsrer Supplemente genannt. iJl.) Aardmann od. Aartmann (N.). Der wlnkierfthe Katalog führt ein nach ihm von I. Schoude sehr geistreich gestochenes Bauern-Kirmcsfest an. Aarhus (Andreas Ottesen). Ein von Aarr hus vermuthlich gebürtiger Dänischer Kupferstecher, von dem man leidlich gestochene Land, schaften und Zierrathen kennt. Namentlich führt man die Ahnen des Jngeborg Kruse, mit einer himmlischen Glorie, quer 4., dann eine histo- rirte Landschaft mit dem Evangelisten Matthäus —, und endlich das Bildniß und die Ahnen des Ioh. Brokkenhus (i 65 o) an. Mein- rvich, Runsthisiorie » Danmark, S. 8o- Aaron (Abraham), Medailleur bey der Münze zu Schwerin, zufolge des dortigen Etaatskalenders auf 178h u. 98. Ab (An.). Dieser verkürzte Name bezeichnet den Verfertiger zweyer Medaillen von i 5 ? 6 ; die eine auf den Herzog Johann Friedrich von Sachscn-Gotha, mit der Umschrift: Vux loau- nes I'riclericus cnptivus, und die andre auf seine Gemahlin Elisabeth, mit der Revers- Umschrift: slllf kiiinmlisollor Herr ete. Abbildungen giebt Tenzels Sächsisches Medaillen-Rabiner der Ernestiriischen Linie, Tab. 17 Nro. II-, wo aber der Name des mistigen (wieDaßdorfs numismatischer Leitfaden der G««Hs>schen Geschichte, S. 261 sagt) irrig X. 0 X 6 gegeben ist. Unter letzterer Benennung Dab (A.) haben wir im Supplement auch schon Einiges über diese Medaillen beygebracht. — — (S. Den, auch S. Be. N.) Man kennt ein Blatt des Marc Anton, auf dem man man die Worte liest: 8. öLX. xu., welche aber, da dies Blatt den H. Denno darstellt, auch auf niemand anders, als auf denselben zu deuten ist; eben so, wie eine Copie davon, auf der weder Marc Antons Monogramm, noch sonst eine Künstlerbezeichnung gefunden wird, gedachte Benennung (unrichtig) 8. öL. dl. X6. giebt. XL-c. Abarka (Maria de). So nennt Fiorlllo IV. 267 kurz eine Spanische Künstlerin aus der zweyten Hälfte des XVII. Jahrhunderts, Zeitgenossin des Cano, deren Bildnisse Lob verdienen. — — s. auch unten Echenard. sn.^j Adas oder Ab das II. König von Persten, s. Sa>" im Supplement. si. H.^ Abare, s. Abbare im Lexicon und gleich unten. si. III Abartnt (Guido Ubaldus.) Passer» rühmt ihn als Frescanten, besonders für einen Plafond alla Viktoria zu Rom. erl. Icr-. II. »27. Nach ihm gestochen haben C. Cungius das Titelblatt zu dem Werke: Xecles Larberinac, Fol. Dann I. F. Greuter etwas uns Unbekanntes, und S. Vouiüemont das Bild, niß des Kardinals Justiniani. Abbarr oder?lbbarr (Franz), Bildhauer von Kerns, im Schweizerischen Kanton Unter- walden, geb. daselbst 17.. In 1804 erhielt derselbe bey der Kunstausstellung zu Bern das Accessit wegen eines trefflich in Holz geschnittenen Christus und einem betenden Bruder Ni, claus von Flue; und ebendaselbstJ810 die goldene Medaille in der Sculptur für seine eben- salls in Holz geschnitztes hohe Bildsäule Strut- hans von Winkelried, wie er den großen Lindwurm erlegt. Morgenbl. ib'io S. 804. Von ihm war auch das, nach Tiecks Zeichnung, schön in Holz geschnittene Becherkörbchen mit drey Kartatiden, womit die Stadt Zofingen die dort sich versammelnde Künstlergesellschaft i. I. 1812 beschenkt hatte; I. v. »812, S. (62, wo dieß Kunststück ausführlich beschrieben ist. — Mit welcher Vegründniß derselbe 1. <-. » 8,5 S- 7 » s. v. Abhardr ein Tyroler heißt, der in der Nähe von Kerns wohne, ist uns unbekannt. si. Il.^j Abbare (l') Cicero, s. Franz Golimena im Lexicon und in den Zusätzen. sl. II.^I — — (Herkules dell'), Sohn des nachfolgenden Julius CamiUus. Lanzi, IV. 39 — 4 « zufolge war derselbe, nach seinem Großvater Aiclaus, der bekannteste und beßte Künstler aus dieser Familie; und noch weit vortheil- hafter, als aus Marinos feilen Versen, lerne man ihn aus seiner Hochzeit zu Cana, in der herzoglichen Galerie, und aus andern Arbeiten in dem Rathssaale zu Modena kennen, welche letztem er zum Theil gemeinschaftlich mit Schi- done gemalt hatte (der vielleicht auch sein Gefährte in der Lüderlichkeit war). Jene Hochzeit zumal sey ein sehr schönes Werk, in mancher Rücksicht in Kraft und Saft der Venetianischen Schule; und wenn er überhaupt in dem, was er allein malte, seinem größern Nebenbuhler Schidone weichen mußte, so vermindert,dicß seinen eigenen Ruhm nicht. Nach der Verläum- dung des Spaccin», deren daH Supplement Erwähnung thut, hätte er sich für das Verderben von Correggios St. Sebastian noch 35Scudi bezahlen lassen. Gestochenes nach ihm ist uns nichts bekannt. iI. III --- — (Johann), Vater des nachfolgenden Aiclaus. Seine Bilder in Gips wurden sehr hochgeschätzt; seine Kruzifixe zumal, an welchen man die ausgesuchteste Anatomie an jeder Nerve und Ader sah. cäir. tcrr. IV. 32. Fiorilly, n. 335, nennt ihn auch Maler. sIi.^I — — (Julius Camillus), des nachfolgenden Niclaus Sohn. Lanzi, ). e 39 , scheint ihn denn doch für einen Künstler zu halten, der aber, weil er mit seinem Vater nach Frankreich ging, in Italien beynahe unbekannt war. sI. III — — (Niclaus), des obigen Johanns Sohn. Einige wollen ihn für einen Schüler des Correggio halten,^ und schließen solches aus einigen seiner Verkürzungen und dem Relief seiner Figuren, vasar» hingegen führt einzig eine von ihm bey den schwarzen Mönchen zu Modena gemalte Marter St. Peters an, wo die Figur des Scharfrichters aus einem Bilde von Allegri in St. Johann zu Parma genommen sey. Lanz» dann (ccUr. terr. IV. 38) glaubt, aus seinen in Frescos zu Modena, die man zu seinen ersten Arbeiten zähle, lasse sich seine Vorliebe für die Römische Schule deutlich erkennen; und dasselbe erhelle wohl aus den zwölf in Fresco's, nach den zwölf Büchern der Aeneis, welche aus der Mauer (rocea) von Candiano herausgesagt, gegenwärtig die herzogliche Galerie zieren, und schon für sich hinreichen, diesen Künstler a!s vortrefflich in Figuren, in der Landschaft, in Bauten, in Thieren, kurz jedes Lobes würdig darzustellen, das ein Abbate. 3 Nachfolgte von Raphael je verdienen kann (". Als er dann späterhin nach Bologna kam, wo er sich hauShablich niederließ, malte er dorr, unter dem Portico de' Leoni eine Geburt dec H. Jungfrau in einer Manier, in welcher weder Raffaellino di Borgo, noch irgend ein andrer Zögling der Römischen Schule so sehr dem Haupte derselben glich, kurz ein Bild, welches achte Kenner für das schönste in Fresco zu Bologna hielten, und eben so, wie andre seiner Werke, von den Carracci bewundert und nachgeahmt wurde. So z. B- jene Gesellschafts- bitt er von Jünglingen und Frauen in der Frise eines der Jnstitukosale(2). Inzwischen ahmte er, neben Raphael, auch andre große Kunstlichter nach; und es ist eigentliw ein Sonett von Au- gustm Carracci, welches alle Künstler auswendig wußten, das in unserm einzigen Hic- colo die Symmetrie von Raphael, die Schrecken des Buonaroti, Titjans Wahrheit, Corpeggios Adelt?), Tibaldis Zusammensetzung und Par- megianinvs Grazie vereinigt fand — freylich immerhin Lob eines Poeten, der für seine Schule leidenschaftlich eingenommen ist, das noch all- gemeinern Beyfall erhalten müßte, wenn n,an mehrere Arbeiten des Unsrlgen auch in Galerien finden würde. Allein er erschien nun einmal fast immer als Frescante, ging dann schon in seinem Vierzigsten mit Abbate Primaticcio nach Frankreich, und sah Italien nie wieder. Daß er nicht bloß Gehülfe dieses letzter» he» den Arbeiten zu Fontainebleau, sondern dessen eigentlicher Schiller war, und seinen Namen Abbate von ihm entlehnte, erklärt Lanzi beydes für Fabel. Jene Bilder zu Fontainebleau bestanden, nach Ebendemselben, nicht in acht und fünfzig, sondern acht und dreyßig Nummern, und wurden nicht 1/58, sondern I7§o zernichtet(r). Ihr Colorit war so schön, daß man sie für in Del gemalt hielt. In Deutschland besitzt die einzige Galerie zu Dreoden (einst in derjenigen zu Modena(H) von ihm die große Seltenheit eines Delgemaldes auf Holz (-3' hoch,, 7^ breit), das schon Malvasia zu seinen vorzüglichsten Arbeiten zählt: Die Marter St. Peters und St« Pauls in der Glorie, nebst der H- Jungfran und dem Kinde, das von einem Engel einen Palmzweig empfängt, um damit die beyden Märtyrer zu krönen. Hesonders wird in diesem ganz besonders merkwürdigen Hilde, neben dec schön ausgeführten reichen Erfindung der Enr gelchöre, der Soldat bewundert, welcher die Hinrichtgng vollzieht. Gestochen hat dasselbe I,. Folkema nach I. B- Jnternaris Zeichnung, für das bekannte Galeriewerk (§). Die H. Familie in einer reichen Landschaft, von H. kens geschabt, deren unsre Zusätze erwähnen, scheint Abbö. (wie so viel Seltenstes!) in England zu seyn, da solche mit tke Hol)? IHmil^ rubrizirt ist. Noch nennt dann der Minklersche Gantkatalog ein Bildniß Franz I. in antikem allegorischem (?) Costum, von P. Chenu; einen Apollo mit den Musen auf dem Parnaß, von St. de Laune (klein); und (dies zweifelhaft) Musen, die dem Pan opfern, mn einem unbekannten Monogramm, in M. Antons GeschmaLe. Ueberdieß kennt Heinecfe (plotlonn. ?. v.) nach ihm, eine an- dre, als die von Gyndylfi gestochene, Geburt, von I. M. Mitelli geätzt; eine Anbetung der Weisen (aus der Capelle des Hotel de Soubise zu Paris) auf zwey Blättern, von I. A. le Poutre, ebenfalls geätzt; die Marter von St. Stephan, und die von St. Andreas, beyde von Baron; Studien .mehrerer Figuren, vom Grafen von Caylus geatzt, und endlich wollte mein sei. Vater eine Pallas, den Helm in der einen, und den Wurfspieß in der andern, welcheAbbare selbst geatzt haben soll, kennen. (1.1 Abbare (Peter Paul) der ältere, clansens Bruder. Auch Lanzi (est. lerr. IV. 3g) nennt ihn besonders glücklich in Kavallerie- Scharmützeln. Ihm werden einige kleine Gemälde in der Galerie zu Florenz zugeichrieben, welche gerade unter denjenigen seines Bruders aus der Aeneis hangen, (1,^1 — — (Peter Paul) der jüngere, Sohn des obigen Herkul«, dessen im Lexicon unter dem Artikel perer Paul des alpern gedacht wird, st. r6Zn erst acht und dreyßig Jahre alt. Er ahmte die Manier seines Vaters ziemlich gut, doch nicht mit dem feurigen Genie desselben, nach. Von einigen ihm zugeeigneten Bildern ist es ungewiß, ob sie zu seinen beßten, oder zu den mittelmäßigen seines Vaters gehören. Ls/rrr, e,l. ipi L. k V. Ho, Als zuverläßig ppn ihm nennt Fiorilio ll. 3Zo—3» drey schöne Bilder in der Galerie zu Moden«: Eine Geburt des Heilandes, eine Verlobung, und eine Darstellung der H. Jungfrau im Tempel (^). (I. II ^ — — (il). Hierunter ist auch der berühmte Franz Primaticcio im Lexicon und in den Zusätzen zu verstehen. (I. Il/> Adbarini, s. Abarini im Lexi'con in den Supplementen, und oben. sl. ll/> Abbe (H.), eigentlich Abbe ohne Accent. Die von ihm gezeichneten Ovidischen Verwandlungen, deren das Supplement gedenkt, finden sich in: l.es lüeiamorpliOLes st'Oviüe, Irast. xar k. fiu k^er; eä, nouv. lc>1. Lruxelles (>) Sie wurden von >537^-46 gefertigt. 8iorMs H- 47Z, wo auch bemerkt wird, daß «t anfänglich Vieles gemeinschaftlich mit Albert Montana gefertigt habe, (->) Es sind viere: Eine Spiel-, eine Trink- und zwey Musikgesellschaften; AlleS in Halbfiguren, Gestochen von B. Crivellari, in dem Werke : k.« xiccure cli keUegriao »idslcli e M ^Vr'co/o errircenri üeU' iosrituta äj stologas, stescrirre ecl illpsrrsre lla 6- ?. Laoorri , gr. kol. Veneri» , »7Z6. (3) ll-rnzi irrt in Beydem. (4) Ist dieß dasselbe Bild, welches (s. oben den Anfang dieses Artikels) einst bey den schwarzen Mönchen zu Modena stand? Wir glauben jg! E. Fiorillo, U 472. (5) Der Catalog von Brandes nennt tS schön, und führt dann noch «inen andern Stich, nach eben diesem Bilde, von L- Aucck>i an, von welchem es bey Heinecke (Nachr, I. ,07) heißt, daß solches dem Könige nicht gefiel, und darum von Folkema neu gefertigt wurde, indessen auch nicht so vpllkommnrn Beyfall erhielt. Einen Nachstich gab auch P. A. Kilian in seiner Bibel. (6) Die Filiation der sechs Abbist wäre somit folgende: i, Johann; u. z. Niclaus und Peter pauk dex ältere, Johanns Söhne; 4. Julius Camillus, Sohn von Niclaus; 5. Herkuk, Sohn von Julius CamilluS; 6. Peter Paul der jüngere, Sohn von Herkul. 4 Abbö. Abel. 1677. Anderwärts heißt es: In Banicrs Ovi- bischen Verwandlungen. Die beyden Bauhe und Bouttats haben dieselben gestochen; dagegen hat C. Waumans keinen Theil daran; wohl aber soll derselbe nach Abb« das Bildniß des Malers Pet. van Bredael gestochen haben. ^ll.^ Abbe ( ), hieß Johann, und war Königlicher Architekt zu Baris. Wir kennen eine Vignette, die Basse für die Bücher seiner Bibliothek atzte, mit der Inschrift: Lx Ildl'is doannis Xrcliit. Nach ihm ist z. B- das Feuerwerk in kl. Fol. gestochen, was unter der Direction des Architekten Beausire, der Einnahme von Tournay halber, 1745 zu Paris gegeben wurde; dasselbe ist ohne Anzeige des Stechers bezeichnet: is zeunc et p. (ilix). Uebrigens bleibt noch anzumerken, daß das Supplement s. v. Labbö einen Künstler aufzahlt, der aber nur Eine Person mit dem unsrigen abgiebt; dort findet man somit noch andre Nachrichten über ihn. jA. 11 .^ Abbiati (Phil ). Lanzi (ed. ier/.. IV. 24«) nennt ihn einen Künstler von großem Talent, und für macchinose Werke wie gemacht,, kühn von Ideen, und entschlossen in der Ausführung. Auch was nicht vollendet war, gefiel, und würde noch mehr gefallen, wenn er die Grundsätze tiefer studirt hatte. An der großen Decke von St. Alexander Martyr (?) zeigte er sich als Nebenbuhler von Friedrich Bianchi und andern wackern Frescanten. Besonders rühmt Lanzi seine Predigt des Läufers zu Sarono, wo er seinen Namen beysetzte. Die Figuren seyen nicht zahlreich, aber schön, abwechselnd, kräftig gefärbt, und kühn toccirt; daher von großer Wirkung. sll.^I Abbolr (I. Ph.). Auch Jac. Walker soll nach ihm gearbeitet haben. S. unten Lemuel Abbor, mit dem er wahrscheinlich Eine Person ist. Abbot(J.). So nennt Fiorillo V. 844 «inen Englischen Jnsectenmaler aus der letzten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts, der, neben C- Donowan, in dieser Kunstgattung noch von Niemand übertreffen worden. l^H.) — — (Lemuel). So nennt der einzelne Catalog von Brandes einen Englischen Künstler (wohl einen andern als den oberwähnten Jnsecrenmaler) nach welchem Earlom das Bild- mß des General Nelson, und I. Walker dasjenige von Thomas Erskine schön in Schwarzkunst geschabt hat. E auch oben, und schon in unsern Zusätzen, den Art. I. Ph. Abbolr. Ull.^ Abbr (Christoph). In diesem Artikel unserer Zusätze l. sür Drenrrvelr Drenrs- rvee. — — s. auch unten Abr. sll.^ Abdalha Ben Rakib, ein arabischer Baumeister, soll, auf Befehl des Königes Abdelraham, die Cathedrale von Tortosa errichtet haben, wie solches eine arabische Inschrift in derselben bezeuge. Lo^s, Vo^a^es piltorezques cl'LspsAne (dritter Brief Text zu Pl. 6q). Ob derselbe mit dem Bildhauer Ao- dallab unserer Zusätze Eine Person sey, ist unö unbekannt. Abdoulrahman, der Stifter des Königreichs Cordova, in der Mitte des VIII. Jahrhunderts. Unter seiner Regierung blühten dort die Künste herrlich empor- Er verschönerte die Hauptstädte seines Reichs, und legte, neben Anderm, den Grund zu der berühmten Moschee zu Cordova, die nach dem Muster derjenigen zu Damascus errichtet wurde. Sie ist 600 ^ lang, 200 ^ breit, und enthalt 2g Schiffe in der Länge und 19 in der Breite; das Ganze ruht auf 109Z marmornen Säulen. Sie hatte 24 mit Bronze kunstreich verzierte Eingänge, und ein Hauptthor, das mit goldnen Platten belegt war. Auf dem Gewölbe waren drey goldne Kugeln und auf dem höchsten Gipfel ein Granatapfel und eine goldne Lilienblume. In der Nacht wurde sie mit 47 »» Lampen erleuchtet, die jährlich 20,000 Pfund Oel erforderten, und mit Weihrauchwolken erfüllt, wozu man jährlich 60 Pfund Aloeholz und eben so viel grauen Ambra brauchte. Als die Christen sie aus einer Moschee zu einer Kirche machten, und zu dem Dienste des wahren Gottes einweihten, verschönerten sie dieselbe nicht. Sie benutzten nur etliche ihrer Abtheilungen, um einige Hauptcapellen daraus zu machen. Eine von den letzter» hat einen Platfond, der noch ganz so schön zu seyn scheint, wie er unter Arabischer Herrschaft war. Die Säulen sind von schwarzem Marmor und haben sich sehr gut erhalten. Weil sie in keiner ununterbrochenen Reihe stehen, so entsteht ein wunderbarer Anblick. Sie reichen nicht bis an die Decke hinauf; ihre Höhe erstreckt sich nur bis auf 10 oder 12 Fuß; sie haben weder Fußgestell noch Capital, und sind unter einander vermittelst doppelter Bogen von Stucc verbunden, die selbst auf einem dicken übergypsten Grunde ruhen. Seit 1782 sind auf Befehl der Spanischen Regierung Grundrisse und Abbildungen dieses und anderer Arabischen Gebäude ge- gefertigt worden, Liorillo, IV. si - 22. Abeck (Johann Heinrich), ein Schreiner zu Nürnberg, dessen Bildniß in Kupferstich (»687 Set. 56 ) gefunden wirb. Oanzer, Aürnb. Bildnisse. sJ. 11.^ Ab eele (P. van), der Holländische Medailleur; s. denselben im Lexicon und den Zusätzen s. v. vabeele. Abel (Alexander Dionys Joseph) von Va- lenciennes (1810 26 I. alt), Schüler von David, erhielt damals den zweyten großen Preis in der Malerey mit dem Bilde: Zorn des Achilles. suJ — — (August), s. Leopold August A. im Supplemente und unten. sl. Il.^j - - (Ernest August). C. G. Geyser hat nach ihm das Bildniß des Göttin-, Zischen Gottesgelehrten Gottfr. Leß, und Wicker zu Frankfurt a. M. dasjenige des Arztes A. Reichard gestochen, Tkko. sl. II -4 — — (E. H.). Von einem solchen in Miniatur gemalt, sollen sich ehedem in der Sammlung des Kapellmeisters Bach zu Hamburg die Bildnisse Carl Friedrich Abels und Joh. Christian Bachs befunden haben, wie der Anhang des zweyten Theiles von Gerbers Lexicon der Lonkünstler S- 60—61 meldet. Da unsre Quelle aber reich an Druckfehlern ist, so fragt es sich, ob dieser Artikel nicht etwa auf den obigen E. A. Abel zu beziehen sey? — — (Gottlieb Friedrich), Königl. Würtem- bergischer Hofkupferstecher zu Stuttgart seit 1786 (Zögling der hohen Carlsschule, Vvrnäm- lich Joh. Gotkh. Müllers), geb. daselbst 176z. Von ihm nennt Meusel tii. (1808) zwey große Plane von Hohenheim und der Solitüde, nach der Zeichnung des Hauptmanns Fischer; bann eine Folge von solchen, zur Geschichte des siebenjähc Abel Abel. eigen KriegS. Hiernachst in den I. i8oS-i 8 o 5 ,s 5 colorirte Blätter in 4 ", zu I. D. Reiters, G- F- Weis u. a. Beschreibung und Abbildung der in Deutschland seltenen, wildwachsenden rc. Holzarten, die von Kennern sehr gerühmt wurden, und z. B. mit den PflanzenabbildunIen von Schellenberg und Geißler wetteifern durften. Um 1808 arbeitete er auch an der Karte von Würtemberg und Schwaben, nach der Zeichnung von Bohnenberg. Noch nennt einer unsrer Freunde von ihm: Ein gutes allegorisches Blatt zu dem Wahl-Diarium Kaiser Leopold II. Fol. Frankfurt a. M. 1791 nach Heideloff (ohne dessen Name). ^II.^ Abel (Hans). In dem chronologischen Verzeichniß der alten Frankfurter - Maler scheint dieser (v. 1^94) einer der wichtigsten zu seyn. Frorillo D. I. 426. — — (Johann Gotthilf). So heißt, nach dem Lübecker- Adreßhandbuch, ein Maler daselbst um 1801. — — (Joseph), Maler, ein Schüler Fügers, der in unsern Zusätzen ohne Laufname erscheint, gebürtig von . Nachdem derselbe schon durch seine Arbeiten sowohl zu Wien als in Polen, wo er mehrere Jahre unter der liebenswürdigen Czartoryskischen Familie verlebte, vorlheilhaft bekannt war, widmete er die I. 1802 — i8n8 in Italien dem Vollendungsstudium seiner Kunst mit eben so viel Fleiß als Glück, und brachte bey seiner Rückkehr 1808, zum Beweise seiner wohl angewandten Zeit, von Rom mehrere Arbeiten nach Wien, von welchen die Zeitschrift: Paris, Wien und London, I. S. 81—91, eine ausführliche Beschreibung und Beurtheilung giebt. Es waren: 1.) Klop- stock im Elysium, wie er von der Religion in den Kreis der Dichter der Vorwelt eingeführt wird, unter welchen sich Milton mit geheiltem Aug' an der Hand seiner liebenden Töchrer (aber kein Franzose) befindet; ein großes aus 2Z halb lebensgroßen Figuren bestehendes Bild. 2.) An- tigone, vor dem Leichnam ihres Bruders Polys nizes knieend, von vortrefflichem Ausdrucke; lebensgroße Figuren. 3 .) Prometheus, an den Kaukasus geschmiedet, mit der erhaben einfachen Kraft des Aeschilus dargestellt; halb lebensgroß. 4 -) Cato von Utika, dem der Knabe das Schwert zu seinem Tode reicht; zwey über lebensgroße Figuren. 5 .) Sokrates, der seinen Schüler Lhe- ramenes im Areopage von augenscheinlicher Gefahr, der Grausamkeit des Critias zu unterliegen, mit Gefahr seines eignen Lebens, rettet (nach Lenophon); 25 kleine Figuren. „Nur ein anhaltendes Studium der Antike und der großen italienischen Meister" (heiIt es in gedachter Beurtheilung) „ kann den Künstler auf die Stufe bringen, auf der er einen solchen Gegenstand voll leidenschaftlicher Bewegung zu beherrschen, und ohne Ziererey, mit Warme und Leben wieder zu geben vermag." 6.) Sokrates als Künstler, wie er so eben die drey Grazien vollendet; ein kleines liebliches Bild, das nach Riga ging. — In 1806 bearbeitete Abel in Rom für den Grafen von Fries zwey Gegenstände aus der Jliade, mit vielem Feuer: Hektors Abschied von Andro- mache, und: Andromache in Ohnmacht, als sie Hektors geschleiften Leichnam vom Thurm erblickt; jedes von neun Hauptfiguren. Dann befanden sich unter dem neu Mitgebrachten zahlreiche Studien nach der Natur, nach Raphael, Geb. bei Piombo u. s. f. Seit seiner Rückkunft sah man von ihm, nebst einer Menge, theils histor rlrter, theils einzelner Bildnisse, „die er mit seltener Schnelligkeit und Sicherheit aus dem Spiegel zu,stehlen versteht", mehreres Geschichtliches: Für die Kirche zu Gumpendorf (einer der Vorstädte zu Wien) einen St. Aegidius, fünfzehn stark lebensgroße Figuren; für die Pfarrkirche zu Krems einen St. Vitus, von neun kolossalen Figuren, die über der Stadt schweben. Dann noch einen an den Felsen geschmiedeten Prometheus, Horaz zu Tibur, und Tibull in seiner Villa (drey Bilder, worin der Künstler seinen schon früher bewiesenen Beruf zur Landschaftmalerey neuerdings rühmlich bestätigt); einen lebensgroßen Hymen (Bildniß); eine Madonna mit dem schlafenden Kinde von Engeln umgeben, lebensgroß; eine Ruhe auf der Flucht in Aegypten (der Vorgrund erhält, wie in Correggios Nacht, sein Licht von dem Kinde: „Es ist nicht wohl möglich, den Zauber der Grazie in Worte zu fassen, der über diese einfache Composition so viel Licht verbreitet"); endlich eine neue, 5 s ^ lange und 42* hohe Courtine für das neue Theater zu Pesth in Ungarn. Abel lebte noch zu Wien 181Z (und wie wir hoffen, noch gegenwärtig) als würdiges Mitglied der dortigen Akademie. Nach ihm hat V. Kinninger das Bildniß des Bischofs Sigm. Grafen von Hohenwart, in Fol. geschabt. ^-0. Seit der Redaktion des obigen Artikels finden wir (und trauen unsern Augen kaum) im T ü b. Morgenblatt 1808 S 456 , doch offenbar von keinem andern als dem Unsrigen (und aus Wien geschrieben), was folgt: „Dieser Künstler, welcher nach Fügers Zeichnung die vortreffliche Gruppe des ersten Vorhangs im Hoftheater gemalt, ist nun von Rom zurückgekommen ('), und hat einige Bilder in Rom ausgestellt, welche aber keineswegs der Erwartung entsprechen, die man sich von ihm mit Recht gemacht hatte. Seinem Gemälde: Die Einführung Klopstocks ins Elysium zu Homer und den übrigen berühmten Dichtern alter und neuer Zeit, gebricht es sowohl an geistvoller Erfindung als Ausführung, und es ist darin nichts, was sich nur einigermaßen über das Gewöhnliche erhöbe. Auch feiner Antigone und seinem Prometheus in Fesseln gebricht es durchaus an Würde der Behandlung, und das Kolorit ist matt und schmutzig." — Dagegen schreibt ein Anderer (doch abermals offenbar von demselben, und in solchem Fall lustig genug!) 1.0. 1814 S- 268. „Diesen Künstler, der jetzt noch wenig im Auslande bekannt ist, darf ich als einen Mann von wahrhaft dramatischem Genie, und einem in der Schule der großen Meister des XVI. Jahrhunderts gebildeten Talente bezeichnen. Die Kunst hat gewiß viel von ihm zu erwarten." Pilatus aber fragte: „ Was ist die Wahrheit?" suJ Abel (Leop. August). Sein in gr. 4. eigenhändig gemaltes Bildniß befand sich ehemals in der Sammlung des Kapellmeisters Bach zu Hamburg. M-o. — — (Ludwig). Ein solcher (vielleicht ein Sohn des obigen Gottlieb Friedrich A-) fand sich, zufolge des würrembergi scher» Staarskalenders in 1809 als Landbau-Kon- troüeur zu Heilbronn bedtenstet. (>) Sein dortiger Aufenthalt wurde ihm 1806, auf Empfehlung der Königin Marie Karoline von Neapel, welche die Frau von der Recke bey gedachter Monarchin ausgewirkt hatte, verlängert. S- Morgen blatt >8>L S. -o--. I. L Abel (Matthäus), Hofbaumeister des Churfürsten zu Mainz, von dem es in Joh. wil, Helms ^rokitecturn civilis (dessen erste Auflage in Mitte des XVH Jahrhunderts erschien) heißt: «Er habe zwar ein Buch über seine Kunst ediren wollen; doch sey es (wie es aus mannigfaltigen Gründen so oft geht!) dazu nicht gekommen. — — (Peter). Bey Fiorills D. l. iZr, heißt es: „Der Faltenwurf ist es auch, wodurch die Böhmischen Künstler, Maler oder Bildhauer, sich vorzüglich ausgezeichnet haben. Bey ihnen ist er leicht, reich, und in große Partien gebrochen, wie man solches sehr deutlich in den Handzeichnungen zur Chronik des Derer Abel sehen kann." Ob dieser aber dieselben selbst gefertigt habe, ist uns unbekannt. — — (Wilhelm August Christian). S.Leop. August A. im Supplemente. — — ( ), Oberfeuerwerker in Preußischen Diensten gegen 1800, der einen von dem Hauptmann von Douailli gezeichneten Plan der Stadt Königsberg in Preußen ins Kleine ko- pirte. und zugleich verschiedentlich berichtigte. Diese Zeichnung Abel« wurde 1800 zu Berlin gestochen, nnd der Beschreibung Königsbergs von Baczko einverleibt. — — ( ). Nach einem solchen haben Cönigen und Göpert gemeinschaftlich das Bild- ntß von I. I. Richards gestochen, welches im Verlage von Varrentrapp und Wcnner zu Frankfurt (»809) »2 ggr. kostete, — — ( ). Ein Kupferstecher. Von einem solchen (wahrscheinlich dem schon oben genannte Göttlich Friedrich) heißt eS im Tüb. Mogenblatt i 8 i 3 S. 960, er sey nunmehr mit der 47. Section der Bohnendergtschen Karte von Schwaben beschäftigt. — — ( ). Ein solcher wird im Tüb. Morgenblatt 1814, S. n68, beyläufig als ein geschickter Schüler von David, an der Seite von Gerard, Girodet, Gros u. s. f. genannt. Wohl.tst er kein anderer, als entweder der oben angeführte Alexander Dionvs Joseph, oder dann der gleich nachfolgende Abel-Dujon. Wir vermuthen eher das Erstere. Abel-Dujon ( ), ein Französischer Geschichtsmaler, Schüler von David. Auf der Ausstellung zu Paris 1819 sah man von ihm ein Bild: Tod der Maria, das in den bekannten Briefen an David über diesen Salon, als des Künstlers unwürdig, Übergängen wird. Dafür geben sie die Beschreibung und Abbildung im Umriß eines kleinern Bildes von ihm mit Figuren von ein Drittheil Lebensgröße, welches Casarn auf seinem letzten Gange nach der Senatssitzung darstellt, wo er von seiner Gemahlin Calpurnia aufgehalten wird. Davon heißt es dann im Tüb. Morgenbl. 1820 S- 78—79: „Uns macht das Bild den Eindruck einer auf das Französische Theater übersetzten Römischen Geschichte. Der Anordnung fällt kein besonderer Tadel zur Last; doch finder man darin eben auch kein besonderes Verdienst. Höchst ungünstig aber wirkt die theatralische Ohnmacht der Calvurnia. Sie sinkt mit ausgebreiteten Armen so heftig zurück, daß Antvniuü unmöglich sie hallen kann. Die ganze Figur hat dabey etwas unerträglich Steifes; doch bescheiden wir uns, daß der Umriß hieran einige Schuld tragen mag." In »820 wurde ihm und vinchon die Ausma- malung in Fresco der Kapellen St. Rochus und St. Mauritius in der Kirche St. Sulpice aufgetragen. Abels Arbeit bestuhnd, außer den Verzierungen: 1.) In drey Compofitionen: Wie der H. Rochus für die Heilung der Pestkranken in einem Römischen Spital betet; wie er im Gefängnisse seiner Muttersiadt, Montpellier, stirbt; und, als Deckenstuck, dessen Apotheose, s.) In den Figuren der vier Städte, welche durch die Fürbitte des Heiligen von der Pest be- freyt wurden. 3 .) In dem Altar, welches mit dem Grabmal des Heiligen geschmückt ist, auf dem man in Basrelief sein Leichenbegängntß dargestellt sieht, 1 . 0. 1822,S. 4 o. «Als am 29. April 1822 der bekannte Abbe Frayssinous zu St. Sulpice die Schlußrede seiner dießjährigen Ultra-Andachten hielt, führte" (heißt es in dem Blatte der(Quotidienne) «nach dem Ende dieser Rede, das fortgesetzte Andachrsgefühl einen großen Theil der Zuhörer nach der Kapelle,St. Röche, wo H. Abel-Dujon, mit so vorzüglichem Talent, das Leben und den Tod dieses heiligen Bekenners in Fresco gemalt hat." fl. ll/j Adele (P. van), den Holländischen Medailleur, s. im Lex. und dem Supplemente s. v. vabeele. fUJ Abelgardt,s. Abilgaard im Suppl. und bald unten. Abelin (Carl l'), gebürtig von Bevai im Canton Waadt. Derselbe war Baumeister der schönen Westmünsterbrucke in London, die 1220' Lange, und ihr mittlerer Bogen 75^ Weite hat, deren Bau zwölf Jahre dauerte und 218,000 Pf. Sterl. kostete. Kein brittischer Baumeister wollte die Arbeit übernehmen; Er that es, und vollendete sie aufs Beßte. Dann verfertigte er, unter den Augen des Prinzen von Wales, Baurisse für den Pallast von St. James. Allein, sey es, baß er schlecht bezahlt ward, oder daß er kein guter Hausvater war, seine Talente führten ihn nicht zum Wohlstand. Er begab sich nach Paris, und starb daselbst, 80 Jahre alt, unbekannt und in dürftigen Umständen, am 17. Dec. 1781. Ltrennes belvet. I8i4- Abel 0 ch (Joachim), Münzmeister der Burg Friedberg seit 1H89. Hirsch , teutsch. Münz- Archlv VH. 2S1. Derselbe erscheint auch unter dem Namen Absloch. fii.^ Abendroth oder Abendbrodt (Derthold od. Bartholomäus), ein Glockengießer, s. Peter Stengel in unserm Supplemente. flJ Abenr (Leonhard), war, nach Einigen, nicht von Passau, sondern aus Holland gebürtig, da er unter Blättern von oder nach ihm nicht p»8s. heißt.. Indessen ist zu bemerken, daß in alten Zeitbüchern Passau öfters üatkavia, katavia und Lstsva Lastrs heißt, und daß man nun einmal von ihm einen Plan der Stadt Passau kennt. Lkporvsky, I. 224, 1l. 210. Abercrombie (Johann), ein Brittischer Kunstgärtner zu Tottenham-Court um 1770, welcher auch als Schriftsteller über seine Kunst rühmlichst bekannt ist. Aberli (Franz), aus Winterthur, der jüngere, ein Stempelschneider und würdiger Schüler von Huber zu Basel, wird im Morgenbl. 1809. S. 906, wegen seiner Kunst sebr gerühmt. In 18,0 erhielt derselbe bey der Kunstausstellung zu Bern den Preis für eine Folge in Edelstein geschnittener Engel; I. c. 1810 804. Referenten dieses schrieb der berühmte Steinschneider I. v. Dökl zu Suhl in 1810: «Ueber die dermaligen Steinschneider Deutschlands läßt sich Aberli. 7 nicht viel sagen. So weit ich Kenntniß davon habe, so ist es nur der einzige Aber!, von Win- terthur in der Schweiz, von dem ich weiß, daß er mit vielem Fleiß und in gutem Geschmacke arbeitet." sl. n.1 Aberli, eigentlich Aaberli (Johann Ludwig). In Oel arbeitete er nur Weniges. In deutschen Galerien finden sich von ihm, unsers Wlssens, einzig zu München: Eine kleine Landschaft mit einem Wasserfall zwischen Felsen, auf welchen ein Fischer angelt; und zu Schlelsheim eine etwas größere: Beseitigte Brucke, unter deren Bogen ein Fluß durchfahrt. Beyde auf Holz. Weit mehrere (wohl die meisten) dürfte man in Bern treffen, von Männlich bemerkt über ihn: »Eine Reise nach Paris und der Umgang mit Freudenberger bildete seinen Geschmack mehr aus, der vorhin etwas ins Kleinliche fiel." Seine Prospekte nach der Natur taugen ungleich mehr, als seine ideale Landschaften, die nicht selten aus Theilen com- ponirt sind, die sich in der Natur nicht zusammenfinden ; was indessen so vielen Landschaften neuerer Zeit zur (nicht genug gerügten) Last fallt." Mit ganzer Seele hing der Unsrige an einem Bilde, das er kaum ein Jahr vor seinem Tode für die Herzogin von Brionne anfing und welches späterhin, so viel wir wissen, von Nieter vollendet wurde. Eine kleine Nachbildung desselben findet sich im Neujahrsblatte der Künstlergesellschaft zu Zürich, vom I. 1817. Dort auch ein wohlgeschriebener Auszug seiner schon in unsern Supplementen angeführten Biographie, und in Vignette ein kenntliches Brustbildchen, von M. Eßlinger. Gestochen nach ihm haben B. A. Dunker, C- G. Guttenberg, G. D. Heumann, I. A. Pfeffel, M. Pfenninger, H. Nieter und A. Zingg. Lsr,-scLs. — Nicht jedermann weiß, daß der Unsrige der erste war, der die Landschaft in leichten Umrissen atzte, und mit dem Pinsel austuschte und colorirte. Tüb. Lunstbl. 1821, S. 335 . Abesch (Anna Barbara), Tochter des Glasmalers perer Anton A. Glasgemälde auch von ihr, so wie von ihrem Vater, befinden sich in der Aargauischen Benediktiner-Abtey Muri. Fionllo D. IV. gb. Abignä (T. d') soll der Verfasser eines Werkes seyn, das zum Titel führt: Qs Uekense Uroite yui est 1s kartistcstion Uekensivö cts- dlie sur les Principes kxcs et nouvesux lle IVl. cle Loekiorn, psr 1 e 8»r. 1 *. in- senieur orllinaire lies etats lies krovinees- Vnies, 8. krecis 1706. Scheibe!« Einleitung zur mathematischen Bücherkenntniß, I. 607. Abilgaard oder Abei gart (Andreas Lorenz), ein Seidensticker zu Meißen bey Dresden 170Z. Das itzriebende Mrissen, 12. Dresden 1703. sn.) — — (Clemens). Da Weinwich desselben so wenig als sonst jemand gedenkt, so ist höchst wahrscheinlich, daß, da er, dem Supplemente zufolge, nach dem nachfolgenden Mklaus geätzt haben soll, aus dem Kupferstecher Johann Friedrich Clemens, welcher wirklich nach Mklaus A- gearbeitet hat, irrig ein Nonens geschaffen worden. sll-H — — oder Abi!d gaard (Niklaus, eigentlich Niklaus Abraham, gewöhnlich Ntklaus), der Sohn des nachfolgenden Sären A-, geb. zu Kopenhagen - 744 - Er lernte auf der Akademie seiner Geburtöstadt: dort war Mandelberg Abilgaard. fein erster Lehrer (wie Ramdohrs Studier» auf einer Reise nach Dänemark, I. 106, besagen), und erhielt von dieser 1764 einen PrelS im Zeichnen nach dem Modelle, so wie 1765, 1766 und 1767 (damals die goldne Medaille) dergleichen in der Malerey. Spater ging er, mit Beyhülfe seines erlangten Reisestipendiums, von 1772 bis 1777 nach Italien, wurde nach seiner Zurückkauft Professor der Akademie und starb endlich als (seit 1807) Direktor derselben, und Mitglied des Danebrog-Ordens, zu Kopenhagen 1809. Nicht allein, daß er ein großer Künstler war, so war er auch einer der wissenschaftlichst gebildeten Geschichtsmaler Europens, wie seine Werke bezeugen. Neben seinem noch in Rom gemalten Phtloctet, lobt man auch seine historischen Staffeleygemälde für den Rittersaal des alten Schlosses Christiansburg. (Diese wurden 1794 durch Brand vernichtet.) Ein Mehreres über seine Kunstprodukte kann in der Minerva, Jahrg. Z 7 gr Monat Juli S. n 3 , und inRam- dohrs Studien S. 93-101, nachgelesen werden. lDernwich, Lunsthiftorie i Damnark, S. -85 u. ff. — In der allgem. Encyclopädie von Ersch und Gruber sagt man, er sey 174z geboren, und habe von 177s bis 1777 in Italien verweilt. Diejenigen Werke, die seinen Ruhm der Nachwelt übergeben würden, wären: Sokra- tes, von Clemens gestochen; Jupiter, der die Schicksale der Menschen abwiegt; die Schöpfung der Welt, nach Orpheus; Culmins Schatten, in dem er sich der Mutter zeigt; und ein Cu- pido, der dermalen sich in Spanien befände. Seine Künstlerlaufbahn habe er mit vier großen Gemälden beschlossen, die eben so viele Scenen aus den Lustspielen des Terenz darstellen. Außerdem besäße man von ihm eine unzählbare Menge von Monumenten, Dekorationen, Allegorien u. s. f., bey deren Entwurf ihn seine lebhafte und fruchtbare Einbildungskraft, seine Gelehrsamkeit und die Hülfsmittel seiner schätzbaren Bibliothek unterstützt hätten. Seine tüchtigen Einsichten in der Theorie und Geschichte der Kunst, bewährten auch seine von i ?85 bis 1798 erschienene» Schriften. Das harte Urtheil, was fernoro in: Leben des Lünstlers A. I. Carstens, über ihn ausgesprochen, habe ihm bey keinem Unbefangenen geschadet; er sey ein Dänischer Künstler der ersten Größe, der von der Natur mit seltenen Anlagen begabt wurde. — Ein talentvoller Künstler, der mehrere Jahre in seiner Nähe lebte, urtheilte freylich ebenfalls folgendermaßen über ihn: »Abildgaard besaß einen festen Charakter, war aber ein großer Egoist, der wenig Mittel verschmähte, um seine Endzwecke zu erreichen. Unterdessen mußten auch seine Feinde die große Geschicklichkeit und das Genie anerkennen, was er zur Kunst besaß; und sie mußten gestehen, daß nur er derjenige war, dessen durchgreifende Festigkeit die Kopenhager- Akademie von ihrem Verfalle rettete, wenn er auch bey alle dem sich wenig mit seinen Schülern (zu den vornehmsten derselben gehören der berühmte Thorwaldson, bann der unglückliche Flink, Wahl, Hoyer rc.) beschäftigte, und gegen dieselben sich mehr vornehm als zugänglich finden ließ. Seine Zeichnungen sind vortrefflich; doch zeichnete er in frühern Zeiten seine Figuren zu lang. In der Malery hatte er das Besondere an sich, daß er nicht, wie andere Maler, von dem Lichte ausging zu den Schatten, sondern daß er umgekehrt verfuhr. Das Letztere soll die Ursache seyn, warum seine Arbeiten zwar einen dunkeln, nichts desto minder aber einen warmen und kräftigen Ton an sich tragen. Seine Manier war in Kopenhagen Modemanier geworden." - Der Dänische Graatskalender auf 1789 nennt ihn als Königlichen (ersten) Hi« Abondio. 8 Abilgaard. storienmaler, Professor der Kopenhagner- und Ehrenmitglied der Berliner-Akademie, und legt ihm den Rang (doch nicht die der Kunst abgekehrte Stelle) eines Justizrathes, wie das Supplement besagt, bey. Das Bildniß seines Freundes A. I. Netz zu desselben: Odservatione« dotanicsc, lüp«. 1791, Fvl., hat nach ihm F. G. Schmidt 1790 zu Dresden schön in Folio gestochen; auch soll L. Hoppe ein Blatt unter dem Titel Ossian, in Folio, nach ihm geliefert haben. Daß Abilgaard, wenigstens einige Kleinigkeiten, selbst ätzte, bezeugt der folgende Artikel seines Bruders perer Christians. In der Hall. A. L Z. rdio, S. gZ), werden namentlich König Svends Loskaufung als das Bild für seine Aufnahme in die Akademie, und dann als Schriften von ihm, außer mehrern Streitschriften (?): Erklärung der Marmortafel mit dem Bild der Sonne, in der Matthäischen Sammlung zu Rom (i/gZ), und einige Nachrichten von einem Bilde des Correggio (beyde in der Dänischen Minerva) genannt. Er hinterließ eine aus seinen eignen Gemälden bestehende Galerie, welche seine Wittwe noch 182» besaß. Die hinterlassene Büchersammlung dieses gelehrten Künstlers wurde für die Akademie erkauft. Abilgaard (Peter Christian), der Bruder des vorstehenden Mklaus, geb. zu Kopenhagen i 7 -jo, und hier als Professor der Universität und Sekretair der Gesellschaft der Wissenschaften 1801 gestorben. Mittelst seiner umfassenden Kenntnisse der Naturgeschichte, der Naturlehre, der Arzney- und der Thierarzneykunde, erwarb er sich mannigfaltige Verdienste um sein Vaterland und machte auch als Schriftsteller seinen Namen rühmlichst bekannt. Auf den Reisen, die er durch Norwegen, Italien und Spanien unternahm, entdeckte er in der Gegend von Rom ein antikes Grabmal, was der nicht unbekannte (oder wie Ersch sagt »berühmte") dänische Maler Cabot (Ltucciri ü^urati, csistenti irr un antico «cpolcro kuori ckelle muru «II Koma. Koma 1795) beschrieben hat. Ersch und Grudere allgem. Encyklopädie, und N)e kurv ich, Aunsthistorie S- 168. Wir gedenken seiner aber deshalb, weil wir in der Vorrede von C. F. Rottboells Vescrlptionc« et Icone« plantarum, erl. nova c. tad. XXl aen., Hav- uiae »78(1, Fol., lesen, er habe nicht allein an dem Texte gebessert, sondern auch die neunzehn Tafeln der botanischen Abbildungen fein, nach den Regeln der Kunst gezeichnet. Gestochen wären aber diese Kupfer von den beyden Söhnen des Universitäts-Kupferstechers Haas des ältern, mit Ausnahme des zehnten Blattes, was von dem Bruder perer Christians (dem abgedachten Nikiaus) sey u. s. f. — — (Sören), ein in Norwegen 1718 ge- borner Maler, welcher von 17Z7 an auf der Schule zu Christiansand sich der Zeichenkunst, der Naturhistorie und der Oekonomie befliß. Mit dem Geheim-Archivar Langbeck reiste er 175z und 17hg nach Schweden und in die Gegend von Ostersoen, um alte Denkmäler zu zeichnen; so wie er auch gleiche Mühe auf die in Dänemark befindlichen Alterthümer verwandte, nachdem er bey dem Königl. Dänischen Archive als Zeichner angestellt worden war. Die schönen Zeichnungen, die er von den letzt gedachten lieferte, sind dermalen in der Universikärs-Bib- liothek zu Kopenhagen aufbewahrt. LVein- rvich, Kunsthistorie S- >68. Sören gab eine Beschreibung von Stevens Klint in dänischer Sprache heraus, welche auch ins Deutsche (Kopenhagen u. Leipz. 1764, 8.) übersetzt wurde. Man findet in derselben einige Prospekte und naturhistoriscbe Gegenstände nach feiner Zeichnung, die (wenigstens in der Uebersttzung) von einem Anonymus geätzt sind. Irgendwo führt man zwey bunte Blätter in quer Quart an: b elle« Olaerle und kelle« liloorslcab, welche bei zeichnet sind Inv. und 6. «e. (d. h. ^bli- guarcl luv., Diemen« sc.), die entweder von ihm oder seinem Sohne LZiklaus herrühren. Abilgaard oder Abilgar ( ), ein Maler, der unstreitig um 1709 zu Zittau in der Lausitz lebte. Wir kennen ihn einzig aus Ottos Lexicon der Ober-Lausitzer Schriftsteller und Künstler, wo es «. v. Joh. Geo. Knoblauch heißt, derselbe Knoblauch habe in Druck gegeben: Betrachtungen über heilige Bilder, eine Gedenkschrift auf des Kunstmalers Abilgar's Eheliebste. Zittau 17Z9, Fol. — Das Titelkupfer von I. B. Carpzvvs ^nalecta ka«- torum Littavien«um 1716, Fol., ist bezeichnet «c. und auch /. o. 8c. Vermuthlich ist dieser Abilliar und der obige Abilgar nur Eine Person; und eben so vermuthlich hat der Kupferstecher Menyel seinem Namen, statt äelineav. aus Versehen den Ausdruck »c. beygefügt. Abilliar, s. vorstehenden Artikel. sn.^l Ableirner(Balthasar), wahrscheinlich des nachfolgenden Johann A. Sohn, war Churfürst!. Bayerscher Hofbildhauer, und lebte noch 1696. Liporvsky, II. 2»«», so daß sein (I. c. I. 2.) angegebenes Todesjahr um 162b vielleicht seinen Vater angeht. In der Herzog Mar. Hofkapelle sind die zwey zum heil. Grabe gehörigen Statuen der Geißelung und Verspottung Christi; in der Hofkirche zum heil. Kajetan die auf dem Familienchristi-Altar aus weißem Marmor gebildete Maria von Ettal, dann die vier Evangelisten am Tische des hohen Altars aus Holz geschnitten; und in derselben Sakri- stey aus braunem Holze geschnittene Figuren: Christus an der Säule ^ die heil. Dreyeinigkeit, die Portraite des Churfürsten Ferdinand Maria, und der Churfürstin Adelheid, dann einiger Prinzen und Prinzessinnen, von seiner Arbeit. — — (Johann), wahrscheinlich des Obigen Vater. Liporvsky setzt seine Geburt zu München, wohl zu frühe, ins XVII. Jahrhundert. Derselbe zierte mit seiner Dildhauerarbeit viele Kirchen seiner Vaterstadt und seines Vaterlandes. Don ihm befindet sich z. B. ein St. Paulus, in der Sr. Peters Pfarrkirche zu München, nächst dem hohen Altar. Ab 0 ndi (Georg), ein Gypsarbeiter zu Prag um 1807; von ihm kennt man schöne Figuren und Vasen. sl.^I Abondio (Alexander), varer und Sohn. Nach Prag wurden beyde von Kaiser Rudolph II. berufen, und Ersterer arbeitete noch daselbst iboü. Auch Bäume, Blumen, n. dgl. waren Gegenstände seiner Kunst. Nach des Kaisers Tode trat Letzterer 1612 in die Dienste des Herzogs Maximilian von Bayern, ging aber späterhin nach Prag zurück, und starb daselbst. Dlabaczk. Von ihm ist das berühmt« wächserne Vesperbild, welches einst der kleinern lateinischen Congregation zu München geschenkt wurde. Dort arbeitete er von 1614 bis 1641. Er hatte einen Schüler, Johann Männlich, der um löäb zu Augsburg als Wachspos- sirer ansaßig war, nachwarks ebenfalls in Bayer- sche Dienste kam, und den Rarhstitel erhielt- Dieses letzter», von seinem Lehrer in Wachs Abondio 9 gefertigte Bildniß , besaß H. Paul von Stetten zu Augsburg. Das erwähnte Vesperbild hat L. G. Aniling gestochen. Ltporvsky I. und!!. 2lo—ii. Von diesem Alexander dem jünger» rühmt Gendrart (Akad. II. Th. B- 3 . Vorrede S. 2H?), der seine Bekanntschaft zu München gemacht: „Daß er von ihm für seine Kunstgeschichte Vieles erfahren, da derselbe theils selbst sehr nachforschend in seiner Jugend gewesen, und von denen alten Teutschen alles fleißig erfahren und gesehen, theils von seinem alten Vater, einem curiösen, kunstreichen Mann, vernommen habe." /lorilloD- m. 128 n. b. Eine handschriftliche 1672 oder 167Z gefertigte Beschreibung der Brackenhofferischen Runstkammer zu Straßburg rubrizirt von Alexander dem aleen ein Basrelief von gefärbtem Wachse: Susanns mit den beyden Buhlern (6'/-" hoch, 5 s-" br.). sl.^ Abondio (Anton). Von diesem rubrk- zirt gleich vorerwähntes Verzeichniß ein ähnliches Basrelief: Venus auf ihrem Bette von Cupido geküßt) 3 s-" hoch, 4^2" br.), und nennt den Künstler irrig Alexander Abondios Sohn; eher könnte er Alexander des alrern Vater gewesen sey» (da Anron nach dem Lericon zu Anfang des XV l. Jahrhunderts bluhete); oder dann, mit irriger Namensbenennung (was wir fast für das Wahrscheinlichere halten) Alexander der jüngere, Abraham (Michael), ein Jude zu Dessau »8t0 (aet. e. 5 o.), stach schlechte Pettschafte, und besuchte fleißig Messen und Jahrmärkte. Ein Sohn von ihm trieb gleichen Beruf. — — im X. Jahrhundert, Helia und Me- thodus im XI., Aesenius und Georgius im XII., rJicander im XIII. und Basrlius im XIV. Jahrh, waren Mönche, welche Breit- kopss Geschichte der Schreibekunst, S. 3 o, als Schönschreiber aufführt, von denen sich namentlich griechische Handschriften auf der Kö- nigl. Bibliothek zu Paris befinden sollen. sl. II.^ — — oder vielmehr Ab ran, (Jakob), Vater des nachfolgenden Abramson«. Anfangs erschien derselbe bloß als Stempelschneider (Graveur üu tlmbre) zu Stettin, dann zu Berlin. Späterhin hakte derselbe auch Antheil an den Arbeiten seines nachfolgenden Sohnes Abraham Abramsons. — — So hieß einer der drey Künstler, welche die berühmten metallenen Thüren an der Sophienkirche zu Novogorod gefertigt hatten. Man kennt ihre Bildnisse, auf drey kleinen Bildern dargestellt. Alle dreye sind baarhaupt, und mit einem Schurz umkleidet. Der Unsrige führt einen Hammer in der rechten, und eine Gieß- kelle in der linken Hand. T ü b. Runstbl. 1821 E. 2Z6. sl.^ Abramo (Monsü), Warans einer der ehemalige» Schweitzerschcn (sogenannten enner- bürg,schön) Landvogkcyen jenseits des St. Gotthards gebürtig. sll.^ Abramson (Abraham),Medailleur zu Berlin, Mitglied der Königl.Akademie der schönen und akademischen Wissenschaften daselbst, Abramson. dann der Akademie der Wissenschaften zu Florenz u.m. a., geb. zu Potsdam ,754. Das Mechanische seiner Kunst lernte er von seinem Vater, dem Münzmedailleur Jakob Abraham, der in dieser Verrichtung dem Königl. Preußischen Hof ein halbes Jahrhundert gedient hatte. Ehe der Unsrige im I. 1788 —1792 seine Kunstreise antrat, arbeitete er nur nach vorgelegten Zeichnungen und Erfindungen von Gelehrten; später sind seine Arbeiten größtenthei'ls nach seinen eignen Ideen, sowohl in Ansehung der Darstellung als der Inschriften gefertigt, wobey er der antiken Einfachheit in der erstem, und in den letztem einer lobwürdigen Kürze sich befliß, und alle Ueberladung, den Hauptfehler bald aller seiner Kunstgenossen neuerer Zeit, zu vermeiden suchte('). Dem Staate diente er unter drey Monarchen seit 1772 mit unermüdetem Eifer und Treue. Die Ereignisse der letzten Jahre, die er sich als Preußischer Patriot sehr zu Herzen gehen ließ, halten seine ohnehin schwache Gesundheit untergraben. Er starb zu Berlin,8,,. Auch als Schriftsteller hatte er mehrere lehrreiche Aufsätze über seine Kunst geliefert. Er war seit 1792 Mitglied der Akademie der Künste und mechanischen Wissenschaften zu Berlin, derjenigen delle Scienze, eben so wie der bildenden Künste zu Florenz, der Copenhagner u. a. m. Sein Bildniß befindet sich, unsers -Wissens, einzig an der Spitze des I.XXXVI. B- der Krüni- zischen Encyclopädie ,802. Ein ausführliches Verzeichniß ron sieben und fünfzig seiner bis 1807 gefertigten Denkmünzen findet sich bey Mensel lil. Bald alle ausgezeichnete Gelehrte und schöne Geister seiner Zeit erhielte» ein Andenken durch seine Kunst. So Mendelssohn, Sulzer, Ramler, Gpalding, Leonhard Euler, Wieland, A. S. Marggraf, Formey, F. H. W. Martini, Dan. Bernoulli, Lessing, Kant, Weisse, I. F. Burg, der Schauspieler Fleck und Dr. Gatt; dann Friedrich der Große und mehrere Personen des Königl. Hauses. Noch nennen wir hier besonders die: Auf den Teschr ner-Frieden; auf den Tod des in der Oder ertrunkenen Herzogs Leopold von Braunschwelg: Olvcs servaturo lluctikus obruto; auf den Entwurf eines Preußischen Gesetzbuches; auf den Seidenbau; auf den Fürstenbund. Und nun seit ,8u8 sah man jetzt wieder von ihm eine auf Unkosten des geheimen Finanzraths Israel Jacobson gefertigte Schaumünze auf das den Juden im damaligen Königreiche Westpha- len ertheilte Bürgerrecht. Auf dem Averse umarmen sich die beyden Genien des Juden- und Christenthums. Neben dem erstem steht ein Altar, an welchen die beyden Gesetzestafeln gelehnt sind ; neben dem zweyten ein andrer mit der das Christenthum bezeichnenden Chiffer des verschlungenen Xu.K. Umschrift: IlnitainKeAnoWest- pbaliae; und in Exergue: Vec1et.27.chsn 18:18. Auf dem Reverse (als personifizwke jüdische Re- . ligion, wie solche auf Münzen zu Vespasians Zeiten abgebildet ist) eine betende Figur, deren Fesseln zerbrochen vor ihr liegen, mit der Umschrift : Den et ke^i pslcrno. Die Umschriften nach^ der Angabe von Eschenburg. Diese Schaumünze ist ein Gegenstück derjenigen, welche H. Jacobsvn drey Jahre früher durch den nämlichen Künstler zu Ehren des Kaisers Alexander fertigen ließ, als derselbe die Juden ebenfalls von dem sie bisdahin drückenden Joche befreyet (,) Unter denselben zeichnen sich vorzüglich aus: Die große Preis-Medaille Friede-" ll. auf die Gesetzgebung; die große Medaille auf das Krdnungs.-Jubiläum der Preußischen Monarchie; die große Preis-Medaille auf die Vaccinativn; eine auf den Kaiser von Rußland, Paul I.; eine auf das Jubiläum des Geheimen-RathS Ermann; eine auf die Ankunft Alexanders I. zu Berlin. Morgend!- l 8 ° 9 , S. 365. 3 I. 40 A b r e l> Accolto hatte. Tüb. Morgenbl. 1808, 556 und 7^5. Im folgenden Iakr fertigte er eine andre Denkmünze auf die glückliche Rückkehr des Königes und der Königin von Preußen, die sich sowohl wegen der Einfachheit der Idee (von dem Hofrath -Wolf herrührend) als wegen der saubern Ausführung auszeichnet. Die Vorderseite stellt die beyden sehr ähnlichen Köpfe ganz schmucklos dar. Auf der Rückseite erblickt man den Altar des Vaterlands, auf welchem der zurückführenden Glücksgöttin, in der Rechten das Steuerruder, in der Linken das Füllhorn haltend, geopfert wird; I. 0.1809, 365 . Dann 1810 eine dritte auf den Tod der verehrten Königin. Auf dem Averse das wohlgetroffene Bildniß, mit der Umschrift: Louise, Preußens Schmuck; auf dem Reverse ein Stern, mit der Umschrift: Ach! ist für uns dahin. Eine Pyramide im untern Raume, fand man im Verhältnisse mit dem Stern am Horizonte viel zu klein; 1. c. 792. sl. III Nach den beyden obigen Artikeln Jakob Abraham, und Abraham Abramson sind diejenigen im Lexicon theils zu berichtigen, theils zu ergänzen. , Der Jakob Abramson des Lexikon, sollte nämlich Jakob Abraham oder Abkam, und der Jakob Abramson der Zusätze Jakob Abram heißen. Abrel (Johann Jakob). So heißt bey Mensel III. ganz ohne Weiteres, ein zu Kempten geborner, und seit 1804 zu Ulm seßhafter, um 1808 noch lebender Bildniß- und Landschaftmaler. — — (Johann Siegmund). So nennt das Hochbeehrre Augsburg (4. 1690), S. 65 , einen dort in 1689 lebenden Goldschmied. Abril (Johann Alfons). So nennt Fiorillo IV. 268 ganz kurz, und ohne seine Gattung zu bemerken, einen Spanischen Künstler aus der zweyten Hälfte des XVII. Jahrhunderts, und Zeitgenossen des Cano. Abrist (David Nikolaus'. So heißt bey Mensel III. (1808) ein damals noch lebender Könial. Wärtembergischer Kabinets -Dessmateur und Architekt zu Stuttgart (vormals Lehrer der Civil-Baukunst an der dortigen hohen Carlsschule, deren Zögling er ist), geb. zu Mömpel- gard 1767. sl. III Abrusca (Carl Anton), Ritter. So verstümmelt nennt Heinecke den bekannten italienischen Bildnißmaler Carl Franz Rusca, und führt dann ein, nach desselben Zeichnung, von B. Ballin gestochenes Großquart« Titelblatt an, wo Minerva von der Zeit entdeckt wird. Abruzzi( ). Ein solcher heißt irgendwo in den Xrckivcs litteraircs ein guter italienischer Landschaftmalcr, der gegen Ende des XV 1 H. Jahrhunderts zu Rom arbeitete. sll.Z Absch (Hieronymus), Formschneider. S. Absch im Suppl- siJ Abshoven, s. auch Apshoven im Lexicon. Abfiel (F.). Ein Bildhauer, von dessen Hand man ein vortreffliches Werk aus Marmor in der Französischen Kirche zu Amsterdam kennt, das eine Madonna mit dem Kinde darstellt. Lcl. II. 1809 x. 116. Absloch (Joachim), Münzmeister; s. oben Abeloch. Absolon. Von einem solchen, und einem seiner Kunstgenossen, Gozbere, ließ Folkard oder wahrscheinlicher Williher, einer der gelehrtesten Aebte von St. Maximin im Kurfursten- thum Trier (starb 967), ein großes kupfernes Gefäß für sein Sommer-Refectorium verfertigen, welches mit vielen Figuren und Inschriften versehen war. Auf dem Boden waren Frösche, Kröten u. a. Thiere, welche im Wasser leben, angebracht (mit der — geistreichen Bemerkung einer alten Chronik: Hac körte äe causa, guia kujus niocli ÄNllnalis lontibus Aauckenl); und das Geschirr mit der Inschrift: Vratcr est istuä vas opcratus Xrtls guc«, socius juvrt par noruinis Kusus, juncto sint illis praemia coelo: Hie guia monaeki kuerunt, koc pc>s- cite cuucti etc. Fiorillo D. I- 386 — 87 . Abt (Bonavenkura), ein von Braunschweig gebürtiger Maler, der in 1694 zu Meiningen erscheint. Gürhe's Beschreib, der Grade Meiningen, 40 Gocha 1676. S. 3 r. sil.Z — — (Christoph), Goldschmied; s. Abbr im Supplem. — — (Johann), ein Zeichenmeister zu Berlin 1766, der auch im Schreiben und Rechnen Unterricht ertheilte. Xks. Acca. So hieß ein achtungswürdiger Englischer Geistlicher des VIII. Jahrhunderts, Bischof zu Hexham, der seine Kathedralkirche durch italienische Baumeister, Mäurer und Glaser vollenden ließ, und zugleich eine schätzbare Bibliothek von griechischen und römischen Schriftstellern zusammenbrachte. FioriUo, V. 16. slJ Accama(B-). So hieß der jüngere der im Lexicon genannten Prüder. Heinecke I. nennt beyde Bildnissemaler; sie setzten sich zu Leeuwarde, und der altere starb daselbst 1766. Das im Lexicon erwähnte Bildniß der Prinzessin von Hessenkassel haben auch I. Houbracken 1761 nach H. Pothovens Zeichnung, in Folio, und C. F. Fritsch, in 8°, zu Amsterdam gestochen. Houbracken dann ferner nach ihm (x. 172-) das pikant beleuchtete Bildniß des Sicco von Gos- linga, und P. Tanje diejenigen des Wilh. van Harren in Fol. und des Franecker-Gottesgelehrten Camp. Vitring. Diese und andere Stecher haben seinen Namen verschiedentlich in Aacama, Akkaina, Akkaaina u. s. f. verschrieben. sll.^I Accius (Cäsar Anton). Diesen Künstler nennt Heinecke Aceius, und giebt ihm die Prädikate als Landschaftsmaler und Aetzer. In des Unsrigen Artikel in unserm Supplement ist das V. X. I). zu streichen. Accolti (Peter), Doctor und Professor der Rechte zu Pisa, und Mitglied der Akademie zu Florenz (seinem Geburtsorte) und der dortigen Zeichenfchule. Derselbe gab, neben Anderm: Iliscorsi intorno al -llse^ns con ^l' 1 iu- ^arini kiel ocolilo^ proszicttiva xratlcs. Vol. bireure i6a5. — — (Simon), ein Bildhauer von Siena, der nebst andern dergleichen Künstlern i 3 j 5 am Dome zu Orvieto beschäftigt war. -kr p. L- 80 . — — s. den folgenden Ciono d'Accolto. Accolro (Ciono d') von Florenz, ein zu seiner Zeit hoch angesehener Künstler in eingelegter Holzarbeit. Er arbeitete als Aufseher über die 11 Accursi. Holzeinleger im Dome zu Orvieto i 33 i und 1337 ; damals erhielt er täglich 6 Soldi 6 Denar! als Lohn. Der Arbeiten, welche unser L-ono und sein Vater Accolro (von dem wir sonst, außer dieser Anzeige, kein anderes Wort in unserer Quelle finden) in Orvieto fertigten, hat bisher noch niemand gedacht. Uebrigens vermuthet die gedachte Quelle, daß Liono der Vater des berühmten Andreas di Ltoni, genannt Drgagna, sey. (Das kexicon nennt als solchen s«. v.) den Ll'one, einen Florentiner- Golhschmieb, und fügt in einer Anmerkung bey: Mit Recht beklagt sich piacenza in seiner Ausgabe des Baldknuccr l. sHo über diesen letztem, daß, anstatt den wahren Namen des Ciono, Vaters des Vrgagna beyzubringen (wie letztrer sich auf mehr als Einem seiner Bilder zu Florenz nennt), er denselben Sohn eines uns ganz unbekannten Jacobs nennt. L-orr« Orvrsro. In Koma i/gi, 4" p. no, s/b, 38 1 . sl.) Accursi, s. Acursi im Lex. Accurzio (Buzio di), wird schlechthin als einer der Künstler genannt (vermuthlich war er aber ein Bildhauer), die i 3 si an dem Dome zu Orvieto beschäftigt waren. — — (Loren; di), ein Künstler von Siena, der iZZl im Dome zu Orvieto mit eingelegter Holzarbeit beschäftigt war. etc. x. 38 i. — — (Sivero di), ein Bildhauer, welcher ebenfalls bey dem Dombaue zu Orvieto 138 / beschäftigt wurde. Lrosr's etc. p. 285. Acebedo (Manuel), ein Spanischer Künstler, geb. zu Madrid 1744 und gestorben 1800. Derselbe soll die beßten Muster fleißig studirt und nachgeahmt haben, und auf diesem Wege (dem gewohnten) zu großem Ruhme gelangt seyn. Seine Arbeiten befinden sich fast sämmtlich in Privathänden; doch sieht man auch einen St. Johann den Täufer und einen St. Francesco bey den Nonnen de la Latina. Fiorillo, IV. S- 421. sll.) Acerbi ( ), der bekannte neuere Reisebeschreiber durch Schweden, hatte, neben seiner übrigen bekannten Dreistigkeit, auch diejenige , in seine zu London veranstaltete Herausgabe dieser Reisen, verschiedene Copien nach Blättern aus des Obersten A. F. Skjöldebrands Vcr^SAe pittores^ue au Oap IVorll beyzurü- cken, und die Worte: clelin. darunter zu setzen. Es. Achamn, er oder Alchammer (Johann), Kaiserlicher Stückgießer zu Wien, der 1711 aus den bey dem Wiener-Entfalle 168a eroberten türkischen Kanonen, auf Befehl Kaiser Josephs I. die bekannte große Glocke des Wiener St. Stephans-Thurmes goß. Ihr Gewicht ? ohne Klöppel rc.) betragt 354 Centner, 5a Pfund; ihre Höhe und Weite 10 Wiener-Schuh, und ihr Umkreis Zi Schuh 2 Zoll. -Man sieht an derselben den H. Joseph, den H. Markgraf Leopold , die unbefleckte Empfängniß Mariä, Wappen, Inschriften u. s. f. Fuhrmanns Beschreibung von NAen, m. 411 u. ff. Bre s- I au er-Sammlung, Jahrgang 1721. Nov. S. 496. Achen, Acharius (Erich) Doktor; ein großer Botaniker, Schüler von Linne und noch 1803 zu Wadstena am Wetternsee in Schweden am Leben. Er verfertigte „mit seiner Meisterhand" die Zeichnungen zu einem Kupferstichwerke von Westring, in welchem alle die Lichenen dargestellt werden sollten, die zu Farben brauchbar sind. Weber und Mohr, narurhiftorische Reise durch Schweden, Göttingen 1804, 8 ". Acharius fertigte zu mehrern Schriften, die er herausgab, die botanischen Zeichnungen, wie z. B. zu: Lletkolluz IHioue 8 , 8 tockkoIk». i 8 e> 3 , 8 °, von Akrel gestochen und kolorirt. Auch in verschiedenen deutschen botanischen Werken trifft man Blätter, die Besemann, F. Brauer u. a. nach ihm geätzt haben. Achbauer (Franz), Maler zu Prag, der 1812 gelegentlich erscheint. Es. — — (Johann Georg). So hieß ein Baumeister in der kleinen Residenzstadt Prag, wo er um 173» seiner Kunst wegen in gutem Ansehen stand. Dlabacz u. Es. sl. II.) Achen, eigentlich Aachen (Johann von). Sein Name ist auf die mannigfaltigste Weise verstümmelt worden; wie z. B. in Aaken, Abach, Ach, Aken, Dac, Dach, Janachen, Jauchen u. s. f. Sein Geburtsr und Todesjahr setzen Fiorilko, Dlabacz u. a. ganz anders als das Lexikon; ersteres nämlich in i 552 und letzteres in 1615, beydes der Grab- schrift gemäß, welche seine Gattin, Regina de Lasso, in der St. Veitskirche zu Prag ihm gesetzt habe. Auch erzählen sie aus verschiedenen Quellen Manches von ihm uns bisher Unbekanntes. Der Familienname seines ersten Lehrers, den vermrnder Jerigh (Georg) nennt, ist unbekannt. Neben dem Unterricht in der Kunst haue er eine Art gelehrter Erziehung erhalten. Schon ehe er nach Italien kam, hatte er an dem Hofe zu Prag vorzüglich die Sprangersche Weise angenommen, ohne im Geringsten die Natur oder die Alten zu Rathe zu ziehn, so daß er ein Maniererist wurde, doch ohne darum in das Gezwungene jenes Meisters zu verfallen. Hierauf ging er, 22 Jahre alt, nach Italien; zuerst nach Venedig. Dort behandelte ihn sein zweyter Lehrer, Caspar Rems, ebenfalls ein Köllner, anfänglich sehr geringschätzig, und wies ihn an einen italienischen Pfuscher, Moret('), der mit Gemälden zu handeln pflegte. Allein ein Bildniß, das er von diesem letzter» in lachender Stellung vor einem Spiegel fertigte, gerieth ihm so gut, daß er sich bald wieder Rems vollste Achtung erwarb. Nach etlichen Jahren begab er sich nach Rom. Dort malte er für die Jesuiten eine Geburt, welche Sandrart noch in der Kirche nächst am Capitolium sah, und so viel Anderes, wovon besonders sein eigenes Bildniß, wie er hinter einer Lautenspielerin, Madonna Venusia genannt, ein volles Weinglas hält, für sein Meisterstück geachtet wurde. Späterhin kehrte er wieder auf eine Weile nach Venedig zurück, und fertigte daselbst ;. B. eine Verspottung Christi, eine St. Catharina, eine Danae in Lebensgröße u. s. f., welche allgemeinen Beyfall erhielten, und wovon Mehreres von R. Sadeler, damals zu Rom, in Kupfer gebracht wurde. Ueberhaupt hätte man gerne, zu Rom sowohl als zu Venedig, den Unsrige» zurückbehalten >?). Aber seine Vorliebe für Va- (-) Also schwerlich, wie Üipswsky H. 86 Not. ** meint, Alex. Bonvicinv, Moretto genannt. (r) Descamps I. 221, spricht auch von seinem Aufenthalte zu Florenz, oü il k,r (wird dann sortgedahlt) le porlrLic tle Llslloiill» I.aur», i oicclloic ell Hiltte er lieber dort und zu Rom nach den Antiken gezeichnet! terland und Freunde zogen ihn in seine Geburtsstadt zurück, wo er bereits seinen künftigen Wohnsitz aufzuschlagen gedachte, als er durch den Herzoglichen Hofmeister, Grafen O. H. von Schwarzcnburg, den Ruf an den Hof zu München erhielt, und demselben folgte. Dort wurde, neben seiner Erfindung des H. Kreutzes in halb lebensgroßen Figuren, von welcher schon das Lexicon spricht, ein lebensgroßes Familienbildniß des Herzogs, der Herzogin und ihrer beyden Prinzen, vornehmlich bewundert und fürstlich belohnt. Schon früher hätte ihn Kaiser Rudolph II. gerne zu sich nach Prag gezogen, und seine Einladung vier Jahre lang zum öftern wiederholt. Endlich ging er dahin, und erwarb sich dort vornehmlich durch ein Bild von Venus und Adonis großen Ruhm. Warum er wieder für eine Weile Prag verlassen, und nach München zurückkehrte, wo er für die Jesuiten einen St. Sebastian malte, dann nach Augsburg ging, wo er für die Fuggers arbeitete, und dort sich mit der Tochter des berühmten Tonkünstlers de Lasso vermählte, ist uns unbekannt. Allein, in Kurzem begab er sich neuerdings nach Prag, und blieb nun in Kaiserlichen Diensten bekanntlich bis an seinen Tod. Bey, dem Monarchen stand -r als Mensch und Künstler in großen Gunsten, welches (sagt uns D-), so weit ging, daß diejenigen sich an unsern Künstler wenden mußten, welche wünschten bey dem Kaiser Gehör zu finden. Ueberhaupt scheint es uns, daß die Neuheit von Achens quasi-italienischem Geschmack ihm den fast ungemessenen Beyfall der damaligen deutschen Dilettanten erworben, so wie er daneben ein guter Hofmann seyn mochte, der, wie uns Descamps erzählt, von Niemand Uebels redete, und sich am liebsten Jedermann verpflichtete. Woher Fanri die Kunde gezogen, und zumal ob dieselbe richtig sey, daß der Kaiser den Unsrigen nach Rom geschickt, um (zum Todtlachen!) die alten Statuen abzuzeichnen, und ihn dafür fürstlich belohnt habe, ist uns unbekannt. — Unsers Wissens besitzen von ihm noch jetzt in Deutschland vorzüglich die Galerie zu Wien nicht minder als sechszehn Bilder. Vör- derst die Bildnisse K. Rudolph H. und seines Bruders Ernest, Generalgouverneurs der Niederlande, beyde in jungen Jahren, geharnischt, lebensgroße Brustbilder auf Leinwand; dann diejenigen seiner jungen Frau, in einem mit Sammt- borden verbrämten Kleide und in glatter Mütze, und eines (ungenannten) schönen blonden Knaben, der in der Linken einen Trauben hält (diese auf Holz); endlich ein Mädchen, das sich im Gj-'iegel besieht, den ein mit ihr scherzender Jüngling ihr vorhält (dieß klein auf Kupfer). — Hiernachst von geistlicher Geschichte: Die Erschaffung der Eva, und wie Gort mit ihr und Adam im Paradiese redet kbeyde auf Alabaster, u," hoch, 8" breit); David und Bathseba, die, aus dem Bade kommend, entkleidet in einem Zimmer sitzt und sich abtrocknet; neben ihr die Magd, die ihr den Spiegel vorhält. Durch ein offenes Fenster sieht man den Königlichen Pallast, von dessen Dache der König herabsieht; ganze lebensgroße Figuren auf Leinwand 2" hoch, z/ d" breit). Eine Anbetung der Hirten (auf Kupfer, 9" hoch, 6" breit). — Von Mythologischem: Jupiter, als Satyr, umarmt die Antippe in einer Höhle; neben ihnen der schalkhaft lächelnde Amor (auf Kupfer 10" hoch, 8 ^ breit). Cupido unter einem Baume schlafend; zwey Nymphen bemächtigen sich seines Kochers und versuchen die — Schärfe der Pfeile an ihren Fingern; ganze lebensgroße Figuren (auf Leinwand, (st 2" hoch, 3 ' 8" breit). Vereinigung des Bacchus mit der Ceres, die ihm ein — volles Glas überreicht, wofür er ihr eine — Traube giebt und sie — zärtlich umarmt; ein Genius bringt ihnen einen Korb voll Früchte; im Hintergrund eine Felswand mit Weinreben bezogen (aus Leinwand, fast gleicher Größe mit dem vorigen). VenuS, von Bacchus und Cupido umarmt; der erste, an den sie zärtlich aufblickt, reicht ihr ein — volles Glas rothen Wein dar; lebensgroße Brustbilder (auf Leinwand 2* hoch, 7" breit). Zwey kleine Bilder auf weißen Marmor, zu beyden Seiten bemalt: i.)Aeolus, der auf Bitte der Juno gegen Aeneas die Winde loslaßt; in den Lüften fahrt die bestürzte Venus; Befreyung der am Meeresufer an einen Felsen geschmiedeten Andromeda, durch Perseus: 2.) Phaetons Sturzmitdem Sonnenwagen, nebst seiner, der Heliaden und des Cvgnus Verwandlung; der Triumph des Cupido und des Bacchus, dem Apoll, Merkur und Diana aus den Wolken zusehen (V 6 " breit, ist 5" hoch). Endlich ein Gesellschaftsstück: Junge Frau, die einen Mann, der ihr einen Geldbeutel reicht, ins Ohr zwickt, worüber er in possirliche Gebehrden ausoricht; lebensgroße Brustbilder (auf Leinwand, st hoch, 1' 7" breit). — Dann die Galerie Lichren- stern das Bildniß eines auf antike Art bekleideten Mannes. — Die Galerie zu München: Christus erweckt den Sohn der Wittwe, ganze lebensgroße Figuren (auf Leinwand, 7^ hoch, -st 5 "i breit). Schleisheim, unter den dortigen Familienbildnissen Bayerscher Fürsten, drey- zehn (darunter fünf weibliche). Dann: Aufer- weckung Lazari, ganze Figuren (auf Holz, iu" h., 4 ' 6 " br.). Vereinigung der Künste und Wissenschaften (auf Holz, st 5 " 3 "^ h., 1 / 2" 2"^ br.). Umer dem Schutze der Gerechtigkeit siegt die Wahrheit über Bosheit und Vorurtheile (ungefähr von eben der Größe, auf Kupfer) ('). Galz- rhalum einst: Die drey Grazien umfassen sich, klein auf Holz; und Gerechtigkeit, Friede und Ueberfluß, eben so. Ein H. Heinrich von Deren zu Amsterdam besaß von ihm ferner: Nackende Figur, die einen Olivenzweig halt, von den Künsten umgeben, wovon Descamps viel Gutes spricht; und das Zunfthaus des Bundwerks (. Possart), B. a Bolswert, D. Custos, C. Galle, L- Kilian, I. C. Krüger, P. de Laer, I. Laurus, P. I. Lauterburger, I. Lutma, G. Müller, I. Müller, F. Novosadi, E. van Panderen, C. de Passe, I. Petri, Eg. Joh. und Raph. Sadeler (diese am meisten), I. (i) Mehrere Bilder des Unsrigen zu 6>chleisbeim nennt der ältere Catalvg dieser Galerie von tVestzen- feld. Wo soll'« seither hingekommen, ist uns unbekannt. H — — s. auch Accec im Lexicon. Ackerbladt (von). In Briefen aus Rom vom > 4 - Juli 18n heißt es: «Der bekannte Schwede dieses Namens hat hier ganz kürzlich eine kleine Schrift: Di 88 ertarioae 80pra clue laminelto cli bronro, trovate ne' coutorni ä'^tene drucken lassen, worin ei» gewaltiger Aufwand von Citaten verschwendet ist, den der Gegenstand nicht verdient. T üb. Morgenbl. i 8 n S. 8 i«. Von dem, was er Alles über die Löwen am Eingänge der Zeughäuser zu Venedig, und zumal über die vermeinte runische Inschrift an einem derselben, im ersten Bande des Schweb. Museums (i 8 o 3 ) und übersetzt in MilliNS cnc^c:Iopec!ic>ue 1804 1 *. V. p.26 et 869. gefaselt hat, s. das Wesentliche im Tüb. Morgenbiart 1818, S. 76 und 78—80 und 1 . c. 1819 S. 16. Ackerland, s. unten Akerland. Ackermann (Bernhard), ein Schreiner zu Nürnberg, der, nebst dem Bildhauer G. Gchrveigger, 1667 dieKanzel derdasigen Kirche St. Sebald fertigte. Will« Nürnv. Münz- belust. L. 198. — — (Conrad), ein Maler, der um 1689 etwa, zu Halle im Magdeburgischen oder zu 4 14 Ackermann. Ackermann. Leipzig lebte. Nach ihm stach C. RomstLdt das Dildniß des Hallenser Gottesgelehrten A. C. Schubart in Fol. Ackermann (Ferdinand), der Sohn eines Handelsmanns, wurde um 1778 zu Mainz geboren. Er lernte auch dort (so viel uns erinnerlich , bey dem alten Schneider) die Landschaft- malercy, ging.dann nach Paris, wo er einen der vielen Schüler Davids abgab und sich der Historie befliß, bey seiner Zprückkunft aber sich wieder mit der Landschaft beschäftigte. In 1814 besuchte er auch Rom, verweilte dort aber nur kurze Zeit, und befand sich schon i 8 i 5 wieder zu Frankfurt am Main, seinem Wohnorte. Irrig setzt Mensel ihn nach Aschaffenburg, wo er nie einheimisch war. Diesem Schriftsteller zufolge ist Ackermann Hofmaler des vormalPen Großherzogs von Frankfurt gewesen. DasTub. Morgenbl. 1808, S- 284, spricht von dessen Arbeit, welche man in gedachtem Jahre zu Frankfurt bey Gelegenheit der Einweihung des dorti, gen Museums aufgestellt fand. Und I. 0. 1814 S. 1060, heißt er (wahrscheinlich gleich nach seiner Rückkehr aus Welschland) Landschaftsmaler aus Rom, und sah man in dem Frankfurter-Salon desselben Jahres von ihm Arbeiten, die, so viel uns bekannt ist, dem H. Staatsrathe Bethmann zugehörten. Er lebte noch in Frankfurt 1822, und sah man von ihm auf der Kunstausstellung zu Mainz d. I. eine mit Sorgfalt und dem zartesten Pinsel ausgeführte Winterlandschaft; ein Morgen, »der uns mit dem frisch gefallenen Schnee der Nacht locker entgegen glänzte." Mainz. Zeit. 21. May. — — (Michael), ein Steinmetzgeftlle, der 1672 zu Dresden conditionirte. ^0. — — (Rudolph), einer der angesehensten Kupferstichverleger und Kunsthändler unserer Tage zu London, selbst Künstler und sonst vielfach verdienter Mann, geb. 1764 zu Stollberg im Sächsischen Erzgebirge (». I,. zu Schneeberg in Sachsen). Von seinem ältesten Bruder Friedrich theils in des Vaters (eines Sattlers und Wagenbauers) Beruf, dann aber auch in der Zeichcnkunst unterwiesen, vervollkommnete er in beydem sich noch mehr auf seiner 1^82 begonnenen Wanderschaft, die ihn nach Hüningen zu dem damals berühmten Wagenmacher Marter geführt hatte, bey dem er zwey Jahre verweilte. AIs er jedoch 1784 nach Paris kam und einen gewissen Anton Carrossi kennen lernte, der wegen seines entschiedenen Talentes zu Zeichnungen und Erfindungen von Equipagen in hohem Ansehen stand, so sah er wohl ein, wie sehr er noch in der Kunst zurückgeblieben sey Da nun Ackermann allmählig einen Widerwillen gegen den Eattlerberuf faßte, und sein Bestreben dahin ging, sich immer mehr von demselben unabhängig zu machen, und da er ferner durch ein sparsam geführtes ordentliches Leben bereits einen Nothpfennig zurückgelegt hatte, so besann er sich kurz, zeichnete acht Monate lang unentgeld- lich für Carrossi, nur um durch dessen Unterricht zur Meisterschaft zu gelangen, und vertauschte hierauf., als seine Zwecke erreicht waren, Paris mit Brüssel, weil er die Nahrung seines Freundes nicht z» schwächen, noch als dessen Nebenbuhler aufzutreten gedachte. Damals lebte Simons zu Brüssel, der für den geschicktesten Wagenbauer gehalten wurde, und 160 Gehülfen in Diensten hatte. Diesem kam Ackermann, dessen vorzügliche Fähigkeiten er sogleich bemerkte, eben recht; er räumte ihm eigene Zimmer ein, damit er ungestört an seinen Zeichnungen und Malereyen arbeiten konnte, belohnte ihn auf das Freygebigste und behandelte ihn dergestalt, daß nur die zwey Jahre spater in den Niederlanden ausgebrochene Revolution Ursache war, daß Ackermann sich von dem braven Simons trennen konnte. Er ging jetzt nach London, und bald wurden seine Risse, Zeichnungen und Modelle zu Wagen allen andern dergleichen vorgezogen und vortrefflich honorirt. Unter andern zahlte ihm der angesehene Kutschen- macher Goodall 200 Guineen für Zeichnung und Modell zu einem Staatswagen, den der zum Statthalter in Jrrland ernannte Lord Fitzgibbon erbauen ließ. Er trieb dieses Kunstgeschäft, neben welchem er aber auch die Direktion über eine von ihm angelegte Zeichenschule führte, nur bis zum Jahre 179b, wo der Gedanke, ein Geschäft zu ergreifen, was seine Familie (er hatte in London sich verheirathet und zahlte 1817 sieben Kinder) auch noch nach seinem Tode fortfuhren könnte, Ursache war, daß er einen Verlag und Handel mit Kupferstichen begann. Dieser Handel ging so über alles Erwarten, daß er sich bald ein größeres und 1797 noch ein größeres Locale anschaffen mußte. Der große Gang, den seine Geschäfte nahmen, nöthigte ihn nicht minder, daß er der immer noch beybehaltenen, auf 8n Personen eingerichteten Zeichenschule (welcher er die geschicktesten Lehrer gegeben hatte, die nur aufzufinden waren) völlig entsagte. In 1801 erfand er eine Methode, Tuch und alle andre Stoffe wasserdicht zu machen, und erhielt über diese wichtige Erfindung ein Patent; doch waren die beyden Associes, die er zu diesem Geschäfte sich erwählt hatte, Ursache, daß er dadurch an Zooo Pfund Sterling einbüßte. Als 180h die feyerliche Leichenbestattung Lord Nelsons statt finden sollte, überließ man ihm die Leitung des Ganzen; auch mußte er die Risse zu dessen Sarge (man hat Kupferstiche von demselben) fertigen, und der allgemeine Beyfall für den dabey bewiesenen Geschmack belohnte seine Mühe. Als Napoleon 1807 die Continental- sperre verfügte, und England dadurch die Verbindung mit dem festen Lande verlor, so erfand er kleine Luftballons von Goldschlägerhäutchen, deren jeder etwa 3 o«o zu bedruckende Zettel von etwa V Quadrat-Zoll enthielt, und mittelst einer Vorrichtung , alle Minuten dreyßig derselben fallen ließ. Die Regierung, welche diese Erfindung erprobte, würde Gebrauch von derselben gemacht haben, wäre nicht im Ministerium eine Veränderung eingetreten. In 1812 fing Ackermann an, sich der Gasbeleuchtung in seinem Hause zu bedienen, und er war der erste in London, der solches unternahm. Nach der Schlacht von Leipzig i 8>3 geschah es durch den Betrieb dieses »»ermüdeten Mannes, daß sich eine Gesellschaft zur Unterstützung der durch den Krieg verarmten Deutschen bildete, und daß das Par- lement Antheil daran nahm. Welche bedeutende Summen in Folge dessen nach Deutschland kamen, ist bekannt; und eben so, daß der König von Sachsen ihm den Verdienstorden sandte und er von mehrern Orten her, selbst in England, besondre Belobungsschreiben, Diplome als Ehrenmitglied verschiedener Gesellschaften u. s. f. erhielt. In 1817 endlich, legte Ackermann auch eine Steindruckerey an, nachdem er zuvor in Deutschland gewesen und sich näher über diese Kunst unterricht« hatte. — Ackermann ist dem kunstliebenden Europa als Verleger mehrerer Prachtwerke bekannt, die seinen Namen der Nachwelt überliefern; und für Liebhaber der Geschichte, des Alterthums und der englischen Kunst werden die Geschichte der Westminster-Abtey, die Geschichte der Universitäten Oxford und Cambridge, und die Geschichte der großen östent- lichen Schulen Englands immer von unschätzbarem Werthe bleiben. — Der Preis dieser Herr- Ackermann Ackermann 15 lichtn Werke steigt von Jahr zu Jahr, da nur eine geringe Anzahl Exemplare abgedruckt wurden ('). Noch verdienen einer besondern Erwähnung die Prachtwerke: biicrocosm ok l.on- «lon, in welchem Londons Merkwürdigkeiten anschaulich gemacht werden; 'I'lie pletnresque l'oui- okDr. Lvntax, ein komisches Gedicht von Combe, nach Zeichnungen von Dawlinson, welches sotchen Beyfall fand, daß sieben Ausgaben oder an 12,000 Exemplare davon verkauft wurden; und klelißstous crnblems, delnA a serics ok enAravinAS oa evooä, b^Kesbitt, Lrans- lon, (lleunel anst Hole (zweyte Ausg. 1810). Letzteres, das eine Reihe gut erfundener und schön ausgeführter Holzschnitte über religiöse Gegenstände mit deren Erklärung enthielt, wurde auch in Frankreich mit Beyfall aufgenommen, und Ackermann selbst sah mit Vorliebe auf diesen Artikel seines Verlages, von dem man auch einen Gesammtkatalog besitzt, der von wenigen, oder vielleicht von keinem andern in London, rücksichtlich der Reichhaltigkeit der Kupferstiche, Zeichenbücher, Karrikaturen rc. übertreffen wird. Daneben treibt er auch einen Handel mit zubereiteten Farben für Landschafts- und Miniaturmaler. Die deshalb von ihm angelegte Manufaktur ist die vorzüglichste in ganz England, und derselben Absatz so stark, daß er, obwohl er alle Monate an 12000 Stück Farbentafelchen (oskes ok colour») zubereiten läßt, dem ungeachtet oftmals nur die Hälfte der vorhandenen Bestellungen befriedigen kann. Eben so sind seine Rahmen für Gemälde und Kupferstiche sehr geschmackvoll, und alle seine Papiersorken zum Zeichnen, so wie auch die farbigen und Goldpapiere, von erster Güte. Insbesondre erfand er ein dickes Kartenpapier(Vvor^ paper- kor miniutures) für Zeichner und Maler, was nicht nur ganz die Stelle der ungleich theurern Elfenbeintafelchen vertritt, sondern vor diesen auch noch den Vortheil hat, daß man es in jeder beliebigen Größe erhalten kann; sein Korn gleicht dem des Elfenbeins, und seine Meiste ist viel reiner und ebenmäßiger. Ackermanns Handel dehnt sich hauptsächlich nur über tue drey britkischen Reiche und derselben Colonien aus. Atbrigens hat er in seinem Hause einen großen «Saal eingerichtet, in dem Kunst- und Prachtwerke jeder Art, Journale rc. stets zur Ansicht offen liegen. Hier halt er im Winter wöchent, liehe Gesellschaftstage, zu denen er die vorzüglichsten Künstler, Kunstfreunde und Schriftsteller Londons, so wie reisende Ausländer einzuladen vstegt. Die Zeitgenossen, XIII. Leipzig 1818, S. 1—22. Eine etwas trübe Quelle glaubt, -daß Ackermann sich auch mit der Nadel versucht habe. Von ihm heißt es im Tüb- iMor- genblarr 1814 zum Theil gleichlautend mit Obigem, zum Theil dasselbe noch naher erläuternd: »Der brave Mann hat vor Kurzem seine ins Geschäft thätig eingreifende Frau, eine Engländerin, die ihn trefflich unterstützte, verloren. Aber sein Werk, welches allen, theils in London, theils in andern Hauptstädten des ReichS für i hn Arbeitenden, zusammengenommen gegen 800 Menschen, Brodt giebt, geht immer schwunghaft, und umfaßt auch die brittischen Kolonien. Außer dem eigentlichen Kunstmagazin, worin man Alles, was,brittischer Erfindungsgeist zur Bequemlichkeit für Zeichnung, Stickerey und Verzierung, Malerey und Kunst neuerlich ausklügelte, in erster Qualität findet, hat der spekulative Mann einen geschmackvollen Lese- und Schausalon eingerichtet, wo jeder, der sich unterzeichnet, täglich die kostbarsten Kupferwerke und Erscheinungen in jedem Kunstfache des Inlands und Auslands durchblättern, und wohl auch durch ihre Anficht sich selbst mit neuen Ideen begeistern kann. Eine besondere Expedition ist für Absendung und Zurückkehren ausgeliehener Portefeuilles von Karrikaturen, deren mehrere tausend hier eingeschichtet liegen, und täglich durch neu hinzugekommene Spottbilder über den Mikromegas in Frankreich vermehrt werden, Stickmuster, Figuren zur Landschaftmalerey, Vorzeichnungen aller Art für kunstliebende und übende Ladies u. s. f., in steter Arbeit und Bewegung. Um dieß Alles zur Kenntniß des Publikums zu bringen, hat A. den Einfall gehabt, seit 1809 ein eigenes Mode-Journal in Heften herauszugeben, worin gleichsam die erste Blüthe aller Modenerfindungen, Kostümes, Hausgera- the, Stickerey und Waarenmuster, architektonischer Verschönerungen u. s. f., theils in Aufsätzen, theils durch Abbildungen in niedlichster Form vorgeführt wird. Dieß ist nämlich das berühmte kepositoi-^ ok arts, das erste und prächtigste Mode-Journal der Welt, das niemand entbehren darf, der sich eine richtige Vorstellung von Englands unglaublichem Luxus machen will. Der Jahrgang scheint zwar mit 4 Pf. 12 Sch. sehr theuer bezahlt, und ist doch im Grunde spottwohlfeil, da jedes Heft, in so großem Formate, auf feines Velin gedruckt, 7—8 aufs sauberste kolorirte Kupfertafeln enthält, und somit nur die Zahl von Zooo Abnehmern noch das Räthsel erklären kann. Zu seinen wichtigsten Unternehmungen dann gehörr seine, in Vereinigung mit den ersten Zeichnern und Kupferstechern gelieferte Geschichte von der West- minsterabtey und ihren Umgebungen, welche in zwanzig Lieferungen erschien, und eine ähnliche: Geschichte der Universität Oxford. Die Architektur- und Landschaftszeichner für beyde, waren F. Nash, Pyne, Mackenzie, Pugni; der Zeichner der Kostümes, der kunstvolle Uwins " — All' Obiges ausführlicher und Mehreres über den Unsrige», s. im Tüb. Morg. 1814, S. ö/, 3 —hi sxars. Die Kosten für die vvMenannten zwey Prachtwerke wurden zu 20,00» Pf. Stecl. berechnet, und in kurzer Zeit durch Subscription gedeckt, I c. Extrabeilage S. 8. I» dem Tüb. Lunstbl. lV20, S. 31 u. ff., 37 u. ff., si u. ff. finden sich neuesehr lefenswerthe Notizzen über diesen Kunsthändler von Industrie ohne gleiche. Damals suchte er durch die veranstaltete Uebersetzung von Sennefelders Hauptwerk über die Lithographie, diesem bisher in England noch wenig geschätzten neuen Kunstfache einigen Schwung zu geben, und war zu gleichem Zwecke in 1817 eigens nach München gegangen; allein, wie es sich späterhin zeigte (s. l. c. ,11), ohne großen Erfolg. Sein vorerwähntes Mode-Journal gewann immer glänzender» Fortgang. Zu seinen neuesten Prachtwerken gehörten eine malerische Reise längs dem Rheinstrom, der Text von Gerning , die Blätter von Schütz gezeichnet, und von Sutherland in Aqua tinta geatzt, in sechs Heften, jedes von vier Blättern, zu 14 Sch. das Heft. Dann wird hier von ähnlichen Werken (wie die früher genannten von West- minster und Oxford) über Cambridge und Eton gesprochen. Ferner von Dr. Syntax's Abenteuern eines auf pittoreske Gegenstände auöwanr (i) Leider scheint eö seit einiger Zeit in England Mode geworden zu seyn, von den wichtigsten wissen- schafrlichen und Prachlwerken nur wenige Abdrücke zu nehmen, damit solme bald den Ruf der Seltenheit erhalten sollen. Gelehrte und Kunstliebhaber drS EvntinentS fühlen sich bereits durch diesen Jndustrie-Mixbrauch gedrückt. Ackermann. 16 ^ dernden Dilettanten, von einem Todtentanze, und von T. Rowlandsons Tanz durchs Leben, so wie von dessen 24 Scenen aus dem Landprie- sier von Wakefield; von der kleinen Welt von London (Akicrocosm ok London) in drey prächtigen Quartbanden, und den ausgewählten Ansichten (zelect Views) dieser Stadt in 75 kolorirten Ansichten in Einem Octavband. Ackermanns Papier- und Farbenhandels, u. f. u. f., nur nicht zu gedenken, wie solches Alles in den angezogenen Aufsätzen im Morgenblatte mit der ganzen Fülle von Börngers unterrichtender Geschwätzigkeit erzählt ist. Ackermann ( ), ein Goldschmied des XVII. Jahrhunderts, vielleicht zu Nürnberg. In der Lurkeusen Lunst, und Q)erkschule von I. B. (Nürnberg 1706, 4°, I- 224) findet man ein von ihm herrührendes Recept abgedruckt, was den Goldschmiedskünsten zugehört. sl. 11.^ — — s. auch Akermann im Le, xicon, Supplem. und unten. Aconeius (Jakob), italienisch Contio; ein Philosoph, Rechtsgelehrter, Theolog und Ingenieur , der zu Anfang des XVI. Jahrhunderts zu Trident geboren wurde und vornehmlich sich der Rechte befliß. Da er der Religion halber sein Vaterland meiden mußte, so wandte er erst sich nach Strasburg, und darauf (etwa zwischen > 55 o und > 56 o) nach London, wo er als Ingenieur bey der Königin Elisabeth gute Aufnahme fand, und >568 oder bald hernach gestorben ist. Man hat ein Werk von ihm, was in italienischer und deutscher Sprache die Kriegsbaukunst behandelt, und betitelt ist: ä^rs inuniendorum nppiclorum; später übersetzte er zu London dasselbe auch ins Lateinische. Obgleich er in diesem Buche sich rühmt, er sey der erste, der eine kunstmäßige Anweisung übenden Festungsbau ertheile, so haben doch Dürer u. a. m. dasselbe schon vor ihm geleistet. sll.^ Acqua, auch Aq ua (Christoph dell' oder dall'). Derselbe ätzte einige schlechte Blätter nach Jacob Ciesa zu: koesie italiane svpru I'uItiniL Auerra, consecrate Lila AI. dt be- derico il Arrrnde ke di krussirr, du 6uil. Verrar!. Vioenra 17644°; und andre geringe Sächelchen zu den Werken des Metastasio, die italienisch in 16 Theilen, Vener. >781-83, 8°, erschienen, theils nach eigner Zeichnung, theils nach der des Giu. Gobbis. Dasjenige, was er >768 nach Joseph Galli-Bibiena stach, zeigt das Supplement unter dem Artikel des letzter« an. Noch wird ein >77> in gr. Fol. von ihm nach A. Sacchi gestochenes Bildniß des M- Anton Pasquakini irgendwo «sehr schön" genannt. Der Unsrige war von Vicenza gebürtig, und scheint dort auch wohnhaft gewesen zu seyn. ^0. — -- (Joseph dall), vielleicht ein Sohn des Vorstehenden. Wir kennen von seiner Hand mittelmäßig gestochene Rheingegenden nach Brink- mann; auch soll er Landschaften nach Aberli, in 4°, geliefert haben. si. II.^ Acquilan 0, f. Aquilano im Lexikon, im Suppl. und unten. Acquifti (Ludwig), ein um >807 noch lebender Bildhauer in Rom, verfertigte, in einer schwülstigen Manier, eine Menge Basreliefs für verschiedene Kirchen in Bologna, und restaurirte Adalpert. den vatikanischen Genius als Amor, der aber sehr mißlang. Eine Vestale von ihm in Mar, mor war besser, gut drappirt und trefflich gearbeitet ; nur Gesicht und Hände sehr kleinlich, und letztre zu klein. Eine Atalanta hingegen, wie sie eben den Bogen abgeschossen, war (hier wohl ein Kapitalgebrechen) zu schwerfällig, das Gesteht (das sich, nach der Absicht des Künstlers, über den Schuß verwundern soll) unbedeutend, und das Gewand geschmacklos. Dann hat er mehreremal die Venus vorgestellt, und dazu immerhin die medizäische, bloß mit Veränderung des Oberleibs und der Arme genominen. So stellte er sie dar, wie sie sich ein Diadem in die Haare schlingt, und in seinem neuesten Werk« (> 8 n 5 ) wie sie den wüthenden Mars zurückzuhalten bemühet ist, ein Grupp in Lebensgröße, mit äußerstem Fleiß in Marmor ausgeführt, aber mit wenig Eigenthümlichkeit und Originalität; denn auch die Figur des Mars, den Torso ausgenommen, scheint zu offenbar aus dem Borg, befischen Fechter entlehnt zu seyn. Der Kopf der Venus hinwieder ist kleinlich und hart, von widerlich süßem Ausdrucke. Das Ganze soll den Frieden darstellen, und könnte eher das Gegentheil heißen. Die beßte Arbeit dieses Künstlers sind ohne Widerspruch seine Basreliefs, welche er für die prachtvolle Treppe des Pallastes Bra- schi verfertigt hat, den Pius VI. mit dem außerordentlichsten Aufwande für seinen Nipoten erbauen ließ; in jeder Rücksicht besser als Cano- vas ähnliche Arbeiten; sie stellen Gegenstände aus dem Homer und der Römischen Geschichte vor. Hier hat er seinen ersten schwülstigen Styl abgelegt. Der Gegenstand ist immer vollständig, doch einfach und ohne Ueberladung ausgedrückt. Jene Gruppe, Mars und Venus, ist für den reichen Mayländer Sommariva bestellt (H. A. modellirt nicht in Thon, sondern in einer Zusammensetzung von Gyps und Sand, ungefähr so wie solche die Stuccaturarbeiter gebrauchen, und empfahl dieß auch Andern, was wohl der schnellen Fertigung, nicht aber der Feinheit eines Modelles zuträglich seyn kann, und demselben allzuviele Steifheit giebt. fii/j Aceins (CäsarAnton). Derselbe ist Eine Person mit dem im Supplemente rubricir- ten Accius. Acurzlo, s. oben Accurzio. Acxrelmeier, s. unten Axtelmeier. Adalberr, Abt von Tegernsee im Xir. Jahrh, (heißt es bey FioriUo D. l. >88) zierte sein Psalmbuch mit besonderer Aufmerksamkeit. Adalpert und Aripo, zwey Künstler des X. Jahrhunderts, frischten um das I. 978 die Miniaturen der sogenannten goldenen Handschrift der Evangelisten im Kloster St. Cmeran zu Regensburg wieder auf. Das Bild, welches Carl den Kahlen darstellt, ist merkwürdig. Er ßtzt auf einem prächtigen, mit Edelsteinen geschmückten Thron, hinter dem kostbare Tapeten ausge, breitet sind. Seine Kleidung ist griechisch. Zu beyden Seiten des Throns stehen Engelchen mit Stäben in den Händen, Waffenträger und Hofbediente. Einige weibliche allegorische Figuren, mit Fruchthörnern, bezeichnen die verschiedenen Provinzen seines großen Reichs. Eben so interessant sind die übrigen Bilder, von denen man schöne in Kupfer gestochene Copien hat. Fiorill» D. l. 65. (>) Ein Palamebes von Canova wurde ebenfalls für diesen edeln Mailänder bestellt; das Bild zerbrach im Arretier des Künstlers, und S. hatte die Grohmuth, ihm solches zu zahlen, ohne eine neue Bearbeitung dafür anzunehmen. Adam. Adam 17 Adam (Albr.), ein trefflicher deutscher Pfrr- demaler neuester Zeit. Seine eigentliche Herkunft ist uns noch unbekannt. Von demselben fand man auf der Ausstellung zu München 1817, neben mehrern kleinern Bildern, ein größeres, der Angriff von Kürassiren auf eine Batterie darstellend; eine originelle Idee, da man auf der Lange des Bildes nichts, als die muchig heransprengenden Reuter erblickt. Tüb. Morgen- blarr 1817, S. 87. Auf dem Salon ebendaselbst 1320 bewunderte man wieder in einer Kürassier-Attaque von ihm die vortreffliche Zeichnung, die poetische Auffassung, den Ernst der Idee und die schöne Vollendung ('). Redendem hatte dieser Künstler auf gleichem Salon das Publikum mit einer Reihe von Pferdestücken erfreut, worin er seine unendliches?) Wahrheit, treffliche Gruppirung, und ein klares, kräftiges Kolorit neuerdings bewährte. Runstbi. 1820, S. 368 . Wahrscheinlich von oder nach demselben fanden sich auch um die nämliche Zeit litho- graphirte Blatter in dem Werke: Griginal- Handzeichnungen lebender Bayersch. Rünst- ler, in dem Zellerschen Kunst - und Commissionsmagazine zu München, I. c. 67 und 404, wie z. B.das Fürstl. Wredische Gestüte zu Colmberg, nach der Natur (quer Fol. Pr. 3 fl.). Hinwieder lithographirte nach ihm L. Eckemann Aiesson zu München, sehr gut, drey Pferdestücke, 1. 0. 2822 S. 4 o. — — «(Andreas), Königl. Landbauschreiber und Hofmaurermeister zu Dresden. Er wurde nicht allein viel bey Leitung der großen landesherrlichen Bauten gebraucht, sondern führte auch selbst dergleichen auf, wie z. B. das Pfundische, am Markte gelegene, Haus daselbst zeigt. Magazin der Sächsischen Geschichte, Dresden (1784—91 in 8 Thle) 1. Theil S. 343. Er starb 1746, 47 , 3 - alt, zu Dresden. Sächsisches Euriosikaten-Labiner (Dresden 1735 bis 1764, 3 i Thle in 8 °), Jahrgang 1746. — Von ihm sieht man sehr fleißig ausgeführte Zeichnungen, welche Vasen, Kamine u. dgl. darstellen. sll-H — — (Andreas), Stadtwerkmeister zu Ulm. S. pfandzelr im Suppl. sl-H — — (Caspar oder Caspar Baltha- sar(^i), der jüngste der drey Söhne von Jacob Gigisbert A./ geb. 1710, lebte und arbeitete mit seinen Brudern, davon Lamberr Gi- gisberr sein Lehrmeister war, eine geraume Zeit zu Rom. Hierauf ging er, anstatt seines von dem Könige von Preußen berufenen Bruders, Mckaus Sebastian, der diesen Ruf ausschlug, nach Berlin, dann aber von da wegen dem Tod seines >'n 1759 zu Paris verstorbenen Bruders Lamberr Sigisberr, dorthin, und starb ebenfalls daselbst 1761. Im Marmorsaale zu Sans- souci zeigt man von ihm zwey 1748 gefertigte Statuen, Apoll und Venus Urania, die, zumal die erstere (nach Oesterreich), einen herrlichen Effekt thun. Dann im Garten: Einen Faun, Copie nach einem im Capital. Ferner auf der Terrasse: Eine liegende Flora (1749). Ob auch die hinter dem Piedestal liegenden Hunde des Königes mit ihren mythologischen Namen Alc- mena, Thisbe u. s. f. ? Ebendaselbst Cleopatra. Wieder lm Garten, um das Bassin der großen Fontaine: Das Feuer und die Erde (1766 und 1768), Apollo (1762), Diana und Juno (1753), Jupiter mit der Kuh (» 754 ), Mars in Wuth (von Sigisberr Michael beendigt 1764). Die Restauration der, lange unter dem irrigen Namen der Familie des Lycomebes cursirenden zehn antiken Statuen, gehören nicht ihm, sondern dem unten folgenden Lamberr Sigisberr A-, und eben so wenig, wie Oesterreich faselt, einem Caspar A dem ältern zu, welcher vollends ein Nonens ist. Hingegen war «r es, !der auf Königl. Befehl die marmorne Bildsäule (s. 6. das Hautrelief) des in der Schlacht bey Prag für s Vaterland gestorbenen Feldmarschalls Grafen von Schwerin zwar anfing, aber unvollendet hinterließ, als er wegen dem Tode seines in Paris verstorbenen Bruders nach Frankreich gingt?). Ad am(C-), ein Künstler, der unstreitig 1819 zu Dresden studirte. Auf dortiger Ausstellung 1820 sah man von ihm sechs kleine Landschaften in Steindruck (aus der Dresdner Eteindruckerey von Guchery); Kopien von eben so vielen radieren Blattern des Everdingen. XKo. — — (C.), ein Kupferstecher zu Augsburg, von dem wir mehrere Prospekte, und n. a. einen schlechten Prospekt von Dresden kennen, den er nach einem Blatte, was C. G. Werner 1768 zu Thielens Sammlung Meißner-Gegenden fertigte, kopirte. Vielleicht war F. Adam (ein anderer Augsburger Kupferstecher, der auch dergleichen schlechte Prospekte lieferte), ihm anv.rwandt. Beyde lebten in der letzten Halste des xvm. Jahrhunderts. — — (Friedrich), Kammer-Conducteur und Landmesser zu Berlin , der in den dortigen Adreß- kalendern von 1800 und »801 nicht mehr, aber .in dem von i 8»5 neuerdings erscheint. — — (F.), ein Kupferstecher zu Augsburg; s. oben C. Adam. — — (Gottfried Benjamin), ein Steinschneider zu Dresden, woselbst er, 42 Jahre alt, i 8 , 3 starb. Dresdner Anzeiger, Jahr, gang i 8 i 3 . — — (G.). Von diesem nach dem Leben gezeichnet und auf Mahlerart flüchtig, doch gut (>) Wohl dasselbe Bild, das sich schon i »,8 auf brm Salon zu Dresden befand, und namentlich den Angriff sächsischer Kürassiere auf eine Russische Schanze in der Schlacht bey Moshaisk darstellte. „Freylich" (heißt eS von diesem im Tüb. Runstbl- > 8 >g, S 54, so wie oben von dem Bilde von >817) „nehmen sich die geraden Linien des Angriffs besser auf dem Paradeplotz als auf der Leinwand aus; aber dennoch mit Recht opferte A. die Wahrheit nicht einer mehr künstlerischen An» vrdnung auf. Auch soll der Künstler, im Gefolge deS jetzigen HerzvgS von Leuchtenberg, selbst der Schlacht beygewohnt haben. (-) Bey Ersch und Gruber (Allg. Encyclopädie nach Dundent in der La-^clox. naiv.) Kranz itaspar genannt. lz) Ohne Zweifel ist von diesem Werke die Rede, wenn eS im Tüb. Morgenbs. 1807 S. y»? heißt: „Adams Statue Schwerins aus weißem Marmor, ist, gleich mehrern andern Bildsäulen preußischer Heiden zu Berlin, ein vollendetes Muster des schlechten Geschmackes. Die gewundene Stellung der Heroen, die Alongeperücke, das Ordensband über dem römischen Costüm, die alt-französischen Schnörkel — wahrhaftig, man sollt«, um diesen Helden einen Beweis von Nativnalachtung zu geben, solche Schandwerke auf immer zertrümmern." 5 I. geätzt, kennen wir ein Blatt in quer Quart/ die Ruinen von Wolfstein in der Oberpfalz darstellend. Er ist ein Künstler unserer Tage/ und besagtes Kupfer gehört zu irgendeiner bey Herz- zu Augsburg erschienenen Folge. ALro. Adam (Hans), ein Zimmermeister zu Ulm, der auf Anordnung des dasigen Rathes, nebst dem Rathsmaurermeister Matthäus Gaiser, von i 586 bis i 5 gi den Umbau eines großen Gebäudes besorgte. XL---. — — (Hans). Nachdem die Nikolaikirche zu Greifswalde i 63 c> durch den Einsturz ihres Thurmes zu Grunde gerichtet wurde, und man noch in gleichem Jahre mit dem neuen Aufbaue der Kirche in gothischem Geschmacke begann, so waren die Baumeister derselben, die man sämmtlich aus Stralsund herbeygeholt hatte: Carsten Gerbest, AmtsmeifferderHauszimmerleute, der den Thurm erbaute, und neben seinem Lohne noch ein Geschenk von fünf Ellen Tuch erhielt; bann der Mäureramtsmeister Christoph Thums mel, der, obwohl er schon i 65 s den Bau verließ, doch auch mit einem Kleide und einem Wammse beschenkt wurde; und endlich Hans Adam, der, statt des letzter«, den Bau weiter führte, und ib 53 zu Ende brachte. D. H. Biederstedt, Geschichte dieser Rieche. Greifsw. 1808, 8°, S. 53 , 4 >. sn.) — — (Jakob). Er ist richtig derjenige I. Adam (nicht Adams), von dem das Supplement die Frage auswirft: Ob von ihm die Wiener Bilderbibel herrühre? Diese Stiche sind recht artig, wenn schon ihr kleines Format den Künstler beschränkt haben muß. I» 1791 fertigte Adam, nach Grassi, ein sehr schönes Bildniß der deutschen Kaiserin Maria Ludovica, in 4°. ^Uebrigeus verschmähte ^derselbe auch nicht, für mehrere botanische Bücher des Ja- cquin, für den großen Wiener-Atlas des Schrämbl u. a dgl. Werke Arbeit zu liefern, die ein geringerer Künstler vielleicht eben so wohl hatte fertigen können. Mensel, 1H. (1808) zählt ihn noch unter die Lebenden- sl. II.^ — — (Jakob), ein engl. Baumeister; s. Adams im Lepicon und Suppl. sll.^ — — (Johann Andreas), chursäch- sischer Kammer-Conducteur; s. Christoph Ried- rich im Supplemente. — — (Johann Christian), wird in dem Kö- nigl. Sächsischen Staatskalender auf 1809 als Baukommissair benannt, nachdem er bereits 1807, zufolge des Dresdner Anzeigers, Jahrg. 1807, S. 63 -j, als adjungirter Baukommissair verpflichtet worden war. Vermuthlich ist er Eine Person mit demjenigen Adam (dessen Taufname uns unbekannt ist), welcher, nach Aussage Reiters, 1788 zu Dresden unter dem Hofbaumeister Hölzer studirie, und von dem man auf dortiger Ausstellung 1797 gute architektonische Zeichnungen sah. sll.^ — — (Joh. Gottfried), ein Mäurer- meister; s. Marrin pfiyner im Supplemente. — — (Joh. Gottfried Benjamin). Ein Steinschneider zu Dresden, der zuerst in: Dresden, zur Remirnlß seiner Häuser und derselben Bewohner (179g), und dann noch in dem Dresdn. Adreßkalender auf 1812, nicht mehr aber in dem von 1819 erscheint. sk. III Adam (Lambert Sigisbert), der älteste Sohn von Jakob Gigisberr, auch etwa kurz, im Gegensatz seines jüngern Bruders, der Aelrere genannt. Im achtzehnten Jahre seines Alters begab er sich nach Metz, von da aber 1719 nach Paris, wo er vier Jahre später den ersten Preis erhielt, und nun als Königl. Pensionair nach Rom eilte, wo er zehn Jahre blieb. Unter den von sechszehn Künstlern eingereichten Zeichnungen zu der Fontaine von Trevi gab Clemens der XII. der seinige» den Vorzug; allein die Vortheilhaften Anträge, die ihm Französischer Seits gemacht wurden, ließen ihn nicht zur Verfertigung dieses Werkes kommen. Er kehrte nach Paris zurück, bildete die Gruppe der Seine und Marne für die Cascade von St. Cloud, und wurde 1737 der Akademie einverleibt. Sein Aufnahmsstück war Neptun, der die Wogen besänftigt, zu seinen Füßen ein Triton. — Man muß gestehen, daß unser Künstler den Marmor zu behandeln verstand, und daß er meisterhaft in nackten Figuren, und elegant in Drapperien war; man muß aber auch hinzufügen, daß er sich mehr an Bernini, als an die Antike hielt, daß er als Bildhauer mit der Malerei wetteifern wollte, und daß er daher (so gut wie andre verdiente Künstler) den Fehlern seines Zeitalters erlag. Im Schlosse zu Sanssouci (im Vorsaale durch die Colonade) sieht man von ihm einen ausruhenden Mars von großem Charakter, aber der Amor neben ihm zu — dünnt; Copie nach einer Antike in der Villa Ludovisi (1730). In der kleinen Gallerie: Brustbild von Neptun, und Amphitrite. Im Garten um das Bassin der großen Fontaine: Die Luft und das Wasser; Nebenbilder deS Feuers und der Erde, von seinem Bruder Caspar. — Dann zu Charlottenburg (in einer — Vorrathskammer von Sculpturen): Die Köpfe von Sommer und Winter. Dieser Lambert Gigisberr war es auch, der in 1729, als er in Rom studirte, die damals von dem Kardinal Polignac gefundenen zehn Statuen, welche von ihm die Familie des Lykomedes getauft wurden, diesem Irrthume gemäß restauiirte, welchen erst im Jahre 180) der Professor Leve- zow in Berlin, in seiner dießfälligen archäologischen Untersuchung siegreich gestritten hat('). In 1753 gab er: Oollectlon cle suulptures untreues Arccgues et romaincs, lrouvees ü Home stsns les inines cku palais «je dleron ct cle Karins, «je 8 r. seulpteur orllin. ckn koi. l^Llis 1755, in-tol Dieses Werk enthält eben die oberwähnten, u- a. ehemals dem Kardinal von Polignac zuständigen Antiken, und ist, nach der Zeichnung des Unsrigeu, von St. Fessard, Defehrt, u. a. gestochen. — — (L. B.) So nennt pJicolai, wohl durch irgend einen Verschuß, einen der Bildhauer dieses Geschlechts, von welchem im Hofe des Kvllegienhauses an der Lindenstraße zu Berlin das marmorne Brustbild des Großkanzlers Cocceji ersichtlich sey. sl. ^ — — (Nirolaus Sebastian). Zuerst ging er nach Paris und dann nach Rom, wo er 1728 auf dem Capitol von der Akademie den Preis erhielt. Nach neun Jahren kehrte er zurück nach Paris, wurde Mitglied der Akademie, und lieferte bey seiner Aufnahme: Prometheus, dessen Leber der Geyer verzehrt. Fälschlich legen Einige dieß Werk seinem Bruder Lamberr Gi-- gisberr bey. Der König von Preußen berief l>) Die Restauration bestand wesentlich in den Köpfen. Einer derselben stellte nunmehr (wie es irgendwo heißt) den bekannten Laron Stosch vor, waS aber von Desterreich als Fabel erklärt wird. Adam Adams 19 ihn zwar nach Berlin; er schickte dafür aber seinen Bruder Caspar Balthasar. Seine Werke, unter denen man das im Lexikon gedachte Grabmahl der Königin von Polen für das beßte achtet, sind eben so zu beurtheilen, wie die des Lamberr Sigisberr Adam, dessen Artikel zu vergleichen ist. Er starb 1778. Ersch und Grubers allgemeine Encyklopädie (nach Dundenr.) sll.^I Adam (Peter). Wir halten dafür, daß der Taufname Derer eine Erfindung aus trüber Quelle sev, indem, unsers Wissens, ein solcher Adam zu den noch unbekannten Künstlern gehört. Was man weiß, beschränkt sich eigentlich nur darauf, daß ein p. oder R Adam (denn der monogrammirte Ausdruck des Laufnamens in seinen Bezeichnungen spricht sich in dieser Hinsicht schwankend aus) sechs Landschaften, etwa zu Anfang des XVIll. Jahrhunderts, mittelmäßig, vermuthlich nach eigner Zeichnung, geätzt hat. sl. III — — (Robert), ein englischer Baumeister, findet sich im Lexikon, Supplemente und unten unrer Adams. sli.I — — (R ); s. oben Derer Adam. Adam,' (Peter). So heißt in Lesfings Analekten, S. ,90, ein Verfertigte nachgemachter Edelsteine. — — (Salomon), ein guter dänischer Maler, sowohl in Miniatur als in Oel Erwürbe letztlich zum Aufseher der Gemälde der Grvß- kanzlerin von Holstein ernannt. Wein«, ich, Historie « Danmark, S. ,34. Salomon lebte in dem zweyten Viertheil des xvm. Jahrh. Adams (Peter Paul di M.), ein Künstler in eingelegter Holzarbeit^ der schon ,315 in dem Dome zu Orvieto beschäftigt war, und in ,570 noch als Vorsteher der acht Holzetnleger und acht Lehrburschen erscheint, welche dort im Chöre arbeiteten. In den Registern der ebendaselbst beschäftigten Maler, liest man unter dem Jahre ,556: Petrus Paulo Vls^. pro tac- tura 1'omi vllltii Lorporis Xsti, lik. XVI. Unstreitig bezieht sich dasselbe wohl auch auf den Unsern, der mithin also etwa nicht minder Bücher mit Miniaturen verzierte. L-orra «is/ D»o^ro Orvrsro p. 117, 283, 284, 38,. sl. n.^ — — Tedesco, so wie Adamo de Francforr; s. Adam Elzheimer im Lexikon und den Supplementen. — (Samuel), ein Sohn von Andreas; churfürstlicher Jagdbaumetster und Landbauschreiber zu Dresden, der, nebst verschiedenen Jagdgebäuden , das gräflich Wolffersdorfische Palais auf der Moritzstraße und das jetzige Amthaus daselbst, nach dem Bombardement des siebenjährigen Krieges, wieder herstellte. Er starb zu Dresden 1787, 70 Jahre alt. Magazin der Sachs. Gesch. Lhl. I. S. 343 , und Thl. IV. S. 584 . sl.^ — — (Siaisbert Michael), der jüngste Sohn von Jakob Gigisbert, wenn er nämlich viere hatte, und dieser nicht, wie wir vermuthen, kein Anderer als der obige Caspar Baltbasar ist. Von seiner Vollendung der Statue seines Bruders Caspar: Mars in Wuth, im Garten zu Charlottenburg, s. oben den Artikel dieses letzter». Uebrigens ist noch zu bemerken, daß die mehrern der obigen Notizzen sowohl, als derjenigen im Lexikon und dem Supplemente über die Künstler Jakob Sigisberr Adam und dessen Söhne, aus des Confusionsraths Oesterreichs bekannten Nachrichten von den Merkwürdigkeiten der Königl. Preußischen Schlösser gezogen sind. sll.^ — — (Veit Jeremias), Meusel III. zählt diesen Wunderkünstler in der Zuckerbäckerey um 1808 noch unter die Lebenden. Seine Modelle bildete er selbst, und besaß deren eine Menge, die von seinem erfinderischen Geiste zeugen. sl. II.^I - — (W ); s. Adam willaerrs im Lexikon und Supplemente. — — ( ), Kupferstecher zu Paris um , 8 oZ. Ob vielleicht der Nachkömmling eines der Söhne von Jakob Sigisberr, welcher einzig in unsern Zusätzen erscheint? — — ( ), ebenfalls ein uns übrigens unbekannter Kupferstecher dieses Geschlechts, von dem es im Tüb. Morgenblarr 1807 S. 2248 heißt: „Von ihm und Benoir gemeinschaftlich erschien >807 ein Blatt, in der Größe des Originalbildes, nach Buonaroti, welches man kurz vorher in dem Hause eines Privatmanns zu Paris gefunden hatte, das den Erlöser vor der Geißelung darstellte. Adam stach das Architektonisches?), Benoir das Uebrige." Adamoll ( ), ein Maler, von dem F. H. v 0 n derHagen (Briefe in die Het- marh IV. 555 ) ein erst in ,8,4 gefertigtes >ehr großes Oelgemälde in einer Kapelle zu Arezzo sah. Hagen erklärt dasselbe „fast für das Beßt^", was er aus der neuen italienischen Schule gesehen hatte. sll.^ Adams (Carl), der Schwedische Ci- seleur. In der VoysAe cle ckeux pranosis, tome II. p. ,2g (8" Paris ,796) heißt es UM ,793 von ihm: „Seine großen Bronzearbeiten hat er unter Sergells Aufsicht vollführt, und sein Attelier, in dem er u. a. die Statue Gustav Adolphs ciselirte, stößt an diejenige des genannten Künstlers. In den Königlichen Zimmern zu Stockholm findet man Bronzen von ihm, so fleißig und elegant gearbeitet, daß sie auch dem beßten — Französischen Künstler Ehre machen wurden!" sl. 11.^ — — (James), des unten ff. jünger» Roberts Bruder. Derselbe besaß zwar weniger Genie und Theorie seiner Kunst, als letzterer; dagegen übertraf er denselben in der praktischen Ausführung. Tue vorzüglichsten Denkmale seines Ruhmes sind: Portland-Place, ein großer mit Pallästen gezierter neuer Platz, und die noch mehr bewundernswerthen Adelphi- Buildings, wo einige hundert der größten, zierlichsten und bequemsten Häuser auf Gewölben ruhen, deren kühne, kolossalische Bauart das Ganze zu einem des alten Roms würdigen Werke macht. Er starb zwey Jahre nach seinem Bruder 1794. Fiorillo V. 632 - 633 . S. unten auch weiter den Artikel dieses letztern, wo freylich über die Adelphi-Buildings ein von dem obigen ganz verschiedenes Urtheil gefällt wird. Von dem Unsrigen selbst geatzt, mnnl Jouberc ein seltenes Blatt, welches den in ,588 erfolgten Untergang der — sogenannten unüberwindlichen Spanischen Flotte darstellt. Vergl. unsere Zusätze, wo, nach Heinecke, dieses Blatt (wahrscheinlicher) dem gleich folgenden ältern Robert (Zeltgenossen jenes Ereignisses) zugeeignet wird. sil.^ — — sRobert), der ältere, Oberausseher der Gebäude der Englischen Königin Elisabeth. Walpole gibt zwar keine Werke von ihm an, bemerkt aber, daß noch zwey Grund- 20 Adame risse von ihm vorhanden sind, von denen der eine, mit der Jahrszahl i 588 , Middleburgh, und der andre, von demselben Jahre, auf einer kleinen Pergamentrolle, einen Theil der Themse darstellt. Dieser Grundriß ist mit der Feder gezeichnet, und mit den Worten Umwegs äes- oripllo unterschrieben ('). Adams starb im Jahr ? 5 q 5 (nicht 1S91 wie das Lexicon sagt), und erhielt ein Grabmahl zu Greenwich(^). FioriUo, V. -54-255. sl. Il/j Adams (Robert), der jüngere, Williams (welcher bloß in unsern Zusätzen erscheint) jüngerer Sohn, und somit des obigen James Bruder, der berühmteste Englische Baumeister seiner Zeit. Auf der Reise nach Spala- tro begleitete ihn, neben Clerisseau, auch der geschickte Zeichner, Anton Zucchi. Ungeachtet ihm der Venetianische Gouverneur (welchem Besuche von Fremden in dergleichen Absicht etwas Ungewöhnliches waren, und der dafür hielt, daß sie eigentlich die Befestigungswerke des Orts in Augenschein nehmen wollten) viele Schwierigkeiten in den Weg legte, so kam er dennoch in fünf Wochen mit genauer Abzeichnung und Siufnehmung der dortigen Ruinen zu Stande. Will man indessen seine und seines Bruders ganze Individualität kennen, so muß man besonders ihr merkwürdiges Prachlwerk: IKe ^Vorks in ^roliiteeture etc., gr. Realfolio, auf ihre Kosten gedruckt, zur Hand nehmen. Der erste Theil erschien in fünf Heften von 1778 bis 1778. Er enthält das Schloß des Herzogs von Northumberland zu Sion; die Villa des Grafen Mansfield zu Kenwood; das Schloß des Grafen Bute zu Luton; öffentliche Gebäude; Entwürfe für den König, die Königin, die ver- wittwete Prinzeß von Wallis u. a. Personen. Der zweyte Theil wurde 1779 ausgegeben, und zeigt das Haus des Grafen Derby auf dem Platze Grosvenor; das des Baronet Watk. Williams Wyun auf dem St. Jakobsplatze; das des Grafen Shelburne auf dem Platze Berkeley ; den Verfolg der Zeichnungen des öbgedach- ten Schlosses zu Sion; und verschiedene Entwürfe zu öffentlichen und Privatgebäuden. Die Zeichnungen beyder Theile fertigte fast sämmtlich Robert (nur wenige Blätter hat James sowohl allein, als in Gesellschaft seines Bruders gezeichnet) von 1761 — 1776, und bewährte sich mittelst derselben nicht bloß als ein guter Zeichner für Architekturen, Verzierungen und Meu- bles, sondern auch für Landschaften und Figuren. Die Kupfer sind schön und trefflich von drey und zwanzig Meistern (exclusive des Titel- kupfers) gestochen. Hier, wo nur die vorzüglichsten Werke der beyden Gebrüder in Rissen und Ansichten dargestellt sind, bemerkt man, wie ihre Absicht insbesondre dahin zu gehen scheint, etwas Neueres und Besseres rücksicht- lich der innern Verzierungen aufzustellen. Sie selbst erklären sich S. 3 der Vorrede dahin: Daß ihre Arbeiten nicht allein den Beyfall ihrer Bauherren erlangt hätten, sondern daß auch andre Architekten bemüht gewesen, dieselben so fleißig nachzuahmen, daß sie, ohne Eigendünkel, dreist behaupten dürften , eine Revolution in dem Geschmacke der in England üblichen Architektur bewirkt zu haben. — Was das an den Ufern der Themse zu London liegende, im Suppl. erwähnte, A d e l u n g. Gebäude Adelphi anbelangt, so urtheilt.fern de St. Conftanr (London und die Engländer H. 87) von solchem: Es sey zwar ein einfaches, regelmäßiges Gebäude; doch zeuge es eben nicht von anderweitigen bedeutender» Talenten seiner Erbauer. Dabey scheint dieser Schriftsteller das vorzüglichste Verdienst desselben vollends mehr in seiner schönen Lage und herrlichen Aussicht zu suchen. Wie dem Allem seyn mag, so halten die Britten fürdauernd den Unsern für den eigentlichen Schöpfer ihrer Baukunst. Auch war sein an Erfindung sinnreiches Genie nicht bloß auf sein eigentliches Fach eingeschränkt, sondern verbreitete sich auch durch seine Zeichnungen über fast alle Theile des so gemeinwichtigen Englischen Manufakturwesens., Noch bemerken wir seine prächtigen Universitätsgebäude von Edin- burg, so wie noch mehrere öffentliche große Bau, ten in London, Glasgow u. s. f., welche nach seinen Entwürfen von Andern errichtet wurden. So wie alle vorzügliche Künstler in England, wurde auch er von den berühmtesten Männern seines Landes und seiner Zeit allgemein hochgeschätzt; Hume, Robertson, Gibbon, Ferguson, Smith, waren sämmtlich seine Freunde. England hatte an ihm und Sir Josuah Reynolds beynahe zu gleicher Zeit zwey seiner größten Zierden verloren. Zwey Landschaften nach seiner Zeichnung, stellen ein ländliches Fest dar, das der Graf von Derby (1774) >n seinem Garten zu Oaks in Surry gab, und sind von Caldwall und Grignon (1780) gestochen. Noch ein drittes Blatt nach ihm, von I. Roberts, enthält einen Pavillon, worin (1774) ein ähnliches Fest gegeben wurde. Fiorillo, V. 628—6Z2. M,-. Adams ( ), ein Künstler zu Rotterdam um i 8 o 5 , welcher Gläser, mit Figuren, in punktirter Manier (was wir nicht verstehen) verzierte. pFemnich, Orlssmalbeyrrage zuc Renntniß von Holland, 8°, Tübingen 180g 1. - 5 j. sl.^j Adda (Graf Franz), ein Mayländer, starb i 55 o. es. tei'r. IV. 302 nennt ihn einen Nachahmer von da Vinci, welcher Allerley auf Holz und Schiefer für Privaten gemalt. Adelai'de(Vicomtesse deCoucy). Eine solche ließ im Jahre 1086 verschiedene Malereyen für zwey Kirchen fertigen. ^n»al. orll. 8. Lene- llioti V. 235 . Adelbauser (Johann), zeichnete 1667, zur Zeit des Kongresses, den die Polnischen und Russischen Gesandten zu Grodno hielten, eint Ansicht dieser Stadt, welche i 568 von M. Zündt auf zwey großen Blättern in Friesenform gestochen wurde. Adeln ng (Friedrich), zu St. Petersburg Russisch-Kaiserlicher Gtaatsrath, ein vorzüglicher Geschichts- und Kunstkenner, arbeitete um 1821 an einer Beschreibung der berühmten metallenen Thüren an der Sophienkirche zu Novo- gorob, wozu ihm der große Beförderer der Russischen Geschichte, der Reichskanzler, Graf von Romanzoff, die genauestcchZeichnungen verschaffte, welche, in Steindruck gebracht, das Werk verzieren sollen, welches überdieß noch Mannigfaltiges aus dem noch so sehr unbebauten Feld« (-) Man sieht auf diesem Blatte die Themse von Tilbury bis London gezeichnet, und zwar mit vielen Linien durchstrichen, weiche den Gang der Kanonenkugeln andeuten sollen, die ein Schiff, daS nach London segeln will, vernichten können. S. /^a/z-o/-, p. 158. (2) Es hat die Inschrift: Lßreßio viro, Uoverlo operurn reßioruin Supervisor!, srcchireckurae pericissirno och. 159L. Liworr Lasst, operslioauro regiaruur coarrarorulalor, choc posuik ruouuweu- rum 1601 . Adger. Admiral. 2t dir Russischen Kunstgeschichte enthalten wird. T«b. RtMstbl. ,821, S. 22«. Adger (Cornel). Ein solcher soll (nach Büsching) eine in i58Z von Hooghenberg gestochene Karte vom Erzstifte Kölln gezeichnet haben. Adbenerc ), ein Baumeister. S- Duiroe in künftigen Nachträgen. Adjaceri ( ), ein Florentiner, Günstling der Katharina von Medicis, bewahrte (wahrscheinlich zur Belustigung dieses Ungethüms) in seinem Schlosse eine ungeheure Menge unzüchtiger Gemälde, die er indessen auch den Augen des Publikums nicht entzog. LrEllms, vsmes galantes in der Lollectioll lles mä- moires pour servir ü I'distoire lle Trance. 1 .XIV. 281. .Adlectus; s. Felix der Freygelassene, in künftigen Nachträgen. Adler (Andreas), ein Gvldschmiedgeselle von Königstein, der 1619 bey Hcinr. Puttlost zu Dresden in Arbeit stand und damals auch sein Meisterstück fertigte. Unterdessen wies er dasselbe nicht zu Dresden auf, da er an einem andern uns unbekannten Orte das Meisierrecht gesucht hatte. M-e. — — (Friedrich Gottlob), war Churfürst!. Sächsischer Hofmaler zu Dresden, woselbst er auch 1787, HZ Jahre alt, starb. Magazin der Sächsischen Geschichte, Th. I V. S. 192. — — (Georg Friedrich); s. den folgenden Georg Gottfried A. — — (Georg Gottfried), ein Maler zu Leipzig, wo er 1785 (seist. 55) als Oberaltester der dasigen Malerinnung starb. Zuweilen giebt man ihm den Dornamen Georg Friedrich. Das florirende Leipzig; der Leipz. Adreß- Raiender; das Leipziger Allerley, 176b, S. 208. sn.) — — (Johann Anton), ein Maler. S. Schink im Supplemente. — — (Johann Conrad), Rathsmäurermel- ster zu Berlin 1802 und noch 1819. -tk-o. — — (Johann Georg), ein Bildhauer zu Dresden, wo er schon 1729 angeführt wird. Bey dem Baue der dasigen katholischen Kirche wurde er mit gebraucht. Magazin der Sächs. Geschichte, Lh. H- S. 662 u. s. f. — — (Johann Göttlich), geb. zu Leipzig, lernte dort bey Johann Caspar Müller das Stempelschneiden und Schriftgießen, erhielt 1711 einen Ruf von der Königl. Dänischen Missen als Buchdrucker nach Tranquebar, langte dort 1710 auch an, und legte daselbst n- a. die erste Papiermühle an- Gottsched, Rede auf die Erfindung der Buchdruckerkunst, 1740. Note r. — — (Johann Gottlob), ein Maler zu DreSden, den der dortige Adreßkalender von 1812, nicht mehr aber der von 1819 benennt. sl. Adler-Paticinia, nicht pa- licinia, wie der Druckfehler des Supplementes will. Irrig ist auch dort dieser Artikel von dem des Philipp Adler (vor dem ein » stehen sollte) getrennt; indem beyde dergestalt zusammenzufügen find, wie es in dem Lexicon bereits vor- gezetchnet ist, da sie nur von Einer und derselben Person sprechen. Heinecke's dteßfällige Rüge (N. Nachr. S- 125) meldet darüber, was folgt: »Der Name partcina ist von Floren» le Comre erfunden, und einem Blatte von Dan. Hopfer entnommen, das ein Altarblatt darstellt, auf dessen obern Theile steht: Hoc Opus tee. , kstrieius. Dieses etwas undeutlich gedruckte-k'-r-rrer,» halle isomre — katicina gelesen." Adler (Samfon), eln Petschierstecher zu Riga 1610. I. C. Schnumann, Rigaer Adreßbuch auf 1810, 8°. — — ( ), Oberbaulnfpektor bey der neu ostpreußischen Kriegs - und Domatnenkam, mer zu Plock 1804. Handbuch über den Bönig!. preuß. Hof und Grast, 1804. Adlershelm (Christian Loren; von), geb. zu Leipzig ,608 und hier als geh. Kammerrath und Bürgermeister gestorben 1684. Derselbe hatte weite Reisen unternommen und stand bey vielen Fürsten in gutem Ansehen. S. dessen Leichenpre« digt von Geo. Lehmann 1684, Leipzig, Fol. Loren; war ein großer Kunstfreund, und besaß eine treffliche und berühmte Kunst- und Nar turaliensammluug, die nach seinem Absterben der Herzog von Weimar erkaufte. Derselbe hatte noch bey Lebzeiten von dem trefflichen Melchior Barthel sich sein Grabmonument aus Marmor und Alabaster fertigen lassen. Dasselbe ist auch, so viel wir wissen, dermalen noch in Leipzig zu sehen. sl.^ Admiral (Johann oder Jakob). Hier ist (vielleicht) von zwey unterschiedlichen Personen die Rede. Johann l'Admiral, welcher (wie Rost, VI. 3oZ, wissen will) um 1680 zu Leiden geboren wurde, war ein Maler, der sich, nicht ohne Glück, mir der von Christoph le Blond erfundenen Manier, bunte Kupferstiche vermittelst mehrerer Platten zu fertigen, beschäftigt hatC). Jedoch kennen wir nur sechs anatomische Blätter, die er in dieser Manier geliefert, welche sehr gesucht, aber selten zu finden sind. Zwey derselben, die nach anatomischen Präparaten des B. S. Albinus gefertigt wur, den, finden sich in zwey Dissertationen des Al- btnus, die betitelt sind: vissert. lle Xrterii» et Veuis intestinor. I.eillse Lst. I7öt> 4", und : Oissertst. seeunlls lle solle se csusa coloris -Vetdiopum, ibill. 17344°. Dreye derselben, nach Präparaten des F. Rltysch, erschienen als lose Blatter, bloß mit einer hinzugedruckten Erklärung der Darstellung. Das eine davon ist betitelt: Icon memdi snse vsseulosso - - llej. et coi. llislioctst^pisimpresss slo. LaLknrrr«/. Xmsteloll. et L.n^ll. Lst. 17Z8, gr. 4". Das zweyte,und dritte, ohne Titel und Jahrszahl, haben über der beygedruckten Erklärung: rse kiu)us expliestio, gusc nobis exbibet llursm rnstrem ex espite koetus bumsn» oeto eircitcr rneosiuin s eonceptione lle- sumtsni, vivis colorlbus, non penielllo lle- piets, seä pis impresss ete.; und dann: Lxplleatio ü^urse crsnii, serrs llivisi, periostio tecti, vrtse speciem reprsesentsntis etc. Beyde letztere wurden später gr. 4" nochmals einzeln mit der Jahrszahl i738.(?rostst Xmstelollsmi spull Iscobum 6rsel per Henricum lle I.ctl>cet 17)8) und mit ordentlichen (von uns Kürze halber zusammengezogenen) Titeln: Icon llurse jt r « (1) Nach Fiorillo (D- III. zo6) sollte der Unsrigk gar lc Blonds Schüler gewesen seyn. I. 6 22 A d m t r a t o. Acken. matrig in concava suxcrkcie vi8ac, und dann. Icon clursc niLtris in convcx« superüoic visae aufgelegt. Wenn indessen auch l'Admiral, wie obbemerkt, sich als den Erfinder seiner Stich- manier selbst ankündigt, so ist dieß doch ein Irrthum, da le Blond bereits 1721 in derselben sich hervorgethan hatte. Das sechste dieser Blatter findet sich in: Liki^ies ^enis dnmani injecla cera praeparati, exlnbens invenla anatomica aliquot nova et proprio colore t^pis imprcs8s, a losnne I^ei-isc Lai. 1741 gr. 4 "- Dasselbe ist übrigens nur ein Nachsiich eines Blattes, welches der mehr- gedachte le Blond (1721) mit einer Erläuterung des Arztes G. Cockburn herausgegeben hatte, obwohl l'Admiral dessen mit keiner Sylbe hier edenkt. Mehr hierüber findet man in Mähen« Sammlung von Aerztebildnissen S. 143 bis i 47 - — Ein anderer Mann dann ist Jakob l'Admiral, lVaauvvkeuriße 4 Vasrnce- rninAen omtrent cle Veranäeringen van vccle Insecten ok ^ckorvene viertes, ^muterctam » 774 , gr. Folio. Hier findet man 33 kolorirte Kupfer mit 34 Seiten Beschreibung. Man hat auch eine andre Auflage davon, wo die Beschreibung nur bis zur fünf und zwanztgsien Kupfertafel geht; und dieß wird die Auflage von 1746 seyn, deren das Lexicon gedenkt. Da uns jedoch nie eine von beyden zu Gesichte gekommen ist, so wissen wir auch nicht, ob Jakob als Künstler Antheil an seinem Werke hat, oder ob er nur ein Gelehrter war. Lkc. Admirals auch Amirato, Ammi- raro, Admurarus u. s. f. (Scipio); ein zu seiner Zeit bekannter Historienschreiber, von Lecce im Neapolitanischen gebürtig, und als Canonleus zu Florenz i 6 o 3 gestorben. Derselbe gab mehrere genealogische Schriften an's Licht, und hat viele Stammbaume gezeichnet, welche von Oct. de Santis (i 56 c>>, D. Virus, Geo. Tilmann u. a. gestochen sind. Auch kennen wir einen i 5«6 von ihm gezeichneten Stammbaum der Grafen von Rantzow, der von einem Anonymus qu. Fol. in Holz geschnitten wurde. Admurarus (Scipio); s. obigen Admi, raro. Adolf; (Hermann), ein Kupferstlchverleger zu Harlem, gegen und um 1600, welcher Blätter von Gilg (Aegid.) Sadeler, H. Golzius u. a. verlegte. Ein Bildniß von Heinrich IV. nach diesem letztem, befand sich früher in dem Verlage von Paul be la Houve zu Parts. Eine, übrigens unzuverläßige Quelle nennt ihn auch selbst als Kupferstecher. Ad olph,(Meister). Ein solcher fertigte zu Augsburg für eine Kirche zu Annaberg einen Altar, welcher auf fl. a 55 l zustehen kam, führte denselben (er wog mit allen Figuren 370 Ctn.) stückweise nach Annaberg, und setzte ihn dort 1672 wieder zusammen. Dieser Altar besteht ganz aus Marmor von zehn verschiedene« Arten, und ist mit vielen Statuen und Bildern der alten Vater und der fleischlichen Anverwandten unsers Erlösers rc-, geziert. An ab. Chronik I. Th. S. 10Z. Dieses Kunstwerk findet sich nach I. Meyers Zeichnung, von G. G. Endner gestochen, in I. C- Meyers Herrlichkeit des Anna- berger Tempels. Adolus (Johann). In dem ersten Theile der von Dion. Petavius (6oIoniae 1682 Folio) herausgegebenen Werke des H. Epiphanius, findet man ein von einem Unbekannten gestochenes Bildniß dieses Heiligen, von dem die Unterschrift besagt: dieß Bildniß sey nach einer Kopie gefertigt, welche der nicht ungeschickte Maler lob. k.coco8tcnsi8 von einem uralten Gemälde eines Klosters zu Konstantlnopel genom, men habe. Ad 0 reI ( ), ein Mechanikus zu Stras- burg, der 1781 für Lehrer der Hebammenkunst weibliche Puppen von Holz (und wirkliche Skelett) mit der Mutterscheide, Gebärmutter,^ rc. künstelte. An diesen waren verborgene Faden angebracht, welche die verschiedenen Fasern der Mutter und ihre Bewegungen in den Geburtsschmerzen darsiellten, nebst einem kleinen mit Springfedern versehenem Kinde, um alle natürliche Bewegungen hieran zeigen zu können. Das Stück ließ er sich mit 20 bis 26 N. Louisd'or bezahlen. Einträgliches war ihm aber ein sicheres Geheimniß, was er für jede Art von Wassersucht besaß, wenn nur der Kranke nicht früher operirt worden; für solches mußte man ihm 100 Louisd'or entrichten. Gruners Almanach für Aerzre auf 1782. Jena, 8°, S. 259 «. ff. sl. Il/j Adriaenszen oder Adrian en- se n (Alexander). Fiorillo D-, I. HZ— 54 , setzt seine Geburt um 162b an, und rühmt unter seinen Stillleben namentlich auch seine Marmor- und Krystallgefäße. Die Galerie zu München hat von ihm ein 11" hohes, und 2' 5 " 10'" breites Bild auf Holz: Zerschnittene Fische auf einem Tisch; zur Rechten eine Tonne mit Austern. »Sollte" (frägt einer unsrer Freunde) »der Alexander Andrien unsrer Supplemente nicht Eine Person mit diesem seyn?" Adrian (Fra). Ein Baarfüßer-Carmeliter, der die Zeichenkunst von Pablo de CeSpedes erlernt hatte, gehört zu den zahlreichen Ordensgeistlichen, die sich unter der Regierung Philipp IV. mit der Malerey in Spanien beschäftigt hatten. Fiorillo, IV. 221. — — ( ), ein Hauptmann und Kriegsbaumeister, der, von i 633 an, das sogenannte Heidenbollwerk zu Strasburg erbaute. I-A. Silbermann, Lokalgeschichte von Srrasburg. Daselbst >775 Fol. S. 124. — — ein Maler zu Antwerpen, wo er, von seinem eignen Vater, schrecklichen Andenkens, verzeigt, als ein Märtyrer der Religion r 55 g hingerichtet wurde. Lrociu«, Groß Mar- tyrbuch. Neue Auflage, Hanau 1617, Fol. S. 987. Adrichomius (Christian), ein zu Delft 1533 geborner und zu Kölln r 585 verstorbner Gelehrter; zeichnete eine Landkarte von Palästina, die im Verlage des Hondius, von E. Simon, Hamersfeld und S. Rogerius gemein, schaftlich gestochen, in Mediän erschienen sevn soll. M-o. Advyne( ), Drücken- und Wege- Jngenieur zu SoissonS seit 1760 und noch 1779. -Omans«: ro)-al, 1779 8°. sii.^ Aecker (Joseph), Münzwardein; l Decker im Supplemente. Aegidtus (Meister). So hieß ein berühmter Glockengießer, zuerst in Pilsen, dann in Prag, zwischen den I- 1464 und i 48 g- dacz führt dreye von seinen Arbeiten am sl. II.^I Aeken (van). Da derselbe nur Eine Person mit dem Aaren des Lexicon absiebt, so ist statt seines Artikels zu lesen: S.va« Aaken im Lexicon. sl. n.^j Aelest (Niklaus van). So treffen wir einmal den Namen des auch unten folgenden Mcl. van Aelst des Lexicon und der Zusätze auf einem Blatte seines Verlages an. Aelfsin oder Aelffin, ein um baS Jahr 980 blühender Mönch und sehr geschickter Mi- niaturmaler, welcher wahrscheinlich die vielen historischen Vorstellungen in den sogenanntenSäch« fischen Handschriften gefertigt hat. Fiorillo, V. 23 . 51 . III Aelst (Evert van). Die Galerie zu Dresden hat von ihm ein Bild 2^ hoch und i, 7" breit, das einen zerschnittenen Häring, nebst Brodt, Zwiebeln und Austern darstellt. — — (F. van der). Don einem solchen (wahrscheinlich aber mit Everr oder Wilhelm Eine Person) zeigt die Galerie Salzrhalum ein Glas mit Blumen auf einem Tische, 3^ 2" br. und 2^ 6 " hoch, auf Leinwand. sl. 11.^ — — (Ntklaus van). Obwohl sein Verlag der Zahl und dem Werthe nach be, deutend war, so gehören die Drücke mit seinen Adressen doch nicht immer zu den ersten und bessern ihrer Art, da Mklaus viele alte bereits benutzte Platten an sich gebracht hatte. Wir rechnen u. a. Blatter ff. Meister dahin: Eher. Albern', früher vonJoh. Orlandi verlegt; Pet. /accherri, früher von diesem selbst verlegt; Georg Ghist, davon früher Einiges Niklaus Nelli, Andres Peter Facchetti, und noch Andres A. Lafreri verlegte; und Marc de Ra, venna, früher von Anton Salamanca verlegt. Dagegen erschienen ursvrünglich und zuerst in seinem Verlage Kupferstiche, u. a. von Annib. Carracci, Guido Reni, Raphael Schiaminosi, Desp. Strada und Ant. Tempesta. Man ersieht aus der Adresse eines Stiches des letztgedachten Meisters, daß Mklaus »och i 6 i 3 zu Rom am Leben war. Späterhin erschiene» seine Verlagsartikel unter den Adressen der Römischen Kunsthändler Philipp Thomaffin, Joseph de Rubets jünger, und Vinc. Cenci. ^<-. Zu Rom befand er sich schon um t 55 c>. Heinecke giebt das Verzeichnis einiger Blätter, welche theils von ihm, theils von Andern (wie z. B. von A. Brambilla, Bricci u. a.) für seinen Verlag gestochen worden. Mehrere dieser (hier heißt es „meist schlechten") Blätter bezeichnete er bloß mit den Anfangsbuchstaben seines NamenS: V. ä. sl. II.H - — (Pawel, d. i. Paul), des nachfolgenden Peter Roeks, von Aelst, natürlicher Sohn, und wahrscheinlich dessen Schüler; er besaß ein nngemeines Talent, die Werke des Ivan de Mabuse mit täuschender Wahrheit zu kopieren, und erscheint im Lexicon am Schlüsse des Artikels seines Vaters, sl. H.^ — — (Peter van). So heißt bisweilen der perer Roek des Lexikon. Die Gal, ierie von Salzrhalum hat von ihm, unter dem Namen Aelst, zwey kleine Bilder auf Holz: Einen Greisen, der beym Lampenschetn, die Brille auf der Nase, in einem Buche liest; und einen alten Bauer, der auf einem Stuhle vor dem Feuer zu träumen scheint; erstres Halbfigur. sl.^ — — (Wilhelm van) Fiorillo D. IH. 53 , setzt seine Geburt in 1620. In Italien hielt er sich besonders in Florenz auf. In Deutsch, land haben von ihm: Die Galerie zu München: zwey todte Feldhühner mit Jagdgeräthe auf einem mit einem Sammttepptch bedeckten Tische (2^ 4 " h., 9" br ) aus Leinwand. Schleisheim: zwey Feldhühner u. a. Vögel liegen todt auf der Erde; kleines Bild auf Leinwand, pommersfelden, ein kleines Blumenstück. Rassel, auf Leinwand (2^ 4" breit, 9" hoch) ein Bild, das einen silbernen Teller von getriebener Arbeit mit Pfirsichen, und einen Korb mit Trauben darstellt. Dann besitzt von ihm, in einer ganz andern Gattung, die KriegsrathS, kammer des Rathhauses zu Amsterdam Pas Bildniß des Roelof Bicker; vorzüglich aber ein Stück, woraus Corn. Joh. Vitzen, als Befehlshaber vorne an sitzt, welche beyde so stark ge, lobt werden, daß sie unter die größten Meister, werke der Kunst zu rechnen seyn müssen. Be, schreibung des Rarhhauses der Grade Am, sterdam rc., aus dem Holländischen über, setzt von A. Marco, Amsterdam 1749, 8 ° S. 70. sn. I-H oder ^6 »an. So heißt bisweilen der Aeneas vr'co des Lexicon und der Zusätze auf seinen Blättern. sl.^ Aeneä(P.). Derselbe war auch Kunsthändler. Einige seiner Bildnisse (dunkeler Män, ner) führt Heinecke an. sl>^I Aenvanik ( ). L. winkelmann nennt ihn Aenranick- sll.^j Aerich ( ). Dieser Maler, nach welchem Kiefer das Bildniß des Baumeisters B- Bramer's gestochen haben soll, wird im Supplemente s. v. B. Bramer, auch A», rich benannt. Hier ober dort muß also ein Druckfehler seyn. Dem sey aber wie ihm wolle, so giebt unstreitig, wenn auch das besagte Bildniß uns nie zu näherer Untersuchung zu Gesichte kam, der Name Aerich oder Änrich ein Unding ab. Bramer war nämlich als Landgräflich Hessischer Baumeister zu Marburg bedienstet, und zu gleicherIeit stand der Maler Aug. Erich da, selbst in fürstlicher Bestallung, wie aus der seltenen Leichenpredigt dieses einst in hohem Ansehen stehenden Künstlers (dessen Lebensumstände wir unten mittheilen werden) erhellt; nach letz, term Meister sind mehrere Bildnisse gestochen worden, und wir betrachten somit auch den Na, men Aerich als eine fehlerhafte Ausammenzie, hung von etwa A. Erich. Aerithae (Arnold), malte oder illuminirte nur (unsre Quelle ist in dieser Rücksicht undeutlich) 1680 oder 168 r ein Bildniß Dr. Luthers, welches in der Gottesackerkirche St. Johannis zu Nürnberg ersichtlich ist, und auf dem er sich als gewesenen Äorstnger dieser Kirche seit füns und zwanzig Jahren benennt. Dorischer Christen Lrepdhöfe Gedächtnis. Nürnberg, -682, 4°, S. 792. Aernhofer (Johann). Ein Bildhauer zu München, lernte daselbst die Kunst bey Johann Aeslinger, machte seine Probestück und st. 1621. Lipowsky. sll-H Aerre ( ). Statt dieses Artikels im Supplemente, l. S. D. Arrs (dort), mit dem er nämlich Eine Person ist, und auch unten so erscheint. sn .^1 Aerrl (Johann). Di« Vermuthung des Supplementes ist ganz richtig; und aus dem eben vor uns liegenden citirten Bildnisse des Kaltschmidts in Schwarzkunst, hat sich unser Kupserstecher eben ausdrücklich mit ^olianu Oertl (und nicht ^ertl) benennt. sl.^I Aecrsens (Arnold oder Arthur). In Deutschland besitzt von ihm, unsers Wissens, einzig die Wiener - Galerie das lebensgroße Bildniß eines jungen Frauenzimmers in reicher Kleidung, mit doppelter Perlenschnur um den Hals; in der Rechten halt sie ein Nasckuch. p. ii.^ Aertsens (Gerard). Peters des Langen Sohnssohn. Seiner wird auch schon im Lexikon am Schlüsse des Artikels seines Vaters, perers des Jüngern, bloß ohne Tauft name, gedacht. — — (Hendrik, d> h.Heinrich), ein Maler; s. Arrs im Supplemente. sl.^ — — (Peter), genannt der lange perer. Andre geben sein Geburtsjahr schon in i 5»7 an. In Deutschland besitzt von ihm, unsers Wissens, einzig die Galerie zu Wien ein lebensgroßes Kniestück auf Höh ( 3 " 8" breit, 2^ II" hoch): Bauer und Bäuerin, die auf einem Markte Geflügel u. s. f. feil bieten- Im Hintergründe ein Platz. Dann sieht man von ihm in der alten Pfarrkirche zu Amsterdam mehrere in i 555 gefertigte Glasgemälde; wie z. B. den Englischen Gruß, die Verkündigung der Hirten, u. s. f. Fil. vonZesen, Beschrei, düng von Amsterdam. Das. 1664, 16° S. 464. Die vier Blätter, welche Matham nach ihm gestochen hat, sind unter dem Namen der vier Kuchen bekannt, und zweye derselben spielen auf das Gleichniß von dem bösen Reichen an. Sie sind, so wie ein ähnliches Blatt von H. Bary, nach ihm, selten, /e. sll.^ Aesculap; s. Tosorchus den Ae- gvpter in unsern Zusätzen. Aeslinger (Johann), «in Bildhauer des XVI. Jahrhunderts zu München. S. oben den Artikel Johann Aernhofer«, seines Schülers. Aetiu« aus Antiochien, mit dem Beynamen Athen«, lebte im IV. Jahrhundert und war eln Goldschmied, der zu seiner Zeit sich als Kritikus, Redner und Arzt bekannt machte, obwohl Jöcher seine Gelehrsamkeit eben nicht loben will. Po. kiguz) Veline., und 1 ^. inciäit. So ist ein Bildniß des B. Geffi von Bologna bezeichnet, was sich in einem Werke desselben befindet, das 1671, 4°, in gedachter Stadt erschien. XIX. 241, wo man vermuthet, es möge Heinrich Haffner darunter zu verstehen seyn. — Anderwärts zeigt man den Titel des gedachten Buches an, wie folgt: blemoiie e Uitrslli Lelatitos, und sagt, das von Tinti gtstochne Bildniß sey bezeichnet: Po. kiguz); s. gleich oben sl. II.) (iviicli.), eine Abkürzung des Namens Mich. Angelo (Bonaroti) auf verschiedenen Blättern. Agapiri (Peter Paul), ein Maler, der in Eoluccis XnticUita kicene als von Masaccio gebürtig angegeben wird, wo er noch i 53 i gemalt haben soll, nennt sich hingegen selber in einem kleinen Gemälde zu St. Augustin in Sas- so(erato (mit der Jahrzahl i 5 » 4 ) einen dortigen Bürger, und erscheint in diesem Stücke zwar nicht als ein Künstler der neuen, aber doch als ein wackeres Mitglied der ältern Schule. L-r^r, «clir. II. 87. Agar (Jacob d ). Nach Walpole (wir glauben aber irrig) starb er in England 172Z. In Dänemark diente er unter den beyden Königen Christian V. und Friedrich IV. Der erstrc gab ihm den Titel eines Kammerherrn; und nach dessen Wunsche sandte er sein Bildniß ndch Florenz für die dortige Galerie. Dasselbe trägt (risuln tonest.) zur Selbst - Aufschrit: LtE- liistinAuor et arte. - 8eren. Vot. van. et dtorv. Hegis IVoLr/Lk ei krimsrius kietor bis eoloriku» äe- xinxit X. L. 1693. Friedrich IV. dann (der 1699 zur Regierung kam) erlaubte ihm, nach England zu gehn. Die dort von ihm gefertigten Bildnisse, welche Lob verdienen, sind: Die Herzogin von Montagu«, die Gräfin von Rochefort, Franciscus Cornar«, die Gräfin von Sunder- land, Thomas, Graf von Strafford, Catharina, Königin von England u. s. w. Don seinem Sohn, der sich ebenfalls der Malerey gewidmet haben soll, sind uns keine Arbeiten bekannt. Fiorillo, V. 53 h— 336 . Gestochen und geschabt haben nach ihm I. Faber, H. Schaken, I. Simon, I. Smith, Vertue; von den gleich oben bey Fiorillo genannten: I. Simon dieje, nigen der Herzogin von Montague, der Gräfin von Sunderland, und des Grafen von Straft ford (dieß ein Kniestück); Smith der Gräfin Bessey von Rochefort und Franz Cornaro's; R. Pozzi, des Künstlers eigenes nach seinem selbstgemalten Bilde in der Galerie zu Florenz. Agar (I. S-, gew. I. auch T ). So nennt man einen geschickten Kupferstecher in punktirter Manier, der zu London um 1812 lebte; und von dem man folgende Blätter kenne: Georg III. nach dem Grafen Münster, Fol.; die Princeß Amalia, nach der Mistreß A. Mee, Fol.; Heinrich VIII. und Anna Boley, nach T. Uwins, kl. qu. Folio; Gegenstück, die Taufe der Tochter der A. Boley, nach demselben; die Gräfin Za- moisky, Prinzeß Czartorisky, nach Jsabey, Fol. (liegt vor uns und ist schön gezeichnet, aber noch schöner gestochen); der GrafSranlsl. Zamoisky, nach Augustin zu Paris, R. Ackermann exe., in Med. kl- Fol.; Andres nach Westall, u. s. f. Um 1814 sah man von ihm, gemeinschaftlich mit Cardon und Schivereeke, nach Mistriß Mee, aus Familiengalerien, die berühmtesten Toasts (?) und Schönheiten. Tüb. Morgenbl. Extra- Beylage S.n, und, nach Graf Münster, das oben erwähnte Bildniß des verstorbenen Königs, dem er früher stets in der Nähe war, und den er kurz vorher malte, ehe er von seiner letzten Krankheit befallen ward. — Wie unverständlich der Anfang der zweitletzten Notiz sey, braucht wohl kaum der Erwähnung. — — (d'), eiy Sohn des im Lextcon genannten Jakob d'Ägar, war, so wie dieser, ein Maler; doch kennt man in Dänemark nichts mehr von seiner Hand. weinn, ich, Runst- historie i Danmark, S. 88. Agasias. Gicklers Vermuthungen über den eigentlichen Gegenstand seines Borghefischc» Fechters (den er für den Agenor, Antenors Sohn, wie er gegen den Achilles ankämpft, hält); s. das Tüb. Morgenblatt 1817, S. 33 — 34 . sll.^I Agasse ( ), Sohn eines Uhrmachers zu Genf. Derselbe bat sich in der dortigen öffentlichen Zeichenschule gebildet, und zeichnete sich nachher in der Thiermalerey sehr Vortheilhaft aus. Vor ungefähr zwölf Jahren hielt er sich in England auf. Dort hatte er, neben Andern», gemeinschaftlich mit C. Turner, die Rüstung zu einem Pferderennen und den Fortgang desselben, in mehrern Blättern dargestellt, welche mit lautem Beyfall aufgenommen wurden- Fiorillo, V. 841- Nach ihm soll le Bacher ein Blatt: Die Weide, in gr. Folio geschabt, und N. Schenker sechs Landschaften mit Pferden, qu. Folio, schön gestochen haben. Agarhodäm on. Im T üb. Morgenbl. 1808, S. 876, heißt es: »In England gründete er sein Gluck durch den Zufall. Als er sich 1800 gerade in der Schweiz befand/ starb einem reichen Engländer sein Liebt lingshund, und A. wurde aufgefordert / ihn zu malen. Der Britte war so sehr mit der Arbeit zufrieden/ daß er den Künstler mit sich nach London nahm. kortune se ekien! sagten die Pariser.'' Agarhodämon oder Ugarhus Dämon, ein Mechaniker zu Alexandrisn, zeichnete die ersten Landkarten zu der Erdbeschreibung des Ptolomäus, nach der von dem Letztem angegebenen Methode. Busch, Handb. der Erfindungen. Er lebte im V. Jahrh, und stand seiner Wissenschaften und Fleißes halber in hohem Ansehen. Die Bibliothek des Vatikans will an- noch eine Origtnalkarte von ihm besitzen. Gre, gort, Gedanken von Landkarten, S. 27. Agb 0 rne ( ), ist ein irriger Name für Joh. Ogborne im Supplemente. AgeIadas aus Argos. Nach, Winkel- manns Meinung ist von diesem Künstler die kolossale Muse, einst im Barberinischen Pallaste, jetzt in der Antikensammlung des H. Kronprinzen von Bayern. Tüb. Aunstbl. 1820, S. 21. Dieselbe bezeichnet den Gipfel der Kunst in den Zeiten vor Phidias; /. 0. 102. Mit dem Ra- nachos und Aristokles soll er auch gemeinschaftlich eine Musentrias gefertigt haben, und schon in der 67sten Olympias thätig gewesen seyn, dann aber noch zehn Olympiaden später einer Werkstätte vorgestanden und Schüler gezogen haben; /. e. ,82t, S. 62. Dieser Künstler ist nicht zu verwechseln mit einem spätern Ageladas, den das Lexicon Agelas oder Age- lades nennt, der dort ebenfalls aus Argos gebürtig heißt, und zur Zeit des Phidias selber um die 87ste Olympiade blühete. Von ihm kannte man einen Herakles Alexikakos zu Melite, und ein Zeusbild auf Jthoma. Nach einer Va, riante in des Romulus Amasäus Uebersetzung des Pausanias sl.. VIII. 24.1.) könnte dieser aus Sikyon gewesen seyn; L 0. 162. si. II.)' Agelio oder Agellto (Joseph), von Sorrento (nicht Soriento). Auch Lanzi, («6. terr.) II. 184, zählt thu unter die mittelmäßigen Künstler. si. II.) Agelo (Micheli) bedeutet auf Ku, pferstichen bisweilen den Mich. Angela Buo- narort. Agellono (Pompeo). Don diesem findet man artige Handzetchnungen in dem Königl. Kupferstichkabinette zu Dresden. Dem Ansehen nach zu urtheilen, können sie etwa im X VI. Jahrh, gefertigt seyn. k Agers (Daniel), Bürger zu Frankfurt, wurde 1610 als Munzmeister der Grafen von Etollberg verpflichtet. Hirsch, Teutsches Münz-Archiv, VII. 412. sll.) Aggas (Ralph), Baumeister, Form- schneider und Kupferstecher, geb. 1526. Die Pläne der Städte Oxford und Cambridge gab er 1678, und i 58 o eine Karte von Dunwich. Dann hat er den Plan und die Ansicht der Stadt London in Holz geschnitten, welche Georg Vertue hernach in Kupfer stach. Rost IX. Zs— 33 . Aggere (Peter), ein alter Landkartenzeich« ner, dessen Orrelius in dem Vorbertchte seines kbeatrum ordi» terrarum > 5/9 gedenkt, und Von ihm sagt, er habe zu Mecheln herausgege- I. Agnese. 25 bin: Orbis terrsrum tz^pum, Xguils com- preliensurn. fll.) Agincousr (I. B. L.G. Graf von), starb 18... Seine, zum Theil erst nach seinem Tode bey Treuttel und Würz zu Straßburg gedruckte , und nunmehr (1822) so gut als vollendete Hisloire se I'^rt wird in sechs Bänden (24 Heften, das Heft auf Unterschrift zu 25 Fr.) Z25 Blätter nebst ausführlichem Text enthalten. sll.) Agis ( ), hieß Peter, und lebte noch 18 l8 zu St. Petersburg als Bronzeur der dasigen Akademie. I'ableau Aeneral se la granse loge Lstree ü I'O.'. se 8t. Vctersdourg 58 'As, 8°, S. 4 Z. Aglio (Andreas Salvatorn). So hieß 1755 ein Königl. Hofmarmorirer zu Dresden. Sächsischer Hof- und Sraarskalender. — — (Anton). Ebenfalls Königl. Hofmarmorirer, vielleicht des Obigen Vater, starb zu Dresden, 45 Jahre alt, 1741. Sächs. Lu- riofltäten-Babinet 174». S- 254. — - (Peter Bernhard), Antons Bruder, wurde 1733 oder 34 Königl. Hofmarmorirer zu Dresden. In 1746 ward er als Mitaufsehec bey den herrschaftlichen Statuen angestellt. Sächs. Hof- und Sraarskalender. In Gesellschaft seines Bruders arbeitete er an dem Hofaltar der katholischen Kirche (daselbst) mit sechs Seitenaltären, der Ballustrade und den Marmorstufen von 174« bis »756; wofür er 23,370 Thaler erhielt. Zu Borna, bey Liebstadt, verfertigte er den Altar von dasigrm Marmor 1764. Einen großen künstlich polirten Marmorspiegel , mit schöner Garnirung, mußte er auch 1762, auf Befehl des Königs, in's Naturalten- kabinet riefern. Sachs. Magazin, Th. H- S. 682 und H a sche, umständliche Beschreibung Dresdens, I. Th. S. » 45 . Er starb zu Dresden 1766 drey und sechzig Jahre alt. Sächs. Luriofiräten-Labiner 1756, S. 208. sl.) — — ( ), S. auch Alis im Lex. und unren. AgnelIl ( ). So nennt Lanzi, Lsir. terr. V. 387 einen Römischen Maler, der im achtzehnten Jahrhundert den Hof in Turin bedient, in einen von Cortona's und Maratti's vermischten Styl gearbeitet, und neben Anderm einen Saal ausgemalt habe, der von ihm seinen Namen trug. si. II ) Agnello, eigentlich Agnelli (Friedrich). Derselbe war auch Buchdrucker und Verleger, wie folgendes Werk bezeugt: visnte seile Litla, pisrre s Oastelli lortilicsti in guesto stato si lVlilano ece., sa von 6 iov. Latt. 8 esti. In Alilsno, per, scut- tore e stampatore 17114° Die Kupfer dieses Werkes sind nach Gesti's Zeichnungen von Agnelli (bey dem schon 1707 eine frühere Auflage davon erschienen war) schlecht gesto, chen. Noch kennen wir auch andere Blätter, die er für eignen Verlag sehr mittelmäßig geatzt hat; wie z. B. die Farads des Mayländer-Domes, nach Karl Tutio, Fol.; den Grundriß dieses Domes, Fol.; die Ansicht desselben, gr. quer Fol.; den Grundriß der Stadt May- land, quer Fol. sll.) Agnes, Aebtissin zu Quedlinburg. S. Helena von Rossow im Suppl. Agnese, aus dem Markgraflichen Hause von Meisten, Aebtissin von Quedlinburg (starb um 2b <»- ^ r, lßchv, -Mr- .-- - *-- ' >'- > - Wtz^/' r- Z.-' ."> ^k-^: ''M? u - -,d^ <: .'. 7<<'» ''^ - ':'. K»..'i>, KKLL :'L»r.V:^ "'<'W M^-M- -7' Ä'-MM -MA-D .>!,-?/ 'E' M.^ MWL .K . >7- ^ ' .- -.E- >L . .-' f .-I "i-.' i-l MB M„.M" ill S' Ä- ixe t! "M '-'. 7,l 6 » M - »" . ^ '.»t.->..>»,^.,- i- 7^'-' > - .-5 > '<1 > 'L ^ " r -j, 7 r.'D - ^ 77' ÄÄ'Ä !, M.MÄ-K ''' A g n o l o. Agricola. i2vb), wird als eine vorzüglich geschickte Künstlerin gerühmt. Neben Anderm hatte sie einen schönen Teppich verfertigt, und in denselben die Verse eingestickt: ^Ime Oe! vates, 6ecus koc: tib! contulit ^§/re>5. 6loria koatistcum, samularuni suscipe vo- tum ('). Noch zeigt man ein von ihr auf Pergament schön geschriebenes, mühsam ausgemaltes und kostbar eingebundenes Plenarium (^), Fionllo D. I. 46b. sl. H.^j Agnolo (Baccio). Statt seines Artikels im Supplement, leset: »In des F. Ruggiert 8tuclio «l'^redltettura I. d?ro- 2b, findet man ein Architekturblatt nach ihm." ^l. II-7I — — S. auch 'Angel, im Lexikon, in den Supplementen und unten. f^l. H.^j ^§o. Auf Kupfern eine Namensverkürzung von Aug. Larraccio. IAI.^1 Agocch, a, s. unten Agucchia. fl. II-7I Agostino (Augustindi St.). Nach Correggio hat derselbe die Zingara, und den schreibenden Evangelisten St. Johann (letztem aus der Kirche St. Johann zu Parma) gestochen. ^o. -- — (Cäsar) von Ferrara, vermuthlich ein Maler, der zu Anfange des achtzehnten Jahrhunderts lebte. Ein von Joh. Valesio gefertigtes , dem Herzoge Karl Emanuel von Sa- voyen zugeeignetes Blatt, die Grablegung Christi darstellend, ist nämlich bezeichnet: kerrarien. iuv. — — (Franz di), von Siena, bisweilen aber auch von Orvieto genannt, da er hier sich niederließ. Er war bey dem Dombaue zu Orvieto rbo8 bedienstet, und ist der erste, dem in den alten archivalischen Papieren des gedachten Domes insbesondere der Ausdruck: ^-ekitetto beygelegt worden, unter dem keiner der frühern Baumeister dieser Kirche l. e. erscheint. §-o^ «ts/ Dllo//ro «ir O^Lrsro, S. 36o, Z8o. — — (Johann di M.), von Siena, ein Sohn des im Lex. und Supplement befindlichen Augustin Sanese. In iZZx bekleidete derselbe die Stelle eines Baumeisters an dem Dome zu Orvieto; und da damals eine Schwierigkeit bey diesem Baue statt fand, so mußte er zu Beseitigung derselben seinen Vater von Siena herbey- holen. Ein altes Ausgaberegister sagt davon: XXVII. lib. et X. sc>I. lVlaA. /t,Lr. IVlag. lleLenis Llapitis IVIagistror. cl. oxeris pro expensis per euro saelis invcllienllo a 6ivit. 8ens... eum IVla^. patre suo etc. Lts//)tto^ro p. 112, 278, 38o. fl.^ — — oder AgostlNl (Leonhard). Zuerst erschien seine Schrift von geschnittenen Steinen, unter dem Titel: I.e Aemme anticde Kß^urate. Koma, appresso seil' autore ,6b7 kl. 4°/ s Bände. Nur diese Auflade ist selten und wird sehr theuer bezahlt, vorzüglich wenn sich nach dem Kupfer Nro. 214 noch die in den gewöhnlichen Exemplaren oftmals fehlenden vier Blätter mit den Herrlichkeiten lasciver Abbildungen befinden, die im Texte unerklärt geblieben sind. Eberts biograph. Lexikon. fl. IlTj Agofiino, s. auch Sanrago- stini im Lexikon, im Suppl. und unten. sl. Il.^j — — mit dem Beynamen belle Orospertlve. So nennt cä. terr. v. in , nach Mafini's koloANL perlu8trata, einen Perspektivmaler von Bologna, der dort um ,52h arbeitete, und z. B. Stiegen u. dgl. so täuschend gemalt, daß er damit Menschen und Thiere betrogen habe. Noch an einer andern Stelle IV. 182 wird wohl nicht ohne Grund vermuthet, er dürfte, mit dem in unsern Zusätzen enthaltenen da Milano Eine Person seyn, so wie er allerdings kein Anderer, als der Augustm delle Prospetkive des Lexikons ist, und somit dieser Artikel auch eigentlich s. v. Prospettive gehört. Agosto (Johann), ein Stukkator in Prag um >724, wo er in der Fürstl, Lobkowitzischen Lorettv-Kapelle gearbeitet, und für sein -Werk, nebst den Materialen ,16 fl. kontrahier hat. DIabacz. Agoston (Jakob) von Stawetin, einen zu Pilsen gebornen berühmten Baumeister, nennt so ohne Weiteres Dlabacz nach einer von ihm angeführten Quelle. Agreda( , ). So nennt I. A. Llo- renre einen vorzüglichen Spanischen Bildhauer neuester Zeit, der, um sich noch mehr zu vervollkommnen, erst kürzlich eine Reise nach Rom gemacht. Tüb. Lunstblarr 1821. S. go, ^I. 11-^ Agresti (Llivius). Vafari und Bagll'on, nennen sein« Zeichnung kühn, und seine Komposition viel umfassend. Nach Lanz, sollen zu Forli seine bedeutendsten Arbeiten befindlich, und darunter sein Abendmahl in der dortigen Hauptkirche, und einige majestätische Prophetenfiguren am Gewölbe vornehmlich zu zählen seyn, mit welchen letztem er, in Absicht auf Perspektive, noch größere Schwierigkeiten als z. B. sein Mitbürger Minzocchi, besiegt habe. Er arbeitete schon um i55i und starb um i58o. Ob er zu Rom in seiner Kunst eher ab- als zugenommen, wie Malvasia meint, will Lanzi unentschieden lassen; wenigstens gehöre Einiges von ihm in der Paulinischen Kapelle nicht zu seinem Beßten. Jenes berühmte Abendmal haben C. Cort schön, dann M. Marelli, E. van den Bos, und zwey Ungenannte (der eine im Verlage von C. Nutz) gestochen. Noch führt Heinecke, außer dem, und seiner Fin- dung vom Kreutze durch St. Helena, von Cavaleriis (dessen schon unsere Zusätze gedenken), nach ihm an: Christus unter den Lehrern, von einem Anonymus, eine Auferstehung von Caval- leriis, eine Sendung des Geistes von C- Cort, eine Madonna im Himmel, mit dem Kinde und dem jungen knieenden St. Johann, von Engeln umgeben (aus der Kirche della Consolazione), wieder von Cavaleriis, eben so wie eine Marter der St. Katharina, aus der Kirche dieser Heiligen zu Funari. fII-71 Astricola (Carl). So nennt Brul- lior einen geschickten Miniaturmaler und zugleich sehr guten Stecher und Etzer, der sich gegenwärtig (1820) in Wien befinde, und dessen Blätter gewöhnlich seinen vollständigen Namen, bisweilen aber auch bloß die verschlungenen Anfangsbuchstaben desselben tragen; wie z. B. auf einem Blatte, welches die Thürme der 8- Frauen-Kirche zu München darstellt, die er c>) WaS es wohl darstellen mochte? (1) Eine vollstlindigr Beschreibung von diesen, s. Xnrig. 8iZ) auf Stein gezeichnet hatte. Dieser Künstler ist nun wohl am zuverläßigsten mit dem, unten C. oder Fr. Agricola rubrizirten, und eben so auch mit dem im Supplemente enthaltenen Wiener-Künstler Eine Person. sJ. H.^> Agricola (Christoph Ludwig). Fiorillo (Deutsch!, in. 082) nennt ihn einen adelichen Augsburg». Die Stammtafel seines Geschlechts in Seifferts Stammtafeln gelehrter Leute Th> I. (Regensburg 1717 Fol.) setzt seine Geburt in 1667. Don seinen Bildern besitzen in Deutschland: Die Galerie zu Wien eine Landschaft mit Ruinen, von mittlerer Größe; zwey größere, diejenige zu Dresden, darunter eine gebirgigte, mit betenden Türken staffirt. — SalZthalum einst über ein Dutzend, meist mittlerer Größe, aller Gattung Tags-und Jahrs- zeiten darstellend, und auf die verschiedentlichste Art, doch nie weder mit geistlichen noch mythologischen Figuren staffirt, bis auf ein Paar alle auf Leinwand; dann lein selbst gemaltes Dildniß mit Palette und Pinsel. — pommers- felden, dreye von den größern: Gewitter, Regenbogen und Abendröthe. — Bassel, dreye; darunter eine, wo man sich mit Aufrichtung einer alten Bildsäule beschäftigt; eine mit einem alten Grabmal (beyde auf Leinwand 6" breit, 2" hoch), und eine, wo Frauenspersonen einem Huhne nachjagen; diese auf Kupfer. — Das Kabinet des H. Hofgerichtsadvokaten Schmidt zu Biel (1809) zweye. Warum einige Nachrichten sein Todesjahr für unbekannt halten, fassen wir nicht. Die Landschaft von Zingg, nach ihm, soll ein sehr schönes Blatt seyn. sli.)s — — (C. oder Fr. C.),. heißt der im Supplemente gegebene Wiener-Künstler von i 8 c> 3 . Derselbe wurde zu Reichenberg bey Mem- mingen geboren und hält sich seit um 1797 zu Wien auf, wo er die Malerey unter Füg» stu- dirte. Seine Kompositionen verrathen den denkenden Künstler; daneben malt er trefflich in Miniatur und weiß die Nadel geistreich zu behandeln. Unter seinen kleinen, gut nach Füg» geätzten Blättern, ist dasjenige, welches den seine Söhne verurtheilenden Brutus darstellt, selten. Nach einer Miniatur von ihm hat John das Bildniß Degens meisterhaft punktirt. Ber- tuchs Bemerkungen auf einer Reise von i 8 r >5 bis 1806, II. 28, 47, 77, 94 - Seit dieser Zeit hat das Publikum mehrere Blätter von sein» Hand »halten. Als: Nach Naphael, Maria mit dem Kinde und Johannes, gr. Fol. Preis 8 st- 6 Kr.; eine Grablegung, nach einer Handzeichnung desselben, gr. quer Fol., Pr. 6 fl. 45 kr.; nach F. Parmegianino, eine H. Familie, Pr. 6 fl. 36 ; dann (in den Preisen von 3 fl. 18 kr. bis zu 1 fl. 4 kr.): Diana entdeckt die Schwangerschaft der Kallisio, nach Domini- chino, kl. quer Folio; Maria mit dem Kinde, nach Holbein, 4°; der Leichnam Christi, von einem Engel angebetet, nach A. Carracci, 4 °; drey Blätter nach Elsheimer in 4° und 8 °; Joseph legt die Träume aus, nach R. Mengs, 80, u. s. f. Dieser Künstler ist ohne Zweifel derselbe, den das Tüb. Bunstbl. 18-1 wohl irrig Fr. Agricola nennt, und zu denen zählt, welche Bartsch unter den vorzüglichern Kupferstechern anzuführen unterlassen hat. Noch sicherer aber ist er mit dem obigen Carl A. Eine Person. sl.^j — — (Georg), in der unter C- E- Agricola oben »wähnten Stammtafel wird ein solch», ohne Hinzufügung mehrerer Nachricht genannt, der, wenn diese Stammtafel sonst nicht mangelhaft wäre (wie es leicht seyn könnte), Agricola. dem Zusammenhange derselben nach zu urtheilen, etwa um 1570 zu Neukirchen bey Sulzbach geboren, und der Unsrige seyn müßte. fl. II.^I Agricola (Johann). So nennen der Abt von LNarolles, und, nach ihm, Flor. le Comre aus Versehen, als Formschneider, einen Eottesgelehrten dieses Namens von Sprem- berg, weil sie seinen Namen theils auf Glaubensartikeln, die er in deutsche Verse gebracht, und welche mit Holzschnitten verziert waren, theils auf einer Folge von Bildnissen Sächsischer Churfürsten (Wtttemberg i 563 ) fanden, die er ebenfalls mit seinen Versen begleitet hatte. S. Spremb im Lex. und den Suppl. — — (Ludwig). Ein solch» malte 1820 zu Rom das lebensgroße Kniestück der Kronprinzessin Christine von Danemark auf Holz. Dasselbe war in dieses Meisters strengerm Style, und unge- mein sauber ausgeführt. „Die Aehnlichkeit, die charakteristische ruhige Stellung, und die vortreffliche Behandlung der Stoffe sind hier" (heißt es im Tüb. Bunstbl. 1822, S- 24) »an ein würdiges und liebliches Vorkommen (?) gewendet; und dieses Bild erfreut um so mehr, als man in demselben die alten Meister auf eine tüchtige, uicht knechtische Weise nachgeahmt sieht." Ob dieser Agrikola noch mit dem nachfolgenden Schüler von Unterbergec Eine Person sey, ist uns unbekannt. , Doch zweifeln wir daran, da wir schon im Tüb. Runstbl. 1821, S. 104, lesen, daß der als Geschichtsmal» bekannte Custos der Galerie St. Lucas vor Kurzem gestorben sey. sli.^ — — (Ludwig). Nach demselben kennen wir eine ziemliche Anzahl mittelmäßiger und schlechter Blatter, größern und kleinern Formates, aus der Bibel und dem Leben Jesu, welche von Französischen u. a. Künstlern (wie Duthe, Ruolte, Giov- Petrini u. s. f.), theils schwarz, theils koiorirt, theils einzeln und theils in ganzen Folgen gefertigt wurden. Diese Blätter könnten dem Rufe dieses Malers vielleicht schädlich werden, insofern nämlich dessen Arbeiten sonst wirklich den Beyfall der Kunstkenner verdienen sollten. Derselbe zeichnete auch für das im Jahr l8n zu Rom erschienene Prachtwerk der 8cdola italioa srtis piotoriae. — — (Rudolph) in Bafflen, einem Dorfe unweit Gröningen in Frießland 1442 geb., zeichnete sehr gut und malte vortrefflich; wobey er auch in vielen wissenschaftlichen Fächern, der Dichtkunst und Musik erfahren war. Nachdem er zu Löwen studirt, Frankreich und Italien durchreist, und eine halbjährige Anstellung in Gröningen bekleidet hatte, zog er nach Heidelberg, wo und zu Wvrms, er sein übriges Lebe» zubrachte, und bey den Gelehrten sein» Zeit in großem Ansehen stand. Er war auch Kais. Max. Rath, und geheimer Rath Churfürst Friedrichs von der Pfalz. Er starb unverheirathet 1486 zu Heidelberg und wurde, in seiner Franziskanerkutte, in der Minoritenkirche begraben. Allard ^mstelrecluknus) ließ r 53 g seine Werke und Leben in Köln zusammen drucken. Joecher. — — ( ), ein Römer, Schüler von Unterberg», und daher zur Mengsischen Schule gehörig, ein wacker» Künstler, dabey sehr bescheiden» Mann, und daher wenig» unter den Fremden bekannt, als er es seyn sollte. Derselbe malte für die Kunstwerke, welche in 18,s auf Befehl der Regierung für den Kaiserlichen Pallas! auf Monte Cavallo gefertigt worden, einen Horatius Cocles, der die Brücke vertheidigt, a Tempera; eine sehr große Zusammen- setzung voll künstlicher Stellungen und Gruppi- rungen, und von vielem Effekt. Diese Gattung Malere» entschuldigt die mindere Sorgfalt, die auf das Detail gewandt ist, und das vernach- laßigte Studium der Natur. Um die gleiche Zeit arbeitete Agricola an einem andern Bilds in Del (Justinian, der den Senatoren sein Ge« setzbuch überreicht), welches (nach dem Sbozzo zu urtheilen, zu den besorgtem gedachter Sammlung gehören mochte. Morgenbl. 1812, S. 1016. Dieser Agricola ist es wahrscheinlich, von dem es im Tüb. Lunstbl. 1821, S. >04 heißt, daß derselbe als Custos der Akademie von St. Lucca kürzlich gestorben sey. sT. 11 .^ ist eine Abkürzung, deren sich Agöstino Carracci auf seinen Blättern bediente. Aguado ( ). So nennt I. A- Llo, renke einen kenntnißreichen Spanischen Baumeister neuester Zeit. Tübing. Lunstblat» 1821, S. 90. Ull.^ Agucchia oder Agocchia (Johann). Brulliot nennt ihn Baumeister und Kupferstecher,^ und will auch Ansichten von Pallästen, Lusthäusern u, s. f. von ihm kennen. Sein Monogramm 6. finde sich auf dem Piedestal des schönen Portals eines alten Gebäudes; wahrscheinlich des schon in unsern Supplementen erwähnten Domes zu Mayland. Kein Geringerer als Aug. Carracci hat eine Cartouche für die Erben des Unsrigen gestochen: Ein Herz, über demselben ein doppeltes Kreuz; mitten im Herzen die gedachten Buchstaben 6. ä., und rings um die Cartouche die Worte: Lredi di Olovanlii e 8korra in kc>- iloANL ( 5 " 3," hoch, 4 " br.). S. xvm. x. »55. ^ Aguero oder genauer Agüero (Bene- dikt Emanuel d'). Derselbe ahmte seinen Lehrer Martine; del Mazo mit der größten Treue nach. Unter seinen Arbeiten kennt man auch Schlachten. Heilige Geschichten, dergleichen man mehrere von ihm in Kirchen findet, wollten ihm nie gelingen. Er war übrigens sehr geistreich und witzig; daher auch Philipp IV. sich oft mit ihm unterhielt, wenn er seinen Lehrer Mazo besuchte. Liorillo IV. 292—93. I^liJ Aguesseau (d), ein Dilettante; s. Savon in dem Supplemente. . Agufe (van der). So wird, in dem: Ltat des odjets d'arts envo^äs aux divers inusees kran^ais, et ecrn-zuis par les urmees de la ttexubliczue Pendant la guerre de la lidertö, p. 289, wohl apokryphisch ein Künstler genannt, von welchem ein Paar Landschaften aus dem Kabtnet des Prinzen Statthalters in Holland damals nach Paris gingen. Aguilar , s. unten Zauregm. Aguillon (Franz), ein Jesuit aus Brüssel, der zu Douay und Antwerpen Philosophie, Theo, logie und Mathematik lehrte. Seine Opticorum libri VI, Xntverp. r 6 i 3 , kol. c. ÜA-, nennt Scheibe! (Einleitung zur mathematischen Bü- cherkenntntß, IX 3io, X 438 ) eine sehr weitläufige Optik in engerer Bedeutung, und sonst ein für die Geschichte der Perspektive wichtiges Werk. Er war der erste, der das Studium der Mathematik unter den Jesuiten in den Niederlanden einführte, und st. zu Antwerpen >6,7 sei. 5i. Agusttn (Franz), ein spanischer Künstler um 1800. Nach seiner Zeichnung hat B. Amett- ler das von B. Murillo gemalte Hauptaltarblatr der Kapuziner zu Sevilla, Maria mit dem Kinde, in 4° gestochen. si.j Adaltab, s. Aholiab im Lex. Abammer (Anton), ein alter Künstler zu Jena. Daselbst malte er hinter dem Altare der Kirche St. Johannes des Täufers, wie er sich in der Inschrift ausdrückt, der Kirche zu Ehren und sich selbst zum Gedächtnisse, 1897, ein großes Kruzifix. Lrnr; ^.rckilectus Ik>- nensis, leua 1687, 6°, p. üg 3 . Ab l (Jonas Niklaus). Zwey von einem solchen geätzten Blätter finden sich in der zu Upsal 1787 gedruckten: Oissertatio botaniea de Llo- raes, yusm xraeside 6. k. HluuberK publice exarniiiandam sistit 2acli. iüoiliander, 4^- Sollte Abi etwa nur eine Namenskürzung seyn, und dann der Unsere etwa ein Anverwandter des folgenden Ablberg seyn? Ablderg (Johann) wird 179? unter den Agreirten der Stockholmer Kunstakademie, als Direktor und akademischer Zeichenlehrer zu Upsal genannt. Xrißs- voll Livil-Lalender 1797 Slockbolm -6°. Abner (Johann Daniel), Hofmäurermei- ster zu Berlin, der in dem dortigen Adreßka, lender von 1766 genannt wird, in dem von 1788 aber nicht mehr erscheint. Aborn ( ). So heißt der geschickte Künstler aus Konstanz gebürtig, der, nach Thors waldsens Modelle, den kolossalen Löwe» zu Luzern, vortrefflich in Stein gefertigt hat. sll.^j Abrend, s- Arndr im Supplement und unten. sTI.1 Abrens, eigentlich Arens (Joh. August), geb- zu Hamburg. Schon 1787 sandte er an die Berliner-Akademie vier akademische Zeichnungen, welche den »«getheilten Beyfall derselben erhielten. Monarschrifr der Arad. der Rünste zu Berlin, 1788, I. 5 o. Seit 1788 erscheint er als Baurath und Architekt zu Hamburg, wie auch als Ehrenmitglied der Königlich Preußischen Akademie der Künste zu Berlin. Nach Meusel III. studirte er anfänglich zu Kopenhagen, gewann die vier Preise der dortigen Akademie, und machte alsdann,, von den Hamburgern unterstützt, eine fünfjährige Künstlerreise durch Frankreich, Italien und Deutschland. Den Titel eines Bauraths trug er auch bey dem Herzoge von Weimar; vielleicht, daß er bey dem dortigen Schloßbaue half. Er lebte noch 1806. in-o. — — ( ), Bauvoigt zu Göttingen 1802. Hannöv. Staarskalender. — — l ), Hoftischler zu Hannover >763. Ebend. sl.^I — — s. auch Arenw im Lexikon und unten. Aichhammer (Johann), ein Gießer; s. oben Achammer. Atchl (Johann Santini), Baumeister, Bürger der Residenzstadt Prag, starb bort 56 Jahre alt 1723, und hatte den Ruf eines geschickten Mannes, der den größten Theil seines Lebens in seiner Heimath zubrachte. Dlabacz. Aickman n. Aken. 28 sll. I.^j Aick mann (Wilhelm), studirte in seiner Jugend Philosophie und Naturkunde, legte sich aber unter Leitung des John Medina zu London auf die Malerey, reiste nach Italien und der Lürkey, und fand zuletzt an John, Herzog von Argyle, einen freygebigen Gönner. Für den Herzog von Kingston, der eine Gemäldesammlung anlegen wollte, mußte er in Italien Bilder aufkaufen, die er, durch sein eifriges Studium der Meister verschiedener Schulen, gut zu schätzen und von Kopien zu unterscheiden wußte. Seine eignen Arbeiten erwarben ihm in London einen großen Ruf; allein er unterlag seinem schwächliche» Körper und starb, nach Walpole, 5 o Jahre alt 1701, in Leicester-fields, nach dem Verfasser des Florentinischen Museums aber, 1746, in dem Schlosse seines Protektors, des Herzogs von Kingston. Wahrscheinlich ist Walpole's Angabe die richtige, da sein Leichnam, wie er verordnet hatte, in Schottland beygesetzt wurde. Von seinen Werken findet man weder bey Walpole, noch bey andern Malerbiographen die geringste Notitz. Die wenigen, die wir kennen, sind folgende: Ein Porträt von Allan Ramsay, das auch G- White vortrefflich in Kupfer gestochen hat; ein Bild- niß des Herzogs don Greenwich; Thomas Bradbury; John Campbell, Herzog von Argyle ; Thomas Wenthworth u. s. w. Fiorillo V. 540—541. Die gleich vorhin angeführten Bildnisse der Herzoge von Argyle und Greenwich bat I. Simons, und eines des H. Gay (des Fabeldichters?) T. Kyte, und F. Milvus (nicht Milvius) gestochen. sl. II/j Aigen (Karl), geb. 1684 (nicht 1694, wie es in unsern Zusätzen heißt) und gestorben zu Wien 1762. Von deutschen Galerien besitzen von ihm, unsers Wissens, die einzige zu Wien zwey kleine Landschaften auf Leinwand, deren eine mit einem Bauern-Jahrmarkt, die andre mit einem Bauerntanz und einem May- baum stafflet ist. I. A. Pfeffel hat nach seiner Zeichnung den H. Kajetan in kl. 4° gestochen. — — (Johann Joachim), ein von Nürnberg gebürtiger Goldschmied, der um 1670 Silberarbeiten für die Kirche des Klosters Radisch bey Olmütz fertigte, in 1676 die lutherische mit der katholischen Religion vertauschte, und darauf sich zu Olmütz niederließ. Ausführliche Beschreibung des Mariaberges unweit Dlmütz. Das. 1679 8° S. 18Z. Aiglftorfer (Augustin). So nennt Li- porvsky einen Maler im Markte Gars, der 1777 im Langhause der dortigen Klosterkirche die Freskogemälde gefertigt habe. Aigner oder Ainger (Anton), wurde 1747 Königlicher Hofmarmorirer zu Dresden, wobey er zugleich als Steinmetzmeister und Bildhauer in Ornamenten genannt wird. Sächs. Hof- und Sraarskalender. Derselbe war aus Zürich gebürtig ('), und wurde später mit 290 Rthlrn. Pension zu Dresden in Ruhestand versetzt. M-c. — — (A. F.), ein sehr geschickter Bildhauer zu Prag, st. daselbst 1789. Von seiner Arbeit ist das dem General C- R. Freyherrn von Ellrichshausen, auf der Manahilfschanze daselbst, auf Befehl Joseph ll. ,77-, errichtete Denkmal von rothem Marmor. DIabac;. — — ( ), (ob vielleicht ein Sohn des obigen Anton?) ein Baumeister, wahrscheinlich französischen Ursprungs, der den berühmten Sibyllen-Tempel in Gallizien und viele andre prächtige Gebäude in Polen aufführte, leitete in 1808 den Bau des Monuments, welches die Polnische Legion des Generals Zajonzeck, auf ihre Kosten, dem Kaiser hJapoleon zu Ehren in der Gegend von Kalis; (Kalisch) errichten ließ, und der in einer, der Trajanischen ähnlichen (?) Kolossalsaule bestehen sollte. In 1810 erhielt er von der Königl. Gesellschaft der Freunde der Wissenschaften zu Warschau den Auftrag zu Errichtung eines Denkmals für Copernicus. Seine schon in 1807 dieser Gesellschaft vorgelegte Geschichte der Baukunst, nebst einem architektonischen Wörterbuche, wurde sehr gerühmt, und erwarb ihm die Stelle eines Mitglieds derselben. Auch noch >812 las er in einer ihrer Versammlungen eine Abhandlung über den Geschmack im Allgemeinen, und über denjenigen in der Baukunst insbesondere, -rr-o. Aigremont (I. de Laon, Sieur d'), s. unten Laon. Aikin (, ), gab, wie es heißt, eine Abhandlung über die Glasmalerey r8oi zu London an's Licht. Ob als selbstausubcnder Künstler, ist uns unbekannt. Ainckhurn (August) wird i 536 als Münz- meister des Grafen von Stollberg und Königstein genannt. Hirsch, teutsches Münzar- chiv I. 280, 287. — — oder Einkorn (Gregors erscheint in dem zweyten Buche eines Manuskripts von E. Iuncker: Ebre der gefürsteeen Grafschaft Henneberg, als Hennebergischer Münz- meister, 1546. Auch eine andre ungedruckte bis zum Jahre 1688 laufende Chronik der Stadt Saalfeld gedenkt seiner i 566 als Herzogl. Sächsischen Munzmeisters. Vielleicht hatte er damals seinen Sitz zu Saalfeld. Ainger, s. oben Aigner. Ainkürn, s. oben Ainckhurn- Ajtai (Michael D.) vermuthlich ein Ungar. In des k. X. ; dann eine (>) Wohl ein Irrthum. 8 A k e n. Alais. LO Sammlung von Fischen u. a. Seewundern (Janckers ok tbe rleex) wie er sie nannte. Fiorillo V. 5 ? 5 . sl. II.^ Aken (Johann van). Von deutschen Galerien besaß von ihm, unsers Wissens, einzig diejenige zu Salzthalum zwey kleine Bilder auf Holz, in deren einem sich die drey Grazien umfassen, in dem andern die Gerechtigkeit, mit Schwerdt und Wage, auf einem — Bette sitzend, von dem Frieden mit dem Lorbeerzweig in der Hand umarmt wird, mittlerweile Ceres ihr das Horn des Ueberflusses überreicht. Als Stecher nennt Barrsch, I. 273—282, ihn einen Künstler von großem Verdienst, der mit einer leichten und geistreichen Nadel Blätter geatzt habe, welche denen von Hermann Sast- leven, den er nachgeahmt zu haben scheine, sehr gleichen. Dann führt er von ihm an: Eine Folge von sechs Pferden (ä" 7^" br., 2^ 8"^ hoch). Dann eine andre von 10 Landschaften ( 5 " 5 ^" br., 3 " 8", hoch). Die Reisenden zu Pferde (9" 6"< br-, 6" tc/" hoch('). Endlich eine Folge von vier Blättern Rheinlandschaften, diese nach Hermann Saftleven (io" breit, 7—8" hoch). Viele dieser Blätter tragen die Verlagsagsadresse von Cl. Jonghe; die mehren, seinen Namen, keines ein Datum, und nur jenes einzelne Blatt der Reisenden zu Pferde, nebst dem kee. auch das inv. Daß die erstgenannte dieser Folgen (die Pferde) nach Bam- boche, oder gar, wie das Lexikon sagt, von Bamboche nach dem Unsrigen gefertigt seyen, findet sich bey Barrsch keine Spur. Die vier Rheingegenden nennt Rost im Geschmacke von Both geätzt. Die oberwähnten zehn Blätter Landschaften allein galten auf der Steigerung Rigal zu Paris ho Fr. — " (Joseph), aus Antwerpen gebürtig, arbeitete in England, und besaß eine bewundernswürdige Fertigkeit, Seidenstoffe, Sammt, Spitzen und Stickereyen zu malen. Man kann ihn den Schneider der damaligen Künstler nennen, weil sie sich stets seines Pinsels bedienten, wenn sie ihre Figuren bekleiden wollten. Hogarth hat daher auf einem Blatte den Leichenzug dieses Künstlers abgebildet, bey welchem die Ma, ler, deren Draperien er verfertigt hat, in ein ungebührendcs Getobe über seinen Verlust aus- brechen. Er starb 17^9 ungefähr vierzig Jahre alt, und hinterließ einen Bruder, der in seine Fußstapfen trat. Fiorillo, V. 676. — — ( ). Obigen Arnolds Bruder, ist nur durch einige Blätter in geschabter Manier bekannt. Fiorillo I. e. Akerland ( ), ein Kupferstecher in Schweden um 1790, der nach der Zeichnung des A. Sjöstjerna eine Karte in Fol. fertigte. Ls- taillerr emellan SuensItL oolr kz-sles üotl'an ck. 26. lul. 1789 sl. II.^I Akermannn, eigentlich Dker- mann (Andreas). Nach Scheffel kennt man von ihm das Btldniß des Erzbischofs zu ttpsal, Jakobs Benzelius. Dann hat er zu: 6. I^innacl plant. rar. kort! Ilpsaliensis toi. LtoeLli. 1762, Pflanzen in Umrissen geätzt- — — s. auch Ackermann. sl. II.^ Akersloor (Wilhelm). Von ihm gestochen kennt man: Christus im Oelgarten, nach X ttli. (Hondius); Ebendenselben, in Ketten, und die Verläugnung Petri, beyde nach P. Molyn. Dann von Bildnissen diejenigen des Prinzen Heinrichs von Oranien und seiner Gemahlin, nach A. van der Venne, oder van der Vinne (nicht van de Velde, wie es im Lexikon heißt), und das Brustbild des Pabstes Urban Vlll., so wie S. Vouet denselben zu Rom nach dem Leben gemalt; was einen Aufenthalt des Unsrigen daselbst so gut als voraussetzt, LruUiot läßt ihn beydes, nach van der Binde und van de Velde arbeiten. Ein seltsames Monogramm von ihm hat indessen Brulliot selber nie auf dessen Blättern, sondern bloß seinen ausgeschriebenen Namen gesehen. sl. Il/j Akhol ist Andreas Roh! im Lexikon und dem Supplemente. Akim 0 v ( ), Professor der Kunstakademie zu St. Petersburg um 1800. Derselbe malte ein Altarblart, auf dem man die Einsetzung des Abendmahles sieht, für die Kapelle des kaiserlichen Schlosses St. Michailow zu Petersburg. (Reimer, St. Petersburg. Das. iZoh 8° II. n 5 .) Einer andern, frenlich nicht zu verbürgenden Nachricht zufolge, hatte derselbe früher in Italien studirt, war bey der kaiserlichen Familie, in der er Unterricht ertheilte, wohl angesehen und st. um i8n etwa einige sechzig Jahre alt zu Petersburg, wo er prächtig zur Erde bestattet wurde. ^0. sl.^ Akkama und Akkema; s. Accama im Lexikon und oben. sl. 11.^ Akrekl(Friedrich). Zu Upsal nahm er auch Unterricht im Zeichnen Von ihm nennt Heinecke schon von 1769 und 1770 eine Folge von Ansichten mehrerer Bauten zu Upsal, dann ein großes zu Stockholm gefertiges emblematj- sches Blatt, welches eine von einem Triton be- beguckte Nymphe darstellt, mit einer Zueignung an die Handels- und Manufaktur-Kommission daselbst, und endlich mehrere Bildnisse mit den Daten von 1776, >777 u. a. Der Schwedische Staatskalender von 1797 nennt ihn Kupferstecher der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Stockholm. Er war ein sehr fleißiger Mann, von dem man bald in allen Schwedischen Schriften Arbeit, vorzüglich aber botanischen Inhaltes, findet, si. II.^ (^lexanäer). So bezeichnet sich der Bildhauer A Algardi auf einem von ihm gefertigten Kupferblatte. ^1.^ Alabard,(Joseph), Lanzi(e6.ter?..) III. 268 zählt ihn, nach Zanetti, zu den Per- spektivmalern; nennt aber, neben ihm, den Jul. Cäsar Lombards, als den vorzüglichern. Alabar ( ), ein Dilettante in der Malerkunst zu Dourges, unstreitig im achtzehnten Jahrhundert, dessen rZicl. Larberinot's Irsite cke la pcilllure. IZourges -687 , gedenkt. sl. Il.^j Alats, s. auch Allais im Lexikon und Supplement. (>) Diese nennt der Winklersche Gantkatalog schdn und selten, und die Folge von sechs Landschaften giebt er als von ph. de starr gestochen an, da sie bey Dnrtsch ausdrücklich mit: lea. bezeichnet sind. Auch sind die Landschaften nach Sachtlcben nicht mit II l.., wie Uost sagt, sondern alle mit dem N. 5. versehn. Auch Heinecke dahlt von diesen vier Landschaften, alS ob zweye davon nach des Unsrigen eigener Zeichnung, und zwey andre nach Lmgelbach oder Saftleven von Aken gestochen, und eben dies« beyde mit II. I.. signirt wären Alamani. A l b a n i. 31 ZsIamant (Peter). So nennt Lanzi (cll. ierr) II. 17, dem Quirls R'^scoli zufolge, einen Maler von Ascoli, Schüler von Carl Cri- velli, einen wackern Quatrocentisten, von dem sich in St. Maria bella Carita, seiner Vater- ftadt, eine Tafel mit der Jahreszahl 1489 befinde. eigentlichAlamanns(Anton). In des Alex. Donarus Roms veius so reoons, erl. ultims. ^mstelsecl. 1696 4", finden wir eine von einem Anonymus gestochene Kupfertafel mit vielen Gebäuden, und der Aufschrift: Veleris Qspitolii sclumbrsta msAni- luclo bezeichnet: äelinesvit. Auch ein Blatt mit allerhand alten Gebäuden in dem Buche: Ooscririone (li Roms sntios. In Roms 1727, 8°, I. PSA. 66, ist eben so bezeichnet; unstreitig ist dieß ein Abdruck der schon oben erwähnten Platte, obwohl wir beyde nicht zusammen vergleichen konnten. Vorgedachtes Werk erschien zuerst Roms i6Zg 4°, und ib. 1726, 4°. Doch haben wir diese Auflagen nicht gesehen. fl. Il/j-(Johann). Derselbe ist Eine Person mit dem im Lexikon bereits benannten Joh. de Aleniania. Vergl. daher diesen Artikel dort, und dann auch unten. — — oder Ale man 0 ( ),arbeitete um 1290 unter der Leitung des Bildhauers Ramo di Paganello , an der Slusschmückug des Domes zu Orvieto. Lesers r/s/ p. 263, 264. — — s. auch Alemanta im Lexikon und unten, und Allemanna im Lexikon. Alamanus, s. Alamanno oben. Alsnra; s. unten Alcanrara. fl. Alard, s. Allard im Lexikon, Suppl. und unten. Alardi (Hermann), s. unten Allard Alavoya ( ). Ein solcher, uns bisher ganz unbekannter französischer Künstler, wird bey Landon 1808 unter den damals zu Paris theils wohnenden, theils auf den dortigen Salons Arbeit ausstellenden Landschafts-, Marine- und Architekturmalern genannt. ^II-H Alaux (Johann), auch Alaux der Sohn genannt, ein junger Künstler von Bour- deaux, Schüler von Vincent und Guerin, erhielt in 1807 von der Gesellschaft der Wissenschaften und schönen Künste seiner Vaterstadt den Aufmunterungspreis einer goldenen Schaumünze für zwey Gemälde: Ulysses, von Euryclea erkannt, und: Cleobis und Biton, die ihre Mutter zum Tempel der Juno ziehn; dann 1814 (damals 28 Jahre alt) einen zweyten; diesen wohl zu Paris. Deffenrl. Nachr. Alba (Großherzog ). Dieses militärische Ungethüm zählt Fiorlllo, IV. 35 , zu denjenigen Spanischen Großen, die unter Karls V. Regierung die schönen Künste beförderten, in, dem sie herrliche Lustschlösser und Palläste aufführen, und solche mit Malereyen schmücken ließen. sl. Il-H Alba (Rosa), ist der verdorbene Name von Rosalba ssarriera, auf Bildnissen, welche Sinzenich nach ihr gestochen hat. Albacini (Carl), Bildhauer und Professor der Akademie von St. Luca zu Rom. , Ihn ernannte die in 1807 dort verstorbene Künstle- lerin, Angelika Kaufmann, zum Vollzieher ihres letzten Willens; und eben er war es auch, der, in Gesellschaft von Camucini, Canova u. a. Akademikern, ihre Leichenfeycr im Geschmacke jener ältern von Raphael von Urbino u. s. f. veranstaltete. Tüb. Morgenbl. 1807, S. n68. Ob. Hackerrs Leben, S. 192, nennt ihn den beßten Statuen-Restaurateur zu Rom im letzten Viertheil des achtzehnten Jahrhunderts. Albanese (Modesto), ein von Padua gebürtiger Mönch, welcher die Kirche des dastgen Benediktiner-Klosters S. Giustina beschrieben, und in einem iconographischen, stenographischen und orthographischen Risse abgezeichnet hat. Diese Zeichnung wurde 1690 von dem Grafen Franz Maripicro Sassonia gestochen. Ein sehr seltenes Blatt. kitture, Loulture ^rokitetture eoo cli Rsäovs, p. g 3 , Note s. sl. Il.^j Alb an, (Franz). Seine Charakteristik bey dem geistreichen Lanzi (e6ir. lerr.) V. iol u. ff., ist ein wahres Meisterstück: «Mit seinem innigsten Freund Zampieri strebte er, wie schon LNalvasia, bemerkt, nach dem gleichen Ziele. Völlig übereinstimmend war überhaupt ihr Geschmack an gewählter, gründlicher und pathetischer Zeichnung, und eben so glichen sie sich sehr in der Färbung; nur daß Albani's seine in den Fleischpartien etwas röthlicher, und nicht selten durch seine Grundtrungsart (metollo kielle iniprimiture) wie verdorben erschien. In dem Originellen der Erfindung übertraf er seinen Freund und fast alle andern von der Carraccischen Schule, gewiß aber, nach Mengs, Alle in den weiblichen Figuren. Daher nannten Einige ihn den Anakreon seiner Kunst. So wie dieser durch kleine Lieder, erwarb er sich durch seine Bilder« chen einen großen Namen; die Liebensgöttin mit ihren Amorinen, Mädchen, die der erster», und Knaben, die den letztem glichen, waren Beyder fast einziger Gegenstand. Zu solcher Kunstgattung (man sehe sein Bildniß zu Florenz, das allen Frauen gefällt) bildete ihn die Natur, das Lesen der Dichter, und das Glück, das ihm eine Frau und zwölf Kinder zu Theil werden ließ, welche immer (Einige glauben nur zu oft) bereit standen, ihm zu schönen Modellen zu dienen. Endlich bewohnte er eine Villa, die ihm eben so den Stoff zu den anmuthigsten Landschafts-Staffirungen lieh('). Diese zierte er bisweilen mit nicht minder schönen Bauten. Solche Bilder sieht man von ihm in Galerien häufig, und öfters dieselben in mehrern, durch seine Schüler wiederholt, und von ihm bloß ausgebessert. Selten findet sich darunter ein Bacchanal (^). Dieses Thema, worin sein Lehrer Hannibal ein so großer Meister war, schien ihm unangenehm zu seyn; und wenn er im Ganzen den Styl desselben sich zum Muster nahm, so mäßigte er solchen nach seiner sanftem Weise, und wie es seine schon genannten gewöhnlichen Gegenstände vertrugen oder viel- (>) Noch scheint es uns zweifelhaft, ob man diese, oder die küssenswerthen Wesen, womit er ste bevölkerte, seine Staffirung nennen, und ob man ihn hiefür loben oder tadeln soll? (r) Eben so heißt es bey ksiortllo N. 575. „Album war ein erklärter Feind von Bambocciaden, und allem damit in Verwandtschaft Stehenden. Seine Gedanken darüber erklärt er in der Antwort auf einen Brief seines Schülers, A. Sacclü." mehr forderten: So die schlummernde Venus, Diana im Bade, Danae auf ihrem Ruhebette, Galathea auf dem Meer, und Europa auf dem Rücken ihres Stiers, welche letzt« sich in großen Bildern der Galerien Colonna und Bolognetti zu Rom, und bey den Grafen Mosca zu Pesaro wiederholt befindet. Wunderschön find seine Amo- rine, wie fie hier über ein Mädchen einen Bal, dachin verbreiten, um den Sonnenstrahl von ihm abzuwehren, dort andre den göttlichen Stier an Blumenbanden ziehn, und wieder anbrechn mit Spießen sporrn. Wieder andremal führt er sie zu einem Ballet auf, oder läßt sie Kränze flechten, oder sich mit dem Bogen üben, und nach einem aufgehängten — Herzen Ziel schießen. Nicht selten birgt er irgend eine sinnreiche Allegorie unter der Hülle seiner Bilder. So in den Ovalen seiner vier Elemente in der Villa Bor- ghese, und in der Wiederholung derselben in der Galerie zu Turin (H. Auch hier erscheinen wieder Amorine, die dem Vulkan in seiner Esse die Pfeile schmieden, oder in der Luft den Vögelchen nachstellen oder im Meere schiffen und fischen, oder auf der Erde Blumen pflücken und Kronen flechten: All' dergleichen im Sinne der Alten, die jedes Geschäft in der Natur einem Genius zuschreiben, und darum die Welt mit so viel Geisierchen füllen. Mit heiligen Gegenständen gab Albani sich weniger ab ; aber auch da blieb er seinem Geschmacke getreu, und graziöse En- gelchen mußten dabey das Vornehmste thun. So z. B. stellte er zum öftersten das Jesuskind vor, wie es den Blick in die Höhe nach den kleinen Himmelsboten richtet, welche Dornenkronen, Geißeln, Kceutze und andre Sinnbilder seines künftigen Leidens Herbeytragen. So in zwey Darstellungen in der Galerie zu Florenz, und in zwey ähnlichen bey den Dominikanern zu Forli und bey den Philippinern zu Bologna. Andre Werke von ihm finden sich zu Matelica, Osimo und Rimini- Und wieder andre in Fresco, wie sein dkoli nie taubere bey St. Michele in Bosco di Bologna, und Anderes bey St. Jacob der Spagniolcn zu Rom (hier nach Hanni- bals Zeichnung) geben zuerkennen, daß er auch Talente für's Größere hatte, aber doch immer lieber und besser sich auf's Kleinere legte. Gui- do's und Albani's gegenseitige Eifersucht wird zwar von einigen Kunstgeschichtschreibern, aber ohne genügsamen Grund, bezweifelt. Die Schüler zumal des Erster» wußten immer etwas an dem Styl des Letztern zu tadeln; bald schien er ihnen zu weichlich, zu unzterlich in den männlichen, und zu wenig abwechselnd in den Frauen- und Kinderfiguren zu seyn. Und wie sehr mußte es Francesco ärgern, als er und Guido eines Tags von dem Kardinal Barbarin! den Auftrag erhielten, für den König von England die Fabel von Bacchus und Ariadne gemeinschaftlich, Albani die Landschaft, Guido die Figuren zu malen, wo dann jene so gut gerieth, daß Letzterer sich nicht getraute, das Seiuige hinzuzu, fügen, und darauf — das Beleidigendste that, da er nämlich Albani's ganze Landschaft mit einem großen Pinsel überstrich, und an ihrer Stelle einen einfachen Felsen, nebst etwas Rasen am Seeufer darstellte." Von dem Unsrigen hat uns Malvasia einige schriftliche Fragmente aufbewahrt, welche zwar ziemlich übel geordnet, aber desto schätzbarer für die darin enthaltenen Notijzen und Kunstmaximen sind. So z. B- » Carravaggio's Naturalismus war ihm zum Acrger, und er sagte voraus, was derselbe inner vierzig Jahren für saubere Früchte tragen werde." „Zu einem großen Mißgeschicke der Maler zählte er, daß dieselben den verkehrtesten Auftragen der Besteller Rechnung kragen, und in ihren Bildern Figuren, die zum Hauptgegenstand nicht nur nicht gehören, sondern denselben eher verdunkeln, anbringen mußten; dem sogar Ra- phael sich nicht entziehen konnte. Zeugen : Jene vier müßige Heilige in seiner göttlichen Cä- cilia!" Seine Achtung für Raphael war übrigens unbegrenzt, und er nannte diesen großen Namen nie, ohne das Haupt zu entblößen. Einen Kopf mit ein paar Händen, oder gar eine Schüssel mit tauben Früchten zu malen, hielt er kaum der Kunst werth. Poetische Erfindung ging ihm über Alles, er riech darum auch dem Maler häufiges Studium der Dichter an, bedauerte nur, daß er die der Römer nicht in ihrer Ursprache lesen konnte, und befliß sich desto eifriger der Lectur der Italienischen. Alle niedrige Gegenstände mißfielen, unsittliche vollends empörten ihn. In seiner schönen Einfalt konnte er nicht fassen, wie das, was in der Natur Ekel oder Unwillen erregen müßte, in der Malecey Beyfall erhalten, und die Pal- lästc der Großen — zieren könnte. Als seine Gattin zu ältlich wurde, um ihm zum Modell zu dienen, und er daher sich genöthigt sah, zu andern Frauenspersonen seine Zuflucht zu nehmen, gestattete er ihnen nicht, mehrere Theile ihres Körpers zu entblößen, als er eben für sein Studium bedurfte; und da er in seinen Bildern stets den größten Anstand beobachtete, so hatten auch seine Modelle nie nöthig, denselben außer Augen zu setzen. Als er bemerkte, daß einer seiner Schüler ein Loch in die Thüre gebohrt, um durch dasselbe des Anschauens eines dieser Modelle zu genießen, jagte er ihn aus seiner Werkstätte auf immer fort. — Was Alles namentlich von einem Maler aller Grazien »nd Reitze, wunderbar, und wahrhaft erbaulich zu hören war! Als ihn Malvasia (albern genug!) fragte: Ob er wünsche, daß sein Andenken durch eine vollständige Lebensbeschreibung auf die Nachwelt komme? antwortete er: Nein! Doch zeigte er ihm, aber ganz kurz, einige seiner bedeutendsten Werke an. Bestimmt und bündig war seine Schätzung der vier, nach seinem Sinne vorzüglichsten Kunstlichter: Raphael's, für die Erfindung; Buo- narori's, für seine, freylich oft schrankenlose Großheit; Titlan's, für zarte Schönheit; Cor- reggw's, für cngelgleiche Reinheit. Indessen ging ihm die Erfindung über Alles; alle andern Kunsttheile seyen ihre Dienerinnen, und können ihr eigenthümliches Licht nur im Gefolge der erstem gehörig leuchten lassen. — Ueber die Earracci, seine Lehrer, urtheilte er, nicht etwa bloß aus Dankbarkeit, sondern aus Ueberzeugung, wohl richtiger als die spätere Nachwelt: Daß denn doch keine von den Nachfolgern jener Niere mehrere Vorzüge in sich vereinigt hät, ten, als diese drey Bruder. — An mehrern Stellen rügt er vasari's Posaune aus vollen Backen für das Mittelmäßige wie für das Treffliche, und die ermüdende Wiederholung dergleichen Phrasen für sein Lobausspenden, u. s. f. Was er in Bologna und Rom für treffliche Schüler gezogen, wie Sacchi, Ctgnani, P. F. Mola u. s. f., ist bekannt. In Deutschland besitzen von dem Unsrigen die Kaiserliche Galerie zu Wien Nichts; dagegen diejenige von Licb- renstem zwey Eurporten: Ein liegende Venus, ein Armband und eine Perlenschnur in der Hand; G) Aoraz Zamboni beschrieb solche unter dem Titel: Oren» anioro-» eic. S. Malvasia U. -Z7. Albani. Albani. 33 ihr zur Seite ein Amorin, der Geld in eine Cassette wirft, und ein andrer in der Luft, der Pfeile aus seinem Köcher schüttet; dann der Heniaphrodit, von Salmacis überwältigt. End, lich eine Galathea auf ihrer Muschel, im Ge, folge von Nereiden und Tritonen; in der Ferne Polyphem auf einem Felsen; letztres ein klei, nes Bild. — Die Galerie zu München: Eine Geburt (ganz klein), und St. Ursula, die Fahne in der Hand (halbe Figur in Lebens, große). — Schleiöheim: Einen lebensgroßen Mannskopf; Aktäon überrascht Diana und ihre Nymphen im Bad (ganz kleines Bild). — Düsseldorf einst: Venus und Adonis, der auf die Jagd verreist, mit Amorinen umgeben, 2^ 7" hoch, 3 ^ 2" breit; nach Fredon's de la Bre, tonniere Urtheil, Venus, von reihendem Kolo, rit, frisch und markicht kolorirt; der kleine Amor, welcher den Adonis zurückhalten will, von ganz einzig feinem Ausdrucke. Zwar scher, nen die Figuren so ziemlich von Einer Famt, lie zu seyn; aber sie gefallen nicht minder. Die Landschaft dann soll weniger Verdienst haben. — Dresden ist, mit eilf Bildern von dem Unsri, gen, besonders reich: Schöpfung von Adam und Eva, 2^ hoch, 2^ 5 " breit. Ebendieselben aus dem Paradies verjagt, 4 ' 2" hoch, 3 ^ 4 " br. Christkind in der Krippe, 6" breit, 3 " hoch (dies auf Kupfer). Ruhe in Egypten; die Jungfrau stillt das von zwey Engeln angebetete Kind; Joseph liest in einem Buche, 2^ 10^" breit, 2^ 4^" hoch. Eine H. Familie mit Eli, sabeth, dem kleinen Johannes und zwey Engeln, 2/ 4^" hoch, icS breit. — Von Mytholo, gischem : Diana und ihre Nymphen, erschrocken beym Anblick des so eben in einen Hirschen ver, wandelten Aktäon, 3 ^ 6" breit, 2^ 7'/." hoch; und ungefähr von gleicher Größe ein Dianenbad mit Aktäon auf der Flucht. Zwey Galatheen, die eine auf dem Wagen, die andre auf der Muschel, beyde mit Amorinen, beyde über 6" hoch, mit verhältntßmäßiger Breite- Landschaft mit Amorinen, die nach einem Schild schießen, 6^ 5 ^ breit, 2' 8" hoch; endlich mehrere Amo, rine, die um ein Piedestal tanzen; zwey von ihnen heben Cupido, als ihre Gottheit, in die Höhe ( 3 '6" breit, 2^ 7'/-" hoch, auf Kupfer). »Dieses Bild (sagt Lehnmger, »zeugt von dem Gebrauch, den Albani von seinen Kindern zu machen pflegte. Die Hauptgruppe besteht aus acht Amorinen, die sich bey den Händen halten, und einen Nundetanz um ein Piedestal tanzen, auf welchem das Bild von Cupido von zwey andern erhöhet wird. Er dann scheint sich nicht wenig darauf einzubilden, daß er den un, crbittlichen Pluto bezähmen konnte, welcher im Hintergründe die Proserpina, mit weggeworfe, ner Gabel und Orkusschlüsseln, entführt; und wieder ein Paar andre Amorinen heben jene Gabel und Schlüssel als Triumphzeichen in die Höhe. Noch höher sitzt Venus in der Glorie, und liebkost ihren Sohn über seinen Sieg, den abermals drey andre Amorinen mit Musik seyen," ('). — Sanssouci besaß von Albani: Eine Ruhe auf der Flucht ( 5 ^ hoch, t? ro" breit) auf Leinwand. Hiernächst: Venus und Adonis von sehr schöner Composition und reißen, der Färbung, mit einer trefflichen Landschaft im Hintergrund (V 2" hoch, 5 ^ 1" breit); dann den gleichen Gegenstand, kleiner, aber mit noch schönern Figuren; endlich Toilette der Venus, wo eine Menge hübscher Mädchen sich mit ihrem Putze beschäftigen. Die beyden letzter« Bilder (2^ i" hoch, 2' 7" breit) wurden dem Könige von seinem Gesandten, Baron von Kniphausen, zu Paris angekauft. — Salzrhalum besaß einst, und vielleicht jetzt wieder, sieben Bilder, lauter Mythologische Galanterien, darunter ein großes ( 5 ^ 5 " breit, 4^ 6 " hoch), Diana mit ihren Nym, phen, in Gegenwart von Aktäons Verwand, lung; zwey etwas kleinere: Diana auf der Jagd; Liebesgötter beschäftigen sich mit ihrem Ge, wilde, und: Venus in der Muschel auf dem Meere, von Tritonen gezogen; und vollends vier ganz kleine, auf Kupfer.- Schlafende Ve, nus, Adonis mit seinem Panterthier neben ihr; Venus auf einem Ruhebett unter Bäumen, Vulkan neben ihr, auf dem Hintergrund schießen Amorine Ziel nach einem mit einem Herzen bc, malten Schild; Diana läßt Amorn durch Nymphen die Flügel beschneiden, und Amorine ihm die Waffen rauben; Leda an ihrem Putztisch im Freyen, von den Grazien bedient; in den Wolken bespannen Amorine einen Wagen mit Schwa, nen. — Auch pommersfelden will fünfe ha, ben: Einen betenden St. Franscisc, ganz klein. Dann Venus und Adonis mit Amoret, ten, in einer Landschaft (6^ 10" hoch, ie/ breit); die Entführung der Europa (7^ hoch, 8' breit); somit wohl zwey von den größten Staf, feleybildern unsers Künstlers; ferner: Arnaud und Armida, kleiner; und Galathea, auf dem Meere stehend (?), ganz klein. — Endlich H. Landgerichts, Advokat Schmidt zu Riet (1809) eine trauernde Venus mit Cupido, wie sie den todten Adonis finden. In Frankreich war schon die alte Königliche Galerie an Bildern von Albani besonders reich, und besaß deren bereits fünf und zwanzig. Vör, derst: Adam und Eva aus dem Paradies ver, jagt (sagt Lepicie), und Adam, wie Eva ihm den Apfel überreicht (sagt Landon) und giebt, nach dieser Rubrik, von dem Bilde den Umriß. Nach Lepicie wäre es eine Kunstjuwele von 2< 7" im Durchmesser; nach Landon G) die beyden huckenden Figuren lebensgroß, und Adam eine - schlechte Copie von M. Angelo's in der Siptina. Woher dieser seltsame Widerspruch? — Die Keuschheit Josephs, klein auf Kupfer; nach Lepicie, weder von Zeichnung noch von Farbe eben nichts Besonderes. — Die Verkündigung, ebenfalls klein, auf Holz, nach Landon(^), der davon den Umriß giebt, von großer Anmuth im Ausdruck und Kolorit; der Bote mit gefalteten Armen und dem Lilienstengel auf der Schulter, in der Höhe die Taube; die Gruppe von En, gelchen, die aus den Wolken dem geheimnißvol, len Auftritt ehrfurchtsvoll zusehn, besonders schön. — Ebendieselbe Darstellung, ganz klein.— H. Familie, mit St. Elisabeth, wo die beyden Kinder sich umarmen. Joseph, an einem Tische, unterbricht seine Lektur über dem Anblick. Zwey Engel hinter Marien, mit gefallenen Armen, in der Höhe zwey andre kleine, die auf die Scene Blumen streu'n. Landon ( 4 ) giebt es im Um, risse. Lepice meint, es fehle diesem kleinen t>) P. Tauf« Hot dies Bild für dos Galleriewerf gestochen, (2) VH. N->. 58. (Z) XVI. Xro. 66. Winkler nennt ein Blatt bey Audran (wesentlich von demselben Gegenstand), aber: en kam Oieu le pere, llans une ßloira ä'anßer ; was also sebwerlicb unsre Darstellung seyn kann. Jene, alS von I. Audran sorgfältig gestochen, nennt Füßli, II. 266, die würdigste Darstellung dieses Gegenstandes. Brandes nennt noch ein schönes Blatt von I. Joannini; und Füßl« II. 268, zweye, nach zwey verschiedenen Darstellungen, von F. Andrjvt. ( 4 ) XVI. Xro. 8. I. 9 Albani. Albani. 34 Bilde, auf Kupfer, „wie den meisten Arbeiten des Unsrigen, am Verständnisse der breiten Maßen (?), die doch für die Magie des Helldunkels so nothwendig sey " — Ein andres größeres Bild (2^ 3 '/-" hoch, 2^ in" breit), ebenfalls auf Kupfer: Die Mutter und das Kind, dem Engel Blumen und Früchte bietend; nach Lepicie vorzüglich kostbar für Kolorit und schöne Köpfet"). — St. Johann predigt in der Wüste, ungefähr von gleicher Größe, wie das vorhergehende, auf Holz: Große Menge Zuhörer, besonders viele - Weiber und Kinder. Lepicie rühmt es sehr für Zeichnung, Kolorit und Ma- nigfaltigkett des Ausdrucks (°). — Laufe Christi durch Johannes (Figuren, 12 — 10" hoch). In der Höhe Gott der Vater und der Geist, die dem Auftritte zusehn. Lepicie beschreibt es sehr schön, besonders die Ehrfurcht der bedienenden Engels). — Christus erscheint, nach seiner Auferstehung der Magdalena (IKoli me rankere), ganz klein auf Kupfer. Landon, der davon den Umriß giebt, beurtheilt es kurz, wie folgt: „Nicht starker, aber edler und sanfter Ausdruck; kein kräftiger, aber lieblicher und Heller Farbenton, der immer gefällt"^); im Hintergründe sitzen zwey Engel noch an der Felsengruft. — Gott der Vater in der Glorie, ebenfalls klein auf Holz. Er hält die Weltkugel, und ein Engel erhält mit Ehrfurcht seine Befehle. Unten vier Lugenden: Glauben und Standhaftigkeit; dann Recht und Friede, die sich küssen. „Die Darstellung" (sagt Lepicie) „ ist edel und majestätisch; die Figuren verständig und mit Charakter gezeichnet, und von freyer und anmuthiger Ausführung"^). — Eine Ca- ritas, mit drey Kindern; wieder klein auf Kupfer. Lepicie nennt es aus Albani's beßter Zeit, „für Charakter der Zeichnung, Kolorit und Geschmack der Drappirung, der Caracci's würdig". Die Caritas, eine schöne Frau, sitzt an der Wiege des einen Kindes, und reicht ihm die Brust. Zwey andre scheinen sich nach einem Granatapfel zu sehnen, den sie in der Linken bält(O). — Der Triumph der Cybele (Erde), welcher die drey Iahrszeiten (Flora, Ceres und Bacchus) ihre Gaben reichen (2" 8 " hoch, 3 < 1" breit) auf Kupfer C). — Latona, mit ihren Kindern (Diana und Apoll) im Arm, welchen die Bauern einen Trunk verweigern, und dafür in Frösche verwandelt werden; die einen sind es erst zur Hälfte (2' 7" im Durchmesser) («). — Zwey Bilder, wo Venus, und noch mehr ihre Amorine, den Adonis von der Jagd zurückhalten wollen; das eine klein auf Holz, das andre größer (/,' i" hoch, ^ 5 " br.) auf Leinwand. Das kleinere besonders rühmt Lepicie sehr für Komposition, Schönheit der Köpfe und Wahrheit der Lokalfarben ) Brandes nennt eine derley Ruhe in EgYPlen: Schönes Blatt von W. Chateau. (2) Nach demselben wohl das große schöne Blatt von Poilly, welches winkler nennt, und ein andres von St. Ganrrel (Copie von diesem letztern im Umrisse bey Landon O. ä'^Ibsae biro. g.) — Brandes nennt noch ein kleines von Fobbonne. (z) Ein schönes sehr großes und seltenes Blatt, von B. Audran nach diesem Bilde, nennt LVinkler; und zugleich zwey andre von demselben Gegenstände, nach dem Unsrigen, von D- Donavera und G. Ballet. Ein viertes, von P. Landry, nennt Drandes- (i) Gestochen findet sich dieses Blatt von Duflos, B. Picart, und mit etwas veränderten Umständen, in einem sehr großen Blatte, ein Ungenannter bey Poilly. Bey Landon im Umrisse, XV. Ho. 52. (5) Wir kennen keinen Stich davon, außer bey Landon im Umrisse X. 12. (6) Daull« hat es schön gestochen. Frey, den nämlichen Gegenstand, ebenfalls schön, nach einem Bilde im Pallaste Bolognetti. (7) Wir kennen keinen Stich. (8) Eben so wenig. (9) Ph. Simonneau hat es gestochen. (10) Beyde von I. I. Avril sehr schön; das erste unter der Rubrik: l.es Saigneuseg surprises. (l>) Gestochen find sie in vier großen, seltenen Blättern von St. Bandet, aber (auch nach watelets Urtheil) mehr glänzend als schön, da ihm nämlich der Grabstichel dieses Künstlers für Albani'S Charakter nickt geeignet scheint. Brandes nennt ebendieselben von B. Audran, und im Gegendrücke von einem Ungenannten bey den Gebrüdern Poilly; endlich noch der Venus Toilette besonders, wieder von einem Ungenannten, bey P. Landry, und noch von einem Andern, geschabt. (>2) Wir kennen keinen Stich davon, außer bey Landon, X. 66. (>z) Landon, VI. 2z, im Umrisse. Derselbe rühmt dies Bild außerordentlich, besonders für die Landsckaft. Dorigny hat es meisterhaft gestochen. (>H Wir kennen keinen Stich davon. Albani. 35 Albani. für Albani's Werk; wohl aber aus seiner Schule ('). Folgende dreye dann, ehemals im Museum Napoleon, scheinen uns Kunsteroberungen zu seyn. Das erste: Geburt der H. Jungfrau (-). Ein ganz sonderbar zusammengesetztes Bild, wovon uns nichts, als die Gruppe mit dem neugebornen Kinde, das man wascht, und ihm Tücher wärmt, verständlich ist. Das Kamin, dessen oberer Theil durch eine nackte weibliche Caryatide gebildet wird, macht einen unangenehmen Eindruck. Nach Lands» ( 0 . kl'^ldane) hätte das Museum dies Bild, mit etwas Abänderung, doppelt besessen; nach Ebendemselben (^nnal. XVI. blro. 11.) nur Eines; das andere wäre in Italien gebliebene). — ^Mystische Vision vom Kreutze. Das Kind nämlich laßt die Brust seiner Mütter, um in der Höhe das Kreutz zu betrachten, welches weinende En- gelchen tragen. Joseph an einem Geländer unterbricht seine Leklur, und steht der Scene mit Bewunderung zu(H. — St. Francisc im Gebet, ein ganz kleines Bilde). Dann besaß einst die berühmte Gallerie im Palais-Royal von dem Unsrigen ebenfalls nicht minder als neun Bilder. St. Johann, der auf einer Bute sitzt, und wenigen Personen (darunter zwey Frauen mit Kindern an der Brust) predigt (10" hoch, i' 2" br.), 6 " hohe Figuren auf Kupfer (§). — Eine Laufe Christi durch St. Johann. Ersterer hat einen Fuß im Jordan, der Täufer gießt ihm Wasser aufs Haupt aus einer Muschel. Ueber dem Christ eine Taube; im Hintergrund Landschaft mit einer Glorie (2' 3 " hoch, s* 11" breit), auf dem Vorgrund 1' hohe Figuren (?). — Madonna, das Kind und St. Joseph, der sich auf ein Piedestal stützt, worauf man ein Basrelief sieht, wo eine Frau Kindern zu trinken reicht. Kleines Bild auf Kupfer. — Andre H. Familie, unter der Rubrik I» i.uveuse bekannt, wo die H. Jungfrau weiß Zeug in einem Bache wascht, und zwey Engelchen es an der Lust trocknen. Das Kind schon ziemlich groß (»' 6 hoch, 1' 3 " breit), io" hohe Figuren, auf Kupfer e). — Jesus und die Samaritane- rin, kleiner auf Kupfer ( 9 ) Ein Roll me mn- gere, ganz klein auf Kupfers'"). — St.Mag- balena, der ein Engel die Communion reicht; beyde Figuren auf den Knien. Hinter ihr zwey andre Engel. Kleines Bild auf Kupfer. — St. Laurenz Justinian, dem die H. Jungfrau erscheint ( 9 ^ 9" hoch, 5 / 9" breit), Figuren über Lebensgröße; ein Bild, das aus der Sammlung der Königin Christina herrührte. — Salmacis, die den Hermaphrodit im Wasser sehr leidenschaftlich umarmt; somit ganz verschieden von demjenigen in der Galerie des Königes (der zweyte Akt dieser Liebesgeschichte) ("). Dann nennen noch mehrere Kunstgeschichtschreiber (zwar zum Theil oberflächlich und unsicher genug) was sich noch zu ihrer Zeit, und ihres Wissens, von dem Unsrigen, sowohl in Italien als anderwärts in Europa befand, wie folgtC-): Zu Rom. 1. Titi nennt aus Kirchen: In St- Sebastian: Madonna mit dem Kind im Arm, unter vielen Einsiedlern, nach des Unsrigen Zeichnung von Albini (2. K. von A. und S- Badalocchi) ausgeführt. In der Kapelle von Monre Cavallo: Darstellung der Maria im Tempel, ein schönes al Fresko. In Sr. Salvadore in Lauro einen St. Loren; Giustiniani, so schon, daß Viele dies Bild für einen Aug. Carracci hielten. In St. Maria della pace ein al Fresko. In St. B-agio dellapagnotra ein al Fresko an der Fa^ade. Dann in Pallästen: Im Pallaste Iiola (Mattbai) das Gesicht St. Jakobs, al Fresko. Im Pallaste Costaguri Herkul, der den Centaur (Räuber der Dejanira) erschießt. Im Pallaste Spade; Ungenanntes. - < Giustiniani, vieles Ungenanntes. - - verospi ) - - Gbigi ) Eben so. - - Falconieri ) 2. D'Argensville nennt II. iZ 6 u. f. f., Folgendes: In St- Sebastian: Das Bild dieses Heiligen, in Carraccis Geschmacke, und eine Himmelfahrt der H. Jungfrau, welche er in Concur- renz mit Guido gemalt; sie wird von zwey Engeln unterstützt, unter ihrem Kopfe die Taube ('^). (,) Wir kennen keinen Stich davon. (-) Nach Fiortllo, IH. 595, aus Madonna del Popolv zu Rom. ( 3 ) Nachbildungen im Umrisse sieht man von dem einen in den Annalen, von dem andern in den Oeuvres. Und schon früher nach dem einen ein schönes seltenes Blatt von P. S. Bartoli. (4) I. Xuäisa so., schön. 1 . l.»nßloiz so. Uoins:. Dann bey Lands» XVI. iVl-o. Li, wo aber Gott der Vater nicht erscheint, der nach IVinkler das Kreuz oben halten soll. (5) Einzig bey Lanbon X. IVro. 16. im Umrisse. (6) I. Ooucche so. OsII. ä'Orlesns. II. (7) Wahrscheinlich so wie alle folgenden in Heften des Galeriewerks gestochen, die uns nicht zu Gesichte gekommen sind. ( 8 ) Ein schönes und seltenes Blatt davon hat W. Dallet schon vormals gestochen. (9) Auch dieß Bild hat schon in ältern Tagen St. Baudet sehr schön, dann ein Unbekannter in Cha- teau's Verlage, mit etwas Veränderung, ebenfalls schön, besonders aber, in einem seltenen 27" hohen, zz" breiten Blatte, und die zwey Hauptfiguren von 21" Höhe gestochen. (>o) Ob etwa eines oder mehrere der oben angezeigten Blätter, die denselben Gegenstand in der Königlichen Galerie darstellen, nach diesem Bilde bey OrleanS gefertigt seyn dürften? (i>) Gegenwärtig in der Galerie Stafford in England. (12) Wir lassen hier alle das weg, was oben schon gelegentlich bemerkt worden. (iZ) Xu6rsn so. l Albani. A l b a n i. 06 In St. Battholomäo d, porta: Eine Geburt, und den Engel, der den Joseph warnt, nicht nach Egypten zu gehn('). In der schon früher, und auch gleich oben er- wähnten Kapelle St. Diego bey St. Jakob der Spanier die al Fresko'S nach Ho-'nibals Cartons; namentlich die Lanterne und die Kupole (-). In der Kirche della pace, die al Fresko's der Tribunes). Im Pallasie verospi: Den berühmten Plafond, welcher Apollo, vom Lhierkretse umzingelt, und von den vier Jahrszeiten begleitet, dann die übrigen Planeten, den Morgen- und Abendstern, die Nacht u. s. f. darstellt. Dann ebendaselbst (gleichfalls in Fresco): Polyphem, dessen Flötentenspiel Galatyea mit ihren Nym, phen zuhört; Ebenderselbe, der die fliehenden Acis und Galathea mit Steinwürfen verfylgt; Merkur, der dem Paris den goldenen Apfel bringt; endlich das bekannte Urtheil des Paris. Alles dieses ward nämlich nicht von dem Unsri- gen, wohl aber nach desselben Cartons, von Badalocchi ausgeführt. Füßli, II. 280-281, sagt von diesem Werke: »Die Erfindung ist, dem Stoffe gemäß, voll dichterischen Geistes, und in jeder der genannten Vorstellungen herrscht Größe mit Anmuth verbunden; die Zeichnung ist in einem hohen Styl, und mit viel Richtigkeit ausgeführt; und wenn die Zeichnung des Annibal Earracci, in seinen ähnlichen Vorstellungen in der Farnesischen Gallerte, die des Albani in diesem Werke, in Rücksicht auf die Gelehrtheit und das tiefe Studium (wie nicht zu bezweifeln ist) übertrifft, so bat die geistreiche Erfindung, und eine gewisse, den mythologischen Vorstellungen analoge, Leichtigkeit und Anmuth in den Formen und ihren Wendungen, im Albanischen Werke mehr Anzügliches und Gefälliges an sich (4). In der Galerie Justiniani zu Bassano (25 Meilen von Rom) Phaetons Fall(^). 3 . Morgenstern sah noch von ihm (1809) im Pallasta Doru'a: Dädalus und Ikarus, größer als seine gewöhnlichen Bilder. Tu b. Runstbl. 1816. S. 78. v. Zu Bologna. 1. Hier sah Richardson noch im Pallaste Zani- pieri dasselbe Bild, oder dann ein Doppel desjenigen, welches sich in der Galerie zu Dresden befindet; doch sollte man eher an ein Doppel glauben, da R. den Cupido, der seine Mutter küsse (und ihr, als seinen Triumph, den Proserpinen-Raub in der Ferne zeige, mittlerweile mehrere kleine Amorine tanzen, und sich der Eroberung ihres Herrn und Meisters freuen) zur Hauptgruppe macht, wofür hingegen Lehninger eben den Amorinen-Tanz giebt, und Venus mit Cupido, über dem Proserpinen-Raub in der Ferne, noch vollends in die Lüfte setzt. Uebrigens zieht R dieses Bild allem Andern vor, was er von A. gesehn, sowohl für poetische Erfindung als für grazieuse Ausführung. ,, Die Figuren von Venus und Cupido schweben in der Luft" (hier scheint er sich selbst zu widersprechen), »ohne auf Wviken oder sonst etwas getragen zu werden, so leicht und zart- daß dieselben auf den sie umgebenden Himmel" (selbst Wölkchen!) den angenehmsten Eindruck machen." Die Landschaft sey einfach und schön; die Amor rine so gut kolorirt, und so harmonisch mit dem (Landschafts-) Grund, als ob sie von Eorreggio wären, da A. hingegen sonst in solchem Fall etwas hart und steif erscheine. Ueberhaupt zieht er seine kleinen Galanterien (dies Bild nennt er klein und rund) seinen größer», zumal geistlichen Werken, weit vor, was auch seine Zeitgenossen urtheilten, er selbst hingegen (wie es oft große Männer thun) nicht begreifen konnte, n. 5i—52(6). In einer Kapelle bey den Rartheusern daselbst, sah er eine schöne Auferstehung, von Gesii angefangen, und von Albani geendet. r^>. 66. Endlich bey St. Georg eine Taufe Christi, in der Höhe die Gottheit, mit Engeln umgeben; ein berühmtes Bild, das aber R in einem schlechten Lichte, und dabey nach- gedunkelt fand. 2. Dann nennt d'Argensville (I. e.) als zu Bologna befindlich: In der Kirche Sc. Georg, eine Taufe Christi (?). - - - Gk. Larrbolonra, eine Verkündigung: Der schöne Engel genannt (?). (>) Wir kennen keinen Stich. Auch verwechselt d'Argensville hier eine Kirche zu Rom mit einer zu Bologna dieses NamenS. (2) Eben so. Und, was war ihr Inhalt? (z) Nach Fiorillo II. 571, wie bey St. Sebastian, wieder eine Himmelfahrt der H. Jungfrau. (4) I- Frezza hat alle diese Bilder, unter dem Titel: kicruras in aeä« Vei-ospi» toi. Noinae ,70z, nach den Aeichnungeu P. de Pelri meisterhaft, lind nach einer dem Geschmacke des Unsrjgen ganz gemäßen Behandlungsart (Albani's Bildniß mit eingerechnet, in zwölf einfachen und fünf gedoppelten Bogen) gestochen. Fünfe derselben (sagt der Katalog von Brandes) tragen nicht Albani's sondern Badalocchi s Namen. In standon's O. findet sich Nro. 8 der ganze Plafond mit Apollo u. s. f., und Nro. 9 — 12 die vier Bilder von Polyphem und PariS >m Umrisse. (t>) Wir kennen keinen Stich davon. (6) Erst neuerlich erfahren wir aus dem Werke: tlstoix >ch auch eine kleine nicht unfeine Nachbildung im Umrisse, von C. Norniand. (7 u. z) S. oben Blätter von diesen Gegenständen, nach Bildern in der Königl. Französischen Galerie. Albani. Albani. 37 In der Kirche Madonna di Galtera: Junger Christus, der aus der Hand von Engeln die Leidens-Instrumente erhält; und in der Eakristey eben dieser Kirche: Adam und Eva; eine H. Familie; Christus in der Wüste, von Engeln bedient; eine Auferstandniß, und eine Magdalena ('). Bey den Servicen, eine Marter von St. Andreas, und ein Koli me lungere (2). Bey den Lapuzlnerinnen: Madonna mit dem Kinde, sieben Engeln, und St. Joseph im Hintergründe (^). Bey den Nonnen von Jesus und Maria: St. Wilhelm im Harnische, vor einem Kreutze G). In St. Michele inBosco: Die Beerdigung der HH. Enthaupteten; eine H. Cäcilie, die ihre Orgel zerbricht, und St. Benedikts Auf- erweckung eines Todten (§). 3. Theils von dem Obigen, theils weit Meh- reres bemerkte dann Cochm auf seiner Reise: Das Bild in Madonna die Galiera (Philippinerinnen) in der zweyten Kapelle, beschreibt er ausführlich: Das acht- bis zehnjährige Jesuskind, zwischen seiner Mutter und dem lesenden (?) Joseph, nimmt die Leidensinstru- mente an, welche ihm kleine Engelchen in einer Glorie zeigen, worinn sich auch die Gottheit befindet. Die Glorie schön komponirt, das Kind hellleuchtend und wundergraziös, auch die H. Jungfrau sehr schön; das Uebrige in einer Halbtinte. Drey Figuren kalt komponirt, und nicht gut gruppirt. Mehr Anderes in der Sakristei) eben dieser Kirche. Das Bild in Jesus Maria schildert er, wir folgt: St. Wilhelm kniet vor dem Kreutze. Oben eine Glorie mit Maria, Magdalena und vielen Engeichen; im Hintergründe zwey kleine — Teufelchen, die sich in den Boden verkriechen. Der etwas röthliche Heilige hat wenig Charakter, ist aber gut gezeichnet; die Glorie ist feurig gruppirt; Weib und Kinder sind gut gezeichnet; die Teufelchen zn klein; vielleicht postlckes? In St. Fabian und Sebastian, am ersten Altar: Madonna mit Magdalena und Ca- tharina. Schön. In Madonna di Colombano, erste Kapelle: Weinender Petrus. Schön. Dann die Taufe Christi, mit einer Glorie um die Gottheit. Und in der vierten Kapelle: St. Benizo, zu den Füßen der Madonna und des Kindes, von Cantarini angefangen, und der untere Theil von dem Unsrigen vollendet. Bey den Rapuzinerinncn (zweyter Altar zur Rechten). Hier wird das schon oben erwähnte Bild näher beschrieben. Das Kind in den Armen der Mutter, verlaßt solche, um den Kelch und das Kreuz zu betrachten, welche ein Engel ihm vorhält- Die Köpfe St. Josephs und der beyden jungen Engel sind sehr schön, die Glorie wohl gruppirt und graziös. „Albam's Pinsel" (wird hier bemerkt) »ist ungemein schmeichelhaft, und das Kolorit angenehm, ohne frisch zu seyn." Etwas zu liebelnd mag dieses Bild seyn, und die Kopfstellung des Kindes gezwungen. Im Drakon», das Altarblatt: Geburt der H- Jungfrau, wohl komponirt, in festerer Manier gemalt, als ihm sonst gewohnt, und so Carraccisch, daß es Albani kaum gleicht (^). A i Sann (wahrscheinlich, was oben bey den Servilen heißt) fünftes Altarblatt zur Linken: St. Andreas, der das Kreuz anbetet; großes, wohl erhaltenes Gemälde von sehr Hellem Ton, was eben in großen Bildern sonst bey Albani selten ist. Der Kopf des Heiligen und die ganze wohl gezeichnete Figur sind sehr schön; das Kolorit klar, aber doch nicht sehr frisch (?), grau oder gelblicht. — Dann am dritten Altare zur Linken: Christus, welcher der Magdalena erscheint (das schon erwähnte IWIi me tsriAere), von frischer röth- licher Farbe, voll Grazie, und äußerst angenehm gemalt; hie und da feingezeichnete, wahre Natur; der Kopf der Magdalena, sehr schön; Christus seiner, vielleicht von zu affektirter Anmuth Im Hintergründe nachgedunkelt. Sr. Barrbolomäo di Oorra, vierte Kapelle zur Rechten: Verkündigung (der schon erwähnte schöne Engel); Gott der Vater in einer Glorie, diese voll graziöser Köpfe, und von angenehmer Farbe; die Jungfrau von großer Schönheit. Aber das Ganze nachgedunkelt. — Dann zwey Bilder an den Seiten eben dieser Kapelle: Eine Geburt, und der Engel, welcher Joseph zur Flucht ermähnt; beyde schön, im erstern besonders der Kopf der Jungfrau wunderschön; auch St. Josephs von gutem Charakter und Ton; das Kind nicht so gut; im Ganzen sehr nachgedunkelt. Das zweyte minder schön, von zu weichem Pinsel; Josephs Kopf noch besser, als des Engels seiner. In Pallästen: Fava. Frisen, schwache, wahrscheinlich Jugendarbeit. Monti. Bacchus, Ceres und Venus. Schwach, doch angenehm. Eine Madonna und ein Christus. Beyde schwach, und fast verdorben. Rarra. Kleine Madonna Zainbeccan. Madonna mit St. Hieronymus und Franciscus, klein, aber voll Grazie, und angenehm colorirt. — Eine Magdalena; der obere Theil und die Kinder schön, Hände und Füße nicht gut. Zampien. Mars in der Luft, kömmt zu Venus; kleines, gutes, aber sehr verdorbnes Bild. — Ein Kindertanz und ein Proserpi- nenraub; zwey kleine, vortreffliche, und sehr wohl erhaltene Bilder (?). Noch finden sich an einer viazza maggiore, nahe bey dem Brunn von Joh. da Bologna, fast ausgelöschte in Fresko's, theils von dem Unsrigen, theils von Guido. (,) Blätter nach ähnlichen Bildern finden sich zum Theil oben. Von andern (wie z. B- von einem Christus, durch Engel in der Wüste bedient, und von einer Auferständniß) kennen wir keine. (-) Don dem erstern Gegenstände finden wir nirgends ein Blatt; von dem zweyten s. oben. (3 u. 4 ) Von diesen kein uns bekanntes Blatt. (5) Eben so. (6) Morgenstern nennt ein solches, daS auS 8t. Maria bel Piombo (->. K. del Piombino) nach Paris gekommen sey. , (7) 8- oben Dresden und Richar-soii. «kochin macht wahrscheinlich hier aus Einem Bilde zwey. Morgenstern hingegen nennt es richtig. S- unten Mayland, wo es sich gegenwärtig in der Galerie alla Lrera befindet. l« I. 38 A l b a ii i. A l b a >i i. Hier, in Bologna, wo Albani hauptsächlich zu suchen ist, fällt Cochtn über ihn das allgemeine Urtheil, wie folgt: „Albani, minder sinnreich, und öfters kalt in der Composüion — minder Kolvriste, und fast ohne Frische in den Mitteltinten, auch minder charakteristisch und gelehrt in der Zeichnung, als die übrigen Hauptlichter der Carraccischen Schule, ist dennoch von der Nachwelt, durch ein ihm eignes Talent, mit Jenen in die gleiche Klasse gereihet worden; so wahr ist es, daß auch ein einziger wesentlicher Theil der Kunst, auf die höchste Stufe gebracht, hinreicht, um den größten Ruhm zu erlangen. Die ihm ganz eigene Reinheit und Grazie seiner Zeichnung, besonders in seinen schönen Köpfen, werden immer ein Gegenstand der Bewunderung seyn. Wenn Guido durch seine feine§ naive und zarte Grazie nichts zu wünschen übrig läßt, so unterscheidet sich Al- bani dagegen in dem Adel, der Ueberlegung und der Regelmäßigkeit der seinigen; also in der ächten Schönheit, deren Muster sich in der Natur durch bloße Annäherung an dieselbe findet". Zu Bologna kann man die schönsten Werke dieses großen Meisters sehn; die, welche man anderwärts findet, sind bloß Staffeleybilder. Die nämlichen Schönheiten entdecken sich zwar auch in diesen; aber sie befriedigen doch weit mehr, wo man sie in Figuren von natürlicher Größe angewandt sieht. ll. Florenz. In der Großherzoglichen Galerie daselbst findet sich des Unsrigen wunderschönes selbstgemal- tes Bildniß, das allen Weibern gefällt. (I Ebenfalls aus der Galerie nennt i. d'Argensvtlle: Joseph und Potiphar (siel); eine Madonna; eine von Engeln umgebene H. Familie; St. Peter,von einem Engel aus dem Gefängniß erlös t (?); dann (sehr in's Blaue hinein!) vier Bilder von Dianen's — Keuschheit, und von Venus — Liebesgeschichten, welche ursprünglich alle für den Herzog von Mantua gemalt worden. ) 5. I). LainpigU» stel. k. ä.. ksrri sc. für das Galeriewerk. Seither hat solches Townlei schön in Schwarzkunst geschabt. Aus seinem Bildnisse bey Malvasia, und aus einem andern, welches sein Schüler A. Sacchi gemalt, und H. Frczza sowohl als St. Picart (dies Pazzi nicht, wie ünndou meint), würde man solche Schönheit nicht vermuthen. Bey Letzterm ist es (O. st'Hbave) jm Umrisse zu finden. (-) Einzig nach diesem letztem kennen wir einen Stich von C. Mogalli. (z) Blätter nach ähnlichen Vorstellungen (wohl aber nicht nach den unsrigen) find schon oben genug angezeigt. ( 4 ) Wahrscheinlich die von d'Argensvtlle genannte H. Familie. (5) Wahrscheinlich eine der bey d'Argensvtlle genannten Venus oder Dianen; doch mit der bevge- gefügten sonderbaren Bemerkung: Es sey als ein — Votiv in St. Carls zu Mayland gemalt, aber nicht abgegeben worden. (6) Ohne Zweifel das gegenwärtig zu Dresden befindliche Bild. (7) Rosaspina hat dasselbe, wie schon oben bemerkt, ungefähr ein Dritthcil kleiner als das Urbild, gestochen. Nach unserer Einsicht ein vortreffliches Blatt, wenn solches gleich der Verfasser der Oaliin«,, etrrugers „wenig geschätzt'' nennt, der es übrigens (Lall. I. Nro. i) gut beschreibt, und C. Nocmand dazu im Kleinen einen artigen Umriß giebt. (g) Gestochen sind diejenigen zu Turin von St. Baudct (nicht von D. Deauvais, wie solche der Katalog von lVinklev mit den vier Blättern der Geschichte von Venus und Adonis verwechselt); dann von Larmessin, Herisset, Jeurat und Cherau gemeinschaftlich (Bravstes), und vielleicht ebendieselben, welche der winklersche Katalog, als von jenem Ungenannten, in de Poilly's Verlage, rubricirt. — Dann im Umrisse bey Landon (O. diro. ,Z-,6). — Die Luft, aus dem Exemplar von Mantua, hat auch Simonneau besonders gestochen. (g) Don Stichen nach diesen beyden Bildern haben wir nirgends keine Spur gefunden. Al b ani. n. Deutschland. Eine Landschaft von ihm besaß (1817) der Professor Waagen zu waldenburg in Schlesien. Cüb. Runsthl. 1817. S. 3 >. H. von Rapp zu -Nierau (1821) mehreres Ungenanntes; I. 0. 1821. S. 34 ?- Wir selbst sahen erst jüngster Tage wieder, mit neuer Bewunderung, in der Galerie des H. Grafen Benzel-Sternau, zu Morien-Halde am Zürchersee, ein allerliebstes kleines Bild mit tausendslustigen badenden Amorinen. Sein eigenhändig (?) gemaltes Bildniß steht in der (apokryphischen) Sammlung von Malerbildnissen (1780) auf dem Firmranschen Lustschlosse Leopoldskron bey Salzburg. Ein uns unbekanntes Bild von ihm befand sich (1822) in dem Nachlasse der Frau von Hill zu Dessau. Tüb. Lunstbl. 1823 S. 240. I. England. In der Galerie des Grafen von Stafford in Cleveland-House zu London: Salmacis und der Hermaphrodite; dasselbe, welches einst (s. oben) der Herzog von Orleans besessen (1^ 9" hoch, 2/1" breit); also wett größer, als dasjenige in der französischen Galerie, und hauptsächlich weit energischer im Ausdruck; in der Stellung nämlich, wo die erstere den letzter», mitten im Wasser, leidenschaftlich umarmt, und die Götter bittet, daß sie niemals von ihm getrennt werde. Nur die Landschaft (das minder Wesentliche) weniger reich als in dem andern C). Noch kennen wir von Blättern nach Albani, ohne zu wissen, wo gegenwärtig die Urbilder stehn.- i. Aufopferung Jsaaks. ^von. so. in G. Mvnt- gards Verlage, ohne des Malers Namen. Sehr großes Blatt in Querfolio. s. Der Segen Jsaaks. Eben so. /^r^. 3. Rebecca und Elieser. (lautre! so. Schönes, sehr großes Blatt in Querfolio. /Lr-t. 4 - H. Familie, wo das Kind sich an der Mutter Hals schmiegt, und sie das Gesicht seit, wätts wendet, um sich mit Joseph zu unterreden. 6. Vermeulen so. Fvßll 11 . 2(i3. 5 . H. Familie in einer schönen Landschaft, wo das Kind mit Blumen spielt, und Joseph unter Ruinen wandelt, mit der französischen Unterschrist: Ich bin die Blume des Felds u. s. f. eVonori. so. bey Audran. 6. H. Familie, wo Maria dem Kind die Brust reicht; Joseph mit einem beschlossenen Buch in der Hand zu ihrer Rechten; zu ihrer Linken hinter ihr zwey Engel in der Anbetung. Kniestück. 7 - H. Familie in einer reichen Landschaft; dir Jungfrau, das Kind auf den Knieen, dem drey Engelchen Aepfel bieten. Hinter der Mutter zwey Engel im Acte der Anbetung. Im Vorgrund St. Joseph, der den Esel zur Tränke führt. Diese beyde große Blätter von einem Ungenannten in W. Chateaus Verlage. i-'rEsr. 8. Ruhe in Egypten, in einer Landschaft unter einem Palmbaum. Zwey knieende Engel reichen dem Kind, auf der Mutter Schooß, Blumen; ein dritter führt den Esel zur Tränke. St. Joseph, nachdenkend an einer Ruine sitzend, halt ein offenes Buch in der Hand. 3 . 6. Seutter äol. et so. Wie wir vermuthen, nach einem Urbild in Deutschland. Albani. 39 6. Eine andre Ruhe in Egypten. e. so. 10. H. Familie: kanper 0AO 8om — ajuven- lute mea, schön. Vallet so. 11. H. Familie mit zwey Engeln, wo die Jungfrau das Kind stillt. Lkaskeau so., schön. 12. Jungfrau mit dem Kinde, das den kleinen Johann liebkost. HAO IVlater pulobrae kli- leotionis. ksrjat so., schön. 1 3 . Inkans salus xoxuli. Das Kind am Fuß eines Baums, m einer schönen Landschaft; vor ihm tragen drey Engel ein Kreuz in den Lüften, ^non. so. bey Audran. ^r'»L/sr. i 4 > Die Jungfrau, in einer schönen Landschaft, am Fuß eines Baums, das Kind in den Armen, dem Joseph zwey Kirschen reicht. (8ainte kamillo aux cerises.) so. bey Vallet. 1 5 . Junger Jesus , auf einem Bett eingeschlummert, Haupt und Arm auf einem Kreutze liegend, l,. Sirnonnouu so. Großes, sehr schönes Blatt. 16. Flucht in Egypten. Das Gemälde gehörte einem Königl. Sekretair, H.Belluchau. Lka- tesu so. Bey London (O. ck'^/Larrs lVro. 5 ) im Umrisse. 17. Laufe Christi durch Johannes. Der Täufling steht im Wasser, der Täufer knieet am Ufer; jener demüthig, dieser ehrfurchtsvoll. Eben so zwey Engel, welche Tücher halten, um den Getauften zu trocknen. In den Lüften die segnende Gottheit, von vier Engeln getragen. VsUetso. London (O. < 1 '^/- Laws IXro. 3 , wo es auch im Umrisse wun- derlieblich erscheint) sagt: On innere 1'ori- ßftrie «1e oo tabloau. ,8. Petrus, der seine Verlaugnung beweint. (liov. KI. NorAden, ckiso. Lerck. llro^orl so. Oben führt Lonzi das Urbild an; aber ohne dessen Besitzer zu bemerkend). Ig. Ein Abendmal. k. ^cjuila so. Nach London, der es (O. cl'^k//>a,rs lXro. 4 ) im Umrisse giebt, befindet sich dasselbe im Pallaste Salviatt- so. Ein Ecce Homo. Christus in der Dornenkrone, und mit dem Rohrstabe, von drey Engeln beweint. Kniestück. London (O. Ssns iVro. 6, wo sich ein Umriß davon befindet) nennt es eines der schönsten Bilder von dem Unsrigen, in Figuren natürlicher Größe, im Museum Napoleon (also Kuysteroberung. Woher?) L. liousselet et 8t. kieart so. Sehr schön. Profan-Geschichtliches ist uns von Bildern des Unsrigen durchaus nichts, und daher auch keine dergleichen Blätter ( 2 ), dagegen aber von Mythologischem, neben dem etwa schon oben spars. Erwähnten, noch Folgendes bekannt, i. Die Entführung der Europa durch Jupiter, als Stier. 1. kro), so. Füßlr II. 270—271 beschreibt dieß Bild vortrefflich, wie folgt: „Die Entführte ist schon weit vom Ufer, von welchem ihre Gespielinnen ihr mit wehklagenden Gebehrdcn nachsehen. Sie hält sich mit ^-der einen Hand an einem Hörne des Stiers, und mit der andern macht sie eine Bewegung gegen das Ufer, nach welchem sie mtt Wehmuth zurücksteht. Die Anordnung ist sinnreich. Die Figur der Europa ist schön gezeichnet; und selbst dem Stiere hat der Künstler einen einleuchtend freudigen und vergnügten Blick zu (>) Colinet hat es gestochen. Eine Beschreibung und artige kleine Nachbildung im Umrisse, befindet sich in der: Oslerie errsngere, Lsh. lv. piro. 2, (2) Wahrscheinlich das Bild bey St. Lolombano zu Bologna, welches oben Lochin bemerkt. ( 5 ) Dir einzige Ausnahme s. unten am Schluss«. * geben gewußt." Nach winkler stühnde das Urbild im Pallaste Bolognetta zu Rom, und wäre daS Blatt ein Pendant zu der Caritas, ebenfalls von Frey. 2. Diana, die dem schlummernden Amor seinen Köcher raubt; und 3 . Eine Nymphe, die ihm während dem Schlafe die Flügel beschneidet (8eoret 6 e üxer I'X- mour rubrizirt). Beyde von Petit in Kreidemanier gestochen, und wahrscheinlich als Theile eines der schon genannten großem Bilder eines Cyclus im französischen Kabinette, einzeln aus diesen entlehnt. Zorn des Neptuns auf dem Wasser: Auos «AO! ^Veline 80. Ein großes Blatt, 5 . Eine Nymphe und eine Nereide, die sich am Meeresufer mit Sammlung und Betrachtung vieler Perlen und Korallen unterhalten, die ihnen von einigen Amoretten zugebracht werden. In der Ferne ist Amor beschäftigt, mit seinem Bogen, in der Stellung eines Fischers, dergleichen Kostbarkeiten aus dem Meere auszusieben. Eine anmuthige Erfindung, die mit ungemeiner Delikatesse ausgeführt ist. 0 . Lnnego 8v. Füßll, II. 270. 6. Thesis. Herkul, der die Weltkugel trägt, mit dem Wappen des Kardinal Arrigoni. V- Villamona 50. schön. 7. Ankunft der Drangen in Italien. (Italien charakterisirt durch die Tiber, die stch^ auf ihre Urne lehnt, zu ihren Füßen die Wölfin, welche Romul und Remus säugt). Aus Ferraris IlespellUes etc. gezogen. 0 . Uloc- maert 5c. 8. Jupiter und Leda. Ein Ungenannter, in Dennels Verlage. 9. Eine Galathea, von John gestochen, im Taschenbuche Aglaja, vom I. 1816. Einige nach dem Unsrigen gestochene Blätter find, wie ZZrulllor bemerkt, bloß mit V. x bald mit, bald ohne den Namen des Stechers bezeichnet. Von ihm selbst geätzt, kennt man denn doch (»ach gemeiner Meinung) ein sehr seltenes, aber auch sehr schlechtes Blatt, das daher Barrsch, XVIll. 543 , einem so großen Künstler kaum zuschreiben darf: Dido, auf ihrem Scheiterhaufen, im Begriffe sich die Brust mit einem großen — Schwerdte (des Eneas'.) zu durchbohren. Auch ist solches in der That bloß mit: in. bezeichnet, und halt 10" in die Höhe, und 7" 2"^ in die Breite. Aibani (Fürst). Seine (vielleicht des Kardinals Francesco) AntikemSammlung kam durch Eroberung nach Paris; dann wurde sie bey der bekannten Umwandlung der Dinge dem Eigenthümer wieder erstattet, gelangte aber nicht nach Rom zurück. Einige ausgewählte Stücke kaufte die^ französische Regierung; das Uebrige (46 Stück), römische und ägyptische Alterthümer, soll für den Herrn Kronprinzen von Bayern erstanden worden seyn. M. BI- i 8 » 5 . S. 1220. sl.^ — — (Joh. Baptist). Auch Fiorillo II. d>6, vermuthet, daß dieser einzig von vil- kmgron, wohl durch Irrthum aufgeführte Künstler ein Nonens sey. fll -4 — — (Malatesta). Nach: im Supplemente, füge hinzu: 61 lu. Vrano. Uurliciino. I,» Iloiua 1640,40. Ein seltenes Werk. — — ( ), ein Bildhauer zu St. Peters- tersburg um i8uo, wo er, nebst andern Künstler», an der Anszierung des dasigen kaiserlichen .Schlosses St. Michailow arbeitete- R0 »Zebu e, das merkwürdigste Jahr meines Lebens, II. 204. fll.) Albe (Dacler d'); s. in unsern Zusätzen Bacler. Fiorillo, III. 532 , nennt ihn 8. v. Albe einen Künstler, dessen Aquarelle Lob verdienen, und der z. B. durch seinen Pinsel die Schlacht bey Marengo und den Uebergang über den Po verewigt habe. — — (Friedrich Adolph von der), Oberst in Königl. Preußischen Diensten, schrieb über die Kriegsbaukunst wie folgt: »Neue Art zu fortifiziren, wodurch sowohl regulaire als irre- gulaire Städte, Schlösser rc. in egalen Defen- sionsstand gesetzt werden und von der bisherigen Fortification ganz unterschieden." Franks, u- Leipz. 1749 quer Folio mit Kupfern; neue Aufl. mit 6i Kupfern damals, und dann Halle 1767, 8°. Sachverständige behaupten, dieß Werk sey ein verunglückter Auszug aus Merd- müllers Probierstein. A l b e ck (Nepomuck), ein Kadet, der zu des A. von Zach Vorlesungen über die Feldbefestis gung, Wien 178a, gr. 8., Risse fertigte. Vermuthlich befand sich Albeck damals in der Kais. Theresianischen Militärakademie zu Wienerisch- Neustadt, woselbst Zach Lehrer war. Alb er (Johann Eberhard), ein Kupferstecher zu Nürnberg, in der Mitte des XVIII. Jahrhunderts, der sehr mittelmäßige Titelkupfer und Landkarten zu Baumqartens Uebersetzung der allgemeinen Welthistorie fertigte, VKc. Alberghett i (Sigismund), zeichnete das Titelkupfer zu seinem (durchaus gestochenen) Buche: dkova. Xrtilleria Venela, ^(7- Da dasselbe an Pabst Clemens IX. de- dicirt ist, so lebte Sigismund zu Anfang des XVIII. Jahrhunderts. Akberino (Georg), ein Maler von Casale, Schüler von Moncalvi, welchen Lanz», e6i,.. terr. V. 570, ohne weiteres Hinzuthun, nennt. Albers (Anton), ein zu Bremen um 1767 geborner und dort ansäßiger Weinhändler, der Sohn eines Kaufmanns. Obwohl derselbe nie Unterricht in der Kunst genossen, so hatte ib» doch die Natur mit Talenten zur Landftyaft- malerey hinlänglich begabt, so tmst seine Del- gemälde — vorzüglich die, welche den frühen Morgen darstellen, wo der Nebel noch auf den Fluren liegt — den Beyfall der Kenner erhielten. Er beobachtete eine gute Perspektive und bediente sich fleißig des Ultramarins. Unterdessen wurde seine Liebe zur Kunst immer thätiger, und verursachte, daß er die Handlung niederlegte und ganz den Malerstand erwählte. Albers ging nun nach Rom, Neapel, Paris (wo er zwey Jahre blieb), und endlich > 8 i 5 mit seiner Familie nach Lausanne. Er soll zu Paris und anderwärts wegen seinen schönen Landschaften , die er in der Manier des Claude Lorraine behandelte, einige Preise erhalten haben. ^0. — — (H- C ) zeichnete 180g für die Becker- sche Handlung zu Gotha eine Karte von Ostindien diesseits des Ganges (nach Arrowsmiths neuester Karte in sechs Blättern verjüngt), auf zwey Bogen. (Preis: 20 Groschen, sauber illu- minirt.) AlbertvonBrüssel. So hieß ein Flam- mandischer Künstler, welcher viele Jahre für Philipp II. im Alcazar zu Madrid und anderwärts arbeitete. Fiorillo, IV. »i 5 . fi. 11 ^ Alberr-Dü "e- Die (in solchen Dingen) leidigen Franzosen rnbriciren noch auf Albert. Alberti. Hei, heutigen Tag also unsern deutschen A. schaft Henneberg, Th. I. Hildburghausen Dürer. 1794, 4 ° S. 608. Alberr (Hans), ein Steinmetz, welcher , 56 g an dem steinernen Glockenthurme zu Crock im Hildburghausischen arbeitete. Rrauß, Beytrage zur Sachß - Htldburgbausischen Birchenr, Schul- und Landeshistorie. lll. 224. sH-H — — (Hans Christoph); s. Albertus im Sqpplem. und unten. sn.^I — — (Heinrich). Dieser Geschichts- und Bildnißmaler ist der Sohn eines Hofbettmeisters des bey Dresden gelegenen Königlichen Lustschlosses Pillnitz, und wurde, zufolge der Register der Dresdner-Akademie, zu Dresden 27(18 geb. Er lebte hier noch 18,9, und beschäftigte sich vorzüglich mit Miniaturmalerei). Bey den öffentlichen Kunstausstellungen zeichneten sich seine Arbeiten immer Vortheilhaft aus. Zu seinen bis 1808 bekannt gewordenen neuesten Bildern gehörten: Saturn, wie er dem Amor die Flügel beschneidet, in Oel; und eine neben Cupido liegende Danae. Dann die Bildnisse des Königs Sächsischen Hofkupferstechers Raspe, und des Russen Sobolew. Meusel, III. sH-H — — (?r.) , ckel. acl vivum, auf einem von Holzmann gestochenen Bildnisse, bedeutet Prinz Albert von Sachsen-Teschen. S. Sachseu im Supplemente. — — (Wenceslaus). So nennt Liporvsky (nach löblicher Gewohnheit, ohne dessen Lebenszeit zu bemerken) einen Maler zu München, von welchem sich zwey Bilder in der Kreutzkirche auf dem Leichenacker zu Posting befinden. sl. H.^j — — von weftphalen; s. unten und im Lexikon Aldegraf. — — ( ), malte um 1754 in den Zimmern des dem Prinz Heinrich von Preußen zustehenden Lustschlosses zu Reinsberg. Hen- nert, Beschreibung dieses Schlosses, Berlin 1778, 8° S. 29. sll.^ — — (Offenbar der schon oben genannte Heinrich). Von ihm (heißt es nun anderwärts) sah man auf dem Dresdner-Salon 1806 zwey Bildnisse des Kupferstechers Rasp und des Malers Sobolew, welche wegen ihrerKenntlichkeit, schönen Kolorits und fleißiger Ausarbeitung der Drapperie, vielen Beyfall erhielten. Ferner: Saturn, welcher Amorn die Flügel beschneidet, wo freylich Kenner wünschten, daß der Künstler die Carnation seiner Figuren besser unterschieden, dem asten Gott kräftigere Muskeln und seiner Scheere eine antike Form möchte gegeben haben. Anderwärts hingegen wird der außerordentlich angenehme Charakter des kleinen Liebesgottes hochgepriesen. Fast allgemein dafür gefiel auf eben diesem Salon vvn ihm eine — verblühende Danae wenig, die, von einem mißgerathenen Amor verleitet, den goldenen Regen in ihren Schooß aufnimmt. Jen. AUg. L. Z. 1806. I. B- Nro. Z 5 . — — ein Steinmetz, der , 45 « (unsre Quelle hat den Druckfehler die Stadtkirche zu Römhild erbaute, und zwar in ächt gothischem Geschmack, ganz massiv von großen Quadersteinen, in Gestalt eines Sechseckes. Eine Inschrift über der Hauptthüre enthält den Namen Meister Albere's und die Jahrzahl. Historisch statistische Beschreibung der Graf- Alb ert, ekn französischer Barfüßer, Augustiner und berühmter Antiquar, der zugleich ein großer Kunstliebhaber war, und schöne Sammlungen besaß. Er starb zu Paris in dem Con- vent de la Place de St. Victor ,72b, alt 7t I. Jöcher u. a. sl. H.^j — — (der Kleine), oder vielmehr: Der kleine Albert Dürer, ein Beyname, den Einige dem Andr. Andreani geben. sll.^ — — auch Albert «tastmir, Herzog von Sachsen-Teschen. S. Sachsen-Teschen im Supplemente. I. Il.sj — — f. auch Alberti und Albrecht im Lexikon, Supplemente und unten; und Albertus im Supplemente und hier. sl.^j Alberti (Albert). Lanz, (eck. terr.), I. 22», der indessen nur beyläufig von ihm spricht, nennt ihn (oder dann einen andern dieses Namens) als einen ziemlich guten Formschneider. — — (Alexander). Von einem Maler dieses Namens spricht beyläufig Lanzr (eck. ler?..), I. 222. Nach einem solchen hat Eher. Alberti (1678) die Märtyrerin Susanna gestochen, und das Urbild soll in der Kirche der Heiligen dieses Namens zu Rom stehen ('). sn.sj — — (Alexander und Donatus). Diese nennt Lanzr (eck. terr.), I. 211, als Künstler aus diesem Geschlechte, ohne daß auch er von ihnen weiter etwas zu erzählen weiß. sl.sj — — auch Albrechr (Andreas). Derselbe, gegen Ende des XVI. Jahrhunderts in Nürnberg geboren, legte sich frühzeitig auf die Jngenieurwissenschaften (das Lexikon irrt also, wenn es ihn den Malerstand adoptiren läßt), versuchte sich im Kriege, und wurde sodann Jngenieur-Hauptmann in seiner Vaterstadt. Da er in Geschäften derselben nach Hamburg ge, sandt wurde, erkrankte er, und starb daselbst 1628. Seine Schriften, deren das Lexikon keine genügende Erwähnung thut, und von denen man mehrere spätere Anlagen hat, sind: Abriß eines zur Mechanik nützlichen Instrumentes, was, auf eine Schreibtafel gerichtet, zum Feldmessen, Festung-Ausstecken, hoch und tief messen zu gebrauchen ist. Nürnberg, >820 4°. — Richtige Anweisung und Vorstellung eines sonderbaren und nützlichen Instrumentes zur Architektur, damit die fünf Säulen auf allerhand Sorten Stück und Mörser, ingleichen aller.ey Bilder und andere Sachen, mit leichter Muhe in rechter Proportion zu vergrößern und zu verkleinern sind. Nürnberg, 1622 4 °- — Zwey Bücher, das erste von der ohne und durch die Arithmetica gefundenen Perspectiva; dos andere von den dazu gehörigen Schatten. Rurnberg, 1623, Fol. N) lil' s Nürnberger töelehrren- Lexikon u. a. — Das handschriftliche Verzeich- niß der Kupferstich- und Holzschnittsammlung Paul Behaim's des jünger,, von ,616, rubrizirt unter seinem Namen drey Kupfer, die er entweder also selbst, oder die ein Anonymus nach ihm gestochen haben muß; sie sind: Die Landschaft um Heidelberg und Uttenhcim, Grundriß und nach der Perspektiv in quer Fol. sl. il.^j — — (Caspar oder Gaspar oder Iaspar). Derselbe scheint gegen Ende des XVl (-) Einer unserer Freunde will diesen Alex. A. auch im Lexikon (wir wissen nickt wo?) gefunden hüben. I. i. L-S2?, 'I 1 1 ''ii .'i .'^1-1.'.. VI IM 1. AM ^ .lll N.-' l V'.-' ' 1 W, /.! M?'' ;W'.j * ^ - Alberti. Alberli. -- ^ 'M'/ -. ''' . ' -» >^- 'V? " ^ . - 4 . 5 -' Wo-iXxK ^-' '.4 - 7 ,' -P»^,., ^ sW-S W-^ O;-"0 i. / -'K-.v 'M,^ UW - - ... ^ l,-Lb? ;.. .' ^ .-/ ' ..^-nc ,? -.^>- Is --1»'- ^' V «iiN't- ' >/^ ^ ^ L, K^ "- s. .--.... o >.,' . - 0 - - !. 7 . 'X: "LXo! ,v ' ' j-»1v r'L .?-' "- ^'' 5 -.^ Ä U' « 5 -r 7 ^' . » -^ S» .. . ..). MM F WM ^ M: M >,. !> >,L ^ ..> 's Z..M»?r.r MOOr^ojH il 'i.- >' - — ' !. /»2 I > > Jahrhunderts in Italien gelebt zu haben, lind soll Kupferstecher und Kupferstichverleger gcwe- seyn. Als Kupferstecher legt man ihm bey: Ein Abendmal nach L- Agresti; die Steinigung des H. Stephan nach Marc Venusii qu. Fol. u. a. m. Auch eine Geiselung Christi, nach M. Angelo, tragt keinen andern Namen als den seinigen. Als Verleger, besage» Heinecken's Nachrichten II. 417, habe er den Verlag des römischen Kunsthändlers Pet. Paul Palumbi's an sich gebracht. Die Weisung des Supplementes auf den Artikel des Kupferstechers Gaspara, fallt übrigens weg, da dieser keinen Albern, sondern Eine Person mit dem Gaspar ab Avibus abgiebt. sl. Il.^j Albert, (Cherubin). Lanzi 06 . lerr.), 1. 220, irrt sich vermuthlich, wenn er ihn (wie er sagt nach Baglioni) zu einem Sohne Alberrs Alberti macht. Nach ihm hatte er sich erst spat auf's Malen gelegt, und darin noch einen ziemlichen Ruhm erworben. In Zeichnung und Ausführung war er leicht, ungezwungen und geistreich. So z. B. in einer Dreyeinigkeit mit etlichen Heiligen in der Hauptkirche zu Borg»; so an der Facade eines Pallastes daselbst, mit sehr guten Einfallen, Wappen, Genien und launigten Frisen; so endlich in den Figuren und Ornamenten des Plafonds einer Kapelle alla Minerva zu Rom, den er auf einen Goldgrund malte. Von ihm, als Stecher, heißt es bey Bartsch XVn. 45—48. „Seine Blätter sind überhaupt von reiner Zeichnung, angenehmem Geschmack in den Figuren, und oft schönem Ausdruck in den Köpfen; die Drappe- rie hingegen hart und steif, und das Helldunkel ohne Wirkung. Sein Grabsiichel ist August. Car- racci's sehr ähnlich, doch nicht ganz so geschickt geführt, und minder reinlich. Von bloß geatzten Blättern kennt man von ihm einzig eine Madonna mit dem Kinde in einer Landschaft, von i 568 datirt, was er somit schon in seinem Sechszehnten gefertigt haben muß. Von seinen übrigen Arbeiten ist die älteste mit s 5 ?t, die jüngste bezeichnete von 1602 datirt. Spätere, bis an seinen i 6 i 5 erfolgten Tod gefertigte, mögen sich wohl unter den Nichtdatirten befinden. Dreyßige, mit 1628 bezeichnet, gab sein Lochlermann an's Licht (S. l(.ott. 8u lla pittu ra, 1.200. Brief an den Ritter del Pozzo). Barrsch glaubt, daß das Werk des Unsrigen nicht über 174 Blätter enthalte; denn unter der Folge von i 56 Blättern (Leben St. Bernards nach A. Tempesta) seyen ^nur dreye seine wirkliche Arbeit; und wenn ^trutt behaupte, daß man 76 (in der That loß 65 ) kenne, die keinen andern Namen, als d«n seinigen tragen, so folge daraus nicht, daß solche alle seine eignen Erfindungen seyen. Hei- neüe's Verzeichniß in seinem Dictionnair endlich W in mehrern Rücksichten gepfuscht." Nun folgt Xas von Bartsch, 1. c. 49-122. Nämlich : GegenstÄwe aus dem Alten Testamente . 6 - X r - Neuen - . 85 Heilige, beyderley Geschlechts . . 28 Einige andre>religiose, zum Theil allegorische GegMände . . . . 18 Mythologie Bildnisse. .'.12 Wappen.z Mannigfaltiges.45 172 Noch folgen bann acht Blatter, welche Hei- necke gedoppelt verzeichnet, und vierzehn, welche er Alberti theils ganz, theils höchst wahrscheinlich, irrig zugeschrieben hat. Die Meister, nach welchen der Unsrigc gestochen hat: sind: Alex. Alberti, Peregr. von Bologna, M. A. Buonaroti, Pol. von Caravaggio, C- Cort, I. Ligozzi, Muziano, P. Pellegrini (Tibaldi), F. Potenzani, Rvsso, F. Salviati, R. Sanzio, A del Sarto, M. von Siena, A. Tempesta, F. Vanni, F. und Th- Zucchero. (Die meisten nach Buonaroti, von Carrar vaggio und Sanzio.) Barrsch taxirt, wie wir wissen, die Arbeiten selten. Füßli scheint unter ssherubins schöne Blätter zu zählen: Erschaffung des ersten Menschen; Adams Verja- gung aus dem Paradiese; Romul, der den Römern den Sabinerinnenraub befiehlt (eine in vier Blättern, zusammen 6' 4 " lange, und 6" 3 ^" hohe Frise>, was Füßli sehr gut gestochen; dann , nach T. Zucchero, eine Geiselung Christi, und eie Bekehrung St. Pauls (O 6" hoch, ^ lo", breit), die er vollends meisterhaft nennt 0). — Ein Brustbild Heinrich IV. von Frankreich, mit einem historirten Rande, heißt der winklersche Gantkatalog selten. Einer unserer Freunde nennt noch von ihm den wohlgestochenen Titel zu: 1-e 6ue re^ole 6eIIa krospottiva pration 6i /ae. oon i comenlari 6 e 1 R. I'. VI. Dantr, kol. Iloin. i 583 , welllies bey Barrsch fehle, und bemerkt noch überdieß, daß der Unsrige sich sehr verschieden, nämlich: Alberti, Alberrius, Albertus und Albert» geschrieben habe. Eines seiner Blätter: Neptun in einer Nische, nach Caravaggio, ist mit Lbe- rub. 1., alle übrigen sind mit einem seiner Monogramme bezeichnet, deren Brullior fünfe kennt. Derselbe spricht ebenfalls von einem Blatte des Unsrigen, welches Barrsch nicht kenne, das sich in der Sammlung des Herzogs Albert von Sachsen-Teschen in Wien befinde, und das fast lebensgroße Brustbild eines Mannes darstellt, dessen Haare fast wie die eines Dominikaners geschnitten sind; und ebenfalls, daß dort ein Paar Monogramme von Albern fehlen, die sich hingegen bey Brulliot finden. Jouberr bemerkt, daß sein Werk (160 Bl. stark) auf der Versteigerung von Basan um 72 Franken verkauft worden, und zahlt zu seinen größten Verdiensten, daß durch ihn Polydors schöne, aber durch die Zeit zugrundgerichtete Frisen an Häuserfaca- den seyen erhalten worden. Alberti (Cosinus). Von einem Maler dieses Namens spricht beyläufig Lanzi (eä. terr.) I. 221. -(Donatus). Auch von einem Maler dieses Namens spricht beyläufig Lanzi 06 . wrr.) I. c. sl.^j — — (Durante), von St. Sepolcro. Nach Lanzi 06 . terr.), I. 220, hatte derselbe mehr Fleiß als Genie, und war eben so blöde in der Zeichnung, als matt im Kolorit- Eine Geburt Christi alle Dallicella zu Rom, soll noch eine seiner beßten Arbeiten seyn. Derselbe war nicht, wie das Lexikon sagt, Roman A-, sondern Michaels Sohn. Heinecke schon will wissen, daß er auch als Kupferstecher und Formschneider gearbeitet habe. Vollends nennt Barsch, IX. 48, von ihm (doch zweifelhaft) das gestochene Blatt einer Justitz, mit dem Schwerdt in der einen und der Waage in der andern Hand, zu ihren Füßen einen nackten Mann, der einen Säbel in der Rechten hält. Dasselbe ist bloß mit dieses Künstlers Beynamen: dOro, bezeich- (') 8üßli batikt eö, irrig, statt »575 mit >6,4. Alberti. Alberti. net, und scheint aber eher von einem deutschen Künstler herzurühren. si -4 Alberti (Franz). Einen solchen nennt Lanzi (ed. lerr.), I. 231 , nach Baglioni, als Sohn von Duranee A. Baglioni läßt ihn zu Rom sterben. Lanzi denkt, derselbe dürfte mit einem perer Franz A- der nämliche seyn, dem man eine Himmelfahrt in der Bartholomäus- Kirche zu Borgo St. Sepolcro, andres zu St. Giovanni u. s. f. (lauter schwaches Zeug) zuschreibt- Immerhin müßte er ein andrer, als der Derer Franz des Lexikon seyn, der dort freylich auch Sohn des Durantes, wohl irrig, heißt, und aber zur Venetianischen Schule gehört. — — (Franz), ein wenig bekannter Künstler der Venetianischen Schule, von welchem einzig in St. Maria Maggiore ein Bild ersichtlich ist, das die H. Jungfrau zwischen St. Johann und Marcus, angebetet von einigen vornehmen Personen in prächtigen herzoglichen Kleibern, nebst ihren Kindern (lauter Bildnisse aus der Familie Marccllus) darstellt. Freylich schreibt Ridolfi (doch bloß nach einer Sage) dies Werk dem Baptist« del Mors, Boschini hingegen ausdrücklich dem Unsrigen zu. Nach Zanerri soll er um i 55 o geblühet haben. Es kann daher auch nicht jener perer Franz des Lexikons seyn, den dieses, irrig, Sohn des Durantes nennt, und denselben 1638, 54 Jahre alt, sterben läßt. Lanzi (ed. lerr.), III. itz/j. — — (Hieronymus). ^Von einem Maler dieses Namens spricht beyläufig Lanzi (edl/. terr.), 1. 221. (Jgnaz). Dieser Kupferstecher, der Landkarten u. dgl. recht gut in Kupfer brachte, beschäftigte um 1787 noch gegen zwanzig andre Kupferstecher in seiner Offizin. In dem zu Wien von Schrämbl herausgegebenen großen Atlas findet man Karten, die Er (1787), Anton Amon u. a. gestochen haben. Das Werk: Ovids Verwandlungen in Kupfern vorgestellt, Wien, gedruckt bey Jgnaz Alberti 1791, 4°, bezeugt in der vorgedruckten Pränumerantenliste, daß der Buchdrucker und der Kupferstecher Ig- naz Alberti Eine Person sind. — Uebrigens bleibt noch zu bemerken, wie der Unsrige seinen Namen auch Albrecht schrieb, und als Jgnaz Albrecht ist er uns, wie folgt, erschienen: Barrsch, Oatalogue raisonne des dessins oriostnsux du Oabinet de beu 1e I'rince Olisiles de I-igne. Vienne, 1794 8°, x. 177, rubricirt nämlich eine Ansicht der Abtey Klosterneuburg und ihrer Gegend, in einem Umkreise von etlichen Meilen, auf acht zusammenzusetzenden Blättern (und dergestalt breit 11 Fuß 11 Zoll), welche von acht Schülern des Malers Christian Brand (als Jgnaz Albrecht, Anton Amon rc.) unter der Aufsicht ihres Lehrers gefertigt und dann von diesem mit eigner Hand so wohl Übergängen waren, daß alles nur von Einem Meister herzurühren schien. Diese Zeichnungen, die der Prinz de Ligne mit 100 Dukaten bezahlte, betrachtete man als das Kostbarste, was die Kunst in dieser Art in schwarzer Kreide nur auszuweisen habe. Jgnaz hatte also früher als Maler studirt. Dann war er der Jgnaz Albrecht, der zu: Sammlung gemalter Abbildungen ins und ausländischer Pflanzen, Wien und Leipzig 43 1788 u. ff. gestochen hat; — eben so der, Hessen wir im Supplement unter Franz Scheid! gedachten ; — und endlich der, auf dessen Kosten Spalart's Versuch über das Kostüm, Wien, bey Schalbacher 1796 u. ff. erschien. Auf den Titelblättern dieses letzter» Werkes finden wir seinen Namen bis zum Jahre 1801; von dem dritten Theile an, der 1804 erschien, fehlt derselbe; vermuthlich, daß er während dieser Zeit gestorben war- — — (Jocundus), ein um 18,0 zu May- land lebender Architekt, einer der vorzüglichsten Dekorationskünstler, und Verfasser verschiedener dahin einschlagender Schriften- Morgenblart 1810. S. 920. sl.j — — (Johann), Sohn von Michael (Heinecke sagt Alberto) Albert,'s Sohn und Schüler. Sein für die Galerie z» Florenz selbst gemaltes Bildniß hat C. Gregori gestochen. — -- (Johann Friedrich), zu Dresden, wo sein Vater die Stelle als — Rathsaccou- cheurbekleidete, 1790 geb., studirte derselbe von 1804 bis 1806 die Architektur auf dasiger Akademie unter Hölzer. Die Dresdner-Ausstellung von 1806 zeigte von ihm den Riß zu einem Gartengebäude. ^ — — (Don Joseph). Sein selbst gemaltes Bildniß fand man um 1780 in der Sammlung von Malerbildnissen, die der Graf Firmian auf dem Schlosse Leopoldskron bey Salzburg verwahrte. — — (Julius). So nennt Lanzi (edir. torr.), III. 164, einen Bruder des Baptist« A. und, als von ihm, die vier Gekrönten zu St. Apollinare in Venedig, in einer angenehmen, genauen und wohlgeordneten Manier, welche auch dem Baptista (*) eigen war, so daß er, nebst Marcus und Julius, aus Einer Schule zu stammen scheinen. — — (I.). Auf dem von C. van Dalen, nach Pandelius in 4 ° gestochenen Bildnisse des 1644 verstorbenen Franecker-Gottesgelehrten Joh. Maccov, liest man die Adresse: dod. ^rceriu 5 et /. exe. — — (I. E. C.), ein junger Künstler von Amsterdam, erhielt i. I. i 8 o 5 , den ersten Preis der dortigen Gesellschaft Felix Meritis im Fache historischer Zeichnung, durch einen Cajus Marias aus dem Steinhaufen zu Carthago. jT. Il.^j-(Leander), ein Dominikaner aus Bologna, geb. 1479 und (nach Iöcher) gestorben ,552 oder , 55 Z. Der Vorbericht >011 des DrtellUS Ureatrum orbis terrarum , .579 gedenkt dieses Gelehrten als Landkartenzeichners, und führt so die Karten von Korsika, Sicilien und Sardinien an, die sich in des Landers Buche: Oe lusulis Italieis, Veneti-s i 568 , fanden- sl. 11.4 — (Leo Baptista). Im Tüb. Morgenblatt heißt es von ihm: „Die Kirche Et. Francesco zu Rimini ist besonders dadurch merkwürdig, daß dieser ihr Erbauer darin den gothischen Geschmack verließ, »nd, gegen das Geschrey der Kunstgenossen taub, muthig den Modellen des Alterthums nachzueifern strebte. Wenn die originell gedachte und edel ausge- (>) Diesen Baptista kennen wir nicht. Wenn stanz, (wie wir besorgen) hier den berühmten Leo Baptista A. meint (da er sagt, daß derselbe in den drey verschwisterren Künsten bewandert war), so irrt er sich sehr, da steo Bapt- schon -472 verstorben war, des Markus Vater hingegen (nach dem Lexikon) — nur ,66 I. später (>6z8). X ^ t Albern. führte Bogenstellung mit den Sarkophagen des Geschlechts der Maladeste sich unter den erhaltenen Resten des alten Athens befände, so würden Reisebeschreiber und Archäologen in der Ver, breitung ihres Preises und ihrer Abbildung gewetteifert haben", u. st f. Das Beßte über dieser Baute, so wie über die übrigen architektonischen Arbeiten des Unsrigen, finden wir bey MlilZla (ed. terv..), II. 169—172, und bey d Avgensville (Viesdes 8ou1plours ot ^rcbi- leates), I. 12—20. Seltsam genug laßt dieser ihn 142 Jabre alt werden, und setzt nämlich seinen Tod in — i 5 go(')> Auf einem der Grabmäler der Familie Malatesta in dem gedachten Tempel zu Rimini (wir denken auf demjenigen der durch ihre Liebschaften berühmten Jsotta) soll sich auch das Bildniß des Künstlers befinden. Alberri (Marcus). Nach Lanzi (ed. wi-r.) III. 164, perer Franzen, des Venetianers, Sohn, Süjüler und Gehülfe. Von ihm kenne man in St. Bartholomäo zu Venedig ein Paradies in einer angenehmen, genauen und wohlgeordneten Manier. sll^. — — (Maria Agatha, gewöhnlich Maria), hieß die Demoiselle Albert, im Supplemente. Sie war die Tochter eines Predigers zu Hamburg, studirte Bildniß und Historie zu Dresden von 1801 bis 1802, ward katholisch, ging als dienende Schwester zu Münster in ein Kloster, wo sie sich mit Wartung und Pflege kranker Personen beschäftigte, und starb dort etwa um 18in. Auf der Ausstellung zu Dresden ,802 zeigte sie drey Bildnisse, und auf der zu Weimar 1804 eine Maria mit dem Kinde, als wohlgcrathene Kopie nach Holdem. sl.^I — — (Michael). Nach Lanzi (ed. wr/..), I. 149, befände sich sein Kindermord, in nicht großen Figuren, in der Tribune zu Floren; (was nicht wenig heißt), und hatte der Großherzog Leopold dieses Bild um Hohen Preis von einer Kirche zu Volterca erkauft. — — (Peter Franz). Ueber einen Maler dieses Namens aus der Florentinischen Schule, siehe oben den Artikel Franz A, Sohn des Duranre, mit dem er wahrscheinlich nur Eine Person ist. sl. III — — (Peter Franz). Der Künstler dieses Namens, den sowohl das Lexikon als mnsere Zusätze anführen, sind in der That zwey )>a»z verschiedene Entia, und nämlich derjenige «s Lexikons mit dem oben angeführten Franz, Maler aus der Venetianischen Schule, Eine u»V dieselbe Person; derjenige der Zusätze hin- gcgly, zwar ebenfalls Geschichtsmaler (und viellhcht sowohl mit dem vor angeführten gleichen Namens, als mit dem obigen Franz, der di^Himmelfahrt in St. Sepolcro gemalt, Alberti. derselbe st*)), weit bekannter aber durch den Stich freylich eines einzelnen, aber vortrefflichen Balttes, das, nach Bartsch (XVII. 3 , 3 ) eine reiche und verständige Composition, mit vollkommener Richtigkeit der Zeichnung, und großer Geschicklichkeit die Nadel zu führen vereinige. Dieß ist nämlich die schon in unsern Zusätzen bemerkte Zeichenschule, wo ein alter Künstler zwey Schülern über ein Blatt mit Augen die Auslegung giebt, und ein dritter nach einem Sguelette zeichnet (19" 6"' breit, i 5 " hoch), und nun allerdings mit ketr. ifirnne. Inventar et feo. unterschrieben, und unten Mit: Homne super permissa, (super, per- missu?), und 1^- 8. k. (kelri 8tepbani kor- mis), wie Jouberr hinzuthut, der übrigens dies Blatt irrig dem Venetianischen Perer Franz zuschreibt. Im AAnklerschen Gantkatalog wird solches als selten genannt; auch Wurde es, auf Prevost's Versteigerung, mit 3 , Franken bezahlt. Alberr,( ), ein Baumeister zu Naum- burg an der Saale, der sich in der Angabe künstlicher Werkzeuge und Maschinen so berühmt gemacht hatte, daß ihn der Magistrat von Nürnberg , 54 » zu sich berief; i 54 i starb er aber schon daselbst. Sein Sohn Haloinon wurde chursachsischer Leibarzt. Doppelma)>r gedenkt dieses Künstlers nicht. LNöbsen, Beschreibung einer Berlinischen MedalUensamni- lung, 1. 28. — — ( ), ein trefflicher Zeichner zu Amsterdam 18,19. l^akleau d'^mstepdsm, ed. II. 1809, p. 238 . sl. 11.^ — — s. auch Albert und Albrecht im Lexikon, Supplement und hier oben, und Albertus im Supplemente und unten. Albertine (Charlotte Auguste, gewöhnlich Auguste), Prinzessin von Schwarzburg-Sonders- dershausen, s. unten Auguste. sl. 11.^ Alberti'nell, (Mariotto), in unfern Zusätzen irrig Albernn,. Nach Lanzi (ed. lerL.), 1 .164—, 53 , starb er 45 Jahre alt schon um i5,2. Dieser Schriftsteller nennt ihn Mitarbeiter und Nacheiferet des Bartolomeo di St, Marco in dessen erstem (jugendlichem) Styl, und daß er demselben auch nahe in seinem zweyten, doch so gekommen ist, daß sie zwar als Gewässer aus der nämlichen Quelle entsprungen, der^ unsrige aber als ein Fluß, vor dem sich zu hüten sey, Batolomeo hingegen als ein Königsstrom erscheine. Von ihrem Gemeinschaftlichen kenne man zu Florenz Mehreres, namentlich bey dem Marchese Acciajuli eine Himmelfahrt, deren obere Theil sicher dem Frake, der untere hingegen glaublich dem Aibernnelil gehöre p). In einigen Bildern desselben bemerke (,) Muizia, gleich Andern, giebt ihm zwar ebenfalls ein hohes, aber unbestimmtes Alter, mit der ganzV, dieses Schriftstellers Geiste bevgefügten Bemerkung: Oisgisris ß-->i>5 dieselbe Glocke in einen bessern Stand setzen. «lr p. 297—293. Aibertlno (Cola di), ein Künstler in Mosaik, der 1333 und i 36 o an der Verzierung des Domes zu Orvieto arbeitete. Man nennt ihn auch Eola Albertini. etc. x. 27h— 384 . fll.J Albert olli (Jocundus), gebürtig von Lugano in der Schweiz, ein 1822 noch le- 4S bender Maler und Bildhauer, vornehmlich aber vortrefflicher, theoretischer und praktischer Baumeister zu Mailand, und öffentlicher Lehrer dieser Kunst daselbst. Schon vor vierzig Jahren kannte man von ihm: Ornament! kliverxi, inventati, (li8eAnati eck eseAuiti -la ineis! cl» 6iae. 1.uAane8e. (bli- Isno 1782). — Glenne stecorarioni cli no- tiili sale et altri ornamenti sti 6. ^ZissreoZ/Z, incisi 5) Ar. kol. Eberrs biographisches Lexikon. Von ihm, als praktischem Künstler, wissen wir nnr so viel, daß nach seiner Zeichnung die wunderschönen Verzierungen , und zumal Rosoni von der seltensten Mannigfaltigkeit für den sogenannten Simplon-Bogen zu Mayland ausgeführt^), und zwar vollendet, aber noch nicht an ihrer Stelle angebracht worden, und mit- lecweile dort sorgfältig aufbewahrt werden. Ohne Zweifel bey ^Gelegenheit dieser Arbeit war es, daß unser Künstler durch ein Dekret des Kaisers Napoleon vom i». Okt. 1809 zum Ritter der eisernen Krone ernannt wurde. ^0. Von ihm, als Maler, s. seinen Artikel im Supplemente. I. Mercoli's Blatt einer H. Familie, nach ihm, nennt der winklersche Gantkatalog schön. Albertolli (R-), soll ein Künstler heißen, nach dem, in unsern Tagen, ein Dildniß des italienischen Dichters, Joseph Parini, von Locatelli gestochtn wurde. Zt/§e. sJlJ — — ( ). Unter den von Paris wieder nach Berlin (?) zurückgebrachten Bildern befand sich von einem solchen eine Maria mit dem Kinde. „Traulichkeit des Kindes mir Gott (?) und nachdenkende Frömmigkeit der Mutter scheinen die trefflich gelösten Aufgaben; der Maria möchte man indessen mehr Wärme in die schönen Züge hauchen." So heißt es, wunderlich genug, im Tüb. Morgendlarr. In dem Zurückbringen eines Bildes von ihm nach Berlin, dürfte indessen irgend ein Quid pro Quo stecken? Fast denken wir, daß hier von den oben erwähnten Bilde des Jocundus A- dd Rede seyn dürfte. slJ Albertoni (Paul), Lanzi (eäi,.. terr)-, n. 23 n, nennt ihn und I. P. Melyiorri, seinen Mitschüler bey Maratti, als gut geachtete, doch (und zumal den Unsrigen) nchl sehr bedeutende Meister. Alberrranti ( ), ein Kmstleraus der letzten Hälfte des XVIU. Jahrh. Nach seiner Zeichnung wurde, unter der Leitung von Mar- stall, ein Bildniß des letzten Kö'igs von Polen, Stanislaus Augustus, sehr mittelmäßig in 8-» gestochen, (>) Seit >786, da jene Congregation eingezogen würbe. Dies Bild trägt das Datum von »5<>z> 12 (») Der Bogen selbst ist die Arbeit des Baumeisters Cagnvla. I. si. n n Alberru (Cherubim)/ s. Albert, im Lexicon, Supplement und oben. Albertus (Alexander), wird irgendwo als bildender Künstler, doch ohne Angabe eines Mehrern, benannt, sn.^1 — — (H. C.) Dieser, mehrfache Berichtigung verlangende Artikel des Supplements fallt weg mlt folgendem: sll.^ — — oder Albert (Hans Christoph) , gebürtig von Dresden, lernte dort bey dem Goldschmied Heinrich Peißler von 1616 bis 1622, muß sich aber auswärts als Meister seßhaftgemacht habe», da das Archiv der Dresdner- Goldschmiedsinnung ferner seiner nicht gedenkt. Vermuthlich ist er Eine Person mit dem H. «5. Albertus, welcher das Bildniß von Joh. Ze- chendorf, Rektoren der Zwickauer Schule, ohne Angabe eines Malers, um die Mitte des XVIl. Jahrh, ziemlich gut in klein 8° gestochen hat. — — (Magnus), Bischof von Regensburg und bekannter Philosoph u. Theolog (wie man zn reden pflegt), Mathematiker, Chemiker rc., war auch in der Mechanik sehr erfahren. Er arbeitete unter andern, wie man liest, dreyßig Jahre an einer menschlichen Figur, die besondre Künste verstanden haben muß; denn als einst Thomas de Aquino den Albertus besuchte, und ihn diese Figur von freyen Stücken anredete und willkommen hieß, so entsetzte sich Thomas so darüber, daß er es für ein Gespenst hielt, und mit seinem Stocke so tapfer dawider focht, daß alles, zum größten Verdrusse Alberts, zertrümmert wurde. Er war zu Lauingen in Schwaben zu Anfange des XIII. Jahrhunderts geboren, und starb zu Köln 1280. Uebrigens verließ er aus Liebe zur Einsamkeit und zu den Wissenschaften, wegen welchen er von, Pabsie öfters gebraucht wurde, sogar auch sein Bisthum. Jacher u. A. fi. it.^I — — s. auch Albert, Albert, und Albrecht im Lexikon, Supplemente und hier, oben und unten. si. II.^ Alb in (Eleazar). Der Catalog von winkler führt ,6 Blätter mit Fischen von oder nach ihm an, welche 1735—174« erschienen, ^ und aber — eines davon von Elisabeth Albin x gemalt, und drey andre von Forrin Albin ^(wahrscheinlich Beyde Eleazars Geschwister) gezeichnet waren. Sein Werk, dessen das Lexi- >rn gedenkt, erschien schon 170Z in drey Quarts banden, im Haag, und führte zum Titel : His- t«Ve naturelle lies Oiseaux, oriiee rle 3«6 essimpes, clessinees et Aravees par et auAmentee äe notes et reruar^ues curikuses par sl.ii^-(Elisabeth u.Fortin), s. den vorstehendes Artikel. - V ). Mündlicher Ueberlieferung zufolge ein (Historienmaler zu Fulda in der ersten Halste Ls XVUl. Jahrhunderts. sl. II.^ Asbina oder Albini auch Aldi n 0 (Alexander). Auch Eanzi (e) Die beyden letztgenannten befinden sich gegenwärtig in der Galerie zu Lußheim. 47 Albrecht. Statue des Silens tanzen; dann sieben Kinder, die sich mit verschiedenen Spielen unterhalten. In der heil. Geistkirche zu München sind die heil. Anna und der heil. Joachim, und in der Damenstiftskirche der heil. Franz Sales von ihm gemalr als Altarblatter zu sehen. Liporvsky. Gestochen nach ihm kennt man einzig zwey akademische Figuren von F. Jungwiehrt, der auch Albrechts Bildniß, nach G. de Marees, in 8" gestochen hat. Albrecht (Caspar) ein Maler zu Leipzig, von dem uns nur bekannt ist, daß seine Frau ihm i 63 s — gestorben war. S. » 5 . in- scrlptioves Dpsieusis, daselbst 1676. 4", S. 264. sli.H — — (C.). Seine Arbeiten, meist für Kupferstecher, sollen, nach Hemecke, keine besondre Erwähnung verdienen. — — (Daniel), ein Maler zu Altenburg in Sachsen, der um oder gegen 1680 gestorben seyn muß, indem die Schrift : Wahrhaffrige Benennung aller derjenigen, welche zu Altenburg an der Seuche verstorben von, ,. Nov. 1682 bis Ende Januars , 683 , Alten- burg 40, unter dem Jahre ,682 rubricirt: Daniel Albrechts, des Mahlers, Wittwe und nachgelassenes Töchterlein. — — (Ferdinand), Schüler der Leipziger- Akademie und namentlich des Baumeisters Siegel, zeigte auf der Dresdner-Ausstellung 1817 eine Zeichnung nach Vignola. Gleiche Schüler waren Johann Ferdinand Albrecht (ob nur der vorige?), von dem man auf der Dresdner Ausstellung 1818 die Ansicht eines Gartenkabi- nets mit Landschaft sah, und 1819 ein getuschtes Capital und Säulenfuß; so wieJoh. Friedr. Albrecht, ein Tischlergeselle, der zu gleicher Ausstellung von 1819, vier architektonische Zeichnungen eingesandt hatte. — — (Georg oder Jürgen), Stadtbauschreiber zu Stralsund ,729. sllI (Jgnaz), ein Kupferstecher zu Wien, s. oben und im Supplemente Alberri. — -- (Joh. Augustin), ein Maler, dessen eigenhändig gemaltes Bildniß um 1780 in der gräfl. Firman'schen Sammlung von Malerbildnissen auf dem Schlosse Leopoldskron bey Salzburg getroffen wurde. Bernoulli, kurze Reisebeschreibung, XII. 225. Der gar nicht fehlerfreye Katalog gedachter Sammlung versteht doch nicht hierunter den obigen Balch. Aug. Albrecht? — — (Johann Christoph), ein geschickter und einst berühmter Schönschreiber zu Nürnberg, wo er 1710 geboren wurde, 1740 heira- thete und 1777 starb. Er zeichnete auch söge, nannte Quodlibets mit der Feder, überaus fein und natürlich, wie es heißt. Man hat von ihm: Kurzgefaßte Anweisung zur, Schreibekunst, Nürnberg, quer Fol. Dann: Fünfhundert Var riationes von Zierfrakturbuchstaben, erster Theil. Ebendas. quer Fol. Job. Christoph hinterließ einen Sohn gleichen Namens, der ebenfalls ein Schönschreiber war. HZ 0 pitsch, Fortsetzung von Will's Nürnberger Gelehrtenlexikon. Nach dem Vater habe» D. A, Hauer das Bildniß König Friedrich II- inHalbfigur, und dann A. T- Wirsing denselben Konig zu Pferde, beyde in gr. Fol. gestochen. Diese Bildnisse sind aus Federzugen und dergleichen Schnörkelwerk Albrecht. gebildet, und scheinen einer ganzen Folge anzu, gehören, indem sie mit Nro. 7 und Nro. 8 nu- merirt sind. Ec. Albrecht (Johann Ferdinand; s. oben Ferdinand Albrecht. — — (Johann Friedrich); s. ebendaselbst. sll.^ — — (Johann Wenzel). Dieser ist doch wohl derjenige I. N). Albrecht, nach welchem 1741 die Kupferstecher Ostertag und Hol- denriter gemeinschaftlich den weitläufige» Einzug, den der Churfürst von Maynz damals (gelegenheitlich der Kaiserwahl) in Frankfurt a. M. hielt, auf einem Folioblatte geätzt haben. ^-0. — — (Michael), ein Schreiner zu Nürnberg, wo er -693 starb. (kk--. — — (N.) soll, nach Angabe eines Gantkataloges, drey Blätter in 4° mit holländischen Gegenden, nach der Natur gezeichnet und in Kupfer gebracht haben. — — (Otto), ein Glockengießer von Landsberg um 1614. I. C. Wilcke, Chronik der Stadt Züllichau. Das. 1762. 4 °' — — (Wolf), wurde 1604 als herzoglich Sächsischer Münzmeister zu Saalfeld angestellt, und erscheint in dieser Eigenschaft noch i6sZ. Hirsch, teutsches Münzarchiv III. 24g, I V. 23 o. In einer handschriftlichen, bis zu 1688 gehenden Chronik von gedachter Stadt, finden wir angezeigt, daß er auch zu Saalfeld (vermuthlich seinem Geburtsorte) an der Pest -629 aet. 6l gestorben sey. — — ( ), zeichnete, und Weishun stach das Titelkupfer zu Tob. Beutels geometrischem Lustgarten, Leipzig 1712, 12°; doch mag dies, eine spätere Auflage seyn, da, unsers Dafürhaltens, das Titelkupfer etwa um ikdo gestochen seyn dürfte. Uebrigens ist anzumerken, daß auch der Taufname Albrechts auf dem Kupfer nicht fehlt, auf unserm Epem, plare aber nicht deutlich zu lesen ist. ,— — ( ), ätzte um i 8 i 5 zu Leipzig jämmerliche Blätter zu Kalendern für das gemeine Volk. ^k--. — — ( ), ein Poussirer in der Por- zellainfabrik zu Gotha i 8 o 5 , erscheint unter den Pränumeranten zu des Losstus moralischen Bilderbibel. -- — ( ), Bauinspektor an der Do- mainenkammer zu Wusterhausen 1796. Ha»d- buch über den preussischen Hof ind Graar, 1796. — — IV. (Herzog von Oestreich) wird irgendwo, besage das Cuspinian, als en trefflicher Baumeister genannt. Indem »ir aber Cuspinians Chronik (übersetzt von. Hedion, Strasburg i 54 t Fol., II. 90) zur Hand nahmen, so fanden wir nur Folgendes: »Alberr war ein sehr hübscher Fürst vor männlichem Angesicht, den nicht allein ein schwarzer Bart, sondern auch tapfere Sitten urd viele Tugenden des Gemüthes verziert haken. Er schämte sich nicht in den Kirchen mit den Priestern zu singen und zu psaltiren und die göttlichen Aemter ganz herrlich zu üben, was j,edo,ch gottlose, unfromme Menschen ihm gar für übel aufgenommen haben; denn sie sagten, er gäbe einen gutenMöuch ab,aber nicht einen guten Fürsten ('). (>) Was eben auch nickt unfein gesprochen war. 48 Albrecht. Ueberdies war er ganz ein kunstreicher Meister mit Hobeln, Drehen, und was dergleichen war mit seinen Handen zu arbeiten. Er hatte große Lust hieran, so oft er Muße dazu fand", u. s. f. sii.sj Albrecht ( ). Dieser Name ist von ReUern falsch geschrieben worden; es soll der von ihm S. 14 angeführte Heinrich Albert seyn, der bereits auch im Supplement und oben befindlich ist. sl. Il.sl — — S. auch Albert und Albern' im Lexikon, Supplement und oben, und Albertus im Suppl- und oben. Albrier ( ). AufdemPariser-Salon 1819 befand sich von einem dort lebenden, uns bisher unbekannten Maler dieses Namens : Narciß und Cypariß, und auf demjenigen von 1822, Amynth, welcher Sylphien von einem Satyr befreyt, und nun alle Muße hat, die Reitze seiner Geliebten — selbst zu betrachten. 2-'s«r7/. Albrizzi (Gräfin Jsabelle Tertochi) von Venedig, gab um 1810 eine Beschreibung aller Werke von Canova, worin sie die Urtheile verschiedener Gelehrter und Künstler über dieselben zu berichtigen suchte. M. Bl- 1810. 40. A lc. Abkürzung des folgenden Alcantara. Alcancara (F.) zeichnete, nebst parerius, die Kupfer zu der von I. A. Pellicer in acht Bündchen besorgten Ausgabe des Don Quixote, Madrid 1798—2799, 12°, die von Moreno Te- xada und B. Ametller gut gestochen sind. Alcan- rara kürzt sich zuweilen mit ab; auch ist sein Name einmal verstorben in Alcazar, s. unten parer. sn .4 Alcrar 1 (Andreas), starb 58 Jahre alt. Sein Sinnbild des mit Reliquien belade- nen — Esels findet sich auch unter den Emblemen des Zürchers, Christoph Maurer, Das Blatt von I. Sadeler, dessen unsre Supplemente gedenken, ist nach des Stechers eigener Erfindung. 7-^/7-?,-. sl. H.sj Alcmaer (Franz von). S. Franz Meneon im Lex. u. den Suppl. Die vier Blätter aus der Geschichte Loths, sind nicht bloß, wie das Lexikon s. v. Menrcm sagt, nach seiner Erfindung, sondern auch von ihm selbst mit .Geschmack und Geist geatzt. — — (Zacharius von). Bey Fiorillo 626, wird er unter Corn. Cornelisz vouügliche Schüler gezählt. Alcock ( ). So heißt bey Fiorillo, V. 619, ein Englischer Miniaturmaler aus der letztemHalfte des XVIU. Jahrhunderts,, der sich zuBath niedergelassen hatte, und ihm übrigens, nur nach Brxant's Observstious on kowlc^'Xpoems, II. p. 475, durch den Umstand seiner genauesten Freundschaft mit dem unglückliches Cyatterton bekannt wurde. Ald ( >). In <5. (6. Eindners teutschen Gedichten, erste Sammlung, Breslau u. Leipzig >743, g^8. S. 85, heißt es, man fände in dem größten Zimmer des Gräflich Schaf- gothsch'en Schlosses zu Hermsdorf in Schlesien A l d e g r a f. das gezeichnete Wappen der Grafen von Schaf- gvtsch, nebst einem dazu geschriebenen Wunsche, was man als ein Meisterstück ansähe. Der Vcrferkiger von beyden habe Aid geheißen, und sey ein »«gemeiner Schreibekünstler gewesen. (^macki 8 klc), inv. et 80. pro primo, so sollen, wie ein Gantkatalog besagt, zwey schöne Landschaften in gr. 4° bezeichnet seyn. ^0. sllJ A ld e (Heinrich von). Unter den Bildnissen M. Mouzlns nach ihm, befindet sich das, jenige des Admirals Michael Ruyters, mit Zierathen. sl. n.sj Aldegraf oder Aldegrever (Heinrich), auch Albert von westphalen genannt'). Derselbe war Schüler von Dürer im Malen und Stechen. Als Maler besitzen von ihm in Deutschland die Galerie zu Wien: Eine Beschneidung; dann den Evangelisten Lucas, dem die H. Jungfrau mit einem Kind im Arm, von drey kleinen Engeln getragen, und von zwey andern bekrönt, in einem Wolkenkreise erscheint. Er malt dieselbe vor einem Pulte knieend, wobey ihm ein Engel die Hand führt; im Hinter, gründ eine prächtige, mit Arabesken verzierte Architektur. Auf Holz, jedes 3 ^ 7" hoch, 2^7" breit, ganze Figuren, im ersten ein Drittheil, im zweyten halb lebensgroß. Dann eine kleine 1- 5" breite und n" hohe Landschaft: Der ersten Eltern Vertreibung aus dem Paradiese, von einer Menge herumwandelnder Thiere und Insekten belebt, welche, gleich der Landschaft und ihrer gebirgigten Ferne, mit wunderbarem Fleiß ausgeführt sind. — Die Galerie zu München hat vollends vier Bilder von dem Unscigen: Mann in schwarzer Kleidung, der Geld zahlt, Halb- figur auf Leinwand; alter Mannskopf in weis- sem Kopfgerust, auf Holz (jedes i r" hoch, 8 bis 9" breit); dann zwey Scenen auS der Geschichte des barmherzigen Samariters: Wie er dem Verwundeten Oel in die Wunden gießt, und wie er ihn im Wirthshaus unterbringt und verköfligt, auf Holz (jedes 5 " 6'" brett, 5 " 1'" hoch(2). Schleisbeim hat ebenfalls zweyer Die drey Männer im Feuerofen, ganze Figuren auf Holz ( 5 < 4" 6'" hoch, 1' 2" t?" breit); auf der Rückseite: Jonas, der im Schatten seiner Kürbispflanze den Untergang von Ninive — erwartet; dann: Christus am Kreutze, unten St. Johann und die H. Frauen, ganze Figuren auf Holz, von gleicher Höhe wie das vorige, aber breiter. Auch die Galerie des H. Landgerichtsadvokaten Schmidts zu Liel (1809), will von ihm haben: Die drey Grazien, in Gesellschaft von zwey — geharnischten Kriegern, und nennt solches sehr schön. Dann rubrizirt der Gantkatalog der Blrkenstockischen Sammlung (Wien rLro) von ihm: Schöne auf Holz gemalte 7'/-" hohe, 9'/-" breite Landschaft mit dem barmherzigen Ritter; im Walde Hirschen, Hasen und Einhörnchen; im Hintergründe Wohnungen. Sandrari endlich (Th. II- S. 2)4) beschreibt von ihm, neben Anderm, eine Geburt, und zwey Seitenflügel an einem Altarblatte von Dürer. — Die reichste und zugleich richtigste Literatur von Aidegrevers Stichen ist — wo anders, als bey Barrsch, VIII. 562—455, zu finden? Derselbe zählt von ihm auf: (>) 6andrnrt schreibt ihn irrig Albert Aldegraf. (-) Von Männlich sagt von dem Unsrigen sehr gut, daß er seinen Lehrer nachgeahmt, und — folglich nictik erreicht habe, und nennt seine Bilder gewöhnlich hart und trocken. Gegenstände aus dem alten Testament . - - - neuen Testament . Madonnen und Heilige Aus der weltlichen ältern u. neuern Geschichte Mythologische. Tugenden und die ihnen entgegenstehenden Laster ('). Mannigfaltiges: Der Glaube. Die Unmäßigkeit. Die Stärke ...... Die Todes-Erinnerung .... Des Todes Macht (-) .... Das Glück.. Die Hochjeittanzer . . . . Wieder andre dergleichen Noch andre. Der Lautenschläger. Die beyden Liebenden .... Der Soldat. Der Soldat und seine Familie Der Fahndrich. Noch ein solcher. Der Mönch und die Nonne, vom Soldat überrascht. Eben dasselbe mit etwas Veränderung^) Die Nacht(H. Bildnisses). Vignetten, Laubwerk u. a. Gegenstände von Goldschmiedsarbeit: ») Ohne Datum. t>) Datirte von i 523—1553 !nel. . . Zweifelhaftes Blatt .... Blatter, die ihm falsch zugeschrieben worden Ein Holzschnitt von Aldegrever Bl. 37 >3 12 12 ^3 i i » i 8 r i 8 13 1 I I 1 1 1 r i i 9 «7 73 i 9 i Summa: 2g2(0) Ein alter datirtes Blatt, als eine Vignette mit zwey Kindern, und in der Mitte ein Cherubskopf (1622), ist keines vorhanden. Hingegen kennt Bartsch zehn Blätter, mit 1555 datier, will aber nichts von Blattern mit i 558 bezeichnet, und noch viel minder von sechsen von 1K2, wie Rost, wissend). Barrsch nennt des Unsrigen Grabstichel genau und zart; die Drapperie tadle man als zu gothisch, und die Falten zu enge gehalten; und Rost,meint, daß man in seinen Umrissen und Gewändern Leichtigkeit und edeln Vertrag vermisse. Seyen wir indessen zufrieden mit dem, was er wirklich geleistet hat. Unter jenen 292 Blättern findet sich ein einziges bloß geätztes, mit 1528 datirt: Orpheus und Euridice; und ein einziger (sehr schöner) Holzschnitt ohne Datum: Mann, zwischen zwey andern, die seine Knechte zu seyn scheinen. Er halt einen Stock in der Hand, und beutet auf eine Frau auf den Knieen, die ihn um Hülfe zu bitten scheint. Im Hintergründe ein runder Thurm. Das Maaß dieser Blatter betreffend, sind überhaupt die größten, und, fast allgemein anerkannt, auch die schönsten, die Bildnisse; zumal die berühmten Anabaptisten Lucas von Leyden und Vernarb Knipperdolling (^) (11" 7/" hoch, 8" 4"^ br.) i 536 . Dann von gleichem Maaße das vorzüglich geschätzte des Herzog Wilhelms von Jülich; ferner Luthers und Melanchtons (diese 6 " 4"' hoch, 4" 7 ", br.) i 54 o. Unter den übn, gen die Darstellung eines Dolches, und auf demselben ein Mann abgebildet, der einen andern mit dem Stein aus einer Schleuder zu Boden wirft (12" hoch, 2" 11"/ br.); dann mehrere, ungefähr wie ein Marcus Curtius und ein Mur tius Scevola, von 5 " 6—7"^ Höhe, und 5 " io—ii<" Breite; denn, wohlverstanden, das berühmte Wiedertäufer-Bad, welches 12" 5 ^" in die Höhe und 10" 4 "/ in die Breite halt, wird von Barrsch nicht anerkannt, und möchte wohl von dem Unsrigen gezeichnet, soll aber sicher von virgil. Solls gestochen (eyn(?). Ueber den Werth der einzelnen Blätter bemerken wir vörderst, daß Barrsch darüber, nach seiner Gewohnheit, so gut als keine Urtheile fällt. Bost nennt, neben den Bildnissen, als schön beendigt, und aber schwer zu finden, die dreyzehn Arbeiten des Herkuls (i 5 bo), und einige von den emblematischen Vorstellungen der Tugenden und Lasier, von sehr gutem Geschmacke. Der Brandes'sche dann, wie gewöhnlich, weit mehrere; wie z. B. die Geschichten Loths und der keuschen Susanna, des barmherzigen Samariters und des bösen Reichen; die Verkündigung, die Geburt, u. die acht Blätter: Des Todes (>) Die Tugenden — aufrecht stehend, die Laster auf — Thieren. (») Diese Blätter (bemerkt mein sei. Vater) seyen genau dieselben, die sich auch in Hslbekn» Todten- tanze befinden: Erschaffung der Eva; Verführung; Verjagung aus dem Paradiese; Adam zur Feldarbeit verurtheilt; der Tod beym Pabste» beym Kardinal, beym Bischof und beym Abt. Sie tragen das Datum von -541. (3) Beyde schlüpfrig und äußerst selten. Eines derselben ist mit -zzo datirt. ( 4 ) Ebenfalls sehr frey. (5) Des Künstlers eigenes zweymal, r«r. 28 (>530) und aer. zz (>537). (6) Woher das Lexikon von 3Z0 wisse, und daß Mariette gar (einige Sopien mit berechnet) 8?» selbst soll besessen haben, die nach seinem Tobe für >79 LivreS verkauft worden, ist unS unbekannt- Vollends aber nennt Ioubert daS ganze Werk (zgo Ll.), welche bey der Versteigerung von St. UveS für 66» Franken losgeschlagen wurden. (7) Herren und Damen, in verschiedenen Handlungen, vom Tode begleitet. Sartsch kenn- solche Blätter überall nicht; wohl aber Heinrcke, welcher, doch ohne die Johl dieser Folge zu bekennen, solche klüglich mit 155- — oder -56- datirt. Auch der Katalog von winkler nennt füife davon, als ausdrücklich mit >z6r bezeichnet, und charakterisirt solche als von ungemein kräfttzem Grabstichel. Der Katalog von Brandes nennt eine Folge von sechs Blättern Octav: 6010x0,««» ä konun«, er äo kennue,, er gui äsurcal äe, pa, rie äem, aber ohne ihres Begleiters oder einer Jahrszahl zu gedenken, und mit der Bemerkung: parat»,«nr oopt«», was vielleicht daS ganze Räthsel löst. Doch vielleicht die noch sicherere Lösung, s. in der Schlußanmerkung zu gegenwärtigem Artikel. (8) Wahrscheinlich zu ihrem Preise' Auf der Rechten des letztem, oben zu« Seite, erscheint eine mit dem Schwerdte bewaffnete Hand mit einer Lorbeerkron« umwunden. ts) Beyder Namen finden sich daraus; A. mitten auf dem Blatte, 6>. seiner unten. In einigen Abdrücken ist letztrer ausgekratzt, und dürfte daher der (wohl vorsetzliche) Irrthum entstanden seyn. lö I. Aldobrandini. * Lv Aldenburg. Macht. — Mehrere Notizzen bemerken, daß (vielleicht neben andern) wenigstens die vier Evangelisten, dann Larquin und Lucretia (ein sehr freyes Blatt) von dem Unsrigen, nicht nach eigener, sondern nach der Zeichnung von G. Penc; gestochen seyen; dann, wegen der Seltenheit des Inhalts: Titus Manlius, der seinen Sohn (durch die Guillotine) enthaupten laßt, und den Grafen Archembaud, der, mit eigner Hand seinen zügellosen Enkel erwürgt, mit der — für unsre empfindsame Zeit ärgerlichen Unterschritt: kater , N6PU5 (ne P05t) 8UUM niorlem 6lius Ue^enersns male xcrrret, enm odstruneavit. Brullioe will von dem Unsrigen ein Blatt aus der Sammlung des Grafen von Fries in Wien kennen, das bey Barrsch fehlt, welkes ein geflügeltes Kind am Boden darstellt, das mit der Rechten einen Lorbeerkranz, empor hebt, und in der Linken einen Stab halt, an dessen Spitze ein offenes Buch befestigt ist. Aldegrafs einziges Monogramm war ein in ein großes X eingeschlossenes kleines Ganz gleich mit demselben war freylich das, welches Barrsch 1. IX (s. diro 12 der Monogramme von der deutschen Schule) giebt, womit ein Traum Jacobs, bann sieben Blatter von einem Todtenlanz ('), und endlich eine Wolfsjagd (lauter Blatter eines Unbekannten) bezeichnet sind. Alben bürg, s. unten Alrenburg. Aldendörfer (Albrecht). So wird in alten Büchern zuweilen der Name Alrorfer verschrieben. Aldendorf (Philipp) ein Goldschmied, s. unten Airendorf. Aldenrarh, Aldenrarh, auch AI- denraad( ). Wir hallen den erstem allerdings für den richtigen Namen. Derselbe, ein in 1810 zu Hamburg lebender, doch nicht von dort gebürtiger (?) Miniaturmaler und Zeichner in Silberstift und Sepia, Schüler von Gröger, mit dem er bisweilen gemeinschaftlich an einem und demselben Bildnisse arbeitete, wenn der eine von ihnen abwesend war. Ein warmes, glühendes Kolorit, Wahrheit und glückliches Hervorheben des Charakters in Stellung und Ausdruck, Geschmack in der Anlage der Drap- perie und eine schöne Ausführung derselben, charakterisiren, neben einer frappanten Aehnlich- keit, seine Bildnisse; und die Darstellung zarter, weiblicher Schönheit, gelingt ihm trefflich. Den Eönig von Dänemark hat er dreyzehn Mal für dsi, Dänischen Hof gefertigt. Er soll auch ein sehr edler Mensch seyn. M. Bl. 18 ro, S. iob6. Be» dem Semi-Sekularfest der Hamburgischen patüotischen Gesellschaft zur Beförderung der Künste in i8ih, sah man von ihm und semem Freunde Gröger kräftig und wahr ausgeführte Bildni« in Oel und Miniatur. M. Bl. r8i5, G. ttvüx Dann heißt es in eben dieser Zeitschrift 1819, S.ch?, in einer Beschreibung des Zustandes, der Malerey zu Hamburg: „Die beyden berühmten Haler, Gröger und Aldenrath, gehören uns eigentlich auch an. Denn obgleich sie Hamburg während eines Zeitraums von beynahe zwanzig Jahren häufig und auf lange Zeit verließen, sind sie doch immer wiedergekehrt, und seil einiger Zeit einheimisch geworden. Bekanntlich pflegten früher beyde Künstler gemeinschaftlich in Sepia zu malen; hatte der eine die Anlage gemacht, so führte sie der andere aus, oder sie arbeiteten auch an Bildern abwechselnd, je nach Lust und Laune. Seitdem hat H. Gröger die Oelmalerey gewählt, H. Aldenrarh aber das Miniaturmalen vorgezogen. Beyde haben ihren Ruf festgegründet; ihr Attelier ist beständig voll der interessantesten Gegenstände, da sie selten im Stande sind, die übermäßigen Aufträge zu befriedigen." Um 182c» erschienen zu Hamburg verschiedene von A. auf Stein gezeichnete Bildnisse; wie z. B. dasjenige seines Lehrers Gröger. Zwar ist nur der geniale Kopf ausgeführt, und alles Uebrige bloß scizzirt, das Ganze aber zum Vollendetsten gehörend, was die Sciz;e nur zu liefern vermag. M Bl. 1820, S. Zoo. Aehnlichen Ruhm verdiente um gleiche Zeit ein Bildlich von Friede. Gerstäcker; sehr kräftig in den Schatten, so daß die Behandlung fast der Schabemanier glich. Diese Weichheit schien die Folge einer durch andere als gewohnte Säuren bewirkten Zubereitung zu seyn, von welcher aber noch die Frage war, ob sie eine eben so bedeutende Anzahl von Abdrücken gebe, und nicht am Ende eine gänzliche Verschwarzung der dunkelsten Stellen erzeuge, l. «.Hu. Eben so rühmt die Schrift: Görhe, über Runft und Alterthum 1kl. 2. E. die Bildnisse des Ober- baudirectors Hansen, Carls von Villers, des H. Herzogs von Holstein-Oldenburg, und der beyden Grafen von Stollberg (letztere als Titelblätter zu der neuen Ausgabe ihrer Schriften), alle von Aldenrarh nach seinem unzertrennlichen Freunde Gröger lithographirt. Diesen fügt Bärtiger im M Bl- -821, Z99, noch dasjenige des Herzogs Adolfen von Cambridge hinzu, und bemerkt diejenigen der Grafen Stollberg als einen Seitenbeweis, daß gerade die Manier des Unsrigen, deren stärkere Vervielfältigung manchem Zweifel unterliegen konnte, wenigstens in der Steinplatte eben so viel (?) Abdrücke aushalte, als eine Kupferplatte, wenn sie nicht entkräftet und verblichen seyn seyn sollS). Noch wird in diesem letztem Aufsätze beyläufig sehr einsichtig bemerkt, daß die Lithographie sich für einzelne Köpfe von beträchtlicher Größe vor vielen Andern ganz vorzüglich eigne, und z. B- dem Kopfe von und nach A- Dürer, aus der Münchner-Galerie, vor den so viel theurern englischen Bildnissen, nach Holdem, welche Bartolozzi in punktirter Manier gestochen hat, unbedenklich den Vorzug gebühre. sl. IlI pinx, auch (d. h. der alre Franck) xinx. So sind die sieben Werke der Barmherzigkeit bezeichnet, welche B- Baron zu London 1728 auf sieben Blättern in gr. Fol. stach, und wovon H. Fletcher mittelmäßige Kopien (der Gegenseite) in Fol. lieferte. Man sieht, daß hier von einem der Künstler die Rede ist, welche Lexikon und Supplement s. v. Frank rubriziern. Aldobrandini (Buccio) ein Mosaiker, der ia-45 am Dome zu Orvieto bedienstet war. (>) Mit 1562 batikt; was wohl am sichersten den Irrthum derjenigen erklärt, welche Blätter von Al- degraf noch von ermeldtem Jahre kennen wollten. (2) Im Lübecker Adreßbuch >8o> erscheint bereits ein dortiger (wahrscheinlich auch dort geborner) Jakob Heinrich Aldenrath, als Kunst- und Bildnißmaler daselbst. Ob derselbe der Unsrige, oder etwa dessen Vater sey, ist uns unbekannt. (z) Wenn nämlich nicht mehrere Steinplatten für Ein Blatt gefertigt worden sind. Anmerkung der Redaktion des Morgenbiattr». Aldobrandini. Alemanni. 61 Der Mosaiker Buzio di Aldobrandino, der eben daselbst i 33 x und i 36 o erscheint, ist doch wohl nur Eine Person mit ihm. L/r 0^«-rs-o, Z8'4 ew. sl. llJ Aldobrandini. S. auch Aldro- vandln, im Lexicon, in den Zusätzen und gleich unten. sl. III Aldorfer, s. Alrorfer im Lexikon, Supplement und unten. Aid red ( ). Erzbischof Stubbes erzählt in seiner Geschichte der Bischöfe von Dort, daß derselbe i. I. 1060 die ganze Kathedrale daselbst vom Presbytorio bis zum Thurme neu aufgebaut, und die künstlich zusammengesetzte Decke der Kirche mit Vergoldung und Malercyen verziert habe. Fiorillo, V. 3 g. sl. III Aldrovandin,' oder Aldo- vrandrni (Joseph), Vater des Dominicus und Tbomas dieses Geschlechts. Nach Hein- ecke (vict. s. v.) lebte er um 1680 und noch 1727, wenn es nach eben diesem Schriftsteller richtig ist, daß in letzkgemeldtem Jahr A. Rossi ein damals nach seiner Erfindung auf dem Eam- pidoglio zu Rom aufgeführtes Feuerwerk gestochen habe. Damals aber müßte er an die 94 Jahre gezählt haben, da nach Zanorri die Geburt seines nachfolgenden Sohnes Thomas in i 65 Z fällt. Dieses veranlaßte uns wohl nicht ohne Grund, in unsern Supplementen einen Joseph Aldrovandm, den jüngern zu erschaffen. Auf alle Fälle scheint (nach Zanolti) der Unsrige sich nur wenig mit der Zeichenkunst abgegeben zu haben. 6/Es^e. i. 422. sl-H — — oder Aldovrandini (Mau- rus), von Rovigo gebürtig, aber zu Bologna geboren, Josephs Bruder. In dem Stadlhause zu Forli malte er Beywerke zu den dortigen Arbeiten des Cignani. (ell. terr.) v. 21,. Er, und sein nachfolgender Sohn, Pompejus Äugustin, kamen unter König August ll. nach Dresden, wo beyde bey den Arbeiten an dem großen Opernsaal u. s. f. angestellt wurden. sl. III — — oder Aldovrandini (Pompejus Augustin), des Maurus Sohn. Lanzi (eä. terr.), V. 211, setzt seine Geburt (zu Bologna) in 1677 und seinen Tod in 1789. das Lexikon hingegen, nach Zanorri, H. 253 , in ,735 zu Rom an, wo er lange, und, seines seltsame» Humors wegen, kümmerlich soll gelebt haben. Aus seiner Schule gingen ein Paar wackere Ornatisten, Joseph Orsoni und Stephan Orlandi hervor. Er selbst lernte bey Thomas, seinem Geschwisterkind (Vater-Bruderssohn), nicht Oheim, wie das Lexikon sagt. Als nach ihm, nennt Heinecke (viel. s. v.) die Triumph, bogen zu Ehren der Päbste Clemens XII. und Jnnocenz xm. gestochen von I. Messt, und einen dritten, zu Ehren Benedikt Xlll. von A. von Westerhout. sI -4 — — oder Aldovrandini (Thomas), Josephs Sohn. In dem Stadthause zu Forli malte er, neben Maurus, seinem Oheim, die Beywerke zu dortigen Arbeiten des Cignani; und mit diesem letztem selbst Vieles gemeinschaftlich zu Bologna und Parma. Unter den Augen eines solchen Kunstlichtes, wußte er sich so sehr zu dessen Manieren zu bequeme», daß, zumal in Absicht auf das Helldunkel, Alles das Werk dieses letzter» zu seyn schien. Weder in seinen Lichtern noch Schatten sah man die Umrisse, sondern bloß Wahrheit, wie solche sich dem Aug« dargestellt. Ueberhaupt kannte er die Kunst, sich nach dem Style der Meister zu richten, deren Arbeit er mit seinen Beywerken zierte, und somit bald angenehm, bald stark u. s. f. zu erscheinen. Eanzi (esir. terr.) V. 2ii. Bey Hemecke (Oiciionn. s. v.) ist sein Tod durch Druckfehler in 176Z, statt 1726 angesetzt. slJ Ale oder Ale (Egidius), von Lüt« tich. Lanzi (eä. terr.), II. 280, nennt ihn einen guten, geistreichen, angenehmen und zierlichen Zögling der Römischen Schule, dem seine Gemälde, welche er in Fresco und Oel, in der Sakristey der Kirche dell' Anima zu Rom, wetteifernd mit Morandi, Bonatti und Romar neüi gefertigt, Ehre machen. Gestochen nach ihm hat B- Fariat das Wunderbild der Madonna della Fornace zu Rom. Aleaume, s. unten Alleaume. sl. III Alecci 0, s. Alesio im Lexikon und dem Supplemente. sll.^ Alefounder (Johann). Nach ihm haben Bartolozzi: keter tke wilck Uc>^, as Ke appearecl in tke Vesr 1782 in roth punktirter Manier, und C. H. Hodges den Schauspieler Edwin, als Lingo, in der angenehmen Ueberra- schung, in Schwarzkunst, beyde (1784) schön gefertigt, sllJ Alegre, ein Spanischer Künstler; s. Sarus im Suppl. Aleman (Mateo und Nicolao). So nennt die Spanische Kunstgeschichte zwey berühmte Goldarbeiter, welche um 1609 zu Sevilla lebten, und dort Kirchen - und Klostergeräthe fertigten. Indessen vermuthet Fiorillo, IV. 149, daß solche leicht zwey Deutsche seyn könnten, die man in ihrem Vaterland unter ihren Lausnamen Aicolaus und Mathias kannte. sl. III Alemania (Johann de). Dieser Künstler ist der nämliche, den wir in unserm Supplemente zweymal s. v. Johann Alamanno, und dann wieder s. v. Zoane (d. i. Johann) ru- brizirt haben. In den Gemälden, von dem das Lexikon spricht, die er gemeinschaftlich mit Anton da Murano gearbeitet hatte, nennt er sich in dem einen loannes rle , in dem andern xiaivLnus»' und noch ein drittes von ihnen, zu St. Pantaleon in Venedig, ist bloß e eis P6N5« 1444 unterschrieben Nach 1447 erscheint er nicht Mehr. (eil. terr.) III. ist. sl. III — — (Justus de); s. Justus «m Lexikon und in unsern Zusätzen. sl. II.^ — — S. auch Alamanni eben; dann Alamanno im Supplemente und oben, und Alemanna im Lexikon. Alemann (Sophia), verehelichte Klocken« bring zu Hannover. Von derselben gezeichnete Stickmuster u. dgl. finden sich in Sem dritten Toilettengeschenke für Damen auf 1807, Leipzig, quer 4°; in dem Musterbuche zum Sticken und Stricken, Leipzig l8io, u. in «.Werkenmehr. Unstreitig bezieht es sich auf dieselbe, wenn man in den Hannöverischen Anzeigen, Jahrg. 1800, S. 283i, die Anzeige liest, wie man sich bey Bestellungen an die Königl. Hofstickereyfabrik zu Hannover, nur an die geheime Kanzley-Eekre- tairin Rlockenbri'ng, geb. Alemann, zu wenden habe. slJ Alemanni, siehe AUemanni im Lexikon. k? .'r - t 'A.- 52 A l e m a n o. sll-H Alemano, s. Alamanno im Supplement« und oben. sl. 11 .^ ?llen oder Allen (Folpert). Fast scheint es, als ob dieser Artikel auf zwey oder drey unterschiedene Personen sich bezöge. Erstlich ist der, den das Lexikon, s. v. Johann Älen als van Älen, und als Lehrmeister von Hans Graf benennt, unstreitig derselbe mit dem van Älen, welcher gelegenheitlich in Gpies, Brandenburgischen Münzbelustigungen, III. 84, als Kaiserlicher Kammermahler zu Wien um i 685 erwähnt wird, und der vielleicht auch mit dem im Supplement angezeigten Mahler van Aal Eine Person abgiebt. — Zweytens möchte vom vorigen derjenige zu unterscheiden seyn, welcher, zufolge des Lexikons, einen Prospekt von Prag radirte, und dessen Geschlechtsname, wie wir gleich sehen werden, etwas anders geschrieben, auch dessen Lebenszeit etwas früher angesetzt wird. In den feuern Abhandlungen der böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften 1798, 40, B^d iil, Abtheilung 2, S. 126, heißt es nämlich, nachdem man angezeigt hat, daß P. von der Bosche einen Abriß der Stadt Prag -618 herausgegeben habe: «Zu gleicher Zeit that sich der um die Künste sehr verdiente Mann, Folpert van Alten Allen, hervor, und gab eine prachtvolle und große Abbildung der Stadt Prag heraus." Ein Gantkatalog rubrizirt dieselbe: Prospekt von Prag von Folperr von Alten, ein überaus großes Blatt, mit beygedruckter Erklärung. Ueber den 1686 gezeichneten und von I. Mulder gestochenen Prospekt von Wien, dessen das Lexikon und Supplement gedenken (und der vielleicht dem van Aalen angehört) ist uns keine sonstige nähere Nachricht geworden. — Drittens ist von den bereits gedachten Künstlern, wohl derjenige abzusondern, von dem das Supplement anführt, derselbe habe Bildnisse gestochen. Dieser sehr mittelmäßige Kupferstecher, der >656 zu Danzig arbeitete, hat mehreres radirt, davon uns folgendes zu Gesicht gekommen ist: Das Bildniß des I. A. von Mandelsloh (flenat. > 644 ) 8°, die erste Audienz der Holsteiner Gesandten bey dem russischen Czaar, und andre Bildnisse und Darstellungen (meist ohne seinen Namen) zu des A. Oleaxius Beschreibung der neuen orientalischen Reise, Schleswig id',7, Fol.;— das allegorische Titelkupfer zu des de la Courvee: ve dlutritione koetus in utero psrslloxs, Osn- tisci 1655, 4 °;— und, nach der Zeichnung von A. Boy, die Titelvignette zu Hevels: oizserta- tatio cle nativa Laturni t'acie, Lessni i 65 K, l'äl. Dieser nun schreibt auf allen vorgenannten Stichen gleichförmig seinen Namen mit N leo. Dlabacz endlich nennt Folpert von Alts» Allen einen sehr guten Kupferstecher zu Prag, der eine Ansicht dieser Stadt (hier heißt es, viel später als van de Bosche) in Kupfer gestochen habe. Damit ließen vielleicht die Dreye siH wieder in Einen verwandeln; so wie hinwieder dieß viel später von Dlabacz (nach Do- brorvsky) euch, durch Verwechslung des-Wiener- mit dem Präger-Prospekte, bloß von dem erster» zu verstehen seyn kann. — — (Johann van). Der Katalog der der Universität Görringen zustehenden Gemäldesammlung, von Fiorillo, rubrizirt S. Zi eines seiner Gemälde, das einige trefflich gemalte Hennen darstellt; auf Leinwand (hoch 2- 5^', breit v 10 — — S. auch Allen im Supple, nente und unten. Alesto. sl.H Aleni (Thomas). Nach Zaist, malte er schon um > 5 i 5 . Einige halten sowohl ihn als Galeaz Campi für Schüler von Bocaccino. Allein dafür scheinen beyde nach Lanzi's Urtheil (ell. terr. IV. 125 ) nicht gut genug, da sie sich noch weniger, als ihr vermutheter Meister, der neuern Manier genähert hätten. Wie viele Aehnlichkeit sein und Campi's Styl hatten, ersieht man z. B. aus ihren Bildern in St. Do- menico zu Cremona. I. c. Alenyn (Alexis d'). Vermuthlich ein Russischer Kunst-Dilettante, der um oder gegen 1780 etwa, einige Zeit sich zu Dresden aufhielt. Man findet von ihm geistreiche, flüchtig mit Feder und Dinte entworfene Skizzen; so z. B- polnische Soldaten und Bauern vor einer Schenke. sl.^I Aleorri (Johann Baptist), genannt Argenra. Derselbe befand sich 1618 zu Fer, rara bedienstet, wo er das Schauspielhaus erbaute. Nach ihm hat damals (1618) Oliv. Gatt« ein Blatt in gr. quer Folio gestochen: viseAno Uella scenL Ira^ioa rlel teatro üi Verrara. Dasselbe zeigt eine perspektivische Ansicht einer Straße mit prächtigen Gebäuden, in den Wolken die fahrende Venus. Ales, ein Dilettant«, Weinhandler zu Hannover, hatte 1812 einen sehr schönen van der Werff zum Verkauf, der den alten David vorstellt, dem das Mädchen von Sunaim durch ihre Mutter zugeführt wird. Es stammte aus Paris her, und Kenner (der H. von Ranrdohr z. B.) hiel- ten's allerdings für Original. Indessen befand sich in München ein ähnliches, und bey dem Grafen Fries zu Wien ein drittes, letztres aber offenbar eine Copie, wahrscheinlich von dem sogenannten Tag-Schalken. Morgenblatt 1812, 5 o. sl. H.^ Alesi 0 (Adrian de), ist Eine Person mit A. Aleßio im Lexikon. Bchde Artikel sind übrigens durch einander zu ergänzen. sl. 11 .^-(MathäusPerezde),ursprüng, lich ein Spanier; doch geboren zu Rom. Daß er Michael Angelo's wirklicher Schüler gewesen, ist zwar ungewiß, doch sehr wahrscheinlich, wenn man seine -Werke betrachtet. Als er dann nach Spanien kam, zeigte er zu Sevilla verschiedene meisterhafte Zeichnungen, welche allgemeine Bewunderung verdienten, und den braven Bildhauer, Hier. Hernansez, bewogen, die Malerey bey ihm zu erlernen. Sein gigantischer St. Christoph in der Cathedrale zu Sevilla (i 585 vollendet) hält in die Höhe n'/Z Varas, und trägt das Kind Jesus auf seinen Schultern. In der Rechten hat er, statt des Stabes, eine hohe, starke Palme. In der Ferne erblickt man, in einer reizenden Landschaft, den Einsiedler mit einer Laterne. Nach einem mit 1587 batikten Kontrakte machte er sich anheischig,, noch einen zweyten solchen St. Christoph für die Paro- chialkirche St. Michael zu malen. Noch sah man von ihm ein Bild über dem Hauptaltar der Parockialkirche von Santjago el Äiejo, und einiges Anderes, das jetzt nicht mehr vorhanden ist. Fiorillo IV. 182—iZ 3 (welcher überhaupt bemerkt, daß Palomino s Nachrichten von diesem Künstler größtentheils falsch oder verworren seyen) halt es namentlich für unbegründet, daß er neuerdings nach Italien zurückgekehrt sey. Lanzi führt ihn zweymal, s. Aleßi und Matteo de Lecce an; eben so das Lexikon unter Alesio und Lecce. Sehr wahrscheinlich sind auch beyde Eine und dieselbe Alesio. Person ('), und wurde sein eigentlicher Name da Lecce in Spanien in Aleßi verhunzt. Sein großer St. Christophe! im Dome zu Sevilla soll ihm mit Hono Scudk bezahlt worden seyn. Als L. von Vargas aus Rom nach Spanien zurück kam, mußte der unsrige ihm das Fckd lassen, und ging wieder nach Italien zurück. (Lcl. lerr.) I. —v. Was dann eben dieser Schriftsteller (I. c. II. 3 , 5 ) s. v. über ihn bemerkt, ist bereits in unsern Zusätzen enthalten. Nach velasco soll er ungeheuer viel gezeich- net, und Einiges davon selbst in Kupfer geetzt haben. In unsern Zusätzen sollt' es heißen, daß wahrscheinlich C- Cort die Bekehrung Pauli (ein großes schönes Blatt) nach ihm geetzt habe. sl. Ii.^ Alessandri (Jnnocenz). Nach D. Majotti hat er die Astronomie, Musik, Geometrie und Malerei in vier Halbfiguren; nach F. le Moine eine Verkündigung und eine Flucht in Egypten; nach Piazetta eine Madonna in der Glorie, aus der Kirche della Fava zu Venedig; nach M. Ricci eine Madonna mit dem Schutzengel und den Seelen im Fegefeuer, aus der Schute der Schutzengel agli Apostoli zu Venedig; mit Scataglia gemeinschaftlich zwey Frauen und ein Mädchenbildniß, nach F. Fon- tebasso, und eben so'zwey Greisenköpfe, nach Tiepolo (alle diese a la Sanguine) gestochen. Noch bemerken wir, daß Bartolozzi, sein Lehr rer, an einer von ihm nach Piazetta gefertigten Platte, welche St. Philppo Neri im Entzücken vor einem Lodtenkopf darstellt, spätherhin den Kopf des Heiligen ganz umgestochen, und statt Alessandri's Namen seinen eignen darauf gesetzt hat. — — (Johann degli). Ein solcher war 1821 Präsident der K. K. Akademie der schönen Künste zu Florenz. Ob selbst ausübender Künstler, ist uns unbekannt. Tüb. Bunstbl. 1822. S. 20. sl. II.^I Alessandrino ( ). Von diesem, sonst hauptsächlich durch seine Staffi- rung von A. M. Cri'velli's Lhierstücken mit Figuren bekannten Künstler sieht man in der Gallerte zu Dresden zwey 3 ' 2" hohe, 2^ 7" br. Bilder auf Leinwand, deren eines Nonnen beym Gottesdienste, das zweyte ein Kapuziner-Refektorium darstellt. Dann in der Birkenstockschen Sammlung zu Wien folgende ziemlich große Gemälde auf Leinwand: Zwey große wilde Landschaften, die eine mit St. Anton, die andre mit St. Hieronymus staffirt; zwey andre mit Wasser, Bäumen, Dörfern und Figuren; noch zwey, das eine Mönche die sich in einem Zimmer wärmen, das andre das Begräbniß eines Trappisten mit vielen Figuren. (6aml. Vienue 8lv.) sl.^ Alessandro (Andreas di). Dergroße Osterleuchter, dessen das Lex. gedenkt, befindet sich dermalen noch in der Kirche St. Maria della Salute zu Venedig. Eine Abbildung davon trifft man bey Cicognara II. 70 an- Hagen Briefe in die Heimach H. > 53 . sl. 11 .^ — — richtiger Alexander (Johann), der Sohn eines Schottischen Geistlichen , und vielleicht ein Abkömmling des berühmten Schottländischen van Dnck, Georg Jamesone, reis te 1718 nach Italien, und ätzte zu Rom eine Folge von 6 Blättern nach Raphael; (>) Ungeachtet wir solches in unsern Zusätzen, « l. Alesson. L3 nämlich, neben den schon im Lex. bemerkten, den Segen und das Opfer Abrahams, die Himmelsleiter und den brennenden Busch. Von seinen Gemählden ist eine Vorstellung des Pro- serpinenraubs, im Erdgeschosse von Eastle-Gor- don in Schottland das bedeutendste. Eine Beschreibung davon erschien in Form eines Briefs, zu Edinburgh 1721. Fiorillo V. Ebend. S. 363 heißt der Unsrige Maler zu Edinburgh, der noch zu Walpole's Zeiten ein Familienbild- niß des vberwähnten G. Jameson, nebst mehr Anderm von ihm besessen habe. S. unten den Artikel des letzter«,. Alessandro ein Maler und Vergolder, welcher um 1676 in dem Dome zu Orvieto arbeitete , früher aber sich zu Rom aufhielt. sl. 11.^ — — siehe auch Alexander und Alexandre im Lex. Suppl- und unten. sl.^ Alessi (Galeazzo). Dieser Baumeister war einer von denen, welche im XVI. Jahrh, die ältern Gothischen, Lombardischen und Neugriechischen Baustyle mit einem bessern verdrängte. Ihm gebührt auch das Lob, daß, nach seiner Anleitung, sein inniger Freund, der Maler LucaS Cambiasi, seine gigantische Manier verließ, die Natur fleißiger zu Rathe zog, und mehr Anmuth und ein gefälligeres Colorit zu erreichen suchte. T- B. Bl. ,8,8 S. 72 und ,8,g S. 5 g. — — (Peter Anton). So heißt bey Lanzi (L6. ter-L.) m. g8 ganz ohne Weiteres ein Maler von St- Vito, Schüler des Hier. Amalteo. Alessits (Franz von), einMaler, gebürtig von Udine, arbeitete um wie aus einem in ecmeldtem Udine über der Hausthüre der Schule St. Hieronymus befindlichen al Fresco erhellen soll, welches den gedachten Heiligen darstellt. Lä. terr. 111. 29. sl. II.^I Alessio (Adrian). Vergl. auch Adrian de Alesio im Suppl., als mit welchem der unsere Eine Person abgiebt. Alessio Ariense, ein Baumeister, der i-joo von Bergamo nach Mailand berufen wurde, um eine Schwierigkeit zu heben, die sich bey der Erbauung des dortigen Domes ergeben hatte. Hagen Briefe in die Heimar I. 276. — — (Peter). So nennt Fiorillo IV. g8. ohne Weiteres, einen Spanischen Künstler, unter andern Nachfolgern der Stifter der Sevil- lischen Malerschule. Alesson Eckeman (Loren; Eckeman); umgekehrt Eckeman-Alesson dürfte seyn richtigerer Name.seyn. Geb. 1792 in Schweden, war derselbe für das Studium der schönen Künste bestimmt. Gegen seine Neigung führte ihn das Schicksal zu einem ganz andern. Er kam nach Deutschland mit seiner Mutter, die sich in Sachsen niederließ, wo die Landökonomie seine vornehmste Beschäftigung wurde. Späterhin (, 8 l 3 )ginF er nach München, wo sein Geschmack für die Künste aufs neue erwachte. Dann fand er zu Regensburg Freunde und Lehrer, die seine Anlagen entwickelten, und seine Kenntnisse erweiterten. In ,8,6 sah er in München zum erstenmal lithographische Zeichnungen, und faßte V. Lecce bezweifelt haben. -4 ,.si' l.§ 'k.' 54 Alet. Alexander von da an den Entschluß, sich ganz dieser Gat- tung zu wiedmen, welche er seither mit vieler Geschicklichkeit übte, wie seine mancherley Arbeiten beweisen, die in der Kunsthandlung von I. G. Zeller zu München erschienen sind. sener. p. 807. „Derselbe" (heißt es im Tüb. Runstbl. 182» S. 4 « 5 ) „hält sich in seinen Nachahmungen fleißig an den Charackter seines Vorbilds, in das er sich glücklich hineinfühlt, um es mit vieler Treue wieder zu geben. In dieser Hinsicht, und was Kraft und Deutlichkeit der Gründe betrift, sind seine beyden Landschaften nach Ruysdael ausgezeich, net- Andere nach Everdingen, Wynanks und van Goyen in dem im Zellerschen Verlage zu München 1820 erschienenen Werke: Nachbildungen guter Privatgemalde u. s. f. gehören zu den beßten dieser Sammlung, in weicher auch ein Blatt nach Hondekoeter von seiner Hand rühmliche Erwähnung verdient." In 1821 lieferte er drey Pferdestücke nach Albr. Adam ( Pr. i fl. 36 kr. das Blatt). In denselben gab er die Proben eines neuen Verfahrens mit der Tonplatte, welches vorzüglich gute Wirkung thut. l. c. 1821 S. 5 so. Sein Monogramm giebt BrulliSt (labl. gelier, l^ro. 19^6). fl . 11 .^ Alet oder Aller (Johann Carl oder Carl). Die Meister, nach welchen er gestochen hat, sind, neben den schon im Lex. genannten: Cantarini (il Pesarese) P. le Gros, I. Passen, P. Petri, A. Pommeranzio, F. B. Zucchelli, lauter Religiöses und Legenden. Wir nennen hier nur: Leben Christi in 12 Octav- blättern, dies gemeinschaftlich mit A. von We- sterhout, und (bey dem freygebigen Brandes „schön" genannt): Ananias, der St. Paul das Gesicht wieder giebt, aus der Kapuzinerkirche zu Rom, nach Beretini. Einiges auch ohne andere Namen als den selnigen. Rost fällt über keines der von ihm angeführten Blätter ein besonderes Urtheil. Er lebte noch 1717 und gab damals das Bildniß von Andr. Pozzo zu einer Ausgabe von dessen Perspektive. fll-H Alex (S.). Dieser Art. in dem Supplem. ist unverständlich. War Alex Maler oder Zeichner, Verleger (Unterschriftenmacher?) oder was besteht sonst für ein Verhältniß zwischen ihm und dem von Villamena gestochnen Blatte? Alexander (Andreas), schrieb u. a. über die Kriegsbaukunst L.OAometron ^rckitecturue Vliltlaiis oder Kunst-Maaß der Freytagischen Befestigung. Arnheim i 665 quer 8. Andreas der in der Mark Brandenburg geboren wurde, kam um 1660 nach Nürnberg, lehrte hier Mathematik, fertigte auch mathematische Instrumente aus Messing, ging i 665 nach Holland und starb daselbst einige Zeit hernach. Will's Aürnb. Gelehreenlex. — — (Johann), «in Elfenbein-Dreher ju London 1776. Directory kor ide gesr -77b. 8 l.onrlon p. 7. (>) 4« Dl-Pr. 6 Guineen. fl. H.^ Alexander (Johann), ein schottischer Kupferstecher, s. Alessandro im Lex. und Supplem. fll.^ — — (William) welcher in unsern Zusätzen s- v. M N>. Alexander erscheint. Von demselben spricht Fiorillo V. 731 —35 ausführlich , wie folgt: „Derselbe reifte mit dem Lord Macartney nach China, und lieferte die Gemählde, nach welchen die Kupfer in des Baronet Staunton Beschreibung der britti- schen Gesandtschaftsreise ausgeführt wurden ('). Eine andere Sammlung (^), die er von interessanten Gegenständen jenes, in seiner Art einzigen Reichs und der Einwohner desselben an Ort und Stelle entworfen hatte, gab er gleich nach seiner Rückkehr heraus. Zeichnung, Stich und Illumination sind von ihm allein, und machen dem Geschmack und Talenten des Künstlers große Ehre. Unter diesen Blättern empfiehlt sich besonders eins, das eine schön komponirte Bauernfamilie im nördlichen China darstellt. Ein Dauernmädchen prunkt mit schön gestickten Schuhen an ihren kleinen Füßen, obgleich ihr übriger Anzug sehr ärmlich ist. Die letzten Nummern scheinen mit größerer Sorgfalt ausgearbeitet zu seyn, als die ersten. Die Sitten und Gebrauche der Chinesen, in wie fern sie ein Gegenstand der zeichnenden Künste werden können, sind hier überaus charakteristisch dargestellt. Zu diesen Werken Alexander's über China gehören noch 22 kolorirte Blätter , die den Titel: Leibesstrafen der Chinesen (H führen. Aber gleich das erste Blatt gewährt einen so widrigen und eckelhaften Anblick, daß man sich wirklich über eine solche Herabwürdigung der Kunst, wie hier der Major Mason (so heißt der Herausgeber) verschuldet, sehr empört fühlen muß. Außer den Gemählden, die Alexan, der in China verfertigt hat, und den spätern Kupferstichen, welche das Costüme der Chinesen darstellen, kennen wir von ihm eine Sammlung von 52 Aussichten, welche von Pouncy in Kupfer gestochen, und mit großem Beyfall aufgenommen sind. Natürlich ist es bey manchen, vielleicht den meisten dieser Blätter, weit weniger auf historische Treue, als nur auf Befriedigung gaffender Schaulust abgesehen. Seit ein paar Jahren beschäftigt sich der Unsrige mit den ägyptischen Alterthümern im brittischen Museum, die nach seinen Copieen von Medland in Kupfer gestochen werden. Bekanntlich mußten die Franzosen alle ägyptischen Denkmäler, welche ihr Institut zu Cairo gesammelt hatte, dem Lord Hutchinson ausliefern; auch kaperte Lord Nelson im Mittelmeer ein Fahrzeug, das nicht weniger als 27 Lasten mit auserlesenen Ueberbleibseln der alten griechischen Sculptur, besonders aus Athen, am Bord hatte. Sie waren von Zeit zu Zeit von dem franz. Bildhauer Fauvel gesammelt worden. Diese Kunstsachen erscheinen nun durch die vereinten Bemühungen jener Künstler, die sich eines besondern Schutzes Sr. Majestät des Königs zu erfreuen haben Ebendas. S. 829 (,) Loslume, ,7974. Jedes Kupfer hat eine Beschreib, von John Barrow. (Z) kuuirkmenrs ok Lliias ero. kol. (4) S. Lngrsviogz wirk s üescriplive Account ok Mooumems in rbs Lririsd Museum, col- leckell I>7 rbe kreucli luslirurc in Lg^pr, soll surrenäcrecl ro rlie Lrilisil korces. Ich« Oi-swiugs I17 . ^//e-ean^ee, Snä tlis Lugraving» I>7 /k/e^/a,!^. XII. Hefte. Folio. Hie l'onil» ok Xlexrmllei, s Oisseilsrion on rtie Lsroopbsgus !>rougiir kroin Xlexsoclris soll uovr in tbe Lririsli Museum. L7 D-/»-a^ Dame/ t 7 /aeäe. Mit Kupfern. Außer dem bekannten Stein mit dreyfacher Inschrift, bestehen die von dem Capitain Turner aus Egypten nach England gebrachten, und dort im brittischen Museum aufgestellten Alterthümer aus zwey großen porphyrnen, in« und auswendig mit Hieroglyphen bedeckten Wannen, mehreren Sarkophagen, einer cvloMen Hand, zu einer Statue gehdrig, die 150 Fuß gemessen hoben muß, einem herrlichen Jupiter AmmonS oder Widderkopfe, und mehreren kleinen Obelisken. Alexander. LL wird wahrscheinlich immer der nämliche Alexander unter denjenigen Englischen Künstlern genannt, die sich um i8ol vereinigt hatten, die Schönheiten ihres Brittischen Vaterlands zu schildern, und deswegen eigene Reisen unternahmen. Eine Frucht dieser Reisen enthält das Werk: Leauties ok LnßstLkill LUki >VaIe5, or «lsllnestions to^OArapIiicsI, distoiical snll äescrixtive. Blatter nach ihm sind bisweilen bloß mit N). Alexander bezeichnet. sl. II ^ Alexander, der italienische Maler, wurde mit Don Giulio, seinem Landsmanne, von Carl V. nach Spanien berufe», vasari gedenkt ihrer nicht; dennoch sollen beyde den Unterricht von Raphael und Johann^ del Udine genossen haben. S. das Mehrere über sie in unsern Ausätzen s. v. Giulio, nach Fio- rillo IV. 65 — 66 . Was dann eben diese Zusätze von einem Dom Giulio Alexander, der der eigentlich Temines geheißen habe, dahlen, ist, als ein seltsames Quodlibet, so gut als für nichts zu achten. Auch der Art- Alex. Temini in unsern Zusätzen kann hierüber keinen Aufschluß geben. — — ein königlicher Münzgraveur in Böhmen , der auf Befehl König Wladislaws, wegen Verfälschung der Münze, l 5 os lebendig verbrannt wurde; und zwar, sagt Balbin, baß solches geschehen sey: non xer turdam et 1u- multum, seä ^ucticio 6 ato, und auf Befehl eines sonst äußerst milden Fürsten. Dlabacz. — — ( ), könlgl. Schriftschneider der Drnckerey im Louvre, s. Sebast. Trucher in künftigen Nachträgen. — — der Große, König von Macedonien, entwarf eigenhändig den Grundriß zu der von ihm erbauten Stadt Alexandrien in Aegypten. Er starb im Jahr vor Christi Geburt. Feßler Alexander der Eroberer. sl. 11.^ — — s. auch Aiessandre und Alexandre, dann auch llbelesqui, im Lex. Suppl. und unten. Alexandre (I. A. de), ein Franzose, der zufolge eines Gantkataloges 1670 eine Federzeichnung auf Pergament in Fol. sertigte, welche ein unter einem Baldachine sitzendes, mit einem Hunde spielendes Kind darstellt. ^1. 11.^ — — s. auch Alessandro und Alexander im Lex. Suppl. und gleich oben. — — ( ). Ein solcher erscheint in Lan- don's cles Leaux-^rls i 8 o 3 ohne Weiteres unter der Rubrik der damals zu Paris lebenden Miniatur - und Schmelzmaler. l^II-H Alexandrorv ( ). Auf dem St. Petersburger-Salon 1804 sah' man von ihm (der dort Kaiser!. Pensionair heißt): Der Vio» linspieler, eine Gruppe, von welcher geurtheilt wurde, daß solche in jedem Kabinet einen Platz (?) behaupten könnte, „wenn solche gleich etwas hart ist." Jen. L. Z. r8«4 dlro. 123. sl. Il.^j Alexejev ( ), ein Zögling der Akademie der Künste, war lange in Italien, hielt sich besonders in Venedig auf, wo er ein Schüler von Canaletti war, in dessen Manier er jetzt (um 1800) vortreffliche perspektivische Prospekte von St. Petersburg malte. Wohl derselbe, der in unsern Zusätzen Alexeerv heißt. Alfiano. Alexius (Daniel), ein geschickter Maler, geb. zu Pilsen in Böhmen. In -699 fertigte er in Fresco die Kapelle zu St. Johann dem Täufer in der Erzbischöflichen Residenz zu Prag, und brachte darin auch sein eigenes Bildntß an. Dlabacz. Alex» deMontoja, s. Monroja in unsern Zusätzen. 11.^ AI/ ( ), ist Eine Person mit dem Eus. Joh. Alphen im Supplem. und unten. sl.^I Alfani (Dominicus di Paris) Lanzi (Lci. lerr. II. Zo) giebt sein Geburtsjahr in 148Z an, glaubt dann abtr, wie es scheint nach Mariorri (lottere xittoi-iclie) daß derselbe um i 536 noch gelebt habe. Die einen (wie eben auch Lanzi) halten ihn für Horaz Alfa- ni's Vater, andre für dessen Bruder. Ihre Arbeiten werden oft verwechselt. Beyde Schüler von Perugino, nahmen noch eine gewisse bessere Manier, als diejenige ihres Meisters an, und milderten zumal das allzuharte in der Färbung dieses letzter». S. auch den gleich ff. Artikel. , ^I-H — — (Horaz di Paris). Derselbe übertraf noch seinen Sohn oder Bruder Dominicus. Mehrere seiner Madonnen (so z. B. eine in der Gallerte zu Florenz: Mutter, St. Anna und die beyden Kinder), und eine andere bey dem Auditor Frigeri zu Perugio) sind von Raphaels seinen nicht zu unterscheiden. Ueber, Haupt athmeten seine Arbeiten die Schule von Sanzio; nur daß sein Kolorit, minder stark, sich vielmehr nach einer, Barocci's ähnlichen Zartheit neigte, Lu. wir. II. 20 der sein Geburtsjahr in r 5 r» und seinen Tod in 1S8Z setzt. Ein gemeinschaftliches Bild von den beyden Brüoern (Crucifix zwischen den HH. Apollodor und Hieronymus steht man bey den Conventualen zu Perugia. In A. Mariotti's lottere keruAine, wo man mehreres sie Betreffendes findet, wird der letzt« als erstes Haupt der in i 5?3 zu Perugia gestifteten Zeichenschule noch besonders gepriesen. Gestochen nach ihm kennen wir einzig im Umrisse die H. Familie in der Galerie zu Florenz. Vadleaux etc. Ues Oaler. etranA. Lad. IV. diro. 2. Die Figur der Mutter zumal ist wegen dem Ausdrucke zarter Bescheidenheit, und der einfachen Zierlichkeit ihres Schmuckes wunderschön. ^I-H — — (Peter). Diesen Künstler kennt das Lex. nicht, wohl aber drey andere dieses Geschlechts ; darunter die zwey oben genannten Bruder, Dominicus und Horaz, beyde Schüler von P. Vanucci. Wohl von einem von diesen mag daher das Bild seyn, welches unter dem Namen perers als Kunstbeute während des Revolu- tionskcieges, aus der Kirche St. Franzisc zu Perugia nach Paris gebracht wurde, und die H. St. Francisc und Antonius darstellt, iorillo III. 696. Alfaro (Franz). Einen solchen zählt Fio- rillo IV. i 58 unter diejenigen talentvollen Spanischen Künstler, welche im XVI. Jahrhundert sich durch goldne und silberne Werke, Jntag- lio's, Münzen, Stempel und kunstreich geschnit, tene Juwelen hervorgethan haben. Alfaro, s> unten anch Arreaga. si-H Alfiano (Epiphanias de). Von ihm gezeichnet und gestochen kennt man eine Folge von Festverzierungen, mit 1692, und ein Schrif- tenbuch mit 1607 datirt. sk. HJ Alfieri (Benedikt, Graf von . Derselbe war ein Anverwandter des berühmten Dichters dieses Geschlechts. Dieser sagt von ihm in seinen Memoiren, unterm I. 1759: «Derselbe war ein sehr wackrer und würdiger Mann, von ganz einfachem Charackter, seiner Kunst leidenschaftlich zugethan, und gleichgültig gegen Alles, was nicht Beziehung auf diese oder andere schönen Künste hatte. In diesem Punkt aber ein solcher Enthusiaste, daß wenn er z. B. mit mir, damals noch unverständigen Jünglinge von Michael Angelo sprach, es nie anders geschah, als daß er sich bückte oder den Hut abzog. Er hatte einen großen Theil seines Lebens in Rom zugebracht; wachend dachte und schlafend träumte er von nichts als von der Schönheit der Antiken. In der Folge aber entfernte er sich denn doch bisweilen in seinen Bauten von dem guten Geschmacke, und ahmte dem neuen, selbst dem verdorbenen nach. So z. B. in seinem seltsamen Plan der Kirche von Carignano, die einem Fächer gliech H. Dann aber vergaß man diese einzelnen Flecken seiner Kunst über seinem Königlichen Theater, über dem eben so verständigen als kühnen Gebäude seiner Reitschule, dem Saale zu Stupigni, und der majestätischen Facade der St. Peterskirche zu Genf. Vielleicht wurde auch sein Genie durch die schmale Belohnung gehemmt, welche der Sardinische Hof diesem seinem ersten Baumeister anbieten konnte. Das beweisen wohl die vielen grandiosen Plane, welche er hinterließ, und deren sich sodann der König bemächtigte. Darunter befanden sich mehrere, die zur Verschönerung der Hauptstadt dienen sollten, wie z. B. der zu Errichtung einer neuen Mauer, an die Stelle der »»gestalten, die den Schloßplatz von dem Königsplatz trennt. Unermüdet gefällig war er gegen eine Menge Großer, die sich seine Freunde nannten, um ihnen ihre alten Häuser in Palläste umzukleiden, ohne davon einigen andern Vortheil zu ziehen, als wieder etwas Schönes zu bauen; und zum öftern mußte er über diese seine liebenswürdige Schwachheit selbst lachen. Eine Weile war er auch zu Neapel", u. s. f. Alftnger (Lucia) geborne Hansen, eine treffliche Künstlerin in Sticken von Bildnissen, Blumen rc. nach Oehlmalereien. Sie lebte noch 1811 zu Kopenhagen, und kam 1781 zu Flens- burg auf die Welt- e l nw ich Vunsthistorie S- 204. Alfon (Juan), ein Spanischer Maler von Toledo, verzierte eine Kapelle in der Kathedrale daselbst 1418. Fiorillo IV. 5 s. Alfred der Große, König von England, trat i> I. 871 seine berühmte Regierung an. Derselbe hatte während seines langen Aufenthalts in Italien die Künste kennen und schätzen gelernt, und berief daher ausgezeichnete Künstler und Handwerker aus mehren« Ländern und mit großem Kosienaufwande zu sich. Es ist gewiß, daß er im Jahr 880 Shaftsbury errichtete (^) und befestigte, London und Winchester vergrößerte; vielleicht legte er auch den Grund zu Winborne, einem Ort, den Ethelwold im Jahr 901 gegen Alfred's Sohn Edward itte Llcker vertheidigtes). Die Kirche daselbst kann uns einen Begriff von dem damaligen Geschmack der Architectur geben. Der Thurm ist mit Leichtigkeit und geschmackvoller als der von Christchurch aufgeführt, den weit spater, im Jahr imo, ein Flammänder und Liebling Wilbelm's Rufus, erbaut hat. Die Zierrathen sind wie man sie in allen angelsächsischen Kirchen wahrnimmt, aber sehr reich und mannigfaltig. Im Chor befindet sich das berühmte Grabmahl von Ethelred, das nach den Zeiten Alfred's oft erneuert zu seyn scheint. Auch ist die Inschrift daran neu, weil der König hier fälschlich Ethelred statt Etheldred oder Aethelred genannt wird (H. Unter den gelehrten Männern, durch deren Umgang Alfred sich zu bilde» suchte, und die einen entscheidenden Einfluß auf ihn hatten, war Grymbald, ein Franke, einer der ersten. Dieser Architect baute die unterirdische Kirche von St. Peter zu Oxford, und hatte viele Künstler unter seiner Leitung, von denen vielleicht einer den Sarg aus Porphyr verfertigte, worin Alfred im Jahr 900 begraben wurde. Für ein von Alfred unternommenen Werke wird auch das sogenannte weiße Pferd von den Englischen Antiquaren gehalten, das man an einem Hügel auf dem Wege nach Bath bewundert. Dieses weiße Pferd gehört unstreitig zu den merkwürdigsten Alterthümern Englands. Es ist, in einem hohen Kalkhügel, welcher ike ära^on UM genannt wird, ausgegraben, von der schönsten Form und von so beträchtlicher Größe, daß es hundert und sechszig Quadratruthen einnimmt, und zehn englische Meilen weit ganz deutlich gesehen werden kann. Immer bleibt die Kunst bewundernswürdig, mit der es ausgeführt worden ist; denn es sind nicht nur die Umrisse dieses colossalen Werks sehr zierlich, sondern es zeigt sich dabey auch eine erstaunens- würdige Geschicklichkeit in der Beobachtung der Perspektive. Wäre das Ganze nicht kunstmäßig nach dieser gearbeitet worden, so würde daS Pferd, welches in der schräge liegenden Seite des Hügels ausgehauen ist, durch die schiefe Lage verkürzt und ganz unproportionirt erscheinen müssen. Dies ist aber keinesweges der Fall, und es zeigt sich dasselbe vielmehr, so weit man es sehen kann, in den beßten Verhältnissen. Das Pferd ist galoppirend vorgestellt, und erscheint von einem blendend weißen Glänze, wenn die Sonnenstrahlen den Hügel erleuchten Die Graben,^ weiche den Körper des Pferdes bilden , müssen von Zeit zu Zeit von dem grauen Kalke gereinigt werden, der vom obern Theile des Hügels hineinfällt. Dies geschieht von den Bauern in der Gegend an einem ländlichen Feste, welches das Scheuerfest des weißen Pferdes genannt, und noch immer jährlich ge- feyert wird. Fiorillo V. 17 — 20. Hakler bemerkt, daß dieser König, der in seiner Jugend zu Rom gelebt, der Künste so kundig war, daß er andern darin Unterricht ertheilen konnte; und (r) Eine Dame soll ihn durch einen Scherz dazu verleitet haben, als er einst in großer Gesellschaft in Gedanken vertieft war, und erwähnte Dame zu ihm sagte: Alfieri, was staunen Sie? Wohl auf eine neue Baute? A- Sie haben's errathen. Nun welche Gestalt soll ich ihm geben? Sie lachend (indem sie ihren Fächer erhob): Die von diesem da! Lx ore. (-) Nach einer Inschrift, die sich noch zu den Zeiten Wilhelm's von Malmesbury daselbst befand. (z) S. 0,,'gin «>k ^Vinborne anst ie, 5plenstist Xttnrler, im I". I.XX. k. ll. 1137. 1800. Vergleiche Xnsv^er kc> sevei-al Crilici5llir, Ebend. 1°. I.XXI. k. I. p. 50 . 1801 (4) Eine Abbildung seines Pallastes zu Woodstoek, wo er den BoethiuS übersetzte, findet man im I II. p. 127- S 7 , Alfred. Jöcher namentlich, daß er «in guter Architekt und Geometer gewesen. Noch behauptet unter den antiquarischen Seltenheiten in England einen sehr hohen Rang ein Ring, den dieser König getragen, der zur Inschrift führt: me jussit tadricsri. Man fand ihn auf der Insel Athelney und zeigt ihn noch gegenwärtig in Ashmoleon - Museum l. e. 28. Alfred kresb^ter et LIs§is1er cu^u8yue artiz. So heißt bey Gümbner (Geschichte der literarischen Anstalten in Bayern) I. 17 ein Bayrischer Geistlicher, wahrscheinlich im Kloster Tegernsee, der zu den Zeiten des Kaisers Arnulf als ein Inbegriff der damaligen Künstler galt. Fiorillo D. l> 180. S. auch unten Ariram. fi. H .1 Algardi (Alexander). Mengs und Winkelmann waren die ersten Kunstrichter, welche dem übrigens verdienten großen Ruf dieses Bildhauers seine richtige Stelle anwiesen. Ihre Urtheile über ihn sind im Wesentlichen die nämlichen, welche bereits unsre Zusätze, nach Fiorillo und der Schrift: Winkelmann und sein Jahrhundert, enthalten. Don seinem weltberühmten Basrelief bey St. Peter heißt es bey Winkelmanns*): „In seinem Attila hat er den beyden Aposteln die wirksame Stille seines großen Vorgängers (Raphaels) nicht gegeben, oder nicht zu geben verstanden. Dort erscheinen sie, wie Gesandte des Herrn der Heerschaaren, hier wie sterbliche Krieger mit menschlichen Waffen." Und an einer andern Stelle liest man ( 2 ): „Wie unvollkommene Begriffe er von jugendlicher Schönheit gehabt, beweist seine St. Agnese (in der Kirche dieser Heiligen); denn die Figur derselben ist vielmehr häßlich als schön; ja der Kopf ist sogar schief gezeichnet; und dennoch (wird dann hinzugefügt) ist die Gipsform dieses Stücks in der französischen Akademie zu Rom zum Studio aufgehängt^)! In Betreff von Algardi's Verdienste» als Baumeister, nennt Milizia (Lä. ler-.) H. 200 u. ff. seine Villa Pamfili (Del Respiro) die schönste in Rom, und zählt dann ihre vielen Schönheiten und geringen Fehler ausführlich auf. Dagegen heißt bey ihm des Unsrigen Hochaltar in St. Niccolo Tolentino ein Meisterstück von Kunstmißbrauch (ä'abusi). Auch von der nach seiner Zeichnung erbauten Fa^ade von St. Ignazio weiß M. wohl mit Grund, manches gegen die Regeln reiner Architektur Anstoßendes auszusetzen. Von seinen Sculpturen kennt man in Deutschland einzig im Marmorsaale der Orangerie zu Ganssoucy die Profile Homers und Virgils, zwey Medaillons in Marmor (2' 6" hoch, i* 6" br.); dann zu Charlorrenburg, im großen Saale, auf zweyen Kaminen, den 2* hohen Herkules als Kind, ein/ und anderseits dasselbe Bild in Bronze ausgeführt. (>) Werke I. Z7. Algöwer. Ueber die Frage : Ob Algardi auch in Kupfer geetzt habe, zeigt Barrsth XIX. 74 - 77 ausführlich , daß kaum eines der demselben zugeschriebenen Blätter ihm zugehöre, sondern sie vielmehr die Arbeit des geschickten Simon Guillon seyen ( 4 ). Gestochen haben dann aber nach ihm: I. B. Bracelli des Basrelief von Attila; aber nicht so gut, wie Ebendasselbe Mitelli und besonders Westerhout; E. le Davis das Basrelief einer H. Familie; N. Dorigny die Bildsäule Papst Jnnocent X. sehr schön; S. Felice in 3 Blättern Plan und Profil des Gartens und Pallastes von Bel Respiro; I. Frey ein nach seiner Zeichnung,gefertigtes Crucifix (ob das vorgenannte berühmte?); I. I. Frezza das Grabmal Papst Leo XI. (von dem Unsrigen entworfen, und durch H. Ferrati und I Peroni ausgeführt); Mitelli eine Statue von St. Philipps Neri, und F. de Poilly das Austreten des Nils, zu einer Thesis; ein Ungenannter da» Hochaltar in der Kirche Sän Nicola Tolentino, u. s. f. BruUior giebt dreyerley Zeichen, die man Blättern, welche von Algardi selbst geätzt seyn sollen, zuschreibe, bemerkt aber dabey, daß zweye derselben, deren eines Christ und Malpe, das andere Serurh anführe, ihm niemals zu Gesicht gekommen sind. l^II.^ AIgar 0 rri (Franz, Graf von). Neben Andern, ätzte er (1744) ein Blatt mit antiken Köpfen, und einige andere dergleichen nach Tiepolo (§). Hinwieder hat Mauro Lest Vasen in antikem Geschmacke nach ihm gefertigt. Sehr Geistreiche unter seinen Landsleuten neuerer Zeit achten denn doch seine Schriften über die schönen Künste für nicht viel mehr als oberflächliche Pamphlets. Einige setzen seinen Tod in 176Z an. Algeier, s. Algöwer unten. Algensrädr (Carl Friedrich), ein Maler zu Landsberg an der Warthe, der 1819 3 , I. alt war. Ein anderer Maler daselbst, Johann Christ. Ludwig A- vermuthlich dessen Vater, stand 1819 in einem Alter von 67 Jahren. Verzeichnis der Mitglieder der Loge Fried- richs-Ehre im Grienre zu Landsberg 58 19. - — (Johann Christ. Ludwig), s. vor- stehnden Art. Algoer (kavinus), von Gent, gab dir Zeichnung zu einer Landkarte der mitternächtigen Länder, die bey Gerh. de Jode zu Antwerpen erschien, wie Drrelius u. a. anführen. Algöwer oder Algeier » - . . (Hans). f Glockengießer )s. Joh.Osan — — — — i im Supplem. (Hans Diepold), ' (1) Ibi-i. IV. .6,. (Z) Wer gab ihm aber auch den Einfall, daS — häßliche Wunder abzubilden, wie daS fromme Kind ganz mit plötzlich wachsenden — Haaren bedeckt ward, um sie vor der viehischen Lust prätorianischer Soldaten zu schützen? (4) Darunter namentlich auch das Bildniß Annibal Carraccl'S, an der Spitze der sogenannten Ausrufer von Bologna, und ein Titelblatt, wo Amor und das Glück einen jungen Krieger krdncn. Noch nennt man überdies von ihm: Sein bekanntes, so oft copirtes, und immer nach seinem Namen: Algardi's Cruzifix, getaufter Christ am Kreuze; dann die Befreyung der Seelen auS dem Fegfeuer, und endlich den von seinem Hunde begleiteten Blinden, letztem nach Annibal. (z) Sein Monogramm, ein verschlungenes c und X. (Oomre! ^Ix-roui) führt Srulliot an. I. ,5 Algärver (Johann). In den Registern der Dresdner-Goldschmiedsinnung, ist unterm I. 1693 eingetragen, wie sie damals »6 Thaler Almosen zahlte, für den gefangenen Goldschmied in Straßburg Johann Algeier Burge- meistern zu Keitzling (Geißlingen bey Ulm?) -7 — (Valentin), ein geschickter von Ulm gebürtiger Geschütz- und Glockengießer, der ein Stiefbruder von Wolfg. jJeidharr dem altern war, und gegen Ende des XVI. Jahrh, lebte. Er stand in Diensten des Markgrafen Georg von Brandenburg, der ihn seiner Kunst halber sehr in Ehren hielt. Veyermann zJachr. von Gelehrren und Rünstlern aus Ulm. Daß Valentin noch 1606 zu Ulm Glocken goß, welche mit Figuren verziert waren, entnimmt man aus des E Frrck Ulmischen Münster 4 °. Ulm i/Zi. S. 44. Alharr (Georg), ein Steinmetzgeselle der 170h zu Dresden arbeitete, sk. n.^ Al >' amet (Franz Germain). Die Meister, nach welchen er gestochen hat, sind, unsers Wissens: F. Doucher, C. le Brun, H. Carracci, Jeaurat, le Moine, Paine, Pillement, R. E- Pine, Poilly, G. Reni, H. Robert, A. Sacchi, N. le Eueur, S. Vouet, Watteau, Wouwermans. — Wir nennen hier noch von ihm: Nach le Brun St. Carl Borromaus, den nämlichen, welchen auch Edelink gestochen hat; nach Carracci die Anbetung der Hirten (für Boydell); nach le Moine die Verkündigung; nach Sacchi ein Pansopfer; nach le Sueur die Steinigung Stephan! (beyde letztere wieder für Boydell). Ueber den einzelnen Werth dieser u. a. seiner Blätter haben wir nirgends keine Urtheile gefunden; er dürfte kein großer seyn. Doch nennt seine Beschneidung nach Guido auch Füßli. Uns selbst ist er wenig bekannt. sl. — — (Jakob). Paris war sein steter Aufenthalt. Die Meister, nach welchen er gestochen hat, sind unsers Wissens : St. della Bella, N. Berghem, F- Boucher, B. Breem- berg, Cochin, Coypel, la Croix, C- Eisen, Gravelot, Grenze, I. Hackert, I-Ph. Hackert, St Jeaurat, A- van der Neer, D. Peters, P. Potter, Poussin, Teniers, de Troy, A. van den Velde, Vernet, I. M. Dien, -Wagner, Wouwermans. Namentlich nennt Heinecte eine große Landschaft nach Berghem, aus der Dresdner- Gallerie, als ein Blatt, das ihm Ehre mache, und der Katalog von HMkler einen nächtlichen Brand, nach Vernet, als schön; Jouberr die vier Tagsstunden, nach Vernet, als vorzüglich geschätzte Blätter. Noch fügtet- Fußii (S. 335 , neben andern, als bemerkenswert!) hinzu: Die Reise und die Ankunft auf dem Blockbberge, nach Teniers, und den Winter-Zeitvertrieb nach van den Velde ('). Seine Blatter tragen bisweilen das sonderbare Monogramm k.. so. sllJ Aliberrt (Johann Carl), geb. zu Asti 1H80 und gest. um 1740, wie es scheint hauptsächlich Maler in Fresko. Auch Lanzi Lä. terr. V. 390 — 59, führt von ihm besonders seine Arbeiten in St. Augustin zu Asti (eine Kathechumenen--Laufe dieses Heiligen, und dessen Himmelfahrt) an. Erstre zumal nennt er eine wohl idealisirte Geschichte, die darin angebrachte Architektur grandios, eine schwierige Perspektive sehr gut beobachtet, die Figuren voll Ausdruckes, und überhaupt den Styl zwischen dem römischen und bolognesischen schwebend. Der l). della valle in seinen l-ettere 8ene«e will gar die Manieren aller großen Meister in seinen Werken finden; Lanzi indessen (l c.) sagt, sehr artig: Daß ihm die Zeit gemangelt habe — so viel Leute dort anzutreffen. Man wollte ihm auch das ganze dortige Dom zu malen geben; als er aber i 5 Jahre Zeit dazu fodertc, vertraute man Andern, geschwinder» Künstlern die Arbeit, und er fand nicht Ursache solche zu beneiden. sll.^j AIiberti ( ), genannt der Abt Ailberri, Johann Carls Sohn. Ob er etwa mit dem, nebst ihm, in unsern Zusätzen angeführten Joseph Aliberri Eine Person sey? Wir vermuthen es. Seine H. Familie al Carmine zu Turin, deren auch das Suplement gedenkt, läßt sich recht gut sehen: »Obschon" (sagt Lanzi L6. lerr. V. 591) „dieselbe in jenes Grünlichte fällt, das zu seiner Zeit in Italien Mode war, und noch heut zu Lage dort in gewissen Kunstwerkstätten erblickt wird." Airbrand,' (Hieronymus), geb. zu Messma ,470 von einer bürgerlichen Familie, aber liberal erzogen, und anfänglich für das Studium der Rechte bestimmt, dem er aber bald dasjenige der Kunst vorzog; hierin Schüler zuerst in Messma selbst, dann späterhin zu Venedig jenes Antonello vonMessina, Freunds von Giorgione, von welchem derselbe Alles gelernt hatte, was je einen vortrefflichen Künstler bilden kann. In dieser Schule blieb der Unsrige viele Jahre, und ging dann nach Mailand in diejenige von da Vinci, wo er noch einige Harte in seinem Styl verbesserte. Um i 5 i 4 kehrte er (heißt es) gen Messma zurück. Wo er sich, seit da Vinci's Abgänge von Mailand (1499) aufgehalten, ist ungewiß- Irgendwo heißt es, daß er in dieser Zwischenzeit Raphaels und Correggio's Bekanntschaft benutzt habe, was sich aber mit der damaligen Jugend von beyden (da der eine, geb. >485 nur noch ein hoffnungsvoller Jüngling, und der andere, geb. >494 vollends noch Kind war) nicht wohl reimen laßt. So viel ist gewiß, daß des Unsri- gen Styl je dem Beßren seiner Zeit gliech. So z. B- in der Kirche della Candalora zu Messna in einer 24 sizilianischer Palmen hohen Reinigung Mariä, welches allerdings für Grazie, Colorit, Perspektiv — kurz für Alles, was das Aug bezaubern kann, das schönste Bild in gedachter Stadt ist. Auch schätzte Polydor Cal- dara dasselbe so hoch, daß er eine Abnehmung vom Kreuz in Leimfarbe (a guarro) als Decke dafür malte, unter welcher solches noch auf die späte Nachwelt gekommen ist. Dann st. Hieronymus, für so viel Kunst viel zu frühe, an der Pest l 52 ) Indessen dürfen wir nie vergessen, daß die Urtheile über den Werth einzelner Landschastsblütter von unglaublicher Unsicherheit sind. A l i o. Allais 59 Alts (Joseph), ein Baumeister zu Wien 1791. w»enertsches Romme rztalschema. Wien 1791. 8°. fl.^I — — (Mattheus). Wenn das Lex. ihn und den Thoma s, nur zu Einer Person machen will,,so ist dasselbe ein Irrthum. Beyde waren Gebrüder, Bildhauer und Architekten, und trugen den Beynamen Gauro. Von Marrheus fuhrt man bey Beschreibung der Kirche des H. Anton's zu Padua mehrere i 65 Z zum Theil mit seinem Bruder gefertigte Basreliefs an, bezeichnet: ^t//ro Uostlc». ttrcüettatf.; et 7 V/c>,»a^ kratres Oar/^r als 8culpt. et Credit. lVIestiolan. faoiebant. Dann finden sich von ihm (und nicht von Marrheus Laro wie Rosetri sagt) in einer Kapelle der dasigen Dominikanerkirche des H. Augustin die Statue des H. Loren; Justinian, die nicht so wohl gerathen ist, als die daneben stehende des H. Anton, welche G Brunellt 1667 fertigte, und worüber unser Marrheus sich zu Tode gegrämt haben soll. Von Thomas Alts sieht man aber in nur gedachter Kapelle die Figuren der Hoffnung und Treue, diese von 1664 (ebenfalls irrig dem Marrheus Laro von Rosern beygelegt); dann die Figuren Liebe und Hoffnung in der obbe- merkten Kirche des H Anton und endlich die Statuen der größer« Kapelle der Benediktinerkirche St. Benedetto vecchio. pitlure, Lculture , Xrcttitetture ä! ksäova. S. 27, 08, i 5 ti, id 5 , 260. — — (Thomas), Bruder des Marrheus, s. vorstehenden Artikel. si.) — — s. auch Aglto im Lex. u. oben. A110 n, und ein dabey aus einem verschlungenen ä. 6. bestehendes Monogram, (auf Kupferstichen aus der ersten Hälfte des XVI. Jahrh.) bedeutet vielleicht, daß dieser ä. 6. zu Lyon gearbeitet habe, und in solchem Fall nicht als Künstlername zu betrachten sey. Neben Anderm befindet sich dasselbe auf einem Blatte, welches Laocoon mit seinen Söhnen darstellt; im Hintergrund ein Porticus am Meere, von dorischen Säulen unterstützt. Eine Eopie dieses Blattes ohne die Statue des Laocoon, und ohne das Wort Alton, ist, statt mit ä. 6. mit L. k'. bezeichnet; und eben so, gleichfalls ohne das Alton) sind es (nach Christ) Blätter zu Lyon 1686 gedruckt, was denn unsre obige Vermuthung bestätigt, Altsch ( ), Bauinspektor auf dem Ealzwerke bey Nehme im Fürstenthum Minden 1787. Adreßkal. von Minden, Ravens- berg, Teklenburg rc. auf 1787. 12°. sl. 11.^ Altx (Johann). Eine H. Familie von ihm, wo Maria das Kind, wie tragend, dem kleinen Johannes entgegen bringt, der ihm einen Vogel anbietet (dasselbe, was auch Rous« seiet i 65 c>, vielleicht auch altere, wie Ch. Albert i 58 s und I. Matham i 5 o 5 gestochen haben) soll nach Hemecke ein sehr angenehmes Blatt seyn. Von ihm kennt man auch Bildnisse, wie z. D. des Kanonikus Robert de la Sorbonne, nach van Mol. thk-c. fll.^I Altx (P. M.). Derselbe erscheint, unsers Wissens zuerst, als Künstler in punktirter und Tuschmanier in Landon's Xlrnanaett Loaux-^rts l8oZ. Um i 8 o 5 fertigte er schöne Blätter in Kreidemanier. So z. B> den Kopf eines Weinenden nach Dominichino und nach der Zeichnung von van der -Wal in gr. Fol. Dann, gemeinschaftlich mit Madm. Denys, ein Blatt: Oeoouverte Interieure clu quartier Ues solllats ä komxei). sl.^j Alkamenes, s. Alcamenes im Lexikon. Alken (H.). So soll ein englischer Maler heißen, nach welchem in unsern Tagen T. Su- therland vier bunte Blätter gefertigt habe, welche die Hauptmomente der Fuchsjagd darstellen; in quer Fol. Alkofec (Adam), Bürger, Maler und Wachtschulmeister zu Regensburg, wo er 16Z7 geb. wurde und i 683 starb. Seifert Stammtafeln gelehrter Leute. Erster Theil, Stammtafeln seines Geschlechtes. fl. II.^ Alls erd, s. AUard im Lex. Suppl. und unten. Allats (Johann Alexander). Ob vielleicht ein Sohn eines der Allats des Lex. oder der Zusätze? Aus dem Salon zu Paris 1822 sah man von diesem dort lebenden Kupferstecher ein Bildniß des Präsidenten Lamoignon; dann ein anderes nach Ducis: Vandyck, wie er sein erstes Bild vollendet (' . Die Platte von letzterm (im Besitze der Gesellschaft der Kunstfreunde zu Paris) war von Rtbaud angefangen, und bann nach dem frühen Tode desselben von Allats zu End gebracht. „Dieses Blatt" (heißt es im Tubing. Runstbl. 1822 S. 12Z)" besitzt in den Fleischtönen nicht alle Vollkommenheit, die man wünschen möchte; aber die Beywerke sind gut ausgeführt (Pr. 25 Frk. und 5 o vor der Schrift)"., Ebendas. S. 235 finden sich noch mehrere Rügen dieses Blattes, und wird hier der Künstler bloß ein Stecher des zweyten Ranges genannt, dem das Kräftige besser als das Zarte gelinge. Auch sey hier die Darstellung unverständlich: Das Mädchen deute zwar auf die Staffelei hin; aber auf der Leinwand seyen noch bloß unbestimmte Gestatten zu sehen (^). Wohl sicher ist der Unsrige der nämliche I. A. Allats, von dem man schon um 1L0H die beyden Bildnisse nach da Vinci s Joconde und la belle Ferromere kannte, deren jedes i Spez. Duk. kostete. und Ob er dann auch mit dem gleich ff. I. Allats Eine Person sey, ist uns unbekannt. — — (I.), ein französischer Kupferstecher neuerer Zeit, soll zwey von I. D. Bertaux nach Swebac des Fontaines in quer Fol. geistreich radirte Blätter, die ein Kuppel Pferde, und dann eine Stutterey im Freyen, nach Andern die Tränke (l'abreuvoir) darstellen, nachge- (>) Nachdem dieser Künstler, auf seiner Reise nach Rom, einem schönen Mädchen, in das er sich verliebt hatte, -u Gefallen, zu SaveUhelm blieb, und dort ein Altarblatk für die Kirche deü OrtS malte. Ein früheres mochte den» dock das Bildniß seines Liebchens seyn. (,) In dieser zweyten Stelle wird der Pr. des Blattes auf ,5 fl. angesetzt. hends in Aquatinta überarbeitet haben. Unsicher ist er nur Eine Person mit dem gleich vorstehenden Ioh. Alexander A. sl. Alla > s ( ), der Bildnißmaler, hieß L. I- und ist derselbe, der, nach unsern Zusätzen, das Epitaph des Herzogs Ludwig von Orleans (st. 1722.) gestochen hat. Von ihm ist auch das Blatt: Das Kindischthun nach C. Huet ('). Hinwieder hat Aveline nach ihm das Titelblatt zu einem Andachtsbuche Lro mors Ina etc., und St. Fessard das Bildniß des Arztes I. A. Peissonnel gefertigt. Ob aber nicht überhaupt der Maler und der Stecher Mais in dem gegenwärtigen Art., so wie in dem Supplemente, zwey Personen ausmachen, ist noch die Frage? sll.^ — — ( ). Der Baumeister der Zusätze. Seine, gemeinschaftlich mit Derour- nelle und vaudoyer besorgte Herausgabe der 6rancls prix U'^rcditecture hatte das große Verdienst, daß diese bisher in den Portefeuilles gebliebene schöne Blatter für den Unterricht brauchbar gemacht wurden. Meusel's Archiv l. 4. is 5 . sll .4 Allan (David), st. zu Edinburgh. Der A. D. Merk. Iahrg. 1796 Dec. S. 394 , der von ihm gleich dem Suppl. spricht, nennt ibn Allen. Ob er vielleicht mit dem Allen, eben auch des Suppl. Eine Person seyn dürfte? Die vier römischen Carnavalsscenen nach ihm (in Brandes Gantkatalog spezificirt) sind von Sandby (1787) schön in Aquatinta gefertigt. Noch nennt der Katalog von Winkler nach ihm: Den Ursprung der Malerey (pinx. 1776), aus dem Cabinek Byres, von Dom. Cunego gestochen. Und eben so kennt man, nach seiner Zeichnung, Vignetten, die zu Campbell'S Geschichte der Poesie in Schottlands) geetzt wurden, und ungemein viel Geist verrathen. Fiorillo V. Lvl — 802 . — — (W.), ein berühmter englischer Gats tungsmaler neuester Zeit. Von ihm sah' man auf der Londner - Kunstausstellung 1822 die zerbrochene Geige, eine Scene in einem Fischerdorfe bey Edinburgh. Von diesem Bilde heißt es im Tüb. Bunstblatre 1822 S. 211: „Wir wünschen uns und dem Künstler Glück, sowohl wegen der Vortrefflichkeit seiner Leistung, als auch wegen der Wahl seines Gegenstandes, und daß dieselbe das komische Gebiet erfaßte, in welchem er die gleiche Kraft entfaltet hat, die wir in seinen ernsteren Darstellungen finden. Der Künstler brachte uns oft in das Haus der Klage und Trauer oder vielmehr der Schmach, und wir blicken mit Freude nun auf diese Scene des Frohsinns und der Laune, wie zu einer verwandter» und tröstendem Ansicht dec Menschheit, wo Lust, und auch Possen, Seufzern und Thränen vorzuziehen sind. Neben dec geschickten Ausführung, welche den Pinsel dieses Künstlers stets charakterisirte, wußte er sich die möglichst malerischen Formen eigen zu machen, nebst Allem, was in das Gebiet dieser Kunstgattung gehört; in Einklänge damit ist der sanfte, harmonische Farbenton. Das Gelächter, die Verwirrung in dem Dorfe, das eine zerbrochene Geige, und ein Kopf, welchen fast dasselbe Schicksal traf, verursachen, das Schreyen und Schelten, Spotten und Zanken dazwischen, vollenden das Komische dieser Scene. Wir könnten vielleicht, technisch zu sprechen, bemerken, daß mehr Ruhe in dem Total - Eindrucke seyn dürfte; allein die Ruhe hat nichts mit dem Gegenstand zu thun, und dieser nichts mit jener, und wir sind zufrieden, das Ganze so zu sehen, wie es ist." sl.II.^ Alland (Abraham), ein falscher Name des unten folgenden Abraham AUard. sl. H.^ AUard (Abraham). Auf einer vor uns liegenden nummerirten Folge mit französischem und zugleich auch holländischem Titel: I.es villes ste Prise, exaotement clessin^es et Aravees par ä I.c^cle ober Pierre van äer ^a(^), ist dieser Titel in so weit irrig, daß diese Blatter von Folkema gestochen (dessen Bezeichnung: po/äsm« seulx. findet sich stets aber so versteckt ange, bracht, daß eine genauere Betrachtung zu derselben Auffindung nöthig ist), dann aber mit exe. adressirt sind. Der letztere hatte also nur den frühern Verlag, ehe sie in die Hände des v. d. Aa gelangten. In G. Hoyer's Geschichte der Kriegskunst H Göttingen -799 8°. S. 3 Vo (wo übrigens irrig Alland statt AUard steht) citirt man noch von ihm (wie es scheint als Verleger und Herausgeber): l.es Principales torteresses et villes kortes ä'LspsAne, ste la krance, ä'llc»llan6e, ck'Italie, ste 8a- vo^c, tlUleniSAne etc. par^6ra/-sm^//sr^, kc>1. Qe^äe i 6 g 5 . Der winklersche Gantkatalog nennt von ihm 5 Karrikaturen von Holländischen Bauern und Bäuerinnen für C- Al- lards Verlag. sl. ll.^ — — (Anton). Daß dieß ein völlig falscher Name für Abraham Ä sey, haben wir gleich oben Not. 3 gesehn. sl. n^> — — (Carl), welcher im Lex. unter dem Art von Abraham Ä. erscheint. Für seinen Kupferstich-Verlag haben viele (meist mittelmäßige) Meister gearbeitet, als Joh. van den Aveele, Gouwen, L. Scherm, R. Zeemann rc. Solche Blätter, auf denen er sich selbst als Kupferstecher benennt, sind mir noch nicht zu Handen gekommen, dagegegen aber mehrere Landkarten (in denen wie es scheint sein Hauptverlag und Hauptgeschäft bestand) worauf er sich ausdrücklich entweder als Zeichner (z. B. auf einer Karte des Herzogthums Brabant) oder als Geograph angiebt. In Gregor«'« «turiösen Gedanken von Landkarten S- 83 heißt er ein geschickter Künstler, der einige Jahre her zu Amsterdam nicht allein viele Sphären und kostbare Globo's, sondern auch mit eignen Händen Landkarten gefertigt habe- „Sein Orbis Hrrarum oder planispkaerium terrcstre", fährt unser Autor fort, „ist mit vielen mathematischen Anmerkungen sehr nett gezeichnet und so sauber abgedruckt, daß ich meines Wissens dergleichen noch nie gesehen, und es zeugt dieses Blatt von dem geübten Geiste dieses Mannes. (>) Somit ist das Suppl. hier zu berichtigen, wo es irrig sagt, daß Huet nach dem Unsrigen gestochen habe, und solches denn doch ». v. Huet selbst widerlegt. (2) - Vol. 40. Ein äußerst seltenes Werk, von welchem nur 90 Exemplare abgedruckt wurden. ( 3 ) Heinrek« nennt diese (1-) Blätter „genau gezeichnet." Unsre Ausätze eignen dieselbe» irrig dem nachfolgenden Anton — einem Nonenö zu- Allard. 61 Die übrigen Karten Allard« tragen nichts besonderes an sich, außer etlichen Stücken von extraordinärer Größe, darinnen er das Hientrum Kolli in den Niederlanden darstellt. Er hat die Arr, seine Karten auf das zierlichste zu illuminiren.." — wolrersdorf's Beper- rorium der Barren. Wien i 8»3 I. m fährt unter dem Jahre 1682 von ihm an: ätlas minor seu Indb. ^eo^r. prseoipuoriim reAiiorum. ^msteloü. Der Winklersche Gantkatalog nennt aus seinem Verlage 6 Bl. Ansichten von Gebäuden zu Amsterdam. Allard oder vielmehr Alard (Hermann) 1602. So wird kurzweg irgendwo ein Künstler oder Kunstverleger angezeigt. Das Werk des I le Roy: l'opoArapkiL Historie» 6allo- Lrsdanliae toi. ist adresslrt: ^mstelseciami 1 '^pis^k 6 ^,»a?rKr^//s^r Xlino !Vl. D. L. XLI 1 .; vielleicht daß die Jahrzahl 1602 irrig ist und beyde Hermann'« nur Eine Person abgeben. In angezeigtem Werke finden sich viel mittelmäßige Prospekte von I. Harrewyn und I. F. Leonard radirt. (Nachtrag zu Obigem). „So eben ersehen wir, daß ein solcher (wenigstens als Verleger von Kupfern und Holzschnitten) zu Anfang des XVll. Jahrhunderts wirklich bestand. Man hat nämlich zwey von F. San- redam gestochene allegorische Blatter auf die Siege, die der Prinz Moritz von Nassau über die Spanier erhielt; auf dem einen liest man: elicat ^ono l6oa und auf dem andern ^nisteloclami Lxcuklebst LIDIOLH. (1602). Endlich ist auch die vierte Auflage des nach Alb. Dürer's Zeichnung vortrefflich geschnittenen Triumphwagens Kaiser Maximilian I. mit der Adresse versehen: Impressus est Lurrus iste ^roslel- reoclami per et Osnillcm 6e Vle^n Hnno 160g. Hier NMNt er sich also Alardi Boster (?). sll.^-(Huych d.h. Hugo). »Noch ist mlr" (sagt einer unserer Freunde) »kein Blatt zu Gesicht gekommen, auf welchem er sich als Zeichner und Kupferstecher benannt habe; wohl aber kennen wir deren mehrere (theils mit theils ohne Angabe eines Kupferstechers) die mit seinem exouck. versehen sind, und davon unterschiedene früher sich im Besitze anderer Verleger befunden hatten. So trifft man aus seinem Verlage Blatter von Philip. Douttats, C. van Dalen, I. Brouwer, Joh. Barra, P. Nolpe (dieser holländische Ansichten, wie z. B- die Blokade von Amsterdam) P. Pontius (früher mit C Dan- keinings Adresse) rc. und, ohne Namen eines Stechers, die Bildnisse des Protektors O. Crom- wel's gr. Fol., des Johann von Gissen, Gesandten beym Münsterschen Frieden rc. Uebri- gens schreibt Hugo, welcher zu Amsterdam in der letzten Hälfte des XVll. Jahrh, lebte, seinen Namen auch bald AUarde, bald Allaerdr, Allegri. bald Allerdt. Brullior giebt ein Monogramm von ihm, und bemerkt, daß die, sey es nun von ihm, oder bloß in seinem Verlage erschienenen Blätter von denen von Abraham und Carl Allard schwer zu unterscheiden seyen, da sie meist bloß den ausgeschriebnen Namen Allard tragen, und übrigens geringen Werth haben. Allard (I. F. H.), ein Baukondukteur zu Jülich 1820, damals sei. 00. ^0. — — eigentlich Alarr, ein sehr alter Kupferstecher zu Herzogen-Busch. Es ist solches indeß der Alarr du Hameel, von dem unten die Rede seyn wird. sT. il-H — — ( ). Eine Menge der von den im Lex.,, in unsern Zusätzen, und oben angeführten Künstlern dieses Namens gefertigten Blätter sind lediglich mit: oder so. oder auch bloß exe. bezeichnet. So z. B. 12 aus den Ovidischen Verwandlungen, nach H. Carracci (Galer. Farnese), S. Vouet und le Pautre; Mars welcher der Venus liebkost, Cupido im Winkel spielt mit dem Helme des letztem, auch ohne Namen des Malers (P. Caltari); die sieben Todtsünden nach Callot; vier Schlachten nach van der Meulen; Ansichten von Houslardyck (18 Bl.), diese gemeinschaftlich mit Dankerts. Allaux ( ), ein Französisch er Maler zu, Rom. Unter den Arbeiten, welche von Künstlern seiner, Nation in 1820 an die Akademie zu Paris übersandt wurden, befand sich von ihm: Theseus, der den Centaur Bianor tödtet. Tüb. B. Bl. 1820 S. 3 i 6 . Alleaume (Franz), ein Ingenieur zu Paris 1811. S. /ranz verzy im Suppl. — — ( ) oder Aleaume ( ), gab in 1628: Introckuction ä I» kerspeotive. Scheibe!'« Einleitung zur mathematischen Bücherkennrntß X. 443 . Alledag (Johann Adam), ein Steinmetzgeselle von Wirzburg der 1674 zu Dresden arbeitete. sl.^I Aliegrain (Stephan). Nach einem solchen (ob von denjenigen, die das Lex. anführt?) hat Cl. Melan das Titelblatt zu den von Ludwig d'Orleans (?) übersetzten Annalen des Lacitus gestochen. sl. 11.^ Allegri (Anton), genannt ) Busgemittrlt ist dir Richtigkeit dieses, von Einigen in 1490 von Andern gar in 1472 oder 1475 angesetzten, Geburtsjahres durch daS Lodtenbuch der Kirche seines Vaterorts, und das ihm dort von einem seiner Mitbürger, Hteron. Conti, gesetzte Denkmal, (Lä. ä, Siens) V. tost I«or. 2. (2) In einer Donationsurkunde von 1527 nennt sich derselbe: lVlagisrer Kliu» magi-nri Xaronii I. 62 Allegri. Behauptung einiger Biographen von A'iron, als die Ansicht seinrr Werke beweis t, daß er schon frühe eine liberale Erziehung genoß, und in mehr als Einer Wissenschaft Unterricht erhielt^). Wer in der Kunst seine ersten und eigentlichen Lehrmeister waren — und selbst ob er je dergleichen hatte — ist wohl nicht auszu- Mitteln. Einige nennen den Francesco Bianchi Frari, der aber schon vor Zlllegri's sechzehntem Jahr (i5,o), Andre den Andreas Man- regn«, der vollends bereits in Antonio'« zwölftem (i5o6) Todes verbliech. Wieder Andre vermuthen, wenigstens nicht unwahrscheinlich, auf feinen oberwähnten Oheim, und noch andre auf die beyden Oheime des Parmigianio, Michel und Pier Jlario Mazzuoli, welche übrigens die Geschichte nur als gemeine Maler kennt. Endlich auch Einige (vielleicht ebenfalls nicht ganz unrichtig) auf Manregna's Sohn, Francesco (O- Immerhin thaten das Meiste sein großes Genie und sein unermüdeter Fleiß. Wie man aus mehrern seiner Werke sieht, mußte er namentlich auch die Baukunst siudirt, und einen schönen und edeln Geschmack darin erlangt haben. Eben so legte er sich, nach der rühmlichen Gewohnheit der Maler älterer Zeit, auf die Sculptur. Ob er den Meißel auch in Marmor führte, ist zwar nicht mit Sicherheit bekannt; immerhin aber steht man in der Kirche St. Margarethe zu Modena, an dem plastischen Werke einer Grablegung von Anton BegareUi, seinem Jugendfreundes), drey Figuren (die H. Jungfrau, von den beyden Marien^ unterstützt) in gebrannter Erde, und mit natürlichen Farben bemalt, welche dem Unsrigen zugeschrieben werden, und, nach dem Urtheil von Kennern sehr schön seyn sollen, wenn sie auch, nebst dem ganzen Werke seines Freunds, den berüchtigten Ausruf von Michael Angela wahrscheinlich — nicht erhalten haben, da sie solchen nicht verdienten (^). In Anronio's frühern Arbeiten nimmt man bekanntlich einen Styl wahr, der bald Man- tegna's Arbeit gliech, bald ein gewisses Mittel zwischen perugino und da Vinci hielt. Aber die große Frage, wie Mengs M bemerkt, ist Allegri. diese: Durch was für Wege er in seiner Kunst so schnelle Fortschritte machte; wie er die trockene Manier seiner ersten Vorbilder verließ, und jene edle grandiose Weise annahm, die er nachher beständig befolgte? Daher wohl der, historisch freylich nicht mehr auszumitkelnde alte Streit: Ob Allegri jemals in Rom gewesen sey, dort die Antiken, und die Werke Ra- phaels und besonders Buonarorri's gesehen und siudirt habe. Mengs, mit so vielen Andern, ist, nicht ohne triftige Gründe, für die Bejahung (»), obgleich auch Er, besser wie keiner , weiß, wie wenig Anron sich zum Nachahmer irgend eines Andern machte, sondern aus jeder Quelle des Schönen schöpfte, wo er es fand. Daher mochte er immerhin, selbst bey dem Anblick eines Bildes des großen Ganzio ausgerufen haben: son pittore! Eigentlich eitele Fragen aber über den Unsrigen sind: Ob er von ansehnlicher oder geringer Herkunft gewesen — reich oder arm gelebt und gestorben sey, u. dgl. Von alle demjenigen hingegen, was den Menschen, und somit auch den Künstler wahrhaft zieret — von einer mehr als gewöhnlichen Ausbildung seines schönen Geistes, von seiner blühenden Einbildungskraft, von seinem milden Herzen, und daß er weit mehr bemühet seyn mochte, Andre durch Verdienste und uneigennützige Kunst, als durch Reichthum und äußere Ehre zu übertreffen — da zeuget von Diesem gerade das viele Dunkele in seinem Leben, so wie von Jenem ein jedes seiner Werke (§). Namentlich aber, mit wie viel Aufwand er malte, und wie wenig er dafür von jener winzigen Ersparntß wußte, die sich bey andern armen oder gewinnsüchtigen Meistern äußerte, hat Mengs (nach seinem eignen hohen Sinne) vortrefflich bemerkt 0°). Daß Correggio für seine Arbeiten, selbst nach dem damaligen Geldwerthe, höchst elend bezahlt wurde, ist von einigen derselben unbestreitbar ("), in Betreff andrer hingegen widerlegt worden; und zu den schädeltreffendsten so vieler alberner Kunstanekdoten gehört sicher diejenige oben an, daß der Unsrige den Rest der Bezahlung für seine Kupole der Kathedrale (z) Ursprünglich rührt denn doch diese Behauptung von dem P. Drlandi in seinem Abecedario, einer eben nicht sehr bewährten Quelle her. (4) Vollends aber dahlt der Verfasser seines Elogiums in den Llogl äegli iUurrr: Imllsn!, ss. Pungileonk: Daß ein gewisser, wie er selbst sagt, wenig, und uns ganz unbekannter Antonio Bardolotti sein erster Lehrer in der Aeichenkunst gewesen sey, und daß, (was wir nun gerne glauben wollen) noch früher der Arzt Joh. Bapt. Lombardi in der Anatomie ihn unterwiesen habe. (5) Nach Einigen auch seinem Gehülfen im Modelliren für die Kupole zu Parma. (6) „Weh' den alten Statüen, wenn dieser Thon zu Marmor würde!" (?) Werke, von prange übersetzt, m. ,14. (8) 1. «. ( 9 ) Gegen das Gerücht von seiner Armuth s. Tüb. M- Dl. -8<-8 S. 499. 6onk. Anton David'»- OiiioßSooo «teile prineizrsli notirie eil eruclirioni clell' arte stet stisegno. <10) l. e. S. in. „Denn seine Arbeit" (sogt er) «sind auf sehr gutes Holz, oder auf feine Leinwand, oder endlich auf Kupfer gemalt. Sie sind mehr als einmal sehr sorgfältig und mit größtem Fleiß Übergängen. Die Farben, deren er sich bediente" (HLrt, hdrt!) „sind von den ausgesuchtesten, und schwer zu verschaffen. Bey den Gewändern, in der Carnation und in den Gründen brauchte er das Ultramarin ohne Sparsamkeit, und trug alles sehr stark auf, wie man's an keinem andern Maler bemerkt. Seine Lackfarben waren sehr fein; daher haben sich auch dieselben biS auf den heutigen Tag gut erhalten, so wie auch sein Grünes so schön ist, daß man eS nicht besser wünschen kann." (,,) Und in der That mit von den berühmtesten; so daß er z. B. für seine Nacht daS Blutgeld von 40 Iecchjnj, und für seinen St. Girolamo (die Arbeit sechs voller Monath«) neben der Nahrung 47 erhielt. 63 A l l e g r i. zu Parma ( 6 » Scudi(")) an Kupserümnze, vor übergroßer Freude auf dem Rücken nach Haus getragen, und an der Last — gestorben sey. Eben so endlich ins Läre hinein wurde behauptet, daß seine Zeitgenossen, und selbst seine Mitbürger, die ausgezeichneten Verdienste desselben wenig zu würdigen gewußt. Uebergab man ihm doch in Parma die beyden größten Werke in dieser Sradt; und als im I. i 53 o der Herzog Friedrich von Mantua dem großen Fürsten (^) — welcher Tizian zu schätzen wußte, bey Gelegenheit seiner Krönung zu Bologna, ein Geschenk von zwey Gemälden machen will, wählt er dafür, nicht den trefflichen Julius Pipi, der in seinen Diensten siuhnd, sondern unsern Allegri M. Von Amonio's Privatleben ist uns nicht das Geringste bekannt, außer daß er zweymal ver- heyrathet war, und in beyden seinen Ehen Kinder erzeugt hatte. Die erste seiner Frauen gebar ihm zu Correggio den Pompes, oder, wie ihn Andere nennen, den Pomponio (um 1620), nachher zu Parma eine Tochter (GsH), und eine andere (1526). Eine dritte erhielt er im folgenden Jahr (1527) von seiner zweyten Frau. Von den drey letzten Jahren seines irrdischen Daseyns (i 53 i—G 34 ) wissen wir nicht einmal, wo er gelebt, sondern bloß, daß er am 5 . März i 534 an seinem Geburtsorte Correggio gestorben, und in der dortigen Franciscaner - Kirche (äe Hliriori donveutusli) bey seinen Voreltern begraben worden, wo sich ein Epitaph von ihm befindet. So viel dürfen wir, wie schon Mengs bemerkt, aus der sanften Grazie, den alle seine Werke athmen, auch auf seinen Charakter schließen, daß ihm das Glück eines gemäßigten Temperamentes zu Theil geworden; daß er ein zartes bescheidnes Wesen, und jene schöne Demuth ihm eigen war, die ihn fürdauernd lehrte, wie viel ihm noch zu lernen übrig bleibe; dem es daher mehr in der Dunkelheit, als in der großen Welt gefallen mußte, weil er in jener seine Begierden ungestörter befriedigen konnte, in der von ihm einzig geliebten Kunst immer neue Fortschritte zu machen. In der Herzählung von Allegri's Werken werden wir diejenigen, welche entweder ein wirkliches Datum kragen, oder deren ungefehres wenigstens mit großer Wahrscheinlichkeit auszu- Allegri Mitteln ist, vorausgehen lassen, und dieselben nach der Zeitordnung reihen; alsdann die übrigen, weit zahlreichern,^ nach den Stellen ordnen, wo sie sich gegenwärtig befinden, oder, in wie ferne dieß nicht zu erörtern steht, nach denjenigen, wo sie sich entweder ursprünglich, oder doch in frühern Tagen befunden haben; waS Alles kein geringes Stück Arbeit, und noch manchem Zweifel und wirklichem Irrthum ausgesetzt ist, und, in einzelnen Fällen, wohlauf immer bleiben wird. Zu seinen frühesten, noch vorhandenen, unbestrittenen Arbeiten gehört wohl am Sichersten eine, nach Tiraboschi's Vermuthung i 5 i 2 (also in seinem Achtzehnten) für die Franziskaner zu Carpi gemalte, gegenwärtig in der Galerie zu Dresden befindliche Madonna mit dem Kind auf den Knieen. Sie sitzt auf einer Art von Thron, in Mitte einer architektonischen Einfassung jonischer Ordnung von ziemlich grandiosem Charakter, welche einen Bogen hinter der Jungfrau bildet, woran sich eine Glorie von »»geflügelten Engelchen befindet; nur zweye davon in ganzen Figuren, die übrigen bloße Köpfe. Auf der einen Seite stehe St. Johann der Täufer und St. Catharina, auf der andern die HH. Franzisc und Anton von Padua. Dieses Bild hat sich wohl erhalten, und ist sehr kräftig; nur in den Umrissen etwas hart, das übrige weich; das Colorit wahr und saftig; das Ganze in einem Styl, der zwischen Peru- gino und da Vinci das Mittel hält(^); besonders nähert sich der Kopf der Jungfrau sehr dem Charakter des letzter», hauptsächlich auf den Wangen und im Lächeln des Mundes. Die Falten dann gleichen in etwas denen des Mantegna in der Art die Glieder einzuwickeln; doch sind sie minder trocken, und haben mehr Grandioses. Auch die Composition ist nach allen achten Grundsätzen der Mannigfaltigkeit und des Contrastes ausgeführt ('§). Ein anderes Altarblatt, Flucht nach Egypten, von St. Franziscus begleitet, soll er 1314 für die Minoriten zu Correggio gefertigt, und dafür ioo Zecchini erhalten Habens^). So vieler andrer ähnlicher, mehr und minder bedeutender Bilder, welche in diesen frühesten Zeitpunkt von Allegri's Kunst zu gehören scheinen ('s), hier nicht zu gedenken, bemerken wir 4.'. 1 <>-) Mengs l- e. S. (man weiß nickt, ob, das Mährchen wenigstens glaubwürdiger zu machen?) spricht denn doch von 170 Scudi, als dem Saldo der ganzen Bezahlung, die er weit über daö Doppelte schätzt, „weil bey einem so großen Werke es gebräuchlich und beynahe nothwendig war, daß im Anfang und während der Arbeit einige Summen vorgestreckt werden mußten." — Daß ein Dichter, wie Dehlenschlnger» ein solches Anekdoton für sein Schauspiel meisterhaft zu benutzen wußte, versteht sich von selbst. t-z) Carl V. (-4) Es waren aber auch keine geringern, alS die beyden berühmten Bilder seiner Leda und Dana«, von welchen unten ein Mehrere-, wo indessen, wie wir dort hdren werden, die Geschichte derselben ganz anders lautet. ('S) Fioriklo II. 255 findet darin mehr eine Spur von der Weise des Mantegna, und Tiraboscht S> 46 will wissen, daß es die Unterschrift: trage. (-6) Meng« I. 0. -36 und setzt noch hinzu: „Ueberhaupt, wenn auch Correggio länger bey diesem Styl geblieben, so wäre er schon dadurch dem Ghirlandajo, Beüino, Mantegna und Perugin an Verdiensten gleichgekommen; allein durch seinen neuen Geschmack, wodurch er die Kunst zu mehrerer Vollkommenheit brachte, hat er sie Alle verdunkelt. Dieses Bild ist auf Holz gemalt, 4" hoch, 8^ 6" breit. M- Feffard hat es, nach Hutin's Zeichnung, für das Galerirwerk gestochen. (> 7 ) Tiraboschk IVoliris 61 kirrori VI. p. 41 nach einer Urkunde im Gemeindorchive von Correggio. Dieses Bild ist im Jahr -6z8 auf herzoglichen Befehl weggenommen, und an dessen Stelle eine Kopie von dem damaligen Hofmaler Boulanger gesetzt worden, späterhin dann in die Galerie von Florenz gerathen, wo es aber nicht nach Verdienen geschätzt, und von Einigen für «inen Barozio, von Andern für einen Franzesco Vanni (also doch nie für etwas Geringes) geschätzt worden. (>8) Deren Vasari, stanzt, Tiraboscht, Fiorillo, das Elogium in den Uiunri ir-äl»-,:, u. A. Erwähnung thun. WÄ AM- > >/>.-, r-< :: 64 Allegri. nur noch, daß sich, wenigstens zu Richtn dsvti's Zeiten, in der Galerie Borghese zu Rom das Bild einer St. Cäcilta befand, welches er der ersten Manier des Unsrigen zueignet, und davon urtheilt: Daß ungeachtet solches überhaupt im Geschmacke des Mantegna gefertigt sey, es dennoch bereits die unzweydeutigen Spuren von Antonio s eigenthümlichem Genie, z. B. in dem Lichtschimmer trage, der von einem Engel ausgehe, und sich über das Ganze verbreite Um diese Zeit, d. h , ungefehr zwischen den Jahren u. 1617 dürfte (wenn es jemals geschehen ist) «torreqgio nach Rom gegangen seyn, und dort, an der Quelle der höchsten Kunstschönheiten, seinen ersten Styl, nicht nach und nach oder stnfenweis abgelegt, sondern, wie Meng« ( 2 °) so beharrlich behauptet, »m Einem Augenblick den Sprung zur Vollkommenheit gethan haben " Dennoch giebt er zu, daß er selbst ein kleines Gemälde kenne, welches er, obgleich schon sehr schön, »eine seiner frühesten Arbeiten vom zweyten Styl" nennen möchtest). Dasselbe (etwas höher als und etwas weniger breit) stellt die Verlobung der H. Catha- rina vor, ist auf Leinwand gemalt, und^auf Holz geleimt. Rückwärts war (ob aber ursprünglich, oder gar, ob von ihm selbst?) geschrieben: Daus Deo. per Donna lVIatillla ck'Lste (") Antonio Lrsto (^3) OorreAgsto kuce il Allegri. s,rezente ijuackro per sua stivorione i5t/, als er, in der obigen Voraussetzung einer Reife »ach Rom, ungefehr wieder bey Haus angelangt seyn mochte (^). Andre Bilder dann von dem Unsrigen, welche man die Erstlinge seines zweyten Styls nennen möchte, wollen, wie wir schon erwähnt, auch Andre kennen (^). Wir gedenken hier nur, daß Lanzi namentlich auch von einem schönen, jetzt aber zugrundgegange- nen al Fresco spricht, welches Anron schon in sehr frühen Jahren für die Fürstin Gambara von Correggio gemalt, und das er selbst muß gesehen haben, da er Mengs fo gerne darauf verwiesen hätte, um dessen Zweifel zu heben, als ob man, außer Rom, nirgendwo Riesenschritte thun könnte. , Um - 5 i 8 (spätestens r5i9)gieng Correggio, höchst wahrscheinlich von der kunstliebenden Aebtlssin des Benediktiner-Nonnenklosters St. Paolo zu Parma, Johanna Piacenza, berufen, dahin ab; und kurz nach seiner Ankunft daselbst soll er den berühmten Saal dieses Gotteshauses (höchst merkwürdig zu hören!) mit jenen mythologischen Bildern verziert haben, von denen es (vielleicht zum Glücke für ihre Erhaltung!) nicht minder als — 280 Jahre, theils völlig unbekannt, theils wenigstens zweifelhaft blieb, ob solche dem unnachahmlichen Maler der Nacht und des H. Hieronymus wirklich zuge- hörten (^) ? (19) Dieses Bild stellte nämlich die gedachte Heilige dar, wie ein junger Mensch, der sie rauben will, in ihr Zimmer tritt, und aber vor dem Anblicke der Engel, die eine Krone über ihr Haupt halten, erschrocken zurückbebt. Ein Stich davon ist uns unbekannt. Fiorillo !. o- findet eS noch schneidender in den Falten, als daS Bild in Dresden. (20) l. o. 1Z8. Q-) I. c. >48- (22) Fiorillo I. c. 264 will wissen, daß es — was freylich arg genug wäre — damals am Hofe zu Ferrara gar keine Pinzessin Mathilde gab. (2z) So übersetzte er — wie es scheint mit Lust, seinen Familiennamen — Allegri! (24) Dieses ist eines von den beyden Bildern des Lorreggio, welche der Graf von Drühl von dem Herzoge von Modena für Sensorie bekam, als er ihm die hundert beßten Gemälde seiner Galerie für diejenige zu Dresden mit >zo,ooo Zecchinen bezahlte, die deswegen eigens zu Venedig geprägt wurden. Gegenwärtig befindet sich dasselbe zu St. Petersburg. Eine recht gute Beschreibung und Nachbildung davon im Umrisse befindet sich jm zweyten Hefte der padleau» erc. der Ickurees etrLnßer». Dasselbe war früher vielfältig gestochen; von Hugo da Carpi und Anton del Lrento in Helldunkel; von G. Mantuano zweymal; von Mereati zu Rom >620 und in neuern Lagen von P. E. Moitte. (25) stanzt besonders (IV. 72 u. ff.) deren Herzählung aber für unser Hauptabsehen wenig belehrend wäre. Ihm mußten solche vornämlich dienen, um die Mengsische Behauptung zu bestreuen, daß Allegri einen urplötzlichen Sprung zur Vollkommenheit gethan, und eben so diejenige, daß er nothwendig Rom müsse gesehen haben. (26) S- die Auflösung dieser ganzen räthselhaften Geschichte in einem Aufsätze des Bibliothekar P. Jrenco Asso: ksgionLinento sopra uns swnrs dipinrs dsl eeleb. ^1. i>ol lVIonisrero di 8. Paolo in Parma, 16 ". Parma 1794 und einen guten Auszug desselben von dem Künstler I, Micalt, in der N. Dibl. d. Schön, wiffensch. Th. PXIII. S. >29—59. Besonders ertheilt Asfo, in einer Nachricht über die damalige Verfassung der Klöster den Ausschluß, der es begreiflich macht, wie ein Kunstwerk von erwähntem Charakter für einen solchen Ort bestellt werden konnte. Zu Anfange des XVI. Jahrh, waren nämlich die italienischen Nonnen der Clausur nicht unterworfen. Die Acbtissinen wurden auf Lebenszeit erwählt, verwalteten die Einkünfte ihrer Klöster nach Willkür, sogar mit einer Art Fürstenmacht und Rechten, und lebten in einem Glänze, ja oft in einer Ueppigkeit, die keine Gränzen kennt. Wirklich hatte die Bürgerschaft zu Parma bey zweyen Päpsten darauf gedrungen, sie möchten ihre Nonnen zu Wiedereinführung der Clausur nöthigen. Vergebens! Erst im Jahr 1524 konnten diese heiligen Frauen dazu bewogen werden. Namentlich hatte die erwähnte Aebtiffin, welche keiner andern ihres Geschlechts an Geschmack und Liebe zur Pracht wiech, in dem Innern des Klosters ein Gemach für ihren Gebrauch bauen lassen, und bediente sich dazu der geschicktesten Künstler ihrer Zeit; und mehrere aus griechischen und lateinischen Schriftstellern gezogene Inschriften, die man noch in diesem Gemache liesst, beweisen, daß sie die Leitung dieser Arbeit zwar gelehrten, aber ganz profanen Leuten überließ. Lorreggio's bereits erworbener Ruhm erweckte daher bey ihr den Gelüst, etwas von seiner Arbeit zu besitzen, und ihr Wunsch wurde vollzählig erfüllt. Allein sie genoß, wie wir schon vernommen haben, nicht mehr lange ihrer Liebe für die Künste und ihrer Neigung für die Unabhängigkeit, und nachdem sie den Versuchen der Bischöfe und des Römischen HofeS niuthig widerstrebt, hatte sie einige Jahre vor ihrem Lode den Verdruß, ihr Kloster vielleicht noch einem größer» Zwang, als andre, unterworfen zu sehn. Von dieser Zeit an ward jenes seines Meisters so würdige Werk allen Augen entzogen, in Vergessenheit begraben, und bis vor ganz kurzer Zeit für die Künste verloren- 65 ' Allegri. Auf einer der vier Seiten des Saals (^) erblickt man die von der Jagd zurückkehrende Diana. Sie sitzt auf einem prächtigen Wagen, den zwey Hindinnen von blendender Weiße ziehen. Die Göttin ist mit ihrem Bogen bewaffnet; eine leichte flüchtige Bekleidung verhüllt nur wenig die Formen der vollkommensten Jugend; auf ihrer Stirne thront die Anmuth und Heiterkeit einer zarten, von keiner Begierde getrübten Seele. So hat des Künstlers auserlesene Einbildungskraft in dieser zierlichen Figur (^«) den liebenswürdigen Ausdruck der Schaam mit dem Zauber der Wollust zu vereinigen gewußt. Die Decke zeigt ein grünes Rebgelander, mit Blüthen und Früchten behängen. Verlängerte Ranken, die sich in dem höchsten Punkte der Wölbung schließen, theilen diese Decke in 16 Felder, viere an jeder Wand, deren jedes eine mit Festons geschmückte Lunette hat; durch dieselben erblickt man den Himmel und Gruppen von Liebesgöttern voll Bewegung und Leben. Einige halten sich in den zärtlichsten Stellungen umfaßt; andre tragen die Geräthschaften der Jagd; andre ziehen den Kopf eines Hirschen fort, welchen die Pfeile Dianens erlegt haben. Einer dieser Amorine liebkost einen Hund, und erschrickt vor dem Schalle des Horns, in welches ein Anderer plötzlich vor seinen Ohren stößt- Einige andere reichen sich die Hände, und vereinigen ihre Kräfte, um die am Geländer herabhängenden Früchte zu pflücken. Jede Gruppe ist ein Bild, in welchem der Künstler sslle Reiße und die ganze Fröhlichkeit eines güldenen Weltalters ausgedrückt hat. Man müßte die Sprache der Natur besitzen, welche den Pinsel des liebenswürdigen Allegri lenkte, um uns zu sagen, mit welcher Kunst er die Stellungen dieser Kinder und ihre unschuldigen Spiele vervielfältigt; mit welcher Wahrheit er die Zartheit des Fleisches, die wallenden Locken, das natürliche Lächeln, die scherzende Freude, mit Einem Worte die lebendige kindische Anmuth dargestellt hat, die, nach Winkelmanns Urtheil, namentlich auch den Kopfstellungen des Unsrigen so eigenthümlich ist, daß sie davon den Namen der Oiuria LorreAAesca erhalten hat." »Rings um den Saal läuft dann ferner unten eine Borde, die mit einer in Festons aufgezogenen Drapperie geschmückt, und mit Vasen, Trinkschaalen u. a. Verzierungen untermischt ist. Allegri. Diese sind mit einer Wahrheit ausgeführt, daß sie in Relief gearbeitet zu seyn scheinen. Ueber dieser Borde erheben sich wieder ib Lunettcn, die mit den Feldern der Wölbung zusammenstoßen. Den Grund dieser Oeffnungen füllen Basreliefs, Grau in Grau gemalt, wozu die Gegenstände aus dem Alterthume genommen sind. Hier sieht man den Tempel des Jupiters, eine opfernde Priesterin, eine Vesta, welche dem Bübchen Jupiter die Brust reicht; dort die Göttin des Glücks auf einer Kugel, das Steuerruder (wie nöthig!) und ein Füllhorn zu ihren Fußen; weiterhin einen flötenden Faun, und die spinnenden Parzen; endlich eine Gruppe der Grazien, in welcher der Maler die Vereinigung aller weiblichen Schönheit beabsichtigt zu haben scheint, u. s. f. u. f. (-S)". »Ohne hier" (so schließt nun Micali) »die alte Frage entscheiden zu wollen, ob Correggio zu Rom studirt habest), bemerken wir nur, daß eine solche Wahl von Gegenständen, welche alle nach der Antike copirt, oder derselben nachgeahmt sind, auf's Wenigste bis,zur Evidenz beweist, daß die Kenntniß des Alterthums ihm nicht so fremde war, als vasari u. a. behauptet haben i?H". Da sich, wie wir schon vernommen, dieß Kunstwerk beinahe drey Jahrhunderte lang an einem den Künstlern und Liebhabern ganz unzugänglichen Orte befand, und man in den neuern Zeiten nur eine ungewisse Ueberlieferung davon hatte, so kam'es endlich so wett, daß einige, vielleicht gar von — dunkeln Männern gedungene Federn (^) sich vollends bemühen wollten, der Welt glauben zu machen, ein solches Werk sey niemals vorhanden gewesen. Indessen war durch jene unbestimmte Sagen, bald nach der Mitte des verstrichenen Jahrhunderts, die Aufmerksamkeit des Publikums immer reger geworden. Besonders weiß man, daß Rapbael Mengs die Erlaubniß erhielt, jene Clausur zu betreten, und daß er den daselbst wieder aufgefundenen Schatz allerdings für werth hielt, unter die Arbeiten des großen Correggio gezählt zu werden (^). Aehnliche Urtheile fällten auch Andre, wie z. B. der Genuesische Maler Rarri in seinen Nachrichten über das Leben und die Werke des Unsrigen. Allein, mußte man nicht wieder ungewiß werden, wenn man bemerkte, daß Mengs, der sonst alle Arbeiten unsers Malers (27) Nicht an der »Faxade", wie es irgendwo, uns unverständlich heißt. (28) Vielleicht eine Anspielung auf die Vestale — piacenza, wo nicht gar ihre Abbildung, da sie selbst eine Liebhaberin der Jagd seyn mochte! (29) Nach Micali; und immer noch etwas deutlicher, als die Beschreibung des P. Affo bey Ziortllo II. 267—269. Eine ausführlichere, und allerdings für diejenigen, welche zugleich das unten erwähnte Kupferwerk vor Augen haben, sehr unterrichtende s. in Morgensterns Auszügen a. d. Tagbüchern, u. s. f. I. (z) 255—26z. lzo) Wenn indessen etwaS jene Behauptung von Meng« u. a. höchst wahrscheinlich macht, so ist es wohl dieses, gerade um diese Zeit, und mit einem einsweiligen so plötzlichen Uebersprung aus der christlichen in die heidnische Mythologie gefertigte Werk. (8r) Micali l. v. Namentlich ein Umstand, welcher uns überzeugt, baß Allegri jede klassische Quelle kannte, aus welcher die Einbildungskraft sich bereichern kann, ist: Daß unter den Gegenständen, welche er in jenen Lunetten behandelt hat, einer ist, der, so viel man weiß, auf keinem bekannten Denkmal des Alterthums vorkömmt, und den er nur aus der Lectur der Jlias schöpfen konnte. Es ist nämlich die Vorstellung eines Weibs, das an einem Stricke hängt, die Hände über dem Kopf zusammengebunden und güldene Ambose an beyden Füßen hat — wie wir wissen die Strafe, mit welcher Jupiter seine himmlische Bettesgenossin belegte, als er sie, vor den Augen aller Götter, an der Höhe des Olympus aufhing. II. XV. (Z2) So z. B. der Verfasser des Dialogs: ll Lervlckor clt kisn» ksrmegiano ; wieder abgedruckt im Almanach von Parma »794. (zz) Wo das gleich anfängliche dießfällige Urtheil von Mengs ursprünglich consignirt worden, haben wir freylich nirgends gefunden. In der Allg. Runstz. die bey Hermann in Frankfurt g<>. >802—igoz erschien, heißt eö S- 2,8 kurz: „in einem Briefe von Mengs". I. der Grazien in seinen nachgelassenen Werken so Domkirche, worauf die gedachte Stadt auf vortrefflich analvstrt hat, dort hingegen dieses immer so stolz seyn kann In jenem Salon fin- Saales zu Parma mit keinem Worte gedenkt, det der Kenner, wo nicht die ersten, doch die Diesen anscheinenden Widerspruch hat zwar bedeutendsten Striche der Scheidlinie zwischen Trrabosschr in seiner Biographie des ssorreggio AUegri's erster und zweyter Kunstmanier. Hier damit zu erklären gesucht, daß LAengs viel-- zum erstenmale verließ er, seinem bessern Gefühle leicht dieser Kunstgebilde seines Helden darum folgend, bedeutend jenen trockenen kleinlichen weiter keine Erwähnung gethan, weil er solche Geschmack, der die Natur sklavisch nachäfft, in einem höchst kläglichen Zustand gefunden habe- und erhob sich hingegen, einzig durch die Kraft Uns hingegen scheint die wahre Ursache seines seines Genie, zu jenem erhabenen Styl, der Stillschweigens vielmehr in dem Umstände zu sich durch eine reiche, dichtersche Fantasie, durch liegen, daß derselbe kurz nach seinem Aufent- einen große,, Geschmack in der Zeichnung, und halte zu Parma (> 779 ) Todes verbliech, und eine Kühnheit in den Verkürzungen darstellt, somit nicht mehr Gelegenheit fand,, Zusätze zu welche kein Meister vor ihm verstand, und die dem zu machen, was er vorher über Allegri er durch eine zaubersche Harmonie, durch die geschrieben hatte. , Weichheit und Leichtigkeit seines Pinsels, und Wie dem immer seyn mag, würde man indeß besonders durch jene Grazie zu mildern wußte, noch lange in einiger Ungewißheit geblieben seyn, deren Geheimniß ihm bis jetzt kein Andrer ab- wofern es nicht endlich neuen eifrigen Freunden zulauschen vermochte der Kunst gelungen wäre, die Existenz dieses Es war demnach im Jahr 1520 daß Anton seltenen Kunstwerks auf eine ganz unzweydeu- die berühmte Kupole der St. Johanns-Kirche tige Weise darzuthun. Eine Commission von der Benediktiner anfing, und solche in H 24 vier Künstlern erhielt den Auftrag, an Ort (s. d. schon , 522 ) vollendete, wie man aus und Stelle die genaueste Erkundigung einzuziehn; einer Quittung für die letzte Zahlung erfährt, und kaum waren sie ( 16 . Jun. i7g5) in das welche mit: Antonio Lrsro unterschrieben ist, Innere des Nonnenzwingers St. Paolo getrc- und noch in Parma (3?) aufbewahrt wird. Diese ten, als ihnen der Gegenstand ihrer Unters»- Kupole hat keine Laterne, noch Fenster auf der chung in die Augen fiel. Der Eindruck, den Seite, und ist daher schlecht genug beleuchtet, solcher auf ihre Gemüther machte, entsprach dem In Mitte derselbe» ist Christus, mit seiner hohen Begriffe, den sie^sich davon zum Voraus Glorie in der Luft schwebend, und die zwölf gebildet hatten. Eine reiche, poetische Compo- Apostel unter ihm auf den Wolken sitzend, in sition die den reinen Geschmack des Alterthums Erstaunen und Anbetung, dargestellt (3«). Diese athmet, die Eleganz und Correktheit der Zeich- letztem sind unbekleidet, in einem so gran- nung, das frische harmonische Colorit, der Zau- diosen Styl, den man sich kaum denken kann, der des Helldunkels, die zugleich kecke und und die Formen so schön, daß sie z. B. den leichte Ausführung — dieß waren die untrügs Carracci, Ludwig besonders, vielfältig zum lichen Kennzeichen, an welchen sie den unnach- Muster dienten. In den vier Seitenwinkeln er- ahmlichen Meister der bracht und des H. Hie- scheinen die vier Evangelisten, nebst den vier ronymus erkannten. vornehmsten Kirchenlehrern. Lanzi nennt die- Jene vier Künstler (andere Nachrichten nen- ses Werk ein nur durch ein ähnliches, von dem nen bloß den Portugiesen Vieira) hatten von wir bald unken reden werden, übertroffenes diesen aufgefundenen Schätzen in der Eile Zeich- Wunder der Kunst. Namentlich wird von dem- nungen gefertigt, welche der durch seine Thä- selben, neben der Geschicklichkeit in Anordnung tigkeit und Eifer für alle Zweige der Kunst be- des Ganzen, der Contrastirung der einzelnen rühmte Typographe Bodoni an sich brachte, Gruppen und dem großen Geschmack in der und solche nachwerts durch den vorerwähnten Zeichnung, hauptsächlich eben auch Aüegri's Rosaspina auf 35 Tafeln, in Zeichnungsmanier tiefgegründete Kenntniß aller Arten von Ver- ausführen ließ, so wie auch noch ein früherer kürzungen bewundert, denen er, ungeachtet so ähnlicher Versuch einsweilen dazu diente, die vieler damit verbundenen Schwierigkeiten, die ungeduldige Neugierde des Publikums in und größte Deutlichkeit zu geben gewußt; wobey außer Italien zu befriedigend). übrigens Füßli (3») sich das Urtheil erlaubt: Dieses Werk war somit das erste, welches „Da in großen Werken dieser Art der Geist des Correggl'o in Parma verfertigte; und dem Künstlers einen zu ausgedehnten Wirkungskreis Erfolg davon (und vor allen Dingen dem guten unaufhaltsam durchlaufen muß, um das Ganze Geiste der Aebtissin Johanna, die ihn zu sich niemals aus dem gehörigen Gesichtspunkte zu berief!) verdankt man ohne Zweifel die beyden verlieren, so treffe man in solchen fast nirgends herrlichen Plafonds in der St. Johanns - und tiefsinnig ausgedachte, viel bedeutende Erfinr (z-i) In Begleit des Fürsten, Don Ferdinand von Dourbon, einiger Hofleuthe, und des oberwähnten Bibliothekars Affo: Caj. Lollant, Biag. Martini, der Portugiese Franz Vieira und der geschickte Kupferstecher Franz Rosasptna von Bologna, alle Professoren der Akademie zu Parma, und die drey erster» selbst Maler. (35) Die erste Nachricht von der wirklichen Erscheinung der zz Dl., welche in Deutschland 70 Livr. kosteten, finden wir in der oberwähnten Allg. Runstz. S. 217—224. Morgenstern >. c. 667 giebt den Preiß weit hdher (zu 400 Paoli) an. Der Titel dieses Prachtwerkes ist: vercririoae ItaliLns, krsncere e 8psgnuolL lielle kircure essisrente in UNL csiners äel Monirrero ä! 8. ksolc» in ksroas eio. eon 35 rsmi. Jmper. Fol. Der Text soll von Gherardo öe' Roßt seyn. (36) Allg. Runstz. I. v. 222—22z. (37) In dem Archive gedachter Kirche. (38) Unter den manigfaltigen Beschreibungen dieses Werks, habe ich die kürzeste und deutlichste von Meng« gewählt. (I. c. 127—128). So wie baö Leben von Correggio bey vasari, der großen Verdienste dieses Kunstgeschichtschreibers unbeschadet, für eine wahre Sudeley zu achten ist, so ging namentlich seine Nachlässigkeit so weit, die Gegenstände der Darstellungen in den beyden Kupolen zu Parma kurzweg — zu verwechseln. (39) I». 4°-4-. 67 Allegri. düngen an, und eben so wenig ganz ausgeführte und bestimmte Charaktere der Köpfe, welches wirklich der Fall^bey diesem, und auch bey dem nachfolgenden ähnlichen Werke des Unsrigen sey." Endlich bemerkt Mengs, in Betreff der Figuren der Evangelisten und Kirchenlehrer in den vier Lunetten — nach seiner nun einmal fixen, aber darum vielleicht nicht minder richtigen Idee: „Es scheine, es habe Correggio bey diesen letztem einen Styl befolgen wollen, der jenem des Raphael eigen sey, wie sich solches aus der Simplicität der Kleidung, der Stellungen und der Handlungen erkennen lasse; mit dem Hinzuthun: „Man steht sogar, daß er den Charakter des Sokrates aus der Schule zu Athen, und eines Zuhörers in der Predigt des H. Paulus vor dem Areopag aus einer von Sanzio's Tapeten ganz entlehnt habe"; so wie er hingegen von der eigentlichen Cupole sagt: Wer solche mit Aufmerksamkeit betrachte, werde sich überzeugen, daß der Unsrige die Werke des Michael Angelo kennen mußte (4°). Die sogenannte Taibune dieser Kirche war ebenfalls durch Allegri« Pinsel verherrlicht, wurde aber (i584), um solche (». 6- um den Hauptaltar) zu vergrößern, eingerissen. Da sich indessen glücklicher Weise eben damals Han- nibal Carracci zu Parma aufenthielt, so ließen die Mönche von Allem, nach dem gleichen Maaßstab eine Copie aufnehmen, nach welcher dann die erweiterte Tribune von Cäsar Aretusi neuerdings ausgemalt wurde. Die Copien des Carracci befanden sich zu Mengs Zeiten auf Capo di Monte zu Neapel; die Original-Haupt- gruppe aber, welche die Maria, in der Mitte von St. Johann Baptist«, St- Giorgio u. a. Allegri. Heiligen, durch Christum gekrönt darstellt, wurde von der Mauer ausgesägt, und in der herzoglichen Bibliothek zu Parma aufbewahrt. Andre davon abgesonderte Stücke kamen in die Hände verschiedener Privatpersonen; breye davon (4') sah' man (ebenfalls zu Mengs Zeiten) in dem Hause des Marchese Rondanini zu Rom, deren Vortrefflichkeit bey jedem, der sie in der Nähe betrachtete, Bewunderung erregte (4^). Ferner befindet sich über der Sakristeythüre eben dieser Kirche, gleichfalls von dem Unsrigen ein St. Johann der Evangeliste in Fresko, der, nach dem Urtheile von Mengs (^), besonders was den Charakter des Kopfs betrift, noch mehr als alles Andre in Raphaelischem Styl ausgeführt zu seyn scheint, so, daß man abgesondert ihn wirklich noch eher für Sanzio's als für Lorreggio's Arbeit halten möchte (44). In der Kirche Sr. Johann befanden sich noch zwey bewunderte Altarblätter von Allegri, de, ren das eine den Märtyrertod der verschwisterten St. Placidus und Flavia, das andre eine Ablesung vom Kreuze darstellt. In dem erstem (H> 10 " hoch, h/ 8" br. auf Leinwand) erweckt besondere Aufmerksamkeit der Kopf der Heiligen, die, mittlerweile ein Henkersknecht (^) ihr die Brust durchbohrt, zärtlich gen Himmel schaut, und sich wenig um ihren Schmerz zu bekümmern scheint. Dagegen (heißt es irgendwo) ist die Zeichnung in diesem Bilde sehr incorrekt. In dem andern erblickt man an der neben dem Leichnam ihres Sohns von dem H. Johannes unterstützten Mutter selbst alle Schrecken des Todes; hinwieder hat St. Magdalena einen Ausdruck über alle Beschreibung schön (4?). „Diese beyden Bilder" (be- (4o) Gestochen wurden die Bilder dieser Kupvle von Joh. Maria Givvannini von Bologna (-700) in l- Bl. mit dem Titel; nach Füßlt's Urtheil (II. 40) überhaupt roh, schwer und gleichtonigt; daher man auch von der großen Wirkung des Helldunkels, und von der leichten und geistigen Behandlung des Werkes, wegen welcher es so vorzüglich berühmt ist, wenig oder nichts bemerken kann. Jedes dieser Bl-itter hält in Höhe und Breite 3" 6'". Dann in neuern Tagen von Ravenet, dem Sohne, in 8 Bl. <4») Nach Lanzi I. 0. yg. Engelskdpfr. (42) Nach GanLelltni ist auch die Tribune (wenigstens die erwähnte Hauptgruppe) von Givvannini gestochen. Ob unter den erwähnten 12 Blättern, ist uns unbekannt. (43) l. 0. 128. (44) Stiche davon sind entweder der sitzende und schreibende St. Johann der Evangeliste von Aug. Santagostini; oder der nämliche, aufwerts schauend, neben ihm der Adler, von F. Rosaspina (1796). Von diesem letztem (Pr. io Livr. de Fr.) heißt eS in der Allg. R. Z. (8". -8°3 S. 215). „Rosaspina hatte es unternommen, alle bey den Benediktinern zu Parma befindlichen Werke deS Allegri zu stechen, und mit diesem Bilde den viel versprechenden Anfang gemacht. Leider konnte er nur noch die Kreuzesabnahme folgen lassen; das Uebrige wanderte nach Paris". (45) vepoero. Gleichgeltend mit kiera, wofern sich H. Weiber dabey befinden, und somit verschieden von der Abnehmung vom Kreuze. So unterscheiden auch die Franzosen veposirioo von vescenrs. (46) II Llam'goläo, Wa6 Panzer für ein Nomen proprium nimmt, und mit Manigoldus übersetzt. (47) Beyde standen als französische Kunstbeute eine Weile zu PariS, und sind wahrscheinlich nach Parma wieder zurückgekehrt. In ältern Tagen (1658) wurde das erstere von I. B- Vanni, das zweyte von einem Ungenannten in Kupfer geätzt. Heinecke nennt solches (nach der sonst den Franzosen eigenen wunderlichen Weise) bloß deswegen, weil man die Figur des Joseph von ArimathiaS (freylich ebenfalls seltsam genug) mit Hammer und Nägeln in der Hand, noch auf der Leiter erblickt: la Vierge äs I'äclieUe, und von ersterm kennt er noch ein anderes Blatt, unten mit krsub Ous ä. und rechter Hand mit r. signirt. In neuern Lagen hat S. Ravenet der Sohn beyde gestochen. Bey Landon s. solche im Umrisse X. diro. z und 5. Dann kennt man von dem letzter» besonders ein -8<-2 von Fr. Rosaspina gefertigtes Blatt. Theils von dem Urbilde, theils von dem Stiche heißt es in der Allg. R- K. 8°. »8°5 S. 212 u. ff. „So vielfältig auch der Gegenstand — zum Theil von den größesten Künstlern — behandelt worden ist, so zieht dock dieses Bild unwiderstehlich an, durch seinen erhabenen Ausdruck, durch seine treffliche Gruppirung und reitzvolle Harmonie. Glücklich und wahr hat Lorreggio den Schmerz nicht in seiner höchsten Ergießung, sondern in seiner Erschöpfung dargestellt. Die drey Marien und der geliebte Jünger haben teine Thränen mehr — sie blicken in stummem Jammer, mit gebrochenen Herzen, auf die Leiche deS großen Todten, der im Schooße seiner entkräftet zurücksinkenden Mutter ruht. Johannes strengt sich nicht an, sie zu fassen; dieß würde einen ruhigern Gemüthszustand voraussetzen. Er streckt nur seine Hände, wie unwivkührlich, auS, und hält sie mit seinem Körper. Im Angesichte deS Erblaßten ist noch «in wunderbarer Ausdruck — die hohe Resignation, womit er in seinen merkt LNengs) „sind auf dickes Tafeltuch ge- malt, sehr schön colorirt (doch das letztre ein wenig erloschen und nachgedunkelt), stark im- pastirt, von zarrerm Sryl und nicht so vollendet (^^), wie Lorreggio's übrige Werke zu Parma, und scheinen spather als die Kupole gemalt zu seyn. Dennoch schätzte Annibal Carracci besonders die Pieta sehr hoch, und ahmte die Erfindung derselben nach, so oft er eben diesen Gegenstand behandelte (^)- Durch die Kupole von St- Johann wurden nun auch die Vorsteher der Domkirche begierig gemacht, die ihrige ebenfalls von dem Unscigen gemalt zu erhalten, und schloffen mit ihm 1022 für diese Arbeit einen Contrakt von ungefehr loon Zecchini(^). Indessen scheint er doch dieselbe erst 1^26 angefangen, und nicht vor »5Zu vollendet zu haben. Mengs nennt sie »die schönste unter allen Kupolen, welche vor und nach ihm gemalt worden sind".^ »Allein" (fährt er fort), »jetzt ist sie so verräuchert und verdorben, daß man kaum mehr sehen kann, wie vortrefflich sie war (?'). Ihre Gestalt ist achteckicht, oben verschlossen, ohne Laterne, an deren Stelle Christus, wie er seiner Mutter entgegen geht, in einer fast gewaltthätig verkürzten Stellung erscheint. Etwas tiefer herab sind viele Heilige beyderley Geschlechts in eben so wunderbaren Verkürzungen. Erst noch tiefer dann kömmt die Hauptgruppe der von Engeln emporgetragenen Maria, von welchen einige ihr Gewand stutzen, und andere auf verschiedenen Instrumenten spielen. Alles dieses nimmt nur die obere Hälfte der Kupole ein. An dem untern Theile sind langlichtrundeFenster angebracht, und zwischen diesen stehen, theils einzeln, theils paarweise die Apostel; über den Fenstern Ge- nieen (ungeflügelte Engel), deren einige Lichtkerzen anzünden, die andern Rauchgefasse in der Hand tragen. Diese, weil sie von kleinerm Maaße sind als die Apostel und die H. Jungfrau, vereinigen das untere Feld mit dem obern. In den vier Winkeln (Lunetten) stellte der Künstler die vier H. Beschützer der Stadt (St. Thomas, Hilarius, Bernard und Johannes) auf Wolken sitzend, und von Engeln begleitet dar, die ihre Attribute tragen, oder angenehm damit spielen. Das Ganze bildet eine wunderbare Mannigfaltigkeit von Großheit und Leichtigkeit, und in den erwähnten Lunetten zumal herrscht eine Grazie und Kenntniß des Helldunkels ohne gleiche. Man weiß, daß der Künstler von allen Figuren an diesem Werke zuvor Modelle in Relief verfertigte, wobey ihm sein Freund Be- garelli hülfreiche Hand leistete. Es war dies das einzige Mittel, wodurch er ein derley Werk in solcher Vollkommenheit fertigen konnte. Dasselbe war auch das letzte, welches er machte, und ihn als den außerordentlichsten Meister seiner Kunst der Mitwelt und Nachwelt darstellte". Nur durch eine namhafte Abkürzung der schwerfälligen Beschreibung, welche Mengs (^) von diesem Werke giebt, ist die unsrige vielleicht etwas verständlicher geworden. Kürzer und meisterhaft ist dann diejenige von Lanzi (§O wie folgt: »In dem obern Theile dieser Kupole, welche noch beträchtlich größer als diejenige von St. Johann ist, stellte AUegrj ein unermeßliches Volk von Heiligen und Seligen, in der schönsten Ordnung, theils gesöndert, theils gruppirt dar, nebst einem Heere von Engeln in größerm und kleinerm Maaße, alle in Handlung begriffen. Einige unterstützen und fördern den Aufflug der H. Jungfrau; andre schweben, singen, lassen ihr Saitenspiel ertönen, und beleuchten den hehren Auftritt mit ihren Fackeln und brennendem Weihrauch. Auf den Antlitzen glänzt eine Schönheit und festliche Freude ohne gleiche, und sie streuen ein so Helles Licht um sich her, Tod gieng, und die Ruhe und der himmlische Friede, welche die Züge des verklärten Gerechten umschweben. Rvsaspina hat dem Schöpfer des Urbilds tief nachempfunden, und schwerlich ist Lorreggio je würdiger im Kupferstiche erschienen, als hier. Er fällt nicht in den Fehler so vieler seiner berühmtesten Zeitgenossen, welche das kupferstecherische Verdienst dem Mahlerischen vorziehen» und versteht es vollkommen, mit seinem Jnstrumenke Farbe und Harmonie auszudrücken. Rosa- spina ist freylich selbst Zeichner, und hatte bey seiner Arbeit das Original vor Augen — zwey Vortheile, ohne die es dem im Mechanischen seiner Kunst geübtesten Kupferstecher immer unmöglich seyn wird, die höher« Vorzüge und den wahren Geist seines Urbildes mit seinem trocknen und eintönigen Instrumente auf die Platte zu übertragen." Pr. 24 Livr. Noch an einer andern Stelle I. c. iz2 heißt es von dem Urbilde: „Es herrscht in demselben, so wie in allen Arbeiten seines Meisters eine Magie, welche eben so schwer zu beschreiben, als unmöglich nachzuahmen ist. Er besaß das Geheimniß, den Schatten ohne Farbe zu machen (?), wie es eigentlich seyn soll. Die Köpfe sind vortrefflich, und nur zu tadeln, daß der Mund an allen derselbe ist. Dieses Bild ist auf Leinwand gemalt, ( 4 ' 6" hoch, 5 ' 8" br.). Bey Gelegenheit des Stiches von Rvsaspina liesst man dann I. 0. izz. „Derselbe Künstler hakte es unternommen, alle zu Parma befindlichen Werke des Lorreggio zu stechen, wobey ihm die Benediktiner allen Vorschub leisteten. Ein andrer Künstler, Joseph Turchi, hatte den Auftrag von ihnen erhalten, die Zeichnungen zu verfertigen, und er wollte mit der Kreuzabnahme den Anfang machen, die zu diesem Ende abgenommen wurde, um in das Arbeitszimmer des Künstlers gebracht zu werden. Unglücklicherweise fiel das Bild, welches nicht fest hieng, auf die Lehne eines Stuhls, und beschädigte die linke Hand der Jungfrau. Turchi wurde dadurch so außer Fassung gebracht, daß er den Gebrauch seiner Vernunft verlor» und einige Monate darauf wahnsinnig starb." Auch in der Maria «tosrvaz? OrU. clu l.ouvr. Lall. II. Aro. 7 . findet sich eine kleine geetzte Nachbildung dieser Grablegung. (48) WaS wir nicht versteh». ( 49 ) »Ueberhaupt scheint es" (setzt hier Mcngs hinzu) „daß Larracct sich mehr auf den Styl dieses Werks, als auf den viel erhabner« gelegt habe, dessen Lorreggto sich in seinen (meisten) übrigen Werke bediente; ganz natürlich deswegen, weil jener ihm leichter zu erreichen stand. (50) Der noch im Archive des Domkapitels im Original vorhanden ist. ( 5 >) Richardson hatte noch das Glück, dieses Werk in seiner ganzen Herrlichkeit zu erblicken; nur die Figur der H. Jungfrau schien ihm ein wenig beschädigt zu seyn. Am End seiner Beschreibung (III. 652—660) ruft er in seinem liebenswürdigen Enthusiasmus aus: „Ein Himmel! — in der Stunde, wo die ewig selige Jungfrau, die Mutter Gottes, dort einzieht! —gemalt von Lorreggls!" (52) l. c. l 24—156. A l l e g r i. daß, obgleich dieses Werk sehr gelitten hat, die Seele des Zuschauers sich dennoch, wie,durch Zauber, in himmlische Seligkeit versetzt suhlt". »Dergleichen große Werke" (wie man dieß auch von Raphaels Stanzen sagen kann) „mußten'' (fährt Lanzr fort) „viel dazu beytragen, den Styl zu erhöhen, und zumal die schwere Kunst der Frescanten auf ihren Gipfel zu bringen. Auch lohnt es sich sehr der Mühe, das unsrige in der Nähe zu beschauen, um die Bravour und Sicherheit von AUegri's Pinsel zu bemerken; zu bewundern, wie die Theile, welche von Weitem als die allerschönsten sich darstellen, nur wie mit wenigen Strichen angedeutet sind, und, gleichsam spielend, jene Harmonie erzeugen, die so viele verschiedene Gegenstände in Ein Großes einiget Auch dasjenige ist wahrhaft aller Ehre werth, was der Wiener-Füßli (^) von diesem Hauptwerke unsers Künstlers spricht: „Die Wolken, welche in demselben ganz besonders große Massen ausmachen, und außerordentlich viel Raum einnehmen, wußte er, mittelst seinem glücklichen optischen Gefühl, auf eine so ganz eigene, so leichte und fließende Art mit den Gruppen der menschlichen Formen zu verbinden, daß jede Wolkenmasse, da wo sie angebracht ist, sowohl zur Erhebung der Figuren, und zu einer an- muthigen Contrastierung, als auch zum Zusam- menfluße der allgemeinen Harmonie ganz unentbehrlich da zu seyn scheint. Maria, als die Hauptfigur, ist in einer geistreichen und won- nevollen Wendung aufwärts strebend vorgestellt; alles was über und unter ihr schwebt, ist in freudiger und schneller Bewegung, und in allen Figuren der mannigfaltigen Gruppen herrscht ein gewisser ganz eigner Ton von Anmuth und holdem Wesen, der jeden empfindsamen An- schauer vergnügen muß; so daß es unmöglich scheint, ein Prachtgemälde dieser Art, welches vorzüglich bestimmt ist, auf die Sinne zu wirken , zu einem höher» Grade der Vollkommenheit bringen zu können So viel, was das Ganze betrift. Die einzelnen Schönheiten dieses Werkes bestehen in einer groß styltsirten Zeichnung des Nackten der Figuren überhaupt; in anmu- thigen, aber nicht schönen Köpfen, und in leichten, in großem Geschmack ausgeführten Drap- perien. Starke, bestimmte und bedeutende Charaktere würde man aber vergeblich darinne suchen, obwohl, im Ganzen genommen, alle Figuren etwas Großes und Geistiges an sich haben. Allein, zu geschweige», daß die außerordentlichen Verkürzungen aller Formen, welche der Künstler nothwendig beobachten mußte, der charakteristischen Bezeichnung der Köpfe große Schwierigkeiten entgegen setzen mußte, so konnte auch von einem Werke von dieser Größe und Ausdehnung, welches in einer so beträchtlichen Allegri. d9 Entfernung vom Auge wirken mußte, mit Billigkeit nicht mehr als eine dem Stoff der Vorstellung gemäße große Idee in der Erfindung uns Anordnung, eine das Auge vergnügende optische Anwendung des Lichtes und Helldunkels, ein im Allgemeinen edler, und die Haupt- thelle der Formen groß bestimmender Styl in der Zeichnung, nebst der Uebereinstimmung aller Theile mit dem Ganzen in Licht und Farbe gefordert werden; und alles dieses hat Eorreggio nach dem Urtheil der unbefangensten Kenner in diesem Werke auf eine bewundrungswürdige Art geleistet." Endlich bemerkt in neuern Tagen Morgenstern (^) über dies erstaunenswürdige Werk, neben Anderm: „Hier findet man im Großen, und in erstaunlicher Fülle wieder, was man in einzelnen Oelgemälden des unnachahmlichen Meisters (besonders zu Dresden und Paris) bewundert hat; außer seinem bekannten Achtund Farbenzauber, besonders die Wunder der Verschlingungen der Engel, die in Wolken über und unter und durch einander sich schwingen und wirbeln. — Ein Gesicht voll Andacht re- flcktirt oft das andere, und verstärkt wieder, gleich dem Brennspiegel, im andern die Glut. So erblickt' ich, als ich, um näher zu schauen, zur Kuppel hinaufgestiegen war, aus einem der offenen vier Steinfenster ihres untern Theils, mir gegenüber eine niedergeknicte jugendliche Gestalt, die den Finger auf die Lippen legt, ganz in tiefste Andacht versunken, und ein kleiner Engel schaut freudig aus seiner Wolke über diese in sich Versenkte und Wonnetrunkene hinab. Aber fast alle, auch viele heilige Männer und Frauen auf ihren luftigen Sitzen in der Kuppel, blicken, mehr oder weniger, nach dem höher«, immer enger werdenden Kreise der Wolken voll Seraphs über Seraphs, bis am Ende in der Mitte nichts als Licht strahlt — und immer unsichtbarer werden die Engelgestalten. Aus diesem innersten Kreise stürzt sich ein himmlisches Wesen mit wunderbarer Verkürzung herab, der Madonna, die von jauchzenden und jubilirenden, den Saum ihres Gewandes fassenden, Kerzen und Rauchwerk tragenden, durch Gesang und Musik diesen Triumph feyernden Schaaren umgeben ist, entgegen. Er ist's, ja, er ist's, dein Gott, dein Sohn, du überselige Mutter!" (-6). Noch heißt es bey ^iorillo (27): Diese beyden Kupolen seyen die ersten gewesen, die man alS ein großes Gesamtwerk ausgemalt, da solches vorher immer nur, in mehrere Fächer abgetheilt, zu geschehen pflegte. Nahe der Hauptpforte, links vom Eingänge des Doms bemerkt man noch an der Wand den al Fresco gemalten Profilkopf eines mir fromm einfältiger Miene das Haupt senkenden ( 54 ) l ( 3 ) 42 - 44 - ( 55 ) U <-- 64z-44. (56) D. Vanni hat (kireure 1642) dieses große Werk in >5 Blättern auf eine so leichte und geistreiche Art geetzt, daß man sich daraus einen deutlichen Begriff von dem großen Effekt des Ganzen Überhaupt, sowohl als auch von der außerordentlichen Geschiklichkeit deS MalerS in Anwendung des Helldunkels machen kann. Eines dieser Blätter, welches das Ganze im Zusammenhange enthält, ist z" z"' hoch, und 4' 6" 4'" breit. Die in acht Blättern einzeln radirten Vorstellungen der Kupole dann haben 2" Höhe, 4"' Breite; die vier Stücke der Seitenangeln endlich 6" 4'" Höhe, z" 8"' Breite (der LVinklersche Cakalog, so wie Heinecke, nennen >5 Dl., und zwar ersterer 12 in die Hdhe und z in die Breite). Ebendieselbe gab (nun sicher in ,5 großen Blättern) Dominikus Bonaveri -697. Und in neuern Tagen S- Ravenet der Sohn. — Dann den ersten Gedanken von diesem Werke (Aufnahme der H. Jungfrau) in 6 Bl. F. F. Aquila. — Dann die Apostel und die Leuchter tragenden Engel (wieder in 6 Bl.) Sstt Badalocchi. — Endlich einen Bischof mit vier Engeln aus dieser Gruppe etzte ein Ungenannter; und eine andere Gruppe solcher Engel F. Rosaspina (Pr. 4 Livr. de Fr.). (57) N. 270—7,. 70 Allegri. Greisen in weißem Gewände, welchen Einige für Correggio's eigenes Bildniß halten wollen. Er halt die Palette in der Hand. Zur Seite sieht man sein Bild des H. Hieronymus (n. K. das Verlöbniß der H. Catharina); Lact. Gam- bara soll es in i 566 zuerst entdeckt haben. Allein schon längst ist diese Sage vollkommen widerlegt (?); und glaublich findet sich ein zu- verlaßiges Bildniß von Allegri nirgendwo (§«). Während Eorreggl» mit jenen beyden großen Arbeiten zu Parma beschäftigt war, unternahm er daselbst noch verschiedene andere von geringerm Umfange, aber nicht geringerer Vortreff- ltchkeit, worunter vorzüglich die beyden berühmten Gemälde, der H. Hieronymus und die Nacht, ausführlicher bemerkt zu werden verdienten. So viel man weiß, wurde ihm zu dem erstem i. I. 162z von einer parmesanischeu Dame, Donna Brisaide Costa, einer Wittwe des Orazio (a. U. Ottaviano) Colonna der Auftrag gegeben, welche nachher (1H28) der Kirche St. Antonio Abbate ein Geschenk damit machte. Der Preis, um den es bedungen wurde, waren — 400 Lire. Zwey Jahrhunderte später bot der König von Portugal 4"'l>c>o Dukati dafür an, und der damalige Abt des Klosters stand schon auf dem Punkte, den Vertrag zu schließen, als die Bürgerschaft von Parma, um einem so großen Verluste vorzubeugen, sich an den Jnfanten Don Philipps wandte; dieser befahl (1749) das Bild aus der Kirche St. Antonio wegzunehmen, und dasselbe nach der Domkirche zu bringen. Daselbst blieb es, biö i /56 ein französischer Maler es kopiren und durchzeichnen wollte, dem sich aber die Domherren widersetzten, und ihn wegjagten. Dieser wandte sich daher an den Fürsten, der es unter Bedeckung von 24 Grenadieren gen Colorno bringen, dann späterhin (17H7) nach der Gründung einer Akademie dort aufstellen ließ, wo es wieder vierzig Jahre ruhig blieb, dann aber (1797) als französische Kunstbeute in's Pariser - Museum gebracht wurde, wo sich von Alters hert?§) eine Skizze davon befand, die von des Unsrigen eigner Allegri. Hand, und in großem Geschmack gemalt seyn soll ( 6 °). Außer der seiner Zeit von dem Könige von Portugal für das Hauptbild angebotenen Summe, sagt man, ein Engländer habe es für ist, 000 , und König Friedrich der Große (1772) für 25,000 Zecchini erstehen wollen. Eben so behauptet man, daß der Herzog, um es zu behalten, dem französischen Sieger eine Million Livr. vergebens anbot, und der Verlust desselben ihn so sehr schmerzte, daß er nie wieder den Saal der Akademie betrat, wo es gehangen hatte. Die darstellendste Beschreibung von der Anordnung dieses Bildes (welches überhaupt für das schönste Stafeleiwerk von Allegri gehalten , und von vielen selbst der gleich folgenden berühmten Nacht noch vorgezogen wird) giebt ohne Zweifel Füßli nach seiner löblichen schlichten Weise: „Maria sitzt in einer edeln und ruhigen Stellung, und hält das Kind auf ihrem Schooße; an ihrer Seite ein Engel, der ein von dem neben ihm stehenden Kirchenlehrer Hieronymus empfangenes offenes Buch in der Hand hat, aus welchem er eine Stelle dem Kinde zu weisen scheint, das ihn und den Kirchenlehrer mit holder Miene anblickt. Auf der andern Seite ist Magdalena in einer gegen das Kind gesenkten Stellung, ergreift seinen einen Fuß, als ob sie ihn küssen wollte, und wendet mit einem brünstigen einschmeichelnden Wesen ihr Gesicht gegen dasselbe. Hinter ihr befindet sich ebenfalls ein Engel, der an einer Vase riecht, ohne Zweifel um das Anerbieten der Salbe der Magdalena für Christum zu bezeichnen ( 62 )." „Was die Manier betrifft" (heißt es dann bey Mengs^H, „in welcher dieses Gemäld ausgeführt ist, so bemerken wir, daß das Colorit desselben ein Jmpasto und eine Dicke hat, wie man es bey keinem andern bemerkt, zugleich aber eine Klarheit, die bey dem Gebrauche so vieler Farbe sonst schwer zu erhalten ist. Allein das Schwerste bey einer so sehr impastirten Arbeit macht die Verschiedenheit der Tinten aus, und daß die Farben nicht mit dem Pinsel aufgelegt scheinen, sondern als (Zg) Wagt es dock nickt einmal die Galerie zu Florenz ein — npokryphisches von ihm auszuweisen — deren sie doch mehrere hat; wohl wissend, daß der große Mann für seinen Pinsel immerhin Genußvolleres fand, als sich selbst zu conterfey'n. Au Genua traf Meng« eines Tags auf ein kleines z" hohes» auf Holz gemaltes Bildniß eines schönen Mannes mir blonden Haaren, mit der Aufschrift: vosso Dass! äipiiire gvesro rirrrtto 33-54- 7t Allegri. wären sie gleichsam wie Wachs ob dem Feuer zusammengeschmolzen. — Obgleich hiernächst Alles in diesem Gemälde Bewunderung verdient, so übertrift dennoch der Kopf der Magdalena noch alles Uebrige an Schönheit; und man kann sagen, daß, wer dieses Haupt nicht gesehen hat, sich nicht vorstellen kann, wie weit die Kunst ihren Zauber treiben kann; denn an demselben findest du den Ausdruck und die Cor- rektheit Raphaels, die Tinten des Titian, die Jmpasiirung des Giorgione; jene Wahrheit und charakteristische Genauigkeit, die man in den kleinsten mannigfaltigen Formen und Tinten der Bildnisse von van Dyck wahrnimmt, das Geräumige («xarioso) des Guido, und das Froh- licht des Paul Veronese — Alle dieses stellt sich dem Auge mit derjenigen Zartheit und Milde dar, die bloß Correggio in seiner Gewalt hatte, und die kein Andrer durch Nachahmung und selbst durch Copiren jemals erreichen konnte. Denn auch die Copieen, welche die geschicktesten Künstler nach diesem Bilde gefertigt haben, verhalten sich zu ihrem Urbilde, wie das irrdische Feuer zu der Sonne (^). Selbst über das sonst mehr kräftige als sanfte Gemüth des Hannibai Earracci hatten die Grazien dieses Werkes so viele Gewalt, daß er dasselbe der Cäcilia von Raphael weit vorzogst). Gestochen ist dasselbe, nach Heinecke, siebenmal (t). Das Zweyte, noch berühmtere Altarblatt, welches Correggio in jenem Zeitpunkt (ob auch in Parma?) fertigte, ist die, unter dem Namen der (schicksalsvollen!) Nacht bekannte Anbetung der Hirten (t). Dieses Bild war von einem gewissen Albert Pratonieri bestellt worden (t), und der bedungene Preis dafür soll, den mehrern Nachrichten zufolge, sich auf ungefehr 600 französische Livr. nach jetzigem Geldwerth belaufen haben. Dasselbe scheint nicht vor dem I. i 5 Zo vollendet worden zu seyn, und wurde anfänglich in einer der Familie Pratonieri zudienenden Kapelle in der Kirche St. Prospero zu Reggio, hundert Jahre später dann (i6P>), auf Befehl des Herzogen Franz I. in der Galerie zu Modena aufgestellt, und endlich wieder Allegri, hundert Jahre hernach (i/Hb) durch den bekannten Gesamtkauf der modenesischen Kunst- schätze nach Dresden gebracht, wo es bis auf den heutigen Lag unangetastet verblieben lst(^). „Dieses berühmte Gemäld" (sagt Füsiix^)) „stellt der Geschichte gemäß, eine nächtliche Handlung vor, wo aber die Morgendämmerung in der Ferne schon merkbar zu werden beginnt. Der Schauplatz ist eine ziemlich öde Gegend; und da, wo die Haupthandlung vorgeht, sind Üeberbleibsel alter Gebäude zu sehn, die zu Bewahrung des Viehes zu dienen scheinen. — Maria ist sitzend vorgestellt, und senkt den Blick gegen das Kind in der Krippe, welches dem Beschauer so erscheint, daß er nur das Hinterhaupt, nebst etwas sehr wenigem vvm Gesichte, das übrige des Körpers aber nur mehr und minder verkürzt zu sehen erhält. Ob diese Lage, wie Meng« meint, aus dem Grunde gewählt worden sey, um das meist unangenehme der Form eines neugeborenen Kindes zu vermeiden, lassen wir dahin gestellt seyn. — Die Personen, die das Kind anzusehen gekommen sind, und sich in einer perspektivischen Gruppe neben einander, und nahe bey der Krippe befinden, bestehen in zwo männlichen und einer weiblichen Figur- Diese Gruppe ist jener der Maria und des Kindes gegenübergestellt, und beyde contrastiren sich vortrefflich. Die vorderste Figur ist ein stehender alter Hirt mit einem Hirtenstab, in kurzer Kleidung, der, indem er das Kind anzublicken scheint, das Gesicht gegen einen neben lym stehenden jüngern Hirten wendet, der mit ihm spricht, und einen schönen Contrast mit ihm bildet, welchen die neben dem Alten stehende weibliche Figur vollkommen macht, die in einem Körbchen ein Paar Tauben hält, mit Neugierde auf das Kind hinschaut, wegen seinem Glänze aber solches nur blinzelnd, und mit Beschirmung des Auges, mittelst Vorhaltung der Hände betrachten kann. — Die Figur der Maria hat einen edeln und würdigen Anstand, und das Gesicht (obschon es eigentlich nicht schön in der Form heißen kann) einen wahren Ausdruck von Ernst mit Sanftmutb gemildert. — Im Mittelgrund ist Joseph be- (64) Copieen dieses Gemäldes sah' man nämlich, wenigstens vormals, in Italien die Menge. Eine von Hann. Lorracck kaufte der spanische Duca d Uccedo. Ob die nämliche, oder eine andre von Ebendemselben, welche der Herzog von Orleans besaß, wanderte nach England. Vor allen andern aber gaben Kenner derjenigen von Aretust den Vorzug, weiche sich im Kloster Si. Johann zu Parma befand. (65) Lerrei-e pillor-'cke I. 86 in einem bort freylich wunderlich genug abgedruckten Triefe Annibaks an seinen Vetter Uudewt'g. (66) Zuerst von Augustin Carracci (»586) in einem >' 5" 9"' hohen, und 4"' breiten Blatte, schbn und meisterhaft, wie man sich's denken kann, so weit nämlich die damalige Stecherkunst, zumal nach einem Gemälde des Lorreggio reichen konnte; dann im gleichen Jahre von einem C. Carl (Köm«), nicht mit Cocn. Cort zu verwechseln; ferner von F. Villamena (fast zweifeln wir daran); dann von I. M. Giovannini >6gg; von M. Dcsbois, klein; von einem Ungenannten in Quarto, ohne Namen und Zeichen; und endlich von R- Strange, der solches 1763 in Parma selbst zeichnete, und dann ,770 zu London ans Licht gab. Dieses 7" z"' hohe, und 1' z'" breite Blatt Hot denn doch (nach Füßli) von den Schönheiten des Urbilds noch am meisten geliefert: „Dir verschiedenen Gradazionen und Tdne in Licht und Helldunkel sind darin, theilweise und im Ganzen, sehr merkbar und mit viel Harmonie ausgedrückt; auch die Gesichter, und besonders jenes der Magdalena, sind mit einer geschmackvollen Zartheit bearbeitet, und haben mehr Ausgeführtes und Bestimmtes im Ausdrucke, als in dem carraccischen Blatte. Eine Nachbildung des Hieronymus im Umrisse, aus der Zeit» wo das Urbild sich in Paris befand, s. bey London I. dkro. 37 und, ebenfalls im Kleinen, im zweyten Hefte der (-alerte 769 sehr gut erhallen gesunden. (70) l. c. 71—75. schaftigt, den Esel hervorzuziehn, und weiter hinaus sind einige Hirten, deren Formen sich in der dämmernden Ferne verlieren. — Die Composition des Ganzen ist sehr einfach, und eigentlich nur auf fünf wesentliche Figuren beschränkt; ^ diese sind aber so sinnreich und so gefällig für,das Aug angeordnet, daß mehrere nicht nur überflüssig, sondern der Schönheit des Ganzen nachthetlig seyn müßten. Denn, da die Lichtstrahlen von dem Kinde ausgehen, und sowohl in der Nahe die Mutter, als etwas weiter die ihr gegenüberstehenden Figuren beleuchten, folglich eine sehr helle, und dann eine etwas gebrochene Haupklichtmasse bewirken, zwischen diesen zwo Hauptgruppen aber ein, zwar an menschlichen Figuren larer, aber von allerley Körpern andrer Art ausgefüllter Raum besteht, die nur so viel Beleuchtung haben durften, als erforderlich war, das Aug' von der Hauptmasse des Lichts bis zur entgegengesetzten, über sanfte Ruhepunkte hinzuführen, und dadurch jene unmuthige Harmonie zu bewirken, die eine der vornehmsten Eigenschaften dieses Bilds ausmacht, so wäre, unsers Erachtens, dieser Zweck nicht erreicht worden, wenn der Künstler in diesem Raum mehrere Figuren angebracht hätte, weil sie die Lichtstrahlen mit mehr Schärfe aufgefangen, und das Aug' des Beschauers, zum Nachtheil des Hauptgegenstandes, zu sehr zerstreut haben würden. — Was die Form der Figuren überhaupt anbelangt, so sind solche der Charakteristik gemäß gebildet, und in einem mehr großen und wahren als schönen Styl gezeichnet; der Ausdruck hoher Verwunderung ist bey den Hirten sehr naiv ausgeführt, und besonders ist unbehagliche Empfindung, die das von dem Kinde ausgehende starke Licht bey der oben beschriebenen Hirtin wirkt, mit ungemeiner Wahrheit ausgedrückt." Meng's hienächstl?') sagt: »Dies Gemälde gehört zu denen, die das Herz jedes Zuschauers rühren, er mag ein Kunstverständiger oder Unwissender seyn; noch mehr Eindruck aber macht es freylich auf den erster». Die Nachahmung der Wahrheit ist so künstlich ausgeführt, daß jeder Begriff von Trockenheit sich verliert; und die Kunst ist so versteckt, daß Alles mit der größten Leichtigkeit gefertigt zu seyn scheint. Die Composition ist einfach, und es verrath eine außerordentliche Geschicklichkcit, wenn man in einem kleinen Raum ein ziemlich großes Feld mit einer Entfernung vorstellen will, das den wirklichen Anschein einer traurigen und elenden Lage giebt, doch aber mit einem Horizonte geschmückt ist, an welchem man den Anbrach des Tages bemerkt, der alles Ucbrige aufheitert. Von Weitem sind einige Hirten, die man kaum unterscheiden kann, und zwischen diesen und der H. Jungfrau steht St. Joseph, in der schon oben (bey Füßli) berührten Handlung begriffen, und seine Figur macht den Platz geräumlicher, indem man dadurch die Entfernung gewahr wird, die von da aus bis zur Jungfrau, und auf der andern Seite bis zu den Hirten sich befindet. — Dem ersten Anblicke nach scheint es, daß die Lage der Jungfrau besser ausgedacht seyn könnte, weil sie den Kopf gegen das Kind auf eine Art neigt, daß man nicht ihr ganzes Gesicht sieht; allein näher betrachtet erkennt man, daß es nicht wohl möglich war, eine bessere Parthie zu ergreifen, ohne der Grazie vielen Abbruch zu thun. L. neigte den Kopf deswegen so, um zu verhindern, daß das Licht, welches von unten herauf kommt, nicht die obern Theile in Schatten stelle, was der Schönheit des Gesichts nachtheilig gewesen wäre. — Auch das Kind ist mit außerordentlichem Fleiß so gestellt, indem es in die Quere liegend genommen ist, so daß man kaum das Gesicht bemerken kann, obgleich die Aerme und Füße ziemlich sichtbar sind. Dieses hat meiner Meinung nach <5. mit guter Absicht gethan, um die natürliche Form der neugebornen Kinder zu vermeiden, die nichts annehmliches für uns hat, und die wir zu sehen nicht gewohnt sind (7*). Dieses kann uns überhaupt als ein Beyspiel dienen, wie man das, was in der Natur nicht schön ist, abändern soll, um es schön zu machen (?3). Vielleicht versteckte er aus eben diesem Grunde beynahe das Gesicht des alten Hirten auf dem Vordergrund, indem er einen andern jugendlicher» und schönern vor diesem anbrachte, der in einer freudigen Bewegung mit dem Alten von dem Vorgänge zu sprechen scheint. Eine Hirtin, die in einem Körbchen zwey Turteltauben tragt, zeigt, daß sie sich an dem Kinde nicht satt sehen — nicht davon gehen kann, und daß sie die Hand für das Gesicht hält, um sich vor dem blendenden Schein zu verwahren. — In der Höhe des Gemäldes, auf der entgegenstehenden Seite der Madonna, ist eine Glorie mit Engeln, die ebenfalls von dem Christus- kinde erleuchtet werden, auf welche C. das zweyte Licht anbrachte, obgleich nicht so vollkommen, wie bey der Madonna. Dafür machte er ihre Schatten viel annehmlicher, gleichsam als wenn es bloß wiederscheinendes Licht sey, oder daß sie in einer Art von Lichtmasse eingehüllt wären, um vielleicht anzudeuten, daß sie Geister sind. — Die Schönheit, die Grazie und die sorgfältige Ausführung dieses klassischen Gemäldes ist bewundernswerth, und Alles ist mir verschiedenen Manieren, nach Erfordernis der Umstände, auf das schönste behandelt (?4)". Zwey Originatskizzen von diesem berühmten Bilde sah' der (eben nicht sehr zuverläßige) P. Resta zu Rom, die eine bey einem H. vig- norn, die andre bey dem Maler Ghezzi. Die letztere war von dem ausgeführten Werke in Manchem wesentlich verschieden, und hatte, wie Rest« dafür hielt, mehrere Vorzüge vor dieiem. Die Scene war ein beschlossener Ort, somit geschickter vor der rohen Jahrszeit zu schütze», bloß mit einem kleinen Fenster versehen, durch welches der Mond hinter Wolken erschien; übrigens vollkommene Nacht. Gerade so war auch eine Original-Zeichnung, welche Richardsons Vater will besessen haben; und eine andre treffliche (nach ihm) sah man bey Mylord Peinbrocke (75). ( 7 .) I. c. -45—-48- <7-) So ausgeführt dürfte man dem Mengsischen oben (bey Füßli) gerügten Urtheil hierüber seinen vollen Beyfall kaum versagen. (7z) Vielleicht noch besser: „Wie man das, was in der Natur nicht schdn, und doch wahr ist, möglichst vermeiden soll." (74) Dieses und Mehrcrs über Correggio's Nacht s. bey Kichardson IN- 676—683- Roch zwey solche Skizzen zu St. Petersburg und zu Aachen s. unien. (75) Hei»eckt führt vier Blätter nach diesem Bilde an: Vörderst ein geetztes von I. M. Mitelli (das keiner Bohne werth ist); dann ein (1691) ziemlich schlecht gestochenes von H. Vincent; ein drittes 73 A llegri. Allegri, l Auch die Kirche der Rocchetiner-Vater (zum H. Grabe) iu Parma besaß vormals, und be- sitzt wahrscheinlich jetzt wieder ein vermuthlich gegen das I. i53n auf Holz gemaltes Altarblatt ( 6 ' 9 " hoch, /j' I" br.), das zu den zahlreichen Darstellungen des Unsrtgen von der Flucht in Egypten oder Ruhe in diesem Lande gehört, und, wenigstens in seinem ursprünglichen Zustande, unter seine schönsten und aus- geführtesten Arbeiten zu zahlen war. Müde von der Reise hat sich die H. Familie im Freyen gelagert Engel sind ihre Begleiter, und bedienen sie. Einer füllt einen Becher mit Wasser für das Kind; andre biegen die Zweige des Palmbaums herab, um St. Joseph das Pflücken der Datteln zu erleichtern, und wunderlieblich ist es, wie dieser dem Knabchen die Früchte biethet. Den besondern Namen, Maria della Scodella, erhielt dieses Bild von der Schaale, welche die H. Jungfrau in der Hand halt. »Correggio" (sagt Mengs (76) „pflegte, sowohl bey geistlichen als weltlichen Gegenständen immer dichtersche Ideen anzubringen; daher bildete er auch hier eine Figur, die kein Engel ist, und in die erwähnte Schaale aus einem Kruge Wasser gießt. Es scheint, als habe er auf diese Weise die Quelle personifiziren wollen, nach Art, wie es die Alten thaten; allein er machte um deswillen doch keine Nymphe, oder sonst etwas profanes daraus. Auf dem Hintergrund erblickt man einen Engel der den Esel (diesen getreuen Gefchrten der frommen Pilger) anbindet, mit so viel Ausdruck und Anmuth, als es vielleicht für diesen Gegenstand übertrieben ist. Eine Weile befand, sich dieses Bild als Kunstbeute zu Paris. Früher schon ward es von einem spanischen Malecburschen ganz verdorben, der, nachdem er mit vieler Mühe die Erlaubniß erhielt, es zu copiren, bey dem Abwäschen so barbarisch damit umging, daß er kaum die Farbe auf dem Holze ließ ( 7 ?). Vor dieser Verderbniß, welche vor äc>—5o Jahren vorging, war dasselbe, wie Tiraboschi berichtet (7«), mehrmals auf dem Punkte, verkauft zu werden (79). Florlllo G°), wo er von vier Bildern des Unsrigen spricht, welche aus der Galerie Far- nese in diejenige von Capo di Monte zu Neapel gekommen seyn sollen, nennt, als ausdrücklich mit ihLg datirt, einen St. Joachim in Wasserfarbe. Schon oben haben wir der beyden Bilder gedacht, welche der Herzog Friedrich von Man- tua (i5Zo) dem Kaiser Carl V. geschenkt hatte, deren Entstehung daher höchst wahrscheinlich in etwas frühere Zeit zu setzen ist. Nach Meng«, dem dicsfalls wohl besser als vasari zu trauen ist, der solche Leda und Venus rubrizirt, waren es vielmehr Leda und Danae. Diese berühmten Gemälde sandte der Kaiser nach Prag, und sie standen dort bis auf den dreyßigjährigen Krieg, wo Gustav Adolph dieselben als Kunstbeute nach Stockholm dringen ließ. Nach dem Tode dieses Königs blieben sie in den jüngern Jahren der Königin Ehristina ganz unerkannt, bis sie endlich als Decken — der Fenster eines Reitstalles aufgefunden worden GH. Alsdann wurden sie möglichst wieder hergestellt, und gedachte Prinzessin nahm sie mit sich nach Rom, nachdem sie zuvor von dem Pabste die Erlaubniß erhalten hatte, dieselben nach ihrem Gefallen wieder aus seinen Staaten zurückzuziehn. Nach ihrem Tode kamen sie, nebst andern ihrer Kostbarkeiten, in die Hände des Don Livio Odes- calchi, und von dessen Erben, aus dem Pallaste Bracciano, an den Herzog Regenten von Orleans, von L. Surugue dem Sohn, für daS Dresdner-Galeriewerk, von welchem Füßli sagt, daß eS sehr sorgfältig ausgeführt sey, und man sich daraus eine ziemlich deutliche Idee vom Ganzen sowohl, als von dem Charakter einzelner Figuren machen könne. Ein viertes soll Boetius angefangen, ober nicht vollendet haben, da die Platte beym Bombardement von Dresden zu Grund ging, und nur drey geetzte Probblättcr davon übrig blieben, deren eines sich in der Dresdner. Kupfersammlung befinde. Ein fünftes dann von Freidthoff in Großfol. nennt baö Tüb. M. B- i8>2 S. iio8 ein Blatt „von Wirkung". Ein sechtes von Sloane, nach Nachtigalls Zeichnung, wird in der Aüg. R. A. (8". -8or) S. - 48—>55 demjenigen von Surugue vorgezogen, und namentlich davon gerühmt: „Daß darin Manches von der Schönheit des Urbilds befindlich, auf die Farbenabstufung und Harmonie viel Rücksicht genommen sey, und der Stecher mit Einsicht verschiedene Manieren zu verbinden gewußt habe" (Preis io fl.). Und endlich hat Seydelmann nach diesem klastischen Gemälde eine Zeichnung in Sepia gefertigt, von welcher es im Tüb. R. D. >8>9 S. zz heißt: „In dieser Art kann man wohl schwerlich etwas Trefflicheres sehn; und der Lichteffekt dieses, eben dadurch so ausgezeichneten Bildes ist auch hier fast blendend. Nach derselben sollte es von N. Morghen gestochen werden". WaS aber bisher, unsers Wissens, nicht erfolgt ist. (76) I. 0. izo. (77) ckochiti (I. 66) fand es schon vor sechszig Jahren schwach gefärbt und incorrekt, ober doch dabey voll wundervoller Schönheiten. Auch noch anderwerts (Aüg. R. A. >8oz g«. S- >zz) wird bemerkt : »Die Lage des Kinds ist weder natürlich noch unmuthig, und dir Füße St. Josephs sind unrichtig gezeichnet" (waS denn doch kaum von jenem Malerbursche herrühren kann). »Die Wolken sind hart und schwerfällig colorirt; aber die Landschaft ist schön, und daS Ganze" (heißt es auch hier) „erweckt Bewunderung". (78) diorirle äelle killure äel Slsro äi lVloäcas j). 58 . Und namentlich soll der König von Pohlen (wie es in der Aüg. A- K. l. c. heißt) 240,000 Livr. dafür geboten Haben. (79) Erstochen kennt Heinecke von diesem Bilde fünf Blätter: Das älteste, und wahrscheinlich daS bcßte, von F. Brizio; ein anderes von N. Langlvis; ein drittes, nach Jabach's Zeichnung, von Mass«; ein viertes und fünftes, beyde anonyme, in Fvl. und Quarto. In neuern Tagen (1778) gab solches auch S- Ravenet, Sohn. Dann befindet es sich bey Lands» II. dir-». 28 im Umrisse; und wird dort, im Text, daS besu Kai desselben hoch gepriesen, und sein damaliger schlechter Zustand vollkommen verschwiegen. Endlich, ebenfalls ganz klein, in der Marie Loswaze c»Ier>- tlu I.ouvre Lab. II. IXro. 8- (80) II. 278. Woher er diese Notitz gezogen, wird nicht gesagt. (8,) Nach einer andern Sage hätten die Schweden Lorreggio's Gemälde aus den Rahmen geschnitten, um ihre Bagagewogen damit zu decken. Tüb. R S. -82- S. 366 . j,'-' s '7 7 sass''"'!'.'' t 's t r ^ Qd'-.?»?- , ,: t I. »9 n Allegri. zugleich mit dem dritten ähnlichen vortrefflichen Bilde der Io (^). Don diesem gelangten sie in die Hände seines Sohnes, der sie, um zu keiner Verführung Gelegenheit zu geben, in höchst eigner Gegenwart in Stücke zerreissen, und den Kopf der Jo vollends verbrennen ließ, weil dieser ihm den üppigsten Ausdruck zu haben schien. Die übrigen Theile dieses letztgenannten Bildes wurden von Carl Coypel gesammelt (?); und, nach dessen Tode setzte ein andrer französischer Maler einen neuen Kopf darauf. In diesem Zustande kaufte es ein Finanzier Pas- quier um i 6 ,o 5 o Fr. und bey der Versteigerung der Bildersammlung dieses letztem wurde es für Friedrich II. von Preußen um den hohen Preis von 21,060 (a. d. 24,000) Livr. erstanden und zu Sanssoucy aufgestellt. Don der Leda sagt man, daß sie dasselbe Schicksal (?) gehabt ( 63 ); und wenn die Danae sich bis jetzt noch erhalten hat, so muß sie doch so versteckt seyn, daß wir gar nicht wissen, ob, oder wo jemand in neuern Tagen sie zu sehen bekommen hat (6^)? Wie dem immer seyn mag, und wir hierüber Allegri. am Schluß der vorstehenden Note erwähnt haben, so befanden sich doch alle diese drey berühmte Bilder noch 1727 (wie man damals dafür zu halten schien, ganz unversehrt) in der Galerie Orleans; und (was noch wichtiger ist) ebenfalls alle dreye sind uns durch die vortrefflichen Stiche von Caspar Duchange auf immerwährende Zeiten aufbehalten, von welchen die Jo das Datum von 170h, die Leda von t 7 ir tragt ( 63 ). Du Bols de Er. Gelais, beschreibt vör- derst das Bild der Jo, wie folgt: „Auf Tuch gemalt ( 3 ' 5 " hoch, 2^ 7 -2" br.), Figur von fast natürlicher Größe (66). Sie sitzt auf einem Erdwalle; man sieht sie vom Rücken, doch mit gewandtem Haupte, so daß das ganze Gesicht erscheint. Sie ist in Ohnmacht des Entzückens versunken, die Wolke beginnt sie zu umfangen; man entdeckt durch dieselbe nur etwas vom Kopfe, und eine Hand, die sie umfaßt. An der Stelle des^ Erdwalls, auf welche sie ihren rechten Arm stützt, entspringt eine Quelle, die in eine Urne fallt, und weiterhin einen kleinen (8-) Nach du Lots de St. Gelais hätte sich auch letztere schon im Besitze der Kdnigin Christians befunden. (8z) So wie auch die Frage ist, ob nicht der letztgenannte Kaufpreis beyde Bilder angehe? (84) So weit Mengs I. c. ,,9—,20. Ziemlich anders Fiorillo H. 279—23-. Mach ihm, um unS kurz zu fassen, wurden dieselben nicht iZZc> dem Kaiser geschenkt, sondern standen in der Galerie zu Mantua, bis 16z-, wo sie, bey der Einnahme dieser Stadt durch den kaiserlichen General Colento nach Prag mitgenommen wurden, und dann spätherhin (>648) ebenfalls durch Kriegsglück, nach der schwedischen Eroberung dieser Stadt, nach Stockholm kamen. Ueber das dortige ungefehre Auffinden derselben erzählt dann Fiorillo (nach den Briefen des Grafen von Teffin an einen jungen Prinzen. Leipz. 1756): „Die Kdnigin Christina bekam zuerst in Italien einigen Geschmack an den schönen Künsten. Vorher hatte sie davon so wenige Kenntniß, daß sie die fünf vortrefflichen Bilder von Lorveggio (du Bois de St. Gelais nennt >o), davon noch ein Theil (nach St. Geists alle zehen) in der Oceanischen Galerie aufgehoben werden , an den französischen Mater Bourdon verschenken wollte, der sie, zum ewigen Beweise der damaligen Einfalt, in der Königin Stall entdeckte, wo sie, verachtet und kaum bemerkt, zu Leinlucken vor den üdelpassenden Fenstern dienten". Daß dann die Kdnigin sie mit sich nach Rom nahm, hat allerdings seine Richtigkeit. Alsdann fährt Fiorillo, wie folgt, fort: „Bey ihrem Tode vermachte sie solche dem Kardinal Azzolini, von dessen Erben sie der Prinz Odescalchi kaufte. Von diesem kamen sie an den Herzog von Braceiano, und hierauf wieder durch Verkauf an den Herzog Regenten. Spätherhin wurden mehrere (versteht sich von den zehen Bildern) durch den letzten Philipp Egalit-- in England versilbert. Was der Sohn deS Regenten mit den drey mythologischen Damen gethan, wird auch hier angenommen, mit der wettern nähern Anführung, daß in diesem traurigen Zustande Coypel sie zu seinem Studium sich ausgebeten und erhalten; daß sie nach dessen Tode öffentlich versteigert, aufgestützt, ergänzt, und so um einen hohen Preis dem Könige von Preußen verkauft worden. Die Leda war (S- deouvellisre oeconomigue er liklcrsire D. II. p. 148) in drey Stücke zerschnitten, der Kopf verbrannt (?), und so bey jener Versteigerung von dem oberwähnten Pasquier erstanden, und dem Maler Lyen die Wiederherstellung aufgetragen. Die Jo hakte ein H. de Calabre gekauft, und die Ergänzung übernahm der Maler Lollier (alle dies» wie wir'S verstehen, für Friedrich II.). Der Ritter Samt »Germain < Matinel halte diese Wiederherstellung in Versen besungen. So zieren solche (die lleda und Jo) gegenwärtig die Galerie zu Sanssouci". Allein, in Absicht aus das dritte dieser Bilder (die Danae) bleibt nun der seltsame Widerspruch. Nach den beydseitigen Berichten von Mengs und Fiorillo waren es wenigstens die sseda und Dsnse, welche die Wan, derungen von Mantua, nach Rom, dann nach Böhmen und Schweden, und endlich nach PariS mitgemacht. Und eben so unstreitig befand sich 1727 noch (als ebenfalls aus der Derlaffenschaft der Königin Christina herrührend) auch die Jo in der Galerie Orleans, und kam spätherhin, nebst der steda nach Sanssouci; dann 1806 oder 1807 als Kunsteroberung nach Paris, und, nach dem Kriege (>8>5) wieder an ihre alte Stelle. In neuern Tagen heißt es davon im Tüb. Morgenbl- >8>5 S. 11,2: „Der schleyerhafte Nebel, welcher die erstere Scene verhüllt, ist nothwendig, erhöht aber auch das gefährlich Schöne des Eindruckes. Im zweyten Bilde sind die gesteigerten Wlüthenblicke der Liebeslust sehr reizend angedeutet, und beyde Werke bleiben Zeugnisse der Meisterschaft". (Wie kalt-warm!) „Der SittenfanatismuS eines Herzogs von Orleans begehrte einst die Vernichtung dieser Bilder; man wehrte sie ab, mußte aber doch mehrere Köpfe (?) herausnehmen, die späther nur sehr mittelmäßig wieder hineingcmalt wurden. Neuerdings ist nun der Kopf der Jo von einem französischen Maler, prudon, angefügt, und so herrlich, daß die rühmlichste Anerkennung Pflicht wird". (8z) Alle dreye wurden von P. Petri zu Rom gezeichnet. Die gesuchten Abdrücke sind natürlich diejenigen, welche noch nicht den Namen von Sornique tragen, der solche aufgearbeitet, mehre nackte Stellen brappirt (nach Rost VIII. 19z die Jo in eine schlafende Diana verwandelt) hatte, waS indessen nach der bekannten Stellung der Jo unglaublich, und wohl eher von der Danae zu verstehen ist. Nach Andre Darbon hinwieder hätte Duchange selbst alle drey Platten aus Gewissensbissen durch große Striche mit dem Grabstichel verdorben. Nach Joubert galt die unverdorbene Jo auf der Versteigerung von Sylvestre den Spottpreis von 3o Fr., auf der weil ältern von Mariette hingegen 65 Fr., was noch wenig genug ist. (86) Was keinen Verstand hat, eS sey denn, daß unter ligure bloß der Kopf zu verstehen ist. Bach bildet, aus dem ein Hirsch trinkt, von welchem man ebenfalls nur den Kopf erblickt. Zu obcrst, über der Wolke, ist bloß eine kleine Strecke blauen Himmels sichtbar". Mengs findet die Stellung der beyden Figuren vortrefflich ausgedacht, um jede andre — noch anstößigere zu vermeiden; „denn" (sagt er) „übrigens freylich konnte sowohl in dem Kopf als in den Schultern, so wie auch an der einen Hand und an den Füßen, als den einzigen sichtbaren Theilen, die wohllüstige Handlung nicht heftiger ausgedruckt werden". Dann heißt es dort weiter: „Nachdem Eorreggio dergestalt die Pflichten des Malers an diesem Bilde erfüllt hatte, so setzte er noch, durch die Darstellung des Hirschen im Hintergründe, und desselben ängstlicher Begierde, seinen Durst zu« löschen, eine dichtersche Idee hinzu Mßli (88) spricht von > diesem wunderschönen Bilde, wie folgt: „Die Figur der Io ist rück- werts vorgestellt; sie sitzt auf einem Rasen, und wird mit dem Kopf und dem Oberleib durch Jupiters Andringen zurückgedrückt. Zevs halt sie in einem dichten, doch noch immer so durchsichtigen Nebel mit den Handen umwunden, daß man eine menschliche Gesichtsform, die sie brünstig küßt, und eine Hand, die sie an der Hüfte faßt, bemerken kann. Sowohl das sinkende Haupt, als die ganze Wendung und Drehung ihres Leibs, nebst der unwillkuhrlich scheinenden Bewegung ihrer Aerme und Hände zeigen den vollen Genuß der Wollust an; und doch ist der Ausdruck in dieser Vorstellung mit so viel anscheinender Schonung ausgeführt, daß alle gar zu auffallende Anstößigkeit vermieden ist, und die Einbildungskraft gleichsam eben auch nur, wie durch einen Nebel, und stufenweise, zur wahren Bedeutung der Handlung geführt wird. Die Form der Io ist von einer großen, an das Ideal grenzenden Schönheit, und der düstre Nebel, der sie zum Theil umgiebt, und den der Maler, mit der ihm ganz eigenen Geschicklichkeit in der Anwendung des Helldunkels, auf die sinnreichste Art zu benutzen gewußt hat, giebt dieser Form einen neuen Reiz, und trägt auch das Meiste zu der bewundernswürdigen Harmonie des Ganzen bey (88)". Von dem Zustande des Bildes, worin sich solches vor sechszig Jahren in Sanssouey befand, sagt Matthias Oesterreich (8°), daß der Hintergrund viel gelitten, und so nachgedunkelt sey, daß man die Gegenstände kaum mehr unterscheidet. Auch giebt er (sonderbar!) das Höhenmaaß desselben anders an, als der Katalog von Orleans, nämlich zu 4^ ö" an. Daß sich noch mehrere Originaldilder vom gleichen oder doch ähnlichen Gegenstand, theils in ältern, theils neuern Lagen gesunden haben, theils wirklich noch aufgestellt finden, ist bekannt. Lomazzo (SH sah em solches, wegen der Vortrefflichkekt der Beleuchtung bewundernswürdiges zu Mailand bey dem Ritter Leone Arctino, welches diesem aus Spanien, von seinem Sohne Pompeo, dem Bildhauer, zugesendet worden, riichardson (^) spricht von einer dem Könige von Spanien zugehörigen Jo des Eorreggio, die sich von der des Herzog Regenten bloß darin unterscheide, daß hier der Hirsch fehle. Eine andere (sagt Fiorillc» (»Z) sehe man im Schlosse zu Novellara, welche jedoch zuverläßig eine Copie mit einiger Abweichung sey. Als ein Originalbild wird indessen fast allgemein dasjenige in der Kaiser!. Galerie zu LDien gehalten. Selbst Mßli (84) aber nennt es bloß ein muthmaaßliches, und auf alle Fälle so sehr verdorbenes, daß man, außer der Erfindung und Anordnung des Ganzen, nur noch wenige, des großen Künstlers würdige Schönheiten darin finde (88). Noch sprechen Heinecke u. a. von einem Blatte: Jo, in die schlafende Diana verwandelt (was nicht Alles dem Vater der Götter zu Gebote stand!) von D. Sornique. Von der Stelle des Urbilds haben wir nirgends keine Spur gefunden . 0. 46—48) und der kurzen Notiz bey du Rots de St- Gesnis- ( 98 ) 76 Allegri. einen Schwan zwischen den Schenkeln hält, der mit leidenschaftlicher^Zudringlichkeit seinen Hals an ihren Busen drückt, und seinen Schnabel ihren Lippen zu nähern scheint. Sie sitzt, gegen einen Baum gestützt, auf einer Rasenbank am Wasser, worin sie den einen Fuß halt; ihre ganze Wendung, so wie der starke Ausdruck im Gesichte, zeigt wohllüstige Empfindung an. Neben ihr huckt am Gebüsche ein schöner Amor mit schlauem Blicke, der auf der Leycr spielt, so wie, neben diesem, zwey andere, die ein aus verschiedenen Hörnern gebildetes Instrument anstimmen wollen. Aber nun (höchst sonderbar (s»)!) auf der andern Seite der Leda erblicken wir ein zweytes junges Mädchen, das im Wasser bis an die Kniee steht, und mit einem Anschein von Unschuld sich gegen einen andern auf sie anschwimmenden zudringlichen Schwan zu vertheidigen sucht, mittlerweile noch ein drittes Mädchen, das wohl schon zur Frau gemacht ist, einem dritten Schwan, welcher eben von ihr weggeflogen zu seyn scheint,,in die Höhe, mit einem Ausdrücke von Vergnügen und Befriedigung nachsieht, und dabey von einer alten Bedienten, die über das Vorgegangene zu trauern scheint, sich wieder ankleiden zu lassen, im Begriffe steht. Alles ist mit derjenigen Grazie vorgestellt, die in solchem Maaße nur dem Lorreggio eigen war. Den Hintergrund bildet ein Wald von hohen Bäume» manigfaltiger Art; der Vordergrund hingegen besteht größtenteils in einem Teich krystallhellen Wassers, in welchem all' Obiges sich ereignet hat. Das Ganze ist voll Anmuth, und stellt ein malerisches Gedicht dar, das die verschiedenen Vorfälle der Liebe zum Gegenstand hat ('o°). Noch bemerkt Füßli ins- besonders: „Die Zeichnung der weiblichen Formen in diesem Bilde ist zwar weniger zierlich als in der Io. doch ebenfalls wahr und reizend ausgeführt, und der Ausdruck, sowohl in den Gesichtern als in den Bewegungen der handelnden Personen — sogar des Schwans, von einer so eindringenden Bedeutung, daß der stärksten Einbildungskraft wenig mehr hinzuzudenken übrig bleibt ('°'). In wie fern unsre Leda zu Sanssoucy noch wohl oder übel erhalten sey, haben wir nirgends Kunde gefunden. Ein sehr schönes Bild von dem nämlichen Gegenstand, auf die oben beschriebene Weise, nur mit einigen kleinen Abweichungen behandelt, soll sich, einst wenigstens, im Pallaste Colonna befunden haben ('"). Wo die Danae aus der Galerie Orleans Allegri. hingerathen sey, ist uns, wie wir schon ver, nommen, unbekannt ('or). Dudens de Ar. Gelais nennt es ein Bild auf Luch, das Maaß fast völlig wie der Leda, und die Figur natürlicher Größe, und beschreibt solches kürzlich, wie folgt: Sie sitzt auf einem Ruhebett, von welchem ein geflügelter Amor die Decke wegzieht, die sie hingegen zurückhalten will. Der Anfang des Goldregens dringt durch die Zimmerdecke. Unten zur Rechten sieht man zwey Amorme, von welchen der eine einen Pfeil auf einem Schleifsteine spitzen will, den der andre hält. Zur Linken sieht man in der Entfernung Gebäude, und etwas blauen Himmel". Auch Mengs muß es irgendwo gesehen haben, da er uns so umständlich, und wahrscheinlich genauer als der Franzose, davon erzählt: „Dieses Bild stellt die Fabel der Danae sehr deutlich, und dabey mit wahrhaft dichterschem Geiste dar. Sie liegt reizend auf dem Ruhebett hingestreckt. Ein Amor, oder vielleicht Hymen, hebt mit der einen Hand das Leintuch, das ihren Schooß deckte, worein sie jetzt den goldenen Regen auffängt, in welchen Jupiter sich verwandelt hat, und mit der andern zeigt er auf die schönen Goldtropfen, die sie mit gefühlvollem Vergnügen betrachtet. Zu den Füßen des Bettes stehn zwey kleine Amorine an einem Probirstein, auf welchen der eine einen der Goldtropfen, der andere die Spitze eines Pfeiles streicht. Dieser letztere scheint von viel festerm Charakter als der erstere zu seyn — vielleicht um anzudeuten, daß die Liebe vom Pfeil herkömmt und ihr Untergang (rovins) vom Gold. Dieses Bild ist ganz Grazie; Hymen zumal von der glücklichsten Physiognomie, die man sich denken kann, und seine ganze Figur so schön gezeichnet, wie kein Neuerer es jemals besser gemacht. Das Helldunkel verdient nicht minder Bewunderung; und ungeachtet der Körper zum Theil wenig beleuchtet ist, so erscheint er dennoch so klar, und mit so angenehmen Reflexen, daß man kaum gewahr wird, wie er, und noch dazu ziemlich stark, beschattet ist; allein eben dieser Schatten giebt den Schenkeln, die das Licht auffangen, ein um so viel größeres Relief, besonders dem linken, der die Figur, wie aus dem Bilde hervorstehend macht. Danae's Kopf scheint eine Nachahmung der Medicäischen Venus zu seyn, und hat dieselbe Anordnung der Haare; bloß setzte Lorreggio seinem Gegenstand den crfoderlichen Ausdruck, und einen etwaS mehr jugendlichen Charakter hinzu". Noch (9g) Ungefehr wie die alten Deutschen und Niederländer einen ganzen CvkluS auS der biblischen Geschichte in die verschiedenen Vor- Mittel- und Hintergründe ihrer Bilder brachten! S- darüber daS Weitere in der gleich folgenden Note. (>o») Meng» nämlich scheint die drey Mädchen wirklich für drey verschiedene Personen, und nur die Hauptfigur im Vorgrunde für die Leda zu halten, die dann auch, in Hinsicht der bekannten Mythe der, unter der Gestalt eines Schwans, von Jupiter mit ihr gepflogenen Liebschaft, dem Bilde den Namen gegeben. Dagegen nimmt du Dois de St. Gelais an: Alle jene drey Mädchen seyen immer die Leda, wie sie anfänglich der Verführung widerstrebt, dann sich besiegen läßt, und endlich in fürdauerndem Genusse schwelgt. Wir gestehen, daß auch wir dieser letztere, Deutung vollkommen beypflichten. (>»>) Gestochen ist auch dieses Bild, wie wir schon vernommen, vorzüglich von Duchange (,' z" hoch, 6" br.); dann wieder, wie die Io, kleiner von Desrochers, und in noch drey kleinen Kopiern, von I. le Makkre, einem Ungenannten bey Poilly, und endlich ziemlich schlecht von einem Anonymus. Von Duchange's Blatt giebt es, so wie von seiner Io, Abdrücke, wo, nachdem er die Platten aus Gewjffensscrupein verdorben, solche aber ziemlich gut wieder hergestellt worden, nunmehr die Nacktheit der beyden Heldinnnrn mit Drapperien bedeckt wurde, was sich komisch genug auSnimmt. (>»,) Oesl. Orecn-io l.anäi d>ro. Z70. Nach diesem Bilde soll (Fiorillo I. c. 285 zufolge) Porporati einen Stich geliefert haben. (eoz) Wohl nach England oder Rußland. Allegri Allegri. 77 bemerkt Füßli über unser Bild: »Die Anordnung desselben bezielt, mit dem gewöhnlichen Scharfsinn seines Urhebers, eine Vortheil- hafte Anwendung des Helldunkels, indem eine Art von Bettvorhang und Seitenwanden in schattigtem Ton angebracht ist, was die fast durchaus (nur einen Schenkel ausgenommen) in mannigfaltigen Graden von Beleuchtung bearbeiteten Formen dergestalt hervorzieht, daß sie vollkommen erhoben, und in einem nur sanft gebrochenen Lichte erscheinen, wodurch das Ganze ausnehmend angenehm auf das Auge wirkt. Gezeichnet sind die Figuren in einem großen Geschmack, und haben sinnreich contra- siirte, leichte und ausdrucksvolle Wendungen; Anmuth und Grazie herrscht in allen Theilen, und alle sind mit vollkommener Harmonie zusammen verbunden. Der Ausdruck im Gesichte der Danae kragt gar nicht das Wollustgierige von jenem der Leda an sich; und das Leidenschaftliche in demselben zeigt mehr Verwunderung und Freude über das Sonderbare und Glänzende des Goldregens, als Empfindung für die Folgen desselben C^)". Wir haben nun, wie wir es uns vorgesetzt, vor allen Dingen derjenigen Bilder von Eor- reggio erwähnt, deren Datum theils mit Sicherheit, theils mit großer Wahrscheinlichkeit zu bestimmen ist. Hier noch die kurze Uebersicht derselben. 1) ihi2. Die zu Carpi gemalte Madonna mit den vier Heiligen jetzt zu Dresden. S. oben S- 53 . 2) i 5 l 4 - FürdieMinoritenkirche zuEorreggi'o. Madonna mit St. Joseph und St. Francesco. S. 63 . 5 ) i 5 l/. St. Cäcilia in der Galerie Borghese zu Rom. G- 64. 4 ) 1617. Verlobung der H. Catharina, für Mathilde von Este, jetzt zu Er. Petersburg. S. 64 - 5 ) i 5 i 8 . Die al Fresco's im Benediktiner- Nonnenkloster zu Parma. S- 64—66. 6 ) 1520. Die Kupole von St. Johann zu Parma. S- 66—67. 7 ) 1620. Die Tribune in eben dieser Kirche. S. 67. 8) 1620. Ein St. Johann über der Sakristey- thüre gleicher Kirche. S. 67. 9 ) 1520. Die beyden Altarblatter: Marter 10 ^ von St. Placidus und Flavia, und Able- s gung vom Kreuze. Ebendaselbst. S. 67. 11) 1522 Kupole der Domkirche zu Parma. S. 67—69. 12) i 523 . Der sogenannte St. Hieronymus, in St. Antonio Abbate daselbst. S. 70— 7 i. 1 3 ) 1023. Die Nacht. Einst in der Galerie zu Modena, jetzt zu Dresden. S. 71—72. (104) I. c. 4 g—2o. 14) 1529. St. Joachim in Wasserfarbe, auf Lapo di Monre, zu Neapel. S. 73. 1 5 ) i 53 o. Madonna della Scudella, in der Kirche zum H. Grabe zu Parma. S. 73. 16 i i 53 o. Jo und Leda. Jetzt zu Sanssoucy. 17 s S. 72—70. 18) io 3 o. Danae. In 1727 noch in der Galerie Orleans, jetzt, für die öffentliche Kunde wenigstens, vermißt. G. 76-76- Dagegen ist das Datum so ungleich mehr anderer, und zum Theil mit gleicher Vortreff- ltchkeit, wie die schon angeführten, gefertigten unmöglich auszumitteln. Einzig denken wir, daß je das minder Gute vor das Jahr ibi8, das Bessere und Beßre hingegen, auch von dem bisher noch Ungenannten, nach diesem Zeitpunkt , in die sechszehn letzten Jahre des all- zukurzen Lebens unsers Künstlers zu setze» sey. Somit wollen wir, wie wir gleich Anfangs angedeutet haben, nunmehr alles bisher nicht Erwähnte, nach den Ländern, Städten und Stellen aufführen, wo sich jedes derselben entweder unstreitig befindet, oder doch vor nicht allzulanger Zeit, nach bewährten Zeugen, sich dort befunden hat. In Deutschland besitzt vörderst die KK. Galerie zu Wien, neben dem schon angeführten Doppel einer Jo, noch fünf Bilder von dem Unsrigen: Christus treibt Käufer und Verkäufer aus dem Tempel, eine kleine Scizze auf Holz. Dann das doppelt lebensgroße Btldniß einer Madonna, mit schimmernder Glorie umgeben; sie scheint, weg von der Erde schwebend, dieselbe, im Zurückschallen, noch eines milden Blicks würdigen zu wollen; eine colossale Scizze, voll hoher, freylich nur von ächten Kennern gehörig gewürdigten Grazie Ferner eine Madonna mit dem Kind und St. Johann, auf Holz, welche die Stadt Mailand der ersten Gemahlin Joseph H- Jlabella geschenkt, das aber gelitten haben soll C°?). — Dann von ganz^an- dern Gegenständen: Jupiter, als Adler, entführt den Ganymed, im Maaße ( 5 ' 2" hoch, 2^ 5 " br.), das vollkommene Gegenstück der Jo, halb lebensgroße Figuren: »Ein reizendes Werk" (sagt Mengs (">«)), »im Hintergrund eine schöne Landschaft, so dargestellt, als sähe man sie von der Höhe eines Bergers. Aengst- lich scheint der Hund des Knaben sich zu bestreben, seinem Herrn nachzufolgen C°S)". Endlich Amor, als Jüngling, der sich aus Herkules Keule einen Bogen zuschnitzt, und mit dem rechten Fuß auf einige Bücher tritt ("°), die aus dem Postamente liegen, auf dem er steht, und hinter welchem ein kleiner Liebesgott, (»05) Gestochen Hot auch bi-seS Bild, vdrderst, wie wir schon vernommen , Ch. Duchonge, mit eben der Geschicklichkeit, und in gleicher Grdße, wie die Leda; und eben so, in spätern Abdrücken, dir Nacktheit bekleidet; dann wieder kleiner Desrochers, und der Anonymus bey Poilly, nebst zwey andern Unbekannten (der eine schlecht genug). (,o6) Von Mecheln kannte es noch nicht; es kam erst später hinzu. Die Betracht, ü. d. RR. G. zu Wien (Bregenz 1735) S. -zz sprechen zuerst davon. (107) Zuerst genannt in einem wicnerschen Gallerte-Catalog (1796). Ist dies etwa dasjenige, welches ganz neuerlich Rahl gestochen hat, (Pr. 5 fl. 24 kr.), und von dem eS im Tüb. Runstbl. ,822 S. 9» heißt: Der Künstler hätte wohl, als Pendant zu seiner St. Margaretha nach Raphael, ein besseres Gegenstück aus der reichen Wiener-Galerie wählen können. (108) I. c. -24. (109) Gestochen findet eS sich von F. von Stern, und von einem Ungenannten, mit: inv. er p,l>2. auf einem Stein geschrieben. (,,o) „Zum Beweis" (meynen obige Betrachtungen S. 2Z>), „daß der Liebe Macht auch aller — Weisheit unterliege". ro I. der ein Mädchen im Arme hält, herausschaut Auf Holz, ganze lebensgroße Figur 5 " hoch, 2' i" br^). Dieses Bild soll, wahrscheinlich von stümperhafter Ritoccirung, sehr gelitten haben. Neben demselben hängt eine Copie von Joseph Heinz, „vielleicht im Schatten noch anzuzeigen, welches Licht hier erloschen ist ("-) Auch die Galerie Lichrenstein zu Wien kann sich zweyer Bilder von Allegri rühmen; das eine: Halbfigur eines Kreuz tragenden Christus (2^ 2hoch, >' 9-z" br.); dann einer Madonna mit dem Kind im Arm (io hoch, 8" br.). München hat sieben, meist ganz kleine Arbeiten von dem Unsrigen: Noah's Opfer; Flucht nach Egypten; St. Elisabeth theilt Almosen aus; Brustbild eines St. Petrus; bann: Faun der die Flöte bläs't; vollendetes Studium eines Faunkopfs auf Papier, und eben so Amor, der ein geschriebenes Blatt zu überlesen scheint; dies das größte (2^ hoch, 2" 6"^ br.) ("^). Zu Düsseldorf stand einst, und jetzt wahrscheinlich ebenfalls zu München, ein 2" 8" höh., 2^ 2" br. Ecce Homo, welches, wie der ehrliche Barst meint, „an Expression Alles übertrifft, gemalt von dem raren Maler Lor- reggio ("H". Und nun das glückliche Dresden, neben einem seiner frühesten Werke (der Madonna von Carpi), und dann der ebenfalls oben weitläufig beschriebenen weltberühmten Nacht, vörderst das fast eben so berühmte Bild des sogenannten St. Georgs (Madonna auf dem Thron mit dem Kinde, von St. Georg, St. Geminian, St. Johann Baptist und St. Peter Martyr umgeben, auch, im Gegensatze der Nacht, Correggio's Tag genannt, weil hier das Licht sich über das Ganze verbreitet, da es in jenem hingegen von Einem Brennpunkte (dem göttlichen Kind) ausgeht. Dieses Bild, gleich der Nacht, auf Holz gemalt, ist noch ^ höher als letztre, und von gleicher Breite. Maria ist auf einem von zwey Knaben gehaltenen, thronar- tigen Piedestal sitzend dargestellt; zu beyden Seiten die vier genannten Heiligen: St. Geminian weiset dem Kinde, dasselbe fassend in de- müihiger Stellung, das von einem sehr schönen Engel gehaltene Modell der Stadt Modena vor; Petrus aber scheint sich als Fürbitter gegen Mutter und Kind hinzuneigen; naher am Vor- grunde wendet der jugendlich schöne Johannes sein Gesicht gegen die Zuschauer, und deutet mit der einen Hand auf Christum hin; noch mehr vorwärts ist St. Georg, mit dem Anstand eines Helden und Siegers, halb rückwerts dargestellt, wie er den einen Fuß auf den rie- senmäßigen Kopfe eines Ungeheuers stellt. Das Kind scheint das Geschenk mit Wohlgefallen anzunehmen, indem es die Hand darnach ausstreckt. Mengs nennt dieses Bild außerordentlich ausgeführt, sehr weich, vortrefflich impa- stirt, und durchaus geschmackvoll. Auf dem Vorgrunde findet sich ein Knabe, der das Schweröl des Heiligen in der Hand trägt ("^); kurz ein Werk, welches Torreggio's unermüdetes Bestreben beurkundet, immer weitere Fortschritte in der Kunst zu machen. Doch wird von ihm, so wie von Füßlt, die zerstreute (tutm iuw- rotta) Composition gerugek; dafür aber die schöne Bewegung der Figuren, die Zeichnung von grandiosem Charakter, das Studirte der Gewänder u. s. f. u. f. hoch gepriesen. Man erkenne, daß der Künstler hier alle Theile aus der Natur genommen, und in kleine Modelle gebracht, wonach er dann die verschiedenen Partheien copirte ("6). Der Reiz und die Anmuth, mit welchen das Kind ausgedacht, gezeichnet und gemalt ist, lassen sich nicht beschreiben. Die Figur des Johannes zeuge von Allegri's ungememer Kenntniß des schönen Nackenden ("?). Das vierte Bild von dem Unsrigen in Dresden ist wieder die H. Jungfrau mit dem Kinde, zwischen Wolken, von der Sonne bestralt, und mit einer Glorie von Engeln umgeben; unten die HH. Sebastian, Geminian und Rochus, und das Ganze von dem erstem derselben Sr. Sebastian genannt. Auch dieses Bild hat kss 6" in die Höhe, und 8^ 7 fr" in die Breite, und ist, gleich allen drey vorer- (l>>) Mengs und Füßlt nennen diese beyden nur mit halbem Leib hervorguckenden Figürchen: „Zwey Knaben", und Meng« vollends „fast als ringend, wovon der eine lacht, und der andere weint, gleichsam um die glückliche und die unglückliche Liebe darzustellen". Der Catalog von -796 hingegen steht wieder einen kleinen Amor, „der mit lächelnder Begierde ein Mädä>cn so gewaltig umarmt, daß sie — vor Schmerzen schreyt"! Der Ausdruck an beyden sey ungemein natürlich; aber nichts übertreffe die listige Grazie der Hauptfigur. Indessen hak Füßlt (l. zz) namentlich an der letzter« Mancherley auszusetzen. l->2) Betracht. S. -Z-. Gestochen ist das Hauptbild, in ältern Tagen von F. von Stern, nach van Hoy's Zeichnung, und in neuern, nach derjenigen von M. Benedetti, in punklirter Manier von F. Bartolozzi sehr fleißig ausgeführt, und Joseph H. zugeeignet (der wohl keine große Freude daran haben mochte). Noch nennt Heinecke zwey andere, beyde in Farben; daS eine von I. C. le Blond zu London, daS andre von E. Dagoty zu Paris. (,,z) Urtheile über diese Bilder haben wir nirgends gefunden. Das letztgenannte stand früher zu Schleisheim. Li>4) Ob namentlich dieses Ecee Homo im Großen gestochen worden, ist uns unbekannt. Wohl sicher im Kleinen, in dem Düsseldorfer-Galeriewerk von von Mecheln. ("L) Füßli I. c. 76—77. (116) „Wie man" (heißt eS) „besonders an den Knaben bemerken kann, die mit Helme des H. Georgs spielen; denn da dieser Helm Schalten auf jene wirft, so haben sie alle daS Zufällige des LichtS (tun, guegli scoiäenri äi lume) das bloß nach Modellen beobachtet werden kann, weil lebende Knaben nicht so lange stillstehen können, daß man daran alles dieö bemerken könnte". (>17) Gestochen wurde dieses Bild, als es noch zu Mohena stand, von I. M. Mitelli; dann für das Dresdner-Galeriewerk von N. Beauvais; wobey Füßlt bemerkt: „Daß, da die vorzüglichsten Schönheiten dieses Gemäldes hauptsächlich in der geist- und anmuthvollen Behandlung des PinselS, in der glücklichen Wahl und Jmpastirung der Farben, in einer mannigfaltigen und oft kaum merkbaren, aber desto sanfter zur Harmonie führenden Brechung der Lichter und Mannigfaltigkeit der Töne bestehen, so hat auch der sonst gewöhnliche Effekt, den die Gradationen des Helldunkels bey andern minder beleuchteten Compofitionen des ckorreggio verursachen, in diesem hingegen weniger merkbar durch den Kupferstecher erzielt werden können". wähnten, auf Holz gemalt. Und obgleich dasjenige von St. Georg so vortrefflich ist, so wollen dennoch viele Kunstverständige diesem noch den Vorzug geben, weil dasselbe — dem neuern Styl näher komme, und sie es in der Compo- sition für besser halten. Es ist wahrscheinlich, daß die Stadt Modena zur Zeit der Pest solches als ein ex Voto habe fertigen lassen, und man weiß nicht aus welcher ihrer Kirchen eines ihrer Herzoge dasselbe hat nehmen lasten, um es in die Galerie zu versetzen; nur so viel ist bekannt, daß es schon lange vor dem H. Georg darin gesunden wurde. »In der That" (sagt istkengs ("«) »machen wenige Gemälde des Lorreggio" (die berühmte Nacht ausgenommen) »einen so großen Effekt, wie das gegenwärtige, und keines beweis't mehr, in welch hohem Grade er die Kunst des Helldunkels und die Vertheilung der Farben verstand. Das erste, was bey dem Anschauer Bewunderung erregt, ist das Licht der Glorie, das wirklich das Ansehen einer Sonne hat, ob es gleich nur eine lichtgelbe Farbe ist, wogegen der göldne Rahmen des Bildes weit matter erscheint. Dennoch tretten aus diesem Lichtkörper die Madonna und das Christuskind noch wie aus einem dunkeln Grunde hervor (?). Die Bekleidung der Mutter ist brennend Roth, der Mantel Dunkelblau. Die Fleischfarbe von Mutter und Kind sind etwas tiefer in Licht, und dadurch in ihrer wahren Entfernung gehalten. Die beyden Engel zur Seite sind, dem lichten Grunde minder stark entgegengesetzt, auf etwas dunkeln Wolken gelagert; einer von ihnen scheint mit dem H. Rochus, der andere mit dem H. Geminian zu sprechen, und ihnen anzudeuten) daß sie zu Jesu ihre Zuflucht nehmen müßten, der ihnen mit der Hand ein Zeichen giebt, daß er ihre Fürbitte annehmen will. Unter dieser Glorie ist ein Hügel, dessen Farbe sich mit der Farbe der Wolken vereinigt, die nur eine kleine Oeff- nung frey lassen, durch welche man etwas Landschaft entdeckt- St. Sebastian ist (freylich seltsam genug!) bis auf den Gürtel ganz nackend, und mit den Füßen an einen Baum gebunden, im Akt für die mit der Pest Behafteten Fürbitte einzulegen; und eben so sonderbar, St. Rochus sitzend, den rechten Arm und den Kopf an den Berg gelehnt, gleichsam als alle Hoffnung aufgebend, und selbst mit dem Pestübel behaftet, dargestellt. Neben St. Geminian endlich ("<>), der aufwerts gegen den Retter in der Glorie weiset, steht eine mit allen Grazien des < 5 or- reggio angethane zwölf bis dreyzehnjährige Tochter, die ein kleines gethürmtcs Gebäude in der Hand hält, das die Stadt Modena andeuten soll, deren Schutzpatron dieser Heilige war. Zu bemerken ist noch dieses, daß alle Engel auf diesem Bilde ungeflügelt vorgestellt sind Das fünfte Dresdner-Bild des Unsrigen aus Modena herrührend ist die berühmte, auf Kupfer gemalte, büßende Mag- dalena (i' 5 br., i f-" hoch ). »Dieselbe ist in ganzer Figur, mit der Halste des Vorleibes liegend, mit dem obern Theil desselben erhoben, und auf den Arm gestützt, über ein vor ihr liegendes Evangelienbuch in Betrachtung vertieft, vorgestellt. Der Unterleib ist fast ganz gestreckt, und bis an die Füße mit einem einfachen Gewände bedeckt; um sie und hinter ihr sind öde Felsen und Gesträuche, die zusammen einen dunkeln Grund ausmachen, und viel zur Erhebung der Figur beytragen. Diese ist lang und schlank, und die Wendung und Lage des Körpers, ungeachtet der naiven Bequemlichkeit derselben, mit vieler Eleganz und Grazie ausgeführt. Das sehr wohlgestaltete Gesicht hat ungemein zarte und einnehmende Züge, und in dem Ausdruck ist eine bewund- rungswürdig glückliche Mischung von Ernst, Reiz und Anmuth, die, verbunden mit dem sanftwirkenden Helldunkel, in der es sich befin, bet, jedes Kenneraug' entzücken muß. Das ganze Nackte des Oberleibs ist in allen Theilen in großem Geschmacke gezeichnet, und mit täuschender Wahrheit behandelt. Ueber Alles aber ist in diesem Bilde die Zauberey der Halbschatten auf den möglichst höchsten Grad getrieben". So weit Füßli ('22). Mengs dann: »Dieses einzige Bild enthalt alle Schönheiten in sich, die sich nur in der Malerei gedenken lassen, theils in Ansehung des Fleißes, womit es ausgeführt ist, theils wegen der Jmpastirung der Farben, der Mürbigkeit und Grazie, und besonders wegen dem Verständniß der Lichter und Schatten. Außer dem nackenden Theil der Heiligen, ist Alles um sie dunkel. Auch der Kopf ist ganz Halblinke, doch aber von dem Wieder- schein erleuchtet, der von dem Arm und von dem Buche herkömmt. Die Haare, in dem angenehmen Glanz, worin sie ausgeführt sind, scheinen als waren die dazu gebrauchten Farben darüber hingegossen, und geben denn doch eine so vollkommene Idee von dem was sie sind, als wäre jedes einzelne hingemalt''. Und noch einmal: »Ueberhaupt, wenn alle übrigen Bilder des Eorreggio vortrefflich sind, so ist es dieses zum Erstaunen ("-)". Einzig an den, wie es scheint, von den Liebhabern genau geprüften — Beinen der Heiligen wird, wie Lehmnger bemerkt, etwas Unrichtigkeit der Zeichnung gerügt. Mit alledem müssen ältere oder neuere Besitzer dieses Kunstkleinod so hoch geschätzt haben, daß es in einen mit achten Juwelen besetzten Rahmen gefaßt ist. Auch wurde dasselbe, unter der Gesammtsumme der von Modena angekaufte» sechs Arbeiten des Unsrigen, für 2b,oc>o römische Scudi angeschlar (n8) d c. -41 — 144. (119) Nicht Spitze, wie prange colore wunderlich genug übersetzt. (120) Dessen Figur in diesem Gemälde, so wie in dem vorhergehenden, vornehmlich bewundert wird. (121) Dieses Gemälde hat, wie Meng« erzählt, schon von Alters her einige Spalten (rorosisiure) erlitten, die dann, durch den Transport von Modena nach Dresden noch bedeutend vermehrt wurden. Allein durch die Sorgsalt, die man für die Erhaltung der Fragmente trug, sah sich der Kdnigl. Pohlnische Maler, H. Sedriz, im Stand, daS Ganze auf das Vortrefflichste wieder herzustellen. Gestochen ist dieses Bild (bey Heinecke unter der seltsamen Rubrik: Tableau äe 8r. koe ljui äorl) IN ältern Tagen, mit dem Monogramm eines verschlungenen k. u. t.. und öle ei-i-rokaiio Seriell,, und in neuern, für das Dresdner-Galeriewerk, mit malerischem Geschmacke, von P. A. Kilian. 5v Allegri. gen ("^). DaS sechste und letzte Dresdner, Bild von Allegn ist ein Bildniß, in halber Figur, auf Holz gemalt (2^ 11" hoch, 2^ 0 " br.) von einem Manne/ der ein Buch in der Hand hält. Als dasselbe noch zu Modena war, hielt man es für den Arzt des Correggio Leh- ninger nennt es ganz vortrefflich. Zartes Fleisch / und Ausdruck der glücklichsten Gesichts, bildung lassen sich unmöglich mit mehrerer Wahrheit und Feinheit darstellen. Mengs dann ('^) sagt davon: »Das Colortt und die Impasiirung ist gut; allein ich halte dafür / daß es zu einer Zeit gemalt wurde/ wo unser Künstler die kleinern Formen und die Mam'gfaltigkeit der Tinten noch nicht so ausstudirt hatte/ wie es nachher geschah. Ich möchte den Styl desselben mit demjenigen des Giorgione vergleichen/ nur daß es viel blässer/ und nicht völlig so trefflich colorict/ hingegen eben so impastirt/ und etwas glätter bearbeitet ist Noch will Meng« auf der Dresdner-Galerie eine H. Jungfrau mit dem eingeschlafenen Kind auf den Armen kennen / welches N- Edelink für einen Lorreggio gehalten und für einen solchen gestochen habe/ das aber von Sebastian Ricci seyn soll/ der es für einen AUegri verkaufen wollte/ und ihm deswegen einen alten Anstrich gab. Allein schon das gestochene Blatt entdeckte den Betrug; denn anstatt der Grazie finde man nichts als Ziererey und falsches Helldunkel darin Hauptsächlich aber nennt und beschreibt uns Mßli (" 9 ), a,s in Sachsen, wahrscheinlich aber nicht in der Galerie, sondern etwa in einer Privatsammlung des Königes befindlich C^°), ein Lorreggio zugeschriebenes berühmtes Bild, das sich ehemals in der Sammlung des Kardinals Alex. Albani zu Rom befunden habe, der dann dem Könige August von Polen damit ein Geschenk machte. Dasselbe ist nämlich eines von denjenigen, welche, (unter dem Namen Maria Egyptiaca, oder auch Zingara) die H. Mutter auf ihrer Flucht nach Egypten vorstellen. » Sie fitzt neben einem Palmbaum; über ihr schwebt ein Engel, der einen Zweig vom Baume pflückt. Das Kind, auf dem Schooße Allegri. der Mutter, liegt mit dem Gesicht an ihrer bedeckten Brust in tiefem Schlafe. Maria senkt das Haupt und den Oberleib abwerts gegen dem Kinde, wodurch dasselbe zur Hälfte in ein Helldunkel gesetzt wird, welches ungemein angenehm auf das Auge wirkt; sie hat einen sonderbaren Kopfputz, jenem ähnlich, welchen die herumwandernden Zigeunerinnen zu tragen pflegen , der aus einem um das Haupt in verschiedenen Kreisen gewundenen Tuche besteht, und in diesem Bilde mit vielem Geschmack angebracht ist. In tiefen Gedanken scheint sie selbst zu schlummern, und ihre ganze Stellung laßt bemerken,^ daß die Müdigkeit von der Reise sie übergwältigt habe. Hinter ihr ist ein Haase, welcher sich ohne Scheu an Kräutern zu sättigen sucht, wodurch wahrscheinlich wird, daß die müde Flüchtige schon eine geraume Zeit da ausgeruht, und bisher an dieser Stelle eine große Stille geherrscht habe. Man kann sich keine anmuthigere und mehr zur Ruhe einladende Gegend denken, als die ist, in der sich diese schöne Gruppe befindet, die, mit einer bewundernswürdigen Conkrastirung aller Theile beyder Figuren, in großem Geschmacke gezeichnet und drappirt ist. Die Gesichter der Mutter und des Kindes haben zwar keine Jdealschönheit, aber dafür eine Naivetät und holde Anmuth, die jeden Kenner schadlos halten wird. Endlich wirkt die glückliche Anwendung und Behandlung des Helldunkels eine sanfte und gefällige Verbindung des Ganzen, und macht dieses Bild zu einem der reizendsten unsers großen Meisters". Mengs ('^') macht zwar die Originalität desselben zweifelhaft, weil sich die nämliche Vorstellung zu Capo di Monte in Neapel befinde, die ein unstreitiges Original, aber verdorben sey, und aus der Galerie von Parma herstamme. »Hieraus" (bemerkt Füßli) »folge aber noch nicht, daß das andere eine Copie sey, weil der Künstler die nämliche Darstellung wiederholt haben kann". Wohl aber (setzen wir hinzu) folgt aus all' Obigem die — Hauptsache, daß nämlich das Dresdner-Bild das weit schätzbarere sey ('^). (>24) Gestochen ist dieses Bild für das Dresdner-Galeriewerk fast in der Größe des Originals, und, wie Füßli bemerkt, „mit so viel Kunstgefühl, daß man sich einen deutlichen Begriff von den wesentlichen Schönhenen desselben daraus machen kann", von I. Daulle. Dann nennt Heinecke noch eine Copie von F. Basan, und eine kleine schlechte von einem sogenannten Dilettant«, Contius. Endlich ebenfalls Heinecke ein Blatt von I. G- Prestel, nach einer Zeichnung auS dem Cabinet praun zu Wien , rubrizirt: Dessin än xour la MaäelLine äe Dreslle; aber mit der Bemerkung: „Schlecht gezeichnet, und hat mit jenem göttlichen Bilde nichts gemein". Eine Stelle im Tüb. Runstbl- ig-o S- 6r Note * will wissen: Daß dies berühmte Bild des «korreggio auch von Strange und Bause, noch späterhin aber weit vorzüglicher von Jos. Longhi sey gestochen worden. Letztres ist uns unbekannt; die Angaben aber von dergleichen Blättern von Strange und Bause sind irrig. Wohl hat ersterer zwey Magdalenen nach Guido, Bause aber eine solche nach Dattoni's Copie der Corrcggischcn Heiligen gestochen. Diese Copie, so wie noch eine andere von Mengs, befinden sich nämlich ebenfalls in der Dresdner-Galerie. (>».5) Ein solcher, Franz Grtlanzoni, war Antonio'» vertrauter Freund, für den er auch das Verlöbnis der H. Catharina gemalt, das sich, wie wir oben vernommen, einst in der Galerie deS Grafen von Erühl befand, und seither nach St. Petersburg gekommen ist. (ir6) I. c. iZ8. (i-7) P. Lanj« hat es gestochen. (>28) In den Catalogen der Dresdner-Galerie wird indessen solches weder unter Lorreggio'« noch unter Ricci'» Namen aufgeführt. Das Blatt hingegen nennt Heinecke, nebst einer Copie desselben von C- Orsolini; und der Catolog von Lvinkler ebenfalls ein Blatt von N. Edelink, wo das eingeschlafen« Kind den Finger im Munde hält, doch offenbar mit dem obigen das nämliche. (-- 9 ) U c- 52-65. (lZo) Wenigstens thut kein Dresdner-Galerie-Catalog desselben Erwähnung. (,z,) 1. 0. .49. (, 3 r) Mit vielem Kunstgefühl ist dieses Bild in Schwarzkunst geschoben von Valentin Preisler. i 8t Allegri. Zu Sanssoucy nennt der französische Galerie, Catalog von M- Gestenreich (1764) einzig die beyden schon oben, unter Lorreggio's datirten Werken beschriebenen zwey Hauptbilder der Io und der Leda. Dagegen wollte eben dieses Verfassers (erztcoiifuses) deutsches Verzeichniß (i/7Z) neun (ungenannte) Bilder von Allegri zu Sanssoucy kennen, und dann vollends (im Register!) ein zehntes so eben über -Wien an, gekommenes, von großer Schönheit, und ganz vortrefflich conservirt: Die Familie des Herzog Alphonsen von Ferrara (*^). Salzdahlum zeigte einst zweyer Maria mit dem Kinde, das, auf einem Lüche stehend, sich schmeichelnd an ihre Brust legt; die Mutter umfaßt es mit der Rechten, i» der Linken hält sie ein Buch; lebensgroße Halbfiguren auf Leinwand ( 5 ^ 5 " br., 2" hoch), und einen Mannskopf auf Holz. Die Galerie im Süden hat eine Madonna mit dem Kind auf dem Schooß, ein hohes, 9 br. Bild, welches von Ramdohn und Roland um die Wette gepriesen, doch nur von dem letztem als für unstreitig original gehalten wird (^"). -Wieder auf eigne Weise nennt ^der Catalog des H. Hofgerichts, Advokaten Vchmidn zu Kiel ein in dessen Galerie stehndes „ganz für, trefflich gemaltes Ecce Homo, voll Sanftmuth Ergebung und Wurde, ein Capitalbild auf Lein, wand (in einem Kästchen)", als vonConneggio oder — dessen Lehrer (Mantegna). Dann bot um 1800 der H. Maler I. S- B. Hammer zu Coburg nicht minder als zwey Bilder des Unsrigen zu Kauf aus. Das eine, 3 , 10" hoch, 3/ 5 " br. mit nicht ganz lebens, großen Figuren, stellte Christus am Oelberge — das zweyte (3^ in's Gevierte) die H. Veronica mit dem Schweißtuche Christi dar ('^). Wo solche seither hingerathen seyen, ist uns unbekannt. Sicher dafür besitzt noch gegenwärtig der Graf Benzei, Srecnau unter seinen Kunst, Juweelen auf seinem Landsitze zu Erlenbach am Zürichsee, von Allegri einen Amorin, verein Täubchen liebend an sich drückt, ein Bildchen, das wir einen — Kuß des Unsrigen nennen möchten. Endlich muß, ebenfalls in ganz neuern Tagen, in die Galerie des H. Kronprinzen von Bayern gekommen seyn, ein mit: lVluckonnu col vivoto rubrizirtes Bild, das die H. Jungfrau mit dem Kind in den Wolken, hellleuchtend von dem sie umzingelnden Lichte, unten (dem Beschauer zur Linken) St. Hieronymus über einem Todten, Allegri. schädel staunend, rechts den Apostel Jacobus (an dem Pilgerstab und der Aehnlichkeit mit dem Heilande kenntlich) nebst dem Gelober (Donators darstellt ('^). Noch müssen wir unsern Lesern das vortceff, liche Bild in Erinnerung bringen, dessen in unfern Zusätzen S- ibi 3 unter dem Art. des Großherzogl. Hessischen Hofmalers, Joh. Heinr. Schmidt gedacht worden, das von Kennern fast allgemein für eine Copie des großen Allegri nach Leonardo's da Vinci Modestia in der Ga, lerie Barberini zu Rom geachtet wird, und einst in dem Schlafzimmer der Prinzessin eben dieses Hauses gestanden seyn soll, gegenwärtig aber in dem Besitze des H. Generalvicars Barons von LVessenberg z« Constanz sich befindet, und von dem man eigentlich sagen kann, daß der ernste Charakter von Leonardo's Bild der Bescheidenheit hier in ssorreggio's wunder, schöne Lieblichkeit sey verwandelt worden, so ww solche — auch im Leben geeigneter seyn dürfte, durch Lehre und Beyspiel die Eitelkeit auf die bessere Bahn hinüberzuzichn ('^). Seit der Redaktion obiger Notizzen von Lor, reggio's Werken, die sich in Deutschland be, finden sollen, haben wir noch ff. Nachlese ge, funden: 1) In dem Programme zur Jenaischen A. L. A. 1809 ist ein Bild beschrieben und nachgebildet, welches voll von seltener Vortreff, lichkeit, und, wo nicht von Allegri, doch des, selben vollkommen würdig seyn soll. Es stellt ein allerliebstes Mädchen vor, mit dem eine alte Frau sehr lebhaft und innig spricht, und es auf etwas außer dem Bilde aufmerksam zu machen scheint- Hinter dem Mädchen sieht ein Knabe, der es an den Hüften hält. Wo sich dies Gemäld befinde, wird nicht gesagt. 2) In der Galerie des Grafen Harrach zu Wien sieht man Allegri's von ihm selbst ge, malt seyn sollendes Bilbniß. Es ist ein Sbozzo, welcher wirklich, besonders in der Hand, einige Louchen des Unsrigen verräth, und aber demjenigen in den spätern Ausgaben des vasari in der Physiognomie ähnlich ist, und eher ein Werk des Cambiasi zu seyn scheint, der sich nach einer Ueberlieferung gerichtet hätte. Tub. Morgenbl. 1814 S. 176. 3 ) In dem Runstblarre eben dieser Zeitschrift 1817 S. ä» liesst man, was folgt: „In der höchst bedeutenden Galerie des Handlungs-Tribunal' Richters Bettendorf zu (>zz) Der Catalog von Winkler rubrizirt, alS aus der Galerie von Sanssoucy (somit eines von jene» neuern): Eine Madonna, Halbfigur, die ein Kind liebkost, welches das Gldckchen von St. Anton hellt, der mit seinem — Schwein zur Seite steht, von Daniel Berger (1767) gezeichnet und gestochen. — Nikolai (in solchen Dingen sehr unzuverläßig) nennt noch (Beschreib, von Berlin u. s. f. N. Ausg. 1779 B- H- S- 92s) Maria mit dem Kinde, dem ein Engel einen Wiedehopf bringt; und das Bilbniß eines Geistlichen. (>z-i) Es kam um -787 oder 88 dahin; und der bekannte Galerie-Direktor Lasanova zu Dresden, nebst andern dortigen Professoren, stellte über dessen Originalität ein Attestat aus. Ob es nicht gar dasjenige seyn mag, welches Casanova (Referent ist hievon Zeuge) seiner Zeit in elendem Zustande zu Rom eingehandelt, dann aber vortrefflich herzustellen gewußt, und so nach Deutschland gebracht hatte. (.Z5) Meusel N. Misc. XIII. 6.6. (.z6) k. LerreUlli so. komss ,8>8 (Pr. -2 fl.) vortrefflich. Eine sehr gute Beschreibung des Urbilds und des Stiches, s. im Tüb. Runstbl. -820 S. (,Z7) Was sogar für den Beschauer unsers Bildes (wenn ihm nämlich auch das da Vincische bekannt ist), ungeachtet hier die vorüberstehende Figur der yanitas fehlt, bald verständlich seyn wird. Noch muß, wenn es mit dem Ursprünge dieser Modestia seine Richtigkeit hat, schon an und für sich eine Lopie des großen Correggio — freylich nach einem nicht minder großen Kunstlichte, eine ausgezeichnete Seltenheit seyn. I. 3 Aachen fleht man eine Nacht des Eorreggio. Schon mehrere Schriftsteller haben sich gewundert, warum eine Scizze desselben Gegenstands, die sich zu St. Petersburg befindet, von dem Künstler nicht zu seiner Nacht in Dresden ge- wählr worden, da die Composition in jener Scizze viel vollendeter ist, und man dieselbe denn doch für den ersten Entwurf des Dresdner- Bildes hielt. Allein nun zeigt es sich, daß das Bild zu Aachen Allegri's spatere, noch vollkommnere Arbeit ist; denn sie stimmt mit jenem erst genannten Entwürfe übrigens durchaus überein. Sie stand einst in einer fürstlichen Kapelle in Italien, kam durch Heirath nach Brabant, und sollte in einem Landertausch eben nach Deutschland gehn, als der Besitzer, durch die Bedürfnisse der Revolution genöthigt, diesen Schatz verpfändete, und dann nicht mehr einlösen konnte. So kam das unschätzbare Bild durch mehrere Hände an den jetzigen Besitzer, und dürfte vielleicht noch einst Epoche machen, wenn die unruhig bewegte Zeit mehr an Kunst zu denken gestattet ('^)" Und nun in Frankreich. Vörderst besaß schon die alte Königliche Galerie von Lorreggio acht Bilder. Eine H. Familie, wo der kleine St. Johann dem Kinde ehrerbietig das Kreuz darreicht, und die Jungfrau und St. Joseph eben so zuschau'n (u5" hoch, ig" br.) auf Holz, durch Zeit und Ri- toccirung größtentheils verdorben; doch die Köpfe der beyden letztgenannten Personen und ein Theil der Figur des Christkinds noch schön, und die Composition sinnig. — Einer Scizze des berühmten Hieronymus haben wir schon oben, bey Gelegenheit des ausgeführten Hauptbildes gedacht. — Ein Ecce Homo (5" 8"' hoch, 4" br.) auf Kupfer, wo der Leidende auf einem Purpurmantel sitzt, schön componirt, zierlich gezeichnet, und gut colorirt. — Das Verlöbniß der H. Catharina mit dem Kinde (5^ d" in's Gevierte) auf Holz; (außer dem Kinde) Halb- figuren, in natürlicher Größe, in vortrefflichem Zustand erhalten, und in jedem Kunsttheile des Meisters würdig. Hinter der Heiligen St. Sebastian (hier noch als Zeuge der Verlobung); dann im Hintergrund seine und St. Calharinen's Marter ('^). — Ein St. Hieronymus (»' 6 hoch, 2 " br.) auf Holz; der Heilige auf den Knieen, der sich die Brust mit einem Stein schlägt, vor ihm das strahlende Kreuz, und zu seinen Füßen der Löwe und ein Todtenscha- del('4°). — Die heroische Tugend, welche die Laster besiegt (4^ 4" hoch, 2' 7" br.) in Wasserfarbe gemalt, die Figuren halb lebensgroß; und, als vollkommner Pendant: Das Bild des sinnlichen Menschen. Mengs ('4') beschreibt solche, mit minderm Wortprunke, als Felibien, wie folgt: »In dem erster» ist die Tugend sitzend und bewaffnet abgebildet; und auf der einen Seite befindet sich eine Figur, welche die Darstellung der vier Haupttugenden zugleich in sich vereinigt, vermittelst der Sinnbilder des Zügels, des Schwerdts, der Löwenhaut, und einer kleinen Schlange, die sich in den Haaren verwickelt hat. Auf der entgegengesetzten Seite ist eine zweyte Figur, die mit dem Zirkel in der einen Hand eine Weltkugel ausmißt, und die andere gegen den Himmel erhebt, um damit die Kenntniß der irdischen und himmlischen Dinge anzudeuten. Ganz oben fliegen einige Genieen, wovon der eine die Victoria zu seyn scheint, welche die Tugend krönt, und der andere die Fama, weiche sie auskündet. Alle Köpfe sind wegen ihrer Grazie bewundernswürdig, und eben so reizend sind auch die Bewegungen der Figuren ('4^,'. — Das Gegenbild dann stellt den lasterhaften Menschen vor, wie er von seinen Leidenschaften beunruhigt, von dem Vergnügen geschmeichelt, von der Gewohnheit gefesselt, und von dem Gewissen beängstiget wird". Beyde diese Bilder, so wie das oberwähnte der Verlöbniß von St. Catharina schenkte der Cardinal Anton Barberini dem Cardinal Mazarin, und dieser dem Könige; und beyde sind nicht in der Gemälde-, sondern in der Zeichnungsgalerie hinter Glas verwahrt. Lepiciö zieht für Anordnung und Zeichnung, so wie für Feinheit des Ausdruckes, das zweyte noch dem erstem vor, und rühmt an demselben noch besonders die wahrhaft Correggische Grazie des Kindes mit dem (lebensgroßen!) Kopfe, das, eine Traube in der Hand(^), übrigens seltsam genug, auf dem Vorgrunde wie aus dem Rahmen hervorguckt ('44). — Endlich die schlum- (>58) Ob diese, oder die Scizze zu St. Petersburg eine von den vieren seyen, Leren Richards»,» (s. oben S- 72 Not. 74) gedenkt, ist uns unbekannt. (>Z 9 ) Meng« sagt davon l. 0. » 25 . „Dieses Gemäld ist von jeher geschlitzt worden, wie die vielen Copieen beweisen, die darnach, selbst von berühmten Meistern gefertigt sind". St. Picart hat eS gestochen. Im Umrisse findet es sich bey Lands,» VI- !>'ro. 62. Hier möchte man den jungen St. Sebastian mit seinen Pfeilen fast für einen geistlichen — Amorino halten, wie eS noch heut zu Tage viele dergleichen giebt. Auch nennt Heinecke wirklich zwey Blätter von Picart, und namentlich das eine: Sveo an surre ps^ssge, er svcc «a aaAs s Is ^Isce äe 8t. Zebsscieu. Klein nachgebildet befindet es sich auch in der Mar- itosway Osl. äu L-ouvre 6sb. II. lVro. 16. (>4>) I. e. >25—26. t'ss) Don eben diesem Bilde findet sich eine noch unvollendete Wiederholung in der Galerie d«S Prinzen Doria zu Rom. Dann befand sich einst ebenfalls zu Rom noch ein anderes achteckigleS Bild, worauf Lsrreggio die beyden Figuren der Tugend und Wissenschaft aus jenem Hauptwerke wiederholt, und in der Mitte noch einen Waffenschild mit einigen Sternen (?) gestellt hakte. Späterhin malte er zwar eine Art Landschaft darüber, doch so, daß man das darunter Gemalte ebenfalls noch erkennen konnte. Dieses seltsame Stück wurde an einen Kaufmann von Berlin verkauft, und dorthin gebracht. Mengs I- 0. (>43) Der ehrliche Felibien weint: 6er euksnr, gui tieur uns grsppe <1e rsisiu , insrgue ce via äu ilecle, äour il eil psrle äsur l'ecrirure : // a^eaS/emea- , mar, mo^r/ a /a cvM"», (> 44 ) Beyde diese Bilder sind gestochen von St. Picart (>67» und 76) und von L. Surugue (1720) i letzteres auch noch, sehr schlecht, von einem Ungenannten. Im Umrisse finden sie sich bey 83 Allegri. mernde Antiope (5^ 9 " hoch, 3< s" br.) auf Tuch, Figuren naturgroß. Jupiter, als Satyr, hebt ihr den Schleyer; ein wunderschönes Bild für Relief der Formen, Frische der Farben, und Feinheit des Ausdrucks. Antiope's Linke ruht auf ihrem Bogen, den sie - dießmal nicht zu brauchen gedenkt, und der schlafende Amor neben ihr liegt auf einer Löwenhaut, vielleicht um seine Macht anzudeuten. Die Zeichnung ist großartig, wenn schon etwas incorrect Dann besaß das Museum Napoleon eine Weile als Kunstbcute: Vördcrst das Hauptbild nach der oben erwähnten Scizze des sogenannten St. Hieronymus mit der Madonna und dem von St. Magdalena angebeteten Kinde, aus dem Akademie-Saale von Parma; dann jene, unter dem Namen Maria della Scudella bekannte Ruhe in Egypten, aus der Kirche zum H. Grabe ebenfalls zu Parma; ferner: Marter von St. Placidus und Flavia, und eine Ablegung vom Kreuze, zwey Altarblattcr, aus der Kirche St. Johann, wieder zu Parma. Alle diese (schon oben unter denjenigen Werken des Lorreggio, deren Datum sich mehr und minder ausmttteln laßt, beschrieben) vier Bilder sind, unsers Wissens, an ihre Stellen nach Parma zurückgekehrt. Ob als Kunstbeute, oder ob von Altem her zur französischen Galerie gehörig, nennt die einzige Marie Cosrvay in ihrer im Kleinen nachgebildeten 6n1er. cku l,c>uvre Lull. ll. dlro. 10. noch einen Johannes als Knabe (11" hoch, 9" br. auf Holz) vortrefflich ausgeführt; es scheine aber mehr der Kopf eines Mädchen als eines Knaben, und Bruchstück eines größern Gemäldes zu seyn ("6?. Einen noch größern Schatz, als die königliche Galerie von Allegr, nicht ausweisen konnte, erwarb sich seiner Zeit der Herzog Regent aus dem Nachlasse der Königin Christin« von Schwe- Allegri. den, und stellte in seinem Oalais Royal nicht minder als dreyzehn Bilder desselben auf, welche aber jetzt in alle Winde zerstreut sind. In 1727 fand sich noch der ganze Schatz unversehrt beysammen. Derselbe bestand vörderst aus zwey H. Familien: Die eine 4 " hoch, ^ i" br. (Die Figuren 18" Höhe): Die Jungfrau sitzend, betrachtet das Kind; eben so zur Seite St. Joseph, im Hintergrund eine Landschaft. Die andre, die Jungfrau mit dem Korbe genannt, i 3 " hoch, ro" br., die Figuren ih"(?)Höhe: Das Kind auf den Knieen der Jungfrau; unten im Winkel zur Seite ein von Binsen geflochtener Arbeitskorb, mit der Scheere und dem Fadenknauel darin (daher der Name); in der Ferne Gebäude, und eine Grotte, vor welcher St- Joseph Tischlerarbeit fertigt. Diese beyden Bilder sind auf Holz ('^). — Hternächst auf Leinwand ein Noli me längere, 3 ^ 8" hoch, 2^ ii br. (2^ hohe Figuren): Ein Leintuch bedeckt fast die ganze Figur des Heilands; Magdalena zu seinen Fußen, ihr Wiehrauchfaß neben ihr; im Hintergrund eine Landschaft, und unter einem Fels eine Höhle, unter welcher man — wieder die Heilige erblickt (*^). — Eine Magdalena, die mit gefallenen Handen und in Thränen das Kreuz ansieht, 1^ 6" hoch, i* 2" br. (kleine Figur) auf Leinwand (^Z). Der drey berühmten Bilder: Jo, Leda und Danae, haben wir schon oben (S. 72-76) erwähnte^). — Die Erziehung des Amor, den Merkur, in Gegenwart der göttlichen Mutter — lesen lehrt; und der ungefähr fünfzehnjährige Amor, der, keuchend, an seinem Bogen schnitzt; zwey kleine Amorine hucken ihm zwischen den Beinen, von welchen der eine lacht, der andere weint, erstrer fast, der zweyte ganz lebensgroß, beyde auf Tuch ('2'). — Das Brustbild des Cäsar Borgia, den Dolch in der Hand, und das Bildniß eines llandon II. dii-o. 9 und 6g. In ganz neuern Tagen dann hat auch I. I. F. Tassaert, für I. und A. Sauvage's, genannt le Mire, Lollevlioa äes leres ä'Lxpi-ession, Lach. III. (1804) aus dem zweyten den Kopf des Neides gegeben. <» 4 L) Dieses Bild findet sich früher von einem Ungenannten in Fr. Basan'S Verlage, und dann in neuern Tagen, nach Bouillon's Zeichnung, für'ö Museum Napoleon, von I. Godefroy gestochen. Ferners im Umrisse bey Landon IV. öiro. i. und endlich, ebenfalls im Kleinen, von Maria Cosway in dem Werke: 6alerls äu chouvre tlak. II. diro. 9. „Noch ein neueres Blatt von Audoin empfiehlt den Künstler ungemein. Die Fleischparthieen sind brav bearbeitet; eben so die Landschaft; man erkennt mit Vergnügen darin den Geist und die charakteristische Behandlung deS Urbilds". So heißt es in der Allg. R. A. (Z". 1802) S. 148 u. s. f. Dann aber Ebendaf. S. ,z4 von dem Urbilde: „Die Lage der schlafenden Nymphe ist etwas gesucht, aber nicht ohne Grazie; der schlummernde 'Amor auf der Löwenhaut ist ein lieblicher Knabe, biö auf dir allzu fleischigten Hintertheile, womit Allegri auch gewöhnlich seine Engel allzufreygebig ausgestattet. Seine Flügel sind mit der Haut eins, und nicht künstlich angesetzt wie gewöhnlich. Jupiter ist zu sehr Satyr, aber als solcher vortrefflich charakterisirt. Fehler gegen die Zeichnung findet man vornehmlich an den Schenkeln der Antiope". (,46) Allg. Aunstz. 80z. S. ,Z5- (147) Wo die erstre dieser H. Familien hingerathen sey, ist unbekannt. Die zweyte kaufte der Graf Stassord zu London, um den Sportpreis von zooo Fr., für welchen es in der Inventur der Galerie Orlcans angesetzt war. Einige hielten's, doch ohne genügsamen Grund, für einen Scbidone. In ältern Tagen hat dasselbe A. Romanet, nach Jourdain's Zeichnung, für s Heft VIII. deS Galeriewerks vom Palais Royal gestochen. In der Oalerie errangers (Lab. IV. Nro. 14) findet sich davon eine Beschreibung und artiger Stich im Umrisse von C. Normand. (>48) Der gegenwärtige Besitzer auch dieses Bilds ist uns unbekannt. Gestochen wurde dasselbe, als eS noch im Hause Vraeeianv zu Rom stand, von einem Unbekannten, in einem von Heineckr angeführten Blatte, welches aber wahrscheinlich kein anderes, als das von du Dois de St- Gelais genannte von C. du Change ist. (- 49 ) Jtzt in uns unbekanntem Besitze. Auch glauben wir kaum, daß solches gestochen sey. (>5o) Die beyden erstem zu Sanssoucze- Das dritte (wer sollte daS denken?) hat sich verirrt. (> 5 >) Ein dem erster» ähnliches Bild werden wir (nach Meng«) unten im Besitze des HerzogS von Alba in Spanien finden; und daß auch Wien einen den Bogen schnitzenden Amor hat, haben wir schon oben vernommen. Wir glauben aber, unsre beyden, einst in der Galerie Drleans (und jetzt wo?) befindlichen, müssen wieder andere seyn. Ob es etwa unser Bogenschnitzer seyn dürfte, de» C. le Blond zu London, und wieder E. Dagoiy zu Paris (nach Heinecke) beyde in Farbe gestochen haben, ist unS unbekannt. 84 Alleg r i. unbekannten dicken/ sehr röthlichen Knaben ('^).— Der Maulesel mit seinem Treiber/ 2' i j'," hoch, 2^ i,?- hr. hohe Figur) auf Tuch gemalt, und zu schön, als daß Eorveggic», wie die Sage geht, es für eine Wirthötaffäre gemalt haben sollte. — Endlich zwey Studien, ebenfalls auf Luch, jedes 4^ 4" doch, 5 ^ 4" br. deren eine acht Köpfe in verschiedenen Stellungen, nebst einer Hand die einen Degen halt, die zweyte wieder theils Köpfe, theils Halbfiguren darstellt c^). Von andern ehemals in Frankreich befindlichen, oder von Franzosen besessenen Bildern des Corregglo nennen wir hier: Aus dem Kar binet des Marquis de lskormandie: Venus auf dem Muschelwagen, von weißen Dauben gezogen, auf dem Meere fahrend, und Amor sitzend zu ihren Füßen. Die Göttin ist stehend vorgestellt, und leitet den Zug der vorgespannten Tauben. Ihre ganze Figur, und das Gesicht noch am wenigsten, hat zwar keine Idealschönheit, aber — jene eine anmuthige, mit ausnehmender Wahrheit und in großem Styl, mit der dem Lorregglo gewöhnlichen zauberischen Rundung gezeichnete Form — und dieses einen reizenden, schlauen und zur Wollust einladenden Ausdruck. Amor, der in einer Hand seinen Dogen, in der andern einen Pfeil halt, ist ebenfalls schön von Form und Gesicht, hat aber etwas Arglistiges und Lauerndes im Blicke- Das Ganze ist mit dichtcrschem Gefühl angeordnet. I Smith hat es (1701) vorzüglich schön geschabt. Gute Drücke davon wurden schon vor dreyßig Jahren in London mit 5 Guineen bezahlt ("H. — Dann aus dem Kabinet des Bailly von Bvereuil: Eine Madonna, Halbfigur, von dem Kind umhalst, und das,Brustbild eines (ungenannten) behaarten (?) Jünglings, nach einem Originalstudium des Unsrigen (" 5 ). — Weiter aus dem Kabinet des H. Kaufmanns Meyer zu Straßburg : Der entwaffnete Amor ('^). — Aus der Galerie des H. Lucian Buonaparre eine Madonna mit dem Kinde, dem sie die Brust reichen will, das aber die ihm von dem kleinen St. Johann dargebotenen Früchte vorzieht; dies noch in Mantegna's Manier (' 5 ?). — Ein H. Barbier zu Paris (wahrscheinlich der in unsern Zusätzen angeführte Jak- Barbier, st. 177g) wollte eine H. Familie von Allegri, die er (nach Heinecke) gestochen, selbst besessen haben; wahrscheinlich Allegri. diejenige, welche der Winklersche Catalog also rubriziert: H. Familie, wo man die Jungfrau am Fuß einer Säule sitzend erblickt, auf den Knieen das Kind, das den kleinen Johannes liebkost s^)". — Bey der Verlassenschaft eines H. von Sereville (»812) wurde das Brustbild eines Christus (n" hoch, 9" br.) um 7001 Fr., ebendasselbe aber -814 aus derjenigen des Gemäldehändlers le Brun wieder um 38 io Fr. verkauft; ein anderes aus dieser letztem Der- lassenschaft (22'^ hoch, ab" br.) um bvoo Fr. Dasselbe stellte eine Madonna mit dem Kind im Arm, in einer Glorie conzertirender Engel, St. Ubald und St. Catharina neben ihr in bewundernder Stellung dar. Wo sich beyde diese Bilder gegenwärtig befinden, ist uns unbekannt (*59). In Spanien befanden sich, und befinden sich wahrscheinlich noch, ff. Bilder des Unsri- gen, von denen wohl Mengs die sicherste Kunde giebt, wie folgt: »Vörderst besaß der König zwey kleine, aber sehr merkwürdige. Das schönste stellt Christum dar, wie er im Garten betet, mit einem Engel in der Höhe, der mit der rechten Hand auf das Kreuz und die Dornenkrone weist, die, kaum sichtbar, im Schatten auf der Erde liegen; mit der linken aber, in reizender Verkürzung, gegen den Himmel (auf den Willen des Vaters) deutet; und in der That bemerkt man, daß der Heiland das Bevorstehnde mit ausgestreckten Armen anzunehmen scheint. Außer der trefflichen Ausführung ist noch das Sonderbarste an diesem Bilde die Weise, wie das Helldunkel darin behandelt ist, da nämlich Christus das Licht vom Himmel, der Engel hingegen dasselbe von Christo empfängt ('6°). In der Entfernung sind drey Jünger in den schönsten und angenehmsten Stellungen; und noch tiefer hinein, bey der anbrechenden Morgenröthe, erblickt man die sich annähernden Kriegsknechte. Man erzählt, Eorreggio habe dieses Gemäld für 4 Scudi, die er seinem Apothccker für Arzneymittel schuldig war, demselben entlasten; bald hernach sey es um 5 oo und endlich von dem Grafen Peter Visconti an den Marchesc Cama- rena, Gouverneur von Mailand, zu Handen Philipp IV. für 700 Scudi (^') verkauft worden. Gegen die Behauptung Einiger, ist solches auf's Vollkommenste erhaltene^)". Und (>52) Das letzter einzig rührte nicht aus der Galerie der Königin Christina her. Gestochen ist, glauben wir, keines von beyden. Wo sie sich gegenwärtig befinden, haben wir keine Spur. (> 5 z) Alle diese Notizzen nach du Isis de St- Gelais (sorgfältiger) ve-oriprioa -le, 'p»l>leau» -lu Palais ko^al 12». Paris 727. ('54) Füßll l. o. 58—59- (-55) DaS erstre gestochen von P. Dossi, daS Zweyte von Jos. Patrini. (>56) Don Chr. Guerin sehr schön gestochen. (>57) Mehrmals gestochen, z. B- von Theresia del Po; dann besonders gut von F. Spierre (einige schwache Drücke von dem Stiche dieses letztem sollen daher rühren, daß seine Magd die Pimte mit Sand reinigen wollte); die Scizze dieses Blattes, bloß geetzt, und mit L. ?- -lelin. bezeichnet; eine Kopie desselben von N. Bazin; endlich im Umrisse in der Valerie e-rangere l. Nro. 11. Don Spierre'S Blatt (sagt Heinecke) gebe es auch Drücke, wo das Nackte des Kinds mit einer Drap- perie bedeckt, und einige kleine Bäume hinzugefügt seyen. (-58) k?ro. Z7-Z von einem alten unbekannten Meister. (-59) Valerie errang. I. e. (-60) Vasari sagt gerade das Gegentheil; so nämlich, daß Christus das Licht von dem Engel erhielt. Von dem dunkelen Himmel konnte wohl keines von beyden beleuchtet werden. (-6,) Nicht für 7500 Sc. wie es in einer Note des Sienescr-Vasari v. -o- heißt. (r6r) Meng» N- 156. 85 Allegri. noch an einem andern Ort('Or) sagt er: „Auf den ersten Anblick steht man in diesem Bilde nur den Erlöser mit einem Engel, und um sie her eine belle Luft, da alles Uebrtge in Schatten der Nacht gehüllt ist; allein, wenn man es naher betrachtet, findet man jene Luftumgebung, und ihre allmählige Abstufung (/o wie es bey natürlichen Gegenständen bey natürlichem Lichte geschieht, wo wir die nähern kennen, mittlerweile die entfernter» sich dem Auge noch entziehen) mit wunderbarer Kunst ausgedrückt. Die, welche herankommen, den Heiland zu ergreifen, kann man kaum erkennen; und eben so sind die Bäume nicht deutlich toccirt, bis zu der Stelle, wo die Apostel stehn ; erst hier fängt man an, Aeste und Blätter und selbst Gräser zu unterscheiden, dann einen Baumklotz und ein Kreuz in die Erde gesteckt, genau in dem Maaße, wie sich Alles dem Hauptlichte nähert. Der Glanz in dem Antlitze des Erlösers beleuchtet das ganze Bild. Er selbst erhalt es von Oben, wie vom Himmel herab ('^), und wirft es auf den Engel zurück. Der Gedanke ist sehr richtig (?) und schön, und mit derjenigen Vollkommenheit ausgeführt, deren dieser Künstler allein fähig war — Das zweyte Bild zu Madrid, und gleich jenem, in dem sogenannten Kabinet der Prinzessin von Asturien, stellt die Madonna dar, wie sie das Kind ankleidet; der Styl ist zwar nicht so ausgeführt, wie in dem vorigen» aber dennoch sehr schön, und von vortrefflicher Jmpastirung und Zartheit. In der Entfernung steht der H. Joseph, wie er ein Brett behobelt, und so richtig abgcstufft in den Umrissen gehalten, daß man schon darin den größten Meister in der Luftperspektive erkennt, der das, was er in der Entfernung darstellen will, nicht allein leichter in den Scharten hält, wie es auch die neuern Maler thun, sondern daneben die Lichter dämpft, die Umrisse flüchtiger und die Formen verwirrter (?) macht, Alles nach dem Maaße der Entfernung, ohne jedoch die Grenzen der Wahrheit jemals zu überschreiten(' 06 ). Mengst?) erstaunt, wie der Künstler dieses Bildchens in die Handlungen des Kinds und seiner Mutter so viele wesentliche Mannigfaltigkeit, und in eine nicht zwo Spannen hohe Figur, selbst auf beträchtliche Entfernung, so eine Wirkung zu bringen gewußt, die den kleinen Raum des Bildes weit übersteigt". „Diese Wirkung aber" (fährt er fort) „liegt nicht sowohl in einer außerordentlichen Stärke des Helldunkels, als vielmehr in den unmerklichen Mittelkinten, durch welche der Uebergang vom Licht zum Schatten geschieht, und in dem sonderbaren Kunstgriffe, jenes und diesen so zu behandle«, daß dadurch eine Run- (l6z) I. e. 55—56. In dem Schreiben an pons. Allegri. düng und Formen entstehen, die beynahe zweifeln machen, daß man bloß eine glatte Tafel vor sich hak. Wenn Titian in seinen Tinten und Localfarben wunderbar war, so ist hingegen Lorreggio zwar in diesem Stücke so groß nicht; aber unendlich größer in dem besondern Relief der Ein- und Ausbiegungen der Körper und ihrer Theile, so wie auch in der Luftperspektive, nicht nur in Absicht auf die Gegenstände, welche, »vermittelst des Helldunkels, je nach ihrer Entfernung richtig abgestufft sind, sondern auch wegen dem Verständniß der Beschaffenheit der Luft selbst (' 0 «). Denn, da diese, eine mehr und minder durchsichtige Materie, sich mit Licht erfüllt, so theilt sie im Durchzuge durch die Körper denselben ihr Licht an denjenigen Theilen mit, die der direkte Lichtstrahl nicht erreichen kann, und bildet so gleichsam ein umgebendes Licht, vermittelst dessen wir Gegenstände auch im Schatten unterscheiden, und ihren Abstand von einander erkennen. Diesen Theil der Kunst haben die Griechen vollkommen verstanden , wie wir selbst an den mittelmäßigen Gemälden des Herkulanum wahrnehmen, und daraus schließen können, daß er bey den Alten ein allgemeiner Grundsatz der Schulen war. (Unter den Neuern haben sich hierin, neben Correggso, velasquez, und Rembrandr besonders hervorgethan). In unserm Bilde ist namentlich das Kind Jesu ein vollkommenes Werk, nicht nur wegen des Helldunkels, sondern auch wegen des Colorits, des Jmpasto's, der Zeichnung und der höchsten Grazie, und giebt ein neues Beyspiel an die Hand, wie gut Eorreggio sich auf Verkürzungen, und zumal darauf verstand, zu machen, daß die Umrisse aus den Formen der Körper selbst entstuhnden, was überaus schwer ist, und worin kein andrer Künstler gleiche Stärke besaß, Michael Angela und Raphael allein ausgenommen ('09). — I» der großen Sakristei) des Eskurial dann verwahrt man ein: Maria knieet vor Christo, als Gärtner (Noli me längere) des Unsrigen auf Leinwand, mit Figuren von Höhe „Dasselbe" (sagt Mengs ('?")) gon eben dem Styl, wie die Madonna und das Christuskind zu Florenz, von welchem unten die Rede seyn wird"('^). Dann sah man bey dem Herzoge von Alba ein auf Leinwand gemaltes Bild, welches einer seiner Vorfahren, nebst einer Sammlung Ra- phaelischer Zeichnung, bey der Versteigerung der Kunstsammlung des enthaupteten Königes Carl 1 . zu London erstanden hatte. Dasselbe stellte, gleich den beyden schon oben angeführten zu Wien und in der Galerie Orleans, den Merkur dar, wie er den Amor in Gegenwart der Venus lesen lehrt. „Diese letztre Figur" (l 6 O S- oben Anm. - 6 c>. (>65) Gestochen ist es in altern Lagen (-640 nicht -460, wie es in der oben angezogenen Note von Vasari heißt) von D. Curti, und in neuern, nach R- MengS Zeichnung (177z) sorgfältig von I. Dvlpato. Noch nennt Heiuecke zwey Stiche nach diesem oder einem andern ähnlichen Bilde, von Ungenannten; das eine, in Querfol. mir, das andre in Quarto, ohne die Wache. (»66) l. e. »56—67. (167) In dem Schreiben an pons I. <-. 5Z—55. (- 68 ) Die gleich vorhergehende, so wie die ff. Stelle braucht freylich Nachdenken, um deutlich verstanden zu werden; und wenn schon hier gewissermaaßen außerwesentlich, schien ste uns zu wichtig, um solche wegzulassen. (169) Wir kennen keinen Stich davon. (>70) l. c ,5g. (,7>) Auch von diesem Bild ist unS kein Stich bekannt. I. (sagt lTienxss ('?*)) »hat das Besondere, daß sie beflügelt ist, und einen Bogen in der Hand hält. Sie ist sehr schön, und offenbar, daß Eorveggio bey derselben den schönen Apollo (Sauroctonos) aus der Villa Medici zu Rom (jetzt zu Florenz) vor Augen hatte. Der Amor drückt die Unschuld seines Alters vortrefflich aus; sein lockigtes Haar ist so meisterhaft, ohne Trockenheit ausgeführt, daß die Haut zwischendurch zu schimmern scheint. Seine kleinen Fittiche sind so wie an einem kleinen Geflügel (volntile Aiovune(^), dergestalt, daß man überall die Haut und die Federspulen erblicken kann. (Bey allen Gelegenheiten, wo Fliegn Flügel malte, hat er sie, eben so künstlich wie hier, gleich hinter den Schultern so schon mit dem Fleische zu einigen gewußt, daß sie ein Glied zu seyn scheinen, welches mit dem obern Theile des Schulterblatts in Verbindung steht, da Andere hingegen solche so unvorsichtig heften, daß man sie für eingesetzt halten muß ('^). Der Merkur dann stellt einen noch nicht ausgewachsenen Jüngling von einfachem Charakter vor Auch Mßli(^6) beschreibt dieses Bild kurz, aber sehr gut: „Merkur, mit seinem gewöhnlichen Kennzeichen, ist sitzend, in einer gegen Amor gesenkten Stellung abgebildet, dem er mit der einen Hand ein auf seinem Schenkel liegendes Buch weis't. Amor steht vor ihm mit einem ungemein naiven und unschuldvollen Anstand, mit allem Anschein der Aufmerksamkeit auf seinen Lehrer. Venus ist zur Seite stehenv, geflügelt; in einer nachläßigen und dennoch aufmerkenden Stellung hält sie den Bogen, und neben ihr liegt der (nie vergessene!) Köcher mit Pfeilen ('??)". Endlich befaß ein Luchhandler zu Sevilla noch in ganz neuern Tagen von dem Unsrigen eine Vermahlung der H. Catharina, welche der oben angeführten im französischen Museum in der Darstellung völlig gleich, aber in der Ausführung, im Kolorit, in der Rundung und Weichheit der Glieder, im Ausdrucke, kurz in Allem weit vortrefflicher war ('?»), so daß sich davon in vielen Kirchen in Andalusien und Granada Kopiern befinden. Von dem, was sich in Englischen Kunstspelunken von Lorreggio befinden mag, ober ehemals befunden hat, ist uns nur Folgendes bekannt. In der berühmten Sammlung Frundel sah man einst Johann den Täufer, ganz nackt l,'^). Dann besaß in neuern Tagen das Kabinet des Herrn R. Hmitb zu London: Vörderst eine H. Familie. Maria sitzend halt das Kind, das mit einer holden Wendung sich gegen den jungen Johannes kehrt, der sich ihm nähert und ein Lamm unter dem Arme halt. Die Compo- sition dieses Bildes ist sehr einfach, aber con- trastvoll angeordnet. Das Gesicht der Madonna hat viel Anmuth, aber nichts Großes an sich. Die Figur der Kinder ist zwar aus der gewöhnlichen Natur genommen, hat aber ungemein viel Naives und Liebreiches im Ausdrucke. Die Drapperie hat außerordentlich wenige Falten, und ist größtentheils nur durch breite Massen von Helldunkel bezeichnet, aber in großem Geschmack ausgeführt. In demselben Cabinetie dann befand sich von dem Unsrigen der Kopf eines schönen jungen Frauenzimmers, in neugriechischem t?) Putze, mir einer besonders reizend angebrachten Hauptbinde geziert; ein Bild voll Anmuth und Grazie, in welchem die feinen Abstufungen des Helldunkels vorzüglich zu bewundern sind (^°). — Eine Magbalena, in der nämlichen Stellung, wie diejenige zu Dresden, aber nur die halbe Figur, besaß das Cabinet von H. Hugo Searon in London. Das ganze Gesicht ist so, wie in jenem, im Helldunkel, und nur die eine Schulter und ein Theil der Arme sind unmittelbar beleuchtet. Form und Ausdruck des Gesichtes sind ebenfalls sehr angenehm, und die übrigen Theile der Figur mit ausnehmender Grazie gezeichnet und ausgeführt ('«H. — Noch gehört hteher: Eine mitten in einer Landschaft sitzende Madonna, Copie des Ludwig Carracci »ach einer Jingara von Flieg« (auch Stillschweigen und Ruhe in Egypten genannt) im Cabinet des H. Robert Übn? — Einen jungen St. Johann besaß (i8»/z) Lord Gearsdale auf seinem Landsitze zu Keddleston (,72) 1. c. 157—58- (>7Z) Also nicht: „fliegenden Genius", wie eö Panzer lustig genug übersetzt. (»74) Daher sagte eines Tags der Besitzer dieses Bildes zu Meng«: „Wenn es möglich wäre, dass ein Kind mit Flügeln zur Welt keime, so könnten sie nicht anders seyn". (>75) Noch heißt es in der Urschrift bey Menge, was wir nicht ganz versteh«: „tZuesro gusäro » inäulliisiiieiile originale, non solo perclie vi spiee» la sovrso eccelleora 6! OorreFFi'o, ma »nelia per 011 peotimenro ssssi norsbile nel brsccio ä! Mercurio, olle er» coperlo äs im paano srrurro, e ,! äisriogue per esserne sslrsro il colore äi sopr». Xvverco gnesl» circonscanra, perclie !o krsooia n'esiscs un slcro cousiiuile, il gusle non b» correr/ons (?) e puo cssers uns copis, 0 uns replics. (>76) l. c. 5g— 60. (-77) Gestochen ist wohl sicher dieses Bild von A. de Jode zu London 1661 (s. II. 67). Bey Rost V. 147 heißt eS „schön und selten", und dabey ausdrücklich: „Nach einem Bilde des Königeö von England". (>78) S. Tüb. A. Bl- '822 S. 3>6. Wohl holt der dortige Verfasser obiger Notiz etwas stark auS, wenn er, in Vergleickung dieser beyden Bilder, sich, neben Andrem, also ausdrückt: „Besonders ist das Gesicht des Kindes in Paris fast cckelhaft weichlich, wie von einem todten Kinde, dagegen es hier, ohne von den Grundzügen abzuweichen, ein ganz anderes Bild giebt". Und vollends: „Das Pariser-Gemälde war mir immer ein Dorn'im Auge" (das wäre!) weil ich es mit andern Bildern von Correggio gar nicht reimen konnte, dagegen dieses ganz seiner werth ist". (17g) ^V. 8oII»r so. mit der Inschrift: lügo sum vox clsmsuris. (-80) Füßli I. c. 6z und 68. Beyde sind von I. Watson, letztres vornehmlich sehr geschmackvoll in Schwarzkunst geschabt. (>8i) l- 0. 70-7-. Von R> Strange (173°) sehr schön gestochen. (-82) Von R, Larlom schön geschabt. 87 Allegri. Allegri. L - ^8; IN DerbishireC^^). — Der sogenannten Madonna mit dem Korbe, in der Galerie Grafford (aus der Orleanschen angekauft) haben wir schon oben erwähnt. — Endlich erzählt uns Mengs (*84), was folgt: „Das Haus Bar- berinl zu Rom besaß ehemals ein kleines Ge- mäld, das jene Geschichte Marci XlV. v. 5i u. 5s darstellt: »Es war einmal ein Jüngling, der folgte ihm nach; derselbe war mit Linnen bekleidet auf der bloßen Haut; und als sie ihn ergriffen, ließ er die Bekleidung fahren, und floh davon''. Man sagt, baß dieses Bild von einer Hand in die andre gieng, und endlich nach England kam; indessen hat man letzthin ein ähnliches Gemälde zu Rom im Besitz eines Engländers gesehn. Der einzige Unterschied zwischen beyden bestand darin, daß letztres auf Leinwand gemalt war und eine Copie des erstem zu seyn schien, weil man einige Verbesserungen, als etwas Seltenes bey den Arbeiten des Cor- reggio, daran wahrnahm. Indessen ist in diesem die Figur des Jünglings sehr vollendet, und hat eine schöne Jmpastirung und Colorit; besonders aber ist der Ausdruck, und die Art, wie er sich von seinem Gewand loswindet, außerordentlich natürlich; der Soldat der ihn anhalten will, behält solches in der rechten Hand; mit der Linken scheint er mehr im Begriff, ihm freundlich zuzurufen, als ihn festzuhalten. Dieser Umstand giebt den Charakter unsers Künstlers vollkommen zu erkennen, nach welchem er mehr zu Darstellung von gelinden als von rohen Handlungen geneigt war ('«H. Von Weitem sieht man die Gesangennehmung Christi, mit der Handlung wie ihn JudaS küßt, und St. Peter dem Malchus das Ohr abhaut. Perfektiv und Handlung sind vom beßten Styl; und, was man endlich besonders deutlich daran bemerkt, ist, daß er bey der Figur dieses Jünglings sich diejenige des ältesten Sohns von Laocoon vergegenwärtigtest), weil Kopf und Charakter der Personen einander sehr ähnlich, und nur die Formen, nach Allegri's Styl, viel grandioser sind". Nach Dallaway II. 272 Anmerk. 2. würde ein H. Aufrere zu Chelsea eine Verlobung der H. Catharina von dem Unsrigen besitzen. Noch von einigen englischen Blattern nach Eorreggio sprechen wir unten bey denjenigen, wo die Besitzer der Urbilder, und selbst das Land, wo sie sich finden mögen, völlig unbekannt ist. In Holland besaß einst das berühmte Kabinet Reinst von Allegri das Bildniß eines ungenannten Bildhauers in seiner Werkstatte, ebenfalls von einem Ungenannten, in der Visscher- Maniec sehr schön gestochen. Dann (>L«Z) der Maler Ch. Spruyt zu Gent ein 17 jr" hohes, ist" breites Bild des Unsrigen, das er zu Arn- heim gekauft hatte. Dasselbe stellt eine Madonna unter einem Palmbaume vor, die das Kind in den Armen hält. Da es sich in einem schlechten Zustande befand, hielt es der Besitzer anfänglich für eine dürftige Copie nach Eor- reggio; dann aber entdeckte er einzelne Stellen, welche von dem Pinsel eines großen Meisters zeugten, säuberte es dann von der erlittenen Ritoccirung, und^ zweifelte nun nicht mehr an seiner Originalität. Nach seiner Meinung (Hoffnung!) konnte es eine Scizze oder erster Gedanke der Maria Egyptiaca von Dresden ('«?) ober Capo die Monte seyn. Er gedachte das Bild zu behalten/"«). In Rußland dürfte sich wohl mehr als Ein ausgewanderter Eorreggio der ehemaligen Galerie Orlcans befinden. Dann aber stehen sicher da selbst, in der noch zu wenig bekannten Galerie des Ermitage zwey Bilder, welche seiner Zeit der Herzog von Modena dem Grafen von Brüht, als Eensorie für seine» bewirkten sächsischen Ankauf der Modenesischen Kunstschatze geschenkt hatte. Von dem einen, der Verlobung der H. Catharina, als einem der frühesten (datirten) -Werke des Unsrigen haben wir schon oben gesprochen. Das andere ist Christus im Oelgar- ten, in Begleit eines Engels ("9). In der berühmten Trojanischen Kammer im herzoglichen Pallaste zu Maneua sollte sich ein von Eorreggio gemaltes Bildniß des Andreas Manregna, von einer Gruppe dreyer Engel unterstützt, befinden, das, nach Heinecke, ein G. David Genovese gestochen haben soll ('»<>). In Parma bemerkt Mengs ('«'), neben allem Obgenannten von Allegri, noch in der Kirche della Scala daselbst, in Fresco: Eine Madonna mit dem Christuekind auf dem Arme; halbe Figur, allein sehr verräuchert, und fast ganz verdorben (*^). Ebendaselbst sah Richard- son noch in der Galerie zwey Madonnen, beyde ungefehr gleicher Größe; die eine, Halbfigur, die er bloß überhaupt „vortrefflich" nennt; die andre jene Zingara, die überall seyn will, und von ihm so geschildert, wie Füßli die Sächsische beschreibt ('9Z); endlich auch eine Verlobung der H. Catharina, wo die H. Jungfrau im Profil erblickt wird, und die andre Heilige, so wie (-85) Tüb. Morgenbl. -8-2 S. 2-. (-84) l- c- -53—54- (185) Und auf dem: Nöthige sie, hineinzugehn, weder active noch passive, nicht viel halten mochte. (-86) Lccs ikeruin Oispinuin! möchte man hier, mit allem Respekt für Mengs, ausrufen. (>87) Wahrscheinlich in einer Privatgalerie des Königes. S. oben in den Noti'zzen über die Lorreg« gio's in Sachsen. (-88) d^ouv. lie, Hl. 97. (-89) Gleich jenem gestochen von P. E. Mvitte. In wie weit solches von dem oben erwähnten, in einem königlichen Zimmer in Spanien befindlichen verschieden sey, oder ob das unsrige gar bloße Copie von jenem seyn dürfte, steht noch dahin. (-9°) Ladioli gedenkt des Urbildes nicht. Ist der Stecher desselben der Hier. David, was soll bann das Genovese bedeuten? (-9-) l- -3-- l-S») Jetzt in der Bibliothek aufbewahrt. Morgenstern l. v. 671. Gestochen ist dasselbe in neuern Lagen von S> Ravenet Sohn (-737). H195) Nach Mengs l. c. »49. wäre diese (parmesanische) Zingara die nämlich«, welche nachher gen Neapel kam, und von der bald unten dir Rede seyn wird. 7--S AsH A---! ' WZ -- auch das Kind, ihr in's Gesicht schauen; ein kleines, glänzend colorirtes Bild, in der beßten Manier des Unsrigen ('»H. — In neuern Tagen erzählt uns Morgenstern (was wir sonst nirgends, als bey Rura mit zwey Worten erwähnt gefunden) was folgt: »In der Kirche dell' Annunziata fand ich links vom Seiteneingang, diesem nahe, an einem kleinen Altar ein von mir gesuchtes Frescobild Lorreggio's. Es hat freylich, zumal da es vor vielen Jahren aus dem abgetragenen Kloster auf seinem Mauerstuck hieher versetzt worden, viel gelitten, und ist nur noch wie durch einen Flor erkennbar; doch immer nach Verhältniß weniger zerstört als zu Milano Lionardo's Abendmahl. Ein Engel, im Profil zu sehn, mit dunkelbraunem Haar, schwebt heran, und erhebt den Zeigefinger der Rechten. Im Aug' und um den Lippen ist Engelmilde und Engelfreude, ohne jene etwas manierirte 1-rgria LorreAAesos. Er kündigt der Jungfrau an mit der emporgehobenen Rechten und der gleichsam in die nahe Zukunft deutenden Linken, welch Heil ihr wiederfahren soll. Ein kleiner Engelknabe, gleichsam jenen mittragend, schwebt zugleich heran, mit sroh bewunderndem Ausblick. Und hingegossen schaut Maria nieder, die Rechte auf ihrer Brust, so ganz durchdrungen von Demuth, von Herzensdank für solche Gnade, voll wehmüthiger Freude — vor allem aber so ganz Bescheidenheit und Demuth, daß dieser Gegenstand wohl niemals von einem Maler inniger gefaßt, inniger dargestellt worden. Ihr Obergewand ist rosenroth; bläulich (so viel ich noch sehn konnte) ihr Untergewand. Ihr langes, weiches, blondes Haar wallt um ihr Haupt unter einem weißen Schleier. Die sanfteste Blaßröthe überhaucht ihr Gesicht, wie dagegen Himmelsglut den Engel durchströmt. Nie versetz' ich dich, auch nicht als halbes Schattenbild, du holdselige Maria, du, ganz Demuth, Dank und frohe Wehmuth und weibliche Resignation, nicht deine reine, weiße Stirn, deine große» gesenkten Augen; den Druck deiner Hand an die überhüllte Brust; dein Herziges nicht, jungfräuliche Ahnderm des zartesten Muttergefuhls für den göttlichen, menschlich einst unnennbaren Leiden bestimmten Sohn". Zu Bologna, im Pallaste Zambeccarr, sah' Lochm noch 1/58 mit gewohnter Flüchtigkeit, ein kleines Gemäld (!), das man für einen Lorreggio halte, aber mehr der Manier von Parmeggianino ähnlich; es sey viel Gutes darin, aber die Köpfe eben nicht schön. Zu Floren; nennt Meng« (w^) vörderst im Pallaste pitki ein auf Holz gemaltes Bild von beynahe lebensgroßen Figuren, das ein Altarblatt gewesen zu seyn scheint. Dasselbe stellt die Madonna mit dem Kind auf dem Arme vor, das eine Weltkugel in der Hand hält, und St. Christoph im Begriff es auf die Schulter zu nehmen. Zu den Füßen der Madonna befindet sich der Täufer, und auf der andern Seite bey St. Christoph der Erzengel Michael. Dieses Bild sey stets für einen Lorreggio an- (>g4) t- c- 668—66g. (,g 5 ) I. c. 678—79. (>g6) I. 0. 150. (,97) I. e. ,5,. (>98) I. c- (>99) Gestochen ist iS von Delignon in de» Msbl. (200) Warum nicht? (ro>) Tagebücher I- (2) .337— 33 . gesehen mordest; allein Mengs zweifelt wenigstens daran, da vieles darin hart, und ohne die geringste Zartheit sey. In eben dieser Galerie findet sich ein sehr schöner Kopf von AUegri, auf Holz gemalt, und, obwohl bloß eine Scizze, dennoch vortrefflich impastirt, und steht in Allem dem Jüngling ähnlich, der in dem St. Sebastian zu Dresden das Modell von einer Kirche in der Hand trägt (^?). — Lochm will noch in dieser Galerie eine kleine tz. Familie von i5" hohen Figuren, mit einem sehr graziösen Madonnenkopfe, übrigens aber sehr nachgedunkelt gefunden haben. — Dann nennt Mengs wieder (^«) als im Besitze des Großherzogs (in der Tribune) befindlich ein 5^ hohes Gemäld auf Leinwand: Knteende Madonna, das neu- geborne Kind auf der Erde, auf einem Zipfel des Mantels liegend, ohne die geringste andre Figur- Mengs urtheilt davon: ES ist dies keines von den schönsten Werken des Lorreggio, und zumal Composicion und Orapperie wenig studiert; Kopf und Hände der Madonna indessen vortrefflich gemalt, doch nicht so kräftig, als die übrigen klassischen Werke unsers Künstlers. Lochm rühmt die große Vollendung und vorzügliche Erhaltung dieses Bildes; so daß er es fast einem neuern Kunstlichte zuschreiben möchte; denn auch Zeichnungsstyl und Colorit seyen nicht gerade Lorreggio's seine. Den Kopf der Madonna findet er etwas zu dick, und die linke Hand von unangenehmer Form; das Kind etwas zu klein, aber dennoch schön und wahr; die Drapperie sehr gut gefaltet, u. s. f. In neuern Tagen sah' es Morgenstern, und beschreibt es ungemein angenehm: „In der knieen- den Mutter herrscht weniger Adoration als innigste Mutterfreude, mit Andacht gemischt. Auch diese Madonna des Unsrigen ist ein sanfres Landmädchen- Ihre geöffneten sehr zarten Hände scheinen Bewunderung auszudrücken, und ihr Blick zu sagen: Du liebes, heiliges Kind! Das Neugebocne streckt die Rechte etwas aus(^". Dann aber sah' Morgenstern, ebenfalls in der Tribune noch drey andre Bilder von Alle- gri: Vörderst eine Ruhe auf der Flucht nach Egypten: »Der H. Joseph bricht einen Pal- menzweig ab; links St. Anton vom Padua, geistlich genug vorgestellt. Die weiß gekleidete Madonna ist hier eine gesetzte Italienerin, ernst vor sich hinschauend. Der alte Joseph sieht etwas mürrisch aus; aber das Jesuskind ist sehr kindlich, und steht als blonder Knabe anf Mariens Schooß, die Hände gegen Joseph ausgestreckt, als wolle er fort, könne aber, von der Mutter gehalten, nicht von der Stelle. An der Erde liegen Reisestab und Flasche. — Dann das Haupt Johann des Täufers in der Schale- So sieht ein Todter aus; aber der Kopf, mit ziemlich gekrümmter Nase, ist nicht edel; auch herrscht mehr physischer Schmerz, als Ruhe darin ( 2 °°). — Endlich ein Blondkopf mit nackter Achsel, aus braunen Augen blickend; trefflich gemalt. Er scheint von einem Correggischen Engel, vielleicht aus einem größer« Ganzen zu seyn(^°'). äe I» 6-1. l.!vr. XVIII. Richardson sah' das oben erwähnte Bild der Madonna und ihres Neugebornen in der Tribune schon früher als Lochin und Mengs, und kann es ebenfalls, besonders für Ausdruck mütterlicher Zärtlichkeit nicht genug rühmen; einzig bemerkt er, als seltsam, daß der Schleyer der sitzenden Mutter bis aus den Boden niederfällt, und das Kind auf einem Zipfel desselben liegt, so daß sie nicht aufstehen könnte (^), ohne ihr Kleines umzuwälzen. Dann fand unser Britte damals zu poggio a Cajano von dem Unsrigen einen jungen Mannskopf in Pastell (nicht unwahrscheinlich den oberwähnten Blondkopf (2°r). Noch wch P, vorenzi in der Galerie eine H. Familie, mit dem Bildnisse der Gerechtigkeit (?) kennen, welche er gestochen habest).— Und endlich nennt das Tüb- Morgenbl. 1810 S. 1206 eine stehende Magdalena, als in der Galerie befindlich, wovon wir sonst nirgends eine Spur gefunden haben. Zu Rom sah' Mengs in der Galerie Colonna, auf Holz gemalt, ein Ecce Homo mit der H. Jungfrau, die hinter einem Soldaten in Ohnmacht fällt, und in der Ferne Pilatus, lauter Halbfiguren. Dieses Bild gehörte dem Grafen Prati zu Parma, und scheint eher von der mittlern, als von der letzten ausstudirten Manier des Unsrigen zu seyn; dessen ungeachtet aber ist es sehr schön, von gutem Charakter in der Zeichnung, außerordentlich impastirt, und vortrefflich colorirt (^Z). — Im Pallaste Dorr'a pam- phili sah' Ebenderselbe das unvollendete in Wasserfarbe auf Lemwand gemalte Bild der von dem Ruhme gekrönten heroischen Tugend, nach der nämlichen Composition, wie das schon oben angeführte in der königl. Galerie zu Paris. „Wenn dieses Gemälde'' (sagt Mengs) „auch nicht die äußerste Vollkommenheit von Allegri's Bildern in Oel hat, so ist es dafür ein Beweis, daß seine Grazie und übrige Vorkrefflich- keir, weder von der Lange der Zeit, die er auf seine Werke verwendete, noch von dem wiederholten Farbenauftrage, sondern von dem wichtigern Hauptgründe herrühre, daß er die wesentlichen Punkte der Wahrheit stets vor Augen hatte. Denn hier sind einige Parchieen bloß mit Schwarz und Weiß leicht scizzirt, und dennoch leuchtet daraus die nämliche Grazie, wie aus dem Vollendetsten hervor. An andern Stellen, welche wirklich in etwas colorirt sind, erregt die große Kenntniß der Verkürzungen Bewunderung, hauptsächlich in den Theilen, wo eine Muskel oder das Fleisch eine Erhöhung macht; denn alsdann suchte er stufenweise andre folgende Theile zu verbergen, und dergestalt gleichsam das Labyrinth der Formen zu bereichern. Wenn also auch manche Gemälde des Eorreggio schöner und ausgeführter sind, so ist vielleicht in keinem sein eigenthümliches wunderbares Verdienst deutlicher zu erkennen, als in diesem (2°6)". — Ein parmesanischer Iesuite dann rettete, zur Zeit der Auslöschung seines Ordens, eine Zingarella von Allegri, und verkaufte dies Bild nachwärts dem Prinzen Chigr zu Rom. Dort sah es Mengs, und hielt es eben so unstreitig für original, als das unten folgende zu Neapel. Die Landschaft halte sehr gelitten, und die Drapperieen besonders viele Rittocirung. Dann aber waren der Kopf der Madonna, ihr Fuß und das Kind ganz unangetastet geblieben, und so göttlich gemalt, daß sich vielleicht in der Welt nichts Schöneres finden laßt (207). — In der Kirche Luigi deglk Francefi zu Rom zeigte man ein i hohes Gemäld, welches die Madonna in Halbfigur mit dem Christuskinde, St. Joseph und zwey Engeln darstellt, das man ebenfalls für einen Eorreggio, Mengs aber für einen Julius Cäsar procaccini hielt ( 2 °»). — Endlich erzählt Mengs: „Vor wenig Jahren befand sich zu Rom im Besitz eines Gemäldehändlers ein Bild, das die Madonna mit dem Kind und einem Engel zum Gegenstand hatte, das einem nach Allegri gestochenen Blatte von Spierre ähnlich sah, außer daß dieses rund, das Gemälde hingegen langlicht war. Letztres nun befand sich mit einem dicken Firniß überzogen, der dasselbe ganz verdunkelte, daher es um geringen Preiß an einen „gewissen" Casanova, einen Venetia- ner(2°s), verkauft wurde, der es gut wieder (202) Sie wirb's aber auch nicht thun. (205) Irsice cke peiarure erc. 1°. III. p. 104 er 147. (204) Was das (nach Heinecke) sagen soll, ist uns unverständlich. Auch kennen wir keinen p., wohl aber einen Anton Lorenzini, welcher einen St. Johann Baptist im Paradiese von Engeln getragen, (2. l>. über die Wolken getragen) von Hann. Carracci, aber nach Allegri's Erfindung, gestochen habe (, welches Bild sich edensallö in der Galerie zu Florenz befinden soll. Rost IV. 92. (205) Gestochen ist es (-587) von Aug. Carracei, mit der Aufschrift: karins- in -eälku; pr-vrorum (Haus Prati), ein seltenes Blatt. Nach winkler gab C> Galle (früher oder später?) ein ähnliches; und (nach Helnecke) zwey Ungenannte, der eine in Muette's Verlage zu Lilie, der andre ganz ohne Namen und Zeichen. Bey Heinecke heißt es: Daß St. Magdalena die H. Jungfrau halte. Gegenwärtig soll sich dieses Bild im Hause Rubeis zu Rom befinden. In der Allg- R- A. 8». 1802 S. 148 u. s. f. wird solches beschrieben, wie folgt: „Halbfiguren. Der Römische Prefekt ruft —aus einem Fenster, sein: Ecce Homo! Maria sinkt Johannes in die Arme. Hinter dem Christus sieht man den Kopf eines Soldaten, der ihn höhnisch anblickt. Die Hauptfigur ist zwar kein Ideal, aber doch im Antlitz und im gebeugten Körper namenloses Leiden, und zugleich innige Ergebung sehr wahr, und dennoch mit weiser Mäßigung ausgedrückt, was auch von der schönen Gruppe der Mutter und des Johannes giltet. Den Pilatus möchte man wegwünschen. In neuern Tagen hat solches, nach Tofanelli's Zeichnung, Bettelini gestochen (5 st- 24 kr.) der sich hier brav gehalten, und wieder zu seiner ersten bessern Monier zurückgekehrt zu seyn scheint. Doch mit Correggio mag er noch nicht vertraut genug seyn". (206) I. c. 151—5Z. (207) Oper« II. 171—72 in einer Note die sich kn prange'« Uibersetzung nicht findet. (208) l- c. bey prange 154. (209) Man merke hier, wie Mengs so halb wegwerfend von dem nachherigen berühmten Dresdner- Professor Johann Casanova spricht, den er, so wie auch Winkelmann, und der Verfasser gegenwärtiger Schrift, wohl nicht ohne Grund, für «inen gefährlichen Spitzkopf hielt. 20 I. Al l kgr i. W auffrischte, doch nicht ganz ohne Nachtheil der Lebhaftigkeit der Farben, die sich zu sehr mit dem Firniß vereinigt hatten (^'°). Der Besitzer nahm es dann mit sich nach Dresden, um es dort zu verkaufen, wo es wahrscheinlich noch seyn wird — In frühern Lagen dann fand Richards»», m der Galerie Borghese zu Rom jene schon früher erwähnte St. Cäcilia, die er mehr seltsam (»urieuse) als trefflich nennt; dieselbe ist sehr hart, und die Drapperie genau in Manlegna's Geschmack, so wie überhaupt das Ganze in der ersten Manier des Unsrigen. Es stellt den Augenblick aus dem Leben dieser Heiligen dar, wo ein junger Mensch kömmt, der sie entfuhren will, aber bey dem Anblicke von Engeln, die eine Krone über ihrem Haupte halten, sie mit Erstaunen betrachtet. Ein Licht- glanz, der von diesen Engeln ausgeht, verbreitet sich, nach des Künstlers Weise, über das ganze Bild, und auch der Ausdruck der Köpfe, so hart er ist, hat etwas von dem Geschmacke des Unsrigen (*"). In dem nämlichen Zimmer sah R- noch den Entwurf eines alten Mannskopfs in Oel auf Tuch gemalt, im Profil und ob sich schauend, der sich auch in einer der Kupolen zu Parma findet, und wovon sein Vater eine Zeichnung in schwarzer Kreide haben wollte. — Daljarvay H. 249 dahlt gelegentlich, daß sich von «torreggl» ein Cupido, der seinen Bogen schnitzt, in der Galerie Jusilmani soll befunden haben. Don einer sitzenden Madonna mit dem Kind im Arin, als ob sie ihm die Brust reichen wollte, das aber die Hand nach Früchten ausstreckt, die ihm ein Engelchen (^) reicht (3 Palmen hoch) erzählt der Iesuite Ottonell» allerley Geschichtliches: Von einem Besitzer Peribect, der es für »Zoo Scudi gekauft, und um wett Mehreres, als ächter Liebhaber, es nicht verkaufen wollte. Eine kleine schlecht geätzte Abbildung davon 8°. befindet sich in dem gedachten Buche, und ein ähnlicher Gegendruck sonst noch irgendwo. Hingegen ist es im Großen gut gestochen von Spierre (^). Nach Gandellini war der letzte ihm bekannte Besitzer des Gemäldes der Marchese del Carpio, Vier- Allegrü könig von Neapel; früher Muzio Orsini. — Unter den neuesten Blättern nach fforreggio befindet sich ein nach I. Lagnoli's Zeichn ng von dem Venezianer Bonato zu Rom (18,1) sehr schön gestochenes Bild, welches sich im Besitze eines H. Tommaso Maria Eelaiu in Rom befindet, und die Madonna vorstellt, die dem (etwas plumpen) Kinde, wunderlieblich neckend die Brust zu verweigern scheint. Im Hintergründe arbeitet St. Joseph in seinein Berufe- Zu rJeapel sah Mengs einst in der Galerie auf Capo diMonte eine Verlobung derH.Cakharina des Unsrigen, welche derjenigen, die sich jetzt, wie wir oben vernommen, in St. Petersburg befindet, ganz ähnlich war(^), und an deren Originalität er nicht den geringsten Zweifel setzt; mit der beygefügten Bemerkung: „Dieses Ge- mäld mußte gleich Anfangs sehr hoch geschätzt werden, weil Hugo da Carpi, der mit Eorreggio zu gleicher Zeit lebte, es in Kupfer stach (^'^)". In den gegenwärtigen, so genannten Srud» zu Neapel sah' in neuern Tagen Morgenstern dasselbe nicht mehr; wohl aber nennt er daselbst die bekannte Zingara: „Herrliche Composition von seltner Grazie, aber gar sehr retouschirt 763 ereignet hatte, und des großen Aufhebens, welches gedachter Lasanova, nicht ohne Grund mit seinem diesfälligcn Geschick und Glücke machte. (»»>) Oben vermutheten wir, dies Bild dürfte dasjenige im Gödev seyn; allein dieser hat den Engel nicht, von welchem Mengs spricht; das Blatt von Spierre aber hat ihn eben so wenig. (2.2) Ich selber, so gut ich mich erinnere, fand eö nicht ganz so. Einen Stich nach diesem Bilde haben wir nirgends gefunden. (2.3) Irarrsro üell' U50 « »lruro üeUr kittora (klrenre 1652). (->4) Und nun wahrhaftig dasjenige Blatt dieses Künstlers, so wie solches Heinecke beschreibt, und wovon die Magd des Stechers die Platte durch Abfegen so gut als zugrundgerjchtet hatte. (->>5) Hinwieder nennt es die Allg. R Z. S°. 8oz S. -37 als dieselbe Vorstellung, wie die in der alten französischen Galerie, nur etwas kleiner. (2.6) I. a. i^g. Des hier genannten Blatts ist oben schon bey dem Bilde gleichen Inhalts gedacht; und nach welchem derselben es eigentlich gefertigt worden, wird wohl schwerlich mehr auszumitteln seyn. Nach einem Bild in Neapel von diesem Gegenstand nennt Heinecke ein Blakt von A. Capellan. (2.7) Tagebuch I. ( ,.) rgz. (r>8) I. o. ,49—50. Welcher von den vielen (unten folgenden) Stichen nach einer Zingara etwa die unsrige angehen mag, ist uns wenigstens unbekannt. Inzwischen meint die Allg- R- Z. 8". 802 S. >48—55, es seyen nicht minder als viere, welche unten, alS von H. H. Frezza, D. D. Preißler und I. H. Roßt, besonders aber, in neuern Tagen, nach Girgenti's Zeichnung von Porporati gefertigt, erscheinen. Letzteres soll nämlich „weit das vorzüglichste, von reinem und zartem, mit Verstand geführtem, und von dem Geiste des Urbildes beseelten Grabstichel ' — kurz eines der wenigen vorzüglichen Blätter nach Allegri seyn. (2,9) Tagebuch l. (>.) >9->—92. Allegri. S 1 äe croix (Ablegung, oder Pietü) und als nach dem Original eines Bildes aufEapo dl Monre gefertigt, rubrizirt ist; mit dem beygefügten Ruhm des Verlagscatalogs: le äossin est 6e touto exaotituste, ol los jours gui sont ck'un Arsnä eilet, ne peuvent ^ue plaire aux oonnoisseurs. Von Handzeichnungen des Lorreggi'o nennen wir hier: In der Sammlung zu München: Eine St. Magdalena und einen jungen Faun (^^°). In dem um 1810 versteigerten Cabinet Spl- vestre zu Paris fand sich eine Madonna mit dem schlummernden Kind auf den Knieen, unter einem Palmbaume sitzend, dessen Zweige ein Engel so ordnete, um jene vor der Sonnenhitze zu schützen. Im Hintergrund große Bäume; zur Linken ein kleines weißes Kaninchen; daher auch dieses Bild (9" hoch, 7" br.), eigentlich in Gouache gemalt, la Vierte 2U laxin hieß. Ursprünglich gehörte es dem berühmten de Piles, dann durch testamentliche Verordnung dem Künstler Anton Coypel, und kam nach des letztem Tode (i/bk) durch Versteigerung an den Herzog von Tallard. Es soll vortrefflich, und die Contoure so zart hingegossen seyn, daß bloß die Lokalfarben die Formen bilden. — Eine zweyte Madonna mit dem Kinde ( 5 " ic?" hoch, h" Z"/ br.) a la Sanguine, aus der 1772 versteigerten Sammlung des H. l'Empereur. — Ein blond gelockter Kopf in Pastel, der einige Aehnlichkeit mit dem Kopf des die Harfe spielenden Amorins in dem berühmten Bilde der Leda habe (hoch, 9" 6"^ br.) wieder aus dem Cabinet Tallard. — Zwey akademische Figuren, die eine a la Sanguine, die andre in schwarzer Kreide. — Ein kleiner St. Johann, ursprünglich aus der Sammlung Arundel. Wo nun seit i8i« alle diese Seltenheiten hingerathen sind, ist uns unbekannt, und ebenso das Schicksal derjenigen, die sich 1810 noch im Cabinet Paignon-Dijonval, nicht minder als zehn an der Zahl, befanden; darunter ein Ganymedes- Raub (8" hoch, 5 " br.) getuscht; das Uebrige Studien, von verschiedener Form und Manier. Auf der Ambrosia» ischen Bibliothek zu Mailand sah Richardson noch zweyer Ein Verlöbniß von Joseph und Maria, und ein sehr schönes Studium für die berühmte Nacht (^^H — In der Galerie Bonfiglioll zu Bologna sah eben derselbe dreyer Madonna die das Kind stillt, einen Sr. Johann, eine schöne Ruhe in Egypten, und noch mehr Anderes. In einem Bande Handzeicknungen auf der Galerie zu Florenz mit lom. LLXXXII. und Iislleuimenti pittorloi bezeichnet, bemerkte Morgenstern von dem Unsrigen dreye; darunter eine kleine in Rothstein: Coriolan, in sechs Figuren (^). Allegri. Endlich folgen^ diejenigen Darstellungen des Unsrigen, deren altere ober neuere Eigenthümer wir nirgends bemerkt gefunden, und welche uns bloß durch die nach denselben gefertigten Blatter bekannt sind. Bildnisse. Arcolano Armafodrito (nicht Armafrodito, wie Heinecke schreibt). W. Ikoilar so. 1620 (2^). Eines ungenannten jungen Frauenzimmers, am Halse ein Kreuz, und um den Kopf ein feines Tuch. ^v. violeinson Scr. IN. n. Wieder eine Dame. L. blolsieln so. (^§). Ein Blatt Studien (acht sitzende Figuren beyderley Geschlechts), alle von sehr verschiedenem Ausdrucke. I'. blxisoopius so. (22H. Wahrscheinlich das, welches bey Heinecke wo.,l irrig: Studien einiger Figuren aus der Kupole zu Parma, von gedachtem Stecher gefertigt, nennt. L. Flucht und Ruhe in Egypten(^O) 1) äux. äo 8t. ägostini so. heißt ausdrück, lich Zi'ngara. 2) 1*. bsraon. ^gnilaso. llom. 1691. Die Mutter mit dem Kind auf den Knieen, unter einem Baume sitzend; Joseph zimmert in der Ferne. Das Kind im Hemdgen segnet mit der einen Hand, und halt die andre in der Linken der Mutter. Wir vermuthen, ein schon in ältern Tagen (G77) von Diana Ghisi gestochenes Blatt, welches Bartsch XV. rj-jo beschreibt (iZ" 7-" hoch, 10" 2<" br.) sey das nämliche. 2 ) Dasselbe Blatt von Aquila, retouchirt; mit der Inschrift: lVuclus eraiu eto. 4 ) Als These in Oval. 6. ^uciisn exo. 5 ) 8am. Lornarck so. m. n. Dieses unscheinbare Blatt, in der frühesten Zeit der Schwarzkunst geschabt (Bernard st. r 687 ), stellt vielleicht einzig seinen Gegenstand in dem achten Geiste seines Urbildes dar. 6) Oder ^lex. Lrorvn, m. n. 7 ) Die knieende Jungfrau, welche das auf dem Stroh liegende Kind mit Bewunderung ansieht (ohne Namen des Malers und Stechers) 6. Lbnicau so. Nicht unwahrscheinlich das schöne Bild in Florenz. 8) Das gleich vorgenannte, klein, in Oval, mit einem Rahmen. exo. 9) elior Drevet. Die Scene mitten in einer waldigten Landschaft, wo der Mutter Kopf den Kopf des Kindes berührt, das auf ihren Knieen liegt, mit der Inschrift: bä» justice eto. (^?). (220) Beyde hat Piloty in Steindruck geätzt. Pr. des ersten i st. zo kr., des zweyten 1 fl. (-21) Aehnliche Studien für diese letztere besaßen Richardson's Vater, und Mtzlord pembrocke. (,-2) Tagebuch I. (-.) 4°3 u. 408. (22z) Was dieses für ein Ens sey, haben wir nirgends ausfindig gemacht. Das Urbild mochte vielleicht in der Sammlung von Arundel stecken. (-24) Soll irrig mit Corveggio's Name bezeichnet seyn, in der That aber Jul. Pipi angehören, und die Marchese Jsabella Este von Mantua darstellen. (225) Ohne Zweifel in seinem Werke: karsäigmara grs^bicei vrriorum srlikoum, rsb. «so. ll'. I. er H. toi. itaKD 167t begriffen. (226) GroßentheilS (wegen der egyptischcn Kopfbekleidung der H. Jungfrau) unter Angara (die Zigeunerin) rubrizirt. Wir nennen sie nach den Meistern oder Verlegern, in alphabetischer Ordnung. s,2/) f)2 A l l e g r i. 10) k. ^srlom 50. m. n. Nach einem Gemälde in Parma. n) 16 . 5e. m. n. Kleiner. 12) 16 . 5 v. in. n. Nach einerCopie L- Carraccis von einem Bilde des Correggio, das sich zu Parma, unter dem Namen: Ruhe in Egypten oder Zingara befand Diese Copie in neuern Tagen im Besitze des Esq. Robert Udney in England ( 228 ). 13) Oder kuker m. n. (^^9^ -4) I. ksecioii so. Hemecke führt es als eine Copie von iKro. 2. an. S- auch unten I6tt. 6. D 4 ro. 8. 1 5 ) 1 . krezr 50. Eben so. 16) 1. n. krerru 80. (230). 17) 6. iVlvAslli 50. (2Z'). 18) V- O. 1^iei55lor 50. 19) liier. kc>55i jun. 50. 1719. Zingara, in egyptischer Tracht, nach einer Copie von Hann. Carracci, da das Original von Correggio verloren gegangen (232). so) Das nämliche. 16 . 50. 1749 (23Z). 21) 16. 5c. Nach dem nämliche Urbilde, wie Nro. 17. i.234). 22) ^n. 5 c. m. n. mit der Inschrift: Alaria in 5olitu6ine piux(236). 6. Die übrigen Madonnen und heiligen Familien. 1) 1. 6. ss L/ow 86. ohne Namen des Malers ( 236 ). Die beyden Kinder nackt auf einem Kissen; in gefärbter Manier. 2) L. Lonvr'nrrrr 56 . Madonna, Halbstgur, die das Kind umarmt. 3 ) 1. 6os/sma?r§ 86. Madonna mit dem schlafenden Kinde (237). Allegri. 4) R. 50 . 1762. Madonna stehend, das Kind unter den Armen haltend. Ein Schleyer deckt ihr die ganze Figur. Schöner Stich (23«). 5 ) 0. 86. Madonna, Halbfigur, die das Kind aufrecht trägt, und die Hand zwischen seinen Beinen hält. 6) OQvr'Lt 86. Madonna, Halbfigur, von dem Kind umhals't; mit dem Logogryph eines Herzens (Lor. mit UeZio umgeben (23S). 7) DroLr„§o,r 86. rn. n. Madonna sitzend, mit dem halb eingewickelten Kinde, dem der kleine St. Johann sein Lamm zuführt ( 24 °). 8) H. l^-rccro/r 86. Madonna, das Kind unter den Armen. 9) 1. 56 . gerade eine ähnliche Darstellung. in) k. 56 . in Rothkreidenmanier. Das Kind, das den jungen St. Johann umarmt, mit der Unterschrift: riien65kiip. n) 86. Großes Knieestück, wo Madonna das Kind an ihren Busen drückt, in Begleit zweyer Engel. In Rothkreiden- Manier, nach einer Zeichnung ( 24 '). 12) l.- (ob der ältere oder der jüngere?) 50. Madonna, Halbfigur. Das groß proportionirte Kind liegt ihr auf den Knieen, und stützt den linken Arm auf eine Weltkugel ( 24 -). 13 ) 1. S- oben Note 340 ein ähnliches Blatt von W. Dickinson. 1 4 ) 86. Madonna, Halbfigur, das Kind auf den Knieen, ein bloßes Oktavblatt, und einzig mit: Lorr6AAi6n5i8 bezeichnet. 1 5 ) 86. Llior lVlarietlo. Madonna, Halbfigur, die das auf dem Stroh liegende Kind betrachtet. (ri8) Wahrscheinlich mit k4ro. 10 dasselbe. (229) Heinecke setzt es, gleich nach dlro. 9—12 mit dem Beyfügen: „Dasselbe, mit einem andern Landschaftsgrund". (2Z0) Heinecke nennt es, als nach demselben Bild, welches bald unten, unter G- Roffi erscheint. (2zi) Heinecke nennt es: «Ruhe auf der Flucht, wo die H. Jungfrau eingeschlummert ist, nach einem Bilde in Florenz", das aber zu keinem uns bisher dort bekannten paffen will. (2Z-) Ob es nicht mit dem Urbilde von r4ro. 12 dasselbe sey, ungeachtet bort Ludwig Carracci als Copist genannt wird, ist noch die Frage. Freylich waren die Carracci Alle des Unsrigen höchste Bewunderer. (>zz) »Mit dem Grabstichel", heißt es hier bey Heinecke. (-z4) Bey Gandelltni heißt es: „Wo Mutter und Kind eingeschlummert sind". (2Z5) Von diesen so eben genannten 22 Darstellungen der H. Familie in Egypten, von denen unS nur wenige durch Augenschein bekannt sind, vermuthen wir denn doch, daß mehrere, und namentlich Nro. 5, 7, iL, 16, 19 u. 20 zu denen gehdren, welche wir schon oben aus den Galerien kennen gelernt haben. (Lz6) Und, »ach Heinecke, ohne Grund dem Correggio zugeschrieben. (2Z7) Ob es etwa dem H. Boyer d'Aiguilles, Generakprokurator des Parlements von Provence, zugehdren mochte, von besten Bildern Coelemans 21 gestochen hatte, die sich in der zweyten Ausgabe des diesfälligen Galcriewerks (kol. k»ris 1744) befanden? (2Z8) Das Urbild nicht unwahrscheinlich in England. (Lz9) Das Bild soll einst dem P. Kesta zugehdrt haben. Brulliot giebt das erwähnte Monogramm; und dann noch ein zweytes, ebenfalls auf einer Madonna mit dem Kinde, von einem Ungenannten. Hier vollends ein — gekröntes Herz, und auf demselben die Worte: Inveoi. was wohl Alles nicht auf eine klastische Seit deutet. (240) Winkier bezeichnet die Madonna noch „mit lächelndem Gesicht" und giebt das Blatt (wahrscheinlich irrig) dem I. (oder vielmehr Th.) Watson, und nennt eS ein großes schönes Schwarzkunstblatt. Das Urbild wahrscheinlich in England ; und somit könnten es freylich auch beyde, Dickinson und Watson, gestochen haben. (241) Wahrscheinlich aus der Großherzoglichen Sammlung zu Florenz, aus welcher dieser Künstler noch mehrere geliefert hat. (242) winkler nennt es ein schönes seltenes Blatt. 93 Allegri. Allegri. rL) 8c. Madonna, Halbfigur, die das A. da Trento in Helldunkel, von G. Man- Kind auf den Knieen hält, und wo der tuano und I. B- Mercati aber mit dem Grab- kleine St. Johann ihm durch ein anderes stichcl gestochen worden. Allein, so eben bemer- Kind einen Blumenstrauß bringen läßt. ken wir (nach dem Winklerschen Gantkatalog), 17) ^»0». 8o. a. f. Madonna, das Kind auf daß das schöne und seltene Blatt von da Carpj den Knieen (^ 3 ). . t8) ^0». 80 . ( 244 ). v. Gegenstände aus der Leidensgeschichte. 1) Der Heiland auf dem Oelberge. 50 . Hv, 2) Eine Pietü. Von dem Leichnam sieht man nur einen Theil auf den Knieen der H. Jungfrau, welche selbst nur in Haibfigur erblickt wird. St. Magdalena scheint die leidende Mutter umarmen zu wollen. Hinter ihr erscheinen noch zwey Köpfe, der eine einer weinenden Frau. Dies Blatt, in klein Quarto, wird von Einigen fürAUegri's eigene Arbeit gehalten (245). 3 ) Einen andern Leichnam bis an die Kniee, von zwey Engeln unterstützt, hat C. Massi (1727) für ein Missal zu Urbino, wir wissen nicht nach welchem Urbilde des Unsrigen gestochen. L. Aus der Heiligen- und Legenden- geschichte. I. Aus dieser scheint uns die liebliche Mythe der Verlobung der H. Larharina mir dem Ebriftuskinde den milden Dichtergeist des Unsrigen besonders angesprochen zu haben. Gefunden haben wir diese Darstellung schon unter AUegri's frühesten Bildern (jetzt zu ^ ^ . St. Petersburg). Dann in der alten Konigl. den Magdalena zu Dresden, und einer ähn- Französ. Galerie; einst (nach Richardson) in ltchen in England, baben^wir schon bey der Ander Galerie zu Parma; nach Meng« auf Capo zeige des Urbildes angeführt, di Monte zu Neapel. Dann aber finden wir noch ff. Blätter, weiche Oben haben wir, bey Gelegenheit der alten, diese Heilige darstellen, ohne daß wir die Be- jetzt in Rußland befindlichen, sowohl als der sitzer der Urbilder mit einiger Sicherheit kennen, von Mengs zu Neapel gefundenen Darstellung i) b'. 8-:. Großes prächtiges Blatt, dieses Gegenstandes bemerkt, daß solche in dunkelbraun punktirt, mit der Unterschriftr ältern Lagen von Hugo da Carpi (^°) und Diva lvragUaleua. Die Heilige in der (-13) Dieselbe Darstellung, welche I. Smith als ein Bild nach Schibone geschabt hat. (-44) Wie Einige glauben, nach dem Unsrigen, Martette hingegen, nach Dosso's von Ferrara Zeichnung, in Helldunkel mit drey Stöcken: Die H. Jungfrau Halbfigur, das schlafende Kind auf einem Kissen, den Kopf an den Busen der Mutter gelehnt; St. Johann, Halbfigur, im Dorgrunde zur Rechten. Au beyden Seiten der Jungfrau St- Joseph und St. Elisabeth (14" hoch, 9" br.). In zweyerley Abdrücken mit Veränderung. Auf dem einen lie'st man unten zur Linken: (,45) Bartsch kennt es nicht. Mariette geht noch weiter, und behauptet in einem Briefe an Crozat, daß Allegri überhaupt einen Theil seiner Werke geätzt habe. Gandellini sagt ungefähr das Nämliche. (246) Der kundige Nartsch weiß nichts von einem solchen Blatte von da Carpi, wohl aber von einem, durch einen „wenig geschickten" Meister in Helldunkel von vier Platten gefertigten, wo Madonna zur Rechten, die Hand des Kinds auf ihren Knieen, mit dem Ring gegen die knieende St. Catha- rina führt. Dasselbe hält 14" in die Höhe, 10" 2'" in die Breite. XII. 60, 6>. (-47) Dartsch kennt kein solches Blatt von diesem Meister. (-48) XV. Zgy. (- 49 ) m. Z--. (-50) Von diesem (nach Hrinecke) ziemlich schlecht. (rzi) Nach Hrinecke als ob eS noch dem Bilde, wie H. da Carpi'ü wäre, daS wir selbst schon apb« kryphisch gefunden haben. (-52) Den indessen Heinecke für C- Cort hält. (-53) Und überhaupt nur als St. Catharina (nicht deren Vermählung) von Heinecke angeführt. I. 24 nach keinem der uns bisher bekannten Urbilder gefertigt seyn kann. Eher könnten die Blätter von Mantuano und Mercati das Bild in der Ermitage seyn, da Barrsch (^) dasjenige von Mantuano durch die «Cacharina auf denKnteen', und Rost (^) das von Mercati als „ in fast ganzen Figuren" bezeichnet. — Aehnliches bemerken wir von zweyen Blättern von F. Aquila und B. Capiteüi ( 25 °), welche beyde in diese Darstellung zugleich einen St. Sebastian bringen, was vorzüglich auf das Bild in der Königl. Französ. Galerie zu passen scheint. Noch bleiben uns indessen von diesem Gegenstand ff. Blätter anzuzeigen übrig, von deren Urbildern wir bisher durchaus keine Spur gefunden haben. iVI. 80.(25'). 2) 80. Kl. in 4 °« Halbfi- guren. Z) so. ( 25 -). St. Catharina trägt die Palme; zwischen ihr und der H. Jungfrau bemerkt man zwey Engelskvpfe. /) 8 o. m. n. Bey Llooreling. Hach, figur ( 255 ). 5 ) 8 e. In ganzen Figuren, in einer großen Landschaft. These. BcyEhareau, und später bey Chereau. 6 ) 8 c. n. C. Madonna, in der Luft sitzend, das Kind auf den Knieen, bietet es der — schlafenden St. Catharina dar. Man sieht auch Engel dabey. Wer versteht diesen Unsinn bey Heinecke? II. Die Blätter nach dem Bilde der reuen« Wüste lies t liegend in einem großen Buche, dem St. Johann (dem Evangelisten?) über der Winkler. Sakristeychüre der Kirche St. Johann zu Parma s) v. Ott/rsF» so. Bey Rost IV. i8r ledig- seyn dürfte. lich: Die Magdalena rubrizirt. Dann kennt man einen St. Johann Bapt. 3) -r/awnt so. m. n. Die reuende Mag- über die Wolken getragen, von Engeln umge- dalena; ein Engel halt ihr die Balsam- ben, von A-Lorenzini (Rost sagt, nach einem büchse. Halbfiguren. Bild in der Galerie zu Florenz, das wir aber 4 ) 2>o^sw 8v. Völlig die gleiche Darstel- dort nirgends gefunden haben; und Gandellini lung (^ 4 ). will, es sey das Werk von Han. Tarracci, aber 5 ) k>. 5o. Sehr gut, doch fehlt nach der Erfindung des Correggio). hie und da die harmonische Verschmelzung. IV. St. Agnefe, Haibfigur. LI. Olaire (Pr. 8 fl. i 5 kr.). »Sie hält das Kreuz Lxou8v Ue Mol. Henri lursieu in der Hand, und scheint üher frommen so. 4 °. Betrachtungen eingeschlummert. Der ruck- v. Sr. Porenziana, Halbfigur, in einer Werts gelehnte Kopf ist höchst anmuthig, Rahme. ?. 8o. 4 °. hat aber, wie die ganze Stellung, einen VI. Zwey Engelsköpfe in gefärbter Manier. Ausdruck von Sinnlichkeit, mit welcher 7 . 6. /s ö/ow 8o. gr. Fol. der Heiligenschein und das Kruzifix etwas vil. Als ein Seitenstück (?) für die Mag- seltsam absticht. Man geräth unwillkühr- dalena zu Dresden: Mädchen, Halbfigur, das lich auf den Gedanken, der Künstler habe eine Gesetzestafel in der Hand hält; ein Knabe muthwillig ein Traumbild aus ihrem ver- neben ihr; mit der Inschrift: Imxrimis ve- gangenen Leben vor ihre Seele geführt, nerare Veo8. k. 50. (^26). r. Mythologische Darstellungen. 4 ) Jupiter und Jo; die letztre hier in eine schlafende Diana verwandelt (^ 2 ?); die Landschaft, wie in dem Blatte von Du- change. 6 . I). l). 8 c. 2) Liegende Venus mit Cupido. 7 . ^v. 80 . ( 228 ). 3 ) Venus, stehend in einer von Tauben gezogenen Muschel auf den -Wellen. 7 . 50 . I^onctro8 1701 m. ». 4 ) Venus, auf einem Bette liegend, vom Rücken gesehn; über ihr flattert ein Liebesgott, der einen Fangriemen hält. ^«0». so. bloß mit - 4 . bezeichnet. 5 ) Venus (oder eine Nymphe, sagr Heinecke), in einer Muschel auf — einem Luche liegend, von Meergöttern umgeben (bloß ein Ok- tavblättchen in die Breite, und mit I. bezeichnet (22s). 6 ) Venus, auf dem Boden an einem Felsen sitzend. Cupido hält sie beym rechten, mit einem Braoelet verzierten Arm. Von der andern Seile ein Satyr- ^0^. 50. Kl. Fol. mit der Inschrift: Venere io 50 N eto. (26°). 7) Entführung der Psyche, in Begleit einer Menge Amorine. ^V. Lar//rs 50. 1777 in Rothkreiden-Manier. 8) Die Fabel des Marsyas und Apollo, ein sehr großes Blatt in drey Bogen. 7 ul ä'onk/ro 50. 1562. Darin sey (sagt Hei- (-54) Von dem ersten spricht Heinecke: läee p. 50 , von dem zweyten im Dictionair, als nach einem -Bilde» ehemals in der Lrüßler-, jetzt in der Wiener-Galerie, dessen aber die Catalogen dieser letztern keine Erwähnung thun. (255) Noch sind wir immer ungewiß, ob lXro. i, 5 u. 6 dieser Magdalenen eine andere, als die Dresdner seyen. (256) Nur etwa» weniger seltsam, als diese Rubricirung bey Heinecke, lautet diejenige bey Rost IX. ,96. „Awey junge Schüler, davon einer beschriebne Tafeln hält", wo aber das Urbild als ein Werk von Schidone in der K. Galerie zu Neapel gegeben wird. (257) Diese Mythe ist uns ganz unbekannt. (-»L«) Heinecke Nachr. II. 24 sagt aus der Salzthaler-Galerie, aus welcher gedachter Künstler, in einem eigenen Werke : ^rris i» Vslle Lalins Iliestruiii ?. I. kol. 6uelplierlriri 710 achtzehn -Bilder gestochen hatte. Indessen findet sich das gegenwärtige in Ebrrlein's Vrrzeichuiß gedachter Galerie (-776) nicht angezeigt. (259) Ob dies etwa ein von ihm selbst geätztes Blatt — gleißnen sollte? (260) Heinecke hält es für zweifelhaft. Ueberhaupt aber scheint es uns merkwürdig genug, daß unter Correggio'» anerkannten Urbildern sich unsers Wissens wirklich keine Venus befindet. Ob ihm die» bloße Symbol sinnlicher Liebe nicht Individualität genug hatte? Die losgebundenen Haare bedecken den Oberleib auf eine sehr mißfällige Weise, was, ohne Zweifel» in dem Gemälde selbst, eine weniger grelle Wirkung macht. Um den Unterleib ist, nachlässig, ein Mantel geworfen. Den Hintergrund bildet eine felsigte Landschaft mit einer Aussicht in die Ferne". Tüb. Runftbl. 1820 S. 62. 6 ) ^Vr<7„st, 1 'uine 80. (1816). Die sogenannte lesende Büßerin (Magdalena). Von diesem Blatte heißt es im Tüb Lunstbl. 1817 21. »Der Anblick desselb.u füllt die Seele mit süßer Harmonie; nur kann man sich der Kritik kaum enthalten, die Büßerin sey — zu schön. Ihre reizende weiße Farbe, die mit dem Dunkel der Wildniß, in der sie erscheint, gut absticht, ihr sanftes Auge, ihre runden vollen Arme, ihr von der Liebe gewölbte Busen, laden mehr zum Genuß als zur Reue ein (222). 7) Ein Magdalenen - Kopf nach dem Unsrigen findet sich von A. B. Desnoyers gestochen, in dieses (sonst so wackern) Künstlers wahrem Pfuscherwerke: keoueil U'L8tLm- P08 Aruvoe 8 cl'apre» clo 8 peinturc» suti- que 5 elo. kuri 8 82,. (54 Dl.) das denn doch 120 Frkn. kostet. »Armer Correggio"! ruft hier ein Rezensent im Tüb. Lunstbl. 1821 G- >02 aus. iil- Sr. Johann Bapr. Heinecke nennt einen solchen, auf dessen Buche die Chiffer von I. 2 Z. Gbisl geschrieben stehe, ein Blatt, das wir bey Bartsch nicht gefunden haben, und dessen Darstellung etwa eine Verwechselung mit Allegri SS Allegri. necke) um eine Lücke zu füllen, Rapharls Par, naß angebracht (^)? 9) Diana im Bette (?) und l r«) Diana an der Toilette, g.^^>»«so.(-6-) von ihren Nymphen l ^ ^ umgeben. ) n) Pan und Syrinp. Ds exe. 12) Eine in einer Muschel auf einem — Tuche liegende Nymphe oder Najade, durch einen von Tritonen begleiteten Greisen gekrönt. so. (^OZ). 6 . Mannigfaltiges. r) Ghismonda, über dem Herzen des Tankred weinend , nach Bocaccio's ( 6 iorn. IV. lVov. i.). ä. so. m. n. 2) Ebendasselbe, von Cuningham gezeichnet. O. so. 1786. Lervl. 3 ) Die Tochter desLancred. Obige Figur(^^H, im Brustbild: so. 1720. 4 ) Emblematisches Bild, wo man eine fast nackte, vom Stuhl fallende Frauensperson erblickt; zu ihrer Rechten einen Zauberer, der einen Pfeil reinigt; nebenzu ein Kabinet mit allerley magischem Zeug. tz. Lo«/ so. 5 ) Nackte Frauensperson an der Toilette. 1. so. dlö. 4 lindes nach Urbildern in der ehemaligen Brüßler < Galerie. 6) Eine stehende Frauensperson nimmt von einer andern knieenden eine Schale an. H. ria» so. (^ 5 ). 7) Lnä. LUilll. Halbfigur mit einem Kinde, lülios V. IVI. Noch nennt der winklersche Catalog: 8) Großer geflügelter Amor, in einer Landschaft stehend, halt zwey Pfeile in seiner Rechten, und einen gesenkten Bogen in der Linken. 6. 7 ^s§os//r>rr so. Dann liegt vor uns: 9 ) Ein kleines niedliches Schwarzkunsiblatt: St. Joseph mit dem Kinde. k. /-,/,« so. 10) Im Taschenbuche für Damen 1814 fand sich nach ihm: Die mütterliche Liebe. ^o^ö /7 so. vortrefflich. Und nun die allgemeinen Kunsturtheile über den Unsrigen. Hören wir zuvörderst Meng« in dreyen unterschiedlichen seiner klassischen Schriften an. Erstlich >tt seinen Gedanken über die Schönheit und den Geschmack in der Malerei (-««), wo er eine Vergleichung der drey größten Kunstlichter: Raphael, Lorreggio und Trttan anstellt, und vörderst über die Zeichnung von Allegri bemerkt: ,, Lorreggio wurde eilf Jahre nach Raphael geboren, und die Kunst befand sich auch damals noch in ihrer Kindheit. Wie Sanzio machte er mit der Nachahmung der Natur den Anfang; und da ihn das Angenehme mehr als das Vollkommene rechte, so erlangte er die Grazie vor Allem aus auf dem Wege der Einfachheit, indem er seine Zeichnung von alle dem reinigte, was schneidend und cckigt icyn konnte. Indem er auf dieser Bahn fortgieng, und durch das Studium von Licht und Schatten sich überzeugte, daß namentlich auch die großen Massen Vieles zur Anmuth beytragen, so verwarf er alle kleinen Theile, vergrößerte die Formen, vermied sorgfältig alle geraden Linien und spitze Winkel, und befliß sich abwechselnder und wellenförmiger Umrisse. Htedurch prägte er seiner Zeichnung eine gewisse Großheir ein, wenn sie auch nicht allemal mit der Wahrheit übereinstimmt. Der Künstler hat also diese Manier nichts minder als ganz zu verwerfen, sondern soll vielmehr auch aus diesen Blumen Honig zieh»; d. h- die Schönheiten des Lorreggio da anbringen, wo sie mit der Natur übereinstimmen, und der Gegenstand es erlaubt. Und da der Unsrige oft einzelne Theile schöner Sachen nachgezeichnet, so hat er auch auf dem Wege der Nachahmung zum öftern das Ziel der Schönheit erreicht ". In einem zweyten Aufsätze, der zum Titel führt: Betrachtungen über die drey großen Maler, Raphael, Lorreggio, Titian und über die Alten (^?) liest man dann wieder über die Zeichnung des Unsrigen: »Sein erster Geschmack darin war trocken, sklavisch und rechtlinigt. Dann lehrte ihn das Studium der Natur selbst, in ihr mehr Abwechselung zu entdecken. Auch muß er, sey es nun in Rom, oder zu Parma und Modcna, wenn auch nicht in großer Menge und höchster Dortrefflichkeit, frühe, Werke des Alterthums gesehen haben. Denn ein großer Geist darf auch nur das geringste Muster von einer neuen Schönheit entdecken, so reicht solches hm, um in ihm den Begriff von ihrer ganzen Vollkommenheit zu erzeugen. Daß dieses Allegri« Fall war, schließ' ich daraus, weil man unter seinen Werken keine bemerkt, welche zwischen seiner trockenen Manier, und seinem nachfolgenden grandiosen Geschmacke ein Mittel ausmachte. Es (r6>) Und Kost III. -l 4 vollends unverständlich: „Man glaubt, daß der Stecher den Parnaß des Raphael übergetragen (?) hat". (»62) So Heinecke. Das erste wohl ungezweifelt das oben (ebenfalls nach Heinecke) angeführte dlro. I. (26z) Heinecke sagt: Fälschlich dem Unsrigen, statt dem Parmesan zugeeignet. Ob dies Blatt nicht mit IXro. 5. Ein und Dasselbe seyn dürfte? (264) Sagt Heinecke ganz unverständlich, und bemerkt dabey, baß es nicht von Lorreggio, sondern von F. Furini sey, und sich, als von diesem Meister in der Galerie von Wien, die gleiche Vorstellung aber, als von dem Unsrigen, auch in England befinde. Von Mechel nennt es nicht, wohl aber der winklersche Catalog ausdrücklich als in Wien befindlich, und nach demselben zwey Blätter, das eine rubrjzirt: l.» ^?//s ck- äaus sa clouleur, von Premier geschabt, das andre (N. B- als dasselbe) äsns s» äouleur, von I. E. Mansfeld. Hat das Alles — Menschenverstand? (265) DieS Bild dürfte aus der ehemaligen Galerie Arundel seyn. (-66) 8 °- Jürich 1774 S. 80—8>. Versteht sich nicht wörtlich, aber immer sicher der Sinn, und bisweilen nach der italienischen Uebersetzung dieses Aufsatzes in der Sammlung von Mtngs Werken (I. 50—51) verbessert und besonders verdeutlicht. Die Urschrift dieses Werkes ist nämlich deutsch. (267) Bey prange H. 202—roz. 96 4 A l l e g r i. muß also eine Ursache von diesem geschwinden Sprunge vorhanden seyn; und eben ein einziges Stück des schönen Alterthums konnte auf sein Gemüth den Eindruck machen, wie es auf Raphaels seines die Bilder von Michael Angelo gethan. Aber freylich eine solche Wirkung konnte ohne eine bedeutende innere Anlage nicht statt finden; denn äußere Gegenstände vermögen nicht weiters, als Grundlagen, welche bisher müssig und ungeübt in uns vorhanden waren, in entwickelnde Gährung zu bringen. Da er hiernachst bald merken mußte, daß zu einem schönen Licht- und Schattenspiel die geraden Linien nicht hinreichten, mußte er auf die wellenförmigen, convexen und concaven verfallen, so daß, wenn ja noch eine gerade bey ihm angetroffen wird, solche kaum sichtbar ist. Erstre hingegen erzeugten dann eben jene Grazie, welche des Unsrigen souveraines Eigenthum ist. Die convexe Linie giebt nämlich Größe, und die concave Leichtigkeit. Wahr ist's: Die Alten mischten in ihren Umrissen mehrerley Linien und Winkel als Er, und setzten die ihrigen aus geraden, convexen und concaven zusammen, da er sich hingegen nur der beyden letzter» bediente, wodurch, was freylich nicht zu laugnen ist, bisweilen etwas Manierirtes entstuhnd". — In einem dritten Aufsätze endlich: Betrachtungen über den Werth des Correggio, im Anhange zu der Mengsischen Biographie desselben, lesen wir(^8): »Einige haben den Correggio großer Unrichtigkeit in der Zeichnung beschuldigt; ein Tadel, den wir, im strengen Sinne des Worts für ungegründet halten (^o). Wahr ist's, baß er nicht Gegenstände von so einfachen Formen, wie die Alten, wählte, noch so angespannte Muskeln, wie Michel Angelo, auch überhaupt mit dem Nackenden nicht so viel Staar machte, wie die Florentinische Schule; allein deswegen kennen wir keines seiner Origmalwerke, welches wir einiger Unrichtigkeit der Zeichnung beschuldigen könnten; und gereicht es ihm ja zum ewigen Ruhm, daß die Carracci, Anmbal und Ludwig besonders, ihren Zeichnungs-Styl nach dem (einigen bildeten, wie man an allen ihren Arbeiten sehen kann, die sie fertigten, ehe sie nach Rom kamen. Indem er Alles vermied, was Winklicht wgr, und somit nicht in die Kleinigkeiten und Trockenheiten verfiel, deren die Maler der frühern Schulen gewöhnlich sich schuldig machten, ließ er also die geraden Linien weg, wählte fast in allen Fällen rechts und links die krummen, wie der Buchstabe >5- sie bildet, und glaubte dadurch die meiste Grazie zu erreichen, so wie solches auch die Alten gethan (2?°), und zwar nicht etwa aus eigensinnigem Geschmacke, sondern um die Wahrheit auf das Genaueste nachzuahmen, da der Bau des menschlichen Körpers es so mit sich bringt, daß die Schrägheit der Muskeln und ihre verschiedene Lage auf den Gebeinen diese abwechselnden Krümmungen bilden. Da übrigens fleisch igte und muskulöse Körper immer mehr convexe Formen haben, und diese größer sind als Allegri. die concaven, da hingegen schwache und magere Körper nicht so viel Eonvexitat und desto mehr Concavität zeigen, so wählte Correggio am liebsten den Mittelweg, doch ohne sich zu sehr von der Wahrheit zu entfernen". Ueber einen zweyten, wesentlichen Kunsttheil, nämlich das Helldunkel in den Werken des Correggio betreffend, sagt uns LNengs in dem ersten der gedachten Aufsätze (^-: «Auch Lor- reggio fing, gleich seinen Vorgängern damit an, seine Arbeit einzig nach dem Leben zu modeln; aber nach seinem weichen Gefühle konnte er d,e Härke seiner Meister nicht ertragen; daher ließ er vörderst alle innern (?) Kleinigkeiten aus, und machte Alles biegsamer und zärter l?^); aber durch die engen Formen der einfachen Natur sah er sich doch stets gezwungen, die Lichter den Schatten so nahe zu setzen, daß dieser gähe Unterschied seinen Augen eine neue Unleidlichkeit verursachte. Alsdann suchte sein zärtliches Gefühl noch tiefer in der Natur nach, und erkannte: Daß Alles, was groß ist, den Augen um der Ruhe und sanften Regung willen, die sie dadurch spüren, angenehm ist. Somit fing er an, seine Hauptformen zu vergrößern, sah dann aber, daß, wenn er die Natur befolgen wollte, das allzu belle Licht ihn zwinge, allzu viele Dinge anzudeuten; also befließ er sich, mindern Lichtes, als seine Meister gebraucht, sich zu bedienen. Zu dem End stellte er seine Körper so hin, daß fast nur die eine Hälfte im Licht, und die andere dunkel blieb. Da aber die Finsterniß dem Menschen insgemein zuwider ist, so fühlte er, daß die Wiederscheme zur Annehmlichkeit sehr tauglich wären; durch diele also unterbrach er alle seine Schatten, und bekam durch wenig Licht, aber desto mehrere Reflexen, viel Großes und wenig Kleines, genug Abstechendes, aber wenig Grelles, also den angenehmsten Schein. Da er erkannte, daß alle Farben durch mehr oder weniger Eindruck des Lichtes und Schattens mehr ober minder schön werden, so störte er die Lichtigkeit der Körper, auch in ihren Schatten, nie ohne höchste Nothwendigkeit, und bewirkte dadurch eben die Deutlichkeit, wie Raphael, aber mit viel mehr Milde; und seine Werke scheinen, je weiter sie aus dem Gesichte kommen, nur desto stärker. Eh' er aber vollends zur Vollkommenheit seines Geschmackes gelangte, blieb er noch einige Zeit auf den Rändern seiner Lichter etwas abgeschnitten, wie es auch selbst die Natur thut, wenn ein starkes Licht sehr von der Seite genommen wird. Endlich aber brachte er es so weit, daß er Allem die höchste Anmuth und Schönheit zu ertheilen wußte. Dabey aber gieng er in seinen meisten Arbeiten nicht wie Raphael zu Werke (^r), sondern setzte Licht und Dunkel an den Ort, wo es ihm am beßten zu wirken schien; kam dann das Licht von selbst und natürlich auf den Ort, wo er es hinwünschte, so machte er es, wie er es fand; wo nicht, so setzte er an diese Stelle einen lichten oder dunkeln Gegenstand, Fleisch, Gewand oder An- (-6s) Bey prange Hl. ,65—167. (-69) Noch in einem vierten Aufsätze: Ueber die verschiedenen Schulen der Malerei (prange I- 239), sagt uns Meng« denn doch ganz kurz: „Correggio'« Zeichnung sey sehr angenehm, aber unkorrekt'. (270) An dieser Stelle widerspricht sich Meng« in Dergleichung mit seiner diesfälligen Aeußerung in dem vorhergehenden Aufsätze. (27,) l. e. 64 69. (272) prange giebt's: „und suchte seine Farben mehr zu verschmelzen und zu vertreiben '. < 27 Z) Was prange so erläutert: „Er streute nicht, wie Raphael, das Licht über sein ganzes Ge- mäld auo" 97 A l l e g r i. Allegrt. ders — kurz so, daß er den Schein bewirkte, den er wünschte. In diesem Kunsttheile brachte er auch noch eine Art Harmonie dadurch zuwege, daß er seine Lichter so eintheilte, daß daö höchste Licht und der stärkste Schatten nur an Einem Ort in seinem Bild erschienen. Eben so belehrte ihn sein zartes Gefühl, daß der allzustarkc Gegensatz von Licht und Schatten immer eine Härte verursacht; daher setzte er nicht, wie so viele andre Künstler, die mit ihrem Helldunkel Staat machen wollen, das Schwarze unmittelbar dem Weißen zur Seite, sondern Dunkelgrau neben Schwarz, und Lichtgrau neben Weiß. So blieben seine Bilder allemal milde, und führten das Aug, gleichsam als von einer Anspannung wieder zur Ruhe. Durch solche Abstufung wird das Aug immer in einer sanft abwechselnden Regung erhalten, und verliert nie die Lust, so ein Werk zu betrachten, worin es immer neue Schönheiten entdeckt. So ist Correggio allerdings als der größte Meister in diesem Kunsttheile zu betrachten, welcher, nebendem, daß er Einfluß auf alle andern hat, auch an und für sich wesentlicher ist als man glaubt; denn Kluge und Dumme fühlen ihn, die Zeichnung hingegen verstehen nur die Kenner". In dem zweyten Aufsätze (^4) sagtMengs von dem Helldunkel des Unsrigen: „In diesem Haupttheile der Kunst erreichte Correggio die höchste Stufe, und ich muß mich über die Blindheit derjenigen wundern, welche an ihm nichts als das Kolorit loben, was doch nicht seinen Vorzug ausmacht, und worin er z. B. einem Giorgione, Titian und Van Dyck weichen muß. Allein die Grazie, welche von der Nun- dirung, und von seiner geschmackvollen steten Abwechselung entspringt, nöthigen uns das Geständniß ab, daß, wenn er auch keine voll- kommnen Menschen darstellte, so bildete er doch gewiß die reizendsten Figuren von der Welt. Nach meinen Einsichten hat Correggio hierin alle andern Maler übertreffen; Raphael brachte es niemals so weit, daß er seinen Figuren eben die Wirkung, wie die Natur geben konnte, und fehlte folglich in diesem Theil sehr gegen die Wahrheit, die in der Malerey ja nicht von der Sache selbst verschieden seyn darf. Vermöge der Wahrheit hinwieder zeigt uns die Natur niemals ungleiche Gegenstände mit dem gleichen Nachdruck; und eben hierin hat Correggio mehr Einsicht als in irgend einem andern Kunsttheil, und brachte es darin zur Vollkommenheit. — Die verschiedenen Formen, Stellungen und Lage» der Körper bringen auch verschieoentliche Lichteffekte hervor; ein runder Gegenstand gebiehrt Einen hellen Punkt, die Fläche hingegen ein ausgebreitetes Licht- Hiedurch lernte Correggio einsehen, daß man den verschiedenen Dingen weder die gleiche Stärke noch die gleiche Gestalt des Lichts geben dürfe; daß die innere (?) Beleuchtung eines Gemäldes (^75) verschieden seyn müsse, je nachdem die Theile von der dazwischen liegenden Luft erhellet werden, und daß die Mischung von Licht und Dunkel eine graulichte Tinte hervorbringt. Endlich wußte er auch sehr gut, daß eine stete Abwechselung nöthig sey; daher wiederholte er niemals dieselbe Starke, weder im Licht noch in Schatten. — Noch bemerkt man in seinen Werken eine andere Eigenschaft, welche die Schönheit derselben merklich vermehrt; und diese besteht darin, daß er jedem Schatten den Ton gab, der mit der Farbe des Gegenstands übereinstimmend war. So unterscheidet man z. B. in seinen Bildern sehr gut die Schatten eines rosenfarbnen von denen eines hochrothen Gewands, die Schatten einer weißen Carnation von denen einer bräunlichten. Um der erstem Kraft zu geben, ließ er sie freylich nicht ohne Schatten; allein diesen letztem selbst gab er dann Wiederscheine. Wenn er sich des Weißen bis zum höchsten Ton bedienen mußte, so setzte er demselben eine andere dunklere Farbe entgegen, ohne darum gezwungene Conrraste anzubringen; denn niemals beleuchtete er einen dunkeln Körper in der Absicht, daß solcher einen hellen Grund für den Schatten eines hellen Körpers abgeben sollte, und ließ überhaupt jede Farbe in ihrem Grad und in ihrem Werthe". — In dem dritten Aufsatzes^) heißt es: „Es ist schwer zu bestimmen, ob die Kenntniß des Helldunkels, und die Nachahmung der Wahrheit in diesem Kunsttheile den Correggio zur Kenntniß der Formen und Umrisse, und ihres Innern (?), oder, umgekehrt, das Studium der letztem ihn zur Vollkommenheit in den erstem geleitet habe. Gewiß ist es, daß nach Raphael keiner die Perspektiv, welche so viel zu richtiger Zeichnung des Nackenden beyträgt, besser verstanden, auch keiner, außer Michael Angelo, mehr Kenntniß von den Formen und von dem Bau des menschlichen Körpers harre, als er. Auch ist das Helldunkel von der Zeichnung so unzertrennlich, baß jenes ohne diese nicht vollkommen seyn kann; denn eine Zeichnung ohne Licht und Schalten kann nichts weiter als eine Art von Durchschnitt vorstellen, der von der Oberfläche, worauf gemalt wird, parallel läuft, und niemals die wahre Gestalt eines Dings ausdrücken kann. Allein der Unsrige wußte jene beyden Erfordernisse so gut zu vereinigen, daß sie in seinen Werken eben so genau wie in der Natur mit einander verbunden zu seyn scheinen. Fast unmöglich ist es, daß er dieses ohne vieles Studium des Reliefs und der Bildhauerkunst so vortrefflich habe erlernen können; denn ohne diese reicht die bloße Wahrheit (die bloße Ansicht der Natur) nicht hin. Daher modellirte Michael Angelo diejenigen Figuren, die er malen wollte, zuerst in Leimen oder Wachs, wie er solches selbst in einem Brief an Varchi bezeuget; und kein Maler vor ihm unterstand sich, Verkürzungen anzubringen, und die Einund Ausbeugungen der Muskeln u. a. Formen von der Mitte bis zum Umkreis anzudeuten- Wenn nun Buonarorti seinen eigenthümlichen Styl durch das Modelliren erlernte, so darf es uns nicht befremden, wenn der grandiose des Correggio und seine Kenntniß d.r schönen Umrisse eben diesen Ursprung hat, so wie wir auch geschichtlich wissen, daß er sich mit der Plastik wirklich beschäftigt habe. — Außer demjenigen Theil des Helldunkels, der zum Ausdrucke einzelner Formen gehört, übertraf dann auch Correggio alle andern Maler in der allgemeinen Ausübung dieses Kuustcheüs, nämlich in der überhauptlichen Auordmmg der Lichter und Schatten; denn eben die Abstufung, die er theilweise oder bey Einer Figur gebrauchte, brachte er auch bey einem ganze» Gemälde an, indem er die Lichter dergestalt austheilte, daß daö erste nur Ein Licht, das zweyte ebenfalls nur Eines ausmachte; und so auch die übrigen. Eben so verhält eS sich auch mit den Schuten; alle sind abwechselnd in Kraft und Größe, und (-74) Fey prange I. c. -05—207. (- 72 ) Vielleicht besser: „Die Gesammibeleuchiung ". (-76) Bey prange I. °. 1(17—170. Hier spanne der Leser all« seine Anfniersamkeit an! viele auch bloß durch die Eigenschaft der darben, aus welchen sie bestehen. Die Gegensatze be- handelte er sehr angenehm, und stellte niemals dem stärksten Dunkel die stärksten Lichter entgegen, ohne etwas dazwischen zu setzen, um alle Rohigkeit zu hindern, oder auf der Seite kigte des Giorgione, noch die Zartheit des van Dyck- Seine Darstellung von Frauen und Kindern ist wunderschön. Ueberhaupt war er sehr harmonisch, nur in der Farbe der Mannspersonen etwas zu geleckt". Und im dritten Aufsätze G«'): »Sein Colorit ist sehr schön, und erscheint gleichsam noch schöner als es ist durch die vollkommene Abstufung seiner Tinten, und durch die geschmackvolle, liebliche und impastirte Art zu malen, die seinen einfachen Farben eine gewisse Klarheit mittheilt, die bey ihm allein anzutreffen ist. Bey seinen Werken ist daher schwer zu entscheiden, ob man ihre Vorzüge mehr der Kenntniß der Formen, oder dem Helldunkel, oder seiner Manier im Auftrage der Farben zuschreiben soll; denn, wenn man Alles genau in Erwägung zieht, so findet man, daß er in allen diesen Theilen ein gleich großer Meister war, und über Alles die tiefsten Betrachtungen angestellt hatte (^)". Ueber Correggio's Colnposlirion, oder (wie es wohl bestimmter heißen sollte) über dessen <»77) Ocbllono consonäor-i. <278) I- c- 9»—94- (279) Diese Stelle ist uns immer bloß halb verständlich geblieben. (280) Bey prange I- 0. 207—203. (28-) Bey Prange I- ,70. (-8-) Dieser ganze Art. von Lorreggio's Colorit scheint unS ziemlich mißlungen, und hie und da entweder unverständlich, oder gar unter sich selbst widersprechend zu seyn. Dahin gehört noch vollends, wenn es in dem vierten Aufsätze, bey prange l. 240 heißt: „Er verfiel niemals in den Fehler vieler andrer Maler, die anstatt der dunkeln Farben vielmehr helle in ihren stärksten Schallen anbrachten, wie seine falschen Nachahmer, die Carracci, Lanfranko und Schidone es gethan haben". Vortrefflich hingegen lieft man an einer andern Stelle: „ES ist wahr, daß Titian ein so großer Meister im Colorite war, daß er seiner Tinten wegen den ersten Rang in diesem Kunsttheile verdient; allein jene vollkommene Abstufung, welche die feinsten und fast unmerklich-n Formen ausdrückt, verstand er nicht, die doch zur Nachahmung so viel, und oft mehr als das Colorit selbst, beyträgt. Daher sieht man, daß viele in Freßco's des Unsrigen, die in einem blaffen und tiefen Tintenlon gemalt sind, dennoch bezaubern, und dem Zuschauer, statt des Erdich- lcien, das vor ihren Augen liegt, den Begriff der Wahrheit .cinflbßen, was doch immer das »ornehmste Ziel ist, worauf der Künstler bedacht seyn muß". Prangt III. «7». 99 Allcgri. - Ausdruck lesen wir in dem ersten der genannten Aufsätze (^): „Correggio, dessen Sinn die Grazien erschaffen, konnte nichts allzu Ausgedrücktes ertragen. Das Starke, Traurige und Bedeutende war bey ihm wie das Weinen der Kinder, das gleich wieder zum Lachen wird, und sein Grausames wie der Zorn einer verliebten Schönen. Sein Geist wallte immer in sanften Gefühlen, und schlief nie, wo es sinnliches Vergnügen galt. In Allem, was er vorstellen sollte, ward er nur von dem Angenehmen gerührt; das Starke war ihm gleichsam ein Schrecken. Er war der erste, welcher seine Bilder um eines andern Zweckes als der Wahrheit willen erdachte, und kurz die Schönheit zu seinem Hauptabsehen nahm. Ihm waren die Ufer der schmalen Umrisse seiner Vorfahren viel zu enge, seinen Geist darin einzuschließen. Da er die Vergrößerung der Theile in seiner Kenntniß des Helldunkels fand, so durchbrach er, wie ein angeschwellter Fluß, diese Ufer, und zog seine Zuschauer mit sich in das wette Meer der Gefälligkeit; ja er hat sogar viele durch den Syrenengesang seiner Grazien an das Land deö Irrthums geführt; und wer seine Gestatten ohne sein Gefühl nachahmt, der wird weder Schönes für sich, noch Angenehmes für Andre finden. Er fieng mit der Nachahmung der Natur und seiner Meister an, blieb aber nicht lange dabey stehn ; für ihn war es ein allzu natürlicher Trieb, alle engen Schranken zu vermeiden; seine erste Idee schien immer der Wunsch zu seyn, den Augen etwas Angenehmes vorzulegen; seine Erfindungen wurden nur durch das Gefühl, nicht durch die Ueberlegung erzeugt, und seine Figuren suchte er auf solche Weise zu stellen, daß vielmehr große Massen des Helldunkels, als Bedeutung daraus entstühnde — es wäre denn eine sehr liebliche, welche er meist durch das Gefühl errieth. Hieraus schließe man, wie sehr Correggio den Geschmack des Angenehmen besaß, da er so sehr alles Unangenehme floh, und wie daher in diesem Kunsttherl ihm zu folgen, in jenem der Bedeutung hingegen sich von ihm zu entfernen sey. Somit warne ich einen Jeden vor einer Nachahmung desselben, wenn er nicht eben so fühlet, wie Er. Kann ein Künstler, bey seiner Erfindung, erst sich selbst in die Natur eines Andern, den er nachahmen will, gleichsam verwandeln, nun so thu' er's, und die Nachahmung wird ihm gelingen; sonst ist es besser, er mache, was er durch sich selbst fühlt". In dem zweyten Aufsätze (284) heißt es: „Correggio halte keine sehr interessanten Modelle für seine Compositionen; daher ist keine seiner Erfindungen wahrhaft schön. Im Anfange giengen dieselben mehr auf allgemeine Wirkung als auf individuellen Ausdruck; doch hatte erben graziösen Darstellungen noch immer ein wenig mehr Ausdruck, als bey ernsthaften. Die Aeußerungen (aflerioni) der Liebe wußte er sehr gut zu bezeichnen, obgleich mit geringer Abwechslung in den Formen, so daß zwischen den Köpfen seiner Marienbilder, seiner Liebesgöttinnen und seiner Nymphen wenig Unterschied zu bemerken ist. Seine Gruppen Allegri. wußte er ziemlich gut zu ordnen; doch scheinen seine Bilder mehr geeignet zu seyn, um schöne Massen des Helldunkels, als den eigenlUchen Ausdruck eines Gegenstands darzustellen.^ In den Verkürzungen war er bewundernswürdig; und ich glaube, daß er sich für jede Figur in seinen historischen Werken zuvor ein kleines Modell in Wachs gefertigt hatte- Aus diesen dann setzte er wahrscheinlich seine Verkürzungen zusammen, und hierauf gründen sich vielleicht alle Regeln seiner Composition; denn außerdem ist bey ihm Alles ein bloßer Traum, und von dem Idealschönen weit entfernte Einbildung. Vor dem Geraden und Aufrechtstehnden harte er einen solchen Abscheu, daß er fast keinen Kopf malte, der nicht ein wenig von unten oder von oben gesehen wird". Die Drapperie betreffend, lesen wir im ersten Aufsätze (^85).. „Aste Raphael, selbst in den Gewändern, Alles zur Bedeutung gerichtet, so richtete Correggio auch hierin Alles zur Anmuth Sehr bald gieng er von dem Gebrauch seiner Vorgänger ab; und, da er meist nach kleinen Modellen malte, die er mit Lappen, auch wohl gar bloß mit Papier bekleidete, so suchte er mehr die Massen, und in diesen die Annehmlichkeit, als die Wahrheit jeder Falte. Daher waren seine Gewänder zwar groß und leicht, aber schlecht gefaltet. Wenn er bisweilen nach der Natur malte, so war seine Wahl der Falten nicht glücklich, und versteckte oder durch- lchnitt' er meist mir denselben das Nackte. Co- lorirt hat er seine Gewänder sehr schön, mehr- theils saftig, auch oft dunkel, um seinem Fleisch mehr Helle und Schein zu geben". — Der zweyte Aufsatz gedenkt dieses Kunsttheiles nicht, wohl aber der dritte (-8«) wie folgt: „Correggio war der erste, der die Drapperie auf die Idee seiner Eompvsition Einfluß gewinnen ließ (^«7), und zwar dieses sowohl durch die Wirkung des Helldunkels, des Colorits und der Harmonie, als durch die Leitung und den Eontrast, den er seinen Gewändern zu geben wußte. Er bekümmerte sich weniger um jede besondere Falte als um die Massen, eröffnete demnach auch diesfalls zumal für große Werke, eine neue Bahn, und wurde nochmals von Lanfranco und einigen Andern mehr und minder gut nachgeahmt". Ueber die Harnronie des Correggio lesen wir bloß in dem ersten Aufsätze (^«8), aber das Gewichtige, wie folgt: „Indem er die Anmuth suchte, fand er bald die Harmonie, als die Mutter der erster», und welche eben auch von einem sanften Gefühl erzeuget wird. Da er nichts Allzuabstechcndes leiden konnte, so ward er groß in diesem Kunsitheile; denn Kenntniß der Harmonie ist ja eben nichts anders, als die Kunst, zwischen zwey ganz verschiedenen Sachen das Mittel zu finden, es sey nun in Zeichnung, Helldunkel oder Colorit- Er floh', wie ich schon einmal gesagt, alle Ecken, und machte seine Umrisse schlängelnd, was eben auch vom Gefühl der Harmonie herkam. Jeder Winkel entsteht, wenn zwey gerade Linien zusammenlaufen und in einem Punkte sich schneiden. (28z) I. c. lOL—104. (-84) Bey prange t. c, 20,. . (285) l. c. l,o—III. (-86) Bev prange l. e. ,70. (287) Bey prange heißt eS verständlich», ob aber auch richtiger: „der die Gewänder idealisch componirte"? (288) t- a. ,,r—:,z. i', - l n':„ -- 100 A l l e g r t. Diese Form konnte also Eorreggio Nicht leiden; er setzte daher zwischen die geraden Linien eine gebogene, und machte dadurch seinen Uniriß harmonisch. Eben so setzte er im Helldunkel und im Colorite immer ein Mittel zwischen die Theile. Ueberdies beobachtete er, unvergleichlich besser, als alle seine Kunstgcnossen, daß die Augen nach einiger Anspannung Ruhe verlangen. Hatte er auf eine Stelle eine schöne und mächtige Farbe gesetzt, so brachte er ein großes Stück Mitteln»« dazwischen; und wenn er wieder zu einer starken Stelle schreiten wollte, so kam er nicht gleich auf dieselbe Stärke, wovon er ausgegangen war, zurück, sondern führte das Aug' des Zuschauers durch eine allmälige Abstufung zu jenem Grade der Anstrengung wieder zurück, so daß es gleichsam von Neuem geweckt wurde, wie man einen Schlafenden durch den Klang eines angenehmen Instrumentes so erweckt, daß das Erwachen keine^ Störung in seiner Ruhe, sondern eine Entzückung wird. Wenn ich sage, daß Correggio von dem Starken zu dem Sanften übergegangen, und von diesem auf das Mittlere, so will ich zugleich lehren, daß man wohl gählings von der Mühe zur Ruhe, nicht aber von dieser zu jener eben so schnell, ohne Verdruß geführt werde. Warum ich also von der Stärke ausgehe, und nicht etwa von dem Mittel (zu den beyden Aeußersten), so geschieht es daher, „weil der Maler immer zuerst auf die hervorspringenden Theile seiner Figuren, und nachher erst auf die zurückweichenden merken muß, so wie er sich gleich anfangs mit den Hauptfiguren beschäftigen, und diese auf den Vordergrund seiner Bilder stellen, und nachher erst stufenweise zu den entfernten übergehen soll(^)". Da nun, wie gesagt, das Starke, Schöne, Mächtige, allezeit auf den Vorgrund ober am Hauptort der Geschichte stehen muß, so rechne ich von, Starken aus; und wie Alles um der Hauptsache wegen gemacht erscheinen soll, so hat der Künstler auch auf diese Hauptsache das stärkste Licht zu legen, und diese letztre erst nachher durch die Nebensachen zu zieren (?). Demnach soll er in die Hauptsache die Bedeutung, und in die Nebensachen die Ruhe legen. Dieses beobachtete er vortrefflich in Farbe und Helldunkel; in der Zeichnung aber mißbrauchte er die Annehmlichkeit und Harmonie (^°). Darum aber haben wir ihm nicht minder alles Gefällige zu verdanken, was die Kunst nur immer leisten kann. Vor ihm war keine Harmonie in derselben. Hier bat er also die Ehre nicht nur der Erfinder zu seyn, sondern auch der, welcher es in der Ausführung am Höchsten gebracht, oder vielmehr in dieser Reihe so allein steht, daß man ihn mit Niemand vergleichen kann". Von dem Ideal des Eorreggio handelt der zweyte Aufsatz von j-^engs, wie folgt: „In demjenigen Theile der Zeichnung, welcher die Zierlichkeit des Umrisses betrifft, war der Unsrige ideal. In Ansehung des Helldunkels könnte man ihm dieses streitig machen; denn A l l e g r i. wer etwas ganz nach der Natur bildet, scheint uns nicht ideal heißen zu können, und, wie Raphael sagt, muß man nämlich bey der Darstellung einer schönen Sache ein noch schöneres Modell im Kopfe haben; und dies ist eben das, was man idealische Schönheit nennt. Indessen erreichte Lorreggio eine solche, bey genauerm Lichte betrachtet, auch im Helldunkel, vermittelst seines großen Verstandes, welcher ihm Grundsätze und sichere Regeln darüber an die Hand gab; und zeugt es wohl von keinem ge, ringen Verdienste, in gedachtem schweren Kunsttheile etwas hervorzubringen, was noch angenehmer wirkt, als die Natur selbst. Diese letztere zeigt uns alle individuellen Gegenstände mit unendlichen Abstufungen des Helldunkels und der Farben, die sich doch in der Malerey nicht genau nachahmen lassen". „Denn, wenn z. B. die Natur uns im Schatten eine kleine Falte oder Fleck zeigt, so sehen wir sie da viel deutlicher im Lichte, weil hier der Scharte ein wahrer Schatte ist, in der Malerey hingegen bloß eine dunkele Farbe; und ein Gemäld, um gesehen zu werden, muß doch beleuchtet seyn. Eben so hat auch das natürliche Licht einen Glanz an sich; in der Malerey hingegen ist es nur eine heitere Farbe. Ein Gemäld, um es gut zu sehen, muß man so stellen, daß es nicht blende, und nicht dieselbe Wirkung thue, wie das Licht; sonst würde man nichts darin wahrnehmen. Daher ist nöthig, daß der Maler sich nach gewissen Regeln und Schlüssen richte, welche eigentlich pur ideal sind, und nämlich das, was im Schatten liegt, dunkler mache, als das was im Licht ist. Deswegen aber darf er sich noch nicht anmaßen, dies Alles der Wahrheit völlig gleich zu machen; das ist unmöglich; sondern, da die Kunst nicht so viel Mannigfaltigkeit in den Absiufungen hat, als die Natur, so muß der Künstler bloß dahin arbeiten, daß er der erstem so nahe komme, als möglich; d. h. er nimmt ein Licht von beliebigem Grade an, setzt die zweyte Tinte einen Grad dunkler als in der Natur, und bringt so sein Bild der Wahrheit näher; denn, wenn er die Halbtinte so auftragen wollte, wie sie wirklich ist, so würde es ihm am Ende gewiß an der nöthigen Farbe fehlen, um das eigentliche Licht zu erreichen. Da es also ausgemacht ist, daß Eorreggio alle diese Regeln genau beobachtete, so glaube ich, daß er im Helldunkel den Namen eines idealischcn Malers allerdings verdiene. Im Eolorit war er bloß ein Nachahmer der Natur, ausgenommen in der Färbung der Drappeci'e, welche er je nach den nöthigen Massen zu wählen wußte. Auch die Gradation der Farben kannte er sehr gut, um die nöthigen Erhoben- heiten und Vertiefungen in der Composition hervorzubringen. Bey gewissen Verschlingungen (intrccci) der Figuren zeigte er genug Ideal; allein dttses entstuhnd mehr aus dem Effekte, als daß es wirklichen Grund (konclamento) gehabt hättest)". ' Kurz, Eorreg^io unter, warf alle Theile der Malerey einer guten Aus- (»89) So bey prange noch um — etwas verständlicher alS in der deutschen Mengstschen Urkunde, wo es heißt: „Weil die Betrachtung eines MalerS allezeit entweder von dem Vordcrtheile des Bildes immer hinter gerechnet werden soll, oder von dem Hauptvorbilde immer nach -er Erweiterung ". (»90) Durch Anwendung seiner Schlangenlinie ohne Ausnahme. (29») Bey prangt l. e. 209—21». (-9,) Diese schwer verständliche Stelle lautet in der Urschrift, wie folgt: percke «e la dlarur», per e-eiapio, ei ks veäere gualalle piccolr inscalll» o pieg» vell' omllrs, veäiaino gueirr rrieäeiim» co»s LISSI piü äislinl» sUs luve, per la rsgioue, alle ivi l'ornllrs e verr ornllra, c nella ptllur» soa i atrro alle ua color« orcuro; e ua gusäro, per euer viiro, lliro^aa alle rt» »Iliuuiuslo. t.» 101 Allegri. wähl des Effektes und Helldunkels, und alles Schöne, was noch überdies bey ihm zu finden war, floß aus diesem Grundsätze her. Der geistreiche Lanzi dann (lV. 82— ) giebt von obigen Mengsischcn Urtheilen, eine mit vielen eignen scharfsinnigen Bemerkungen begleitete Analyse, wie folgt: »Der Ritter Mengs" (sagt er) „zergliedert den letzten und vollkommensten Sryl des Tor- reggio, so wie er es mit Tizians und Ra- phaels gethan, und weis't ihm bey diesem Triumvirate der Kunst die zweyte Stelle an, indem er bemerkt: Daß Raphael allerdings die Wirkungen der Seele besser, die körperlichen hingegen minder gut als der Unsrige dargestellt, der in diesem letztern Theil unglaubliche Starke besaß, da es ihm mit seinem Colorite, und noch mehr mit seinem Helldunkel gelang, seinen Bildern eine Jdealschönheit zu geben, welche das natürliche Schöne übertraf, beym ersten Anblick auch die gelehrtesten Kenner bezaubertc, und sie auch das Seltenste vergessen macht, was sie jemals gesehen hatten. Dieser Preis galt vornämlich seinem St. Hieronymus zu Parma. Algarottt schätzte dies Bild, wie er selbst sagt, höher als andern Gemälde in der Welt, und sprach oft in seinem Herzen zu Torreggio: „Du allein gefällst mir''. Auch Annibal Tarracci, als er solches und andre Arbeit des Unsrigen gesehen, bezeugte seinem Bruder Ludwig mit einem Schwüre, daß er es nicht an Raphaels Cäcilia zu Bologna vertauschen würde (^H. In der That erhielt die Malerey (nachdem sie durch Michael Angela zum Gipfel der Gran- diosität, durch Raphael zu demjenigen des Ausdrucks, durch Tizian zum Besitze des wah« resten Farbentons gelanget war), einen Inbegriff von Vortrcfflichkeit, als Allegri dem Großen und Wahren eine Zierlichkeit und einen Geschmack beyzugesellen wußte, der ganz geeignet war, das Aug' und die Seele des Zuschauers auf's Vollkommenste zu befriedigen". „In der Zeichnung erreichte er freylich die tiefe Kenntniß nicht, wie Buonaroti; aber dennoch war auch die seinige so groß und gewählt, daß die Carracci selber sich solche zum Muster nahmen. Wohl weiß ich, daß Algarorri ihn für nicht immer genau in den Umrissen hält, so wie hinwieder Meng» ihn über diese Anklage mit Wärme entschuldigt. Wahr ist's, daß sich bey ihm jene Mannigfaltigkeit der Linien nicht findet, wie bey Raphael und den Antiken, und Allegri. daß er vielmehr die Winkel und geraden Linien auswiech, und sich dafür beständig der Wellenlinien, convexer und concaver befliß; aber eben glaubt man, daß größtentheils hierin seine Grazie bestehe, doch so, daß Mengs, etwas schwankend, ihn biesfalls bald empfiehlt, bald entschuldigt. Dafür rühmt er über alle Maaßen seine Zeichnung der Gewänder, auf deren Massen er freylich mehr Sorge verwandte, als auf die einzelnen Falten, und dergestalt der erste war, der in seinen Begriff von guter Composition auch oen Eontrast sowohl als die Schwünge (cllrerione) der Drapperie mit aufnahm, und somit eine neue Bahn eröffnete, dieselbe in großen Werken hervorstechen zu machen. — Auf's Höchste dann sind seine jugendlichen und Kin- derköpfe zu empfehlen; sie lächeln uns, wie Hannibai Tarracci sagte, mit einer Natürlichkeit und Einfalt an, baß man darein verliebt, und gezwungen wird, mitzulächeln; ihr offenes Wesen, ihre Reinheit ist wahre, nicht bloß nachgeäffte Natur. Dann gewinnen alle seine Figuren durch die unglaubliche Mannigfaltigkeit lemer Verkürzungen den Anschein von Neuheit. Eelren sind bey ihm die Köpfe, die man nicht entweder von oben- oder von untenher erblickt, selten eine Hand, oder ein anderes Glied, das sich nicht Mit einer Grazie ohne Beyspiel biegt. Indem er seine Figuren von unten nach oben erscheinen machte, was hingegen Raphaek (^L) auswiech, überwand er einige Schwierigkeiten, welche nach Manregna immer noch in der Kunst übrig geblieben waren, so daß dieser Theil der Perspektive durch ihn allein ihr reifes Alter erreichte". »Zu dieser gewählten Grazie in der Zeichnung gesellte der Unsrige dann ein Tolorir, von welchem Julius Pips versichert, daß es allerdings das beßle sey, welches er jemals gesehen habe, und daher auch nicht darüber zürnte, baß Tor, reggio ihm vorgezogen wurde, als der Herzog von Modcna Kaiser Carl V. ein Kunstgeschenk machen Wolke (^6> tz-jn gleiches Lob ertheilt ihm Lomazzo, wenn er erklärt: Allegri sey unter den Coloristen nicht bloß selten, sondern einzig. Auch war kein Maler so sorgfältig in Zubereitung seiner Tücher, die er zuerst ein wenig mit Gips grundirte, und sodann darüber malte, ohne weder in Absicht auf die Kostbarkeit noch auf die Menge der Farben das Geringste zu sparen (^). In der Jmpastirung derselben näherte er sich dem Giorgione, im Tone dem luce n»rui»lc ch» in ee äello Sjilcnäore, c nell» pllturs nou e cke uu colore cklaio. llu guaclro 9er csser veäulo si k» ä» collocare iu inoäo cbe nou rigolen,I», ne kscci» lo sresro eitello äell» luce, skriinenle nou se ne veckechche null», ker gueil» ragione e necesssiio, clie Hell' errecurion» il piuore si serve cli cerce icgole e ill cerli rsriociui, cke sono inersinenre iäeali, kacenäo le core, cche sono nell' onichis, 91Ü oscuie cli quelle, clie sono nell» luce ; IN» nun percio II» egli äs pre- renäere karle ugusli »II» veiil», guesro e im>>osslchile; percke non »venäo I'srte lSlll» vLriels cli ^Illill coine I» NLMI», egli eio. (,gz) In einem Briefe an denselben. (»g 4 ) Nocb ein andermal schrieb er ebenfalls an Ludwig (sehr verständig): „Anstatt unsre Zeit bey Kunstdisputen zu verlieren, suchen wir lieber die schöne Manier unsers Lorreggio nachzuahmen; dies ist das beßte Mittel, unsre Nebenbuhler zu demüthigen". (,95) Wohl mit Fuge. (,96) Vielleicht auch, weil er gedachte, daß Kaiserliche Mas. sich an einem schdnen Colvrit, mehr alS an jeder andern Trefflichkeit eines Kunstwerks sich ergehen würde. ('97) Gin Maler, der bey Anlaß der Ausbesserung eines Bildes von Lorreggio seine Art zu Coloriren zu analysiren suchte, glaubte, er habe die GipSgrundirung mit gekochtem Oel fein überstrichen, und alsdann mit einem, zu -/z Oel und k-z Firniß gemischten starken Farbenimpast darauf gemalt; daß hienächst seine Farben, wie schon gesagt, auserlesen, und besonders von allen Salzen, welche sonst mit Verlauf der Zeit den Gemälden so viel Schaden thun, sorgfältigst gereinigt seyn mußten, wozu denn eben das gekochte O«>» welches jene Salztheile verschlückten, sehr dienlich war. Noch glaubte er überdies, Allegri habe seine Bilder am Feuer oder an der Sonne gewärmt, um dir I. 26 102 Alle § r i. Tizian; aber in der Abstufung derselben war er, nach Meng« Urtheile noch erfahrner als letzkrer. Er wußte seinem Colorit eine Leuchte zu geben, die man bey Andern selten findet; man glaubt die Gegenstände in einem Spiegel zu sehen; und wenn zu Abendzeit, bey abnehmendem Licht andre Bilder an Lebhaftigkeit verlieren, scheinen die seinigen gewissermaaßen daran zu gewinnen, und Phosphoren gleich die dunkele Luft zu durchdringen. Von jenem Firnisse, welchen pllnius an dem Apelles rühmt, haben wir in der neuern Malerkunst entweder gar keinen Begriff, oder EorregIio muß ihn uns geben. Einige haben an seiner Earnation hie und da mehr Zartheit gewünscht; und doch muß man eingestehu, daß er solche nach Alter und Gegenständen wunderschön abzuwechseln, und darein eine gewisse Mürbigkeit, Saft und Lebenskraft zu legen wußte, die dem Leben selbst ähnlich war". »Indessen bestand vollends seine Meisterschaft über alle uns bekannten Maler in seinem Verständniß des Lichts und der Scharren. So wie die Natur die Gegenstände nicht in gleich starkem Lichte zeigt, sonder» solches je nach der Oberfläche, der Entgegensetzung und der Entfernung derselben abwechselt, so beobachtete auch er eine solche Abstufung darin, daß es un- merklich zu- und abnimmt, was in der Lust- perspektiv, worin es sich abspiegelt, so nöthig, und so schön durch die Harmonie ist, die es erzeuget. Nach Maaßgabe bewirkte er das Nämliche in den Schatten, und wußte in jedem den Widerschein der benachbarten Farbe so darzustellen, daß, bey so vielem Gebrauche derselben keine Monotonie, sondern stäke Abwechslung erscheint. Dieser sein Vorzug erhellet besonders in den beyden Bildern seiner Nacht und seiner Magdalena zu Dresden- Dort und überall gab er mit seinem Helldunkel den Figuren nicht allein eine unvergleichliche Rundung und Mürbigkeit, sondern legte auch in das Ganze einen vor ihm unbekannten Geschmack dadurch, daß er die Massen von Licht und Schatten in den verschiedenen Gründen mit einer Kunst vertheilte, welche ganz natürlich schien, in ihrer Wirkung aber völlig ideal war. Zu dieser Vollkommenheit gelangte er auf der nämlichen Bahn, die auch Michael Angelo eingeschlagen; nämlich durch Fertigung von Modellen in Kreide oder Wachs, wovon sich vor ungefehr zwanzig Jahren noch einige Ueberbliebsel in der Kupole zu Parma sollen vorgefunden haben. Dann geht auch die, freylich nicht erwiesene Sage, daß er zu gleichem Zwecke, während seines Aufenthalts zu Parma sich Begarelli's, eines berühmten Bildhauers, bedient, und denselben auf seine Kosten dahin habe kommen lassen''. »Auch seine Kenntnisse in den übrigen Kunsttheilen sind an ihm zu loben, doch nicht alle in gleichem Maaße. Seine Erfindungen sind gut, nur daß er sich bisweilen in dem Punkte der Einheit verfehlte, und mehrere Abschnitte Einer Geschichte in das gleiche Bild brachte. So z. B. in der Mythe des Marsyas im Pal- laste Litta zu Mayland, wo der eine Abschnitt seinen Streit mit Apollo, ein zweyter, wie Minerva über ihn das Urtheil spricht, und ein dritter die Vollziehung desselben darstellt Aehnliches findet sich in der für Carl V. gemalten Leda, wo der Schwan zweymal erscheint; zuerst wie Allegri. er sich allmählig mit ihr bekannt macht, und und dann wieder, wie er ihrer mächtig wird. Sonst gliechen gewöhnlich seine Erfindungen denjenigen des Anakreons, wo die Amortne, so wie bey geistlichen Gegenständen die Engelchen, die angenehmste Rolle spielen. So in seinem St. Georg, wo dieselben mit seinem Helm und Schwerdre scherzen; oder in seinem St. Hie- ronymus, wo ein Engelchen dem H. Kinde das Buch dieses großen Kirchenlehres, und ein andrer den Geruchncrven des letzter» die Balsambuchse der H. Magdalena vorhält. Wie mächtig er übrigens im Componiren war, beweis't seine weltberühmte Kupole, wo die Architektur für die Composttivn, und nicht diese für jene gemacht zu seyn scheint- Gegensätze liebte er sowohl in ganzen Figuren als in ihren einzelnen Theilen; und zwar dies niemals gezwungen, oder in solchem Maaße, daß es dem Anstand oder der Wahrheit Schaden bringt. Den Ausdruck besaß er, bey verliebten Gegenständen, in einem Maaß ohne Beyspiel. So in seiner gedachten Magdalena, wo dieselbe, im Begriffe den Fuß des H. Kindes zu küssen, mit Gesichts- zügen und Regungen dargestellt ist, welche alle Schönheiten vereinigen, die sich bey andern Künstlern zerstreut finden; wie solches Mengs ausführlich bemerkt hat, so daß von ihm EaruU's schönes Wort gilt: Omnibus uns omnes sub- rixuit Veneres. Auch der Schmerz wurde von ihm wunderschön und je nach dem Gegenstand abwechselnd ausgedrückt. So z. B. in seiner Pieta zu Parma, auf's Zarteste in der Figur der Magdalena, auf's Tiefste in der H. Mutter, und in der Mitte zwischen beyden in einer dritten Frauensperson. Wenn sich dann bey ihm von furchtbaren Gegenständen nur wenige Beyspiele finden, so muß man darum nicht denken, daß er nicht auch dafür stark genug war. So sehe man nur seinen Henkerc kriecht in der Marter des St. Placidus, welchen Dominichino in seinem berühmten Bilde der H. Agnese offenbar nachgeahmt hat". „Was endlich seine Lennrnr'ß des Eoftume, und seine Gelehrsamkeit betrifft, so grenz ihm solche in Darstellungen geistlicher Gegenstände nicht im Mindesten ab; in mythologischen konnte sie allerdings besser seyn, wenn er sich, gleich Raphael und den Neuern, genau an den Vorgang der Antiken gehalten hätte. In seiner Leda z. B. sieht Juno einer alten Dame gleich, welche voll Grimm und Eifersucht Jupiters verstohlener Liebe zuschaut, und aber weder in ihrem Gesicht noch in ihren beygegebnen Symbolen nichts vorn Alterthume hat, und daher in den Beschreibungen dieses Bildes als eine ganz müßige Figur erscheint. In der Fabel des Marsyas hat dieser nichts von einem Faun an sich; der Minerva mangeln ihre Egide und andre gewohnte Attribute dieser Göttin; auch Apollo sieht nicht aus, und ist nicht gegliedert, wie man sich solchen vorstellt, und anstatt der Leyer spielt er die Violine. Hieraus leiten wir einen neuen Vermuthungsgrund her, daß Eorreggio nie in Rom war, wo auch mittelmäßige Künstler von dem dortigen so häufigen Alterthume sich belehren lassen, dergleichen Mängel auszuweichen. Doch, wie gering sind diese, ja, man möchte sagen, eher AÜegri's Name noch günstig, da sie nur um so viel mehr uns fühlen lassen, daß derselbe hingegen den hohen Ruhm seines Farben besser in einander zu mischen, und gleicher über das Ganze auszuspendeu, so daß sie mehr darüber gegossen, alS bloß damit bedeckt erscheinen möchten. Von seinem Farbcnglanze endlich, welcher jedoch tie Gegenstände nicht zurückprallen macht, so wie von der Festigkeit seiner den Malereyen der Alten gleichen Oberflächen, schien gedachter Künstler den Grund in einem starken, selbst den Flammändern unbekannten Firnisse zu finden, da der letztem ihrer wohl eben so hell und fröhlich, aber nicht so kräftig, wie der seinige war. Allemand. 103 AI l e g r i n i. Meisterstyls nur mit Wenigen theilen darf. Unter diesem Gesichtspunkte betrachtet, wird er uns immerhin als etwas Ucbermenschliches erscheinen; und neben ihm verschwinden, wie AnnibalEarracci sagte, ein Parmiggianino und so viel andre Malergenieen, im Schattens^«)". Bey den Französischen Kunstrichtern findet sich wenig Eigenthümliches, den Unsrtgen Betreffendes. Lepicie hat ein wenigstens eben so wahres als witziges Wort über ihn: »Er wollte Niemanden, uüd Niemand konnte ihn nachahmen". Eochln rügt das Ungeheure seiner Figuren in den Kupolen zu Parma, welche sogar die große St. Iohannskirche daselbst klein scheinen machen, wareier wiederholt wesentlich völlig die Mengsischen Urtheile. Landon rügt an ihm das nicht selten Gezwungene seiner Physiognomien und Stellungen. Fast alle versu- chen's an der etwaigen Inkorrektheit seiner Zeichnung zu Speerrittern zu werden. Der jüngste, Taillasson, empfindelt sehr artig über ihn. Unter den Deutschen stellt FioriUo (^S) sehr lesenswerthe Betrachtungen über diejenigen Haupteigenschaften an, die man an Correggio mit so viel Recht bewundert, und Füßli glaubt den Kunstcharakter desselben in folgender Kürze fassen zu können, » Dieser Charakter war, im Ganzen: Eine für das Liebliche und An- muthige feine und sinnreiche Erfindung; eine mehr auf die angenehme Wirkung für das Auge, als auf den historischen Ausdruck angetragene Anordnung der Gruppen; eine mehr elegante und reizende als korrekte Zeichnung der menschlichen Formen; wenig Ausdruck für ernste und starke Charaktere und Leidenschaften, mehr jedoch für holde und liebevolle Gegenstände; ein zwar überhaupt gutes und kräftiges, aber nicht genug wahres Colorit; ein identisch hoher und schöner Geschmack in den Drapperien; und endlich , ein nur ihm im höchsten Grade ganz eigenes durchdringendes optisches Gefühl für die Wirkungen der Luft und des Lichtes auf die Farben und das Auge, und folglich für die vollkommene Harmonie des Ganzen in seinen Gemälden, wozu seither kein Maler hat gelangen können, und worin er auch wahrscheinlich nicht mehr erreicht werden wird". sl. H.sj Allegri»il (Flaminius). Erlebte mit seinem nachfolgenden Vater in Rom. In den Logen des Vatikans siehet man einige Arbeit Von lhm. L6. terr. II. 12Z. sl. Il.sj — — (Franz). In der Kupole des Sakraments der Hauptkirche zu Gubbio, und in einer andern der Kirche Madonna de Bianchi daselbst siehet man Fresko-Arbeiten von ihm, wo die Zeichnung derjenigen seines Lehrers von Arpino gleichet; die nämliche Magerkeit in den Proportionen, die nämliche ausschweifende Leichtigkeit in der Ausführung. In andern, wie z. B- im Dome und im Pallaste Gatti zu Sa- vona, so wie im Pallaste Durazzo zu Genua bewundert jedoch Rarri besonders das frische Kolorit, und die künstliche Perspektive. Das, selbe sagt Baldmucci von ähnlichen Arbeiten im Pallaste Pamfili zu Rom. Immer aber verdienen seine kleinen historischen Stafeleigemalde, Bataillenstücke u. s. f. mehrern Ruhm. Lcl. terr. II. 127. Einigen Staffagen in des großen Gelee's Werken sieht man's denn wirklich an, daß er einen bessern Gehülfen wählen konnte. Er selber stand übrigens in der Landschaft, so wie in Jagden, u. dgl. weit unter Lempesta. sl. III Allegr 1 n 1 (Franz) der jüngere, weicher im Lex. unter dem Art. Franz der altere erscheint. Heinecke (Met.) führt an die 90 Bildnisse mehr und minder berühmter italienischer Gelehrter, Dichter, Künstler, u. s. f. in alphabetischer Ordnung, nach mannigfaltigen Urbildern von ihm auf. Ein Verzeichniß meines sei. Vaters nennt ihrer noch mehrere. Wahrscheinlich dienten die meisten derselben zu dem - Werke: 8er1e cll Rltrstti. ck'Domlni illu8tri Doscani von gli Llo^i islorici cle 1 weclesmi. Vol. 1 — IV. kol. Viienre 766—777. sl.^!-(Joseph), welcher im Lex. unter dem Art. Franz AUegrlni's, des alrern, erscheint. Von ihm führt Heinecke eine Opernscene nach Joseph Chamant, dann ein Paar Madonnen, eine Beschncidung, und eine Steinigung Stephani (alle diese ohne andern Namen als den seinigen) an. Aus seinem Verlage zu Florenz, wo er schon zu Anfang des zweyten Viertheils des XVIII. Jahrh, stach und verlegte, kennen wir nach Ios. Zocchi noch die H. Catharina De- ricci von F. Gregori gr. 4° und die zehn Stationen aus dem Leben der Maria, theils von Zocchi selbst, theils von A. Fiaschi und Philipp Morghcn, kl. 4 ° radirt. Alleine (Joseph), war zufolge des zweyten Theiles von des (6- Schellep: dkatural 4 Vr 1 - tillA, zu London um i/t 4 als Schönschreiber berühmt. sl. III Alleman (l'), s. Allemand im Lex. Suppl. und hier. silI Allemand (Jakob l'), der Heilige. Breirkopf's Geschichte der Schreibekunst herausgegeben von Boch, S- -41 nennt ihn einen der berühmtesten Glasmaler in Frankreich, will daß er zu Boulogne (es ist wohl ein Druckfehler, wenn das Suppl. statt dessen Bologna sagt) gestorben sey('), und bemerkt ferner, daß es die Pariser-Glaser und Glasmaler sind, die ihn als ihren Patron verehren. — Wir fugen dem bey, daß St. Lucas der Schutzpatron der deutschen Glaser und Glasmaler ist, dessen Fest dermalen sie auf Johanni zu fcyern pflegen. (»98) In seinem zweyten Briefe an Ludwig, bey Malvasia I. 567 , heißt es nämlich: „Ick, muß immer wiederholen, daß parmeggianino mit Lorreggio nichts gemein hat. Die Gedanken und Einfälle dieses letzter« waren die seinigen, aus seinem eigenen Kopfe geschöpft, und außer der Natur, nur ihm selbst gleich. Andrer Künstler ihre hingegen stützen sich stets auf etwas Fremdes; des Einen seine auf ein Modell, des Andern auf Eine Statue, des Dritten auf einen Kupferstich- Alle Andern stellen die Gegenstände so vor» wie sie vielleicht seyn können; Er hingegen, wie sie in der That sind (?)". (»99) Z<»—3-7. (zoo) II. 57 - 38 - (,) Hagen'« Briefe in die Heimath I. »rz geben wieder ausdrücklich Ulm (i-ji>) olS seinen Geburtsort, und Lologna als den Ort an, wo er , 49 - (und zwar heißt es hier, als Benediktiner-Laibruder) gestorben sey. Allemand (N. l'), oder AUeman, ein Kupferstecher um i6k>«. In Bernoulli's Samml. kurzer ^eisebeschreib. Erster überzähliger Band S. /,77 citirt man nämlich folgende Karte: Verbi^enus paAus in tkelvetii». Partie llu 'VVilllistiuiLsvr^ow en duisse elo. psr le 8r. 8anson li'^kkeviile r66r a Paris cker p. IVlariette. 7V. /,«//«, et öo,»6r sculxis. sklJ Allemanna, s. auch Alamanno im Suppl. und oben, und Alemama im Lex- sklJ Alleinannt, s. auch Ztlemani im Suppl. sr. li/j Allen (F.-, s. Folperr 2 llen im Lex. im Suppl. und oben. Aklen (Georg). Ein solcher erhielt 1810 von der königl. Akademie ^n London den Preis einer silbernen Medaille für einen Aufriß des chirurgischen Collegiums in Lincoles Jnn - Square- LN. BI- 182 t S. 100. -(I.), ein englischer Gattungsmaler neuerer Zeit. Zn seinen Bildern zeigte er einen zarten Sinn und gefälligen Jdyllcncharakter. Nichts kann lieblicher seyn als seine Kinderstube, die er 1804 ausgeführt hat. /iorillo V. L04. Ob er der nämliche Allen sey, der in unsern Zusätzen, ohne Taufnamen, als Ge- schichtsmaler um 1770 zu Rom erscheint, ist uns unbekannt; doch vermuthen mir s, und daß er sich nämlich nach seiner Rückkehr zu der Lieblingsgattung seiner Landsleuthe gewandt habe. Eben so wissen wir nicht, öb es der nämliche 'I. Allen sey, nach welchem Heinrich Schmidt 17g.. zu einer Dresdner-Ausgabe des Gilblas, vielleicht nach einer französischen copirt, gestochen hat? — — — ein Kupferstecher zu Birmingham um i8io. Wir kennen Adressen und dgl. die er für Kaufleute stach. ^0. — — (I- C.). Ein solcher gab, gemeinschaftlich mit vl). B- Eooke u. a. um 1821 zu London, in fünf Abtheilungen, i 5 in Linien- manter ausgeführte Ansichten des Innern und Aeußern des Colosscumü zn Rom, welche (wir wissen nicht, ob bloß die erste Abtheilung, oder das Ganze) in Superroyal-Fol. 1 Pf. 1 Sh. kosteten. B. ssooke war der Verleger. Tät). Runstbl. 1822 S. 12. sll.^ — — (Thomas). Heinecke nennt nach ibm drey von Canot gestochene Blatter, welche alle Bezug anf die Reise der Königin Charlotte nach England haben: Ansicht der Stadt Harwich; Einschiffung der Königin; den bey ihrer Ueberfahrt erlittenen Sturm. sll.^ — — ( ), der englische Maler zu Rom. Vergl. oben David Allan und I. Allen. sl. II.^ Allerdt s. im Lex. Suppl. und hier Allard. sJ. H.) Aklesio, vergl. Akesio und Alessio im Lex. Suppl. und oben. Allesson, s. oben Alesson Eckemann. Allier ( ). Auf dem Salon zu Paris 1822 sah man von diesem dort lebenden Bildhauer: Die Portraitstatue eines Frauenzimmers in Marmor, und ein männliches Brustbild; dann einen sterbenden jungen Seemann (marin), und den Römer Camill, wie er, auf feiner Rückkehr von Ardea, die Wage der Gallier umwälzt. Alligo (Martin), Bürger und Baumeister in der Altstadt Prag, wo er ibgg noch lebte. Dlabacz. Wohl derselbe, welcher Ebendaselbst in -6g» als Steinmetz erscheint. Alllprandi (Johann Bapt.), ein KK. Baumeister in der kleinern Residenzstadt Prag, um ,7»8. Nach seiner Zeichnung wurde die «prachtvolle" Statue der Dreyeinigkeit auf dem welschen Platze zu Prag aufgeführt, nach welcher, wenn wir's recht verstehen, Jac. Stevens von Lteinfels ein Blatt gestochen hat. Dla- bacz. All in ( ). So heißt in Landon's ^l- manacki 6es Leaux-^rts >8o3 ohne Weiteres, ein damals zu Paris lebender Bildnißmaler. Allison ( und Compagnie, Glasschneider zu London 177b. Directory kor tke 3ear 1776. ls>onckon 8°. p. 7. Allnbek, s. unten Alnpek. All» ja (Vincenz), ein Kupferstecher, welcher zu Ende des vorigen Jahrhunderts lebte und nach der Madame ke Brun ein Bildniß des Tonsetzers Joh. Paifiello in gr. Fol. gestochen haben soll. Ferner kennt man von ihm eine Ansichten-Sammlung von Neapel. Diejenigen Blätter derselben, welche Pompeji darstellen, sind zwar ohne Angabe eines Malers, aber nach Arbeiten von Hackert gefertigt, dessen Schüler vincenz ist. Hagen's Briefe in die Hei- mach lil. go. Wahrscheinlich ist der unten, nach Heinecke um 1778 s. v. Joseph Aloya vorkommende Sohn entweder der Vater des Unsrigen; oder mit ihm gar Einer und derselbe, unter verschiedenen Taufnamen. sl. H.^ Allori (Alexander). Man hielt ihn denn doch unter seinem Oheim und Meister Bronziuo. Von seinen anatomischen Kenntnissen siehet man Beyspiele in der Tribune der Serviten- Kirche zu Florenz; und wie sehr er den Ausdruck in seiner Gewalt hatte, zeigt seine Ehebrecherin in der dortigen H. Geistskirche. Dann kennt man von ihm gute Stafeleygemälde, wie z. B- im Großheczogl. Museum eine Ovferung Jsaaks; andere zu Rom. In Bildnissen war er besonders glücklich, und brachte solche dann freylich, nach der Weise seiner Feit, in modernem Gewände, auch bey der Vorstellung von Geschichten des Alterthums an. Rühmlich hingegen war es in diesem Jahrhundert, was eben auch Allori that, durch Anspielungen antiker Großthaten, neuere Tugend (des Hauses Me- dicis z. B.) verdeckter, aber nur desto höher zu loben. Uebcrhaupt hatte Alexander für alle Theile der Kunst ein gleiches Talent; nur daß er solches ungleich anwandte, und nicht stets hinreichend, entwickelte, Kll. wrr. k. Lot». Von ihm besaß die Gallerte Orleans einst ein 4 " hohes, t? 7" breites Bild auf Holz mit Figuren natürlicher Größe, welches die liegende Venus darstellt, die so eben den Amor entwaffnet hat, der sie zärtlich anblickt, und wieder nach seinem Bogen langen will. Neben ihr liegt der göldene Apfel, und zwey Tauben schnäbeln sich auf Rosen. Im Hintergrund eine A l l o r i. Alm ante. 105 Landschaft, worin zwey Unzüchtige sich in eine flammende Grube stürzen (H. In Deutschland dann zeigte, unsers Wissens, einzig die Galerie des H. Hofgerichts - Advokaten Schmidt's zu Riet von dem Unsrigen das Kapitalbild einer Magdalena unter einer Gruppe von Bäumen, völlig dieselbe mit der berühmten des Correggio, die Allon so hoch schätzte, daß er sie mehrmals kopirte, und einzig Beywerke und Landschaft von eigner Erfindung hinzuthat. Eine solche soll auch (nach Fiorillol. 417 not. p.) H. Professor Heeren zu Görr,eigen besitzen, welche derselbe auf seiner Reise durch Italien erstanden halte. Arbeiten von ihm befanden sich auch im spanischenEskurial. Tü b. Lunftbl. 1822S. i8Z. Gestochen nach ihm kennen wir das vorgenannte Bild der Ehebrecherin, von B. Eredi; St. Ca- tharina von Siena, über Halbfigur, aus der Galerie Lichtenstein (^), von I. A. Janotha, schön; il kallo rll klaminio, 1a sloria lli (le- sare(^), und la cena cii L^kace, drey große Blätter von C- Gregor!; Brustbild einer jungen Dame, aus der ehemaligen Brüßlcr - Galerie, C. Vorstermann; sein eigenes selbstgemaltes Bildniß in der Galerie zu Florenz, von H. Rossi; die Darstellung der Verzierung bey der Hochzeit der Prinzessin Christina von Lothringen, zu Florenz »589 u. s. f. sl. II ^ Allori (Christoph). Lanzi L6. wir. I. 2Z6, 263, 2H6 nennt ihn den Cantarini seiner Schule, dem er zwar an idealer Schönheit seiner Figuren nicht gleich kam, aber ihn besonders in der Färbung des Fleisches übertraf, was um so viel mehr zu bewundern war, da er die Carracci und Guido nicht kannte, sondern mit feinem Takt das Meiste aus sich selbst schöpfte, und seinen Pinsel nicht ruhenließ, bis derselbe seinem Begriffe gehorchte. Daher auch, und dann seiner zerstreuenden Ausschweifung wegen (bemerkt der etwas lakonische Lanzi, der zumal sein Buch für eine Großherzogin schrieb) seine Arbeiten so selten sind; was sich sonst aus seinem frühen Tode weit natürlicher erklären lässt. Für sein Meisterstück hält dann dieser Schriftsteller seinen St. Julian im Pallaste Pitti, und einen H. Menettus, ein kleines, aber vortreffliches Gemäld bey den Servicen zu Florenz. In kleinen, zart toccirten und mit den schönsten Figürchen staffirten Landschaften erreichte ihn kaum Einer. Auch malte er viele kleine anonyme (wahrscheinlich meist Frauen-) Bildnisse , um sich in schönen Formen zu üben. Als Kunstbeute aus dem Pallaste Pitti zu Florenz sand sich einst von ihm zu Paris, wahrscheinlich jetzt wieder an seiner Stelle, eine Judith mit dem Haupte des Holofernes (H. FioriUo 111. 596. Sein selbst gemaltes Bildniß hat Pazzi für die Lenke lli kkirullk elc. und M. Angeiv's seines ( 2 - V. Franccechini gestochen. Die oben, unter Alexander A. angeführte Calharina von Siena eignet der Catalog von Brandes, wahrscheinlich irrig, dem Unsrigen zu. Dann von Geschichtlichem: P. Bettelini (nach V. Gor- zim's Zeichnung) eine Madonna mit dem Kinde (Maler amadilis); Glvv. Cantini seine vorerwähnte Judith mit Holofernes Haupte; P. M. Gandolfi Ebendasselbe (Pr. 7 Rchth.), und ein Christuökmd auf dem Kreuze schlafend. sl. 11.^ AI los auch Allost (Peter van). So erscheint zuweilen perer Roek. jAl-H Allou (Adelaide). Der Winklersche Gantkatalog nennt sie Malerin und Kupferste- cherin, geb. zu Paris- — — (Egidius). Der Mnklersche Gantkatalog nennt ihn BUdniß- und Geschlchls- maler; und Gaulr de Saint-Gerinain zählt ihn unter diejenigen französischen Künstler, welche zwar (der Unsrige 1737—1742) mit Ruhm ihre Arbeiten in den Salons ausgestellt halten, aber weiter auf den Geschmack des Zeitalters keinen Einfluß hatten. Er starb 8i Iabr alt 17hl. Gestochen nach ihm haben N. Tardieu das Bildniß von Bon Doulogne, als des Malers Aufnahmsstück in die Akademie; M. Dossier das anonyme Bildniß einer zeichnenden Dame, unter der Rubrik: I'Optigue, in der That aber Allou's Gattin, Anne Ragumer; L. Des- places (Amüsement Lzya^noi) ein Mädchen, das auf der Laute spielt; I. B. Robert, zwey junge Flötenspieler. sli.) Zlll 0 uks ( ). Dieser Name scheint, auf Blättern nach Meissonier, welche bey Hu- quier Vater «nicht Hugier, wie es in unsern Zusätzen heißt) gefertigt wurden, apokryphisch zu seyn. Allston (W.), ein neuerer englischer Gattungsmaler in Morland's Geschmacke, von dem man z. B- einen französischen Soldaten kennt, der seine Großthaten erzählt. Fiorillo V. 8,g. (Im Register heißt er, durch Druckfehler, Allen.) Almanre, Bruder, ein Hüttenmeister und Religiöse der damals berühmten Abley Walken- ried in Thüringen, goß 12,8 ein großes metal- (») Dieses Bild (gegenwärtig im Besitze von H. Lucian Buonaparte) wurde in der Schätzung der Galerie d'Orleans für 1500 Fr. gewerthet. Ph. Lrierre hat eö für das Galeriewerk gestochen; und im Umrisse befindet es sich in den erc. des 6s1er. errang. Oll. VI. !Vio. 1. Ein anderes von dem Unsrigen: Bildniß einer Frau in einem Lehnsessel, einen Hund Unter'm Arm (52" auf 25) auf Holz, wurde »809 bey der Versteigerung von le Lrun um 525 Fr. verkauft. (2) Der Katalog von Fanti nennt es nicht. (z) Wie er in Egypten Tribute von mehrern Nationen erhält. (4) Allori liebte eine schdne Frau dermaßen , daß er sich selbst bewußt war, den Kopf darüber verloren zu haben. Er malte daher seine Geliebte unverkennbar ähnlich als Judith, und gab Holofernes Kopf feine eignen Gesichtszüge. Tüb. M. QI. >8>5 S- 74. Dieses Bild wurde >8ro vortrefflich von M. Gandolfi gestochen (Pr. ,z st. go kr.). „Allori's Styl" (heißt es ebenfalls im M. DI. 1820 S. izz) „ist edel, und er weiß überall Würde mit Anmuth zu verbinden. Im Colvnr eifert er dem Correggio nach, und oft mit Glück. Von seinen Gemälden mag der größere Theil im Florentinischen vertheilt seyn; die deutschen Galerien besitzen wenige kavon. AuS dem erwähnten Bilde (dessen Gegenstand sonst so unästhetisch ist) lernt ma» >o ziemlich seinen Charakter kennen, und es darf gewiß seinen vorzüglichen Arbeiten beygesellt werden. Der Künstler weiß Wirkung hervorzudringen, ohne Absichtliibkeit zu verrathen". Don der Anfangs angeführten Anekdote weiß übrigens der Verfasser dieses Urtheils nichts. (5) Für eine Biographie desselben. Das Lex. theilt solches dem Alexander zu. 1. 27 106 Almcida. Almen. eines Handbecken, was noch um 1706 in den Kreuzgängen dieser Abtey zu sehen war, und davon auch Leuckfeld's ^niiguitates ^Vslken- reäenseL, Leipzig und Nordhausen 1706 4 ° S. 469 einen Kupferstich liefern. ^Ii.^ Almeida, s. Almyda im Suppl. und unten. sl. Il.^j Almeloveen (Johann I. ge- wohnlich Johann). Barrsch t. 28^ bemerkt, daß, außer den bereits in unsern Zusätzen angeführten Blättern nach Saftleven, alle übrigen, und zumal die nach seiner eignen Zeichnung gefertigten, nicht viel taugen. Jene (die holländischen Dörfer) halten 2" 7—8^" in die Höhe, i" in'" in die Breite; die vier Jahrszeiten 2" 10", in's Gevierte. Die übrigen, ebenfalls Landschaften (mit Ausnahme eines schlechten Gesellschaftsbildes Papst Clemens X. und Gis- bert^Voets) sind alle von größerm Maßstabe, bis über 7" Breite und über 6" Höhe. Woher Rost VI. 94 und 96 das Geburtsjahr dieses Künstlers sowohl, als des Job van Aken um 1614 anzusetzen weiß. ist uns unbekannt. Joubert nennt, als Variante 1624. Eben vieler nennt auch Johann van Aken als denjenigen, den der Unsrige bis zum Täuschen nachgeahmt habe, giebt dann sein Werk auf Zo—,0 Bl. an, und scheint mehr als Barrsch darauf zu halten. Auch galten, auf Rivals Versteigerung, jene zwölf Dörfer 122 Fr., und die (äußerst seltenen) vier Jahrszeiten ioi Fr. Brullior führt als Monogramm von ihm ein I. X. k. an, das sich auf einem seiner Blätter finde, wo ein Mann an einem Strick ein Schiff aus einem kleinen Strom an's Ufer zieht. Almen (Hans von), mit dem Zunamen der Mugler, geboren zu Lauterbrunn im Berner- Oberlande 1777. Sein Vater war eine Art von selbstgelehrtem Drechsler, der aber nichts zu Stande brachte als einiges des einfachsten Haus- geräthes. Erst sein ältester in 1798 bey der Revolution umgekommener Sohn fing an, von freyer Hand Löffel und Gabeln zu schneiden; und von ihm lernten es seine zwey Drüder, Heinrich und Hans, unter welchen letzterer der talentvollere war. Lange indessen blieb ihre Schnitzerey hier stehen, und nebenbey drechselten sie Salzmühlen und ähnliche Gerächschaften für ihre Nachbarn, aber natürlich nur plump, und ohne die mindesten Zierrathen. Endlich, ungefehr um 1810 versuchte es der damalige Kunst liebende Oberamlmann Lhormann zu Jn- terlacken, das in dem jüngern von Almen noch schlummernde Kunsttalent zu wecken, und sandte ihm einige Zeichnungen von Schüsseln und Lassen, »m einen Versuch seiner Arbeiten in einer etwas höhern Gattung zu mache». Der Anfang gelang nicht übel, obschon die nicht nur einfache, sondern sogar fehlerhafte Einrichtung seines Drehstuhls und der Mangel an ge hörigem Werkzeug dem ehrlichen Hans fast uuübersteigliche Hindernisse in den Weg legten. Aufgemuntert indeß durch jenen ersten Versuch, wagte er bald den zweyten u. s. f., und da die folgenden immer besser geriethen, erfand er all- mäiig auch neue Verzierungen, und brachte meist nur zu viele an, da der Rath von geschmackvollen Gönnern seiner bäuerischen Vorliebe zu Schnörkcleyen nie ganz d«n Sieg abgewinnen konnt«. Nichts destoweniger wurden die Bestellungen bey den beyden Drüdern immer häufiger. Dir Schottenkur-Gäste zu Jnterlacken trugen nicht wenig zu dem guten Absätze bey, und bis nach Bern, ja, wie versichert wird, bis an den preußischen Hof fanden sich Liebhaber zu dem ländlichen Geräthe. Vortheilhaft genug ward also die Kunst der zwey Brüder, und nicht nur konnten sie, die von Haus aus dürftig waren, durch Hülfe derselben eine Schwester ernähren, und sich sehr wohl mit Kleidern versehen, sondern sie kamen sogar in den Stand, ein neues, gut eingerichtetes Haus zu bauen, das (18, 5 ) beynahe schon ganz bezahlt war, und dem Reisenden , der vom Gasthofe zu Lauterbrunnen nach dem Staubbache wallfahrtet, rechts am Wege, nicht fern vom ehemaligen Pfarrhause, reinlich und einladend in die Augen fällt. Mit- lerweile mochten sie zusammen alljährlich 376-600 Schweizerfranken verdienen, was in diesen Bergthälern ansehnlich heißen konnte. Freylich war der altere, Heinrich, unfähig die feinere Arbeit zu vollenden; aber er arbeitete dem jüngern in die Hand, und fertigte dagegen Geringeres, wie Löffel, Alpenstöcke, Lrinkschalen u. dgl. Auch jetzt (1816) wird er mit den Erzeugnissen seines Fleißes fortfahren, und den Versuch machen, auch in die Fußstapfen seines jüngern Bruders zu treten, damit ihre Kunst in Lauter- brun» noch lange nicht verloren gehe. Hans nämlich starb im Dec. 1814 an den Folgen des Sturzes von einem Wagen, der ihm den Kopf so verwundete, daß sich, wie man leider zu spat entdeckte, die Hirnschale spaltete. Der Stoff der Arbeit dieser beyden Brüder, welche den Zunamen, die Mugler, trugen, war in der Regel weißes, reines Holz des schönen Bergahorns, oder röthliches seltneres des Ei- benbaums. Die Form bot, wie gesagt, entweder kunstloses Tischgeräth, bis zu durchbrochnen Löffeln zu Staubzucker dar. Auf Bestellung wurden auch große Schüsseln für geschwungnen Rahm u. s. f. ausgerüstet. Der Leib des Gefäßes war Drechsler-Arbeit; die Verzierungen wurden von der Hand hineingeschnitzt, oder in erhöhter Manier (Basrelief) durch Aufsparen vrn dem glättern Grunde herausgehoben. Ein ganz eigener Kunststyl waltete bey diesen Bildungen. Nicht antik, aber mitunter ein wenig altfränkisch; nicht modern, aber oft nagelneu war der Geschmack darin. Aeußerst selten hatte man nach einer Zeichnung arbeiten lassen; in der Regel war des Künstlers Erfindung frey geblieben, und manchmal hatte sie gar nicht ungefällig , manchmal dagegen ebenthcurlich und schnörkelhaft sich ausgesprochen. Man konnte sich in die Zeit der beginnenden Kunst versetzen, wo der Mensch ohne Vorbild und Schule selbst- ständig all' die Zierden sich ersinnen mußte, mit denen er, auch im Stande der Wildheit schon, seine Wohnung, sein Geräthe, seine Waffen gewöhnlich zu schmücken strebt. Seltsam mochte auffallen, daß unsre von Almcn's so wenig, oder gar nicht daran dachten, einländische Formen aus der Thier- und Pflanzenwelt nachzubilden. Wenn sie das Blatt des Ahorns, wenn sie die Gentiane, den Eisenhut zum Muster von ihren Zierrathen gewählt hätten; wenn die Gemse, der Steinbock, das Murmelthier auf ihren Werken erschienen wären, wie viel mehr würden sie das Andenken des Reisenden an das Alpenland belebt und erheitert haben. Hätte der geschicktere von den Brudern noch länger gelebt, so würde vielleicht seine Kunst auch diese höhere Stufe noch errungen haben; denn schon ist die letzte seiner Arbeiten, ein urnenförmigeü Zuckergefäß, ungleich besser ausgefallen, als die meisten feiner frühern Erzeugnisse. Bereits auch hatte er versucht, auf einigen Schusseldeckeln jenen zweifelhaften Stollenwurm abzubilden, über den sich in Länigs Alpenreise ein so unterhaltender Aufsatz findet. Und wenn auch dieser Versuch ein wenig schwerfällig ausgefallen ist, so deutet er doch auf das erwachende Ge- A l m e r. Als. 107 fühl, baß mitunter etwas Lebendiges hatte sollen dargestellt werden; eine Stufe der Kunst, die wenigstens nicht mehr für die niedrigste gelten kann. Tüb. Morg. Bl. i 8 i 5 S. 7 Z- 7 b- sll-H Almer (Johann Christian), geb. 1/42 zu Kopenhagen, und lernte auf der dasigen Akademie, wo er 1760 und 1761 im Zeichnen nach dem Modelle, so wie 1764 im Malen Preise, in 176b vollends die große goldnePreismedaille erhielt. Hierauf sah er sich nach Künstlergedrauch in der Fremde um, wurde nach seiner Zurück- kunst als Zeichenmeister an gedachter Akademie bestallt und st. 1792 in seiner Geburtsstadt, weinn ich Bunsthistorie in Danemark S. i 85 rc. sll .^1 Almerico ( ), hieß Andreas, p. 261, sn.^1 Alniepda, s. Almyda im Suppl. und unten. Almor (Juan). So nennt Fiorillo IV. 4 " einen spanischen Maler, wahrscheinlich aus der zweyten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts, der sich in die Karthause della Conception in der Nahe von Zaragoza zurückgezogen, und dieselbe durch viele Werke seines Pinsels verschönert hatte. sllJ Almpely (Melchior), ein Bildhauer von Lemberg, der um 1640, gelegentlich eines Baues, zu Olika in Volhinien arbeitete. - 5 . ; iVIonumenta Larlnaiarum. Lra- coviae i 655 Fol. S« 62h. Almyda, eigentlich Almeida (Bento Joseph de), war i 8»5 dem Joachim Carneiro da Silva, Zeichenmeister und Lehrer der Architektur an der königl. Ritterakademie zu Lissabon, substituirt worden. rllmsriLeli clo Xnno Ue rboü. l-isboa 16°. sli.^ — — oder Almepda ( ),hieß B- /Von dem Titelkupfer, dessen das Suppl. erwähnt, heißt es in unterschiedenen Kupfer- stichverzeichnissen, daß dasselbe von p. Schif- farr (unstreitig Peter Gisfart) nach B- Al- meyda in Fol. gestochen sey; muß also dort inv. statt inc. heißen. Alnpeck,(Andreas), wurde i5-j6 als chur- fürstlicher Münzmeister zu Freiberg in Sachsen bestallt, und bekleidete dieß Amt bis i 556 , wo gedachte Münzstätte aufgehoben und nach Dresden verlegt wurde. A. Möller Freiberger- Thronik l. 490. Einer alten Handschrift zufolge wurde Andreas 1489 in Freiberg geb., und st. hier i 503 als Bürgermeister. — — (Daniel), s. den folgenden Martin Alnpeck. — — (Martin), ein Goldschmied zu Dresden, wo er 1673 und noch i 5 g 3 erscheint, 1612 aber nicht mehr am Leben war. Sein Sohn und Schüler Daniel, lernte von i 588 bis 1892 bey ihm, wo er zum Gesellen gesprochen wurde. Auch ein Valentin Alnpeck, vielleicht der ältre Bruder Daniels, stand von i 585 an, bis zu seinem Gesellenstande i 58 g bey Martin in der Lehre. Beyde scheinen aber das Meisterrecht nicht zu Dresden, sondern auswärts gewonnen zu haben. — — (Valentin), s. vorstehenden Martin Alnpeck. Aloja, s. AUoja im Lex. und oben. Alonso H. König von Oviedo (reg. X. L. 791—842). Von einer durch ihn gestifteten Kapelle zu Oviedo macht eine Chronik des IX. Jahrh, eine interessante Beschreibung, und erzählt, daß der König dieselbe nicht nur mit Säulen und Togen, sondern auch mit verschiedenen Gemälden aus seinem Pallaste geschmückt habe. Fio- rillo IV. 2ö. - — (Esteban). So heißt bey Fiorillo IV. 92. ohne Weiteres, ein gegen End des XVI. Jahrh, blühender spanischer Kunststicker. ^1. 11.^ AlsSt (Peter van), ist Peter Roeck jm Lex. und Suppl- sli.^ Alosta. In diesem Artikel unsrer Zusätze (Z 4 ) l. Dombes st. Domber. sl. ii.^j Aloueree, s. Lalouerre im Lex. Suppl. und künftig. Aloya (Joseph). So nennt Heinecke um 1778 als Künstler neuerer Zeit einen Stecher von Neapel, der Blätter für die Sammlung der Alterthümer des Herkulanums, und für das Werk: Llruica VeKeisdili, dann Vier große Ansichten von Neapel und seiner Gegend, jede zu zwey Blättern, und endlich das Bildniß des im Gerüche der Heiligkeit verstorbnen Bischofes Johann von Palafox gefertigt habe. siiJ Alp (Peter), Heinecke (viel.) nennt ihn Als und kann Recht haben. Alpen (van). Jm Tüb. Runstbl. 1822 S. 12 liest man: „Jm lournsl rle Is koer (8. Jan. 1812) machte der würdige Präsident van Alpen den damaligen Präfekten auf ein Römerwerk aufmerksam, welches 1811 in Freinz- Lammersdorf (Reg. Bezirk Aachen, Kreis Düren) aus dem Jndebach, gezogen worden, van Alpen schrieb dem Präfekten französisch, und sagte, der Stein sey tiree cle I'lncie, und der französische Redakteur kommentirte: Der Stein liege in Lammerüdorf, und stamme aus — Indien." Alphardus (Reinhard), ein Münzmeister und Münzgraveur aus Italien gebürtig, der dem Könige Wenzel II. im Jahr i 3 oo silberne Pragergroschen prägte, von welchen Weles- spavln in seinem böhmischen Kalender 1H90 S. 591 sagt, sie seyen unter andern böhmischen Münzen die beßten gewesen. Dlabac;. Alpbons, ein geborner Niederländer und Karmeliter-Laienbruder zu Etraubing, malte für die dortige Kirche seines Ordens die Altarblätter: Simon Stock im Jahr i 658 , und den H. Sebastian? Liporvsky. Alphonsus Avesilnus, Herzog von Ferrara, war, wie Jovius sagt, im Drehen einer der vorzüglichsten Künstler seiner Zeit. Er fertigte Lrettspielsteine, überaus schöne Büchsen, musikalische Instrumente rc. und schätzte und belohnte überhaupt die Künstler. Joh. Heermann > 43 . christliche Treu - (Trau-) ungs-Sermones. Nürnb. 1657 4°. S> 871. si. 11.^ Alpin, s oben, und im Lex. und Suppl. Albin. sll-H Ais (Peter), s. Suppl., wo er durch Druckfehler (s. v. Alp) erst nach dem Art. Alpbeus rubri-irt ist. perer wurde 1725 zu Kopenhagen geb., und gieng, nachdem er >755 den großen Preis der Kopenhagner-Akademie erhalten hatte, 1766 nach Rom zu Mengs, dem er von Petzold empfohlen worden, perer's Geist und angenehmer Umgang erwarb ihm auch I .»i « j08 Alsloat. die Freundschaft dieses berühmten Künstlers, obwohl die leichte unsolide Manier, die er zu Kopenhagen sich angewöhnt halte, der des Menge so diametral entgegen lief, daß er gleichsam von Neuem seine Studien beginnen mußte. Das Weitere besagt das Suppl., dem wir jedoch hinzufügen, daß er auch königl- dänischer -Hofmaler war, und zu Kopenhagen (177h) starb. Weibliche Bildnisse und fröhliche Darstellungen wollten ihm nicht glücken, weil sein Farbenton zu düster war; auch sagt man er habe seine Gemälde durch mühsame Ausarbeitung so lange gepeinigt, bis derselben Feuer verloren gieng. Meistens beschäftigte er sich mit dem Kopiren alter Jtaliäner, als des del Sarto, Raphaelrc., und hierin bezeigte er viele Geschicklichkett. Dssai kislorikzue 8ur les ^rt, en p 85 ff. N)einwlch Runsthistorie S> ,6, u. a. O. Ramdohr lobt diesen Maler der Bildnisse halber, die von ihm im Kopenhagner- Schlosse und in einem Nebengemache des Versammlungszimmers der dasigen Akademie angetroffen werden. sl-H Als10 0 t (Daniel van), geb. zu Brüssel um i55o, blühete um ib»8. Von ihm besitzt in Deutschland, unsers Wissens, die einzige Galerie zu Wien eine gemeinschaftlich mit Heinrich de Clerk gemalte, mit des Künstlers Namen und dem Datum 1608 bezeichnete Landschaft auf Holz, 4" br., 2^ 4" hoch, die einen dichten Wald darstellt, in welchem man ein altes Kloster mit einem Teich erblickt, auf welches zwey Mönche und einige Landleuthe zugehn. Im Vorgrunde hat le Clerk die Geschichte des barmherzigen Samariters, unter dem Bild eines schwer verwundeten Jünglings dargestellt, der einem ansehnlichen Mann in den Armen liegt, und dabey auch seinen Namen hingeschrieben, von Mechel. H.^j Alst, s. Aeist im Lex. Suppl. und oben. Alften ( ), ein Nordamerikaner, trat in 1805 unter den zu Rom studirenden Künstlern auf. Derselbe hatte sich in Reynolds Schule gebildet, und war mit großem Scharfsinn in die Farbenkunst der alten holländischen Maler eingedrungen. Er hatte sein eigenes Bildniß auf eine Weise verfertigt, welche Jedermann in Erstaunen setzte. Der Kopf trat aus einem hellen Grunde, ohne dunkle Contraste, sprechend und lebendig hervor. Man glaubie in den Luftraum eines Zimmers hineinzusehen, so täuschend waren die zarten Widerscheine unter einander verbunden. Sah' man das Bild genauer an, so schien es fast ohne Farbe gemalt, und doch hatte es eine Kraft und Wahrheit, die man nur in ältern guten Bildern zu sehen gewohnt ist. Zugleich hatte dieser junge Künstler eine große Landschaft verfertigt, in welcher eine ähnliche Zauberey der Tinten, und besonders eine ungememe Kraft des Haibdunkels angebracht war. Bald wurden eine Menge Versuche in Alsten's Manier gemacht. Die Offenheit des Künstlers machte aus seiner Verfah- rungsart kein Geheimniß, und daß er sich neben Andern, häufig des Asfalts bedient habe. Mehrere Nachahmer giengen nun so weit, zu behaupten, die alten Meister, deren Bilder sich durch Kraft auszeichnen, hätten alle auf diese Weise gemalt. Der Asfalt kam mit Einmal so in Mode, daß mehrere Geschiches- und Landschaftsmaler, aus lauter Eifer, die neue Entdeckung anzuwenden, sich eine Menge Bilder Altenburg. verdarben, eben weil sie nur Nachahmer waren, und nicht Alsten's Studium und Analyse der Farben besaßen, Unter diesen Asfalristen waren — wie man sich's denken kann — viele Deutsche, und selbst mehrere Jtaliäner Am beßten glückte es in dieser neuen — wenigstens in Rom neuen — Manier dem englischen Landschaftsmaler Wallis, und hob seinen bisher nur mittlern Ruf auf eine plötzliche Höhe. Morgenbl. 1807 S. In einem Aufsatz über den Zustand der schönen Künste in Nordamerika wird um 1821 ein Künstler Allston angeführt, und von demselben werden vier Bilder: Uriel, Gesicht Jakob's und Jercmias angeführt, welche schwerlich von einem andern Neuern übertroffen seyn, und am Allerwenigsten einen Nebenbuhler in England finden dürften. Wir vermuthen, daß derselbe mit unserm Alsten Eine Person sey Runstbl. 1821. 3t)li. Air (Elias), Maler, s. Alzius im Suppl. und unten. sl. 11.^ Alrdorfer, s. Alrorfer im Lex. Suppl- und unten. sl. 11.^ Alregraf, s. Aldegrafim Lex., Suppl. und oben. Alren (Carl Heinrich von), ein Conducteur und Feldmesser zu Hermsdorf bey Berlin 180c» und i8o5. II. H.^ — — - Allen (Folpert von), s. Folpert Älen im Lex., Suppl. und hier. — — (Martin von), ein Architekt aus Berlin, der sich ,8,o als Kurgast in dem Badeorte Töplitz befand, wie die davon gedruckte Liste sagt. Ob Eine Person mit dem Martin Friedrich von Alken, der anderwärts 18a«) und id'oh (unter der Rubrik der Baubediente) als Obcrteichinspektor zu Berlin benannt wird? oder mit dem geheimen Oberbaurath . . . von Alten, welcher bey der Berliner-Bauakademie idov und noch 180g Unterricht in Bauanschlägen, und in dem Schleusen- Hafen- Brücken - und Wegebaue ertheilte? — — (Martin Friedrich von), Oberteich- inspektor, s. vorstehnden Martin von Alren; und — — (von), geheimer Oberbaurath, ebenso. — — (Dr. von), ein geschickter Augsbur- gischer Pharmaceute, arbeitete um 1817 an einer Flora Augustana, gemeinschaftlich mit Dr Juch oder Zuch daselbst, denen sich auch der Kleidermacher Ebrenfried beygesellte, der ein Herbarium Vivum von mehr als 7000 Exemplaren besaß. Tüb. Bunstbl. 18,7 S- 85. Alrenburg (Daniel), Kupferstecher, dessen Blätter selten aufgefunden werden, und der zu Anfang des XVII. Jahrhunderts lebte, vermuthlich zu Cölln. Wir kennen von ihm ein mit 8ck. (ulpsil) bezeichnetes und für Joh. Bussemecher's Verlag gestochenes sonderbares Blatt in quer Fol., dessen Arbeit fein, dabey aber hart, monoton, und ohne Ausdruck ist- Es stellt Christum vor Cajaphas dar, umgeben mit allerhand biblischen Figuren, davon jede ein Schild mit einem Wappen und seinen (?) Namen hält. Auf einer Tafel unten in der Mitte : pgo Pontius pilatus - - sioo es, inuentum Viennne ^ustrirre, sub terrn laxilli inoisum ('). Andern Orts citirt (>) Ob etwa der Künstler, in einem unierirrdischen Gefängnisse solches in Stein schntt, und daS Wlalt darnach gestochen wurde? In der Hall. lltteraturz- Erg- Dl >808 wird dieß Blart so Akkomonte. 109 Altenburg. man von ihm (hier Aldenburg genannt) ein von Gerh. Alzenbach verlegtes Folioblatt: Wie die Engel, nebst allen Heiligen, die Mutter Gottes zu Gunsten eines Sterbenden anrufen. Altenburg (Moses von), ein Steinmetz zu Altenburg in Sachsen, welcher 1454, das auf zehen Pfeilern ruhende Gewölbe der Stadtkirche in Borna erbaute, (vulpius) der Hauptstadt Altenburg ansehnliche Hobelt. Altenburg 1699 4°. S. 62. Alrendorf oder Aldendorf (Philipp), ein Goldschmied und Bürger zu Cölln, der ihn zum Generalmünzwardein des westphälischen Kreises ernannt wurde, nachdem er schon früher seinem Vorgänger Johann von Wörlngen adjungirt war. Ungenannter beweglicher Ursachen halber erhielt er 1618 seinen Abschied, wurde aber, da er bittweise dagegen einkam, tn 16,9 wieder eingesetzt. Hirsch deutsches Munzarchiv VII. 402, 453, 456 , 474. Altenrvanger (Heinrich), zu Straßburg, zeichnete mehrere Blatter für Schreber's Säug- thiere in Abbildungen. Erlangen 1776 und ff. gr. 4°. Altieri ( ), Hofmarmormeister zu Stuttgard 1768. Würremberger Ädreß- Handbuch auf 1768. sl.^I Altistin»» (Lofano d. i. Christoph dell'). Nach Lanzi (L6. terr.) I. 212 arbeitete er noch um » 568 . Seine Kopien berühmter Männer aus der Galerie des Hauses Giovio zu Como (') waren in Absicht auf Kenntlichkeit recht gut, übrigens aber in der Manier alle gleich, so daß er sich um den Styl seiner Originale wenig bekümmerte. Altn,ann (Andreas), ein Glockengießer in der kleinern Residenzstadt Prag. Eine große Glocke goß er »604 für den St. Niklausthurm. Dlabacz. — — (Bastion, d. h. Sebastian), fürstlich- anhaltisscher Münzmeister zu Bletzgau (Plötzkau) 1680. Hirsch deutsches Münzarch. V. 12». Um 1690 wurde er als der Herzoge von Sachsen gestimmter Münzmeister zu Ilmenau bestallt, wo er auch 1703 starb. Der Katalog der zu Stollberg befindlichen Sammlung von Leichen- predigten 1716, nennt auch eine solche, die auf ihn in Druck vorhanden ist. — — (David), von Eydenberg, Maler und Bürger auf dem Hradschin, der die Stra- höwer-Bibliothek sammt den Fächern derselben (olazzes) 1632 unentgeldlich bemalt, und ihr zum Andenken noch eine Bibel geschenkt. Dlabacz. — — (Joseph Carl, Ritter von) zu Prag, besaß noch »797 eine lehr gut gewählte Bildersammlung. Dlabacz. — — ( ), Hofgoldschmied zu Dessau »8ii, dessen Eeschicklichkeit man loben will. Altmannshaffner (Klemens Maria). So heißt ein Maler zu München, der in 1748 den Grundplan von dieser Residenzstadt mit ihren Umgebungen gezeichnet habe, um »8io noch lebte, und damals Galerie-Diener zu Schleisheim war. Lipowsky I. 226 II. Altmanshausen (Johann Ernesi von). So nennt Brulliot einen, auch ihm bisher ganz unbekannten Künstler, nach welchem sich Blätter finden sollen, die mit 1. L. «ö luv. bezeichnet seyen. Alrner ( ), ein Steinschneider, Pet- schierstecher, welcher von 1727 an und fort, zu Leipzig angeführt wird. Siculs Annal. Alrobello ( ), ein berühmter Maler von Cremona, eigentlich von der Familie Melone, Zeitgenosse seines Mitbürgers Boccacino Boccaci, (starb c. » 54 o) malte gemeinschaftlich mit demselben Leidensgeschichte» im dortigen Dome, deren vasari im Leben von Benv. Ga- rofalv mit Ruhm gedenkt. Der P. Rests kitt. VII. 34 ») macht aus ihm, doch uner- wiesen, einen Schüler von Pramante. Grrley (Ulstor), ok Lngraving) führt, als nach ihm gestochen, zwey Blätter an, deren eines vier Tanzende, das andere vier auf Instrumenten spielende Liebesgötter auf dunkelm Grund darstellt, und mit: v. k. bezeichnet sind. Nach Grtlep soll nämlich das V. invenit (?) bedeuten. Die Figuren dieser Blätter (heißt es bey Brullior) sind verständig gezeichnet, und mit leichter und zarter Nadel in Strichen, die sich nur einmal kreuzen, geätzt, was Alles von einer geschickten Hand zeuget. Auch Lo- mazzo und Lamo sprechen von einem Künstler dieses Namens. Ob aber von dem Unsrigen, scheint uns noch zweifelhaft zu seyn. Alroinonre (Andreas), erscheint 1768 als Kaiserlicher Ingenieur, und dann in dem K- K. Sraars- und Grandeskal. Wien 1768 als damaliger Hoftheatralzeichner zu Wien. Wir kennen von ihm ein in 4°. leicht radirtes Blatt, was bey alle dem doch der Härten halben, die es an sich tragt, auf eine noch nicht rou- tinirte Behandlung der Nadel schließen läßt. Dasselbe ist nach Dav. Tenicrs (xinx. » 653 ) gefertigt, stellt Abraham vor, der den Widder opfert und seinen Sohn Jsaak beten läßt, und ist bezeichnet: Ingr. (Ingenieur) clel. et Inei. Nach des Andreas Zeichnung hat auch I. A. Schmuzer eine H. Familie des Luc. Giordano in quer 4°. gestochen. — — oder Attomonre (Anton), der von prenner bey seinem in 1728 erschienenen Werke über die Wiener, Galerie als Stecher mitgebraucht wurde, heißt bey Heinecke (vict.) Andreas A. Einer unserer Freunde glaubt (wir denken irrig), daß diese Beyde Eine Person sey könnten. — — (Bartholomäus). Im Suppl. fallt das * vor seinem Namen weg. Sein beschrieben: „Auf demselben erscheint Christus entkleidet und mit der Dornenkrone vor dem San- hedrin, in welchem Kaiphas und Pilatus den Vorsitz führen. Jeder der Richter Hot vor sich ein Schild, worauf sein Name und sein Votum über den Angeklagten steht. In der Mitte des untern Theils findet sich der Länge nach der Urtheilsspruch des PilakuS; und darunter die Worte: lloa esc ere. (wie oben). Der Name des Verlegers (Vversdt / heißt es hier) kann auf die Zeit führen, in welcher dies Blatt gestochen ist". In unserm Suppl. heißt p. Vveradt, ohne Weiteres, ein alter Kunstvcrleger zu Kdlln, bey dem man viel Heiligenbilder fand; und eben so Johann Auschc- macher (nach Heinecke) ganz kurz ein Kunsthändler, der, neben Anderm, eine Anbetung der Kdnige, nach Jul. Clovius, verlegte. Allein das eigentliche Zeitalter von beyden bleibt unbemerkt. (>) Dort, oder vielmehr zu Mvndragone existiern noch die Originale. I. 28 110 A l t o m o n t e. Altorfer. eigenhändig gemaltes Bildniß sah man um 1780 in der Grast. Firmian'schen Sammlung von Malerbildnissen auf dem Schlosse Leopolds- krön bey Salzburg. ^ Altomonre (Martin)/ geb. zu Neapel. Auch sein selbst gefertigtes Bildniß findet sich in der nur erwähnten Firmian'schen Sammlung. In Deutschland besitzt von ihm in Galerien einzig diejenige zu W»en eine Susanna im Bade/ auf Leinwand (4^ 1" hoch / 3 ^ 4 " br.) ganze / zwey Drittheil lebensgroße Figuren. Sonst trifft man von seinen Arbeiten zu Wien in der Peterskirche und in der Kirche Mariä Heimsuchung (hier die Altarblätter der beyden Seitenaltäre); in der Stiftskirche zu Wilhering im Lande ob der Ens (das Hochaltar- und noch 7 andre Altarblatter); in der Sommerabtey der Abtey Kremsmünster (die lebensgroßen Bildnisse der Kaiser aus dem Stamme Habsburg) u. s. f. an. Eben so besitzt die ehemalige Theatinerkirche in der kleinern Residenzstadt Prag einen St. Andreas Avellinus/ und einen St. Philipp Neri. Dlabacz. Gestochen nach ihm sind: Ein St. Joseph, Halbsigur mit dem Kinde Jesu, von I. Sperling; dann das Bildniß des Grafen Ludwig von Sinzendorf, von G. A. Müller, und die Zierathen zu dem von Meytens gemalten der Kaiserin Maria Theresia, von Ebendemselben. Alton (E. d'). Ein solcher gab 1810—1816 zu Weimar ein Prachtwerk über die Naturgeschichte des Pferdes, wovon der erste Theil: Das Pferd und seine verschiedenen Rassen, mit »6 Kupfertafeln, der zweyte: Die Anatomie des Pferdes, mit s 5 Tafeln, das Ganze mit 25 Dogen Text, Royalfol. behandelte. Verfasser, Zeichner und Kupferstecher sind bey diesem Werke Eine Person ('). Die Görring. Anzeigen 1818 St. 68 machen davon ein großes Lob, und heißt es dort, neben Andern,: „Die Kupfer des ersten Theils sind, die ersten zwey englischen Wettrenner ausgenommen, meistens nach dem Leben gezeichnet, und wahre Meisterblätter. Die Pferde erscheinen fast alle in schönen ausdrucksvollen Stellungen, und seibst die Hintergründe sind so ausgearbeitet, daß sie den beßten englischen beykommen, und jedes Zimmer zieren können. Die Tafeln zum zweyten Theil sind zum Theil aus Stubb's Xnatow^ ok tlie Horse genommen; die Knochen sind so schön gearbeitet, daß wir uns nicht erinnern, etwas Vollkomm- neres dieser Art gesehen zu hnbcn. Die innern Theile des Pferdes sind nach des Verfassers eignen Untersuchungen ausgeführt". Und noch an einem andern Ort: „Alle Theile, selbst die Füsse, seyen in natürlicher Größe abgebildet''. Das Ganze erschien in sechs Lieferungen, deren jede 6 Thl. in Royalfol. und 7 Thl. in Jmpe- rialfol. kostete. Alton, (Johann), ein Baumeister von Florenz, welcher im Anfang des XVH. Jahrh, lebte. Das Haus Oestreich bediente sich seiner bey Festungsbauen. Deutscher Merkur Jahrg. 1783 2 jr Viertelj. S> 226. sl. H.^ Alrorfer oder Altdorfer (Albrecht). Nach von Männlich geb. 1470. Es scheint in der That wahrscheinlicher zu seyn, daß dieser Künstler zu Altdorf, einem Dorfe bey Landshut in Bayern, als hingegen zu Altdorf dem Hauptflecken des Kantons Ury in der Schweiz geboren sey (^), da nämlich eine solche Familie theils zu Lanshut selbst, theils in der Umgegend im XV. Jahrhundert ansäßig war, und man in den damaligen Bürgerregistern der ehemaligen Reichsstadt Regensburg findet, daß der Unsrige um idn nachdem er zuvor alle kleinern bürgerliche Aemter bekleidet hatte, daselbst innerer Rath und Baumeister geworden, endlich aber, ohne Kinder zu hinterlassen, dort gestorben sey ) Auch heißt er irgendwo: „Ein großer Pferdckenner, Reiter und Fahrer, der über ein halbes Leben im In- und Auslande in dem Studium seines Gegenstands zugebracht habe. (2) Wie Füßlt (denn doch freylich nach dem vielkundigen Vandravt) behauptet. (S) Ioubert sagt irrig ,578, statt -538. ( 4 ) Was hingegen z. D. in einem Aufsätze von Joseph Heller im Tüb- Runstbl. > 8 -- S 559 bezweifelt wird. (5) »Er malte" (sagt der H. pon Männlich) „im Geschmacke seiner Aeit, mit Geduld und Fleiß, ohne sich um die Einheit des Orts und der Zeit, und die Richtigkeit des Kostüms zu bekümmern". Bon ihm besitzen in Deutschland die Galerie zu Wien: Eine Geburt, magisch beleuchtetes Nacht, stück, mit vielen kleinen Figuren, und „sonderbaren Nebensachen", auf Holz 5" hoch, »' 2" br); dann eine Landschaft, mit einem großen Fichtenbaum in der Mitte, auf dessen Stamme deS Künstlers Name, und die Jahrszahl -552 geschrieben steht, auf Pergament auf Holz geklebt (>' 2" hoch, -o" br.). Dann die Galerie zu München: Die ganze Geschichte der keuschen Susanna, bis zur Strafe der beyden Alten, auf Einem z" 9'" hohen, und »' ,i" br. Bilde auf Holz , mit meisterhaftem Fleiß ausgeführt. Woher dann Fiorillo D. H- 4<>7—409 folgende umständliche Notiz gezogen hat, ist uns unbekannt. Sie lautet, wie folgt: „Ein Gemälde von Altdorfer, das die Franzosen der Angabe nach weggeführt hatten und in ihrem Museum aufstellten, soll ein wahres Wunderwerk seyn, vorzüglich wegen der Fülle, des Reichthums und Tiefsinns der Malerey und Dichtung und des kühnen ritterlichen Geistes, die darin herrschen, wenn auch die Figuren nur » bis 2" hoch sind. Es stellt den Sieg Alexanders des Großen über den Darius dar, aber freylich nicht in der antiken Manier und Naclmhmerey, sondern, so wie in den Gedichten des Mittelalters, als das höchste Abentheuer alten Rilierthums. Das Kostüm ist durchaus deutsch und ritterlich; Mann und Roß in Panzer und Eisen, vergoldete oder gestickte Wappencdcke, die Stacheln an der Stirn der Rosse, die blinkenden Lanzen und Bügel, die Mannichfaltigkeit der Waffen, dies alles bildet eine unbeschreibliche Pracht und Fülle. Nirgends ist Blut und Eckei, oder hin und wieder geworfene Glieder und Verzerrungen; nur im äußersten Dorgrunde» wenn man ihn sehr genau betrachtet, erblickt man unter den Füßen der von beyden Seiten grade auf einander einren- nenden Rilterschaaren, und den Hufen ihrer Streitrosse, mehrere Reihen von Leichen dicht zusammenliegen, wie in einem Grwebr; gleichsam der Grundteppich zu dieser Welt von Krieg und 111 A l t o r fe r. Stecher unter Därern. Die reichste Literatur seiner Blatter befindet sich in Heinecke's Dic- tionnair, wohl die richtigste aber bey Bartsch (keintre 6raveur) VIII. 42—8l. Vorderst von den gestochenen, deren er 96 benennt. Darunter 14 aus der heiligen-, » aus der Legenden- Meschichte, i 3 aus der Mythologie, 3 aus der römischen Geschichte, 20 Gattungsstücke und Erfindungen, 2 Darstellungen der Synagoge zu Regensburg, 2 Bildnisse, darunter Luthers, 9 Landschaften, 22 Goldschmiedöarbeiten, meist — Becher. Lauter kleine Blatter, die des bedeutendsten Inhalts gerade die kleinsten. Datirt sind die wenigsten, und zwar eines, das früheste bey Bartsch (diro. 53 ) der große Fähndrich rubricirt (2" 7"^ hoch, i" 7"^ br.) mit i 5 no, andre mit i 5 u 6 u. s. f. bis 1819. Einige werden als Copieen nach Marc Anton benannt. Unter diesen Stichen hält der wr'nklersche Gantkatalog für das Hauptblatt: Die auf Zinn gestochene Madonna in einer Landschaft, die das stehende Kind auf den Knieen hält('); dann für schön und sehr selten die nackte Frau, welche zwey Einsiedlern in der Wüste Früchte bringt; der eine deckt sich die Augen vor dieser — teuflischen Erscheinung. Das Licht - und Schattenspiel dieses Blattes soll von schöner Wirkung seyn, Altorfer. und im Hintergründe sich der Schwarzkunst nähern. Unter des Unsrigen Stichen befindet sich auch der von fast allen deutschen kleinen Meistern behandelte, aus Alberts von Eyb poetir scherPerle gezogene unsaubere Spaß, wo das durch Virgils Zauberey in ganz Rom erloschene Feuer wieder an einer Weibsperson angezündet wird. Hier sitzt diese auf einen Piedestal, und hält in der Rechten eine Art Scepter; das Feuer brennt ihr am Unterleib, und vor ihr erblickt man, nebst andern Personen, in Halbfigur einen Mann mit einer Lanterne, worin das Licht ausgegangen ist. Unter den gestochenen Blättern rühmt Sandra» noch eine Abigail, und wir hinwieder bemerken noch die beyden, welche die Synagoge zu Regensburg von Innen und Außen mit der christlichen Aufschrift darstellen: einno vni VXIX. juclaica katisbouL zustc» üei zu- ckicio kunclit, est (wohl kunclltus) eversa- Unter den bey Bartsch verzeichneten Holzschnitten von Airorfer stehen die 4 « Blätter, Geschichte von dem Fall und der Erlösung des Menschen, oben an (2" 8"< hoch, 1" 9"'br.) S). Dann 24 andre, alle geistlichen Inhalts, mit der Ausnahme von vieren, welche das Urtheil des Paris, die Fabel von Pyramus und Thisbe(^), Waffen, von glänzendem Eisen und noch hellerem Ruhm und Ritterthum. Eine kleine Welt ist es in der Thar, auf wenigen Quadratfußen; unzählig und unermeßlich sind die Heerschaaren, welche von allen Seiten gegen einander strömen, und auch die Aussicht im Hintergründe führt in's ganz Unermeßliche. Es ist das Weltmeer, mit einer historischen Unrichtigkeit, wenn man will, die aber doch eine sehr bedeutende und wahre Allegorie enthält. Das Weltmeer also, hohe Felsenreihen, eine Klippeninsel dazwischen, ferne Kriegsschiffe und ganze Schaaren von Schiffen; links dann der untergehende Mond, rechts die aufgehende Sonne; ein eben so deutliches als großes Sinnbilder dargestellten Geschichte. Die Kriegsschaaren sind übrigens in Reih und Glied geordnet, ganz ohne alle die wunderbaren Stellungen und Gegensätze und Verzerrungen, welche man sonst in den sogenannten Schlochtstücken findet; wie wäre dies auch möglich bey dem unermeßlichen Reichthum von Figuren? ES ist das Grade, Strenge, oder, wenn man will, Steife deS alten Styls. Charakter und Ausführung dagegen ist in den kleinen Figuren so wunderbar, daß ein Dürer sich derselben nicht zu schämen hätte. Die Gründlichkeit der Arbeit in diesem Gemälde, wiewohl dasselbe nicht wenig gelitten zu haben scheint, ist so, wie sie nur aus Bildern aus dem hohen Style der altdeutschen Schule gefunden wird. Und welche Mannichfnltigkeit, welcher Ausdruck nicht bloß im Charakter der einzelnen Krieger, Ritter, sondern in den ganzen Schaaren selbst; hier ergießt sich eine Reihe von schwarzen Bogenschützen mit der Wuth eines schwellenden Stromes vom Berge herab, und immer andre und noch andre drängen sich nach; auf der andern Seile hoch oben am Felsen sieht man einen zerstreuten Haufen von schon Fliehenden in einem Hohlwege umwenden; man sieht nichts von ihnen als ihre Helme, die in der Sonne wiederscheinen; und doch ist alles selbst in dieser Ferne so deutlich. Die Entscheidung und der Brennpunkt des Ganzen tritt auS der Mitte weit glänzend hervor. Alexander und Darius, beyde in ganz gvldner Rüstung strahlend; Alexander auf dem BucephaluS mit eingelegter Lanze allen den Seinjgen weit zuvoreilend, und auf den fliehenden Darius eindringend, dessen Wagenführer schon auf die weißen Rosse gefallen ist, und der sich mit der Betrübniß eines besiegten Königs nach seinem Sieger umschaut. Man trete so weit von dem Bilde, daß alles andre nicht mehr zu erkennen ist, so tritt diese Gruppe noch ganz deutlich hervor und ergreift daö Gemüth mit der innigsten Rührung." — Dieses Bild erscheint noch im alten Katalog der Galerie zu Gchleisheim (-775), als 4^ ,1" hoch, z' 8" br. auf Holz gemalt; im neuen Katalog hingegen nicht mehr. Dagegen besitzt diese Galerie gegenwärtig von dem Unsrigen noch fünf Bilder: Maria mit dem Kind in einer Glorie (2' 5" hoch, 4^ br.); Christus beurlaubt sich vor seinem Leiden von Mutter und Freunden (,< 2'' 3 '" hoch, io" 8'" br.); die Apostel scheiden sich, um das Evangelium zu predigen 5" 6'" hoch, 1' br.); St. Stephan steht vor den Hohenpriestern, und Ebenderselbe, nebst andern Heiligen, zum Tode geführt (jedes 2' 7" hoch, 2' 9'" br.); auf der Rückseite deS letztem eine Mater Dolorosa. (,) Wir können bey Bartsch dies Blatt einzig in Nro. 17, und um so viel mehr erkennen, da solches unter den Madonnen noch das größeste Maaß (6" Höhe, 4" z"' Breite) hält. Dort hält das Kind noch die Rechte, wie zum Segen erhoben. Von der Landschaft wird nichts gesprochen; eben so wenig, daß es auf Zinn gestochen sey. Der Urtheile über Kunstwerth der einzelnen Blätter - des Unsrigen giebt es keine. Bey Hrlneeke findet es sich noch unkenntlicher S. »79, da dieser Kunstrichter sonst auf Herrlichkeiten, wie ein Blatt auf — Hinn, besonders begierig ist. (2) Unter denselben (ö§ro. 5) St. Joachim, der unter der H. Pforte St. Anne, Marien's Mutter, umhals't. Ein ähnliches Werk, welches 1604, wir glauben in der Schweiz, unter dem in jeder Rücksicht irrigen und trüglichen Titel: Icones saerse 40. in 58 Blättern mit A. Monogramm erschienen war, hält Heinecke zum Theil für bloße Copieen der unsrigen. Von §üßli wird der Ausdruck der Affekten in diesen Blättern besonders gerühmt. Der Minklersche Gantkatalog nennt dann noch eine andre solche Sammlung von 27 Blättern in roth Camayeu abgedruckt, von schöner Wirkung, aber auch von höchster Seltenheit. ( 3 ) Eben dieser Gegenstand findet sich auch, in kleinerm Maßstabe, unter den gestochenen Blättern. einen stehenden Fähndrich (') in einer Landschaft, und einen jungen Mann darstellen, welcher, ebenfalls im Grünen, einer jungen rau den Arm um den Hals schlingt; sein ferd steht von Ferne, an einen Baum gebunden. Fast alle diese Blätter sind, jene Geschichte vom Fall u. s. f. ausgenommen, von größerm Format, als die gestochenen. Eines derselben, in vierfarbigtem Helldunkel, von Barrsch rubricirl: „Die schöne Jungfrau von Regensburg", nach einem Bilde, das sich vormals in dortiger Hauptkirche befand, mit der dreymal wiederholten Unterschrift : Ganntz schön bist» mein Freundren, und ein Makel ist nir in dir, hält i2" lss" in die Höhe, und 9" in die Breite. Warum der H. von Männlich einen (ungenannten) Holzschnitt von unserm Künstler, den Er besitze, eine Seltenheit heißt, ist uns unverständlich. Heinecke (Dlotionn.) bemerkt Mannigfaltiges über die Monogrammate unsers Künstlers, und namentlich, daß eines derselben von Christ irrig auch Aldegrevern zugeschrieben werde. Noch theilt uns einer unsrer Freunde über Alrorfern folgendes mit: Eine Stelle des Lex. über ihn ist, wie folgt, zu bessern: „Man findet nach Äirorfer eine Folge sehr kleiner Holzschnitte aus dem Leben Christi, die«. l. 1604 in einem Buche abgedruckt, aber unrichtig dem Albr.^Dürer beygelegt wurden; dieses Buch ist betMlt: Icones saorse. Rune primum e tenedris in luecm ecliiae. 4 "- (Das Exemplar, gemäß welchem ich das Lex. berichtige, besitzt die Göttinger Bibliothek). Barrsch spricht davon VIII. 70. — Gürle's Runst in Bupfer zu stechen. Nürnberg und Alrdvrf 1790. 8". S -52 nennt ihn kurzweg einen Formschneider von 1498, der ,5 Blätter aus der Offenbahrung Johannis geschnitten habe, welche >4g8 zum ersten- und > 5 n zum andernmale erschienen wären. Diese Angaben sind gänzlich falsch, und jene Blatter gehören nicht ihm, sondern dem Alb Dürer zu. In der königl. Sammlung zu Berlin (puhlmann Beschreib, derselben 1790 S. 67) steht man eines seiner Gemälde auf Holz ( V 5 " hoch, V br.); es stellt einen Cardinal in einem rothsammtnen Pelze dar, und alle Knöpfe der Kleidung sind mir des Malers Namen (eher wohl Monogramme?) bezeichnet. Man merkt diesem Bildnisse, wie puhlmann sagt, die Aehnlichkeit an; auch ist es fleißig gemalt, wahr kolorirt und überhaupt in der Manier Dürers behandelt. — Ein mit seinem Monogramme versehenes, schön auf Holz gemaltes Altarblatt mit der Kreuzigung Christi, wird an dem Nebenaltare der Mittagsseite in der Gottesacker-Kirche St. Johannis in Nürnberg getroffen- Dorischer Christen Freydhöfe Gedächtniß. Nürnberg 1682. 4°- S- 799 - — In der ehemaligen Ambras'er-Sammlung zu Wien befindet sich etneMaria von dem Unsrtgen. Priinis- ser. — Eine vollständige Sammt, seiner abgedruckten Blätter, so wie auch Handzeichnungen von ihm, soll die Rathsbibliothek zu Regensburg in einem Volumen aufbewahren, was betitelt ist: „Albrecht Altdärfers eigenhändige Kunstriß, Holz- schniede und Kupferstücke, gesammelt, und Einem Edlen Rath überreicht durch Georg peuchel. Im Jahr Christi i 657 ". Fol. — Das handschriftliche Verzeichniß der Sammlung Paul Behainr's jun von 1618, rubricirt von dem Meister der sich mit L. und auch mit 6. I. und L. H. angiebt (Barrsch IX. 532 ) »5 Kupfer in 8". das Leben der Mariä darstellend, nach A. Altorfer. Barrsch zeigt weder die Originale (in sofern solche übrigens aus Kupferstichen oder Holzschnitten bestehen) unter dem Werke Alrorfers, noch die Copieen unter dem des Meisters ll. rc- an." Brullior giebt an ein Duzend verschiedener Monogramme Alrorfers an, und nennt eine Menge Blätter, welche Barrsch theils nicht gekannt, theils (nach seiner Behauptung irrig) Andern zugeschrieben habe. Dieselben befinden sich, nebst so viel Andcrin von dem Unsrigen, auf der Bibliothek zu München in einem Con- volut, welches zum, Titel führt: „Albrecht Alrorfers, hochberühmten Malers, Bürgers und des innern Raths der freyen kaiserlichen Reichsstadt Regensburg eigenhändige u. s. f. wie oben; nur daß Brullior das Datum von i 65 r angiebt. sii>4 Alrzenbach, s. Alzenbach im Suppl. und unten. Alu (Nikolaus), hat zu: I 7 Dsoroiric» aca- ileniioo cli pica In Parma 1688 quer 4°. nicht allein das allegorische Titclkupfer nach Ferdin. Bibtena, sondern auch die zum Texte gehörigen Blätter nach P. Bernouil gestochen. Alvareda (Raphael de), ein spanischer Maler aus der ersten Hälfte des XVll. Jahrh, der uns indessen einzig aus dem Rechtshandel bekannt ist, den er nebst andern Künstlern (1(126) gegen den Einnehmer der Alcabala gewann, der von einem an einen Fremden verkauften Bilde den Zoll gefordert hatte. sli.^ Alvares oder Alvarez ( ), der neue spanische Bildhauer, lebte noch in Rom 1822 (2). Seine im Supplement erwähnte Gruppe des Ganymed mit Jupiter kam späterhin in Besitz der Akademie Sän Fernando zu Madrid. Rehfue's Spanien I. l 54 glaubte schon r8iZ, daß dieser junge Künstler dereinst die Ehre seines Vaterlands in Rücksicht auf Sculptur würde retten können. Auf ähnliche Weise gedenkt seiner Fiorillo IV. 435. Und ein kenntnißreicher Augenzeuge bemerkt uns, daß das Grupp eines jungen Spaniers der das Leben seines Vaters im Treffen durch Aufopferung des seinigen rettet, mit dessen Vollendung in Marmor er noch 1822 beschäftigt war, nichts zu wünschen übrig lasse. Da sein Ganymed sich schon von i 8 v 4 datirt, so muß er nun wohl über Vierzige zählen. Alvarez (Franz und Juan), zwey spanische Künstler des XVl. Jahrh, in Gold- und Sil- verarbeiten. Ein Meisterstück des erstem ist die Custodia in der Kirche St. Maria zu Madrid, welche Ponz im V. Lhl.,seiner VisM beschreibt. Von Juan wird gerühmt, daß derselbe die Architektur der Alten bey seinen Arbeiten zum Muster genommen habe. FioriHo IV. i 56 . (>) Iwey solche finden sich auch unter den Stichen, aber ebenfalls von kleinerm Maße, wenn schon oben eines: Der große Fähndrich (in Vergleichung mit einem noch kleinern) heißt- l») Im Tüb. Runstbl. - 8 »> S- 90 wird von ihm. nach I. A. Lorente, gesprochen, als ob er, nebst drey andern spanischen Bildhauern, erst kürzlich nach Rom gereist sey, um sich in seiner Kunst zu vervollkommnen. 113 Alvare z. Aivare; (Johann), s. Juan in den Zusätzen. — — (Lorenz), ein spanischer Maler, Schüler des B. Carducho, der sich >65/ zu Murcia niederließ, wo man seine Hauptwerke antrifft. Fiorillo IV. 221. ,— — ein Spanier, malte 1812 zu Rom für ein Zimmer in Friesen: Den Traum des Achilles, dem der Schatten des Patroklus erscheint; den Traum des Cicero, der die römische Jugend zum Tempel des Friedens ziehen, und den August die Thüren des Tempels schließen sieht; und Leonidas, der seine Begleiter zum Tode für's Vaterland aufruft. Der Künstler hatte die Absicht, in jenem ältesten Style der griechischen Sculptur zu arbeiten, der noch vor der Zeit des Perikles herrschte, und in den Basreliefs am Tempel des Theseus angetroffen wird. M. BI. 1812 1016. IJIJ Alvaro (Johann). Das nach ihm gestochene Blatt datirt sich von 172a. ^0. II. 11.^ Ulfen (Eusebius Johann), welcher im Lex. s. v. Alf ohne Taufnamen, und in dem Supl. s. v. AIpben erscheint. Von ihm sagte der bekannte dänische Miniaturmaler Corn. Hoyer, der 176-s zu Parts seine Bekanntschaft machte, daß die Arbeiten keines andern Meisters einen solchen Eindruck auf ihn gemacht hatten, wie die des unsrigen: Er wäre einer der größten Künstler in der Miniatur, dem Email und dem Pastell; seine Ausarbeitung (touobe) sey kühn und voller Geist; das Brillante seiner Farben wäre wunderschön; vollkommen habe er das Beingerust eines Kopfes gekannt, und das Ganze nie unter dem kleinsten Detail gelitten. Ls8ai bistoi-igu«- 8uu les art5 en IlopeubgAue 1778 I>. -3o. In der Sammlung von I. M. Birkeustock, die zu Wien r8in versteigert wurde, fanden sich sechse seiner Miniaturen; nämlich vier Bildnisse, darunter das seines Vaters und das der Kaiserin Maria Theresia; sodann ein singendes Frauenzimmer mit den Noten in der Hand, und endlich drey spielende Kinder. (4. II.^I Alverochius (Andreas). Dergestalt nennt ^ivius, in seiner deutschen Ueber- setzung des Vitruv, den Andreas del ver- rocchio des Lex. und Suppl. Alvisettl (Jul.), ein italienischer Baumeister neuester Zeit, gab, in Gemeinschaft mit einem andern seiner Kunstgenossen, /. pizza- gaUi, und dem Maler h">: »Jene Richtung auf die Ideen der Anmuth und Zartheit, welche etwas später auch Perugino befolgte, war bey Alunno schon seit 1466 sichtbar, wo er die Brüderschaftsfahne in der Kirche St. Maria Nuova zu Perugia malte, so wie nachher in andern Bildern, wie in St. Niccolo zu Foligno, (dessen schon unsre Zusätze gedenken), und in der Pfarrkirche zu Bastia, unweit Perugia." IJi.^1 Alzenbach (Gerhard), von welchem unter Wilh. Alzenbach im Suppl. die Rede ist. Gerhard, den man als Kupferstichverleger zu Cölln von 16! 2—1656 (wo er einen Prospekt der Marienkirche zu Aachen verlegte) antrifft, hatte einen sehr zahlreichen Verlag, wenn auch nicht von den ersten Künstlern. Nach Angaben mehrerer Kupferstichverzeichnisse arbeiteten nämlich für ihn: Wilhrlm Alzenbach, Will). Alzen- bach der jüngere, Gerh. Hustin, D. Altenburg, Mathis van Somer, Loessler der jüngere, Franz Brunn u. s. f. Der nach H. Watele gut in gr. Fol. gestochne und von Pet. kandry zu Paris verlegte Kopf des Lhaddeus, welcher zu einer Folge von Aposteln und dgl gehört, ist zwar mit O. so. bezeichnet; das Suppl. theilt jedoch dasselbe dem Wilh (Ouillaume) Alzenbach zu, so wie wir auch finden, daß außerdem der letztere gewöhnlich sich Süm/, zu schreiben pflegt. Uebrigens haben wir keine genauere Versicherung, daß Gerhard selbst Kupferstecher gewesen sey, wenn gleich viele Blatter sein exvud. ohne Angabe eines Stechers tragen. Dann erscheint auch ein G- Al- yenbach jünger, als Kupferstichverleger zu Cölln. — — (Wilhelm), Vater und Sohn. Verschiedene Kupferstiche, die: (mit und ohne junior) 8vulp. bezeichnet und zum Theil für den Verlag des Gerh. Alzenbach gestochen wurden, haben einiges Verdienst. Aus dem Verlage eines der beyden Wilhelme kennen wir nur eine Maria Magdalena, in einer Einfassung mit Blumen eingedruckt, welche letztre bezeichnet ist: I. Vou8- 5^n dekin., 6. 6. (oder 6. 6.) 8ticb soulp. (II-4 Alzius (Elias), eigentlich Elias Air, Bürger und Maler zu Herrenberg, unfern Tübingen, in der letzten Hälfte des XVI. Jahrh. Von ihm wurden nun zwar auf Befehl Herzog Ludwigs von Würtemberg die im Suppl. gedachten Bildnisse der Professoren zu Tübingen von 1577-ihgv gemalt; allein ein andrer Maler, Jakob Züberlein, zeichnete darauf dieselben für ' ^,5 7 ,1 '-E !. s-r" i :» "'v I. 29 A m a l t e o. 11^ Alzner. den Formschneider Jakob Leder-lein auf Birn- bäum, wie dies alles in dein Vorberichte von K. /L. 1msp; 5 g 5 (a. Ii. 96) besagt Wird. Zeich- nung und Holzschnitt sollen schlecht seyn. Maler, Zeichner und Holzschneider find darauf mit den Monogrammen ^l. (Hellas) A., , und ä. L.. bezeichnet. Moehsen. Alzner ( ). So soll ein Kupferstecher der neuern Zeit heißen, welcher, nach Sperb, das Bildniß des F. I. Nadermann gestochen habe. lVlelllolan. ^rllkex keeit steht auf einer Schaumünze des Leonellus Marchio (Ls- tensis vorriinus). Sie ist nach einer dergleichen des Pasinello, von diesem mailandischen Künstler kopiert worden, D. I. Dab. XU. n. 2. sl.^j Amadei (Stephan). Lanzi (Lä. ierr. ll. i 3 i) sagt von ihm kurz, daß er sich mehr auf den Styl der Florentiner seiner Zeit als auf den der bolognesischcn Schule gelenkt habe. Aniadio (Andreas), ein Venetianer. Inder ersten Hälfte des XV. Jahrh, brachte es derselbe in der Kunst des Pflanzenzeichnens so weit, daß nicht nur dessen Zeitgenossen, sondern setzt noch Kenner mit Bewunderung von seinen Arbeiten sprechen, pandolf ssolenucci schreibt davon: in ca llber est berdarius lanta arte se liiliAentia pietus, nt nalas pa^inis lllis 8ui8 derkas, non ekfi^latas erellas, und Mo- rellt (der »8io noch lebende vcnetianische Bibliothekar): 8ane tanta in Ü8 naturae aemu- latio lere uklgue est, nibil ut ei Proziius esuseernocli relius villeri pc>88it. Die Handschrift, in welche Amadio Pflanzen gemalt hak, führt zum Titel: leider cle 8im^>Iieibu8, und befindet sich zu Venedig. I. w. perersen im T«b. Morgenbl. i8rc> S. 671, welcher bemerkt: Man glaube gewöhnlich irrig, erst die neuern Zeiten hakten vortreffliche Pflanzenzeich- ner und Maler hervorgebracht. Amaint (Saint), ein französischer Maler in der letzten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, nach welchem, wie es irgendwo heißt, Morange zwey gefärbte Blätter in gr. Fol. in Kupfer brachte, betitelt: Idiotie et ^Vertlier, und: Kressenliment 6c L,o1otte. AN1 5 , und lebte noch ib88, was sonnt der Angabe des Lex. namhaft wi- dersvricht, und das in vorhergehenden Art. vermuthete Quid pro Quo über die Lebensdauer der beyden Bruder vollends wahrscheinlich macht. Rrdolfi glaubt irrig: Daß die drey mit i 556 datirten Bilder von Richtersprüchen Salomon's, Daniels und Trojans im Gerichkssaale zu Ce- neda nicht dem Unsrigen, sondern seinem berühmten Lehrer und Schwiegervater pordenone zugehören (H Uebrigens weiß man, daß pom- pouilis auf eine eigenthümliche Manier Anspruch machte; daß z. B. seine Schatten minder stark, sein Colorit fröhlicher, dann aber auch seine Ideen minder groß, als die des Pordenone waren- Im Notariatssaale zu Belluno sieht man von ihm fünf römische Geschichten, deren vasari und Ridolfi nicht gedenken. Auch haben weder diese beyden, noch Alton (^) die Nachrichten über das Leben und die Werke eines Künstlers nicht erschöpft, der, theils allein, theils mit Gehülfen, bis ins höchste Alter arbeitete Eines seiner vorzüglichsten Bilder indessen bleibt immerhin sein St. Franzisc in der ^Kirche dieses Namens zu Udine, und wird überhaupt für eines der doitigen schönsten Gemälde gehalten. In demselben, so wie bald in Allem, was er fertigte, erkennt man einen ausgezeichneten Schüler seines großen Meisters, der nicht nur, wie alle Venetianer, schön colorirte, sondern auch genauer zeichnete, als es diese gewöhnlich thaten. Dieser Ruhm gebührte auch lange Zeit seinen Nachfolgern; doch erreichte ihn keiner, als etwa, wie schon erwähnt, sein vorstehnder Bruder. Gestochen nach ihm kennen wir (wie in unsern Zusätzen) noch immerhin kein Blatt, als dasjenige von Zucchi, welches eines jener drey Bilder zu Caneda darstellt: Den schönen Zug nämlich aus dem Leben des Kaisers Trajan, der seinen Sohn an die Stelle des Sohns der Wittwe setzt, der unter den Hufen des Pferds des Prinzen sein Leben verlor. La-rrr L6. «err. m. 96. (>) Bey Renalbi (äell» picrura kHulsn»). <2) Aber weder der eine noch der andere ,6,8 wie es in unsern Zusätzen durch Druckfehler heißt. (z) Auf einem Gemälde zu Motta Terra im Trevischen ist er mit: Llorrss atvis er incola unterschrieben; was aber wahrscheinlich nichts weiter sagen will, als daß er auch dort verburgrechtet war. (4) A. Zucchi hat «S für die Sammlung von Louisa gestochen. Woher aber das 8ex. die Notiz geschöpft hat, daß auf diesem Blatte des Ponrponiue Lebensdauer von 28 I- ausgedrückt sey, ist unS unbekannt. (z) into^no »lla ril»
  • 8 > 5 ) sollte zu Wien eine neue Hofburg inner sechs Jahren erbauet werden. Einige wünschten der großen Kosten wegen Aufschub; andere fanden die Zeit gerade für die rechte, um so viel arme müßige Hände zu beschäftigen, die das End des Kriegs zu Mißgriffen führen konnte. Deffenrliche tJachr. sl. II .4 — — s. auch im Lex., in den Supplement, und unten Amann, und Amman. Am and (Jakob Franz), geb. 1780 Gaulr de Samt-Germain S. 270 zählt ihn unter diejenigen französischen Künstler, deren Arbeiten auf den Aufstellungen (die seinigen >765, 1766 u. >769) geschätzt wurden, die aber weiter auf den Geschmack ihrer Zeit keinen besondern Einfluß hatten. Der Katalog von Bassan Xro. 61 nennt von ihm zwey Zeichnungen: Tod des Ananias, und ein Gattungsblatt, beyde mit der Feder, mit Bistre ausgetuscht, und mit Weiß gehöht. Von ihm selbst geätzt kennt man eine Landschaft, und eine Frau, die ihrem Kind zu essen giebt. Nach ihm von P. Chenu: Die Werkstätte des berühmten Tischlers Jabot. sl. Ii.^j Amandus( ), Theatermaler zu Draunchweig, wo er in der letzte» Hälfte des XVlll. Jahrh. Dekorationen für das da- sige große Opernhaus malte. Ribbenrrop Beschreib, von Braunschrveig I. 20 l. Amann eigentlich Amman (Georg Adam), ein Steinmetz und Gärtner zu Nürnberg 1680. Trechsel's erneuertes Gedächtniß des Nürnberger - Johannis - Lirchhofs. S. 73». — — oder Amman (Hans), ein geschickter Baumeister zu Ulm, von dem sich in der Furtenbachischen Kunstkammer daselbst eine sehr gute Zeichnung vorfand, die den Ulmer-Münster samt dortigem Oelberge darstellte. Diese Zeichnung war auf einen pergamentnen Regalbogen, mit der Feder auf Kupferstichart schraffirt. wey ermann Nachr. von Gelehrten und Künstlern aus Ulm. sll.^j Amann oder Amman (Jeremias). Das >672 von ihm nach B. Hopfer gestochene Titelkupfer zu M. Zeiller's Itinerarlum 6er- maniae. Straßburg 1674 Fol. ist leidlich und wenigstens ungleich besser gerathen, als die Kupfer des andern Schafhaufer-Stechers Job. Amann. — — (Johann), ein Schweizer aus dem K. Bern, den man als einen der größten Mechaniker seiner Zeit benennt. Er zeigte >755 auf der Messe zu Leipzig ein Bortenwirkerstühlchen von 2n", auf dem ein dabey angebrachtes Echweizermädchen von >8" Höhe, des Tages 200 Ellen seidene Bänder nach sechs verschiedenen Mustern von solcher Oualität lieferte, daß sie von Menschenhänden nicht feiner gefertigt werden konnten. Sie wandte dabey Kopf und Augen, spielte einige Stücke auf Glocken u. s. f. Oben standen zwey kleine Figuren, welche die Seide wickelten und spulten, und ganz zu oberst war ein Bäumchen, auf dem vier Vögel mit Bewegung der Schnäbel sieben Lieder sangen. Ferner sah man bey ihm eine Kutsche von 3 ^ Länge, welche mit Pferden bespannt war, die im Laufen natürlich sich bewegten; gebot man aber, so hielt der Kutscher die Pferde an, und es stiegen ein Herr nebst Dame aus der Kutsche, die ihr Komplimente machten, als plötzlich ein Husar mit einer Pistole sich sehen läßt, worauf beyde wieder in die Kutsche steigen, die der Kutscher verschließt, sich aufsetzt und eiligst davon fährt, während dem der Husar ihnen einen Pistolenschuß nachschickt u. s. f. Der L e > p z i g e r - Annaltste Jahrg. >755 S- 870. sll.^I — — (Johann) der Jüngere. Hei- necke I. 230 nennt ihn Ammon, und führt von ihm einige Bildnisse an; ein Verzeichniß meines sei. Vaters weit mehrere, meist Zürcher- und Bernersche Etandspersonen, Geistliche u. s. f. So z. B. alle vörderste Pfarrherre» von Der», Basel und Schaffhausen von den Zeiten der Glaubensverbesserung an bis auf das Re- formations-Jubiläum >7>8. Jede Reihe auf Einem Blatt, somit sauberes Zeug, wie man sich's denken kann. Auf dem, was wir von diesem Manne sahn, schreibt er stets sich: Joh. Amman so. Loaplius. (ohne zunior). — — eigentlich Amman (Johann Daniel), der Sohn eines Handelsmannes aus Schaff- hausen, geb. zu Nürnberg > 7 > 4 - Er lernte die Goldschmiedskunst und die getriebene Arbeit; Preißler mußte ihn im Zeichnen unterrichten. Amman üble die Kunst bis um > 74 «, folgte sodann aber seinem Hange zu den Wissenschaften, und lebte noch >788 als Pfarrer zu Kämenthal in der Schweiz. rJo pirsch Fortsetzung von wiil's r(lürnb Gelehrrenlex. — — (Johann Heinrich). Nach einem solchen hat Conrad Meyer von Zürich eine Ansicht der Stadt Schaffhausen gestochen. Ob er nicht etwa mit dem Jeremias Amann unsrer Zusätze (für den borkigen Johann den Jüngern ist er zu alt) Eine Person seyn dürfte? — — oder Amman (Joseph). Landgeo- meter des Hochstifts Augsburg >799. Sraars- und Adreßhandbuch des schw äbischen Greises auf >799. B. I- Ulm. Dergl. auch unten I. Ä. Amann. sl. 11.^ — — (Jost), nach Füßli, richtiger als es das Lex.' hat, geb. > 53 g und gest. > 5 g> zu Nürnberg. Seinem Bürgerrechte zu (,) Auch «ine Schwester von ihr, war ebenfalls an einen Künstler, Sebastian Seccante, vermählt. 116 A m a n >i. A m a n n. Zürich entsagte er erst 1677 ungeachtet er schon i 56 o nach Nürnberg zog. Hier übte er sich auch im Glasnialen ('). Gandrarr bemerkt: Georg Reller, eingeschickter Maler von Frankfurt am Mai», habe ihm erzählt, daß wahrend der vierjährigen Lehrzeit, die er bey Amann in Nürnberg zugebracht, dieser so viele Zeichnungen gefertigt habe, daß man damit einen geräumigen Leiterwagen hätte füllen können. Die reichhaltigste Literatur seiner Werke befindet sich ohne Zweifel bey Hemecke (viot.), aber wohl die weit richtigere bey Barrsch (fieinir. 6iav. IX. 35 t— 38 Z). Dieser letztre, welcher den Unsrigen ebenfalls für ein großes Genie hält, glaubt einerseits, daß mehrere ihm zugeschriebene Etz- arbeiten Stephan Hermanns seyn dürften, dessen Nadel der seinigen ziemlich ähnlich war, und behauptet anderseits, daß Amann durchaus nichts selbst in Äolz geschnitten, dagegen aber unermeßlich viel für Holzschneider gezeichnet habe, die dann zum öftern ihren Namen dem seinigen beygesetzt. Hierauf giebt er das Verzeichniß: I. Der geätzten und gestochenen Blätter desselben; und zwar Der ganzen Folgen: «) Der zwölf berühmtesten Frauen des alten Bundes (2). Z, 2" hoch, 2" 2"/ breit. Geatzt. 2) Die Geschichte der Apokalypse, zwölf Blatter, aus dem beygefügten Monogramm zu schließen, nach Gcrard P. von Gröningen. Geätzt. 3 ) Die zwölf Monathe, unter männlichen Figuren von verschiedenen Ständen vorgestellt. 3 " 3 ", hoch, 2" 5 "' br. Geätzt. 4 ) Eben dieselben, in Darstellung verschiedener Jahrsgeschäfte, sehr reich an kleinen Fi- gürchen. Jedes macht das Segment eines Zirkels, und alle zusammen den ganzen aus. Hoch 2" 5 ",, breit oben, von einer Ecke zur andern (?) 9" 9"', unten 8" 8—ia'". Gestochen. 5 ) Die fünf Sinne, unter der Gestalt weiblicher Figuren. Ein sechstes, oder vielmehr erstes Blatt stellt die vier Elemente unter der^ Gestalt von Thieren vor. Die diese Blätter umzingelnden Zierrathen scheinen von Stephan Hermann zu seyn, und alle Stücke sind wenigstens mit dessen exo. und der Iahrszahl i 586 bezeichnet. 3 " hoch, 2" 3 '" br. Geätzt. 6) Acht geistreich geätzte Blätter, mit Figuren von Kriegern «drey bis viere auf einem Blatt) in verschiedenen Stellungen, und mannigfaltig costumirt, mit gleichem exc. und der Jahrszahl 1690 bezeichnet. 4 " 6-8"' br., 2" 2" hoch. 7) Fünf Blätterst): Die Duellisten, Maler, Goldschmiede, Bildhauer, Hufschmiede, alle mit Waffen ihrer Handwerks-Instrumente lustig versehen ( 3 " br., 2" i'" hoch). Geätzt. 8) Acht Blätter Jagden ( 5 " 8'" br., i" 7—8"' hoch). 9 ) Achtzig Bildnisse der Fürsten von Bayern und ihrer Gemahlinen (7" 3 — 4 '" hoch, 5 " 4 - 5 '" brH Geätzt. iv) Bildnisse der Könige von Frankreich, von Pharamond bis auf Heinrich III. 62 Dl. (darunter 2« von virg. Sons), mit dem Titel: i-eKum l'l'aneoi-uln om- nium eto. OaelLloribu8 diorik. et H^urino. 4"- KorlkerAse 1676. ( 4 " 5 '" hoch, 2" n'" br.) ( 4 -. 11) kerspectiva oorporum reAnlarium. D-, eine Fürweisung, wie die fünf regulirten Körper, darvon Plato in Timäo und Euclides in sein Elementis schreibt rc. durch einen sonderlichen, neuen, behenden und gerechten Weg, der vor nie in Gebrauch ist gesehen worden, gar künstlich in die Perspektive! gebracht rc. rc- durch Wenzeln Iamitzer, Bürger und Goldschmid in Nürnberg - 568 . 5 o von dem Unsrigen, nach Jamitzer's Zeichnungen geätzte Blätter. (9" 4-?/" hoch, 6" 4—6'" br.). ^ 12) Fünfzehn Blätter mit Lruppenmärschen, Lagern und Schlachten zu Land und Wasser, wovon indessen nur sechse Amanns Chiffer tragen, und nur eines (mit 1672) datirt ist. (i 3 " ic>'" hoch, 9" 8'" br.). L- Von einzelnen Blättern, theils gestochen, theils geätzt, i 3 ; darunter die Bildnisse des in der parisischen Bluthochzeitnacht ( 24. Aug 1672) ermordeten Admirals Caspars von Coligni, des (1076) 8r Jahr alten Dichters Hans Sachs, des (1679) 12 Jahr alten Buchhändlers Siegm. Feyerabend. Also zusammen 266 theils gestochene, theils (meist) geätzte -Blätter. II. Don den Holzschnitten nach den Zeichnungen des Unsrigen, giebt Barrsch substanzlich ff. Notiz. Von ganzen Folgen: 1) Biblia, d. i. die ganze H. Schrift D. Martin Luther. Fol- Franks, am Main i 565 durch Georg Raben, Sigismund Feyerabend und Weyg. Hanen Erben. Bartsch nennt die Anzahl der Holzstöcke zu dieser Bibel nicht, sondern bemerkt nur, daß sie sehr artig gezeichnet seyen, (die mehrern wahrscheinlich von dem Unsrigen) und daß solche 5 "^ 8"' Breite zu 4" 1'" Höhe halten (§). 2) Künstliche und wohlgerissene Figuren der fürnehmsten Evangelien durchs ganze Jahr sammt der Passion und zwölf Aposteln rc. Durch Iost Amman, Bürgern zu Nürnberg. 4 °. Franks. am Mayn 1679- Durch Peter Fabricius, auf Kosten Siegmund Feyerabend 78 Bl. ( 3 " br., 2" 3 "' hoch) (^-. (>) Aus seinem und Albe. Altorfers Beyspiel (wenn letztrer je ebenfalls ein Schweizer war) erhellet, daß man damals in der Schweiz sein Glück noch wenig mir der Kunst gemacht. (-) Jede mit einem Epitheton: Judith heißr die Meffig (Metze). (z) Heineeke spricht von (4) Heineeke nennt diejenigen vor Amann geätzt, Solls seine hingegen gestochen. ( 5 ) Heineeke gedenkt dieses Werkes nicht, wohl aber eines andern ähnlichen (ob geschnitten oder gestochen, wird nicht gesagt), mit dem Titel: 15'Auriv,, picroris absolulissimi Liblicae kigurse säclita di-evi explicsrione ßermanicis r^-tllinis at, llcnrlco Petra liel-enstoclt IsciK. kraoeos. 1571. Ebenfalls ohne Anzeige der Kupfcrzahl, auch ohne Bemerkung des Formates. ( 6 ) Ueberhaupt scheint der Unsrige zu Nürnberg fast ganz in Feyerabends Diensten gestanden zu seyn. Auch dieses Werks gedenkt Heineeke nicht. A ni a n n. Amann. 117 Die wenigsten tragen Amanns Monogramm, und alle übrigen gar keines. 3) Icones Istvianse, praecipuas Romsno- norum Hisloriss mgAno urtillcic» 2 ci vivum cxpress»s representantes, succinc- lis versibus iilustratnc per kdil. 1>oni- eerum. 75 Bi. (5" 7'" br., 4" hoch). 1572 65 Bl- alle mit des Unsrigen Monogramm. Früher noch sollen sie zu einem i 568 zu Frankfurt erschienenen lateinischen Livius in Fol. gebraucht, und sodann erst späterhin besonders abgedruckt worden seyn ('). 4 ) Kunstbüchlein, darinnen neben Fürbildung vieler geistlicher und weltlicher Standes- Personen, sodann auch der türkischen Kaiser rc., auch die sieben — Planeten, zehen Alter, Rittmeister rc., Reiterey und Conr trafaktur der Pferde, allerley Turnier, Fechten, und dann etliche Helm und Helmbecken begriffen, auf das Zierlichste rc. gerissen durch weiland den fürtrefflichen rc. Iost Ammon von Nürnberg. 4 °. Franks, am Mayn 1599. Durch Romanum Bea- tum, in Verlag Johann Feyerabends- 289 Bl. ( 2 ). Nur 12 tragen des Unsrigen Chif- fer; von den übrigen einige (28) diejenigen der Holzschneider. 5 ) Slrtliche und kunstreiche Figuren zu der Reiterey sammt ihrem musterhaften Geschmuck, dergleichen nie ausgangen (^). Jetzt erst durch den kunstreichen Joft Ammon, wohnhaft zu Nürnberg, gerissen. Frankfurt am Mayn, in Verlegung Sigmund Feyerabend i 584 92 Bl. Späterhin (1599) wurden solche neuerdings abgedruckt, und einer (oben nicht bemerkten) Ausgabe der Iconum L-ivian. (wir denken der Straßburger) einverleibt. 6) DierL totius komanse ecclesine subjecti, scu pontiflciorurn orckinurn omniurn utriusgue scxus, Kabitus (die Hauptsache!) nrtlflcioslszlmis si^uris, czulhus kraue. lVleflii siu^ula ociostieda asjecta sunt, nuno primum a /oüloco cx- pressi etc. krancok. snmpl. 8iA. ke^er- ubeuelii. 4°. ,585 (^). Alle ( 103 ) Blatter < 3 " 2"' hoch, 2" 3 "/ br.) sind unbe- zeichnet. 7) 6^uaeceuui, s. Idcatrum lVlulierum, iu guo prnecipuarum omnium per Luro- pam inprimis nalionurn etc. cujuscun- ^ue UiAnitalis, orflinis, Status, coucli- tionis, aeiatis, xrokessiouis soemiueos liaditus viäeri est. ^rtlüciosissimis nune primum ÜAuris, negue usguam anteUac pari elc^antia eciitis, expressos 2 ^»ra/ro etc. krancok. iuipensis 8i§. ke^crabenelii. 4°. -586 122 Bl. ( 3 " 2"' hoch, 2" 2"/ br.) ohne Chif- fern (2). 8) omnium illiberalium mecliani- carum aut sellentarini um artium Aeuera continens. ker Harlm. 8ekioppcrum. kraneok. nflNoenum. 8°. l 568 ap. 6ec>rA. Oorvinum, impens. 8iZm. ke^erabenck. i 3 o Bl. (2'^ hoch, 2" 3," br.) Nur 3 o tragen Amanns Chiffer (^). 9) Künstliche wohlgerissene neue Figuren von allerley Jagd- und Waidwerk, allen Liebhabern der Malerkunst, auch Goldschmieden, Bildhauern rc. zu Ehren und Wohlgefallen zugericht rc. durch den kunstreichen und weitberühmten Jost Ammon. Franks, am Mayn 1692 durch Johann Feyerabend, in Verlegung Sigm. Feyerabends Erben. 40 Bl. ( 4 " 3 "/ br., 3 " 2"" hoch). Nur zweye haben Amanns, und dreye andere, die übrigen gar keine Chiffer ( 7 ). ro) Hermann- 8c6opperi 8pcculum vitae aulicac. Oe ackmirskili tallacia et 28 tu- tla Vulpcculac keinilces Oiiiri IV. etc. kranesk arl ldocnum 12". -674 und am Schlüsse -575. 5 o Bl. (2" br., -"6"/ hoch). (l) Heinecke nennt diese Icones etc. in länglicht Quarto, und zählt 10Z derselben. Dann sollen sie, noch mit 8 vermehrt, in gleichem Format -6zi zu Straßburg neuerdings, unter dem Titel erschienen seyn: Künstliche und zierlich gerissene Livische Figuren rc. geordnet und gestellt durch den fürtrefflichen und kunstreichen Johann Docksspergern von Salzburg, und mit sonderbarem Fleiß nactigeriffen durch weyland, den auch kunstreichen und wohlrrsahrnen Iost Ammon von Zürich, Malern in Straßburg. Brulliot (lab. Oen. k. I. Nro. 99) nennt eine schon bey Amanns Lebzeiten zu Frankfurt 1575 erschienene Ausgabe dieser seiner Kopiern nach Bockssperger, ebenfalls mit dem gleich vorerwähnten deutschen Titel, also wohl verschieden von den Icones l^i-o. Z. und mit deutschen Versen, statt dort mit lateinischen, begleitet. Nach Orulliot soll diese deutsche Ausgabe 2z Blätter mehr als die lateinische enthalten. (,) Heinecke hat 298. (5) Darunter auch Damen zu Pferde. ( 4 ) Heinecke hat das namhaft frühere Datum von >564, hingegen von ,585 eine AuSgabe mit deutschem Text durch I. A. Lonicerum, und spätere dieses letztem von 1599 und 1661. Der deutsche Titel lautet: Stand und Orden der H. Römischen Katholischen Kirche, darin aller geistlichen Personen, H. Rittern und dero Verwandten (?) Constitution, Regeln, Habit rc. — Amanns wird auf dem deutschen Titel nicht gedacht. ( 5 ) Heinecke hat nur 120 Bl. und spricht auch kurz von einer Ausgabe mit dem deutschen Titel: Kleidung und Trachten der Weiber >c. (6) Heinecke hat nur ->5 Bl. und daS Datum von >564. Dann wieder neuere Ausgaben von »574 und und » 588 . Ferner wurden, nach ihm, die gleichen Stöcke angewandt für Hans Sachsen eigentliche Beschreibung aller Stände auf Erden 40. 1568 (und schon früher); dann wieder > 574 - Und endlich bediente sich Merian derselben für die deutsche Uebersetzung von Garzoni's pisrra universale. Und endlich bemerkt Heinecke: Unter der Figur des Kupferstechers (?) sey Amann selbst dargestellt. Auch nennt er überhaupt dieses Werk (wohl die ersten Ausgaben) selten. (7) Heinecke nennt eine Ausgabe schon von 1582. Dann eine vermehrte, erst nach Amanns Tod, unter dem Titel: Ein neu Thierbuch rc. durch Hanßen Docksbergern den Jüngern von Salzburg in Disirung gestellt, folgends gerissen durch den kunstreichen Iost Ammon von Zürich, nun jetzt durch Georg. Schalterum von München ganz fleißig beschrieben und in deutsche Reimen verfaßt 40. Franks. 159-, »09 Dl. und wieder neu aufgelegt >6>-, und noch einmal, mit einer neuen Beschreibung von der Natur der Thiere 1617. I. Zo 118 Aman n. A in a >i ii. Nur io haben Amanns Chiffer; die übrigen gar keine ('). ii) Geschlechterbuch, darin der L. Kais. Reichsstadt Augsburg Geschlechter, so vor fünfhundert und mehr Jahren hero daselbst gewohnt rc. Franks, am Mayn i66i Fol. in Verlegung Joh. Wilh. Ammons (^) i 56 Bl. Jedes mit einer bewaffneter Figur, die ein Wappen trägt. Bloß das Titelblatt ist mit Amanns Monogramm, die übrigen mit einem ganz andern versehen (^). is) Vier »nd zwanzig Blätter biblischer Figuren für eine Ausgabe des Flavius Josephus ( 5 " 8<" br., 4 " hoch). Diese kragen alle Amanns Monogramm, und gehören eigentlich mit zu den 97 Bl, womit die in i 58 o zu Frankfurt am Mayn bey S. Feyerabend erschienene lateinische Ausgabe des erwähnten Geschichtschreibers geziert ist ( 4 ). i 3 ) Vier emblemakische Blatter mit Amann's Chiffer befinden sich in tJikl. Reusner's: Lmblemata. 4°. I'rsricok. all lVIoenum per äc>d. k'e^erabenci. > 4 ) Ein neu Kochbuch von Marc Rumpolt. Fol- Franks, am Mayn i 58 i bey Johann Feyerabend, mit einer Menge Holzschnitten nach Amann's Zeichnungen, von welchen nur einige seine Chiffer tragen; wie z. B. ein kaiserliches Tanket, in einem prächtigen Saale; der arme Lazarus an der Thüre des bösen Reichen, wo Jäger einen Hirsch aus- waiden; und die Hochzeit zu Cana; die beyden letzten 5 " 3 "^ br., 5 " 10"^ hoch, das erstere 4 " 6"^ hoch, 3 " 7"^ br. L. Dann nennt Barrsch noch 27 einzelne, nach des Unsrigen Zeichnung geschnittene Blätter. Darunter die Bildnisse Martin Luthers und des Prinzen von Siebenbürgen, Stephan Bathory's (dieses is" hoch, g" 2"^ br.); ein Wiener-Turnier (i 565 ), 12" ii^" br., 7" l?" hoch; die Zeit, welche des Widerstands zweyer Teufel ungeachtet (freylich giebt es ihrer gewöhnlich noch mehr!) die Wahrheit aus dem Dunkel zieht (i562), 16" 2"/ br., n" 6"^ hoch; allegorisches Bild der Eigenschaften, welche für den Handclsstand hauptsächlich erforderlich sind: Rechtschaffenheit, Verschwiegenheit, Sprach- kenntniß; auf dem Titelblatt zwey weibliche Figuren, von welchen die eine die Pflicht, und die andere die Freyheit (oder das Recht) darstellt (22" 4"/ br., 10" 10'" hoch); ein Trupp Soldaten auf dem Marsche, fünf Blätter, die man zusammenfügt, das Ganze 63 " lang, 9" 7-" br. Endlich den St.Marcusplatz zu Venedig, mit einer feyerlichen Prozession vor der Einschiffung auf dem Buccentaur, ein sehr seltenes 70" langes und 28" br. Blatt. Somit wären der nach seiner Zeichnung gefertigten Holzschnitte, die gleich Anfangs erwähnte Bibel nicht gerechnet, an die 1200. Ungeachtet wir nun, wie schon gesagt, Bart- schen's Literatur über die Arbeiten des Unsrigen für die bisher gründlichste halten, so können wir doch nicht umhin zu bemerken, daß sich bey Heinecke (des Zweifelhafter»! nicht zu gedenken) denn doch ausdrücklich noch finden: 1) Künstlich Bericht und allerzierltchste Beschreibung Friederici Grisonis Neapol. wie die streitbaren Pferde zum Ernst und ritterlichen Kurzweil geschickt zu machen, in sechs Büchern, durch Johann Faysern den jüngern (übersetzt?), mit Figuren von Jost Amman, in Holz 1673 Fol. (^). 2) Dann (vornehmlich): Kunst- und Lehrbuch, in welchem Reisten und Malen zu lernen. Erstes Buch 4°. 1578; und als zweytes: Neues Kunstbuch, u. s. f. 4 °- Franks. i 58 o (6). 3 ) Wappenbuch, darin allerley leere Schild und Helm ganz künstlich gerissen sind, allen Malern, Bildhauern, Steinmetzen, Schreinern, desgleichen Studenten und denen so Lust dazu haben, zu sonderm Vortheil rc. verordnet durch Jost Amman von Nürnberg. Fol. Franks, am Mayn i 579 - Dann thur Heinecke unbestimmt hinzu: aveo quantite ä'-lrmoiries, lanlül aveo ÜAures, tantüt sans st^ures (?). 4 ) Der Todtentanz durch Jost Ammon 1287 49 Bl. Wenn wir nun noch theils mannigfaltiger anderer Angaben, theils so mancher Variationen über die schon angeführten Erwähnung thun wollten,, die sich bey Füßli, Rost, von Murr u. s f über die zahllosen Arbeiten des Unsrigen finden, so würde die diesfällige Mühe weit größer, als der Nutzen einer solchen Nachlese seyn. Nach Amann gestochen nennt Heinecke und Brandes ein allegorisches Blatt über das Kriegselend in quer Fol. von I. Sadeler, mit der Aufschrift: O mein Volk, die dich weisen — mögen nit bellen. Und einer unsrer Freunde, als ein seltenes, ohne Bezeichnung, von ihm geätztes ^latt (6" hoch, ^ 4" 6"^ br.), welches in verschiedenen Abtheilungen die Verfolgungen und Grausamkeiten, darstellt, die im Sept. und Nov. 1676 zu Brüssel und Antwerpen statt fanden. In einer Tafel aber links liest man: »Ware Contrafaktur" u. s. f. Amanns mannigfaltige Monogrammate finden sich bey Barrsch Vlll-, bey Rost I. 214, bey Heinecke (Oioiion.) 1 .216^7^/7,^(iviono^r.) diro. 40. Lonk. Amann oder Amman (I. A.), zeichnete eine von M. 8. Städelen gestochene trigonometrische Karte von Schwaben, die im Amman- schen Kunstverlage zu Dillingen 1802 erschien. Sie sollte als Vorläufer und Probe einer vollständigen Generalkarte (von Schwaben) dienen, die der Unsrige herausgeben wollte- Allgem. (>) Heinecke nennt es nicht. (-) Ob dieser etwa ein Nachkömmling deS Unsrigen seyn dürfte? ( 3 ) Heinecke hat ganz kurz: Die Wappen der Familien der Stadt Augsburg. Kl. Fol. ohne Datum; mit der wettern Bemerkung: „Auch in demjenigen Augsburgischen Geschlewterbuch. welches Siegm. Feyerabend in iz8<> zu Frankfurt am Mayn gegeben" (und das eben das ursprüngliche seyn wird) „befindet sich MehrerS von Amann gezeichnet und gestochen." (4) Heinecke erwähnt ihrer nicht. (5) Oook. oben dkro. 12 der gestochenen Werke; so daß dasselbe schon deswegen mit dem unsrigen nicht das gleiche seyn kann. — Ferner Nr». 5 der in Holz geschnittenen, womit das Unsrige einige Aehnlichkeit hak. (6) Füßli I. 78 bemerkt, baß zu diesem Werke der berühmte Tobias Stimmer Vieles beygetragen, i (7) S. oben die Note zu dir». 11. der in Holzschnitt gefertigten Werke. Amann. Amberes. 119 geograph. Epbemeriden Xl. 81. Ob er etwa mit abgedachten Joseph (A.) eine Person abgabt? Wir vermuthen's, da späterhin (1806) der Unsrige, gerade wie oben der Joseph/ fürstl. Augsburgischer Landgeometer (jetzt auch Hof- kammerrath) heißt/ und damals/ gemeinschaftlich mit I. I. Bohnenberger, die beyden großen Karten von Schwaben und Würtemberg aufnahm und zeichnete. Diejenige von Wür- remberg enthielt 6 Blätter/ deren jedes i fl. 36 kr. kostete / und das Ganze um 1813 vollendet wurde. sl. H.^ Amann. Heinecke schreibt alle Künstler dieses Geschlechts Amman. Amaseus (Gregor)/ ein Landkartenzeichner/ von dem es in dem Vorbcrichte von des Dr- rellus: ^eatrukn orbis terrarum 1679 heißt: kori 3 ulll labulam clescrip8it; goarn ad suotore 8e kakuisse, iugult (d. h. Leander Alderti) in SUN Ilalia. sn .^1 Am äst (d') / erscheint in dem Ber- liner-Adreßkalender auf 1724 als dortiger königl. Hofbildhauer. Unstreitig ist hierumen aber der Barth. Daniarr im Suppl. zu verstehen. sll.^ Amastini (Angelus Anton) / so hieß der im Suppl. ohne Vornamen gegebene römische Steinschneider; er war von Fossombrone gebürtig. Derselbe kopirte nicht bloß Antiken/ sondern verstand auch eigne Erfindungen, im Geschmack der Alten, trefflich darzustellen. Dem zum Beweise, führt man — wenn wir nicht irren in lDielands deutschem Merkur — einen Achat von 1788 an, worauf er eine nackte Bacchantin, nebst einem haibtrunkenen Knaben vorgestellt hatte. An diesem war alles zu preisen, außer dem obwohl mit vieler Grazie, doch in der Manier des Bernint allzu fleischig dargestellten Knaben. Amaek (Carl), Professor der Architektur zu Mailand, kündigte 1820 unter dem Titel: ^n- liodiiL 61 kliisnc, ein Werk an, welches im Jul. 1821 erscheinen sollte, worin er auf 17 Tafeln (mit angehängtem Commentar) das Resultat einiger Nachgrabungen am Corso der Porta nuova, und anderer bey der Porta orientale bekannt zu machen verspricht. An beyden Plätzen fanden sich nämlich alte Marmors mit auserlesenen Architektur - und Sculpturverzierungen, welche er auf s Sorgfältigste zu untersuchen und zu beschreiben verheißt. Tüh. Runstbl. ,821 S. 24. — — (Peter), ein italienischer Kupferstecher, vielleicht Schüler von Johann Ramis, wenigstens stach er unter dessen Leitung zu Scopoli's: Oeliclae Vloraeet Vaunae losubrioae. Irclul 1786—1788 gr. Fol. Auch in den beyden -Werken des I. B. Babis: Oe Lrexl6r8 uova specie perlecta 61 e 24 Mvosi ^nna XII. und: vellanea dotanica , findet man von seiner Arbeit. Deffentl. rssachr. sll.^ Amato (Franz). Sein Blatt: St. Joseph, stellt denselben vor, wie er, neben dem H. Kinde sitzend, in einem Buche liest. sl. II-H — — (Johann Anton d') der altere. »Durch seinen »«gemeinen Fleiß" (sagt Lanzi Lä. terr. II. 2g8) »gelangte er gleichsam an die Grenzen des neuern Styls. Sein Sakramentsstreit in der Hauptkirche zu Neapel, und zwey andre Tafeln, al Carmine und in St. Leonardo zu Borgs di Chiaja, werden sehr gerühmt." Amaro (Paul), ein Priester der zu Ciminna in Sicilien 1634 geb. wurde, zu Palermo studiere, insbesondere der Mathematik und der schönen Künste sich befliß, und sich den Ruf eines geschickten Zeichners und Baumeisters zu erwerben wußte, daneben aber auch Fertigkeit im Kupferstechen und Bildhauen besaß. Amaro lehrte zu Padua die Baukunst, und wurde darauf vom Senate dort als Ingenieur und Baumeister bestallt. Adelung nach: Lcritt. Man hat von ihm: oriova 61 Pro8pettivs, Xuctore I). I). Ißa«/ 8acer6ote et ^rcdlletto Vauormltano. Erster Theil Fol- mit Kupfern. Der Druck dieses Werkes begann zu Palermo 1714, wurde aber, da Amaro in diesem Jahre starb, dorr erst 1723 beendet. Scheid ei's Emleir. zur mathematischen Bucherkennrmfl X. 461. (Nach den Xot. Lru6. 1736 S- 337). Amarrice (Cola deU), ein neapolitanischer Maler des XVI. Jahrh, vasari spricht von ihm im Leben des Calabrese. Er wohnte zu Ascoli da Piceno, und genoß in dortiger Gegend den Ruf eines seltenen Künstlers in der Malerey und Baukunst. Seine, wohl frühern, Arbeiten in der erster» hatten noch etwas Trockenes. Späterhin waren sie voller in der Zeichnung, und näherten sich gefälliger dem neuern Styl. Der Guida di Ascoli rühmt von ihm ein Bild im Oratorio von Corpus Domini, das den Erlöser darstellt, wie er den Aposteln das Abendmahl reicht. Er lebte noch i 553 . L6. terr. II. 5 i 4 — 3 l 5 . sli.^I Amaury r Duval, s. Duval in unsern Supplementen. Jede Lieferung seines Werks: karl8 ei ses monunieli8 kostete auf gemeinem Papier 16 Fr., auf Grand Colombier Velinsatine 82 Fr. und 48 Fr. auf Grand Aigle. Amaya,( ), ein spanischer Maler zu Segovia, bluhete in der zweyten Hälfte des XVll. Jahrh. Von ihm bewunderte man, hauptsächlich ihres reizenden Colorits wegen, einige Bilder in der dortigen St. Martins-Kirche. Fiorillo IV. 3l)7 scheint ihn für einen Schüler von V. Carducho zu halten. sH.^I Amb ( ). Statt dieses Artikels, im Suppl. l.: » Auf einer Medaille Pabst Paul V. von 1606, hat sich der Verfertiget mit XKI8. 6. (nicht etwa XlVlö. ^.?) angegeben". Samml. berühmter Medailleurs iVi-o. 35 o. slJ Amb er es (Franz de), ein zu Anfang des XVI. Jahrh, blühender spanischer, ursprünglich aber niederländischer Maler und Bildhauer, dessen im Lex. nebst andern seiner Zeit- und Kunstgenossen s. v. Peri-Jouan gedacht wird. In 1602 malte derselbe die Bilder auf der Altar- wand des H. Eugens im Dome zu Toledo. Dann fertigte er 1607 im Verein mit den Bildhauern Johann von Brüssel und Loren; Gurricio die Wappenschilder u. a. Zierrathen an dem Fries und über der Thüre des für den Winter dienenden Kapitelsaals an eben diesem Dome. Späterhin aber, seinem Berufe als Maler, der in ihm der vorzüglichste gewesen zu seyn scheint, wiedergegeben, malte er mit Johann von Burgund und villodo gemeinschaftlich in 1608—1610 die Tafel» des Altarblattes der Mozarabischen Kapelle ebendaselbst. Mit dem (erst 1620 gebornen) Franz von Orient, ebenfalls einem Antwerper, darf er nicht verwechselt werden. Tüb. Runstbl. 1822 207. Fiorillo IV. 62 gedenkt seiner ebenfalls kurz, 120 A m b e r g e r. als eincS in der Malerey und Sculptur viel leistenden Künstlers. II. III Amberger (Christoph), geb- ;u Nürnberg um 1490, gest. zu Augsburg »in i55o (s. d. I§63). In deutschen Galerien befinden sich von ihm, in der kaiserl. zu Wien 7 Bildnisse, darunter Herzog Ludwig von Bayern (tü-jo), eines Ordensmanns mit einem Todtenkopf, und der Sanduhr in der Hand (»53i), zweyer vornehmer Damen, eines Jünglings, u. s. f. Alle auf Holz gemalt, theils ganz klein, theils lebensgroß, und, wie aus ihrer Beschreibung bey von Mechel erhellet, costumgetreu. Dann von Geschichtlichem: Herodias empfangt das Haupt des Täufers in einer zierlichen silbernen Schaale; der Scharfrichter legt das Schwerdt auf den — Tisch; halblebensgroße Figuren auf Holz (2^ hoch, ic>" br.). — Auch die Galerie Lichrenstein hat von ihm zwey kleine Bildnisse des Königes Philipp von Spanien, und seiner Gemahlin. — München: Gott der Vater, mit der dreyfachen Krone, hält den an's Kreuz gehefteten Heiland; und alsNcbenbilb: Madonna mit dem Kinde. Ganze Figuren (2^ 9" 6'" hoch, 2" l?" br.); ferner: St. Georg, vor dem ein Mann in schwarzer Kleidung knieer, kleine Figuren M 4 " doch, n" 7"^ br.). Alle drey auf Holz. — Schleisbeim eine Kreuz- tragung und eine Abnahme von Kreuz, das erste zumal ganz klein; etwas größer: Die Engel mit dem Kinde; vier Engel spielen auf verschied- nen Instrumenten, wieder alle auf Holz, und wahrscheinlich von weniger Bedeutung z'). Das Brustbild einer jungen reich gekleideten Dame, ebenfalls in Schleisheim (Männlich dlro. 1591), mit dem Monogramm eines verschlungenen und 6. und der Jahrszahl 1277 wird ebenfalls dem Unsrigen, aber irrig zugeschrieben, da er bereits i 55 o verstorben war. Endlich das Kabinet des H. Hof- und Landgerichts-Advokaten Schmidt zu Viel — nun ganz Anderley: Ein Alter liebkost ein junges Mädchen, das dafür in seinen Geldsack greift. »Gut gemalt, voll Ausdrucks, und schön kolo« rirt", sagt der Katalog dieses Kabinets. Bey Fiorillo (D. II. 388 ) heißt es: „In Deutschland und der Schweiz befinden sich Bilder von ihm, welche für Arbeiten von Holbein ausgegeben werden". In iJopirschen's Fortsetzung von will'« Nürnb. Gelehrtenlex. findet man falsche Nachrichten über diesen Künstler; was aber daher rührt, weil N. den Jost Amann mit ihm verwechselt. — — (Johann), vielleicht ein Sohn des ff. Michael, erscheint als Kunstmaler zu Wit- tenberg in Sachsen, wo er 1666 heirathete und 1697 starb. — — (Michael), ein Kunstmaler von und zu Wittenberg in Sachsen. Er heirathete dort 1627, wurde 16Z8 Raths-Assessor und Bauherr, und st. 1662 in seiner Geburtsstadk. Michael s Tochter heirathete dort i 653 den Goldschmied Johann Eckard. Auf der königl. Bibliothek zu Dresden sieht man ein Exemplar von: (losn. Dranoinetris, in welchem die Kupfer- A m b r 0 g i 0. tafeln von seiner (?) Hand (flüchtig genug) kolorirt worden sind. ^0, II. IlJ Ambling oder Amling (Carl Gustav von). Nach Liporvsky H. 211 starb er 1702 (s. k. 1704) und arbeitete noch im letzten Jahre seines Lebens. Die reichste Literatur seiner Blätter findet sich inHeinecke's Dictionnair. Förderst 27 Bildnisse, nach B- Champagne, Delamonce, I. Drentwet, F. I. Geiger, Lh. Macvlini, I. A. Wolf (mehrere), die übrigen nach seinen eignen Gemälden oder Zeichnung. Zu den beßten zählt man diejenigen der Churfürsten Max. Emanuel und Ferdinand Maria, nach (dem Lonkünstler!) Macolino des Abts von St. Ulrich zu Augsburg, Rommain Liberr ret's, des Franziscanen-Generals P. M- Sor- mann, des M. Schmid (Lc>n8uli8 6eäsneu- 818 und des Nürnberger-Dezemvirs Carl Welr sers, alle diese ohne andern Namen, als den scinigen. — Dann 19 geistliche Gegenstände, wieder nach Delamonce, Drentwet, Geiger und Wolf; darunter ein sehr großes Blatt (was damals hauptsächlich die Kunst der deutschen Gravur ausmachte): Maria, das Kind Jesus haltend, mit den Bildnissen des Herzog Joseph Clemens und der Herzogin Violanra Beatrix von Bayern. — Von weltlicher Geschichte: Die Geschichte der Kaiser Otto, Ludwigs von Bayern, und Otto's von Wittelsbach, nach den, nach Gemälden des P. Candido, im Münchner-Schlosse ausgeführten Tapeten, -3 Bl.; die vier Jabrs- zeiten, nebst Tag und Nacht, 6 Bl. nach ähnlichen Tapeten, nach demselben Meister, und wieder eben so die drey Monathe Scpt., Oct. und December M. Für die Akademie von Sand- rart hat der Unsrige gestochen: Merkur mit einem Amorin, die Statue des Ringers und das Grupp der Kaiser Marc Aurel und L. Verus. Endlich nennen Hemecke und Rost von ihm: Den Triumphbogen des Churfürsten Max. Emanuel mit Sinnbildern (iu Bl.) und einige Ungeheuer von Thesen. In I. C. Schumann'» Sion- und Heliconischen Schriften 1688 Nürnb. 8". 2 Theile, stößt man I. 679 und H. 293, auf zwey ihm zu Ehren verfaßte Gedichte. Doch befand sich Schumann im Irrthume, wenn er I. 579 die hochtönende Phrase erschallen läßt: „Sieben Städte hätten sich um die Ehre gestritten, des Poeten Mantuani Vaterland genannt zu werden. Doch der edeln Stadt München würde nie jemand den Ruhm rauben können, daß sie des theuern Ambiings Vater, stadt gewesen sey". — Mit seinem sä viv. siel. ist ein Bildniß des Raim. Eggers (äen. 1899) bezeichnet, welches E. C. Heiß zu Augsburg in kl. Fol> schabte. fl. II/! Ambragk'o (Dominicus) von Bologna. Lebte Noch 1678. LanZi (Lci. lerr.) V- 1-48 und 162 nennt ihn einen großen Zeichner (obwohl derselbe freylich seinen Lehrmeister, Franz Brizio, nicht erreichte) der, theils allein, theils in Gesellschaft mit Dentone und Colonna häufig Landschaft und Zierrathen in Fresko, dann aber auch Kabinetsstücke gefertigt habe; so z. B- den Einzug eines Pabstes zu Bologna, (>) Der Hr. von Männlich urtheilt von dem Unsrigen: „Er vollendete Alles mit unermüdlichem Fleiße. Seine Köpfe haben öfters Charakter, Ausdruck und Adel. Seine Färbung ist wahr, obgleich trocken und ohne Harmonie; die Zeichnung mager und schneidend. (->) Drey andre solcher Monathe, Mai, Jul. und Aug. hat I. A. Aimmermann gestochen. (Was haben die übrigen verschuldet?) Die Platten von diesen Blättern (es sollen im Ganzen 27 seyn) sind nicht in den Handel gekommen, sondern der Kurfürst von Bayern hat sie in seinem Schatze aufbewahrt, und macht ausgezeichneten Personen Geschenke davon. Daher bemerki auch Fiorillo (D. II. 5-4) „Seine Stiche retteten die jetzt übertünchten Gemälde des Peter de Witte in der Galerie des Hofgartens zu München vor gänzlicher Vergessenheit." 121 A m b r o g i o. der sich im Kabinette des Kanonikus Vianelli zu Chioggia befinde. Auch im Venezianischen, wo er Schüler gezogen, l wie z. B. Fuminani und P. A. Cerva) sey er bekannt genug. In A. Mitelli's Perspektive malte er bisweilen die Figuren, und überhaupt weit mehr für Privat- kabinette als für öffentliche Stellen. In Betreff des Bildnisses des Arztes Claudinus hat die Verbesserung in unsern Zusätzen ihre gute Richtigkeit. Und überhaupt rügt Barrsch XIX. 198 den Irrthum des Lex., da nämlich nicht der Unsrige nach B- Coriolan und Laurenz (nicht Laus) Tinti (wie ein Druckfehler des Supl. sagt) sondern gerade diese nach ihm Blätter in Helldunkel geliefert haben (*). Dann nennt er hingegen von Ambcogi'o zwey gestochene Blätter, ohne andern Namen, als den seinigen: Eine These (Landschaft, mit St. Carl Borromeo in den Wolken, dem drey Engel ein großes Blatt Papier überreichen, 18" 3 ^" hoch, iL" 2"^ br.); und: Die Skulptur und Malecey, unter dem Bild zweyer jungen Frauen, die sich mit Fertigung eines Wappenschildes beschäftigen. Ihnen zur Seite noch das Bild der Poesie (6" 6", hoch, 4 " 7 "/ br.). Noch nennt Heinecke von ihm eine Frau mit zwey Fackeln und einer Schlange in der Hand, von Neptun auf einem Triumphwagen geführt. Dann hat, wie gesagt, Coriolan nach ihm eine Thesis, auf welcher sieben Rechtsgelehrte ihre Bücher — der Minerva überreichen (19" 5 "^ br., iZ" 4^" hoch) in Helldunkel mit drey Stöcken, und L- Tinti das Bildniß eines ungenannten Prinzen, mit Attributen der Tapferkeit und Gerechtigkeit (12" 5 "' hoch, 8" 3 '" br.) mit gutem Grabstichel gefertigt. Hemecke führt den Unsrigen zweymal, 8. V. Ainbrogio und Brizio, aber eben auch zum Theil fehlerhaft auf. Indessen sagt Gan- deUlni, daß auch der Unsrige Einiges (8cuäi per conoluslonl) gestochen habt. Ambrogl'o, ein um t 5 vo lebender griechischer Mönch. Von einem solchen nennt Lanzi (L6. terr.) I. 53 not. als in der Kirche della Carita zu Fabriano befindlich, ein jüngstes Gericht, auf einer großen Tafel, mit kleinen, äußerst ausgearbeiteten, Figuren in solcher Menge gefüllt, daß Tintorett's Paradies ihrer kaum mehrere enthalten kann, mit des Künstlers beygesetztem Namen: XLI?. Ambrose ( ). Ein solcher findet sich bey FioriUo V. im Register, den wir aber an der nachgewiesenen Stelle S. 2t3 nicht treffen konnten. Ambrosi (Franz), ein neuerer Kupferstecher, der unter andern, nach Guido Reni, das Jesuskind auf einem Kreuze liegend, in Suntachs Verlage 1797 geliefert hat. Auch kennen wir von seiner Hand bunt gefärbte, radirte schlechte Prospekte für das gemeine Volk. — — siehe auch gleich unten und in unsern Zusätzen Ambrosy. Ambrosius (Marc), wird vom Orrelius in dem Vorberichte des Vbeatrum orbls ior- rsrum »579 als Landkartenzeichner, wie folgt benannt: iXi8senLi8, I.IVO- niam vicinasq. re^ione« eck nonckum eckilas ckel. Xntverplse etc. Ambrozy (Anton). Sohn des wenzel's A. in unsern Zusätzen, geb. zu Prag 1768 und dort gest. schon 1788. Sein Vater ließ ihm (>) Dasjenige deS I. C- Claudius ist ausdrücklich bezeichnet. A m b u r y. auf dem Neustädter - Gottesacker ein Denkma setzen, worin er ihn ackolescentem worum canckore et artis pietorise prcslanlis null! secunckum nennt. DIabacz. Ambrozy (Joseph), älterer Bruder des Wenzels A. in unsern Zusätzen, ein Miniaturmaler zu Prag, um 173z. DIabacZ. IIl.^ — — (Wenzel Bernard), der Wenzel A. unserer Zusätze, geb. zu Kuttenberg in Böhmen 172Z kam schon in seinem Achten nach Prag, wo er in den Humanioren und der Philosoph so gute Studien machte, daß die Jesuiten ihn in ihren Orden aufnehmen wollten. Er zog aber die bildende Kunst vor.^ Den ersten Unterricht gab ihm sein oberwähnter älterer Bruder Joseph; dann vervollkommnete er sich unter dem Prämonstratenser - Chorherrn des Stifts Strahow zu Prag, P. Sierdus. Die ersten Proben seiner Kunst sind die sechs ältesten böhmischen Heiligen, auf dem Wege nach Wyssehrad, an der Außenseite eines Hauses; andere in der St. Ursula-Kapelle im Stifte Strahow. Hierauf folgten größere Freskoar- beiten bey den ehemaligen Coelestinerinnen auf der Neustadt in der Heinrichsgasse, zu Plaß, in der ehemaligen Cisterzienserkirche, u. s. f. Späterhin machte er Bekanntschaft mit andern würdigen Künstlern seines Vaterlands, wie Reiners, Joseph Hagers, Norberts Grund, Balko's, und nahm sich besonders die blühende Manier des erster» zum Muster. So erwarb er sich richtigen Geschmack und große Fertigkeit sowohl in Fresko als in Oel. Davon zeugen mehrere große Alkarblätter; wie z. B. in der gräflich Nostitzischen Schloßkirche zu Miessic; eine heil. Elisabeth und drey Plafonds; ein St. Ludwig zu Linz (einer den Grafen von Stampach zugehörigen Herrschaft), und ein St. Gallus zu Citolib bey Laun; vieler geringern, meist historischen und Andachts- gegenständen, die sich in Kirchen und bey Privatpersonen befinden, nicht zu gedenken. Ein angenehmer Zeitvertrieb war für ihn zumal in jüngern Jahren das Fertigen kleiner -Bildnisse, und eben so das Malen von Blumen und Grotesken. Alle seine Arbeiten sind hell und wohlgefällig, die Färbung ungemein rein, und ganz im Geschmacke der venetianischen Schule; die Zusammensetzung geistreich, die Anordnung un- tadelhaft, die Köpfe ausdrucksvoll. Die Hintergründe wußte er mit angenehmer Architektur zu zieren. Hätte er vollends in der Jugend Gelegenheit gehabt, einen höhern Geschmack in der Zeichnung zu erlangen, so würde er einer der bedeutendsten Maler Böhmens geworden seyn. Seiner Kunstsammlungen und seiner Talente zu restauriren, gedenkt schon das Lex. Die Kaiserin Maria Theresia hatte ihn zu ihrem Hofmaler und Joseph H. zum landtäflichen (?) Schildereyschätzer ernannt. Jene beehrte ihn mit vielen Aufträgen, dieser oft mit Unterhaltung über Kunstgegenstände. Er war der letzte Vorsteher und Oberälteste der Neustädter Malerkonfraternität, die seit Carl IV. bestand, und unter Joseph 1 l. aufgehoben wurde. Er starb r8c>6, wonach das Lex. zu berichtigen ist. DIabacz. Lonk. Meusel m. der ihn (180g) irrig noch unter die Lebenden zählt. Ambury ( ). So heißt bey.fiorillo V. 728 ein englischer Artillerie-Offizier neuester Zeit, nach dessen Zeichnung Jukes Aquatinta- Blätter geätzt hat, welche Ansichten von Mysore, Seringaparnam u. s. f. enthalten, die ersterer mit drS Ambrogto >«?. und drS Tinti tee. Lono» I. 3t 122 A m e l i a. in dortigen Ländern aufgenommen hatte, als er sich mit Lord Cornwallis daselbst aufenthielt. Anielia (Petruccio di Ciolo da), s. unten Ciolo. — — (Piermattei, da), ein alter Maler, s. Perer Market in künftigen Nachtragen. Amelts; (Johann), wohl eher ein Kupferstichverleger, als selbst Kupferstecher, unter dessen Namen irgendwo ein Blatt in Fol. angezeigt wird: Conspiration Barneveld's, Slatii und Adrians, wider den Prinzen von Oranien 1628 vorgegangen. Er lebte in der ersten Hälfte des XVIl. Jahrh, zu Utrecht. M-o. Amel 0 r ( ), ein französischer Ingenieur der (etwa im XVII. oder Anfang des folgenden Jahrh.) den Riß zu der in Tunis erbauten Moschee Gemm Geyton verfertigt haben soll. Der Bau dieses mächtigen auf drey Säulenreihen ruhenden Domes ist nicht ganz beendet worden. Ansichten von Tripoly, Tunis und Algier, aus dem Französischen übersetzt von Dumge. Stuttgard 1817 8". S. 73. Amelung (David), ein Drechslergeselle von Goldberg, welcher 1668 zu Dresden in Arbeit stand. — — (W), nach dessen Zeichnung hat Haldenwang einen kleinen Prospekt von Arns- berg an der Ruhr gestochen, der sich in dem Rheinischen Taschenbuchs, Darmstadt 1811 befindet. Am ende (August), trat 1624 bey dem Goldschmiede Michael Ayrer auf fünf Jahre in die Lehre. ^0. — — ( 3 . H ), Hieß Johann Heinrich gewöhnlich Heinrich Amende, oder besser am Ende, fälschlich aber z. B. auf Stichen des L. Heckenauer Amendo. Dieser Maler, dessen historische Staffeleygemalde ein Gantkatalog ihrer guten Haltung und schönen Fleischtinten halber lobt, blühte schon um 1680 und lebte noch im Anfang des folgenden Jahrhunderts zu Leipzig. Neben Heckenauer und P. van Gunst, haben auch Barth. Kilian, E. Hainzelmann, C. Romstedt und I. C. Löcklin, Bildnisse dunkeler Herren und Damen von Leipzig u. s. f. nach ihm gestochen. sl.^I Ameudola (Ferrantes'. Von ihm findet sich in Deutschland,, unsers Wissens, einzig in der Galerie zu München eine Quacksalberstube, worin einem Mann ein Glied abgenommen wird (2^3^ 6'" hoch, V 10" br.) auf Leinwand. »Dieser Künstler" (sagt der H. von Männlich) »nahm vieles von der kräftigen Färbung und der kühnen Entschlossenheit in der Ausführung seines Lehrers Solimena an, der bekanntlich seine Schüler zum Copiren seiner beßten Bilder anhielt, dieselben dann ausbesserte, und für Originale verkaufte, dergleichen sich viele in den Kunstsammlungen finden." Amerller (Blasius), Kupferstecher zu Madrid, und Mitglied der dortigen Akademie um Wir kennen von ihm eine Maria mit dem Kinde von B. Murillo gemalt, und nach F. Augustin's Zeichnung sehr schön in 4 °. grabirt. Geringere Arbeit lieferte er zu des Ant. Pellicec Ausgabe des Don Quixote (Madrid 1798—99 i2°. acht Bündchen); dann zu dem seit 1804 zu Madrid erschienenen Werke: Lsi-ones illustres espLAlioles: hier z. B. den Maler Diego Ve- lasquez de Silva nach I. Maecc's Zeichnung, kl. Fol. Amig 0 n i. Amerrano (Vincenz). Ingenieur bey den Normal - und nautischen Schulen zu Neapel 1797. Amherst (Lady), wird von Iiorillo V. 821 unter die Kunstdilettantinnen und Selbst- zeichnerinnen neuerer Zeit in England gezählt. sll .^1 Amtct (Franz). Heinecke führt ein Dutzend seiner Passions - und Heiligenbilder namentlich auf. sll.^ Amicr l la ( ). Das Blatt nach ihm heißt: kural-Lourts-dix. stlJ Amicona (C ). So führt Heinecke irrig die Charlotte Amigoni unsrer Zusätze an. Ami'cus. Eine um 1790 in gr. quer Fol. zu Ehren Necker's radirte und in einer Art Tuschmanier ausgefertigte Allegorie, mit dem Brustbilde Neckers, und betitelt: l2bomme sin- oere, trägt folgende Künstlerbezeichnungen auf sich: OrH invenit, seulp. Das heißt: Der Bürger oder der Landsmann erdachte diese Allegorie, und der Freund brachte dieselbe in Kupfer; mithin sind Ctvis und Amicus keine Künstlernamen, sondern nur erfundene Bezeugungsausdrücke, ohne weitern Werth für die Künstlergeschichte. Der Verleger war: verAnzr exe. Varis avee kriv. riu lioi. Amidano ( ). Lanzi (bl-1. terr. IV. I» 4 ) nennt ihn Pomponius; ihm zufolge lebte er noch 169h. Von dem (ihm wenigstens zugeschriebenen) Gemälde in der Kirche Madonna del Quartiere zu Parma sagt er: Es sey (was einst viel hieß) das schönste Gemälde der Stadt. Dagegen glaubt Rarri, so edel sein Styl gewöhnlich gewesen, sey er hingegen bisweilen in s Platte gefallen. Amigazzl (Johann Baptist) Lanzi III. 228 kennt von ihm in der St- Carls Kirche zu Verona ein Abendmal nach Caliari, welches sehr schön sey, und sein frisches lebhaftes Kolorit bis auf den heutigen Tag erhalten habe. Amlgo (Martin), ein Maler, welcher in der ersten Hälfte oder Mitte des XVII. Jahrh, lebte und nach welchem Jakob Sandrart das Bildniß Joh. Golling's des jüngern von Nürnberg in Fol. stach. Panzer zJürnberger- portrairs I. 78. ^1. H.^j Amigoni (Jakob). Diesen Künstler (meint Lanzi Lä. 1er?.. ill. 267—268) müsse man nicht in Venedig kennen lernen, wo sich von seinem bessern Styl, außer einer Heimsuchung Mariä bey den PP. von St. Philipp, öffentlich wenigstens nichts befinde. Jenen bessern Styl meint er, (Fiorillo, wohl ohne genügsamen Grund, ganz entgegen) habe er in Flandern, durch das Studium der dortigen großen Meister gefunden. »Hier war es" (fährt er fort), »wo sein von Natur frohes, fruchtbares Genie, dem es keine Mühe kostete, Schönheit mit Grandiosikät zu vereinen, jenes Kolorit fand, das er zu Venedig (?) vergebens gesucht hatte. So gelang es ihm ;. B. (wie sich Za- nerri ausdrucke) seine Schatten bis auf's ganz Schwarze zu treiben, und dieselben dennoch vollkommen helle zu behalten. Ein wenig mehr Relief in seinen Werken und ein wenig minder Begierde zu glänzen, hatte ihn freylich Kennern noch schätzbarer gemacht — denn Lustigeres könne man der Menge nichts vor Augen stellen, als seine Gemälde. Bey verschiedenen Liebhabern in Italien findet man von ihm kleine 12Z Amigoni. Conversativnsstücke im Geschmacke der Flam- »ränder, aber freylich nicht mit der Vollendung dieser letzter», da nämlich die seinigen zwar geistreich toccirt, aber unbestimmt m den Contouren waren, und er Farbe auf Farbe häufte, um von Weitem Effekt zu machen", (was uns ziemlich im Widersprüche mit dem anfangs geur- theilten zu seyn scheint). »Große Arbeiten von ihm seyen selten. Dey Farinelli in Bologna sah Lan?i eine beträchtliche Anzahl Bildnisse dieses berühmten Tonkünstlers, worin derselbe mit ausnehmender Wahrheit, und prächtig drap- pirt, mannigfaltig abwechselnd so vorgestellt war, wie er an den verschiedenen europäische» Höfen aufgenommen, beklatscht, und von Königen und Fürsten belohnt wurde. Daß er nicht nur selbst zu seinem Vergnügen Einiges geätzt, sondern auch den bekannten Joseph Wagner in dieser Kunst unterrichtet habe, bemerken schon, theils das Lex., theils unsere Zusätze. Don ihm besitzen in Deutschland: Vörderst die Galerie zu München (wo er sich, ehe er nach London ging, eine geraume Zeit aufenthiclt (')) drey kleine Entwürfe zu Deckenstäcken (darunter wohl die zwey, welche er nachwerlS zu Schleis- heim ausführte). Dann eben zu Schleisheim, als Plafond im großen Saale: Den Zweykampf des Turnus mit dem Aeneas, und im Viktorien- saale das schon in unsern Zusätzen bemerkte Deckenstück- In eben diesem Saal über dem Kamine: Die i- I. iö88 von dem Kurfürst Max. Emanuel dem türkischen Botschafter außer dem Lager bey Belgrad ertheilte Audienz, auf Leinwand (8' 10" br.» 7" hoch). In der dortigen Galerie fünf, theils ausgeführte, theils bloß skizzirte kleine Bilder, religiösen Inhalts, wie: Johannes predigt in der Wüste, Anbetung der Weisen, das auf einem Kreuz schlafende Jesuskind, u. s. f. Unter den Familiengemalden zu Schleisheim das Bildniß einer Tochter des Churfürsten Max. Emanuels (als Nonne Ema- nuela Theresia). Zu Lustheim endlich: Venus und Adonis, welchen Amor der schlafenden Göttin zuführt (-j/ 5 " hoch, 5 ' 3 " br.). — Galz- dahlum besaß einst von ihm: Jupiter und Se- mele; ihr Bett, von zwey Liebesgöttern gehalten, wird vom Blitz entzündet; Mars, Venus entblößt auf dem Bette, und Vulkan, bey dessen Ankunft der ersterere hinter den Vorhang entweicht; und Luna und den schlafenden Endy- mion, den sie bey'm Kinn faßt, drey Pendants von 3 ' 6" Breite, und 2^ 6" Höhe S. — H. Hofgerichts-Advokat Schmidt zu Kiel endlich t8og: Abraham im Begriffe den Jsaak zu opfern; dieses (heißt es) eine treffliche — akademische Figur; Ahasverus und Esther, und: Sa- lomo opfert den Götzen (meisterhafte Bilder genannt) die von Wagner gestochen seyen. Die reichste Literatur der nach diesem fruchtbaren Künstler gefertigten Blätter findet sich ohne Zweifel in dem Dickionnair von Heinecke, rubri- zirt, wie folgt: Bildnisse; 17 Bl. Geschichtliches aus dem alten Testamente; /ch aus dem neuen Testamente, nebst der Heiligen - und Le- Amigoni. genden-Geschichte; 8 Bl. Mythologisches; Profangeschichtliches — Nichts; über 5 o Bl. Allegorisches, Gattungsstücke, u. a. Mannigfaltiges. Die Künstler, welche nach ihm gearbeitet haben, sind, außer seinem erwähnten Schüler, von dem, oder unter dessen Aufsicht gestochen, sich über 5 o Bl. befinden: B- Baron, F. Bartolozzi (in der Jugend), I. BeauvaiS, F. Drunet, I. Cattini, Dickinson, Ph. Endlich, Flipart, Gutwein, A. von Hachen, I. I. Haid, Heiß, I. Medici, ein An. bey Odteuvre, Peyroieri, G-Vertue, I. Volpato, und I. A Zimmermann; darunter auch in England, nach ihm Geschabtes. Von ihm selbst geatztes, kennt man z. B. einen Sal- vakor Mundi (kl. Oktav-Blatt); zwöss kleine, sehr zart gearbeitete seltene Duodezblättchen, welche die Geschichte der H. Jungfrau darstellen; die vier Elemente; Zephyr und Flora in einer schönen Landschaft (Querfol.). Von den nach ihm gefertigten Blattern wird übrigens einzig: Euphrosine (Muse der Tonkunst) von Bartalozzi in rother Punktirmanier gefertigt, bey Wmkler als schön, und bey Brandes (versteht sich) als „sehr" schön ausgezeichnet. Von denjenigen aus der geistlichen Geschichte haben wir eine Menge vor uns, meist aus dem Wagnerischen Venetianer - Kram, welche, als Stich von verschiedenem Werth, aber für Zeichnung und Ausdruck nicht deutungsloser seyn könnten (D. Wie es an den Mistigen kommen konnte, Peter den Großen, und die Czaarinnen Anna und Elisabeth zu malen, ist uns bisdahin unbekannt. Von Ami'goni's Aufenthalt in England heißt es bey Fl'oriUo V- H77: »Derselbe fand, bey aller seiner oberflächlichen Zeichnung und schwachen Erfindung, großen Beyfall und schmückte mit seinem Pinsel einige der ersten Palläste. Da man aber noch immer von einem Künstler, der um den Benfall des Publikums buhlte, Fertigkeit in der Portraitmalerey verlangte, so mußte er sich auch bequemen, Bildnisse zu verfertigen. Er malte daher diejenigen des Herzogs von Lothringen, in der Folge römischen Kaisers, der damals durch London reiste, dann der Königin und ihrer drey ältesten Töchter. Nachdem er acht Jahre in England gearbeitet hatte, ging er 1706 mit dem Sänger Farinelli nach Paris, kehrte aber im folgenden Oktober nach London zurück, wo er den Plan machte, in Gesellschaft des Kupferstechers Wagner eine Reihe Blatter nach Canaletti's Ansichten von Venedig herauszugeben". Dann kam er 17^7 nach Madrid. Seine Arbeiten in Spanien sind folgende: Ein Deckenstück in einem Saale des Pallasts zuAranr juez; eine heilige Familie im Oratorio del Sal- vador zu Madrid; vier große Vorstellungen der vier Jahrszeiten und eine Scene aus dem Lasso, im Theater Tuen Retiro; und ein Kopf des Heilands oder ein Schweißtuch im Pallast Sän Jldefonso 1 . 0. IV. 387 ( 4 ). — Sein eigenhändig gemaltes Bildniß befand sich 1780 in der Fir- mianschen Sammlung zu Leopoldskron bey Salzburg. (>) Lr'poweky I- 225 bemerkt, daß er 1720 zum Chur - Bayrischen — Kammerdiener, jedoch in dieser Eigenschaft — zur Fülle der Ehre! einsweilen ohne Gehalt sey angenommen worden. (2) Von Männlich charakterifkrt diesen Künstler, wie folgt: „Er malte auf eine angenehme, leichte Art, und gefüllt, ohne darum den Kenner zu befriedigen. Sein Kolorit ist verzärtelt, so wie seine Komposition und sein Ausdruck. Er besaß eine große Fertigkeit und ist mehr Maler alö Künstler." (z) Was freylich bey Ztsriklo „angenehme Unbestimmtheit" heißt. (4) Von den oben erwähnten vier Gemälden in der königlichen Loge im Pallaste zu Buen»Retiro (welche die vier Jahrszeiten darstellen) sagt Rehfues (Tüb. Morsend!- >8°« S. -247. „Daß solche nur zu laut an den albernen Schäfergeschmack erinnern, in dem sich die verdorbensten Höfe und Nationen eine Zeitlang gefallen konnten." Amigoni eigentlich Amicon« (Joseph), war 1797, nebst Thomas Masini, Gehülfe des zu Neapel bey der königl. Schriftgießerey angestellten tJlkolaus LTjorghen. Lalenikario e Kotiriario ckells Lorte per I'snno 1797- dla- pc>li r6o. slJ —, — (Oktavius). Lanzl (Lll. terr.) III. 246 zählt ihn kurz unter die unbedeutender» Nachahmer des Palma, und bemerkt von ihm, daß er eine Schule gehalten, in welcher, neben Andern, der kräftige Pompeo Ghiti gezogen wurde- sll.^I — — ( ). Sollte er denn nicht Eine Person mit Jakob Amigoni seyn, da der letztere namentlich doch in London einige Zeit sich aufgehalten hat? Amrlii (Johann), Münzmeister des Herzogs von Braunschweig ru Duderstadt auf dem Eichs- felde 12,9. Jolh. Wolf Geschichte von Du- derstadt. Göttingen i 8 o 5 S- »6. Da Johann von Adel, war, so mag er eigentlich wohl nur einen Münzpachter abgegeben haben. ^0. Amilzione (Vannuzzo di), ein Künstler (vermuthlich Bildhauer) der iZ 5 o bey dem Dombaue zu Orvieto erscheint, «t«/ D„o„ro «kr 0^r>rs-c> 274. Am irar 0 (Scipio), s. oben Admiraro. sl.^ Ammama ( ), s. Amama im kex. und oben. sk. H.Z Amman s. Amann und Ammon lm Lex- Suppl. und hier. sl. HJ Ammanari (Barth.). Auf dem Platze vor dem Palazzo Vccchio gewahrt seine Kolossalsäule Neptuns einen majestätischen Anblick. Die Homerische Charakteristik desselben ist darin vollkommen wiedergegeben Sie ziert einen der schönsten öffentlichen Brunnen zu Florenz. Indessen gehört sie noch nicht zu den Werken, welche das Lob ihres Meisters am beredtesten aussprechen, indem er nicht als Bildhauer, sondern als Baumeister die höchste Stufe seiner Berühmtheit erstieg. Durch die drey kunstvollen, jeder (Überschwemmung Trotz bietenden Acnobrücken erwarb er sich um seine Vaterstadt, wo sein Name noch auf den heutigen Tag mit achtungsvoller Dankbarkeit genannt wird, ein unsterbliches Verdienst. Erwarb i5g2. Auch durch musterhaften Lebenswandel überhaupt, und strenge Pflichterfüllung als Hausvater insbesondere, gelangte sein Andenken rühmlich und anziehend auf die Nachkommen. Seine Drücken bestehen, ohne der mindesten Reparatur bedurft zu haben,, seit dem Einstürze der alten, durch eine der wüthmdsten Ueberschwemmungen unter Cosmus I. nun schon volle s)o Jahre. Für die originellste und studirteste hält man die Drey- faltigkeitsbräcke. Leicht über den Fluß gesprengt, zeigt sie die Joche schmal, die Bogen aber so breit, und jedem Augenmaße so unbegreiflich flach, daß die Haltung des Ganzen, als ein Wunder erscheint. Der Mittelbogen überbietet wegen der unerhörten Spannung von gc»< im Lichten jede antike und moderne Konstruktion dieser Gattung. Matthksson i. Tü b. Morgenbl. 181Z. 11—g 5 . In Padüa dann sieht man von ihm an Bildhauerey und dergl. in der Eremiten - Augustinerkirche das prächtige i 54 b gefertigte Grabmal dcs M. Mantoa Benavides; das in Terra cotta ausgeführte Modell einer daran befindlichen Statuen zeigt man in der Naturalien- kammer der dasigen Universität. Dann in dem Vorhofe des von gedachten Benavides erbauten Palazzo Venezze die schon im Lex. erwähnte Statue des Herkules (welcher unsre Quelle aber nur eine Höhe von 2^ zutheilt) zu deren Lobe 1657 4 ° erschien: Heroulis Loloszus lVlantuae Leiisvilliue, caelators piorentiiio. Lärmen 7 a^rr; auch Tarl Dorrori schrieb in italienischer Sprache über denselben Und endlich in gleichem Vorhofe ein großes Thor in Form eines Triumphbogens von seiner Hand. kitture, 8eulture, ^rekiiletture cli Caclova 21g, 221, L 58 . In des L. Ruggl'eri's Stucklo ci'^icdiletturu trifft man im ersten Theile drey, und im andern fünfzehn architektonische nach ihm radirte Abbildungen. Gestochen nach ihm kennt man von St. Non die Begräbniß; von P. Fer- rerius drey von ihm ihbü, ihtz4 und »578 zu Rom erbaute Pallaste: Gaetani, Mattei, und das Collegi'um Romanum; und (bey Bonanm) den Plan und das Perspektlv des Jesuiten- Collegiums zu Rom. s. v. Amanarl. Dann in Fontaine'« und perciers: ?slsia, lAaisons et autres eclilioes moclernes lle Kome (Uaris 179Ü) den Pallast Negroni, ehemals Mattei, jetzt Gaentai, (gebaut i 556 ). Den Pallast RuSpoli (geb. i 55 ü). Ammanati (Johann di M.), ein von Siena gebürtiger Künstler in eingelegter Holzarbeit. Als man bey Erbauung des Domes zu Orvieto gesonnen war, die Stühle der Domherren im Chöre mit aller Pracht und nur erdenklicher Kunst zu verzieren, so berief man zwölf berühmte Einleger von Siena dorthin. Unter ihnen befand sich unser Johann, der als Obermeister über sie gesetzt wurde, und die benöthigten Zeichnungen anfertigen mußte. Die Arbeit begann i 5 Zi und iZZ? waren die ersten Stühle des Chores fertig. Es ging sehr langsam damit; denn die Figuren und Verzierungen wurden nach Art der damals üblichen Mosaik aus den kleinsten Stückchen bunter Hölzer (vorzüglich des Ebenholzes, Buchs - und Nußbaumes) mit unendlicher Geduld und Zeitaufwand zusammengesetzt. Noch i 35 o erscheint Johann in seiner Eigenschaft als Obermeister zu Orvieto. Lts/ «K Orvrs-o p. ing, 110, 11h, 270, 282, 584 - Anrmermüller( ), königl. würtem- bergischer Hofgärtner auf der Soliküde 1809. Mrc. Ammiraro, s. oben Admiraro. Ammon eigentlich Amon (Anton), ein Künstler zu Wien, der anfänglich unter Christian Brand die Landschaftmalerey studirte, sodann aber sich als Kupferstecher beschäftigte. Nach Pallestorff's Zeichnungen hat er zu B. Hacquet'ö: planlae ^Ipinae Lsrniolicse. vien- nae 1782 Fol. gestochen. Vergl. auch oben Jgnaz Albern'. —eigentlich Amon (Benedikt), Spe- cialmünzwaradein zu Nürnberg, von i 585 bis gegen ihg/. Will's kJürnberger Münzbe- lust. I. iti8. sl. 11 .^ — — (Clemens). Dieser sehr mittelmäßige oder vielmehr geringe Kupferstecher scheint noch um 1670 zu Frankfurt a. M. gelebt und für dortige Buchhändler gearbeitet zu haben. In Beughem's: LllilivAlapIiia matkematiea et artiiieiosa. klcl. nov. ^msteloll. 1688 12°. S- 002 citirt man: Clemens Ammon's Briegsbuch. Frankfurt 1669 Fol. Von der nähern Beschaffenheit dieses Buchs, das uns nie zu Gesicht gekommen ist, wissen wir nichts A NI N! o n. Amsler. 125 zu melden. Seine Bildnisse i» Th. Vll. und VIII. der Ulkckiollieoa calcoArapIlica (ION an der Zahl) finden sich ausführlich bey Hei'necke verzeichnet. Ammon ( ), zeichnet und M. Haas sticht (181/,) ein Paar berühmte Pferde zu Berlin (Z Thl. 12 Gr. schw. und 7 Thl. illuminirt). sl. Il/j — — s. auch Amann im Lex. in den Suppl. und oben. sll.^ Ammort oder Amorr (Caspar), dessen Namen man auf einigen Blattern nach ihm Am-Vrr geschrieben findet, geb. in der Jachenau bey Bencdikt-Bayern IÜI2, wo sein Vater Floßmeister war. Derselbe kam ibäi nach München zuHansDonnauer dem jüngernlss 1644) in die Schule, nachdem er vorher die schwerste Bauernarbeit verrichtet hatte. Durch anhaltenden Fleiß erhielt er idZZ hinlängliche Unterstützung, um nach Italien zu reisen, wo er vorzüglich nach M. A. Carravaggio studirte. Nach seiner Rückkehr erhielt er zu München das Bürgerrecht, und wurde zum Hofmaler angestellt. In einigen Zimmern der Churfürst!. Residenz sieht man von senicn Bildern, nebst der nun fast erloschenen Außenwand gedachter Baute. Dann: Christus erscheint dem Thomas, und die leidenden Seelen im Fegfeuer in der Frauenkirche, und in der Galerie ein Brustbild Johannes des Evangelisten. Auch die Galerie zu Schleisbeim hat von ihm: Christus zu Emaus, ganze Figuren, auf Leinwand, /st 8 " hoch, 5/ 9" breit. Außer München befinden sich von seiner Hand eine Kreuztragung bey den Franziskanern zu Jngolsiadt, u. a. schöne Werke in andern Klöstern, welche hinlänglich beweisen, daß er verdient, in der Künstlergeschichte bekannter zu seyn. von Männlich. Noch setzt L>- porv'sky hinzu: »Auch in der alten Hofkirche zu München befanden sich von ihm zwey Altarblatter: Ein Ecce Homo und Judas Thaddäus, und in der Kirche zu Flinsbach, Landgerichts Rosenhein, eine sehr wohl gerathene Steinigung Stephani. Er st. i 6?5 mit Hinterlassung zweyer Söhne, die er selbst in der Kunst unterrichtete; nämlich Caspars (st. 168/s) und Lucas (st. 1692 oder 169Z). Lipowsky I. s. v. und II. 211. S auch unten Lucas. In einer unsrer Handschriften heißt es: »Von ihm trifft man nicht viele, aber treffliche Gemälde an". Rittershausen S. 85 und 88 beschreibt zweye derselben. Amodei (Onofrkus di), ein Maler^ von Siena, der lähtz im Dome zu Orvieto beschäftigt war, aber auch noch 1Z7» daselbst erscheint, wo er ein Gehülfe des Malers Ugolmo di prete Jlario war. Ltoria kiel vuomo cki p. 286, 383 . sl. II.H Amon, s. Amann und Ammon im Lex. Suppl. und hier. Amonrons (Wilhelm), legte sich, nachdem er durch eine Krankheit seines Gehöres beraubt worden, auf die Mechanik, Malerey und Architektur, und fertigte Barometer und dgl., über welche er auch 169h Observsliones herausgab. Wilhelm wurde ,b6Z in der Norman- die geboren, 1699 von der Akademie der Wissenschaften zu Paris aufgenommen, und starb i/oö. Iöcher. Amoros (Don Franz). Sekretär des Königes in Spanien u. d. Generalissimus Friedensfürsten, ein großer Alterthums - und Kunstliebhaber, mittheilte in 1807 dem National- Jnstitute zu Paris die handschriftliche Beschreibung einer Reise nach Cypern, mit Zeichnungen der Ruinen des Tempels zu Paphos. sl. Il.^j Amorosi (Anton), gebürtig von Communanza im Ascclesischen, lebte noch 17^6. In seinen Kirchcngemälden war er nicht so glücklich, als in seinen Bambocciaten, in welchen er eben so spaßhaft, und bisweilen sakyrisch wie Ehezzi erschien; die daneben in flammandischem Geschmacke, nur minder helle kolorirt waren. Uebrigens war dieser Künstler minder zu Rom als zu Ascoli und dann auch im Auslande bekannt, wo seine Baucrnschenken vornämlich gefielen, in welchen er auch als Landschafter, Thiermalcr und Architekt schöne Talente erwies. wi-L.) 11. 271. In Deutschland besitzt von ihm, unsers Wissens, die einzige Galerie zu München das Bildniß eines (ungenannten) Kindes mit den berdcn Händen (1, 2" 6"' hoch, ic>" 6"/ br.). Der H. von Männlich eignet diesem Künstler eine breite, feste Manier zu. Der Wmklersche Gantkatalog führt noch von ihm, neben dem Tourba- schläger aus dem Kabinet Middleton, aus demjenigen des Herzogs von Devonshire an: Den jungen Bauer unter dem Baum, der sich mit einem Vogelneste belustigt, und das Bauernmädchen an einem Denkmal, das sich mit einer Henne und ihren Küchelgen beschäftigt, beyde von W. Walker schön; und alle diese drey Blätter Beweise, daß Amorosi namentlich auch den Geschmack reisender Britten und ihre Guineen zu gewinnen wußte. sli.^ Amort. S- in den Suppl. und oben Ammort. sll.^ Amourry ( ). Andre sagen, daß ffk. R Jollain das gedachte Bidniß des Bischofs Coetlegon in Kupfer gebracht habe. Ampiel (Balthasar), wohl Ambuel, ein Steinmetzgeseüe von Stein am Rhein, der 1692 zu Dresden in Arbeit stand. /n-c. Amsler (Samuel), geb. in dem Dorfe Schinznach, K. Argau's in der Schweiz, Kupferstecher. Die Arbeiten dieses eben so sehr durch Talent wie durch Anspruchlosigkeit ausgezeichneten jungen Künstlers verdienen um so mehr Aufmerksamkeit, da derselbe einen von dem bisherigen ganz verschiedenen Weg betreten hat. und vielleicht auch Nachahmer finden wird, denen nur zu wünschen ist, daß sie eben so naturgemäß und frevstnnig, wie er, sich dieser Behandlungsart bemächtigen. Ueberzeugt, daß der erste und nächste Beruf seiner Kunst nur dahin gehe, den Charakter der Gegenstände, wie er in der Form sich ausspricht, treu und kräftig darzustellen, entsagte er allen Ansprüchen auf den Glanz des Grabstichels, und wählte sich die einfachste Vehandlungsweise durch enge, lichte, größtenrheils mit der Echneidenadel gearbeitete Schraffirungen, wie sie M- Anton, A. Dürer und L- von Leyden in ihren Werken angewendet haben. Auch sind seine bisherigen Arbeiten alle nach farblosen Zeichnungen gemacht; der Grund ist das bloße Papeir, und die Figuren heben sich nicht durch Dunkelheit, sondern nur durch genauen Umriß in den Lichtpartieen und kräftige klare Schatten von demselben ab. Das erste Blatt, durch welches Amslers Talent bekannter wurde, war das Bildniß des jungen Malers Fohr aus Heidelberg, der 22 Jahre alt 1818 in der Tiber ertrank, nach einer Zeichnung von Bahrt. Zwey andere ('820) noch nicht in den Kunsthandel gekommene Arbeiten von ihm äs I. 12b Aniullee r. Anciola. sind: Das eine »ach einer der Baronesse von Humboldt zuständigen Statue der Hoffnung, von Thorwaldsen; das zweyte nach der Bild- faule eines Schäfers von eben diesem Künstler. Beyde in kl. Fol. Das erste stellt seine Figur von vorn dar, und ist eben so trefflich in der von A. selbst gefertigten Zeichnung, als kräftig in der Behandlung. Was aber die Zartheit und Klarheit der Ausführung betrifft, so ist das zweyte jenem noch weit vorzuziehn. Dieses letztere erwarb sich Lhorwaldsens Beyfall in so hohem Grade, daß er den Künstler auffoderte, sein Basrelief des Alexanderzugs, bereits von Bettelini und Marchetti gestochen, nach denselben Zeichnungen von Oberdeck, noch einmal in Kupfer zu bringen. Eine vierte (1820) noch »»beendigte Arbeit unsers Künstlers ist das Bildniß des jetzigen Pabstes, nach einer Zeichnung von Herrmann (Pr. i Scudi); an der Ausführung der einen völlig beschatteten Seite des ganz von vorn genommenen Kopfes erkennt man vorzüglich die leichte Hand des Künstlers. Dieser Stich ist von einer Reinheit, Schärfe, Feinheit und Weichheit, daß man eins von den Blättern des Altmeisters Dürer vor sich zu sehen glaubt, welche man wegen diesen Eigenschaften gemeiniglich Silberstücke zu nennen pflegt, I. c. 182» S. 238. Noch Mehrers über den Unsri- gen, seine Arbeiten, und zumal eine ausführliche Beschreibung seines Antheils an dem Titelblatts zum Nibelungenlied, dann auch Allgemeines über seine neue Kunstgattung, welche wohl als löblicher Versuch, »aber deswegen noch nicht als Regel" gelten soll, s. I. 0. 1822 iH8. Eben so auch bey Anlaß seines Madonr nenbildchens nach Raphael, in Perugia l. 0. 20s, . Im Frühjahr gedachten Jahrs reis'te A. auf einen Besuch nach seiner Heimath, und wird dort das erwähnte Bildniß, und eben so den ihm aufgetragenen Theil des Titelblatts zu dem Nibelungen-Werke, nach Cornelius, vollende»; den andern Theil sticht Bahrt (?). Amsler besonders wird im Geiste des Zeichners seinen Theil vortrefflich fertigen. Eben so gedenkt er, in der Schweiz seinen Stich nach dem Madon- nenbildchen aus Raphaels frühester Zeit, das sich im Hause des Grafen Connestabile Staffo zu Perugia befindet, zu beginnen, und solchen bey seiner Rückkehr nach Italien im Frühjahr -82, zu retouchire». Für diese letztere Arbeit hat er eine Subscriptkon von , Dukaten (Drücke vor der Schrift 2) eröffnet. Die Nachbildung dieser kleinen Kunstjuwele wird zeigen, wie der Unsrige seine bisher nur nach farblosen Zeichnungen geübte Behandlungsart zu modificiren, und dem Gegenstand anzupassen wisse. Tüb, Aunftbl. 182g S- 262 und Zix—Zig. Sein neuestes (ganz vortrefflich) ist das Bildniß Thor- waldsen's, nach Vegas -823. Aniulleer ( ). Unter den um 1821 noch lebenden spanischen Kupferstechern, die sich einen verdienten Ruhm erworben, nennt I. A. Llo- renre (Zustand der schönen Künste in Spanien) auch diesen. Tüb. Runslbl, -821 S. 90. sl.^I Amyklaos, Däpilos und Thlo- nis. Die älteste Statuengruppe, welche den sogenannten Dreyfußraub d>?s Herkules darstellt, (s. Herodot Vlll. 27 und jOausanlas X. 15, 4) war ein Werk dieser drey kor inthischen Künstler, und ihre Entstehung fällt kurz vor Olymp. 75, i. Dieselbe bestand aus großen Erzbildern des Herkules und Apollo (welche sich um erwähnten Dreyfuß zu Delphi stritt,.'») und der Athene auf der einen, und Artemis auf der andern Seite- Tüb. Lunstbl. 1821 S. no. si. 11.4 (Laptlsie), «bedeutet auf Kupferstichen den Baptist Angel,, der im Lex. und im Suppl. unter Torbido erscheint. sl. 11.^ (go., ^n. L., oder LX-), auf Kupferstichen, ist der Johann Anton da Brescia des Lex. und der Supplemente. Ana (Alex.), das Ana vielleicht ein abgekürzter Name. Nach einem solchen befand sich in dem Verlage von Bance zu Paris ein Ausbruch des Etna in zwey verschiedenen Vorstellungen von Mixelle, und ein solcher des Vesuvs in zwey andern Blättern, wovon aber das eine von Ehapuis gefertigt ist. Xko. Anacker (I A.). So hieß ein Bau - und Mäurermeister zu Hamburg um 1802. sl-4 Anastasi (Johann). Derselbe war eben kein sehr bedeutender Künstler, aber doch fertig und geistreich. In seiner Vaterstadt Si- nigallia findet sich Manches von seinem Beßren, wie z. B. zwey Altarbilder in der Kreuzkirche; und vollends nennt, als Meisterstücke, der Ouicia, drey andere in St. Lucia di Monte Alboddo. /.«»sr kltl. terr. II, 253. Anastaslus. Priester und Kupferstecher, aus dem Kapuziner-Orden der böhmischen Provinz. In ,66g gab er (8°. Prag) kaclius kaupertuliz, wozu er selbst einige Blätter, wie z. B. Franz von Assist, auf einem Schiffe mit mehrern Tugenden umgeben, fertigte; mit dem Monogramm k. x. 6. DIabacz. Ana ras. So hieß ein Bildhauer der alten Aeginetischen Schule. si.^j Anaxagoras. Dieser Art. des Lex. bezieht sich wohl auf zwey ganz verschiedene Personen. Derjenige, welcher nach dem Zeugnisse Vlrruv's über die Malerey der Schaubühne, oder vielmehr der Perspektive schrieb, war der bekannte Philosoph Anaxagoras von Clazomcne in Jonien, der zwischen 200—425 3. 6. lebte. Man kennt bis jetzt keinen ältern Schriftsteller, der gedachte Wissenschaft abgehandelt hätte. Scheibel' s Anl. z. machen,. Bücherk. VIII. ,57. IX. 269. X. 409. Die- semnach ist somit der Bildhauer Anaxagoras von Aegina, dessen Diogenes Laertiuö und Pau- sanias gedenken, ein ganz anderes Ens; und Iunius (cle kloturs Veteoum) scheint sie zuerst verwechselt zu haben. Anaxlma nder. Ein von Milet gebürtiger griechischer Philosoph, Schüler des Thales, war nicht allein der erste, welcher Erblind Himmelskugeln fertigte, sondern auch der erste, welcher Landkarten gezeichnet hat. Derselbe blühete um ä. >1. 54o7 u. 5420. Iöcher. B>«sch Handbuch der Erfind, u. a. Ancajano (Peter d'), Maler, der in ,467 im Dome zu Orvieto arbeitete. 8toria art. Marques clouteus. diro. 226), daß Man zwar das Wort Zworr auf einigen Blattern des Meisters finde, den man gewöhnlich den Meister vorn Schabeisen nenne; aber warum er deswegen Ancker von Zwoll heißen soll, (wie freylich auch Dapillon 1 - 167 einen Formschneider, dessen Blätter indessen unbekannt seyen), will ihm nicht einleuchten. Den Meister vom Schabeisen kenne übrigens auch Barrsch (keintr. grav. Vl. go) und führe 18 Bl. von ihm an, aber ohne deswegen seinen eigentlichen Namen zu kennen. Dann fährt Brullior (Isble gener. 8eet. I. p. 171 fort, und bemerkt über unsern Anonymus ( 2 ), daß derselbe wahrscheinlich holländischen Ursprungs, und das Zworr (welches Andere Zwoll lesen) sein Geburts- oder Aufenthaltsort sey; ferner, daß das in seinem Monogramm mehrmals eher einem M. gleiche, und zu der Vermuthung Anlaß gebe, daß die ihm zugeeigneten Blatter zwey verschiedenen Künstlern angehören, was auch Zani (?) zu glauben scheine, Brullior hingegen nicht einleuchten will, da diele Blätter alle in dem gleichen Styl gearbeitet seyen- Letzteres scheint auch Barrschen's Meinung zu seyn, bey welchem sich vollends viererlei) von einander mehr und minder verschiedene Monogramme unsers Künstlers befinden, die bisweilen auch mit dem Worte Zworr (in deutschen Lettern) begleitet sind. Die 18 Blätter nun, welche Barrsch kennt, sind: 1) Die Drey Könige. 2) Ein Abendmal. 3 ) Christus am Oelberg. (,) Nach unsrer gewohnten Rechtschreibung wir unsrer Quelle. 4) Gefangennehmung. 5 ) Christus am Kreuze zwischen den beyden Mördern. 6) Ebendasselbe mit einiger Veränderung. 7) Der Leichnam, von den H. Weibern umgeben. 8) Der Erlöser, stehend; in der einen Hand halt er ein Buch, mit der andern giebt er den Segen. 9) Die Jungfrau mit dem Kinde, das ein Kreuz halt. 10) Ebendieselbe, mit dem Kinde, das in einem Buche blättert. 11) St. Augustin, auf einem Thron, is) St. Christoph zu Pferde. 1 3 ) St. Georg, der mit dem Drache streitet. 1 4 ) Ebenderselbe, der die Messe liest. 1 5 ) St. Anna auf einem Throne. 16) Jüngling, der einen Greisen um den rechten Weg befragt, mit (sinnigen) Versen. Der Teufel will den erster» von diesem Weg ablenken. 17) Auf den Tod sich beziehende Allegorie. 18) Eine Altar- oder Kanzeldecke von gothischer Architektur. Nro. 1, 4, 5 , 7, 10,17, sind die nämlichen, die schon unser Supplement anführt. Brullior nennt noch, aus der königl. Kupfersammlung zu Paris, eine Madonna mit dem Kinde, über Halbfigur, unter einem Baldachin. Die größten der von Barrsch genannten Blätter sind: lVi-o. 18 (i 5 " 2"/ hoch, 10" 2^" br.) und lXro. 3 (14" 5 '" hoch, 10" g"/ br.); das kleinste dlro. 7 (7" 7/" hoch, 5 " i'" br ). Anckermann, s. Ankermann im Suppl. und unten. sl. Ilsj And. So wird auf einem italienischen Holzschnitte der Name Andreas An- dreani abgekürzt, ilka. sl. II.^ — — , auch And. p. Und so zuweilen auf Kupferstichen der Name des Joh. Andreas podesta. sl. n.^j Andere (K ). So findet man zuweilen den Namen Karls van Mander verunstaltet. Anderedus. So nennen die ^nnales Oc»rde)enses s^. 8cr. lier. Lrunsv. 1. II. x. 3 oi einen Geistlichen in der Abtey Corvei (st. 968), und rühmt ihn sowohl wegen seiner Frömmigkeit, als wegen seiner musikalischen und künstlerischen Kenntnisse- Anderloni (Faustino), ein Kupferstecher (vielleicht Vater des Nachfolgenden), welcher für Buchhändler arbeitete. So z. B. zu Sco- poli's Oelieiae l'lorae et kaunae InSubrioae (gr. Fol. 5 Lhl.) licini 786—788. (Hier nennt er sich l?. Lrixieusis); dann zu A. Scarpa's Xnstomieae 6isquisitiones äe LU- clitu et oliaetu. Heini 1789 gr. Fol. nach des Verfassers Zeichnungen, und eben so zu desselben Scarpa's labulse rieuroiogieae. Dicini 1794 gr. Fol- rc. Dann stach er aber auch Geschichtliches ; z. B- Magdalena in der Einöde sterbend, das Kreuz in der Hand, nach Correggio und von I. Garavaglio gezeichnet, ein kleines allerliebstes Blatt. (Pr. 6 fl. Zo kr.). In 1820 war , so auch Ankermann u. s. f. Indessen folgen '" 4 - (l - r.: ^ ''' HE r<- (,) Nach Dttley Hirror^ ok 197. (5) 28- 128 Anderloni. Andra tta. Anderloni »och am Lebe», damals beschäftigt, Herders sehr kenntliches Bildlich nach G. von Kügelgen kl. Fol. zu stechen, das denn auch wirklich in 1822 sehr »kräftig und brillant" erschienen war, und 4 fl. kostete. Tüb. Runftbl. -822 S. 1i)4. Anderloni (Peter), Kupferstecher und Zeichner zu Mailand; ein trefflicher Künstler. Nach eigner Zeichnung kennt man von ihm: Die Bildnisse des Malers A. Appiani 4 °-, des Kupferstechers I. Longhi 40, und Czaar Peters des Großen kl. Fol. Dann, nach G. Bossi, Ant. Canova's 4 °. Von Geschichtlichem: Nach Ra- phael die Vision Ezechiels, ein mittelmäßiges unter der Leitung von Ios. Longhi (vermuthlich seines Lehrers) gestochenes Blatt, Fol., und Maria in einer Landschaft sitzend mit dem Christuskinde und Johannes, Fol., aus der Wiener- Galerie (jedes Pr. 9 fl.); nach Niklaus Poussin, Moses vertheidigt die Töchter des Jethro am Brunnen, quer Fol, sein Hauptblatt, sehr schön lPr, >8 fl.). In 1820 hatte perer drey Platten in Arbeit, zwey derselben nach Titian: Die Ehebrecherin die zu Christo geführt wird, quer Fol. (Gegenstück zu nur gedachtem Moses C), und Maria mit dem Kinde in einer Landschaft wird von zwey Engeln angebetet, quer Fol.; dann eine Hakbfigur nach Calisto da Lodi: Christus das Kreuz tragend, kl. Fol. sll-H Anders (Friedrich). So hieß der in unserm Suppl. erwähnte Gemälde-Restaurateur, der in dieser Eigenschaft 1797 sich in Diensten des Königes von Neapel befand. Lalenstar. e lVotirisrio clella Lorte per 1'anno 1797. dkapoli i6o. — — (Johann Gottlieb). Ein solcher wird in dem bayerschen Staatskalender 1780 als Hof- Kunstweber rubrizirt. — — — — Bürger und Bildhauer in Zittau. Hier verheiralhete er sich 1746 und starb 1760 A- D- Lichters Begräbnißrede der Martha Rosina, verwittibte I. G. Anders. Fol. Zittau >761. Andersen (Claus), ein dänischer Baumeister , baute in - 56 g am Dome zu Wiburg, und besserte auch den Thurm desselben wieder aus. weinrvich's Bunsihistorie S. 43 « sl.^ — — (Peter), nicht Anderster, wie er im Lex. heißt. Von diesem,Geschichtsmaler, der vermuthlich ein geborner Däne war, in 1799 auf der Kunstakademie zu Kopenhagen lernte, damals einen Preis im Zeichnen erhielt, und späterhin als Hofmaler zu Friedrichüburg genannt wird, befinden sich in dem Gange (6--1- leriet) der dortigen Schloßkirche drey Skaffelei- gemälde: Geburt Christi, Anbetung der Könige, und Kreuzigung, welches letztre aber Weinrvich noch nicht ausgemalt nennt.. Dieser geschickte Künstler, welcher ein Schüler deö berühmten Magnus Berg (starb 1789) war, besaß namentlich auch ein gutes Kolorit, und lebte zu Ende des XVIII. Jahrhunderts (was indessen mit der obigen Angabe seiner Lernenszeit ziemlich streitet). weinn? ich's Lunsthistorie S. 74. stl. Il.^j Andersobn oder Andresohn (E), hieß nicht Stephan, wie das Supplement besagt, sondern Erasnms Andre-Sohn, auch Andrea- oder Andrea-Sohn, wie er sich verschiedentlich schrieb.. Derselbe war von Ma- riboe auf Laaland in Dänemark gebürtig (s. G. F. Leonard i's Geschichte von Leipzig. 8". das. 1799 S. 6 o 5 ) und giebt sich auf einer vor uns liegenden, mit 168« datirten getuschten Zeichnung als damals bestallten Schreib- und Rechenmeister zu Magdenburg dar. Allein bereits >682 finden wir ihn zu Leipzig, wo er für Buchhändler Titelkupfer, Risse, Bildnisse u. s. f. ätzte, und auch in dem florirenden Leipzig, so wie in Sikul's Annalen noch bis zum Jahr 170 t genannt wird, um welche Zeit er gestorben seyn mag. Irgendwo lobt man eine auf der Leip- ziger-Rathsbibliothek befindliche, >684 von ihm getuschte Zeichnung (nicht Gemälde, wie es anderwerts heißt), welche die Kreuzabnahme darstellt. Kaum glaublich aber ist es, daß ein Mann, der als Kupferstecher so schlechte Arbeit lieferte, als Zeichner den Beyfall von Kennern verdienen konnte. Von seinen Bildnisse!» kennt man z. B. nach P. Härtung dasjenige von I. Marschall von Biberstein, und noch weit mehr andre dunkle Männer (ohne Namen der Maler), die sich bey Hemecke verzeichnet finden. stl. 11.^ Andersohn (Stephan). Wie wir eben vernommen, ein irriger Name von Spasmus Auderstohn. And er son (Alexander)., So heißt bey. Fiorillo V. 358 ein vorzüglicher englischer Holzschneider neuerer Zeit (a. I-. aus der letzten Hälfte des XVIII. Jahrh.). Von ihm kennt man z. B. Abbildungen eines Theils der Eingeweide, der Brust und des Bauchs, und des Anblicks des menschlichen Körpers nach weggenommener allgemeiner Bedeckung. Dann wieder ganz Anderes; wie z. B. nach Soltau, mehrere Blatter zu einer Ausgabe des Donquixolre. Fiorillo I. e. und — — (Robert). So hieß ein englischer Seidensticker, der zu London >668 8leren,»a- tio.18 pi-opositiones an Licht stellte. Jöcher. stll.^ Anderton (Heinrich), Schüler von R. Srreater, nicht Straeter, wie es in unsern Zusätzen heißt. Andillp (Robert Arnold), s. künftig Joh. de la «Quintinie. Andorf (Johann), wird in dem Staatskalender von Meckelnburg - Schwerin auf 1798 als Universitätszeichenmeister in Rostock benannt. Hier lebte er noch 1809. Wildenberg Universitäten-Alman. für -8iv S. 277. — — (Johann Christoph), Maler zu Naum- burg in Thüringen. — — (Johann Theodor), ein andrer Maler zu gleicher Zeit, ebendaselbst. Das jetzt lebende tJaumhurg. 8L Das. 1726 S. 26. Andraß oder Androß (Miß), eine englische Bildhauerin neuerer Zeit, führte den Meißel mit vielem Glücke. Fiorillo V. 85 >. Andrste» (Joaquin), ein uns bisdahi» unbekannter alter spanischer Künstler, von dem sich mehrere Arbeiten in Cscorial befinden. So z. B- die Speisung der 5 uoo Mann (7 Sp lang, 4 Sp. hoch). St. Hieronymus mit dem Löwen, dem er den Dorn auszieht (4 Sp. breit, 4 /-r Sp. hoch), beyde auf Holz. Von diesen Dev Anlaß dieses schönen Blattes, welches in Deutschland nicht mehr als 15, fl. kostet, wird im Tüb. Runbl. »8-2 S- 302 beyläufig der ungleich theurere, ungemesiene Preis oft weil geringerer englischer Blätter bemerkt und gerüget. A ri d r 6. 129 A n d r a y. Bildern heißt es im Tüb. Lunstbl. 182s. S. 83 . „Die Formen und besonders die Land- schaft haben die größte Aehnlichkeit mit den Werken der altdeutsche» Schule/ besonders im Faltenwurf und den Gliedmaßen; nicht so im Ausdrucke der Gesichter und im Colorit, was we- niger lebhaft und bunt isi. Meistens braune, hellgraue und schwarze, oder dann hellviolctte Gewänder." sl-H Andray oder And re (Johann). Bey iorillo m. 266-67. wo er durch Druckfehler ndre geschrieben ist, heißt es von ihm: „Geb. zu Paris 1662 ergriff er in der Blüthe seiner Jahre das Ordenskleid des heiligen Dominicus, hatte aber das Glück, von seinen Obern nach Rom geschickt zu werden, um daselbst seine Talente zu entwickeln. Er legte sich vorzüglich darauf, die Werke großer Meister zu kopiren, und lebte mit Carlo Maratta in einer intimen Freundschaft, was ihm großen Bortheil brachte. Nach seiner Zurückkunft verfertigte er für die Dominicanerkirche eine Reihe von Bildern, welche die Geschichte der Passion und die Wunder der Heiligen seines Ordens darstellten; auch mußte er, nach dem Willen seiner Obern, ver- schiedne andere Dominicanerklöster mit Gemählden zieren, worunter sich Christus am Tische des Pharisäers in dem Refektorium zu Lyon, die Hochzeit zu Canaan und die Wunder der fünf Brodte in dem Refektorium zu Bordeaux besonders auszeichnen. Seine Farbengebung hat mit der von Jouvenet eine gewisse Aehnlichkeit; seine Drappirung aber ist manierirt, weil er sich nicht um die Natur bekümmerte. Ein Zögling von ihm war Taraval, der als erster Hofmaler in Diensten des Königes von Schweden starb. Gaule de Sainr-Germam S. 179. zählt ihn unter die geachteten französischen Geschichtsmaler, welche aber auf den Geschmack seiner Zeit keinen besondern Einfluß hatten, und führt dann von ihm, nach dem Catalog von Gr. Fves(Nro. i.) drey skizzirte Bilder, nämlich eine Flucht nach Egypten, die Samaritanerin, und einen todten Christus an. Heinecke nennt als Stecher einiger Bildnisse dunkeler Männer, nach ihm: Drevet, Cl. du Flos, I. Moyreau und P. Simon. Dann von Geschichtlichem, neben denen schon im Lex. genannten: Beauvais, F. und I. Chereau, I. Daulle, P. Drevet, Filloeuil, Haussard, Herisset, I. Johnson, Scotin, I. Simon und Vallee. Lauter geistliche Gegenstände. Wir bemerken hier namentlich bloß: Papst Plus V., der von Gott den Sieg bey Lepanto erhält, ein großes Blatt, nachdem Bilde imDominicanernoviziate zuParis, v. Des- places; die Auferstehung, aus der Salpetriere, von Haussard; St. Vincent de Paula , der den Spithalarmen das Evanaelium predigt, und Ebendenselben, der seinen Nachfolgern aus dem Himmel den Segen ertheilt, beyde nach Bildern aus der Kirche der St. Lazarus- Väter, nach Bonnarts Zeichnung, von Herisset und Scotin. Dann das Geheimniß des Rosenkranzes von Daulle; Jesus der die Lehrer unterrichtet, von Tardieu; die Heimsuchung der Elisabeth, von Johnson, bey Faber, und Christus bey Maria und Martha, von Simon. (Diese beyden letztem geschabt.) sn.^ Andre (Anton), s. unten Johann Anron Andre. sl-H (-) (-) r. Dietrich). In Deutschland besitzt von ihm unsers Wissens die einzige^ Gallerte zu Salz- rhalum (?) viele Bilder; nämlich, nebst seinem selbstgemalten Bildniß (lebensgroßes Knieestück von trefflicher Wirkung) auf Leinwand, drey kleine auf Holz: Anbetung der Weisen und Anbetung der Hirten, wo ein Hirt ein Lamm und eine Hirtin eine Gans darbringt; dann: Cleopatra liegt sterbend in den Armen einer Vertrauten; mehr andere Umstehende; hinten brennt eine Lampe. Knieestück. Dann befinden sich in der Sakristey der St. Andreaskirche zu Braunschweig von ihm Christus am Kreutz, und das Bildniß des — Gottesgelehrten Michaelis; und in der dortigen Martinikirche die Bildnisse mehrerer dort bedienstet gewesener Geistlichen. Rippe nerop Beschreib. Braunschweigs. sl. n.^ Andre (Jeronymus), s. Hl'ero- nymus Resch im Lex. und Hieronxmus Andrea im Suppl. sli-H — — (Johann Anton), geb. zu Berlin 1776, anfangs Virtuose auf dem Klavier und Komponiste zu Offenbach. Dort theilte er 1799 dem Aloys Sennfelder das Geheimniß des chemischen Steindruckes mit, welches er indessen einzig zum Drucke von Dtusik benutzte. Dagegen machte einer seiner Brüder, Anron, zu Paris Gebrauch davon für eigentliche Kunstfache, und hatte im Jahr X. um ein dießfälliges Lrevet ck'importation pour le terme Ue llix aus (2) nachgesucht. Doch schien er in seiner Kunst, damals wenigstens noch nichts Sonderliches geleistet zu haben, da z. B. die Proben des Ueberdrucks zu Paris allgemeines Erstaunen erregten. Der dritte Bruder, Philipp, halte schon 1801 ebenfalls mit Beyhülfe des kurz vorher nach London gekommenen wackern Sennfelders dort eine ähnliche Anstalt errichtet, und ein Patent für den ausschließenden Gebrauch seiner Kunst in England ausgewirkt, die nachher (noch 1807,) H. Vollrveider daselbst fortsetzte, seitdem hingegen H. Andre in gleicher Absicht sich nach St. Petersburg begab. Tüb. Morgenbl. 1807. S- 987 — 88. u. Runftbl. 1820. S. 407. — — (John), der bekannte, in Englischen Kundschafter-Diensten in Amerika verunglückte Major. Desselben Bildniß, nach seiner eigenen Zeichnung, hat I. K- Sherwin 1787 schon in punktirter Manier geliefert. — - (I- F-), Hofglaser zu Berlin, zeigte aus dortiger Kunstausstellung 1789 ein uns unbekanntes Kunstwerk. ttLo. sn.^I — — (Philipp) , s. oben den Art. seines Bruders John Anrons. sv.^ — — (Saint), s. Gamr-Andre im Suppl. sl. 11.^ — — (Simon Renard de Samt), s. Renard im Lex. u. Suppl. Seine Blätter bezeichnete er mit 8t. -1. sl.^I — — ( ), der Französische Bildhauer ves Lex. Seine Statue des Parther- Königes Tiridates hat S. Thomassin (wahrscheinlich für das bekannte elende Machwerk) gestochen. — — ( ), ein Französischer Kupferstecher, von dem uns aber nichts Anderes be- — — (Dietrich Ernst, gewöhnlich Jetzt zu Braunschweig befindlich. Dieß wohl für die Arbeiten seines nachfolgenden dritten Bruders. 33 130 A n d r 6. Andrea. kannt ist, als daß derselbe die Schrift zu dem in 1772 erschienenen, von Rizzi-Zannoni gezeichneten Plane der Stadt Warschau geliefert habe. Andre (Madame). Von einer solchen, für den Pariserverlag des Kunsthändlers Papavoine, in englischer punktirter Manier ziemlich gut gestochen und kolorirt, kennt einer unsrer Freunde ein Blatt: Das Findelkind, nach der Zeichnung von Lav. Gräfin von Spencer, in Med. Quart; vermuthlich Kopie eines in England erschienenen Blattes von Gillray. Die Unsrige lebte zu Paris in der letzten Hälfte des xvm. Jahrh. — — ( ). Ein solcher erscheint unter den ^rcditeotes Lxpcrts-LourAeols im Almanach Royal von 1779. — — ( ). Ein solcher (wohl ein jüngerer als der eben genannte) wird in Landon's Salon 1808 Cr. H. i22.) kurzweg unter den damals zu Paris lebenden Baumeistern genannt. Andrea (Meo di, oder Meo di M>), ein Bildhauer von Orvieto, der dort l 5 ^o nebst Lodovico di M. Angelo die Architrave des Doms (gegen dem Bischöflichen Pallaste zu), die Statue von St. Moritz, u. s. f. gefertigt hatte. — Bey diesem Dombaue erscheint auch ein Architekt Meo Orvietano, welcher, nachdem er eines Lodschlags wegen aus Orvieto verwiesen, im Jahr iZZo wieder dahin berufen, und über den ganzen Bau gesetzt ward. Diesem stand er io Jahre vor und bezog dabey einen täglichen Gehalt von 10 Soldi. Noch wird unter den Künstlern, welche in i 353 an erwähntem Baue arbeiteten, ein Meo Andre- uzzi genannt. (Die abgedachten drey Künstler werden doch wohl drey verschiedene Personen seyn?) O/'vrs-o. log. 276. 282. 38 o. 382. — — (Nicola d'), ein Mosaiker ausRom, der im Dome zu Orvieto um > 53 o und noch i 36 o beschäftigt war. D. «K O. iog und 384 > sil.^I Andrea (Niklaus), ein nur Barrsch bekannter deutscher Stecher aus der zweyten Hälfte des XVI. Jahrhunderts, dessen Monogramm in einem zusammenhängenden di. u. und einem V. darüber besteht. Von ihm werden in dem: kelnlre Lraveur IX. 5l2—lb. vier Blätter angeführt: Rebecca, die dem Elieser zu trinken giebt, ohne des Künstlers Namen, nur mit dem Monogramm und Jahrszahl l 585 bezeichnet; Fortuna, auf der Kugel, sonderbar oben mit den beyden Monogrammen von Michael Lorch und dem Unsrigen, und unten mit: l^elollior Inventar, kdilippus tec. (also wohl von dem Unsrigen gezeichnet) signirt, ohne Jahrzahl ('); dann zwey Bildnisse: Joachims von Sinzendorf, Raths K. Ru- dolph II., Gesandten bey der Pforte (Kleol. k. OonstLntinopoll i 58 v; und Georg Has, Hoftischler, mit dem Motto: Oxlkex ingenlosus, rsro peounlosu» l 58 l und des Unsrigen Monogramm, ohne dessen Namen. Das, wohl von keinem andern als von ihm, bey Heinecke s. v. Mcolo di Andrea genannte, und schon in unsern Zusätzen angeführte Bildniß des Französischen Ministers bey der Pforte, trägt das Datum: Lonztsntiilo- poll 1678. Brullior indessen hält es für die bloße Copie nach einem ähnlichen des Unsrigen, welche Copie ein ganz anderes Monogramm als die übrigen unstreitigen von Mc. Andrea trage. Andrea (Zoan, d. i. Johann). Das Monogramm 2. dieses uns bisher ganz unbekannten Stechers ist zuerst von Zani, in dessen: lVIaterlall p. HO. Note 20 erklärt worden. Von seinen Lebensumständen weiß man nichts. Seine Blätter zeugen von einer Nachahmung deö Mantegna, und einige derselben scheinen sogar nach dessen Zeichnung gefertigt zu seyn. Andre sind eigentliche Copieen der Blätter des erstern, so wie etliche andre es von A. Dürers Blättern sind, wie z. B. der Entführung der Amymone durch Triton, wovon das Original mit ifilk datirt ist, woraus erhellet, daß die Arbeiten des Unsrigen weniger in's XV. als in den Anfang des XVI. Jahrhunderts zu reihen sind. Die Literatur derselben findet sich bey Barrsch XIII. 2g5 — 3 iv. Es sind von geistlichen Gegenständen : Judith , die mit der einen Hand das Schwert hält, und mit der andern den Kopf des Hochfeines in einen Sack steckt, den ihr ein altes Weib vorhält. — Christus vor Pilatus. — Die Grablegung (Copie nach Manregna en Contrepartie). — Der Mann der Schmerzen (Dornenkrönung) zum Theil ebenfalls Copie nach M- Auf schwarzem Grund, durch welchen man jedoch ein Paar Engel erblickt, die den Heiland unterstützen. — Zwey Kinder, welche ein Kreutz halten. — Madonna die dem Kinde die Brust reicht (Halbfigur). — St. Genoveva in einer Höhle, die einem Kinde die Brust reicht. Im Hintergrund ein alter Heiliger, der, zur Buße— auf allen Vieren geht. Copie nach Dürer. Dann, von weltlichen Gegenständen: Herkul und Dejanira. — Die Entführung der Amymone, einer der 5 o Töchter des Da- naus, durch Triton. Copie nach Dürer. — Amor auf dem Bock, am Bart von einem weiblichen Satyr geführt. Ein Satyr spielt auf zwey Flageoleten, und hält den Bock beym Schwanz. Auf dem Bogen liegt ein Geschirr, aus welchem eine Schlange hervorkriecht. — Zwey Amorine, der eine mit einer Fackel und einem Weingefäß, der andre mit einer Schüssel voll Früchte und ebenfalls einer Fackel. — Drey Amorine auf der Vogeljagd. — Sieben Amorine, mit zwey Widdern. — Ein Brunn, mit einem sitzenden Neptun verziert. — Nicht üble Allegorie: Die Unwissenheit, dick und blind, auf einer mit zwey Sphynxen verzierten Weltkugel, als ihrem Thron, die Königskrone auf dem Haupte. Hinter ihr Neid und Ver, blendung. Ein voller und ein schon larer Geldsack, vor einem offenen Schlunde scheint aus Verschwendung zu deuten. Nahe beym Thron werden Lorbeerzweige vom Feuer verzehrt, mit der Unterschrift: VInus oombusta. Zur Linken eine blinde Frau, und ein Mann, den Kops ganz von einem Tuche verdeckt, der sich durch seinen Hund leiten läßt; sie stehen am Rand eines Abgrunds, von dem Flötenton eines Mannes mit Eselsohren, Raubvögelklauen und Fledermausflügeln , und von der falschen Leitung eines zweyten, ebenfalls mit Eselsohren, verführt. Wahrscheinlich, so wie auch das ff. Blatt, nach der Zeichnung des Manregna. — Letzteres, wieder allegorisch, scheint den untern Theil des obigen auszumachen: Der knieende Merkur zur Rechten zieht einen der Blinden, die sich während des Reichs der Unwissenheit in (>) Mit dem scbbnen Motto: 8ir vsga ei io-rskilir, yuill lum7 Vu rueolir SMUS5,' et rLriooir ejsill luo arbitrio. Andrea A n d r e a n i 131 -5 den Abgrund gestürzt hatten/ aus demselben hervor/ wo sich noch eine Menge Anderer angehäuft befinden. Zur Linken erhebt sich die in einen Lorbeerbaum verwandelte Daphne aus Ruinen: Viriuii. Dieses sind die zwey größten Blatter des Unsrigen (i 5 " 10"/ br. / 11" hoch)/ und man hat davon eine äußerst fein mit dem Grabstichel gefertigte Copie — Der Tanz von vier Frauenspersonen/ antik und leicht gekleidet/ die sich bey den Händen halten/ wahrscheinlich nach der Zeichnung des Mantegna. Joh. Ant. von Brescia hat solches en Con- treparlie copirt. — Nackter Mann auf den Knieen / saßt den Kopf mit seiner Rechte»/ und hält in der Linken eine Lorbeerkrone/ mit der seltsamen Unterschrift: Li lVlaio (iVIatto?). Heinecke, der den Unsrigen nicht kennt / nennt dasselbe als ein Blatt von Marc Anron wro. 5». — Der geflügelte Drache/ derben Löwen anfällt. — 12 Blatter (lustiger) Arabesken/ mit Figuren untermischt (19" 3 —ich" hoch / 2" 10—11/" br.) Darunter eines, wo zwey Kinder das Wasser lösen, das zwey andre in Bechern auffangen. — Noch ein ähnliches etwas kleineres Blatt. — Noch bemerkt der oben erwähnte Zank, daß sich auf der Bibliothek zu Parma ein in i 497 zu Venedig gedrucktes Brevier befinde, dessen bedeutendste Holzstöcke das Monogramm!, des Unsrigen tragen, so wie hingegen seine Etzarbeiten dasjenige von L. Dann aber glaubt Gttlep üist. ot engr. II. p. 5 ^ 6 . daß erwähnte Monogramme zwey verschiedenen Künstlern zugehören, von welchen derjenige, der sich mit 2. X. bezeichnete, und in Mantegna's und Antons von Brescia Styl arbeitete, nicht zu Venedig, sondern in der Lombardie sich aufhielt; und Duchesne (Xolioe ckes est. exx. ü ia Libl. Uu Roi. karis 18lg. x. /jg.) meint gar, haß er mit Ant. von Bres- cia Eine Person sey. Mit dem I. 1!. signirt sind auch 16 Blätter in Ablangfolio, die zu einer in Venedig i 5 og gedruckten Ausgabe von Ovids Methamorphosen gehören. Noch weit mehr andre Notitzen, welche die obigen theils bestätigen, theils zu widerlegen scheinen, finden sich bey Brullr'ol Tabl. 6euer. 8eot. I. p. 260—70. Und Ebendas. p. 070-7Z. werden neune mit 2. x. bezeichnete Blätter angeführt, welche bey Barrsch fehlen; darunter zwey Madonnen (beyde nach Dürer), ein Jüngling neben einem schlafenden Mädchen, ein Gerippe, und fünf Blätter Verzierungen. sl. 1!.^ Andrea (Dietrich Ernst), s. Andre im Lex. in unsern Zusätzen u. oben. — — (Gabriel), s. unten Andreas. — — (Johann), ein Maler zu Eilenburg in Sachsen, welcher, wie ein ungedrucktes Zeit- buch sagt, dort 1667 zum Ralhsherrn erwählt wurde. — — (Johann Friedrich). So heißt ein Poussierer an der Porzellanfabrike zu Meisten gegen Ende des XVIII. Jahrhunderts- — — (I. Ludwig). Ein solcher soll 1733 eine von Jonas Nigrinus gefertigte und aber konfiscirte Landcharte des Fürstenthums Teschen Hochgestochen haben, welche ebenfalls verboten wurde. Der Patriot. Gesellsch. i. Schlesien neue ökon. z(!achr. auf 1783. 4". Breslau IV. 181. sl. 11.^ Andreani (Andreas). Barrsch XII. 17. meint denn doch, diejenigen gehen zu weit, welche sein Talent für den Schnitt in Helldunkel demjenigen von Hugo da Larpi gleichschatzen, da viele Blätter, welche seinen Namen oder sein Monogramm tragen, von Andern, wie eben Hugo da Tarpi, Anron von Trenro, Aiklaus von vicenza u. a. geschickter» Männern, als er selbst war, geschnitten worden, wovon er die Stöcke an sich gebracht, den Namen der eigentlichen Künstler ausgelöscht, und dafür den seinigen gesetzt hat. Ihm selbst hiernächst halfen Künstler, deren Fertigkeit im Zeichnen die seinige weit übertraf. So soll z. B. sein berühmter Triumph des Cäsar von dem Mantuaner-Maler Bernard LNalpizzi (nach Mantegna) gezeichnet, und vielleicht auch beym Schneiden des Blattes Manches der Sorgfalt dieses letzter» zu verdanken seyn. Dann finden sich von Andreani bey Barrsch I. e. sg. 28 Blätter in Helldunkel, welche er für die einzig erwiesenen hält. Es wären: 1) Eva, die sich mit dem Feigenblatte bedeckt, aus dem Paviment des Doms zu Siena, von D- Beccafumi gefertigt (17" h, 11'/ 8/" br.) Von drey Stöcken. 2) Abrahams Aufopferung Jsaaks (63// br. 27// 6"/ hoch). Von drey Stöcken. 3 ) Moses, der die Gesetzestafeln zerschmeißt, lediglich von einem Stock (68" br., 46" hoch), diro. 2. u. 3 . nach zwey Abtheilungen des dlro. 1. erwähnten PavimentS. 4 ) Pharao im rothen Meer ersäuft; auf dem Vorgrunde Moses, der den Wogen befiehlt, Israels Feind zu verschlingen, nach Ti- tian, von zwey Stöcken (42" br., 23 " hoch). 5 ) Pilatus, der sich die Hände wascht, nach Ioh. von Bologna, von vier Stöcken. (23// g/" br., 16// 2"/ hoch). 6) Kreutztragung, nach A. Lasolano, von drey Stöcken. (11// 6'" hoch , 8" 6'" br.). 7) Grablegung, nach Raph. Morra da Reg- gio, von vier Stöcken (i 5 " 3 "/ hoch, 12" br.). 8) Andere Grablegung, nach Ios. Scolari, von vier Stöcken (26" hoch, 16" br.). 9) H. Familie, wo das Christuskind die Hände faltet, der kleine St. Johann im Hintergrund , nach A- Tasolano, von drey Stöcken tu" hoch, 7" 6"/ br.). 10) Sitzende Madonna, das Kind in den Armen, von einem H. Bischof angebetet, nach Ebendems. Von drey Stöcken (10" 6'" hoch, 8" br ). 11) Madonna, das Kind stehend auf ihren Knieen, dem der kleine St. Johann einen Vogel reicht; im Hintergründe St. Sacharin« von Siena und St. Franzisc, nach Z. Ligozzi, von vier Stocken (i 5 " 6"/ hoch, 12" br.) 12) St. Franzisc von Affisi, der ein Kreutz umfängt, nach A. Tasolano, von drey Stöcken (10// 3 '" hoch, 8" 3 "/ br.). 1 3 ) Christi Triumph, aus einem Siegeswagen von den symbolischen Thieren der vier Evangelisten gezogen, im Gefolge von Patriarchen, Sibyllen und Märtyrern, nach Tizian, von Einem Stocke, auf acht mit X-H. nummerirten Blättern (94" br., 14" 4 ^ hoch). Aeußerst selten. Man hat davon eine kleine von Th. de Bry gestochene Copie. 14-16) Der Raub der Sabinen» durch einen Römer, von drey verschiedenen Seiten, nach Joh. von Bologna; > 4 - u. i 5 . von drey, 16. von zwey Stöcken; die beyden erster» 16" 4/" hoch , 7// 6"/ br., das dritte 16" 7"/ hoch, 7" 5 "/ br. 17) Noch ein Raub mehrerer Sabinerinnen durch mehrere Römer, nach dem Basrelief auf dem Piedestal des vorgenannten Gruvves , 5 - - v ^ -4 « . r«- 132 A >1 d r e a n i. von Z. de Bologna, auf sechs Blättern von vier Stöcken ( 35 " br., 27" 8"^ hoch). ,8) Mucius Scävola, nach B. peruzzi, von drey Stöcken (einige Drücke nur von zweyen, wo die Erhöhung weggelassen ist) ,0" hoch, 7, 10" br.) 19) Der schon oben besprochene Triumph des Cäsars, nach Manregna, von vier Stöcken, - in neun Blattern, die sich zusammensetzen lassen (jedes hält , 3 " 7—;/" ins Gevierte). Zu dieser Folge gehören noch, um vollständig zu seyn, zwey Blätter: Das Titelblatt, mit dem Brustbilde des Herzogs Vincenz Gonzaga von Mantua, von zwey Stöcken, von gleicher Größe wie die Hauptblätter, und ein zweytes (17" breites) mit 6 Corinthir scheu Säulen, und 3 noch auf einem dritten besondern Blatte, um solche zwischen die neun Hauptblätter zu stellen, so) Circe, die den Gefährten des Ulysses zu trinken giebt, von zwey Stöcken (iu" 6^" br., 9" 1"/ hoch) nach Parmesan; zweifelhaft, ob von dem Unsrigen. 2>) Nymphen im Bad, nach Ebendems. von drey Stöcken (10" 8^" hoch, 7" 4^" br.). sL) Die Tugend. Junge Frau, welche gegen die Liebe, den Irrthum, die Unwissenheit und den Wahn kämpft. Wie schön! Nach I- Ligozzi, von vier Stöcken. (17" 10" hoch, 12" br ) s 3 ) Emblem« auf den Tod. Die drey Parzen, Adam und Eva und der Tod, nebst andern symbolischen Figuren, nach I. Fortuna Fortunius (18" 8<" hoch, 12" 6"' br>). 24) Die Christin in Betrachtung über einem Todtenkopfe, von drey Stöcken, nach A> Easolano. (,o" 6^" hoch, 7" t?" br.). 26) Das Feuer unter der Frau. Sie hebt den Rock, um ihr Gewand (!) vor dem zwischen ihren Beinen angezündeten Feuer zu verwahren. Nach B- Malpizzi, von vier Stöcken (10" 8", br., 7" 3 '" hoch) (I. 26) Ein Todtenkopf in natürlicher Größe, nach einem Ungenannten, von vier Stöcken (,2" 6 "^ br, ,o" 5," hoch). 27) Die Anbetung der Weisen, nach Luin«, von drey Stöcken (,4" 2"^ hoch, >0" 3 "/ br.). 28) Der christliche Held, nach B. Francs. Er streitet gegen eine Menge böser Geister, und wird (auf dem nämlichen Blatte) von Christo gekrönt, von drey Stöcken, (, 3 " 3 ", hoch, 10" 5 "/ br.). Diese beyden letzten Nummern, wovon indessen lVro. 28 wirklich des Unsrigen Zeichen hat, sind ungewiß. Dann nennt Barrsch noch ,6 Blätter, welche Andreani's Chiffer tragen, aber alle von andern Künstlern geschnitten seyn sollen, und nach ff. Meistern gefertigt sind: F. Barozio, Matu- rini, Polydoro, Salviati und R. Sanzio. Hemecke will vollends noch dergleichen nach F. de Nanto da Sabaudia, B. Neroni und F. Vanni kennen, und zählt überhaupt (nach seiner weitschichtigen, aber nicht selten höchst unsichern Kunde) im Ganzen 54 Bl. von Andrea«, auf; nämlich I-Bildniß, 4 « geistlichen, 8 weltlichen Inhalts, und 5 von mancherley Erfindungen. Vielleicht war es (wie schon unsere Zusätze meynen) nach der Zeichnung von Vanni, daß der Unsrige die Blätter aus dem Paviment von Siena geschnitten hat. Das Manuel von Jouberr meint, die Aehn- lichkeit seines Monogramms mit demjenigen von A- Alrorfer habe bisweilen veranlaßt, daß man die Blätter des Einen für die des Andern genommen. (>) Vielleicht Variation der bekannten Fabel in Andre uzzo. Brullior nennt noch von ihm eine Kreuztrar gung nach Franz Vanni, welche bey Barrsch fehle. Andreas (Gabriel), war 1620 als herzogt, sächsischer Münz- und Bergmeister zu Weimar angestellt, und,starb hier > 652 . Man hat auf ihn eine uns übrigens unbekannt gebliebene in 4°. gedruckte Leichenpredigt von I. Henzelmann. Einige nennen ihn irrig Andrea. — — (Hans Wolf), ein Steinmetzgeselle von Rochlitz, der 1673 zu Dresden arbeitete. Eo. sll.^ — — Schreiner, s. Schreiner im Suppl. sk. H/j — — Pater; so nennt man zuweilen den Andreas pozzo des Lex. und der Suppl. — — Eine alte Handschrift, welche von der Reform der Besoldungen der Hofbedientcn unter Churfürst August von Sachsen ,558 spricht, nennt einen Meister Andreas als damaligen Hofmaler zu Dresden. M-s. — — ( ). So heißt ein berühmter Siegelschneider und Goldarbeiter, der mit zwey andern seiner Kunstgenossen, Ulrich Ebber und Conrad Luka, 1823 zu Regensburg blühete. Alle dreye waren zugleich Gelehrte, die den Werth und die Aechtheit der in den Siegeln befindlichen Bildnisse und Aufschriften aus dem Verhältnisse mit der Geschichte beurtheilten, guthießen oder verwarfen. Fiorillo D- 1 - 209—2in. — — ( ), von den Böhmen Ondrzeg Zacek genannt', ein Glockengießer und Bürger zu Königsgrätz, ist von 1480 bis , 5 o 8 bekannt- Dlabacz. — — ( ), ein andrer böhmischer Glockengießer, Bürger von Prag, lebte ,542 und noch ,565 daselbst. Dlabacz. sl. 11.^ Andreas, oder Andreassl (Hypolitus). Lanzi (LU. terr.) IV. , 5 . nennt ihn einen Schüler von Pipi, der nach dessen Cartonen gearbeitet habe, und, neben andern, als verdienstliche Bilder von ihm, diejenigen zu St. Barbara in Mantua. sl. H.^ Andrasobn (Erasmus), s. An- versöhn im Lex. Suppl. und oben. Andre, und Daniel, zwey russische Maler der Vorzeit, welche bey Erbauung der Ca- thedrale zu Troitza, unweit Moskau, die Gemälde an derselben steinernen Wänden fertigten. Catharina II. ließ solche, da sie Alters halber verbliechen waren, von Neuem malen, gordisches Archiv. Riga und Leipzig. 8°. , 8 o 3 . Nov. S. 72. Andreozzo, s. gleich nachstehnd Andre,,zzo. Andreuzzo (Anton di), ein Maler, der ,370 dem Ugolino di prere Jlario, der allerhand Gemälde im Dome zu Orvieto fertigte, als Gehülfe beystand. Bey dem Baue dieses Domes erschien der Unsrige schon , 556 . Ob von ihm der Antonio d'Andreuzzo, Abbate di St. Costanza, zu unterscheiden sey, der , 58 s ebenfalls zu Orvieto als Mosaiker arbeitete, scheint uns noch unentschieden zu seyn. ä-orr« «ksk ckr Orvrs-o p. ,,7, 285, 383 , 584 « rr poetischen Perle Albert'» d'Lpb. Andrieux. 133 A n d r e u z z o. Andreuzzo oder Andreuz;« (Meo), vermuthlich ein Bildhauer, s. oben den Art. Meo d« Andrea. A»drerv( ). So heißt bey Fiorillo V. 544 ganz ohne Weiteres ein Schüler von I. Thornhill, der um «7^4 zu Paris gestorben sey. ^li.^j Andrews (Heinrich, auch H. C.), ein geschickter Maler zu London, wo er verschiedene schöne, gefärbte botanische Kupferwcrke aus Licht stellte. Nämlich: tde Lotanist's reposi- kor newanrl rare plant« 1797 und ff. gr. 4°- «" Bände mit 664 Kupfern. — bleaidei^ c>r a nionoArapkiii ok llie Aenus erics 1804 und ff. 8°. — lioses or monoAraxliii ok lkie Aenus ro 8 L i 8»5 und sf. 4 °. — 458 - Bey der Ausstellung im gleichen Jahr erhielt er für eine seiner Arbeiten das Accessit. t. 910. Im ff. Jahr, als die Maires der 49 guten Städte beschlossen, dem Kaiser eine Schaumünze zu überreichen, welche auf den Zweck ihrer Zusammenkunft in Paris (Beglückwünschung zur Geburt des Königes von Rom) Bezug hatte, gaben sie dem Unsrigen den Auftrag, den Stempel dafür zu stechen. /. «8«« 780. Die Zeitungen rühmten sie als eine der schönsten, die je geschlagen worden. Sie ist sehr groß; auf der einen Seite sieht man den Kaiser im großen Ornate, wie er das Kind in die Höhe hebt, und dem Volke zeigt. Vor dem Kaiser steht der Tauf- stein; unten lies t man: Uspteme Uu roi 60 Kome. Auf der andern Seite sind die Wappen der guten Städte mit ihren Namen; in der Mitte steht: ü I'Ii.nipereur les bonnes villes lie l'Lmxli-c. /. . (>) Schon in ,789 sah man von diesem geschickten Manne eine (wahrscheinlich seine erste bedeutende) Schaumünze, auf dir Eroberung der Bastille, welcher Darstellungen anderer ähnlicher Gegenstände folgen sollten; waS aber nicht geschah. Auf dem Salon -gog befanden sich in einem Rahmen von dem Unsrigen noch ff. bisher nicht genannte Arbeiten: Unterredung dec beyden Kaiser; Vermählung der Prinzessin Stephanie; die vereintet, Bildnisse Napoleons und deS Prinzen Ludwigs von Baden; den Frieden zu Preßburg, unter dem JanuS-Lempel dargestellt; so wie den Dank für den Frieden, unter dem Bilde der Cathedrale zu Wien; dir ertheilten Eouverainetäken, unter demjenigen ver- 34 I. Andrteux ( ), Hoch wohl ein Andrer, als der Medailleur, und vielleicht eben der oben von uns als Bruder desselben vermuthete Formschneider Andrieu, erfand 1810 zu Paris neue Spielkarten, von welchen es im Tüb Morgenbl. 1810 n 44 heißt, daß solche um 5 Sous theurer als die alten, aber dafür doppelt — schlechter waren. Andrtolt ( ). Ein solcher wird in einem Adreßkalender von 1746 als damaliger »Hof- und Landstukkateur" des Markgrafen von Brandenburg-Culmbach genannt. Aneckt )>. Der Sohn eines Schreibers oder Kopisten zu Dresden, daselbst geb. 17H2 besuchte von 180Z an, nebst zweyen seiner Bruder, die dortige Kunstakademie. Nachdem sie indessen unter Toscani einige Jahre die Zeichenkunst getrieben hatten, verließen sie das Kunststudium gänzlich. Kopirte Zeichnungen von ihnen sah' man noch auf den Dresdner-Salons 1804—1806. ^0. Aneda (Johann de), ein spanischer Maler aus der ersten Halste des XVI. Jahrh. Zeitgenosse des Hernando de Avila, arbeitete gemeinschaftlich mit Johann de Zea, mit Beyfall in der Kathedrale von Burgos. Ftortllo IV. 94 , 9 b- Anengeeer (Hans), gebürtig von Sasse- lant, ein Metallarbeiter, verfertigte in 1887 für die Hauptkirche zu Lübeck das Taufbecken aus übergoldetem Metall, mit mehrern Reihen höchst unförmlicher Figuren. Ftortllo D. H. >28. IJ .^1 Anezi oder Anest (Paul). Lanzt (Lcl. tei-r.) I. 294 und II. 267 spricht von ihm als von einem Landschaftsmaler, der zu Anfange des XVIII. Jahrh, zu Rom und zu Florenz gearbeitet habe. Hetnecke O v. Anest) führt von ihm eine selbst geatzte, gebirgigte und mit Figuren staffirte kleine Landschaft an. II. III k. So giebt sich Angel. Galeone auf einem von ihm gefertigten Kupferstich an, der den Apoll darstellt. sl. III — — (Nicki.). Diese Abkürzung auf Kupferstichen bedeutet Mich. Ang. Do- naroti. II. III Angarano (Oktav, Graf von). Lanzi (Lli. «ei-- ) 111. 2i 1 setzt seine Blüthezeit in die Mitte des XVII. Jahrh., und sagt von ihm, daß er zwar im damaligen Geschmacke, doch mit Ausweichung der Exzesse desselben gearbeitet habe. Ange (Franz du l'). Nach Lanzi (Lcl. terr.) V. 197 der ihn einen Schüler von Erespi nennt, bestuhnd sein größtes Verdienst in kleinen, wohl gezeichneten, und eben so gut kolorirten geistlichen Geschichten. Dergleichen sah' man von ihm z. B. in der Galerie des Kardinals Martiniana zu Vercelli. Nach ihm haben gestochen B. Picart: Die Steinigung von St. Eusebius, Roms Befreyung durch St. Leo, und des H. Ludwigs Kampf gegen die Ungläubigen; G- Tasniere die Bildnisse der Herzoge von Savoyen, u. s. f. Angel (Joseph Ximenes), ein spanischer Künstler, Zögling des Antonio Rubio zu Toledo. Er malte mit großem Beyfall, und verfertigte unter andern im I. 1692 einen heiligen Anto- nius, den Abt, der in S- Bartolome gewiesen und sehr gerühmt wird. Nach dem Tode des Claudio Coello ernannte ihn das Kapitel der Kathedrale im I. i6gb zu seinem Maler; auch mußte er im I. 1706 die Einsicdeley der Madonna de los Remevios zu Sonseca mit Frcsr komalcreyen schmücken, deren Inhalt aus der Lebensgeschichte der heiligen Jungfrau entnommen ist. Ftortllo IV. Z 47 - siiJ — — (P.). Dieser Name, mit der JahrSzahl 1687 steht auf einem 1 -2 ^ hohen und eben so breiten Duodez-Blättchen, das, fast in Rembrandls Manier, mit leichten Strichen gut geätzt ist, und einen alten Mannekopf mit langem Barte darstellt, das auch im Supplemente zu Rembrandts Katalog S- 17b 14 beschrieben ist. Ob dieser Angel derselbe ist, welcher im Supplemente s. v. Angel und Loker, aber erst unter dem weit jünger» Datum von 1660 erscheint? Wir zweifeln daran. — — ( ). So vermuthet Lbrtft S. 187, daß vielleicht ein alter Stecher geheißen, dessen Monogramm in 6. X. und über diesen Buchstaben in einem Fußangel besteht, den daher die Franzosen, und seither auch Bartsch le maitrc ü In cdaussc-trax^e heißen. Wäre er ein Deutscher, so ließ sich Thrtst's Vermuthung hören. Bartsch (lleintre Ki-av. XV. p. ö >0 setzt ihn unter diejenigen Unbekannten, welche zur Schule Marc Antons gehören könnten. Alsdann dürfte Marterres Vermuthung stakt finden, welcher glaubt, es könnte hier von va- sari's Niklaus pertcolt, mit dem Zunamen Tribolo die Rede seyn, was ebenfalls Fußangel bedeutet, wobey aber wieder zu bemerken ist, daß dieser Tribolo wesentlich bloß als Bildhauer bekannt ist. Einzig will Roland da Virloxs (Dick. 6'Xrckritecture II. 322 ) Wissen, daß er auch gestochen habe, welches er aus Vasari's Worten: si welche ü intuAlisr IcAiianit deduzirt, was indessen in Hol; schneiden heißt, auch wohl auf Holz schnitzen, oder gar auf Zimmermanns - Arbeit deuten kann, wozu sein Vater, um sein wildes Wesen zu bändigen, ihn soll getrieben haben. Wie dem Allem nun seyn mag, so kennt Barrsch I. c. von diesem Meister mir dem Fußangel ein einziges Blatt von 9" Höhe und 7" Br., das einen Triumphbogen vorstellt; Marterte dann spricht von mehrern, alle in alte Baukunst einschlagend, und eben so Brülltet, der solche auf der königlichen Bibliotheck zu Paris will gesehen haben, aber zu ihrer Beschreibung nicht mehr die Zeit fand. Bey diesem letzter» finden wir alle obigen Notizzen zusammengetragen, in dessen: lable Generale dtro. 3 gi. A'rgelertus (Franz), ein italienischer Künstler aus der Mitte des XVI. Jahrhunderts. Die Beyträge zur Geschichte der Erfindungen von I. Beckmann Lh. III. (8°. Leipz. 792) S. 442 gedenken beyläufig einer von ihm aus Hol; künstlich geschnitzten Pistole, wo man statt des Hahnes einen Hund sah, der den Flinten- stein im Maule trug. schieden» Kwnen auf einem Tische; das Bildniß des Prinzen Joachim Murat. Bey Gelegenheit dieser Notizzen zollt auch der sonst so strenge pausanias Frmwais S. 5-7 dem Unsrigen das gebührende Lob für Zeichnung und angenehme Ausführung. Freylich erreiche keine seiner übrigen Arbeiten die Vollkommenheit derjenigen auf die Schlacht bey Marengo, alS einem »wie auch natürlich" wird hinzugesetzt, wirklichen Werke der Begeisterung. 135 Angeletti. Angel etti (Alexander), ätzte, in Gemein- schüft mit Tbom. pirolr vier Blätter, welche das 1795 durch F. Giorgi erbaute Theater zu Tor- dinona darstellen, und zu des letzter«: Oescri- rioue istoriou clol Doatro cki DorUinona (8°. Koma 795) gehören. sll.^-(Peter). Ist es wohl noch der nämliche Künstler unserer Zusätze, von dem es irgendwo heißt, er habe für das in i 8 o 5 zu Rom erschienene Prachtwerk der: Loliols Italien gezeichnet? Wir zweifeln daran. Angeli (Jakob Pi'eri), ein Bildhauer und Architekt von Siena, in der letzten Hälfte des XIV. oder zu Anfang des XV. Jahrh. Derselbe zeichnete auf Pergament (earla pecullina), und baute dann 1408 il> oder 19 (?) nach dieser Zeichnung einen Brunn auf dem Stadtmarkte zu Siena, für welche Arbeit mit ihm 2000 Sienser-Goldgülden zum Lohne bedungen worden. 11. 16z. Noch werden von ihm I. 0. et x. 8g. andere öffentliche Arbeiten erwähnt, und als Charakteristik seiner Bilder bemerkt, daß solche alle ein angenehmes Lächeln auf dem Gesicht tragen, »wie solches den muntern Sienensern eigen ist"; daß die Drapperie an denselben reich, und der Faltenwurf leicht sey, und die Arbeit des Unsrigen sich dadurch vor aller andern seiner Zeitgenossen auszeichne. — — (Johann Baptist), ein Maler, welcher 148g im Dome zu Orvieto beschäftigt, und von Florenz gebürtig war. K«c>,»o 7,. 385. sl. 11.^ — — (Johann Baptist, gewöhnlich Baptist), ist der Torbido des Lex. und der Supplemente. sl. 11.^ — — (Joseph). Zu Padua befinden sich von diesem aus Venedig gebürtigen Maler zwey Altarblätter mit verschiedenen Heiligen; das eine in der kleinen Kirche delle Di- messe, das andre in St. Benedetto Vecchio. 795 S. 80 und 166. Ebendaselbst S. 261 heißt es: »Joseph verdient alles Lob, sowohl der Grazie und des Ausdruckes, den er seinen Köpfen zu geben weiß, als der Sorgfalt wegen, womit er die Extremitäten zeichnete. Er lebte noch, als achtzigjähriger Mann 1795. Gestochen nach ihm haben C. J.^ Kauke (zu Dresden) den kleinen Trommelschläger; M. Pelli ein Mädchen (Halbfigur); C. G. Schulze (zu Dresden 1766) einen Schlafende», und L. Zucchi eine Madonna mit dem Kinde, und einen Et. Joseph mit Ebendemselben, beydes Halbfiguren aus der Galerie Brühl. Hingegen hat B. Fariat nicht nach ihm (wie es in unsern Zusätzen heißt), sondern nach Joseph de Angeiis (das Dild- niß des Kardinals S. A. Tanari) gestochen. slJ — — (Julius Cäsar). „Derselbe" (sagt Lanxi Lcl. Icrr. II. i8o) »kam schon in seinem zwölften Jahre in die Schule von Ludwig Carracci nach Bologna. Seine Erfindung und das Kolorit war besser als seine Zeichnung, das Bekleidete besser als das Nackte. Unter seinen weitschichtigen al Fresco's im Oratorio zu Perugia, von welchen zum Theil schon das Lex. spricht, befindet sich ein Limbus mit den HH. Äätern, der eben auch nicht bey der Lampe seines Lehrers gezeichnet war." Seine beßte Zeit soll um lkiä fallen. — — (Lorenz), s. unten Argeli. sl. 11 .^ — — (Marc). So nennt Gan- Angelico. dellim einen Künstler, der Aierathen und Grotesken gestochen habe. Heinecke glaubt, es möchte hier vielmehr von einem Bildhauer als von einem Stecher — mein sei. Vater hingegen, es sey hierunter der Marc d'Angeli Torbtdo des Lex. und der Zusätze verstanden, der aber dort als Maler, nicht als Bildhauer erscheint. sl.^I Angelt (Niklaus). Derselbe hat, gemeinschaftlich mit seinem Meister, R. Cantagal- lina i 635 (nicht 88 wie es im Lex. heißt) Blätter nach I. Parigi gefertigt, welche florenkinische Festine darstellen, sl. Il.^j — — (Philipp d'). Den Beynamen des Neapolitaners erhielt er von seinem langen Aufenthalte zu Neapel. Nach Lanz, starb er, dem Lex. gerade entgegen, jung, unter dem Pontificate Urban VIII. Der Großherzog von Florenz, Cosmus II. hielt ihn lange an seinem Hofe. Gewöhnlich malte er nur im Kleinen. »Seine Prospekte", heißt es daselbst (L6 (8. V. war, was auch wahrscheinlich ist, Miniaturmalen, unter Anleitung seines altern Bruders, sein erster Beruf. Daß er nach Masaccio studirt habe, ist, wenn man ihre Zeit und ihren Styl vergleicht, kaum zu glauben. Bey Angelico entdeckt man immer in der Stellung feiner Figuren, so wie überhaupt in seinen Kunstmitteln etwas Giottisches; seiner langen canellirten Falten, und des ausgesuchten Fleißes in jeder Kleinigkeit nicht zu gedenken, welche überall den Miniaturmaler verrathen. Späterhin bestuhnd seine meiste Arbeit in kleinen geistlichen Kabinettstücken, deren man viele in Florenz, (die an- muthigste und vollendetste, eine Eeburth von St. Johann dem Läufer in der Großherzoglichen Galerie) findet. Größere Werke von ihm sind selce»; wie z. B. seine Glorie in St. Maria de Pazzi, ebenfalls zu Florenz. Sein größtes Verdienst bestuhnd, theils, wie schon das Lex. bemerkt, in der Schönheit seiner Antlitze von Engeln und Heiligen, dann aber auch in der Lieblichkeit seines Kolorits, so daß man ihn den wahren Guido seiner Zeit nennen konnte, was für einen Künstler, der bloß in Wasserfarben malte, um so viel bewundernswerther war. Ebendaselbst heißt es, daß er noch 1457 im Dome zu Orvieto gearbeitet habe, und somit nicht, wie gewöhnlich geglaubt wird, in i 455 verstorben sey. In Absicht auf edeln Styl (meint Fiorillo I. 7ti) könnte man ihn mit Ventile da Fabriano vergleichen; nur daß der Un- srige jenen noch an Natur und an Schönheit der weiblichen Gestalten übertreffe; dann auch, daß er seine Gewänder nicht mehr mit so viel Gold überlud. Und Ebend. S. 27h wird nach vasarr bemerkt: ,»Daß alle seine Bilder eine so wunderbare Süßigkeit und bezauberndes Ansehen von Heiligkeit haben, scheint eine Frucht der Reinheit seiner Sitten, und die Eingebung seiner Andacht gewesen zu seyn. Einen lesens- wcrthen Aufsatz über den Unsrigen, und die IZd Angelico detailliere Beschreibung seiner Fresco'sarbeiken in der Sc. Lorenzen - Kapelle im Vatikan, s. man in der Zeitschrift: Italien und Deutschland von Moritz und Hirt, St. I. S. 89—96 und St. II. S. i—iZ. Dann hat uns über den Unsrigen einer unsrer Freunde noch Folgendes mitgetheilt: »In der 8toria 6« Duomo tli Orvieto p. -27 et 5699. 211, 3 c>ö, 307, findet sich verschiedenes über ihn und seine Arbeiten zu Orvieto. In 1-447 beschlossen nämlich die Orvietaner die Kapelle der Madonna di S. Brizio lm Dome, von einem guten Künstler malen zu lassen; und da im Juni besagten Jahres Fra Angelico Rom, wo er eben von dem Pabste im Vatikane beschäftigt war, der Sommerhitze halber verlassen und auf einige Tage nach Orvieto gekommen war, so wurde man einig, diesem das Werk zu übergeben, und ihm eine jährliche Besoldung von 200 Goldgulden auszusetzen, dabey aber Kost, Farben, Gerüste :c. besonders zu vergüten. Sein Schüler Benozzo sollte 7 Fiorini, und noch zwey andre seiner Zöglinge 5 Fiorini die Woche erhalten. Am 14. Juni nahm Angelico diesen Antrag an, und man übergab ihm sofort das Gewölbe der Kapelle, unter der Bedingung, daß er solches wohl und fleißig ausmalen, und all' sein Studium daran setzen sollte, damit die Figuren schön und herrlich würden; daß er den folgenden Tag schon mit seiner Arbeit beginne und alle Sommer der folgenden Jahre zu Vollendung derselben getreulich verwende. In dem hierüber aufgesetzten Dokumente wird unser Angelico genannt: /ra Giovanni di pierro aus dem Orden der Predicatoren von der Regel des H. Domini'k; seine Gehülfen aber Benozzo Lost von Florenz (dieser ist im Lep. und Suppl., nach vasari, unter dem irrigen Namen Gozzoli eingetragen), Johann Antonio von Florenz, und Jakob de polt. Fra Angelico begann auch sogleich seine Arbeit, die er bis zum 28. Sept. »447 fortsetzte, wo man ihm und seinen Schülern Zoo Goldgülden reichte, worauf er »mit Gott" nach Rom zurückkehrte, — niemals aber zum größten Leidwesen der Orvietaner wieder kam, um sein Werk zu beenden. Die Malerey des Angelico in der Kapelle ist vor so viel andern dortigen leicht zu erkennen. Von ihm find: Vörderst das jüngste Gericht (il Oristo Aiuäice) welches Michel Angelo wohl sicher gesehen halte, bevor er die Sixtinische Kapelle malte, und dann das Chor der Propheten, welches über der Hölle des trefflichen Luca Sig- norelli steht; denn diesem vertraute man die Beendigung der Kapelle an, nachdem man vielen andern berühmten Malern solches verweigert hatte. Auch die Malerey des Benozzo laßt sich unterscheiden; sie befindet sich auf derselben Seite wo Angelico's, nur näher nach der bischöflichen Residenz zu. vasari irrt daher, wenn er sagt : Angelico wäre von Pabst Nikolaus V. des Rufes wegen, den er sich zu Florenz und zu Orvieto erworben, nach Rom gefedert worden; vielmehr war es erst der Ruf von seinen Arbeiten im Vatikan, welcher ihm die Anstellung zu Orvieto verschaffte; und da Nikolaus V. erst >447 zum Pabst erwählt wurde, so ist es überhaupt zweifelhaft, ob auch dieser oder ob nicht vielmehr sein Vorgänger Eugen IV. den Angelico komme» ließ. Ferner erwähnt vasari der Malereien des letztem in Orvieto zu oberflächlich, wenn er nur von „gewissen Propheten" spricht; und verstößt endlich gegen die Zeitrechnung, wenn er den lGentilis da Aa- briano für einen Schüler des Unsrigen halt; glaublicher ist es, da wirklich beyder Künstler Styl sich ähnelt, daß Angelico Schüler des Gentilis war. Mehrere seiner Frescomalereyen Angelis. werden, wie schon erwähnt, in der Laurenz- Kapelle des vatikanischen Pallastes zu Rom getroffen; 5 derselben sind aus der Geschichte des H. Laurentius, 6 aus der des H. Stephans; 8 Kirchenlehrer sieht man auf den Oberpfeilern und 4 Evangelisten an der Decke. Sie waren, wie so manche andre Trefflichkeiten der Vorzeit, nach und nach in Vergessenheit gerathen; und es waren eben Hirr und Moritz, welche vor dreyßig Jahren die Aufmerksamkeit des Publikums zuerst wieder auf dieselben zogen, sie näher beschrieben, und solchen den Umriß eines der Gemälde aus der Geschichte des Stephans, von A. Mochetti beyfügen ließen." sll .^1 Angelini (Joseph), der Bildhauer unsrer Zusätze. Derselbe erscheint noch in dem schwedischen Staatskalender 1797 unter den ausländischen Ehrenmitgliedern der Stockholmer- Kunstakademie, mit dem Titel: Bildhauer bey der St- Peterskirche und dem Kapital zu Rom. — — — — Eben so nennt Lanzi (LU. terr.) II. 2ZZ ohne Weiteres einen uns sonst ganz unbekannten Maler aus der zweyten Hälfte des Xvil. Jahrhunderts, gebürtig von Ascvli, und Schüler von L. Trasi. sl.^I — — (Scipio). Guarienti tauft ihn irrig Angelt. Nach pascoli waren seine Blumen wie mit frischem Thau besprengt. (Lrl. terr.) II. 271. sn.^ Angelion, steht im Suppl. hinter den Art. Angelis, statt vor denselben- Angelis (Desiderius da), war 1797 bey der Zeichenakademie zu Neapel als Lehrer der Anfangsgründe angestellt. « iVo- erÄarro Oor-e per 1'^nno 1797. Xapoli. sl. II-H — — (Johann da). P. Tanje hat nach ihm auch das Bildniß des Dichters Just. van Essen gestochen. sl. Il.^j — — (Johann Baptist). Hierunter ist der Joh. Bapr. d'Angeli s. v. Torbido im Lep. und Suppl. zu verstehen. sl. 11.^ — — S. auch Angeli und Ag- nolo im Lep., im Suppl- und oben und unten hier. — — (Peter), ein Niederländer, geb. zu Dünkirchen 1680, der sich bereits in Flandern und Deutschland bekannt gemacht hatte, als er im Jahr 1712 nach England kam, und das Publikum durch seine Landschaften, mit kleinen Figuren ausstassirt, bezauberte. Im Jahr 1728 reiste er nach Italien, wo er drey Jahre hindurch blieb, und in Rom außerordentlich bewundert wurde. Hier hätte er viel verdienen können; allein er lebte sehr eingezogen, wußte sich nicht geltend zu machen, und konnte nur mit Mühe bewogen werden, seine Werke zum Vorschein zu bringen. Indessen mußte er doch auf seinen Unterhalt denken, und entschloß sich daher, nach England zurückzukehren, blieb aber in der reichen Stadt Rennes in Bretagne, wo man ihn mit Bestellungen überhäufte, und wo er auch, kaum 4 g Jahre alt, i7Z4.starb. Seine Landschaften und Conversationsstücke sind zart und fleißig gemalt, und erinnern an die beßten Werke von Teniers und Watteau. Die Vor- gründe schmückte er mit Figuren, Früchten, Fischen rc. Sein Pinsel ist gewandt und saftig, sein Kolorit aber etwas kraftlos. Seine spätern Versuche, im Geschmacke von Rubens und van Dyck zu arbeiten, scheinen ihm mißlungen zu seyn. Fiorillo V. 5Z2— 33 . 137 Angel». Angermeyer. ^ 2 ! si. II.^I 2 lngelo (Baptist d'), s. im Lex. und in den Zusätzen Torbido, und bey Lanzi: Moro. — — (Johann), von Gubbio, ein um i 32 i am Dome zu Orvieto beschäftigter Bildhauer. sis /«77 ^1. Z81. — — (Lodovico di M-), s. oben Meo bi Andrea. — — (Maestro). Von einem solchen sieht man in dem alten Refektorium des Benediktiner- klosters St. Giustina zu Padua, in Freöco, eine Kreuzigung mit lebensgroßen Figuren. Nach dem Style dieses noch wohl erhaltenen Bildes zu urtheilen, an dem besonders die Köpfe ihrer Natürlichkeit wegen zu rühmen sind, mag der Unsrige in der Schule des Squarcione studirt haben. «ir x. 99. 284. sl. 11.^ — — (Marc d'), ist der Marc dÄngell, a. v. Torbldo im Lex. und in den Zusätzen. — — (Michael). So hieß ein Bildhauer von Florenz, der i 5 o 3 am Dome zu Orvieto arbeitete, aber keine besondere Achtung genossen haben mochte, und wenigstens einen geringen Lohn bezog. - 7 s/ Ty-om-, -// ö^v/seo p. Z27. sl. II.^I — — — — Daß hierunter in Schriften und auf Blättern Mich. Ang. Buo- naroti gemeint sey, versteht sich fast von selbst; dann aber auch zuweilen Meng« und Eerquozzi, so wie endlich auch der Bildhauer Renar Michel Slodrs diesen schönen Beynamen trug. — — (Nikola da), und Peter passar letius verfertigten im XU. Jahrh, gemeinschaftlich eine roh' und plump ausgehauene, dabey aber mit biblischen Geschichten und Arabesken reich verzierte hohe Säule, die in der St. Paulskirche vor Rom noch ersichtlich ist, ehedem zur Aufsteckung der Osterkerze diente, dermal aber ein Wappen trägt (?) Hagen Briefe in die Heimarh. IV. i 3 x. — — (Stephan di), ein Baumeister von und zu Orvieto, der mit andern Künstlern um 1H01 und i 5 o 3 bey dem Baue des dortigen Domes beschäftigt war. -/s/ ^c» -// o^vrseo P. 1^3. 080. — — (Theodor Gottfried Niklaus), ein Kupferstecher zu Schleswig, geb. 17b? erhielt in seiner Vaterstadt Unterricht im Zeichnen, und bestimmte sich zur Malerey. Nachdem er aber >780 nach Kopenhagen kam, wo er die dortige Kunstakademie auf einige Zeit besuchte, erlernte er hier das Schrift- und Landchartenstechen, und wurde Kupferstecher bey der Akademie der Wissenschaften, die sich seiner fleißig bediente. Er lebte noch zu Kopenhagen 1811. Wein- rvich Lunsthistorie S. 233 . — — (Tino di M.), von Assist, erscheint 1828 als Geselle des Giovanni di Bonini, welcher damals als Obermeister über die am Dome zu Orvieto bediensteten Glasmaler gesetzt war. c/s/ D,-o,»o -/- O^ri/sto p. 272. -- — ( ), ein Kupferstecher in Dänemark, arbeitete in r8>., an einer Spezialkarte von Dornhvim, und ist wohl sicher mit dem obigen Tbeod. Gorrfr. M'kl. 2 s. Eine Person. Angelstädr ( ). Ein Maler zu Berlin, dessen.irgendwo um 1796 gelegentlich gedacht wird. sl. 11.^ Angeluccio. Fiorillo III. 17h. nennt ihn den einzigen würdigen Schüler von C. Gelee, der, nach pascoli, ein sehr schätzbares Gemälde, im Hause des Carlo Bonelli (zu Rom?) hinterlassen habe. Bey Lanzi (Lä. terr.) II. LOO heißt er irrig Angelt. s/?-§ xlnxit (liest man in geschriebenen Notizzen eines unsrer Freunde) findet sich auf einem Bilde im Konvente Corpus Domini zu Venedig, welches den leidenden Christus in Halbfigur, zwischen der H. Jungfrau und St. Johann darstellt, und Arbeit des XIV. Jahrhunderts ist. Gasts sah solche, fand sie aber keineswegs gioteschisch. Angeluzzo (Niccola d), ein Künstler, der 1349, so wie ein anderer Künstler (vermuthlich beydes Bildhauer) Oerrucciolo Angeluzzo oder Angeluzzi, letztrcr i 353 , bey dem Dombaue zu Orvieto Beschäftigung gefunden hatte. 787) führt einen solchen als Landbaumeister zu Lingen in Westphalen damals lebend an. — — (Johann Gottlob), geb. 1698 in Schlesien, lernte erstlich als Tischler zu Altenburg und kam sodann nach Dresden, wo er Mathematik studirte und in der Baukunst sich gründliche Kenntnisse erwarb. Hierauf besorgte er eine Zeitlang die bey der königl. Domainen- kammer zu Magdenburg vorfallenden Bauangelegenheiten, und wurde späterhin von dem frommen Aug. Herm. Franke, bey dem von diesem gestifteten bekannten Waisenhause in Halle, als Baumeister angestellt. Er führte hier das Draus und Backhaus, und dann noch andre große Gebäude auf; auch findet man in dem Archive des Waisenhauses eine große Anzahl sehr sauberer Risse und Handschriften von ihm, die seine Geschicklichkeit beurkunden Angermann starb zu Halle 1786. Beschreib, des Hal- I ischen Waisenhauses. Halle 1799 - 8°. S. 17b. si. Ii.^ — — (Julius), ein Münzmeister, fi unten Angerstem- Angermeyer (Albert, eigentlich Joh. Adelbert), geb- zu Biling oder Dilni in Döh- 08 ..c' D M >-/S I. 1Z8 Anglus Auge r meyer. men 167-4 , erhielt seine Bildung von I. Rudolf Bvß, und that sich in Nachahmung der Natur so trefflich hervor, daß er in Blumen und Insekten dem Abraham Bignon beykam, oder ihn gar übertraf. Er ließ sich in Prag Haushab- lich nieder, und siarb daselbst um 1740. Einige seiner Arbeiten befanden sich dort in der Scottischen Bildersammlung. Dlabacz. Noch besitzen von ihm in Deutschland: Die Galerie zu München sechs Bilder, und Schleisheim funfe, alle klein, auf Holz, Blech und Kupfer; meist todte Vogel, Blumen und Früchte; dann einen Wildschweinskopf auf einem Tische; und endlich 77 nennen ihn wohl irrig Julius Angermann. Angibaults ). Erscheint in Landon's Salon von 1808 II. 122 ganz ohne Weiteres unter den Namen der damals zu Paris lebenden Baumeister. S. auch den gleich ff. Art. Angibeau ( ), ohne Zweifel mit dem vorstehnden Derselbe, erscheint schon in Landon's Xlmanaob cles beanx-Xrts 180Z unter derselben Kunstrubrik, und zwar zugleich in der Eigenschaft eines Verificateurs des Batimens. Angiolini ( ), Demoiselle, beschäftigte sich zu ihrem Vergnügen mit der Kunst. Sie lebte zu Dresden, und von ihr sah man auf dortiger Ausstellung 1802 eine Landschaft, und auf der von 1804 ein Fruchtstück, beydes in Wasserfarben. sll.^ Angivillier (Carl Claudius d'), ehemaliger Oberintendent der königl. Gebäude unter Ludwig XVI. und Mitglied der ehemaligen Gesellschaft der Wissenschaften zu Paris, starb zu Altona, 80 Jahr alt, 1809. Anglois (D. Guilermo), ein spanischer Künstler zu Madrid, that sich so rühmlich hervor, daß ihn Mengs ersuchte, gemeinschaftlich mit D. Alexandra velazquez einige Malereyen in einem Saal des neuen Pallastes auszuführen, worin er (Mengs?) eigenhändig den Aufgang der Morgenröthe fertigte. Fiorillo IV. 428. sl-H Anglus (Benjamin). Was er nach A. Lempesta gestochen hat, waren ein Paar Thesen; die eine mit der Inschrift: kboebus erit prinoepz etc., die andre mit einem Löwen und Leopard. (Ibomss) keo So soll, nach Brul- lior, der Kupferstecher Thomas Dudley sich bisweilen bezeichnen. 139 Ä,i g o. Ango (Peter)/ ein französischer Jesuite, der in der letzten Hälfte des XVH. Jahrh. Professor zu Caen war und über die Kriegsbaukunst und Optik geschrieben hat. Diese Werke sind betitelt: krati^ue Generale de 8 lortisicstions, pour les Iraeer sur le papier et sur le ter- ruin saus avoir «Aurd ü aueune metliode psrtieuliere. Vloulin 8 1679. 8".; l'Opticiue divi 8 ee en 1 roi 8 1 ivre 8 . ksri 8 1682. 12°. — — ( )/ward zufolge des Pariser- Almanach royai/ in 1772 unter die Xrckitee- 1e8 Lxxert-LourAeoi 8 zweyter Colonne, nämlich den Lxpeot 8 LnlrepreneurZ aufgenommen. Er erscheint noch 1779 in solchem Almanach/ hier mit dem Beysatze als Thresorier. — — ( ). Ob noch derselbe/ oder ein Neuerer dieses Namens/ erscheint schon in Eandon's ulmsnuek de8 Lesux-^rts :8nZ, und dann wieder in Ebendesselben Salon i8n8 (H. 122) ganz ohne Weiteres unter den damals zu Paris lebenden Baumeistern. sl. 11 ^ ^/rFo/o (iVIare.), dlet. Diese Bezeichnung auf Kupfern bedeutet den Marc. d'Angeu, welcher im Lex. und den Zusätzen 8. v. Torbido erscheint. sl. Il/j Angosciola, Angusciola, Anguisciola, 2 lngulscivola und An- gussola (Sophonisba). Bey Bernardin Campi lernte sie zugleich mit einer jimgern Schwester/ Helena/ deren das Lex. nicht gedenkt/ und welche nachwerts ins Kloster ging. Von ihren vier andern/ ebenfalls jüngern, Schwestern starben Lucia und Minerva frühe; Europa und Anna Maria kamen in die Ehe; aber auch die erstre von diesen verbliech sehr jung. vasari kannte sie noch alle in Cremona / und spricht von ihnen mit großem Lob (H. Von zwey Bildnissen der Gophonisba, von ihr selbst gemalt/ befindet sich das eine in der großherzoglichen Galerie zu Florenz/ das andre im Haus komel- lini zu Genua M. Dort hielt sie sich noch in ihrem hohen Alter eine ordentliche Akademie der Theorie ihrer Kunst, aus welcher mehr als Ein geschickter Mann, wie ein Gentileschi, Roncalli, die Procaccini u. s. f. ihren Nutzen zogen. Lsnsr (Ld. lerr.) IV. Vz7 Und V. 3 ll. In dem in unsern Zusätzen angemerkten Blatte nach ihr hat die alte kindisch gewordene Frau ein A. B. C- in der Hand, was wohl schon vom Angosciola. Genie der Künstlerin zeuget. Gestochen nach ihr kennen wir sonst noch einzig zwey jener von ihr selbstgemalten Bildnisse: Nämlich das zu Florenz (Papeir, Pinsel und Palette vor ihr) von C. Gregori geslochne (später dasselbe auch Von I. B. Eecchi für die 8erie de^l' Vomlni Iliu8lri) stellt die Unsrtge in küssenswerther jugendlicher Unbefangenheit dar. Das zweyte, Halbfigur, sitzend, wie sie eben an einer H. Jungfrau malt, hat W. Baillie in seiner gewohnten kräftigen Manier in Schwarzkunst geschabt ) Dort sah Vasari von Sophonisba, im Hause ihres Vaters, ein GeseUschaftsbild, wo drey ihrer Sci'western Schach spielen, und eine Alte ihnen zusieht; ein zweytes, das ihren Vater Amilkar, ihre Schwester Minerva, und ihren Bruder Asdrubai darstellt; und wieder zweye zu Piacenza, sie selbst, und den Archidiakon der dortigen Hauplkirche, beyde im Hause dieses letztem. (2) Dallarvay II- 222 Not. , spricht noch von dreyen, die sich alle in England, in den Kabinetten der Lords Ashburnham, Harcourt und Spencer befinden. Zn letzterm sitzt sie am Klavier. Vollends besitzt der Herzog von Devvnshire ein Taschenbuch von van Tyck, in welchem mehrere Skizzen der Unsrigen eingeschaltet sind. Ebendaselbst wird ihr Tod in >626, 9Z Jahr alt angesetzt. (z) Wahrscheinlich eines derjenigen, von welchen Dallawaz? spricht. (4) Ueberhaupt befindet sich bey Vasari keine eigene Biographie von der Unsrigen, sonderv einzig zerstreute Notizzen über sie, theils in dem eben angeführten Leben von Carpi, theils in demjenigen der Propertia de Roßi. (5) 3 » bem ihrigen heißt es, neben Anberm: L se in guesro svro zostiskarro d Uesistdio stl V. 8sn- rikä, !o ne ricevero ialinils consdnrione; non reslsnclo pero ist clide, die se cd pennello si polen« cosi vappresenrsre sgli oeclii sti V. Leadrscline le bellerre Uell' sninio st! ^uescs serenissinia keine, ne potris vester cose PIN inersvißliose. Und in der Antwort des Papstes, welche ein reiches Geschenk begleitete: Ve ne dnßrarisino, certikcsnstov! ehe lo lerreino lre le nostre co5« p!n csre, cowineiistLnsto guests voeire virtü , /a 7»«/« , c/ie ds , incenstiamo c« /a pr» ^>r'cco/a mo/te ,o»o r» 2,01. (6) Sollten olle vorerzcihlten Kunstjuwelen sich nicht irgendwo noch auffinden lassen? (7) Vitt> sti 6ird. ste <^grpi. heißr es Ebondas. > 3 i 4 S- 2V» bemerkenswerth: .'Wahrscheinlich ist das, was van Dxck über sie geurtheilt haben soll, bloß eine artig erfun- bcne Kunstanckdote. Er war bey ihrem Tode (»620) erst 21 Jahr alt, und trat seine Reise nach Welschland höchst vermuthlich nicht früher als 1622 an." Anguilla (Franz Andreas von Lucca), ein im XV. Jahrh, blühender ganz gtotkeschischer Künstler von fröhlichem, munterm und lebhaftem Kolorite, korrekt in der Zeichnung, richtig und angemessen im Ebenmaaße (seiner Figuren), leicht, breit und natürlich im Faltenwürfe, llo psuni v iion ütteAlnre, statuino nelle liAu- re (?). ^s/7s ti". t.uclia i 8 i 5 s- 53 . Anguissola (Leander). Kaiserlicher Oberingenieur der Stadt Wien, und gemeinschaftlich mit ihm Jakob Marina,n, kaiserlicher Hosmathematikus daselbst, verfertigten mit Zuziehung des kaiserlichen Architekten Luc. Hil- oebrand's, und Arnold Werner s von Steinhaus, dem Unteringenieure der Stadt Wien, 1706 einen 5 s/ breiten und 4 ^ hohen Grundriß dieser Stadt. Derselbe wurde in Kupfer gestochen; doch zog man nur wenig Exemplare (jedes derselben auf vier Realbogen) davon ab, und machte, durch Vergoldung der Platten, dieselben zu fernerm Gebrauche untüchtig; unterdessen haben ihn Pfeffel und Engelbrecht nach- werts auf's Neue gestochen. Fuhrmanns Beschreib, von Wien I. 384 , 288 , 3 go. In der Breslauer-Sammlung zur Aarur- und Kunstgeschichte Herbstquart. 17,7 S. 4 g> heißt es, wie man zu dieser Zeit in Wien eine neue mathematische Akademie errichtet habe; und daß an derselben der Graf d'Anglustola Direktor, und Marinon (i) Professor der Mathematik seyn soll. sll.H Angus (W.). Wohl sicher ist er derjenige Angus, dessen Barrsch (Kupferstichkunde I. g 3 ) rühmlichst gedenkt, indem er sagt, daß die Blatter des Woollet, Middiman und Angus vortreffliche Muster für Kupferstecher abgeben, in Betreff der Behandlung der Baumstämme, des Blattcrwerks, der Gräser und der Pflanze». — Und eben so sicher ist er der nämliche, welcher bey Fiorillo V. 82g ein englischer Landschaftsmaler, Zeichner und Stecher neuerer Zeit heißt, der, nebst mehr Andern, an dem Werke Ueauties c»k LnglanU arbeitete. S über diese Arbeit das Mehrere oben bey William Alexander. Wahrscheinlich endlich wieder derselbe ist es, der, nebst vielen Andern» für das um 1820 erschienenen Werk der: -^r- ckilteatura eoolesisslica k.oncI1ni gezeichnet hat. Deffenrl. bstachr. slJ Anguyer (Franz). Nach ihm sind von verschiedenen Künstlern gestochen worden: Die Cculptur-Ornamente, welche er nach der Zeichnung von Blondel über dem Portale der in 1672 erbauten Kirche zu St. Denis gemeinschaftlich mit Girardon gefertigt hatte; dann die Statuen, in zwey Nischen, über dem Portale der Kirche St. Antoine: Die Hoffnung, welche Frankreich auf den 1629 mit Spanten geschlossenen Frieden baute, und : Die öffentliche Sicherheit, die sich auf eine Säule stützt; ferner die beyden Statuen von St. Benedikt und St. Scholastik» an dem Portal der Kirche von Val de Grace. Hiernächst die Grabmäler des Großpriors de Souvre bey St. Johann von Lateran, und des Herzogs Heinrich Chabot von Rohan, bey den Celestmern, beyde von I-Ma- rot; auch I. A. de Thon bey St. Andre des Arts, dieß wieder von einem Unbekannten. sl.^ Anguyer (Michel), des Obigen Bruder. Gestochen nach ihm kennt man von L-Despla- ces die vier Statuen Pluto, Ceres, Neptun und Am- phitrite; von I. Marot das Grabmal der Herzoge von Longueville, bey den Celestmern; von >e Pautre die eherne Vase im Garten zu Versailles. )r/§o. Heinecke, der ihm bey seinem 1686 erfolgten Tod ein Alter von 74 Jahr giebt, bemerkt, daß Lacombe die Arbeiten der beyden Brüder zum Theil verwechselt, d Argenville hingegen in seinen Vo^ages xittorcsgues Ue karis dieselben richtiger angegeben habe. Anhalt- Datenfeld (Friedrich, Fürst von), Halbbruder des Fürsten Viktor Friedrich von Anhalt-Bernburg, geb. i 7 l 3 - Man liest in einem Gedichte: Das Schloß Blankenburg, die Teufelsmühle und das Lustgebäude auf dem Slubenberge bey Gernrode (im Bcrnburgischen) besungen von I. F. L. R. Quedlinburg und Leipzig 276«. S. 29, daß dieser Fürst in der Baukunst erfahren war und die Risse des gedachten 1726 erbauten Lustgebäudes selbst gefertigt hatte. — — Dessau (Leopold Friedrich Franz, gewöhnlich Franz, Herzog von), geb. zu Dessau 1740 und hier noch >817 an der Regierung ('). Dieser in jeder Hinsicht verehrungswücdige Herr verstand sich auf die Baukunst und ließ im Garten zu Wörlitz (vergl. Neumark im Suppl.) und anderwärts Mehreres nach seinen eigenhändigen Entwürfen erbauen; beschützte auch sonst jeglichen Zweig der bildenden Künste- sl. n.^ jnv. oder auch keo. auf Kupfern bezeichnet den Hannibal (Annibal) Larraccio. Anjan (d'), s. lQuirot in künftigen Nachträgen. Anich (Peter), geb. 1728 zu Oberperfuß, einem Dorfe unweit Innsbruck, ein wahrer Zögling der Natur, hatte fremdem Unterrichte nur wenig, seinem Genius hingegen und einer einsamen Anstrengung das meiste zu verdanken- Sein Vater, der Reihe nach Viehehirt, Schneider, Kohlbrenner, Drexler und Landwirth, kaufte sich endlich um 12,1 fl. ein Häuschen mit Fcldgründen. perer hütete anfangs das Vieh, lernte dabey das Drexeln bey seinem Vater, und besorgte in der Folge den Feldbau. Sein Vater st. 1742 und perer fühlte einen unwiderstehlichen innern Trieb die Sternkunde zu studieren, weil beym Viehhüten das Firmament feine Aufmerksamkeit erregte. In 17b- begab er sich eines Tages geraden Wegs in das Jesuiten - Kollegium nach Innsbruck, und ließ sich den Professor rufen, der, wie er sich ausdrückte, die Scerne kennt. Es kam der Professor der Mathematik, den er bat ihm die Himmelskunde zu lernen, und dieser willigte ein. Alle Feyer- tage gieng er nun von seinrn Bergen herab in die Stadt, und nahm bey diesem Professor jederzeit einen dreystündigen Unterricht in der Arithmetik und praktischen Geometrie, kaufte sich auch einige Bücher, darunter Niklas B Car- meliter - Baarfüßer. Bey seinem prächtigen Werke: Histoiro ßeneuloAigue cke la Vamillo «le konte, katrlris liomsnu et iVcapolltunL, dkap. 708 findet sich an der Spitze das Bild- niß Philipp's de Ponte, von dem Unsrigen selbst gemalt, und von einem Ungenannten gestochen, der wahrscheinlich Magliar ist. ^tsr',rsc/-s. sl. 11 .^ — — T's/r. D. ^.) irivent. Diese Bezeichnung, die man auf einem von Jörg Matthäus gefertigten Holzschnitte findet, zeigt den Lukas penni an. suJ — — Die Art. Anna sind im Suppl. nach Anguyer angegeben; sie sollten aber erst nach Ankermann stehen. Annemeyer. Unter den Arbeiten dieses Architekten ist die Decke der kaiserlichen Reitschule, und das dabey an den Sparren des Daches angebrachte Hängewerk, ein Meisterstück. Morgenbi. 1812 S. 214. Annequin (Dufresne). So heißt bey Gaulr de Sainr-Germam S. 6o,ganz ohne Weiteres, ein französischer Kunstliebhaber des XVI. Jahrhunderts. sllJ Annerr (Friedrich Albert). Nach Mensel III. geb. zu Nürnberg ,729, bildete sich selbst, ohne einen eigentlichen Lehrer zu haben. Eben so verfertigte er sich selbst ein Fortepiano, und war auch in der Holzschneidekunst wohl geübt. Er fing mit einem Blatt an, welches eine von Blanchard's Luftfahrten zu Nürnberg darstellt. Dann sah man von ihm eine Sammlung Prospeckte aus der dortigen Gegend (drey Hefte) 1789—1794. Vue cke la Luztille. Vue lle 1 'IIotel äes Invalides. Ferner: Studien für geübtere Anfänger, nach Schellenberg; die Hafen von Boston und Quebec, u. s. f. Annis ( ). So heißt (ob wohl richtig?) ein um 180Z noch lebender engl. Kupferstecher, welcher nach Northcote das Alphabet eines Taubstummen (Pr. kolor. 8 fl.), und nach Opte das Bildniß der Marie Wollstonekraft Godwin geliefert hat. Allg. Lunstz. 8°. S. 208 u. 210. Annisius ( ), Gattin eines Justitz- rathes, von der man auf der Berliner-Kunstausstellung 1789 schön gestickte Arbeite» sah. A n se. Annunzio, s. unten Nunzio. Anon (nicht ^non^mus). So heißt ein Kupferstecher zu Nürnberg, von welchem man in Schäfer's Abbildung der Schwämme (4°. Regensburg 762-764) Arbeit antrifft. Anonymus. I. I. i 6 i 5 erhing sich zu Halle im Magdcburgischen »ein künstlicher Maler" aus Eifersucht, indem er seine ichöne Frau im Verdachte der Untreue hatte. Der Henker nahm seinen Leichnam ab, und begrub denselben in der Schindergrube. Breirhaupr Beschreibung des Saalkreises II. 626. Anqueeil-Duperron (Abraham Hyacinth). Von diesem rühmlich bekannten Gelehrten aus der letzten Hälfte des XVIII. Jahrh, beißt es, daß er die zeichnenden Künste sehr wohl verstanden, und auf seinen weiten Reisen guten Gebrauch davon gemacht habe. ^0. sl. II.H Ans oder Hans, s. im Lex. und in den Zusätzen Ans van Brügge, und im Lex. auch Hausse. sllJ Ansaldi (Jnnocenz). Nach seiner Zeichnung soll Ferdinand Gregor! das Bildniß des 1812 verstorbenen Komponisten Vinc. Righini gestochen haben. sl. 11.^ — — (Johann Andreas). Derselbe, Schüler eines mittelmäßigen Meisters, Hör. Cambiasi, war zu seiner Zeit in Genua der einzige, der mit Jul. Benso in der Perspektive wetteifern konnte; und eben dieser hatte nach einem Gezänke ihn einmal tödtlich verwundet; die folgenden Male geschahen die Angriffe auf ihn von unbekannter Hand. Seine schöne Arbeit in der Nunziata-Kirche zu Genua, welche ihm solchen Haß zugezogen, soll gegenwärtig fast ganz verdorben seyn. Dagegen kann man seine Kunst in Fresko zu malen noch heut zu Tage in dem dortigen Ballaste Spinola bewundern, wo er die militärischen Großthaten, welche ein Sproß dieses Hauses (Friedrich) in Flandern verrichtete, vortrefflich abgebildet hat. In Oel dann wird von ihm ein St. Thomas, der die drey Könige tauft, im Oratorium dieses Heiligen zu Genua angeführt, wo er als kecker Zeichner, lebhafter Darsteller von Personen und Orten, so wie als Meister einer zarten und lieblichen Harmonie erscheint. »Dieß war" (sagt Lanzi Lkl. terr. V. 3 Zi) » sein allgemeiner Charakter, den er theils aus sich selbst zog, theils durch unabläßiges Studium erworben hatte. Die Venetianer, und besonders Caliari, schienen sein vornehmstes Augenmerk gewesen zu seyn. Er arbeitete viel und gut." sl.^I Ansaloni (Vincenz). Man kenne (sagt Lanzi Lä. lerr. V. i 5 o) nur die beyden (im Lex. angeführten) Werke von ihm. Dieselben aber reichten hin, ihn als großen Künstler darzustellen. Anschütz (Hermann), von Coblenz, erlernte 1821 die Malerey unter dem Professor Hartmann zu Dresden. Auf dortiger Ausstellung desselben Jahres fand man von ihm, als Zeichnung, eine Jupitersmaske, und als Oelgemälde eine Gruppe; beydes nach Abformungen in Gips kopirt. -VKo. sl. Il-H Anse, auf dem nach ihm von Mon- cornet und Boulanger gestochenen Bildnisse des Armand von Bourbon, bedeutet den Maler Ludwig van der Brügge, genannt Ans ober Hans. Anselin. sUZ Anselin (Johan Ludwig). Nach Iouberr geb. 1764 zu Paris, daselbst wohnhaft und wahrscheinlich dort noch lebend 1621, ehemaliges Mitglied des Atheneums, und für sein Blatt: Belagerung von Calais nach Ber, rhelemy (dessen schon in Landen'« -Ilmanacli VelläinA llinA. Anseiln mit dem Beynamen Dadalus, ein alter Bildhauer, welcher vielleicht zu Ende des XII. Jahrh, lebte. Von ihm steht man am Mailänberthore zu Mailand Basrelifs, welche die dort geschehene Austreibung der Arianer und Juden darstellen. Lateinische Inschriften geben den Namen unsers Meisters, dessen Arbeit zwar einen kecken Ausdruck an sich trägt, immer aber auf eine rohe, ungeschlachtete Weise behandelt ist. Seine Figuren sind kurze Mißgestalten. Hagen Briefe in die Hei- marh. I. 296. Anselmi (Flaminio di Ludovico). So hieß ein Töpfer von Castello della Pieve, der um 1692 das Frontispiz des Domes zu Orvieto mit bunten — Scherben zierte. p. 336. — — (Georg). So nennt Lanzi (Lcl. ter?.. III. 28h.) einen in 1797, 74 Jahr alt verstorbenen Genueser, Schüler von Balestra, der sich besonders an der Kupole vom St. Andreas Ansiaux. 143 zu Mantua als wackern Frescanten erwiesen habe. si.^ Anselmi (Michael Angelus) parmegir ane, auch M> A. von Lucca, und noch gewöhnlicher M. A. von Siena genannt. Seine Voreltern stammten nämlich aus Parma; er selbst ward geb. zu Lucca 1491 (*). Sein erster Lehrer scheint Sodoma, oder dessen Eidam Bath. Neroni gewesen zu seyn. Nachher setzte er seine Studien zu Siena fort, wo man in der Kirche Fontegiusta von ihm ein al Fresko sieht, das weder den lombardischen, noch überhaupt den gemachten Künstler verräth. Bereits als solcher kam er indessen um ,522 nach Parma, wo er den Auftrag erhielt, gemeinschaftlich mit Rondani und parmegianine zwey Neben- kapellen in dem dortigen Dom um die nämliche Zeit zu malen, wo Correggio in der großen Tribune arbeitete (^); sein Werk kam aber aus uns unbekannten Gründen nicht zu Stande. Dieser Künstler war ein leidenschaftlicher Nachfolger von Allegri, breit in seinen Contouren, ausgesucht in den Gesichtsbildungen, fröhlich im Colorite, ein besonderer Freund von dem Rothen, das er aber, oft in demselben Gemälde, sehr gut, gleichsam in mehrere Farben abzutheilen wußte. Sein geringstes Verdienst bestand dann freylich in der Composition, worin er nicht selten durch Ueberhänfung fehlte. Von seinen Werken sieht man in verschiedenen Kirchen zu Parma; das graziöseste, und wo er seinem großen Muster am Nächsten kömmt, bey St. Stephan, diesen Heiligen und St. Johann Baptista zu den Füßen der Madonna; dann seine noch größere Arbeit (deren auch das Lexikon gedenkt) alla Steccata, welche zwar nicht, wie vasari behauptet, nach den Cartons, aber doch nach einer Scizze von Julio Romano seyn soll. Jn^Galerieen ist Anselin, selten, aber hochgeschätzt. Er lebte noch ,554 wo er ein Codicill zu seinem Testamente schrieb. Lanzi Lä. ierr. I. 3 Z 5 . IV. 94. In der alten königl. französischen Galerie sieht man eine H. Familie, wo Engelchen für das Kind Trauben pflücken und ihm darreichen. Hinter der Mutter stehn St. Joseph und St. Anna; ein ungemein anmuthiges Bild auf Holz in 12" hohen Figuren, im Geschmacke der ra- phaelischen Schule, welches das in Kupfer gestochene Galeriewerk dem Andreas Luigi von Assist, einem Zöglinge des Perugino, andre neuere Kenner hingegen dem Unsrigen zueignen, und darin eine Mischung der Manieren von Correggio und Parmesans finden. Landon nennt ihn, wohl irrig, einen wirklichen Schüler des ersten,, und giebt dann in seinen Annalen (IV. diro. ,9) von erwähntem Bild eine Beschreibung und artige Nachbildung im Umrisse, nach der Zeichnung von Normativ. Ein von , 5 go datir- tes Blatt: Herkules und Omphale nach B. Spranger, ganz in E- Gablers geschraubter Manier gestochen, hat als Monogramm ein und zur Seite einen Helm , welches bey Christ irrig, als vielleicht auf unsern Anshelm (!) deutend vermuthet wird Diel x. 346. dir». 4. und Dabl. ASNSN. x>. 20. diro. 12. sll.^ Ansiaux ( ). Derselbe erscheint, unsers Wissens, unter den zu Paris lebenden Geschichts - und Bildnißmalern zuerst ,799 mit (1) Das Lex. giebt als seinen Geburtsort Sena im Parmesanischen an. Lanzi hinwieder sagt uns, daß Siena und Parma sich um die Ehre gestritten, sein Geburtsort zu seyn, waö nun etwas ganz Anderes ist. (,) Da er älter als Correggio war, so meint Lanzi, daß letzte« noch Manches von dem Unsrigen dürft« gelernt haben, so etwa wie Raphael von Garvfolo. 144 Ansiaiix. seinem Bildnisse des Generals Kleber, wovon es in Landon's diouvellos rles ^ris IV- IZ2. daß es das Werk eines Künstlers sey, der die Pracktik seiner Kunst gut tnne habe. Ausgestellt wurde dasselbe indessen erst auf dem Salon r8o§» Dann nennt ebenfalls Landon im älmsnaek «jes Lesux - ^rts - 8 o 5 von ihm die schon in unserm Supplemente erwähnten Leda und Sap- pho. Hierauf (er mochte mittlerweile ins Aus- land gegangen seyn) erscheint er erst wieder im Salon von 1810, wo er, nebst dem Bildnisse des verstorbenen Ministers des Innern, H. Cre- tets, Grafen von Champmal, und einem ungenannten Frauenzimmerbildnisse, einen Christus im Grab, vornehmlich aber: Angelika und Me- vor, wie sie ihre Namenszüge in eine Baumrinde schreiben (Figuren natürlicher Größe), ausgestellt hatte, was bey Landon (8ulon l8lo. kl. 3 ) im Umriß abgebildet, und als ein, durch die Frischheit der Farben, brillantes Licht und durchsichtige Reflexen, Bild von angenehmer Wirkung genannt, und besonders Angeiika's glückliche Stellung und das Sanfte in den beyden Köpfen sehr gerühmt wird. Dann auf der Ausstellung 1812 mit einer Himmelfahrt Mariä. Tüd. Morgenblatt 1812. S. 1098. «Es war dieß'' (heißt es dort) »schon deßwegen eine seltene Erscheinung , weil damals in den Salons nur wenige geistliche Bilder, zumal von solchem Umfange, zum Vorschein kamen. Die H. Jungfrau, von Glanz umgeben, wirb von Engeln zum Himmel getragen; auf ihrem Antlitze strait das Vorgefühl der sie erwartenden Seligkeit. Um das Grab her stehn oder knie n die Apostel und H. Weiber, anbetend und staunend; vorn St. Peter und Paul, letztrer völlig begeistert; etwas weiter Johannes, auf den ein Lichtstral Herabfahrt. Magdalena küßt ehrfurchtsvoll das Luch , worein Marien s Leichnam gewickelt war, und ein Mädchen sieht neugierig furchtsam in das läre Grab hinein". 1 . 0. 1128. Auch bey Landon (Salon 1821), wo solches (kl. g. iv) im Umrisse abgebildet ist, findet sich eine ausführliche Beschreibung dieses Bildes, wesentlich mit dem beygefügten Urtheile: Daß der untere Theil an die alte Schule lebhaft erinnere, der obere dann schon von neuerm Style sey, und das Ganze durch die Frischheit des Effekts (?) und Colorites sich sehr angenehm ausnehme. — Eben so sah man von ihm auf dem Salon 1814 wieder ein sehr großes Bild: St. Pauli Bekehrung, durch den Strahl und die Stimme von oben; was wieder bey London (Salon i8iä- kl. 2z und 24) im Umrisse nachgebildet ist, und, wie es uns dort erscheint, schon merklich in das Exzentrische der damaligen neuesten Schule fällt; daher wohl auch Landon (lustig genug) jene wundervolle Bekehrungsgeschichte, statt des Bildes , ungemein erbaulich zu beschreiben für gut fand. — Ferner, auf dem Salon von 1819 die Rückkehr des verlorenen Sohnes (8^ 6" hoch, 10' br.), was wieder bey Landon (8aU i8ig. PI. 52) im Umrisse nachgebildet, und für einfachen Ausdruck, Gewandstyl und Mannigfaltigkeit (?) des Colorits, theils unverständlich, theils wohl über Verdienst gepriesen, und überhaupt von diesem Künstler (wir glauben gern, nicht ohne Grund) geurtheilt wird: Er sey einer von denen, der die erhaltenen Aufmunterungen durch seinen Eifer (!) vorzüglich gerechtfertigt habe- (Dieses Bild war von dem Minister des Innern, wahrscheinlich für den König bestellt worden). Noch sah man von dem Unsrigen auf gleichem Salon: Amors Erziehung, und das Urtheil des Paris (beyde ebenfalls für königliche Häuser bestellt); und endlich eine Nymphe der Diana, am Ufer des Parthenius eingeschlummert. Endlich fanden sich von ihm auf dem Anthing. Salon 1822 wieder vollends sechs Bilder. Vör- derst zwey männliche und ein weibliches Bildnis). Dann drey geschichtliche: Moses, aus dem Nile gerettet; Christus, der die Kinder segnet, und (dieß von dem Minister des königlichen Hauses bestellt): St. Johann, der dem Herodes seine leichtfertige Aufführung mit Hero- dias vorwirft. Von diesem letztem heißt es freylich in dem: Observaieur et -Irleguin au Salon 1822. x. 11. »Ein unbedeutender Gegenstand (?>, und noch unbedeutenderes Bild." Dann aber nennt doch ein uns bekannter Kenner den Herodes »eine gute Figur." Noch mehr rühmt Landon (Sal. 1822.1. r. y. 53 ), wo er davon eine Beschreibung und Nachbildung im Umrisse giebt, das ganze, 8< 6" hohe, io- breiteBild: »Alle Theile desselben zeigen sich im Licht, und der Künstler habe sich nicht gescheuet, alles Detail seiner Vorstellung zu studiren. Die Züge der Herodias haben den angemessenen Ausdruck; nur sey das Schaamroth ihrer Wangen zu hoch für die übrige Weiße ihrer Färbung". Die beyden Blatter, welche Messager nach ihm gestochen hat, kosteten jedes 6 Fr. silI Ansuine ( ). Dieser Maler, welcher zu Padua arbeitete, war von Forli gebürtig (Uuauciolese y. 217-26!), und ist somit Eine Person mit dem Ansovinus /orli unserer Supplemente. sl. II-H (klau.) So giebt sich M. Anr. Rapmondi zuweilen auf seinen Stichen an. sl. III Ist bisweilen Anton/anesse oder .fantuzzi auf von ihm geetzten Blättern. sl. II.^ 8. Ist der bekannte Anton Salamanca, der aber weit häufiger als bloßer Verleger erscheint. si. 11I D. Bedeutet auf geetzten Blättern Anton Tempesta. si. 11I Und so auf Stichen von ihm Anr. wierix. Anrelami oder Ante Im(Benebikt), Baumeister und Bildhauer von Parma, arbeitete daselbst um H78 und noch 1196. Ueber der Hauptthüre des alten Baptisteriums neben dem dortigen Dome findet man Verse, welche das Jahr des dießfälligen Baues eben in 1196 setzen; und in dem Dome selbst sieht man von ihm das Basrelief einer Kreutzigung, in dem rohen Style, den man sich denken kann; doch immerhin so , daß man bis auf Johann Pisano hinunter in der Sculptur nichts Besseres findet. Lcl. terr. IV. 60 . — Hagen's Briefe l. d» Heimatb. II. 36. sl. III Antenoreus (Julius Campagnola). Also bezeichnet sich Jul. Eampagnola zuweilen; das WortAntenoreus ist nähmlich kein personeller Name, wie einige geglaubt haben; vielmehr ist dasselbe gleichbedeutend mit paduanus, und Padua war das Vaterland des Julius, sllI Antheunissen( ) hieß Heinrich auch Heinrich I., geb. 1707 u. gest. 1794. In dem Verzeichnisse der Kasseler - Galerie von 1780. G. 235—207. rubrizirt man von ihm drey hell gemalte Landschaften mit Vieh und Hirten auf Leinwand. Antbing (F.), ehemaliger Adjutant des Feldmarschalls von Suwarvw, dessen Leben er beschrieben hat. Derselbe war auch durch viele von ihm gemachte Schattenbilder merkwürdiger Anthoi n e. Personen bekannt, wovon er einen Band herausgab. Er starb i 8 o 5 zu St. Petersburg, wo er sich schon im Jahrzehnd 178 .. aufgehalten haben mag, da Dan. Berger bereits 1789 nach einer von ihm nach dem Leben gefertigten Zeichnung das Bildniß der Kaiserin Catherina II. gestochen hat, wie sie mit ihrer Familie im Garten spazieren geht. Eben so zeichnete er (und dies wohl zu Wien) nach dem Leben Kaiser Joseph II. in einem Saale, welches (so wie das Vorige in quer Fol-), dies aber von Balnis gestochen wurde. sl. 11.^ Anthoine, s. Antenne im Lex. Suplem. und unten. Anrhon (d'). So nennt Gaule de ^aine-Germain S. 332 einen unter den der konigl. französischen Akademie, zur Zeit ihrer Auflösung associrten Kunstliebhabern. ^ — — s. Anton im Lex. und unten. ^ Anrho nissen, s. Aneonisze im Lex. und unten. sn.^ Aneie von Leiden. In diesem Art. unsrer Supplem. statt Arhus Claesson l. Ar- ehus LIaessoon. sl.^I Aneiquus (Johann und Lambert) Gebrüder. In der Oelmalerey war Benheim der erste Lehrer von Johann, der zweyte dann Wassenberg. Dieser letztere war zwar ein Künstler von Verdienst, ließ sich aber bey der Arbeit vor Niemanden sehen, so daß alle seine Schüler nichts von ihm lernen konnten. Nachdem Johann eine Reise nach Paris gemacht hatte, begab er sich nach Amsterdam, wo er einige Monate bey einem Maler Gimnich zubrachte. Um seinen Wunsch zu reisen zu befriedigen, vereinigte er sich mit seinem Bruder Lambert, zu einer Seereise nach Genua, für welche ihr Schiffs- Kapitain, dessen Portrait Johann unterwegs sehr ähnlich gemalt hatte, keine Bezahlung annahm. Nach mancherley Begebenheiten kam er endlich nach Florenz, trat in die Dienste des Großherzogs, und ward Mitglied der Akademie. Don hier aus machte er mehrere Reisen nach Rom, wo ihn Benedikt XIH. achtere und beschützte. Als der Großherzog gestorben war, verließ er Florenz, durchreiste die Lombardey, und kehrte mit seinem Bruder nach Gröntngen zurück. Seine Arbeiten, unter ^ welchen eine Menge Portraite sind, fanden überhaupt viel Beyfall; aber sein Ruf ist eigentlich durch seine Historien - Malereyen verbreitet worden. Er malte die Kuppel eines Saales im Fürstlichen Pallaste zu Breda mit so viel Beyfalle, daß der Prinz ihm eine jährliche Pension bewilligte, damit er sich in Breda niederließe, und daselbst einige Schüler erzöge. Unter seinen Arbeiten im Pallaste zu Breda bewundert man besonders einen Mars, der von den Grazie» entwaffnet wird, einen Scipio Africanus, und einen Co- riolan. Für einen H. Landsheer malte er den Parnaß, als Plafond. Anriquus war ein trefflicher Zeichner, hatte ein schönes Kolorit, malte mit großer Leichtigkeit, und man sieht in allen seinen Arbeiten, daß er nach der Römischen Schule studiert hat. Fiorillo D- III- 357. Gestochen nach diesen beyden Künstlern ist uns nichts bekannt. Ankörne (Carl de), Kupferstecher, und vermuthlich Anverwandter des nachfolgenden Sebast. Ä- Beyde arbeiteten gemeinschaftlich 1726 zu Nancy für A. Calmets: ttlstoire c»uis XV. en 1723 und: ütrc: Ue triompke pc»uo 1 'treureuse arriveo cke l,c»uis XV. ü Versailles eu 17^4 aux Ueperrs tles bour- Aeois Ue cette ville , letztres nach Soriot. Endlich mehrere Bildnisse; wie z. B. P. Aug. Calmet's (gest. zu Nancy 1729), des Advokat W. Raviots (-736) nach Revel, und des Königl. Ingenieurs I. I. Thomas (1761) /tsr»s<-4s. ^0. S. auch oben den Axt. Carl de A. — — (, ), der ältere, vormaliger Ingenieur der Brucken und Straßen, ward in 1809 zum Professor der Architektur an der Spezialschule der Zeichnungskünste zu Dijon an die Stelle des verstorbenen Moitte erwählt. Db er mit dem Baumeister Johann des Lex. noch eine Person sey? Wir zweifeln daran. — — (d'), ein neuerer Bildhauer zu Marseille und Mitglied der dasigen Akademie 1804, der in 1806 eine Statue von Puget verfertigte, welche der Stadtrath zu Marseille dem Haus dieses großen Künstlers gegen über aufstellen ließ, so wie er überhaupt, nebst andern dortigen Künstlern, durch Statuen und Basreliefs die öffentlichen Plätze, Brunnen u. s. f. von Marseille verschönern half. llans lcs Uepurlein. cle lVlicli I. — — ( ), ein sogenannter Architekte Expert-Bourgeois, der, im Pariser Almanach- royal, als solcher sink -776 erscheint. — — ( ), ein anderer, wahrscheinlich jüngerer dieses Namens, erscheint, ganz ohne Weiteres, in Landons Salon 1808 S- 122 unter den damals zu Paris lebenden Baumeistern. sJlJ — — ( ). Db einer der vorerwähnten Baumeister dieses Geschlechts, mit demjenigen, der die Münze zu Bern erbaute, und dessen schon in unsern Supplementen erwähnt wird, Eine Person sey, ist uns unbekannt. Don dem Zwitterartigen in dem Style dieses letzter», so wie überhaupt von den Vorzügen und Gebrechen desselben, dann von einem Brückenmodelle in Gips, das sich auf dem Kunstsalon zu Bern 1804 von ihm befand, s. verschiedene achtungswcrthe Bemerkungen inMeu- sel's Arch. II. I. 2. 4. und führt uns dies auf die Vermuthung daß der, oben, als Antoine der altere genannte Architekt, mit dem Baumeister der Bernermünze wirklich Einer und derselbe sey. Anroinerte, Gemahlin Ludwig XVI. Königes von Frankreich, s. unten Lssiaria Antonia. ^ Antolinez (Joseph). Fiorillo IV. 5r>2 setzt seine Geburt in 1689, nennt ihn einen der beßten Zöglinge seines Meisters Rizi, der es in der Landschaft sehr weit gebracht habe, spricht dann aber von seiner Sittlichkeit desto unrühmlicher, wie folgt: »Er hatte einen verwerflichen Charakter, war neidisch, und ver- 3/ 146 Antolinez. schonte mit seinem giftigen Spott weder den sanften Cabezalero, noch den ehrwürdigen de Carrenno. Selbst der berühmte Coello, und Rizi, sein ehemaliger Lehrer, wurden der Gegenstand seiner Satyre, indem er den letzten, weil er den Vorhang zum Theater von B»en Retiro gemalt hatte, oft einen Tapetenmaler (piutor cke xarameirtos) nannte." sl.H.^I Anrolinez, s. auch Ochoa und Sa- rabia im Lex. und in den Zusätzen. Ohne Zweifel ist es derselbe Don Joseph Antolinez, (». L. Anronilez), von dem es anderswo heißt: »Die Färbung dieses im Auslande wenig bekannten spanischen Künstlers ist glühend, und seine Behandlung sehr keck und geistreich. In der Pfarrkirche St. Andreas zu Madrid ist von seiner Hand die Altartafel, welche die H. Jungfrau del Pilar darstellt. In Deutschland besitzt von ihm, unsers Wissens, einzig die Münchner- Gallerte einen St. Hieronymus, lebensgroße Halbfigur auf Leinwand. Anrolini (Johann), ein Architekt zu Rom im Jahrzchnd 178 .. nach dessen Zeichnung der Vorhof des Vatikans, von Dom. Pronti 1789 für den Verlag des Agapito Franzetti in quer Fol. gestochen wurde. Ob er mit dem Nachfolgenden noch Eine Person sey, ist uns unbekannt. — — (Johann Anton), ein Architekt, von welchem 1785 Fol. zu Rom : I'Oräine äorico, V 88 IL il lerriplo ä'Lrcole nella oitla ät Lori, mit Kupf. erschienen war. S. auch den vor- ftehnden Art- Johann A- so wie auch den gleich ff. — — ( ), ein mailändischer Architekt, Welcher das prächtige koruin Loasparte zu Mailand entwarf. Eine Beschreibung desselben s. im M. BI. 1808 S. ni8. Derselbe schrieb Elementargrundsätze der bürgerlichen Baukunst, die er r 8 i 5 dem Kais. franz. Institute der schönen Künste zusandte. M. , 8,3 S. 1062. In 1812 wurde er von dem, französ. kais. Institute (Klasse der schönen Künste) zum kor- respondirenden Mitglied ernannt. Oeffenrl. Nachr. S. auch den obigen Art. Johann A. Anron (Frater). So hieß ein Maler und Laienbruder der Karmeliter zu Bamberg um , 685 . Jack S. 9 - sl .^1 — — (Georg David). Bevor er die im Lex. bemerkte Lehrerstelle erhielt, war er als königl. dänischer Bauinspektor bedienstet. sl. II.Z — — (Marc). Gewöhnlich versteht man unter diesem Namen den berühmten Kupferstecher Marc Anton Raymond,. — — (Peter), ein Goldschmied zu Freu- denberg in Hessenkassel, lebte um 1H71. Grrie- der's Hessisch Gelehrrengesch. I. 79. sl.^I — — s. auch Anton inus im Lex. und Anronius unten. sr. H.^ Anron von Trenro, s. Trenro im Lex. und den Zusätzen. Einige wollen wissen, er habe die Zeichnungen und Stöcke, die er seinem Meister Parmesan während des Schlafes entwandt, demselben nicht mehr zurückgebracht, und sey damit nach Frankreich gegangen, wo er unter der Leitung von Prima- ticcio gearbeitet habe. ^0. Anronello von Messing, s. im Lex. und in den Zusätzen Anton Mainerrini, und bey Fiorillo (D. I) Anronello u. Loigner. Anton, (Cornel). Ein solcher wird in des (HrtellUS Hieatrum Orbis terrarum 1879 als Landkartenzeichner aufgeführt, von dem eine Karte des Orientes (die aber auch Dänemark und dessen Umgebungen enthielt!) zu Amsterdam, und dann eine Karte von Europa zu Frankfurt a. M- erschien sll .^1 — — (Cristofano Cäsar), s. Suppl. s. v. Anrony. Dort fehlt die Citation: 6«^- sll .^1 — — (Franz). Dieser Art. im Suppl. fällt, als irrig, ganz weg. — — (Niklaus d'). Ein Kupferdrucker vermuthlich zu Rom um 1810. Seinen Namen findet man auf einer Anbetung der Hirten, welche P. Bettelini in Folio nach van der Werf gestochen hat. si. H.^I — — (degli) oder d'Antonio, s. Anton Mamerrini im Lex. und in den Zusätzen , und da Messina bey Lanzi. Anronia (Herzogin von Bayern, Churfür- stin in Sachsen). Von dieser Kunst liebenden und selbst ausübenden Fürstin sieht man in der königl. bayerschenGallerie zu Lustheim eine Mag- dalena, lebensgroßes Brustbild. Laralog. Anton iano (Anton). Derselbe brachte die Arbeit seines Meisters Barocci nach Genua für den dortigen Dom, wählte sich dann diese Stadt für seinen eigenen Aufenthalt, und lebte noch dort nach ,59h. Mehrere seiner Werke dürfte man für Barocci's seine nehmen. Lä. I'err. II. 1H2. V. 3 ,l. Dort wird bezweifelt, ob dieser Künstler nicht ein Nonens, und von Soprani mit Anton Viviani sey verwechselt worden? Wonach dann der Schluß des Art. dieses letzter» in unserm ersten Supplemente zu verbessern wäre, wo wir damals Lanzi irrig ganz umgekehrt verstanden hatten. Anronilez, s. im Lex. und oben Anrolinez. sl .^1 Anronin (Peter). Statt des Tauf- namcns perer, soll es in unsern Zusätzen heißen: Der Vater (le köre). sil.^I Anronini (Carl)., Von seinem in unsern Supplementen angeführten, von ihm gesammelten, und nach eigner Zeichnung gestochenen Werke sind die heyden ersten Theile nicht 1777, sondern in 1781 und nicht in Oktav sondern in Fol. mit 5 o Kupfert. und bis ,790 auch ein dritter und vierter erschienen. Anderwerts nennt man noch ein anderes seiner Werke (Koma 780 ^r. kol.), welches eine Folge von 58 trefflich geatzten Blättern nach Salv. Rosa enthält. Noch fertigte er 1790 Vignetten u. a. für römische Buchhändler. sil.^ — — ( ) Ob die beyden römischen Architekt« dieses Geschlechts in unsern Zusätzen ohne Taufnamen mit dem obigen Carl Anronini noch die nämlichen seyen, dürfen wir, zumal was den Reisegefährten des Lord Elgin betrifft, bezweifeln. Diesen letztem finden wir noch um 1806 in öffentlichen Blättern, und bey Fiorillo V. 884 genannt. Antonio (Albrecht), ein italienischer Baumeister, der in , 58 o das Rathhaus zu Sommerfeld in der Nieder-Lausitz erbaute. A. pescheck Beyrr. zur Gesch. der Lausitz für 1790. zweyt. Quart. 4 °. Zütau S. 87. Antonio. A n t o n i u s. 1/i7 Antonio d'Este. So heißt im Tub. M. B. 1818 S. n beyläufig ein damals zu Rom lebender Bildhauer und Akademiker. Ob d'Este seinen Geschlechtsnamen oder seine Heimach bedeuten soll, ist uns unbekannt. — — di Federigo, ein alter, fast unbekannter Bildhauer von Siena. In dem Protokolle der dortigen Domverwaltung findet sich, daß demselben i 45 i drey Statuen verdungen wurden, welche von della valle u. a. irrig dem Jakob della Querem zugeeignet werden, und immerhin einen gewissen Rang für die damalige Zeit einnehmen. Derselbe kömmt noch mehrmal in den Büchern gedachter Domverwal- tung zum Vorschein, welche ihn auch mit Bildsäulen zur äußern Verzierung der Kirche beschäftigte. In bezahlte sie ihm eine Statue des H. Petrus; welches sehr wahrscheinlich macht, daß auch diejenigen von St. Peter und Paul in der gothischen Bogenhalle der Adelichen (loAAiu 8an kaolo) zu erwähntem Siena von seiner Hand sind, weiche andere irrig dem Francesco di Giorgio, und va- sari eben so irrig dem Lorenzo vechierra zueignen. Tüb. L- Bl. 1822 S- 46 - fl. 11.^ — — (Fra). Unte( diesem Namen erscheint auch zuweilen Joh. Anton Lo- renzini. — — (Franz di), ein Maler von Orvieto, der iZ/o und 1Z7Z bey dem Dome zu Orvieto erscheint, wo er unter der Leitung des Ugolino di prere Jlario arbeitete. In 1400 wird er als ein berühmter Künstler und als Cistercienser- Mönch des Klosters S. Salvatore sotto Monte Amiato benannt. Damals sandte seine Vaterstadt an den Abt dieses Klosters, und bat denselben, ihr diesen Künstler zuzuschicken. Er kam auch 1401 und bemalte die Gläser des großen Fensters hinter dem hohen Altar des Domes mit dem Leben und den Wunderwerken der H. Jungfrau, wofür er täglich n silberne Bologuini erhielt. Nachdem 1402 diese Arbeit beendet war, so restaurirte er noch die schadhaft gewordene Mosaik an der Facade des Domes. Qttomo Lir S. 119, 120, 121, 286, 290 u. 383 . — — (Franz di), von Fiesole, ein um 1689 am Dome zu Orvieto beschäftigter Bildhauer. etc. S. 824. — — (Johann), ein Maler von Florenz, und Schüler des Fra Angelico, der, zufolge einer Urkunde 1447 mit seinem Lehrer nach Orvieto kam und demselben bey der Ausmalung einer ihm übertragenen zum dortigen Dome gehörigen Kapelle behelfen seyn sollte, etc. S. 807 Ferner besagt unsere Quelle S. 128, daß An- gelico gleich bey Anfang seiner Arbeit durch den Tod des Anton Giovanelli, der bey Erbauung des Gerüstes von einem Balken erschlagen wurde, auf das Schmerzlichste betrübt worden sey. Da nun aber das Letztere sich auf einen Schüler Angelico's zu beziehen scheint, nnd derselbe außer dem abgedachten nur noch den Benozzo Cest und Jakob de Polt mit sich nach Orvieto gebracht hatte, so möchten wir vermuthen, daß unser Johann Antonio mit dem Anton Giovanelli Eine Person abgiebt. fl. III — — (Johann). Hierunter ist der Stecher I. A. da Brescia zu verstehen. Antonio de Montreal, ein spanischer Künstler, blühte zu Madrid, Anfangs des XVII. Jahrhunderts. Er bewarb sich im Jahr 1627, nach dem Tode des Bartolomc Gonzalez, um die Stelle eines königlichen Malers, mußte aber seinem Nebenbuhler, Angelo Nardi, weichen. Im Kloster de la Trinidad calzada zu Madrid sieht man von ihm ein schönes Bild, das den H. Johannes de Mata darstellt, der einen Kranken heilt. Fiorillo IV. 212. — — (Paul di Matteo), aus Siena, war Obermeister der bey dem Dome zu Orvieto beschäftigten Bildhauer, und leitete zugleich als Architekt den Bau dieses Domes fünf Jahre hindurch bis 1067, wo er diese Leitung dem Johann di Stefano übergab. Zuweilen erscheint er auch unter dem gekürzten Namen Paul di Mattes. etc. S- 117, 080, 382. fi-H - — (Peter). Palomino kennt keinen andern Familiennamen von ihm; und, nach Bermudez, wäre Antonio kein ungewöhnliches spanisches Geschlecht. Neben seiner H. Rosa de Lima, die schon das Lex. nennt, hätte auch ein St. Thomas de Aquino von ihm, in der nämlichen Kirche St. Pauls zu Cordova, des frischen Kolorits und der Leichtigkeit der Ausführung wegen, großen Beyfall erhalten. Fiorillo IV. 3 o 3 . — — (Tonino di M.), ein Bildhauer von Orvieto, der hier 1420 nebst andern Künstlern mit der Verzierung des Domes beschäftigt war. etc. S> 082. — — s. auch unten Antonius. Ant 0 ni 0 li (Niklaus). Künstler und Kunsthändler von Venedig, kam in 1807 nach Paris, neben Andern, mit kleinen, wie er behauptete, Originalmodcllen zweyer Pilaster der Logen vom Vatikan, die indessen von den nachher ausgeführten in manchem Detail verschieden waren, und namentlich die in diesen letzter» (ohne Zweifel auf Leo X. Befehl?) bekleideten Nudi- täten hier ganz nackt erscheinen. Diese beyden Pilaster von Mama gestochen (das Blatt zu 24 L.) fanden sich zu Paris bey Lrunor, Maler und Kunsth. im Palais Roval Nro. 43 , wo man auch die Modelle sehen konnte, flJ Antonisze (Cornelius). Als französische Kunstbeute fand sich von ihm seiner Zeit eine Landschaft mit Vieh, aus dem Kabinett des Statthalters von Holland. Fiorillo III. 696. Bryan in seinem.- Kioxrgpiiicsl Lull crilicsl Üictionar^ ok psinter8 anll enAi-avers (1816) setzt seine Geburt um i 5 oo an. Einige geben ihm ein Monogramm (6.L.), was ihm wohl unmöglich zugehören kann. S. Brulliot: I)ic>. p. 377 diro. 102 und: l'abl. Acner. x. 573 lVro. 1196. — — , eigentlich Anto nissen (Heinrich I. gewöhnlich Heinrich), s. oben und im Supplem. Anrheunissen. — — s. auch Antonius unten. Antonius (Franz). Das Verzeichniß einer Kunstsammlung, die um 1625 bestand, rubrizirt unter solchem Namen: Byrsa (wohl Börse) von Amsterdam; dabey zu unterst die Stadt nach der Perspektive. Fol. Vielleicht war Franz nur der Verleger dieses Kupfers. fl. III — — (Marc), ist der berühmte Stecher M. A- Raymondi im Lex. so wie in den Zusätzen und unten. — — (Johann). Eine anonyme Büste des Hippokrates in kl. 4 °- von einem Anonymus wohl gegen Ende des XVI. Jahrh, in Italien gestochen, ist bezeichnet: Xpu6 lobsnnem >--,r/o,,r,E, et -^r/rc«/rtr«^r, komanos. Da dieses Blatt mit XXIH. numerirt ist, so gehört es wohl zu irgend einer Folge. sll.^ Anton tus, ein Jesuit und Missionair in China, s. pereria im Suppl. sl. ii.^ — — s. auch Anron und Antonio im Lex. Suppl. und hier. Anronozzt (Leopard), ein ausgezeichneter Schreibekünstler, von dem man ein schönes Schriftenbuch von 27 Blättern in quer Fol. besitzt: ve Lsrstteri, was Joh. Marc paiuzzt im vorigen Jahrh, bey dem Kupferstecher Domin. de Rossi zu Rom herausgab. Neben der schönen Schrift, bewies Leopard sehr viele Kunst in den Einfassungen seiner Vorschriften, die allerhand Figuren mittelst verschlungener Feder- züge darstellen. Man hat die Bemerkung gemacht , daß geschickte Schönschreiber ganz besonders in Italien geschätzt werden. Breir- kopfs Gesch. der Schr-eibekunst, herausgegeben von Roch S. 3 // 79- Antony (Carl und Thomas) Gebrüder, zwey englische Stempelschneider, von denen der erste Medailleur des Königs war, und wahrscheinlich 1604 eine Schaumünze auf den Frieden mit Spanien fertigte, und bis itzsc, in königlichen Diensten blieb, der andre aber als Aufseher der königlichen Stempel zu Münzen und Siegeln genannt wird. Fiorillo V- 011—12. sl. II.) — — s. auch Anroni im Lex. und Suppl. sl.^ Anrreau, s. Aurreau im Lex. und unten. Antropp (Joseph), ein deutscher Kupferstecher der zu Ende des XVIII. Jahrh, schlechte Sächelchen für Buchhändler lieferte, sl. 11.^ Antwerpen (Gillis d. h. Egidius van), ein Maler, von dem der Katalog der Casseler- Gallerie von 1780 S. 2Z1 ein Gemälde (auf Holz, 8" hoch, 2^ 3 " br.) rubrizirt, was den Brand von Troja darstellt; im Vordergründe das große Pferd. Ob hierunter Egidius Loig- ner zu verstehen seyn dürfte, ist die Frage. sl.^I — — (Hugo von). Lanzi (Lä. terr.) III. 32 nennt diesen Maler des XVI. Jahrh., auf welches Fundament hin ist uns unbekannt, einen Schüler von Johann von Eyck. — — (Johann van), königl. dänischer Hofmaler auf Kronenburg i 586 . Derselbe bemalte einen dem Tycho de Drahe zustehenden Mauerquadranten mit Landschaften, Bergen und der untergehenden Sonne. Tis^/rinsciipt. Hsknrenscs p. 382. Tycho de Brabe's Leben überfi von philander von der KVei- stritz II. 160 Weinich Runst-Historie ,n Dänemark S. 3 g. Letzterer vermuthet, daß unter diesem Namen der Maler Job. wildens zu verstehen sey; doch ist dieß nicht an dem; er bezieht sich auf den Maler Hans Rnieper von Antwerpen, dessen Art. künftig von uns beygebracht werden soll. — — (Michael von), auch Miguel el Flamengo genannt, darf wohl mit Michael Maurique für eine Person angesehen werden, obgleich Bermudez aus diesen drey Namen drey verschiedene Entia bildet, und auch Fiorillo (IV. 270) aus dem Maurique (bey ihm Maurique genannt) und dem Flamengo (bey ihm Flamingo) zwey Künstler macht. Maurique wurde in Flandern, wahrscheinlich, wie es der Name vermuthen läßt, von spanischen Vorältern stammend geboren, und diente unter den spanischen Truppen, wo er zum Grad eines Hauptmanns,gelangte. Als Maler wurde er des Rubens Schüler, reis'te dann (insofern er mit Flamengo Eine Person ist), nach Italien, wo er, unter I. A. Ferrari's und Cornel Waels Leitung (von Flamengo sagt dieß auch Fio- rillo D. II. 507—8., wo er ihn einen guten Bildnißmaler nennt) seine Studien fortsetzte, und sich aus deren vereinigtem Styl einen eigenen bildete. Sodann ging er nach Spanien, wo er verdienstlich bekannt wurde. Insbesondere scheint er längere Zeit in Malaga gelebt zu haben (Fiorillo IV. l. 0. sagt, daß er sich dort niederließ), wo er des Juan Ninno Guevara's Lehrer wurde '), und mehrere Werke von ihm sich befinden, während sonst im Spanien deren keine namentlich bekannt sind. Wie dem Allem nun immer seyn mag, findet man von diesem Dreyfaltigkeitskünstler, unter dem Namen Miguel de Amberes, einer neuern Notitz im Tüb. Bunstbiarr 1822. S- 537 zufolge, in der Sakristei) des Augustinerklosters zu Malaga ein Gemälde, welches die H. Anna und die Jungfrau mit dem Kinde darstellt, und in der Kirche desselben Klosters ein zweytes,,wie die H. Jungfrau St. Augustin den Gürtel reicht; Et. Monica und mehrere Engel füllen die Gruppe. Dann findet sich im Hospital der Caridad ebendaselbst die Vermählung des H. Josephs, und in dem Speisesaal des Klosters della Victoria eine Magdalena, wie sie dem Herrn die Füße salbt. Bildnisse soll er in van Dycks Manier gefertigt haben; allein, nirgends werden dergleichen namentlich angeführt. Er starb in Spanien, in der zweyten Hälfte des XVII Jahrhunderts. Tüb. Runstblarr 1.0. Anry ( ). So heißt in Landon's äl- inunscli lies Leaux - ^rls 1803 ganz ohne Weiteres ein damals zu Paris lebender Baumeister. Anville (Johann Baptiste Dourguignon d'). Königlicher Geograph zu Paris. Ihn lobt man als den größten und einzigen wahren Erdbe- schreiber, den Frankreich je besessen hat. Keiner seiner Zeitgenossen übertraf ihn weder als Schriftsteller noch als Landkartenzeichncr, weder in der alren noch in der neuen Geographie, obwohl er nie eine Reise unternommen hatte. Er st. 1782, alt 85 I., nachdem schon vorher der König von Frankreich seine bedeutende Landkars lensammlung erkauft hatte. Sein Xilas General in gr. Fol. enthält 46 Karten auf 66 Blättern, die von 1737—178« gestochen wurden. — Es ist ein sehr kostbares Werk. Anrvander( ). So nennt Liporvsky (nach seiner öftern Gewohnheit, ohne dessen Blüthezeit zu benennen) einen Maler zu Landsberg im Lachkreise. Von ihm befinden sich in der ehemaligen Benediktinerabtey Scheuern zwey Bilder: Eine Geburt; dann die Darstellung, wie Graf Konrad II. zu Dachau diesem Kloster n 56 den in dortiger Kirche seither verehrten Kreutzpartikel übergiebt. Nach Jack dann (Pantheon der Litteraten und Künstler Bambergs, erste Forts. 8°. Erlangen 1821. S. 9) fällt die Geburt des Unsrtgen in den Anfang des XVIII Jahrhunderts, und wird dort von ihm Mannigfaltiges in Bamberg Befindliches in Oel und .) Dieß sagt nun Fiorillo IV -79 von dem Maurique, den er S. -7° Schüler von Rubens nennt. Apel. 1-L9 Anzou. Fresco genannt. So z. B. in dem ehemaligen Mangschcn, jetzt Deckertschen Hause die bacade, im Garten eine Gallerte aus der — Gotterge- schichte, und im kapellenartigen Gartenhaus eine Kuppel mit der — Himmelfahrt Maria; in einem benachbarten Gartenhause — die vier Jahrszeiten in Oel, nebst zwey — Conversa- tionsstücken, als Supraports; den — St. Thomas Aquini im ehemaligen Dominikanerkloster (dieß mit 1767 datiert) u. s. f. u. f. mit dem beygefügten Urtheile: Daß seine Oelgcmälde durch ein — etwas kaltes Kolorit, durch eine — etwas unrichtige Zeichnung und durch einen manierirten Vertrag sich kenntlich machen, hingegen etwas Breites und Markigtes seines Pinsels aus seinen Frescoarbeiten hervorgehe. Während seines sieben bis achtjährigen Aufenthalts zu Bamberg soll er öfters nach Frankfurt auf die Messe gegangen seyn. Anzou (Mad.) Auf dem Salon zu ^aris 1812 sah man von ihr ein liebliches Gemälde, welches den Sohn des Connetable von Mont- morency, und Dianen de France vorstellt. Der junge Ritter sitzt neben ihr, und wartet schmachtend auf eine Blume, welche Diana eben geküßt hat. Die Stellung der Prinzessin ist äußerst anmuthig. Die Herzogin von Brissac, welche die Liebe dieses Paares begünstigt, steht in einer Thüre, um nachher dem König und der Königin zu beweisen, daß in dem Umgänge zwischen jenen nichts Unehrbares vorgeht. Den Stoff hat eine wahre Anekdote gegeben. Man bemerkte überhaupt, daß die Maler in erwähntem Zeitpunkte, zumal diejenigen, denen es an Erfindungsgeist fehlte, und die kein hinlängliches Talent zu großen Geschichtsbildern haben, Anekdoten aus dem Privatleben angesehener Personen wählen. M- Bl. 1812 S. 1128. Was (möchten wir fragen) konnten sie, in mehrern Rücksichten, Besseres thun? sll.^ Aparicio (Joseph), spanischer Pensionair zu Paris, ein Schüler Davids. Auf der Ausstellung im Museum Napoleon 1806 machte sein Bild der spanischen Epidemie vom I. 1804, nach Girodet's Sündfluth das meiste Aufsehn. Es stellt das Innere eines Klosters vor, in das man alle vom gelben Fieber Behaftete aus der Nachbarschaft aufnahm. Die Hauptpersonen sind ein bejahrter Mann, fast ganz nackt auf einem Bette sitzend, den seine Tochter, um ihm noch die letzte Freude zu machen, die Bildnisse seiner zwey Söhne, auf einem ovalen Tableau zeigt. Einer davon ist der Künstler selbst. Ein angesehener Prälat leistet dem Sterbenden Beystand. Eine etwas strenge Kritik dieses Bildes, welche hauptsächlich darauf hinausläuft, daß es mehr ein häusliches Drama, als einen Geschichtszug darstelle, s. im pausanias Francais S. 127—> 3 i. Von eben diesem Bilde heißt es in Mensel's sJ. Archiv II. ( 3 ) go—91: „Dasselbe hat Schönheiten, viel guten Ausdruck; aber es fehlt doch noch manches, die verschiedenen Gruppen verbinden sich nicht genug mit einander; einige Figuren sind nicht korrekt; die Tochter ist zu frisch für eine Zeit allgemeiner Krankheit, und zu zierlich gekleidet; der Figur ^des Bischofs mangelt es an Ausdruck und Würde, und sein Ganzes hat den Charakter nicht, den man in diesem Aufenthalt des Jammers und des Todes an ihm wünschte. Das Kolorit könnte auch mehr Harmonie haben. Ein junges todtes Mädchen, das man in der Verkürzung sieht, ist gut, jedoch etwas zu weiß für eine Pestkranke. Der Kopf des Alten ist schön, Schmerz und Ergebung sind darin gemischt. Im Ganzen ist dieses Gemälde viel besser, als die Athalia des nämlichen Malers in der Ausstellung von i8o5; der Künstler hat Fortschritte gemacht." Ein Jahr vorher wurde ihm indeß für eben diese Athalia der Preis zuerkannt. Morgenbi. 1807 S. 66—67 (H. Um 1821, oder wahrscheinlich früher noch, befand er sich wieder in Spanien, und sah man damals von seinen Werken im Museum zu Madrid aufgestellt. Runstbl. 1821 S. 91. Ebendas. 1822 S. 182 wird seiner eben nicht mit besonderm Ruhm, wie es scheint, als von einem Nachahmer der neuesten französischen Schule (seit David) gesprochen. Aparicio (Manuel Moreno). „Die letzten Nachrichten" (heißt es bey FioriHo IV. 18g—90) „die wir von den Versuchen, die Glasmalerey in Spanien wieder herzustellen, erfahren haben, sind vom Jahr 177a, worin gedachter Aparicio zu Toledo und Leon einige meisterhafte Bilder dieser Gattung zu Stande gebracht haben soll. Uebrigens wird von seinem Verfahren, in den öffentlich erschienenen Berichten, in einem sehr geheimnißvollen Ton gesprochen." — Ob dieser Künstler vielleicht Vater des obigen Joseph Aparicio in unsern Zusätzen (wo der Tauf- name Joseph fehlt) seyn dürfte, ist uns unbekannt. Apel (Bernhard), ein Mäurer und Werkmeister bey dem Baue der St. Annenkirche zu Annaberg um ibc>8. Annab. Chron. Th. I. S. -g 3 . — — (Christian), herzogl. sächsischer Hofgärtner an dem Lustgarten zu Altenburg i/o 3 ; damals war ihm sein Sohn Job. Christian ad- jungirt. In 1717 lebte der Vater nicht mehr, dagegen befand sich der Sohn an des Vaters Stelle. — — (Ferdinand), in 1820, Schüler der Kunstakademie zu Leipzig. Die damalige Aus, stellung zu Dresden zeigte von ihm einen alten Kopf in schwarzer Kreide, weiß gehöht. — — (Johann Christian), s. vorstehnden Christian A. — — (Johann Heinrich), Maler zu Leipzig, der daselbst 1763 und auch 1801 noch angeführt wird. Le ipz. Adreßkal. S. auch den gleich ff. Art. (>) In üandon's ^nrisl. 6. L.I-I5 III. Z76 heißt dies Bild der glückliche Anfang (clebnt) eines damals nicht mehr als 25 Jahr alten Künstlers; mit dem Anhange: „Der Vortheil, in der franzbstschen Schule seine Studien fortzusetzen, werden ihm den Anlaß verschaffen, den eigenthümlichen Talenten der spanischen Künstler auch noch die historische Genauheit (?) und den Adel der Formen (??) hinzuzusetzen, welche jene wenig gekannt haben." Uebrigens werden schon an diesem Bilde die Reinheit des Styls, die korrekte Zeichnung, und der gute Faltenwurf gerühmt. Auch das Kolorit habe Gründlichkeit (sollülre?); nur sey die Carnation vielleicht ein wenig zu violet. Ebendaf. (IV. Z29) wird noch eines andern seiner Gemcllde (des Kampfs zweyer Krieger) gedacht, und dasselbe im Umrisse gegeben. „Solches" (heißt es dann) „stelle zwar bloß zwey schöne akademische Figuren dar; indessen erkenne man darin eben so wohl das Studium der Antike als dasjenige der Natur." I. 38 Apel (I. H.). Ein solcher soll zwey Landschaften mit Bauernkindern, die sich belustigen, nach I. C. Seekatz gestochen haben. Ob mit dem Vorstehnden der nämliche? II.^ — — s. auch Appel im Lex. und unten; dann Apell im Supplemente, 8. V. Wilh. Carol. Amal. Tischbein. Apelles ( ). Nach einem solchen hat Calotin zu: lbe cbek ci'oeuvre rl'un inoonnu pur lVI. 1e äoeteur Lbr^s. NaiLnL8iu8. ^ la 1714. 8°. das Bildniß des Matanasius sehr mittelmäßig gestochen. M-o. Was dieser Apelles eigentlich für ein Ens seyn dürfte, ist uns unbekannt. Wahrscheinlich ist der alte Apelles hier so wie der Stecher im Scherz gemeint. Wir haben das Werk des ebenfalls fingirten Matanasius den Augenblick nicht bey der Hand. sl.^ — — Der griechische Maler. Nach der noch vorhandenen Beschreibung von seinem im Lex. erwähnten Bilde der Verläumdung, hat Raphael dasselbe gezeichnet. Diese Zeichnung wurde von D. V. Denon geätzt. ^0. Apelquist ( ). Schwedischer Obristlieutenant, goß Sergell's Statue Gustav III. in vier Minuten- Eck. Apengherer (Loren;). In ss. Schlopken's Chronik der Stadt und des Stiftes Bardewick (im Lüneburgischen) Lübeck 1704. 4°. S. 479 lies't man, daß die Taufe (d. h. wohl Taufstein) von Glockengut in der Kirche zu Handorst unweit Bardewick die Umschrift trage: dla llcr bor Lristi, üo nie 8obrek M. 6LL6. VIlXXX (Wohl 1427) lar Lebte clLAde NL 8 . lVIerten clo wart ist ^beAoten. dickilct 6oc1 vor en. sli.^ Apens (C.)> Ob dies etwa nur ein verdorbncr Name wäre, z- B. von Christoph Hagens, der gerade in 1670 in Holland für Buchhändler fleißig gearbeitet hat? A pfaleer (Freyherr von), soll um 1780 ans Licht gestellt haben: Abhandlung von dem Drucke der Gewölber auf Seitenmauern gr. 8N Wien mit Kupfern. Ap fa Irrer ( ), vermuthlich ein Künstler der gegen Ende des vorigen Jahrhunderts in Böhmen arbeitete. Irgendwo nennt man von ihm mehrere Handzeichnungen in Farben, Sepia und Tusche, welche böhmische Gegenden — dann aber auch zwey derselben in Sepia, davon die eine die tragische Muse mit dem Dolche in der Rechten, und die andere eine Bachantin in einer Landschaft darstellen. ^0. Apfler (Johann Andreas), erscheint 1756 als Kunstkammerer d. h. Aufseher der fürstlichen Kunstkammer zu Weimar, und scheint dort 1776 oder 1777 gestorben zu seyn. Ob derselbe ausübender Künstler, namentlich ein Maler war, ist uns unbekannt. si. 11.^ A plan t, s. Appl'am im Lex. Supplem. und unten. Apianus (Peter), deutsch Bienervitz oder Bennervilz; ein Gelehrter, Ingenieur und Künstler in Rissen von Städten, Festungen u- s. f., dann im Landkartenzeichnen und Wappenmalen. Kaiser Karl V- (den er in der Astronomie unterwiesen und der ihn und seine Familie in den Adelstand erhoben hatte) bediente sich seiner für abgedachte Gegenstände, adelte ihn und gab ihm viele Privilegien; ja er schätzte ihn so, daß als i 5)7 auf seinen Befehl das chursächsische Städtchen Leißnig geplündert und abgebrannt werden sollte, man aber perers Wappen an dem Fenster seines dort wohnenden Bruders sah, und der Kaiser erfuhr, daß der unsere^ von Leißnig gebürtig sey, derselbe sagte: Es würd' ihm nicht lieb seyn, daß er den für- nehmen Apianum also betrüben und sein Vaterland hätte in Unglück setzen sollen; und sogleich wurde die Stadt mit möglichster Schonung behandelt. Iöcher irrt sich übrigens, wenn er anzeigt, perer sey aus einem Dorfe bey Leißnig geboren; wohl aber betrifft dies seinen gleichnamigen Großvater. Apianus, der unter den Gelehrten seiner Zeit in besonderer Achtung stand und namentlich zur Vervollkommnung der Landkarten vieles beytrug, wurde i 495 geboren, war Professor der Mathematik zu Ingolstadt und st. dort i 552 . Nach seinen Zeichnungen erschienen mehrere Landkarten; auch gab er: Lc> 8 moArLxbieu 8 Über. Lanbshut 1524.4°- (erste seltene Ausgabe); dann: In8criji88. 8Lcro8gnotL6 vetu8tLli8 non, illae c>ui6em komLnae, 8eä totiu8 lere orb8. JnAvlstadr 1554 mit Holzschnitt. S. I. Fiedler Muglische Ehren- und Gedächtnißsäule. Leipz. 1704. 4 °. S. n 4 > 3 - Ramprad Leißnigker- Ehronika. Das. >753. 4°. Vorrede S. 53 . Text S. 558 . Jöcher; Adelung; Gregori Gedanken von Landkarten S. 46, 169; Ebert's bibliographisch. Lex. — In der Dedikation von Georg Galgemair's Beschreib, eines von p. Apianus erfundenen Instrumentes zum Messen, Augsburg 1616. 4 ". heißt es, daß die Nachrichten von den (zu den mathematischen Künsten gehörigen) Erfindungen, die perer gemacht und sein Sohn Philipp ans Licht hätte geben wollen, darüber aber verstorben sey, dermalen in dem Besitze des Mich- Moestlin, Professoren der Mathematik in Tübingen, sich befänden. Noch bemerkt A. L. Robelr in seinem bayer- schen Gelehrtenlex. (Landsh. 1796) S- 48 von ihm ein, unter dem Titel: ^8trononiiouni Ose8Lreulli geschriebenes Werk, welches er dem Kaiser zugeeignet, und dafür ein Geschenk von 5 voo Goldgülden erhalten hatte. Apianus (Philipp), Sohn des vorstehnden Derer, ein Arzt und Mathematikers geb. zu Ingolstadt i 55 i. Er folgte dem Vater in der dortigen mathematischen Professur, erhielt sodann, nachdem er die evangelische Religion angenommen hatte, und deswegen Ingolstadt verlassen mußte, in r569 das gleiche Professorat zu Tübingen und st. dort 1589. Insbesondre ist Philipp dadurch bekannt geworden, daß er, auf Befehl Herzog Alberts von Bayern, eine Karte von Bayern aufnahm und zeichnete, wo, für er ein Geschenk von 2500 Dukaten und einen außerordentlichen Gehalt von i 5 o fl. erhielt. Dieselbe wurde anfangs (i 56 r) auf Einem Blatt, und nachwerts (i 566 ) in vergrößertem Maaßstab auf 24 (a. b. s 5 ) Tafeln in Holz geschnitten (die Stöcke sind noch im Landesarchive zu München Zn Verwahrung); und so erschien dieser merkwürdige Atlas unter dem Titel: Phil. Apiani bayrische Landtafeln. München (i 566 ); dann, mit neuem Texte, Jngol- stadt i 5 b 8 ; und ferner München l 65 i und 1802. Nur die beyden ersten Auflagen, welche außerdem vielmal ins Kleine kopirt wurden, sind selten, und in mehrern Rücksichten den folgenden vorzuziehen. Zwischen seiner Anstellung in Ingolstadt und derjenigen zu Tübingen hatte er sich eine Weile in Wien aufenthalten. Böbelt I. c. S. 5s. 151 Apollodoro. sl .^1 Apollodoro (Franz), genannt por- cia. Nach Lanzi (L6. terr.) III. 226 war derselbe aus dem Friaul gebürtig, und lebte noch zu Padua 1606. sl.^I Apollodorus, der Baumeister von Damascus. Um den trojanischen Platz zu gründen, mußte ein 14^ hoher Hügel abgetragen werden. Die Brücke über die Donau zu Aeve- rino in Nieder-Ungarn wurde an einer Stelle gebaut, wo der Strom am engsten, aber eben darum auch am reißendsten und tiefsten, und es somit um so viel schwieriger war, die Pfeiler darin aufzurichten, deren jeder 6 c/ breit, ibo^ hoch, und einer von dem andern 16c/ entfernt, die ganze Brücke aber 8 no Klafter lang soll gewesen seyn. Europa bat früher und später nie kein größeres Werk dieser Gattung gekannt; auch besagte dessen Jnnschrift sehr schön: guill non clomet tzl'rajanus)? zub juAum ecoe Irsliitur ct Danudicis. Zu den fast unzähligen Arbeiten dieses Künstlers in Rom zählte man auch einen Musik- und einen Büchersaal, die ulpianische Basilika, die trojanischen Bäder, nach Einigen auch den Cirkus maximus. Nicht Trojan, sondern Hadrian war es, bey dem er in Ungnade fiel, und der ihn umbringen ließ, weil der Unsrige, freylich kein Höfling, dem Imperator, der ein Kunstkenner seyn wollte, bemerkte, daß, wenn die Statuen in dem, nach seiner Angabe erbauten Tempel der Venus aufstehen solltenso würde die allzuniedrige Decke sie — erdrücken. I. d/,—87. Apollodorus, lebte bald nach Aspa- sius, dem er aber bey Weitem nicht gleich kam. Er ist der einzige unter den alten Steinschneidern, der seinem Namen das x,S->7Xvr (sl. lial». XtHo^X-i»!^»,) beysetzte. si.^ Ap 0 11 0 nldes. plinius (XXXVII. I) nennt ihn und Eronius unter den alten Steinschneidern, nach Pyrgoteles, die berühmtesten. Ein von ihm im Lex. angezogener Stein ist eine liegende Kuh (nicht Ochse). Die Diana Montana, mit der Fackel in der Hand, von welcher dort die Rede ist, wird jetzt überall nicht ihm, sondern einem Apollonius zugeschrieben. Eot- nrus war ein Nachahmer von ihm. si.^ Apollonius, Nestors Sohn aus Athen, der Künstler des berühmten Torso. Derselbe ist, (merkwürdig genug) bey den Geschichtschreibern unbekannt; indessen befindet sich sein Name, wie obsteht, an dem Felsenstück eingegraben, auf welchem Herkules ruht. Theils aus dem Style des'Werks, theils aus einer Spur an gedachter Jnnschrift, glaubt Winkel- mann die Blüthezeit dieses großen Künstlers ungefehr um die i 45 - Olympias setzen zu müßen, und beschreibt mit Begeisterung den erwähnten Torso, wie folgt: »Der Künstler desselben hat darin ein hohes Ideal eines erhabenen Körpers, und eine Natur männlich vollkommener Jahre gebildet, und bis auf den Grad göttlicher Genügsamkeit erhöht, wo dieser Herkules erscheint, wie er sich auf dem Berge Oeta von den Schlacken der Menschheit mit Feuer gereinigt, und den Sitz unter den Göttern erlangt hat; denn (i) IVinkelnianns Werke VI. (1.) 167—6g. (-) l. 0. ,71. (z) l- e- -6g. (4) Llur. I-Io-LIemeor. II. ,8 e- »g- und VII. 97. (5) l. e. VI. (2.) 255—56. Apollonius. er ist ohne Bedürfniß menschlicher Nahrung, und ohne fernern Gebrauch körperlicher Kräfte dargestellt; es sind keine Adern sichtbar, und der Unterleib ist völlig, ohne erfüllt zu seyn. Er hatte, ,wie die Stellung des übrigen Restes urtheilen läßt, den linken Arm über das Haupt gelegt, um ihn in der Ruhe nach allen seinen Arbeiten zu bilden. In dieser Stellung, mit aufwerts gerichtetem Haupte scheint sein Gesicht mit froher Ueberdenkung vollbrachter großer Arbeiten beschäftigt zu seyn, was selbst der gleichsam durch hohe Betrachtung gekrümmte Rücken andeuten will. Die mächtig erhobene Brust ist diejenige, auf welcher der Riese Antheus erdrückt worden, und in der Länge und Stärke der Schenkel finden wir den unermüdeten Helden, welcher den Hirsch mit ehernen Füßen verfolgt und erreichte, und durch unzählige Länder bis an die Grenzen der Erde gezogen ist. In den Umrissen dieses Körpers bewundere der Künstler die immerwährende Ausfließung einer Form in die andere, und die schwebenden Züge, die, gleich Wellen, sich heben und senken, und in einander verschlungen werden; und er wird finden, daß sich niemand, im Nachzeichnen, der Richtigkeit versichern kann, indem der Schwung, dessen Richtung man nachzugehen glaubt, sich unvermerkt ablenkt, und durch einen andern Gang, den er nimmt, Aug' und Hand irre macht. Die Gebeine scheinen mit einer seitlichen Haut überzogen; die Muskeln sind feist ohne Ueber- fluß, und eine so abgewogene Fleischigkeit findet sich in keinem andern Bilde; ja man könnte sagen, daß solches einer höhern Zeit der Kunst noch näher komme, als selbst der Apollo (O." Auch von Ramdohr bemerkt, neben Anderm: »Wenn man, bey zugeschlossenen Augen, langsam mit der Hand über den Rücken und die Schenkel dieses Torso fährt, so wird man wahres Fleisch zu finden glauben." Von unserm Apollonius fand sich, nach Winkelmann (^) noch am Ende XVIII. Jahrh, in dem Hause Massimi zu Rom, ein anderer Sturz des Herkules (den freylich Andere für einen Aescula- pius hielten), von dem man nicht weiß, wohin er seither gekommen ist. Daß jener eine Zeit lang zu Paris sich aufenthielt, dann aber wieder an seine Stelle zurückkehrte, ist bekannt. In der Sammlung von Zeichnungen des Kardinals Alex. Albani befanden sich einst Studien der größten Künstler nach demselben; allein dieselben waren alle, gegen das Urbild, wie ein schwach zurückgeworfenes Licht«?). Wie viel mehr dies der Fall von einigen darnach gefertigten Stichen sey, kann man sich denken. Einige neue von Visconti G) aufgestellte Hypothesen, theils über die Deutung des Torso, theils über den Künstler desselben, sollen, nach der Meinung der Redaktoren der neuen Ausgabe von Winkelmanns Werken«?), von geringer Erheblichkeit seyn. si. ii.H Apollonius, ein griechischer Künstler, welcher im Lex. am Schluß des Art. Apollonius und Tauriscus, Gebrüder, erscheint, Lehrer von Andrea Tafi. Von ihrer und Andrer gemeinschaftlichen musivischen Arbeit in St. Giovanni zu Florenz heißt es bey vasari: „Dieselbe war ohne Kunst und ohne 152 > A p o l l o >i i u s. Zeichnung, die jüngere jedoch etwas minder schlecht als die altere." Apollonius, s. auch oben Apollo- nides. Apofiolt (Franz), s. Franciscus in künftigen Zusätzen. Appe (Michael), Stück- und Glockengießer zu Wolfenbüttel, wo er i 658 starb. Wolre- reck's Lbron. V. wolfenbüttel, herausgegeben von Aolre. Helmstädt i /47 S. 233 . Appel oder Appelius (Jakob). „Derselbe" (heißt es bey Fiorills D- m. 53 o— 33 i)„war von guter Familie, und zeigte von erster Jugend an große Anlagen für die Kunst. Während einer langen Zeit hatte er beynahe das Monopol, die angesehenen Häuser in Amsterdam, Daardam u. s. f. mie seiner Arbeit auszuschmücken." Das Verzeichniß der Casseler- Gallerie von 178Z nennt drey seiner Gemälde (auf Leinwand); als ein vor dem Putztische sitzendes und mit ihrem Schmucke beschäftigtes Frauenzimmer, dann ein männliches und ein weibliches Bildniß. Nach ihm soll I. Houbra- ken einen Adr. Steengragt in Kupfer gestochen haben. jAl-J — — s. auch Apel und Apell im Suppl. und hier. Appelfach (Georg), ein Goldschmiedsge- selle, der vielleicht zu Dresden gelernt hatte, da er der dortigen Innung i 5?6 seinen Lehrbrief abfoderte- Uebrigens muß er sich anders Werts, und nicht zu Dresden, als Meister gesetzt haben. fl -4 Appelius (Jakob), s. oben und im Lex. Appel. Appelmann (Bernhard). Man weißt wenig mehr von diesem Meister, als daß er gewiß in Italien war, und gewöhnlich Aussichten dieses Landes malte. Zu Rom erhielt er den Bentnamen Hecror. Seine Bilder und die darin befindlichen Figuren sind gut toccirt. Auch Arbeiten anderer Künstler stafftrte er mit Landschaftsgründen. Florillo D. lll. 86. fl. 11.^ — — eigentlich Appelmanns (Georg). Statt des Druckfehlcs im Suppl. lese man Henr. Ditmer (d. h. Dietmar). Auch nach A. Webber hat dieser sehr mittelmäßige Stecher Titelkupfer zu Büchern geliefert, die 1676 in Leiden erschienen sind. fll^ Appelstadt (C-), hieß Christian Jakob Appelstadt oder Äppelstade, und st. als königlicher Hofmaler zu Dresden 1736, 78 I. alt. Sächsif. Luriofitat. Rabin. 1737 S- 6. A p p i a n i. sll-H Applaus (Andreas), welcher in unsern Zusätzen ohne Taufnamen erscheint. Von früherm, als dem dort schon Enthaltenem aus seiner Lebensgeschichke ist uns nichts bekannt. Von späterm nur dieses Wenige. In 1808 sah' man von ihm auf dem Salon zu Paris ein kleines Bild: Venus, die den Amor liebkost, von welchem es bey Landon ( 8 al. 1808 p. 94—96) heißt: Man könne es übrigens bloß als eine artige Skizze ansehn, welche wahrscheinlich nicht von dem Künstler, sondern von dem Besitzer desselben dort aufgestellt wurde; mit dem Hinzuthun: „H. Appiani, welcher damit in Paris sich zuerst auf einer Laufbahn zeigte, wo die Lorbeer« so schwer zu erhalten sind, habe ohne Zweifel nur mit einem vollendeten Werke, und durch seine Wichtigkeit würdig, den Ruf zu behaupten, den er in seinem Vaterland ger nießt, hier erscheinen wollen." Dann fanden sich auf der Kunstausstellung zu München 1810 von seiner Hand zwey vortreffliche Bildnisse der beyden jungen Töchter der Frau Vicekönigin von Mayland, welche sie ihren königlichen Eltern znm Geschenke übersandt, als kleine Engel vorgestellt, die bis an die Brust aus Wolken hervor sichtbar sind ^). Tüb. Morgenbl. 1810 S. Zu seinen vorzüglichsten Werken indessen gehörten damals schon seine Arbeiten in dem Friese des königlichen Saals im Pallaste zu Mayland, welche en Camayeux die Großthaten des Kaisers Napoleons darstellten; und wobey der Künstler mit sehr viel Kunst und Geschmack das moderne Kostüme mit dem antiken zu verschmelzen gewußt (^), und scheint überhaupt derselbe seinen ausgezeichneten Ruhm namentlich auch dadurch erlangt zu haben, daß er die in dem neuern Italien bald überall ver- nachläßtgte Fresco-Malerey zuerst wieder zu verdienten Ehren brachte. Ein großer Styl wird fast durchgängig an ihm gepriesen, so wie hinwieder Andere rügen wollen, daß er denn doch etwas von der neuern französischen Manier (?) an sich genommen. Dann bemerkt Riefewetter (Reisen, 8°. Berlin 1816) I. 20g ff. ebenfalls, daß ein Theil jener Arbeiten im Pallaste zu Mayland (auch um i 8 i 3 ) noch nicht vollendet waren, da Appiani schon zwey Jahre früher, vom Schlage getroffen, den Pinsel beyseits legen mußte. Dennoch war bereits ^um 1812 Rosaspina beschäftigt, dieselben (nämlich die Camayeux des Frieses) in Kupfer zu bringen (?). In gleichem Jahre wurde der Unsrige von dem französ. kais. Institute (Klasse der schönen Künste) neuerdings (wie schon früher i 8 o 3 vom Nanonal- Jnstitute) zum Mitglieds der fremden Associes ernannt. Das Todesjahr dieses allzufrüh verstorbenen Künstlers ist uns unbekannt; wohl aber zeigte das Tüb. Runstbl. (1820 S> 96) an: Ein Denkmal zu seinen Ehren für Mayland zu fertigen, sey von einer Gesellschaft Privatpersonen dem Künstler Thorwaldsen in Rom (>) Waren es vielleicht die Bilder zweyer verstorbenen Kinder? (r) Noch lesen wir irgendwo: „Der (in -306) noch nicht vollendete Plafond" (des erwähnten Saals?) „wird eine Allegorie darstellen: Jupiter, der sich, nach seinen Siegen über die Titanen, seiner Größe erfreut." Und ebendaselbst wird zu seinen vorzüglichsten Werken die Kupole in der Kirche Maria di St. Celso gezählt, welche, gleich derjenigen von Domenichino in Andrea della Volle zu Rom, die vier Evangelisten (anderwerts heißt es: „Die vier Kardinalstugenden) zum Gegen» stand habe. In der That sind eS (wie wir nun sicher wissen) die vier Evangelisten und die vier Kirchenlehrer: AmbrosiuS, Gregor, Hieronymus und Augustin, jede dieser acht Figuren voll charakteristischen Ausdrucks. Kenner bewundern an diesem Werke besonders die wunderschöne Luftperspektive. Luft und Licht seyen über das Ganze ergossen, ohne der Kraft zu schaden; Alles schimmere wir Gold, doch jedes mit seinem eigenthümlichen Glanz; die Engelsgruppen seyen von einer Leichtigkeit, das Gewölle von einer Weichheit ohne gleiche, Alles in der täuschendsten Harmonie, u. s. f. (z) Vollendet erschienen dieselben in -8-2 oder -8-z und kosteten (z- Ll>) in Deutschland 600 französische Live. 153 Appiani. aufgetragen worden. Und Ebend. (1821 S. 6) wird naher bestimmt, daß solches in einem Hautrelief bestehen soll, welches die Akademie zu Mayland ihrem berühmten Mitglieds in ihrem dortigen Akademiegebäude errichten lasse; mit dem Hinzuthun: »Da Appiani von den Mayländern der Maler der Grazien genannt wird, hat Thorwaldsen Gelegenheit genommen, diese letztem, nach antiker Art (?) gruppirt darzustellen , und zu Rundung der Gruppe noch einen kleinen Amor mit der Leyer beygefügt, dem die holden Schwestern ihre Aufmerksamkeit auf verschiedene Weise (?) schenken. Dieser Zusatz habe zu sehr glücklichen Motiven in den Stellungen Anlaß gegeben", u. s. f. Was uns indeß Alles von dem Werke, in so weit es den Unsrigen angehen soll, eben noch nicht den deutlichsten Begriff giebt. Gestochen nach A. nennt man, von Tartolozzi ein Bildniß von Buonaparte; von Bist: Venus, die, unter einem Baume sitzend, den Amor umarmt, Fol. (wahrscheinlich das Bildchen, dessen oben Landen gedenkt); dann Mercoli, zwey Blatter: Monument auf Joseph II. (kl. quer 4°.) und: Die Freyheit, im Gespräche mit einem Jünglinge, Allegorie (ach! auf was?) quer Von diesem Künstler überhaupt heißt es im Tüb. Bunstbl. 1822 S. 385: „Mayland besaß an ihm einen Maler, dessen Werke fast ausschließlich dieser Stadt angehören, da er meistens in Fresco arbeitete, und nur wenige seiner Oelbilder in s Ausland kamen. Noch fehlt es jetzt, geraume Zeit nach seinem Tode, nicht an zahlreichen Bewunderern seines Talents; ja seine Werke werden häufig kopirt und in Kupfer gestochen. Aber die jetzigen Meister, indem sie die Anmuth seiner Komposition und die Kraft seines Kolorits in Fresco anerkennen, sind doch weit entfernt, ihn nachzuahmen, und man findet bey ihnen (z. B. bey palagi und Havey) nichts von dem Charakterlosen und Faden, was so häufig bey ihm sichtbar ist. Hiezu trägt freylich auch die Wahl der Gegenstände bey: Appiani malte Allegorien oder Scenen aus der griechischen Fabel, und geräth bcn oberflächlicher Nachahmung der antiken Weise in's Unbedeutende und Läre. Jene beyden jetzigen Meister im historischen Fache hingegen wählen ihre Gegenstände mehr aus der italienischen Geschichte des Mittelalters, und sind dadurch unmittelbar zum Studium historischer und individueller Charakteristik genöthigt, da Gemälde dieser Art nur durch einen gründlichen historischen Styl sich von den jetzt so häufigen und beliebten Genre- Bildern absondern können. Der Theilnahme des vaterländischen Publikums sind diese Künstler auf ihrem Wege und mit dem, was sie erreichen, versichert", u. s. f. Gehörn. sll.^ Appiani (Franz). Lanzi (Lcl. terr.) II. 253 setzt seine Geburt zu Ancona in 1702. und seinen Tod zu Perugia in 1/92. Dort heißt es von ihm (not. a.): » Sein erster Lehrer war Magatti; dann studierte er zu Rom, als Benefial, Lrevisani, Conca undMancini daselbst blüheten. JhrerFreund- schaft, zumal des letztem, hatte er seinen angenehmen und harmonischen Styl zu danken. Eine Probe davon ist sein Tod von St. Dominico, den er in St. Sisto Decchio in Fresco, auf Befehl Pabst Benedikt XHI. malte, der ihn dafür mit einer göldenen Schaumünze lohnte. Hierauf gieng er nach Perugia, erhielt bort das Bürgerrecht, und arbeitete unermüdet bis auf sein höchstes Alter, wie es vor ihm nur ein Titian thun konnte. Daher enthält auch gedachte Stadt Von ihm Bilder jeder Art (cl'oAlir mnnieinj. Vornehmlich aber rühmt man von ihm das, Appo lloniö. was er in der Kirche St. Piekro da Cassinenst, in St. Tommaso und in Monte Corona gemalt; Macchinoses dann in St. Francesco, und an der Decke der Hauptkirche, wo er noch an Keckheit und schöner Zusammensetzung mit Carlen! wetteiferte. Eine Arbeit von ihm in der Kirche des Masaccio wird ebenfalls sehr gerühmt (^nlickr. pioene V. XX. p. 169). Endlich arbeitete er auch viel für England." sch. n.^j Appiani (Joseph), gebildet in einer italienischen Schule, wanderte in der Mitte des XVIII. Jahrh, nach Deutfchland, und soll (vor 1706) zu Mainz gestorben seyn. Daß er Hofmaler zu Mayland gewesen, wie unsre Supplemente besagen, ist eine Verwechselung mit dem vorgenannten Andreas, wahrfchein- lich seinem Sohne; und nicht minder irrig, wenn es dort heißt, daß er »zu Langbein, in Schwaben " (statt in der zur ehemaligen Cistcr- zienser - Abtey Langheim in Franken gehörigen Wallfahrtskirche Vierzehn-Heiligen zu Franken- thal bey Lichtenfels) gearbeitet habe. So z. B. das Hochaltarblatt (Himmelfahrt Maria), und eine Menge anderes, in Oel und in Fresco. »Seine Gemälde" (sagt Jack) „geben Proben von sinnreicher Arbeit ohne Würde; die Stellung seiner Figuren ist übertrieben, und dennoch ohne Ausdruck, die Komposition geschmacklos, und durch auffallende Läre kenntlich; das Kolorit ohne Harmonie, bunt, unwahr und hart; die Zeichnung kühn, aber unrichtig." Und, was soll man von einem Künstler denken, der in der oben erwähnten Himmelfahrt der H. Jungfrau dieselbe durch ein Chor Engel beym Unterleib ergreifen, und so in den — Himmel erheben läßt? Und bald hernach lesen wir I. e. weiter: »Seine Figuren sind ganz nach dem Rocaillegeschmack der Franzosen gemalt." Und: »Seine Farben sind sehr grell; er setzte das Hansroth, den Zinnober, neben den reinen Grünspan." Gestochen nach ihm haben: Klauber auf einem großen Blatte die vierzehn in den Wolken schwebenden Heiligen; dann Lich- tensteger, für A. Bayers Gebetbuch, das wun- derthatige Frankenrhal. Ebendieselben und Andere (,9 Bl. in 8°.). Noch bemerken wir, daß einer unsrer Kunstfreunde (der seinen Tod dreyßig volle Jahre später, als oben Jack, in 1786 setzt) wissen will, daß derselbe der von ihm bemalten St. Jgnatius-Kirche zu Mainz (was wohl das Beßte war!) ,4,000 Gulden legirt habe. — — oder Ap piano (Niklaus). Der P. Refia in seiner Oallerin portnlile nennt ihn einen Schüler von da Vinci, und Lanzi (ücl. 1er,..) IV. 201 sein al Fresco, von welchem das Lexikon spricht, wahrhaft Leo- nardisch. — — (Peter und Philipp), s. oben Apianus. Appier (Johan). So nennt man irgendwo einen Kupferstecher, der zu Nancy im Anfange des X VII. Jahrh, arbeitete und namentlich z.B.: Der H. Franz empfängt von der Maria das Kindlein 8". und derselbe Heilige knieend in einem Buche lesend >üo8, Ein Gantkatalog fügt dann hinzu: Maria mit dem Kinde und dem H. Joseph 4°., sehr schön und selten. Ob unser Kupferstecher Eine Person wäre mit dem Joh. Appier Hanzelee von dem wir unten s. v. Hanzeler sprechen werden, ist uns unbekannt. Appo llonio (Augustin), durch seine Mutter ein Enkel und Erbe von Lucio Dolce, dem 29 I. er auch bisweilen bey seinen Arbeiten behelfen war. Der Unsrige ließ sich zu Castel-Durante haushablich nieder, und lieferte, besonders in St. Francesco daselbst, Loblvürdiges in der Malerey sowohl als in Stukkatur-Arbeit. Lck. lern. H. i55—lö). slJ ?lppollonio (Jakob). Einige geben ihm, statt 70 nur 68 Jahre. Auch Lanzi (Lä. lerr. III. 167) nennt ihn ganz Baffanisch in seinen Ideen, in Drapperien, in Architektur, und besonders in seiner meisterhaft toccirten Landschaft. Hingegen findet er ihn ebenfalls unter den Bassano's in der Lebhaftigkeit des Kolorits, der Zartheit der Conture, und überhaupt in seinem Pinselzuge. Zu seinen beßten Arbeiten sollen gehören: Eine Magdalena im Dome zu Bassano, und ein St. Francisc, ai Riformati, besonders aber ein St. Sebastian in der Kirche dieses Heiligen daselbst, der mit äußerstem Fleiß ausgearbeitet sey, dem es jedoch ebenfalls an einer gewissen Weichheit fehle. Viele halten ihn für den einzigen Zögling dieser Schule, der des Andenkens werth sey. Apre» (Michael). So heißt ein Ingenieur des Königes von Neapel 1797. ^0. d'Apres de LNannevillere, Verf. einerKartevonJava und Sumatra 17.., ob 18.. Apsalou, einen alten Steinschneider, den Bracci dal,. 27.) anführt, hält von Murr für einen neuen und erdichteten Namen. Apshoven (Theodor van), welcher im Lex. beydes s. v. Abshoven und Apshoven erscheint. Lehninger nennt ihn als geb. zu Antwerpen, einen der beßten Schüler des jünger» Davids Tenier. Derselbe war ein viel versprechendes Genie, starb aber sehr jung. In Deutschland besitzt von ihm, unsers Wissens, die einzige Galerie zu Dresden ein kleines Stillleben, das einen Becher voll Wein, Austern, eine angeschnittene Citrone, Kirschen, und eine Traube, auf einem grünen Teppiche liegend darstellt, und auf Holz (6/-" br., 1^ hoch) gemalt ist. sl.^ ApuIejus. Der Dianentempel dieses alten spanischen Baumeisters stand zu Tarr ragona in der heutigen Corunna del Conde. Fiorillo IV. 4. sl. 11.^ (?cler), eine Abkürzung des Namens Aquila. Aqua (Bernardino dell), ein venezianischer Künstler, der unter der Regierung Philipp n. in Spanien arbeitete, und von dem sich z. B. im Kreuzgange der Evangelisten im Escurial einige al Fresco's befinden, Fiorillo IV. 128—129. sl. III eine Abkürzung des Namens Aquilano. sl. H.^I Aq uila (Franz Faraonius). Die Meister, nach welchem er gestochen hat, sind: F. Albano (ein Abendmal, nach einem al Fresco); A. Allegri (Ruhe in Egypten, Verlöbniß der H. Catharina, a. d. französischen Kabinette, und auf 6 Vl. die ersten Ideen seiner Arbeit im Dome zu Parma); P. Berettini (drey Kur polen, in den Sakraments - und St. Sebasiians- Kapcllen im Vatikan, und in der neuen Kirche der Oratoriums-Väter in St. Philipp Ncri); L. Bernini, A. Bonsigli, I. del Bono, H. Ca- landrucci, A. Camassci (die Schlacht des Konstantins und Maxentius, und der Triumph des erster«), H.Carracci (einePieta), S.Conca, C- Ferri (die erste musivische Decke bey St. Peter, Pendant zu den drey oberwähnten Kupolen von Berettini), P. Ghezzi ('), A. Gorzi, A. Guerardi, B- Lamberti, I. Lanfranco (St. Peters Nachen, in Mosaik bey St. Peter, die Marter der Apostel, zwölf Blätter nach Platfonds); C. Maratti (Christus in der Glorie, unten die HH. Am- brosius und Karl Borromäus, zu den Füssen der H. Jungfrau,. nach dem großen Altarblatt in der Kirche St. Carlo al Corso zu Rom); I. de Marchy, P. de Mattheis (die große Decke in St. Lavier zu Neapel, wie der Heilige den Götzendienst, die Ketzerey und den Mahome- dismus zu Boden schlägt, drey Blatter); ein Zeichenbuch, nach Ebendemselben, nebst dessen Bildniß, 16 Bl. (nebst mehr Anderm); P. Nelli, F. M. Nocchieri (Apoll und die Musen, 10 Blätter); N. Poussin (Venus, die den Eneas bewaffnet, aus dem Kabinet des Prinzen Cel- lamari zu Neapel); R. Sanzio (alle Arbeiten desselben im Vatikan (*); die Pest); 42 Statuen und Gruppen für das Werk von Rossi; eine Sammlung von Vasen 5 i Bl.; eine Rosalia, wie sie für die Pestbehafteten zu Palermo bittet, nach seinem eignen Gemälde, u. s. f. u. f.(?). sllJ — — (Johann). Von ihm besitzt die k. k. Galerie zu Wien zwey kleine, zusammen 2^ hohe, und breite Bilder auf Holz in Eine Rahme gefaßt; beyde stellen die H. Familie dar. In dem ersten machen fünf kleine Engel vor dem Kinde Musik; in dem zweyten lehrt die H. Jungfrau den schon herangewachsenen Christ schreiben; der kleine St. Johann und der alte Zacharias, der ein Buch hält, sehen zu. Um den Saum des Rockes vom Kinde liest man des Künstlers Namen. — — (Michael dell'). So nennt Fiorillo IV. 386 . ohne Weiteres, einen spanischen Künstler aus der zweyten Hälfte des XVII. Jahrh, der den Murillo zu erreichen — gesucht habe. sl. II.^ — — (Peter). Irgendwo tadelt ein Kunstfreund, daß Rost seine Geburt um 1677 ansetzt, indem er ein Blatt nach Scara- muccia besitze, welches perer schon sieben Jahre früher gestochen habe. Derselbe war jüngerer Bruder von Franz Faraonius A- dessen Geburtsjahr demnach bey Rost, und nach ihm in unsern Supplementen, noch irriger seyn müßte. Lanzi (Dlj. lerr.) II. 342 (Note) giebt Mar- zallo (?) für seinen Geburtsort an, und bemerkt, daß, seines Wissens in Rom keine Gemälde von ihm, wohl aber in der Kirche Pieta zu Palermo zwey dergleichen sich befinden, welche die Gegenstände aus der Parabel vom verlorenen Sohne vorstellen. Er hatte sich anfänglich dem geistlichen Stande gewiedmet, welchen er aber, der Kunst zu lieb, verließ. Die Meister, nach welchen der Unsrige gestochen hat, sind: (1) I-e dsrnere sepolclirsli llei ».werri e ».werte
  • >. Der P. Grlandi nennt ihn einen Künstler, der seine Arbeit fleißig vollendet, und angenehm eolorirt habe. Bagkioni und andre seiner Zeitgenossen schweigen gänzlich von ihm. Die beßte Literatur der nach ihm, hauptsächlich von seinem Mitbürger Horatius Santis (de Sanctis) gestochenen Blätter findet sich bey Barrsch XVII. 6. u. ff., dann in Heinecke's Dictionair und in dem Minklerscben Gantkatalog. Hier wird als ein schönes Blatt nach ihm von dem genannten Santis eine Anbetung der Hirten bemerkt; und eben dieser Santis gab nach dem Unsrigen die im Lex. angeführte Abnehmung vom Kreuze 0 ); dann Corn. Cork eine Grablegung der H. Carharina, von Einigen dem Parmesan zugeschrieben; R. Sadeler, sehr reinlich gestochen, eine Grablegung. Nach Gandellini zeichnete auch Pompejus schön mit der Feder und in Aquarell; und eben dieser Schriftsteller eignet ihm selbst mehrere Blätter zu, die sonst gewöhnlich dem de Sanctis zugeschrieben werden; wie z. B. den Et. Georg, wie er die Königstochter von dem Drachen befreyt. Aquilon (Franz), s. oben Aguillon. sll-H Aqul'n (Philipp von). Derselbe ist in unsern Supplementen gedoppelt, theils so, theils s. v. Daquiii zu treffen. Arachne, desJdmonis, eines Purpurfärbers Tochter in Lydien, war eine ausnehmende Künstlerin im Nahen und Sticken oder Wirken. Als sie aber (sagt die Fabel) darüber hochmüthig wurde, und mit der Pallas selbst in der Kunst wetteifern wollte, so zerriß diese ihre Arbeiten, welche überdies unschickliche Gegenstände darstellten , und schlug sie. AuS Verdruß erhing sich dann letztere, und wurde darauf von der Göttin sogleich in eine Spinne verwandelt. Hederich. Aragon (Joseph Diaz de). So nennt FioriUo IV. 2/1 Not. e. ganz ohne Weiteres, einen spanischen Künstler, der i. I. i66i, nebst einer Menge Anderer, zur Vertheidigung der Freyheit der Malerey in Spanien das Wort führte, und es nämlich dahin brachte, daß die dieser Kunst Beflissenen von Abgaben, Zöllen, Kriegsdiensten u. s. f. befreyet wurden. Arbasia. 155 sll.^ Aragon, s. auch Juan in unsern Zusätzen. sl.^I Aragonese (Lukas Sebastian, gewöhnlich Sebastian). Derselbe wird mehr wie ein großer Zeichner als wie ein bedeutender Maler genannt. Für seine Arbeit hält man eine mit D. 8. bezeichnete Madonna zwischen zwey Heiligen, die sich irgendwo zu Venedig finden muß, von gemeiner Komposition und harten Falten, wo hingegen Formen und Bewegung der Figuren, so wie das Kolorit, trefflich seyn sollen. Er st. gegen Ende des XVI. Jahrhunderts. Lck. ter-L. III. 96. Man kennt auch von ihm ein sehr seltenes Werk, von 34 so in Holz geschnittenen Seiten, daß die Buchstaben weiß auf schwarzem Grund erscheinen. Dasselbe führt den Titel: lvionumenta antiguL urbis et UAri Lrixiaui, n me ssSüvt. pietore Lrixiano summa eura et ckili^elitia colleela lV 1 DI.HI. Ein Weiteres hievon muß sich in Lsiillin's -Vnnsl. enc^clox. (1818) 1 . II. p. et segg. finden. sll.^I Araldi (Alexander). Lanzi (Lei. terr.) IV. 62 hält ihn für einen Parmesaner, Schüler von Bellini, der 1628 verstorben sey, und nennt ihn einen wackern Künstler in dem damaligen neuen Styl, von dem man, neben Anderm, eine Verkündigung in der Karmeliterkirche zu Parma kenne- sll.^ Aranbourgus ( ). Von einem solchen rubrizirt ein Gantkatalog eine Zeichnung in ^Quarto: Bildniß eines jungen Fürsten. Dürfte er etwa mit dem Aramborgo unsrer Supplemente derselbe seyn? Arandas (Caspar). So nennt Fiorillo IV. 278 ganz ohne Weiteres einen spanischen Künstler, (wahrscheinlich Maler) aus der zweyten Hälfte des XVII. Jahrhunderts. sl. II ^ Aranea (Fr. Fried.). Ein gestochenes Freymäurer - Certifikat ist bezeichnet: kiel. et se. Dirs soll aber der versteckte Name von Joh. Fried. Lause seyn, welcher, als Mitglied einer nach einem gewissen Systeme der Mäurerey arbeitenden Loge, den Namen: Erster Lrlelericus "sa trug, wonach somit der Art. Avanca in in unsern Suppl. zu berichtigen ist. sll-H Arau (Johann), hieß eigentlich Johann von Arau. Ob derselbe etwa von Aa- rau in der Schweiz gebürtig war? Araujo (Christian Ventura). Ein spanischer Baumeister aus Brozas. Bey Fiorillo IV. 6. heißt eS, uns etwas unverständlich: „Flore;" (in seiner Lsxunna «eAraela 1. XIII. x>. 128) „habe von diesem Architekten eine Abbildung der ganzen (antiken) Brücke zu Alcan- tara über den Tago, die der berühmte königl. Baumeister, Diego de Villanunva in verkleinerten Maßstab gebracht, bekannt gemacht." sl.^ Arbasia (Cäsar), ein Piemonteser von Saluzzo. Derselbe war ein Mitstifter der Akademie St. Luca zu Rom, und Lehrer an solcher. Lanzi und Fiorillo halten ihn durchaus nicht, wie das Lex. für einen Nachahmer des studirten, vollendeten und kräftigen da Vinci, (-) Auf Mariette's Versteigerung galten solche 45 Frkn. (r) Sieben und dreyßig indessen sind nicht von ihm, sondern von C. Fantetti. Auf Mariette's Versteigerung galten solche ^o Hrkn. (5) Das untere Theil des Blattes wird von Einigen dem Unsrigen selbst zugeschrieben. 156 Arcimboldo. Arbeiter. sondern vielmehr des leichten und gemeinen (kacile e xoxolsie) Fried. Zucchero. Immerhin mochte der Unsrige ein wackerer Künstler seyn. Fiol-l'tto sagt, daß er 0566 ) gemeinschaftlich mit parolas den bischöfliche» Pallast zu Cordova geziert habe, und Lanzi nennt von ihm eine Menschwerdung in der Hauptkirche zu Malaga (>679), und in derjenigen zu Cordova eine ganze Kapelle in Fresco; dann bey den Benediktinern zu Savigliano den Kirchenpla« fond, und in dem Stadthause zu Saluzzo ebenfalls Einiges in Fresco. Auch der Hof soll ihn geschätzt und pensionier haben. Daneben soll er, wie pacheco versichert, ein vortrefflicher Landschafter gewesen, und 1614 ge- storben seyn. Palomino'« Nachrichten von dem Unsrigen nennt Fiorillo überhaupt voller Irrthümer. Ls-rzr LU. torr. n. Ii 5 . IV- 20. V. 367. Fi'onllo IV- 129. Arbeiter ( ), ein Kunsthändler zu Mainz, der im Tüb. Runsibl. mehrmals wegen seiner Gefälligkeit und Kenntniß gerühmt wird, besaß, neben Anderm (1818) ein vorzügliches Ecce Homo von einem ungenannten alten deutschen Meister und (1819) eine Madonna mit dem Kinde, welche das Gepräge I. von Eyck trug. Eben so (1820) eine Kreuzigung von Hemmelink oder Schoreel — was freylich Alles bald gesagt ist. Anderswo heißt er ein Maler zu Mainz, 18-4 eiwa 4 « I. alt, der sich auch, neben dem Gemäldehandel, mit Re- stauriren derselben beschäftigt habe. Aobren oder Arbin (Hans), erscheint 1761 als Zeichenmeister bey der königl. dänischen Land-Cadeten-Compagnie. Sraaesver;. d. dänischen Landkriegserats für 1761. Alton« 8°. Nach ihm soll O. H. de Lobe ein Bildniß der H. E. Hoppen in 8°. gestochen haben. lDeinrvich schweigt von ihm. itLrc. Arburger (Peter), ein Name, unter welchem auch der unten ff. Münzmeister Arnsper- ger erscheint. Arbuthnor ( ), ein englischer Künstler neuerer Zeit, gab, neben Anderm, Ansichten reizender Gegenden in Golconde in einigen kolorirten Blättern, die mit erläuterndem Texte versehen sind. Liorillo V. 72g. sl.^I Arca (Nikolaus dell'), ist vielleicht derjenige r-kikolaus de Bononia, von welchem in der Universitätsbibl. zu Jena ein schön geschriebenes mit Gemälden ausgeschmücktes Corpus Juris Canonici in gr. Fol. gefunden wird. Breitkopf's Geschichte der Schreibet, herausgegeb. von Roch. S- 20. Arcerius (Johann), ein Kunstverleger. S. oben I. Alberri. sl-H Arcesilaus. Derselbe, von griechischer Herkunft, war durch seine Modelle in Thon, noch mehr als selbst durch seine ausgeführten Werke berühmt. Von dem hohen Preis« derselben spricht plinius L,. XXXV. L. 12. 8ect. 45. fl. 11 .^ (Vinc. Learii.), bedeutet auf Architekturen in Stich und Holzschnitten den Baumeister vincenz Scamozzi. Archangä ( ). So heißt in Landon's Salon von 1808 II. 12Z. ganz ohne Weiteres, ein damals zu Paris lebender Baumeister. Archarta ( ). So nennt Brulliot (victionn. x. 346) und (l'abl general. 8 ect. II. p. 32 dlro. 21 einen^uns und auch ihm übrigens unbekannten Künstler, auf dessen Zeichnungen sich ein dort angezeigtes Monogramm mit der beygefügten Jahrszahl 1767 befinden soll. Archelaus, Geograph und Historiograph zu Zeiten Alexander des Großen. Von ihm ist bekannt, daß er nicht allein eine Beschreibung der Länder fertigte, welche Alexander mit Krieg überzog, sondern auch, daß er diese sowohl, als sonst noch andre, auf's Fleißigste gezeichnet, und es hierin allen andern vor ihm Lebenden zuvorgethan habe. Gregori Gedanken von Landkarten. S. so. si.^ Archer ( ). Eine Faoade des Landpallastes Cliefden war ebnen Fußes mit jonischen Säulen geziert, und je zwischen zweyen derselben war eine (läre?) Nische angebracht. II. Zol. Fiorillo V. 558 der von ihm das gleiche Urtheil, wie Milizia und das Lex. fällt, nennt noch unter seinen Bauten St. Philipps-Church zu Birmingham, und St. John in Westminster. Archer-Dnbancourt ( ),wari765 erster Ingenieur des Königes von Frankreich, Direktor der Festungswerke, und Gouverneur der Bastille zu Paris. D>e enthüllte Bastille. 8°. Lübeck 789 S. 19. fll.^I Archeveque (l'). Von ihm heißt es in Archenholzen's neuer Lirerarur- und Völkerkunde 178g. IV. i 33 u. ff. »Auf dem Ritterholmsmarkte zu Stockholm befindet sich seit 1774 das Standesbild Gustav I. und ein ähnliches Denkmal (sagt man 1788) kömmt mit der Zeit auf den Nordermalmsmarkt. Beyde sind von den berühmten Künstlern l'Archeveque und Gerard Meyer. Jenes hat iV Höhe, dieses das Außerordentliche, daß es, ungeachtet seines Gewichtes von r 3 o Schiffspf. mit dem Piedestal aus einem einzigen Gusse ist, ein Unternehmen, welches vor Meyern niemand gewagt hat." Archis (Jakob Lonts al), s. unten Lonts. sl.^Architas. Die hölzerne Taube^die- ses Künstlers wird für das erste zuverläßige Automat aus dem Alterthume gehalten. flO — — »s. auch Archias im Lex." sagt, wir wissen nicht warum, die Handschrift eines unsrer Freunde. sl. Il.^j Arcmb 0 1 d 0 (Joseph), von Geburt ein Mayländer, st. 60 I. alt 1693, wahrscheinlich zu Prag. Am kaiserlichen Hofe daselbst befand er sich schon um i 56 o. Gleich seinem Kunst- und Zeitgenossen, dem Cremo- neser I. da Monte, beschäftigte er sich mit allerley Spielwerke; wie z. B. einen Vertumnus ober eine Pomona zu malen, welche in der Ferne diese Gottheiten darstellten, von depNähe besehen aber von lauter Blumen und Früchten zusammengestückelt waren; oder gar sich in eben diesem Geschmacke an das Erbärmliche zu wagen, eine Küche als — Person poetisch so abzubilden, daß ihr Kopf und Gliedmaßen aus Töpfen, Kesseln, u. a. derley Kochgeräthe zusammengesetzt waren; oder, wie es namentlich der Unsrige that, die Agrikultur, aus Pflugscharren, Sicheln u. a. Ackerwerkzeuge, (LU. lei-r.) IV. 220. Dlabacz. Gestochen nach ihm von einem Ungenannten oder von ihm selbst nennt Heinecke (Dim.) die vier Jahrszeiten: Loroete e Lerdineili (?) rubrizirt, und eben Arcione. Ardell. 157 * aus Blumen und Früchten zusammengesetzt. Anderwerts heißt es: „Wir kennen die^im Lex. erwähnten vier Jahrszeircn auf 2 Blättern in 4 ". ohne Josephs Namen, und einzig bezeichnet: l)on Luprianc» korm. in Koma. Sie sind in einer trockenen Manier, etwa in der letzten Hälfte des XVI. Jahrh, gestochen, und haben darunter gedruckte italienische Verse." Arcione (Daniel). Ein solcher wird bey Lanzi (Lei. ler-r.) I. «9 ganz ohne Weiteres, nach Morelli (wotlriu 204) als ein vorzüglicher mayländischer Niellator, Zeitgenosse des Andreas Foppa (Carradossa) genannt. Arcis (Marc). Derselbe mag 1 / 4 * zu Toulouse gestorben seyn, da der Almanach- Royal dieses Jahrs seiner als ältesten Akademikers gedenkt, und er dagegen in demjenigen von 1742 verschwunden ist. Acclais de Montamy (Didier d'). Von ihm erschien: Iraile äes couleurs pour In peinture en email et sur la porcelairie; pre- ce«1e l'^rt Ue Vointre sur l'omuil, ct suivi Ue plu8ieurs Vlemoires sur ll1flereiit8 sujets interessants, te>8 900 1e Iravail Ue In Vor- eelnine, I'art Uu 8tuccs1eur, In mnniere «Uexeouter Ics 6nmee8 ct Ie8 nutre8 piernos fl^uroen, le ino^en Ue perkeclionner In comp08itic>n clu Verre 6Inno et In trnvnil c>68 6Iac:e8, eto. OuvrnAe po8tUumo Ue lVI. Pnri8 1765. 8°. Zufolge dieser Schrift stammte Didier aus einer üblichen Familie der Nieder-Normandie, studierte zu Caen, legte aber nachmals in seinem väterlichen Hause vorzüglich sich auf Physik und Mathematik und später auch auf die Chemie. Seine Neigung zu den Wissenschaften führte ihn nach Paris, wo er denn anfangs bey dem Herzog von Orleans als Gentilhomme ordtnaire und dann bey dessen Sohne, dem damaligen Herzog von Chartres, nachmaligen Herzog von Orleans bedienst« war, und als des letzter» erster Haushofmeister im Palais Royal 1760, alt 62 I. verstorben ist- Zu^ obgedachtem Werke bediente er sich der Beyhülfe von Du- rand, dem Hofmaler seines Herrn. sl.^j Arco (Alonso best). Von diesem spanischen Maler (st. 1700) heißt es^bey Fiorillo IV. 328: „Sein Kolorit ist nicht übel , seine Zeichnung aber voll Fehler, wie die unzähligen Werke beweisen, die man von ihm in Spanien antrifft. Er starb, ohne sich durch ein Hauptwerk hervorgethan zu haben." Arcolani (Nuto), ein Bildhauer der 129Z am Dome zu Orvicto arbeitete. cts/ D«o,/ro «tr S- 263 , 38 1. Aroon (Joh. Claude Eleonore Leiniccaud d'), geb. zu Pontarlier 1733, wurde von seinem Vater, einem Advokaten, dem geistlichen Stande bestimmt. Allein dieß lief den Neigungen des Sohnes entgegen; er zeichnete Festungswerke, anstatt Latein zu lernen, und da ihn sein Vater einmal in dem Costume eines Geistlichen abbilden ließ, so veränderte er dasselbe eigenhändig in das eines Ingenieurs. Er wurde demnach der Militärschule zu Mezieres 1764 übergeben, 1766 dem Geniekorps einverleibt, zeichnete sich im siebenjährigen Kriege vorzüglich bey der Belagerung von Kassel aus, und wurde darauf 1774 beauftragt, eine Karte von dem Jura und den Vogesen aufzunehmen. Zur Beschleunigung dieses Geschäftes erfand er eine neue Zeichnungsmanier, mit einem einzigen trockenen Pinsel in Tusche zu arbeiten; auch erdachte er 1780 die schwimmenden Batterien die zu ihrer Zeit so viel Aufsehen erregten, und mit denen man damals, wiewohl vergeblich, Gibraltar zu erobern hoffte. Nachdem die französische Revolution eingebrochen war, so nahm er Breda und andre feste Plätze ein; doch mußte er, wankender Gesundheit halber, den Abschied nehmen, erhielt 1799 eine Stelle im Senate und starb 1800. d'Arcon besaß eine unerschöpfliche Einbildungskraft und unermüdete Thätigkeit; die von ihm verfaßten Schriften sind sehr interessant. Ardäser, s. gleich unten Ardäser. Arde! (Ada), ein Seidensticker, welcher, seiner Religion wegen, bey einer Reise durch Lagny an der Marne (1662) gesteinigt, und sein Leichnam ins Wasser geworfen wurde. Lrocius großes Marrpr. Luch 1617. S. 1229. sl. H.^I Ardell (James Mac), Zeichner und Schwarzkunststecher. Rost IX. i/,9 setzt zuerst seine Geburt, aufs Gerathewohl, bestimmt in 1710 an, und nennt ihn einen Jrländer. Bald hernach aber sagt er, man könne sein Geburtsjahr nicht genau angeben; und: Strurr sey geneigt zu glauben, daß er in England, aber von irländischen Eltern geboren sey, und von Jugend auf in London gewohnt habe. Hierauf fährt er fort, wie folgt: „So viel ist gewiß, daß er nicht alt geworden ist('); er muß daher ein sehr fleißiger Arbeiter gewesen seyn, um, wie er gethan, eine solche Menge treflicher Kupferstiche zu liefern. Basan sagt: Ardell sey einer der beßten englischen Schwarz- kunststecher gewesen, und die Engländer selbst scheinen dieses Urtheil, doch mit etwas Einschränkung zu unterschreiben. Es ist jedoch gewiß, daß seit Ardell einige Künstler in England aufgetreten sind, die dieser Manier neue Vollkommenheit gegeben haben. Das Werk von Mac Ardell ist eben so unterhaltend alS kostbar, besonders wenn man nach guten Abdrücken vor der Schrift, und mit den Veränderungen die der Künstler gemacht hat, strebt. Man hat von einigen Platten Abdrücke in Schwarz und in Bister, und viele Liebhaber ziehen die letzter» vor". Die beßte Literatur seiner Arbeiten giebt eben Rost I. c. 160—162 und noch vollständiger das Dictionnair von Heinecke. Die Meister, nach welchen er historische Bilder meist geschabt hat, sind folgende: Ä. Allegri, Beret- tini, Bernard, Brouwer, Browne, Butt, C- Cignani, C. Coypel, A. van Dyck, Furino, Knapkon, P. Longhi, P. Merciers, Molenaer, Munllos, Pine, Nembrandt, Reynolds, Ribera, Richard, Schalken, Turcatyo, I. Wale, I. Williams, und einige Unbekannte. Fast lauter vortreffliche Blätter. Als ausgezeichnet, und selten, weil die Platte bald anfangs verdorben worden, nennt Rost: Das Gesellschaftsbild der Mutter auf dem Lehnstuhle, ein Kind auf dem Schooß, und drey andre um sie her, nach Rubens, was Einige für dessen Familie, andre glaublicher für die Familie von Balthasar Gerbier haltend); dann das Innere einer Ger- stengrauppenmühle, nach Richards, besonders schon für die Wirkung des Helldunkels. Als (,) Nach Joubert soll er -765 zu London gestorben seyn. (r) Auf der Versteigerung von St. Ares wurde solches für 80 Frkn. verkauft. I. 1" nach großen Meistern von dem Unsrigen gefertigt, bemerken wir: Ghismoude, die das Herz des Tankred beweint (v. Loocscnio Oioru. IV. lXov. 0 nach Allegri(H: St. Hicconymus auf den Knieen, sein Löwe neben ihm, nach P. Be- rettini von Cortona; das Kind Moses im Nil gefunden, und die Zeit, die dem Amor die Flügel belchneidet, beyde nach van Dyck; eine Madonna in der Glorie, nach Mürillos; ein: Gebet dem Kaiser rc. und Tobias mit dem Engel, beyde nach Rcmbrandt; eine Rückkehr aus Egypten, nach Rubens: Cupido, von Psyche entdeckt, nach Schalken, u. s. f. Von Bildnissen dann zahlt Heinecke an die 2H0 auf (von dieser Gesammtzahl hat der einzige unerschöpfliche Reynolds an die Urbilder geliefert); denn ebenfalls viele T. Hudson und Ramsey; weniger, und meist nur eines oder zweye: S. Andre, Berklcy, Budel, Chalmer, F. H. Cotes, Dondridge, van Dyck, I. P. Eccard, Elmer, Gainsborough, H. Gravclot, Guiselis (6. e. der deutsche Ziesenis), F. Haymann, I. Hig- more, Hoare, Hogarth, Hone, Th. Hudson, Jenkins, Keable, I.King, Kneller, G. Knap- ton, Lafontaine, P. Lely, I. S. Liotard, G. Luders, G. Matthias, Meyer, H. Morelanb, F. van der Myn, Ogborne, Pine, Pond, Pyle, Rubens, E. Seemann, W- Smith, A. Soldi, E. Stevens, A. Taylor, Vanloo, Vietrs, S. Webster, Wilkinson, T. Willes, I. Williams, Wilson, T. Wordlidge, Zoffani. Unter diesen Bildnissen sind diejenigen einer Menge der berühmtesten Namen im bürgerlichen und Kriegsstaat, in der Kirche, in Wissenschaften und Künsten; so z. B. Lord Anson, nach Ramsey und Reynolds; der Admiral Boscaven nach Reynolds; der Herzog Georg von Buckmg- Pam, nach van Dyck; Fielding, nach Hone; Benj. Franklin, nach Wilson; Garrik, nach verschiedenen Künstlern (Liotard, Pond, Wilson, Zoffani) nach Wilson in der Rolle von König Lear A>t. III. Sc. i., nach Ebendemselben in der Grabscene von Romeo und Julie; nach Zoffani (gemeinschaftlich mit Madame Cibber) im befreyten Venedig als Javier und Kelvidera; Is. LZervron nach Seemann; den Bildhauer du ELuesnor (Flamingo), nach einem Ungenannten ; so vieler dunkeler, aber deswegen nicht minder schätzbarer Personen, und zumal britti- scher Schönheiten nicht zu gedenken. Als schön geschabte Bildnisse nennen die Gantkataloge, freylich nicht immer mit Zuverläßigkeit, namentlich z. B. diejenigen: Des Doktors Th- Asihon nach Reynolds; der Lady Mary Campbell, ganze Figur mit der Guitarre, nach Ramsay; des Robert Lord Hanley, Barons von Craigen, in seinem ganzen Pomp, im Lehnsessel nach Hudson; des Malers und Stechers Punt, nach van der Myn; des Vice-Admirals Carl Saun- ders, nach Reynolds; des Admirals Vcrnon, nach Gainsborough; die Gräfin Rahel von Southampton, nach van Dyck, u. s. f. — Caspar Füßli, in seinem (nicht mehr nach Verdienst beachteten) raisonirenden Verzeichnis der vornehmsten Kupferstecher 8°. Zür'ch 777 sagt von dem Unsrigen: »Er war außerordentlich arbeitsam; aber man sieht vielen von seinen Blättern an, daß sie mit allzugroßer Eilfertigkeit gemacht, deswegen oft weniger als mittelmäßig find, und ins Matte fallen. Andre seiner Werke sind von außerordentlicher Schön(-) Andre sagen , nach Furino- (2) Andre nennen letzteres, nach P. Berettini. heit." Unter diese zählt er die Bildnisse von Rubens mit Weib und Kind; diejenigen des Herzogs von Buckingham, und der beyden Lord Stuarts, nach Vandyck; dann von Geschichtlichem die zwey schon oben erwähnten Blätter nach Rembrandt, und nach Murillos, neben der Madonna in der Glorie (Himmelfahrt Ma- riä) desselben St. Francisc de Paula (^). Des unsrigen Bildniß, nach seiner eignen Zeichnung (dat. 176D hat R. Earlom sehr schön in Schwarzkunst geschabt. Die seltnern Blätter bemerkt besonders Iouberr. Unter die sehr seltenen zählt er die Mutter mit vier Kindern, Rubens Familie genannt, weil die Platte früher verdorben wurde; daher solche (s. oben) auf St. Z)ves Versteigerung so hoch galt. si.^ Ardemans (Theodor), geb. zu Madrid 1H6/,. Derselbe nahm, wie sein Vater, ein Deutscher von Abkunft, in seiner Jugend Dienste bey der spanischen Leibwache. Allein er hatte eine brennende Liebe zur Malerey, daher er die Schule des Claudio Coello besuchte, und sich zu gleicher Zeit mit der Mathematik und Architektur beschäftigte, worin er es so weit brachte, daß man ihm zu Granada, wohin er sich im Jahr 1689 begeben hatte, die Stelle eines Aufsehers der Kathedrale anvertraute, unerachtet Andre ihm seine Verdienste streitig zu machen suchten. Seine Kenntnisse im Fach der Civil- und Wasserbaukunst erwarben ihm in der Folge ein so großes Ansehen, daß man ihn im I. 1694, um den Bau der Kathedrale zu leiten, nach Toledo, und zuletzt nach Madrid berief. Philipp V. schätzte unsern Künstler, und zeichnete ihn durch Ehrenstellen aus. Er erhob ihn auch, nach dem Tode des Francisco Jg- nacio Ruiz, zum Kammermaler, welche Stelle er bis an sein Ende im I. 1726 behielt. Die Malereyen des Ardemans sind sehr selten, weil er den größten Theil seiner Zeit der Architektur widmete. Jedoch findet man bey den Terziariern des H. Franciscus eine perspektivische Ansicht von ihm, die mit Freskvfarben und sehr geschmackvoll ausgeführt ist- Von seinen übrigen Arbeiten handelt Bermudez. Er that sich auch als Schriftsteller, vorzüglich durch eine Lobschrift auf Palomino hervor, die vor dem zweyten Bande des Teuiro piotorico steht. FiorlUo IV. 362—363. Er gab auch 1719 dem berühmten königlichen Pallaste zu St. Jl- defons den Anfang, welcher nachwerts von Johann Roman, Jvara, u. a. fortgeführt wurde. p. II. HN7. fl.^j Ardente (Alexander), den man gewöhnlich für einen Pifaner oder Luccheser hielt, war vielmehr aus Faenza (^) gebürtig, und st. 169h. Lanz, rühmt seine Komposition, und nennt von ihm auf Monte della Pieta zu Turin einen Sturz von St. Paul, in einem Styl, als ob er denselben zu Rom erlernt hätte. Dann mehr Anderes zu Lucca; z. D. eine Taufe Christi in der Kirche St. Johann, worin das Geheimnißreiche der Handlung auf eine ganz einzig neue Weise dargestellt ist. Ardlti (Giacchetto), ein Künstler, vermuthlich Bildhauer, der i 3 Zo bey dem Dome zu Drvieto beschäftigt war. ckeoe-. ais/ p. 27.s. ( 3 ) So (Xlex. ^rllenriu5 1565) nennt er sich wenigstens selbst auf einem Bilde von St. Antonio Abbale, welches er, nebst zwey andern, in der Kirche St. Paolino zu Lucca gemalt. Arditi A r e t i n o. 159 Arditt (Dr. Michael). So nennt das Tüb. Runstbl. 1822. 2^1 den wahrscheinlich noch gegenwärtigen Generaldirektor der königl. neapolit. Museen und Ausgrabungen von Alterthümern, der die kostbare Sammlung ägyptischer Monumente aus dem bekannten Museo Borgia, mit der schon im borbonischen Museo vorhandenen vereinigt aufgestellt hatte. Ob dieser Ardirt selbst ausübender Künstler sey, ist uns unbekannt. Ardner (Wolf), wurde 1694 als Münz- wardein der gefürsteten Abtey Murbach im Elsasse bestellt. Hirsch deusch. Münzarch. VU- 3 i 6 . sn.^j Ardolna (Anna Maria). Ihr eigentlicher Wohnort war Rom. Man kennt von ihr unterschiedliche Schriften in italienischer und lateinischer Sprache. Ardüsser (Johann). Ein zu seiner Zeit bekannter Ingenieur - Hauptmann der Stadt Zürch i 65 o. Derselbe gab: Vierzehn Bücher vom Feldmessen 4" Zürch, 1647. Dann: Architektur von Festungen ibid. i 65 i 4 ° mit Kupf. Nach ihm soll I. ab Heiden eine Karte des Velrlin in quer Fol. gestochen haben. sl.^I Arduin ( ), der im Lex. als Ar- duvino angeführte Bildhauer. Sein dort angezeigtes, am Karmeliterkloster zu Venedig befindliches Marmorbild von iZ 4 o findet sich abgebildet bey Licognara I. 27. sl.^ Arellano (Johann de). FlorillolV. 297 setzt seinen Tod in 1676 und sagt von ihm: Wegen drückender Familienlast habe er oft geschwind arbeiten, und die Blumenstücke des Mario de' Fiori kopiren müssen. Das Schönste von ihm finde sich in Privalhäusern. Dann in der Sakristey von St. Geronimo zu Madrid wohl ausgeführte Kinder mit Blumen, Früchten und Vögeln, und einiges Andres bey den Reco- letos zu St. Jsidor el Real, und im Neuen Pallaste. Arenberger (Johann Heinrich), Landbauschreiber in königl. pohlnischen, Churf. Säch- . fischen Diensten um 170c». Eine vor uns liegende, schön mit der Feder gezeichnete und mit meisterhaft geschriebener Schrift versehene Karte des Landstriches von Dresden bis Warschau, trägt seinen Namen. sl. III Arend, s. Arnold von Geldern im Lex. und in den Supplem. und bey Fiorillo D- s- v- Arend. sl. III — — s. unten und in unsern Suppl. Arndt. In Ftorillo's Deutschland dann erscheint auch unter diesem Namen der Arnold von Geldern des Lex. und unsrer Suppl. sn.^j Are »hold (Gerhard Justus). Nach ihm, der gar Vieles für Buchhändler zeichnete, kennt man auch eine von R. A. Schneider -727 gestochene und bey Homann in Nürnberg verlegte Karte des Bisthums Hildesheim Auf derselben, die er vermuthlich in seiner Jugend verfertigte, nennt er sich der Rechte und der Mathesis Befliessenen. sUJ Arens (Johann), deutscher Baumeister, der auch schon oben, in diesen neuen Supplementen 8. v. Ahrens erscheint. Hier setzen wir noch hinzu: „Derselbe entwarf zuerst den Plan zu Verschönerung des 110,000 Ouadrat- schuh haltenden Platzes zu Hamburg, auf welchem einst die tausend Jahr alte Domkirche stand. Nach seinem Tod (er st. vor 1808) setzte der panische Professor Hansen diesen Plan fort; verändert und vollendet wurde derselbe durch den eben (1808) von Rom zurückgekehrten Hamburgischen ArchitektSregemeister. Ob er gegenwärtig ausgeführt sey (denn die damaligen Zeit- umstande erlaubten es nicht), ist uns unbekannt. Tub. Morgenbl. 292. Arenre (Pedro de), ein uns bisher ganz unbekannter spanischer Maler, st. 1644. Von ihm, oder doch aus seiner Schule sieht man in der Kathedrale zu Murcia eine Geburt Christi, und eine Anbetung der Könige, deren Manier mit derjenigen der venetiantschen Bassano's ähneln soll. Tüb. Runstbl. 1822 S. S8ö. Arenrs (Friederich), s. Ahrens im Suppl. und oben. -7 - (Johann), Nach FiorÄo D. III. 56 fuhrt S- Leeuwen denselben um 1690 (nicht 1620) an. (6eorAius) piox. . . . Dergestalt haben wir die nur noch halb sichtbaren Ueberbleibsel der (auspolirten) Künstlerbezeich- niing eines großen Kupferstiches gelesen, welcher ein Seegefecht mit den Türken darstellt und in dem dritten Theile von Aug. Oldoini's vimo et res Aestse pontiücum romanorum. lio- mae ap. klliU. et -^nt. cie kudeis 2677 Fol. gefunden wird Aretaus (Daniel), ein Bildhauer von Corvei in Westphalcn, den der König von Dänemark i /»55 zu sich berief. Man vermuthet, er sey der Verfertiget des bekannten von einer trefflichen Künstlerhand gefertigten sogenannten Oldenburger - Hornes. Weinwich Runst- Hlstorie. Areti'n (Christoph Freyherr von), der bekannte bayersche Staatsmann, war zugleich auch ein vorzüglicher Kunstkenner. Er war es, der 1808 die Herausgabe des auf der Münchner- HofbibliothekbefindlichenGebetbuchs eines bayer- schen Herzogen von i 5 i 5 mit Dürerschen Randzeichnungen in Steindruck herauszugeben unternahm, und die Ausführung dem H. Strixner übertrug. Tüb. Lunstbl. 1820 S. Z96. — — (Paul von Ehrenfeld). Bürger zu Prag, zeichnete (16,9) eine Karte von Böhmen, die er dann immer verbesserte, und erst 16Z2 zu Prag durch Paul Bayard in Kupfer bringen ließ. Dlabacz. Nach (Riegger) Materialien zur Seastlstick von Böhmen (in. 6 i 5 ) hingegen wäre dieselbe schon früher, .dann aber, revidier, wieder 1602 erschienen. Dann hat späterhin (i 665 ) Dem. Wussnn eine Kopie derselbe» geliefert. Areti'no (Andreas). So heißt bey Lanzi (Lcl. lerr.) l. 318 ohne Weiteres, ein Maler, Schüler von Daniello('), der um i 6 i 5 noch gelebt habe. sl. IiJ — — (Lione), s. Leo Leon, im Lex., im Suppl. und unten. sl. n.^ — — (Spinells), s. Spinello Splnellt, im Lex. und im Suppl- '-9 . ' t j I ki) Wer hier gemeint sey? Ein Peregrino di Sau Daniello war der Beyname von Martin da Udine. sl. Arerusi (Cäsar), auch Munari degll Aretusi genannt, st. 1612. Derselbe war wahrscheinlich zu Modena geboren, dann aber Bürger zu Bologna. Tiraboschi halt ihn irrig für einen Sohn des pellegrino (Munari) di Modena. Lanzi nennt ihn einen trefflichen Koloristen in venetianischem Geschmacke, aber unfruchtbar in Erfindung; fast überall findet man daher in seinen Bildern die Beyhülfe seines unzertrennlichen Freundes Fiorini ('). So z. B. in einer Geburt der H. Jungfrau in der Kirche St. Afra zn Brescia. Von seiner Kopie der Nacht des Correggio (im Dome zu Parma) urtheilte Meng«, wenn die Juwele zu Dresden verloren ginge, würde diese Kopie sie völlig ersetzen. Auch war es dieselbe, welche "ihm späterhin den Auftrag verschaffte, Allegri's Arbeiten in der eingerissenen Tribune der genannten Kirche, im Chor derselben, neu zu malen. Das Nähere hierüber s. in unsern Zusätzen. Die dort bemerkte Ungnade, die er sich von dem Herzoge von Ferrara zugezogen, betraf Frauenbildnisse, wo der Künstler das anbefohlene Geheimniß Ungeweihten verrathen hatte. Lansr (Lä. terr.) IV. 35 . 106. V. 5 i. 5 g. sl .^1 Arevalo (Joh. Cano de), welcher im Lex. s. v. Lano erscheint. Bey Fiorillo IV. 333 heißt es dann von ihm, er habe mehr Talente zu kleinen als zu großen Bildern gehabt. Er war Maler der Königin, und machte sich wahrscheinlich eben durch seine hübschen Kaminschirme beliebt, die damals aufkamen, und schon die verderbliche Einwirkung der französischen Moden verriethen. Arezzo (Donato di), ein Maler, der i 356 für den Dom zu Orvieto arbeitete. Ein Gleiches that der Maler und Glasmaler Fabians d'Arezzo 1^92. — Für denselben Dom waren auch die Bildhauer Johann und Marsupino di Arezzo, beyde schon 129Z beschäftigt. 8to- ria kiel Oullluo cli 263 . 3 rg> 38 1. 384. — — (Fabians d') — -- (Johann di)' — — (Marsupio di) - nri. L- ( Arezzo. s. den vorstehnden Art. Donars di Arfe, eigentlich Darphe (Anton de), aus Leon, Sohn des nachfolgenden Heinrich, war in Spanien der erste, der in seinen Silberarbei- ten allerley Dinge aus der griechisch-römischen Architektur darstellte, einen Ueberfluß von Säulen, Balustraden, Consolen und andern Zierathen anbrachte, und sehr viel zur Verbreitung jenes bizarren Geschmacks in der Architektur beytrug, der, nachdem man die Gothische verlassen hatte, allgemein wurde und den Namen plareresca erhielt. Die Custodia in der Kathedrale von Santjago, die im I. i 544 vollendet wurde, eine andre zu Leon, vom I. i 55 /, und noch eine in der Parochialkirche von Santa Maria de Medina de Rioseco sind die Hauptwerke von Antonio. Die vielen kleinen silbernen Statuen und Basreliefs daran sind meisterhaft gezeichnet und ausgeführt. FioriUo IV. i 5 o. Ein Aufsatz im Tüb. Runstbl. 1822 S. 263 nennt namentlich die Custodia zu Burgos, als von ihm gefertigt, und scheint es eher ihm zum Verdienst anzurechnen, daß er zuerst den antiken Styl, statt des gothischen, in,die Arbeiten der spanischen Goldschmiede eingeführt habe. Arfe (Henrique), des Obigen Vater, von Geburt ein Deutscher oder Niederländer, Gold- und Silberarbeiter, war der Urheber der Cusio- dia in der Kathedrale von Leon, wo er sich auch niederließ. Allein im I. i 5 i 5 begab er sich nach Toledo, um daselbst eine andere Cus stodia für die Kathedrale zu arbeiten, die 66 r Mark, 4 Unzen und 3 Achtel wiegt. Diese Custodia ist ein sehr künstliches Werk; die Form derselben bildet ein Sechseck, das mit kleinen gothischen Säulen, 260 zierlichen Statuen, Basreliefs und andern Ornamenten besetzt ist. Im I. I 5 g 4 wurde sie ganz von Francisco Merino vergoldet; auch reparirte man die kleine goldne Custodia oder das Ostensorium, die in der großen aufbewahrt wird. Eben so kunstreich sind die Custodien verfertigt, die Henrique für die Kathedralen von Leon und Cordova und die Benediktinermönche von Sahagun übernahm. Er war zugleich ein sehr geschickter Bildhauer und Architekt, wie sein gleich nachfolgender Enkel Juan versichert. Fiorillo I. c. 149—i 5 u. Seine Custodia zu Cordua, die er in 1620 gefertigt, hatte die Form eines gothischen Thurms von 1 ^ Höhe, und aller Reichthum gothischer Verzierung war daran ohne Ueberladung erschöpft. Die vielen Bildsäulen von Heiligen, und die biblischen Geschichten in den Nischen sind alle vergoldet, und jede einzelne Figur ist ein Meisterwerk. Seine erste Niederlassung in Spanien war zu Burgos. Tüb. Bunstbl. 1822 S. 26Z. si.^j — — (Juan), des vorstehnden Antons Sohn, und noch berühmter in seiner Kunst als der Vater. FionIIo 1 . c. setzt seine Geburt in > 535 . Er lernte die Anfangsgründe der Zeichenkunst in seinem väterlichen Hause, ging hierauf nach Salamanca, um daselbst die Anatomie unter der Leitung des Cosme de Medina zu studieren, und zuletzt nach Toledo, wo er sich viel mit einer Untersuchung der Proportionen des Vigarny und Berruguete beschäftigte. Nach dem Tode seines Vaters ließ er sich zu Dalladolid nieder, welcher Ort damals der Vereinigungspunkt der berühmtesten Künstler war. Im I. i 564 unternahm er die prächtige Custodia von Silber für die Kathedrale zu Avila, die die Summe von 1907403 A Maravedis kostete. Die Höhe derselben beläuft sich auf 2 Varas; das Ganze ist in sechs Theile getheilt, von denen einer sechseckig, die übrigen aber rund sind. Ueberall erblickt man daran jonische und römische Säulen mit Basreliefs an den Piedestalen, und einen Ueberfluß von Statuen der Apostel, Heiligen rc. Als das Kapitel zu Sevilla im I. i 58 o beschlossen hatte, ein ähnliches Kunstwerk verfertigen zu lassen, das alle Custodien im Königreiche an Pracht und Schönheit übertreffen sollte, so wurden die berühmtesten Künstler ersucht, Entwürfe zu verfertigen. Unter diesen war eine Zeichnung des geschickten Francisco Merino, der dafür 1000 Realen erhielt, der beßte; allein es übertraf sie dennoch eine Skizze des Arfe, nach welcher auch die Custodia angefangen und im I. 1587 vollendet wurde. Bey dieser Gelegenheit gab er selbst eine kleine Schrift heraus, die er dem Kapitel widmete, und worin er seine Custodia genau beschreibt. Da diese Schrift zu den größten Seltenheiten der Literatur gehört, so wollen wir hier im Auszug die Beschreibung mittheilen. Die Custodia ist rund, 4 Varas hoch und besteht aus vier Aufsätzen. Jeder Aufsatz ruht auf 24 Säulen, von denen 12 mit Reliefs geschmückt und (>) Dem er hingegen in der Färbung weit überlegen war. Daher vergleicht Lanzi ihre Freundschaft derjenigen des Blinden und Lahmen in der Fabel. A r fe. 161 12 caucllirt sind. Die erste Abtheilung hat jo- msche Gäulen, und einen Fries geziert mit Wein- blattern und scherzenden Kindern; in der Mitte erblickt man eine sitzende Figur des Glaubens mit dem Kelch in der Hand (*) , nebst einigen andern Figuren und den Aposteln Petrus und Paulus zu beyden Seiten. An den sechs Ecken dieser Abtheilung, welche gleichsam das Base- ment formirt, stehen die vier Kirchenlehrer, der heil. Thomas von Aguino und Pabst llrban IV-, der zuerst das Fest Corpus Domini feyern ließ. In den Nischen unter den Bogen sieht man die Figuren der Sakramente und viele Piede- stale, sämmtlich auf dem Basament. Auf den Säulen stehen zwölf Kinder mit den Symbolen der Passion, und unter den Bogen eben so viel Engel mit Aehren und Weintrauben in den Handen t?). J„ her zweyten mit korinthischen Säulen geschmückten Abtheilung stehen die vier Evangelisten mit ihren symbolischen Figuren, die zwey Schutzheiligen von Sevilla auf Piede- stattn, und verschiedne Basreliefs, welche theils Opfer theils die Gaben des heil. Geistes in Hieroglyphen darstellen. Auf der dritten Abtheilung erscheint die triumphirende Kirche mit dem kämm Gottes auf einem Thron und den vier Thieren der Offenbarung Johannis, umgeben mit einigen andern Vorstellungen aus der Offenbarung und vcrschiednen Hieroglyphen im Fries. Die vierte Abtheilung endlich enthält die heil. Dreyeinigkeit, umschwebt von einer Glorie von Engeln, und die Spitze des Ganzen, die sich in ein Kreuz endiget (H. Während seine Zöglinge die minder wichtigen Theile dieses Kunstwerks nach seinen Zeichnungen ausführten, begab er sich selbst nach Durgos, wo er mit dem Kapitel einen Kontrakt schloß, um eine ähnliche Custodia zu verfertigen, die er zu Se- villa anfing und zu Burgos endigte. Nach seiner Rückkehr zu Valladolid erhielt er den Auftrag , die Custodia in der Kathedrale daselbst zu machen, die er auch im I. i5go vollendete. Andre Beweise seiner Geschicklichkeit sind die Custodia in der heil. Kirche zu Osma, die er gemeinschaftlich mit seinem Schwiegersohn Lesmes Fernandes del Moral ausarbeitete, und eine andre in der Parochialkirche des heil. Mantin, wobey ihm Lesmes ebenfalls hülfreicheHand leistete. Juan war auch ein geschickter Holzschneider und hat unter andern das Bildniß des Alonso de Ercilla, das sich vor der ersten Ausgabe der Araucana befindet, in Bley geschnitten. Philipp H. ernannte ihn zu dem Ensayador der Münze von SegovialJ), berief ihn aber nach einiger Zeit nach Madrid, wo er die Entwürfe zu einigen bronzenen Statuen machte, die Pompes Leon« ausführte, und mit zahllosen Büsten A r g a » d. von Heiligen das Reliquiarium im Escurial zierte. Nach dem Tode Philtpp's 11 . trat er in die Dienste Philipp's III., der ihm gleichfalls viele wichtige Aufträge gab. Jedoch ist sein Sterbejahr unbekannt. Wie p. Burri'el versichert, hat er die Bilder zum Caballero determi- nado, den D. Hernando de Acunna aus dem Französischen des Micicr Olivicr ins Spanische übersetzte, gezeichnet und in Bley gestochen. Sie erschienen mit der Ausgabe dieses Werks zu Salamanca im I. 1672 (2). Ob ein andrer Antonio de Arfe, der sich durch seine schönen Zeichnungen Ruhm erworben, ein Sohn des Juan gewesen ist, wissen wir nicht. Fionllo 1. a. 160 — 154. (Das Lex. giebt das Todesjahr dieses Künstlers bestimmt in i 5 g 5 , dann aber sein Geburtsjahr um 24 Jahre früher, als Fiorillo an). Ob des Lep. Joseph de Arfe, Bildhauer von Sevilla, ein Nachkömmling des Obigen gewesen sey, ist uns unbekannt. »Johann" (heißt es im Tüb. Runstbl. 1822 S. 26s folgte dem neuen Weg des antiken Styls, welchen sein Vater Anton eingeschlagen hatte. Von ihm sind namentlich die Custodien von Avila, Sevilla, Valladolid und Osma (6). Arfian (Alonso), s. den nachfolgenden Art. seines Vaters, des zweyten Antons. — — (Anton). So nennt Fiorillo I V. 66. ohne Weiteres einen spanischen Groteskenmaler des XVI. Jahrhunderts. — — — — Und I. c. i)7 einen glclch- namigten Schüler von vargas, der in seiner Jugend die Sargastapeten gemalt hatte, sich in der Folge aber zu einem guten Oelmaler bildete und zu Sevilla sehr berühmt machte. Ein Hauptwerk dieses Meisters ist eine im I. i 55 i für die Kathedrale von Sevilla verfertigte Tafel; bey andern Werken von ihm hat ihm sein Sohn Alonsou Arfian, ein geschickter Fresco- malcr, hülfreiche Hand geleistet. Arfrvidsson oder Arnvidson ( ). Im Suppl. l. man: „Irrige Namen, die man dem Truls Arvidson giebt." Von diesem s. unten. Argand (Jakob Anton), geb. zu Genf 17ZZ. und gest. daselbst 1780 ein künstlerischer Kopf, der allerley Schmuck mit vielem Geschmack verfertigte. Von seiner Erfindung war auch ein in gebrannter Erde gefertigtes Denkmal auf Joh. Jak. Rousseau, welches die Bildsäule desselben mit allegorischen Figuren umgeben darstellte, und das er, aus Verehrung für den großen Genfer in seinem Garten aufgestellt hatte. (i) Im Jahr 1663 setzte man an die Stelle dieser Figur eine Madonna della Concepzione. (-) Auch in der St. Nicolaikirche zu Leipzig, die mit vielem Geschmack modernisirt ist, steht man Altar- geräthe, die sehr einfach und nur mit Trauben und Aehren, die sich auf daö Brod und den Wein des Abendmahls beziehen, geschmückt sind. (3) Gegenwärtig steht statt des Kreuzes eine Statue des Glaubens auf der Spitze, die Juan de Segura im I. 1668 verfertigt hat. Die ganze Custodia wiegt 2,74 Mark 5 U Unzen. S. Ilicion. 1'. I. 60 noiL. ( 1 ) Ensayador war derjenige, der den Gehalt des Silbers rc. prüfen mußte. ( 5 ) Juan hatte auch sehr ausgebreitete theoretische Kenntnisse, wie folgende zwey Werke von ihm beweisen: LI guilaiLtlor äe oro, jgara 7 j)iec!rss. VaUaäoliä 1572. Und: De varia ooineiisui actoil yara la e 5 culcura ^ arguitecrura. Lcvilla, 1585- (6) Von mehrern der genannten Arbeiten der drey Arsi heißt es l. c. sie seyen von den Franzosen in dem Unabhängigkeitskriege zu Geld gemacht, diejenigen von Cordua indessen, durch die Canonici mehrmals durch Loskaufung, vermittelst ungeheurer Summen, von den Generalen Tavoust, Eoult, u. s. f. gerettet worden. „Nichts ist so klein gesponnen" u. s. f. wie der artige Reim weite« lautet. 1 . Von nns unbekannter Hand wurde es zu Paris in Kupfer gestochen. LurzbJekrol. denkwürdiger Schweizer. S. 2',. Argasr (Marc), erscheint 1770 als Drü- ckcnmcistcr (welchen Ausdruck wir für gleichbedeutend mit Brücken-Baumeister nehmen)/ des Oberamtes Saufenberg und Röteln, zu Lörrach im Dadeuschen. ^0. Argeli (Lorenz). Kaiserlicher Ingenieur, gab: — „kortilicationis Auszug, und allerkürzester Bericht." Franks, a. M- 162h. 12". mit Kupf. Scheibel' s Einleit. z. marbe- marischen Bücherkenntniß l. Iä7 und G. Draudllis Libliotli. Lxotica 1625 S. 614, wo er aber Lor. Angelt benannt ist. Argens (Joh. Baptist Boyer Marquis d'). Dieser zu seiner Zeit angesehene Gelehrte, Friedrich des Großen Freund und Kammerherr, hak zu verschiedenen seiner Werke eigenhändig gezeichnet; so z. B. zu: l.a kicklo- sopliie llu Konsens. I^onclres 1/07 8 °. ziemlich schlechte Sächelchen, die von Chapon eben so schlecht gestochen sind; zu: Vlemoires clu 6 omie cle Vaxere/ pur l'auteui- des lettres jnlvcs. änislci-s. 1757. 12°. einige schlechte satyrische Blatter rc. Nach Denina's 1 a Grosse lit- «etulie wurde er zu Aix in der Provence 1704 geb. und st. 1771. Vergl. auch Boyer d'Aiguil- les im Suppl. — — (d'), die Marquise. Man hat ein von I. F. Schleuen in 8°. gestochenes Bildniß des vorstehnden I. D. B. Marquis d'Argens, bezeichnet: kernt pur la IVIarguise II.^I Argensvtlle (Anton Joseph De- zallier d'), Mitglied der Akademie der schönen Wissenschaften zu Rochelles. Von seinem Vater, welcher die bekannten Vies des keirilres schrieb, gilt es, was Adelung sagt, daß er 176h verstorben sey. In 1791 noch gab der Unsrige, als Fortsetzung des Werks seines Vaters: Vies cles kameux Lculpteurs et Xrelii- teetes depuis 1a rcuaissLnoe des Xrts 2 1?om. z;>'. 8°. karrs, wie er in der Vorrede sagt, die Frucht einer Arbeit von vierzig Jahren, und gedachte damals auch eine neue vermehrte Auflage von der Arbeit seines Vaters, ohne Bildnisse zu liefern, welche aber, unsers Wissens, seither noch niemals erschienen war. Eine deutsche llebersetzung der ersten Auflage gab I. I. volkinann mit Anmerk. in vier Banden gr. 8°. Leipz. 768. Ob einer dieser d'Argensville selbst ausübender Künstler war, ist uns unbekannt. Irgendwo heißt es wenigstens, daß A. Watteau ein Bauernmädchen, auf Zeich- nungsart nach einem dieses Geschlechts geätzt habe sli.^ Argenr (d'1, hieß A- L. d'Argent, und wird 1798 und noch 1809 als Hofkupferstecher tzu Stuttgart» benannt. Derselbe hat vieles für Buchhändler geliefert, Bildnisse u. a. So z. B- zu der Flora, die um 1794 zu Tübingen in mehrern Bänden erschien; zum Taschenbuchs für Frauenzimmer von Bildung, auf 1800 u. s. f. Dem nach zu urtheilen, was wir von ihm sahen, war er nur ein sehr mittelmäßiger Künstler. Mit alle dem heißt es im Tüb. Morgenbl. 1812 S. 539. »Auf der Kunstausstellung zu Stuttgart 1812 sah' man von dem Hof - Kupferstecher d'Argent schöne Emailgemalde. Argenra (Jakob), ein Ferrareser. Derselbe war, nach Lanzi (Lck. ierr.) v. 363 schon um > 56 i bekannt, und Hofmaler des Herzogs von Picmvnr, von dem man aber zu Turin und andcrwerts keine öffentliche Arbeiten kenne, so daß er vielleicht bloß unter die Miniatoren zu zählen sey. War derselbe vielleicht Vater des Baumeisters Joh. Aleorri, Argem« genannt, den das Lex. kennt? Argenti (Jakob), s. im Lex. und oben Aleorri. Arguello (Johann Baptista). So nennt Fiorillo IV. i 38 ohne Weiteres einen spanischen Maler, der gegen End des XVI. Jahrh, nebst andern seiner Kunstgenossen sich beschäftigte, die Kunstwerke in der Kathedrale zu Sevilla auszubessern. Argunoff (Niklaus), Bruder des nachfolgenden Architekts, ei» Leibeigener des Grafen Scheremetjev zu St. Petersburg, war um ido 5 daselbst als ein guter Maler bekannt. Beyde waren wohl gezogene und gebildete Leuthe. Geffenrl. Lstachr. — — (Paul), ein russischer Architekt, baute das gräflich Schecmetjevlsche Hotel zu St. Petersburg , und war von Geburt ebenfalls ein Leibeigener des Grafen. Geffenrl. Aachr. Arbard ( ), Münsterwerkmeister zu Slraßburg in der Mitte des XVll. Jahrh. Risse von ihm, eben auch dieses Münster betreffend, finden sich auf der dortigen Bibliothek. Tüb. Morgenbl. -8o8 S. 1166. Arbart (Joh. Jakob), erbaute seit i 636 , nebst Andr. Rermann, das sogenannte Spitalbollwerk zu Straßburg. Als man i 663 (zu dieser Zeit wird Arbart als Stadtbaumeistec und Ingenieur der Stadt Straßburg genannt) gelegentlich dieser Baute ein altes römisches Begräbnißmonument entdeckte, so zeichnete er solches ab. Peter Aubry hat diese Zeichnung zu des kebelii ^nti^uitatibus keelesiae Urteilt. (Xl-Aent. 1669 40.) S. go gestochen; eine Kopie davon liefert Schöpflin's Xlsat. Illustr. 1?. I. p. 5 og. I. A. G i lbermann Local- Geschichre von Srraßburg. Das. 177b Fol. G. 4 - 124. Die Sammlung der Universität Göttingen besitzt mehrere Federzeichnungen von ihm; als z. B. Ansichten von Schlettstadt 1643, des Petersthaler Sauerbrunnens oder Welschbads 1669, von Badenweiler rc. Außer dem Obgedachten hat Peter Aubry auch das schlechte allegorische Titelkupfer einer Bibelübersetzung Luthers (Basel iv 65 Fol.) nach ihm gestochen. Das schlecht radirte Titeikupfer zu tlasp. Litsckii llommentarius in consuetu- dines keudorum edit. I. M. Litsedius. Xr- gentor. 1670. 40. ist mit seinem inv. et kceit bezeichnet; ob er dasselbe aber eigenhändig ra- dirke, ist vielleicht noch die Frage. Arhus (Andreas Ottesen), ein Kupferstecher, s. oben Aarbus. Arlani ( ), königl. Münzwardein zu Neapel, als welcher er schon r 683 und noch 1781 erscheint. ^ Ar las - Fernand ez (Anton de). Fiorillo IV. 298 s. v. Fernande; sagt von ihm, nach Anführung seiner Bilder, die er schon als Knabe für den Hauptaltar von Carmen Calzada zu Toledo gemalt: »Ohne durch die Lobsprüche, die man ihm ertheilte, stolz und nachläßig zu werden, suchte er sich immer mehr zu vervollkommnen, und brachte es auch wirklich dahin, daß man ihn in seinem fünf und Arlaud. A r i ch a l l. zwanzigsten Jahre zu den ersten Meistern in Madrid zahlte. Der Herzog von Olivarez gab ihm daher den ebenfalls schon im Lex. bemerkten Auftrag, eine Sammlung von Bildnissen der spanischen Monarchen zu verfertigen, womit man den Saal im alten Pallast, der gemeiniglich de las Comedias genannt wird, ausschmückte. Unerklärbar ist es aber, daß ein Künstler, wie Arias, der zugleich ausgebreitete gelehrte Kenntnisse besaß, und viele Freunde am Hofe hatte, sein Leben in der größten Armuth in einem Hospital zu Madrid endigen mußte. Was den Styl seiner Werke betrifft, so gefallen sie durch ein schönes Kolorit, ein kräftiges Helldunkel, und dieLeichtigkeit, womit sie ausgeführt sind('). Ar schall (Francis), geb. in Portsmouth 1772 lernte anfangs die Kunst zu seinem Vergnügen, ging aber, um sich mehr zu vervollkommnen, nach London, und genoß daselbst den Unterricht einiger geschickter Männer. In 1786 kam er nach Hamburg, malte Bildnisse in Pastell und Miniatur, nnd zeichnete mit Silberstift. Dort lebte er wahrscheinlich noch 1794. Hamburg. Rünstlernachr. 3 . Ariense (Alessio), s. oben Aleßio. Ar > entr f ). » Die Karrikaturgattung " (heißt es im Tüb. Runstbl. 1828 S. 7) »war in Italien erst im Entstehen, und H. Arien«', ein junger Künstler, glaubte sich darin versuchen zu können, indem er mehrere Hefte von radieren und kolorirten Blättern herausgab; aber er hat abgebrochen, um sich einer ernstem Gattung zu widmen. In der That" (heißt es dann weiter) »gehört ein sehr feiner Takt dazu, um die Lächerlichkeiten und die Laster aufzufassen, wie es Hogarth gethan, und, neben einem sehr aufgeweckten Geiste, viel Leichtigkeit der Zeichnung, um den Scherz aufs Papier zu heften." Die erwähnte, aus 24 Bl. bestehnde Sammlung kostet 17 Frkn. 28 Cent. S. auch gleich unten Ärinri. Ariette ( ). So hieß um 1810 ein vorzüglicher französischer Künstler zu Rom. Oeffenrl. Aachr. fl. 11 .^ Arigoni, s. Arrigoni im Lex. im Suppl. und unten. Arimtni ( ). Ein solcher stach mittelmäßige Pferdestäcke zu: Regale Lavslll, ckescr. ckal Loute I?. Lousi. Zr. 4°. Rimini 761. Arinti ( ). Von einem solchen Künstler zu Mayland kennt man, in den neuesten Tagen zwey Blätter: Die Bestalln, lebendig ins Grab steigend, und die Obsequien des DalletmeisterS Vigano. »Allein" (heißt es im T üb. Runstbl. 182Z S. 18) »der Künstler hat geglaubt, daß der Enthusiasmus, den die letzte Scene des Ballets, die vestalin, hervorgebracht, und das Bedauern über den Verlust des Compostteurs, diesen beyden Blättern ihr Glück sichern würden. Aber es gehört zu einer Zeichnung Erfindung, Grazie, Korrektheit; und das Publikum hat nichts davon in diesen zwey Blättern zu finden geglaubt. Pr. der Vestalin 8 Frkn. und der Obsequien 10 Frkn. S- auch oben Arientt. Vielleicht dürften beyde Eine Person seyn. Arjona ( ). Spanischer Maler, Schüler von Sebastian Martine; (st. 1667), dessen Arbeiten in den Kirchen zu Jaen, Baeza und Ubeda von ponz beschrieben sind. Sie haben ivz ein gefälliges Kolorit, aber eine mangelhafte Zeichnung. Liorillo IV. 358 . Arip 0, s. oben Adalpert. Ariram, ein Mönch zu St. Emeran im X. Jahrh., der als einer der größten Künstler seines Zeitalters gepriesen, und bisweilen mit dem oben angeführten Adalperr zugleich genannt wird. sl. III Aristokles, ein griechischer Dildh., gebürtig von Kydonia. Das Tüb. Runstbl. 1820 S. 162 nennt ihn einen merkwürdigen Künstler. Zu Elis sah' Oausanias eine Gruppe: Herakles, mit einer Amazone zu Pferd um den Gürtel kämpfend, und der Inschrift: »Diesen hat Evagoras aus Zankle geschenkt, und Ari- stokles der Kydoniate verfertigt.'' »Derselbe" (heißt es dann weiter) »muß unter die alleräl- testen Künstler gezählt werden, und nämlich früher gelebt haben, als Zankle seinen jetzigen Namen Meffene e rhielt (^)." L». v. 6.2b. Ob er der nämliche sey, den das Lex. und die Zusätze auch einen Maler nennen, scheint uns unentschieden. sl.^I — — von Sikyon, Bildhauer, des Ranachus Bruder, blühete, nach dem Tüb. Runstbl. 1820 S. 162 schon in der 66 Olympiade, und war besonders durch seine Schüler berühmt. sl. III Arlaud (Benedikt), welcher im Lex. unter dem Art. seines Bruders, Jakob Antons, erscheint. Auch G. de Broen, C. Duchange, und P. van Gunst haben nach ihm (letztrer das Bildniß des Ezech. Spanheim) gestochen. — — (Jakob Anton), studierte anfänglich Theologie, fah' sich aber durch Armuth genöthigt, die Malerey zu erlernen. Derselbe wird als der Wiederbelebet der ächten Miniatur ohne Widerrede anerkannt. Der Herzog Regent, den er im Zeichnen unterrichtete, gab ihm eine Wohnung im Louvre. Von feiner Leda nach einem Basrelief in weißem Marmor von M. Angelo, welche H. de Cromelin in Paris zuständig war, erzählt Fiorillo V. 656—566 ausführlich, was folgt: »Arlaud hatte die Kopie nur auf weißem Papier gemalt, die Abstufungen von Licht und Schatten aber so täuschend nachgeahmt, daß jeder ein Basrelief zu sehen glaubte, und viele nur durch die Berührung vom Gegentheil überzeugt werden konnten. Dies Bild wurde mit der lebhaftesten Bewunderung in Paris aufgenommen, und von dem Herzoge de la Force für 12,000 Livres gekauft, der es jedoch, weil er in den Missisip^pi-Spekulationen viel verloren hatte, dem Künstler zurückgab und ihn mit 400 Livres, für die Zeit die er gewartet hatte, entschädigte. Im Jahr 1721 gieng Arlaud, mit Empfehlungsschreiben an den Prinzen von Wales ausgerüstet, nach London, und brachte sein Kunstwerk mit, das er einem Engländer für eine große Summe, nach Einigen für 600 Pf. St., überließ, der es jedoch zur Bedingung machte, daß er keine weitere Kopie verfertigen sollte. Allein Arlaud hielt kein Wort, sondern machte eine Kopie, die er jedoch nicht verkaufte, sondern für sich, behielt. Um aber seine Verbindlichkeit zu erfüllen, und vielleicht aus Furcht, daß seine Erben nach seinem Tode die Kopie verkaufen könnten und er als Lügner erscheinen (>) S. Palomino» der die meisten Werke des Arias» den er persönlich kannte, beschrieben hat. (2) Zankle nahm diesen Namen an in der zo. Olympiade. Arlaud. A r m i. l(,4 würde, zerschnitt er sie in seinem hohen Alter!'-, llcbrigeuö bemerkt .fiovitto I. o. (Note o): „Daß Michael Angeio eine Leda mit dem Schwan gemalt hak, ist bekannt- S. !'. I I I. )>. 2)4 und , I'. k. fi,2, der die Kupferstiche nach diesem Bilde anfuhrt; allein von einem Basrelief, das denselben Gegenstand darstellen soll, habe ich nie etwas erfahren. Auf dem Bilde, das Arlaud vorstellt und von Lar- güliere gemalt worden ist, steht man, daß er eine Zeichnung in der Hand hat, die den Kupferstichen nach Michel Angclos Leda sehr ähnlich ist." Was die übrigen Arbeiten von Arlaud betrifft, so bewahrte die Herzogin von Mon- taguc einen Kopf ihres Vaters, in seiner Jugend, von ihm» und ein Eeitenstück, nämlich das Bildniß ihres Großvaters, des berühmten Herzogs von Marlborough. Sie sind beyde mit Aquarellfarben ausgeführt, und lassen nichts zu wünschen übrig G). Schließlich bemerken wir noch, daß Arlaud ein Freund des großen Newton gewesen seyn und ihm manche Entdeckungen mitgetheilt haben soll. Er starb zu Genf mit Reichthümern und Ehrenbezeugungen überhäuft litt Jahr 174Z und hinterließ der Sradtbibliolhek viele Seltenheiten (H. Nach Fiorillo (Deutschland) lkl. S. Zoo hat er in seinem Bildniß von bargilliere zwar eine Zeichnung in der Hand, aber nicht von der Leda- Ebenfalls ^lorrilo l. o. bemerkt, daß der Unsrige denn doch in seiner Kunstgattung seinem Mitbürger Petitot nicht gleichgekommen sey. Arlaud ( ). So heißt in Landon's Salon 1808. H. 10h. ohne Weiteres ein damals zu Paris lebender Geschlchts- und Blldnißmalcr ui Oel. Arldr (Carl Gottlieb), Lieutenant und Zeugschreiber bey dem Ober-Militär-Bauamte zu Dresden rd'19. Aki-c... — — oder Arlr ( ), erscheint i 8«>5 in dem Pränumeranten - Verzeichnisse zu Lossiuü moralischer Kinderbibel, als Zetchenmeister zu Breßlau. sl. ll.^ Arl e r i oder Arier (Peter), welcher in unsern Zusätzen, sowohl unter diesem als unter dem Namen Peters von Geumnd (H erscheint, war ein Sohn Heinrichs von Ge- uiuud, welcher nach Italien gieng, zu Bologna, wo ihm perer iZZZ geboren ward, den Namen Arier, angenommen zu haben scheint, und noch 1Z88 lebte, wo er das Fundament des Domes zu Mayland legte« in welcher Eigenschaft ihn das Lex. v. (Hamodi'a aufführt, perer dagegen mochte schon als Jüngling wieder nach Deutschland gegangen seyn, wo er als Baumeister der Präger-Brücke (, 55 ? oder iZÖ8) bereits in unsern Zusätzen erscheint. Noch früher setzte er den Ban der St. Veitskirche zu Prag, den schon iZäö ein Franzose, jsNarrbias von Arras, angefangen und bis an seinen Tod (,öh2) fortgeführt hatte, noch weiter fort, und vollendete dieses Meisterwerk der deutschen Baukunst in iZLb. Noch nennt man als seine Arbeit nach die Allerheiligen - Kirche zu Prag, und eine andre Kirche zu Collin an der Elbe. Tue Bildnisse der beyden Erbauer der St. Deits- kirche finden sich an zwey Schlußsteinen der Gewölbe des Umgangs derselben angebracht. S. Fiorillo D. 1.123—124 uudEbLudas. 124—127 in Text und Noten manigfaltiges Detail über dies Gebäude. Oouk. Hagen's Briefe in die Heiniarh I. 9—10 und 262. Dlabacz. sl.^j A r ui and (Carl), gebürtig von Bar - le - Duc in Lotharingen, geb. 1H4H und gest. 1720. Einen solchen (mit dem Landschaftsmaler dieses Namens im Lex. wohl nicht Eine Person) nennt Gaulr de Gr. Eermain (S. 170) nach de la 4 'erto unter den französischen Geschichtsma- lern des XV kl. Jahrh, von geringem Range, in dessen Arbeiten man indessen viel Feinheit und Leichtigkeit in der Ausübung bemerkte. sl^ Armani (Peter oder Peter Martyr), geb. i6iZ und gest. 1669. Lanz, (Lst. wrr.) IV. 5 o nennt ihn, ganz ohne Weiteres, als Schüler von Lionell Epada und Peter Desani. sl. III Ar >n an 110, auch bloß Ar in an (Vliicenz), ssanzi (L,l. wr/.) kl. 19a setzt seine Lebensdauer auf 5 o I. an, und charakterisirt ihn so, daß er einer der ersten war, der seiner Landschaft, ohne viel Auswahl von Boden und Bäumen, dennoch Wahrheit und Anmuth, hauptsächlich auch durch sein gefälliges Kolorit, und allerley seltene Licht- und Schattenblicke mitzutheilen gewußt; und eben so lobt er seine Figuren, und (was nun Obigem zuwidersprechen scheint) die Mannigfaltigkeit seiner Erfindungen (copiono uello iuveur.ioiii). Armano (Johann Anton), ein italienischer Künstler, von dessen Hand zwey kleine, anonym geätzte Blätter mit Figuren, auf dem Kupferstichkabinette zu Dresden (in dem Volnmen der Kunstliebhaber) gefunden werden. — — ( ), ein Kupferstecher um oder gegen 1800. Von ihm, nach Lhevenin schlecht (in Fol.) punktirt, kennen wir: Hero und Leander. Spatere Drücke tragen die Adresse von C. G. Zchl's Verlage in Leipzig. (kUsncmsco). Voiiolo araiprcte IVI. vk^Xk. So lies t man auf einem Gemälde, das die Madonna mit dem Kind und St. Joseph darstellt, in Tizians Geschmacke, einst (oder jetzt noch?) im Besitze des Herrn Karl Visen- rini zu Viccnza. Ar IN, (Joh. dall'). Ein solcher gab 1821 zu Rom: Kistrelto cli katti aoustici, lotto in i 4 oaclomia clo' Dinaei, welche er mit allen dazu erforderlichen mathematischen Figuren selbst lithographirt hat. Tnb. Lunstbl. 1822 S.-jo. t>) Diese Geschichte wird auf verschleime Art erzählt. So viel bleibt immer gewiß, baß Arlaud die Leda im Jahr 17Z8 wie ein Anatom zerschnitten Hot. Msc. de Champeau, damals franz. Resident zu Genf, erhielt den Kopf und einen Fuß, ein Frauenzimmer erhäschte einen Arm u. s. w. Der Graf von Lautrer, der nicht so gewissenhaft wir Arlaud war. machte ihm über die Vernichtung seines Meisterwerks bittre Vorwürfe. S- I'oesier Alr. äe Lar. 1°. III. (s) Vergl. Oeuvres äe , D. IV, p. 279. ( 5 ) Außer dem erwähnten Portraite Arlaud's, von LargMere gemalt, findet man auch ein andres von ihm selbst verfertigt mir der Jahrzahl ,7,7 (nicht, wie das Lex. sagt, >7-;6) in der florenti» »ischen Galerie. Auch hier hat er eine Zeichnung in der Hand, aber ebenfalls nicht von der Leda. (4) Giim'md in Schwaben. Armis. Armis (Petrus ab). Diesen Namen führte der Kupferstecher l). Fausch (von ihm unten) als Mitglied des Freymäurer-Ordens. sil.^ Armknecht (Peter)/ Baumeister/ s. Ioh. Thene in unsern Supplem. Ihre Na- men stehen auswendig am Chöre der von ihnen neuaufgeführten Stiftskirche zu Hciligenstadt. FioriÜo D« H- 4". ?srmowi'tz (Johann Heinrich), Glockengießer im Herzogthum Holstein-Schleswig 176V. Dänischer Hraarskalender d. I. Armstrong ( )/ englischer Kupferste, cher/ fertigte 1820 Lord Byron's Dildniß zu einer Ausgabe von dessen Werken. Arnald ( )/ englischer Landschaftsmaler neuester Zeit. Von seinen Arbeiten fanden sich, neben anderm, in der Galerie der British- Institution von 1820 aufgestellt. T ü b. Mor- genbl. 1820 S. "9. sll^ Arnaldi (Eneas Graf von), geb. zu Viccnza 1716. Der genauere Titel seiner schon in unsern Zusätzen angeführten Schrift ist: Idea d'un iSatro, »eile principali parli simile s' 1'calri snliclii, all' uso moderno sovoinodato, cou due disoorsi; uno sopra i lestii in Generale ri^uardo al solo ooperlo della scena esteriore, l'altro irilorno sl sosirlto rli czuella del Veatro Olinipico di Vieenra. 40. Vicerira 762. Noch gab er später (4°. il>. 767) Dalle Italickie auticlie e spe- ?.ialmente rli quella de Viovnra, coll' s§- Aiunta della desoririone d'una Ouris, d'in- ven/,ic>ne dell' Autors. Tt/rVrLrs (Ld. terr.) 1 . II. p 087 —388 spricht mit großem Lob von den theoretischen sowohl als praktischen Kenntnissen in der Baukunst, dieses überhaupt von frühester Jugend an der nützlichsten Studien beflissenen Kavaliers. Arnao ( ). So hieß ein alter Glasmaler, vielleicht italienischen Ursprungs, der die Kathedrale zu Sevilla mit prächtigen Bildern seiner Gattung, nach den Werken von Raphael, Buonaroti, Pelle^r. Tibaldi und Albr. Dürer geschmückt, und für jedes der dortigen 90 Fenster eine Belohnung von — 1000 Dukaten erhalten hatte. Fiorillo IV. gy. sl.^ Arnau (Johann de), starb in seiner Geburtsstadt Barcellona. Als dort von ihm befindlich nennt Fiorills IV. 126 in St. Ago- stino am Ende des Kreuzgangs einige Scenen aus dem Leben dieses Kirchenlehrers, zwey Bilder in der Kapelle von St. Nikolaus, und Einiges in St. Maria del Mar, und bey den Minimen- sll.^ Arnaud ( ^ ), wahrscheinlich derselbe, den unsre Zusätze p. Arnaud heißen. Von dem Unsrigen sagt Fiorillo III. 400: „Mir ist nur eine einzige Malerey von ihm bekannt, welche den Bruder des Hannibal Mago darstellt, der den Senat von Carthago um Hülfe bittet, und ihm ein Gefäß mit den Ringen der römischen Ritter überreicht, die in der Schlacht bey Canna geblieben sind. Dieses Werk wurde im Jahr 176g nach dem Tode des Urhebers ausgestellt." Arnaud iusCaealano (Franz), zeichnete zu Ant. Eximeno's: Dell' OriAine e stelle veröle dellu Xlusica. lioma 1774. 40, sowohl das Bildniß der Königin von Pohlen und Chur- fürstin von Sachsen, Maria Ant. Walpurgis, I. Arndt. 165 als auch Vignetten. Johann Brunetti hat dieselben gestochen. Arnauir ( ). Ein solcher (ob selbst ausübender Künstler, ist uns unbekannt?) hielt in 1812 vor der Austheilung der Preise in der Spezialkunstschule zu Paris, über die Vortheile, welche junge Künstler daraus schöpfe» können, eine etwas geschraubte Rede, wovon sich ein Auszug in Eandon's lVouvelles des -^rts III. Z , 7 — 36 o ein Auszug findet. Arnberger (Peter). So wird bisweilen der folgende Arnsperger geschrieben. Arndt (Carl Joseph, gewöhnlich Carl). Der Sohn des folgenden Franz Wilhelm, geb. zu Fulda 1788, lernte daselbst als Steinhauer und Architekt, gieng dann auf die Wanderschaft und suchte sich zu Paris und an andern Orten Frankreichs, wo er als Geselle an großen Bauten arbeiten half, vornämlich im Brücken- Chaussee- und Wasserbau zu vervollkommnen, was ihm als einem denkenden Kopf auch gelang. Nach seiner Zurückkauft wurde er als Chausseebereiter zu Fulda angestellt, und lebte dort noch 1818. — — (Carl Philipp), ein Hofschreiner zu Fulda, der aber, da er viele Lust zur Baukunst in sich spürte, dieselbe aus Büchern (vornämlich aus Penther's Schriften) zu erlernen suchte, und wirklich es so weit brachte, baß er zuni Hofbauinspektor ernannt wurde. Zeugnisse seiner Geschicklichkeit sind: In Fulda das Paulithor und das Bibliothekgebäude; in Neuhof das Schloß u. s. f. Er war ein Sohn des folgenden Jakob, wurde zu Pfaffendorf bey Coblenz 1725 geb. und st. zu Fulda -797- ^0. — — eigentlich Arend (Carl Wilhelm), Bauschreiber bey dem Baudepartement zu Cassel 1776. ^0. — — (Franz Wilhelm gewöhnlich Wilhelm). Sohn des vorsiehnden Carl Philipp, geb. zu Fulda 1766. Derselbe lernte anfänglich bey seinem Vater als Schreiner, und darauf auch bey andern Meistern als Steinhauer. In 1776 trat er seine Wanderschaft an, arbeitete in Straßburg als Steinhauer, dann 1776 in Paris als Schreiner, und 1778 in Rom, wo er namentlich bey der Sakristey der Peterskirche beschäftigt wurde, wieder als Steinhauer. An letzterm Orte erhielt er Unterstützung von dem Fürstbischof von Fulda, der ihn als Hofmäurer- meister anstellen wollte, was denn, auch nach seiner 1779 erfolgten Zu, ückkunft wirklich geschah. Nachdem sein Vater 1797 gestorben war, trat er in dessen Stelle als Hofbauinspektor, und lebte in dieser Eigenschaft noch 1816 zu Fulda. Er hat zwar nicht so viel Talent als sein Vater, doch steht er in dem Rufe eines sehr gründlichen und tüchtigen Meisters seiner Kunst. Don ihm ist die Dorfkirche zu Kemmerzell bey Fulda U. s. f. — — (Henning), Maler zu Wittcnberg in Sachsen, woselbst er, besage der dortigen Kirchenbücher, 1699 verstorben ist. — — (Jakob), der Sohn eines Weinbauers zu Pfaffendorf bey Coblenz, hier 1688 geb. Er lernte als Schreiner bey seinem ältern Bruder Servarius, welcher Hofschreiner zu Würz- burg war, von 1709—1712 und kam diesem an Geschicklichkeit gleich. In 1724 wandte er sich nach Fulda, wurde zum Hofschreiner ernannt, und starb hier 1744. 42 Arndt. l'T' D sfck. Arndt (Jgnaz), der jüngere Bruder von Franz Wilhelm, geb. zu Fulda 1789, lebte daselbst noch i8i5 als Hofschreiner. Auch in ihm, der ei» Schüler seines Vaters ist, regte sich nicht minder das Talent ;ur Kunst, was dieser Familie gleichsam angeboren ist. Neben dem, daß er, so wie seine Voreltern, schöne eingelegte und mit dem Stichel ausgravirte Holzarbeiten fertigt, so besitzt er auch gute architektonische Kenntnisse, und hat insbesondre solches durch mehrere künstlich erbaute Treppen erwiesen. ^0. — — (Johann Samuel), ein geschickter Zimmermeister aus Pförthen, der die eingeäscherte St. Andreaskirche zu Muskau in der Lausitz wieder aufbaute, nachdem man 178, einen dieß- fälligen Kontrakt mir ihm geschlossen hatte. Ein gleiches geschah wegen der bey diesem Baue vorkommenden Steinmetzarbeit, mit Ioh. Georg Loye'n, Steinmetzmeister zu Pirna in Sachsen. Langner Bericht von Bau und Einweihung gedachter Bleche. Budissm 1788. 8°. S> Sg. — — eigentlich Arend (Nikolaus),Stadtmaurermeister zu Cassel 178h. Hessen-ssas- sel sch. Sraarskal. 1780. Vielleicht ist derjenige Mkol. A- der in gleichem Staatskal. von 1802 als Baumeister bey der landgräflichen Kammer zu Marburg und in dem weftphakischen Seaatskas. auf 18m als Distriktsbaumeister zu Marburg erscheint, ein Sohn von ihm. — — (Samuel Wilhelm). Dieser Dilet- tante, der Sohn eines Steuereinnehmers, wurde 1769 zu Striegau geb. aber auf dem Waisen- hause zu Bunzlau erzogen, wo er auch den ersten Unterricht im Zeichnen und Malen von dem Senator Wollmann erhielt. Zu Halle, wo er die Rechtsgelahrtheit studierte, befließ er sich unter Prange's Anleitung vier Jahre lang der Kunst. In »798 ließ er sich zu Breslau nieder, wo er noch 1801 als Neferendarius bey den Stadtgerichten lebte. Arndr hat Geschichte und Bildnisse nach C. Dolle, An. Carracci, A. Kaufmann u. s f. in Oel, Pastell und Miniatur kopirt; dann hat er einiges, wie z. B. die beyden Bildnisse der Schauspieler Jffland und Fleck in Kupfer gestochen; modellirt in Thon, und erschien daneben, mittelst folgenden Werkes als Schriftsteller: »Theoretisch-praktische Anweisung zum Selbstunterrichte in der Oel- und Pastellmalerey, mit einer (eigenhändig gestochenen) Kupfertafel." Schumniel'sBres- lauer-Almanach. Dass. 1801 8°. — — (Servatius). Hofschreiner zu Würz- burg, s. oben Jakob Arndr. sll.^I — — (W-), hieß Wilhelm. In 1794 hielt er sich in Berlin auf, gieng alsdann nach Wöriitz, und von da 1809 nach Leipzig. Die in unserm Supplemente bemerkte, von ihm in punktirter Manier gestochene Danae war ein Bild von Van Dyck, oder vielmehr aus dessen Schule, und von Seydelmann gezeichnet. In den deutsch. Runstbl. 4". 1799. Anz. S. 16, wo dieß Blatt für 3 Th. 16 Gr. ausgeboten wird, heißt solches: »Vorzüglich schön." Seine beyden Blatter im Pantheon der Deutschen, sind: Luthers Tod zu Eisleben, und: Friedrich II. als zürnender Richter, welch letzteres übrigens in dem: /. S. 29. „das unbedeutendste" Blatt von allen, in dieser Sammlung, genannt wird. Neben dem klebrigen in gedachtem Supplemente Genannten bemerken wir noch: Amor ganze Figur, nach van Dyck; Wilhelm II. Prinz von Oranien Arnhold. (dieß geschabt), beyde Realfol.; die Erhebung des Marc Baffianus zum Cäsar tpunktirt) quer Realfol.; das (sehr ähnliche) Bildniß des Theaterregisseurs Opitz, nach Geyer (1810); dasjenige des Dichters Matthisson, nach Tischbein, und das des Consistorialraths Plank zu Göttingen (dieß vor der neuen Leipz. Liter. Zeitung 1801 (a. ll. i8o5). Dann, im Allgemeinen, Verschiedenes für die chalkographische Gesellschaft zu Dessau, für Almanache u. s. f. Namentlich mit einem Dutzend anderer Künstler vereint, Verschiedenes für die Galerie häuslicher Denkmale, welche bey G. Voß zu Leipzig (ibil) erschienen war. Mensel m. Das Tnb. Morgenbl. 1812 S- 928 nennt ihn noch unter denjenigen damaligen Stechern zu Leipzig, welche rühmlicher Erwähnung verdienten. — — ( ), der bekannte Reisende und Alterthumsforscher, zeichnete sehr gut. Arnemann (Hans), ein Glockengießer, der zu Einsbeck von 1487—1504 erscheint. Joh. Leyner's Casselische und Einbeckische Chronik«. Fol. Erfurt 59V S. 18 u. 61. Arnestus, der erste Erzbischof von Prag, in der Mitte des XIV. Jahrh. Derselbe soll die Marienbilder, die noch gegenwärtig in Glatz, auf dem H. Berge, und zu Reichenau in Böhmen verehrt werden, selbst verfertigt haben. Die zuerst genannten hat M. Greischer, fürstl. Esterhazijcher Kupferstecher, 1690 in Kupfer gebracht. Dlabacz. ^ Arner (Johann Friedrich). So hieß ein königl. dänischer Hofgärtner zu Sorgenfrei) 1756. HL- 7 . Ar »hold (Johann Gotthelf), ein Maler zu Dresden, der in dem Adreßkalender von dort auf 1810 und 1812 nicht mehr, wohl aber in dem auf 1819 genannt wird. Da wir indessen keine weitere Kunde von diesem Künstler haben, so dürfte sein Name Arnhold vielleicht ein ganz irriger seyn. sH-H — — , nicht Arnold (Johann Samuel), der in unsern Supplementen und bey Mensel III. ohne Taufnameu, und in den erster» sowohl unter Arnhold als unter Arnold erscheint, geb. 1766 zu Heynitz, einem Dorfe bey Meisten, kam in seinem Dreizehnten nach Meisten, lernte auf dortiger Kunstschule der Porzellainfabrik, unter Lindner und Grahl, die Malerey in Wasser, Oel und auf Porzellain, wurde dann als Porzettainmaler und nachge- hends zugleich als Lehrer bey gedachter Kunstschule angestellt, erhielt letztlich seiner Geschick- lichkeit halber den Titel als königl- Hofmaler und lebte noch 18,9 zu Meisten. Er malt Landschaften und Jagden, ist aber insbesondere seiner Blumen - und Früchtstücke wegen berühmt geworden.^ Eine von ihm in 4°- mit Vorlege- blaltern für Blumenfreunde, Zeichner und Stickerinnen , herausgegebene Anleitung, Blumen und Früchte zu malen, hatte schon 1808 (Dresden) eine zweyte Auflage erlebt, deren erster Theil 5 Th. kostete. Von ihm sah man, unsers Wissens, zuerst auf der Dresdner-Ausstellung von 1794 zwey sehr schöne Blumenstücke in Wasserfarbe; dann, neben dem schon in unsern Supplementen Bemerkten, späterhin auf dem Salon i8v5 zwey Körbchen mit Rosen in Wasserfarben, die sich durch Leichtigkeit und schone Zusammensetzung auszeichneten. Mensel Arci). I. (4) 116. Hier ». v. Arnold. Dann wieder 1807 ein großes Blumenstück in Oel, Arnimb Arnold. 167 Kopie nach Tamm; i8n8 zwey vorzüglich schöne dergleichen ; 1811 ein Fruchtstück inOel, Kopie nach der R- Ruysch; und dann von 1810 bis 1819, zehn Blumenstücke in Gouache, und zwey dergleichen in Oehl, sämmtlich nach eigner Erfindung — so wie auch (dieß 1818) zwey por- cellalnene Vasen, mit den Monumenten Schillers und Klopstocks, in Feuer gemalt, llebrigens findet er sich nochmals unter dem irrigen Nahmen.... Arnold im Supplem., welcher Art. mithin hierher zu beziehen ist. Endlich auf dem Salon 182» zwey Landschaften in Gouache, Kopieen nach Molitor, und 1821 (dieß in Feuer auf Porcelain) einen Prospekt bey Dresden. Die erwähnten Landschaften nach Molitor nennt das Tüb. Runstbl. 1820 S. Z86 manierirt und mittelmäßig. Arnimb (von), ein junger brandenburgi- scher Edelmann, der um 1776 zu seinem Vergnügen sich mit den zeichnenden Künsten beschäftigte und auch einige (artig genannte) Blätter radirte. Er war ein Urenkel des bekannten Ministers Georg Detlev's von Arnimb. Arninck sI. H.), ein Maler zu Hamburg, der in dem Adreßbuchs dieser Stadt auf 1806 erscheint. sklsl Arnold (Anton und Johann). Das und in den Supplem. ist ein Fehler, und sollte oder heißen; da freylich in dem übrigen Con- texte nur von Einem die Rede ist. Andre hingehe» nehmen wirklich einen Anton und einen Johann an. Wie dem übrigens immer seyn mag, so gehen die Angaben von Geburt und Meister in unsern Ausätzen einzig den Johann an. Dieser lebte zuverläßig zu Prag 1762—1772. Dlabacz (der ihn einen „sehr geschickten", so wie hingegen einer unsrer Freunde einen »sehr mittelmäßigen" Kupferstecher nennt) führt 28 Blätter meist Heiligenbilder, ohne andern Namen als den (einigen, von ihm an, darunter: „Wahre Abbildung der schmerzlichen Mutter Gottes, welche der H. Vater Jgnatius de Loyola an seiner Brust getragen." — — (Caspar). Diaconus zu St. Sebald in Nürnberg 1666; wird in des Frist»« Ceremonie! der Drechsler S. Zoo als ein geschickter Dilettant im Kunstdrehen genannt. — — (Conrad), ein Plattner oder Harnischmacher zu Nürnberg i556. Trechse t's Gedächtniß des Nurnb. Iohanniskirchhofs. S. 676. — — (Eduard von), aus St. Petersburg; ein Taubstummer und 1821 Eleve der Kunstschule zu Dresden. Damals sah man von ihm auf der Dresdner Ausstellung drey Landschaften und ein Jagdstück, theils in Sepia, theils in Kreide; Kopieen nach Dietrich, Pillement und Riedinger. — — (Friederich), der Sohn einer Familie, welche sich seit Langem durch geschickte Baukünstler ausgezeichnet hat, kam als Schüler von Weinbrenner nach Rom, wo er sich drey Jahre aufhielt; und nachdem er früher mit dem mechanischen Theile seiner Kunst vertraut geworden, ward es ihm leicht, dem Beyspiele und den Winken seines Lehrers zu folgen. Das Grundprinzip, von welchem dieser Zögling der Karlsruhischen Schule bey verschiedenen Entwürfen ausging, war dieses: Daß die Form jedes Gebäudes der Idee des Zwecks angemessen, und diese Idee selbst anschaulich, d. h. klar, angenehm, schön oder edel ausgesprochen seyn müsse. Seine letzte Arbeit zu Rom war der Entwurf eines Mausoleums für eine fürstliche oder irgend sonst angesehene Familie ('). Als ein Theil seiner nach Deutschland gesandten Arbeiten zufällig in Livorno gesehen wurde, und er bald hernach mit dem vorhin erwähnten Entwurf, der italienischen Akademie ein Geschenk machte, ernannte ihn dieselbe zu ihrem Ehren- milgliede. Nicht minder sinn - und gehaltreich als jene, waren verschiedene andre frühere Entwürfe des Künstlers, die er seinem Landesfürsten wiedmete, und welche dessen Beyfall gefunden haben. Dieselben^ enthalten den Grund- und Aufriß eines Gefängnisses, eines Stadtthors, eines Fürstenschlosses und eines Finde!- Hauses; dann denjenigen eines Denkmals auf die Bürger der Stadt Pforzheim, die sich mit mehr als spartanischem (?) Heldenmuthe für ihren Fürsten Carl Friederich, Marggrafen von Baden und Hochberg aufopferten. Diese letztere mit lebendigstem Geistes - und Herzensinteresse ausgeführte Idee widmete er seinem innigst verehrten Lehrer, dessen Beyfall sein höchster Lohn war. Morgenbl. 1811. 99—100. Ebenfalls war bald hernach, bey der Trauerfeyer über den Hintritt des erwähnten Marggrafen, ein Katafalk in dem Dome zu Freyburg das Werk des Unsrigen. Auch von diesem s. die Beschreibung /. 7Z9. Um dieselbe Zeit ward derselbe auf dortiger Universität zum außerordentlichen Professor der Baukunst angestellt, wo dieser Lehr- stuhl damals eben neu errichtet wurde. sll.^ Arnold (Friedrich, eigentlich Johann Friedrich, doch gewöhnlich Friedrich), war ein Schüler von Daniel Berger, und st. zu Berlin 1809 nicht über 5 o I. alt. Meusel IN. in den Zusätzen. Von den Arbeiten dieses gar nicht ungeschickten Kupfersteches wollen wir noch bemerken: Nach H. Dähling, Napoleon am Sarge Friedrich des Großen 1806 Fol. (Pr. 1 Rthlr. 12 Gr.), Blücher's Bildniß nach Dähling (1807) für Kenntlichkeit gerühmt, in einer Art Tuschmanier Fol. (Pr. 1 Thlr.); A. Grass, das Vild- niß Kupferstechers Dan. Chodowiecki gr. 4°.; Ruysdael, einen großen Wasserfall, in Aqua tinta gr. Realsol. 7> — — (Georg Adam), ein guter Maler zu Bamberg um 1669, lebte noch 1680. Nach seiner Zeichnung stach F. Weygant, als Thesis, den Durchgang der Jsraeliten durchs rothe Meer. Sehr viele Aehnlichkeil mit dieser Darstellung findet sich auf einem Kupferstiche mit H. bezeichnet. Jack. — — (Hans). Münzmeister des Churfürsten von Sachsen zu Freiberg icj88. A. Möller Freiberger-Chronik I. §89. — — (HansUlrich), zu Ulm 166s; erscheint (,) Eine ausführliche Beschreibung desselben s. »n Tüb. Morgenbl. >8-> S. 99—100. (-) Anderwcrts heißt es : „In Freidthvffs Wasserfall nach NuySdael liefen: er einen würdigen Pendant in Tuschmanier." Arnold. Arnold. 165 irgendwo als ein Freund Joseph Furtenbachs des jüngern, und zwar in einer solchen Stellung, daß man vermuthen könnte, derselbe habe sich mit bildender Kunst abgegeben, Arnold (Heinrich), trat 1644 bei dem Goldschmiede Hans Christoph Feist zu Dresden auf fünf Jahre in die Lehre, und setzte sich auch nach vollendeter Wanderschaft als Meister daselbst, entwich jedoch Schulden halber um 1686 von dort. 7 ^- — — (Heinrich Gotthold, gewöhnlich Heinrich) , der Sohn eines Pfarrherrn zu Lamütz bey Radeberg in Sachsen, hier 178z geboren. Er wollte anfänglich als Kupferstecher lernen und begab sich deßhalb 1800 zu dem Professor Schulz in Dresden; wandte sich aber von diesem, da er mehr Behagen an der Malerkunst fand, 180Z zu dem Prozessor Schubert. Unter diesem bildete er sich vorzüglich für das Bildniß, dann aber auch für die Geschichte, und that in beyden sich hervor. Seine Zeichnung ist gut, sein Kolorit kräftig, und seine historischen Kompositionen verdienen Beyfall. Er unternahm als Dildnißmaler, in Del und Miniatur, mehrere Reisen durch Sachsen, zog etwa um 1812 mit seiner Familie von Dresden, wo er auch Unterricht im Zeichnen und Malen ertheilte, nach Chemnitz ; blieb aber dort, wenn wir nicht irren, nur einige Jahre und kehrte dann nach Dresden zurück. Auf den dasigen Ausstellungen von 1802 bis i8os erscheint er mit Kopien in Zeichnungen; dann i 8«5 mit zwey Zeichnungen: Einem Akte nach der Natur, und: Cato in Utika, dem ein Kind den Degen bringt (eigne Erfindung); in 1806 sah'man von ihm wieder Cato, welchen Sohn und Freund um Erhaltung seines Lebens bitten, Zeichnung von eigner Erfindung (überhaupt hat Arnold mehrere große Blätter in schwarzer Kreide aus dem Leben Cato's entworfen, die er dereinst in Del ausführen wollte), und ein Bildniß nach Grass in Del. Fortan zeigte er nur Oelgemälde auf den Ausstellungen; entweder Bildnisse nach der Natur (so z. B. sein eignes 1807) oder Kopien nach Titian und Guido Reni, oder eigne Erfindungen. Von den letzter» wollen wir noch bemerken: i8»8 Hygea füttert die Schlange des Aesculap, und 1819 die Jugend wird von einem Greise auf die Vergänglichkeit der Zeit aufmerksam gemacht. „Dieses kleine Bild'' (heißt es im Tub. Kunstbl. 1819 S. 7 >) „war recht sorgsam und fleißig ausgemalt; und die Idee sprach für das Gefühl des Künstlers." Auf dem Salon von 1820 fanden sich von ihm- vollends zwey große Arbeiten ausgestellt: Ein Christus am Kreuze über Lebensgröße; und ein St. Rochus in der Wüste. „ Die Komposition dieses letztem war zweckmäßig, die Figur des Heiligen ziemlich edel und ausdrucksvoll; doch machte das Ganze, wegen Mangel an Contrast und Kraft im Helldunkel und Koloriie, welches einen matten und gräulichten Ton hakte, wenig Eindruck" (Urtheil im Tüb. Kunstbl. 1820 S. Z75 mit der Chiffer — kl. — stgnirt). In i82i wieder em Altarblatt mit der Marter des H. Bartholomäus. In einer Beschreibung desselben heißt es: »Auf der einen Seite dieses Gemäldes erblickt man die Anhänger des Heiligen, als Symbol der christlichen Religion, welche, von der Glorie aus, durch einen Lichtstrahl erleuchtet werden; auf der andern Seite die heidnische Religion, in Schatten gestellt." M-o. Endlich nennt Bärtiger in dem Notiz- zenblatt zur Abendzeitung 182Z, wohl von keinem andern Arnold als von dem mistigen, eine Maria Rosaria für eine Kirche in Polen, als «ein braves Altarstück." sH.^I Arnold (Johann), s. in den Supplementen und oben den Art. Anron und Friedrich Arnold. sUJ — — (Johann Friedrich), ist obiger Friedrich Arnold im Supplemente. — — (Johann Gottfried), ein Buchbinder zu Dresden, der in seinem Fache sich auszeichnete und auch eigenhändig Stempel und Filete für sich und andre in Messing gravirte. Derselbe wurde um i?66 zu Pirna geboren und lebte noch 1812, nicht mehr aber 1819. Damals (>812) war er gesonnen, ein Buch über die — Astronomie zuschreiben, an welcher Wissenschaft er großes Vergnügen fand. TkLs. — — (Johann Heinrich), Baumeister in Diensten von Baden-Durlach i 7 ö 5 , wird in dem (Zraatskal. dieses Landes und Jahres rubrizirt. Il.sj — — (Jonas). Das Lexikon ist rücksichtlich seiner in dreyerley Hinsichten zn berichtigen. Erstlich ist dort i 65 o, statt 1760 zu lesen. Ferner ist er nur ein und dieselbe Person mit demjenigen, nach welchem M. Küssel (dieser die von ihm 16HZ zu Ulm gemalten Bildnisse von Jos. Furtenbach dem jüngern und desselben Schwester Helena, beyde 4 "-), und A. Khol (dieser das Bildniß des Martin Zeiler's zu desselben 606 Episteln. Ulm 1657 4 °-) gestochen haben. Eben dasselbe thaten auch A. Au- bry (das Titelkupfer zu Brochmand's IIniversZs IkicaloAise tol.) und Jos. Furtenbach der jüngere, nebst M Rcmbold (beyde zu den architektonischen Schriften der beyden Jos. Fur- tenbach's). In der Dedikation von I 0 s. Fur- renbachdesalrern Mannhaffrem Kunst- spiegel. Augsb. iddZ Fol. sagt Furtenbach, daß sein Gevatter, der Maler Ilonas Arnold zu Ulm, nicht allein zu diesem Werke zeichnete, sondern auch 27 der Zu hier zu findenden Kuyfer- tafeln (nebst dem Titelkupfer) selbst dazu geätzt habe. Diese Arbeit ist jedoch sehr mittelmäßig. Und endlich muß im Lcx. (s. v. David Heschler) Jonas Arnold, statt des daselbst ihm irrig beygelegten Namen Johann Arnold, gelesen werden. — Das verzeichniß der Kunst- und tslatural-Kammer von Christoph N)eik- nrann zu Ulm 1659 kl. 8°. S- 69 besagt, wie unter den dort vorhandenen Malereyen insonderheit merkwürdig waren: » In die 200 Stück von allerhand schönen und von Jonas Arnolden sehr fleißig auf Pergamin (Pergament) con- trasehten Tulipen" aus dein Weickmann'schen Garten. In weyermann's sJachrichren von Ulmer - Gelehrten und Künstlern, heißt er ein geschickter Maler zu Ulm um i6öo, von dem man in der dasigen berühmten Fur- tenbachischen Kunstkammer das Bildniß der Großherzogin Bianca von Floren; (hoch 2s, breit 1 A/) so wie das Haupt Johannis des Täufers, (12" hoch, 26" breit- gesehen habe; und dann das Lob der Pallas, (dieß mit der Feder auf einem Regalbogen gezeichnet). Auch bemerkt dieser Schriftsteller, wie Jonas i6V6 den Ul- mer-Münster i» Fol. zeichnete, und daß diese Zeichnung in Kupfer gestochen wurde. — — (Matthias), churfürstlich sächsischer Hofgoldarbeiter und Juwelier, war zu kcißnig ibicr geb. und st. zu Dresden ib6ä, wo er in der Frauenkirche begraben liegt. Dreßd irisch e Jnscriptiones und Epitaphia derKirche zu unsrer lieben Frauen von I. G. Michaelis (1714. 4°. daselbst) S. 5 V 5 und b-9. Arnold. A r n o u l t. 169 / Arnold (Rudvlph). Von einem solchen rubrizirt ein Gantkatalog eine 1680 in Braun getuschte Zeichnung in quer 4°., auf welcher Amor, Venus, und noch eine Figur zu sehen war. ^0. sllJ — — (Samuel Benedikt). Sein erster Lehrer war Schütz, nicht Schatz, wie es in unsern Suppl. heißt. Noch während seiner Lehrzeit zu Dresden betrieb er die Bildnißmalerey in Wasserfarben — Zu Bremen und Oldenburg, so wie in mehrern Städten Niedersachscns machte er sich fünf Jahre lang rühmlich bekannt. In 1788 kam er nach Dresden zurück. In 1790 wurde er zum Hofmaler, oder vielmehr zum Hofmarschallamts-Maler daselbst ernannt. In dieser Bestallung befand er sich noch 2822. In 2829 war er nicht mehr am Leben ^0. Von ihm nennt Meusel III. seine Frescogemälde in dem neuen Flügel des Schlosses zu Pilnitz, und Arbeiten in dem prinzlichen Schlosse zu Dresden bey Gelegenheit der Vermahlung des Prinzen Maximilian, nach der Angabe des Hausmar- schallö, Freyherr» von Recknitz. — — (Samuel James), ein englischer Panoramenmaler neuerer Zeit, Nachahmer und Mitbewerber R. Parkers in dieser Gattung. Die Vorstellung des Treffens bey Alexandria dieses letztem, welche der Unsrige vollendet hatte, mißglückte ihm. Fiorillo V. 8i5- Ob von diesem oder einem andern Künstler seines Namens I. c. 829 die Rede sey, wo die Fertiger des Werks: Lesuties ok LiiAlsnd genannt werden, ist uns unbekannt. S. über dieses Werk das Mehrere oben s. v. William Alexander. — — ( )- Ein Maler dieses Namens soll gegen End des XV. Jahrh, zu Dresden und in den benachbarten Städten gearbeitet haben. Skizze einer Geschichte der Lünste in Sachsen. S. auch den drittsolgenden Art. — — ( ), Buch - und Kupferhandler zu Dresden. In seinem Verlag erschienen 2809 sechszehn von Sauerweid geätzte Blatter, welche Kriegsscenen enthalten, und mit einem seltenen Geiste und der lebendigsten Natur die Zartheit der Behandlung in hohem Grade verbinden. Morgenbl. 280g S. 1236. — — ( ), trefflicher Blumenmaler zu Dresden. Von seiner Arbeit fand sich auf der dortigen Ausstellung 282g. Tüb. Lunstbl. 0. a. S- 7k>. — — ( ), ein alter Maler zu Dresden, s. Lervter (Georg) in folgenden Nachträgen. Ob er vielleicht mit dem drittvorhergehenden Eine Person sey? — — ( ). Der Taufstein der Marienkirche zu Frankfurth an der Oder, der mit vielen Bildern aus dem alren und neuen Testamente (besage der Jnnschrift) 2276 gegossen wurde, ist von der Hand eines solchen. N). I 0 bst kurze Beschreibung der Stadt Frankfurt a. d. Oder. Dritte Auflage, von I. C. Becknian. Frankfurt a. d. Oder 2706 Fol- S... — — ( ), ein geschickter Goldschmied und Juwelier zu Coburg 17LZ. Gruner's Beschreib, des Fürstenrh. Coburg - Saal- feld I. 320. sll.^j — — ( ), der Blumenmaler in Meißen, im Supplement, ein irriger Name für Joh. Gam. Arnhold im Suppl. (wo er ebenfalls ohne Tansname erscheint) und oben. Arnold ( ), ein geschickter Bau- und Zimmermeister zu Straßburg, seinem Geburtsorte, 18 iv etwa 45 I. alt. ^0. — — ( ), Hauptmann bey dem Gene- ralstabe in Carlsruh und Sectionsmitglied, rück- sichtlich der Architektur, bey dem großherzogl. badenschen landwirthschaftlichem Vereine zu Erklingen 1820. sli.^j — — ( ), 'ein Baumeister in Sachsen um 1470. S. Arnold von LVestpha- len im Supplem. — — ( ). Baumeister, Schwager des Karlsruher Weinbrenners. Derselbe war es, der die ehemalige St. Stephanskirche zu Straßburg, welche in den Revolutionsjahren an einen Partikularen veräußert, und in ein Magazin verwandelt wurde, späterhin in ein hübsches Theater umschuf. Morgenbl. 1808 S. 94b. — — ( ). So heißt auch im'Tüb. Lunstbl. 1822 S. 5o ein noch lebender deutscher Künstler in England, der zu dem sogenannten britischen Institute, einem Nebenzweige der königl. Malerakademie gehörte, in welchem Fache, wird nicht gesagt. S. auch den gleich ff. Art. — — ( ). Eben so nennt schon Fiorillo (2808) V. 829 einen derjenigen englischen Künstler, die sich 2802 vereinigten, das Wichtigste zur genauern Kenntniß der Topographie und des jetzigen Zustands von England und Wales zu sammeln und herauszugeben. Eine Frucht ihrer Bemühungen war, neben Anderm, das Werk: Leautios, ok Ln Aland and >VaIez, or delineatlons lopaArapllioal, Iiistorical and dk8oriptive. Wohl ist der oben genannte Samuel James A> mit diesem der Nämliche. Arnolde ( ). So heißt ein englischer Maler des XVl. Jahrhunderts, den Meres im zweyten Theile des: >viiits LommonwealtK (chond. 2698) ohne Weiteres anführt. Fiorillo V. 2Z2 Not. r. Derselbe soll ein Zeitgenosse von Shakespeare gewesen seyn. Tüb. Lunstbl. 2822 S. 3o8, Note *. sllJ Arnoldl (Aeneas, Graf), s. Ar- naldi im Supplem. sl. 11 .^ Arnold us (V. W.), eine Bezeichnung, deren Arnold van Lvesterhour sich bisweilen bediente. sl. 11.^ Arnolfo oder Arnolpb di Lapo, s. denselben im Lex. und den Zusätzen s. v. Lapo, bey Fiorillo D- H- 270 Not. und bey MlilZia (Ld. loi-L.) 1. I. 235—2 56. s. V. Arnolfo. Arnoul II. Bischof von Qrleans, verdient ein rühmliches Andenken, da derselbe seine im Jahr 988 eingeäscherte Cathebrale wieder aufbauen ließ, zu einer Zeit, wo der Glaube, daß das XI. Jahrh, zugleich das End der Welt sey, ähnliche Baue hintertrieb. Fiorilio III. 3o. Arnoult (I. N ). Ein solcher soll einen Plan der Belagerung von Main; 2794—1/96 gezeichnet haben, der in Kupfer gestochen um 2 Rthlr. verkauft wurde. Vielleicht ist er derjenige Arnoulr ohne Taufnamen, von dem Hoyer's Geschichte der Lriegskunst II. 1076—1076 zwey Bücher rubrizirt: Der praktische Ingenieur 4°- Cölln 79a, und: Th/oretisch- praktisches Lehrbuch der Geometrie für Civil- und Militärpersonen. 8°. Frankfurt 1797. 43 I. 170 Arnoult. A r r e t. Arnoult (N-), ein Kupferstecher zu Paris, wo er 1688 Costämestücke sehr mittelmäßig für eignen Verlag in Fol. radirte; dann auch Bildnisse; z. B. Philipp von Bourbon, Herzog von Chartres in Fol. von gleichem Werthe. si-H — — (Thomas)., Vergleiche auch Esuirot in künftigen Nachträgen. Arnsperger (Hieronymus), ein Münz- meister, siehe unten Arzberger. — — (Peter) , ein Münzmeister den der Landgraf von Hessen - 5 g 4 in seine Dienste zog, nachdem er vorher schon in denen der Pfalzgrafen von Zweybrücken (um , 584 ) und dann der Grafen von Solms gestanden hatte. In iiio 5 erhielt er eine Bestallung von dem Grafen von Hanau Münzenberg und 1610 erscheint er, der hienicden keine» Ruheplatz gefunden zu bähen scheint, wiederum als Münzmeister der Stadt Frankfurt a. M. Hirsch deutsch. Münzarch. VH. 3 i 6 , 35 g, 3 g 5 . Sein Name wird verschiedentlich theils wie oben, theils auch in anderer Schreibart als Armberg, Arnberger, Arburger rc. angetroffen. Arnz (Heinrich). Jnnhaber einer Steindruckerey zu Düsseldorf 182«, damals sot. 35 . Ob selbst ausübender Künstler, ist uns unbekannt. Ar 0 gn 0 (Adam de). Ein italienischer Baumeister, dessen sich der Bischof Friedrich von Manga zu Trient beym Baue der dortigen Ca- thedrale bediente, laut ff. in derselben befindlichen (eben nicht durchaus verständlichen) Inschrift: Xmio Oomini VI. 06 . XU. ultima «lie . .. presiclente et Uisponenle Lpiseopo, du^us ecelesie opus inecpit et eonstruxit VIsAister äs Oumsne Uioe. et cirouitum ipse, su! 6lii, incle soi spta- lioi cum sppeosiciis intrinseee et extrinseoe ipsius eeelesie maßststerio labricarunt. 0..., et sue prolis die sudtus sepulorum msnet... (or) nie pro .. eis. S. 2>r- I'. III. k. II. p. 5o, 5i. sl.^j Aroma tarii (Dorothea). Ihre Blüthezeit Wird UM 1660 gesetzt. (V.ä. terr.) IV. 222. sl.^ Aron, s. Aaron im Lex. und oben. sl .^1 Arondeaux (A). So nennt ein Gantkatalog den R. Arondeaux des Lex. bey Anzeige seiner Schaumünze zu Ehren Stahren- bergs und des Entsatzes von Wien 1683. Arondel (l'), ein Goldschmied zu Paris, der an der Bluthochzeit ,572 dort, als Refor- mirter, sein Leben einbüßte. Crocius großes Martyrbuch 1617. S. i5c>2. slI Arp (van), ist van Harp des Lex. Arphe, s. oben Arfe. sl. II.^ Arpino, s. Cesari. 8. K. v. erscheint er in den Galeriekatalogen von Wien und Dresden; in demjenigen von München s. v. Iosephin. Gestochen nach ihm hat in neuern Tagen, zu Paris, Gigola die Schlacht des Servius Lullius gegen die Vejenser, nach seinem in Freüco in einem Saale des Capitels. si. II. Arragonese, s. Aragonese im Lex. im Supplem. und oben. Arras (Matthias von), ein französischer Baumeister, den König Johann von Böhmen i 3/,4 nach Prag berief, und ihm den Bau der dortigen Metropolitankirche anvertraute, welche aber erst i 385 vollendet wurde- Er selbst muß indeß schon i 352—,353 verstorben seyn, wie aus einer Aufschrift seines auf der Gallerte gedachter Kirche aufgestellten steinernen Brustbilds erhellet. Nach eben dieser Aufschrift hätte eigentlich Carl IV. als erwählter römischer König, diejen Künstler mit sich von Avignon(^ve- llione) gebracht- Dlabacz. Neuere Abbandl. der böhm. Gesellsch. d. Wissenschaften III. S- auch oben den Art. Peter Arier,, wo er als schon in 1343 zu Prag arbeitend angeführt wird. sl. III Arras (Peter von). So heißt nach (Riegger) Archiv der Geschichte von Böhmen I. 28. ein Künstler (ohne seine Gattung zu benennen), der im XIV. Jahrh, zur Zeit Carl IV. in Böhmen gearbeitet habe, und aber mit dem perer Arier, des Lex. und der frühern und gegenwärtigen Zusätze Eine Person ist. sll.^I Arre (Olof), nach schwedischer Schreibart Aorre. Im Suppl. lies Rarlr steen. In dem schwedischen Etaatskal- auf 1797 erscheint (als der erste oder älteste) unter den Agrees der Stockholmer Kunstakademie ein: OIol' ^orre als Ingenieur und Modelleur. Und dieser ist doch wohl dieselbe Person mit dem Unsrigen. si.^ Arredondo (Jsidoro). Die vielen Beweise seiner Geschicklichkett erwarben ihm, während er noch in die Schule des Ricci ging, den Namen eines königlichen Malers, und die Achtung seines Lehrers in einem solchen Grade, daß er von ihm zum Erben seiner Malereyen, Zeichnungen, Skizzen u. s. w. eingesetzt wurde. Er fand an Carl II. einen freygebigen Gönner, und malte für ihn die Galerie del Cierzo im königlichen Pallaste, zwey Bilder mit der Geschichte Amor's und der Psyche, und viele andre Sachen. Auch verfertigte er, weil er geschmackvoll in Wasserfarben malte, viele Decorationen för das Theater von Buen Retiro, und die Triumphbogen rc., die man beym Einzüge der Königin errichtete. Einige historische Stücke von ihm befinden sich in den Kirchen zu Madrid. Fiorillo IV. 290—291. Seine Geburt wird dort in i 653 gesetzt. -- — (Manuel). Fiorillo IV. 35 i weiß nichts weiter von ihm, als daß er königlichspanischer Maler gewesen, 17,2 gestorben sey, und Pedro de Calabria seine Stelle erhielt. Arreggio (Pablo de), ein solcher, uns bisher ganz unbekannter spanischer Künstler, und Franc. Neapoli, beydes Schüler von da Vinci, malten , 5 o 6 sechs Bilder an dem Haupt- altare der Cathedrale zu Valencia, und erhielten dafür 3 ooo Dukaten. »Besonders in einem derselben" (Tod der Maria) „sind zumal die Apostel ganz im Geiste des großen Leonardo. Auch die übrigen tragen völlig seinen Charakter in der Einfachheit der Komposition, dem großartigen ernsten Ausdruck, und den genauen, kräftigen Umrissen. Das Kolorit ist etwas eintönig und erdig. Auch von Helldunkel ist wenig mehr zu spüren. Sie haben übrigens sehr gelitten." Tü b. Bunstbl. 1823 S. 53 - Dort findet sich eine ausführliche Beschreibung derselben. si. 11.^ Arree (Georg), bedeutet den jüngern Georg vasar, von Arezzo, auf nach ihm gestochenen Blättern. Arretus. Artaria. 171 » > 't,! Arretus (Amandus), ein 1762 noch junger italienischer Maler, welcher sich damals (das Einzige was wir von ihm wissen) zu Dresden in dem Buche einzeichnete, das die Namen der fremden Personen enthält, welche die dortigekönigl. Bildergalerie besahen. si. II.^ Arrhenius ( ). Wir haben Gründe zu vermuthen, daß der Arstenius im Suppl. ein verfälschter Name des unsern und dessen Art. mithin hierher zu beziehen sey. Arriaga (Ludwig). So heißt bey Miliz,'a (Lci. terr.) 1. 319 unter dem Art. Alonso Ber- ruguet, eben auch nur beyläufig, ein uns bisher ganz unbekannter spanischer Baumeister, der die von Joseph Arropo 1669 in schlechtem Geschmack angefangene Faoade der Cathedrale von Cuenca fortgesetzt habe; ob in bessern!, wird nicht bemerkt. Arrieeee ( ), ein französischer Künstler, lebte um , 8 o 5 in Rom, und arbeitete damals an einem 24^ hohen Gemälde, welches die Geschichte des Horatius Cocles vorstellt. »Es würde" (heißt es irgendwo) »vortrefflich seyn, wenn er nicht so viel daran ausstriche M." sll.^ Arrighi (Joseph) Lanzi (LU. ters.) I. 246 ohne seinen Namen zu bemerken, nennt ihn einen der liebsten Schüler des Franceschini, von dem aber vielleicht nichts im Publikum bekannt sey, als woran auch sein Lehrer großen Antheil gehabt. — — ( ). Ein Kunstliebhaber zu Florenz neuerer Zeit (wohnte auf dem Trinitäts- Platze, Pallast Buondelmonti). In seiner Sammlung befand sich, wahrscheinlich Simon Mem- mi's Originalbildniß der Madonna Laura, welches in Vergleichung mit demjenigen Miniaturbild in dem berühmten Codex des Petrarcha, den die Laurenziana aufbewahrt, auch von dem Grafen Cicognara für authentisch erkannt worden. Der Besitzer gab davon einen Kupferstich heraus. Tüb. Lunstbi. 1822 i 36 . Ist dieß wohl ein anderes, als dasjenige, welches sich in der Prachtausgabe von Petrarchs Werken (Fol. 18,9.) an der Spitze des ersten Bandes befindet? sl. II/I Arrigoni (Anton). Dieses gegen Ende des XVII. Jahrh, geborenen Künstlers eigenhändig gemaltes Bildniß fand sich um ,780 in der Sammlung von Malerbildnissen , die der Graf Firmian zu Leopoldskron bey Salzburg aufbewahrte. — — ( ). , Theatermaler an dem Nar tionaltheater zu Brunn ,8n. Jffland's Almanach für's Theater 1812. Berlin. S. 279. Arrigucci (Lukas). Miliz,'» (L6. lerr.) II. 148 im Art. von Honor. Lunghi, nennt ihn wohl richtiger Ludwig und, als eine seiner Bauten, die Faoade der sonst eben ziemlich geschmacklosen Kirche St. Anastasia zu Rom, von einem andern Meister. Von dieser Faoade heißt es dann: »Ungeachtet sie zwey Säulenordnungen, und zwischen beyden eine Corniche mit Ptlastern und unnützen Vorsprängen (inutils risaltc») habe, sey sie doch ganz lustig anzusehn, und gefalle." Arringhi. Ein solcher Wird im Tüb. Runstbl. 1818 S- Z 4 nebst Bosio, Boldetti, Murangoni, u. s. f. unter denen genannt, welche uns viele Gemälde der ersten Jahrhunderte der christlichen Zeitrechnung aufbehalten und erklärt haben. sUJ Arriee ( ). Dergleichen Arbeiten wie das Suppl. gedenkt, finden sich auch von ihm nach eigner Zeichnung in den l'sdleaux toxo^raplrigues clo la Luisse; so wie er ferner Gebäude und Verzierungen zu einem Blatte in Fol. stach, ,was Grundriß nebst Prospekt und Ansicht vorzüglicher Gebäude zu Warschau nach Rizzi Zannoni darstellt- Arriree fertigte dieß in dem Jahrzehend 177 . . Arroyo (Baptist de), der Kaiserin Hofta- pezier, welcher sich im Gefolge derselben 1H66 auf dem Reichstage zu Augsburg befand. sl. III — — oder Arroya (Diego de). Erstrer ist sein richtiger Name. Neben Anderm zierte er, in Gesellschaft von Franz de Villa- diego in i52v die Chorbücher der Cathedrale von Toledo mit seinen Miniaturen. Fiorillo IV. 87-88. — — — — (Johann de). So nennt eben dieser Schriftsteller I. 0. Zoo einen der unbedeutenden Maler und Akademiker von Sevilla in der ersten Hälfte des XVII. Jahrhundert. Ob ein Nachkömmling des obigen Diego, ist ist uns unbekannt. — — (Joseph). So nennt Milizia (L6. terr.) I. Z19 einen, uns bisher gam unbekannten spanischen Baumeister, der im I. 1669 die Faoade der Cathedrale von Cuenca, in schlechtem Geschmacke zu bauen anfing. Fortgesetzt wurde dann solche von dem oben angeführten Ludwig Arriaga. Daß Alonso Berruguette an dieser Kirche, welche manch Schönes neben großen Fehlern enthält, gearbeitet habe, ist unrichtig. Wohl aber ist von letzter», das anliegende , durch die Manigfaltigkeit seiner in großem Geschmack ausgeführten Ornamente der merkenswerthe anliegende Kloster. I^I. II.^ Arrumbeldo (Joseph), wird in des N. Mameranus Kvrtze vnn eigentliche verzeychnus der Römischen Kayserlichen Mayestät, vnnd jhrer Mayestät Gemahels Hofstats--so auff dem Reichßtag zu Augspurg, im Jar i 566 daselbst erschienen seind rc. Augsburg 4°. im Gefolge des Kaisers als dessen »Kundterfector vnd Maler" aufgeführt. Ersichtlich ist aber hierunter der Maler Joseph Arcimboldo zu verstehen. Arsenius, ein Schönschreiber, siehe oben Abraham. Arsenne ( ). So heißt ein französischer Künstler, welcher auf dem Salon zu Pa, ris 1822, nebst mehrern Bildnissen, die Ansicht eines Landhauses zu Anteutl (ob gemalt oder bloß gezeichnet, wird nicht gesagt) ausgestellt hatte- sl. H.^ Ar seenius (C.). Dieser Name ist glaublich eine Unrechtschreibung des im Lex. und oben gedachten Malers Arrhenius. Artaria oder Araria (die). Von diesen berühmten Kunstvcrlegern finden wir die erste Spur eines solchen zu Wien um 1780, für welchen mehrere gute Künstler arbeiteten. Dann hieß es noch im Tüb. Morgenbl. 1807 S. 344 von ihnen, daß sie, nebst andern Kunsthandlungen zu Wien, ganz artige Geschäfte machen. Ein andrer dieses Geschlechts befand sich in Bayern; ein dritter in Mannheim. Dieser letztere war (i 8 , 3 ) Besitzer einer wunderschönen mit Menschen und Vieh staffieren Landschaft von Potter, welche er bald darauf um eine bedeutende Summe an den Grafen Czerni in Wien losschlug. Eine ausführliche Beschreibung .-I 172 Art and. Artois. dieses Bildes s. l. c. i8iö S. 9>k> u. 92» und hieß es damals, Kunz sollte es stechend Artau d ( ), von Lyon, ehemaliger Obrist-Licutenant, Correspondent des Instituts zu Paris und Direktor des neuen Museums seiner Vaterstadt, für dessen eigentlichen Stifter er zu betrachten ist, ein eben so bescheidener als unterrichteter Mann, der Gelehrsamkeit und Geschmack mit vieler Anmuth der Sitten vereint, und namentlich in theoretischen sowohl als praktischen Kenntnissen der Malerey, Kupfer- stecherey und mehr andern Zweigen der bildenden Künste bewandert ist. Er selbst besaß eine Sammlung griechischer und römischer Alterthümer, besonders schöne und gut erhaltene Vasen, welche nachher an ermeldtes Museum kamen, und ihm zu ordnen aufgetragen wurden. Schon früher gab er: I)e8eriptic>n d un Mossi^ue rep>re8en tant le8 leux du (Ürcsue decouvert ü Q^on le 18 k'evr. 1606. Jmperialfol. 2« S. mit einem ausgemalten Kupfer, welches er selbst gezeichnet und gestochen hat, (ein Laborde's Mosai^ue d'italicL nacheiferndes Prachtwerk). Wohl verschieden hievon ist es noch, wenn es anderwerts heißt: „Gestochen von ihm kennt man ein in der Nahe der Abtey Ainay 1808 gefundenes altes Mosaik, welches die circensi- sche» Spiele vorstellt, nebst einer Beschreibung von ihm (gr. Fol. mit mehrern Blättern) L^on «des LaUanelie ei elie8 lVorrnsnd. Er lebte noch wenigstens 1811. Seine Anfangs berührte Charakteristik findet sich in dem französischen Monireur vom 3 . Aug. i 8 i 3 . Lorck. diotiee de8 ^ntiquite8 et de5 lableaux du A1u8ee de I^on 8°. I^oii 1808 clies Lal- lauelic. — — ( ), wahrscheinlich von Geburt ein Franzose, aber Mitglied der Akademie von Cortona. Bey ihm sah' man 1809 zu Paris eine Bildersammlung von lauter italienischen Künstlern aus den vier Jahrhunderten, welche der Periode von Raphael vorhergiengen, die er in einem kleinen raisonnierenden Catalog erläuterte, welcher zur Aufschrift führt: 6on8iders- tions sur l'etut de la peinture eu Italic dai>5 leg ljuatrc 8ieele8 9U1 ont preeede eelui de lia^lrael. Allein es walteten mancherley Zweifel über die Authenticität wenigstens eines Theils dieser Bilder ob. Auch haben wir seither über das Schicksal derselben nichts weiter vernommen. Areaur ( ), kommt 1799 als Portrait- und Miniaturmaler zu Dresden vor. S. Dresden zur Rennrniß seiner Häuser rc. 7 lrraperires, König von Persien, drechselte sehr schön und hatte sich dieser Kunst so hingegeben, daß er darüber das Regiment vernach- läßigte! Frislus Ceremonie! der Drechsler S. 285 u. a. m. sl.^I Areeaga (Johann de) Fiorillo IV. 199 und 280 nennt ihn aus Versehen gedoppelt. Geb. zu Cordova 16,0. Sein zweyter Lehrer, Velazquez, verschaffte ihm zu Madrid die Erlaubniß, die Bildnißmalereyen von Tizian, Rubens und Vandyk in den königlichen Zimmern kopiren zu dürfen, wodurch er sich ein vortreffliches Kolorit erwarb. Nach seiner Rückkehr in seinen Geburtsort malte er verschleime Scenen aus der Legende des heil. Franziscus für den Kreuzgang des Klosters gleiches Namens daselbst, und unterzeichnete alle Bilder mit der stattlichen Inschrift: xinxit, wiewohl er die meisten Kompositionen von Kupferstichen entlehnt hatte. Diese und ähnliche Freyheiten, die er sich nahm, bewogen seinen Lehrer, Ca- siillo, auf ein Gemälde von sich die Worte: iVow pinxit -Ilkaro, zu setzen. Nachdem er das Porträt des Bischofs Juan de Alarcon und die Bildnisse seiner Vorfahren nach alten Originalen gemalt hatte, kehrte er nach Madrid zurück, wo er viel beschäftigt, und von dem großen Liebhaber der Künste, dem Admiral de Castilla, zu dessen Maler ernannt wurde.^ Er starb im I 1680. Seine kleinen Porträte in Oel werden sehr geschätzt, vorzüglich wegen ihres schönen Kolorits; er war auch Dichter und hat mehrere Manuskripte hinterlassen, die biographische Nachrichten von Becerra, Cespedes und Velazquez enthalten und nach seinem Tode von Palomino benutzt sind. Seinen Tod setzt übrigens Fiorillo an der einen der genannten Stellen schon um 1667 an. — — y Alfaro (Matthias), ein spanischer Maler, Schüler von Johann de Valdess Leal. Zu Sevilla findet man von ihm eine große Anzahl hübscher Werke. Sie stellen fast sämmtlich Ansichten von Tempeln, Pallästen, großen Straßen und Gärten dar, weil er dabey seine gründlichen Kenntnisse der Perspektive zur Schau legen konnte. Er war ein thätiges Mitglied der Akademie zu Sevilla, und hat auch einige Blätter in Kupfer gestochen. So z. B. nach Franz de Herrera aus der Kirche St. Francisc zu Sevilla die Kirchenlehrer die das Sakrament anbeten, und eine Empfangniß der Maria. Fiorillo IV. 220 und 33 (s. fl. ii.^j Arremisia, s. Gemileschi im Lex. und Suppl. Arrer ( ), ein Dilettante aus Zürch, nach dessen Landschaften Brodtmann daselbst lilhographirte Blätter gegeben hat. Tüd. Bunstdl. 1822 S. "2. Arrica (Franz de), aus einer edeln Familie von Huesca, war Maler und Architekt. Er gab sich auch mit der Mathematik, Kupferstecherkunst und Poesie ab, und bewies eine große Universalität des Geistes ('), Er starb im Jahr 1711 und hinterließ ein Legat zum Beßren einer Lehrerstelle der Mathematik in Huesca. Fio- rillo IV. 37ü. Artiquez (Castiel i), ein spanischer Baumeister, s. unten Castiel. Artner (Wolf), ein Münzwardein, siehe oben Ardner. Artsis (Franz), ein Goldschmied aus der Picardie, wurde 1672 zu Lyon, als die französischen Katholiken zur Zeit der Pariser-Blut- Hochzeit wütheten, umgebracht. C r 0 c > u s Groß Marryrbuch 1617 S. 1^27. sl.^I — — (Jakob van). Seine Landschaften sind in einer großen Manier gemalt; Himmel und Fernen sind gleich (^) und von vieler Abwechslung; die Bäume haben schöne Formen, und scheinen von der Luft bewegt zu seyn; die Vorgründe zeigen eine reiche Vegetation. In (>) Seme wichtigsten Schriften sind: Eine Abhandlung über den Festungsbau (8° I» korlikesdon elcmcnwl.); vs Llogucncia Lsx-auoola; und ein Lustspiel: Llasones Aragon en la conguisra Ue Huesca ^ balalla de ^lcaiar. (2) Soll wohl heißen leicht. A r t o p ä u s. 173 Absicht auf Kraft scheint er Tizian studirt zu haben. Er würde ein großes Vermögen erworben haben, wenn er minder Ehrgeiz besessen hatte, es den Großen gleich zu thun, die er auch durch seinen Witz belustigt hatte. Er malte im Großen, wie im Kleinen. Fiorillo D m bg('). In Deutschland besitzen von dem Unsrigen: Die Galerie zu Wien eine i/^ 8" br. und icff 9" hohe gebirgige Landschaft, mit kleinen Figuren staffirt; im Vorgrunde die Geschichte St. Star nisla's Kostka, wie er auf der Reise nach Rom von zween Engeln in einer Wildniß gespeist wird; als Pendant ein gleich großes Bild in ebener Landschaft, wo St. Francisc Dorgm sich vor einem auf ihn fallenden Lichtstrahl demüthigt. München hat drey etwas minder große Bilder; eines darunter Hohlweg durch einen Wald in herbstlicher Iahrszeit, mit Figuren von Teniers^). Dresden besitzt von d'Arrois eine Landschaft mittlerer Größe, mit Gesträuche, in der Ferne weidendes Vieh. Der H. Hofgerichtsadvokat Schmidt zu Blei (1809) eine Sommerlandschaft, und dann eine besonders reiche (im Vorgrund eine herrliche Eiche) mit Personen zu Pferd und zu Fuße, das Ganze kunstreich beleuchtet. Hei- necke (Viel.) führt i 3 (a. I>. »6) Blatter an, welche W. Hollar nach ihm (zweye jedoch nach I. Wildens) von 1644—Usht (»- K- 12) gestochen hat. In neuern Tagen dann kennt man ebenfalls nach ihm zwey Landschaften von M. G. Eichler. Arr 0 paus ( ), ein Buchbindergeselle zu Leipzig, in der letztem Hälfte des XVIII. Jahrh. Er schnitt Schriften (besonders Titelschriften) für die dasige Schriftgießerey des bekannten Breitkopf. Busch Handb. der Erfindungen II. 220. Artvelt (Andreas van). Nach ihm hat S. v. Bolswert, für des Gillis Hendricx Verlag, einen Seesturm in quer Fol. gestochen. Artz, s. Arzt im Suppl. und unten. Arwie d son oder Arrvidson (Trul), Kupferstecher des königlichen Antiquitaten-Ar- chivs zu Stockholm, sandte in -706 an einen berühmten Hamburgischen Theologen gedruckte Proben von einem sehr operosen Werke, mittelst dessen die Davidischen Psalmen in der Grundsprache durch Noten nach der jüdischen Komposition vorgestellt werden sollten. Die Melodiken waren alle Eines Schlages, und dazu jämmerliche Gassenhauer. Marthesou musikal. Patriot. Von Ebendemselben kennt man das Bildniß des Stockholmer - Theologen I. I. Leibnitz. Arzberger (Christoph Daniel), ein Kupferstecher, geb. zu Creglingen I/ 5 Z, lernte bey C. W. Bock in Nürnberg, und arbeitete auch einige Zeit dort, um 179a aber zu Erlangen. Nach einer 1781 gefertigten Zeichnung seines Lehrers, As. hat Arzbergre sein eignes Bildniß in kl. Fol. gestochen. Schad's pinacor-ek S- 161. 236 . 261. Einige in unsrer Quelle befindlichen irrige Namensschreibarten, haben wir oben gebessert. Arzberger (Hieronymus), des Bischofs von Minden Münzmeister zu Minden in i 588 . Hirsch deutsch. M»n?arch. VII. 246. — — (Peter), ein Münzmeister, ist obiger Arnsperger. — — ( ). Ein solcher gab Anleitung zum Feldmessen. 8°. Coburg 1799. Homers Geschichte der Kriegskunst. sl.^ Arzere (Stephan dell'), lebte um i 5 vo. Außer Padua ist er wenig bekannt. Ueber einen gekreuzigten Christus von ihm zu St. Johann di Verzara sagt Lanzi (L6. wr?..) III. 12b, daß er darin den Tizian habe nachahmen wollen, aber etwas in's Grobe gegeben. Ucbri- gens war er ein ziemlich erfahrner Frescante. Dann zierte er, gemeinschaftlich mit Domini- cus Campagnola, und dessen Verwandten, Gualrieri, einen großen Saal mit einer Menge Figuren von Kaisern u. a. berühmten Männern, in beynahe colossalischer Größe, der daher der Riescnsaal genannt wird (H. Späterhin wurden diese Bilder auf die Bibliothek gebracht. Die meisten Figuren sind idealisch, die Zeichnung verschieden; in vielen edel, in einigen plump. Das antike Costum ist nicht durchgehends beobachtet; das Kolorit blühend, und das Helldunkel schön, so daß es wenig Werke in Italien giebt, die sich, nach so langer Zeit, so gut erhalten haben. Auf seinen Bildern schrieb er sich: Lteksuus pastorinus. Bey Bvandolese heißt es: „Seine Zeichnung war gut; allein seine Köpfe und seine Carnation sind nicht zu loben. Dennoch ist er immer unter die guten Maler seiner Zeit in Padua zu rechnen. Arzt (David Heinrich), Kupferdrucker zu Dresden, wo er in 1812 die Wittwe seines Kunstgenossen Kolli ehlichte. Eo. — — (Franz Christoph von), ein Bildnißma- ler, der um 1890 zu München arbeitete. Für zwey lebensgroße Bildnisse der damaligen bayerischen Ehurprinzen wurden ihm 130 fl. bezahlt. Llpowsky. Ob derselbe mit dem Mechaniker gleichen Geschlechts in unsern Zusätzen in Ver- wandtschaftsverhältnissen stuhnd, ist uns unbekannt. — — (Simon), ein Steinmetzgeselle, der in 1714 zu Dresden arbeitete. sl -4 As (P van), ein Gemaldeverzeichnißzeigt von einem solchen Künstler eine auf Holz gemalte Landschaft an, mit einem Reiter auf einem Schimmel, vor ihnen ein Hund. Unstreitig (<) Nach Descamps II. 2IZ— 215, welcher indeß Manches an ihm auszusetzen weiß: Einige seiner Bilder seyen nachgedunkelt, was vielleicht daher rührte, daß er einige Stellen bisweilen drey und viermal übermalte (glaxoir). So mannigfaltig sey er doch nicht, wie z. B. van Uden, da er seine Studien bald immer in den Gehölzen von Soignies machte. Dann führt er von ihm Arbeiten an, die der Prinz Carl zu Brüssel besaß, mit Figuren von Teniers. Baut, Michau u. a. staffirt; ferner eine schöne Landschaft zu Mecheln in der Nonnenkirche von Liliendael, von seinem Schüler Huis- mans ritoceirt; bey den Charitäts-Lrüdern zu Gent acht große in einem Zimmer; zu Düsseldorf zwey schöne. (2) Von Männlich urtheilt von dem Unsrigen: «Mit der Entschlossenheit eines Mannes, der seine Kraft kennt, und des Erfolgs gewiß ist, schilderte er die Natur auf eine geistreiche Art mit breiten, markigten Pinselstrichen, und ahmte sie in ihrer Verschiedenheit der Jahrszeiten mit energischer Wahrheit nach." (z) Ob etwa dasselbe Werk, welches im Lex. der Riesensturm heißt? Mir glauben es kaum. 174 As am. ist aber hierunter der Peter Joh. von Asch de-' Lex. zu verstehen. sl. H.^ Asam (Cosmas Damian oder Do- manian, und Egid), deren jener zu Benedikt- Bayern, und dieser zu Tegernsee in Bayern geboren wurde, zwey Brüder, welche im Lex. unter dem Namen Gosman Daniel und Egid Assan und Assann, anderwerts auch als Assam, Assamm, Asan und Ason erscheinen. Der erste wiedmete sich der Malerkunst, der andere der Sculptur und Stukkatur-Arbeit. Beyde studirten zu Rom, wo Cosmas in dortiger Akademie den ersten Preis erhielt. Derselbe arbeitete in Oel und Fresco; in letzterm bestand jedoch die ihm eigene Stärke. Einen Bandwurm langen Art. über beyde s. bey Ltpowsky I. »Z und H. 2i2-2iZ. „Des Cosmas Pinsel" (heißt es dort) „war kräftig und keck. Harmonie der Farben zeichnet sich in seinen Gemälden besonders aus; seine Figuren sind gut gezeichnet, schön gruppirt, und im Einklänge handelnd dargestellt; seine Einbildungskraft ist feurig, und seine Erfindung geistreich; daher sein großer Ruf im Jnn - und Auslande.'' Kürzer, und wohl gründlicher sagt von ihm der H. von Männlich: „SeineKomposition, Färbung und Zeichnung tragen das Gepräge der neuern italienischen Schule, welche zwar eine gewisse Anmuth mit Kraft zu verbinden lehrt, wo aber der feinere (bessere) Kenner nicht selten die Bedeutung, und reine Nachahmung der schönen Natur vermißt." Beyde Brüder ließen sich zu München häuslich nieder, und waren in sehr guten Umständen. Cosinus besaß zu Thalkirchen (einem Wallfahrtsort) unweit der Stadt, ein angenehmes Schlößchen, das er sich, nebst einer Kapelle, die er Maria-Einsiedeln nannte, selbst erbaute, und ersteres von innen und außen, nach malerscher Laune in Fresco verzierte, was gegenwärtig noch sichtbar, die Kapelle hingegen nicht mehr vorhanden ist. Hinwieder baute Egid auf seine Kosten 17ZZ—1740 die Johannis- Kirche sammt dem Priesterhause zu München, welche er und sein Bruder überreich mit Gemälden und Stukkatur-Arbeit schmückten. Als in der Galerie befindlich nennt von Männlich von Cosmas in Oel: Eine Madonna auf dem Thron, das Kind auf den Knieen; zu ihrer Linken St. Rosa, zur Rechten St. Dominic mit einem Engel M 9" 6 '" hoch, 5 ^ 4" br.); dann in Fresco: Die Gewölbe der Pfarrkirche St. Jakob zu Jnspruck; einen Theil von demjenigen zu Einsiedeln in der Schweiz; die Decke der Klosterkirche zu Weingarten, und den großen Congregationssaal zu Jngolstadt, mit einem rc. welches, wie gesagt, Liporvskp fast ungemes- scn ausfüllt. Bald überall, wo Cosmas malte, fügte Egid seine Stukkatur hinzu. Noch nennen wir von dem erstcrn die Kuppel über der Treppe im Schlosse zu Schleisheim: Venus, wie sie für den Aeneas beym Vulkan Waffen bestellt; im Hintergründe die trojanische Flotte. Dann wird als außerhalb Bayern von ihm befindlich z. B. von Dlabacz: Die große Kirchen- decke auf dem Weißen-Berge unweit Prag (>728), und anderwerts der Speisesaal im Kloster Schwarzach in Franken ein mittelmäßiges Werk genannt; und besorgen wir, daß dieses Urtheil sich mit Recht noch auf viele andre seiner Arbeiten erstrecken dürfte. Sein letztes war das Ausmalen einer Kirche bey Friedberg in Bayern. Gestochen nach ihm haben Bildnisse fürstlicher Personen I. A- Corvinus, I. I. Kleinschmidt, I. Moerl und I. A. Wolfgang. Geschichtliches eine Madonna mit dem Kinde Jungwirth, und ein kleines Devotionsstück I. H. Störklin. Dann der schon genannte Wolsgang, nach seiner Zeich- Asch. n»ng, die Bildnisse zu dem von den Jesuiten publizirten Werke: I)e8crlplio Uistorica utrius- 911M lortunae dkaximiliani Kmariuc1i8 , Llec- lorls. kol. keliexonti 1715. Gestochen hat er selber, in G. C. Kilians Verlag, nach eigener Zeichnung, ein Altarblatt: St. Francisc vor der H. Jungfrau in der Höhe, von Engeln umgeben, und ein ähnliches Blatt: Einen Bischof, der ein Buch von St. Joseph erhalt, dieß geistreich geätzt. — Nach dem Bildhauer Egldius dann haben gefertigt: Jungwirth ein kleines Blatt: St. Anastasia, Schutzpatronin von Benedict-Bayern, und Moerl das größere eines Ritters der unbefleckten Empfangniß. Cosmas Damian st. 1742 nicht 1709, wie das Supplement irrig sagt; Egidlus etwas später. sH.^I Asam (Hans Georg), Vater der vor- stehnden Cosmas Damian und Egidrus dieses Geschlechts, war Oel- und Frescomaler zu München, und st. 1696. — — (Hans). Gehülfe des kaiserlichen Hoftapezier wilh. veptur, s. des letztem Art. im Supplement. — — oder Asum (Johann). Nach ihm stach E. Schaffhauser ein schlechtes Titelkupfer zu M. Raßler's Vindioatio contra Vinsicias, welches Buch zu Kempten 1714 in Fol. erschien. si. Il/s —^ — oder Assan, vermuthlich Sohn des berühmten Rosmas Damian Asam oder Assan zu München, lebte als Geschichts- maler in der letzten Hälfte des xvm. Jahrh, geraume Zeit in der Weide zu Bamberg, und st. in sehr dürftigen Umständen (nach Andern ertrank er im Rhein bey Mainz). Mehrere Bewohner Bambergs besitzen verschiedene Köpfe, und in Kirchen dortiger Umgebung befinden sich einige Altarblatter von seinem Pinsel. Im Dome zu Bamberg werden noch die Bilder des H. Kaiser Heinrich, und seiner Gemahlin Kunigunda, während den Fesizeiten aufgestellt. Weder durch besondere Zeichnung noch durch Komposition erwarb sich dieser Künstler Achtung; nur ein glühendes Kolorit zeichnete seine Arbeiten aus. Bey der edeln Unterstützung des Domprobsts Lothar von Stadion hätte er, nach seine« Naturanlage, ein weit größerer Künstler werden können, wenn er sich nicht dem Müssiggang und Trunke zu sehr ergeben hätte. Jack. si- n ^ — s- Lex., im Suppl. und unten Assan. Ascani (Pcllegrino). So nennt Lanzs (LU. tcrL.) IV. 55 einen trefflichen Blumenmaler des XVIL. Jahrh., gebürtig von Carpi. si.^I Ascanio, s.Dom. vanwjme. Salz- dahlum s. v. Ascan. (k. Don 6uiUo), inven. und L. ? 388 aru 8 Koni. kecit. So ist ein von Paul Gratiani i 58 o zu Rom verlegtes Kupfer bezeichnet, was die allegorische Figur ObeUientia darstellt, in der Gestalt eines Weibes, welche die Symbole verschiedener Tugenden trägt. Vermuthlich war Ascamus ein Religiöse, und dann bedeutete das vordere k. seines Namens wohl Pater. Asch (Johann ab), ein Maler, nach welchem Dom. Custos das Bildniß des Andr. Athem- städt, Arztes der Provinz Oestreich, in 4°. gestochen habe» soll. Er muß gemäß dieses Bildnisses um 1690 gelebt haben; vielleicht war er der Vater deS perer Johann van Asch. Jr- 175 Asch. gendwo rubrizirt man^auch von einem Johann van Asch zwey Seestücke auf Leinwand gemalt, mit einer Menge verschiedentlich beschäftigter Figuren. sl-H Asch (Peter Johann van). Von ihm besitzt in Deutschland, unsers Wissens, die einzige königl. baycrsche Galerie zu Lustheim eine kleine Landschaft auf Holz, mit der Aussicht auf ein Dorf und einen See. In dem Katalog wird er mangelhaft p. v. As geschrieben. Liorltto D. m. 67 rühmt seine Arbeiten vornehmlich wegen ihrer Lieblichkeit. — — ( ), ein Graveur zu Berlin, wo er 1809 unter den Bezirksvorstehern der dortigen Bürgerschaft erscheint. ^0. Aschenbrenner (Michael), wurde i5g5 von Reichs wegen, als Münzmeister des Churfürsten von Brandenburg verpflichtet, Hirsch reursches Münzarchiv III. 48. Ascher (Julius Ludwig), aus Hamburg; zeigte auf der Dresdner Ausstellung 1821 mehrere Köpfe die er, in Contouren gezeichnet, kopirt hatte. Damals war er ein Zögling der Kunstschule zu Dresden. Aschleben (Matthias), so soll ein Münz- wardein der Aebtissin von Quedlinburg um 1620 geheißen haben. (^0. Aschlop (H.), ein englischer Kupferstecher um 179», der, einer Buchhandleranzeige zufolge, ein Vorschriftenbuch nach Wilh. Thomson gestochen hat. sll.^ Aschmann (Johann), geb. zu Thals wyl am Zürchersee 1747. Derselbe wurde ländlich erzogen, und wiedmete sich anfänglich der Musselin-Fabrikation. Dann erwachte bey ihm der Trieb zur Kunstmalerey. In 1765 kam er zuerst in die Lehre bey Joh. Martin Hurter, Maler und Kunsthändler zu Schaffhansen, wo er Bekanntschaft mit dem geschickten Zürcherschen Bildnißmaler Dälliker machte, der ihm seines Fleißes und guten Aufführung wegen sehr gewogen war, und zu Ausbildung seiner Talente nicht wenig beytrug. Allein sein dürftiger Vater rief ihn nach Jahresfrist wieder nach Haus, wo er, mitten unter der Kunst ganz fremden Arbeiten, dennoch derselben unveränderlich getreu, und nachdem er in 1777 sich verheirathete, nunmehr sich selbst überlassen blieb. Auf Anras then des bekannten Verfassers der Geschichte der Schweizermaler, Caspar Füßli's, ging er hierauf nach Bern, wo er in dem Wagnerschen Kunstverlag arbeitete, welcher damals die helvetischen Eisberge, nach Wolf's Zeichnung, kolorirt in's Publikum förderte. Diese Kunstgattung sagte dem Unsrigen ganz besonders zu, und fertigte er in derselben bald hernach (1778) auf eigene Rechnung sein erstes Blatt, welches das Dorf Küßnacht, vor und nach der damaligen traurigen Ueberschwemmung auf vier Bogen darstellte. Von da an war die Natur seine einzige Lehrerin, die er auf mancherley größern und kleinern Schweizertouren getreu nnd ämfig studirte, und diese Studien zu manigfaltigen Darstellungen von Ansichten zu Berg und Thal benutzte, welche er selbst ätzte und kolorirte. In dieser Gattung lieferte er auch 1787 ein beliebtes Blatt zum Andenken des in diesem Jahr von dem zürcherschen Artillerie-Kollegium auf der Wollishofer-Allmende gefeyerten Jubiläums. Um 1796 wurde er, nach seiner damaligen Ueberzeugung, in den helvetischen Revolutionsstrudel verwickelt, und blieb drey Jahre als Sraatss A s i 0 l i. gefangener, in dem zürcherschen Zuchthause, wo er indessen seine Zeit ebenfalls für die Kunst nichts weniger als müßig zubrachte. Nach seiner Befreyung (1798) ward er von der neuen Regierung zum Statthalter des Distrikts Horgen ernannt, und blieb an dieser Stelle bis zu der abermalige» neuen Ordnung der Dinge i. I. 180Z. Alle diese Umwandlungen hatten seinem Hauswesen, und zum Theil auch den wettern Fortschritten in seiner Kunst wenig gefrommt; und er st. in großer Armuth 18 . Einige nennen ihn, wohl zu hart, einen Kleckser, der sich durch seine bunt angepinselten Prospekte an der herrlichen Natur des Zürchersees versündiget habe. Aschmann ( ), der gleich vors stehnde, wird in unserm Suppl. s. v. Äesch- mann auf Aschmann gewiesen, wo er sich aber nicht finden laßt. Einer unsrer Freunde nennt noch von ihm zwey mittelmäßig geätzte, nums merirte, und daher wohl zu irgend einer Folge gehörige Blätter, deren eines Lavaters Lusthaus in der sogenannten Enge, das andre die Mühle zu Weißlingen (Dorf im Kant. Zürch) darstellt. Aschpacher, s. Schabe! im Suppl. Asciano (Johann d'). Es sind iZ Bilder, mit welchen er zu St. Gemignano diejenigen seines Meisters Berna von Siena fortgesetzt, und die sich bis auf uns erhalten haben; sie sind besser kolorirt, aber minder gut gezeichnet, als Berna's seine. Zu Florenz genoß er die Gunst der Medicäischen Familie. (b)ck. terr.) I. 323. Ascione (Emanuel). Ein solcher war in 1797 als königlicher Ingenieur zu Neapel bes dienstet. ^0. Aseas. Ein antiker Maler sogenannter hetrurischer Gefässe. Sein Name befindet sich auf einem der vorzüglichsten derselben, das bey Päsium gefunden wurde, und das sich (1806) in der Porcellainfabricke zu Neapel befand. Dasselbe stellt den Herkules im Garten der Hespes riden dar. Eine Abbildung davon s. in M>l- IlNS keintures cles Vaso8 sn1i 1 - 3 . Asem auch U se m ( ). So heißt bey Liporvskp (ll. 2iZ) ohne Weiteres ein Bildhauer, der um 1612 zu München — wie man zu reden pflegt, geblühet habe. sli.^ Ashby ( ). So heißt bey Fio- rillo V. 793 ein englischer Künstler, der >802 ein Bildniß des berühmten Walker (dessen Lexikon zur eigensinnigen Aussprache des Englischen so sehr gepriesen wird) vollendet (?) habe. Ohne Zweifel der nämliche, der in unsern Zusätzen bestimmter „Kupferstecher" genannt wird. sl.^I Asbfield (Edmund). ^ Derselbe war aus einer vornehmen Familie gebürtig, vertue nennt von seinen Bildnissen dasjenige des Sir- John Bennet, nachherigen Lords Ossulsion, und ein kleines einer Lady Herbert zu Burleigh. Liorillo V. 45r. Asht 0 n (William). So hieß der Präsident der i. I. 1787 zu Livervool, nach dem Muster der königlichen, gestifteten Malergesellschaft. ^10- rillo V. 871. Asioli (Joseph). So heißt irgendwo ein Kupferstecher zu Bologna, der nach einem alten 176 A 6 n c. Aspe r. Gemälde das Bildniß des Cl. Merulus gestochen haben soll. Ohne Zweifel von Ebendemselben (hier mit dem Beynamen di Eorr. (eggioL) kennen wir, wahrscheinlich aus ganz neuern Tagen, nach Joh. Ciaroli's, ebenfalls mildem Beynamen di Eorr., Zeichnung eine Madonna mit dem Kinde, zwischen zwey weiblichen Heiligen, von welchen die eine knieend ein Glas, darin eine Frucht, die andre aber stehend, in der Rechten eine Platte, in der Linken einen Palmenzweig tragt. p. in ^lbi- nea, per- quostla oliiesa. Zart, aber etwas hart gestochen. Zu irgend einem Werke gehörig. Oben am Rande steht: p. iäo. sl. 11.^ Asne (Michel l')> Man hat zu Weniges von seiner Hand, was reizend und was schön zu nennen wäre, und dagegen zu Vieles, was nach dem schalen Handwerke schmeckt, als daß man ihm unter den ausgezeichneten Kupferstechern einen Platz einräumen könnte. Meh- reres arbeitete er für den Verlag des N. de Mathoniere (später im Verlag des Jakob Ho- nervogt); doch führte er auch einen eignen Verlag , für den z. B. I. Briot arbeitete. Auf mehrern Stichen hat i'Asne seinen Namen lateinisch Aslinus geschrieben, Asner (Franz). Er radirte schlechte Blatter zu Dobrizhoser's Geschichte der Abipo- ner, übersetzt von Kreil. Wien 1783 —1784 4 Thle. 8°. Nach Aussage des wienerischen Kommerzialschema'S auf 1791, lebte er damals noch zu Wien. — — (Fr.). Kunsthändler zu Berlin; er ließ durch Dähling um 180Z, die Zusammenkunft des russischen Kaisers mit dem Könige und der Königin von Preußen zu Memel 1802 in ein Gemälde bringen und dann solches durch Bolt in Kupfer stechen. Biester'« neue Berliner Monatsschrift 1806 S. 78.^ 16». Ebenderselbe kündigte 1808 ein Seitenstück zu den vielen Vorstellungen der bekannten Monarchenzusammenkunft auf dem Niemen vor, welches die sämmtlichen hohen Personen tnach dem ersten Besuche) bey einem Male zeigt. Die vielen Portraits dürften das Beßte darin seyn. Tüb. Mor^enbl. 1808. In gleichem Jahr gab er Zuge des Muths und der Tapferkeit im preußischen Heere während des vergangenen Kriegs, gestochen von Bolt k. 0. 96V. sll.^ — — (Leonhard). Im Suppl. lies Mansfeld. Leonhard stach auch ein sehr mittelmäßiges Titelkupfer zu dem von Denis, Wien 1768 gr. 4°. herausgegebnem Ossian; dann zwey anatomische Kupfer nach eigner Zeichnung zu Wasserberg's I^asoieul. primus operum rni- «orum rneclicoruin et äissortalionuM. Vin- llob. »776 80. Ason. So heißt in le Fjoir's Muses kies monumenls kr-rncois ein alter, uns bisher ganz unbekannter geschickter französischer Architekt , der im I. io 5 o die Kathedrale zu See; in der Normandie gebauet habe. dlvuv. ries e^rts 1. 45 . Aspaas (Suend), ein von Roraas in Norwegen gebürtiger geschickter Baumeister der letzten Hälfte des XVIII. Jahrh. Er vollführte einige Kirchenbauten zu Hedemarken. O)ein- wich Runsthlstorie S. 227. sll.^ Aspari (Dominicus), Pros. der Zeichenkunst zu Mailand, gab 1808 16 von ihm gezeichnete und geätzte Prospekte dieser Stadt ü 2 Q. 12 8. Mailänderpf. sl.^j Aspasius. Andre nennen ihn As- pasias. Eckhel führt von ihm noch eine zweyte Minerva salutikera an, die sich im Kabinette des H. Josephs de France in Wien befindet. Aspe (Simon de), ein spanischer Kunst- sticker zu Ende des XVI. Jahrh-, der neben Anderm in der Kathedrale zu Burgos beschäftigt wurde. Fiorillo IV. 92. sl.^ Asper (Hans). Er war aus einem alten Geschlechte. In Zürch mögen sich noch viele von ihm gemalte Bildnisse befinden, die aber durch Waschen und Putzen fast völlig zu Grund gerichtet sind; Holbeins Arbeit kommen sie indessen nimmermehr bey. Wo er Mann und Frau malte, wurden diese Familienbilder zum oftern in Form eines Brettspiels verwahrt. Wenn man die Kapsel öffnete, so zeigte sich auf der einen Seite jener, auf der andern diese. Diejenigen (recht guten) von Zwingst und seiner Stieftochter, Anna Reinhardt, nebst ihrem Kinde, sind auf der Zürcherschen Stadtbibliotheck ersichtlich; letztres vermuthlich dasjenige, welches Füßst noch in Privathänden sah, und eine schweizersche Edelfrau nennt, in weiß Atlas gekleidet, mit einer gelbgrauenKatz'aufdem Schooß, und daran die richtige Zeichnung, schöne Färbung und großen Fleiß ungemein rühmt. Auch Sandrarr spricht von des Unsrigen Bildnissen mit großem Lob. Das ehemalige (späterhin niedergerissene) Gesellschaftsbaus der sogenannten Zürcherschen Böcke (') war von Außen ganz von ihm mit den Beschäftigungen der zwölf Monate übermalt (^). Eben so befand sich am St Peterskhurn eine späterhin schlecht ritoccirte, jetzt (besser) ganz ausgetilgte, astronomische Zeittafel. Von dem Bilde, das jetzt noch auf dem Zürcher Rathhause steht, spricht schon das Lex. Ob er selbst in Holz geschnitten, scheint uns „och zweifelhaft; ein solches Bildniß von Zwingst tragt wenigstens sein Monogramm. Andre (die Bürgermeister G. Müller und Dieth. Röust, den Pros. Collin und den Geschichtschreiber I. Stumpf) hat Eonr.Meyer hundert Jahre spater, und letztres schon Dietr. Meyer in Kupfer geatzt; besonders aber Rudolf Meyer, nach seiner Zeichnung die Blätter zu Maurers Helvetia 8snew. „Dann zeichnete er auch", wie Füßli sagt, und wir nicht recht verstehen, »die Thiere, Vö- gel und Fische m Conr. Geßners Ilistoriu sni- malium (Zürcher-Ausgabe! nebst noch einer erstaunlichen Menge von Kräutern, Blumen, Vögeln und Thieren; alles nach der Natur, mit Farben, auf weiß Papier." Wie sehr ihn seine Mitbürger ehrten, beweist die von H. Stampfer geprägte Schaumünze: Avers, sein Bildniß (i 5 §o sei. 4i); Revers: Ein Todtenkopf mit der Umschrift:^ „Sih, wer du bist, der Tod gwüß ist, ungwüß die Stund, redt Gottes Mund": In i 645 wurde er zum Mitglied des größer» Raths erwählt. Wahrscheinlich st. er (aus uns unbekannten Grüaden) in dürftigen Umständen, da schon sieben Jahre vor seinem Tod ein (nicht kinderloser) Bruder ihm ioo fl. mit dem Bedinge legirte, daß damit eine gleiche Summe, die er der Maierzuirft zur Meise schuldig war, getilgt, ihm aber der jährliche Zins davon sollte bezahlt werden. Er hinterließ zween Söhne, HansRudolf (>) Die in dem Bürgerkriege des XV. Jahrh, sich durch besondere Tapferkeit ausgezeichnet hatten. (2) Unter jedem die Fische, die in demselben Monate im See und der Limmath zu fangen erlaubt waren. 177 Asper. und Rudolf, welche ebenfalls die Kunst bey dem Vater lernten, und, aber mit minderm Ruhm, ausübten. Mit alle dem wurde vieles von ihrer Arbeit, unter seinem Namen verkauft; was jedoch der Kenner leicht unterscheiden kann. Füßll I. 3 g— 43 . In Deutschland besitzen von ihm, unsers Wissens einzig die k. k Galerie zu Wien das drittheil lebensgroße Brustbild eines Jünglings auf Holz, in einem um sich geschlagnen schwarzen Mantel, den er mit der Linken zusammenhält; in schmalem Hemdkragen. In der Rechten halt er seine Handschuhe. In der Boiffereschen Sammlung findet sich von ihm das Bildniß eines Georg Weißen (i 5 Z 3 sst. 34). Er stellt einen noch ziemlich jungen aber wohlgenährten Mann vor, mit schwarzem Baret, braunem Haar und Bart, in einem weiten rothen Kleide, unter welchem das weiße, feingefaltete Hemd den Hals umschließt; darüber trägt er einen schwarzen, mit,Sammt besetzten Mantel. Die Hände sind übereinander gelegt; am Zeigefinger der rechten Hand ein Ring. Den Hintergrund macht der heitere Himmel, und eine Aussicht auf die Krümmungen eines Flusses, mit einer Stadt, und hohen Echweizerbergen in der Ferne. Es ist 1^ 7" hoch, 1" br. In der Auffassung hat dieß Bild etwas von Cranachs Arbeiten. Aber wie der Charakter der eines weichlichen phlegmatischen Mannes, eben so weichlich ist es ausgeführt. Besonders zart, ausnehmend weich und weiß, recht wie aller Arbeit ungewohnt, sind die beyden Hände; das Gesicht hat eine männlichere Färbung, die aber merkwürdig ist wegen der äußerst dünn aufgetragenen Lasur, und den durchaus braunen oder röthlichen Mitteltinten. Blaue oder grünliche Töne mangeln gänzlich. Uebrigens möchte man diesem Bilde, in Hinsicht der freyen und sichern Zeichnung des Umrisses wohl den Vorzug vor Cranach's Arbeiten geben. Tüb. Runftbl. 1820. S. 146- Das Bildniß des Ulrich Zwingli stachen nach ihm Pfenninger in 12°', dann Lips und endlich Schwerdgeburth, dieß zu Keiser's Reformations-Almanach. Erfurt 1819 12°. Letzterer lieferte nach ihm auch, zu gleichem Almanach, das Bildniß von Ulrich's Tochter, Regula, nebst ihrem Kinde- DieOri- ginalgemälde von beyden, sieht man auf der Stadtbibliothek in Zürich. Asper (Johann Andreas). Nach einem solchen, der um 1870 lebte, soll Franz Ertinger das Bildniß Bernhard Gustav's, Abtes von Fulda gestochen haben. sl. II.^I Aspertino (Amico). Seine frühesten batikten Arbeiten sind von i 5 i 4 > Lanzi (Lcl. tei-L.) V. 26 bemerkt, vasari habe sich weniger mit der Kunst, als mit der äußern Gestalt und den Maximen dieses seltsamen Käuzen beschäftigt, der sich, so wie Erasmus über die Nachahmer des Cicero, über diejenigen des Ra- phaels lustig machte; dessen eignes ganzes Studium darin bestuhnd, in Italien herumzuziehen, ohne Wahl Alles zu kopiren, was ihm auffiel, und sodann daraus ein eigenes Ganzes zu bilden , wie man sich's denken kann. Seine schon im Lex. angeführte Pieta in St. Petronio zu Bologna (Gemäld, nicht Sculptur, wie es dort heißt) sieht daher in Formen, Bewegungen und Assche. Gruppirung ganz dem Werke eines Trecentisten gleich. Dann hatte er (hierin dem Guercino ähnlich) zweyerley Pinsel, für diejenigen die ihn gut oder schlecht bezahlten, oder denen er wohl oder übel wollte (?). vasari rühmt mehrere Faoaden von ihm, undMalvasia, der ihm sonst nichts minder als günstig war, heißt ihn irgendwo einen guten Nachahmer von Giorgione. Heinecke nennt noch, neben dem uns schon Bekannten, als wahrscheinlich nach ihm, von Re- verdinus gestochen, einen Tarquin und Lucrezia. Barrsch XV. 8—19 beschreibt ein Blatt, welches, Malvasia I. 76 zufolge, von des.Unsrigen Erfindung, nach Einigen von ihm selbst, nach Andern von Jul. Bonasone, nach Bartsch in einem Aug. Venetiano's ähnlichem Geschmacke (12" br. 8" g"/ hoch) gestochen seyn soll. Dasselbe stellt das Opfer Cains höchst seltsam dar. Zur Linken Adam am Boden, neben ihm ein großer Hammer; zur Rechten Eva am Spinnrocken; zwischen ihnen Cain, ebenfalls am Boden, der sich in einer Art von Spiegel beschaut. Im Mittelgrund ein Altar, auf welchem ein Opferthier brennt. Ueber dem Altar ein Genius , der in der Rechten ein Täfelchen hält, und mit der Linken auf eine Stelle deutet, wo ein Engel (wieder!) das Eltern-Paar aus dem Paradiese jagt. Am Fuße des Altars steht der Lebensbaum, und die Schlange, um dessen Stamm gewunden. Aspertino (Guido), des Amico wenn schon älterer Bruder, dennoch dessen Schülers), der im Lex. am Schluß des Art. dieses letzter» erwähnt wird. Auch Lanzi (Lä. ieru.) V. 27 rühmt seinen auserlesnen, vielleicht übertriebenen Fleiß, der ihm seinen frühen Tod, und — zum schlechten Ersatze — eine Menge Trauergcdichte zuzog. Malvasia glaubt, wenn derselbe länger gelebt, wäre er einem Bagna- cavallo gleichgekommen, und führt neben Anderm zu dessen Ruhm seine Kreuzigung im Bogengänge zu Sk. Peter in Bologna an, die schon das Datum von i/,gi trägt. Aspruck (Franz). Derselbe führte auch selbst einen Verlag. Wenigstens lesen wir auf spätern Drücken eines -588 von Phil. Uf- fenbach geätzten Blattes die Adresse: k. exe. sn.^ Afsan (Egidius), eigentlich Asam, welcher in unsern Zusätzen unter Gosm. Dan. Assan erscheint. Nach seiner Zeichnung stach I. Mörl den Orbenshabit der unbefleckten Cm- pfängniß quer Fol. sl. II.^> — — (Gosmann Daniel, gewöhnlich Cosinus d. h. Gosmann). Er selbst soll ein geistreiches Blatt in Fol. geätzt haben, das einen Bischof darstellt, welcher, indem er vor der Mutter Gottes kniet, ein Buch aus den Händen des heil. Joseph erhalt. Auch sagt man, daß G. S. Rösch mehrere geistreiche Blätter nach ihm geliefert habe. sl. — — s. auch Asam im Lex. im Suppl. und oben. Assche (Aug. Lamb. van), aus Brüssel, erhielt 1820 von der Gesellschaft der schönen Künste (>) Dieß, oder bann eine andere Deutung im Lex. erklärt die sonst unverständliche Sage, er habe „mit zwey Pinseln zugleich" gemalt. (2) Malvasia glaubt, Vasari habe diese Ehre dem Amico nicht gönnen mögen, und daher den Guido zum Schüler von Herkul von Ferrara gemacht. Lanzi hingegen pflichtet vielmehr dem Vasari bey, und meint, daß Guido's Arbeit nicht den Schüler von einem Schüler des Francia bezeichne. 45 I. 178 * O Assel in. zu Gent den Preis der Sculptur für ein Brustbild von Otto Vaenius. Defienrl. rsjachr. sll.^ Asselin (Franz). So hieß der im Euppl. angeführte Maler, von dein man Arbeiten auf der Dresdner Ausstellung 1800 sah. Derselbe wurde in der Normandie um 1767 geb., war der Sohn eines Advokaten, wiedmete sich dem geistlichen Stande und emigrirte mit Eintritt der französischen Revolution. Er nahm Dienste bey den holländischen Truppen, machte sodann in Westphalen (wo er früher etwas zeichnen gelernt hatte) den Zeichenmeister, gewann Liebe zur Kunst, und gieng hierauf nach Dresden, wo er von 1799 bis 1801 die Malerey studierte. Von hier aus besuchte er sein Vaterland und seine Anverwandten, und reis'te spater nach St. Petersburg, wo man ihm seine Arbeiten und seinen Unterricht in der Kunst wohl bezahlte, und wo er nach Verlauf einiger Jahre um 1809 mit Tod abgleng. Aus Obigem ist ersichtlich, daß er nicht dieselbe Person mit dem Pariser-Porzellainmaler Asselm sey, wie das Supplem. irrig besagt. si. III Asselpn (Johann), genannt ^ Ooen kietertoou in LnAke- lenkurAb. Joseph Strult nennt von ihm eine bewaffnete Figur zu Pferde, mit der Jrm- schrift: 8t. Hsclrianus — ^mslelollami in ^eclibus Oonarcii petrl (also wohl die vorbe- merkte, vielleicht verhunzte) und ohne Zweifel keine andre, als der bey winkler angeführte St. Hubert. Warum dieses Formschneiders bey Barrsch nicht gedacht werde, ist uns unbekannt ('). LNalpe datirt auch die 60 Blätter aus der Lebensgeschichte Christi, deren das Lex. s. v. Ossanen gedenkt, mit i 5 i 3 u. 1H14. Somit wären die erst erwähnten sechse vielleicht bloß ein Zehntheil von diesen. Dann bemerkt ist!., von Marolles und le isomre nennen den Unsrigen waer de Hossanen, weil sie in dessen Monogramm ein U. statt eines gothischen zu erblicken glauben. Wir denken, eben Malpe und Rost haben dieß Monogramm richtig abgezeichnet. Das V. jedoch, welches letztrer darin finden will, ist für uns Ersichtlich. Ganr dellini nennt von ihm 60 Bl. Lebens- und 12 Bl. Leidensgeschichte Jesu. Das ganz Wahre über diesen zu dürftig bekannten Formfchnetder liegt wohl noch im Dunkeln. siJ Assensio. Florist» IV. 341 begnügt sich, denselben unter die unbedeutenden spanischen Maler seiner Zeit zu zählen. si. Ässer ( ), ein falscher Name für den Medailleur Dan. Jens. A;e oder Adzer des Lex. u. d. Zusätze. Es war die Akademie von Kopenhagen, welche ihn um 1760 mit 400 Thalern jährt. Gehalts, zu seiner Ausbildung auf Reisen desandt. L^eue Vers. nützlich. Sammlung. IV. 974. Assiö (d'), gab: -)roliiteoture navsle. karis 1677. 4". LidlioArspIl. bkn- tUemiltica. ^mstel. 1688. 12". p. 169. A ssi si (Bagliani dl), 1 s den folgenden Gen- — — (8,'ccie d'), s nle diesesGeschlechts. (,) So eben ersehen wir, daß demselben dort (VII. 444—44,.) 2. mit dem Monogramm eines zwischen r und 4 stehenden umgewandten vv. bezeichnete Holzschnitte zuoeeignet werden, wovon die -- ersten in runder Form (6" 7"' im Durchschnitte) so viel Gegenstände aus der Leidensgeschichte, die neun letzter« Manigfaltiges aus dem Leben Jesu, dann «ine Veronica, die das Schweißtuch hält» darstellen. Rartsch glaubt, diese mit erwähntem Monogramm versehenen Blätter werden von Einigen, irrig, einen, ganz andern Künstler (Werner von Offanen) zugeeignet. Von dem Unsrigen sey übrigens NichkS bekannt, als daß er um -Zi? zu Amsterdam gearbeitet habe, wie denn auch wirklich die ,2 ersten der vorerwähnten Blätter dieß Datum tragen; wonach dann Mehreres in obigem Texte, so wohl als in dessen Quellen, zu berichtigen ist. Assisi. Assis», (Ventile d'), unstreitig ein Künstler. Die 8tc>ria rlel Duomo cki Orvieto p. 3 ii, 312 nennt ihn als den Vater des Bildhauers Srephan polimante, der um 1482 für den Dom zu Orvieto arbeitete. Zu gleicher Zeit war dort ein Bildhauer polimanre, Schüler des Antonio di Federtco (Ant. Federighi) be- dienstet, der aber von Vorgenanntem vielleicht zu unterscheiden ist. Ferner nennt unsre Quelle S. s 65 / 272, Z82/ 384 annoch bey diesem Baue Baglioni diAssisi und Marrello d'Assrsi, beyde i 325 , und LNasciolo d'Assisi 1021, alle drey als Künstler (unstreitig Bildhauer); sodann Trecke d'Assisi, Bildhauer 1821, und Scaglionr di Assist, der 1821 und noch 1840 in Mosaik arbeitete. — — (Martello d'),) f s- den vorstehenden — - (Masciolo d), . Ventile d'Assist. — — (Scaglioni di), ' — — (Tiberius d'). So heißt bey Lauzi (Lki. tei-L.) II. 53 ein uns bisher ganz unbekannter Maler, der sich gewöhnlich (aus welchem Grund ist uns unbekannt) Tiberius Diarelevi unterschrieb, und um 1221 blühete; vielleicht ein Schüler, und sicher ein, freylich schwacher, Nachahmer von Peter Perugino, wie z. B. aus seinen Lunetten im Convente degli Angeli zu Perugia erhelle, worin Geschichten aus dem Leben von St. Francisc dargestellt sind. — — Unter diesem Namen, erscheinen zuweilen auch Tino di Biagio, Johann di Bo- nini und Gelmino Ceccarelli, von denen wir an ihrem Ort sprechen werden. Aßlinger (Johann), ein uns bisher ganz unbekannter altdeutscher Bildhauer, dessen Bild- niß sich in der, jetzt in Wien stehnden Ambraser- Sammlung befinden soll. Onmisser S. 128. Aßinann (Christian Gottfried), Professor der Oekonomie und Camera!-Wissenschaften zu Wittcnberg, wo er i 8 n noch lebte, beschäftigte sich zu seinem Vergnügen mit der Kunst, in der ihm Oeser zu Leipzig Unterricht ertheilt hatte. So ätzte er z. B- eine sitzende Frau nach Metzu 40.; zwey in einer Landschaft mit römischen Gebäuden sitzende Figuren quer 4°. u. s. f. Nach seiner Zeichnung aber stach die I. D. Philipp, geborne Sysang, eine von C. B- Funk herausgegebne Vorstellung des gestirnten Himmels auf zwey Sternkegeln ; sodann C. T. Riedel eine Karte, und Tromlttz drey gefärbte Prospekte zu unsers Aßmanns: Reise im Riesengebirge. Leipzig 1798. 8°: — — (Johann), ein Künstler von und zu Weimar, wo er Hosuhrenmacher war. Er ist Verfertiger der dortigen künstlichen Uhr, an der sich viele geschichtliche Darstellungen und bewegliche Figuren finden, darunter auch Aßmann's eigne in einem Blumengarten. Mehr von diesem Werke lies't man in einer 1702 davon gedruckten Beschreibung, und dann in Bernoulli's Samml. kurzer Reisebeschrerbungen VI. 94 ff. VIII. 426. Er lebte noch zu Anfang des XVlll. Jahrh, und hatte damals ein dem obigen ähnliches Kunstprodukt nach London gesandt. sil.n Aßner, s. Asner im Supplem. und oben. sl.^ Assuerus (Heinrich), den ersten Lehrer Antons von Montfort, nennt Fiorillo D. H. 4/2 einen nur mittelmäßigen Maler- Aster. 479 sl-d Assurance ( ). In dem französ. Almanach royal 1741 und dem von 1742 erscheint einer dieses Namens, der i ?54 Mitglied der königlichen Akademie der Baukunst erster Klasse wurde, und als dessen Aufenthaltsort Marly angegeben wird. sl.^ Ast (B. van der). Von diesem sehr wenig bekannten Künstler besitzen in Deutschland die Galerie zu Dresden ein kleines Bild auf Holz, welches Schnecken, Pfirsiche, Johannisbeeren und eine Eidechse darstellt; und Lustheim eines mit Blumen in einem Glas Wasser. Hier heißt er Balrhasar, und wird doch wohl 'mit Obigem derselbe seyn. Auch in der Privat- sammlung des Herzogs von Gotha findet man von ihm zwey Oelgemälde, die Blumen in Glas- gefässen darstellen, und sehr vortrefflich und fein, wie in Miniatur behandelt sind. Neben anderm bemerkt man auf beyden eine Heuschrecke, von wundersam zarter Malerey. Sie sind bezeichnet: 7i. 7 k >7^ kee. 1622. Einer alten handschriftlichen Neisebeschreibung zufolge, mag Ast noch etwa um i 65 o zu Utrecht gelebt haben. — — ( ), uns bisher unbekannt, heißt ein, vielleicht noch lebender geschickter deutscher Künstler in Aquatinta, der im Tüb. Lunstbl. 182Z. S. 16 neben Haldenwang, Kobel, Kunz und Prestel genannt wird. sl.^j Asra (Andreas von), st. ungefähr 48 I. alt. »Er impfte" (heißt es bey Lanzi Lck. terL. II. 359) »seiner vaterländischen Manier" d. h. Solimena's (was in der That nichts schaden mochte!) »etwas Nachahmung Raphaels und der Antiken ein." Auch dort werden die beyden großen Bilder in St. Augustin de' Scalzi zu Neapel zu seinem Beßten gezählt. Asreas. Diesen Namen trug ein etrurl- sches Dasengemäld, welches die Hesperiden darstellt, und auf der dritten Tafel des Werks: peintures lies vsses antigucs etc. Oravees per 2z.. Olener, aeeompaAnees ck'explieations xar 2^. Q. IVliliin etc. karis koi. 808 erläutert wird. Aster (Carl Heinrich), Artillerie-Lieutenant zu Dresden 1809, wo er damals bey der dortigen Artillerie-Schule als Lehrer der Ingenieur- wissenschaften und der Zeichenkunst bestallt war. Er und der Artillerie-Lieutenant Herrel kündigten 1810 die Costümes des königl. sächsischen Militäres in malerischen Darstellungen auf Suscription an. Dieselben sind auch erschienen und von Herrei in lavirter Manier geätzt. In 1812 gab Aster den ersten Theil einer Lehre von Angriff und Vertheidigung der Festungen an's Licht. 8°. ^0. — — (Friedrich), geb. zu Dresden, Sohn des folgenden Friedrich Ludwig, lernte seit 1800 als Architekt auf der Akademie seiner Vaterstadt. Auf den dortigen Ausstellungen iah' man von ihm mehrere Zeichnungen; als 1802 ein herrschaftliches Wohngebäude; i 8»3 ein dergleichen, in italienischem Style; 1804 eine Landkirche rc Um 1807 wurde er Offizier bey dem königl. sächsischen Infanterie - Regimente Prinz Maximilian und Adjutant des Generals Klcngel. — — (Friedrich Ludwig), der Sohn eines Hofraths und geh. Neferendairs, geb. zu Dresden 1782, erlernte die Zeichenkunst seit 17^6 bey dem Antiquar und Zeichenmeister Lippcrt, und die Jngenieurwissenschaften bey J. C. Glaser. 18 » A st e sa >1 o. Er trat hierauf in das chursächsische Ingenieurkorps, wohnte dem siebenjährigen Kriege bey, wurde 1770 auf ein Jahr nach Holland geschickt um den Wasserbau zu studieren, und darnach bey den Wasserbauten an der Elbe, der Spree rc. gebraucht; machte den bayerschen, Erbfolgekrieg mit; erhielt 1780 die Direktion über die sächsische Landesvermessung und 1792 einen Antheil der Leitung des Navigationsbaugeschäftes auf der Unstrut, der Saale rc- und st. als Generalmajor und Kommandant des Jngenieurkorps zu Dresden 1804. Nach seiner Zeichnung kennt man einen von Crusius gestochenen Plan der Schlacht von Lorgau in gr. Fol-, der der Beßte ist, den man hiervon hat; so wie auch ein in der Annaburger - Heide befindliches Denkmal, (dieß zu Grundig und Klotsche's Sammlung zur sachsiischen Geschichte). Aster hat daneben seines Lehrers Glaser Kriegsbaukunst 1776 herausgegeben , so wie auf einen selbst nach Gla- serschen Grundsätzen verfaßten Unterricht in der Kriegsbaukunst. Dresden 1787 ff. 4°- Die hier befindlichen vom Autor gezeichneten Riffe sind von G. W. Weift und I. G- Wenzel geätzt. sliI Astesan 0 (A.), ein Medailleur s. Haste- sanus im Supplcm. Ast 0 l fi n, (Cajetan), ein italienischer Künstler neuester Zeit, dem es gelang, durch eine ganz vortreffliche Kopie von Litians Bildniß des Dichters Ariosto (jetzt in der Galerie Man- frie zu Venedig) auf der dortigen Kunstausstellung 1820 die Augen deö Kenners und Nicht- kcnners unwiderstehlich auf sich zu ziehen. Tüb. Lunstbl. 1820 S. 341—342. Aston (Henry Barber oder Barker), oder ob etwa das Barber oderBarker des Geschlechtsname sey. Von einem Künstler dieses Namens sah man zu London 1820 die Panoramen vom Genfer-See, dann ein anderes, sehr großes, der Nordküste von Spitzbergen mit den Schiffen der Polar - Expedition, ausgestellt. Tüb. Morgenbl. 1820 S. 27 und (>2. Astor (Diego de), stach zu Madrid 1619 das reinlich gefertigte Titelkupfer zu: Keclue- tiori cle las letres, ^ -^rte para ensennar a adlar los niuäos. kor luan kablo Honet. Dn Nallricl 1620. 4". ssl. II.^ Asturias (Johann de l'), s. im kex. und den Ausätzen Medina. sl. Ik.j su >11, s. Asam und Assan im Lex. und Supplem. und oben- ssklI Arenb (Carl). Das im Supplem. angezeigte Bildniß Heinrich lV. liegt vor uns, und giebt uns Anlaß zu Berichtigungen zwcyer- ley Art. Zuvörderst liesst man darauf nicht sondern 6aroI. Dtenli.; und dann zeigt dieser Name keinen Künstler, sondern den Dichter Carl Utenbov an, dessen sich der Kupferstecher Lrisp. de paß hier und sonst auch häufig als Unterschriftmacher zu bedienen pflegte, Athelin ( ). So heißt in Landon's Salon von 1822. ll. i »4 ein uns bisher ganz unbekannter französischer Künstler, der, nebst mehrcrn Andern, für das schöne lithographische Werk der Vo^a^o pittoreske (1e i'aneienne b'rauoe gezeichnet habe. Athens,^ ein Beyname des oben an seiner Stelle angeführten Aenus. sllI Atkinson ( ), hieß Johann August. In einem Saale des Pallastes St. Mi- Atsyn. chailow zu Petersburg fanden sich von ihm zwey große (vermuthlich um 1800) gefertigte Gemälde, welche einen von den Russen über die Tartarcn am Don erfochtenen Steg, und die Laufe des Großfürsten Wladimir's darstellen. War an ihnen hier und da etwa auch einiges in der Zeichnung zu tadeln, so mußte man doch gestehn, daß Atkinson das Aug zu rühren und zu fesseln wußte. L 0 tzebue das merkwürdigste Jahr meines Lebens ll. 1797. Vielleicht übergab man diese Gemälde, als der gedachte kaiserliche Pallast geräumt wurde, der dortigen Akademie der Künste. Atkinson soll auch in Petersburg zu der von Soltau umgearbeiteten splendiden Uebersetzung des Hudibras die um 1798 zu Königsberg erschien, charakteristische Zeichnungen geliefert haben, die von Mayr in getuschter Manier geätzt wurden. Zu London gab er 1807 ff. heraus: kieturesczue representation ok tbe navsl, militar^ sncl miscellaneous eostumes ok 6reat-britain, in roo coloureck plates, vvitb a cleseriptive essa^ on tbe Subject ok eaeb plale, in en^l. sncl krencb ; daneben fertigte er auch allerhand Zeichnungen für Buchhändler. In 1819 sammelte man Pränumera- tion auf eni von Joh. Burnet zu stechendes Kupfer von der Schlacht von Waaterloo, welche von Atkinson gemalt war, so wie die darauf befindlichen (nur allzuvielen) Bildnisse von A. W- Davis. Beyde Künstler verließen deßhalb auch i 8 i 5 England, um an Ort und Stelle ihrem Gemälde die erforderliche Wahrheit und Richtigkeit geben zu können. Dieses Bild, nebst mehr andern von A., wurden in gedachtem Jahre zu London^ ausgestellt. Von dem erstem liesst man im Tüb. Aunstbl. 1820. S. 07 eine ausführliche Beschreibung und Beurtheilung: Die Anordnung sey verständig; nur das Gefecht im Rücken des verbündeten Heers, zunächst dem Generalstab, etwas sonderbar. Ueberall Bewegung und mannigfaltiges Interesse; bloß ein paar Figuren stehen da, als wollten sie sich, ein wenig selbstgefällig, beantlitzen lassen. Das Licht recht malerisch, aber etwas ruhmredig ausgetheilt. Die Hauptmasse fällt auf Wellington, der überhaupt als Hauptfigur erscheint, so wie Blücher zurückgestellt ist, wohl um — der deutschen Bescheidenheit ein Kompliment zu machen. Gegen die Zeichnung war wenig zu erinnern; doch die Pferde seyen weniger als mittelmäßig gerathen. Vielleicht, so wie die verunglückten Wolken, Schuld des sonst trefflichen Stechers. Im Ganzen ein schönes Blatt, doch unter Au- dran, Edelink, Pitau u. a. Dieser Künstler, von dem man früher schon drey Foliobände, kannte, welche die Sitten und Gebräuche der Russen darstellen, gab in 1800—1807 bey Boydell und Comp. zu London das erste Blatt (von vieren) seiner panoramischen Ansichten von St. Petersburg, welche er auf der Sternwarte der dortigen Akademie der Wissenschaften nach der Natur gemalt hatte. Dieselben stellen die kais. Börse, das Kollegium der Künste und die Akademie, die Admiralität mit dem Platze der Statue Peters I. und den Winterpallast mit der Eremitage dar. Fiorillo V. /Zh. Der Stecher derselben hieß Walker, nicht walcher. Sie kosteten in England 8 Guineen- Nach einem I. Atkinson (ob dem Unsrigen?) kennen wir von I. C. Stadler geätzt, artig kolorirte Landschaften. Atspn (Richard), ein englischer Siegel - und Steinschneider unter der Regierung Heinrichs VIII. Der Herzog von Devonshire besaß von ihm einen Sardonyx mit dem Kopfe dieses Monarchen. Fiorilko V. 217 und Not. x. Attavaiite. A l t i r e t. 181 j^I.) Arravanre, auch bloß Dante, der Munaturmaler von Florenz, lebte noch 1484. Mit seiner Arbeit zierte er viele Bücher für den König Matthias von Ungarn, welche nachher in die Medicaeische und Modenesische Bibliothek kamen. Eben so befindet sich von ihm in derjenigen von St. Marco zu Venedig ein Marzian Capella, in welchem auch der Maler, in Hauptvorstellungen (*) sowohl als in Verzierungen, wahrhaft als Dichter erscheint. In der Zeichnung kömmt er dem Fleißigsten von Botticello gleich, und das Kolorit ist lebhaft und fröhlich. In den L.ettere pittoriobe lll. 228—224 befinden sich zwey Briefe von dem Unsrigen (Dat. Florenz 1488 u. 148)) an einen Taddeus Gaddi G) gerichtet, worin er sich als: lVlinlatoro 6 e 1 Ves- eovo cki i)c>lo (^) unterzeichnet. ' Attenbevgev (Johann Bernhard), lernte seit 1788 bey dem Steinmetzmeister Christian Mittag zu Dresden, und ward 1788 zum Gesellen gesprochen. Nachgehends wurde derselbe Hofsteinmetz zu Berlin, wo er noch 1766, nicht mehr aber 177c lebte. — — (Thomas), ein Steinmetz, der 1709 das Meisterrecht zu Dresden erhielt. Er starb hier 1720 als Hofsteinmetzmeister; und zwar sagt man bey dieser Anzeige, daß er dieser Zeit seiner Marmor-Arbeiten halber in Ruf gestanden habe. Jccandev's sächsisches Levn- Ehronicon 1721 S. 96. Arrevboni( ). Schwedischer Major und, wie wir vermuthen dürfen, Kunstdilettanten, gab 1817 die Selbstbiographie des in 1816 verstorbenen Peter Höhv, eines der größten neuern Kirchenmaler in Del, mit einer voran- gefchickten eigenen Abhandlung, zu Upsala an's Licht. Auch kennt man bereits davon zwey deutsche Uebersetzungen; die eine von Professor Echildcncr, aus dem Schwedischen (Greifswalde 1818) mit des Künstlers Bildniß; die zweyte von Fries, aus dem Dänischen (Copen- hagcn 1819). Atticciatl (Stephan), erscheint in dem neapolitanischen Staatskal. auf 1791 als Hof- marmorirer und Restaurator der antiken Ornamente. sl. 11.^ Aktiver (Joh. Dionysius). Durch Unterstützung des Marquis de Broissie ging derselbe zu seiner mehrern Ausbildung nach Rom. Nach seiner Rückkehr machte er sich zuerst zu Lyon bekannt, trat dann in den Orden der Jesuiten, und malte noch während seinem Noviziate vier Bilder für den Dom zu Avignon. Wahrscheinlich waren es seine nachherigen Kunstgehülfen unter den Missionarien zu Peking, welche ihn dahin beriefen. Ein Gemäld (die Anbetung der drey Könige), welches er bald nach seiner Ankunft dem Kaiser überreichte, ließ derselbe im Innern seines Pallastes aufstellen. Aber mit alle diesem Beyfall des Monarchen mußte er sich häufig nach dessen Launen bequemen; und wenn er so eben mit einem großen Bilde beschäftigt war, brachten ihm die Verschnittenen den Befehl, einige Blumen auf einen — Fächer oder ähnliche Kleinigkeiten in Aquarell zu malen, was der Kaiser der Oel- malerey weit vorzog. Dazu kam die Eifersucht der chinesischen Künstler, ungeachtet er ihnen manchen Gewinnst zuwandte, indem er mehrere seiner bloßen Entwürfe durch sie ausführen, oder auch das von ihm selbst Ausgeführte, in dieser für ihn ganz neuen Weltgegend, durch sie costumiren, und mit Landschaft, Thieren n. s. f. staffiren ließ. Ein großes Bild, welches er eines Tages für den Kaiser verfertigte, das eine Landschaft mit einigen chinesischen Frauenzimmern darstellte, mißfiel dem Kaiser, und mußte geändert und übermalt werden. Die Figuren hatten zu viel Leben, und nicht jene chinesische gedankenleere Ruhe; sie waren zu lebhaft kolorirt, und zeichneten sich durch keine rothe Finger und lange Nägel aus. Aktiver gehorchte dem Befehl, folgte in seinen Verbesserungen dem Rath eines chinesischen Malers, und erwarb sich durch diese erzwungene Gelehrigkeit den Beyfall des Hofes. Es glückte ihm auch endlich, eine Zcichenschule zu errichten, und die Freundschaft der übrigen Hofmaler zu erhalten. Die Jahre von 1768 bis 1760 waren die glänzendsten in der Regierung des Kaisers Bien- Long, weil er viele Horden besiegte, und die Grenzen der chinesischen Tartarey bis über die Gebirge von Badakschan hinaus dehnte. Die merkwürdigsten Begebenheiten, welche dabey vorfielen, die Schlachten, festlichen Aufzüge, und dergleichen mehr, wurden nun von Aktiver und den drey bekannten andern Misstonarien sowohl, als auch von einigen andern chinesischen Künstlern mit der größten Genauigkeit gemalt. Man ließ sogar die Offiziere, welche sich bey irgend einer Gelegenheit ausgezeichnet hatten, oft mehr als — achthundert Meilen weit her nach der Hauptstadt kommen, um ihre Bildnisse anzubringen. Im Jahr 27H4 wurde Aktiver von dem Kaiser in die Tartarey berufen, um seine Kunst daselbst zu üben. Auch mußte er noch verschiednc prächtige Gemälde im Pallast des Kaisers verfertigen, welche aber Niemand, ohne eine besondere Erlaubniß, zu sehen bekömmt. Diese und andre Arbeiten erwarben ihm die Gunst des Monarchen in einem so hohen Grade, daß er ihn zum Mandarin machen wollte, welche Ehre er aber ausschlug. Bey seinem Tode ließ der Kaiser 200 Unzen Silber (ohngefähr 5 oc> Thaler) zu seiner Beerdigung hergeben, und schickte auch einen von seinen vornehmsten Verschnittenen, um über seinen Sarg zu weinen. Allein die Jesuiten baten denselben, diesen Befehl nicht auszurichten, und er begnügte sich, ihm nur eine Zeitlang zu Fuße zu folgen. Fiorillo 111 . 877-878. Die bekannten 16 Blätter von ungeheurer Größe nach seiner und seiner Mit- gehülfen Zeichnung gehören gegenwärtig zu den größten Seltenheiten; denn sobald die Platte abgedruckt war, wurde sie mit den Kupferstichen gleich nach China geschickt, so daß die Liebhaber keine kaufen konnten, und nur äußerst wenige Exemplare für die königl. Familie und die Bibliothek zurückblicken. Man hat jedoch eine verkleinerte Kopie derselben von Herrn Helman, ehemaligen Kupferstecher des Herzogs von Char- tres I. a. 878—879. Dort werden noch I. Ave- line und le Bas (Aliamet hingegen nicht) unter den Künstlern genannt, welche jene gestochen haben. Aktiver ( ), ob vielleicht ein Sohn des in unsern Zusätzen enthaltenen gleich folgenden Bild- (-) Ein Gdttcrsaal, Beschäftigungen in verschiedenen Künsten und Wissenschaften, u. s. f. (-) Also wohl an einen ganz andern, als den hundert Jahre ältern Schüler des Giotto. (3) Wie aus einer Stelle eines dieser Briefe erhellet, eines Engländers, oder der sich in England aufenthielt. /,6 I. X 482 Altiret. Hauers dieses Geschlechts zu Dijon ? heißt jnLaiu don's Salon von i8»8 II. i22, ganz ohne Weiteres, ein damals zu Paris lebender Baumeister. sllJ Attl'rer ( ), der französische Bildhauer unsrer Zusätze, st. nicht zu Dijon, sondern zu Dole. Er war der beßte seiner Kunstgattung in dem ehemaligen Burgund. In seiner Jugend hatte er sowohl z» Rom als zu Paris Preise davon getragen. Hierauf war er Professor der Akademie von Et. Lucas zu Parts, ging dann, nach Unterdrückung dieser Anstalt in seine Provinz zurücke, und ließ sich zu Dijon haushablich nieder. Seine Bildsäule von Voltaire, auf Subscriprion gefertigt, war nach einem Modelle von Pigalle. Landon iVouv. klcs in. p. 333 nennt noch von ihm, neben Anderm sechs Statuen (die vier Jahrszeiten, und die beyden Musen, Melpomcne und Thalia, im Peristil von Mont-Musard zu Dijon; in der H. Kapelle daselbst die Himmelfahrt der H. Jungfrau; in der Hauptkirche dieses Namens ein Basrelief (die zwölf Apostel um das Grab der Maria) u. s. f. sll.^ Atze! (Jakob), eigentlich Johann Jakob Atzet. Derselbe war aus der Grafschaft Falkenstein gebürtig, kam 1768 nach Stuttgard, studierte zwey Jahre auf der Kunstakademie, wurde 1770 in der dastgen Carlsschule aufgenommen, wo er sich der Civilbaukunst befliß, und 1778 selbst als Lehrer dieser Schule angestellt worden. Atze! ertheilte Unterricht in der freyen Handzeichnung, geometrischen Architektur und der Perspektive nach A. Pozzo, und lebte hier noch 178a damals 29 (?) I. alt mit dem Charakter als Kabinetsdefflnateur. Beschreib- d. hohen (sarls-Schule. Stuttgart 1783 S. 118. Es ist daher wohl irrig, wenn es in Ekkard's litrerar. Handb. der höher» Lehranstalten Deutschlands, Erlangen 1780—1782. 8°. 3»8 heißt, Atzet sey 1781 zu Stuttgart geboren ('). In dem Würre»nbergerHof- und Sraars- handbuch von 1809, wird er als Landbaumeister im Kreise Ehingen und Altdorf zu Ehingen aufgeführt. sll.^ Atzelt, s. Azeld im Supplem. u. unten. sl. II.^ (6.) sc. Ist eine Abkürzung des berühmten Namens von Gerard Audran. sl. Il.^j Avanzi (Jakob). Einige machen ihn auch zu einem Paduaner, und noch andere zu einem Vcroneser. In Padua sind Arbeiten von ihm noch mit 1Z76 datirt vorhanden. Lanzi nennt ihn den beßten unter den bolognesischen Trecentisten. In der Kirche zu Mezzaratta ist das Wunder der sogenannten Probatica ganz von ihm, und mit: /„ao/E xinxit bezeichnet. Sehr schön ist seine Arbeit in der Kapelle St. Jakobs der Kirche des Heiligen dieses Namens zu Padua, wo er ein (uns unbekanntes) Ge- Avanzi. fecht im Style des Giotto malte, und diesen in so weit übertraf, da derselbe sich noch nicht an solche Gegenstände wagte. Sein Hauptwerk indessen sind seine Triumphe in einem Saale zu Verona G), welche selbst ein Mantegna als etwas höchst Seltenes lobte, und wo er sich: 3a60bu8 kauli (H unterschrieb, was Lanzi denn doch glauben,macht, er sey venezianischen Ursprungs, und dürfte wohl gar derselbe seyn, der mit Paul seinem Vater, und Johann seinem Bruder (H jenes alte Bild von St. Marcus malte. Das Alter dieser Künstler wäre das nämliche; und das sind auch die Gcstchtsbildungen in den Werken zu Mezzaratta und zu St. Marco. Immerhin aber vermuthet Lanzi, daß Bologna der gewöhnliche Aufenthalt des Unsrigen, und hinwieder, daß ein: Petrus der in Sän Michele in Bosco malte, und ein Orazio del Jacopo, den Malvasia nennt, unsers Jacobs Söhne (oder Schüler?) waren. TawL- Lcl. lerr. V. 14—15. Noch nennt Schor» im Tüb. Bunstbl. 182Z S- 4- von dem Unsrigen Arbeiten in der Kapelle Sau Felice in der Kirche St Antons zu Padua, die man lange für Arbeiten des weit ältern Giotto hielt. Dann spricht er von denselben wie folgt: »Auf der Wand zur Linken sieht man oben das Märtyr- thum des H. Jakob des Aeltern; unten die Belagerung von Jerusalem; in den kleinen Nischen der Bögen zu unterst Brustbilder von H. Männern und Frauen. Die Kompositionen sind reich und gedrängt, und es fallen darin mehrere treffliche Charakterköpfe in die Augen; besonders aber sind die Brustbilder der Heiligen von einem so wahren und einnehmenden Ausdruck und so weit von der einförmigen Manier des Giotto entfernt, daß man eher an Francia erinnert wird. Nur die Drappirungen und Gestalten- Verhältnisse sind in der Art des Giotto; dagegen die Gruppirung weit gedrängter, als gewöhnlich bey dem letzter« der Fall ist. Dasselbe gilt von der mittlern Wand hinter dem Altar, worauf unten in vielen größeren Figuren die Kreuzigung Christi und oben Tod und Be- gräbniß des H. Jakob dargestellt ist. Die Abtheilungen zur Rechten neben dem Fenster, Maria auf dem Thron, St. Christoph, und mehrere andere Vorstellungen enthaltend, dann die Linierten über den Eingangsbögcn wurden im Jahr 1778 von Francesco Zanoni retouchirt, da sie durch Feuer gelitten hatten, und ich glaube, gerade aus diesen hat d'Agincourr in seiner Geschichte der Künste einige Proben mitgetheilt. Die spätere Hand verläugnet sich aber nicht und hat den alten Meister weder an Zartheit des Pinsels noch an Schönheit des Ausdrucks erreicht, und man darf der Kunstgeschichte Glück wünschen, daß die übrigen Bilder so wenig von Zeit und Unglück beschädigt worden sind, da sie uns einen der ältesten und trefflichsten italienischen Maler kennen lehren^)." Wahrscheinlich von ihm auch ist ein kleines Bild der Madonna nebst (>) Mensel I!l. nennt ihn ,303 unter den Lebenden, setzt seine Herkunft, ohne nähere Bestimmung des Orts in's Würtembergische, und seine Geburt in 1754; nennt ihn dann königl. würremb. Landbaumeister zu Stuttgart seit igo» und als, früher, (seit 1796 ». I>. noch 1302) fürstl. bran- denburgischen, und hernach kdnigl. preußischen Landbau-Inspektor zu Ansbach. (2) Ob nicht eine Verwechselung mit dem Triumphe des Markus im Capitanate zu Padua, von welchem unsere Ausätze sprechen, hier oder dort statt finden dürfte? (3) D. h- Jakob, Pauls Sohn. Warum sollt er sich nun so unterschrieben haben, wenn dieser Name einem andern seiner Landsleute und Zeitgenossen ebenfalls zukam? (s) S. den Art. Paolo Maestro in unsern Ausätzen. (5) Wahrscheinlich dasselbe, welches oben Lanzi, als in der Kapelle der Kirche St. Jakobs zu Padua befindlich, nennt, da nämlich, wie wir eben gesehn, auch in dem unsrigen ein Gefecht (Belagerung von Jerusalem) zum Vorscheine kömmt. Aub ertin. 18 Z Avanzi. dem Kinde und zwey Engeln mit Eoldglorie und göldnem Vorhänge in der Galerie Zambec- cari zu Bologna, welches gewöhnlich für ein Werk des Giotro gehalten wird, so wie solches auch mit des Unsern oberwähnten Kapelle in St. Anton zu Padua geschah. Tüb. Lunstbl. 1828 S. io/. Avanzt (Joseph). So heißt bey Lanzi (P6. terr.) V. 26g und 2/6 ein uns bisher ganz unbekannterMaler von Ferrara, der in 1718 I. alt Todes verbliech. Vo» ihm ist vieles, aber meist um den Taglohn gefertigtes Pfuschers werk bekannt. Doch schien Einiges, wie z. B. eine Enthauptung Johannis i» der Carthause zu Ferrara, ganz Guercineschisch, hievon eine rühmliche Ausnahme zu machen. Dann soll er auch graziöse Landschaften, und besser als keiner seiner Mitbürger Blumen und Früchte gemalt haben. Avanzl'ni (Peter Anton), ein wenig bekannter in i/ 3 Z verstorbener Maler von Piacenza, Schüler des Bolognesers Franceschini, von dem es bey Lanzi (L6. ie«v..) iv. 112 kurz heißt, daß er, ohne Erfindungskraft, meist nach den Zeichnungen seiues Lehrers gearbeitet habe. Avaulez ( ). Ein solcher führte, in Gesellschaft mit le Pere um 17/0 einen Kunstverlag zu Paris, für welchen die Kupferstecher 3 - F. Janinet, Dupin, u. a. arbeiteten. sl. il.^j (l>.). Auf Kupferstichen eine Abkürzung des Namens s)erer Aubry's. sk. 11.^ ubb 0, ein verdorbener Name des berühmten englischen Thiermalers G- Srubbs. sli-H Aubee, s. den Art. Dreppe in unsern Zusätzen. sll.)> Aubelin(M. I. Albr.). DieserArt. unsrer Ausätze scheint einer nähern Untersuchung zu bedürfen. Vielleicht war Aubelin vielmehr «in Gelehrter des XVII. Jahrh, (worüber wir einige Fingerzeige haben) und nur der Unter- schrtftmacher des dort gedachten, uns übrigens nie zu Gesicht gekommenen Bildnisses. Das M. bey seinem Laufnamen bezeichnet seine akademische Würde eines Magisters. sii.^ Andere oder Auvvera, s. den Art. Peter Alex. Wagner in unsern Zusätzen. Auberg (Martin), Bürger und Goldschmied zu Dresden; starb daselbst »602 in seinem 69. Jahre; er liegt in der Frauenkirche begraben. S. IVIlebaelis Inseript. und Epitaphia der Frauenkirche; im ^ppenclix p. 6. sll.^I Auberlin, ist bey Mensel m. ein Druckerfehler für den Aubern'n unsrer Zusätze. Auberr (Carl). So hieß ein Architekt zu Paris um 1797. Das von ihm erbaute Haus Varin in dem Quartiere der sogenannten elysäi- schen Felder findet sich in Lrafft's und Ran- sonnerres Plans, eoupes et elevations lies plus delles maisons et dütels eonstruiis ü Paris' Lad. X. pol. Paris tb'ol abgebildet. sl. II.^I — — (Johann). Die Baumeister dieses Namens im Lex. und in den Zusätzen sind offenbar zwey verschiedene Personen. — — (L.). Ein Scbönschreiber oder Schrif- tenstecher zu Paris um 2800, dessen Namen man auf verschiedenen Schriftenblättern antrifft. Mre. sl. Hssl — — (Michael). Die Kupferstecher dieses Namens im Lex. und in den Zusätzen müssen offenbar zwey verschiedene Personen seyn, da der eine in 2740, der andre in 1767 Todes verbliech. Noch mehr, eben diesen Namen findet man auch in Blättern zu dem 2759 zu Paris erschienenen: Dralle ci'OsleoloAie, trsäuit «le l'anAlois «le Nonro ete. Auberr ( ), ein Baumeister, der, zufolge des Almanach royal in 1740, der königl. Pariser-Akademie der Baukunst einverleibt wurde, vermuthlich aber in 2742 verstorben war, da der gedachte Almanach von 1741 seiner nicht mehr gedenkt. — — ( ). Auf einem zu den Vunales «lcs Vo^a^es gehörigen in 1812 erschienenen Kärtchen von Südamerika liesst man: (ülianiouin so. und: lils aine scripsit. Die gedachte Schrift ist sehr schön. Wohl dürfte der Unsrige ein Sohn des oben angeführten L- Ändert'« seyn. H. auch unten den Art. Ändert, der Sohn. — — ( ), zwey Baumeister dieses Namens zu Paris um 1808, deren der eine in der Rüe de Lille x«o. 76, der andere in der Rüe traversicre - St. Honore Xi-o. 4, wohnte, werden in Landon's Salon d. g. Jahrs (Lh. II- S. 122) lediglich genannt. — — ( ). Eben so wird ein solcher in Landon's Salon von 2820 S. 222 als ein damals zu Paris lebender Kupferstecher ohne Weiteres genannt. — — ( ), von Marseille gebürtig, wird in Landon's Salon von 1819 (Lh. II. S. io 5 ) ohne ferneres Urtheil als ein Künstler genannt, der damals zwey Gemälde: Der unschuldigen Kinder Mord, und eine Ansicht der unterirrdt- schen Kapelle in der Abtey St. Viktor zu Marseille, auf dem Salon zu Paris ausgestellt hatte. — - ( ), der Sohn In C. M. Engelhardts: „Harrad von Landsperg, und ihr Werk Hortus «lelioiarum, Stuttgart 2818", finden sich derselben sehr treu und rein nachgesto- chene Schriften von ihm. Tüb. Lunstbl 1820 S. 296. Ob er nicht mit dem obigen Ändert, der die Schrift zu dem Kärtchen von Südamerika gestochen, Eine Person sey? Wir vermuthen's. Auberr( ), ein Taubstummer zu Paris, stach 1823 das Bildniß des Abbe dc l'Epee. peuill. publ. ssll.^ Auberrin (F.). So (und nicht Auberll'n, wie Mensel sagt) hieß derjenige, von dem 2800 (nicht 1804) bey Voß zu Leipzig die Blätter nach Lhormeyer erschienen. Dieser geschickte Kupferstecher, der um 2800 zu Leipzig seßhaft war, und bey Mensel noch 1808 unter den Lebenden erscheint, hat mehrere schöne große Blätter in Aquatiuta, schwarz und kolorirt, geliefert. So z. B- nach eigner Zeichnung eine Winterlandschaft mit einem Schlosse gr. quer Fol.; nach Berghem, den Wasserfall (Pr. 4 Thlr.); nach le Gros, Bildniß von Bonaparte (Pr. 2 -2 Thlr.); nach S. S. Roland, Ansicht von Söder, quer Fol.; nach H. Noos den Morgen, und als Gegenstück den Abend nach C. W. E. Dietrich (Pr. beyder 5 Thlr.); nach Caesar Vanloo eine italienische Gegend, wo, bey Mon- denschein, ein großes massives altes Gebäude ausbrennt gr. quer Fol.; dann auch Mehreres für Buchhändler. So z. B. in Aquatinta-Manier die Blätter zu den: bleue Larlcn- unci panll- sebat'ls - LcbÄulle , Aereiebnet von A » berti n. Anbriet. 184 u. a. Iieraii8gei;el»oir von 77. t). 4 Helle, init 44 Ist. Ro^allol. I.erp. 8°. d. Voss. (Pr. r8 Thlr.). S- auch dcn gleich ff. Art. ?lubertln ( ), ein französischerKupfer- siecher (doch kaum der Vorgenannte, der bey Mensel unter den deutschen Künstlern erscheint) gab in 1801 unter Aufsicht von Bacler d'Albe, ein nach getreuer und schöner Zeichnung des Ingenieur-Geographe Gauthier in Tuschmanier ausgefertigtes Blatt, welches den Uebergang der französischen Armee über den St. Bernard (2H Flor. I. VIII.) darstellt, und 3 Livr. kostete. — Vielleicht derselbe kolorirte, nebst meh- rern Andern, 1802 die von Coiny, Baltard u. s. f. gestochene Blatter zu dem damals zu Paris erschienenen Werke: Ucnoription st'un puve en M08aiguo, stoLOlivel't (lan8 l'ancrenno ville ll'llulioa, welche der Herausgeber Alex. la Borde selbst gezeichnet hatte. Dieses Werk, von welchem nur eine geringe Anzahl Exemplare abgezogen worden, kostete 200 Frkn., und ist sehr selten geworden. Xouv. lies Xrts. Tom. II. p. 200. — Vielleicht ebenfalls Er, oder dann ein andrer gleichen Namens, gab 1804 zwey Blatter: la Itargue und le Petit Vumeur nach Isabey, im Geiste und der pikanten Wirkung der Urbilder l. c. IV. 1Z8. Endlich erscheintwohl ebenfalls kein Andrer, als Kupferstecher zu Paris um 1810 in Landon's Salon d. I. S. m ohne weitere namentliche Anzeige einer Arbeit von ihm. Aubery ( ). Mit Rötbel und der Feder umrissene, etwas «„getuschte Handzeichnungen eines solchen Künstlers, die vielleicht um ",00 gefertigt wurden, steht man auf dem Kupferstich- kabinette zu Dresden, An hier (d'), ein Kammerherr, der 1800 als Ehrenmitglied der Berliner-Akademie der Künste erscheint. Vko. sl. III Anbin (Augustin St-), nicht, wie unsre Zusätze sagen, der älteste, sondern der jüngste von drey Brudern, die sich alle durch die Anmuth ihrer Knnsttalente ausgezeichnet hatten, geb. (nicht 1720 sondern) i/öti. Auch Iloubert nennt ihn Schüler von Cars, und irgendwo anders heißt er einer der letzten Zöglinge aus dessen Schule. Derselbe trug frühe den Titel eines Kupferstechers des Königes, späterhin der kais. Bibliothek, und einmal (177») auch denjenigen eines Zeichners und Kupferstecher des Herzogs Carl von Curland. Dann war er Mitglied der ehemaligen Akademie der Malerey, und Lstorillo III. 426 nennt ihn auch einen angenehmen und geschickten Maler. Er st. zu Paris »807 oder 1808. Eben so sehr, als durch seine Talente, empfahl er sich auch durch seine sittlichen Eigenschaften. Iouberr rühmt ihn als einen der arbeitsamsten und sinnreichsten (inALliieux) Künstler seiner Zeit. Nach einiger Urtheil geriethen ihm dann doch Bildnisse vorzüglich, dergleichen er eine Menge, en Medaillon, nach Cochin und eigenen Zeichnungen fertigte; wie z. B. Diderot, Linguet, Marmon- tel, Mariette, Piron u. s. f. Ioubert hingegen scheint (wohl mit Grund) mehrern Werth auf das Wichtigere derjenigen seiner Arbeiten zu legen, welche schon unsere Zusätze benennen. Diesen setzt er noch hinzu mehrere Gegenstände aus den ovidischen Verwandlungen, nach Beuch er. Dann von einzelnen Blättern: Eine Leda, nach P. Caliari, eine Venus in der Muschel, nach L. Vecelli u. s. f. Die reichhaltigste Literatur über ihn findet sich unstreitig in vdeinect'e's Dictionnair; und einer unsrer Freunde bemerkt : Was dieser von ihm anführe, verdiene um so mehr Glauben, da er mit dem Unsrigen in besonders freundschaftlichen Verhältnissen stand. ^ In unsern Suppl. erscheinen der Unsrige und seine Brüdcr, irrig, zweymal; nämlich auch unter Sainr-Aubm. — Von Augustin nennen noch Landon iXouv. ileo Xrts 11. 320 eine Heimsuchung nach Jouvenel für das Heft 11 oder 12 von de Ligny's Hi8toire äe I08U5 Llrrisl. Dann für das Heft XVI. eben dieses Werks: Die Hochzeit zu Cana nach P. Caliari, von Chatatgner geatzt, und von dem Unsrigen vollendet; und endlich für's Heft XXII. eine Kreuzigung, nach van Dyck. I. c. III. x. 45 und 277. Wahrscheinlich, doch nicht sicher, waren auch von Angustm die Blätter zu zwey Aufsätzen in A L. Millins lVIonumens antigues inellits 1. II. Istvr. I., welche zwey geschnittene Steine: Einen Amor aus dem Kabinet Hoorn, und einen Tod des Achills aus dem Kabinet de la Turbie darstellten. Xouv. ckes Xrts 11l. 3ü u. 5l. sl. 11(1 Aubin (Carl Germain St.), der älteste Bruder von Augustin, der im Lex. unter dem Art. von diesem, ohne Taufnamen erscheint. Zouberr bemerkt, daß derselbe auch einige Fantasien geätzt habe. Gaule de St. Germain S. 3ll nennt von ihm eine geätzte Folge von Blumen. sl. III — — (GabrielJakob St.), zweyt- ältester Bruder von Augustin. Ioubere nennt ihn Geschichtsrnaler, der auch einiges von seiner eignen Erfindung geätzt habe- Dann Vignetten z. B. zu einem IHiztoire Romaine, «is p. 274. — — (Ludwig de St.). Nach einem solchen (wohl Seitenverwandten der drey vorgenannten (kiel. 1808) haben Bollinger das Bildlich des Kaisers Alexander, und Vendramini dasjenige der Kaiserin Elisabeth Alexiewna in punktirter Manier gefertigt. Von diesem letztem vorzüglich heißt es irgendwo: Es sey so »artig" gerathen, daß es sowohl dem Zeichner als dem Stecher Ehre mache. — — (St.). Ein solcher Landschaftszeich- ner, machte, (18..) mit dem Dichter Matthisson eine Seefahrt von Lausanne nach Evian. Tüb. Morgend!. 1812 S. 89 u. ss. Ob derselbe indessen mit dem vorstehnden Ludwig nicht Eine Person seyn könnte, ist noch die Frage. — — ( ). Einen solchen nennt Lans don's Salon 1808 S. li8ohne Weiteres unter den damals zu Paris lebenden LandschaftsSee- und Architekturmalern. sllI Aubri (Ludwig, eigentlich Ludwig Franz). Derselbe lebte noch 1808 und gehörte zu dcn Berühmtesten seiner Kunstgattung. Wahrscheinlich von ihm nennt Landon ein schönes Frauenbildniß auf dem Salon von 1802 und ebenfalls schöne Miniaturen im Allgemeinen auf demjenigen von 1804. Ihn nennt auch ^iorillo III. 48g. S. auch unten den Miniaturmaler Aubry ohne Taufnamen, der mit diesem Ludwig Aubri wohl sicher Eine Person ist. sl. 1II — — s. auch Aubry im Lex. und unten. sl.^ Aubrier (Claudius). Nachdem derselbe mit Lournefort (der seiner in der Vo^sxe cku I-evant, D.ettre I. und in den ln8titutiones rei berbaria; Vorn. I. p. 5o rühmlichst gedenkt) aus dem Oriente zurückgekehrt war, erhielt er von Ludwig XIV. die Stelle eines Malers bey Aiibr y. 185 dem botanischen Garten. Er muß ein hohes Alter erreicht haben; denn unstreitig ist er doch derjenige Aubrier, der in dem Pariser-Almanach royal (1742) noch als Maler und Zeichner bey der Akademie der Wissenschaften zu Paris, mit dem Titel: kelntre äu , an jarclin «1u ko^ erscheint. Die Bibliothek zu Göttingen besitzt von ihm etwa,90 große Blätter, die als eben so viele Meisterstücke botanischer Zeichnungen zu sehen sind. Stiche nach ihm, trifft man in Heritier's Stirpes NOVD ant minus LOZnilse. karis 1784 gr. Fol.; dann in du Hamel's Werken , und endlich in: plantaruin americanarurn lasclouli X. cur. öurmanno. Xmstercl. et l.uAä. öai. 1755. kol. mit 282 Kupfern. Die Zeichnungen zu letztgedachtcm Werke waren jedoch nur Kopien, die Anbriet nach andern Zeichnungen des Carl Plumier gefertigt hatte. sl. H.^> Aubry (Abraham). Derselbe hat um i 65 c> fleißig für Buchhändler gearbeitet. Neben Anderm heißt es, er habe Ovids Methas morphosen, nach W. Baur, in iH8 kl. quer Folio- Blättern geliefert, die in 1652 ^u Cölln erschienen waren. In seinem eignen Verlage fand sich dann Vieles ohne Kunstwerth. Mehreres hat er hinwieder für den Nürnberger-Verlag von Paul Fürst gefertigt. — — (C. F.), ein neuerer Kupferstecher, von dem man ein Blatt, Cephalus und Procris, nach G B. Cipriani kennt. Das Gegenstück: Angelika und Medoro fertigte H. F. Aubry, nach dem gleichen Meister. Beydes sind schlechte Quer-Oval Kl. Quartblätter. — — (Debias), ein Baumeister, s. Cluirdt in künftigen Nachtragen. — -- (H. F>), Kupferstecher, s. oben den Art. C. F. Aubry. sll.^ — — (Johann Philipp). Dieser schlechte Kupferstecher lebte um ,68o. Von seinen Arbeiten sind, des Zeichners wegen, die Blätter mit allerley Thieren, meist in Fol. angeführt worden, welche er zu I. Ludolf's Historik selbiopica, krancok. a. M. 168, Fol. nach I- H. Roos gefertigt hat. sl. n.^> — — (Peter). Sein im Suppl. in 1666 angesetztes Todesjahr wird uns deswegen zweifelhaft, weil Wir in: Ledclil Xntiquit. Xrßentin. (/^. XrZentor. 1669) noch ein Blatt von ihm nach Arhard, und in L. Caron's Unlustvertreiber (8°. Straßburg eocl.) ein anderes nach Joh. Walther Pater, beydes höchst mittelmäßige Arbeit finden. — — (Stephan). Irgendwo nennt man von einem solchen, uns sonst ganz unbekannten Kupferstecher eine Ansicht des Münsters zu Straßburg, in gr. Nealfol. sii.^ — — — — , geh. zu Versailles 1746 und gest. zu Paris 1781 (nicht 80). „Dieser Maler" (heißt es bey Gault de Ar. Ger, maln S. 3 10) „sehr unbeständig in seinem Geschmacke , wurde zuerst von der Akademie als Bildnißmaler aufgenommen; alsdann legte er sich auf häusliche Scenen, und wollte sich zuletzt gar bis zur Geschichte erheben, wo er aber scheiterte. Jene Hausscenen gelangen ihm am hetzten." Nach ihm kennt man in kleinen Blättern gestochen: le Llaria^e rompn et conclü, les ^clieux cle 1k nouirice, 1'Xmour palerncl, In Kremiere l.eoon ck'amitie lraternelle, letztres von C. C. Berwic. l. Aubiiisso n. fl. Il/j Aubry ( ). Fiorillo Hl. 3 iZ nennt einen solchen als Pastellmaler und Zeitgenosse von la Tour. Derselbe ist aber wohl kein anderer als der Bildnißmaler des 8ex. unter dem Art. Guillor Aubry, und der gleich vorerwähnte Stephan Aubry unsrer Zusätze. — — ( ). Ei» solcher (wahrscheinlich mit dem auch oben angeführten Ludwig Aubri unserer Zusätze Eine Person) wird in Landon's Salon von 1808 S. 99 unter denjenigen genannt, welche damals Belohnungen (Er eine Medaille) erhielten, und deren Arbeiten von der Regierung aufgetragen, und von ihr gekauft worden. Dann ist es wahrscheinlich der nämliche, welcher l. c. n 5 unter der Rubrik der damals zu Paris lebenden Miniatur- und Schmelzmaler erscheint, und in der neuen Straße des Petits Champs Nro- 18 wohnte. Eben so sah man auf dem Salon 1810 wahrscheinlich von keinem Andern als von ihm, der hier Schüler von Jsabey heißt, die beyden Bildnisse des Königs und der Königin von Westpha- len in ganzer Statur, welche nach Landon (Salon 1810 p. 107) dort zu dem Beßtcn seiner Gattung gehörten, und sich besonders durch die Lieblichkeit (suavite) des Kolorits auszeichneten. „Er, sein Meister Zsabey, und sein Schüler Garnt" (meint Landen) „ machten ordentlich ein Triumvirat der damalige» Miniatur in Frankreich aus." Wieder Schönes sah' man von ihm auf den Salons von 1812 und 1814. Auf diesem letzten,, neben Anderm, das Bildniß einer Frau in ganzer Statur, schwarz gekleidet und die Laute spielend, das sich durch seinen angenehmen, und zugleich kräftigen Farbenton auszeichnete. Auf dem Salon 1819 wieder Ungenanntes. — — ( ). Ein solcher wird irgendwo königlicher Drücken- und Straßen-Ingenieur zu Dijon 1766 und noch 1779 genannt. — — ( )- Ein solcher lithographiere sehr gut um 1822 den berühmten Zodiakus von Denderah, nach Denon's Zeichnung, für desselben egyptische Reise (Pr. nebst der historischen Beschreib. 2 Frkn.) Tüb. Lunstbl. 1822. ,68- S. auch den gleich ff. Art. — — le Lomre ( ). Ein solcher, wahrscheinlich mit dem Vorstehnden derselbe, Schüler von Girodet, wird im Tüb. Lunftbl. an der gleich oben angeführten Stelle, als ein Lithographe von so ausgezeichneter Geschicklich- keit genannt, daß seine Kunstgattung noch nichts hervorgebracht habe, das z. B. den ,6 Blättern gleiche, welche er nach Girodet's Zeichnung, von den Hauptfiguren zweyer Gemälde von Girodet und Gerard geliefert habe, die sich jetzt, als Geschenke des Kaisers Napoleon, irgendwo (?) in Deutschland befinden, und Scenen aus Os- hian zum Gegenstand haben (Pr. 02 Frkn. und 48 auf chines. Papier). Etwas später lieferte er noch zwey Blätter von gleichem Werthe: Die Köpfe von Endymion und Amor, wieder nach einem Gemälde von Girodet. . sn .^1 — — s. auch Aubri in unsern Zusätzen, und Oben. Aubuisson (d'), ein französischer Künstler neuester Zeit. Von demselben sah' man auf dem Salon 1822 ein Bild: Alexander, der den Bu- cepal bezähmt, wovon es in einer Critik dieser Ausstellung: I'Obsei vateur ei Xrtequln au Salon p. 20 spöttisch heißt: „O, bey meiner Treue! Davon läßt sich Nichts sprechen: Wahl 47 A u d e b c r t. Audoin. lfib des Gegenstands, Composition, Zeichnung, Kolorit — Alles ist so, daß man nichts daran tadeln, sondern bloß sagen kann: Kommt, und urtheilt selbst! ! ! !" fll.^ Audeberr (I. A. oder B.). Nach seiner Zeichnung waren auch die meisten Blatter zu der nach seinem Tode erschienenen Entomologie von DllVier. Von der Uisloire naturelle rlez 8inge8 war er zugleich Verfasser, so wie von den dazu gehörigen Blättern Zeichner und Stecher Copieen nach einigen derselben finden sich in Schreber's Saugethieren mit Abbildungen gr. 4 °- Erlang. 177h u. ff., und in des de la Mark: Valaleau vno^oloperlicxus etme- tkiorli^ue . unten daran) eine Ansicht der Schlacht bey Austerlitz, gezeichnet und gestochen von DuplesstsrBertaud (Pr. iL Frkn., in Deutschland 6 st., 6/r" hoch, v br.) (*). Gleichen Ruhm verdiente späterhin dasjenige Ludwigs XVlll.uach Gros, welches 20 Frkn. mit dein weißen, und 10 mit dem grauen Buchstab (H kostete, und sich auch durch gute Achnlichkeit ausnahm. Eben so diejenigen des Grafen von Artois, nach einer Miniatur von Samt; des Herzogs von Angou« leme, nach Dralls, und seine Gemahlin, nach Dumont; des Herzogs von Berry, nach einer Miniatur von Augustiu, und seiner Gemahlin, nach Hesse; dann Heinrich I V. nach dem berühmten Urbilde von Porbus (Pr. 5 fl. 24 kr.); Sal- vator Rosa's, und der Frau von le Brun, beyde nach ihren selbst gemalten Bildnissen in der Galerie zu Florenz. Hiernachst von Geschichtlichem und Gartungsstücken, nach Bildern des Museums: (-) Im Suppl. ist er irrig vor Audebert rubrizirt. (-) Seine ganz gestochenen Blütter scheinen uns zu metallfarbig zu seyn. (z) Eine Beurtheilung desselben, wo der Unsrige irrig Audorien heißt, s. in Meusel's Arch. I'. (z) 101 —Es sey fleißig behandelt, in van Schuppen's Manier; Haare und Pelz könnten besser, das Ohr minder vernachlüßigt seyn. Das Oval, worin der Kopf befindlich, sey mit Waffen, Fahnen rc, umgeben, und diese sehr flach behandelt, wahrscheinlich um dem Kopf nicht zu schaden. Die Schlachtdarstellung unten sey Bertaud's (des Callot'S und della Bellas der neuern Zeit) würdig. (4) Ein drittes noch mit dem St. Lazarus - Kreuz. — Was für neue Kunstpfiffigkeiten! Irgendwo heißt dieß Blatt sein Meisterstück, und wird dort davon sein Preis in Deutschland zu 27 fl. angegeben. A udra n. 187 A u d o r f. Madonna die Gärtnerin (dieß schon i8oZ) nach ^aphael. RaphaelundseinFcchtmeistcr,nachEbendems. Grablegung, nach Earavaggto. Eine Charitas, nach A> det Sarto. Der Mann, der das Hündchen beym Ohre zupft, nach Mieris. Die Musiklehrstunde, nach lIersther. Eine Muse(H, nach ie Sueur. Drey Musen, nach Duchemin's Zeichnung, nach Ebendems. Der Financier, l Die Trompette, > alle drey n. Terburg. Die Citharspielerin, ) Unsers Wissens diese alle für das bekannte Prachtwcrk des Musee Napoleon. Dann noch überdieß: Die schlafende Nymphe (Jupiter und Antiope) nach A- AUegri. (17" hoch, 12" br ) Pr. 9 st. In Paris kostete es ursprünglich bloß 16 Frkn. und das Doppelte avant la Lettre. Und dennoch nennt solches Lands» löni (lVouv. kies ^ris 1 . 56ö) » Au- doins bisheriges Meisterstück, eben so wie das Urbild AUcgri's ft,„es, und eines von den gelungenen, welches nach diesem Meister noch mangelte; von kühnem und leichtem Grabstichel, und harmonischerWirkung." Venus, die sich den Dorn aus dem Fuße zieht, nach Rapdael. Pr. 9 fk. Avant le Lettre, auf der Versteigerung Rigal, 40 Frkn. Es ist nicht mehr an der Zeit (Pendant des Garde a Vous), nach Bouillon. Noch nennen von ihm: Landon's dkouv. Ues ^rts m. 266 eine St. Magdalena nach C. Dolce aus der Galerie von Florenz für das 29 Heft des bekannten Werkes, nach der Zeichnung von Wicar. In einem Nekrolog von ihm (.lournal kies Debüts 24 guili. »822) liest man die ungereimte Bemerkung: »Im Ganzen kann man sagen, daß H. Audoin, der einen ausgezeichneten Namen unter unsern Künstlern behauptete, eines glanzernoen Rufs genossen haben würde, hatte er seine Kunst nicht Werken gewidmet, die, in kostbare Sammlungen gehörig, nur in den Händen weniger reicher Liebhaber sind." Au darf (Ernst Jakob von), Hauptmann über eine Compagnie der Breßlauer Stadtgarnison, ein wohl erfahrener Ingenieur. Er gab einen Discours von der Kriegsbaukunst zu Breß- lau 1600 Fol. mit Kupf. heraus, der den seltenen Büchern bcygerechnet wird. Audovf st. 1706. Iöcher und Scheibe!. si. H.^j Audran (Benedikt I.). Jouberr halt ihn weit unrer Gerard; doch rühmt er seine korrekte Zeichnung, und die sorgfältige Bestimmtheit im Ausdrucke der Köpfe, und in den Extremitäten. Seinen kranken Alexander nach le Sueur heißt er ein sehr ausgezeichnetes Blakt, welches auf der Versteigerung von Silvestre (Abdruck vor der Schrift) für 96 Frkn. (^) erstanden wurde, so wie seine Schlacht und Triumph von Constantin nach le Brun, in eben solchen Drücken, auf der Versteigerung von St. Aveö für 129 Frkn. Mßli l. 67 nennt von ihm, als meisterhaft: Davids Sieg über Goliath, nach D. Ricciarelli, aus der alten französischen Ga, lerie, dort irrig dem Michael Angelo zugeschrieben. Dann ll. 269 Taufe Christi, nach F. Al- bani, aus eben dieser Galerie, ei» großes Blatt. Ferner lv. 119 Die Niederkunft der Königin Maria von Medicis, und die Auswechslung der Prinzessinnen von Frankreich und Spanien, beyde aus der bekannten Luxemburgischen Galerie, nach Rubens. sl. IlI Audran (Carl oder Karle). Iou- berr hält die H. Familie nach Likian für sein Meisterstück. Dann nennt er, als andre seiner vorzüglichsten Blatter: Eine Verkündigung nach Ludwig (nicht nach Hannibal, wie es gewöhnlich heißt) Carracci; eine St. Catherina vor der H. Familie, mit vielen Engeln, nach I. Stella, und eine Himmelfahrt der H. Jungfrau, nach Zampicri. Andre Meister, nach denen er gestochen hat, sind: Melini, Valesio und Simon Vouet. Dann kennt man von ihm ein Paar Bildnisse: Heinrichs von Bourbon und Peter Legiers. Lar! führte auch eine» Kunsthandel, in dem man z. B. geätzte Blätter von Hermann Swanefeld fand, welche späterhin unter der Adresse von P. Mariette erschienen waren. sl. II.^ — — (Claudius!.). Selbst Hei- necke fand es nicht der Mühe werth, Mehr als ein Paar seiner Bildnisse (z- B- Galiläi's, ohne andern Namen als den seinigen) zu nennen. Dann eine Folge von Engeln in Halbfiguren mit den Leidensinstrumenlen in Quarto 7 eben so; und eine Carwuche: Sitzende Frau, welche eine Krone halt, mit den Worten: tzuocl nemo retcxit, nach H. Carracci. sl. il.^j — — (Claudius !!.). Daß er bey Johann Wicrx gelernt, wie das Lex. sage (bemerkt einer unsrer Freunde) sey ein Verstoß, da dieser früher gelebt habe. Dann bedauert Jouberr, daß er, gleich seinem nachfolgenden Bruder (und wahrscheinlich mit minderm eignem Genie) sich le Brun's Kunstdespotismus unterworfen, und dieses ihn an mehrerer Entwickelung seiner malerschen Talente behindert habe. Immerhin hielt le Brun ihn für tüchtig, sich seiner zu verschiedenen seiner großen Arbeiten, wie z. Ä. der Schlachten Alexanders zu bedienen. Dann nennt man als eigene Werke von ihm: Das Wunder mit den fünf Brodtcn für Nütre Dame zu Paris, und die Enthauptung Johan- nis für die Karthause ebendaselbst. In 1681 wurde er zum Professor und -684 (zugleich seinem Todesjahr) zum Akademiker gewählt. Sein Aufnahmsbild, die Einsetzung des Abendmahls, gehört zu seinem Mittelmäßigen. Der damals allgemein bewunderte Styl seines Gönners war seine Schule, und die affektirte Nachahmung desselben in Komposition, Zeichnung und Kolo- rite trug wohl das Meiste zu dem Ruhme des Unsrigen (so wie noch so Vieler seiner Kunstgenossen) bey. Gestochen nach ihm haben z.B. Benedikt Audran das Abendmahl; Gerard Audran einen St. Bruno, Johann Audran (a. Ii. wieder Benedikt) das Wunder mit den fünf Brodten G), und N. Tardicu eine Fortsetzung (?) des Mai- gemäidcs von der Enthauptung des Täufers G). ^!. n.^ — — (Claudius !!!.). Anton Watteau war sein Schüler. (-) Dieß Blatt gemeinschaftlich mit P. Laurent. (-) Heller (Handb.) sagt wohl irrig für — 599 Frkn. (Z) Jni Kleinen findet sich dieses letztre auch, von einem Unbekannten, für Ligny's Hiscoira cl« lesus Ltirisc, k-ivr. V. gestochen. ( 4 ) Eine Erklärung hierüber s. im Lee. 188 A ri d r a ». 2lved. sl. Il.^j Audran (Geratd). ^iorillo III. 255 zählt ihn zu denjenigen Künstlern seiner Zeit, welche ausgezeichnetes Talent zur Malere» hatten, aber durch des eitelen le Brun's Rath, der zu einer gewissen Zeit so gut als Befehl war, gleichsam gezwungen wurden, den Pinjel mit dem Grabstichel zu vertauschen, nm nämlich seine Werke zu stechen. Zouberr zählt zu seinen vorzüglichsten Blättern besonders dreye nach Poussin: Christus im Jordan getauft (in 2 Bl.); die Zeit, welche dieMahrheit wegrafft (ein Blatt, das, in ersten Drücken«/), bey Versteigerungen bis auf — 55 ? Frkn. erstanden wurde), und: Pyrrhus, der vor den Mördern seines Vaters gerettet wird, wieder in zwey Blattern, das, bey ähnlichen Gelegenheiten mit 42 Frkn. fast zu wenig galt (^). Noch nennt Heller, nach Poussm, von dem Unsrigen die Ehebrecherin, welches vor der Schrift, auf der Versteigerung Durand nun gar für ?5o (?) Frkn. verkauft worden sey. Dann wurden die 8 Nummern der Schlachten des Alexanders und Consiantin, nebst Allem, was dahin einschlägt, nach le Drun (wovon alle wieder 2, 3—4 Bl. in sich fassen) zu sammen von 5oo bis auf — 918 Frkn. bezahlt. Das Gezelt von Darius war darin einbegriff en. Von Blättern nach italienischen Meistern nennen Füßli und Jouberr: Nach s). Bererrini: St. Paul zu Athen, und die Gabe der Sprachen; zwey Frisen auf dem nämlichen Blatte. » H. Carracci: Ulyß, der den Achill unter den Weibern entdeckt. Geschmackvoll und meisterhaft. Der Tod von St. Francisc. » I. Lanfranco: St. Peter auf den Wellen. Mit Geist und Leichtigkeit, doch nicht mit so viel Ausdruck, als dasselbe von Dorigny. » G- Reni: St. Andreas zur Richtstätte geführt. Meisterhaft. Die Marter von St. Peter (irrig mit Zampteri bezeichnet, und bloß nach einer französischen Kopie des Urbildes). Die büßende Magdalena. » A Gacchi: Judith, die dem Holofernes den Kopf abhaut. Die Erziehung Jupiters bey den Cory- banten. » Sanzio: St. Paul und St. Barabas zu Lystra. Ananias, vom Schlage getroffen, und den brennenden Busch. » T. vecelki: Ganymed, von Jupiters Adler entführt. Aus einem Plafond zu Venedig. Meisterhaft. „ D> Zampteri: Aeneas, der seinen Vater aus dem Brande bey Troja rettet. Vorzüglich gut. Die Marter von St. Agnese. Sehr schön. St. Hieronymus, der in der Einsamkeit durch Buße die Anfechtungen des Satans zerstört. Christus am Oelberge. Meisterhaft. Die Madonna des Rosenkranzes, nach dem Altarblatt in St.Johann zuBologna. David, der vor der zurückgebrachten Bundeslade hergeht. Esther, von Ahasverus erhoben. » in Ohnmacht. Judith, mit dem Haupte des Holofernes. (>) Wo die — Wahrheit noch keine Drapperie aus (2) Folgendes zu einer Warnungstafel! Doch fast hängt bey mir, von uralten Jetten her, ohne < Füstli (Annas H. ioZ) bemerkt über den Unsrigen: Ein ächter Kenner werde finden, daß seine Behandlungsart in großen historischen Darstellungen die vorzüglichste unter Allen sey, um die wahre Charakteristik eines Gemäldes mit der erforderlichen Energie zu überliefern, und daß dieser große Künstler den Mittelweg zwischen dem zu viel und zu wenig Gestochenen, zu viel und zu wenig Gezierten (^) zu halten gewußt habe. Und 1 . c. 112—115 sagt Ebenderselbe: »Ich glaube nicht, daß Gerhard Audran, den ich, ungeachtet der Zierlichkeiten der neuern Kupferstiche, als den ersten Kupferstecher für große historische Gegenstände halte, an irgend einem seiner größten Blätter viel länger als ein Jahr gearbeitet haben mag, welches aus der großen Anzahl seiner vortrefflichen Werke, unter denen sich sehr viele von außerordentlicher Größe, und einer ganz »„gemeinen Menge von Figuren befinden, sehr wahrscheinlich wird. -Wäre dieser große Mann, der nur 63 Jahre lebte, so langsam wie unsere jetzigen glänzenden Kupferstecher zu Werke gegangen, so wurden wir kaum ein Drittheil von seinen vortrefflichen Arbeiten erhalten haben-" »Man erstaunt bey der Betrachtung der großen Schlachten Alexanders, dann der Schlacht und des Triumphes Constantins nach le Brun, so wohl über die große Menge der Gruppen und Figuren, als über die durchaus darin herrschende Bestimmtheit, Genauigkeit in der Zeichnung, und im charakteristischen Ausdrucke; und dennoch machen diese sechs außerordentlich großen Blätter kaum den achten Theil seiner großen Werke aus, ohne der Menge in kleinem Formate zu gedenken." sl. 11.^ Audran (Johann). Auch Zaubert nennt seinen Sabinerinnen-Raub nach Pous- sin (vor der Adresse der Gobelins) als sein Hauptblatt. Füßli I. 260 Galathea auf dem Meere, nach Maratti meisterhaft; II. 286 eine Verkündigung Mariä nach Albani sorgfältig; dann III. ii 5 , 120 und 121 Heinrich IV. überlegt seine künftige Heirath, dessen Abreise zum deutschen Kriege, und die Krönung der Konigin, alle drey aus der Galerie Luxenburg, nach Rubens. Caspar Füßli S. scheint ihn sehr nahe an Gerard zu setzen, und sagt neben Andern! von ihm: »Die Vereinigung der Nadel mit dem Grabstichel hat er auf eine herrliche Art in seinen Blättern angebracht." sl.^ Audray, s. Andray im Lex. und oben. slJ Audyn des Lex. ist nichts als ein verdorbener Name von wilh. Doudxns. sl. II.^ Aved (Jakob Andreas Joseph). Seine vornehmsten Bildnisse sind: Diejenigen des Dichters Rousseau; Crebillon's, des Marquis von Mirabeau, des Abbe Caperonnier, des Marschalls Clermont-Tonnerre, des Herzogs von Chevreuse, des Marschalls de Mail- lebois, des Prinz Statthalters u. s. f. von welchen die meisten gestochen sind. Auf dasjenige von de Troy dem Sohne hin wurde er in die Akademie aufgenommen. Ueber den Wertb seiner Kunst urtheilt Gault de Samt-Germain (S. 288) namhaft vom Lex. verschieden, und gesteht ihm zwar einen männlichen Pinsel und breite Ausführung (?) zu; dann aber tadelt er dem Unterleibe trägt. schäm' ich mich, es zu sagen — dieß schöne Blatt -las, auf einem Hausgange! (z) Fast halten wir dieß für einen Druckfehler, statt: Geätztem. A v e e l e. A v e ii d a n n o. 189 an ihm das plumpe Kolorit in den Lichtern, und das wenig Durchsichtige in den Schatten. Auch seine Stellungen seyen meist von schlechter Wahl, und drücken so wie seine Physiognomiken gewöhnlich — Stupidität aus. sll.^ Aveele (Johann van den). Dieser Kupferstecher, der, seiner Manier nach, etwa ein Schüler von Romain de Hooghe war, wußte die Nadel ziemlich leicht zu behandeln; doch sind seine Blatter (die er meist nach eigener Zeichnung fertigte) hart, und überschreiten nie die Gränzen des Mittelmäßigen. Meist war er für Buchhändler beschäftigt; doch ließen auch die Kunsthändler Karl Allard, Niki. Visscher rc. Prospekte, Figuren und Bildnisse von ihm ätzen. Um ging er nach Stockholm, wo er 1701 zu dem Werke 8uecia anligua et bollierna arbeitete, und anderes auch noch i?i 5 geliefert hat. Vielleicht daß er später in sein Vaterland zurückgekehrt ist, da wir in einer Ausgabe des Cicero, welche bey den Wettstein's zu Amsterdam 8°. erschien, Titelkupfer, sowohl nach eigner Zeichnung als nach H. van der Aa, A. Schoonebeek rc. von ihm treffen. Johann pflegte seinen Zunamen verschiedentlich zu schreiben; als : Aveele, Aveelen, Avele und Avelen. Aveiro (Herzogin von), zeichnete sich, unter der Regierung Philivp IV. als eifrige Liebhaberin der Künste in Spanien aus. Fiorillo IV. Loch Not. L. Avelen. Derselbe ist wirklich, wie unsre Zusätze vermuthen, Eine Person mit dem obigen Johann von den Aveele. sH-H Ave 1 1ne (Franz Anton und Johann) unsrer Zusätze sind vielleicht Eine Person. sll-^ — — (Joseph) unsrer Zusätze, war vielleicht Vater von Amon und Peter des Lex. und der Zusätze. jsl. II.^ — — (Peter). Sein größtes Blatt dürfte der Tod des Seneka, aus der Dresdner- Galerie, nach L. Giordano seyn. Jouberr nimmt nicht für sicher an, daß er ein Schüler von Poilly gewesen sey, und urtheilt von ihm: »Er hätte einen höhern Platz unter den französischen Stechern erhalten können, wenn er sich weniger mit solchen Arbeiten beschäftigt hätte, welche nichts zum Ruhm, und eben so wenig zum Glück beytragen. Indessen verdiene er doch einige Auszeichnung, und habe Schüler gezogen." Avellino (Julius), von seiner Geburtsstadt der Messineser genannt, ein uns bisher ganz unbekannter, in 1700 zu Ferrara gestorbener Landschaftsmaler, der auch meist dort seinen Aufenthalt hatte. Nach Lanzi (Lcl. wrr. V. i/ 5 ) war derselbe ein Schüler des Salvator Rosa, und der in etwas anmuthigerm Styl als sein Meister malte, und seine Bilder theils häufig mit Architektur und Ruinen, theils mit geistreich toccirten kleinen Figuren zierte- Ob etwa der nachfolgende Onophrius Avellino des Lex. ein Nachkömmling des Unsrigen seyn dürfte, ist uns, wie so Vieles, unbekannt. sl.^ — — (Onophrius). Lanzi (Lä. terr.) II. 36 i zählt ihn zu denjenigen Schülern von Giordano und Solimena, welche die Gebrechen ihrer Meister (das Fa Presto, und falschen Far- bcnprunk) noch übertrieben haben, und nennt dann übrigens von dem Unsrigen, als sein Bedeutendstes, einen Plafond in St. Franzisc di Paola zu Rom, wo er sich mehrere Jahre auf- enthielt- Heinecke nennt nach ihm das Dildniß eines Kardinals Ruffo, von A. van Westerhout. I. sl.j Aven (Leo d'), von Andern auch d'Avesne, Davenr, Davin und Daris genannt. Barrsch XVI. 3 o 6 hält Davenr für seinen richtigsten Namen, mit welchem er sich selbst auf einem seiner Blätter (worauf sechs Apostel, darunter St. Peter erscheinen), gewöhnlich aber bloß mit O. 0 . bezeichnet hat. Noch auf einem (wieder mit sechs Aposteln, darunter St. Paul) ist diesem Buchstaben l>" beygefügt; und auf einem dritten (zwey nackte Frauen mit einem Liebesgott) eben diesen Buchstaben die Chiffer eines verschlungenen I.. und L., was vielleicht ImAcluni Leltarum heißen soll, und glauben macht, daß der Unsrige von Lyon gebürtig seyn mochte. Sein Geburts- und Todesjahr sind unbekannt. Nach den Daten seiner Blätter zu urtheilen, muß er zwischen i 5 go und i 665 gelebt haben. Nach Barrsch, der ihn zu der Schule von Fontainebleau zählt, da er meist nach Primaticcio gearbeitet hat, dürfte er selbst mehr Maler als Stecher gewesen seyn, da seine Zeichnung weit vorzüglicher als sein Grabstichel und seine Aetznadel ist. Von seinen dort (S. 3 io— 353 ) angeführten 6g Blättern sind nur »eune mit dem Grabstichel, alle übrigen mit der Nadel gefertigt; jene und diese ungefähr auf gleiche Weise mit breiter, sehr reinlicher, perpendikular und horizontal offen gehaltener schön rautenförmiger Schraffirung. Ebenfalls Barrsch glaubt, daß vasari da, wo er von den Künstlern spricht, welche mit Rosso zu Fontainebleau gearbeitet haben, und darunter einen Flamänder, Leonard, nennt, derRosso's Zeichnungen sehr gut in Farben ausgeführt, den Unsrigen meynen konnte, dessen Taufname nirgendwo anders als mit I.. bezeichnet ist, und das Leon, wie man's gewöhnlich deutet, leicht eine Abbreviatur vonLeonard sey» mag. Hierauf nennt und beschreibt er, mit seiner gewohnten Genauigkeit jene 6g Blätter des Unsrigen, von welchen bloß 9 geistliche, 6 weltliche Geschichte, dafür (nach der klassischen Neigung der Schule von Fontainebleau) /,2 mythologische Gegenstände, und endlich 12 Mannigfaltiges darstellen. Alle, wie gesagt, nach priinariccio, mit Ausnahme von i 3 darunter, 5 wie man glanbt nach L. penni, 3 nach Iul. Pipi, 3 nach Parmesan, r nach )vaphael, und eins von eigner Erfindung; die größten vier zusammenhängende Blätter mit den zwölf Aposteln, die zu Christus und der H. Jungfrau aufblicken. Unter den mythologischen (wie galant!) Europa, mit ihren Gehülfinnen, beschäftigt, mit Blumen den weißen Stier zu schmücken, unter dessen Gestalt Jupiter sie entführen will. Als von sehr verständigem Grabstichel nennt Barrsch (I. c. 226) Jupiter, der die Wolken preßt, um den Regen zu erzeugen, auf welchen die Flußgötter auf ihren ausgetrockneten Urnen harren Man würde kein Ende finden, wenn man alle die sinnreichen Schönheiten dieser Blätter bemerken wollte. 60ns. Aast u s. f. Bey einigen dieser Blatter ist dem I.. 0. Loloßna inv. bey andern: ä fontainebleau beygefügt. Heinecke will eine Venus, die dem Eupido die Augen verbindet, kennen, welches ausdrücklich mit: feo 1e. Uonise 8up. perm. bezeichnet sey- Malpe und Brullior, die auf ein Blatt fußen, welches Barrschen unbekannt war, rubriciren ihn ebenfalls unter Daris. Avenarius (Friedrich Wilhelm), Bauinr spektor zu Altendorf in Hessen 1819. verz. der Mitglieder der Loge Eintracht zu Akazia 1819. Avendanno (Diego de), gehört zu denjenigen spanischen Künstlern, welche 166t die 160 Av cn ni a r g. Freyheit der Malerey vertheidigten, und es dahin brachten, daß die derselben Beflissenen von Abgaben, Zöllen, Kriegsdiensten u. s. f. entlediget wurden. Fiorillo LV. 271. Avenmarg ( ), zeichnete die Ruinen des Metilfleines bey Eisenaä), zu F. G. Dietrichs Beschreibung der vorzüglichsten Garten in und bey Eisenach. Dritte Aufl. Eisenach 1811 8°. Ein Anonymus hat selbiges geatzt- sll.^ Avenne ( ), scheint Eine Person zu seyn mit dem Maler Davenne im Suppl. sl. ll.^ Avene (Peter van). So ist auf Kupferstichen etwa der Nam des P. van Avonr verschrieben- Aventl'nus (Johann), ein bekannter Geschichtschreiber; geb. zu Abensberg in Bayern a/M, und gest. zu Regensburg i 5 Z-s. In des Orkelius 1'lieatruin orbi8 lerrsrnm 1(179 ist er als ein Landkartenzeichner aufgeführt, der eine Karte von Bayern i 533 zu Landshut herausgegeben habe- Auer (Anton), Münzamtsverwaltec oder Münzmeister zu Augsburg seit 1790- sl.^j — — (Joh. Paul). Derselbe war der erste Gatte von Susanna Maria Gan- drarr, und st. (nicht, wie das Lex. sagt 21, sondern) 99 I. alt. Seine Manier ist der seines zweyten Lehrers Liberi ähnlich. I. A. Boener, C. C. Eimart und Jak. Sandrart haben Bildnisse, immerhin wackerer, aber dunkeler Männer nach ihm gestochen. //«r>rssLs. Von ihm besitzt in Deutschland, unsers Wissens, die einzige Galerie zu Salzrhalum ein 4" br. und 3 ^ 5 " hohes Bild auf Leinwand: Junges Mädchen, das auf dem Klavier spielt; hinter ihr ein Junge, der aus einem Notenbuche singt. Lebensgroße Halbfiguren- Eine, uns übrigens unbekannt gebliebene, Leichenpredigt auf ihn von l)aul Weber, wurde zu Nürnberg 1(187 4° gedruckt. Auf seinem von Joach. de Sandrart Jünger 1688 in Fol. gestochenen Bildnisse liesst man die Anzeige, daß er i6Z8 geboren wurde, und 1687 starb; welches, wie gesagt, nicht ganz eigentlich mit der des Lex. paßt, das seinen Tod 1687 20t. 5 i giebt. — — (Simon), ein Drechslergeselle von Kirschau in Oestreich, der 1609 zu Dresden in Arbeit stand- — — (Tobias), ein Goldschmiedsgeselle, welchem 1V2H die Dresdner - Innung seinen Lehrbrief aushändige» ließ. Da er außerdem zu Dresden nicht erscheint, so muß er sich auswärts niedergelassen haben. — — ( ), aus München, eines Bürgers Sohn- Sein Vater mochte ihn zu früherm Brodterwerb bestimmt haben, und widerstrebte seinem Triebe, Maler zu werden. Erst im Neunzehnten gelang es ihm, in die Porccllainfabrike nach Nymphenburg zu komme», wo er anfangs gemeine Tassen malte, sich aus sich selbst entwickelte, und, ohne alle Aufmunterung von Außen, zu einem hohen Grade von Vollkommenheit fortschritt. Früher benutzten einige französische Generale sein Talent, und von ihm mag ein Bildniß Moreaus gewesen seyn, von dem man 1802 zu Mannheim sprechen hörte, und das man für Email hielt. „Jetzt" (heißt es im Morgenbl. 1814 S. 168) „ist wohl seine Zukunft eben so gesichert, als beschäftigt. Seine Gemälde gleichen vollkommen der zartesten Mi- A uerbrich. niatur; nur der Porcellainglanz unterscheidet sie. Damals hatte der Kronprinz ihm aufgetragen, auf 8.4 Tellern, 12 Platten und 12 Vasen die vorzüglichsten Gemälde der Münchner-Galerie vorzustellen. Detail hierüber s. c. „Die persönliche Bekanntschaft mitdiesemwackernManne" (heißt es dann weiter) „erhöht noch das Interesse für seine Arbeit, indem er mit seltener Offenheit und Bescheidenheit gegen theilnehmende Besuche von den Geheimnissen seiner Kunst spricht." In 1822 unterm 12. Aug. bedauert dann ebenfalls das Morgend!., daß dieser verdienstvolle Künstler gedachter Fabrike zu frühe entrissen wurde, ohne jedoch das Jahr seines Todes zu bemerken. „An/eine Stelle" (heißt es dann Ebendas.) „kam übrigens H. Adler, der ihn nicht nur ersetzte, sondern, wo möglich, noch an Weiche der Behandlung und Farben- schmelz übertroffen hat." Von diesem ein Meh- reres in künftigen Nachtragen. Auer (K ), (ob etwa ein Sohn oder Bruder des Obigen?) ein Bayerscher Lithographe. Von ihm heißt es im Tüb. Bunftbl. 1820 S. 4 « 9 -' Derselbe weiß seinen Stein so sicher und bestimmt zu zeichnen, mit nöthiger Abwechslung von Kraft und dunkleren und lichteren Tönen, daß seine Blätter (in den Heften der Galerie von München und Schlelsheim) nach du Jardin, P. Pottcr, I. Both, Dekkcr, Hahn, Hamilton, van der Beide, Wynant's, Romeyn u. a. zu den gediegensten dieser Kunstgattung gehören." sl.^j Averaria oder Averara (Johann Baptist), st. 1548 in der Blüthe seiner Jahre. Ridolfi, undMuzius in seinem DeaU'O UiLer- gamc», rühmen ihn für die Schönheit seiner Färbung, die Zeichnung in seinen Kinderfiguren, und die Wahrheit seiner Landschaften. In seinen Frescoarbeiten erscheine er als kein geringer Nachahmer von Titian. L6. lerr.lll. 107. sll.^ Auerbach (Johann Carl, gewöhnlich Carl). Derselbe erscheint 176Z als Maler und Kunstmitglied der Wienerakademie, und eben so (in dem Wiener, Hof- und Sraatsscher marism)noch 178h, hiernach mit dem Epithel: Schätzmeister von Malereyen bey den Landrechten (?). Da der Jahrgang dieses Schematismus von 1793 seiner nicht mehr gedenkt, so wird er in der Zwischenzeit verstorben seyn. — — (Johann Christoph), Rathszimmermeister zu Chemnitz, bauete in ixn den St. George» - Kirchthurm daselbst. A- D- Richter'« «theinnitzer-Ehronik (2 Thl. 4°. Chcm- nitz 723—754). Thl. 1 S. 29b. sl.II.^I — — (JohannGottfried), aus der ehemaligen Reichsstadt Mühlhausen in Thüringen gebürtig. Derselbe hatte anfänglich sich den Studien gewiedmet. Nach Fäßli (Anna!. 1 . 6.) arbeitete er zu Wien von 1716—17Z». Von ihm besitzen in Deutschland die k. k. Galerie zu Wien das Bildniß K. Carl VI. ,m Or- denshabit des goldenen Vließes. Ganze lebensgroße Figur. Und im untern Belvedere daselbst das noch größere des Prinzen Eugen s von Sa- voyen, zu Pferde; dieses an der Spitze der bekannten dortigen Schlachtenstücke von Par- rocel. — SalZthalinn dann das Bildniß eben dieses Feldherrn, geharnischt; im Hintergrund eine Landschaft mit einer Stadt und Festung (Z, ii" br., 5, 1" hoch). Unter den Stechern von Bildnissen nach ihm, die bey Heinecke (viel.) verzeichnet sind, befindet sich auch I. B. Probst. Dort sind seine Geburts- und Todesjahre wohl irrig in ibd'7 und 1743 angegeben. - 191 Averberg. Sein eigenes selbst gemaltes Bildniß befand sich in dem oft angeführten Lustschlosse Leopolds- kron bey Salzburg. Der Katalog dieser Gas lerie (z. B. bey Bernouilli) nennt ihn irrig Joh. Gorrlleb Auerpach. Averberg (H.)/Malermeister zu Hamburg/ den das dortige Adreßbuch auf 1806, noch nicht aber das auf 1804 benennt. sl. 11.1 Averlino, Averolino oder Averulino (Anton). In der Antikengalerie zu Dresden zeigt man von ihm eine nach einer Antike und aus antikem Brvnzo gegossene Rit- terstatue des Kaisers Commodus. Diese Figur (r5 hoch) steht auf einer metallenen Platte, Mit der Inschrift: ^rcbi- teetus Iiauo, ut vul^o ferunt, Lommocli .Vutouinl ^u^usli seneam statuaru , simulgue egum ip8un» eüinxlt ex eaclem ejus sia- tua, guss nune «ervatur gpuil 8. lollanuem l^ateranum, guo lempore, jussu LuAeniilV- lubrieatus est Komso .4eneas templi 8. I'etri, guse guillem ipsa clono llat. ?etri Melliel, viro Innoeelltissimo optlmogue eivl. 2Vnno uatal. eliristiano NL!L!LLI.XV.(^). ElP- sius Beschreib, der Antikengalerie in Dresden S. riL. fll.^ Auerpach (Johann Gottl.), ein falscher Name für Joh. Gottfried Auerbach. ^ Aversa (Mercurio d'), war ein Schüler des Neapolitaners Joh. Bapt. Carraccioli, (nicht des Bolognesers Joh. Bapt. Caccioli, wie es im Lex. heißt), und zwar, wie Lanzi lL6. ter?..) II. 322 kurz von ihm — rühmt, keiner von den beßten. fi.^ Avesne (L. d), so nennt man zuweilen den obigen d'Aveu. Ave ra (Vincenz), Stempel- und Pettschier- schneider bey der Zeichenakademie zu Neapel 2797. Lnleullsrio e dtotlLiario ckella Oorte per 1'anlio 1797. Xaxoli 16°. ^11.^1 Aug (Mac. D., auch Mr. D. S.), ist Lliaria di Santagostini^ (von dem wir künftig sprechen werden) auf Blättern die man nach ihm hat- Auger ( ). So heißt bey Landon (8a1on 2608 D. II. p. 220) ohne Weiteres ein damals zu Paris lebender Bildhauer. — — (Victor). Nach der Zeichnung eines solchen nach der Narur hat I. Bouillard 1804 das Bildniß Pius Vll. gestochen (Pr. 3 Frkn., Velin 4 Frkn. 5o Cent., avant Leltre 9 Frkn.) London Xouv. IV. 544. Im I. VIII. trugen er und der Architekt Sobre gemeinschaftlich den Preis davon für den Entwurf einer Departe- mentalsäule. Eine Abbildung derselben findet sich in den: Oiauäs prix «l'^rcliiteeiure etc. ik-ivr. XIII. Varis 804. Ob er mit dem Vor- stehnden Eine Person sey, ist uns unbekannt. Augrand (Parft.), ein Kupferstecher zu Paris um 1800. Er fertigte zwey kolorirte Blatter nach Marlet m Fol., davon das eine eine Mutter darstellt, die ihr Kind durch Musik ins Schlafen bringt, und das andre den Kuß desselben Kindes bey dessen Erwachen; dann anderes nach Dusset (z. B. die Wäscherin in 4°.), nach C. Dubrusle (z. B. die Stickerin in 40.) u. s. f. Es scheint als ob er die Kunst mehr als ein fabrikmäßiges Geschäft zu behandeln gewohnt wäre. Auguste. Augrub (Simon), ein Goldarbeiter und Bürger zu Prag auf dem Pohorzelecz, lebte daselbst 1724. DIabacz. Augsburg (Adolph von), s. oben Adolph. Äugst (Christoph), ein Mechaniker zu Leipzig, Anfangs des XVIII. Jahrhunderts. Von ihm wird gesagt, daß er im Stein - und Glasschleifen exzellire. Gicul's Annalen. — — (Elias), zu Steinwolmsdorf (zu Neustadt im Amte Skolpen gehörig), zeigte auf der Ausstellung zu Dresden 1812 eine Sonnenuhr mit 22 Figuren, die er erfunden und gefertigec hatte; andrer Erfindungen, wie z. B- der einer Erdbirnmühle, nicht zu gedenken. August (Gottlob), Baukommissair und Feldmesser zu Torgau, wurde um 17,46 alsOber- landfeldmesser nach Dresden versetzt, und starb hier 1806, alt 62 I. Nach seiner Zeichnung stach Frenzel 1780 einen Plan der Stadt Döbeln nebst den dahin eingepfarrten Dorfschaften, in Fol-; so wie I. G. Seiffert einige Risse zu den Anzeigen der Leipziger ökonomischen Gesellschaft. Jahrg. 1788. Uebrigens hat August auch eine Anleitung zur Wasserbaukunst in Fol. herausgegeben. , — — (Jakob Michael), erscheint 1742 als königl. pohlnischer und churf. sächsischer Hof- juwelier zu Leipzig. sll.^ — — (Peter), ein Maler, welcher sich s. v. perer-August im Suppl. befindet. — — Wilhelm, Prinz von Peußen, Vater König Friedrich Wilhelm II., geb. zu Berlin 1722, erhielt von, Hofmaler King Unterricht im Zeichnen, und von Dubois solchen in der Landschaftmalerey. Fast kein Tag verging, wo er sich nicht auf seinem Lustschlosse Oranienburg einige Stunden mit dem Pinsel beschäftigte; er pflegte dabey aber seine Gemälde nicht eher zu zeigen bis sie beendet waren, weil er Vieh und Figuren selbst fertigte, und weder einen Gedanken noch einen Pinselstrich von einer andern Person entlehnen wollte. Nach der Beendigung mußten Pesne und der Baron Knobelsdorf ihre Urtheile über seine Arbeiten fällen, die meist den frühen Morgen, die untcrgehnde Sonne und das Vergnügen des Landlebens schilderten. Dieser Prinz starb zu Oranienburg 1758. Die Berliner-Galerie besitzt folgende Oelgemalde von ihm: Den Sonnenuntergang 1758, auf Leinwand, 2' 7" hoch, 4' 4" br.; einen schönen Morgen, Gegenstück; Gegend bey Oranienburg, wo Schnitter das Getreide mähen, auf Leinwand, 2^ 5" hoch, 3, bc. Ouhlmann Beschreib, der königl. Bildergalerie zu Berlin S. 179, 188, 198, 271. sl. Il.^j — — Dergestalt soll Augustm veneziano sich bisweilen auf seinen Blättern bezeichnen. Augusts (Christoph). Derselbe war ein Schüler von Malosso. Man nährte große Hoffnungen von ihm; er starb aber jung. Eines seiner Bilder in Sr. Dominico zu Cremona trägt seinen Namen, und die Jahrszahl 1690. Lei. lerr. IV. 2Ü2. Auguste (E.), vermuthlich ein irriger Name des folgenden H. Auguste. — — (H.), ein neuerer französischer Medailleur, der dem Medailleur Brenet bey Fertigung einer Medaille auf die Schlacht (,) Nach einer fehlerhaften Kopie. Avil a. 4 Y2 A ir g u st e. von Marengo 1800 half, »nd dann auch bey einer solchen auf den General Desaix. Von ihm allein besitzt man eine Medaille auf das Attentat .qegen das Leben Bonapartc's 1801. Schlichter groll's nunnsmatlsche Annalen II. 5 o, nennen den unsern, unstreitig irrig, E. Auguste. Auguste, Prinzessin vonSchwarzburg-Son- dershausen. Geyser hat zu irgend einer Schrift nach einer solchen eine kleine Landschaft mit Ruinen radirt; und ist hierunter die Prinzessin Alberrine Charlotte Auguste zu verstehen, welche 1768 geb. und 1784 dem Prinzen Georg von Waldeck vermahlt wurde. Dieselbe lebte noch 1814. — — ein französischer Prospektivmaler zn Anfang des XlX. Jahrh, der damals zu Straßburg ein sogenanntes 'I'beatce piiiorc89>ie et mecanique, nach der frühern Erfindung von Loutherbourg sehen ließ. Morgenbl. 1810, 872. — — , französischer Maler, der auf dem Pariser-Salon 18 >4 französische, afrikanische und amerikanische Vogel ausgestellt hatte, die mit vieler Wahrheit, und in Bezug auf Naturgeschichte sehr verdienstlich gefertigt waren. Augustl'n (Heinr.), Goldschmied zu Paris, gab i«»6 bey dem französ. Tribunal ein: lVle- nioire, oonleuant les mo^en 8 cl'exeeution «tun probet gu'il a con^u kle 8 le 9 Ilieemi- kloe XIH. pour 1'erection a la Kloire «le dlapoleon I. cl'une eolonne en metsl doie klont 1 e 8 basrelieks regresenteront les evene- rnens (le 8 a vie civile et militsire et klont 8 » Statue colo 88 ale korrnera le eouronnemen». sli.^ — (Johann B-). Dieser treffliche Künstler, ein würdiger Nacheifern von Jfabey, fertigt auf eine besondre Art große Miniaturbilder (gewöhnlich etwa von L/) indem er den Kopf auf eine Elfenbeinplatte malt, sodann diese Platte in eine andere Komposition (deren materielle Bestandtheile nicht allgemein bekannt sind) einzusetzen, auf diese Komposition die Beywerke zu malen, und dergestalt den Mangel der Größe der kleinen Elfenbeinplatten zu ersetzen pflegt. Sein Kolorit ist von außerordentlicher Wärme und seine Ausführung so besonders zart, daß man zu derselben Würdigung des Vergrößerungsglases sich bedienen muß. Nicht minder ist Augustin wegen seiner Malere» cn Emaille berühmt. Man bewundert au diesen eben auch die Harmonie, das Delikate und das Saftige sowohl des Kolorites als der Farben. Schon auf dem Salon 1802 sah' man von ihm das Bildniß des Bildhauers Callamare, wovon es bey Eandon (dlouv. n. p. 82) bereits heißt: Es übertreffe Alles, was er bisher gefertigt habe; man könne die Starke des Reliefs, so wie die Lebhaftigkeit und den Guß der Nuancen nicht höher treiben. Auf dem Salon von 1804 hatte er nicht minder schöne Miniaturen ausgestellt. I. e. IV. p. 108. Wohl irrig dürfte es daher seyn, wenn Florillo (llk. 628) um r 8 o 5 zwar ebenfalls von ihm sagt: »Er habe sich Jsabey zum Muster gestellt, und sey ihm in praktischer Fähigkeit sehr nahe gekommen"; dann aber hinzufügt: „Es fehle seinen Bildern an Geist und Leben." Späterhin (im Salon 1810) sah' man nun auch von ihm in Email Bildnisse in einem großem als dem gewöhnlichen Maaße dieser Gattung, wie ;. B. diejenigen der HH. Denen und Nadermann; und abermals Landon (Salon 1810. II. Il>6) rühmt von ihm, er habe darin die Lebhaftigkeit seiner Tinten und das Vollendete seiner Toccirung eben auch auf die Schmelzmalerey überzutragen gewußt. Denon's Bildniß erschien dann neuerdings auf dem Salon 18,2 und fiel allgemein durch die große Aehnlichkeit, so wie durch die Wahrheit und Feinheit des Details auf (l. e. 1812. II. 110). Damals lebte er noch zu Paris in einem Alter erst zwischen 4 » und 5 o Jahren. Nach ihm gestochen erinnern wir uns einzig ein bey Ackermann zu London erschienenes Bildniß des Grafen Stanisl. Zamoyski, Med. kl. Fol. in punktirter Manier gesehen zu haben. Augustin oder Augustrn's (d). So hieß ein Ober-Ingenieur, Chef des chursächsi- schen Jngenieurcorps von 1701—1702. Augustrnl (Alexander), ein Künstler in Breßlau. Von ihm sah' man 1820 Gypsabgüsse der Büste des Königes von Preußen, von Rauch; ferner von dem vermuthlich antiken Bronze-Adler im Regierungsgebäude, und dem Farnesischen Herkules, nach Guiards Verkleinerung; alle sehr geschickt und genau gefertigt. Tüb. Runstbl. 1822 S. 281. sl. 11.^ Augustus, s-Agostmo im Lex. und Suppl. — — So nannte sich zuweilen der unten ff. Betrüger Hulrazob. sTI.^ Aviani ( ), ein Landschaftsund Marinen-Maler von Vicenza (wahrscheinlich derselbe, welcher ganz kurz schon in unsern Zusätzen erscheint) mag etwa um 16Z0 geblühet haben. Lanzi (k.6. ierr.) III. 208 nennt ihn, als in seinem Fache vortrefflich. Da er noch zu den Zeiten von Palladio's Schule und in einer Stadt lebte, wo jede Strasse von schöner Architektur belebt ist, so stellen auch alle seine Bilder dergleichen dar, die dann weiterhin oltre5 ä David über den Salon von 1819 S. 19» heißt es von ihr: »Noch^jung, wenn man nach der schüchternen Ausführung ihrer Bilder urtheilen soll, hat sie auf gedachtem Salon: Die Abreise des Kreuzfahrers, und die Rückkchre des Pilgrimms ausgestellt: Der erstere umarmt seine Frau, die ein Kind in ihren Armen hält. Man fürchtet, daß dieses bald Waise werden dürfte, und bedauert es, eben so wie seine Mutter. Was hingegen den Fanatiker angeht, der in einem solchen Momente so kalt erscheint, so wünscht ihm Jedermann viel Glück zu seiner Reise." Dann das zweyte Bild betreffend: »Wir hätten gewünscht, daß Madm. de vautener so viel an Talenten besäße, als sie an Gelehrsamkeit zeigt. Die von ihr angeführten Verse Boileau's machen ihrer Gelehrsamkeit Ehre. Aber, stand es wohl einem Frauenzimmer an, dergestalt die Schwachheiten ihres Geschlechts darzustellen? Wäre auch ihr Bild noch so schön, so würd' es sie einer Kunde beschuldigen, welche eine junge Person so gut als ihre Reitze verbergen muß. Wir finden uns gezwungen zü gestehen, daß die Mittelmäßigkeit dieser beyden Bilder die Unschicklichkeit des zweyten noch größer macht." Aum 0 nr ( ). So heißt ein Baumeister. S. Duirot in künftigen Zusätzen. sl.^ Avogadro (Peter), ein Schüler von Ghitt, bildete sich späterhin (doch immerhin, zumal in der Carnation, mit einer unanmaßli- chcn Mischung des venezianischen Colorites) nach der bolognesischen Schule; seine Contoure sind richtig und graziöse; seine Verkürzungen an der rechten Stelle; die Kompositionen sehr wohl gedacht, und das Ganze voll schöner Harmonie. Er blühcte um 173«. (Ld. terr.) III. 277. fl. 11.^ Av 0 ndr (Peter van de). Von ihm besitzen in Deutschland die Galerie zu LVien ein, mit Johann Breughel gemeinschaftlich gemaltes Bild auf Kupfer, welches Flora in einem Garten darstellt, mit Genien umgeben, die sich mit Blumenpflücken und Kränzeflechken ergötzen- Am Ende des Gartens ein Lustschloß. Mit des Unsrigen Namen, der die Figuren gefertigt hat (2^ 2" br., ^ 6" hoch). Dann Ebendas. von ihm allein: Zwey Landschaften, die eine auf Holz, die andre auf Kupfer (2^ 5 " br., ^ 8" hoch). Jede hat im Vorgrund eine H. Familie (1) L Press moßlie, se ne ruori sagt Milizta Wohl nicht ganz ohne Deutung. 4 Dl. Diese sind auch von Steenwick kopirt worden. Daß er auch Landschaften gemalt oder gezeichnet habe, erhellet denn doch aus mehrern dergleichen, welche Hollar nach ihm geatzt hat. Lonk. winkler. Dorr werden besonders die vier Tagszelten als schöne Blatter von seinem eignen zierlichen Grabstichel sehr gerühmt, und als Kapitalblatt nach ihm auch hier seine Magdalena in der Wüste (21" br., 14" hoch) genannt. Die im Suppl. erwähnte Folge: kaeklopeAllion u. s. f. erschien von Hollar 1646 (nicht 47 ) gr. Quer-Quarto. Kopiern davon findet man schon 1648 mit der Ver- lags-Adreste: II. 8leeinweAe eto. Au räch er von Aurach (Joseph), k. k. Generalmajor hatte ein Instrument erfunden, das er Duarreograpb nennt, mittelst dessen man mit der größten Genauigkeit perspektivisch zeichnen, und die Töne der Schatten nach den Regeln des Helldunkels auftragen kann. Eine Beschreibung dieses sehr einfachen Instruments, nebst der Anleitung zum Gebrauch desselben, erschien 8°. Wien 1820 mit zwey Kupfert. (bey Gerold); und Ebendaselbst von demselben Verfasser: „Ausführliche Anweisung zu einem ganz neuen und einfachen Anrigraphen (Gegen - und Verkehrtzeichner) u. s. f. Mit zwey Steindruckzeichnungen. Tüb. Lunstbl. 1820 S. 272. sl.n.^ Aurbach, s. Auerbach im Lex. Suppl. und oben. Aurell oder Aureliani (Niklaus), ein italienischer Kupferstecher neuester Zeit. Derselbe hat 1822 Raphaels Madonna die Gärtnerin sehr gut, doch nicht vollends so schön, wie Desnoyers, und, wie es uns scheinen will, völlig nach dem gleichen Urbilds, oder dann nach einer getreuen Kopie desselben gestochen. (Pr. 19 Frkn. 4 S-). silJ Aurel - us (Adrian Veno), ein Landkartenzeichner, s. veno im Suppl. Aurigarius (Lukas Johann, gewöhnlich Lukas), ein Zeichner von Seekarten; mehrereS dergl. erschien von ihm in Holland in der letzten Hälfte des XVI. Jahrh. Aurr'gnac (d'), schrieb über die Kriegsbaukunst: I-ivro cke toules sortes cle lortilicatloii. staris » 664 . 4 °. mit Kupfern. Scheibe!'« Emleir. zur mathematischen Bücherkenntn. Vll. 108. sll .^1 Avril (Johann Jakob), nach Joubert geb. 1744 wiedmere sich anfänglich der Archi- A l> r n h a m m c r. tektur, hatte aber eine vorzügliche Neigung für die Stecherkunst, worin er, nach I. sein eigener Meister war, und, mit großer Leichtigkeit, in Zeit von 54 I- an die 5 «o Bl. fertigte, die im königl. französ. Kabinette zwey ganze Bände füllen. Sein Aufnahmsstück war das Studium, welches die Zeit aufhalten will, ebenfalls nach einem Aufnahmsstücke von Menageot. Er lebte noch 1812 und sah man damals von ihm das Opfer von Manne nach dem jung verstorbenen L. Gauffier. Sein letztes Blatt war eine Flucht nach Egyptcn, nach van der Wecff, nach welchem er auch eine Susann« im Bade gefertigt hatte. sllJ Avril ( ), des Obigen Sohn und Schüler. In i8oZ erhielt er von dem Na- tionalinstitut zu Paris damals 27 I. alt, den zweyten großen Preis in der Gravur. In 1812 sah man von ihm die Cananäerin, nach dem vollends zu frühe dahin gegangenen Drouais. Die Arbeiten des Vaters und des Sohns (nämlich eben das gleich genannte des letzter» und das Opfer des Manne des erstem) machten zwey schone Pendants 21" hoch, 27" br. die zusammen 36 Frkn. kosteten. Von dem Sohne kennt man überdieß, für's Mus. Napoleon: Das Stillschweigen, nach H. Carracci, fast in der Größe des Urbilds; dann die Statuen vom Apollo im Belvedere und vom Herkules Comodus. Irgendwo heißt es: „Der Stich des Vaters scheint meisterhafter zu seyn; und auch derjenige des Sohns, eines jungen bescheidenen Künstlers, gute Hoffnung zu erwecken, da solcher mehr Freyheit und Anmuth als früherhin, und dabey großen Fleiß verräth." Es ist sonderbar, daß Jlouberr (1821) dieses jüngern, wahrscheinlich noch lebenden, Avril's keincrley Erwähnung thut. In den neuesten Tagen gab er, etwas hart, eine Flucht nach Egypren, (Mutter, Kind und St. Joseph, nach Guido, aus dem Museum), Pendant jenes vorgenannten Stillschweigens nach Carracci. — Dann schon 1804 die antike Statue eines Leichen-Genius für's XXl. Heft des Musee Napowon, nach der Zeichnung von Granger und für's XXVII. die antike Statue einer Nymphe, nach des nämlichen Zeichnung. Einer unsrer Freunde setzt den Preiß in Deutschland der beyden H. Familien nach Carracci und Guido, und der Susanna nach van der Werff (welche letztre er irrig Avril dem Sohne zueignet) jedes zu 6 st. 18 kr. an ('). Auriol ( ). Ein solcher stellte auf dem Pariser-Salon 1812 entweder eine Landschaft oder ein Gattungsstück mit Erfolg aus, Lul. 2812 S- ro8. sli.^ Aury ( ). Dieser Medailleur lebte um 1670. Aurnhammer (E. F.), Conrektor am Gymnasium zu Regensburg gab in 1806 oder i8»7 zu München zwölf Landschaften auf Stein gezeichnet, welche viel Weiches, Gefälliges und Sammtartiges in den Halbschatten, und in den dunkeln Partieen Sättigung hatten, in Absicht auf Erfindung aber sich wenig übers Mittelmäßige erhoben. Auch wurde dabey überhaupt bemerkt, daß besonders die Behandlung der Luft und die Haltung bey dieser Manier (ja wohl!) noch großen Schwierigkeiten unterworfen sey. Li- powskp II. 21a. ^0. (>) Auch Heller in seinem jüngsthin erschienenen Handbuche kennt nur Avril den Vater, setzt seine Geburt, gleich unsern Zusätzen, in ,756 (wohl irrig, statt 1776) lcißt ihn ebenfalls >821 noch leben, und nennt, neben Anderm von ihm: Einen Uebergang über den Rhein, nach Berghem, die Einnahme von Cvurtray nach van der Meulen, und einen Schiffbruch nach Vernet. Ausfeld. > Ausfeld (I. Carl, gewöhnlich Carl), der Sohn eines (nachgehends als Professor in Jena verstorbenen) Predigers zu Langensalza, hier 1784 geb. Nach dem Tode seines Vaters, nahm der bekannte Pädagog Salzmann die hinterlassene Familie desselben zu sich nach Schnepfenthal, wo dann diese und die Salzmannische Familie sich unter einander verheirathet und gemeinsam als Lehrer in dem Salzmannischen Erziehungsinstitute Unterricht ertheilten. Carl, der als Zeichner und Schriftstecher gelernt hatte, lebte noch 1818 auf einem nahe bey Schnepfenthal gelegnem Dorfe, von wo aus er sowohl wie abgedacht seine Lehrerstelle versteht, als auch für die Schnepfenthaler und andere Buchhandlungen Arbeit übernimmt. Man hat mehrere brave Arbeiten von seiner Hand; als z. B. eine von ihm gezeichnete und gestochene Karte von Spanien und Portugal! (mit Benutzung der großen Lopetzschen Karte in 190 Bl.^, welche 1811 bey Cotta erschien, schwarz 36 kr. und illuminirt 48 kr. kostete. Dann eine andre des Königreichs Würtemberg nach Gelbke, 4 Bl. Stuttgard bey Cotta (1810—1814); Schauplatz des Kriegs der Verbündeten gegen Napoleon 8 Bl. gr. Fol. Stuttgard 1816; anderes zu der allgem. Encyclopädie von Ersch und Gruber rc. Er hat auch Figuren und Landschaften doch von geringem Werthe geliefert, z. B- zu C. G. Salzmann's: Heinrich Glaskopf. Schnepfenthal 1820. 8°., wo sich 6 radirte Blatter von ihm nach eigner Zeichnung finden. Von ihm als Schriftenstecher kennt man auf Steindruck (1807) die Schrift zu Schillers Reuterlied. fl. H.4 Ausfe oder Hausse, auch Aus oder Hans von Brügge, ein Zögling des Roger von Brügge, und nicht des Roger van der Weyde, wie das Lex. meint, ein alter deutscher Künstler. Derselbe soll, wie vafari versichert, zu Portinari, in St. Maria nuova zu Florenz, ein kleines Gemälde, das in den Besitz des Herzog Cosmus gekommen war, und ein zweytes zu Careggi, einem unweit Florenz gelegenen, dem Hause Medicis ungehörigen Flecken, vollendet haben. Baldinucci heißt ihn Aus (Hans) dl Bruges, Zögling von Ruggieri dt Bruges, und giebt das I. 1460 als die Zeit seiner Blüthe an. Fiorillo D- II- 297. Wahrscheinlich ist dieser Künstler kein Anderer als der berühmte Hans Hemelink, der vielleicht, wie sein Lehrer, nell' anno «auio? nach Rom kam. Oonk. Fiorillo Bl. Schr. II. 5o8. Lä. terr. Hl. 52. fl.^ Austin (William), ein englischer Gießer, arbeitete, neben andern Künstlern, in der ersten Hälfte des XV. Jahrh, an dem Grabmal, welches die Gräfin Jsabella von Warwick ihrem Gemahl errichten ließ. Liorillo V. 168-169. fl. II.4 - - (W.), hieß ebenfalls William, nach Rost IX. 288 geb. zu London um 1740. Dort wird von ihm, neben den 10 Blättern Ansichten von Palmyra und Denkmalen von Rom, noch eine Folge von 6 seltenen Karrika- turen, in Bister, nach seiner eigenen Zeichnung benannt, (der Katalog von Brandes spezificirt solche). Anderwerts noch Landschaften nach van der Neer und Zuccarelli, die vier Lagszeiten nach Ruisdael und Waterloo, und Schloß und Park zu Mindsor nach Th. Sandby. Fiorillo V. 597 bemerkt, daß seine Karrikaturen im Geschmacke von Jnigo Collet gearbeitet waren, nur daß solche mehr eine politische Tendenz hatten, (-) Autreau. 195 und größtentheils gegen die Franzosen gerichtet sind. fll.^ Austins ). Ein solcher schnitt vortrefflich in Holz zu einer in 1811 zum erstenmal in London erschienenen Reise des Linnäus nach Lappland im I. 1722. Derselbe dürfte mit dem Paul Austin unsrer Zusätze Eine Person seyn. fl.^ Austria (Don Juan de). Vermuthlich war diesem kunstliebenden Prinzen David Lenier, der ihn im Zeichnen unterrichtete, ein angenehmerer Gesellschafter, als der Kardinal Neidhard, wegen dessen er mit der Königin Re- gentin in Uneinigkeit lebte ('). Noch bemerkt Fiorillo IV. I01 über das hinaus, was das Lex. erzählt, daß er sich auch mit der Porcel- laumalerey mit Erfolg beschäftigte. fl. 11.^ Aure11i (Jakob), ein Musivarbeir ter, welcher im Lex. unter dem Art. Michel Lastrucci, als Lssionica erscheint, lebte noch 1649. Die Galerie zu Florenz besitzt von ihm besonders, in einem ihrer Kabinette, eine wunderschöne achteckigte musivische Tafel (das Mittelstück nach Poccetti's, die Friesen nach Ligoz- zi's Zeichnung ausgeführt) an welcher er, nebst vielen Andern, volle 16 Jahre gearbeitet hatte. A »te nrr eth ( ). Kupferstecher zu Stuttgard, Zögling von Joh. Gotth. Müller. Mensel 111. nennt (i8«8) von ihm meistens Kopieen, wie z. B. einen St. Hieronymus nach Golz, einen Herkules nach Strange, ein Paar Bildnisse nach Edelink und Poilly, Gemmen nach Guttenberg. Dann eiiw Sibylle, nach Hetschen's Zeichnung. Diesen fügt einer unsrer Freunde bey: Die Bildnisse von Johanna d'Arc und Wallenstcin, nach Jagemann's Zeichnung , Maria Stuart, nach van der Werf, zu Schiller's Theater (Tüb bey Cotta 180h u. ff.). Ferner vier Blätter nach Zeichnungen von E. Wächter, zum Taschenbuchs für Damen auf 1812. 12". Tüb.; mit dem Hinzuthun: Alles mittelmäßige Arbeit. Immerhin zart und anmuthig (wie könnt' es anders seyn?) findet man von ihm das Bildniß der Frau Großherzogin von Baden, Stephanie Napoleon, fürs Tüb. Morgenbl. 1807 S- 641. Autbement( ), ätzte nach Zeichnungen, welche Michelot und Dremond gemeinschaftlich gefertigt hatten, eine Karte der Meerufer von Cadix und Gibraltar, die 1718 zu Marseille im Verlage des gedachten Bremond's erschien. Auchement hat auch noch andere dergleichen Karten (alle mittelmäßig) geätzt, sll.^ Autlssier (Johann Franz), war ein Schüler von Vautrin, Professoren der Zeichenkunst zu Vannes. Auf der Pariser Ausstellung 1801, sah man von ihm mehrere Miniaturen, u. a. auch sein eignes Bildniß, und das seiner Frau. — — Zeichner zu Rennes, wurde 1795 von dem Pariser National-Convente, mit einer Pension von i5oo Livres begabt. si-4 Aurr eau (Jakob). In 1741 wurde ein Aurreau (doch wohl unser Jakob) Mitglied der Malerakademie zu Paris. Nach Fiorillo III. 401 st. derselbe 1748 und heißt er dort durch Druckfehler Aurreau. Man s. die interessante Schrift: KelLuon < 1 es 6iÜererns, arrZver en erure O. er 1e ksris 677. 196 Axma n n. Auvign y. Auvignp (d'), ein Maler, der, aus Warschau kommend, 179b durch Dresden reiste; man lies'c seinen Namen in dem Fremdenbuche das man auf der Dresdner Gemäldegalerie hält. Auvray (I. oder F. d'), der Sohn eines zu Paris beliebten Schauspielers und von dort gebürtig , kam mit seiner Mutter nach Dresden, und studirte hier, etwa von 1777—1779, die Malerkunst bey Casanova, besuchte aber sodann die Ingenieur- Akademie. Es glückte ihm nicht, bey dem sächsischen Ingenieur-Korps eine Anstellung zu erhalten, und deßhalb verließ er um 2790, als Kosciusko die pohlnische Insurrektion leitete, Dresden, trat anfänglich in pohlnische und darauf in russische Dienste. Hier stieg er von Stufe^ zu Stufe und befand sich 181Z als Generalmajor und Chef des General- stabes von dem Wittgenstein'schen Armeekorps, in dem Kriege, den Rußland gegen Napoleon führte. — — (Philipp Peter Joseph, gewöhnlich Philipp), genannt »Jeel; geb. zu Dresden 1778, der Sohn eines Kammerdieners bey dem General Forell. Derselbe erlernte die Historie und das Bildniß seit 179 s bey Casanova, und nach dessen Tode bey Schenau. Man sah von ihm auf den Dresdner Ausstellungen bis 1807 mehrere historische Kopien nach der Dresdner Galerie und nach Schenau; sodann aber auch Bildnisse nach dem Leben, in Miniatur und in Oel. Auvrap erscheint noch in dem Dresdner Adreß- kalender auf 1812 als dortiger Zeichenmeister, fehlt jedoch in dem auf 1819; und ist vermuthlich inzwischen verstorben. Aurvera (Franz), ob des Nachstehnden Sohn wird nicht gesagt, geb. zu Aub im Würz- burgischen, wurde in Bamberg vom Bildhauer Kamm, in der zweyten Hälfte des XVm.Iahch. zum bessern Künstler gebildet; dann kam er nach München in die Werkstätre von Roman Anton Boos, und st. dort im Herzog Josephs Spital, „wie mich'' (sagt Jack) „sein Gcschaftsgenoß und Jugendfreund, der verstorbene Bildhauer Hoffmann (r8i6) versicherte." — — (Job- Georg Wolfgang, von), ein Italiener von Adel, ward in Rom zum Künstler gebildet, wurde im Verfolg Hofbildhauer zu Würzburg, lieferte viele Arbeiten in Marmor für die Domstifte Mainz, Würzburg und Bamberg, und besonders für die Grabmäler des Churfürsten Lothar Franz, und des Fürstbischofs Friedr. Carl von Schönborn, welche sich in der Domkirche befinden. Er st. um 1766 zu Würz- bürg. Der große (?) Peter Wagner war sein Nachfolger. Jack. Auzou ( ). So (oder vielmehr irrig Auzen) heißt bey Florille III. 5 v 6 eine vorzügliche französische Bildnißmalerin, nicht unwahrscheinlich Schülerin von Regnqult, von deren Arbeiten sich auf dem Salon des Jahrs i8i>3 ausgestellt fanden Seitdem wagte sie sich mit Glück auf die mittlern Höhen, theils in der Gattungs - theils zwischen derselben und der eigentlichen Geschichtsmalerey. Schon auf dem Salon von 1804 sah' man von ihr, unter der Rubrik: Das erste Coquetteriegefühl, das Bild einer ungefehr zehnjährigen Tochter, die sich im Spiegel beschaut; ungemein anmuthig. Doch bemerkt Landen (Xouv. Ues Xrls IV i 3 r bis 1Z2), die ein wenig übertriebenen Schatten, und das auf die Schenkel der Figur reflektirende Licht des Feuers brächten eben keine gute Wirkung hervor- Späterhin auf den Salon 2808 gab sie: Agnes von Meranie, Beyschläferin König Philipp Augusts, wie sie diesem letztem, kurz vor ihrem End, eine schriftliche Erinnerung zugehen läßt: Philipp crinnre dich unsrer Kinder! Von diesem Bild in Figuren natürlicher Größe, urtheilt Landen (8al. 1808 p. 97), der davon eine Nachbildung im Umrisse giebt: Es zeichne sich durch Nüchternheit der Komposition aus; die Zeichnung dieser Künstlerin sey korrekt, ihr Pinsel weder trocken noch schüchtern, und die besagte Darstellung durch Milde und Wahrheit ungemein bemerkenswert!) (H. Den Salon von 1810 bereicherte sie vollends mit zwey Bildern: Vörderst der Kaiser und die Kaiserin, wie sie in der Galerie zu Compiegne von ein Dutzend jungen Töchtern mit Blumenkränzen empfangen werden; ungemein gut gruppirt; viel Manigfal- tigkeit in Stellung und Ausdruck; die Mädchen alle weiß gekleidet, was bekanntlich eine schwere Aufgabe ist. „ Wenn man " (sagt Landen Salon 181c» p. 70, wo er davon eine Nachbildung im Umrisse giebt) „an diesem Bilde^eine etwas lebendigere und leichtere Toccirung wünschen möchte, findet man dagegen darin ungemeine Harmonie, und keine Spur, daß andre Künstler daran mitgearbeitet haben, wie solches sonst etwa bey den Damen der Fall ist." Dann das Bild einer jungen Liefländerin, die ein Bäumchen zu be- gießen kömmt, welches sie bey der Geburt ihres ersten Kinds gepflanzt hatte, und es — zerbrochen findet, worüber Landen (der davon l. 0. p- 8i einen artigen Umriß giebt) urtheilte: »Der Kopf der Mutter habe Ausdruck; das Kind sey gut gezeichnet, das Costum und alles Beywerk sorgfältig angegeben, und das Kolorit angenehm." Aus den Salon von 1812 endlich gab sie wieder eine allerliebste Darstellung aus der königl. französischen Galanterie-Geschichte (was in diesen jüngsten Jahren besonders großen Beyfall fand): Wie der Sohn des Connetable von Montmorency dieTochter Heinrich ll. (Diana von Frankreich) um ein Maßliebchen bittet, an dessen Balsamgeruch sie sich so eben erquickt hatte, und die beyden Liebenden in ihrem schuldlosen Umgänge von Dianens Eltern überrascht werden. Auch von diesem Bilde giebt Landen (Salon -812 I. p. 12) die Beschreibung und den anmuthigen Umriß. — Seither haben wir von dieser geschickten Künstlerin nichts weiter vernommen. ^Ii.^ Arvaldenmair, s. waldeninalr im Suppl. sk.^I Aparero oder Asserero (Joachim). Lanzi (LU. terr.) V. ZZ, bemerkt über ihn, er habe von der Zeichnung seines zweyten Lehrers Ansaldi größern Nutzen als von dessen Kolorits gezogen. Effekte des Helldunkels dann suchte er auf der Bahn seines ersten Lehrers Borzoni. So z. B. in dem schon im Lex. angeführten Rosenkränze bey St. Brigitta in Bologna sn.^I Axelt (Johann), s. Job. Azeld im 'Suppl. und hier. Axmann (Anton), Maler, fertigte in der Pfarrkirche zu Zentbechhoven 1706 ein schönes Deckengemälde zum Zeichen der Verehrung der H. Catharina. Jack. — — (I.), ein deutscher Kupferstecher neuester Zeit, arbeitete, nebst mehrern Andern, (>) Der Brief, den Agnes ihrer Vertrauten überzieht, sieht übrigens in der Nachbildung im Umrisse einem — Qnartante gleich. 197 A xma ii ii. ;u dem Taschcnbuche Orphea (182/,) nach Ramberg. Axmann, s. auch gleich unten Aptmann. Axrelmaier (Stanislaus Reinhard). Von einem solchen hat man ein Werk über die Kriegsbaukunst, unter dem Titel: Alt und neues Troja; d. j. ein auff neu heutige Art ausgearbeiteter Fortifikations-Unterricht. Kl- 8°. Salzburg 700. Axtmann (Leopold), ein Schüler Hamil- ton's, geb. zu Fulneck in Mahren 1700, und gest. zu Prag 1748 in Diensten des Grafen Czernin. Derselbe wurde späterhin in Hamiltons Schule so trefflich ausgebildet, daß er bald den Ruhm eines der ersten Viehmalers seiner Zeit erhielt; seine Pferde und Hunde zeichnen sich vornehmlich aus. In Böhmen findet man sehr schöne Arbeiten dieser Art von ihm. Weither Beschreib, einer kleinen GeiiialdesainmIunI, zu Dresden. 8". Dresden 1812. Dlabacz. — — (I. P.), ein Bildnißmaler zu Prag, nach welchem A. Birkhardt daselbst dasjenige des Grafen I. I. Franz in Wrbna und Freu- denthal gestochen hat. Ap (C. V.), Abkürzung des Namens von dem bald unten ff. Christ, von Aprer. Ayala (Barnabas de')> So heißt bey Fior riklo IV. 296 ohne Weiteres, ein nicht unbe- rühmtes Mitglied der Malerakademie von Sevilla um die Mitte des XVII. Jahrhunderts, und Zögling des Franz Zurbaron. Apanza (Hieronymus de). So hieß ein spanischer Ritter vom Alcantara-Orden, der sich 1620 zu Madrid aufhielt, und wegen seiner leidenschaftlichen Liebe zur bildenden Kunst berühmt war. Fiorillo IV. 182. Aplesford (Hemage Finch Carl). So heißt einzig bey Rost IX. Z5i, und, nach demselben bey Iouberr, ein um 1700 geborner englischer Kunstliebhaber, der mit vielem Geist im Geschmacke von Rembrandt und Ruysdael ungefehr 20 Blatter, meist Landschaften, geätzt habe, dje sehr selten seyen, da sie niemals in den Handel gekommen sind. Aynkhurn (August), Münzmeister, s. oben Amkhurn. Aprer (Abraham), Sohn von Michael II. Lernte zn Dresden bey den Goldschmieden Lor. Büttner und Abrah. Schwedler von 1626—1642, wo er zum Gesellen befördert wurde. Weitere Nachrichten ermangeln über ihn. 7(7-6. — — (Christian). Bruder des vorstehnden Abraham; wurde 1627 zu Dresden geb., hielt hier seine Lehrjahre bey dem Goldschmied und Juwelier Paul Zink von 16,0-1646 aus, erlangte auch in seiner Geburtsstadt das Meister- recht, heirathete 1662 die Tochter des Goldschmieds Mich. Goppert, und st. 1680 zu Dresden. 7(7§6. — — (Christ. Victor), vermuthlich ein Künstler zu Nürnberg, der dabey sich auch mit dem Kupferstechen beschäftigte. Man führt in Panzers Nürnberger-Portraits einige Bildnisse an, die mit i665 und 1667 datirt sind, und von ihm geätzt wurden; sie sind: Peter Obermaier der ältre, Fol. (1662), Georg Wilhelm und Paul Ayrer (1667) beyde 12°., und Julius Ayrer L°. Dieser nach einem Gemälde von Reinhard, 7(7-6. I. A z a r a. sll.^ Aprer (Justina). Mensel III. (181g) S. 62 nennt dieselbe, unter den seit der ersten Ausgabe seines deutschen Künstlerlexikons Verstorbenen. — (Marx), Buchdrucker, war 1/,87—>488 zu Nürnberg, 1497 zu Jngolstadt, und 1492 zu Bamberg im Zinkenwörth (wahrscheinlich Formschncider und) Buchdrucker. Mit Joh. Berneckcr ließ er daselbst ein Brantweinlied, ein Werkchen über die verkehrten Welthändel und das Leben des H. Sebalds 4°. erscheinen. Manche glauben, er sey selbst Verfasser des erstem gewesen. Jack. — — (Michael I.), derselbe, dessen Vorfahren ihrer ritterlicher Thaten halber, die sie gegen die Türken verübten, von Kaiser Ferdinand I. geadelt worden, wurde 1689 geb., kam zu Dresden als Hofseideusticker in Bestallung, heirathete die Tochter des Hofseidenstickers C. Bitfelder und st. 1682 in letztgedachter Stadt. A- D. Richter das Geschlecht der Mattheiten. St. Annaberg 1755 Fol. S. 8. — — (Michael II.), Sohn von Michael I., geb. zu Dresden 1679, und hier gest. MZ5, war Goldschmied, Juwelier und Rathsmitglied in seiner Vaterstadt. Er hatte eine Tochter des Juweliers f>anl Zink zur Frau. Michaelis Jnscriptiones und Epitaphien der Frauenkirche S. 18b, 187 u. a. m. — — (Michael III.), Sohn des obgedachs ten Christian, lernte des Vaters Kunst bey diesem und dann bey Christian Zink von 1(179 bis 1684, wurde 1694 Z» Dresden als Meister aufgenommen, und st. hier 1744 oder 1745, nachdem er die letztem 16 Jahre seines Lebens, vom Schlage gerührt, unfähig zur Arbeit geworden war. 7(7-6. — — (Paul), Sohn Michael II., geb. zu Dresden 1654. Nachdem er bey seinem Vetter und Vormunde dem Goldschmiede und Juwelier Paul Zink, von 1648—1654 in der Lehre gestanden hatte, durchwanderte er Deutschland, Holland, England und Frankreich, kehrte 1660 nach Dresden zurück, wurde Meister und starb daselbst 1672. S. seine Leichenpredigt von C. Lucius. Mittend erg (1672). 4° — — ( ), ein Obriste, der in der letzten Hälfte des XVII. Jahrh, der Schönschrei- bekunst halber — worin ihn der berühmte Tophan unterrichtet hatte — in England sich ausgezeichnet, und auch ein von Johann Sturt gestochenes Vorschriftenbuch herausgegeben hat. 17^». L.on6oli (1714) guer gr. Fol. Azara oder Azzara (Joseph Niklaus von), geb. >781 zu Barbunales, unweit Barbastro im Königreich Arragon, begann seine Studien auf der hohen Schule zu Huesca, und setzte dieselben zu Salamanca mit solchem Erfolge fort, daß er die Aufmerksamkeit Don Richard Wall's, Ministers Ferdinand Vl. auf sich zog. Dieser, der das vollkommene Zutrauen des Königes besaß, bot dem Jünglinge Militär - und Civilstellen . nach eigener Auswahl an. D'Azara wählte die Laufbahn des Auswärtigen, und erhielt 1766 seine Erueunnung als Agent am päpstlichen Hofe. Von der zartesten Kindheit au zeigte derselbe einen entschiedenen Hang für -Wissenschaften und Künste. Bekannt wurde er dießfallS zuerst, als er für ein dem Könige von dem Kardinal Ascagno Colonua geschenktes verstümmeltes Brustbild des Kaisers Claudius, anderwerts, 5o 198 Azara. an sichern Kennzeichen den Kopf gefunden hatte- Sehr frühzeitig legte er sich auf das zum Verständnisse der Archäologie so unentbehrliche Studium der alten Sprachen. Schon in Spanien hatte er mit A. R. Mengs eine Freundschaft geschlossen, die dann zu Rom noch enger geknüpft ward, und seinen Geschmack an den schönen Künsten nicht wenig verstärkte, vielleicht aber auch zu dem Strengen und Ausschließenden seiner Kunsturtheile beytrug. Seinem Kunstsinne gab der Tod Carls III. Gelegenheit, in einem Denkmale dieses Monarchen sich näher zu entwickeln. Dasselbebestand in einem viereckten sogenannten Monopterum (freystehnden Tempel ohne Mauern) bloß von dorischen Säulen unterstützt. Im Innern entdeckte man das Cenotaphium des Verstorbenen; die Urne war eine Nachbildung jener porphyrnen an dem sogenannten Grabmale des Agrippa zu Rom. Dasselbe entging dem gewohnten Schicksale solcher Kunfferscheinungen nicht, vielfältig bekrittelt zu werden. Dieß geschah vorzüglich von Seite des großherzvgl. toskanischen Bauinspektors, Ritters Boni, der in einer, übrigens mit Anstand abgefaßten, Schrift das Unbedeutende, und am Ende vollends unrichtig Befundene behauptete, daß das Alterthum kein anderes als ein — zirkelrundes Monopterum gekannt hätte. Mit dem Prinzen von Santa- Croce veranstaltete er Nachgrabungen zu Tivoli, wobey, neben Anderm, das einzige ganz achte Brustbild Alexanders des Großen entdeckt wurde, von welchem Azara in der Folge dem Kaiser Napoleon ein Geschenk machte. Der Eifer, womit der Unsrige gelehrten Kunstuntersuchungen sich hingab, war bey ihm zu einer so starken Leidenschaft geworden, daß dieselbe nur mit seinem Leben aufhörte. Wenige Tage vor seinem Tode beschäftigte er sich noch lebhaft mit dem Entwürfe neuer Nachgrabungen. Ein gleich flammender Eifer beseelte ihn fürdaucrnd für die-Wissenschaf- ten. Er besaß sehr schätzbare naturgeschichkliche und chemische Kenntnisse, und hatte sich sogar mit dem Kupferstecher Volpato in Verfertigung des Porzellans und Vervollkommnung der Glasur desselben versucht. Die neuere Geschichte, zumal die diplomatische, war ihm ganz geläufig, und in derjenigen seines Vaterlands konnte man kaum bewanderter seyn, als er. Als Schriftsteller kannte man von ihm kein eigentlich eigenthümliches Werk. Middleton's Leben Cicero's hakte er durch eine treffliche, und mit gelehrten Noten bereicherte Uebersetzung auf spanischen Boden verpflanzt, und mit mcbrern in Kupfer gestochenen Denkmälern, besonders mit Bildnissen großer Männer geziert (I. Dann ist von ihm die Lebensbeschreibung seines Freundes Mengs an der Spitze der ebenfalls durch ihn besorgten Ausgabe von dessen Werken, mit feinen und des geistreichen Milizia gemeinschaftlich gefertigten Anmerkungen versehen, welche bisweilen an kaustischer Laune und gewagten Behauptungen diejenigen des Authors noch übertrafen, aber deswegen nicht minder ein köstlicher Schatz für Künstler und Kunstliebhaber sind, und solches auf immer bleiben werden, wenn so manches berühmtes kahles Gedable über ähnliche Gegenstände schon längst im Rauch aufgegangen ist. Noch kennt man von ihm, doch bloß in Handschrift, Bemerkungen über des Engländer Bowle's Werk, die Naturgeschichte Spaniens betreffend; dann eine spanische Uebersetzung des VI. Buchs des PliniuS, und eine ähnliche Seneka's deS Philosophen; endlich auch einige spanische Fabeln. Eben so lobenswerth, als durch seinen Geschmack und seine schriftstcl- Azara. krischen Talente, erschien er auch als Unter- stutzer von Künstlern und Gelehrten. Ihre Gesellschaft gewährte ihm die köstlichsten Genüsse. Er nahm sie, sowohl in Spanien als zu Rom in seinen Schutz, der dort und hier allvermözend war, verschaffte ihnen den Zutritt zu allen öffentlichen und Pnvatschätzen der Kunst und der Wissenschaft, stellte sie, wo nicht gegen Neid, doch gegen Verfolgungen sicher, war ihnen zu Erhaltung von Arbeit und Anstellungen behülf- lich, zog sie regulär alle Mittwoche an seine Tafel, und überhäufte eben so alle Ausländer, welche die Liebe zu den Künsten nach Rom führte, mit Merkmalen von Auszeichnung und Wohlwollen. Es ist bekannt, daß er kein Freund der Jesuiten war; dennoch ließ er allen denen Exje- suiten in Italien, die sich in Künsten und Wissenschaften berühmt gemacht hatten, seine Gunst und Unterstützung angedeihen; ein einziges Werk, wofern es den Beyfall der Sachverständigen erhielt, war ihm genug, um dem Verfasser seine Pension zu verdoppeln, ja zu verdreyfachen; die Ablms Andres, Bisso, Clavigeros, Eximeno, Requeno, sein Bibliothekar Arteaga und so viele andre empfingen große Wohlthaten von ihm. Unter seine Freunde zählte er auch den berühmten Beschützer der Gelehrten und selbst Gelehrte», den Prälaten, nachherigen Kardinal Borgia, und es gelang ihm, denselben, bey gewisser Gelegenheit, mit dem Pabste (Pins VI,) auszusöhnen. Dasselbe geschah zu Gunsten des berühmten Alterthumskunbigen Visconti, gegen den der H. Vater aufgebracht ward, als derselbe den geistlichen Stand verließ, und sich verheirathete. Oben an in seiner Freundschaft indessen stand Mengs ; und mir seinem Kredite verdankte dieser es, daß ihm der König von Spanien erlaubte, zu Rom bleiben zu dürfen, und daß er dennoch seinen Gehalt von booo Piastern, den er als erster Hofmaler genoß, beybehielt. Nachdem Tode dieses Künstlers, der, trotz seiner Gläcks- umstände, seine Kinder ohne Vermögen hinterließ, sorgte Azara als Vater für dieselben, wirkte für jedes bey Hof eine Pension aus, und brachte seine nachgelassenen wenigen Handzeichnungen und unvollendete Gemälde um hohe Preise an den Mann. Auch auf die Zöglinge des Verstorbnen dehnte er seine Wohlthätigkeit aus, und gewann einen derselben, den Svanier Lastanosa, besonders lieb. Dieser wußte ihm, auf einen Plafond im spanischen Pallaste, einen Philosophen malen, der bey einem Staatsmanne Besuch abstattet. In der Person des erstern ward Milizia, in derjenigen des zweyten der Unsrige nachgebildet. Die politische Laufbahn des Unsrigen betreffend, welche eigentlich nicht hiehcr gehört, nur dieses Wenige. Anfangs wurde er nur als Agent für die Angelegenheiten an der päbstlichen Da- tarie angestellt; dann aber allmählig auch zu Anderm, selbst zu dem Wichtigsten gebraucht. Joseph n. bey seiner zweyten italienischen Reise (1780) wollte in Rom niemand sehen und zu Rathe ziehn, als den Ritter Azara. Die Händel mit dem Hofe zu Parma, die Abschaffung der Jesuiten, der Tod Ganganclli's, die Wahl Pius VI. u. s. f. gaben ihm eine Gelegenheit nach der andern, seine Geschicklichkeit an den Tag zu legen. Er war einer von denen, die sich fest überzeugt hielten, daß Clemens XIV. keines natürlichen Todes gestorben sey. DieWahl des neuen Pabstes wurde gutentheils als das Werk seines Einflusses ang'eseh»; indessen hatte er sich darüber nicht besonders Glück zu wünschen. Dieser Zeitpunkt, worein die französische Revo- (>) Darunter das erste authentische Bildniß des Redners Q- Hortenstus, nach einer kleinen Therme in der Villa Albani. A z a r a. lution fiel', war gerade lderjenige, wo Azara's Ansetzn in. Rom sichtbar abzunehmen anfing. Er hatte sich ziemlich allgemein den Ruf eines Phi- losophen erworben; und dieser Ruf, der wahrscheinlich von seiner thätigen Dazwischenkunft in der Jesuitensache herrührte, machte ihn bey allen denjenigen Streitigkeiten verdächtig, wo die Religion und ihr Interesse gefährdet zu seyn schien. Als indessen die Begebenheiten vom I. 1796 eintrafen, wo die Franzosen das nördliche Italien mit Heeresmacht überzogen, und im Begriffe waren, auf Rom loszugehn, war seine Fürsprache bey dem General Buonaparte noch die einzige Zuflucht des Pabstes, dessen flehentlichen Bitten der Minister nicht widerstehen konnte, sich nach Mailand zu begeben. Was er dort bewirkte, reichte zwar zur Erleichterung Roms hin, schien aber den eingenommenen Köpfen um einen zu theuern Preis erkauft zu seyn, und man lobte lau genug den Muth und den Eifer des einzigen aufrichtigen Freunds, dem der römische Stuhl in diesen unglücklichen Zeiten nur mit Undank zu lohnen wußte. Endlich bewog ihn die bekannte Ermordung eines französischen Generals, und die darauf erfolgte Vernichtung der päbstlichen Regierung, sich nach Florenz zurückzuzichn. Nicht ohne tiefes Leidwesen sah' er sich genöthigt, so vielen Gewohnheiten und Verhältnissen zu entsagen, die ihm 55 Jahre lang so theuer geworden waren. Getrennt von seinen Freunden, von seinen Büchern und von seinen Gemälden, schien bald nachher^ Paris für so viele Entbehrungen ihn zu entschädigen. Künstler, Weise, Gelehrte, Staatsmänner, Alles beciferte sich, ihm mit der Verehrung zu huldigen, die so vielem Verdienste gebührte. Azara war vor Allem aus ein Spanier; zugleich aber gebot ihm weise Politik, die Interessen Frankreichs mit denen seines Vaterlands als unzertrennlich zu betrachten. Schwerlich war diese Gesinnung jederzeit mit Unbefangenheit gewur- digct worden, und man weiß, daß er die Zeit seiner Sendung zu Paris hindurch größtenteils zwischen Gunst und Ungunst seines Hofes geschwebt hat, zweymal in gänzliche Ungnade gefallen, und endlich sein? Stelle ihm entzogen ward. Hiemit endigte sich seine politische Laufbahn, und auch sein Leben. Er war seinem Vaterland außerordentlich zugethan; seine Frey- mülhigkeit soll jedoch manchmal, wo nicht die Gränzlinien der Mäßigung, doch die der Klng- heit überschritten haben. Man weiß, daß er die Muße, welche ihm während dieses letzten Zeitpunkts seines Lebens eine einsweilige Verweisung nach Barcelona gestattete, zur Bearbeitung von Denkschriften benutzte, worinn er, neben den Resultaten seiner langen Erfahrung, eine Menge Thatsachen verzeichnete, die sich unter seinen Augen ober durch seine Mitwirkung zugetragen haben, welche aber unsers Wissens bisher angedruckt geblieben sind. In Rücksicht der körperlichen Bildung halte die Natur den Unsngen eben so sehr begünstigt, als das Schicksal ihm von Seite der äußern Glücksumstände gewogen war. Von mittlerer Größe mteressirten seine Gesichtszüge durch ihre Regelmäßigkeit und den Ausdruck von Ansetzn, der die Aufmerksamkeit erweckt, und die Ehrerbietung aufruft. Die Thätigkeit seines Geistes reichte zu Allem hin.. Weniger ernsthaft, als ihn sein Gesicht ankündigte, hatte er, besonders in seiner Jugend, Zerstreuungen und Vergnügen, niemals aber den Müßiggang geliebt. In seinen Begriffen und dem Ausdrucke derselben herrschte eine,seltene Bestimmtheit; dennoch hatte er eine vorzügliche Anlage zur Wortmalerey, wenn schon nicht mit glänzendem Kolorits, doch mit starken Tinten; Stärke nnd Richtigkeit waren sein Wahl- Azara. 199 sprüch; bloß Ausgepinseltes und Manierirtes konnte, bey ihm, in der Rede wie in der Kunst, keine Gnade finden. Durch seinen langen Aufenthalt in Rom hatte er sich eine Art Diktatur erworben, die er nicht ohne Anmaßung ausübte, der man sich aber willig unterwarf. Unerschütterlich in seinen Meinungen, oft mehr herrisch als einnehmend, aufgelegter zum Entscheiden als zum Erforschen, ließ er einen nicht zum Widersprüche kommen, oder schwächte wenigstens den Muth dazu. Dafür war er treu seinem Staate, seinen Worten und seinen Freunden, wenn er auch gleich einigemale diejenigen strenge behandelte, die sich ihm Hingaben. In Spanien unterhielt er fürdauernd Verbindungen, die sich von mehr als vierzig Jahren herschricben- Da es ihm manchmal begegnete, sich mit wenig Schonung auszudrücken, so konnte man versucht werden, ihn für unbescheiden zu halten; dieß geschah aber nie bey wahrhaft wichtigen Angelegenheiten. Welche geheime Meinungen er gehabt haben mag, sein äußeres Betragen blieb jederzeit tadellos. Niemals hat er, weder der Würde seines öffentlichen Charakters, noch den Vorschriften der Religion, in welcher er geboren ward und gestorben ist, Abbruch gethan. Er war es, auf dessen Veranstaltung Bodoni das von dem Kardinal Bernis hinterlassene Gedicht: In lleligston ven^ee, in vierley Forinat aus Licht förderte. Er starb so entschlossen, wie er seine Unfälle ertragen hatte- Noch eh' er zuletzt in Ungnade fiel, hatte sich bey ihm eine Krankheit gezeigt, die jedermann, nur er selbst nicht, für tödtlich hielt. Sein Blut hatte sich sichtbar aufgelös't, seine Beine schwollen an; eine schwarzgelbe Blässe entstellte die Züge, die übrigens noch in so hohem Alter ihren Adel behielten. Man fand darin einen jener schönen antiken Köpfe, die er einst so enthusiastisch bewundert und so richtig gewürdigt hatte. Bis zu seinem Ende nährte er noch die Hoffnung der Genesung, nnd sprach unaufhörlich von der Wiederkehr des Frühlings, wo er sich schmeichelte, noch einmal sein geliebtes Italien wieder zu sehn, und sein theuerstes Traumgebilde war zuletzt, den Reiz jenes Gefühls noch um einige Zeit zu verlängern, das ihn so lange an die Prinzessin von Santa-Croce, und ihre Familie gefesselt hatte. ^ Das Schicksal vergönnte ihm nicht, diese süße Täuschung zu verwirklichen. Dafür verschonte es ihn mit dem Todeskampfe, den wir gewöhnlich vor unserm Ende z» bestehen haben. Den Tag vor seinem Hinscheiden ward er von einer plötzlichen Kälte ergriffen. Man rückte ihn näher zum Kaminfcuer hin; aber vergebens war dieser unmächtige Versuch; Azara irrte sich nicht — es war die Todeskälte. Von seinen Drüdcrn war nur einer zugegen. »Bruder', sprach er zu ihm mit Heiterkeit, »in dem Zustande, worin ich bin, ist nur »och ein Schritt zum Tode; ich gehe, ihn zu thun." Einige Stunden vor seinem Ende verlor er den Gebrauch der Sprache, aber den Gebrauch von seiner Vernunft behielt er bis zum letzten Augenblick. Am Abend, auf welchen sein letzter Tag folgte, konnte er noch die Hand ausstrecken, und dreyen seiner theuersten Freunde, dem Kardinal Con- salvi, dem Minister Mareschalchi, und dem Ritter Angiolini sein Lebewohl zu winken. Am ff. Morgen schickte man ihm einen Geistlichen, dessen Ermahnungen er anhörte, und der ihn mit den Sakramenten versah. Am 26. Jan. 180s Abend 5 Uhr st. er, in einem Alter von 75 Jahren. Seine irdischen Reste wurden anfänglich nach der St. Jakobskirche gebracht, und dann auf dem Gottesacker von Montmartre begraben. Ein zahlreicher Zug begleitete ihn zur Gruft. Diese letzte Huldigung mußte den 200 Aze. Manen dieses großen Mannes genügen, Itio- I.iteui- riu 5 ^.vr. 1804 und übersetzt in Meus. Arch. I. (Z.) ng—143. sl. 11.^ Aze, auch Adzer (Daniel Jen- sen). Der wahre Name dieses Künstlers ist Dan. Zeusen Adzer, und Aze ist ein Unding. Die Kopenhagner-Akademie sandte ihn, wie es irgendwo beißt, 1760 mit einem Gehalte von 400 Thlrn. zu seiner weitem Ausbildung nach Rom. Dieser Künstler st., zufolge Weinwichs S. 176, i. I. 1808. sil-H Azel, s. Atze! im Supplem. und oben. sn.^ Azeld auch Atzveld (Johann). Dieser geringe Kupferstecher, der Vieles für Buchhändler arbeitete, hieß nicht Atzveld, son- dern schrieb stets sich Azeld. Er stach noch il>8.. zu Nürnberg, scheint aber schon im folgenden Jahrzehnde verstorben zu seyn. Azevedo Vortes (Manuel de), portugiesischer Oberingenieur, Brigadier der Infanterie, Kammerherr, Ritter des Christusordens und Mitglied der portugiesischen Akademie der historischen Wissenschaften. In 1722 gab er zu Lissabon ein Werk heraus, über die beßte Methode Land- und Seekarten zu zeichnen und Instrumente für Ingenieurs und Seeoffiziere zu verfertigen; und dann eben dort 1728—1729 ein anderes in zwey Theilen über die Ingenieur- wissenschaften, betitelt: O L'„Fsn//sr>o F?/s2. 40. mjt Kupfern. Azin (d'), ein französischer Ingenieur zu Anfang des XVIII. Jahrh. Ein von ihm verfaßtes Buch über die Kriegsbaukunst, erschien nach seinem Tode unter dem Titel: l^ouveau 8^8teme sur la maniere lle llet'enllreles xlaoes Azzolini. pur Ic rno^en lles contremine8. Ouvr.i^e posiliumo ^ MNNS ^ÄMSv Mr^KMW U/i'MÄOM »UUM ÄWLW -^Ar-iS.'M.lW.s'r.' "KÄMM MW ^jMW bNW ^§NNW^ 'WM !'^*>'.x-^r>' .'EWM ^^rUM ^MWK ^s^AÄNO ^ ./^'. ^'r-X-rL'-kL."->-^ ' ^'EZW , «KrMW^F< -i- tz ^ >,r> - !-M MÄ^KEE .4 Ok^l. ^E ./d . ««» K .x> ^ W W LDWIUZZ «-'sn-MM Wirt«-! . .6- "' ^ ; ''"v- .'' ^ ,--ZN "l.