■ AwwBy l HSiti Buchhandlung von LangCHtraMso Nro. 82. mo’&wEMAxns, Schreib- 4 ~ Zeichenmaterialien. L 5T S T i/a Kunstsachen. u 5oiv, : £ insuTut^ Lr EiJjj. (echu, UocUachulo ]3ibliotiick: HANDBUCH DER ORYKTOGNOSIE ZUM GEBRAUCHE BEI SEINEN VORLESUNGEN UNI) ZUM SELBSTUNTERRICHT MIT BESONDERE!! BERÜCKSICHTIGUNG DER ORYKTOGNO- STISCHEN VERHÄLTNISSE DES GROSSHERZOGTHUMS BADEN ENTWORFEN VON Dr. FR. AUGUST WALCHNER, Professor der Chemie und Mineralogie an dem grossherzoglichen polytechnischen Institute zu Carlsruhe , berathendem MitgUede der Virection der Forste und Bergwerke im Grossherzogthum Baden und MitgUede vieler gelehrten Gesellschaßen. MIT VIER STEINTAFELN. CARLSRUHE, VERLAG VON CHRISTIAN THEODOR GROOS. 1829 . ^BL/p> iuHL ETH ZÜRICH I ' Geologiso/es Instititut BIBl/oTHEKs, ö r ^ ^ 1 6. SL?. 1971 VORWORT Ein Handbuch der gesummten Mineralogie in technischer Beziehung, als Grundlage der Vorlesungen , war fiir mich, als Lehrer dieser Wissenschaft an einer technischen Anstalt, ein Bediirfniss. Ich entschloss mich daher, ungeachtet meiner vielen Berufsgeschäfte, ein solches zu entwerfen, in der Absicht, meinen Zuhörern, künftigen Technikern , ein Buch in die Hand zu gehen, worin sie die Grundlehren der Mineralogie auf eine einfache und klare Weise auseinander gesetzt finden würden , und welches sie in den Stand setzen sollte, den Vorträgen mit Nutzen zu folgen. DieClassification derMineralien nach chemischen Prinzipien bedarf wohl keiner Rechtfertigung. Ich habe nach dem elektropositiven Bestandtheile geordnet, und, mit einigen wenigen Abänderungen, das Mineralsystem von Berzeeius beibelialten, welches er in der Schrift Nouveau Systeme de mine- ralogie 1819 aufgestellt hat, weil auf diese W'eise jedes Metall mit seinen Verbindungen eine be- IV sondere Familie ausmacht, beim Ordnen nach dem elektronegativen Bestandteile hingegen Blei, Kupfer, Eisen u. s. w. in mehreren Familien zerstreut stehen, und weil die meisten Mineralien wegen ihres elektropositiven Bestandteils Bergmännisch gewonnen und in den Künsten und Gewerben angewendet werden. Auch ist nicht zu verkennen, dass die meisten elektropositiven Körper , wenn sie mit elektronegativen Körpern vereiniget sind , der Verbindung eigentümliche Eigenschaften erteilen, w elche sic in allen Mineralien, in welchen sie Vorkommen, mehr und weniger beibehalten. Die Classification nach dem electro- positiven Bestandteile ist ferner eben so richtig, als die Classification nach dem elektronegativen Bestandteile. Sie erleichtert die Verbindung der Wissenschaft mit der Praxis, w'ährend jene diese Verbindung erschwert, und sie verdient somit bei dem Vortrage der Mineralogie für Techniker, den Vorzug. Die Charakteristiken sind nach Exemplaren vorzüglicher Sammlungen, mit Benützung der Angaben von Moiis , Breithai pt , Phillips , Beudant , Rose , Haidinger und v. Leomiard entworfen. Bei der Bestimmung der krystallograpliisthen Verhältnisse habe ich mich auf dasjenige beschränkt, was der Techniker in dieser Beziehung wissen muss. Dagegen ist die chemische Constitution der Mineralien, welche für denselben ungleich wichtiger ist, ausführlicher angegeben, und auch das Verhalten vor dem Lötrohr vollständig an- V geführt, und zwar wo möglich mit den Worten des Meisters in dieser Art von Untersuchung, weil dieselben gut gewählt und bezeichnend sind, und weil seine gründlichen Beobachtungen, durch willkührliche Abkürzung ihrer Beschreibung, in den meisten Fällen für denjenigen unbrauchbar werden , der entscheidende Lülhrohr-Versuche anzustellen im Stande ist, oder sich bemüht, die Fertigkeit zu erlangen , welche zu deren Anstellung erfordert wird, indem bei der Abkürzung der Angaben, gewöhnlich die feinen Unterschiede im Verhalten verwandter Mineralien nicht gegeben werden können. Die allgemeinen Regeln aber, nach welchen hei Löthrohr-Versuchen verfahren werden mufs , die hei der Wahl und Bereitung der Reagentien, der Unterlage u. s. w. zu beobachten sind, wurden nicht aufgenommen. Es ist in dieser Beziehung auf die classische Abhandlung von Berzeuls verwiesen. Die besondere Berücksichtigung der mineralogischen Verhältnisse eines Landes, welches für Mineralogie so viel Interessantes und ein Dritt- llieil der bis jetzt bekannten Mineralien darbietet, ist vielleicht für die Wissenschaft von einigem Interesse, und wird Entschuldigung finden5 dem vaterländischen Freunde des Studiums der unorganischen Naturproducte, dem vaterländischen Techniker, dürfte sie willkommen seyn. Um diesen die im Grossherzogthum Baden vorkommenden Mineralien bemerklich zu machen, steht vor den Gattungen des Inlandes ein VI Bei der Angabe der Benützung der Mineralien ist vorzüglich darauf Bedacht genommen worden, wozu man sie benützt. TVie sie benützt werden, bat die Hüttenkunde, die Halurgie, die Technologie u. s. w. anzugeben. Die zweite Abtbeilung dieses Handbuchs, welche die Geognosie enthält, wird baldigst nachfolgen. Carls ruhe, im October 1828. WALCHNER. INHALTSVERZEICHNIS. EINLEITUNG. $• §• §• §• §■ §• §• §• , Begriff der Mineralogie. . Unorganische Naturproduete, Mineralien. Scheidung derselben von den organischen producten. 3. Eintheilung siimmtlicher Naturproduete in 3 Reiche des Mineral- Untcr- Natur- 4. Mineralogie ist die Naturgeschichte reichs. Ihre Aufgabe . Eintheilung der Mineralogie §• §• ERSTE ABTHEILUNG. ORYCTOGNOSIE. 6 . Gegenstand der Oryktognosie. Gemengtes und ungemengtes Mineral.3 7. Mit welchen .Beschaffenheiten der Mineralien sich die Mineralogie zu beschäftigen habe .... — VON DEN EIGENSCHAFTEN DER MINERALIEN. 8. Die Eigenschaften sind physikalische und chemische A. Physikalische Eigenschaften. 1) Von der Eorm der Mineralien. §. 9. Krystallisirte, nicht krystallisirte Mineralien » . Von den Krys/allen. Krystall. Krvstallisirbarkeit. Krystallisationskraft. K rystal 1 ographie 12. Krystallllächen. Gleicluiamige Flächen . . 13. Kanten. Gleichnamige, gleich lange, gleich grosse Kanten.- . Ecke. Renennuiii >-t- iö. Axen. Hauplax.cn eines Krystalls . . 16. Regelmässigkeit der Körper der Geometrie derselben Nebenaxen. Normale Stellunü 7 8 Gestalten. Regelmässige 17. Grundformei 18. Krystallsvstein. Krystallsysteme von WTciss . _ 10 19. Zurück!lihrung derVerämlerungen derGrundform auf Abstumpfen Lebergänge 20. 6 , Zuschärfung und Zuspitzung . von einer Gestalt in die andere 0 7° 21. Allgemeine Regeln bei den Modificationen der Grundformen .. 11 12 ) ~on den einfachen Gestalten und ihren Abänderungen. §. 22. Der Würfel . ..i3 §. 23. Das Tetraeder . .— Das 24. reguläre Oktaeder O 2j. Das Rhombendodekaeder.14 VIII Ss'eift'. §. 26. Das Pentagonaldodekaeder.iS §. 2-. Das Trapezoeder.— §. 28. Das Ikosaeder.16 §. 29. Das Rhomboeder.— §. 3o. Das gerade quadratische Prisma.19 §. 3i. Das gerade rhombische Prisma.20 §. 32. Das schiefe rhombische Prisma.21 §. 33. Das gerade rektanguläre Prisma ..... 22 §. 34. Das schiefe rektanguläre Prisma.23 Von der Verbindung der Krystalle unter einander. §. 35. Regelmässige, unregelmässige Verbindung. Zusammen gewachsene Mineralien.25 5. 36. Zwillingskrystall.— §. 37. Gruppirung. Kr) stallgruppe. Kn stalldruse . . 27 Von den Unvollkommenheiten der Krystalle. §. 38. Abweichungen von der Regelmässigkeit in der Figur und Ausdehnung der Flächen. Rauhigkeit. Drusigkeit. Streifung. Eingewachsener, loser, aufgewachsener Krystall.28 Von den Afterkrystallen. §. 39. Afterkrystall. 3o §. 40.' Entstchungsweise der Afterhrystalle. DasZellige 3i Von der Conslanz der IVinkel und ihrer Messung. §. 4». Unveränderlichkeit der Winkel der Krystalle bei gleicher Temperatur. Veränderung der Winkel nach demGrade derTemperalur. Goniometer. Anlege- Goaiometer. Reflexions-Goniometer.33 J on den kristallinischen Gestalten. §■ 42. W as man krystallinische Gestalten nennt. Staudenförmige, zähnige, draht-, nadel-, haar-, blatt-, blechförmige, gestrickteGestalten. Dendriten. Kugelförmige, nierenformige, traubige Gestalten ... 33 Von den unregelmässigen Gestalten. 43. Was man unter unrcgelmässigenGestalten versteht. Stalaktiten, Stalagmiten, knollige Gestalten. Anflug. Platten. Geschiebe. Gerolle.35 u. 1. 36 §. 44. Derbes Mineral. Das Eingesprengte ... 37 2) Von (1er Structur der Mineralien. §. 45. Was man unter Structur oder Gefüge versteht. Regelmässige, unregelmässige Structur . . . . §. 46. Theilbarheit. Bruch . J on der Tkeilbarke.it. §. 47- Verschiedener Grad der Theilbarheit . . . . 48- Theilungsflächen. Theilungsrichtung. Theihmgs- gestalt. 38 39 IX Vom Bruch. Sa “ §. 49- Bruchverhältnissc. Bruchflächen. Arten des Bruchs. Bruchstücke.4° Von der Absonderung. §. 5o. Was unter Absonderung zu verstehen ist. Abgesonderte Stücke.4 1 5) Von (len Verhältnissen (1er Mineralien gegen das Licht. §. 51. Glanz, Farbe, Durchsichtigkeit, Strahlenbrechung, Phosphoreszenz. — Der Glanz. §. 5a. Arten des Glanzes. Starke des Glanzes ... 43 Die Farbe. §. 53. Hauptfarben. Charakterfarbe.44 §. 54- Eintheilung d.Farben. Metallische, nicht metallische 45 §. 55. Varietäten der nicht metallischen Farben . . — §. 56. Farbenreihe.5o 57. Farbenzeichnung.— §. 58. Farbenspiel.5i §. 59. Farbenwandlung.— §. 60 Das Irisiren. .... 5a §. 61. Das Opalisiren.— §. 6a. Dichroismus. Trichroismus.— §. 63. Das Anlaufen.53 §. 64- Der Strich. 54 Die Durchsichtigkeit. §. 65. Grade der Durchsichtigkeit.— Die Strahlenbrechung. §. 66. Einfache, doppelte Strahlenbrechung .... 55 §. 67- Axen der doppelten Strahlenbrechung .... 56 §. 68. Bestimmung der doppelten Strahlenbrechung . 57 Die Phosphoreszenz. §. 69. Phosphoreszenz durch Bestrahlung, Erwärmung, Reihung oder Stoss.58 4) Von (1er Coliüsion der Mineralien. §. 70. Feste, ilüssige Mineralien .60 Das Anfuhlen. §. 71. Fettiges, sanftes, rauhes, kaltes Anfühlen . . 61 Die Härte. §. 73. Härtegrade. Härte-Scala.6a 5) Vom spezifischen Gewichte der Mineralien. §. 73. Verfahren zur Ausmittelung des spezifischen Gewichtes.64 X Stile. 6) Von der Elektrizität der Mineralien. §. 71'). Kivstallelektrizitäl. Elektrische Axcn. Erregung der Elektrizität durch Erwärmung, Reibung, Druck 67 75. Bestimmung des elektrischen Verhaltens eines Minerals vermittelst der Anwendung des Elektrometers v011 BomvEXBERGKn. Bestimmung der Leitungsfähig- keit.70 7) Vom Magnetismus der Mineralien. §. 76. Einfacher, polarischer Magnetismus .... — B. Chemische Eigenschaften der Mineralien. 1) Der Geruch. §. 77. Arten des Geruches.71 2) Der Geschmack. §. 7O. Arten des Geschmackes.72 3) Das Anhängen an der Zunge oder an der feuchten Lippe. §. 79. Stark, ziemlich stark, wenig an der Zunge hängend 73 4) Verhalten der Mineralien gegen verschiedene Lösungsmittel. (). 80. Verhalt. gegenWasser,Weingeist,Säuren,Ammoniak — 5) Verhalten der Mineralien vor dem Lütlirohr. (j. 8i- Werth der Lüthrohrversuche. Zur Anstellungentscheidender Lüthrohrvcrsuche sind gute chemische Kenntnisse und eine grosse Fertigkeit nüthig . . 7.) 6) Von der Zusammensetzung der Mineralien. §. 82. Elemente, welche die Mineralien constituiren. Art ihrer Verbindung. 76 §. 83. Einfluss der Zusammensetzung auf die äussere Beschaffenheit der Mineralien. Isomorphe Substanzen 77 §. 8 j. Formeln zur Bezeichnung der Zusammensetzung. Zeichen der Stoff e. Bildung der Formeln . •• . 79 7) Von der Classification der Mineralien. §• 85. Vorzug d.Classification nach den ehern.Charakteren 81 §. 86. Classification nach dem elektropositiven Bestandteil. Gattung. Art. Varietät.82 §. 87. Das Wesentliche des Mincralindividuunis ist die Zusammensetzung.81 SYSTEMATISCHE ÜBERSICHT DER MINERALGATTOi'GEN. I. Classe. Einfache Stofe und unorganische Verbindungen. i, Oiidmjsg. Metalloide. 1 ) Familie des Schwefels. 4 ) Familie des Kiesels. 1. Gatt. Schwefel 85 6. Gatt. Quarz 95 7. — Opal 108 2 ) Familie des Borons. 2. Gatt, lloraxsäure 88 5) Familie des Zirkons. 31 Familie des Carbons. 8. Gatt. Zirkon 113 3. Galt. Demant 89 9. — Eudialjt 114 4. — Anthracit 92 5. — Graphit 93 2 . OitDAUAG. Metalle der Erden und Alkalien. t) Familie des Alumiums. 26. Gatt. Schürt 151 10. Gatt. Korund 116 1. Art. Turmalin 152 11. — Gibbsit 119 2 . _ - Apyrit 153 12. — Diaspor 120 27. Gatt. Axinit 155 13* - Allophan 121 28. - Hauvn 156 14. — Cvanit 122 1. Art. Kali-Hauvn 157 15. — Sapphyrin 123 2. _ - Tiatron-Haujn 157 16. — Chrysoberyll 124 3. - - Lasurstein 158 17. — Topas 125 4. - - Sodalith 159 18. — Dichroit 129 29. Gatt. Ittnerit 162 19. — Andalusit 130 30. - Nephelin 163 20. — Staurolith 132 31. - Werner it 164 21. — Granat 133 32. — Feldspalh 166 1. Art. Almandin 134 33. — Albit 169 2. — Pyrop 135 34. — Perikim 171 3. — Colophonit 136 35. — Peialit 172 4. — Engso-Granat 137 36. — Labrador 173 5. — Iiothoffith 138 37. — Anorthit 175 6. — Lindbo-Granat 138 38. — Saussurit 176 7. — Melanit 13S 39. — Latrobit 177 8* — Grossular 139 40. — Spodumcn 178 9. — Braunsteinkiesel 140 41. — Oligoklas 179 22. Gatt. Kaneelstein 143 42. — Bildstein 180 23. — Vesuvian 144 43. - Perlstein 181 24. — Gehleuit 146 44. - Pechstein 182 25. — Epidot 147 45. — Obsidian 183 1. Art. Zoisit 148 46. — Bimsstein 185 2. — Pistazit 149 47. - Leucit 186 3. — Manganepidot 150 48. - Analciin 187 XII 49. Galt. Chabasie 189 GO. — Zeolith 190 1. Art. Natron-Zeolith 191 o. _ Kalk-Zeolith 192 51. Gatt. Thomsonit 193 .02. — Stilhit 194 53. — Heulandit 195 54. — Prehnit 196 55. — Karpholit 19S 56. - Harmotom 199 1. Art. Baryt-Harmotom 200 o. _ Kali-llarmotom 200 57. Gatt. Laumontit 201 58. — Pinit 202 59. — Glimmer 204 1. Art. Kali-Glimmer 205 o < _ Magnesia-Glimmer 205 3. — J.ilhon-Glimuier 205 60. Gatt. Chlorit 207 61. - PerJglimmcr 209 62. — WaveUit 210 63. — Ambly gonit 211 64. — Lazutilh 212 65. — Türkis 213 66. — Kryolith 215 67. — Alaun 216 1. Art. Kali-Alaun 217 3. — Ammoniak-Alaun 205 68. Gatt. Alaunstein 218 69. — Aluminit 219 Akiiarg. Crwollstiindig er- kannte Gattungen. 70. Gatt. Porzellanerde 220 71. — Steinmark 221 72. — Bol °22 73. — Bcrgseifc '104 74. — Walkcrdc 004 7.5. — KolH ril 220 7C>. — Cimolit 007 77. — Thonstein 227 78. — Thon 229 2 ) Familie des Glrciums. 79. Gatt. Euklas 231 80. — Smaragd 233 3) Familie des Yttriums. 81. Gatt. Gadolinit 235 82. — Orlhit 237 83. — Yttrotantalit 238 84. — Phosphs. Yttcrcvde 240 4 ) Familie des Magnesiums. 85. Gatt. Bittererde-Ihdrat 241 86. — Talk 242 87. Speckstein 243 88. — Serpentin 245 89. — Meerschaum 247 90. — Pyrallolith 248 91. — Augit 249 1. Art. Malacolith 250 2. — Gemeiner Augit 251 3. — Hedenbcrgit 252 92. Gatt. Hornblende 254 1. Art. Tremolith 255 2 . — Strahlstein 256 3. — Gern. Hornblende 257 Anhang zur 92. Gattung. Asbest. 258 93. Gatt. Pikrosmin 261 94. — Anthopln Hit 262 95. — Hvpersthen 263 96. — Schillerstein 264 97. — Bronzit 265 98. — Nephrit 267 99. — Chrvsoüth 268 1. Art. Edler Chrysolith 269 2, — Eisen-Chrysolith 270 100. Gatt. Chondrodit 271 101. — Spinell 272 1. Art. Gemeiner Spinell 272 o t . — Ccylonit 273 102. Gatt. AVagnerit 274 103. — Boracit 275 104. — Magnesit 277 105. — Bittersalz 278 5 ) Familie des Calcium s. 106. Gatt. . Tafclspath 281 107. — Apoplnilit 282 10s. — Kalk 2S3 109. — Bitterkalk 291 1 . Art. Dolomit 292 2 . — Braunkalk 294 110. Gatt. Arragon 295 111. — Gay-Lussit 29S 112. — Gy ps 290 113. — Anhydrit .302 114. — PuHhalit 304 115. — Apatit .305 116. — El ti ss .308 117. — Datolith 311 US. Gatt. Kalksalpctcr 313 119. — Pharmakolit 314 120. — Tungstein 316 121. — Sphen 317 6) Familie des Strontiums. 122. Gatt. Strontianit 320 123. — Cölestin 322 7) Familie des Baryums. 124. Gatt. Witlicrit 324 125. — Raruo-Calcit 326 126. — Barjt 327 8) Familie des Natriums. 127. Gatt. Steinsalz 330 128. Gatt. Glaubersalz 331 129. — Thenardit 333 130. - Glauberit 333 131. — Katrou 335 132. — Trona 336 133. - Borax 340 134. - Natronsalpeter 341 9) Familie des Kaliums. 135- Gatt. Kalisalpeter 342 136. — Duplicatsalz 343 137. — Digestivsalz 344 io) Familie des Ammoniums. 138. Gatt. Salmiak 345 139. — Mascagnin 340 3. OltDNLXG. i) Familie des Eisens. 140. Gatt. Gediegcn-Eisen 347 141. — Magneteisenstein 350 142. — Chromeisen 351 143 — Eisenglanz 353 144. — Brauneisenstein 354 145. — Schwefelkies 3«) 146. — Wasserkies 362 147. — Magnetkies 364 14S. — Arsenikkies. 366 149. — Spathcisenstcin 368 150. — Ilvait 371 151. — Cronstedtit 372 152. — Sideroschisolith 373 153. — P\rosmalit 374 154. — Grünerde 375 155. — Eisenvitriol 376 156. — Eiscnblau 379 157. — Blaue Eisenerde 380 158. — Triplit 3S1 159. Würfelerz 384 160. — Skorodit 385 161. — Eisensinter 387 162. — Wolfram 388 163. — Tantalit 389 164. — Kigrin 392 165. — Menaccan 393 166. — Jserin 394 167. — Titaneisen 395 ) Familie des Mangans. 168. Gatt. Weich inangancrz 397 169. . — Glanzmanganerz 399 Schwere Metalle. 170. Gatt. Schwarzmanganerz 400 171. — Hartmanganerz 401 172. — Wad 403 173. — Manganblcnde 404 174. — Kothmanganerz 405 175. - Mangankicsel. 406 176. - Ilelvin 408 3) Familie des Zinks. 17/. Gatt. Rothzinkerz 410 178. — Eranklinit 411 179. - Zinkblende. 412 180. — Zinkglaserz 414 181. - Galmei 416 182. — Zinkblülhc 418 183. — Zinkvitriol 419 184. - Gahnit 420 4) Familie des Zinns. 185. Gatt. Zinnstein 421 186. — Zinnkies 424 5) Familie des Ceriums. 187- Gatt. Cerit 425 188. — Allanit 426 189. — Pjrortliit 427 190. — Flusssaures Cerium 428 Unvollsl. erkannte Gattungen. 191. Gatt. Yttrocerit 429 192. — Elusssaures Cer- oxvd mit fluss- saurer Yttererde 429 193. - Basisch - flusssaures Cerium 430 XIV 6 ) Familie des Kupfers 194. Gatt. Gcdiegen-Kupfer 195. — Rothkupfererz 196. — Kupferschwarze. 197. — Kupferglanz 198. - Kupfcrindig 199. — Selenkupfer 200. — Silberkupferglanz 201. — Eukairit 202. — Kupferkies 203. — Buntkupfererz 204. — Fahlcrz 1. Art. Arscnik-F alilerz o. _ Antimon-Fulilerz 205. Gatt. Tennantit 206. — Kupferlasur 207. — Malachit 208. — Kicselinaluchit 209. — Kuplersm&ragd 210. - Pseudomalachit 211. — Olivenmalachit 212. — Euchroit 213. — Linsenerz 214. — Kupferglimmer 215. — Olivenerz 216. — Strahlerz 217. - Salzkupfererz 218. — Kupfervitriol 7) Familie des Bleis. 219. Gatt. Gcdiegen-Blei 220. — Mennige 221. — Bleiglanz w, _ Selenblci OOß > _ Tellurblei 224. _ Selenkupferblei 225. — Selenqueeksilber- blei 226. — Spiessglanzbleierz 227. — Hornblei 220. — Bleichloro i\d 229. — Koblensaures Blei 230. — Bleivitriol 231. — Rhomboedrisches schwefeNkoh len- saures Blei 232. — Prismatisches schwefel-kohlcn- saures Blei 233. Gatt. Buntbleierz 482 1. Art. Phosphors. Blei 483 2. _ Arseniksaures Blei 4S4 234. Gatt. Gelbbleierz 485 235. — Rothbleierz 487 236. — Yauquelinit 4.88 237. — Scheelbleierz 4S9 238. — Bleigumnii 490 8 ) Familie des JFisrnuths. 239. Gatt. Gediegen -Wis- muth 492 240. — Wismutliocker 493 241. — Wisniutliglanz 494 242. — Tellurwismuth 495 243. — Madelerz 496 244. — Kupferwismutherz 497 245. - Silberwismutherz 498 n) Familie des Tellurs. 246. Gatt. Gediegen-Tellur 499 10) Familie des ISickels. 247. Gatt. Itaarkics 500 248. — Kupfernickel 501 249. -v Mickelglanz 503 250. — Spiessglanznickel 503 251. — Mickelblütlic 504 11) Familie des Kobalts. 252. Gatt. Erdkobalt 506 253. — Kobaltkics 507 254. — Kobaltglanz 508 255. — Speisskobalt 509 256. — Kobaltvitriol 511 257. — Kobaltbliitlie 512 12) Familie des Urans. 258. Gatt. Uranocker 514 259. - U'ranpecberz 514 260. — Uranglimmer 515 1. Art. Kalk-Uranglimtner 516 2. — Kupfer - tran- glimmer 517 261. — Vranvitriol 517 i3) Familie des Titans. 262- Gatt. Oktacdrit 518 263. — Rutil 519 14 ) Familie des Wolframs. 264. Galt. 'Wolframsaure 521 431 433 433 436 437 43S 430 440 441 443 444 445 445 446 437 449 451 450 4.53 4j5 4.56 457 4öS 459 460 461 462 464 465 466 469 470 471 472 473 474 475 476 4“8 480 481 XV i 5 ) Familie des Tantals. 265. Gatt. Kirnito-Tantalit 522 t6) Familie des Chroms. 266. Gatt. Clirornocker 523 17) Familie des Arseniks. 267. Galt. Gedicgen-Arsenik 524 26S- — Arsenikbliitbe 525 269. — Operment 527 270. — Realgar 528 »8) Familie des Molybdäns. 271. Gatt. Moljbdänockcr 530 272. — MoUbdänglanz. 531 19) Familie des Spiessglanzes. 273. Gatt. Gedieg.-Spiessglanz 532 274. — Wcissspicssglanzerz 533 275. — Spiessglanzocker 534 276. — Grauspiessglanzerz 535 277. — Zinkenit 537 278. — Jamcsonit 538 270. — Rothspiessglanzerz 539 20) Familie des Quecksilbers. 280. Galt. Gediegen-k>ueck- silber 541 281. — Amalgam 542 II. Ci.asse. Or gern 1) Familie. Salze. 296. Gatt. Ilonigstein 566 297. — Humboldtit 567 2) Familie. Harz. 298. Gatt. Bernstein 568 299. — Resinit 569 3 ) Familie. Bitumen. 300. Gatt. Elatcrit 571 301. — Asphalt 571 ANH Arsenikglanz 582 Arsenik-Kupfer 582 Arsenikschwärze 582 Arsenik-Spiessglanz 583 Arsenik-W ismuth 583 Babingtonit 583 Berthierit 583 Beudanlit 584 Biotin 584 Blauciscnstcin 584 JUiidit .5S4 I'otnogcn 584 282. Calt. Zinnober 543 283. — kluecksilberbornerz 545 0, 1) F 'amilie des Silber 5. 284. Galt. Gediegen-Silbcr 546 285. — Spiessglanzsilbcr 548 286. — Süberglanz 549 287. — Sprudglaserz 551 2SS. — Silberblendc 552 1. Art. Antimon-Silberblende 554 2. — Arsenik-Silberblende 554 Hemiprismatische Rubin-Blende 555 289. Galt. Silberbornerz 55(J 22) Familie des Iridiums. 290. Gatt. Iridium-Osmium 557 23 ) Familie des Palladiums. 291- Galt. Gediegen-l’alladium 558 24) Familie des Goldes. 292. Gatt. Gediegcn-Gold 559 293. — Schrifterz 562 294. — Wei.sserz 563 5) Familie des Platins. 295. Gatt. Gediegen-Platin 564 Ferbindun" cn. kP 4 ) Familie. Oel. 302. Gatt. Steinül 573 303 — Scheererit 574 304. — Hatchetin 575 5) Familie. Kohle. 305. Gatt. Scb« arzkolile 576 306. — Braunkohle 579 Tori' 5S1 ANG. Breislackit .585 Brcwsterit 585 Brochanlit 585 Brookit 586 Bucklandit 586 Bustamit 5S6 Cavolinit 586 Chamoisit 587 Chiastolith 587 Childrcnit 587 Chlorophait 587 Chlorop?l 588 XVI Comptonit 688 Mcsitinspalh 602 Condurrit 588 Mohsit 602 Couzeranit 589 Monoplian 602 Dav;n 5S9 Murchisonit 603 Edingtonit 589 Nekronit 603 Erinit 590 Nickelschwärze 603 Erl an 905 Nontronit 603 Falunit 590 Nuttalit 604 Fergusonit 591 Osmclitli 604 Fiuellit 591 Ostranit 604 Forsterit 591 Oxahverit 604 , Gillingit 591 Phillipsit 605 Glaukolith 592 Pholerit 605 Gmclinit 592 Pimelith 605 Grüneisenstein 592 Pol; mignit 606 Ilallojsit 593 P; rochlor 606 Hartkobaltkies 593 Kadiolit 606 Havdenit 593 Roselit 606 Hajtorit 593 Uubellan 607 Hcrdcrit 593 Sapparit 607 Herschelit 594 Sarkolit 607 Hisingerit 594 Schoharit 607 Hopeit 594 Selensilber 60S Humboldtilit 595 Sclcn-Zink mit Schwefel- Hamit 595 Quecksilber 608 Hjdrosilicit 595 Silber, kohlensaures 608 Ilmcnit 596 Silber-Ph;lli n-Glanz 608 Indianit 596 Sillimanit 609 Jodsilber 596 Sommerwillit 609 Jodquecksilber 597 Sordawalith 609 Isopvr 597 Sphärulith 610 Kakoxen 597 Stcrnbergit 610 Karphosiderit 597 Stilpnomelan 611 Kerolith 598 TachUit 611 Kill init 598 Talksteinmark 611 Knebelit 598 Tautolith 612 Königin 59S Tephroit 612 Konilit 599 Thoncrdc, phosphorsaure, 612 Kornit 599 Thulit 613 Kupferblende 599 Torrelit 613 Kupferglanz, prismatoid 'sclier 599 Turnerit 613 Kupfer, kohlensaures 599 TJranbluthe 613 Kupfcnnanganerz 600 Vignit 614 Kupferschauin 600 Weicheisenkies 614 Leelit 600 Weisskupfererz 614 Lcnzinit 601 Wismuthblcnde 614 LevMi 601 Wismuthkohaltcrz 615 Ligurit 601 Wismuth , kohlensaures, 615 Mellilith ' 602 Zurlit 615 ••Ätwö. •£a EINLEITUNG Begriff und Eintheilung der Mineralogie. $• l- IVItneralogie ist derjenige Tlieil der Naturwissenschaft, welcher die unorganischen Naturproducte, die die feste Masse der Erde bilden , nach allen ihren Eigenschaften kennen lehrt. §• 2 - Man nennt die unorganischen Natur-Producte Mineralien (Fossilien). Sie unterscheiden sich von den organischen Naturproducten, den Pflanzen and 'Filieren , durch die vollkommene Ruhe und das gleichförmige Bestehen ihrer Theile, so lange keine äussere Gewalt auf sie einwirkt. Sie werden desshalb auch leblose Körper genannt. Es fehlen ihnen die eigenthümliclien Werkzeuge , durch welche hei den lebenden Körpern ein steter Wechsel des Stoffes und der Form unterhalten wird, und während das Thier und die Pflanze nach dem Abläufe einer bestimmten Zeit stirbt, zeigt sich die Existenz des Minerals an keine bestimmte Zeit Gebunden. c §■ 3 . Die Naturgeschichte tlieilt sämmtliche Natur- producte in drei Reiche. Die Gesainmtheit der Thiere bildet das Thierreick, die Gesammtlieit der Pflanzen das Pflanzenreich und die Gesammt- heit der Mineralien das Mineralreich. WALciiskR Mineralogie. 1 2 Einleitung. ] §• 4-. I Die Mineralogie ist ein Theil der Na turgescliicli te. Sie ist die Naturgeschichte des Mineralreichs, und hat die Aufgabe, die allgemeinen Eigenschaften der Mineralien, die einzelnen Mineralien nach' ihren besonderen Eigenschaften, und die Art und Weise zu erforschen und darzustellen, Avie die einzelnen Mineralien , in Verbindung unter ein-' ander , die feste Masse der Erde zusammensetzen) §• 5. i Die Mineralogie wird eingetheilt in : 1) Oryktognosie oder spezielle Mineralogie j welche sich mit der Untersuchung der einzelnen' Mineralien beschäftiget ; ! 2) Geognosie, Avelche die Mineralien in Verbindung unter einander, und die Gebirgsinassen,' welche sie bilden , betrachtet. ERSTE ABTHEILUNG Oryktognosie. §■ e- Gegenstand der Oi’yktognosie sind nur die einfachen, ungemengten Mineralien. Wir nennen ein ungemengtes Mineral ein solches , hei welchem weder durch das bewaffnete Auge , noch durch Anwendung mechanischer Trennungsmitlel, verschiedenartige Theile wahrgenommen werden können. Das gemengte Mineral , welches aus einer Verbindung mehrerer Mineral-Individuen von ver- schiedener Beschaffenheit besteht, ist Gegenstand der Geognosie. Zuweilen sind die verschiedenartigen Theile hei einem gemengten Minerale so innig verbunden, und die Gemengtheile so klein, dass nur die chemische Untersuchung gehörigen Aufschluss gibt. (Basalt, Serpentin, Erlan.) §• 7 . _ Die Mineralien fordern eine andere Behandlung als Pflanzen und Thiere. Diese werden vorzugsweise nach ihren äusseren Beschaffenheiten, nach ihrer Form , betrachtet, und nach dieser geordnet. Das Innere, die chemische Constitution, wird in der Naturgeschichte der Pflanzen und Thiere wenig beachtet, und sie wird namentlich nicht hei der Eintheilung der lebenden Natur- körper berücksichtiget. Der Grund dieses Verfall- / + Oryktognosit*. rens ist einleuchtend. Die Mischung aller organischen Substanzen ist qualitativ dieselbe. Die vielen Tausende von Pflanzen und Thieren werden durchj vier chemische Elemente, den Kohlenstoff, Wasserstoff, SauerstolF und Stickstoff*), in den manig- lältigslen quantitativen Verhältnissen vereiniget,' constiluirl, ohne dass wir bis jetzt bemerkt hätten, dass das verschiedene quantitative Verhältnis» dieser Elemente, auf die organische Form , auf die Lage und. Gestalt der Organe, einen Einfluss äussere. Diese vier Bestandtheile sind daher allerdings charakteristisch für die organischen Nalurproduele überhaupt • aber das Mehr oder Weniger vonj einem oder dem anderen dieser Bestandlheile, ist' nicht charakteristisch für den einzelnen organi-' sehen Körper. Im Mineralreiche verhält es sich anders, liier kommen, hei der verlniltnissmässig kleinen Anzahl der Mineralien, die zwei und fünfzig elementaren Stoffe vor. Sehr viele Mineralkürper besitzen eine eigenthümliche qualitative Zusammensetzung, und das quantitative Verhältnis ist hei jeder Mineral- galtung ein bestimmtes. Von dieser chemischen Constitution der Mineralien ist ihr Aeusseres gros- sentheils abhängig , so dass in vielen Fällen von derselben auf die Form geschlossen werden kann. Wir sehen also heim unorganischen Naturkörper einen nahen Zusammenhang zwischen Aeusserem und Innerem , zwischen Form und Mischung , und jene häufig durch diese bedingt. Diese Beziehung , welche uns die Natur so deutlich vor Augen legt, darf nicht unherücksichtiget bleiben, und die Oryktognosie muss sich gleichermasseu *) Phosphor , Schwefel , Calcium , Eisen , die man in den organischen JVatiirproflncten findet, kommen in so kleiner Quantität vor, dass es scheint , sie gehören nicht wesentlich 7ur organischen \ er- Eigenschaften der Mineralien. 5 mit den ausseren Beschaffenheiten der Mineralien, wie mit den inneren, chemischen Verhältnissen derselben beschäftigen. Das mineralogische Slu- o o dium , welches sich nur mit den äusseren Beschaffenheiten der Mineralien befasst, wird den Vorwurf der Einseitigkeit nicht von sich abwenden. Von den Eigenschaften der Mineralien. §• 8 . Die Eicenschaflen der Mineralien sind entweder äussere oder innere (§. 7), physikalische oder che— mische 1 "). Man nennt sie auch Kennzeichen , in so fern sie zum Erkennen und Unterscheiden derselben dienen. Zu den physikalischen Eigenschaften der M ineralien gehören diejenigen , hei deren Beobachtung keine materielle Umänderung derselben Statt findet, als : Form, Structur, Licht— Verhältnisse, Cohaesion, spezifisches Gewicht, Elektrizität , Magnetismus. Zu den chemischen Eigenschaften hingegen gehören diejenigen , bei deren Beobachtung die Mineralkörper materielle Umänderungen erleiden, wie das Verhalten gegen verschiedene Lösungsmittel , das Verhalten vor dem Löthrohr. Sie allein verschaffen Einsicht in die chemische Constitution der Mineralien. Man kann hierzu auch den Geruch und den Geschmack rechnen, in so fern der Geruch- und Geschmacksinn chemische Sinne heissen, weil wir durch sie, mehr oder weniger, von der Zusammensetzung , der chemischen Beschaffenheit. der Dinge , unterrichtet werden. *) Man iheilt die Eigenschaften der IMineralien auch ein in geometrische , physikalische und chemische. Die Betrachtung der Form der Körper ist Gegenstand der Physik, wie die Betrachtung des spezifischen Gewichtes derselben. Sie untersucht diese Eigenschaften mit Hilfe der Mathematik , so wie alle übrigen Eigenschaften der Körper mit Zuziehung der Mathematik untersucht werden. 6 Form der Mineralien. Auch das Anhängen an die Zunge oder an die feuchte Lippe, gehört hierher, indem es in den wesentlichen Verbindung mit der Mischung der' Körper steht und die Anwesenheit gewisser Be- i standtheile anzeict. ! O A. Physikalische Eigenschaften. J O i. Von der Form der Mineralien. % 9 . Das Erste , was hei der Betrachtung der unorganischen Naturhörper ins Auge lallt, ist ihre Form. Wir bemerken hei ihnen in dieser Beziehung einellauptverschiedenheit. Entweder sind sie durch eine gewisse Zahl unter bestimmten Winkeln z.usammenstossender , ebener Flächen begrenzt, d. i. sie sind krsytallisirt, oder sie zeigen eine solche regelmässige Begrenzung durch ebene Flächen nicht, d. i. sie sind nicht krystallisirt. Fon den Kry st allen. §• 10 . Ein Mineral , welches eine regelmässige Begrenzung durch ebene Flächen besitzt, heisst eia Krystall. Das Vermögen der Mineralien, eine regelmässige Gestalt anzunehmen, wird Krystallisir- barkeit genannt , und die Kraft , durch welche die unorganische Natur die regelmässigen Gestalten erzeugt, heist Krystallisationskraft. §• 11 . Derjenige Theil der Mineralogie, welcher sich mit der Untersuchung und Beschreibung der Kry- Form der Mineralien. 7 stalle beschäftiget , trägt den JNamen Kristallographie. §• 12 . Die Begrenzungen eines Krystalls iieissen Flächen. Man betrachtet sie als Ebenen , und nennt sie , zur Unterscheidung von anderen Flächen, die an Mineralien verkommen, Kry stall flächen. Sie erhallen, nach den Gestalten, welche sie einschliessen, besondere Namen, z. B. Würfelflächen, Tetraeder- Bächen , Oktaederflächen u. s. \v. Ihrer Form nach sind die Flächen : a) Dreiecke, gleichseitige, gleichschenklige und un- gleichschenklige. Im gleichseitigen Dreieck kann jede der Linien als Basis betrachtet werden, und jede derselben wird durch ein, aus der Spitze auf sie gefälltes, Perpendikel halbirt. Im gleichschenkligen Dreieck wird die Basis durch ein aus der Spitze auf sie gefälltes Perpendikel halbirt, und die Winkel an der Basis sind gleich. Im ungleichschenkligen Dreieck ist keine Seite der anderen gleich. Die Dreiecke sind ferner rechtwinkelig , Avenn sie einen rechten, stumpfwinkelig, Avenn sie einen stumpfen, spitzwinkelig, Avenn sie drei spitze Winkel haben. b) Fier ecke. Parallelogramme, bei Avelehen zwei Seiten parallel laufen ( Quadrate, Rechtecke , Rhomben und Rhomboide ) , und Trapeze , bei welchen nicht je zwei Seiten im Parallelismus sind. c) Fünfecke. d) Sechsecke. In seltenen Fällen kommen Flächen mit grösserer Seitenzahl A'or, an mehr zusammengesetzten Gestalten. Flächen, die einander gleich und ähnlich sind und gleiche Lage haben, heissen gleichnamige. §. 13 . Die Grenzen der Flächen , oder ihre Durchschnitte mit einander , nennt man Kanten. Sie sind in den meisten Fällen gerade Linien , und Averden stets als solche betrachtet. Kanten, Avelclie 8 Form der Mineralien. gleich gross, gleich lang und gleich liegend sind, heissen gleichnamige; Kanten, von den gleichen Seiten der Flachen gebildet, gleichlange ; Kanten, an welchen die sie bildenden Flächen gleiche ■Neigung gegen einander haben , gleich grosse. §■ 14 - Durch das Zusammenlaufen von drei und mehreren Kanten entstehen die Ecke. Sie sind die Endpuncte der Kanten , und werden nach der Anzahl der Flächen , welche an ihnen liegen , benannt. Ein Eck , an welchem drei , vier Flächen liegen, lieist ein drei-, wr-fläcliiges Eck. . > 15 ' Die geraden Linien , welche zwei entgegen gesetzte, gleichnamige Ecke oder die Mittelpuncte zweier parallelen Seiten- oder Endflächen verbinden und durch den Mittelpunkt der Gestalt gehen, heissen die -Axen. Hat ein Krvstall eine oder mehrere Symmetrie-Ebenen *), welche immer durch seinen Mittelpunct gehen , so heisst die grösste der in diesen Ebenen enthaltenen Axen des Kry- stalls, welche zugleich im Parallelismus mit den Seitenflächen ist, Hauptaxe, die übrigen JScbenaxen. Bei nicht symmetrischen Krvslallen ist die grösste, mit den Seitenflächen parallel laufendeAxe, die Hauplaxe. Ein Krystall befindet sich in normaler Stellung , Avenn seine Hauplaxe vertikal vor dem Auge de$ Beobachters steht. S- 16 - Die Regelmässigkeit der Gestalten wird nach der grösseren oder geringeren Lebereinstimmung *) Zwei Körper, oder zwei Theile eines Körpers, sind symmetrisch , wenn die gleichnamigen Puncte der beiden , durch gerade Parallel- linicn , die sämmtlich von einer nämlichen , auf sie senkrechten Ebene, in ihren Mitten durchschnitten werden, verbunden werden können. Diese Ebene ist die Symmetrie-Ebene . Form der Mineralien. 9 derselben mit den regelmässigen Körpern der Geometrie bestimmt. Die Geometrie beisst regelmässige Körper solche, die durch lauter congruente reguläre Figuren , die lauter congruente Ecke machen , begrenzt werden. Sie fuhrt als solche an : den Würfel, von sechs gleichen Quadraten, das Tetraeder , von vier gleichen , gleichseitigen Dreiecken ; das Oktaeder , von acht gleichen , gleichseitigen Dreiecken, das Ikosaeder, von zwanzig gleichen gleichseitigen Dreiecken, und einDo- dekaeder, von zwölf gleichen, regulären Fünfecken begrenzt. Von diesen regulären Körpern finden sich in der «Natur nur die drei ersteren. Ausserdem kommen aber im Mineralreich eine grosse Anzahl von einfachen Polyedern , Prismen und Pyramiden vor, und eine Menge zusammengesetzter Gestalten, deren jede aus einer gewissen Anzahl von verschiedenen einfachen Polyedern besteht. §. 17. Die sehr grosse 7,ahl von Krystallen der verschiedensten Beschaffenheit kann auf einige wenige einfache Gestalten zurück geführt werden, die man Grund gestalten oder Grundformen, Primär— formen nennt. Diese sind : 1) Der Würfel (das reguläre Oktaeder, das Tetraeder, das Rhombendodekaeder , das Pentagonaldodekaeder , das Trapezoeder). 2) Das Rhomboeder (Dihexaeder). 5) Das gerade quadratische Pris>iia (das quadratische Oktaeder). 4) Das gerade rhombische Prisma. 5) Das schiefe rhombische Prisma. 6) Das gerade rektanguläre Prisma ( der rektanguläre Oktaeder und Ditetraeder). 7) Das schiefe rektanguläre Prisma. §■ 18. Den Inbegriff, der aus einer Grundgestalt, ohne Rücksicht auf ihre Dimensionen , abgeleiteten Form der Mineralien. i o Gestalten, nennt man Krystall-System, und den Inbegriffder aus einer Grundgestall von bestimm- ten Dimensionen abgeleiteten Gestalten, eineA’/y- stallreihe. Wf.iss hat folgende Krystallsysteme aufgestellt: I. Das A erhältniss der Tbeile der Krystalle ist bestimmbar durch drei, auf einander senkrechte, Lineardimensionen (Axen). 1) Alle drei Dimensionen sind einander gleich, lessul arisches oder sphäroedrisches Krystall-System. a) Homospharoedrisches System. Eine durch den Alittelpunct der Krvslalle beliebig gezogene gerade Linie hat nach beiden Richtungen hin gleich weit vom Miltelpuncte bis zur Peripherie. Würfel, reguläres Oktaeder, Rhombendodekaeder, Trapezoeder. b) Hemisphüroedrischcs System. Eine nach gewissen Richtungen durch den Mittelpunct gezogene Linie, hat nach der einen Seile hin naher zur Peripherie als nach der anderen, Tetraeder, Pentagonaldodekaeder. 2) Aur zwei Dimensionen sind sich gleich. Quadratisches oder viergliedriges System. Gerades quadratisches Prisma , quadratisches Oktaeder. 5) Alle drei Dimensionen sind ungleich. a) Zwei und zweigliedriges System. Rhombisches und rektanguläres Oktaeder , gerades rhombisches und rektanguläres Prisma, Ditelraeder. b) 'Zwei und eingliedriges System. Schiefes rhombisches Prisma. c) Ein und eingliedriges System. Schiefes rhom- boidisehes Prisma. II. Das A erhältniss der Theile ist bestimmbar durch vier Dimensionen , wovon drei in einer Ebene liegen , mit einander AA inkel von 60° machen und gegen die vierte senkrecht gestellt sind. 1) Sechsgliedriges System. Jede durch den Alittel- punct gezogene Linie hat nach beiden Seiten hin Form 52 \ Das schiefe rhombische Prisma (Taf. 3. Fig. 41 )- Es wird von zwei Rauten P und vier RhomhoidenM begrenzt, und hat schief aufgesetzte Endflächen. Zwei Kanten S sind scharf, zwei V stumpf. Die Ecken, zur Seite der Axe, U, heissen Seitenecken, die anderen, Endecken 3 zwei davon sind grösser, O, stumpfe Ecken , zwei davon kleiner , spitze Ecken, I. Von den Grundkanten sind vier, der stumpfen Ecke anliegende, KKKK, stumpfe, vier, der spitzen Ecke anliegende, DDDD, scharfe. Da die Theile dieser Gestalt alle verschieden sind , so können an derselben auch mehr Abänderungen Statt finden , als an den bisher betrachteten einfachen Gestalten. Durch Abstumpfung der Grundkanten entstehen Aerschiedene Oktaeder 3 eben so durch Abstumpfung an den Grundecken , indem, die Abstumpfungsflächen unter sich in Verbindung treten, oder mit Flächen des primären , oder eines. Form der Mineralien. 23 secundären Prisma’s vereiniget sind. Durch Ab- stumpfung der Seitenkanten werden irreguläre, sechsseitige und achtseitige Prismen , oder wenn die primären Seitenflächen verschwinden , secun- däre Prismen gebildet. Durch Abstumpfung zweier Grundkanten entstehen dreiflächige Zuspitzungen an den Enden , wenn die schiefe Endfläche damit verbunden bleibt; durch Abstumpfung der Sei ten- ecken , bis zum Verschwinden der Endfläche, Zuschärfungen u. s. f. §• 55. Das gerade rektanguläre Prisma (Taf. 3. Fig. 42). Es besteht aus sechs Rechtecken. \ier bilden die Seitenflächen , und zwei die Endflächen des Prisma’s. Die Flächenwinkel sind alle gleich , = 90°. Bei einer gewissen Höhe des Prisma’s, werden zwei parallele Seitenflächen Quadrate. Die Kanten sind Seitenkanten und Grund kanten , und von diesen immer zwei länger. Die Ecken sind alle gleich. Modificationen , die an diesen Vorkommen , erscheinen daher immer an allen zugleich. Durch Abstumpfung derselben entsteht, wenn die Flächen der Grundgestalt gänzlich verschwinden, ein rhombisches Oktaeder , das aus lauter gleichen Dreiecken bestellt. Die Oktaeder können spitzer oder stumpfer seyn , je nach der Neigung , welche die Abstumpfungsflächen gegen die Axe des Prisma’s haben. Durch Abstumpfung der Seitenkanten, durch eine, zu den anliegenden Seitenflächen gleich geneigte Fläche entsteht, wenn die primären Flächen verschwinden , ein Prisma mit rhomboidischer Basis; wenn sich Ueberreste der Seitenflächen mit den Abstumpfungsflächen vereinigen, ein unregelmässiges achtseitiges Prisma, und ein unregelmässig sechsseitiges Prisma, wenn zwei Seitenflächen durch die Abstumpfungsflächen verdrängt werden. Die Abstumpfung der Grundkanten, die eine ungleiche Länge haben , erscheint bald nur an der Form der Mineralien. a3 einen Art, bald an beiden zugleich. Kommen sie zusammen vor, und verdriingensie die Seitenflächen, so entsteht eine rektanguläre, an den Seitenflächen zugeschärfte Tafel. Verschwinden die primären Flächen ganz , so wird ein Oktaeder mit rektangulärer Basis gebildet, dessen Flächen gleichschenklige Dreiecke, und je vier von gleichen Dimensionen sind. Diese Oktaeder sind wieder stumpfer oder spitzer, je nach der Neigung ihrer Flächen gegen die Flächen der Grundgestalt. Die Flächen der Grundkanlen-Abstumpfung können sich an einer Grundkante mehrfach wiederholen, oder zu mehreren übereinander liegen, während an der anderen nur eine einzige Abslumpfungsfläche vorhanden ist (Taf. 3. F'ig. 45). Verbinden sich die Flächen, welche die kürzeren Grundkanten abstumpfen, mit den Flächen des secundären rhomboidischen Prismas, so entsteht ein rektanguläres Oktaeder, mit horizontaler Axe (Taf. 3. F'ig. 44 )- Durch Verbindung der Abstumpfungsflächen der längeren Grundkanten , mit den Seitenflächen des secundären Prisma’s, entsteht ein ähnliches Oktaeder. Diese erleiden weitere Modifikationen, durch Verlängerung in der einen , oder in der anderen Richtung (Taf. 3. F'ig. 4$)> durch die Verbindung mit Flächen des primären Primas (Taf. 4- Fig. 46) u. s. Vf. Die Flächen, welche die Ecken der Grundgestalt abstumpfen , bilden eine vierflächige Zuspitzung auf dem secundären rhomboidischen Prisma (T. 4- F'ig. 47). Vereinigen sich die Abstumpfungsflächen der Ecken der Grundgestalt, mit den Flächen der Abstumpfung einer Grundkante ; so werden unregelmässige Dihexaeder gebildet. §•„ 34 - Das schiefe rektanguläre Prisma (Taf. 4- Fig. 48)- Es wird durch vier Rechtecke , P und M , und zwei Rhomboide T gebildet. Die Endflächen sind Form der Mineralien. s4 schief aufgesetzt. Es hat viererleiKanten. Vier gleiche Seitenkanten G, vier gleiche längere Grundkanten N, zwei stumpfe K, und zwei scharfe, D, Grundkanten. Durch Abstumpfung der Seitenkanten, his zum Verschw inden der primären Seitenflächen, entsteht ein schiefes rhomhoidisclies Prisma (Taf. 4 - Fig. 49)- Bleiben zwei Seitenflächen mit den Abstumpfungsflächen der Seitenkanten in Verbindung, so wird ein unrecelmässices sechsseitiges Prisma P r> o gebildet, und nur in dem Falle ein reguläres, wenn die Seiten der Grundfläche sich zu einander wie 1 I 3 verhalten, wo dann die Seitenwinkel = 60° und 120° werden. Durch Verbindung der vierSeiten- fläclien, mit den Abstumpfungsflächen der Kanten, entsteht ein unregelmässiges achtseitiges Prisma. Die Veränderungen an den Grundkanten können einzeln Vorkommen, da diese verschieden sind, oder inVerbindung untereinander. Sind die Flächen der Grundkanten-Abstumpfung verbunden, so wird ein rektanguläres Oktaeder mit schiefer Axe gebildet. Vereinigen sich die Flächen der Abstumpfung der vier gleichen Grundkanten mit den Flächen des secundären rhomboidischen Prisma’s, so entsteht ein rhombisches Oktaeder mit schiefer Axe , und Avenn sich die Abstumpfungsflächen der stumpfen und der scharfen Seitenkanten mit denSeitenflächen des rhomboidischen Prisma’s vereinigen , ein Oktaeder mit rektangulärer Basis , dessen Axe gleichfalls schief steht (Taf. 4- Fig. 50\ Auch durch die Verbindung der schiefen Endfläche und der Abstumpfungsflächen der scharfen Grundkanten, mit den Flächen des rhomboidischen Prisma’s , wird ein Rektanguläroktaeder gebildet. Durch Abstumpfung der Eckender Grundgestalt, die stumpfere und spitzere sind, entstehen, wenn alle vier Ecke abgestumpft und die primären Flächen ganz verdrängt sind, rhombische Oktaeder. Form iler Mineralien. c5 Von der Verbindung der Krystalle untereinander. §• 55 . Die einzelnen Krystalle der Mineralien verbinden sicli wieder untereinander. Entstellt durcli die Verbindung von zwei oder mehreren, gleichartigen, kryslallisirtenMineralindividuen, eine regelmässige Gestalt , so lässt sich angeben , in welcher Ebene die Verbindung geschehen , und welche Lage die Individuen gegen einander haben. Eine solche Verbindung heisst eine regelmässige. Wird hingegen durch die Verbindung der Mineralindividuen keine regelmässige Gestalt hervorgebracht, so heisst die\ erbindung eine unregelmässige. Krystallisirte Mineralien , die auf diese W r eise miteinander verbunden sind, nennt man zusammengewachsen. §• 56 .. Zwei gleichartige krystallisirte Mineralien, die in einer Gestalt regelmässig miteinander verbunden sind, heisst man einen Zwillingskrystall. Wiederholt sich die \ erbindung in einem dritten oder vierten Individuum , so werden die dadurch gebildeten regelmässigenGestalten 1'rillings-, Vierlings- Krystalle genannt. Das Wesentliche des Zwillings- krystalls bestellt darin , dass er eine regelmässige Verbindung zweier gleichartigen Individuen ist, und dass die Tlieile der Individuen eine entgegengesetzte Lage haben. Die Flächen, in welchen sich die Individuen berühren, stehen mit der Kry- stallreilie derselben in Verbindung. Sie sind entweder Flächen einer in die Krystallreilie gehörenden Gestalt, oder sie sind gegen eine dieser Flächen, oder gegen eine Kante, in bestimmter Lage. Man bestimmt die Lage, in welcher sich die beiden Individuen gegen einander befinden, nachdem man sie zuvor in parallele Stellung gebracht hat, durch die Umdrehung des einen Individuums, nach einer 26 Form der Mineralien. bestimmten Anzahl von Graden, um eine Linie, von gleichfalls bestimmter Lage, welche die Urn- drehungsaxe genannt wird. Diese steht entweder senkrecht auf der Verbindungsfläche, oder sie liegt einer Axe des KrvstalJs parallel, oder in der Verbindungsfläche selbst. Die Umdrehung beträgt die halbe Peripherie. Durch die Lage der Theile, welche die in einem Zwillingskrystall vereinigten Gestalten gegen einander machen, entstehen öfters Winkel, die grösser als 180° sind und cinsprin- gende genannt werden. Wir wollen zur Erläuterung des Gesagten Beispiele anführen. Bringt man zwei reguläre Oktaeder in paralleler Stellung, mit einander in Verbindung, so, dass die Yerbindungsllächeden Oktaederflächen parallel lauft, so werden zwar Winkel gebildet, die grösser als 180° sind, aber die dadurch entstandene Gestalt ist kein Zwillingskrystall, weil die Theile der verbundenen Individuen eine vollkommen gleiche Lage haben. Wird aber das eine Oktaeder, während man das andere in seiner Stellung lässt, um eine, auf die Verbindungsfläche senkrecht gesetzte, Axe um 180° herumgedreht, so entsteht ein wirklicher Zwillingskrystall, weil die neue Gestalt nicht als cm Individuum betrachtet werden kann, da die Theile der beiden Individuen eine verschiedene Lage gegen einander haben. Es werden nun, durch die Elächen des einen Oktaeders und die Elächen des anderen, einspringende Winkel gebildet, die gleich sind dem doppelten Winkel der Oktaederkante. Diese Zwillingskrystalle finden sich oft am Magneteisenstein (Taf. 4- l"ig. 51). Derselbe Zwillingskrystall kann auch auf eine andere Weise entstehen. Man kann sich das reguläre Oktaeder, parallel mit zweien seiner Elächen, durch eine Ebene geschnitten denken , welche durch den Mittelpunct des Krystalls geht. Diese Ebene Avird als die Verbindungsebene betrachtet. Wird nun der eine Tlieil des Oktaeders, um eine, Form der Mineralien. 27 auf der Verbindungsebene senkrecht stehende, Axe um 180° herum gedreht , während der andere Tlieil des Oktaeders seine Lage beibehält, so entsteht dieselbe Gestalt. Da die Umdrehung der halben Peripherie gleich ist, so werden Zwillings- krystalle, die man sich auf diese Weise entstanden denkt, auch Hemitropien genannt. Es ist nicht wahrscheinlich, dass die Natur die Zwillinge durch die Operation der Umdrehung hervorbringe. Natur- gemässer ist es anzunehmen , dass der Zwillings- krystall durch die Verbindung zweier Individuen, die gegen einander eine bestimmte Lage haben, gebildet werde. Ein Beispiel von einem Trillingskrystall , hei welchem die Verbindungsebene der Axe der Gestalten parallel läuft, gibt uns eine oft heim Ar- ragon zu beobachtende Form. Zwei Prismen von 11G° 5' undG3°. 55', sindso miteinander verbunden, dass durch die Neigung ihrer Flächen ein einspringender Winkel von 127° 50'gebildet wird, der durch ein drittes Prisma ausgefüllt ist. Es entsteht auf diese Weise ein sechsseitiges Prisma, welches vier Winkel von 116° 5', und zwei von 127° 50' hat (Taf. 4- Fig. 52). §• , 37 .. Die unregelmässige Verbindung krystallisirler Mineralien wird auch Gruppirung genannt. Sind mehrere Krystalle so aneinander oder zusammen gewachsen , dass der eine die Unterstützung des anderen ist, so nennt man diess eine Krystallgruppe. Haben mehrere zusammen gewachsene Mineralien eine gemeinschaftliche Unterlage, so heisst diese Art von unregelmässiger Verbindung eine Krystall- drusc. 23 Form der Mineralien. Von den Unvollkommenheiten der Kry stalle. S- 38 . "Wir haben im Vorhergehenden die Krystalle, als vollkommen regelmässig ausgebildet, betrachtet. In der iNatur finden wir sie aber selten so vollkommen. Gar oft zeigen sich Abweichungen von der Regelmässigkeit in der Figur und Ausdehnung der Flächen und in der Beschaffenheit der Kanten. Einzelne Flächen vergrössern oder verkleinern sich unverhältnissmässig , und verändern ihre Gestalt. Die gleichschenkeligen Drei- j ecke, welche das Dihexaeder des Quarzes bilden, | erscheinen häufig als ungleichseitige Dreiecke, und eine oder die andere Fläche vergrössert sich un- verliältnissmässig , auf Kosten der übrigen. Die Quadrate des Würfels erscheinen zuweilen als Rechtecke. Die Flächen , bei regelmässiger Ausbildung , Ebenen, sind oftmals gekrümmt, wie bei dem Rhomboeder des Braunkalkes, dem Würfel des Flussspathes, dem Tetrakontaoktaeder des Demants. Die krummen Kanten, sind eine Folge der gekrümmten Flächen. Durch Hervorragen einzelner Theile über die Flächen der Krystalle, entsteht häufig Rauheit und Drusigkeit der Flächen, wie beim Flussspath , insbesondere bei grösseren Krystallen. Die Vollkommenheit der Krystall- fläelien leidet auch oft durch die Streifung derselben, welche entsteht, wenn die Flächen von zwei , in einer zusammengesetzten Gestalt, verbundenen einfachen Gestalten, sich abwechselnd wiederholen. Sie läuft mit der Verbindungskante der Gestalten parallel. Eine solche Streifung ist sehr gewöhnlich heim Bergkrystall, so dass man sie beinahe an jedem Krystall dieses Minerals wahrnimml. Am häufigsten bildet dasselbe ein sechsseitiges Prisma, durch eine sechsseitige Pyramide an den Enden zugespitzt. Die Flächen des Prisma’s sind horizontal gestreift. Diese Streifung Form der Mineralien. 29 wird dadurch gebildet, dass die Flächen des Pris- ma’s und der Pyramide sich abwechselnd wiederholen, bis endlich, gegen die Spitze des Krystalls, die Flächen der Pyramide die Oberhand gew innen (Taf. 4- Fig. 55 und 54)- Das Pentagonaldodekaeder des Schwefelkieses zeigt eine Streifung der Flächen, die sich, wie alle ähnliche fälle, auf dieselbe Weise erklären lässt. Die Rrystalle entfernen sich ferner oft dadurch mehr oder weniger von der Regelmässigkeit, dass sie in der Richtung ihrer Axen ausgedehnt, oder zusammengezogen sind. Das Rhombendodekaeder, das gewöhnlich beim Granat vorkommt , ist sehr oft in der Richtung der Axe , welche durch die dreiflächigen Ecken geht, in die Länge gezogen, und hat das Ansehen eines sechsseitigen, durch drei Flächen zugespitzten Prismas; manchmal ist es verlängert in der Richtung der Axe , welche durch die vierflächigen Ecken geht, und hat alsdann das Ansehen eines vierseitigen Prisma’s, mit vierflächiger, gegen die Seitenkanten gerichteter Zuspitzung. Auch durch Krümmung werden Unvollkommenheiten bewirkt (Turmalin, Cyanit). Berühren sich Krystalle von demselben Minerale, so leidet die Regelmässigkeit um so mehr dabei, je grösser die Anzahl der Berührungspuncle ist. Ein Krystall hindert die Ausbildung des anderen, und so geschieht es öfters, dass die Regelmässigkeit ganz verloren geht, und an der Stelle der Krystalle nur noch Körner, oder eckige Stücke erscheinen. Wenn die den Krystall berührende Masse von seiner Masse verschieden ist, so leidet die Regelmässigkeit weniger , und, in vielen Fällen, gar nicht darunter. Man findet im körnigen Kalkstein sehr vollkommen ausgebildete Quarz- krystalle, von allen Seiten von der Kalkmasse umschlossen. Sehr selten hingegen ist es, dass man einen überall von Quarzmasse umschlossenen, regelmässigen Quarzkrystall sieht. Behalten Kry- 3o Form der Mineralien. stallo , wenn sie von einer gleichartigen , oder fremdartigen Masse , ganz umgehen sind , eine regelmässige Gestalt hei , so heisst man sie eingewachsen. Ein von seiner Umgehung befreiter krystall, heisst ein loser. Berührt ein Krysall seine Umgehung nur mit einem Tlieile, so dass er frei über dieselbe liervorragt, so nennt man ihn auf- gewachsen. Von den stft er kry stallen. §■ 59 . Eine regelmässige äussere Form , welche dem Minerale , das sie zeigt, nicht wesentlich zu- hömmt, nennt man einen dftcrkrystall (Pseudo— morphose). Die Gestalt des Afterkrystalls steht mit der Masse des Minerals, an welchem sie sich zeigt, in keiner Verbindung , und gehört nicht zur Krvstallreihe desselben. Der Quarz erscheint öfters in der Gestalt des Gypses , oder des Flussspathes , oder des Kalkspathes. Diese Gestalten sind gleichsam fremde , und sind Krystalle , die mit der chemischen Beschaffenheit und den übrigen Verhältnissen des Quarzes, durchaus in keinem Zusammenhänge stehen , es sind Afterkrystalle. Die Oberfläche derselben ist gewöhnlich weniger glatt und glänzend, als die Oberfläche der Krystalle des Minerals , welches sie bildet, und man bemerkt an ihnen niemals einzelne , über die Oberfläche derselben hervorragende Theile. Der Mangel des Glanzes fällt insbesondere bei den Afterkryslallen des Eisenglanzes auf, die kalkspatli- formen zeigen. Die Flächen dieser Pseudomorpho- seu sind matt, während die Flächen der Gestalten des Eisenglanzes in der Ileeel stark elänzend sind. O O Im Inneren sind die Afterkrystalle oft hohl. Die Höhlungen sind bald leer , bald mit kleinen Krystallen der Substanz , die dieselben, bildet, ausgekleidet, bald mit Wasser angefüllt. Form der Mineralien. 3i §■ 40. Die Bildung der Afterkryslalle scheint auf verseil iedene Weise zu erfolgen. Sie kann Statt finden , indem ein krystallisirtes Mineral - Individuum durch chemische Zersetzung sich in ein anderes verwandelt , wobei die Krystallform , die jenem angehörte, sich unverändert erhielt. Wir kennen Pentagonaldodekaeder von Brauneisenstein , die demselben völlig fremd sind , in welchen man heim Zerschlagen öfters noch einen Kern von Schwefelkies findet , dessen gewöhnliche Form dieses Pentagonaldodekaeder ist. Diess macht es wahrscheinlich , dass der Schwefelkies , mit Beibehaltung seiner Form , sich durch den Verlust des Schwefels und durch Anziehung von Sauerstoff und Wasser, in Eisenoxydhydrat verwandelt habe , welchem aber das Pentagonaldodekaeder nicht angehört. Die Afterkryslalle können ferner dadurch gebildet werden , dass ein Mineral den Raum erfüllt, der durch Zerstörung eines Krvstalls entstanden ist , welcher einen Eindruck in der ihn umschliessenden Masse bewirkt hatte. Sie liegen alsdann entweder in dieser Masse eingeschlossen, oder sie erscheinen, wenn dieselbe verschwindet, als aufgewachsene Krystelle. Hierher gehören die \fterkrystalle des Quarzes, welche die Gestalt des Gypses , die Al’terkrystalle des Eisenglanzes, welche die Gestalt des Kalkspaths haben. Auch können wir Afterkryslalle dadurch entstanden denken, dass ein Mineral die Krystalle eines anderen überzieht, und dabei seine Form annimmt. Der überzogene Kryslall erhalt sich entweder, oder er wird zerstört , in welchem Falle der Afterkrystall hohl erscheint. Auf diese Weise scheinen viele Aflerkrystalle des Hornsteins und Quarzes entstanden zu seyn. Hierher gehört auch das Zellige mancher Mineralien, das durch Eindrücke hervorgebracht wird. 3 2 Form der Mineralien. Von der Constanz der Winkel und ihrer Messung. §■ 41 . Rome de l’Isle machte zuerst die interessante Beobachtung , dass hei aller Verschiedenheit in der Grösse und Figur der Flächen , doch ihre Lase sesen einander unverändert bleibe. Die Winkel der Krystalle, welche durch das Schneiden ihrer Flächen entstehen , sind somit constant. Diese Thatsache erleidet indessen eine Einschränkung. Mitscherlich hat gefunden , dass gewisse Krystalle in verschiedenen Temperaturen die Winkel verändern. Diese Winkelveränderungen finden hei allen Krystallen Statt, die nicht dem regulären Systeme angehören , und scheinen ihren Grund in der Ungleichheit der Ausdehnung der verschiedenen Axen zu haben. Sie betragen von 0 bis + 100°, 10 bis 12', und bis zur Siedehitze des Oels bis 20'. Die Winkel eines Minerals sind daher, nur hei gleicher Temperatur, constant. Eine genaue Untersuchung der Krystalhvinkel, ist nach dem, was über die regelmässigen Formen der Mineralien angeführt w urde, von grosser Wichtigkeit. Die Resultate der Untersuchung werden bei gleicher Temperatur dieselben seyn, und liefern uns daher ein w esentliches Kennzeichen zur Erkennung und Unterscheidung der Mineralien. Die Messung der 'Winkel geschieht vermittelst eigener Instrumente, die man Goniometer nennt. Sie sind so eingerichtet, dass die Neigung der Flächen, entweder durch auf dieselbe vertikal aufgesetzte Stäbe gefunden wird, die durch eine gemeinschaftliche Axe befestiget und um dieselbe beweglich sind, somit Scheitelwinkel bilden, die man durch einen in Grade gelheilten Halbkreis misst (gemeines , oder si nie ge—Goniometer von Garangeac) , oder vermittelst der Reflexion der Lichtstrahlen bestimmt wird ( Reflexions-Goniometer von Wollaston). Form der Mineralien. 33 Man bringt den Krystall auf ein nach allen Richtungen bewegliches Stativ, das sieh wiederum selbst im Zentrum eines Kreises bewegt, und lässt Lichtstrahlen von einem bestimmten Puncle aus, auf eine krystallfläche so einfallen , dass sie ins Auge zurückgeworfen werden. Mit der anderen Fläche, welche mit der ersten eine Kante bildet, wird auf gleiche Weise verfahren. Durch die dazu nöthige Drehung eines Theiles des Instruments wird ein Winkel erhalten , welcher das Complement des Neigungswinkels der beiden Krystallfläclien ist. Bei diesen Messungen fallen indessen nicht selten Unrichtigkeiten vor. Sie sind in der Regel eine Folge der Unvollkommenheiten des Krystalls. Je kleiner diese sind, um so vollkommener finden wir sie ausgebildet. Das Woi.LASTO.v’sehe Reflexions—Goniometer erfordert kleinere , mit glatter Oberfläche versehene , also auch vollkommenere Krystalle. Darin liegt sein unbestreitbarer Vorzug vor dem gemeinen Goniometer, welches Krystalle von einiger Grösse verlangt, die nur selten den nöthigeu Grad von Ausbildung haben. Mikrometer , die man an dem Kreise des Reflexions-Goniometers anbrmgen kann, verleihen der Messung eine Genauigkeit bis auf Minuten. Zur Erkennung eines schon krystal- lographisch bestimmten Minerals kann man sich des gemeinen Goniometers mit Nutzen bedienen. Bei wissenschaftlichen Untersuchungen aber müssen die Messungen, wenn es immer die Beschaffenheit der Krystalle erlaubt, mit dem Reflexions-Goniometer gemacht werden. Fon den krystcillinischen Gestalten. §. 42. Gestalten der Mineralien, an welchen die regelmässige , von geraden und ebenen Flächen gebildete Begrenzung nicht hervortritt, und die statt dessen nur Andeutungen oder Spuren davon zeigen, Wa:.cmn»r Mineralogie. ^ 34 Form dei Mineralien. nennt man krystallinische. Sie entstehen bei gehemmter oder gestörter Kristallisation. Wir haben ein Beispiel dieser Art am Fenstereis. Die Adhäsion des Wassers an das Glas wirkt der Krystallisations- kraft entgegen. Statt eines sechsseitigen Prisma’s, oder eines Dihexaeders , entsteht ein federartiges, blumiges Gebilde , zusammengesetzt aus geraden Linien , von welchen aus , nach einer oder nach beiden Seiten , unendlich viele Linien gehen , die mit den ersten Winkel von 60° und 120° machen. Durch Krümmung der geraden Linien , die wir auch bei den Krystallen treffen , lassen sich alle die zahlreichen Modifikationen ableiten, welche die Formen des Fenstereises darbieten. Wir sehen in diesem Gebilde auf das Bestimmteste die Neigung zur Hervorbringung von regelmässigen Krystallen ausgesprochen ; aber an der Stelle der Körper von ziemlich gleichen Dimensionen , tritt die Linie auf. Die kristallinischen Gestalten sind die Rudimente der Krystalle. Der Totalhabitus dieser erscheint bei denselben in den einzelnen Dimensionen ; der körperliche Inhalt fehlt. Hiei'her gehören die staudenförmigen , zahnigen, droht-, nadcl-und/laarförmigen, die baumförmigen, hlatt- oder blechförmigen, die gestrickten Gestalten und die Dendriten. Die Namen bezeichnen die Aehn- lichkek , welche sie mit der Gestalt anderer Dinge haben. Man heisst sie auch nachahmende Gestalten. Die staudenförmigen Gestalten entstehen durch Gruppirung von draht— und zahnförmigen. In den zahnigen , draht- , nadel— und haarförmi- gen Gestalten erscheint die Dimension der Länge als vorherrschend. Ein linearer Krystall sitzt an, oder auf dem anderen, und oft ist die Verbindung so innig , dass man die einzelnen Theile der den Ge- sammteindruck hervorbringenden Masse, nicht mehr unterscheiden kann. Das Silber, Kupfer, Spiessglanz, zeigen diess häufig. Form der Mineralien. 35 Die baumförmigen Gestalten , welche beim Silber und Golde oft zu beobachten sind, entstehen, wenu die eben beschriebenen Gestalten , unter gewissen Richtungen so zusammenstossen , dass sie in eine Ebene fallen , aber sich nicht gegenseitig berühren, sondern durch eine mehr oder weniger aufrecht stehende, stammartige Masse, verbunden werden. Im Blatt- oder Blechförmigen, sind zwei Dimensionen, gegen die dritte, vorherrschend. Die schuppen— und schaumförmigen Gestalten unterscheiden sich nur durch die geringere Ausdehnung. Kreuzen sich lineare Körper , so entsteht das Gestrickte. Die Dendriten erklären sich aus der Bildung des Fenstereises. Sie kommen vorzugsweise auf Klüften, seltener in der Masse anderer Mineralien vor. Braunstein ist derjenige Körper, welcher am häufigsten Dendriten bildet. Man kann zu den krystallinischen Gebilden auch manche kugelförmige Gestalten rechnen , die entstehen, wenn feine, nadelförmige Krystalle, mit einem Ende sich in einem gemeinschaftlichen Unter— stiitzungspuncte berühren, und von diesem aus, sich nach allen Richtungen erstrecken. Diese Kugeln sind mit der Unterlage fest verbunden, und daher unvollständig ( VKawellit). Auch durch Gruppi- rung von kleinen vollkommenen Krystallen , entstehen mehr oder weniger vollkommene Kugeln, die gewöhnlich eine unebene, drüsige Oberfläche haben. Die einzelnen verbundenen Individuen sind in der Richtung der Radien der Kugel an einander gereiht. Man kann diese Kugeln in der Regel leicht von der sie umschliessenden Masse trennen (Schwefelkies). Beide Arten bilden , wenn sie an einander stossen, nierenf örmige und traubige Gestalten ( Glasköpfe). Von den unregelmässigen Gestalten. §• 45 - Ist an den Gestalten der Mineralien , nicht nur keine regelmässige Begrenzung durch ebene Flächen, 36 Form der Mineralien. sondern auch keine Andeutung von regelmässiger Ausbildung wahrzunehmen , so heisst man sie un~ regelmässige. Diese Gestalten hängen durchaus nicht von der Krystallisationskraft der Mineralien ab, sondern sind zufällige. Die Stalaktiten , Stalagmiten, die knolligen Gestalten, der Anflug, , die Platten u. s. w., gehören hierher. Die Stalaktiten oder Tropfsteine, entstehen in Höhlen , in denen Wasser , die fremdartige Substanzen aufgelöst enthalten , durch das Gebirge von Oben nach Unten durclisikern , an dem Gewölbe der Höhlen tropfenweise ankommen , hier verdunsten, und dabei einen kleinen Ring von den gelösten Substanzen absetzen. Dieser wird durch die folgenden Tropfen grösser und grösser, und endlich zur cylin— drischen oder kegelförmigen Gestalt. Die Tropfsteine sind im Innern bald hohl, bald massiv, und zeigen, in Bezug auf Grösse , Beschaffenheit der Oberfläche u. s. w., ausserordentliche V erschiedenheiten. Fallen die an dem Gewölbe der Höhlen ankommenden Tropfen auf den Boden, so entstehen Tropfsteine, von Unten nach Oben , die man Stalagmiten nennt. Sie bilden nicht selten bedeutende Hervorragungen über den Boden der Höhlen , und vereinigen sich öfters mit den von Oben herabkommenden Stalaktiten, wodurch Säulen entstehen, welche das Gewölbe der Höhle zu unterstützen scheinen (Kalkhöhlen) *). W enn ein Mineral sich in einer Spalte bildet , so nimmt es die Form derselben an. Dadurch entstehen die Platten (Kupfer). Ist die Spalte so enge, dass die Wandungen derselben sich beinahe berühren, so entsteht eine sehr dünne Platte , die man einen Anflug heisst. Von Mineralien, die in solchen dünnen Platten auf einer anderen Masse Vorkommen, sagt *) Die Einbildungskraft lasst beim Anblicke einer mit Stalaktiten versehenen Höhle , in den einzelnen Tropfsteinen , oder in den verschiedenen Gruppirungen derselben, manchmal die verschiedenartigsten Gebilde erkennen. Form der Mineralien. 37 man, dass sie angeflogen seyen (Rothkupfererz , Glaserz). Bilden sich Mineralien in Blasenräumen, so nehmen sie oft die Gestalt dieser Räume an , und erhalten dadurch eine mandelförmige oder kugelförmige Gestalt. Die Mandeln und Kugeln, welche auf diese Art entstanden sind, bestehen oftmals aus mehreren Varietäten desselben .Minerals, oft auch bestehen sie aus verschiedenen Mineralien , die von Aussen nach Innen, in mit der Oberfläche der Kugel oder Mandel parallel laufende Schichten geordnet, und nicht selten in der Mitte hohl sind und Krystalle enthalten. In diesem Falle heissen sie Geoden (Achat-Kugeln). Sehr unregelmässige, auf diese Weise entstandene, nicht hohle Kugeln , nennt man knollige Gestalten (Feuerstein). Werden Mineralien oder Bruchstücke derselben , auf der Oberfläche der Erde , oder in Bächen und Flüssen fortgerollt, und dadurch mehr oder weniger abgerundet, so heissen sie Gcsclucbe oder Gerolle. §• 44 - Zeigt ein Mineral eine unregelmässige Form , und lässt es dabei gar keine Aehnliclikeit mit der Gestalt eines anderen Dinges wahrnehmen , so nennt man es derb. Das Eingesprengte ist von dem Derben nur der Grösse nach verschieden. 2 . Von der Structur der Mineralien. §• 45 . Die mechanische Verbindung, in welcher die Theile eines einfachen Minerals sich befinden, heisst Structur oder Gefüge. Die Structur ist eine regelmässige, wenn bei der Theilung des Minerals gleichartige 38 Structur der Mineralien. Stücke erhalten werden , die von ebenen, glatten und glänzenden Flächen begrenzt sind. Sie ist eine unregelmässige , wenn die Trennung Stücke gibt, welche eine krummflächige Begrenzung , und eine verschiedene Beschaffenheit haben. Der Kalkspath gibt Theile der ersten , der Kalkstein Theile der zweiten Art ; jener besitzt somit eine regelmässige, dieser eine unregelmässige Structur. S- 46 . Lässt ein Mineral hei der Trennung seiner Theile eine regelmässige Structur wahrnehmen , so nennt man es theilbar oder spaltbar. Die Eigenschaft eines Minerals , regelmässige Structur zu zeigen , wenn man die Verbindung seiner Theile auf hebt, heisst Theilbarkeit oder Spaltbarkeit. Die unregelmässige Structur wird der Bruch genannt. f 'on der Theilbarkeit. §• 41 - Die Theilbarkeit ist hei den Mineralien sehr verschieden. Einige zerfallen heim Zerschlagen leicht in gleichartige, von ebenen Flächen begrenzte Stücke. Andere sind schwer zu theilen. Man wendet bei diesen feine Meissei an, setzt sie in gewissen Richtungen auf das Mineral, und versucht, durch schwache Hammerschläge auf den Meissei, das Gefiige aufzuheben. Springen Theile ab , so entscheidet eine aufmerksame Betrachtung der entstandenen Fläche, oh das Mineral theilbar seye, oder nicht. Einige Mineralien lassen sich erst nach vorheriger Glühung theilen. Ueberliaupt erfordert das Theilen der Mineralien eine nur durch viele Uebung zu erreichende Geschicklichkeit. §• 4 8 - Durch die Theilung erscheinen die Flächen , in welchen die einzelnen Theile eines Minerals unter sich verbunden sind ; diese heissen Theilungs- Structur der Mineralien. 3 9 jlcichen *). Sie schneiden sich unter bestimmten Winkeln , und sind in der Regel gerade und glänzend. Nach der Verschiedenheit oder Uebereinsimmung in ihrer Beschaffenheit, Aierden sie ungleichartige oder gleichartige genannt. Die Theilung erfolgt in einer bestimmten Richtung, welche man die fheilungsricht ung, den Durchgang , den Blättcrclurchgang nennt. Diese Richtung ist stets parallel der Fläche einer Gestalt aus der Krystallreihe des theilbaren Minerals. Die Anzahl der Theilungsrichtungen ist verschieden. Der Tafelspath hat zwei, der Kalkspath drei, der Flussspath vier, derAugit fünf, die Zinkblende sechs und einige andere Mineralien haben noch mehr Blätterdurchgänge. Die Theilung lässt sich bei einigen Mineralien , wie beim Gyps, beim Glimmer, so Aveit fortsetzen, als es die Feinheit der Instrumente und des Gesichtes erlauben. Es sind diess solche Substanzen , die sich besonders leicht nach einer Richtung theilen lassen. Hat ein Mineral mehrere , gleich leicht zn verfolgende Durchgänge, so trennt es sich auch in verschiedenen Richtungen, und die Theilung kann desshalb auch nicht so Aveit fortgesetzt Averden. Die Stücke, Avelche durch die Theilungs- llächen begrenzt sind , haben eine regelmässige Gestalt. Diese ist beinahe immer sehr einfach und trägt den Namen Thcilungsgestalt, auch Grundform , in so fern sich aus ihr alle Krystallformen eines Minerals ableiten lassen. Die Theiibarkeit steht also im innigsten Zusammenhänge mit den Formen eines krystallisirten Minerals , und man ist durch sie im Stande , selbst die Krystallreihe solcher Mineralkörper zu bestimmen, die noch nicht in Krystallen Aorgekommen sind- Nicht kystallisirte Mineralien, AA-elche eine deutliche Theiibarkeit nach einer Richtung besitzen, nennt man blättrige. Man sagt von ihnen , dass sie einblättriges Gefüge haben (Spätliig, Spatlie). Afterkrystalle sind nicht theilbar. *) Auch Spaltungsflachcn. 4o Structur der Mineralien. f'om Brach. §• 49. Er ist bei allen Mineralien vorhanden, und es besitzen somit die mit einer regelmässigen Structur begabten , auch eine unregelmässige. Jedes Mineral lässt sich /.erbrechen; die Verhältnisse, welche sich dabei zeigen , werden Bracher rludlnis.se , und die unebenen Flächen, welche dabei zum Vorschein kommen, Bruchfluchen genannt. Die Arten des Bruches werden nach der Beschaffenheit dieser bestimmt. Sie sind: 1 ) Der muschlige Bruch. Die Bruchflächen sind rund, und haben Aelinlichkeit mit dem Inneren einer Muschel. Man unterscheidet : a) nach der Grösse : grossmuschlig (Feuerstein, Obsidian), kleimnuschlig (Pechstein); b) nach der Vertiefung: tiefmuschlig ( Bcrgkrystall), flachmuschlig (Jaspis); c) nach der Vollkommenheit: vollkommen muschlig (Obsidian), unvollkommen muschlig (Pechstein). 2 ) Der unebene Bruch. Wenn die Bruchfläche sehr ausgezeichnete , aber immer eckige und unregelmässige, Erhöhungen zeigt (Fahlerz, Kupferkies ). Nach der Grösse der Unebenheiten unterscheidet man unebenen Bruch von grobem, kleinem und feinem Korne. 3) Der ebene Bruch. Wenn die Bruchfläche gar keine oder nur sehr wenige und geringe Unebenheiten zeigt (Bleischweif). 4) Der sphttrige Bruch. Wenn sich auf der Bruchfläche kleine keilförmige Splitter zeigen, die mit dem dickeren Ende an der Masse festsitzen. Die dünneren Ende der Splitter erscheinen heller , indem sie etwas Structur der Mineralien. 4> Licht durchfallen lassen. Der splittrige Bruch kommt neben dem muscliligen vor. Im Grossen zeigt manches Mineral einen muscliligen , im Kleinen einen splittrigen Bruch (Kalkstein). 5) Der erdige Bruch. Die Bruchfläche hat durch eine Menge kleiner Unebenheiten ein rauhes Ansehen. Man unterscheidet groberdigen und feinerdigen Bruch (Tripel). 6) Der hackige Bruch. Die Bruchfläche hat kleine hackenförmige Spitzen (gediegen Silber). Die Stücke, welche heim Zerbrechen der Mineralien entstehen , heissen Bruchstücke. Sie haben eine unregelmässige Gestalt. (Nach der Beschaffenheit ihrer Kanten unterscheidet man, scharfkantige und stumpf kantige Bruchstücke. Van der Absonderung. §■ 50. Wenn gleichartige kristallinische oder derbe Mineralien, zu einem grösseren Ganzen vereiniget sind, so lässt dasselbe häufig feine Risse und Klüfte wahr- nehmen , die nach bestimmten Richtungen laufen , nach welchen beim Zerschlagen die Tlieile sich lostrennen. Man gibt diesem Structurverhältnisse den (Namen der Absonderung. Die abgetrennten Stücke haben eine bestimmte Gestalt , sind aber nicht von ebenen Flächen begrenzt , und unterscheiden sich dadurch von den Theilungsstücken und von den Bruchstücken. Sie heissen abgesonderte Stücke, und werden nach ihren Dimensionen unterschieden in körnige, schalige und stängelige. Die körnigen abgesonderten Stücke haben ziemlich gleiche Dimensionen. Sie sind grosskörnig, grobkörnig, kleinkörnig, feinkörnig, je nach dem ihr Durchmesser einen halben Zoll , unter einem halben bis zu einem Viertels Zoll , von da bis zu einem Zwölftels Zoll misst, oder darunter. 42 Slructur der Mineralien. Die stängeligen abegesonderteri Slitcke besitzen eine Länge, die grösser als ihre Breite und Dicke ist. Nach ihrer Stärke unterscheidet man dickstangelig, wenn sie von einem halben, bis zu einem viertels Zoll Dicke haben ; diinnstdngelig, wenn die Dicke einen viertels bis einen Zwölftels Zoll beträgt , und darunter , wobei das Stängclige ins Fasrige verläuft. In Ansehung der Richtung unterscheidet man gerad- slängelig und krümmstängelig ; nach der Beschaffenheit der Gestalt , vollkommen stängelig , wenn die Dicke der stängeligen Stücke durchans gleich , und die Länge beträchtlich ist (Kalkspath), unvollkommen stängelig, wenn die stängeligen Stücke bald in der Mitte, bald an den Enden dicker und kurz sind (Amethyst), keilförmig stängelig , wenn die stängeligen Stücke nach einem Ende spitzig zulaufen (Rotheisenstein). In Absicht ihrer Lage sind sic gleichlaufend wenn sic einander parallel liegen ; auseinander laufend , wenn diess nicht der Fall ist. Die schaligen abgesonderten Stücke sind nach der Stärke und Richtung verschieden. Nach der Stärke sind sie, dickschalig oder dünnschalig ; nach der Richtung , geradschalig oder krummschalig , und diese wieder nierförmig , con— zentrisch , konisch und unbestimmt krummschalig. Die abgesonderten Stücke haben eine sehr verschiedene Grösse. Sie werden zuweilen so klein, dass man sie mit dem Auge nicht mehr unterscheiden kann. Ein Mineral , das weder Theilbarkcit , noch eine wahrnehmbare Absonderung besitzt, heisst dicht. Verhältnisse der Mineralien gegen das Licht. 43 3 . Von den Verhältnissen der Mineralien gegen das Licht. §• 51 . Zu den Eigenschaften , Avelche die Mineralien zeigen, wenn man sie in Ansehung ihres Verhaltens gegen das Licht untersucht, gehören der Glanz, die Farbe , die Durchsichtigkeit, die Strahlenbrechung, und die Phosphoreszenz. Der Glanz. §• 52 . Der Glanz wird nacli seiner Art und dem Grade seiner Stärke unterschieden. Die Arten des Glanzes sind : 1) Metallglanz, 2 ) Demant glanz , 3) Glasglanz , 4) Fett glanz , 5 ) Perlmutter glanz. Der Metallglanz wird eingetheilt in vollkommenen und unvollkommenen. Den ersten besitzen viele Metalle; den letzteren hingegen nur einige wenige, wie das Uranerz, der Tantalit. Den Demant glanz findet man bei dem weissen und grauen Demant, auch hin und Avieder bei dem VVeiss- bleierze. Der Glas glanz, der Glanz des gemeinen Glases, zeigt sich am Bergkrvstal). Der Fettglanz findet sich am Pechstein. Der Perlmutterglanz Avird in gemeinen, und metallähnlichen eingetheilt. Ersteren findet man oft am Gyps, am Cyanit; letzteren am Schillerstein. Durch ein dünnstiingeliges Gefüge Avird der Perlmutter- glanz in seidenartigen Glanz verwandelt. 44 Verhältnisse der Mineralien Die Stärke des Gianz.es luit fünf Grade : 1 ) stark glänzend , 2 ) glänzend, 3) wenigglänzend , 4) schimmernd, 5) matt. Starkglänzend ist der höchste Grad. Die sehr glatte Fläche Avirft ein vollkommenes Bild zurück. Wir finden diess beim Bergkrvstall, Eisenglanz. Glänzend nennt man eine Fläche, wenn das Bild nicht vollkommen ist (Opal). TV enig glänzend ist eine Fläche, die noch das Licht reflectirt, ohne aber ein Bild zu gehen (Fahlerz). Schimmernd heisst eine Fläche , wenn das Licht nur von einzelnen Puncten derselben, und schwach zurückgeworfen wird (Feuerstein). Matt ist glanzlos (Kreide). Die Arten und die Grade des Glanzes verlaufen in j einander. Der Glanz der Oberfläche ist oft verschie- j den, von dem Glanze der Theilungsfläclie oder der ; Bruchfläche. Die Farbe. §• 53. Man nimmt an den Mineralien dieselben acht Hauptfarben wahr , welche man auch im gemeinen Lehen unterscheidet. Sie sind : TVeiss, Grau, Schwarz, Blau, Griin, Gelb, Roth, Braun. Jede dieser Hauptfarben enthält mehrere Varietäten , die aus der Mischung von zwei oder mehreren Hauptfarhen zu entstehen scheinen. Diejenige Varietät einer Hauptfarbe , in welcher diese am reinsten erscheint , wird die Charakterfarbe genannt. Die Varietäten erhalten besondere Namen , die gebildet sind , aus dem Namen der Hauptfarbe, und aus einem die Varietät bezeichnenden Beiworte. Dieser ist hergenommen, entweder von einem Körper , welcher die zu benennende Farbe am ausgezeichnetsten besitzt , oder von der zweiten 45 gegen das Licht. in der Varietät bemerkbaren Farbe. Wie silberweiss, grünlichgrau. Der Name der Hauptfarbe steht immer zuletzt. §• 54 - Die Farbe von Mineralien, welche Metallglanz haben , erleidet durch diesen eine eigenthümliche Modification. Man hat die Farben desshalb abgetheilt in metallische und nichtmetallische. Die metallischen Farben sind : > 1) Kupferroth ; die Farbe des metallischen Kupfers (gediegen Kupfer, Arseniknikkei). 2) Speisgelb ; die Farbe der Glockenspeise (Schwefelkies). 3) Messinggelb; die Farbe des Messings (Kupferkies). 4) Goldgelb ; die Farbe des reinen Goldes (nur an gediegenem Golde). 5) Silberweiss ; die Farbe des reinen Silbers (gediegen Silber, Arsenikkies). 6) Zinnweiss; die Farbe des reinen Zinns (Quecksilber). 7) Bleigrau ; die Farbe des metallischen Bleis. Man unterscheidet: a) weissliches Bleigrau (Bleiscliweif), b) reines Blei grau (Bleiglanz), c) schwärzliches Blei grau (Silberglanz). 8) Stahlgrau; die Farbe des Gussstahls auf frischem Bruche (gediegen Platin). 9) Eisenschwarz; die Farbe des schwarzen Gusseisens ( Magneteisen). §• 55. Die nicht metallischen Farben sind : 1 J l ’ ariet'dten von Weiss. Sclineeweiss. Die Farbe des frisch gefallenen Schnees. Charakterfarbe (Cararischer Marmor). Böthlichweiss. Weiss ins Rothe fallend (Milchquarz ). 46 Verhältnisse der Mineralien Gelblichweiss. Weiss ins Gelbe fallend (Kalkspath, llalbopal). Graulichweiss. Weiss ins Graue fallend (Quarz, Kalkspath). Griinlichweiss. Weiss, schwach ins Grüne fallend (Talk, Amiantli). Milchweiss. Weiss , schwach ins Blaue fallend. Die Farbe der abgerahmten Milch (gemeiner Opal). 2 ) Varietäten von Grau. Bläulichgrau. Grau etwas ins schmutzig Blaue fallend. Eine selten vorkommende Farbe (Hornstein, Kalkspath). Perlgrau. Grau mit etwas Blau und Roth. Sehr blass bei den Perlen (Hornerz). Rauchgrau. Grau mit Braun. Die Farbe des Heerd- rauchs (Kalkstein, Feuerstein). Grünlichgrau. Grau mit etwas Grün (Katzenauge, Glimmer). Gelblichgrau. Grau mit Gelb (Feuerstein). Aschgrau. Die Farbe der Holzasche. Charakterfarbe (Kalkstein, Zoisit). 3 ) Varietäten von Schwarz. Graulichschwarz. Schwarz mit Grau (Kieselschiefer, Basalt). Sammetschwarz. Die Farbe des schwarzen Sammets. Charakterfarbe (Obsidian). Bräunlichschwarz. Schwarz mit Braun (Steinkohle, Glimmer). Griinlichschwarz. Schwarz mit Grün (Hornblende). Bläuhchschwarz. Schwarz mit etwas Blau (Saalfelder schwarzer Erdkobalt). * 4 ) Varietäten von Blau. Schwärzlichblau. Blau mit Schwarz (Kupferlasur). Lasurblau. Lebhaftes Blau mit etwas Roth (Lasurstein , Kupferlasur). gegen das Licht. 47 Violblau. Blau mit Roth. Das Blau der aufblühenden Veilchen (Flussspath, Amethyst). Lavendelblau. Blau mit vielem Grau und etwas Roth (Steinmark, Porzellanjaspis). PJlaurnenblau. DieFarbe reifer Pflaumen (Spinell). Berlinerblau. Charakterfarbe (Steinsalz, Cyanit, Sapphyr). Snialteblau. Die Farbe der lichten Smalte, Eschel genannt (erdige Kupferlasur). Indigblau. DieFarbe des Indigo (blaueEisenerde). Entenblau. Blau mit vielem Grün und Schwarz (Ceylonit). Himmelblau. Die Farbe des heiteren Himmels. Das Bergblau der Maler (Türkis). 5 ) Varietäten von Grün. Spangrün. Ein stark ins Blaue fallendes Grün. Die Farbe des Grünspans (Amazonenstein). Seladongrün. Grün mit etwas Blau und Grau (Grünerde, Beryll). Berg grün. Grün mit vielem Blau (Beryll, Topas). Lauchgrün. Grün mit etwas Braun. Saftgrün der Maler. Die Farbe des Knoblauchs (Strahlstein, Prasem). Smaragdgrün. Reines Grün. Charakterfarbe (Smaragd, Malachit). Apfelgrün. Lichtes Grün mit einer Spur von Gelb (Chrysopras). Grasgrün. Grün mit mehr Gelb. Die Farbe des frischen Grases. Pistaziengrün. Grün , mit mehr Gelb als beiin Grasgrünen , und mit etwas Braun (Chrysolith, Pistazit). Spargelgrün. Blasses Grün mit vielem Gelb. Die Farbe der Spargelköpfe (Apatit, Chrysoberyll). Sc/uvärzlichgrün. Grün mit Schwarz (Augit). Olivengrün. Lichtes Grün mit vielem Braun und Gelb (Olivin, Pistazit). 48 Verhältnisse der Mineralien Oelgriui. Noch lichteres Grün mit mehr Gelb und weniger Braun. Die Farbe des Olivenöls (Pechslein). Zeisiggrün. Lichtes Grün , stark ins Gelbe fallend (L ranglimmer). 6 ) Varietäten von Gelb. Schwefelgelb. Lichtes Gell) mit vielem Grün. Die' Farbe des reinen Schwefels (natürlicher Schwefel). Strohgelb. Blasses Gelb mit etwas Grau. Die Farbe des reifen Strohes (Serpentin, Pyknit). Wachs gelb. Blasses Gelb mit etwas Grau und Braun. Die Farbe des ungebleichten Wachses (Gelbbleierz, Halbopal). Honiggelb. Gelb mit etwas Roth und Braun. Die Farbe des reinen flüssigen Honigs (Flussspath, Kalk- spatli). Zitrongclb. Reines lebhaftes Gelb. Charakterfalbe (Uranocker). Ockergelb. Gelb mit etwas Roth und Braun. Die Farbe des Eisenrostes (Gelberde). Weingelb. Blasses Gelb mit etwas Roth und Grau. Die Farbe weisser Weine (Topas). Isabellgelb. Blasses Gelb mit etwas Roth und wenig Braun (Bolus und Steinmark). Oraniengelb. Gelb , stark ins Rothe fallend. Die Farbe der reifen Pomeranzen (Gelbblcierz). r ) J arietäten von Roth, y f Morgenroth. Roth mit vielem Gelb (Realgar). Jlyazinthroth. Roth mit Gelb und etwas Braun (Zirkon, Kaneelstein). Ziegelroth. Roth mit Gelb, Braun und Grau. Die Farbe der frisch gebrannten rothen Dachziegel (Porzellanjaspis). Scharlachroth. Die höchste rothe Farbe, mit etwas Gelb (Zinnober). Bluthroth. Dunkles Roth mit etwas Schwarz und Gelb. Die Farbe des Blutes (Pyrop). gegen das lacht. 49 Fleischroth. Blasses Roth mit Grau und etwas Gelb ( Schwerspath, Feldspath). Karrninroth. Das reinste Roth. Charakterfarbe. Die Farbe des Karmins (Rothkupferer/. , liaar- förmiges). Koschenillrofh. Roth mit etwas Grau und Blau. (Granat, Zinnober). Roseni'ol/i. Blasses Roth mit vielem Weiss, etwas Blau und Grau. Die Farbe der Rosen (Quarz, Roth- braunsteinerz). Kermesinroth. Roth mit etwas Blau (Rubin). Pßrsichbliithroth. Lichtes Roth mit Blau uud vielem Weiss. Die Farbe der Plirsichbiiithe (Lepi- dolith , Kobaltblüthc). Kolombinroth. Dunkles Roth mit Blau und etwas Schwarz (Almandin). Kirsehroth. Dunkles Roth mit vielem Blau , etwas Braun und Schwarz (Rothspiessglanzerz). Bräanliehroth. Roth mit vielem Braun. Die Farbe des Röthels (Eisenkiesel, thoniger Ilotlieisenstein). 8 ) Varietäten von Braun. Röthlichbraun. Braun mit vielem Roth (Zinkblende, Zirkon). J\'elkenbraun. Braun mit Roth und etwas Blau. Die Farbe der Gewürznelken (Axinit). Haarbraun. Braun mit etwas Gelb und Grau. Die Farbe mancher braunen Menschenhaare (Brauneisenstein). Kohlbraun. Dunkles Braun mit vielem Blau, etwas Grün uud Roth. Die Farbe des Braunkohls (Zirkon). Kastanienbraun. DasreinsteBraun. Charakterfarbe. Die Farbe der Kastanien (Egyptischer Jaspis). Gelblichbraun. Braun mit vielem Gelb (Eiscn- kiesel, Jaspis). ’lonibakbraun. Braun mit Gelb und einem metall- ähndchen Perlmutterglanz (Glimmer). \lcunrr Mineralog <>. 4 5o \ erhültnisse der Mineralien Hohbraun. Braun mit Grau und Gelb. Die Farbe vermodernden Holzes (Asbest). Leberbraun. Braun mit Grau und etwas Grün (Jaspis, Kalkstein . Schwarzlichbraun. Braun mit vielem Schwarz (Braunkohle). Die aufgeführten Farben-Varietäten sind indessen nur die ausgezeichnetsten Nuancen der acht Hauptfarben. Zwischen sie hinein fallen noch unzählige andere. Man nennt sie, wenn sie zwischen zwei, der gleichsam als feste I’uncte angenommenen Varietäten, liegen, Mittelfarben, und bedient sich des Ausdrucks Mittelfarbe zwischen — die Farbe halt das Mittel zwischen —. Lässt sich diese Bestimmung nicht an- i wenden, so nennt man die Farben-Varietät, mit der sie am meisten Aelinlichkeit haben , und gibt auch die andere an , in welche sie sich neigen , ziehen oder 'verlaufen. Jede der angeführten Farben-Varietäten zeigt •wieder eine Verschiedenheit in Hinsicht ihrer Höhe. Um die Grade dieser Höbe zu bezeichnen, bedient man sich der Ausdrücke : blass, licht, hoch, dunkel. §• 50 . Der Inbegriff der Farben-Varietäten eines reinen, unvermengten Minerals , heisst seine Farbenreihe. Die Benennung ist in der Natur gegründet. Die verschiedenen Varietäten bilden unter sich eine zusammenhängende Reihe , indem eine Varietät in die andere verlauft. Der Flussspath , der Demant, der Topas , das Grünbleierz , besitzen ausgezeichnete Farbenreihen. §. 57 . Sehr oft zeigt ein Mineral-Individuum verschiedene Farben. Die Figuren, welche durch dieselben hervorgebracht werden , heisst man die Farbenzeichnung. Die Arten der Farbenzeichnung sind : punctirt, gefleckt , gewölkt , geflammt, gestreift., geadert ; dendritisch oder baumfbrnng, ruinenförmig, und bedürfen keiner «eiteren Erklärung. §• 58 . Einige Mineralien zeigen, wenn das Liebt in gewissen Richtungen auf sie fällt , intensiv gefärbte Puncte, «eiche sicli verändern, so wie die Richtung des einfallenden Lichtes sich verändert. Man nennt diess Farbcnsptel. Es zeigt sich nur bei stark durchscheinenden , oder durchsichtigen Mineralien. Der Demant zeichnet sich , zumal wenn er polyedriseh gcschlilfen ist, durch ein lebhaftes Farbenspiei aus. Der edle Opal besitzt diese Eigenschaft, seihst im rohen /mstande, in hohem Grade. §■ 59 . Wenn ein Mineral , das man in verschiedener Richtung gegen das Licht hält , verschiedene Farben in grösseren Parthicn zeigt, die nicht so schnell, wie beim Farbenspiel, abwechseln , so heisst man diess Farbenwandlung. Man nimmt dabei die Farben in Richtungen wahr, die von der Structur des Minerals abhiingen , und es steht diese Erscheinung mit derselben in einem engen Verbände. Am ausgezeichnetsten lässt sie der Labrador wahrnehmen. Die mit M bezeichnctc Fläche der Grund- gcstalt , ist die Ilauptfarbenwandlungsfläche. Die Farbe ist auf den gleichnamigen Flächen nicht immer dieselbe. Oft zeigt eine und dieselbe Fläche auch nur eine Farbe. Häutig ist es aber auch der Fall , dass eine Fläche zugleich mehrere Farben wahrnehmen lässt. Der Labrador zeigt vorzüglich schöne blaue, gelbe undgrüne Farben. Die \ erschiedenheit der Farbe scheint durch die verschiedene Tiefe bedingt zu «erden, bis zu «elcher der Lichtstrahl eindringt. Der Schillerstein , Bronzit , der norwegische Feld- spath , der Hypersthen , lassen gleichfalls Farbenwandlung wahrnehmen. 52 Verhältnisse der Mineralien §• 60 . Mehrere Mineralien lassen in ihrem Innern die Farben des Regenbogens wahrnehmen. Man nennt diese Erscheinung das Irisiren. Die Farben scheinen dadurch hervorgebracht zu werden , dass das Licht, auf feinen Spalten im Innern der durchsichtigen Körper, wie in den Farbenringen zersetzt wird. Wir bemerken diese Erscheinung vorzüglich an solchen Mineralien, die einesehrdeutlicheTheilbarkeit, oder viele feine Sprünge haben , und dabei durchsichtig sind, wie beim reinen Kalkspath, beim Bergkrvstall, beim Hvalith. S- 61 . ln vielen Fällen nimmt man bei Mineralien , zumal wenn sie convex geschliffen sind , einen eigenthüm- lichen Lichtschein wahr. Bei einem lebhaften Lichte hat er meistens eine gelbliche , röthliche oder weiss- liche Farbe. Man bemerkt die Erscheinung vorzüglich bei Mineralien , die das Licht unvollkommen durchlassen, oder eine feinstängelige Structur haben. Sie wird das Opalisiren genannt. Der Adular , das Katzenauge , der Opal , zeigen diese Erscheinung. Beim Korund und Granat hat der Lichtschein die Gestalt einessechsstraliligen Sterns. Ein Beweis, dass die in Frage stehende Lichterscheinung mit der Structur der Mineralien in Verbindung steht. Der Stein erscheint nur an Krystallen, die senkrecht auf ihre Axe durchschnitten sind , und vorzüglich dann, wenn die Durchschnittsfläche convex geschliffen ist. Jeder Strahl entspricht einer Endkante des Rhomboeders, welches die Grundgestalt des Korundes ist. Denselben sechsstraliligen Stern nimmt man beim Granat wahr , wenn man das Rhombendodekaeder desselben senkrecht auf eine Axe durchschneidet, welche durch die dreiflächigen Ecken des Krystails geht. §■ 62 . An einigen Mineralien , wie am Turmalin, Di- cliroit , Talk , nimmt man beim Durchsehen in 53 gegen tlas Licht. verschiedenen Richtungen eine verschiedene Farbe wahr. Manche Turmaline sind in der Richtung der Axe undurchsichtig und schwarz , senkrecht auf dieselbe durchsichtig und braun. Der Dicliroit ist in einer Richtung blau , in der andern gelb oder grau ; der Talk in der Richtung der Axe lebhaft grün, in der Richtung senkrecht auf die Axe braun, und durchsichtiger als in der vorhergehenden. Auch diese Erscheinung hängt mit der Form der Mineralien zusammen. Man beobachtet sie nicht an Krystallen, die dem regulären Systeme angehören , sondern nur an solchen , die der doppelten Strahlenbrechung fähig sind. Man hat die Eigenschaft der Mineralien , zwei verschiedene Farben zu zeigen , Dichroismus , und die Eigenschaft , drei verschiedene Farben wahrnehmen zu lassen, Tnchroismus zu nennen angefangen. §• 63 . Die Oberfläche vieler Mineralien verändert die Farbe , wenn sie längere oder kürzere Zeit der Einwirkung der Luft ausgesetzt sind. Die Ursache davon ist in einer chemischen \ eränderung des Minerals an seiner Oberfläche zu suchen. Man nennt diese Farbenveränderung das Anlaufen. Bei einigen Mineralien erfolgt es in kurzer Zeit , und immer wieder aufs Neue , w enn die reine Farbe wieder zum Vorschein kommt. Diess ist der Fall heim gediegenen Arsenik. Bald erscheint durch das Anlaufen nur eine Farbe, Grau oder Schwarz, seltener Braun , oder Roth ; bald aber zeigen sich mehrere Farben , und es entsteht dadurch das ßuntangelaufene. Die Farben sind hierbei intensiv roth , blau , gelb und grüu. Es wird unterschieden pfauenschwefg , regenbogenfarbig , taubenhalsig und stahlfarbig bunt angelaufen. Der Kupferkies, das Grauspiessglanzcrz, der Speiskobalt geben Beispiele davon. 54 \ ci'haltuisse der Mineralien §• f>4- Hierher gehören auch die Verhältnisse, welche sich zeigen , wenn ein Mineral auf seiner Obor- fläche mit einem spitzigen Instrumente geritzt wird. Es entsteht dabei entweder ein Pulver , oder die geritzte Stelle erscheint glänzender. Beides nennt man den Strich. Die l-'arbe des Pulvers ist in sielen Fällen wie die Farbe des Minerals ; dann wird sie nicht angegeben. Weicht sie aber von der Farbe des Minerals ab , so gibt man sie an. Unter ungefärbtem Strich versteht man ein graues oder weisses Pulver. Glänzender werden durch den Strich , vorzüglich erdarlige Mineralien , dann die geschmeidigen gediegenen Metalle und einige Erze. Die Durchsichtigleit. §• 65 . . Das Verhalten der Mineralien in Bezug auf die Fähigkeit das Licht durchzulassen , ist sehr verschieden. Zur Bezeichnung der \ erschiedenheiten dieses Verhaltens werden fünf Grade der Durchsichtigkeit angenommen. Diese sind : 1 ) Durchsichtig , wenn das Mineral die Lichtstrahlen vollkommen durchfallen lässt . mul man hinter demselben befindliche Gegenstände ganz deutlich erkennen kann. 2 ) Halbdurchsichtig , wenn man beim Durchsehen einen hinter dem Minerale befindlichen Gegenstand zwar wahrnehmen , aber dessen Umrisse nicht deutlich erkennen kann. 3) Durchscheinend , wenn zwar Lichtstrahlen in das Mineral eindringen und dasselbe erhellen, man aber einen hinter demselben befindlichen Gegenstand nicht mehr wahrnehmen kann. 4) den Kanten durchschauend, wenn nur die scharfen Ränder eines Minerals erhellet wei den , das Innere desselben aber dunkel bleibt. Unter den 5j gegen das Lieht. Graden der Durchsichtigkeit zeigt dieser und der vorhergehende, die meisten Abstufungen. Man unterscheidet daher stark und schwach durcheinend, stark und schwach an den Kanten durchscheinend. Durch Beobachtung dieser Verhältnisse kann man mehrere, unter sich sehr ähnliche Varietäten von Quarz unterscheiden. 5) Undurchsichtig, wenn ein Mineral kein Licht «lurchfallen lässt. Hier ist indessen das gewöhnliche, i.nd nicht das künstlich verstärkte Licht gemeint. Beinahe alle Mineralien mit Metallglanz sind undurchsichtig. Auch mit schwarzer Farbe ist oft Un- dirchsichtigkeit verknüpft. Je reiner ein durchsichtiges Mineral ist , um so höher ist der Grad der Durchsichtigkeit; am höchsten ist er bei aollkomme- nen Krystullen. Die Strahlenbrechung. §• 66 . Wenn das Licht in schiefer Richtung durch einen festen oder flüssigen Körper fällt , so werden die Lichtstrahlen von ihrer ursprünglichen Bahn inehr oder weniger abgelenkt, gebrochen. Wenn nach der Brechung die Lichtstrahlen in einem Bündel vereiniget Leiben , so heisst diess einfache. Strahlenbrechung. Alle durchsichtigen dichten Mineralien, und alle jene , deren Krystalle dem regulären Systeme angehören, besitzen einfache Strahlenbrechung. Trennen sieh die Lichtstrahlen nach der Brechung in zwei Strahlenbündel, was zur Folge hat, dass die durch das brechende Mittel betrachteten Körper doppelt erscheinen, so heisst diess doppelte Strahlenbrechung. Sie wurde zuerst von Erasmus Bartholin an reinen Stücken des isländischen Kalkspathes beobachtet , und ist allen krystallisirten Mineralien eigen, deren Krystalle nicht von einer einfachen Gestalt des regulären Systems abgeleitet werden können. Einerder beiden Strahlenbündel folgt den Gesetzen der gewöhnlichen , einfachen Strahlenbrechung ; der 56 \ crliiiltnisse der Mineralien andere folgt besonderen Gesetzen. Man nennt jenen den gemeinen, diesen den Strahlenbündel, nnd den Abstand zwischen beiden die Aberratior.s- ivcitc. Diese ist verschieden , je nach der Beschaffenheit desKrystalls und nach der Richtung, in welcher das Licht durch denselben fällt. §• 67 . Die Mineralien, welche doppelte Strahlenbrechung besitzen , lassen diese nicht in allen Richtungen wahrnehmen. Sie ist entweder in einer, oder ui i.wei Richtungen, nicht sichtbar. Man nennt diese die Axen der doppelten Strahlenbrechung. Sie fidlen mit den Axen der Krystalle zusammen, illlc Krystalle, welche dem rhomhoedrischen *) , oler dem Systeme des geraden quadratischen Prisma’s angehören, haben nur eine Axe doppelter Strahlenbrechung. Die Krystalle der übrigen Systeme La— beu zwei Axen doppelter Strahlenbrechung. W enn man das sechsseitige Prisma des Kalk- spaths mit seiner Grundfläche auf ein Blatt weisses Papier stellt , auf welchem ein schwarzer Strich gezogen ist, und diesen durch das Prisma betracli- tet , so sieht man denselben einfach , nenn d.^s Auge in paralleler Richtung mit der Axe des Prisma’s ist; so wie diese Richtung aber verändert -wird, erscheint der Strich doppelt. Die Axe des Prisma’s ist hier die Axe der doppelten Strahlenbrechung, und der Kalkspatli, welcher nur in einer einzigen Richtung das Bild einfach zeigt, hat nur eine Axe der doppeltea Strahlenbrechung. Der abirrende Strahlenbündel nähert sich bei vielen Mineralien der Axe, bei vielen entfernt er sich von derselben. Diess hat einige Aehnlicbkeit mit einem Angezogenseyn oder Abgestossenwerden , nnd es ist *) Der Glimmer macht davon nur eine scheinbare Ausnahme. Per zweiaxige Glimmer hat ohne Zweifel eine andere Grundform, als der gegen das Licht. 5 ~; daher die doppelte Strahlenbrechung, mit einem der i\xc sich nähernden abirrenden Strahlcnbündel , die attrcictive , diejenige , mit einem von der Axe sich entfernenden abirrenden Strahlenbündel hingegen, die repulsivc genannt worden. §. 68. Aus dem Angeführten ergibt sich , dass die doppelte Strahlenbrechung in einer nahen Beziehung mit den Krystallformen stehe , und dass dieselbe angewendet werden könne, zur Auffindung und Unterscheidung der Krystallsysteme. Es ist desshalb wichtig, das Verfahren zu kennen, durch welches ausgemittelt wird, ob ein Mineral doppelte Strahlenbrechung habe oder nicht , und ob es eine oder zwei Axen doppelter Strahlenbrechung besitze. Das einfachste Verfahren, die doppelte Strahlenbrechung bei einem Körper aufzufinden , besteht darin , dass man denselben zwischen zwei durchsichtige dünne Täfelchen von Turmalin legt , die von einem prismatischen Krystalle, parallel seiner Axe, abgeschnitteu wurden, und so über einander gelegt sind , dass sich ihre Axen unter rechten Winkeln durchkreuzen. Besitzt der zu untersuchende Körper doppelte Strahlenbrechung , so wird der Punct, in welchem sich die Axen der Turmalin- Täfelchen durchkreuzen , hell , im anderen Falle bleibt er dunkel. Es gründet sich diess Verfahren auf die Eigenschaft des Turmalins , das Licht zu polarisiren. Die Bestimmung, ob ein Mineral eine oder zwei Axen doppelter Strahlenbrechung habe , geschieht gleichfalls vermittelst zweier Täfelchen von Turmalin. Man schneidet die Mineralien in Tafeln , senkrecht gegen die Hauptaxe des Krystalls, und legt sie zwischen die Turmalin-Täfelchen. Es erscheinen farbige Ringe, die gewöhnlich durch ein schwarzes Kreuz getheilt sind , dessen Arme von deai Mittelpunct aus breiter w erden , wenn die zu 58 Y crluiltnissc der .Mineralien untersuchende Substanz. , nur eine Axe doppelter Strahlenbrechung hat. Man muss hei diesem Versuche den kleinen Apparat zwischen das Licht und das Auge, und diesem gehörig nahe bringen. Besitzt das Mineral zwei Axen doppelter Strahlenbrechung , so lassen sich die farbigen Ringe um jede derselben beobachten, es liegt aber zwischen ihnen kein schwarzes Kreuz , sondern nur eine schwarze Linie ’). Die Phosphoreszenz. §. 09 . Die schwache Lichtentwickelung der Körper , welche mit sehr geringer oder gar keiner Wärme- cntwickelung verbunden ist, heisst Phosphoreszenz. Viele Mineralien besitzen die Eigenschaft , unter gewissen Umständen, im Dunkeln schwach zu leuchten , zu phosphoresziren , und zwar ohne dabei eine chemische \ eriimlerung zu erleiden. Das Leuchten zeigt sieh : 1) wenn die Mineralien vorher dem Tages- oder Sonnenlichte ausgesetzt gewesen , Phosphoreszenz durch Insolation oder Bestrahlung. In einem vorzüglichen Grade besitzen die Eigenschaft, nach der Bestrahlung zu leuchten , manche Demante (einige leuchten indessen gar nicht), alle Elussspathe , insbesondere der von Kertsehinsk, welchen man mit Kamen Chlorophan bezeichnet hat , Strontianit, Arragonit , alle kohlensaure Kalksteine, ln einem geringeren Grade leuchten Witherit , strahliger Schwerspath von Bologna , Steinsalz , Glimmer , Gyps. Ziemlich gut leuchtet Bleiglanz. Mittclmässig leuchten Bernstein , Schwefelkies , Walkererde , Töpferthon, Alaunschiefer, Basalt. Schwach leuchten Kupferlasur, Beryll, Magneteisenstein, Cölestin. *) Ganz vorzüglich ist 7.11 diesen Versuchen der BioVsche Apparat, /ur Polarisation des Lichtes, geeignet. gegen das Lieht. 59 Sehr schwach und oft gar nicht, leuchten Amethyst, Opal, Lasurstein, Sapphyr, Smaragd, Turmalin, Topas und viele andere. Kein gediegenes Metall leuchtet durch Bestrahlung-. Der Säure beraubte Kalkmineralien leuchten nicht mehr. Auch Glühen hn Focus des Brennspiegels, zerstört die Phosphoreszenz durch Bestrahlung in -vielen Fällen. Die Dauer des Leuchtens und die Farbe des Lichts, ist nach der Beschaffenheit der Mineralien sehr A'crschieden. Der Chloroplian soll, nach Grotthus, zehn Tage leuchten. Die meisten Mineralien zeigen heim Leuchten durch Insolation ein weisscs Licht. Demant zeigt ein gelhrothes, Chloroplian ein grünes. Das Leuchten findet Statt bei — so gut wie bei + 2 5 °. 2) Bei der Erwärmung. Beinahe alle Körper , welche durch Insolation leuchten , leuchten auch bei der Eru ärmung. Den ersten Platz nehmen auch hier wieder die Demante ein , und zwar leuchten hei der Erwärmung auch jene Demante, die durch Insolation nicht leuchten, und überhaupt eine grosse Anzahl von Mineralien , wie Flussspath , Schwer— spath, kohlensaurer Kalk, Strontianit, Apatit, Berg— krystall , Tremolith , Cyanit, Lasurstein, Augit , Ilothgültigerz , Petalit, Sodaliih, Datolith , gemeiner Quarz , Amethyst , Anatas , glasiger Strahlstein , Asbest, Anlndrit, Bitterspath , Tafelspath , Phosphorit u. a. Beim Chloroplian reicht schon die Männe der Hand hin, das Leuchten hervorzubrin- gen. Beim gewöhnlichen Flussspath muss die Erwärmung (33 bis 1 oo° C. betragen, beim Demant 100 bis aoo” , beim Kalkspath 200 bis 325 ° , bei den Quarzen 2ao bis 3 “ 5 ° C. Der Zustand der Aggregation hat keinen Einfluss und eben so wenig die Unterlage. Die Farbe des Lichts ist mannigfaltiger, als bei der Phosphoreszenz durch Bestrahlung. Alan bemerkt weisse , gelbe , grüne , blaue , röihlichc Farben , und dasselbe Mineral zeigt oft mehrere Farben in den verschiedenen Zeiten der Erwiir- 6o Cohäsion der Mineralien. mung. Ausgeglülite oder ausgebrannte Mineralien, Bimsstein , Laven , leuchten nicht bei der Erwärmung. Durch Ilothglühen verlieren viele die Fülligkeit zu leuchten ; sie erhalten sie aber wieder , wenn man elektrische Schläge durch sie leitet. 3j Bei Anwendung mechanischer Gewalt , heim Reihen oder Stoss. Es leuchten hierbei der Dolomit , Quarz , zumal Milchquarz , Anhydrit , Arra- gonit, Strontianit, Flussspath, der Phosphorit von Estremadura, Schwerspath , Steinmark, die Zinkblende von Scharfenberg , alle sogenannten Edelsteine. Die Dauer des Lichtes ist meistens nur augenblicklich; diSpröde heisst ein Mineral, wenn hei dem Versuche , kleine Theile mit einem Messer von demselben loszutrennen, dieselben ihren Zusammenhang verlieren, mit Geräusch abspringen und als ein feines Pulver umherfliegen. Die Theile eines spröden Minerals sind ohne Verlust ihres Zusammenhangs nicht verschiebbar. Alle harten Mineralien , wie die sogenannten Edelsteine, viele Erze, Kiese u. s. w., sind spröde. Cohäsion der Mineralien. 61 2) Milde lieisst ein Mineral , wenn hei dem vorigen Versuche , die Theile zwar ihren Zusammenhang verlieren, aber nicht mit Geräusch abspringen, sondern auf dem Messer ruhig liegen bleiben. Graphit, Molybdän geben Beispiele. 5) Geschmeidig heisst ein Mineral, das sich unter dem Hammer dehnen lässt. Man kann von einem solchen mit einem Messer Späline abschneiden, indem die abgetrennten Theile ihren Zusammenhang behal- teil. Ein grosser Tlieil der gediegenen Metalle , das Silberhornerz u. m. a. gehören hierher. 4) Biegsam heisst ein Mineral, wenn durch äussere Gewalt die Lage seiner Theile verändert werden kann, diese aber ihre vorige I.age nicht wieder annehmen, wenn die äussere Gewalt zu wirken aufhört. Geschmeidige Mineralien sind auch biegsam; man findet aber auch Biegsamkeit bei solchen Mineralien , die nicht geschmeidig sind. Beispiele geben der Talk, der blättrige Gyps u. a. 5) Elastisch heisst ein Mineral, wenn die Theile, deren Lage verändert worden , ihre vorige Lage wieder annehmen, so wie die Einwirkung der äusseren Gewalt aufhört, ln einem hohen Grade besitzt diese Eigenschaft der Glimmer. Die flüssigen Mineralien sind : 1) dünnflüssig , wenn die Tropfen rein abfallen, ohne Fäden zu ziehen ; 2) dickflüssig , wenn sie Fäden ziehen. Das Anfühlen. % 71. Den Eindruck , welchen ein festes Mineral bei seiner Betastung auf den Tastsinn macht , bezeichnet man mit dem Worte Anfülden. Die Untersuchung geschieht mit den Fingerspitzen, indem man sie über die Ober— fläshe des Minerals hinführt. Man unterscheidet, fettiges , sanftes , rauhes , kaltes Anfühlen. Bei- 6a Cüiiäsion der „Mineralien. spiele gehen, der Talk, der Glimmer, der Tripel, die Edelsteine. Die Härte. §• 72. Enter Härte verstellt man den Widerstand , den die festen Mineralien der\ crsehieJning oder Trennung ihrer Tlieile entsjcffeusetzen. Er ist bei den verschie- denen Mineralien sehr verschieden , bald grösser, bald kleiner , wovon man sich leicht überzeugen kann , wenn man versucht, das eine mit dem andern zn ritzen , oder die Tlieile verschiedener Mineralien durch ein Messer , oder eine Feile , von einander zu trennen. Man wird den Widerstand beim Berti'- krystall grösser finden, als heim Glimmer. Die Grösse dieses Widerstandes ist es , was man in der Mineralogie den Härtegrad nennt. Mous ') hat eine für die Mineralogie sehr brauchbare Härte-Scala aufgestellt , indem er eine Anzahl von Mineralien auswählte, von denen jedes folgende jedes vorhergehende ritzt, von diesem aber nicht geritzt wird. Sie ist folgende : 1 ) Talk ; bekannt unter der Benennung gemeiner, oder venetianischer Talk. 2 ) Gyps; eine etwas unvollkommen tlieilbarc, nicht vollkommen durchsichtige, nicht krvstallisirte "\ arietät. Die v ollkommen durchsichtigen und krystal- lisirten Varietäten sind gewöhnlich zu weich. An die Stelle des Gypses kann man auch Steinsalz setzen. 3) Kalkspath; irgend eine tlieilbarc Varietät. 4) Flussspath ; irgend eine theilbare V arietät. 5) Apatit ; die V arietät aus dem Salzburgischen, genannt Spargelstein. 6 ) Feldspath; irgend eine theilbare V arietät. 7 ) Quarz; eine farbe'ose, durchsichtige V arietät. *) I3reithal*pt hat die zehn Grade der Mons’schen Scala auf zwölf ausgedehnt , indem er zwischen Gvps- und Kalk.spath , den Glimmer - 3, zwischen Apatit und Feldspath dcnSodalit - 7 , gesetzt hat. Cohiisiou der Mineralien. 61 8) Topas; jede krystallisirte Varietät. q) Korund ; die Korund genannte , leicht tlieil- barc Varietät aus Bengalen. 10) Demant. Die Grade der Härte der Scala werden durch die Zahlen ausdedrückt, welche ihnen vorgeset/.t sind. So ist die Härte des Kalkspatlies —~ 3 , des Feld- spathes 6 , des Korundes = 9. Der Abstand zwischen je zwei auf einander folgenden Graden, wird in zehn gleiche Theile getheilt. Die Zehntheile werden durch Schätzung bestimmt. Man wird jedoch selten genöthiget seyn , mein- oder weniger als o. 5 zu gebrauchen. Das Aull dieser Scala ist die Flüssigkeit. Durch blosses Hitzen , lassen sich die Grade der Härte nicht mit Genauigkeit bestimmen. Weit genauer geht die Bestimmung durch die Feile. Das Verfahren ist nach Moiis folgendes : Man versucht mit einem Eck des gegebenen Minerals die Glieder der Scala zu ritzen , und zwar von oben herab, damit man die unteren Glieder nicht unnöthig zerkratzt. Wenn man das erste , welches von dem gegebenen Mineral sich ganz bestimmt ritzen lässt , gefunden hat ; so versucht man dieses, das gegebene Mineral und das nächst höhere Glied der Scala, auf der Feile. Ma n sieht dabei auf ziemlich gleiche Gestalt und Grösse der Stücke , und auf ziemlich gleiche Beschaffenheit der Ecke des einen und des anderen. Man urtheilt nun, tlieils aus dem Widerstande, welchen die Körper auf der Feile leisten , tlieils aus dem Geräusch, welches beim Streichen entsteht, über die gegenseitigen Verhältnisse der Härte , und druckt diese , nach hinlänglicher Abänderung und W iederholung des \ ersuchs, durch die Zahl des verglichenen Gliedes der Scala aus , der man , im erforderlichen Falle, die Zehntheile beifügt, welche die erwähnte Schätzung; gibt. Einige Mineralien zeigen an verschiedenen Theilen auch eine verschiedene Härte. Der Cyanit gibt ein Gewicht der Mineralien. 64 auffallendes Beispiel. Auf der ausgezeichneten Thci- lungsfläche wird er vom Flussspath geritzt, während seine Ecken den Apatit ritzen. 5 . Vom spezifischen Gewichte der Mineralien. §• 75 . Das Verhältniss zwischen den absoluten Gewichten der Mineralien , hei gleichem Volumen , heisst ihr spezifisches Gewicht. Das absolute Gewicht des Wassers wird als Einheit angenommen. Das spezifische Gewicht gleichartiger Mineralien stimmt im Allgemeinen so nahe überein, dass bei vollkommen reinen Exemplaren, die Differenz beinahe >iull ist. Daraus ergibt sich , xvie wichtig - diese Eigenschaft für die Erkennung und Unterscheidung der Mineralien ist,! wenn dieselbe mit Genauigkeit bestimmt wird. j Das zweckmässigste Verfahren zur Ausmittelung des spezifischen Gewichtes von festen , im Wasser 1 unlöslichen Mineralien , ist folgendes : Man wiegt das gegebene Mineral in freier Luft, füllt alsdann ein kleines cylindrisches, mit einer weiten Oeflmmg versehenes Glasfläschchen, mit des— tillirtem Wasser von einer bestimmten Temperatur vollkommen an, schliesst es durch eine gut aufge- schliffene, genau auf den Rand der Oeflmmg passende Glasplatte, trocknet es sorgfältig ab, und bestimmt alsdann sein Gewicht auf der Wage. Das Gewicht desMinerals wird nun zum Gewichte des Fläschchens addirt und die Summe bemerkt. Hierauf w ird das Mineral in das Fläschchen eingetragen , wobei es ein dem seinigen gleiches \ olumen Wasser austreibt. Mau entfernt mm sorgfältig alle Luftblasen , schliesst das Fliisclien wieder, und wiegt es abermal, nach vorheriger Abtrocknung. Was cs nun weniger w iegt, als die oben erw ähnte Summe, das ist das Gewicht Gewicht der Mineralien. 65 des ausgetriebenen Volumens Wasser. Das Verhältnis zwischen dem absoluten Gewichte des Minerals und des , als Einheit angenommenen , Wassers, bei Gleichheit ihres Volumens, d. i. das spezifische Gewicht des gegebenen Minerals, wird nun erhalten, wenn man das absolute Gewicht desselben, durch das Gewicht des ausgetriebenen Volumens Wasser dividirt. Setzt man für das absolute Gewicht des Minerals p , für das Gewicht des Volumens Wasser P, für das spezifische Gewicht des Minerals S, so ist dem Angeführten zufolge und wenn p = 8. 24, P = 2, 06 ist, S = 4- 0. Man kann bei diesem Verfahren (las Mineral in Gestalt eines Pulvers , oder in Gestalt von Körnern anwenden, und erhält sehr genaue Resultate. Denselben Grad von Genauigkeit erhält die Bestimmung vermittelst der hydrostatischen Wage. Der allgemeineren Anwendung derselben steht aber im Wege, dass hierbei das Mineral an einem Stücke seyn muss. Man wiegt es in der Luft, befestiget es hierauf an einem Menschenhaar, und hängt es vermittelst desselben an die Wagschale einer empfindlichen Wage, die zu diesem Zwecke mit einem kleinen Bäckchen versehen ist, worauf man es wiederum im Wasser wiegt. Durch Abziehen des dabei erhaltenen Gewichtes, von dem Gew ichte des Minerals in der Luft , w ird P erhalten. Das Viciioi.soN’sche Aräometer gibt nicht so u genaue Resultate, als die angeführten Methoden. Die Bestimmungen der spezifischen Gewichte durch dasselbe, sind um so unsicherer , je mehr das absolute Gewicht des Minerals von dem Normal- Gewichte differirt. Es kann auf Reisen, um annähernde Bestimmungen zu erhalten , gebraucht werden. V*LMsn Mineralogie. 5 66 Gewicht der Mineralien. Das spezifische Gewicht flüssiger Substanzen wird bestimmt, indem man ein Fläschchen mit eingeschlillenem Stöpser , und von bekanntem Gewichte, nach einander mit der Flüssigkeit und mit Wasser anfüllt , abwiegt , und hierauf das Gewicht der Flüssigkeit durch das Gewicht des Wassers dividirt. Ist das Mineral, dessen spezifisches Gewicht he- • stimmt werden soll, in Wasser auflöslich, so wählt man eine Flüssigkeit, in welcher es unauflöslich ist, Oel oder Weingeist , bestimmt nach der angegebenen Methode erst das spezifische Gewicht dieser Flüssigkeit , dann das spezifische Gewicht ] des Minerals , im Verhältnisse zum spezifischen j Gewichte derselben, wie oben angegeben worden, j und multiplizirt alsdann die dabei erhaltenen | Zahlen. Das Product ist das spezifische Gewicht I des untersuchten Minerals. j Soll das spezifische Gewicht von solchen Minera- ; lien bestimmt werden , die , ohne sich in Wasser aufzulösen , von demselben einsaugen , wie diess hei mehreren erdartigen Mineralien, und hei einigen Opalen , der Fall ist , so bestimmt man zuförderst ihr absolutes Gew icht in der Luft, lässt sie dann sich voll Wasser saugen , bestimmt die hierauf erfolgte Gewichtszunahme , und das Gewicht des Volumens Wasser, das sie heim Abwiegen in Wasser austreiben, subtrahirt von diesem, was sie durch Einsaugen von Wasser zugenommen haben, und dividirt mit dem Rest in das absolute Gewicht derselben. Setzen w r ir für die Gewichtszunahme des Minerals im Wasser Z, indem wir für die übrigen Daten die oben gebrauchte Bezeichnung beibelialten, so ist S = P Bei jeder Bestimmung des spezifischen Gewichtes eines Minerals muss die Temperatur angegeben werden , bei Avelcher dieselbe geschah , damit nötigenfalls die Reduction auf eine gewisse Elektrizität der Mineralien. 67 Temperatur gemacht werden kann. Geschehen die Bestimmungen zwischen + 5" und + 1G° C ., so bleiben die Resultate bis auf die vierte Decimal- stelle unverändert , da nach IEellströms Bestimmungen das spezifische Gewicht des Wassers von + 5° bis + 16", mit Hinweglassung der vier letzten Decimalzahlen, — 0 999 ist. Die Bestimmungen der spezifischen Gewichte haben für die Mineralogie die hinlängliche Genauigkeit, wenn sie scharf bis auf die vierteDecimalzahl sind. In den meisten Fällen reicht man mit zweien aus, und wenn es sich um die Erkennung eines schon mineralogisch bestimmten Minerals handelt, mit einer. Die Stücke, welche man zu der Bestimmung des spezifischen. Gewichtes anwendet , müssen vollkommen rein seyn. Es ist selten der Fall, dass grossere Stücke den nöthigen Giad der Reinheit liaben ; sie müssen in der Regel zerkleinert , und alsdann das Reinste mit aller Sorgfalt ausgelesen werden. Man kann hierbei nur darin zu weit gehen, dass man das Mineral allzusehr zertheilt, und dadurch das Abwiegen im Wasser schwierig macht. 6 . Von der Elektrizität der Mineralien. §• 74 . Bei einer grossen A nzahl von Mineralien hat man die Beobachtung gemacht, dass sie durch Reihung, Druck oder Erwärmung, elektrisch werden. Von besonderem Interesse ist die Eigenschaft vieler Krvstalle, beim Erwärmen an den entgegengesetzten Enden ihrer Krvstallaxen, die entgegengesetzten Elektrizitäten zu zeigen, d. i. polarisch elektrisch zu vserden. Man nennt diese Eigenschaft Krystall- elektrizität. Viele Krystalle , w elche diese Eigen- 68 Elektrizität der Mineralien. scliaft besitzen, zeigen sielt an den Enden ungleichartig ausgebildet , und haben oft an einem Ende mehr und andere Flächen , als an dem anderen. D ie Krvstalle des regulären Systems zeigen mc/urre elektrisclieAxen. Die Krvstalle der übrigen Systeme zeigen eine elektrische Axe, welche mit der Haupt- axe der Gestalt zusammenfällt. Am auffallendsten zeigt sich Krvstallelektrizität hei dem Turmalin, der noch das Eigenlhümliche hat, dass dasjenige Ende, welches heim Erwärmen positiv elektrisch war, heim Abkühlen negativ elektrisch wird, und umgekehrt, und dass einzelne Stücke desselben, und sogar sein zartestes Pulver, elektrisch werden. Ueherdiess besitzen Kryslalleleklrizität, der Boracit, ( mit vier elektrischen Axen), Axinit, Topas, Sphen, Zeolith , das Zinkglaserz , der Bergkrystall der Dauphine, der Diamant, Schwefel, Id ussspa tli, Kalkspath, Schwerspath, Coelestin, Granat, Vesu- vian, Amethyst, Analcim, Eisenvitriol, Dichroit, j Diopsid, der gelbe Beryll, das Weissbleierz, Rausch- j gelb, und der Honigstein. 1 Durch Reibung oder Druck wird in sehr vielen Mineralien die gemeine Elektrizität erregt. Der Kalkspath gibt davon ein auffallendes Beispiel. Drückt man zwei parallel laufende Flächen desselben zwischen den Fingern , so wird er an denselben positiv elektrisch , und behält die so erlangte Elektrizität drei bis eilf Tage. Flussspath und Topas behalten sie nur einige Stunden, Glimmer eine oder zwei Stunden, und der Bergkrystall noch kürzere Zeit. Wenn man eine Scheibe von Steinkohle, Relinasplialt,Bernstein, Cyanit, oder erhitztem Kalkspath an eine Scheibe von Kork drückt, so wird diese positiv , die genannten Mineralien aber negativ elektrisch. Die Korkscheibe wird negativ elektrisch, wenn man siegegen nicht erwärmten Kalkspath, Flussspath, Gvps, Schwerspath drückt, und diese jiositiv elektrisch. Beim schnellen Auseinanderreissen von zwei Blättchen Elektrizität der Mineralien. 69 eines Glimmerkrystalls, wird das eine positiv, das andere negativ elektrisch , und dasselbe ist der Fall heim Zerreissen von Talk und erwärmtem Gyps- Viele Mineralien sind Isolatoren , und werden beim Reihen mit einem Wollenzeug positiv elektrisch , wie Gyps, Anhydrit, Sehwerspath, Apatit, Demant, Strontianit, Arragonit, Steinsalz, Kalk- spath, Witherit, Salpeter, Glauherit, Bittersalz, Flussspath , Boracit , Turmalin , Axinit, Topas, Zirkon, Smaragd, Quarz, Vesuvian, Kaneelstein, Cyanit , Diehroit, Sapphyr, Granat, Feldspath, Glimmer, Hornblende ,' Tremolit , Strahlstein, Prehnit, Apophyllit, Zeolith, Stilhit, Analeim , Nephelin, Euklas, Augit, Pistazit, Diopsid, Chias- tolilli, Sphen, Zinkglaserz, Galmei, Weissbleierz, Zinnslein, Tungstein, Bleivitriol. Isolatoren, die durch Reihung negativ elektrisch werden, sind : Anatas, Rutil, Schwefel, Zinkblende, Eisenglanz, Gelbbleierz , Rothbleierz , Griinbleierz , Kupfersmaragd, Malachit, Pseudomalachit, Kieselmalachit, Kupferlasur, Kupfervitriol, Uranglimmer, Kobaltblüthe , Rauschgelb , Talk, Eisenvitriol, Rolhkupfcrerz, Eisenblau, Würfelerz, Rolhgültig- erz, Zinnober, Quecksilberhornerz, Honigstein, Bernstein, Retinasplialt, Erdpech, und Anlhracit. Leiter, die positiv elektrisch werden, sind : Silber, Amalgam , Kupfer und Wismutli. Leiter, welche negativ elektrisch werden, sind : Gold, Platin, Palladium, Silberglaserz, Spiessglanzsilber , gediegen Antimon, Grauspiessglanzerz, Arsenik, Chromeisen, Molybdän, Uranpecherz, Wolfram, Glanzbraunstein , Graubraunsleinerz , Koballschwärze, Tantalit, Yttrotantalit, Wismuthglanz, Blättertellur , Graphit , Magneteisenstein , Rotli- eisenstein, Schwefelkies, W'asserkies, Magnetkies, Ai'senikkies , Kupferkies , Kupfernickel , Kupferglanz, Fahlerz. Magnetismus der Mineralien. §• 75 . Zur Bestimmung , ob ein Mineral durch Erwärmung, Druck oder Reibung, elektrisch werde, wendet man das sehr empfindliche , und beim Gebrauche bequeme , Elektrometer von Boiinen- berger an , welches aus einem zwischen zwei Zambonischen Säulen aufgehängten Streifen Gold- blatt besieht, und mit einemCondensator versehen ist. Es gibt zugleich die Art der Elektrizität an. Um die elektrischen Pole auszumitteln , dient ein aufrecht siebendes , isolirtes Ratzenbaar, welches durch Reiben zwischen den Fingern positiv elektrisch gemacht wird , oder eine Metallnadel , an deren einem Ende einStiickcben isländischen Dop- pelspallies befestiget ist , welches man vor dem Gebrauche des Instrumentes zwischen den Fingern drückt, wodurch dasselbe für mehrere Tage positive Elektrizität erhält. Um ausfindig zn machen, ob ein Mineral die Elektrizität leitet oder isolirt, brinct man ein kleines Stückchen davon so zwischen zwei Melallstreifen von Kupfer und Zink , die kreuzweise über einander liegen, und mit einem Ende in verdünnte Schwefelsäure eintauchen, dass sie nur durch dasselbe mit einander in Berührung stehen. Die Gasentwickelung hört am Kiqifer- streil'en auf, wenn das Mineral ein Isolator der Elektrizität ist. 7 . Pom Magnetismus der Mineralien. % 76 . Der Magnetismus ist eine Eigenschaft , welche vorzugsweise dem Mineralreiche angehört , allein erzeigt sich demungeachtet nur bei wenigen Mineralien. Es sind solche, die der Familie des Eisens Geruch der Mineralien. 7 * angehören , oder Eisen enthalten. Das gediegene Eisen , der Magneteisenstein , das Titaneisen und der Magnetkies sind in hohem Grade magnetisch. Der Magneteisenstein ist das einzige Mineral, welches polarischen Magnetismus besitzt , und diesen anderen Mineralien , in denen es eingesprengt ist, ja seihst ganzen Gehirgslagern, mittheilt. Man nennt die nicht polarisch magnetischen Mineralien, attractorisch magnetisch, wenn sie metallisches Eisen anzielien , retracton'sch magnetisch , wenn sie, ohne diese Eigenschaft zu besitzen, von einem künstlichen oder natürlichen Magnete angezogen werden. Die Instrumente , deren man sich zur Untersuchung des Magnetismus der Mineralien bedient, sind die Magnetnadel und der Magnetstab. B. ChemischeEigenschaftenderMineralien. i. Der Geruch, §-. 77. Einige Mineralien besitzen für sich, ohne weitere Behandlung, einen eigenthümlichen Geruch; andere zeigen Geruch heim Erwärmen , Anhauchen oder Befeuchten , heim Reihen oder Schlagen. Man nennt 1) aromatisch, den Geruch , welchen der Bernstein heim Erwärmen und beim Reiben entwickelt; 2) bituminös, den Geruch des Erdpeclis; 3) brenzlig, den Geruch, den einige Varietäten von Quarz heim Zerschlagen oder Aneinanderreiben entwickeln (Stinkquarz); 4) urinös , den Geruch , welchen einige Varietäten Kalkstein heim Reihen ausgehen (Stinkstein, Stinkschiefer) • Geschmack der Mineralien. 72 5) hepatisch, den Geruch, welchen der Hepa tit von Andrarum , dbr Stinkzinnober von Idria , heim Reihen oder Zerschlagen entwickelt ; 6) schwefelig , den Geruch, welchen Schwefelkies beim Zerschlagen entwickelt; 7) knoblauchartig , den Geruch , welchen gediegener Arsenik heim Zerschlagen ausgibt; 8) thonig, den Geruch , den verschiedene erdartige Mineralien, wie Bolus, Porzellanerde, Steinmark u. s. w. , beim Befeuchten oder Anhauchen entwickeln. Das gediegene Kupfer besitzt einen ganz eigen- th ii mlieben, eekelhaffen Geruch, der sich hei der Berührung den Fingern mittheilt. 1. Der Geschmack. S-. 78. Die sogenannten salzigen Körper des Mineralreichs, und einige wenige andere Mineralien, besitzen Geschmack. Man nennt 1 ) zusammenziehend oder styptiseh , den Geschmack des Eisenvitriols und Kupfervitriols; 2) siisslich, den Geschmack des Alauns; 5) salzig, den Geschmack des Steinsalzes; 4) laugenhaft, den Geschmack des Natrons; 5) kühlend, den Geschmack des Salpeters; 6) bitter, den Geschmack des Bittersalzes; 7) urinös, den Geschmack des Salmiaks; 8) thonig, den Geschmack einiger erdartigen Mineralien, des Bolus, Thons u. s. w. Verhalten d.Mincraltengegen versch. Lösungsmittel. 73 3 . Das Anhängen an der Zunge oder an der feuchten Lippe. §• 79 . Wenn man einige Mineralien an die Zunge oder an die feuchte Lippe bringt, so saugen sie die Feuchtigkeit derselben ein und bleiben mehr oder "weniger stark daran hängen, so dass man einige Kraft anwenden muss, um sie wieder abzutrennen. Man nennt diess das .Anhängen ... IVur solche Mineralien , die Thonerde enthalten, weich und erdartig sind, hängen an der Ziunge. Man unterscheidet : stark an der Zunge hängend, wie Klebschiefer, Bolus, Steinmark; ziemlich stark an der Zunge hängend , wie der Töpferthon; wenig an der Zunge hängend, wie Porzellanerde. 4 . Verhalten der Mineralien gegen verschiedene Lösungsmittel. §■ 80 . Sehr viele Mineralien besitzen die Eigenschaft, sich in verschiedenen Flüssigkeiten aufzulösen. Die Substanzen , welche als Lösungsmittel angewendet werden, sind: Wasser, Weingeist, Säuren (zumalSalzsäure, Salpetersäure und Königswasser), und Ammoniak. Man bringt ein gegebenes Mineral im gepulverten Zustande mit einer oder der anderen , von den genannten Flüssigkeiten, in einem kleinen Fläschchen , oder in einer unten zugeschmolzenen Glasröhre, oder auch in einem Uhrglase zusammen, und beobachtet, oh dasselbe 74 Verhalten der Mineralien vor dem Lüthrohi. bei der gewöhnlichen Temperatur, oder heim Erwärmen sich löse , oh die Auflösung leicht oder schwer, ganz oder nur tlxeilweise, mit oder ohne Aufbrausen erfolge , oh die dabei erhaltene Flüssigkeit gefärbt oder farblos ist u. s. w., und wie sich dieselbe hei weiterer Behandlung verhaltet. Durch die aufmerksame Untersuchung des Verhaltens der Mineralien gegen verschiedene Lösungsmittel, ist man oft. im Stande , dieselben zu erkennen, wenn sie sich in der feinsten Pulverform befinden , und in vielen Fällen gibt sie schnellen und bestimmten Aufschluss über ihre Mischlin". Im Wasser lösen sich das Steinsalz , der Salmiak, der Alaun, der Salpeter, das JVatron ii.s.w. In Weingeist löst sich die Boraxsäure , und die geistige Lösung brennt angezündet mit grüner Flamme; ferner das Erdpech. In Ammoniak löst sich das Rotlikupfererz, die Kupferschwärze; er- steres zur farbelosen , an der Luft blau werdenden, letztere zur lasurblauen Flüssigkeit. Die Mineralien, welche Kohlensäure enthalten, lösen sich in Säuren unter Aufbrausen, wie der Kalkstein, Arragonit, Strontianit, Witherit, Malachit u. s. w. In Königswasser löst sich das Gold und Platin. Die Chemie lehrt, wie im einzelnen Falle verfahren werden muss , wenn man richtige Resultate ei'lialten will. 5 . Verhalten der Mineralien vor dem Löthrohr. %. 81 . Die Erscheinungen , welche die Mineralien zeigen , wenn sie für sich, oder in Berührung mit anderen Substanzen einer höheren Temperatur Verhalten der Mineralien vor dem Lüthrohr. ansgesetzt werden , wobei man sieh einer durch Oel genährten Lampe, und des besonders modi- lizirten Lötlirohrs der Metallarbeiter , zur Her- vorbrinmme der nöthicen Hitzerade bedient, sind so bestimmt und charakteristisch , dass sie in vielen Fällen entscheiden, wenn die Beschaffenheit der Mineralien jede andere Lntersuchung unmöglich macht. Der Gebrauch des Lötlirohrs in der Mineralogie ist aus diesem Grunde , und weil man mit beinahe unwägbaren Quantitäten alle Versuche anstellen kann , die nötliig sind, um den Körper zu erkennen , den man untersucht, ganz unentbehrlich. Ganz besonders wichtig ist der Gebrauch des Lötlirohrs für den Techniker, der mit Leichtigkeit die Beslandllieile der Mine- ralien entdecken kann , die er zu den verschiedensten Zwecken benützt , und die geringste Quantität schädlicher Stolle darin auffindet, wenn er mit demselben vertraut ist. Chemische Kenntnisse sind dabei unerlässlich, und seihst mit diesen bringt man es nicht dahin , aus den erhaltenen Resultaten richtige Schlüsse zu ziehen , wenn man sich nicht in der Anwendung des Lötlirohrs eine grosse Fertigkeit erworben und viele Lötlirolir-Versuche gesehen hat. Die Erscheinungen vor dem Lötlirolir sprechen zwar oft bestimmt und für Jeden verständlich; aber in vielen Fällen müssen die Versuche mit Feinheit angestellt, und dann auch von einem Auge beobachtet werden, das durch vieles Beobachten eine Fertigkeit erlangt hat , feine Unterschiede wa hrzunelimen. Berzeliis hat eine klassische Arbeit über die Anwendung des Lötlirohrs bekannt gemacht*), wc rin mit Ausnahme einiger in der neuesten * Jic. Berzelius, von der Anwendung des Lbthrohrs in der Chemie nnc Mineralogie. Aus der schwedischen Handschrift übersetzt von Heuig Rose. Mit 4 Kupfertafeln. Nürnberg, 1821. "-6 Zusammensetzung der Mineralien. Zeit in dieser Beziehung gemachten Entdeckungen, alles enthalten ist, was ein der Chemie kundiger Mineraloge zu wissen nöthig hat, wenn er das Löthrolir in Anwendung bringen will. Wir verweisen auf dieselbe , in der l.eber/eugung , dass es der Sache nur schaden würde, wenn man versuchen wollte , einen Abriss von dem zu gehen, was dort ausführlich dargestellt ist. G. Eon der Zusammensetzung der Mineralien. §• 82 - Die Chemie hat im Mineralreich zwei und fünfzig Elemente oder Grundstoffe nachgewiesen. Sie sind : Sauerstoff, JEasser st off, Kohlenstoff , Boron, Kiesel oder Silicium, Zirconium, Phosphor, Schwefel, Selen, Chlor , Brom Jod, Fluor, Stickstoff, Alumium, Yttrium, Glycium, Magnium, Calcium, Baryum , Strontium, Kalium, Natrium, Lithium, Zink, Kadmium, Zinn, Eisen, Mangan, Blei, Kupfer, Nickel, JEismuth, Tellur, Kobalt, Lran , Tantal, Titan , Molybdän , TVolfr am , Antimon, Arsenik, Chrom, Cerium , Queksilber, Osmium, Iridium , Rhodium , Palladium , Silber, Gold und Platin*) **). Mehrere dieser Grundstoffe bilden für sich , untermischt , eigenthiimliche Mineralien , wie Schwefel, Blei, Kupfer, W'ismuth , Antimon, Arsenik , Queksilber , Palladium , Silber , Gold *) Findet sich in den Salzsoolen , also, höchst wahrscheinlich , im Steinsalz. **) Kürzlich hat Osa>x noch drei neue Metalle, die &ich im russischen Platin finden sollen, angekündiget. Zusammensetzung der Mineralien. 77 und Platin. Doch ist die Anzahl aus elementaren Stollen bestehender Mineralien gering , im Vergleiche zu der Menge von Mineralien , wedelte aus Verbindungen der Elemente untereinander bestehen. DiezusammencesetztenMineralien werden entweder durch zwei Stoffe gebildet, und stellen eine einfache binare Verbindung dar, oder sie enthalten mehrere Stoffe , wobei wieder je zwei zu einer einfachen binären \ erbindung, und mehrere solche alsdann zu einer mehrfachen binaren Verbindung vereiniget sind. In jeder binären Verbindung spielt ein Stoff die Rolle einer Basis, der andere die Rolle einer Säure, und so tritt in einer mehrfachen binären \ erbindung, eine einfache binäre Verbindung, oder mehrere, gegen die andere , oder gegen mehrere andere , wie eine Basis gegen eine Säure auf, so dass man die zusammengesetzten Mineralien nach Art der Salze gebildet betrachten kann , in welchen stets ein elektropositiver Bestandteil mit einem elektro- negaliven vereiniget ist. Einige wenige Mineralien, die aus dem organischen Reiche abstammen, und als fossile organische Leberreste zu betrachten sind , machen davon eine Ausnahme. W ir finden in ihnen drei und vier Stoffe, zu einer ternären oder quaternären Verbindung vereiniget. Die Elemente , welche diese Verbindungen constituiren , sind : Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff und Stickstoff. Der Bernstein , das Eederharz, gehen Beispiele. Die Grundstoffe des Mineralreichs sind in bestimmten, einfachen Verhältnissen mit einander verbunden, weiche die Chemie kennen lehrt. §. 83. Die Zusammensetzung der Mineralien hat auf ihre äussere Beschaffenheit, insbesondere auf ihre Kr” stallform , entschiedenen Einfluss. Mitscherlich hat mehrere Gesetze entdeckt, nach welchen die 78 Zusammensetzung der Mineralien. Krystallformen zusammengesetzte!' Mineralien gebildet werden. Wen n sich zwei Stolle, a und b, die einerlei Krystallform haben , mit einem dritten Stofle, c, nach derselben Zahl der Mischungsgewichte verbinden, so hat die 3 erbindung a c dieselbe Form, wie die Verbindung b c. Wenn sich ein vierter Stoll, d mit a c vereiniget , so entsteht dieselbe Form, als wenn er sich nach demselben Verhältnisse mit b c vereiniget. So haben Phosphor und Arsenik wahrscheinlich einerlei Krystall- fo rm, weil sie, mit derselben Anzahl Miseliungs- cewichteSauerstoll'und Bleioxyd vereiniget, einerlei Krystallform haben , wie das Grünbleierz und das arseniksaure Blei zeigen. Dasselbe ist der Fall beim Chlor und Fluor, die, mit Kalium nach derselben Zahl von Miscliungsgewichten vereiniget , einerlei Form haben. Der Kalkspatli, Bitler- spatli, Eisenspath, Galmei, das Rotlnnanganerz, j gehören demselben Kristallsysteme an, und zeigen j in ihren Winkeln nur sehr geringe Unterschiede. 1 Diess macht es wahrscheinlich , dass Calcium, Magnimn , Eisen , Zank und Mangan , und ihre Verbindungen mit 1 M. G. Sauerstolf, zu Kalkerde, Bittererde, Eisenoxydul, Ziinkoxvd und Mangan- oxydul einerlei Krystallform , mit sehr wenig abweichenden Winkeln , haben. Der Galinit, welcher aus Zinkoxyd und Thonerde besteht, hat dieselbe Form, wie der Spinell , der aus Bittererde und Thonerde bestellt. Der Seliwer- spatli, der Cölestin, der Bleivitriol, 3 erbindun- gen von Barvt, Strontian, Bleioxyd mit 1 31. G. Schwefelsäure, haben gleiches Kristallsystem mit geringen Abweichungen in den \3 inkeln , und die Basen haben somit wahrscheinlich gleiche Form. Kali bildet mit den Säuren dieselbe Form, wie Ammoniak , wenn es mit 2 31. G. 33 asser vereiniget ist. Thonerde, Eisenoxyd, Chromoxydul und 3Ianganoxyd scheinen wiederum gleiche 79 Zusammensetzung der Mineralien. Krystallforxn zu haben , eben so Titanoxyd und Zinnoxyd. Die Chemie weist diese Verhältnisse vollständig nach, und zeigt, wie die verschiedenen Stoffe , sich ohne bedeutende Aenderung in der Form, in den chemischen Verbindungen ersetzen können. Man heisst die sich wechselseitig ersetzenden Stoffe isomorphe. §• » 4 - . Die Zusammensetzung der Mineralien wird durch kurze Formeln ausgedrückt , indem man als Zeichen für die Stoffe den lateinischen Anfangsbuchstaben derselben setzt , wenn mehrere denselben aber gemein haben, den ersten Buchstaben hinzufügt, den sie nicht gemeinschaftlich haben, und die Anzahl der Miscliun"S"ewichte durch Cz C 1 Zillern bezeichnet. Die Zeichen der Stoffe sind : O — Oxygenium, Sauerstoff, H = Hydrogenium, Wasserstoff, C = Carbonium, Kohlenstoff, B = Boronium, Boron, Si = Silicium , Kiesel, S — Silica, Kieselerde, Zr — Zirconium, und Zirkonerde, P — Phosphorus, Phosphor, Su = Sulphur, Schwefel, Se = Selenium, Selen, CI — Clilorium, Chlor, Br — Bromium, Brom, J = Jodium, Jod, Fl = Fluorium, Fluor, N = Nitwcum, Stickstoff, A = Alumium, oder Tlionerde, Y — Yttrium, oder Yttererde, G = Glycium, oder Glycinerde, Mg— Magnesium, oder Bittererde, Ca — Calcium, oder Kalkerde, Ba— Baryum, oder Baryt, Sr — Sti’ontium, oder Strontiau, 8o Zusammensetzung der Mineralien. K — Kalium, oder Kali, Na — Natrium, oder Natron, L = Lithium, oder Lithon, Z/t = Zincum, Zink, Cd — Cadmium, Cadmium, Sn — Stannum, Zinn, Fe — Ferrum, Eisen, F — Ferrum oxydatum, Eisenoxyd, f = Ferrum oxydulatum, Eisenoxydul, Mn— Manganium, Mangan, Bb — Blumbum, Blei, Cu = Cuprum, Kupfer, Ce = Cererium, Cerer, Bi = Bismut hum, Wismuth, Te = Tellurium, Tellur, Co — C.ohaltum, Kobalt, Ni — Nieeolum, Nickel, Mo — Molyhdänum , Molybdän, Chr= Chromium, Chrom, Sb = Stihium, Spiessglanz, As = Arsenicum , Arsenik Ti = Titanium, Titan, U = Uranium, Tran, Ta= Tantalum, Tantal, FV = AVolframium, AVolfram, Hg= II\drargyrum, Queksilher, Os— Osmium, Osmium, Pl — Palladium, Palladium, Ag— Argentum, Silber, B — Rhodium, Rhodium, I — Iridium, Iridium, Au— Aurum, Gold, Pt — Platinum, Platin, Aq — Aqua , Wasser. Einfache binäre Verbinduncen ‘werden durch zwei neben einander gesetzte Zeichen ausgedrückt, und wenn ein Mineral aus mehreren binären Verbindungen zusammengesetzt ist , so werden die einzelnen Glieder durch das Zeichen + mit Classification der Mineralien. 81 einander verbunden. Z. B. CuSu, Schwefelkupfer, Fe Su + Cu Su, Scliwefeleisen mit Schwefelkupfer. Eine nach Art eines Coeflicienten vor die Buchstaben gesetzte Ziffer, zeigt die Mischungsgewichte an , nach welchen die einzelnen binären Verbindungen unter einander vereiniget sind , und eine nach Art eines Exponenten hinter die Buchstaben gesetzte Ziffer zeigt an, nach welchen Mischungsgewichten die Stoffe der einzelnen binären Verbindungen mit einander verbunden sind. Wenn 1 Mischungsgewicht eines Stoffes mit 1 Mischungsgewicht eines anderen vereinigt ist, so lässt man die Taffer 1 weg. So bezeichnet Cu Su eine aus 1 AI. G. Schwefel und 1 M. G. Kupfer bestehende Verbindung , 2 Sb 2 Su 3 + 3 Ag Su eine Verbindung von 2 M. G. anderthalb Schwefelspiess- glanz mit 5 AI. G. einfach Schwefelsilber , 3 AS 2 + NS 2 + 2 Atj. eine Verbindung von 3 AI. G. doppelt kieselsaurer Thonerde mit 1 AI. G. doppelt kieselsaurem Natroq und 2 AI. G. Wasser u. s. w. Zur Bezeichnung der Säuren , welche die Elemente mit Sauerstoff bilden , wendet man oft gleichfalls das Zeichen des Elementes , ohne weiteren Zusatz an , wie f Su für schwefelsaures Eisenoxydul, Ca Su für schwefelsauren Kalk. Es können dadurch aber leicht Abwechselungen, entstellen , welchen man vorbeugt , wenn man durch über das Zeichen des Elements gesetzte Puncte die AI. G. Sauerstoff angibt, und also für Ca Su, Ca Su schreibt. 7 . Von der Classification der Mineralien. %■ 85 . Alan kann die Alineralien nach ihren physikalischen , oder nach ihren chemischen Eigenschaften classificiren. Nach beiden ist schon eine Reite von Alineralsystemen aufgestellt, und sehr W.lcb.\f.r Mineralogie. ^ öl Classification der Mineralien. viele Systeme können noch aufgestellt werden. Die Classification nach den chemischen Charakteren der Mineralien verdient den \ orzug; denn die Mischung bedingt die Structur und die Form, den Glanz, die Farbe, Durchsichtigkeit, Strahlenbrechung , Härte , das spezifische Gewicht u. s. w. ; sie ist die Grundursache aller wesentlichen Kennzeichen der Mineralien. §■ 86 . Das Mineralsystem muss einfach sevn , damit es dem Anfänger das Studium erleichtere, und es muss ferner die verwandten Körper zusammen stellen, wenn es natürlich seyn und einen prac- tisclien Nutzen gewähren soll. Diesen Anforderungen entspricht folgendes System : I. Classe. Einfache Stoffe und unorganische Verbindun gen. i. Obdkckg. Metalloide. 1. Familie. Schwefel. 2. — Boron. 3 . — Carhon (Kohlenstoff). 4- — Kiesel (Silicium). 5 . — Zirkon (Zirconium). 2 . Ordkusg. Metalle der Erden und Alka 1. Familie. Alumiuin. 2. — Glycium. 3 . — Y ttrium. 4* — Magnesium. 5 . — Calcium. 6 . — Strontium. 7 . — Baryum. 8 . — Natrium. 9 . — Kalium. 10. — Ammonium ^ ; ). *) Nach dem \organge mehrerer Chemiker, wegen seines Verhaltens gegen Sauren, hierher gestellt. Classification der Mineralien. 83 3. Ohdmjzvg. Schwere Metalle. 1. Familie. Eisen. 2. — Mangan. 5. — Zink. 4- — Zinn. 5. — Cerer. 6. — Kupfer. 7. — Blei. 8. — Wismuth. 9. — Tellur. 10. — Nickel. 11. — Kobalt. 12. — l ran. 13. — Titan. 14- — W olfram. 15. — Tantal. 16. — Chrom. 17. — Arsenik. 18. — Molybdän. 19- — Spiessglanz. 20- — Queksilber. 21. — Silber. 22. — Iridium. 23- — Palladium. 24. — Gold. 25. — Platin. II. Classe. Organische Vt 1. Familie. Salze. 2. — Harz. 3. — Bitumen. 4- — Oel. 5. — Kohle. §• 86 . Mineralien von gleicher Form und Mischung, werden zu einer Gattung gezählt. Wenn an die Stelle einer Substanz eine andere, isomorphe tritt, Classification iler Mineralien. 84 olme dass dadurch die Form des Minerals verändert wird , so entstellen Arten. Nach den Verschiedenheiten der Farbe , Aggregation , Absonderung, Structur u. s. w., werden Varietäten und Abänderungen gebildet. Mehrere in den physikalischen und in den chemischen Eigenschaften' sich nahestehende Gattungen , bilden zusammen eine Gruppe. Mineralien einer Gruppe haben oftmals in Bezug auf ihr Vorkommen viele Aehn- lichkeit. §. 87 . _ 1 Es ist im Vorhergehenden gezeigt worden, dass i die chemische Constitution die Grundursache aller i wesentlichen äussern Kennzeichen der Mineralien seye. Sie ist es auch , die im Mineralreiche das Individuum bedingt. Ein Mineral bleibt in seinem Wesen unverändert, so lange seine Mischung unverändert bleibt, die mechanische Tlieilung gehe so weit sie wolle. Nur durch chemische Trennung der Tlieile , wird das Mineral-Individuum zerstört. Der Baryt in Kryslallen, der spä- tliige derbe, der dichte Baryt und der Baryt im Zustande des feinsten Pulvers , ist im Wesentlichen ein und dasselbe. Man muss indessen ein Krystall-Individuum , von dem eigentlichen mineralogischen Individuum unterscheiden. Besclireibung der einzelnen Mineralien. I. Classe. Einfache Stoffe und unorganische Verbindungen. I. Ordnung. Metalloide. Mineralien, deren Hauptbestandtheil eine nicht metallische Substanz ist. Sie sind, mit Ausnahme von dreien , im reinen Zustande farbelos , und haben geringes spezifisches Gewicht (1-48....3.6). Mehrere besitzen einen hohen Grad der Härte und des Glanzes. Alle werden durch Reibung elektrisch und sind Isolatoren * den Graphit ausgenommen. 1) FAMILIE DES SCHWEFELS. Mineralien, welche aus der elementaren Substanz Schwefel bestehen. 1. Gattung. * Schwefel. S_vn. Natürlicher Schwefel, prismatischer Schwefel, Soufre. Rhombisches Oktaeder, ähnlich Fig. 38 , mit Seitenkantenwinkeln von 106° 38' und 84° 58' und mit dem Grundkantenwinkel von 143° 17'. Theilbar , aber schwierig , in der Richtung der Oitaederflächen, und in der Richtung der Flächen , welche die Grundkanten des Oktaeders abstumpfen (Seitenflächen eines rhombischen Pris- ma’s). 86 Schwefel. Die Krystalle sind gewöhnlich : i) Rhombische Ohtaedcr. s) Rhombische Oktaeder mit Abstumpfung der stumpfen Ecken der Basis. 3) Rhombische Oktaeder mit Apstumpfung der Endecken. 4) Rhombische Oktaeder mit Abstumpfung der Grundkanten, wodurch, wenn sich die Abstumpfungsflächen ver- grüssern, rhombische Prismen mit vier-flächiger Zuspitzung gebildet werden. 5) Rhombische Oktaeder mit Abstumpfung der scharfen oder der stumpfen Seitenkanten. Manchmal kommen auch Zwillinge vor, aus rhombischen Oktaedern gebildet. JE — 1.5...2.5 Sp. G. = 2.0 Fettglanz. Die Oberfläche meistens glatt und glanzend. Farbe schwefelgelb, ins Rothe und Grüne sich neigend. Strich schwefelgelb... weiss. Durchsichtig... durchscheinend an den Kanten. Milde. Bruch muschli". Ij Riecht beim Reiben eigentliiimlich. Der natürliche Schwefel besteht aus der elementaren Substanz gleichen Namens, welcher öfters erdige und kolilige Theile, Selen, Bitumen, und zuweilen etwas Wasser beigemengt sind. Schmilzt beim Erhitzen unter Entwicklung eines eigenthümlichen Geruches, entzündet sich in höherer Temperatur, und bi’ennt mit blauer , wenig leuchtender Flamme, unter Ausstossung eines erstickenden Geruchs, der von schwefeliger Säure rührt, wobei reine Stücke ohne Rückstand verbrennen« Unlöslich in Wasser, aber löslich in Kali- oder Natronlauge. Die Krystalle sind gewöhnlich klein, auf- oder zusammengewachsen, und oft zu Drusen verbunden. Auch in kristallinischen Massen kommt der natürliche Schwefel vor , mit zartfaserigem Ge- Schwefel. fJ 7 füge (fasriger Schwefel), und in derben, körnig abgesonderten Part bien; ferner getropft, kugelig, nierenförmig, blasig, zerfressen, eingesprengt, als Ueberzug und Anflug. Seltener findet er sieh erdartig , bestehend aus einem Aggregat pulverartiger oder feinschuppiger , lose verbundener Theile (erdiger Schwefel). Die fremdartigen Beimengungenverändern öfters Farbe, Glanz und Durchsichtigkeit, so dass mancher Schwefel braun, malt und undurchsichtig durch dieselben wird. Der Schwefel kommt in verschiedenen Gebirgsformatio- nen vor, aber niemals in sehr grossen Massen. Im Urgehirge findet er sich in Quito, auf, dem Glimmerschiefer-Gebirge untergeordneten, Quarzlagern; in Ungarn im Glimmerschiefer eingesprengt hei Glashütte; auf Kupferkiesgängen , die im Granite aufsetzen, fand man ihn vor mehreren Jahren auf der nunmehr aufgelassencu Leopoldsgrube zu Rippoldsau im Schwarzivalde. Im Uehergangsgcbirge kommt er im Kalkstein von Carrara vor, im Quarzfels der Andes von Caxa- marca in Peru , im Grünstein von Kalinlia in Ungarn , im Anhydrit und Kalkstein zu Kex in der Schweiz. Im Flötz- gebirge findet er sich am häufigsten, und zwar vorzüglich im Kalkstein, Gyps oder Mergel , seltener im Sandstein in Körnen , Knollen und in Nestern , die zuweilen mehrere Fuss mächtig sind. Die schönsten Krystalle kommen in dem Flötzgebirge Siziliens (Girgenti, die Tliäler Noto und Maz- zara) und Spanien (Conilla, unweit Cadix) vor. Im Flötz- gehirge Italiens kommt der Schwefel häufig und nicht selten in beträchtlichen Massen vor, wie bei Urbino , Reggio u. s. w., dann in Croatien bei Crapina , in Polen , unweit Krakau. Der erdige Schwefel bildet bei Scansano in Italien, in Verbindung mit grauem Quarz und Alaunerde , ein •>.o-3o Lachter mächtiges Lager im grauen Kalkstein der Appeninen, und ist daselbst mehr oder weniger mit Grau- spiessglanzcrz gemengt; auch in Mähren und Polen findet er sich. Im vulkanischen Gebirge, in der Nähe erloschener und noch thätiger Vulkane , kommt der Schwefel sehr häufig vor , so im Traclivt der Auvergne und von Quito, in den basaltischen Gesteinen auf Bourbon und Lancerote, an den Vulkanen auf Java , Island , am Aetna , Vesuv u. s. w., in den Solfataren. In dem Salmiak der liparisclien Insel Voloano findet sich oranienrother Schwefel, der Selen enthält (Selen-Schwefel). Mehrere heisse Quellen setzen Schwefel ab. Ein grosser Theil des im Handel vorkom- 88 Boraxsäure. menden Schwefels ist natürlicher Schwefel , der durch Destillation gerciniget Morden. Sein Gebrauch ist vielfältig. Er -wird zur Bereitung der Schwefelsäure, des Znno- hers , des Schiesspulvers , verschiedener Arzneimittel und in der ."Metallurgie verwendet , und ganz allgemein als Zündmaterial, zu Schwefelfaden, Schwetelholzchcn beriitzt. 2) FAMILIE DES llOROAS. Mineralien , deren Hauptbeslandtheil Boron ist, welches bis jetzt in der Aalur nur im gesäuerten Zustande, als Boraxsäure gefunden wurde. 2. Gattung. Boraxsäure. S_\n. Sassolin, Aride boraciijue. Die Grundform noch nicht mit Bestimmtheit ausgemittelt. Zwei und zweigliedriges Kristallsystem , nach Brewster’s optischen Untei'sucliungen. "Weich und zerreiblich. Sp. G — 1.48 Perlmnttersdanz. D Graulich- und gelblichweiss. Strich weiss. Durchscheinend. Schmeckt schwachsäuerlich und bitterlich. Fettig anzufühlen. Kristallinische Blättchen, Schuppen, Körner, lose verbunden , auch getropft und in krusten- und rindenförmigen Gestalten. Boraxsäure-Hvdrat , bestehend aus 56 Boraxsäure und 44 Wasser. Zerfliesst bei gelinder Erwärmung im Krystallisalionswasser , bläht sich hei stärkerer Erhitzung auf, und schmilzt für sich auf Kohle zu einem klaren Glase. Feuerbeständig. Im Wasser und Weingeist löslich. Die geistige Lösung brennt angezündet mit grüner Flamme. Die reine Boraxsäure findet sich auf der Liparischen Insel Yolcano in einer Höhle , aus welcher heisse Quellen entspringen. Sie sublimirt sich mit den YVasserdämpfen Demant. 89 und setzt sich an die Decke und Wandungen der llühle mit etwas Schwefel vermengt ab. Die heissen Quellen von Sasso hei Florenz setzen am Rande eine verunreinigte Boraxsäure ab , die von dem Fundorte den Namen Sassolin erhalten hat, und, nach Ki.aproth, aus 86 Th. Boraxsäure- Hvdrat, 11 'l'h. eisenhaltigem Schwefelsäuren! NIangan und 3 Th. Gyps besteht. Sie schmilzt zu einem hei der Abkühlung unklar werdenden Glase. Weitere Fundorte sind die O Lagonen von Lustignano, Castelnuovo u. s. w. m Toscana. Die Boraxsäure der Lagonen wird gesammelt und zur Bereitung des Boraxes angewendet, indem man sie mit kohlensaurem Nati on versetzt und das erhaltene Salz durch Kristallisation reiniget. 5) FAMILIE DES CARBOAS. Mineralien, welche aus Kohlenstoff bestehen, und in welchen derselbe rein erscheint, oder mit Avenig Eisen Aerbunden, oder gemengt mit kleinen Antheilen einiger Metalloxyde und erdartigen Stolle. 5. Gattung. Demant. Syn. Diamant, Adamas. Reguläres Oktaeder, vollkommen tlieilbar nach den Seitenflächen. Oktaeder , Tetraeder , Würfel, Pyramidenoktaeder , Rhombendodekaeder , Tetrakontaoktaedcr , Zwillinge , die Zusammensetzungsfläche , eine Oktaederfläche , die Um- drehungsaxe auf derselben senkrecht (Fig. 5 i); die Zu- sammensetzungsfläche eine Würfelfläche , die Umdrehungs- axe gleichfalls senkrecht auf derselben. H. = 10. Sp. Gcav. = 5.4... 5.6. Eigenth tunlicher Glanz (Demantglanz). Oberfläche der Kryslalle meist glatt; beim Oktaeder und Dodekaeder hin und Avieder gestreift, und bei letzterem öfterä rauh. Die Flächen des Dodekaeders und Tetrakontaoktaeders oft gekrümmt. Farbe weiss, grau, braun, schwarz, gelb, grün, rolh, blau, im Allgemeinen licht. I )emant. l )° Strich vveiss. Durchsichtig... durchscheinend an den Kaulen, bei dunkler Farbe. Geschliffen von ausgezeichnetem Farbenspiel. Bruch niuschlig. Reiner Kohlenstoff 1 '). Verbrennt in hoher Temperatur ohne Rückstand und bildet Kohlensäure. Die Ilrvstalle meist lose , seltener zusammemgewachsen , oft abgerundet , wodurch sie die Gestalt von Körnern erhallen, und zuweilen mit einer erdigen Kinde überzogen. Alan hat den Demant bis auf die neueste Zeit nur im aufgeschwemmten Lande gefunden, im lockeren Sande der F.benen und Flüsse , in ganz jungen Congloineraten , die aus Quarzkörnern bestehen, welche durch einen eisenschüssigen Sand verhüttet sind, und unbedeckt am Tage liegen, und in Schichten von stark eisenschüssigem Thon und Sand. Die Demante liegen in diesen Massen zerstreut, und kommen immer nur in geringer Menge vor, begleitet von gediegen Gold, Anatas, Quarz, Korund, Granat, Spinell, Kotheisenstein, Topas, Chrysoberyll u. s. w. In Ostindien wurde der Demant zuerst gefunden. Die wichtigsten Puucte sind zwischen Golconda und Alasulipatam. Auch auf Ala- laeca und Korneo kommt er vor , sodann in Brasilien , in dem Districte von Serro do Frio , in dein Gouvernement von Almas Geraes. Der wichtigste Puuct der Gewinnung ist gegenwärtig der von Alandanga. In den Gebirgen von Pereira kommt, nach Heülavd, der Demant in Brauneisenstein eingewachsen vor , der Gänge im ChloritschieKrr bildet *) **). Der Demant nimmt unter den Edelsteinen den ersten Rang ein. Am meisten wird der völlig durchsichtige geschätzt. Rohe Demante, welche wegen schlechter Farbe, feiner Risse oder Flecke , nicht geschliffen werden können, und die man pulvert und zur Bereitung des Demantbordes anwendet , den man zum Schleifen und Policen des Demantes selbst, und anderer harter Steine benutzt, werden *) Die Richtigkeit des Schlusses , welchen Neivtox aus der Beobachtung der ausserordentlich starken Strahlenbrechung des Demantes zog, dass er ein brennbarer Körper seve , "that it is probably an unctuous body coagulated", ist durch LAroisiEr.s u. Gcvtok-Morveacs V ersuche ausser Zweifel gesetzt worden. **) Das Conglomerat, in welchem in Brasilien die Demante vorzugsweise gefunden werden, und das die Einwohner Cascalhao nennen, scheint aus dem zertrümmerten Eisensteine und den diesen begleitenden Gebirgsarten entstanden zu sein. Demant. 9 * das Karat *) zu 14-17 Gulden rheinisch verkauft. Kleine, ausgesuchte, zum Schleifen geeignete rohe Demante, werden das Karat mit 23 Gulden bezahlt. So nie sie aber über ein Karat sehn er sind , verkauft man sie viel theurer. Der Preis wird alsdann bestimmt, indem man das Quadrat ihres Gewichtes mit dem , was ein Karat kleiner Steine kostet , multiplicirt. Ein roher , zum Schleifen geeigneter Demant von 3 Karat kostet also, 9 X 22, das ist 198 Gulden. Durch das Schleifen n ird der Preis bedeutend erhöht. Man schleift die Demante jetzt gewöhnlich zu Rosetten und Brillanten. Die Rosetten , zu welchen man dünne Steine nimmt , haben im Allgemeinen die Gestalt einer einfachen Pyramide. Die eine Seite nämlich besteht aus einer aus dreiseitigen Flächen zusammengesetzten Pyramide, während auf der anderen Seite eine platte Basis ist. Sehr dünne Steine werden in Gestalt von Tafeln geschliffen (Tafeist e.inej. Der Brillant verlangt dickere Steine. Auf einer Seite hat er eine breite Fläche , die man Tafel nennt, welche von dreieckigen und rautenförmigen Flächen um- geben ist , welche Spitze heissen ; auf der anderen Seite zeigt er eine Pyramide, w elche zw ei Drittel der Höhe des Steines misst, und in einer kleinen Fläche endiget, welche ein Fünftel von der Grösse der Tafel hat, und Culasse genannt wird. Der Brillant wird stets ä jour gefasst, und zwar so, dass der pvramidale Theil des Steines sich in der Fassung befindet. Kleine Rosetten, die man zur Einfassung anderer Steine benützt, kosten 28 bis 38 Gulden das Karat. Etwas grössere von derselben Beschaffenheit kommen schon auf 58 Gulden zu stehen. A'ocli grössere Rosetten werden weit theurer bezahlt , stehen jedoch immer den Brillanten im Preise nach. Reine Brillanten von '/ 2 bis 3 Grän, werden, wenn man 10 bis 5 o Karat zusammen nimmt , das Karat zu 80 bis 90 Gulden verkauft. Brillanten von 3 Grän bezahlt man bei grösseren Quantitäten das Karat mit 100 Gulden. Brillanten von 1 Karat kosten 100 bis i 35 Gulden. Der Preis des Karats von geschliffenen Demanten, die mehr als 1 Karat wiegen, wird im Allgemeinen bestimmt , indem das Quadrat seines Gewichtes mit 90 Gulden multiplicirt wird. Man erhält indessen auf diese Weise den Preis nicht immer genau , und viele Demante werden um weit höhere Preise verkauft, als diese Schätzung ) 1 Karat = 4 Kran. angibt. Ein Brillant von 5 Karat ist schon selten, ! und wird mit 2250 bis 2848 Gulden bezahlt. Wegen ihrer Grösse bemerkenswertlie Demante sind : der des Raja von Matun auf Borneo , von mehr als 500 Karat; der des mongolischen Kaisers, von 279 Karat , auf fiinf und eine halbe Million Gulden geschätzt, der des russischen Kaisers, von 195 Karat; der des österreichischen Kaisers, von 159 Karat; der des Königs von Frankreich, Regent genannt, von 15G Karat, durch seine vollkommene Klarheit und schöne Form ausgezeichnet. Alle diese grosse Demanten stammen aus ‘ Indien. Den grössten, der in Brasilien gefunden worden, besitzt der König von Portugall. Er ist ' nicht geschliffen, hat die reine oktaedrische Gestalt und wiegt 120 Karat. Kleine Demantsplitter werden zum Bohren harter Steine, zum Schneiden von Glas , zum Graviren u. s. w. angewendet. ' 4- Gattung. * Anthrcicit. Smi. KoMenblende, Stangcnkohlc, harzlose Steinkohle, Glanzkohle. Noch nicht in Kryslallen gefunden. Krystal- linische, stängelige Stücke, zeigen Tlieilharkeit nach den Flächen eines geraden rhombischen Prisma’s. Breithaupt. II = 2.0...2.5 Sp. Gew. = 1-4 Stangenkohle vom Meissner. 1-48 Glanzkohle von Schönfeld in Sachsen. 1.69 AnthracitvonWurzbach imVoigtlande. Metallglanz, schwach und unvollkommen. Lisenschwarz, ins Graulichschwarze geneigt. Strich unverändert. U ndurchsichtig. Spi’öde. Bruch muschlig. Kohlenstoff mit Beimengung von Kieselerde, Thonerde und Eisenoxyd. Verbrennt heim Fr- Graphit. q3 hitzen an (1er Luft langsam ohne Flamme, Rauch und Geruch , und hinterlasst wenig weissliclie Asche. Schmilzt im Knallgasgehläse zu theils farbelosen und durchsichtigen , theils schwarzen, die Elektrizität nicht leitenden , Glas ritzenden Kügelchen. Silliman. Gerb, in sclialigen, körnigen und stängeligen Massen. Zuweilen höchst (liinnstängelig , ins Fasrige verlaufend, seidenglänzend und von graulich - und sammetschwarzer Farbe (mineralische Holzkohle). So findet er sich in verschiedenen Varietäten der Schwarzkohle. Der Anthracit ist vorzüglich im Uebergangsgebirge zu Hause , und findet sich auf Gängen und Klüften im Thon- schiefer und in der Grauwache. Seltener kommt er im Urgebirge, im Kohlensandsteingebirgc und in der Braunkohlenformation des basaltischen Gebirges vor. Baden (Oberwciler, Umwege, Zunsweyer) , Voigtland (Wurzbach), Harz (Lehrbach), Hessen (Meissner), Sachsen (Schönfeld), Frankreich, Savoyen, Schottland, England, Norwegen. Wird als Brennmaterial angewendet, verlangt aber einen hohen Hitzgrad zur Verbrennung. 5. Gattung. * Graphit. Syn. Reissblei, Crayon noir. Doppelt sechsseitige Pyramide von unbekannten Dimensionen , tlieilbar in der Richtung der Basis , sehr vollkommen. Die Krystalle sind tafelartige, sechsseitige Prismen , an welchen Flächen Vorkommen , welche die Endkanten und die Endecken abstumpfen. H. = 1.0... 2.0 Sp. Gew. = 1.8... 2.1 Metallglanz. Sehr stark auf der Spaltungsfläche, weit schwächer auf den übrigen Flächen. Oberfläche. Die Endfläche des Prisma s glatt, die übrigen Flächen meistens rauh und höckerig. Farbe eisenschwarz, ins dunkel Stahlgraue. Strich schwarz , glänzend. Undurchsichtig. 94 Graphit. Milde. Bruch uneben. Biegsam in dünnen Blättchen. Fettig anzufühlen. Färbt ab. Kohlenstoff mit sehr wenig Eisen verbunden. Sausscrf. hat gefunden , dass der reinste Graphit aus England aus 96 Th. Kohlenstoff und 4 Th. Eisen besteht. Schräder hat in einigen Graphiten auch kleine Quantitäten von Titan und Kupfer gefunden *). Wird hei längerer Behandlung in der äussern Lölhrolirflamme gelb oder braun, von keinem Flusse angegriffen , und zeigt sich unschmelzbar vor dem Eütlvrohr. Im Knallgas- gebläse schmilzt er , nach Silliman , wie der An- thracit. Die Kristalle im Allgemeinen selten, klein, auf- und zusammengewachsen. Derb, in schuppigen Massen, eingesprengt. Der Graphit findet sieh im Urgebirge, iin Gneis, Granit, Kalkstein, auf Lagen und in Nestern, und oftmals als Gemengtheil der genannten Gebirgsarten. So in der Gegend von Fassau, in Oestreich, Mähren, Untersteiermark. Ferner im Uebergangsgebirge zu Borrowdale in Cumherland, welches der wichtigste Fundort ist. Im Steinkohlengebirge hat man ihn bei Cumnock in Ayrshire , und vor mehreren Jahren auf dem Kohlenwerke imllagenbach bei Zunsweyer am Schwarza'aide, gefunden. Er kommt auch vor in Norwegen, Grönland, America, an mehreren Orten in Frankreich, in Spanien, in Tirol u. s. w. Der Graphit wird augewendet zur Bereitung von Bleistiften, mit Thon vermengt zur Verfertigung von Schmelztiegeln (Passauer Tiegel), mit Fett zur Verminderung der Friction bei Räderwerken, im fein gepulverten Zustande, mit W asser angeriehen, zum Anstrich von Eisenwaaren. *) Nach Karstes ist der reinste künstliche Graphit vollkommen eisenfrei. Gahx fand in einem künstlichen Graphit ^ Procente Eisen. Diesemnach konnte man vermuthen , das Eisen sev im Graphit der Kohle nur beigemengt. Quarz. 9 5 4) FAMILIE DES KIESELS (Siliciums). Mineralien , die aus Kieselerde bestellen und melir oder weniger mit anderen Stoffen verunreiniget sind , oder chemisch gebundenes Wasser enthalten (Kieselerdehydrate). 6. Gattung. * 'Quarz . S)u. Rhomboedrischer Quarz. Rhomboeder , P — P = 94° 15' P — P 1 = 85° 45'. Tlieilbar, aber schwierig , nach der Richtung der Rhomboederflächen. Die Ifrystallc sind gewöhnlich sechsseitige Prismen , durch die Flüchen eines gleichschenkligen Trigonaldodehaeders zugespitzt, selten erscheint das Dodekaeder rein, und eben so selten die Grundform. Auch Zwillinge sind selten. H = 7.0 Sp. Gew. = 2.69, reiner Bergkrystall. Bei unreinen Stücken bald grösser, bald geringer. Glasglanz , zuweilen in den Fettglanz geneigt. Oberfläche der Prismen horizontal gestreift. Die Dodekaederflächen glatt. Farbe weiss, herrschend. Auch roth, blau, braun , gelb , grün und schwarz , durch fremdartige Beimengungen. Der weise irisirt oftmals. Strich weiss, bei reinen Stücken. Durchsichtig... durchscheinend. Durch fremde Beimengungen zuweilen undurchsichtig. Bruch muschlig, mehr oder weniger vollkommen. Spröde. Kieselerde (Kieselsäure 48-06 Kiesel, 51.94 Sauerstoff, S) mit Eisenoxyd, Mangenoxyd, Nickeloxyd, Thonerde und Kalkerde zufällig gemengt. Für sich vor dem Löthrohr unschmelzbar. Wird von Soda unter starkem Brausen zu einem klaren Glase aufgelöst. Gibt mit Borax ein schwer schmelzbares Glas, das, nach der Beschaffenheit des zufällig beigemengten Metalloxydes, eine viol- 96 Quarz. I blaue, bouleillengriine, oder dunkelgelbe Farbe bat, und , wenn Thonerde oder Kalkerde vorhanden ist, beim Abkülilen, oder durch Flattern, unklar wird. Der Quarz findet sich häufig in Krystallen , ferner in Afterkrystallen , krvstallinischen und derben Massen, eingesprengt , in Körnern , und im Z.ustaride des Sandes. Er ist allgemein verbreitet. Man unterscheidet folgende Varietäten : i) Bergkrystall. Hierzu -werden die Quarzkrystalle gerechnet , welche sich durch Vollkommenheit ihrer Ausbildung , und die höchsten Grade der Durchsichtigkeit auszeiclnicn. Sie sind 1 gewöhnlich sechsseitige Prismen, mit den Flächen des Do- ] dekaeders zugespitzt , und finden sich selten einzeln ein- j gewachsen , meistens mit einem Ende , oder mit einer ! Seitenfläche aufgewachsen , verschiedentlich durcheinander ! gewachsen , und zu Gruppen und Drusen vereiniget. Die herrschende Farbe ist weiss , oft kommt er auch braun (Rauchtopas ) , am seltensten gelb (Citrin) vor, und hin und wieder auch schwarz (Morion). Der Bruch ist vollkommen und tiefmuschlig , und der Glanz stark und glasartig. Die Krystalle sind nicht selten unregelmässig ausgebildet. Die Prismenllächcn laufen zuweilen nach einem Ende zusammen, oder sind gekrümmt, oder von ungleicher Grösse. Von den Flächen der Zuspitzung ist eine manchmal von ungewöhnlicher Grösse, und verdrängt die anderen mehr oder weniger; oder drei der Zuspitzungsflächen sind abwechselnd grösser , so dass die drei anderen zuweilen fast ganz verschwinden u s. w. Häufig enthalten die Krystalle audere Mineralien eingeschlossen , zumal Chlorit, Strahlstcin, Eisenglanz , Turmalin, Asbest, Rutil, Glimmer, und sind oft von letzterem , oder von Chlorit überzogen. Selten findet man in denselben bew egliche M assertropfen, und noch seltener in dieser Flüssigkeit kleine Krystalle, welche sich beim Drehen des Krystalls bewegen , oder Tropfen von Steinöl. Afterhrystalle , nach Rhomboedern des Eisenglanzes gebildet, und mit einer Kinde von Rotheisenstein überzogen , kommen höchst sparsam vor. Die Grösse der Krvstalle variirt vom mikroskopisch Kleinen, bis zur Grösse von mehreren Fussen. Durch Rollung abgerundete Stücke von Bergkrystall sind unter dem Samen der Rheinkiesel bekannt. 97 Bergkrystall. Die eigentliche Heimath des Berghrystalls ist das Ur- gebirge, der Granit, der Gneis und der Glimmerschiefer. Im Uebergangsgebirge und ini Flötzgebirge kommt er mir selten vor. Die Schweiz und die Insel Madagascar liefern die schönsten und grössten Bergkrvstalle. Dann die Ur- gebirge in Tyrol , Salzburg, Ungarn, Frankreich (Dauphine), Ceylon und Brasilien. Die Schw eizer-Ki'ystalle sind gewöhnlich ziemlich regelmässig ausgebildet , an den Kry- stallen aus der Dauphine ist in der Kegel eine der Zu- spitzungsflächeu sehr vergrössert, und bei den ungarischen Kristallen sind häufig drei Flächen des Prismas und der Pyramide abwechselnd grösser. In der Marmaroscher Gespanschaft in Ungarn linden sich sehr reine , kleine Berg- krystalle, die unter dem Namen der Marmaroscher Demante. in den Handel kommen, in einem .Mergelgebilde des Flötz- gebirges. Die gelben böhmischen liergkrystalle werden böhmische Topase . die Krystalle von Alencon , Jlenponer Demante genannt. Im Lrgebirge des Schwarzwatdes kommen hin und wieder im Granit und Gneis Bergkrvstalle vor, auch in den Porphyren des Todtliegenden , wie bei Oppenau und in der Gegend von Baden. Geröllc von Bergkrystall linden sich im Rhein. Die Alten schätzten den Bergkrystall hoch. Heut zu Tage wird er wenig mehr geachtet, und dafür kaum mehr als der Arbeitslohn bezahlt. Man verarbeitet ihn zu Kronleuchtern, Vasen, Bingsteinen, Siegelsteinen und zu verschiedenen anderen Bijouteriew aaren. Auch wird er zur Bereitung von reinem Glas und zu Strass verwendet. Kleine, brillantirt geschliffene, und ganz reine Steine, kosten 1 bis 3 Gulden , grössere 5 bis 8 Gulden. Fehlerfreie Rheinkiesel werden etwas besser bezahlt , und eben so Stücke mit einem Einschluss , die man Haar- oder tSadedsteine heisst, ln früherer Zeit kam der Bergkrystall vorzüglich aus der Schweiz. Er kömmt daselbst auf Drusenräumen von mehr oder weniger mächtigen (Quarzgängen vor, die im Lrgebirge aufsetzen , und bildet hin und wieder beträchtlich grosse D rusen , welche man Krystallgeivölbe oder KrystallkeUer nennt. YVeisse (Quarzadern , die man an den Felswänden von Aussen wahrnimmt, sind eine Anzeige derselben. Man sucht zu diesen zu gelangen , was häufig mit Gefahr verbunden ist , und klopft mit einem Hammer sachte an die Aussenseite des Ganges. Ein hohler Klang deutet auf das O vJ t Yorhandensevn einer Krvstalldruse , und der Gang •wird, alsdai.u geöffnet. Eine Ausbeute von mehreren Hundert Pfunden des reinsten Krvstalls war schon öfters die Belohnung für das gewagte Unternehmen. In Freiburg im Breisgau und in YValdkirch, wurden in den 701 ' und 8 or Jahren Wa'.chneu Mineralogie. 7 98 Amethyst. Gemeiner Quarz. des verflossenen Jahrhunderts sehr viele Bergkrystalle verarbeitet. Jczt werden nur noch in Waldkirch , und auch liier nur wenige , Krvstallc geschliffen. Die Liebhaberei hat nachgelassen , und die Preise des Steines sind dadurch gesunken , dass von Madagascar sehr grosse Quantitäten nach Europa gebracht wurden. 2) * Amethyst. Durch Manganoxyd violblau oder rosenroth gefärbter, hin und Mieder auch milchweisser oder graulichweisser Quarz, mit stängeliger, ins Fasrige verlaufender Absonderung. Mit dieser ist oft noch eine Absonderung verknüpft, welche nach Flächen des Dodekaeders lauft, wodurch, wenn die nach verschiedenen Richtungen abgesonderten Stücke, auch eine verschiedene Farbe, oder eine verschiedene Höhe einer und derselben Farbe haben , festungsartige Zeichnungen entstehen. Die Kry stalle sind gewöhnlich Dodekaeder, uud da sie häufig in Drusen vereiniget Vorkommen , in der Regel nur halb ausgebildet. Die Combi- nation der Prismenflächen mit den Dodekaederflächen findet sich selten. Durchsichtig bis durchscheinend. Zuweilen in durch Rollung von Krystallen entstandenen, stumpfeckigen Stücken. Der Amethyst findet sich auf Gängen im Gneis und Granit des Urgebirges, auf den Achatgängen und in den Achatkugeln der Porphyre und Mandelsteine des Todtlie- genden und des basaltischen Gebirges, und als Geschiebe im aufgeschu ernten Lande. Schemnitz in Ungarn, Oberstein in Rheinprcussen , Oppcnau , Baden , Schutterthal im Schivarzivalde, ferner in Steiermark, Tyrol, auf Ceylon, M'elches die schönsten liefert. Gleichförmig schön dunkel gefärbte Amethyste -werden sehr geachtet, und M-enn sie von einiger Grösse sind, mit mehreren hundert Gulden bezahlt. Solche Steine sind indessen sehr selten. Die blass violblauen sind häufig , und werden etM'as theurer als Bergkrystall bezahlt. Die Alten verarbeiteten den Amethyst zu Vasen und Bechern. Auch wurde er als Amulet getragen , um von Trunkenheit zu befreien, oder derselben vorzubeugen. Gegenuartig trägt man ihn vorzüglich in Ringen und Vorstecknadeln, wobei man die Ungleichheit der Farbe durch möglichst viele Flächen und die Blässe durch eine blaue Folie zu verbergen sucht. 3 ) * Gemeiner Quarz. Fasst die Stücke von unreineren Farben und geringeren Graden der Durchsichtigkeit in sich, welche einen dem Gemeiner Quarz. 99 Fettglanz sich hinneigenden Glasglanz besitzen, der znwei- len yollhommen in jenen übergeht , und einen splittrigen Bruch zeigen. Die Krystallc sind gewöhnlich Dodekaeder, an ■welchen die Prisinenfläclien meist nur als eine schwache Abstumpfung der Grundkanten desselben auftreten , und die selten vollkommen, häufig aber zur Hälfte, ausgebildet erscheinen , da sie gewöhnlich in Drusen vereinigt sind. Af'tcrkrystallc nach Bleiglanz, Gyps, Flussspath, Kalkspath, Schwerspath. Mit Eindrücken, zellig, zerfressen, als Ueber- zug, derb, eingesprengt und in Gestalt von feinerem oder gröberem Sande. Durchscheinend , und oft nur an den Kanten. Von verschiedenen Farben. Verbreitung allgemein. Wesentlicher Gemengtheil vieler Gebirgsarten, zumal der älteren , für sich selbstständig in grossen Massen , als Quarzfels u. s. w., auf Gängen und Lagern und im aufgeschwemmtcn Lande. ImGranite desSchwarz waldes, vorzüglich im grob- und grosskörnigen, oftmals in schönen Krystallcn, Prismen mit den Dodekaederflächen zugespitzt, in der Gegend v on Forbach im Murgthalp, im Gneise des Feldberges ; in ausgezeichneten , hin und wieder vollkommen cylindrischen Drusen, vor dem auf der Grube Maus bei Todtnau im VViesenthale , auf der Grube Wenzel und Friedrich Christian im Kinzigthale u. s. w. In den Achatkugeln der Gegend von Schweighausen im obern Schutter- thale , Oppenau im Renchthale , Baden im Oosthale. Im Sandsteine von Waldshut in ausgezeichneten Drusen. liauptanvvendungen des Quarzes : zur Fabrication von Glas , Smalte , Steingeschirr , Mörtel , zur Glasur , zum Strassenbau. Man unterscheidet folgende Abänderungen des gemeinen Quarzes mit eigenen Namen : a) Avanturin. Gelblichroth oder braunroth gefärbter Quarz, mit vielen feinen Sprüngen, welche ein eigenthümliches Schimmern bewirken. Findet sich in der Gegend von Madrid, am Ural, in Steyermark, und wird als Schmuckstein benützt. bl Fettquarz. Von rosenrother (Rosenquarz) , milchweisser (Milchquarz) , und graulichweisser Farbe und ausgezeichnetem Fettglanze. Rahenstein hei Zwiesel in Baiern, Haupt- fündort des Ilosemjuarzes. Hin und wieder krystallisirt in den Quarzdrusen von W aldsliut. Der Milchquarz in Norwegen. Der gemeine Fett quarz häufig als Gemengtheil von Gebirgsarten, besonders von gewissen Porphyren. Der Rosenquarz wird zuweilen als Schmuckstein benützt. Die Farbe rührt von Mangan, 100 Eisenhiesel. Jaspis. c) Sapphyrquarz (Siderit). Indig- und berlinerblau. Gol- ling in Salzburg, Grönland, Ceylon. d) Stinkquarz. Aschgrau, rauchgrau und bräunlichg’au. Riecht beim Zerreiben hepatisch oder brenzlig. Krystallsirt und derb. Die Krystalle oftmals hohl und mit Thon ius- gefüllt. Eingewachsen, in einen grauen 3Iergel der Musctel- halkformation in einzelnen Krrstallen , die bei der Yervit- terung des Mergels herausfallen und lose auf dem Ftlde umher liegen, am Wartberge bei Pforzheim. Auf Lagern im Gneis zu Ghanteloube , im Granit zu Nantes in Frankreich. Als Gemengtheil mehrerer Gebirgsarten. e) Prasem. Durch beigemengten Strahlstein lauchgrün gefärbter Quarz , mit Fettglanz und keilförmig stiingeliTer Absonderung. Breitenbrunn in Sachsen. f) Faserquarz (Faserkiesel). Gleichlaufend dünn- and krummstängelig abgesonderter, gräuliche eisser Ouarz. Tri.ni- merweise, in Schwarzkohle, zu Wettin bei Halle. g) Katzenauge (Schillerquarz). Grünlichgrauer, gelblichgrauer, auch matt gelb, roth und braun gefärbter, duich- scheinender Quarz, der meist in kleinen stumpfeckigen und rundlichen Stücken, selten derb vorkömmt, durchscheinend ist, und, insbesondere convex geschliffen, einen eigenthiim- lichen Lichtschein zeigt, welcher eine Folge der zartfasrigen D ’ a D o Absonderung zu sevn scheint. Die gelben kommen aus Ceylon , die rothen und braunen von der Küste Malabar. Das primitive Vorkommen unbekannt. Das Katzenauge wird zuweilen als Ringstein getragen , steht jedoch in geringem Preise. Nur ganz schöne, grosse Stücke, werden besser, und zuweilen mit 200 bis a5o Gulden bezahlt. 4) * Eisenkiese!. Durch Beimengung von Eisenoxyd roth, oder von Eisen- oxydkydrat gelb gefärbter, undurchsichtiger Quarz. Findet sich auf Eisensteinsgangen im Ur- und Lebergangsgebirge und in den Achatkugeln der Formation des Todtliegenden. Krystallisirt und derb. Iserlohn, Harz, Erzgebirge, Spanien (Hyazinth von Compostella) , Gegend von Schweighausen im Schutterthale, Oppenau. 5) * Jaspis. Dichter, mit Thonerde und Eisenoxyd oder Eisenoxydhydrat gemengter Quarz. Undurchsichtig. Bruch vollkommen und flaclunuschlig , zuweilen erdig. Wenig fettartig glänzend , schimmernd, und oft matt. Von verschiedener Farbe und Farbenzeichnung. Man unterscheidet mehrere Abänderungen. Hornstein. 101 a) Gemeiner Jaspis. Gewöhnlich roth und braun, seltener gelb und schwarz. Meistens einfarbig, zuweilen gefleckt, gern ollit , gestreift. Kommt auf Gängen , insbesondere mit Eisensteinen, auch eingesprengt und in abgerundeten, stumpfeckigen Stücken vor. Sachsen , Böhmen , Ungarn , Frankreich. b) Bandjaspis. Von grauen, rothen, grünen, gelben und braunen Farben, die in parallel laufenden Bändern abwechseln. Zuweilen erdig (erdiger Jaspis). Bildet untergeordnete Lager im Uebergangsthonsclnefer , die sich zuweilen zu ganzen Bergen ausdehnen. Ilarz, Sachsen, Ural, Altai. c) Kugeljaspis (Egyptischer Jaspis). Kugelige, elipsoidische oder walzenförmige Stücke, mit einer braunen oder grünen Rinde versehen, und mit Farbenbändern, die parallel mit der Oberfläche der Stücke laufen , was beweist , dass dieselben ursprünglich so gebildet worden sind. Im Innern zuweilen mit Höhlungen, in welchen sich Kalkspathkrystalle befinden. Selten \ erstcincrungen einschliessend. Der Hauptfundort des Kugeljasjnsses ist die Eisensteinsgrube zu Liel im badischen Oberlande , woselbst er häufig in Stücken von verschiedener Grosse und Färbung , doch am häufigsten von rother Farbe , im Bohnerz eingewachsen vorkommt , welches der Jura-Kalkformation angehört. Der braune Kugeljaspis kommt in Egypten vor. d) Achatjaspis. Häufig Aon Aveisser, seltener von gelber oder rother Farbe. Bruch klein und flachmuschlig , dem Ebenen sich nähernd. Oftmals schalig abgesondert. Findet sich vorzüglich lagenweise in den Achatkugeln. Oberstein, Sachsen, Ungarn. Man verAvendet den Jaspis zu kleinen Mörsern und Reibschalen , zu Dosen , Siegelsteinen , zu kleinen architektonischen Verzierungen, zu Tischplatten u. s. av. 6) * Hornstein (Petrosilex). Dichter Quarz , an den Kanten durchscheinend , theils splittrig iin Bruche und dann matt (splittriger Hornstein), theils muschlig , und dann Avenig glänzend, oder schimmernd (muschliger Hornstein ). Mit 'Thonerde , Eisenoxyd oder Eisenoxydhydrat , und zuAveilen mit etAvas Kalk gemengt. Von unreinen , grauen , gelben , rothen , braunen und grünen Farben. In Afterkry’stallen nach Kalkspath ge- bi.det, in Kugeln, derb und getropft. Der splittrige Hornstein öfters als Versteinerungsmittel von Holz (Holzstein, Lithoxylon). Der Hornstein kommt auf Lagern und Gängen in. älteren Gebirge vor , Avie im Gneis des Belchens , auf dem Erzlager von Hausbaden im ScliAvarzAvalde, am Harz, in Böhmen, Sachsen. Der Holzstein findet sich in den Por- 103 Kieselschiefier. F euerstein. phyren und Conglomeraten des Todtliegenden bei Gernsbach im Murgthale, auf Yburg bei Baden, in Moorgründen bei St. Peter auf dem Schwarzwalde, in Ast - , Stamm - und W urzelstücken, sodann häufig im aufgeschwemmten Lande W ürtembergs, bei Eberbach, Löwenstein u. s. w., auch in Sachsen, Böhmen, Ungarn, Siberien. Wird zuweilen zu Bijouteriewaaren verarbeitet. 7) * Kiesehekiefer. Dichter Quarz , theils im Grossen unvollkommen schiefrig, von schmutzigen grauen, rothen , braunen und grünen Farben und splittrigem Bruch (gemeiner Bieselschiefer), theils eben im Bruche , oder dem ilachnuischligen Bruche sich nähernd, von dunkelgraulich-schwarzer Farbe (/) diseker Stein). Schimmernd oder matt. Beigemengt sind Thonerde, Baiherde , Eisenoxyd und Kohle , welche dem lydischcn Steine die schwarze Farbe gibt. Der Kieselschiefer bildet Lager im Thonschiefer und Grauwackengebirge , welche rhomhoedrisehe Absonderung zeigen , und von feinen, zuweilen auch von starken , weissen Quarzadern , durchzogen sind : eine Eigenthiimlichkeit , die sicli noch an Handstücken wahrnehmen lässt. Harz, Sachsen, Böhmen, Schlesien , Frankreich. Als Gerölle im Rhein , in der Wutach , und hin und wieder eingewachsen in dem Kieselconglomerate, welches an mehreren Stellen den bunten Sandstein des Schwarzwaldes begleitet. Man wendet den lydischen Stein als Probierstein bei der sogenannten Strichprobe an , und gebraucht beide Abänderungen zum Strassenbau. 8) * Feuerstein. Dichter Quarz , von vollkommen und grossmuschligem, hin und wieder sehr llachmuschligem Bruch , durchscheinend, zuweilen nur an den Kanten, schimmernd, und von grauer, zumal schwärzlich-, rauch-, asch- und gelblichgrauer und gelber Farbe, seltener graulicliweiss. Meist einfarbig, hin und wieder gewölkt und ringförmig gestreift. Enthält m kleiner Quantität Thonerde , Eisenoxyd , auch zuweilen Kalkerde , beigemengt. Afterkrystalle nach Kalkspath gebildet , derb , in Platten , in knolligen und kugeligen Gestalten, und als Versteinerungsmittel. Die knolligen Stücke in der Regel mit einer weissen, undurchsichtigen Rinde überzogen. Dunkler gefärbte Stücke werden durch Einfluss der Witterung licht gebleicht. Selten im Urgebirge , als Gemengtheil des Gneises in der Gegend von Grätz in Steyermark, auf erzführenden Gängen zu Schneeberg und Johanngeorgenstadt im Erzgebirge. Am häufigsten in der Chalzedon. io3 Kreide Englands, Frankreichs, Dänemarks, der Insel Rügen, Galliziens. In einem Kieselconglomerate (Puddingstein) in Schottland. Mit den thonigen Brauneisensteinen auf dem Hertinger Lochstollen, in der Gegend von Rändern, findet er sich in kugeligen Stücken von graulichweisser Farbe, welche dieselbe Bildung -wie der Kugeljaspis haben und sieh diesem durch geringe Durehscheinheit nähern. Im Muschelkalksteine des Schwarzwaldes kommt hin und wieder Feuerstein in einzelnen Knollen eingewachsen vor. Als Geschiebe in grosser Menge in den Ebenen des nördlichen Europa'«. Mau verwendet diese Varietät des Quarzes zu gemeinen Feuersteinen und Flintensteinen , wozu er sich wegen der Scharfkantigkeit und Dünnheit seiner Bruchstücke ganz vorzüglich eignet. Der gelblichgraue Feuerstein liefert die dünnsten Bruchstücke, und wird desshalb, und weil er sich leichter als der dunkler gefärbte spalten lässt, diesem vorgezogen. Die meisten Feuersteine erhalten wir aus Frankreich. Die Verarbeitung grösserer Feuersteinstücke zu den gewöhnlichen Steinen, zu Flinten- und Pistolensteinen, geschieht vermittelst eiserner Hämmer , und erfordert eine grosse Fertigkeit im Spalten des Minerals nach gewissen Richtungen. Ein geschickter Arbeiter soll in einem Tage 3 oo bis 400 Flintensteine anfertigen können. Der Feuerstein wird ferner benützt zur Glasfabrieation, zur Fabrication von Steingut, im feingepulverten Zustande zum Schleifen, besonders von Glas. Stumpfeckige kleinere Stücke werden zu Glätt- und Polirsteinen , und grössere zu Ileibschalen verarbeitet. 9) * Chalzedon. Halbdurchsichtiger bis durchscheinender Quarz, von ebenem, ins Flaclimuschlige und Splittrige verlaufendem Bruch, von verschiedenen Farben und Farbenzcichnungen. Wenig glänzend , schimmernd und matt. Bildet , obwohl selten, rhomboedrischeKrvstalle, traubige, tropfsteinartige, nieren- formige , kugelige Gestalten , und findet sich öfters als Versteinerungsmittel. Es werden, nach Verschiedenheit der Farbe, mehrere Abänderungen unterschieden. Die grauen, weissen, gelben und braunen Stücke heissen gemeiner Chalzedon. Derselbe ist theils einfarbig, theils gewölkt, gestreift und mit moos - oder baumförmigen Zeichnungen versehen. Wechseln weisse Farbenstreifen mit schwarzen oder dunkelbraunen ab, so nennt man ihn Onyx; wechseln weisse Streifen mit grauen, so heisst er Chalzedonyx; Stücke mitnioos- oder bauniförmigen Zeichnungen nennt man Mochha-Sleine. Der milchweisse Chalzedon v\ird von den Künstlern zu- Chalzedon. u>4 ■weilen Cacholong genannt. Ilydrochalzedone oder T.nhydnle lieissen Stücke, welche AVassertropfen enthalten. Der gemeine Chalzedon ist /.iemlich hiinlig verbreitet, und kommt vorzüglich in den Alaudelsteinen und I’orphvren des Todt- liegenden vor , in den Mandelsteinen des basaltischen Gebirges , auch auf Eisensteinsgangen. .Alan findet ihn am Schwarzwalde in der Gegend von Baden ( Schaafberg, Gunzenbach (und Oppenau), llausküpfe); in den ausgezeichnetsten und grössten Alassen auf Farüe und Island; krystallisirt und von himmelblauer und smalteblauer Farbe zu liapnik, und bei Trestyan in Siebenbürgen. Die Alochha- Steine kommen vorzüglich aus Arabien , die Hydroclialze- done vom Alonte Berico bei Vicenza. 4\ eitere Fundorte sind: Oberstein in Bheinpreussen , Schemnitz in Ungarn, Hüttenberg und Loben in Karnthen u. s. w- ln Geschieben findet man ihn am Hohentwiel im llögau , in Sachsen, Schlesien, auf Ceylon. Plasma heisst der laucli- und grasgrün gefärbte Chalzedon von llaehmuschligem Bruche. Der Fundort des Plas- ma's , -welches verarbeitet in den Ruinen von Rom gefunden wird, ist unbekannt. Dem antiken Plasma sehr ähnlich ist dasjenige, welches sich in den Achatkugeln zu Oppenau im Schwarzwalde findet. Carneol. Bluthrother, rüthlichbrauner , oder röthlich gelber Chalzedon, wenig fettartig glänzend. Bruch muschlm. D urehscheinend. Derb, in stumpfeckigen Stücken, die eine rauhe Oberfläche haben , und eiugesprengt. Zuweilen gerade- und diinnstängelig. Gegend von Baden und Oppenau. Arabien, Surinam, Siberien, Böhmen, Sachsen, Ungarn. Heliotrop. Durch Grünerde sei ad oh - und lauchgrün gefärbter Chalzedon , im Bruche flachmuschlig , wenig glänzend , an den Kanten durchscheinend. Er hat zuweilen rothe Puncte , die von (Auarz oder Jaspis herzurühren scheinen. Das eigentliche Vorkommen des Heliotrops ist noch unbekannt. Der rotli punctirtc kommt aus der Bucharei , und aus der grossen Tartarei , der ganz grüne aus Siberien. Chrysopras. Durch A'ickeloxyd apfelgrün gefärbter Chalzedon, matt oder nur schimmernd. Der Bruch eben oder fein splittrig. Halbdurchsichtig bis durchscheinend. Etwas weniger hart als gemeiner Chalzedon. Derb und in Platten. Findet sich im Serpentingebirge bei den Dörfern Grochau, Kosemitz u. s. w. in Schlesien. Alle Abänderungen des Chalzedons werden verarbeitet. Der gemeine Chalzedon wird zu Ringsteinen , Siegelsteinen, Dosen, Aasen, Reibschalen und zu verschiedenen anderen Bijoutcriewaaren verarbeitet. Die Alten benützten insbesondere den Onyx zu Cameen , und schätzten ihn sehr hoch. Chalzedon. 100 Die dunkeln Parthien des Steines wurden zum Grunde und die lichten zu den Figuren benutzt. Die Steinschleifer in Oberstein und Idar an der Nahe, verarbeiten eine grosse Menge gemeinen Cbalzedon, und verstellen sich darauf', die durchsichtigen, weniger geschätzten Stüche, in die schönsten niilcbw eissen, gesuchten, nmzmvandeln. Auch wissen sie dem Chalzedon eine sehr schöne zitrongclbe Farbe zu crthcilen , und ursprünglich lichtgraue Streifen in sogenannten Onyxen , in das reinste Schwarz zu verwandeln. Schöne Mochha-Steine werden jetzt noch, obgleich das Mineral in beinern hohen Werthe steht, mit mehreren Duca- ten bezahlt. Im grünen Gewölbe zu Dresden befindet sich eine Onvxplatte , welche in der Breite l / x Fuss misst und in der Lange etwas darüber; ein Stück von seltener Schönheit, das aut’ 44,000 Thaler geschützt ist. Der Carneol wird, wie der Cbalzedon, zu Bing- und Siegelsteinen und zum Schmucke benützt , aber mehr als dieser geschützt. Die Alten gebrauchten ihn vorzüglich zu lntaglios , weil er, vermöge seiner geringeren Harte , leichter zu verarbeiten ist, und heut zu Tage wird er insbesondere zu Siegelsteinen verwendet. Der weisse und rothgestreif'te Carneol , welcher Sarclonyx heisst, wird am theuersten bezahlt. Nach diesem werden die vollkommen blutrothen am meisten geschützt, weniger die blassrolhen, deren Farbe künstlich erhöht werden kann , und am wenigsten die ins Gelbe , Braune und Weisse fallenden. Man kauft für einige Gulden gegenwärtig sehr schöne geschliffene Bing- und Siegelsteine. Das Plasma wurde , w ie oben bemerkt worden , von den Alten häufig zu Gemmen verarbeitet. Unser Plasma ist weniger schön als das antike. Es wird wie die vorhergehenden Abänderungen verarbeitet. Der Heliotrop wird im Morgenlande sehr geschützt. Es werden aus ihm verschiedene Verzierungen , Sabelgriffe, Messerhefte u. s. w. verfertiget. Die durchscheinenden , mit vielen rothen Puncten versehenen Stücke, werden vorgezogen. In Europa wird er vorzüglich zu Siegelsteinen verarbeitet. Der Preis ist wie beim Carneol. Der Chrysopras wird , seiner lieblichen Farbe wegen, gern als Bingstein getragen. Ganz reine , gleichförmig gefärbte Stücke , ohne Flecken und Sprünge , sind selten. Er wird aus diesem Grunde am theuersten von allen Abänderungen des Chalzedons bezahlt. Ein völlig fehlerfreier , schön gefärbter Bingstein kommt , nach Beschaffenheit seiner Grösse, auf 5 o, 80, 100 bis 200 Gulden zu stehen. Grössere unreinere Stücke , w erden zu Dosen, zu Steinen in Uhrschlüssel u. s. w. verarbeitet. Die Farbe wirc durch Austrocknen des Steines an der Luft blasser. Man bewahrt ihn desshalb in feuchter Baumwolle. Achat. Schwimmstein. io6 Der Achat ist ein Gemenge von verschiedenen Quarz- mineralien , und besteht vorzüglich aus Chalzedon , nebst dem aus Carneol, gemeinem Quarz, Amethyst, Hornstein, Feuerstein und Jaspis*). Von diesen sind bald zwei, bald mehrere mit einander gemengt. Man unterscheidet nach der Farbenzeichnung mehrere Arten , als : Hamlachat, Trümmerachat , Festungsachat , Kohrenachat, Landschafts- achat. Moosachat, Jaspachat, Punctachal u. s. w. Erlindetsich auf Gangen, in Trümmern, Schnüren, Kugeln und Vieren. Die Gemengtheile liegen oft in Schichten abgetheilt. Die Achatkugeln haben gewöhnlich eine rauhe Rinde, von den Steinschleifern die Achatmulter genannt, welche aus Feuerstein, Chalzedon, oder der Gebirgsart besteht, in welcher sie cingeschiossen liegen. Im Innern sind sie oftmals hohl. In diesem Falle befinden sich , in der Regel , gegen die Mitte zu, Krystalle von gemeinem Quarz, oder von Amethyst. Das Haupt Vorkommen des Achates ist in den Mandelsteinen, Porphyren und Conglomeraten des Todtiiegenden. Seltener findet er sich auf Gängen im Gneisgebirge. Die Gegend von Oppenau und Baden , und hier zumal der Schaafberg und die Gunzenbach , die Umgebungen von Oberstein in Rheinpreussen , liefern Achate in grosser Menne und von den verschiedenartigsten Farbenzeichnunsen. Ueberdiess finden sich schöne Achate in Schlesien , Böhmen, Ungarn, Siberien. In Sachsen kommt er auf Gängen im Gneis vor, bei Kunnersdorf und Schlottwitz, und hier insbesondere Triimmerachat; dann bei Halsbach unweit Freiberg, im Porphyr bei Chemnitz und Rochlitz. Der Achat wird auf dieselbe Weise verarbeitet, wie die einzelnen Mineralien , welche ihn zusammensetzen. Aus grösseren Stücken werden vorzüglich Mörser, Reibschalen, verschiedene Vasen, Dosen, Reibsteine u. s. w. verfertiget. Oberstem ist der Hauptort der Verarbeitung. 1 o) Schwimmstein. Gelblich- und graulichweisse, quarzige Substanz, von o. 44 — 0.79 sp. Gew. , matt , fühlt sich rauh an , spröde. Besteht, mit bewaffnetem Auge betrachtet, aus kleinen, locker verbundenen Quarzkrystallen , die bei näherer Berührung in Feuerstein übergehen , welcher oft den Kern der Stücke des Schwimmsteins bildet. Zwischen den einzelnen Krystallen befindet sich Kalk , welcher sich durch eine Säure ausziehen lässt. In knolligen Stücken im Kalksteine zu St. Ouen bei Paris. *) Pie Steinschleifer nennen öfters auch ungemengte , einfache Mineralien Achate, wenn diese mehrfarbig sind. Tripel. Gelberde. Kieselsinter. i ° 7 11) * Tripel. Durch Eisenoxydhydrat gefärbter Quarz im feinerdigen Zustande, mit etwas Tlionerde, zuweilen mit etwas Bitter- erde gemengt. Gelblichgrau, ins Ockergelbe übergehend, auch aschgrau. Matt , undurchsichtig , weich und zerreiblich , fühlt sich mager und etwas rauh an , hängt nicht an der Zunge. Im Bruche feinerdig. Schiefrig. Derb. Bildei kleine Flötze, die eine dick - und geradschieferige Absonderung besitzen. Sp. Gew. 1.8.... 2.2. Findet sich bei Pforzheim als ein FKitz im Muschelkalke, in Sachsen, Böhmen, Baiern , Ungarn, Frankreich, England , auf Korfu. Y\ ird angewendet zum Poliren und Putzen von Glas und Metall, und in der Giesserei. Gröbere Tripelsorten müssen vor dem Gebrauche geschlemmt werden. 12) Gelberde. Feinerdige , durch Eisenoxvdhydrat gefärbte , mit etwas Thon- und Kalkerde gemengte, quarzige Substanz. Ockergelb, undurchsichtig, wird durch den Strich glänzend. Sehr weich, zum Theil zerrciblich. Schwach schimmernd oder matt. Fühlt sich sanft und mager an. Färbt ab. Sp. Gew. = 2.24. Zerfällt im Wasser unter Zischen zu einem Pulver und stösst Luftbläschen aus. Hängt an der Zunge. Riecht angehaucht thonig. Im Grossen schieferig. Derb. Findet sich auf Lagern im Flötzgebirgc , zu Wehrau in der Lausitz , Amberg in Baiern , Bobschütz bei Meissen, zu Saint-Georges in Frankreich. Sie wird als Farbematerial , zum Anstrich von Tuch- und Lederwaare , von Zimmern u. s. w. , theils roh , theils nach vorheriger Schlern- mung , theils nachdem sie gebrannt worden , angewendet, und kommt im Handel unter dem Namen Ockergelb vor. i 3 ) Kieselsinter (Kieseltiiff , Perlsinter, Fiorit). Quarzige Masse aus Wassern abgesetzt. Theils dicht, dann im Bruche muschlig , glasglänzend und an den Kanten durchscheinend, theils faserig, dann matt oder schimmernd, theils porös , erdig und undurchsichtig. Spröde. Derb. Tropfsteinartig , traubig , zackig , porös und zerfressen. Von weisser und grauer, zuweilen ins Röthliche ziehender Farbe, manchmal gefleckt, geadert oder gestreift. Zuweilen als Ueberzug von Pllanzentheilen. Setzt sich in grosser Menge aus den heissen Quellen bei Haukadal in Island, zumal aus dem Wasser des Geisers, ab. Der sogenannte Fiorit bei Santa Fiora in Italien. Kamtschatka, Grönland, Teneriffa. io8 Opal. Bestandtheile des isländischen , nach Ki,ai*hotii : Th. Kieselerde, i.5o 'I'h. Thonerde, o.5o Th. Eisenoxyd. In Flussbetten und Ebenen kommt der Quarz in abgerundeten Stücken (Geschiebe , Gerolle) von verschiedener Grösse , und nicht selten in grosser Menge (Kiesablage- rungen) , vor, und im Zustande des Sandes. Der Quarzsand vorzüglich in den norddeutschen Ebenen, und in den Wüsten von Africa und Asien. Durch die Hitze des in den Sand eiusehlagenden Blitzes , schmelzen die Quarzkörner um den durchfahrenden Blitzstrahl zusammen , wodurch mehr oder weniger cylindrische, aufrecht stehende Röhren gebildet werden , die man Blitzröhren , Fu/gurite *) heisst. Sie zerlheilen sich nach der Tiefe in Aeste, die sich verjüngen, und haben zuweilen 3o Fuss Gänge. Sie besitzen eine graue oder weisse Farbe , sind Innen glatt und glänzend , und Aussen meist mit kleinen zackigen Hervor- ragungen versehen. Man findet solche Röhren in der Senuer- heide im Münsterschen, bei Dresden, in Ungarn, in Cum- berland u. s. w. 7. Gattung. * Opal . Syn. Untheilbarer Quarz. Regelmässige Gestalten und Tlieilbarkeit fehlen. H. = 5. 5.^.6.5 Sp. Gew. = 2.0...2.17. Bei sehr verunreinigten Abänderungen 2.5...2.5. Glasglanz , bei einigen Abänderungen in den Fettglanz geneigt. Farbe weiss , grau , gelb , roth , braun , grün. Meist liebt. Nur roth und grün lebhaft. Strich weiss. Durchsichtig... durchscheinend. Bei sehr dunkler Farbe nur an den Kanten durchscheinend. Lebhaftes Farbenspiel bei einigen Abänderungen. Bruch inuschlig. Spröde. Nierenförmig, traubig, tropfsteinartig, knollig, derb. Auch Afterkrvstalle nach Kalkspath gebildet und als Versleinerungsmittel. *) Dr. Fiedler in Dresden bietet eine Blitzröhre von 22 1 zu iooofl., eine von iS 1 zu Sooft., Bruchstücke zu 2 11 . Sohr., das Exemplar, an. Hyalith. Edler Opal, l'eueropal. 109 Kieselerdehydrat, öfters durch Eisenoxydhydrat gefärbt, und mit Beimengung von Thonerde und Kalkerde. Gibt beim Erhitzen Wasser aus , und verhält sich im Uehrigen zu den Flüssen wie Kieselerde. Eisengehalt ertlieilt den Gläsern eine grüne Farbe. Es werden folgende Abänderungen unterschieden : a) Hyalith ( Glasopal ). Farbelos, hin und wieder gelblich-, graulich- oder röth- licliweiss , durchsichtig bis durchscheinend. Klein nierenförmig , traubig , getropft und hin und wieder als rindenartiger Ueberzug. .Mit glatter Oberllache. Zuweilen irisirend. Sp. Gew. sehr reiner Stücke 2 . 17 . Bruch tiefmuschlig. Der Wassergehalt 2.5 (Ihringcr) , nach 55~ vi.ciixer bis 6.33 (Frankfurter), nach Buchoi.z. Kommt in Stücken von grosser Schönheit am Kaiserstuhle im Breisgau vor , am Winkel- berg bei Ihringenj selten am Liit/.elberge und an der Limburg bei Sasbach. Er sitzt in farbelosen, klaren Tropfen auf Bitterkalk, welcher einen traubigen Ueber/.ug auf Do- lerit bildet. Weitere Fundorte sind die Gegend um Frankfurt a. 51., 55 arisch in Böhmen, Schemnitz in Ungarn, die Insel Graciosa u. s. w. b) Edler Opal. Gewöhnlich milchweiss , ins blass 55'eingelbe , seltener ins Rüthliche , sich neigend ; zuweilen auch gelblichweiss. Spielt mit lebhaften blauen , grünen , gelben und rotlien Farben. Starker Glasglanz. Gewöhnlich halbdurchsichtig. Sp. Gew. 2.0 bis 2 . 1 . Derb , eingesprengt und in Trümmern. Der 5Yassergehalt eines ungarischen, nach Klaproth, 10 . Der Hauptfundort des edlen Opals ist die Gegend des Dorfes Czerwenitza in Ungarn, woselbst er das Trachyt- gestein in schmalen Trümmern durchzieht. In neuerer Zeit hat man ihn auch in schönen Stücken in den 5Iandelsteinen der Färöer Inseln gefunden und in Mexico. c) Feueropal. \ Hyazinthroth, ins Honig- und 55 r eingelbe. Starker Glas- | glai.z. Durchsichtig. 55 urde durch vox Humboi.bt und I Sokxeschmid zuerst im Trachvte von Zimapan in 5Iexico ; gefunden. Später hat man ihn auch im 51andelsteine der I Faiüer Inseln entdeckt. Der mexicanische enthält , nach I 10 Gemeiner Opal. Ilalbopal. Ki.aprotii , 92 Th. Kieselerde , 0.25 Th. Eisenoxyd und 7.73 Ui. Wasser. d) Gemeiner Opal. Milchweiss-, graulich- und gelblichweiss , hei durch- fallendeni Lichte zuweilen weingelb , öfters in ein tieferes Gelb, Roth oder Grün verlaufend. Halbdurchsichlig bis durchscheinend. Bruch vollkommen nnischlig. Glasglanz , mehr oder weniger in den Fettglanz geneigt. Zuweilen mit baumförmigen Zeichnungen (Moosopal). Ohne Farbenspiel. Derb, eingesprengt und tropfsteinartig. Bestandteile eines gelben ungarischen, nach Klaproth, 93.0 Th. Kieselerde, 1.0 Th. Eisenoxyd, 5 .o Th. Wasser. Kommt mit dem edlen Opal in Ungarn im Trachyte vor , auf Rotheisensteins- gangen in Sachsen , im Mandelsteine auf Island und den Färöer Inseln, im Serpentin, bei Kosemitz in Schlesien u. s. w r . Der edle und der gemeine Opal finden sich zuweilen in Stücken , welche an der Zunge hängen imd in geringem Grade durchscheinend sind. Solche Stücke werden durch Einsaugen von Wasser, unter Ausstossen von Luftbläschen, stark durchscheinend, bis halbdurchsichtig. Sie tragen den Namen Hydrophan, Weltauge. Beim Austrocknen nimmt die Durchsichtigkeit wieder ab. Werden ganz ausgetrocknete Stücke mit Wachs getränkt, so erlangen sie beim Erhitzen einen höheren Grad von Durchsichtigkeit. Man gab eine Zeit lang solche mit W achs getränkte Stücke für ein eigenes Mineral, unter dem Namen Pyrophan aus. Der Haupt- fundort des Ilvdrophans ist die Gegend von Seilitz bei Hubertsburg in Sachsen. Klaproth fand in diesem 93.120 Th. Kieselerde, 5 . 25 o Th. Wasser, 1.620 Th. Thonerde. c) Halbopal. Schmutzige Farben. W eiss , grau , gelb , braun , ins Rothe und Grüne verlaufend. Oft gefleckt, gewölkt, ge- streifl. Durchscheinend bis an den Kanten durchscheinend. Bruch 11 achmuschlig. Glasglanz, oft in den Fettglanz geneigt. Derb, eingesprengt, tropfsteinartig und als Versteinerungsmittel (Holzopal). In einem mährischen Ilalbopal fand Klaproth 85 .00 Th. Kieselerde, 8.00 Th. Wasser, 1.70 Th. Eisenoxyd , 3 .00 Th. Thonerde , 1 .33 Th. Kohle mit etwas Bitumen. Der Oberkasseler llolzopal besteht, nach Braxdes, aus 93.000 Th. Kieselerde, 6.120 Th. Wasser, 0.375 Th. Eisenoxyd, 0.1 25 Th. Thonerde. Die gemeinste unter den Abänderungen des Opals. Hat, nach Beschaffenheit der Farbe, noch besondere Namen, wie Wachsopal, Pechopal. Auf Gängen im Dolerit, Trachyt, 111 Menilit. Eisenopa]. Mandelstein, in basaltischen Conglomeraten, auch auf Gängen im Urgebirge. Hohentwiel im llbgau , Steinheim bei Hanau , Telkebanya in Ungarn , Frankreich , Island , die Farörer u. s. u. Der Ilolzopal llndet sich in Ast-, Stamm- uml Wurzelstücken , zum Theil mit faseriger Textur , in ausgezeichneten, grossen Massen, im Braunkohlengebirge am (^ueckstein , und bei Oberkassel , im Siebengebirge , bei Heimersdorf, unfern Ahrweiler an der Ahr, in Ungarn , Frankreich u. s. w. f) Menilit (Leberopal.). Kastanienbraun , leberbraun , holzbraun und gelblich grau. Aussen oftmals blau. An den Kante^i durchscheinend bis undurchsichtig. Bruch llachmusehlig ins Ebene. Glasglanz, in den Fettglanz geneigt. Sp. G.=a. i. .. 2.3. Knollig, zuweilen etwas platt gedrückt. Aussen rauh und matt. Mit Klebschiefer zu Menil-le-Montant und Argenteuil bei Paris. Er enthält, nach Klaproth , 85.5 Th. Kieselerde, ii.o Th. Wasser mit etwas Kohle, l.oTh. Thonerde, o.5 Th. Kalkerde und o.5 Th. Eisenoxyd. g) Eisenopal (Jaspopal, Opaljaspis). Bräunlichrotli, blutrolh, scharlachroth und ockergelb ins Graue. Bruch vollkommen muschlig. Schwach an den Kanten durchscheinend bis undurchsichtig. Glasglanz , in den Fettglanz geneigt. Sp. Gew.=2.5. Klafroth fand indem Eisenopal von Telkebanya in Ungarn , der das angeführte sp. Gew. hatte, 43-5 Th. Kieselerde, 47-° Th. Eisenoxid, und 7.5 Th. Wasser. Derb. Im Trachyte von Tokai und Telkebanya in Ungarn, Koliwan in Siberien. Ob der Cacholong oder Perlmutteropal hierher gehöre, muss durch eine Analyse entschieden werden. Er ist milch- weiss, ins Röthliche und Gelbliche , undurchsichtig , im Bruche muschlig, perlmutterglänzcnd und etvas härter als gemeiner Opal. Sp. Gew.= 2 . 2 . Er lindet sich auf Island, den Färöern, in der Bucharei, streifenweise mit Chalzedon. Ton diesen verschiedenen Opalen wird der edle Opal am meisten geschätzt. Er wird zu den Edelsteinen gerechnet, und vielfältig zum Schmucke gebraucht, wie zur Verzierung von Waffen, zu Ringsteinen, zu Kopfschmuck u. s. w. Er ist häufig von Rissen durchzogen , und es werden desshalb Stücke von einiger Grösse , die vollkommen fehlerfrei sind , und ein lebhaftes Farbenspiel haben, theuer bezahlt. Am gesuchtesten sind die rothspielenden Opale. Man bezahlt für kleine Ringsteine von ungefähr 4 Gran, 8 bis 10 Gulden, grössere Steine kommen auf 1 12 Kicselguhr. Klebschiefer. Polirschiefer. 3 oo , 900 bis 1200 Gulden zu stellen. 3 Ian schleift den Opal halbkugelförmig, oder linsenförmig ( en cabochon), eil er in dieser Gestalt am Heiligsten abgerieben ivird und das lebhafteste Farbenspiel zeigt. Stücke von Trachyt, ■welche kleine Puncte von Opal eingesprengt enthalten, werden unter demNamen Opa! mutter verarbeitet. Wasserhelle, irisirende , halbkugelfürmige Hvalithe, werden hin und wieder zu Kingsteinen benutzt. Auch der milchweisse , gemeine Opal , der Feueropal und der Ilolzopal , werden verarbeitet . stehen aber in geringem Preise. Der Eisenopal 1 wird in der Türkei häutig zu Griffen an Messer , Dolche, Säbel, verwendet. Anhang. Kieselguhr. Besteht aus matten , zerreiblichen , locker zusammen- gebackenen Theilen, ist leicht, fühlt sich sanft und mager an, hängt etwas an der Zunge, ist undurchsichtig, graulich- ! weiss und perlgrau. Bildet mit zarten Pllanzenfasern und j Wurzeln durchzogene Schichten , und kommt auf Iste de ] France vor. Kr-Arnom fand darin : 72 Th. Kieselerde, ! 21 Th. Wasser, 2.5o Th. 'Thonerde und 2 . 5 o Th. Eisenoxyd. | Klebschiefer. Gelblichgrau, in s Aschgraue verlaufend. Schwach an den Kanten durchscheinend. Hängt sehr stark an der Zunge. Sehr weich. Fühlt sich, zumal wenn er feucht ist , etwas fettig an. Bruch llachmuschüg. Gerauschiefrig. Sp.Gew .=2.08. Saugt Wasser ein unter Ausstossen von Luftbläschen, zerfällt aber nicht. Besteht, nach Ki.apuotii, aus 62.-jo Th. Kieselerde , 8.00 Th. Talkerde , 4 00 Th. Eisenoxyd , 0.70 Th. Kohle, 0.00 Th. Thonerde, o .25 Th. Kalkerde, 22.00 Th. W asser und gasförmige Stoffe, Kohlensäure und Kohlenwasserstoffgas, und findet sich zu Menil-le-Montant und am Montmartre bei Paris. Polirschiefer. Gelblichgrau , ins Weisse und Braune fallend. Undurchsichtig. Im Bruche feinerdig. Gerade und dünnschieferig abgesondert. Fühlt sich fein, aber mager an. Sehr weich, ins Zerreibliche übergehend. Hängt wenig oder nicht an der Zunge. Sp. Gew. = 0.09... 0.6. Saugt Wasser ein ohne zu zerfallen. Besteht, nach Blchoi.z, aus 79.00 Th. Kieselerde, 1400 Th. Wasser, 4.00 Th. Eisenoxid, 1.00 Th. Thonerde , 1.00 Th. Kalkerde , und findet sich zu Kutschlin unweit Bilin in Böhmen , am Habichtswaide in Hessen und bei Planitz unweit Zwickau. Wird zum Putzen von Silber, Messing u. s. w. angewendet. Zirkon. 3 5) FAMILIE DES ZIRKONS (Zirconiums). Minei’alien, deren Grundlage das Zirkonoxyd, die Zirkonercle ist. 8 . Gattung. Zirkon. S>n. Jargon. Quadratisches Oktaeder. P — P = 124° 12', P — P 1 = 83°, 58'. Theilbar nach den Seitenflächen und in der Richtung von Flächen, welche die Grundkanten abslumpfen. Die Grundform (Fig. 35) selten. Gewöhnlich das quadratische Prisma mit vierflächiger, gegen die Seitenkanten (Fig. 36) , zuweilen mit gegen die Seitenflächen gerichteter Zuspitzung. Rhombendodekaeder, indem die Prismenflächen (bei Fig. 36) Rauten werden. Abstumpfungen der Seitenkanten des Prismas und der Combinationskante zwischen dem Prisma und der Pyramide. Die Krystalle meist vollständig ausgebildet und einzeln eingewachsen. II. = 7.5 Sp. Gew. = 4 . 4 ... 4-5 Glasglanz, mehr oder weniger in den Demantglanz geneigt. Oberfläche der Pyramide glänzend. Die Prismenflächen oft rauh. Durchsichtig... durchscheinend. Farbe weiss , gelb, grün, grau, braun, roth. Nur die rotlie Farbe lebhaft. Bruch muschlig. Kieselsäure Zirkonerde. Zr S. Für sich vor dem Löthrohre unschmelzbar. Gibt , mit Phosphorsalz behandelt , ein Kieselskelett und eine mehr oder weniger grün gefärbte .. O U O Glaskugel , die heim Flattern unklar wird. Zirkon, von Friedrichswarn 5 nach Klaprotu, von Ceylon (Hvazinth), nach Vaf^celin. Zirkonerde. Kieselerde. Eisenoxyd. Summe. 65 33 1 99 64.5 32.0 2.0 98.5 Malciiker Mineralogie. 8 Zirkon. 114 Wf.rxfr unterschied die rothgcfiirbten quadratischen Prismen mit vierJliichiger , gegen die Seitenkanten gerichteter Zuspitzung , unter dem Namen Hyazinth , als eine eigene Gattung. Zum Zirkone ■wurden die Stücke von dunkeln, schmutzigen Parken, und die Krysialle gerechnet, welche quadratische Prismen mit gegen die Seitenlliichen gerichteter Zuspitzung sind. Der Zirkon kommt auch hin und wieder in derben Par- thien vor, die aus der Verbindung einzelner Krystalle bestehen , sodann in einzelnen Körnern eingewachsen. Von seiner ursprünglichen Lagerstätte wird er liäulig in den Sand der Flüsse und Ebenen fbrtgef’ührt , in welchem er gewöhnlich gel'unden wird. Der Zirkon kommt: in verschiedenen Ländern vor. In Norwegen bildet er sich im Syenite \on Laurwig und Friedrichswärn , in Neu Jersey in den vereinigten Staaten von Nordamerica , im Gneis, und eben so an der Saualpe in Kärnthcn , in Siberien angeblich im Granit. Im Siebengebirge kommt er im Basalt eingewachsen vor, bei Ober- Sinter, u. s. w. In losen Krystallen und in Körnern bildet er sich insbesondere auf Ceylon, bei Expailly in Frankreich, bei Ohlapian in Siebenbirgen und in Böhmen. Der Zirkon wird als Edelstein angewendet. Man schätzt gegenwärtig nur die dunkelgefärbteu , die dunkelgrünen und dunkelgelben. Farbelose Zirkone von Ceylon , welche ehemals für Demante von geringer Qualität ausgegeben wurden, erhielten von den Steinschneidern den Namen Jargon de Ceylon , Jargon de Diamant. Der VS ertli des Zirkons ist gering. Man bezahlt für Ringsteine 10, so, bis 40 Gulden, wenn sie 4 bis 5 Linien gross sind. Die schönsten Hyazinthe kommen aus Ceylon. Der Hyazinth findet sich höchst selten von beträchtlicher Grösse , und es werden desshalb liäulig Kaneelsteine für Hyazinthe verkauft. 9. Gattcng. Eudialyt. Rhomlioeder P — P = 75° 405 Tlieilbarkeit in der Richtung einer Fläche, welche die Spitze des Rhomboeders abstumpft. Die Krystalle sind spitze Rhomboeder , abgestumpft an den Spitzen, an den Seitenkanten und Seitenecken. H. = 5.0... 5.5 Sp. Gew. = 2.90 Glasglanz. Eudialyt. n5 Durchscheinend an den Kanten... undurchsichtig. Farbe bräunliclirotli und blass x’osenrolh. Strich röthlichweiss. Bruch unvollkommen muschlig. Derbe Stücke sind unvollkommen blättrig, zuweilen selialig abgesondert. Doppelt kieselsaure Zirkonerde, doppelt kieselsaures Eisenoxyd und Manganoxyd , Kalkerde, Natron, zu gleichen M. G. vereiniget. Z '- S ’ + 1 j S- + C S* + N s-. Zusammensetzung Kiesel erde. Zirkon erde. Eisen- ox\ d. Mau- Jtan- oxjd. Kalkerde. Natron Salzsaure. Wasser. Summe des Eudialjts, nach Stromeyer. 53.3a5 il. loa <>• 75-1 2. ofla !)• 7*5 t3. 8aa i. o3| i,8oi 99* 685 Schmilzt schon in der Lichtflamme. Für sich schmilzt er vor dem Löthrolire zu einer blassgrün gefärbten Kugel. Der Eudialyt kommt zu Kangerdluarsuk auf der Westküste von Grönland , auf einem Lager im Gneis vor , auf welchem überdiess Sodalit. , Hornblende , Zirkon , Augit und Feldspatk einbreclien. II. Ordnung. Metalle der Erden und Alkalien. Mineralien , deren Grundlage die Erden oder jllkalien sind, das ist die Metalloxyde der leichten Metalle. Sie besitzen meistens Glasglanz, Die weisse Farbe ist vorherrschend. Andere Farben sind zufällig. Das sp. Gew. von 0.9 bis 4 G. Alle Grade der Härte. Die älteren Mineralogen unterschieden die hierher gehörigen Mineralien in Erden, Steine und Salze. 6 Korund. 1) FAMILIE DES ALUMIUMS. Mineralien, deren Grundlage das Alumiumoxyd , die Thonet'de ist. In wenigen Mineralien findet sicli die Tlionerde für sich, oder in Verbindung mit Wasser. Am liäullgsten ist sie in Verbindung mit Kieselerde, welche gegen sie die Rolle einer Säure spielt (Thonerde-Silicate). Die Familie des Alumiums ist die grösste im Mineralreiche, und die Thonmineralien haben im Allgemeinen eine grosse geognostisclie und geographische Verbreitung. Ein grosser Theil derselben kommt in Krystallen vor. Viele nur in derben Massen und in mehr oder weniger erdigem Zustande. Alle diese zeigen beim Anhauchen oder Befeuchten, Thongeruch. 10. Gattung. Korund. Svn. Rhomboedrischer Korund. Spitzes Rhomboeder, P—I 1 = 8G° 58' P — P 1 = 95° 22'. Theilbar nach den Flächen der Grundform. Die Krystalle gewöhnlich Dihexaeder , zuweilen an den Emlechen durch eine horizontale Flache abgestumpft, und sechsseitige Prismen. Die Prismenllächen hin und wieder mit den Flächen des Dihexaeders verbunden. H. = 9- Sp. Gew. = 5.9... 4-1 Glasglanz, zuweilen in den Fettglanz geneigt. Oberfläche der Dihexaeder und Prismen oft stark horizontal gestreift. Durchsichtig... durchscheinend an den Kanten. In der Richtung der Axe öfters ein seclisstrahliger Lichtschein. Farbe weiss, grau, gelb, griin, braun, blau, l’oth. Die blaue, rothe und gelbe, oft sehr lebhaft und schön. Strich weiss. Korund. 117 Bruch musclilig... uneben. Tlionerde durch Eisenoxyd gefärbt, mit einer Beimengung von Kieselerde. Bleibt für sich vor dem Löthrohr unverändert und wird auch von Soda nicht angegriffen. Von Borax wird er schwer, aber vollkommen zu einem klaren Glase aufgelöst , das nicht unklar geflattert werden kann. Vom Phosphorsalze wird er im gepulverten Zustande langsam zu einem klaren Glase aufgelöst, das weder hei der Abkühlung opalisirt, noch wenn es in der äussern Flamme einige Zeit gewärmt worden. Gibt mit Kobaltsolution , wenn er gut gepulvert worden ist, ein schönes, dunkles Blau. Kommt auch derb vor in körnigen Stücken und in Geschieben. Man unterscheidet folgende Varietäten : a) Sapphyr. Hierher werden die schön blau, gelb und roth gefärbten, auch die weissen Stüche , von den höchsten Graden der Durchsichtigkeit, und von starkem Glasglanze gerechnet. Der gelbe Sapphyr heisst orientalischer Topas, der violblaue orientalischer Amethyst, der rotlie orientalischer Rubin. Der blaue behält den Namen Sapphyr. Man unterscheidet von demselben jedoch die kleinen regelmässigen sechsseitigen Prismen mit dem Namen Salamstein. Die Farben im Allgemeinen licht. Zuweilen zeigen sich zwei , sehr selten drei Farben , weiss und blau, blau und roth , weiss, blau und roth in einem Stücke und in Streifen wechselnd. Sapph\r aus dem Orient, Thonerde. Kieselerde. Eisenoxyd. Kalk. Summe. nacli KlaprOtu. 98.5 — 1.0 0.5 100.0 Rubin , nach Cuenevix. 90-0 7.0 1.2 — 98.25 Findet sich in losen, häufig abgerundeten Krystallen und in Körnern , im Sande der Flüsse und des aufgeschwemm- len Landes, in Ceylon, zumal am Fusse der Kapelanberge, uirweit der Stadt Sirian. Auch hat inan ihn in Köhmen bei Korund. 118 Bilin , in Frankreich in der Nähe von Puy, in China, im Reich der Birmanen , und an einigen anderen Orten gefunden. b) Smirgel. Dunkel bläuliehgrau. Bruch uneben. Selten derb , in kleinen Parthien, meistens eingesprengt. An den Kanten durchscheinend. Wenig fettartig glanzend , oder nur schimmernd. Kommt in losen Stücken vor auf Xaxos , in Spanien, England, Irland, Asien. Eingesprengt in Körnern, in einem talkartigen Gesteine , am Ochsenkopf bei Schwarzenberg in Sachsen. c) Demant.spath. Ilaarbraun und röthlichbraun. Schwach an den Kanten durchscheinend. Leicht theilbar. Die Krystalle aussen meist rauh. Auch derb und in stumpfeckigen Stücken Bestandtheile des Tlionerdt*. Kiej-elerde. Eisenoxid. Summe. Demantspaths aus China, nach Klaprotii. S4.0 6-5 7.5 98.0 Findet sich in China und Bengalen. d) Korund. Diese Varietät begreift die Stücke von grünen , blauen, rothen , schmutzigen , ins Graue fallenden Farben. Vleist nur an den Kanten durchscheinend. Glasglanz, in den Fettglanz geneigt , oft nur schimmernd. Die Krystalle aussen häuiig rauh und matt , und oftmals überzogen mit einer weissen Erde, oder mit Schwefelkies. Kommt in Urgebirgs - Gesteinen eingewachsen vor. In Piemont im Granit , am Gotthardt im Dolomit bei Campo longo, im Glimmerschiefer in Oberitalien. In China findet er sieh unweit Canton in einem Feldspathgestein. Man hat ihn überdiess in Ostindien , in Vordamerica , in Schweden und an einigen anderen Orten gefunden. Die reinen Varietäten des Korundes werden als Edelsteine geschätzt. Die unter dem Namen Rubin bekannten, schön roth gefärbten Stücke , werden wie Demant , und zuweilen noch theurer bezahlt. Ein vollkommen reiner, fehlerfreier Rubin von 3oGrän hat einen ausserordentlichen Y\ erth. Ein Rubin von 8 Grän kommt auf 4oo bis 5oo Gulden zu stehen. Der Sapphvr steht in geringerem Preise Gibbsit. 119 und blasse Sapphyre sind •wenig geachtet , um so mehr hingegen die gleichförmig und dunlielblau gefärbten. Steine dieser Art , von 34 Grän , werden mit 700 - 800 Gulden bezahlt , während ein blasser Sapphyr von 16 Grän für 5 o- 6 o Gulden gehäuft wird. Der sogenannte orientalische Topas steht in noch niedrigerem Preise. Man bezahlt für einen Stein von 20 Grän, je nach der Intensität der Farbe, 3 o bis 3 oo Gulden. Gewöhnlich werden die Sapphyre brillantirt, seltener als Tafelsteine geschliffen. F.11 cabochon schleift man sehr hieine llubine und die Stüche mit sechs; strahligcm Lichtschein ( Sternsapphyr ). Der Demantspath, der Smirgel und der Korund, werden •zum Schleifen und Policen von Edelsteinen, Stahl u. s. w. angewendet. Der Smirgel hommt häufig gemengt mit Magneteisenstein und (^uarz vor , und liefert das behannte und lüiulig angewandte Schleif- und Polirpulver. 11. Gattung. Gibbsit. Regelmässige Gestalten und Theilbarkeit fehlen. H. = 5 . 5 . Sp. Gew. = 2.4. Schimmernd oder wenig glänzend. Schwach durchscheinend. Graulich- und grünlicliweiss. Auseinander laufend fasrig. Bruch erdig. Tcopfsteinartig, röhrenförmig. Thonerdehydrat. A Aq. Bestandteile des Gibbsits, nach Torrey. Thooerde. Wasser. Summe. C 4-8 34.7 99.5 Brennt sich vor dem Löthrolir weiss. Wird mit Kobaltsolution hlau. Der Gibbsit wurde in einer verlassenen Eisensteinsgrube zu Itichmond in Massachusets gefunden. 120 Diaspor. 12. Gattung. Diaspor. Sjn. Blättriger Ilvdrargilit. Rhombisches Prisma. Nach Dimensionen niclil genau bekannt. Theilbarkeit nach (len Flächen der Grundform, und nach der kleineren Diagonale der Basis. H. = 5.5. Sp. Gew. = 5.45. Glasglanz, auf den Spaltungslläcben Perlmutterglanz. Durchscheinend an den Kanten. Farbe grünlichgrau und gelblichweiss. Bruch uneben. Derb , in körnigen und krummblätterigen Massen. 5 M. G. Thonerde mit 1 M. G. Wasser. 3 A. + A(p Thonerde. asser. Eisenoxydul. Summe. 80 17 3 100 Besteht, nach der Analyse von Vauqcelix, aus Decrepitirt für sich im Kolben sehr heftig, und zerfällt in kleine, glänzende weisse Schuppen. Gibt bei starkem Glühen eine bedeutende Menne Wasser aus. Die geglühten Schuppen färben ge- röthetes feuchtes Lakmuspapier blau. Diess deutet auf einen alkalischen Bestandtheil , der in der Analyse nicht angezeigt ist. Löst sich in Borax und Phosphorsalz ziemlich leicht, zu einem farbelosen klaren Glase, und wird mit Kobaltsolution schön blau. Der Diaspor wurde von Herrn Le Lievrf. bei einem älineralienhändler , ohne Bezeichnung des Fundortes vor- gefunden. Allophan. 121 15. Gattung. * Allophan. Regelmässige Gestalten und Theilbarkeil fehlen. II. = 5.5. Zuweilen zerreiblich. Sp. Gew. = 1.8... 1.9. Glasglanz. Die zerreiblichen Stücke matt. Farbe himmelblau, ins Bläulichweisse. Durch Verunreinigung spangrün, gelb und braun. Ilaibdurcbsicbtig... durchscheinend an den Kanten. Die zerreiblichen Stücke undurchsichtig. Strich weiss. Bruch musclilig. Bei zerreiblichen Exemplaren erdig. Traubig , klein nierenförmig , tropfsteinartig, zackig. Auch als traubiger und erdiger Leberzug. Zwei Drittel kieselsaure Thonerde mit 5 M. G. Wasser. A 3 S 2 + 5 Acj. Die Färbung von Kupfer. Kieselerde. Thon erde. Wasser. Kalk. Gyps. Kohlensaures Kupfer o\}d. Eisen- oxyd- hydrat. Summe 2 (. 92a 32 . 202 Ui. Soi 0. fin 0. 571 3 . 006 Kupfer oxyd 0. 270 100.00 24. 109 38 . 76I 35 . 754 — — 2. 328 — 100.954 Bestandtheilc des Allophans von Grafenthal, nach Stroiimever; von Gersbach, nach Walchser, Für sich im Kolben gibt er Wasser aus , und brennt sich fleckenweise schwarz (Gräfenllialer Allophan), oder blasser (Gersbacher Allophan). Spangrüne , gelbe und braune Stücke , welche diese Farbe von schwefelsaurem Eisen haben, brennen sich rolh. In der Zange erhitzt, schwillt er etwas an , ohne zu schmelzen , fällt wieder zusammen , und färbt die Flamme grün. Wird vom Borax schwer, aber vollständig, vom Phosphorsalz gleichfalls schwer, und mit Hinterlassung eines Kieselskeleltes, aufgelöst. Das klare Glas wird durch Zinn roth. Der Allophan wurde zuerst zu Gräfenthal im Saalfel- (liscLcn entdeckt. Er kommt daselbst als AnstÜllungs- und Auslleidungsmasse in einem löcherigen, von Eisenox) dhydrat I 22 Granit. durchdrungenen Mergel vor, der ein Lager im Uchergangs- gebirge bildet. Auf' der Schwefelluesgrube zu Gersbacb im südlichen Schwarzivalde, bildet er sich in ausgezeichnet reinen Stiicheu auf dem Gesteine alter Verhaue. Auf der Grube llerrenseegen im wilden Schappach honunt der Al- loplian mit Kupfererzen vor. Mau hat ihn iiberdiess in Sachsen, im Tyrol und in Polen gefunden. 14- Gatting. * Cyanit. Sjn. Disthcn , Rhatiz.it, Sappare, prismatischer Disthen - Spath. Schiefes rhomboidisch.es Prisma. P—T=10G° 55', M—T=10G° 6'. Theilbarkeit nach den Flächen der Grundform. Ausgezeichnet nach T. T) ie Krvstalle sind irreguläre, sechsseitige, achtseitige und zehnseitige Prismen, an welchen zwei einander gegenüber o 7 . . O t> liegende Flächen breiter sind. Zwillinge , die Zusammen- setzungslläche die breitere Prismcnfläclie, die Umdrehungs- a\e auf derselben senhrecht. Die Krvstalle oftmals gehriimmt und in der Richtung der llauptaxe in die Länge gezogen, j II. an den Kanten und Ecken = 7 0. Auf den I Flächen = 5.0 Sp. Gew. 5.5... 5.67. Glasglanz auf den Krystallfläclien , Perlmutler- glanz auf den Theilungsflächen. Oberfläche der Krystalle oft gestreift. Durchsiehti" .. durchscheinend. Farbe weiss, herrschend, himmelblau, berliner- blau, öfters geflammt oder gestreift. Auch grau, ins Gelbe und Grüne. Strich weiss. Bruch uneben. Spröde. Derb , stängelig ins Fasrige , zuweilen schalig. Halb-kicselsaure Thonerde. A 2 S. Eestandtheile des Cjanils, nach Arfvedson. Tltonerde. Kieselerde. Summe. 64 36 100 123 Sapphyrin. Brennt sicli in strengem Feuer weiss, ohne zu schmelzen. Wird vom Borax schwer, aller vollkommen, vom Phosphorsalz zum Theil, mit Zurücklassung eines Kieselskelettes, aufgelöst. .Mit Kobaltsolution wird er bei strengem Feuer schön dunkelblau. M an hat früher die Varietäten mit weisser und gelber Farbe, als eine eigene Gattung, unter dem Namen lihälizit aufgestellt. Der Cvanit findet sich eingewachsen in Krystallen und in derben Massen , in verschiedenen Gesteinen des Urge- hirges , vorzüglich im Glimmerschiefer, Gneis, Dolomit, Kalkstein und Y\ eissstein. Am Gotthardt in der Schweiz, am Grainer in Tyrol , am Pacher in Steyermark , an der Saualpe in Kiirnthen , in Pensylvanien , kommt er häufig vor. Ausserdem hat inan ihn hei Penig in Sachsen , in Spanien, Schottland, Norwegen und an mehreren anderen Orten gefunden. Der Jiuchohit, der Fibrolit, der Faserkiesel, gehören zur Gattung des Cvanits , und kommen unter ähnlichen Verhältnissen im Urgehirge vor , zu Lisens in Tyrol , und in China. Im Gneise des Schlossherges hei Freiburg im Breisgau findet sich ein mit dem Tvroler Fibrolit übereinstimmendes Mineral. Svusscnr. bediente sich zarter Fäden von Cvanit , die er durch mechanische Trennung faseriger, derber Stücke bereitete, zur Unterlage bei Löthrohrversuehen. Die Flüsse greifen ihn aber an, und er ist durch den Gebrauch des Platinblechs , überflüssig geworden. Durchsichtige , schön blau gefärbte Cyanite , werden zuweilen geschliffen , und für Sapphvr ausgegeben. Die geringere Härte des Cyanits unterscheidet ihn schnell von jenem Edelsteine. 15. Gattung. Sapphyrin. Recelmiissitre Gestalten fehlen. O ( o Theilbarkeit nach den Flächen eines Geraden U rhombischen Prismas ? II. = 7.5. Sp. Gew. = 5.42. Glasglanz. Durchscheinend. Farbe berlinerblau , zuweilen ins Graulichgrüne oder Schwärzlichgrüne ziehend. 124 Chrysoberyll. Bruch uneben... kleinmusclilig. Strich weiss. Derbe, mit Glimmer gemengte, blättrige Massen. Viertel-kieselsaure Thonerdc mit einfach thon- saurer Bittererde A 4 S + M A ? ßestandtheile des Sappli vrins, nach Stro.meyer. Für sich unschmelzbar. Wird durch starkes Glühen blasser. Vom Borax wird er als Pulver schwer, aber vollkommen zu einem klaren, schwach von Eisen gefärbten Glaseaufgelöst. Vom Phosphor- salz mit Hinterlassung eines Kieselskelettes. Mit Kobaltsolution wird er schön blau. Der Sapphyrin ist bis jetzt nur zu Fishenaes auf Grünland im Glimmerschiefer gefunden worden. 16. Gattung. Chrysoberyll. £wn. Cvrnophane, prismatischer Korund. Gerades rektanguläres Prisma , dessen Höhe und die Seilen der Basis sich zu einander verhalten wie ra ; G3 \ K6. Theilbarkeit parallel den Flächen der Grundform. Die Krystalle sind rektanguläre, an den Enden zugeschärfte Prismen , irreguläre achtseitige und zwölfseitige , mit vier Flächen zugespitzte Prismen. Zwillinge, die Yerbindungs- fläche senkrecht auf den scharfen Endkanten der Zuspiz- zungsllächen; Umdrehungsaxe derselben parallel. H. = 8.5. Sp. Gew. = 5.6... 5.75. Glasglanz. Halbdurchsichtig... durchsichtig. Zeigt zuweilen bläulichen Lichtschein. Oberfläche. Die Seitenflächen der Prismen, parallel der Axe gestreift. Farbe spargelgrün und olivengrün, ins Grün- licliweisse und Gelblichgraue fallend. Tlion- erde. Kieselerde. i4. 507 Talk- erde. 16.848 Kalkerde. O. 379 Kisen- ox^dul 3 . 9,4 Man- gan- oxyd. Glühverlust o. 493 99 - 7 8 -« Topas. 12.J Strich weiss. Bruch muschlig. Die Krvstalle einzeln eingewachsen , häufiger Jose, abgerundet. Viertel-kieselsaure Thonerde, A 4 S. Arfvedson (A 4 S + 2 G A 4 . Seybert). Bestandteile des Chr\soben 11$ Tbonerde Kieselerde. Gljrrin- erde. Fisen- ovt dul. Titan- oxvd. Wasser. Summe. 8 i .43 18.73 [OO.tfi aus Brasilien, nach Arfvedson. nach Seybert. aus iSordamerica 68.666 5.999 l$.OQO 4 - 7 ” 2.666 o.ül'6 gS.po nach Seybert. 73.60 4.00 i 5 .So 3.38 1.00 °4 98.18 Für sich unschmelzbar. Wird vom Borax langsam zu einem klaren Glase aulgelöst , das hei keinem Sättigungsgrade unklar wird. Phosphor— salz löst ihn vollkommen zu einem klaren Glase. Mit Kobaltsolution wird das Pulver blau. Soda greift ihn nicht an. Der Chrysoberyll kommt in Nordamerica, zu Iladdam in Connecticut und zuSaratoga in Neujork, eingew achsen vor, in einem grobkörnigen Albit-Granit , begleitet von Schörl, Granat und Beryll. Weit häutiger findet er sich in losen Krvstallen und in abgerundeten Körnern int Sande der Flüsse, auf Ceylon, in Pegu, Brasilien und Siberien. Durchsichtige und schön gefärbte Stücke von Chrysoberyll , sodann solche , die einen bläulichen Lichtschein besitzen, werden sehr geachtet. Die durchsichtigen Steine werden brillantirt geschliffen, und die, welche einen Lichtschein zeigen , balbkugelförinig , weil er sich dabei am besten ausnimmt. Man verarbeitet sic vorzüglich zu Ringsteinen und zu Steinen in Vorstecknadeln. Die dunkel gefärbten, durchsichtigen Chrysoberylle , von 5 bis 8 Linien Grösse, werden mit 200 bis 3oo Gulden bezahlt. 17. Gattung. Topas. Rhombisches Prisma, in welchem sich die Höhe zu den beiden Diagonalen der Basis verhält, wie 440 : y ~ 1.238. Die Seitenkantenwinkel = 126 Topas. Theilbarkeit senkrecht auf die Axe, sehr voll- kommen. Unvollkommen nach den Seitenflächen des Prisma s , lind nach Flüchen , welche die spitzen Ecken des Prisma’s abstumpfen. Die Krystalle sind gewöhnlich rhombische Prismen . an den scharfen Seitenbauten zugeschärft, selten an denselben abgestumpft, oder an den stumpfen Seitenbauten. Die Prismen sind an den Enden zugeschärft, durch die Flächen, welche die spitzen Ecken abstumpfen , oder häuliger zugespitzt , indem mit den Zuschärfungsllächen , die Flächen eines Rhombenoktaeders Vorkommen. Häufig ist die Spitze durch die Endfläche des primitiven Prismas abgestumpft, ] und oh sind auch noch Flächen eines stumpferen Itliom- benoktaeders vorhanden, und Flächen, die die Kanten, welche die Zuschärfungsflächen mit den Oktaederflächen j bilden , abstumpfen. Zuweilen kommt das primitive rkom- j bische Prisma an den spitzen Ecken abgestumpft vor, wodurch , wenn die vier Flächen der Abstumpfung sich sehr vergrüssern, und Ileste der Prismenflächen damit verbunden bleiben , ein rektanguläres Oktaeder entstellt , das man gleichfalls als die Grundform des Topases anuchmcu ' kann. II. = 8. Sp. Gew. — 5.49-.. 3.56. Glasclanz. Durchsichtia... durchscheinend , zuweilen nur an den Kanten, Oberfläche. Die Endfläche des Prisma’s rauh, die Seitenflächen stark in der Richtung der Axe gestreift. Die Flächen der Oktaeder und. der Zuschärfung glatt. Farbe weiss, grün, gelb, rollt, blau, in verschiedenen Auancen, im Allgemeinen licht. Strich weiss. Bruch kleinmuschlig. 5 AI. G. einfach - kieselsaure Thonerde mit 1 AL G. halb-flusssaurer oder einfach-flusssaurer Thonerde. Unschmelzbar vor dem Löthrohre. Bei starker Hitze überziehen sich die Splitter mit vielen kleinen Blasen. Topas. 12- 1 . Varietät. Edler Topas. 3 A S + A 2 Fl. 'Begreift die Imstallisirten Stücke in glattflächigen, meistens aufgewachsenen, oder zu Drusen verbundenen Krystallen, von den höclisleu Graden der Durchsichtigkeit und den reinsten h al ben , und auch derbe Massen , von der letzteren Beschaffenheit. Die Krystalle haben zuweilen kleine Höhlungen , welche mit einer eigenlhiimlichen, wasscrhellen Flüssigkeit erfüllt sind , und einen starken Glanz. Die Farbe ist häufig weiss und weingelb , seltener bläulichgrün und griinlichw eiss , oder ldassrqth. Höchst selten erscheinen Krystalle in der Richtung der Axe oraniengelb , und senkrecht auf die Axe braun. Thonerd«. Kieselerde. Hu:>s>U'!re. .Sumnie. des edlen Topases aus lirasilien, nach Dt- K/KLiLs. 58.38 34.01 7.79 100.18 Der gelbe brasilianische Topas wird bei gelindem Glühen schwach rosenroth. Vom liorax, wird er langsam zu einem klaren Glase aufgelöst , eben so von Phosphorsah , mit Hinterlassung eines Kieselskelettes Die klare Glasperle opalisirt beim Erkalten. Soda löst ihn schwer zu einer ungefärbten, blasigen, halbklaren Schlacke auf. Mit Koballsolution gibt er eine unreine blaue Farbe. D er edle Topas kommt vorzüglich im Granit und Gneis des Urgebirges vor. Bei Auerbach im sächsischen V oigt- lande findet er sich am Schneckensteine , in einer quarzigen Lagermasse, dem sogenannten Topasfels, in einzelnen Krvstallen von blass weingelber Farbe aufgew achsen. Ein- gewachsen erscheint er hin und wieder in dem Albit-Granit von Klein-Chursdorf hei Penig. Die ausgezeichnetsten Krvstalle kommen aus Siberien, wo sie am Altai und Ural, auch in Kamtschatka, von blass weingelben, weissen, blauen und grünen Farben, und mitunter in prachtvollen Drusen, im Granit, in Begleitung von Quarz und Beryll, gefunden werden. In Brasilien findet man ihn , meist in losen Krys- tallen, von schöner w eingelber Farbe , in Neuholland von weisser Farbe, in der Gegend von Mar und Cairngorm in Aberdeenshire , von blauer Farbe. Auch in Schlesien, Böhmen, Mähren, Cornwallis, Nordamerica, werden Topase von geringerer Schönheit und Grösse gefunden. 128 Topas. 2 . Varietät. Physalith (Pyrophysalith). Undeutliche Krystalle mit rauhen Flächen , und derbe Massen von geringen Graden der Durchsichtigkeit , und grünlich- und gelblichweisser Farbe. Schwacher Glasglan'/., in den Fettglanz geneigt. Die Zusammensetzung wie Leim edlen Topas. Findet sich bei Finbo und Brodbo , unweit Fahlun in Schweden, in grobkörnigem Granit eingewachsen. 3. Varietät. Pyknit (Stangenstein). 3AS-j-AFl. Derbe Massen von verschiedener Grösse , gerade und diinnstängelig abgesondert. Durchscheinend bis durchscheinend an den Kanten. Strohgelb , ins W eisse und Grüne. Aussen stellenweise grau- oder rothgelleckt. Die stängeligen Partliien sind von vielen Queerrissen durchsetzt. Zusammensetzung, Thonerde. Kieselerde. Flusssaure. Summe. des Pjknits , nach Berzelius. 51.00 38.43 8.84 98-27 Gibt für sich erhitzt leichter Blasen als die beiden ersteren Varietäten , und in grösserer Menge. Der Pyknit findet sich vorzüglich auf dem Zinnstockwerke zu Alten- berg in Sachsen , mit Quarz und Lithon-Glimmer verwachsen. Auch zu Schlackeuwalde in Böhmen und in Sibcrien ist er gefunden worden. Der edle "Topas wird zu verschiedenen Schmucksacken angewendet. Man schätzt die rothen, sodann die dunkel- weingelben und ins Oranie.igelbe ziehenden Steine am meisten , und bezahlt für letztere , wenn sie vollkommen rein sind , und eine Grösse von 8 bis 9 Linien haben, 110 bis i5o Gulden. Die rothen von gleicher Grösse werden mit 180 bis 190 Gulden bezahlt. Sie werden aber in der Begel aus den weingelben brasilianischen, durch gelindes Glühen bereitet. Der sächsische Topas vom Schneckensteine brennt sich weiss. Die blauen Topase, obwohl Steine von grosser Schönheit, haben wenig Werth, und eben so die w eissen , welche , um den Demant zu ersetzen, auch zu Bingsteinen und zu Steinen in Vorstecknadeln angewendet werden. Die gewöhnlichen Preise der Topase sind folgende : s Dicliroit. 1 2l) Das Karat von rothem natürlichem Topas kostet 18 Gulden » » » ■» gebranntem » » 10 » » » » gelbem brasilianischem » 7 » Das Pfund roher sächsischer Topase kostet, je nach der Grosse, 13 bis 48 Gulden. 18. Gattlwg. Dicliroit. S\n. Cordierit , Peliom , Jolitb , Steinheilit, prismatischer Quarz, harter l'ablunit. Reguläres sechsseitiges Prisma. Tlicilbarkeit nach «len Seitenflächen desselben. Die Krystalle sind sechsseitige und zwölfseitige Prismen mit gerade angesetzter Endfläche , oder zugespitzt durch die Flächen eines Trigonaldodekaeders , welches durch die Abstumpfung der Gruudkanten entsteht. II. = 7.0... 7.5. Sp. Gew. = 2.5... 2.6. Glasglanz. Durchsichtig... durchscheinend. Farbe blau in verschiedenen Nuancen, meistens ins Graue oder Schwarze geneigt. In der Richtung der Axe indigblau , senkrecht auf dieselbe braun oder gelb. Oberfläche der Krystalle öfters rauh. Strich weiss. Bruch muschlic. O Die Krystalle eingewachsen. Auch in derben, körnigen Stücken und in Geschieben. 5 51. G. einfach - kieselsaure Thonerde (und Eisenoxyd) mit 1 51. G. doppelt - kieselsaurer Bittererde ( 5Ianganoxydul und Eisenoxydul ). . < 51g ) 5 r \ S + mn > S 2 Valchver HIincriilogie . 9 Andnlusit. i3o Zusammensetzung des Dichroits , TIiüu- erde. Bittererde. Eisen- on\d. Eiscn- oxvduh Man- gan- oxydul Kieselerde. Was serd Summ. von Bodenmais ; Steinheil iths, ii. 7 u(i in. 107 — 8. J16 0. 333 48 . 35 a 0. 59.5 99 - von Orijervi; 3 .-, 3 o 1 1. 3 n 5 — 5 . f» 8 fi 0. 702 48.538 r. G 87 99 - fi 4 8 Fuhlunits; des Dichroits v.Simiutak, 32. IO. 847 — 4. 004 0, 683 5 o. 247 1. 664 99 -SCC nach Stromeyer. 33 . 10 ii-1« 4 . 33 — — 49 - *7 t. 20 PS. 08 Sclimilzt für sich schwer an (len Kanten zu einem Glase von der Farbe und Durchsichtigkeit des Steins. Im Kolben gibt er etwas Wasser aus. Vom Borax wird er langsam , aber in grosser Menge zu einem klaren Glase aufgelöst , das durch Flattern nicht unklar wird. Vom Phos- phorsalz wird er mit Hinterlassung eines Kieselskelettes zum farbelosen Glase aufgelöst. Mit Kobaltsolution wird er an den geschmolzenen Kanten blau. Der Dichroit findet sich vorzugsweise im Granit des Urgebirges , auch im Glimmerschiefer eingewachsen. Die Hauptfundorte sind : Bodenmais in Baiern , Arendal in Norwegen , Orijervi in Finland , Cap de Gates und Bai de San Pedro in Spanien (Jolitli), Simiutak auf Grönland. Im Sc/nvarzwalde kommt er zuweilen in kleinen Körnern im Granite des Kinzigthaies vor. Man hat ihn auch im Trachyt des Lachersee's, in Geschieben auf Ceylon und in Sibericn gefunden. Zuweilen wird er zu Ringsteinen und Nadelsteinen verarbeitet. Geschliffen zeigt er hin und wieder einen eigen- thiimlichen Lichtschein. Die Stücke, welche diesem besitzen, kommen von Ceylon , und werden Luchs- oder iPasser- sapphyr genannt. Man bezahlt für einen schön blau gefärbten Wassersappbvr von 8 bis 10 Linien Grösse , 70 bis 80 Gulden. 19- Gattung. Andalusit. Syn. Prismatischer Andalusit, Feld>j>ath apvrc. Gerades rhombisches Prisma. Verbaltniss zwischen der grossen und kleinen Diagonale der Basis und der Höhe , wie y • 6 • >9- Die Seitenkantenwinkel 91° 55' und 88° 27'. Andalusit. i3i Theilbarkeit nach den Flächen der Grundform. Die Krystalle sind rhombische Prismen , zmveilen abgestumpft an den spitzen oder an den stumpfen Ecken der Basis, oder an beiden zugleich, auch an den stumpfen Seitenkanten. Die Abstumpfung der Ecken ist hin und wieder verbunden mit der Abstumpfung der Seilenkanten. H. = 7.5. Sp. Gew. = 5.1. Glasglanz. Oberllüche der Krystalle gewöhnlich rauh und mit Glimmerblättchen bedeckt. Durchscheinend, meist nur an den Kanten. Farbe, fleischrolh und perlgrau am häufigsten. Oft unrein. Selten verlauft sich die fleischrotlie Farbe ins \iolblaue oder Röthlichbraune. bruch uneben... feinsplitterig. Die Krystalle häufig auf - und zusammen- gewaehsen , auch eingewachsen. Derb , körnig und stängelig abgesondert. Zw eidritlel kieselsaure Tlionerde. A 3 S 2 . Thonerde. Kieselerde. Kiscnowd, Summt« Zusammensetzung des Amlaiusits von Herzogau , nach Blcholz. 60.5 36.5 4.0 101.0 Für sich unschmelzbar. Vom Borax wird er sehr schwer aufgelöst , und vom Phosphorsalz in Splittern nur an den Kanten zerlegt. Das Glas wird mit beiden Flüssen klar und farbelos. Mit Kobaltsolution wird er schön blau, ohne zu schmelzen. Der Andalusit findet sieh im Granite zu Lisens in Tyrol in sehr schönen Ifrvstallen , ferner zu Ilerzogau in der Oberpfalz, zu Lalnnerw inkel im baierischen Waldgebirge. Zu A\ aldenburg bei I’enig in Sachsen kommt er im Gneis in derben Massen und in Körnern vor. Zuerst wurde er in Spanien in der Provinz Andalusien gefunden. Auch ist er in England, Irland, Schottland und Jsordamerica entdeckt worden. 32 Staurolitli. 20. Gattung. Staurolitli. Smi. Prismatoidisclier Granat, Staurotidc, Basler Taufstein. Gerades rhombisches Prisma. Verhältnis der Hälften der Diagonalen der Basis zur Höhe Avie 5 ; ; y 2 . Die Seitenkantenwinkel 129° 51' und 50° 29'. Tlieilharkeit nach den Flächen der Grundform und der kleineren Diagonale der Endfläche. Die Krystalle sind rhombische Prismen , gewöhnlich mit Abstumpfung der scharfen Seilenhanlen , und oft sehr verlängert in der Richtung der Axe. Selten sind die stumpfen Ecken abgestumpft. Zwillinge kommen öfters vor. Zwei rhombische Prismen , mit Abstumpfung der scharfen Seitenkanten, durchkreuzen sich unter 90°, oder unter 120 0 . Auch finden Durchwachsungen nach beiden Gesetzen Statt. Die Durchwachsung unter 120 0 wiederholt sich zuweilen , wodurch ein sechsstrahliger Stern entsteht. H. = 7.0... 7.5. Sp. Gew. = 5.72. Glasglanz, in den Fettglanz geneigt. Oberfläche der Zwillinge meist rauh, und die EndflächederPrismen oft unvollständig ausgebildet. Durchscheinend, meist nur an den Kanten. Farbe röthlichbraun , bräunlicliroth, dunkel, zuweilen ins Graue verlaufend. Strich weiss. Bruch uneben... muschlie. U Nur krystallisirt. Die Krystalle eingewachsen und lose, oft mit Cvanit verwachsen. 4 M. G. lialh-kieselsaure Thonerde mit 1 NI. G. halb - kieselsaurem Eisenoxyd. 4 A 2 S + F 2 S. Thoneide. Kieselerde. Eisenoxyd. 3Iangan- oxy d. Summe. des Staurolitlis, nach Klaprotii. 52.25 28.50' 1S.50 0.25 98-00 Wird für sich in Stücken erhitzt dunkler, ohne zu schmelzen. Als feines Pulver schmilzt er an den Granat. i33 Kanten zu einer sclnvarzen Schlacke. Vom Borax wird er langsam zu einem grünen Glase aufgelöst. Vom Phosphorsalz wird er als Pulver aufgelöst, indem er Spuren von Kieselerde zurück lässt. Das Glas ist heiss grünlichgelb, klar, und opalisirt unter der Abkühlung , indem es zugleich die Farbe verliert. Mit Soda schmilzt er unter Aufbrausen zu einer gelben Schlacke. Mit Kobalt— solution wird er an den geschmolzenen Stellen unrein schwärzliehblau. Der Staurolitli kommt vorzugsweise im Urgebirge , in Gneis und Glimmerschiefer vor. Am Gotthardt in der Schweiz und im Zillerlhal in Tyrol , mit Cyanit , in einfachen Krystallen. Die Z williugslu’y stalle kommen aus der Bretagne in Frankreich und von St. Jago di Coinpostella in Spanien. Auch hndet sich Staurolitli in Irland, Schottland, Aordameriea, Sibcrien, Grönland. 21. Gattung. * Granat. Sjn. Dodekaedrisciier Granat, Grenat. Rhombendodekaeder. Theilbarkeit nach den Flächen der Grundform, schwierig. Die Krystalle sind Rhomhendodekaeder , oft an den Kanten abgestumpft, zugeschärft, an den Ecken vierflächig zugespitzt, Trapezoeder, Würfel mit abgestumpften Kanten und Tetrakontaoktaeder. il. = 6.5... 7.5. Sp. Gew. = 3.1... 4.23. Glasglanz , zuweilen stark in den Fettglanz geneigt. Stark glänzend... glänzend. Oberfläche. Die W ürfel flächen rauh; die Dodekaederflächen oft parallel den Kanten , oder den kleinen Diagonalen , die Trapezoederflächen jarallel den grossen Diagonalen, gestreift. Durchsichtig... undurchsichtig. Farbe rotli, braun, gelb, Aveiss, grün, schwarz, im Allgemeinen wenig lebhaft. Mit der rothen Farbe ist zuAveilen ein hoher Grad von Durch- Granat. Almandin. i34 sichtigkeit verknüpft. Die Farbe ist alsdann lebliaft. Strich weiss, ins Gelbliche und Rötbliche. Bruch musclilig , mehr und weniger vollkommen... uneben. Die Krjstalle oft sehr regelmässig ausgebildet, oft auch in der Richtung derAxe, welche durch die dreiflächigen und durch die vierflächigen Ecken geht, verlängert, und die Flächen zuweilen gekrümmt. Die Grösse ist sehr verschieden, und variirt vom mikroskopisch Kleinen, bis zur Grösse von einem Fass. Die Kr}stalle sind nicht seilen mit Chlorit, Glimmer oder Talk überzogen, einzeln eingewachsen oder zusammengewachsen , und mannigfaltig gruppirt. Derbe Stücke sind körnig, und zuweilen sehalig abgesondert. Die zu dieser Gattung gehörigen Mineralien sind Doppelsilicate. Die Basis des einen Salzes ist Thonerde, oder Eisenoxyd, oder beide zugleich; die Basis des anderen Salzes, Kalkerde, Bittererde, Eisenoxydul und Manganoxydu I, welche isomorph sind, und sich wechselseitig ersetzen. Sie schmelzen yor dem Lülhrobr , lösen sich im Plyosphorsalz mit Hinterlassung eines Kieselskelelles und im Borax mehr oder weniger leicht , zu einer von Eisen gefärbten Kugel auf. Dabei zeigen sich, nach der Beschaffenheit der Taisammen Setzung, noch verschiedene andere Erscheinungen. Alle Granaten sind nach vorhergegangener Schmelzung in Säure auflöslich. A. Thongranaten. Das erste Salz besteht aus kieselsaurer Tlionerde. i. Art. Almandin. AS + FS (edler, böhmischer, orientalischer Granat). Rhombendodekaeder rein, mit Abstumpfung der Kanten, Trapezoeder. Glasglanz, in den Fettglanz geneigt. Kolom- bin-, kirsch-, bräunlich- und blutroth. Härte 7.5. Sp. Gew. = 4.0.„4.1. Durchsichtig bis durchscheinend. Bruch musch- i35 Pyrop. lig. Selten derb, in krummschalig abgesonderten Stücken, zuweilen eingesprengt , in rundlichen Hörnern , meist kry- stallisirt. Zusammensetzung des Almandins, nacli Klapbotii. Thonerde. Eiser- oxvdul. Mangan- oxydul. Kieselerde. Summe. 27.25 32.32 0.25 37.75 97.57 AYird für sich erhitzt dunkler, nimmt aber unter der Abkühlung seine erste Farbe -wieder an. Schmilzt bei stärkerer Jlitze ruhig zu einer schwarzen Kugel , die auf der Oberllüche einen üeberzug von metallischem Eisen hat. Vom Hora.v wird er scliuer zu einem dunkeln, von Eisen gefärbten Glase aufgelöst. Vom Phosphorsalz wird er /.erleid , und schwillt an. Das Kieselskelett wird beim fort- gesetzten Blasen weiss. Mit Soda schwillt er an, und löst sich nachher zu einer schwarzen , metallisch glänzenden Kugel. Ein grösserer Zusatz von Soda, verändert die Schmelzbarkeit nicht. Auf Platinblech zeigt er schwache Mangan- reaction. Der Almandin kommt nur im Urgebirge vor. Im Gneis, Wcissstein, Glimmerschiefer, Chloritschiefer, wird er häufig augetrollen. Er bildet sich in Körnern eingewachsen im Gneis , unweit der Farbemühle bei V\ ittiehen im Kinzig- tliale. Im Etschthale in Tyrol , in Piemont, Steyermark, Kärnthen, Schweden, kommt er in schönen Krystallen vor, in Grönland in grossen eckigen Stücken, die krummschalig abgesondert sind. Von Ceylon und der indischen Halbinsel und aus Ungarn kommen die Exemplare von den höchsten Graden der Durchsichtigkeit. Art. Pyrop• Mg mn A S + f C Chr Trapezoeder. Starker Glasglanz , etwas in den Fettglanz geneigt. Blutroth. Durchsichtig bis durchscheinend. Bruch kleinmuschlig. Härte = 7.5. Sp. Gew. = 3.7. Selten in Kristallen, meist in rundlichen oder eckigen Körnern. Tito n- erde.' Eisenoxydul Kallverde. Dctter- erde, Maii- gan- oxy dul CbromjKiesel- oxyd. | erde. Summ. 22 . 4o 11.48 6 . 72 5- 60 3.68 6 .5a | 43 - 70 100 . 10 Zusammensetzung, nach Graf Tr. Wachtmeister. 1 36 Coloplionit. Wird heim Erhitzen schwarz und undurchsichtig , hei der Abkühlung schmutzig gelblich , gegen das IAcht gehalten, bald darauf rotli, und ganz erkaltet hat er dieselbe Farbe wie vorher. Vom Borax wird er zu einem stark von Eisen gefärbten Glase aufgelöst, das, mit Zinn behandelt, chromgrün wird. Vom Phosphorsah wird er schwer, mit Hinterlassung eines Kieselskelettes, zerlegt. Die Auflösung geschieht langsam, und das Glas färbt sich grün, wahrend die Probe , noch zum Theil unzerlegt , mit rother Farbe darin liegt. Die Kugel opalisirt bei der Abkühlung , und w ird chronmrün. Mit Soda bildet er eine rothbraune schlackige O t O Masse. Auf Platinblech erscheint Manganreaction. Der Pyrop findet sich in grosser Menge am südöstlichen Fusse des böhmischen Mittelgebirges, unweit Bilin, in losen Körnern und Krystallen , im aufgesehw enimtcn Lande , in einer thonigen Erde, die aus der Verwitterung der vulkanischen Gebirgsarten dortiger Gegend entstanden zu seyn scheint. Eingewachsen kommt er in einigen Abänderungen des Serpentins bei Zöblitz in Sachsen vor. -^S ) 3. Art. Colophonil (Perkgranal). AS + ) S. C ) Rhombendodekaeder. Glasglanz , stark in den Fettglanz geneigt. Gelblich- und röthlichbraun, ins Olivengriine und Schwarze. Durchscheinend , öfters nur au den Kanten. Harte — 6.5. Sp. Gew. = 4 . 0 . Bruch uneben, Selten in deutlichen Krystallen , meistens in Körnern, in Kalkspath eingewachsen, und in derben, körnig abgesonderten Massen. Krystalle und Körner haben baldig das Ansehen, als hatten sie eine Schmelzung an der Oberfläche erlitten. Zusammen- Tlion- erde. Kalk- erdc. Uitter- eede. Kisen- oxvdul .Man- g.-m- ‘■xtdul Kieselerde. Tilan- oxvd. W as- ser. Summ. Setzung, nach Simos. 15. 50 29.00 6.50 6.75 Q. 75 57-00 0- 50 1.00 93. 98 Schmilzt für sich leicht zu einem dunkelbraunen Glase. Wird vom Borax leicht und vollkommen , vom Phosphorsalz mit Hinterlassung eines Kieselskelettes und unter Blasenwerfen , zu einem klaren , stark von Eisen gefärbten Glase aufgelöst. Nach der Behandlung mit Zinn zeigt die Kugel keine deutliche Titanreaction. Schmilzt mit Soda zu einer braunen Schlacke , und gibt , damit auf Platinblech behandelt, Manganreaction. Engsü-Granat. 137 Der Colophonit wurde liis jetzt nur zu Arcndal in Nor- wegen gefunden. Dieselbe Zusammensetzung und dasselbe spez. Gewicht, wie der Colophonit , haben der Granat von Holland und der Granat von Jlallandsas. Man hann sie daher als Varietäten dieser Art betrachten. Ihre Farbe ist rotlu Die Harte = 7 . 5 . Sie schmelzen , vermöge ihres stärkeren Gehaltes an Eisenoxydul , zu einer Kugel , welche auf der Oberfläche einen Leberzug von metallischem Eisen hat. Auch der schwarze Granat von Arcndal scheint hierher zu gehören. A. Art. Enssö-Granat. A S + ^ ^ S. ^ 0 mn) Trapezoeder , an den Ecken abgestumpft. Die Flachen gestreift in der Richtung der grösseren Diagonale. Dunkel kolombinroth. Schwacher Glasglanz. An den Kanten durchscheinend. Sp. Gewicht = 4 . 2 . Härte = 7 . 5 . JLJruch uneben. Structur blättrig. I l.onerde. Ki.xeti- oxwlul. 19-95 33.93 Zusammensetzung, nach Graf Tr. Wachtmeister. Maugan- oxtdul. 6.69 40.60 101.17 Schmilzt zu einer schwarzen Kugel mit metallischem Ueberzuge. D ird vom Bora.v schw er zu einem stark von Eisen gefärbten Glase aufgelöst , und vom Phosphorsah mit Hinterlassung eines Kieselskelettes. Mit Patron auf Kohle behandelt, zieht sich der Fluss in die Kohle hinein, und hinterlässt die Probe als eine blasige zusammengeschmolzene Schlacke. Auf Platinblech zeigt er starke Manganreaction. Kommt auf der Insel Engsö im Mälarsee vor, in weissem, grün gesprenkeltem Feldspath, in Krystallen von der Grösse einer Nuss und darüber. Der Granat von Neujork in Nordamerica stimmt mit diesem überein. Seine Krystallform ist das Rhombendodekaeder. Die Flächen parallel den Kanten , stark gestreift. Glasglanz. Dunkel kolombinroth. Härte ■= 7 . 5 . Sp. Gew. = 3. 9 . Der Aplome von Schwarzenberg in Sachsen , scheint gleichfalls hierher zu gehören , angenommen , das Eisen seye in demselben als Oxydul vorhanden , nach der Analogie mit den übrigen Granaten , in welchen man Eisen und Thonerde in grösserer Quantität beisammen findet. Die Analyse Lauoier's gibt , w egen des grossen Verlustes von 7 pC., keinen bestimmten Aufschluss. i38 Rothoffith. Lindho-Granat. Melanit. B. Eisengranaten. Das erste Salz besteht aus kiesel- saurem Eisenoxyd. 5 . Art. Rolhofßth. FS + ^ j S. (Gelber Granat von Lnngbansliytta und von Altenau.) Rhombendodekaeder. Gelb , braun und dunkelroth. S]). Gew. 3 .8.... 3 .9. Aussen Glasglanz, innen stark in den Fett- glanz geneigt. Harle 7.0 (ritzt (^uarz schwach). Derb und Urystallisirt. Granat Kiscu- nxjd. Kieselerde. Kalkerde .Manj.tn- «xidul. Kali. nimc. von J.anglianslntta, nach Graf Tl’. \\ ACHT MEISTER. 29.10 35.10 25.91 7.0s 0.9S 99.2 Schmilzt vor dem Löllirobr weit schwieriger, als alle anderen Arten , zu einer schwarzen , glänzenden Kugel. Zeigt auf Platinblech starke Manganreaction. Der Granat I von Altenau enthält 2.35 Th. Kali, stimmt aber im Uebrigen j mit dem von Langbanshytta überein. Der llothoflit soll I 1.2 f Th. Natron enthalten. j C ) 6. Art. Lmdbo - Granat. F S + inn > S. ) C. Gemischte Granaten. Das erste Salz besteht aus kieselsaurer Thonerde und kicselsaurem Eisenoxyd. 7. Art. Melanit. ^ j S + C S. Rhombendodekaeder , zuw eilen verlängert in der Richtung der Axe, welche durch die dreiilächigen Ecken geht, und öfters an den Kanten abgestumpft. Sammetschwarz. Undurchsichtig. Schwacher Glasglanz. Härte = 7.5. Sp. Gew . = 3 . 6 ... 3.7. Bruch flachmuschlig. Nur krystallisirt. Die Key- stalle vom mikroskopisch Kleinen , bis zu einem Durchmesser von 4 Linien. Melanit von Frascati, nach Vauqcelih. Tbonerde. Kisenoxxd. Kalkcrdc. Kieselerde. | Summe. 6.4 25.5 33.0 34.0 98.9 Grossular. 139 Schmilzt für sich ruhig zu einer schwarzen glänzenden Kugel. Vom Borat, wird er langsam und schwer zu einem von Eisen gefärbten Glase aufgelöst. Phosphorsah löst ihn langsam mit Hinterlassung eines Kieselskelettes auf. Die Eisenfarbe verschwindet bei der Abkühlung. Mit Soda bildet er eine schwarze Kugel, die von mehr Soda schwer schmelzbarer -wird. Auf I’latinblech zeigt er Spuren von Mangan. Der Melanit findet sich am Kaiserstuhl im Breisgau in ausgezeichneten Kri stallen eingewachsen , im Dolerit und Trachyt bei Oberbergen , sodann am Eichenberg bei Ober- rothweil in einem Leucitgesteine , im Dolerite bei Vieder- rothweil , am blutten Biichle ; bei Kiechlinsbergen , am Steigfelsen , und in dem basaltischen Conglomcrate oberhalb Bahlingen. In Italien findet man ihn theils lose , tbeils in Basalt eingewachsen bei Frascati und Albano, in der j\ähe von Born. Auch wird er hin und wieder im Trachyte des Laacher See s gefunden. Der Pvrenüil ist eine Varietät des Melanits. Er ist von graulichschwarzer Farbe, undurchsichtig, und besitzt einen schwachen Glasglanz. Bruch uneben. Sp. Gew. — 3 . 5 . Die Kristalle sind Rhombendodekaeder, klein, vollkommen ausgebildet , und eingewachsen in Kalkstein , in welchem auch derbe Massen in schmalen Lagen Vorkommen. Er besteht, nach V.uyu'F.Lis , aus Kieselerde/| 3 , Thonerde 16, Kalkerde 30 , Eisenoxyd 16 , und Wasser oder flüchtigen Theilcn 4 - Verliert vor dem Lüthrohr seine Farbe, wird grau und schmilzt sehr leicht, und unter Aufwallen zu einem blasigen , von Eisen gefärbten Glase. Der Pyrcnäit findet sich am Pie d'Eredlitz , unweit Bareges in den Pyrenäen. W c ) 8. Art. Grossular. > S + f V S. (Wilui- Granat.) ; nm ) Trapezoeder, Rhombendodekaeder, und dieses zuweilen an den Kanten abgestumpft. Spargclgriin und apfelgrün, ins Graue und Weissc. Glasglanz , in den Fettglanz geneigt. Durchscheinend. Härte = 7. 5 . Sp. Gew. = 3 .64. Bruch mnschlig ins Unebene. Ist bis jetzt nur in eingewachsenen Kry stallen von 4 his 6 Linien Durchmesser , gefunden worden. Zusammensetzung , I honerde Eisenoxid. Kalkerde Mangan- oxvdul. Kieselerde. Summe. nach Graf Tr. Wachtmeister. 20.10 5.00 34.S6 0.4S 40.55 100.90 Braunsteinkiese]. 1 io Schmilzt für sich leicht und ruhig zu einer gelbbraunen Kugel mit glänzender Oherlläche. V om Borax und Phosphorsah wird er langsam zu einem sclnvach von Eisen gefärbten (Käse aufgelöst. Mit Soda schmilzt er schwer u n zu einer w eissliehgelben Schlacke. Auf Platinblech zeigt er schwache Manganreaction. Der Grossular bildet sich eingcwachsen in einem serpentinartigen Gesteine am VYiluillusse in Kammtschatha. Der Granat von .Dannemora und vom Vesuv stimmen in der Zusammensetzung mit dem Grossular überein. Die Analyse vom Grafen YVaciitmf.istkr gibt für beide die a) ci Formel ,, } S + um ) S. M f Der Allochroit von Berggiesshübel in Sachsen und von der Yirums- Grube bei I (rammen in Norwegen, enthält weniger Thonerde , aber mehr Eisenoxyd und Mangan- oxvdul, als der Grossular. Kosk s Analyse gab 3-.oo Kieselerde , ü.oo Thonerde, 3o.oo Kalkerde, i8.5o Eisenoxyd, C ) 6.c5 Manganoxyd, was zu der Formel ,, > S nm \ S > f ) führt. F.r besitzt eine grünlich- oder gelblichgraue Farbe, die ins Braune fallt, zuweilen eine Mittelfarbe ist, zwischen Spargel- und ülgrün. Man hat ihn bis jetzt nur derb gefunden. Glanz schwach, fettartig. Härte = 6.5. Sp. Gew. = 3. 6 ... 3 . 7 . Schwach durchscheinend an den Kanten. Bruch uneben , ins Flaehmuschlige. Der Allochroit von Berg- giesslüibel in Sachsen , schmilzt für sich leicht und ruhig zu einem schwarzen glänzenden Glase. Yom Borax wird er zu einem bouteillengrünen Glase aufgelöst. Phosphorsalz. zerlegt ihn langsam mit Hinterlassung eines Kieselskelettes. Die Eisenfarbe geht bei der Abkühlung verloren. Mit Soda schmilzt er schwer zu einem grünen Glase. Atxf Pia- tinhlech zeigt er Spuren von Mangan. 9 . Art. Braunsfeinkiesel. y \ $ + mn S. (Mangan kiesel, granatförmiges Braunsteinerz.) Trapezoeder. Hyazinthroth , zuweilen ins Küthlich- und Gelldiehbraune. Bekömmt bei der Yerwitterung griinc Flecken. Durchscheinend an den Kanten. Starker Glasglanz. Härte = 6.5. Sp. Gew. = 3. 6 ...3. 7 . Bruch kleinmuschlig. Die Krystalle sind klein und sehr klein. Die Flächen zart gestreift. Braunstcinkiesel. i/ ( i Zusammensetzung Tltonerde. Eisenoxs d. Kieselerde. Mnngan- rixv d. Summe. des Braunstcinkiestrls, nach Klaprotii. 14.25 14.00 35.00 35.00 98.25 Schmilzt für sich zu einer grünlich-schwarzen Kugel. Wird vom Borax langsam zu einem klaren , olivengrünen Glase aulgelöst; vom Phosphorsalz, mit Hinterlassung eines Kieselskelettes zu einer klaren Kugel, die in der äusseren Flamme schwach violhlau wird. lUit Salpeter Letupf't, w ird das Glas dunkel violhlau. Der Braunsteinkiesel iindet sich eingewachsen in dem Granite des Spessartes hei Aschaffenburg. Die beschriebenen Arten , deren Anzahl leicht um einige vermehrt werden könnte , liefern den Beweis, welchen grossen Umläng die Gattung des Granates habe. Die Differenzen in der Mischung und im spez. Gewichte, machen eine Abtheilung in mehrere Arten nothwendig , welche sich indessen gegenwärtig noch nicht mit Sicherheit feststellen lässt, da, ungeachtet der gründlichen Arbeiten des Grafen mkisteh , noch einige dazu nöthige Aufklärungen fehlen. Es versteht sich von selbst , dass eine Eintheilung der Granaten, nach der Farbe , nicht mehr bestehen könne, und eben so wenig die Eintheilung derselben in edlen und in gemeinen Granat. Die Verbreitung der Granat-Gattung ist ausserordentlich. Allein es ist bis jetzt nur eine verhältnissmüssig sehr kleine Anzahl von Granaten chemisch untersucht worden , und es bleibt somit die Aufgabe der Chemiker , durch genaue Untersuchung der Exemplare von verschiedenen Fundorten, nachzuweisen , welcher Art sie angehören. Man wird auf diesem Wege zu einer vollständigeren Kenntniss von der Beschaffenheit dieser interessanten Mineralgattung gelangen, und in den Stand gesetzt w erden, das ^ erschiedenartige naturgemäss zu ordnen. Ausser den Fundorten, welche hei den einzelnen Arten angegeben wurden, müssen noch als Granaten führend erwähnt werden, die Urgebirge von Salzburg, Kärnthen, Steyermark , Ungarn , Piemont , Spanien , Portugall. Bei Schriessheim an der Bergstrasse , findet sich Granat , in Begleitung von Pistazit , in Krystallen und in derben Massen von beträchtlicher Grösse, ln den llornblendgesteinen des südlichen Schwarzwaldes kommt er in einzelne Krystallen eingewachsen vor. Der Almandin und der Pvrop werden als Schmucksteine verarbeitet. Der dunkel kolombinroth gefärbte Almandin 142 Benützung und Werth der Granaten. ■wird orientalischer Granat genannt , und sehr geschätzt. Es werden selten Stücke von einigen Linien gefunden, welche ganz fehlerfrei, ohne feine Sprünge sind, und «an bezahlt daher für einen gut geschliffenen orientalischen Granat , von 8 bis 10 Linien , 460 bis 1000 und 1600 Gulden. Der Pyrop wird von den Steinschleifern occiden- ialischer Granat genannt. Man gewinnt ihn in Böhmen, indem man durch das aufgeschwemmte Erdreich , worin er liegt , kleine Schächte absenkt , von diesen aus in verschiedenen Bichtungen Strecken treibt, und den Sand und die Erde herausfördert , welche alsdann durch Siebe ge- w orten und gewaschen werden. Die I’yrope werden hierauf nach ihrer Grösse sortirt , indem nyan sie nach einander durch Siebe mit Löchern von verschiedener Grösse , wirft. Die Sorten werden nach der Anzahl der Körner , welche auf ein Loth gehen, benannt, als: 32er, 40er , 7 je r, 110er, i6jer , 265er und 400er. "Was noch kleiner ist, heisst Ausschuss. Selten werden Stücke gefunden , von denen 16, 20 bis 24 auf ein Loth gehen , und höchst selten ist der Fund eines Stückes von Loth. Die Gewinnung des Pyrops ist übrigens kein einträgliches Geschäft, indem ein Granatgräber zuweilen den Tag nicht mehr als 4 Kreuzer verdient. Der Verkauf der rohen Steine geschieht dem Gewichte nach. Sie wurden früher theils an die böhmischen Granatschleifereien nach Podselitz und Tornau , theils an die Schleifereien zu Freiburg und 4\ aldkirch abgeliefert. Die Preise waren folgende : . Lolli 40er kostete 5 Gulden 3o Kreuzer 60 er >' 3 i' i5 >' » 70er \S 2 » — » Pfund 11 oer » 3f » — » » i65er NS 12 » 3o » » 265er >' 3 » — » » 4ooer » — » 24 » Grössere Pvrope, von denen 24, 3o bis 32 auf ein Eoth gehen, werden einzeln verkauft. Man bezahlt gegenwärtig, obwohl der Werth des Tvrops gesunken ist , für ei neu reinen , brillanlirt geschliffenen , von 8 bis 10 Linien Grösse, 70 bis 110 Gulden. Die kleineren Steine werden obenhin facettirt , an Schnüre gefasst , und vorzüglich zu Halsschmuck verwendet. I11 Italien und in den Niederlanden wird der Pvrop in der neuesten Zeit wieder liäiuli- ger als Sehmuckstein getragen. Die Granatschleifereien in Freiburg sind eingegangen. In aldkirch ist das Gesell.äft, welches in den 80er und 90er Jahren mit grosser Lebhaftigkeit betrieben wurde , später aber beinahe in giünz- Kaneelstein. j .,3 liehen Verfall gekommen war, seit einigen Jahren wieder in Aufnahme. Der rohe Pyrop wird erst vermittelst Pemantsplitter durchgebohrt , dann auf Schleifsteinen aus Sandstein , die durch ein Wasserrad in Bewegung gesetzt werden , geschliffen , und hierauf mit Tripel polirt. Die fertigen kleineren Granaten werden , nach ihrer Schönheit , das Tausend zu 5 bis 80 Gulden verkauft. Das Tausend grösserer wird für 1000, i 5 oo bis 2000 Gulden verkauft. D ie fehlerhaften, missfarbigen, zuin Schleifen unbrauchbaren Körner, werden in eisernen Mörsern gestossen , geschlemmt, und als Smirgel benützt. 22. Gattung. Kaneelstein. Svn. Essonite, prismatischer Granat. Gerades rhombisches Prisma, von nicht genau bestimmten Di mensionen Theilharheit nach den Seitenflächen eines Pris- rna’s von 102° 4^ / un( l 77° 2(P. Unvollkommen. H. 7.0...7.5. Sp. Gew. = 5.5...5.6. Glasglanz, in den Fettglanz geneigt. Oberfläche uneben. Durchsichtig... durchscheinend. Farbe, Mittel zwischen hyazintliroth und ora- niengelb. Strich weiss. Bruch kleinmuschlig, ins Unebene. Römer und derbe, körnige Massen. \ M. G. einfach-kieselsaure Thonerde (und Eisenoxyd) + 5 M. G. einfach-kieselsaurem Kalk? 4 .4 S + 5 CS. Zusammensetzung des Ceylonischen, nach C. G. Gmelin. Thonerde Eisenoxyd. KalLerde Kieselerde. Kali. Fluchtige Theile. Summe. 22.996 3.666 30.573 40.006 0.589 3.326 98.156 *) Der Kaneelstein hat, nachßioT und Urenvter, einfache Strahlenbrechung. Dem zufolge gehören seine Gestalten dem regulären Svs- tene an. 144 Yesuvian. Für sieh wird er niclit dunkler beim Erhitzen. Er schmilzt leicht zu einem grünlichen klaren Glase, und hei etwas mehr Eisengehalt, zu einem schwarzen , auf der Oberllache metallischen Korne. Vom Borax wird er leicht zu einem von ' Eisen gefärbten Glase aufgelöst. Phosphorsalz zerlegt ihn mit Hinterlassung eines Kieselskelettes. Mit Soda schmilzt er zu einem grünen oder schwarzen Glase, das mit mehr Soda , - eine unschmelzbare Schlacke wird. Der Kaneelstein findet sich theils lose in Körnern , im Sande der Flüsse , auf Ceylon , theils derb , in Schottland und in Wermeland. Die hyazinthrolhen Granaten aus l’ie- mont, sollen, nach Koncrx, in der Mischung mit dem Kanecl- steine übereinstimmen. Er -wird als Edelstein benutzt. Die meisten geschliffenen Steine, die als Hyazinth in den Handel honnnen , sind Kaneelsteine. Die geringere Harte unterscheidet ihn von diesem hinlänglich. Auch bann er dadurch vom Hyazinth leicht unterschieden -werden , dass er im Innern voller Sprünge ist , und meistens eine ungleiche Farbe hat. Er -wird wie Hyazinth bezahlt. 25. Gattung. ; ’ c Vcsuvian. Svn. Idocrasc , pyramidaler Granat, Egeran. Gerades quadratisches Prisma , in welchem sich die Höhe zu einer Seite der Basis verhalt, Avie r 8: r 7 - Theilharkeit nach den Flächen der Grundform, unvollkommen. Die Krystalle sind gewöhnlich quadratische Prismen, mit vierflächiger Zuspitzung. Die Endfläche des Prismas zeigt sich beinahe immer als Abstumpfung der Endecken des quadratischen Oktaeders , welches die Zuspitzung bildet. Oft sind die Seitenbauten des Prisma s abgestumpft, seltener sind sie zugeschärft. Ueberdiess kommen öfters Flächen vor , welche die Ecken des Prisma's , solche , welche die Grundkanten desselben , und solche , welche die Seitenkanten des Oktaeders abstumpfen. Seltener erscheinen Flächen spitzerer Oktaeder. H. = 6.5. Sp. Gew. = 5.0... 3.4- Glasglanz, in den Fettglanz geneigt. Vesuvian. i43 Oberfläche d. Summe. 33.00 32.25 7.50 35.50 0.25 98.50 Zusammensetzung des Vesuvjans vom Vesuv , nach Klaproth. Schmilzt für sich unter Aufblähung zu einem grünen oder gelblichen Glase. Der kupferhaltige Vesuvian gibt ein blasiges Glas , das in der äusseren Flamme schwarz ist, in der inneren Flamme aber rotli wird. Vom Borax wird er leicht zu einem klaren, von Eisen gefärbten Glase aufgelöst. Vom Phosphorsalz wird er, mit Hinterlassung eines Kieselskelettes, zerlegt. Das Glas opalisirt bei der Abkühlung. Mit Soda schmilzt er schwerer, als die Granaten, zu einem dunkeln Glase, und mit mehr Soda zu einer schlackigen Masse. Der kupferhaltige Vesuvian gibt mit Phosphorsalz nur nach der Behandlung mit Zinn, *) Die vorhandenen Anahsen weichen so sehr von einander ab, dass nocli keine sichere Formel aufgestellt werden kann. Bebzeuls hat, nach Kcaprotu's Analyse, die Formel A S + 3 C S + f S berechnet. Es ist indessen wahrscheinlicher , dass auf t M. G. Kalk- Silicat, mehr als 1 M. G. Thonerde - Silicat zu rechnen ist. Desshalb wurde die lon L. Gmelix aufgestellte Formel vorgezogen. \V.,lchser Hineialogie. \ 0 Gehlenit. 146 und mit Borax nur bei sehr starker Sättigung des Glases, Kupferreaction. Mit Soda erhalt man aus diesem regul in iselies Kupfer. Der Yesuvian wurde zuerst in den Auswürflingen des Vesuvs entdeckt. Er findet sich ferner in sehr schönen Krystallen , mit Kalkspath verwachsen , im Grünsteine des Monzoni-Berges , im Fassathale in Tyrol , an der Alpe della Mussa in Piemont , am Wilui-Flusse in fcfiberien , in Serpentin. Weitere Fundorte sind : Hasslau bei Eger in Böhmen (Egeran , stängelig abgesondert); Egg in Norwegen (die Krvstallc zuweilen mit einer Schale überzogen); Tellemarken in Norwegen (durch Kupferoxyd blau gefärbt, Cr/rii) ; Frugard und Gökum , in Kalk eingewachsen (Lcboit, FrugardilJ ; Auerbach an der Bergstrasse im Ur- kalke , Oberschaffhausen am Kaiserstuhl , im Klingstein. Auch am Gotthardt in der Schweiz, in Spanien und Nordamerica hat man ihn gefunden. Der Vesuvian , welcher am Monte Somma bei Neapel vorkommt, wird gesammelt und häufig zu Bingsteinen verarbeitet , die unter dem Namen der vesiwischen Edelsteine oder Gemmen verkauft werden. 24. Gattung. Gehlenit. Svn. Stylobat. Gerades rektanguläres Prisma. Tlieilbarkeit nach den Flächen der Grundform. Bis jetzt wurden blos Krystalle gefunden , welche die Grundform haben. H. = 5.5... 6.0. Sp. Gew. = 2.89 .. 3.02. Letzteres in Krystallen. Fettglanz, in den Glasglanz geneigt. Oberfläche meistens etwas rauh. Durchscheinend an den Kanten , zum Theil sehr schwach. Farbe grün , Mittel zwischen dunkellauchgrün und grünlichgrau. Auch finden Uebergänge Statt, ins Berg-, Oliven- und Sehwärzlicbgrüne. Bruch uneben, ins Kleinmusclilige übergehend. 1 M. G. halb-kieselsaure Thonerde (und Eisenoxyd) + 2 M. G. einfach-kieselsaurer Kalkerde. k 2 F 2 F.pidot. i-(- S+2CS *) Zusammensetzung Thonerde. Eisenoxyd. Kalkerde Kieselerde. Fluchtige Tlieilc. Summe. des Gelilenits, nach Fuchs. 24.80 6-56 35.30 20.64 3.30 99.60 Schmilzt für sich schwer und nur in kleinen Splittern , ruhig zu einem gelblichgrünen durchscheinenden Glase. Vom Borax wird er schwer zu einem schwach von Eisen gefärbten Glase aufgelöst. Vom Phosphorsalz wird er nach und nach an den Kanten durchsichtig , ohne aufzuschwellen , nachher wird er davon gänzlich aufgelöst. Mit Soda schwillt er an, ohne zu schmelzen. Mit Kobaltsolution gibt er ein unreines dunkles Blau. Mit Salzsäure bildet er eine Gallerte. Der Gehlenit findet sich am Monzoni-Berge im Fassa- thale, mit Kalkspatli, Vesuvian und Ceylonit. 25. Gattung. Epidot. Svn. Prismatoidischcr Augitspath. Gerades rhomboidisclxes Prisma. Verhältniss der Seiten der Grundfläche zur Höhe wie 5 : r 5 : r2; Cos. M-T : Rad. = 1 : T 5. Theilharkeit nach den Flächen der Grundform, am vollkommensten nach T; auch in der Richtung der kleinen Diagonale der Basis , und nach einer Fläche , welche die scharfen Seitenkanten abstumpft , und gegen T und M gleiche Neigung hat. *, v. Kobell hat in dem derben Gehlenit vom Monzoni - Berge gefunden : Kieselerde Kalkerde 3 7 ♦ 4 ? lhonerde 12.8 , Talkerde 4-G4, Eisenoxid 2 . 5 ;, Kali o.3 , Glühungsverhist 2 . 00 . Giess gibt die Formel ^ j S + 2 j S. Gemzufolge unterscheidet sich der derbe Gehlenit von dem krystaliisirten dadurch , dass das erste Silicat ein neutrales ist. Zoisit. 148 Die Krystalle sind gewöhnlich sechsseitige Prismen mit zwei Flachen zugeschärft, entstanden aus der Grundform, durch Abstumpfung der scharfen Seitenbauten und der spitzen Echen. Ausserdem kommen noch viele andere Flächen vor , wie Flächen , welche die Grundkanten . die stumpfen Ecken , die stumpfen Seitenkanten , abstumpfen. Oft auch erscheint die Endlläche des Prisma's. Zwillinge. Die Zusammensetzungsfläche p>arallel einer Prismenlläche, die Umdrehungsaxe auf derselben senkrecht. H. = 6.0... 7.0. Sp. Gew. = 3.2... 3-4- Glasglanz. Auf der vollkommenen Theilungs- fläche , und der dieser entsprechenden Krystall- fläclie, Perlmutterglanz. Oberfläche der Prismen vertical gestreift. Halbdurchsichtig... durchscheinend an den Kanten. Farbe , grün und grau, herrschend. Zumal pistaziengrün , ins Schwärzliche, auch ins Oel- und Zeisiggrüne verlaufend. Die graue Farbe ins Weisse geneigt, und zuweilen ins blass Fleisch- rotlie verlaufend. Selten braun oder dunkelroth. Strich graulichweiss... rotlx. Bruch klein- und flachmuschlig , ins Unebene und Splittrige. 2 M. G. einfach-kiese! saure Thonerde (und Eisenoxyd) + 1 M. G. kieselsaurem Kalke (Eisen- und Manganoxydul). mn i. Art. Zoisit. 2 A S + Grün, Mittelfarbe zwischen bläulich- und rauchgrau, zuweilen ins Grünlichgraue geneigt. Schwach durchscheinend , oder nur an den Kanten durchscheinend. Härle = 6.0. Sp. Gewicht = 3.2. Bruch uneben. Der Glanz schwach , ausgenommen auf der vollkommenen Theilungs- fläche. Die Krystalle gross, selten regelmässig ausgebildet, eingewachsen , sehr stark gestreift. Derbe Stücke sind körnig oder stängelig abgesondert. Pistazit. 149 Zusammensetzung Thonerde Eisenoxyd. Kieselerde. Kalkerde Wasser. Summe. des Zoisits, nach Bucholz. 30.25 4.50 40.25 22.50 2.00 99.50 Schwillt, für sich erhitzt, an, und blättert sich auf; es entstehen auf der Oberlläche eine Menge kleiner Blasen, die bei stärkerem Feuer wieder verschwinden. Schmilzt an den äussersten Kanten zu einem klaren, etwas gelblichen Glase. Mit Borax schwillt er an, und wird leicht zu einem klaren Glase aufgelöst. Vom Phosphorsalz wird er leicht, unter Aufschwcllung , und mit Brausen und Hinterlassung eines Kieselskelettes, zerlegt. Mit Kohaltsolution gibt er ein blaues Glas. Mit sehr wenig Soda bildet er ein schwach grünliches Glas. Auf Platin zeigt er Spuren von Mangan. Der Zoisit findet sich bei Baireuth im Fichtelgebirge und an der Saualpe in Kärnthen. Am Bädelgraben in Kärnthen kommt er in körnigen , locker zusammenhängenden Massen von röthlichweisser Farbe vor , die man mit dem Namen mürber Zoisit belegt hat. 2. Art. Pistazit (Thallit). 2 p^S + ^|s. Grün, vorzüglich pistaziengrün, bald dunkel, bald licht. Glanz meistens stark. Härte 7.0. Sp. Gew. 3 . 4 - Höhere Grade der Durchsichtigkeit als die vorhergehende Art. Bruch klein- und flachmuschlig , zuweilen splitfrig. Die Krystalle sind gewöhnlich auf- und durcheinander gewachsen , auf mannigfaltige Weise gruppirt, und nicht selten haar - oder nadelförmig. Derbe Massen sind hornig abgesondert, oder, und zwar häufiger, diinnstängelig , gleichlaufend oder keilförmig. Selten in feinen, wenigschimmernden Körnern (Skortza), Zusammensetzung Thonerde. Eisenoxyd. Kalkerde Mangzn- oxjd. Kieselerde. Summe. des siber. Pistazit* ■> nach Johx. 26-00 19.50 15.00 1.25 39.00 100.75 Schmilzt für sich erst an den äussersten Kanten, schwillt zu einer dunkelbraunen, blnmenkohlartigen Masse an , die bei strengerem Feuer schwarz wird , und sich rundet, aber nicht ordentlich fliesst. Schwillt im Borax erst an, und wird nachher zu einem von Eisen gefärbten Glase i5o Manganepidot. aufgelöst. Phospkorsalz zerlegt ihn unter Anschwellung und mit Hinterlassung eines Kieselskelettes. Mit wenig Sodi schmilzt er schwer zu einem dunhlen Glase, das mit nielr Soda eine ungeschmolzene Schiache bildet. Der I’istazit ist sehr verbreitet, und kommt im Urgehirge auf Lagern , Gängen und in verschiedenen Gebirgsarten vor. Die ausgezeichnetsten Krystalle linden sich auf einen Lager zu Arendal in Norwegen. Sie führten längere Ze.t den Namen Aren dal! t , und werden von Granat, Kalkspatb, Hornblende u. s. w. begleitet. Auf der hohen Art bei Schriessheim, kommt er, begleitet von Granat , Quarz und Hornblende, in derben Massen und in schönen Kristallen vor. Auch auf Ablösungen des Syenits und Granits findet er sieh bei einhciin im Birhenauer Thale und bei Neustadt auf dem Schwarzwalde. Auf schmalen (Längen findet er sich mit Bergkrystall, Feldspath, Chlorit u. s. w. vorzüglich zu Bourg d Oisans und bei Allemont in der Dauphine, ferner am Gotthardt in der Schweiz , bei Viilardin , Cha- mouny u. s. w. in Piemont , bei Floss in der Oberptälz, auf den Pyrenäen. Der lose körnige (Skor/za) findet sich bei dem Dorfe Musha in Siebenbürgen. Ueberdiess hat man ihn in Schweden, Schottland, Sihcrien, Nordamerica, und bereits in allen teutschen Gebirgen gefunden. 3. Art. Manganepidot O A ) F ] ( Piemontesischer S + c ! mn > S. Braunstein ). Böthliehschwarz. Schwacher Glasglanz. In dünnen Splittern an den Kanten durchscheinend , bis undurchsichtig. Härte 6.5. Sp. Gew. 3.4- Hie Krystalle sind gewöhnlich stark in die Länge gezogene, rhomboidische Prismen, mit unvollkommenen Endflächen. Bruch uneben. Derbe Stücke besitzen eine stängelige Absonderung. Strich kermesinroth. Zusammensetzung Thonerde. Kisen- oxy d. Mjng.ni- oxvdul. Kalkerde Kieselerde. Summe. des Manganepidot«, nach Cordier. 15.0 19.5 12.0 14.5 33.5 94.5 Schmilzt für sich sehr leicht unter Aufkochen zu einem schwarzen Glase. \ om Borax wird er unter Brausen zu einem klaren Glase aufgelöst, das in der äusseren Flamme violblau wird , in der inneren Eisenfarbe zeigt , und bei der Abkühlung die Farbe verliert. Im Phosphorsalz schwillt er an, und wird, mit Hinterlassung eines Kieselskelettes, Scherl. i5i aufgelöst. Das Glas zeigt, so lange es heiss ist, Eisenfarbe. Mit Soda verhalt er sich, wie die heulen anderen Arten. Der Manganepidot lindet sich zu St. Marcel im Yal d'Aosta in Piemont. 26. Gattung. * Schörl. S>n. Tourmaline, rhomboedrischer Turmalin. Stumpfes Rhomboeder von 133° 26'. Theilbarkeit nach den Flächen der Grundform , unvollkommen. Die Krystalle sind gewöhnlich sechsseitige Prismen mit dreiflächiger Zuspitzung. Sehr selten zeigen sich aber die Krystalle an den Enden gleich ausgebildet. Die Flächen des Rhomboeders sind gewöhnlich an dem einen Ende auf die Seitcnllächen , an dem anderen Ende auf die Seitenbauten des Prisma s aufgesetzt , oder es sind an einem Ende andere Flächen mit den vorherrschenden verbunden, als an dem anderen. Die Endfläche des Prisma’s ist selten, und immer nur an einem Ende vorhanden. Häufig kommen auch vor, neun- und zwölfseitige Prismen, Flächen stumpferer und spitzerer Rhomboeder , seltener ungleichscbenk- lige , sechsseitige Pyramiden. H. = 7... 7.5. Sp. Gew. = 3.0... 3.4. Gl asglanz. Oberfläche der Prismen stark vertical gestreift, die Endfläche des Prisma’s oft rauh j die übrigen Flächen gewöhnlich glatt. Durchsichtig... undurchsichtig. Senkrecht auf ü t O die Axe durchsichtiger, als in der Richtung der Axe. In diesen verschiedenen Richtungen zeigen sich gewöhnlich verschiedene Farben. Farbe schwarz, braun, grün, blau, roth, gelb, weiss. Nur grün und roth zuweilen lebhaft. Strich weiss. Bruch unvollkommen muschlig... uneben. Die Krystalle meistens eingewachsen , selten aufgewachsen, von Queerrissen durchsetzt. Auch in derben Massen und Körnern. Turmalin. i5a Die wesentlichen Bestandteile des Scliörls sind : Thonerde , Kieselerde, Boraxsäure , und ein Alkali. Die isomorphen Basen , Kalkerde, Biltererde, Eisenoxydul und Manganoxydul , kommen in verschiedener Menge vor. Der Eisengehalt ist zuweilen beträchtlich. Die vorhandenen Analysen erlauben noch nicht , die chemische Zusammensetzung durch eine allgemeine Formel auszudrücken ; sie machen es indessen wahrscheinlich , dass mehrere M. G. kieselsaure Thonerde auf 1 M. G. kieselsauren Alkalis , Eisenoxyduls u. s. w. kommen. Die SauerstolFmenge der Säuren steht in keinem constanten Verhältnisse zu der Sauerstollinenge der Basen. In den meisten Fällen ist die Menge des Sauerstoffs der Basen grösser, als die des Sauerstoffs der Säuren. Einige Schörl enthalten Lithon, andere Kali oder Natron, oder diese beiden Alkalien zugleich, und wieder andere eine beträchtliche Menge von Bittererde , zugleich mit etwas Kali, oder Kali und Natron. Der Litlion-Schörl ist unschmelzbar. Schmilzt man den Schörl mit Soda zusammen, und bringt man zu dem Glase einige Tropfen Salzsäure und Weingeist, so brennt dieser mit grüner Flamme , und wenn Lithon vorhanden ist, im Anfänge mit purpurrother, und erst gegen das Ende mit grüner Flamme. Bis unsere Kenntnisse über den Schörl vollkommener sind, kann man ihn in zwei Arten abtheilen. 1. Art. Turmalin (gemeiner Schörl , Bali - Turmalin^. Die schwarze Farbe ist die herrschende; seltener braun, grün oder blau , höchst selten gelb oder weiss. Mit der schwarzen Farbe ist Undurchsichtigkeit verknüpft. Die weissen Stücke sind durchsichtig , die übrigen mehr oder weniger durchscheinend. Die JKrystalle sind meistens lang (Stangenschörl) , häufig dünn, oft nadelfürmig , und nicht selten beträchtlich gekrümmt. Das gewöhnlichste Vorkommen des Turmalins ist in derben , stängelig abgesonderten 153 Apyrit. Stücken. Die Stängel sind von verschiedener Stärke , gerade , gleichlaufend , und büschel - und sternförmig auseinander laufend. Zuweilen sind sie wieder in dich- und heilförmig stängelige Stücke versammelt. Selten Mini er in körnig abgesonderten Stücken gefunden. Turmalin von Eibesstock ; Kärin$;bricka, nach C. (r. (tMkt.ix. Tlion- erde. Riesel erde. Lisen-1 Borax- oxjidul saure. Natron u. Kali. Kalk. »ittererde. Glub- verluM Summ 58-25 35-05 25.8Ö j 1.89 Kisen-j oxvdul-l o’x>d. 3 17 0.8Ö S,,u- ren. 0 45 101.51 53-4Ö 37.65 9 38 3.83 2.53 0.25 10-93 0 03 Q8-11 Der Turmalin schwillt vor dem Löthrohr theils nur zu einer Schlacke auf, theils schmilzt er zu einem trüben Glase. Vom P/tosphorsalz wird er mit Brausen und Hinterlassung eines Kieselskelettes zu einem von Eisen gefärbten Glase aufgelöst. Die Eisenfarbe verschwindet unter der Abkühlung. Mit Borax bildet er unter Aufbrausen ein klares , von Eisen gefärbtes Glas, das bei der Abkühlung farbelos wird. Mit Soda schmilzt er schwer zu einem trüben Glase , das durch mehr Soda noch schwerschmelzbarer wird. Der Turmalin findet sich häufig eingewachsen in verschiedenen Urgebirgsarten, zumal im Granite. Die schönsten und grössten Krystalle kommen aus Grönland , aus Devon- shire in England , und vom Hörlberge bei Bodenmais in Baiern. Im Dolomit des Gotthardtes in der Schweiz kommt er mit lichtgrüner und weisser Farbe vor, in Massachusets in Nordamerica , Brasilien und auf Ceylon , findet er sich von dunkelbrauner, grüner und blauer Farbe. Gelbe Turmalin-Krystalle finden sich bei Windisch - Kappel in Karn- then. In Sachsen , Böhmen , am Harz , in Steyermark , in Schlesien, findet er sich an vielen Orten. Im Schwarzwalde kommt er an vielen Stellen im Granite und im Gneise vor, insbesondere bei Neustadt, bei Freiburg und bei Heidelberg. Ueberdicss findet er sich in vielen anderen Ländern , und sehr oft auch im Glimmerschiefer , Talk- und Chloritschiefer, wie in Tyrol, an mehreren Orten in der Schweiz, in Salzburg, Piemont, Frankreich , Norwegen , Schweden , Schottland , Nordamerica u. s. w. Lose, als Geschiebe, findet man den Turmalin in den Seifenwerken von Sachsen und Cornwallis, und in den Flussbetten auf Ceylon und in Brasilien. 2. Art. Apyrit (edler Schörl, Rubellit, Lithon-Turmalin). Pfirschblüthroth, rosenroth, kermesinroth, ins Violblaue und Indigblaue verlaufend. Auch dunkelgrün. Selten von i54 Apyrit. licht-apfelgrüner Farbe. Halbdurchsichtig bis durchscheinend. Die rotlien Krystalle zuweilen in der Richtimg der Axe blau, an den F.nden ungleich gefärbt, an einem lüde roth, an dem anderen griin, immer in die Länge gezogen, und sehr oft gekrümmt. Apjrit von Rozna, Ilion- erde. Kieselerde. Botäx- «;ture. Litlion Kali. Kalk. Man- gan- ox\d. Glch- verJjst ^imm. nach C. G. Gmklin. 50-40 42.15 5-74 204 2-41 1.20 6.32 1.5t <7.58 Schrillt, als dünner Splitter der Flamme des Lothnhrs ausgeselzt, etwas auf, und wird weiss, ohne zu schmelzen. Vom Phosjifiorsalz wird er mit Aufbrausen und 1 lintC’las- sung eines Kieselskelettes aufgelöst. Das Glas opalisirt bei der Abkühlung. Vom Iiorax wird er zu einem klaren Glase aufgelöst. ."Mit Soda schmilzt er schwer zu einem unkhren Glase. Auf Platinblech zeigt er Manganreaction. Der Apyrit scheint weit weniger verbreitet zu seyn. als der Turmalin , und es w ird sich durch weitere Anal.sen herausstellen , ob sein Vorkommen wirklich so beschränkt ist, wie wir es gegenwärtig kennen. Die schönsten Krystalle kommen aus dem Gouvernement Pcrmian in Sibeiien, eingewachsen in Quarz. Minder schön findet sich der Apyrit am Berge Hradisko bei Rözna in Mähren. V r on grüner Farbe kommt er in Brasilien vor, und von blauer zu Utö in Schweden (Indicolith). Von der Anwendung des Turmalins zu Versuchen über die doppelte Strahlenbrechung , ist oben S. 57 die Rede gewesen. Auch sein merkwürdiges elektrisches Verhalten ist bereits S. 68 erwähnt worden. Schon zu Anfang des achtzehnten Jahrhunderts wurde in Holland, wohin der Schörl aus Ostindien zuerst gelangte, die Beobachtung gemacht , dass er kleine Asclientheile anziehe , und sie nach einer Weile wieder abstosse. Die Holländer nannten ihn dieser Eigenschaft wegen Aschenzieher. Lixsk. gab ihm, wie so manchem anderen Naturkörper , den treffendsten Namen. Er führte ihn in seiner Flora von Ceylon , im Vorgefühle dessen , was fünfzehn Jahre später erst zur Gewissheit wurde, als lapis electricus auf. Reine, schön grün gefärbte Stücke von Turmalin, die meistens aus Brasilien kommen , werden hin und wieder als Schmuckstein in Ringen getragen. Man bezahlt für einen Stein von einem Karat 3 bis 4 Gulden. Axinit. .55 27. Gattung. Axinit. Sxn. Prismatischer Axinit, Glasschürl. Schiefes rhomboidisches Prisma. Die Seitenkantenwinkel = 155° 10' und 44° 50'. Die Neigungen der Endfläche gegen die Seitenflächen = 134° 40', 45° 20', 115° 17' und 64° 45'. Theilbarkeit nach der Endfläche des Prisma’s, unvollkommen. Die Krystallc haben die Gestalt der Grundform , mit Abstumpfungslliichen der stumpfen Seitenbauten , der spiz- zen Ecken und der scharfen Endhanten. Sie sind beinahe immer aulgewachsen , durcheinander gewachsen , und oft in 1 )rusen vereinigt. II. = 6.5... 7.0. Sp. Gew. = 5. 27. Glasglanz, starker. Oberfläche der Prismen, parallel den Kanten zwischen der Endfläche und den Seitenflächen, gestreift. Durchsichtig... durchscheinend , zuweilen nur an den Kanten. Farbe nelkenbraun , ins Perlgraue und Pflaumenblaue. Durch beigemengten Chlorit zuweilen gi Anstrich weiss. Bruch kleinmuschlig, ins Unebene und Splittere. Auch derb, schalig abgesondert. 5-U G. einfach - kieselsaure Thonerde (Eisenoxyd und Manganoxyd) + 1 M. G. doppel-kieselsauren Kalk + x M. G. boraxsaurem Salz ? A 1 3 F S + CS 2 + xCB Mn) Bestandtheile, des Axinits, nach Wiegmann. T Tonerde. Kieselerde. Kalk. Eisenoxid. Man- gan- o\t d. Bittererde. Boraxsäure. Summ. 19-00 45-00 12-5 12.25 ! 900 0-25 2.00 10000 156 Hauyn. i Schmilzt für sich unter Aufblähung leicht zu einem dunkelgrünen Glase , das in der äussern j Flamme schwarz wird und mit Salzsäure eine i Gallerte bildet. Von Borax wird er leicht zu einem ] von Eisen gefärbten Glase aufgelöst, das in der i äussern Flamme violblau wird. Vom Phosphor- \ salze wird er, mit Hinterlassung eines Kiesel- j Skelettes, aufgelöst. Mit Soda wird er erst grün ! und schmilzt nachher zu einem schwarzen glän- ‘ zenden Glase. ' Der Axinit wurde zuerst bei Thum in Sachsen gefunden, und trug desshalb einige Zeit den Namen Thumerstein. Er kommt daselbst im Urgebirge auf einem Lager vor , begleitet von Zinkblende, Arsenikkies, Kalkspath u. s. w. Die ausgezeichnetsten Stücke kommen von Bourg d'Oisans in der Dauphine und von Land’s End in Cornwallis. Man findet ihn iiberdiess in den Pyrenäen bei Bareges , in Ungarn , Norwegen , Schweden. Am Harze findet er sich oberhalb Treseburg am linken Bude-Ufer , und zwischen Treseburg und Tliale , unweit der sogenannten Linden- thäler, in ziemlich mächtigen Massen. 28. Gattung. Hauyn. Rhombendodekaeder. Theilbarkeit nach den Flächen der Grundform. Die Brystalle sind Rhombendodekaeder, Würfel mit abgestumpften Ecken und mit abgestumpften Kanten. H. = 5.5... 6.0. Sp. Gew. = 2.28... 2.83. Glasglanz. Oberfläche der Krystalle öfters uneben und rauh. Durchsichtig... undurchsichtig. Farbe weiss, grau, grün, blau, schwarz. Strich weiss... blau; lichter als die Farbe. Spröde. Bruch muschlig... splittrig. Auch derb und in Körnern. Kali-Hauyn. Natron-Hauyn. i5~ 5. M. G. einfach - kieselsaure Thonerde mit 1. M. G. einfach - kieselsaurem Natron (Kalk, Manganoxydul und Eisenoxydul ) + J / 2 M. G. schwefelsaurem Natron (Chlor-Natrium ). Schmilzt für sich mehr und weniger leicht zu einem farhelosen Glase. Gelatinirt mit Salzsäure. i. Art. Kali-Hauyn (italischer Hauyn). Die Krystalle selten deutlich. Das Dodekaeder zuweilen an den Kanten , oder an den Ecken abgestumpft. Die Theilbarkeit unvollkommen. Sp. Gew. = 3.68 bis 2.83. Bruch llaclunuschlig. Gewöhnlich bjau; himmelblau, smalte- blau und berlinerblau. Seltener weiss , ins Grüne oder Graue sich neigend. Durchsichtig bis durchscheinend. Starker Glanz. Meistens eingewachsen in Körnern und eingesprengt in kleinen, körnig abgesonderten Massen. Zusammensetzung; Thon- erde. Kali. Kalkerde. Kieselerde. Schwefelsäure. Eisen- o^d. Schwefel. Summ. des Kali-Hain n. nach L. Omelin, 13.87 1545 tl.Ö2 5548 12.77 1.16 sp„- 96.35 reo. Schmilzt für sich zu einem farbelosen , blasigen Glase. Vom Borax wird er mit Brausen zu einem klaren Glase aulgelöst, das bei der Abkühlung gelb wird vom Schwefel. Das gesättigte Glas wird beim Erkalten unklar. YomP^oi- phorsah wird er mit Brausen und mit Hinterlassung eines Kieselskelettes zu einem opalisirenden Glase aufgelöst. Soda greift ihn schwer an. Er schmilzt mit ihr an den äussersten Kanten zu einer glasigen Schlacke , die bei der Abkühlung Heparfarbe zeigt. Man hat diese Art von Hauyn bis jetzt nur in Italien gefunden, bei Albano und Marino, im Peperino, am Capo di Bove in Lava , an der Somina in körnigem Kalksteine und in Auswürflingen des Vesuvs. 2 . Art. Natron - Hauyn. 3AS+^?js+ l / 2 N Su- Die Krystalle , wie bei der vorhergehenden Art , und ebenso die Theilbarkeit. Die Farbe häufig dunkelblau, grau und schwarz (Spinellan , Nosin). Doch fehlen auch die lichten Farben nicht (Laacher Hauyn). Mit der dunklen Farbe ist geringe Durchsichtigkeit oder Undurchsichtigkeit verknüpft, und ein schwacher Glanz. Bruch muschlig. i58 Lasurstein. 8 p. Gew. = 2.28 bis 2.3. Eingewachsene Klvstalle und Körner. Zusammcns. des Laacher llau> n\s , desSpinellans n. Bergemann. Tlmn- erde. Kieselerde. Natron | Kalk. 3iau- gau- oxtdul Eisen- Scli"e-;^‘ , . ... ! fel- oxtdul. lei. 1 • ; j saure. Was- Summ. *»r. 27.50 29.25 37- 00 38- 50 12-24 8-ia IÖ.5Ö 1.14 0-50 1.00 1.15 150 Spur. 11.56 8.16 150 99.59 500 99.ll Der Laacher Hauyn schmilzt selir schwer an den äns- sersten Kanten zu einem blasigen weissen Glase. Der Spinellan schmilzt weit leicliter und unter starkem Blasenwerfen, Beide Varietäten des Natron - Ilauyns , Spinellan und Laacher llauyn , linden sich in dem vulcanischen Gebirge am Niederrhein , am Ufer des Laacher See’s , zu Nieder- mennich , Andernach , Tünnistein u. s. w. , vorzüglich im Trachj t und Basalt. 3. Art. Lasurstein (Lapis lazuli, dodekaedrischer Lasur-Spath). Sehr selten hrystallisirt. Die Krystallc mit rauher Oberfläche. Theilbarkcit ziemlich vollkommen. Meistens derb, oft dicht, in stumpfeckigen Stücken. Lasur-blau , ins Berlinerblaue, Smalteblaue und Schwärzlicliblaue. Strich blau. Schwach an den Kanten durchscheinend. 'Wenig glänzend, theils nur schimmernd. Bruch uneben , von kleinem und feinem Korne. Sp. Gew. =2.3 bis 2 . 4 - Enthält häufig feine Puncte von Schwefelkies eingesprengt, und ist oft mit körnigem , weisseni Kalkstein verwachsen , oder mit <4uarz. Bestandtheile d.Lasursteins, n. L. Gmelin. Tlion- erde. Kalkerde. -Natron Kieselerde. Talkerde. Seliwp- fel- .«Jure. Eisenoxid ul Seime fei. Was- ser. .Summ. n.o 16.0 8-5 49.0 20 20 4-0 Spur. Spur. 920 Gibt für sich im Kolben etwas Wasser, ohne eine Veränderung zu erleiden. Schmilzt unter Aufblähung schwer zu einem weissen Glase. Vom Borax wird er unter Brausen zu einem klaren farbeloscn Glase aufgelöst. Vom Phosphorsah wird er unter Brausen zu einem farbelosen Glase aufgelöst , ohne ein Kieselskelett zu hinterlassen. Bei der Abkühlung wird das Glas unklar. Mit Soda schmilzt er zu einem graugrünen Glase, das bei der Abkühlung Heparfarbe annimmt. Der Lasurstein findet sich in China, Tibet, in der kleinen Bucharei, am Baikalsee in Siberien und in Chili. Sodalitli. i5() 1 \. Art. Sodalith. (dodekaedrischer Kuphon-Spath). 3 A S + N S -f */i A Gl. Die Krystalle oft mit geliriimmteo Fläclien , zugerundeten Kanten und unebener Oberfläche. Theilbarkeit vollkommen. Reiner Glasglanz. Durchscheinend. YVeiss ins Grüne , grün und grau. Bruch muschlig , ins Unebene. Sp. Gew. = 3.29 bis 3.3. Auch derb in körnig abgesonderten Massen. Zusammensetzung, Tlionerde Natron. Eisenoxyd. Kiesel- ■ Salzsäure erde. Summe des grönl. Sodaliths, nach Eckebebg. 32.0 25.00 0.15 30.00 0.75 99.90 Gibt für sich erhitzt zum Theil Feuchtigkeit aus (Sodalith aus Grönland ) , zum Theil nicht ( Sodalith vom Vesuv). Schmilzt auf Kohle, theils sehr schwer, und ohne Aufblähung, nur an den Kanten (Sodalit vom Vesuv) , theils unter starker Aufblähung zu einem farbelosen Glase (Sodalith aus Grönland). Vom Borax wird er in geringer Menge , und äusserst schwer , zu einem klaren farbelosen Glase aufgelöst. Vom Phosphorsah wird er sehr schwer und in geringer Menge aufgelöst. Das Glas opalisirt hei der Abkühlung. Mit Soda schmilzt er mehr oder weniger leicht zu einem farbeloseil unklaren Glase. Mit Kobalt- solution wird er an den geschmolzenen Kanten blau. Mit Kupferoxyd reagirt er auf Salzsaure, und besonders leicht wird die Reaction auf Salzsaure , nach S.uithsok's Methode, erhalten *). Der Sodalith wurde zuerst in Grönland gefunden , auf einem sechs bis zwölf Fuss mächtigen Lager von Glimmerschiefer. Später entdeckte man ihn in den Auswürflingen des Vesuvs, an der Fossa grande , und im Trachyt am Laacher See. ^ 011 den beschriebenen Arten wird nur der Lasurstein als Schmuckstem geachtet , aber in hohem Grade. Fr nimmt eine schöne Politur an , besitzt eine überaus liebliche Farbe , und wird desshalb von den Steinschneidern *) Sxmuox's Methode, die Mineralien vor dem Liithrohr auf Salz- säure zl prüfen , bestellt darin , dass man die Probe mit Soda zu- sammenschinilzt , und das Glas in einen Tropfen einer Auflösung von scli.vefelsaurem Kupferoxjd einträgt, der sich auf reinem Silber befindet. Es entstellt , wenn die geringste Menge von Salzsäure vorhanden ist, ein schwarzer Fleck auf dem SiLber. i6o Benützung des Lasursteins. Ultramarin. zu verschiedenen Arbeiten verwendet. Die dunhelldauen, gleichförmig gefärbten Stäche werden am meisten geschätzt. Gewöhnlich wird er in Stächen von einigen Zollen gefunden ; selten erreichen diese die Grösse von 20 Zoll. Man verfertigt aus ihm Schalen , Dosen , Leuchter , Uhrgehäuse u. s. w., und wählt zu diesen Gegenständen möglichst gleichförmige Massen , die frei von Schwel'elhies-, Kalk- oder (luarzeinmengung sind , weil diese theils die Bearbeitung erschweren , theils die gelben Schw efelkies- Puncte nach und nach trübe und rostfarbig werden. Die reinsten Stücke werden hin und wieder zu Ringsteinen benutzt , wozu er sich aber seiner geringen Härte wegen nicht eignet. Unreinere Stücke verarbeitet man zu architektonischen Verzierungen. Die schönsten dieser Art befinden sich in dem Pallaste zu Zarskoeselo bei Petersburg. In Italien wird er auch zur Mosaik angewendet. Eine wichtige Benutzung des Lasursteins ist die zur j Bereitung des Ultramarins , eines eben so schönen als beständigen blauen Pigmentes. Es werden hierzu die reinsten Stücke von der dunkelsten Farbe ausgewählt , und diese sorgfältig von fremden Beimengungen durch Zerkleinern und Auslesen gereiniget. Der gröblich gepulverte Stein wird nun eine Stunde lang in massiger Gliihchitze erhalten , und hierauf mit Weinessig abgelöscht , den man einige Tage daran stehen lässt. Durch diese Behandlung wird der Stein mürbe und der eingesprengte Schwefelkies zersetzt. Der Essig löst nun sowohl den beigemengten Kalk, als das Eisen auf. Er wird hierauf abgegossen, und der Lasurstein feucht , in einem steinernen oder gläsernen Mörser , fein gerieben. Wird die Masse nicht fein genug, so wird die Glühung und Behandlung mit Essig wiederholt. Ist der Lasurstein auf diese Weise gehörig fein gerieben , so wird der Essig mit reinem Wasser ausgezogen und die Masse auf einem Reibsteine in das allerfeinstc Pulver verwandelt. Nun wird ei» harziges Cement bereitet , indem man 9 Unzen burgundisches Pech , 6 Unzen w eisses Harz , eben so viel venetianischen Terpentin, i'/j Unze Jungfernwachs und i l / 4 Unze Leinöl, untereinander mengt, und in einem irdenen Topfe bei gelindem Feuer so lauge schmilzt , bis ein in kaltes Wasser geworfener Tropfen seinen Zusam- ■ menhang behaltet, worauf das Ganze in V\ asser ausgegossen, und zu weiterem Gebrauche in Kuchen geformt wird. Man nimmt nun von diesem Cement und dem Lasursteinpulver gleiche Gew ichtstheile , schmilzt ersteres in einem irdenen Topfe , trägt das Steinpulver portionenweise in die schmelzende Masse ein , und befördert die Mengung Benützung des Lasursteins. Ultramarin. 161 durch Umrühren mit einem beinernen Spatel. Man erhitzt hierauf etwas starker , und giesst die Masse in kaltes Wasser aus , worauf man dieselbe mit der durch Leinöl befeuchteten Hand bis zur gehörigen Mengung durchknetet. Hierauf bildet man aus derselben einen Kuchen , den man in ein irdenes Gefäss , dessen Boden zuvor mit Leinöl eingerieben wurde, einträgt, und mit Wasser von + 3 a übergiesst. Wenn der Kuchen gehörig erweicht ist , wird das Wasser mit der Vorsicht , dass derselbe nicht zerbricht, gelinde bewegt. Die feinsten Theile des Ultramarins werden dadurch ausgeschlemmt und im Wasser suspendirt, welches nach einiger Zeit abgegossen und durch frisches ersetzt wird. Diese Operation wird wiederholt, bis die feinsten Theile ausgezogen sind. Das Ultramarin, welches sich aus dem Wasser abgesetzt hat , wird mit warmer Pottaschenlauge digerirt , damit die anhängenden öligen Theile entfernt werden , hierauf nochmals mit Wasser abgespült., und dann getrocknet. Was nach diesem Verfahren in dem harzigen Cemente zurückbleibt, wird zur Bereitung einer schlechteren Sorte Ultramarin verwendet, die man Vltramarinasche nennt. Der rückständige Kuchen wird zu diesem Behufe mit dem vierfachen Gewichte Leinöl übergossen , damit in einem irdenen Topfe kurze Zeit gekocht, und hierauf in ein Glas ausgegossen , welches in einem Sandbade in einer Temperatur erhalten wird , die dem Siedepunct des Oels nahe steht. Dadurch bezweckt man die Auflösung des Harzes , wobei sich die Farbetlieile nach und nach zu Boden setzen. Man giesst den hellen Theil des Oels ab, gibt frisches hinzu , und wiederholt diess Verfahren, bis alle harzigen Theile ausgezogen sind, worauf man das abgesetzte Pulver mit Pottaschenlauge digerirt, schlemmt, fein reibt und trocknet. Die Ultramarinasche hat eine blässere, und etwas ins Röthliche ziehende Farbe, als das eigentliche Ultramarin. Ein Pfund Lasurstein gibt ungefähr 20 Loth Ultramarin. Der Ankauf des rohen Materials ist kostbar , indem das Pfund auf 22 bis 26 Gulden zu stehen kommt , und die Mühe der Bereitung gross , wesshalb es nicht befremden kann , dass die Unze 5 bis 6 Gulden kostet. Gutes Ultramarin muss in der Hitze seine Farbe nicht verändern und sich sehr fein anfühlen. Die Bucharen sammeln den Lasurstein voi’zugsweise, unc bringen ihn meistens in Stücken von einem Pfunde oder etwas darüber , nach Orenburg. Ein grosser Theil davon geht nach Persien, wo dieser Stein sehr beliebt ist. ft r ALcn»EK Mineralogie. 11 i6a Ittnerit. 29. Gattung. * Ittnerit. Regelmässige Gestalten fehlen. Theilbarkeit nach (len Flächen des llliomben- dodekaedcrs , unvollkommen. H. = 5.5. Sp. Gew. = 2.3. Glasglanz., stark in den Feltglanz geneigt. Durchscheinend , zuweilen nur an den Kanten. Farbe aschgrau , rauchgrau , ins Grüne und Gelbe, seltener bläulichgrau. Strich weiss. Bruch flaclnnuschlig, ins Splittrige. Derb und eingesprengt, in blättrigen Massen. 9 M. G. einfach-kieselsaure Thonerde + 2 M. G. einfach - kieselsaurem Natron + 1 M. G. einfach- kieselsaurem Kalk + 0 M. G. Wasser. 9AS+2NS + C S + 6 Aq mit Spuren von Ilj drothionsäure. Zusammen«, des Ittnerits, nach C. G. Gmelin. Tbon- erde. Kieselerde. Kalk. Natron Kali. Eisenoxyd. Gvps. Chlor- AVas- N'atr. 1 ser. Summ. 28.400 30.016 5- 255 11.288 1.565 0.616 4.891 1.61s |io. 75g 93-583 Gibt im Kolben erhitzt Wasser aus. Schmilzt für sich leicht, unter starkem Aufblähen und Entwickelung von schwefeliger Säure , zu einem blasigen, unklaren Glase. Vom Borax wird er leicht zu einem farbelosen Glase aufgelöst. Phosphorsalz zerlegt ihn mit Hinterlassung eines Kieselskelettes. Mit Soda schmilzt er zu einem unklaren Glase. Mit Kobaltsolution wird er an den geschmolzenen Kanten blau. Mit Salzsäure bildet er eine Gallerte. Der Ittnerit findet sich, gemengt mit Hornblende , Titaneisen und Augit, und begleitet von Melanit, Sphenu.s. w., in einem doleritischen festen Gesteine, welches einen Gang im weicheren thonigen Dolerite bildet, zu Oberbergen am Kaiserstuhl. Nephelin. i63 3o. Gattung. * Nephelin. Sv n. Rhombocdrisclier Feldspatli, Fettstein, Elaolith, Sommit. Sechsseitiges Prisma. Verhiiltniss der Höhe zu einer vom Mittelpunct der Basis auf eine Seite derselben gefällten Senkrechten — 2 7 - Theilharkeit nach den Flächen der Grundgestalt. Die Krystalle haben die Gestalt der Grundform , und sind oft an den (jrundkanten abgestumpft , durch Flächen eines Trigonaldodekaeders. Sie sind gewöhnlich cingewach- sen und aufgewachsen, und zuweilen zu mehreren zusammengewachsen. H. = G.o. Sp. Gew. = 2.58 (Fettstem)... 2.76 (Nephelin). Glasglanz, in den Fettglanz verlaufend. Oberfläche glatt, durch V erwitterung rauh werdend. Durchsichtig... durchscheinend. Farbe weiss und grün am häufigsten ; ölgri'm, olivengrün, lauchgrün. Selten blau , braun oder roth. Strich weiss. Bruch musclilig... splittrig. Spröde. Derbe, körnige oder blättrige Stücke. 12 M. G. einfach - kieselsaure Thonerde + 3 M. G. einfach-kieselsaurem Natron + 1 M. G. einfach-kiesel- saurem Kali. 12 A S + 3 N S + KS. Bestandteile des iNephelins, Thunerde. Natron Kali. Kieselerde. Mang. Eisenoxid u. B.erde. Kalk. Wasser. .Summ. nach L. Gmelinj 55.49 15. 56 7. ij 43- 36 1- 50 0.90 1.39 101.15 des Fett Steins , nach. C. G. Gmei.in. 54. 44 16.88 4.73 44.1Q 1.34 0. 52 — 102. 08 Der Nephelin schmilzt für sich schwer zu einem blasigen, farbelosen Glase, bildet aber keine voll- ko nmene Kugel. Der Fettsteiu schmilzt leicht und umer Aufblähung. V om Borax wird ersterer schwer uni ohne Aufbrausen zu einem klaren, farbelosen Ghse aufgelöst. Letzterer löst sich darin im Anfänge lei:lit, hinterlässt aber eine halbdurchsiclitige Masse, Wernerit. 164 die nur bei anhaltendem Blasen sich vollkommen auflöst. Mit Phosphorsalz bildet er , unter Hinterlassung eines Kieselskelettes, ein farbeloses, klares Glas , das bei der Abkühlung opalisirt. Mit Soda schmilzt er zu einem ungefärbten Glase. Der Fettstein etwas schwer. Mit Kobaltsolution wird er an den geschmolzenen Kanten blau. Bildet mit Salzsäure eine Gallerte. Der krystallisirte Nephelin findet sich eingewachsen im Dolerit , am Katzenbuckel hei Eberbach im Oclenwalde, aufgewachsen wurde er im Basalte des Lützelberges bei Sasbacli am Kaiserstuhle gefunden. Am Monte Somma kommt er in losen Blöcken vor , am Capo di Bove hei Rom in einem doleritartigen Gesteine in kleinen Höhlungen, in Laven bei Fieschi unweit der Rocca di Papa, bei Piaggie am See von Nemi u. s. w. In derben Massen, mit grüner Farbe und Fettglanz (Fettstein) , findet er sich in Syenit eingewachsen zu Laurwig , Stavern und Friedrichs- wärn , in Norwegen , und auf Erzlagern zu Degerö bei Helsingfors in Finnland. 31. GattliNG. Wernerit. Syn. Pyramidaler Fcldspath , Paranthin , Skapolitk , Mejonit, Sclnnelzstein. Gerades , quadratisches Prisma. Verliältniss der Höbe zu einer Seite der Basis = 3 ; 5, Tlieilbarkeit nach den Seitenflächen und den Diagonalen der Basis der Grundform , unvollkommen. Die Krystalle sind meistens acbtseitige Prismen mit achtflächiger oder mit vierflächiger Zuspitzung. Sie sind oft sehr lang und dünn, auf- und häufig durcheinander gewachsen. H. = 5.o... 5.5. Sp. Gew. = 2.6... 2.7. Glasglanz, in den Fettglanz und Perlmutterglanz £e neigt. o O Oberfläche. Die Prismenflächen gewöhnlich ver- tical gestreift , oft rauh und unvollkommen ausgebildet. Wernerit. i65 Durchsichtig... darcliscbeinend an den Kanten. Bei starker Verunreinigung zuweilen undurchsichtig. Durch Verwitterung undurchsichtig und weiss werdend. Farbe weiss , grau , grün in verschiedenen Abänderungen. Durch Verunreinigung roth. Strich graulichweiss.» Spröde. Bruch unvollkommen musclilig... uneben. Auch derb in körnigen und blättrigen Massen; zuweilen keilförmig stiingelig abgesondert. 2 M. G. einfach-kieselsaure Thonerde + 1 M. G-. einfach-kieselsaurein Kalke. 2 A S + C S. Skapolith, nadliSüRDENSKlÖLD. Thonerde Kalk. Kieselerde. Eisec- oxydut. Kali und Nation. \\ asser. „Summe. 3543 IS.96 43.83 — — i.o3 99.25 Mejonit, nach Stromeyer. 32.726 24.245 4o.531 0.182 1.812 — 99496 Schmilzt für sich etwas schwer zu einem farbelosen , blasigen Glase. Vom Borax wird er, unter fortwährendem Brausen , zu einem klaren Glase aufgelöst. Vom Phosphorsalz wird er gleichfalls mit Brausen zerlegt. Mit Soda schmilzt er schwerer und leichter zu einem farbeloseu Glase. Mit Kobaltsolution wird er an den geschmolzenen Kanten blau. Die reinsten und durchsichtigsten Abänderungen des Wernerits , finden sich in losen Blöcken , Auswürflingen des Vesuvs , am Monte Somma (MejonitJ bei Neapel. In neuerer Zeit hat man ihn gleichfalls in sehr reinen Abänderungen zu Sterzing in Tyrol gefunden. Die grünen und rothen Stücke von Wernerit , häutig in langen r stangenförmigen Krystallen, finden sich zu Arendal in Norwegen, zu Langbanshytta und Malsjö in Schweden, und zu Pargas in Finnland. Der dünnstängelige , röthlichweisse Wernerit (Schmelzstein , DipyrJ findet sich bei Mauleon in den Pyrenäen. 66 Feldspath. 3 1 . Gattlag. * Feldspath. Svn. Prismatischer Feldspath, Ürlhose, Orthoklas. Schiefes, rlioinboidischcs Prisma. P — M = yo° i4' t P — T = 112 ° 18 ', M — T = Go°. Theilharkeit nach P und M , vollkommen und wenig von einander verschieden. Etwas vollkommener nach P. Weniger vollkommen nach T, und oft nicht wahrnehmbar. Zmi eilen ist eine Theil— barkeit in der Richtung einer Hache , welche die scharfen Seitenkanten abstumpft,, zu beobachten. ])ie Krystalle sind häufig sechsseitige und achtscitigc Prismen , indem zu den Flächen der Grundgestalt , Ah- stumpfuiigsilächeu der scharfen , seltener der stumpfen Seitenbauten, oder beider, hinzu treten. Die reine Grundgestalt kommt höchst selten vor. Oelters linden sich vierseitige Prismen, welche dadurch gebildet Meiden, dass die Abstumpfiingslläche der scharfen Seitenkanten, die Flächen M verdrängt. Durch Abstumpfung der spitzen Ecken ■werden Zuschärfungen gebildet , die man nicht selten am sechsseitigeu und achtseitigen Prisma wahrnimmt. Zwillinge kommen häufig vor. Die Zusammensetzungslläche parallel M, oder parallel P, auch nach anderen Gesetzen. H. = G.o. Sp. Gew. = 2.5t... 2.58. Glasglanz , auf den Theihmgsflächcn mehr und weniger in den Perlmutterglanz geneigt. Durchsichtig... durchscheinend an den Kanten. In der Richtung der Abstumpfungsflächc der scharfen Seitenkanten zeigt sich zuweilen Farbenwandlunff. Oberfläche. Die Seitenflächen der Krystalle oft vertical, die Endfläche horizontal gestreift. Farbe weiss herrschend; oft ins Graue, Grüne und Rothe geneigt. Auch grau, rotli und spangriin. Strich graulichweiss. Spröde. Bruch muschlig... uneben. Häufig derb und eingesprengt, in meistens gerade blättrigen Massen. Verwittert an der Luft. Adular. 167 3 M. G. dreifach-kieselsaure Tlionerde + 1 M. G. cheifach-kiesclsaurem Kali. 3 A S 3 + K S 3 . Feldspath von Lomniz, nach Rose ; vom Druchenfels, Thoti- ertie. Kali. Kieselerde. Kalk. Eisenoxyd. Summe 17.jo 12 . OO 1.2 j o.;j yS.üj nach Klaprotii. i 5 .o < 4-5 68.0 — 0.0 98.00 Der in Verwitterung übergehende Feldspath gibt im Kolben Wasser aus , der frische nicht. Auf Kohle wird er in gutem Feuer glasig, halbdurchsichtig , weiss , und schmilzt schwer an den Kanten zu einem halbklaren , blasigen Glase. Er ist sehr schwer schmelzbar. Vom Borax wird er sehr langsam und ohne Brausen, zu einem klaren Glase aufgelöst. Phosphor salz greift ihn sehr schwer an. Das Pulver wird , mit Hinterlassung eines Kieselskelettes , zerlegt, und die Kugel opalisirt bei der Abkühlung. Von Soda wird er langsam und mit Brausen , zu einem sehr schwer schmelzbaren, klaren Glase aufgelöst, das man schwer blasenfrei erbalten kann. Mit Kobaltsolution wird er an den geschmolzenen Kanten blau. Man unterscheidet folgende Varietäten : 1 J Adular (opalisirender Feldspath). Begreift die reinsten, durchsichtigsten und glänzendsten Abänderungen , die gewöhnlich in aufgewachsenen Kry- stallen , seltener in derben Massen , auf Gängen und in Hühlungen, im Urgebirge Vorkommen. Der Adular ist sehr oft von Bergkrystall und Chlorit begleitet , und manchmal yon letzterem überzogen , oder grün gefärbt. Er irisirt zuweilen , und zeigt öfters einen eigenthümlichen Lichtschein, in welchem Falle er Mondstein genannt wird. Mitunter ist er avanturinartig, und zeigt eine Menge glänzender, goldgelber oder rüthlicher Puucte (Sonnenstein). Die schönsten Krvstalle von Adular kommen vom Gotthardt in der Schweiz und aus Savoyen. Tvrol , Salzburg, die Dauphine , Norwegen , Schottland , Grünland , liefern weniger ausgezeichnete Exemplare. Auf Ceylon findet sich der Mondstein besonders schön als Geschiebe. Der 168 Gemeiner Feldspath. Glasiger Feldspath. Fundort des Sonnensteins ist nicht genau bekannt. Er kommt wahrscheinlich auch auf Ceylon vor. 3 ) Gemeiner Feldspath. Durchscheinend, zuweilen nur in dünnen Splittern, oder an den Kanten. Die graulichweisse Farbe ist herrschend, oft zieht diese ins Gelbe und Rothe. Auch die rothe Farbe erscheint in verschiedenen Nuancen , ist indessen meistens licht. Selten hat der gemeine Feldspath spangrüne Farbe (Amazonenstein). Zuweilen ist Farbenwandlung zu beobachten. Der Lichtschein hat eine bläuliche Farbe. Der Glanz meistens schwach , und auf den Spaltungsflächen stark in den I’erlmutterglanz geneigt. Krystallisirt , derb und eingesprengt. Der gemeine Feldspath ist sehr verbreitet im Ur - und Uebergangsgehirge, wo er als Gemengtheil vieler Gebirgs- arten erscheint , zumal im Gneis und Granit. Der farbenwandelnde Feldspath findet sich im Syenite zu Laurwig .und Friedrichswärn in Norwegen , der Amazonenstein in Siberien. Zwillinge finden sich zu Baveno , Carlsbad und im Fichtelgebirge. Eine Erscheinung , welche bei dieser Feldspath-Varietät häufig beobachtet werden kann , ist das Verwittern derselben, wenn sie den Einflüssen der Luft und der Feuchtigkeit ausgesetzt ist. Die Oberfläche wird matt , das Mineral erhält eine Menge feiner Sprünge, in welchen sich mechanisch eingeschlossenes Wasser befindet , zerfällt nach und nach in Grus , und bei fortschreitender Verwitterung , in eine weisse , erdige Masse. Manche Feldspathe verwittern schnell, während andere allen Einflüssen der Witterung trotzen. Dieses eigenthümliche Verhältniss ist noch unerklärt. 3 ) Glasiger Feldspath. ( Sanidin ). Graulichweiss, glasglänzend, durchscheinend, von einer Menge feiner Risse durchzogen. Findet sich vorzüglich in eingewachsenen Krystallen , seltener in derben Massen , in vulcanischen Gebirgsarten , zumal im Trachyt und Klingstein. Die schönsten Krystalle finden sich im Siebengebirge in Rheinpreussen, am Drachenfels, und am Kaiserstuhl im Breisgau bei Oberbergen und Bischoffingen , im Trachyt. Weitere Fundorte sind, die Gleichenberge in Steyermairk, die Klingsteinbevge Hohentwiel, Hohenkrähen, Mägdeberg und Staufen im Högau , Ungarn , der Vesuv , Aetna u. s. w. Feldstein. Albit- 169 4 ) Feldstein. Dicht. Bruch splittrig. Durchscheinend , meist nur an den Kanten. Schimmernd oder matt. Grau, grün, roth, selten ueiss. Die Farben wenig lebhaft, in der Regel unrein. Oefters geliecht , gestreift , wolkig. Wurde früher mit Hornstein verwechselt , von welchem er sich durch geringere Härte und Schmelzbarkeit hinlänglich unterscheidet. Er findet sich vorzüglich als Grundmasse des Feldsteinporphyrs , Klingsteins , und als Gemengtbeil mehrerer anderer Gebirgsarten , wobei jedoch zu bemerken ist , dass die genaue Bestimmung und namentliche Aufführung der Gebirgsarten , welche ihn enthalten , noch mangelt. Diese Bestimmung muss insbesondere von chemischer Seite geschehen. Gonox hat in einem dichten Feldsteine von Sal- herg gefunden: Thonerde 19.0, Kali 5 . 5 , Kieselerde 68.0, Eisenoxyd 4*05 Kalk 1.0. Diess gibt die Formel 8 A S 3 + ^ j S 3 . Der Sonnensfein wird als Schmuckstein sehr geachtet. Man bezahlt für ein Exemplar von 5 bis 6 Linien 3 oo bis 4 oo Gulden. Der Mondstein stellt in minder hohem Preise, doch kommt ein Stein von 6 Linien , wenn er fehlerfrei ist, auf 200 bis 3 oo Gulden zu stehen. Der Amazonenstein wird in Katharinenburg zu Dosen und Ringsteinen verarbeitet, und hin und wieder selbst zu grösseren Arbeiten benützt , wie zu Vasen , von welchen sich zwei , von ungeiähr 9 Zoll Höhe und 5 */ 2 Durchmesser, im kaiserlichen Gabinette zu Petersburg befinden. Der gemeine Feldspath wird als Zusatz zur Porzellanmasse angewendet, namentlich in China, woselbst er den Namen Petuntse trägt. Man sucht die weissen , reinen , eisenfreien Stücke aus , und mahlt sie zu feinem Pulver. Weniger reine Stücke können bei der Fabrication von Steingut gebraucht werden. Er lässt sich ferner benützen zur Verfertigung undurchsichtiger Gläser, zu Email und zur Glasur. 33. Gattung. * silbit. Syn. Tetartin, Kieselspath, Cleavelandit. Schiefes rhomboidisclies Prisma. P — M = 86° 24/ und 93° 36', P — T= ii5° 5' und 64° 55' M — T = 117 0 53' und 62° 7'. J 1 -o All.it. Tlieilbarkeit nach P, M und T. Am vollkommensten nach P, weniger vollkommen nach M, lind in der Regel noch weniger vollkommen nach T, doch immer noch vollkommener als beim Feld- spath , und hei sehr reinen , klaren krystallen, zuweilen beinahe eben so vollkommen, als wie nach M. Die Kn stalle sind in der Regel Zwillinge. Die Zusam- mensetzungsllache eine Seitenilache des Prisma s , die Um- drehungsaxe senkrecht auf derselben , oder parallel der Kauptaxe. Die Individuen, welche die Zwillinge bilden, sind gewöhnlich sechsseitige Prismen , durch Abstumpfung der scharfen Seitenbauten der Grundgestalt entstanden, an welchen häufig die Abstumpfungsllachen der spitzen Eclien verkommen. H. = 6.0... 6.5. Sp. Gew. = a.6... 2.62. Glasglanz. Auf den Theiluugsfliichen mehr oder weniger Perlmutterglanz. Oberfläche. Bei reinen Krystallen sind die Seitenflächen siimmtlich parallel den Seitenkanten gestreift. Durchsichtig... durchscheinend an den Kanten. *). Farbe weiss, ins Graue , Gelbe , Rothe und Grüne geneigt. Strich weiss. Spröde. Bruch unvollkommen muschlig... uneben. Oft derb, körnig, blättrig, schalig, meist kruimn- schalig, strahlig *’). 3 M. G- dreifach-kieselsaure Thonerde + 1 M. G. dreifach-kieselsaurem Natron. 3 A S’ + N S 3 . Albit aus dem Wilclthale bei Freiburg , Thonerde. Natron. Kieselerde. Kalk. Kisenov. u. Man- ganoxt <1. Summe. nach R. Brandes ; Albit von Chesteriield, i8.i 10.0 (jij.S CM) — 98.6 nach Stromever. 19 .S 01 Cj.o.jß 70.676 o.23.’> 0.111 99- 8 79 *) Der Albit ist in der Regel weniger durchsichtig , als der Feld- spath , und zeigt aucli bei einem hohen Grade von Durchscheinheit, eine milchähnliche Trübung. **) Der derbe Albit unterscheidet sich vom Feldspath wesentlich dadurch, dass er nie so gerade blättrig ist, wie dieser. Perihlin. lr i Verhalten vor dem Lötlirohr wie beim Fcldspath. Man kann den Albit in zwei Varietäten abtheilen , in den adularischen und in den gemeinen. Der Albit ist sehr verbreitet , mul findet sich zumal im Granit. Die grössten Kivstalle Kommen zu Kerabinsk in Siberien vor , und die reinsten am Prudelbcrge bei Stons- dorf in Schlesien, und zu Auris in der Dauphine. "Weniger ausgezeichnete krystallisirtc Abänderungen linden sicli im Schmirner Thal und zu Hohrberg bei Zell, im Zillertbal in Tyrol , zu Bareges in den Pyrenäen , zu Baveno und Arendal. In derben Massen findet er sich im Y\ ildthale bei Freiburg, auf einem Granit-Lager, das sehr -wenig (^iiarz und silberweissen Glimmer, und viel Fcldspath enthält. In deu Gegend von Heidelberg Kommt er an mehreren Stellen im Granit vor, insbesondere am llausacker. Ueber- diess hat man ihn an sehr vielen Orten gefunden , und er scheint beinahe so allgemein vorzuhommen , als der Feld- spath, mit w elchcni er jetzt noch häufig verwechselt wird. In Schweden, Norwegen, Nordamerica, Sachsen, England, ist er an vielen Puncten entdecht worden. Der Eisspath vom Vesuv scheint gleichfalls hierher zu gehören. 3-j.. Gattung. Periklin. Schiefes rhomhoidisches Prisma. P — M = (j 3 ° 19', P — T = u 4 ° 45 ', M — T = 120 0 18'. Theilbarkeit parallel P, M und T; am vollkommensten nach P, dann nach T, und zwar beinahe so vollkommen , als nach P , und w eit vollkommener, als nach M. Die Krystalle sind einfache Gestalten und Zwillinge. Sechsseitige Prismen , durch Abstumpfung der scharfen Seitenbauten der Grundgestalt, mit Flächen , welche die spitzen EcKen abstumpfen. Die Zwillinge sind zweierlei Art. Die Individuen sind durch die Seitenflächen mit einander verbunden, oder durch die Endllächen. H. = 6.0. Sp. Gew. = 2.53... 2 . 56 . Glasglanz. Halbdurchsichtig...durchscheinend an den Kanten*). *) Auch die reinsten Exemplare von Perikün sind immer weniger durchsichtig, als Albit. r3 Petalit. Farbe w r eiss , ins Graue , Gelbe und Rothe. Durch Verunreinigung zuweilen grün. Strich weiss. Spröde. Bruch uneben. Oft in kristallinischen Massen , derb und eingesprengt. 3 M. G. dreifach - kieselsaure Thonerde mit 1 M. G. dreifach-kieselsaurem Natron und Kali. 3 A S 3 + £ | S 3 . Periklin Thonerde, Natron. Kali. Kieselerde. Kalk. Eisen- oxjdul. von Zoblitz, n. G. G. Gmelin. 18. 9.9353 3.411h r.7.94.1, 0.i 5 oi 0. 4813 Dünne Splitter schmelzen für sich in der Zange zu einem halbdurchsichtigen , blasigen Glase. Im Ucbrigen verhält er sich wie Feldspath. Der Perihlin findet sich in Begleitung von Chlorit, Glimmer , Rutil und Berghrvstall am Gotthardt in der Schweiz, inTyrol, und an der Saualpe inKarnthen. Er bildet einen Hauptgemengtheil des Urgebirgs - Griinsteins , und findet sich in diesem zu Kaldern bei Marburg u. s. w. Auch im Syenite soll er verkommen. In diesem soll sich der Periklin von Züblitz finden. * 35. Gattung. Petalit. » Sjn. Prismatischer Pctalin - Spatli. Schiefes rhoinboidisches Prisma. P — M = 84° ungefähr, M — T = ii 7 °-ii 8 ° 3o', z — M = i45°-i 47°, durch Theilung erhalten. Die TheiL— barkeit am vollkommensten parallel M, dann nach z, d. i. in der Richtung einer Fläche, Avelche die scharfen Seitenkanten abstumpft. Parallel T ist die Theilungsfläche weniger rein. Nach P ist die Theilung sehr schwierig *). ) Breithacpt sieht die Fläche M als die schiefe Basis P an. Labrador. *75 Regelmässige Gestalten fehlen. O O H. = 6.0. Sp. Gew. = 2.42... 2.45. Glasglanz , schwach in den Fettglanz , auf den vollkommenen Theilungsfläclien, in den Perlmutterglanz geneigt. Durchscheinend. Farbe weiss , ins Graue , Röthliclie und Grünliche. Zuweilen rosenroth und fleischroth. Strich weiss. Spröde. Bruch unvollkommen muschlig. Derb, blättrig und körnig. 3 M. G. dreifach-kieselsaure Thonerde + 1 M. G. dreifach-kieselsaurem Lithon. 3 A S 3 + L S 3 . Petalit von Uto, Thonerde. Lithon. Kieselerde. Kalk. Glüh- uug»- verlust. Sum me. nach C G. Gmelik, 17.41 5.1G : 4-'7 o. 3 a 2.17 99.23 Gibt mit Flussspath und doppelt-schwefelsaurem Kali gemengt und bis zum Schmelzen erhitzt, der Löthrohr- Flamme eine purpurrothe Farbe. Im Uebrigen verhält er sich wie Feldspath. Der Petalit findet sich auf der Insel Utd in Siider- manland , in einzelnen grossen Blöcken , begleitet von Glimmer, Feldspath, Scliörl, Quarz u. s. w. Auch soll er in Canada und in Massachusets entdeckt worden seyn. 36 . Gattung. Labrador. Schiefes rhomdoidiselies Prisma. P — M = 85 ° 3 o', P — T= 11 5 °, M — T= ii9°. Theilbarkeit in der Richtung von P am vollkommensten , we- niger vollkommeri parallel M , und noch weniger parallel T. Krystalle sind höchst selten. Der Labrador findet sich gewöhnlich nur in derben Massen, welche ohne Ausnahme aus regelmässig an einander sitzenden , lamellenartigen ln- Labrador. »74 dividucn bestellen , deren je zwei oder drei benachbarte eine Zwillings- oder Drillings-Bildung ausinaclien. Daher ist die Theilbarheit wenigstens in einer von den beiden Dichtungen, I» oder AI, gebrochen. Die Drillings-Bildung wird daran erkannt , dass nicht bloss eine der vollkommenen Theilungsllachen, sondern auch die andere gebrochen ist. 11 . = G.o. Sp. Gew. = 2.GS... 2.72. Glasglan/. ; auf der vollkommenen Theilungs- lläelie, I», Perlmutterglanz. Durchscheinend an den Kanten und in dünnen Blättchen. Ausgezeichnete Farbenwandlung auf der Fläche AI , wenn das Licht auf die Fläche seihst fällt. Die Fläche T zeigt Farbemvandlung' , wenn das Licht durch diejenige AI Fläche einfallt , welche mit der Fläche T einen stumpfen Winkel macht. Farbe grau, in verschiedenen Nuancen. Strich weiss. Spröde. Bruch uneben. Derb , in blättrigen Massen und eingesprengt. 12 AI. G. einfach-kiesclsaure Thonerde + 3 AI. G. dreifach-kieselsaurem Kalk + i AI. G. dreifachkieselsaurem Natron. 12 A S + 3 G S 3 + N S 3 . Kiesel- Eisen- Labrador erJe. Kalk. Xatron. erde. 0*1 d. AA asser. Summe. aus Nordamerica, nach Klaprotii. ■26. jo I 1.00 4-00 55.70 1.23 o.5o 99-o Auflöslich in concentrirter Salzsäure. Verhaltet sich vor dem Lötlirolir wie Feldspath. Der Labrador findet sich an der Labrador-Küste in Nordamerica , in Ingermanland und Finland , und zu Aliolü bei Sweaborg. Alan hat gefunden, dass Labrador einen Ilaupt- gcmcngtheil des Syenits, Gabbros, Dolerits und Grünsteins ausmache. Audi wurde er in dem Meteorsteine von Juve- nas entdeckt. Alan verwendet den Labrador zur A erfertigung von Dosen, Ringsteinen und Aasen. Der Porzellanspath stimmt in der Alischung sehr nahe mit dem Labrador überein. Anorthit. 37. Gattung. Anorthit . Schiefes rhomboidisches Prisma. P — M = 85 1 ’ /j8' und () 4 U 12', P — T = 110 0 57' und G9 0 3 ', M — T = 117 0 28' und G2 0 32 '. ^fheilbarkeit nach den Flächen P und M , voll- konunen und ziemlich gleich. Nicht theilbar nach T. Die Krystalle sind gewöhnlich sechsseitige und vierseitige Prismen , mit Abstumpfung der längeren Grundkanten lind der stumpfen Kelten. Zwillinge , die Zusammensetzungs- Hache eine Seilenilache, die Lmdrehungsaxe senhrecht auf derselben. Meistens messen die Kristalle nur einige Linien. » ö H. = G.o. Sp. Gew. = 2.7G. Glasglanz, auf den Theilungsflächen Perlmutler- glanz. Uberlläche der Krystalle glatt. Durchsichtig. Farbe n eiss. Strich weiss. Spröde. Bruch inuschlig. Auch derb, in kleinen Parthien. 9 M. G. einfach-kieselsaure Thonerde + 2 M. G. einfach - kiesclsaurem Kalk + 1 M. G. einfach- kieselsaurer Bittererde. 9AS+2CS + Mg S. Zusammensetzung Thonerde. Kalk. T alkerde. Kieselerde. Eisenoxyd. Summe. des Anorthits, nach G. Hose. 34.40 i5.68 5.26 44-39 0.74 ioo.63 Anflöslich in concentrirter Salzsäure. Verhaltet sich vor dem Löthrohr wie Feldspath , mit dem Unterschiede , dass er mit Soda eine emailartige Masse bildet , und bei jedem neuen Zusatze von Soda aufschwillt und schäumt. Der Anorthit wurde bis jetzt nur in Höhlungen von losen Kalksteinblüchen am Monte Somina bei Neapel gefunden. Saussurit. 176 38 . Gattung. Saussurit. Svn. Djskolit, Jade tcnace. Rhombisches Prisma. Grösserer Seitenkantenwinkel ungefähr 124 °- Theilbarkeit nach den Seitenflächen , ziemlich vollkommen. Spuren in der Richtung der kleinen Diagonale. Regelmässige Gestalten unbekannt. H. = 5 . 5 . Sp. Gew. = 3.2... 3 . 5 . Perlmutterglanz, in den Glasglanz geneigt, auf den Theilungsflächen. Sonst schwacher Glasglanz. Durchscheinend an den Kanten, mehr und weniger. Farbe grün , ins Weisse, auch grünlich ~ und aschgrau, selten weiss. Strich weiss. Spröde. Schwer zersprengbar. Bruch uneben... splittrig. Derb, blättrig, körnig und dicht. 6 M. G. einfach - kieselsaure Thonerde + 1 M. G. doppelt-kieselsaurem Kalk und Natron. « A s + l \ s». Zusammensetz. des Genfer Thonerde. Kalkerde N'alron. Kiesel- erile. Eisenoxid. Mang tu- oxyd. Summe. Saussurits, nach Th. de Saussure. 3o.oo 4.00 6.00 u. Kali 44.00 12.5 O.OD 96.80 0. i 5 Klaprotii fand in demselben Saussurit, Thonerde 24 -oo, Kalkerde 10 .5o , Natron 5.5o , Kieselerde 4 q.oo, Talkerde 3. j5 , Eisenoxyd, 6.5o. Dieser N ) Analyse zufolge ist der Saussurit 4 A S 4- ^ > S 2 . Er schmilzt auf der Kohle bei starker Hitze an den Kanten zu einem grünlichgrauen Glase, ohne sich zur vollkommenen Perle zu runden. Latrobit. *77 Der Saussurit wurde zuerst vom älteren Saussure iu losen Gabbro-Blöcken am Ufer des Genfer See's beobachtet. Später wurde er an mehreren anderen Orten entdeckt, wie am Bacher in Steyermark in blättrigen Massen , im Saasser Thal in Wallis , am Monte Rosa , in körnigen und dichten Abanderuugen u. s. w. 3g. Gattung. Latrobit. Sjn. Diploit. Schiefes rliomboidisches Prisma , von g3° 3o' ungefähr. Theilbarkeit nach den Seitenflächen ziemlich vollkommen. Unvollkommen nach der Endfläche. Ausgebildete Krystalle fehlen. 11. = 5.3... G.o. , Sp. Gen. = 2.72... 2.8. Glasglanz, auf den Theilungsflächen in den Perlmutterglanz geneigt. Durchscheinend. Farbe roscnroth und pfirsicliblüthroth. Strich weiss. Derb und eingesprengt. i5 M. G. einfach-kieselsaure Thonerde + 2 M. G. einfach - kieselsaurem Kalk + t M. G. einfachkieselsaurem Kali. i5AS + 2 CS+KS. Latrobit von Amitok in Nordamcrica, Thonerde. Kalk. Kali. Kieselerde. Mang. oxyd. Talk. ni.m- gan- baltig. Wasser. Summe nach C. G. Gmelin. 36 . 8 i 4 8.291 6.575 44.653 3 .i 6 o 0.628 3 .o 4 » 102.[62 Verliert vor dem Lötlirolir die Farbe, wird schneeweiss , bläht sich stark auf, und sintert an den Kanten zu einer schwach durchscheinenden, blasigen Masse zusammen. Mit Borax bildet er ein farbeloses Glas. Mit Phosphorsalz schmilzt er zu einem klaren Glase, in dem ein Kieselskelett schwimmt. Mit Soda schmilzt er zu einem weissen, blasigen, durchscheinenden Glase , das durch mehr ^ ALCHNta Mineralogie. 12 178 Spodumen. Soda schwerschmelzbarcr wird. Auf Platinblech z.ei"t er Manganreaction. O O Wurde bis jetzt nur auf der Insel Amitoh an der La- brador-IUiste in Nordamerica gefunden. 4o. Gattung. Spodumen. Syn. Triphan, prismatischer Triplian- Spath. Rhoinbisclies Prisma von g3° ungefähr. Tlieilbarkeit parallel den Seitenflächen , und in der Richtung einer Fläche , welche die scharfen Seitenkanten abstumpft. Regelmässige Gestalten fehlen. H. = G. 5 ... 7.0. Sp. Getv. = 3.i... 3.2. Glasglanz, auf den Theilungsfläehen in den Perlmutterglanz geneigt. Fettglanz auf den Bruchflächen, schwacher. Durchscheinend , zuweilen nur an den Kanten. Farbe weiss, ins Grüne fallend, und grau. Strich weiss. Spröde. Bruch uneben. Derbe, körnige und blättrige Massen. 4M. G. doppelt - kieselsaure Thonerde + 1 M. G. doppelt-kieselsaurem Lithon. Spodumen von Utd, nach Stromeyer. Thonerd. Lithon. Kieselerde. Eisen- oxvdu). Maugan- oxyd. Gluh- ungs- verlust. Summe. 28.776 5.626 63.288 0.794 0.204 0.775 99-463 Gibt im Kolben etwas Wasser aus, und wird unklarer. Auf Kohle bläht er sich auf, und schmilzt nachher zu einem beinahe klaren und ungefärbten Glase. Im Borax bläht er sich auf, löst sich aber schwer darin. Die aufgeblähte Masse wird durchsichtig und abgerundet , und löst sich nur sehr langsam auf. Im Phosphorsalz wird er, unter Anschwellung und Hinterlassung eines Kieselskclettes, Oligohlas. 1-9 zerlegt. Mit Soda schwillt er an, und wird nachher zu einem klaren Glase aufgelöst, das von mehr Soda unklar, aber nicht schwer schmelzbarer wird. Mit Flussspath und doppelt-schwefelsaurem Kali geschmolzen, färbt er die Flamme purpurroth. Der Spodumen tindet sich auf der Insel Utü in Süder- manland mit Quarz , Feldspath , Glimmer und Schörl in Granit eingewachsen , in ’J'yroI hei Sterzing , zu Sterling in Massachusets , bei Dublin in Irland und zu Perhead in Schottland. 4-t. Gattung. Oligoklas. Syn. Natron- Spodumen. Schiefes rhomboidisches Prisma ; nach Dimensionen unvollkommen bekannt. P — M = p3° 45' und 86° i:V, P — T = 115° 5o'. Theilbarkeit vollkommen nach P, etwas weniger vollkommen nach M, unvollkommen nach T. Regelmässige Gestalten fehlen. H. = 6.0. Sp. Gew. = 2.64— 2.66. Glasglanz, auf den weniger vollkommenen Thei- lungsflächen, Perlmutterglanz auf der vollkommenen, Fettglanz auf den Bruchflächen. Durchscheinend an den Kanten. Farbe weiss , ins Graue und Grüne geneigt, auch gelblichgrün. Strich weiss. Spröde. Bruch uneben... muschlig. Derbe, blättrige Massen. 3 M. G. doppelt-kieselsaure Thonerde + 1 31. G. dreifach-kieselsaurem Natron (Kali, Kalk und Bittererde) 3 A S 2 + N Sk Oligoklas vonDanviks Tbon- erde. Natron Kieselerde. Kali. Kalk. Bitter- erde. Eisenoxyd. Summ. Zoll bei Stockholm, nach Berzelius. 23.<)5 8.11 63.^0 1.20 2.o5 o.65 o.5o too. 16 i 8 o Bildstein. Schmilzt lei eher als Feldspath, und schwillt auf, ehe er zu schmelzen anfängt. Der Oligolilas wurde im Jahr 1824 zuerst bei Danviehs Zoll bei Stockholm , und später in Menge in Stockholm selbst , im Granit gefunden. Man hielt ihn anfänglich für Spodumen , bis Bheithaltt zeigte , dass er eine eigen- thümliche Gattung ausmache, und noch mehrere Fundorte nach wies , wie Hohe Tanne hei Freiberg , Arendal und Laurwig in Norwegen , und Rodach im Coburgischen, woselbst er im Basalte Vorkommen soll. 42 . Gattuisg. Bildstein. Sjn. Agalmatolith. Regelmässige Gestalten und Theilbarkeit fehlen. H. = 2.0. Sp. Gew. = 2.8. Fettglanz , schwacher ; öfters matt , oder nur schimmernd. Durchscheinend... durchscheinend an den Kanten. Farbe grünlichgrau, ins Berg-, Spargel-, Oel- grüne und Grünlichweisse, auch weiss, gelb, rotli und braun. Die Farben sind gewöhnlich blass, und wechseln oft in Flecken oder Streifen. Strich weiss. Wird dadurch etwas glänzender. Bruch splittrig. Fühlt sich etwas fettig an. Wenig spröde, fast milde. Derb und eingesprengt. 10 M. G. doppelt-kieselsaure Thonerde + 1 M. G. doppelt - kieselsaurem Kali + 4 M. G. Wasser, 10 A S 2 + K S 2 + 4 Aq. Bildstein aus 'China, Thoo- erde. Kali. Kalk. Kieselerde. Wasser. Su.mme. nach Vacquelin. 290 7 *° • 1.0 56.0 5.0 100.0 Gibt im Kolben brenzlig riechendes Wasser ausj und wird schwarz. Auf Kohle brennt er sich weiss, wird auf der Oberfläche feinschuppig , und Perlstein. 181 zcijjt an den äussersten Kanten Zeichen von Schmel- zung. Vom Borax wird er, mit Brausen, zu einem klaren Glase gelöst. Ein Theil Bleibt Anfangs ungelöst , der sich nachher schwer , aber ohne Brausen , auflöst. Phospnorsalz zerlegt ihn nicht. Er braust erst stark , nachher bleibt das Stück etwas verkleinert zurück , und scheint dann ganz unlöslich zu seyn. Mit Soda schwillt er an , und schmilzt zu einem unklaren , schwerfliessenden Glase , das mit einer gewissen Menge Soda klar erhalten werden kann. Im Allgemeinen braucht er viel Soda. Mit Kobaltsolution erhält er bei strengem Feuer eine blasse rothe Farbe. Der Bildstein kömmt, und zwar immer verarbeitet, vorzugsweise aus China. Wahrscheinlich findet er sich daseihst im Urgebirge. Die Chinesen verfertigen aus ihm Vasen, Götzenbilder , Pagoden , Thicrc u. s. v. Auch in Ungarn und Wales hat man ihn gefunden. In den Porphyren des Todtliegenden hei Baden, linden sich kleine Parthien eines Minerals eingesprengt, was man gewöhnlich für Speckstein killt. Es stimmt in seinem Verhalten vor dem Löthrohr so sehr mit dem Bildstein iibcreiu , dass man berechtigt ist, es dafür zu nehmen, da auch die äusseren Kennzeichen damit im Einklänge stehen. 43. Gattung. Perlstein. S\n. Empvrodover Quarz (zum Th.), Lave vitreuse perlec. Regelmässige Gestalten und Theilbarkeit fehlen, n o H. = 6.0. Sp. Gew. = 2.2... 2 . 38 . Perlmulterglanz. Durchscheinend, meist nur an den Kanten. Farbe grau in mehreren Abänderungen, oft ins Gelbe , Braune und Rothe geneigt. Meist unrein, zuweilen gefleckt, gestreift. Strich weiss. Spröde. Bruch musclilig. Derbe Massen , körnig' oder kleinschalig abgesondert, und von vielen Rissen durchzogen. 182 Pechstein. 6 M. G. fünffach - kieselsaure Thonerde (und Eisenoxyd) + 1 M. G. fünffach - kieselsaurem Kali + 4 M. G. "Wasser. 6 A S 5 + K S ä + 4 Aq. I’erlstein von Telkebanya in Ungarn, nach Klaprotii. Thon- erde. Kali. Wasser. Kieselerde. Eisenoxyd. Kalk. Summe. 12.00 4-5o 4-äo 70.20 i.6o 0.00 98.35 Der Perlstein von Tokay hrennt sich wefss, und schmilzt schwer an den Kanten zu einem weissen, blasigen Glase. Vom Borax wird er, unter Blasenwerfen , langsam zu einem klaren , farhe- losen Glase aufgelöst. Vom P/io.ip/iorsalz wird er schwer , mit Hinterlassung eines Blasigen Kieselskeleltes, zerlegt. Mit Soda schmilzt er, unter Aufbrausen , zu einem weissen , blasigen Gl ase. Mit Kolxdtsolution wird er an den geschmolzenen Kanten blau. Er findet sich in grossen Massen, ganze Berge bildend, zu Tokay , Telkebanya , Schemnitz u. s. sv. , in Ungarn, auf den liparischen Inseln, in Siberien, auf Island und in Mexico. 44 - Gattung. Pechstein. Syn. Empyrodoxer Quarz (z. Th.), Trachyte vitreux (zum Th.). Regelmässige Gestalten und Theilbarkeit fehlen. II. = 7.0. Sp. Gew. = 2.2. Fettglanz. Durchscheinend, zumTheil nur an den Kanten. Farbe grün, braun, roth, gelb, grau, schwarz, in verschiedenen Abänderungen, unrein. Strich weiss. Spröde. Bruch flachmuschlig... splittrig. Derbe Massen, im Grossen zuweilen schalig abgesondert. Obsidian, i83 10 M. G. fünffach-kieselsaure Tlionerde (und Eisenoxyd) + 1 M. G. fünffach-kieselsaurem Natron (und Kalk) + 10 M. G. Wasser. 10 A S 5 + N S 5 + 10 Acp Pechstein Thou- erde. Eisenoxyd. Natron, Kalk. Kieselerde. Wasser. Summe von Korbitz, nach Klaprotii. 14.50 I.lO 1.7Ü I .OO ;3.oo 8.5o 99.85 Bläht sich heim Erhitzen stark auf, wird weiss, und schmilzt zu einem schaumigen Glase. Vom Borax wird er unter Blasen werfen zu einem klaren , farhelosen Glase aufgelöst. Vom Phosphorsalz wird er langsam , mit Hinterlassung eines blasigen Kieselskelettes, zerlegt. Mit Soda schmilzt er unter Auf brausen zu einem farbelosen, klaren Glase. Mit Kob alt solution wird er an den geschmolzenen Kanten blau. Der Pechstein findet sich in grossen Massen , die ganze Berge zusammcnselzen , unweit Meissen in Sachsen , bei dem Dorfe Korbitz und beim Puschbade im Triebisclithale, in Ungarn zwischen Schemnitz und Kremnitz , in den Eu- ganeen, auf der Insel Ischia, in Mexico u. s. w. Er wird als Mauerstein zur Einzäumung von Gärten, Feldern u. s. w. benützt. 45. Gattung. Obsidian. Sjn. Empjrodoxer Quarz (zum Th.), Lavc yitreuse obsidienne, Marekanit. Regelmässige Gestalten und Tlieilbarkeit fehlen. H. = 7.0. S p . Gew. = 2.5... 2.39. Glasglanz. Durchsichtig... durchscheinend an den Kanten. Zuweilen zeigt sich ein grünlichgelber Schein. Farbe schwarz, vorherrschend und häufig rein sammetschwarz. Auch grau, braun, roth , gelb, grün, blau, weiss, und zuweilen selbst farbelos. Strich weiss. Obsidia n. »84 Spröde. Ihuch gross- und flaehmuschlig. Derb , in runden und stumpfeckigen Stücken und Körnern. Zuweilen blasig. 5 M. G. sechsfach-kieselsaure Thonerde + 1 M. G. sechsfach - kieselsaurem JNatron , Kali und Kalk. i\ ) S A S“ + K S e . C ) liestandtheile Thonerde. .Natron und Kali. Kall. Kiscn- ox\ d. Kieselerde. \N asser. Summe. dos Marekanits , nach Klaproth. 9.00 7,20 0.33 0.60 81.00 o. 5 o 99 - >3 Schmilzt in der Zange in dünneren Splittern, unter Aufschäumen , zu einem farhelosen , blasigen Glase. Vom Borax wird er sehr schwer zu einem klaren , farhelosen Glase aufgelöst. Phosphorsalz zerlegt ihn langsam, mit Hinterlassung eines blasigen Kieselskelettes. Das Glas ist, so lange es heiss ist, grün, verliert aber die Farbe unter der Abkühlung. Mit Soda schmilzt er zu einem klaren, grünen Glase. Mit Kobalfsolution erhält das blasige Glas einzelne, blaue Streifen'"’''). Der Obsidian findet sieh in vulcanischen Gebirgen , in Begleitung von Traehvt , Perlstein, Dolcrit, Laven und Bimsstein. Die wichtigsten Fundorte sind Teneriffa, Ascension, die Ponza-Inseln , Volcano, Island, Ungarn, Mexico, und hier zumal der schillernde Obsidian , (äuito. In dem Perlsteiue des Marekanischen Gebirges in Sibericn findet er sich häufig in einzelnen Kugeln und Körnern mit glatter Oberllache, eingewachsen ( Marekanit ). Man verarbeitet den Obsidian , der bei den Steinschneidern isländischer Achat genannt wird, zu Dosen, Spiegeln, Knüpfen, und kleineren Bijouteriewaaren. In Mexico und auf den Ascensions-Inseln wird er zur Verfertigung schneidender Instrumente verwendet. Der Bouteillenstein oder Pseudochrysolith von Moldauthein in Böhmen ist noch zu wenig untersucht , als dass man ihn als eigene Gattung aufzustellen berechtiget wäre. *) Die \ ersuche wurden mit sammetschwarzem Obsidian aus Ungarn gemacht. Bimsstein. i85 46. Gattung. Bimsstein. S\n. Empyrotloxcr Quarz (z. Th.), Pierre ponce , Lave vitreuse pumicee. Regelmässige Gestalten und TheilLarkeit fehlen' H. = 6.0. Sp. Gew. = 2.19... 2.20. Glasglanz, in den Perlmutterglanz und Seidenglanz geneigt. Durchsichtig... durchscheinend an den Kanten. Fache weiss herrschend, häufig ins Graue und Gelbe "enemt. Zuweilen bräunlichsehwarz. v) O Strich weiss. Spröde, im hohen Grade. Bruch kleinmuschlig... erdig. Fühlt sich rauh an. Blasige, schwammige Massen, hin und wieder vollkommen einem blasigen Glase ähnlich ( glasiger Bimsstein). Häufig in stumpfeckigen Stücken und verworren , seltener gleichlaufend fasrig, womit Seiden glanz verbunden ist , und ein geringerer Grad von Durchsichtigkeit (gemeiner Bimsstein). 12 M. G. sechsfach-kieselsaure Thonerde +1 M. G. sechsfach-kieselsaurem Natron und Kali? 12 A S e + -M S . Bestandtheilc des Tbunerd e Natron und Kali. Kieselerde. hisenotvd mit >lan- f>anon d. Summe. Bimssteins von Lipari, nach Klaphotii. 17-DO 3.00 77.50 1.75 99 - 1 5 Für sich schmilzt er mehr und weniger schwer zu einem blasigen Glase. Mit Soda bildet er unter Aufbrausen ein blasiges Glas. Mit Kobalt - soiution wird er an den geschmolzenen Kanten blau. i86 Leucit. Der Bimsstein findet sich nur im vulcanischen Gebirge, häufig begleitet von Obsidian, zuweilen auch von Perlstein. Hin und wieder umsehliesst er Körner und kleine Krvstalle von glasigem Feldspath, oder von Augit, Magneteisen u. s. w. Seine Fundorte sind beinahe so zahlreich , als die feuerspeienden Berge, welche ihn bei Ausbrüchen zuweilen in grosser Menge auswerfen. Man findet ihn auf Teneriffa, auf der Oberfläche von Obsidian-Strömen, und mit diesen so innig verbunden , dass es scheint , er habe sich daselbst durch Schmelzung des Obsidians an der Duft gebildet; auf den liparischen Inseln, in Kamtschatka, auf Island, in Mevico, in Ungarn, in der Gegend von Neuwied in Ilheinpreussen u. s. w. Er wird zum Schleifen und Poliren angewendet, und dient selbst auch als Filtrir- stein. 47. Gattlvg. * Leucit. Svn. Trapezoidaler Kiiphon-Spath , Ainphigen. Würfel. Theilbarkeit in der Richtung der Flächen der Grundgestalt, und in der Richtung des Dodekaeders, unvollkommen. D ie Krystalle sind gewöhnlich Trapezoeder , seltener W ürfel mit Abstumpfung der Kanten, oder Oktaeder. H. = 5.5... G O. Sp. Gew. = 2.48... 2.5. Glasglanz. Oberfläche der Krvstalle meistens rauh. Halbdurchsichtig... durchscheinend. Farbe graulich- und gelblichweiss, selten röth- licliweiss, oder aschgrau. Strich weiss. Spröde. Bruch muschlig. Eingewachsene Krystalle und Körner. Durch Einfluss der Witterung wird er matt, undurchsichtig, rissig. 5 M. G. doppelt-kieselsaure Thonerde + 1 M. G. doppelt-kieselsaurem Kali. 3 A S ä + K S 2 . Tbnnerde. Kali. Kieselerde. Eisenox> d. Summe. 23.10 21.ID 56.io 0 . 9.5 ioi.3o Bestandtheile de.sLeucits von Albano, nach Arfvedson. Analcim. 187 Für sich schmilzt er seihst als Pulver nicht, aller siclitharlich hei etwas Kalk-Zusatz. Vom Borax wird er schwer , aber in grosser Menge zu einem klaren Glase aufgelöst. Phosphorsalz greift ihn wenig an , sowohl als Pulver , als in Stücken ; er wird aber im Glase durchsichtig und bekommt dieselbe Strahlenbrechung, so dass man nur mit Mühe das Unaufgelöste darin wahrnehmen kann. Von Soda wird er schwer , mit Brausen , zu einem klaren , aber blasigen Glase aufgelöst. Mit Kobaltsolution wird er schön blau, ohne zu schmelzen. Der Leucit findet sich in Ilrystallen und Körnern eingewachsen in vuleanischen Gesteinen am Vesuv , und in den Umgebungen von Koni, und zuweilen in solcher Menge, dass das Gestein ein Leucit-Gestein genannt werden kann. Am Kaiscrstuhl im Kreisgau lindet er sich in einem doleriti- schen Gesteine am Eichenberg hei Oberrothweil in unzählig vielen kleinen Körnern, die durch Verwitterung matt, undurchsichtig und zerreiblich geworden sind , und oft auch in vollkommen ausgebildeten Kristallen , bis zur Grösse von 3 Linien , die aber sehr selten ein frisches Ansehen haben. Mit glasigem Feldspath, Augit und Glimmer gemengt, lindet er sich bei Rieden am Laacher See. 48. Gattung. * Analcim. Syn. Hevacdrischcr Kuphun - Spath, Kubizit. Würfel. Theilbarkeit in der Richtung der Würfelflächen, schwierig. Die Krystalle sind gewöhnlich Trapezoeder , oder Würfel mit dreiflächiger Zuspitzung der Ecken , selten erscheint die Grundform rein. H. = 5.5. Sp. Gew. = 2.06. Glasglanz , zuweilen in den Perlmutterglanz geneigt. Oberfläche der Krystalle glatt. Durchsichtig... durchscheinend *) Der Analcim polamirt, nach Brewster , das Licht, auf eine eigentümliche AVei.se , find macht dadurch eine Ausnahme von den Mtntralkörpern, deren Gestalten dem regulären Systeme angeboren. 188 Analcim. Farbe, weiss herrschend, gewöhnlich ins Rothe verlaufend, seltener ins Graue. Strich weiss. Spröde. Bruch unvollkommen muschlig... unehen. Derhe Massen sind körnig oder blättrig , und haben zuweilen eine kugelige Gestalt. 3 M. G. doppelt-kieselsaure Thonerde + 1 M. G. doppelt-kieselsaurem Natron + 2 M. G. Wasser. 5 A S 2 + N S 2 + 2 Ac f . iiestandtheile Thonerde. Natron. Wasser. Kieselerde. Summe. des Analcims , nach II. Rose. CO 8.27 JJ .12 9991 Gibt im Kolben Wasser aus , wobei der durchsichtige milchweiss wird. Auf Kohle wird er in starker Hitze durchsichtig , und schmilzt ruhig zu einem klaren , etwas blasigen Glase. Vom Borax wird er selbst als Pulver schwer gelöst. Er hinterlässt eine undurchsichtige , flockige Masse. Das Glas ist klar. Phosphorsalz zerlegt ihn schwer, mit Hinterlassung eines blasigen Kieselskelettes. Mit Soda "ibt er ein klares Glas, und mit Kob alt solution ein blaues. Im gepulverten Zustande bildet er mit concentrirterSalzsäure eine Gallerte. n er Analcim findet sich vorzugsweise in Höhlungen basaltischer und trachytiseher Gesteine und in secundären vulcanischen Gebirgsarten. Die grössten Krvstalle kommen von der Seisser Alpe in Tyrol und vom berge Cipit; auch zu Dumbarton in Schottland, am Aetna, am Monte Somma, auf den Färöern u. s. w. findet er sich in verschiedenen Abänderungen. Am Kaiserstuhl im Breisgau findet er sich , _ O D im Klingsteine von F.ichstcdt in stark glanzenden , beinahe farbelosen Krystallen von i-3 Linien Grösse. In Norwegen hat man ihn im Syenite theils als Gemengtheil, theils auf Magneteisensteins - Lagern gefunden. Chabasie. 89 49 - Gattung. Chabasie. S>n. Rhomboedmchcr Kupiion- Spath , Mesolin, Lev^inp. Rhomboeder P—P = 94° 46 / - Theilbarkeit in der Richtung der Flächen der Grundform. Die Krystalle haben oft die Gestalt der Grundform, häufig aber kommen auch Flächen der Abstumpfung der Endhanten , der Seitenbauten und der Seitenecken vor, und Zuillinge. Die Zusammensetzungslläche meistens parallel einer Abstumpfungsfläche der Spitzen des Rhomboeders , seltener parallel einer Seitenfläche des Rhomboeders. II. = 4-0... 4.5. Sp. Gew. = 2.0... 2.1. Glasglanz. Oberfläche der primitiven Rhomboederflächen gestreift , eben so die Flächen der Seitenkanten- und Seitenecken - Abstumpfung. Halbdurchsichtig... durchscheinend. Farbe weiss herrschend , ins Graue , Gelbe und Rothe geneigt. Strich weiss. Spröde. Bruch musclilig... uneben. Sellen derb, körnig abgesondert. 3 AT. G. doppelt-kieselsaure Thonerde + 1 M. G. doppelt - kieselsaurem Kalk , Natron und Kali G ) + 6 M. G. Wasser. 3 A S 2 + K | S 2 + 6 Aq. N) Chabasie von Gusta\sbei't', Thonerde. Kali. Natron. Kalk. Kieselerde. Wasser. Summe. nach Uerzelics; von Fassa, nach 17-90 I.70 — 9 - 3 / 5 o.o 5 '990 99.52 Arfvedson. 18.90 12.19 mit Natr. — 49 07 1 1). 73 99-89 Gibt im Kolben Wasser und wird milch weiss, schwillt etwas an und schmilzt zu einem blasi- Zeolith. >90 gen , farbelosen Glase. Vom Borax wird er leicht zu einem klaren Glase aufgelöst , das bei der Sättigug trübe wird. Phosphorsalz zerlegt ihn, mit Hinterlassung eines Kieselskelettes. Das klare Glas opalisirt bei der Abkühlung. Soda löst ilin schwer unter beständiger Anschwellung zu einem klaren, schwerfliessenden Glase. Der Chabasie findet sich am häufigsten in basahischen Gesteinen in Blasenräumen , und hin und -wieder auch im älteren Grünstein. Sehr schöne Hrystalle finden sich hei Aussig in Böhmen , und zu Oberstein in Bheinjireusscn. Weitere Fundorte sind Island, die Färöer, Schottland, Irland, Tyrol. 50. Gattung. Zeolith. Sjn. Prismatischer Kupliun - Spath, Mesotip. Gerades , rhombisches Prisma mit Seitenkan- ten -Winkeln von 91° 20' und 88° 405 Theilbarkeit in der Richtung der Seitenflächen und der Endfläche der Grundform. Die Krvstalle sind gewöhnlich rhombische Prismen, durch die Flächen eines Rhombenoktaeders zugespitzt, und öfters an den scharfen Seitenkanten abgestumpft ; häufig nadel- und haarförmig, auf- und durcheinander gewachsen. H. = 5.0... 5.5. Sp. Gew. = 2.2... 2.25. Glasglanz. Durchsichtig... durchscheinend. Oberfläche. Die Seitenflächen oft parallel der Axe , die Abstumpfungsflächen der scharfen Seitenkanten parallel den Grundkanten, gestreift, die Oktaederflächen nicht selten gebogen. Farbe weiss , roth und gelb. Gewöhnlich graulich-, gelblich- und milchweiss. Strich weiss. Spröde. Bruch uneben... kleinmuschlig. Derbe Stücke sind stängelig abgesondert, dünn, gerade und blischel- oder sternförmig auseinanderlaufend. Kugelige Gestalten erscheinen häufig. Natrolith. *9* 5 M. G. einfach-kieselsaure Thonerde + 1 M. G. dreifach-kieselsaurem Kalk oder Natron mit Wasser. Wird beim Erhitzen trübe, gibt Wasser aus, bläht sich mehr oder weniger auf, und schmilzt zu einem farbelosen Glase. Mit Salzsäure bildet er eine Gallerte. Kleesäure löst ihn, mit Hinterlassung eines grösseren oder kleineren Rückstandes, auf. i. •Art. Natrolith (ISatron-Zeolith). 3 A S + N S 3 -f- 2 Aq. Weiss , isabellgelb , fleisch- und pfirsichblüthroth. Kry- staliisirt und derb. Sp. Gew. = 2.249... 2.25. Löst sich in Kleesatire bis auf einige unbedeutende Fluchen auf, und bildet mit Salzsäure vor, wie nach dem Glühen, eine Gallerte. Verliert durch Erhitzen über 9 Procent am Gewicht, wird weiss (der gelbe roth) und undurchsichtig. Kei stärkerer Hitze trennt sich der derbe stangelige in der Richtung der Absonderungen in feine Splitter. Er schmilzt, indem er sich beinahe gar nicht auf bläht, leicht zu einem farbelosen , etwas blasigen Glase. Wird durch Erwärmen nicht elektrisch. Natrolith Tbouerde Natron. Wasser. Eisenoxyd. Kieselerde. Summe. nach Fcchs; von Hohentwiel, aus der Auvergne. 2 5.60 20.88 16.12 16.21 8.88 9.31 1.35 47-21 4776 99 - '6 99-29 Vom Borax wird er schwer aufgelöst. Vom Phosphorsalz wird er leicht , mit Hinterlassung eines Kieselskelettes zerlegt. Das Glas opalisirt bei der Abkühlung. Mit Soda schmilzt er zu einem klaren Glase. Der gelbe und rothe zeigt schwache Eisenreaction. Der Natrolith findet sich vorzugsweise im vulcanischen Gebirge. Basalt, Klingstein, Mandelstein, sind die Gebirgs- arten , in welchen er häufig vorkommt , tlieils in Trümmern und auf schmalen Gängen , tlieils in Blasenräumen. Die schönsten Krystalle kommen aus der Gegend von Cler- mont Ferrand in der Auvergne. Der sogenannte Faserzeolith findet sich an verschiedenen Orten in Tyrol , namentlich im Fassathal, in derben, röthlichweissen Massen. Der gelbe Natrolith kommt am Hohentwiel, Hohenkrähen und Mägdeberg im Högau, in Schnüren und Trümmern im Klingstein vor. Am Kaiserstuhl im Breisgau findet er sich in dem Klingsteine bei Oberschaffhausen, Hötzingen und Eichstedt, Skolezit. 192 theils in feinen Nadeln durch die ganze Masse des Gesteines vertheilt, theils in Schnüren und Trümmern ausgesondert, oder auf Klüften, seltener in Blasenräumen, und zuweilen in sehr schönen nadelförmigen Krvstallen. Auf ähnliche YY eise hat man ihn in den basaltischen Gesteinen am Meissner , im Siebengebirge , auf Island , Farüe und an mehreren anderen Orten gefunden. 2 . Art. Skolezit (Kalk - Zeolith). 3 A S + C S 3 + 3 Aq. YYciss. Sp. Gew. = 2 . 214 . YYird beim Erhitzen vor dem Löthrohr sogleich undurchsichtig und krümmt sich wurmförmig. JLiei stärkerer Hitze schmilzt er zu einem sehr voluminösen , stark leuchtenden , blasigen Glase , das in der inneren Flamme zusammen! allt. Kleesäure löst ihn nur zum Theil auf, mit Hinterlassung eines starken, weis- sen Bodensatzes. Nach dem Glühen bildet er mit Salzsäure keine Gallerte mehr. Durch Erwärmen wird er in einem hohen Grade elektrisch. Durch Glühen verliert er über i3 Procent am Gewicht. Die übrigen Yerhältnisse wie beim Natrolitli. Skolezit Tbon- erde. Kalk. Natron. Kieselerde. YVasser. Summe. von den Farciern, nach Fuchs. 25.88 i 3 .S 6 0.48 4G.!9 13.62 ioo.o3 Vom Borax und Phos/ihorsalz wird er mit Brausen zerlegt. Der Skolezit kommt weit seltener vor als der Natrolitli. Er findet sich mit diesem auf Island , StafT’a und den Färöern. Es werden ausser den beiden angeführten, noch zwei andere Arten von Zeolith unterschieden. Sie weichen aber in der chemischen Zusammensetzung beträchtlich sowohl untereinander, als von den beschriebenen, ab. Die Dimensionen ihrer Grundgestalt sind noch nicht genau bestimmt. YV ir wollen ihrer an dieser Stelle anhangsweise erwähnen. Mesolith. Er findet sich vorzüglich auf Island und Farüe, und zwar häufiger, als der Skolezit, mit dem er in seinen äusseren Verhältnissen nahe übereinkommt. Sp. G. = 2.63. Y T or dem Löthrohr wird er sogleich undurchsichtig und krümmt sich wurmförmig, jedoch weniger als der Skolezit; auch leuchtet er nicht so stark , und bildet kein schaumiges, sondern ein blasiges Glas. In seinem elektrischen Y erhalten und im Verhalten gegen Säuren stimmt er mit jenem überein. Er ist 9 A S -f- 2 C S 2 -f- N S 3 + 6 A

it ana- morphiejuc. Schiefes rliomboidisches Prisma. Grösserer Sei- tenkantenwiukel = 97° 39'. Neigung der Endfläche gegen eine Seitenfläche 108° 1'. Ebener Winkel der Basis 92° 22' 40"> der Seitenflächen 106° 24' 30". Theilbarkeit vollkommen in der Richtung der Abstumpfung der stumpfen Seitenkanten. Die Krystalle sind gewöhnlich schiefe , i’ektanguläre Prismen. H. = 3.5... 4-0. Sp. Gew. = 2.20. Glasglanz. Auf der vollkommenen Theilungs- fläclie und der dieser entsprechenden Krystall- fläche, Perlmutterglanz. Prehnit. 196 Oberfläche gewöhnlich mehr oder weniger unehen. Die Ahstumpfungsfläche der stumpfen Seitenkanten oft concav. Durchsichtig... durchscheinend an den Kanten. Farbe weiss, in verschiedenen Nuancen, herrschend. Ins Graue, Rothe und Braune verlaufend. Strich weiss. Spröde. Bruch unehen... unvollkommen muschli" , O Häufig in kugeligen Gestalten , auch derb, körnig abgesondert. 4 M. G. dreifach-kieselsaure Tlionerde + 1 M. G. dreifach-kieselsaurem Kalk + 6 M. G. Wasser. 4 A S 3 + C S J + 6 Ac { . Bestandteil« ’l'hon- erde. Kalk. Kieselerde. \\ asser. Eisen- ox\ d. Summe. des Heulandit.?, nach Waliistedt. 17.08 7.13 60.07 15.10 0.20 99.58 Verhalten vor dem Löthrolir wie heim Chabasie. Der Heulandit findet sicli auf Island und den Färöern mit Stilbit. I11 Schottland und auf den schottischen Inseln findet er sich häufiger als dieser, eben so in Tyrol. Beinahe nur durch einen grösseren Wassergehalt vom Heulandit unterschieden , ist der von IIetzics untersuchte Stilhit von Dalsmvpen. Er fand in demselben Thonerde 17.73, Kalk 4 - 5 o , Natron 2.53, Kieselerde 06.76, Wasser i8.33, was sich sehr der Formel 4 A S 3 + ^ | S 3 +8 Atj. nähert. 54- Gattung. Prehnit. Sjn. Axotomer Triphan - Spatli. Gerades rhombisches Prisma mit Seitenkantenwinkeln von 99° 50' und 80° 30 y . Die Dimensionen noch unbestimmt. Theilbarkeit parallel der Endfläche vollkommen , weniger vollkommen parallel den Seitenflächen. Prchnit. 197 Die Krvstalle sind gewöhnlich rhombische Prismen , oft an den scharfen Seitenbauten abgestumpft, oder an beiden. Diese Formen sind meistens tafelartig. Auch kommen Ab- stumpfungsllachen der spitzen und der stumpfen Ecken vor. H. = 6.0... 7.0. Sp. Gew. = 2.9. Glasglanz , auf der vollkommenen Theilungs- fliiehe und der dieser entsprechenden Krystall- fläche, Perlmutterglanz. Oberfläche zuweilen gestreift , häufig glatt. Manchmal convex. Halbdurchsichtig... durchscheinend. Farbe grün, lauch-, berg-, apfcl-, zeisig-grün, ins Weise und Graue verlaufend. Strich weiss. Spröde. Bruch unebön. Häufig kugelig, nierenförmig, tropfsteinartig, mit drüsiger Oberfläche , körnig , blättrig oder dünnstängelig , sternförmig auseinanderlaufend. Auch derb. 3 M. G. einfach - kieselsaure Thonerde (und Eisenoxyd) + 1 M. G. anderthalb-kieselsaurem Kalk (und Eisenoxydul) + 1 M. G. Wasser. 3pjs+^._,js 3 + Acj. Prehnit nach Walmstedt : TUn- Kalk. Kieselerde. Wasser. Eisenoxyd. Eisenoxydul HCrT gan- oxyd. Summ. vom Montblanc, 23-99 25-41 44.71 4.45 - 1.25 Ol? 100 von Dcnbaetgn. 24 .26 26.43 44.10 4.18 074 — — 99-71 Gibt im Kolben etwas Feuchtigkeit, behält aber seine Durchsichtigkeit, die er nicht eher verliert, als bis er bei einer höheren Temperatur anzuschwellen und zu schmelzen anfangt, wobei er ein weisses , blasiges Glas gibt. Vom Borax wird er leicht zu einem klaren Glase aufgelöst, das , wenn es gesättiget ist , trübe und schwer- fliessend wii’d. Phosphorsalz zei’legt ihn , mit h) 8 Karpholit. Hinterlassung eines eisiilmliclien Kieselskelettes. Das klare Glas opalisirt bei der Abkühlung. Soda lost ihn schwer , und. unter beständigem Aufschwellen zu einem klaren, schwerfliessenden Gla se. Mit viel Soda erhält man eine halbglasige Schlacke. Der Prehnit findet sich im Urgcbirge und in vulcanischen Gebirgsarten. Der blättrige und körnige Prehnit -wurde zuerst im südlichen Af'rica gefunden , spater im Tyrol , in Salzburg, in Savoyen, Karnthen, Piemont, am Gotthardt, in den Pyrenäen , in Schweden , Norwegen u. s. w. Der dünnstängelige , auch fasriger Prehnit genannt , findet sich zu Reichenbach bei Oberstein , im Tyrol , in Schottland und in Nordamerica. 55. Gattung. Karpholit, Begelmässige Gestalten und Theilbarkeit fehlen. H. = 4.5/ Sp. Gew. = 2.95. Perlmutterglanz. Undurchsichtig. Farbe hoch strohgelb , zuweilen dem Wachsgelben sich nähernd. Strich weiss. Spröde. Derb. Dünnstängelig, böschel- und sternförmig auseinanderlaufend. 5 M. G. einfach-kieselsaure Thonerde + 1 M. G. einfach-kieselsaurem Eisen- und Manganoxydul + 2 M. G. Wasser. 3 A S + “ n J S + 2 Acp Bestanthheile Thonerde. Man- gau- oxyclul Eisen- oxvduJ Kalk. Kieselerde. Wasser. Flusssaure. Summ. des Karpholits, nach Strombyer. 28.669 19.160 2.29 0- 2?1 56.154 10. 780 i.a:o 93.794 Die Flusssäure scheint mit einer der stärkeren Basen und mit Kieselerde zu einem Fluosilicat verbunden zu seyn. Für sich gibt er im Kolben Harmotom. '99 Wasser aus, welches das Glas angreift. Auf Kohle schwillt er an, wird weicher, und schmilzt nachher schwer zu einem unklaren , bräunlichen Glase, das in der äusseren Flamme bedeutend dunkler wird. Vom Borax wird er zu einem klaren Glase aufgelöst , das in der äusseren Flamme Mangan-, in der inneren Flamme Eisen- reaction zeigt. Mit Phosphor.sah schwillt er an, und gibt ein eisähnliches Skelett , das sich ungewöhnlich leicht auflöst und ein klares Glas gibt, das bei der Abkühlung stark opalisirt. Im Oxydationsfeuer wird es violblau. Von Soda w ir«! er auf Kohle nicht aufgelöst; er schw illt an und wird schön grün. Auf Platinblech hingegen löst er sich in einer hinlänglichen Menge Soda auf und bildet eine leicht schmelzbare, dunkelgrüne Masse. Der Karpholit findet sich zu Schlackenwald in Böhmen im Granit mit Flussspath und Quarz. 56. Gattung. * Harmotom. Syn. Kreuzstein, paratomer Kuphon-Spath. Quadratisches Oktaeder. P—P 1 86° 56'. Theilbarkeit parallel den Seitenflächen der Grundform, wenig vollkommen ; in der Richtung von Abstumpfungsflächen der Grundecken etwas vollkommener. Die Krvstalle sind gewöhnlich rechtwinkelige, vierseitige Prismen , durch Abstumpfung der Grundecken des Oktaeders gebildet, und durch die Flachen dieses zugespitzt. Sehr oft finden sich Zwillinge. Zwei Prismen sind rechtwinkelig durchwachsen. Die breiten Flächen des einen Individuums sind den schmalen Flächen des anderen parallel, die Hauptaxe ist gemeinschaftlich. H. = 4.5. Sp. Gew. = 2.39... 2-4- Glasglanz. Oberfläche. Die schmalen Seitenflächen und die Oktaederflächen häufig parallel ihren gegenseitigen Combinations-Kanten, gestreift. 200 Harmotom. Halbdurebsichtig... durchscheinend. Farbe weiss, herrschend. Zuweilen ins Graue, Gelbe, Rothe und Braune verlaufend. Strich weiss. Spröde. Bruch unvollkommen musclxlig ... uneben. Nur ki’YStallisirt. 4M. G. doppelt-kieselsaure Thonerde + 1 M. G. vierfach-kiel'elsaurem Baryt (doppelt kieselsaurem Kali und Kalk) + 6 M. G. Wasser. 4AS 2 + BaS 4 (^.Js 2 ) + GAq. 1 -Art. ßaryt-Ifaimotom. l\ AS 2 + Ba S 4 + 6 Aq. Meistens in Zwillingen. Gibt im Kolben Wasser aus und wird undurchsichtig. Schmilzt auf Kohle leicht ohne sich aufzublähen zu einem klaren blasenfreien Glase. Vom Borax wird er schwer zu einem farbelosen Glase aufgelöst. Vorn Phosphorsalz wird er mit Hinterlassung eines Kie- selshelettes zerlegt und das klare Glas opalisirt bei der Abkühlung. Mit etwas Soda gibt er ein klares Glas, das klar bleibt, bei etwas mehr Soda aber bei der Abkühlung trübe wird. Bildet mit Salzsäure keine Gallerte. Bestandteile Tliouerde. Ban t. Kieselerde. Wassor. Summe. des Bar\t*Harinotonis, nach Klapbotu. 16.0 18.0 49.0 IO.O 9 S .0 Der Baryt-Harmotom findet sich vorzüglich auf Gängen zu Andreasberg am Harz , Strontian in Schottland , und Kongsberg in Norwegen. Auch hat man ihn in Blasenräumen im Alandeisleine gefunden, wie zu Oberstein in Khein- preussen, in Begleitung von Achat, und im Basalt am Wartenberge unfern Donaueschingen. 2 Art. Kali- Harmotom. 4 A S + ^ j S 2 -f- 6 Aq. Gewöhnlich in einfachen, kleinen Krystallen. Selten in Zwillingen. Bildet mit Salzsäure eine Gallerte. Löst sich im Borax weit leichter auf als die vorhergehende Art, und schmilzt für sich ruhig zu einem weifsen, wenig durchscheinenden Email. Laumonit. 201 Bestandth. des Kali-Harmotoms, nach L. Gmelin. Tbon- erde. Kali, Kalk. Kieselerde. Wasser. Eisen- u. Maogan- oxvd. Summe. 22.61 7.50 6.56 48.02 16.75 0.18 100.62 Der Kali - Harmotom findet sich vorzugsweise in Gesteinen des Yulcanischen Gebirges. So in der Gegend von Marburg, Giessen, am Kaiserstuhl im Breisgau im Dolerit, Trachyt und Mandelstein, bei Burgheim, im Tannacher bei Endingen, am Guler bei Bischoffingen u. s. w\ Der Zea- gonit und Gismondin ist nach L. Gjiei.ins Untersuchung Kali- Harmotom. 57. Gattung. Laumontit. Syn. Diatomor Kuption - Späth. Schiefes rhombisches Prisma von 115° 505 P — M = 86° 155 Tlieilbarkeit in der Richtung der stumpfen Seitenkanten , vollkommen. Die Krystalle sind rhombische Prismen, zuweilen an den Seitenkanten abgestumpft und an den Enden zugeschärft. H. = 2.5. Sp. Gw. = 2.3. Glasglanz. Auf der Theilungsfläche Perlmutterglanz. Oberfläche der Seitenflächen vertical gestreift. Durchscheinend. Farbe weiss, zuweilen ins Graue oder Gelbe geneigt. Strich weiss. Wenig spröde. Zerfällt durch gelinden Stoss leicht in kleinere Stücke. Bruch uneben. Verwittert leicht. Derbe Stücke sind körüig oder stängelig abgesondert. ' 3 M. G. doppelt-kieselsaure Thonerde + 1 M. G. doppelt - kieselsaurem Kalk + 4^f. G. Wasser. 3 A S 2 + C S 1 + 4 Aq. 202 Pinit. Bestandtlieile des Laumontits, nach L. Gmelis. Kalk. Wasssr. Kieselerde. Summe. 121 16.0 48.3 90-i Gibt im Kolben Wasser aus und wird undurchsichtig. Im Augenblick der Schmelzung bildet er eine weisse emailähnliche Perle, die sich bei strengerer Hitze in ein halb durchscheinendes Glas verwandelt, das nur durch eine Menge kleiner Blasen unklar ist. Im Uebrmen verhält er sich wie der Prelinit. Mit Salzsäure bildet er eine Gallerte. Her Laumontit wurde zuerst in den Bleigruben zu Hucl- goet in der Bretagne gefunden. Spater fand man ilm auch am Gotthardt in der Schweiz, am Monzoniberg in Ty- rol, am Capo di Bove bei Born, in Schottland, Savoyen, Ungarn, Schweden, Norwegen und Nordamerica. 58. Gattung. Pinit. Sjn. Gieseckit. Sechsseitiges Prisma. Theilbarkeit rechtwinkelig auf die Hauptaxe sehr vollkommen, Aveniger vollkommen nach den Seitenflächen. Die Krystalle sind sechsseitige und zwölfseitige Prismen, zum eilen an den Grundkanten und an den Ecken abgestumpft. H. = 2.0... 2.5. Sp. Getv. = 2.75...2.78. Fettglanz, schwacher. Oberfläche der Kia stalle sehr oft mit Glimmer- scliüppcheii bedeckt. Durcheinend an den Kanten.... undurchsichtig. Farbe schAvärzliehgrün, schmutzig olivengrün, rölhlich - und scliAvärzlichbraun , auch gelblicli- und grünlichgrau. Aussen zmveilen durch Eisen- oxa d rotli. Strich unverändert. Milde. Pinit. 2o3 Bruch uneben. Auch derb und eingesprengt. 6 M G. einfach - kieselsaure Tlionerde und Eisenoxyd + 1 W. G dreifach-kieselsaurem Kali (Natron, Bittererde, Mangan- und Eisenoxydul). K \ G ^ S + Mg S 3 . * ^ ran l f Pinit , nach Thufi- erd e. Eisen- uxy d. Kali. Natron Kieselerde. iMang. | Eisen- joxydu] Bitfer- ox\dul nm ' erde. ' 8. erde Gluh- verlasi Summe 0. (V. (»MELIN ; GiesecK.it , 25480 6-512 7.8Q4 0386 53.964 — 3.760 | 1410 100-406 n. Stromeyeig 33 82 - 6.20 - 46 07 555 1-15 1.20 a. 88 03-52 Gibt im Kolben etwas >V asser aus, das brenzlig riecht und gerötlietcs Lakmus blau färbt. Auf Kohle erhitzt wird er weiss und schmilzt an den Kanten zu einem weissen , blasigen Glase. Der eisenhaltige schmilzt bisweilen leicht zu einem schwarzen Glase. Vom Borax wird er sehr schwer, selbst als Pulver, zu einem klaren, wenig von Eisen gefärbten Glase aufgelöst. Vom Phosphorsalz wird der Pinit von St. Pardoux in Stücken nicht scheinbar angegriffen. Die Perle hat aber Eisenfarbe, so lange sie heiss ist. Als Pulver wird er bei an— haltendem Blasen , mit Hinterlassung eines Kiesel- skclettes , zerlegt. Das Glas opalisirt bei der Abkühlung. Der grönländische Pinit wird vom Phosphorsalz leichter zerlegt, aber die Gläser verhalten sich sonst gleich. Der Pinit findet sich im Urgebirge. Zuerst wurde er auf dem Pinistolien bei Schneeberg im Erzgebirge beobachtet. ln der Auvergne hommt er häufig im Granit vor, sowohl in Krvstallen, als eingesprengt, -«ie zu St. Pardoux, Menat u. s. w. Die schönsten und grössten Krystalle hom- men daher. Im Urgebirge des Sclmarzwaldes hommt er an mehreren Orten vor. In der Gegend von Hornberg findet er sich im Granit , und eben so im Höllenthale hei Freiburg , woselbst der Granit häufig als Lager im Gneis erscheint. Am Schlossberge und am Jägerhaus bei Frei- 204 Glimmer. bürg, findet er sich im Gneis, und an letzterem Orte zuweilen in Krystallen von l /„“ Durchmesser. Man hat ihn übeixliess in Schottland, Covnwallis , Novdamerica und den sogenannten Giesechit, in Grönland aufgefunden. 5g. Gattung. Glimmer. Stn. Mica, rhomboedrischer Talk - Glimmer. Schiefes rhombisches Prisma mit Winkeln von Co° und i2o°> P—M = 98° 4 o 5 Theilbarkeit in der Richtung' der schiefen Endfläche , sehr vollkommen. Die Theilbarkeit lässt sich so weit fortsetzeu, als Feinheit der Sinne und der Instrumente cs erlauben. Die Krystalle sind gewöhnlich vierseitige und sechsseitige Prismen. H. = 2.0... 2.5. Sp. Gew. = 2.7... 3 .o. Glasglanz , auf der Theilungsfläche Perlmuttcr- glauz, zum Theil metallähnlicher. Oberfläche. Die Seitenflächen häufig horizontal gestreift, die Endfläche glatt. Durchsichtig... durchscheinend an den Kanten. Weniger durchsichtig in der Richtung der Axe. Farbe weiss, grau, grün, braun, schwarz, gelb, rotli. Strich weiss... grau. Elastisch, in hohem Grade. Milde. Bruch kaum wahrnehmbar. Oft in Kugeln , kristallinischen und derben Massen, oder eingesprengt. Blättrig, strahlig. Die chemische Constitution der Mineralien, welche zum Glimmer gerechnet werden , ist noch nicht vollkommen ausgemittelt. Die vorhandenen Analysen und die optischen Untersuchungen machen es höchst wahrscheinlich , dass die bisher in der Gattung Glimmer vereinigten Mineralien , in mehrere Gattungen zerfallen. Wir »ollen dieselben unter- dessen als einzelne Arten auffuhren. Glimmer. oou 1. Art. Kali-Glimmer (gemeiner , ziveiaxiger GlimmerJ. 12 .Ms + I{ S 3 + x Fluor-Metall *). h j 1 Er ist der häufigste. "Vor dem Lüthrohr schmilzt er gewöhnlich etwas schwer , indem er theils die Farbe beibehalt , theils weiss wird, und nur an den Kanten, selten rundet er sich zur Kugel. Vom liorax wird er meistens ruhig, zuweilen mit Aufbrausen, zu einem ungefärbten , oder schwach vom Eisen oder Mangan gefärbten Glase aufgelöst. Vom Phosphorsah wird er mit Hinterlassung eines Kiesel- shelettes aufgelöst Mit Soda schmilzt er bei strengem Feuer auf der Seite , welche von der Flamme getroffen wird, zu einem Glase. Im Verschlossenen geglüht, erhält er ein mehr und weniger mattes und angefressenes Ansehen, was davon rührt, dass Wasser und Flusssäure entweichen, und letztere etwas Kieselerde mit fortführt. Bestandtheile des Kali-Glimmers, nach H. Kose : G. von Utd; Thon- erde. RaÜ. Eisen- oxjdul Kieselerde. Mang. oxvd. Fluss- >aure. Wasser. jsumm. 57.20 9.60 5.20 47.50 O.9O 056 2.63 iioi.59 G. von Brodbo; 5t.6o 83Q 8.65 46.10 1.40 1.12 1.00 j98.26 G. von Kimito. 5 Ö. 80 U 9220 4 555 46.358 0 002 0 705 1840 Iqv.ms Allgemein verbreitet, zumal im Frgebirge als Gemengtheil von Granit, Gneis, Glimmerschiefer. 4. 1 f 2. Art. Magnesia-Glimmer U, > S f >S+ x Fluor-Metall ? \ Mg) (emaxiger Glimmer **) Her Seltenste. Unschmelzbar , oder höchst strengflüssig. Wird durch Glühen matt. Imst sich in Schwefelsäure. Bestandtheile des Magnesia- Glimmers von Zinnwald in Böhmen , nach H. Kose. Thunerde. Bitter- erde. Kali. Kisen- oxvdul. Kieselerde. Fluss- saure. Summe. io.o5 25.97 7.55 4-93 | 2 . 0 t 0.68 97-'9 Findet sich am Vesuv, zu Zinnwald , in Siberien und in Kordamerica zu Monroe in Neuyork, und hier in isolirten, beinahe einen halben Fuss langen, 3 bis 5 Zoll breiten, und i bis 2 Zoll hohen, schiefen, rhombischen Prismen. 3 . Art. Lilhon-Glimmer (Lepidolith). 12A S ! + mnS s + 2 L Fl. + K Fl ? Nach dem Kali - Glimmer , wie es scheint , die häufigste Art. Schmilzt vor dem Löthrohr sehr leicht. Ganz dünne *) Manche Glimmer enthalten etwas mehr als l Proc. Titansäure. ** ) Die Grundform des eina.vigen Glimmers ist , nach Bkewsteb's optischen Untersuchungen, ein sechsseitiges Prisma. 2o6 Glimmer. Blättchen schmelzen schon zum Kügelchen , wenn man sie in die Flamme hält , ohne darauf zu blasen. In der an- geblasenen Flamme schmelzen auch diche Blättchen sogleich unter Aufblähen und indem sie die Flamme purpuvrotli färben , zu einer blasigen , farbelosen Perle , welche in der Hitze durchsichtig ist , beim Abkühlen aber opahsirt. Vom Borax wird er in grosser Menge aufgelöst. Phosphorsalz. zerlegt ihn leicht mit Hinterlassung eines Kieselskelet- tes Die Perle opalisirt bei der Abkühlung. Von Soda wird er unter Aufbrausen zu einer klaren Perle aufgelöst. Mit Kobaltsolution wird er bei der Schmelzung blau. Auf Platinblech zeigt er mit Soda Manganreaction. Im Kolben erhitzt gibt er Wasser und Flusssäure aus, welche das Glas angreift*). Lepidulilh TI.oij- Lithon Kali. Kiesel- Ma.i- g-.U- Kiseii- oxul. Phosphor. Talkerde. Fluss- »Jure, \\ dS- '< r. u. Summ- -uun\ Verlu-l von R.izna; 33.611 3 . 592 4.136 49 060 1.402 — 0.112 0.403 3.445 4. 184 100-000 Lithon- I «timmer vou Klein- l ihursilorl’ ; 23. 343 4.792 6. Q03 52-254 3-603 — — 5.069 Spur. toi.026 Voll /innwjkl ; 14.141 4. 200 4.900 40.233 4. 573 17.Q73 — 8- 530 0. 851 101-38" nach <*. C. ( ’MKt.O . Der unter dem Namen Lepidolith bekannte kleinblättrige Lithon - Glimmer findet sich besonders schön zu Ilözna in Mähren mit Quarz und Apyrit, in derben Massen von weis- ser , pfirsichblüthrother , violblauer und licht grünlichgrauer Farbe. -Man hat ihn überdiess auf der Insel Elba, Corsica, zu Chantcloube in Frankreich, in Schweden, Schottland, Siberien und in Massachusets in Nordamerica gefunden. Der grossblättrige Billion - Glimmer findet sich zu Klein - Chursdorf, Zinnwald und Altenbcrg, im Erzgebirge , in Cornwallis und am Lral. Er ist öfters von Ayiatit, Topas und Zinnstein begleitet. Der Kali - Glimmer findet sich an einigen Orten, namentlich zu Miask und am Baikalsee in Siberien, dann jenseits der Lena, in der Nähe des Mama und YVitim, in grossen durchsichtigen Tafeln, die unter dem Namen Marienglas oder russischer Glimmer in den Handel kommen. Er wird in Siberien in dünne Tafeln gespalten und häufig Statt des Glases zu Fensterscheiben benutzt. Auch wird er in Russland hin und wieder zu eingelegten Arbeiten angewendet. *) Davon machen einige I.ithon - Glimmer, namentlich der von Zinnwald, eine Ausnahme. Dieser gibt, ungeachtet des grossen Gehaltes an Flussäure, auch in der stärksten Glühehitzc nur sehr wenig davon aus. Chlorit. 2o- Kleine Insecten, die sich nicht an die Nadel befestigen lassen, kann man auf dünne weisse Glimmerblättchen aufkle- ben. In früherer Zeit wurde der Glimmer auch zur Auszierung von Spielzeug, Tapeten u. s. w. gebraucht. Man zermalmte ihn in kleine Schüppchen, gab diesen durch gefärbte, durchsichtige Firnisse verschiedene Farben, und streute sie auf die vorher mit Leim oder Firniss überzogenen Gegenstände. Zuweilen findet sich der Glimmer im Zustande eines feinen Sandes und man benutzt ihn in diesem Falle öfters als Streusand. Der metallähnliche Glanz des weissen und gelben Glimmers, hat schon oft Veranlassung zur Täuschung und zum Betrüge gegeben. Unkundige sind der Meinung, dass er Gold oder Silber enthalte, und Betrüger Missen diess zu ihrem Vortheile zu benuz- zen. Der Glimmer wird daher auch Katzengold oder Katzensilber eeuannt. Der Lithon - Glimmer von Rözna wird zuweilen zu Dosen und kleinen Vasen verarbeitet. Man wählt dazu gewöhnlich den violblauen. Er nimmt aber keine schöne Politur an. GO. Gattung. Chlorit. Sjn. Prismatischer Talk-Glimmer (z. Th.) Gerades rhombisches Prisma von 120 0 ungefähr. Theilbarkeit nach P. vollkommen. Die Krystalle sind rhombische Primen, an den scharfen Seitenkannten abgestumpft und gewöhnlich durcheinander, oder zu kegelförmigen und kugeligen Gestalten zusammeu- gewachsen. H. = 1.0...i. 5 . Sp. Gew. 2.70... 2.8. Glasglanz, schwacher. Auf den P Flächen Perlmutterglanz. Oberfläche. P glatt. Die übrigen Flächen parallel der Combinations-Kante mit P gestreift. Halbdurchsichtig...durchscheinend. Farbe grün in verschiedenen Nuancen. Schwärzlich-, lauch-, seladon- und apfelgrün herrschend. Seltener grünlichgrau oder grünlichweiss. Strich grünlichweiss. , Biegsam. Milde. Bruch nicht wahrnehmbar. , Fühlt sich etwas fettig an. 208 Chlorit. Häufig derb, schiefrig, blättrig oder schuppig, zuweilen stängelig und hin und wieder erdartig. Die Analysen des Chlorits erlauben die Aufstellung einer bestimmten Formel noch nicht. Er nähert sich in seiner Zusammensetzung dem einaxi- gen Glimmer *). BestancHheile des schuppigen Chlorits, nach Val^ueun ; des schiefrigen Chlorits, nach Grcner. Tltn.i- erde. Kisen- oxyd. Kieselerde . Bittererde. Kalk. Kali, .salz- saure*. Wasser. Summ. t8. 5 ',i.o 2(>. 0 8. 0 — 2. 0 2. 0 99-5 i 5 . 62 2 3 . 3 p 29. 5 o 2 r. 3 g 1. 5 o - 7 .38 98. 78 Der Chlorit von Falilun gibt im Kolben Wasser und Flusssäure aus, welche Kieselerde auf dem Glase hinterlässt. Auf Kohle, schmilzt er zu einer schwarzen Kugel mit matter Oberfläche. Vom Borax wird er zu einem dunkelgrünem Glase aufgelöst. Phosphorsalz zerlegt ihn mit Hinterlassung eines Kieselskelettes. Das Glas ist stark von Eisen gefärbt. Socla löst ihn nicht auf, er rundet sich damit an den Kanten. Auf Platin zeigt er keine Spuren von Mangan. Man unterscheidet mehrere Varietäten von Chlorit, blättrigen, gemeinen, schiefrigen (Chloritschieferj und erdigen (Chloriterde). Der erste enthält die Ilrystalle und derbe blättrige Stücke, die nicht schiefrig sind; der zweite die derben schuppigen Stücke; der dritte die Abänderungen von schiefriger Structur, und der vierte solche, deren Zusammenhang sehr leicht aufgehoben werden kann, oder bei denen kein Zusammenhang der Theile Statt bildet. Der Chlorit bildet sich theils in selbständigen Gebirgs- massen im Urgebirge, wie am Gotthardt in der Schweiz, im Zillerthal in Tyrol, zu Leoben in Steyermark, in Böhmen , Schweden, Schottland u. s. w., theils auf Erzlagern, oder als dem Gneis untergeordnete Lager , wie in Norwegen und Schweden, und ist in beiden Fällen in der Regel von Magneteisenstein begleitet , der auch liä'ubg in eingewachsenen Krvstallen in ihm vorkommt. Der blättrige Chlorit kommt vorzüglich auf Gängen im Urgebirge vor, mit Bergkrystall, Adular, Sphen, Kalkspath u. s. w., und in Hry- stallkellern, wie in der Schweiz, in Tyrol, in der Dau- *) V. hoDELi. leitet aus seinen Analysen die Formel Mg } A 2 . r k l f £ + 6 Aq ab. Perlglimmer. aoc) phine, und der erdige Chlorit auf Gängen im Serpentin zu Waldheim und Hohenstein im Erzgebirge und auf den Krystall führenden Gängen in der Schweiz. Der erdige Talk W'f.ha'K.rs, und vielleicht auch der schuppige Thon Kahstf.xs, scheint als eine Art des Chlorits betrachtet werden zu müssen. Er unterscheidet sich vom Chlorit durch die licht grüne, ins W'eisse und Graue verlaufende Farbe, durch einen höheren Grad von Durchsichtigkeit, durch das sehr fettige Anfühlen und die Strengflüssigkeit. Bestandtli. des erdigen Thon- erde. KieseU erde. Eisenoxyd. Wasser. la!k- erde. Kalt. Kalk. Summ. Talks , nach Vauqdelix ; ab .0 5ü. o 5 . o — — 17.5 1 . 5 100. 0 des schuppigen Thons, nach Jons. 3 o .83 6t>. ao 3.55 5. oo — — 99- 38 Der erdige Talk fand sich zu Freiherg auf Sonne Erb- stolln und auf der Grube Junge hohe Birke; der schuppige Tlu.n zu Meronitz in Mähren. Gi. Gattlwg. Perlglimmer. Syn. Rhomboedischer Perl - Glimmer, Margarit. Sechsseitiges Prisma, nach Dimensionen unbekannt. Theilbarkeit in der Richtung von P vollkommen. Spuren nach M. Die Krystalle sind sechsseitige Prismen, zuweilen an den Grundkanten abgestumpft. H. = 3.5...4.5- Sp. Gew. = 3.o3. Glasglanz. Auf P als Krystall-und Theilungsfläche, Perhnutterglanz. Oberfläche. P triangulär, M und die Abstum- pfungsflächen der Grundkanten schwach horizontal gestreift. Durchscheinend. Farbe blass perlgrau, in’s Röthliche und Grau- lichweisse verlaufend. Strich weiss. Etwas spröde. Bruch nicht wahrnehmbar. W ac.cb.ner Mineralogie.] H 210 Wayellit. Häufig derb, schuppig-körnig. Die Unvollkommenheit der Analyse erlaubt nicht eine Formel aufzustellen. Th itncrde Ibsen- oxtd. Kalk. Patron. Kieselerde. Wasser. Summe. 4o.5o 4-5o 8.96 1.24 3;.oo 1.00 93.20 Bestancllheile d. Perlglimmers, nach Do Mesil. Der Perlglimmer findet sich lagerartig , mit Chlorit gemengt und verwachsen zu Sterling in Tyrol, hegleitet von Titaneisen und Apatit. G2. Gattung. TVavcllil. Svn. I.asionit, strahliger Ifydrargilit. Gerades rhombisches Prisma von 122 " t5' und 5 7 ° 45 '. Theilbarkeit nach den Seitenflächen des Prisma’s und den Abstumpfungsflächen der stumpfen Grundkanten. Die Krystalle sind rhombische Prismen durch die Ab- stumfungsflächen der stumpfen Grundccken zugeschärft, zuweilen auch an den scharfen Seitenkanten abgestumpft, nadel - und haarlormig. H. = 3.5...4.o. Sp. Gew. = 2.33. Glasglanz, in den Perlmutterglanz geneigt. Du rchscheinend. Weiss ins Grüne, Graue und Braune verlaufend. Strich weiss. Spröde. Bruch uneben. Meistens aufgewaclisene Kugeln mit drüsiger Oberfläche , dünn und auseinander laufend , stängelig, oder fasrig. 2 M. G. halb - phosphorsaure Thonerde + 3 M. G. Wasser. 2 A : P +3 Aq. Amblygontt. 2 1 \ Thon- twde. Pbos- Flusssaure. hifsrn- u. AVavellit phor- saure. Wasser. Kalk. Mongan- 0 X 3 d. Summe. nach Fuchs; englischer, 36 . 5(5 34-74 28.00 — — 90--* 8 n. BtiRIEL1L s. 3 Ö .3 j 33.40 2.06 26*81) o.5o 1.25 99.36 Gibt im Kolben Wasser und Kieselerde enthaltende Flusssäure aus. Sclnvillt auf Kohle auf, verliert seine krystallinische Gestallt , wird weiss und undurchsichtig. Mit Kobaltsolution -wird er schön blau. Mit Boraxsäure und Eisen gibt er einen geschmolzenen Regulus von Phosphoreisen. Er löst sich in Säuren unter Erwärmung auf. Der YV avellit findet sich zu Barnstaple in Devonshire und am Diensberg bei Giessen im Thonschiefer, zu St. Auslle in Cornwallis im Granit, bei Aussig in Böhmen im Sandstein. Auch bat man ihn im Weissstein, und auf Gängen und Lagern mit Kupfer-, Eisen - und Manganerzen gefunden , wie zu Hualgayoc in Südamerica , bei Arnberg in Bayern ( Lasionit ) und bei Villa Rica in Brasilien. 63. Gattung, simblygonit. Gerades rhombisches Prisma von io6° io' und 7 3° 5o'. Theilbarkeit nach den Seitenflächen der Grundform. Die Krystalle haben die Gestalt der Grundform und sind eingewachsen. H. = 6.0. Sp. Gew. = 3.o. Glasganz. Oberfläche der Krystalle rauh. Durchscheinend, in dünnen Stückchen halbdurchsichtig. Farbe grünlichweiss, ins licht Berggrüne und Se- ladongrüne verlaufend; äusserlicli stellenweise röth- lich- und gelblich-braun. Strich weiss. Spröde. Bruch uneben. 2 1 2 Lazulith. Meist derb, blättrig. 2 M. G. halb-phosphorsaure Tlionerde + i M. G. ! halb-phosphorsaurem Lithon. Enthält nach Berck- j Mus ungefähr 11 Procent Lithon , und überdies et- j Mas Flusssäure 2 A 2 P + L 2 P. Das Resultat der Analyse in Zahlen ausgedrückt, unbekannt. Gibt im Kolben etuas Feuchtigkeit aus, die bei gutem Feuer das Glas angreift. Auf Kohle schmilzt er sehr leicht zu einem klaren Glase, das beim Gestehen unklar u ird. Vom Borax u ird er in allen Verhältnissen leicht zu einem klaren, ungefärbten ; Glase aufgelöst. Vom Phosphorsalz uird er im ■ Augenblick ohne etwas zurückzulassen zu einem , klaren Glase aufgelöst. Mit wenig Soda schmilzt ; er, mit mehr schwillt er an und nird unschmelzbar. Mit Boraxsäure und Eisen giebt er Phosphor- eisen. Der Amblygonit findet sieh zu Klein - Chursdorf bei Penig in Sachsen auf Granit - Gangen, die im Hornfels aufsetzen, in Begleitung von Albit, Lithon-Glimmer und Apatit. Auch soll er zu Arendal in Norwegen Vorkommen. 64. Gattung. Lazulith. Sjn. Prismatischer und prismatoidisclier Lasur - Spatli, Iilauspath. Gerades rhombisches Prisma von i 2 i° 3o'. Theilbarkeit in der Richtung einer Seitenfläche, unvollkommen. Ausgebildete Ifrystalle sind äusserst selten. Sie zeigen Abstumpfungen der Grundecken, Grundkanten und der scharfen Seitenkanten. II. = 5.0... ö.o. Sp. Gen-. = 3.02... 3.03. Glasglanz. Durchscheinend an den Kanten... undurchsichtig. Farbe smalteblau, indigblau, himmelblau, in’s Weisse und Grüne verlaufend. Strich weiss. Türkis. üi3 Spröde. Bruch uneben. v Meist derb und eingesprengt. 3 M. G. halb-phosphorsaure Thonerde + 1 . M. G. halb-phosphorsaurem Eisenoxydul und Bittererde lg 2 \ p f 2 J 1 + 1 M. G. Wasser. 3 A 2 P + Ms P + Aq. Lazulith vom Hadeljjraben, Tb.>nerde Talkerde Eisenoxydul. Phovph. saure. Kieselerde. Wasser. Summe. 35.73 9.34 2.64 41 -81 a.io 6.06 97.68 nach Fuchs; von Kricglach , 11. R. RnANDKS. 34-5o 13.56 0.80 43.32 6.5o o.5o 99.66 Der Lazulith von Krieglach gibt im Kolben Wasser aus und verliert die Farbe. Auf Kohle schwillt er an und bekommt an der Stelle, wo die Hitze am stärksten wirkt, ein blasiges, glasiges Anseben, aber schmilzt sonst nicht. Vom Borax wird er zu einem klaren farbelosen Glase aufgelöst. Vom Phosphorsalz wird er an den Kanten durchsichtig und nach und nach ganz zu einem klaren farbelosen Glase aufgelöst. Mit Soda schwillt er an, schmilzt aber nicht und wird nicht aufgelöst. Mit Boraxsdure und Eisen gibt er Phosphoreisen. Mit Kobaltsolution wird er schön blau. Nach dem Glühen zum grössten Theile in Säuren lösbar. Der Lazulith findet sich unweit Werfen in Salzburg, im Schlamming - und Radelgraben auf schmalen Gängen im Thonschiefer, auf Quarzlagern im Glimmerschiefer bei Fischbach und Waldbach, bei Vorau in Steyermark, sodann bei Krieglach und Wienerisch Neustadt. Der Lazulith von Vorau schwillt vor dem Löth- rohr bedeutend mehr an, zeigt kein Zeichen von Schmelzung' und gibt mit Kobaltsolution ein Blau das ins Rothe zieht. 65. Gattuxg. Türkis. Svn. Calait, dichter Hydrargilit, Turquoise. Regelmässige Gestalten und Theilbarkeit fehlen. O O H. =6.o. Türkis. ai 4 Sp. Gew. = 2.8(3... 3.o. Glasglanz, schwacher. Durchscheinend an den Kanten... undurchsichtig. Farbe smalteblau, himmelblau ins Spangrüne. Strich weiss. Spröde. Bruch muschlig. Tropfsteinartig, nierenförmig, derb und eingesprengt. Noch nicht genau analysirt. Phosphorsaure Thonerde mit Kieselerde und phosphorsaurem Kalk, und gefärbt durch kohlensaures Kupfer oder Kupferoxydhydrat. Gibt im Kolben etwas Wasser aus, während er in Stücke zerspringt, und decrepitirt mit vieler Gewalt, n enn er auch sehr langsam erhitzt wird. Die zersprungene Masse ist schwarz. Durch starkes Erhitzen auf Kohle oder in der '/.anpe wird er braun und färbt die Spitze der Flamme grün. Er schmilzt nicht, nimmt aber da, wo die Hitze am stärksten wirkt, ein glasiges Ansehen an. Vom Borax wird er leicht zu einem klaren Glase aufgelöst , das die Farbe des Eisens zeigt, so lange es heiss ist und nach der Abkühlung eine schwache kupfergrüne Farbe zeigt, wenn es in der äusseren Flamme behandelt worden. In der inneren Flamme wird es rotli, zumal wenn Zinn zugesetzt worden. Vom Phosphorsalz wird er leicht und vollkommen zu einem klaren Glase aufgelöst , das dieselben Farben zeigt, wie das Boraxglas. Von Soda schwillt er erst an und wird nachher zu einem halbklaren, von Eisen gefärbten Glase aufgelöst. Von mehr Soda wird er unschmelzbar, und wenn rnan noch mehr zusetzt, erhält man bei derReductions-Probe viel Kupfer. Mit Boraxsäure und Eisen bekommt man Phosphoreisen. Der Türkis findet sicli bei Nichajiur in Persien auf schmalen Gängen im Thoneisenstein und adernweise in einem quarzigen Gestein, auch als Geschiebe im aufge- Kryolith. 2 i 5 schwemmten Lande. Kürzlich wurde er bei Oelsnitz im sächsischen Yoigtlande aufgefunden. Der Türhis war schon den Alten bekannt. Er wird der schönen Farbe •wegen als Schmuckstein angewendet, und gewöhnlich en Cabochon geschliffen. Die grünlichblauen Stücke sind sehr gesucht. Ein reines Stück von 5 bis 6 Linien Grösse wird mit 110 bis 24° Gulden bezahlt. Unter dem Namen Türkis kommen auch Stücke fossiler Thierzähne in den Handel, welche durch Kupferoxyd gefärbt sind (Tur- (juoise odontoli/he, abendländischer Türkis). Man findet sie bei Miask in Siberien und an einigen anderen Orten. Die geringere Härte und das Gefüge unterscheiden ihn sehr gut von dem persischen Minerale. 66 ■ Gattung. Kryolith. S)n. Prismatisches Krvon - Haloid. Gerades rektanguläres Prisma. Theilbarkeit parallel den Fläehen der Grundgestalt, am vollkommensten nach P. H. = 2.5... 3 .o. Sp. Gen. = 2.963. Glasglanz, , auf P schwach in den Perlmutterglanz geneigt. Halbdurchsichtig... durchscheinend. Farbe weiss, zuweilen ins Braune und Rothe geneigt. Strich weiss. Bruch unvollkommen muschlig... uneben. Spröde. Derb. 1 M. G. Flusssaure Thonerde + 1 M. G. flusssaurem Natron. A Fl. + N Fl. Thonerde. Natron. Flusssaure. Summe. 24.40 44 . 23 3 i. 35 100.00 Bestandteile des Kr^oliths, nach Berzelius. Schmilzt schon in der Flamme des Kerzenlichtes. Gibt im Kolben etwas Wasser, und decrepitirt, ohne seine Durchsichtigkeit zu vermindern. In einer offenen Röhre angeblasen, die Flamme in die Röhre geleitet, greift er das Glas stark an , und Alaun. 216 die Feuchtigkeit , die sich in der Röhre sammelt, reagirt wie Flusssäure. Auf Kohle schmilzt er zu einer klaren Perle, die hei der Abkühlung unklar wird. Bei fortgesetztem Feuer breitet er sich aus, das flusssaure Natron wird von der Kohle eingesogen, und es bleibt eine Rinde von Thonerde. Vom Borax wird er leicht und in grosser Menge zu einem klaren Glase aufgelöst, das bei der Abkühlung milcliweiss wird. Eben so verhält er sich zu Phosphorsalz. Zuweilen ist die Kugel röthlich von einem geringem Kupfergehalt. Wit Soda schmilzt er zu einem klaren Glase, das bei der Abkühlung sich ausbreitet und milcliweiss wird. Findet sich auf Lagern im Gneis hei Ivikaet in Westgrünland , dieht am Meeresufer. 67. Gattung. Alaun. Syn. Oktaedrisches Alaun-Salz. Reguläres Oktaeder. Theilbarkeit parallel den Seitenflächen des Oktaeders, unvollkommen. Die Itrystalle sind selten vollkommen ausgebildet. Man hat in der Natur bis jetzt nur das reine Oktaeder gefunden. H. = 2.0... 2.0. Sp. Gew. = i.j5... 2.0. Glasglanz. Oberfläche öfters rauh und porös. Durchsichtig... durchscheinend. Farbe weiss. Strich weiss. Wenig spröde. Geschmack süsslich und zusammenziehend» Bruch musclilig. In Wasser auflöslich. 3 M. G. einfach-schwefelsaure Tlionerde + 1 M. G. einfach - schwefelsaurem Kali oder Ammoniak + 24 M. G. Wasser. 3 A Su + a^j | 2 4 Aq ’)• *) Am = Ammoniak. Alaun. ai 7 i. Art. Kali-Alaun. 3 A Su + K Su + 24 Aq. Die Krystalle sind häufig haarförmig. Tropfsteinartige, lmollige, eiförmige Gestalten finden sich am gewöhnlichsten, dann mehlartige Eflloreszenzen. Bestandteile des Kali-Alauns, nach Bereelils. Thonerdc. Kali. Schwefelsäure. Wasser. Summe. 10.8 10.1 33.7 45.4 100.0 Im Kolben schmilzt er, bläht sich auf und gibt Wasser. Die trockne Masse zum Glühen erhitzt , gibt schwefelige Säure , aber kein Sublimat. Der Rückstand verhält sich zu den Flüssen wie Thonerde. Der Kali-Alaun findet sich als Ausblühung auf thonigen Gesteinen, wie auf Schieferthon , Alaunschiefer u. s. w., in Sachsen, Böhmen, Bayern, Oesterreich, Schweden,. Norwegen , Mexico , Nordamerica , Grönland , und in vul- canischen Gegenden , oder in der Nähe von Erdbränden, in Spalten und Klüften von durch Feuereinwirkung mehr und weniger umgeänderten Gesteinen. Die Insel Yolcano, Scgario in Sardinien und die Insel Milo , liefern die ausgezeichnetsten Abänderungen. Zu Duttwciler im Saar- hrückischen , und im Departement des Avevron in Frankreich , wo sich brennende Kohlenllötze befinden , wird er täglich in nicht unbedeutender Menge erzeugt. 2. Art. Ammoniak - Alaun. 3 A Su -f- Am Su -f- 24 Aq. Derb , gleichlaufend , gerade - und krummstängelig abgesondert. Ammouiak. Schwefelsäure. W'asser. Summe. 4.12 38.58 44-96 100.00 Bestandtlieilc des Ammoniak - Alauns , nach Lasipadics. 13.34 Gibt im Kolben Wasser und bläht sich auf; darauf su- blimirt sich schwefelsaures Ammoniak, das grösstentheils in Wasser gelöst wird , und es entwickelt sich schwefelige Säure. Was nach der Glühung zurückbleibt , verhält sich zu den Flüssen wie Thonerde. Mit Soda zu einem Teige gemengt und gelinde auf Platinblech erhitzt , riecht er deutlich nach Ammoniak. 3l8 Alaunstein. I) er Ammoniak - Alaun lindet sich in schmalen Lagen in dem Braunkohlen-Gebirge hei Tschermig in Böhmen, begleitet von Braunkohle und Misy. Der natürliche Alaun kann , wo er in grösserer Menge vorkommt , vortheilhaft zur Darstellung von künstlichem Alaun benützt \\ erden. G8. Gattung. Alaunstein. S y\. Rhomboedrisches Alaun -Haloid. Rhomboeder P—P = 92° 5 o', P—P' = 87° 10'. Theilbarkeit parallel den Rhoinboederfläcben, unvollkommen, rechtwinkelig gegen die Axe , vollkommen. Die Krystalle haben die Gestalt der Grundform , und sind häulig an den Spitzen abgestumpft. * II. = 5 .o. Sp. Gew. = 2.67... 2.69. Glasglanz. Auf der vollkommenen Theiluugs- fläclie in den Perl mutterglanz geneigt. In derben Stücken, schimmernd oder matt. Oberfläche glatt, öfters convex. Zuweilen gestreift in der Richtung der kleinen Diagonale. Durchsichtig... schwach durchscheinend an den Kanten. Farbe weiss, durch Verunreinigung gelb, grün, roth, braun. Strich weiss. Spröde. Bruch uneben... erdig. Meist derb, porös, blasig. Auch fasrig. 12 M. G. drittel-sclnvefelsaure Thonerde + 1 M. G. einfach - schwefelsaurem Kali + 8 M. Wasser. t 2 A 3 Su + K Su + 8 Acj. BostancltheiJc Thonerde. Kali. Schwefelsäure. Wasser. Summe. des Alaunsteins, nach Cordikr. 3ei Villa Rica in Minas Geraes im Chloritschiefer mit Tojias, und unter unbekannten Verhältnissen in Peru. 8o. Gattung. Smaragd. Syn. Rliomboedrisclier Smaragd. Sechsseitiges Prisma. Theilbarkeit nach den Flächen der Grundform. Am vollkommensten nach der Endfläche. Die Kiystalle sind in der Regel sechsseitige Prismen. Zu den Flächen dieser Gestalt kommen öfters Abstumplungs- Jlächen der Seitenkanten, der Grundkanten und der Grundecken. lf. = 7.5... 8.0. Sp. Gew. = 2.67... 2.77. Glasglanz. Oberfläche. Die Prismenflächen häufig vertical gestreift. Die Endfläche oft rauh. Die übrigen Flächen glatt. Durchsichtig... durchscheinend an den Kanten. Farbe grün, ins Blaue, Gelbe und VVeissc verlaufend. Strich weiss. Bruch musclilig... uneben. Spröde. Auch derb und eingesprengt. Körnig, zuweilen unvollkommen stängelig. 1 M. G. dreifach-kieselsaurcGlycinerde + 2 M.G. dreifach-kieselsaure Thonerde. G S J + 2 A S 3 . Es werden zwei Varietäten unterschieden. 1. Varietät. Smaragd (Edler Smaragd, Eiperaude). Smaragdgrün von allen Graden der Höhe, selten blass. Das bfass Smaragdgrüne zuweilen ins Graulichweisse, das dunkle ins Grasgrüne geneigt. Härte = 8.0. Die Riystalle meistens klein und die Prismen niedrig und dick. Die Endfläche oft rauh. Sie sind mehrentheils einzeln aufgc- wachsen oder eingewachsen, seltener zu Drusen verbunden. Zuweilen als Geschiebe. ßcstandth. des Ghcin- erde. Thonerde. Kieselerde. Etscii- oxvd. Gltntm- ox id. Kall. •Summe. Smaragds a. Peru, nach Klapiiotii. 12 .5o CS.5o 1.00 o.3o 0.2ü 7- 3 9 11. .',i I. 3(3 l-J. 00 36. a5 8. ;o 9?- von Gottliebsgang. i. 44 7-8* ‘9- 44 ia. 4} 3. 4o 8o 3a. oo 5. 36 98.71 Für sich im Kolben gibt er Wasser und nimmt hei einer höheren Temperatur eine lichtere Farbe an. Auf hohle bläht er sich auf und wird gelbbraun und schmilzt endlich unter vielem Kochen zu einem schwarzen blasigen Glase. Vom Borax wird er leicht gelöst. Das Glas wird im Oxidations- feuer hlutroth, hei der Abkühlung gelb. Im Ile- ductionsfeuer wird es eisengrün. Vom Phosphorsalz wird er leicht mit den gewöhnlichen Erscheinungen gelöst. Alit Soda schwillt er an. .Mit sehr wenig schmilzt er, mit mehr aber schwillt er zu einer graugelben Schlacke an. Auf Platinblech zeigt er Alanganreaction. Bildet mit Säuren eine Gallerte. Der Orthit findet sich in Schweden im granitischen Gneis der Insel Schepsholmen bei Stockholm, zu Finbo beiFahlun, zu Linküping in Ostgothland und zu Iiitterön in Norwegen. 83. Gattung. Yttrotantalit. S\n. Yttrotantal, Yttro - Columbit. Gerades rhombisches Prisma, nach Dimensionen unbekannt. Yttrotantalit. c3<) Theilbarkeit parallel den Flächen der Grundform, unvollkommen. H. = G.o... G.5. Sp. Gew. = 5. 3p... 5.88. Metallglanz, unvollkommen... Fettglanz. Undurchsichtig... durchscheinend an den Kanten. Farbe bränlichschwarz, eisenschwarz, ins Gelblichbraune, zuweilen grau gefleckt und gestreift. Strich grau oder weiss. Bruch unvollkommen muschlig... uneben. Eingewachsene Stücke von der Grösse einer Haselnuss oder eines Pfefferkornes, zuweilen in feinen Blättchen. Blättrig oder körnig. Zwei Drittel tantalsaure Yttererde (und Eisenoxydul). Y 3 Ta 2 *)- Yttrotantalit nach Herzelics* Yltor- erdf. Tantal- saure. Wolfram .saure. Eisen- oxv d. Kalk. Uran- o 5 7. So 8.2 > 3 .So Ü.lil o. 5 o 90.7.) gelber, ■29.7 So (io. I2.| '•eil O.üOO C.6 -ri 99.2.. .> dunkler, 38.5 1 5 ;’> 1.81 j 2.592 0.553 3.2G0 I.I l l 97.S48 Für sich im Kolben gibt er Flusssäure enthaltendes Wasser, und wird gelb , wenn er vorher schwarz war. Einige werden fleckig von schwarzen Tlieilen , die von der Hitze nicht mehr verändert werden. Durchs Glühen wird er weiss und das Glas wird oberhalb der Probe angegriffen. Borax löst ihn zu einem beinahe farbelosen Glase auf, das hei einem noch grösseren Zusatze von sich selbst unklar wird. Vom Phosphorsalz wird er zuerst zerlegt und Tantaloxyd bleibt als ein weisses Skelett ungelöst, wird aber hei gutem Feuer aufgelöst. Der schwarze Yttrotantal gibt im Reductions- feuer ein Glas, das nach dem Erkalten eine schwache rosenrothe Farbe bekommt, was vom Wolfram lier- rülirt. Der dunkle und der gelbe werden unter der Abkühlung schwach aber sehr schön urangrün. Bei * Der schwarze, dunkle und gelbe Yttrotantalit von Finbo und Yt- terb; sind mechanisch gemengt mit kleinen Quantitäten von tantal- saurem Kalk und Uran und bisweilen mit "Wolfram und Tantalit. 240 Phosphorsaure Yttererde. stark eisenhaltigen wird die Uranfarbe durch die Eisenreaction verdunkelt. Von Soda wird er zer egt ohne aufgelöst zu werden. Auf Platinblech zei Für sich unschmelzbar, wird aber durch Erhitzen dunkler. Im Verhalten gegen die Flüsse hat sie viele Aehnliclikeit mit dem phosphorsauren Kalke, unterscheidet sich aber von diesem durchseine viel grössere Schw erlöslichkeit im Phosphorsalze. Mit Boraxsäure und Eisen gibt sie Phosphoreisen in Menge. Die phosphorsaure Yttererde wurde zuerst auf einem Granitgange hei Eindenäs in Norwegen gefunden, und später zu Ytterhy, gemengt mit Quarz, Feldspath, Gadolinit u. s. w. Sie gehört zu den seltenen Mineralien. Bittererde - Hydrat. 241 4 . FAMILIE DES MAGNESIUMS. Mineralien, deren Grundlage das Magnesiumoxyd , die Talk— oder Bittcrerde ist. Sie findet sich im Mineralreiche in Verbindung mit Wasser, Kieselsäqre, und diess am häufigsten mit Thonerde, Phosphorsäure, Kohlensäure , Boraxsäure und Schwefelsäure. Die Silicate der Bittererde sind häufig - mit Silicaten des Kalkes, des Mangan-und Eisenoxyduls verbunden. Härte 1 — 8. Sp. Gewicht 1.7 — 3 . 7. 85 . Gattung. Bittererde-Hydrat. Syn. Talkerdc-Hydrat, Magnesia -Hydrat. Sechsseitiges Prisma. Theilbarkeit nach der Endfläche, vollkommen. Krystalle sind höchst selten. Es sind niedrige sechsseitige Prismen. H. = t.o... i.5. Sp. Gew. = 2 . 35. Perlmutterglanz auf der vollkommenen Theilungs- fläche. Durchscheinend... an den Kanten durchscheinend. Verliert an der Luft die Durchsichtigkeit. Farbe weiss, ins Grünliche fallend. Strich weiss. Fühlt sich etwas fettig an. In dünnen Blättchen biegsam. Milde. Hängt schwach an der Zunge. Derb, in blättrigen und strahligen Massen. Bittererde-Hydrat Mg + Aq. Bittererde - Hydrat Bittererde. Wasser. Kalk. Maugan- oxrd. Kisen- oxvdul. Summe. nach Stromeyer: Ton Unst, 66.67 30.39 0.19 i. 5 ; T.tS IOO von Kew-Jersey. 68.345 30.902 — 0.637 O.X 16 IOO Gibt im Kolben Wasser aus und reagirt vor wie nach dem Glühen schwach alkalisch. Auf Kohle 16 Walchnir Mineralogie . Talk. 242 wird es längs der Blätter dicker, milcliweiss, undurchsichtig, springt ein wenig und schmilzt nicht. Vom Borax wird es leicht zu einem klaren Glase aufgelöst, das geflattert unklar wird, und wenn esgesiittiget ist, bei der Abkühlung Facetten halt. V om Phosphorsalz wird es leicht zu einem klaren Glase aufgelöst, das, wenn es ge'sättiget ist, bei der Abkühlung, und wenn es nicht vollkommen gesättiget ist, durch Flattern unklar wird. Von Soda wird es nicht angegriffen. Mit Kobaltsolution wird es nach langem o D Blasen licht fleischroth. Das Bittererdc-Hydrat findet sich auf sclunalen Gängen im Serpentin zu Hoboclten in New-Jersey, zu Swinaness auf Unst, einer der ScheUland-Inseln, und zu Portsay in Schottland. 8G. Gattung. Talk. Svn. Blättriger Talk, prismatischer TaLk-Glimmer (zum Theil), gemeiner Talk. Spitzes Rhomboeder. Theilbarkcit rechtwinkelig gegen die Axe des Rhomboeders, vollkommen. Die Krystalle sind niedrige tafelförmige sechsseitige Pi'ismen, sehr klein und gewöhnlich in Drusen vereiniget. H. = 1.0. Sp. Gew. = 2.74. Perl mutterglanz auf der vollkommenen Tlieilungs- fläche. Durchsichtig... durchscheinend. Farbe Aveiss , ins Grüne und Graue. Strich Aveiss. In dünnen Blättchen biegsam. Milde im hohen Grade. Bruch nicht Avahrnchmbar. Fühlt sich sehr fettig an. Derb, eingesprengt, blätterig und strahlig. Doppelt-kieseisaure Bittererde. Mg S 2 . Speckstein. 2/f3 Bittererde. Kieselerde. Kisen- owd. Kali. Glitb- ungsverl. Summe. vom Gotthardt, nach Klaprotii. 3o.5o C2.00 2.50 2.75 o.5o 98.25 Im Kolben gibt er kein Wasser aus und verliert auch die Durchsichtigkeit nicht, lin strengen Feuer blättert er sich auf, wird weiss , wo die Hitze am stärksten wirkt, schmilzt aber nicht. Vom Borax wird er mit Brausen aber leicht zu einem klaren Glase aufgelöst. Kom Pliospliorsalz wird er leicht mit Brausen und Hinterlassung eines durchscheinenden Ivieselskelettes zerlegt. Das Glas opalisirt bei der Abkühlung. Mit Soda schwillt er an und gibt eine weisse halb geschmolzene Schlacke. Mit Kobaltsolution wird er blassroth. Der blättrige Talk lindet sich vorzüglich im Urgebirge auf Lagern und Gängen. Die Schweizer , Salzburger und Tyroler Gebirge liefern ihn in grosser Menge. Er kommt überdicss an mehreren Orten vor; indessen ist bei weitem nicht alles, was man 'Talk nennt, wirklicher Talk, das ist, ein Bisilicat der Bittererde. Bevor daher nicht mehrfache chemische Untersuchungen mit den Mineralien, welche gegenwärtig noch zum Talk gerechnet werden, vorgenommen sind , lässt sich über seine Verbreitung und seine Fundorte nichts Bestimmtes angeben. Werners verhärteter Talk, der einen geringeren Glanz und eine geringere Durchsichtigkeit, dagegen eine etwas grössere Härte und ein sp. Gewicht von 2.78 bis 3.79 besitzt und dunklere Farben und ein schiefriges Gefüge hat, kommt unter ähnlichen Verhältnissen in den Schweizer Gebirgen, aber stets derb, vor. Er ist noch nicht analysirt. Der weisse Talk kann zur Schminke gebraucht werden; auch kann man ihn zum Policen benutzen. In früherer Zeit wurde er in der Medicin angewendet und Talcum Venetum genannt, weil er über Venedig ausgeführt wurde. 87. Gattung. Speckstein. Sj n. Spanische Kreide, Brianconer Kreide. H. = 1.0 ... 2.0. Sp. Gew. = 2.6... 2.8. Matt oder wenig fettartig glänzend. 244 Speckstein. « Durchscheinend an den Kanten. Farbe Aveiss herrschend; auch grau, gelb,gri.n, rotli. Zuweilen mit dendritischen Zeichnungen. Strich fettig glänzend. Bruch uneben... splitterig. Vollkommen milde. Fettig anzufühlen. Hängt nicht an der Zunge. Schreibt. Derb, eingesprengt und in Krystallen , Avelche gewöhnlich denen des Quarzes oder kalkspathts, seltener denen des Feldspathes, Vesuvians oder Stau- roliths ähnlich lind höchst wahrscheinlich Afterkrv- stalle sind. 1 M. G. doppelt-kieselsaure Bittererde + 1 RI. G. Wasser Mg S 2 + Atp Speckstein in K.oel- Wasser. Summe. erde. erde. OXA d. oxwiul. erde. AUn , n. Devey; Speckstein aus Cornwallis, *2ö. yj äo.üo 1S.00 2 . 5 *J I.IO o.i 5 98.27 nach Klaprotii. 24.75 45.00 18.00 1.00 — 9.2.5 98.00 Für sich im Kolben gibt er Wasser aus und sclnvärzt sich. Auf Kohle brennt er sich Avieder Aveiss, und schmilzt nachher zu einem farbelosen blasigen Glase. Vom Borax Avird er schwer , aber a ollkommen zu einem klaren Glase aufgelöst. R om Phosphorsalz Avird er mit Hinterlassung eines durchsichtigen Kieselskelettes zerlegt und das klare, farbelose Glas krystallisirt bei der Abkühlung. Mit Socla erhält man bei strengem Feuer ein unvollkommen geschmolzenes, halbklares Glas, das von mehr Soda nicht leicht flüssiger Avird. Mit Kobalt- solution Avird er an den geschmolzenen Kanten blau. Einige grün gefärbte Abänderungen zeigen hei der Reduction mit Zinn Chromreaction. Der Speckstein findet sich geAvühnlich auf Erz-Gängen, seltener in Serpentin oder im auf’geschAvemmten Lande. Die bekanntesten Fundorte sind Wunsiedel und Göpfersgrün im Bayreuthisclien, Piemont, Altenberg, Ehrenfriedersdorf Serpentin. 245 und Zöblitz in Sachsen. Er kommt übrigens noch an vielen Orten vor. Man kann ihn v ortheilhaft /.um Reinigen und Poliren von Glas , Metall und weichen Steinen anwenden , /.11m Zeichnen auf Tuch u. s. w., zum Ausmachen von Fettflecken, zu Schnitzwerk, zur Verminderung der Friction, zu Stöpseln auf Gefasse, die einer starken Hitze ausgeset/.t werden, u. s. w. Er hangt sich sehr fest an Glas an , so dass Schriftzüge , die man mit ihm darauf gemacht hat, seihst nach dem Abwisehen mit einem Tuche, wieder zum Vorschein kommen, wenn man das Glas anhaucht. Der in Gornw allis vorkommende Speckstein , dort Soap- rock , Seifenstein genannt , wird zur Porzellanfabrication benützt. Er besteht nach Ki.aproth's Analyse aus Bittererde 20.5, Kieselerde 48,0, Wasser i5.5, Eisenoxyd 1.0, Thonerde 14.0 und ist eine Verbindung von 1 M. G. doppelt- kieselsaurer Bitlererde + 1 51. G. einfach kieselsaurer Thonerde 2 M. G. Wasser = Mg S 2 + A S + 2 A

7 i3.So - - i/«4 ..37 9fl/3 Für sich im Kolben gibt er Wasser aus und wird schwarz. Auf Kohle brennt er sich Aveiss und kann bei einem guten Feuer an dünnen Kanten zu einem Email geschmolzen Averden. Vom Borax Avird er langsam zu einem klaren schwach von Eisen gefärbten Glase aufgelöst. Vom Phosphorsalz Avird er zerlegt. Bei der Reductionsprobc mit Zinn zeigen mehrere Serpentine eine schwache Clirom- reaction. Mit einer geAvissen Menge Soda schmilzt er scliAvierig zu einer emailartigen Masse; mit mehr scIiaa illt er an und Avird unschmelzbar. Mit Kobaltsolution Avird er roth. Der Serpentin fnulet sieh tlieils auf schmalen Trümmern auf Eisensteinslagern, die dem Gneise untergeox’dnet sind, tlieils im Serpentinfels, ausgesondert in Schnüren und Trümmern, und eingeAvachsen in Granit und Gneis. In sehr reinen Abänderungen liommt er in ScliAveden vor, amTaberge, zu Sala , bei Fahlun, Äsen u. s. w. ; in Nordamerica bei IIo- bohen in Ncav- Jersey und in Massachusets. EingCAvaehsene Krystalle finden sich, obwohl ungemein sparsam, iin Granit und Gneis bei Penig in Sachsen. Im Serpentinfels ausgesondert trifft man ihn an vielen Orten. Am SclvwarzAvalcIc im Serpentin bei Schutterthal, Todtmoos, im Grcssendobel und bei Horbach. I11 dem feldspathreichen Granit , der häufig auf Lagern im Gneis yorhommt, finden sich am Schloss- *) Viele Serpentine enthalten etwas Chrom und Salzsäure. Meerschaum. 347 herge bei Freiburg im Breisgau , hieine ölgrüne Körner eingesprengt, die wahrscheinlich zum Serpentin gehören. 89. Gattu.\g. Meerschaum. Regelmässige Gestalten und Theilbarkeit fehlen. H. = 2.5... 3.o. Sp. Gew. = 1.27... 1.6. Matt. Undurchsichtig. Farbe weiss, ins Gelbe , Rothe auch ins Graue geneigt. Strich weiss, etwas glänzend. Milde. Bruch feinerdig, zuweilen gross-und flachmuschlig. Hängt stark an der Zunge. Fühlt sich wenig fettig an. Derb. 1 M. G. dreifach-kieselsaure Bittererde + 1 M. G. Wasser. Mg + Aq. Eisenoxvd Bestandteile des ßitlererde. Kieselerde. Wasser, und Thonerde. Summe. levant. Meerschaums, nach Lycunell. 27.80 60.87 11.29 0.09 100.0D Für sich im Kolben gibt er Wasser, riecht ungebrannt und wird schwarz. Auf Kohle brennt er sich wiederum weiss , schrumpft stark zusammen, und schmilzt an dünnen Kanten zu einem weissen Email. Vom Borax wird er leicht zu einem klaren Glase aufgelöst. Phosphorsalz zerlegt ihn. Mit einer gewissen Menge Soda schmilzt er zu einem klaren Glase. Mit Koballsolution wird er blauroth. Der Meerschaum lindet sich bei Yalecas unfern Madrid und bei Toledo in Spanien, zu Kiltschik beiKonie in Yatolien, zu Rhubschitz in Mahren, in Portugal, Cornwallis, auf Negroponte uni in der Kriinm. Er wird zur Verfertigung von Pf'eifen- höpfen benutzt und in Spanien auch zur Porzellanfabrica- tion und zu kleinen chemischen Oefen. 248 Pyrallolith. (jo. Gattung. Pyrallolith. Schiefes rhombisches Prisma von g4° 36'. Neigung der Endfläche gegen eine Seitenfläche i4o° 4g'. Tlieilbarkeit nach den Seitenflächen und der grossen Diagonale der Endflächen. Die Krystalle sind schiefe rhomhoidische Prismen, oft mit Flächen, welche die spitzen Grundechen abstumpfen und die längeren scharfen Grundkanten. H. = 3.5. 4-o. Sp. Gew. = 2.55... 2 .G. Fettglanz schwacher, aussen zuweilen matt. Durchscheinend in dünnen Blättchen... undurchsichtig. Farbe weiss, ins Grüne geneigt. Bruch erdig. Krystallinisch, auch derb, blättrig. Doppelt-kieselsaure Bittererde. Mg S 2 . Bestandteile ßiller- erde. Kiese - erde. Kalk. Thonerde. Eisen- u. Man ftanux. Wasser. Bitumen u. Verlust Summ. des Pjralloliths, nach Nordenskiold. 23. 38 56. 6a 5. 5S 3. 38 i. 9 8 3.58 6. 38 roo. 0 Für sich im Kolben gibt er Wasser und ein brenzlig riechendes Gas, indem er sich schwärzt. Im offenen Feuer brennt er sich weiss und sintert an den Kanten zu einem weissen etwas blasigen Email zusammen. Vom Borax wird er leicht zu einem klaren Glase aufgelöst. Vom Phosphorsalz wird er mit Hinterlassung eines durchsichtigen Kieselskelettes zerlegt. Das klare Glas krystallisirt bei der Abkühlung. Von Soda wird er zu einem klaren , wenig von Eisen gefärbten Glase aufgelöst. Mit Kobalt— solution gibt er an den geschmolzenen Kanten ein blaues Glas, das sich ins Ilotlie zieht. Der Pyrallolith findet sich in den Kalkbrüchen bei Nor- gard , im Kirchspiele Pargas in Finland , begleitet von Feldspath, Kalkspath, Wernerit, Apatit, Sphen und Augit. Augit. 249 91. Gattung. * Augit. Svn. Pyroxen, paratomer Augit-Spath. Schiefes rhombisches Prisma. Scharfer Seitenkantenwinkel = 87 ° 5', P—M = ioo° io', P—S = io5° 10 '• Theilbarkeit parallel den Flächen der Grundgestalt , ziemlich vollkommen , doch unterbrochen; unvollkommen in der Richtung - der Diagonalen der Basis. Die Krystalle sind gewöhnlich sechsseitige Prismen mit Zuschärfung der Enden, indem zu den primären Flächen, Ahstunipfungsllächen der scharfen Seitcnkanten treten, und Ahstiunpfungsfläehen der Seitenecken , welche die Endfläche verdrängen ; zuweilen treten noch Abstumpfungsflächen der stumpfen Seitenlianten hinzu , wodurch ein achtseitiges , an den Enden zugeschärftes Prisma entsteht. Durch die Verbindung einer Abstumpfungsfläche der spitzen Echen, welche die Endfläche verdrängt , mit den Seitenflächen der vorigen Gestalt, wird ein gerades, achtseitiges Prisma gebildet. Auch erscheinen das vier-, sechs - und achtseitige Prisma mit der schiefen Endfläche, das schiefe, rektanguläre Prisma , und häufig Flächen , welche die Grundkanten und Grundecken abstumpf’en. Das achtseitige, an den Enden zugesehärftc Prisma , ist oftmals in der Richtung der Axe verkürzt, und bildet häufig Zwillinge, indem zwei Individuen die Abstumpfungsfläche der scharfen Seitenkante und die Seitenflächen gemein , die Endflächen aber umgekehrt liegen haben. Das Prisma zeigt alsdann oben eine vierflächige Zuspitzung , und unten einen einspringenden "Winkel. Zuweilen sind zwei oder mehrere Krystalle kreuzförmig durcheinander gewachsen. H. = 5.o... 6 . 0 . Sp. Gew. = 3.i 5... 3.5. Glasglanz, in den Fettglanz geneigt. Oberfläche. Die Seitenflächen häufig parallel der Axe gestreift, die schiefe Endfläche zuweilen rauh, die gerade Endfläche uneben und krumm. Durchsichtig in geringen Graden... undurchsichtig. Farbe grün, ins Graue und Weisse, und ins Braune und Schwarze verlaufend. Strich weiss... grau. 3oo Augit. Bruch muschlig... uneben. Spröde. Auch derb, körnig, blättrig, sclialig und stängelig. Doppelt - kieselsaure Bittererde, mit doppelt- kieselsaurem Kalk. Eisen- und Manganoxydul vertreten zuweilen die beiden Erden zum Theil oder ganz, und ein kleiner Theil Kieselerde ist hin und ■wieder durch Thonerde ersetzt. Mg ) C2 inn) . x + C S 2 . f ( A i. Art. Malacolilh (Diopsid, Baikalith, Sahlit)■ Mg S 2 + C S'. Die Krystalle einzeln aufgewachsen , zu mehreren zu- saminengewaclisen, oft gruppirt und häufig parallel der Axe gestreift. Sie haben meistens die Gestalt vierseitiger, rhombischer oder rektangulärer Prismen , oder sechs- und achtseiliger Prismen mit schiefer Endfläche , an denen häufig die Flächen der Grundkanten - oder Grundecken- Abstnmpf'ung Vorkommen. Derbe Massen sind in der Richtung der schiefen Endfläche oder in der Richtlinie der Prismenflächen zusammengewachsen, sclialig, krummblnttrig oder breitstängelig. Sp. Gewicht 3. i bis 3-3. Durchsichtig bis durchscheinend an den Kanten. Glasglanz, mehr und weniger in den Fettglanz geneigt , auf den Yerbindungs- flächen öfters Perlmutterglanz. Griinlichweiss , ins Weisse und Graue (Diopsid), grünlichgrau, Jauch-, berg- und schwärzlichgrün (Baikalit , Sahlit). Malacolith nach II. Rose, Tdlk- erde. Kalk. Kieselerde. .Mang. uxyd. Eisenoxid. •JT10.1- erde. Summ. von Orijcrvi, iS. Ol) a 4 - 94 04 2.60 I. 08 — 100.6(1 von Langbansh\tta; Mal. von Tammara, iS. 59 23 . OI 55 . 32 E 5 9 2. if> — yy-°7 nach v. Ronsdokf. iS. 55 4- 7° 54 . 83 Spu- 0. 99 0. 28 99 - 4 1 reu. Schmilzt f ür sich unter Elasenwerfen zu einem halb- klaren , färbelosen oder schwach grün gefärbten Glase. Vom Borax -wird er leicht zu einem klaren Glase aufgelöst. Phosphorsalz zerlegt ihu langsam mit Hinterlassung eines Kieselskelettes. Das klare Glas opalisirt bei der Abkühlung. Der Diopsid bleibt sehr lange unverändert und klar, schwillt aber endlich an und gibt ein Kieselskelett. Mit Soda in kleiner Menge schwillt er an und wird zu einem klaren, leicht flüssigen Glase aufgelöst, das von mehr Soda unklar 25 1 Augit. und schwerschmelzbar wird. Er schwillt bei jeder Portion Soda, die zugesetzt wird, an, ehe er zu schmelzen anfangt. Mit Kobaltsolution wird der Diopsid an dünnen geschmolzenen Kanten roth, und eben so der Malacolith von Finland ; der weisse Malacolith von Tjütten in Norwegen wird blau , ins Rothe sich ziehend. Der Malacolith findet sich vorzüglich iin Urgcbirge. Die unter dem Namen Diopsid behannten Abänderungen kom- men besonders schön im Serpentin in Piemont , an der Alpe de la Mussa, und im Grünstein in Tyrol vor. Auch hat man sie im Wallis , am Gotthardt, in Schlesien, Mähren, Kärnthen , Siberien und Nordaixerica gefunden. Die Abänderungen, welche seit längerer Zeit den Namen Malacolith tragen, finden sich vorzugsweise auf untergeordneten Lagern im Urgcbirge, zumal im Gneis und Glimmerschiefer, und häufig begleitet von Granat, Glimmer, Kalltspath, Feld- spatli , Hornblende und Mangneteisen. Die vorzüglichsten Fundorte sind in Scandinavien. Arendal und Tjütten in Norwegen, Tammara undOrijervi in Finland, Malsjö, Lang- banshytta, Salbcrg und noch mehrere andere Orte in Schweden , liefern die ausgezeichnetsten Abänderungen. Auch in Grönland , Schottland , Siberien und Nordamerica finden sich Malacolitlie, jedoch unter abweichenden Verhältnissen. Mg ) S - 2 . Art. Gemeiner Augit. mn > . x + C S 2 . f ) A Die Krystalle meistens eingewaehsen, selten aufgewachsen, gewöhnlich einzeln und nur hin und wieder in Drusen. Zwillinge, von der oben angeführten Beschaffenheit, und kreuzweise Durchwachsungen kommen öfters vor. Von den einfachen Gestalten erscheinen am häufigsten das sechsseitige und achtseitige, an den Enden zugeschärfte Prisma. Derbe Massen sind körnig , theils sehr stark mit einander verwachsen , theils leicht trennbar (Kohkolitli). Sp. Gewicht 3.3 bis 3-5. Durchscheinend an den Kanten, bis undurchsichtig. Schwacher , in den Fettglanz geneigter Glasglanz. Dunkelgrün , in verschiedenen Nuancen ins Braune und Schwarze, häufig sammetschwarz. Au^it nach Klaprotii : lalk- cnle. Kalk. KiCMfl- erde. Eisenoxyd. Thonerde. ovwl. ve lus Summ. von Frascati, 8. 70 2/,. 00 j8. 00 12. 00 5 . ou 1 • 00 — ,j8. p A. der Rhon; 12 . 75 l 4 - 00 52. Oil 12. 20 5. 7 5 0 . 2 J 0. i 5 97. 25 Ati^rt von Pargas, nach Vacqullin. (2. Ol 19. 07 5 l. 80 6. 93 6. ofi - 1.02 97. 88 Der gemeine , Thonerde enthaltende Augit , wird vom Phosphorsalz weit schwerer oder beinahe gar nicht zerlegt. \ 202 Augit. Mit Soda gibt er ein schwer schmelzbares Glas. Das Boraxglas zeigt starke Eisenreaction. Der gemeine Augit lindet sich am häufigsten im yul- canischen Gebirge. Er bildet einen wesentlichen Gcmeng- tlieil des Basaltes und Dolorites und ist in den verschiedenen Abänderungen dieser Gesteine häufig in einzelnen Krystallen eingewachsen. Auch in Laven, in vulcanischen Tüll en und Conglomeraten, wird er oft gefunden. Die Dolerite des Kaiserstuhls im Breisgau enthalten ihn in ausserordentlicher Menge , und in sehr schön ausgebildeten Krystallen. Die grössten Krystalle kommen zu Oberbergen vor. Sie zeichnen sich durch eine besondere Schärfe der Kanten und durch ein frisches Ansehen aus. Kleinere Krystalle kommen vor bei Sasbach an der Limburg , bei Niederrothweil, lhringen , Amoltern u. s. w. , an welchen Orlen man sie auch , zumal nach Regengüssen , im Sande kleiner Bäche lindet. Unter ähnlichen Verhältnissen lindet sich der gemeine Augit in Böhmen , an der Rhön , am Habichtswalde in Hessen, in der Auvergne, in Schottland , in Italien bei Rom, am Vesuv in den Laven vieler Eruptionen, in Sicilien am Aetna, u. s. w. Der im vulcanischen Gebirge vorkommende gemeine Augit ist in der Regel schwarz. Als selbstständige Gebirgsart (Augitfels) findet er sich, dem Urlialkstein untergeordnet, in den Pyrenäen; auf Lagern im Gneis, Glimmerschiefer und Urkalk kommt er in Schweden , Norwegen, Fiuland und Nordamerica vor. Von besonderem Interesse ist das Vorkommen von Augit in den Meteorsteinen , wie in den Steinen von Stannern und Juvenas. 3. Art. Iledenbergil. S- + C S' Derb , blättrig und körnig. Theilbarkeit parallel der Grundform des Augits, ziemlich vollkommen. Schw ärzlichgrün, ins Braune verlaufend. Sp. Gewicht 3-i5. Glasglanz. Wird vom Magnete angezogen. ßestandtheile TnllerJe u. M.mgan. Kisen- OM ^ + C 8 ! , und gleich der des gemeinen Augites, mit dem Unterschiede, dass hier die Talherde durch Man- gan - und Eisenoxydul ersetzt ist. Der JefT'ersonit findet sich in der Nahe von Sparta in New-Jersey. 4 92. Gattuxg. Hornblende. Syn. Amphibol, hemiprisrnatischer Augit-Spath. Schiefes rhombisches Prisma. Grösserer Seiteii- kantcnwinkcl = 124 ° 34' P—S = io 4°57 / P—M = io3° i3' Theilharkeit parallel den Seitenflächen, sehr vollkommen , undeutlich nach den Diagonalen der ' Endfläche. Die Krystalle sind gewöhnlich sechsseitige oder achtseitige Prismen mit Zuschärfung an (len Enden , gebildet durch die primären Seitenflächen, die Abstumpfungsflächen der scharfen Seitenbauten und der Seitenecken. Treten die Abstumpfungsflächen der Seitenechen mit den primären Seitenflächen zusammen, so wird das rhombische , an den Enden zugeschärfte Prisma gebildet- Auch erscheint das rhombische Prisma mit Abstumpfung der scharfen oder stumpfen , oder beider Seitenbauten und Abstumpfung der scharfen Grundkanten, wodurch ein sechs- oder achtseitiges Prisma gebildet wird , das bei einer gewissen Yergrös- serung der Abstunipfungsfläehen der Grundkanten , eine flache dreiflächige Zuspitzung zeigt; das rhombische Prisma mit Abstumpfung der Seitenkanten , der scharfen Grund- hanten und der spitzen Ecken bis zum Verschwinden der Endfläche und Zwillinge, die Zusammensetzungsfläche eine Prismenfläche , die Umdrehungsaxe senkrecht auf derselben. Die Individuen haben die Seitenflächen gemein , die Endflächen aber umgekehrt liegen. Hornklende. 255 H. — 5.0... G.o. Sp. Gew. = 2.9... 3.2. Glasglanz, bei lichten Farben zum Theil an den Perhnutterglanz geneigt. Oberfläche. Die der Axe parallelen Flächen zuweilen vertical gestreift und so wie die übrigen Flächen öfters uneben. Durchsichtig in geringen Graden... undurchsichtig. Farbe grün, schwarz, grau, weiss. Strich graulichweiss... braun. Bruch unvollkommen muschlig... uneben. Spröde. Auch derb, körnig, schiefrig, stängelig. 3 . AI. G. doppelt-kieselsaure Bittererde + 1 AI. G. dreifach - kieselsaurem Kalk + l / 5 AI. G. Fluor- Calcium. Die Bittererde wird theilweise durch Alan- gan-und Eisenoxydul ersetzt, und die Kieselerde ^8 ) C2 durch Tlioncrde. 3 f J ^ + C S 3 + '/ ä C Fl. mn ) 1 1. Art. Tremolith (Grammatit). 3 f > S‘+ CS 3 + Ys C Fl. mn 1 Die Krystalle sind selten vollkommen ausgebildet und gewöhnlich von Queerrissen durchsetzt. Hiiuiig in luystal- linischen, stängeligen Massen. Glasglanz, in den Perlmutterglanz geneigt und bei zartstiingeligen Alassen in den Seidenglanz. Halbdurchsichtig bis durchscheinend. Grau und weiss, ins Grünliche und Gelbliche verlaufend. Sp. Gewicht =: 2.g. Mail unterscheidet gemeinen, glasartigen, und asbestartigen Tremolith. Zum gemeinen Tremolith rechnet man die Krystalle und die derben stängeligen Alassen von den geringsten Graden der Durchsichtigkeit. Der glasartige Tremolith enthält die derben dünnstängeligen Abänderungen von höheren Graden der Durchsichtigkeit, und der asbestartige die derben Alassen , die sehr dünn- und zartstängelig abgesondert sind. Tremolith von G-ullsjo, nach Bossdorff. Bitter- erde. Kalk. Eisen- ox\duI. Kieselerde. Fluss- ,saure. Wasser. Summe. o .5 59.70 i 0.94 | 0.10 100.40 256 Hornblende. Für sich im Kolben gibt er hygrometrische Feuchtigkeit aus, verändert sieb aber nicht, ln der Zange schmilzt er leicht mit einiger Anschwellung zu einem halbklaren Glase, das Ungcschmolzene wird milchweiss. Bei jedem neuen Schmelzen , schwillt es wieder an. Vom Borax wird er langsam zu einem klaren, farbelosen Glase aufgelöst. Vom Phosphorsalz wird er nicht angegriffen. Mit etwas Soda schmilzt er zu einem klaren Glase , das von mehr Soda anschwillt und eine weisse unschmelzbare Schlacke wird. Mit Kobalisolulion wird er an den geschmolzenen Kanten rosenroth. I) er Tremolith findet sich vorzugsweise im Urgebirge, im Dolomit und im körnigen Kalkstein am Campo longo am Gotthardt in der Schweiz , zu Pfitsch , Schneeberg, Sulzberg u. s. w. inTyrol, in Piemont, Schweden, Nordamerica u. s. w. 2. Art. Strahlstein (Aktinot). 3 S ! + C S 3 + */$ C Fl. Die Krystalle sind gewöhnlich stark in die Länge gezogen , nadelförmig und haarfürmig, selten vollkommen ausgebildet. Derbe Massen sind stängelig oder fasrig. Glasglanz. Durchscheinend. Grün; am häufigsten lauch- und grasgrün, selten ins Gelbe , Braune oder Schwarze verlaufend. Sp. Gewicht = 3.o. Der Strahlstein wird, wie der Tremohth, in gemeinen, glasartigen und asbestartigen abgetheilt. Strahlstcin Bilter- erde. Kalk. Kisen* oxjidu). Mangan- oxjdu). Kieselerde. Flusssaure. Summe. vom Tabcrg, nach Arfvedson. 21.10 i 4'25 3.9.5 0.31 59.75 l Ö 100.12 Für sich brennt er sich in stärkerem Feuer weiss, und schmilzt nachher unter einigem Aufwallen zu einem unklaren , gelblichen Glase. Vom Borax wird er leicht zu einem klaren , etwas von Eisen gefärbten Glase aufgelöst. Mit Kobaltsolution wird er roth. Der Strahlstein findet sich vorzüglich auf Lagern im Gneis , Glimmerschiefer und Kalkstein und eingewachsen in talkige Gesteine , am Grainer und bei Sterzing in Tyrol, im Chamouny-Thal in Savoyen und an mehreren Orten in der Schweiz. Auch in Schweden, Norwegen, Schottland, Nordamerica u. s. w. hat man ihn gefunden. Hornblende. 257 3. Art. Gemeine Hornblende (Pargasit, Carinthin, balsal- ^{5 1 02 tische Hornblende). 3 f L ^ + C S 1 + ’/s C Fl. rrt n ) Die Krystalle sind meistens vollkommen. Derbe Massen sind blättrig, strahlig, fasrig. Auch eingesprengt. An den Kanten durchscheinend bis undurchsichtig. Glasglanz , besonders stark auf den vollkommenen Theilungsflächen. Dunkel schwarz und grün. Sp. Gewicht = 3.i bis 3.2. Hornblende Ton Nordmark , nach Bonsdoiu’f. Bittererde. Kalk. Eisenoxydul Mang. oxvdul Kiesel- Tbon- erde. 1 erde. Fluss- saure. Wasser. Summ. i3.6i io. >G iS. 75 1 .15 48. 83 7. 48 0. 4> 0. 5 o Joo. 8p Schmilzt für sich zu einem grünen oder schwarzen Glase. Vom Borax wird sie zu einem von Eisen gefärbten Glase aufgelöst. Phosphorsah zerlegt einige Abänderungen, indem ein Kieselskelett bleibt. Mit Soda schmilzt sie schwerer und leichter zu einem braunen oder schwarzen Glase. Die gemeine Hornblende ist die am allgemeinsten verbreitete Art der Gattung , und findet sich häufig als Gemengtheil verschiedener Gebirgsarten , wie im Grünstein, Syenit u. s. w., und öfters auch in selbstständigen Massen (Hornblendeschiefer). Auch auf Lagern und Gängen kommt sie vor, und eingewachsen in vollkommenen Krystallen und eingesprengt, in vulcanischen Gebirgsarten, wie im Eisenthon, Trachyt , Dolerit , Basalt-Conglomerat u. s. w. Die meistens vollkommen ausgebildeten Hornblende - Krystalle von schwarzer Farbe, die theils lose, theils eingewachsen im Mineralienhandel Vorkommen , finden sich bei Kostenblatt in Böhmen im Eisenthon , aus welchem sie an der Oberfläche des Gebirges auswittern. Bei Schriesheim an der Bergstrasse findet sich gemeine Hornblende in strah- ligen und blättrigen Massen in Begleitung von Granat und Pistazit , am Heilsberge bei Gottmadingen im Högau in unvollkommenen Krystallen und derben Stücken eingewachsen in Basalt-Conglomerat , am Kaiserstuhl im Dolerite bei Oberbergen und im Höllenthal und Abthal im Schwarzwalde in den sehr charakteristischen Hornblendegesteinen. Ausgezeichnete Abänderungen finden sich in Schweden, Norwegen, Fiidand (Pargasit), Kärnthen (Carinthin), in der Schweiz u. s. w. Man kann die Hornblende , wo sie in grösseren Massen vorkommt, als Zuschlag beim Eisenschmelzen anwenden. Walcbner Mineralogie. 17 2 58 Asbest. In den Bergwerken soll sie, nach Werner , die Grubenwetter verderben. Der Smaragdit (körniger Strahlstein, "Werner) ist nach den Untersuchungen von IIaidincer ein Gemenge von Augit und Strahlstein, das bald mehr von diesem, bald mehr von jeicm enthält, und zuweilen beinahe ganz aus einem oder tem anderen der beiden Gemengtheile besteht. ginhang zur g2. Gattung. Asbest. Man hat früher der. Asbest als eine eigene Gattung aufgeführt. F.s ist indessen sehr wahrscheinlich , dass er zum grossen Theile der Gattung Hornblende angehöre. Dafür spricht, dass die Masse ausgezeichneter Krystalle von gemeiner Hornblende , theils im Inneren , tlieils an den Enden sich in Asbest verwandelt , und dass mehrere Abänderungen desselben in ihrer chemischen Constitution völlige UÜbereinstimmung mit der chemischen Beschaffenheit der Hornblende zeigen. Es werden folgende Abänderungen unterschieden : 1 . Amiant (biegsamer Asbest, Bergflachs, Byssolith). Haarformige Krystalle, bei starker Yergrüsscrung rhombischen Prismen ähnlich , durcheinander gewachsen und öfters als Einschluss von Bcrgkrystall. Derbe Stücke sind sehr zart-, meist gerade-, selten etwas krummfasrig und immer gleichlaufend fasrig. Die Fasern lose mit einander verbunden , leicht trennbar , sehr weich , elastisch. Perlmutterglanz. Halbdurchsichtig bis durchscheinend an den Bauten. Grünlichweiss, ins Grünlichgraue, Berg - und Olivengrüne verlaufend , seltener gelblichweiss oder roth. Fühlt sich sehr fein an. Sp. Gewicht i.56 bis 2.38. Asbest, nach Cheneux ; Bvssoljth) nach Vacquelix. Bittererde. Kalk. Eisenoxydul. Mangan- oxydul. Kieselerde. Tlion- erde. Summe. 25.00 9.00 11.3 2.23 20.0 10.0 59.00 4:-o 3.00 98.25 95.6 Der Amiant vom Gotthardt in der Schweiz schmilzt für sich leicht unter Aufblähen zu einem weissen blasigen Glase. Vom Borax wird er leicht zu einem klaren farbelosen Glase aufgelöst. Vom Phosphorsalz wird er mit Hinterlassung eines Kiesclskelettes zerlegt. Mit Soda schmilzt er zu einer weissen unklaren Schlacke , die von mehr Soda Asbest. z5i) nicht leichtflüssiger wird. Alit Kobaltsolution gibt er ein dunhelblaues Glas. Er findet sich vorzüglich im Serpentin, seltener im Grünstein, Gneis, Glimmerschiefer und Ilornblendeschiefer, auf Trümmern und in Schnüren. Die Hauptfundorte sind Corsica, Piemont, Savoyen, das Gotthardt-Gebirge in der Schweiz und Bourg d'Oisans in der Dauphine. Er kömmt überdiess in Salzburg, in Tyrol, in Sachsen, Schlesien, Norwegen, Schottland und an mehreren anderen Orten vor. 2 . Gemeiner Asbest (schillernder Asbest). Selten in liaarfürmigen Krystallen , meist derb , gleichlaufend fasrig, gewöhnlich grob- und etwas hrummfasrig, die Fasern ziemlich fest verbunden und schwieriger trennbar. Gewöhnlich nicht biegsam ; lange und dünne Fasern sind in geringem Grade elastisch. Perlmutterglanz. Durchscheinend an den Kanten. Lauchgrün, zuweilen berggrün, grünlich- und gelblichgrau. Fühlt sich wenig fettig an. Bitter- erde. Kalk. Eisen- oxydui Mang. oxydul Kieselerde. TUn- erde. Flusssaure. Wasser. Summ. 23. IO i5. 55 3. öS 0. 3 I 58. 20 0. >4 o. 66 o. 14 ioo. 08 Gemeiner Asbest aus d. Tarantaise, n. V. ßOKSDOBFF. Für sich schmilzt er sehr leicht zu einer emailähnlichen, etwas graulichen Kugel, die keine glasige Oberfläche hat. Vom Borax wird er langsam zu einem klaren Glase aufgelöst. Vom Phosphorsalz wird er nicht zerlegt. Mit Soda schmilzt er zu einem klaren Glase , das von mehr Soda anschwillt und eine weisse unschmelzbare Schlackenmasse wird. Mit Kobaltsolution wird er roth. Der gemeine Asbest findet sich vorzugsweise in Trümmern und Schnüren im Serpentin und auf Lagern von Kupfer- und Eisenerzen. Er ist sehr verbreitet. In Schlesien, Steyermark, Tyrol, Sachsen, in der Schweiz u. s. w., kommt er im Serpentin vor, in Scandinavien auf Erzlagern. 3. Bergholz (Holzasbest). Derb , plattenförmig. Zart - und untereinanderlaufend, fasrig (Holz-Textur). Die Fasern ziemlich fest zusammengewachsen , doch trennbar. In einzelnen dünnen Fasern elastisch biegsam. Matt. Wird durch den Strich und durch Befühlen schwachglänzend. Undurchsichtig in grösseren Stücken; dünne Fasern sind an den Kanten durchscheinend. Holzbraun. Fühlt sich mager an. Hangt etwas an der Zunge. a 6 o Asbest. Der Ilolzasbest enthält jiach einer vorläufigen Untersuchung 46-62 Kieselerde, 22.57 Eisenoxydul 32.84 Talherde mit Spuren von Mangan , und eine sehr geringe Quantität Thonerde. Die Analyse wurde mit Stücken vorgenommen, die bei ungefähr + 6 o° getrocknet waren. Das nicht getrocknete Mineral gibt beim Glühen viel Wasser aus, aber in verschiedenen Quantitäten, so dass man berechtiget ist, den Wassergehalt für zufällig zu betrachten. Die dieser Analyse entsprechende Formel ist: Mg 2 S 3 + f S. Im Kolben gibt er Wasser aus, das alkalisch reagirt und wird dunkler. In der Zange erhitzt wird er schwarz , schrumpft stark zusammen, biegt sich spiralförmig und wird spröde. Bei strengem Feuer leuchtet er stark und erleidet an der Oberfläche eine Schmelzung. Die Fasern erhalten einen schwarzen glänzenden Ueberzug , können aber nicht zur Kugel geschmolzen werden. Vom Ilura.o wird er leicht und in grosser Menge zu einem klaren , stark von Eisen gefärbten Glase aufgelöst , das bei der Abkühlung färbelos wird und klar bleibt. Vom Phosphorsalz wird er leicht zerlegt. Die einzelnen Fasern verwandeln sich darin schnell in eine durchsichtige, gelbe Gallerte, die bei fortgesetztem Blasen vollständig zu einem klaren von Eisen gefärbten Glase aufgelöst wird , das bei der Abkühlung die Farbe verliert, und wenn es gesättiget ist , opalisirt. Mit Soda schmilzt er leicht zu einer braunen, undurchsichtigen Kugel. Er findet sich bei Sterzing in Tyrol. 4 - Bergkork (Bergleder). Derb. Zart- und untereinanderlaufend fasrig. Die Fasern filzartig ineinander gewebt und nicht einzeln trennbar. Lappenartige Stücke. Undurchsichtig. Elastisch biegsam. Matt oder schwach schimmernd. Milde. Schwimmend. Licht gelblichgrau, ins Weisse, Gelbe und Braune geneigt. Bilter- erde. Kalt. Eisen- oxvdul. Kieselerde. Ttion- erde. Summe. 22.0 10.0 3.2 G .2 3.8 100.0 Bestandtheile des Bergkorks, nach Bergmann. Er findet sich theils auf Gängen im Urgebirge , theils in dünnen Lagen im Serpentin. Die wichtigsten Fundorte sind der St. Anna Gletscher am Gotthardt in der Schweiz, das Chamouny-Thal in Savoyen, Kongsberg in Norwegen, Bratfors in Schweden. Der Amiant lässt sich zur Verfertigung einer Leinwand anwenden, die unverbrennlich ist. Die Alten bedienten sich zuweilen einer solchen zur Aufbewahrung der Asche von Leichen. Mann kann den Amiant, wenn er von erdigen Pikrosmin. 261 Theilen gereiniget ist, mit Flachs zusammen spinnen, und den Faden auf die gewöhnliche Weise weben. Durch gelindes Glühen auf Kohlen zerstört man den Flachsfaden des Gewebes und es bleibt der Amiantzeug rein zurück , der das Ansehen grober Leinwand hat. Auch zu Dochten kann er gebraucht werden , zur Verbindung von Flüssigkeiten bei elektrochemischen Versuchen , und als Masse zur Aufnahme der Schwefelsäure bei den Feuerzeugen mit chlorsaurem Kali. In Corsica setzt man nach Dolomieu denselben dem Tlione zu , den man zur Verfertigung von Töpferwaare anwendet. Die Gebisse sollen leichter und weniger brüchig seyn, und den Temperaturwechsel besser aushalten, als die gemeine irdene Waare. g3. Gattung. Pikrosmin. Gerades rektanguläres Prisma. Theilbarkeit parallel den Seitenflächen des Pris- ma’s, ziemlich vollkommen ; in der Richtung der längeren Grundkante weniger vollkommen ; am wenigsten deutlich in der Richtung der Seitenkanten. Die Krystalle sind niedrige achtseitige Prismen mit Zuschärfung an den Enden. H. = 2.5... 3.o. Sp. Gew. = 2.09... 2.6ö. Perlmutterglanz, vollkommen auf der schmäleren Seitenfläche; auf den übrigen Flächen in den Glasglanz geneigt. Durchscheinend an den Kanten., undurchsichtig. Farbe grünlicliwciss, ins Grünlichgraue und Berggrüne geneigt; auch öl, - lauch- und schwärzlichgrün. Strich weiss. Bruch uneben. Sehr milde. Meist derb ; blättrige, theilbare, dünnstängelige und körnige Massen. 2 M. G. doppelt-kieselsaure Bittererde + 1 M. G. Wasser 2 Mg S 2 + Aq. Bestandfheile d. Pikrosmins , nach Magrus. Bitler- erde. Kieselerde. Eisenoxyd, Mangan- oxj'dul. Tboo- erde. Glühverlust. Summe. 33.348 54.886 1-399 0.4^20 o.;o-2 7.30 t 98.140 262 Anthophyllit. Für sich unschmelzbar, wird zuerst schwarz, dann weiss und vollkommen undurchsichtig. Vom Borax wird er zu einem klaren, schwach von Eisen gefärbten Glase aufgelöst. Phosphorsalz zerlegt ihn mit Hinterlassung eines Kieselskelettes. Mit Soda schmilzt er zu einer halbglasigen undurchsichtigen Schlacke. Mit Kobaltsolution wird er roth. Der Pikrosmin lindet sich auf einem Lager im Urgebirge mit Magneteisenstein und ßraunspath auf der Grube Engelsburg bei Presnitz in Bühmen. Der gemeine Asbest von Zöblitz in Sachsen gehört höchst wahrscheinlich zu dieser Gattung , so wie mehrere Abänderungen des gemeinen Asbest von anderen Fundorten. r)4' Gattung. Anthophyllit. Syn. Prismatischer Schiller - Spath, strahliger Anthophyllit. Gerades rhombisches Prisma von 73° 44k Theilbarkeit parallel den Seitenflächen sehr vollkommen , und parallel den Diagonalen der Basis, vollkommen. Die Krystalle sind sechsseitige Prismen mit Zuschärfung an den Enden. H. = 5.o... 5.5. Sp. Gew r . = 3.129. Perlmutterglanz, fast metallähnlicher, zumal auf den vollkommensten Tlieilungsflächen. Oberfläche parallel der Axe gestreift. Durchscheinend... durchscheinend an den Kanten. Farbe. Mittel zwischen gelblichgrau und nelkenbraun. Strich weiss. Bruch uneben. Spröde. Meist derb. Gerade, zum Theil auseinanderlaufend und breitstiingelig, keilförmig stängelig und blätterig. 2 M. G. doppelt-kieselsaurcBittererde + 1 M. G, doppelt-kieselsaurem Eisenoxjdul (Kalk und Man- ganoxvdul). Ein kleiner Theil Kieselerde ist durch Thonerde ersetzt. 2 Mg S 2 + f S 2 . Hypersthen. 263 Bestandteile d. Anthoph) llits, n. L. Gmelin. Bittererde. Eisen- oxydul. Kalk. Mangan- oxydul. Kieselerde. Thon- erde. Summe. 23.0 i3.o 2.0 4.0 56.0 3.0 101 Der Anthophyllit von Grönland schmilzt für sich bei strengem Feuer nur an den dünnsten Kanten. Vom Borax wird er schwer zu einem von Eisen gefärbten Glase aufgelöst. Phosphorsalz zerlegt ihn langsam mit Hinterlassung eines Kieselskelettes. Mit Soda schmilzt er schwer zu einer schlackigen Masse. Der Anthophyllit gehört zu den seltener vorhommenden Mineralien. Man hat ihn bei Kongsberg und Modum in Norwegen, in Grönland und im Ultenthal in Tyrol gefunden. 90 . Gattung. Hypersthen, Sjn. Prismatoidischer Schiller-Spath, Paulit. Gerades rhombisches Prisma von 98° 12'. Theilbarkeit parallel den Seitenflächen des Pris- ma’s vollkommen ) weniger vollkommen in der Richtung der kleineren Diagonale der Basis ; unvollkommen in der Richtung der grösseren Diagonale. Die Krystalle haben die Gestalt der Grundform, oder sind sechsseitige an den Enden zugeschärfte Prismen. Sie ltommcn selten vor. H. = G.o. Sp. Gew. = 3 . 38 g. Perlmutterglanz, metallähnlicher auf den vollkommensten Theilungsflächen; übrigens mehr oder weniger deutlicher Glasglanz. Schw ach an den Kanten durchscheinend... undurchsichtig. Farbe graulich- und grünlichschwarz. Farbeuwandlung, zumal auf den Theilungsflächen, in der Richtung der kleineren Diagonale der Basis. Kupferroth , goldgelb , tombackbraun. Strich grünlichgrau. Bruch uneben. Spröde. Schillerstein. 264 Meist derb; blättrige Massen. 1 M. G. doppelt - kieselsaure Bittererde + 1 M. G. doppelt-kieselsaurem Eisenoxydul. Mg S 2 + f S 2 . Bestandteile Bitter- eide. Eisenox. mit Spur. V.Man*™ Kieselerde. Kalk. Thon- erde. Wasser. Summe. des Iljpersthens, nach Klaprotji. i 4 -oo 24.30 54.23 i. 5 o 2.25 1.00 97.50 Im Kolben zerspringt er etwas und gibt Wasser aus, ohne sieb besonders zu verändern. Auf Kohle schmilzt er leicht zu einem graugrünen unklaren Glase. Vom Borax wird er leicht zu einem grünlichen Glase aufgelöst. Vom Phosphor salz wird er wenig angegriffen. Er rundet sich an den Kanten und wird äusserst schwer aufgelöst. Mit Soda schmilzt er zu einer unklaren graugrünen Kugel, die mit mehr Soda anschwillt und unschmelzbar wird. Der ITyperstlien findet sicli mit Labrador gemengt , in Nordamerica an der Labrador-Küste und auf der Insel St. Paul , im Serpentin in Cornwallis und im Glimmerschiefer in Grünland. Er wird /.u Steinen in Vorstecknadeln, zu Dosen und anderen Bijoutcriewaaren verarbeitet. c)6. Gattung. Schillerstein. Sjn. Diatomer Schiller- Spatli, talkartiger Diallage, Schillerspath. Schiefes rhombisches Prisma ? grösserer Seitenkantenwinkel zwischen i 35 ° und i.jo 0 . Theilbarkeit parallel einer Seitenfläche des Pris— ma’s sehr vollkommen; in der Richtung der anderen sehr unvollkommen. Itr) stalle sind noeb nickt gefunden worden. H. = 3 . 5 ... 4.0. Sp. Gew. = 2.69. Perlmutterglanz, metallähnlich und ausgezeichnet auf der vollkommenen Theihmgsfläche ; übrigens geringer Glasglanz. Durchscheinend an den Kanten. Farbe oliven- und schwärzlichgrün, ins Braune geneigt. Bronzit. e65 Farbewandlung auf der vollkommenen Tlieilungs- fläche. Strich graulichweiss, etwas ins Gelbliche fallend. Bruch uneben, splittrig. Wenig spröde. Derb, blättrige Massen, in Serpentin eingewachsen und von diesem häufig durchwachsen. Die vorhandenen Analysen geben keine bestimmte Auskunft über die chemische Constitution des Minerals. Sie machen es indessen -wahrscheinlich, dass es aus Bisilicaten der Bittererde , des Kalkes und Eisenoxyduls bestehe. ßestandth. des Schillersteins, nach Heye«; nach Vauqcelix. Bilter- erde. Kalk. Eiseo- u. Man- ganoxyd. Kieselerde. Tlion- erde. Summe. 6.0 10.00 1 b 17.5 i3.oo 52.0 62.00 23.33 i3.oo io5.83 98.0 Schmilzt für sich zu einem grünlichbraunen Glase. Vom Borax wird er zu einem von Eisen gefärbten Glase aufgelöst. Phosphorsalz zerlegt ihn mit Hinterlassung eines Kieselskelettes. Mit Soda schmilzt er zu einer unklaren gelblichgrauen Schlacke. Der Schillerstein ist bis jetzt nur im Serpentin an der Baste am Harz gefunden worden. Die übrigen Fundorte, welche angegeben werden, sind unsicher. 97 . Gattung. * Bronzit. Srn. Hemiprismatiscber Schiller-Spath , blättriger Anthophjllit* Diallage (zum Theil). Schiefes rhomboidisches Prisma von q 4° ungefähr. Theilbarkeit parallel den Seitenflächen wenig vollkommen; in der Richtung der kleineren Diagonale der Basis sehr vollkommen, gewöhnlich etwas gekrümmt; in der Richtung der grösseren Diagonale und der schiefen Endfläche sehr undeutlich. Krystalle sind noch nicht vorgekommen. H.= 4.°.... 5.0. Sp. Getv. = 3.2... 3.25. 266 Bronzit. Perlmutterglanz, inetallälinlicher auf der vollkommenen Theilungsfläche ; übrigens geringer Glasglanz. Durchscheinend... durchscheinend an den Kanten. Farbe braun und grün. Leber-, haar- und nelkenbraun; lauch-, schwärzlich-und graulich-grün. Farbenwandlung auf der vollkommenen Theilungsfläche. Strich gelblich... graulicliweiss. Bruch uneben, splittrig. Wenig spröde. Derb, blättrige Massen und eingesprengt. 3 M. G. doppelt-kieselsaure Bittererde + 1 M. G. doppelt-kieselsaurem Eisenoxydul. 3 Mg S 2 + fS 2 . Bestandth. desBronzits Bittererde. Eisenoxyd. Kieselerde. Wasser* Summe. aus Stevcrmark, nach Klaphotd. 27.5 10.5 60.0 0.5 9 0.32 0.09 99.68 Der Olivin enthält nach meinen Untersuchungen immer eine kleine Quantität Chrom. Für sich gibt er kein YY asser , er wird, zumal an den Kauten , etwas dunkler , schmilzt aber nicht und behält Durchsichtigkeit und Farbe. Vom Borax wird er langsam zu einem klaren Glase aufgelöst. Phosphorsalz zerlegt ihn 270 Chrysolith. mit Hinterlassung eines Kieselskelettes. Mit Soda schmilzt er schwer zu einer braunen schlackigen Masse. Der gelbe , und braune Olivin kann bei gutem Feuer an dünnen Kan- j ten geschmolzen werden. Mit Borax und Zinn gibt er 1 Chromreaction. Findet sich im Basalt und in basaltischen Tuffen und { Conglomeraten. Die ausgezeichnetsten Krystalle sollen aus j Ober-Egypten kommen. Weniger ausgezeichnete finden ] sich in der Eifel, in Böhmen, Ungarn, auf der Insel Bour- J bon. Kugelförmige Massen von vorzüglicher Grösse finden ■ sich zu Kapfenstein in Untersteyermark , am Habichts- j wähle in Hessen, und bei Dockweiler in der Eiffel, Im Basalte von Mahlberg , vom Lützelberge bei Sasbach am Kaiserstuhl, vom W artenberge bei Donaueschingen und von Ilohenstoffeln im Högau , findet er sich in grösseren und kleineren I’arthien eingewachsen. 2. Art. Eisen- Chrysolith (Hyalosiderit). 2 Mg S + f 2 S ? Die Krystalle sind sehr klein, messen gewöhnlich l /„ bis i'", selten 2 bis l \'“, und kommen nur eingewachsen vor. Rüthlich- und gelblichbraun , auch hyazinthrotli. Aussen messinggelb, goldgelb oder stahlfarbig angelaufen und metallisch-glänzend. Innen Glasglanz, in den Fettglanz geneigt. Durchscheinend an den Kanten. Härte = 5 .o, s}>. Gew. 2.8. Einzelne Xlle wirken auf die Magnetnadel. Auch in körnigen, derben Parthien und eingesprengt. Bcstandth. des Talkerde. Eisen- oxydul Kieselerde. Mang. oxjd. Thonerde. Kali. Kalk. Chrom oxvd. Summ Eisen - Chrysoliths, nach Walciixer. 32 . 4^3 * 9 - 711 3 r. 634 u. 4S0 2. 21 I 2.788 Spur. Spur. 99. 227 Für sich gibt er kein Wasser aus , wird schwarz, folgt hernach dem Magnete, und schmilzt bei stärkerer Hitze zu einer eisenschwarzen Schlacke. Vom Borax wird er zu einem klaren, von Eisen gefärbten Glase aufgelöst , das nach der Behandlung mit Zinn Chromreaction zeigt. Tom Phosphorsalz wird er mit Hinterlassung eines Kieselskelettes zerlegt. Mit Soda schmilzt er zu einer schmutzig olivengrünen Schlacke. Bildet mit Salzsäure eine Gallerte. Findet sich in dem augitreichen Mandelsteine an der Limburg bei Sasbach und am Winkelberg'bei Ihringen am Kaiserstuhl. In Krystallen von 3 —4 /// findet er sich im verwitterten Zustande auf einem Doleritgange im Gneise, am Fusse des Bromberges bei Freiburg. Chondrodit. 271 Der edle Chrysolith -wird als Schmuchstein geringerer Art benutzt. Ueber die eigenthiimliche, schnelle Verwitterung mancher Olivine , weiss man nichts Genügendes. 100. Gattung. Chondrodit. Syn. Maclurit, Brucite. Schiefes rektanguläres Prisma. P—M=ii2° 12'. Theilbarkeit in der Richtung der Endfläche wenig vollkommen; in der Richtung der übrigen Flächen sehr unvollkommen. Die Krystalle sind an den stumpfen Echcn der Basis abgestumpft bis zum Verschwinden der Endfläche und haben die Gestalt sechsseitiger Prismen. H. = G. 5 . Sp. Gew. = 3 .i 4 ... 3.19. Glasglanz. Durchsichtig... durchscheinend. Farbe gelb in mehreren Nuancen , ins Braune und Rothe verlaufend. Strich gelblichweiss. Bruch unvollkommen muschlig. Spröde. Die braunen Abänderungen w irken auf die Magnetnadel. Meist in Körnern eingewachsen. 3 M. G. einfach - kieselsaure Bittererde + 1 M. G. halb - flusssaurer Bittererde. 3 . Mg S + Mg 2 Fl. Chondrodit Bittererde. Kieselerde. Flusssäure. Eiseo- oxjd. Kali. Wasser. Summe. von New - Jersey , nach Seybert. 54.000 32.666 4.0S6 2.333 1 00 0 1.000 96.139 Verliert beim Erhitzen die Farbe, wird erst schwarz, dann weiss. Bei strengem Feuer wird er an dünnen Kanten undurchsichtig. Vom Borax wird er langsam aber volkommen zu einem klaren, wenig von Eisen gefärbten Glase aufgelöst. Vom Phosphorsalz w r ird er mit Hinterlassung eines Kiesel- 272 Spinell. skelettes zerlegt. Das Glas opalisirt bei der Abkühlung. Mit Soda schmilzt er zu einer schwer- fliessenaen grauen Schlacke. Von mehr Soda schwillt er an und wird unklar. Zeigt Reactiou von Flusssäure. Der Chondrodit wurde zuerst in Nordamerica zu New- Jersey gefunden , später auch zu Pargas in Finlnand, in Kalkstein eingewachsen. 101. Gattung. Spinell. Sjn. Dodekaedrischer Korund. Reguläres Oktaeder. Theilbarkeit parallel den Oktaederflächen. Die Krystalle sind Oktaeder , Rhombendodekaeder, Oktaeder mit Abstumpfung der Kanten, mit vierllächiger Zuspitzung der Ecken, und Dodekaeder mit Abstumpfung der dreiflächigen Ecken. Zwillinge, die Zusammensetzungsfläche eine Oktaederlläche , die Umdreliungsaxe auf derselben senkrecht. Fig. 5i. H. = 8.0. Sp. Gew. = 3.5... 3.8. Glasglanz. Oberfläche tlieils glatt, tlieils rauh. Durchsichtig... Durchscheinend an den Kanten. Farbe rotli , ins Blaue und Grüne , auch ins Braune und Gelbe verlaufend, und schwarz. Lichte Abänderungen gehen ins Weisse über. Strich weiss. Bruch muschlig. Meist krystallisirt ; auch in Körnern und derb. Sechsfach-thonsaure Bittererde (undEisenoxydul) 1 . Art. Gemeiner Spinell. M A s . Die Krystalle sind glatt und meist einzeln eingewachsen; die Trapezoederflächen zuweilen parallel den Combinations- Kanten mit den Oktaederflächen gestreift. Roth in verschiedenen Nuancen. Karminroth, einerseits ins koschenill-, kermesin - kirsehrothe, und ins Blaue und Grüne verlaufend, andererseits ins Blutrothe und Hyazinthrothe, und ins Gel- Spinell. 273 und Braune. Aus dem Koschcnillrothcn verlauft sich die Farbe ins Rosenrotlie und Weisse. Die blauen und weissen Farben sind selten, und die grünen höchst selten. Sp. Gewicht = 3.5 bis 3.7. Durchsichtig bis durchscheinend. Kollier Spinell, n. Klapkotii. ; Talkerdc Thonerde. Kalk. Eisenoxid. Kieselerde. Chrom- saure. Su mmc 8.23 74-3o 070 1.00 i5.5o — 100.00 n. Yacqcelin; Mauer Spinell, 878 82.47 — — — 6.18 97-43 nach Berzelius. i|.63 72.25 — 4.28 5.43 — 96.62 Für sich erleidet er keine Veränderung. Der rothe ceylonische wird dunkler , schwarz und undurchsichtig , so lange er heiss ist ; bei der Abkühlung bekommt er aber seine Farbe auf die Art wieder, dass er gegen das Tageslicht gesehen , erst schön chromgrün wird , dann beinahe farbelos und endlich wieder rotli. Vom Borax wird er schwer zu einem klaren , wenig gefärbten Glase aufgelöst. Vom Phosphorsah wird er in Stücken schwer aufgelöst; aber leicht und ohne etwas zuriickzulassen, in Pulverform. Von Soda wird er nicht aufgelöst , aber er schwillt an. Auf Platinblech zeigt er schwache Manganreaction. Er findet sich vorzüglich auf Ceylon und in Pegu, theils lose im Sande , theils eingewachsen im Gneis , Kalk und Dolomit. Bei Acker in Schweden kommen blaue Abänderungen im Kalk eingewachsen vor. 2. Art. Ceylonit (Phonast). j A 6 Die Krvstalle nicht selten mit rauher Oberfläche und häufig in Drusen. Schwarz und Braun. Durchscheinend bis an den Kanten, oder in dünnen Splittern durscheinend. Sp. Gewicht = 3.7 bis 3-8. ßcstandth. des Cejlonits, nach Descotils , Talkerde Tbou- erde. Eisenoxid. Kalk. Kieselerde. Summe. 12 6S.0 16.0 — 2.0 98 nach Lavcied. i3.o 65.0 16.5 2.0 2.0 98.5 Im strengen Feuer wird er blau. Unschmelzbar selbst als Pulver. Vom Borax wird er zu einem klaren, dunkeln und reinen eisengrünen Glase aufgelöst. Vom Phosphorsah wird er in Stücken beinahe nicht angegriffen , aber als Pulver wird er leicht und ohne etwas zu hinterlassen , zu einem klaren, von Eisen gefärbten Glase aufgelöst. Von Soda Walciiser Mineralogie. 18 274 YVagnerif. schwillt er 7,11 einer schwarzen Schlaclie an , die durch mehr Soda nicht schmelzbar wird. Kr findet sich gleichfalls auf’ Ceylon , dann am Monte Sonuna am Vesuv, in Auswürflingen älterer Eruptionen, am Monzoni-Rerg in Tyrol von Ralkspalh begleitet , in der Gegend von Montpellier im basaltischen Gebirge und bei Warwich inNew-l'ork in Krystallen, welche die ungewöhnliche Grösse von 3 bis 4" haben, eingewachsen in einemKalklagcr. Der rotlie Spinell wird als Edelstein geschätzt , und zu Schmuck verarbeitet. Er ist unter dem Namen Rubin - Spinell und llallas - Rubin (Rubis balais) bekannt. Ein schöner Rubin - Spinell (der dem ächten Rubin ziemlich nahe kommt) von 24 his 3o Grän kostet 4 of > bis 5oo Gulden. Der Dallas -Rubin ist blasser und weniger geachtet. Der Candvt, welcher in derben Stücken zu Candy auf Ceylon verkommt, und in seinen äusseren Verhältnissen mit dev beschriebenen Art von Spinell übereinstimmt, besteht nach C. Gvif.j.im , aus Ritlcrerde mit Spuren von Mangan- oxydul 18.240, Thonerde 57.200, Eisenoxydul 20.004, Rieselerde 3.i54 , und nähert sich somit auch hinsichtlich seiner Zusammensetzung, welche durch die Formel |\ 2 + A S ausgedrückt werden kann, dem Ceylonit. 102. Gattung. TVugnerit. S)n. l’linsphale 49.t>7 von Hall, 4->44 49-91 4.98 i.5a 0.11 — 991)8 von Baumgarten ; 47 .« 5o.75 — 0.31 — I./jO 99-99 n. Stromeyer. Schmilzt nicht, reagirt nach dem Glühen alkalisch und verhält sich zu Borax , Phosphorsalz, Soda und Kobaltsolution wie Bittererdehydrat. 1. Varietät. Spälhiger Magnesit (Magnesitspath). Krystallisirt und derb, in blättrigen und körnigen Massen. Weiss, grau , gelb, braun, schwarz. Sp. Gewicht = 3.0 bis 3.i. Zeigt die höchsten Grade des Glanzes und der Durchsichtigkeit. Findet sich zu Hall in Tyrol und im Chloritschiefer eingewachsen im Fassathal , am Gotthardt in der Schweiz im blättrigen Talk , am rotlien Kopf und am Grcincr, im Salzburgischen Zillerthal im Chlorit. 2. Varietät. Dichter Magnesit (gemeiner, harter Magnesit). Nur derb , dicht. Bruch splittrig. Matt. Durchscheinend an den Kanten. Weiss , ins Graue , Gelbe und Rothe geneigt. Sp. Gewicht = 2.95. Findet sich im Serpentingebirge bei Kraubat in Steycr- marh, Hrubsehitz in Mähren, Baumgarten und Kosemitz in Schlesien, in knolligen, kugeligen, nierenförmigen Stücken. Bei Baudissero und Castellamonte in Piemont kommt auf Gängen in einem kalkartigen Gesteine eine Abänderung von Magnesit vor, Baudisserit, welche thonig riecht, beim Erhitzen eine bedeutende Menge Wasser ausgibt , und nach den vorhandenen Analysen ein Gemenge von kohlensaurer Bittererde und Kieselsäure-Hydrat zu seyn scheint. Johiv fand in dem Minerale von Baudissero 3y Talkerde, 33 Kohlensäure , 12 Kieselerde , i3 W asser und 3 Gyps; Guvtox Morveaü in dem von Castellamonte 26.3 Talkerde, 46.0 Kohlensäure, 14.2. Kieselerde und 12.0 AVasscr. io5. Gattlag. * Bittersalz Sjn. Prismatisches Bittersalz , Haarsalz (zum Theil). Gerades rhombisches Prisma von go° 38' und 89° 22'. Theilbarkeit in der Richtung der kleinen Diagonale der Endfläche, sehr vollkommen. I 11 der Bittersalz. *79 Hichlung ilct' Seitenflächen des Prisma’s sehr unvollkommen. Die Kr) stalle sind rhombische Prismen mit Ahslumpl'ung der scharfen Seitenhai)teil und mit vierflächiger, gegen die Seitenflächen gerichteter Zuspitzung. Die Zuspilzungsfläclien sind öfters auf Kosten der übrigen Flächen sehr, und nicht selten abwechselnd, vergrössert. II. = 2-0 Sp. Gew. = 1 . 70 . Glasglanz.. Oberfläche. Die Abstumpfungsflächen der scharfen Seiten hauten gewöhnlich, die Flächen des rhoin- b'schen Prisma’s z.uweileu , vertical gestreift. Durchsichtig... durchscheinend. Farbe weiss. Strich weiss. Etwas spröde. B.uch muschlig. Geschmack sal/.ig bitter. Krystallisirt, trauhig und nierenförmig, als Ueber- zug und mehliger Beschlag. Einfach-kieselsaure ßittererde + 7 M. G. Wasser Mg Su + 7 A([. Zu.s.fmiuci) .Setzung tU.s T.dkct de. Sch w .'fei- Wasser. Smn mc. kalalonisclien liiltersalzcs , nach Vogel. 18 33 48 99 Für sich im Kolben gibt es viel Wasser und schmilz!, worauf es unverändert bleibt. Auf Kohle schmilzt das wasserfreie Sal/. von Neuem und wird bei einem gewissen Feuersgrade mit einem Male von einem Feuerschein ergriffen, der nachher bleibt, so lange man bläst. Die Masse ist nun nnsclnnelz- u bar geworden, hat die Schwefelsäure verloren und reagirt alkalisch. Zu Borax und Phosphorsalz verhält cs sich wie Magnesit. Mit Soda schwillt es an, sclimizt aber nicht , die Masse riecht beim 280 Tafelspath. Befeuchten hepatisch , und färbt Silber schwarz *). Mit Kobaltsolution wird es schwach rosenroth. Das Bittersalz findet sich vorzüglich als Ausblühung auf Tallierde enthaltenden Gebirgsarten und ausgewittert in Spalten und Höhlungen. Im Gyps und dem ihn häufig begleitenden Thon , im Thonschiefer , Sandstein und Gneis wird es öfters gefunden. So in den Umgebungen von Paris, bei Aix , Menil-le-Montant und am Montmartre, in der Schweiz , am Harz, in Sachsen , Böhmen, Schottland, zu Idria in Krain, wo cs unter dem Namen Haarsalz bekannt ist, u. s. w. In Andalusien wittert es so häufig aus der Erde , dass sie grau erscheint , und in Siberien findet cs sich im Sommer in ausgetrockneten See'n und in einige» Steppen in solcher Menge , dass man zwischen Schneefudern zu gehen glaubt. Man bat es auch in dem Gypse lei Hasmerslieim am Neckar gefunden. Es kann zur Darstellung von reinem Bittersalz benützt werden. 5. FAMILIE DES CALCIUMS. Mineralien , deren Grundlage das Calciumoxyd, die Kalkerde eine sehr verbreitete Erde ist, welche sich im Mineralreiche in grosser Menge in Verbindung mit Kohlensäure und Schwefelsäure, und in Verbindung mit Kieselsäure , Phosphorsäure, Flusssäure, Boraxsäure, Salpetersäure, Arseniksäure, Wolframsäure undTitansiiure findet. Die vorherrschende Farbe ist die weisse; dieHiirte zwischen 1 . 0 ... 5.5 ; das sp. Gew. zwischen 2.2... (3.1. Die meisten besitzen Glasglanz. *) Die von Smitiisoji angegebene, sehr einfache und empfindliche Probe auf Schwefel , besteht darin , dass man das zu untersuchende Mineral mit Soda vermischt, und auf der Kohle vor dem Lütlirohr iui Keductionsfeuer behandelt. Ks bildet sieb etwas Schwefclnalrium, welches, von der Kohle herunter genommen und auf reines Silber in einen Tropfen Wasser gebracht, das Silber schwärzt, oder, wenn der Sclnvefelgchalt sehr gering ist, bräunt. Tafelspath. 281 106. Gattung. Tafelspath. Sjn. Prismatischer Augit-Spath, Schaalstein , Wollastonit. Schiefes rhombisches Prisma von g 5 ° 18'. Theilbarkeit parallel den Seitenflächen der Grundform , vollkommen. I11 einer Richtung leichter zu erhalten. Krystalle sind noch nicht gefunden worden. Die Grundform ist durch die Theilbarkeit bestimmt. H. = 4 - 5 ... 0.0. Sp. Gew. = 2.8. Glasglanz ; auf den Theilnngsflächen in den Perlmutterglanz geneigt. Halbdurchsichtig... durchscheinend an den Kanton. Farbe weiss , ins Graue, Gelbe , Rothe und Braune fallend. Strich weiss. Etwas spröde. Bruch uneben. Derb, blättrig und schalig. Doppelt-kieselsaure Kalkerde. Ca S 2 . Tafelspath von Cziklowa, nach Stromeyer. Kalk. Kieselerde. Eisen- uxvdul. Mangan- oivd. Wasser. Summe. 47 - 4 12 Ö 1.445 0.401 0.257 0 . 07 G 99^91 ' Schmilzt auf Kohle bei starkem Feuer an den Kanten zu einer halbklaren , farbelosen Glasperle. Vom Borax wird er leicht und in grosser Menge zu einem klaren Glase aufgelöst, das nicht unklar geblasen werden kann. Vom Phosphorsalz Avird er mit Hinterlassung eines eisähnlichen Kieselskelettes aufgelöst. Das Glas opalisirt Avie geAvöhnlicli bei der Abkühlung. Von etAvas Soda Avird er zu einem emailweissen blasigen Glase aufgelöst ; von einem grösseren Zusatze Avird er unschmelzbar und scliAvillt an. Mit Kobaltsolution Avird er Aveit sclnver- schmelzbarcr als vorher ; die geschmolzene Kante ist blau. Bildet mit Salzsäure eine Gallerte. Der Tafelspath Avurde zuerst im Urhalhc zu Cziklowa in Ungarn gefunden , und später unter ähnlichen Verhält- 282 Apophyllit. nissen zu Auerbach an der Bergstrassc , Pargas und Per- heniemi inFinland, zuGökum in Schweden, in Massacluisets und Pensy I vanien. Er wird gewöhnlich von Ilalhspath, auch von Strahlstein , Granat , Sphen u. s. w. begleitet. Aul' Ceylon soll er im Gneis , und hei Edinburgh im Dolerile Vorkommen. 107. Gattung. * Apophyllit. Syn. Pyramidaler und Axotomer Kuphou - Spatli, Jcljtliyopllialn», Albin, Tcsselit. Gerades quadratisches Prisma. Tlieilbarkeit parallel der Endfläche , sehr vollkommen ; in der Richtung der Diagonale unvollkommen. Die Krystalle sind quadratische Prismen , oft an den Grundecken abgestumpft , und öfters bis zur Zuspitzung, wobei häufig die Endfläche des Prisma's mit den Zuspiz- zungsllächen in Verbindung ist. Die Seitenkanten des Prisma's sind zuweilen zugeschärft, wodurch ein zwölfseiliges Prisma entsteht , welches immer mit der Zuspitzung versehen ist. Die Zuspitzungsflächen verdrängen mitunter die Prismenflächen, und die Krystalle sind alsdann quadratische Oktaeder. Ueberdiess kommen Flächen vor, welche die Seiten- und die Grundkanten des Prismas abstumpfen. Die Krystalle variiren vom sehr Kleinen bis zum beträchtlich Grossen. II. = 4.5... 5.o. Sp. Gew. = 2.3... 2.4fl- Glasglanz. Auf der vollkommenen Theilungs- flüche und der dieser entsprechenden Krystallfläche, Perlmulterglanz. Oberfläche. Die Endfläche glatt und eben , die Prismenflächen vertical gestreift, die Zuspitzungsflächen glatt, aber etwas gekrümmt. Durchsichtig... durchscheinend. Farbe weiss , ins Graue , Gelbe , Grüne , selten ins Rothe geneigt. n n Strich weiss. Spröde. Bruch unvollkommen muschlig... uneben. Krystallisirt und derb, blättrig, schalig. Kallu 283 8 M. G. dreifach-kieselsaurc Kalkerde + 1 M. G. dreifach-kieselsaurem Kali + lG M. G. Wasser. 8 C S 3 + K S 3 + lG Aq. Kalk. Kieselerde. Kali. Wasser. Flusssäure. Summe. a 4 *> 1 24.98 5 2. i 3 52.38 5.27 5.37 1G.20 16.20 0.82 0.64 99 - 13 99-57 Bestandteile des Apophyllits von Utö; d.Tesselits v. d. Färöern, nach Berzelitjs. Für sich im Kolben gibt er viel Wasser , und wird milcliweiss. Auf Kohle springt er und breitet sich nach den Blättern aus. Bei stärkerem Feuer bläht er sich auf wie Borax, und schmilzt unter fortwährendem Aufblähen zu einem blasigen , farbelosen Glase. Vom Borax wird er leicht zu einem klaren Glase aufgelöst. Das gesättigte Glas wird durch Flattern unklar. Vom Phosphorsalz wird er leicht zerlegt und gibt ein Kieselskelett , das gewöhnlich so anschwillt, dass es die ganze Perle erfüllt. Vom Soda wird er leicht zu einem klaren Glase gelöst, das von mehr Soda bei der Abkühlung unklar wird. Der Apophyllit lindet sich theils in den Blascnräumen vulcanischcr Gesteine , theils auf Lagern und Gängen im Ur- und Uebergangsgebirge. Von der ersten Art ist das Vorkommen an der Seisser-Alpe in Tyrol , zu Aussig in Böhmen, auf der Insel Skyc in Schottland, auf den Färöern, auf Grönland , in Mexico und New-York. Auch bei Oberbergen am Kaiserstuhl kommen hin und wieder in de.. Blascnräumen des dichten Dolerites kleineApophyllit-Krystalle vor. Auf der Grube Samson zu Androasberg am Harz kommt er auf einem Bleigange im Uebergangsgebirge vor, in Ungarn , Schweden und Norwegen , auf Erzlagern im Urgebirge. Gewöhnliche Begleiter sind Kalkspath, Zeolithe, und im älteren Gebirge die Erze der Lager und Gänge, auf denen er sich lindet. io8. Gattung. Kalk. Syn. Kohlensaurer Kalk , rhomboedrisehes Kalk-Haloiti. Rhomboeder von io5° 5' und 74 ° 55'. Thcilbarkcit parallel den Rhomboederflächen, sehr leicht zu erhalten und von grosser Vollkommenheit. Kalk. 4 , 2O4 Der Kalk zeigt eine ausserordentliche Mannigfaltigkeit der Formen. Man hat nahe an 700 beobachtet. Die vorherrschenden Formen sind : Rhomboeder, spitzere und stumpfere , als das primitive , welches selten erscheint; reguläre sechsseitige Prismen ; das erste (Fig. 23) und das zweite, (Fig. 24), sechsseitige Prisma, oft mit der Abstum- pfungslliiche der Spitze des Rhomboeders (Fig. a5); dann Verbindungen der Prismenllächen untereinander zu neun- und zwolfseitigen Prismen, (Fig. 28, 27); gleichschenklige Trigonaldodekaeder (Fig. 20); ungleichseitige Trigonaldodekaeder (Fig. 22). Diese Körper verbinden sich wieder untereinander zu zweien , dreien und mehreren , wodurch eine überaus grosse Mannigfaltigkeit der Gestalten entsteht. Auch Zwillinge kommen vor, mit und ohne einspringende Winkel. H. = 3 .o. Sp. Gew. = 2-6... 2.73. Glasglanz. Die Endfläche der Prismen zuweilen perlmutterglänzcnd. Oberfläche , meistens eben , bei einigen Rhomboedern und Dodekaedern gekrümmt ; das erste Prisma glatt, das zweite Prisma gestreift und die Endfläche gewöhnlich rauh. Durchsichtig... durchscheinend. Farbe weiss, herrschend. Auch.grau, gelb, roth, grün, in verschiedenen Nuancen. Sämmtlich licht und blass. Durch Verunreinigung braun und schwarz. Strich weiss... graulichweiss. Spröde. Bruch musclilig. Einfach-kohlensaurer Kalk. Ca C. Brennt sich auf Kohle kaustisch, schmilzt nicht und leuchtet stark , sobald die Kohlensäure ausgetrieben ist. Er erhitzt sich nach dein Glühen mit Wasser , und rcagirt alkalisch. Durch Eiscn- und Mangan-Gehalt wird er beim Glühen braun oder schwarz. Durch Kohle oder Bitumen dunkel gefärbter Kalk brennt sich weiss. Vom Borax wird er leicht mit Brausen zu einem klaren Glase aufgelöst , das geflattert unklar wird. Ein grösserer Kalk. 385 Zusatz, von Kalk gibt ein klares Glas, das bei der Abkühlung krystallisirt und kantig wird. Vom Pliosplior.salz wird er in grosser Menge unter Brausen zu einem klaren Glase aufglöst, das heim Abkühlcn klar bleibt. Setzt man mehr Kalk in Stücken zu , so wird die Kohlensäure ausgejagt, und die Stücke verwandeln sich , mit Beibehaltung ihrer Form , in phosphorsauren Kalk. Nach langem Blasen fängt dieser auch an sich aufzulösen , und bei der Abkühlung schiessen innerhalb des Glases feine , nadelförmige Krystallc auf dem Ungelösten an. Das vollkommene gesättigte Glas wird unter der Abkühlung milchweiss. Von Soda wird der Kalk wenig' angegriffen. Die Soda geht in die Kohle und lässt eine halbrunde Kalkmassc zurück. Mit Kobaltsolution gibt er eine dunkelgraue oder schwarze, ungcschmolzene Masse. i. Varietät. Späthiger Kalk (Kalkspath). Die reinste Varietät, nach welcher ilie Beschreibung der Gattung entworfen ist, zeigt die höchsten Grade des Glanzes und der Durchsichtigkeit und die grosse Mannigfaltigkeit der Formen. Die Krystallc sind gewöhnlich aufgewachsen , seltener um und um ausgebildet, und häufig zu D rusen, Büscheln u. s. w. verbunden , und auf die mannigfaltigste Weise gruppirt. Die Structur ausgezeichnet blättrig. Kugelig, traubig, nierenförmig, tropfsteinartig, zackig, zellig, derb und cingesprcngt. Zuweilen stängelig, gerade-, gleich- und auseinandcrlaufend (stiingeliger KalkspathJ. Oft als Versteinerungsmittel. Farbelos, weiss, grau, gelb, grün, roth, braun. Die gelbe, rothe und braune Farbe rührt gewöhnlich von Eisen , die grüne von Kupfer. Manchmal sind Krystallc und derbe Massen, von Rauschgelb, oder Realgar überzogen , auch finden sich einzelne und gruppirte Kry- stalle , welche ihrer ganzen Masse nach mit grauen eckigen Quarzkörnern gemengt sind , sich rauh anfühlen , einen sehr geringen Grad von Durchsichtigkeit, eine graue Farbe und beinahe keinen Glanz haben (quarziger Kalkspath). Selten ist der Kalkspath durch kohlige und bituminöse Thcile, schwarz gefärbt , und gibt beim Reiben einen unangenehmen bituminösen Geruch aus (bituminöser Kalkspath). 286 Kalk. Zusammensetzung des Kalkspaths von Island; des K. von Andreasherg ; nach Stromeyer. Kalk. Kohlen« säure. Wasser. Alaug oxjd n.einei.Sjiur Ki« oxvtlul. 56. i5 55.9802 45.70 3.5635 0.1000 0.15 0.3563 Summe. 100 100 Der Kalkspnth ist allgemein verbreitet und findet sich vom ältesten Gebirge an durch alle Formationen herauf bis zu den jüngsten Lagern der Erdrinde und sehr oft auch im vulcanischen Gebirge , am häufigsten aber auf Gängen im Ur-, Ucbergangs- und Flützgebirge. Die reinsten und schönsten Abänderungen , wiewohl selten krystallisirt, finden sich auf Island und sind unter demNamen des isländischen Doppelspathes bekannt. Die ausgezeichnetsten Krystalle kennt man aus Dcrbyshirc in England , vom Harze , aus Sachsen, Böhmen, Ungarn, Siebenbürgen, Kärnthen, Steyer- mark und Frankreich. In Baden finden sich ausgezeichnete Kalkspath- Krystalle, auf der Grube Teufelsgrund im Aliin- sterthal, bei Wiesloch, Waldsbut, auf der Grube im Ub- stadter W ald , im Bogenstein bei Uffhausen unfern Freiburg, und bei Riedlingcn unfern Rändern. Auch auf den nunmehr aufgelasscnen Gruben St. Wenzel und Friedrich- Christian sind vordem sehr schöne Kalkspathe vorgekommen. Der stängelige Kalkspath findet sich in derben Massen von weingelber und honiggelber Farbe zu Oberrotbweil , und von weisser Farbe auf der Höhe des Badberges bei Vogs- burg am Kaiserstuhl. Weniger ausgezeichnete Abänderungen von späthigem Kalke kommen iiberdiess noch an vielen Orten vor. Der quarzige Kalkspath findet sich in dem Steinbruch Rocher-Germain bei Fontainebleau unfern Paris und bei Nemours im Departement der Seine und Marne. Der bituminöse Kalkspath kommt an der Staffelegg bei Aarau in der Schweiz , bei Häring in Tyrol , am Süntel bei Münden in Ilanover , zu Osterode am Harze und zu Garphytta in Schweden vor. 2. Varietät. Faserkalk (Eisenblüthe). Thcils gerade -, theils krumm - , stets aber gleichlaufend- fasrig. Wenig perlmutterartig glänzend. Schwach durchscheinend , oft nur an den Kanten. Weiss, ins Gelbe, Graue, Braune, Rothe und Grüne. Die färbenden Substanzen sind Eisen , Mangan , Kobalt , Kupfer und Nickel. Tropfstein- artig, kugelig, zackig, staudenförmig, nieren - und röhrenförmig, nicht selten im Innern hohl. Oft ist mit der fäs- rigen Structur eine schalige Absonderung verknüpft. Auch derb und als Ueberzug. Kall». 287 Der Faserltalk findet sich tlieils auf schmalen Gängen und Trümmern, tlieils als Ueberzug, in llühlen und alten Gruben und als Absatz aus Wassern. Man theilt ihn gewöhnlich ab in den gemeinen Faserkalk und in die Eiscn- bliithe «der den fasrigen Kalksinter. Zu crstcrem rechnet man die derben, zu letzterem die röhrenförmigen, staudenförmigen u. s. w. Stücke. Der gemeine Faserkalk findet sich sehr schön im Dolomit bei Ubstadt, und im Rogenstein zu Riedlingen unfern Rändern , weniger ausgezeichnet in kugeligen und nierenförmigen Massen in dem aufgeschwemmten Erdreich , das zu OberschalThausen am Kaiserstuhl den Klingstein bedeckt. An der Porta westphalica in Hannover, zu Potschappel bei Dresden , am Ringenwechsel und bei Sterzing in Tyrol, am Harz, zu Schemnitz in Ungarn, zu Dcrbyshirc in England u. s. w. kommt er in verschiedenen Abänderungen vor. Die Eisenblüthe findet sich vorzüglich zu Hiiltcnberg in Kärnthen, zu Eisenerz in Steyer- mark und zu Torozko in Siebenbürgen mit Spatheisenstein *). Man hat denEaserkalk iiberdiess noch anvielenOrten gefunden. 3. Varietät. Körniger Kalk f Marmor , salinischer MarmorJ. Derb. Körnig ; meist klein- und feinkörnig, seltener grobkörnig und ins Blättrige verlaufend. Wenig glänzend, zuweilen nur schimmernd. Der Glanz ein Mittel zwischen Glas - und Perlmutterglanz. Durchscheinend, hin und wieder nur an den Kanten. Bruch uneben. Weiss herrschend; ins Graue, Gelbe, Rothe, Grüne und Blaue geneigt. Gewöhnlich einfarbig. Der körnige Kalk findet sich vorzüglich im Ur - und Uebergangsgebirge , selten im vulcanischen Gebirge. Der schönste schneeweisse kommt bei Massa und Carrara in den Apennincn vor , der grobkörnige auf der Insel Paros im griechischen Archipelagus. Er findet sich iiberdiess in Salzburg, in Tvrol, in der Schweiz, Sachsen, Böhmen, Bayern, Schweden, Schlesien u. s. w Im vulcanischen Gebirge kommt er bei Vogsburg , Schclingen und Oberbergen am Kaiserstuhl vor. *) Mehrere Mineralogen stellen die Eisenblüthe, nach dem Vorgang von Cokdiek, zum Arragon. Stkomeyer hat indessen keinen Strontian darin gefunden , und so lange ein Gehalt an diesem Stoffe nicht nachgewiesen ist , Mird man die Eisenblüthe mit grosserem Rechte zum Kalke zahlen , da bei der Kleinheit und Unvollkommenheit der Kristall - Individuen die Uestimmung nach den üusscren Kennzeichen nicht mit Sicherheit Statt finden kann. a08 Kalif. 4. Varietät. Dichter Kalk (Kalkstein). Derb. Dicht. Druck im kleinen splittrig , im Grossen mehr und -weniger llachmuschlig , ins Ebene verlaufend. Matt. Durchscheinend an den Kanten , bis undurchsichtig. Oefters dich - und geradeschiefrig (Kalkschiefer), seltener < gerade stängelig (stängeliger Kalkstein), und noch seltener heilförmig stängelig (iSagelkalk) , manchmal hügelig abgesondert (Rogenstein, Oolith) , enthält häufig Versteinerungen und hin und wieder fossile Muscheln, welche mit schönen rothen und grünen Farben spielen (opalisiren- der Muschelmarmor . Lumachelln, llelmintholith) und ist das gewöhnliche 4 crsteinerungsmittel. Eine Beimengung von bituminösen Theilen macht, dass er zuweilen beim Zerschlagen oder Reiben einen unangenehmen Geruch entwickelt (Stinkkalk). Die graue Farbe ist herrschend, und am gewöhnlichsten erscheint das Asch- und Rauchgraue, seltener das Gelblichgrauc. Auch graulich- und gelblichweisse Abänderungen kommen öfters vor, und überdiess die gelbe, rothe , braune , und die schwarze , durch kohlige Theilc hervorgebrachte Farbe (Lucullan , Anthrakonit) , so w ie die mannigfaltigsten Farbenzeichnungen. Einige licht grau- i lichwcisse Abänderungen sind beinahe reiner kohlensaurer ,| Kalk, die übrigen enthalten immer einige Prozente fremde Beimengungen, die in Thonerde, Kieselerde, Eisen u. s. w. bestehen. Allgemein verbreitet im Ucbergangs- und Flötz- gebirge. Das Urgebirge und das ältere Flötzgebirge des Schwarzwaldes ist rings von Kalkmassen umzogen. Am südöstlichen und südwestlichen Abhange sind die weissen Kalksteine vorherrschend , am östlichen , westlichen und nördlichen die grauen. Der Rogenstein findet sieh besonders am westlichen Abbange des Gebirges , A on Lörrach bis Burgheim bei Lahr. Der opalisirende Muschclmarmor findet sich bei Ilüttenberg in Kärnthcn und bei Hall in Tyrol, der Anthrakonit in SchAveden, NorAvegen, Salzburg, am Harz u. s. av. Der dichte Kalk mit ruinenartigen Zeichnungen , kommt besonders schön am Po und am Arno in Italien vor. Durch eine beträchtlichere Beimengung von Thon geht der dichte Kalkstein in Mergel über , der beim Anhauchen stark thonig riecht, bei der Auflösung in Säuren einen bedeutenden Rückstand hinterlässt, ein erdiges Ansehen besitzt, bald fest (Mergelstein), bald zerreiblich (Mergelerde) ist, und theils in grösseren Lagermassen , theils in knolligen und nierenformigen Stücken Yorkommt, die oftmals von Kalkspath-Adern durchzogen sind, welche, da sie der Verwitterung länger widerstehen, als der Mergel, aus der Kalk. 289 Masse desselben hervorragen (Ludus Helmontii). Man findet den Mergel häufig in Begleitung der verschiedenen reineren Abänderungen des Kalksteins. Durch eine Beimengung von feinem Quarzsand und etwas Thon , wird der Kalk locker, weicher, und erlangt die Eigenschaft, Wasser begierig und unter Ausslossen von Luftbläschen einzusaugen (Saugkalk ). Man findet diese Abänderung ausgezeichnet am Petersberge bei Mastricht und am Lausberge bei Aachen. 5. Yarietät. Schaliger Kalk (Erbsenslein). Derb. Bestellt aus runden Körnern, die concentriscb- schalig abgesondert sind, gewöhnlich einen Kern vonKalh- spath oder Quarz , der meist durch Eisenoxydhydrat gell) gefärbt ist, enthalten , eine gclblichweissc Farbe und gewöhnlich 1 bis 2 "' im Durchmesser haben. Findet sich bei Karlsbad in Böhmen , hei Laybach in Krain und bei Felsü-Lelocz am Neilra-Flusse in Ungarn. 6 . Yarietät. Blättriger Kalk ( Schieferspath ). Derb. Krummblättrig. Die Yerbindungsfläche entspricht der Endfläche des vollkommenen sechsseitigen Prisma’s, und zeigt , wie jene, Pei’lmutterglanz. Durchscheinend in dünnen Blättchen und an den Kanten. Weiss , ins Grauliche und Gelbliche, selten ins Rüthliche oder Grünliche geneigt. Enthält etwas Manganoxyd, und zuweilen auch eine kleine Quantität Kieselerde. Findet sich auf Lagern und Gängen im Ur- und Ueber- gangsgebirge , so zu Schwarzenberg und Scheibenberg im Erzgebirge, in der Rangach im Kinzigthale, zu Kongsberg in Norwegen, zu Nertschinsk in Siberien, in Irland, Corn- wallis, Nordamerica, Mexico. 7 . Yarietät. Erdiger Kalk. a) Kreide. Derb. Feinerdig. Undurchsichtig. Matt. Färbt ab und schreibt. Hängt etwas an der Zunge. Schneeweiss, oftmals ins Grauliche und Gelbliche geneigt. Bildet ganze Lagermassen im jüngeren Flötzgebirge, und findet sich vorzüglich in niedrigen Gegenden und an der Meeresküste von Pommern , Dänemark , Frankreich und England. Zu den Eigentliümlichkciten der Kreidemassen gehört das häufige Vorkommen des Feuersteins in denselben. b) Bergmilch (MontmilchJ. Theils derb , tlieils schwammig oder flockig, und aus locker verbundenen, feinen, staubartigen Theilen bestehend. Walchnbr Mineralogie. 19 Halb. 9 . 1)0 Matt. Sein' leicht, zuweilen schwimmend. Undurchsichtig, hin und wieder schwach durchscheinend. Färbt ah. Gelblich wtfiss , mitunter ins Grünliche und Böthliche geneigt. Findet sich in Höhlen und KlüfVen des dichten Kalkes als ein ganz junges Gebilde, welches sich unter unseren Augen noch fortbildet, indem kalkhaltige Wasser beim Verdunsten ihren Kalkgehalt in Gestalt von Flocken, oder in porösen, schwammigen Massen absetzen. 8. Varietät. Kalktuff (Duckstein , Traoerfino , Confetto di Tiooli). Bruch erdig. Matt. Undurchsichtig. Porös, derb und in den mannigfaltigsten Formen , je nach der Gestalt der organischen Substanz , über welche sich der Tuff abgesetzt hat ; röhrenförmig , moosartig u. s. w. , und nicht selten organische Ucberrcste, wie Stengel, Blätter, Knochen von Laiulthicren , Conchylicn u. s. w. einsehliessend. Grau und gelb. Allgemein verbreitet, und in liechen- und muldenförmigen Vertiefungen des aufgeschwemmten Landes , an den Abhängen von Kalkbergen jüngerer Formation häufig vorkommend. Der Kalk ist ein überaus nützliches Mineral, und wird zu den verschiedensten Zwecken angewendet. Der Ifalk- spatli kann zur Erzeugung von Kohlensäure , als Zusatz bei der Glasfabrication und bei verschiedenen anderen Schmelzarbeiten gebraucht werden. Der körnige Kalk, auch Statuen - Marmor von seiner Anwendung genannt, wird zu Werken der bildenden Kunst, zu architektonischen Verzierungen u. s. w. verwendet. Der dichte Kalkstein dient als Baumaterial , zu Treppenstufen , Thür - und Fensterbekleidungen, zu Bodenplatten, und die geringeren Sorten selbst zu Mauersteinen , zum Strassenpflaster und Chaussee-Bau. Man nennt den dichten Kalkstein , wenn er von guter Farbe oder Farbenzeichnung , gehöriger Härle und Politurf ahigkeit ist, auch Marmor , der, nach Beschaffenheit der Farbe , Zeichnung u. s. w. , besondere Namen erhält. So unterscheidet man Landschafts- , Ruinen- , Dendriten-, Blumen-, Trümmer-Marmor u. s. w. Einige schiefrige Abänderungen werden zum Steindruck angewendet (lithographischer Stein) , und in dieser Beziehung ist der Solenhofer und Pappenheimer Schiefer am berühmtesten. Keinere Abänderungen von dichtem Kalkstein werden auch häufig zum Eisen - und Blei-Ausschmelzen, zur Sodafabrication aus Glaubersalz , zur Glasbereitung u. s. w. benützt. Im gebrannten Zustande wird der Kalk zum Mörtel, zur Bereitung Bitterkalk. 2QI der Lange in der Seifensiederei , zum Enthaaren in der Gerberei , zum Weissen , zur Darstellung von Kalkmilch und Kalkwasser, /ds Dünger, zur Bereitung von Chlorkalk u. s. w. angewendet. Die Kreide wird insbesondere als Farbe- und Schreib-Material, zum Glaserkitt , zum Putzen von Metall und zum Versetzen des Bleiweisses angewendet. Der Kalktuff kann, wenn er hinlängliche Festigkeit besitzt, als Mauerstein gebraucht werden. log. Gattung. * Bitterkalk. Sjn. Makrotjpes, Kalk-Haloid. Rhomboeder von ioö° iS'. Tlieilbarkeit parallel den Rhomboederflächen, vollkommen. Die Krystalle haben in der Regel die Gestalt der Grundform ; seltener erscheinen spitzere Rhomboeder mit der Endfläche des sechsseitigen Prismas , und Combinationcn der Flächen des primitiven Rhomboeders mit den Flächen eines stumpferen. H. = 3 . 5 ... 4 -o. Sp. Gew. = 2.81... 2.88. Glasglanz, mehr und w eniger in den Perlmuttcr- glanz geneigt. Oberfläche. Die Endfläche des sechsseitigen Pris- ma’s parallel den Combinationskanten mit den Rhomboederflächen gestreift; die übrigen Flächen meistens glatt. Halbdurchsichtig... durchscheinend an den Kanten. Farbe weiss, ins Gelbe, Braune, Grüne, Rothe und Schwarze verlaufend. Strich graulichtveiss. Bruch muschlig... splittrig. Spröde. Auch derb , kugelig , nierenförmig , getropft ; blättrig, stängelig, dicht. Einfach-kohlensaurer Kalk + einfach-kohlensaurer Bittererde (Eisen- und Manganoxydul). - >% \ .. Ca C + f > C. mn Bitterkalk. 292 Unterscheidet sich vor dem Löthrohrc nicht wesentlich vom Kalke. Der Eisen- und Mangan- oxydul enthaltende, ertlieilt den Flüssen eine grüne oder violblaue Farbe. 1. Art. Dolomit. Ca C + Mg C. 1. Varietät. Späthiger Dolomit (Bitterspath , Rautenspath). Krvstallisirt und derb. Die Krystalle gewöhnlich einzeln eingewachsen , seltener gruppirt und zu kugeligen oder traubigen Massen vereiniget. Derbe Massen sind blättrig, zuweilen slängelig abgesondert (stcingeliger Bitterspath, Miemit). Die Theilbarkeit vollkommen. Härte = 3 . 5 . Sp. Gew. = 2.81 bis 2.87. Glasglanz. Halbdurcbsicblig l)is durchscheinend. Weiss herrschend , gewöhnlich ins Graue und Gelbe , seltener in Grüne geneigt, am seltensten ins Violblaue oder Schwarze verlaufend. Bitterspath Kohlensaurer Kalk. Kohlensäure Bitlererde. Mangan - um! Eisenoxvdul. Summe. aus Tjrol, nach Klaprotii. 52.0 45.0 3.0 100 Er findet sich in eingewachsenen Krystallen und derben Massen vorzüglich im Chlorit und Talk , am Greiner in Tyrol, in Salzburg, am Gotthardt, seltener im Gyps oder Anhydrit, wie zu Miemo im Toskanischen , zu Salzberg bei Hall in Tyrol, oder auf Gängen, wie auf den Kobaltgängen zu Riegelsdorf in Hessen. Im basaltischen Gebirge findet er sich auf Klüften und in Höhlungen des Mandelsteines , Dolerits und Eisenthons , als traubiger Ueberzug, im Limburger Steinbruch bei Sasbach, und am Winkelberg bei Ihringen am Kaiserstuhl. 2. Varietät. Körniger Dolomit (gemeiner Dolomit, "flotz- dolomit, Raukwacke, zum TheilJ. Derb. Körnig, gewöhnlich klein- und feinkörnig, zuweilen schuppig , und manchmal aussehend wie ein Aggregat kleiner rhomboedrischer Krystalle. Die Theile bald fester, bald loser verbunden. Sp. Gew. = 2.8. Durchscheinend, oft nur an -den Kanten, oder in dünnen Splittern. Schwach perlmutterglänzend oder nur schimmernd. Weiss , ins Graue und Gelbe geneigt ; auch ascli- und rauchgrau. Die grauen Abänderungen nicht selten porös , die Höhlungen Bitterkalk. 3()3 mit kleinen Bittcrspath-Rhomboedern ausgekleidet. Der weisse, lose körnige, hin und wieder in dünnen Tafeln etwas biegsam. Dolomit v. Gotthardt, Kohlcn- saurer Kalk. Kohlensäure 13x1- tcrerd**. Köhlens. Eiseu- oxjdul. Sand und organ. Materie. Wasser. Summe. nach KLAPnorn. 5a.oo 46.5o — — — yy-35 Rauhwackc von Weiler bei Lbwenstein, nach Cb. Gmelin. 53-86 0.70 Eisen- und M.oxydul .ja.ia o.aa 1.43 0.63 9 8 -4I Der körnige Dolomit kommt im Ur- und Flötzgebirge vor. ln ersterem vorzüglich auf Lagern im Glimmerschiefer, und oft mit Glimmer , Chlorit und Talk gemengt , und verschiedene fremdartige Mineralien einschliessend , wie Korund , Schwefelkies , Ilealgar , Turmalin , Tremolith u. s. w. Hierhin gehört das Vorkommen am Gotthardt in der Schweiz, im Wallis, in Kärnthen, in New-York, in Nordamerica u. s. w. Im Flöt/.gebirge treffen wir ihn als selbstständiges Gebilde zuerst in der Formation des Todtliegen- den , so im Fassathal in Tyrol , in den Umgebungen des Luganer See’s , dann vorzugsweise in der Formation des Muschelkalkes und des Jurakalkes. In der Formation des Muschelkalkes findet er sich bei Ubstädt, Ittersbach, Wies- loch , in der Gegend von Dürrheim, Donaueschingen, Stühlingen u. s. w., und an vielen anderen Orten in Schwaben. In der Formation des Jurakalkes kommt er hei Bamberg, Müggendorf, Blauheuern u. s. w. in grossen Massen vor. Dem Dolomite des Flötzgebirges , zumal derjenigen Abänderung , welche in der Formation des Muschelkalkes vor- kommt, ist häufig (Juarz, in Gestalt kleiner eckiger Körner, beigemengt , wesshalb er nicht selten am Stahle stellenweise Funken gibt ; ferner findet man in ihm Körner von Feuerstein und Hornstein , Trümmer und schmale Gänge von Baryt, ferner Steinöl, Bleiglanz und Kupferlasur. Der weisse , feinkörnige feste Dolomit wurde im Alterthum wie der Statuen-Marmor zu Bildhauer-Arbeiten verwendet. Der meistens graue oder gelblickweisse, ins Dichte verlaufende Flötzdolomit, wird als Baustein , und ganz vorzüglich zur Bereitung eines Mörtels zu Bauten unter Wasser verwendet. Er ist hei uns unter dem Namen schwarzer Kalk bekannt, und wegen der Eigenschaft einen unter Wasser erhärtenden Mörtel zu bilden , sehr geschätzt. Bitterkalk. 294 3. Varietät. Dichter Dolomit (Rauhtvacke, Fl'ötidolomit , zum Theil). Derb. Dicht. Bruch splittrig. Durchscheinend , doch meist nur an den Kanten. Matt. Sp. Gew. = 2.8. Weiss grau, ins Gelbe und Schwarze geneigt. Zuweilen porös. Dichter Dolomit von Sasbacü, Kohlensaurer Kalk. Kohlensäure Bittererde. Kohlensäure* Eisen. Kieselerde. W usscr. Summ«. 58 . 5 a 39.24 i.o 3 0.09 1.18 100 .50 nach Walcuseb. Dieser Analyse zufolge kommen auf 4 M. G. kohlensaure Kalkerde 3 M. G. kohlensaure Bittererde. Eine ähnliche Zusammensetzung halten mehrere Abänderungen des sogenannten Flötzdolomites, die theils der körnigen, tlieils der dichten Varietät angehören. Der Gurhofian enthält, nach Klaphoth's Analyse , 1 M. G. hohlensaure Bittererde auf 2 M. G. hohlensaure Kalkerde, und der von JonV und Stromeveh analysirte Conit, 2 M. G. kohlensaure Bittererde auf 1 M. G. kohlensaure Kalkerde. Beide stimmen im Aeusseren mit dem dichten Dolomite überein. Findet sich theils im Flötzgebirge unter ähnlichen Verhältnissen, wie der körnige Dolomit, theils im basaltischen Gebirge auf schmalen Gängen und Trümmern ini Dolerit, und als Ausfüllungsmasse der Blasenräume des Mandelsteins, so namentlich im Limburger Sleinbruch beiSasbach am Kaiserstuhl; tlieils auf Gängen im Serpentin , so der Gurhofian zwischen Gurhof und Aggsbach in Oesterreich. Der Gonit wird in einzelnen Geschieben bei Frankenhayn, am östlichen Abhange des Meisners gefunden. Der in grossen Massen vorkoinmende dichte Dolomit wird wie der körnige benützt. .. Mg 2. Art. Braunkalk. Ca C -J- f um 1. Varietät. Spiithiger Braunkalk (Braunspath, Pcrlspatli). Die Krystalle liäulig mit convexen oder concaven Flächen, bald glatt, bald rauh , gewöhnlich zu Drusen verbunden , und klein. Oft kugelig, traubig, nierenförmig, zellig, mit Eindrücken , derb, und zuweilen stängelig abgesondert. Härte = 4 -u- Sp. Gew. = 2.87 bis 2.88. Pcrlmutterglanx. Durchscheinend , meist nur an den Kanten. Weiss, ins Gelbe und Küthe geneigt, rosenroth und bräunlicln olh. Arragon. 2(p An der Luft wird die Farbe dunkler , und verlauft sich durch das Gelbe ins Braune und Schwarze , indem das Manganoxydul durch Anziehung von Sauerstoff sich in Maiiganoxyd verwandelt. Stängeliger ßraunspath aus Mexico, saurer Kalk. saure Uit- trrerile. saures Eisen. saures M.ingun. Wa>ser. .Summe nach Klaprotu ; ßraunspath von Pezcj, 5 i.5o 3 2.00 7 -DO 2.00 5.00 98.00 nach Herthier. 5 3.a 2 5.0 1 j.O 5.8 0.4 9S.4 Der späthige Braunkalk findet sich vorzüglich auf Erzgängen im Ur- und Uebergangsgebirgc. Unter den Gruben des Schwarzwahles sind insbesondere zu erwähnen die Grube Maus bei Todtnau, Sophie, Friedlich Christian und Si. W enzel unfern W olfach, die nunmehr aufgelassen sind. Dann die Gruben Bickenbach und Münslergrund im Münsterthal , und Bernhard im Kinzigthal. Sehr schöne Krystalle kommen zu Pezey in Savoyen vor. Der stängelige Braun- spatli lindet sich in der Grube la Valenziana zu Guanaxu- ato in Mexico. Weitere Fundorte des Braunspathes sind der Harz, das Erzgebirge, Böhmen, Ungarn, Frankreich u. s. w. , wo er sich auch , obwohl seltener , im Flötz- gebirge lindet. 2 . Varietät. Fasriger Braunkalk. Derb, eingesprengt und kleinkugelig. Dick- und geratl- fasrig, steril- und büschelförmig auseinanderlaufend. Schwach durchscheinend. Bosenroth und lleischroth. Wenig perlmutterartig glänzend. Findet sich auf Gängen im Ur- und Lebergangsgebirge mit der späthigen Varietät , zu Kapnik in Siebenbürgen und zu Scheinnitz in Ungarn. 110. Gattung. * Arragon. S_'U. Prismatisches Kalk-Haloid. Gerades rhombisches Prisma, mit Winkeln von iiG° 5' und 03° 55'. Theilbarkeit parallel den Seitenflächen der Grundform; in der Richtung der kleinen Diagonale, und in der Richtung von Zuschärfungsflächen , welche auf die scharfen Seitenkanten unter io8° 8' aufgesetzt sind. Die Krystalle sind rhombische Prismen mit Abstumpfung der scharfen, seltener der stumpfen Seitenbauten, und ge- 296 Arragon. wohnlich mit einer auf die scharfen Seitenliar.ten aufgesetzten Zuschärfung versehen. Ueberdiess kommen Flachen von schärferen und stumpferen Zuschärfungen vor, und Flächen einer auf die Seitenflächen des Prisma’s aufgesetzten Zuspitzung. Wenn im letzteren Falle die Seitenflächen des Prismas verschwinden, so entstehen dem Dihexaeder ähnliche Körper. Einfache Kr} stalle sind immer weit seltener als Zwillinge. Die Zusammensetzungsflächc ist gewöhnlich eine Prismenfläche, und die Umdrehungsaxe senkrecht auf derselben. Die Zusammensetzung wiederholt sich häufig mehrfach, und die am gewöhnlichsten vorhom- menden Zwillinge bilden sechsseitige Prismen. Die Kristalle häufig nadelförmig. H. = 3.5... 4-o- Sp. Gew. = 2.8... 2.90. Glasglanz , auf den Bruchflächen etwas in den Fettglanz geneigt. Oberfläche glatt , und bei allen Gestalten gewöhnlich von gleicher Beschaffenheit. Oie Seitenflächen oft etwas uneben. Durchsichtig... durchscheinend. Farbe. Weiss herrschend, ins Graue, Gelbe, Violblaue und Grüne verlaufend. Strich grauliclnveiss. Spröde. Bruch musclilig... uneben. Auch kugelig , nierenförmig, zackig und derb; stängelig und fasrig abgesondert. Einfach - kohlensaurer Kalk mit einer kleinen Quantität einfach-kohlensaurem Strontian. Ca C + x Str. C. Wasser. Mumme. Arragon von Molina Kalk. Strontian. in Arragonien, Arragon von lUirgheim 95.6833 4 ' 01 38 0.3029 ioo. OOUÜ am Kaiserstuhl; nach Stiiomever. 97- °9 |;3 2 . 4609 0 . 4 103 99- 96;4 Für sich im Kolben verändert er sich nicht, bis er dem Glühen nahe ist, dann schwillt er an und zerfällt zu einem weissen , groben und leichten Pulver , und im Halse des Kolbens sammelt sicli Arragon. 297 eine sehr geringe Menge Wasser. Zn den Flüssen verhält er sich wie kohlensaurer Kalk. Eine vollkommen neutrale salpetersaure Auflösung des Minerals setzt in der Kälte oktaedrische , nicht in absolutem Weingeist, aber leicht in Wasser lösliche Krystalle ab. Der Arragon findet sich auf erzführenden Gängen und Lagern im Ur- und Uebcrgangsgebirge , auf der Grube Frankenstein am Iberge im Harzgebirge, zuLangbansbytta in Schweden, zu Framont in Lothringen, in Böhmen, Salzburg, Tyrol , Schottland, Siberien u. s. w.; im Serpentin im Thal St. Nicolas, unfern des Monte Rosa in Piemont ; im Flützgebirge , unfern Molina in Arragonicn, und zu Bastenes bei Dax im Departement des Landes , in Schwaben u. s. w. Im vulcanischen Gebirge findet er sich gang- und trümmerweise im Dolerit und Basalt, und als Ausfüllungsmasse von Blasenräumen; so zu Burgheim und im Limburger Steinbruch bei Sasbach am Kaiserstuhl, woselbst er auch häufig in sternförmigen Grupjwn von nadelförmigen Krystallen unmittelbar auf dem Mandelsteine, oder auf dem diesen häufig überziehenden Bitterspath sitzt. Die schönen Krystalle von Arragon , vom Czizow - Berge bei Bilin in Böhmen , kommen cingewachsen in derben Massen von Arragon vor, der gangartig in einem aufgelösten basaltischen Gesteine einbricht. Unter ähnlichen Verhältnissen findet sich Arragon an der blauen Kupjie bei Eschwege in Hessen , bei Oberkassel in Rlieinpreussen, bei Ausig, Waltsch, Teplitz , Scliima u. s. w. , in Böhmen, in Schottland, in der Auvergne und auf den Färöern. Am Aetna , Vesuv und auf Bourbon wurde sein Vorkommen in Laven beobachtet. BnF.iTHACPT ist geneigt , den Schaumkalk , in welchem er einen Strontiangelialt vermuthet, zum Arragon zu rechnen. Eine neue, genaue Analyse wird hierüber entscheiden. Er findet sich zu Rubiz bei Gera in der Zechstcin-Formatian, zu VViederstädt im Mansfeldischen und am Meissner in Hessen, in lose verbundenen, schuppigen Theilen, welche nach den Flächen eines geraden rhomischen Prismas theil- bar , perlmutterglänzend auf den Theilungsflächen , undurchsichtig, weiss, zerreiblich, etwas abfärbend und von 2.53 sp. Gew. sind. Der Hauptbestandtlieil ist kohlensaurc Kalkerdc. Gay -Lussit. 298 111. Gattung. Gay - Lussit. Schiefes rhombisches Prisma. M—M = (j 8 ° 5 o / ; P — M ()6° 3 o'. Theilbarkeit nach den Seitenflächen vollkommen; weniger vollkommen nach der schiefen Endfläche. Die lfrystalle sind selten regelmässig ausgebildet. Sie zeigen Abstumpfungsflächeu der scharfen Grundkanten, der Seitenecken und der spitzen Endecken der Grundform. 11 . = 2 . 5 . Sp. Gew. = 1.92... 1.99. Glasglanz. Durchsichtig. Farbelos. Strich graulichweiss. Sehr spröde. Bruch muscldig. Nur krystallisirt. 1 M. G. einfach-kohlensaurer Kalk + 1 M. G. ein- fäch-kohlensaurem Natron + 5 i\I. G. Wasser. Ca C + Na C + 5 Aq ? ßestandtheile Kohlensaurer Kalk. Kohlensaures Natron. Tliou- erde. Wasser. Verlust. Summe. des Gay - Lussits, nach Dousmngacl^. 3 i. 3 cj 33.9c 1.00 32.20 1.45 1 00.00 Wird beim Erhitzen unklar und decrcpitirt. Schmilzt auf Kohle schnell zu einer undurchsichtigen Kugel , die , so wie sie gebildet ist , nicht weiter geschmolzen werden kann, und alkalisch reagirt. Findet sich unfern der Stadt Mcrida in America , hei dem indianischen Dorfe Lagunilla , in grosser Menge in losen Krystallen , welche die Eingebornen wegen ihrer Gestalt Clavos, d. i. Nägel, nennen, in einem Thoue, der die Bedeckung eines Lagers Urao auf dem Grunde eines kleinen See’s ausmacht. Gyps. 299 112. Gattung. * Gyps. Sjn. Prismatoidisches Gjps-IIaloid. Scliiefes rektanguläres Prisma. P—M = 11 3 ° 6 k Tlieilbarkeit parallel den rhomboidischen Seitenflächen T sehr vollkommen und leicht zu erhalten; parallel den rechteckigen Seitenflächen M weniger vollkommen und unvollkommen in der Richtung der schiefen Endfläche P. Die Krystalle sind prismatisch und zeichnen sich häufig durch eine grosse Anzahl von Seiten- und Endflächen aus. Die Grundform kommt selten vor. Die gewöhnlichste Form ist ein sechsseitiges Prisma mit zwei gegenüber stehenden breiten Seitenflächen , an den Enden zugeschärft , die Zu- sehärfungsllächen gegen die breiten Seitenflächen gerichtet und die Zuschärfungskante die Axe des Prismas unter einem schiefen Winkel schneidend. Leberdiess erscheinen Flächen, welche die Grundkanten und Grundecken abstum- pfen und liäulig mit den Flächen der secundären Prismen verbunden sind ; Zwillinge durch sechsseitige Prismen gebildet , und linsenförmige Gestalten , welche dadurch entstehen, dass die Endllächen gekrümmt sind, und die Seitenflächen aus den Conibinationen verschwinden. Oefters kommen auch Zwillinge von Linsen vor, bei welchen die Individuen parallel mit M so zusammengewachsen sind , dass auf der einen Seite ein einspringender, auf der anderen ein ausspringender Winkel gebildet wird. Die Krystalle sind häufig nadel - und haarförmig , erreichen aber auch die Grösse von mehreren Zollen. H. = 2.0. Etwas geringer auf T. Sj). Gew. = 2.2... 2.4. Glasglanz. T als Krystall- und Theilungfläclie von mehr und weniger vollkommenem Perlmutterglanz. Oberfläche. Die Prismenflächen vertical gestreift; die Endflächen oft gekrümmt. Durchsichtig... durchscheinend. Farbe. Weiss herrschend. Ins Graue , Gelbe, Rothe und Blaue verlaufend. Blass. Durch Verunreinigung dunkelbraun, grau und roth. Strich weiss. Milde. 3 oo G)ps. In dünnen Blättclien biegsam. Bruch, kaum wahrnehmbar... splittrig. Auch kugelig, derb und eingesprengt. Blättrig, fasrig, 'körnig, schuppig, erdig. Einfach-schwefelsaurer Kalk + 2 M. G. Wasser Ca Su + 2 Aq. Zusammensetzung Kalk. Schwefelsäure. Wasser. Suiu me. des Gjpscs, nach ürcuoLz. 33.0 46.0 21.0 IOO Für sich im Kolben winl er milchweiss, und gibt Wasser aus. I11 der Zange schmilzt er in strengem Feuer zu einem weissen Email , das nach einiger Zeit zerfällt. Auf Kohle wird er im Ilcduc- tionsfeuer zerlegt , reagirt alsdann alkalisch , und riecht hepatisch, wenn er befeuchtet wird. Vom Borax wird er mit Brausen zu einem klaren Glase aufgelöst, das nach der Abkühlung gelb wird. Durch mehr Gyps wird die Kugel bei der Abkühlung braun und unklar. Mit Flussspath schmilzt er leicht zu einer klaren Perle , die bei der Abkühlung emailweiss wird, bei fortgesetztem Blasen anschwillt, und dann nicht weiter schmilzt. Mit Sodaglas gibt er Heparfarbe , und mit Soda auf Kohle geschmolzen eine Masse, welche Silber schwärzt. Wenig in Wasser löslich. Sehr verbreitet. 1. Varietät. Späthigcr Gyps (Gyps-Spath, Fraueneis J. Krystallisirt uiul derb. Blättrig , ins Strahlige verlautend (Strahlgyps). Von den höchsten Graden des Glan/.es und der Durchsichtigkeit und den lichtesten Farben. Theilbar- keit leicht zu erhalten. Findet sich vorzüglich im Flützgehirge in anderen V arietäten der Gattung, oder in Thon - und Mergellagern, bald in Trümmern oder Schnüren, bald in Nieren , Nestern oder in Gruppen. Sehr schöne Krystallc linden sich zu Dethlingen bei Wehr und zu Herten unfern Bändern im badischen Oberlande. Dann 7.11 Bex in der Schweiz , und Bei Tiedc unweit Braunschweig. Der späthige Gyps findet sich über- diess im Flützgcbirge Sachsens, Thüringens, Würtcmhcrgs, Bayerns, Franlireichs, Spaniens. Italiens, Siciliens, Englands 11. s. w. Im älteren Gebirge kommt er seltener vor auf Gängen und Lagern mit verschiedenen Erzen. So hat man ihn auf der Grube Wenzel im Kinzigthal, dann in Ungarn, Steyermark, Salzburg und in Schweden gefunden. In alten Verhauen entsteht er öfters , wenn vitriolescirende Kiese mit kalkhaltigem Gestein in Berührung sind. 2. Varietät. Fastiger Gyps (Fasergyps, Fedenveiss). Derb. Grob - und zartfasrig , stets gleichlaufend , meist cerade- selten krummfasrig. Durchscheinend. Gewöhnlich von weisser Farbe ; auch roth und grau. Pcrlmuftei’g/anz. Findet sich in meistens schmalen Trümmern in den Gyps- lagern des Flötzgebirges. Zu Unadingcn, Ewatingen, Fiitzen und an vielen anderen Orten am östlichen Abhange des Schwarzwaldes ; bei Sulzfeld , unfern Eppingen im Murg- und Blinzkreis ; in Würtcmberg bei Ileilbronn, Stuttgardt u. s. w. und in vielen andern Ländern. 3 . Varietät. Körniger Gyps (Alabaster). Derb. Körnig ins Schuppige und Blättrige einerseits, ins Dichte andrerseits verlaufend. Bruch uneben , feinsplittrig dem Ebenen sich nähernd. Im Bruche schimmernd. Durchscheinend, zuweilen nur an den Kanten. Weiss, ins Graue, Kothc, Gelbe; oft gestreift, gefleckt, geadert u. s. w. Gibt zuweilen beim Keiben einen bituminösen oder hepatischen Geruch aus (Stinkgvps), Bildet Lager von verschiedener Ausdehnung im Uebergangs-,Flötz- und Tertiären - Gebirge, und kommt beinahe in allen Ländern vor. In Baden findet er sich vorzüglich am östlichen Bande des Schwarzwaldes im Keuper und in der Gryphitenkalkformation, namentlich bei Ewatingen , Fiitzen und Grimmeishofen. Häufig ist in dieser Varietät Schwefel eingesprengt. 4. Varietät. Schuppiger Gyps (Schaumgyps). Besteht aus lose verbundenen , fein-schuppigen Theilen, die sich als Anflug auf späthigem Gyps , oder in diesen eingesprengt finden, und eine schnee - oder gelblicliweisse Farbe haben. Wurde bisher nur in der tertiären Gypsformation des Montmartre bei Paris gefunden. 302 Anhydrit. 5. Varietät. Erdiger Gyps (Grpserde). Stauharlfhe lose verbundene Theilc. Weiss , ins Gelbe und Graue geneigt. Etwas abfärbend. Kommt auf Klüften und in Höhlungen, auch nesterweise im körnigen Gypse vor, zu "Walkenried am Harz , in der Gegend von Saalfeld in Thüringen, bei Jena, und an vielen anderen Orten. Der Gyps ist ein sehr nützliches Mineral. Die meisten Abänderungen des feinkörnigen Gypses -werden in der Bildhauerei unter dem Namen Alabaster , zu Vasen, Säulen, Tischblättern u. s. w. benützt. Im gepulverten Zustande wird er beim Feldbau als Düngmittel und zur Verbesserung des Bodens angewendet, zumal auf Wiesen und Kleefeldern. Im gebrannten Zustande wird er zur Stuka- turarbeit, zu Abgüssen von Statuen , Büsten , Medaillen u. s. w., zum Modelliren , zu schnell erhärtendem Mörtel, und zu Kitt , für sich mit Wasser , oder mit gebrautem Kalk und Wasser u. s. w. angewendet. i i 3. Gattung. Anhydrit. Sjn. Prismatisches Gvps-Haloul, Muriaclt, Karstenit. Vulpinit. Gerades rektanguläres Prisma. Theilbarkeit parallel den Seitenflächen sehr vollkommen; parallel der Endfläche weniger vollkommen , doch leicht 7 .u erhalten. Spuren in der Richtung der Diagonalen der Endfläche. Die Krvstalle haben die Gestalt der Grundform zuweilen mit Abstumpfung der Ecken, oder sind achtseitige Prismen, indem die Seitenkanten der Grundform durch Flächen eines rhombischen Prisma's abgestumpft erscheinen. Seltener sind cs rektanguläre Prismen, an den Ecken durch drei übereinander liegende , gegen die M Flächen gerichtete Flächen von Rhombenoktaedern abgestumpft. H. = 3.0... 3.5. Sp. Gew. = 2 . 7 ... 3.o. Glasglanz , auf den vollkommensten Tlieilungs- fläclien schwach in den Perlmutterglanz geneigt. Oberfläche häufig gestreift parallel den Kanten der Grundform. Durchsichtig in geringem Grade... durchscheinend. Anhydrit. 3 o 3 Farbe, wciss herrschend. Ins Aschgraue, Fleiscli- rothe, Smalteblaue, selten ins Violblaue geneigt. Strich grauliclnveiss. Bruch unvollkommen muschlig... uneben, splittrig. Häufig derb , blättrig und stängelig ins Fasrige. Einfach-schwefelsaurer Kalk. Ca Sn. Kalk. Vliwetel- Eisen- Summe. Anhydrit säurt*. Natron. erde. oxv.1. % on Hall in Tyrol, Anln drit von Sulz .', 1.75 00.00 1.00 — — Ü7-7 5 in Schwaben ; nach KuAPnoTH. 4 a.00 5;.oo — n.i5 n.io W -35 Gibt für sich im Kolben kein Wasser aus, oder nur eine Spur davon. Im Uebrigen verhält er sich wie Gyps. i. Varietät. Spiilhiger Anhydrit (IVürfelspath). Krystallisirt und derb. Blättrig. Von den höchsten Graden des Glanzes und der Durchsichtigkeit. Kommt unter ähnlichen Verhältnissen wie der späthige Gvps vor , aber vorzüglich in den älteren Gypsformationen. Die schönsten Krystaile linden sich zu Aussee in Steyermark in grossen Drusen ; weniger ausgezeichnete kommen zu Bex in der Schweiz , zu Hall in Tyrol, zu Hallein im Salzburgischen und zu Pezey in Savoyen vor. An den genannten Orten findet er sich auch derb. Auf Erzgängen wurde er zu Kapnili in Ungarn , zu Riegelsdorf in Hessen und zu Lauterberg am Harze beobachtet. 2. Varietät. Körniger Anhydrit (dichterund schuppiger Anhydrit). Derb. Körnig , ins Schuppige und ins Dichte verlaufend. Meist nur an den Kanten durchscheinend. Wenig glänzend oft nur schimmernd. Bruch uneben oder splittrig. Meist ins Graue, seltener ins Rothe und Blaue geneigt. Zuweilen krummschalig abgesondert, mit gekrüsartigem Ansehen (Gekrösstein). Der Vulpinit hat ein mehr schuppiges Gefüge , als der gewöhnliche körnige Anhydrit , und unterscheidet sich aber im Uebrigen durchaus nicht von ihm. Nur bei unreinen Stücken ist der Kieselerde - Gehalt etwas grösser , als man ihn bei den meisten Anhydriten findet. Seine Zusammensetzung ist nach Stuomeveh : 4U7042 Kalk, üS-ooyä Schwefelsäure, 0.0900 Kieselerde, 0.0720 "Wasser. 3o4 Polyhalit. Der körnige Anhydrit kommt in grösseren Massen und in untergeordneten Lagern im Glimmerschiefer des Cannria- Thalcs am Gotthardt und in dem Salzgebirge zu Bex in der Schweiz, zu Boclinia ,Wiclicczka, Hallein, Berchtesgaden, in der Zechsteinf’ormation am Harz zu Osterode u. s. w. ror. Der sogenannte Yulpinit, in Italien unter dem Namen Marino bardiglio di Bergamo bekannt , findet sich zu Vul- pino unweit Bergamo in der Lombardey, und wird häufig zu Einfassungen \on Kaminen und zu Tischblättern benutzt. 3. Varietät. Fasriger Anhydrit (fasriger und strahliger Muriacit). Derb. Fasrig , gleich- und auseinander laufend. Durchscheinend bis stark an den Kanten durchscheinend. Ilruch splittrig. Perlmutterglanz von geringem Grade. Sinaite blau , ins Wcisse und Graue verlaufend. Findet sich in dem Salzgebirge zu Sulz am Neckar. Er wird hin und wieder geschnitten und polirt. ii 4. Gattung. Polyhalit. Schiefes rhombisches Prisma ? Theilbarkeit nach den Seitenflächen desselben. Die bisher aufgefundenen Ifrystalle waren unvollständig, und die angegebene Grundform bedarf noch weiterer Bestätigung. IL = 3.5. Sp. Gew. = 2.768. Fettglanz. Durchscheinend. Farbe, ziegelroth, fleischrotli, grau. Strich röthlich-graulichw eiss. Spröde. Bruch splittrig... uneben. Geschmack schw ach, salzig - bitter. Meist derb. Fasrig, gleichlaufend und gew öhnlich etwas gebogen. Auch dicht. 2 M. G. einfach-schw efelsaurer Kalk + 1 M. G. einfach - scliwcfelsaurem Kali + 1 M. G. einfach- scliwefelsaure Bittererde + 4 M. G. Wasser. 2 Ca Su + K Su + Mg Su + 4 Aq. Apatit. 3o5 Zusammensetzung des Poljhalits, Schwe- felsaur. Kalk. Schwe- felsaur. Kali. Sclme- felsaur. Bittererde: Schwei saures Eiscn- oxvdul Salzsaure Bitter- erde. Kochsalz. Eisenoxid. Was- cr. Summe von Ischel, nach Stromeyeb. 4 - 1 - 74^9 » 7 r>3 47 3o.o347 0.3927 O.OIOO 0.1910 0.1920 5.9335 99.0315 Für sich im Kolben gibt er Wasser und wird blasser rotli. Auf Kohle schmilzt er zu einer unklaren rothen Kugel, die in der innern Flamme behandelt gesteht, weiss wird und eine hoble Rinde darstellt. Er schmeckt alsdann salzig und etwas hepatisch. Von Borax wird er leicht mit starkem Brausen aufgelöst, und gibt ein klares Glas, das bei der Abkühlung klar dunkelroth wird. Nur bei grossem Zusatz von der Probe wird das Glas bei der Abkühlung unklar. Von Phosphorsalz wird er zu einem klaren farbelosen Glase aufgelöst, das durch einen grossen Zusatz unklar wird. Von Soda wird er zerlegt und gibt eine erdige Masse, die im Reduc- tionsfeuer von eingemengtem Hepar gelblich wird. Mit Flussspath schmilzt er zu einer unklaren Perle. Findet sich in dem Steinsalzgebirge zu Berchtesgaden in Bayern, zu Iscliel in Oesterreich und zu Aussee in Steyermarh. 11 5 . Gattung. * Apatit. Sjn. Rhomboedrisches Fluss-Haloid. Spargelstein, Moroxit. Sechsseitiges Prisma. Theilbarkeit parallel der Endfläche und den Seitenflächen der Grundform. Die Krystalle haben die Gestalt der Grundform , mit welcher häufig Flächen von verschiedenen Dihexaedern verbunden sind, welche als Abstumpfungsflächen der Grund- hanten erscheinen, und die zuweilen bis zum Verschwinden der Endfläche anwachsen , wodurch eine sechsseitige Zuspitzung gebildet wird ; dann Flächen von Rhomboedern , welche als Abstumpfungsflächen der Grundecken erscheinen, und Flächen eines secundären sechsseitigen Prisma's , als Abstumpfungsflächen der Seitenkanten. H. = 5.o. Sp. Getv. = 3.i... 3.3. Walchxer Mineralogie. 20 3o6 Apatit. Glasglanz. Oberfläche. Die Endfläche des Prisma’s häufig uneben und krumm ; die Prismenflächen vertical gestreift. Die Dihexaeder- und Rhomboederflächen gewöhnlich glatt. Durchsichtig... durchscheinend. Senkrecht auf die Axe zeigen weisse Abänderungen einen bläulichen Lichtschein. Farbe weiss, grau, gelb, grün, blau, rotli und braun. Strich weiss. Spröde. Bruch muschlig... uneben. Krystallisirt und derb , blättrig , fasrig , körnig, erdig. 3 M. G. zweidrittcl-phosphorsaurc Kalkerde + 1 M. G. Chlor- oder Fluor-Calcium. 3 Ca 3 P a + Ca Apatit nach G. Rose ; Kalk. Phosphorsaure und Flusssäure. Salzsäure. Ei^enox-k il mit etwas Mang.ox.yd. Summe. von Snnruni, 54.75 4-2.90 2 . IO 0.25 100 vom Gotthardt, 55.66 44.32 0.02 — 100 vorn Grciner. 55.570 44-352 0.073 — 100 Fl Chi Für sich ist er unveränderlich ; in sehr dünnen Splittern kann er hei einem sehr strengen Feuer an den Kanten zu einem farbelosen , durchscheinenden Glase geschmolzen werden. Vom Borax wird er langsam zu einem klaren Glase aufgelöst, das milclnveiss geflattert werden kann, und von einem grösseren Zusatz bei der Abkühlung unklar wird. Vom Phosphorsalz wird er in grosser Menge zu einem klaren Glase aufgelöst, das, wenn es beinahe gesättiget ist , unter der Abkühlung unklar w ird und Facettei: bekommt. Vollkommen gesättiget gesteht es ohne Facettirunath. Ausgezeichnete Krystalle finden sich auf einem Gange im Granit bei Kandern, auf der Grube Teufelsgrund im Münsterthal, und auf Hausbaden bei Badenweiler, woselbst er namentlich in grossei’ Menge in derben Massen einbricht. Im Kalkgebirge bei Wiesloch , in den Quarzdrusen von Waldshut, dann im Urgebirge bei Sehriessheim , findet er sich gleichfalls in schönen Krystallen, und an letzterem Orte besonders in derben Massen. Der rothe Sandstein des Baryt. 3 29 Schwarzwaldes enthält häufig Trümmer und Gänge von Schwerspath , so hei Yillingen auf dem Schwarze aide, bei Wolfartsweier unfern Durlach , u. s. w. DerBologne- serspath kommt am Monte Paterno bei Bologna in Gyps führendem Thon , in eingewachsenen Kugeln vor , die durch Regengüsse ausgewaschen werden , und zu Arnberg in Bayern. Der Hepatit findet sich zu Andrarum in Schonen, zu Kongsberg und in Derbysliire. 2 . Varietät. Fasriger Baryt (Faserbaryt). Kugelig, nierenförmig, knollig. Auseinanderlaufend fasrig. Weiss, ins Graue, Gelbe, Braune. Findet sich am Battenberg bei Neuleiningen unfern Dürkheim in Rheinbayern, im Thon, auf Gängen bei Lüttich in den Niederlanden, und unter ähnlichen Verhältnissen in America und Ungarn. 3. Varietät. Körniger Baryt. Derb. Körnig abgesondert. Weiss , ins Graue , Gelbe und Rothe. Findet sich auf Lagern im Thonschiefer , unfern Wiesbaden im Nassauischen , zu Frohnleithen und Pcggau in Steyermark, am Rehrerbichl inTyrol, auch in Graubiindten, Savoyen, Irland und Siberien. 4- Varietät. Dichter Baryt (Barytsfein). Nierenfürmig, knollig und derb. Dicht. Bruch splittrig. Schimmernd. Graulich-, gelblich- und rüthlichweiss ; auch bläulichgrau. Findet sich auf Lagern im Thonschiefer in Norwegen, auf dem Erzlager des Rammelberges am Harz , in Tyrol, Steyermark, England u. s. w. 5. Varietät. Erdiger Baryt (Schwerspat Zierde). Staubartige, lose verbundene Tlieile von gelblich- oder rüthlichweisser Farbe. Findet sich auf Barytgängen zu Freiberg , zu Riegelsdorf in Hessen, in Westphalen, Ungarn u. s. w. Der reine späthige Baryt wird , fein gemahlen , dem Bleiweiss zugesetzt ; er wird ferner als Streusand , zur Soda-Fabrication und zur Darstellung verschiedener Baryt- Präparate benützt. 8. FAMILIE DES NATRIUMS. Mineralien, deren Grundlage das Natriumoxyd , oder Natron ist. Es findet sich im Mineralreiche 33o Steinsalz. in Verbindung mit Chlor, Kohlensäure, Schwefelsäure , Boraxsäure und Salpetersäure. Die hierher gehörigen Mineralien zeichnen sich durch Auflöslichkeit im Wasser , durch leichte Schmelzbarkeit , salzigen Geschmack, geringes Sp. Gewicht (i .5 bis 2.8) , und durch eine geringe Härte aus (1.0 bis 3 .o). Sie sind im reinen Zustande weiss. 127. Gattung. * Steinsalz. Syn. Hexaedrisclies Steinsalz, natürliches Kochsalz. Würfel. Theilbarkeit parallel den Flächen der Grundform, vollkommen. Die Kryslalle sind gewöhnlich Würfel, und nicht selten erscheinen die Flächen des Parallelcpipcdums als Rechtecke; auch lindet sich zuweilen der Würfel mit Abstumpfung der Ecken, mit Abstumpfung der Kanten, das Rhombendodekaeder und der Pyramidenwürfel. H. = 2 . 5 . Sp. Gew. — 2.2... 2.3. Glasglanz, etwas in den Fcttglanz geneigt. Oberfläche meistens glatt; die Flächen des Pyra- midenwürfels zuweilen rauh. Durchsichtig... durchscheinend. Farbe weiss, herrschend; ins Gelbe, Aschgraue und Fleischrollie verlaufend. Zuweilen schön viol-, berliner- und lasurblau. Strich weiss. Wenig spröde. Bruch muschlig. Geschmack salzig. Leicht in Wasser löslich. Krystallisirt und derb. Blättrig und fasrig. Einfach Ghlor-Natrium (salzsaures Natron) Na Chi. Zusammensetzung Saluaures Natron. Gvps. Bituminöser Thon. Eisenoxyd. Summe. des weissen Steinsalzes, <)9-3 Ü.5 0.2 — 100.0 des rothen von Vic; <» 8 — — 0.2 100.0 nach Bertiiier. Glaubersalz. 33 1 Decrepitirt im Kolben und gibt etwas Wasser. Auf Kohle schmilzt es und geht in die Kohle, wobei es zugleich raucht. Auf Platinblech schmilzt cs zu einer klaren Masse, die unklar wird, wenn sie gesteht. Mit Kupferoxyd enthaltendem Phos- p/iorsalz bekommt man eine schöne blaue Flamme, welche die Salzsäure anzeigt. Mit Soda schmilzt cs auf Platinblech zusammen, ohne trübe zu werden. Das Steinsalz findet sieb vorzüglich in Lagern im Flötz- gebirge , wie zu Dürrheim und Rappenau, dann zu Schwenningen , Sulz, Jaxtfeld und llall in Y\ iirtemberg , zu Berchtesgaden und Hallein in Bayern, zu Hall in Tyrol, zu Iseliel in Oberüsterreich, zu Bochnia und Wieliczka in Gallizien , in Polen , Spanien , namentlich bei Cardona in Catalonien, woselbst es einen Hügel von 5oo' Höhe und 3 Meilen im Umfang bildet, an der Ostkiiste Neuhollands in ungeheuren Massen, in England, Sicilien, Africa, Asien, Brasilien u. s. w. Es ist imFlützgebirge gewöhnlich vonGyps, Thon, Ballt und Sandstein begleitet. Zu Bex in der Schweiz kommt es auf eine eigenthümliehe Weise im Uebergangs- gebirge vor. Eine Spalte im Anhydrit ist durch Steinsalzmasse ausgefüllt, welche Anhydrit-Stücke umschlossen hält. Auch im vulcanischen Gebirge hat man es gefunden , auf Laven am Vesuv , am Hekla und auf der Insel Bourbon. Es findet sich auch auf dem Grunde und in den Umgebungen einiger Seen, wie in Egypten, in der Grimm, in Mexico u. s. w. Das Steinsalz wird in seinem natürlichen Zustande selten angewendet , aber ganz allgemein zur Darstellung des Küehcnsalzcs, w elches im gemeinen Leben auf die bekannte Weise benützt wird, dann gebraucht man cs zur Fabrica- tion von Salzsäure, Glaubei’salz, Soda u. s. w. 128. Gattung. Glaubersalz. Prismatisches Glaubersalz, natürliches Glaubersalz. Schiefes rhombisches Prisma von 99 ° 30'; P—M = 101° 20'. Theilbarkcit , in clcr Richtung der kleinen Diagonale der Endfläche vollkommen. Sccundärc Gestalten sind in der Natur noch nicht gefunden worden. 332 Glaubersalz. II. = 1.5... 2.0. Sp. Gew. = 1.48. Glasglanz. Halbdurchsichfig... durchsclieinend. Farbe weiss, ins Graue und Gelbe geneigt. Strich weiss. Milde. Bruch muschlig. Geschmack kühlend, dann salzig-bitter. Leicht in Wasser löslich. Verwittert an der Luft. Krystallisirt, getropft, und als mehliger Beschlag. 1 M. G. einfach-schwefelsaures Natron + 10 M. G. Wasser. Na Su + 10 Aq. Künstliches Glaubersalz, Schwefel saures Natron. Wasser. Kohl en- saure* Vitron. SaJzsaur. Xalron. Saizsaur. Kalk. Suni me. nach Kerzelius; 44. 0 56 . 0 — — — 100. 0 natürlich es, verwittertes, nach Reuss. f> 7 - 034 — 16.333 II. 000 5 . G 43 loo.000 Das verwitterte gibt im Kolben etwas Wasser aus; das frische schmilzt im Krystallisationswasser. Auf Kohle erhält man Hepar. Findet sich theils mit Steinsalz im Flützgebirge, wie zu Aussee, Ischel und Hallstadt in Oesterreich, und zu Hallern im Salzburgischen ; theils im Gypse , wie bei Mühlingcn im Canton Aargau in der Schweiz ; theils als Ausblühung aus der Erde, wie in der Salzebene von Astrakan, in Asien, Egypten u. s. w. Auch auf vesuvischen Laven hat man es gefunden. Man kann es, wo es in grösseren Massen vorkommt, zur Bereitung von Soda, zur Glasfabrication, und zur Darstellung des künstlichen Glaubersalzes benützen. Der Reussin scheint ein Gemenge von Glaubersalz und Bittersalz zu seyn. Er besteht, nach Reuss , aus 66.04 Glaubersalz , 3 i .35 Bittersalz , 2.19 salzsaurer Bittererde und 0.42 schwefelsaurer Kalkerde, und bildet sich, lloclug, mehlartig, oder nadelförmig , hei Sedlitz in Böhmen aus Sümpfen ausgewittert. Auch der Bl'ödit ist höchst wahrscheinlich nur ein Gemenge aus Glaubersalz und Bittersalz, das durch basisches, schwefelsaures Eisen roth gefärbt ist. Er kömmt in derben fasrigen Parthien zu Ischel in Oesterreich vor. Thcnardit. Glauberit. 333 129. Gattung. Telinardit. Gerades rhombisches Prisma von 1 25° ungefähr. Theilbarkeit parallel den Flächen der Grundform, vollkommen. Uie Krystalle sind rhombische Oktaeder. H. unbestimmt. Sp. Gew. = 2.73. Glasglanz. Halbdurchsichtig... durchscheinend. Farbe weiss. In Wasser löslich ; die Lösung reagirt schwach alkalisch. Wird in feuchter Luft undurchsichtig und beschlägt mit einem weissen Pulver. Krystallisirt und in kristallinischen Massen. Einfach-schwefelsaures Natron. Na Su. Schwefelsaures Natron. Kohlensaures Natron. 99 - 78 0. 22 Zusammensetzung des Thenardits, nach Casaseca. »Summe. IOO. 00 Gibt beim Erhitzen etwas Feuchtigkeit aus, und schmilzt in stärkerer Hitze. Zieht im gepulverten Zustande sehr begierig Wasser an , erwärmt sich dabei, und bildet fest adhärirende krystallinische Krusten. Findet sich zu Salincs d'Espartines, 5 Meilen von Madrid, auf dem Boden eines Bassins, aus welchem im Winter salzhaltige Wasser hervordringen , aus welchen sich im Sommer bei der freiwilligen Verdunstung des Wassers das Mineral absetzt. Es wird zur Bereitung von Soda angewendet. i 3 o. Gattung. Glauberit . Syn. Prismatisches Britbjn - Salz, Brongniartin. Schiefes rhombisches Prisma von 8o° 6 / ; Neigung der Endfläche gegen die scharfe Seitenkante H2° 4<) / - Glauberit. 334 Thcilbarkcit parallel den Flächen der Grundform ; am vollkommensten parallel der Endfläche. Die Krystallc sind schiefe rhombische Prismen , an welchen Absluiiipfungsllächcn der scharfen Seitenkanten , der ScitenechCn und der Grundkanten Vorkommen. H. = 2.5... 3.o. Sp. Gew. = 2.7... 2.8. GlasManz. o Oberfläche. Die Prisinenflächen sehr glatt und glänzend , zum Th eil uneben ; die Endfläche und die Abstumpfungsflächen der Grundkanlen parallel ihren Combinationskanten gestreift. Halbdurchsichtig... durchscheinend. Farbe weiss , ins Graue , Gelbe und Rothe geneigt. Meist unrein, Strich weiss. Spröde. Bruch muschlig. Geschmack, salzig-zusammenziehend , schwach. Zum Theil in Wasser löslich. Krystallisirt und derb, blättrig. 1 M. G. einfach-scliwefelsaurcs Natron + 1 M. G. einfach -schwefclsaurem Kalk. Na Su + Ca Su. Schwefelsäure* Natron. Schwefelsaurer Kalk. Summe. 5i. 0 49.0 100.0 Zusammensetzung des Glauberits, nach Brorcsiart. Decrepitirt im Kolben mit Heftigkeit , und gibt sehr wenig Wasser. Bei anfangender Glühebitze schmilzt er zu einem klaren Glase , woraus sich nichts verflüchtiget. Auf Kohle wird er durch die erste Wirkung der Hitze weiss, und schmilzt nachher leicht zu einer klaren Perle, die bei der Abkühlung unklar wird. Im Reductionsfeuer gesteht sie und wird hepatisch. Das Schwefelnatrium geht in die Kohle, und der Kalk bleibt als eine w eissc Kugel zurück. Vom Borax wird er unter star- Natron. 335 kern Aufbransen gelöst; die Masse gelu in die Kohle. Vom Phosphorsalz wird er mit Brausen zu einem milchwcisscn Glase aufgenommen. Mit Flussspalh schmilzt er wie Gyps. Von Soda wird er zerlegt ; eine hepatische Masse geht in die Kohle, und der Kalk bleiht. Mit Soda und Kieselerde , und mit Soda allein geschmolzen , erhält man ein gelbes Glas, oder eine schlackige Masse, die Silber schwärzt. Der Glauberit findet sieb im Steinsalzgebirge, mit Thon und Steinsalz zu Yillarubia , unweit Oeanna in Spanien, und zu Aussce in Oesterreich. Nach den Untersuchungen von Bertujf.h ist auch das mit dem Steinsalz zu Yie in Lothringen vorkommende Mineral, welches mit Unrecht für Polyhalit gehalten wurde, zum Glauberit zu zahlen, da es hauptsächlich aus schwcfelsaurem Natron und schwefclsau- rem Kalk besteht. Be min er fand im rotlien derben, /\ ).6 schwcfelsaures Natron, 45 -° schwefelsauren Kalk, 6.4 salzsaures Natron, 3.0 Eisenoxyd und Thonerde ; im krystalli- sirten , 21.6 schwefelsaures Natron, 52.2 Schwefelsäuren Kalk, 2.5 schwefelsaure Bittererde, 18.9 salzsaures Natron, 5.0 Eisenoxyd und Thonerde ; im grauen , derben fand er 29.4 schw efelsaures Natron, 40.0 schwefelsauren Kalk, 17.6 Schwefelsäure Bittererde, o. 7 salzsaurcs Natron, 4.3 "Eisenoxyd und Thonerde. i3i. Gattung. Natron. Syn. Hcmiprismatisclies Natron-Salz. Schiefes rhombisches Prisma von 7O 0 12'; P—S 121° 2ü'. Thcilbarkeit parallel den Flächen der Grundform, und in der Richtung der grossen Diagonale der Basis. Sehr selten kommen Krystalle vor , welche rhombische Oktaeder sind. Andere secundärc Formen sind Erzeugniss der Kunst. H. = 1.0... i. 5 . Sp. Gew. = 1 . 4 ... i.5. Glasglanz. Oberfläche glatt und eben. 336 Trona. Halbdurchsichtig. Farbe weiss ; durch Verunreinigung grau und gelb. Strich weiss. Milde. Bruch muschlig. Geschmack scharf, laugenhaft. Leicht in Wasser löslich. Häufig im staubartigen Zustande , auch derb, und gewöhnlich verwittert. l M. G. einfach-kohlensaurcs Natron + 10 M. G. Wasser. Na C + 10 Aq. ■Stliwelcl Salz-aur. Natron. Unreines egjptisches Natron , saures Natron. Wasser. saures Natron. Summe. nach Klapf.otii ; reines, künstliches, 3 2 .Go 3 i.6o 20.80 iS.oo 100.00 nach Berard. 3 ;. 3 i 62.69 — — 100.00 Gibt beim Erhitzen Wasser aus ; schmilzt auf Kohle leicht, und zieht sich in dieselbe hinein. Findet sich als Ausblühung an der Oberfläche der Erde, in den Ebenen von Debrezin in Ungarn in grosser Menge, und unter ähnlichen Verhältnissen in Böhmen und Italien. Am häufigsten liefern es die Natron-See'n in Egypten, insbesondere die der Maharius-Wüste, und mehrere in Africa und Asien. Man benützt das Natron zur Bereitung der Seife , zum Waschen und Bleichen , in der Färberei , Glasfabrication u. s. w., vorzüglich nach vorhergegangener Reinigung. i 3 a Gattung. Trona. Syn. Straliliges Natron, Urao. Schiefes rhombisches Prisma von io 3 ° 15 ' ungefähr. Theilbarkeit nach der Seitenfläche und der Endfläche der Grundform. Die Itrystalle sind irreguläre sechsseitige Prismen. H. = i.5. Sp. Gew. = 2.112. Trona. 33 9 Glasglanz. Halbdurchsichtig... durchscheinend. Weiss, ins Graue und Gelbe geneigt. Strich weiss. Milde. Bruch muschlig. Geschmack scharf, laugenhaft. Leicht in Wasser löslich. Luftbeständig. Derb , dünn- und auseinanderlaufend stängelig und strahlig. 1 M. G. anderthalb-kolilensaures Natron + 2 M. G. Wasser. Na 2 C 3 + 2 Aq. Trona, nach Klapbotii ; Natron. Kohlensäure. Wasser. Schwefel saures Natron. Unreinis- keiteo. Summe. i;.o 38 . u 21 .5 2. 5 — 100. 0 Urao , nach Bolssingault. 41.22 3 g. 00 18. 80 - 0. 98 100. 0 Decrepitirt beim Erhitzen, gibt Wasser und Kohlensäure aus, und schmilzt leicht wie Natron. Findet sich in Africa in der Provinz Suhena, zwei Tagreisen von Fezzan, als eine schwache Lage von am Fusse eines Bei'ges , im Districte Mendrah in Fezzan auf der Oberiläche rauchender See’n schwimmend , theils am Ufer derselben , und in America zu Lagunilla , einem indianischen Dorfe, eine Tagreise südöstlich von Merida, auf dem Boden eines See's, von einer Thonschicht bedecht. Es wird in Africa und America gewonnen. Das africanische wird grösstentheils nach dem Lande der Neger und nach Egypten verführt; auch nach Tripoli hommen jährlich 1000 Zentner. Das americanische wird von den Indianern durch Untertauchen und Ausgraben während zwei Monaten in der heissen Jahreszeit gefordert, während welcher Zeit iooo bis 1600 Zentner gewonnen werden. Die Indianes benützen das Salz fast ausschliesslich zur Bereitung eines beliebten, den Speichel erregenden Kaumittels , welches bei geringem Urao-Zusatz den Namen Moo dulce, bei grösserem den Namen Chimoo führt, und das man durch Vermischung des Salzes mit eingedicktem Arwir erhaltet, einem scharfen, berauschenden, rothenSaft, der durch Auspressen von in der Sonnenwärme in Gährung gestandenen, frischen Tabaksblättern bereitet wird. Wal c h.nb n Mineralogie. 22 i33. Gattung. Borax. Sjn. Prismatisches Borax-Salz, Tinkal. Schiefes rhombisches Prisma von 8(3° 3o'; P — M = ioi° 3o'. Theilbarkeit parallel den Seitenlliichen der Grundform, unvollkommen; in der Richtung der Diagonalen der Endfläche vollkommen. Die Krystalle sind rhombische Prismen, mit Abstumpfung der scharfen und der stumpfen Seitenkanten , und mit Abstumpfung der scharfen Grundkanten. II. = 2 . 0 ... 2 . 5 . Sp. Gew. = i.5... 1.71. Fettglanz. Oberfläche. Die Abstumpfungsflächen der Grundkanten und die Seitenflächen des primären rhombischen Prisma’s parallel den Combinationskanten mit der Endfläche gestreift ; die übrigen Flächen g latt - Durchsichtig... halbdurchsichtig. Farbe weiss, ins Graue, Grüne und Gelbe geneigt. Strich weiss. Etwas spröde. Bruch muschlig. Geschmack siisslicli laugenhaft, schwach. Auflöslich in Wasser; die Lösung reagirt alkalisch. Verwittert an der Luft oberflächlich. Krystallisirt und derb. 1 M. G. einfach-boraxsaures Natron + 10 M. G. Wasser Na B + to Aq. Zusammensetzung des Borax, nach Klaproth. Natron. Boraxsaure. Wasser. Summe'. 14. 5 3 j.o ki- 0 98.5 Gibt im Kolben Wasser aus. Auf der Kohle wird er schwarz , riecht brenzlig , brennt sich bei Natron - Salpeter. 34 1 fortgesetztem Blasen wieder weiss, nnd schmilzt nachher zu einer farbelosen, klaren Kugel. Findet sich auf dem Grunde und am Ufer des Sees Ma-piu mon-ta-lei in Tibet ; auch in Persien , auf Ceylon und unfern Potosi in Südamerica soll er Vorkommen. Er wird zur Darstellung von künstlichem Borax benützt. i.'34. Gattung. Natron-Salpeter. Sjn. Cubischer Salpeter. Rhomboeder von To6° 33'. Theilbarkeit parallel den Flächen der Grundform , sehr vollkommen. Die Krystalle haben die Gestalt der Grundform. H. = i.5... 2.0. Sp. Gew. = 2.09. Glasglanz. Oberfläche glatt. Durchsichtig... durchscheinend. Farbe weiss. * Strich weiss. Ziemlich milde. Bruch muschlig, kaum wahrnehmbar. Geschmack kühlend. In Wasser löslich. Krystallisirt und derb, blättrig. Einfach - salpetersaures Natron. Na N. Zusammens. des künstl. Natron-Salpeters, nach Loxgcuamp. tfalron. Salpersäure. Summe. 36.75 63. a5 100.00 Schmilzt beim Erhitzen , und gesteht beim Erkalten zu einer weissen Masse. Verpufft auf Kohle aber schwächer als der Kali-Salpeter. Findet sich im Districte Atacama in Peru mit Thon, in Lagern von verschiedener Mächtigkeit, in einer Erstreckung von mehr als fünfzig Meilen , und wird mit grossem \or- 3 /| 2 Hali-Salpeter. tlieilo bebauet. F.r wird in vielen Fallen wie I{a!i-Salpettr, und zur Darstellung dieses benutzt. 9. FAMILIE DES KALIUMS. Mineralien , deren Grundlage das Kaliumoxyd, Kali, ist. Sie zeichnen sich durch die Auflöslich- keit in Wasser, leichte Schmelzbarkeit und salzigen Geschmack aus. Spec. Gew. = 1.7. bis 2.0. H. = 2.0. Im reinen Zustande weiss. Glasglanz. Durchsichtig. i 35 . Gattung. Kali — Salpeter. S\n. Prismatisches JNitrum-Salz, Salpeter. ' ( 1 Gerades rhombisches Prisma von 120° ungefähr. Theilbarkeit parallel den Flächen der Grundform, und parallel den Abstumplungsflächen der scharfen Seitenkanten. Die abgeleiteten Gestalten sind Kunsterzeugnisse. H. = 2.0. Sp. Gew. = 1.9... 2.0. Glasglanz. Durchsichtig... halbdurchsichtig. Farbe weiss, ins Graue und Gelbe geneigt. Strich weiss. Milde. Bruch muschlig. Geschmack salzig-kühlend. ln Wasser auflöslich. Nadelförmige Krystalle , derb , rinden - oder krustenartig, flockig. Zuweilen fasrig. Einfach-salpetersaures Kali. K N. Salpeter aus dem Pulo diMolfetta, Natron. Salpetersäure. Gyps. Salzsaur. Kali. Kalkstein Verlust. Summe. n. Klaprotu; künstJichcr S., 17.86 2/f. 69 25.45 . 0. 20 3 o. 4 o ..40 100. 00 n. Wollaston. 46.668 53. 33a — — — — 100. 000 Schmilzt leicht und verpufft auf Kohle. Duplicatsalz. 343 Findet sich gewöhnlich als rindenartiger Ueberzug, oder in dünnen Krusten auf der Oberiläehe der Erde , und öfters auf Kalkstein und Sandstein, wie in einigen Gegenden Spaniens, in Italien, Ungarn, Egypten, China, Persien u.s.w.; auch in Höhlen, deren Gestein aus Kalkstein undFeldspath besteht , namentlich auf Ceylon , auf welcher Insel der Kali-Salpeter in 20 Höhlen gefunden wird, und in Hengalen. Im rohen Zustande wird er wenig gebraucht; man wendet ihn aber mit grossem Tortheil zur Darstellung von künstlichem Salpeter an , welcher insbesondere zur Bereitung von Schiesspulver , Scheidewasser, zum Einsalzen , in der Medicin , und bei vielen chemischen Operationen benützt wird. i 36 . Gattung. Duplicatsalz. Syn. Sclnvcfelsaurcs Kali. Gerades rhombisches Prisma von 112 0 8'. Theilbarkeit in der Richtung der Diagonalen der Endfläche, unvollkommen. Die Krystalle sind meist nadelförmig , rhombische Prismen mit vierflächiger Zuspitzung , zuweilen mit Abstumpfung der scharfen und der stumpfen Seitenbauten. If. = 2.5... 3 .o. Sp. Gew. = 1.731 ? Glasglanz, in den Fettglanz geneigt. Durchsichtig... durchscheinend. Farbe weiss, ins Graue und Gelbe geneigt. Aussen zuweilen bläulich oder grünlich gefärbt. Strich lveiss. Etwas spröde. Bruch unvollkommen muschlig... uneben. Geschmack salzig-bitter, unangenehm. In Wasser löslich. Krystallisirt und in kristallinischen Massen. Einfach-schwefelsaures Kali. K Su. Zusammensetzung des Lünsti. DupKeatsalzes, nach Weazel. Kali. Schwefelsäure. Summe. 54 . :5 45 . 25 IOO 344 Digestivsalz. Decrepitirt beim Erhitzen, schmilzt bei stärkerer Hitze, und bildet auf der Kohle einen Hepar. Die wässrige Lösung gibt, mit Weinsteinsäure versetzt, einen körnigen Niederschlag von Weinstein. Findet sich in einigen Laven des Vesuvs. i3y. Gattung. Digestivsalz. Würfel. Theilbarkeit nach den Seitenflächen der Grundform. Die Krystalle haben die Gestalt der Grundform und sind sehr klein. H. = 3 .o. Sp. Gew. = 1.8. Glasglanz. Durchsichtig... durchscheinend. Farbe tveiss. Etwas spröde. Bruch muschlig. Geschmack salzig. In Wasser löslich. Krystallisirt-und in krystallinischen Massen. Einfach Chlor-Kalium (salzsaures Kali). K Chi. Zusammensetz, des künstl. Digestivsalzes, nach Ure. Kalium. Chlor. Summe. 53.0 47.0 100. 0 Decrepitirt beim Erhitzen. Schmilzt in der Glühehitze. Zeigt, nach Smithson’s Methode geprüft, Salzsäurereaction. Die wässrige Lösung gibt mit Weinsteinsäure einen Niederschlag. Findet sich in Blascnräumen einer rothen schwammigen Lava am Vesuv. 10. FAMILIE DES AMMONIUMS. Mineralien, deren Grundlage das Ammonium, Ammoniak, ist. Sie sind in Wasser löslich, haben Salmiak. 345 scharfen Geschmack, verflüchtigen sich in der Hitze, und geben , mit gebranntem Kalk zusammen- gcrieben, Ammoniak aus. Härle i.5 bis 2.0. Sp. Gew. = i.5. lin reinen Zustande weiss. Verbindungen des Ammoniums mit Salzsäure und Schwefelsäure. i38. Gattung. Salmiak. S)ii. Oktaedrisches Ammoniak-Salz, natürlicher Salmiak. Reguläres Oktaeder. Theilbarkeit parallel den Flächen der Grundform. Die Kry stalle haben die Gestalt der Grundform, oder sind Würfel, Trapezoeder und ithoinbendodckueder. 11 . = 1.0... 2.0. Sp. Gew. = 1.52. Glasglanz. Oberfläche glatt. Durchsichtig... durchscheinend. Farbe weiss , herrschend. Ins Graue und Gelbe geneigt. Durch Verunreinigung , gelb, grün,schwarz. Strich weiss. Milde. Bruch muschlig. Geschmack scharf und urinös. In Wasser leicht löslich. Krystallisirt ; tropfsteinartig, traubig , kugelig, nierenförmig, krustenförmig; fasrig. Derb und als mehlartiger Beschlag. Einfach - salzsaures Ammoniak. NH 3 Chi» Salzsaures Schwel eisaures Summ«. Salmiak Ammoniak. Ammoniak. vom Vesuv, 99-5 0 . 5 IOO. O aus der Tartarci nach Klaprotii. o:-5 2 . 5 IOO. O Verflüchtiget sich in der Hitze. Zeigt , nach Siiithso.n’s Methode untersucht, Salzsäurereaction. 346 Mascagnin. Findet sich vorzüglich im vulcanischen Gebirge, in Rissen und Spalten der Lava und auf derselben , und in Sol- fataren. Am Vesuv, Aetna, auf den liparischen Inseln, auf Lancerote u. s. w. Auch bei Erdbränden , bei brennenden Stein- und Braunkohlenlagern , -wird er gebildet. Hierher gehört das Vorkommen zu St. Etienne bei Lyon , zu Glan in Rheinbayern, zu Lüttich u. s. w. Man kann ihn zur Darstellung von künstlichem Salmiak benützen , wenn er in grösserer Menge vorkommt. i 3 g. Gattung. Mascagnin. Gerades rhombisches Prisma, von unbekannten Winkeln. Theilharkeit unbestimmt. H. und sp. Gew. unbekannt. Halbdurchsichtig... undurchsichtig. Farbe gelblichgrau... zitrongelb. Bruch uneben. Geschmack scharf und bitter. In Wasser löslich. Tropfsteinartig und als mehliger Beschlag. 1 M. G. ein fach -schwefelsaures Ammoniak + 2 M. G. Wasser. NH 3 Su + 2 Aq. Zusammensetz, des Ammoniak. Schwefelsäure Wasser. Summe. künstlichen Mascagnins, nach Berzklics. 22. G 53.1 24. 3 IOO Gibt beim Erhitzen Wasser aus , und verflüchtiget sich in stärkerer Hitze unter theihveiser Zersetzung. Die wässrige Lösung wird durch Barytsolution gefällt. Findet sich am Aetna und Vesuv in vulcanischen Gesteinen. Gediegen Eisen. 347 III. Ordnung. Schwere Metalle. Mineralien, deren Grundlage die schweren Metalle sind , und welche im engeren Sinne des Wortes metallische genannt werden. Sie besitzen im Allgemeinen ein grösseres spezifisches Gewicht, als die Mineralien der vorhergehenden Ordnungen, das zwischen 3.8 und 18.9 liegt. Die Farben sind bestimmter , und die meisten zeigen Metallglanz. Die gediegenen Metalle sind undurchsichtig. i. FAMILIE DES EISENS. Mineralien , deren Grundlage das Eisen ist. Es kommt, obwohl selten, gediegen vor; häufig aber als Oxyd , in Verbindung mit Schwefel , Arsenik, und mit verschiedenen Säuren. Alle hierher gehörigen Mineralien geben mit den Flüssen starke Eisenreaction. i4o. Gattung. Gediegen Eisen. Sjn. Oktaedrisches Eisen, Meteoreisen. Oktaeder. Theilbarkeit parallel den Flächen der Grundform, unvollkommen. Einzelne beobachtete Krystallflächcn sind nur mit der angegebenen Grundform verträglich. Die Structur wird am besten erkannt, wenn man, wie v. NY "idmanstädten zuerst zeigte , eine polirte Fläche des Minerals mit verdünnter Salpetei’säure ätzt. H. = 4-5. Sp. Gew. = 7.35... 7.8. Metallglanz. Oberfläche rauh. Farbe stahlgrau, ins Silbenvcisse geneigt. 340 Gediegen Eisen. Strich unverändert, glänzend. Wirkt stark auf den Magnet. Dehnbar. Bruch liackig. Krystallinische , mit Eindrücken versehene , poröse , zelligc , ästige Massen ; aussen gewöhnlich dunkel oder rostfarbig angelaufen; die Höhlungen schliessen zuweilen Chrysolith ein , und sind gewöhnlich wie mit einem Schmelz ausgekleidet; auch eingesprengt und als Anflug. Metallisches Eisen, mit Nickel, Kobalt und Chrom. Fe (Ni, Co, Cli). Zusammen*, des gedieg. Eisen. Nickel. Suninir. Eisens : von Agrain, yö-5 3.5 HK) aus Siberien , nach Klaproth ; 98.6 i.5 U>0 von Santa Rosa, nach BoussiNGACiiT. 91.23 8.21 9<> 44 Schmilzt nicht. Löst sich in Salzsäure unter Entwickelung von Hydrogen auf. Die Lösung gibt mit den Fällungsmitteln des Eisens die bekannten Niederschläge. Das gediegene Eisen findet sicli in einzelnen Massen an der Oberfläche der Erde, und eingesprengt in Meteorsteinen. Es hat dieselbe Entstehung wie diese , wird aber seltener gefunden. Man hat am a 6 . Mai 1761 zu Hraschina im Agramcr Comitat in Ungarn die glühende Masse von gediegen Eisen aus der Luft fallen sehen , deren Analyse oben mitgetheilt ist. Die nierhwürdigsten Massen von gediegen Eisen , sind die von Pai.i.as 1794 in Siberien entdeckte , von 1680 Pf. , welche Chrysolith-Korner enthält; die von Rubin de Cki.is entdeckte und von Proust analv- sirte aus dem Bezirke von San Jago del Estero in Südamerica von 3 o,ooo Pf., in welcher zuerst die Gegenwart des Nickels nachgewiesen wurde ; die von Ellbogen in Böhmen; die vom Kap; die von Louisiana in Nordamerica ; die von Mexico ; die von Santa Bosa und von Rasgata in Südamerica. Bei Bitburg im Trier'schen wurde eine gediegene Eisenmasse von ungefähr 3 o Zentner gefunden , welche in allen Eigenschaften mit den erwähnten Massen übereinstimmt, und die aus Unkunde in einem Frischfeuer war cingeschmol- zen worden. Gediegen Eisen. 349 Das Vorkommen des sogenannten Tellureisens ist noch nicht hinlänglich bewiesen. Torrey will auf dem Schelcys- Gebirge in New-Yorli gediegen Eisen mit Graphyt gemengt gefunden haben , und Proust in einem Gemenge verschiedener Schwefelmetalle aus Südamerica. Nach Mossier soll es in schlackigen Laven am Gravencire bei Clermont- Fcrrand Vorkommen. In der Sammlung des Herrn Dr. Stolz von Tcplitz befindet sich, nach Pusch, ein Stück gediegen Eisen vom Jorgany bei Platten in Böhmen , an dem man noch an beiden Seiten die quarzigen Saalbänder des Ganges sah. Anhang. Meteorsteine. Ihre Masse hat eine graulichweisse, oder aschgraue Farbe, und ist stellenweise gelb gefleckt. Sie ist bald mehr gleich förmig , bald ein mit freiem Auge erkennbares , körniges Gemenge , in welchem man Puncte von gediegen Eisen, Augit, Labrador und Magnetkies unterscheiden kann. Ihr sp. Gew. = 3.43 bis 3.7. Sie wirken auf die Magnetnadel, sind Aussen mit einer schwarzen Rinde überzogen, die ein geflossenes Ansehen hat, bald glatt bald rauh, und härter als das Innere ist. Sic besitzen gewöhnlich eine sphäroi- disclie Gestalt. Meteor sleiu V. Erx- Eisen. Nickel. Kieselerde. Talkerde. Thonerde. Schwefel. Kalk. Eisen- oxvdul Mang, wx \ dul Chrom nxjd. Natron. Summ. leben , nach Stro- mf.yer ; 34.415 t. 570 56 . 320 23.584 r. 6 o 4 2.952 I. 932 5 . 5)2 0. 7 o 5 0. 346 0.741 !«■ f> 4 3 v.Smolensk , nach Klaf- ROTH. 17. 00 0. !\o 38 . 00 14. i 5 1. 00 0. 7 5 33. 00 3 . 00 . 100. 0 Der Steinregen , der i8o3 im Departement Aigle in Frankreich Statt fand , lenkte zuerst die Aufmerksamkeit der Naturforscher auf die Meteorsteine , ungeachtet schon 1794 ein solcher Regen bei Siena in Italien gefallen war, und Chladim in demselben Jahre seine erste , sehr anziehende Schrift über ,meteorische Massen herausgegeben hatte. Von nun an wurden alle ähnliche Massen genau untersucht , und bereits ist eine grosse Anzahl derselben genauer beschrieben, unter welchen die Steine von Ensis- heim, Lissa, Smolensk, Erxlebcn, Juvenas, Stanucrn, Aigle und Dorominsk die bekanntesten sind. 35o Magneteisenstein. 1 4 1• Gattung. * Magneteisenstein. Syn. Oktaedrisches Eisen. Erz, Magneteisen. Reguläres Oktaeder. Theilbarkeit nach den Flächen der Grundform ; gewöhnlich vollkommen und leicht zu erhalten. Die Krystalle haben meistens die Gestalt der Grundform, und das Oktaeder ist zuweilen keilförmig ; dann erscheint der Würfel, das Rhombendodekaeder, und dieses hin uad wieder mit Abstumpfung der Kanten und Ecken , Combi- nationen der Oktaederflächen mit den Flächen des Würfels und Dodekaeders , Cubo-Oktaeder , Cuho-Dodekaeder u.id Zwillinge; die Zusammensetzungsfläche eine Oktaederfläche; die Umdrehungsaxc senkrecht auf derselben. H. = 5.5... G.5. Sp. Gew. = 5.og. Metallglanz, hin und wieder unvollkommen. Oberfläche. Das Dodekaeder gewöhnlich gestreift parallell den Combinationskanten mit dem Oktaeder ; die Flächen der übrigen Gestalten meistens glatt. Undurchsichtig. Farbe eisenschwarz. Strich schwarz. Wirkt stark auf den Magnet. Spröde. Bruch muschlig... uneben. Krystallisirt, derb, eingesprengt; blättrig, körnig, dicht, sandartig, staubartig. Eisenoxydul-Oxyd, f + F. Zusammensetzung des Magneteisensteins, nach Vauqleli!«. Eiseuoxydul. Eiseno xyd. Suntme. 28. o 72. O »00.0 Schmilzt nicht. Löst sich im Borax zu einem dunkelgelben Glase auf, das unter der Abkühlung au Intensität der Farbe verliert , und in der Re- ductionsflamme , noch schneller unter Zusatz von Chromeisen. 351 Zinn, bouteillengrün wird. Vom Phosphoisalz wird er wie vom Borax aufgelöst, aber die Farbe nimmt bei der Abkühlung stärker ab und verschwindet für sich, oder bei Zusatz von Zinn, ganz. Zuweilen enthält der Magneteisenstein Chrom oder Titan. Das Glas wird alsdann nach der Behandlung mit Zinn bei der Abkühlung chromgrün oder violett. Der Magneteisenstein ist sehr verbreitet, und findet sich vorzüglich im Urgebirgc auf Lagern , die zum Theil eine bedeutende Mächtigkeit haben, seltener im Uebergangs- gebirge auf Lagern, Gängen und Nestern, und eingewaeh- sen, tbeils in Krystallen, theils in Körnern, in verschiedenen Gebirgsarten. Die Magneteisensteins-Lagern kommen insbesondere im Grünstein, Gneis, Glimmer-, Hornblende- und Thonschiefer vor. Die grössten und bekanntesten sind die von Arendal in Norwegen, vom Taberg in Smaland und von Dannemora in Schweden , und die in Chili und Nordamerica. In Brasilien ist er im Gebirge der Serrado Mar dem Granite in solcher Quantität beigemengt, dass er den vierten , und selbst den dritten Theil des Gesteines ausmacht. Die schönsten Krystalle finden sich in Piemont, Schweden , an der Gulsen bei Kraubat in Steyermark und am Greiner in Tyrol, und hier namentlich eingewachsen in Chloritschiefer. Die Gebirgsarten, in welchen der Magneteisenstein theils in Krystallen , theils in Körnern eingewachsen vorkommt , sind , ausser Granit und Chloritschiefer , vorzüglich Serpentin , Grünstein, Dolerit und Basalt. Im Gneise des Höllenthales kommt er bei dem llofgute des Kiechlebauers in faustgrossen Stücken , und im Urkalk bei Yogsburg und Schclingen am Kaiserstuhl, in Krystallen eingewachsen vor. Als Sand findet er sich im Rhein, am Kaiserstuhl u. s. w., und in staubartigen Theilen im Westerwalde und im Erzgebirge. Bei der allgemeinen Verbreitung des Minerals ist die Angabe mehrerer Fundorte überflüssig. Der Magneteisenstein ist ein ganz vorzügliches Eisenerz, und wird zum Eisenausschmelzen angewendet. Er liefert ein vortreffliches Eisen. 142. Gattung. * Chromeisen. Syn. Prismatisches Chrom-Erz, Chromeisenstein. Reguläres Oktaeder. Theilbarkeit parallel den Flächen der Grundform, w enig vollkommen. 35a Chromeisen. Man hat bisher nur Oktaeder gefunden. H. = 5.5. Sp. Gew. = 4-4— 4-5. Metallglanz, unvollkommener. Undurchsichtig. Farbe eisenschwarz. Strich braun, ins Dunkelgraue geneigt. Wird hin und wieder vom Magnete angezogen. Spröde. Bruch uneben... unvollkommen muschliff. O Meist derb und körnig ; eingesprengt und als Sand. i M. G. Eisenoxydul + 2 M. G. Chromoxydul, f + 2 Chr. Eisen- oicydul. Chromoxydul. Mnngati- oxjrd. Tlion- erde. Kiesd. erde. Summe. 34- o 53.0 I. O 11. 0 I. 0 100.0 Chromeisou aus Siberien , nach Laugier. Durch Erhitzen im Reductionsfeuer w erden Stücke, welche auf den Magnet nicht wirken , demselben folgsam. Vom Borax und Phosphorsah wird cs langsam , aber vollkommen aufgelöst. Die Farbe des Eisens erscheint nur , so lange das Glas heiss ist, und wenn sie bei der Abkühlung verschwindet, so zeigt sich die schöne grüne Farbe des Clirom- oxyduls. Nach der Behandlung im Reductionsfeuer, zumal bei der Anwendung von Zinn , wird sie viel deutlicher und schöner. Soda greift es nicht an. Es findet sich vorzüglich im Serpentingebirge und in talhigen Gesteinen , theils eingesprengt in grösseren und hleineren Körnern, theils in Trümmern und in grösseren nieren- und stochförmigen Massen. Die Hauptfündorte sind Bastide de la Carrade bei Gassin im Departement du Var in Frankreich, Gulsen bei Kraubat in Steyermark , Silberberg in Schlesien, die Schettlands-Inseln Unst und Fetlar, die Ufer des YViasga am Ural , die Bare Hills bei Baltimore, Newhaven und Hoboken in Nordamerica. Im sandigen Zustande kommt es im Rhein vor. Die Serpentine des 353 Eisenglanz. Schwarzwaldcs enthalten durchgchends Chromeisen in kleinen Körnern eingesprengt , so der Serpentin von Todtmoos, von Horbach , Scliutterthal u. s. w. , und auch in den Olh inmassen des Lützelberges bei Sasbach am Kaiserstuhl linden sich feine Körner von Chromeisen eingesprengt. Das Chromeisen wird zur Darstellung verschiedener Chrom-Präparate, insbesondere zur Bereitung von Chrom- griin und Chromgelb, die beide als Farbmaterial geschätzt sind, und zur Darstellung des chromsauren Kali’s angewendet, das in der Färberei gebraucht wird. i43. Gattung. * Eisenglanz. Sjn. Rhomboedrisches Eisenerz. Rhomboeder von 85° 58'. Theilharke.it parallel den Flächen der Grundform, zuweilen ziemlich deutlich. Die Krystalle sind : Rhomboeder , oftmals mit Abstumpfung der Spitze , die zu\> eilen so stark ist , dass die Krystalle das Ansehen einer sechsseitigen Tafel haben; Rhomboeder mit Flächen eines stumpferen Rhomboeders an den Spitzen, die als Zuspitzungsilächen der Spitzen erscheinen , und hin und wieder bis zum Verschwinden der primären Flächen anwachsen ; Rhomboeder mit Abstumpfung der Endspitzen und der Ecken der Basis ; Dihexaeder und Zwillinge ; die Zusammensetzungsfläche die Abstumpfungsfläche der Spitzen des Rhomboeders ; die TJm- drehungsaxe senkrecht auf derselben. Die Krystalle oft rosenförmig gruppirt. H. = 5.5... 6.5. Sp. Gew. =r 5.o... 5.3. Metallglanz. Oberfläche gewöhnlich glatt. Die Flächen des primären Rhomboeders zuweilen verlical gestreift. Undurchsichtig... durchscheinend in dünnen Blättchen, mit hyazinthrother Farbe. Farbe stahlgrau , bräunlichroth , ins Schwarze. Läuft stahlfarbig an. Strich kirschroth... röthlichbraun. Bruch musclilig... uneben. Spröde. Wirkt zuweilen schwach auf den Magnet. 354 Eisenglanz. Krystallisirt, in Afterkrystallen nach Kalkspatli; kugelig, nierenförmig, traubig, tropfsteinartig, derb und eingesprengt ; stängelig , büschelförmig und sternförmig auseinanderlaufend ; körnig, schuppig und scbalig; die Zusammcuselzungsfläche die Abstumpfungsfläche der Spitzen des Rhomboeders; auch erdig. Im reinen Zustande Eisenoxyd F, das aus 69 .34 Eisen und 3o.6(3 Sauerstoff besteht , wie die Analyse des Suhler Eisenglimmers von Bucholz zeigt. Üefters aber ist ihm Kieselerde, Mangan und Titan beigemengt- Wird bei starkem Glühen schwarz und magnetisch. Vom Borax wird er in der äusseren Flamme zu einem dunkelrothen Glase aufgelöst, das bei der Abkühlung heller, gelblich, und wenn wenig Probe genommen norden , selbst farbelos wird. Von einem grossen Zusatze wird es während des Schmelzens undurchsichtig, und bei der Abkühlung unrein gelb- Durch die Reduction wird es bouteillengrün. Zu P/iosphorsalz verhält es sich auf dieselbe Weise , nur nimmt die Färbung bei der Abkühlung stärker ab. Von Soda wird er nicht aufgelöst. Er geht mit ihr in die Kohle, wird re- ducirt , und gibt nach der Abschlämmung ein graues, magnetisches Pulver. Man unterscheidet Eisenglanz und Rotheisenstein. i. Varietät. Eisenglanz. Krystallisirt, in Afterkrystallen , derb und eingesprengt. Stahlgrau , ins Eisenschwarze. Zuweilen schuppig oder f'einblätterig (Eisenglimmer) , und hin und wieder dünn- stängelig, ins Fasrige und Strahlige verlaufend (strahliger, fasriger Eisenglanz ). Findet sich gewöhnlich auf Lagern und Gängen im älteren Gebirge , insbesondere im Granit, Gneis , Glimmerund Thouschiefer, und eingesprengt in verschiedene Gesteine, namentlich in Granit, Gneis, in Trachyten und Laven. Die Insel Elba , Framont in Frankreich , die Dauphinee und Rotheisenstcin. 353 der Gotthardt in der Schwei/-, liefern die ausgezeichnetsten Krystalle. In Sehweden, Nor-«egen, Steyermark und Kärn- then kommt er in grofsen (Quantitäten vor, und überdiess noch an vielen anderen Orten. Am Schwarzwalde findet er sich im Gneis in Trümmern und Schnüren im Oedsbach hei Oberkirch im Renchthale , auf den Ablösungen des Granites bei Neustadt, im Gneise bei Alpirsbach und am Silberberge bei Hinterzarten u. s. w. Auf Stromboli , in Sicilien , in der Auvergne u. s. w. hat man ihn in vuleanischen Gesteinen gefunden. 2. Varietät, liotheisenstein. Kugelig , getropft u. s. w., in AfYcrhrystallen , derb. Bräunlichroth , ins Stahlgraue und ins Schwarze geneigt. Fasrig und stängelig (fasriger Rotlieisenstein, Glasko/jJ, Rlutstein) , schuppig (rother Eisenrahm) , dicht und im Bruche uneben (dichter Rotheisenstcin ), erdig oder staubartig und locker verbunden, matt (rother Eisenocker, ocke- riger Rotheisenstein). Der Rotheisenstcin kommt theils unter denselben Verhältnissen wie der Eisenglanz, theils im Uebergangsgcbirge, zumal im Thonschiefer und in der Grauwacke , und im Gebirge des Todtliegenden vor. Am Harz, im Erzgebirge, in Böhmen, im Fichtelgebirge, im VY esterwalde, in Steyermark u. s. w. hat man ihn in den verschiedenen Abänderungen gefunden. Am Schwarzwalde findet er sich zu Eisenbach bei Lüllingen, im Sasbachthale bei Forbaeh, im Christophsthale bei Freudenstadt, und an einigen anderen Orten. Eisenglanz und Rotheisenstcin werden zum Eiscnausschmel- zen, und der Rotheisenstcin im gepulverten Zustande überdiess zum Polieren angewendet. Gemenge von Rotlieisenstein mit Quarzmasse nennt man rothen Kieseleisenstein. Sie finden sich an mehreren Orten auf dem Harze. Gemenge von Rotheisenstcin und Thon nennt man rothen Thoneisenstein. Sic sind stängelig, körnig, linsenförmig, schiefrig oder dicht, liechen beim Anlaufen thonig, haben unebenen oder flachmuschlichcn Bruch, und färben mehr und weniger ab. Der stängelige rotlie Thoneisenstein, auch .Xagelerz, Schindelnägel genannt , findet sich an Orten , wo Erdbrände Statt gefunden haben, und scheint die stängelige Absonderung der Glühhitze zu verdanken. Man findet ihn bei Duttweiler im Saarbrückischen , an mehreren Orten in Böhmen , auf der Insel Arran u. s. w. Der feinerdige, stark abfärbende und schreibende rothe Thoneisenstein wird Riithel genannt. Walchser Mineralogie. 25 356 Thoneisenstein. Eisenniere. dem fasrigen Brauneisenstein und mit Manganerzen. Audi am Harz , im Westerwalde , im Siegensch.cn und an einigen anderen Orten hat man ihn beobachtet. Mit dem Namen dichter Brauneisenstein hat man Abänderungen belegt, die sich in Afterkrystallen , nieren- und röhrenförmig , derb und eingesprengt finden , im Bruche uneben oder flachmuschlig sind, einen schwachen Glanz besitzen , und keine Spuren von Theilbarkeit oder Absonderung zeigen. Der dichte Brauneisenstein kommt gemeiniglich mit dem fasrigen vor, und ist so allgemein verbreitet wie dieser. Die schönsten Afterkrystalle kommen zu Beresofsk in Siberien, zu Geyer im Erzgebirge , bei Minden an der Weser und zu Saska in Ungarn vor. Besteht die Masse des Brauneisensteins aus erdigen, locker verbundenen , gelblichbraunen Theilen , so nennt man ihn ockerigen Brauneisenstein. Er ist gewöhnlich ein Begleiter der übrigen Abänderungen , und kommt auch häufig auf Erzgängen vor , wo er sich als Uebcrzug auf Quarz, Flussspath, Schw erspath u. s. w. zeigt. Der Brauneisenstein ist ein sehr wichtiges , reiches und leichtllüssiges Eisenerz , das mit Tortheil verschmolzen wird, und wegen des Mangan-Gehaltcs ein zur Stahlbereitung geeignetes Eisen liefert. Gemenge von Thon und Brauneisenstein nennt man thonigen Brauneisenstein, braunen Thoneisenstein. Man unterscheidet mehrere Abänderungen. Eisenniere, schaliger Thoneisenstein. Knollig , kugelig , walzen - und nierenförmig. Schalige Absonderung , welche parallel mit der Oberlläche lauft. Matt. Im Bruche llaclnnuschlig, ins Ebene und Erdige verlaufend. Innen häufig hohl, mit Sand oder Thon, gewöhnlich unvollkommen , ausgefiillt , so dass dieser sich beim Rütteln hin und her bewegt, und ein Geräusch verursacht (Adlersteine). Die Wandungen der Höhle sind auch zuweilen mit Krystallen von Kalk , Gyps , Braunkalk und Baryt überzogen. Braun , ins Ockergelbe und ins Rothe geneigt. Ton i" bis 8" im Durchmesser. Er kommt vorzüglich im jüngeren Flötzgebirge und im aufgeschwemmten Lande vor. Im Erzrevier Rändern im badischen Oberlande findet er sich im Tannenkircher Wald, im Hertinger Wald, zu Bälen u. s. w., nesterweise in einem thonigen Sand, der auf dichtem Jurakalkstein liegt, und an vielen Stellen von einem Kalk-Conglomerat bedeckt ist. Die Bergleute jener Gegend nennen das Erz Reinerz. Sogenannte Adlersteine kommen öfters an den Ufern des Rheins und in Altwassern Bohnerz. 35 7 vor, wie bei Dachslanden unfern Carlsruhe, bei Wintersdorf, in der Nähe von llastadt 11. a. a. O. ; besonders häufig findet man sie ii.i Sienesischen in Italien, woselbst sie unter dem Namen Pane del diabolo bekannt sind. In Thon- und Ijehmlagern kommt die Eisenniere an sehr vielen Orten in Teutschland , Frankreich , Böhmen , England , Russland u. s. w. vor. Sie wird zum Eisenausschmelzen benützt, und gibt ein gutes Eisen. Bohnerz (Linsenerz , kugeliger Thoneisenstein , mine ou minerai de fer en grains). Kugelige, ellipsoidische, sphäroidische, unbestimmt stumpfeckige Stücke von i'" bis 3" im Durchmesser. Dicht und' im Bruche erdig, oder schalig, und zwar dünn- und con- ccnlrisch-schaiig abgesondert (dichtes , schaliges Bohnerz). Gelblich -, röthlich - und schwärzlichbraun. Der Glanz schwach und fettartig ; auch malt. Die einzelnen Bohnen llieils lose, theiis durch ein thoniges, kalkiges oder eisenschüssiges Gement zu grösseren Massen verkittet. Bohners aus detnHögau, Kis.oxyd. Mp. oxyd. Tlionerd. Kies.erde Wasser. Summe. nach Klaprotii ; ß. \on Mont-Girard , 53. 0 1. Ü 6. 5o 23. o 1 /,. 5 98. 00 nach Bertiiier ; ß. von Penne, 69 — • 7.0 7 . 2 undSand. iC. 0 99- 2 nacli Vauquet.in. 4« — 3». 0 1 5. n fi. 0 roo. 0 Die Abweichungen in den quantitativen Verhältnissen, welche diese Analysen zeigen, beweisen zur Genüge, dass die Bohnerze eine sehr abweichende Zusammensetzung haben, was uns zu berechtigen scheint, sie für blosse Gemenge zu halten. Diess ist jedoch nicht bei allen Bohnerzen der Fall, wie die Untersuchungen von Bebthieh, über das Bohnerz von Cluitillon und Narcy , und meine Untersuchungen über das Bohnerz vom Altinger Stollen, Erzrevier Bändern, zeigen. Diese Bohnerze wirken auf den Magnet, enthalten die Kieselerde in chemischer Verbindung mit Eisen , und dieses theilweise , oder ganz , im Zustande des Oxyduls. Sie sind wahre chemische Verbindungen , gewässerte kieselsaure Eisensalze , und müssen von den Bohnerzen , die blosse Gemenge sind, -wohl unterschieden werden *). Bohneri nach Bkrthier; Kisen- nxtdul Eisenoxid. Kieselerde. Quarz- sand. Thon- erde. Wasser. Mang. u.Kalk. Summ. von Chatillon, i5.3 67.3 2.0 2.0 7.0 6.4 — toe.o von IS’arcv ; 1 5 . 7 70.0 4.6 24 5.o 1.6 — 99-3 B. v. Altinger Stollen, nach Walchner. 6s.44 - 21.G6 3.90 •7.14 Spur. 100./|8 *) Pas schalige Bohnerz wird wahrscheinlich in der Folge nicht mehr heim Thoneisenstein aufgefiihrt werden kiinnen. 358 Bohnerz. Das Altinger Bohnerz hat eine schmutzig-olivengrüne» ins Gelbe ziehende Farbe, und ein sp. Gew. von 3.i. Es ist ihm titanhaltiger , magnetischer Eisensand beigemengt, der leicht ausgezogen werden hann. Die Absonderung ist sehr bestimmt dünnschalig. Es schmilzt an dünnen Kanten zu einer schwarzen Schlacke , und bildet mit Salzsäure eine Gallerte. Auch das Bohnerz von Chätillon und Varcy gelatinirt mit Salzsäure. Das Bohnerz kommt im jüngeren Flützgebirge, insbesondere in der Formation des Jurakalkes und des Lias vor, und liegt zuweilen unmittelbar unter der Ackererde, auf Gryphiten - und Jurakalk , und hin und wieder selbst auf Muschelkalk. Im Revier Rändern kommt es unter denselben Verhältnissen wie die Eisenniere , aher stets über dieser, in der Altinger Grube bei Liel und im Kalkgraben bei Rändern vor. Im Revier Jestetten im Klettgau, findet es sich unter ähnlichen Verhältnissen zu Griesheim u. a. a. O. Bei Liptingen, in der Gegend von Stockach und bei Emmingen , liegt es unmittelbar unter der Ackererde auf dichtem Jurakalk , bei Gondelsheim , Stein , Nussloch und an verschiedenen anderen Orten, auf Muschelkalk. Man findet es überdiess in Frankreich, in der Schweiz, in W ürtcmbcrg, Bayern, Hessen, Böhmen u. s. w. Das Bohnerz ist ein sehr gutes Eisenerz , und wird überall , wo cs in beträchtlicher Menge vorkommt, zum Eisenausschmelzen angewendet. Es liefert im Allgemeinen ein zähes und weiches Eisen. Die meisten Bohncrze enthalten Zink , das den sogenannten Gichtschvamm bildet, indem es sich beim Niedergehen der Erze aus diesen verflüchtiget und an der kälteren Gicht im oxydirtcn Zustande ansetzt. Die Analyse gibt diesen Zinkgehalt gewöhnlich nicht an, weil er im Ganzen höchst unbedeutend ist , und man nur mit kleinen Quantitäten arbeiten kann. Im Pro- cess des Hochofens aber zeigt er sich unverkennbar, da, wo während einer Campagne viele Tausend Centner Erz durchgesetzt werden. Eine andere , der Güte des Eisens sehr nachtheilige Beimengung, ist das Arsenik , was sich als Arseniksäure mit Eisenoxyd zu einem basischen Salze verbunden , manchen Bohnerzen , namentlich solchen , die auf Muschelkalk liegen, beigemengt zeigt. Diese Erze liefern ein sprödes , bald mehr zum Rothbruch , bald mehr zum Kaltbruch geneigtes Eisen. Sie können mit Vortheil nur nach vorheriger Röstung , und in einem hohen Ofen Verblasen werden. Auch Spuren von Kupfer enthalten manche Bohnerze. Dichter br. Thoneisenstein. Umbra. 359 Gemeiner brauner Thoneisenstein (dichter Thoneisenstein, zum Theil, Stuferz). Nierenfbrmig, hnollig, hügelig, tropfsteinartig, derb und als Versteinerungsmittel. Dicht oder porös und blasig. Bruch flachmuschlig oder erdig. Matt, zuweilen schimmernd. Braun in verschiedenen Abänderungen. Aussen öfters ocher- gelb , und eben so gefärbt sind, bei den porösen Abänderungen, die Wände der Blasen und Höhlungen. Gemein., brauner Tlion- eisenstein a. d. Hertinger Wald , n. Walciiser ; Eisenoxyd. Kieselerde. Thonerde. Mangau- ovmI. Wasser. Summe. 8 i.o 3 5 . 6 ö ■A.äo Spuren. 11.40 100.39 Tlioneisenst. aus dem Departement der Orne , nach Davbcissok. 69.0 10.0 3.0 3-0 i 3 .o 9S.0 Der gemeine braune Thoneisenstein homnit gemeiniglich auf dieselbe Weise, wie die Eisenniere und das Bohnerz, auch hin und wieder als untergeordnetes Lager , im Jura- halh und Muschelhalh vor. Die Fundorte sind sehr zahlreich, und zum Theil die beiden vorhergehenden Abänderungen angeführten. An der Häsel und im Buchwalde bei Wiesloch findet er sich als ein ziemlich mächtiges Flötz im Muschelhalh, in Begleitung von Bleiglanz und Zinhglaserz. Man benützt den gemeinen braunen Thoneisenstein zur Darstellung des Eisens. Er hat , wie das Bohnerz , öfters eine Beimengung von basischem arsenihsaurem Eisenoxyde. Umbra (türhische Umbra, erdiger brauner Thoneisenstein). Derb. Bruch muschlig. Matt oder schwach schimmernd. Wird durch den Strich glänzend. Schreibt. Etwas milde. Hängt starh an der Zunge. Spec. Gewicht = 2.2. Leberbraun , hastanienbraun und dunhel gelblichbraun. Saugt begierig Wasser ein, und stösst unter Zischen eine Menge ganz hleiner Luftbläschen aus. Zusammensetzung Fisen- oxj d. Mangan- oxyd. Kieselerde. Thon- erde. Wasser. Summe. der Umbra, nach Klaproth. 48.0 20-0 i 3 .o 5.0 14.0 IOO Findet sich , so viel man bis jetzt weiss , auf Flötzen mit braunem Jaspis auf der Insel Cypern. Wird als Malerfarbe angewendet. 36o Schwefelkies. i45. Gattung. * Schwefelkies. Sjn. Hexacdrisclier Eisen-Kies, Pyrit, Markasit. Würfel. Tlieilbarkeit parallel den Seitenflächen , auch parallel den Flächen des Pentagonaldodckaeders. Die Krystalle sind Würfel , jedoch selten ganz rein, gewöhnlich mit den Flüchen des Oktaeders combinirt, w obei die Gestalt bald das Ansehen des Würfels , bald das Ansehen des Oktaeders hat; Pentagonaldodekacder; Cubo-Dodekaeder; Ikosaeder; Oktaeder mit den Flüchen des Pentagonaldodekaeders , als Zuschürfungsflachen der Ecken ; Würfel mit den Trapezoederllüehen , die als drei- llüchige Zuspitzung der Ecken des Würfels erscheinen; Gestalten , welche Combinationen sind der P’lüchen des Pyramidenoktaeders , des Trapezoeders und Oktaeders; des Pentagonaldodckaeders und Pyramidenoktaeders; des 'Würfels , Oktaeders , Pentagonaldodckaeders und Trapezoeders , und noch zusammengesetztere Gestalten und Zwillinge. H. = 6 . 0 ... G.5. Sp. Gew. = 4-9— b-o. Metallglanz. Oberfläche. Die Würfelflächen gestreift, parallel den stumpferen Combinationskanten mit dem Peu- lagonaldodekaeder ; auch die Flächen dieser Gestalt sind oft gestreift. Die übrigen Flächen grössten- llieils glatt und glänzend. Farbe. Speisgelb. Goldgelb, messinggclb, rötli- lichgclb, braun und bunt, durch Anlaufen. Strich dunkler, grünlichgrau. Spröde. Bruch muschlig... uneben. Riecht schwefelig beim Zerschlagen. Krystallisirt, kugelig, nierenförmig, derb, /.eilig, eingesprengt. Auch als V ersteinerungsmittel. Doppelt Schwefel-Eisen. Enthält zuweilen Selen, Arsenik, Gold, Silber, Kupfer. Fe Su 2 . Schwefelkies. 361 Zusammensetzung des Schwefelkieses, nach Berzelius. Eisen. Schwefe). Summe. 4G. öS 53 .92 IOO. 00 Stösst im Kolben den Gerucli nach Schwefelwasserstoff aus , und gibt Schwefel. Bei einer strengen Hitze bekommt man öfters gegen das Ende einen rötldichen Sublimat, der das Ansehen von Schwefelarscnik hat. Der wohl durchgebrannte Schwefelkies ist metallisch , porös, und wird vom Magnete angezogen. Auf Kohle wird er in der äusseren Flamme roth und zu Eisenoxyd geröstet. In der inneren Flamme schmilzt er bei guter Hitze zu einem Korne , das ein Weilchen zu glühen fortfährt, wenn es aus dem Feuer genommen worden. Nach der Abkühlung ist es mit einer unebenen schwarzen Rinde überzogen. Wird das Korn zerschlagen, so ist der Bruch krystalliniscli, gelblich und metallisch-glänzend. Allgemein verbreitet. Der Schwefelkies kommt auf die mannigfaltigste Weise vor. Eingewachsen in Krystallcn, oder beigemengt in derben Farthien , findet er sich in mehreren Gesteinen , namentlich im Thonschiefer und in den Gebirgsarten, welche Hornblende enthalten , wie im Grünsteine , Hornblendeschiefer , Syenit u. s. w., und in solchen, welche mit Horn- blendcgesteinen in Verbindung stehen. Auch im Granit, Gneis , Glimmerschiefer , Kalkstein u. s. w. findet er sich thcils in Krystallcn, tlicils derb und eingesprengt. Er bildet selbstständige Lager und tritt häufig in die Zusammensetzung anderer erzführender Lager ein. Auf Gängen kommt er häufig und mit den verschiedensten Erzen vor. Die schönsten Krystalle liefern die Gruben von Brosso in Piemont, die Insel Elba, und mehrere Gruben in Schweden, Norwegen und Ungarn. Im Schwarzwalde findet er sich zu Gersbach unfern Todtmoos , nesterweise mit Kupferkies gemengt , im Granit , im Hangenden und Liegenden einer Lettenkluft , auf der Grube Herrenseegen im Schapbach- thal kommt er in Pentagonaldodekaedern in Kupferkies eingewachsen vor, auf der Grube Teufelsgrund, Hausbaden u. s. w., bricht er mit den Bleierzen ein , bei St. Mergen 362 W asserkies. findet er sich in Würfeln im Gneis eingewachsen u. s. w. Mehr nnd weniger ausgezeichnete Abänderungen kommen iiberdiess in Würtemberg , Bayern , in der Schweiz , am Harz, in Sachsen, Böhmen, England und in mehreren anderen Ländern vor. Der Schwefelkies wird zur Darstellung von Schwefel benützt , und liefert davon 14 bis i 5 pC. Der geröstete Kies wird zur Darstellung von Eisenvitriol verwendet, den man entweder für sich in den Handel gibt , oder zur Bereitung von rauchender Schwefelsäure gebraucht , wobei der Bückstand , Colcotfiar , als Farbematerial angewendet wird. Ehemals wurde er als Flintenstein statt des Feuersteins benützt. i4ö. Gattung. * Wasserkies. Svn. Prismatischer Eisen-Kies, Vitriolkies. Gerades rhombisches Prisma von 10 G 0 36'. Theilbarkeit parallel den Seitenflächen, ziemlich vollkommen ; in der Richtung der Endfläche unvollkommen. Die Krystalle sind rhombische Prismen ; mit den primären Flächen sind häulig verbunden , Flächen eines rhombischen Oktaeders, als Abstumpf ungsflnchen der Grundkanten, Flächen eines rektangulären Oktaeders, als Abstumpfungsflächen der Grnndechen, und Flächen secundärer Prismen, als Abstumpfungsilächen der Seitenkanten. Zwillinge. Die Zusammensetzungsfläche eine Prismenfläche , die Um- drehungsaxe auf derselben senkrecht ; die Zusammensez- zungsfläche eine Oktaederfläche, die Umdrehungsaxe auf derselben senkrecht. Zwillinge der ersten Art finden sich häufig. Die Zusammensetzung ist oft wiederholt (Fig. 56 ). Zwillinge der zweiten Art erscheinen nur bei Zusammensetzungen nach der ersten Art. Die Gestalten nehmen ein rinnenlörmiges Ansehen an (Fig. 67). Die einfachen Krystalle auf die mannigfaltigste Weise gruppirt, zuweilen haar- oder nadelförmig. H. = 6 . 0 ... 6.5. Sp. Gew. = 4.6... 4-8. Metallglanz. Oberfläche. Die Oktaederflächen gestreift und gewöhnlich etwas rauh; die Prismenflächen oft vertical gestreift , doch glatt. Die übrigen Flächen glatt. Wasserlues. 363 Farbe. Speisgelb licht, zum Theil etwas ins Graue und Grüne fallend. Strich dunkler, grünlichgrau und graulichschwarz. Spröde. Bruch uneben... flachmuschlig. Riecht beim Zerschlagen schwefelig. Einige Abänderungen zersetzen sich an der Luft. Krystallisirt, in Afterkrystallen (niedrige, regelmässig sechsseitige Prismen), getropft, traubig, kugelig, nierenförmig, röhren- und zapfenförmig, knollig. Die Oberfläche meist drüsig. Stängelig, strahlig. Derb. Zellig. Zuweilen als Versteinerungsmittel. Doppelt Schwefel-Eisen. Fe Su 2 *)• Eisen. Sehwefe). Mangan. Kieselerde. •Summe. 45.07 53.35 O.7O 0.80 99-92 Zusammensetzung des Wasserkiescs, nach Berzelius. Verhält sich vor dem Löthrohr wie Schwefelkies. Es wurden früher mehrere Abänderungen mit eigenen Namen unterschieden. Die einfachen Krystalle , die getropften, kugeligen u. s. w. Gestalten, dann die derben, stängelig abgesonderten Stücke, nannte man Strahlkies. Die Zwillings - , Trillings... Krystalle , bildeten die unter dem Namen Spärkies bekannte Abänderung. Zum Kammkies rechnete man theils einfache , theils zusammengesetzte Krystalle von speisgelber , ins licht Stahlgraue und Grüne ziehender Farbe , welche nach ihrer besonderen Form unterschieden wurden ; zum Leberkies wurden die derben, unabgesonderten Stücke von flachmuschligem Bruche gerechnet. Die Krystalle , welche zum Leberkies gezählt wurden , sind Afterkrystalle. Ausser derb kommt er auch in einigen nachahmenden Gestalten und eingesprengt vor. Zellkies hat man sehr kleine Krystalle von Wasserkies ge- *) Das Verwittern des W'asserkieses rührt , nach Berzelivs , von Einfach -Schwefel - Eisen , das den Krystallen beigemengt ist. Dieses verwandelt sich in einfach - schwefelsaures Eisenoxydul , wobei die Krystalle von Doppelt - Schwefel - Eisen unzersetzt auseinanderfallen. Sie bleiben , wenn der Eisenvitriol durch Wasser ausgezogen worden ist, unverändert zurück. 364 Magnetkies. nannt, welche die Wände der Zellen von Quarz und anderen Mineralien bekleiden. Der W asserkies lindet sich vorzüglich im Flützgebirge, insbesondere im Steinkohlengebirge , und in der Lias- Formation , dann in den Braunkohlen- und Thon-Ablagerungen des tertiären Gebirges *). Im Urgebirgc kommt er weit seltener als der Schwefelkies auf Gängen vor. Im Schwarzwalde lindet er sich auf den Gruben Teufelsgrund und Münstergrund in verschiedenen Abänderungen ; ferner in den Lias-Schiefern zu Bauschlott unweit Pforzheim, zu Uhstadt, und hier zumal als Versteinerungsmittel; in den Schiefern und Kalksteinen der Lias-Formation im Wutach- ihal mul in der Baar , wie bei Aachdorf, Mundelfingen, F.watingen, BehLa, Neidingen und an vielen anderen Orten. In Würtcmbcrg und in der Schweiz kommt er unter ähnlichen Verhältnissen vielfach vor. Die schönsten Krystallc und Krystallgruppen liefern die Thonaldagerungcn zu Gross- Allmcrode in Hessen. Diese Abänderung verwittert aber besonders leicht. Man hat den Wasserkies iiberdiess in Sachsen, Böhmen, Frankreich, England, Ungarn, und in mehreren anderen Ländern gefunden. Er wird zur Bereitung von Eisenvitriol und Schwefelsäure benützt. Schiefer , oder erdige Braunkohle , welche viele Wasserkiesthcile enthalten , können mit Vorlheil zur Bereitung von Alaun und Bittersalz angewendet werden. Das schwefelsaure Eisen, das durch die Verwitterung des Kieses entsteht , wird durch die vorhandene Thon- oder Bittererde zersetzt. Durch Ausziehen des der Verwitterung überlassenen erdigen Materials bereitet man eine Lauge, aus welcher genannte Salze, der Alaun unter Zusatz von Kali, durch Kristallisation erhalten werden. . Gattung. * Magnetkies. S; n. Rhoraboedri.scher Eisen - Kies. Sechsseitiges Prisma. Tlieilbarkeit parallel der Endfläche , sehr vollkommen ; parallel den Seitenflächen , weniger deutlich. Die Krystalle sind niedrige , sechsseitige Prismen mit Dihexacderllächen , als Abstumpfungsllächen der Grund- *) Per Wasserkies, der im Braunkohlcngcbirge vorkommt, ist zuweilen innig mit Kohle gemengt , und entwickelt beim Glühen den Geruch von Schwefel-Carbon. Magnetkies. 3(>3 kanten. Auch kommen Abstumpfungslla'chen der Ecken und der Seitenbauten vor. U. = 3.5... 4-5. Sp. Gew. = 4-4— 4-G3. Metallglanz. Oberfläche rauh , zumal die Seitenflächen , zuweilen horizontal gestreift. Farbe, Mittel zwischen speisgelb und kupfer- rotli. Lauft braun an. Strich dunkler, graulichschwarz. Spröde. Bruch musclilig , klein und unvollkommen... uneben. Wirkt schwach auf den Magnet. Krystallisirt, derb, eingesprengt und als Anflug. Blättrig, dicht. Achtsiebentel Schwefel - Eisen. Fe' Su s , oder : l M. G. Doppelt Schwefel-Eisen + 6 M. G. Einfach- Scliwefel-Eisen. Fe Su 2 + G Fe Su. Zusammensetzung Eisen. Schwefel. Quarz. Summe. des Magnetkieses, nach Stromeyer ; 5g. 85 40 . 1 5 — IOO. O nach Rose. 6 o. 52 38.78 0.82 100. 12 Für sich im Kolben bleibt er unverändert. In einer offenen Röhre gibt er schwefelige Säure, ohne Spuren von Sublimat. Auf Kohle wird er in der äusseren Flamme rotli und zu Eisenoxyd geröstet. In der inneren Flamme schmilzt er bei guter Hitze zu einem Korne, das ein Weilchen zu glühen fortfährt, wenn es aus dem Feuer genommen worden. Nach der Abkühlung ist es mit einer unebenen schwarzen Masse überzogen. Das zerschlagene Korn ist im Bruche gelblich , krystal- linisch und metallisch glänzend. Löst sich in Salzsäure unter Entwickelung von Schwefelwasserstoff gas und Absatz von Schwefel. 366 Arsenikkies. Man unterscheidet die theilbarcn Abänderungen mit dem Namen blättriger Magnetkies von den dichten, untheilbaren Abänderungen , die man zum gemeinen Magnetkies rechnet. Er lindet sich vorzüglich imUr- und Uebergangsgebiree auf Lagern, seltener auf Gängen und häufig verschiedenen Gesteinen beigemengt. Kleine Krystalle kommen zu Andreasberg am Harze und zu Kongsberg vor. Die Fundorte der ausgezeichnetsten Krystalle sind unbekannt. Derbe Abänderungen kommen in Sachsen , am Harze , in Steyermark, Schweden, Norwegen, Schottland, Nordamerica u. s. w. vor. Der vollkommen theilbare, blättrige Magnetkies findet sich vorzüglich am Silberberge bei Bodenmais in Bayern , begleitet von Quarz, Glimmer, Dichroit und Zinkblende. Im Schwarzwalde kommt er eingesprengt und in derben Massen im Serpentin von Todtmoos und Horbach vor. Am Kaiserstuhl findet er sich im Dolerit bei Oberbergen. Man hat ihn auch in Meteorsteinen gefunden. Der Magnetkies kann , wie der Schwefelkies , zur Bereitung von Eisenvitriol und Schwefelsäure , aber nicht zur Darstellung von Schwefel benützt werden. 148. Gattung, sfrsenikkies. Sjn. Prismatischer Arsenik - Kies , Misspickel. Gerades rhombisches Prisma von m° 53'. Theilbarkeit parallel den Seitenflächen, ziemlich deutlich; in der Richtung der Endfläche Spuren. Die Krystalle sind rhombische Prismen , gewöhnlich an den spitzen oder stumpfen Ecken der Basis abgestumpft, wodurch eine Zuschärfung der Enden entsteht. Rektanguläre Oktaeder , gebildet durch die Combination der Abstum- pfungsflächen der spitzen Ecken der Basis , mit Ueber- resten der Seitenflächen des Prisma’s. Zuweilen sind die Abstumpfungsflächen der Grundecken mehrfach vorhanden , und auch die scharfen Seitenkanten und die Grundkanten abgestumpft. Zwillinge; die Zusammensetzungsfläche eine Prismenfläche oder eine Abstumpfungslläche der stumpfen Grundecken ; die Umdrehungsaxe senkrecht auf derselben. Die Individuen setzen im letzteren Falle über die Zusammensetzungsfläche hinaus fort. Die Zusammensetzung wiederholt sich oft an beiden Flächen und parallel mit sich selbst. H. .= 5.5... 6.o. Sp. Gew. = 5.5... 6.2. Metallglanz. Arsenikkies. 3 67 Oberfläche. Die Abstumpfungsflächen der spitzen Grundecken stark gestreift , parallel ihren eigenen Coinbinationskanten. Die Prismenfläclien glatt. Farbe silberweiss , ins Stalxlgraue geneigt... stahlgrau. Strich dunkler, graulichschwarz. Spröde. Bruch uneben. Krystallisirt und derb. Stängelig, körnig, dicht. 1 M. G. doppelt Scliwefel-Eisen + 1 M. G. doppelt Arsenik-Eisen. Fe Su 2 + Fe A 2 . Zuweilen enthält er kleine Quantitäten von Gold oder Silber. Eiseu. iScliwefel. Arsenik. iSuitnue. 36 .04 21. öS 42. 88 IOO.OD Zusammensetzung des Arsenikkieses , nach Stiiomever. Gibt im Kolben erst einen rotlien Sublimat, der Schwefel-Arsenik ist, nachher kommt ein schwarzer, und endlich bei stärkerem Feuer wird Arsenik sublimirt , das glänzend , grau , metallisch und krystallinisch ist. Das gebrannte riecht nicht mehr nach Arsenik, wenn es auf Kohle behandelt wird, und verhält sich wie Magnetkies. Auf Kohle gibt er erst einen starken Arsenikrauch, schmilzt nachher unter Arsenikgeruch zu einer Kugel, und verhält sich nachher wie geschmolzener Magnetkies. Ist der Arsenikkies kobalthaltig, so färbt er nach guter Röstung das Borax- oder Phosphorsalz-Glas blau. Die Farbe kommt indessen erst beim Erkalten des Glases zum Vorschein. Der Arsenikkies findet sich auf Lagern und Gängen im älteren Gebirge , in Begleitung verschiedener Mineralien. Zu Breitenbrunn und Raschau in Sachsen kommt er auf Lagern vor, in der Gegend von Freiberg auf Gängen, zu Altenberg, Geyer, Ehrenfriedersdorf u. s. w. auf den Lagerstätten des Zinns. Er findet sich überdiess am Harz , in Böhmen, Cornwallis, Schweden, Ungarn und in mehreren anderen Ländern. Der silberhaltige Arsenikkies wurde von 368 Sj>athciscnstcin. Werter Jf'eisserz genannt. Er kommt zu Braunsdorf in Sachsen auf 5 f. 2 to 100, 000 Grünerde. 3 7 5 Gibt im Kolben erst Wasser , dann salzsaures Eisenoxyd. Auf Kohle gibt er bei gelinder Erhiz- zung einen schwachen sauren Geruch. Er schmilzt leicht zu einer Kugel. Mit Borax erhält man Eisen- reaction. im Phosphorsalz wird er nach langem Blasen gelöst und liinterlässt ein Kieselskelett. Das Glas zeigt mit Salpeter betupft starke Manganfarbe. Mit Soda wird er auf der Kohle schwarz ; auf Platinblech zeigt er Manganreaction. Nach Smithson’s Methode untersucht, erhält man starke Salzsäure- reaction. Findet sich auf Magneteisensteins-Lagern in der Provinz Wermeland und WestmanJand in Schweden. 1 54 . Gattung. * Grünerde. , Regelmässige Gestalten und Theilbarkeit fehleu. Die Torkommenden Kristalle sind Afterhnstalle. H. = 1.0... 2.0. Sp. Gew. = 2.5... 2.8. Matt. Undurchsichtig. Farbe seladongrün ; zuweilen dem Schwärzlichgrünen und Olivengrünen genähert. Strich unverändert; wird dadurch etwas glänzend. Milde. Bruch uneben... feinerdig. Fühlt sich ein wenig fettig an. Hängt etwas an der Zunge. In Afterkrystallen nach Augit, kugelig, mandelförmig, derb und als Ueberzug. 6 M. G. dreifach - kieselsaures Eisenoxyd (und Thouerde) + 1 M. G. dreifach-kieselsaurem Kali (u. Bittererde) + 3 M. G. Wasser. 6 F S 3 + K S 3 + 3 Aq ? Kali. Wasser. Summe. Zusammensetzung OX) erde. erde. derGrünerde v. Verona, nach Klaprotii. iS. 0 53.0 10 . 0 2. 0 6.0 09.0 Eisenvitriol. 376 Gibt beim Erhitzen Wasser aus und wird roth- braun. Schmilzt vor dem Löthrohr leicht zu einer schwarzen Kugel. Die Grünerde , deren Beschreibung hier mitgetheilt ist, findet sich am Monte Baldo im Veronesischen , in einem sogenannten Trappgesteine der Formation des Todtliegenden. Eine ähnliche Substanz kommt in den Blasenräumen der verschiedensten Abänderungen von Mandelstein und Porphyr, in der Formation des Todtliegenden, sodann im sogenannten Kugelfels oder Schalstein , und in einigen jüngeren Kalk- und Sandsteinen eingesprengt vor. Die Analysen dieser, im Aeussern der Veroneser Grünerde sehr ähnlichen , Substanz , differiren indessen so bedeutend, von der Ki.ApnoTii'schcn Analyse, dass man sie nicht unbedingt mit ihr vereinigen kann. Die Differenzen rühren indessen wahrscheinlich theils von der Unreinheit der untersuchten Exemplare , theils davon her , dass die Analysen nicht mit gehöriger Sorgfalt und mit Beachtung des Oxydationszustandes des Eisens , wie es im Minerale vorkommt, und nicht wie es die Zerlegung gibt, angestellt worden sind. Die schönen Afterkrystalle von Grünerde finden sich im Fassalhal in Tyrol. In Mandelsteinen findet sich die Grünerde zu Oberstein in Rheinpreussen , zu Ilefeld am Harz, in Schottland, Ungarn, auf Island, Cypern u. s. w. Auch in den Mandelsteinen des Geissberges undllühnersättels im Schütter thal, unfern Lahr, kommt sie öfters vor. Im Schalstein findet sie sich im Nassauischen und am Harze. Im jüngeren Flötzgebirge trifft man sie besonders im Grobkalk und im grünen Sandstein an vielen Orten. Die Veroneser Grünerde kommt als Malerfarbe unter dem Namen Berggriin oder Veroneser-Erde in den Handel , und wird vorzüglich zur Freskomalerei angewendet. Auch die Cyprische Grünerde kommt in den Handel, ist aber weniger geschätzt. i55. Gattung* * Eisenvitriol. S)n. Hcmiprisinatisohcs Vitriol - Salz , natürlicher Vitriol. - Schiefes rhombisches Prisma, M — M = 82° 2P; P — M = 99 0 20 / . Theilbarkeit parallel der Endfläche vollkommen ; parallel den Seitenflächen unvollkommen. Die reine Grundform ist in der Natur noch nicht gefunden worden. Gewöhnlich sind mit ihr verbunden, Abslump fungslläehen der Ecken , der stumpfen Grundkanten, Eisenvitriol. 377 oder der stumpfen Seitenkanten. Oefters kommen mehrere der secundären Flächen mit den Flächen der Grundform verbunden vor, wie Abstumpfungsllächen der spitzen Ecken, der Scitenecken und der Seitenkanten ; der spitzen, stumpfen und der Seitenecken, und der stumpfen Grundkanten u. s. w. Die Krystalle sind öfters haarformig. H. = 2.0. Sp. Gew. = 1.8... 2.0. Glasglanz. Innen dem Fettglanz nabe stehend. Oberfläche grösstentheils glatt und von ziemlich gleicher Beschaffenheit hei allen Gestalten. llalbdurchsiclitig... durchscheinend. Bläulicher Lichtschein parallel den Abstumpfungsflächen der stumpfen Seitenkanten. Farbe grün, in verschiedenen Nuancen, ins Himmelblaue und Weisse verlaufend. Strich weiss. Etwas spröde. Bruch muschlig. Geschmack herb und zusammenziehend. In Wasser löslich. Verwittert und wird an der Oberfläche gelb v ). Krystallisirt, tropfsteinartig, traubig, nierenförmig, derb. Stängelig und körnig. 1 M. G. einfach-schwefelsaures Eisenoxydul + 6 M G. Wasser, f Su + 6 Aq. Eisenoxvdul. Schwefelsäure Wasser. Summe. 25 . 7 28.9 45.4 100.0 Zusammensetzung des ktinstl.Eisenvitriols, nach Berzelics. Gibt im Kolben Wasser und scliwefelige Säure aus.Das Geglühte verhält sich zu den Flüssen wie Eisenoxyd. Der Eisenvitriol ist ein Product der Zersetzung des Schwefel- und Wasserkieses, und findet sich vorzüglich *) Das Gelbwerden rührt davon her, dass das Eiscno.xjdul an der Oberfläche sich in Eisenoxid verwandelt. Eisenvitriol. 378 in alten Gruben-Bauen, oder auf Lagern von Schieferlhon, Braun- und Scliw arzkohlen, in welchen die genannten Kiese häufig Vorkommen. Auf dem Erzlager der Grube Hausbaden bei Badenweiler kommt er hin und wieder , zumal in den oberen Teufen, vor. Im Rammeisberge am Harze, zu Sclineeberg und Schw arzenberg im Erzgebirge, zuFahlun in Schweden u. s. w. findet er sich in verschiedenen Abänderungen mit Erzen auf Lagern und Gängen. Zu Tscher- mig in Böhmen kommt er mit Ammoniak-Alaun in der Braunkohle , und in verschiedenen Kohlenwerken in England, und in anderen Ländern mit Schwarzkohle vor, u. s. w. Man findet ihn auch zuweilen in Grubenwassern aufgelöst. Er wird , wie der künstliche Vitriol , in der Färberei, zur Bereitung von Berlinerblau , Schwefelsäure u. s. w. verwendet , kommt aber selten in grösseren Parthien vor. Havsmank's Misy, welches Breituacpt Gclbeisenerz nennt, ist eine feinschuppige oder erdige Substanz von licht graulichgelber , zuweilen ins Ockergelbe ziehender Farbe. Es ist matt oder schimmernd, zerreiblich, von 2.6 bis 2.7 sp. Gewicht, besteht aus viertel-schwefelsaureni Eisenoxyd, und entsteht durch Zersetzung des Eisenvitriols , w r obci zugleich anderthalb-schwefelsaures Eisenoxyd gebildet wird. Wir können seine Entstehung in den Mineralien-Sammlungen, hei Gelegenheit der Verwitterung des Wasserkieses beobachten. Der entstandene Eisenvitriol ist erst weiss, wird nach und nach durch Anziehen von Sauerstoff grün und gelb ; es bleibt am Ende ein gelbes Pulver zurück , und die Pappe-Schachtel , in welcher der Kies sich befindet, zeigt sich durch das zugleich entstandene anderthalbschwefelsaure Eisenoxyd , angefressen. Durch Erhitzen wird das Misy unter Wasserverlust rothbraun. Es kommt unter denselben Verhältnissen wie der Eisenvitriol , im Rammeisberge am Harze , zu Tschermig und Koloseruk in Böhmen u. a. a. O. vor. Die sogenannte Bergbutter und das Federsalz , bestehen aus schwefelsaurem Eisenoxydul, schwefelsaurer Thonerde und Wasser, und sind zufällige und unbestimmte Gemenge, die entstehen, wenn Wasserkies in Berührung mit Schieferthon , oder wenn Alaunschiefer verwittert , und die verschiedene (Quantitäten der beiden Salze enthalten, je nachdem die Materie, woraus sie gebildet werden , die Bestandteile in verschiedener relativer Menge abgibt. Die Berg- butter ist trauhig und nierenförmig, gelblich- und griinlich- weiss, besitzt einen siisslichen zusammenziehenden Geschmack, und findet sich zu Wezelstein bei Saalfeld am Thüringerwald und zu Reichenbach im sächsischen Voigtlande in den dortigen Alaunschieferbrüchen. Sic besteht , nach Eisenblau. 3 7 9 Brandes , aus 9.968 Eisenoxydul , 7.000 Thonerde , 0.800 Bittererde, 0.716 Natron, 1.760 Ammoniak, 34.824 Schwefelsäure, 43 . 5 oo "Wasser und 1.000 Bergart. Das Federsah bildet leine haar- und nadelförmige Krystalle von graulich-, gelblich- oder griinlichweisser Farbe , die -wie die Bergbutter schmecken, und kommt wie diese im Alaunschiefer vor. Das Federsalz von Freyenwalde ist von Klaproth und Phillips untersucht worden. Klaproth fand darin : Eisenoxydul 7.50 , Thonerde i 5 .n 5 , Kali 0.20 , Schwefelsäure und Wasser 77.00. N\ ch Phillips besteht es aus Eisenoxydul 20.7, Thonerde 5.2 , Schwefelsäure 30.9 , Wasser 43.2. Diess beweist , dass es ein variables Gemenge von Eisenvitriol und schwefelsaurer Thonerde ist. 150. Gattlag. Eisenblau. Sin. Prismatischer Eisen - Glimmer, Vivianit. Schiefes rektanguläres Prisma. P — M = i 25 °i 8 / . Tlieilbarkeil parallel der breiteren Seitenfläche sehr vollkommen; parallel den übrigen Flächen der Grundform unvollkommen. Die Krystalle haben theils die Gestalt der Grundform, theils sind es rhombische Prismen mit Abstumpfung der Seitenkanten und Zuschärfung der Enden. Zuweilen erscheinen auch Zuschärfungsllächen der stumpfen Seitenkanten. Die Krystalle sind oft nadelförmig. H. = i. 5 ... 2.0. Sp. Gew. = 2.6...2.7. Glasglanz; auf der breiteren Seitenfläche der Grundform Perlmutterglanz. Oberfläche. Die breite Seitenfläche der Grundform glatt, die übrigen Flächen parallel den Com- binationskanten mit jener gestreift. Durchsichtig... durchscheinend. Farbe indigblau , ins Schwarze geneigt und licht schwärzlichgrün. Ersteres unter rechtem Winkel auf die Hauptaxe, letzteres in der Richtung der Axe. Strich licht blau. Milde. In dünnen Blättchen biegsam. Bruch musclilig. 38 o Blaue Eisenerde. Krystallisirt, kugelig, nierenförmig, derb. Zwei-drittel-phosphorsaures Eisenoxydul? f 3 P*. Eisenoxydul. Phosphorsaure. Wasser. Summe. 41.2266 3 i. 1825 4843 99 - 8934 41.0 26.4 3 i. 0 98.4 Zusammensetzung des Eisenklaus a. Cornwallis, nach Stromeyer; von Bodeninais, nach Vogel. Gibt im Kolben viel Wasser, bläht sich auf und wird fleckenxveise grau und rotli. Auf Kohle schwillt es auf, brennt sich rotli , und schmilzt nachher sehr leicht zu einem stahlgrauen, metallisch glänzenden Korne. Mit Borax und Phosphorsalz verhält es sich wie Eisenoxyd. Mit Soda auf Kohle gibt es im Reductionsfeuer magnetische Eisenkörner. Mit Boraxsäure und Eisen erhält man einen geschmolzenen Regulus von Phosphoreisen. Löslich in Salzsäure. Es findet sich auf Zinn- und Kupfergängen , besonders von Schwefelkies und von verschiedenen anderen Mineralien begleitet , zu St. Agnes in Cornwallis , am Silberberg zu Bodenmais in Bayern ; auf goldführenden Gängen zu Y’ürüs- patak in Siebenbürgen, und mit Brauneisenstein zu Amberg in Bayern. Auf Isle de France und an einigen Orten in Frankreich kommt es eingesprengt in vulcanischcn Gesteinen vor. 1 5". Gattung. * Blaue Eisenerde. S\n. Erdiges Eisenblau, natürliches Berlinerblau. Regelmässige Gestalten und Theilbarkeit fehlen. Zerreiblicli. Sp. Gew. unbekannt. Matt. Farbe weiss , indigblau , ins Smalteblaue übergehend *). Strich unverändert. * ) Im ganz frischen Zustande ist das Mineral weiss ; es wird erst durch längeres Liegen an der Luft , durch Aufnahme von Sauerstoff blau. Blaue Eisenerde. Triplit. 381 Färbt ab. Fühlt sich fein und mager an. Derb, eingesprengt und als Anflug. Phosphorsaures Eisenoxydul, f P. Verwandelt sich an der Luft in phosphorsaures Eisenoxyduloxyd. Zusammen*, der klauen Eisenerde v. Eckartsberge, nacli Klaproth. Eisenoxydul Phosphor- saure, Wasser. Summe. 4;- - r >0 3a. 00 20. OO 99-5 Verhält sich vor dem Löthrohr wie Eisenblau. Findet sich vorzüglich in Sumpf- und Moorgegenden, auf Torf, vermodertem Holze, Lehm, Thon u. s. w. Die schönste Abänderung ist zu Echartsberge in Thüringen vor- gekommen. Man findet sie unter den angeführten Verhältnissen an sehr vielen Orten , wie zu Vechelde im Braunschweigischen , zu Hillentrup im Lippe’schen , in Bayern, Steyermark , Frankreich , Ungarn , Norwegen , Grönland u. s. w. Man will sie auch in der Nähe von Wolfach im Kinzigthale, in einer Pflanzen-Reste einschlicssenden, über Gerollen abgesetzten Lehmschichte gefunden haben. 1 58. Gattung. Triplit. Sjn. Phosphor-Mangan, Eisenpecherz, zum Theil. Quadratisches Prisma ? Theilbarkeit parallel den Seitenflächen ? Krystalle sind noch keine beobachtet worden. H. = 5.o... 5.5. Sp. Gew. = 3.4— 3 . 9 ! Fettglanz, dem Demantglanze sich nähernd. An den Kanten durchscheinend... undurchsichtig. Farbe nelkenbraun, ins Schwärzlichbraune verlaufend. Strich gelblichgrau. Spröde. Bruch flachmuschlig. Derb. 302 Triplit. l M, G. halb-phosphorsaures Eisenoxydul + 1 M. G. halb-phosphorsaures Manganoxydul. f 2 P + mir P. Zusammensetzung Eiaen- oxrriul. Man^ in- ox\ dul. Phosphor-' saure. Phosphor- t-jurer Kalk. Summe. des Triplits, nach Berzelius. 32.60 31.90 32.78 3.20 100.4s Schmilzt auf Kohle leicht und unter Aufwallen zu einer eisenschwarzen, dem Magnete folgsamen Schlacke. Mit Borax und Phosphorsalz erhält man Eisen- und Manganreaction ; mit Boraxsäure und Eisen einen Regulus von Phosphoreisen. Findet sich auf einem Quarzgänge im Granit zu Chantc- loube bei Limoges, Depart. de la Haute-Yienne, in Frankreich. Acluacd , der Entdecker des Triplits, hat in den Steinbrüchen von Chanteloube und Hureaux noch mehrere Mineralien aufgefunden, deren wesentlicheBestandtheileEisenoxyd, Manganoxyd und Phosphorsäure sind, die aber noch genauer untersucht werden müssen, ehe man sie als selbstständige Gattungen aufstellen kann. Sous-phospale de fer manganesifere, nennt er ein Mineral, das in traubigen Massen von fasrigem Gefüge, bei Hureaux vorkommt. Es ist undurchsichtig und von kastanienbrauner, gelblich- und schwärzlichgrüner Fai’be, ritzt Kalkspath und hat ein sp. Gewicht von 3.22. Feine Splitter schmelzen schon in der Flamme des Kerzenlichtes. Vor dem I.öth- rohr schmilzt es sehr leicht unter Aufwallen zu einer schwarzen Schlacke, die vom Magnet gezogen wird, wenn die Schmelzung auf Kohle vorgenommen worden. Es besteht, nach Vauquf.lix, aus Eisenoxyd 06.20, Manganoxyd 6.i5 , Phosphorsäure 28.35 , Wasser 9.20 , und wäre demnach halb-phosphorsaures Eisen und Manganoxyd mit 3 M. G. YV asser. Ileterozite nennt Alluaud ein Mineral, das dieselben Bestandtheile hat, wie das eben beschriebene, aber in anderen Verhältnissen vereiniget. Es ist noch nicht in Kry- stallen gefunden worden. Die Grundform scheint, nach der Theilbarkeit zu urtheilen, die indessen ziemlich unvollkommen ist , ein rhombisches Prisma mit schiefer Endfläche, mit Seitenkantenwinkeln von 101° und 79 0 , und einer Neigung von P — M = >4o°, zu seyn. Es hat eine dunkel Hureaulite. Rasencisenstein. 383 violblaue , ins Braune und Grüne fallende , oder eine bläulichgraue und graulichweis.se Farbe , und ist , bei der lichteren Färbung, an den Kanten durchscheinend. Es ritzt Flussspath und hat ein spez. Gewicht von 3.27. Vor dem Löthrohr schmilzt es unter starkem Aufwallen. Yau^iemv fand darin: Eisenoxyd i6.5 , Manganoxyd 32.0, Phosphorsäure 5o.o. Es kommt mit dem vorhergehenden in kleinen derben Par thien in demSteinbruclie bei Hureaux im Granit vor. Hureaulite nennt Alt.uaud ein mit dem Sous-phospate de fer manganesifere und dem Heterozit bei Hureaux vorkommendes Mineral , das kleine kugelige Massen bildet, auf welchen kleine Krystalle oder schuppige Parthien von derselben Beschaffenheit sitzen. Hie Krystalle sind nadelförmig, und scheinen vier- und achtseitige, an den Enden zugeschärfte Prismen zu seyn. Sie sind braunroth , glasglänzend, durchscheinend, härter als Kalkspath, und haben ein spez. Gewicht von 1.9. Die schuppigen Parthien besitzen eine hellere Farbe. Die kugeligen Massen sind bald fest und feinkörnig, bald erdig und zerreiblich, und haben eine weniger lebhafte Farbe. Die Krystalle decrepitiren bei schneller Erhitzung. Beim langsamen Erhitzen blähen sie sich auf, und schmelzen zu einer Kugel , deren Oberfläche ein traubiges Ansehen hat. Bei stärkerer Erhitzung sprüht die Probe stark leuchtende Funken. Die Kugel ist nach der Abkühlung polyedrisch. Die Zusammensetzung dieses Minerals ist nach Vauquelüy : Eisenoxyd 11.0, Manganoxyd 35.2, Phosphorsäure 32.8, Wasser 20.0. Die Analysen der beiden letzten Mineralien geben keine bestimmte Resultate, indem nach dem Gange derselben keine vollkommen scharfe Trennung der Phosphorsäure vom Eisen möglich war. Sie scheinen basische phosphorsaure Eisenoxydsalze zu seyn. Der Raseneisenstein (Limonit) findet sich in Körnern, derb, blasig, zerfressen, durchlöchert u. s. w. Bruch klein und unvollkommen muschlig, auch uneben und erdig. Fettglanz, in verschiedenem Grade, und matt. Undurchsichtig. Gelblich- und schwärzlichbraun , bräunlichschwarz , ins Ockergelbe und Graue verlaufend. Strich gelblichbraun. Etwas spröde. Weich. Sp. Gewicht einer dichten Abänderung 2.6. Man unterscheidet Morasterz , Sumpferz , Jl iesen- erz. Letzteres begreift die ausgezeichnetsten Abänderungen, von muschligem Bruch und den höheren Graden des Glanzes , das erste die zerreiblichen. Das Sumpferz enthält die mittleren Abänderungen. Das Wiesenerz von Klempnow im preussischen Vorpommern besteht nach Kraproth, aus: Eisenoxyd 66.00, Manganoxyd i.5o , Phosphorsäure 8.00, Wasser 23.00. Würfelerz. 384 Pfaff untersuchte zwei Raseneisensteine aus derGegend von Schleswig. In dem einen fand er Eisenoxydul 72.94, Man- ganoxyd 6.00 , Kieselerde i 4 - 4 o , Thonerde 0.80 , Phosphorsaure 6.64, Wasser 0.40; in dem anderen Eisenoxydul 79.40, Manganoxyd 3 . 6 o, Kieselerde n. 5 o, Thonerde 3 . 34 , Phosphorsäure 4 - 1 ö , Wasser 0.10. Die Abänderungen des Raseneisensteines scheinen dem zufolge stets Phosphorsäure, und bald Eisenoxydul mit Kieselerde und liein ■ Wasser, bald Eisenoxyd und Wasser zu enthalten. Es findet sich vorzüglich in moorigen und sumpfigen Gegenden, und bildet sich unter unseren Augen noch fort. Es gibt sich, wo es bedeckt liegt, theils durch das schnellere und stärkere Dürrewerden des Grases und anderer Pflanzen bei trok- liener Jahreszeit, theils durch eisenschüssige Guhren in den benachbarten Gräben zu erkennen. Man findet cs an vielen Orten, namentlich inNordteutschland, in Sachsen, Hannover u. s . w. , dann in Schweden , wo es unter dem Namen Myrmalmer und Sjömalmer bekannt ist. Es wechselt im Eisengehalt bedeutend ab , und wird, wenn es reich ist , mit Yortheii zum Eisenausschmelzen angewendet. Es liefert ein kaltbruchiges Eisen , das sehr gut zu Gusswaaren , aber nicht zur Stabeisenbereitung taugt. Eine eigenthümliche Abänderung von Raseneisenstein findet sich bei Altleiningen in der ehemaligen Pfalz. Sie ist cylindrisch. Die Cylin- der bald hohl, bald massiv, und Aussen oftmals mit spiralförmigen Windungen versehen. Die Masse dieses Eisensteins ist durchaus mit Quarzsand gemengt, und von ockergelber und bräunlichgelbcr Farbe. i58. Gattung. fVürfelcrz. S*n. He.vaedrischer Lirokon-Malachit, Pharmakosidcrit. Würfel. Theilbarkeit parallel den Flächen der Grundform unvollkommen. Die Krystalle sind Würfel, an welchen die Flächen des Tetraeders, Dodekaeders und Trapezoeders Vorkommen. H. = 2.5. Sp. Gew. = 2 . 9 ... 3.o. Glasglanz, demantartig. Oberfläche. Die Würfelflächen zuweilen parallel den Combinationskanten mit dem Tetraeder gestreift. Durchscheinend an den Kanten... halbdurchsichtig. Farbe olivengrün, ins Gelblich- und Schwärzlich- braune und ins Gras-und Smaragdgrüne verlaufend. Skorodit. 3 8'3 Strich olivengrüu, blass, ins Braune fallend. Wenig spröde. Bruch muschlig, uneben. Meistens krystallisirt, selten derb; körnig. Basisches arseniksaures Eisenoxyd-Oxydul mit Krystallwasser. f 3 As 2 + F 3 As 2 + 18 Aqu. Zusammensetz. 4es Würfelerzes, nach Berzelifs. Eisenoxyd. Arseutk- sjure. Phosphor saure. Kupfer- ovyd. Wasser. L »aufgelöste Theile. Summe. 39.20 37.S2 2.53 o.G 5 18.61 i-yG 100.57 Gibt im Kolben Wasser und wird rotli. Bei stärkerem Feuer gibt es wenig oder gar keinen weissen Arsenik , blüht sich ein wenig auf, ist nach der Abkühlung rotli und gibt ein rotlies Pulver. Auf Kohle riecht es stark nach Arsenik und schmilzt im Rcductionsfeuer zu einer grauen metallisch glänzenden Schlacke , die vom Magnet angezogen und von den Flüssen gelöst wird , denen sie die Reactionen des Eisens ertheilt, während das Glas einen starken Arsenikgeruch ausstösst. Findet sich zu Schwarzenberg in Sachsen, in Cornwallis und zu St. Leonard , Depart. de la Haute-Vienne, in Frankreich , auf Gängen mit Kupfererzen , Brauneisenstein, Quarz und Schwefelkies. iGo. Gattung. Skorodit. Gerades rhombisches Prisma von 120 0 io'. Theilbarkeit parallel den Seitenflächen und in der Richtung der Diagonalen der Basis der Grundform, unvollkommen. Die Krystalle sind Rhombenoktaeder. Mit dieser Gestalt kommen verbunden vor, die Seitenflächen der Grundgestalt als Abstumpfungsflächen der Grundecken , die Endfläche als Abstumpfungslläche der Endecken, Flächen eines stum- pleren Oktaeders und Flächen eines sccundären rhombischen Prismas, als Zuschärfungsflächen der spitzeren Grundecken des Oktaeders. W'aicrmr Mineralogie. 2 3 m Skorodit. II. = 3.5... f\ .o. Sp. Gew. = .'3.i6. Glasglanz, auf (1er Oherfliiclie in den Demant-, im Innern in den Fellglanz geneigt. Oberfläche. Die Oktaederflächen uneben und parallel ihren eigenen Kanten unregelmässig gestreift, die Flächen der Prismen zum Theil vertical gestreift. Halbdurchsichtig... durchscheinend an den Kanten. Farbe lauchgrün ; einerseits beinahe ins Weisse, andererseits ins Oelgrüne und Leberbraune verlaufend. Bei durchfällendem Lichte blafs-blau. Strich weiss. Etwas spröde. Bruch uneben. Krvstallisirl, in Lrystallinischen Massen, traubig, derb und eingesprengt. Einfach-arseniksaures Eisenoxydul mit Krystall- wasser. f As + x Aq. Eine genaue Analvse fehlt noch. C> _ Gibt im Kolben erst Wasser und wird weiss- grau oder gelblich. Bei einer grossem Hitze gibt er weissen Arsenik, der in kleinen weissen glänzenden Krystallen sublimir,t wird, wobei er sich schwärzt. Nach der Abkühlung ist er stellenweise dunkelgrau und rotli , -gibt aber ein lichtes graugelbes Pulver. Auf Kohlen und mit den Flüssen verhält er sich wie das Würfelerz. Findet sich im Urgebirge am Raschauer Knochen bei Schwai'zenberg, auf Stamm Asser am Graul bei Schneeberg in Sachsen , in Cornwallis und in der Löling bei Hütten- berg in Kärnthen; an letzterem Orte auf Spatheisensteins- Lagern, an den ersteren Orten auf Lagern von Quarz und Hornstein. Auch das sogenannte Strahlenkupfer aus Cornwallis, das, Becdakt zufolge, kein Kupfer enthält, gehört nach Phii.i.ips hierher. Zn Villa-Rica und Antonio Pe- reira in Brasilien findet sich in Höhlungen eines quarzigen Brauneisensteins ein Mineral, das im Aeusseren dem Würfelerz nicht unähnlich sieht und wahrscheinlich eine eigene Gattung Bildet. Es ist indessen noch nicht ge- Eisensinter. 3ü : hörig mineralogisch untersucht. Die Krystalle sclieinen (quadratische Prismen mit vierllächigcr Zuspitzung zu seyn. Farbe grün. Glasglanz. Durchscheinend. Strich vreiss. Zusammensetzung nach Bfrzki.ils: Eisenoxyd 34-85, Arseniksäure 50.78, Phosphorsäure 0.67, Kupferoxyd eine Spur, TV asser i5.55- Darauf passt, die Formel f As + F 3 As 2 4- 12 Aq. 161. Gattuxg. Eiseysinler. S)a. Eiscnpecherz, zum Thcil, Pittizit, Kolophonciscncrz. Regelmässige Gestalten und Theilbarkeit fehlen. H. = 2 . 5 ... 5 . 0 . Sp. Gew. = 2 . 3 ... 2 . 5 . Fettglanz. Durchsichtig... durchscheinend an den Kanten. Farbe, gelblich-, röthlich- und schwärzlichbraun. Strich gelb. Wenig spröde. Bruch muschlig. Nierenförmig, tropfsteinartig, derb und als Ueber- zug. Wasserhaltiges basisch - arseniksaures Eisenoxyd mit zufälligem Schwefelsäure- Gehalt. Zusammensetzung Eisenoxyd. Arsenik- saure. Schwefel säure. Maugauoxyd. Wasser. Summe. des Eisensinters, nach Stromeyer. 33.0960 16.0591 t0.o38t 0.6417 29.2 556 99.0905 Gibt heim Erhitzen Wasser und schwefelige Säure aus, in dem es sich aufbläht und zu einer porösen schlackigen Masse schmilzt. Auf Kohle gibt es Arsenikgeruch und mit den Flüssen Eisenreaction. Findet sich auf mehreren Gruben im Sächsischen Erzgebirge, wie auf Christ - Bescherung, reicher Bergseegen bei Freiberg , auf Stamm Asser zu Schneeberg u. s. w. Scheint durch Zersetzung des Arsenikkieses entstanden zu seyn. 31(8 Wolfram. tGa. Gattung. Wolfram. Svn. Prismatisches Scheel-Erz. Gerades rektanguläres Prisma. Theilbarkeit parallel den Seitenfläclien vollkommen ; parallel der Endfläche und in der Richtung der beiden Diagonalen derselben, wenig vollkommen. Die Krystalle sind rektanguläre Prismen, die durch ungleich gegen die Seitenflächen geneigte Abstumpfungsflächen der Seitenbauten in rhombische Prismen übergehen. Ueber- diess liommen Flächen vor, welche die Seitenbauten zuschärfen , bis zum Verschwinden der schmalen und selbst bis zum Verschwinden der breiten Seitenflächen; Flächen, welche die Grundhanten abstumpfen, wodurch eine vier- flächige Zuspitzung entsteht ; Flächen welche die längeren Grundhanten abstumpfen, wodurch eine Zuschärfung gebildet wird. Gewöhnlich sind diese secundären Flächen mit den Flächen des rhombischen Prisma's verbunden. Auch Abstumpfungsllächen der Ecken kommen vor und Zwillinge. II. = 5.o... 5.5. Sp. Gew. = 7 . 1 ... 7.4. Metallglan/., demantartiger. Undurcbsicbtig. Oberfläche. Die Prismenflächen vertical gestreift. Farbe dunkel, graulich- und bräunlichschwarz. Strich dunkel röthlichbraun. Nicht sehr spröde. Bruch uneben, Krystallisirt, in Äfterkrystallen nach Tungstein, und derb. Blättrig, gerade und auseinanderlaufend stängelig. Einfach-wolframsaures Eisenoxydul (und Man- ganoxydul) ^ j W. Zusammensetzung Eisen- oxjdtil. Mangdii' oxjilul. Wolfram- säure. Kieselerde. Summe. des Wolframs, nach Berzelics. 18.320 6.220 78.775 1.200 104.565 ’i'antalit. 3öy Decrepitirt im Kolben bisweilen mul gibt etwas Feuchtigkeit. Aul' Kohle kann es bei gutem Feuer zu einer Kugel geschmolzen weiden, deren Oberfläche eine Zusaminenhäufung von ziemlich grossen blättrigen, eisengrauen und metallisch glänzenden Krvstallen ist. Vom Borax wird es ziemlich leicht aufgelöst und gibt die Farben des Eisens , ohne dass man von dem Farbenspiel auf die Gegenwart der Wolframsäure schliessen kann. Phosphorsalz löst cs leicht. Im Oxydationsfeuer bekommt das Glas blos eine Eisenfarbe, aber im Reductionsfcuer wird es dunkelrotb. Von einer unbedeutenden Menge Wolfram wird es schon undurchsichtig'. Setzt man Zinn hinzu, und bläst einen Augenblick darauf, so wird die Farbe grün. Bei anhaltendem Reductionsfeuer wird alles Wolfram reducirt , die grüne Farbe verschwändet, und es bleibt eine schw achrothe , die sich nachher nicht mehr ändert. Mit Soda zeigt es auf Platinblech Manganreaction; auf Kohle erhält man Wolframeisen, das durch Schlämmung abgeschieden werden kann. Findet sich vorzugsweise iin Gneise des Urgebirges, mit Quarz, Glimmer, Tungstein, Schwefelkies, Zinnstein u.s. w. auf Gangen. Die vorzüglichsten Fundorte sind: Schlackenwald und Zinnwald in Böhmen, Geyer und Ehrenfriedersdorf in Sachsen. Im Anhaitischen bricht cs z.u Neudorl, Strassberg und Süderholz auf mächtigen Gängen im Grauwackengebirge mit Quarz , Spatheisenstein , Schwefelkies u. s. w. Auch in Cornwallis , Schottland, Frankreich und Nordamerica kommt cs vor. iG3. Gattuxg. Tantaht. S»n. Prismatisches Tantal-Erz, Coiumbit. Gerades rektauguläres Prisma. Theilbarkeit parallel den Seitenflächen, ziemlich vollkommen ; parallel der Endfläche, unvollkommen. Die Krystalle sind rektanguläre Prismen, an welchen Flächen Vorkommen, welche die längeren Grundkanten und die Seitenkanten, so w ie die Kanten abstiimpfen, welche die Flächen des sccundnren Prisma s mit den Flächen des 3ijo Tantalit. primären bilden; ferner Flächen, welche die Grundeclten abstumpfen. H. = (3.o. Sp. Gew. =" G.o3. Metallglanz , unvollkommener. Oberfläche, die Flächen T der Grundform gewöhnlich stark verlical gestreift. Undurchsichtig. Farbe graulich- und hriiunlichschwarz. Strich, bräunlichschwarz, dunkel. Spröde. Bruch unvollkommen, musclilig... uneben. Krystallisirt, derb und eingesprengt. Tantalsaures Eisen- und Manganoxydul. mn ^ ^ a )• Zusam. des Tantalus Eisenoxyd. Tautalsäure Mangnn- oxt d. Zinnoxyd. Summe. von Budenmais, nach Vogel. i;.o 75.0 5.0 1.0 JOO.O Für sich ist er unveränderlich. Vom Borax wird er leicht zu einem schwarzen oder beinahe undurchsichtigen bouteillengriinen Glase aufgelöst, das nicht unklar geflattert werden kann, wenn es nicht eine so starke Eisenfarbe bekommen hat, dass es undurchsichtig ist. Vom Phosphorsalz wird er langsam zu einem stark von Eisen gefärbten Glase aufgelöst, in dem man keine Spur von Wolfram entdecken kann. Mit Soda gibt er auf Platinbleeh Manganreaction und mit Soda und Borax in der Reductionsprobe Spuren von Zinn. Der Tantalit von Haddarn zeigt mit Phosphorsalz im Reductionsfeucr Wolframrcaction. Findet sich ■/.u Bodenmais in Bayern im Granit, in Gemeinschaft mit Dichroit, Beryll, Eisenblau und Magnetkies, und zu Haddarn in Connecticut , in einem Chrysoberyll *) Beiueuis bctrachnt den Tantalit von Bodenmais als r* mn 3 Tantalit. 3y» führenden Albil - Granit. Die Tantalile, welche in Schwellen lorkonunen, -weichen sowohl von «lein beschriebenen, als auch unter sich, nicht unbedeutend ab, und müssen daher von einander und von dem Tantalit von Bodenmais und Goimecticut, unterschieden werden. Der Broddbo - Tantalit ist schv. arz , undurchsichtig , schwach metallisch glanzend und gibt ein gelblich-braunes Puh er. Er wird von Quarz geritzt und hat ein spez. Gewicht von 6.29. In einer reinen Abänderung fand Ber- zki.us Eisenoxyd 9. 58, Manganoxyd 7.1 5, Tantalsäure 68.22, Wolframsäure 6.19, Zinnoxyd 8.26, Kalkende 1.19. Er ist nacii Behzei.ics einfach-tantalsaures Eisen- undManganoxydul mit einfach-tantalsaurer Baiherde und mit Wolframiaten Vor dem und Stannaten derselben Basen. 11111 Güthrohr ist er für sich unveränderlich. Vom Borax wird er langsam aber vollständig aufgelöst. Das Glas zeigt Eisenfarbe und lässt sich bei einem gewissen Sättigungsgrade grauweiss flattern und bei einer noch grösseren Sättigung w ird es von selbst undurchsichtig unter der Abkühlung. Vom Phosphorsalze wird er in der Oxydations- ilammc langsam aufgelöst und zeigt Eisenfarbe. Im Re- ductionsfeuer bekommt er eine rothe Farbe, die bei der Abkühlung zunimmt , und die Gegenwart des Wolframs anzeiet. Ein Zusatz von Zinn verändert die Farbe nicht O und bringt nicht die grüne Farbe hervor, die man von reinem Wolfram bekommt. Mit Soda zeigt er auf Platinblech Manganreation , auf Kohle gibt er bei dem Reduc- tionsversuche mit einen kleinen Zusatz von Borax, Zinn. Der Kimito-Tantalit sieht im Aeusseren dem Broddbo- Tantalit ähnlich, und hat ein spez. Gewicht von 7.28. BerzelicS fand darin Eisenoxydul 7.2, Manganoxydul 7.4, Tantalsäure 83.2, Zinnoxyd 0.6 und eine Spur von Kalk. Er betrachtet ihn als cinfach-tantalsaures Eisen- und Manganoxydul. n ^ u | Ta. Vor dem Lötlirohr verhält er sich mit Borax wie der Broddbo-Tantalir. Vom Phosphorsah w ird er langsam aufgelöst, und zeigt nur die Farbe des Eisens. Mit Soda gibt er auf Platinblech Manganreaction, und auf Kohle bei Zusatz von etwas Borax, Zinn. Der Finbo - Tantalit stimmt im Aeussern mit den beiden vorens ahnten überein. Er gibt ein gelbbraunes Pulver. Sein sp. Gewicht ist nicht bestimmt. Seine Zusammensetzung ist nach Beuzelics Eisenoxyd 7.67 , Manganoxyd Nigrin. -.98, Tantalsäure 66.99, Zinnoxyd 16.75, Kalkerde 2.40. Er betrachtet Hin als einfach - tantalsaures Elisen - und Man- ganoxydul, mit einem Stannate derselben Basen gemengt. Alle diese Tantalite kommen im Albit-Granit, in Begleitung von Zinnstein, Beryll, Topas u. s. w. vor. tG4- Gattung. * Nigrin. Syn. He.vaedrisclies - Titanerz. Würfel. Theilbarkcit parallel den Flächen der Grundgestalt. Die beobachteten Krystalle sind unvollkomnien ausgebildete Oktaeder und W ürfel. H. = G.o... G.5. Sp- Gew. = 4.2... 4.4. Metallglanz. Undurchsichtig. Farbe graulich- und eisenschwarz, zuweilen etwas ins Röthliclic fallend. Strich grau... graulichbraun. Spröde. Bruch uneben... muschlig. Wirkt nicht auf den Magnet. Krystallisirt , in stumpfeckigen Stücken , Geschieben, und in abgerundeten Körnern. Vierfach-titansaures Eisenoxydul (Manganoxydul) Zusammensetzung des JNigrins, nach Klaprotii. HiseDoxvdul. j Mauganoxyd. Titansäurc. Summ«. 2.0 S4.0 00.0 Bleiht für sich vor dem Löthrolir unverändert. Mit Bot '(isc und Phosphor salz zeigt er in der äussern Flamme Eisenreaction. In der Reduclionsflamme Mcnaccan. 3y3 erhalten die Gläser eine intensive blaurotlie Farbe, die besonders schön nach der Behandlung mit Zinn hervortritt. Soda greift ihn selbst als Pulver kaum an. Auf Platinblech erhält man eine ganz schwache Manganreaction. Mit Salpeter schmilzt er als Pulver zu einer schlackigen Masse zusammen , die eine grasgrüne Farbe von basischem mangansaurem Kali hat. Er kommt thcils in eingewachsenen Krystallen, theils in Geschieben und Kornern im Sande der Flüsse vor. In würfeligen Krystallen eingewachsen findet er sich in dem Urkalhstein hei Vogsburg am Kaiserstuhl. Zu Ohlapian in Siebenbürgen bildet er einen Gemengtheil des Sandes des dortigen Goldseifen Werkes. i(j5. Gattung. Mcnaccan. S_\n. Schwarztitanerz, zum Tlieil. Quadratisches Prisma. Theilbarkeit parallel den Seitenflächen und in der Richtung der Diagonalen der Basis. Krvstalle sind noch nicht gefunden worden. Die Grundform ist nach der an Geschieben zu beobachtenden Theilbarkeit bestimmt. H. = 5.5... G.o. Sp. Gew. = 4-5... 4-7- Metallglanz. Undurchsichtig. Farbe eisenschwarz, zuweilen etwas ins Braune geneigt. Strich schwarz. Spröde. Bruch muschlig... uneben. Wird vom Magnete angezogen. Platte Körner. Einfach-titansaurcs Eisenoxvdul (Mauganoxvdul) f i Ti ' mn ) 11 • lserin. 3i;4 Zu sammensetzung Eisenoxydul. Mangau- oxydiü. TUanstfuce. (Ju.ri. Summu. des Mcnaccans ; nach Chenetix, 4<>o _ 40.0 I 1.0 100.0 nach Klapeoth. 5i.oo 0 . 2 S 45-00 3.5o 100.00 Bleibt für sich vor dem Löthrohr unverändert. Gibt mit den Flüssen in der äusseren Flamme Eisenreaction. Die Kugel mit Phosphorsalz wird nach der Behandlung in der Reductionsflamme unter der Abkühlung rolh und nach der Behandlung mit Zinn blau. Der Menaccanit findet sich im Sande eines kleinen Baches unfern Menaccan in Schottland. Auch soll er in America Vorkommen. 166. Gattung, lserin. Sjn. Titansand, zum Theil. Reguläres Oktaeder. Theilbarkeit, unbekannt. II. = 5 . 5 ... 6.0. Sp. Gew. = 4-8- Metallglanz. Aussen öfters wenig glänzend. Undurchsichtig. Farbe eisenschwarz, zuweilen etwas ins Braune fallend. Strich schwarz. Spröde. Bruch vollkommen muschlig. Wird vom Magnete angezogen. Rundliche oder eckige Körner. Viertel-titansaures Eisenoxydul, f 4 Ti ’). Eisenoxydul. Titausaure. Zusammensetzung des Iscrins, nach Klapbotii. 72.0 28.0 *) H. Kose’« Anahse des Is-crins weicht so sehr von der Klat- ROTifschen Analyse ab, dass man annehmen muss, die beiden Che- Titaneisen. 390 Verhält sich vor dem Lötlirolir wie der Menaccan, nur zeigt er stärkere Eisenreaction als dieser, und die Kugel mit Phosphorsalz wird nach der Behandlung in der Reductionsflannne nicht so intensiv roth. Findet sich in losen Körnern in einem granitischen Sande an der Iscrwiese im ltiesengebirge. 167. Gattung. * Titaneisen. S\n. Titansand, zum Theil. llcffuläres Oktaeder. O Theilbarkeit unbekannt. Die vorkommenden Kr) stalle sind reine , oder an den Kanten abgestumpfte Oktaeder. H. = 5.5. . ti.o. Sp. Gew. = 4 .G 2 ... 4-8ti ul - nar!i Berthieb , 1 82.3 n. L. Gmelin. k 8a . 5 n ( 83-54 Sauerstoff. Kupier uxtd. Kohlen saurer Baryt. Eisenoxyd. rbon- erde. Ge- birgs- art. Was- ser. Suir.m. 11.5 Spur. — 1.0 — 4.0 1.2 100.0 i r.09 o.t5 o.fiß 0.21 0.76 2.2 r r.CG 99-*4 11.4 3 «*«4 2.3i o.i.} o.pi 0.88 0.75 100.00 Gibt itn Kolben gewöhnlich etwas Feuchtigkeit aus. Auf Kohle brennt es sich im Reductionsfeuer rothbraun. Vom Borax und Phosphorsalz wird es mit starkem Brausen aufgelöst. Die Kugel wird in der äusseren Flamme intensiv violblau, in der inneren farbelos. Der Eisen - oder Kupfergehall zeigt sich nach der Behandlung des Boraxglases im Reductionsfeuer. Man unterscheidet strahliges, blättriges, dichtes und erdiges Weichmanganerz. Das strahlige W eichmanganerz begreift die in feinen nadelförmigen Ifrystallen krystallisirten Abänderungen und die derben Stücke von diinnstängeliger Absonderung ; das blättrige Weichmanganerz die niedrigen Kryslalle und die derben theilbaren Abänderungen. Das dichte begreift die untheilbaren Stücke und das erdige diejenigen , in denen der Zusammenhang der Theile mehr oder weniger aufgehoben ist. Das Weichmanganerz findet sich vorzüglich auf Gängen in den Porphyren des Todtliegcnden. Auch kommt es zuweilen auf Lagern und nesterweise mit Roth- und Brauneisenstein vor. Es findet sich zu Ilefeld am Ilarze, zu Krettnich im Saarbrückischen , zu Calveron in Frankreich , bei W eilburg in Kassau, in Ungarn, Schlesien, Böhmen u. s. w. Eigener Art ist sein Vorkommen in Feuerstein-Nieren, die sich in dem Bohnerz bei Baldersweil im Klettgau finden. Das W eichmanganerz wird vorzüglich zur Darstellung des Chlors, des Sauerstoffgases und bei der Glasbereitung angewendet, um dem Glas die Eisenfarbe zu nehmen. Auch wird es in der Glas - und Email - Malerei benutzt. Es kommt im Handel unter dem Namen Braunstein vor. Allein bei weitem nicht aller Braunstein des Handels ist Weichmanganerz. Es werden mehrere andere Manganerze Glanzmanganerz. 399 unter demselben Namen verkauft, von denen sich das Weichmanganerz durch die eisenschwarze B'arbe , den schwarzgrauen Strich und dadurch unterscheidet, dass es beim Erhitzen im Kolben nur sehr wenig Wasser abgibt und im gepulverten Zustande mit einem Gemische von gleichen Theilen Vitriolöl und V\ asser halt zusammengestellt , demselben keine B'arbe ertheilt Bis gibt beim Erhitzen von allen Braunstein-Sorten, das meiste Saucr- stofl’gas und hat daher auch zur Bereitung von Chlor den Vorzug. Man benutzt den Braunstein auch um das Wasser auf Seereisen vor dem Verderben zu schützen, indem man in jedes Fass Wasser einige Pfunde davon einträgt. 169 . Gattung. Glanzmanganerz. Sjn. Prismatoidisclic« Mangan-Erz, zum Tlieil, GraubraunMeinrrz /um Tlici!. Grundform und Theilbarkcit wie beim Weich- manganerz. 11. = 4 -o. Sp. Gew. = 4-328. Metallglanz., unvollkommener. Oberfläche. Die Prismenfläclien vertical gestreift. Im Allgemeinen sind die Flächen glatt und stark glänzend. Undurchsichtig in grossen Massen. In der Richtung der Prismenflächen gespalten und darauf gegen das Sonnenlicht gehalten, bemerkt man kleine Splitter, welche das Licht mit hellbrauner Farbe durchlassen. Farbe bräunlich-schw arz, dunkel , ins Eisenschwarze geneigt. Strich röthlichbraun. Spröde- Bruch uneben. Krystallisirt und derb. Stängclig und körnig. Manganoxydhydrat. Mn 4 - Aq. oxrduloxyd. üaucrstoH. Wasser. Summe. 87.1 3.4 9 .S 100.0 8641 3.51 10.0S 100.00 Zusam. des Glanz- raanganerzes v. Ilefeld, nach L. Gmelis; Glanzm. von Undcnäs, nach Arfvedson. 400 Schwarzmanganerz. Gibt im Kolben viel Wasser aus und verhält sich im Uebrigen wie das Weichmanganerz. Findet sich zu llefeld am Harze, zu Endenäs in der Provinz Westgothland in Schweden , in Cornwallis , De- vonshire, Sommersctshirc , Schottland und Pcnsylvanien. Es kann zur Darstellung von Sauerstoff und Chlor benutzt werden, ist aber hiezu nur halb so viel Werth als das Weichmanganerz *). 170. Gattung. Schwarzmanganerz. Svn. Pyramidales Mangan-Erz. Quadratisches Oktaeder, P — P = io5°25 / ; P — Theilbarkeit rechtwinkelig gegen die Axe der Grundform ziemlich vollkommen; parallel den Seitenflächen derselben weniger deutlich und unterbrochen. Die Kry stalle sind quadratische Oktaeder, an den Enden durch die Flächen eines stumpferen Oktaeders zugespitzt und Zwillinge. Die Zusammensetzungslläche eine Oktaederfläche, die Umdrehungsaxe auf derselben senkrecht. Die Zusammensetzung ist oft parallel allen Flächen des Oktaeders wiederholt (Fig. 58). Gewöhnlich sind nur kleine Stücke von den umgebenden Individuen mit den mittleren verbunden. 5.0... 5.5. H Sp. Gew. = 4-" 2 . Metallglanz, unvollkommener. Oberfläche. Die Flächen des primitiven Oktaeders horizontal gestreift und oft matt. Die Flächen der Zuspitzung sehr glatt und glänzend. Undurchsichtig. *) Die beiden erwähnten Manganerze kommen in der Natur oft mit einander gemengt vor. Die äusseren Schichten grösserer Braunstein- Krystalle geben zuweilen einen schwarzen Strich und sind weicher, während die inneren Thcile einen braunen Strich geben und eine grössere Härte besitzen. Je mehr ein Braunstein Glanzmanganerz enthält, um so mehr gibt er beim Erhitz,en Wasser aus. Die Beimengung von Weichmanganerz gibt sich beim Glanzmanganerz auch durch die dunklere Farbe des Strichs zu erkennen. llartmaiiganerg. 401 Farbe bräunlichseliwarz. Strich kastanienbraun. Spröde. Bruch uneben. Krystallisirt und derb. Körnig. Manganoxydul-Oxyd. 2 Mn -f mn Künstliches Mangan- oxvduloxyd, nach Rerzelics u. Arfvedson. Mangan. .Sauer- '■ Oder : Stofl". .'langari- oxydul. Mangan- ox\ d. Summe. 7 2 -74 27.26 100.00 3i.ofi8 68-93-1 (00.000 Gibt im Kolben nur unbedeutend Feuchtigkeit aus, und verhält sich zu den Flüssen wie die vorhergehenden. Sein Pulver färbt Schwefelsäure lebhaft roth. Findet sich, aber selten, zu Oehrenstock hei Ilmenau, in Thüringen, und zu Ilefeld am Harze, hier meistens in deutlich körnigen , abgerundeten Stücken. Zu Johanngeorgenstadt und Spitzleithe hei Schneeberg findet es sich mit Hartmanganerz gemengt. 171 . Gattung. * Ilartmnnganerz. Svn. Unthcilbares Mangan-Erz, Schwarzcisenstein. Regelmässige Gestalten und Theilbarkeit fehlen. H. — 5 .o... 6.0. Sp. Gew. = 4.0... 4-5- Metallglanz, unvollkommener. Undurchsichtig. Farbe dunkel bläulich- und graulichschwarz. Strich bräunlichschwarz, glänzend. Spröde. Bruch muschlig... eben; matt. Nierenförmig, traubig, staudenförmig. Dünn- stängelig, fasrig, derb. Zuweilen schalig abgesondert *) Es scheint ihm etwas Manganoxyd beigemengt zu scyn, sonst beim Erhitzen keinen Sauerstoff abgeben konnte. Walchnir Mineralogie. 26 weil cs 4oa Hartmanganerz. mul ilie Abscmdmingsfläche oft rauh und mit Körnern besetzt, die starken Glanz besitzen. Dicht. Manganoxyd Mn *). , Zus. des künstlichen IVIangan. Sauerstoff. Stimme. Manganox vdes, nach Berzelics und Arfvedson. 70.35 29.6.5 100.00 Gibt beim Erhitzen etwas Wasser aus. Färbt Schwefelsäure roth. Im Ucbrigen verhält cs sich wie die vorhergehenden, mit dein Unterschiede, dass man öfters kleine Mengen von Kupfer , Thon - und Kieselerde, von Bant und manchmal ziemlich viel Eisen, durch die Flüsse wabrnimint. Das Hartmanganerz zeigt unter den Manganerzen das verschiedenartigste Vorkommen. Fs findet sich nämlich sowohl im L T r- als im Uebergangs - und Fh'ilzgcbirge , theils auf' Gänsen, theils ncsterweise. Im Ir- und Uebcrgangs- gebirge iiiulet es sich im Nassauischen, Siegenschen, Saynischen, am Harz, in Sachsen, Frankreich u. s. w. Im Schwarzwalde kommt es im Granit bei Eisenbach, unfern Löffingen, auf Gangen mit Braueisenstein, zu Forbach im Murgthale mit Rotheisenstein vor. In der Gegend von Bräunlingen und Villingen findet es sich gangweise im Flötzgebirge. Beim Albfuhrer Hof im Klettgau kommt es in einzelnen knolligen Stücken mit dem Bohnerz vor. Zur Darstellung von Chlor taugt es wenig, und es steht in dieser Beziehung noch dem Glanz - und Schwarzmanganerz nach, und zur Sauerstoffbereitung kann es gar nicht angewendet werden , indem es davon so gut wie nichts entwickelt. "Während 44 Theilc "Weichmanganerz mit 98 Theilcn Vitriolöl alles Chlor aus 60 Theilen Kochsalz entwickeln, braucht man, um dasselbe zu bewirken, über 90 Theile Hartmanganerz und 147 Theile Vitriolöl. Zum Entfärben von Glas darf es nicht gebraucht werden. Man *) Das Hartmanganerz enthält gewöhnlich etwas Orvdulo.t j d , kleine Quantitäten von KupCerotvd , Eiseno.tvd , Thonerde , Kieselerde, einige Procente kohlensauren Bant (manganese barvtifere) und ausserdem Kohle, und zwar manchmal in so Bedeutender Quantität, dass es beim Glühen fast blos kohlensaures Gas, und erst gegen das Ende des Proccsjes etwas reines Sauerstoffgas gibt. Wad. .,o3 wird es aber , wenn es mit , oder in der Nachbarschaft von Eisensteinen vorhonunt, mit Vortheil mit diesen verschmelzen, weil es einen guten Einfluss auf die Beschaffenheit des aus den Eisensteinen erblasenen Eisens hat, und die Erze leichtfüssigcr macht. Die Töpfer wenden es zumGlasiren an. 172. Gattung. * Wad. Syn. Draunstcinschaum, brauner Eiscnrahin. Regelmässige Gestalten und Tlieilbarkeit fehlen. H. — o. 5 ... l.o Sp. Gew. — 3.7. *). Matt... unvollkommen metallisch glänzend. Undurchsichtig. Farbe braun, in verschiedenen Nuancen. Strich unverändert, glänzend. Sehr milde. Färbt ab und schreibt. Bruch flachmuschlig, eben.... erdig. Nierenförmig, traubig, getropft, in Stauden-und baumförmigen Gestalten, in schaumartigen Ueber- zügen u. s. w. Auch derb stängelig und krumm- schalig. Manganoxydul-Oxyd-Hydrat. 2 M11 -f. mn + Aq. Erdiges Wad Mangan- oxyd. Wasser. Eisenoxyd. Baryt- erile. Kieselerde. Kohle. Summe. vom Harze, nach Klaprotii. 6S.0 i;.5 6.5 1.0 8.0 1.0 102.0 Gibt beim Erhitzen viel Wasser aus. Färbt die Flüsse violblau und Vitriolöl roth. Findet sich vorzüglich mit Brauneisenstein, Eisenspatli und Manganerzen und scheint einer eigenthümlichen Zersetzung dieser Erze seine Entstehung zu verdanken. Ausgezeichnete Abänderungen kommen zu la Bomaneche in Frankreich, im Westerwalde , im Bayreuthischen zu Neila und am Erzberge , am Harze u. s. w. vor. Der Braun- *) Das Wad sinkt im Wasser unter, nachdem es Feuchtigkeit cin- gesogen und sein sp. Gewicht liegt daher niemals unter x.o, wie öfters unrichtig angegeben wird. 404 Manganbleude. eisenstein, der zu Büchenbronn Bei Pforzheim und zu Neuenbürg gangweise im rothen Sandstein des Schwarzwaldes toi kommt, ist häufig von Wad begleitet . Grossere Massen jenes Eisenerzes bestehen öfters aus abwechselnden dünnen Lagen von fasrigem und scluippig-fasrigem Brauneisenstein und Wad, und Klüfte und Höhlungen, des int Ganzen schalig abgesonderten Erzes, sind häulig von getropften Gestalten desselben angefüllt. Unter dem Namen Brachytypes Mang an - Erz beschreibt Haidixger eine Braunsteingattung, deren Zusammensetzung zur Zeit nicht genau bekannt ist. Grundform ein quadratisches Oktaeder, mit dem Endkantenwinkel von 109° 53 ' und dem Grundkantcnwinkel von io 3 ° 39'. Theilbarkeit parallel den Flächen der Grundform vollkommen. Die Krystalle sind Coinbinationen der primären Flächen mit einer horizontalen Endfläche und mit den Flächen spitzerer Oktaeder. Härte = 6.0...6. 5 . Sp. Gewicht - 4.818. Glanz unvollkommen metallisch. Farbe dunkel bräunlichschwarz. Strich von derselben Farbe. Spröde. Bruch uneben. Kry- stallisirt und derb. Körnig. Findet sich zu Elgersburg bei Gotha, zu Wunsiedel im Bayreutischen und zu St. Marcel in Piemont. Es scheint dieses Mineral das von Beuzf.i.ius analysirte Manganoxydsilicat aus Piemont zu sein, welches aus 70.80 Mangsnoxyd, 10.17 Kieselerde, 2.80 Thonerde, und 4.14 Eisenox'd besteht. 173. Gattung. Manganbleude. Syn. Itexaedrische Glanz-Blende. Schwarzer*, Braunsteinkies. Manganglanz. Würfel. Theilbarkeit parallel (len Flächen der Grundform, vollkommen; parallel den f lächen des Rautendodekaeders , Spuren. Die Krystalle sind Cubo-Ohtaeder. If. = 3 . 5 .. 4 . 0 . Sp. Gew. = 3.95...4-0. Metallglanz, unvollkommener. Oberfläche rauh. Undurchsichtig. Farbe eisenschwarz. Strich dunkelgrün. Wenig spröde. Eotlimanganerz. 4oj Bruch uneben... unvollkommen muschlig. Krystallisirt, derb, eingesprengt. Einfach-Schwefel-Mangan. Mn Su. Sieben bürgi sche Maugan. Schwefel. Kieselerde, Summe. Manganblende , nach Arkvedsos ; 62.5s 37.42 _ JOO.O mexicanische Manganblende , 11 . DEL KlO. 54.5 3 cj.o 6.5 100.0 Bleibt im Kolben unverändert. Auf Kohle und in der offenen Röhre wird sie gerostet. Das Geröstete verhält sich zu den Flüssen wie Mangan- oxyd. Von Soda wird sie unvollkommen aufgelöst. Eine hepatische Masse geht in die Kohle und eine jrraue zusammengeschmolzene Schlacke bleibt auf O O der Oberfläche. Löst sich in Salzsäure unter Entwickelung von Schwefelwasserstoff auf. Findet sich auf Giingen mit Tellurerzen, Rothnianganerz, Ounrz u. s. w. zu Nagvag in Siebenbürgen , in Corn- wallis und in Mexico. Die mexicanische Manganblende hat del Rio unter dem Namen Alabandina sulfurea beschrieben. 174. Gattung. Rothnianganerz. Sjn. Rliombocdrisches Alangan-Erz, makroUpcr Parachros-Barjt, rotlior Braunstein. Rhomboeder von 106 ° i5'. Theilbarkeit parallel den Flächen der Grundform. Die Kri stalle sind Rhomboeder, oder Gombinationen desselben, mit einer horizontalen Endfläche, mit Abstump- fungsflächen der Endkanten und der Seitenkanten. H. = 3.5. Sp. Gew. = 3.4..-3.5p. Glasglanz, in den Perlmutterglanz geneigt. Oberfläche. Die horizontale Endfläche parallel den Combinationskanten mit den Rhomboederflächen gestreift, woraus zuweilen gemeine Linsen entstehen. Die Rhomboederflächen glatt, oftmals gekrümmt. Durchscheinend, mehr und weniger... durchscheinend au den Kanten. 4o6 Mangankiescl. Farbe rosenroth , in verschiedenen Nuancen, tum Theil ins Braune fallend. Strich Aveiss. Spröde. Bruch uneben... unvollkommen muschlig. Krystallisirt , kugelig, nierenförmig. Blättrig, körnig, stängelig, dicht. Einfach-kohlensaures Manganoxydul mn C. Maogao- oxydul. Kohlensäure. Eiscn- oxydul. Kalkerile. Bitler- erde. Kieselerde. Summe. 5 i.o 33.7 4 -ä 5.0 o.S — 100.0 4S.0 io- 2 2.1 — — 0.9 100.2 Ruth manganerz von Freiberg, nach Rertiiier j von Kapnik., nach Lampadius. Gibt im Kolben etwas Wasser und dccrepitirt heftig. Auf Kohle Avird cs im Reductionsfeuer schwarzbraun, und reagirt alsdann, AAenn es Kallc- oder Bittererde enthält, alkalisch. Zu den Flüssen verhält es sich Avie mit Eisen verunreinigtes Man- ganoxyd. Löst sieh in Salzsäure unter Aufbrausen. Findet sich auf Gängen im Urgebirge, namentlich im Gneis, mit Quarz, Schwefelkies, Zinkblende u. s. av. Das blättrige kommt vorzüglich auf den Gruben Beschert Glück, alte Hoffnung Gottes u. m. a. bei Freiberg, zu Kapnik in Ungarn , zu Nagyag in Siebenbürgen und in Siberien vor. Das dichte (Rhodochrosit) lindet sich an letzterem Orte, dann zu Offenbanya, und zu Kapnik. 175. Gattung. Mangankiesel. Syn. Kicsel-Mangan, Rolhstein , Manganspath. Grundform, die des Augits ? Theilbarkeit in ZAvei auf einander senkrechten Richtungen, und, aber minder vollkommen, in der Richtung der Seitenflächen eines rhoruboidischen Prisma's von 87 ° 5' und 92 0 55'. H. = 5.o...5.5. Sp. Gew. = 3.5...3. 6 . Glanz. Mittel zAvischen Glas- und Perlmutterglanz. Manganhiesel. 407 Durchscheinend... durchscheinend an den Kanten. Farbe rosemotli, ins Blaue und Braune sich neigend- Strich weiss. Spröde. Bruch musclilig... splittrig. Derb und eingesprengt. Blättrig, dicht. Doppelt-kieselsaures Manganoxydul. mn S 2 . Mangankiesel Mangnn- oxydul. Kieselerde. Kiscn- oxtd. Bittererde. Kalkerdc. Summe. nn I-angbanslntta, tacli Berzelivs. 49.04 48.00 Spuren. 0.22 3.12 100.38 Bleibt im Kolben unverändert. Auf Kohle verändert er sich nicht eher , als bis er anfängt zu schmelzen, wo er dann im Reductionsfeucr ein halbtlares Glas von der Farbe des Steins gibt. Im Oxydationsfeuer bildet sich eine schwarze metallisch-glänzende Kugel, deren Farbe im Rcductions- feuer wieder fortgeblasen werden kann. Von Borax wird er leicht zu einem klaren Glase aufgelöst, das die IVeactionen des Mangans zeigt. Von Phosphor— salz wird er schwer angegriffen , lässt ein Kicsel- skelett und gibt ein farbeloses Glas, das in der äusseren Flamme violblau wird. Von etwas Soda wird er zu einem schwarzen Glase aufgelöst, mit mehr Soda gibt er eine schwerschmelzbare schwarze Schlacke, und mit noch mehr geht er in die Kohle. Mau unterscheidet späthigen und dichten Manganhiesel. Jener findet sich vorzüglich auf Magneteisensteins-Lagern im Gneis zu Langbanshytta in Schweden, dieser auf Erzgängen unter denselben Verhältnissen wie das Rothman- ganerz , zu Kapnik , in Cornwallis , in Massachusets u. s. w. Auch hat man ihn mit der späthigen Abänderung zu Langhanshytta , und im Kieselschiefer am Schebenholze hei Elbingerode auf dem Harze gefunden. Unter dem Namen Rusfamil hat Alexander BnoxoixAHT ein Mineral von Real de Minas de Fetela in Mexico beschrieben , das in seiner chemischen Zusammensetzung nur darin vom Mangankiesel liclvin. 4ot) abweicht, «lass es neben Maoganoxydul eine Quantität 1011 diesem isomorphe mit Kalberde enthält. Dunus fand: Kieselerde 48.90, Manganoxydul 36 .06 , Kalkerde 14.07, Eisenoxydul 0.87. Das Mineral bildet sphäroidische Massen von strahligem Gefüge und hat eine liehtgraue, ins Grüne und Rosenrothe verlaufende Farbe. Es wird von Quarz und Braunstein begleitet. Der Allagit , lihodonit, Photizit, das liommangan , sind offenbar Gemenge von Mangankiesel, Rothnianganei'z und Quarz. Sie haben rothe, braune und grüne Farben, und finden sich am Harze bei Scliebenhols, als Lag^r im Kieselschiefer des Uebergangsgebirges, und am Stahlberge unweit Rübeland, als constituirender Täcil eines Gebirges, das vorzugsweise aus Lebergangs - Thon- lind Grünsteinschiefer besteht. Der schwarze Mangankiesel von Klapperud in Dalekar- lien, welcher nach Klafuotu 60 Manganoxyd, 2J Resel- erde und i 3 'Wasser enthält und einfach-kieselsaures Manganoxydul mit 1 M. G. Wasser verbunden, ist, kann, da er zur /eit nur in chemischer Beziehung untersucht worden, nicht als eigene Mineralgattung beschrieben werden Er ist derb, metallisch-glänzend und hat eine bleigrau«, ins Eisenschwarze verlaufende Farbe. Von Säuren w.rd er leicht aufgelöst. Im Kolben gibt er viel Wasser am. Mit den Flüssen gibt er in der äusseren Flamme starke Man- gan-, in der inneren schwache Eisenreaction. 17G. Gattung. Ilch'in. Syn. Tctraeflrischcr Granat. Tetraeder. Theilbarkeit parallel den Seitenflächen der Grundform , sehr unvollkommen. Die Krystalle sind gewöhnlich Tetraeder mit Abstumpfung, oder mit dreiflächiger Zuspitzung der 'Ecken. H. = 6.0... (5.5. Sp. Gew. = o.i... 3 . 3 . Glasglanz, in den Fettglanz geneigt. Oberfläche. Die Tetraederflächen gewöhnlich glatt, etwas gekrümmt und uneben. Die Abstumpfungsflächen der Ecken eben, aber rauh. Durchscheinend an den Kanten. Farbe wachsgelb, einerseits ins Honiggelbe und Gelblichbraune, andererseits ins Zeisiggrüne geneigt. Helviii. Strich weiss. Spröde. Bruch uneben. Auch zuweilen in Körnern. Oxysulphuret des Mangans mit doppelt-kieselsaurem Mangan - und Eisenoxydul und einfach kieselsaurer Glycinerde ? OSM + 2 ™ n js 2 + G S ? Zusammensetzung des Helvins, Seime fel- matig. Man- gan- oxydul Eisenoxydul Kieselerde. Beryllerde. TT erde (brryl- erde- haltig). Glühverlust Sum. nacli C. Cli. Gmelis. I4.000 19.34', 7-1)9° 35.37t 8.026 t-445 t.i55 97.131 Gibt irn Kolben etwas Wasser, ohne sich zu verändern. Auf Kohle schmilzt er in der inneren Flamme mit Kochen und unter Funkensprühen. Mit den Flüssen zeigt er die Reactionen des Eisens, Mangans und der Kieselerde. Nach Smithsoss Methode auf Schwefel untersucht, erhält man eine sehr bestimmte Schwefelreacdon. Der llelvin ist vordem auf Lagern im Gneis bei Schwarzenberg im Erzgebirge, in Begleitung von ()uarz, Fluss- spath, Zinkblende u. s. v. vorgekommen. 3. FAMILIE DES ZINKS. Mineralien, deren Grundlage das Zink ist. Sie geben vor dem Löthrohr auf Kohle für sich, oder mit Soda, Zinkrauch. Das Zink findet sich in der Natur als Zinkoxyd und in Verbindung mit Schwefel , Kieselerde, Kohlensäure, Sclrwefelsäure und Thon erde. Rothzinkcrz. ' 1*0 177. Gattung. Rothzinkcrz. S'n. Prismatisches Zink-Erz, Zinkoxvri. Gerades rhombisches Prisma von 120 ° *). Theilbarkeit in der Richtung der Seitenflächen deutlich; in der Richtung der Abstumpfung der scharfen oder stumpfen Seitenkanten, undeutlich. Krystalle sind nicht bekannt. Die Grundform ist nach der Theilbarkeit derber Stücke bestimmt. II. = 4 O... 4-3. Sp. Gew. = 5.43. Demantglanz. Durchscheinend an den Kanten. Farbe. Morgenroth, ins Blutrothe fallend. Strich oraniengelb. Spröde. Bruch muschlig. Derb und eingesprengt. Blättrig. Zinkoxyd-Manganoxydul. Zn mn. Zus. des Rothzinkerzcs, ZinLoxvd. Kisen- und Mauganoxvd. Summe. nach Bruce; 93 8 IOO nach Bertiiier. 88 13 IOO Wird in der Hitze dunkler und heschlägt im lleductionsfeuer die Kohle mit Zänkrauch. Vom Borax wird es leicht aufgelöst. Das Glas nimmt in der äusseren Flamme Manganfarbe an. Vom Phosphor— salz wird es zu einem farbelosen Glase aufgelöst. Die Manganfarbe wird erst dann erhalten, wenn das Glas so viel aufgenommen hat, dass es beim Erkalten unklar wird. Mit Soda wird es auf Pia— tinblech grün. Findet sich in iVcw-Jcrscv in Xordamerica auf Lagern im Uebergangs-Sycnit, und kann mit Vortheil zur Darstellung von Zink benutzt werden. Nach Tboojt ein rhombisches Prisma von ioo° und 80". Franklinit. 4 1 • 178. Gattung. Franklinit. S\n. Dodekacdrisches Eisenerz, Zink-Eisenerz. Reguläres Oktaeder. Theilbarkeit parallel den Flächen der Grundform, sehr unvollkommen. Die Krystalle sind Combinationen der Oktaederflächen mit denen des Dodekaeders und denen des Pyramiden- Oktaeders. Jene erscheinen als Abstumpfung, diese als Zuschärfung der Kanten. H. = G.o... 6 . 5 . Sp. Gew. 5.09. Metallglanz. Oberfläche durchaus glatt. Kanten und Ecken öfters zugerundet. U n durchsich ti g. Farbe eisenschwarz. Strich dunkelbraun. Spröde. Bruch muschlig. Wirkt auf den Magnet. Auch derb und eingesprengt. Undeutlich blättrig. Zinkoxyd-Eisenoxyd mit Manganoxydul-Eisen- oxyd. Zn F + mn F. Zusammensetzung des Franklinits, nach Bertiher. Zinkoxyd. Eisenoxyd. 3Iauganoxrd- oxydu!. Summe. '7 66 16 99 1 Schmilzt für sich schwierig zu einer schwarzen magnetischen Schlacke. Gibt mit Soda auf Kohle Zinkrauch, mit Phosphorsalz und SalpeterManganreaction. Findet sich mit liothzinkerz bei Fx'anklin in New-Jersey in Nordamerica. Zinkblende. I\ 1 2 l j(j. ü at'il>g. Zinkblende. Srn. Dodekncdrische Granat-Blende , Blende. Rhantendodekacder. Theilbarkeit parallel den Flächen der Grundform, vollkommen. Die Krystalle sind Dodekaeder mit den Tetraederflächen ; Dodekaeder mit den Flächen des Trapezoeders; Dodekaeder mit den Flächen des Würfels, des Tetraeders und Trapezoeders ; 'Tetraeder; 'Tetraeder mit den Oktaederflächen; Tetraeder mit den Trapezoederflächen. Zwillinge. Zusam- mensetzungsflache parallel einer Fläche des Oktaeders; L mdrehungsaxe auf derselben senkrecht (Fig. 5i). II. = 3 . 5 ... 4.0. Sp. Gew. = 3.9... 4.0. Demantglanz. Oberfläche. Die Tetraeder- und Dodekaederflächen gewöhnlich gestreift; die Trapezoederflächen oft gekrümmt, aber meistens glatt und glänzend. Durchsichtig... undurchsichtig. Farbe schwarz und braun am häufigsten, seltener roth , gelb , grün. Strich weiss... röthlichbraun, nach Beschaffenheit der Farbe. Spröde. Bruch muschlig. Auch derb , nierenförmig , kugelig, traubig , röhrenförmig und cingesprengt. Blättrig, dünn-und auseinanderlaufend stängelig, ins Stralilige und Faserige übergehend , womit oft noch eine schalige Absonderung verbunden ist. Einfach-Scliwcfcl-Zink^ in der Regel mit etwas Einfach—Schwefeleisen. Zn Su + xF Su. Manche Zinkblende enthält überdiess etwas Gadmium. Zusammensetzung der künstlichen Zinkblende, Zink. Schwefel. Eisen. Gau- gar.. Summ. Selini- felZink Schwei' Eisen. Sum. nach Arevkdso* ; der naturlich cn /.inkb 'ende von 1>B.54 ji.fiti — — 100. uu 1 Luchon in den Py renäen , fi3.o 33.fi — I O0.0 I 9f-4 5.4 99- r rus England, B t .0 33.0 4.0 i.S »00.0 ' gi.R t >.4 hg.-3 von Gogolin. nach Beatrieh. 5o.a 3o.a 10.8 B.S qS.o | 75.5 t 7 .a 92-7 Zinkblende. Decrepitirt für sich bisweilen stark, und kann geglüht werden, ohne sich besonders zu verändern. Schmilzt nicht , rundet sich aber im strengsten Feuer etwas au dünnen Kanten, riecht unbedeutend nach schwefliger Säure und ist schwer zu rösten. Auf Kohle gibt sie Zinkrauch. Cadmiumhaltige Zinkblende setzt in einem kleinen Abstand von der Probe einen gelben oder dunkelgelben Ring von Cadmiumoxyd auf die Kohle ab , wenn man sie einige Augenblicke im Reductionsfeuer behandelt bat. Der Cadmiumbeschlag bildet sich vor dem Zinkrauch. Mit Soda gibt sie starken Zinkrauch. Man theilt die Blende nach der Farbe in schwarze, braune und gelbe. Zur schwarzen Ulende rechnet man die schwarzen und blulrothen , gewöhnlich undurchsichtigen Abänderungen ; zur braunen , Abänderungen von rothen und braunen Farben mit höheren Graden der Durchsichtigkeit j zur gelben, Abänderungen von grüner, gelber, und licht rölh- lichbrauner Farbe, welche die höchsten Grade der Durchsichtigkeit besitzen , die in der Gattung Vorkommen. Nach den Verhältnissen der Slructur unterscheidet man ferner blättrige , strahlige und fasrige Ulende. Die erste dieser Varietäten begreift die krystallisirten und die derben Stücke mit deutlicher Theilbarkeit; die andere, Abänderungen von stängeliger Absonderung, bei welchen die abgesonderten Stücke noch eine gewisse Stärke besitzen und die eine Anlage zur kugeligen oder nierenförmigeiiGestalt zeigen, und die dritte, Abänderungen, welche sehr diinnstängelig abgesondert sind, dabei eine schalige Absonderung haben, welche mit den kugeligen, traubigen und nierenforinigen Gestalten derselben in Verbindung steht. Man nennt diese Abänderungen auch Schalenblende. Die Zinkblende ist allgemein verbreitet. Sie kommt vorzugsweise auf Gängen und Lagern im Ur- und Gebergangsgebirge vor. Im Flötzgebirge erscheint sie seltener, ihre gewöhnlichsten Begleiter sind Bleiglanz und Schwefelkies. Ueberdiefs brechen häufig mit ihr ein, Kupferkies, Arsenikkies , Quarz , Kalkspath , Schwerspath und Fluss- spath, und öfters findet sie sich auf reichen Silbergä'ngen mit Silberglanz, Sprödglanzerz , gediegen Silber u. s. w. Die gelbe Blende ist die seltenste ; sie kommt in sehr schönen Abänderungen zu Kapnik , Schemnitz und Felsö- banva vor , auch im Erzgebirge findet sie sich häufig zu Schwarzenberg, Bittersgrün und Scharfenberg, in Böhmen zu Ratieboi'ziz, in Norwegen zu Glimmernd, im Schwarzwalde hin und wieder auf der Grube I lausbaden bei ßailen- weiler. Die braune und schwarze Blende kommt weit häufiger vor. Sie findet sich bereits in jedem erzführenden Gebirge , und ist daher in Sachsen , Böhmen , am Harz , in p'ranhreich , in Schottland , Ungarn u. s. w. tlieils auf Gängen , tlieils auf Lagern häufig zu treffen. Unter den Gruben des Schwarzwaldes sind besonders die Gruben Teufelsgrund , Hausbaden und Rickenbach zu nennen. Sie kommt aber beinahe auf allen den zahlreichen Gängen des südlichen Schwarzwaldes vor. Die braune fasrige Blende, oder die Schalenblende , findet sich zu Raibel in lfärnthen , zu Brilon in YVestphaleu , und ist vordem auch im Schwarz- ■walde auf der Grube Silbereckel bei Geroldseck, unfern Lahr, und auf der Grube llofsgrund, in der Nähe von Freiburg , in schönen Abänderungen vorgekommen. Die Gruben Teufelsgrund und Hausbaden liefern sie gegenwärtig noch , aber selten und in wenig ausgezeichneten Stücken. Die strahlige Blende kömmt vorzüglich von Przibram in Böhmen. Sic enthält nach Stuomeveu 2 — 3 Procentc Cadmium. Nach Berthieu enthalten auch einige Abänderungen der Zinkblende’ von Cheronies im Charente -Depart. etwas Cadmium, dann nach Du Mesil die schwarze Blende von Breitenbrunn , nach Brakdes die Blende von Brilon , und in der neuesten Zeit hat Kerstev dieses Metall auch in der schwarzen Zinkblende der alten Mordgrube bei Freiberg gefunden. Die Zinkblende kann zur Darstellung des metallischen Zinks benutzt werden. Sie bedarf aber einer lange anhaltenden , sorgfältigen Röstung unter Zuschlag von Kohlenstaub , und gibt im Mittel 24 — 20 Procento Metall. 180. Gattung.* Zinkglaserz. S;n. Prismatischer Zink-Barvt, Zink-Silicat, Galmei, zum Thcil. Gerades rhombisches Prisma von io3° 53'. Theilharkeit parallel den Seitenflächen der Grundform sehr vollkommen ; in der Richtung einer Abstumpfung der spitzen Ecken weniger vollkommen. Spuren parallel der horizontalen Endfläche. Die Krystalle sind gewöhnlich rhombische Px-ismen mit Abstumpfung der stumpfen Seitenkanten und einer Zuschärfung an den Enden, welche gegen die scharfen Seitenkanten gerichtet ist. Ucberdiefs erscheinen Flächen einer gegen die stumpfen Seitenkantca gerichteten Zuschärfung, ZinUglaserz. 4 i "> Flächen einer geraden Abstumpfung der scharfen Seiten- lianten und die horizontale Endfläche. Die Zuschärfungs- ihü dien der Enden liegen oft y.u zweien übereinander, und die Enden der Krvstalle sind nianelunal ungleicliartig aus- gebildet. H. = 5.o. Sp. Gew. = 3-38... 3.4o. Glasglanz, theils in den Perlmutter-, theils in den Demantglanz geneigt. Oberfläche. Die horizontale Endfläche zuweilen zugerundet , wie geflossen ; die Abstumpfungs- fläche der stumpfen Seitenkanten vertical gestreift, die übrigen Flächen glatt Durchsichtig... durchscheinend. Farbe weiss , herrschend. Auch gelb , braun , grün und blau, durch Verunreinigung. Strich weiss. Spröde. Bruch uneben. Auch kugelig, traubig und nierenförmig , mit drüsiger Oberfläche. Diinnstängelig, fasrig. Derb. l M. G. Einfach-kieselsaures Zinkoxyd -f '/ a M. G. Wasser. Zn S + Aq. *). Zinkglaserz von Hofs- Zinkoxyd kioet- erde. Wasser. Blei- und Zinnoxsd Kohlensäure. Summe. grund,n ach Dertijier ; •a5.5 10.0 — — 100.0 Zinkgl. von Limburg, nach Berzelivs. 6G.83- i4.S4 u. Spur v- Kalk u- — 11.25 Spuren 97*7 1 von d. Scharleigrube; 4-i-5o 27.4t (5.25 3.27 3.58 _ 3.64 97-65 des rothen Galmei’s v.Miehowitz inSchlesien, 27.30 20.10 34.56 — — Spuren — 86.96 nach Tjiürnagel. Brennt sich emailweiss ohne Wasser abzugeben, und verhält sich nachher wie Zinkoxyd. Die cadmiumhaltigen Abänderungen geben bei der ersten Wirkung der Reductionsflamme einen dunkelgelben oder rothen Ring um die Probe , der erst recht hervortritt , wenn die Kohle kalt geworden. Die *) INach neueren Untersuchungen enthalten viele Galmei-Arten Cadmium und einige schlesische • und polnische, wie Mentzel und Hollunder versichern, auch Jod und Brom. Die uurcinen Abänderungen enthalten neben dem Zinksalze vorzüglich Kieselerde , Thonerde und Kisenoxjd. W*lcii.n«ii Mineralogie 27 Zinlibliithe. 4.0 unreinen, erdigen Abänderungen geben Kieselerde-, Tboncrdc— und Eisenveaction. Der Galmei kommt vorzugsweise im Ucbergangsgebirge, auf Gängen, oder in Nestern und liegenden Stöcken und nur selten im Urgebirge vor. Auf der Ricstergrube bei Salzburg ist er vordem im Urgebirge als liegleiter von Blei- uud Silbererzen vorgekommen. Zu Raibel und Bleiberg in Kärnthen , zu Tarnowitz in Schlesien , zu Ilielce und Miedziana Gora in Polen , bei Aachen , Brilon , in Frankreich und England u. s. w. findet er sich im Uebcrgangs- hallie und oft begleitet von thonigem Brauneisenstein und Bleiglanz. An einigen Orten soll er auch im Zechstein Vorkommen, wie in England zwischen Frome und dem Canal von Bristol. Der Galmei ist das vorzüglichste Erz zur Zinkbereitung. Er wird erst geröstet , dann in Muffeln aus feuerfestem Thon , oder in Röhren- und Tiegelöfen , mit Kohle gemengt, die als Reduclionsmittel dient , der Destillation unterworfen. Auf der Königshütte in Oberschlesien -wird er auch auf Cadmium benutzt. Gute Galinci- arteu werden auch geradezu , nach vorhergegangener Röstung , zur Messingfabrication angewendet. 182. Gattung. Zmkbliithc. S\n. Galmei , zum Theil« Regelmässige Gestalten mul Thcilbat keit fehlen. D # O Zcrreiblicli. Sp. Gew. unbekannt. Matt. Undurchsichtig. Farbe weiss. Strich weiss. Bruch erdig. Derb, und als Anflug. Drittei-kohlensaures Ziukoxyd + 3 M. G. Wasser. Zn 3 C -f- 3 Aq. Zusammensetzung Zinkoxj d. Köhlens;. ui e. Wasser. Summe. der Zinkblüthe , nach Smituson. 71.4 1 3-5 1 j.l 100.0 Zinkvitriol. 4 “) Gibt im Kolben Wasser, verhält sich übrigens wie Zinkoxyd. Durch fortgesetztes Blasen kann sie im Reductionsfeuer verflüchtiget werden, wobei etwas Schlacke zurückbleibt , die sich durch die Flüsse eisenhaltig zeigt. Kommt selten vor. Als Fundort wird Blciberg in Kärn- tlien angegeben. Sie soll auch in Ostindien gefunden worden seyn. i 83 . Gattung. * Zinkvitriol. S\n. Prismatisches Vitriol-Salz. Weisscr Vitriol, Gallitzenstein. Gerades rhombisches Prisma von f)i° 7'. Theilbarkeit parallel den Abstumpfungsflächeu der scharfen Seitenkanten der Grundform , sehr vollkommen ; parallel den Seitenflächen unvollkommen. Grundform und Theilbarkeit sind nach künstlichen Kry- stallen bestimmt, in der Natur sind noch keine deutlichen gefunden worden. II. = 2.0... 2 . 5 . Sp. Gew. = 2.0. Glasglanz. Durchscheinend. Farbe weiss, ins Graue, Rothe und Blaue geneigt. Strich weiss. Spröde. Bruch muschlig. Geschmack zusammenziehend,widerlich metallisch. Die Krystalle haar-und nadelförmig; auch traubig, nierenförmig , tropfsteinartig. 1 M. G. einfach-schwefelsaures Zinkoxyd + 7 M. G. Wasser. Zn Su + 7 Aq. Zinkvitriol Zinkoxjd. Schwefelsäure. Mangan- oxydul. \Va«ser. Summe. aus dem Rammclsberge, nach Klaprotu. 27.5 22.0 0.5 5o.o 100.0 Gahnit. 4 20 Gibt im Kolben Wasser aus. Mit Kohlenpulver gemengt und erhitzt , gibt er eine grosse Menge schwefliger Säure aus. Mit Kieselerde und Natron gibt er ein gelb gefärbtes Glas. Zu den Flüssen verhält er sich wie Zinkoxyd und gibt zugleich mehr oder weniger Eisenreaction. Der Ziulivitriol entsteht vorzüglich durch Zersetzung der Zinkblende und lindet sich auf’ den Lagerstätten derselben, namentlich in Höhlungen und Illiiften des alten Mannes. Unter solchen Verhältnissen kommt er im Rammeisberge bei Gosslar am Harze, zu Fahlun in Schweden, zu Schein- nitz in Ungarn und zu Holvwell in Flintshire in England vor. Bei Steinach im Kinzigthal findet er sich als Ausblühung und Ueberzug auf Gneis. Man hat ihn zur Zeit nur in sehr kleinen (Quantitäten gefunden , die keine technische Anwendung gestatten. 1 84 . Gattung. Gahnit. S\o. Oktaedrischer Korund. Automolit. Reguläres Oktaeder. Tlieilbarkeit parallel den Flächen der Grundform , leicht zu erhalten. Die Krystalle haben die Gestalt der reinen Grundform, oder sind Zwillinge (Fig. 5i.). H. = 8.o. Sp. Gew. = 4.23. Glasglanz, in den Fettglanz geneigt. Oberfläche rauh, oft mit Glimmerblättchen, zuweilen mit Zinkblende überzogen. Durchscheinend an den Kanten... undurchsichtig. Farbe schmutzig grün , ins Schwarze und Blaue fallend. Strich weiss. Bruch muschlig. Meistens krystallisirt, selten in Körnern , oder derb , mit körniger Absonderung. Secbsfach-thonsaures Zinkoxvd. Zn A 6 . v Zusammensetzung Zrinkoxyd Thon- h : e*ei- erde. Eisenoxyd. Kalk und Mangan. Summe. des Gahnits, nach Eckecerg. 2.5.25 60.00 4.75 9.2D Spuren. 98.25 Zinnslein. 42» Bleibt für sich geglüht unverändert. Vom Borax und Phosphorsalz wird er seihst als Pulver nur sehr wenig aufgelöst. Mit Soda sintert er zu einer dunkeln Schlacke zusammen. Wird diese Schlacke zu einem feinen Pulver gerieben, und dann wieder gut mit Soda gemischt, so erhält man im Reductions- feuer einen deutlichen Zinkrauch. Von Soda und Borax zusammen wird er zu einem klaren von Eisen gefärbten Glase aufgelöst. Er findet sich in Talkschiefcr eingewachsen , von Bleiglanz und Zinkblende begleitet, auf der Eric-Matts-Grube zu Fahlun, dann zu Brodbo unfern Falilun, in Quarz eingewachsen mit Granat und Gadolinit. Zu Franklin in New- Jersey in Nordamerica kommt er mit Kalkspath , Quarz und Augit vor. In der neuesten Zeit hat man ihn auch derb in körnig abgesonderten Stücken in Quarz , auf den Oestra-Silfverbergs-Gruben , im Kirchspiele Gross-Tura in Dalarne in Schweden gefunden. 4. FAMILIE DES ZINNS. Mineralien , deren Grundlage das Zinn ist. Sie gehen vor dem Löthrolir Zinnrauch, oder für sich, oder mit Soda und etwas Borax, Zinnkörner. Sp. Gew. zwischen 4-3 und 6 . 9 G. Härte zwischen 4-0 und 7 . 0 . i85. Gattung. Zinnstein. Syn. Pyramidales Zinn-Erz. Komisch Zinnerz, Zinngraupen. Quadratisches Oktaeder , P — P 1 = 67 ° 5o', P — P = i33° So'. Tlieilbarkeit parallel den Flächen der Grundform, unvollkommen ; in der Richtung einer geraden Abstumpfung der Grundkanten etwas vollkommener. Die Krystalle haben seltener die Gestalt der Grundform. Gewöhnlich sind es Combinationen von Oktaeder- und Prismenflächen. Nebst den Flächen des primären Oktaeders erscheinen oft Flächen eines spitzeren. Die gewöhnlichen Combinationen bestehen aus den Flächen des spitzeren q22 Zimistein. Oktaeders und den Flachen des ersten vierseitigen Prisma’s (Abstumpfungsflachen der Gruiulkanten des primären Oktaeders) ; aus den Flächen des primären und des spitzeren Oktaeders, des ersten vierseitigen Prisma’s und des zweiten vierseitigen Prisma’s (Abstumpfungsflächen der Grundecken des primären Oktaeders); aus den Flächen des spitzeren Oktaeders und des ersten und zweiten vierseitigen Prisma’s. Ueberdiess erscheinen noch mehrfache Gombinationen , in welchen auch eine horizontale Endfläche vorkömmt , und Zwillinge. Die Zusammensetzungsfläche eine Fläche des primären Oktaeders, die Umdrehungsaxe senkrecht auf derselben. Die Zusammensetzung wiederholt sich oft in mehreren Oktaederflächen. II. = (i.o 7.0. Sp. Gew. = CmjG. Demantglanz, in den Glas- und Fettglanz geneigt. Oberfläche. Die horizontale Endfläche rauh. Die Flächen des spitzeren Oktaeders zuweilen gestreift, parallel den Conibinationskantcn mit dem primären Oktaeder ; auch dieses zuweilen parallel den Gom- bmationskanten mit jenem gestreift ; die Prismen- Ilächen besitzen öfters eine verticale Streifung-. Halbdurchsichtig'... undurchsichtig. n o Farbe vveiss , grau, gelb, roth , braun und schwarz. Die beiden letzteren Farben erscheinen am häufigsten. Strich , je nach der Farbe, vveiss... lichtbraun. Spröde. Bruch unvollkommen musclilig... uneben. Auch liieren förmig und derb, dünn- und aus- cinanderlaufend stängelig oder fasrig, mul blättrig. Zinnoxyd St. *). Zinnoxyd Eisen- Sfd.v4.1u- Tantal- "UiTTT" Zuaam. des Zinnsteins . <>xvd. oxyd. «•xyd. <1 Je. Summe. nach Klapboth ; yy.oj u.a 5 _ _ u. 7 J X OU.u0 Zinnstein von binbo. nach BenzeLas ; Sl.c >-» 0.8 _ .ß.i komisch Zinnerz , nach Coti.iT - DascoTiLJ. 95.0 5 .o —' — — 100.- • ') Der Gehalt an Kisen , Mangan unJ Tantal , den manche Zinn- »teine haben , ist zufällig. Zmnstein. /|23 Schmilzt nicht. Mit Soda wird er auf’ Kohle reducirt. Tantalhallige Zinnsleine werden schwierig von Soda reducirt , hei einem geringen Zusatz von Borax erfolgt indessen die ileduclion beinahe augenblicklich. Mit den übrigen Flüssen verhält er sich wie Zinnoxyd. Man unterscheidet blättrigen oder spiithigen Zinnstein , und fasrigen, oder komisch Zinnerz, das man auch Jlolzzinn nennt. Zu der ersten Varietät rechnet man die krislallisir- teu und derben blättrigen Abänderungen , die zuweilen auch in nadelförmigen Kristallen Vorkommen , und dann [\ailelzinnerz , Seedle-Tin , genannt werden, und welche die höchsten Grade des Glanzes und der Durchsichtigkeit besitzen , die in der Gattung Vorkommen. Das komisch Zinnerz begreift die Abänderungen in nierenförmigen Gestalten und durch Rollung stumpfeckig , oder rundlich gewordene Stücke , von dünnstängeliger oder fasriger Sti'uctur und brauner Farbe. Der Zinnstein findet sich theils in Gcbirgsarten des Ur- gebirgs , namentlich in Granit eingesprengt , theils auf Gängen, Lagern und Stockwerken, vorzüglich im Granit, Gneis , Glimmer- und Thonsehiefer. In bedeutender (Quantität kommt er indessen in wenigen Ländern vor, wohin Sachsen , Rühmen , Gornwallis und die lnsein Kanca und Malacca in Ostindien gehören. Zu Zinnwald in Sachsen , in Rühmen und Gornwallis ist er Gcbirgsarten beigemengt. Auf Gangen findet er sich im Thonschiefer und Granit zu St. Agnes und St. Just in Gornwallis , zu Altenberg , Marienberg, Ehrenfriedersdorf in Sachsen und zu Schlackenwald und Platten in Böhmen ; auf Lagern zu Montcrey in Spanien im Glimmerschiefer, und zu Zinnwald im Granit; auf Stockwerken in Cornwallis, bei St. Austle im Granit, und zu Trewidden-Bali im Feldsteinporphyr (die englischen Bergleute nennen diese Art des Vorkommens Tin-ßoor ), zu Altenberg und Gever in Sachsen und zu Schlackenwald in Böhmen, ln den Zinnseifen finden sich beide Abänderungen , und das komisch Zinnerz ist bis jetzt nur in diesen gefunden worden. Die ergiebigsten Zinnseifen befinden sich in Gornwallis bei St. Just und St. Austle , namentlich zu Pentowan ( Stream a'orks ) , in einem Thal im Grauwacken- schiefer , in den Ophis-Gebirgen auf Malacca, und in Sachsen. Gornwallis und Böhmen liefern die ausgezeichnetsten einfachen Kristalle; Sachsen die schönsten Zuillings- hrystalle. Man hat den Zinnstein überdiess in Frankreich, Schweden, Siberien, China, Mexico u. s. w. gefunden. Er Zinnlues. 424 ■w ird überall, wo er in einigermassen beträchtlicher Quantität vorhommt, zur Darstellung des metallischen Zinns benutzt. 186 . Gattung. Zinnkies. Svn. Schwefelzinn. Würfel. Theilbarkeit parallel den Flächen der Grundform und einer geraden Abstumpfung der Kanten , sehr unvollkommen. Vollkommene Krystalle sind noch nicht gefunden ■worden. H. = 4-o. Sp. Gew. = 4-35. Metallglanz. Undurchsichtig. Stahlgrau , ins Messinggelbe geneigt. Strich dunkler , schwarz. Spröde. Bruch unvollkommen muschlig... uneben. Krystallisirt, derb und eingesprengt. Schwefel-Kupfer-Zinn ? Sn Su + 2 Cu Su ? Zinn. Kupfer. F.isen. Schwefel. Summe. 2f).5 3o.o 12.0 3o.5 990 Zusammensetzung des Zionkieses, nach Klaphotu. Schmilzt in starker Glühehitze und riecht in der äusseren Flamme nach schwefliger Säure , wird schnecweiss auf der Oberfläche und beschlägt die Kohle weiss , sowohl der Kugel zunächst, als auch einige Linien davon. Dieser Beschlag ist Zinnoxyd, ln einer offenen Röhre riecht er nach schwefliger Säure und setzt einen weissen Rauch an das Glas ab. Auf Kohle lange geröstet gibt er eine graue geschmeidige Metallkugcl , die mit den Flüssen die Reactiouen des Kupfers und Eisens zeigt. Der Ziunkies findet sich zu St. Agnes in Cornwallis. 5. FAMILIE DES CERIUMS. Mineralien , deren Grundlage das Cerium ist. Das Cerium kommt in der Natur im oxydirten Zustande in Verbindung mit Kieselsäure, Flusssäure, Kohlensäure und Wasser verbunden vor. 187. Gattung. Cent. Svn. Unthcilbare) Ccrer-Erz , Cererit, Cerinstein. Regelmässige Gestalten und Tlieilbarkeit nicht bekannt. H. = 5.5. Sp. Gew. = 4-9- Glanz, schwach fettartig... schimmernd. Durchscheinend an den Kanten. Farbe. Mittel zwischen nelkenbraun und kirsch- roth... perlgrau. Strich weiss. Spröde. Bruch unehen... splittrig. Derb. 1 M. G. Einfach-kieselsaures Ceroxydul + 1 M. G. Wasser ce S + Aq. Cerit Cer- oxydul. Kieselerde. Eisenoxyd. Kalk. Wasser. Summe. nach Hisixger ; GS.09 18.00 2.00 1.25 9.60 99-44 nach Vaüquelin. 67.0 17.0 2.0 2.0 12.0 100.0 Gibt im Kolben Wasser und wird undurchsichtig. Auf Kohle springt er hier und dort, schmilzt aber nicht. Vom Borax wird er langsam aufgelöst; im Oxydationsfeuer bekommt mau ein tief dunkel- gelbes Glas, dessen Farbe unter der Abkühlung lichter wird , und diess lichtgelbe Glas kann emaihveiss geflattert werden. Im Reductionsfeuer zeigt das Glas schwache Eisenfarbe. Vom Phosphor salz wird das Ceroxydul ausgezogen, welches das Glas schön roth färbt; unter der Abkühlung Allanit. 426 aber verliert es die Farbe und wird wasserbell. Die Kieselerde bleibt ungelöst als ein weifses undurchsichtiges Skelett. Mit Soda schmilzt er zu einer dunkelgelben schlackigen Masse. Der Cerit kam in einer , nunmehr ausgelassenen, Eisengrube , der Bastoäsgrube bei Riddarhyttan. in Westmanland vor, deren Halde grül’stenthcils aus diesem Minerale besteht. 188. Gattung. Allanit. Sjn. Cerin. Gerades rhombisches Prisma von 117° ungefähr. Theilbarkeit parallel den Seilenilachen und in der Richtung der kürzeren Diagonale der Basis. Die Krystalle sind unregelmässige sechsseitige Prismen, an den Enden zugeschärfl. II. = 5.5... G.O. Sp. Gew. = 3.5... 4 . 1 . Fettglanz , in den Glasglanz geneigt. Undurchsichtig. Farbe schwarz , dunkel schwärzlichbraun. Strich gelblichgrau... braun. Spröde. Bruch uneben... unvollkommen muschlie. ü Meist derb und eingesprengt. 1. M. G. einfacli-kieselsaures Ceroxydul und Kalkerde + 2 M. G. einfach-kieselsaurer Thonerde und Eisenoxyd. Ca i S+ 2 F I S ! Zusammensein. Gcr- oxv dul. Kalk. Kieselerde. Thon- erde. Eisenoxid. Kupfer- uxrd. Sii/iime. des Allanit*, nach IlisixGER. iS. 19 9.12 30.17 1 i. 3 i 20.7'2 Ü.S7 100.38 Schmilzt für sich zu einer schwarzen, undurchsichtigen , dem Magnete folgsamen Kugel. Wird vom Borax leicht zu einem Glase aufgelöst , das I’yrorthit. 4 3 7 in der äusseren Flamme schön roth wird und in der inneren Flamme eine eisengrüne Farbe annimmt. Mit Phosphorsalz gibt er ein undurchsichtiges Kieselskelett. Findet sich mit Ccrit hei Riddarhyttan in Schweden und in Grönland. 189. Gattung. Pyrorthit. Gerades rhombisches Prisma ? Theilbarkeit unbekannt. II. = 2.5. Sp. Gew. = 2.19- Fettglanz. Undurchsichtig. Farbe bräuulichschwarz, durch Verwitterung gelblich braun. Strich braunliehschwarz. Spröde. Bruch musclilig... splittrig , erdig. Strahlige Massen. Eine Verbindung von einfach - kieselsaurem Ceroxydul , mit kieselsaurem Eisen- und Mangan- oxydul, kieselsaurer Ylter-, Thon- und Kalkerde, welche noch nicht auf eine bestimmte Formel hat gebracht werden können. Zucammens. Ceroxydul Kieselerde. Y tiererde. Phon- erde. Kalk. Eisenoxydul THT" gan- oxvdul Was.u. flucht'. Theile. Kohle. Sum. d. Pvrorthits, n. Berzeli^s. e.93 10.43 4.87 3.59 1.81 6.0S 1.39 aC. 5 o 31-4 1 [00.00 Gibt im Kolben erst viel Wasser, das gegen das Ende gelblich wird und angebrannt riecht. Das Uebrigbleibende ist kohlschwarz. Auf Kohle gelinde erhitzt , und nachher in einem Puncte geglüht , fangt er Feuer und glimmt fort ohne Rauch und Flamme. Nach dem Glimmen ist der Stein weiss und zieht bisweilen ins Rothe und 428 Flusssaures Ccriuni. ist äussersl leicht und porös. Mit Borax gibt er in der äufseren Flamme ein blutrothes Glas, das nach der Abkühlung gelb ist. Mit Soda zeigt er auf Platinblech Manganrcaction. Vom Phosphor- salz wird er schwer gelöst. Findet sich mit Gadolinit in einem granitartigen Gesteine am Kärarfsberg unterhalb des Dorfes Kärarf bei Fahlun in Schweden. 190. Gattung. Flusssaures Ccriuni. Sechsseitiges Prisma. Theilbarkeit nicht bekannt. Die I(rj stalle sind zwölfseitige Prismen. H. = 5.0 ? Sp. Gew. = 4-7. Fettglanz, schwacher. Durchscheinend in dünnen Splittern... undurchsichtig. Frbe gelb , ins Ziegelrothe verlaufend. Zuweilen weiss, ins Rosenrolhe geneigt. Strich gelblich weiss. Spröde. Bruch spliltrig... uneben. Auch derb und als erdiger Ueberzug. Finfach-flusssaures Ceroxyd, gemengt mit basisch- flussaurem Ceroxyd. Ce Fl. Zusammensetzung des Ceroxjrd. Flusssaure. Yltererde. Summe. ilusssauren Ceriums, nach Berzelius. 82.64 16.24 1.1 1 100.00 Gibt im Kolben etwas Wasser und frisst das Glas an. Unschmelzbar auf Kohle. Mit Borax und Phosphorsalz gibl es Ceriumreaction. Yttrocerit. 439 Findet sich im Albit-Granit zu Brodbo und Finbo bei Fahlun, in Begleitung von Granat, Yttertantalit und Yttro- Cerit. ANHANG ZUR FAMILIE DES CERIUMS. Unvollständig erkannte Gattungen. 191- Gattung. Yttrocerit. Regelmässige Gestalten und Theilbarkcit nicht beisannt. Ritzt Flussspatb , wird durch < 4 uarz geritzt. Sp. Gew. = 3.44. Glänzend. Undurchsichtig. Farbe violblau, ins Graue und Weisse verlaufend. Durch Verwitterung weiss werdend. Spröde. Bruch uneben... eben. Derb, unvollkommen blättrig. Flussaures Cerium mit llusssaurer Yttcrerdc und flusssaurem Kalke. Zusammensetzung des Yttrocerits, nach Berzelios. Ceroxjtl. Yttererde Kalk. 13.78 19.02 3 1.25 Thon- Fluss- Summe. erde. saure. 3.40 32.55 100.00 Gibt im Kolben etwas brenzlig riechendes Wasser. Mil Bora.v und Phosphorsalz gibt er im Oxydationsfeuer ein gelbes Glas, das bei der Abkühlung weiss wird. Im Uebrigen verhält er sich wie Flussspath. Findet sich zu Finbo und Brodbo bei Fahlun. 192. Gattung. Flussaures Ceroxyd mit Flusssaurer Yttererde. Regelmässige Gestalten und Theilbarkeit nicht bekannt H. = 4-5- Basisch-llusssaures Ccriura. 43ü Sp. Gew. = 4 . 1 5.' Schimmernd , oder matt. Farbe röthlichbraun, blass harminroth , ins Gelbe und \Y eisse geneigt. Strich weiss. Bruch uneben. Derb. Zusammen- Ceroxjd. Yttererde Kalt. Eisenoxyd. Kieselerde. Flusssaure. Summe. Setzung n. Ijerzelius. 22.9 3G.3 3.9 3.0 19.3 14.0 99-1 Verhält sich vor dem Lüthrohr wie flusssaures Ccrium. Regelmässige Gestalten fehlen. Findet sich zu Finbo bei Fahlun. Kohlensaures Ceroxydul kommt nach Beuzf.lius bei Itid- darhyttan in kleinen weissen Hrystallcn auf Cerit vor. 195 . Gattung. Basisch-ßussSaurcs Ccrium. Regelmässige Gestalten fehlen. Theilbarkeit nach den Flächen des Rhombendodekaeders; H. = 4-5. Sp. Gew. unbekannt. Glasglanz , in den Fettglanz geneigt. Undurchsichtig. Farbe gelb , ins Rothe und Braune fallend. Strich bräunlichgelb. Bruch muschlig. Derb. Basisch-flusssaures Ceroxyd. 2 Ce Fl + 2 Ce + Aq ? Zus. des basisch- Ceriumoxrd. Flusssaure. Wasser. «Summe. flusssauren Ceriums, nach Eerzelius. 84.20 io .85 4 -

1 28.99 30.05 29-45 100-00 Cibt im Kolben Wasser aus. Mil den Flüssen erhält man die Reaclionen von Kupfer und Eisen, und wenn man die Pbospborsalzkugel , nachdem das Mineral darin aufgelöst ist , mit Salpeter betupft, auch Manganreaction. Sie entwickelt mit Salzsäure Chlor und gibt das Kupferoxyd an wässriges Ammoniak ab. Findet sich beinahe auf allen Lagerstätten des Kupfers, am häufigsten mit Kupferkies. Man hat sie in Sachsen, am *) Ob der Gehalt an Mangan und Eisen blos ein zufälliger $cv , müssen genaue Untersuchungen (1er Ktipferschwärze von verschiedenen Eundorten zeigen , die bis jetzt fehlen. Es ist noch zweifelhaft, ob mc eine eigene Gattung ausniache. 436 Kupferglanz. Harze , in Tliilringen , Ungarn , England , Siberien , Norwegen u. s. w. beobachtet. Auf der Grube Ilerrenseegcn im wilden Schupbach kommt auf Klüften und in Höhlungen eines porösen (Quarzes eine Kupfeisehwärze vor, die schon in der Kälte mit Salzsäure eine bedeutende Menge Chlor entwickelt und somit sehr viel Manganoxyd enthält. 197. Gattung. * Kupferglanz. Syn. Prismatischer Kupfer-Glanz. Kupferj;las. Sechsseitiges Prisma. Theilbarkeit. parallel (len Flächen der Grundform. Die Krystalle sind sechsseitige Prismen , Dihexaeder und Combiimtionen von Dihexaederiläehen mit den Flächen D. }(>J i.o-iG Für sich auf Kohle erhitzt brennt er mit blauer Flamme mul gibl seliweflige Saure aus. Lin Kolhen und in der oll'enen Rohre entwickelt er schweflige Saure und es suhlimirt sieh viel Schwefel. Die geröstete Probe schmilzt bei stärkerer Erhitzung unter Aufwallen und stössl glühende Tropfen aus. Sie bleibt auch in der inneren Flamme flüssig, nur wird sie dickflüssiger und wirft die glühenden Tropfen noch weiter umher. Mil Soda gibt das Geröstete ein Kupferkorn. Unreine Stückchen geben Rleirauch und Eisenreaclion. Der Kupferindig wurde zuerst i8i3 im Sangerhäuser Revier gefunden. Später fand man ilm an mehreren anderen Orten. Er kommt in Verbindung mit Kupferglanz und Kupferkies auf der Grube linusbaden bei Rudenweiler und mit Kupferkies auf der Grube Jlerrenseegen im wilden Schapbaeh vor, auf den Kupfergruben bei Kielee in Polen und zu Leogang im Salzburgischen. .Mach Covkui.i bildet sich in einigen Eumerolen des \esuvs , durch Einwirkung von Hydrothionsnure auf Ghlorkupfcr , eine Verbindung von Schwefel und Kupfer, die vollkommen mit dem Kupfcr- indig übereinkonunt. 199 - Gattung. Selenktipfa . Regelmässige Gestalten lind Thcdharkcii nicht bekannt. Weich. Sp. Gew. nicht bekannt. Metallglanz. Farbe silberweiss. Strich glänzend. Geschmeidig. Derb und als schwarze f lecken auf Kluften des Kalkspalhs. Halb-Selen-Kupfer. Cu" Se. Silbcrluipibrglanz. 43(j Kupfer. Selen. Sum ine. C>( 4ö 104 />u.samim'n.«<*l/ung «los Soloiikupicrs, nach Merzelu' 5 . Schmilzt für sich auf Kohle zu einer grauen elwas geschmeidigen Kugel und rieelit dabei sehr stark naeh Selen. In der Röhre gibt, es sowohl Selen, das in Form eines rotben Pulvers sublimirt wird, als auch Selensiiure, die vor dem Selen in Krvstallen anschiesst , die bei einer sehr gelinden llilze verfliegen. IN ach einer lange anhaltenden Röstung erhält man mit,SW« ein Kupferkorn. Findel sieli auf Skrilierum Kupfergrtibe in Snialand. 200. Gattung. Silberkupferglanz. Regelmässige Gestalten und Theilbarkeil nicht bekan nt. 11. = 2.5. Sp. Gew. = 0-25. Melallglanz. U , B Farbe. Mittel zwischen bleigrau und eisenschwarz , mit einem Anstrich von kupferrolh. Zuweilen oberflächlich slahlfarbig angelaufen. Strich glänzend. Milde. Bruch vollkommen musehlig. Derb, eingesprengt und als Kluftausfiillung; hin und wieder löcherig. Sehwefel-Sil her-Kupfer. Eiufaeh-Sehwefel-Silber mit 1 lalh-Schwefel-Kupfer, Ag Su + Cu- Su. Zusammensetzung ile* SilluTkujiforj'lanzcÄ, nach S u;o vikykt«. K upfor. .Silier. Schwefel. Eisen. \ erlusl. Summe 3 (.i. iS «5.78 0.33 1.1 1 OtKO Schmilzt für sich ohne zu zerknislern unter AussLossen von schwefliger Säure zu einem spröden Eukairit. 44 o Korne, welches l)ei stärkerer Hitze Funken spridil und ein rölhliclnveisses , aus Kupfer und Silber bestehendes Melallkiigelclien hinlerlässl. Findet sieh mit Kupferkies und Kuntkupfererz in spliti- rigem Hornstein am Schlangenberg in Siberien. Es kann mit Vortheil auf Silber und Kupfer benutzt werden. 201. Gattung. Eukairit. Recelmässiee Gestalten und Tlieilbarkeit nicht D O bekannt. Weich. Sp. ( lew. unhekannt. Melallglanz. Und urchsichlig. Farbe bleigrau. Strich glänzend. Milde. Bruch feinkörnig. Derb , mit Andeutung von kristallinischer Structur. Selen-Silber-Kupfer. 1 M. G. Einfach-Selen-Silber + 2 M. G. Halb-Selen-Kupfer Ag Se + 2 Cu 2 Se. Zusammensetzung Kupfer. »Silber. Eilige IJ.-i- s . mengungei:. des Eukairits, nach Beiuelils. ■iS.oS 38 .Q 3 ■20.00 8.90 .90.88 Schmilzt für sich, riecht stark nach Selen, und gibt ein graues weiches, aber nicht geschmeidiges Metallkorn. Hinlerlässl mit Blei abgetrieben ein Silberkorn. Verhält sich in der offenen Röhre wie Selenkupfer und gibt mit den Flössen Kupfer- reaction. Ist auf der nunmehr auflässigen Kupfergrube Skrykerum in einem serpentinähnliehen Gesteine vorgekommen. tr 202. Gattung. * Kupferkies. S)n, Pyramidaler Kupfer-Kies. Gelbes Kupfererz. Quadratisches Oktaeder. P — P = 109" 53'; P — P' = 108° 40'. Theilharkeit iu der Richtung eines schärferen Oktaeders oft sehr vollkommen; in der Richtung einer horizontalen Endfläche undeutlich. IJic Krystaüc sind quadratische Oktaeder, oft keilförmig, und Combinationcn der Flächen dieser Gestalt mit der horizontalen F.ndlliiche , mit Flächen eines stumpferen Oktaeders, als Ahstumpfungslliich.cn der Endhanten, mit Flächen eines schärferen Oktaeders, dessen Endhantcmvinkcl — ioi tf /|>) / und dessen Grundkanteiminhcl = 126° ii'ist, und die als gegen die Endhanten gerichtete Zuschärfungsflächen der Ecken erscheinen, nach welchen gewöhnlich die vollhommncre Theilharkeit Statt findet. UJeberdiess erscheinen noch mehrere secundiire Flächen an Kanten und Ecken und Zwillinge. Die Zusammensetzungslliiche eine Seitenfläche der Grundform, die Umdrehungsaxe senkrecht auf derselben , oder senkrecht auf einer Endkante der Grundform , oder auf einer Endkante des schärferen Oktaeders, die Umdrehungsaxe in beiden Fällen diesen Kanten parallel. Diese drei Arten der Zwillingskrystalli- sationen wiederholen sich nicht nur parallel mit sich seihst und an mehreren gleichnamigen Theilcn der Individuen, sondern sie finden auch oft die eine neben der anderen Statt. H. = 3.5... 4 . 0 . Sp. Gew- = 4.1... 4.3. Melallglanz. Oberfläche. Das stumpfe Oktaeder zuweilen horizontal, das primitive gewöhnlich parallel den Coinbinationskanten mit dem schärferen Oktaeder gestreift. Die übrigen Flächen meistens glatt und glänzend. Dem bunten Anlaufen unterworfen. Undurchsichtig. Farbe messinggelb. Strich dunkler, grünlichschwarz, etwas glänzend. Wenig spröde. lhuch uneben, oder mehr und minder vollkommen muschlig. j.|3 Kupferkies. Meist clerl) oder eingesprengl. • auch Laubig, Iropfsteinarlig , kuget- und nierenförmig. 1 M. G. Einfach-Schwefel-Kupfer + 1 M. G. Einfach -Se h w efe 1 -Eisen. Cu Su + Fe Su. Manche Kupferkiese enthalten etwas Gold oder Silber als zufällige Beimengung. Zusammensetzung des Kupferkieses vniii Hamberg; aus dem hinzigthafc, nach H. Hose. Fiir sich auf Kohle läuft er hei der ersten Wirkung der Hitze dunkel an, wird schwarz und nach dein Erkalten rotli. Schmilzt leichter als Kupferglanzzu einem Korne, das, nachdem einige Zeit darauf gehlasen worden , vom Magnete angezogen wird. Nach gehöriger Röstung erhält man mit Borax ein Kupferkorn. Mit den Flüssen gibt er Eisen- und Kupferreaction. Im Kolben erhält man ein Sublimat ; in der olFenen Röhre gibt er den Geruch nach schwele!iger Säure. Der Kupferkies ist ein sein - allgemein verbreitetes Mineral und findet sich auf Lagern und Gängen im Ur-, Lebergangs- und im älteren Flützgebirge mit verschiedene» anderen Kupfererzen und oft mit Zinkblende und \ ersehiedeneu Silber-, Blei- und Fisenevzen. Im Seliw arzwalile kommt er in bedeutender ()uanlilät gegenwärtig nur auf der Grube llerreuseegeu im wilden Scbapbaeh , in Begleitung von Schwefelkies , der in Krvstallcn in die Masse desselben eingewachsen ist, Brauneisenstein , Bleiglanz, Ziegelei-/, und Malachit tor. Die Gruben Friedrich Ghristian und St. \\ enzel haheu früher schöne Kryslalle von Kupferkies geliefert. Aul Hausbaden kommt er nesletweise mit Kupferindig und Kupferglanz vor. Luter den übrigen Gängen des Schwarzwaldes führen auch sehr viele Kupferkiese aber in unbedeutender Menge. Gornwallis, die Insel Anglcsea, Schweden, Norwegen, Sihericn , Ungarn, Stevermark , Nassau , Dillen- burg, und viele andere Länder liefern ihn in bedeutender Ouanlilät. Der Kupferkies ist ei» sehr wichtiges Kupfererz und w ird llicils zur Darstellung des metallischen Kupfers, theils zur Bereitung von Kupfenitriol benutzt Aus gold und Kupfer 34.40 33.12 30.47 3o.oo Schwele!. 3d.87 36.5*2 Quarzvuutl. 0.9-7 0.3l) IOI .Ol iooo3 Buntkupfcrerz. |.[ 3 silberhaltigen Kupferkiesen werden auch diese edlen Metalle gewonnen. Dem Anlauten sind einige Kupferkiese besonders unterworfen , während andere nicht, oder nur wenig anlaufen. Der Grund hiervon scheint in der Zusammensetzung derselben zu liegen. Diese ist nämlich bei den derben Kupierkiesen ziemlich verschieden, wie jeder Kupferhüttcnniann weiss, der diese Erze in arme und reiche abtheilt. Es scheinen insbesondere die kiipferreichen Abänderungen inehr anzulaufen, oder richtiger sich schneller zu zersetzen, indem das Anlaufen nur eine Folge einer von Aussen beginnenden Zersetzung des Erzes ist , wobei häufig Eisenoxydhydrat ausgeschieden wird. 205. Gattung. * Uiintkupfererz. Svn. () k I aec) ri sc1 1 o r K uj> fcr-Ki e*. Reguläres Oktaeder. Theil barheil parallel den Flächen der Grundform , Spuren. Die Kristalle sind Cubo-Oktaeder und Zwillinge; die Zusammcnsetzungsüäche eine Ohtaederlläche , die L'mdre- hungsaxe auf derselben senkrecht. Die Individuen setzen über die Zusammenselzunt'slläche hinaus fort. 11. = 5.0. Sp. Gew. = 5.0. Metallglanz. Oheriläche. Meist uneben und rauh und öfters gekrümmt. Stark dem Anlaufen unterworfen. Undurchsichtig. Farbe. Mittel zwischen kupferroth und lomback- brauu. Strich dunkler; lieht graulichschwarz , etwas glänzend. Ziemlich milde. Bruch kleiumuschlig... uneben. Meist derb , in Platten , oder eingesprengl. Seltener als Ueberzug von Krystalleu des Kupferglanzes. j M. G. Tlalb-Schwcfel-Kiipfer -1- 1 M. G. Fiu- fach-Schwefel-Fisen. <■{ Cu~ Su + Fe Su. Fahlerz. ■II I Kupfer. Ihseu. Sclmcfcl. Q uarisjiid. G1.07 i 4 -oo •23.75 o. 5 o Zusain mensctzung des Uuntkupfererzes, lliH'll PHILLIPS. Verhält sich vor dein Löthrohr fast ganz wie Kupferkies. Findet sich in Kryst allen und derb auf den Kupfergruben in der IS'älie von Iledruth in Cornwallis , und dberdicss unter denselben Verhältnissen wie Kupferglanz, im Siegen- seben, im Temeswarer Kannat, insbesondere bei Orawitza, zu Fereguba im russischen Lappland, in Siberien, Schweden Norwegen , TV'ordamerica und an mehreren anderen Orlen. Im Schwarzwalde hat man diess Lrz bisher nur auf der Schwefelhicsgrube zuGcrsbacli, mit Schwefel- und Kupferkies gemengt, gefunden. Es wird wie Kupferlues auf Kupfer benutzt. 204. Gattung. * Fahlerz. Syn. Tetracdrischer Kupfer-Glanz. Reguläres Tetraeder. Theilbarkeit parallel den Flächen der Grundform , unvollkommen. Die Krystalle sind Tetraeder, Tetraeder mit den Flächen des Oktaeders oder Gegentetraeders, die als Abstumpfungs- llächcn der Ecken erscheinen, Tetraeder mit Flächen des W ürlels , als Abstumpfungsllächcn der Kanten , Tetraeder mit den Flächen des Würfels und Dodekaeders , Tetraeder mit den Flächen des I’vramitentetraeders , als Zuschärfung der Kanten und des Trigonaldodekacders als dreiflächige Zuspitzung der Eclten und noch mehrlächcre Gombinationen und Zwillinge. II. = 5.0... 4.0. Sp. Gew. = 4-79..- 5.1. Melallglanz. Oberfläche. Das Tetraeder und das Trigonaldodekaeder gewöhnlich parallel ihren Combina- tionskanten unregelmässig gestreift. Die Flächen des Gegenletraeders und Raulendodekaeders rauh. Zuweilen dem Anlaufen unterworfen. Undurchsichtig. Falilcrz. 445 Farbe stahlgrau... eisenschwarz. Strich unverändert. Etwas spröde. lWucb muschlig... uneben. Meistens derb und eingesprengt. Halb-Schwefel-Kupfer mit Jlalb-Arsenik- oder Antimon-Eisen. Oeflers mit einem , wie es scheint zufälligen, Silbergebalt und manchmal mit einem Gehalt an Zink, Quecksilber, blei und Gold. Man kann zwei Arten von Fahlerz unterscheiden. i. Art. Arsenik - Falilcrz, lichtes Fahlerz. Siahlgrau. Bruch uneben. Ton den geringeren Graden des GJan/.es , die in der Gattung Vorkommen , und dem geringeren spezifischen Gewichte. Arsenik - Fahlerz. Kupfer. Schwefel Arsenik. Eisen. Antimon. Silber. Summe. vom Kröner, vom Jonas, bei Freiberg, nach Klapkotii. 48.00 4 2.50 10.00 10.00 l4-00 i5.(k> *a5.5o 27.50 i.5o O. 6 O 0.50 '.KS.oo yS.oo Gibt auf Kohle Arsenikrauch und riecht stark knoblauch- artig. Zeigt mit den Flüssen die Ileactionen von Eisen und Kupfer und gibt nach gehöriger Röstung ein Kupferkorn , das hin und wieder silberhaltig ist und beim Abtreiben eine Spur von Silber hintcrlässt. Findet sieh vorzüglich auf Gängen und Lagern unter denselben Verhältnissen wie der Kupferkies , vorzüglich im Ur- und Uebergangsgcbirge. Unter die bestimmt bekannten Fundorte dieser Art gehören die Gruben Junge hohe Birke, Jonas und Kröner bei Freiberg, die übrigen , wie SchmüLnitz in Ungarn, Steyermark u. m. a., sind zweifelhaft, da das Arsenik-Fahlerz häufig mit der folgenden Art verwechselt wird. 2. Art. Antimon- Fahlerz , Schivarzgilligcrz , zum Theil, Graugiltigerz. Eisenschwarz , zuweilen etwas ins Stahlgraue geneigt. Bruch mehr und weniger unvollkommen muschlig. Von Tennantit. 146 den höheren Graden des Glanzes, die in der Gattung Vorkommen und dein grösseren speeifischen Gewichte. Antimon-Kalilrr/. von Kupier S« b»ve- fe|. Anti Kiien. Silber. lilet. /. ink. Sinn. bt. Wenzel Ihm \\ ollacli. a5.5«> a5.5«. •27.0t» 7.00 l.klä — -- 98.2.5 aus Peru, 27.«»« ! 7* 1 J 2'3.5<» 7.00 10.25 1.75 — 97.25 von Kapnik, nach Klaprotu. 3 7 . 7 i ?K.uo 92.00 H.a 5 o.aS in. clw. M. O X_Vll. ' 5.00 06.25 Gibt auf Kohle einen starben Antimonrauch und riechI zuweilen • schwach nach Arsenih. Das übrige Verhalten stimmt in der Hauptsache mit dem Verhalten des Arsenih- Falilerx.es überein. Der Silbergebalt ist in der Regel beträchtlicher als bei jenem, und man erhält beim Abtreiben meistens mess- oder wägbare Silberbiigclchcn. Das Antimonfahlerz scheint mehr verbreitet zu scyn als das Arsenik-Fablerz oder man hat es wegen seines Silbergebaltes mehr beachtet und gestiebt, und «lesshalb häufiger gefunden. Sehr schöne l!rvsta!le von dieser Art sind vordem auf der Grube St. AYenzcI bei "Wittichcn im Rinziff- D thal vorgekotmnen , woselbst auch , eben so wie auf der Grube Jlimmelsehr bei Sulzburg, auf dem St. Anna- und Josephs-Stollen im Suckenthal unfern AValdkirch und auf dem St. Michael- und Katharinen-Stollen im Ambringer Grund bei Staufen , silberrciche derbe Abänderungen ein- gcbrochen sind. Ausgezeichnete Kristalle linden sich zu Kapnih, auf der Grube Aurora im Dillenburgischen , und zu Glaustlial atn Harze. F.s findet sieh ferner in Graubüudten, zu Rrixlegg und Kegel in Ti rol, Marhirch im I'.lsass, Cremnitz und Scbemnitz in Ungarn, la Gren in A alenciana und Guadal- eanal in F.stremadura in Spanien. In dem Antimon-Fablcrze von la Cren fand Pr.ouST , wie Ki.apoth in «lern von Poratsch in Ober-Ungarn , (Yueksilbcr , und in dem F.rze t on Ouadalcanal ist nach VAuyuKi.rx ein kleiner Gehall von Platin. Das Fahlerz wird theils auf Kupfer , tlieils auf Silber benutzt. 205. Gattung. Tennantit. Reguläres Oktaeder. Theilbarkeit parallel den Sei len flächen der Grundform , unvollkommen. Kupferlasur. 447 Dio Krystalle sind Kombinationen der Ohtacderllächen mil den Flächen des Würfels und des 1 $autcndodeliaeders und haben zuweilen vollkommen die Gestalt des letzteren. II. = 4-0. Sp. Gew. - 4-575. Metallglanz. Oberfläche des Dodekaeders gestreift, die übrigen Flächen glatt. Undurehsielitig. Farbe sehwärzlichbleigrau, äusserlich fast zinn- vveiss. Strich rötblicbgrau. Spröde. Bruch uneben. /.mveilon derb. ,'l M. G. Finfach-Schwefel-kiipfor + 1 jM. G. Fin- fach-Schwefel-Arsenik + 1 M.(1. Finfaeh-Schwefel- Fisen. 4 ^ lI ‘ t ’ u d" '^ s 8*1 + Fe Sn. XusammenseGnng Kupier. Srl.wcft.-l. Atsrink. Fis,-,,. (Ju.lW. Summe. des Teunantils, nacli Phillips. 4 f, 3 -, ■28.74 11 .S-i :».oo 1 on. 1 (> Für sich auf Kohle brennt er erst mil blauer Flamme und schwachem Knistern, slössl alsdann arsenikalisebe Dampfe aus und hinlerlässt eine auf den Magnet wirkende schwarze Schlacke. Findet sich auf mehreren Kupfergruben in der Nähe von Kedruth in Corm\allis. 206. Gattung. Kupferlasur. Smi. Prvsmatiseher Lasur-Malachit. Schiefes rhombisches Prisma ; M — M = 98° 50'; P —M = 91° 50'; P — S = 92° 15k Theilbarkeit parallel den Seitenflächen der Grundform und in der Richtung der Diagonalen der Basis, unvollkommen , in der Richtung von Abstumpfungen der Seitenkanten , vollkommen. 448 Kupferlasur. Die Krystalle besitzen die Flächen der Grundform , mil welchen secundäre Flächen yerhunden sind , welche als Abstumpfungsllächen der Seitenbauten , der Seitenechen , der stumpfen Grundliantcn und der scharfen und stumpfen Grundkanlen erscheinen , wodurch manchmal etwas verwickelte Combinationcn entstehen. Die Krystallo oft zu Hügeln verbunden, selten haarfürmig. H. = 5.5... / f .O. Sp. Gew. = 5.85... 5.9. Glasglanz, in den Demantglanz geneigt. Oberfläche. Der grössere Theil der Flächen ist eben lind glatt 5 die schiefe Endfläche zuweilen parallel der grösseren Diagonale gestreift. Durchsichtig... an den Kanten durchscheinend. Farbe lasurblau, herrschend, ins Schwärzlich- und Berlinerblaue verlaufend. Zuweilen sinalteblau. Strich blau, etwas lichter als die Farbe. Spröde. llrucli muschlig Auch traubig, kugelig, nierenförmig, tropf- sleinarlig. Diese Gestalten theils auf-, theils ein- gewaclisen. Derb und eingesprengt. Mehr und weniger dünnstängelig , oder strahlig. Seltener im erdigen Zustande. 5 M. G. Zweülrittel - kohlensaures Kupferoxyd + 1 M. G. Wasser. 5 Cu 3 G 2 + Arp Kupferoxyd. Kohl cnsuui'c. W asser. Summe. der Kupferlasur, nach R. Phillips. G9.08 25.40 5.40 100.00 Für sich im Kolben gibt sie Wasser und wird schwarz. Auf Kohle schmilzt sie und verhält sich ganz wie reines Kupferoxyd. Löst sich in Salzsäure unter Entwickelung von Kohlensäure. Die Abänderungen , deren Zusammenhang der Theile mehr oder weniger aufgehoben ist , und die eine etwas lichtere Farbe haben , werden erdige, die übrigen feste Malachit. 449 Kupfcrlasur genannt. Die smalteblauen Abänderungen mit nadelförmigen Krystallen heissen Kupfc.rsammterz. Die Kupferlasur findet sich auf Gängen , zumal in den oberen Teufen, und auf Lagern imUr-, Uebcrgangs- undFlötz- gebirge init verschiedenen anderen Kupfererzen und zuweilen auch alsAnflug und eingesprengt in Kalksteinen der Lias- und Muschelkalkformation. Die schönsten und grössten Krystallc sind in neuerer Zeit auf der in der Formation des bunten Sandsteins sich befindenden Kupfererzlagerstälto zu Chessy bei Lyon vorgehommen. Auch im Temcswarer Ifannat, in Siberien , am Harz , in Cornwallis , im Tyrol , zu Ifulach bei Freudensladt , auf der Grube Herrensegen im wilden Schapbach, in Thüringen, Schlesien, Sleyermarh, Spanien u. s. w. finden sich mehr und weniger ausgezeichnet Abänderungen. Die Kupferlasur kann, wo sie in bedeutender Menge vorkommt , mit anderen Kupfererzen auf metallisches Kupfer benutzt werden. 207. Gattung. * Malachit. S_tn. Ilemiprisniatischcr Ilabroncni-Malackit. Scliiefes rhombisches Prisma j INI — M = 105° /,2' ; P — S 118° 11'. Theilbarkeit parallel der schiefen Endfläche der Grundform , ziemlich vollkommen ; parallel den Seitenflächen weniger vollkommen. Die Krystallc sind schiefe rhombische Prismen mit Abstumpfung der stumpfen Seitenbauten , mit Abstumpfung dieser Seitenkanten und der spitzen Ecken und mit Abstumpfung dieser Seitenkanten und der Seitenecken, und Zwillinge. Die Zusammensetzungsfläche die Abstumpfungsfläche der stumpfen Seitenkanten; die Umdrchungsaxe auf derselben senkrecht. Die Krystallc sind oft nadelformig und zu Büscheln und Kugeln zusammengewachsen. II. = 5.5... 4.0 Sp. Gew. = 5.67... 4-0- Demantglanz , in den Glasglanz geneigt. Oberfläche. Die Abstumpfungsfläche der spitzen Ecken rauh, die Seitenflächen des Prisma’s zuweilen vertical gestreift. Durchscheinend... an denKanten durchscheinend. 29 W ALciiMr. Mtncmlv~ic. Malachit. 45o Farbe gras- , Smaragd- und spangrün ; ins Schwärzliche einerseits, ins Weisse andererseits verlaufend. Strich grün. , etwas lichter als die Farbe. Spröde. Bruch musclilig, uneben, erdig. Oft in knolligen, kugeligen, Iraubigen, nierenförmigen und tropfsteinartigen Gestalten ; dünn- slängelig oder fasrig. Al'terkrystalle nach Roth- kuj)fererz- und Kalkspath-Formen. Auch derb ; fasrig und krummschalig. Zuweilen zeigen derbe .Massen dieselbe Zusammensetzung, wie die oben beschriebenen Zwillinge. Fingcsprengt und als An- flue. Zuweilen als \ ersleinerungsmiuel von Man- O . ö zentheilen. 2 M. G. Halb-kohlensaures Kupferoxyd + 1 M. G. Wasser. 2 Cu- C + Arp Kupferoxyd. Kohlensäure. Wasser. «Stimme. 7X2 18.ä 9.3 100.0 Zusammensetzung des Malachits, nach R. Phillips. Verhält sich vor dem Löthrolir wie Kupferlasur, mit dem Unterschiede, dass einige Abänderungen Salzsäurereaction zeigen, was von mechanisch beigemengtem salzsaurem Kupfer herrührt, und die unreinen oft ziemlich starke Eisenreaction geben. Man unterscheidet/a-sr/o-en und clichten Malachit. Letzterer begreift vorzugsweise die knolligen, kugeligen u. s. w. Abänderungen, mit krummschaliger Absonderung, bei welchen die Farben zuweilen in concentrischen Lagen wechseln. Zu jenem werden die dünnstängeligen und die hrystallisirten theilbaren Abänderungen gerechnet. Der Malachit kommt unter denselben Verhältnissen wie die Kupferlasur vor. Der fasrige findet sich sehr schön auf der Grube Herrensegen im wilden Schapbaeh und in weniger ausgezeichneten Stücken zu Bulach , Alpirsbacli , Freudenstatt und an einigen anderen Orten auf dem Schwai'z- walde. Dieselbe Abänderung kommt auch ausgezeichnet zu Chessy bei Lyon, im Temeswarer Bannat, in Sibericn und Kiesclmalachit. 45» Comwallis vor. Der dichte Malachit findet sich besonders schön in Siberien, wo man in den Beresofskischcn Gruben denselben früher in Massen von einigen tausend Pfunden und in den Gumcchefskischen grosse baumartige Farrn- kriiuter in Malachit verwandelt fand, sodann im Tyrol bei Schwatz;, in Thüringen bei Saalfeld u. a. a. O. Wehvkus eisenschüssiges Kupfergrün ist zum Theil eine mit Eisenoxydhydrat verunreinigte Abänderung des Malachits, welche matt und undurchsichtig , bald erdig und zerreiblich, bald fester und von muschligcmllruch ist, dabei eine pistaziengrüne, insSchwärzlichgrüne undOlivengrüne ziehende Farbe hat, und derb, in grösseren und kleineren Parthieen mit verschiedenen Kupfererzen, vorzüglich in Ungarn , im Tyrol und in Thüringen vorkommt. Reine Stücke von Malachit, ohne Risse und bedeutende Spalten, werden zu Ringsteinen, Dosen, Vasen, Tischblat- len und zu verschiedenen architektonischen Verzierungen und Bijouteriewaarcn angewendet. Auch wird er, wo man ihn in hinreichender Menge findet, mit anderen Kupfererzen zur Darstellung des Kupfers benutzt. 208. Gattung. Kieselmalachit. Srn. Unthcilbarcr StaphjTin-Malachit. Eisenschüssiges Kupfergrün zum Theil, Kiesel-Kupfer. Regelmässige Gestalten und Theilbarkeit fehlen. II. = 2.0... 5.0. _ Sp. Gew. = 2.03... 2.15. Fettglanz, schwacher... matt. Halbdurchsichtig... an den Kanten durchscheinend. Farbe spangrün... himmelblau. Durch Verunreinigung mehr und weniger ins Braune fallend. Strich weiss. Wenig spröde. Bruch musclilig. Traubig , kugelig , nierenförmig, derb und eingesprengt. 1 M. G. Doppelt-kieselsaures Kupferoxyd + 2 M. G. Wasser. Cu S 3 + 2 Aq. 45a Kupfersmaragd. Kicsclmalacliit Kupfcr- Olfd. Ton SommcrviUc, nach Howkn ; 45.175 aus Sibirien , nach .lonx , 49.03 nach Klaimioth. 50.0 Mcu-I- i'rdu. 17.200 2S.37 20.0 Wasser. 17.000 1 7.50 17.0 Rulik-n- 3.00 7.0 CjI’S. SüirmiB. 1.50 .'19.425 100.00 100.0 Für sich im Kolben gibt er Wasser und wird sclnvarz. Auf Kohle wird er in der äusseren Flamme schwarz, in der inneren roth, ohne zu schmelzen. Vom Borax wird er leicht mit den Reactionen des Kupfers aufgelöst. Das Glas hat die Eigenschaft, wenn es gelinde in der äufseren Flamme erhitzt wird , diese auf einen Augenblick schön grün zu färben , ohne dass man nachher bei fortgesetztem Blasen etwas von Färbung merkt. LässL man aber die Kugel vollkommen erkalten , und erhitzt sie nachher, so kann man die Färbung der Flamme wiederholen , so oft man will. Im guten Ileductionsfeuer erhält man ein Kupferkorn und das Glas w ird farbelos. Mit P/iosphorsalz gibt er ein Kicselskelett, das man am besten nach der Behandlung in der äufseren Flamme beim Erkalten sieht. Von Soda w ird er zu einem dunkeln Gl ase aufgelöst, das nach der Abkühlung irwvendig i roth ist und ein Kupferkorn umschliefst. Mit mehr j Soda geht er in die Kohle und lässt Kupfer auf 1 der Oberfläche zurück. Findet sieh unter denselben Verhältnissen wie der Malachit auf der Grube Herrensegen im M ilden Schapbach, auf der Grube David bei Wittichen und auch hin und Mieder auf Hausbaden. Die schönsten Abänderungen hommen aus Siberien und von Poloma in Ungarn. Man hat ihn iiber- diess zu Sommcrville in Ncw-Jcrsey, am Harze, in Böhmen, Sachsen , Thüringen , in Mexico und Chili gefunden. Er kann auf Kupfer benutzt werden. 209. Gattung. Kupfersmaragd. Syn. Rhoinbocdrischcr Smaragil-Malachit. Dioptas. Rhomboeder von 125° 58'. Theilbarkeit parallel den Flächen der Grundform , vollkommen. Pseudomalachit. 453 Die Krrstalle 6 ind sechsseitige Prismen mit den Rhom- boederllächen an den leiden, oder Dodekaeder, durch Verbindung der Flächen des sechsseitigen Prismas mit Ab- stumpfungsllächen der Ecken der Grundform , welche die Flachen derselben verdrängen , entstanden. Sie sind klein. H. = 5.0. Sp. Gew. = 5.278. Glasglanz, etwas in den Fettglanz geneigt Oberlläehe öfters parallel den Combinations- kanten gestreift. Durchsichtig... durchscheinend. Farbe smaragdgrün , auch schwärzliche und spangrlin. Strich grün. Spröde. liruch xnuschlig... uneben. Nur krystallisirt. Zuweilen mehrere Krystalle an einander gewachsen. 1 M. G. Anderthalb-kieselsaures Kupferoxyd. + 1 M. G. Wasser? Cu 2 S* + Afj. Kupferoxy <1. Kieselerde. Wasser. •Summe. 4 . 3.405 55.0 43 . 1 S 1 33.0 11.304 12.0 100.000 100.0 Zus. des Kiesclmalachits,. nach Vac^celinj nach Lowitz. Verhält sich in allen Stücken wie Kieselmalachit. Ein Bucharischer Kaufmann entdeckte ihn in einer Wüste der Kirgisen , südlich von Seinipalatna. Er soll dort in einem aus Mergel bestehenden Berg mit Malachit, Kupferlasur, (luarz und Kalhspath Vorkommen. Der Kupfersmaragd ist ein sehr tlieures Mineral. Man bezaldt für gut ausgebildete Krystalle 13 bis i 5 Gulden. 210. Gattung, Pseudomalachit. Sjn. Prismatischer Hahronem-Malaclht. Phosphorkupfcrera, zmuTheil. Schiefes rhombisches Prisma. IM — M = 38° 50'; P —S 112° 57k Pseudomalachit. 45 4 Theilbarkeit in der Richtung der schiefen Endfläche und einer Abstumpfungsfläche der scharfen Seitenkanten, Spuren. Die Krystalle sind rhombische oder irregulär sechsseitige Prismen , an welchen gewöhnlich Abstumpf'ungsllächen der Seitenechen , der spitzen Ecken und der scharfen Grundkanten , nebst einigen anderen secunda'ren Flächen Vorkommen. H. = 4 . 5 ... 5.0. Sp. Gew. = 4-2- Demantglanz , in den Glasglanz geneigt. Oberfläche. Die Seitenflächen der Prismen glatt aber uneben, die Abstumpfungsflächen der spitzen Ecken rauh. Durchscheinend... durchsclieinendan denKanten. Farbe Smaragd-, span-, schwärzlichgrün, äusser- lich oft dunkel. Strich grün, etwas lichter als die Farbe. Spröde. Bruch kleinmuschlig... uneben. Auch nierenförmig , kugelig , traubig , mit drüsiger Oberfläche. Derb und eiugesprengt. Blättrig und fasrig. Zuweilen erdig. Drittel-phosphorsaures Kupferoxyd mit 3 M. G. Wasser. Cu 3 P + 3 Aq. Kupl'eroxy d. Phospli. .Saure Wasser. Summe. 62.847 21.687 15.454 99.988 Zusammensetzung des Pseudomalachits, nach Los. Für sich färbt es die Elamme nicht, fallt zu Pul ver, wenn es schnell erhitzt worden, erhält sich aber unter langsamer Erhitzung, w ird schwarz, und schmilzt zu einem scliwai’zen Korne, in dem sich eine Kupferkugel befindet, welche heim Gestehen blickt. Zu Phosphorsalz und Borax verhält er sich wie reines Kupferoxyd. Mit metallischem Blei zu ungefähr gleichen Raumtheilen zusammengeschmolzeu, erhält man unter Aus- Olivenmalachit. 455 Scheidung des Kupfers , <ün fa<;eltirtes Glas von phosphorsaurem Blei. Mit Soda schwillt er an und schmilzt nachher, und diess wiederholt sich bei jedem neuen Zusatz von Soda, bis er endlich eine aufgeseliwollene, nicht mehr schmelzbare Masse bildet. Löst sich in Salpetersaure ohne Aufbrausen, Findet sich auf der Kupfergrube am Yirneberg hei Rheinbreiteubach mit Quarz , der zuweilen chalzedon- artig ist. 211. Gattung. Olivenmalachit. Sjfü. Diprisinatischer Olivcn-Malacliit. Olivcncrz, zum Thcil. Rektanguläres Oktaeder. P — P = 111° 58'; M — M = 95° 2'. Theilbarkeit parallel den Flächen der Grundform , wenig vollkommen, in der Richtung einer Abstumpfung der Gi’undkanlen etwas vollkommener. Die Krystallc sind rektanguläre Oktaeder, meistens in der Wichtung der längeren Grundkante verlängert, rektanguläre Oktaeder mit den Flächen eines llhombenoktaeders, als Zuschärfung der Grundecken, und zuweilen kommen auch Abstumpfungsilächen der längeren und der kürzeren Grundkanten vor. H. — 4.0. Sp. Gew. = 5.6.., 5.8. Fettglanz. Oberfläche. Die Flächen des rhombischen Oktaeders sehr glatt und eben, die schmaleren Flächen der Grundform ziemlich stark parallel den Combinationskanten mit den Flächen des rhombischen Oktaeders gestreift; die breiteren Seitenflächen der Grundform horizontal, doch sehr schwach, gestreift. Durchscheinend an den Kanten. Farbe olivengrün, meistens ziemlich dunkel. Strich olivengrün. Spröde. Bruch uneben, musclilig. Euchroit. 456 Nur krystallisirt. Halb-phospliorsaures Kupferoxyd mit 1 M. G. Wasser. Cu 2 P -p Acp Kupferoxyd. Phosph. Säure "Wasser. Summe. 63.0 28.7 7.4 100.0 Zusammensetzung des Olivenmalachits, nach Bertiher. « Gibt im Kolben Wasser und übrigens die Reaclionen des Kupfers und der Phosphorsäurc. Löst sieb in Salpetersäure ohne Aufbrausen. Findet sicli zu Libcthcn in Ungarn und auf den Gunnis- Lake-Grubcn in Gormvallis. 213 . Gattu.no. Euchroit, Gerades rhombisches Prisma von 117° 20'. Thcilbarkeit parallel den Seitenflächen der Grundform und in der Richtung einer Abstumpfung der spitzen Ecke. Die Krystalle sind rhombische Prismen mit Zuschärfung der scharfen Scitenhanlen und Abstumpfung der spitzen Edlen; auch erscheint diese Zuschärfung doppelt, und die Kante der zweiten Zuschärfung abgestumpft. H. = 5.5... 4.0. Sp. Gew. 3.589-.3.41. Glasclanz. Oberfläche. Die Endfläche des Prisma’s oft gekrümmt; die Seitenflächen vcrliea! gestreift. Halbdurchsichtig... durchscheinend. Farbe smaragdgrün, aussen mehr lauchgrün. Strich blass apfelgrün. Spröde. Bruch kleinmusclilig... uneben. Nur krystallisirt Halb-arseniksaures Kupferoxyd mil 4 M. G Wasser? Cu 2 As + 4 Acp Linsenerz. 457 Zusammensetzung des Euchroits, nach Turser. K.UjpferoTTd. Arseniksbure Wasser. Summe. 47.85 33.02 13.80 99.67 Gibt im Kolben Wasser und beim Erhitzen auf Kohle, Arsenikgeruch , und schmilzt mit Hinterlassung eines spröden Kupferkorns. Löst sich in Salpetersäure ohne Aufbrausen. Findet sicli zu Libetlien in Ungarn. 2 t 3. Gattung. Linsenerz. Sjn. Prismatischer Lirohon-Malachit. Gerades rhombisches Prima von f>0° 40'- Theilbarkeit parallel den Seitenflächen der Grundform und einer Abstumpfung der stumpfen Ecken. Die Ilrystalle sind rhombische Prismen , durch die Ab- stumpfungsiliichen der stumpfen Kelten , welche die Eml- llaehe der Grundform verdrängen, zugcscluirl't. H. = 2.0... 2.5. Sp. Gew. = 2.92. Glasglanz, in den Fettglanz geneigt. Oberfläche. Die Flächen des Prisma’s und der Zuschärfung schwach gestreift, parallel ihren gegenseitigen Combinationskanten. Halbdurchsiclilig... durchscheinend. Farbe himmelblau... spangrün. Strich wie die Farbe, oft sehr blass. Fast milde. Bruch unvollkommen musclilig , uneben. Auch derb und eingesprengt. 5 M. G. Fünftel-arseniksaures Kupferoxyd mit 15 M. G. Wasser. Cu 5 As + 15 Atp Zusammensetzung dos Ijinscnerzcs, nach Ciieneyix. Kupferyijd. ArseuiLsaure. Wasser. .Summe. 49.0 14-0 33.0 98.0 458 Kupferglimmer. Gibt im Kolben viel Wasser, schmilzt auf Kuhle unvollkommen und wird ohne Detonnation reducirt, und gibt eine schlackige Masse, in der einige weisse metallische Körner erscheinen. Löst sich in Salpetersäure ohne Aufbrausen. Findet sich auf einigen Kupfergruben in Cornwallis. 21 4- Gattung. Kupferglimmer. Svn. Rhomboedrischer Euchior-Glimmcr. Rhomboeder von 68° 4$'. Theilbarkeit in der Richtung einer Abstumpfungsfläche der Spitzen der Grundform, sehr vollkommen; parallel den Flächen der Grundform, Spuren. Die Krystallc sind Rhomboeder mit sehr starker Abstumpfung der Spitzen, wodurch sie das Ansehen einer sechsseitigen Tafel erhalten. Zuweilen treten noch Flächen des ersten sechsseitigen Prismas hinzu. H. = 2.0. Sp. Gew. = 2.54. Perlmutterglanz auf der vollkommenen Thei- lungsfläche und der dieser entsprechenden Kryslall- fluche. Mittel zwischen Glas - und Demantglanz auf den Rhomboederflächen. Oberfläche. Die horizontale Endfläche glatt; die Rhomboederflächen zuweilen etwas uneben. Durchsichtig... durchscheinend. Farbe Smaragd... spaugriin. Strich Smaragd,,, apfelgriin, etwas lichter als die Farbe. Milde. Bruch muschlig, kaum wahrnehmbar. 4 M. G. Viertel - arseniksaures Kupferoxyd mit 6 M. G. Wasser ? 4 Cu* As + G Acp Zus. d. Kupfcrglimniers, Kupferoxrd. Arseniksaure. Wasser. Summe. nach CfiENEVii* 58.0 21.0 21.0 100.0 nach Val^ueun. 30.0 43.0 17.0 90.0 Olivenerz. 45 () Verhält sich vor dein Lötlirohr im Wesentlichen wie das Linsenerz. Mit Blei zusammengeschmolzen, erhält man eine Schlacke, die umgeschmolzen heim Gestehen eine fa^ettirte Kugel bildet, was einen Gehalt an Phosphorsäure anzeigl. Findet sich auf einigen Kupfergruben bei Redruth in Corntvallis. ai5. Gattu.no. Olivenerz. Sjn. Prismatischer Olivcn-Malachit. Gerades rhombisches Prisma von 92° 30'. Theilbarkeit parallel den Flächen der Grundform, am vollkommensten parallel der Endfläche. Die KrystaJlc sind rhombische Prismen mit Abstumpfung der stumpfen Seitenhantcn und Zuschärfung an den Enden, durch Abstumpfungsllachen der spitzen Ecken, welche die Endfläche der Grundform verdrängen. Auch erscheinen Abstumpfungsflächen der scharfen Seitenbauten und der stumpfen Ecken, H. = 3.0. Sp. Gew. = 4-28. Demantglanz, undeutlich, Oberfläche. Die Abstumpfungsflächen der spitzen Ecken und die Abstumpfungsfläche der stumpfen Seitenbauten einwärts, die Seitenflächen des primären Prisma’s auswärts gekrümmt. Halbdurchsichtig... undurchsichtig. Farbe olivengrün, in verschiedenen Nuancen, ins Lauch-, Pistazien- und Schwärzlichgrüne, ins Leber - und Holzbraune, auch ins Zeistggrüne verlaufend. Strich olivengrün.., braun. Spröde. Bruch musclilig, uneben. Auch in kugeligen und nierenförmigen Gestalten, mit rauher und zuweilen drüsiger Oberfläche. Dünn-, gerade und auseinanderlaufeud släugelig. Derb j krummschalig und stängelig. Strahlcrz. /|6o 5 M. G. Zweifünftel -arseniksaures Kupferoxyd mit 10. M. G. Wasser? 5 Cu 5 As 2 + 10 Acp Zusammensetzung Kupfcroxvd. Arsenihsiumi. Wasser. Summe. 51 29 18 98 des Olivenerzes, nach Cheneyix. 50 29 21 100 W ird auf Kohle mit einer Delounation reducirl und liinterlässt ein weisses und sprödes Kupferkoru. Im Uebrigen verhält es sich wie Eucliroil. Findet sich gleichfalls auf den Kupfcrgrubon irs der Gegend von ltcdruth in Cormvallis. 21ü. Gattung. Strahlerz. Sj'n. StraMenkupfer. Schiefes rhombisches Prisma, M — M — 50"; P — M = 95°. Theilharkeit in der Richtung der schiefen Endfläche sehr vollkommen. I)ic Kiystalle sind aussordcntlich klein und zeigen Abstumpfungen der stumpfen Ecken. H. == 2.5... 5.0. Sp. Gew. = 4-192. Perlmutterglanz , auf der Theilungsfläche; übrigens Glasglanz. An den Kanten durchscheinend. Farbe dunkelspangrün, ins Himmelblaue geneigt, äusserlich dunkler. Strich spangrün. Wenig spröde. Bruch musclilig. Nur krystallisirt. 2 M. G. Halb - arseniksaures Eisenoxydul- Kupferoxyd mit 2 M. G. Wasser? 2 ^p j As + 2 AcI- erde. Summe. lei Chlor , Thononlo , Kohlensäure , Schwefelsäure , Phosphorsäure, Arseniksäure, Chromsäurc, Molvb— tlänsäurc mul Wolfranisäurc. Härte 1.0.../j.o. Sp. Gew. /|.ß... 11.0. Alle gehen mit Soda auf Kohle metallisches Blei. 21g. Gattung. * Gediegen - Blei. Regelmässige Gestalten und Theilhai keileit nicht Bekannt. 11. = i.5. Sp. Gew. = 10.2... 11.0. Metnllglanz. Oherllächc dem dunkeln Anlaufen unterworfen, matt. Farbe blcigrau. Strich glänzend. Geschmeidig. Biegsam. Erlheilt den Fingern heim Reihen einen eigen- llnimliclicn Geruch. Draht- und haarförmig, ästig; stumpfeckige, rundliche Körner; cingesprengt. Metallisches Blei. Pb. Leicht schmelzbar, bcschlägt die Kohle mit Blcirauch. Löst sich in Salpetersäure auf. Von dem norwegischen Naturforscher Bathhe zuerst auf Madera, in einer weichen Lava , gefunden. Man ignorirte diese Beobachtung lange , oder zog ihre Richtig- heit in Zweifel , weil man , ohne allen Grund , nicht an das natürliche Yo ’ .s glauben wollte. Im Bette des Aiijji.u/.u-r masuo m j>unniim.-rica wurde unweit seiner Mündung im Sommer 1812 ein 14 Pfund schweres Bleiglanz-Gerülle gefunden, das mit Streifen von gediegenem Blei von ungefähr 1'" Durchmesser , durchzogen war. Bei Aiston in England lindet es sich in rundlichen Massen in Bleiglanz , mit Zinkblende , Quarz u. s. w. auf einem Gange im neueren Uebergangslialh. In den alten Bauen von Carthaagen in Murcia ragt es in drallt- und haar- formigen Gestalten aus den Klüften des Gesteins hervor. Im Jahr 1824 wurden ziemlich grosse Stückchen von gediegenem Blei in Sibcrien im iSetvjänskischen Gold- und Mennige. 465 Platin-Sand gefunden und schon früher hatte man dergleichen in den Melkosskischen Goldsand-Lagen , in der Nähe von Katharinenburg , beobachtet. Beudant will es in Blei- glanzslufen von Geroldseck bei Lahr beobachtet haben. Bas gediegene Blei kann, wo es in grösserer Menge vor- kommt, zur Darstellung des metallischen Bleis benutzt werden. ‘ 220 . Gattung. * Mennige. Syn. Natürliches rothes Bleioxyd. Regelmässige Gestalten und Theilbarkeit nicht bekannt. H. = 3.5; oft zerrreiblich. Sp. Gew. = 4-b. Fettglanz , in den Glasglanz geneigt... matt. Undurchsichtig. Farbe scharlachroth... morgenroth. Strich morgenroth... matt. Hängt etwas an der Zunge. Mager anzufühlen. Milde. Bruch uneben... erdig. Derb, eingesprengt und als Anflug. Afterkrystalle nach Weissbleier/.-Formen. l M. G. Blei + l */„ M. G. Sauerstoff. Bleihyperoxydul. Pb. Zusammensetzung der Blei. Sauerstoff, Summe. künstl. Mennige, nach Berzelius. 90 10 100 Wird durch Erhitzen dunkler, erhält aber bei der Abkühlung die natürliche Farbe wieder. Auf Kohle wird sie reducirt und gibt Bleirauch. Findet sich mit Bleiglanz und mehreren anderen Bleierzen auf Hausbaden bei Badenweiler, mit Kupfer-, Blei- und Silbererzen am Schlangenberge in Siberien , mit Galmei zu Brilon in Westphalen, mit (^uarzkrystallen bei Bleialf in der Eilfel. Auch will man sie in Yorkshire gefunden haben. At. gh>■ f .r Mineralogie. 3o 466 Bleiglanz. Sie scheint durch eine eigenthümliche Zersetzung des Illeiglanzes zu entstehen, den man oft mit ihr in unmittelbarer Berührung findet. 221. Gattung. * Bleiglanz. S\n. Hcraedrischcr Dlei-Glanz. Würfel. Theilbarkeit parallel den Flächen der Grundform , sehr vollkommen und leicht zu erhalten. Die Krystalle sind Würfel mit den Flächen des Oktaeders ; Oktaeder ; W ürfel mit den Flächen des Oktaeders uml Dodekaeders;Kombinationen der Oktaeder- und Dodekaedcr- llächen ; der Oktaeder- , W ürfei- und Trapezoederllächcn; der Oktaeder-, Würfel-, Dodekaeder- und Pyramiden- oktaederllächen. Zwillinge. Die Zusammensetzungslläche eine Oktaederlläche ; die Umdrehungsaxe auf derselben senkrecht. 11 . = 2 . 5 . Sp. Gew. = 7. 4 — 7.O. Metallglanz. Oberfläche. Die Würfelllächcn parallel ihren Com- binationskanten mit dem Oktaeder gestreift , so auch die Trapezoederflächen. Die übrigen Flächen meistens glatt , zum Theil etwas uneben. Zuweilen dem Anlaufen unterworfen. Undurchsichtig. Farbe rein bleigrau. Strich unverändert. Etwas abfärbend. Ziemlich milde. Bruch musclilig , selten wahrnehmbar. Meistens derb und eingesprengt. Auch in trau- bigen und röhrenförmigen Gestalten. Afterkrystalle nach Formen des phosphorsauren Bleis. Blättrig... feinkörnig. 1 M. G. Blei mit 1 M. G. Schwefel. Einfacli-Scliwefel- Blei Pb. Su ’). *) Der Bleiglanz ist niemals ganz reines Einfach-Scrhwefcl-Blei. Er enthalt in der Regel kleine Quantitäten von Schwefel-Silber, Schwefel- Antimon, Schwefel-Eisen und zuweilen auch von Schwefel-Kupfer und hin und wieder seihst etwas Selen oder Arsenik. Blciglanz. /167 Zusammensetzung Blei. Schwefel. l'.i'CIi. Summe. des Uleiglanzrs, nacti Tiiomso». 85.13 13.02 0.50 98.05 Dccrcpitirt im Kolben gewöhnlich stark. Auf Kohle setzt er heim ersten Anblasen gewöhnlich n einen weissen Streifen von anliinoniger Säure al) ; in stärkerer Hitze brennt der Schwefel ab , dann schmilzt er, und es bleibt ein Bleikorn , das auf Knochenasche abgetrieben in der Regel Spuren , hin und wieder aber deutlich wahrnehmbare Quantitäten von Silber hinterlässt. Hat der Bleiglanz einen Kupfergehalt, so wird die Knochenasche hei diesem Versuche grünlich ; ein Gehalt an Eisen färbt sie bräunlich oder schwarz. Der selenhallige Bleiglanz gibt heim Rösten auf Kohle Relliggerueh und in der Röhre ein rothes Sublimat, was indessen auch von einem Gehalt an Arsenik kommen kann. Iit diesem Halle wird man beim Rösten einen Knoblauchgeruch wahrnclnnen. Der Bleiglanz wird in gemeinen Iileiglanz und in IUei- schweif cingelheilt. Die blättrigen tlieilbaren Abänderungen werden zu ersterem gerechnet , die dichten zu letzterem. Das Blaubleierz begreift die Afterhrystalle. Der gemeine Bleiglanz besitzt eine bald mehr bald ■weniger deutliche blättrige Structur , und darnach wird er vom Berg- und Ilüttcnmann in grob-, klein- und Jeinspeisigen ahgetheilt. Der grobspeisige ist öfters krummblättrig und enthält in diesem Falle ziemlich viel Antimon , gewöhnlich aber weniger Silber , als der klein- und feinspeisige. Der lUcischweif ist antimonreicher , dichter , oder im höchsten Grade feinkörniger Bleiglanz. Er wird durch den Strich glänzend, ist im Bruche eben, ins Flachmusclilige verlaufend , ■wenigglänzend , oder schimmernd , und hat hin und wieder eine Anlage zur dünn- und krummschaligen Absonderung. Vor dem Eöthrohr gibt er einen sehr starken Antimonrauch. Gemeiner Bleiglanz und Bleischweif kommen zuweilen mit einander gemengt vor und bilden auf diese Weise den streifigen Bleiglanz, Strip malm der Schweden, Galena striata der älteren Mineralogen. 468 Bleiglauz. Der sogenannte mulmige Bleiglanz , aus feinschuppigen, schimmernden , locker verbundenen Theilen, von bleigrauer Farbe bestehend , ist als ein erdiger Bleiglanz zu betrachten. Der Bleiglanz kommt auf Lagern und Gängen vorzüglich im lir- , im älteren Uebergangsgebirge , namentlich ini Thonschiefer und in der Grauwache , im jüngeren Uebergangsgebirge im sogenannten Bergkallt und im Flützgebirge in der Muschelkalkformation vor. Kr ist sehr allgemein verbreitet. Puncte , wo er auf Lagern vorkommt , sind YVicsloch, Ilausbaden bei Badenweiler, Bleiberg bei Aachen, Teutsch- und YV indisch-Bleiberg, Ebriaeli, Windisch-Kappel und mehrere andere Orte in Kärnthen. Auf Gängen findet er sich beinahe in allen Ländern. Die Gänge des Schwarzwaldes führen fast alle Bleiglanz ; so bricht er gegenwärtig auf den Gruben Teufelsgrund und Rickenbach im Münsterthal ; Bernhard , Stephanie und Ludwig im Wiusenthal ; Herrensegen im Schaphachthal ; Eintracht , Bernhard , Maria Josepha und mehreren anderen im Kinzigthal, und im Gebirge der Bergstrasse kommt er auf der Grube bei Hoch-Sassen unfern Schriessheim vor. Am Harz , in Sachsen, im Nassauischen, in Frankreich, England, Ungarn, Böhmen, Schweden, Norwegen, Schottland u. s. w. befinden sich zahlreiche Bleiglanzgänge. Der Bleischweif hat eine weit geringere Verbreitung. Er kommt auf dem David im Kinzigthale , zu Klausthal am Harze, bei Freiberg, zu Schmitten in Graubündten und an einigen andern Olten vor. ln den achtziger Jahren ist er häufig auf dem Cai lsstollen bei Zähringen eingebrochen und auf der Grube zu Ilofsgruud. Der Bleiglanz ist das Haupterz zur Darstellung des metallischen Bleis und der Bleiglätte , und es wird aus ihm iiberdiess noch eine beträchtliche Quantität Silber gewonnen. Die derben, blättrigen, silberarmen Abänderungen werden gesondert und unter dem Namen Ha/nererz in den Handel gebracht. Dieses wird zur Glasur der Tüpferwaave Angewendet. Das Weissgiltigerz ist ein variables Gemenge von Bleiglanz, Schwefel-Silber , Schwefel-Antimon und Schwefel- Eisen , zuweilen mit einem Gehalte von Kobalt , Nickel oder Arsenik. Es hat eine bleigraue meist etwas lichte , zuweilen ins Stahlgraue verlaufende Farbe, ebenen Bruch und ein spezifisches Gewicht von 4-6 bis 5.6. Es ist weich , milde , im Bruch eben , besitzt geringen Glanz und kommt bloss derb und eingesprengt vor. Selenblei. 469 Blei. Silber. Thon- Weissgiltigerz tiiuon. fei. erde. erde. bum. vom Jliminclslürst, 4H.06 7.88 20.40 2.2 5 (2.25 7.00 0.25 9*-'<9 v. jungen Hiimnelsfürst bei breiberg , nach Klaprotii. /jl.OO 2 l.5o <>.25 i.;5 22.00 l.oo 0.75 91*5 Auf der Grube Alexander bei Freiberg brach früher aucli ein Weissgiltigerz ein, das beinahe gar kein Silber enthielt. Vor dem Löthrohr decrepitirt es stark, schmilzt leicht und gibt Bleirauch. In der offenen Röhre gibt es schwefelige Säure und Antimonrauch. Das Gerüstete gibt mit den Flüssen manchmal Nickel oder Kobaltreaction. Mit Borax erhält man ein Metallkoru , das, mit Illei versetzt, auf Knochenasche abgetrieben, ein Silberkorn hinterlässt. Es findet sich vorzüglich auf mehreren Gruben bei Freiberg in Sachsen und zu Joachimsthal in Böhmen. Auch auf der Grube Teufelsgrund ist das 'Weissgiltigerz schon einigemal auf kurzen Mitteln eingebrochen. Man benützt es auf Silber. Der Bleischimmer ist ein ähnliches Gemenge. Er ist licht bleigrau, Aussen matt, Innen schimmernd, weich, milde, von 5 . 9 J spez. Gewicht , wird durch den Strich glänzend und bildet sich nur derb. Nach Pfaff besteht er aus : Blei 4344, Antimon 35.47? Arsenik 3-56, Schwefel i7-2o; er ist somit ein Gemenge von Bleiglanz, Schwefel-Antimon und etwas Arsenik. Findet sich zu Nertschinsk in Siberien, und hat dasEigenthümliche , dass er sich durch Verwitterung in eine erdige Masse verwandelt , welche die erwähnten oxyd abein Stoffe im oxydirten und gesäuerten Zustande enthält. 222 . Gattung. Selenblei. Syn. Kobalt-Bleierz. Regelmässige Gestalten nicht bekannt. Theilbarkeit deutlich erkennbar; die Richtungen aber unbestimmt. If. - 2.5. Sp. Gew. = 6.8. Metallglanz. Undurchsichtig. Farbe bleigrau , ins Blaue geneigt. Strich grau. Milde. Derb und eingesprengt. /|-o Tellurblci. i M. G. Blei mit 1 M. G. Selen. Einfach-Sclen- Blei. Pb Se *). Zus. des Selenbleis liki. Selen. Kobalt. Summe. von Tiikerode, nach 11. Rose ; 71.81 27.59 _ 99.4o S. von Klausthal, nach Stromeyeiu 70.98 28.11 0.83 99.92 Gibt in der Röhre einen rothen Sublimat. Zcr- knistert auf Kohle erhitzt , riecht nach faulen Rettigcn , die Kohle beschlagt roth , und später legt sich Bleirauch an. Das kobalthaltige färbt Borax und Phosphorsalz smaltcblau. Findet sich auf einem Gange in der Grauwacke , mit (^uarz und llraunspath verwachsen zu Klausthal, im Tlion- se/iicfer auf der Gruhe Grummcrjahn hei Zurgc und zu Tiikerode am Harze. 223. Gattckc. Tellurblci. Sjn. Prismatischer Tellurglanz , Blättercrz, Blatterlcllur, Kagyagcrcr/.. Gerades rektanguläres Prisma. Thcilbarkeit sehr vollkommen parallel der Endfläche. Die Ifrystalle sind gewöhnlich rektanguläre Prismen , an den Seitenbauten abgestumpft ; iiberdiess kommen Ab- stumpfungsflächen der Grutidecken und Grund kanten vor. Die AbslumpFungslhichen der Grundkanten verdrängen zuweilen die Seitenflächen des Prisma s , und so entsteht ein rektanguläres Oktaeder mit horizontaler Endfläche, wozu hin und wieder noch eine gegen die Seitenkanten des Oktaeders gerichtete Zuschärfung der Grundechcn , durch Flächen eines rhombischen Oktaeders, treten. II. = 1.0... i. 5 . Sp. Gew. = 7.0... 7.1. Metallglanz. Oberfläche. Die Endfläche des Prisma’s uud Oktaeders glatt. Undurchsichtig. *) Enthalt zuweilen etwa« Stlcn-Kobalt. Selcnbupferblei. 4" i Farbe schwärzliehbleigrau. Strich unverändert. ln dünnen Blättchen sehr biegsam. Sehr milde. Färbt etwas ab. Bruch kaum wahrnehmbar. Audi derb. Bättrig. 1 M. G. Blei + 2 M. G. Tellur. Doppclt-Tellur- Bbi Pb Te 2 Mit etwas Schwefel, Blei, Gold, Silber und Kupfer. Zusammcns. tle Tel lurbleis, na;li Klaprotu. Blei. TeUur. Cold. Silber. Kupfer. jSchwcfel. Summe. 54.0 32.2 9.0 0.5 1.3 3.0 100.0 faucht auf der Kohle und beschlägt sie gelb. De - Beschlag verschwindet durch die innere Flamme mit blauer Farbe und gibt nach starkem Blasen ein Godkorn, das im Gcstchungsmomentc noch einmal aul’lüht. In der Glasröhre raucht cs , riecht nach schvefeliger Säure, aber nicht im mindesten nach lictig, und gibt einen weissen Sublimat, der dicht übtr der Probe grau ist , hier aus tellursaurcm Blaoxyd, weiterhin in der Röhre aber aus Tellur- oxhI besteht. ]>as Tcllurblei kommt von Nagyag in Siebenbürgen ; zuveilen findet es sieb auch zu Oilenbanya 11s wird auf Blei, Gold und Silber benutzt. 2a4- Gattung. Selcnkujferblet. Resclmässifife Gestalten und Thcilbarkeit nicht n O bekannt. Weich. Sp. Gew. = 7.0. Metallglanz. Undurchsichtig. Bleigrau ; lichter als das Sclcnblci , durch Anlaufen mcssinggelb und blau. 472 Selenquechsilberblei. Strich dunkler als die Farbe. Geschmeidig. Bruch inuschlig... eben. Derb ; körnig. Einfach-Selenblei + Einfach-Selen-Kupfer Pb Sc + Cu Su. Zusammensetzung des Selenkupfcrblei’s, nach H. Rose. BUi. Kupfer. Seien. Eisen mit Blei. Summ. 59.67 7.86 29.96 0.44 98-2( Gibt vor dem Lötlirohr die Reactionen des Sclais, Bleis und Kupfers. Schmilzt sehr leicht. Findet sich zu Tillierode am Harze. SelcnbleikupJer ist ein dem SclenkupJerblei im Aeussa'en sehr ähnliches und mit ihm vorkomntendes Bleierz gemnnt ■worden, das sich durch eine etwas dunklere Farbe, enen etwas grösseren Kupfergehalt und dadurch von jeicm Erze unterscheidet , dass sein spezifisches Gewicht nur = 5.6 ist. Zusammensetzung Blei. Kupfer. Selen. Silber. Eise» , Blei ui/d Kpfr.oxvd Sunnc. des Selenbleikupfers, nach H. Rose. 47.33 15.45 34.26 1.29 2.08 10641 Es unterscheidet sich in der Zusammensetzung somit t on dem Selenkuplerblei durch den Gehalt an llalb-Schwcfeilt upfer , und dürfte wohl mit jener Gattung als eine eig;ne Art zu vereinigen seyn. 225. Gattung. Selcnquccksilberblei, Begelmiissige Gestalten sind nicht bekannt. Theilbarkeit nach dreien sich recht winke,ig schneidenden Richtungen j die Theilungstläclisn häufig gekrümmt. Weich. Sp. Gew. = j.3. Melnllglanz. Undurchsichtig. Spiesglanzbleicrz. /(?3 Farbe blcigrau, ins Stalilgrauc uucl Eisenschwarzc verlaufend. Strich schwarz. Bruch uneben... eben. Derb ; blättrig. Einfach-Selen-Blei inilEinfacli-Sclcn-Quecksilber. Pb Se + Ifg Se. Zusa mmensetzung Ilfei. QucksilLer. Selen. Stimme. d. SclcnqiK'k.silbci'bloi’s, nacli 11. Hose. 35.84 16.94 29.97 97.75 Yerknistert beim Erhitzen und verhält sich im Wesentlichen wie Selenblei. Findet sicli gleichfalls zu Tilkcrode am Harze unter denselben Verhältnissen, wie das Selenblei und zum Tlieil mit diesem und mit Gediegen-Gold innig verwachsen. 226. Gattukg. Spicssglanzbleicrz. S)n. Diplomatischer Kupferglanz, ßournunit. Schwurzspiessglanzcrz. Bleil'uhlerz. Endellione. Gerades rektanguläres Prisma. Theilbarkeit parallel den Flächen der Grundform, unvollkommen ; am deutlichsten in der Richtung der schmälern Seitenfläche ; in der Richtung der Diagonalen Spuren. Die Krystallc sind rektanguläre Prismen mit Flächen , welche die Seitenkanten, die längeren oder beide Grundkanten und die Grundecken abstumpfen , mit Flächen , welche die Seitenkanten zuschärfen und Zwillinge. Die Zusanunenselzungstläche parallel einer Abstumpfungstlächc der kürzeren Grundkante. Die Lmdrehungsaxe auf derselben senkrecht. Die Individuen setzen geuühnlich über die Zu- sammensetzungsfläehe hinaus fort. Die Zusammensetzung wiederholt sich häufig parallel mit sich selbst. II. = 2 . 5 ... 3.o. Sp. Gew. — 5 . 7 ... Metallglanz. 5.8. Hornblei. 474 Oberfläche gewöhnlich glatt , von gleicher Beschaffenheit und oft von holten Graden des Glanzes. Dein Anlaufen unterworfen. Undurchsichtig. l-’arbc stahlgrau, ins Sclnvärzlichblcigrauc und ins Eisenschwarze geneigt. Strich unverändert. Spröde. Bruch muschlig... uneben. Auch derb und eingesprengt. 1 M. G. Einfach-Schwefel-Blei + 1 M. G. Andert- halh-Schwefel-Antimon + 1 M. G. Ilalb-Scliwelol- Kupfer. Pb Su + Sit 2 Su 3 + Cu 2 Su. Zus. dt' SpiesgUnihleieries Blei. Antimon, Kupfer. Schwefel. F.isrn. Sum me. nach Kr.ArROTH; Spicsglli). von !S*»udorf, 4 a. 5 u * 9 - 7 5 11.75 18.00 5 .oo 97*00 n k h Mkisxek ; Spiesglb). aus Cornwallis, 37.590 30.7P9 18.400 19 .863 i* 38 f» 98.008 nach fiArrcntr. 43*62 24*23 12.80 17.00 1.20 117.8.; Schmilzt auf Kohle und raucht eine Zeit lang» nachher erstarrt es zu einer schwarzen Kugel. Stark darauf geblasen legt sich Bleirauch rund umher auf die Kohle. Es gibt eine schlackige Masse , in welcher die Flüsse einen bedeutenden Kupfergehalt zeigen, und aus der man, nach der Fortschallung des Bleis, durch Soda ein Kupferkorn erhält, ln der Röhre riecht es nach schwefliger Säure und gibt Antimonrauch. Findet sielt auf Gangen im Grauwacken- und Thonschiefer- Gebirge und iin Urgebirge, und kommt auf einigen Gruben im Kirchspiel Endellion , bei Redruth in Cornwallis , zu Rriiunsdorf in Sachsen , zu Andreasberg am llar/.e, zu Neudorf im Anhaitischen, und zu KapniU und Oll’cnbanya in Siebenbürgen vor , woselbst es seit langer Zeit unter dem Namen Rädelerz bekannt ist. 227. Gattung. Hornblei. Syn. Blei-Horner/.. Sal/.saures Blei. Cotunnit. Gerades quadratisches Prisma. Thcilbarkeit parallel den Seitenflächen der Grundform ziemlich deutlich. Blcichloroxyd. /|7Ö Die Krystallc sind quadratische Prismen , an welchen Abstuinpthngsllä'chen der Grundkanlcn , der Grundechen und der Seilenkantcn Vorkommen. H. = 3 .o. S]). Gew. = G.oG. Dennmtglanz , in den Feit glanz, geneig t. Durchsichtig... halbdurchsichtig. Farbe weiss , grau , gelb, grün , blau. St rieh weiss. Bruch musrhlig. Nur krystallisirt. 1 AI. G. Chlor-lilci + 1 AI. G. kohlcnsaureni Blei. Ph Clil + Pb C. Blcimvd. Salzsäure. Kohlensäure. Summ.-. S 5.5 8.5 e.o 100.0 Zusammensetzung des üornbleis, nach Klaphoth. Schmilz.t sehr leicht in der äusseren Flamme zu einer klaren Kugel, die unter der Abkühlung gelb wird. Z.eigt die lleaclion der Salzsäure. Findet sich hoi Matloch in Derbyshir , zu Southampton in Massachusets und am Vesuv. 228. Gattung. Blcicliloroxyd. S\n. IJlcierz von Mcmlip; I’eritomcr Blei-Baryt. Gerades rhombisches Prisma von 102° 27k Theilbarkeit parallel den Seitenflächen der Grundform , sehr vollkommen ; in der Ilichtung der kleinen Diagonale der Basis der Grundform und in der Richtung von Abslumpfungsüächcn der stumpfen lacken , Spuren. Die Krystallc sind rhombische Prismen, durch die Ab- stumpfungsflächcn der stumpfen licken an den Enden /.»geschärft. II. = 2.5... 3 .o. Sp. Gew. 7.07. Demantglanz , auf den Thcilungsflächcn in den P erim u 11 ergl a u z gen ei g t. Kohlensaures Klei. 076 Durchscheinend. Farbe gelblichweiss , strohgelb, rosenrotli; blass. Strich weiss. Spröde. Bruch unvollkommen muschlig... unebem Aucli in kristallinischen, blättrigen Massen. 2 M. G. Bleioxyd + 1 M. G. Chlor—Blei. 2 Pb + Pb Chi. Zusammensetzung Bleioxyd. Chlorblei Kohlensäure« Bleioxyd. Wasser. Kiesel. Summe. des Bleichloroxjds, nach Berzeliüs. .05.82 34.63 7.55 0.54 1.46 100.00 Decrepitirt beim Erhitzen gelinde, schmilzt leicht zu einer Kugel , die unter der Abkühlung eine intensivere gelbe Farbe erhält , als das Mineral hat. Wird auf Kohle unter Entwickelung salzsaurer Dämpfe reducirt. Löst sich in Salpetersäure unter Aufbrausen. Findet sich zu Mendip - Hills im Sommcrsetshire mit mehreren anderen Bleierzen. 22Q. Gattusg. Kohlcnsaurcs Blei. Sjn. Diprismatiseber Blci-Barjt. Weissbleierz, Schwarzbleierz, Bleiglas , zum Tlicil. Rektanguläres Ditetraeder. M — M= 117 0 1 3 5 P — P = to8° 16'. Thcilbarkeit parallel den Seitenflächen der Grundform und in der Richtung einer geraden Abstumpfungsfläche der Spitzen derselben. Die Krystalle sind rektanguläre Oktaeder mit horizontaler Axe und einer Abstumpfung der längeren Grundkanten; rektanguläre Oktaeder mit Zuschärfung der Spitzen , wodurch die grösseren Oktaederflächen verdrängt werden. Die Gestalt hat das Ansehen eines rhombischen Prisma's, mit einer gegen die stumpfen Seitenkanten gerichteten Zuschärfung der Enden ; doppelt sechsseitige Pyramiden , gebildet durch Zuschärfung der Spitzen , wie bei der vorigen Combination und durch eine gegen die Seitenbauten Kohlensaures Blei. 477 gerichtete Zuschärfung der Echcn , wobei die primären Fläche« verschwinden ; dieselbe Gestalt , mit einem sechsseitigen Prisma combinirt , das aus den Flächen M der Grundform und den Abstmnpl'ungsllächen der Spitzen derselben besteht ; dieselbe Gestalt , das Dodekaeder an der Spitze durch eine horizontale Fläche abgestumpft ; eine Gombinationder Flächen der Grundform mit den Zuschärfungs- llächen der F.cken , den Abslmnpfungsflächen der Spitzen derselben , der Abstumpfungslläche der Kante , welche die M Fläche mit der Abstumpfungslläche der Spitze macht und einer geraden Abstumpfungslläche der Spitze des rhombischen Oktaeders , welches die Zuschärfungsllächen der Ecken bilden, und Zwillinge nach mehreren Gesetzen. Trillinge (Fig. 69). H. = 3.o... 3.5. Sp. Gew. = (3.3.3... G.4. Demant... Feltglauz. Nadel- und baarförmige Krystalle zuweilen von Pcrlmutterglanz. Angelaufene Abänderungen von Metallglanz. Oberfläche Die P Flächen häufig horizontal gestreift , die übrigen Flächen glatt. Durchsichtig... durchscheinend. Farbe weiss herrschend. Ins Gelbliche und Graue verlaufend. Zuweilen durch V erunreinigung graulich— schwarz. Durch Anlaufen stahlgrau *). Durch kohlen— saures Kupfer zuweilen grün oder blau gefärbt. Strich weiss. Spröde. Bruch muschlig. Auch derb , zellig und eingesprengt. 1 M. G. Bleioxyd + 1 M. G. Kohlensäure. Einfacli- kohlensaures Blei. Pb C **). * Dieses Anlaufen wird durch Schwefelwasserstoff verursacht, das auf das kohlensaure Blei einwirkt. Es erzeugt sich dabei auf der Oberfläche eine sehr dünne Lage von Schwefejblei , welche dem Mir.eraie metallischen Glanz und Farbe ertlieilt. Man kann ihm dasselbe Ansehen sehr leicht künstlich durch Hvdrothion - Ammoniak ertbeilen. **) Hin und wieder silberhaltig. 47 « Bleiritriol. Zusammensetzung Uleioxml. Kohlensäure. tSutn des Kohlensäuren Lileis, nach Ki.aprotu. 82.0 16.0 <18 Decrepitirl stark beim Frhit/.en , wird gelb und anl‘ lvolde rcdueirt. Löst sich in Salpetersäure unter Aufbrausen. 'Man unterscheidet nach der Farbe, IVeissblrierz und Schwarzbleierz oder lileischtviirze. Letztere kommt seilen in deutlichen Krysiallcn vor und scheint durch huldige Theile verunreiniget /.u seyn. Das kohlensaure Klei findet sich häufig auf Gängen und Lagern mit verschiedenen Klei- erzen , namentlich mit Kleiglanz , und zumal in oberen Teilten. Ausgezeichnete Krystalle liefert die Grube JJaus- haden hei Badenu eilet’, die indessen seit einigen Jahren geringere Ausbeute daran gibt, seit nämlich der Kau mehr in der Teufe ist ; ferner kommen auf dem Kernhard bei Gschivend , auf der Stephanie bei Schönau im'Wiescnthal, sodann auf dem Herrensegen im -wilden Schapbach , auf der Grube hei Tloeh-Sassen unfern Schriesheim, mehr und weniger ausgezeichnete Abänderungen vor. Vordem ist es sehr ausgezeichnet auf der Grube zu llofsgrund , auf Silberloch bei Sexau und auf mehreren anderen Gruben eingebrochen. Das Sehwarzblcierz kommt vorzüglich auf Hausbaden und auf dem Herrensegen vor , und im Auslande in der Gegend von Freiberg und zu Zschoppau in Sachsen. Hei der ziemlich allgemeinen Verbreitung beschränken wir uns auf die Angabe einiger wenigen Fundorte , an denen sich schöne Kristalle, oder grössere (Juanlitäten von derbem kohlensaurem Klei finden. Diese sind : La Croix in Lothringen , Huelgoet und Poullaouen in der Bretagne, Miess und I’rzibram in Böhmen, Zellerfeld und Klausthal am Harze , Leadhills in Schottland , Kleibcrg in Kärnthen , der Westerwald, Siberien und Virginicn. Das kohlensaure Blei wird , wo es in grösserer Menge vorkommt, auf metallisches Blei benutzt. 23 o . Gattung. Bleivitriol. Syn. Prismatischer Blei-Baryt. Vitriol-Bleierz. Bleiglas , zum Tlicil. Rektanguläres Oktaeder. P — P = ioi° 3 >/ ; M — M 7G 0 12'; P — M = 119° 5 t'. Theilbarkeit parallel den Flächen der Grundform. Bleivitriol. 479 Bio Ilrystallc sind rektanguläre Oktaeder, gewöhnlich in der Richtung der längeren Grundkanten verlängert , keilförmig , so dass die Gestalt betrachtet werden kann, als ein rhombisches Prisma mit einer auf die scharfen Seitenbauten aufgesetzten Zuschärfung ; eine Combination der Kläcken der beschriebenen Gestalt mit einer Al>- stumjifungslläche der stumpfenScitenkanten und den Kläcken eines rhombischen Oktaeders , wodurch ein sechsseitiges Prisma mit sechsllächiger Zuspitzung gebildet wird ; eine Combination der Flächen des rhombischen Prismas mit den Kläcken des rhombischen Oktaeders ; das rhombische Oktaeder mit Abstumpfung der spitzeren Grundecken, der schärferen Seitenkanten, der Grundkanten und einer nochmaligen vieriläckigen , gegen die Seitenkanten gerichteten Zuspitzung der Spitzen. Lebcrdiess kommen noch mehrere andere Goinbinationen vor. Die Krystallc sind im Allgemeinen klein. II. = 3.o. Sp. Gew. = 6 . 2 ... 6.3. Demantglanz , in den Glasglanz und Fettglanz geneigt. Oberfläche. Die Flächen zuweilen gekrümmt, die Flächen des sechsseitigen Prisma’s zuweilen vertical gestreift; die übrigen Flächen glatt. Durchsichtig... durchscheinend. Farbe weiss herrschend ; ins Grüne und Gelbe verlaufend. Blass grün und gelb. Seltener grau. Zuweilen durch Kupfer blau und grün gefärbt. Strich weiss. Spröde. Bruch muschlig. Auch derb. Einfach-schwefelsaures Bleioxyd. Pb Su. Zu.ssammcn- setzung: des Bleivitriols, von Zellerfeld, n. Stromeyer. Bleioxid. Schwefel nture. Wasser. Iosen- 0 \ \ d- hjdrat. .Mangan- uxvd mit Spur von Tlionerde Kieselerde. Summ< . 7?.4665 a6.r>94 2 0.1242 0.0879 0.0666 o.5o8t < 19 . 3(81 Decrepitirt , schmilzt auf Kohle in der äusseren Flamme zu einer klaren Perle , welche heim Gestehen milchwciss wird. Im Reductionsfcuer wird er 480 Rhomboedrischcs schwefel-kohlcnsaures Iilci. unter Brausen zu einem Bleikorn rcducirt. Zu den Flüssen verhält er sieh wie reines Bleioxid. Zeigt die lleaction des Schwefels. Rer Bleivitriol kommt auf Bleiglanz- und Kupfergängen, im Ur- und Uebergangsgebirge und auf Bleiglanzlagern im Urgebirge vor. Rie ausgezeichnetsten Krystalle , sowohl der Vollkommenheit ihrer Ausbildung als der Grösse nach, liefert die Grube Hausbaden bei Badenwciler. Es sind daselbst mehrmals Krystalle von 8 — io'", ja selbst von i", im grösseren Rurchmesser , vorgekommen. Auch die Grube Herrensegen im wilden Schapbach liefert schöne Krystalle, und vor Kurzem ist der Bleivitriol auch auf dem Neu- schurf bei Neuweier unfern Steinbach eingebrochen. Auf der Insel Anglesea , zu Zellerfeld am Harze, zu Kilibaba in der Bukowina , im Westerwald , in Schottland , Corn- j wallis und an einigen anderen Orlen lindet er sich in mehr | oder weniger ausgezeichneten Abänderungen. ] Kupferhaltiger lilewitriol. Unter diesem Namen beschreibt Brookk ein Mineral , das seiner Untersuchung zufolge aus 75.4 schwefelsaurem Blei, 18 Kupferoxyd und 4-7 Wasser besteht, wofür man die P’ormel Pb Su -f- Cu Aq erhält. Rie Grundform ist nach Brooke ein gerades rhomboidisches Prisma von 102° 4 5 A Theilbarkeit parallel den Seitenflächen 1 der Grundform. H. = 2.5... 3 .o. Sp. Gew. = 5 . 3 ... 5 - 43 . Remantglanz. Schwach durchscheinend. Farbe dunkel lasurblau. Strich blassblau. Sehr spröde. Findet sich zu Leadhills in Schottland. 23 1 . Gattung. Rhomboedrischcs schwefcl-kohlen- saures Blei. Svn. Axotomer Blei-Bar^t. Sulphato-Tricarbonat von Blei. Rlionibocdcr von 72 0 3o'. Theilbarkeit in der Richtung einer geraden Abstumpfung der Spitzen der Grundform, sehr vollkommen ; in der Richtung von Abstumpfungs- Bächen der Seitenkanten , weniger deutlich. Rie Krystalle sind Rhomboeder mit der horizontalen Endfläche und den Flächen des ersten und zweiten sechsseitigen Prisma's : Rhomboeder mit der horizontalen End- O 7 , , , Hache und sechsseitige Prismen. H. = 2.5. Sp. Gew. = 0 . 2 ... (3.5. Prismatisches schwefel-kohlcnsaures Elci. 481 Fettglanz, stark in (len Demantglanz geneigt. Auf der ausgezeichneten Spaltungsfläche Perlinutterglanz. llalbdurchsichtig... durchscheinend. Farbe gelblicliweiss, ins Graue und Grüne verlaufend. Strich weiss. Sehr wenig spröde. Bruch muschlig. Auch derb. 1 M. G. einfach-schwefelsaures Blei + 3 M. G. einfach-kohlensaurcjn Blei. Pb Su + 3 Pb C. Zusamm onset y.ung S( hwcfcLsaures Kohlensaures lUei. Summe. des rhomboedrischen schwofe] - kohlensauren nach Stromeyer. 27.3 72.7 100.0 Schwillt auf Kohlt’ erst etwas an , wird gelb , aber bei der Abkühlung wieder weiss. In der Reductionsflatnme gibt es ein Bleikorn. Zeigt die lleaction des Schwefels. Löst sich in Salpetersäure unter Aufbrausen zum Theil auf, während schwefel- saures Blei als ein weisscs Pulver zurückbleibt. Findet sich zu Leadhills in Schottland. 232 . Gattung. Prismatisches schwcfel-kohlen- saures Blei. lilei-Snlpliatorarbonat. Schiefes rhombisches Prisma. Die Winkel nicht bestimmt. Theilbarkeit in der Richtung einer Abstumpfungsfläche der scharfen Seitenkanten. Die Krystallc sind rhombische Prismen mit Abstumpfung der scharfen Seitenhanten und einer gegen die scharfen Seitenkanten gerichteten Zuschärfung. H. = 2.0... 2.5. Sp. Gew. = 6.8... 7.0. Demantglanz, in den Fcttglanz geneigt; auf den Theilungsflächen Perlmutterglanz. Valciinba Mineralogie. 51 48q Duntbleicrz. Oberfläche. Die Seitenflächen gekrümmt. Durchscheinend. Farbe grünlich- und gelblichwciss , zuweilen ins Graue geneigt. Strich weiss. Spröde. ISur krystallisirt. l M. G. einfach-schwefelsaures Blei + 1 M. G. cin- fach-kohlcnsaurem Blei. Ph Sn + Pb C. Zu sil m men setzu n £ des prismatischen schwefel - kohlensauren Srb wefrl saure» Bleioxyd. Knhlensaures Bleioxyd. Summe. IJIci’s, nach JlnooKE. 53 .1 46.9 100.0 Löst sich in Salpetersäure zum Tlicil unter Aufbrausen und hintcrlässt schwefelsaures Blei. Findet sicli mit einigen der vorhergehenden Gattungen zu Leadhills in Schottland. Kupjcrhaliiges schwefel-kohlcnsaurcs Blei. Die Krystalle lassen sich auf ein gerades rhombisches Prisma von 95 °, ungefähr , zurückfuhren , und zeigen eine Theilbarlieit nach den Seitenflächen einer solchen Gestalt. H. = 2.5... 3.o. Sp. Gew. = 6 . 4 . Fettglanz. Durchscheinend. Farbe dunkel grasgrün , ins Berggrüne geneigt. Strich griinlichweiss. Etwas spröde. Bruch uneben. Bestellt nach Brookk aus 55.8 schwefelsaurem Blei , 32.8 kohlensaurem Blei und 11.4 kohlensaurem Kupfer. Er berechnet dafür die Formel: 6 Pb Su + 4 Pb C + 3 Gu C. Es möchte dieses Mineral indessen eher ein Gemenge als eine chemische Verbindung der genannten Salze seyn. 233. Gattung. * Buntbleierz. S)n. Rhomboedrischer Blei-Barjt. Dihexaeder. P — P = 12 / ;P— P 1 = } So n 44 / - Theilbarkeit parallel den Flächen der Grundform, unvollkommen, unterbrochen. Die Krvstalle sind Combinationen: der primären Flächen mit einer horizontalen, die Spitzen abstumpfenden Endfläche; des Dihexaeders mit dem ersten sechsseitigen Prisma ; des Phosphorsaurcs Blei. 483 ersten sechsseitigen Prisma's mit der horizontalen Endfläche ; des Dihexaeders , des ersten sechsseitigen Prisma’s und der horizontalen Endllächc ; des ersten und zweiten sechsseitigen Prisma’s und der horizontalen Endfläche, zuweilen sind die ISryslnlle im Innern hold. II. = 3 . 5 ... 4 . 0 . Sp. Gew. = 7.09... 7.2. Fettglanz. Oberfläche. Die Seitenflächen des ersten sechsseitigen Prisma’s meistens horizontal gestreift, wodurch 'zuweilen, wenn die Streifung stark ist, die Prismen gegen die Enden dünner, bauchig, werden. Halbdurchsichtig... an den Kanten durchscheinend. Farbe grün und gelb herrschend. Auch weiss, braun, grün , roth. Strich weiss. Spröde. Bruch unvollkommen muschlig... uneben. Auch tropfsteinartig , kugelig , nierenförmig , traubig , staudenförmig , moosartig u. s. w. Derb und eingesprengt. 9 M. G. zwei Drittel-phosphorsaurcs oder arseniksaures Blei + 1 M. G. Einfach-Chlor-Blei. 9 Pb 3 ) + Pb Chi*). ( Äs 2 1. Art. Phosphorsaures Blei (Grünbleierz, Braunhlcicrz). 9 Pb 3 P 2 + Pb Chi. Die grüne Farbe herrschend. Gras-, pistazien-, obren-, öl- , zcisig- und spargelgrün in ununterbrochener Reihe. Gelblichweiss, nelhen- und haarbraun ; auch grünlich- und perlgrau. Sp. Gew. = 7.09. Von den höheren Graden der I turchsichtigkeit. Zus. des Grüuhleicrzcs Blcioxvd. J J bo.«;phor- säurt 1 . Salzsäure. Summe. von Zschoppau, nach \V Ohler. S2.2S7 15.727 1.9S6 100.000 *) Mehrere Bunlblcieric enthalten Chrom, einige Silber , andere Kupfer. Arseniksaures Blei. m Schmilzt auf Kohle in der äusseren Flamme ; das Korn krystallisirt Lei der Abkühlung und wird dunkel. In der inneren Flamme gibt cs Bleirauch , die Flamme nimmt eine bläuliche Farbe an und das Korn krystallisirt bei der Abkühlung mit grossen Facetten und hat eine weisse Farbe. Im Augenblicke des Gesteliens erglüht die Kugel gelinde. Zu den Flüssen verhält es sich -wie Bleioxyd. Mit Borax - säure und Eisen gibt es Phosphoreisen und metallisches Blei. Das phosphorsaure Blei lindet sich auf Blei- und Kupfergängen , auch auf Lagern von Bleierzen , vorzüglich in oberen Teufen , in verschiedenen Gebirgsformationen. Die schönsten Krystalle sind zu Przibram in Böhmen , zu Zschoppau und Johanngeorgenstadt in Sachsen und zu Poullaouen und Jluelgoet in der Bretagne eingebrochen. Ausgezeichnete Abänderungen in naehalimenden Gestalten und inhleinen nadel- und haarlörmigen Krystallen sind vordem auf der Grube llofsgrund , in der Nähe von Freiburg vorgekommen, ivo der Gang unmittelbar unter der Dammerde beinahe nur diess Mineral geführt hat. Auch auf der St. Antons-Grube in derWiede und auf einigen anderen Gruben im südlichen .Schwarzwalde, ist es mit Bleiglanz, Quarz, Flussspath und Scliwerspath eingebrochen. Auf Ilausbaden hei Bademveiler, kommt es gegenwärtig theils in Krysallen, theils in nachahmenden und kugeligen Gestalten , und auf dem Ilerrensegcn vorzugsweise in letztem, und in weniger ausgezeichneten Abänderungen auf der Grube Herrmann am Wasen bei Gersbach und zu Hoch-Sassen bei Schriess- heim vor. Weitere Fundorte sind Cransberg bei Usingen , Holzappel im Nassauischen , Klausthal und Zellerfeld am Harze , Leadhills und Wanlochhead in Schottland , Aiston in Cumbcrland, und iiberdiess mehrere Orte in Cornwallis, Ungarn, Frankreich, IN'ordamerica , Siberien und Mexico. Das phosphorsaure Blei ist ein sehr reiches Bleierz, und wird , wo es in grösserer Menge vorkommt , mit andern Bleierzen zur Darstellung des metallischen Bleis benutzt. 2. Art. Arseniksaures Blei CTraubenbleiJ. 9 Pb® As 2 -f- Pb Chi. Die gelbe Farbe ist herrschend; Stroh-, wachs-, honig-, oraniengelb , ins Morgenrothe verlaufend. Auch gelblich- und griinlichweiss. Durchscheinend , bis durchscheinend an den Kanten. Sp. Gew. = 7.2. Vorzugsweise in kugeligen , traubigen u. s. w. Gestalten. Auch derb und eiugesprengt. Gelbbleierz. 485 Zusammensetzung des arseniksaureu BMoxvil mit .Spuren von I.iseu. Arsenik- saure. Phosphor- saure. .Salzsäure. Summe. Blei's von Johanngeorgenstadt, nach Wühler. 75.59 21.30 1.3a 1.89 100.00 Schmilzt auf Kohle etwas schwer unil wird nachher im Augenblick mit starkem Rauche und Arsenikgeruch zu einer Menge von Rleikügelchen reducirt. Zu den Flüssen verhalt es sieh wie Bleioxyd, mit dem Unterschiede, dass das Glas Arsenikdämpfe ausstüsst *). Das arseniksaure Blei kommt unter denselben Verhältnissen und zum Theil an denselben Fundorten vor , wie das phosphorsaure Blei. Ausgezeichnete Abänderungen linden sich auf der Grube Hausbaden bei Badenweiler, zu Johanu- georgcnstadt in Sachsen , auf der Grube Huel-Vinty-Unity in Cornwallis, zu St. Brix unter Beuvray im Depart. der Saone und Loire, und zu Nertschinsk in Sibcrien. Man wendet das arseniksaure Blei eben so wie das phosphorsaure Blei, mit andern Bleierzen zum Ausschmelzen des metallischen Bleis an. Kin Gemenge dieser beiden Krze wird auf der lliitte imMünsterthal beijStaufen verschmolzen, und von den Ilültenleuten gefärbtes Erz genannt. 234- Gattung. * Gelbbleierz. Syn. Pyramidaler Blei-Baryt. Quadratoktaeder. P —• P — 99° ; P — P 1 = i3i u 33k Theilbarkcit parallel den Flächen der Grundform, ziemlich deutlich, aber oft durch muschligen Bruch unterbrochen, und in der Richtung einer geraden Abstumpfungsfläche der Spitzen des Oktaeders. Die Krvstallc sind gewöhnlich Quadratoktaeder mit der horizontalen Endfläche; ähnliche, aber stumpfere Oktaeder *) In manchem Buntbleierze kommen beide Sauren vor , indem sic «ich als isomorphe Substanzen wechselseitig vertreten. Ein phosphor- saures Bleioxyd, das mit arseniksaurem Bleioxyd verbunden ist , gibt metallisches Blei und riecht nach Arsenik , wenn es in der inneren Flamme auf Kohle geschmolzen wird. Ein arseniksaures Bleioxyd , das phospliorsaures Bleioxyd enthalt, wird nicht vollkommen reducirt, /«ondern lässt das phosphorsaure SaU als eine geschmolzene krystai- lisirle Perle zurück. 406 Gelbbleierz. mit der horizontalen Endfläche; Combinationen der primären Flächen , mit der Endlläehe und mit den Flächen eines slumpl'eren Oktaeders ; der Flächen dieses stumpferen Oktaeders mit der Endlläehe und mit Abstumpfungslliichen der Seitenkanten. Diese Gestalten sind meist tal'elartig. II. = 3 .o. Sp. Getv. ==• G.Gp... G.7G. Fettglanz. Obcrlläclic. Die Flächen des primären Oktaeders und die liori/.ontale Fndlläclic glatt. Die Prismen- llächen oft gekrümmt. Die übrigen Flächen rauh. Halbdurchsichtig... durchscheinend an den Kattien. Farbe Avachsgelb herrschend , ins Oraniengelbe, Gelblichgraue und Grauliclvweissc verlaufend. Auch /.eisig- und olivengrün. Strich Aveiss. Spröde. Bruch musclilig, meist unvollkommen. Auch derb. 1 RI. G. Bleioxyd + 1 RI. G Molyhdänsäurc. Einfach-molvbdänsaures Bleioxvd. Pb Rio. Zusammensetzung des Gclbbleierzes, nach Göüel. Bleioxyd. 3foh Lditns.turt“. Summe. 5 24-32 1 I.5S t.58 1-32 °*7y 9 t-S'.t Für sich schmilzt es und raucht , setzt einen Meissen , an den inneren Kanten etwas gelblichen Beschlag auf die Kohle ah und gibt ein dem YVis- mulh ähnliches Metallkorn. Der Rauch wird in der inneren Flamme reducirt, ohne dass diese davon gefärbt n ird. ln der offenen Röhre gibt cs einen ueissen Rauch , der zum Tlicil zu klaren Tropfen schmelzbar ist, von denen ein Theil nach der Abkühlung neiss u'ird , zum Theil aber lfüchtig ist. Das Ausströmende riecht nach schuefeliger Säure. Das Wismulhkorn gibt mit den Flüssen schwache Kupferreaclion. Nach langem Blasen bleibt endlich ein Kupferkorn , das heim Abtreiben mit Blei eine Spur von Silber zurücklässt. 1 ) as Nadelerz findet sich auf den Pyschminshoi- und Klutsc.hefsUoi-Grubeii im Gathai-inenburger Revier in Siberien, begleitet von Gediegeu-Gold. 244. Gattung. * Kupferwismutherz. Die Gestalten sind prismatisch, nadelförmig. Thcilharkeit unbekannt. Weich. Sp. Gew. = 5.0 ? Meta 11 glanz. Undurchsichtig. Farbe licht bleigrau, ins Stahlgraue und Ziun- weisse fallend. Dem Anlaufen unterworfen. Strich schwarz. Milde. Bruch uneben. Meist derb. Zuweilen stängelig. 2 M. G. Finfach-Schwefel-Wismulh + 5 M. G. Halb-Schwefel-Kupfer ? 2 Bi Su + 5 Cu 2 Su. Walchmer Mineralogie. 52 Silberwismutherz. 498 Wismulh. Kupier. Schwefel. Summe 47.24 34.66 12.5 »4.48 Zusammensetzung des Ku|)fervusnuil herzes, nach Klaprotii. Löst sich in Salpetersäure unter Abscheidung von Schwefel. Bei gelinder Erhitzung saigernWis- muthkiigelchen aus. Riecht beim Rösten nach Schwefel und beschlägt die Kohle gelb. Das Geröstete zeigt Kupferreaclion. Ist vor mehreren Jahren auf der C.rubc Neuglüeh hei YVitlichcn und auf dem Daniel im Gallenbach eingcbrochen. 2.f5. Gattung. Silberwismulherz. Sjn. Wisinulh - Silber, Wismutlibleierz. Die Gestalten prismalisch , liaar- und nadelförmig. Theilbarkeit unbekannt. Weich. Sp. Gew. unbestimmt. Metall glanz. Undurchsichtig. Farbe licht bleigrau. Wird durch Anlaufen dunkler. Strich schwarz, etwas glänzend. Milde. Bruch feinkörnig... uneben. Meist derb und eingesprengt. 2 M. G. Einfach-Schwefel-Wismuth + 2 M. G. Einfach-Scliwefel-Blei + 1 M. G. Einfach-Sehwefel- Silber + 1 M. G. Einfach-Scliwefel-Eisen ? 2 Bi Su -i- 2 Pb Su + Ag Su + Fe Su. Zusammensetz. \\ ismuth Blei. Silber. Eisen. Schwefel. Kupfer. Summe. des Silber- wismutherzes, n. Kbaprotu. 27.0 33.0 15.0 4.3 16.3 0.9 96.5 Schmilzt leicht. Bei gelinder Erhitzung saigert Wismutli aus. Beschlägt beim Rösten die Kohle gelb Gediegen-Tellur. 499 und riecht nach Schwefel. Hinterlässt, mit Blei abgetrieben, ein beträchtliches Silberkorn. Das Silherwismutherz ist bis jetzt nur auf dem im Gneise aufsetzenden, Blei- und Kupfererze führenden Gang im wilden Schapbach vorgehommen, auf welchem vordem die Grube Friedrich-Christian gebaut hat. Auf demllcrrcnsegcn, dem Gegentrumm des Friedrich - Christian , von diesem durch ein enges Thal getrennt , ist es bis jetzt noch gar nicht gefunden worden. Es ist ein sehr reiches Erz und wird vorzüglich auf Silber und Bei benutz. 9. FAMILIE DES TELLURS. Mineralien, deren Grundlage das Tellur ist, ein Metall, das sehr selten in der Natur vorkommt. Es theilt die Eigenschaft des Schwefels und Selens, verschiedene Metalle zu vererzen , indem es sich mit denselben als elektrone^ative Substanz vereinigt- So bildet es mit Blei und Wismulh Verbindungen, die wir sckonS.47.0 und 495 betrachtet haben, dann mit Geld und Silber sehr reiche Erze , die weiter unten zur Betrachtung kommen. Wir kennen zur Zeit nur eine Mineralgattung , in welcher das Tellur die Grundlage ausmacht , und diese ist hier auf- zufiiliren. 246. Gattung. Gedicgen-Tellur. Rhomboeder von 86° 5'. Theilbarkeit rechtwinkelig auf die Axe der Grundform, sehr vollkommen; parallel den Seitenflächen und in der Richtung von Abslurupfungs- flächen der Seitenkanten, unvollkommen. Die Krystalle , welche sehr selten Vorkommen , sind sechsseitige Prismen, an den Grundkanten durch die Flächen eines Dihexaeders abgestumpft. II. = 2.0... 2.5. Sp. Gew. = 6.115. Metallglanz. Zinnweiss. Strich unverändert. 5oo Haarldes. Wenig milde. Schreibt ein wenig. Meist derb , in blättrigen Massen , zum Theil mit Anlage zur stängeligen Absonderung. MetallischesTellur, mit elwasEisen und Gold. Te*). Zusammensetzung des Gcdiegen-Tellurs, nach Klavbotii. Tellur. Eisen. 92-55 7.20 Gold. Mumme. 0.25 100.00 Gibt auf Kohle einen starken weissen Rauch , der durch die Reductionsllamme fortgelriebeu wird und diese grün färbt. Bei fortgesetztem Blasen kann die Kugel bis auf einen kleinen Rückstand an Eisen gänzlich verflüchtiget werden. Ist auf der Grube Mariahilf im Facebaj ergebirge bei Zalathna in Siebenbürgen yorgeltonimen. 10. FAMILIE DES NICKELS. Mineralien, deren Grundlage das Nickel ist. Es findet sich dieses Metall in der Natur in Verbindung mit Schwefel, Arsenik, Antimon und Eisen, und als Oxyd in Verbindung mit Arseniksäure und Wasser. Die hierher gehörigen Mineralien geben nach hinlänglicher Röstung mit Borax und Phos- phorsalz in der äusseren Flamme braunrolhe Gläser. Das Boraxglas wird in der Reductions- flamme grau; das Pliospliorsalzglas bleibt in der inneren und äusseren Flamme gleich. Mit Borax und einem Kalisalze geben sie ein blaues Glas. 247. Gattung. Haarkies. Svn. Schwefelniekcl. Gediegcn-Nickel. Rhombisches Prisma ? Theilbarkeit nach den Seitenflächen? H. = 3.0... 3.5. *) Die Quantität des Goldes ist sehr veränderlich und steigt weilen bis auf 9 Procent. zu- Kupfernickel. 5o i Sp. Gew. unbekannt. Metallglanz. Undurchsichtig. Farbe messinggelb , ins Speissgelbe und Stahlgraue geneigt. Spröde. Bruch flachmuschlig. Haarförmige Krystalle. 1 M. G. Nickel + 1 M. G. Schwefel. Einfacli- Schwefel-Niekel. Ni Su. Nickel, S< ImefeL Summe. 64.8 35.2 100.0 Zusammensetzung des Haarkieses, nach Arfvedson. Auf Kohle gibt er in gutem Feuer eine zusammengesinterte , geschmeidige und magnetische Masse, die Nickel ist. In einer offenen Röhre riecht er nach scliwefeliger Säure und gibt eine schwarze, der Form nach unveränderte Masse. Nach hinlänglicher Röstung gibt er im Phosphorsalz oder Borax aufgelöst , unter Zusatz von etwas Salpeter r ein blaues Glas. Der Haarkies, den man lange Zeit für Gediegen-Nickel liielt, ist zu Joacliimsthal in Böhmen , zu Johanngeorgenstadt in Sachsen , im Westerwalde auf der Grube grüne Au und hei St. Austle in Cornwallis gefunden Morden. 248. Gattung. * Kupfernickel. Sjn. Prismatischer Nickel-Kies. Arsenik-Nickel. Rhombisches Prisma ? Theilbarkeit nach den Seitenflächen ? Die Krystalle scheinen Aehnlichkeit mit denen des-Wasserkieses zu haben. H. = 5.0... 5.5. Sp. Gew. = 7.65. Metallglanz. Oberfläche glatt. Kupfernickel. 5ors Undurchsichtig. Farbe kupferroth. Durch Anlaufen braun werdend. Strich dunkler; licht bräunlich schwarz. Spröde. Bruch kleinmuschlig... uneben. Meist nierenförmig, kugelig; auch gestrickt und baumförmig. Derb und eingesprengt. Zuweilen sti’ahlig. 1 M. G. Nickel + 1 M. G. Arsenik. Einfach- Arsenik-Nickel. Ni As. Zusammensetzung Nickel« ArseDik. Blei. Schwefel. Eisen. Summe. des Kupfernickcls, nach Stromeyer. 44.206 54.726 0.320 0.40-1 0.337 99.990 9 Schmilzt auf Kohle , riecht nach Arsenik und gibt eine spröde weisse Metallkugel. In der offenen Röhre wird er leicht geröstet , gibt viel weissen Arsenik und lässt einen gelblichgrünen Stoff zurück, der auf Kohle umgeröstet und nachher mit Soda und etwas Borax geschmolzen ein ziemlich ge- geschmeidiges , magnetisches Korn gibt. Nach hinlänglicher Röstung verhält er sich zu den Flüssen wie Nickeloxyd und gibt gewöhnlich schwache Koballreaction. Findet sich vorzüglich auf Gängen im Ur-, Uebergangs- und Kupferschiefergebirge , seltener auf Lagern. Auf dem St. Wenzel und auf der Sophie im Kinzigthal ist er vordem mit Silber- und Kobaltcrzen cingebrochen. Er kommt zu Marhirch im Eisass, in Sachsen zu Schneeberg, Freiberg, Gersdorf, Annuberg, in Hessen zu Kiegelsdorf und 1 über, in Thüringen zu Saalfeld, in liöhinen zu Joachinisthal, in der Dauphinee zu Allemont und in Cornwallis, auf Gängen vor. Zu Sehladming in Stcycrinark und zu Orawilza in Ungarn bricht er auf Lagern ein. Man hat ihn iiberdiess noch an mehreren anderen Orten gefunden. INickelglauz. Spicssglanznickel. 5 o 3 249. Gattung. Nickel glanz. S)n. Wcisses Piickelcrz. Würfel. Tlieilbarkeit nach den Flächen der Grundform. Die Itrystallc sind Würfel mit abgestumpften Ecken. II. = 5.5. Sp. Gew. = 6.1... 6.09- Metallglanz. Undurchsichtig. Farbe liclit bleigrau, ins Tännweisse verlaufend. Claris, anlaufend und dadurch äusserlieh schwarz werdend ; zuweilen auch bunt. Strich unverändert. Bruch uneben. Derb. Blättrig. 1 M. G. Doppelt-Schwefel-Nickel + 1 M. G. Doppelt-Arsenik-Nickel. NiSu 2 + Ni As 2 . ZusuntiienseU. Nickel. •Schwefel. Eisen. Arsenik. Kiesel erde. Kupfer- baitiger Kobalt. Summe. d. INickd^lanzcs, ü. Uerzelils. •-»j-oi 19.34 4.11 45.37 0.90 0.9a 99-66 Für sich im Kolben decrepitirt erstark*), gibt beim Glühen viel Schwefelarsenik , der sich sublimirt. Die geglühte Probe siebt wie Kupfernickel aus und gibt mit den Flüssen dieselben lleactionen. Die Eisenreaction ist schwer zu erkennen und gewöhnlich erhält man Kobaltblau, wenn das Nickel durch Reduction fortgesclialft ist. Findet sich zu Loos in Schweden und auf der Grube Albertina bei Harzgerode am Harze. 250. Gattcng. Spicssglanznickel. S_\n. Nickelspiessglanz - Eri. Würfel. Tlieilbarkeit parallel den Seitenflächen der Grundform. ) Del Ifarzpr dcncpitirl unbedeutend. Nickelbliithe. 5o4 Man will oktaedrische Kryslalle beobachtet haben. II. = 4.5...5.0. Sp. Gew. = 6.2... G.4- Metallglanz. L ndurchsichtig. Farbe. Miltei zwischen bleigrau und liclil. slahlgrau. Durcli Anlaufen dunkler werdend. Strich graulichschwarz. Spröde. Bruch uneben. Derb und eingesprengt. Structur blättrig. Schwefel - Nickel mit Spiessglanz- Nickel und Arsenik-Nickel. Ni Su + Ni Sb + Ni As. rsickelsjm , .s|i'Ianzerz , nach UlIMAKÜ } Nickel. Antimon. Arsenik. S. hfvefcj. Kuba'l. •Sunjfie. a(i. 10 i/.äü >>‘j4 ui.40 — 160 nach Klai’ivotii. 4;-;ä 1 1 .70 15 .a5 Spur. IJO Gibt in der offenen Röhre starken Antimon- rauch und den G-eruch nach Schwefeliger Säure. Auf Kohle schmilzt es und raucht stark. Der Arsenikgeruch ist schwer zu bemerken. Die Kugel bleibt während dem Kosten immer schmelzbar und spröde. Mit Natron erhält man Heparlarbe; mit Borax und Phosphorsalz Kobaltreaction. Findet sich auf Gangen im Uebergangsgehirge mit Kupferkies und Eisenspatli , auf der Grube Jungfrau bei Gosenbach , aufgeklärt Glück bei Eisern , Laiulskrnne bei \t illnsdorf im Sicgenscheu , auf der Grube Friedrich \t illielm zu Freusburg im A'assanischen , und auf der Grube bchlüsslein bei Haueisen im lteuss sehen Fürslenthume Lobenstein. 2 51. Gattung. * Nickclblulhc. Sj». iNickeiocker. Regelmässige Gestalten und Theilbarkeil unbekannt. 'Xichelblüthc. 5o5 Weich. Sp. Gew. unbekannt. Schimmernd... matt. Undurchsichtig. Farbe apfelgrün. Strich grünlichweiss. Etwas milde. Bruch uneben... erdig. Haarfö rmige Kryslalle ; trauhige und kugelige Gestalten ; derb ; als Anflug und Ueberzug. 3 M. G. IMckeloxjd + 2 M. G. Arseniksäurc + 9M. G.W asser. Zweidrittel-arseniksaures Nickeloxyd. Ni 3 As 2 . + 9 Acp Vi rkrlMiillii* .\ ick* l- oxyd. Ars« nik- >cturc. W asxer. Koballoxyd. Eisenoxyd. Schwefel Summe. von nach SmoiiEVER ; 37.35 3i;.c,7 aj.ia — i.i3 o.a3 100.00 von llemonl , mit i'lw.i« Kobalt. nao fl liERTJMEK. 20 3G.So 75.5a 0 . 2.5 — 9»-7'= Gibt im Kolben Wasser und wird dunkler. Auf A"o/he riecht sie slark nach Arsenik und kann in der inneren Flamme zu einem arsenikhalligen Metallkorn erschmolzen werden. Zu den Flüssen verhält sie sich wie Nickeloxyd , zeigt aber hei der Reduclion des Glases einen Kobaltgehalt. Findet sielt zu lticgelsdorf und Hilter in Hessen , zu Alleimml in der Dauphinee , zu Saalfeld in Thüringen, zu Annaber" und Seluioelterg im Erzgebirge und an meinem Andern Orten , mit KupfcrnicUcl , aus welchem sie zu entstellen scheint , und ist auch mit diesen vordem int Rinziglhale yorgelummicn. 11. FAMILIE DES KOBALTS. Mineralien, deren Grundlage das Kobalt ist, ein im Allgemeinen nicht häulig vorkommendes Metall, das sich im Mineralreich als Kobalthyperoxyd, in Verbindung mit Schwefel und Arsenik, und im oxydirlen Zustande mit Arseniksäure und 5o6 Erdhobalt. Schwefelsäure verbunden findet. Die Mineralien dieser Familie gelten, nach vorheriger Rüstung, mit Borax und Phosphorsalz blaue Gläser. 252. Gattuxg. * Erdkoball. Syn. Kobaltschwarze. Kobaltmanganerz. Regelmässige Gestalten und Theilbarkeit fehlen. II. = 1.0. Sp. Gew. = 2.1... 2.5. Schimmernd... matt. U ndurchsichtig. Farbe bläulichschwarz. Strich unverändert, glänzender. Bruch erdig. Kugelig, traubig , nierenförmig und derb. Dicht. Auch als Anflug und Ueberzug. 1 M. G. Kobalthyperoxyd + 1 M. G. Mangan- oxyd + 3 M. G. Wasser Co + Mn + 5 Acj: *). Zus. des Erdkobalts Kobalthypcr- UXtd. Manganoxyd. Nasser. Summe. von Saatfeld, llacll DoBEREINEIL 38.07 O« 4 ' ü/ .10 25.78 100.00 Gibt heim Erhitzen Wasser aus. Löst sich in Borax und Phosphorsalz zu Gläsern auf, die die blaue Farbe des Kobaltes zeigen. Mit Soda auf Platinblech gibt er eine stark von Mangan gefärbte Masse. Die ausgezeichnetste Abänderung des Erdkobaltes findet sieh am rothen Derge zu Saatfeld in Thüringen. Weniger ausgezeichnete Abänderungen kommen zu Joachimsthal in *) Doebeheiker fand iü 107.23 Theilcn dos Minerals 34-37 Kobaltoxyd, 33.47 Mangano.vydul, 24.06 Wasser und 7.27 Sauerstoff, -der beim Glühen entweicht und wodurch das Kobaltoxyd gerade in Hyperoxyd und das Manganoxydul in Manganoxyd verwandelt wird. Die Formel wird auf diese Weise Co -f- Mn 3A<[,und nach dieser Annahme ist die DoEBEREiNEidsclie Analyse in der Tabelle gegeben. Koballkies. 5o 7 Böhmen , zu Biber und Ricgelsdorf in Hessen , 60 wie an mehreren anderen Orten mit Kobalterzcn vor und sind früher auch auf der Sophie bei \\ illiehen und zu Alpirs- baeli und Ilcinerzau im Schwarzwalde cingebrochcn. Her sogenannte llomkobalt aus dem Siegensehen ist ein inniges Gemengo von Kobalthyperoxyd und Quarz , das durch blosses Glühen blau wird. Es kann sehr gut zur Färbung von Steinwaaren benutzt werden. 255. Gattung. Kobaltkies. Reguläres Oktaeder. Theilbarkeit parallel den Flächen der Grundgestalt und in der Richtung von geraden Abstumpfungsflächen der Ecken, Spuren. Die Krystallc sind Oktaeder, nicht selten keiliörmig verlängert , und Oktaeder mit den Würfclilächen (mit abgestumpften Ecken). H. = 5.5. Sp. Gew. = 6.2... 6.5. ' Metallglanz. Oberfläche. Die Oktaederflächen parallel den Combinationskanten mit den Würfelflächen gestreift. Undurchsichtig. Farbe zinnweiss, ins Stahlgraue geneigt. Dem Anlaufen unterworfen. Strich grau. Spröde. Bruch uneben. Auch derb. 1 M. G. Kobalt + 1 ’/ 2 M. G. Schwefel. Co 2 +Su 3 , gemengt mit Fe 2 Su 3 . Zus. des Kobaltkieses von Kidclarhjltan, nach HisuNGEr. • Koballk. von Müsen, nach Wernek^k. Kobalt. Schwefel. Eisen. 43.20 38-50 3.53 53.35 42.25 2.30 Kupfer. Bergort. Summe. 14 . 40 * 0.33 99.90 0.97 — 98.87 *) Der beträchtliche Kupfcrgchall rührt von bcigcmcntgcm Kupferkies. 5o0 Kobaltglanz. Im Kolben gibt D er nichts ab und zerspringt nicht. In der offenen Röhre gibt er Schwefelige Säure und Schwefelsäure, wovon letztere gleich im Anfang kommt und ein weisses Sublimat bildet. Mit den Flüssen gibt er nach dem Rösten so überwiegende Koballreaetion , dass die des Eisens und Kupfers nicht wahrgenommen werden können. Findet sich auf einigen Graben bei Müsen imNassauischcn, und ist auch zu Loos in Ilelsingland und auf der Rastuäs- grube bei Riddarhyttan in Schweden vorgekommen. Er wird , wo er in grösserer Menge vorkommt, zur Smaltebercitung angewendet. o o 254. Gattung. Kobalt glanz. S\n. Ilcxacdrisclier Kobalt-Kies. GJanzkobaJt. Würfel. Theilbarkeit parallel den Seitenflächen der Grundform , vollkommen. I) ie Krystallo sind "Würfel mit den Oktaederllächcn , oder Oktaeder mit Würfeltlüchen; Würfel mit den Flächen des Pentagonaldodekaeders; Oktaeder mit den Flächen des I’entagonaldodekaedcrs ; Combinationeu des Würfels , Oktaeders und Pentagonaldodekaeders ; des Oktaeders , Pentagonaldodekaeders und Trapezoeders ; des Würfels , Oktaeders, Pentagonaldodekaeders und Trapezoeders. Die Krystallo meist eingewachsen. II. = 5.0... 5.5. Sp. Gew. = 5.9... 6.2. Metallslanz. Oberfläche. Oie Flächen des Würfels parallel den stumpfen Combinationskanten mit dem Pen- lagonaldodekaeder gestreift j die übrigen Flächen glatt. Undurchsichtig. Farbe silberweiss , etwas ins Rothe geneigt. Zuweilen durch Anlaufen gelb oder bunt. Strich dunkler j graulichschwarz. Spröde. Bruch unvollkommen muschlig... uneben. Speisshobalt. 5oq Auch derh und eingesprengt. 2. M. G. Kobalt + 2 M. G. Schwefel + 2 M. G. Arsenik. Doppelt-Schwefel-Kobalt mit Doppel t- Arsenik-Kobalt. Co Su : + Co As 2 . Kobalt. Arsenik. Schwefel. Kisen Summe. 33.10 43.46 20.0$ 3.23 99.87 Zusammensetzung des Kobaltglanzes v. Modum, nach Staomeyer. Verändert sich im Kolben nicht. In der offenen Röhre wird er langsam geröstet und gibt erst bei gutem Feuer arseniclite Säure und riecht nach schwefeliger Säure. Auf Kohle raucht er stark und kann erst nach einiger llöstung /.um Fluss gebracht werden. Färbt die Flusse blau. Der Kobaltglanz bildet sich auf Lagern und Gängen im Urgebirge. Zu Tunaberg , Holianbo und Riddarht Itan in Schweden, zu Shutterud in Modems Kirchspiel in Norwegen und zu (^uerbach in Schlesien kommt er auf Lagern vor. Zu Markirch im Eisass bricht er auf einem Gange mit Silbererzen ein. Er wird in der Email-Malerei und zur Smaltebereilunsr O angewendet und ist dieserwegen sehr geschätzt. 255. Gattung. Speisskobalt. Svn. Oktaedrischer Kobalt-Kies, iveisser Spcisskobalt. Würfel. Theilbarkeit j Spuren parallel den Flächen des "Würfels , Oktaeders und Rautendodekaeders. Die ersten etwas leichter wahrzunehmen. Die Krystalle sind Würfel ; Oktaeder ; Würfel mit den Oktaederilächen; Oktaeder mit den Würfelflacheii; YV ürfel mit den Dodekaederlläcken , und Combinationcn der Fläcken des Würfels, Oktaeders und Dodekaeders; des Würfels, Oktaeders, Dodekaeders und Trapezoeders. H. = 5.5. Sp. Gew. = 6.2... 6.5. Metallglanz. 5iO Speisskobalt. Oberfläche. Die Flächen des Würfels oft gekrümmt; die übrigen Flächen glatt. Dem Anlaufen unterworfen. Undurchsichtig. Farbe zinnweiss , etwas ins Stahlgraue geneigt. Strich dunkler Spröde. Bruch uneben. Auch gestrickt, baumförmig, derb und eingesprengt. Zuweilen mit Eindrücken oder zerfressen. 1 M. G. Kobalt + 2 M. G. Arsenik. Doppel t- Arsenik-Kobalt. Co As 2 . graulichschwarz. Zus. des Speisskobalts von fticgelsdorf, Kobalt. Arsenik. Eisen. Kupfer. Sclmefel. Summe. nach Stromeyer. 20.31 74.21 3.42 0.15 o.ss 98.97 Gibt in der offenen Ilohre mit der grössten Leichtigkeit arsenichte Säure. Im Kolben geben einige metallisches Arsenik, andere nicht. Auf Kohle raucht er und riecht nach Arsenik , gibt eine weisse geschmolzene Melallkugel , die un- geschmeidig ist und den Flüssen die Kobaltfarbe ertheilt. Der Speisskobalt bricht vorzüglich auf Gängen im Ur- und Uebergangsgebirge und im Gebirge des Todtliegcnden, mit Silber- , Arsenik- , Wismuth- , Wickel- und Kupfererzen, seltener auf Lagern. Auf Gängen iindet er sich in Sachsen zu Schneeberg undAnnaberg und an einigen anderen Orten, in Böhmen zu Joachimsthal , in Thüringen, zu Saalfeld an mehreren Orten im Westerwalde, zu Markirch im Eisass , zu Usseglio in Piemont, in Spanien , Cornwallis und Nordamerica. Im Schwarzwalde ist er früher auf der Grube Güte Gottes zu W'ittichen , Dreikönigstern in der Reinerzau und auf der Kobaltgrube zu Sulzburg vorgekommen. Zu Dobschau in Ungarn und zu Schladming in Steyer- mark kommt er auf Lagern vor. Der Speisskobalt ist an mehreren Orten ein Gegenstand eines wichtigen Bergbaus und wird zur Smaltebereitung und in der Email- und Glasmalerei angewandt. Kobaltsolution. 5 i i W kiitvf.rs grauer Speisskobalt und sein strahliger weissci Speisskoball scheinen eine eigene Gattung auszumachen, deren vollkommene F'ixirung aber bis jetzt nicht möglich war , da die genannten Abänderungen noch zu unvollständig bekannt sind. Die vorkommenden regelmässigen Gestalten scheinen tafclartige Prismen zu seyn , die auf ein rhombisches Prisma zu beziehen seyn dürften. II. = 5 . 5 . Sp. Gew. = 7.0... 7.2. Metallglanz. Undurchsichtig. Farbe stahlgrau , dem Zinnweissen zuweilen sich nähernd. Strich dunkler, zumTheil etwas glänzend. Spröde. Bruch uneben... Uachmuschlig. Kugelig , nierentormig , lnischel- und sternförmig auseinanderlaufend stängelig. Derb. Der fasrigo weisse Spcissliobalt besteht nach John aus 28.00 Kobalt, 65.75 Arsenik und 6.25 Eisen. Er findet sich vorzüglich zu Schneeberg und Annaberg in Sachsen, zu Joachimsthal in Böhmen uud im Nassauischen. Der graue Speisskoball ist die beste Kobalt-Sorte zur Smallebcreitung, indem er das höchste und schönste Blau liefert. Er wird desshalb auch vorzugsweise Fabriken-Kobalt genannt. 256. Gattung. Kobaltvitriol. Regelmässige Geslalleu und Tlieilbarkcit felilen. Weich. Sp. Gew. unbekannt. Glasglanz... Perlmutterglanz. Halbdurchsichtig... durchscheinend. Farbe, fleischrolh , ins Rosenrolhe verlaufend. Strich, röthlicliweiss. Bruch, erdig. Geschmack , zusammenziehend. Tropfsteinartig , zackig. Fasrig. 5 M. G. Rohaltoxyd + 1 M. G. Schwefelsäure + 8 M. G. Wasser. Co 3 Su + 8 Aq. Zusammensetzung Kob.dUntyd. Srhwcfol- *aure. \\ asser. Summe. de« Kobaltvitriols., nach Kopp. 38.71 19.74 41.55 100.00 Schmilzt mit Borax zu einem blauen Glase. Schwärzt , mit Soda geschmolzen, Silber. Löst sich im Wasser auf. Ist zu Biber in Hessen im alten Manne vorgekommen. 5(3 Kobaltblüthe. 257. Gattung. Kobaltblüthe. Svn. Prismatischer Kobalt-Cilinuner. Rotlier Erdknhatt. Schiefes rektanguläres Prisma. P — 51 — 12 j 0 515 Theilbarkeit in (1er Richtung von INI sehr vollkommen; in der llichtung der Endfläche Spuren. Die Krystalle 'haben die Gestalt der Grundform oder sind rhombische Prismen mit Abstumpfung der Seitenbauten, mit Zuschärfung der Seitenkanten und mit Zuschärfung der spitzen Ecken und der kürzeren Grundkanten. H. = 1.5... 2.0 ; am geringsten auf der vollkommenen Thei 1 ungsf läch e. Sp. Gew. = 2.94— 5.0. Demantglanz , in den Glasglanz geneigt. Auf’ der vollkommenen Theilungsfläclie und der dieser entsprechenden KrvsfaJJfläche Perlmutterglauz. Oberfläche. Die Prismenflächeu verlical , die Endfläche parallel den Comhinationskanten mit M gestreift. Durchsichtig... durchscheinend an den Kanten. Am wenigsten senkrecht auf AI. Farbe kermesin-, kosehenill- und pfirsichbliUh- rotli ; zuweilen perl- und grünlichgrau. Die rot he Farbe mehr blau in der llichtung sj) senkrecht auf AI, als senkrecht auf T. Strich , etwas lichter. Das trockene Pulver lavendelblau. Milde. In dünnen Blättchen biegsam. Auch in kugeligen und nierenförmigen Gestalten mit drüsiger Oberfläche. Diinnslängelig , fasrig. Derb und zuweilen als erdarliger oder schlackiger Ueberzug oder Beschlag. 5 AI. G. Kobaltoxyd + 2 AI. G. Arseniksäure + 5 AI. G. AYasser. Co 3 As- + 5 Aq *)• *) Hin und wieder bildet arscnichtsaurcs Koballovjd das Innere der Kobaltblüthe. Sie gibt in diesem Falle beim Erhitzen im Kolben eine grosse Menge arsenichte Säure und verhält sich nachher wie die reine Arsenikbluthe. Uran. öi3 h„L.dioij,l. ArsrmLsüure. Wusscr. Summe von Kiegelsdorl\ nach Blcuolz. 30.0 37.0 22.0 98.0 Gibt im Kolben Wasser und wird dunkler. Auf Kohle rauclit sie stark, riecht nach Arsenik und schmilzt in gutem Reductionsfeuer zu Arsenik- kohalt. Mit den Flüssen gibt sie ein blaues Glas. Man unterscheidet gewöhnlich Kobaltblüthc und Kobaltbeschlag. Zu jener zahlt man die vollkommener ausgebildetcu Varietäten, zu dieser die erdigen , welche sich häutig mit anderen Mineralien mengen , oder diese überziehen , wie solches insbesondere beim Pharmakolith der Fall ist. (S.S. 314*) Findet sich gewöhnlich in Begleitung von Kobalt- und Silbererzen auf (längen und Lagern , und hat daher bereits dieselben Fundorte, die oben melirläeh beim Speisskobalt, Kobaltglanz u. s. w\ angegeben worden sind. Im Schwarzwalde ist sie vordem in sehr schönen Abänderungen aul der Sophie zu 'Wittiehen , zu Alpirsbach und Sulzburgund in der Kcincrzau vorgekommen. Zu Markirch im F.lsass bricht sie auf den dortigen Silbererzgängen ein. Sie wird, wo sie sich in grösserer Menge findet, auf Smallo benutzt. 12. FAMILIE DES URANS. Mineralien , deren Grundlage das Uran ist. Es kommt dieses Metall im Allgemeinen selten in der Natur vor. Man findet es im oxydirlen 'Zustande und in Verbindung mit Kieselerde, Pb osphorsäure und Schwefelsäure. Die Mineralien dieser Familie zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich in Borax und Phosphorsalz in der äusseren Flamme zu einem gelben Glase auf lösen , das nach der Behandlung in der inneren Flamme unter der Abkühlung schön grün wird *). *) Davon macht eine Art einer Gattung aus der Familie des Urans eine Ausnahme , indem sic nach der Behandlung in der Ueduction«- llatntne, vermöge eines ziemlich beträchtlichen Kuplergchaltes , unter der Abkühlung roll» wird. Walch.«!» Mineralogie, ') ') J 1. t Ijranocher. Uranpcchcrz. 258. Gatti:xuadratol;taeders. Die Gestalten sind in der Regel laieiartig, II. = 2.0... 2.5. Sp. Gew. = 5.1... 5.3. Perlmutterclan/, auf der vollkommenen Tliei- C* lungsfläche und der dieser entsprechenden Krystall- fläclie. Auf den ührigen Flächen meist schwacher, demantartiger Glanz. Oberfläche. Die horizontale Endfläche glatt; die Oktaederflächen horizontal gestreift; die Ah- stumpfungsflächen der Grundecken rauh. Durchsichtig... durchscheincnd. Farbe gelb und grün. Strich, der Farbe entsprechend, etwas lichter. Milde. Bruch nicht wahrnehmbar. Auch derb , aber selten. Augeflogen. TiWeidritlel-phosphorsaures l'ranoxvd- Kalkerde oder Kupferoxyd + 12 M. G. "Wasser. 2 Ü P + \ Ca3 ^ +12 Atp ( Cu 1 P- Gibt im Kolben Wasser. Löst sich in Borax und Phosphorsalz in der äusseren Flamme zum gelben Glase auf, das in der Reductionsflamme unter der Abkühlung grün oder roth wird. Mit Borax und Eisen erhält man einen Regulus von Phosphoreisen. l Art. Kalk-Uranglimmer. Uranit. 2 U P + Ca 3 P 2 + 12 Aq. Zitrongelb und schwefelgelb. Zus. des TJranits von Autun , nach Berzelius. r . Pit..*- L ran- , phor- " v J d * | saure. halk- erde. Wasser. Talk- e.de u. .Mang. Otldul Rerg- art. | Am- | u moitmk Sum- narvt. , ... 5g.$7 ! 5.BEir/.ELius. ßo. 2 .ä i5.56 8-U i o.oo ; c. I Spuren. 1 00.00 Das mit Borax oder Phos/ihorsalz erhaltene Glas wird nach der Beduetion , am leichtesten wenn etwas Zinn dabei angewandt wird , unter der Abkühlung roth. Findet sich zu Auslle und in der Gegend von Redruth in Cornwallis in aus-gezeichneten Abänderungen. In Sachsen kommt er zu Schneeberg, Johanngeorgenstadt und Euben- stok vor. Man hat ihn auch bei Baltimore in Nordamerica gefunden, und vor mehreren Jahren ist er auf der Sophie bei Wittieheu in kleinen Krystallen auf Selnverspath vorgekommen. 2(51. Gattung. Cranvitriot. Die Gestalten sind prismatisch , haarförmig. Theilbarkeit unbekannt. Weich. Sp. Gew. unbekannt. Glasglanz. Durchscheinend. Farbe, smaragdgrün, ins Apfelgrüne verlaufend. Spröde. INur krvslallisirt. 1 n YV asser löslich. Schwel’elsaures L rnanoxy d. Findet sich auf der F.liaszcche unfern Joacliinisthal in Böhmen. Oktaedrit. 5iö 13. FAMILIE DES TITANS. Mineralien, deren Grundlage das Titan ist. Man hat dieses Metall in (1er Natur bis jetzt nur im oxvdirten Zustande gefunden. Die Mineralien dieser Familie zeichnen sich dadurch aus , dass sie sicli im Borax und Phosphorsalz etwas schwer zu einem farbelosen Glase auflösen , das im Owdalionsfeuer eine gelbrothe Farbe annimml und nach der Behandlung in der Reductions- flamme schon blau wird. 2C>2. Gattl.no. Oklacdrit. Sin. Pyramidales Titan-Erz. Anatas. Quadratisches Oktaeder. P — P 1 1 5(1° 22'; P — P = 97 11 SG'. Theilbarkeit parallel den Flächen der Grundform und in der Richtung einer horizontalen Endfläche, sehr vollkommen. Die Kn stalle sind gewöhnlich reine quadratische Oktaeder, oder sie haben zugleich die horizontale Endfläche , oder Combinationcn des quadratischen Oktaeders : mit den Flachen eines stumpferen Oktaeders, als vicrjlächige gegen die Seitenflächen gerichtete Zuspitzung der Endecken; mit der horizontalen Endfläche und den Flächen des stumpferen Oktaeders , als Abstumpfungsflächen der Endkanten der Grundform ; mit der horizontalen Endfläche , Flächen eines spitzeren Oktaeders als Zuschärf’ungsflächcn der Grundecken und Flächen einer achtseitigen J)oppeltpvramide als Zuspitzungsflächen der Ecken , wobei noch die Kanten , welche zwei gegen die Seitenfläche gerichtete Pyramidenflächen bilden , abgestumpft sind , und mehrere andere. Zwillinge. Die Zusammensetzungslläche parallel der horizontalen Endfläche ; die Umdrchungsaxe senkrecht auf derselben. H. = fi.5... G.O. Sp. Gew. = 5.82. Demantglanz , mctallähnlicher. Obei'fh iche, sein- glaü und glänzend. Die Flächen des primären < Iklaeders zuweilen horizontal llutil. 5 1 (i.o5 l 3!5.ijä 100,00 Verhält sich vor dem Löllirohr wie reine Titan- saure , löst sich aber im Tliosphorsalz sehr schwer auf. Findet sich vorzüglich hei Oisans in der Dauphinee, auf schmalen, unregelmässigen Gängen im Griinslein, begleitet \ on Chlorit, Berghrystall , Alhit , Pislazit, und einigen andern Mineralien. Man hat ihn auch in Graubiindten, Norwegen , Corirwidiis und Spanien gefunden und in der neuesten Zeit im dcniantl'üJirendeu Sande zu Minas Geraes in Brasilien. 2G3. Gattusg. Rutil. Sv n. I’crhofncs Titan-Erz. Quadratisches Prisma. Theilbarkeit parallel den Seitenflächen , und in der Richtung der Diagonalen der Basis, ziemlich vollkommen. Die llrvstalle sind reine quadratische Prismen , oder Combinalionen der (Grundform : mit dem secundären quadratischen Prisma, dessen Flächen als Abstumpfungsllächcn der Seitenbauten erscheinen; mit einem quadratischen Oktaeder , dessen Flächen als Abstumpfungsilächen der Ecken der Grundform erscheinen ; mit einem anderen stumpferen (tuadratoktaeder, als Abstumpfung der Grundhanten, und Zwillinge. Die Zusanunensctzungsfläche parallel einer Ab- slumpfungslläelie der Grundhanten; die Umdrchungsaxe auf derselben senkrecht. Die Zusammensetzung wiederholt 520 Rutil. sich mehrmals , und gibt Veranlassung zur Bildung der sogenannten luiielörmigen Krystalle mit zwei und mehreren Rrechungen. H. = G. 0 ...G 5 . Sp. Gew. = 4.24. Demanlglanz, metallähnlicher. Oberfläche. Die Prismcnflächen verlical gestreift • die Flächen der Oktaeder bald glatt, bald rauh. Durchscheinend... undurchsichtig. Farbe rüthlichhraun... rotli 7 zuweilen ins Gelbe geneigt. Strich, lichte braun. Spröde. Bruch muschlig... uneben. Auch derb. Blättrig. 1 M. G. Titan + 2 :M. G. Sauerstoff Titansäure, mit einem, wie es scheint, zufälligen Gehalte an Eisen, Mangan, Kieselerde und Thonerde. Ti. Gibt mit Soda auf Platinblech Mauganreaetion, und verhält sich im Febrigen wie Ohlaedrit. Der Rutil kommt vorzüglich auf Gangen und Lagern im Urgcbirge , tlieils in eingewachsenen Krystalle« , theils derb und eingesprengt vor. Schöne Zwillingskryslalie kommen aus (luadalaxara in Spanien. ln einfachen Krystallen hat man ihn sehr schön am Bacher in Steyermark und zu Rosenau in Ungarn gefunden. Auf Lagern kommt er zu Arcndal in Norwegen , an der Saualpe und zu YV'indisch Kappel in Karnthen vor , und lose tindet man ihn zu St. Yrieux in Frankreich. Ueberdiess kommt er in der Schweiz , in Tyrol, in Savoven , Salzburg, in Nordamerica u. s. w. vor. 14. FAMILIE DES WüLFRA.MS. Mineralien, dereu Grundlage das Wolfram ist. W ir kennen zur Zeit mir eine Mineralgatlung, welche hierher gehört. Wolframsäure. 26/f. Gattung. Woframsiiurc. Sjn. Scheclsaure. Regelmässige Gestalten und Theilbarkeit 1‘elden. Weich. Sp. Gew. unbekannt. Matt. Undurchsichtig. Farbe gelb. Bruch erdie. ü 1 Derb und als Ueberzug. 1 M. G. Wolfram + 5 M. G. Sauerstoff. W. /n.vammrnv’tz. en in der Röhre weissen Arsenik ab. Schmilzt im Kolben , kocht und gibt einen dunkelgelben , durchsichtigen Sublimat. ]) as Operment kommt in Thon - und Mergel lagen vor, die dem jüngsten Flötz.gebirge an/.ugehören scheinen , und auf Gängen im Ur- und Uebcrgangsgebirge. Zu Tajoiva in Ungarn findet es sich in Mergellagen. Zu Kapnik , Fel- söbanya, zu Andreasberg, in Italien , China , Mexico, kommt es auf Gängen mit Silber-Arsenik- und Spiessglan/.- erzen vor. Auf Guadeloupe und zul’ouzzola hat inan es unter den Produeten der Solfatara gefunden, und am Vesuv, Aetna, am Bungo in Japan auf Laven. Man benutzt es als Malerfarbe in Oel und Wasser. Das beste heisst im Handel Kiinigsgelb. Auch wird es in der Färberei und Kattundruckerei als Hiilfsmittel zur Auflösung des Indigs in Aetzlauge angewendet. 270. Gattung. ~ Realgar. Svn. llemiprisuiatisclier Schwefel. Rotlies Raiiscli^clh. Samlaraeh. Schiefes rhombisches Prisma. M — M 74" 50'; P — S = 85° 59'. Theilharkeit parallel der Endfläche und in der Richtung der grösseren Diagonale derselben, ziemlich vollkommen; parallel den Seitenflächen, den Abstumpfungsflächen der Seitenecken, und in der Richtung der kleineren Diagonale, unvollkommen. Die Kristalle sind schiefe rhombische Prismen ; rhombische Prismen mit Zuschärfung der scharfen Seitenkanten, Abstumpfung der Seitenecken und der scharfen Grundkan- len; rhombische Prismen mit Abstumpfung der Grundkanten, der spitzen Ecken , Zuschärfung beider Seitenkanten und Abstumpfung der Seilenecken durch drei übereinander- licgende Flächen. Gewöhnlich sind die Krystalle nadel- und haarförmig. H. = 1.5... 2.0. Sp. Gew. = 5.55... 5.6. Fettglanz. Oberfläche. Die Endflächen gewöhnlich rauh; die Prismenflächen vertical Gestreift. llalbdurchsichlig... durchscheinend an den Kanten. Ucalgar. ö-’.c> Farbe morgenrotli ; zuweilen etwas ins Gelbe oder ins Braune geneigt. Strich oraniengelb... morgenrotli. Milde. Bruch vollkommen muschlig. Auch derb, eingesprengt, als Anflug und Ueberzug. Einfach-Schwefel-Arsenik. As. Su. Arsenik. Schwefel. Summe. <59-57 30.^3 100.00 Zusammensetzung d. Ilcalgars, nach Laugier. Verhält sich vor demLöthrohr wie das Operment. Das Realgar findet sich vorzüglich auf Gängen mit Arsenik-Antimon-YVismuth und Bleierzen ; seltener in Thonlagern , oder im Dolomite und in vulcanischen Gesteinen. Die schönsten Abänderungen kommen von Felsöbanya, Kapnik und Nagyag. Auch hat man es auf der Sophie bei Witlichcn im Schwarzwalde, zu Joachimsthal in Rühmen, zu Andreasberg am Harze und zu Schneeberg in Sachsen gefunden. Im Thone kommt es zu Tajowa in Ungarn, im Dolomite am Gotthardt in der Schweiz, und in vulcanischen Gesteinen am Aetna, Vesuv, auf Guadeloupe und in Japan vor. Es "wird, wie das Operment, als Malerfarbe, und wegen seiner Eigenschaft, mit Salpeter gemengt, beim Verbrennen eine blendend weisse Flamme zu bilden , zur Darstellung des sogenannten tveissen Feuers benutzt. 18. FAMILIE DES MOLYBDÄNS. Mineralien, deren Grundlage das Molybdän ist. Es kommt im Allgemeinen selten vor. Die Mineralien dieser Familie zeichnen sich dadurch aus, dass sie, für sich oder nach der Detonnation mit Salpeter, im Borax sich in der äusseren Flamme zu einem grünlichen Glase auflösen , das im Reductionsfeuer schmutzig braun wird. W 4LCh^er Mineralogie. 3^ 53o Molybdu'nocher. 271. Gattung. Molybdanockcr. Recelnrässitre Gestalten und Theilbarkeit nicht D O bekannt. Selir weich. Sp. Gew. unbekannt. Matt. U n durchsich t ig. Farbe zitrongelb , ins Oraniengelbe geneigt. Strich gelb, etwas glanzend. Derb, eingesprengt und als Anflug. Erdig. 1 M. G. Molybdän + 5 M. G. Sauerstoff. Molybdänsäure. Mo. Zusammensetzung der künstl. Molvlxlansaurc, Molybdän. Sauerstoff*. Summe. nacli Berzelius. 66.613 33.3S; 100.000 Schmilzt auf Kohle und wird von ihr eingesogen ; ein Theil des Metalles wird hei gutem Feuer reducirt , und kann durch Pulvern und Schlämmen in Form eines metallischen grauen Pulvers erhalten werden. Vom Borax wird er leicht zu einem grünlichen Glase aufgelöst , das im Reductionsfeuer schmutzig braun wird. Die mit Phosphorsalz erhaltene grünliche Kugel wird in der Reduclionsflamme undurchsichtig, scliwai'z oder blau, und w ird bei der Abkühlung klar und schön grün. Mit Soda behandelt geht er in die Kohle, und lässt Eisenoxyd auf der Oberfläche zurück. Findet sieh zu Nummedalen in Norwegen, zu Linnas in Schweden , in Schottland und Siberien. Er scheint ein Product der Zersetzung des Molybdänglanzes zu seyn, mit welchem er vorkommt. ') Die natürliche IWuhbdünsäurc ist stets mit Eisen verunreiniget. Molybdiinglanz. 272. Gattung. * Mol/bclcinglanz. Sjn. Rliomboedriscber Moljbdän-Glanz. Wasscrblei. Seclisseitiges Prisma, nach Dimensionen unbekannt. Tlieilbarkeit parallel cler Endfläche der Grundform, sehr vollkommen. Die beobachteten Krystalle sind sechsseitige Prismen, oder sechsseitige Prismen mit den Flächen eines Dihexaeders combinirt, und talelartig. II. = 1.0... 1.5. Sp. Gew. = 4-5... 4-b- Metallglanz. Oberfläche, dieSeitenflaclien und die Dihexaederflächen horizontal gestreift ; die Endfläche glatt. Undurchsichtig. Farbe rein bleigrau. Strich unverändert. Sehr milde. Bruch nicht wahrnehmbar. In dünnen Blättchen biegsam. Fettig anznfuhlen. Färbt ab, schreibt. '•') Meist derb , eingesprengt ; blättrig. In krvstal- linisclien Massen eingewachsen. 1 M. G. Molybdän + 2 BI. G. Schwefel. Dop- pelt-Scliwefel-BIolybdän. Bio Su 2 . Zusammensetzung Molybdän. Schwefel. Summe. des Mohbdanglanzes, nach Blcuolz. Go fo IOO Riecht auif Kohle nach Schwefeliger Säure, und ist schwer zu verbrennen. Detonnirt mit Salpeter und hinterlässt gelbe Flocken, welche die Reac- tionen der Blolybdänsäure und des Eisens geben. *) Auf Steingut , Fayence oder Porzellan, schreibt der Molybdän glanz grünlichgrau. •332 Gcdiegen-Spicssglanz. Der Molybdä’nglanz findet sich theils cingcwachsen im Granit und Gneis , wie in den -vereinigten Staaten von Nordamerica, theils im Quarz cingcwachsen auf Zinnstock- werben, wie zu Altenberg in Sachsen, Zinnwald und Scldak- lienwald in Böhmen und in Cornwallis ; theils auf Lagern von Eisensteinen und Kupfererzen, wie an vielen Orten in Norwegen und Schweden; theils auf Gängen , wie in Schottland: In kleinen Blättchen kommt er hin und wieder mit Granat und Pistazit auf der hohen Art bei Schriessheim vor. Man hat ihn überdicss in Savoyen, in der Schweiz, in Frankreich , Mähren, Schlesien, Ungarn und einigen andern Ländern gefunden. 19. FAMILIE DES SPIESSGLANZES. Mineralien, deren Grundlage das Spiessglanz oder jinlimon ist. Es findet sich dieses .Metall in der Natur gediegen , im oxydirten und geschwefelten Zustande , als Sehwef'elmelall in Verbindung mit andern Schwefelmetallen, und als Oxysulpliuretum. Die hierher gehörigen Mineralien gehen vor dem Löthrolir einen weissen, geruchlosen Rauch, der sich auf die Kohle anlegl und fortgeblasen werden kann. 275. Gattung. Gcdicgen-Spicssglanz. Syn. Rhorabocdrisches Antimon. Rhomboeder von 117° 15' ungefähr. Tlieilbarkeit rechtwinkelig auf die Axe der Grundform, sehr vollkommen ; parallel den Seitenflächen derselben, vollkommen. Man hat bis jetzt noch keine Ifrystalle gefunden. Die Grundform ist nach der Theilbarkeit bestimmt. II. = 5.0... 5.5. Sp. Gew. = 6.6... 6.7. Metallglanz. Undurchsichtig. Farbe zinnweiss. 'Weissspiessglanzerz. VI1 Strich unverändert. Spröde, in geringem Grade. Bruch nicht wahrnehmbar. IS’ierenförmig , kugelig , mit krummsclialiger Absonderung; derb und eingesprengt. Blättrig. Metallisches Spiessglanz mit zufälliger Beimengung von Silber, Arsenik und Eisen. Sh. Zu.sa m m enselzu n g Spiessglanz. Eisen. Silber. Summe. d. Gedicg. Spicssglanzcs vom Harze, nach Klaprotii. 9S.00 0.2J 1.00 99.25 Schmilzt leicht auf Kohle. Bis zum Glühen erhitzt, fährt es noch einige Zeit fort zu glühen, ohne dass man darauf hlast, und entwickelt einen dicken Aveissen Bauch , der sich um die Metallkugel in feinen Krystallen ansetzt, die zu unterst selhlichweiss und oktaedrisch, oben aber schnee- weiss und prismatisch sind. Findet sich auf Gängen im Ur- und Uebergangsgebirge, zu Allemont in der Dauphinee, zu Andreasberg am Harze und zu Przibram in Böhmen mit andern Spiessglanzerzen. Es wird zur Darstellung von regulinischcm Spiessglanz benutzt. 274* Gattung. * Weissspiessglanzerz. Syn. Prismatischer Antimon -Baryt. Antimonblüthe. Gerades rhombisches Prisma von 156° 58'. Theilbarkeit parallel den Seitenflächen der Grundform, sehr vollkommen. Die Krystaile sind rhombische Prismen mit Abstumpfung der scharfen Seitenbauten und einer gegen dieselben gerichteten Zuschärfung an den Enden, wozu hin und wieder Flächen eines rhombischen Oktaeders kommen. Sie sind oftmals sehr dünn und gew öhnlich parallel der Abstumpfungs- lläche der scharfen Seitenkanten miteinander verbunden. H. = 2.5... 3.0. Sp. Gew. = 5.5... 5.G. I 534 Weissspiessglanzerz. Demantglanz. Auf Spiessglanz. — 3 s 97 nach ÜERzELius. 84-3i9 i ö.ö8i — —— 100.000 Schmilzt für sich leicht und wird als ein weisser Rauch sublimirt. Auf Kohle wird es reducirt und gibt der Flamme dabei eine grünliche Farbe. Pindet sicli auf Gängen im Ur- und Uehcrgangsgcbirgc mit Silbei’-, Blei- und Spiessglanzerzen und einigen anderen , und ist auf diese Weise auf der Grube St. M enzel, unfern Wolfacb, zu Bräunsdorf in Sachsen , zu Allemont in der Dauphinee, zu Malaczlia in Ungarn und zu Przibram in Böhmen gefunden worden. Wirkt brechenerregend. 275. Gatt lag. * Spiesglatizocker. Svn. Antimonooker. Regelmässige Gestalten und Theilbarkeit nicht bekannt. H. = 4.5... 5.0. Sp. Gew. = 5.7... 5.8. Schimmernd... matt. 535 Grauspicssglanzerz. Undurchsichtig. Farbe gelb, ins Gelbliebgraue verlaufend. Strich gelblichgrau... dunkel gelblichweiss. Bruch uneben. Derb , eingesprengt und als Anflug. Zuweilen crcig. L M. G. Spiessglanz + c l'/ 2 M. G. Sauerstoff. Sb. Antimonsäure. Antimon. Saue stofT. Summe. 7G.34 23.66 100.00 Zusammensetzung ter Antirnonsiiure, nach Berjeelics. Gibt im Kolben Wasser und auf Kohle einen gerinjen Antimonbeschlag. Mit Soda gibt er metallische: Antimon. Findet sicli mit Grauspiessglanzerz auf Gängen im Ur- uncl Uelergangsgebirge, so zu Brück an derAlir, zu Horhausen in Nassauischen, zu Bräunsdorf und Mobendorf in Sachsen , in Ungarn , Böhmen , Frankreich , Cornwallis, Spanien, ind ist früher auch auf der Grube Münstergrund bei St. Trudpn’t und auf der Antimon-Grube im Bugginger Wald bei nilzburg vorgekommen. 27 h. Gattung. Grauspiesglanzerz. S\ ru lVismauidisclicr Antimon-Glanz. Antimonglanz. Rhombisches Oktaeder , mit den Endkantenwinkeln vor. 109° 16' und 108° KE Theilbarkdt in der Richtung von einer geraden Abstumpfungfläche der scharfen Seitenkante eines rhombischen irisma’s von 90° 4$', dessen Flächen mit den Fläclen der Grundform einen Winkel von 145 0 50' naclten, sehr vollkommen ; in der Richtung der Jeitenflächen dieses Prisma’s, der Endfläche desseben und einer Abstumpfung seiner stumpfen Seitemanten, weniger vollkommen. Die Krvstalle sine gewöhnlich rhombische Prismen, durch die Flächen der Gnndform an den Enden zugespitzt, und 336 Giauspiessglanzerz. an den scharfen Seitenbauten abgestumpft. Auch kommen Flächen stumpferer Oktaeder und eine gegen die scharfen Seitenkanten gerichtete Zuschärfung an den Enden vor. oder nadelförmig. Häulig sind die Krystalle spiessig H. = 2.0. Sp. Gew. =■ 4-5— 4-7. Metallglanz. Oberfläche. DiePrismenflächen gewöhnlich stirb verlical gestreift, und zugleich rauh 5 die Oktaecer- fläclien zuweilen horizontal gestreift. Undurchsichtig. hleigrau. Farbe Durch Anlaufen zuweilen bunt. Strich unverändert. Milde. Bruch uneben. Meist etwas ins Stahlgraue geneigt. muschlig, klein und unvollkommen... in krystallmischen Massen, die lang-, gerade-, theils gleich-, tlieils büsclielförnig und sternförmig auseinanderlaufend slängelig ibgeson- (lert sind. Derb, blättrig und dicht. Auch in haarförmigen Krystallen, die öfters lilzartg durcheinander geweht sind. 1 M. G. Spiessglanz + 1 1 / 2 M. G. Schwefel. Anderthalh-Schwefel-Spiessglanz. Sh 2 S 1 3 Zusammensetzung d. Grauspiessglanzcrzes, nach Berzelils. Spiessglanz. Schwefel. 72.8 27.2 100.0 Schmilzt für sich auf Kohle leidt, und wird von derselben eiugesogen. In der triasrühre gibt cs im Anfang antimonige Säure, später auch Antimonoxyd , dabei riecht es nach Schwefel. Mit Salzsäure entwickelt es Schweelwasserstolfgas. Das Grauspiessglanzerz •wird in stahliges, blättriges, haaiförmiges und dichtes eingetheilt. Ihs slrahlige begreift Zuweilen enthüll es Silber. Zinkenit. 53 7 die deutlichen Krystalle und die krystallinisch-stängeligen Massen; das blättrige die derben blättrigen Abänderungen; das haarförmige, auch Federerz *) genannt, die haarförmigen, zum Tlieil elastischen Krystalle, -w elche aufgewachsen , oder zu büschelförmigen Gestalten gruppirt , und oft fdzartig durcheinander gewebt sind; und das dichte die Abänderungen von sehr feinkörnigem, ins Unebene verlaufendem Bruche. Es findet sich vorzüglich auf Gängen im Ur- und Ueber- gangsgebirge , seltener auf Lagern. Die gewöhnlichen Begleiter sind : Quarz, Braunspath , Wasser- und Schwefelkies, Kalkspatli, Schwerspath und Eisenspatli. Das stralilige und blättrige kommt vorzüglich in Ungarn , zu Pösing, Scliemnitz, Krcnmitz und Felsübanya ; am Hai-ze zu Ncu- dorf; in Sachsen zu Bräunsdorf; in Böhmen zu Przibram; ferner in Salzburg , in Frankreich, Cornwallis und im Schwarzwalde, auf den Gruben .Münstergrund bei St. Trudpert und St. Wenzel bei Wolfach , dann zu Wclschstein- ach bei Haslach und im Bugginger Wald bei Sulzburg vor. Das haarförmige findet sich zu Freiberg und Bräunsdorf, zu Andreasberg, Scliemnitz, Felsübanya, auf der Leogang in Salzburg, und im Nassauischen. Das dichte Grauspiess- glanzerz kommt vorzüglich auf Lagern , zu Ifremnitz und Magurha in Ungarn , und zu Goldkronacli in Baiern vor. Zu Bräunsdorf in Sachsen und zu Brücke an der Ahr bricht es auf Gängen. Es wird zur Darstellung des rohen Spiessglanzcs und des Spiessglanzmetalls benützt. 277. Gattung. Zinkenit. Syn. Federerz, zum Tlieil. Gerades rhombisches Prisma von 120° 59'- Theilbarkeit nicht wahrnehmbar. Die Krystalle haben das Ansehen eines regulären sechsseitigen Prismas, an den Enden mit den Flächen einer sechsseitigen Pyramide zugespitzt, die auf die Kanten gerade aufgesetzt sind, und sind Drillinge, gebildet durch rhombische Prismen, welche eine auf die stumpfen Seitenkanten gerade aufgesetzte Zuschärfung besitzen , und wie beim Arragonit gruppirt sind, so dass zwei Krystalle immer eine Seitenfläche in gleicher Richtung haben. Sie sind öfters sehr dünn, nadelförmig und haarförmig. *) Das Federen gehört wahrscheinlich zum grössten Thcil zur folgenden Gattung. Jamrsunit. 338 II. = 5.0... 5.5. Sp. Gew. = 5.5. Metallglanz, starker. Oberfläche. Die Prismenfläclien gewöhnlich stark vertical gestreift, oft tief gefurcht. Die Endflächen ohne Streifung , aber unterbrochen und nicht glatt. Undurch sich ti g. Farbe stahlgrau. Strich unverändert. Bruch uneben. Nur krystallisirt. Die Kryslalle slängelig zusammen gruppirl. 1 M. G. Anderthalb-Schwefel-Spiessglanz + 1 M. G. Einfach-Schwefel-Blei. Sb 2 Su* + Pb. Su. Zusammensetzung des Zinkenits, nach II. Rose. SpiessgDuz. Blei. Schwefe!. Kupfer. Summe. 44-39 3 i .84 22.58 o-D 99-z3 Decrepitirt für sich auf Kohle stark und schmilzt leicht, wie Grauspiessglanzerz. Die Kohle wird mit Blei- und Antimonrauch beschlagen. In der offenen Röhre gibt er schwefelige Säure aus, gelbes Bleioxyd und Anlimonoxyd und antimonige Säure. Mit Soda erhält man auf Kohle Bleikügelchen. Findet sich zu Wolfsbcrg bei Stollberg am Yorderharzc und auf’ der Grube Münsturgruiid bei St. Trudpert im Schwarzwalde. 278. Gattung. Jamesonit. Stn. A.votomer Antimon-Glanz. Rhombisches Prisma von 101° 20'. Theilbarkeit parallel der Endfläche sehr vollkommen ; in der Richtung einer der Diagonalen der Basis und nach den Seitenflächen der Grundform , weniger vollkommen. Rothspiessglanzerz. 539 Man hat noch heine Krystalle gefunden. Die Grundform ist nadi der Thcilharheit derber Stüclie bestimmt. H. = 2.0... 2.5. Sp. Gew. = 5.564- Metallglanz. Undurchsichtig. Farbe stahlgrau. Strich unverändert. Milde. Bruch nicht wahrnehmbar. Gerade- nleich- und auseinander laufend dimn- Stängel ige Massen. 2 M. G. Andertlialb-Schwefel-Spiessglanz + 5 M. G. Einfach-Schwefel-Blei. 2 Sb 2 Su 3 + 5 Pb Su. /.US. A. Jame- sonits, n. H. Bose. Spie«sglam. Blei. Schwefel. Eisen. Kupfer. .Summe. l44o — 34-9" 40.75 — 11 .1 5 — H.53 a,3o — i.65 0 . 15 — 0.19 9!>-7 3 — 99-7 1 Verhält sich vor dem Löthrolxr wie Zinkenit. Findet sich in Ungarn und Cornwallis. 279. Gattung. Rothspiessglanzerz. S\n. Antimon-Blende. Prismatische Purpur-Blende. Schiefes rhombisches Prisma. Die Neigung einer geraden Abstumpfungsfläche der scharfen Seitenkanten gegen die schiefe Endfläche 101” 19'. Theilbarkeit in der Richtung der geraden Abstumpfungsfläche der scharfen Seitenkanten, sehr vollkommen; in der Richtung einer geraden Abslumpfungsfläche der stumpfen Seitenkanten, weniger vollkommen. Spuren nach den Seitenflächen des rhombischen Prismas. Die Krystalle sind haar- und nadelförmig und bestehen aus den Abstumpfungsflächen der scharfen Seitenkanten des unbekannten rhombischen Prismas, der schiefen Endfläche 54 o Itothspiessglanzerz. desselben und den Abstumpfungsflachen der spitzen und stumpfen Ecken. H. = 1.0.. 1.5. Sp. Gew. = ^.5... 4-6- Demantglanz. Oberfläche , mehr und weniger den Comhina- tionskanten parallel gestreift. Schwach, durchscheinend... undurchsichtig. Farbe, kirschroth. Zuweilen durch Anlaufen bunt. Strich kirscli- ... bräunlichroth. Milde. In dünnen Blättchen etwas biegsam. Bruch, nicht wahrnehmbar. Theils in büschelförmigen Grupjten nadel- oder haarförmiger Krystalle, theils der!) , eingesprengt und als Anflug, und zuweilen in zun- derälmliclien Lappen, die aus lilzariig ineinander gewebten haarförinigen Krystallen bestehen. 2 M. G. Anderlhalb-Schwefel-Spiessglanz + 1 M. G. Spiessglanzoxyd. Spiessglanzoxyd-Schwefe 1- Spiessglanz. 2 Sh : Su 3 + Sb. Zusammensetzung Schwefelspicssgl. Spiessglanzoxyd. Summe. d. Rothspicssglanzcrzcs } nach 11 . Rose. 69.82 3 o.iS 100.00 Schmilzt für sich auf Kohle leicht, entwickelt schwefelige Säure und gibt im Kolben Antimonoxyd und einen röthlichen Sublimat. Findet sich mit anderen Antimonerzen zu Felsübanva und Perneck in Ungarn , zu Allemont in der Daupliinee , zu Bräunsdorf' in Sachsen, zu Horhausen in Nassau, zu Andreasberg am Harze und zu Goldkronach in Bayern. 20. FAMILIE DES QUECKSILBERS. Mineralien , deren Grundlage das Quecksilber ist. Dieses Metall findet sich in der Natur im gediegenen und geschwefelten Zustande, legirt Gediegen-Quecksiibei. 54 1 mit Silber und in Verbindung mit Cblor und Selen. Die Mineralien dieser Familie zeichnen sicli dadurch aus , dass sie in einer , an einem Ende zugeschmolzenen Glasröhre, mit Eisenfeile, Zinn oder Blei gemengt, erhitzt, einen grauen Beschlag an den oberen kälteren Tlieil der Röhre anlegen , der beim Berühren zu kleinen Metalltropfen zusammen geht. II. = 0.0... 3.5. Sp. Gew.— o/j... 14.1. 280 . Gattuxg. Gediegen-Quecksilber. Svn. Flüssiger Mcrcur. Flüssig; ohneregelniässigeGcstallen, in Tropfen. 11 . =^ 0 . 0 . Sp. Gew. = 13.5... 15. G. Met lallglanz, starker. Undurchsichtig. Farbe zinnweiss. Nässt nicht. Wird bei — 39.44° C fest. Eingesprengt, und in Tropfen , in Höhlungen und Klüften anderer Quechsilbererze , oder in Gesteinen , welche die Quecksilbererze begleiten oder in welchen sie einbrechen. Metallisches Quecksilber. Hg. Verflüchtiget sich vor dem Löthrolire vollständig. Leicht löslich in Salpetersäure. Aus dieser Auflösung fällt Kupfer das Quecksilber wieder heraus. Findet sich sparsam zu Idria in Ifrain , zu Almaden in Spanien , zu Mörsfeld, Wolf’sstein und Landsherg bei Muschel im Zweibrückischen , zu Horzowitz in Böhmen, in Peru und China. Auch will man es in Tjrol und in Kärnthen gefunden haben. Es wird mit anderen Quecksilbererzen zur Darstellung des metallischen Quecksilbers benutzt. 54 - Amalgam. 281. Gattung. Amalgam. Svn. Dodekaedrischer Mcrcur, Natürliches Amalgam. Rhombendodekaeder. Theilbarkeit parallel den Flächen der Grundform, höchst unvollkommen. Die Krystalle sind Bhombendodekaeder und Combina- tionen dieser Gestalt mit den Flachen des Oktaeders , mit den Flachen des Würfels , mit den Flächen des Trapezoeders , und mit den Flüchen des Würfels , Oktaeders, Trapezoeders und Ilexahisoktaeders. Oefters sind die Kry- stalle unvollkommen, und haben das Ansehen einer kugeligen Gestalt. II. = 3-0... 3.5. Sp. Gew. = 15.7... 14 . 1 . Metall"lanz. O Oberfläche glatt und glänzend, oft wie geflossen. Kanten und Ecken der Kryslalle erscheinen alsdann abgerundet. Undurchsichtig. Farbe silherweiss. Strich unverändert. Spröde , in geringem Grade. Bruch musclilig... uneben. Auch derb, in Platten, eingesprengt und als Anflug. 2 M. G. Quecksilber + 1 M. G. Silber. Ag Hg 2 . Zusammensetzung des Amalgams, nach Klaproth. Quecksilber. Silber. Summe. G' ( 3G IOO Hinlerlässt beim Glühen Silber. Findet sich am Landsberg bei Tloschel im Zveibriicki- schen , zu Szlana in Ungarn , und zu Almaden in Spanien mit Gediegen-Quecksilber und Zinnober. Es soll früher auch zu Allemont in Frankreich, und zu Sala in Schweden v o rg eh o mm en s cy n. Das sogenannte halbflüssige Amalgam ist nichts anderes, als eine Auflösung des festen in Quecksilber. Zinnober. lm > 282. Gattl'XG. Zinnober. Sjn, Peritome Rubin-Blende. Rhomboeder von 71° 475 Theilbarkeit parallel den Seitenflächen des ersten sechsseitigen Prisma’s, sehr vollkommen. Die Krystalle sind sechsseitige Prismen mit horizontaler Endfläche und Combinationen der Flächen der Grundform mit der horizontalen Endfläche, und den Flächen von zwei stumpferen Rhomboedern mit den Endkantenwinheln von i 22 ° 55' und von iio° 6'; der Flächen der Grundform, des ersten sechsseitigen Prisma s und vier stumpferer Rhomboeder. Zwillinge ; die Zusammensetzungsfläche die horizontale Endfläche ; die Umdrehungsaxe auf derselben senkrecht. Das Ansehen der Krystalle ist tafelartig. Sie sind gewöhnlich klein, durcheinander gewachsen, und selten deutlich. II. = 2.0... 2.5. Sp. Gew. = 8.0... 8.1. Demantglanz. Oberfläche. Die Rhomboeder gewöhnlich liori- tal gestreift. Halbdurchsichtig... durchscheinend an den Kanten. Farbe coschenillrolli, ins Bleigraue und Schar- laclirothe geneigt. Strich scharlaehroth. Milde. Bruch uneben... muschlig Auch derb , feinkörnig oder zartfasrig ; eingesprengt, in Platten und als Anflug. Selten in einigen nachahmenden Gestalten. Zuweilen erdin. 1 M. G. Quecksilber + 1 M. G. Schwefel. Ein- fach-Schwefel-Quecksilber Ilg Su. Zus. dos Zinnobers aus Krain, nach Klaproth. Quecksilber. Schwefel. Summe. ' Sä.oo l4.2 *> * 99- a -> Zinnober. 544 Verflüchtiget sich auf Kohle ohne Rückstand. Mit Eisenfeile in einer an einem Ende zugebla- senen Glasröhre erhitzt, gibt er metallisches Quecksilber. Ein Gemenge YOn Zinnober mit Thon , liohligen und bituminösen Tlieilen wird Quecksilberlebererz genannt. Es bat eine Mittelfarbe zwischen dunkel cosclienillroth und schwärzlich bleigrau, ein sp. Gew. von 7.1... 7.3. unebenen Bruch und ist schimmernd. Es findet sich derb, und besitzt zuweilen eine krumschalige Absonderung , in welchem Falle man es Corallenerz nennt. Der Zinnober kommt vorzüglich im Grauwackengebirge und im Sandstein des Uebergangsgebirges, sodann im jüngeren Uehergangskalkc, und im Gebirge des Todtliegenden, auf Lagern, seltener auf Gängen vor. Begleiter desselben heim lagerartigen Vorkommen sind besonders Kalkspath, Quarz, Gediegen-Quecksilber und Amalgam; beim gangartigen Vorkommen Schwefelkies, Eisenspath, verschiedene Kupfererze und Brauneisenstein. Die Jlauptfundortc sind Idria, woselbst mit einem bituminösen Schieferthon auch ausschliesslich das Quecksilberlebererz und eine beim Zerschlagen hepatisch riechende Varietät von Zinnober vorkommt , Landsberg und 44 olfsstein im Zwcibrückischen und Almaden in Spanien. An diesen Orten bricht er auf Lagernein. Unter ähnlichen 4 erhältnissen, aber in geringer Menge, findet er sich zu Neumärhtel in Krain, zu 44 indisch- Kap2>el und Horntagor in Kärnthen, zu Hartenstein in Sach- i sen, zu Dumhrawa in Siebenbürgen und an einigen andern I Orten. Auf Gängen bricht er zu San Jouan de la Chica, Fraile bei 4'illa de San Felipe in Mexico, zu Schemnitz, Cremnitz und llosenau in Ungarn, zu Horzowitz in Böhmen. Auch in China , Peru und Neugranada soll er in grosser Menge Vorkommen. Der Zinnober ist das Haupterz zur Darstellung des metallischen Quecksilbers, welches man zur Amalgation, zur Spiegelbelegung, zur Bereitung von Musivgold, zu physikalischen 44 erkzeugen , zum 4 ergolden , zur Bereitung verschiedener chemischer und pliarmaceutischer Präparate, zur Darstellung des künstlichen Zinnobers u. s. w. benützt. Reine Abänderungen werden auch als 4Ialerfarbe angewendet. Bei der Darstellung des metallischen Quecksilbers aus Zinnober, werden die Erze erst gepocht und gewaschen und dann , mit Kalk gemengt, entweder in besonderen Oefen , oder in eisernen Retorten , der Destillation unterworfen, wobei das Quecksilber in Dampfgestalt ausgetrieben, und in kühlen Vorlagen verdichtet wird. (luecksilberhornerz. 5/»5 283. Gattung. Quccksilberhorncrz. Svn. Pyramidales Perl-Kcrat. Quadratisches Prisma *). Theilbarkeit parallel den Seitenflächen der Grundform, sehr unvollkommen. Die Krystalle siml (Kiadratoktaeder, mit dem Endkantenwinkel von 98 ° und dem Grundkantenwinkel von 1 36°, mit den Flächen des sectindären quadratischen Prismas verbunden. Auch kommen die Flächen der Grundform mit den Oktaederflächen combinirt vor, und Flächen eines stumpferen Oktaeders. Die Krystalle sind sehr klein. IT. = 1.0... 2.0. Sp. Gew. = 6.5. Demanlglauz. Oberfläche, glatt. Durchscheinend... durchscheinend an den Kanten. Farbe weiss, gelblich- und aschgrau, auch graul ichweiss. Strich weiss. Milde. Bruch muschlig... uneben. Auch derb, eingesprengt und angeflogen. Die Krystalle Gewöhnlich zu zarten Drusenhäutchen * C/ vereiniget. 1 M. G. Quecksilber + 1 M. G. Chlor. Einfacli- Chlor-Quecksilber. Hg Chi. 1 Quecksiber. Chlor. | Summe. Quecksilberhornerzes, | nach Zasoada. j 85 i5 IOO Gibt im Kolben einen weissen Sublimat. Wird auf Kohle verflüchtiget , zeigt starke Salzsäure- *) Schneider gibt an, dass das künstliche Quecksilberhornerz rliom- bischePrismen von ißo° und *ao° bilde, und Hartman« bemerkt, dass sich in der Berliner Sammlung ein krystallisirtes natürliches Queck* silberhornerz befinde, dessen Form rhombisch ist. Mineralogie . 5^ 540 Gediegen-Silber. reaction , und wird in Berührung miL Wasser durch melalliscdies Kupfer redueirl. Das (äuechsilbererz findet sieli selten. Es kommt mit Gediegcn-Ouecksilber , Amalgam und Zinnober zu Lands- borg bei Muschel , zu Idria in Krain , und zu Almuden in Spanien ■vor. Hin und wieder erscheint es zu llorzowilz in Böhmen, in Begleitung von Zinnober, auf Gängen, welche die dortige Eiscnerzablagerung durchsetzen. 21. FAMILIE DES SILBERS. Mineralien, deren Grundlage das Silber is(. Dieses Metall findet sieh in der iNalur im gediegenen uud geschwefelten Zustande, als Schwefelmetall mit anderen Schwefelmelallen vereiniget, in Verbindung mit Selen, Chlor und Antimon. Die Mineralien dieser Familie gehen , mit Soda, oder auf Knochenasche abgetrieben, ein Silberhorn. II. = 1.0... 5.5. Sp. Gew. = 5.5... 10.5. 284«' Gattung. Gediegen-Silber. Svn. Hexacdrisches Silber. Würfel. Theilharheit nicht beobachtet. Die Ilrystalle sind Würfel und Gomhinationen der Wiirfel- und Ohtaederilächen, und der Oktaeder- und Trapczoeder- tlächen. Zuweilen erscheinen auch Zwillinge. Die Zusammen- setzungslläche eine OktaederÜäche; die Umdrehungsave auf derselben senhrccht. Iläulig sind die Krystallc unvollständig ausgebildet, einseitig verkürzt oder verlängert. H. = 2.5... 5.0. Sp. Gew. = 10.5... 10.5. Metallglanz. Oberfläche öfters rauh und uneben. Die Oktaederflächen parallel den Comhiuatiouskanten mit dem Würfel oder Trapezoeder gestreift. U nd urchsicli tig. Farbe, silberweiss. Durch Anlaufen oft gelb, braun oder schwarz. Gedicgen-Silbcr. j'17 Strich glänzend. Dehnbar und geschmeidig. Bruch hachig. Jläuiig in zahnigen, draht-, haar- und baum- förmigen Gestalten, gestrickt, in Blättchen, Blechen, auch derb und eingesprengt, in stumpf eckigen Stucken und Körnern. Metallisches Silber , mit Spuren von Arsenik, Kupier und Antimon. Ag. Zusammensetzung tl. Gediegen-Silbers , v. Julianngcorgenstadt; nach John. Silber. Antimon. Kupfer uml Arsenik. Summe, w t Spuren. IOO Verhält Sich vor dem Löfhrohr wie Silber. Löst sich leicht in Salpetersäure. Die Auflösung gibt mit Salzsäure einen Niederschlag von Hornsilber. Das Gediegen - Silber kommt vorzüglich auf Gängen im Urgebirge vor, die im Gneis und Granit aufsetzen, dann im Thonschiefer und in der Grauwacke des Ueber- gangsgebirges. Von den vielen , dasselbe begleitenden Mineralien, sind besonders Kalhspath , Quarz, Flussspath, Sckwerspath , Braunspath , Schwefelkies, Bleiglanz, und mehrere Mineralien der Familie des Silbers und des Kupfers bemerkenswerth. -In bedeutender Menge hat cs sich nur in wenigen Ländern gefunden, wie in Sachsen zu Schneeberg , Freiberg und Johanngeorgenstadt; in Böhmen zu Przibrajn, Joachimstlial und Balieborziz; in Norwegen zu Kongsberg; in Siberien im Sclilangenberg und in Peru und Mexico *). Am Schwarzwalde ist es zu Reinerzau auf der Grube Herzog Friedrich, auf der Sophie und dem St. Wenzel im Kinzigthale eingebrochen, und auf der Grube Münstergrund bei St. Trudpert. Im Fürstenhau der Grube Teufelsgrund im Münsterthal kommt es Irin und wieder in dralitfürmigen Gestalten vor. ln Frankreich ist es zu Allemont und Marhirch, in Ungarn zu Schemnitz , in Siebenbürgen zu Kapnik und Felsöbanya , am Harze zu *) Zu Johanngeorgenstadt soll früher einmal eine Masse Gediegen- Silker von beiläufig 100 Zentner , zu Kongsberg sollen Massen von mehreren 100 Mark, vorgekonuuen sejn. ln America sollen im iSten Jahrhundert Massen von 200 — 800 Pfund eingebrochen scyn. 5.jfj Spiessglanzsiiber. Andreasberg, in Schweden zu Sala vorgehoinmen, und überdiess an mehreren Orten in Tyrol, in England, Goru- wallis n. s. w. Im Klützgebirge ist es bisher einzig in den Gruben von Paseo, in America auf einem Lager von Brauneisenstein, mit diesem in leinen Blättchen gemengt, vorgehommen. Die Eingebornen nennen dieses Gemenge Pacos *). Die Benützung des Silbers zu Gerätbscbaflen , zu Bijou- teriewaaren , zur Münze, zu physikalischen und chemischen Geräthschaften, in der Arzneikunde u. s. w. ist bekannt. Das sogenannte _ Jrseniksilber scheint ein blosses Gemenge von Arsenik und Silber zu seyn, dem zu« eilen Eisen und ' Spiessglanz beigemengt ist. 285. Gattung. Spiessglanzsiiber. S\n. Prismatisches Antimon. Antimonsilber. Gerades rhombisches Prisma von 120° ungefähr. Theilbarkeit parallel der Endfläche der Grundform und in der Richtung von Abstumplungs- flaehen der spitzen Ecken, deutlich; parallel den Seitenflächen, unvollkommen. Die Krystalle sind gewöhnlich rhombische Prismen, mit Abstumpfung der scharten Seitenkanten, sechsseitige Prismen mit Abstumpfung der Grundkanten , und sechsseitige Prismen mit viertlächigcr, auf die Seitenflächen des Prisma’s aufgesetzter Zuspitzung. Zwillinge. Die Zusammensetzungs- Hache eine Seitenilache der Grundform, dieUmdrehungsaxe auf derselben senkrecht. Die Zusammensetzung wiederholt i sich oft an beiden entgegengesetzten Seitenflächen, und so entstehen Gestalten wie beim Arragon. H. = 3.5 Sp. Gew. = 94 - 9 82. Metallglanz. Oberfläche. Die Seitenflächen der Prismen ver- tical gestreift und oft einwärts geflogen. *) Von Leosiiakd führt ^Handbuch der Oryktognosie , 2 te Auflage S. ^0’2 , drahtfiirmiges Gediegcn-Silber, als Einschluss in späthigem Gsps) angeblich aus America, auf. Ich habe Gelegenheit gehabt, das Stück, worauf sich bezogen wird, und welches sich in der Sammlung des hier verstorbenen Dr. Lieboschitz befand , genauer zu untersuchen, und dabei gefunden , dass das Silber in die Höhlungen des Gjpses mit Wachs eingesetzt war. \ Silberglanz. 5-19 Undurchsichtig. Farbe silbenveiss. Durch Anlaufen gelb, grau oder schwarz. Strich unverändert. Spröde in geringem Grade. Bruch, uneben. Meist knollig , nierenförmig , der!) und eingesprengt. Körnig uud zuweilen strahlig-blällrig. 2 M. G. Silber + 1 M. G. Spiessglanz. flalb- Spiessglanz-Silber Ag 2 Sb. Zus. des SpirssgUuzsilbers, Spiessglanz. Silber. Summe. von Audrcasberg * 77 too ir 1 f frinlormgel. 8* 16 100 V grobkörniges j nach Koamwitii. 7 Ü 100 Schmilzt auf Kohle leicht zu einem grauen, spröden Metallkorn, und gibt Antimonrauch, und nach anhaltendem, gutem Blasen bleibt endlich bloss Silber zurück, ln der Glasröhre gibt es Antimonoxyd. Das Spiessglanzsilber hat sich bis jetzt an einigen wenigen Orten auf Gängen im Ur- und Lebergangsgebirge gefunden. Die ■wichtigsten Fundorte sind die Grube St. Wenzel bei W olf'ach ini Schwarzwalde , und die Gruben Samson, Katharina Neufang und Bergmanns Trost am Harze. Ueberdiess ist es zu Guadalcanal in Spanien und zu Allemont in Frankreich eingebrochen. Es ist ein reiches Silbererz und wird auf Silber benutzt. 28G. Gattiwg. Silberglanz. Svn. Hexaedrisclier Silber-Glanz. Glaser/. Glanzerz. Würfel. Theilbarkeit nach den Flächen des Würfels und in der Bichlang der Abstumpfungsflächen der Kanten desselben, sehr vollkommen. Die Kryslalle sind W iirfel , Würfel mit den Oktaeder- lläehcn , Würfel mit den Dodekaederllächen , Würfel mit den Trapezoederflachen undW ürfel mit den Oktaeder-, Dodekaeder- und Trapczocderllächen. Die Kryslalle häufig in Drusen versammelt, oder reihen- und Ireppenfürmig gruppirt 55o Silberglanz. H. = 2.0... 2.5. Sp. Gew. = 6.8... 7.1. Metallglanz. Oberfläche , oft uneben lind von geringen Graden des Glanzes. Undurchsichtig. Farbe schwärzlichbleigrau. Strich glänzend. Geschmeidig. Bruch muschlig... uneben. Häulig in zahnigen, gestrickten- bäum-, drabt- und haarförmigen Gestalten. In Platten, derb und als Anflug. Zuweilen erdig. 1 M. G. Silber + 1 M. G. Schwefel. Einfach- Scliwefel-Silber. Ag Su. Zus. des Silbcrg1an7.es, »Silber. Schwefel. Summe. nacli Klapaoth ; 85.00 i5.oo 100.00 künstlicher Silberglanz, nach Berzelils. S;.o3?. 12 . 9 GS 100.000 Schmilzt auf Kohle> schwillt stark auf, und bildet Blasen, die sich bei fortgesetztem Blasen zum festen Korn sammeln. Er riecht nach Schwefel iger Säure, und hinterlässt zuletzt ein Silberkorn , das von einer Schlacke umgeben ist, die Eisen- und Kupferreaction zeigt. Der Silbcrglanz. kommt auf Gängen im Urgebirge vor, und hat zu seinen Begleitern vorzüglich Gediegen - Silber, Arsenik , Sprödglaserz , Itothgiltigerz und Bleiglanz. In bedeutender Menge ist er bis jetzt nur in wenigen Ländern vorgekommen. Die wichtigsten Fundorte sind Freiberg, Jolianngeorgenstadt, Schneeberg, Annaberg und Marienberg in Sachsen, Joachinisllial in Böhmen, Schwatz in Tirol, Schemnitz und Cremnitz in Ungarn (wo er IVeichgetvachs genannt wird) , Guadalcanal in Spanien, Guanaxuato und Zacatecas in Mexico und Peru. Man hat ihn überdiess auf dem St. Wenzel im Schwarzualde , zu Andreasberg am Harze, in Norwegen, Cornwailis, und zu Markirch und Allemont in Frankreich und in Siberien gefunden. Kr ist ein sehr wichtiges Silbererz. Die sogcnannle Silber- schiviirzc ist erdiger Silberglanz. Sie ist auf dem St. Wenzel Sprödglaserz. 55 1 im Schwarzwalde , am llarze, in Ungarn, in Mexico und Peru als Ueberzug auf Silberglanz oder (^tiarz , Schwer- spalh u. s. xv. vorgekoininen. 287 . Gattlng. * Sprödglaserz. S\n. Prismatischer Meian-GJatu. Sprodglanzer/,. bcliwarzgiUigeri, /.um Theil. Gerades rhombisches Prisma von 107° lfi i und 72° 13'. Theilbarkeit parallel den Seilenlläelien der Grundlbrin und in derRichtung von Abstumpfungs- fläeheu der scharfen Seilenkanten derselben, unvollkommen. 1) ie Ilrystalle sind rhombische Prismen mit Abstumpfung der scharfen Seitenkanten ; rhombische Prismen mit Abstumpfung der stumpfen Seitenkanten und vierilachiger Zuspitzung u|i den linden, durch die Flächen eines rhombischen Oktaeders, welche auf die Seitenbauten aufgesetzt sind ; rhombische Prismen mit Abstumpfung der scharfen und der stumpfen Seitenbauten , an den Enden mit den Flächen des llhombenohtaeders , Abstumpfungsflächen der spitzen Ecken und den Flächen eines zweiten rhombischen Prisma’s. Zwillinge. Die Ztisamrncnsetzimgslläche parallel einer Abstumpfungsllädic der sjnlzcn Ecken ; die Uin- drehungsaxe senkrecht auf derselben. Die Zusammensetzung wiederholt sich parallel mit sich selbst und an verschiedenen gleichnamigen Flächen der Individuen , wodurch Gestalten erzeugt werden, wie beimArragon und wie beim Spürkics, ähnlich Fig. 56. Die Krystallo oft in Drusen, treppenförmig oder rosenfönuig gi uppirU II. = 2.0... 2.5. Sp. Gew. = (j.2... 6.3. Metallglanz. Oberfläche. Die Abstumpfungsfläclien der scharfen Seitenkante des primären Prisma’s und die Abstumpfungsfläclien der spitzen Ecken, parallel ihren Combinationskanlen gestreift; die übrigen f lächen glatt. Undu rebsicblig. Farbe eisenschwarz. Sellen bunt durch Anlaufen. Strich unverändert. Silberblcnde. 5üa Milde. Bruch muschlig... unehen. Auch derl) und eingesprengt. Körnig. Einfach-Schwefel-Silber mit Anderlhalb-Scliwe- fel-Arsenik? Ag Su + As 2 Su 3 . Zusammensetzung des Sprüdglanzerzc* , Silber. Arsenik. Schwefel. Eisen. Kupfer. Bei- gemeng- terfjuarr. Summe. V. neuen Morgenstern hei FreibeTg-, nach R. Baandks. f* 5 . 5 ooo 3.4G00 3.7^00 1.0000 flS.p'.) Riecht auf Kohle schwach nach Arsenik , und schmilzt zu einem schwärzlichgrauen , geschmeidigen Korn , indem es den Schwefel hartnäkig zurück hält. In der offenen llöhre schmilzt es, und setzt an das Glas weisse Kryslalle von ar- seniehter Säure ah. Im guten Oxydationsfeuer erhält man metallisches Silber. Ein Zusatz von Soda beschleuniget die Reduction. Das Sprödglaserz kommt auf Silbererze führenden Gängen im Urgebirge vor. Es hat sicli vorzugsweise in Sachsen, namentlich auf den Gruben Neuer Morgenstern, Himmels- fürst, Mittagssonne , Marcus Rübling und Alte Hoffnung Gottes bei Freiberg, sodann zu Schneeberg, Annaberg und Johanngeorgenstadt, in Böhmen zu Joachimsthal, Przibram, und in Mexico und Peru gefunden. Auch ist cs auf der Grube St. Weiv/.el im Schwarzwalde, zu Schcmnitz und Crcmnitz in Ungarn und am Harze vorgekommenen. Es wird zur Darstellung von metallischem Silber benutzt. 288. Gattung. * Silberblcndc. Sjn. Rubin-Blende. Rothgiltigerz. Rhomboeder von 107° 56'... 108° 20'. Theilbarkeit parallel den Seitenflächen der Grundform, ziemlich vollkommen. Die Hrystalle sind Combinationen der Flächen der Grundform mit dem zweiten sechsseitigen Prisma und mit den Flächen eines stumpferen Rhomboeders , welche die End- Silborblende. 553 kanten des primitiven abstumpfeu ; der Flächen des stumpferen Rhomboeders mit den Flächen des zweiten sechsseitigen Prisma’s und der Ilälf'te der Flächen des ersten, die als Abstumpfung der abwechselnden Seitenkanten des zweiten erscheinen , und iiberdiess treten öfters mit den genannten Flächen, die Flächen von gleichschenkligen und ungleichseitigen Trigonaldodekaedern in Verbindung. Häufig erscheinen auch Zwillinge. Die Zusammensetzungslläche parallel einer Seitenfläche des ersten sechsseitigen l’risma’s, die Umdreliungsaxe auf derselben senkrecht; die Zusammen- setzungsfläche parallel einer Fläche, w elche auf einer End- liante des ersten stumpferen Rhomboeders senkrecht steht, die Umdreliungsaxe der Kante parallel. Diese Art der Zusammensetzung wiederholt sich sehr oft an den gleichnamigen Endkanten , so dass manchmal eine grosse Anzahl ■von Individuen zu einer symmetrischen Gruppe vereiniget sind. Endlich kommen auch Zwillinge vor , bei welchen die Zusammensetzungsfläche parallel einerFläelie des stumpferen Rhomboeders und die Umdreliungsaxe senkrecht auf derselben ist. Die Kristalle gewöhnlich in Drusen vereiniget, aufgewachsen, oder büschel-und treppenförmig gruppirt. H. = 2.5... 5.25. Sp. Gew. = 5.5... 5.84- Glanz, Mittel zwischen halbmetallischem und demanlartigem Glanz... Demantglanz. Oberfläche. DaszweitesechsseitigePrisma, und die Flächen des zweiten stumpferen Rhomboeders gestreift; manche Flächen rauh oder gekrümmt. Halbdurchsichtig... undurchsichtig. Farbe koschenill- und kerqiesinroth... schwärzlichbleigrau. Strich kermesinroth... morgenroth. Milde, dem Spröden genähert. Bruch niusclilig... uneben. Auch derb , eingesprengt und angeflogen. Zuweilen trauhig. 5 M. G. Einfacli-Schwefel-Silber + 2 M. G. Anderthalb-Schwefel-Spiessglanz oder Schwefel- Arsenik ? 5 Ag Su + 2 (Sb 2 Su 3 . (As 2 Su :> . 554 Silbcrblendc. l Alt. Antimon-Silberblende (Spiessglanz-Silherldende. Spiessglanz-Rothgiltigerz. Dunkles Rothgilligerz). 3 Ag Su + 2 Sb 2 Su 3 . Rhomboeder ron i o0° ?.<>'. Kermesinroth bis schwärzlichbleigrau. Strich Kermesinroth. Au den Kauten durchscheinend bis undurchsichtig. Glanz, Mittel zwischen ludh- metallischem und demantartigem. H. = 2.5... 3.2 j. Sp. Gewicht = 5 . 72 ... 5.84. Zusammensetzung der Silber. Antimon, Schwefel. 1 rdig« J feile. Summe. Antimon - Silberblendc, nach v. Bo.nsdorff. 58.949 22.840 1G.609 0.299 98.703 Decrcpitirt etwas auf Kohle, schmilzt, brennt und raucht wie Antimon, ln der offenen Röhre raucht cs stark , und riecht nach schweleliger Saure. An das Glas setzt sich Antimonoxyd ab. Das Rückständige gibt im Oxvdalions- feuer ein reines Silberkorn. Rleibt als Pulver mit schwacher Salpertcrsäure übergossen, unverändert. Die Antimon-Silbcrblcnde lindet sich aul Gängen im Grund Uebergangsgcbirge, mit anderen Silbererzen, insbesondere mit Zinkblende , Illeiglanz und Schwefelkies. Die llauptfundorte sind Andreasberg am Harze , Joachimslhal in Rühmen , die Gruben Beschert Glück , Kurprinz und neue Hoffnung Gottes in Freiberg , Kongsberg in Norwegen, Schemnitz und Cremnitz in Ungarn. Sie ist vordem auch auf der Grube St. Wenzel im Schwarzwalde eingebrochen. 2 Art. Arsenik-Silberblende (Lichlcs-Rothgiltigerz). 3 Ag Su -f 2 As 2 Su 3 ? Rhomboeder von i07°36 / . Kosclicnill-und Kermesinroth. Strich morgenroth. 1 laibdurchsichtig bis an den Kanten durchscheinend. Demantglanz. Härte =: 2.5... 3.o. Sp. Gew. = 5-5 1 ... 5 . 59 . Die Bestandtheile sind Silber, Arsenik und Schwefel, aber noch nicht quantitativ bestimmt. Dccrepitirt auf Kohle, schmilzt und stüsst Arsenikdämpfe aus. ln der olfeuen Rühre gibt sie etwas gelben Sublimat von Schwefclarsenik und einen weissen Sublimat , der aus arsenichtcr Säure besteht, die sich in oktaedrischen Krvslallen an das Glas anle;rt. Das r» Pulver wird, mit verdünnter Salpetersäure übergossen, sehr bald schwarz. Die Arsenik-Silberblende, oder das lichte Jlothgiltigerz, kommt unter ähnlichen Verhältnissen wie die Autimon- Silberblende vor, und hat zu Begleitern vorzüglich Ge- Silberblcnde. 555 (liegen-Arsenik, AYasserldes, Kobalt-, Antimon-, Blei-und Silbererze und Kallispath. Sie Jindet sich vorzüglich zu Joaehimstlial in Böhmen, zu Annaberg, Sohneebcrg, Marienberg, Jolianngeorgenstadt und Freiberg, und liier auf den Gruben Hiinnielsf'ürst und Kurprinz , zuweilen von Antimon-Silberblende überzogen, zu Markircli in den Vogesen , zu Chalanehes in der Dauphinee, zu Guadalcanal in Spanien, auf der Grube Teufelsgrund Lei St. Trudpert im Schwarzwalde, und vordem ist sie auch sehr schön auf dem St. Wenzel bei Wolfach im Kinzigthal eingebrochen. Die Silherblende ist ein wichtiges Silbererz und wird mit anderen Frzen zur Darstellung des metallischen Silbers benutzt. Buf.ithal'Pt hat unlängst das sogenannte llothgiltigerz genauer untersucht und die Unterscheidung desselben, wie sie oben gesehen ist, lixirt. Kr bildet zwei Gattungen aus der früheren Gattung llolhgikigerz 1111(1 gibt diesen die oben gebrauchten Namen. leb bin darin von seiner Bestimmung abgewichen , dass ich die Gattung in zwei Arten llieilte. Antimon und Arsenik vertreten sich liier Avahrschem- lieb gegenseitig auf dieselbe Weise, wie beim Fahlerz, oder wie sich Kalk und Kupferoxyd heim Uranglimmer vertreten. Die beiden Arten von llothgiltigerz kommen öfters mit einander gemengt vor ; die Antimon-Silberblende enthält oft einen, oder mehrere Kerne von Arsenik-Sill)erb!ende• diese besitzt oftmals einen Uebcrzug der aus jener Art bestellt, und es gibt sogar Kristalle, die aus stängelig abgesonderten Stücken beider Arten bestellen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass eine Anliinon-Silberblende mit einem geringen Arsenik-Gehalt, und eine Arsenik-Silberblende mit einem geringen Antimon-Gehalt gefunden wird , und dass die Winkel der Grundform , je nach der Mischung , zwischen 107“ 36 / und io8° 20' schwanken. Als eine selbstständige Gattung dürfte später die Ilemi- /i rism a tische Ruh in - Ulende von Mobs aufgeführt werden, deren Grundform ein schiefes rhombisches l’risma ist. 51—51 = 86° F—S = ioi° 6'. Die Härte — 2.0... 2.5. Sp. Gew. = 5.2... 5 .;f. Mctallglanz , in den Demantglanz geneigt. Farbe eisenschwarz. Strich dunkel kirscliroth. Sehr milde. Die Krystalle haben viele Aehnlichheit mit denen des Eisenvitriols und sind gewöhnlich schiefe rhombische Prismen mit Abstunijifmig der spitzen Ecken. Es hat sieh die liemi- prismatische Rubin-Blende bis jetzt nur auf der Grube neue lloflnung Gottes zu Bräunsdorf in Sachsen gefunden. Sie enthält 35 bis 40 Procent Silber und überdiess Schwefel und Antimon in noch nicht bestimmtem Verhältnissen. 556 Silberhornerz. 289. Gattung. Silberhornerz. Sjn. Hexacdrisches Pcrl-Kcrat. Hurnerz. Chiorsilbcr. Ilornsilber. Würfel. Theilbarkeit, nicht beobachtet. Die Ifrvstalle sind Comhinationen der Würfel- und Ok- taederllacben und der W ürfel und Dodekaedertbiehen, gewöhnlich sehr klein, oft zu drüsigen Häutchen verbunden, oder reihen - und treppenförmig grtippirt. H. = 1.0... 1.5. Sp. Gew. = 5.5... 5.G. Fettglanz, in den Demantglanz geneigt. Oberfläche. Der Würfel zuweilen parallel den Combinationskanlen mit dem Dodekaeder schwach gestreift. Durchscheinend... schwach an den Kanten durchscheinend. Farbe, perlgrau. Ins Lavendel- und Violblaue einerseits, ins Graulich-, Gelblich- und Griin- lichweisse und ins Zeisig-, Spargel-, Pistazien- und Lauchgrüne andererseits verlaufend. Wird am Lichte braun. Strich, glänzend. Geschmeidig. Bruch, musclilig. Auch derb und eingesprengt. Feinkörnig oder stiingelig abgesondert. { M. G. Silber 1 M. G. Chlor. Einfach- Chlor-Silber. Ag. Chi. Zusammensetzung .Silber. Chlor *). Summe. des Silberhorncrzcs, aus Peru • nach Klaprotu. 76.00 2^.00 100.00 Schmilzt auf Kohle zu einer Perle, die nach dem Grade der Feinheit perlgrau, bräunlich *) Nach der Angabe Klait.otii.s , dass das Erz 16-4 Salzsäure und 7.G Sauersluli enthält, auf Odor rcclucirt. Osmium-Iridium. 557 oder schwarz und schlackig ist. Im Reductions- feuer gibt es ein Silberkorn, lind mit Phosphorsalz und Kupferoryd, Salzsäurereaction. Das Silberhornerz kommt vorzüglich auf Gängen im Urgebirge, und zwar beinahe immer in den oberen Teufen, vor. hi bedeutender Menge kommt es nur zu Fresnillo, Zacatecas und Catorce in Mexico und zu lluantajavo in Peru vor. Zu Johanngcorgenstadt in Sachsen ist es früher gleichfalls in grossen Massen vorgekonnnen. ^Veitcrc Fundorte sind Markirch in den A ogesen, Kongsberg in Norwegen, lluel Mexico in Cormvallis, Kolywan in Siberien und Annalierg in Oesterreich. Ein Gemenge von Thon und Silberhornerz ist früher zu Andreasberg vorgekommen und w urdc Uutlennilchsilber genannt. Mau benützt das Silberhornerz auf metallisches Silber. Gansek'ölhigsiiber nennt der I’ergmann einiger Gegenden Gemenge von Silbererzen mit Krdkohalt , Kobaltblüthe, Thon , Niekeloeker , Operment u. s. w. Fs sind solche vorzüglich zu Allemont in der Dauphinec , zu Schemnitz in Ungarn und am Ilarze vorgekonnnen. 22. FAMILIE DES IRIDIUMS. Mineralien, deren Grundlage das Iridium ist. Es hoinnit dieses Metall selten in der Natur vor und man hat es bisher nur in \ erbindung mit Osmium, zu einer eigenen Mineralgattung vereiniget gefunden, die wir hier betrachten. 290. Gattltvg. Osmium- Iridium. Sy n. Iridosmin. Osmirulium, Iridiumerz, Sechsseitiges Prisma. (Spitzes Rhomboeder, Breithaupt. ) Theilbarkeit , parallel der Endfläche der Grundform. Die Krystalle sind tafelartige sechsseitige Prismen, an denen zuweilen Dihexaederflächen Vorkommen, und sehr selten. 558 Clediegen-Palladitmi. II. = 6.0... 7.0. Sp. Gew. = 19.5. Wollaston. 17.96... IS.57. Brf.ithau PT. Metallglanz. Lndurclisichtig. Farbe, stalilgrau, ins Liclitbleigraue geneigt. Spröde. Lose Korner. Osmium-Iridium. Ir. Os. Zusammensetzung des Osmium-Iridiums, nach Xuomson*. Iridium. Osmium. Eisen. Summe. 72.9 24.5 2.G 100.0 Verändert sieb vor dein Lötbrohr nicht, sowohl für sich selbst, als mit den gewöhnlichen Flüssen. Wird von Königswasser kaum angegrill'eu. Das Osmium-Iridium findet sich in dem Platin führenden Sande in Brasilien und hei Kuschwa und Ekatharinenhurs n in Sifierien. Das Uralischc Osmium-Iridium bestellt nach Eauoiku aus 3 Theilen Iridium und i Theile Osmium. Nach den Versuchen von Farad ay und Stop aut gibt i Theil Osmium-Iridium mit 33.3 Theile Eisen eine bläuliche Legirung , -welche sich gleich dem Stahl etwas harten liisst, und viel weniger rostet als dieser. Mit Stahl scheint das Osmium-Iridium sich in allen Verhältnissen zusaimnen- schmelzen zu lassen. 25. FAMILIE DES PALLADIUMS. Mineralien, deren Grundlage das Palladium ist. Es findet sich sehr selten und zwar im gediegenen Zustande. 291. Gattung. Gediegen-Palladium, Quadratisches Oktaeder. Theilbarkeit nicht beobachtet. Die Krystalle sind nach Sowebby quadratische Oktaeder und quadratische Prismen. Gediegen-Gohl. 53y If. = 2.5 ? Sp. Gew. = 11.8... 12.14. Mefallglanz. Undurchsichtig. Farbe, silbenveiss... stalilgrau. Geschmeidig und dehnbar. Körner von fasriger Slruclur. Palladium mit etwas Platin und Iridium. Verändert sieb vor dem Lölhrolir nicht. Lust sieb in Salpetersäure auf. Findet sich im Pktlinsonde und Goldsande Brasiliens und wie es scheint auch im LTalischen Plalinsande. 24. FAMILIE DES GOLDES. Mineralien, deren Grundlage das Gold ist. Es lindet sielt dieses Metall im gediegenen Zustande, in Verbindung mit Silber, und in Verbindung mit Silber, Tellur und Blei. Sp. Gewicht 5.7... 19.5. Die Mineralien dieser Familie binterlasseu beim Ab treiben mit Blei ein silberhaltiges Goldkorn. 292. Gattung. * Gediegen-Gohl. S_vn. llcxacdrsichcs Gold. Würfel. Theilbarheit, nicht beobachtet. Die Krystalle sind Würfel , Oktaeder , Rhombendo- dehaeder, Trapezoeder, 'Würfel mit den Oktaeder-, mit den Trapezoeder- und mit den Dodehaederlhichen. Zwillinge. Die Individuen sind Trapezoeder, die Zusammen- setzungsflaclie eine Oktaederllachej die Umdreliungsase senkrecht auf derselben. II. = 2.5... 5.0. Sp. Gew. = 12.6... 19.4. Metallglanz. Oberfläche. Die Würfelflächen oft coneav; die Trapezoederflächen parallel den Combinations- 56o Gcdicgen-Gold. kanten mit dein Oktaeder und dem Würfel gestreift; die Oktaederllächen tlieils glatt, tlieils raub. Undurchsichtig. Farbe goldgelb, ins Messinggclbe und ins Grau- liclmclbe verlaufend. Strich glänzend. Geschmeidig und dehnbar. Bruch hackig. Meist in dralit- und haarförmigen, in zahnigen, gestrickten, ästigen und baumförmigen Gestalten, in Blechen, Blättchen ; auch derb und eingesprengt; in abgerundeten, slumpfeckigen Stücken ; in platt gedrückten Körnern, als Sand und Staub. Metallisches Gold , in verschiedenen Verhältnissen mit Silber und zuweilen auch mit Platin verbunden. Au. Man kennt bereits sieben Vei’- hültnisse, in welchen sich Gold mit Silber vereiniget. 1 M. G. Gold + 1 M. G. Silber; 2 M. G. Gold + 1 M. G. Silber; 5 M. G. Gold + 1 M. G. Silber; 6 M. G. Gold + 1 M. G. Silber; 8 M. G. Gold ■+■ 1 M. G. Silber. 1 M. G. Gold + 2 M. G. Silber und 12 M. G. Gold + 1 M. G. Silber *). Boussisgallts Anahsen des Gold. Silber. Ei.scu. Summe- Gediegen - Goldes, von Marmato, 73.45 26.48 — 99 98 — Malpaso, 8S.24 I I.7O — 100.00 — Ojas-Anchas, 84-50 10.no — 100.00 Trinidad bei St. Rosa, 82.40 i 7 . 6 o — 100.00 von St. Rosa de Osos. 64.93 35.07 — 100.00 Elebtrum vom Schlangenberg, nach Klaproth. 640 36.0 — 100.0 Güldisch Silber v. Schlangenberg, nach Fordvce. 28.0 72.0 — 100.0 Mesinggelbes Gold, nach I.Aii padics. 96-9 2.0 1.1 100.0 *) Man hat der Verbindung von 2 M. G. Gold und 1 M. G. Silber, den Namen Siektrum , und der Verbindung von 1 M. G. Gold und 2 M. G. Silber den Namen Güldisch-Säber gegeben. Je grösser der Silbergehalt ist , desto blasser ist die Farbe. Die Beimengung von Platin macht das Gold graulichgelb. Gediegen-Gold. 56 1 Schmilzt schwer. Löst sich in Königswasser unter Absatz von Hornsilber. Das Gediegen-Gohl findet sich vorzüglich «auf Gütigen im Uebergangsgebirge, Es liommt an vielen Orten , aber nur an wenigen in bedeutender Menge vor. Quarz, Schwefelkies und Brauneisenstein sind seine vorzüglichsten Begleiter. Im Grünstem- und Syenitgebirge findet es sich in Ungarn und Siebenbürgen, zu Cremnitz, Sciienmitz, Nagyag, Ofl’en- banya und Zalathna , und in Choco und Antioejuia in Süd- amcrica ; auf den Brauneisenslein- und Quarzgängen in Nordcarolina und nahe bei Curacao , auf der Insel Aruba in der Grauwacke und im Thonschiefer ; zu Beresofkk in Siberien , in Peru , Mexico und Neuspanien, ln Brasilien kommt es in einem Eisen-Conglomerat an der Serra da I’iedade bei Sahara und am Pic von Ilabira , sodann in Minas Gcraes in einem mit Eisenglimmer übersetzten Glimmerschiefer vor. ln der Nahe von 1‘üsing , ferner zu Botza und 3Iagurha in Ungarn , am Schlangenberge in Siberien, im Lungau und in der Bauris im Salzburgischen, im Teines- warcr Bannat , kommt cs auf Lagern vor. In geringer Q uantität ist es zu Kongsberg in Norwegen , im Zillerthal in Tyrol, zu Tilkcrode am llarze, am Ilundsriicken, bei la Gardette in Frankreich und an einigen andern Orten gefunden worden. Im auf’gesehwemmten Lande, im Thon, im Sande , der gewöhnlich Magneteisenstein , Chromeisen und Edelsteine, so wie Brauneisenstein, Grünslein- und Syenit- gerölle , und zuweilen Platin enthalt , findet es sich als Waschgold, vorzüglich in Mexico, Peru, Brasilien, ander Ostseite des Ural , zwischen den Hügeln der Nordostseite der Insel Aruba *) , in Nordcarolina , Chili , zu Ohkipian in Siebenbürgen und an mehreren Orten in Africa. Mehrere Flüsse, wie die Donau, der Rhein **), die Aar, die Isar, der Rio Atrato in Choco ***) , mehrere Flüsse in China, Brasilien , Indien , u. s. w. führen Gold. In der neuesten Zeit wurde in Grosbach bei Enkirch in der Moselgegend, *) Auf Aruba wurden in neuerer Zeit im aufgeschwemmten l ande Stücke von Gediegen-Gold gefunden, die 5 bis 6 niederländische Pfunde wogen. Aruba's Gold ist 21 karätig. Die Beimischung besteht vorzüglich aus Silber. **) Das Gold, welches man im Bheinsande findet, liegt im Schuttlande, das seine Ufer bildet, wird von Wasser ausgewaschen, dahin und dorthin geführt und wieder abgesetzt , wodurch die sogenannten Goldgründe entstehen. ***) Im Sande dieses Stromes soll ein Goldstück von 23 Pfunden gefunden worden seyn. Waiihnpi Almn aUi' ■' C) Schrifterz. 56a ein Stück Gedigcn-Gold von vier Lolli Gewicht gelinden, und in Stückchen von mehreren Dukaten an YVerth lunnnt es öfters in dem Goldbach bei Andel , unfern ßern- liasto], vor. Der Gebrauch des Goldes ist bekannt. 293. Gattung. Schrifterz. Syn. Prismatischer Antimon-Glanz. Schriftgut«]. Schrift-Tcllir. Spitziges Rhomboeder. Die Dimensionen unbekannt. Tlieilbarkeit, rechtwinkelig gegen die Axe der Grundform, sehr vollkommen. Die Krystalle sind nadelförmig und spiessig , reihen- förmig verbunden und zu Schriftzügen ähnelnden Gestalten gruppirt. Oftmals sind sie einzeln in das Gestein eingeivachsen, oft bilden sie Ueberziige und Drusenbäutebe/i. II. — 1.5... 2.0. Sp. Gew. = 5.7... 5.8. Melallglanz. Undurchsichtig. Farbe stahlgrau. Strich unverändert. Sehr milde. Bruch uneben. Tellur-Silber-Gohl. Ag Te + 6 Au Te 3 . Zusuiri men.setzung ' Gold. Silber. Tellur. Summe lies Sclirifterzes , n. Klapkotii. 3o 10 Go IOO Schmilz auf Kohle zu einer dunkelgrauen Metallkugel und beschlägt die Kohle mit einem weissen Rauche, der in der Reductionsflamme mit einem blaugrünen Scheine verschwindet. Bei fortgesetztem Blasen bleibt am Ende ein liclit- gelhes Metallkorn zurück, das im Erstarrungsmomente w eissglühend wird und nach der Abkühlung geschmeidig ist. In der offenen Rühre setzt es NT cisserz. obi einen weissen Raucli al), der sicli zu durchsichtigen Tropfen schmelzen lässt. Der Fundort dieses seltenen Minerals ist Offenbanya in Siebenbürgen. Es liommt dort mit Gediegcn-Gold, Schwefelkies , Quarz, Zinkblende u. s. w. auf schmalen Gängen im Porphyrgebirge , zumal auf der Grube Franziscus, vor. Spuren davon finden sich zu Nagyag. Es wird auf Silber und Gold benutzt. 294. Gattung. TVcisserz. Svti. Wcisssvlvanerz. Geibcrz. Weisses Golderz. Gerades rhombisches Prisma von 105° 50'? Tlieilbarkeit, sehr unvollkommen. Die Krystalle sind rhombische Prismen mit Abstumpfung der Ecken und Kanten, und gewöhnlich nadelförmig. Weich. Sp. Gew. = 10.67. Metallglanz. Undurchsichtig. Farbe , silhervveiss. Wird durch Anlaufen gelb, grau und schwarz. Strich unverändert. Wenig milde. Bruch uneben. Auch in krystallinischen Blättern und eingesprengt. Tellur-Gold mit Tellur-Silber und Tellur-Blei. 3 Au 2 Te 3 + 2 Pb Te + Ag Te. Gold. Silber. lllei. Tellur. Schwefel. Summe. 26.75 8.5o 19.50 44.75 o.5o 1U0.00 Zusammensetzung des Weisserzes, n. Klaprotu. Schmilzt auf Kohle unter Ausstossen eines Ret- tiggeruehs zu einem Korne. Löst sich leicht in Salpetersäure auf. Findet sich mit Quarz, Zinliblende, Kalkspalh, Tellurhlei und Gediegcn-Gold auf wenig mächtigen Gängen im Porphyrgebirge zu Nagyag in Siebenbürgen. 25. FAMILIE DES PLATINS. Mineralien, deren Grundlage das Platin ist. Es kommt dieses Metall in der Natur seilen rein vor, sondern gewöhnlich in Verbindung mit Gold, Palladium, Rhodium, Iridium, Osmium, Eisen , Kupfer und Blei. Die Familie zählt bis jetzt nur eine Gattung. 295. Gattung. Gccliegcn-Platin. Svn. Gediegenes t’latin. Würfel. Theilbarkeit, nicht beobachtet. Die Rrystalle sind Würfel und hoimneu sehr seilen vor- II. = 4-5... 5.0. Sp. Gew. = 17.1... 17.6. Melal (glanz. Oberfläche rauh. Undurchsichtig. Farbe slahlgrau... bleigrau. Strich unverändert. Geschmeidig und dehnbar. Bruch liackig. Gewöhnlich in Körnern, die bald eckig, bald glatt, und zuweilen porös sind ; auch in slumpfeckigen Stücken und als Sand. Metallisches Platin, mit Spuren von Gold , oder mit den oben genannten Beimengungen. Pt. Zusammens. d. Gediegen-Platins aus America , nach Wollaston ; Platin von blei- grauer Farbe , vom Ural ; v. NisrbneiTapilsk, nach Osann. Platin. Gold. Palladium. Iridium. Rhodium. Eisen. Kup- Schwefel. Rückstand. Sum. 100 80.87 83.07 Spur. Spur. 1.64 0.26 >- 9 > U.07 o.5f) t. 3 o ■to. 79 3-o5 i. 3 o l 1 <0 0.11 r.So 1 00 <*.83 99 7 2 Bleibt vor dem Lötlirohr sowohl für sich, als mit den Flüssen, unverändert. Löst sich in Koni 8 S - Gcdiegen-Platin. 565 wasscr auf. Die Auflösung gibt mit Salmiak einen gelben Niederschlag. Das Gcdiegen-Platin kommt zu Santa Rosa in Antioquia auf Brauneisenstein uml Gold führenden Gängen , die im Syenitporphyr aufsetzen , in Gestalt rundlicher Blättchen vor. Gewöhnlicher findet cs sich im Schuttlande; so in Choco und Barbacoas in Siidamerica , mit Gediegen-Gold, Osmium-Iridium, Magneteisenstein und Edelsteinen; in Minas Geraes in Brasilien mit Demant; im Thalc von Jahy auf' St. Domingo; bei Xischnei Tagilsk und hei Kuschwa in Siherien mit Gediegen-Gold, Gediegen-Blei, Osmium-Iridium, und magnetischen, etwas geschmeidigen, stahlgrauen Körnern, die ein sp. Gew. von 14.67... 15.79 l la hen und nach Osajsn aus 86.33 Eisen, 8 .i 5 Platin, 0.48 Kieselerde und 4A0 unauflöslichen Theilen bestehen und somit Platineisen sind, v. IIi-.uboi.dt hat aus Südamerica ein Platinstück mit- gehracht, das etwas grösser als ein Taubenei ist, 1088.6 Gran wiegt und sich in der Berliner Sammlung befindet. I11 der Madrider Sammlung soll ein Stück, angeblich 1814 bei Condoto gefunden, von 11.641 Gran liegen. Die Petersburger Sammlung bewahrt ein Stück Gcdiegen-Platin von io s % 5 russischen Pfunden *) , das auf den De.iii- DOKFschen Besitzungen in Siherien gefunden wurde. Das Gcdiegen-Platin wird zur Darstellung von metallischem Platin angewendet , welches in neuerer Zeit eine ausgedehnte Anwendung erhalten hat. Es wird zu physikalischen und chemischen Apparaten , zum Yerplatiniren von Thongefässen, zu Lampen, zu Medaillen und Schaumünzen u. s. w. benützt. II. Classe. Organische Verbindungen. Die Mineralien dieser Classe werden in höherer Temperatur verkohlt, verbrennen beinahe alle mit Flamme und gehen im Feuer einen brenzligen Geruch aus. Durch Reihen werden sie negativ elektrisch und dabei sind sie Isolatoren. *) 10Pfund russisch sind 9-204. kölnisch II. Gew. 566 ilonigstcin. 1. FAMILIE. SALZE. l)ic Mineralien dieser Familie sind Verbindungen einer organischen Saure mit einer unorganischen Basis, organisch-saure Salze. 29G. Gattlag. Honigstein. Syn. Pyramidales Tuelichron-Harz. Mellit. Quadratoktaeder mit dem Endkantenwinkel von 121° 44 / 59" Breititaupt. Theilharkeit parallel den Flächen der Grundform, sehr unvollkommen. Die Krystalle siiul gewöhnlich Quadratolitaeder; öfters sind die F'iächen desselben in Verbindung mit einer horizontalen Endfläche; ferner erscheinen Flächen eines quadratischen l’risma's als Ahstumpfungsilächen der Grundechen des Ohtaeders und zuweilen sind diese vorherrschend , so dass die Combination wie ein quadratisches, mit vier auf die Seitenkanten aufgesetzten Flächen zugespitztes Prisma erscheint, und Flächen eines stumpferen Oktaeders , als Abstumpfungsllächen der Endkanten der Grundform. II. = 2.0... 2.5. Sp. Gew. = 1.5... 1.6. Fettglanz, glasartiger. Oberfläche. Die Flächen (1er Grundform zuweilen gestreift, die horizontale Endfläche meistens convex; die Flächen des stumpferen Oktaeders, rauh. Durchsichtig... durchscheinend. Farbe honiggelb, ins Wachsgelbe und Ilya- zintlirotlie verlaufend. Strich weiss. Milde in geringem Grade. Bruch muschlig. i\ur in Krystallen, die einzeln, oder gruppirl, in Braunkohle eingewachsen sind. Einfacli-honisrsteinsaurc Thonerde mit 6 M. G. O Wasser. A M + 6 Aq. *) *' M bedeutet in dieser Formet, Hoii'^tenisjurc. IIuml)oldtit. Ü67 Zusammensetzung Thonerdo. KoitiusU-iu- Wasser. Summe. tles Honigsteins, nach Wühler. ij.5 4 *4 44* 100.0 Gibt im Kolben Wasser , wird weiss und undurchsichtig. Durch Glühen wird er verkohlt. Auf Kohle wird er schwarz, glüht und brennt sieh im guten Feuer weiss, wobei er sehr zusammenschrumpft. Der Rückstand verhält sich wie Thon erde. Findet sich in dem Braunkohlen-Lager zu Artern in Thüringen. 297. Gattung. Ilumboldtit. Sjn. O.valit. Oxalsaurcs Eisen. Eisen-Kcsin. Gerades rhombisches Prisma? Theilbarkeit nicht beobachtet. Die Krystalle sind überaus klein und haarfürmig. II. = 1.5. Sp. Gew. = 2.15... 2.2. Wenig glänzend... schimmernd. U ndurchsichtig. Farbe ockergelb und strohgelb... licht graulichgelb. Strich lichter als die Farbe. Bruch uneben... erdig. Meist in kristallinischen Parthieen, in Platten; auch traubig, fasrig, körnig; öfters dicht. Kleesaures Eisenoxydul. F. Ox. *) Zusammensetzung Eismoxydul. Kleesäure. Summe. tl. Humholdtits, n. Mamaro de Rivero. 53.86 46.14 100.00 Hinterlässt beim Glühen Eisenoxyduloxyd. Löst sich in Salpetersäure. Die neutrale Auflösung 0 Ox für Oxalsäure oder Kleesäure. 360 Bernstein. gibt mit salzsauren Kalk einen weissen, mit Ammoniak einen rolhbraunen Niederschlag. Findet sicli auf Klüften der Braunkohle zu Gross-Allme- rode in Hessen und zu Koloseruk in Bülimen. 2. FAMILIE. HARZ. Die Mineralien dieser Familie halten das Ansehen des vegetabilischen Harzes, brennen mit hell leuchtender, stark missender Flamme unter Ausstossen eines eigenthiimlichen Geruches und schmelzen zu einer braunen Masse. Sie lösen sick in starkem warmem Weingeist auf. 298. Gattung. Bernstein, S;n. Gelbes Erd-llarz. Succinit. Gelbe Ambra. Unregelmässige Gestalt. Theilbarkeit fehlt. II. = 2.0... 2.5. Sp. Gew. = 1.0... 1.1. Fettglanz. Durchsichtig... durchscheinend. Farbe gelb. Honiggelb, ins Wachsgelbe, Gelblich- und ftöthliehbrauue einerseits, ins Sehwefel- und Strohgelbe und Gelblicliweisse andererseits verlaufend. Strich weiss. Spröde, in geringem Grade. Rruch muschlig. Stumpfeckige, rundliche Stücke und Körner, gewöhnlich mit unebener, rauher Oberfläche. Seltener eingesprengt, oder in getropfter Form. Enthält öfters Einschlüsse von Insecten und Pflanzen t heilen. BestehL aus einem eigenthiimlichen Harze und aus Bernsteinsäure. Die entfernteren Bestandtheile sind Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff. 4 Rcsinil. 56t) Kohlenstoff. Wassser- stofT, Sauerstoff. Uritmileiiei- menguiigen. Kall-, Thon - uii.l Kieselerde. Summe. 80.59 7.31 6.73 3.27 97-00 Zusammensetzung des Hornsteins, aus dem Hcnnegau ; nach Draimetz. Schmilzt, indem er sich zersetzt und \erbrennt it ge' Kohle. mit gewiirzhaftem Gerüche und Hinterlassung von Der Bernstein kommt vorzüglich in der Braunkohlen- f’ormation vor. Man lindet ihn zuweilen in Braunkohle eingeschlossen, weit öfter aber im Schuttlande der Niederungen und im Lehm und Sande der Meeresküsten. Das lockere Gebirge wird durch den Wellenschlag an den Küsten zerstört , der Bernstein ausgewaschen , und entweder ausgewogen , oder durch die Brandung in die See geführt. Im ersteren Falle wird er zusammengelesen und gegraben, im letzteren wird er gefischt. Die wichtigsten Fundorte sind die preussischen Küsten der Ostsee; die Küstengegenden von Curland, Liefland, Mecklenburg, Pommern und lfiinne- mark, und die Gegend von Catanea und Girgenti in Sicilien. ln Braunkohle eingeschlossen hat man ihn am Schicnerbergc am Bodensee , bei dem Ilofgute Wiesholz unfern Worb- lingen , auf Grönland , in Siherien , in Maryland und an einigen andern Orlen.-in Frankreich gefunden. Im Canton Basel ist er in den Lias-Schiefern der neuen Well vor- gckpmmen. Weitere Fundorte sind die Küsten von Suffolk, Norfolk und Essex in England; Trahcniercs in Frankreich, Alicante in Spanien u. m a. Seine vegetabilische Abkunft ist ausser Zweifel gesetzt. Er ist das Harz eines untergegangenen Baumes. Der Bernstein wird zu verschiedenen Firnissen, zur Darstellung der Bernsteinsaure, welche man in der 3Iedicin und in der Chemie anwendet , als Räucherpulver , zu Kunstarbeiten und Bijoutericwaaren benützt. Reine und grosse Stücke werden ziemlich theuer bezahlt. Die Sammlung der Gesellschaft der Wissenschaften zu Upsala bewahrt ein Stück Bernstein, in welchem eine völlig aufgebrochenc Blumenkrone eingeschlossen ist. 299- Gattung. Itcsinic. S\n. Rcsinil. Rcsinasphult. Retinasphalt. Unregelmässige Gestalt. Thcilbarheil fehlt. Mcsinit. 5;o II. = 2.0... 2.5; zuweilen zerreiblieli. Sp. Gew. = 1.1... 1.2. Fellglanz. Durchscheinend an den Kanten... undurchsichtig. Farbe rötfdich - und gehlichhraun ; auch bräunlich-, isabell- und graulichgelb. Gewöhnlieh sind die Farben unrein, und öfters wechseln sie in Streifen. Zuweilen zeigt sich wolkige Farbenzeichnung. Strich weiss. Spröde und sehr leicht zersprengbar. Bruch flachmusclilig... uneben. Stuinpfeckige, rundliche Stücke, mit unebener und rauher Oberfläche. Auch in kleinen Körnern und als Ucberzug. Besteht aus einem eigenen Harz und aus Bitumen. Zusammen*, des Kesinits von Hovev, nach IIatchett ; d. Kes. von Cap Sablc, nach Troost. Harz. Bitumen. Kisennxjd u. I honerde. Summe. 55 4 » — 97 4 ' 2.5 55.5 i.5 99-ä Schmilzt zu einer braunen Masse. Verbrennt mit eigenthümlicliem, aromatischem Geruch. Findet sich am ausgezeichnetsten am Cap Sable in Maryland in Braunkohle. Mehr und weniger ausgezeichnete Abänderungen kommen zu Wclkow und Uttigshol'in Mähren, zu Saska im Bannat, zu Bovey in Devonshire, in Tvrol und auf Grönland vor. Auch in Thüringen und an mehreren Orten in der Nähe von Halle hat man ihn gefunden. 5. FAMILIE. BITUMEN. Mineralien , welche einen eigenthiimlichen bituminösen Geruch, eine schwarze oder braune Farbe besitzen und mit stark leuchtender, missender Flamme, unter Entwickelung aromatischer Dämpfe, verbrennen. Elaterit. 500. Gattung. Elaterit. Sjn. Elastisches Erdpcch. Federh.irz. Unregelmässige Gestalt. Theilbarkeit fehlt. Sehr weich. Sp. Gew. = 0.9- 1.25. Feltglanz, schwacher. Durchscheinend an den sichtig. Farbe schwärzlichbraun , Kanten... undureh- ins Röthlichbraune und Dunkel-Olivengriine verlaufend. Bruch muschlig... eben. Elastisch. Riecht bituminös. Derb. Zuweilen schwammig. Eigenlhumliche Substanz, die aus Kohlenstoß, Sauerstoff, "Wasserstoff und Slickstolf besteht. Zusammensetzung des Elaterits, von Derbysliire j v. Moplrelais, nach Hexay d. j. Kohlenstoff. Sauerstoff. Wasserstoff. Sldcksloff. Summe. 02.200 4o.ioo 7-496 0.154 100.0 58.2 Go 36-74G 4.890 0.104 100.000 Brennt mit stark leuchtender russender Flamme und aromatischem Geruch. Unlöslich in "Weingeist Findet sich auf der Blcigrube Odin zu Dcrbyshire in F.ngland, auf einer Steinkohlengrube zu Montrelais im Dep. der unteren Loire in Frankreich und in der Braunhohlen- förmation des vulcanischen Gebirges zu South -Bury bei Ncw-Haven in Nordamerica. 501. Gattung. * 4spha.lt. S)n. Ertlpccli. Schwarzes Erd-Harz, zum Thcil. Regelmässige Gestalten und Tlieilbarkeit fehlen. H. = 2.0. Sp. Gew. — 11... 1.2. Fetlglanz. Elateril. Durchscheinend an den kanLen... undiirch- j siehlig. j Farbe bräunlichschwarz lind sammelscli warz. ! ' Strich unverändert, zuweilen etwas lichter als die Farbe. Milde. Bruch vollkommen muschlig. Riecht bituminös. Kugelige, nierenförmige, traubige, tropfen- artige Gestalten; derb, eiugesprengt und als Ueberzug. Besteht aus Koldenstoff, Sauerstoff, Wasserstoff und Stickstoff, in noch nicht genau ausgemittellen Verhältnissen. j Schmilzt leicht,; brennt mit bell leuchtender, 1 missender Flamme und bituminösem Gerüche, und , hinterlässt, wenn er nicht vollkommen rein ist, eine grauliche Asche, die aus Erden, etwas Eisen- und Manganoxyd besteht. Schwefelsäure löst ihn zu einer schwarzen, dicken Flüssigkeit auf. j Der Asphalt findet sich auf Bleiglanzgängen im Heber- j gangsgebirge , zu Derbyshire in England , auf Eisensteins- ; gangen in der Grauwacke und im Uebergangskalke zu lberg ] bei Grund am Harze, auf Lagern von Magneteisenstein zu Dannemora in Schweden, im Kalkgebirge zu Ilex , Yalorbe « und Travers in der Schweiz , bei der Karlsbütte in Hannover , im Kirchenstaat , in Sicilien u. s. w. Im Schwarzwalde findet er sich nicht selten in Mergelkugeln der Lias- fonnation ; so zu Feldberg bei Miillheim , zu Ewatingen und Fützen bei Bonndorf; ferner in der Nähe von Ubstadt. Auf der Insel Trinidad im westindischen Archipelagus ist ein See, auf dessen Oberfläche grosse zusammenhängende Asphaltmassen schwimmen, und der desshalb denNamen^/sp^«//- Sec trägt; auch an den lifern des todten Meeres findet er sich in ansehnlicher Menge. Man benützt ihn vorzüglich zum Anstrcichcn auf Leder und Holz , zu schwarzem Firniss auf F.isenwaaren , zu schwarzem Siegcllah, als Brenn - und Beleuchtungsmatcriai, und zum Firniss der Kupferstecher. Seine Auflösung in Terpentin- oder Lavendelöl gibt , mit Lampemuss und etwas Bcrnsteinlirniss versetzt , eine unauslöschliche Tinte. Steinöl. 5-3 4 . FAMILIE. OET, Oelarlige und brennbare Substanzen , die aus Kohlenstolf und "Wasserstoff bestellen. 502. Gattung. * Slcinöl. Syn. Erdöl. Naplitlia. Flüssig. Sp. Gew. = 0.7... 0.9- Fettglanz. Durchsichtig. Farbclos, gelblichweiss. An der Luft und am Lichte dunkler an Farbe, endlich gelblich- und schwärzlichbraun , und zugleich zähe lliissig werdend. Riecht bituminös. Fühlt sich fettig an. Sehr flüchtig. Zus. des Slcindls Min Miano, Kohlenstoff. Wasser-toff. Summe. 12.2 1 00.0 nach Salsscre; des Slcindls aus Persien, nach Thomson. S ■!.'>. .t-8 1 oo.o Leicht entzündlich. Brennt mit hellleuchtender, starkrussender Flamme, unter Ausstossung eines eigenthümlichen bituminösen Geruches. Wasser nimmt den Geruch desselben an , ohne etwas davon aufzulösen. Auflöslich in Weingeist. Das farbelose, oder nur schwach gelblich gefärbte Steinöl wird gewöhnlich ISaphlha genannt ; das durch Einwirkung der Luft und des Lichts dunkler, schwärzlichbraun gewordene Bergöl, und das zähe flüssige, Bergtheer oder Maltha. Das Steinöl kommt in Kalk-, Mergel-, Sandstein-, Thon- undSandgcbilden, in kleinen und grösseren Quellen des Fiötz- gebirges vor, und zuweilen findet man cs in Gesteinen eingeschlossen oder die Masse derselben davon durchdrungen, ln einer reinen reichen Quelle findet es sich bei Amiano im Herzogthum Parma. Helleres und dunkleres kommt am Berge Zibioin Modena, beiSassuolo vor. lnSicilicnfindet es sich invcrscliic- Scheererit. 5?4 denen Abänderungen in derGegend vonGirgenti, Leonforte, Bivano u. s. w. Ganz, besonders aber ist wegen des Vorkommens von Sleinül die Gegend von Baku am caspischen Meere bekannt. Die (Quellen sollen dort in unglaublicher Menge vorhanden seyn. Auch bei Balaghan , unfern Baku, befinden sicli viele reiche (Miellen. Mehrere derselben, aus welchen das Steinöl durch schlauchartige Kübel , wie aus Brunnen geschöpft wird, sollen täglich 5 oo bis 600 £ geben. Auf der Insel Zante sind reiche Steinöl-Quellen , eben so in Hindostan , China , auf Trinidad und in den Karpathen. Im Canton Genf sind in der neuesten Zeit ergiebige Quellen im Bezirk Dardagny und Glialex gefunden worden. Im Eisass findet es sich zu Pecheibrunn bei Eampertsloch, zu Sulz unterm Forst , zu llirtzbach bei Althirch und als Berglheer bei Lobsann. In Pecheibrunn und Lobsann schwimmt cs auf einigen Quellen , an den übrigen Urten kommt es vorzüglich als Bindemittel eines quarzigen Sandes der Molasse vor. Am Kaiserstuhl im Breisgau kommt es in Höhlungen und Drusen des mit Zcolithmasse durchdrungenen Klingsleins, bei Oberschaff hausen und in dem Enthalt! bei Bötzingcn vor. Es findet sich überdiess am Ilarz , in Schweden, in Schottland, in Frankreich, in den Apen- nineu u. s. w. Das Steinöl wird vorzüglich als Brenn - und Leuchtmaterial angewendet. Parma gebraucht zu diesem Ende das Steinöl von Amiano, und in einem grossen Thcile von Persien wendet das Volk zum Brennen nichts anderes an. Die Bewohner der Gegend von Baku machen Oelfnungen in die Erde , zünden den aus denselben hervordringenden Steinöldunst an und bedienen sich desselben zum Ileitzen und Leuchten. Das Steinöl wird überdiess in der Medicin, zur Bereitung von Firniss , zur Abhaltung schädlicher Thicrc von Garten- und Feldfrüchten angewendet, indem die meisten Thiere den starken Geruch desselben nicht ertragen , und Gegenstände , die damit bestrichen sind, meiden; man wendet es in der Chemie, bei der Darstellung der Metalle der Alkalien , zur Bewahrung derselben u. s. w. an. Aus dem Bergöl und Berglheer wird durch Destillation mit Wasser reines Steinöl dargestellt; im unreinen , dickflüssigen Zustande wendet man diese Abänderungen als Schmiere , zum Kitt und zum Brennen an. 505. Gattung. Scheererit. Sv 11. Natürliche Naphthaline. Krvslallinisclie Körner und Blättchen. Weich und zerreiblich. Halchelin. Ö7J Schwerer als Wasser. Perlniullerglanz, schwacher. Durchscheinend; mehr und weniger. Farbe weiss. Geruchlos, in der Kälte. Fühlt sich fettig an. Flüchtig über dem Siedepunct des Wassers. Verbreitet heim Erwärmen einen schwachen aromatischen Geruch. Schmilzt bei + 36° vollkommen zu einer ungefärbten ölarligen Flüssigkeit, die auf Papier Fetlllecke macht, welche heim Erwärmen desselben wieder verschwinden. Die ceschmolzene Masse bildet heim Erhalten u sternförmig gruppirte nadelförmige Kryslalle, welche vierseitige Prismen zu seyn scheinen. Unlöslich in Wasser. Leicht löslich in Weingeist und Aether. Hat sich in einem Kraunkohlen-Lager hei St. Gallen in der Schweiz nesteeweise in der Kohle gefunden. 504- Gattung. Hatchctin. Svn. Mineral adipocire. Tropfenähnliche Gestalten. Weich wie Talk und zerreiblicli. Leichter als Wasser. Schimmernd... pexdmutterglänzend. Durchscheinend... undurchsichtig. Farbe gelblichweiss , wachsgelh und griinlich- gelb. Geruchlos. Auch in körnigen, wachsähnlichen Massen. Schmilzt unter dem Siedepunct des Wassers. Gibt bei der Destillation Oel mit Hinterlassung _ U von Kohle. Leichtlöslich in Aether. Kommt auf schmalen Gangtrümmern mit Quarz, Kalkspath und Eisensteinen zu Merthyr-Tydvil inSiid-YVales vor. Der hei Loch Fyne und an einigen anderen Orten in Schottland vorkommendc Bergtalg, scheint eine dem llatchetin verwandte Substanz zu seyn. 5-6 Sclnvarzhohle. 5. FAMILIE. KOHLE. Mineralien, deren Hauptbcslandtheil Kohlenstoff ist. Sie enthalten überdiess Bitumen und erdiee t. • Beimengungen , brennen mit Flamme und bituminösem Gerüche, und hinterlassen beim Verbrennen an der Luft mehr und weniger Asche 505. Gatti.ng. * Schwarzhohle. Sjn. Steinkohle. Reselmässiee Gestalt und Theilbarkeil fehlen. H. = 2.0... 2.5. Sp. Gew. = 1.15... 1.8. Glasglanz, in den Fettglanz verlaufend. Undurchsich tig. Farbe schwarz, öfters ins Braune geneigt. Strich schwarz. Spröde, in geringem Grade. Bruch muschlig, uneben, ins Ebene verlaufend... erdig. Derb. Schiefrig, körnig, erdig, dicht. Zusammensetzung der Steinkohle von der Kohlenstoß'. Wasserstoff. Sauerstoff*. Summe. Kohle t'.oitks. gaben , Asche. konigsgruh« bei Reuthen, 7 S.8y 3.23 17.S8 100.00 8(1.02 o.B 3 von Newcastle in England; 84-99 3 .a 3 11.78 100.00 0.86 der Camiclkohle aus England , 545 tp. 7 2 100.00 5 i .82 0.5 der Steinkohle v. Brzenskowitz, nach Kirsten. 7Ü.07 2.8Ö 21.08 100.00 (ii. 5 o 2.88 Brennt mit Flamme und rein bituminösem Gerüche. Hinterlässt im Verschlossenen geglüht einen schwer einzuäschernden Rückstand, Coaks. Es werden folgende Varietäten unterschieden : Schieferkohle. (Bliitterhohie). Ausgezeichnete schiefrige Absonderung. Graulich-sanimct - und eisenschwarz. Aussen Glasglanz , im Inneren Fettglanz. Bruch muschlig. Ult bunt angelaufen. Kännelkohle ( Candle-Coal). Graulichschwarz und sammet- schwarz. Schwacher Fettglanz. Bruch llachmuschlig oder eben. Dicht. Schwarzkohle. W 7 Grobkohle. Graulichschwarz. Wenig fettartig glänzend. Grobkörnig abgesondert, Bruch uneben. liusskohle. Graulich- und eisenschwarz. Schimmernd. Zusammenhang der Theile locker; daher zerreiblich und ubfärbend. Bruch erdig. Die -verschiedenen Varietäten kommen häufig miteinander und manchmal in abwechselnden Gagen vor. Eine gewöhnliche Beimengung ist der Wasserkies, der, indem er sich durch den Einlluss der Luft und der Feuchtigkeit zersetzt und in schwefelsaures Eisenoxydul verwandelt, wobei eine beträchtliche Temperaturerhöhung Statt findet, häufig zur Selbstentzündung der Schwarzkohle Veranlassung gibt. Einige thonige Abänderungen derselben werden Lettenkohle genannt. n In technischer Beziehung theilt man die Schwarzkohlo in Backkohle, Sinterkohle und Sandkohle. Die Backkohle wird beim Erhitzen im Verschlossenen zähe llüssig ; sie schwillt auf und backt zusammen. Ihr Pulver schmilzt zu einer homogenen Masse. Die Sinterkohle schwillt nicht und schwindet nicht; ihr Pulver sintert zu einer homogenen Masse zusammen. Die Sandkohle schwindet mehr und weniger ; ihr Pulver bleibt aber locker und unzusammenhängend. Die Schwarzkohle findet sich vorzüglich auf Flötzen in Begleitung von Schieferthon und Sandstein in einer eigenen Gebirgsformalion, welche den Namen Steinkohlenformation trägt. Diese Gebirgsformation ist besonders in Deutschland, Böhmen, in den Niederlanden, in Frankreich, England, Schottland, Irland, in America und N'cuholland entwickelt. In Deutschland findet sich die Schwarzkohle in den lluhr- Gegenden, bei Bochum , Dortmund , Essen u. s. w.; in Wcstphalen bei Osnabrück und Ibbenbiihren ; am linken Bheinufer bei Saarbrücken, Eschweiler u. s. w.; in Sachsen bei Zwickau, Pottschappel und llaynichen , bei Wettin an der Saale; in Schlesien bei Beuthen, Gleiwitz, Rybnick, Nicolai u. s. w. In Frankreich sind die Ilauptablagerungen in der Mitte des Landes, bei St. Etienne unfern Lyon und bei Rive-de-Giers ; dann im Süden in den Departements derArdeche, derAude, des Gard und des Heraull; in den beiden Rhein-Departemeuten zu Weiler, Lach, Erlenbach, St. I’ill u. s. w. , und im Gebirge der Ardennen bei Va- lenciennes, Lille und Anziii, woselbst auch die Niederlande ihre Kohlenablagerung , bei Mons, Lüttich und Nainur haben. In Böhmen findet sie sich zwischen Pilsen und Prag; in England in Yhorhshire, Durham Lnncashire, Northumberlaml, Sommersetshire u. s. w.; in Schottland in Walciim.ii Mine/alo"ic. 17 tichwarzkohlc. Ayrshire und Dumfrics ; in Irland in Queens County, Cork, j Kilkenny n. s. w.; in Nordamerica im Thale des Missisippi ! und am Ohio, aut' dem Plateau von Santa-Fe de Bogota und in den Cordillieren von Huaroclieri ; auf Neidiolland in Süd-Neuwallis. In Schweden lindet sie sicli nur in der Provinz Schonen, ln Busslaml und Norwegen scheint sie zu Fehlen. Am Schwarzwalde hat man die Schwarzkohle hei Umwege , im Lierbach bei Oppenau und bei Malschbach untern Baden gefunden *). In der LiasFonnation , im Keuper und im Muschelhalke kommen da und dort auf untergeordneten Lagern Schwarzkohlen vor, die in der Regel llionig und kiesig sind und zur Lettenkohle gezählt werden, so bei Unadingen auf dem Schwarzwalde, bei llelmstiidt und Biickeberg. Die Schwarzhohle ist eine der nützlichsten Substanzen des Mincralreichs und wild vorzüglich als Brennmaterial zur Feuerung und Beleuchtung angewendet. Zur lleilzung in Caminen, Stuben - und Hochöfen, zur Heitzung unter Kessel, Pfannen u. s w., zum Ziegelbrennen, beim Glas- schmelzen , zu den gewöhnlichen Schmiedefeuern , zum Schmelzen der Metalle in Tiegeln und Ileverbcriröfen, ; kann man die Schwarzkohle im rohen Zustande anwenden, j Bei der Anwendung in Caminen und zu Schmiedefeuern I muss darauf Rücksicht genommen werden, dass die Kohle möglichst frei von Wasserhies sev, weil sic sonst einen Sehr unangenehmen und belästigenden Geruch nach brennendem Schwefel verbreitet, und das Eisen, welches in ihrem Feuer bearbeitet wird , verdirbt und rothbriiehig macht. Zur Schmelzung der Metalle in Schachtöfen aber und zur Rcduction verschiedener Erze, muss sie im ver- coahten Zustande angewendet werden. Das Vercoaken geschieht entweder in Meilern oder in Oefen und in letzterem Falle kann zugleich Russ und ein Theil der entweichenden Producte , Steinkohlenöl mul Steinkohlcnlheer aufgefangen und benutzt werden. Die Luftarten, welche die Schwarzkohle ausgibt, wenn man sic in verschlossenen Gelassen der Rothglühehitze aussetzt, werden mit einem Worte Kohlengas genannt und zur sogenannten Gasbeleuchtung benutzt. Der Hauptbestandteil desselben ist das üllnl- dende Gas , welches mit Klarheit, Gleichförmigkeit und *) Die kehlige Substanz, welche zu Ilcrghaupten, Diersburg und Zunsweyer , am Ausgange des Kinzigthaies vorkonnnt, gehört zum Anlhracit; eben so die Kohle, welche sich beim Schweighof und auf der Schwärze unfern fladcnweiler gefunden hat. Dasselbe gilt von den Kohlen, die im Eisass bei Thann , Masmiinster, Uffholz, Steinbach und Nicdcrburbach Vorkommen. Braunkohle. 5-9 ohne Funken zu geben brennt. Man bekommt im Grossen gewöhnlich aus 1 Pfund Kolilo 3 */, Cubikfuss Gas. Diese Menge unterhält eine Lampe, weiche so stark leuchtet, als eine Kerze , wovon sechs auf ein Pfund gehen , -7 Stunde lang. 306» Gattung. * Braunkohle. Sjn. Lignit. Regelmässige Gestalten und Theilbarkeit fehlen H. = 1.0... 2.5. Sp. Gew. = 1.0... 1-4- Fettglanz; oft nur schimmernd, oder malt. Undurchsichtig. Farbe braun, ins Schwarze verlaufend. Strich braun... bräunlichschwarz, glänzend. Bruch muschlig... erdig. Milde... spröde. Derb, mit mehr und weniger deutlicher Holztextur und öfters in Ast- und StammsLicken, hast- und blattförmig. Auch dicht und erdig. Zusammensetzung d. holzfoimigeu Braunkohle, von den Roddergrubeu , im Kreise Colin; der gemeinen Braunkohle, von L'tl'veiler, n. Kmvstfx. Kolilen- stoif. Wasserst olf. Saner- sLdf. «Summe. 1 100 Lufttrockner j KobJe gaben 1 Coaks. Asche. (> 4 . tu 77- ö 79 j.o3 2 . 57 t ilo .87 19.550 100.00 100.00 | ‘b*7 | 7*-7 11.4 0-9^7 Brennt mit Flamme und widrigem Gerüche. Hinterlässt beim Glühen im Verschlossenen leichte und leicht einzuäschernde Coaks. Man kann folgende Varietäten von Braunkohle unterscheiden : Pechkohle ( Gagat ). Dicht. Farbe sammetschwarz und graulichschwarz. Bruch vollkommen muschlig und von starkem Fettglanze. Derb. Gemeine Braunkohle. Schiefrige Absonderung. Mehr und minder deutliche Holztextur. Farbe sammetschwarz, bräunlichschwarz und schwärzlichbraun. Bruch llachmuschlig und stark glänzend. Aussen nur schimmernd. Bekömmt an der Luft viele (hierrisse. Enthält zuweilen in Kohle um- gewandclte Samenkapseln. 58o Braunkohle. Trapczoidischo Braunkohle ( Moorkohle). Zerspringt an der Iiiif’t in trapezoidischc Stücke. Scliuärzlichhraun und sammetschwarz. Bruch flachnmschlig. I)erl> und in Platten. Jlolzformige Braunkohle (Bituminöses Holz). llolzgestalt und Holzgefüge. Holzbraun, ins Graulich- und Sammet- sclnvarze verlaufend. Bruch muschlig und glänzend; zuweilen nur schimmernd. Hierher ist der irländische Sulurbrand zu rechnen. Bastkohle. Bastartig. Elastisch biegsam. Zartfasrig. Ilolz- hraun. Fettglanz im Innern. Aussen zuweilen nur schimmernd oder matt. Nadelkohle. Elastisch biegsame, der Länge nach gestreifte Nadeln, von mehreren Zollen Länge. Graulich und bräunlichschwarz. Aussen matt; auf dem Bruch muschlig und von starhem Eettglanz. Gewöhnlich sind die Nadeln in paralleler Richtung mit einander zu derben Stücken verbunden. Blattkohle (Papierkohle ). Dünnblättrig. Elastisch biegsam. Holz-, gelblich - und schwärzlichbraun. Schimmernd. Lässt sich in die dünnsten Blättchen spalten. Enthält häufig Blät- tcrabdrücke. Plattenförmigc Stücke, von der Dicke der Pappe oder des Papiers. Hierher gehört auch der Dysodil. Erdige Braunkohle. Derb. Im Bruche erdig. Mehr und weniger zerborsten. Eest und dabei schwärzlichbraun und schwarz; oder zerrciblieh und von haar-, nclkcn - und umbrabrauner Farbe ( Cöllnische Umbra). Schimmernd oder matt. Nicht selten findet sich Braunkohle, welche mit Thon und Wasserkies innig gemengt ist. Die Braunkohle kommt vorzüglich im tertiären Gebirge in einer gewöhnlich aus Sand, Sandstein, Thon und Gonglomeraten bestehenden Gebirgsformation vor , die auf die Kreide folgt, und in den Sand- und Thonablagerungen, die über dem älteren Grobkalk liegen. Sie findet sich in diesen Gebilden an sehr vielen Orten , namentlich im nördlichen Deutschlande, am meisten in Hessen, bei Merseburg, Eisleben , Artern und Kelbra in Thüringen , bei Borna und Colditz in Sachsen, hei Zittau und Moskau in der Lausitz; dann im Rheinthale in der Gegend von Cölln und Bonn; auf dem Westerwalde; zu Lobsann, Buchswciler u. s. w. im Eisass, und an mehreren änderen Orten in Frankreich; am Schicnerbcrg, bei Markdorf und Ludwigshafen am Bodensee ; im Würtembergischen , in Böhmen , Polen, Italien, in der Schweiz, in England u. s. w. Der Sutur- brarnl , eine vollkommen holzförmige Braunkohle, findet sich häufig auf Irland; der Gagat zu Montjardin und Cer- Braunkohle. 50 * hairon in Frankreich; bei Bonn, in YViirtcmberg u. s. w\; die Bastkohle zu Ossenheim in der Wetterau und zu Colditz in Sachsen ; die JS'adelkohle zu Lobsann im Eisass; die Blattkohle bei Holt unfern Bonn und auf der Grube Bleibtreu bei Erpel; die Umbra unfern Cölln; der Dysodil bei Melilli in Sicilien. 1) ie Braunkohle -wird vorzüglich als Brennmaterial an- gewendet. Sie stellt indessen der Schwarzkohle an Hitz- kraft nach, und gibt beim Verbrennen in der Regel ein» ■weit grössere Menge Asche, wesshalb sic weder im rohen, noch im vercoakten Zustande , in Schachtöfen benutzt werden kann. Hingegen kann sie mit Vortheil bei allen Flammenfeuerungen angewendet werden , und wenn ihr Aschegehalt nicht allzugross ist, zu den Kleinfeuern der Schlosser , Nagelschmiede u. s. w. Der Gagat wird zu Bijouteriewaaren benutzt, die indessen heut zu Tage nicht mehr beliebt sind; die Cöllnische Umbra als Farbematerial, und in Holland zur Versetzung des Schnupftabacks ; die mit Thon und Ries gemengte Braunkohle zur Alaun- und Vitriol-Fabricalion. Im eingeäsclierten Zustande wird die Braunkohle entweder unmittelbar, oder nach vorheriger Auslaugung, als Dungmittel für kalkigen und mergeligen Boden angewendet. DerTor/’ist ein bald erdartiges, bald filzartiges, bald scheinbar gleichartiges und dichtes Gemenge von verschiedenen, mehr und weniger bituminösen und verkohlten Pllanzentheilen, von brauner Farbe , das mit widrigem Gerüche und Hinterlassung einer bedeutenden Menge Asche verbrennt, und Lager von verschiedener Ausdehnung und Mächtigkeit bildet. Man unterscheidet gewöhnlich Pechtorf, Basentorf, Papier- oder Blättertorf und Torferde. Er wird als Brennmaterial und Dungmittel benutzt. Leber seine Entstehung, Lagerungsverhältnisse, Vorkommen u. s. w. folgen die Angaben in der zweiten Abtheilung, Geognosie. ANHANG Mineralien, die nicht im Systeme aufgenommen sind. Arsenik glanz. Breitiiaupt. I$is jetzt nur derb vorgekommen. Theilbarkeit , wahr- sclieinlich parallel einem rhombischen Prisma und in einer Richtung vollkommen. II. = 2 . 0 . Sp. Gew. = 5.2... 5.5. Farbe Mittel zwischen frisch und schwärzlich Bleierau. Gcfiige blättrig und strahlig. Entzündet sich in die Licht- llamme gehalten und brennt nachher auf Kohlen gelegt wie Zunder fort , wobei er Funken sprüht und Arsenikdämpfe entwickelt. Um die Probe setzt sich arsenichle Säure an, und es bleibt ein rüthlich brauner Rückstand, der vom Magnet gezogen wird. Die Bestandtheile sind Arsenik, Eisen , etwas» Schwefel, Zinn etc. Ist auf der Grube Palmbaum bei Marienberg in Sachsen, zwischen den Schalen und in den Höhlungen des gediegenen Arseniks vorgekommen. Arsenik-Kupfer. W. Phillips. Derb. Farbe zinnweiss. Glanz metallisch. Dehnbar, lässt sich mit dem Messer schneiden und enthält stellenweise metallisches Kupfer beigemengt. An der Luft lauft cs gelblich an. Es besteht nach der Untersuchung von Fa- n vn vv aus Arsenik und Kupfer, und enthält etwas Schwefel und Spuren von Eisen. Findet sich unfern Camborne in Cornwallis auf der Grube zu Condurrow. Arsenik-Schwärze. Paulus. Staubartige, mehr und minder verbundene Thcile, welche Drusenräume auf Hornsteingängen ausfüllen. Farbe grau- lichsclnVarz. Scheint das natürliche Suboxyd des Arseniks zu scyn. Findet sich zu Joachimsthal in Böhmen und öfters als Ueberzug von Spcisshobalt. Berlhicrit. 583 Arscnik-Spiessglan z. Zippe. Nierenf ürmige Gestalten. Diinn- und vollkommen kruinm- schalig abgesondert. Zinnweiss. Bruch scheinbar hornig. Glänzend... matt. II. = 2.0... 3.0. Sp. Gew. = 6.2. Schmilzt unter Entwichelung von Arsenik- und Antimondämpfcn. Kommt zu Przibram in Böhmen auf Gängen mit Zinkblende, Grau- spiessglanzerz und Spatheisenstein u. s. w. vor. Arsenik-Wismuth, Werner. Aufgewachsene Kugeln, auch derb, dünnstängelig, büschel- und sternförmig auseinander laufend , mit Anlage zu sehr dünnschaliger Absonderung, Fettglanz, schwacher. Weich. Farbe dunkel haarbraun. Etwas spröde. Findet sich auf der Grube Neuglüek und Adam lieber zu Schneeberg in Sachsen. Bdbingtonit. Lvey. Schiefes rhomboidisches Prisma. M — T = i55° 25'. Thcilbarkeit parallel einer Seitenfläche und in der Bichtung einer Abstumpfungslläche einer Seitenecke. Die Kristalle sind gewöhnlich irregulär sechsseitige Prismen, durch Ab- slumpfungsllächen der Seilenecken zugeschärft. II. = 5.5... 6.0. Glasglanz. Durchscheinend an den Kanten. Farbe schwarz und grün. Sieht den dunkeln Abänderungen des Augits ähnlich. Besteht nach Cmi.nnEX aus Kieselerde, Eisen, Mangan und Kalk mit einer Spur von Titan. Findet sich zu Arendal in Norwegen in kleinen, auf Albit aufgewachsenen Kristallen. Bcrthicrit. Haidinger. Bruchstücke von prismatischen Krystallen beweisen, dass seine Grundform nicht mit der des Grauspiessglanzerzes übcrcinstimint. Structur verworren blättrig. Farbe eisenschwarz, an der Oberfläche zuweilen bunt. Glanz metallisch, geringer als beim Grauspiessglanzerz. Besieht aus 5a.o Antimon, 16.0 Eisen, 3o.3 Schwefel, o.o3 Zink, und ist somit 3 Fe Su 2 + 4 Sb 2 Su 3 . Er findet sich bei Chazclles in der Auvergne und wird auf metallisches Spiessglanz benützt. Man nimmt auf 100 Th eile Erz etwas weniger als 337 Thcilc Eisen und elwas mit Kohle gemengtes Glaubersalz. Das Erz wird dabei vollkommen cntschwelclt und das Schwefeleisen geht völlig in die Schlacke, welche durch das entstehende Schwcfclnalrium leichtflüssig wird. 584 Botryogen. Bcudantit. Levy. Rhomboeder von 92 0 30'. Die Krystallc 6ind ungleich- schcnhlige sechsseitige Pyramiden, an welchen die Flächen spitzerer Rhomboeder und die Flächen der Grundform vorhonunen. Theilbarkeit in der Richtung von Abstumplungsflächen der Endhanten der Grundform. Fettglanz. Farbe schwarz. Dünne Splitter erscheinen gegen das Licht gehalten dunkelbraun. Strich grünlich grau. Besteht nach Wor.r.ASToar's vorläufiger Untersuchung aus Eisenoxyd und Bleioxyd. Findet sich mit faserigem Brauneisenstein zu Horhausen im Nassauischcn. Biotin. Monticelli und Covelli. Stumpfes Rhomboeder. Ritzt Glas. Sp. Gew. 3.11. Glas- glanz. Durchsichtig. Farbelos oder gelb. Bleibt vor dem Löthrohre unverändert. Zusammensetzung unbekannt. Findet sich am Vesuv. Blaueisenstein. Kxapkotie Derb. Grobschieferig und öfters mit Eindrücken von Schwefelkies-Krystallen. Sp. Gew. = 3.2. 1L unbestimmt. Matt. Undurchsichtig. Lavendelblau. Strich unverändert. Bruch erdig. Wird in der Glühhitze braun. Schmilzt auf Kohle zur schwarzen Schlacke. Besteht nach Kr.ArnoTii aus 4o.5 Eisenoxydul , 5o.o Kieselerde , 3.0 Wasser , 5.0 Natron, 1.5 Kalkcrdc. Findet sich rein , oder mit Asbest gemengt, lagerartig im Flötzgebirge , am Vorgebirge der guten Hoffnung, und wird in der Capstadt zum Häuscr- anstrich benutzt. Blödit, John. Derb, weich, zartfaserig, roth. Besteht nach Jous aus 36.66 schwefelsaurer Talkerde, 33.34 schwefelsaurem Natron, o.33 schwefelsaurem Manganoxydul, o.33 salzsaurem Ntron, und 22.0 Wasser, und findet sich mit Anhydrit und Polyhalit zu Ischel in Oesterreich. Botryogen. Berzelius. Schiefes rhombisches Prisma , nach Dimensionen unbestimmt. Die Krystallc unvollkommen ausgebildct, prismatisch. Sp. Gew. 2.039. Etwas weicher als Alaun. Brochantit. 585 Durchscheinend. Farbe dunkel hyazinthrotli, ins Ochcrgclbe verlautend. Löslich in Wasser. Geschmack zusammenziehend. Die Keystalle sind gewöhnlich zu nicrenförmigen und traubigen Gestallen vereiniget. Zerfallt in feuchter Luft. Gibt im Kolben Wasser aus und hinlerlässt einen rötnlichgelben Rückstand, der die Reactionen des Eisens und der Schwefelsäure zeigt. Die Bestandteile sind : Basisches schwefelsaures Eisenoxyd 6.77... 6.85 , doppeltschwefelsaures Eisenoxydul und Eisenoxyd 35.85... 33-92, schwefelsaure Bittererde 26.88... 17.10, Gyps 6.71... 2.22, Wasser und Verlust 28.28... 31.42. Die übrigen Bestandteile ausser dem schwefelsauren Eisensalze, scheinen bloss beigemengt zu seyn. Findet sich in der grossen Kupfergrube zu Falun in Schweden. Breislackit. Brocciii. Haarförmige Krystnlle von röthlich- und kastanienbrauner Farbe. Gibt mit Phosphorsalz Kupferreaction. Findet sich in Blascnräumen einer vesuvischen Lava. * Brcwsterit. Brooke. Schiefes rhombisches Prisma. Neigung der Seitenflächen = 176°. Die Krystalle sind rhombische Prismen mit Abstumpfung der Seitenkanten durch Flächen mehrerer sccun- därer Prismen , durch Flächen, welche die Seilenccken abstumpfen, zugeschärft. H. = 5.o... 5.5. Sp. Gew. = 2.i2... 2.20. Glasglanz; Perlmutterglanz auf den Thcilungsllächen, welche in der Richtung der Diagonalen der Basis gehen. D urchsichtig... durchscheinend. Farbe weiss, ins Gelbe und Graue geneigt. Bruch uneben. Gibt im Kolben Wasser aus und wird undurchsichtig. Schmilzt schwer, schäumt und schwillt auf. Vlit Phosphorsalz gibt cs ein Kieselskelclt. Findet sich in Krystallcn und krvstnliinischcn Häutchen mit Kalkspath zu Strontian in der schottischen Provinz Argyle, und soll auch auf der Grube Teufelsgrund bei St. Trudpert im Münsterthale vorgekommen seyn. Brochantit. Lf.vv. Gerades rhombisches Prisma von 117°. Die Krystalle sind rhombische Prismen mit Abstumpfung der stumpfen Scitcnhanten, der spitzen und der stumpfen Ecken. Theil- barkeit parallel einer Abstumpfungsfläche der spitzen Ecken. H. 3.5... 4.0. Durchsichtig. Smaragdgrün. Glasganz. Ist zur Zeit nur in kleinen Krystallcn auf Malachit vorgekommen, Cavolinil. 386 Besteht nach Löthrohr-Versuchen von Chiluhjvn aus Schwc- | leisäure und Kupferoxyd. Ist unlöslicli in A3 asser. Fundort, die Bankgrube zu Kalharinenburg in Siberien. Brookit. Levt- j Gerades rhombisches Prisma. Grösserer Scitenkantcn- wiukel = ioo°. Die Krystalle sind rhombische Prismen, an welchen Abstumpfungsllächen der Seitenhanten , der spitzen Kelten und mehrfache Abstumpfungsllächen der stumpfen Kelten und der Grundkanten Vorkommen. Theil- barheit in der Dichtung der kleineren Diagonale der Endfläche. II. 5.5... 6 . 0 . Durchscheinend bis undurchsichtig. Metallälinlicher Dcmantglanz. Farbe haarbrauii, ins Oranien- gclbc verlaufend, zuweilen rötblich. Strich gelblichweiss. ; IInt sich bis jetzt nur in Krystallcn mit Oktacdril und Albil zu Oisnns in der Dauphinec , weit schöner aber am Snoudon in AA ales mit (^uarz gefunden. Es scheint vor- j zugsweise aus Titanoxyd zu bestehen, ist aber noch nicht analysirt. I Bucklandit. Levy. Schiefes rhombisches Prisma von 109 ° io'. Theilbarkeit nicht beobachtet. Die Ilrvslalle sind rhombische Prismen mit Abstumpfung der stumpfen Seitenkanten und Abstumpfung der spitzen Ecken und der Seitenkanten. Scheinbar härter als Augit. Undurchsichtig. Karbe dunkelbraun... schwarz. D as Mineral ist dem Auait sehr ähnlich und wurde in O kleinen Krystallcn auf einer Stufe auf der Grube Neskiel bei Arendal in Norwegen, in Begleitung von Hornblende, Ilalkspath und Skapolith, gefunden, Bustcimit. Al. Brongniaht. Sphäroidische Massen von strahligcm Gefüge und einer lichtgrauen, ins Grüne und llosenrolhe fallenden Farbe. D urchschcincnd an den Kanten. Schwacher Seidenglanz. II. 6.5. Sp. Gew. 3 . 12 ... 3.23. Besteht nach Doias aus /jli.90 Kieselerde, 36.o6 Manganoxydul , 14 -5 7 Kalkerde, 0.81 Eisenowdul , und ist somit CS 2 + 2 mn S 2 . Findel sich mit (^uarz und Braunstein zu Real de Minas in Mexico. Cavolinit. Monticeli.i und Covelli. Ein dem Davjn sehr ähnliches Mineral, das sielt mit diesem am A'csuv findet. Chlorophäit. 587 Cliamoisit. Berthier. Derb. Sp. Gew. = 3.o.... 3.4. Ziemlich hart. Farbe dunkelgrünlich grau. Stricli lichter. Bruch uneben... erdig. Magnetisch. Besteht nach Bertiueu aus 60.5 Eisenoxydul, 7.8 Thonerde, i 4-3 Kieselerde und 17.4 Wasser, und ist somit P A+sf S. Chiastolith . Karsten. Gerades rhombisches Prisma von 91° So 7 . Theilbarkeit parallel der Endfläche. Die Krystallc sind rhombische Prismen und zeichnen sich besonders dadurch aus, dass sie der Quere nach zerschlagen in der Mitte einen kleinen, schwarzen Rhombus haben, oder in der Richtung der Diagonalen ein schwarzes Kreuz, in dessen Mitte sich zuweilen der Rhombus belindet. (Fig. 60). H. = 5.o... 5.5. Sp. Gew. = 2.94. Glasglanz , schwacher. Durchscheinend an den Kanten. Farbe weiss und grau. Strich weiss. Unschmelzbar. Schwer löslich in Borax und Phosphorsalz. Besteht aus Kieselerde und Thonerde. Die schwarze Substanz schmilzt zu einem schwarzen Glase. Findet sich in Thonschiefer eingewachsen zu St. Jago di Conrpostella in Spanien, unweit Bnra'gcs in den Pyreneen, bei Gefrecs im Bayreuthischen und an mehreren andern Orten, wie am Harz, in England, in Nordamerica, bei Baden-Baden, und in Kalls eingewachsen an mehreren Orten in Frankreich. Childrenit. Brooke. Rhombisches Oktaeder. P — P = i3o° so 7 und 102 0 3o 7 ; P — P 1 = 97 0 5o 7 . Die Krystalle sind rhombische Oktaeder, an welchen Flächen mehrerer secundärcr Oktaeder Vorkommen. II. = 4-5— 5.o. Glasglanz, in den Fettglanz geneigt. Durchscheinend. Gelblichwciss, Mein- und ockergelb und licht gelblichbraun. Strich weiss. Besieht nach Won- i.astox aus Thonerde, Eisenoxyd und Phosphorsäure, und findet sich hciTavistochinDcvonshirc in einzelnen Krystallcn und krvstallinischen Häutchen auf Schwefelkies, Quarz und Spatheisenstein. Chlorophäit. Maccei.locii. Derb und in kleinen Körnern. Sp. Gew. = 2.02. Weich. Bruch muschlig... beinahe erdig. Mehr und weniger durchscheinend. Farbe pistaziengrün. Wird an der Luft braun oder schwarz. Besieht aus Kieselerde und Eisenoxid mit Condurrit. 588 etwas Thonerilc. Findet sicli auf der Insel Ruin, ln F’yfeshirc in Schottland und auf Island. Chloropal. Bernhardi und Brandes. Derb. II. = 3.0... l\.o. Sp. Gew. = 1.7... 2.0. Durchscheinend an den Kanten... undurchsichtig. Farbe pistaziengrün. Bruch muschlig... erdig. Magnetisch. Bestandteile der nuischligen Abänderung nach Bkaxdes: 46-00 Kieselerde, 35.3o Eisenoxyd, 2.00 Manganoxyd, 1.00 Thonerde, 18.00 Wasser und eine Spur von Kali; der erdigen Abänderung : 45-00 Kieselerde, 3a.00 Eisenoxyd, 2.00 Manganoxyd, 0.70 Thonerde, 20.00 Wasser und eine Spur von Kali. Er ist somit f S 3 + 3 Aq. Findet sich zu Unghwar iu Ungarn mit Opal und wird auch grüne Eisenerde genannt. Comptonit. Brewster. Gerades rhombisches Prisma von q3° 45' ungefähr. Theil- barheil in der Richtung der Diagonalen der Endfläche. Die Krystallesind irreguläre sechsseitige Prismen mit zweillächiger gegen die scharfen Seitenhanten gerichteter Zuschärfung. II. = 4-5- Sp. Gew. unbehannt. Glasglanz Durchsichtig Dis halbdurchsichtig. Farbe weiss. Verhält sich vor dem Büthrohr wie ein zeolithartiges Mineral, und scheint aus Kieselerde, Thonerde, einem Alkali und Wasser zu bestehen. Findet sich mit llarmotom in den Höhlungen einer vesu- visehen Lava und im Mandelsteine zu Aussig in Böhmen. Condurrit. W. Phillips. Derb. Hart wie Glas, lässt sich aber mit dem Messer schneiden , und erhält dabei eine bleigraue Farbe und metallischen Glanz. Aussen ist die Farbe bräunlichschwarz, zuweilen ins Blaue geneigt. Sp. Gew. — 5.20. Bruch llach- inuschlig. Entwickelt vor dem Löthrohr weisse arsenika- lische Dämpfe und hintcrlässt eine schmelzbare metallische Masse. Besteht nach Faiiapay aus 25.944 arsenichtcr Säure , 60.498 Kupfer, 3.o64 Schwefel, 1.507 Arsenik un d enthält Spuren von Eisen. Dem zufolge scheint er ein Gemenge von arscuichlsaurcm Kupferoxyd, Kupferkies, Kupferoxyd und metallischem Arsenik zu sevn. Ist iSs'? auf der Grube zu Con- durrow unfern Camborne in Cornwallis als eine derbe Masse von einigen hundert Pfunden Gewicht vorgekommen. 58<) Edingtonit. Couzcranit . Cu ar rentier. Schiefes rhombisches Prisma mit Winkeln Ton ungefähr 84° und 96°. Neigung der Endfläche gegen die Seitenfluchen i38° ungefähr. Theilbarkeit in der Richtung der kleineren Diagonale der Basis. Weicher als Quarz. Sp. Gew. = 2.60. Undui’chsichtig. Glasglanz, in den Fettglanz geneigt. Farbe sammetsclvwarz und dunkel indigblau, auch lichtgrau. Bruch muschlig... uneben. Schmilzt zum weissen Email. Besteht nach Dliiienoy aus 52.37 Kieselerde, 24.02 Thonerde, n.85 Kalkerde, j. 40 Bittererde, 5.5s Kalk und 3.96 Natron. Die Formel NS 2 + KS 2 4 CS 3 + 12 AS. Findet sich in mehreren Thälern der Pyrenäen, insbesondere in dem Tliale von Seix, -welches gegen Saint-Girons ausläuft. Davyn. Covelli und Monticelu. Rhomboeder von 112° 16'. Die Kristalle sind Combi- nationen von Dihcxaederllächen mit einer horizontalen Endfläche und Flächen sechsseitiger Prismen. Theilbarkeit parallel den Flächen des ersten sechsseitigen Prisma's, sehr vollkommen. II. = 5.o... 5.5. Sp. Gew. nahe 2.4. Durchsichtig in hohem Grade. Glasglanz , sehr lebhaft auf den Theilungsflächen. Farbe weiss. Spröde. Bruch muschlig. Die Zusammensetzung ist nach den Verfassern des Prodrorno della Mineralogia Vesuviana folgende : Kieselerde 42■ 9 1 , Thonerde 33.28 , Kalkerde 12.02, Eisen 1.20, Wasser 7.43. Sie berechnen dafür die Formel CS 2 + 5 AS + 2 Aq. Findet sich am Vesuv. Edingtonit. Haidinger und Turner. Quadratisches Prisma. Die Krystallc sind quadratische Oktaeder, an den Grundkanten abgestumpft, mit den abwechselnden Flächen eines sccundären quadratischen Oktaeders. Theilbarkeit parallel den Flächen des Prisma's , sehr vollkommen. II. = 4.0... 4-5. Sp. Gew. = 2.7. Glasglanz. Durchscheinend... halbdurchsichtig. Farbe graulichweiss. Strich weiss. Spröde. Bruch unvollkommen muschlig. Die Bestandteile sind nach Tun »er : Kieselerde 35.oq, Thon- erde'27.96, Kalkcrde 12.68, Wasser i3.32, \crlust 11.22, der als Alkali angenommen wird, dessen Natur aber nicht näher bestimmt werden konnte. Findet sich aufgewachsen auf krystallisirtem Thomsonit an den Kilpatrih-IIiigeln bei Glasgow. Erinit. IIaidinger. Krystallinischo Massen von straussähnlichem Ansehen. Die einzelnen Individuen scheinen rektanguläre Tafeln zu seyn, und liegen gewöhnlich in concentrischen Lagen, die eine rauhe Oberfläche haben und schwach Zusammenhängen, übereinander. II. = 4.5... 5.0. Sp. Gew. = 4-t>43. Aussen malt, auf dem muschligen Bruche fcttglänzend. Durchscheinend an den Kanten. Farbe smaragdgrün, ins Grasgrüne geneigt. Strich etwas lichter, dem Apfelgriinen nahe. Die Zusammensetzung ist nach Tcmsun ungefähr: Kupferoxyd 59.44, Arseniksäure 33.78, Wasser 5-oi, Thonerde ».77. Findet sich in der Landschaft Limerick in Irland. Erlan, Bkeithaupt. Derb. Körnig, auch schalig. II. = 5.5... 6.5. Sp. Gew. = 3.0... 3.i. Wenig glänzend bis matt. Bruch splitfrig bis eben. Farbe grünlichgrau. Strich weiss und fettartig glänzend. Besteht nach Cnn. Gmf.i.uv aus : Kieselerde 53.i6, TI1011- erde i4-o3, Kalkerde 14-3t_), Bittererde 5.42 , Natron 2.61, Eisenoxyd 7.3, Manganoxyd o.63. Dafür passt ungefähr dio M c Formel ? S" + N Mg Es ist indessen wahrscheinlicher , dass dieses Mineral ein mechanisches Gemenge ist. Bildet, mit Glimmer gemengt, bei Schwarzenberg in Sachsen, zwischen l’ühle und F.rla, ein Stückgebirge von ungefähr 100 Lachtern Mächtigkeit. Falunit. IIisiager. Schiefes rhombisches Prisma. Grösserer Seitenkantenwinkel = 109° 28'. Neigung der Endfläche zur vorderen scharfen Seitenkantc 101 0 326 Theilbarkcil nach den Flächen der Grundform. II. = 5.5. Sp. Gew. = 2.61... 2.66. Schwach durchscheinend an den Kanten bis undurchsichtig. Glasglanz. Farbe oliven- und ölgrün, ins Gelbe, Braune und Schwarze verlaufend. Die dunkleren Abänderungen bestehen aus einem Bisilicat von Thonerde mitAA asser, dem etwas Bittererde und Eisenoxyd beigemengt ist. Hisikükp. fand in denselben: Kieselerde 46.-9, Thonerde 26.73, Wasser i3.5o , Bittererde 2.9-:, Eisenoxydul 5.01 , Man- ganoxydul 0-43. Fändet sich bei F’alun in Schweden. Gillingit. 5 qi Ferguson it. IIaidixger. Quadratisches OUtaedcr. Die Krystalle sind quadratische Oktaeder mit dem Fndkantenwinkel von ioo° 28' und mit dem Grundkantenwinkel von 128° 27'. Die Fndspitze ist durch eine horizontale Endfläche, und die Grundhanten sind schief abgestumpft durch die Hälfte der Flächen einer Zuschärfung der Seitenhanten des ersten quadratischen Prisma’s. Die Kanten zwischen den P'lächen des Quadrat- ohtaeders und den Flächen der Zuschärfung der Seiten- kanten des primären Prisma's , sind durch die Hälfte der Flächen einer achtscitigen Doppeltpvramidc abgestumpft. Theilbarlieit parallel den Flächen der Grundform, sehr unvollkommen. H. = 5 . 5 ... 6.0. Sp. Gew. = 5 . 83 . Unvollkommener Metallglanz, in den Fettglanz geneigt. Durchscheinend in Splittern.... undurchsichtig. Farbe dunltel- bräunlichsclnvarz. Strich hellbraun. Bruch \ ollkommcn muschlig. Spröde. Zusammensetzung unbekannt. Hat sich zu Kikertaursak, nahe beim Cap Farewell auf Grönland, in Quarz eingewachsen gefunden. Flucllit. Levy. Rhombisches Oktaeder von 109° und 82°. An den Kry- stallen ist die Fudspitze durch eine horizontale Endfläche ersetzt. Farbe weiss. Durchsichtig. Bestellt aus llusssaurcr Thonerde und findet sich in kleinen Krystallcn mit \Yavellit in Cornwallis. Forsterit. Levy. Gerades rhombisches Prisma von 128° 5 4/. An den Krv- stallen sind die scharfen Seitenkanten und die Grundkanten abgestumpft. Theilbarlieit parallel der horizontalen Endfläche der Grundform. Ritzt Quarz. Sp. Gew. unbekannt. Glasglanz. Durchscheinend. 'Weiss. Besteht nach Cnu.nnKx aus Kieselerde und Bittererde und steht dem Chrysoberyll sehr nahe. Findet sich am Vesuv. Gillingit. Hisixger. Derb. Schwarz. Besteht hauptsächlich aus wasserhaltigem Eisenoxydulsilicat, gemengt mit etwas Thonerdc. Findet sich auf der Fisengcube Gillinge in Südermannland in Schweden. Griinciscntcin. 5()3 Glaukolith . John und Fischer. Krystallinische derbe Massen und Geschiebe. II. = 5 . 5 . Sp. Gew. = 2.7... 3.9. Glasglanz. Durchscheinend. Farbo lavendelblau, ins Grüne verlaul'end. Bruch uneben und splittrig. Besteht nach Beugemakn d. j. aus : Kieselerde 5 o .583 , Thonerde 37.600, Kalkerde 10.266, Bittcrenlo 3.733, Kali 1.366, Natron 2.966, Eisenoxydul 0.100, Man- ganoxydul 0.866, Glühverlust 1.733. Bergem.vxn - sieht bloss Kieselerde, Kalkerde, Thonerde und das Alkali als wesentliche Bestandthcile an. l)ic Zusammensetzung ist alsdann: Kieselerde 54 - 58 , Thonerde 29.77, Alkali 4 - 57 , Kalkerde 11.08 und die Formel NS 3 -+■ 3 CS 3 -+- 2 AS. Findet sich am Baikal-See inSiberien, in der Nähe des Flusses Sliudianka. Gmelinit. Breivster. Dihexaeder, mit dem Endkantenwinkel von i. / ( 5 ° 54 / und dem Grundkantenwinhel von 71 0 48 / . Die Kryslalle sind Combinationen der Pihcxaedcrlläehen mit der horizontalen Endilächc und den Flachen des ersten sechsseitigen Prisma's. Theilbarhcit parallel den Flachen des Rhomboeders, aus dem man sich das Dihexaeder entstanden denkt- Glasglanz. | Durchscheinend. Farbe weiss, ins Rüthliche geneigt. Be- j standtheile einer Abänderung von Yicenza und Castel nach j VAcyuEr.ix : Kieselerde yo.oo, Thonerde 20.00, Kalkerde j 4.35... 4-5o, Natron 4 - 2 5 ... 4 - 5 o > Wasser 20.00... 21.00. ; Das Mineral unterscheidet sich vorzugsweise dadurch vom i Analcim , dass sein Brechungsvermögen schwächer ist als bei jenem. Findet sich bei Vicenza in Italien und zu Gienarm in der Grafschaft Antrim in Irland, in Höhlungen von Mandclstein. Griinciscnstcin oder grüne Eisenerde. Werner. Kugelige, traubige, nierenförmige Gestalten, auch derb. Düunstängelig, krummschalig, dicht und erdig. Geringe Härte. Sp. Gew.= 3 . ft)... 3 .46. Fettglanz, auch matt. Farbe zeisiggrün, ins Schwarze und Gelbe verlaufend. Strich gelb- lichgrau. Spröde. Bruch eben... uneben und erdig. Werner unterschied : fäsrige, dichte und zerreibliche grüne Eisenerde. Zusammensetzung nach Karste?»' : 63-45 Eisenoxyd, 27.71 Phosphorsäure, 8.56 Wasser. Die Formel F" P -f- a '/ 2 Aq. Findet sich zu Schneeberg in Sachsen und auf dem llollcrter Zuge im Sayuischen. Ilerderit. 5q'S Ilalloysit. Berthier. Nierenförmige und röhrenförmige Massen. Fettglanz. Durchscheinend an den Kanten. Farbe weiss... bläulichgrau. Kruch muschlig. Ilangt starh an der Zunge. Wird im w asser durchsichtig , wie Hydrophan. Die Kestandlheile sind, nach Bertiiieh : 39.06 Thonerde, 44-94 Kieselerde, 16.00 Wasser. Das Mineral ist wahrscheinlich ein Gemenge von zwei wasserhaltigen Thonerde - Silicaten. Findet sich mit Eisen-, Klei- und Zinkerzen hei Lüttich und Namur in den Niederlanden. Hartkoballkics. Breitiiaupt. Würfel. Thcilbarheit nach den Flachen des Würfels, Oktaeders und Rhombendodehaedcrs. H. = 5 . 5 . Sp. Gew. 6.7... 6.8. Lebhafter Metallglanz. Farbe dunkel zinnweiss. Im Uebrigen dem Speisskobalt sehr ähnlich. Gibt vor dem Lölhrohr Arsenik- und Kobalt - Reaction. Findet sich zu Skullerud in Norwegen. Haydenit. Cleaveland. Die Grundform entweder der "Würfel oder ein Rhomboeder. Farbe roth, ins Braune geneigt. Zusammensetzung und weitere Eigenschaften, so viel wie unbekannt. Findet sich mit Spatheisenstein und einigen anderen Mineralien auf Gangtrümmern im Gneise bei Baltimore in Nordamerica. llartorit. Corn. Tripe und W. Phillips. Dieses Mineral, was von Tripe für ein neues, von Levy für ein dem Datolith verwandtes, wenn nicht mit demselben völlig übereinstimmendes, von Phillips aber für Chalcedon gehalten wurde, besteht, nach der Untersuchung von "Wühler, aus: 98.5 Kieselerde und 0.2 Eisenoxyd. Dadurch, ist Phillips Ansicht gerechtfertiget, und wieder einmal auf eine evidente W eise bewiesen, dass man, ohne Berücksichtigung der Zusammensetzung der Mineralien, dieselben in gewissen Fällen nicht richtig zu bestimmen im Stande sey. Herderit. Haidinger. Rhombisches Oktaeder, mit den Winkeln von 141° 16', 77 0 20', ii 6° 3 '. Die Ilrystalle sind irregulär sechsseitige Prismen , mit zwei gegenüber stehenden breiteren Seiten- Wa’.chner Mineralogie. 38 594 llopeit. flachen, nn Jen Finden durch sechs, gegen die Ilanten gerichtete Flächen zugespitzt. Die zwei auf die scharfen Seitenkanteu des Prismas aufgesetzten Flüchen bilden eine Schärfe. Tlieilbarkeit parallel den auf die scharfen Seitenkanten aufgesetzten Zuspitzungsflächen , unterbrochen; rechtwinkelig auf die Axe des Prisma's unvollkommen; Spuren parallel den Flächen der Grundform. H. = 5. Sp. Gew. 2.985. Glasglanz, schwach in den Fettglanz geneigt. Durchscheinend. Farbe gelblich- und grünlichweiss, in verschiedenen Scliattirungen. Strich weiss. Bruch kleinmuschlig. Die Zusammensetzung nicht bestimmt. Das Mineral hat viele Aehnlichkeit mit Apatit, und ist namentlich mit einigen Abänderungen desselben, die unter dem A’amen Spargelstein bekannt sind, verwechselt worden. Findet sich in Flussspath eingewachsen zu Ehrenfriedersdorf in Sachsen. Ilcrschclit. Levy. Sechsseitiges Prisma, nach Dimensionen nicht genau bestimmt. Die Krystalle sind an den Grundkanteu abgestumpft. Tlieilbarkeit nicht beobachtet. Lässt sich mit dem Messer ritzen. Sp. Gew. 2.11. Wenig glänzend bis matt. Durchscheinend und undurchsichtig. Farbe weiss. Bruch musch- lig. Bestandteile nach Woi.l aston : Kieselerde, Thonerdc und Kalk. Findet sich in gruppirten Krystallen zu Aci Reale in Sicilien. Ilisingcrit. Berzeliüs. Derb. Tlieilbarkeit in einer Richtung, vollkommen. Weich. Sp. Geil. — 3.045. Schwarz. Strich grünlich grau. Milde. Bestandteile, nach llisrxGF.n: Kieselerde 27.30, Eisenoxyd 5i.5o, Thonerde 5.5o , Manganoxvd 0.77, 11.73 flüchtige Theile und Spuren von Bittererde. Das Mineral scheint aus kieselsaurem Eisenoxydul zu bestehen, welchem die übrigen Bestandteile wahrscheinlich nur beigemengt sind, und ist vielleicht mit dem Gillingit ein und dasselbe. Findet sich in Südermannland in Schweden im Kirchspiele Svärta. Hopcit. Brewster. Gerades rhombisches Prisma von 98° 26k Die Kri stalle sind rhombische Prismen mit der horizontalen Endfläche, Abstumpfung der Seitenkanten, mit den Flächen des rhombischen Oktaeders und den Abstumpfungsfläcken der Oktaederkanten, welche gegen die breiteren Seitenflächen gerichtet sind. llydrosilicit. 5^5 Theilbarhcit in der Richtung der Diagonalen der Grundform. Glasglanz. Durchsichtig... durchscheinend. Farbe graulicliweiss. Strich weiss. H.=2.5... 3o. Sp. Gew.r773.76. Was man von seiner Zusammensetzung weiss , ist , nach Rüthrohrversuchen von NonnEvsiurr.n, dass es Zinkoxyd, Kad- miumoxyd und eine Erde , in Verbindung mit einer .Mineralsäure , enthält. Findet sich in den Galmei-Gruben von Allenberg bei Aachen. Humboldtilit. Covelli und Monticelli. Rektanguläres? Prisma. Ritzt Glas. Sp. Gew. = 3.io02 MclliUt/i. Fi.euriau de Bellevue. Die Kristalle sind quadratische Prismen mil abgestumpften Seitenhanten. Gibt Funken am Stahl. Sp. Gew. nicht bestimmt. Undurchsichtig. Farbe gelb, ins Rothe und Grüne geneigt, unrein. Bestandteile, nach Cahpi: 38 .o Kieselerde, 19.6 Kalkerde, 19.4 Bittererde, 12.1 Kisenoxvd, 2.9 Thonerde, 4.0 Titanoxyd, 2.0 Manganoxyd. Bildet mit Salpetersäure eine Gallerte. Schmilzt unter Aufwallen zu einem grünlichen Glase. Hat, nach Flohs, viele Aehnlichheit mit dem Gehlenit. Ist zu Capo die Bove , und bei Tivoli unfern Rom in den Spalten eines vulcanisehen Gesteins vor- gehoinmen. Mcsitinspath. Breithaupt. Flaches Rhomboeder von 170° \lp. Theilbarheit parallel den Flächen der Grundform , vollkommen. II. = 4.0. Sp. Gew. = 3.349... 3 . 363 . Glasglanz. Durchsichtig bis durchscheinend. Farbe dunkelgraulieh- und gelblichweiss , ins Gclbliehgraue verlaufend. Strich weiss. Besteht, nach einigen Versuchen von BnErriiAUFT aus Eisenoxydul , Bittererde, Kohlensäure mit etwas Kalkerde und Mauganoxvdul. Findel sich zu Traverselia in Piemont, in Begleitung von Bcrg- hrystall und Bergleder, Blohsit, Lev y. Spitzes Rhomboeder von 73° 376 Die Kristalle sind Zwillinge. Die Zusammensetzungsllächc parallel der Axc der Grundform. 'Theilbarheit nicht beobachtet. Undurchsichtig. Metallglanz. Eisenschwarz. Spröde. Ritzt Glas. Sp. Gew. unbestimmt. Die Form stimmt vollkommen mit der des Eudialyls zusammen. Findet sich mit Bergkrystall in der Dauphinee. Die Zusammensetzung ist unbestimmt. Monophan, Breitiiaupt. Schiefes rhombisches Prisma , nach Dimensionen unbekannt. Theilbarheit in der Richtung der kleineren Diagonale der Endfläche , deutlich ; nach den Seitenflächen unvollkommen. Ritzt Apatit, ritzbar durch Adular. Sp. Gew. = 2.1 5 . Glasglanz. Weiss. Schmilzt unter Aufschäumcn und Phosphorcsciren zu einem schwammigen Email. Zusammensetzung unbekannt. Die Krvstallc sitzen auf Ouarz- Fundort unbekannt. Nontronit 6 o 3 Murchisonit. Levy. Mit diesem Namen hat Lkw ein Mineral aus der Gegend von Dawlish in England beschrieben , welches daselbst im bunten Sandstein vorliommt, und das, nach der Analyse von R. Pmr.i.irs, aus: 68.6 Kieselerde, 16.6 Thonerde und i/j.8 Kali besteht, und somit Eeldspnth ist. Die Theilbarlieit soll jedoch anders , als beim Feldspath , die Grundform ein schiefes rektanguläres Prisma sei n , hei welchem die Neigung der Endiläche auf die breitere Seilenlläehe i6o° 5 «', auf die schmale Seitenfläche aber 90° beträgt, wobei billig die Frage entsteht , ob die Analyse oder die Messung unrichtig seye. Nekronit, Hayden. Krystallinischc Massen , welche eine Theilbarlieit nach zwei, sieh rcchlw inkelig schneidenden Richtungen, besitzen. H.=6.o. Sp. Gew. unbestimmt. Glasglanz. Farbe weiss, ins Rlaue geneigt. Durchscheinend an den Kanten. Riecht unangenehm. Unschmelzbar. Zusammensetzung unbestimmt. Fundort die Gegend von Baltimore in Nordamerica. JSickclschwärze. IIalsmaan. Derb, eingesprengt und als Anflug. Mall. Undurchsichtig. Graulichschwarz. Strich fettglänzend. Bruch erdig. Scheint aus Nickeloxyd und arsenichtcr Säure zu bestehen, und aus der Zersetzung des Kupfernicliels hervorzugehen. Findet sich mit diesem zu Ricgelsdorf in Hessen. Nontronit. Berthier.. Nicrenfürmige Gestalten , welche wiederum in unregelmässig begrenzte kleinere , mit Manganoxyd überzogene Stücke abgetheilt sind. Mitten durchgeschlagene und polirte Stücke haben das Ansehen \ r on Yariolith. Undurhsichtig. Sanft und fettig anzufühlen. Strohgelb, ins Gelblichweisse und ins Grünliche verlaufend. Ritzbar durch den Fingernagel. Wird durch Reiben undBcfiihlen fettglänzend. Bruch uneben. Ballt sich bei dem Versuche es zu zerreiben. Gibt im Kolben Wasser aus. Bestellt, nach Bkiitiuku , aus : Kieselerde 44 -o, Eisenoxyd 29.0, Thonerdc 3 . 6 , Bittcrcrde 2.1, Wasser 18.7, Beimengung von Thon 1.2, wofür er die Formel MS" + AS 2 + 10 FS 2 berechnet. Gibt mit dem dritten Tlieil Kalk geschmolzen 20 Procente Roheisen. Findet sieh mit Manganerzen im aufgcschwemmlcn Lande, Oxahverit. 604 unfern des Dorfes Saint-Pardoux int Arrondissement Nonlron im Dordogne-Departement in Frankreich. Nuttalit. Brooke. Gerade quadratische oder rektanguläre Prismen. Theilbar- keit parallel den Seitenflächen. Die Krystalle sind achtseitige Prismen. Weicher als Skapolith. Sp. Gew. unbestimmt. Fettglanz auf den Krystallflächen. Glasglanz auf dem Bruche. Farbe grau. Zusammensetzung nicht bestimmt. Findet sich mit Kalk bei Bolton in Massachusets in Nordamerica. Osmelith. Breitiiacpt, Büschel- und sternförmig auseinander laufende , diinn- slängclig abgesonderte Stücke, welche wieder in gros- und grobkörnige vereiniget sind, und derbe Parthien bilden. Krvstallsystem wahrscheinlich rhombisch. II. = 4.0... 4 - 5 . Sp. Gew. r= 3.7... 2.8. Glanz, Mittel zwischen Glas- und Perlnuit terglanz. Stark durchscheinend. Farbe graulich weiss. Schmeckt in den Mund genommen , sehr thonig. Findet sich mit Kalkspath und Datolith trümmerweise im Trachyt zu Niederkirchen in Rheinbayern. Ostranit. Breitiucpt. Rektanguläres Ditetraeder. P — P = 91 0 22'. M — M = »)6° 2'. Theilbarkeit parallel den Flächen der Grundform, sehr unvollkommen. Die Krystalle haben das Ansehen geschoben vierseitiger Prismen mit vierilächiger Zuspitzung. II. = der des ( 4 uarz.es. Sp. Gew. = 4. 3 a... 4. 4 - Glasglanz. Farbe nclkenbraun. Innen lichter. Aussen mitunter grau gelleckt. Strich nclkenbraun , ins licht Graue geneigt. Bruch unvollkommen muschlig... uneben. Sehr spröde. Die Zusammensetzung unbestimmt. Brkitiialpt hält es für möglich, dass diess Mineral ein neues Metalloxyd enthalte, und schlägt, im Falle sich dieses bestätiget, für das Metall den Namen Ostran, von der Frühlingsgötlin Ostra hergenommen, vor. Findet sich in Norwegen unter unbekannten Verhältnissen. Oxahverit. Brewster und Turner. S uadratisches Oktaeder. Die Krystalle sind spitzo Oker, mit gerader Abstumpfung der Ecken der Basis, und doppelter Krümmung der Flächen. Der mittlere Neigungswinkel von zwei einander gegenüberliegenden Flächen Pimelith. 6oö ist = 5o°. Theilbarkeit senkrecht auf die Axe der Grundform , ziemlich yolllunnmen. H. = 4.5... 5.o. Sp. Gew. = 2.218. Failte liclit grau, lancligrün, olivengrün und rütli- lichhraun. Durchscheinend. Ilcstandtheilc nach Tuiüner: 00.76 Kieselerde, 22.39 Kalkerde, Kali, 3.39 Eisenoxyd, 1.00 Thonerde, 17.36 Wasser. Das Mineral unterscheidet sicli vom Apophj'llit nur dadurch, dass der Neigungswinkel seiner Flächen, von dem Neigungswinkel der Flächen jenes differirt, und dass es eine negative Axe doppelter Strahlenbrechung hat, wogegen die des Apophyllifs positiv ist. Findet sich an der heissen Quelle Oxahvcr auf Island, in Adern, welche in Kalkmasse umgewandeltes Holz durchsetzen. Phillipsit, Levy. Gerades rektanguläres oder quadratisches Prisma. Die Krystalle sind an den Enden mit vier auf die Kanten aufgesetzten Flächen , zugespitzt , gewöhnlich nadelfürniig, einzeln aufgewachsen und zuweilen zu Kugeln zusammen- gehäult. Weicher als Hornblende. Sp. Gew. 2.2. Durchscheinend... durchsichtig. Weiss. Besteht nach Woj.uastox aus: Kieselerde, Thonerde, Kali und Kalkei de. Fs hat grosse Achnlichkcit mit dem Kaliharmotom. Findet sieh am Vesuv, zu Aci Reale auf Sicilien mit Olivin, Herschelit und Comptonit , und im Basalte zwischen Bunzlau und Lowcnberg in Schlesien. Pholerit. Guillemix. Schuppige Theile mit convexer Oberfläche. Zerreiblich. Perlmutterglanz. Weiss. Hängt an der feuchten Lippe. Gibt im Kolben Wasser. Unschmelzbar. Wird mit Wasser plastisch. Findet sich in Spalten von Eisenniere, von Sandstein und Schicfcrthon, auf der Grube von Rivc-de-Gir, im Allier-Departement, und in der Gegend von Mons in den Niederlanden. Pimclilh. Karsten. Derb. Weich, öfters zerreiblich. Sp. Gew. unbestimmt. Durchscheinend... durchscheinend an den Kanten. Schimmernd bis matt. Farbe apfelgrün und zeissiggriin. Bruch eben und erdig. Wird int Kolben schw arz, und gibt nach Steinöl riechendes Wasser aus. Besteht, nach Klapuoth , aus : Kieselerde 35.00, Thonerde 5.oo, Nickeloxyd 10.00, Bittererde 1.25 , Kalkerde 0.4 t , Wasser und flüchtige Theile 38.12. Findet sich mit Chrysopras im Serpentin zu Kosemitz, Gkisendorf und Ober-Baumgarten in Schlesien. Roselit, 606 Polyniignit. Berzelius. Rhombisches Oktaeder von i 36 ° ad', loh^a', 28° 16', annäherungsweise. Die Kn stalle sind Combinationen mehrerer secundärer Prismen mit den Flächen der Grundform, und gewöhnlich sechszehnseitige Prismen mit vierllächiger Zuspitzung. II. = 6 . 5 . Sp. Gew. =: /|.8o6. Metallglanz, lebhafter. Undurchsichtig. Farbe schwarz. Strich braun. Gesteht, nach RF.nzKf.ius, aus: Titansäure 4 b. 3 o, Zirconerde 14.14, Eisenoxyd 12.20, Kalherde 4 - 3 t) , Ceroxyd 5 .oo, Vtlorerde 11.00, Manganoxyd 2.70, und enthält ausserdem noch Spuren von Kieselerde, Bittererde, Kali und Zinnoxyd. Scheint eine Verbindung der Titansäure mit den verschiedenen anderen Metalloxyden zu sein. Findel sich im Syenit der Gegend von Fredriksvärn in Norwegen. Pyrochlor. Wühler. Reguläres Oktaeder. II. = 5 .o... 60. Sp. Gew. = 4.206... 4.216. Glas- und Fettglanz. Undurchsichtig... an den Kanten durchscheinend. Farbe röthlichbraun. Strich hellbraun. Bruch inuschlig. Bestandtheile, nach W öiu.ek : Titausäure 62.76, Kalkerde 12.86, Uranoxydul 5 .18, Ceroxyd, unreines, 6.80, Manganoxyd 2.76, Eisenoxyd 2.16, Zinnoxyd 0.61, Wasser 4.20 , Spuren von Flusssäure und Bittererde. Wird , vor dem Löthrohr erhitzt, licht braungelb und schmilzt schwer zu einer schwarzbraunen Schlacke. Ist in kleinen Kristallen eingewachsen in Feldspath und Elceolith zu Fredriksvärn in Norwegen vorgekommen. RadioUt. Esmark. Ein dem Zeolith sehr ähnliches Mineral, welches, nach der Analyse von Hlaki-kld, aus 41.880 Kieselerde, 23.790 Thonerde, 14.096 Natron, 1.012 Kali, 10.000 Wasser, 0.910 Eisenoxyd , 2.000 kohlensaurem Kalk, und 5 . 5 oo Bergart besteht, und, dieser Analyse zu Folge, auch nichts anderes als Zeolith ist. Findet sich bei Breyiken in Norwegen. Roselit. Lew. Gerades rhombisches Prisma von i 32 u 48h Theilbarheit in der Richtung der kleineren Diagonale der Endfläche. Die Kristalle sind rhombische Prismen mit Abstumpfung der Grundkanten, der Seitenkanten und der spitzen Ecken. II. = 3 .o. Sp. Gew. unbestimmt. Glasglanz. Durchscheinend. Farbe tief rosenroth. Strich weiss. Besteht, nach Chic- Schoharit. 607 nitKiv, aus: Bittererde, Kalkcrdc, Wasser, Kobaltoxyd und Arseniksäure , und stellt somit dem Pikropharmakolith Stuomkvku’s sehr nahe. Findet sich uuf Ouarz aufgewaeh- sen zu Schneeberg in Sachsen. Rubcllan. Breithaupt. Sechsseitiges Prisma. Dimensionen und Theilbarlieit unbestimmt. ll.=.2.5...3.o. Sp.Gew.=2.5...2.7. Farbe bräunlich- rotli... röthlichbraun. Strich unverändert. In dünnen Blättchen unbiegsam. Bestandteile nach Ki.aphoth : Kieselerde 45 , Eisenoxyd 20 , 'L’honerde 10 , Biltererde 10 , Natron und Kali 10, flüchtige Theile 5 . Es sieht dem Glimmer sein- ähnlich; unterscheitlet sich aber von diesem durch Unbiegsamkeit. Findet sich mit Glimmer und Augit in Wache cingewachsen zu Schima im böhmischen Mittelgebirge. Sapparit. Scheotiieim. Rektanguläres Prisma. Theilbarheit nach den Seitenflächen. Stark glänzend. Durchscheinend. Ritzt Flussspath. Farbe licht berlinerblau, in gewissen Richtungen silberweiss. Strich lichtgrau] ich weiss. Bruch uneben. Gefüge blättrig. Zusammensetzung und sp. Gew. unbekannt. Hat sich bis jetzt nur in Krystalleu mit Spinell verwachsen, in Pegu oder auf Ceylon gefunden. Sarkolit. Thomson. Die Krvstalle sind Combinationen des Würfels und des Oktaeders. Ritzt Glas. Farbe lleischroth. Glasglänzend. Hat viele Aehnlichkeit mit dem Analcim. Die Analyse fehlt, und so lange diess der Fall ist, und man beim Analcim das reguläre Oktaeder noch nicht gefunden bat , muss man den Sarkolit von demselben trennen. Findet sich am Monte Summa bei Neapel. Schoharit. Derb. Stängclige Absonderung. Halbhart. Sp. Gew. = 4.8. Glasglanz. Weiss. Bestandtheile, nach Eaton: Schwefelsaurer Baryt 90.37 , Kieselerde 9.68. P'indet sich als ein 60 Fuss mächtiges Lager in Letten auf Grauwacke , am Berge Carlisle, in der Grafschaft Schoharin, im Staate von New-York in Nordamcrica. Man gebraucht es zum Löthen der Metalle. 6oü Silbcr-Phy Hin-Glanz. Selensilbcr. Del-Rio und Mendkz. Sechsseitige tafelartige Prismen , nn Ecken und Kanten abgerundet. Farbe bleigrau. Geschmeidig. Zusammensetzung : Doppell-Selensilber. Fundort Gegend you Tosco in Mexico. Selen-Zink mit Sclnvcfel-Quechsilber. Del-Rio. Del-Rio hat zwei neue Mineralien von Culebras in Mexico beschrieben, welche init gediegenem (Quecksilber Vorkommen. Eines derselben ist grau, von metallischem Glanze, gibt ein schwarzes, starb ablarbendes Pulver und hat ein sp. Gew. von 5-56. Das andere ist rotli, dem Zinnober ähnlich, und hat ein sp. Gew. von 5.66. Beide geben die lleactionen des Selens, Zinlis , (Quecksilbers und des Schwefels. Das graue Mineral besteht aus: Zink 24, (Quecksilber 19, Selen 49, Schwefel i.5. Beigemengte Bergart 6. Del-Rio sieht es als eine Verbindung von Doppelt-Selen-Zink mit Ilalb- SchwefeMQuccksilbcr an, und berechnet dafür die Formel Zn Se 4 + Hg Su. Das rotlie Mineral soll gleichfalls Dop- pelt-Selen-Zinh, aber in Verbindung mit Zinnober, enthalten , durch welchen es die rothe Farbe erhält. Er berechnet dafür die Formel Zn Sc 4 + Hg Su 2 . Silber, kohlensaures. Selb. Derb und eingesprengt. Undurchsichtig. Wenig glänzend bis matt. Farbe aschgrau, ins Schwarze verlaufend. Bruch uneben... erdig. Strich glänzend. Von sehr geringer Härte. Bestand!heile nach Selb: Silber 72.5, Kohlensäure 12.5, luipferhaltigcs Antimon i5-5. Ich habe Gelegenheit gehabt, ein Stückchen des SEi.n'sehcn Kohlensaureu-Silbers zu untersuchen, und als Bestandtheile desselben Silber, Schwefel, Bittererde, Kalkerde, Kohlensäure und Mangan gefunden, und bin dein zu Folge der Meinung, dass diess Mineral ein blosses Gemenge von Braunspath und erdigem Silberglanz sey. Ist auf der Grube St. Wenzel bei Wolfacli im Ilinzig- tliale vorgekommen. Silber-Phyllin-Glanz. BREmut'PT. Blättrige Massen, entweder Bruchstücke von derben Par- thieen oder vielleicht von Krystallen. Theilbarkeit in einer Richtung, sehr vollkommen. 11.=: t.5. Sp. Gew. = 5.895. Metallglanz. Farbe schwärzlich bleigrau. Strich unverändert. Sordawalit 609 Gibt vor dem Löthrohr die Reactionen des Selens, Molybdäns und Silbers, und soll aus Selen - Silber und Selen- Molybdän besteben,'und das wahre Molybdän-Silber Werkers seyn. Es findet sich zu Bcerscen oder deutsch Pilsen im Honther Comitat in Ungarn, mit Bleiglanz auf Gängen im Gneis. Sillimam t. Bowejv. Rhombisches Prisma. Die Krystalle sind rhombische Prismen von 88° und 92 0 (Phili.ips). Theilbarheit parallel der kürzeren Diagonale der Endfläche. Härte über der des Quarzes, oder der des Topases gleich. Sp. Gew. = 3-4J - Glasglanz, auf der Theilungsfläche stark. Durchscheinend an den Kanten. Farbe dunkelgrau, ins Nelkenbraune verlaufend; auch weiss und gelblich. Spröde und leicht zu zerbröckeln. Die Krystalle sind oft auf der Oberfläche abgerundet und manchmal gekrümmt. Besteht nach Bowes aus : Kieselerde 42.666, Thonerde 54 -iii, Eisenoxyd 1.999, Wasser 0.510. Unschmelzbar. Die Analyse stimmt allerdings ziemlich genau mit Klaphoth's Analyse des Cyanit's überein, aber nicht mit der correcteren AnFVEDSon’s, und es ist ohne wiederholte Untersuchung des Sillimanits, und ohne eine genauere krystallographische Beschreibung nicht wohl möglich, zu bestimmen , ob derselbe eine eigene Mineralgattung ausmache, oder ob er, wie mehrere Mineralogen wollen, als eine blosse Varietät des Cyanits zu betrachten sey. Sommerwillit. Brooke. Quadratisches Oktaeder von i34° 48 / und 65° 5o'. Die Krystalle sind Combinatiönen des ersten und zweiten vierseitigen Prisma s mit der horizontalen Endlläche, und den Flächen der Grundform. Theilbarheit parallel den Flächen der Grundform, vollkommen. H. = 6.0. Glasglanz, wenig in den Fettglanz geneigt. Farbe blass gelb. Findet sich am Vesuv, und scheint zum Vesuvian zu gehören. Sordawalit. Nordekskioeld. Derb. Dicht. Undurchsichtig. Glasglanz , in metallähnlichen geneigt. Härte des Glases. Sp. Gew. = 2.5o. Farbe grünlich- oder graulichschwarz. Bestandtheile : Kieselerde 49.40, Thonerde i3-8o, Eisenoxyd 18.17, Bittererde 10.67, Pliosphorsäure 2.68, Wasser 4.38. Diess gibt die Formel MgS 2 + 2 FS 2 + 3 AS 2 . Schmilzt schwierig zur schwarzen Kugel. Ist in der Nähe der Stadt Sordawala in Finland Walchnir Mineralogie. j Q in einen bis anderthalb Zoll starken Lagen im Urgebirge. und später auch zu Bodenmais und am Landsberge bei Moschei im Zweibrückisehen vorgeliommen. i Spharulith. Werner. Eingewachsene Kugeln von bald rauher , bald glatter Oberfläche , mit stängeliger oder fasriger Absonderung. Härter als Quarz. Sp. Gew. = 2.4... 2.5. Farbe braun und grau, in verschiedenen Nuancen. Durchscheinend an den Kanten... undurchsichtig. Schwach glänzend... matt. Bestand- theile nach Ficiscs : Kieselerde 79.12, Thonerde 12.00, Kali und Natron 3-58, Eisenoxydul 2.45, Bittererde 1.10, Glühverlust 1.76. Beinahe unschmelzbar. Findet sich bei ■ Glashütte, unweit Chemnitz in Ungarn im Pcrlstcinc, und : bei Spechthausen, unweit Tharand in Sachsen im l’echsteinc. ! Sternbcrgit. Hai dinge R. ’ Bhombisches Oktaeder von 128° 49', 84 0 28' und 110 0 o'. Die Krystalle haben das Ansehen von rhombischen Tafeln, mit Winkeln von 110 0 30' und 6o° 3o', welches ' die Winkel der Basis der Grundform sind ; oft ist der ; scharfe Winkel abgestumpft. Auch erscheinen Zwillinge. Die Zusanimensetzungsfläche parallel der schmaleren Pris- menlläche ; die Uindreliungsaxe senkrecht auf derselben. Gewöhnlich sind mehrere Krystalle auf eine unregelmässige Art vereinigt und zusammengewachsen, wobei sie mit einer ihrer Seiten aufsitzen , so dass sie rosenförmige Gruppen und Kugeln mit einer drüsigen Oberfläche bilden. Derbe Massen haben gewöhnlich das Ansehen eines grobkörnigen Glimmers. H. = 1.0... i.5.' Sp. Gew. = 4- 2 *5. Glanz metallisch, am stärksten auf der horizontalen Endfläche, nach welcher auch eine sehr vollkommene Theilbarkeit Statt findet. Farbe dunkcltombakbraun. Durch Anlaufen oft violett, die Endfläche ausgenommen. Strich schwarz. Sehr mild. In dünnen Blättchen vollkommen biegsam. Eine Analyse fehlt. Wird in der Glasröhre dunkelgrau, matt und bröckelig, und riecht stark nach sehwefeliger Säure. Brennt auf Kohle erhitzt mit Flamme, stösst schweflige Säure aus , und schmilzt zu einer Kugel, die gewöhnlich hohl ist, eine krystallinische Oberfläche besitzt, mit metallischem Silber bedeckt ist, stark auf den Magnet wirkt, und sich im üebrigen wie Schwefel-Eisen verhält. Nach diesen Löthrohr-Versuchen von IIaidingf.r scheint es, dass der Sternbcrgit aus Schwefel-Silber bestellt, verbunden mit einer grossen Menge Schwefel-Eisen. Findet sich, in Be- Talksteinmark. 61 1 gleitung von Snrödglascrz , Siiberblende und andern Silbererzen, zu Joachiinst'nal in Böhmen. Es ist nickt unwahrscheinlich, dass der biegsame Silberglanz \on Bournon, der, nach VVoi.IjAStox , aus Silber, Schwefel und Eisen bestellt, und in den übrigen Eigenschaften, die krystallographischen Verhältnisse ausgenommen, ziemlich mit dem Sternbergit übereinstimmt , ein diesem nahe verwandtes Mineral ist. Als muthmassliches Vaterland des biegsamen Silberglanzes wird Ungarn angegeben. Stilpnomclan. Glocker. Kristallinische, fasrige und strahlige, theilbare Massen. Auch dicht. II. = 3.o. Sp. Gew. = 3.o... 3-4- Fettglanz in den Perlmutterglanz geneigt. Undurchsichtig. Farbe sammetschwarz ins Schwärzlichgrüne verlaufend. Strich grünlich grau. Gibt im Kolben etwas Wasser aus. Schmilzt zur schwarzen dem Magnete folgsamen Schlahe; wird vom Phosphorsalz unter Blasenwerfen leicht zerlegt, die Kugel zeigt starke Eisenfarbe , und es bleibt ein beträchtliches Kieselskelett, unter der Abkühlung wird die Perle farbelos; mit Soda auf Plalinblech gibt er Manganrcaction; er ist somit kieselsaures Eisenoxydul und den unter dem Namen Uisingerit und Gillingit in diesem Anhänge erwähnten Mineralien, so wie auch dem im Systeme aufgeführten Siderochi- solith , mit welchem er auch im Aeussern viel Uebereiri- stimmendes haben soll, sehr ähnlich. Findet sich in einzelnen Stücken auf einer Gruben-Halde bei Obergrund unweit Zuckmantel im österreichischen Schlesien, in Begleitung von rüthlichem Kalkspath, Quarz, Magnetkies und Schwefelkies. Tachj-lit. Breithaupt. Derb und in Platten. Theilbarheit fehlt. H. = 6.0. 7.0. Sp. Gew. ‘ 2.5o... 2.54. Undurchsichtig. Farbe sammet- und bräunlichschwarz. Strich dunkel aschgrau. Glasglanz, in den Fettglanz geneigt. Bruch kleimnuschlig. Schmilzt vor dem Löthrohre augenblicklich , und unter Aufblähen zu einer braunen, mitunter blasigen Schlacke. Findet sich in Basalt, der mehr und weniger verwittert ist, am Sresebüld bei Dransfeld unfern Göttingen. Talks teinmark. Freieslebex. Klein nierenförmig und derb. Zuweilen dünn- und krumm- schalig abgesondert. An den Kanten durchscheinend. Schimmernd bis matt. II. = 2.0... 3.o. Sp. Gew.= 2.6... 2.4. Weis- 6 i 2 Thonerde, phosphorsaure. und roth in mehreren Schattirungen. Fertig anzufiihlen. Etwas an der feuchten Lippe hängend. Findet sich in hügeligen Parthieen im Porphyr eingewachsen ilu Roch- litzer Wald in Sachsen. Tautolith. Breithaupt. Rhombisches Ohtaeder von n3° 5o' und i34° 58'. Basis 109° 46', Neigung der Flächen an der Basis 83° 426 Die Krystalle sind rhombische Prismen von 109° 46' mit Abstumpfung der .grösseren Seitenhanten , und einer gegen diese gerichteten Zuschärfung an den Enden. Theilbarheit in der Richtung der kleinem Diagonale des Prismas, unvollkommen. H. = 6.5... 7.0. Sp. Gew. = 3.865. Glasglanz , unvollkommener. Undurchsichtig. Farbe sammetschwarz. Strich grau. Bruch muschlig... uneben. Sehr spröde. Nach Löthrohrversuchen von Harkort scheint er aus Einfach- kieselsaurem Eisenoxydul und Einfach-kieselsaurer Bittererde, mit Vorwalten des ersteren Salzes, zu bestehen, und überdiess etwas Thonerdesilicat zu enthalten. Findet sich eingesprengt in dem Feldspathgestein des Laacher Sees in Rheinpreussen. Tephroit. Breithaupt. Derb. Theilbarheit in mehreren meist unvollkommenen Richtungen, davon sich zwei rechtwinkelig schneiden. H. = 5.o. Sp. Gew. = 4.104. Demantglanz. Farbe aschgrau, durch Anlaufen schwarz. Strich, etwas lichter. Bruch uneben bis unvollkommen muschlig. Nicht analysirt Schmilzt vor dem Löthrohr zur schwarzen Schlacke und scheint Zink zu enthalten. Findet sich mit Rothziukerz und Frank- linit zu Sparta in Nordamerica. Thonerde, phosphorsaure. Vauquelisv. Erdig. Weiss, ins Gelbliche geneigt. Sehr leicht. Zerreiblich. Bestandteile nach Vau^ukuin : Thonerde 46.67, Ammoniak 3.13 , Phosphorsäure 3o.5o. Davon rechnet er s3.84 Phosphorsäure für die Thonerde und 6.66 für das Ammoniak, woraus folgt, dass die Säure hier mit viermal so viel Basis verbunden seyn würde, als in dem neutralen Salz. Findet sich auf der Insel Bourbon in der Höhle eines vulcanischen Gesteines. Uranbliithe. 6i3 Thulit. Brooke, Krystallinische Massen. Theilbar nach den Seitenflächen eines rhombischen Prisma's tod 93 0 io' und 87° 3o'. Ritzbar durch Quarz. Glasglanz , auf den Theilungsflächen Perlmutterglanz. Farbe rosen - und pfirsichblüthroth. Strich graulich weiss. Bruch muschlig. Bestandtlieile : Kieselerde 42.5, Tbonerde 25.1 , Kalkerde 19.4, Bittererde 0.6. Findet sich mit Quarz , Flussspath und blauem Vesuvian zu Suli- land in Telemarken in Norwegen. Torrelit. Reivwick. Derb. Körnig. Ritzt Glas. Matt. Farbe cochenillroth. Strich rosenroth. Zusammensetzung nach Revwich : Kieselerde 32.6o, Ceriumoxyd 12.32, Eisenoxydul 21.0, Thon- crde 3.68, Kalkerde 24.08, Wasser 3.5o. Childbest und Fakadas- fänden in diesem Minerale kein Ceroxyd, aber eine beträchtliche Menge 3rangan. Unschmelzbar. Braust mit Säuren. Wirkt schwach auf den Magnet. Ist mit Eisenerzen in der Provinz Sussex in New-Jersey vorgekommen. Turnerit. Levy. Schiefes rhombisches Prisma. M — M 96° io 7 . P — M 99 0 40' Die Krystalle haben viele Aehnliclikeit mit denen der Kupferlasur. Theilbarkeit parallel den Diagonalen der Endfläche. Glanz demantartig. Durchsichtig... durchscheinend. Wird durch Feldspath geritzt. Farbe gelblich braun, ins Braune geneigt. Strich weiss , oft graulich. Besteht nach Chilure» aus: Thonerde, Kalkerde, Bittererde, etwas Eisen und Kieselerde. Er wurde früher mit dem Sphen vereinigt ", zum Theil auch Piktit genannt. Findet sich in Begleitung von Quarz, Feldspath , Oktaedrit u. s. w. am Berge Sorel in der Dauphinee. Uranblütlie. Zippe. Zarte kristallinische Flohen. Undurchsichtig. Wenig glänzend. Zitrongelb, ins Schwefelgelbe geneigt. Weich. Besteht aus kohlensaurem Uranoxyd. Braust mit Säuren. Ist mit Uranpecherz und Uranocker , auf dem Eliasgange zu Joachimsthal in Böhmen vorgekommen. 44 issmuthblende. 61 4 Vipnit. Karsten. Einzelne Körner von der Grösse eines Hirsekorns, durch eine grünlichblaue Masse verbunden. Die Körner sind dunkel grünlichblau, matt, und zeigen nur in bestimmten Richtungen gegen das Licht gehalten, Metallglanz. Sp. Gew. = 3 . 7129 . Die Bestandtheile sind nach Karsten: 49-14 Eisenoxyd, 35.3o Eisenoxydul, 11.06 Kohlensäure, 4-5o Plios- jihorsäure. Die Formel 4 (FC 2 + fF) F 2 P. Findet sich in der unteren Abtheilung des Jurakalkes in der Nahe von Yienes im Mosel-Departement und wird auf den dortigen Hütten verschmolzen. Wc ich e is enk ies . Kreith alpt. Durch ihre Weichheit ausgezeichnete Varietät von 44 as- serkies. Nierenförmig, traubig und derb. JI. = 2 . 0 . 3.5. Sp. Gew. = 3.3... 3.5. Farbe speissgelb. Strich schwarz. Verwitterbar. Findet sich auf den Gruben Morgenstern, Unterliaussaehsen, Beschert Glück und Churprinz Friedrich August, hei Freiberg in Sachsen. Weisskupfererz. Werner. Derb , zuweilen stängelig abgesondert. Metallglanz, schwacher. Farbe speissgelb mit etwas grau gemischt und ins W eisse geneigt. 44 ird durch ()uarz geritzt. Sp. Gew. = 4 . 4 ... 4-5- Riecht beim Zerschlagen stark schwefelig. Besteht aus Kupfer, Schwefel, Silber und einigen andern Bestandtheilen. Kommt auf Lorenz Gegentrumm bei Freiberg auf einem Gange mit andern Kupfererzen, zu Annaberg auf einem Lager iin Gneise, zu Kamsdorf im Kupferschiefer, und in Siberien mit Malachit vor. TVismuthblcnde. B r e i t h a u p t . Die Kry stalle sind Pyramiden-Tetraeder. Theilbarkcit parallel den Flächen des Pyramiden-Tetraeders unvollkommen. lf. = 4 . 0 ... 5.o. Sp. Gew. = 5.9... 6 . 0 . Glanz demantartig. Undurchsichtig... halbdurchsichtig. Farbe nelkenbraun und röthlichbraun. Strich gelblichgrau. Die sehr kleinen Krystalle sind öfters zu kugeligen Gestalten vereinigt. Auch getropft. Die Bestandtheile sollen, nach Bukit- n alpt , 44’ismuth und Phosphor seyn. Krusten fand darin 96.-O5 Arsenik und 3 .001 44 ismutli. Fundort : Neuglücker Stoilenorl, von Kalbe Fundgrube bei Senneebcrg in Sachsen. Zurlit. 6i5 Wisniulhkobalterz. Kerstek. Derb. Thcils gleich - iheils auseinander laufend stängelig. Farbe zwischen bleigrau und stahlgrau. Glanz schwach me;allisch. Ritzt Glas. Sp. Gew. = 6.0... 6.7. Wird durch dci Strich matt. Das Pulver färbt stark ab. Gibt im Kolben aisenigte Saure und einen gelben Sublimat, wobei es dunkler wi'd; nach der Röstung färbt es das ßoraxglas smalteblau. De Bestandtheilc sind : Arsenik 77.9602 , Kobalt 9.8866, Fisen4.7695, Wismuth 3.8866. Kupfer i.3o3o, Nickel i.io63, Schwefel 1.0160, Mangan eine Spur. Kersteiy hat dafür de ungewöhnliche Formel 3o Co As 3 + i5 Fe As 2 + 5 li As -f- 4 Cu As -f- 4 Ni As + 3 Fe Su + berechnet. Fs ist indessen unwahrscheinlich, dass es zwischen fünf Arse- lieten und einem Sulphuret eine chemische Verbindung 'ibt •, wahrscheinlicher ist das Mineral ein Gemenge. Diess Erz ist zu Schneeberg in Sachsen vorgekommen. JVismuth, liühlcnsaures. Gregor. Derb und mit Quarz gemengt. Unrein grünlich- oder {.elblichgrau, auch braun. Ritzt Glas? Sp. Gew. = 4-31. Löst sich in Salpetersäure unter Aufbrausen. Die Bestand- tfieile sollen seyn : Wismuthoxyd 28.8, Kohlensäure 5i.3, Eisenoxyd 3.1 , Thonerde 7.5. Kieselerde 6.7, Wasser 3.6. Ist auf Gängen zu St. Agnes in Cornwallis vorgekommen. Zurlit. Remondini. Rektanguläres Prisma. Die Krystalle sind öfters an den Seitenbauten abgestumpft und in der Richtung der Axe verlängert. Härte ungefähr 6.0. Sp. Gew. = 3.271. T'heil- barheit unbestimmt. Aussen gewöhnlich mit einem weissen Ueberzuge bedeckt. Farbe spargelgrün. Bruch musehlig. Strich perlgrau. Unschmelzbar. Zusammensetzung unbekannt. Ist am Vesuv, gewöhnlich mit Kalkspath, vor- gekonnnen. Verzeichniss einiger neuerer Schriften über Mineralogie. Hof FM Ass , Handbuch der Mineralogie , von Bheithauw fortgesetzt. 4 Bde. Freiberg 1811 — 1818. 8. Mohs, Grundriss der Mineralogie. 2 Bde. Dresden 182t. 1824. 8. — Trcatise on Mineralogy, or tbe natural bistory of ths mineral liingdom. Translated from the German , witl considerable additions, by W. Haidihgeb. 3 Vol. Edinburgh 1825. 8. v. Leonhabd , Handbuch der Oryktognosie. 2e Aufl. Heidelberg 1826. 8. Rau, Lehrbuch der Mineralogie, ae Auflage. Würzburg 1826. 8. Steffens, vollständiges Handbuch der Oryktognosie. 4 Bde und 1 Suppl. Bd. in 13. Hall 1811 — 1824. Hauy, Traite de Mineralogie, 2' edition. Paris 4 Vol 8* 1822. Beudant, Traite elementaire de Mineralogie. Paris 1824. Habtmann , Uebersetzung von Beudant’s Lehrbuch der Mineralogie. Leipzig 1826. Naumann, Lehrbuch der Mineralogie. Berlin 1828. 8. Hausmann, Handbuch der Mineralogie. 2e Auflage. ir Tbl. Göttingen 1828- Habtmann , Handwörterbuch der Mineralogie u. Geognosie. Leipzig 1828. 8. Bbabd , Mineralogie appliquee aux arts. 3 Vol. Paris 1821. 8. Br.üMiioFF, Lehrbuch der Lithurgik, oder der angewandten Mineralogie. Frankfurt 1822. 8. Hauy, Traite des caracteres physiques des pierres preeieuse.s. Paris 1817. 8. Uebersetzt v. Leonhard. Leipzig 1818. Mawe, Treatise on diamonds and other precious stones etc. 3 th. edit. London 1823. Naumann, Entwurf der Lithurgik oder ökonomischen Mineralogie. Leipzig 1826. 8. REGISTER J»cliat 106 Achat, isländischer 184 Achatjaspis 101 Achatmutter 106 Achmit 253 Aciile boraciqu« 88 Adamas 89 Adipocire mineral 575 Adlerstein 356 Adular 167 Agalmatolith 180 Actinot 256 Alahandina sulphurea 405 Alabaster 301 Alaun 216 Alaun - Haloid ,?J rhomboc- drisches, 218 Alaun, römischer, 219 Alaun-Salz, oktaedrisches, 216 Albin 2S2 Albit 169 Allagit 408 Allanit 426 Allochroit 140 Allophan 121 Almandin 134 Aluminit 219 Amalgam 542 Amalgam, natürliches, 542 Amazonenstein 168 Ainblygonit 211 Ambra , gelbe, 568 Amethyst 98 Amethyst, orientalischer 117 Amiant 258 Ammoniak-Alaun 217 Amoniak-Salz, oktaedrisches, 343 Amphibol 254 Amphigen 186 Analcim 187 Anata.s 518 Andalusit 130 Andalusit, prismatischer, 130 Anhydrit 302 Anorthit 175 Anthophjllit 262 — blättriger 265 — strahliger 262 Anthracit 92 Anthrakonit 288 Antiraon-Barjt, prismatischer, 533 Antimon-Blende 539 Antimonlbüthe 533 Antimon-Fahlerz 445 Antimonglanz 575 Antimon-Glanz, axotomer, 538 Antimon-Glanz, prismatoidi- scher, 535 Antimon-Glanz, prismatischer, 562 Antimonocker 534 Antimon, prismatisches, 548 Antimon, rhomboedrisches, 532 Antimonsilber 548 Antimon-Silberblende 554 Anvir 337 Apatit 305 Apatitspath 307 Aplom 137 Apophjllit 282 Ap^rit 153 Aquamarin 235 Arendalit 150 Argile lithomarge 221 — smectique Arragon 295 Arsenikblüthe 314 und 525 61 ö Register. Arsenik-Fahlerz 445 Bergmilch 289 Arsenik, gediegenes, 524 Bergul 573 Arsenikkies 3CG Bergscife 224 Arsenik-Kies, axotomer,. 36S Bcrgtalg 575 Arsenik-Kies, prismatischer, 366 Bergthccr 573 Arsenik-Kupfer 582 Berlinerblau, natürliches 380 Arsenik-Nickel 501 Bernstein 568 Ansenik-Saure oktaedrische, 525 ßerthicrit 583 Arsenik-Schwärze 5S2 Ben 11 234 Arsenik-Silberblende 545 ßeudantit 584 Arsenik-Spiessglanz 583, 25S Bildstein 180 Arsenik-Wisumlh 583 Bimsstein 185 Asbest 258 Biotin 584 Asclienzieher 154 Bittercrde-H\ d rat 241 Asphalt 571 Bitterkalk 291 Asphalt-See 572 Bittersalz 278 Atacarnit 461 Bittersalz, prismatisches, 278 Augit 249 ßitterspath 292 Augit, gemeiner, 251 B/ättererz 470 Augit-Fels 252 Blätterkohlc 576 Augit-Spath , hemiprismati- Blättcriellur 471 scher, 254 Blattertorf 581 — peritomer, 249 Blättcrzeolilh 195 — prismatischer, 281 Blaltkohle 580 — prismatoidischer, 147 Blaubleierz 467 Automolith 420 Blaueisenstein 584 Avanturin 99 Blauspath 212 Axinit 155 Blei, arseniksaures, 484 , — prismatischer, 115 Blei-Bant, axotomer, 480 Babingtonit 583 — — diprismatischer, 476 Backkohle % 577 — — hemiprisniatischer, 487 Baikalit 250 Blei-Bant, peritomer, 475 Ballas-Kubin 274 — — prismatischer, 478 Bandachat 106 — — pyramidaler, 485 Bandjaspis 101 — — rliomboedrischer. 487 Bant 326 Bleichloroxyd 475 Bant-Harmotom 200 Bleierdc 491 Banto-Calcit 326 Bleierz von Mcndip 475 Ban tstein 329 Bleifahlcrz 473 Bastkoljle 5 SO Bleiglanz 466 Baudisserit 278 Blei-Glanz, hcxacdrischer, 466 Beiistein 267 Bleiglas 478, 476 Bergbutter 378 BJeigumnii 491 Bergflachs 258 Blei-llorncrz 474 Berggriin 376 Blei, kohlcnsaurcs, 476 lierglioli 259 Bleioxyd, natürliches rothes, 465 IScrgkork 260 Blei, phospborsaures, 483 Rergkr) stall 96 Bleischimmer 469 ClTglciilT 260 Bleischwarze 478 Register. 619 Blei , schwefelkohlensaures , Bucklandit 586 prismatisches, 487 Buntbleierz 4S2 — — rhotnbocdrisches, 480 Buntkupfererz 443 Blcischweif 467 Bustamit 407 586 ßtci-$u!phato-Carbonat 487 Butlermilchsilbcr 557 — — Tricarbonat 480 Byssolith 258 Blciwlriol 478 Cacholong 111 104 — kupferhaltigcr, 480 Calait 213 Blende 412 Candle-Cual 576 Blitzrühren 10S Candvt 274 Blüdit 332 584 Carinthin 257 Blulstein 353 Carneol 104 Bohnerz 357 Ca volinit 586 Bol °22 Ccmerit-Kupfer 433 Bolus 222 Cement-Wasser 463 ßologncscrspath 328 Ccrer-Erz, untheilbarcs, 425 ßoracit 275 Cererit 425 — oktaedrischer, 275 Cer in 426 Borat 338 Cerinstein 425 Bora\-Salz, prismatisclies , 338 C.erit 425 Boraisäure 88 Ceriuni , flusssanres, 42S ßotryolith 312 — basisches, 430 Botryogcn 585 Ceroxyd, llusssaures mit Buss ßournonit 473 saurer Vttererde, 429 Bouteillcnstein 184 Ceroxydul, kohlensaures, 430 Braunbleierz 483 Ceylonit 273 Brauneisenstein 354 Chabasie 189 Braunkalk. 294 Chalcedon 103 Braunkohle 579 — gemeiner, 103 Braun-Menac-Erz 317 Chalcedony x 103 Braunspath 294 Chalkolilh 517 Braunstein 398 Chamoisit 587 Braunsteinerz, granalfdrmigcs 140 Chiastolitli 587 Braunsteinkies 404 Childrenit 5S7 Brauns'einkiesel 140 Chimoo 337 Braunstein, piemontcsischer, 180 Chlorit 207 Braunstein, rother, 405 Chloritcrde 208 Br.iunsteinschaum 403 Chloritschiefer 2as Brcislackit 585 Chloromelan 372 Brewsterit 585 Chloropal 588 Brillant 91 Chlorophan 58 Bry thin-Salz, prismatisches, 333 Chlorophüit 587 Brochantit 555 Chlorsilber 556 Brodbo-Tantalit 391 Chondrodit 271 Brongniartin 333 Chromeisen 351 Bronzit 265 Chromcisenstcin 351 Brookit 586 Chrom-Erz, prismatisches, 351 Brucit 271 Chromocker 523 Bucholzit 123 Chromo.tyd 523 6ao Reg ister. Chromstein 523 Egeran 144 Chrysoberyll 124 Eisen-Bitterspath 277 Chrysolith 268 Eisenblau 379 Chrysopras 104 Eisenblau, erdiges 380 Cimolit 227 Eisenblüthe 286 Citrin 96 Eisen-Chrysolith 270 Clearelandit 169 Eisenerde, blaue, 380 Cölestin 323 Eisenerdc, grüne, 688 and 350 Colophonit 136 Eisenerz, axotoraes, 396 Columbit 389 — diprismatisches, 371 Comptonit 588 — dodekaedrisches, 411 Condurrit 588 — oktaedrisches, 350 Confetto di Tivoli 290 — prismatisches, 354 Conit 294 — rhoinboedrisches, 353 Corallenerz 544 Eisenglanz 354 Cordierit 129 Eisenglimmer 354 Cotunnit 474 Eisen-Glimmer, prismatischer, 379 Couzeranit 589 Eisengranaten 138 Crayon noir 93 Eisen-Kies, hexaedrischer , 360 Crichtonit 396 -prismatischer, 362 Cronstedtit 372 —* —- rhomboedrischer, 364 Cyanit 122 Eisenkiesel 100 Cymophao- 124 Eisenniere 356 Cvprin 146 Eisenocker, rother, 353 Datolith 311 Eisen, oktaedrisches, 347 Davyn 589 — opal, 111 Demant 89 Eisen, oxalsaures, 567 Demant-Spath. 118 Eisenpecherz 381 und 387 Diallage 265 Eisenrahm, brauner, 403 — talkartiger, 264 Eisenrahm, rother, 353 Diallage verte 266 Eisen-Resio 567 Diamant 89 Eisensinter 387 Diaspor 120 Eisenspath 368 Dicbroit 129 Eisenthon 228 DigcstivsaU 342 Eisenvitriol 376 Diopsid 250 Eisspath 171 Dioptaa 452 Eläolith 163 Dipluit 177 Elaterit 571 Dipyr 165 Elektrum 560 Disthen 122 Emeraude 233 Disthen-Spatb, prismatischer, 12° Engsö-Granat 137 Dolomit 292 Endellionc 473 Duckstein 290 Enhydrite 104 Dupplicatsalz 341 Epidot 147 Dyskolit 176 Epistilbit 195 Dysodil 580 Erbsensteiu 289 Distom-Spath, prismatischer, 311 Erde, leninischc, 222 Edelsteine, vcsuvische, 146 Erd-Harz, gelbes, 568 Edinglonil 589 — schwarzes , 571 Register. 621 Erdkobalt 506 Flusslialoid, oktaedrisches, 308 — rolher, 512 — rhomboedrischc«, 305 Erdöl 575 Flussspath 309 Erdpech 571 Forsterit 591 — elastisches, 571 Franklinit 411 Erinit 590 Fraueneis 300 Erlan 590 Frugardit 146 Erz, gefärbtes, 485 Fulgurit 100 Iissonit 143 Gadolinit 235 Euchlor-Glimmer,pyramidaler 515 Gagat 579 — — rhomboedischer, 458 Galinit 420 Eucbroit 456 Galena striata 467 Eudialvt 114 Gallitzenstein 419 Eukairit 440 Galmei 416 414 Euklas 231 Giinsekothigsilber 557 Fabriken - Kobalt 511 Gaj - Lussit 298 Fahlerz 444 Gediegen-Arsenik 524 — lichtes, 445 - Blei 461 Falunit 590 — — Eisen 347 — harter, 129 - Gold 559 Faserbaryt 329 — —• Kupfer 431 Fasei'gvps 301 — — Nickel 500 Faserkalk 2S6 — — Palladium 558 Faserkiesel 100 123 - Platin 564 Faserquarz 100 — — Quecksilber 541 Faserzeolith 191 — — Silber 540 Federerz 537 — — Spiessglani 532 Federsalz 378 -Tellur 499 Federweiss 301 — — Wismutb 492 Feldspath 166 Gehlenit 146 — apjr, 130 Gekrdsstein 303 — opalisirender, 167 Gelbbleierz 485 — prismatischer , 166 Gclbciscnerz 378 — pyramidaler, 164 Gelberde 107 — rhomboedischer, 163 Gelb - Mcnac - Erz 317 Feldstein 169 Gemmen 146 Fergusonit 591 Gibbsit 119 Fcstungsachat 106 Gieseckit. 202 Fettquarz 99 Gillingit 591 Fettstein 163 Gismondin 201 Feueropal 109 Glanzarsenikkies 368 Feuerstein 102 Glanzblende, hexaedrische, 404 Fibrolit 123 Glanzerz 549 Finbo -Tantalit 391 Glanzkobalt 508 Fiorit 107 Glanzkohle 92 Flötzdolomit 292 294 Glanzmanganerz 399 Fluellit 591 Glaserz 549 Fluss 308 Glaskopf 353 Flusserde 310 — brauner, 355 623 Register. Glaskopf, rotlicr, 353 G\psspath 300 Glasopal 109 llaarkies 500 Glasschorl 155 llaarsalz 278 Glauberit 333 Haarsteine 97 Glaubersalz, natürliches, 331 Habronem - Malachit, hemi- Glaukolitli 592 prismatischer , 449 Glimmer 2(U — prismatischer, 453 — einaxiger, 205 Ilal-Han t, diprismatischcr, 324 — zweiaxiger, 205 — peritomer, 320 Gmelinit 592, — prismatischer, 327 Gold, hcxaedrisclics, 559 — prismatoidischer, 322 Golderz, weisses 563 Halbopal 110 Goldgründe 561 Halloysit 593 Grammatit 255 Harmotom 199 Granat 133 Hartkobaltkics 593 Granalblendc,dodekacdriscIic ,412 Hartmanganerz 401 Granat, böhmischer, 134 Hateham 575 — dodekaedrischer, 133 llauyn 156 — edler, 134 — italischer, 157 Granaten, 1 gemischte, 138 — Laacher 157 Granat, gelber, von Langbans- Jlaydenit 593 Intta u. Altenau 138 Ha^torit 593 — occidentalischer, 143 Hedenbergit 252 — orientalischer, 134 Heliotrop 104 — prismatischer, 143 Helmintolitli 288 — prismatoidischer, 132 Helvin 408 — pyramidaler, 144 Hepatit 328 — tetraedrischer, 40S Herdcrit 593 — vom Vesuv 140 Herscbelit 594 — von Dannemora 140 Heterozit 382 — — Mailand 137 Heulandit 195 — — Hallandsas 137 Hisingerit 594 Graphit 93 Holzasbest 259 Graubraunsteiner/. 307, 399 Holz, bituminöses, 580 Gmugiltigcrz 445 Hol/kohle, mineralische, 93 G r a u s p i e s s g 1 a n z e r z 535 Ilolzopal 110 Grenat 133 Holzstein 101 Grobkohle 577 Holzzinn 423 Grossular 139 Honigstein 566 Grünbleierz 483 Hopeit 594 Grünerde 375 Hornblei 474 Grüneisenstein 592 Hornblende 254 Gurhofian 294 — balsaltischc, 257 Gyps 299 — gemeine, 257 Gypserde 302 Hornerz 556 Gypshaloid, diatomes, 315 Hornkobalt 507 •— hemiprismalisches, 315 Hornmangan 408 — prismatisches, 302 Hornsilber 556 — prismatoidisches, 299 Hornstein 101 ltcgisler. 623 lIurnboldliliL 595 Kalk-Haloid, makrotypes, 291 llumbnldtit 567 — — prismatisches, 295 Humit 595 — — rhoinhocdrisches, 283 Hüreaulit 383 Kalk, kohlensaurer, 283 Hyalith 109 Kalksalpctcr 313 Hyalosidcrit 270 Kulkschiefcr 288 Hy uzinth 114 Kalk , schwarzer, 293 — von Compostclla 100 Kalksintcr, fasriger, 287 IHdrargilit, blättriger, 120 Kalkspath 285 — dichter, 213 Kalkstein 288 — strnhliger, 210 K a 1K tu ff 290 Hydrochalzcdon 104 Kalk-Urangl immer 516 Hydrophan 110 Kammkies 363 llydrosilicit 595 Kalk-Zeolith 192 Hypersthcu 263 Kaneelstein 143 Jade 267 Kaolin 220 Jade tenace 176 Karpholit 19S Jamsonit 338 Karphosidcrit 597 Jargon 114 Karstenit 302 Jaspachat 106 Katzenauge 100 Jaspis 100 Katzengold 207 Jaspopal 111 Katzensilber 207 IchlhiophlhaJm 282 Kehrsalpeter 313 Idocrasc 144 Kcrolilh 598 Jeffersonil 253 Kieselciscnstein, rot her, 353 llmenit 396 kicselguhr 112 llvait 371 Kieselkupfer 451 Indianit 596 Kiesclmalachit 451 Indicolith 154 Kie.sel-Mangan 406 Jodquecksilber 597 Kiesclschiefcr 102 Jodsilber 596 Kieselsinter 107 Jolith 129 Kicselspath 169 Iridiumorz 557 Kiesel tu ff 107 Jridosmin 557 Killinit 598 Iserin 394 Ktmito-TantaJit und 5°2 Isopjr 597 Klebschiefer 112 Ittncrit 162 Knehelit 598 Kännelkohle 576 Kobaltbeschlag 513 Kakoxen 597 Kobalthlcierz 469 Kali-Alaun 217 Kobaltblülhe 512 Kali-Glimmer 205 Kobaltgianz 508 Kali-Harinotom 200 Kobaltglimmer , prismatiKali-Hau} n 157 scher , 512 Kali-Salpeter 342 Kobaltkies 507 Kali, schwefelsaurcx, 341 Kobaltkics, hexacdrischer, 50S Kali-Turmalin 152 — — oktaedrischer, 509 Kalk 283 Kobaltmanganerz 506 Kalk-Eisenstein 354 Kobaltsclnvärzc 506 Kalk-Haloid , brach} lypes , 277 Kobaltvitriol 511 624 Register. Kochsalz, natürliches, 330 Kupfersilberglanz 439 Königin 59S Kupfer.smaragd 452 Kbnigsgelb 528 Kupfcr-Urangümmer 517 Kohlenblendo 92 Kupfervitriol 462 Kohlengas 578 Kupferwismutherz 497 Kokkolith 251 Kuphon-Spath oxotomer, 282 Kollyrit 228 — dialomer, 201 Kolophoneisenerz 387 — dodekaedrischer, 159 Konilit 599 — hemiprismatischer, 195 Kornähren, frankenbergcr, 437 — hcxaedrischer, 187 Kornit 599 —• paratomer, 199 Korund 116 und 118 — prismatischer, 190 — dodekaedrischer, 272 — prismatoidischer, 194 — oktaedrischer, 420 — pyramidaler, 282 — prismatischer, 124 — rhomboedrischer, 189 — rliomboedrischer', 116 — trapczoidaler, 186 Kreide 289 Labrador 173 Kreide, brianconer, 243 Lapis elcctricus 154 — spanische, 243 Lapis lazuli 158 Kreuzstein 199 Lasionit * 210 Kryolith 215 Lasur-Malachit, prismatischer, 447 Kryon-Haloid, prismatisches, 215 Lasur-Spath , dodekaedri- Kubizit 187 seber, 158 Kugeljaspis 101 — — prismatischer , 212 Kupferblendo 599 — — prismatoidischer, 212 Kupferbraun 434 Lasurstein 158 Kupfererz, gelbes, 441 Latrobit 177 — oktaedrisches, 433 Laumontit 201 Kupferglanz 436 Lava vitreuse obsidienne 183 — diprismatischcr, 473 — — perlee 181 — prismatischer, 436 — — pumicee 185 — prismatoidischer, 599 Lazulith 212 — tetraedrischer, 444 Leberkies 362 Kupferglas 436 Leberopal 111 Kupferglimmer 4öS Leelit 600 Kupfergrün, eisenschüssiges, 451 Lehm 230 Kupferindig 437 Leimen 230 Kupferkies 441 Lenzinit 601 Kupferkies, oktaedrischer, 443 Lepidokrokit 355 — pyramidaler, 441 Lepidolith 205 Kupfer, kohlensaures , 599 Letten 230 Kupferlasur 447 Leuzit 186 Kupfermanganerz 6C0 Lev> ine 189 Kupfernickel 501 Levyn 601 Kupfer, oktaedrisches, 431 Lievrit 371, 383 Kupferpechcrz 434 Lignit 579 Kupfersammterz 449 Ligurit 601 Kupferschaum 600 Limonit 383 Kupferschwärze 435 Lindbo-Granat 138 Register. 6‘i j Einse-nerz 357 , 457 Mellilit 602 Lirokon-Malachit , hexaedri- Mellit 566 schcr, 384 Mcnaccan 393 — — prismatischer, 457 Menilit 111 Lithon-Glimmer 205 Mennige 465 Gilhon-Turmalin 153 Mergelerde 288 Lithcvrylon 101 Mergelstcin 288 Loboit 146 Mercur, dodckaedrischcr, 542 Luchssapphyr 130 — flüssiger 541 Lucullan 288 Mesitinspath 602 Lumachello 288 Mesol 193 Maclurit 271 Mesolin 189 Magnesia-Glimmer 205 Mesol ith 192 Magnesia-Hydrat 241 Mesotyp 190 Magnesit 277 Meteoreisen 347 Magnesitspath 278 Meteorsteine 349 Magneteisen 350 Mica 204 Magneteisenstein 349 Micmit 292 Magnetkies 364 Milclupiarz 99 Malachit 449 Mine ou mineral de fer en Malacolith 250 grains 357 Maltha 573 Mispickel 366 Manganblende 404 Misy 378 Mangan-Erz, brachytypes, 404 Mochha-Steine 103 — — prismatisches, 397 Mohsit 602 — — prismatoidisches, 399 Molybdänglanz 531 — — pyramidales, 400 Molybdän-Glanz, rhomboedri- — — rhomboedrisches, 405 scher, 531 — — untheilbares, 401 Molybdänocker 530 Manganepidot 150 Molybdänsilber 495 Manganglanz 404 Mondstein 167 Mangankiesel 140, 406 Montmilch 289 — schwarzer, 408 Monophan 602 Manganspath 406 Moo dulce 337 Marekanit 183 Moorkohle 580 Margarit 209 Moosachat 106 Marienglas 206 Moosopal 110 Markasit 366 Morasterz 383 Marino bardiglio di Bergamo 304 Morion 96 Marmolit 245 Moro.ty t 305 Marmor 287, 290 Murchisonit 603 Mascagnin 344 Muriacit 302 Mauersalpeter 313 Muschelmarmor , opalisiren Meerschaum 247 der, 288 Mehlzeolith 193 Nadelcrz 496 Mejonit 164 Nadelkohle 580 Melan-Glanz, prismatischer, 551 Nadelsteine 97 Melanit 138 Nadelzinnerz 423 Melichron-Harz, pyramidales 566 Näpfchenkobalt 524 Walchner Mineralogie, 4 o 6a6 Heg islei*. Nagclcrr. 353 Orthoklas 166 Nagclkalk 2S8 Orthosc 166 Kagjagercr» 470 Osmelitb 604 Naphtha 573 Osmiridium 557 Naphtaline, natürliche, 574 Osmium-Iridium 357 Natrolith 191 Ostramt 604 Natron 335 Oxahverit 604 — Hauyn 157 Oxallt 567 — Salpeter 339 Papierkohlc 580 — Salz, hemiprisrnatisches , 335 Papiertorf 581 — Spoduraen 179 Parachros-Barjt, brachjtyper, 368 — strahliges, 336 Parachros-Barjt, makrotjpcr, 405 — Zeolith 191 Paranthin 149 Ncedle-Tin 423 Pargasit 257 Nckronit 603 Paulit a 63 Nephelin 163 Pechgranat 136 Nephrit 267 Pechkohle 379 Nickelblüthe 504 Pcchopal 110 Nickelerz, weisses, 513 Pcch.stein 182 Nickclglanz 503 Pechtorf 581 Nickel-Kies, prismatischer, 501 Pcchurao 514 Nickelocker 504 Pcliom 129 Nickelscliwarze 603 Peridot 268 Nickclspicssglanzcrz 503 Periklin 171 Nigrin 392 Pcrlglimmer 290 Nitrum-Salz, prismatisches, 340 Perl-Glimmer,rhomboedrischer209 Nonlronit 603 l’erl-Kerat, hexaedrischcs, 556 Nosin 157 — pyramidales, 545 Nuttalit 604 Pcrlmutteropal 111 Obsidian 1&3 Pcrlsinter 107 Obsidian, schillernder, 1S4 Perlspath 294 Ockergelb 107 Perlstcin 181 Oktaedrit 518 Petalin-Spatli, prismatischer, 172 Oligoklas 179 Pctalit 172 Olivenerz 455 Pfeifenthon 230 Oliren-Malachit 455 Petrosilex 101 — diprismatischcr, 455 Petuntse 169 — prismatischer, 459 Pharmakolith 314 Olivin 269 Pharmakosiderit 384 Onyx 103 Phillipsit 605 Oolith 288 Pholerit 605 Opal 108 Phosphate de Magnesie 274 — edler 109 Phosphorit 307 — gemeiner 110 Phospliorkupfcrerz 453 Opaljaspis 111 Phosphormangan 381 Opalmutter 112 Photizit 408 Operment 527 Physalith 128 Ophit 245 Pierre poncc 185 Orthit 237 Piknit 128 Reg ister. 627 Pikrolith 245 Rauhwackc 292 uru\ 294 Pikrophurmakolith 315 Rauschgelb, gelbes, 527 Pikrosmiu 261 — rothes, 328 Pimelith 605 Rautcnspath 292 Pinit 202 Realgar 528 Pistazit 149 Reissblei 93 Pittizit 387 Rcsinasphalt 569 Plasma 104 Resinit 569 Platineisen 565 Retinasphalt 569 Platin, gediegenes, 564 Rctinit 569 Pleonast 273 Reussin 332 Polierschiefer 112 Rhatizit 122 Polyhalit 304 Rheinkiesel 96 Polymignit 606 Rhodochrosit 405 Porzellanerde 220 Rhodonit 405 Porzelanspath 174 Roge argilleusc 228 Porzcllanthon 230 Röthel 353 Prascm 100 Rogenstein 288 Prefmit 196 Roselit 606 Pseudochrvsolith 184 Roscnquarz 99 Pseudomalachit 453 Rosette 91 Puddingslein 103 Rotlibleierz 487 Punamustcin 267 Rothciscnstein 353 Purpurblendc, prismatische, 539 Rothgiltigerx 552 Pyrallolith 24S — dunkles, 554 Pyvcnäit 139 — lichtes, 554 Pyrit 360 Rothkupfererx 433 Pyrochlor 606 Rothmanganerz 405 Pyrop 135 Rothoftit 138 Pyrophan 110 Rothspiessglanzerz 539 Pyropby.salith 128 Rothstcin 406 Pyrorthit 427 Rothzinker* 410 Pyrosmalitb 374 Rubellan 607 Pyroxen 249 Rubellit 153 Quarz 95 Rubin 119 Quarz, empyrodoicr , 181 , Rubinblende 552 18-, 183, 185 — hemiprismatische , 555 Quarz, gemeiner, 98 — peritomc, 543 — prismatischer 129 Rubinglimmer 355 — rhombocdrisclici' 95 Rubin-Spinell 174 — untheilbarer 108 Rubis balais 274 Quecksilbcrhorner* 545 Russkolilc 577 Quccksilberlebcrcrz 544 Rutil 519 Radiolit 606 Sahli t 350 Rüdelerz 474 Salamstcin 117 Rascnciscnstcin 3S3 Salmiak. 343 Rasentorf 5S7 — natürlicher, 333 Rauchtopas 96 Salpeter .340 — kubischer, 339 62(5 Register. Salzkupfererz 461 Schwarztitanerz 393 SanJuruch 528 Schwefel 85 Sand, quarziger, 108 — heraiprismatischer, 528 Sandkohle 577 — natürlicher,- 85 Sanidin 16S — prismatischer, 85 Sappare 122 Schwefelkies 360 Sapparit 122 Schwefelnickel 500 Sapphvr 177 Schwefelzinn 424 Sapphvrin 123 Schwerspat!) 328 Sapphjrquarz 100 Schwerspatherde 329 Sardonjx 105 Schwerstem 316 Sarkolith 105 Schwimmstein 106 Sassolin 88 SeifeDSlein 245 Saugkaik 289 Selcnblei 469 Saussurit 176 Selenbleikupfer 472 Schalenblende 413 Selenkupfer 438 Schaalstein 287 Selenkupferblei 471 Schaumgyps 301 SelenquecksilLerblei 472 Schaumkaik 297 Selenschwefel 87 Schcel-Baryt, pyramidaler, 316 Selensilber 608 Scheelbleierz 489 Selenzink mit Schwefelqueck Schecl-Erz, prismatisches, 388 silber 608 Scheelsaure 521 Serpentin 245 Scheererit Siderit 100 Scherbenkobalt 524 Sideroschisolith 373 Schieferkohlc 576 Siegelcrdc 223 Schieferspath 289 Silberblende 552 Schillerquarz 100 Silberglanz 549 Schillerspath 264 — he.xaedrischer, 549 — diatomer •> 264 Silber, hesaedrischcs , 546 —• hcmiprismatischer ,262 Silberhornerz 556 — prismatoidischcr, 263 Silber, kohlensaures, 608 Schillerstein 264 Silberkupferglanz 439 Schindelnagel 353 Silber-Ph^llin-Glanz 608 SchmeUstein 164 Silberschw ärzc 550 Schorl 151 Silberw'ismntherz 498 — edler, 153 Sillimanit 609 — gemeiner, 152 Sjümalmer 384 Schoharit 607 Sinterkohle 577 Schrifterz 562 Skapolith 164 Scliriftgold Skolezit 192 Schrifltellur Skorodit 385 Schwarzbleierz 476 und 478 Skorza 144 Schwarzeisenstein 401 Smaragd 233 Schwarzerz 404 Smaragdit 258 Schwarzgiltigerz 551 und 445 Smaragd-Malachit, rhom- Schwarzkoble 576 boedrischer, 452 Schwarzmanganerz 400 Smaragdo-Chalcit Schwarzspiessglanzerz 473 Smaragd, prismatischer, 231 Register. 629 Smaragd, rhomboedriscker , 233 Smirgel 118 Soap-rock 245 Sodalith 159 Sommerwillit 609 Sommit 163 Sonnenstein 167 Sordawalit 85 Soufre 85 Sous-pbospate de fer manga- nesifere 382 Spaerkies 363 Spargelstein 305 Spatheisenstein 36S — gemeiner, 370 Speckstein 243 Speisskobalt 509 — grauer, 511 — weisser, 519 — weisser strahligcr, 511 Sphärosiderit 370 — thoniger, 370 Spharulit 610 Sphen 317 Spiessglanzbleierz 473 Spiessglanzocker 534 Spiessglanznickel 503 Spiessglanz-Rothgiltigerz 554 Spiessglanzsilber 558 Spiessglanz-Silberblendc 554 Spinell 272 — gemeiner, 272 Spinellan 157 Spodumen 178 Sprödglanzcrz 551 Spriidglaserz 551 Stachelschwein-Steine Stahlstein 370 Stangenkohle 72 Stangenschörl 152 Stangenspath 328 Stangenstein 128 Staplnlin-Malachit, untheil- barer, 451 Staurolith 132 Staurotide — Steinheilit 129 Steinkohle 576 — harzlose, 92 Steinkohlenöl 578 Steinkohlentheer 578 Stein, lithographischer, 290 — Indischer, 102 Steinmark 221 Steinöl 373 Steinsalz 330 — hc.tacdrisches, 330 Stcrnbergit 610 Sternsapphir 119 Stilbit 194 Stilbit anamorphique 195 Stilpnumelan 611 Stinkkalk 288 Stinkquarz 100 Strahlenkupfer 386 und 460 Strahlerz 460 Strahlgvps 300 Strahlstein 256 — körniger, 258 Strahlzeolith 194 Strip malm 467 Strontianit 320 Strontian, kohlensaurer 320 Stuferz 359 Stylobat 146 Succinit 56S Sumpferz 383 Suturbrand 580 Tachylit 611 Tafelspath 281 Tafelsteine 91 Talk 242 — erdiger, 209 Talkerde-Hjdrat 241 Talk-Glimmer, prismatischer, 207 und 242 — rhomboedrischer, 204 Talk-Marmor 277 Talksleinmark 611 Tantal-Erz, prismatisches 389 Tantalit 389 Tantalit, zimmetbrauner ron Kiinito 522 Tautolith 612 % Tellurblei 470 Tellur-Glanz, prismatischer, 470 Tcllurwismuth 495 Tennantit 446 63o Reg ister. Tephroit 612 Türkis, abendländischer 215 Terra di Siena 223 Tungstein 316 Tessclit 2S2 Turmalin 152 Tetarlin 169 — rhomboedrischcr 151 Tliallit 149 Turnerit 613 Tlicnardit 333 Turquoise 213 Thonisonit 193 — oduntolith, 215 TI.on 229 Ultramarin 160 Thonciscnstcin, brauner, 359 Umbra 359 — rother, 353 — cüllnisclic, 580 Tboncrde, phosphorsaure, 612 — türkische, 359 — reine, 229 Uranblüthe 613 Tlion, schuppiger, 209 Uran-Erz, unlheilbares, 513 Tlionstcin 227 Uranglimmer 515 Tlionstein, gemeiner, 228 Uranit 516 Tlion, verhärteter 228 Uranocker 514 Tliulit 613 Uranpecherz 514 Tliumerstein 156 Uranvilriol 517 Tin-/loor 423 Urao 336 Tinkal 338 Yauquelinit 483 Titaneisen 395 Vercoakcn 578 Titan-Erz, hc.taedrisches, 392 Vcsuvian 144 — peritomes, 519 Yignit 614 Titan-Erz, prismatisches 317 Yitriolbleiera 473 — psramidades 518 Yitriolkies 362 Titanit 317 Yitriol, natürlicher, 376 u. 462 Titansand 3 ( j4 und 395 \ itriol-Salz, hemipri.smatisches 376 Töpferthon 230 — prismatisches, 419 — schiefriger, 230 — tetartoprismatisebes, 462 Topas 125 Yitriol, veisser, 419 — böhmischer 97 Yivianit 379 — edler, 127 Vulpinit 300 und 303 Topasfels 127 Wachsopal 110 Topas, orientalischer 117 Wad 403 Torf 581 Wagnerit 274 Torferde 581 Walkerde 224 Torrelit 613 AValkthon 224 Tourmaline 151 Waschgold 561 Trachttc vitreux 182 Wasserblei 531 Travertino 290 Wasserkies 362 Traubenblei 484 Wassersapphvr 130 Trcmolit 255 Wavellit 210 Tripel 107 Weicbeiscnkic* 614 Triphan 178 Weichgewächs 550 Triphan-Spath, a.totomer 196 Weichmanganerz 397 — prismatischer 178 Weissbleierz 476 und 47S Triplit 381 Weisserz 368 und 564 Trona 336 Wcissgiltigcrz 468 Türkis 213 Weisskupfererz 614 Wcissspiessgl anzerz 533 WeissSylvanerz 563 Weltauge 110 Wernerit 164 Wiesenerz 383 Wilui-Granat 139 Wismuthbleierz 498 Wisinuthblende 614 Wismuthglanz 494 — prismatischer, 494 Wismuthkobalterz 615 Wismuth, kohlensaures, 615 Wismuthocker 493 Wismuth, oktaedrischer, 492 Wismuth-Silber 498 Witlierit 324 Wolfram 388 Wolframsäure 521 Wollastonit 281 Wiirfelerz 384 Wiirfelspath 303 Wundererde, sächsische, 221 Yttcrerde, phosphorsaure, 240 Yttrocerit 429 Yttro-Columbit 238 Yltrotantal 238 Yttrotantalit 238 Zcagonit 201 Zellkics 363 Zeolith 190, 193 Zicgelerz 434 Zink-Baryt, prismatischer, 414 — rhombocdrischer, 416 Zinkblende 412 Zinkbliithe 418 Zink-Eisenerz 411 Zinkenit 537 Zink-Erz, prismatisches, 410 Zinkglaserz 414 Zinkotyd 41f) Zink-Silicat 414 Zinkspath 416 Zinkvitriol 419 Zinnerz, komisch, 421 Zinn-Erz, pyramidales, 421 Zinngraupen 421 Zinnkies 424 Zinnober 543 Zinnstein 421 Zirkon 113 Zoisit 148 Zuriit 615 VERBESSERUNGEIN. Seite 6. Zeile 13, von unten, lies : krystallisirt, statt krsjtallisirl. — 9. — • 5 — — — das, statt der. — 11. — 13 — — — Abstumpfung, statt Abslumfung. 13. — 7 — Tetrakontaoktacder , statt Tetra* kantaoktaeder. — 18. — 7 — — — Seitenecken, statt Seitenkanten. — 39. — 5 — — — krjstallisirte , statt kjstallisirte. — 80. — 11 von oben — Pb, statt Bb. — 85. — 9 — — — 4.5, statt 3.6. — 107. Zu Varietät 12» Gelberde. Nach Kühn besteht die Gelberde von Amberg aus Kieselerde 33.233, Eisenoxid 37.758, Tlion- erde 14.211, Bittererde 1.380 , Wasser 13.242. Er berechnet dafür die Formel AS _|_ 2 FS 2 Aq. Dem zufolge wird die Gelberde unterdessen besser im Anhang zur Thonfamilie auf- geführt werden. — 232. Zeile 8, von oben, lies: vielflächig, statt vicllächig. — 264. Zu Gattung 96. Schillerstein. Dr. Kühler fand in dem Schillerstein von der Baste: Kieselerde 43.900 , Bittererde 25-856, Eisen- und Chrorno.Yvdul 13.021, Wasser 12.426, Thonerde 1.280 , Kalkerde 2.642 , Mangauoxjdul 0.535. Dicss gibt für seine Zusammensetzung die Formel Mg) Mg Aq 4 +4 f } S 1 . Den Winkel , welche beide Thcilungs- C) richtungcn mit einander machen, fand er r= 130°. — 304. Zu Gattung 114. Polyhalit. Gerades rhombisches Prisma von 115°ohngcfähr. H. =r 2-5. Haidinger. — 333. Gatt. 129., lies: Thenardit, statt Tehnardit. — 357. Zeile 1 von unten, Tabelle, lies: 8.46 , statt 3.90 , und 7.92, statt 7.14. — 371. Aufschrift und Gattung 150, lies: llvait, statt Ylvait. — 382. Zeile 21, von unten, lies: Sous-phosphatc , statt Sous-phos* pate. — 464. Zeile 4 — — — C.arthagena, statt Carthaagen. — 490. — 16 — — — Böhmen, statt Sachsen. /,U YfsjJtt/rwitrYVf r tfwfufcA&iht /*t » Hast/tbr< , Mit/f/'fi/iH/ts !/$* *. r »a«n» -mmsv'' rfv fiSSW