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Berlin, Dttlag tum $itiurn & Comp. 1837 . 1 nach seinen kosmischen und individuellen ckl^Utm Westen des letztem. Sinns Aestuum.. §.237. Ebene, niedrig liegende, und gleichwold helle Fläche. Keine Spur eines Cratcrs, und aufser den Bergadern im O. keine Ungleichheit. Die- Landschaften Eratosthcnes und Stadius... . ... .... ... . §. 238 Aufserordentliche Verschiedenheit ihrer vertikalen Dimensionen hei Gleichheit der horizontalen. Eratosthenes eins der tiefsten Ringgebirge. Messungen desselben und der Montes Chalcidici Hevels . Stadius lange vergebens ge- ^ sucht. Bei seiner geringen Höhe nur selten als ein Ganzes sichtbar. Einzelne Crater und Berggipfel, deutlicher. Copernicus..... ...... §, 239; 240. Sein Kamm überaus gipfelreich. Höchst augenfällige Terrassen. Sechs Centralberge. Grofses Strahlensystem des Copernicus. Die einzelnen Streifen desselben, sind, für Bergketten gehalten worden. Gute Sichtbarkeit desselben- fast unter allen Umständen. Ui® Gruppen Reinhold und Gambart. ... §.. 24L 242', Das Ringgebirg Gambart ziemlich flach. Grofse Hügelsysteme in seiner Nähe und besonders nach Copernicus zu. Kleiner, auch in den Phasen glänzender Gipfel Gambart e. Das starke Ringgebirg Reinhold. Zahlreiche Bergket- teu in seiner Nähe. Messungen. Das Karpathen-Gebirg ...24.T. 244. Gesammterstreckung von ÄV. nach 0. gegen 60 Meilen. Ansehnliche Höhe. Das Ringgebirg Gay Lussac. Zahl- XIV reiche Windungen des Gebirges. Das stark vertiefte Ringgebirg Mayer. Die Berggruppen in seiner Umgcbun". Die kleinen Ringgebirge Milichius und Hortensius. Das Marc Imbrium. Begrenzung zum Theil unbestimmt. Farbe nicht ganz gleichmäfsig; zahlreiche Lichtstreifen. Das schöne Ringgebirg Archimedes und die Parallelstreifen seines Innern. Messungen von 8 Punkten desselben. Helles Berglarid bei Ar- chimedes; Rillen zwischen ihm und dem Apenninen-Gebirg. Das Ringgebirg Timocharis und seine Bergadern. Das Ringgebirg Lambert. Grofses stark verzweigtes ßergadersysl.em in seiner Nähe. Der hellglänzende Berg La- hire. Das kleine helle Ringgebirg Pytheas. Der von Mayer aufgeführte Pytheas II. ist nirgend zu finden und beruht wahrscheinlich auf einer Verwechselung. Die Ringgebirge Euler, Diophantus, Delisle, Carlini und Helicon. Häufigkeit der kleineren Crater in dieser Gegend. Das Ringgebirg Kirch und die benachbarte Bergmasse. Der Felsenkcgel Pico. Isolirte Berge und Bergketten in der Nähe des Pico. Höhenmessungen in allen diesen Gegenden. Plato und seine Umgebung. Grofse graue, etwas gestreifte Wallebene, höchst augenfällig. Ringgebirg mit Hochgipfeln. Zahlreiche Berggruppen in seiner Umgegend, besonders im N. Sehr ansehnliche Höhen und Tiefen in dem hellen Gebirgslande. Schröters Newton. Oestlicher Theil des Mare Frigoris. Mattgraues, gelbliches Licht. Schilderung des Umblicks vom Gipfel Timäus 7 aus. Das Ringgebirg Harpalus von ansehnlicher Tiefe. Sinus Iridum und die umgehenden Berglandschaften. Grofser überaus prachtvoller Bogen. Die beiden Vorgebirge Laplace und Heraclides. Verschiedne Färbung der in- nern Fläche. Verzeichnis der gemessenen Punkte. Labyrinthische Beschaffenheit des umgebenden breiten Gebirgs- gürtels. Die Vertiefung Maupertuis. Die Ringgebirge Bianchini, Condamine, Bouguer, Sharp, Mairan und Lou- ville. Merkwürdige Parallelität der Bergketten und Abhänge im westlichen Theile. Nähere Betrachtung des in- nern Gebirgslandes. Grofse Tiefthäler. ln dieser Mondgegend fällt die Grenze der hellem Landschaften genau mit der Grenze des Berglandes zusammen. Gänzlich veränderter Charakter der Gegend im Süden des Heraclides und Mairan. Isolirte Crater und Massengebirge im Westen dieses Theiles. Oceanus Procellarum. Es ist das gröfste Mare der Mondfläche. Nur theilweis bestimmte Begrenzung. Seine Lichtadern und Bergrücken sind wohl von einander zu unterscheiden. Grundfarbe und allgemeine Beschaffenheit. Das Ringgebirg Encke. Ei- genthümlich gebildeter Querwall desselben. Höhenmessungen im Encke und der Umgegend. Das strahlende Ringgebirg Kepler. Vergleichung mit den übrigen Strahlensystemen der Mondfläche. Terrainbeschaffenheit seiner Umgebung. Anblick seines Nimbus und seiner Lichtstreifen. Der Crater ßessarion, von einem Lichtglanz umgehen. Das tiefe Ringgebirg Reiner, mit dem benachbarten Plateau. Marius mit seinem Hügellande. Die Gruppe des Aristarch und Herodot. Aristarch ist der hellglänzendste aller Mondflecke. Vergleichung seines Ringgebirgs und seiner Fläche mit der des Herodot. Die feinen Lichtstreifen tles Aristarch. Grofses Plateau im N. desselben. Merkwürdiges schlangenförmiges Thal bei Herodot. Andre Crater und Ringgebirge in der östlich angrenzenden Gegend. Das isolirte Gebirgssystem im NW. des Aristarch. Höhenbestimmungen. Aristarch ist kein Vulkan. Die Fixpunkte Wollaston, Lichtenberg und Harding. Blafsröthlicher Schimmer in der Umgegend des Lichtenberg. Gruppe des Ilevel. ....... .... Das kleine vom Aequator durchschnittene Ringgebirg Lohrmenn. Rillenähnliche Thäler in seiner Nähe. Die Wallebene Hevel. Eigenthümliche Gestaltung des umgebenden Ringgebirges. Den Crater a hält Schröter für neu entstanden. Die Ringgebirge Cavalerius, Galiläi, Cardanus und Krallt. Grofse einer Steppe vergleichbare Ebene in dieser Gegend. Die Randlandschaften des Nordosten. A. Vom Aequator bis zum -j-29° B. Wenig Detail zu erkennen. Hohe Randgebirge und grofse Ringflächen in der Nähe des Randes. Das strahlenwerfende Ringgebirg Olbers. Sein Straldensystcm nur bei günstiger Libration deutlich. Das Ringgebirg Vasco de Garna. Die Montes Hercynii. Sie umscbliefsen grofse Ebenen, die Paludes Orientis Hevel’s. Viel Abwechselungen der Farbe in dieser Gegend. Die grofsen Ringgebirge Seleucus und Briggs. B. Vom 4-29° bis -f-53° B.• ' . • • • • • .• • • • • • • • Die helle Randzone ist hier am schmälsten. Schwer erkennbare Ringgebirge: Ulugh Beigh, Lavoisier, Gerard und Repsold. Unebenheiten des Randprofils. C. Vom -f-53° B. bis zum Nordpol. Gröfsere Breite der hellen Landschaft und bestimmteres Hervortreten der einzelnen Formen. Das Strahlensystem des Anaxagoras. Eigenthümliche Schwierigkeit seiner Darstellung. Die Ringgebirge Epigenes und Timäus. Auffallender Parailelismus der Gebirge im O. des Timäus. Sonderbar regelmäfsiges Quadratgebirg bei Fontenelle. Das Ringgebirg Fontenelle, im Vollmonde nicht aufzufinden. Philolaus und seine Umgebung. Die Ringgebirge Anaxi- menes und Anaximander. Horrebow und das benachbarte Plateau mit 3 schwärzlich grauen Bergen. Das ansehnliche Ringgebirg Pythagoras Grofse Tiefe. Mehrere ähnliche Gebilde in seiner Nähe. Die Ringgebirge Oenopides, Xenophanes und Cleostratus. Die uns unsichtbare Halbkugel hat wahrscheinlich im Ganzen dieselbe Beschaffenheit wie die sichtbare. §. 245—251. §. 252. §. 253. §. 254 — 258. §. 259 — 265. §. 266-270. §. 271-273. §. 274 — 278. §. 279. §. 280—284. Dritter Quadrant. Tycho, seine nähere Umgebung uud sein Strahlensystem...§. 285 — 290. Im Vollmonde dem blofsen Auge sichtbar. Nähere Beschaffenheit seines Ringgebirgs und seiner Fläche. Chaotische Umgebung. Die unregelmäfsigen Ringgebirge Pictet und Street, nebst mehreren von ähnlicher Beschaffenheit. Tycno’s Strahlensystem erfüllt fast den viertel Theil der sichtbaren Mondoberfläche. Nähere Angabe der Richtung und Intensität ihrer Streifen, Zeit ihrer Sichtbarkeit. Sie sind auf frühern Karten irrthümlich als Bergketten dar- f estellt. Ansicht des Tycho im Vollmonde. Verschiedenheit des Lichtes seines Walles, seiner Terrassen und seiner läche. HeveTs Desertum Zin. Sichtbar bleibende Punkte im Strahlensystera, meist kleinere Crater, während die gröfsern fast alle verschwinden. Von Cassini beobachtete weifsliche Wolke. Nachweisung derselben und Erklärung der von jenem Beobachter bemerkten Veränderungen Landschaften im Nordosten des Tycho bis zum Mare Nubium .291 — 296, Grofse Mannichfaltigkeit. der Bildungen. Die unregelmäfsige Landschaft Sasserides. Craterreihen in seinem Innern; in der Nähe mehrere Tiefen fast ohne Ringgebirg. Der im Vollmonde sichtbare Hell. Cratergruppen in seiner Nähe. Weiter nach O. statt der Ringgebirge blofse in das Hochland eingesenkte Vertiefungen, unter ihnen Gauricus. Am Ringgebirg Pitatns enden die Lichtstreifen Tycho’s. Dieser und Hesiodus eigentlich Bergkränze. Grenzgebirge XV des Mare Nubium. Die Ringgebirge Wurzelbauer und Cichus. Höhenmessungen. Merkwürdiger Durchbrach der Gebirge und Parallelismus desselben mit einigen Rillen. Das sonderbar gebildete Ringgebirg Heinsius. Die crater- reichen Gebilde Wilhelm I. und Longomontanus. Landschaften im Süden und Westen des Tycho... Die grofse Wallcbene Clavius. Sein Inneres enthält zahlreiche Crater. Sehr hoher Hauptwall. Prachtvoller Anblick eines Sonnenaufgangs im Clavius. Messungen. Die Umgebung gröfstentheils wildes Gcbirg. Deluc und die zahlreichen kleinern Ringgebirge in seiner Nähe. Maginus, einer ungeheuren Ruine vergleichbar. Seine Umwallung läfst mehr als hundert einzelne Rücken und Gipfel erkennen. Auch in seinem Innern äufserst reiches Detail. Das Ringgebirg Saussure, sichtbar im Vollmonde. Die irreguläre Fläche Oroutius. Die Ringgebirge Nasireddin und Lexell. Die groi'sen Wallebenen des ersten Mondmeridians, vom Walter bis Ptolemäus.. Symmetrie der drei grofsen Wallgebirgs-Reihen des Mondes. Grofse Uebereinstimmung im Naturbau dieser Landschaften. Walter, überaus mannichfaltig gebildet. Regiomontanus, länglicht und irregulär. Purbach, nahe kreisförmig. Viele Crater in und um ihn herum. Das steile Ringgebirg Thebit. Merkwürdiger gradlinigter Bergrücken bei Thebit. Arzachel, von mehreren parallelen Rücken umgeben. Der beträchtlich tiefe Alpetragius. Hochland im O. desselben. Promontorium Aenarium. Alphons mit einem Centralpik. Merkwürdige scharf begrenzte schwärzliche Flecke im Alphons. Uebergang zu der in den mittlern Gegenden des Mondes allgemein vorherrschenden Streichuno'slinie. Ptolemäus. Höchst eigenthümliche Beschaffenheit der innern Fläche. Mit Alphons durch eine Schlucht verbunden. Das Ringgebirg Davy. Die sehr ähnlich gestalteten tiefen Ringgebirge Lalande, Slösting und Herschel. Mehrere Bergkränze in dieser Gegend. Das Mare Nubium . . . ........................ Allgemeine Beschaffenheit und Begrenzung desselben. Nur kleine Bergadern. Von S. her Lichtstreifen. Das Ringgebirg Bulliald und die benachbarten kleineren. Höhenmessungen. Die Ringgebirge Kies, Lubinietzky und Guericke. Grofses schwach erhöhtes Plateau zwischen den beiden letztem. Die bergkranzähnlichen Flächen Parry, Bonpland und Fra Mauro. Der glänzende Crater Parry A. Das Rinhäen- Gebirg... Lebhafter Lichtglanz bei mäfsiger Höhe. Schmale Querspalten sondern es in drei Hauptlheile Höhenbestimmungen. Der glänzende Crater Euclides. Sein Nimbus von eigenthümlicher Weifse. Es kommen in dieser Gegend mehrere ähnliche Crater vor. Viele kleine Bergadern und zahlreiche, aber kaum noch sichtbare Crater in den Umgebungen des Riphaeus. Südlicher Theil des Oceanus Procellarum . .... Das grofse Ringgebirg Landsberg. Messungen der Höhe; Bequeme Lage zur Auffindung des Mondäquatbrs. Vier Crater in seiner Nähe mit Lichtscliimmer umgeben. Der Bergkranz Flamsteed, sehr grofs und regehnäfsig, im Vollmonde sichtbar. Viele Crater und isolirte Berge in der Umgegend. Der meerbusenartige Letronne. Mare Humorum und die umliegenden Landschaften.. Grofse und Gestalt. Allgemeine Beschaffenheit. Im gröfsten Theile der Fläche ein schönes Grün, an den- Rändern- tlieilweis dunkelgrau. Richtung und Höhe seiner Bergadern Und Gebirgsterrassen. Crater in grofser Anzahl, fast sämmtlich sehr klein. Mehrere Lichtflecke. Inselartiges Plateau im südwestlichen Theile. Schwer sichtbare Rillen. Der meerbusenähnliche Hippalus. Die Ringgebirge Campanus und Mercator. Ihr Verhalten im Vollmonde. Beträchtliche dunkle Ebenen im Süden derselben. Das Ringgebirg Ramsden. Craterreiche Gebirgsmassen zwischen Ramsden und Vitello. Eigenthümliche Gestaltung des letztem Kinggebirgs. Das halbe Ringgebirg Doppelmayer. Die grofsen Crater an der Ostseite. Messung des Hochgebirge bei MerSenius a. Beulenförmig aufgetriebene Fläche im Mersenius. Symmetrisch gruppirte Glanzpunkte in seiner Nähe. Die Wallebene Gassendi. Besondre, von den Phasen des Mondes abhängende, optische Veränderungen in seinem Innern. Grofse Mnnnicbfaltigkeit der Bildungen dieser Gegend. Das unregclmäfsige Ringgebirg Agatharchides. Vergleichung dieses Mare mit den übrigen der Mondfläche. Die Landschaften Schiller, HainZel und Capuanus... Das elliptische Ringgebirg, wie eine grofse Spalte erscheinend. Schöne Hügelgruppe im SO. desselben. Bayer und die ihn umgebenden Berggruppen. Die llinggebirgsgruppe Rost. Der bimförmig gestaltete, ungeheuer steile und tiefe Hainzel. Parallelität der umliegenden Gebirge. Mannichfaltige Mondgebilde der Umgegend. Das Ringgebirg Capuanus. Grofse Verschiedenheiten der Höhe seines Walles; Eingreifende Crater. Schwärzlich dunkle Ebenen im O. des Capuanus. Höhenmessungen dieser Ringgebirge. Die Landschaften Schikard, Phocylides, Wargentin und Inghirami. Die grofse dunkle Wallebene Schikard, auch in der Nachtseite sichtbar. Vielfach gegliedertes und * zerklüftetes Wallgebirg. Ungemein zahlreiche Crater in demselben. Fast spiegelglatte Fläche, aber von sehr verschiedner Farbe Drebbel, ein grofser tiefer Crater, und Lehmann, eine vertiefte Fläche. Höhenmessungen. Phocylides durch einen grorsen Querwall in zwei Flächen getheilt. In seiner Nähe Ringgebirgs- und Ilügelgruppen. Die erhöhte Fläche Wargentin. Beobachtungen ihres Walles und ihrer Hügelketten, inghirami, ein grofses tiefes Ringgebirg. Merk-- _ würdige Tiefthäler in der Gegend des Ioghirami. Bailly und seine Umgebungen. Bailly seinem Umfange nach den Maren näher als den Wallebenen stehend, alier das Innere heli. Umgebende Hochgebirge. Sein Ostwall das hohe Randgcbirg Leibnitz. Grofse Ringgebirge und Crater im Innern und am Walle. _ Seine. Umgebung sehr snhwicrig darzustellen. Am äufsersten Rande das Ringgebirg Hausen. Ringpebirge zwischen Phocylides und dem Südpole.. Grörsentheils mittelgrofse, regelmäfsige Gebilde, in Meridianrichtung fortstreichend. Das mäfsig vertiefte Ring^ebirö- Segner. Die Gruppe des Weigel. Die bedeutenden Tiefen Zuchius, Bettimis und Kircher. Hochgebirge der” Umgegend. Wilson, eine unregehnäfsige Vertiefung. Dichtes Gedränge von Cratern in seiner Nähe. Höchst verwickelte Gebirgsmassen zwischen, dieser Landschaft und der des Schciner. Die grofse Tiefe Casatus. Klaproth, die einzige Völlig ebene Iläche in dieser Gegend. Newton, wahrscheinlich das am steilsten und tiefsten abstürzende Ringgebirg der Mondfläche. Cabäus und Malapert in der Nähe des Poles. Der Südpol des Mondes uns gewöhnlich verdeckt. Die umgebenden Gebirge höher als die des Nordpols. Randgebirge Dörfel und Leibnitz. Die Ringgebirge Biancanus und Scheiner, nebst ihrer Umgebung . ... , Biancanus, ein grofses und tiefes Ringgebirg. Breite Terrassen. Cratergruppe im Innern. Grofse Höhe des Walles. Scheiner, eine mit Cratern angefüllte Ringfläche. Hoher von Cratern unterbrochener Wall. Sehr gebirgige Umeebune Die Gruppe des Moretus.... Mehrere sich eng aneinander schliefscnde Ringgebirge bilden diese Gruppe. Moretus das Hauptglied; grofse Tiefe' prachtvoller Lichtkranz in den Quadraturen. Grofse breite Terrassen. Sein Ccntralbcrg der höchste aller von uns' gemessenen. Short, den Moretus im verjüngten Mafsstabe copirend. Keine Terrassen. Cysatus, sehr tief, nicht immer deutlich. Graemberger, grofse Tiefe mit Centralcratcr. Höhenmessungen dieser sämmllichen Ringgebirge. §. 297 — 300. §. 301-310. §. 311 — 317. §. 3 IS. 319. §. 320-32-2. §. 323-332. §, 333 —33o. §. 336— 340. §. 341. §. 342-347. §. 349. §. 349. 350. XVI Hügellandscliaft Im N. des Mare Hnmornm bis gegen Sirsalis bin . ,.. Allgemeiner Charakter. Grofse Anzahl glänzender Punkte. Plateau bei Letronne. Streichungslinie der Berge uud der Lichtpuukte. Grofse Kille im Gebirg. Das Ringgebirg Billy mit dunkel-.stahlgrauer Fläche. Vergleichung dieser Fläche mit andern gleichfarbigen. Hansteen und das benachbarte sehr hellglänzende Gebirg. Die dunkle Vertiefung Znpus. Hohe Bergrücken in der Nähe derselben. Das Ringgebirg Fontana. Die Landschaften Sirsalis und Damoiseau. Zwei sehr ähnliche Gebirgssysteme. Sirsalis, ein Doppelringgcbirg. Sirsalis f kann selbst in der Nachtseite wahrgenommen werden. Messungen des Gebirges und der Tiefe. Damoiseau nur mäfsig vertieft. Die Bergrücken von Miltelhöhe. Abfall zum Oceanus procellarum. Die Wallebenen Grimaldi und Riccioli. Grimaldi das Hauptglied der grofsen östlichen Meridiankette. Gröfste schwarzgraue Fläche des Mondes, auch in der Nachtseite aufzufnulen. Das Innere beuleuformig. Die dunkle Farbe ist den Bergmessungen nicht hinderlich. Höhe des Walles. Lichte Punkte in seiner Nähe. Die Wallebene Riccioli. Aelmliches Dunkelgrau, doch von geringerem Umfange. Augenfälligkeit des Riccioli sehr wechselnd. Andre Wallebencn in seiner Nähe, Cordilleren- Gebirg. Randgebirg d’Aleinbert. Randlandschaften zwischen Schickard und Grimald... Das Ringgebirg Uocca. Dunkle Flecke in seiner Nähe, zum Tlieil Craterticfen. Die stahlgraue Fläche Criigcr. Ihre Umgegend wenig gebirgig. Kleine Rille. Hochflächen im Süden. Eine zweite grüfsere Kille von ansehnlicher Tiefe, ßyrgius A und sein Strahlensystem. Das ansehnliche Ringgebirg Byrgius. Hochgebirge in seiner Nähe, den Rand einer Wallebene bildend. Eichstädt und die benachbarten Riuggebirge. Die grofsen Wallebenen Lagrange und Piazzi. Am äufsersteu Rande der gipfelreiche Bouvard. Die ilinggebirge Yiela, Fourier uud Cavendish, Hü- lienmessungen. §. 351—354. §. 355. 356. §. 357. 35S. §. 359 — 363. Vierter Quadrant. Di,e Landschaften der Mondmitte, vom Sinus Medii bis zum La Caille. Grcnzgebirge des Sinus Medii. Mehrere Bergkränze, unter ihnen Reaumur. Glänzende Crater. Die Wallcbcne Hipparchus. Gröfste Mannichfaltigkeit ihrer Gebirgsbildungen. Er schliefst drei tiefe Ringgebirge ein. Enge Thalschluchten im W. und SW. Bedeutende Anzahl der Crater in dieser Gegend. Die Wallebene Albategnius, tiefer und besser abgeschlossen als Hipparchus. Steiler Centralberg. Höhe desselben und der Wallgebirge. Grofse Cra- tergruppe im nördlichen Theilo. Schmale lange Tiefthäler. Schöne regelmäfsige Reihe von 6 Cratern zwischen Albategnius und Ptolemäus. Das Ringgebirg Parrot und die nach La Caille zu gelegenen Gebirge. Ifevels Cele- norum Tumulus, ein grofser Bogen von 7 höchst eigenlhümlich gebildeten, unter sich sehr ähnlichen Riuggebirgen, darunter Airy. La Caille, uuregelmäfsig gestaltete Ringfläche, durch Thalschluchten mit andern Tiefen verbunden. Ringgebirgslandschaften des Aliacensis, Werner, Apianus und Playfair . . .. Sie sind sämmtlich beträchtlich tief. Playfair das kleinste. Apianus mit hellglänzenden Punkten. Andre kleinere, in seiner Umgegend. Werner sehr nahe kreisförmig Beträchtlicher Centralberg. Im Walle gleichfalls Punkte von beträchtlichem Glanze. Aliacensis dem Werner sehr ähnlich. Breites Plateau zwischen beiden. Ilöhenmcssungen. Landschaften im Westen der vorhergehenden bis zum Altaigcbirg, und vom Aequator bis zum 30° ß. . Tlieon senior & junior. Bergköple mul kurze Bergrücken in seiner Nähe. Das elliptische Ringgebirg Taylor. Sehr zarte Gebirgsformen in seiner Nähe, Der kleine glänzende Alfraganus. Der ansehnlich tiefe Delambre. Spur eines vielleicht verfallenen Ringgebirgs nahe bei demselben. Das Ringgebirg Kant. Sehr hohes Vorgebirg Kant A. Viele unvollkommene Ringbildungea in dieser Gegend. Dollond in sehr heller Umgebung. Ansehnliche Hügelgruppe nahe hei letzterem. Das unvollkommene Ringgebirg Descartes. Die fünf symmetrisch liegenden Ringgebirge Abul- feda, Tacitus, Almanon, Geher und Abenczra. im Abulfeda ein merkwürdiger Lichlring. Grofse Rille und zugleich Craterketlc zwischen Abnlfeda und Almanon, beide verbindend. Grofse Tiefe des Tacitus, Geber und Abenezra, so wie des an letztem grenzenden Azophi. Messungen. Das stark terrassirte Ringgebirg Pontanus. Die Landschaft Sacrobosco, eine unregelmäfsig begrenzte Ebene mit vielen Cratern, Das sonderbare Gebilde Pons. Die Vertiefung Fermat. Das Altai-Gebirg nebst dem Polybius.. • • • • • •, • • • \ • • • Allgemeine Bemerkung. Das Altaigebirg in seiner Form den Erdgebirgen ähnlich. Es bildet den Rand eines grofsen Hochlandes. Messungen des höchsten Gipfels Polybius ß. Es ist von zahlreichen Cratern umgeben nnd wird von Lichtstreifen im rechten Winkel durchschnitten. Nach N. verliert es sich allmählich. Polybius fast ohne Ringgebirg, dagegen ansehnlich vertieft. Schwierigkeit des Erkenncns der feinen Objekte in der Nähe des Polybius. Gebirgsgruppe dar Hypatia.. . . . Insulare Lage. Hypatia elliptisch abgeplattet und im N. geöffnet. Grofse Menge der Crater im Gebirge. Hochliegende Thäler mit etwas mallerem Lichte. Zwei schwer sichtbare, von Lohrmann entdeckte Rillen. Scharfe Grenze des Berglandes gegen das dunkle Mare im Westen. Das Mare Nectaris. Nördlicher Thcil. ••■•••••••• Begrenzung und Lichtstärke im Allgemeinen. Merkwürdiger Parallclismus seiner Bergadern. Das bimförmige Ring- eehirg Torricelli. Verschiedne Lichtstärke der einzelnen Objekte. Die Mo ndlandschaften Theophilus, Cyrillus und Catharina .. . Messungen. Thcopliilus, der Tiefe nach das ansehnlichste Ringgebirg der Mondfläche. Zahlreiche radienartig sich verbreitende Hügelrücken. Starke Terrassen nnd Centralgebirg. Cyrillus. Die grofsen Gebirgsbogen in seinem Innern gehen ihm ein eigenthümlichcs Ansehen. System von Centralbergen. Bergkränze in seiner Nähe. Bandförmiges Hochland. Grofse Hügellandschaft. Theophilus A die Grenze desselben. Crater im S. des Theophilus sehr grofs und zahlreich. Catharina, grofse unregelmäfsige Fläche. Im Innern ein besondres Ringgebirg und andre Gebirge. Beschaffenheit seines Walles. Das schwach vertiefte Ringgebirg Beaumont. Das Mare Nectaris. Südlicher Theil . ... Farbe im Allgemeinen. Starke Bergadern an seinen westlichen und östlichen Grenzen, äulserst schwache im Innern. Beulenförmige Erhebung der Mitte. Lichtstreifen. Berg- und Craterlandscnaften des Censoriinjs, Capelia und Isidor , . , .. . . • • • Ungleichartige Beschaffenheit. Längiichte Einsenkung Isidor, auf der Mitte eines grofsen Plateaus. Viele kleine Crater und Binggebirge in der Nähe. Die mehr kreisförmige Vertiefung Capelia. Thalschiuchtcn und Durchbrüche. Die Crater in der Umgegend bilden fast sämmtlich eng verbundne Groppen. Rillenlandschaft im Westen. Der kleine stark glänzende Censorinus. Grofses Hochland mit tief eindringenden Buchten. Riccioli s Alcuin und Beda. Das Mare Foecunditatis.• • • ■ Grofse und allgemeine Beschaffenheit. Beträchtliche Menge der Bergadern. Das Ringgebirg Taruntius. Die Umgebung reich an einzelnen Gebirgsformen aller Art. Der Crater Messier. Ueherraschend regelmäfsige Comelenligur, §. 364-371. §. 37-2 - 374. §. 375—384. §. 385. 386. §. 3S7. §. 388. §. 389 — 392. §. 393. 394. §. 395 — 398. §. 399 - 405. gebildet XVII gebildet durch Messier und zwei schnurgerade vollkommen gleiche Lichtstreifen. Schröters Muthmafsung darüber. Schwer walirzuuehmende Objekte in dieser Gegend. Das elliptische Ringgebirg Goclenius. Zahlreiche Lichtflecke, im scharfen Gegensätze zum Mare. Inselartige Gebirge und Hillen bei Goclenius. Schöne klare Umrisse dieser Gruppen. Verengerung des Mare iii dieser Gegend. Das glänzende llinggebirg Biot. Benachbarte Hochgebirge. Zahlreiche Lichtstreifen bilden hier den Uebergaug zu den hellem Berglanascliaftcn. ° Berglandschaften des Messier, Guttemberg und Bohnenberger. Pyrenäen-Gcbirg. Grofser vom Taruntius herüberziehender Bergrücken. Rillenähnliche Bildungen bei Messier. Guttemberg bedeutend tief. Starkes Wallgebirg. Pyrenäen-Gebirg, Messungendesselben. Bohnenberger, ein wenig vertieftes Uinggebirg. Ringgebirgs-Gruppe des Colombo, Cook und Magelhaens. Dreieckige insuläre Gruppe. Colombo das Hauptglied, unrcgelmäfsig gestaltet. Messungen. Magelhaens, etwas länglicht, heller Rand. Kleinere Ringgebirge im W. Der kreisförmige wenig vertiefte Cook; in seiner Nähe Cook d, stark vertieft. Berggruppen des Santbech, Biot und Borda . Santbech, grofs, ausgezeichnete Lage, beträchtliche Tiefe. Getrennte Gebirgsglieder in seiner Nähe. Santbech A. Anfang der grofsen Querklüfte in dieser Gegend. Borda, etwas irregulär; Centralberg mit dem Walle verbunden. Hochgipfcl Borda a, und ß, und Biot a. Lichtsreifen von Biot b ausgehend. Die grofsen Ringgebirge des 60. Längengrades. Merkwürdige Lage dieses grofsen westlichen Gürtels. Langrenus, im Vollmonde hellschimmernd. Mehrfaches hohes Wallgebirg. Vendelinus, weniger tief, der Wall nur schmal. Der südliche Theil beträchtlich dunkel. Inneres schwach convex, viel Crater und Berge. Hügligte Umgebung. I'etavius. Grofses und prachtvolles Ringgebirg, eine Doppelkette mit Hochgipfeln. Das Innere stark convex, auf der grölsten Höhe das Centralgebirg. Im Vollmonde keine Spur. Umgebung ähnlich der des Theoidiilus. Petavius a, eine schroffe Tiefe. Palitzscb, ein breiter tiefer llils. Das Uinggebirg Hase und mehrere andre in seiner Nähe. Die Ringgebirge Sncllius und Stevinus. Die grolse sehr unebne I lache l'urnerius. Glänzender Crater A. Bedeutende Lichtstreifen. Messungen. Höchst verwickelte Umgegend. Ringgebirgsgruppe des Maclaurin und Kästner. Allgemeiner Charakter. Das Ringgebirg Maclaurin und die damit zusammenhängenden Gebirge. Die Landschaft Kästner, eine marenähnliche graue Fläche, ven einem Bergrücken durchschnitten. Sie erscheint zuweilen ganz abgesondert vom Monde. Die Ebenen im Westen des grofsen Ringgebirgsgürtels... Weniger dunkel als das benachbarte Mare. Glänzender Lichtllcck bei Langren. Mehrere zum Theil sehr tiefe Ringgebirge in der Fläche. Scharf begrenzte Bergadern. Die grofsen llinggebirge des Westrandes. Grofse scharf ausgeprägte Formen. Die Libration kann sie unsichtbar machen. Regelmäfsige Kreisform derselben*. Lapeyrouse, Ansgarius, ßehaim, letzterer ausnahmsweise sehr unregelmäfsig. Hekatäus mit Hochgipfeln. Willi. Humboldt, ein gewaltiges Wallgebirg. Lange und hohe Centralketle. Schätzungen der Höhe. Aehulichc sich au’schlie- fsende Formen, darunter Legendre. Die Landschaften Stöfler und Maurolycus, nebst den umliegenden Ringgebirgen. Riesenhafter Bau der hier vorkommenden Gebilde. Stöfler im Vollmonde unsichtbar. Grofse helle Lichlstraifen in völlig ebener Fläche. Die Hochgebirgsmassen der Umgegend. Messungen. Licelus, durch Querwälle in vier Flächen gethcilt. Verscliiedne Tiefe derselben. Cuvier, ausgezeichnet tief, bei geringer Erhebung des Ringgebirgs. Grofse Crater. Clairaut, sehr unregelmäfsiges Gebilde. Maurolycus. Bedeutende Höhe und Breite des Wallgcbirgs. Merkwürdiger Büschel von Lichtstreifen in seiner Fläche. Barocius, an den vorigen sich anlehnend. Das tiefe Ringgebirg Baco und die flacheren Buch und Büsching. Gemma Frisius, unregelmäßiges, zerklüftetes Ringgebirg. Ebene Thalllächen in seiner Nähe. Poisson, nach der verschiednen Beleuchtung sehr veränderlich. Die Ringgebirge Nonius und Fcrnclius. Die Landschaften Riccius, Rabbi Lcvi und Zagut. An Gröi’se und sonstiger Beschaffenheit sehr ähnlich. Hindurchziehende Lichtstreifen. Riccius, am Ostrande dreifacher Wall, westlich blofs Crater. Rabbi Lcvi. Glänzende Crater in beiden Flächen. Zagut. Sehr gebirgige Umgebung Lindenau, vollständig abgeschlossenes Ringgebirg, im Vollmonde sichtbar. Sehr bestimmte von den Lichtstreifen gebildete Figur. Die L andschaft Piccolomini, nebst den benachbarten des Fracastor, Neander und Stiborius .... Piccolomini, sehr augenfällig und tief. Höheubestimmungen. Rille mit 2 Armen in seiner Nähe. Wild zerrissenes Crater- und Gcbirgsland nach Fracastor zu. Gruppenweis verlheilte Crater der Umgegend. Fracastor ein Busen des Mare Nectaris. Farben Verschiedenheit seiner Fläche, und hindurchziehender Lichtstreifen. Messungen. Neander mit den ihn concentrisch umgehenden Ketten. Kleines trianguläres Hochland. Stiborius und die ihn mantelähnlich umgebenden Gebirge. Lichtstreifen. Die Landschaften Reichenbach, llheita und Frauenhofer... Meist ebene, aber helle Landschaft. Reichenbach mit einwärts gerichteten Krümmungen. Grofse spaltenähnliche Tiefe in der Nähe, llheita, regelmäfsiger und tiefer. Grofse breite Querkluft bei llheita, die gröfste des Mondes. Mehrfache Unterbrechung derselben. Grofse wellenförmige Landschaft. Frauenholer, mit Furnerius verbunden. Langes geschlängeltes Thal in seiner Nähe. Vega, seiner eigenthiimlichen Gestalt wegen nur zuweilen ringförmig erscheinend. Höchst regellose Gestaltung der Umgegend. Glänzender Crater. Das Mare Australe... Bisher nicht als Mare aufgeführt. Seine Form und Farbe von der Libration abhängig. Erstreckung. Die dunkelgrauen llinggebirge Marius und Oken. Bergketten des Randes. Die Flächen Pentecoulant und Hanno. Sehr helle Wallg« •birge und dunkle Tiefen. Pontecoulant b der südlichste von allen dunklen Mondllecken. Di e Landschaften Fabricius, Metius und Steinbeil. Fabricius, durch Grofse und Regelmäfsigkeit ausgezeichnet. Grofser Gebirgsbogen bei Fabricius, eine weite Fläche umschliefsend. Beträchtliche Rille. Metius ähnlich dem vorigen. Starke Terrasse im Innern. Wilde Hügellandschaft zwischen Metius und llheita. Das Doppelringgebirg Steiuheil, ähnlich dem Sirsalis. Grofse Tiefe.- Sehr schwierige Darstellung der Gegend im N. des Steinheil. Südlich mehr Ebene. Ringgebirgskette zwischen Biela und Vega. Ringgcbirgslandschaften von Pitiscus bis Biela. Grofse fast ganz zusammenhängende Gruppen. Pitiscus das regelmäfsigste Ringgebirg derselben. Hommel, stark elliptisch und durch andre Ringgebirge zertheilt, so wie diese abermals. Vlaccj, beträchtlich tief, das Innere fast eben. Rosenberger an ihn grenzend und ihm sehr ähnlich. Nearch und die von ihm zum Mutus ziehende Reihe. Der unregelmäfsige, nahe herzförmige Hagecius. Biela und zwei sich ihm anschliefsende Ringgebirge. §. 406—409. §. 410. 411. §. 412. 413. §. 414-420. §. 421. §. 422. §. 423. 424. §. 425 — 433. §. 434—436. §. 437-440. §. 441-444. §. 445—447. §. 44S-451. §. 452-454. XVIII Die Landschaft Nicolai.• • • • • • ■ • • .. Nur mittelgrofse und kleinere Ringgebirge. Nicolai das ansehnlichste. Lichtpunkte und Lichtstreifen in der Nähe. Grofsc Anzahl der kleinern Crater. Büschel von Lichtlinien. Die llinggebirge Lilius, Zach und Jacobi.... • • ... . Lilius mit mehrern andern zusammenhängend (Lilii fralres). Jacobi, tief und craterreich. Scheinbar ebene Umgebung. Vergleichung mit andern Mondgegenden. Zach mit breiten ansehnlichen Terrassen. Vier sich anlehneude Ringgebirge. Craterlose Gegend bei Zach. Lichtstreifen. Di e polaren Regionen der Südwestseite des Mondes... . Allgemeiner Charakter. Völlige Abwesenheit der dunkeln Farbe. Unsichre matte Spuren der Lichtstreifen. Keine wahren Ebenen. Rille bei Malapert, die südlichste von allen. Grolse Tiefen am Rande. Die beträchtlichen Ringgebirge Schombcrger, Boguslawsky und Boussingault. Die Iläche des letztem gelhcilt. Die Ringgebirge Mutus und Manzinus, grofse Tieten. Breiter Ringgebirgsgürtcl zwischen Mutus und Pentland. Zwei grolse Meridianketten von Ringgebirgen, Pentland bis Simpelius und Zach bis Curtius. Eigentümlich gestaltetes Wallgebirge des letztem. Schroffer Pik ö von ungeheurer Höhe. Das Ringgebirg Curtius B. Schlufsbemerkungen. §. 455. 456. §. 457—459. §. 460 - 466. §. 467. V erbesserunseih Seite 5. Zeile 6 von unten. Statt 7. - 25 Von oben. 30. - 9 von unten. 31. - 2 von unten. 89. Spalte IV. der Tafel. 112. Nr. 556. 107. Nr. 337. Blanchinus O. Karte. Der und -j-l° 0' 143. Spalte VII. Die 3 letzten müssen j Perigäo j jPenlielio, I Apogao I 1 Aphelio I vermindert und - vermindert um. Causasus - Caucasus. Helieon - Helicon. Homelius - Homelius e. 61« 0' - 7 h 0'. Dieser Name findet sich nicht auf unsrer hier gemeiute Gipfel liegt — 25° 42' B. L. Zahlen der berechneten halben Dauer - 145. Zeile 5 von oben. - 369. - 4 von unten. £II« 20' 43",9 ) £ 1*> 18' 52",5 statt < 1 20 29,8 > heifsen < 1 18 59,6 (l 20 7,9 ) /l 18 48,7 - Crater lies Centra. • Parallalilät - Parallelität. Allgemeine mathematische Selenographie §. i. In dem allgemeinen Theile der mathematischen Selenographie wird der Mond in seinen kosmischen Beziehungen, als Glied des Erd- und Sonnensystems betrachtet, wir werden also darin von seiner Bahn, seiner Gröfse, Gestalt, Masse und Durchmesser, seiner Rotation, und den durch alles dieses bewirkten und auf ihn sich beziehenden Himmelserscheinungen handeln. Es würde mit dem Zwecke und der ganzen Ökonomie unsers Werkes unvereinbar gewesen sein, wenn wir hier eine vollständige Theorie des Mondlaufes mitzutheilen beabsichtigen wollten. Diese Theorie, in ihrer gegenwärtigen Vollendung ohne Zweifel das erhabenste Meisterstück menschlichen Scharfsinnes, kann nur vermittelst einer vollständigen Kenntnifs der höhern Mathematik begriffen und ihrem innern Zusammenhänge nach aufgefafst werden. So einfach auch das von Newton entdeckte Gesetz der Schwere, dem unser Trabant gleich allen Körpern unsers Sonnensystems unterworfen ist, sich in seinem obersten Princip darstellt, so unendlich schwierig und verwickelt ist gleichwohl die strenge Anwendung dieses Gesetzes auf die Erscheinungen des Mondlaufes. Wir beschränken uns daher hier auf eine zwar möglichst vollständige und genaue, doch aber mehr historische als genetische Uebersicht dieser Erscheinungen, und werden uns bemühen, denjenigen unsrer Leser, welche nicht gänzlich aller mathematischen Kenntnisse entbehren, einen Blick in ihren ursächlichen Zusammenhang und ihr gegenseitiges Verhällnifs zu eröffnen. Dem tiefem Studium der Mecanique celeste des unsterblichen Lap/ace, und der ähnlichen diesen Gegenstand behandelnden Werke von Plana, Pontecoulant u. a. bleibe es überlassen, alles auf das einfache Gesetz der Schwere zurückzuführen und den Weg zu zeigen, wie die analytische Formel aus ihm hervorging. Balm des Mondes. §. 2 . Der Mond, der einzige von allen Himmelskörpern der sich wirklich um unsere Erde bewegt, gehört zur Klasse der Neben plan eien oder Trabanten, welche die Hauptplanelen auf ihrer Reise um die Sonne begleiten. Durch diesen einzigen Umstand tritt die Erde, die sonst nach allen übrigen Analogien — als Durchmesser, Masse, Umlaufszeit, Abstand von der Sonne, geringe Abplattung u. a. m. — den kleinern mondlosen Planeten sich anschliefst, in eine Reihe mit den gröfsern und entferntem Hauptgliedern unsers Sonnensystems. Es ist nun nicht die isolirte Erde, die ihre Bahn um die Sonne beschreibt; es ist vielmehr das Erdsystem, in welchem sie selbst nur als das vorzüglichste Glied erscheint. Genau gesprochen läuft weder der Mond um das Centrum der Erde, noch diese selbst um das Centrum der Sonne. Der gemeinschaftliche Schwerpunkt, der sich nach den Gesetzen des Gleichgewichts zwischen beiden Körpern bildet, macht seinen jährlichen Umlauf um den gemeinschaftlichen Schwerpunkt des Sonnensystems; und Erde und Mond selbst bewegen sich nur um jenen Punkt, wie zwei Satelliten desselben. Man denke sich einen doppelarmigen Hebel, an seinen beiden Enden zwei ungleiche Gewichte P und p tragend, so ist klar dafs ein Gleichgewicht beider nur bestehen kann wenn die Längen L und 1 der beiden Arme sich umgekehrt wie die daran hängenden Gewichte verhalten oder wenu P : p = 1: L. Da nun nach den neuesten Untersuchungen die Masse der Erde 87,73 mal der Mondmasse gleich ist, so mufs der Arm, an welchem die Erde zieht, 87,73mal kürzer als der andre, oder der 88,73te Theil der ganzen Entfernung der Centra sein. Nimmt man 51829 Meilen für diese Entfernung an, so folgt, dafs der Schwerpunkt des ganzen Systems 584 Meilen vom Erdcentro nach der Seite des Mondes hin entfernt sei und folglich noch 275 Meilen senkrecht unter der Erdoberfläche liege; eine Distanz, die je nach der veränderlichen Entfernung des Mondes, um 36 Meilen etwa ab- oder zunehmen kann. 1 2 So ist unser Wohnort ein» den Doppelsternen analoger, Doppelplanet; eine Ansicht, welche durch die Gegenseitigkeit fast aller Beziehungen zwischen Erde und Mond, ungeachtet des Übergewichts der erstem, unterstützt wird. Auch ist dieses Übergewicht bei weitem geringer als in allen uns genauer bekannten Systemen, wo der Hauptkörper tausend und selbst millionenmale den umkreisenden an Masse überwiegt. Gewifs verdient demnach unser getreuer Begleiter im vollen Mafse die Aufmerksamkeit, welche ihm zu allen Zeiten und von allen Völkern seines Hauptplaneten gewidmet worden ist. §. 3. Es würde eine zwecklose Erschwerung der Berechnungen sein, wenn man die Bewegungen der Erde und des Mondes um ihren gemeinschaftlichen Schwerpunkt gesondert betrachten, und hieraus ihre gegenseitige Lage ermitteln wollte. Man kann ohne den geringsten praktischen Fehler zu begehen, die gröfsere Masse in Beziehung auf die kleinere als ruhend betrachten und ihre Bewegung auf letztere mit übertragen. So erhält man den vom Mittelpunkte der Erde aus gesehenen Ort des Mondes, und dieser geocentrischc Ort ist es, auf welchen unsre astronomischen Ephemeriden sich beziehen. — Wollte man den wirklich im Sonnensysteme statt findenden Lauf des Mondes, wie er aus der Sonne gesehen sich darstellt (heliocent risch er Ort) angeben, so würde sich eine Cycloide bilden, d. h. ein Punkt A der sich um einen andern B bewegt, während B selbst eine Bewegung um einen dritten Punkt C beschreibt. Es sei in Fig. 1. T die Erde, TS die Richtung zur Sonne (die sich in einem etwa 400mal gröfseren Abstande befindet) und NEVL die für jetzt noch als kreisförmig angenommene Bewegung des Mondes um die Erde, wo N den Neumond, E die erste Quadratur, V den Vollmond und L die letzte Quadratur bezeichnet. Man lasse T selbst sich bewegen und nach und nach die Punkte T', T", T'", T"" einnehmen, so wird der Punkt N nach n, E nach e, V nach v und L nach 1 versetzt werden und nach einem vollständigen Umlaufe des Mondes N wieder in n 1 stehen; so dafs die Linie nevln' eine bei jedem Mondsumlaufe sich erneuernde Cycloide bildet. In der Richtung TN wird die Nacht (die dunkle Seite) des von der Sonne erleuchteten Mondes der Erde entgegengesetzt sein und eine schwarze (nur bei Gelegenheit der Sonnenfinsternisse wahrnehmbare) Scheibe bilden; in TV wird die ganze gegen uns gerichtete Seite erleuchtet sein; in TE wird man nur die rechte, in TL nur die linke Hälfte erleuchtet, die andere aber dunkel erblicken. Diese Veränderungen sind unter dem Namen der Mondphasen allgemein bekannt. Das Zu- und Abnehmen, die sichelförmigen Gestalten u. s. w. des Mondes erklären sich auf diese Weise leicht und ungezwungen. §. 4. Den geocentrischen Lauf des Mondes aber kann man nach drei verschiedenen Beziehungen betrachten, je nachdem man den Ort des Mondes mit der Sonne, mit den Nachtgleichenpunkten oder mit den Fixsternen vergleicht. Man merke sich z. B. den Fixstern, bei welchem der Mond heut Abend steht. Morgen um dieselbe Stunde ist der Mond 13 Grad von ihm entfernt, und um denselben Fixstern wieder zu erreichen, wird der Mond, beständig gegen Osten fortrückend, 27 Tage 7 St. 43' 11",549 anwenden. Diesen Umlauf nennt man den si- derischen und er ist zugleich (den Fixstern als unbeweglich angenommen) in aller Strenge der wahre. Vermöge der allgenteinen Präeession aber rücken die Aequinoctialpunkte, von denen aus wir die Längen am Himmel zählen, und nach denen wir seine Meridiane und Parallelen bestimmen, in einem der Mondbewegung entgegengesetzten Sinne von Osten nach Westen fort. Folglich wird der Mond diesen Ort des inzwischen veränderten Aequinoclii früher erreichen, als er das unveränderte erreicht hätte. Das neue Aequinoctium steht 3",758 im Bogen westlich von dem beim vorigen Mondsumlaufe Statt findenden; diesen Bogen zu durchlaufen hätte der Mond 6",847 Zeit gebraucht, er vollendet also den tropischen Umlauf schon innerhalb 27 Tagen 7 St. 43' 4",702. Inzwischen aber ist die Sonne (oder genauer gesprochen die Erde) fast um ein ganzes Zeichen von West nach Ost, also im Sinne der Mondbewegung, fortgerüekt; folglich muls der Mond, um wieder gegen Erde und Sonne in die gleiche Lage zu kommen, noch einen beträchtlichen Bogen über seinen tropischen Umlauf zurücklegen; und so erhält man den synodischen Umlauf, nach welchem sich die Phasen des Mondes richten. Man sieht leicht dafs die Zahl der synodischen Umläufe, die ein Erdenjahr begreift, genau um 1 geringer sein müsse als die Zahl der tropischen, ähnlich wie ein von Ost nach West um die Erde segelnder Schiffer bei seiner Rückkehr einen Tag zu wenig gezählt haben wird. Die Dauer eines synodischen Umlaufs ist nun, wenn s den Si- deral-Umlauf des Mondes, t den Sideral-Umlauf jler Erde bezeichnet, 3 _ t __ t.s _ 365 T. 6 St. 9' 45" X 27 T. 7 St. 43' 11",54 9 _ 0 q t 19 St 44' 9« ft ~ t_ “ t-s — 365 T. 6 St. 9' 45" — 27 T. 7 St. 43' 11",549 ’ “ ’ ‘ s Zuweilen übergellt man den geringen Unterschied zwischen dem tropischen und siderisclien Umlauf, und begreift beide unter der Benennung periodisch im Gegensatz des synodischen. Kein einziger der obigen drei Werthe ist, der Strenge nach, unveränderlich, und die angegebenen Zahlen sind nur mittlere Dauerzeiten für das gegenwärtige Jahrhundert. Vorzüglich kann der synodische Umlauf beträchtlich verschieden ausfallen, da hier aufser den Ungleichheiten des Mondlaufes auch noch die des Erdlaufes einwirken. Im Perihel der Erde, das in unserm Jahrhundert nahe mit dem Anfänge des Jahrs zusammenfällt, steigt die Dauer eines synodischen Umlaufs zuweilen auf 29 T. 18 St.; während im Aphel (Juli) schon 29 T. 6 bis 7 St. hinreichend sind. §. 5. Der Mondlauf ist ferner nicht kreisförmig, sondern elliptisch, weshalb sein Abstand von der Erde veränderlich ist. Die Erde steht nicht im Mittelpunkte der Mondsbahn, sondern in einem ihrer Brennpunkte, wie jeder Himmelskörper, um den ein andrer sich in einem Kegelschnitte bewegt. Sei Fig. 3. PF AG die Ellipse der Mondbahn, in welcher C das Centrum und E und B die beiden Brennpunkte sind, und möge die Erde sich in E befinden. Grade Linien, von E aus nach irgend welchem Punkte der elliptischen Peripherie gezogen, hei- fsen Radii vectores und bezeichnen den veränderlichen Abstand. In P ist der Mond der Erde am nächsten und dieser Punkt heilst das Perigäum; in A ist der gröfste Abstand oder das Apogäum. Eine grade Linie, Welche A und P verbindet und durch die beiden Brennpunkte geht, heilst grofse Axe oder Apsidenlinie, die senkrecht darauf stehende und durch C gezogene die kleine Axe. In F und G hat der Mond seinen mitt- lern Abstand, in A entfernt er sich bis auf etwa 54800 und nähert sich der Erde in P bis auf 48800 Meilen. Der halbe Unterschied zwischen dem grüfsten und kleinsten Abstande, also hier etwa 0,055 der miltlern Entfer- nung, lieifst die Excentricität der Bahn. Zuweilen drückt man die Excentricität durch den Winkel F aus, den die beiden Linien EF und CF bilden und von welchem EC der Sinus ist Für die gegenwärtige Bahn des Mondes ist dieser Winkel = 3° 9' 11". Der Bogen zwischen dem Orte des Mondes und seinem Perigäum,’vom Mittelpunkt der Erde aus gemessen, ist seine wahre Anomalie. Um bei der Berechnung ein Element einzuführen was sich einfach wie die Zeit verhält, hat man eine mittlere Anomalie angenommen, d. h. einen eingebildeten Ort des Mondes, den er einnehmen würde wenn seine Winkelbewegung um das Centrum der Erde ganz gleichförmig wäre; und da nun die wahre Anomalie der mittlern bald vorauseilt bald hinter ihr zurückbleibt, so bezeichnet man den Unterschied zwischen beiden durch die Benennung Mittelpunklsgleichung. Von P ausgehend, wird bis A hin die wahre Anomalie der mittlern stets voraus, die Mittelpunktsgleichung also positiv (additiv) sein, während sie von A nach P zu negativ, und in A und P selbst gleich Null ist. Für unsern Satelliten kann die Mittelpunktsgleichung auf 6° 18' 28" steigen. In der Figur haben wir, uni diese Verhältnisse augenfälliger zu machen, die Excentricität der Ellipse weit grüfser angenommen als sie in der Wirklichkeit ist. §. 6 . Beide Bahnen, die der Erde um die Sonne und die des Mondes um die Erde, liegen nicht in derselben Ebene, und die mittlere Neigung der letztem gegen die erstere ist = 5“ 8' 49". Die beiden Durchschnittspunkte dieser Ebene mit der Ebene der Erdbahn heifsen die Mondsknoten. Derjenige, wo der Mond sich nach Norden wendet, ist der aufsteigende Knoten (ß) der andre der niedersteigende (£3). Die Neigung ist veränderlich, doch nur innerhalb gewisser Grenzen, so dafs sie 5° 18' nicht überschreitet und nicht unter 5° sinkt; der Ort der Knoten ist gleichfalls veränderlich, schon während eines Mondumlaufs weichen sie um 1^° nach Westen zurück und in 18 Jahren 218 T. 21 St. 22' 46" haben sie ihren Umlauf um den ganzen Himmel zurückgelegt. Ihr Umlauf ist also ein rückgängiger, der Bewegung des Mondes entgegengesetzter. Diese Veränderlichkeit des Knotens und der Neigung hat zur Folge, dafs die Neigung der Mondbahn gegen die Ebene uns er s Aequators sich sehr beträchtlich ändern und zwischen 18° 10' und 28° 46' schwanken kann. Siehe Fig. 4. Wenn der aufsteigende Knoten der Mondsbahn mit der Frühlingsnachtgleiche zusammenfällt, so wird der Mond seinen nördlichsten Punkt eben da erreichen, wo die Ekliptik selbst sich am weitesten vom Aequator gegen Norden entfernt, und bei der südlichen Abweichung wird das Nämliche statt finden 1 * 4 Alsdann liegt jeder Punkt der Ekliptik zwischen der Ebene des Erdäquators und der Mondsbahn, und beide letztem Ebenen werden eine Neigung = s -j- p gegen einander haben, wo s die Schiefe der Ekliptik und p die Neigung der Mondsbahn gegen letztere bezeichnet. Neun Jahre nachher fällt der aufsteigende Knoten der Mondsbahn mit dem Herbstäquinoctio zusammen, der Mond wird dann seine gröfste nördliche Breite da erreichen, wo die" Ekliptik am weitesten gegen Süden abweicht, und umgekehrt. Alsdann liegt jeder Punkt der Mondsbahn zwischen den Ebenen der Erdbahn und des Erdäquators und ihre Neigung gegen letztere ist — e — p. Für jede andere Lage der Knoten erhält man sechs Durchschnittspunkte der drei Ebenen und die Neigung der Mondbahn gegen den Erdäquator erfordert die Auflösung eines sphärischen Dreiecks. Auch die Apsidenlinie behält nicht die gleiche Lage und das Apogäum macht gleichfalls eine Bewegung um den Himmel von West nach Ost, also direkt. Ihre Periode ist S Jahr 310 T. 13 St. 48 1 53 (/ . §- 7. Dem Gesetz der Schwere zufolge wird sich ein Körper schneller bewegen wenn er dem Centro seiner Bewegung näher ist, und außerdem werden zwei gleiche lineare Bewegungen im Perigäo unter einem grüfsern Winkel als im Apogäo erscheinen, was die Ungleichheit der geocentrischen Bewegung noch vermehrt. In un- serm Falle aber würde die Berechnung der elliptischen Bewegung nach Keplers Gesetzen noch weit entfernt sein den Beobachtungen zu genügen und die Bahn des Mondes erleidet eine grofse Menge von Störungen hauptsächlich durch den Einflufs der Sonne. In jedem Augenblick ist die gegenseitige Lage der drei Körper eine andre, und hierin liegt die Quelle der beständig verschiedenen Störungseinflüsse. Zwar iindet Aelmliches bei allen Trabanten unsers Sonnensystems, so wie bei den Planeten unter einander Statt, aber bei unsenn Monde sind diese Störungen viel beträchtlicher als bei jedem andern. In der That scheint es, als stehe unser Mond an der äufsersten Grenze der Möglichkeit, jenseit welcher es einem Planeten nicht mehr möglich ist, einen Mond in einer geregelten Bahn zn erhalten*). — Aufserdem erfährt unser Mond auch nocli freilich sehr unbedeutende Störungen seines Laufs durch Venus und Jupiter so wie durch die Abplattung der Erde**). So grofse Schwierigkeiten schienen lange Zeit hindurch den Bemühungen des Scharfsinns unsrer gröfs- len Forscher Holm zu sprechen. Selbst Kepler und Tycho vermochten es nur bis zu schwachen Annäherungen an die Wahrheit zu bringen und Nenton’s Theorie, obgleich richtig in ihren Grundlagen, entfernte sich doch noch zuweilen 8 bis 10 Minuten von den Beobachtungen Flamsleed’s, auf welche sie hauptsächlich gegründet war. Wie der Mond derjenige Himmelskörper war, der dem gröfstcn Gelehrten Veranlassung gab das Gesetz der Schwere zu entdecken und zu begründen, so ist es ebenfalls unser Mond gewesen durch den der scharfsinnigste seiner Nachfolger, Laplace, zur Enthüllung der tiefsten Geheimnisse in der Constitution des Weltsystems gelangte. Zwei Jahrhunderte hindurch war es immer der Mond, der die ersten Analysten vorzugsweise beschäftigte, und die Theorie seines Laufs ist es, die ihre unsterblichen Werke krönt. T. Mayer war der erste welcher Mondstafeln verfertigte, durch die man den Mondsort auf etwa eine Bogenminute mit Sicherheit vorausbestimmen konnte. Euler, Lagrange, Plana, Laplace haben die Theorie so weit ausgebildet, dafs die darauf gegründeten Tafeln Biirg’s, Burchhardt''s und Damoiseauls sich nur selten um 10 /y im Bogen von den bessern *) Ein Mond, dessen Umlaufszcit gleich oder kleiner als die Rotationsperiode seines Planeten wäre, hätte sich gar nicht erst bilden können; wäre seine Umlaufszeit gleich oder gröfser als die Umlaufszeit seines Ilauptplaneten, so wäre er nicht Mond geblieben, sondern ein selbstständig um die Sonne kreisender Planet geworden. Es läfst sich ferner zeigen dafs die Umlaufszeit des Mondes diesen beiden Grenzen auch nicht nahe kommen dürfe. Der Erdenmond aber kommt der obern Grenze weit näher als irgend ein andrer. Vergleicht man die Elemente der Bewegung unsers Trabanten mit denen der andern Planeten, so finden wir, dafs die des Jupiter, Saturn und Uranus mehrere hundert (ja der innerste Salurnsmond 11000) Umläufe während eines Umlaufs ihres Planeten zurücklegen; unser Mond nur 13. — Für die Bewohner jener Trabanten zeigt sich der Ilauptplauet unter einem mindesten 35mal (bei einigen 400 — SOOmal) grüfsern Durchmesser als die Sonne; den Bewohnern unsers Trabanten erscheint die Erde nur 3|mal so grofs als jene. — Die Störungen, welche jene Trabanten auf einander gegenseitig ausüben, sind weit beträchtlicher als die welche sie durch die Sonnenanziehung erfahren. — Ihre Bahnen sind sehr wenig gegen die Ebene des Aequators ihres Ilauptplaneten und beträchtlich gegen seine Bahn geneigt, bei unserm Trabanten sehen wir das Gegentheil. Das Perisaturnimn des HuygenisiAien. Saturnssatellitcn vollendet (nach Ile.tscls Untersuchungen) seinen Umlauf um den Himmel in 710 Jahren und seine Knoten in 30500 Jahren, hei unserm Trabanten sind diese Zahlen = 8,8 und 18,6 Jahre. — Während eines seiner Jahre erblickt Jupiter gegen 4300 Verfinsterungen seiner Satelliten und etwa die gleiche Anzahl Sonnenfinsternisse; unser Mond bietet uns deren nur etwa 2 im Jahre. — So grofs sind die Verschiedenheiten der kosmischen Verhältnisse selbst hei den Systemen der gleichen Ordnung. t ’°) Genauer gesprochen, durch die Einwirkung desjenigen Theiles des Erdsphäroids, welches übrig bleiben würde, wenn man die möglichst gröfste Kugel herausgenommen hätte. Denn für eine mathematisch genaue und zugleich homogene Kugel kanu man die Anziehung sämmtlicher einzelnen Theile auf einen aufserkalb befindlichen Körper als im Mittelpunkte vereinigt annehmen. r 9 Beobachtungen entfernen. Die Vergleichung einer grofsen Anzahl von Beobachtungen, Behufs der Prüfung von Mondstafeln, ergab folgendes: 167 Beobachtungen der Greenwicher Sternwarte und der Pariser Militärschule gaben, verglichen mit den Tafeln von Burckhardt , den mittlern Fehler der letztem = 5",25 mit den Tafeln von Bürg - - - - = 6 ;/ ,52 137 Beobachtungen auf der Pariser Sternwarte, in gleicher Art berechnet und verglichen mit Burckhardt's Tafeln - — 5 y/ ,52 mit Bürg’s - - — G'^Sö. §• 8 - ■ Es fragt sich nun, auf welche Art die Anziehung der Sonne die Bahn des Mondes um die Erde störe, und welches die Veränderungen seines Laufs und seines Abstandes sind, welche in diesen Störungen ihren Grund haben. Man denke sich (Fig. 5.) die Erde in T, den Mond in A, und die Sonne in der Richtung TS in zwar sehr grofser, doch aber in Beziehung auf den Blond nicht als unendlich zu betrachtender Entfernung. ADBC sei ein Theil der Mondsbahn unter der Voraussetzung einer ungestörten Bewegung desselben. Wenn nnn die Anziehungskraft der Sonne das ganze System nach T und adbe versetzte, während gleichzeitig die Bewegung in Tangenlialrichlung diesem Zuge das Gleichgewicht hält, so ist in der Lage des Ganzen wie seiner einzelnen Glieder nichts verändert, denn adbc hat gegen t dieselbe Lage wie ADBC gegen T. Allein nach den Gesetzen der Schwere wird ein vom Centralkörper entfernter liegender Punkt weniger angezogen als ein näher liegender, folglich A weniger als T, und T gleichfalls weniger als B. Der Erfolg mufs sein dafs die Distanz a't gröfser ist als AT, und b't ebenfalls gröfser als BT, und in diesen beiden Punkten wird also der Blond entfernter von der Erde stehen als er ohne Wirkung der Sonne (oder auch ohne Verschiedenheit dieser Wirkung) gestanden hätte. In den Punkten C und D wird der Blond, was die Quantität der Anziehung betrifft, dieselbe Einwirkung wie T erfahren, er würde also auch in unveränderter Entfernung von derselben stehen bleiben, wenn die Richtung beider Anziehungen gleich wäre. Allein die Richtungen Cc' und Tt, so wie auch Dd' und Tt, sind nicht parallel unter sich sondern convergiren zur Sonne; c' und d' werden also näher an t liegen als C und D an T in der ungestörten Bahn. Die Linien a'a und b ; b bezeichnen also in unsrer Figur die Gröfse, um welche der Blond wenn er mit Erde und Sonne in grader Linie steht, durch die Einwirkung der letztem von ihr entfernt wird; die Linien dd* und cc' hingegen die Gröfse um welche der Blond in den Quadraturen der Erde genähert wird. Es wird sich nun weiter unten ergeben, dafs die Gröfsen dd 7 und cc' den Gröfsen aa' und bb ; nicht das Gleichgewicht halten, sondern nur die Hälfte von diesen letztem betragen. Es ist also, selbst wenn man von den Störungen einzelner Punkte der Blondsbahn absieht, und nur die Bahn im Ganzen betrachtet, doch nicht gleichgültig, ob Störungen Statt finden oder nicht. Die Balm wird nämlich überhaupt vergröfsert, und zwar um die Hälfte des Ueberscliusses von aa' über dd', und diese constante Vergrüfserung vereinigt sich mit der mittleren Blondbahn. Hörte also die Wirkung der Sonne auf, so würde der Blond der Erde etwas näher rücken, und eben dies wird geschehen, wenn die Wirkung sich schwächt, so wie er sich noch mehr von ihr entfernen wird, wenn die Wirkung sich verstärkt. Beides findet wirklich Statt, im Perihelio der Erde ist die Gesammtwirkung der Sonne, folglich auch der den Blondslauf störende Theil derselben, gröfser als im Aphelio, woraus folgt, dafs der Blond im erstem Falle entfernter, im letztem näher der Erde sich befindet als es der Fall sein würde, wenn die Entfernung der Erde .von der Sonne unverändert dieselbe bliebe. Der Abstand des Blondes von der Erde kann sich aber nicht ändern, ohne dafs sich zugleich die Geschwindigkeit seiner Bewegung ändre, und man wird im Allgemeinen die Veränderung der Geschwindigkeit viel leichter und sichrer bemerken als die der Entfernung selbst. Es folgt also aus dem Obigen: 1. ein etwas langsamerer Umlauf überhaupt, als ohne Einwirkung der Sonne Statt finden würde; 2. eine langsamere Bewegung im Perigäo, und schnellere im Apogäo der Erde — jährliche Gleichung genannt; 3. eine langsamere Bewegung im Voll- und Neumonde, und eine schnellere in den Quadraturen — Evec- tion genannt. Endlich ist aus der Figur deutlich, dafs in den Zwischenrichtungen, die aufserhalb a, b, c, d fallen, der Zug der Sonne nicht blos den Radius vector des Blondes verkürzt oder verlängert, sondern auch die Richtung 6 des Monde« gegen die Eide direkt verändert, und also auch dadurch seine Geschwindigkeit bald vergröfsert, bald verkleinert. Man betrachtet dies als eine besondre Störung, und bezeichnet sie mit dem Namen der Variation. §• 9. Im Bisherigen konnte nur eine ganz allgemein gehaltene Uebersicht der Hauptveränderungen gegeben werden, da es Zweck war, jede wirkliche Berechnung vorläufig auszuschliefsen. Vielleicht wird das Folgende, obgleich es weit entfernt ist den Gegenstand zu erschöpfen, doch denjenigen, die in analytischen Ausdrücken nicht ganz fremd sind, etwas mehr genügen. Es sei demnach (Fig. 6.) T abermals die Erde, TS die Richtung zur Sonne, und ADC ein Quadrant der Mondsbahn, und wir haben oben gesehen, dafs die gleichförmig angenommene Einwirkung der Sonnenanziehung die Punkte T, A, D, C beziehungsweise nach t, a, d, c versetzen würde, während die wirklich Statt findende ungleiche Anziehung statt dieser den Mond in die Punkte a", d /; , c w versetzt. Es kommt uns jetzt darauf an, das Verhältnifs der Gröfsen aa", dd", cc" u. s. w., d. h. die wahren durch die Sonnenanziehung bewirkten Veränderungen des Mondortes in Bezug auf die Erde zu bestimmen. Sei nun die Entfernung des Mondes von der Erde = ^ der Entfernung der Erde von der Sonne, so steht der Mond im Punkte A . . . . 1 -f- — und im entgegengesetzten (Fig. 5. B.) 1 — — von der Sonne. Also ver- 1 1 halten sich die Linien Tt = Aa und Aa" wie 1 : --, und eben so Bb : Bb" wie 1 : -—i-—, denn die Gravitationen verhalten sich umgekehrt wie das Quadrat der Entfernung. Man findet also dies Verhältnifs der Gravitationen in den Punkten A, T und B 1 1 Wie -5-r-; 1; und - 5 - r . 1+-+- 1--+- m m 2 m m 2 1 1 1 Da — — TTjni so wird —, als verschwindend vernachlässigt werden können und die obigen Verhältnisse können geschrieben werden 1 -; 1; und —- 1+; 1-» m 1 oder, wenn man wirklich dividirt und die hohem Potenzen von — vernachlässigt: 1 m O ' 1 — 1; 1 4- 111 7 7 I m 2 die Anziehungen sind also, da l = Tt = Aa = Bb; Aa — - Aa; Aa; Aa 4- — Aa; W 7 1 1U 7 2 und die Differenz der ersten und dritten gegen die mittlere = -Aa; welche Grüfse also das Maximum derjenigen Einwirkung der Sonne ausdrückt, welche die Entfernung des Mondes von der Erde zu vergröfsern, mithin seinen Lauf um dieselbe zu Verlangsamern strebt. Die entgegengesetzte Wirkung findet, wie wir oben gesehen haben, in den Lagen C und D des Mondes Statt; und hier ergiebt sich, da die Dreiecke Ccc ;/ und CTS ähnlich sind, cc" = —. Cc oder auch = Aa. m m Die in diesen Punkten wirkende Kraft kann also der in den Punkten A und B. wirkenden nicht das Gleichgewicht halten; sie wird vielmehr nur die Hälfte derselben compensiren. Nähme inan hingegen statt der vorausgesetzten Bahn adbc eine andre, im Halbmesser um —. Aa er- gm weiterte an, so würde die wirklich statt findende gestörte Bahn nach aufsen Und nach innen gleichviel abwei- chen, und folglich die angenommene als mittlere Bahn angenommen werden können. Es ergiebt sich also, dafs die Mondbahn, wie wir sie beobachten, gröfser ist und länger dauert als die, welche ohne eine Sonneneinwirkung Statt finden würde. Diese aber, so weit sie als coustant angesehen werden, bringt noch keine eigentliche Ungleichheit hervor. Sie ist aber nicht diorchaus constant, da die Grüfse —, auf welche das ganze Verhältnifs basirt ist, es nicht sein kann. Im Apogäo- des Mondes ist sie gröfser, um Perigäo kleiner; sie ist ferner im Aphelio der Erde 7 kleiner, im Perigäo grüfser. Es entstehen also Ungleichheiten des Laufes, die theils von den Apsiden des Mondes, theils von denen der Erde abhängen. Die Periode der letztem mufs das Erdjahr sein, und man nennt sie daher die jährliche Gleichung. Die Periode der erstem mufs theils vom Apogäo und Perigäo des Mondes, theils wie wir oben gesehen haben, vom Wechsel der Mondphasen abhängen, also nahe mit dem Umlauf des Mondes übereinstimmen. Sie lieifst, in so fern ihr die oben angeführte Ursach zum Grunde liegt, Evection. Ferner, obgleich die halben grofsen Axen der Planetenbahnen für alle Zeiten constant sind (wie Laplace gezeigt hat) sind gleichwohl die Excentricitäten Veränderungen unterworfen, die sich erst in sehr langen Perioden wiederholen. Aus den Untersuchungen des eben genannten grofsen Analysten aber geht hervor, dafs mit jeder Veränderung der Excentricität der Erdbahn auch eine, obwohl überaus geringe, Veränderung des mittleren Werthes von ^ verbunden sei, da die sich daraus ergebenden Differenzen zu beiden Seiten sich nicht völlig compensiren. Es erzeugt sich vielmehr ein vom Quadrat der Excentricität der Erdbahn abhängendes und den Abstand des Mondes vermehrendes Glied; so dafs bei verminderter Excentricität, auch eine Verminderung des Mondabstandes und folglich Beschleunigung seines Laufes um die Erde, die nothwendige Folge sein mufs. Da nun die Theorie der Planeten uns zeigt, dafs wirklich in den verflossenen Jahrtausenden die Excentricität der Erdbahn grüfser als gegenwärtig war, so mufs auch der Mond zur Zeit der Griechen und Römer weiter entfernt und sein Lauf langsamer gewesen sein als jetzt Gewöhnlich unterscheidet man zwischen periodischen Ungleichheiten (solchen die sich bei jedem Mondsumlaufe oder in jedem Erdjahre compensiren) und seculären (die erst nach Jahrhunderten oder Jahrtausenden ablaufen). Der Unterschied ist kein absoluter, da er sich nur auf das Mehr oder Weniger bezieht; indefs ist er nicht ohne Einflufs auf die Form der analystischen Ausdrücke. Wir haben im Wenigen die vorzüglichsten der Ungleichheiten, welche ihren Grund in einer durch die Sonnenanziehung bewirkten Veränderung des Radius Vector haben, ihrem allgemeinsten und einfachsten Zusammenhänge nach, zu erklären versucht, was indefs für wirkliche Berechnungen bei weitem nicht genügt. Die Evection kann bis auf 1^° in der Länge des Mondes steigen, ihr Argument *) ist der doppelte Unterschied der Sonnen- und Mondslänge (E) vermindert und die mittlere Anomalie des Blondes (A) und die Tafeln von Burchhardl geben sie unter folgender Gestalt: + 4825",5 sin (2 E — A) + 35",5 sin 2 (2 E — A). Die jährliche Gleichung, deren Argument die mittlere Anomalie der Sonne (a) ist, würde sehr klein sein, da der ganze Unterschied des Radius vector, der dadurch bewirkt wird, nur 7 Meilen beträgt, allein die Periode ist fast Zwölfmal länger als die der Evection, und so steigt sie auf 11 Blinuten in Mondslänge. Nach Burchhardt beträgt sie — 659",3 sin a — 7",l sin 2a —. Was endlich die erwähnte Secular-Ungleichheit betrifft, so ist diese so klein, dafs sie auch dem aufmerksamsten Beobachter entgehen würde, wenn er sie allein aus den im Laufe seines Lebens gemachten ßlondsbeobachtungen schliefsen sollte. Denn die ganze Näherung des Mondes zur Erde, welche hierdurch bewirkt wird, ist 9 Fufs in einem Jahrhundert! Dies direct wahrzunehmen ist absolut unmöglich; auch die geringe Beschleunigung des Blondlaufes selbst würde verborgen geblieben sein, wenn wir nicht bis zu den Beobachtungen der Araber, Griechen und Chaldäer zurückzugehen im Stande wären. Die Analysis zeigt, dafs innerhalb dieses grofsen Zeitraums der Blondsort in Länge durch diese Störung sogar um einige Grade sich ändern kamt. So haben die Beobachtungen von Blondsfinstcrnissen zu Babylon und Alexandrien, verglichen mit dem gegenwärtigen Blondslauf, uns die Existenz dieser dem ersten Anschein zufolge unmefsbar kleinen Störung dargethan. Da ihre Periode Jahrtausende umfafst, so würde es sehr schwierig sein, sie wie die vorigen als trigonometrische Funktion darzustellen; überdies würde diese Form, für ein gegebenes Jahrhundert, praktisch sehr unbequem sein. Blan wählt deshalb einen willkührlichen Zeitpunkt (den Anfang des gegenwärtigen Jahrhunderts) als Ausgangspunkt, betrachtet die für diesen Zeitpunkt stattfindende mittlere Geschwindigkeit des Blondes als Normal-Bewegung desselben, und drückt die seculäre Gleichung als Funktion des Quadrats und der hühern Potenzen der Zeit aus. Nimmt man den 1. Januar 1S01 als Anfangspunkt und das Jahrhundert für die Einheit der Zeit t, so hat man nach Laplace + 10",21655 t 2 + 0",0185373 t 3 +. wo das obere Zeichen für die verflossenen Jahrhunderte gilt, dem berechneten Blondsorte hinzuzufügen. ) Argument nennt man in jene, ihre Funktion genannt wird. der Astronomie jede veränderliche Gröfse, von der eine andre abhängig ist, die in Beziehung auf 8 §• io. Allein wir haben oben bereits gesehen, dafs die Länge des Mondes durch die Einwirkung der Sonne nicht allein mittelbar durch Veränderung des Abstandes, sondern auch unmittelbar durch die schräge Richtung des Zuges selbst, wie sie in den zwischen a, c, b, d liegenden Punkten Statt findet, verändert werden kann. Die perturbirende Kraft kann man nämlich nach zweien Richtungen Zerfällen, deren eine mit dem Radius vector zu- sammenfällt, die andre senkrecht darauf steht. In den Quadraturen und Syzigien wird der letztere Theil gleich Null sein; in F hingegen ist er = mf" = f f". sin mff" und man sieht leicht, dafs er im ersten und dritten Quadranten den Lauf des Mondes verzögern, im zweiten und vierten beschleunigen mufs. Sei nämlich G der Winkel des Mondes und der Sonne am Erdcentro, so wird diese Störung = Null, wenn G = 0°, 90°, 180° oder 270° ist, d. h. wenn entweder der Sinus oder der Cosinus von G = Null wird. Das Hauptglied dieser Störung (denn sie hat noch andre, durch verschiedne mitwirkende Ursachen erzeugten Glieder) mufs demnach die Factoren sin G cos G, oder wenn man für sin G cos G den gleichbedeutenden Ausdruck *. s in 2 G setzt, den doppelten Winkel G als Argument enthalten. Diese Gleichung nennt man insbesondere die Variation. Man hat sie fünfzehn Jahrhunderte später als die Evection gefunden, nicht allein weil sie geringer als diese ist, sondern hauptsächlich weil sie in den Hauptpunkten der Bahn, welche die Alten fast allein beobachteten, verschwindet. Nach Burclihardt's Tafeln ist sie — 122", 7 sin G -f 2138",6 sin 2 G + 2",9 sin 3 G -f 9", 1 sin 4 G — . §. 11 . Das Phänomen des Zuriickweichens der Mondsknoten war den Alten schon bekannt, ist aber erst von Newton der Analysis unterworfen worden; es ist demjenigen analog, welches bei unsrer Erde unter dem Namen des Vorrückens der Nachtgleichen bekannt ist. Hier ist es der Mond, der durch seine Wirkung auf denjenigen Theil des Erdsphäroids, welcher nach Wegnahme der möglichst gröfsten Kugel übrig bleiben würde, in Gemeinschaft mit der Sonne und den Planeten dahin strebt, den Aequator der Ekliptik zu nähern; bei den Mondsknoten hingegen ist es die Sonne, oder genauer deijenige Theil der in die drei Coordinaten des Raumes zerlegten anziehenden Kraft dessen Richtung senkrecht auf üie Ekliptik steht, welcher die Breite des Mondes perturbirt und dadurch bewirkt, dafs der Mond weder in derselben Zeit noch in demselben Punkte die Ekliptik durchschnei- den wird als ohne diese Wirkung geschehen wäre. Bei näherer Untersuchung zeigt sich, dafs diese Wirkung bald verzögernd, bald beschleunigend, bald Null ist. Im Punkte der Knoten ist sie Null, weil die Kraft selbst hier nach der angegebenen Richtung Null ist; das Nämliche geschieht wenn der Mond in einer der Quadraturen steht oder wenn die Länge eines der beiden Mondsknoten gleich der Länge der Sonne ist. In diesen Lagen also bewegen sich die Knoten nicht. Was die übrigen Punkte der Mondbahn betrifft so zeigt die Analysis, dafs die Summe der retrograden Wirkungen die Summe der direkten überwiege, dafs also im Ganzen ein constantes Zurückweichen und periodische Variationen desselben Statt finden werden. Zwei dieser Ungleichheiten, die hauptsächlich vom Sinus der Mondslänge abhängen, compensiren sich schon während eines synodischen Monats, wogegen die dritte, die von dem doppelten Unterschiede der Länge der Sonne und des Mondsknotens abhängt, ihre Periode erst nach sechs Umläufen vollendet. Dieselbe Ursach verändert auch die Neigung selbst, wie aus dem Gesagten schon hervorgeht. Allein diese Veränderung hat kein constantes Glied, sondern ist blos periodisch und die mittlere Neigung der Mondsbahn gegen die Ekliptik bleibt für alle Jahrhunderte dieselbe. §. 12 . Auch des Vorrückens der Apogäen und Perigäen ist bereits im Vorigen erwähnt worden. Diese der Knotenwanderung entgegengesetzte Bewegung ist eine Folge der durch die Störung veränderten Centripetalkraft. Würde die Bahn des Blondes nicht von aufsen her gestört, so würde sich die wahre Gravitation stets umgekehrt wie das Quadrat seines Abstandes von der Erde verhalten, das Apogäum bliebe unverändert und jeder Umlauf würde sich zu einer richtigen Ellipse schliefsen. Denn jede nicht durch einen fremden Körper gestörte Bahn ist ein Kegelschnitt mit einem nach Richtung und Länge constanten Parameter, in welchem sich die Centripetalkraft umgekehrt wie das Quadrat und die Centrifugalkraft umgekehrt wie der Cubus der Distanz vom Hauptkörper verhält. Dagegen wird eine fremde Ursach, welche eine dieser beiden Kräfte verändert, auch zugleich ihr erforderliches Gleichgewicht aufheben ohne welches die Ellipse nicht genau zu ihrem Anfangspunkte zurückkehren kann. Wird z. B. die Schwerkraft durch eine solche Störung vermindert, so wird der umlaufende Körper, vom Apogäo kommend, sich langsamer dem Hauptkörper nähern, folglich wenn er zu dem Grade der Länge 8 > Länge in welchem vorhin das Perihelium war, gelangt ist, das neue Perihelium noch nicht erreicht haben. Das gestörte Gleichgewicht kann sich nur wieder hersteilen, wenn sich ein anderes in Länge weiter vorgerücktes Perihelium bildet, also die grofse Axe der Bahn sich nach vorwärts dreht. Wenn im Gegentheil die perturbirende Kraft die Gravitation vermehrt, so würde eine rückgängige Bewegung des Perihels die Folge davon sein. Nun ist im §. 9. gezeigt worden, dafs die perturbirende Kraft doppelt so stark auf eine Verminderung als auf eine Vermehrung der Schwere des Mondes gegen die Erde wirkt, deshalb mufs also auch das Vorrücken der Apogäen und Perigäen doppelt so viel als das Zurückweichen betragen, oder mit andern Worten: es wird ein constantes Vorrücken derselben, begleitet von periodischen Schwankungen, Statt finden. Allein zur Ermittelung des numerischen Werthes dieser Veränderung zu gelangen, vermochte selbst der durchdringende Scharfsinn eines Nervion nicht. Seine Theorie gab ihm nur die Hälfte desjenigen Vorrückens, was die Beobachtungen forderten. Dieses unerwartete Resultat gab seinen Nachfolgern wenig Hoifnung, auf diesem Wege die Sache ins Reine zu bringen; sie muthmafsten daher, es möchte vielleicht die Schwerkraft überhaupt nicht vollkommen genau wie das umgekehrte Quadrat der Distanz sich verhallen. Man versuchte allerlei künstliche Potenzen, allein das Problem blieb so unauflöslich als vorher. Erst Clairaut, der Newtons Rechnung aufs neue vornahm und sorgfältig alle kleinen Glieder beachtete, die dieser als verschwindend weglassen zu dürfen geglaubt hatte, fand dafs einige derselben durch fortgesetzte Integrationen einen merklichen numerischen Werth erhielten. Seine Theorie giebt das Vorrücken der Apsiden bereits so genau, dafs nur noch derjenigen Veränderung, welche die Beobachtungen erforderten, unerklärt blieb. So haben alle Phänomene, welche sich auf den ersten Anschein dem Gesetz der Schwere zu entziehen, und eine Ausnahme von der Regel zu machen schienen, bei genauerer Prüfung nur noch mehr die Allgemeinheit dieses grofsen und einfachen Naturgesetzes bestätigt, und was dem grofsen Ergriinder des Weltsystems selbst noch als Einwurf erschien und einen Mangel befürchten liefs, hat unter den Händen seiner geschickten Nachfolger vielmehr dazu gedient, den wundervollen Bau auch in seinen kleinsten Einzelheiten harmonisch zu vollenden und unwandelbar für ewige Zeiten zu begründen. §. 13. Alle im Vorigen angeführten Correctionen des mittleren Mondorles würden doch nur eine von der Wahrheit noch ziemlich entfernte Annäherung gewähren und nicht geeignet sein, die Phänomene des Mondlaufes mit Schärfe vorauszubestimmen. Man sieht leicht ein, dafs wenn z. B. die Evection fm die Bewegung des Mondes verzögert, die Variation auch nicht genau inf" bleiben kann, und eben dieses gilt von allen Combinationen der erwähnten Störungen, die Mittelpunklsgleichung selbst mit inbegriffen. Die Störungen stören sich gleichsam unter einander selbst; und die Analysis ist genöthigt, den Hauptgliedern noch Zwischenglieder hinzuzufügen, deren Anzahl, der Strenge nach, unendlich grofs ist. Ihre analytische und numerische Entwickelung ist folglich immer nur bis zu einer gewissen Grenze möglich, denn die strenge Auflösung (die des Problems der drei Körper) übersteigt die Kräfte unsrer Analysis. Glücklicherweise berechtigt uns die ins Unmefsbare gehende Kleinheit der meisten dieser Zwischenglieder, sie in der Praxis zu vernachläfsigen; allein wie kann man über ihren numerischen Werth urtheilen, bevor sie noch entwickelt sind! Die allgemeine analytische Formel läfst dies nicht erkennen, und gleichwohl mufs der Analyst diese Unterscheidung mit Sicherheit machen, oder eine Arbeit ohne Ende beginnen. Diese Aufgabe ist es, welche Laplnce sich gestellt und mit so grofsem Erfolge behandelt hat. Wir haben aber schon gesehen, bis zu welcher Kleinheit die Tafelfehler jetzt herabgekommen sind, und müssen uns gestehen, dafs selbst diese kleinen Abweichungen noch grofsentheils auf Rechnung der Beobachtungen, aus denen die Coefficienten abgeleitet werden mufsten, su setzen sind. Wir haben, wie man es gewöhnlich thut, die Erde als das unbewegliche Centnun angesehen, w r as auch in Beziehung auf den Mond erlaubt, aber in Beziehung auf den heliocentrischen Ort der Erde (und also den geo- centrischen der Sonne) nicht gleichgültig ist. Hier mufs man nicht vergessen, dafs die Erde nichts als die grö- fsere, am kürzeren Hebelarme ziehende Masse sei, und dafs sie eben so gut als der Mond ihre Bewegung um das Centrum des Erdsystems mache (§. 2.). Mithin wird auch unser Planet an allen oben erwähnten Ungleichheiten Theil nehmen, und er wird seine Anomalie, seine Evection u. s. w. in Beziehung auf diesen Schwerpunkt haben. Aber erstens sind diese Ungleichheiten an sich schon 8S mal geringer als die des Mondes, und sodann können sie von uns nur an dem Orte der 400 mal weiter entlegenen Sonne wahrgenommen werden, man sieht also leicht, dafs der gröfste Theil derselben für die Praxis gleich Null sein wird. Nur der Einflufs der Anomalie wird nicht völlig vernachläfsigt werden dürfen. Denn die ganze Bewegung des Erdcentrums um den Schwerpunkt des Erdsystems kann den geocenlrischcn Ort der Sonne in Länge nur um 6" und in Breite nur um 0 (/ ,7 verändern. 2 t io Gestalt , Grofse , Masse und Dichtigkeit des Mondes . §• 14. Der Mond ist eine Kugel, und die genauesten Messungen haben uns nocli keine Abplattung derselben im Sinne der Erdabplattung gezeigt *). Der Halbmesser dieser Kugel beträgt 234,20 solcher Meilen, als der Erdäquator 5400 enthält oder 891600 Toisen, ihr Umfang 1470,5 Meilen, ihre Gesammtoberfläche 689240 Quadratmeilen und ihr körperlicher Inhalt 53806000 Cubicmeilen. Vergleicht man diese Werthe mit den analogen unsere Erdkörpere, so ergeben sich, wenn die Abplattung des letztem berücksichtigt wird, folgende Verhältnisse: Der Monddurchmesser zum Erddurchmesser wie 1 : 3,67 Die Mondoberfläche zur Erdoberfläche wie 1 : 13,44 Der Inhalt der Mondkugel zum Inhalt der Erde wie 1 : 49,25; so dafs man den Durchmesser des Mondes beiläufig mit der von Norden nach Süden gemessenen Breite des europäischen Festlandes, den Umfang der Mondkugel mit der gröfsten Länge Asiens, und ihre Gesammtoberfläche etwa mit der Amerikas vergleichen kann. Eine rings herum abgehobene Erdschale von 6 Meilen Dicke würde dem Inhalt der Mondkugel gleich sein. Der scheinbare Halbmesser des Mondes in seiner mittlern Entfernung von 51829 Meilen, in welcher er den Halbmesser der Erde 57' 0" grofs erblickt, beträgt nach BurclihardC's aus Meridianbeobachtungen abgeleiteten Bestimmung 15' 31 /, ,95; wogegen Ferrer auf einem andern Wege, nämlich aus der beobachteten Dauer von Sonnenfinsternissen und Sternbedeekungen, diesen Halbmesser = 15' SU',68 erhielt. Die äufserst nahe Ue- bereinstimmung beider auf ganz verschiedne Weise gefundener Werthe bestätigt nicht allein ihre Genauigkeit, sondern zeigt zugleich, dafs die Refraktion in der Mondathmosphäre, und folglich diese selbst, unmerklich sei. Der angeführte scheinbare Halbmesser gilt aber eigentlich für den Mittelpunkt der Erde, und sehr nahe für diejenigen Erdorte die den Mond im Horizont haben. Je höher der Mond über dem Horizont eines Ortes steht, desto mehr vergrüfsert sich dieser Halbmesser, und für die, welche ihn im Zenith haben, beträgt er 15",8 mehr. In der gröfstmöglichsten Erdnähe kann der scheinbare Halbmesser des Mondes auf 16' 45" steigen; in der gröfsten Erdferne hingegen auf 14' 41" sich vermindern. Dafs das arithmetische Mittel aus diesen Extremen nicht mit dem oben für die mittlere Entfernung bestimmten Halbmesser übereinkommt, ist eine Folge der Ungleichheiten des Mondslaufes. Dieser Unterschied wird sich in allen weiterhin vorkommenden, aus diesen Grundverhältnissen abgeleiteten Zahlwerthen zeigen. §. 15. Die Masse des Mondes in ihrem Verhältnisse zur Erdmasse hat man gleichfalls auf zwei verschiednen Wegen aus den Wirkungen bestimmt, welche der Mond auf die Erde ausübt. Laplace wandte die beobachteten Fluthhöhen an und fand Lindenau und Andre suchten sie aus der durch den Mond bewirkten periodischen 7t) 1 Schwankung der Erdaxe und fanden gDas letztere Resultat hält man allgemein für sichrer, da es nicht allein äufserst schwer ist, genaue Fluthbeohachtungen zu machen, sondern auch die Aufgabe selbst theoretisch viel verwickelter und der mitwirkenden Ursachen zu viele sind. Hieraus und aus dem oben angegebenen körperlichen Inhalt der Mondkugel findet sich ihre Dichtigkeit ®) Bessel (Astron. Jahrbuch No. 263.) benutzte zwei totale Mondfinsterisse, da (wie weiterhin gezeigt werden soll) kurz vor und gleich nach einer solchen die Erleuchtung des Mondes am vollständigsten ist, und fand durch Heliometermessungen folgende Abweichungen des in verschiedenen Richtungen untersuchten Mondradius vom mittlern Resultate: Mondfinsternifs am 2. September 1S30. am 26. December 1S33. Winkel mit dem Deel. Kreise. Abweichung. 0° + 0", 46 + 0", 09 30° — 0", 08 + 0",05 60° + 0", 14 + 0", 10 90° — 0", 41 — 0",22 120° — 0",21 + 0", 15 150° + 0", 12 — 0",16 „Beide Messungsreihen (setzt Bessel a. a. O. hinzu) lassen keinen Zweifel übrig, dafs der Mond sehr nahe kreisförmig erscheint; die Ue- bereinstimmung der verschiednen Halbmesser ist gröfser als die die Genauigkeit der Messungen beeinträchtigenden Ungleichheiten am Rande des Mondes erwarten lassen.” 11 = 0,5614 wenn die der Erde = 1 gesetzt wird; und wenn man das specifische Gewielit der letztem gleich fünfmal der Dichtigkeit des Wassers setzt *), so ist das specifische Gewicht der Mondkirgel = 2,8. Da die Fallräume auf der Oberfläche der Wellkörper sich direkt wie die Massen und umgekehrt wie die Quadrate der wahren Halbmesser verhalten, so ist der freie Fall eines Körpers auf der Mondoberfläche in einer gegebenen Zeiteinheit = ^ oder nalie 13 des Falles auf der Erdoberfläche. Da nun der letztere in einer Zeitsekunde 15,11 Pariser Fufs beträgt, so findet sich der Fall auf der Mondfläche = 2',314 und die Länge des einfachen Secundenpendels = 0',469 **)• Gm durch den gleichen Raum zu fallen, wird folglich ein Körper auf der Mondoberfläche 2,559 mal mehr Zeit gebrauchen als auf der der Erde. Die Fallhöhen (und also auch die Pendellängen) sind auf der Erde sowohl wegen der Abplattung, als auch wegen des Rotationsschwunges, etwas verschieden, und am Aequator kleiner als an den Polen. Diese beiden Ursachen fallen auf dem Monde fast ganz hinweg, da die Abplattung ganz unmerklich und die Rotation sehr langsam ist. Eine kleine Verschiedenheit wird für die dies- und jenseitige Halbkugel durch die Anziehung der Erde bewirkt, welche aber noch nicht des Ganzen beträgt. (Auch für die Erde findet ein solcher Unterschied durch die Sonnenanziehung Statt, so dafs die Körper in der Nacht etwas schwerer als am Tage sind, allein dies ist kaum | 0000(J( j , und folglich durchaus unmerklich). Den einzigen merklichen Unterschied in den Fallhöhen auf der Mondoberfläche veranlassen die Höhen und Tiefen, denn eine Meile näher oder entfernter dem Blondcenlro verändert die Fallhöhe um 0',02. Die Gröfse der Fallräume aber ist von der gröfsten Wichtigkeit für alle physischen Verhältnisse eines Weltkörpers; denn alle organischen Bildungen auf unsrer Erde stehen in einem nothwendigen Verhältnifs zu derselben und könnten nicht bestehen, wenn sie sich erheblich veränderte. Es ist leicht, einige der rein mechanischen Wirkungen anzugeben, welche hieraus resultiren. Läfst man auf dem Blonde und auf der Erde Körper aus gleichen Höhen herabfallen, so treffen sie dort mit einer 2f- mal geringem Geschwindigkeit die Oberfläche als hier; oder soll die Geschwindigkeit des letzten Falles auf beiden Weltkürpern gleich sein, so mufs die anfängliche Höhe dort Genial gröfser sein als hier. Ein emporgeworfener Körper, dessen anfängliche Wurfgeschwindigkeit in einer Sekunde 90 Fufs war, erreicht bei uns 135, auf dem Blonde SSO Fufs Höhe, er kommt hier schon nach 6, dort erst nach 39 Sekunden wieder auf dem Boden an, und bei gleichem Elevationswinkel wird er dort in eben demselben Verhältnifs weiter fliegen als hier. Ueberhaupt also kann man scliliefsen: 1) dafs, caeteris paribus, auf dem Monde mit gleichen mechanischen Kräften weit mehr Blasse bewältigt werden könne als hier, 2) dafs alle Bewegungen, besonders aber Vertikalbewegungen, dort leichter und gefahrloser als bei uns ausgeführt werden können. j Rotation des Mondes, §• 16. Gleich allen uns näher bekannten Weltkörpern bewegt sich der Blond um eine durch seinen Mittelpunkt gehende Axe. Theorie und Erfahrung bestätigen das nachfolgende, zuerst von Cassini aufgestellte Gesetz: Die Neigung des Blondäquators gegen die Ebene der Erdbahn ist constant; seine Knoten fallen mit den entgegengesetzten Knoten der Blondsbahn stets in dieselben Punkte und die Blondkugel dreht sich während eines siderischen Umlaufs völlig gleichförntig einmal um ihre Axe. Die Neigung, welche Cassini = 2^° setzte, fand T. Mayer aus genaueren Beobachtungen = 1° 29' und nahe eben so (1° 28' 47") Nicol!et und Bouvard aus ihren Untersuchungen. *) Die Bestimmung der specifisclien Schwere des Erdkörpers hat grofse Schwierigkeiten. MaskeJyne und Hutton bestimmten sie ans der heohachtetcn Ablenkung eines senkrechten Lothes durch die Anziehung des Berges Shehallion, in Verbindung mit einer Messung und Wägung des letztem, = 4,86 der des destillirten Wassers. Cavendish hingegen beobachtete die pendelartigen Schwingungen einer Drehwaage, die eine in der Nähe aufgestellte grofse Kugel hervorbrachte, und fand im Mittel = 5,48. Das erstere Resultat dürfte indefs mehr Vertrauen verdienen. ’*) Fallraum f und Pendellänge p in einer gegebenen Zeiteinheit sind durch das Verhältnifs p : f == 2 : a* (wo * die Zahl 3,14159 .... bezeichnet) von einander abhängig. 2 12 Wenn Kepler und Galiläi dem Monde eine Rotation absprachen, so kommt dies nur daher weil sie Anstand nahmen, die allerdings eigenthtunliche Umdrehung der Mondskugel Rotation zu nennen. Der Erde wendet er stets nahe dieselbe Seite zu; er würde, wenn sein Umlauf ein concentriseher Kreis wäre und weder seine Bahn noch sein Aequator eine Neigung hätten, er auch keine Störungen von der Sonne erlitte, dies in aller Strenge thun, wie ein Mensch der um einen Pfeiler so herum geht, dafs er diesem stets das Gesicht zuwendet. Indefs ist die Bewegung des Mondes nicht völlig so beschaffen, und eben dies macht, dafs man den Streit über Rotiren oder Nichtrotiren der Mondkugel nicht als einen blofsen Wortstreit zur Seite liegen lassen kann, sondern ganz bestimmt und nothwendig eine wirkliche Rotation des Mondes um seine Axe annehmen mufs. Denn es giebt keinesweges, wie Einige wohl geglaubt haben, einen Punkt aufserhalb der Erde (etwa den zweiten Brennpunkt der Bahn) um den der Mond in gleichen Zeiten gleiche Winkel beschriebe, und dem er stets genau dieselbe Seite zuwendete, weder was die Meridiane noch was die Parallelen betrifft. Die oben erwähnten Störungen bewirken, dafs auch um den zweiten Brennpunkt die Winkelbewegung ungleich ist, wenn gleich in ge- ringerm Mafse, als um die Erde. Die Winkelbewegung des Mondes um seine Axe ist aber gleichförmig, also mit keiner Ansicht des Mondslaufes, man wähle den Standpunkt wo man wolle, identisch, und mithin ein selbstständiges Phänomen. Sei Fig. b. AB CD die Bahn des Mondes um die Erde G, und b derjenige Punkt, der von G aus gesehen, die Mitte der sichtbaren Mondscheibe abc bildet, wenn der Mond in A steht. Nach Verlauf des vierten Thei- les seiner Umlaufszeit wird der Mond in D stehen, und die Richtung Ab des Punkts b sich vermöge der gleichförmigen Rotation in dra Richtung Db verändert haben. Jetzt aber sieht man von G aus die Scheibe gf, deren Mitte nicht der Punkt b sondern ein andrer m bildet, wogegen b nach Westen gerückt ist. In C angelangt, liegt b nach der Richtung Cb und ist also abermals direct gegen die Erde gewendet. In D endlich, nach Verlauf von f- der Umlaufszeit, hat sich auch die Richtung des Punkts B in Bezug auf das Mondcentrum um des Kreises geändert; er hat die Richtung Bb, und bildet abermals nicht die Mitte der jetzt sichtbaren Scheibe de, vielmehr nimmt diese der Punkt n ein, und b erscheint nach Osten zu. Die Grüfsen bin, bn ... . wie sie sich in den verschiedenen Punkten der Mondsbahn darstellen, nennt man die Libration, und zwar zum Unterschiede von der sogleich zu erwähnenden, die Libration der Länge, die also östlich oder westlich ist. Allein die Libration verschiebt nicht nur die Punkte, sie macht auch die dem Rande der Scheibe nahe liegenden Mondgegenden wechselsweise sichtbar und unsichtbar. Statt der Scheibe ca, die in den Lagen A und C von G aus gesehen wird, sieht man in D die Scheibe gf, also östlich den vorhin unsichtbaren Bogen ag, wogegen westlich der vorhin sichtbare cf jetzt verborgen ist; und in B erfolgt das Umgekehrte. Da ferner nach dem Cassinis chen Rotationsgesetze der Mondäquator mit der Ekliptik einen constanten Winkel von 1° 29' macht, und sein aufsteigender Knoten mit dem niedersteigenden der Bahn zusammenfällt, so macht er mit der Ebene dieser Bahn selbst einen Winkel von 6° 29' bis 6° 47' (vgl. §. 6.) und da wir von der Erde aus den Mond stets in der Richtung der Ebene seiner Bahn erblicken, so mufs uns sein Aequator, wenn nicht eben einer der Knoten uns direkt zugewendet ist, als mehr oder minder geöffnete Ellipse erscheinen und das eine Ende der Axe uns zu- das andere abgekehrt sein. Ein Punkt im Aequator wird also bald über, bald unter der Mitte, d. h. nördlich oder südlich von derselben zu liegen scheinen, und dies ist die Libration der Breite. Sind die Punkte nach Norden verschoben, so erblicken wir den Südpol, und noch etwas über diesen hinaus, während der Nordpol und seine Umgegend uns verdeckt sind; und so umgekehrt bei einer nach Süden gerichteten Verschiebung. Es ist endlich drittens für die optische Lage der Mondflecke nicht einerlei, ob man den Mond im Zenith oder an einem andern Punkte des Himmels erblickt. So wird, wenn der Mond in D steht, der Beobachter in t grade dieselbe Scheibe vor sich sehen als der im Mittelpunkt der Erde G angenommene; allein ein in t' befindlicher sieht nicht den Punkt m, sondern m' als Mondmitte; und man nennt den Bogen mm' die parallactische Libration. Diese Verschiebungen sind, wie man sieht, rein optisch und hängen nur von dem Standpunkte des Beobachters ab. Wäre aber das Cassinis che Gesetz in irgend einem Punkte nicht der Strenge nach wahr, fielen z. B. die Knoten der Bahn und des Aequators nicht constant zusammen, oder wäre die Rotation selbst nicht vollkommen gleichförmig, so würde noch eine physische Quelle der Ungleichheit hinzukommen. Bis jetzt haben indefs die genauesten Untersuchungen von einer solchen physischen Libration nichts mit Bestimmtheit ergeben und sowohl hieraus, als aus den theoretischen Arbeiten Laplaces und Poissons geht hervor, dafs diese physische Libration jedenfalls nur sehr gering sein kann. Sie würde, nach Laplace, Statt finden wenn die ur- 13 sprüngliche Rotationsperiode des Mondes der Umlaufsperiode nicht ganz gleich gewesen, sondern dies erst im Laufe der Zeit geworden wäre. Die Summe sämmtlicher Ungleichheiten des Mondlaufes in Länge kann auf 7° 55' gehen, und so grofs ist also auch das Maximum der Libration in Länge, sowohl der östlichen als westlichen. Die gröfste Neigung des Mondäquators gegen seine Bahn kann 6° 47' betragen, was das Maximum der Libration in Breite ergiebt. Die gröfste parallactische Libration endlich ist der Winkel, unter welchem der Erdhalbmesser vom Mond- centro aus gesehen werden kann und dieses übersteigt nie 1° l',5. Diejenige Stellung der Mondkugel, in welcher sie sich, wenn keine der Ursachen dieser Librationen Statt fänden, stets befinden würde und die folglich das Mittel zwischen den Extremen derselben hält, nennt man mittlere Libration. Sie kann nur Statt finden wenn die Apsidenlinie, die Knotenlinie und der Mond selbst die gleiche oder um 180° verschiedene Länge haben. Die Apsiden bewegen sich in 4,42 Jahren, die Knoten in 9,31 Jahren um den halben Himmel oder 180° herum; da sie nun einander entgegenlaufen, so folgt, dafs sie nach einer Periode von ^ — 2,997 Jahren, also sehr nahe alle 3 Jahre wieder zusammenfallen und dann auch einige Mondsumläufe hindurch sich wenig von einander entfernen, so dafs man um diese Zeit auf 2 bis 3 Nächte rechnen kann, in welchen die mittlere Libration völlig oder doch sehr nahe zutriß't. §. 17 . Die erwähnten Verschiebungen der Mondmitte in Bezug auf die Erde treffen natürlich alle Punkte der sichtbaren Scheibe, also auch die Ränder. Von Zeit zu Zeit werden uns Theile sichtbar die früher abgewandt waren, und umgekehrt. Allein einerseits ist dies im Vergleich zur ganzen unsichtbaren Halbkugel nur ein kleiner Theil, und sodann wird er in so schräger Richtung von uns gesehen dafs für unsre Mondkunde durch diesen Umstand keine bedeutende Erweiterung zu erlangen ist. Wichtiger ist der Umstand, dafs andre, der diesseitigen Halbkugel angehörende aber dem Rande sehr nahe Gegenstände dadurch zuweilen besser gesehen werden; indem sie der Mitte näher rücken. Namentlich können diejenigen Mondpunkte, welche unter den Parallelen -j- 40“ liegen, der Mitte zuweilen um 10° 24' näher rücken, wenn es sich trifft dafs das Maximum der Libration in Länge mit dem in Breite gleichzeitig eintrifft. Erschwerend wirkt aber dieser Umstand für die Entwertung eines übereinstimmenden Mondbildes. Denn da es ganz unmöglich ist, mit einer nur einigermafsen befriedigenden Darstellung des Mondes in den seltnen und kurzen Momenten, wo die mittlere Libration wirklich Statt findet, fertig zu werden, man vielmehr genöthigt ist, den Mond in den allerverschiedensten Lagen zu beobachten, so ergiebt sich die Nothwendigkeit, jede Messung wie jede Zeichnung auf eine und dieselbe Libration zu reduciren, wozu am natürlichsten die mittlere Libration gewählt wird. Denn nicht allein die Lage im Allgemeinen, auch die Form der Gegenstände ändert sich durch diesen Umstand bedeutend selbst schon von einem Abend zum andern. Schroter vernachlässigte diese Reduktion bei seinen Zeichnungen, weshalb sie nur von sehr beschränktem und zugleich schwierigem Gebrauche sind. Unser eignes Reduktionsverfahren haben wir im folgenden Abschnitte §. 38 — 54. ausführlich dargelegt. Diejenige Projektion einer Moudkarte, welche der Ansicht des Mondes von der Erde aus entspricht, nennt man die orthographische. Sie ist für die astronomische Praxis der stereographischen, wo die Objekte ihrer wirklichen (unverkürzten) Gestalt nach erscheinen, vorzuziehen. Für körperliche Mondkugeln würde sich allerdings nur die letztere eignen. Parallelen , Meridiane , Wende - und Polarkreise des Mondes. §• 18. Man nennt, für den Mond wie für die Erdkugel, die Endpunkte der Rotationsaxe die Pole, und den von ihnen gleichweit abstehenden gröfsten Kreis den Aequator. Eben so zieht man die Parallelkreise des Mondes ganz denen der Erde analog und theilt die Entfernung vom Pol bis zum Aequator in 90 Breitengrade. Die nördlichen Breiten werden in der Folge mit die südlichen mit — bezeichnet werden. Durch denjenigen Punkt des Aequators, der in mittlerer Libration das Centrum der Mondscheibe bildet, zieht man den ersten oder Hauptmeridian, und entwirft hiernach in einer Mondcharte, welche man der teleska- *4 pischen Ansicht gemäfs darstellen will, die östlichen Meridiane rechts, die westlichen links. Bis zum Mond- rande werden also auf jede Seite 90° der Länge gezählt werden, und da die andre Mondseite uns ohnehin unsichtbar ist, so zählt man diese Längengrade nicht wie auf der Erde, ringsherum von 0° bis 360°, sondern nach beiden Seiten des Hauptmeridians besonders von 0° bis 90° und weiter bis 180°. Westliche Längen werden in der Folge mit -J-, östliche mit — bezeichnet werden. Ein Längengrad am Aequator beträgt 4,088 geographische Meilen; die Breitengrade haben auf dem ganzen Monde (bis auf höchst geringe Kleinigkeiten) eben diese Gröfse. Für den Anblick im astronomischen Fernrohr erscheinen uns (im Allgemeinen) nördliche Breiten unten, südliche oben, östliche Längen rechts und westliche links. Ferner müssen uns (in mittlerer Libration) Aequator und sämmtliche Parallelkreise als grade Linien erscheinen. Sie sind desto kürzer und näher zusammen gerückt, je näher sie den Polen stehen. Ersteres ist eine wirkliche (physische) Verkürzung, letzteres aber, das Näherrücken, blos optisch und vom Winkel des Visionsradius abhängig. — Die Pole liegen im Rande selbst, von ihnen gehen die Meridiane aus, deren mittlerer als grade Linie erscheint, die beiden äufsersten, 90° davon entfernten, Kreise bilden und den Rand ausmachen, die übrigen aber mehr oder weniger offne Ellipsen sind. Nach dem Pole zu laufen die Meridiane näher zusammen, und zu diesem physischen Näherrücken gesellt sich noch wie bei den Parallelen, ein optisches, indem näher dem Ost- oder Westrande sich alle Längen verkürzen müssen. Findet eine Libration in Länge Statt, so werden die Parallelen gar nicht, und die Meridiane auch nur in so fern geändert, dafs Rand und Mitte von andern Meridianen eingenommen werden als vorhin; die optische Ansicht des ganzen selenographischen Gradnetzes bleibt dieselbe. Findet hingegen eine Libration in der Breite Statt, so erscheinen die Parallelen und der Aequator als Ellipsen, einer der Pole rückt vom Rande auf die Scheibe, der andre hingegen auf die hintere Seite. Die Meridiane bleiben zwar ebenfalls mehr oder minder offne Ellipsen, aber ihr sichtbarer Theil ist von den unsichtbaren nicht mehr durch den ersten Meridian getrennt. Die hauptsächlichste Ungleichheit in der Länge des Mondes ist = Null im Perigäo und Apogäo, und folglich ist auch die Libration in Länge desto kleiner, je näher er diesen Punkten steht. Befindet sich ferner der Mond im Knoten seiner Bahn, so fällt die Libration der Breite hinweg; und trifft beides zusammen (was nach §. 16. beiläufig alle 3 Jahr geschieht) so steht der Mond in mittlerer Libration; abgesehen von den kleinen noch übrig bleibenden Ungleichheiten des Laufs, und der parallactischen Libration. §. 19. Bei den Planeten werden die Wende- und Polarkreise durch die Neigung des Aequators gegen die Bahn bestimmt; die letztem liegen so weit von den Polen und die erstem so weit vom Aequator als diese Neigung beträgt, z. B. bei der Erde gegenwärtig 23° 27£'. Beim Monde wird nun ebenfalls die Neigung seines Aequators gegen seine auf die Sonne bezogene Bahn die Wende- und Polarkreise bestimmen. Die Ebene dieser Bahn ist bis auf eine kleine (durch seinen Umlauf um die Erde veranlafste) Abweichung die Ebene der Ekliptik selbst; gegen welche sein Aequator um 1° 28' 47" geneigt ist (§. 16.). Zählt man die kleine Abweichung hinzu*), so erhält man 1° 29' 37" wofür wir der Kürze wegen lj-° als Abstand der Mondpolarkreise vom Pol und seiner Wendekreise vom Aequator annehmen wollen. Hiernach beträgt die Breite der Mittelzone (des Analogon unsrer lieifsen) nur 3 Grad oder 12,26 Meilen; eben so viel der Durchmesser der Polarzonen, wogegen die zwischenliegenden (gemäfsigten) Zonen jede 87 Grad Breite haben. Die Wendekreise des Mondes können sich übrigens nicht wie die der Erde auf bestimmte und erst nach Jahrtausenden wechselnde Thierkreisbilder beziehen, da die Knoten des Mondsäquators schon in 18 Jahren, die der Erde erst in 25000 ihre Bahn vollenden. Eine so geringe Schiefe kann nur ganz unnierkliche Verschiedenheiten der Tageslängen, Sonnenhöhen, Stärke der Erleuchtung und Erwärmung zur Folge haben. Die Meridianhöhe der Sonne für einen gegebenen Mondort ändert sich im Laufe eines Jahres nur 3°, d. h, eben so viel wie sie sich für die Erde, zur Zeit der Nachtgleichen, in 8 Tagen ändert. *) Der Sinus dieser Abweichung ist sehr nahe gleich dem Produkt aus der Sonnenparallaxe in den Sinus der geocentrischen Mondbreite, dividirt durch die Mondparallaxe. Sie kann auf 50" steigen und hat wegen des Zusammenfallens der Kuoten nach dem Cassini- sehen Gesetze, mit der selenocentrischen Deklination der Sonne stets das gleiche Zeichen. 15 §. 20 . Es exislirt aber noch ein zweites System von Wende- und Polarkreisen des Mondes, was sich auf die Erde bezieht, und nur für die uns zugewendete Seite von Wichtigkeit ist. Aequator und Pol hat es mit dem ersten gemein; auch die Knotenpunkte dieses Systems fallen, nach dem Cassinis chen Gesetz, mit denen des ersten zusammen, wandeln in 1S-| Jahren um den Himmel herum und können nicht, wie unser Widder - und Waagepunkt nach einem bestimmten Thierkreisbilde benannt werden. Die Wendekreise liegen 6° 29' bis 6° 4 /' vom Aequator, die Polarkreise eben so weit von den Polen; da hier die Neigungen der Mondbahn • und des Mondäquators zusammengerechnet werden müssen. Innerhalb der Mittelzone, die im mittlern Werlhe 13° 16' oder 54^ Meilen breit ist, kann die Erde ins Zenith kommen, jedoch nur denjenigen Mondgegenden, die nicht weiter als 7° 55' (32£ Meilen) zu beiden Seilen vom ersten Meridian entfernt sind; und nur die innerhalb dieses sphärischen Rechtecks liegenden Punkte können auch für uns auf die Mitte rücken. In den Polarzonen, in gleicher Breite wie die Mittelzone, wird die Erde auf- und untergehen können; dem bei weitem grüfsten Theile der diesseitigen Halbkugel aber bleibt die Erde stets sichtbar, und beiläufig immer in derselben Himmelsgegend; dem grüfsten Theil der jenseitigen wird sie niemals sichtbar nnd einer Randzone von ungleicher Breite geht sie, wie den Polargegenden, wechselsweise auf und unter. Die Bedingungen der Sichtbarkeit unsrer Erde auf dem Monde lassen sich in folgende Punkte übersichtlich zusammenfassen: 1. Alle Theile der Mondoberfläclie, die vom Erdcentro aus gesehen in die Mitte der Scheibe rücken können, bekommen die Erde abwechselnd ins Zenith. Ein sphärisches Oblongum von 15° 50' Länge und 13° 16' (oder im Maxiino 13° 34') Breite umschliefst diese Gegend. 2. Allen Theilen der Mondoberfläche, die in Folge der Libration uns wechselsweise zu- und abgewendet werden können, geht die Erde auf und unter. Diese Punkte liegen innerhalb einer ungleich breiten Zone, deren Mitte die Meridiane +90° und —90° bilden. An den Polen ist diese Zone 13° 16 j ( 13° 340, am ^Aequator 15° 50' breit, in den übrigen Randgegenden breiter; am breitesten unter dem Parallel von -f- 39° 54', wo sie 20° 49' (in Graden des Aequators) beträgt. 3. Diejenigen Punkte, welche von der Erde aus gesehen weder in die Mitte rücken noch hinter dem Rande verschwinden können, haben zwar die Erde beständig über dem Horizont, aber sie erreicht nie ihr Zenith. Dies gilt von allen uns sichtbaren nicht unter 1. und 2. begriffenen Punkten. 4. Alle übrigen Theile der Mondoberfläche sind der Erde für immer unsichtbar, und sehen auch nie die Erde. Diese Punkte umschliefst eine Ellipse mit doppelter Seitenabplattung, deren grofse Axe 166° 44' Breitengrade = 680,75 Meilen im Bogen der Mondkugel, die kleine darauf senkrechte 164° 10' Längengrade des Aequators = 670,2S Meilen; und die in den Parallelen 39° 54' ausgehenden conjugirten Durchmesser 159° 11' begreifen. Radius und Parallaxe der Erde werden dieses Yerhältnifs noch einigermafsen modificiren, die angedeu- lete Ellipse verengert sich nämlich noch um etwa 3 Meilen, wenn man blos diejenigen Gegenden der jenseitigen Halbkugel damit umschliefsen will, welche auch selbst vom obern Rande der Erde nichts mehr sehen. Für jeden gegebenen Mondort giebt es am Himmel ein sphärisches Oblongum von 15° 50' Länge und 13° 34' Breite, innerhalb dessen die Erde beständig langsam hin und her oscillirt. Taff und Nacht auf dem Monde, §. 21 . Mit Ausnahme der sehr kleinen Polarzonen wechseln auf dem Monde Tag und Nacht regelmäßig bei jedem Umlaufe ab, und die Ungleichheit der Tage ist sehr gering. Die mittlere Dauer des selenilischen Sonnentages ist ein halber synodischer Umlauf oder 354 St. 22' 1",4. Der lange Tag der Pole würde ohne das Zurückweichen der Mondsknoten ein halbes Erdjahr wie bei uns betragen; dieser Umstand aber setzt seine Dauer auf 179 Erdentage. Schon 6 Meilen von den Polen entfernt ist der längste Tag nur etwa der doppelte des mittlern, und ohne ein genaues Zeitmafs wird man in den meisten Mondgegenden vom Unterschiede der Tageslängen nichts bemerken. 16 Die mittlere Dauer des Meridiandurcliganges der Sonne für eine Aequatorgegend ist 1 St 7',7 und dies ist zuglei di die kürzeste Dauer eines Sonnenauf- und Unterganges. Wenn man den Auf- und Untergang des Sonnen-Mittelpunkts als Anfang und Ende des Tages betrachtet, so sind die längsten und kürzesten Tage für die verschiedenen Grade selenographischer Breite aus folgender Tabelle zu übersehen. Läng ster 1 Tag. Kürzester Tag. Läns ster Tag. Kürzester 1 Tag. 0° 354 h 22' 1" 354’* 22' 1" -f- 55° 358^ 34' 7" 350 h 9' 55" =F 5 354 37 28 354 6 34 60 359 27 47 349 16 15 10 354 53 9 353 50 53 65 360 40 40 348 3 22 15 355 9 19 353 34 43 70 362 25 19 346 18 43 20 355 26 15 353 17 47 75 365 21 40 343 22 22 25 355 44 18 352 59 42 80 371 6 31 337 37 31 30 356 3 54 352 40 8 82 375 25 0 333 19 2 35 356 25 34 352 18 28 84 382 38 45 326 5 17 40 356 49 6 351 54 56 86 397 28 10 311 15 52 45 357 18 30 351 25 32 SS 449 27 53 259 16 9 50 357 52 22 350 51 40 Man sieht, dafs die Differenzen der Tageslänge selbst arithmetisch genommen meist noch geringer als auf der Erde sind. So ist z. B. unter dem 50° diese Differenz auf der Erde 8, auf dem Monde nur 7 Stunden. Im Vergleich zur mittlern Tageslänge aber können die dortigen Verschiedenheiten gegen die unsrigen gar nicht in Betracht kommen. Gegenden, wo die Sonne einen Vollkreis beschreiben kann ohne auf- oder unterzugehen, fangen dort erst 1^° von den Polen an, und der langen Nacht der Pole kann man schon auf einem 300 Toisen hohen Berge entgehen. Da nun sowohl die Nord- als noch vielmehr die Südpolsgegend des Mondes weit höhere Berge in grofser Menge aufweisen, deren erleuchtete Gipfel das Sonnenlicht in den verschiedensten Richtungen reflektiren, so fällt physisch genommen die lange Nacht für den Mond völlig hinweg; ja viele dieser Berggipfel haben (mit Ausnahme der durch die Erde veranlafsten Finsternisse) ewigen Sonnenschein*). Ueberliaupt aber erzeugen sich für den Mond aus verschiedenen Ursachen Ungleichheiten in der Tageslänge, die für die Erde gar nicht oder doch in sehr geringem Mafse Statt finden. Wenn dem mittleren Meridian des Mondes die Sonne aufgeht, also der Mond im ersten Viertel steht, so befindet sich dieser, heliocentrisch genommen, im Mittel 8' 37" östlich von der Erde, die Sonne also selenocentrisch 8* 37" westlich von ihrem geo- centrischen Orte, was ihren Aufgang um 16' 58" in Zeit beschleunigt. Beim Untergange der Sonne, wo der Mond westlich von der Erde steht, tritt aus dem gleichen Grunde eine Verzögerung des Unterganges ein. Die Verlängerung des Tages beträgt also für jeden Mondort, dessen östliche oder westliche Länge = 1, im Mittel genommen 33' 56" cos 1, und hieraus ergiebt sich Mittlerer Tag des ersten Mondmeridians = 354 h 55' 57" des Meridians 180° . . . = 353 h 4$' 3" während die obigen Werthe für 1 = + 90°, also den geocentrischen Mondrand, gültig bleiben. Die Ungleichheiten des Mondlaufs können ebenfalls Aenderungen bis zu 4' in Zeit veranlassen. Wenn ♦) Es ist leicht einzusehen, dafs auf der kleineren Mondkugel die Neigung des scheinbaren Horizonts unter dem wahren für gleiche Höhen viel beträchtlicher sein müsse als auf der Erde. Der Sinus versus dieser Neigung ist nämlich gleich der Höhe des Berges dividirt durch den Radius der Mondkugel, und so findet sich für 136 Toisen relativer Höhe 1° Neigung des Horizonts 543 - - 2° 1-22-2 - - - 3° 2172 - - 4° 3393 - - 5° 48S4 - • - 6° Da nun für die Pole der Mittelpunkt der Sonne nie tiefer als 1$° unter dem wahren Horizonte zu sichen kommen kann, so reichen 305 Toisen Höhe aus um diesen, und 212 um den obem Sounenrand nie aus dem Gesicht zu verlieren. Für die Grenzen der polaren Region wird, um jeder Nacht auszuweichen, eine Höhe von 1210 Toisen erfordert; Berge dieser Art finden sich aber wirklich in beiden Zonen. — Dieses merkwürdige Resultat läfst für die Mondpole ganz andre physische Verhältnisse als für die Erdpole erwarten. Bei uns zeigen sich in den arktischen Regionen die gröfsten Teinperaturdifferenzen, am Aequator die geringsten; auf dem Monde ist es (soweit diese Betrachtungen zu sclilielsen gestatten) grade umgekehrt. 17 Wenn die diesseitige Halbkugel vor der jenseitigen den Vortheil eines, in Maximo l h /' 52" längeren Tages voraus hat, so ist dagegen die Intensität der Beleuchtung für jene Halbkugel in Maximo etwa um stärker. Seien nämlich die geocentrischen Distanzen der Sonne und des Mondes D und d, so ist im Neumond, wenn der 180° Meridian senkrecht erleuchtet wird, die selenocentrische Distanz der Sonne D — d, im Vollmonde dagegen D -f- d; die Intensität des Lichts verhält sich also für beide Punkte wie (D -(- d) 2 : (D — d) 2 oder nahe wie D -{- 2 d : D — 2 d also wie 100 : 99. Die Ungleichheiten des Terrains veranlassen bedeutende Abweichungen von den berechneten Tageslängen. Der Gipfel des Huygens z. B. wird 9 Stunden früher von der Sonne beschienen als sein Meridian die Sonne im Horizont hat*) und sein mittlerer Tag ist also 18 Stunden länger als der allgemeine mittlere. Für einen nicht im Aequator liegenden Berg von gleicher Höhe würde diese Vermehrung 18 h sec ß betragen, und wir haben oben gesehen, dafs dies für die Circumpolarberge bis zum ewigen Sonnenschein steigen kann. Dagegen wird für das Innere der Ringgebirge der Auf- und Untergang, und für den Fufs eines einfachen Gebirges einer von beiden beträchtlich verzögert, und nach dem was wir von bekannteren Gegenden über die Böschungswinkel der unbekannteren schliefsen können, giebt es auf der Mondfläche eine grofse Menge von Punkten, welche weder Erde noch Sonne jemals sehen, sondern nur ihres Widerscheins theilweise geniefsen. Die Hauptungleichheiten der Tage sind also auf dem Monde weniger durch die mathematische Lage, als durch die, Terraingestaltung bedingt und der Einflufs der Jahreszeiten auf dieselbe verschwindet fast im Vergleich zu den rein lokalen Einwirkungen. Nicht sowohl nach als neben einander hat inan die Differenzen der Erleuchtung, und in sofern die Temperaturwechsel davon abhängen, auch diese auf dem Monde zu suchen. §. 22 . Die Nächte der uns abgewendeten Seite des Mondes sind völlig dunkel; auf der uns zugekehrten hingegen erleuchtet die Erde alle seine Nächte ihrer ganzen Dauer nach. Erscheint der Mond uns voll, so wendet die Erde ihm ihre Nachtseite zu; ihre Tagseite hingegen wenn wir Neumond haben. Die Erdphasen des Mondbewohners sind stets die Ergänzungen der Mondphasen des Erdbewohners, also z. B. letztes Erdviertel, wenn wir erstes Mondviertel haben und umgekehrt. Die Periode des Phasenwechsels der Erde ist gleich der Länge des selenitischen Sonnentages; für den 0° der Länge ist die Erde neu, wenn die Sonne culininirt, sie steht im ersten Viertel, wenn die © untergeht, um Mitternacht ist sie voll und bei Sonnenaufgang tritt das letzte Viertel ein. Für andre Meridiane finden natürlich andre Verhältnisse statt, für die Randgegenden z. B. tritt Vollerde und Neuerde beim Auf- und Untergänge der Sonne, die Viertel hingegen bei der Culmination ein, allein für jeden gegebenen Mondort ist das Verhältnifs bis auf eine durch die Ungleichheiten des Mondlaufs ver- anlafste Differenz constant, und die Erde bildet so eine höchst einfache und bequeme Uhr der uns zugewendeten Mondseite**). §• 23 Die mittlere Gröfse der Sonne, vom Monde aus gesehen, ist genau gleich der geocentrischen = 32' 1",80; die grüfste findet Statt für den zur Zeit des Erdperiheliums eintretenden Neumond und ist = 32' 39 // ,48; die kleinste, für den Vollmond im Aphelio, ist = 31' 25",29. Diese Grenzen liegen nur etwa 9",6 weiter auseinander als die geocentrischen; die Schärfe der Schatten so wie die Intensität des Sonnenlichts ist also (die Atmosphäre bei Seite gesetzt) für beide Weltkörper sowohl im Mittel als allgemein genommen sehr nahe gleich. Die Erde erscheint vom Monde aus gesehen im Durchmesser 3,67 mal; in der Fläche 13,45 mal so groüs als uns der Mond; ihr Durchmesser ist stets der doppelten Parallaxe des Mondes gleich und beträgt im Mittel l u 54' 0",0; in der grüfstmöglichsten Ferne 1° 47' 48"1; in der gröfstmöglichsten Nähe 2° 2' 58",8; oder für diejenigen Mondgegenden, welche die Erde im Zenith haben, im Perigäo noch 36", im Apogäo 28" mehr. *) Der Gipfel unsers Chimborazo 10 Minuten früher. 66 ) Was der Phasenwechsel der Erde für kleinere Zeittheile an Genauigkeit vermissen lassen sollte, ersetzt sie durch ihre Rotation, die vom Monde aus mit Sehorganen wie die unsrigen, ohne alle künstliche Hülfsmiltel wahrgenommen werden kann. Einem solchen Auge erscheinen die Continente und Oceane nach ihren Hauptumrissen, imgleichen Inseln wie Island, Manilla und Hayti deutlich genug, und ihre Verrückung mufs in 15 Minuten (in welcher Zeit Hayti um seine halbe Länge fortgerückt ist) schon sehr merklich sein. Für die mittlere Distanz des Mondes beträgt die durch Rotation bewirkte Fortrückung eines die Mitte passirenden Fleckes im Erdäquator in 4 Zeitminuten eine selenocentrische Bogenminute. 3 18 Gegenseitige Verfinsterungen der Mrde und des Mondes . §. 24. Der Mond wie die Erde sind dunkle, von der Sonne erleuchtete Körper, und sie werfen demnach einen Schatten hinter sich, der zwar in den meisten Fällen unbemerkt in den Weltraum sich verliert, unter Umständen aber von einem Körper auf den andern treffen und eine Finsternifs veranlassen kann. Es entsteht also eine Mondfinsternifs, wenn die Erde diejenigen Strahlen der Sonne, welche den Mond treffen würden, auffängt. Dies kann natürlich nur dann geschehen wenn Sonne, Erde, Mond eine grade Linie bilden, also im Vollmonde. Läge die Bahn des Mondes um die Erde in der Ebene der Ekliptik, so würde bei jedem Vollmonde eine Mondfinsternifs (so wie bei jedem Neumonde eine Sonnenfinsternifs) eintreten; wegen der Neigung beider Bahnen aber werden diese Finsternisse nur dann Statt finden können wenn der Mond zur Zeit uei ; 5} zigien sich in einem seiner Knoten befindet. An jeder andern Stelle der Bahn wird der Mond sich nördlich oder südlich der von der Sonne zur Erde gezogenen graden Linie befinden, der Grund der Finsternifs also wegfallen. Man denke sich (Fig. 8.) den Mond in M und es sei MKN die Projeclion der Mondbahn auf die Ebene der Ekliptik. Die Mondbahn selbst befinde sich von N bis IVI auf der Nord- und von M durch K nach N herum auf der Südseite der Ekliptik; jene Lage mag man sich über, diese unter der die Ekliptik vorstellenden Fläche des Papiers denken. Sonne und Erde stehen stets in dieser Ebene und so kann auch der Erdschatten nur in dieselbe fallen. Die in der Figur angenommene Lage der Mondbahn wird also in M eine Mondfinsternifs gestatten. Liegt jedoch der Knoten der Mondbahn nicht in M, sondern etwa in K, so wird der Mond in M über oder unter dem Erdschatten hinweggehen, die Strahlen der Sonne treffen ihn ungehindert und es erfolgt bei einem solchen Umlaufe keine Finsternifs. Man sieht nun. leicht, dafs da weder die Erde noch der Mond blofse Punkte sind, der Mond in M nicht nach aller Strenge im Knotenpunkte zu stehen braucht, und gleichwohl noch mit seinem ganzen oder doch mit einem Theile seines Körpers durch den Erdschatten gehen kann, Diese Bedingungen (Finsternifsgrenzen) werden wir weiterhin untersuchen. Mit denjenigen Hiinmelsbegebenheiten, die man höchst unpassend Sonnenfinsternisse genannt hat (sie sind vielmehr Sonnenverdeckungen) hat es ähnliche Bewandnifs. Steht nämlich im Neumonde N der Mond in einem seiner Knoten, so tritt er den Erdbewohnern vor die Sonne, und ist dann sein scheinbarer Durchmesser gröfser als der der Sonne, so kann er sie ganz verdecken, und es entsteht dann für einen Punkt p der Erdoberfläche eine totale Sonnenfinsternifs; für den Raum mn eine partiale, denn diesem ist nur ein Tlieil der Sonne verdeckt. Da Erde und Mond sich fortbewegen, so werden auch p und mn sich verschieben, und hierzu kommt noch die Rotation der Erde, so dafs die Berechnung dieser Fläche und der Linie die der Punkt p beschreibt, ziemlich verwickelt wird. Ist hingegen der scheinbare Mondhalbmesser kleiner als der der Sofine, so hat der Punkt p keine totale, sondern eine central ringförmige Sonnenfinsternifs; mn aber, wie vorhin, eine partiale. Der Raum mn, der nicht das volle Sonnenlicht erhält, liegt also im Halbschatten des Mondes, der Punkt p im vollen Schatten. Auch der Schattenkegel der Erde wird, wie man leicht sieht, von einem Halbschatten umgeben sein. Wäre die Sonne ein leuchtender Punkt, so würde der Unterschied zwischen Halbschatten und vollem Schatten wegfallen. Nach diesen vorausgeschickten allgemeinen Betrachtungen wollen wir nun die Bedingungen der gegenseitigen Verfinsterungen des Mondes und der Erde näher entwickeln. Jeder Planet oder Satellit hat einen kegelförmigen Schatten (Fig. 9.), dessen Länge, wenn R = Sa der wahre Sonnenhalbmesser, r = Pa der des Planeten und A =SP die Distanz bezeichnen, durch die Formel j ^A, r r gefunden wird*). Ist der Planet kugelförmig, so läuft der Schatten in eine Spitze aus; bei einem abgeplatteten hingegen endet er in einer der doppelten Abplattung gleichen Linie, und man mufs für r den kleinern Halbmesser setzen**). Innerhalb dieses Schattenkegels wird nichts von der Sonne gesehen (totale Sonnenfinsternifs). *) Denn es ist, wenn d = Pc die Länge des Schattens bezeichnet, R : r = + d) : d, also auch (R — r) : r =: £\: d woraus obiger Ausdruck folgt. **)' Strenger: den Halbmesser des Aequators mit 1/ 1 — e 2 cos 2 b multipliciren, wo e die Excentricität des Planetenspbäroids, und b die Elevation seines Aequators über die Ebene seiner Bahn bezeichnet. 1 $ Diesen vollen Schattenkegcl umgiebt ein zweiter, dessen (imaginäre) Spitze c' sich vom Cenlro des Planeten befindet und nach der Sonne zu liegt, und dessen Mantel die Planetcnoberfläche rings herum berührt. Dieser Halbschattenkegel läuft ins Unendliche fort und innerhalb desselben sieht man ein gröfseres oder kleineres Stück der Sonnenscheibe verdeckt (partiale Sonnenfinsternifs). Ist der Planet von einer strahlenbrechenden Atmosphäre umgeben, so wird der volle Schattenkegel verkleinert, und er geht dann allmählig in den Halbschattenkegel über. Statt der wahren Halbmesser kann man in der obigen Formel auch die Parallaxe und den scheinbaren Halbmesser der Sonne setzen, da sich diese wie die wahren Halbmesser des Planeten und der Sonne verhalten. Setzt man (aufser den schon im Vorigen angeführten Werthen) die Sonnenparallaxe = die Ab- A plattung der Erde 30274 , so ergiebt sich für den grüfsten, mittleren und kleinsten vollen Schattenkegel der Erde 188644, 185457, 182412 Meilen des Neumondes 51108, 50236, 49401 Meilen. Der Schalten des Vollmondes ist etwa 250 Meilen länger, allein für die Finsternisse von keiner Wichtigkeit. Diese Werlhe zeigen, dafs der ganze Mond in jeder gegebenen Distanz der Sonne und Erde eine mehrere Stunden dauernde totale Sonnenfinsternifs durch letztere erleiden kann; dafs hingegen der Schallenkegel des Mondes die Erde in mittlerer Entfernung gar nicht, und in geringerer nur mit einem sehr schmalen Theiie treffen kann. Die Erde kann also durch den Mond nie eine allgemeine und auch nur selten eine örtliche totale Sonnenfinsternifs erleiden. Partiale Sonnenfinsternisse können für den ganzen Mond, allein oder von einer totalen begleitet, und eben so für einen beträchtlichen Theil der Erde Statt finden, für die ganze Erde gleichzeitig nie. Sowohl totale als partiale Sonnenfinsternisse sind übrigens für eine bestimmte Mondgegend ungleich häufiger und länger dauernd als für eine Erdgegend. Nur diejenigen Theiie der Erde oder des Mondes, welche im vollen Schattenkegel stehen, können dein andern Weltkörper verdunkelt erscheinen, nicht die blofs vom Halbschatten getroffenen. Letzterer veranlafst, selbst wenn schon ^ der Sonne verdeckt sind, noch keine dem Auge bermerkbare Lichtverminderung. Nur in der unmittelbaren Nähe des vollen Schattens ist der Halbschatten dicht genug, um das Sonnenlicht merklich zu schwächen und die verfinsterten Theiie etwas bleicher und trüber erscheinen zu lassen. Deshalb hat «) die Erde eine totale Mondfinsternifs, wenn gleichzeitig der ganze Mond eine totale Sonnenfinsternifs sieht. p) Die Erde sieht eine partiale Mondfinsternifs, wenn ein Theil des Mondes eine totale Sonnenfinsternifs hat. y) Sieht der Mond nur eine partiale Sonnenfinsternifs, so sieht die Erde gar keine Mondfinsternifs. ö) Der Mond kann nur selten und nur äulserst kleine Erdfinsternisse sehen, die höchstens —der Erd- 3600 scheibe gleichzeitig treffen und wohl nur mit grofser Mühe wahrgenommen werden können. Eine Verminderung des Erdscheins kann nie dadurch bewirkt werden. £ ) Ueberhaupt aber können sowohl Erd- als Sonnenfinsternisse nur für die diesseitige Mondhalbkugel Statt finden. Die gewöhnliche Vorstellung, dafs der Mond eine Sonnenfinsternifs habe wenn wir eine Mondfinsternifs sehen, und eine Erdfinsternifs wenn wir Sonnenfinsternifs haben, ist also wenigstens sehr ungenau. Der Mond hat eine weit gröfsere Zahl von Sonnenfinsternissen, als die Erde Mondfinsternisse hat, und Erdfinsternisse sind für den Mondbewohner so gut als gar nicht vorhanden. §. 25. Die allgemeine Bedingung einer Finsternifs, dafs die Cenlra der drei Körper in eine grade Linie zu stehen kommen, oder doch höchstens um den Betrag ihrer Halbmesser von dieser Linie abweichen, zeigt dafs nur xm Vollmond oder Neumond (Vollerde und Neuerde) Finsternisse möglich sind; und dafs aufser dem der Mond (die Erde) in oder nahe bei einem der Knoten stehen müsse. Sobald im Neumonde die Breite des Mondes kleiner ist als die Summe der scheinbaren Halbmesser des Mondes und der Sonne, vermehrt um die Differenz ihrer 3* 20 Parallaxen, so erfolgt für irgend einen Erdort eine Sonnenfinsternis, und wenn diese Bedingung im Vollmonde erfüllt wird, eine dergleichen für irgend einen Mondort*). Diese Gröfsen aber sind folgende: Maximum. Medium Minimum Sonnen-Halbmesser ..=©.. 16' 17«,30 16' 0»,90 15' 45»,04 Mond-Halbmesser ...= ]).. 16' 45»,36 15' 31«,90 14' 41«, 30 Mond - Parallaxe. . . . = p . . 61' 29»,40 57' 0»,00 53' 54«,05 Sonnen-Parallaxe . . = x . . 8»,71 8«, 57 8»,43 0 4* 3 -f (p — *) = 94' 23»,35 88' 24«,23 84' 11«,96 Bei dieser Mondbreite aber beträgt der Abstand des Mondes von seinen Knoten. . 17° 49' 16° 39' 15° 51' 5 Der mittlere dieser drei Werthe ist 5= des Quadranten, es giebt daher durchschnittlich unter 27 Neumonde 5, die für irgend einen Theil der Erde eine Sonnenlinsternifs bringen; 22 gehen ohne Finsternifs vorüber. Soll die Sonnenfinsternils total sein, so mufs der Mondrand den jenseitigen Sonnenrand mindestens berühren. Für irgend einen Erdort geschieht dies, wenn die Breite des Neumondes geringer ist, als die Summe des Mondhalbmessers und der Mondparallaxe, vermindert um die Summe des Sonnenhalbmessers und der Sonnenparallaxe; überdiels aber der scheinbare Halbmesser der Sonne kleiner ist als der des Mondes. Die obigen Werthe werden alsdann 61' 48»,75 56' 22«,43 52''41»,88 11° 34' 10° 32' 9° 52' 2 wo der mittlere Werth etwa des Quadranten ist. Die zweite der obigen Bedingungen findet aber nur etwa bei einem Viertel sämmtlicher Neumonde Statt, und im entgegengesetzten Falle erfolgt eine centrale ringförmige Verfinsterung. Unter 34 Neumonden finden sich demnach 1 totale und 3 ringförmige Verfinsterungen, die dann zugleich für andre Erdorte partiale sind. Im Laufe von 8 Jahren ereignen sich unter 99 Neumonden 3 totale, 8 ringförmige und 7 blos partiale Sonnenfinsternisse auf der Erde. §. 26 . Da die Summe des geocentrischen Mondhalbmessers und der Mondparallaxe stets gleich ist der Summe des selenocentrischen Erdhalbmessers und der Erdparallaxe, der Sonnenhalbmesser für den Vollmond nur etwa 2»,4 kleiner als für die Erde, und die Sonnenparallaxe etwa 6« kleiner ist, so sieht man leicht, dafs die Häufigkeit der Sonnenfinsternisse für den Mond fast ganz genau dieselbe sein wird wie für die Erde, obwohl wie schon erwähnt, ein bestimmter Mondort sowohl totale als partiale Finsternisse häufiger erleiden wird als ein Erdort. Der Unterschied zwischen totalen und ringförmigen fällt dort weg, denn der Erdhalbmesser ist stets weit gröfser, als der der Sonne. Da übrigens die totalen Sonnenfinsternisse des Mondes zugleich Mondfinsternisse der Erde sind und umgekehrt, so ist es bequemer, sie unter letzterem Gesichtspunkte zu betrachten. Es seien also (Fig. 10.) S, E, M die Centra der Sonne, der Erde und des Mondes, ST und E(^ die Halbmesser der beiden ersten Körper, so wird NM der Halbmesser des vollen Erdschattens in der Gegend des Mondes sein. Nun ist aber der geocentrische Sonnenhalbmesser © = Z. TQS, die Sonnenparallaxe x ■= / QSE = Z. PQS (wenn PQR parallel SEM), die Mondparallaxe p =EMQ, und man sucht die Grüfse des Erdschattens, von der Erde aus gesehen, oder den Winkel NQM, so hat man Z. NQM = Z. RQM — Z. RQN; da aber RQM = EMQ = p, und Z. RQN = Z. TQP = Z. TQS — Z. PQS = © — *, so wird Z. NQM = p — (Q — rc) = p-{-rt — © oder der Halbmesser des vollen Erdschattens in der Gegend des Mond-Centri ist gleich der Summe der Mond- und Sonnenparallaxe, vermindert um den Sonnenhalbmesser. Soll demnach eine Mondfinsternils eintreten, so *) Mond und Sonne berühren sich mit ihren Rändern, wenn ihre Centra um die Summe beider Halbmesser entfernt sind. Diese für den Erdmittelpunkt Statt lindende Berührung der Ränder aber kann für einen Ort, der beide- Körper im Horizont hat, schon eintreten, wenn die Ränder, vom Mittelpunkt aus gesehen, noch um die Differenz der Parallaxen von einander entfernt sind. Hierauf gründet sich obige Regel. 21 «nufs die Breite des Vollmondes geringer sein als die Summe dieses Schattenhalbmessers und des Mondhalbmes- sers 3, oder •

V J V, - ' ‘•rAhf-- - »- •'.->?■£• .»’• - .Vi.-*’-e l : ... • i*St kW 仫 4* Di* i-mifc.. ; . - ■•.. nü'K}' . jMUf •&fi$eiJB£H3Ü-t ^IfS «'Mä'llg H"I?tO£I9l9$ • . ' ••- fV ‘"T. ‘W*-' '£<&*: ■" Cr-»- : . Specielle mathematische Selenographte oder der Mond nach seinen einzelnen Oberiläclientlieilen betrachtet. §. 30. Die im vorigen Abschnitt angeführten Bestimmungen bilden nur in so fern einen Theil des gegenwärtigen Werkes, als sie zur vollständigen Darstellung der Verhältnisse des Mondes die nothwendige Grundlage aus- raachen und eine stete Beziehung auf sie in allen nachfolgenden Entwickelungen und Darstellungen genommen werden mufs; keinesweges aber wollen sich die Verfasser irgend einen Antheil an diesen Bestimmungen anma- fsen, noch auch wähnen irgend etwas zur bessern Beweisführung und Ableitung derselben gethan zu haben; vielmehr müssen wir anerkennen, dafs ohne diese Grundlagen, welche als eben so viele Denkmäler des Fleifses und Scharfsinnes der gröfsten Gelehrten aller Zeiten dastelien, unsre ganze Arbeit eine vergebliche gewesen wäre. Selbst die Darstellung der Erscheinungen, welche sich dem Mondbewohner am Himmel darbieten, und die vielleicht hier zum erslenmale in einiger Vollständigkeit erscheint, macht auf selbstständiges wissenschaftliches Verdienst keinen Anspruch, da uns gar wohl bekannt ist, dafs der eigentliche Astronom dadurch nichts Neues erfahren kann. Dagegen ist der hier vorliegende Abschnitt, wenige weiter unten zu erwähnende Vorarbeiten abgerechnet, in seiner praktischen Ausführung wesentlich neu und unsre eigne Arbeit, und er kann daher weder rücksichtlich der .Schärfe seiner Bestimmungen, noch auch in Beziehung auf Vollständigkeit und systematischen Zusammenhang eine Vergleichung mit jenem aushalten. Auch geschicktere Hände als die unsrigen, hätten doch im Laufe so weniger Jahre nicht vermocht für die specielle mathematische Selenographie das zu leisten, was die lange Reihe gefeierter Namen von Hipparch und Ptolemcius bis auf Mayer und Laplace, der Lebenden nicht zu gedenken, für die allgemeine gethan haben. Genug, wenn unsre Arbeit eine brauchbare Grundlage für weitere Forschungen, wenn sie der erste mit einiger Strenge durchgeführte Versuch ist, der den spätem Bearbeiter nicht ganz so rath- und hülflos läfst, als die früheren Selenographen uns gelassen haben. Je weniger es daher unsre Absicht sein kann, die unvermeidlichen Unvollkommenheiten unsers Versuchs irgendwie zu verdecken, halten wir es im Gegentheil für Pflicht, durch vollständige Mittheilung des Details unsrer Messungen, der angewandten Methoden, Formeln und Tabellen, so wie der einzelnen Resultate Jeden in den Stand zu setzen, über das Mals der Genauigkeit, das unsern Bestimmungen zuzuschreiben ist, selbst ein Urtheil zu fällen. Auch scheint die Bemerkung nicht überflüssig, dafs namentlich bei einer ersten vollständig durchgeführten Arbeit dieser Art die Messungen der Zeichnung zwar im Allgemeinen vorangehen müssen, aber nicht immer und überall im Einzelnen vorangehen können; dafs man einer Mondkarte bedarf um gut zu messen, und guter Messungen um eine Mondkarte zu zeichnen; und dafs wir, bei sich darbielender Gelegenheit, auch nach Ausgabe eines Theiles unsrer Karte eine darin aufgenommene und benutzte Bestimmung noch mehr zu berichtigen, dies nicht versäumt haben, weshalb namentlich viele Craterdurchmesser und Berghöhen der Karte nicht ganz denen entsprechen können, die in den nachfolgenden Resultaten aufgeführt sind. Auf die Längen- und Breitenbestimmungen der Hauptpunkte ist dies jedoch nicht anzuwenden, diese waren vielmehr vollständig beendet und in calculo abgeschlossen, bevor die definitive Zeichnung der Karte begann. §• 3t. Den Coordinaten des Raumes entsprechend, würden sämmtliche Messungen auf der Mondoberfläche unter den Rubriken Längen- Breiten- und Höhenmessungen zusammengefafst werden können; praktisch ist jedoch eine solche Eintheilung weder zulässig noch überhaupt genügend, und es zerfällt demnach, dem angewandten Verfahren gemäfs, die gegenwärtige Abtheilung in vier Hauptabschnitte: 4 26 A. die selenogra plüschen Längen und Breiten der Punkte so wie die Projectionen der Seiten und Winkel der Dreiecke erster Ordnung, als unabhängiger Fundamentalbestimmungen; B. die Längen und Breiten der Punkte zweiter Ordnung, welche durch eine specielle Triangulirung zwischen den Punkten erster Ordnung erhalten worden sind; C. die Durchmesser der Ringgebirge und Crater; D. die Höhen und Tiefen einzelner Punkte der Mondoberfläche. Wir werden im Folgenden die zum Grunde liegende Theorie, das Detail unsrer Messungen und die gewonnenen Resultate nach diesen Rubriken geordnet, folgen lassen, zuvor aber noch Einiges über die bisherigen Versuche, die zu.unsrer Kenntnifs gelangt sind, übersichtlich zusammenstellen. §• 32. An eine Bestimmung der stenographischen Längen und Breiten scheint man vor Lambert und Tobias Mayer nicht ernstlich gedacht zu haben, wie es denn auch in der Tliat nicht möglich war, bei so unvollkomm- ner Kenntnifs des Mondlaufs und folglich auch der Libration, hierin etwas Genügendes zu leisten. Hevel hat daher für seine Mondkarte keine Messungen, sondern nur das Augenmafs zum Grunde gelegt, und man mufs ihm die Anerkennung widerfahren lassen, dafs dennoch seine Karte manche spätere Versuche, die nach den zu Gebote stehenden Hülfsmitteln Besseres erwarten liefsen, entschieden übertrifft. Cassini’s Karte scheint eben so wenig als die grol'se La/iires che und ähnliche auf Fixpunkt-Messungen gegründet zu sein, daher T. Mayer, als er (noch in seinen Jugendjahren) bei einer Mondfinsternifs den Ein- und Austritt einzelner Mondflecke in den Schatten der Erde vorausberechnen wollte, auf den Mangel an solchen Bestimmungen aufmerksam ward und den Vorsatz faiste, ihm abzuhelfen. Er mafs eine Anzahl von Punkten mikrometrisch (doch die meisten nur lmal) berechnete ihre Längen und Breiten und gründete darauf Schätzungen, durch welche er andre Punkte bestimmte. Sie finden sich in den Operibus ineditis, einem ziemlich seltnen Werke, und liegen seiner bekannten Karte zum Grunde, die erste, welche Hevel’s Arbeit wirklich übertraf und unter der nicht geringen Zahl damaliger Mondkarten nach Hevel, Cassini und Lahire einzig einen selbstständigen Werth behauptete. Wir lassen Mayers Resultate weiter unten folgen, jedoch ohne davon Gebrauch gemacht zu haben, da sie weder zahlreich genug sind noch auch in Bezug auf Genauigkeit denen, welche jetzt erhalten werden können, gleichkommen. Lambert, der sich um astronomische Constructionen, die in einzelnen Fällen, freilich mit beschränkter Genauigkeit, die Rechnung ersetzen können, manches Verdienst erwarb, wandte diese auch auf mehrere von ihm ausgeführte Messungen der Mondflecke an; sie würden indefs, auch streng berechnet, unserm gegenwärtigen Zwecke wahrscheinlich noch weniger als die J/oyerschen Arbeiten entsprechen und diese Erwähnung möge daher hier genügen. Weder Jlerscliel noch Schroter, obgleich sie den Mikrokosmen des Himmels ihre ganze astronomische Thäligkeit widmeten und namentlich der Letztere viele Jahre hindurch den Mond eifrig beobachtete, thaten irgend etwas für selenographische Ortsbestimmungen; und von den eigentlichen, mit Aufgaben andrer Art mehr als hinreichend beschäftigten Sternwarten war billigerweise nicht zu fordern, dafs sie einem einzelnen, zu ihren übrigen Arbeiten nur in geringer Beziehung stehenden Gegenstände unausgesetzt und ausschliefslich eine Reihe von Jahren widmen sollten. So ist denn Lohrmann, der im Jahre 1821 mit guten Hülfsmitteln und bewährtem Beobachtungstalent seine Messungen begann, und nach einer von Lucke gegebenen Vorschrift streng berechnete, der erste, dessen selenodätische Arbeiten sich eines bleibenden Werthes erfreuen dürften, wenn wir den einzigen Mondfleck Mani- lius ausnehmen, dessen Länge und Breite schon von Mayer sehr scharf bestimmt war, und von Bouvard und Nicollet durch 174, Behufs einer genauem Bestimmung der Librationsconstanten, angestellten Messungen mit einem bis jetzt in der Selenographie einzigen Grade von Genauigkeit niedergelegt worden ist. Lohrmann's bekannt gewordene Messungen erstrecken sich indefs nur etwa über den fünften Theil der projicirten oder den neunten Theil der wirklichen sichtbaren Mondhalbkugel und über Gegenden, die noch unter sehr mäfsigen Verkürzungen gesehen werden; es blieb uns daher nicht nur der gröfsere sondern auch schwierigere Theil zu vollenden übrig. Einer Bestimmung der Punkte zweiter Ordnung erwähnt Lohrmann, jedoch ohne ein numerisches Detail derselben zu geben; ohne Zweifel hat er sie für seine Karte benutzt, in der sie aber durch keine eigen- thümliche Bezeichnungsweise vor andern Punkten hervorgehoben sind; wir waren also nicht in dem Falle davon Gebrauch machen zu können. 27 §. 33. Die Durchmesser der Crater und Ringgebirge bestimmte IIcvcl nur nach dem Awgenmafse, Schröter hingegen durch die Projektionsmaschiene, die sicher keine V orzüge vor einem geübten Augenmaise hat und überdies ein solches voraussetzt. Audi hat Schröter die verschiedne Entfernung des Mondlleeks vom Beob- aehtungsorte gar nicht oder nur sehr ungenügend berücksichtigt. Welche Resultate bei einem solchen Verfahren herauskommen, hat Hessel (Jahrbücher für wiss. Kritik. Sept. 1834) an einem Beispiele (dem Posidoniusj) gezeigt, in welchem die von Schröter angegebene Distanz zweier Flecke einmal 43 (/ und ein andresmal 89 ,y ist; wir fügen diesem noch den fast auf der Mitte des Mondes gelegenen Ptolemäus hinzu, der über ly Minute grofs erscheint, und dem Schröter 30 Meilen Durchmesser, d. h. fast ein Viertel zu viel giebt. — Man wird es billigen dafs wir auf Angaben dieser Art keine weitere Rücksicht genommen haben. Wo die von Lohrmann angegebenen Craterdurchmesser (von denen übrigens nicht gewifs ist ob sie sich auf wirkliche direkte Messungen gründen oder nur seiner Karte entnommen sind) von den unsrigen erheblich abweichen, werden wir es bemerken. §. 34. Was endlich die Höhen und Tiefen auf der Mondfläche betrifft, so konnte Ilcvel, der sich noch genö- lliigt sah ihr V orhandensein zu verfechten, wohl kaum einen Versuch wagen sie zu messen. Es giebt überhaupt drei Methoden der Bergmessung auf dem Monde: die Messung des Schattens, des Abstands eines in der Nachtseite leuchtenden Punktes und (bei Randbergen) ihrer Hervorragung über den allgemeinen mittleren Zug des Randes (man sehe weiter unten §. 68 ff.). Ilevel wandte die zweite an, und gelangte dadurch wenigstens zu einer im Allgemeinen richtigen Ansicht vom Maximo der Mondhöhen. Er setzte sie = deutsche Meilen. Hcrschel wandte in den Jahren 1777 —1779 dieselbe Methode auf einige Mondberge an und bestimmt (Phil. Transact. for 1780, p. 507 — 527) die Höhen mehrerer derselben. Aber seine Angaben reichen nicht hin zur Entscheidung, welche Punkte er gemeint habe, indem er meistens nur den Quadranten angiebt worin er sie gesehen. Er schliefst indessen, da er bei den meisten unter, selten über 1 Engl. Meile und nur bei einem 14 findet, dafs Ilevels Höhenangaben wohl zu grofs seien. Es läfst sich nun nicht entscheiden, ob die von Iler - schel gemessenen Punkte wirklich nicht höher waren oder ob er sie nicht im Augenblicke der letzten Beleuchtung gesehen (in welchem Falle die Höhe zu klein herauskommen mufs), da indefs die neuern Beobachtungen ganz entschieden sogar noch gröfsere Höhen, als IIcvcl angiebt, herausbringen, so mufs wenigstens zugegeben werden dafs es Iler.schein in diesem Punkte nicht gelungen sei, uns der Wahrheit näher zu führen, ohne durch diese Aeufserung seinen grofsen und glänzenden Verdiensten im Geringsten zu nahe treten zu wollen. Schröter verliefs, und wohl mit Recht, jene i/ietie/sche Methode gänzlich, und hielt sich nur an die Länge des Schattens. Er scheint diesem Gegenstände eine vorzügliche Sorgfalt gewidmet zu haben tind wirklich sind seine Höhenbestimmungen der Mondberge das Beste in seiner ganzen Selenographie und durchaus nicht übertrieben, wie man wohl hin und wieder vermulhet hat. Wenigstens wagen wir nicht, auf die allerdings nicht unbedeutenden Abweichungen mehrerer seiner Messungen von den unsrigen, einen Zweifel an der Sorgfalt oder wohl gar Aechtheit seiner Beobachtungen zu gründen, da Abweichungen dieser Art auch in unsern eignen Resultaten unter sich selbst verglichen, aller Behutsamkeit ungeachtet Vorkommen. Nur tritt bei ihm zuweilen der Fall ein, dafs man nicht entscheiden kann auf welchen Berg sich eigentlich die Messung beziehe. Bei Lohrmann finden sich keine Messungen dieser Art. In seiner Topographie hat er an den entsprechenden Stellen stets nur Schröter s Angaben. Das hier Gesagte wird hinreichen, den Standpunkt zu bezeichnen auf welchem wir die Selenodäsie gefunden. Wir wollen damit keinen Tadel jener Männer ausgesprochen haben die im Laufe dieser Darstellung genannt worden sind. Es kann ihren in andern wesentlichem Zweigen der Astronomie wohlerworbenen Ruhm nicht schmälern, dafs ihre selenographischen Leistungen geringfügig und unvollkommen waren, und sie sind au- fserdem völlig gerechtfertigt durch den Zustand der Hiilfsmittel ihrer Zeit. Möchte bei der Tlniligkeit und dem Eifer, der in unsern Tagen für Astronomie wie für Naturforschung überhaupt, so allgemein erwacht ist und so herrliche' Früchte zu tragen verspricht, die Selenographie nicht wie bisher fast leer ausgehen; möchte dem vereinigten Streben Mehrerer gelingen, wozu das Leben des Einzelnen zu kurz ist, die für die Kenntnifs nicht nur unsrer Nachbarwelt, sondern auch unsers eignen Planeten und des gesammten Universums wichtigen Thatsaclien der Selenographie zwar nicht ganz aber doch so weit aufzuhellen, als es vom Standpunkte des Erdbewohners aus überhaupt möglich ist. 4 28 Wir lassen unsern in den folgenden Abschnitten speciell aufgeführten Messungen eine Nomenclatur der Mondflecke vorangehen, die zum richtigen Verständnifs der Details unentbehrlich ist. Nomenclatur und Bezeichnungssystem. §. 35 . Hevel war der erste, welcher den Mondflecken Namen ertheilte. Von seiner frühem Idee, die Namen berühmter Gelehrten zu wählen, kam er zurück, weil er dabei parlheiisch zu sein oder doch zu scheinen fürchtete. Er wählte demzufolge Namen von Ländern, Meeren, Bergen, Flüssen, Inseln und Vorgebirgen der Erde, verwahrt sich jedoch ausdrücklich gegen die Beschuldigung, als wolle er damit irgend eine Aehnlichkeit bezeichnen, da er selbst das Dasein von Meeren u. s. w. im Monde nur als wahrscheinlich annimmt. Jene Bedenklichkeiten theilte Riccioli nicht. Zwar Anden sich auf der seinem Algamest einverleibten Grimaldischen Mondkarte ebenfalls Terrae, Maria, Peninsulae, Sinus und Montes, doch sind die propria nicht von Erdorten, sondern von den damals allgemein geglaubten Mondseinflüssen (Terra vitae, sinus aestuum, palus somnii, peninsula deliriorum etc.) hergenommen, wobei er eine ähnliche Verwahrung wie Hevel hinzufügt. Für die Ringgebirge und Crater hingegen wählte er die Namen berühmter Gelehrten (vorzugsweise Astronomen und Mathematiker) der Vorzeit und Gegenwart. Langreris Nomenclatur, die Riccioli ebenfalls anführt, erhielt keine weitere Verbreitung, da dessen Mondbeschreibung nicht zu Stande kam. Er war ähnlichen Prinzipien, wie Riccioli, gefolgt. Die späteren Bearbeiter der Mondtopographie behielten (wie Mayer, Cassini, Lalande) fast allgemein Riccioli's Benennungen bei, jedoch wurden seine Terrae von den Karten meistens entfernt, da sie nur zur Ue- berladung dienten. Die englischen Beobachter zogen jedoch gröfstentheils Hevel’s Bezeichnung vor. Bis zu Schröters Zeiten reichten Ricciolis Namen vollkommen aus; ja man findet sehr viele, besonders im südwestlichen Quadranten des Mondes (dessen Beobachtung und Abzeichnung ungemeine Schwierigkeiten darbietet und der deshalb in allen bisherigen Karten mehr ein Phantasie- als Naturbild ist) gar nicht weiter angeführt. Schröter, der einzelne Flächentheile specieller als bisher geschehen, untersuchte, fand sich genöthigt neue Benennungen in ziemlicher Anzahl hinzuzufügen. Ohne jedoch, wie Riccioli, bis in die fabelhafte Vorzeit (Endymion, Atlas etc.) zurückzugehen, wählte er berühmte Namen des siebzehnten und achtzehnten Jahrhunderts, behielt übrigens Riccioli’s Benennungen bei, wo es ihm möglich war sich aus der sehr schlechten Gri?naldischen Karte mit Sicherheit zu orientiren. Schröters eigenen Namen setzte später Gruithuysen auf den Mond, Riccioli hatte die Sorge für den seinigen selbst übernommen. Auf den von Lohrmann erschienenen vier Sectionen finden sich ebenfalls einige neue Namen, und zwar atisschliefslich von Astronomen der neuern Zeit. Er sowohl als Schröter bezeichneten übrigens kleinere Gegenstände, als Berggipfel, Gruben u. s. w. auch durch Buchstaben und Zahlen. Wir haben die von Riccioli und seinen Nachfolgern eingeführten und bereits gebräuchlich gewordenen Namen beibehalten, jedoch mehreren noch unbezeichneten Cratern und Ringebenen neue Namen gegeben, welche von Astronomen, Geographen, Mathematikern und Naturforschern der neuern und zum Theil auch der ältern Zeit hergenommen sind. Ausgezeichnete Bergzüge wurden (wie schon von mehreren geschehen) durch die Namen von Erdgebirgen bezeichnet, wobei einigermafsen auf Aehnlichkeit der Höhe, Gestalt u. s. w. gesehen worden. Die unbenannt gebliebenen Gegenstände sind stets auf einen nächstliegenden benannten bezogen, und wenn es Vertiefungen sind, mit lateinischen, wenn Berghohen, mit griechischen Buchstaben bezeichnet. Gemessene und berechnete Punkte haben Anfangs-, die übrigen kleine Buchstaben. Die alphabetische Folge ist von der Augenfälligkeit der Gegenstände zu der Zeit, wo sie am besten beobachtet werden können, hergenommen. Der Buchstab steht, wenigstens überall wo es nöthig schien, nach der Seite des Namens hin, auf den er sich bezieht. Zahlen sind nicht zur Bezeichnung angewandt worden, da wir sie für das Gradnetz gebrauchten und es auch häufig an Raum für dieselben gefehlt hätte. Durch diese Anordnung glauben wir die Verständlichkeit und Brauchbarkeit der Karte erhöht zu haben. Sie ist mit keiner zu grofsen Anzahl Namen überladen. Ob ein Gegenstand Berg oder Vertiefung sei (was bei dem gänzlichen Mangel an Wasserlauf aus der Zeichnung selbst nicht überall hervorgehen kann) ist durch Einen Buchstaben gegeben, und durch eben denselben erfährt inan auch, ob die Position sich auf eine Messung, oder blos auf die Detailzeichnung gründet, ferner ob der Gegenstand zu den deutlichem oder den weniger augenfälligen gehöre, und zu welcher Mondlandschaft er gerechnet sei. 2 ® §. 36. Die nachfolgende Nomenclatur-Vergleichungs-Tabelle gründet sich auf eine sorgfältige Zusammenstellung der vorhandenen Originalkarten (von Hevel, Riccioli, Mayer, der Blätter in Schröters Fragmenten und der Lohrmannschen Sektionen) unter sich und mit dem Himmel. Was Riccioli p. 204. seines Almagest und Hevel in seinem Schreiben an Riccioli, das als Anhang in seiner Selenographie abgedruckt ist, selbst zur Vergleichung Hand geben ist mit benutzt worden, wo es der direkten Vergleichung nicht widersprach, eben so die in l c iröters Fragmenten vorkommenden Parallel-Benennungen. Soll sich der benannte Gegenstand nur zum Theil auf le nebenstehenden Namen beziehen so ist dies durch ein beigesetztes p bezeichnet. ( H .) bedeutet Hevel, (S.) Schrö~ tei, ( .) Lohrmann; wenn in der dritten Rubrik nichts neben dem Namen steht, so ist er von uns neu eingeführt. Erster Quadrant. Hevel. Riccioli. Spätere Selenographen. Bemerkungen. Mons Sanctus p. . . . . I Trmicus. . H Sarmatia Asiatica ... [ rerra Vigoris .... Mons Corax p. Proclus . . d« Herculeum Promontorium . - - — - Paludes Amarae .... - - - - Lacus minor occid. . . . — — — — Lacus major occid. . . . — — — — . •. r Promontorium Agarum - . __ ___ Insula Alopecia .... — — — _ Picard (S.) . ^ Montes Alani. — — — — Mons Immerius .... Macrobius Montes Ripliaei .... (Cleomedes (Ge minus Mons Alaunus. (Plutarchus (Seneca Berosus Montes Amadoci .... Messala Palus Amadoca .... Zoroaster?. Mare Humboldtianum p. Lacus Hyperboreus superior Endymion .... . /Mer curius • Lacus Hyperboreus inferior die helle Umgegend des Copernicus. Hevel’s Name umfafst Mili- chius A u. mehrere Crater. und die Umgegend. Gebirge zwischen Eratosthenes und Sladius. die grofsen Lichtstreifen im N. des Copernicus. Riccioli setzt Insula Corsica = Archimedes, was mit seiner Karte nicht stimmt. 32 H e v e 1 . R i c c i o 1 Mons Porphyrites Insula S. Petro . Aristarchus Spätere Selenographen. Bemerkungen. und Herodot . . . nebst der Umgegend, irgend ein Crater zwischen Aristarch und Euler. Insula Sardinia . . Insula Cercinna . . Loca Paludosa . . Mare Mediterraneum Mons Pherme . . Mons Germanicianus Mons Audus . . Mons Pentadactylus Insula Aethusa . Mons Thambes ) Mons Mamplarus i Lambert Kepler (Mare Imbrium (Mare Nubium p. Hevel Marius (Reiner (Galiläi Seleucus Encke die helle Umgegend Keplers. in der Gegend des Flamsteed, Reiner und Kepler. Mons Baronisus . Sinus Apollinis . Atlas major p. Atlas minor . . Lacus niger major Lacus niger minor Insula Minorca . Insula Ebissus . . Insula Ophiüsa Insula Majorca Insula Capraria . Mons Christi . . Promontorium Leucopetra Sinus Gallicus Promontorium Luna Mons Argentarius Promontorium Circaium Sinus Pastanus . . . Sinus Iridum Harpalus Plato Timäus Palus nebularum Archimedes Sharp (H.) Pico (S.) Kirch (A.) Sinus Hyperboreus . . Mare Eoum . . . . Sinus Roris Oceanus procellarum Ecphantus. Cavalerius Dantes? Her aclides Epigenes Anaxagoras Philolaus Anaximenes Anaximander P- Diophantus t Gegend zwischen Mairan und Wollaston. nebst Umgegend. Pico B (oder A?). Pico i. Pico r bis f. Vielleicht die südöstlichen Vor- liöhen des Plato, und die benachbarten Gebirge. Cassini 13. östlichster Vorsprung der Berge bei Archimedes. Vorsprung der Gebirge bei Ar-* chimedes, nach Timocharis zu. Mare zwischen Timocharis u. dem Apennin. Mare 33 Hevel. R i c c i o 1 i. Spätere Selenographen. Bemerkungen. — — — — — Pythagoras Oenopides Cleostratus Xenoplianes Cardanus Dritter Quadrant. Sinus Tarentinus Palus Nimborum Mons Mesogus) Mons Mycale I Insula Creta . . Insula Carpathos . Insula Rhodus Insula Zachyntus Mons Craliis . . Mons Parthenius . Mons Taygetus . Insula Melos . . Peninsula Fulgurum . Lalande ( L .) Bullialdus Vlunosius? . Profatius? Landsberg Moletius? Junctinus? Origanus ? Bonpland Fra Mauro Parry Guerike Insula Leiunos Insula Lesbos . . Sinus Strymonicus Mare Nubium p. . Insulae Ecliinades Mons Sipylus . • Mons Masicytus . Mons Cragus . . Mons Phoenix Promontorium Taenarium Ptolemäus Alphons Arzachel Alpetragius Mons Libanus . . Insula Cyprus . . Mare Pamphylium Mons Sepher . . I Purbach Regio in ontanus W altlier Thebit Mare Nubium p. Mons Tabor . . Mare Mortuum Mons Abarim . . Mons Hör . . . Desertum Zin • . Mons Sinai . . Mons Seir . . Desertum Rapliidim Desertum Hevila . Mons Tecliisandam Pitatus Gauricus . . . . Sasserides Tycho Maginus Scheiner Biancanus Clavius Moretus . . . . Curtius die dunkle Gegend bei Mös- ting und Lalande das Hochland NO. bei Ptolemäus. Thebit C. ganz ungewifs die helle Gegend zwischen Lu- biniezky und Guerike. Guerike C. Alpetragius a und B. der Theil zwischen Parry, Davy und Lalande. die Crater östlich bei Parry. der nördliche Theil. die vom Tycho zum Bulüald ziehenden Lichtstreifen, die Berge von Hell a bis <5. und Umgegend. Umgegend des Tycho. Nach Hevel ist Mons Techi- sandam = Simpelius. 34 H e v e I. Riccioli. Desertion Mingui Vallis Hajalon Mons Anna Mons Horeb . I Malapert Schomberger Cabeus Kircher und .... Longomontanus Guilielmus Hassiae princeps Mons Prophetarum Mons Meridionalis Mons Sion . . . Lacus Meridionalis Bettinus oder . . . Hainzel Schiller. Fons Tadnus . . Mons Troicus . . Sinus Sirbonis Mons Sacer . . Phocylides und Schickard Mare Humorum Mersenius . . Mons Cataractes . Fretum Sirbonicum Gassendi Mons Casius . Insula Letoa . Insulae Didymae Mons Sinopium Mons Nitria . Mons Ajax . . Palus Arabia . Morinus?. Herigonius? . . . . (Campanus (Mercator Capuanus Vieta Spätere' Selenographen. Bemerkungen. Wilson (&) Heinsius (&) Bailly (5.)? Wargentin (£) Agatharchides Kies OS.) Hevel setzt Lacus Meridionalis = Zuchius. und der ganze Ostrand des Mare Humorum. der Durchgang des Mare Humorum in das Mare Nubium. Gassendi «, x und A. Ramsden die dunkeln Parthien hinter Montes Pharan Kristmann? Doppelmayer. die dunkeln Parthien zwischen Yitello und Drebbel. Mons Casius . . Mons Eos . . . Mons Acabe . . Fontes Amari . . Mons Climax . . Nilus. Syrticum Mare . Insula Lea . . . Insula Pontia . - Palus Maraeotis . Stagnum Miris Strophades Insulae Mons Athos . . Insula Malta . . Byrgius Eichstädt Crüger (Fontana (Zupus Billy Grimaldi Riccioli Origanus? Eustachius? Derienes? Linemann? Piazzi Bouvard Letronne? Hansteen und die Umgegend. Mons Riphaeus. Euclides . Ungewils. Vielleicht der nördliche Theil des Riphaeus. 35 H e v e 1. Mons Olympus • • • Mons Didymus • . Mons Cimaeus . . . Promontorium Heracleum Mons Strobylus . . . Mons Moschus . . . Lacus Thospitis . . Mons Caucasus . . . Insula Major .... Insula Minor . . . . Petra Sogdiana v . . Nerosius Mons . . . Mons Tancon .... Caucasus inferior . . Sinus Atheniensis . . Sinus Extremus Ponti . Arcesa Palus Manliana - Lychnitis - Mons Calcliastan . . Mons Taurus .... Montes Sogdiani . " . Montes Uxii .... Mons Paropamisus . . Montes Coibarcani . . R i c c i o 1 i. Rotlunanu? Cichus Orontius Casatus Cabeus Bayer Rocca Sirsalis Langrenus Yendelinus /Petavius lFurnerius jSnellius \Stevinus Santbech Mare Nectaris Stöfler Maur olycus Bar ocius Piccolomini iZagut ' sin st „ 1 _ Z --. Cos (a— p) COS ö r ' tang S — taug ö 1 = q sin cp' sin st cos S . e cos cp' sin st , . 1 — 2 -i—-cos (<*—?) cos ö v Für sin st kann man — setzen, da st nicht viel über 1° erreicht; nimmt man st constant, so bleiben blos («— P) und ö als veränderliche Gröfsen übrig, man kann also (a*—a) und (ö ( —6) durch zwei Tabellen mit doppeltem Eingänge für st = 60' darstellen und dann in einer dritten die Correctionsfactoren angeben, welche ein andres st nöthig macht. Bei dem von uns angewandten Messungssystem waren diese Tabellen für 1831 zu entwickeln innerhalb folgender Grenzen: (a—p) von + 20° bis — 20° 5 von -j- 20° bis — 20° st von 53' bis 61* («'—a) bekommt das Zeichen von (a—£■), ist folglich positiv vor und negativ nach dem Meridiandurcligange des Mondes, (& 1 — <5) hingegen ist (wenigstens in unsern Gegenden) stets negativ, wird also nördlichen Declina- tionen abgezogen und südlichen hinzugefügt. 46 Tabelle für (a/—a), bei k = 60' und cp' — 52° 20 / 8",9. 6 Ca —?) + 0° 5» 10“ 15° 20“ + 1° + 39" 39» 39» 40» 42» 2° 78» 78» 79» 81» 83« 3° 117» 117» 119» 121» 125» 4° 155» 156» 158» 161» 166» 5° 194» 195» 197» 201« 207» 6° 232» 233» 236« 240» 247« 7° 271» 272» 275» 280« 288« 8° 309» 310« 314» 320« 329» 9° 347» 348» 353» 360» 370» 10° 385» 387» 391« 399» 410» 11° 423» 425» 430» 439« 451« 12« 461» 463» 468» 477« 491« 13« 498» 500» 506» 515» 532» 14° 536» 538» 545» 555« 572« 15« 573» 575» 583» 594» 612» 16° 611» 614» 621» 634« 651» 17° 648» 651» 659» 673» 691« 18« 685» 688» 696« 709» 730« 19« 722» 725« 734» 748» 769» 20° 759» 762» 771» 786» 80S« 21« 796» 799» 808» S24« 847« 22« 832» 835» 845» S62» 885« Tabelle für (S / —6), bei n ~ 60' und p'zzrSS 0 20 / 8",9. («-+ ___ («—^) «5 + 0“ 5° 10“ 15“ 20“ «s + 0° 5“ 10“ 15° 20“ + 20« — 1950« 1953« 1961« 1975» 1995« — 20 u — 3441« 3438» 3429» 3414« 3392« 19° 2004» 2007» 2014« 2027» 2046« 19° 3423» 3420» 3412» 3396« 3376« 18« 2057« 2060» 2067» 2078» 2096» 18° 3404» 3401» 3393« 3379» 3359» 17« 2109» 2112» 2118» 2129» 2146« 17° 33S3« 3380» 3373« 3359« 3341» 16° 2160» 2! 62» 2169» 2179» 2195» 16° 3361« 3359« 3351« 3339« 3322» 15« 2210» 2212« 2218» 2228« 2243« 15° 333S« 3336« 3329» 3318« 3302« 14° 9.260» 2262» 2268» 2276» 2290» 14° 3314« 3312» 3305« 3295» 32S0« 13« 2309« 2310» 2316« 2324« 2337« 13° 3289» 3287« 3281» 3271» 3257» 12« 2357» 2358» 2364» 2372« , 2383» 12° 3263» 3261« 3255« 3246» 3233« 11« 2404» 2405« 2410» 2418» 2428» 11° 3236« 3234» 3229» 3220» 3208» 10° 2451« 2452" 2457« 2463« 2472" 10° 3208» 3206« 3201« 3192« SlS'l» 9« 2497» 2498» 2502» 2508« 2516» 9° 3179» 3178« 3173« 3165« 8« 2543« 2544» 2547» 2552» 2559» 8° 3149» 3148» 3144« 3136« 31^7» 7« 2588« 2589» 2592» 2595» 2601». 7° 3118» 3117« 3113» 3106» 3098« 6« 2632» 2633» 2635» 2637» 2642« ■6° 3086» 3085« 3082« 3075« 3068» 5« 2675» 2676» 2678» 2678» 2682» 5° 3053» 3052« 3049« 3044« 3038«” 4« 2716« 2716» 2717» 2719« 2722« 4° 3019« 3018« 3016» 3012« 3007» 3« 2758« 2758» 2759» 2759« 2761« 3° 2974« 2973» 2971» 2979» 2975» 2° 2798» 2798» 2799» 2798» 2799« 2° 2943» 2943» 2941» 2945« 2942« 1« 2S37« 2S37« 2837» 2S36« 2836« 1° 2913« 2913» 2912» 2910« 2908» 0° 2876« 2876». 2S75« 2874« 2873» 0° 2876« 2876» 2875« 2874« 2873« 4 » Correctionsfactoren fiir (aJ — a) und (d 7 —d) bei veränderlichem w. 5 1 Corr. t Corr. Corr. 5f Corr. 3t Corr. 53' 0" 1 — 0,1167 55' 0" 1 — 0,0833 57' 0" 1 — 0,0500 59' 0" 1 — 0,0167 61' 0'' 1 + 0,0167 10 1139 10 806 10 472 10 139 10 194 20 1111 20 778 20 444 20 111 20 222 30 1083 30 750 30 417 30 083 30 250 40 1056 40 722 40 389 40 056 50 1028 50 694 50 361 50 028 54' 0« 1000 56' 0" 667 58' 0« 333 60' 0'' 1 10 972 10 639 10 306 10 1 + 0,0028 20 944 20 611 20 278 20 056 30 917 30 583 30 250 30 083 40 889 40 556 40 222 40 111 50 861 50 528 50 194 50 139 C. Formeln und Tabelle für die Lage des Mondäquators gegen den Erdäquator. (Fig. 9.) tang i (A—£V) = tang i (A + &0 _ sin j ?3 sin j 6—i) . cos 4 y sin g (e— j-i) ’ sin | 13 cos 4 (*— 0 . cos 4 tS cos z ( E 4~ b ’ A = MA + &') + i (A — SV) sv = * (a + fto - 1 (a — sv> i |/ _ sin 4 tS sin | (s — i) T sin UA - SV) cos ii»= cos . * sin 4 (A + SV) Da beide letzteren Werthe einerlei Winkel entsprechen müssen, so ist hiermit zugleich eine Controlle gegeben. Da 13 — 180° + a, s und i aber constant genommen werden, so ergiebt sich i / , A und SV aus fol- gender, für 1831 ausreichender, Tabelle. Arg. 9 , i i 7 Diff. A Diff. SV Diff. 150° 12° 22' 38" — 23" 23" 24" 25" 25" 26" 26» 27" 27" 28" 29" 30" 30" 31" 31" 32" — 28° 22' 59" 57' 2" 57' 3" 57' 5" 57' 6" 57' 8" 57' 10" 57' 10" 57' 12" 57' 15" 57' 18" 57' 21" 57' 23" 57' 25" 57' 26" 57' 28" 57' 30" — 1° 46' 17" 3' 15" 3' 13" 3' 12" 3' 10" 3' 8" 3' 6" 3' 4" 3' 1" 2' 59" 2' 57" 2' 56" 2' 54" 2' 51" 2' 49" 2' 47" 2' 44" 149° 22' 15" 29° 20' 1" 1° 49' 32" 148° 21' 52" 30° 17' 4" 1° 52' 45" 147° 21' 28" 31° 14' 9" 1° 55' 57" 146° 21' 3" 32° 11' 15" 1° 59' 7" 145° 20' 38" 33° 8' 23" 2° 2' 15" 144° 20' 12" 34° 5' 33" 2° 5' 21" 143° 19' 46" 35° 2' 43" 2° 8' 25" 142° 19' 19" 35° 59' 55" 2° 11' 26» 1410 18' 52» 36° 57' 10" 2° 14' 25" 4 ^; ©; ol 18' 24" 37° 54' 28" 2° 17' 22" 139° 17' 55" 38° 51' 49" 2° 20' 18» 138° 17' 25" 39° 49' 12" 2° 23' 12" 137° 16' 55" 40° 46' 37" 2° 26' 3" 136° 16' 24" 41° 44' 3" 2° 28' 52" 135° 15' 53" 42° 41' 31" 2° 31' 39" 134° 15' 21" 43° 39' 1" 2° 34' 23" 48 D. Tabellen für den Werth des Mondhalbmessers in Mikrometer-Wendungen. Central-Entfernung in geographische Meilen. 2. Der Halbmesser des Mondes beträgt in Sch rauben Windungen Parallaxe. Entfernung Correction wegen der Arg. 1 Lo^aridimns von ! Höhe des Mondes. Meilen. Key. Meilen. Key. CS 53' 20" 55397 1 30" 225 Hölie. Meilen, 47000 23,258 51000 21,433 log. 1. 40" 054 0° 0 100 209 100 392 CD j 50" 54884 5° — 76 200 160 200 351 53' 0 7.629 — 10 1 54' 0" 715 10° 150 300 111 300 309 30 633 ! 10" 547 15° 223 400 062 400 268 54' 0 637 j 20" 380 20° 294 500 013 500 226 30 641 | 30" 214 25° 363 600 22,965 600 185 55' 0 645 40" 049 30« 430 700 916 700 144 30 649 50" 53885 35° 494 800 868 800 102 56' 0 653 55' 0" 722 40° 553 900 820 900 062 30 657 10" 560 45° 608 48000 773 52000 022 57' 0 660 20" 399 50° 659 100 726 100 20,981 30 664 30" 239 55° 705 200 679 200 941 58' 0 668 40" 079 60° 745 300 632 300 901 30 6/2 50" 52920 65° 780 400 586 400 861 59' 0 675 ( 56' 0" 762 500 538 500 821 30 679 10" 605 O O o: 859|- 600 491 600 782 60' 0 683 20" 449 700 445 700 742 30 687 30" 294 800 400 800 703 61' 0 691 40" 139 900 354 900 663 30 7.694 50" 51986 49000 308 53000 624 i I 57' 0" 834 100 262 100 586 1 10" 683 200 219 200 547 20» 533 300 174 300 509 30" 384 400 129 400 470 40" 235 500 084 500 432 50" 087 600 040 600 394 58' 0" 50940 700 21,996 700 356 I 10" 796 800 953 800 318 20" 651 900 907 900 281 30" 506 50000 864 54000 243 ? 40" 362 100. 819 100 206 1 i 50" 219 200 776 200 169 59' 0" 077 300 732 300 132 ; 10" 49936 400 689 400 095 j i 20" 796 500 646 500 058 30" 657 600 603 600 021 40" 518 700 560 700 19,984 50" 380 800 518 800 947 60' 0" 243 900 476 900 911 i 10" 107 55000 875 1 20" 48972 30" 837 40" 703 50" 570 61' 0" 437 10" 305 20" 173 30" 042 E. For- 49 Formeln zur Entwicklung der Libration. (Fig. 9.) Es ist gegeben der Bogen zwischen Mond- und Erd-Nordpol, der der Neigung der Aequatoren gleich ist. p/ . . Abstand der (scheinbaren) Mondmitte vom Erd-Nordpol = 90° — 6 1 . A . • Neigung der Ebenen dieser beiden Bogen gegen einander = 270° -j- Q, 1 — a 1 oder = 90° + a. 1 . (Man wählt diejenige der beiden Formeln, welche A <( 180° macht.) Man sucht die Werthe von C, B, a. cos I A sin j (p—iQ g __ sin | A sin * (p + i') cos 5 A cos j (p — iQ ^ _ lang £ (B — C) tang i (B + C) = sin $ A cos £ (p+i') . sin i A sin h (p+i') sin j a = - 2 —TTir~r\ * cos £ (o — C) - _ sin I A cos I (p + i') cos i (B — C) - (B + C) + i (B + C) - cos C, die Neigung des Declinationskreises gegen den Mondmeridian der scheinbaren Mitte, kann nie > £ -j- i sein, hat also ein Maximum = 24° 56' 33 /; . Hat man für A die erste Formel gewählt so ist C positiv, bei der zweiten negativ. In der Figur bezeichnet westliche und nördliche Lagen, und -j- heifst also hier, dafs der nördliche Theil des Declinationskreises westlich vom Mondmeridian falle. B, der Winkel am Mondpole zwischen F und a, hat mit C einerlei Zeichen; und man findet die selenocentrische Länge der scheinbaren Mondmitte (L) durch die Formel L = 270° + B — A *). Die Länge L' des durch die wahre Mondmitte gehenden Mondmeridians ist aber der gleichförmigen Rotation wagen allezeit L' = I — ß; und nun hat man die Libration der Länge F — L — L'. Die Libration der Breite b' ergiebt sich = a — 90°. (a ist stets positiv). F. Formeln zur Berechnung des Abstandes |u des gemessenen Gebirgs von der scheinbaren Mondmitte. (Fig. 10.) Aus den Coordinaten x und y erhält man u, den Winkel zwischen fi und C, durch . x tang u = — Ferner nehme man R (den Mondradius in Mikr. Wendungen) aus der Tabelle D 2, so erhält man den scheinbaren Bogen m durch . y sm m = u — i - K. COS u Es ist aber m > ff, setzt man fi = m — + so erhält man sin i[> = ||. sin m. (Fig. 11.) G- Formeln zur Schlufsberechnung. (Fig 12.) Man sucht zunächst C < , die Neigung des Bogens ft gegen den Mondmeridian der scheinbaren Mitte, aus C und u. Sind die Zeiehen von x und y gleich, so wird C mit seinem Zeichen zu u hinzugefügt; sind sie ungleich, so wird das Zeichen von C verwechselt. Ferner bezeichnen x und -j- y den ersten (nordwestlichen) Quadranten; — x und -j- y den zweiten (nordöstlichen) — x und — y den dritten (südöstlichen) -j- x und — y den vierten (südwestlichen). Wird u + C > 90°, so liegt der gemessene Punkt in einem andern Quadranten (statt des ersten und zweiten im vierten und dritten, und umgekehrt, und statt C' wird 180° — C' gesetzt; wird hingegen u + C *) Beide Längen sind auf dem Mondäquator, vom Knoten des Mondäquators in der Ekliptik an gezählt. 50 negativ, so wird C' als positiv genommen, und statt des ersten und vierten Quadranten der zweite und dritte, uud so umgekehrt, gesetzt. Ferner hat man, indem man einen Hülfswinkel % einführt, tang % = tang /i cos C' Oc ist positiv in den beiden nördlichen, negativ in den südlichen Quadranten) . ,,, tang C' sin % . . (westlichen) TT „, tang Q.“ ist + m der j Sstlichen J Halbkugel.) A = A" -j- 1', wo A die selenographische Länge bezeichnet; endlich tang ß = cos A" tang (% -f- b'); ß bezeichnet die selenographische Breite und bekommt das Zeichen von (% -j~ b'). Hechmmgsbeispiel. §• 45 . Als Beispiel diene die (aus besondern Gründen) fünffach genommene Messung des Petavius am 9. Nov. 18.31, Welche isolirt berechnet wurde, da in dieser Culmination kein andrer Punkt gemessen werden konnte. Petavius. Nov. 9. 19 h 55',5 Sternz. 4,845 vom W. Rande. 20 4',2 • 821 - - 6',0 839 - • 7',0 834 - • S',0 . 838 - • 11',0 - 10,333 vom S. Rande. 12',2 • 367 - . 13',8 433* - - . 15',0 • 355 - 17',0 - 352 - _ 18',5 - 351 - . 20',0 •• - 4,868 vom W. Rande. 21',5 - 904 - • 22',5 - 914 . • - 24',0 . 952* - 25',0 • 870 - 26',5 - 914 - - Werden die mit * bezeichneten Angaben ausgeschlossen, so erhält man Mittel aus 10 Bestimmungen 4,865 Abstand von W. Halbe Dicke des Fad ens 0,020 4,845 wahrer Abstand vom W. Rande. Mittel aus 5 Bestimmungen 10,352 Abstand von S. Halbe Dicke des Fadens 0,020 Differenz der Refraktion bei 14^° Höhe des D 0,040 10,372 wahrer Abstand vom S. Rande. Mittel aus den Zeitbestimmungen 20 1 ' 14', l Sternzeit. Für diese Zeit findet sich Mittlere Zeit . . = 5 h l',8 Wahre AR 3 . = 2S3° 15' 37" Wahre Deel. 3 . = — 20° 2' 24" Parallaxe 3 . . . = 54' 6",0 Mittlere Länge 3 = 285° 22' 8" ) Suppl. a . ... = 222° 51' 42" I Ferner findet sich, aus Tab. B. \ i' = 12° 16' 59" A' = — 40“ 38' 40" R' = — 2° 25' 39". ) aus Eriche s Ephemeride. aus Burckhardt’s Mondtafeln. 51 Die in Bogen verwandelte Sternzeit ist 303° 315 die A R = 283° 15',6 folglich (a — S) = — 20° 15',9. Mit 6 und (a— P) findet sich aus Tab. C. folglich scheinbare AR D — «' = 283° 3' 19" scheinbare Deel. D = <$' = — 20° 53' 23" Halber Abstand vom Nordpol = 4p = 55° 26' 41". Mit « = 54' 6",0 erhält man aus Tab. D. Central-Abstand in Meilen = 54615 Correction bei 144° Höhe = 216 Abstand des Mond-Cenlrums vom Beobachtungsorte = 54399 Meilen. Mondhalbmesser in Mikr. Revolutionen = 20,095. dessen Logarithmen = 1.30309. Die Coordinaten des Gebirgs Pelavius sind also, von der scheinbaren Mondmitte aus, x = (20,095 — 4,845) = + 15,250 y = (20,095 — 10,372) = — 9,723 (negativ, weil es vom S. Rande aus genommen). Zur Berechnung der scheinbaren Lage des D hat man 4 ( P + iO = 67° 43' 40" 4- (p — i') = 43° 9' 42" A = 90° — fl' + «' = 15° 28' 58". Sin 4 (p— i')*) = 9.83509 Sin 4 (p+i') = 9.96633 Cos 4- A = 9.99602 Sin 4 A = 9.12937 Cos 4 (p—i') = 9.86299 Cos 4 (p-j-i') = 9.57865 Sin i (p—i') + Cos 4 A = 9 83111 Sin 4 (p+i') + Sin 4 A = 9-09570 tang 4 (B —C) = 10.73541; 4 (B — C) = 79° 34' 47" Cos 4 Cp—i') + Cos 4- A = 9.85901 Cos 4- (p+i') + Sin i A = 8.70802 tang 4 (B + C) = 11.15099; 4 (B + C) = 85° 57' 37" also B C = — 165 32 24 = — 6 22 50. Sin 4 (ß —C) = 9.99278 Sin 4 (B+C) = 9.99892 sin 4 a = sin 4 (p—i') + cos 4 A — ‘ ^ 87° 7' 53" sin 4 (B + C) = 9.86009 cos 4 a = sin 4 (p+i') + sin 4 Ä — sin 4 (B + C) == 9.86009 also b' = (a —90°) = — 2° 52' 7" endlich 270° — A + B = 145° 6' 16" 1 + suppl. fl = 148° 13' 50" also 1' = — 3° 7' 34". Zur Bestimmung des Bogens /ti auf der Mondkugel und des Winkels C', den er mit dem Declinationskreise macht, hat man 1.18327) 10.1954' tang u 0.98780) u = 57° 28' 47" Cp. cos u = 0.26955 Cp. log R = 8.69691 C' = 63° 51' 37" (aus u und C); im vierten Qua- sin m = 9.95426; m = 64° 9' 46" dranten. ') Bei allen Winkelfunktionen hier sind Logarithmen ztt verstehen. 7 52 aus Tab. D (für st = 54' 6") log ^ = 7.638 i|i — 7.592; = — sin 13' 26" /» = 63° 56' 20" Woraus sich die stenographische Länge und Breite des Petavius folgendermafsen crgiebt. Cos. C' = 9.64401 tang /1 = 10.31065 lang % — 9.95466 X = — 42° 0' 54" (x+b') = — 44 53 1 tang C' = 10.30914 sin x = 9.82563 Cp. cos. (yC-j-b') = 0.14964 tang (X" -f 1') Xu = 10.28441 X“ ~ + 62° 32' 54" X = + 59° 25' 20»; ß = tang (x+b') cos XU tang 3 24° = 9.99S24 = 9.66370 ß = 9.66194 39' 42". Messungen . §. 46. Die oben §. 41. bemerkten Reductionen sind bereits angebracht. 'J? 1831. Tag. Stemzeit. Gemessener Punkt. Abstand vom Rande. Abstand vom Rande. Anmerkungen. 1 April 19. 10'> 37',5 Cassini. 25,917 \v. 9,172 N. 2 . 46',3 Barrow .... 27,021 . 2,208 - 2 3 • 43',0 Aristoteles C.l . . 23,023 . 4,140 . 2 4 • 45',0 Hercules .... 18,014 . 5,066 - 5 - 49',2 Endymion G. . . 17,740 - 2,324 • 6 _ 39',0 Proclus .... 10,033 • 13,077 • rr / 4t',5 Picard. 7,851 • 12,994 - 8 46',5 Römer. 14,385 - 11,000 - 9 49',7 Cleomedes . . . 10,167 - 8,927 . f 10 20. 10 h 5',0 Proclus .... 10,923 - 11,874 - 11 7', 5 Picard . 8,675 - 11,697 - 12 9',5 Cleomedes . . . 11,092 - 7,7 i 1 • f 13 m 5',5 Messier .... 7,852 - 16,883 _ f 14 m 9',0 Taruntius .... 9,112 - 15,266 . 15 m 12 h 37',5 Barrow .... 28,132 - 2,377 - 2 16 m 28',2 Cassini . . . . . 26,490 - 8,945 - i 1 17 37',0 Aristoteles C.? . . 24,351 - 3,947 - 2 18 39',5 Hercules .... 19,019 - 4,407 - 19 42',0 Endymion G. . . 18,894 - 1,639 - f 20 32',5 Römer. 15,296 - 14,846 - 21 22. Hi. i/, 7 Hercules .... 20,056 - 3,634 22 2',5 Endymion G. . . 20,056 - 1,234 23 . 6',7 Aristoteles C.l . . 26,150 - 3,688 - f 24 . 8',2 Cassini. 27,036 - 8,373 - 25 4',0 Römer. 16,016 - 8,429 . - 26 m 8',0 Proclus .... 11,339 - 9,841 - 27 4',0 Picard ..... 9,176 - 9,549 - 28 m 12 h 11',0 Censorinus . . . 12,413 - 16,796 - 29 m 23',5 Vitruvius .... 15,941 - 11,247 - 30 16',2 Messier . . . . 8,180 - 15,585 - 31 29',2 i 7,651 - 19,63S - nicht wieder aufgefunden. 32 28',7 Langrenns . . . 4,203 16,617 - f 33 23. 12 h 37',5 Tycho . 19,121 - 6,226 S. f 34 36',2 Scheiner .... 18,777 - 1,964 - f 35 39',2 Clavius . 16,968 - 3,378 - f 36 • 43',0 ?. 14,541 - 5,651 - ) 37 47',5 % . 9,383 - 5,626 - } nicht wieder aufgefunden. 38 - 46',7 ?. 14,026 2,316 - 1 : Ji 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 53 Sternzeit. Gemessener Punkt. Abstand vom Rande. Abstand vom Rande. 13 h 35',5 Aristarclius . . . 3,845 0. 16,670 N. 39',5 Kepler. 6,677 20,864 - 43',0 Reiner. 3,282 23,043 • 38',0 Euler.. 8,044 14,670 • 55',0 Copernicus . . . 11,439 18,358 • 55',5 Pytheas ...» 10,435 . 14,744 - 55',5 Lahire. 8,853 • 13,068 • 15 h 12',0 Heraclides .... 8,068 . 8,610 - 15',5 Harpalus .... 6,233 - 8,003 - 19',5 Carlini. 8,884 - 11,102 • 14 h 51',5 Carlini. 9,756 . 10,192 15 h 8',5 Laplace A. . . . 9,298 - 7,652 _ 14 h 57',5 Harpalus .... 7,226 • 6,949 • 57',0 Lahire. 9,511 • 12,090 56',0 Pytheas .... 10,954 . 13,818 15 h 0',5 Euler. 8,572 • 13,853 - 22',0 Kepler. 6,996 . 19,733 - 22',7 Reiner. 3,361 • 21,744 - 25',7 Aristarclius . . • 4,229 - 15,428. . 27',2 Copernicus . . . 11,834 - 17,435 - 17 h 39',2 Reiner. 5,010 - 16,489 41',5 Olbers . . . . * 1,373 - 16,483 - 41',5 Aristarclius . . , 8,213 - 10,794 - 41',0 Kepler. 9,551 - 15,621 - 41',7 Copernicus . . . 15,184 • 15,323 - 18 h 4',7 Laplace A. . . , 15,676 5,167 - 4',7 Pico. 20,212 4,693 - 8',0 Harpalus .... 13,940 - 3,732 - 4',5 Euler ..... 13,149 _ 10,827 - 7',2 Pytheas .... 15,5 4 11,750 - 47',0 Lahire. 14 656 . .4,123 - 48',2 Carlini. 15,423 - 7,482 - 14 h 41',0 Heraclides 12,310 - 5,939 - 13 h 34',3 Posidonius . . . 18,950 w. 9,081 - 35',3 Maskelyne . . . 13,854 - 18,600 - 32',8 Langrenus . . 3,186 - 19,334 , . . 35',2 Messier .... 8,105 - 18,075 - 37',3 Proclus .... 10,904 . 11,962 - * ll h 31',0 Hercules .... 20,051 - 3,145 - 32',1 Bürg . . . • • 21,984 - 4,252 - 33',6 Posidonius . . . 19,228- . 6,897 - 35',1 Cleomedes . . . 12,284 • 5,449 • 32',7 Picard., 9,560. 8,884 - 3 4',5 Proclus.. 11,521 . 9,100 - 55',2 Langrenus..... 4,464 - 15,723 - 12 h 0',5 Lapeyrouse A. . .. 1,995 - . 15,327 ll h 56',3 Goclenius .... 8,018 - 17,651 - 12t 3/, 6 Messier .... 8,343 - 14,614 ■ - 5„4 Taruntius .... 9,729 12,290 - 1/,2 Censorinus . . • 12,649 ■ - 15,723 45',1 Cepheus .... 17,399 3,442 - 45',9 Slruve . . . . 14,897 - 1,886 . “ ■ 45',4 Endymion G.. 20,080 - 0,961 44',3 Thaies . . . . • 22,272 . .. 0,886 - <: 47',9 Democritus ... 24,208 1,629 : I3 h 22',4 Proclus ..... 11.028 ■ - 8,964 - 23',2 Picard ...... 9,065 - 8,886 - 24',9 Taruntius .... ! 9,303 - 12,137 - - i; .,28',6 Censorinus . ... : 12,233 1 ■ 15i4U r Anmerkungen. unbrauchbar. unbrauchbar. unbrauchbar. 54 1S31. Tag. .Slernzeit. Gemessener Punkt. Abstand vom Rande. Abstand vom Rande. Anmerkungen. 98 Mai 22. 13 h 28',4 Goclenius .... 7,611 w. 17,445 N. 99 • 30',6 Messier .... 7,971 .. 14,516 100 - 30',4 Langrenus . . . 4,164 15,915 . 101 - 32',4 Lapeyrouse A. . . 1,953 - 15,435 . 102 . 14 h 0',9 Posidonius . . . 18,527 • 6,613 . 103 . 3',6 Cleomedes . . . 11,262 5,388 • T 104 . 13h 59/,9 Bürg. 21,235 4,000 - 105 • 14 h 3',6 Ceplieus .... 16,661 3 280 - 106 . 2',9 Hercules .... 19,372 2,928 - 107 . 2',6 Aristoteles C. % . . 24,249 2,405 . 2 108 - 6',4 Struve. 14,096 1,939 . 109 - 5',4 Deinocritus . . . 23,407 1,455 • 110 _ • 7',1 Tliales. 21,463 0,764 • 111 7',6 Endymion G. . . 19,373 0,814 112 24. 14>> 7^0 Dionysius A. . . . 16,985 15,666 . 2 113 - 22',5 Euler. 32,334 14,153 - 114 . 24',5 Lahire. 31,609 . 12,270 . f 115 - 25',7 de l’Isle .... 33,656 12,402 . 116 • 29',5 Mayer . . . . . 32,172 * 16,486 - f ' 117 - 25',7 Pyllieas . . . 4 29,886 13,925 . 118 - 30',0 Carlini . . . . 5 31,329 - 10,384 • f 119 - 32',0 Copernicus . . . 29,055 17,397 . 120 - 15h 10 / i0 Hercules .... 17,040 * 3,796 • f 121 - 12',0 Endymion G. . . 4 16,971 0,959 _ 122 - 13',5 Thaies . . . . . 19,040 0,573 123 . 16',5 Deinocritus . . . 20,919 • 0,911 124 26. 15h 18 / i5 Olbers . . 1 . . . 0,407 0. 19,768 _ 125 • 17',2 Seleucus .... 1,975 14,920 • 126 • 19',0 Reiner ..... 3,504 19,158 _ 127 . 16',5 Aristarchus . . . 4,490 13,043 - 128 - 20',8 Kepler . . . i . 7,486 17,605 . 129 - 15',0 Harpalus? .... '9,423 5,207 . unbrauchbar. 130 - 16',2 Euler . . . : . 9,962 12,066 • 131 - 17',0 Lahire.'• 11,053 - 10,574 . 132 - 11',8 Laplace A. ... 10,730 •6,159 * - ' i f 133 • 18',5 Heraclides " . . • 8,205 7,135 ii. : f 134 15',0 Lahire 1 .■>•. .’ . 10,197 8,679 ' . : f' 135 - 16',5 Mayer . . : . . . 9,235 14,659 • f 136 - 18',0 Pvtheas .... 11,414 12,505 • 137 - 20',2 Copernicus . J . 12,347 16,066 « f 138 27. 16 h 31',5 Euler .. . . i .- 11,073 11,346 • 139 - 31 ',0 Lahire . . . . .- 12,291 9,895 - 140 . 34',0 Pytheas . . . . 13,552 14,914 - - 141 • 38', 1 Copernicus 1 . •• . 13,650 ■ -• 15,472- - 142 _ 37',1 Gainbart A. . .’ . 14,060 18,522 - • 143 - 33',2 de l’lsle . ... 110,007 9,468 - ■ ' 4-' , ... 144 - 36',2 Kepler . . . ■ ., . : 8,185 16,703 ' - 145 - • 35',0 Aristarchus . . . 6,422 13,188 - f • ' - 146 - 17 h 15',2 Landsberg. . . . 11,601 19,300 - • • ■ . " - 147 - 13',9 Mayer . . •, . 1 f,930 13,921 - f 148 - 19',5 Ipchienberg . .* .- 3,982 9,991 149 22',2 Reiner . .' . : 3,982 * 17,664 ■ 'i 1 •■b - i 150 - 21',1 Seleucus ' 2,754 13,302 ■ n m 151 - 24',8 Olbers . . .. .- 0,690 18,146 - 152 - 54',7 Wollaston >t .. . 7’,259 9,631 * 153 - 57',1 Carlini . , . ,, . 13,189 8,081 ■L_ 154 - 58',6 Laplace A. . . .• 13,189 i -■ 5,523 I 155 - 59', l Heraelides . . .- ll,Ä7ä 6,205" , f 156 - 18>* l',0 Harpalus? . . . 11,503 4,312 - unbrauchbar. JSs TbT 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 208 209 210 211 212 213 214 215 55 Sternzeit. Gemessener Punkt. Abstand vom Rande. Abstand vom Rande. 18'* l ',2 Pico . 16,751 o . 4,312 N. 20 h 53',8 Olbers . 3,016 . 12,120 _ 52',6 Reiner . 6,754 _ 13,568 50',7 Seleucus .... 6,888 _ S ,489 52',2 Aristarchus . . . 11,374 8,912 55',1 Kepler . . . . . 11,418 14,519 - 21 h 16',2 Lahire. 17,917 . 9 , 539 . 18',7 Pytheas .... 18,405 - 12,019 - 21',2 Gambart A. • • . 16,805 . - 18,760 . 13 h 42',5 Langrenus . ... 4,421 w . 15,776 43',0 Goclenius . ... . 7,965 _ 17,487 39',5 Messier . . . . 8,274 14,578 38',2 Picard . 9,364 8,821 _ 43',7 Proclus . . . . ’ 11,379 «. . 9,049 43',1 Taruntius . . . . 9,654 12,263 _ 40',8 Hansen A. .... 5,581 _ 8,158 47',3 Cleoraedes . . . . 11 , 79 S 5;514 14 h 25',0 Bürg. 21,625 - . 4,066 - 27',9 Thaies. 21,645 - 0,758 . 26',2 Hercules .... 19,779 . . 2,962 27',3 Endymion G. . . . 19,722 - . 0,883 - 25',7 Cepheus .... 17,060 - 3,302 26',8 Struve. 14,558 . 1,871 29',7 Democritus . . . 23,742 1,382 _ 27',8 Cassini. 26,595 7,386 _ 15 h 9',0 Messier .... 7,801 14414 11',9 Goclenius .... 7,546 _ 17,408 14',1 Hansen . . . ... 5,075 . 8,325 . 9',3 Langrenus. . . . 4,159 15,747 - 10',7 Lapeyrouse A. . . 1,856 - 16,549 - 14',5 Picard. 8,908 . 8,880 - 11',3 Taruntius .... 9,214 _ 12,107 . 19',0 Proclus . 10,022 8,911 - 18',0 Cleomedes .... 11,017 . 5,451 - 15 h 24',0 Langrenus . . . 3,687 . 16,618 - 25',3 Lapeyrouse A. . . 1,466 . 16,572 - 27',0 Hansen A. . . . 4,214 _ 9,332 - 27',0 Goclenius . . • . . 7,124 17,925 . . 25 ', 5 Messier . 7,124 _ 14,958 _ 24',7 Picard . . . . . 7,813 _ 9,470 30'.3 Taruntius . . . . i 8,352 _ 12,534 25',7 Proclus . ..... 9,771 . 9,332 _ 27',8 Cleomedes ... . . 10,040 5,921 16 h 11',1 Bürg . . ... 19,413 _ 3,571 16',4 Thaies .. 19,463 _ . 0,563 - 13',0 Hercules . . . . 17,484 2,758 • * - » 15',0 Endymion G. . . . 17,375 - 0,832 - 12',0 Cepheus . . • . 14,879 - 3,357 - 13',7 Struve . 12,447 . 2,413 _ 16',9 Democritus . . • 21,467 _ 1,072 _ 14',1 Cassini . 24,436 - 6,320 - 17',5 Aristoteles C. . • 22,291 - 1,978 - 15 h 21',4 Lapeyrouse A. . • 0,965 19,475 - 21',7 Langrenus .... 2,928 - 19,105 - 25',0 Hansen A. ... 2,674 . 11,722 - 27',1 Picard . 5,896 11,335 - 22',3 Proclus . . . , 7,794 - 10,913 - 27 ', 1 Taruntius . . . . 6,765 ■- 14,362 ■ - 22',0 Goclenius . . . . 6,272 , 1 19,792 f f f f t f f f f f f f f f -f- f f f Anmerkungen. i i 56 .M 1S31. Tag. Sternzeit. Gemessener Punkt. Abstand vom Rande. Abstand vom Rande. Anmerkungen. 21() Juni 22. 15 1 * 24',8 Messier .... 5,896 w. 16,881 N. f 217 21', 9 ■; Cleomedes .... 7,592 - 7,560 - t 21S 16 h 11', 4 Thaies. 16,432 . 0,801 - 219 _ 15',4 Bürg. 16,597 - 3,751 0,989 - 220 12',8 Democrilus . . . 18,411 • 221 15',5 Aristoteles C. . . 19,250 - 1,673 t 992 m 21',0- Cassini. . . • • • 21,861 • 5,607 223 16',3 Hercules .... 14,619 - • 3,278 1,460 f 224 . 14',6 Endymion G. . . • 14,345 • f ■- 223 19',4 Cepheus .... 12,113 9,735 • 4,223 226 18',5 : Struve. • 3,633 227 24. 17>‘ 22',4 Lapeyrouse A. . . 0,850 - 17,369 s. 228 20',0 Langrenus . . . 2,508 . 17,932 - ' ' 229 19',1 Goclenius . ... 5,840 • 17,796 ■t 230 m 17',0 Biot. . . ... • 5,366 - 13,363 9,651 “ ' 231 16',3 Eurnerius .... 5,512 . 232 14',2 Vega A. . • . . 6,675 - 6,245 233 26. 19 h 49',4 Olbers. 1,991 o. 13,616 N. 234 m 42',2 Seleucus .... 5,403 . 9,577 14,404 235 m 37',4 Reiner. 5,635 . - 236 3C',0 Aristarchus . . . 9,603 • 9,347 237 • 40',2 42',0 Kepler . . . . 10,138 • 14,865 23S • Landsberg.... 12,965 • 18,292 239 40',0 Euler. 14,363 • 10,365 240 _ 43', 1 Lailire. 16,205 - 9,172 241 29. 21 h 30',8 Olbers . 3,807 • 10,903 242 _ 26',5 Billy. 5,857 - 20,695 13,088 243 31',5 Reiner. 7,390 . 244 25',3 Seleucus .... 8,034 • 7,797 245 27',6 Aristarchus . . . 12,327 ■ • 8,850 246 32',6 Kepler. 11,902 - 14,644 247 33',0 Landsberg . . . 14,069 - ■ 18,963 248 31',2 Mayer. 15,786 • 13,380 249 30',0 Crüger . 2,357 - 20,152 250 22 h 31',0 Lichtenberg . . . 10,721 - 5,084 251 252 - 31'.3 34',7 W ollaston . . . Delisle. 14,060 17,085 • 7,098 8,506 253 31',5 ■ Lahire. 19,100 • 10,281 254 31',2 Euler. 17,166 . 11,056 255 m 37',5 Copernicus . . . 17,709 16,544 256 m 32',5 Oytheas .... 19,363 - 12,928 257 35',0 Carinii. 20,583 - 8,721 258 36',8 Laplace A. . . . 21,646 - 6,056 259 Juli 17. 16 h 17',6 Lapeyrouse A. . . 1,754 w. 16,556 16,556 260 17',6 Langrenus . . . 3,987 7,497 - 261 18',9 Goclenius . . . . - 17,991 262 16',9 Messier .... 7,559 » 16,094 263 _ 15',8 Taruntius .... 8,832 . 12,681 264 16',6 Hansen A, . . . 4,625 • 9,085 265 15',2 Cleoraedes .... 11,114 . 5,526 266 20. 17 b 12',0 Lapeyrouse A. . . 0,900 20,557 267 2',4 Langrenus . . • 2,795 - 20,073 268 5',9 Hansen A. ... 2,077 6,207 - 12,808 - 269 . 4',9 Goclenins , . . . - 20,585 * 270 5',5 Messier .... 5,626 - 17,762 15,200 271 . 6' 1 7 Taruntius .... 6,295 - 272 10',3 Censorinus . . . 9,750 - 17,404 273 m 9',7 Cleomedes .... 7,232 - 7,921 274 • 12',7 Struve. 8,687 - 4,359 275 1831. Sternzeit. r Hn w-kTr ► Abstand vom Abstand vom J\8 Tag. j Rande. | Rande 275 Juli 20. 17 h 12', 4 Cepheus . . 11,096 13,314 w. 4,732 N. 276 - 15',0 Endymion G.. - 1,877 - 277 14',3 Hercules . . 13,514 15,407 - 3,658 - 278 58',7 Bürg . . . - 4,081 - 279 - 18 h l',3 l',4 Thaies . . . 15,147 - 1,156 - 280 - Democritus 17,090 - 1,156 - 28 L ► l',0 Aristoteles C. 17,994 - 1,899 - 282 . 17 h 58',2 Cassini . . • 20,741 - 5,650 - 283 18'* 0',8 Archytas • • 21,434 - 2,050 - 2S4 _ 0',0 Pico .... 24,271 - 4,842 - 285 21. 17 h 39',5 Lapeyrouse A. 0,960 - 17,568 S. 286 . 39',6 Langrenus. . 2,668 - 18,189 - f 287 > 38',5 Gocienius . . 6,062 - 18,040 - 288 37',7 Biot.... 5,640 . 13,607 - 2S9 - 37',2 Furnerius . • 5,692 - 9,856 - 290 - 36',2 Vega A. . • 6,808 - 6,392 - 291 _ 38',5 Clavius . • • 22,947 - 4,140 - 292 • 38',1 IS 1 * 31',2 Tyclio . • • 23,177 - 7,702 - 293 Messier. . • 5,114 - 19,912 N. f 294 30',9 Taruntius • • 5,443 - 18,264 - f 295 29',9 Proclus . . • 5,803 - 13,699 - f 296 _ 29',8 Cleomedes . . 5,542 - 9,796 15,416 - f 297 _ 30',9 Hansen. . . 1,206 - - f 298 - 29',4 Struve . . • 6,714 - 6,002 - f 299 - 29',2 Cepheus . . 9,015 - 6,237 - f 300 - 30',2 Aristoteles C. 15,681 - 2,483 - f 301 - 31',6 Bürg . . . 13,306 - 4,939 - •t 302 - 32',0 Hercules . • 11,292 - 4,863 - f 303 - 30',9 Endymion • 10,905 - 3,008 - f 304 - 31',4 Arcliytas . . 19,157 - 2,239 - 305 31',9 Cassini . . . 18,83*7 - 5,897 16,339 19,220 - f 306 22. IS 1 * 20',3 Gocienius . . 6,096 4,969 - S. f 307 _ 21',2 20',0 Messier . . - - 308 Biot .... 6,152 - 12,055 - 309 20',5 Furnerius . • 6,699 - 8,365 - 310 _ 18',4 Vega A- . . 8,172 - 4,956 - 311 _ 21',5 Piccolomini . 12,706 - 10,256 - 312 22',8 Lindenau . 13,586 - 9,793 - 313 _ 21',1 20',5 Moretus . . 22,696 - 1,825 4,201 - 314 Clavius . . • 24,382 - - 315 19',7 Tyclio . . . 24,156 - 7,741 - 316 19 h 3',9 Hercules . . 9,731 - 5,916 N. f 317 5',2 6',2 Cepheus . . 7,569 - 7,594 - f 318 _ Struve . . . 5,376 - 7,492 - f 319 7',0 8',6 Cleomedes . . 4,496 - 11,400 - f 320 Hansen A. 0,719 9,267 - 17,325 - f 321 _ 6',3 Endymion G.. - 4,095 - f 322 .. 7',5 Bürg . • . 11,770 - 6,000 3,180 - f 323 _ 7',2 Aristoteles C. 13,904 - - f 324 6',7 Cassini. . • 17,286 - 6,346 - f 325 326 - 7',8 8',2 18 1 * 51', 2 Archytas . . Pico .... 17,350 20,641 - 2,465 4,784 327 24. Bürg 9,426 - 8,345 - f 328 52',0 Hercules . . 7,505 - 8,512 - 329 _ 52',4 Endymion . 6,868 - 6,600 - f 330 331 - 53',2 53',1 Cepheus . . Struve . . . 5,518 3,481 8,949 9,055 . 332 51',9 Cleomedes . . 3,107 - 13,417 - 333 - 56',8 Aristoteles C. 11,057 - 5,009 - & Anmerkungen. ! .m 335 336 337 338 339 340 341 342 343 344 345 346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 358 359 360 361 362 363 364 365 366 367 368 369 370 371 372 373 374 375 376 377 378 379 380 381 382 383 384 385 386 387 388 389 390 391 392 58 1831. Tag. Sternzeit. Gemessener Punkt. Abstand vom Rande. Abstand vom Rande. Anmerkungen. Juli 24. lS h 55',2 Cassini . . . . . 14,863 W. 7,930 N. 19 h 2„2 Pico. 18,148 . 5,693 _ 45',5 Olbers. 2,300 o. 12,899 - 43',6 Crüger . 2,152 . 21,934 > 45',0 Billy. 5,460 - 21,503 - 46',5 Reiner ..... 5,865 _ 13,966 - 44',2 Aristarchus . . . 10,082 9,081 - 42',9 Seleucus .... 5,878 9,081 - 48',2 Kepler. 10,341 14,579 - 44',4 Lichtenberg . . . 8,000 - 6,125 - 20 h 53',2 Byrgius. .... 2,828 16,509 S. 53',5 Gassendi .... 8,102 17,977 52',8 Vitello. 8,625 13,264 . 52',4 Ramsden .... 10,038 . 12,152 55',6 Bullialdus .... 13,075 _ 15,442 . 54',5 Campanus .... 11,227 . 13,483 - 20. 17 h 54',1 Cepheus .... 10,980 w. 4,824 N. 28. 22 h 50',0 Byrgius .... 2,253 0. 23,090 - - 47',7 Crüger . 2,250 20,000 - - 49',3 Billy . 5,586 _ 20,850 - . 45',7 Olbers . 4,252 10,467 - . 44',7 Reiner . 7,442 13,140 . . 51',0 Gassendi .... 7,717 23,376 - . 45',0 Kepler . 11,844 _ 15,122 - - 47',9 Landsberg .... 13,675 . 19,671 - . 49',2 Gambart A. . . . 16,456 _ 20,489 _ . 46',6 Copernicus. . . . 17,632 17,387 - 56',6 Seleucus .... 8,585 _ 7,662 - „ 23 h 48',5 Euler . 17,455 _ 11,695 - _ 46',0 Delisle . 17,455 9,091 - - 51',1 Mayer . 15,879 . 14,068 - • 47',8 Lahire. 19,372 10,957 - . 49',6 Pytheas .... 19,407 13,761 - _ 47',6 Carlini ..... 20,997 _ 9,495 - . 45',5 Laplace A. ... 22,236 - 6,647 - 45',5 Harpalus .... 21,121 - 3,404 - - 47',5 Harding .... 14,698 - 2,47S - - 50',3 Aristarchus . . . 12,845 9,091 - - 49',7 Lichtenberg . . . 11,427 4,954 - 29. 23 h 38',7 Byrgius. 2,259 - 24,033 - . 35',7 Crüger. 2,112 - 20,754 - 39',2 Olbers. 3,982 - 11,116 „ 34',9 Billy. 5,475 21,633 - 39',3 Reiner. 7,230 13,838 - 34',3 Gassendi .... 7,697 - 24,2S6 - 36',9 Flamsteed .... 7,902 19,222 - f _ 42',1 Seleucus .... 8,311 - 8,277 - _ 41',6 Kepler . . . . . 11,716 _ 15,724 - 40',7 Landsberg ..... 13,794 20,431 - „ 44',3 Gambart A. . . . 16,455 21,248 - 0 1 ' 32',2 Seleucus . 8,251 - 8,242 - - 31',0 Lichtenberg ... 11,086 - 5,422 - . 28',6 Aristarchus . . • 12,441 9,668 - - 33',2 Harding .... 14,365 - 2,870 - - 30',6 Delisle ..... 17,086 - 9,593 - 27',1 Mayer . 15,635 - 14,690 - 29',2 Euler. 17,123 - 12,292 - - 29',5 Copernicus . . . 17,437 - 18,000 - - 28',6 Pytheas .... 19,224 - 14,382 - M 393* 394 395 396 397 398 399 400 401 402 403 404 405 406 407 408 409 410 411 412 413 414 415 416 417 418 419 420 421 422 423 424 425 426 427 428 429 430 431 432 433 434 435 436 437 438 439 440 441 442 443 444 445 446 447 448 449 450 451 59 Gemessener Punkt. jahire . japlace A Joclenius Hessier. -jangrenus japeyrouse lausen A- G. C. Jleomcdes Jepheus »truve . ündymion lercules lürg . kristoteles Jassini . krcliytas 3 ico . . Spigenes H Japeyrouse lansen A. jangrenus Hessier. Joclenius Jleoniedes Jensorinus Struve . lercules Jepheus Jndymion rhales . Jörg • jemoeritus kristoteles C. krcliytas Jassini. ipigenes ?ico . . llorelus Jlavius . Fvcho . G. V^ega A. Furnerius Byrgius Gassendi Abstand vom Rande. Abstand vom Rande. 19,013 0. 11,501 N. 20,715 9,934 • 20,878 3,671 • 21,961 7,109 6,054 w. 21,544 • 5,284 18,802 2,646 21,217 m 0,823 1,604 21,806 m 13,986 6,412 8,714 m 9,367 18,193 15,989 1,422 14,036 1,495 6,367 8,715 . 10,048 5,466 7,696 5,144 . 12,110 2,334 • 12,417 4,146 14,415 4,469 16,877 2,125 * 19,764 5,713 20,463 2,105 23,313 4,791 • 22,672 0,914 1,000 • 23,731 • 0,965 15,824 • 2,557 4,914 23,151 . 20,479 • 5,878 23,275 . 5,237 10,240 . 8,942 19,540 . 6,364 6,322 - 10,889 5,058 . 8,616 6,459 - 10,484 3,248 - 12,333 2,198 - 12,810 5,291 . 14,267 1,940 . 15,149 2,509 • 18,6S8 2,229 . 18,295 6,023 • 20,820 0,910 • 21,741 4,689 - 21,504 1,740 S. 22,887 3,869 - 23,361 7,586 - 22,575 10,862 - 22,656 20,890 14,393 . 17,079 - 19,073 12,016 - 12,901 10,463 - •'10,694 11,210 - 7,163 5,831 - 5,856 9,350 - 5,5S5 5,602 12,930 - o. 21,872 - 2,190 - 22,396 - 2,360 7,899 • 19,377 19,455 f f * Anmerkungen. 60 M 1931. Tag. Sternzeit. Geraestener Punkt. Abstand vom Ramie. Abstand vom Rande. Anmerkungen. 452 Aug. 23. 2l‘> 8',3 Flainsteed . ■ . . . 7,970 o.' 24,485 s. 453 - 13',4 Vitello. 7,749 - 14,675 454 . 8',8 Ramsden . . . . 9,086 - 13,250 455 - 15',3 Campanus . . . . 10,425 - 14,237 456 - 15',0 Bullialdus .... 12.585 - 15,976 457 - 22 h 13',0 Billy. 5,616 - 21,765 458 - 14',5 Crüger . 2,238 - 22,458 459 - 12',5 Byrgius. 2,414 - 19,283 460 - 10',0 Gassendi .... 7,921 - 19,503 461 - 12',3 Flamsteed .... 8,081 - 24,491 462 - 9',7 Vitello. 7,828 - 14,749 463 - 12', 1 Ramsden .... 9,151 - 13,287 464 - 6',9 Campanus .... 10,457 - 14,334 465 * - 7',2 Bullialdus .... 12,651 - 16,003 466 Sept. 15. 19 h 4',5 Biot . 5,912 w. 12,099 467 - 4',3 Furnerius A. . . . 6,419 - 8,299 468 - l',8 Vega A . 7.951 - 5,149 469 - 3',2 Tycho . 23,804 - 7,705 470 ' - 4',0 Clavius . 24,108 . 4,221 471 - 6',4 Moretus .... 22,431 - 1,877 472 - 3',6 Hell .. 22,852 . 10,868 473 - 3',5 Thebit ..... 21,797 _ 14,303 474 16. 19 h 58',2 Piccolomini . . . 11,922 _ 9,366 475 - 58',1 Vega A. . . . . 9,403 3,964 476 - 57',8 Furnerius A. . . *• . 7,385 7,107 477 - 58',8 Moretus . . . . 24,134 _ 1,846 478 - 57',8 Tycho . . . . . 24,919 7,635 479 - 20 h 0',0 Clavius . . . . . 25,480 . „ 4,242 480 - 41',2 Piccolomini . .- . 11,890 9,340 • - 481 - 40',1 Vega A. . . . . 9,368 - 3,904 • 482 - 40',2 Furnerius A. . . . 7,459 . 7,159 • 483 - 37',6 Moretus . . . - . .24,127 1,916 484 - 36',6 Tycho ...... 24,892 7,620 485 - 37',2 Clavius ..... 25,397 4,293 486 21. 22 u 46',8 Flamsteed . . . , 7,923 o. 19,038 N. 487 - 45',6 Billy . 5,461 - 21,598 - 488 - 47',2 Crüger . 2,103 - 20,733 - 489 - 45',5 Lichtenberg . . . 11,355 - 5,316 - 490 - 43',5 Pythagoras . . . 22,372 - 1,092 - 491 • 47',5 Laplace A. . . . -22,320 - 6,855 . 492 - 46',7 Harpalus .... 21,313 - 3,396 _ 493 - 46',6 Harding . . . . 14,707 - 2,740 - 494 23 h 29',5 Flamsteed . . .• . 7,934 - 19,094 495 - 30',2. Billy . . .- . 5,452 - 21,623 - 496 - 31',0 Crüger . . . . . 2,083 - 20,720 - 497 - 2 7',6 Lichtenberg . . . 11,286 - 5,271 - 498 - 28',7 Pythagoras ... 22,346 - - 1,131 499 - 32',0 Laplace A. . . . 21,313 3,396 - 500 30',0 Harpalus . . .- . 14,707 - 2,740 - 501 - 27',2 Harding .... 7,934 - 19,094 - : 502 24. 1>> 30',5 Grimaldi . . .- . 1,487 , - 17,881 - 503 32',0 Flamsteed . i . .- . 6,783 . 21,477 504 - 3-2',5 Copernicus • • • 15,891 18,225 f 505 - 26',7 Delisle .. 14,870 .,9,568 t 506 _ 21',5 Carlini . 18,572 - 9,636 _ .f 507 - 30',0 Lichtenberg . . 8,864 - 7,009 - 508 - 29',5 W ollaston .... 12,061 - 9,106 - 509 - 35',0 Harding . . . . 12,061 . - 4,003 - 510 - 34',0 Harpalus .... 18,556 " 4,038 - J'f öTT" 512 513 514 515 516 517 518 519 520 521 522 523 524 525 526 527 528 529 530 531 532 533 534 535 536 537 538 539 540 541 542 543 544 545 546 547 548 549 550 551 552 553 554 555 556 557 558 559 560 561 562 563 564 565 566 567 568 569 61 Sternzeit. Gemessener Punkt. Abstand vom llande. Abstand vom 1 Rande. 1 l'> 36',5 Pythagoras . . . 19,469 0. 1,451 N. 36',7 Laplace A. . . . 19,746 7,547 • 3 h 45',7 Flarasteed .... 6,402 23,033 m 49',8 Griinaldi .... 1,158 20.934 m 49',0 Delisle. 13,557 11,327 • 54',5 Copernicus . . . 15,311 . 19,904 • 54', 1 Gambart A. . . . 14,977 • 23,255 54',3 Landsberg.... 12,091 • 23,083 • 45',8 Laplace. 7,400 - 7,897 • 47',7 Harding .... 10,425 . 4,978 48', 2 Wollaston .... 10,608 m 10,162 50',2 Harpalus .... 16,774 4.398 48',0 Carlini. 17,205 10,921 49',l Laplace A. . . . 18,125 7,694 53',0 Pythagoras . . . 17,719 • 1,730 6 h 30',5 Gambart A. . . . 13,773 19,377 S. 30',0 Landsberg.... 11,267 . 18,483 . 39',5 Gassendi .... 9,270 • 11,649 . 32',6 Flamsteed .... 6,39S • 16,023 • 29',5 Byrgius. 5,941 . 8,707 • 40',3 Crüger . 3,955 - 11,237 • 39',7 Mersenius A.. . . 8,509 . 9,027 33',5 Bulliald .... 15,032 11,426 31',7 Vitello. 12,302 7,707 m 31',7 Rainsden .... 14,072 7,241 34',0 Campanus .... 14,365 8,800 • 31',5 Scheiner .... 20,582 1,659 • 33',2 Drebbel. 12,222 4,551 18 h 27',8 Schubert A. . . . 0,242 w. 20,125 • 27',3 Petavius .... 4,319 • 11,420 • 25',7 Fabricius .... 10,551 • 6,761 • 25',5 Piccolomini . . . 10.7S6 • 10,727 25',0 Lindenau . . . . 12,937 • 9,957 • 27',8 Sacrobosco . . . 14,803 12,754 • 19'« 5',0 Schubert A. . . . 0,250 • 20,083 • 18 h 53',3 Petavius .... 4,430 - 11,383 56',7 Fabricius .... 10,552 6,776 51',3 Piccolomini . 10,804 10,680 _ 52',3 Lindenau .... 12,896 _ 10,086 51',8 Sacrobosco . . . 14,810 12,878 19’* 3l',0 Schubert A. . . . 0,268 20,200 28',6 Petavius .... <449 ■- 11,431 m 30', 1 Fabricius .... 10,642 • 6,748 28',7 Piccolomini . . . 10,837 • 10,771 29',3 Lindenau .... 12,931 • 10,143 28',1 Sacrobosco . . . 14,846 • 12,961 20 u 16',7 Schubert A. . . . 0,541 • 16,960 13',0 Petavius .... 6,011 . 8,762 _ 12',7 Piccolomini . . . 12,337 • 8,782 • 15',4 Sacrobosco • . . 15,703 - 11,446 15',1 Lindenau .... 14,493 8,414 • 14',0 Pitiscus .... 16,665 • 3,806 - 14',7 Fabricius .... 12,968 4,931 . 40',7 Schubert A. . . • 0,510 16,858 - 37',7 Petavius .... 6,042 8,646 • 38',0 Piccolomini . . . 12,269 • 8,664 • 36',8 Sacrobosco . . . 15,842 - 11,386 . 38', 1 Lindenau .... 14.448 - 8,453 • 38',7 Pitiscus .... 16,691 - 3,801 - Anmerkungen. Jß 570 571 572 573 574 575 576 577 578 579 580 58 t 582 583 584 585 586 587 588 589 590 591 592 593 594 595 596 597 598 599 600 601 602 603 604 605 606 607 608 609 610 611 612 613 614 615 616 617 618 619 620 621 622 623 624 625 626 627 628 62 1831. Tag. Sternzeit. Gemessener Punkt. Abstand vom Rande. Abstand vom Rande. Anmerkungen. Oct. 14. 20’* 39',3 Fabricius .... 12,962 w. 4,868 s. _ 21l',5 Schubert A. . . . 0,516 . 16,760 . 0',0 Petavius .... 6,035 . 8,606 _ 0',7 Piccolomini . • . 12,270 8,636 _ 20 h 58',2 Sacrobosco . • • 15,817 . 11,344 59',5 Lindenau .... 14,461 8,413 _ . 21 h 0',7 Pitiscus .... 16,688 • 3,817 _ 0',3 Fabricius .... 12,979 4,850 . 23',6 Hell. 23,858 10,572 23',9 Maginus .... 24,563 5,600 _ 23',2 Moretus .... 25,195 2,037 . 26',2 Tliebit. 22,221 13,717 . 28',4 Alphons .... 20,773 _ 16,353 27',1 Werner .... 20,151 11,059 47',5 Hell. 23,857 „ 10,529 . 48',4 Maginus .... 24,442 . 5,677 . . 49',2 Moretus .... 25,152 2,002 _ . 45',7 Tliebit . . . . • 22,153 13,714 . - 44',5 Alphons .... 20,737 _ 16,313 . - 45',4 Werner .... 20,115 _ 10,995 15. 19 h 40',9 Piccolomini ... 13,255 7,689 - 39',0 Tycho . 26,433 . 7,767 _ . 35',3 Clavius ..... 27,650 4,587 - 36/,5 Moretus .... 26,691 2,236 _ - 39',7 Maginus .... 25,685 5,738 . 41',7 Hell. 24,691 10,482 . 43',5 Tliebit. 22,839 13,554 _ . 44',5 Alphons .... 21,260 16,020 - 43',6 Werner .... 20,868 10,620 . . 40',3 Pitiscus .... 18,095 3,219 . . 44',3 Sacrobosco . . • 16,659 10,620 • 43',8 Lindenau .... 15,537 7,612 - . 42',5 Fabricius .... 14,116 4,082 - _ 20 h 20',5 Piccolomini . • • 13,254 _ 7,729 - 20',7 Tycho ..... 26,461 - 7,761 - 19',0 Clavius . 27,592 . 4,596 - 17',6 Moretus .... 26,706 _ 2,266 - . 21',0 Maginus .... 25,716 . 5,596 - . 23',2 Hell ...... 24,726 . 10,420 - 25',0 Tliebit ..... 22,814 _ 13,492 - 26',0 Alphons .... 21,256 - 16,081 - . 25',5 W erner .... 20,960 - 10,645 - 21',2 Pitiscus .... 18,144 - 3,264 - 24',2 Sacrobosco • . • 16,570 - 10,729 - _ 25',1 Lindenau .... 15,522 - 7,591 - 23',0 Fabricius . . . • 14,220 - 4,165 - . 21 h 3',1 Piccolomini . . . 13,293 - 7,743 - • 3',7 Tycho ..... 26,518 - 7,743 - 6', t Clavius ..... 27,626 4,623 - 7', 2 Moretus .... 26,739 2,201 - 4',4 Maginus .... 25,823 - 5,634 - , l',7 Hell ...... 24,812 - 10,404 - 0',6 Tliebit. 22,860 - 13,521 - - 0',0 Alphons .... 21,213 - 15,950 - _ 20 h 59',7 Werner .... 20,9S0 - 10,671 . _ 21 h 2',7 Pitiscus .... 18,143 - 3,250 - - 20 h 58',2 Sacrobosco . . . 16,662 - 10,671 - . 59',7 Lindenau .... 15,581 - 7,499 - - 21 h 4',3 Fabricius .... 14,275 - 4,121 - .m 629 630 631 632 633 634 635 636 637 638 639 640 641 642 643 644 645 646 647 648 649 650 651 652 653 654 655 656 657 658 659 660 661 662 663 664 665 666 667 668 669 670 671 672 673 674 675 676 677 678 679 680 681 682 683 684 685 686 687 63 Steinzeit. Gemessener Punkt. Abstand vom Rande. Abstand vom | Rande. 21 h 36',9 Biot. 7,968 w. 8,421 s. 36',6 Furnerius . . . . . 9,363 5,208 * 36',2 Vega A. 12,826 2,496 20 h 35',7 Biot. 8,792 7,435 29',0 Pitiscus .... 19,419 2,752 27',6 Werner .... 21,843 10,281 31',4 Mutus. 22,534 1,349 31',4 Maurolycus . . • 21,482 5,291 27',7 Alphons .... 21,700 15,668 29',0 Tiiebit. 23,530 13,331 32',7 Maginus .... 26,817 5,753 41',5 Hell.. 25,704 10,317 21 h 27',0 Biot. 8,844 7,440 27',0 Pitiscus .... 19,517 2,759 29',0 Werner .... 21,846 10,309 24',6 Mutus. 22,628 1,326 27',5 Maurolycus . . • 21,511 5,351 29',2 Alphons .... 21,846 15,627 27',1 Thebit. 23,652 13,264 22',7 Maginus .... 26,821 5,725 26',2 Hell. 25,757 10,309 22 h 21',1 Biot. 10,591 6,376 23',2 Furnerius A. . . • 12,424 3,465 21',3 Alphons .... 24,233 15,133 23',7 Thebit. 26,227 12,736 43',0 Biot.* 10,646 6,364 43',1 Furnerius A. . • • 12,458 3,433 43',8 Alphons .... 24,314 15,175 42',5 Thebit. 26,288 12,848 23 h 4',1 Biot. 10,696 . 6,373 4',7 Furnerius A. . • • 12,476 3,512 4',1 Alphons . . . • 24,315 15,187 3',4 Thebit. 26,320 12,855 23 u 43',7 Eichstädt B. . • • 0,623 0. 21,762 46',7 Byrgius .... 2,246 19,701 47',7 Vieta A. 3,478 15,958 47', 1 Gassendi .... 7,733 19,393 50',0 Vitello . 7,727 14,516 46',3 Ramsden .... 8,998 13,000 52',0 Campanus .... 10,432 14,052 51',5 Bulliald .... 12,660 15,645 0 h 22',4 Eichstädt B. . . • 0,582 21,776 21',5 Byrgius .... 2,313 19,668 19',6 Vieta A . 3,444 15,865 19',8 Gassendi .... 7,685 19,378 17',7 Vitello. 7,565 14,497 21',3 Ramsden .... 9,03 i 12,954 16',4 Campanus .... 10,444 13,984 16',9 Bulliald .... 12,648 15,576 48',7 Eichstädt B. . . • 0,554 21,773 50',0 Byrgius .... 2,311 19,692 51',5 Vieta A . 3,448 15,874 51',5 Gassendi .... 7,768 19,422 53',0 Vitello . 7,768 14,518 50',2 Ramsden .... 9,043 12,977 54',5 Campanus .... 10,450 14,032 54',2 Bulliald .... 12,726 15,614 - 23'* 58',5 Landsberg .... 12,906 - 22,144 N. 0 h 0',0 Gambart A. . . . 15,901 - 22,788 - Anmerkungen. 64 Js 1831. Tag, Sternzelt. Gemessener Punkt. Abstand vom Rande. Abstand vom Rande, Anmerkungen. 688 Oct. 21. 0 h 2',1 Flamsteed . 7,228 o. 21,237 N. 689 • 4 J ,8 Byrgius .... 2,114 - 26,577 690 • 3',9 Grimald .... 1,809 • • 18,417 691 • 0',5 Wollaston . . . 12,930 . 8,925 692 3',2 Pico. 25,719 • 8,705 . t 693 • l',7 Pythagoras . . . 20,803 - 1,406 - 694 - 0',5 Harpalus .... 19,682 - 3,960 - 695 . 5',7 Carlini. 19,558 • 10,626 - 696 - 2', 5 Heraclides .... 18,701 7,416 - 697 - l',0 Harding .... 12,995 • 3,648 - 698 22. 2 h 32',5 Landsberg .... 12,469 - 22,987 . 699 •33^,7 Gambart A. . . . 15,489 - 23,433 • 700 35',6 Flamsteed .... 6,752 . 22,644 701 43',1 Grimald .... 1,363 - 20,310 702 • 32',5 Wollaston . . . 11,596 9,798 . 703 • 31',4 Pico. 24,279 - - 8,525 - 704 .. 31',1 Pythagoras • . . 19,076 - 1,619 - 705 - 32',5 Harpalus .... 17,933 4,260 - 706 35',2 Carlini . 18,329 . 10,917 - 707 - 34',7 Heraclides .... 17,233 - 7,833 • 708 - 35',5 Harding .... 11,453 - 4,512 - 709 - 3 h 18',5 Landsberg .... 12,563 - 23,051 - 710 » 20',4 Gambart A. . . • 15,457 23,378 _ 711 16',6 Flamsteed .... 6,743 • 22,631 • 712 15',6 Grimaldi .... 1,354 • 20,323 • 713 p 20',9 Wollaston. . . . 11,529 - • 9,811 • 714 ,• 22',6 Pico. 24,276 8,412 • 715 p 21'M Pythagoras . . ■ • 19,104 - 1,602 - 716 20',3 Harpalus . . . • 17,949 - 4,239 - 717 18',1 Carlini . . ... 18,179 10,926 - 718 18',5 Heraclides . ... 17,182 - 7,747 - 719 18',6 Harding .... 11,344 - 4,506 - 720 24. 4 h 54',6 Pico . 20,056 . 7,988 - 721 56',9 Wollaston . . . 8,206 - 11,913 . 722 55',7 Pythagoras . . . 14,218 - 2,628 - 723 p 56',2 Harpalus .... 13,460 - 5,387 - • ■ 724 55',7 Harding .... 7,467 - ■ 7,054 - 725 5 h l',0 Mayer. 11,348 - 18,096 - 726 - «',0 Copernicus . . . 14,099 - 20,727 - 727 2',7 Grimaldi .... 0,933 - 24,559 . 728 35',9 Pico. 20,153 . 7,998 . 729 34', 1 Wollaston . . . 8,244 - . 11,990 • 730 34',5 Pythagoras . . . 14,289 - 2,678 - 731 32',7 Harpalus? .... 13,488 - • 5,478 - f 732 35',1 Harding . . . . 7,426 - ■ 7,097 - 733 34',6 Mayer . . ... 11,345 - 18,135 - 734 • 35',0 Copernicus . . . 14,134 - 20,770 - 735 29',0 Grimaldi .... 0,949 - 24,479 - 736 25. 4 1 * 56',5 Scheiner .... 17,806 1,876 S. f 737 5 h !',7 Campanus .... 12,930 ■ 9,800 738 0',2 Vieta A. 6,843 - 8,326 - 739 6',2 Ramsden .... 12,361 - 8,362 - 740 2',5 Vitello . . . . -• 10,495 - 9,025 • 741 0',7 Drebbel .... 10,000 - 6,037 p 742 9',5 Eichstädt .... 2,758 - 12,726 . 743 9',7 Grimaldi .... 1,096 - . 18,668 p 744 26. 6 h 42',0 Scheiner , , , . 19,998 - 1,671 p 745 36',0 Campanus .... 13,877 - 9,084 - 746 39',4 Vieta A. . . . . 8,251 - 6,7S8 - 747 65 JW 1S31. Tag. Sternzeit. Gemessener Pnnikt. Abstand vom | Rande. Abstand vom Rande. 747 Oct. 26. 6 h 36',7 Ramsden .... 13,449 0. . 7,491 s. 748 35/,6 Vitello. 11,666 7,985 749 37',4 Drebbel .... 11,583 4,872 750 m 32',2 Eichstädt .... 3,812 10,486 751 m 36',6 Grimaldi .... 1,435 16,242 752 m 42',3 Hainzel A. • • • 15.987 • 4,848 753 m 37',6 Hesiodus B. . • . 16,827 - 9,784 754 . 37',8 Euclides .... 10,567 - 16,087 755 38',2 Party A. • . . . 15,363 16,042 756 7 h 17',8 Scheiner .... 19,977 1,659 757 m 23',5 Campanus .... 13,853 9,115 758 21',2 Vieta A. 8,278 6,782 759 23', 1 Ramsden .... 13,489 7,487 760 • 23',9 Vitello. .11,692 7,983 761 . 22',7 Drebbel .... 11,624 4,858 762 • 26',3 Eichstädt .... 3,847 10,415 763 28',2 Grimaldi .... 1,485 16,215 764 • 21',0 Hainzel A. ... 15,986 4,848 765 22',7 Hesiodus B. . . . 16,808 9,853 766 • 23',0 Euclides .... 10,669 16,045 767 . 21',5 Parry A. 15,399 16,015 768 . S h 14',7 Scheiner .... 20,067 1,638 769 - 12',1 Campanus .... 13,853 9,029 770 12',0 Vieta A. 8,281 6,739 771 10',5 Ramsden .... 13,473 7,445 772 • 8',7 Vitello. 11,713 8,017 773 • 10',7 Drebbel .... 11,661 4,830 774 m 9',0 Eichstädt .... 3,898 10,394 775 5',0 Grimaldi .... 1,451 16,219 776 12',0 Hainzel A. ... 15,972 4,752 777 10'.2 Hesiodus B. . . . 16,873 9,849 77S 10',8 Euclides .... 10,637 16,053 779 11',3 Parry A. 15,386 16,019 780 27. 7 h 44',2 Parry A. , . . . 15,815 15,704 781 42',8 Euclides .... 10,752 15,274 782 44',0 Mayer. 8,803 23,828 783 m 37',9 Scheiner .... 21,697 1,800 784 m 40',0 Hesiodus B. . 17,562 9,744 785 m 40',0 Vieta A. 9,594 5,753 786 39',0 Hainzel A. . . • 17,305 4,623 787 38',0 Drebbel .... 13,089 4,181 78S 0*1 i Ol) l Phocylides . . . 16,157 1,451 789 m 42',5 Eichstädt .... 4,931 8.995 790 m S h 22',3 Parry A. 15,727 15,769 791 m 29',5 Euclides .... 10,761 15,301 792 m 28',0 Mayer. 8,843 23,S93 793 m 25',9 Scheiner .... 21,705 1,781 794 _ 29',9 Hesiodus B. . . • 17,513 9,766 795 • 30'.5 Vieta A. 9,589 5,743 796 m 28', 1 Hainzel A. . . • 17,339 4,556 797 m 29',5 Drebbel .... 13,099 4,145 798 27',3 Phocylides . . • 16,222 1,442 799 m 31',5 Eichstädt .... 4,951 8,995 800 m 9 h 15',1 Parry A. 15,751 15,799 801 8',0 Euclides .... 10,799 15,291 S02 m 10',5 Mayer ..... 8,872 23,857 803 13',0 Scheiner .... 21,616 1,711 804 7',5 Hesiodus B. . . . 17,534 9,718 805 - 10',3 Vieta A. 9,565 5,671 Anmerkungen. / i 9 Jß 806 807 80S 809 810 811 812 813 814 815 816 817 818 819 820 821 822 823 824 825 826 bis 830 831 832 833 834 835 836 837 838 839 840 841 842 843 844 845 846 847 848 849 850 851 852 853 854 855 856 857 838 839 860 861 862 863 864 865 866 66 1831. Tag. Sternzeit. Gemessener Punkt. Abstand vom Rande, Abstand vom Rande. Anmerkungen, Oct. 27. 9 h 10', 0 Hainzel A. . . . 17,312 o. 4,539 s. - 8',3 Drebbel . • • • . 13,048 4,132 - 10',2 Phocylides . . . 16,176 1,481 - 7',0 Eichstädt .... 4,947 8,885 28. 7 h 54',9 Parry A. 15,430 15,952 f - 55',0 Euclides .... 10,744 14,783 - 49',7 Scheiner .... 22,540 1,961 • 52',4 Hainzel A. . . . 18,054 4,492 - 56',9 Hesiodus B. . . . 17,729 9,748 51',3 Phocylides . . . 17,250 1,280 56',3 Drebbel. 13,950 3,684 49',7 Mayer. 8,384 23,110 8>‘ 58',5 Parry A. 15,451 15,977 52',3 Euclides .... 10,845 14,812 57',0 Scheiner .... 22,642 1,927 52',7 Hainzel A. . . . 18,120 4,543 51',5 Hesiodus B. . . . 17,905 9,784 53',8 Phocylides . . 17,328 1,251 51',4 Drebbel .... 14,050 3,730 53',2 Mayer. 8,351 23,134 ( Nov. 9. 20>* 14',1 Petavius (5 fach). . 4,845 w. 10,372 13. 221* 15 / i2 Maginus .... 27,399 5,498 13',9 Mutus. 23,238 _ 1,213 * 14',0 Maurolycus . . . 21,771 5,039 15',7 Maskelyne.... 9,188 . 16^268 15',8 Delambre .... 13,491 16,268 50',2 Maginus .... 27,355 5,485 49',5 Mutus. 23,241 1,242 49',0 Maurolycus . . . 2 i;si 8 m 4,978 51',1 Maskelyne . . . 9,177 m 16,213 52',8 Delambre .... 13^425 16,313 50',0 Cyrillus . . . . 13,756 11,723 15. 23 h 14',0 Cyrillus .... 14,796 11,085 16',5 Maskelyne . . . 10,106 • 15,651 14',5 Maurolycus . . . 23,272 - 4,439 15',0 Mutus. 24,663 • 1,071 23',0 Dollond .... 16,'900 13,242 18',5 Maginus .... 28,944 • 5,385 0 h 40',0 Cyrillus .... 14,843 _ 11,075 43',0 Maskelyne.... 10,065 15,655 39',5 Maurolycus . . . 23,187 • 4,542 39',2 Mutus. 24,731 • 1,092 44',5 Dollond .... 16,974 • 13,250 39',0 Maginus .... 29,012 • 5,297 16. 22>* 42',5 Maskelyne .... 10,533 . 15,848 41',5 Mutus. 24,930 * 0,911 t 43',7 Maurolycus . . . 23,750 4,488 46',0 Cyrillus .... 15,370 m 11,168 47',0 Dollond .... 17,554 m 13,258 23 h 12',0 Maskelyne.... 10,502 , 15,918 13',3 Mutus. 24,981 _ 0,962 10',6 Maurolycus . . . 23,792 . 4,505 8',5 Cyrillus .... 15,382 - .11,170 12',2 Dollond .... 17,575 - 13,312 0 h 13',2 Maskelyne.... 10,467 - 15,861 13',0 Mutus. 24,9S4 - 0,881 • 14',7 Maurolycus . . . 23,758 ■ 4,456 m 67 Jß 1S31. Tag. Slemzeit. Gemessener Punkt. Abstand vom Rande. Abstand vom | Rande. Anmerkungen. 867 Nov. 16. 0 h 17',0 Cyrillus .... 15,353 w. 11,184 s. 868 14';7 Dollond .... 17,558 13,356 869 37',5 Maskelyne.... 10,448 15,962 870 38', 6 Mulus . . . . . 24,983 0,942 871 36',5 Maurolycus . . . 23,775 4,465 872 36',5 Cyrillus .... 15,343 11,222 - 873 36',5 Dollond .... 1 1 ,o3o 13,392 874 Dec. 12. 22'* 9',8 Le Monnier . . . 7,336 23,691 875 9',4 Aristoteles . . . 8,568 34,219 876 9',9 Delambre .... 13,846 15,358 877 21',9 Linne . 11,956 36,257 878 14',4 Le Monnier . . . 7,373 23,6SS 879 14',4 Aristoteles . . . 8,617 34,120 880 14',9 Delambre .... 13,821 15,296 881 22',9 Linne . 11,952 26,126 882 54', l Le Monnier . . . 7,417 23,801 883 55',7 Aristoteles . . . 8,644 34,246 884 59',9 Delambre .... 13,827 15,360 8S5 56',3 Linne . 11,9S1 26,229 886 55',7 Archylas .... 11,886 35,871 887 23 u 6',0 Le Monnier . . . 7,398 23,742 888 5',8 Aristoteles . . . 8,631 34,252 889 l',0 Delambre .... 13,874 15,298 S90 2',4 Linne . 11,913 26,097 891 6',2 Archytas .... 11,875 35,860 892 32', l Le Monnier . . . 7,408 23,679 893 32',5 Aristoteles . . . 8,623 34,186 894 31',7 Delambre .... 13,828 15,309 895 31',7 Linne . 11,889 26,045 896 30',-7 Archylas .... 11,S70 35,799 897 13. l h 17',3 Linne . 12,291 26,221 898 18',5 Lpigenes H. . . 13,797 39,058 f 899 15',7 Parry A. 26,545 17,423 900 21',8 Bulliald .... 29,903 14,688 901 19',8 Linne . 12,227 26,200 902 22',8 Lpigenes H. . . . 13,849 38,996 903 17',8 Parrv A. 26,523 17,390 904 15',8 Bulliald .... 29,962 - 14,676 905 20. 7 h 5',7 Delisle. 8,489 N. 14,867 o. 906 6',3 Heraclides .... 9,535 10,869 907 10',2 Lpigenes H. . . . 17,534 1,980 908 6',0 Delisle. 8,419 14,830 909 7',3 Heraclides .... 9,555 10,850 910 8',0 Lpigenes H. . . . 17,543 1,938 911 7',9 Delisle. 8,430 14,812 912 8',0 Heraclides .... 9,562 10,840 913 9',0 Epi genes H. . . . 17,501 1,938 914 9',0 Delisle. 8,435 14,832 915 9',0 Heraclides .... 9,536 10,840 916 11',0 Lpigenes H. . . . 17,500 1,944 917 9',7 Delisle. 8,460 14,828 918 10',6 Heraclides .... 9,548 10,819 919 11',6 Epigenes H. . . • 17,525 1,935 - 9 68 B emerkungen. Die vorstehenden Messungen sind nach der Nummer des Beobachtungs-Journals aufgeführt und nur diejenigen weggelassen, die schon während der Beobachtung selbst als verfehlte erkannt und deshalb gar nicht weiter berücksichtigt wurden. Bei einigen sind die AR. nicht doppelt genommen, da eintretende Bewölkung oder andre Umstände dies verhinderten; doch sind dies kaum ’ s der Gesammtzahl. Bei den mit f bezeichneten ergab sich ein zu stark abweichendes Rechnungs- Resultat, so dafs irgend ein Versehen beim Beobachten Statt gefunden haben mufs. Diese Resultate sind im folgenden §. nicht mit aufgestellt. Zuweilen sind Punkte gemessen worden, die sich späterhin, wegen der Schwierigkeit des Wiederauffin- dens, der schlechten Begrenzung, der leichten Verwechslung und andrer Umstände als nicht geeignete zeigten. Diese nur ein oder zweimal bestimmten Punkte sind mit * bezeichnet, und die berechneten Resultate bei den Dreiecken zweiter Ordnung mit in Anwendung gebracht. Mit % sind einige Punkte aufgeführt, die gar nicht mit Sicherheit wiedergefunden wurden und deshalb auch nicht benannt werden können. Alle übrigen, bei denen nichts bemerkt ist, sind im folgenden §. mit ihren Resultaten zusammengestellt. 69 Resultate. §. 47. Maskelyne. Erster Qnadrant. Westliche Längen, nördliche Breiten. Manilius. Länge. Breite. 4 L. 29° 46' 13" 2» 13' 59" 834 29° 28' 7" 2» 21' 46" 839 29° 33' 23" 2» 16' 8" 843 29° 14' 29" 2» 22' 31" 849 29° 16' 10" 2» 21' 26« 854 29° 32' 12" 2° 53' 53» 859 29° 35' 7" 3° 5' 28" 864 29° 41' 43" 2° 54' 40" 869 29° 33' 40" 3° 7' 53" 12 29° 34' 58" 2» 31' 38" Schultert A. 539 77° 42' 38" 2° 3' 20" 545 78° 11' 32" 2» 2' 36" 551 77° 47' 59" 2» 7' 45" 557 76° 23' 16" 2» 59' 30" 564 76° 48' 28" 2° 46' 31" 571 76° 41' 31" 2» 46' 30" 6 77° 15' 51" 2» 27' 42" Anm. Die drei ersten Beobachtungen gelten für den südlichen, die drei letztem für den nördlichen Hand. Dionysius. CO 17° 8' 40" 2» 50' 55" Agrippa. 9 L. 10° 22' 13" 4» 4' 16" Taruntius. 14 46» 17' 28" 5» 46' 41" 87 46° 12' 22" 5» 47' 45» 96 46° 1' 4" 5» 48' 33" 171 46» 7' 45" 5» 40' 28" 197 46° 5' 40" 5» 58' 39" 214 45° 47' 25" 5» 35' 4» 263 45° 21' 34" 5° 18' 13" 271 45° 53' 58" 5° 25' 59" 8 45° 58' 24" 5» 40' 10" Hansen A. 172 74° 46' 9" 13» 39' 0" 193 74» 19' 32" 13» 21' 17" 211 72» 58' 31" 13» 7' 22« 264 73» 35' 6" 13° 22' 16" 268 73» 49' 8" 13° 12' 50" 401 74° 0' 1" 13» 0' 4" 418 74» 32' 34" 13» 19' 4" 7 74° 0' 8" 13» 17' 19" Le Monnicr. Länge. Breite. Länge. Breite. 124 B. 8» 46' 54" 14° 26' 48" 3 L. 29» 24' 24" 25» 47' 32" 50iV. 8» 47' 2" 14» 27' 4" 874 29° 11' 50" 26» 4' 11" 174 8» 46' 56" 14» 26' 54" 878 29» 3' 13" 26» 1' 31" 882 28° 35' 24" 26° 15' 31" 887 28° 46' 7" 26» 10' 35" Picard . 892 28» 40' 57" 26° 1' 15" 7 54» 3' 5" 14» 16' 58" 8 29° 3' 50" 25» 59' 30" 11 53° 43' 29" 14» 21' 5" 27 54» 55' 49" 14» 14' 46" Liane. 81 53» 7' 36" 14» 29' 17" 1 L. 11» 27' 22" 27» 42' 6" 95 53» 39' 45" 14» 36' 54" 877 11» 32' 49" 27» 59' 30" 169 53» 46' 16" 14» 56' 57" 8S1 11» 34' 35" 27» 54' 36" 196 53» 59' 57" 14» 32' 4" 885 11» 23' 4" 27» 54' 18" 212 53» 41' 8" 14» 13' 51" 890 11» 15' 56" 27» 58' 20" 8 53» 52' 8" 14» 27' 44" 895 11° 33' 20" 27° 58' 56" 897 11» 39' 9" 27» 25' 20" 901 11» 53' 25" 27 0 24' 39" Plinius. 11» 32' 28" 27° 47' 13" 10 L. 23° 23' 28" 1 15° 17' 20" Clcomedes. 80 55» 6' 4" • 27» 47' 57" Proclus. 265 53° 45' 53" 28» 46' 8" 6 46° 7' 26" 15» 59' 44" 273 53° 57' 44" 28° 31' 36" 10 45» 53' 15" 16° 7' 1" 332 54° 21' 51" 28» 13' 59» 26 47» 10' 58" 16° 9' 32" 402 54» 31' 12" 28» 37' 42" 76 46» 36' 1» 16» 11' 30" 406 54° 36' 12" 28» 44' 16" 82 46» 54' 30" 16» 15' 47" 422 53» 42' 36" 28» 6' 7" 94 46» 30' 27" 16» 16' 7" 7 54° 17' 25" 28» 23' 58" 170 46° 49' 33" 16» 11' 4" 198 46» 40' 24" 16» 14' 43" Posidonius A. 213 46» 1' 33" 15» 56' 41" 10 L. 29° 11' 29" 31° 33' 34" 9 46» 31' 34" 16» 9' 8" 79 29° 3' 33" 31» 56' 1" 102 28» 30' 23" 31° 36' 7" Vitruvius. 12 29» 7' 24" 31° 35' 39" 12 L. 31» 2' 59" 17° 35' 42" Aristillus. 29 30» 51' 17" 17» 41' 53" 10 L. ö © 33» 45' 27" 13 31» 2' 5" 17° 36' 10" Cassini A. 1 3° 22' 32" 40» 26' 58" Conon • 16 4» 4' 39" 40° 31' 40" 5 L. 1° 57' 18" 21° 31' 27" 24 4» 16' 33" 40° 31' 25" 181 4» 27' 53" 40° 15' 36" 207 4° 26' 33" 40° 9' 53" Römer» 222 3» 50' 47" 40» 41' 9" 8 L. 36» 22' 14" 25° 17' 30" 282 4» 14' 46" 40° 16' 53" 8 36» 7' 15" 25» 4' 11" 334 4° 16' 23" 40° 10' 26" 20 36» 3' 57" 25» 32' 54" 413 4» 38' 6" 40» 19' 5" 25 36» 21' 5" 25° 30' 11" 433 3» 50' 55" 40° 24' 14" 11 36» 19' 6" 25° 18' 51" 10 4» 8' 55" 40° 22' 44" 90 Cepheus. Hercules. Nordost-Ecke des Craters. Archytas. Länge. Breite. Länge. Breite. Länge. Breite. 89 45 u 52' 57» 41° 20' 18» 4 38° 15' 19» 46° 32' 7« 283 4° 33' 33» 58° 28' 43« 105 45° 35' 49» 41° 7' 20» 18 38° 51' 50» 46° 29' 18» 304 4° 32' 1« 57° 46' 10» 178 45° 52' 19» 4L 0 12' 11» 21 38° 58' 25» 46° 26' 30» 325 4° 2' 28» 57° 35' 54» 204 45° 51' 46" 41° 2' 22» 77 38° 39' 22» 46° 25' 51» 414 4° 14' 8« 58° 10' 30» 225 45° 23' 13» 40° 59' 14» 106 37° 57' 55» 46° 25' 12» 432 3° 33' 18» 58° 37' 56» 275 45° 38' 26» 41° 6' 37» 277 38° 4' 52» 46° 20' 29» 886 4° 16' 12« 58° 55' 8« 330 45° 35' 46» 40° 21' 51» 328 38° 20' 7» 46° 9' 15« 891 4° 16' 59» 5S° 54' 45« 350 45° 38' 31» 40° 47' 20" 410 38° 27' 18» 46° 16' 17» 896 4° 14' 43» 58° 43' 4« 407 45° 39' 48» 40° 36' 2/» 425 3/ u 55' 43» 46° 25' 17» 8 4° 13' 3» 58° 24' 1» 426 45° 28' 27» 41° 19' 43» 9 38° 23' 26» 46° 23' 22» 10 45° 39' 42» 40° 59' 20» Aristoteles C. Thaies. Struve B. 281 23° 10' 51» 57° 26' 4» 92 49° 9' 22» 62° 24' 34« 90 65° 38' 12» 43° 44' 21» 323 22° 43' 24» 56° 43' 29» 110 48° 26' 18» 61° 57' 0« 108 65° 37' 6» 43° 22' 9» 333 23° 13' 18« 56° 55' 32» 122 48° 35' 42» 61° 57' 0» 179 66° 2' 50» 43° 44' 21» 412 23° 30' 34« 57° 11' 24» 175 50° 26' 57« 61° 30' 51» 205 64° 29' 27» 43° 8'- 3» 431 23° 12' 33» 58° 5' 7» 201 49° 35' 8» 62° 5' 4»- 226 64° 21' 0» 43° 21' 55» 875 24° 21' 38» 57° 43' 48« 218 49° 39' 44« 62° 27' 55» 274 64° 14' 44» 43° 1' 29» 879 24° 21' 52» 57° 2' 47» 279 48° 43' 50« 61° 45' 26» 331 63°- 47' 54» 43° 25' 20» 883 23° 38' 35» 57° 44' 13« 405 49° 39' 38« 61° 37' 34» 408 64° 22' 52» 42° 48' 15" 888 23° 46' 2» 57° 50' 34» 428 48° 34' 45» 62° 0' 16» 424 64° 29' 51» 4o° zb 1 7" 893 23° 38' 12» 57° 37' 35» 9 49° 12' 23« 61° 58' 24« 9 r- o 43° 20' 14» 10 23° 33' 42» 57° 26' 3» Bürg. Gndymion O. Democritus. 78 27° 30' 39» 45° 23' 23» 5 54° 18' 32» 56° 23' 22» 93 32° 48' 25« 62° 24' 19« 104 27° 23' 11» 44° 54' 49» 22 55° 51' 14» 56° 25' 17« 109 33° 9' 3« 61° 56' 36« 174 28° 5' 31» 44° 57' 38» 91 54° 57' 53» 56° 49' 30» 123 33° 32' 9» 61° 43' 26« 200 27° 55' 12» 45° 7' 20» 111 55° 4' 56» 57° 5' 40« 206 33° 42' 1» 62° 8' 44« 219 26° 58' 19» 44° 45' 39» 121 53° 11' 33» 56° 9' 49« 220 33° 21' 59« 62° 22' 42« 278 27° 33' 51» 44° 56' 10» 276 53° 8' 32» 56° 13' 56« 280 33° 56' 59» 62° 13' 42« 411 27° 41' 33» 44° 47' 45» 409 54° 33' 23» 56° 17' 51» 404 34° 18' 33« 61° 52' 30« 429 27° 7' 16» 44° 44' 31» 427 53° 21' 24» 56° 22' 34» 430 33° 13' 40» 62° 24' 52» 8 27° 31' 57» 44° 57' 9» 8 54° 18' 26« 56° 28' 30» 8 33° 30' 21« 62° 8' 21» Zweiter Quadrant. Ocstliclie Längen, nördliche Breiten. Crambart A. Reiner. Bode. 142 18° 46' 56» 0° 35' 33» 41 54° 37' 39" 5° 52' 21» 8 L. 2° 30' 48« 6° 37' 54« 165 18° 34' 23» 1° 4' 25» 56 54° 41' 16» 5° 43' 24» 359 18° 41' 4» 0° 48' 55» 126 54° 31' 48« 6° 22' 45» Kepler. 383 18° 44' 3» 0° 40' 55» 149 54° 39' 44» 6° 29' 51» 40 37° 46' 39» 7° 17' S» 517 18° 29' 44» 0° 35' 25" 159 55° 5' 19« 6° 12' 42» 55 37° 45' 35» 7° 9' 33» 526 18° 31' 21» 0° 52' 44» 243 54° 51' 16» 6° 55' 26» 62 37° 26' 15« 7° 34' 40» 687 18° 29' 35» 0° 34' 10» 235 54° 35' 34« 7° 2' 30» 128 37° 33' 2» 7° 57' 9» 699 19° 9' 10» 1° 7' 53» 377 54° 43' 27« 6° 51' 5» 144 37° 29' 12» 7° 32' 19» 710 19° 20' 3i» 1° 14' 33» 355 54° 57' 54» 6° 39' 30» 162 37° 55' 20» 8° 2' 27« 9 18° 45' 12" 0° 50' 30» 339 54° 32' 51» 6° 56' 38» 237 37° 28' 47» 7° 42' 41» 10 54° 43' 41« 6° 30' 37« 246 37° 51' 58» 8° 4' 1» 342 37° 56' 57« 8° 3' 1« 357 37° 51' 6» 7° 49' 46» 381 37° 40' 25» 8° 15' 43« 11 37° 42' 18« f 7° 46' 13» 7t ölbers. Seleucus» Länge Breite Länge • Breite Länge Breite 124 77° 26' 1» 8° 0' 40» 125 65° 9' 31" 20 u 53' 35« 115 35° 16' 42« 30° 44' 4» 151 76° 49' 8» 7° 24' 20« 150 65° 44' 13» 20° 31' 55» 143 34° 20' 53» 29° 28' 42« 158 77° 40' 38« 8° 0' 56« 160 64° 40' 1" 20° 40' 30« 252 34° 14' 6« 30° 5' 33« 233 77° 19' 11» 7° 55' 16« 244 66° 37' 32« 21° 2' 42« 363 34» 24' 37« 29° 49' 7" 241 77° 56' 18« 8° 12' 30» 234 65° 58' 20» 21° 7' 58» 388 34° 19' 28» 29° 49' 56« 336 77° 57' 49» 7° 54' 58» 341 66° 25' 56« 20° 49' 7« 905 34° 53' 59» 29° 52' 45« 354 77° 43' 14» 7° 54' 47« 361 65° 15' 54« 21° 15' 46« 908 35° 10' 25» 30° 1' 12» 375 77° 27' 49« 7° 58' 40» 380 65° 54' 48» 20° 53' 48» 911 35° 9' 18« 30° 3' 19« 8 77° 32' 31« 7° 55' 16« 384 66° 28' 33» 20° 53' 52» 914 35° 7' 9« 29° 59' 58« 9 65° 48' 19« 20° 54' 21" 917 35° 2' 53» 29° 58' 52» 10 34° 47' 57« 29° 59' 20« Delisle. lü Copernicns. 6 L. | 248 364 389 725 733 782 792 802 817 825 Eratosthenes. 11° 26' 22« I 14° 26' 35« Mayer, 28° 56' 54» 29° 7' 30» 28° 58' 1» 28° 52' 19« 28° 53' 35» 28° 52' 14» 28° 45' 54» 47' 35» 25' 15» 28° 28° 28° 37' 29» 28° 49' 41« 15° 32' 12» 15° 23' 11» 15° 27' 38» 15° 22' 22" 15° 18' 26» 15° 44' 9» 16° 2' 26» 15° 54' 23» 23' 48« 16' 22» 15° 15° 58 20° 2t' 37» 8° 48' 31» Enler » 63 19° 57' 52« 8° 56' 41» 42 28° 33' 39« 22° 56' 6» 119 20° 26' 1» 9° 50' 48« 54 29° 20' 28» 23° 23' 54« 141 19° 43' 53« 9° 28' 52» 67 28° 37' 0« 22° 16' 50» 255 19° 38' 45» 9° 23' 7» 113 29° 41' 19« 22° 49' 28« 360 19° 44' 12« 9° 36' 9« 130 28° 30' 50» 22° 59' 39« 391 19° 55' 12« 9° 40' 54» 138 28° 52' 12« 22° 49' 15» 516 19° 47' 54» 9° 5' 3» 254 29° 3' 47« 23° 10' 21« 726 19° 53' 8» 9° 22' 18» 239 28° 48' 0» 22° 56' 1« 734 19° 49' 28» 9° 17' 14« 362 29° 4' 19« 23° 11' 46« 10 19° 55' 48« 9° 20' 57« 390 28° 58' 18» 23° 5' 27« 10 28° 56< 59« 22° 57' 51« Wollaston« 152 46° 31' 12» 30° 8' 43» 251 46 » ! 58' 52« 30° 18' 20« 508 46° 56' 6 ' 30° 18' 10» 521 46° 41' 42» 29° 51' 48» 691 46° 54' 13« 30° 21' 58» 702 47° 24' 47" 30° 27' 0» 713 47° 37' 17" 30° 25' 0« 721 46» 41' 9« 30° 25' 45« 729 46° 22' 50« 30° 18' 34» 9 46° 54' 14" CO O o 17' 15« Aristarchns. 15° 32' 30" 39 47° 6' 54» 22° 37' 28« 57 127 47° 46° 45' 9' 34« 28« 22° 23° 38' 8' 22« 9» liicbtenberg. 161 47° 5' 16« 23° 36' 30» 148 67° 19' 33» 31° 39' 8« 236 47° 30' 10» 23° 26' 35» 250 65° 56' 30« 31° 2' 41» 245 46° 54' 1" 23° 39' 57» 343 67° 32' 56» 31° 23' 48« 340 47° 25' 55» 23° 30' 22« 372 67° 45' 50» 31° 29' 26» 371 47° 27' 11» 23° 29' 24» 385 67° 22' 35« 31° 39' 30« 386 47° 25' 46« 23° 28' 49» 489 66° 29' 31« 31° 28' 8» 9 47° 12' 9« 23° 17' 17" 497 66° 48' 41» 31° 24' 32» 507 67° 24' 48* 31° 15' 30» 8 67° 5' 3» 31° 25' 20« Tiinocharis. 11 L. | 12° 59' 44» | 26° 42' 44« Carlini. Pytheas. liahire • 48 24° 37' 53» 33» 1' 29» 44 20° 39' 5« 19° 45' 20» 45 25° 12' 23« 26° 43' 5« 49 23° 55' 47« 32° 40' 11» 53 20° 54' 5» 20° 4' 15» 52 25° 20' 4" 26° 56' 57« 70 24» 15' 0» 33» 43' 4« 68 20° 56' 8« 19° 22' 14» 131 24° 55' 4» 27° 9' 36» 153 23° 35' 25» 33° 14' 45» 117 20° 52' 37« 20° 40' 41» 139 25° 19' 44« 27° 11' 50» 257 23° 10' 1» 33» 1' 58» 136 20° 3' 15» 19» 48' 23» 163 25° 48' 37« 27° 26' 43« 367 23° 54' 22» 33» 38' 21« 140 20° 20' 26» 20° 15' 38« 69 25° 16' 16« 27° 56' 1« 394 23° 45' 31» 33» 41' 7» 164 20° 45' 2» 20° 41' 7" 240 24° 26' 38» 27° 40' 17« 523 23° 47' 31« 33» 18' 0» 256 20° 16' 5« 20° 41' 33» 253 25° 2' 51« 27° 32' 55« 695 23° 46' 46» 33 17 32' 9« 366 20° 40' 18» 20° 32' 28« 365 24° 51' 21» 27° 1' 28» 706 24° 32' 28» 33° 44' 49» 392 20° 15' 43» 20° 28' 56» 393 25° 23' 42» 27° 25' 17« 717 24° 47' 42« 33° 34' 18« 10 20° 34' 13» 20° 14' 3« 10 25° 9' 40» 27° 18' 25« 11 24° 0' 46" 33» 22' 45« Heraclid Länge. es. Breite. Eiaplace Länge. A. Breite. Karpalu Länge. s. Breite. 696 33° 17' 57" 41° 11' 41" 50 27“ 17' 37" 43" 8' 10" 369 43" 56' 25" 52" 19/ 10" 707 33° 56' 6" 41° 2' 56" 64 26° 29' 9" 42° 41' 36" 492 43° 28' 17" 52“ 47' 53" 718 34° 17' 28" 41° 16' 16" 154 25" 43' 22" 43" 24' 38" 500 43" 51' 30" 52" 33' 36" 906 34° 9' 8" 41° 2' 15" 258 26° 9' 42" 43° 12' 51" 510 43° 17' 28" 52" 22' 19" 909 34° 5' 56" 41° 5' 10" 368 27" 7' 58" 43“ 35' 1» 522 43° 5' 3" 52" 20' 23" 912 34° 4' 14" 41° 6' 36" 396 26° 30' 55" 43" 13' 26" 694 43" 13' 9" 52° 43' 36" 915 34° 10' 45" 41° 6' 33" 491 26° 22' 4" 43" 37' 19" 705 44° 29' 0" 52" 21' 7" 918 34° 9' 49" 41° 10' 43" 499 26° 40' 48" 43° 29' 58" 716 44° 26' 50" 52" 30' 0" 8 34° 1' 25" 41" 7' 46" 512 26° 29' 58" 43° 5' 30" 723 42" 39' 16" 52“ 21' 2" 524 26° 43' 56" 43° 15' 0" 9 43° 36' 20" 52" 28' 41" 10 26" 33' 33" 43° 16' 21" Harding. 370 71° 16' 16" 43° 11' 29" Pico. Pythagoras. 387 70° 46' 44" 43“ 17' 48" 65 8° 43' 18" 45° 31' 30" 490 62° 4' 12" 63° 38' 56" 493 69° 59' 44" 43° 17' 17" 284 9° 18' 31" 45" 33' 12" 498 61" 33' 37" 63" 25' 36" 501 70° 17' 43" 42° 57' 19" 335 8° 44' 9" 45" 18' 3" 511 62" 21' 8" 62" 31' 12" 509 70° 41' 58" 42° 54' 22" 415 9° 0' 54" 45° 11' 0" 525 61" 32' 7" 62" 51' 38" 520 70° 1' 44" 42° 55' 34" 435 9° 46' 50" 45" 30' 55" 693 61" 19' 5" 63° 13' 4" 697 71° 15' 58" 43° 16' 8" 326 9° 37' 32" 45° 11' 41" 704 62" 14' 46" 62“ 42' 38" 708 72° 0' 31" 43° 10' 58" 703 9" 50' 5" 45" 27' 36" 715 62" 15' 38" 62° 54' 52" 719 72° 43' 58" 43° 7' 34" 714 9° 56' 31" 45" 46' 55» 722 61° 20' 19" 63" 8' 46" 724 70° 14' 14" 43° 14' 40" 720 8° 46' 29" 45° 35' 46" 730 59" 49' 55" 63" 6' 5S" 732 70° 14' 57" 43° 12' 19" 728 8° 20' 56" 45" 34' 31" 61" 36' 45" 63" 3' 44" 11 70° 52' 10" 43" 8' 41« 10 9° 12' 31" 45" 28' 7" Ppigcnes H. 416 10" 2' 7" 67" 43' 53" 434 10" 55' 52" 68° 1' 42" 898 10" 22' 0" 68° 10' 57" 902 10° 44' 0" 67° 37' 30" 4 10° 31' 0" 67" 53' 30" Kandsherg. 146 26" 31' 1" 0° 58' 38" 238 26° 18' 5" 0" 27' 30" 247 26° 30' 29» 0" 23' 30" 358 26° 43' 36" 0° 37' 54« 382 26° 0' 25" 0" 19' 47" 518 26" 21' 50" 0° 56' 18" 527 26° 11' 48" 0" 13' 12" 686 26" 41' 23" 0" 47' 21« 698 27° 16' 21" 0" 5' 24" 709 27" 3' 4" 0" 8' 54" 10 26" 33' 49» 0" 29' 51" Dritter Quadrant. Oestliche Längen, südliche Breiten. La Lande. 6 L . j 8° 44' 23" | 4° 20' 3" Flamsteed. 452 44" 22' 43" 4" 4' 55" 461 44" 9' 39" 3" 59' 22" 486 44° 7' 47" 4° 52' 53" 494 44" 10' 9" 4" 53' 52" 503 43" 57' 37" 4“ 42' 46" 513 43° 59' 9" 5° 15' 44" 529 44° 16' 49" 4° 28' 33" 688 43° 56' 22" 4° 38' 22" 700 44° 26' 58" 4° 8' 3" 711 44° 34' 7" 4° 3' 34" 10 44° 12' 8" 4° 30' 48" Crrimaldi A. 514 70“ 51' 6" 5° 42' 7" 690 71" 9' 18" 5° 14' 8" 701 71° 23' 50" 40 42' 42" 712 71° 30' 19" 4" 41' 0" 727 70° 45' 37" 5° 48' 45" 735 70° 31' 37" 5" 13' 16" 743 70" 33' 2" 4“ 23' 12" 751 70° 48' 51" 4" 31' 58" 763 70° 28' 8" 40 27' 2" 775 70° 52' 10" 4° 20' 16"* 10 70" 53' 28" 40 54' 27" Herschel. Berschel. I Länge. J Breite. 6 L. | 2° 9' 7" | 5“ 37' 6" Euclides. 754 29° 23' 56" 7° 8' 2" 766 29° 11' 25" 7° 18' 44" 778 29° 22' 3" 7° 18' 29" 781 29° 14' 20" 7° 13' 21" 791 29° 19' 55" 7° 7' 6" 801 29° 16' 40" 7° 6' 44" 81t 29° 18' 21" 7° 10' 37" 819 28° 59' 34" 6° 59' 34" 8 29 u 15' 47" 7° 10' 21" Parry A. 755 15° 37' 59" 9° 13' 44" 767 15° 37' 59" 9° 17' 13" 779 15° 47' 10" 9° 14' 24" 7 SO 15° 49' 52" 9° 4L' 41" 790 15° 45' 44" 9° 45' 6" 800 15° 20' 53" 9° 20' 10" 899 15° 38' 49" 9° 5' 32" 903 15° 38' 53" 9° 0' 0" 8 15° 39' 40" 9 U 19' 44" Alplions. 441 3° IS' 50" 13° 17' 18" 5S2 3° 24' 15" 12° 50' 36" 588 3° 18' 49" 12° 55' 22" 597 2° 55' 14" 12° 47' 42" 610 3° 2' 21" 12° 37' 38" 623 2° 51' 38" 12° 56' 33" ' 637 3° 3' 7" 12° 56' 6" 646 3° 26' 34" 13° 11' 24" 652 3° 49' 22" 13° 21' 32" 9 3° 14' 28" 12° 59' 21" Billy. 242 50° 7' 28» 13° 53' 13" 338 50° 6' 13" 13° 48' 14" 353 49° 48' 51" 14° 2' 59" 376 50° 0' 32" 13° 50' 36" 448 50° 5' 20" 14° 5' 44" 457 49° 53' 31" 13° 41' 40" 487 49° 45' 40" 14° 15' 8" 495 49° 53' 44" 14° 20' 16" 8 49° 57' 40" 13° 59' 45" 440 473 581 587 596 609 622 638 647 653 657 661 Crüger, Länge. Breite. 249 67° 7' 24" 16° 43' 55" 337 66° 49' 51" 17° 0' 3" 352 66° 53' 0" 16° 43' 50" 374 66° 25' 38" 16° 47' 34" 449 66° 44' 29" 16° 23' 48" 45S 66° 35' 11« 16° 16' 1" 488 66° 28' 2" 17° 7' 29" 496 66° 43' 44" 17° 7' 55" 531 66° 15' 0" 16° 39' 57" 9 66° 40' 15" 16° 45' 37" Gassendi A. 345 39° 43' 42" 17“ 3' 32" 356 39“ 10' 13" 17“ 29' 37" 378 39° 26' 15" 17“ 22' 2" 451 39“ 33' 9" 16“ 47' 22" 460 39“ 38' 8" 16° 40' 47" 528 39“ 37' 20" 17° 20' 22" 665 39“ 26' 44" 16° 30' 51" 673 39° 39' 54" 16° 40' 30" 681 39“ 29' 11" 16“ 26' 55" 9 39° 31' 37" 16“ 55' 40" Biillinldus. 34S 22° 26' 14" 20“ 47' 29" 456 22“ 10' 42' 20“ 21' 6 ' 465 22“ 4' 59" 20“ 2' 34" 533 22° 34' 50" 20“ 44' 34" 669 21° 55' 30" 19“ 57' 52" 677 21“ 58' 37" 20° 13' 37" 685 21“ 52' 3" 20“ 2' 22" 900 21“ öl' 42" 20° 49' 13" 904 22° 1' 0" 20° 54' 34" 9 22“ 6' 11" 20“ 25' 56" Thebit A. 12 5“ 24*' 14" 5° 32' 38" 5° 46' 30" 5° 30' 58" 5° 25' 7" 5° 43' 51" 5° 51' 46" 5° 45' 34" 5° 28' 22" 6° 3' 37" 6° 22' 36" 6° 30' 8" 5° 47' 8" 21 ° 21 ° 21° 15' 21° 15' 20 ° 21 ° 21 ° 7' 51" 1' 36" 9" 7" 20° 57' 46" 7' 9" 1' 53" 21° 23' 45" 21* 5' 5" 21° 53' 37" 21° 40' 11" 21° 41' 40" 21° 17' 34" Eichstädt. j Länge. Breite. 742 70“ 46' 7" 20“ 18' 33" 750 71“ 49' 52" 20“ 55' 37" 762 71“. 3' 27" 20“ 47' 45" 774 71“ 17' 23" 20° 49' 15" 789 69“ 7' 0" 20“ 19' 55" 799 69“ 2' 19" 20° 12' 57" S09 70“ 6' 16" 20“ 14' 44" 7 70“ 27' 9" 20“ 31' 15" Eichstädt B. 662 76° 47' 12" 21“ 34' 31" 670 77“ 19' 35" 2t“ 39' 40" 678 77“ 44' 33" 21“ 42' 53" 3 77“ 17' 7" 21“ 39' 1" Byrglus A. 344 63“ 43' 37" 24° 54' 0" 351 64° 26' 30" 24“ 22' 93// 373 63“ 34' 27" 25° 12' 57" 450 63“ 54' 30" 24° 10' 0" 459 63“ 40' 6" 24“ 24' 26" 530 63° 4' 54" 24° 38' 58" 663 63“ 13' 25" 23° 45' 7" 671 62“ 51' 46" 23“ 45' 21" 679 62“ 57' 7" 23° 40' 42" 689 63“ 34' 27" 24“ 53' 9" 10 63“ 30' 5" 24“ 22' 43" Hesiodus B. 753 17° 7' 59" 27° 5' 5" 765 17° 14' 51" 26“ 50' 38" 777 17“ 18' 57" 26“ 58' 56" 784 16° 37' 35" 26° 50' 16" 794 16“ 52' 40" 26“ 42' 50" S04 17“ p 12// 26“ 50' 54" 814 17° 5' 44" 26° 40' 8" 822 16“ 37' 43" 26“ 44' 42" 8 16“ 59' 35" 26“ 50' 26" Campanus. 349 27“ 52' 21" 27“ 48' 28" 455 27“ 26' 20" 27“ 46' 38" 464 27° 29' 46" 27“ 29' 10" 536 27“ 20' 8" 28" 0' 48" 668 27° 22' 15" 27° 3' 54" 676 27“ 22' 17" 27° 17' 58" 684 27“ 27' 56" 27“ 9' 24" 737 27“ 18' 14" 27“ 49' 44" 745 27° 13' 42" 27“ 50' 45" 757 27° 25' 18" 27“ 41' 8» 769 27“ 39' 1" 27“ 47' 15" 11 27“ 27' 1" 27“ 36' 50" 10 74 Vitello. Drebbel. jängf Breite Läng« Breite | Länge. Breite • 346 37 u 35' 36" 30° 25' 14" 538 48° 14' 36" 40° 57' 12" 579 7° 47' 45" 50° 7' 1" 453 37° 11' 50" 30° 2' 29" 741 48° 37' 45" 40° 37' 54" 585 7° 54' 10" 49° 40' 14" 462 37° 1' 33" 29° 45' 14" 749 48° 36' 45" 40° 47' 30" 594 6° 28' 19" 49° 23' 46" 534 36° 34' 38" 30° 17' 24" 761 48° 31' 2" 40° 50' 54" 607 6° 30' 51" 50° 1' 37" 666 36° 51' 39" 29° 30' 42" 773 48° 46' 9" 40° 46' 49" 620 6° 49' 12" 49° 52' 5" 674 37° 33' 17" 29° 51' 52" 787 47° 25' 27" 40° 43' 16" 639 6° 47' 31" 49° 28' 2" 682 36° 52' 39" 29° 29' 36" 797 47° 44' 37" 40° 46' 39" 648 6° 33' 30" 49° 33' 51" 740 37° 16' 58" 30° 11' 14" 807 48° 11' 27" 40° 42' 15" 831 7° 52' 3" 50° 17' 6" 748 37° 5' 2" 30° 14' 55" 816 48° 17' 0" 40° 52' 48» 836 7° 34' 22" 50° 33' 20" 760 37° 10' 14" 30° 13' 6" 824 47° 41' 38" 40° 48' 12" 847 6° 50' 2" 50° 2' 11" 772 37° 8' 25" 30° 2' 57" 10 48° 12' 39" 40° 47' 21" 853 6° 56' 25" 50° 30' 40" 11 37° 8' 26" 30° 0' 26" 11 7° 5' 50" 49 u 57' 17" Hell. 439 8° 24' 26" 31° 59' 0" Clavius C. 472 8° 18' 29" 31° 45' 21" j. ycuu • 291 14° 46' 55" 57° 7' 33" 578 8° 39' 17" 31° 48' 51" 292 12° 27' 38" 42° 45' 20" 314 15° 41' 38" 57° 33' 7" 584 8° 38' 54" 32° 0' 41" 438 12° 7' 16" 43° 7' 36" 470 15° 0' 35" 56° 59' 31" 595 7° 48' 27" 31° 44' 25" 469 11° 47' 22" 42° 4L' 40" 479 14° 27' 16" 57° 39' 9" 608 7° 54' 20" 31° 57' 56" 478 11° 49' 45" 43° 13' 12" 485 13° 57' 14" 57° 20' 28" 621 8° 10' 18" 32° 6' 1" 484 11° 45' 10» 43° 15' 46" 592 14° 42' 43" 57° 17' 4" 640 8° 27' 57" 32° 12' 0" 315 12° 26' 11" 43° 1' 2" 605 14° 20' 24" 57° 13' 9" 649 8° 36' 59" 32° 16' 39" 591 11° 18' 56" 42° 22' 35" 618 14° 26' 41" 57° 4' 11" 9 8° 19' 54" 31° 58' 59" 604 11° 29' 5" 42° 37' 44" 8 14° 40' 26" 57° 16' 47" 617 11° 40' 23" 42° 45' 57" Hains den. 9 11° 52' 25" 42° 52' 19" 347 32° 15' 13" 32° 47' 55" Sclieiner. 454 31° 32' 24» 32° 26' 2" 537 26° 28' 51" 59° 59' 36" 463 31° 25' 43" 32° 15' 53" 744 26° 51' 35" 59° 57' 22" 535 31° 23' 30" 32° 41' 15" 756 27° 18' 33" 60° 0' 14" 667 31° 41' 26" 32° 5' 45" Hammel 768 27° 19' 59" 60° 7' 29" 675 31° 39' 34" 32° 14' 9" 752 29° 41' 55" 42° 43' 8" 783 25° 51' 57" 59° 42' 38" 683 31° 42' 7" 32° 9' 0" 764 29° 36' 59" 42° 50' 39" 793 25° 45' 47" 59° 55' 16" 739 31° 24' 23" 32° 19' 52" 776 30° 10' 22" 43° 7' 52" 803 26° 55' 36" 60° 9' 6" 747 31° 45' 2" 32° 34' 36" 786 28° 48' 22" 42° 50' 56" 812 26° 24' 21" 59° 48' 30" 759 31° 46' 16» 32° 32' 54" 796 29° 16' 2" 43° 4' 26" 820 26° 29' 17" 60° 5' 45" 771 32° 4' 32" 32° 36' 38" 806 29° 25' 38" 43° 4' 40" 9 26° 36' 13" 59° 58' 26" 11 31 u 41' 55" 32° 25' 48" 813 29° 16' 38" 43° 3' 56" 821 29° 1' 56" 42° 59' 52" Viet» A t. 8 29 u 24' 45" 42° 59' 26" Moretus. 664 56° 24' 27" 32° 5' 36" 313 7° 38' 53" 70° 11' 35" 672 56° 46' 11" 32° 28' 41" 436 6° 52' 41" 70° 20' 3" 680 56° 44' 13" 32° 1' 26" 471 6° 35' 39" 69° 19' 28" 738 746 57° 57° 15' 11' 29" 23" 32° 33° 54' 0' 45" 23." Phocylides JE. 477 483 6° 5° 2' 54' 48" 5" 70° 69° 11' 39' 12" 49" 758 57° 8' 55" 32° 55' 32" 7S8 55° 49' 54" 54° 44' 31" 580 8° 25' 3" 69° 38' 2" 770 57° 31' 43" 32° 57' 38" 79S 55° 44' 43" 54° 46' 46" 586 8° 46' 3" 69° 48' 12" 785 56° 1' 27" 32° 49' 0" 808 56° 4' 3" 54° 35' 54" 593 6° 59' 28" 69° 29' 7" 795 56° 14' 8" 32° 45' 22" 815 55° 2' 20" 54° 16' 55" 606 6° 58' 3" 69° 17' 2" 805 56° 55' 58" 32° 53' 34" 823 55° 11' 55" 54° 30' 24" 619 6° 53' 36" 69° 49' 39" 10 56 u 49' 40" 32° 40' 50" 5 55° 34' 35" 54° 34' 48" 10 7° 8' 38" 69° 45' 25" Maginus. »5 Censorinus. Vierter Quadrant. Westliche Längen, südliche Breiten. Iiapeyrouse A. Länge. Breite. 28 32° 28' 59" 0 U 24' 28" 88 32° 22' 29" 0° 2' 42" 272 32* 10' 46» 0° 28' 50" 403 32° 30' 54" 0° 38' 10" 423 32° 14' 28» 0 U 38' 43" 5 32 u 21' 31" 0 U 26' 35" Delambre. 3 L . 17° 28' 50" 2° 0' 45" 835 16° 48' 14" 1° 44' 15" 840 16° 44' 29" 1° 37' 30" 876 17° 22' 50" 1° 30' 27" 880 17 0 31' 30" 1° 46' 53" 884 17° 13' 21" 1° 37' 46" 880 17° 12' 35" 1° 49' 20" 801 17° 12' 10" 1« 44' 21" 10 - 1 C c. C£ l u 47' 17" Messier. 30 46° 53' 55" 1° 59' 16" 75 47° 7' 15" 1° 45' 20" 86 47° 5' 16" 1° 40' 31" 09 46° 50' 20" 1° 47' 7" 168 47° 12' 51" 1° 45' 33" 105 47° 24' 21" 1° 36' 18" 262 46° 41' 1" 2° 15' 53" 270 47° 9' 22" 1° 59' 34" 307 47° 6' 0" 2° 34' 34" 308 47° 34' 42" 2° 13' 48» 420 47° 36' 11" 2° 10' 0" 11 47° 9' 12" 1° 58' 55" Capelia. 10 L . 34° 48' 14" 7° 32' 41" Iinngrcnus. 74 61° 20' 0" 8° 11' 32" 83 60° 45' 5" 8° 20' 5" 100 60° 29' 0" 7° 57' 3" 166 60° 51' 36" 8° 20' 51" 101 60° 24' 8" 8° 13' 20" 228 60° 20' 30" 8° 12' 33" 260 59° 54' 25" 8 U 32' 46" 267 60° 7' 58" 8° 37' 25" 390 60° 33' 34" 8° 36' 50" 419 60° 55' 18" 8° 42' 29" 10 60° 34' 9" 8 Ü 22' 29" Blot. Länge Breite Länge Breite - 101 74° 23' 40" 0° 3' 44" 230 50° 41' 34" •>9 4 / 4 « 10° 2' 3" 558 58° 17' 45" 24° 873 13° 58' 2" 9° 56' 39" 565 58° 28' 39" 24° 9 14° 11' 53" 10° 14' 59" 572 58° 38' 9" 24° 826 Tlicophilus. bis 59° 25' 20" 24° 10 L . 26° IS' 16" 11° 21' 3" 830 Albntcgnius. 14' 56" 57' 54" 36' 30" 24' 3" 38' 52" 44' 58" 44' 4" 21' 56" 35' 28" 42' 5" 5' 26" 13' 26" 0 ' 0 " 11 | 50° 15' 48" | 24° 38' 51" 1 L . 3° 58' 13" 11° 21' 20" Werner. Cyrillus. 442 2° 54' 27" 27° 59' 54" 841 22° 18' 27" 13° 51' 36" 583 2° 32' 50» 27° 39' 14" 842 22« 44' 2" 13° 41' 19" 589 2° 4t' 14" 27° 48' 4 l >" 848 22° 31' 55" 13° 47' 59" 598 3° 34' 48" 27° 39' 42" 857 22° 52' 23" 13° 18' 15" 611 3° 13' 56" 27° 39' 38" 862 22° 49' 4" 13° 19' 48" 624 3° 6' 17" 27° 35' 10" 867 22° 18' 20" 13° 18' 45" 634 2° 56' 23" 27 0 54' 6" 872 22° 45' 10" 13° 13' 41" 643 2° 45' 29' 27 0 49' 20" 7 22° 4t' 20" 13° 30' 3" 8 2° 58' 10" 27 0 45' 42" 10 96 Piccolomini. Länge. Breite. 444 31° 55' 51» 28° 54» 54» 474 31° 37' 11» 29° 11' 48» 480 31° 41' 30» 29° 10' 54» 542 31° 42' 32» 29° 24' 22« 548 31° 43' 55» 29° 24' 0» 554 31° 15' 45» 29° 16' 48» 559 30° 57' 47» 28° 56' 20» 566 31° 24' 42» 29° 5' 48» 573 31° 25' 57» 29° 9' 22» 590 31° 43' 45» 29° 23' 13» 603 31° 55' 54» 29° 7' 24» 616 31° 42' 31» 29° 4' 11» 12 31° 35' 22» 29° 10' 50» üindenau. 312 24° 22' 12» 32° 19' 22» 443 24° 39' 39» 31“ 46' 40» 543 24° 37' 17» 32° 26' 56» 549 24° 32' 43» ' 32° 3' 44» 555 24° 17' 32» 31° 50' 41» 561 24° 16' 24» 31° 37' S» 568 24° 22' 11» 31° 26' 1» 575 24° 19' 12» 31° 33' 11» 601 24° 46' 10» 31° 52' 1» 614 24° 40' 33» 31° 44' 0» 627 24° 30' 49» 31° 53' 27» 11 24° 29' 31» 31° 52' 6« Furnerius A. Länge. Breite. Vcga A. Länge. Breite. 232 69° 42' 13» 44° 56' 8» 290 68° 24' 7» 44° 58' 52» 310 69° ii' 11'' 45° 23' 42» 445 69° 32' 0» 44° 57' 55» 468 68° 24' 47» 44° 48' 4S» 475 68° 11' 22» 45° 22' 45» 481 68° 36' 59» 44° 36' 40» 631 67° 49' 29» 44° 30' 2» 8 68° 44' 0» 44° 56' 54» Pitlscus. 562 29° 15' 0» 49° 42' 30» 569 29° 9' 13» 49° 43' 12« 576 29° 0' 49» 49° 42' 8» 599 29° 56' 39» 50° 0' 8« 612 29° 36' 52» 49° 50' 38« 625 29° 47' 4" 49“ 46' 0» 633 29° 59' 20» 50° 31' 23« 642 29° 37' 34« 50° 33' 44» 8 29° 32' 49» 49° 58' 43» 231 289 309 446 467 476 4S2 651 655 9 541 547 553 563 570 577 602 615 628 58° 54' 55» 57° 39' 18» 57° 37' 49» 58° 25' 15» 57° 29' 5» 58° 38' 45» 57° 49' 30» 57° 5' 10» 57° 7' 5« 33° 25' 16» 33° 15' 25» 33° 24' 0» 32° 58' 30» 32° 12' 56» 32° 54' 53» 32° 43' 9» 33° 33' 2» 33° 26' 45» 57° 51' 52» 33° 6' 4» Fabricius. 41° 17' 33» 41° 9' 9» 40° 36' 44» 40° 21' 31» 20' 56» 19' 41» 41° 31' 20» 40° 39' 41» 40° 37' 30» 40° 40° 40" 46' 0» 42° 30' 0» 42° 24' 47» 42° 31' 4» 1' 38» 3' 20» 8' 44» 41° 57' 40» 41° 42' 40» 52' 6» 42° 42° 42° 41° 42° 8' ü» Maurolycus. 636 13“ 8' 7» 43° 33' 5S« Mutus 645 12° 54' 14« 43° 20' 17» 635 28° 56' 8« 63° 1' 34» 833 12° 44' 32' 43° 17' 28« 644 28° 55' 58» 63° 16' 54» 838 12° 48' 57« 43° 41' 24» 832 28° 2' 55» 63° 42' 51« 844 13° 55' 27« 43° 58' 59« 837 27° 58' 47" 63° 33' 33» 850 13° 48' 34» 43° 27' 21" 845 29° 8' 23« 62° 58' 17« 856 14° 26' 28« 43° 9' 8" 851 28° 31' 25» 63° 2' 43» S61 14° 21' 25» 43° 5' 47« 860 30° 52' 59» 62° 44' 1» 866 14° 21' 56« 43“ IS' 42« 865 30° 50' 15» 62° 42' 48» 871 14° 18' 13» 43° 0' 13« S70 30° 59' 44» 62° 52' 0« 10 13° 40' 47« 43" 23' 20» 9 29° 21' 50» 63° 6' 5« Bemerkungen. Unter den vorstellend verzeiclmeten Resultaten sind aus Lohrmann’s Mondtopograpliie diejenigen unverändert angesetzt, welche sich wenigstens auf fünf Messungen gründen. Bei Eralosthenes und Römer sind indefs einige, die sich zu weit vom Mittel entfernen, ausgeschlossen, und den Punkten Römer, Vitruvius und Posidonius einige von unsern Messungen hinzugefügt. — Die Punkte Maskelyne, Le Monnier, Dollond, Delambre und Linne, welche Lohrmann auf weniger als fünf Messungen basirt hat, sind von uns ergänzt worden. Beim Manilius ist aus Bouvards und JYicollet s Messungen das Mittel genommen worden. Dieser Punkt dürfte wohl unter allen vorstehend aufgeführten am schärfsten bestimmt sein. Diese Resultate Lohrmann's , Bouvard’s und JSicollct’s sind resp. mit L, B, N bezeichnet; die Vorgesetzte Zahl ist die der einzelnen Messungen. 9 ? §. 48. Die vorstehend nach Länge und Breite bestimmten Punkte sind so über die Mondfläche vertheilt, dafs von den sie verbindenden Linien nur wenige über i des Mondradius in orthographischer Projeclion betragen. Sie bilden 176 Dreiecke, deren Seiten und Winkel sich auf folgende Weise leicht ermitteln lassen: Man lege (Fig. 14.) eine Abscissenlinie durch die wahre Mondmitte M und die Pole, und gründe auf sie ein rechtwinklichtes, vom Mittelpunkte ausgehendes Coordinatensystem, bezeichne nördliche und westliche Lagen durch -j-, die entgegengesetzten durch —, so hat man für die Abscissse X und die Ordinate Y des Fixpunktes P, dessen Breite ß und Länge A, X = sin ,3 Y = sin A cos ß. Sind X' und Y ; die Coordinaten eines zweiten Fixpunktes P y , den eine Linie mit dem ersten verbindet, so ergiebt sich die Neigung

von der wahren abzieht, und b', wenn man die Mondbreite mit 1,288 multiplicirt und die Parallaxe, die der Mond im Meridian hat, hinzufügt. Doch auch so können die scheinbaren Distanzen der Fixpunkte nicht der Gröfse 1 genau proportional sein. Die Mittelgegenden des Mondes sind uns näher als die Randlandschaften, und hierzu kommt noch, dafs die letztem, vom Beobachtungspunkte aus gesehen, eine etwas stärkere Verkürzung erleiden als in der wahren orthographischen Projektion (was bei den obigen Rechnungen §. 44. die Einführung des Winkels i[j nöthig machte). Wollte man daher die gemessenen Distanzen blos nach dem bekannten Werthe einer Mikro in eterwendung und dem jedesmaligen scheinbaren Mondradius in die Karte eintragen, so würden sie der erreichbaren Genauigkeit ermangeln und eben so würde es der Berechnung an denjenigen Daten fehlen, welche sie der Strenge nach fordern mufs. Deshalb ward jedesmal zuerst eine Dreiecksseite gemessen, und sodann, von einem ihrer Endpunkte A aus, diejenigen Punkte zweiter Ordnung, welche nahe um diese Seite herum lagen und sich zu Haltpunkten eigneten. Sämmtliche Distanzenmessungen wurden (durch Verschiebung des beweglichen Mikrometerfadens auf die entgegengesetzte Seite des festen) repetirt, und hierauf am Positionskreise die Richtungen ermittelt, in welchen sowohl der andre Endpunkt als jeder der gemessenen Punkte von A aus lagen. Die Berechnung dieser Punkte geschah nach folgenden einfachen Formeln: Es sei (Fig. 15.) AB die gemessene Dreiecksseite; 1 ihre §. 50. aufgeführte Länge in Theilen des Mondhalbmessers, m ihre gemessene in Mikrometerwendungen, C der gemessene Punkt zweiter Ordnung, 9 der Winkel welchen AB mit der Abscissenlinie, und der welchen AC mit AB bildet, endlich AG durch Messung = in' gefunden worden, so ist, in Theilen des Mondhalbmcssers, AC = 86 Man zerfalle AC in die Coordinaten « und o, so ist « = AC. cos (9 — i!>) und o = AC. sin (9 — i[>); folglich, wenn X und Y die Coordinaten des Punktes A, oJ und o' die des Punktes C sind; = X -f- « und o< 2 = Y -j- o; und endlich hat man für die Länge H und Breite ß 1 des Punktes C sin ß' s= a> sin >J = o' sec ß 1 . r .„ v FÜ f. di ° Zeichnun S (welche, der gegenseitigen ControIIe wegen, unabhängig von der Berechnung ausgc- fuhrt ist) diente ein Proportionalmafsstab, auf weichem zunächst aus 1 und in diejenige Linie ermittelt ward deren Thcilung beiden Gröfsen entsprach, von welcher sodann die Distanzen der einzelnen Punkte abgenommen und an die (vermittelst eines Minuten-Transporteurs) bestimmten Winkelschenkel aufgetragen wurden. Indefs gewährt diese Methode nur dann hinreichende Bequemlichkeit und Genauigkeit, wenn die Winkel klein odei doch die Distanzen AC sehr kurz sind, und es bleiben besonders im Innern der gröfsern Dreiecke, noch weite Flachenraume übrig, in denen die Zeichnung der Anhaltpunktc bedarf. Diese wurden von zwei Fixpunkten wo möglich der ersten Ordnung aus entweder durch Distanzen oder Positionswinkel bestimmt jeder zeit aber, aus obigen Gründen, die Distanzen oder Positionswinkel der Fixpunkte selbst mitgemessen Da die Berechnung dieser Punkte nur die Auflösung eines einfachen ebenen Dreiecks erfordert, so kann sie hier über gangen werden. Indefs setzen alle Messungen, die man nachher berechnen will, voraus dafs die bestimmten Punkte sich hinreichend individualisiren, um nach mehreren Wochen und Monaten mit Sicherheit wiedergefunden werden zu können. Dieser Bedingung läfst sich aber in vielen Randgegenden, wenn man keine gute Karte zum Grunde legen kann, nicht Genüge leisten, es ist daher zuweilen nöthig gewesen, die vermessenen Punkte nebst ihrem Detail noch in derselben Nacht zu zeichnen. Da nun aber die Berechnungen, selbst in der möglichst bequemen Form, doch immer mehr Zeit erfordern als in diesem Falle gegeben ist, so konnte hier nur das graphische Auf tragen, wie es oben angegeben, Statt linden. Für solche Gegenden ward aber dann die Zeit abgewartet wo der Mond in mittlerer Libration sich befand. 0 ’ Dies ereignet sich aber nicht häufig. Die Libration der Länge wird (Nebenumstände abgerechnet) um die Zeit des Perigäi und Apogäi = Null, die der Breite zur Zeit des fl oder n Es mufs demnach eine der Apsiden mit einem der Knoten zusammenfallen, was wegen des geringen Unterschiedes ihrer Perioden nur etwa alle 3 Jahre, dann aber mehreremale nacheinander in Zwischenräumen von 14 Tagen geschieht! Die beiden Zeitpunkte, wo die Librationen Null werden, sind natürlich nur Momente, deren genaues Zusammenfallen nie zu erwarten ist. Beträgt indefs die Resultante beider Librationen nicht über 1°, so findet keine, nach unserm angenommenen Mafsstab noch merkliche Verschiebung der Formen oder Veränderung der relativen Distanzen Statt, und solche Nächte fanden sich in der letzten Hälfte des Jahres 1832, wo ihre Anzahl 13 betruo- im Anfänge des Jahres 1835. § ’ Wle In den Monaten, wo die Perigäen mit den aufsteigenden Knoten zusammenfallen, haben die beiden Librationen stets entgegengesetzte Zeichen; fallen hingegen die Apogäen auf den Q so haben sie gleiche. Hieraus folgt, dafs man um die Zeit, wo die Perioden der Knoten mit denen der Apsiden congruiren, nur im ersten und dritten Quadranten messen und zeichnen kann, wenn die Perigäen, hingegen im zweiten und vierten, wenn die Apogäen mit dem fl zusammenfallcn. §. 54. Wir haben die Punkte zweiter Ordnung auf der Karte durch Initialbuchstaben hinreichend hervorgehoben und werden ihre Längen und Breiten weiter unten bei der detaillirtcn Beschreibung im topographischen Thcilc folgen lassen. Deshalb halten wir es für unnöthig, liier in ein so specielles Detail einzugehen als für die Punkte erster Ordnung, was bei ihrer grofsen Anzahl nur zur Anschwellung des Werkes ohne erheblichen Nutzen führen Würde; und wir begnügen uns daher, ein Messungs- und Rechnungsbeispiel folgen zu lassen. @9 1S32. Februar 19. 15>‘ 45 — 16'* 15' MZ. Position. Distanz. Bürg Cassini . . . 36,061 23,900 1. - Crater . . . , 35,173 24,804 2. . Crater . . . . 33,745 26,311 3. - Crater N. bei Eudoxus . 163° 8' 32,676 27,377 4. - Crater . . . , 31,914 28,056 5. - Crater. . . . 30,982 29,037. Die Distanz-Messungen sind alle in der Hauptlinie Bürg—Cassini i genommen. Hieraus ergeben sich: , 4> Curtirte Distanz. Wahre Distanz. Bürg Cassini 6,080 6,080 1. — 1° 48' 5,184 5,187 2. — 3« 31' 3,717 3,724 3. — 14° 39' 2,649 2,739 4. — 16° 27' 1,935 2,017 5. + 19° 5' 0,972 1,029 Nach §. 49. finden sich für Bürg: X = +0,70651; Y = -}- 0,32714 für Cassini: X' = —J— 0,64784; Y' = + 0,05512 und hieraus für die Linie Bürg Cassini: 1 — 0,27819; cp = 77° 49',7 östlich. 1. 2. 1 * 4. 5. 9. 77° 49',7 log 1. 9.44434n log .. 0.78390 log —. 8.66044n 8.66044n 8.66044n 8.66044« 8.66044« log m'. 0.71500 0.57101 0.43727 0.30363 04)1242 log AC. 9.37544n 9.23145« 9.0977 ln 8.96407« 8.67286n 79 37,7 81 20,7 92 28,7 94 16,7 58 45,7 log sin (cp—. . . 9.99284 9.99502 9.99959 9.99S79 9.93197 log cos (cp—ip) . . • 9.25530 9.17750 8.635S0n 8.87269n 9.71482 log AC sin (cp—■»}>) . • 9.36828n 9.22647n 9.09730n 8.96286n 9.60483n log AC cos (9—•*!<) . • 8.63074n 8.40895n 7.73351 7.83676 8.38768« .. — 0,23350 — 0,16845 — 0,12520 — 0,09180 — 0,04026 .. — 0,04273 — 0,02564 + 0,00541 + 0,006S7 — 0,02442 Abscisse = a' . . . . + 0,66378 + 0,68087 + 0,71192 4- 0,71338 + 0,68209 Ordinate = 0' . . . . -j- 0,09364 + 0,15S69 4- 0,20194 4- 0,23534 4- 0,28688 log sin ß . 9.82202 9.83306 9.85243 9.85332 9.83384 ß . ± 42° 55' + 45» 23' + 45° 31' + 43° 0» 8.97146 9.20055 9.30522 9.37170 9.45770 log cos ß . 9.87386 9.86474 9.84650 9.84557 9.86409 log sin A. 9.09760 9.33581 9.45872 9.52613 9.59361 A. , + 7» 12' + 12° 31' + 16° 43' + 19° 37' + 23° 6 t 88 Messungen von Durchmessern der Crater und Itinggebirge, §. 55. Die oft sehr strenge Krcisform dieser Mondgebilde macht besonders bei denjenigen, welche einen nur mäfsig breiten Hauptrücken rings herum entschieden hervortreten lassen, eine verhällnifsinäfsig sehr genaue Bestimmung ihres Durchmessers möglich, und da es iiberdiefs für das physikalische Studium unsrer Nachbarwelt von grofser Wichtigkeit zu sein scheint, diese Formen in allen ihren Mafsverhällnissen möglichst genau kennen zu lernen, so haben wir den von uns angestellten Messungen dieser Durchmesser einen eignen Abschnitt gewidmet. In jeder Libration wird für ein gegebenes Ringgebirg derjenige Durchmesser, welcher dem nächslliegen- den Mondrande parallel, folglich senkrecht auf eine von diesem Ringgebirg zur scheinbaren Mondinitte gezogenen Normale stellt, von optischer Verkürzung frei sein und es ist unter allen Umständen leicht, das Mikrometer mit hinreichender Genauigkeit in die Richtung dieses Durchmessers zu stellen. Wenn man auch den andern Durchmesser bestimmt hat so mufs dieser mit dem Cosinus seiner Entfernung von der scheinbaren Mitte in Graden der Mondkugel ausgedrückt dividirl werden, um die Wirkung der optischen Verkürzung wegzuschaffen.*) Da diese Durchmesser geocenlrisch nur selten über eine Rogenminute gehen, so kann man sich erlauben, sie als lineare Gröfsen zu behandeln. Setzt man also den Durchmesser, in Sekunden ausgedrückt = d, die Entfernung des Ringgcbirgs vom Beobachtungsorte aber = r, so hat man für den wahren Durchmesser d. r 206265 oder (da eine Schraubenwindung unsers Mikrometers = 44",200) wenn d in Mikrometer-Rev. ausgedrückt ist, d. r 4666,51. Die Entfernung r aber findet sich, wenn (Fig. 16) q' den Erdhalbmesser, o" den Mondhalbmesser, ■x die Parallaxe, li die Höhe des Mondes über den Horizont und k die Entfernung des Ringgebirgs von der scheinbaren Mond- mitle, sclenoccnlrisch genommen, bezeichnet, mit hinreichender Genauigkeit durch r = q 1 (cosec. « — sin h) — q 11 cos k. Der Einflufs des Gliedes g' sin h kann indels unter der Breite von Berlin höchstens auf -^j-, der von g" cos k nur auf des Durchmessers gehen, beide braucht man daher nur beiläufig zu berücksichtigen; für h genügt eine kleine, in ganzen Graden ausgeführte Tabelle und für k eine Mondkarte und eine rohe Kenntnifs der Libration. Bei Punkten, die von der wahren Mitte höchstens nur 20" entfernt liegen, kann man statt q" cos k schlechtweg o 11 setzen. Die beiden Halbmesser werden für den gegenwärtigen Zweck am besten in geographischen Meilen ausgedrückt. Die meisten Crater sind nur einmal, durch eine Reihe von zehn Einstellungen, abwechselnd rechts und links des Deckungspunktes der Fäden, bestimmt worden. Für die meisten ist die vortheilhafteste Zeit die, wo sie in der Lichtgrenze stehen und der Hauptrücken allein sichtbar ist. — Dabei wird nicht das Bogenstück des gröfs- ten Kreises der Mondkugel, sondern der doppelte Sinus des halben Bogens, den das Ringgebirg einnimmt, gemessen; allein dieser Unterschied beträgt selbst bei 36 Meilen Durchmesser nur TTr Vir, bei 18 Meilen nur des Ganzen u. s. w.; kann deshalb als verschwindend angesehen werden und dann ist für den speciellen F all eines Ringgebirges auf dem Monde diese gemessene Grüfse eigentlich die reelle Distanz. Wo in der physischen Topographie der Mondlandschaften direkt gemessene Durchmesser Vorkommen, Werden sie stets durch 2 Decimalen, also in Hunderttheilen der Meile, ausgedrückt werden; während die aus der Karte oder auf andre Weise geschlossenen Distanzen höchstens nur in Zehntelmeilen angegeben sind. Mes- Strenger: durch den Cosinus der Summe der selenoccntrischcn und geoccnlrischen Entfernungen des betreffenden Punktes Von der scheinbaren Monduitte, was aber in allen hier vorkommenden Fällen überflüssige Genauigkeit wäre. 89 v Messungs - und Mterechnungs-Beispiel, Archazel 1835 Nov. 12. 9 h 3P St. Z. = 18 h 5' M. Z. 31 R ,362 31 R ,342 31 R ,352 31 R ,344 31 R ,331 31 R ,3462 28 R ,77S6 28 R ,772 28 R ,792 28 R ,782 28 R ,775 28 R ,790 28 R ,7786 2>S5676 ; 1 R ,2838 Parallaxe 3 = 55' 53",3 . . . 52867 Meilen. Höhe 3 = 57°,9. 728 Arzacliels Abstand vom Mondcentro = 16°. 225 Entfernung des Arzachel von Berlin 51914 Meilen = r. log d = 0.10849 log r = 4.71528 C log 4666,51 = 6.33101 1.15478 = log 14,282 Meilen. Verzeichniss der gemessenen Cr ater, §. 56. Agri[>i>a. . . Archylas . . Aristillus . . Atlas .... Autolycus . . Burckliardt . Calippus . . Ceplieus. . . Conon. . . . Franklin . . Geminus . . Gioja .... Hercules . . Macrobius. . Manilius . . Posidonius . Hitler .... Hüiner . . • lloss .... Sabine . . . Scoresby . . Tarimtius. . Triesnecker. Ckert .... Yilruvius . . Anaxagoras. Anaximcnes Anaximander Archiinedes. Aristarchus. Bianchini. • Bode .... Briggs . . . Cavalerius . Condamine . Copernicus . Uelisle . . . Diophantus . b 5,88 4,51 7,45 11,92 4,99 7.57 3,79 5.87 2,21 7,18 11,74 5.58 10,05 9,08 5,53 13,49 13,29 3,96 5,74 5,42 3.50 3.87 7,78 8.50 3,05 3,05 4,07 6,82 14,24 8,49 10,83 6,11 5,20 2,04 7,21 8,92 4,98 12,15 3,44 2,64 Encke . Enckc A. Eratosthcnes . • . Euler. Fontenelle . . . . Gainbart. Gay Lussac . . . . Harpalus. Helicon. Herodot. Herodot C. Hevel. Hoi’rebow A. . . . Kepler. Lambert. Mairan. Marius. Mayer. Oenopides . . . . Philolaus. Plato . Pytheas. Py thagoras A. . . Reiner. Reinhold. Reinhold A. . . . Seleucus. Sharp. Stadius. Timocharis . . . . 4,41 Bullialdus. 3,12 Byrgius C. 8,11 4,11 Campanus .... Capuanus . 4,93 Cavendish .... 3,46 Casatus. 3,20 Clavius . 5,75 3,00 Clavius d. imClav.—58° 10'B 2,68 — 16°40'L 5,10 Clavius i. 3,55 Crüger . 15,37 Cysatus. 2,67 Davy. 4,71 Drebbel. 3,82 Fourier. 5,34 Fontana . 5,95 Gassendi. 4,85 Hainzel. 9,32 Hansleen. 9,92 13,04 Herschel. 2,49 Kircher. 4.81 Lalande. 4,55 Landsberg .... 4,57 Lohrmann .... 6,66 Longomontanus . 3,34 Mercator. 6,94 Mersenius. Morelus. 9,2S 4,92 Mösling. Nasireddin Agatharchides . . Alpetragius. . . . Arzachel. Bailly. Bayer. Beltinus. Billy. Biancanus C. . . . 6,54 5,74 14,28 32,25 6,36 9,83 6,63 4,78 Parry .... Phocylides . Phocylides d. Pictet .... Ptoleiniius . Scheiiier . . Schikard . . Schiller . . . 8,34 5,62 6,84 9,52 7,9S 12,10 30,93 3,69 Short . Segner Sirsalis Tycho. Vieta . Vitello 1,21 1,05 6,81 6,38 4,99 3,71 7,43 4.32 15,31 12,00 6.85 5.25 5,34 9.86 2,93 6,10 5.32 19,66 6,58 10.95 16,97 3,19 3,16 7,90 6,67 20,76 4.86 8.26 24,90 15,12 27,60 24,43 Wargentin . . . . Wilhelm I. Zuchius. Abulfeda. Aliacensis . . . . Apianus. Bohnenberger . . Cook. Cuvier. Delambre. Fabricius. Goclenius. - inOW.Rich- t«ng. Homelius. Langrenus a. . . Lilius. Magellan. Manzinus. Maurolycus .... Mulus. Neander. Piccolomini. . . . Pitiscus. Polybius. Santbech. Theophilus . . . . Theophilus A. . . Vlacq. Werner. 12 9,60 9,18 \ Ml ( 6,39 j 11,70 (11,79 11,67 6.32 11,77 9,92 9,12 8,53 11,59 8,35 ( 4,79 I 4,57 6,96 10,00 6,58 12,04 7,34 9,90 7,16 6,68 5,82 8,40 5,74 13,44 15,76 11,03 7.33 12,46 11,32 4,85 8,73 13,84 4,49 12,43 9,77 90 Messung und MSerechnung der Höhen und Tiefen der Mondoberfläche. §• 57. Wenn gleich schon Plutarch und andre Alten das Dasein von Bergen und Thälern auf dem Monde muthmafsten, so ist man doch erst in neuern Zeiten über diesen Punkt zur Gewifsheit gelangt, und Hcvel, der die Einwürfe des licttinus u. a. gegen die Mondberge entscheidend widerlegt, war zugleich der erste der einen Versuch machte die Höhen unsers Trabanten zu messen zu einer Zeit, wo man von den Höhen auf der Erde auch nicht einmal näherungsweise richtige Begriffe hatte*). Seine Methode ist ungenau und in ihrer Anwendbarkeit sehr beschränkt, doch ist dies kein Vorwurf für den grofsen Mann. Er hat die Mängel seiner Verfah- rungsweise richtig gefühlt und sie aucli nur auf wenige Punkte gleichsam beispielsweise angewandt, deren Wahl zu erkennen giebt, dafs er die Bedingungen wohl kannte, unter denen sie mit einiger Annäherung an die Wahrheit gebraucht werden kann. Man kann sie die Methode der Lichttangenten nennen. Sei Fig. 15. B die Spitze eines Mondbergs der sieh um BD über das mittlere Mondniveau senkrecht erhebt, C das Mondcentrum und BL stehe senkrecht auf die Ebene der durch LC gelegten Erleuchlungsgrenze, so ist klar, dafs der letzte Sonnenstrahl die Spitze B noch grade treffen werde. Sieht man also einen solchen inselartigen Lichtpunkt in der Nachtseite des Mondes eben verschwinden (oder bei zunehmendem Monde entstehen) und inifst in diesem Moment seinen Abstand von der durch L gehenden Lichtgrenze, so hat man, da der Mondradius CL bekannt ist, BC = ]/ CL 1 -j- BL* und BD = BC — CL. Die Rechnung wird verwickelter, wenn der Mondberg eine merkliche selenograpliisehe Länge oder Breite hat, auch ist es augenscheinlich nicht gleichgültig in welcher Richtung der Abstand gemessen werde. Es ist ferner schwer, genau den Moment zu fassen wo der Berg den ersten oder letzten Sonnenstrahl empfängt; man wird vielmehr denjenigen bestimmen, wo ein hinreichend grofser Theil des Berges erleuchtet ist um in einem gegebenen Fernrohr wahrgenommen zu werden; folglich die Höhe zu klein erhalten. Endlich aber dürfte es auch durch die vollkommenste Mondkarte kaum möglich werden, den auf diese Weise gemessenen Lichtpunkt hernach als Berg unter den umliegenden Gegenständen mit Sicherheit wiederzuerkennen. §• 58. Schon Schröter verliefs deshalb IIcvcls Methode und wandte die der Schatten an, die dieser wohl geahnet, aber, da man zu seiner Zeit noch kein Mikrometer kannte, noch nicht in Anwendung zu bringen vermocht hatte. Die verschiednen Methoden, aus der gemessenen Länge des Schattens und andern, theils durch Beobachtung, theils aus Ephemeriden und Mondkarten genommene Coordinaten die Höhe des Berges zu bestimmen, und welche Schröter in seiner Selenographie Th. I. §. 34 — 81. ausführlich darlegt, sind sämmtlich nur Näherungsmethoden. Das Problem rein theoretisch aufgefafst, würde die Länge des Schattens für einen gegebenen Zeitmoment das einzige unmittelbare Datum der Messung sein, da alles andre unter Voraussetzung ganz genauer und vollständiger Mondkarten und Ephemeriden geschlossen werden kann**). Wenn nun gleich letztere in dieser Beziehung nichts mehr zu wünschen übrig lassen, so ist dies doch mit erstem noch lange nicht der Fall, und 5 Minuten der selenogr. Länge und Breite können selbst bei den Fixpunkten erster Ordnung nicht verbürgt werden, vielweniger also bei den hieraus abgeleiteten. Schröters Methode kann also, in Rücksicht auf die Wahl der zu messenden Gröfsen, nicht unzweck- mäfsig genannt werden, und der Hauplvorwurf gegen seine Messungen trifft demnach nicht sowohl seine Theorie, sondern die Unvollkommenheit des angewandten Mefsinstruments, der Projektionsmaschine, bei welcher zuletzt alles auf ein Abschätzen und Errathen hinausläuft, was mit der erforderlichen Freiheit und Unbefangenheit des Urtheils nicht wohl bestehen kann, und den Resultaten selbst dann, wenn sie untereinander gut zu har- moniren scheinen, fast alle Zuverlälsigkeit rauben rnufs. §. 59. Mit Uebergehung der nur für ganz besondre Fälle gestatteten abkürzenden Methoden, haben wir demnach ®) Während Einige meinten, die höchsten Berge seien bis 21 italicuisehe (5j Deutsche) Weilen hoch, glaubt Riccioli , drls es keine Berge gehe, die eine italienische Meile übersteigen l **) Wie weiter unten §. 64. gezeigt ist. 91 die in (len erwähnten Fragmenten §. 60. angeführte und in ihren Grundzügen von Olbcrs herrührende Berech- nungsvorschrift beibehalten und sie nur durch einige Veränderungen bequemer und genauer zu machen gesucht. ]\Ian l e g e durch die Mittelpunkte der Sonne, der Erde und des Mondes eine Ebene, und nenne den gröfs- ten Kreis, den diese Ebene auf der Mondkugel bezeichnet, Erleuchtungsäquator, so sind die Hörnerlinien, so wie die Erleuchtungsgrenze und alle, zwischen seinen Polen und einem gegebenen Mondpunkte gezogenen gröfslen Kreise Meridiane dieses Aequators, und inan wird für die Formeln und Grundgesetze der Bergmessungstheorie einfache und bequeme Ausdrücke aufstellen können. Es fallen nämlich die Schatten jedes gegebenen Höhenpunktes der Ebene dieses Erleuchtungs - Aequators parallel und senkrecht auf die Ebene der Liehtgrenze; die Projektionen dieser Schatten aber, für den Anblick von der Erde aus, senkrecht auf die Verbindungslinie der Hörner. Die Messung der Schatten mufs also stets in dieser Richtung geschehen. Da unser Mikrometer nicht den ganzen Mond zugleich fafst, so wurde diese Richtung dadurch erhalten, dafs die beweglichen Fäden der Lichtgrenze in ihrem Durchschnittspunkle mit dem Erleuchtungsäquator, parallel gelegt, oder dadurch, dafs der Querfa- > den zur Tangente der Hornspitzen gemacht ward. In dieser Richtung mafsen wir die Länge des Schattens.= S. den Abstand des Höhenpunktes von der Lichtgrenze.= A. den Abstand des Höhenpunktes von der Hornspitze, in der auf den Erleuchtungsäquator senkrechten Richtung.. d. Für S und A wurde das Mittel aus ein- oder mehrfachen Repetitionen zu beiden Seiten des Deekungspunktes genommen; für d was nur beiläufig bekannt zu sein braucht, genügte eine einfache Messung. Bei S und A entsteht die Frage: ob die Kante der Fäden oder ihre Mitte die betreffenden Punkte gedeckt habe? Dies mufs jeder Beobachter individuell für sich ermitteln und beantworten, und im ersten Falle die halbe Fädendicke in Rechnung bringen.' Es ist sehr schwierig die wahre Lichtgrenze zu treffen. In den Ebenen läfst sie sich zwar ziemlich genau verfolgen, allein in gebirgigen Gegenden ist sie so stark ausgezackt, dafs die Abschätzung der mittlern Liehtgrenze der Willkühr grofsen Spielraum darbielet. Uebung kann diesen einigermafsen vermeiden, in manchen Mondgegenden ist aber Alles so gebirgig, dafs man genaue Messungen ganz aufgeben mufs. Sie würden auch hier ohnedies im Allgemeinen keinen bestimmten Sinn geben, denn auf welche mittlere Ebene wollte man sie hier beziehen? Jeder Punkt kann nur durch Vergleichung mit demjenigen Punkte wohin das Ende seines Schattens trifft, bestimmt werden und man erhält also nicht eigentlich seine hypsometrische Coordinate selbst, sondern nur den Unterschied zweier. Man könnte auch den Abstand des Berges vom vollen Mondrande in derselben Richtung messen und daraus seinen Abstand von der Lichtgrenze durch Rechnung herleiten, allein dies ist nur scheinbar genauer. Man erhielte eine kleine Linie durch die Differenz zweier beträchtlich grofsen, und ein geringer Fehler in der Richtung der Fäden würde vom nachtheiligsten Einflüsse sein. Besser thut man in solchen Fällen, die Höhe eines Berges nur dann zu messen, wenn der Abstand von der Lichtgrenze 10 —12mal gröfser als die Länge seines Schattens ist. Letzterer ist dann zwar klein, kann aber durch Vervielfachung der Repetitionen dennoch genau bestimmt werden; die Unbestimmtheit der Lichtgrenze wird aber in gleichem Mafse weniger nachtheilig wirken als der Abstand von ihr zunimmt. §. 60. Aus d findet man, wenn man den Werth des Mondradius in Mikrometer-Wendungen q kennt, leicht den Winkel 6 oder den Abstand des Berges vom Erleuchtungs-Aequator durch sin S = ? ** , e und hat nun als Data der Beobachtung A, S und S. Hierzu füge man, für die Zeit der Messung Q = Länge der Sonne g = Länge des Mondes (3 — Breite des Mondes x = Parallaxe der Sonne 12 92 : * p = Parallaxe des Mondes und bestimmt hieraus, nach einander E = den Winkel an der Erde ) a = den Winkel an der Sonne >des ebenen Dreiecks Erde, Sonne, Mond. M = den Winkel am Monde ) & = den Winkel der Erleuchtungsgrenze mit der Hörnerlinie £• = den Winkel der Erleuchtungsgrenze mit dem Meridian des Berges 9 = den Höhenwinkel der Sonne über dem Horizont des Berges s = die wahre Länge des Schattens in Theilen des Mondradius h = die Höhe des Berges nach folgenden Formeln. tg“ = O) (Näherungsformel) cos E = cos ß cos (3 tg ic sin E ‘g P M = 180° — e — a s- = |qq _^j| für | W ^j^ er | als halb erleuchteten Mond sin (gr + e) = sin £r + —■ g cos ö für | VV melu. er | el '^ cuc ^ te ten Mond sin

— e) = sin £-- ' J ' § cos ä also die obigen Formeln. Das wirkliche (nicht projicirte) Dreieck NPQ' ist aber bei Q* rechtwinklicht, da nun e bekannt, und NP = 90° + 5, so wird (V.) sin cp = sin s cos 5. Der gemessene Schatten S ist gleichfalls ein optisch verkürzter, und zwar nach dem Winkel der Lichttangente mit der Ebene der Hörnerlinie = 90° + die wahre Länge des Schattens s ist also (VI.) s = —5—. g COS £• Endlicli hat man im Dreieck Mondcentrum, Anfang des Schattens und Ende des Schattens (CBL Fig. 21.) die Seite CL als Mondradius = 1, BL — s und Z. B = 90° — ); CB = coS — -t l’) COS tp Da aber h = BD ae CB — CD = CB — 1; so ist schliefslich (VII.) h ~ C08 9 ~ ^ — l.°) v 7 COS 9 ' §. 61. In vorstehender Entwickelung kommt einiges Ungenaue vor, was indefs nicht wohl in aller Strenge zu vermeiden sein dürfte; es kommt nur darauf an die Fälle zu kennen und zu vermeiden, wo diese Ungenauigkeiten einen merklichen Einflufs auf das Resultat äufsern. 1. Der Meridianabstand des Berges von der Lichtgrenze wird etwas fehlerhaft gemessen, da streng genommen nicht die orthographische, sondern die auf das mittlere Niveau des Mondbodens senkrechte Projektion seiner Spitze derjenige Punkt ist, durch welche der Meridian e) gelegt werden mufs. In der Nähe des Ost- und Westrandes wird diese Differenz merklich werden können. j ’) Schröter bestimmt den Winkel S durch Rechnung, wobei cf, selbst nach der Näherungsformel, Länge und Breite des Mondberges gebraucht, und in den meisten Fällen erlaubt er sich die Vernachlässigung einiger kleinen Glieder in der Formel, wodurch 8 völlig eliminirt wird. Er vernachlässigt ferner im Dreieck Mond Erde Sonne, den Winkel an letzterer, der doch auf 8' bis 9' steigen kann und findet folglich den Abstand der Licbtgrenze von der Hürnerlinie um eben so viel fehlerhaft. Endlich ist die Formel für den Unterschied der beiden Erleuchtungswinkel, worauf sich seine Schlußrechnung gründet, bei Schreier eine oft unzureichende Näherung, wie er selbst auch äufsert. — Dafs er aber in dem Ausdrucke für s, statt eos . . . . eos (£■ + s) setzt, ist gewifs falsch; da alle gleichzeitig fallende Schatten unter sich parallel sind, so kann auch für alle nur eine und dieselbe optische Verkürzung Statt finden, und diese ist keine andere als die, welche durch den Winkel der Liehtgrenze mit der Hörnerlinie bestimmt wird (vgl. übrigens §. 61. n. 4.) Dafs übrigens der ^Vinkel 8 nur beiläufig bekannt zu sein braucht, ergieht sich leicht hei Vergleichung der Formeln (IV.) und (V.). Die erstere giebt nämlich, wenn man den zusammengesetzten Winkel aufiost, sin cos e + cos ^ sin t = sin 4 - —-. g cos 5 Ist z oder ^ sehr klein, so werden die ersten Glieder beider Seiten nahe gleich sein, folglich näherungsweise A sin £ = —- g cos s cos gesetzt werden können. Suhstituirt man hier die Formel (V.) so erhält man A sin o =:- g cos ^ in welcher Formel 8 nicht mehr erscheint. Der Einflufs dieses Winkels wird folglich desto geringer, je kleiner e und d. h. je näher der Berg der Lichtgrenze und je näher diese der Hörnerlinie liegt. In den Messungen 13 — 20 des unten folgenden Verzeichnisses hatte ein um 5° fehlerhaftes s in der ersten Berechnung folgende Fehler veranlaßt: 1, 28, 13, 2, 9, 0, 4, 7 Toisen; £ ging in diesen Beispielen nicht über 6° und war zwischen 56° und 57®. »4 Man könnte nach gefundenem li dieses als erste Näherung betrachten, die Differenz der beiden Projektionen daraus ableiten, hiermit A verbessern, e und cp aufs neue berechnen und den Werth für letzteres in die Schlufsformel setzen; wenn man nur im Allgemeinen versichert sein könnte, dafs das zuerst gefundene h auch wirklich eine Höhe über dem mittlern Niveau des Mondes wäre. Ein solches mittleres Niveau ist aber überall nicht nachzuweisen und in Beziehung auf die Correction von A würde es offenbar gar nicht gleichgültig sein, ob man z. B. die Höhe eines Walles über einer Cratertiefe oder die eines Berges über der umliegenden Ebene bestimmt hat. Die ganze Correktion ist also höchst unsicher, und da sie für Berge die dem mittlern Meridian näher liegen, fast verschwindet; entferntere aber schon der starken Verkürzung wegen nur mit geringer Genauigkeit bestimmt werden können, so ist es wohl am gerathensten sie ganz zu vernachlässigen. 2. Der Anfang des Schattens ist nicht nothwendig der höchste Punkt des Berges. Hat dieser einen gewölbten Gipfel so wird der Theil desselben dessen Böschungswinkel kleiner als der Erleuchtungswinkel ist, iin Sonnenlichte glänzen, der Schatten also erst in einiger Entfernung vom Gipfel anfangen und die Höhe desselben zu klein gefunden werden. Man thut daher, wo eine Wahl gestattet ist, am besten, kleine Erleuchtungswinkel abzuwarten. Bei kleinern Bergen ist dies ohnehin immer uöthig; und für pikförmige Gipfel macht es offenbar keinen Unterschied. 3. Es ist ferner klar, dafs wenn das Ende des Schattens in eine grofse Tiefe fällt, CL nicht genau = 1 ist, mithin der Winkel ij> und somit auch h etwas fehlerhaft werden. Doch kann dies nie von Erheblichkeit sein und jedenfalls hat die Messung solcher Tiefen stets so grofse praktische Schwierigkeiten andrer Art, dafs durch die hier angedeutete Correction wohl nie eine merkliche Näherung zur Wahrheit erreicht werden könnte. 4. Das der Berechnung zum Grunde gelegte ebene Dreieck SME verbindet die Cenlra der 3 Wellkörper, es hätte aber der Strenge nach, eigentlich das Dreieck Sonne Mondberg Berlin aufgelöst werden müssen. Der hauptsächlichste Theil der hierdurch bedingten Correction ist dadurch berücksichtigt, dafs wir zur Bestimmung von q die Seite ME des Dreiecks auf die Seite Mondberg Berlin reducirt haben. Die Correction von Sc kann in den meisten Fällen vernachlässigt werden, da sie für Berge, die der Mitte näher als dem Bande liegen, unbedeutend ist und für die übrigen doch nur sehr beiläufige Messungen möglich sind. Wollte man sie hingegen anbringen, so geschähe dies am leichtesten durch p 1 = S" -j- r cos 6 sin (p ip e) wo r den scheinbaren Mondradius bezeichnet. Sie gilt übrigens nur für die Formel (VI.), so dafs man allgemein r\TT \ • i b COS Ip _ ( .) Sill ip — ^ cos |£. _j_ r s j ü £ cos ZjZ £ }J setzen kann. 5 . Noch könnte man die Frage aufwerfen ob nicht bei Messung der Schaltenlänge der Halbschatten berücksichtigt werden müsse? Die Sonnenschatten auf dem Monde sind denen auf der Erde an Schärfe im Ganzen gleich; der Halbschatten, vom Anfangspunkte aus gesehen, ist überall = dem scheinbaren Durchmesser der Sonne. In vorstehender Entwickelung ist diese offenbar überall als leuchtender Punkt betrachtet; nun ist aber der wahre volle Schatten um die Hälfte des Halbschattens kleiner als deijenige, den ein leuchtender Punkt veranlassen würde. — Bei der wirklichen Messung bleibt man ungewifs, ob und wieviel vom Halbschatten mit gemessen werde, denn die Bergschatten erscheinen (in .unserm Fernglase) scharf begrenzt. Es ist also wahrscheinlich, dafs für die grofse Entfernung ein Theil des Halbschattens sich als wahrer Schatten, ein andrer als volles Sonnenlicht zeige, wenigstens finden für keine andre bestimmte Annahme überwiegende Gründe Statt, und eine Correction würde also nicht eher mit einiger Sicherheit anzubringen sein, bis man, (vielleicht in stärkeren Ferngläsern), einen wirklichen Halbschatten bei der praktischen Messung unterscheiden und berücksichtigen kann. 0«a an $5 Mechnungsbeispiel. §. 62. 1834. März 15. wurde gemessen: No. des Journals. I Berg. Sternzeit. Schatten = S. Ausland von der Liehtgren- ze = A. Abstand vom nördlichen Hörne = d. 229 Hercules Westrand .... 5 h 36' 30 R ,202 29«,771 32«,581 27«,460 35«,959 230 Hook d. Westrand .... 5 h 41' 30 B ,116 29 R ,8S L 32«,821 27«,284 34«,952 231 Democrit Südostgipfel . . 5 h 51' 30 R ,430 29 R ,577 30«, 912 29«,060 32«,741 232 Baily A. Ostrand. 5 b 56' 30 R ,162 29«,822 30«,644 29«,380 36«,676 233 Lemonnier A. .. 6 h 1' 30 R ,371 29 R ,616 ■30«,628 29«,390 30«,628 29«390 42«,64S 234 Bergader bei Lemonnier . 6 h 6' 30«,070 29«, 917 43«,580 235 Littrow «. 6 h 11' 30«,425 29«,577 31«,147 28«,848 43«, 590 Aus diesen Messungen erhält man für den Deckungspunkt der Mikrometerfäden aus S. aus A. 29,987 30,020 29,998 30,052 30,003 29,986 29,992 30,012 29,994 30,009 29,994 30,009 30,001 29,097 29,996 30,014 i 0,0055 + 0,0182 Mittlerer Fehler einer Messung Man sieht, dafs die Schatten mehr als dreifach so genau sind, als die Abstande. Der gefundene Deekungs- punkt 29 R ,996 wird übrigens nur für die einseitig gemessenen Distanzen vom Nordrande d angewandt, da die einzelnen S und A unabhängig von demselben sind. Vorauseilen der Sternzeit vor der mittleren am 15. März 6 h . . . . 23' 1 8IV; Mondradius in Mikrometer Theilen (hier nur beiläufig).20«,547; man erhält also nachstehende Rechnungsdata t. s. A. s. 229 6>‘ 5' MZ. ü«,215 2,561 + 45“ 14' 230 6 b 10' 0«,117 2,770 49° 23' 231 6 h 20' 0«,427 0,926 60° 4' 232 6 h 25' 0«,170 0,632 42° 28' 233 6 h 30' 0«,377 0,619 22° 37' 234 6« 35' 0«,076 0,619 19° 49' 235 6 b 40' 0«,424 1,149 19° 47' Ferner, für 6 h 5' und 6 h 40' (Berliner Jahrbuch 1834) = 354° 40' 17» 354° 41' 44'' 52° 5' 10» 52° 22' 51» — 2° 46' 40» —2° 46' 2» 54' 56»,7 54' 57»,3 8»,62 8»,62 96 log cos (3 — ©) = 9.73123 9.72800 log cos p 9.99949 9.99949 log cos E 9.73072 9.72749 E = 57° 27' 28« 57° 43' 4fl log sin e log tg 5 t C log tg p log tg a a M.= 122 2 24' 57« 122° 8 ' 45« der Mond war weniger als halb erleuchtet, folglich £• = M — 90° = 32° 24' 57« 32° 8 ' 45«. Bis zu diesem Punkte kann man sich erlauben, die Rechnung nur für Anfang und Ende der Messungsreihe zu führen, und als gleichförmig veränderlich annehmen. Man interpolirt nun diesen Winkel für die einzelnen Momente und führt die weitere Berechnung für jeden Mondberg besonders. 9.92643 5.62107 1.79646 7.34396 7' 35« 229 230 231 232 233 234 1 235 . 32° 24' 57« 32° 22' 38« 32° 18' 0« 32° 15' 41« 32° 13' 22« 32« 11' 3« 32« 8' 45« log A . . . . 0.40841 0.44248 9.96661 9.80072 9.79169 9.79169 0.06032 C log 8 . . . 8.68561 8.68572 8.68595 8.68606 8.68618 8.68630 8.68641 C log cos 6 0.15229 0.18642 0.30191 0.13214 0.03475 0.02651 0.02642 9.24631 9.31462 8.95447 8.61892 8.51262 8.50450 8.77315 Zahl .... 0,17632 0,20636 0,09005 0,04158 0,03256 0,03195 0,05931 sin . . . . 0,53608 0,53551 0,53437 0,53380 0,53323 0,53266 0^53208 sin (?r «) • . 0,71240 0,74187 0,62442 0,57538 0,56579 0,56461 0,59139 -j- e . . . . 45° 25' 41« 47° 53' 22« 38° 38' 21« 35° 7' 28« 34° 27' 11' 34° 22' 28« 36°' 15' 18« £ • • • • • 13° 0' 44« 15° 30' 44« 6° 20' 21« 2° 51' 47« 2° 13' 49« 2° 11' 25« 4° 6' 33« log sin e . . 9.35249 9.42723 904302 8.69853 8.59016 8.58227 8.85526 ~ log cos 5 9.84771 9.81358 9.69809 9.86786 9.96525 9.97349 9.97358 log sin 9 . . . 9.20020 9.24081 8.74111 8.56639 8.55541 8.55576 8.82S84 - cp . 9° 7' 25« 10° 1' 34« 3° 9' 29« 2° 6' 42« 2° 3' 32« 2° 3' 38« 3« 51' 59« log S . . . . 933244 9.06819 9.63043 9.23045 9.57634 8.88081 9.62737 O log 0 . . . 8.68561 8.68572 8.68595 8.6SG06 8.68618 S.68630 8.68641 C log cos 0.07358 0.07339 0.07302 0.07283 0.07265 0.07247 0.07228 log s ... . 8.09163 7.82730 8.38940 7.98934 8.33517 7.63958 8.38606 log cos 9 . . 9.99446 9.99331 9.99934 9.99971 9.99972 9.99972 9.99886 log sin i}; . . 8.08609 7.82061 8.38874 7.98905 8.33489 7.63930 8.38492 •»!>. 41' 55« 22' 45« l u 24' 9« 33' 31" 1° 14' 20« 15' 0« 1° 23' 25« (9— ■»!') • • • 8° 25' 30« 9° 38' 49« 1° 45' 20« 1° 33' 11« 0° 49' 12« 1° 48' 38« 2° 28' 34« log cos (9-— . 9.99 .. 52878 38147 97961 98404 99555 97832 05943 * log COS q> = . 9.99 .. 44707 33168 93399 97050 97196 97191 90104 .. cos co — log - : - = 0 COS CO 0.000 .. 8171 4979 4562 1354 2359 0641 5839 h in Theilen des Mondradius 0,001882 1146 1050 0311 0544 0147 1344 m Par. ioisen • • 1676 1022 936 278 484 132 1198 Zur Bestimmung von q sucht man zuerst nach §. 44. Tab. D. 1. r in Meilen, und damit aus Tab. D 2 den Werth q. Bas Rechnungsbeispiel ist in Sekunden und mit fünf Decimalen ausgeführt, um die Veränderlichkeit der gemeinschaftlich berechneten Werlhe desto anschaulicher zu machen. S 6 nst*'wird inan bei den Winkeln S £• und meistens auch e mit Minuten völlig ausreichen. Für ^ hingegen wird man wohl thun die Sekunden noch zu berücksichtigen und namentlich die Ausdrücke log cos ( 9 —ifO und log cos 9 sechs oder siebenziffrig zu nehmen, da eine Einheit der fünften logarilkmiscken Decimale im Quotienten die Höhe des Berges um mehr als 20 Toisen ändert. Die 92 Die natürlichen Sinus, welche in obiger Rechnung Vorkommen, kann man umgehen wenn man sich der Caufsisehen Logarithmen bedient. — Für die Bestimmung in Toisen ist der Halbmesser des Mondes — 800847* gesetzt worden. Q COS ö §. 63. Es ist bereits oben (§. ;')!>. Anm.) erwähnt worden, dafs der Winkel 8 nur beiläufig bekannt zu sein braucht, ja in einzelnen Fällen eliminirt weiden kann; wir wollen jetzt diesen Fall näher untersuchen. Die umgeformlc Gleichung (IV.); sin cos e.-J- cos £r sin s = sin £r A kann auch geschrieben werden cos ^ sin e = ——- III sinvers. t sin £• Q COS ö 1 it Substituirt man hier die Formel (V.), und multiidicirt sodann mit —— so erhält man 1 COS Jr A — . sin ip = --- -f- sinvers. £ taug eos o q cos Jr 1 ö Nimmt man cp' als erste Näherung von 9, so dafs 9' -j- A 6',7 0',1 11',8 15',0 18',1 10° 1 0',3 l',4 3',3 5',5 8',8 13',4 18',3 23'; 8 30', l 36',6 15° 1 0',5 2',2 f>',0 8',8 13',!) 20',2 27', 6 35',0 45',0 55',8 20° 1 0',7 3',0 7',3 12','. 10',0 26', 9 37',0 48', 3 61',8 25° 1 0',9 3',«) !)',1 15',7 24',2 34',6 47',5 61',1 30° 1 l',2 4', 9 11',6 20',0 20',0 42',0 58',8 35° 1 p,r, 6',1 14',2 24',7 36',0 52',0 Man kaun annchmen, dafs innerhalb 5 Almuten (und dies ist beiläufig die Zeit, welche man zu einer vollständigen Messung bedarf) die Aenderung der Lichtgrenze und also des Winkels

' etwa lallen werde. Nennt man die aus der Tabelle genommene Zahl /t, so wird die Berechnung des Erleuehtungswinkels auf folgende einfache Weise geschehen können. 1 Ui H ^ A . . sin 9 = —; sin ip S COS tp e 13 mc ! ir I als halb erleuchteten Mond, weniger) c) Für A 30' die obigen Hauptformeln. §. 64. Die Messung der Gröfse A, so genau sie auch sein mag wenn die Lichtgrenze durch eine Ebene läuft, wird doch höchst mifslieh und fast unmöglich, wo es an solchen Ebenen fehlt, wie es im südlichen und südwestlichen Tlieile der Mondhalbkugel beinahe durchgängig der Fall ist. Es kann demnach wünschenswerth sein diese Messung zu umgehen wenigstens da, wo man gute Breiten- und Längenbestimmungen hat, und den Erleuchtungswinkel allein aus diesen Daten, verbunden mit denen der Ephemeride, abzuleiten. Seien X und ß die Länge und Breite des Mondberges, 3 und 1 die wahren und mittleren Mondlängen, Sr der Winkel der Lichtgrenze mit der Hörnerlinie, aber auf die Ekliptik reducirt, also statt des oben §. 60. mit E bezeichneten Winkels blos (3— ©) angewandt; der aufsteigende Knoten der Mondbahn und i = 1° 28' 47" die constante Neigung derselben gegen die Ekliptik, so hat man die selenocentrische Declination der Sonne <5 durch sin ö — sin 1° 28' 47" sin (3 — Sl) und den Stundenwinkel t der Sonne für den Mondberg durch t = 90° -f- X — — (3 _ 1) = x -f- 1 -f « — ©; (da + gr = M — 90 u und M = 180° — (3 — ©) — «). Alsdann aber wird, ähnlich wie auf der Erde, sin

‘28' Kepler 0. 4,542 0,131 22° 42' 13° 35' 1567 w. 96 13 36 Mayer «. . • . 1,404 0,215 22 47 4 1 629 . 97 13 42 Gassendi A. O.. 4,142 0,186 22 50 12 36 1995 . 98 13 50 Hippalus a . 1,634 0,265 22 54 4 53 950 99 14 0 Schiller ß . 2,896 0,297 0,143 23 0 8 26 2031 100 1833. 14 10 Sharp 0. 3,214 23 5 9 32 1158 - 101 Febr. 8. 18 53 Theophilus Og. 3,739 0,305 28 25 10 23 2479 102 19 5 Fracastor ß. . 1,361 0,367 - 28 18 3 5S 1018 103 19 11 Fracastor a . 1,259 0,427 28 15 3 40 1253 104 19 20 Plinius 0. 4,122 0,175 28 10 11 44 1650 105 Febr. 26. 6 53 Hipparchus A. O. 0,834 0,201 10 58 2 18 554 0 . 106 März 11. 16 7 Godin O. . . •. 3,847 0,212 0,189 12 47 10 40 1704 w. 107 16 9 Agrippa O . 3,595 12 46 9 59 1423 108 16 12 Manilius O . 3,879 0,147 0,252 12 44 10 45 1204 109 16 15 Julius Caesar ß . 1,817 12 43 4 49 866 110 16 53 Calippus y. . . . .. ... . 1,921 0,523 0,501 12 25 5 18 1835 11L 16 59 Calippus S .. . 1,957 12 22 5 27 1827 112 17 14 bei Calippus . 1,260 0,314 12 15 3 30 735 113 17 8 Calippus 4 .. . 2,701 0,181 12 17 7 32 1016 114 18 19 Autolycus O. 5,137 0,136 11 43 14 9 1482 115 18 21 Aristillus O. 5,137 0,159 11 42 14 10 1730 116 März 12. 18 7 Albategnius y . 1,585 0,904 1,021 0 20 4 25 2324 . 117 18 13 Albategnius Cbg. 0,579 0,392 0 17 2 30 742 118 18 17 Aristillus W. 1,195 1,289 0 15 3 20 792 119 18 25 Autolycus W. 0,315 0 12 3 35 748 _ 120 18 30 Eratosthen.es O . 5,818 0,197 0,444 0 9 16 26 2472 121 März 26. 7 14 Theophilus NWg. 2,547 27 27 8 1 2685 0 . 122 7 20 Theophilus Cbg.. 1,968 0,167 27 24 6 9 810 123 7 24 Isidor W. 4,471 1,869 0,124 27 22 14 39 1501 124 7 30 Catharina WNWg. 0,695 27 19 5 50 2726 125 7 36 Vitruvius a . 2,068 0,252 27 16 6 26 1251 126 7 42 bei Arago. 0,389 0,224 27 13 1 12 158 127 7 48 Römer W. 4,251 0,159 27 10 13 53 1810 128 7 54 Proclus W. 6,907 0,062 27 7 24 10 1298 129 130 8 0 8 5 Hercules W. Bürg O. ........ 4,057 1,423 0,157 0,215 27 4 27 2 13 26 4 24 1727 716 - 131 8 11 Crater bei Posidonius .... 0,602 0,194 0,310 26 58 1 49 243 132 März 27. 8 4 Delambre W. 3,699 14 38 10 29 2341 133 8 11 Abulfeda W. 2,441 0,335 14 34 6 52 1600 134 8 17 Julius Caesar a. . ..... 1,921 0,200 14 31 5 23 762 135 8 21 Silberschlag ß.. 1,211 0,371 14 29 3 24 961 136 8 26 Aristoteles W. 2,003 0,438 14 26 5 38 1642 137 8 31 Meton a .. 1,547 0,391 14 23 4 17 1320 - 96. Ygl. 919. wo der mittlere Gipfel gemessen ist. 97. Mit 911. nicht wohl vereinbar. 99. Vgl. 920. 102. Vgl. 527. 636. J Beide Messungen wahrscheinlich zu grofs. Vgl. 987 und 999. 109! Vgl. 986. 112. Unter -f- 41° 0' B. und 11° 50' L. 117. Vgl. 779. 123. Vgl. 536, 931, 1078. Die Messung J!/£ 123. scheint die richtigere. 124. Vgl. 534. 125. Ist der Gipfel 56., wo sich die Messung auf den westlichen Fufs bezog. Vgl. auch 925 und 1081. 126. Ein Punkt der Bergader unter ~j- 6° 0' B. und -j~ 22° 20 / L. 12S. Des sehr beträchtlichen Erleuchtungswiukels wegen wahrscheinlich zu gering; allein Proclus kann unter keinem geringen Winkel gemessen werden. 8 0 129. Vgl. 229. 131. Ein Crater unter -f- 32° 5' B. und -j- 23° 40' L. dessen Ostrand hier gemessen ist. 133. Vgl. 562. Des kleinern Erleuchtungswinkels wegen scheint die erstere Messung richtiger. 137. Ist zu verwerfen. Vgl. 670. 103 .m 1833. MZ. Dame. A. S - 9- Höhe in Toisen. 138 März 27. 8»* 36/ üemocrilus W. . . 4,021 0,104 14° 20' 11«27' 884 O. 139 8 40 Aristoteles O. . . . 1,048 0,291 14 18 3 41 711 - 140 9 27 Eudoxus a . 2,192 0,590 13 54 6 10 2359 - 141 9 33 Manilius A. ... 0,990 0,592 13 51 2 48 873 - 142 9 37 Menelaus W. . . . 2,712 0,185 13 48 7 40 1027 • 143 März 28. 9 3 Ptolemäus Wg. . • 1,806 0,462 1 26 4 44 1356 - 144 11 3 Walter W. ... 2,956 0,296 0 22 7 48 1572 - 145 11 6 Walter Cbg. . . . 2,183 0,198 0 20 5 44 773 - 146 11 11 im Walter .... 1,639 0,644 0 18 4 19 1594 - 147 11 15 Purbaeh WiSWg. 1,527 0,469 0 16 4 1 1097 - 148 11 20 Aliacensis W. . . 3,268 0,289 0 13 8 36 1706. - 149 11 24 Arzachel W. . . . 1,951 0,769 0 11 4 53 2125 • 150 11 35 Alphons A.. . • . 0,917 0,489 0 6 2 23 609 • 151 März 29. 10 58 Clavius Wg. . . . 2,498 0,718 12 34 6 29 2866 - 152 11 2 Moretus W. . . . 2,774 0,658 12 36 6 56 2883. • 153 11 6 Tycho W. 2,620 0,739 12 38 6 50 3159 154 11 11 Eratoslhenes W. . . 2,405 0,319 12 41 6 18 1363 • 155 11 15 Eratostlienes O. . . 1,617 0,343 12 43 4 16 944 156 11 18 Eratoslhenes ij. . . 0,856 0,743 12 45 2 13 660 157 11 20 Stadius a . 1,601 0,287 12 46 4 0 751 158 11 23 Tiinocharis Og. . . 1,141 0,311 12 48 3 t 583 159 11 27 Pico. 1,839 0,344 12 50 4 50 1104 , 160 März 30. 11 16 Keinhoid W. . . 2,843 0,269 25 59 7 51 1562 161 April 5. 15 34 Hase a . 2,315 0,075 69 28- 13 11 1840 w. 162 15 36 Legendre a. O. . . 1,430 0,149 69 27 8 34 2489 163 15 38 Legendre O. . . . 1,115 0,091 69 26 7 1 1271 164 15 40 Langren a. O. . . 1,479 0,100 69 25 8 59 1797 165 15 42 Lapeyrouse b. O. 0,980 0,162 69 24 6 26 1962 166 15 44 Condorcet O. . . . 0,872 0,125 69 24 5 53 1402 167 15 46 Pr. Agarum . . . 0,973 0,117 69 23 6 26 1453 168 15 48 Alhazen a . 0,654 0,147 69 22 4 31 1205, 169 15 50 Eimmart O. . . 1,451 0,088 69 21 9 12 1614 170 April 6. 12 24 Furnerius ä. . . . 1,216 0,195 58 32 4 57 1203 171 12 29 Petavins Cbg. . . 0,816 0,146 58 30 3 58 588 172 12 48 Vendelinus Og. . . 0,989 0,177 58 20 4 41 841 173 13 0 Langren O. . . . 1,114 0,298 58 14 5 0 1438 174 13 6 Apollonius O. . . . 0,787 0,227 58 11 3 53 850 175 13 10 llurkhardt a. . . . 1,447 0,270 58 9 6 15 1685 176 13 14 Gemimis a. ... 1,497 0,255 58 7 6 53 1779 177 13 18 Endymion y. . . . 1,183 0,268 58 f> 5 23 1416 178 13 28 Langren Cbg. . . 0,543 0,175 57.59 2 38 523 . 179 April 7. 17 20 Sanlbeclt O. . . . 2,170 0,187 45 14 9 37 1698 180 17 26 Colombo 0. . . . 1,691 0,210 45 11 6 8 1257 181 17 32 Goclenius 0» . . . 1,817 0,110 45 8- 6 34 731 - ■ 140. Vgl. 1039. 142. Vgl. 567. Die erstere Messung zuverläfsiger, da die zweite bei einer Sonnenhöhe von 12° 3' genommen ist. 143. Vgl. 580. & 144. Vgl. 569 und 789. Ein Pik. 146. Vgl. 570. Der Punkt liegt dicht nördlich bei Walter b. 145. Vgl. 298. 149. Unvereinbar mit 575., die sich aber wahrscheinlich auf einen andern Punkt im Arzaebel bezieht. 151. Vgl. 214, 414, 550, 872, 8S3. — Die Messungen 249 und 817. gaben die Höhe beträchtlich geringer, scheine» aber schon durch den blofsen Anblick widerlegt zu werden oder beziehen sich auf einen andern Punkt. 152. Vgl, 6S6, 814, 870. Für eine so hohe südliche Lage ist eine grüfsere Ucbereinstiinmung nicht zu hoffen. 153. Vgl. 213, 248j 874. — Die Messungen 821. 1091. widersprechen diesen keinesweges, sondern geben die Höhe des Walles über den Terrassen an. 156. Vgl. 250. 160. Vgl. 260. 161 — 169. Die Höhenbcsümmungcn dieser Punkte können nur als ganz rohe Annäherungen betrachtet werden. 173. Vgl. 483. 179. Vgl. 374 und 504. 181. Unverträglich mit 518., die aber dem Augenschein widerspricht und wohl auf einem Versehen beruht. 104 ■* 1833. | MZ. j Name. A. S. 9* 1 Höhe in Toiscn. 1*2 April 7. 17 h 36' Tarunlius O.. 1,280 0,147 45 ,J (>' 4 U 43' 545 w. 183 17 40 Macrobius «. 1,760 0,102 45 4 6 22 660 . 184 17 45 bei Römer G. 1,091 0,417 45 2 4 1 1416 m 185 17 49 Atlas O.. . 1,304 0,375 45 0 4 44 1500 m 186 17 54 Hercules O. 2,344 0,207 44 57 8 12 1686 187 April 8. 17 13 Pitiscus O. 2,477 2,567 0,203 32 25 6 4 1033 .. 188 17 19 Mulus O. 0.326 32 21 7 3t 2023 189 17 27 Piccolomini O. 2,584 0,366 32 17 8 0 2427 190 17 36 Maskelyne «. 1,191 0,279 32 13 3 48 824 _ 191 17 39 bei Vitruvius. 0,929 0,193 32 11 2 58 453 192 17 45 bei Maraldi . 0,749 0,263 32 8 2 24 464 193 April 9. 15 25 Hypalia a. 1,015 1,015 21 11 2 55 1161 194 17 10 Kant A . 1,464 0,988 20 20 4 16 2235 195 17 14 Baco O . 2,487 0,400 20 18 7 7 2116 196 17 19 Maurolycus O . 4,178 0,214 20 15 11 49 2260 197 Mai 6. 14 36 Picard a . 1,071 0,543 52 9 4 34 2220 198 14 43 Picard (3 . 1,349 0,470 52 6 5 41 2655 199 14 46 Picard W . 0,627 0,168 52 4 2 45 478 200 14 51 Picard e. .. 1,306 0,132 52 2 5 30 836 201 14 56 Picard 6 . 1,474 0,149 51 59 6 9 1056 202 15 2 Picard s. ........ 1,345 0,278 51 56 . 5 38 1695 * 203 15 5 Picard 4 . 0,888 0,888 51 54 3 48 1950 204 15 8 Picard r\ . 0,987 0,292 51 53 4 11 1250 205 16 7 Macrobius O . 2,632 0,131 51 25 10 40 1647 206 Mai 9. 16 11 Franklin O . 1,662 0,158 51 23 6 54 1239 207 15 40 Pico A. 1,580 0,388 18 17 4 57 1367 208 15 46 Maurolycus O. 2,705 0,380 18 14 7 51 2235 209 15 54 Curtius O . 3,461 0,206 18 10 9 35 1559 210 Dec. 20. 16 2 Barocius O. ....... 1,787 0,570 18 7 5 13 2018 211 9 7 Lambert U . 0,948 0,345 0,516 17 45 2 46 624 o. 212 9 17 bei Plato . .. 1,549 17 50 4 29 1539 _ 213 9 25 Tycho W. 3,220 0,388 17 53 9 13 2709 m 214 1834. 9 30 Ciavius W. 2,702 0,496 17 56 7 42 2784 - 215 März 12. 6 7 Condorcet SW. 0,711 0,156 65 3 5 23 1387 216 6 12 Hahn W.. 1,145 0,085 05 0 10 1 1516 217 März 13. 6 17 Berosus W. 0,768 0,181 64 58 6 1 1787 218 6 18 Endymion Wg. 0,820 0,741 0,467 54 15 4 15 2394 _ 219 6 28 Endymion SWg. 0,593 54 11 3 3 1182 220 6 44 Geminus Wg. 1,175 0,353 54 4 6 35 2615 _ 221 6 49 Cleomedes W. 0,927 0,249 54 2 4 48 1366 222 6 54 Azout A. 1,364 0,099 53 59 7 15 914 223 März 14. 6 32 Macrobius W. 1,870 0,303 43 17 7 43 2276 224 184. Unter -f- 27° 3;V und -f- 45° 50'. 187. Vgl. 2S4. 188. Vgl. 281. 390 mufs entschieden verworfen werden und die Messungen 507 und 511. bezeichnen die Differenz der Höhe des Hauptwalles über dem Walle des Cratcrs im Innern. 189. Vgl. 285. 190. Vgl. 286. 191. Ein flaches, beulenförmig erhabenes Hochland, wie schon der Anblick vcrniulhcn läl'sl und die Vergleichung mit 289. deutlicher zeigt. 192. Unter -f- 20° 25' B. und -J- 35“ 12' L. 195. Vgl. 644. 198. V"l. 20o! Vgl’. 379 und 979. 201. Uuler -j- 18° 25' B. und -{- 49“ 15' L. 202. Unter -j- 19“ 30' L. und -f- 50“ 15' L. Vgl. auch 978. 203. Unter + 21“ 10' B. und -j- 52“ 0' L. Vgl. 3S0. 204. Unter -f- 20“ 50' B. und -j- 52“ 0' L. Vgl. 977. 207. Vgl. 593, 792, 1055. 209. Vgl. 993. 1010. 212. Wahrscheinlich Plato D. 218 und 219. Der Rand des Endymion zeigt sehr grofse Ungleichheiten. Vgl. 227 und 500. 105 1834. MZ. Name. A. s. * - flöhe in Toisen. 224 März 14. 6‘‘37' bei Tarunlius.. . 0,601 0,601 43°15' 2" 22' 761 o. 225 6 42 Franklin YV. 1,745 0,189 0,322 43 13 7 18 1369 226 6 47 Atlas W. 1,165 43 12 4 46 1391 227 7 2 Endymiou NOg. 1,864 0,185 43 7 7 48 1641 228 7 12 Slrabo «. ...... .- . . 1,595 0,464 43 3 6 34 2743 229 März 15. 6 5 Hercules YV.. . 2,561 0,215 32 25 9 7 1676 230 6 10 Hook d. YV. ....... 2,770 0,926 0,117 0,427 32 23 10 2 1022 231 6 20 Democrit SOg. . .• •• . .■ . 32 19 3 9 936 232 6 25 Baily A. O.. . . 0,632 0,619 0,170 32 16 2 7 277 233 6 30 Le Monnier A. ...... 0,377 32 13 2 3 484 234 6 35 bei Le Monnier . . . . . . 0,619 0,076 0,424 32 11 2 4 131 235 6 40 Littrow «. 1,149 32 9 3 52 1198 236 März 17. 6 16 Albategnius 4 . 1,668 2,047 0,643 9 33 4 37 1787 237 6 24 Hipparch ß .. . 0,167 9 29 5 40 678 238 6 31 Agrippa YV.. . 3,327 0,169 9 25 9 19 1071 239 6 41 bei Äristillus.. . 1,510 0,727 9 20 4 14 1746 240 6 48 Theaetetus O. . . . . . . . 0,952 0,371 9 17 2 37 583 241 6 58 Eudoxus YV.. 3,543 0,227 9 12 10 0 1627 242 7 4 Calippus a. . .. Stadius «.. . . . 1,945 0,116 9 9 5 23 3190 243 April 17. 7 26 1,347 1,468 0,298 9 55 3 32 652 244 7 32 Eratostlienes O. 0,407 9 58 3 51 992 245 7 38 Eratosthenes 4 . 0,988 0,329 10 2 2 36 509 246 7 43 Eratostlienes YV. ■2,285 0,360 10 5 7 31 1826 247 7 50 Parry YVg... 0,529 0,440 10 9 1 24 256 248 8 0 Tycho YV.. 2,431 •2,426 0,667 0,486 10 14 6 21 2765 249 8 11 Clavius YV. 10 21 6 19 1972 250 8 16 Eratostlienes a;.• 0,782 0,782 10 24 2 4 576 251 8 20 Plato y .. . . 1,964 0,339 10 26 5 8 1135 252 8 24 Plato 8 . 1,977 0,291 10 28 5 10 996 253 8 26 Pico £••*••••»»*' 1,906 0,257 10 29 4 57 848 254 April 18. 8 38 Biancanus YV. 2,351 0,477 23 26 6 18 2043 255 8 42 Klaproth YV. 1,988 0,430 23. 28 5 14 1561 256 8 46 Longomontan YVSYV. 3,011 0,302 0,198 23 30 8 6 1758 257- 8 51 Ciclius YV... •• 3,529 3,147 23 33 9 32 1384 258- 8 56 Bullialdus YV. ...... 0,225 23 36 8 33 1402 259- 9 2 Mercator YV. . . . . . . . 1,952 0,172 23 40 5 21 667 260 9 9 Reinhold YV. . . ... . . 2,631 0,267 0,357 23 43 7 11 1378 261 9 13 Landsberg O. ...... . 0,801 23 45 2 13 467 262 9 19 Copernicus YV. •. . . ... 3,685 0,219 23 48 9 58 1604 263 April 19. 8 5 Casatus YV. ....... 2,641 3,720 0,668 36 27 7 19 3569 264 8 11 Newton YV. ....... 0,489 0,222 36 30 9 44 3727 265 8 18 Biancanus YV. ...... 4,362 36 34 11 40 2143 266 8 24 Hainzel W. 2,445 0,452 36 38 7 18 2537 * 224. Unter -f- 7° 50' B. und -j- 39° 57' L. 225. Vgl. 685. 228. Ungünstige Umstände. 234. Die Bergader, welche am Westrande des Mare Sercnitatis zieht. Der gemessene Punkt liegt zwischen den Parallelen des Le Monnier und Littrow. ' - c 239. Uutcr -+■ 31° 40' und -j- 6° 50'. Vgl. 299, 772 und 1021. Ein Berg mit zwei nahestehenden Gipfeln, deren höhere südliche gemessen ist. Der nördliche etwa und der Sattel zwischen beiden Gipfeln tiefer als der gemessene Punkt. 241. Vgl. 766. 252. Der Rand des Plato etwa | der Höhe dieses Gipfels, also 600*. 253. Vgl. 838. ' ''' 254. Vgl. 265. 688. 256. Vgl. 692, 818, 1090. Der gemessene Punkt dicht beim Crater im WSW. Rande, ! 257. Vgl. 696. ' ... ’ 259. Vgl. 342. 700. - 261. Vgl. 711. wo der Schatten auf die den Fufs umgehenden Hügel fiel. 262. Vgl. 832. Das Innere scheint sehr uneben zu sein. 263. Diese Messung bezieht sich auf den mittlcrn Gipfel. Der südliche darüber liegende ward j s , der nördliche i, der Wall selbst ä niedriger geschätzt. ’ 264. Nur der südliche Theil des Westrandes erreicht diese ungeheure Höhe. 266. Gewifs verfehlt. Richtiger 605, 728. ' ’ 14 106 je 1834. MZ. Name. 1 A - 1 S ‘ • * 1 9- j Höhe in Toisen. 267 April 19. «'■28' Vitello Öl . . ... . . . 1,172 0,272 36°40' 3° 36' 739 O. 26$ 8 32 Flamsteed . 0,502 0,364 36 42 1 34 310 . 269 8 36 Encke W. 1,493 0,074 36 44 4 35 283 270 8 41 Euler W.. 3,712 0,094 36 47 10 56 863 271 8 45 Delisle a. und ß . 0,793 0,369 36 50 3 18 593 272 8 49 Laplaee. 3,080 0,193 36 52 8 57 1426 273 April 20. 7 3 Casatus W. ....... 3,637 0,307 49 31 10 58 3318 274 7 27 Segner 0. 1,145 0,275 49 43 3 59 1001 275 7 32 Segner W. 1,718 0,213 49 46 6 5 1283 276 7 36 Mersenius h. "W.. 1,794 0,236 49 50 6 33 1518 277 7 40 Mcrsenius W.. 1,623 0,241 49 52 5 21 1245 _ 278 7 44 Billy W. 1,022 0,124 49 55 3 51 473 279 7 51 bei Aristarch.. 0,661 0,280 49 59 2 31 583 m 280 7 58 Bettinus W. 1,810 0,325 50 3 6 21 1970 m 281 April 27. 15 9 Mutus O. 2,020 0,426 28 28 5 48 1819 w. 282 15 16 Manzinus O.. 2,607 0,309 28 24 7 15 1732 283 15 21 Sinipelius O.. 2,779 0,218 28 22 7 31 1608 284 15 25 Pitiscus O.. 2,221 0,198 28 20 6 28 1008 285 15 31 Piccolomini 0. 2,242 0,500 28 17 6 36 2431 286 15 37 Maskelyne a.. 1,747 0,245 28 14 5 5 974 _ 287 15 45 Maskelyne O.. 2,521 0,117 28 10 7 25 699 . 288 15 50 Vitruvius O.. 2,094 0,139 28 7 6 12 686 289 15 55 bei Vitruvius . .. 0,784 0,409 28 5 2 21 585 290 Mai 12. 8 13 Metius W. . ... 1,461 0,400 . .43 54 5 49 2062 o. 291 8 19 Steinheil b. W.. 1,540 0,312 43 51 6 13 1841 292 8 26 Fabricius ß. ......... 1,245 0,414 43 48 4 56 1744 _ 293 8 35 Sanlbech W... 1,611 0,252 43 43 6 27 1530 294 Mai 14. 9 48 Baco Wg.. 1,980 0,330 16 22 5 34 1260 295 9 53 Lindenau W. 3,718 0,109 16 20 10 36 845 296 9 58 Lindenau A. W.. 4,471 0,148 16 17 12 52 1383 297 10 5 Sacrobosco W.. 1,819 0,548 16 14 5 7 1780 298 Mai 15. 10 1 Aliacensis W. 2,003 0,607 5 39 5 22 2037 299 10 11 bei Aristillus ....... 1,913 0,404 5 34 5 7 1365 300 10 19 Curlius W.. 1,296 0,842 5 30 3 28 1462 301 10 23 Lilius W. 2,286 0,263 5 28 6 11 1133 302 10 28 Cuvier W. 0,221 5 26 8 40 1362 303 10 33 Licetus "W., . 2,511 0,371 5 23 6 44 1705 _ 304 10 38 Nonius W......... 1,930 0,351 5 20 5 10 1217 305 10 42 Gemma Frisius W. • . . . . 4,716 0,223 5 18 12 43 2030 306 10 46 Playfair W . 3,182 0,212 5 16 8 35 1302 307 Mai 20. 8 14 Phocylides y . 0,664 0,280 60 18 3 11 958 308 4 1. ■ 8 18 Pliocylides a. 0,719 0,415 60 21 3 27 1375 309 8 24 Schickard y. ...... . 1,460 0,121 60 24 6 40 985 • 2G7. Vgl. 725. 268. Vgl. 449. 270. Vgl. 456. 272. Vgl. 612, 846, 1085. Die zweite Messung unter einem Erleuchtungswinkel von 10° 42'. Der Berg scheint also domförmi" ZU sein, oder das östlich vorliegende Terrain sich allmählig zu senken. 275. Vgl. 745. 279. Vgl. 759. Der gemessene Punkt auf dem Plateau nahe bei 4* . ' 280. Vgl. 744. 282. Vgl. 388, 510, 640. _ . . 285. Der nordöstliche Theil des Walles hat nur f dieser Höhe. 1 287. Vgl. 530. 288. Vgl. 531. _ 294. Der mittlere Gipfel ist gemessen; der übrige Theil des Walles | niedriger. 295. Unverträglich mit 554., wenn man nicht annehmen will, dafs hier eine Terrasse vorlicse. 297. Vgl. 666. . . ., 299. Ist der unter 239. angeführte. 303. Vgl. 1032. 1 305. Vgl. 566, 1037. 306. Vgl. 1042. wo aber nicht der allgemeine Rand sondern der nördliche. Gipfel gemessen ist. 307—318. Die Umstände wenig günstig; allein Gegenden Von so excentrischer Lage sind immer nur schwer zu beobachten. 109 J? | 1834. | MZ. J Name. 1 A ' 1 S ’ 1 * 1 1 Höhe in Toisen. 310 Mai 20. 8 h 30' 1 Leluuann «. . . . -. . . . 1,193 0,236 60° 28' 1 • 6° 54' 2061 O. 311 8 40 1 Fourier y .. 0,S31 0,241 60 36 4 1 1148 . 312 9 18 Fourier \V". . ... . . . 1,638 0,168 60 55 7 6 1579 - 313 9 23 Vieta s. . .. 1,083 0,261 60 58 5 13 1674 - 314 9 27 Vieta S .. . 1,044 0,404 61 0 5 3 2289 - 315 9 32 Cavendish B. W. 0,999 0,135 61 3 4 52 1068 - 316 Mai 21. 8 43 Eichstädt «. 0,489 0,115 74 20 4 6 1051 . 317 8 46 Inghiraini W.. 0,598 0,190 74 21 4 49 1910 - 318 8 52 Cavalerius W. 0,682 0,111 74 25 5 30 1498 - 319 Juni 17. 11 23 Gassendi AV. 1,034 0,241 45 18 3 40 77^ 320 11 33 Letronne Wg.. 0,767 0,224 45 23 2 45 524 - 321 11 41 Kepler W. 1,553 0,218 45 28 5 28 1104 - 322 Juni 18. 9 39 Hansteen O.. 0,433 0,248 57 38 2 2 469 . 323 9 43 Hansteen W. ....... 0,777 0,136 57 41 2 33 587 - 324 9 47 Flamsteed E. . 0,614 0,166 57 43 2 50 538 - 325 9 52 Flamsteed W. ..... . 2,492 0,071 57 46 10 37 980 - 326 10 0 Marius W.. . 0,976 0,148 57 50 3 41 649 - 327 10 6 Marius A. AV. ...... 2,026 0,045 57 53 8 48 523 - 328 10 18 Aristarch W. 1,715 0,119 58 0 7 32 1142 . 329 10 21 bei Aristarch ....... 0,443 0,020 58 1 2 6 147 . 330 Juni 19. 10 0 Eichstädt «. 0,574 0,216 71 0 4 9 1768 L 331 10 6 Sirsalis b. O. 0,446 0,191 71 4 3 19 1062 . 332 10 10 Sirsalis c. ü. 0,397 0,171 71 6 •2 59 857 L ■ 333 10 49 Wargentin O. ....... 0,410 0,036 71 27 3 3 232 . 334 Aug. 25. 16 23 Stüfler Og. 1,853 0,468 15 12 5 54 1735 W., 335 16 29 Aliacensis O.. 2,346 0,496 15 9 6 50 2387 - 336 16 33 Werner O. 2,808 0,439 15 7 8 12 2600 - 337 16 38 Blanchinus O. ...... 3,090 0,158 15 5 9 1 1087 - 338 16 43 Mösting O.. 6,107 0,085 15 3 : 18 3 1177 . 339 16 48 Barrow «. 1,412 0,676 15 1 4 6 1663 - 340 *8ept. 13. - 8 39 bei Capuanus ■ 2,189- 0,206 43 15 7 41 1544 O. 341 8 44 Hainzel 4- ...... . . 1,520 0,193 43 17 5 27 1010 . - 342 8 48 Mercator SW. 2,606 0,078 43 20 9 7 718 - 343 8 52 bei Hippalus 0,894 0,264 43 22 3 17 751 . 344 8 55 Hippalus a. 0,853 0,423 43 23 3 10 1034 . 345 9 0 Agatharchides SW. ; ; . . 1,777 0,090 43 26 6 24 576 . 346 9 4 Agatliarchides a. . ; . . . 0,755 0,313 43 28 2 46 703 . 347 . 9 10 Agatharchides ß, . . . ; . ; 0,921 0,250 43 31 3 25 761 . 34S 9 25 Bullialdus C. W. : . : ; . •3,221 0,085 43 38 11 10 972 . 349 9 30 Eandsberg W. ...... 3 347 0,128 43 40 11 42 1511 : 350 9 36 Mayer «. . . 1,588 0,106 43 43 5 8 615 351 Sept. 14. 11 8 Pliilolaus W. ....... 2,395 0,132 55 46 9 9 1934 . 352 11 12 An axi in snes W. ...... 1,375 0,174 55 48 5 46 1248 . 353 11 16 bei Pythagoras.. 0,986 0,168 55 50 4 29 920 - 316. Vgl. J330. welche letztere.. Messung entschieden vorzuziehen ist. 319. Nach dieser Messung mufs das Innere Gassendi’s höher liegen als die westliche Flache, was auch spätere Messungen «u I.« stätigen scheinen. Vgl. 448, 618, 723. ° 320. Vgl. 458, 607, 721. 321. Vgl. 617, 736, 963. 322. Vgl. 753. 324. Vgl. 468, 754. 326. Vgl. 469, 624, 755. Bei 624. die Luft nicht ganz günstig, 1 327. Vgl. 470, 757. — 625 ist unter ungünstigen Lniständen genommen. 329. Die vom Aristarch zum Marius ziehende Bergader an ihrer höchsten Stelle etwa unter -j- 20 Br. 338. Des starken Erleuchtungswinkeis wegen wahrscheinlich zu gering. ' 340. Vgl. 709, 712. Der gemessene Punkt liegt auf dem hohen breiten SO. Walle. Gleichzeitig hatte der ge<'eniiherlipff<. n Ji, NW. Wall kaum dieses Schattens; ist also höchstens 150‘ hoch. ° ° 343. Dieser Berg in — 27° 45' B. und — 32° 25' L. 347. Vgl. 446. wo der südlich darülier liegende Gipfel gemessen ist, der aber scheinbar ganz gleiche Höhe mit ,3 hat 348. Mit diesem verglichen, hat B -f und A f der Tiefe von 0. • 350. Vgl. 855. 353. Das südlich über Pythagoras liegende grofse Hochland, und zwar der südliche Berggipfel des östlichen Ablalls. Alle drei Gipfel scheinen gleich hoch zu sein. i 1 : . 14 * 108 ■* 1 1834. j MZ. | Name. 1 A. | S. | * 1 ,f>. | Höhe in Toisen. 351 Sept. 14. 11 1 * 2 V IVlairan W. 1,783 0,241 55" 52' 1 7" 54' 2371 O. 355 11 27 Biancliini W. 3,241 0,076 55 55 13 11 1323 356 11 32 Aristarch y. . . . . 2,147 0,073 55 57 9 43 981 m 357 Sept. 16. 11 43 Anaximander d. SSW. 0,373 0,138 77 44 3 58 1519 ONO. 35S 11 50 Anaximenes C. Sg. . . 0,279 0,180 77 47 3 1L 1286 m 359 11 58 Pythagoras S. 0,932 0,088 77 50 8 40 2649 360 Sept. 17. 11 56 , 0,242 0,040 85 1 4 54 1515 N. 361 12 2 ] ( 0,184 0,041 85 1 4 14 1292 362 Sept. 19. 12 17 lam Nordpole .... 1,100 0,132 67 41 4 33 1085WNW. 363 12 21 4 0,908 0,183 67 39 4 33 1434 _ 364 12 25 \ / 1,688 0,084 67 38 8 8 1325 365 12 29 / \ 1,655 0,112 67 36 8 10 1750 . 366 12 33 Slrabo ß . 1,101 0,134 67 35 6 42 1680 _ 367 12 37 Bernouilli O. 1,230 0,135 67 33 7 44 1978 _ 36S 12 41 bei Eimmart .... 0,886 0,199 67 32 5 51 2100 369 12 45 Furnerius y . 1,032 0,133 67 30 6 22 1581 . 370 Sept. 20. 13 14 Bheita SO. 1,415 0,185 56 41 6 32 1569 W. 37 L 13 17 Rlieita NO. 1,407 0,277 56 39 6 30 2244 372 13 19 Reichenbach Og. . . . 1,371 0,234 56 38 6 9 1833 373 13 26 Borda a . 1,245 0,214 56 35 5 54 1723 374 13 29 Santbech O. 2,300 0,144 56 34 10 18 2207 375 13 33 Biot «. 0,760 0,236 56 32 3 42 1022 376 13 36 Langren 6 . 0,304 0,304 56 31 1 31 312 377 13 39 bei Picard. 0,210 0,165 56 29 1 20 210 . 378 13 43 Picard A. W. . . . 0,402 0,189 56 28 2 1 512 379 13 47 Picard e. 0.817 0,217 56 26 3 59 1035 380 13 50 bei Picard. 0,974 0,539 56 25 4 20 2218 _ 381 13 53 bei Römer. 2,628 0,111 56 23 11 37 1742 . 382 13 57 Franklin O. 1,584 0,123 56 21 7 18 1193 m 383 14 1 Cepheus O. 1,901 0425 56 20 8 35 1431 384 -14 5 Hook b. SO, .... 0,630 • 0,148 56 18 2 58 512 385 14 9 bei Thaies. 1,014 0473 56 16 4 41 1015 386 14 13 am Nordpol .... 1,723 0490 56 14 6 33 1590 _ 387 14 17 Cook SW. 0,868 0,090 56 13 4 11 492 388 Sept, 21. 13 1 Manzdnus O. 2.074 0,260 46 4 7 2 1868 _ 389 13 5 Mulus. 1,995 0,425 46 2 6 54 2856 390 13 9 Neander. 2d358 0434 46 0 8 44 1246 391 13 13 Piccolomini SO. . . . 2,624 0,214 45 58 9 41 2176 392 13 18 Neander S. . 1,789 0495 45 56 6 48 1375 393 : 13 23 Polybius ß.. ¥ 4,403 0,092 45 53 15 32 1617 394 13 27 Theophilus A. O. . . 3,244 0,082 45 51 11 15 954 395 13 30 Isidor O. 2,569 0,086 45 50 9 37 890 396 13 33 Capella O. . . . . . 2,226 0,185 45 49 8 24 1584 . 397 13 39 Römer a. O. . . . . 1,487 0,096 45 46 5 42 582 398 13 46 Posidonius D. O. . . 2,222 0,133 45 42 8 19 1168 399 13 51 Scoresby O. 2,661 0,153 45 40 10 41 1730 400 Sept. 23. 14 45 Moretus 0,.... . 3,130 0,232 23 27 8 33 1565 • 334 Unvereinbar mit der wahrscheinlich richtigeren Messung 761. Mairan und Sharp können an Tiefe nur wenig verschieden sein. 360—365. Diese nahe am Nordpol liegenden Punkte kann unsre Karte nicht hinreichend unterscheiden; der Versuch sie zu messen ist während eines Vollmondes, wo der Schatten nach N, fiel, gemacht worden, und zwei Tage darauf wiederholt. 360 und 363. beziehen »ich auf denselben Gipfel. Wir hoffen in der Folge die Polargegenden besonders gezeichnet geben zu können, 365. Vgl. 386. 368. Ein Gipfel unter -t- 25° (P B. und -f- 63° 30' L. 369. Vgl. 477. 377. Die breite Bergader südlich über Picard. 380. Zwei Piks nahe bei einander in -}- 19|° Br. und -f- 50° L. 381. Ein grol'scr Crater unter -J- 29° B. und -j- 44° L. dessen O. Rand gemessen Ist, 385. Unter -f- 60° B. und -f- 46° L. Dicht südlich darüber ein Gipfel von A dieser Höhe. 389. mufs verfehlt sein. i cu-‘ f,c * einem Erleuchtungswinkel vom 15° 32' genommene Messung kann die wahre Höhe nicht angeben, sondern mit 525 und 645. verglichen, nur zeigen, dafs der Berg kein Pik sei. 109 JV \ 1934. MZ. j Name. 1 *• | s. * 1 «?• Höhe in Toisen. 401 Sept. 23. 14 h 49' Curtius Og. . . . 2,249 0,566 23° 25/ 6° 23* 2572 W. 402 14 54 Zach O. .... , 2,250 0,422 23 23 6 30 1997 - 403 14 59 Lilius O. .... . 2,502 0,343 23 21 6 0 1548 - 404 15 5 Cuvier O. . 2,076 0,588 23 18 6 13 2135 - 405 15 10 Licetus O. . 2,776 0*295 23 16 8 4 1846 - 006 15 15 Nasirecldin a. O. . . 4,S10 0,149 23 13 13 44 1637 - 407 15 20 Werner O. . J . . 4,680 0,179 23 11 13 31 1978 40S 15 28. Apianus O. .. .1 . 3,575 0,160 23 7 10 26 1424 ‘ - 409 , 15 33 Abulfeda O. . . 1,749 0,421 23 5 5 10 1568 - 410 ii 38 Doliond a . 1 T 121 0,860 23 2 3 21 1449 - 411 15 43 ; Hipparch b. O. . . 3,936 0,171 23 0 11 30 1569 - 412 15 47 Menclaus s. . . . 1,256 0,403 22 58- 3 45 1038 - 413 Sept. 25. 15 13 Biancanus O. .. . . 3,031 0,503 0 33 8. 17 2816 - 414 . , 15 17 Clavius O. . . ■; . . 2,764 0,523 0 30 7 33 2632 - 415 15 22 Gauricus O. . . . 2,247 0,350 0 28 6 *7 1455 - 416 15 26 Cichus O. . . 3,483 0,217 0 26 9 31 l46f> - 417 15 31 bei Pitatus .... 1,012 0,483 0 24 2 45. 745 • 418 15 36 Alpetragius C. W. . 0,565 0,202 0 21 1 32 187 - 419 15 43 Semmering ö. . . 0,727 0,417 0 18 1 58. 432 .. 420 15 46 Süinmering e» . . . 0,962 0,292 0 16 2 37 475 • 421 15 52 Stadius 6. . . . . •2,089 0,123 0 14 5 41 498 • 422 15 57 Eratosthenes W. . . . 1,229 0,229 0 11 3 20 510 • 423 16 1 Eratosthenes x. . . 0,771 0,213 0 9 2 6 283 - 424 16 4 Kirch r;. 0,386 0,188 0 8 1 3 110 - 425 16 7 Plato i. . ... 1,387 . 0,290 0 6 3 46 720 426 16 13 Plato 4 . 1,440 0,565 . 0 3 3 55 1308- 427 16 16 Pico e. W. ... 0,209 0,209 0 2 0 34 44 428 16 21 Fontenelle O. . . . 2,642 0,166 0 0 7 12 1062 _ 429 16 25 Anaxagoras ;9 21 1 52 471 - 500. Der gemessene Punkt liegt etwas nördlich von der Mitte des W. Randes.- .y 503. Vgl. 508 und 509. 507. Vgl. 511. Beide Messungen geben an, wie hoch der Ostrand des Mutus über den Rand des eingeschossenen Craters liege. 518. Unbrauchbare Messung. Vgl. 181. ° 536. Das Resultat entschieden zu grols; oder es müfste diese Messung die Höbe des Walles über dfer Tiefe des eingeschossenen Craters bezeichnen, was mit der Länge des Schattens ziemlich übereinstimmen würde, • . «; • 537. Vgl. 655, 895. 541. Der westliche Wall des Parry dicht bei A, wo sich mehrere vorliegende Hoo-elreihcn zeigen. ' 543. Unter — 9« 20' B. und — 13° 50' L. ° ° ' 1 IIS | 1834. MZ. Name. A. S - - J - 9 \ . Höhe in Toisen. 544 Dec. 23. 19 h 2H Fra Mauro 4. . . . i 1,183 0,573 9° 26' 3 U 6' 954 W. 545 19 27 Fra Mauro lf. . . . 1,334 0,220 9 29 3 30 500 546 19 30 Gambart Wg. . . . 0,902 0,249 9 30 2 22 359 547 19 33 Copernicus 0. . . .■ 3,470 0,259 9 32 9 12 1619 548 19 41 Reinhold O. . . . 4,149 0,158 9 36 11 4 1206 549 19 47 Gay Lussac v. . , 4,134 2,627 0,115 0,684 9 39 11 1 880 _ 550 19 51 Clavius O. . . . . 9 42 7 1 2969 551 1835. 19 55 La Place .... 1,362 0,560 9 44 3 36 1139 - 552 Jan. 5. 6 30 Pitiscus W. . . . 3,847 0,172 12 36 11 32 1503 o. 553 6 39 Stiborius W. . . . •r 4,952 0,168 12 32 11 48 1891 554 6 46 Lindenau W. . . . 3,083 0,197 12 29 9 4 1342 555 6 52 Biiseliing W. . . . 1,685 0,208 12 26 4 54 703 556 6 0 Polybius W. . . . *' 3,207 0,168 12 22 9 25 1213 557 7 9 Bessel O. .... 0,492 0,293 12 18 1 26 249 m 558 7 28 Bessel U. . . ’ . . •* 0,571 0,222 0,092 12 10 1 38 249 559 8 1 Sabine W . 2,037 11 55 5 54 414 560 8 4 Ritter W. .... 1,773 0,158 11 54 5 8 620 561 Jan. 6. 8 7 Arago W. . . . . 2,206 0,164 11 52 6 22 837 _ 562 5 57 Abulfeda W. . . . 3,706 0,148 1 57 10 31 1162 . 563 6 1 Almanon W. . . .- 4,017- 0,112 1 55 11 25 954 . 564 6 8 Geber W. 3,540 0,182 1 52 10 2 1352 565 - 6 13 Abenezra W. . . . 2,909 3,714 0,203 1 50 8 14 1227 566 6 20 Gemma Frisius W. . •- 0,285 1 47 10 32 2196 567 6 49 Menelaus W. . . . 4,238 0,094 1 33 12 3 849 568 Jan. 7. 6 52 Bessel W. 4,686 0,060 1 32 13 21 601 569 4 19 Walter W. . . . 3,233 0,217 8 8 9 10 1495 570 4 24 Walter b. O. . . . 1,841 0,423 8 11 5 13 1514 . 571 4 27 Lexell SW. . . . 1,487 0,432 8 12 4 13 1206 572 4 30 Regiomontanus W. . 2,766 0,168 8 14 7 50 994 573 4 33 Purbach W. . . . 2,501 0,242 0,642 8 15 7 5 1266 574 4 36 bei Thebit .... 1,072 8 16 3 3 1058 575 4 40 Arzacliel W. . . . 2,388 0,161 8 18 6 46 1295 _ 576 4 43 Arzachel O. . . . 1,265 0,405 8 19 3 36 945 m 577 4 46 Alpetragius SOg. . 0,769 0,535 8 21 2 11 590 578 4 49 Alphons Og. . . . 1,070 0,473 8 22 3 2 866 m 579 4 52 Alphons NW. . . 2,168 0,245 8 24 6 9 1100 580 4 55 Ptolemäus i]. . . . 2,603 0,205 8 25 7 22 1128 581 4 58 Herschel y . 1,650 0,178 8 27 4 41 610 m 582 5 2 Thebit A. O. . . . 0,816 0,676 8 2- 2 22 738 583 5 6 Pallas £. 1,686 0,164 8 3v. 4 47 578 584 5 10 Cap Huygens . . . 1,605 0,988 8 32 4 33 2403 585 5 13 Archimedes W. . . 1,415 0,343 8 33 4 1 938 586 5 17 Archimedes L. . . 1,144 0,324 8 35 3 15 700 . 587 5 37 Cassini r\ . 2,445 0,233 8 44 6 55 1193 . 588 5 39 Cassini Z. . . . . 2,247 0,288 8 45 6 22 1332 589 g^' J Einzelne Gipfel, amgeben von niedrigen Landwellen. 547 . Vgl. 648, 896. 548. Vgl. 902. 549. Vgl. 897, Dieser und. die benachbarte Berge sind nur unter grofsen Erleuchtungswinkeln mefsbar. 551. Vgl. 657. Das Ende des Schattens eine sehr feine Linie. Der Berg ist also ein Pit (vgl. Anm. zu 272,). 552. Vgl. 1075. ggg - J Zwischen beiden nahe bei einander liegenden Wallbergen ein Sattel von * dieser Höhe. 565*. Vgl. 1043. 668. Wenig zuverlässig, doch eher zu wenig als ZU viel. 574. Unter — 24° 25' ß. und — 5° 0' L. 577. Der südliche Gipfel im Ostrande. 583. Zwei gleiche Gipfel. 584. Vgl. 801, 937. 1049. 113 | 1835. MZ. | Marne. A. 1 S - - 1

! 6 57 Doppelmayer Cbg. • 1,044 0,083 42 0 3 47 313 _ 620- Jan. 11. 5 28 Schikard y. . . 0,S62 0,221 52 29 3 42 874 . '■* 621 ;‘ 47' Fudoxus W. 4,374 0,192 7° 17' 12 u 25' 1907 O. 768 6 52 Cassini «. 2,425 0,247 7 15 6 47 1193 . 769 6 58 Calippus a . 2,165 0,688 7 12 6 3 2638 • 770 7 1 Theaetelus O. 1,256 0,148 7 10 3 29 367 • 771 7 5 Calippus .. 2,043 0,347 7 9 5 42 1363 . 772 7 8 bei Theaetelus. 1,854 0,338 7 8 5 10 1172 • 773 7 11 Manilius W. .. 3,346 0,171 7 6 9 24 1173 774 7 16 bei Codin. 2,720 0,089 7 4 7 37 489 775 7 19 bei Rhäticus. 1,255 0,308 7 3 3 29 709 • 770 7 22 Triesnecker C. O. ..... 0,328 0,084 7 1 0 54 50 777 7 26 Albalegmus ß. 1,807 0,331 6 59 5 2 1139 778 7 29 Albalegnius 4 . 2,130 0,359 6 57 5 56 1451 779 7 32 Albategnius Cbg. 1,394 0,208 6 56 3 52 557 780 7 36 Albalegnius A. W. 1,219 0,217 6 54 3 23 504 78 t 10 16 Cassini SW.. 1,767 0,195 5 38 4 56 683 782 10 20 Hadley. 1,732 0,871 5 36 4 49 2368 783 10 24 Hipparchus A. W.. 2,663 0,195 5 34 7 27 1045 784 10 29 la Caille ß . 1,642 0,526 5 32 4 34 1521 m 7S5 10 33 Werner Cbg. 0,875 0,646 5 30 2 26 715 m 786 10 37 Airy a . 2,282 0,H8 5 28 6 14 537 787 10 4L Nonius d. W. 2,735 0,166 5 26 7 39 925 m 788 10 45 Fernelius W. 2,125 0,224 5 24 5 56 946 m 789 10 49 Walter W. 1,574 0,517 5 22 4 23 1426 • « 790 10 52 Stöflcr y . . 2,526 0,158 5 21 7 3 812 _ 791 April 6. 6 54 Archytas W. 2,977 0,146 4 15 8 3 845 792 6 57 Pico A . 2,698 0,216 4 17 7 19 1119 793 7 0 Theaetelus W. 5,113 0,114 4 18 13 5g 1201 m 794 7 2 Calippus W. 6,220 0,100 4 19 16 58 1205 795 7 5 Aristiilus W. 3,142 0,205 4 21 8 32 1280 796 7 8 Autolycus W. 3,276 0,189 4 23 8 53 1200 797 7 11 Archiinedes W. 2,865 0,129 4 24 7 46 719 _ ■ 798 7 14 Archimedes O. 1,942 0,139 4 25 5 16 520 799 7 17 Archiinedes 4- . . 1,204 0,165 4 27 3 16 370 800 7 20 Archimedes F. O. 1,321 0,260 4 28 3 35 619 801 7 24 Cap Huygens ....... 3,048 0,407 4 30 8 io 2307 802 7 28 Wollt - . 1,711 0,540 4 32 4 38 1565 _ 803 7 31 Schlüter T. ....... 1,610 0,121 4 33 4 22 390 804 7 34 Sehröler £ .. 1,276 0,185 4 35 3 28 439 805 7 38 Schroter A. 2,173 0,187 4 36 5 54 777 806 8 12 Sümmering .. 2,085 0,187 4 53 5 40 747 807 8 16 Lalande A. O. 1,001 0,247 4 55 2 43 435 808 8 19 bei Lalande. 0,706 0,222 4 56 1 55 265 809 8 22 Davy O.. • 1,471 0,178 4 58 4 0 493 810 8 26 TJiebit W. 3,354 0,202 4 59 9 7 1313 811 8 29 Thebit B. O. . . . . . . . 1,408 0,168 5 0 3 50 446 812 8 33 bei Purbach.. 3,035 0,191 5 2 8 15 1122 - 7C8. Vgl. 1040. 772. S. -239. 774. Unter -f- 1° 55' B. und -J- 7“ 50' L. 775. Unter -f- 1° 15' B. und -J- 3° 55' L. 781. 12er höchste Theil von Cassini’s Bande. 784. Im S. dieses Piks ist der Wall niedrig, und der Altfall von ß nach O. und S. zu sehr schroff. 788. Vgl. 1036. 791. Vgl. 944. 798. Vgl. 941. 802. Vgl. 939, 805. Vgl. 891. 806. Nur dieser Punkt im Sümmering hat einen merklichen Schatten. 808. Unter — 7° 5' B. und — 10“ 58' L. S09. Vgl. 953. 810. Vgl. 878, 935. 812. Unter — 24" 40' B. und — 5° 0' L. 118 •A? | 1835. MZ. Name. A. s. * 0,300 7 58- 6 24 1249 905 Nov. 14. 16 1 Zuchius O . 3,863 0,196 19 1 11 38 1688 906 16 4 Bettinus O. ... 3,748 0,250 19 3 11 16 ; 2080 _ 907 16 7 Kircher SOg. . . . .. 3,480 0,374 19 4 10 22 2859 908 16 13 Bailly A. O. . . . 5,101 0,174 19 10 15 57 2093 861. Der «■ gegenüberliegende östliche Abhang. 862. Unter — 35° 50' B. und — 32° 20' L. 863. Die steile Spitze in der Mitte des Zuges. 866. Drei Meilen südlich von Enekc • 6 31 Huygens y. . . 0,908 0,112 13 24 2 33 209 : 6 33 Archimedes A. 0,832 0,304 13 25 2 24 467 _ 6 36- Archimedes VV. 1,714 0,254 13 26 4 55 885 i i p • 6 38 Areliimedes E.. 1,478 0,241 13 27 4 14 733 r ; ■ ■,. 6 41,5 Pico A. . . . - 1,978 0,291 13 29 5 39 1196 • 6 45 Pico A. O. . . 1,207 0,122 13 30 3 28 314 • • 1009. Höhe der dem Hauptriicken zunächst liegenden obersten Terrasse. 1015. Runder, wenig erhabener Berg im Ostwalle. 1018. Allgemeine Wallhöhe. Der Gipfel im IN. 'inufs weit höher sein. 1019. Zwei Spitzen. 10-20. Zwei steile Spitzen. 1021. S. Anm. zu 239. 1022. Breite runde Masse mit kurzen Gipfeln. 1023. Unter 24° B. und -f- 8° L. Eine breite rnndlicheJUassc mit kurzen Gipfeln, den Westrand des Apcnninen Hochlandes bildend. ! Zwei Piks 1025.) ‘ 1030. Vgl. Anm. zu 81. Ein Pik. 1041. Unter -J- 10° B. und -J- 6° 10' L, Die umliegenden Höhen viel geringer, 1050, Dicht bei Marco Polo e. • 123 Jis | 1836. MZ. Name. A. S ‘ * 9- Höhe in Toisen. 1057 Jan. 26. 6 h 48',5 in den Alpen . . . 2,008 0,422 13° 32' 5° 59 1 1773 0. 1058 6 51 Kireh A. O. 0,622 0,227 13 33 1 47 260 1050 6 54 Arcliiinedes O. 1) 0,052 0,565 13 35 2 44 849 _ 1060 6 56,5 2) . 1,114 0,655 13 36 3 12 1153 1061 6 50 3) . 0,008 0,555 13 37 2 35 778 _ 1062 7 1 Kircli ß. 1) ... 0,800 0,558 13 38 2 20 666 m 1063 7 4 2) . . . 0,004 0,689 13 39 2 36 867 m 1064 7 25,5 bei Huygens . . . 1,302 0,823 13 48 3 44 1648 m 1065 7 30 Plato X . 1,508 0,732 13 50 4 20 1880 . 1066 7 34 Mösting O. 0.073 0,124 13 52 2 48 254 . 1067 7 38 Thebil Wg. . . . 2,345 0,314 13 54 6 42 1539 _ 1068 8 2 Mösting ö . 0,478 0,242 14 5 1 23 195 _ 1060 8 8 Arzachel Oberg . . 2,613 0,135 14 8 7 28 76S _ 1070 Fehl - . 4. 17 54 Curtius Og. . . . 6,084 0,047 60 53 20 12 1412 w. 1071 18 1 Boguslawsky O. . . 1,662 0,175 60 40 7 15 1778 1072 18 0 Steinheil O. . . . 1,526 0,166 60 45 7 17 1700 1073 Febr. 10. 5 40 Prom. Agarum . . 1,001 0,330 53 47 4 52 1728 0. 1074 5 54 Firuiicus W. . . . 0,804 0,180 53 45 3 52 773 1075 Febr. 22. 6 3 Piliscus W. . . 2,441 0,300 19 14 7 17 1651 _ 1076 6 7 Mutus W. 2,263 0,417 19 12 7 1 2136 _ 1077 6 11 Ylacq. W. 3,982 0,137 19 10 12 31 1342 1078 6 15 Isidor W. 3,881 0,138 19 8 11 57 1286 1070 6 10 Plinius A. O. . . . 1,051 0,146 19 6 3 8 339 10S0 6 23 bei Jansen .... 0,673 0,191 19 4 2 58 409 _ ■ 1081 6 27 bei Vilruvius . . 1,760 0,347 19 2 5 17 1320 . 1082 März 23. 7 12 Acherusia Pr. . . . 1,574 0,216 16 43 4 42 756 1083 7 16 Menelaus U. . . . 1,232 0,632 16 41 3 40 1381 1084 7 21 Plinius W. 2,342 0,174 16 30 6 33 S4Q 1085 März 27. 0 23 Laplace. 1,335 0,651 26 52 2 2 1656 1086 0 27 Laplacc 6. . . . . 0,638 0,190 26 54 1 22 265 1087 0 33 Milichius W. . . . 1,355 0,152 26 57 2 36 488 1088 10 13 Milichius O. . . 0,9S7 0,134 27 16 2 37 317 1080 10 18 bei Landsberg . . 0,340 0,110 27 18 0 43 81 1000 April 25. 8 8 Longoinontan Ng. 1,401 0,671 18 50 4 12 1697 1001 8 13 Tyclio W. 4,284 0,224 19 2 11 40 1994 1002 8 24 Kies SOg. 1,006 0,170 19 6 3 7 382 1003 8 20 Pylheas ß . 0,726 0,110 19 9 2 5 165 1004 8 33 Laplace t. . 0,926 0,463 19 11 2 42 714 1005 8 37 bei Pico e. 2,363 0,185 19 13 6 36 911 * 1057. Vgl. Anm. zu. 591. Dies die höchste mefsbare Spitze des Alpengebirgs. 1059. 1060. 1061. Drei Gipfel im SO., S. und NO. des Walles vom Arcliiinedes. 1062. 1063. Ersteres die SO., letzteres die NW. Spitze von Kircli ß, Vgl. 898, 8S9. 1064. Auf halbem Wege zwischen Huygens und Wolf, am Rande des Apennin. 1070. Dieser Ilochgipfel hatte noch starken Schatten, während weit herum kein einziger Punkt einen irgend merklichen zeigte 1073. Sehr zuverlässig. Der Schatten fiel noch über die nächste Bergader hinweg, und endete in eiuer etwas rundlichen Smtze 1050. Unter -j- 11° 0' B. und -J- 25° 15' L. Länglichtcr Gipfel auf einer Bergader. * 1051. S. Anm. zu 56. 1089. Unter — 3° 50' B. und — 31° 0' L. 1092. Nur dieser Gipl'el hat merklichen Schatten. Das übrige kaum 100 1 hoch. 1095. Unter + 48° 40' B. und — 16» 0' L. Bemerkungen. In der vierten Rubrik bezeichnen die Buchstaben O, W, NW . . . den östlichen, westlichen, nordwestlichen .... . Wall eines Ringgebirgs; steht ein g dabei, so ist es ein einzelner Gipfel dieses Walles. Die übrigen Buchstaben finden sielt auf der Karte (vgl. §. 35.). — In der letzten Rubrik bezeichnen O und W die Richtung, in welche der Schatten fiel. Das Uebrige erklären die unterstehenden Anmerkungen. 16 Totalübersieht der Mondoberfläclte oder Allgemeine physische Selenograpliie. . §. 68 . Der Mond, unser nächster Nachbar und einziger Begleiter im Sonnensysteme, hat schon in den frühesten Zeiten des Menschengeschlechtes die Blicke der Forscher vorzugsweise auf sich gezogen. Die Alten erschöpften sich in Muthmafsungen über die Natur der Flecke auf dem Monde, und wenn gleich die Absurdität der meisten von selbst in die Augen springt, so kamen doch die Ansichten mancher unter ihnen denjenigen, die wir durch eine aufmerksame Betrachtung mit bewaffnetem Auge gewonnen haben, ziemlich nahe. Doch scheinen diese ebeii das Schicksal gehabt zu haben, wie die Anklänge des Copernicanischen Systems, die wir unter den Alten und namentlich beim Aristarch finden; diese glücklichen Conceptionen waren zu einfach und naturgemäfs, um nicht in Jahrhunderten, wo fast nur das Monströse und wunderbar Klingende Beifall und Verbreitung fand, vergessen zu werden und wieder unterzugehen, und so datirt unsre physische Kennlnifs des Mondes noch nicht volle zwei Jahrhunderte. Wenn gleich eine oberflächliche Beobachtung der uns sichtbaren Mondhalbkugel keine ausgezeichneten Verschiedenheiten bemerken wird, und es deswegen selbst bis auf unsre Tage nicht an Solchen gefehlt hat, die in ihm nichts als einen Felsklumpen, einen verkalkten oder verglaseten Körper, eine Eis- und Schneewüste u. dgl. kurz eine einförmig starre und todte Masse zu erkennen glaubten, so lehrt doch die aufmerksame und ins Einzelne gehende Betrachtung bald, dafs dort die Mannichfaltigkcit der Naturtypen nicht geringer als auf unsrer Erde sei, und dafs weder die bedeutende Entfernung noch andre Schwierigkeiten der Untersuchung uns hindern, den Reichthum der Formen und ihre mannigfachen Uebergänge zu bemerken, und trotz des fremdartigen und räthselhaften Gepräges, welches sie für uns an sich tragen, auch diese Hieroglyphe der Natur, gleich der von uns bewohnten, mehr und mehr verstehen zu lernen. Eine Terminologie dieser Formen mufs nothwendig an die ähnlichen Gestaltungen auf unserm ErdkörpeV erinnern, ohne jedoch von vorn herein mehr bezeichnen zu wollen als eben diese äufsere und mitunter ziemlich entfernte Aehnlichkeit. Daher dürfen wir z. B. bei Gebirge nicht die den Erdgebirgen cigenthümliche Struktur, bei Crater nicht den vulkanischen Ursprung, bei Meer nicht die wasserbedeckte Oberfläche u. s. w. als sich von selbst verstehend mit einbegreifen wollen. Gewöhnlich ist es nur ein allgemeines äufseres Merkmal, welches diese gleichbenannten Objekte in beiden Weltkörpern mit einander gemein haben; und nur sehr vorsichtige Schlüsse, gegründet auf eine möglichst erschöpfende Kritik der Beobachtungen, mögen uns einen Blick in den inner« Zusammenhang jener Formen gestalten und uns belehren, ob und wie weit wir die von unserm Wohnorte abstrahirlen Begrihe auch auf jene Nachbarwelt übertragen dürfen. Terminologie. §• 69 . ^ Schon dem blofsem Auge zeigen sich, am deutlichsten im Vollmonde, gröfsere und kleinere graue Flecke, theils scharf getrennt vom reineren Mondlichte, theils allmählig in dieses übergehend und mit ihm sich vermischend. Man hat sie Meere genannt und in früheren Zeiten auch dafür gehalten,*) obwohl schon Hevel, der diese Benennung zuerst bestimmt einführte, sich gegen weitere daraus gezogene Schlüsse verwahrt und sie nur deshalb so nennt „weil er sie mit nichts anderm besser zu vergleichen wisse”. Spätere Untersuchungen zeigten aber immer deutlicher, dal's wenigstens die Vorstellung einer allgemeinen Wasserbedeckung des Grundes liier nicht Statt finde. Denn Unebenheiten der verschiedensten Art ziehen durch sie hin; ihre Farbe *) Do maculas esse juaria, do lucidas esse terras, sagt Kepler. 125 Palus. Lacus. Sinus. ist nichts weniger «als monoton und man bemerkt in ihnen leerstehende Tiefen, wie die Umrisse des Schattens deutlich zeigen. Wenn nun gleich hiermit noch nicht absolut behauptet werden soll, dafs das Wasser, oder eine diesem ähnliche Flüssigkeit, dem Monde gänzlich fehle, so geht docli hervor, dafs wir unter Mare hier nichts andres verstehen können als eine grofse graue, gegen ihre hellere Umgebung vertiefte und verhältnifsnnifsig ebene Fläche. Völlig isolirt und von allen Seiten umschlossen finden sich auf der diesseitigen Mondhemisphäre nur zwei von mälsiger Gröfse, das Mare Crisium und das Mare Humorum. Die gröfseren, wie das Mare Serenilalis, sind nur theilweise bestimmt begrenzt; denn nicht nur stehen sie, wie die Oeeane unsrer Erde, unter einander in Verbindung, sondern aucli gegen die helleren Landschaften mangelt eine Umrifslinie oft gänzlich. Dies ist besonders der Fall beim Mare Nubium, obgleich es der Mondmitte sehr nahe liegt, ferner beim Oceanus Procellarum, dem gröfsten der uns sichtbaren. Auch zeigt sich nach den Rändern zu eine etwas geringere Differenz der Lichtstärke unter den Flächenstrichen, im Ganzen betrachtet. Sumpf (Palus) und See (Lacus) hat man diejenigen kleineren Flächen genannt, welche von etwas hellerer Farbe als die Maren, auch mein' als diese mit Bergadern, Cratern u. dgl. angefüllt sind und überhaupt eine reichere Abwechslung als die eigentlichen Maren darbieten. Busen (Sinus) endlich bezeichnet buchtenartige, gröfstentheils von helleren Gegenden umgebene Theile der gröfseren Mareflächen, theils gut begränzt wie der prachtvolle Sinus Iridum, theils weniger bestimmt und beim flüchtigen Anblick einer vorüberziehenden Wolkenmasse nicht unähnlich, wie der Sinus Medii. Der vorherrschende Grundtypus aller Mondformen, der Kreis, tritt in diesen Flächentheilen noch wenig hervor, am meisten indefs da, wo eine deutliche Begrenzung Statt findet. Nach einer freilich sehr unzuverlässigen Schätzung mögen etwa ■§• der diesseitigen Halbkugel aus solchen grauen Flächen bestehen. Sie sind am häufigsten im Osten und Norden; in den mittleren und westlichen Landschaften treten sie mehr zurück; in hohem südlichen Breiten fehlen sie gänzlich, oder man müfste denn die bedeutendem Wallebenen, wie Schickard, dazu rechnen. Der erste namhafte Selenograph, JJcvel, gab diesen Flächenstrichen Namen von Erdmeeren, Mare Adriaticum, Mediterraneum, Sinus Syrticus u. a. m. lliccioü hingegen führte bald darauf eine durchaus neue Nomenclatur ein und beging bei diesen Meeren die Sonderbarkeit sie nach den vorgeblichen Mondseinflüssen auf Witterung, so wie auf geistige und körperliche Zustände der Menschen zu benennen, worüber er nur eine sehr leichte Entschuldigung für nüihig hält. So haben wir ein Mare imbrium und foecun- ditatis, einen Lacus Mortis und Palus Somnii, einen Sinus epidemiarum und Peninsula Deliriorum erhalten — Namen, deren Mehrzahl durch den Gebrauch zweier Jahrhunderte geheiligt und die ohne eine neue Sprachenverwirrung jetzt nicht mehr geändert werden können. Dafs übrigens auch die jenseitige Halbkugel solche graue Maren enthalte ist daraus ersichtlich, dafs sie zum Theil bis an den Rand rücken, ja zwei von ihnen, die Fläche welcher Schröter den Namen Kästner gegeben hat und eine andere noch gröfsere im Nordwesten, die wir mit dem Namen Mare Humboldtianum bezeichnet haben, auf der diesseitigen Halbkugel erst anfangen, da man auch hei den günstigsten Librationen, die uns einen Blick hinüber verslatten, noch nichts von ihren jenseitigen Grenzgebirgen sieht. Nomenclatur. §. 70 . Hellere Landschaften. Die helleren Landschaften des Mondes sind fast ohne Ausnahme gebirgig, und die Berge des Gebirge. Mondes übertreffen die höchsten der Erde zwar nicht an absoluter Erhebung, wohl aber an Steilheit. Zuweilen, doch aber seltner als auf dem Erdkörper, bilden sich einfache Reihen mit einzelnen Gipfeln und kleinen Ausläufern, wie die Möntes Hercynii und Cordilleras (Berg, ketten) gewöhnlicher aber zeigen sie sieh in nebeneinandergelagerten breiten Massen mit tief einschneidenden oder auch ganz hindurch gehenden Querthälern, die jedoch nicht das Ansehen einer Durchspülung haben (Massengebirge). Oder es erhebt sich ein bedeutender Theil der Oberfläche über die umliegenden hellem sowohl als dunklem Landschaften als Hochland empor (wie das der Alpen und Apenninen) und trägt dann auf seinem Plateau eine Menge der verschiedenartigsten Gebirgsformen, an einer Seite aber ein hohes Gebirg, welches mit gewaltigen Abstürzen sich plötzlich in die graue Ebene hinabsenkt (Randgebirg). Der Apennin, das bedeutendste dieser Randgebirge, dessen Gipfel sieh bis zu 1SOOO Fufs erheben, ist (wie aus Plutarchus de facie in orbe lunae hervorzugehen scheint) sehon von den Alten gesehen und für ein Bergkette. Massengcbvrg. Hochland, Randgebirg. 126 Gebirge gehalten worden. Es bildet zur Zeit der Viertel eine so bedeutende Protuberanz in der Nachtseite, dafs eine Wahrnehmung mit scharfen unbewaffneten Augen keinesweges unglaublich erscheint. Audi finden sich kleine, isolirte Plateaus, die zuweilen bedeutenden Gipfeln zur Basis dienen, wie das südlich bei Hippalus belegene. Niedrige Rücken, die gewöhnlich in der Nähe der Lichtgrenze gesehen werden können, die in uiäfsi^er Breite und ohne verwickelte Krümmungen, meist in graden Linien oder einfachen Bogen die Ebenen durchziehen, nur wenige und kleine Gipfel tragen, zuweilen auch am Ful'se höherer Gebirge mit diesen parallel streichen, nennt man am passendsten Bergadern, oder bei bedeutender Breite Landrücken. Gegenden, welche mit einer grofsen Menge mäfsig hoher Kuppen und niedrigen Bergrücken bedeckt sind und unsern Augen meistens nur ein schwer zu entwirrendes Chaos darbieteo, wie die Gegend um den Copernicus, die nördlich bei Schröter und die südlich bei Eudoxus belegene Strecken, wollen wir Hügellandschaften nennen. — Von den Cenlralbcrgen wird weiter unten die Rede sein. Endlich stehen, häufiger als auf der Erde, einzelne Berge von allen Formen und Dimensionen isolirt in der Ebene, wie der Pico. Oft bilden mehrere solcher einzelnen Berge Reihe]» ohne bestimmten Zusammenhang, und zuweilen umgeben sie in regelmäfsiger Krgrsform eine Fläche, die also dann nach allen Seiten durch Querthäler mit der äufseren verbunden ist (Bergkranz) wie Fra Mauro. Bergadern, Landrücken. Hügelland. Isolirte Berge. Bergkränzc. §• 71. Bergkränze bilden nun den Uebergang zu jenen merkwürdigen Gebilden, die durch ihre Anzahl und Gröfse, wie durch das Fremdartige des Anblicks jedes bewaffnete Auge mit Recht in Erstaunen setzen — zu den Cr ater formen. Ihr allgemeinster Typus ist folgender: Ein hoher, kreisförmiger, nach auCsen fast geradlinig, nach innen concav geböschter Wall umgiebt eine sphäroidische Vertiefung, die fast ohne Ausnahme unter dem Niveau der umgebenden Ebene steht und in deren Innern sich zuweilen Berge erheben, die aber, ihrer Steilheit und relativ bedeutenden Höhe ungeachtet, doch mit ihren Gipfeln die Höhe des umgebenden Walles nicht erreichen, auch nicht mit diesem Zusammenhängen. Aber dieser allgemeine Grundcharakter erscheint so mannigfaltig modificirt und seine Niiancen durch so viele Uebergänge unter sich und mit den Meer- und Gebirgsformen verbunden, dafs unsre Terminologie gegen diesen Reichthum der Natur nicht anders als überaus dürftig erscheinen mufs, ungeachtet es gewii's ist, dafs die ganze Fülle dieser Formen der Entfernung wegen von uns nicht angesehaut werden kann, und dafs wir in unmittelbarer Nähe noch eine Menge ungeahnter Bestimmungen und wesentlicher Verschiedenheiten auch da noch erblicken würden, wo uns jetzt nur Monotonie zu herrschen scheint. Der Eintheilung dieser Formen in Wallebenen, Ringgebirge, Crater und Gruben liegt hauptsächlich nur die Verschiedenheit der Gröfse (von 30 Meilen Durchmesser bis zum Minimo des Erkennbaren, also mit unsern gegenwärtigen Hülfsmitteln bis etwa zu 1500 Fufs) zum Grunde, ist also in so fern nur relativ. Gleichwohl knüpfen sich an dies Gröfsenverhältnifs einige andre Bestimmungen zwar nicht ausschliefslich, aber doch vorherrschend an, wodurch es möglich ist, jede dieser vier Hauptarten noch besonders zu charakterisiren. Diese Cralerformcn. Wallebenen. §. 72. Die Wallebene, von 30 bis zu 8 oder 10 Meilen Durchmesser herab, ist selten von einem einfachen Walle, meist von einem ziemlich verwickelten System von Gebirgen umgeben, obgleich sich in vielen Fällen ein zusammenhängender höchster Rücken rings herum deutlich nachweisen läfst (wie im Arzacliel und Posidonius.) Nach aufsen und innen, ersteres jedoch häufiger, zeigen sich Ausläufer, die bisweilen den Wall selbst an Höhe übertreffen (wie Hevel t) ja zu mächtigen Gebirgen emporsteigen, nach innen dagegen immer nur kurz, niedrig, eng sich anschmiegend gefunden werden. Doch sicht man sie zuweilen, wie im Posidonius. und.Schiller, durdi den gröfsten Theil der innern Fläche sich fort erstrecken, ja wohl gar (was namentlich im südwestlichen Quadranten sich öfter wiederholt) die innere Fläche als Querwälle durchziehen und sie in mehrere Theile absondern (wie im Phocylides, Licetus und Boussingault). Zuweilen ist die innere Fläche eben und gleichförmig, wie Plato und Archimedes, häufiger aber auf die mannigfachste Weise durch Berge, Bergketten, Crater und dergleichen unterbrochen, wie Hipparch. — Sic weichen fast alle von der Kreis form mehr oder weniger ab; bei einigen, wie Sacrobosco, Sasserides und Orontius, zeigt sie sich nur noch in den einzelnen Theilen, welche ineinandergreifend sich zu Einem Ganzen vereinigt haben. 12 » Das Niveau des Hauptrückens im Walle zeigt nur selten so grofse Ungleichheiten, dafs sie schon ein flüchtiger Blick erkennen liefse. Mit Ausnahme einzelner mehr oder minder hervortretender Gipfel scheinen diese Rücken in ziemlich gleicher Höhe und Breite fortzulaufen. Bei schärferer Untersuchung Anden sich aber dennoch bedeutende Unterschiede, am meisten da, wo die Wallebene mit einer Seite ein Hochland oder Gebirge und mit der andern das Mare begrenzt. Ja es zeigt sich zuweilen an der einen Seite des Walles eine Art von Thor, theils eng und Schluchten- oder sattelartig, (wie bei Posidonius), theils weit und bis zur Sohle vertieft, oft sogar ein Sechstel, Viertel, Drittel des ganzen Kreises begreifend (wie Fracastor). Doch zeigt sich im letztem Falle zuweilen noch eine schwache Spur des fortgesetzten Walles (wie bei Le Monnier und Doppelmayer) oder doch wenigstens einzelne Gipfel, so dafs das Gebilde auf der einen Seite zu den Wallebenen, auf der andern zu den Bergkränzen gehört (z. B. Pitatus). Man ßndet Wallebenen mit innerer convexer Fläche (wie llevel) und unter diesen auch solche, deren Inneres gegen die äufsere Umgebung nicht vertieft, sondern eher noch etwas erhaben ist. Die meisten Wallebenen enthält die südliche Halbkugel. An einigen Stellen stehen sie so dicht gedrängt, dafs die Kreisform nothgedrungen in eine polygonale übergegangen ist. Namentlich zieht sich vom Ilipparch und Ptolemäus, welche der Mondmitte nahe liegen, eine dichte Reihe grofser Wallebenen bis nahe an den Tycho fort und trennt das Mare Nubium von den Gebirgslandschaften des Südwestens. Viele sehr grofse Wallebenen liegen am Rande herum (wie die fast unter gleichem Meridian einander folgenden, Langren, Vendelinus, Petavius und Furnerius) oft diesem so nahe, dafs sie in die jenseitige Halbkugel hinüberreichen und uns fast immer nur eine Seite sichtbar ist. Seltner sind sie im Norden und Osten, wo sich die grofsen Meere beßnden, auch die kreisförmigen Gebilde mehr isolirt stehen und den nachfolgenden Formen angehören. Ringgclirg. §. 73. Die eigentlichen Ringgebirge (denn im Allgemeinen kann man jede kreisähnliche Begrenzung einer Tiefe Ringgebirg nennen, ohne Unterschied der Gröl'se) gehen von 10—12 Meilen Durchmesser bis zu 2 und 3 Meilen herab. Die Kreisform ist in ihnen meistens bestimmter ausgeprägt als in den Wallebenen, wenigstens nach innen zu. Ein Hauptrücken tritt deutlich hervor und gewöhnlich ist es der einzige der eine abgeschlossene Umgebung bildet. Nacli aufseh zeigeiv-sich diese Ringgebirge fast unter allen möglichen Bedingungen; mitten in Gebirgen (wie Conon und Capella); an einer Seite derselben gelagert oder sich anlehnend (Mayer, Vitello); am Ende einer Bergkette und so gleichsam ihren Schlufsstein bildend ( Piccolomini^ Eratosthenes) in grofsen Wallebenen, theils im Walle selbst, theils in der innern Fläche (im Hippareh, Clavius u. a.), endlich auch mitten in Mareflächen (Bessel, Encke) oder in ebenen, helleren Landschaften (Kepler). Durch diese Lokalverhältnisse ist dann auch gewöhnlich ihre äufsere Form bestimmt. Zuweilen zeigt sich diese in der einfachsten Gestalt als kreisförmiger Abfall ohne Ausläufer, Terrassen u. dgl. wie Picard, doch ist dies im Ganzen selten und nur in freien Ebenen möglich. Gewöhnlicher zeigen sich, ähnlich wie bei den Wallebenen, kleine Ausläufer (besonders zahlreich bei Aristillus und Autolycus) oder die Aufsenseite des Walles ist identisch mit dem Gebirge, worin die Ringebene liegt. Wäre dies rings herum der Fall, so hätte man eine blofse Vertiefung ohne eigentliche Wallumgebung; dieser Fall ist jedoch selten. Gauricus und einige benachbarte Ringgebirge geben Beispiele dazu ab. Die innere Seite eines solchen Ringgebirgs sinkt dagegen viel gleichförmiger und fast immer sehr steil ab. Die Ausläufer und Terrassen sind meistens so kurz, dafs sie unter einem Winkel von 10° —15° vom Schatten des Hauptrückens noch ganz verdeckt werden, und in sehr vielen von der Mitte entfernter liegenden Ringgebirgen mögen sie zwar vorhanden, aber durch den optisch überhängendem Wall dem Auge des Erdbewohners für immer verborgen sein. Bei weiten in den meisten Fällen ist die Fläche concav. §• 74. Häufiger noch als bei den Wallebenen zeigt sich in der innem Fläche der Ringgebirge ein bestimmter Centralberg, seltner ein einzelner Crater, wie im Cassini. Diese letztem kommen mehr auf dem Rücken selbst, so wie von aufsen oder innen an diesen gelehnt, vor. Auch ist nur selten eine Verbindung zwischen dem Centralberge und dem Walle vorhanden.. Doch zeigen sich merkwürdige Anomalien. Im Encke zieht von S. nach N. ein hoher, fast dem äufsern Walle gleichkommender Rücken durch ~ einer dem Durchmesser nahe liegenden Sehne fort, wo ein scharfer Gipfel den Schlufsstein bildet und im N. eine offne Pforte zwischen dem westlichen Theile der Fläche und dAHfffleinern östlichen übrig läfst. Im Delambre sind Centralberg und Iiauptwall deutlich verbunden. Plimus und einige andre Ringgebirge sind aufser ihren Cenlralbergen mit Gehiigel ganz angefüllt. 128 Unvollkommene Riug- gebirge. Gruppirung. Tiefe, Bei vielen, selbst kleinern Ringgebirgen zeigt sich (am seltensten auf der West-, am häufigsten auf der Nordseite) eine deutliche Schlucht, doch geht diese selten bis zur Sohle herab. Letzteres zeigt sich eher bei denjenigen Gebilden, die man unvollkommene Ringgebirge nennen könnte, wo die innere Fläche mit der äufseren im Niveau steht und durch mehrere breite Pforten mit ihr communicirt (Parry, Guerike). Deutlich zeigt sich auch hier der Uebergang zu den Bergkränzen. Sehr häufig ist der Fall, dafs zwei bedeutende, nach Form, Durchmesser, Tiefe, Steilheit und ähnlichen Bestimmungen wenig verschiedene Ringgebirge sehr nahe zusammenliegen oder auch wirklich zusammenstofsen. So Atlas und Hercules, Aristillus und Autolycus, Azophi und Abenezra, Godiit und Agrippa, Ritter und Sabine, Biancanus und Scheiner. Die merkwürdigste mehrfache Gruppe dieser Art bildet Airy mit den ihm fast völlig gleichen, in einem Bogen von Albelegnius zum La Caille auf gleiche Distanzen auseinander liegenden, höchst eigenthümlich geformten Ringgebirgen (Celenorum Tumulus bei Hevel) dergleichen auf dem ganzen Monde weder einzeln noch gruppenweis wieder Vorkommen. Dieses Faktum ist selenogenetisch wichtig, es deutet auf eine nicht allein gleichartige, sondern auch wohl gleichzeitige Entstehungsweise. Bei den eigentlichen Ringgebirgen steht die Höhe des Walles zur absoluten Tiefe der innem Fläche*) meistens in direktem Verhältnifs. Der äufsere Abhang beträgt nämlich •§• bis £ des inncrn, und dies brachte Schröter auf den Gedanken, dafs der Wall, wenn man ihn rasire, gerade hinreichen möchte um die Tiefe auszufüllen. Liefse sich dies streng nachweisen, so wäre allerdings nicht nur gezeigt, wie trotz den so bedeutenden Höhendifferenzen auf dem verhältnifsmäfsig kleinen Mondkörper das Gleichgewicht der verschiedenen Seiten dennoch bestehen könne, sondern zugleich die Enlsteliungsweise (durch vulkanische Eruption) direkt bewiesen. Schröter modellirte einige Ringgebirge, wog den Wall gegen die Tiefe ab (eine Berechnung hätte auf kürzerem Wege zum Ziele geführt) und fand oft grofse Uebereinstimmung, zuweilen jedoch bedeutende Differenzen. Allein es dürfte schwer sein, hierüber zur Gewifsheit zu gelangen, da eine so genaue Kenntmfs aller physischen Dimensionen eines Ringgebirgs (Breite des Fufses, Grad und Art der Böschung, Profil der Rückenlinie des Walles, Tiefe der Mitte und noch einiger andern, um sie herum liegenden Punkte der innem Fläche) als zu einer Berechnung oder genauen Modellirung dieser Art gehören würde, schwerlich aus 50000 Meilen Entfernung zu erlangen ist. Zwischen Höhe und Durchmesser hingegen findet ein ähnliches Verhältnifs so wenig Statt, dafs umgekehrt die kleinern Ringgebirge häufig eine gröfsere absolute Tiefe umschliefsen, ähnlich wie die Ringflächen selbst im Allgemeinen tiefer als die Wallebenen (Herschel z. B. tiefer als Ptolemäus) gefunden werden. Leicht überzeugt man sich davon, wenn man irgend eine Gegend des Mondes unter 20° bis 25° Beleuchtung betrachtet. Der Schatten der gröfseren Ringgebirge ist dann meistens verschwunden oder doch nicht mehr recht kenntlich; die kleinern, so wie auch die Crater, zeigen sich hingegen häufig noch als schwarze Löcher, in deren Inneres noch kein Sonnenstrahl gelangt ist. Die Ringgebirge finden sich, wie schon bemerkt, ohne Ausnahme in allen Gegenden der Mondlläche und unter allen Lokalverhällnissen, obwohl aufs mannichfaltigste durch diese modifizirt. Doch stehen sie, wie die Wallebenen, im südlichen Tlieile gedrängter und oft ineinandergreifend, im nördlichen dagegen mehr isolirt, doch eben deshalb auch deutlicher erkennbar. Nach einer ungefähren Schätzung mögen diese beiden Formen im nördlichen Theile des Mondes i, im südlichen aber gewifs wenigstens \ der Gesammt-Oberfläche erfüllen, ja in einigen Gegenden (z. B. beim Tycho herum) nimmt diese Form und die verwandte der Crater und Gruben das ganze Terrain dergestalt ein, dafs weit und breit kein Niveau zu finden ist, das auch nur einigermafsen zur Basis von Höhenmessungen dienen könnte. §. 75. Fast unzählbar ist nun aber die Menge der kleinern und kleinsten kreisförmigen Vertiefungen — Crater. Gruben. ^ Crater und Gruben. Mit dem letzten Namen hat man meistens diejenigen kleineren Tiefen bezeichnet, an denen man keinen erhüheten Wall bemerkt, weil er entweder wirklich nicht vorhanden ist oder des geringen Durchmessers wegen von uns nicht erkannt werden kann. Selbst *) Es kann zwar auf dem Monde, wo ein allgemeines gleichförmiges Niveau (wie die occanische Nonnalböhc auf der Erde) gänzlich mangelt, nur sehr uncigentlicli von absoluten Höhen und Tiefen die Rede sein. Das Gesagte soll sich aber auch nur auf solche Ringgebirge beziehen, wo die äul'sere Fläche wenigstens vcrgleichungsweise eine Ebene ist. 12 » Doppelcrater. Zwillingscratcr. Selbst in diesen Cratern erkennt man zuweilen noch Centralberge. Meistens jedoch bestehen sie einfach aus einem steilen Walle von streng regelmäfsiger Kreisform und ringsherum gleicher Höhe. Die innere Fläche sowohl als die Umgebungen der Wallebenen und Ringgebirge sind gewöhnlich mit ihnen angefüllt. Crater drängt sich an Crater; ja man findet bei genauer Untersuchung oft im Walle des Craters selbst noch einen kleineren. Oder zwei hängen so zusammen, dafs ein Theil des Walles beiden gemeinschaftlich ist (Doppelcrater); ja dieser Wall ist am Berührungspunkte wohl ganz unterbrochen und ein Pafs verbindet beide Tiefen (Zwillingscrater). Einige Bergkränze sind zum Tlieil Craterkränze (wie Flamsteed) oder die Crater liegen in ihrem Innern. Sie finden sich auf Plateau’s, ja auf Berggipfeln (einer der höchsten Mondberge, Huygens, trägt gleich Siciliens Aetna auf seinem Gipfel einen Crater) liegen oft in Reihen (so eine schwer erkennbare Reihe von 5 Cratern, dichtgedrängt wie eine Perlenschnur, nordwestlich beim Ptolemäus). Selbst in den scheinbar ebensten Flächen, wo man anfangs gar nichts zu finden glaubt, zeigen sich bei genauer Untersuchung kleine Crater in Menge. Die Gegend zwischen Eratosthenes und Copernicus ist dem Anscheine nach sehr eben, nur in der Nähe der Lichtgrenze zeigen einige Flächenstriche dunklere Färbung. Betrachtet inan diese unter günstigen Umständen genauer, so zeigt sich eine zahllose Menge der kleinsten Crater, deren (einzeln unmerkliche) Schatten diese dunklere Färbung verursachen. Wie Ringgebirge oft den Schlufsstein einer Bergkette bilden, so Crater das Ende einer Bergader, und selten findet sich ein Crater in einer solchen ohne wenigstens ihre Richtung zu verändern. — Ob es wirklich Crater ohne Wall (Gruben) der Strenge nach gebe ist schwer zu entscheiden; nach Analogie der gröfsern Vertiefungen, deren einigen der Wall ebenfalls fehlt, mag es indefs auch bei einigen Cratern der Fall sein. In beträchtlicher Entfernung von der Lichtgrenze sind die Crater, wenn sie nicht sehr steil hinabgehen, nicht mehr deutlich als Vertiefungen zu erkennen. Mehrere jedoch zeigen sich in hoher Beleuchtung als lichte, ja als glänzende Punkte, während viele der gröfsern Ringgebirge alsdann theils gar nicht, theils nur sehr schwer erkennbar sind. So zeigen sich die grofsen Crater im Clavius und Furnerius im Vollmonde sehr deutlich, während die Wallgebirge selbst, so gewaltig an Umfang und Höhe sie auch sind, so völlig verschwinden, dafs man auch bei der genauesten Lokalkenntnifs nicht die kleinste Spur von ihnen auffindet. Eben dies gilt von Sacro- bosco, Cassini, Hipparch und mehreren andern. Unvollkommene Crater oder craterartige Tiefen entstehen, wenn Bergketten oder einzelne ^"" cltter " 6116 B er g e sich so gruppiren, dafs eine kessel- oder muldenähnliche Vertiefung sich zwischen ihnen bildet. Die strenge Kreisform ist sodann aufgehoben, wenn auch eine Annäherung zu derselben nicht verkannt werden kann; eben so die regelmäfsige Wallbildung. Dies hindert aber nicht, dafs solche unvollkommene Crater nicht unter besondern Umständen der Beleuchtung und Libration den vollkommenen ganz ähnlich zu sein scheinen, während man bei einer oft nur wenig veränderten Beleuchtung sie kaum wiederfindet. Untersucht man die Ursache genauer, so findet man sie immer in der eigenthümlichen Lokalbeschaffenheit. In der Nähe des Mondrandes sind besonders die kleinern Crater nur schwer und nur unter sehr günstigen Beleuchtungs- und Librationsverhältnissen erkennbar. Der Wall wird alsdann schon fast ganz im Profil gesehen die hintere Seite desselben, so wie das Innere, dadurch verdeckt und es bleibt dann meistens unentschieden ob das Gebilde den Berg- oder Craterfonncn angehöre. Mit analogen Schlüssen ist hier selten etwas gewonnen da auch in den der Mitte näher liegenden Gegenden sehr oft da ein Crater steht wo man den Umständen nach einen Berg vermuthet hätte, und umgekehrt. Deshalb ist es bei der sehr schwierigen Frage: ob die Mondgebilde wahren physischen Phy dcran"en OTan von uns er hennbaren Veränderungen unterworfen sind (eine Frage über die man, nach unserm Dafürhalten, bis jetzt noch nicht das Mindeste wirklich weifs) am besten, sich zunächst nur an die Gegenden zu halten, welche gar keine oder doch nur mäfsige perspektivische Verkürzungen erleiden, d. h. welche nicht über 45° — 50° von der Mondmitte entfernt sind. Bei genauer Berücksichtigung und zweckmäfsiger Benutzung der Libration kann man diesen Kreis noch um 8° —10° ausdehnen. Innerhalb dieser Grenzen ist ein geübter, sorgfältiger, beharrlicher und vor allem vorurtheilsfreier Beobachter, mit lichtstarken und scharf terminirenden Instrumenten versehen, vor optischen Täuschungen ziemlich gesichert; was weiter jenseit liegt mag uns zum allgemeinen Versländnifs des Mondkörpers dienen; zu Schlufsfolgen die auf eine genaue Wahrnehmung des feineren Details basirt werden müssen, ist die Randgegend, aus mehrfachen Gründen, ungeeignet. Cealralberge. §. 76. Es ist im Vorstehenden schon oft der Centralberge erwähnt worden, und es verdienen diese merkwürdigen Formationen hier eine genauere Erörterung. 17 130 Ccntralketten. Man kann sie in Centralkctten, centrale Massengebirge, einzelne Centralberge und centrale Piks eintlieilen, mancher andren seltnem Abarten z. B. der Centralbeulen nicht zu gedenken. Am häufigsten ist die zweite und dritte dieser Formen. Sie erheben sich im Innern (oft ganz genau in der Mitte) der Wallebenen, Ringgebirge und Crater, und stehen (seltne Ausnahmen abgerechnet) mit dem Walle selbst in gar keiner Verbindung. Eigentliche Centralkettcn sind, der Natur der Sache nach, seilen. Denn Querwälle, welche wie im Capella und Licetus, die Fläche in bestimmt begränzle Theile absondern, gehören nicht hierher, so wenig als lange Ausläufer des Walles, die vielleicht bis zur Mitte reichen. Wo die Centralkelte (wie im Hainzel) von einiger Länge ist, da ist auch meistens die Kreisform des Walles aufgehoben und an ihre Stelle tritt die Ellipse oder eine ganz unregelmälsige Krümmung. "SV. Humboldt hat eine Centralkette. £ ( ^ ^ Desto häufiger sind centrale Massengebirge, in der Mitte der Wallebenen und gröfseren gebirge. Ringgebirge. Sie steigen meist steil empor, tragen mehrere Gipfel, deren jedoch keiner die Höhe des Walles und oft nicht einmal die der äufseren Fläche erreicht. Der Schatten des Walles bedeckt sie gewöhnlich schon lange vorher, ehe die Sonne über den Horizont der Gegend untergegangen ist. Sehr interessant ist es, sie als feine Lichlpiinktchen aus diesem tiefschwarzen Schatten wieder auftauchen zu sehen"). In der Contour ihres Fufses, oder in der Richtung ihrer Gipfellinien, zeigt sich nur selten einige Beziehung zur Gestalt des Walles. Theophilus, Pelavius, Bulliald haben bedeutende Centralmassen. j C t 1 ^ 7 ° u g er i n g erer Höhe, häufig nur flach und wenig ausgezeichnet sind die einzelnen Central- ber^e. ' her ge. Doch haben einige kleine Ausläufer oder sind von niedrigen Hügeln umgelten. Auch finden sich wohl zwei oder mehrere Centralberge in einer Ringlläche, ohne Zusammenhang. — Der Centralberg des Vilello ist mit einem besondern kleinen Walle umgeben, der weder mit ihm noch mit dem entferntem und hohem Hauptwalle in Verbindung steht. — Im Copernicus liegen sechs Centralberge. Zwei grüfsere- werden sehr leicht aufgefunden, zwischen ihnen liegt ein kleiner aber heller, die Mitte der Fläche bezeichnend, und die drei übrigen, schwer erkennbar, im S. und W. der vorigen. — Vom Centralberg des Gassendi aus läuft eine Reihe isolirler Piks nach S. und eine zweite nach O., so dafs sie in der Mitte einen rechten Winkel bilden. — Im Messala und einigen andern Ringflächen durchzieht eine Reihe kleiner, nicht zusammenhängender Berge das ganze Gebilde der Länge nach von N. nach S. Flachere Centralberge in grofsen Tiefen sind oft schwer sichtbar. In der Nähe der Lichtgrenze sind sie noch ganz mit Schatten bedeckt und in einiger Entfernung von derselben können sie selbst keine Schatten mehr werfen und werden dadurch unmerklich. So ist der Centralberg des Conon noch von keinem früheren Beobachter wahrgenommen worden, obgleich Schröter die Tiefe des Conon gemessen, und Lohrmann diese Gegend wiederholt beobachtet hat. Erheben sich diese Centralberge schroff aus der Tiefe und bilden sie eine scharfe Spitze, so kann man sie centrale Piks nennen. Einer der bedeutendsten erhebt sich im Alphons. Centrale Piks. Ycrgleichung mit der Eide. §. 77 . Es erhellt aus dem Gesagten, wie wenig äufsere Analogie die Cralerformen mit Gebilden auf unserrn Planeten zeigen. Die grüfsten Crater unsrer Vulkane sind kaum den kleinsten Gruben auf der Mondlläche vergleichbar. Alle Cralerformen des Mondes lassen deutlich einen Boden sehen; auf unsrer Erde sind viele von ihnen wahre Schlünde. Der Laacher See bei Andernach, das Albanerge- birg bei Rom, einige Kessel-, und Sleppenseen u. a. m. erscheinen, den Typus der Mondgebilde als Maafsstab genommen, nur wie schwache und schlcchtgelungene Nachahmungsversuche; sie sind offenbar bei uns nur untergeordnete, durch sehr eigenlhümliche Lokalverhältnisse bedingte Formen, während sie auf dem Monde entschieden prädominiren. Ein Bewohner des Mondes, mit unsern Ferngläsern versehen, würde sich vergebens bemühen auf der Erde etwas aufzufinden, was auch nur seinem Higinius, Dollond oder Silberschlag, geschweige einem Copernicus, Tycho und Bulliald vergleichbar wäre. Eine schwache Analogie der Bergkränze würde sich guten Instrumenten in den Gruppen der maledivischen Altoions, den Koralleninseln der Südsee u. s. w. zeigen, doch midste inan es nicht zu genau damit nehmen. °) Wenn die Pracht eines solchen Schauspiels selbst in der ungeheuren Entfernung, aus der wir cs geniefsen können, schon jede Schilderung weit hinter sich zurücklafst, wie mufs sich nicht erst auf dem Monde selbst ein Sonnenaufgang, von einem geeigneten Paukte (z. B. Copernicus A.) aus gesehen darstellcn! — Man verzeihe diese nicht eigentlich zur Sache gehörende Interjcction. 131 Selbst unsre Gebirge würden ihm nur wenig verständlich sein. Die gewaltigen Längenthäler unsrer Anden-, Alpen- und Himalayakcttcn linden sich auf dem Monde nur in sehr subordinirten Verhältnissen wieder. Fast alle Bergformen des Erdkörpers sind durch Spülung und Witterung aufs manniehfachste verändert worden — Begriffe, die dem Mondbewohner wahrscheinlich gänzlich fehlen. Am räthselhafleslen aber wird ihm der Unterschied zwischen Land und Meer erscheinen. Jene gewaltigen (oceanischen) Ebenen, die bald das Sonnenlicht zurückspiegeln, bald ins tiefe Dunkelgrau fallen, bald endlich im weifsen.Glanze sich zeigen? Jene haarscharfe Grenze zwischen ihnen und den helleren Gegenden? Jene hellen, in den grauen Flächen verstreuten Punkte, die deutlich liervortrelen ohne doch einen merklichen Schatten zu werfen? Endlich jene langen, dunkeln, gekrümmten Streifen, die sich schmaler und immer schmaler ins Helle hineinzichen und sich in zahllose Verzweigungen verlieren? wird er sie sich besser zu deuten wissen als wir uns die Formen des Mondkörpers? Weder ihm noch uns wird cs jemals gelingen — Alles zu erklären. §. 78. 1 Zwar eine Art der Mondgebilde ist noch zu betrachten übrig, die mit unsern Flüssen eine entfernte Aehnlichkeit zeigt — es sind die merkwürdigen, so schwer erkennbaren Rillen. Eine sehr schmale und lange, entweder grade aus gehende oder nur inäfsig gebogene, oder auch schlangen- und hakenförmig gekrümmte Vertiefung, dergleichen aber bis jetzt nur in wenigen Mondgegenden aufgefunden worden sind. Sie gehen zuweilen durch kleine Crater hin oder dicht an ihnen vorbei, enden auch wohl mit einem solchen. Zuweilen aber ziehen sie auch isolirt in der grauen.Ebene fort, ohne dafs ihre Endpunkte durch irgend etwas ausgezeichnet wären. Oft sind sie von Bergen dicht begrenzt, doch laufen sie nicht quer über dieselben hin. Die Rillen beim Higinus und Ariadaeus, so wie die ziemlich breite beim Aristarch, sind noch am deutlichsten zu erkennen und man bemerkt in diesen, trotz der geringen Breite, noch eine deutliche Spur des Schattens. Schwerer sind die vielen Rillen bei Triesnecker oder die kleine in der Fläche des Posidonius zu erkennen. Im Ganzen ist ihre Anzahl, so weit sie bis jetzt erkannt worden, nur inäfsig. Doch haben wir selbst in Gegenden, wo frühere Beobachter niemals Rillen bemerkten, deren in ziemlicher Anzahl entdeckt. So liegen vier derselben im südwestlichen Winkel des Mare Humorum, deren eine sich durch Hippalus hin und über diesen nördlich hinaus bis in die Gegend des Agalharchides zieht. Weit reicher noch an Rillen ist die Gegend beim Triesnecker, wo sie sich zum Tlieil aderartig vereinigen und trennen und ein sehr eigenthümliches System bilden. — Einige Rillen sind nur 2— 3, die meisten 10 —15, einige hingegen 25 — 30 Meilen lang; dies Maximum scheint aber keine zu überschreiten. §. 79. Fl's •? Sind diese Rillen Mondflüsse? Die Aehnlichkeit scheint sehr gering zu sein. Sie gehen allerdings nicht über Berge hinweg, aber doch durch Tiefen hin. Die auf der Mitte des Mondes liegenden, besonders die Higinusrille, glänzen bei hoher Beleuchtung sehr hell, doch ist dies wohl nicht Folge einer die Sonne zurückspiegelnden Flüssigkeit, sondern der sehr grofsen Steilheit der innern Wand. _ Hätten sie aber auch wirklich mit unsern Flüssen etwas Wesentliches gemein, so würde doch der offenbar untergeordnete Charakter dieser Formen beweisen, dafs das Vorkommen des Wassers auf dem Monde mit dem auf der Erde nicht verglichen werden kann. Bildeten sie Slromsysteme, so würden sie ganz anders beschaffen sein. Sie könnten höchstens mit den Steppenflüssen Persiens, Arabiens oder denen am Nordrande der Sahara verglichen werden. Lanclsixafsen? Sind es etwa künstliche Landstrafsen? Dies wohl noch weniger. Es liiefse zu viel Aehnlichkeit zwischen den tellurischen und selenilischen Verhältnissen voraussetzen, wenn man annehmen wollte, dafs die Mondbewohner sich, gleich uns, zur Anlegung künstlicher Strafsen veranlafst finden sollten. Schon dafs wir sie überhaupt erblicken, was doch eine Breite von mindestens 200—300 Toisen voraussetzt (die meisten aber sind beträchtlich breiter) begünstigt diese Annahme keinesweges; noch weniger die Art ihres Vorkommens. In der Gegend des Guttenberg sieht man drei lange Rillen parallel neben einander und nur etwa 2 Meilen von einander entfernt, und Aehnliches trifft man öfter an. Sie treffen gewöhnlich nicht auf besonders ausgezeichnete Punkte, sondern enden in freier Ebene. §. 80. Allgemeine Bcmer- sei llier Allgemeinen bemerkt, dafs der Eifer, mit dem man den Produkten selenitischer kungen. Architektur nachgespürt hat, so wie er bis jetzt keine reellen Früchte getragen, auch für die 17* 13 % Folge wenig verspricht. Seihst für die fernsten Zeiten und unter Annahme einer immer fortschreitenden Vervollkommnung unsrer mechanischen und optischen Hülfsmittel, ist die Hoffnung, zu unsern Städten, Strafsen, Wällen u. s. w. auf dem Monde bestimmte Analoga aufzufinden, eine sehr geringe. Alles was menschliche Cul- tur auf der Erdoberfläche bewirkt hat und fortwährend bewirkt, wird — abgesehen von den Geisteskräften des Menschen — hauptsächlich durch zwei grofse Faktoren bedingt; einerseits durch die atmosphärischen und Witterungszustände, andrerseits durch das Verhältnis der mechanischen Kräfte zu den zu bewältigenden Massen. Wenn ersteres die hauptsächlichsten Veranlassungen und Richtungen unsrer körperlichen Thätigkeit bestimmt, so ist letzteres entscheidend für Quantität und Qualität dessen, was wir vermögen. Mit andern Worten: der Mensch errichtete sich künstliche Aufenthaltsörter zuerst deshalb, weil die ihm von der Natur dargebotenen unter den gegebenen alhmosphärischen Verhältnissen ungenügend erschienen; er hat Wege geebnet, weil bei dem stattfindenden Gravitationsverhältnifs auf der Erdoberfläche seine eigne Fortbewegung, so wie das Fortschaffen der Massen, ohne künstliche Wege zu sehr erschwert sein würde. Wir setzen dem Ungestüm der Elemente Schranken entgegen, deren Form und Gröfse gleichfalls sowohl durch diesen Zweck, als auch durch das Verhältnifs der uns zu Gebot stehenden Kräfte zur Schwere der Massen bedingt ist. Und da es bekanntlich unsrer Philosophie bis heut noch nicht hat gelingen wollen, einen allgemeinen und ewigen Frieden dem Erdkreise zu verschaffen, so haben wir Fortificationen erbaut, die vor Erfindung des Pulvers ganz anders beschaffen waren, eben so wie sie nach allgemeinerer Anwendung der Dampfkraft wieder ganz anders beschaffen sein werden. Eine Menge von Anordnungen, die wir getroffen haben, beziehen sich auf die Veränderlichkeit der Jahreszeiten, die auf unsrer Erde ziemlich beträchtlich ist. So ist Alles, was Menschen auf dem Erdkörper bewirkt haben, an die speciellen Verhältnisse gerade dieses Erdkörpers geknüpft, und wo die Natur dem Menschen hinreichend vorgearbeitet hat, ist keine Veranlassung für ihn, seine eignen Werke zu substituiren. Wo das Meer von selbst den Hafen unsern Zwecken gemäfs darbietet, bauen wir keinen künstlichen. Wo der Strom dem Bedürfnisse des Verkehrs genügt, graben wir keine Kanäle, und wo eine Felsenwand ausreichenden Schutz gewährt, ersparen wir uns Wall und Mauer. Die übrigen Geschöpfe unsers Erdkörpers sind noch weit mehr, als wir, auf unmittelbare Benutzung des von der Natur Gebotenen angewiesen, kein einziges Thier errichtet grofse Werke, aus dem einfachen Grunde weil sie deren nicht bedürfen, und die Tapirstrafsen in Südamerikas Urwäldern möchten die einzigen von einiger Erheblichkeit sein, die wir der Thierwelt verdanken. Mit welchem Rechte will man nun auf einem Weltkörper, bei dem selbst das Dasein einer Athmospluire noch mit gewichtigen Gründen bezweifelt wird und wo diese jedenfalls so dünn ist, dafs Winde, Niederschläge u. dgl. in keiner Art Statt linden können (man sehe den folgenden §.), dein ferner das Wasser als ein die Oberfläche bedeckendes flüssiges Element gänzlich abgeht (ob es in andern Formen vorkomme oder nicht, thut hier nichts zur Sache), auf dem endlich die Fallhöhe, mithin der Widerstand der Massen, sechsmal geringer als auf unsrer Erde ist — andrer höchst wesentlicher Verschiedenheiten in Beziehung auf Tages- und Jahreszeiten, Temperatur u. dgl. gar nicht zu gedenken — wie will man auf einem solchen Wellkörper Kunstprodukte erwarten, die mit denen auf der Erde auch nur entfernte Aehnlichkeit haben? Die oft so voreilig geschäftigen Conjecturalastronomen hätten sich und uns manche unnütze und den Credit der Wissenschaft wenig fördernde Hypothese ersparen können, wenn sie es nicht versäumt hätten, solche — nicht auf Möglichkeiten, sondern auf unläugbare Data der Theorie und Beobachtung gegründete Verhältnisse bei ihren scharfsinnigen Vermuthungen zuin Grunde zu legen. — Gröfsere Fernröhre, so hofft man, werden uns die Räthsel des Mondes auf- lösen. Neue Räthsel aufgeben werden sie gewifs, und nie wird ihre Lösung gelingen, so lange man auf dem bisher betretenen Wege zu conjekturiren fortfährt. Treue, vorurtheilsfreie, unermüdet fortgesetzte Beobachtung ist iu dieser Beziehung das Einzige, was die Jetztwelt thun kann. §• 81 . K . Was die Frage über Stromsysteme auf dem Monde betrifft, so steht diese in genauester Ver- 3 ' bindung mit derjenigen über die Natur der grofsen grauen Flächen. Sind dies keine wirklichen Meere, so werden wir vergebens nach Flufsgebieten ähnlich denen der Erde uns Umsehen. Allein wir bemerken in allen diesen Flächen, auch aufser den Ringgebirgen und den hellen glänzenden Kuppen, die man etwa für Inselu ansehen konnte, eine Menge flacher breiter Rücken, welche sie überall durchziehen und die sich gleichwohl dem gröfseren Theile nach an Farbe von den tieferen Gegenden durchaus nicht unterscheiden, was doch wohl Statt finden lnülste wenn jene flachen Erhöhungen Land und das Uebrige Wasser wäre. Um die Zeit der Quadraturen nehmen sogar viele Flächentheile, die im Vollmonde zu den hellem Gegenden gehören, eine dunk- 133 lere, den Maren ganz gleiche Färbung an, obgleich sie ganz entschieden Continental sind; ja es giebt Bergland* schäften, wie die grofse Hügelgegend nördlich bei Schröter, die im Vollmonde noch dunkler als die Maren selbst erscheinen, obgleich man, wenn sie an die Lichtgrenze rücken, auf den ersten Blick die Unmöglichkeit einsieht dafs sie zu den wasserbedeckten Theilen gehören könnten. Folglich kann aus der dunklem Färbung einer Gegend durchaus auf keine Wasserbedeckung geschlossen werden. Auf der jenseitigen Halbkugel aber dürfte man die Meere wohl noch weniger erwarten, wenn sie auf der diesseitigen, wo doch der Zug zur Erde ihre Bildung mehr als dort begünstigen mufste, nicht gefunden werden. §• 82 . „ , , , . Diese Betrachtungen stehen im genauesten Zusammenhänge mit der bekannten Frage über die Mondathmosphäre. . , ? , .. „ , , Mondathmosphäre. Man hat lur das Dasein einer solchen theils Beobachtungen angezogen, tlieils andre Gründe geltend machen wollen. Schröter will in der Nachtseite des Mondes, namentlich längs dem dunkeln Rande, während der erleuchtete Tlieil nur eine schmale Sichel bildete, Spuren einer Dämmerung walir- genommen haben, und er berechnet aus diesen Beobachtungen die Dichtigkeit der Mondathmosphäre auf der unsrigen. — Melanderhjchn suchte theoretisch zu zeigen, dafs die Dichtigkeit der Athmosphäre an der Oberfläche zweier Weltkörper sich wie die Quadrate der Fallhöhen an diesen Oberflächen verhalten müsse, was für die Dichtigkeit der Mondluft ergäbe; offenbar aber mufs sein Schlufs auf die Bedingung beschränkt werden dafs überhaupt so viel Athmosphäre vorhanden gewesen sei. Die Tragkraft eines Magneten berechnen heilst noch nicht beweisen, dafs an einem gegebenen Magneten in einem gegebenen Momente wirklich so und so viel Last hänge. Aus der Allgemeinheit eines Weltäthers (widerstehenden Mittels) aber läfst sich gewifs nichts der Art schliefsen, so lange wir über die wahre Natur dieses widerstehenden Mittels noch so gänzlich in Unge- wifsheit sind. Alles was man darüber sagen kann ist, dafs es noch unendlich viel dünner sei, als selbst die leichteste und verdünnteste Gasart, welche wir kennen. Nichts berechtigt uns zu der Behauptung dafs es die Basis der Athmosphären ausmache und diese selbst im Grunde weiter nichts, als partielle Verdichtungen des Weltäthers wären. Die Athmosphäre der Erde kann gar wohl ihre durch Gravitation bestimmte Grenze haben; wäre dies aber auch nicht der Fall, bliebe das Mariottesehe Gesetz aucft für die äufsersten Entfernungen in aller Strenge gültig, so würde z. B. auf halbem Wege zwischen Erde und Mond die Dichtigkeit der Erdalhmosphäre durch einen Bruch Jqqqqqq -wo die Anzahl der Nullen des Nenners über Zehntausend ginge! ausgedrückt werden. Wird man auf eine solche Basis eine Mondathmosphäre bauen wollen? §. 83. Ge»engründe Bessel hat gezeigt (s. dessen Berechnung in den Astron. Nachrichten JW 263.) dafs selbst bei der gröfsten Höhe, die man den Mondbergen an welchen die bedeckten Sterne verschwinden, zugestehen kann (4000 Toisen), bei der höchsten noch möglichen Annahme für eine durch Refraktion bewirkte Differenz der beobachteten Mondshalbmesser*) (2") und einer von der Oberfläche bis zur Höhe von 4000* gleichbleibenden Temperatur von 0°R., also bei Annahmen, welche die möglichst günstigen für eine gröfsere Dichtigkeit der Mondathmosphäre sind, diese Dichtigkeit an der Oberfläche des Mondes doch nur ^ der Dichtigkeit unsrer Luft betragen könne, wenn sie qualitativ dieser gleich ist. Aber auch die Annahme andrer Gasarten, die in Bezug auf Strahlenbrechung untersucht sind, so wie andrer Temperaturen, geben Resultate die dein obigen ähnlich sind, und das Sauerstoffgas, für welches nach diesen Berechnungen noch die gröfste Dichtigkeit herauskommt, giebt -*4^, oder bei einer Temperatur von — 240° R., Nimmt man nun noch den Umstand hinzu, dafs die Sterne, wenn sie in den dunklen Mondrand eintreten, stets plötzlich und in ungeschwächtem Glanze verschwinden, so bleibt nichts anderes übrig, als dem Monde jede Athmosphäre, die der unsrigen in irgend einer Art vergleichbar wäre, abzusprechen. Erklärung der von Was a,jer die von Schröter beobachtete sogenannte Dämmerung betrifft, so läfst ein in diesem Schroter gesehenen Mafse schwaches und schwieriges Phänomen, welches von dem Erdlichte mit einiger Sicher- ammemng. ] ie it 7U unterscheiden uns wenigstens nie gelungen ist, selbst wenn es nicht auf optische Täu- \ *) Man kann den scheinbaren Durchmesser des Mondes sowohl durch direkte Messung, als auch durch die Zeit erhalten, welche zwischen dem Eintritt und Austritt eines bedeckten Sternes verfliefst. Fände nun eine Refraktion Statt, so müfste uns der Stern am Mondrande später verschwinden und früher wieder erseheinen als ohne dieselbe geschehen würde, der Durchmesser müfste also nach der letzten Methode kleiner gefunden werden, dies ist aber nicht der Fall. Die obige Annahme von 2" ist nur die Grölsc, um welche die Resultate beider Methoden möglicherweise noch von der Wahrheit abweichen können. 134 schling beruhen sollte, wohl noch manche andre Erklärungsweisen zu, öline dafs eine Athmosphäre nöthig wäre. Eine geringe Dämmerung mufs allein schon durch den Sonnendurchmesser bewirkt werden; sie hat für den Mond im Mittel 2,29 Meilen Breite und erscheint geocontrisch unter einem Winkel von 9 Sekunden, kann aber an den Rändern, wenn der Mond eine sehr schmale Sichel bildet, sich auf mehrere Minuten fort erstrecken. Eine grö- fsere, aber nur lokale Dämmerung entsteht durch die Ungleichheiten des Terrains selbst; erleuchtete Bergränder werden einen Theil ihres Lichtes auf die hinterliegenden Tliäler reflektiren, und dadurch allein könnte das von Schröter beobachtete Phänomen ain südlichen Home des Mondes (und es findet sich fast immer nur liier) erklärt werden. Dort zieht nämlich das wahrscheinlich höchste Mondgebirg Dörfel über eine beträchtliche Strecke der dies- und jenseitigen Halbkugel hin und man kann dessen Spitzen als isolirte Lichtinseln noch weit über die Hornspitze hinaus verfolgen, wobei natürlich alles von der jedesmaligen Phase und Libration abhängt. Die gleiche Deutlichkeit, mit der man sowohl die äufserslen Randgegenden des Mondes als die der Mitte näheren Partien erblickt, ist ebenfalls ein wichtiger Grund gegen die Annahme eines nicht vollkommen durchsichtigen Medii auf der Mondoberlläche. Denn alle Umrisse der Mondlandschaften erscheinen, gleichzeitig und unter gleichen Beleuchtungsverhältnissen betrachtet, in durchaus gleicher Schärfe, und beim Zeichnen und Messen der Terraingegenstände in den Randlandschaften sind uns nie andre Schwierigkeiten aufgestofsen als die in der optischen Verkürzung begründeten. Aufmerksamen Beobachtern der Mars- und Jupilersflecke wird es nicht entgangen sein, dafs nach den Rändern dieser Planeten hin Alles ins Unbestimmte verschwindet, was wir namentlich an den von uns zur Rotationsbestinnnung beobachteten Flecken dieser beiden Planeten jederzeit wahrgenommen haben*) und höchst wahrscheinlich in einer lichtschwächenden Athmosphäre dieser Planeten seinen Grund hat. Da nun Andeutungen dieser Art, während sie selbst bei so entfernten Weltkörpern ohne Schwierigkeit erhalten werden, bei dem uns tausendmal näheren Monde gänzlich fehlen, so mufs die Ursach, welche die Erscheinung auf jenen Planeten bewirkt, hier so gut als gar nicht vorhanden sein. Mit der Mondluft aber stehen und fallen auch alle Annahmen von wölken- und rauchähnlichen Verdichtungen, Nebelschichten, Niederschlägen u. dgl. m., mithin jeder Kreislauf des Wassers, und dieses selbst; und die Annahme einer totalen Verschiedenheit der gesammten, namentlich der organischen Naturökonomie auf den Oberflächen der Erde und des Mondes, ist unabweisbar. Der Mond ist keine Kopie der Erde, und noch weniger eine Kolonie derselben. Planetarische und lunare Lebensthätigkeit können in keiner Weise mit -einander verö glichen werden und eine weitere Discussion der Frage „ob der Mond von Menschen bewohnt sei ”, wird nun wohl Jeden» als überflüssig erscheinen. §. 84. Der Mond kann also keine Meere haben; sowohl seine sichtbare als seine unsichtbare Hemisphäre sind nach ihrem ganzen Umfange Continental. Nichts berechtigt uns, die unbekannten und uiierforschlichen Regionen der andern Mondhälfte willkührlich mit oceanischen oder was immer für Formen, die sich in dem bekannten Theilen nicht finden, zu erfüllen, blos deshalb weil sie auf der.Erde angetroflen werden und uns unentbehrlich sind. Und eben so wenig kann er, selbst wenn unsre Ferngläser nicht im Stande wären uns vom Ge- gentheile zu überzeugen, Stromsysteme nach der Analogie seines Hauptplaneten haben. Mit diesem eigenthümlichen Verhältnifs stehen die Gebirgsforinen im genauesten Zusammenhänge. Die convexe Büschungsform, verbunden mit einer Steilheit die auf der Erde nur an wenigen Punkten vorkommt, sind auf dem Monde vorherrschend. Böschungen von 45° und darüber gehören dort so sehr zu dem Gewöhnlichen, dafs eine Mondkarte, nach dem Z ah len verhältnifs der Lehmannsdxen Bergzeichnungstheorie dargestellt, ein überaus grelles Bild geben und nicht nur die hellem Flächentheile, sondern stellenweis selbst die Maren mit Felsen- partliien überdecken würde. Nun aber ist die Dichtigkeit des Mondes nur wenig über die Hälfte (0,57) der Dichtigkeit der Erde; und es ist daher nicht wohl möglich anzunehmen, dafs starre Felsmassen dort häufiger als bei uns Vorkommen. Gleichwohl würden selbst diese kaum im Stande sein, den Wirkungen der aihmosphärischen und andrer Gewässer auf die Rauer zu widerstehen und sich in dieser Steilheit zu behaupten. W ir finden grofse Ringgebirge von so regehmifsiger Form nach innen und aufsen, wie sie sich bei den auf der Erde statt findenden Einflüssen nie und nirgend erhalten könnte, sie waren also seit ihrer Entstehung frei von diesen Einflüssen. *) Der stärkste der beiden Flecke, welche wir 1 vom November 1834 bis April 1835 auf der Jupitersscheibe beobachteten, blieb in zwei besonders günstigen Fällen bis l !l 24' und lb 27' nach dem Durchgänge durch die Mitte noch sichtbar, in allen andern Fällen verschwand er früher. Er erreichte also nur den 54° Uber die Conjunction hinaus, d. h. das Doppelte derjenigen Trübung, welche auf der Mitte Statt fand, machte ihn schon unsichtbar für uns. 135 Die Bildung der Tlniler, die auf dem Blonde (wenn man die Craterformen abrechnet) vergleicliungsweisc so selten, und dann in ganz andern Verhältnissen als bei uns Vorkommen, namentlich die gänzliche Abwesenheit aller nur einigermafsen bedeutenden Längenthäler nmfs jeden Terrainkundigen belehren, dafs hier niemals Ströme flössen. Eben so fehlt die Form der Stufenländer; der Abhang der Hochgebirge stürzt unmittelbar, gleich einer Mauer, nicht in ein ausgebildetes Thal, sondern in die Niederung hinab. Die Terrassenbildung ist nur im Innern der gro- fsen Kinggebirge gewöhnlich, sonst selten, und die vorhandenen sind meistens undurchbrochen. So zeigt unser Trabant, was unser eigner Planet uns nicht mehr zu zeigen vermag, die ursprüngliche Form seiner Gebirge. Scala der Falben. §• 85. ^ Zur Vervollständigung dieses allgemeinen Bildes der Mondoberfläche wird es nur noch nülhig sein, der Blondfarbe zu erwähnen. Der Unterschied des Helleren und Dunkleren ist, besonders im Vollmond, dem unbewaffneten Auge deutlich bemerkbar und schon dieser Umstand beweist dafs es nicht Schatten sein und dafs folglich die Niveau* Verhältnisse keinen wesentlichen Antheil an diesen Differenzen haben können. Alle Schatten, die sich zur Zeit der Phasen auf dem Blonde zeigen, sind stets vollkommen schwarz; die dunkelsten Fläehentheile aber wie Gri- mald, Plato, Boscovich, die kleinen Flecke im Pelavius, Wilhelm Humboldt und Alphons, doch immer nur grau, so dafs selbst die feinsten Schattenspitzen in diesen Flächen noch eben so scharf mefsbar sind als in den helleren Gegenden. Es sind folglich, um vorerst rein bei der Erscheinung stehen zu bleiben, qualitative Verschiedenheiten in der Reflexion des Sonnenlichts, und da man selbst in der Nachtseite des Blondes sehr deutliche Spuren davon wahrnimmt, auch des Erdlichts, also wohl des Lichts überhaupt. Für diese Verhältnisse ist also eine Scala festzusetzen von so vielen Graden, als das bewaffnete Auge noch mit einiger Sicherheit abzuschätzen vermag. Schröter und nach ihm Lohrmann haben 10 Grade angenommen — bei den frühem Selenographen finden sich höchstens drei — und wir sind diesem Beispiele gefolgt. Blan kann die Grade 1—3 als grau, 4 — 5 als lichtgrau, 6 — 7 als weifs und 8 —10 als glänzend weifs bezeichnen. Die Schatten der Blondberge würden in dieser Scala = 0 sein. Die Grade 1, 9, 10 finden sich nur in kleinen Flächenstrichen. 1° im Grimaldi und Riccioli, zwei gro- fsen Wallebenen der Ostseite, doch ist nur ein Theil dieser Flächen so dunkel. Einige andre zeigen 14“ Licht, Boscovich, Julius Caesar, Plato und ein Theil des Schikard. 2° und 3° ist die gewöhnliche Lichtstärke der Bla- ren; am dunkelsten ist das Blare Crisium, einige busenartige Theile der B'Iare Tranqwiilitatis und Nubium und die Ränder des Blare Serenitatis. Die in höhern nördlichen Breiten liegenden Blaren sind 3° und steifenweis noch darüber, deshalb schwerer von den umliegenden Landschaften zu unterscheiden. Noch findet man zwischen hellem Landstrecken hin uud wieder schmale geschlängelte oder verästelte Thäler von 2° Helligkeit, und in den Flächen der Ringgebirge ist 2° und 3° ein sehr gewöhnlicher Lichtton. Doch auch Hügellandschaften linden sich in dieser dunkeln Farbe. Das Hügelland beim Schröter und einige benachbarte Nebenlheilc des Apennin- nenhoclilandes haben 2° oder wenig darüber, ja selbst drei hohe Berge in der Gegend des Pythagoras zeigen 24°, während die ganze Umgegend, Berg wie Thal, 4° bis 5° Licht hat. Dies scheint jedoch eine ganz isolirt stehende Anomalie zu sein, denn wenn es auch dunkle Hügel und Berge genug auf dem Blonde giebt, so theilen sie dies doch stets mit ihrer ganzen Umgebung. Die helleren Landschaften variiren zwischen 4° und 6°. Letzteren Grad erreichen sie jedoch nur in einem Theile des südwestlichen Quadranten und hin und wieder an den Rändern. Die Ränder der meisten Wallebenen und Ringgebirge sind 4° bis 7° hell und bei mehreren ist auch das Innere durch gleiche oder doch nahe kommende Lichtstärke ausgezeichnet. Einzelne Berggipfel, auch wohl zusammenhängende Hügel sind 6°, 7° und 8° hell. In jeder Berglandschaft finden sich mehr oder weniger Punkte von dieser Helligkeit, aber nirgend findet sich, dafs dies im Allge^ meinen die höchsten Gipfel wären. Einzelne Berge erreichen 8 und einige wenige, durch Höhe keinesweges ausgezeichnete, 9°. Letzteren Grad hat z. B. ein kleines Hügelsystem westlich beim Atlas, und eine grofse fast ebene Gegend nördlich bei Lcxell. Gröfslentheils aber sind die drei höchsten Lichtgrade den Cratern und einigen Ringgebirgen Vorbehalten. Glänzende Cratcr Cratcr, die nicht nur mit ihrem Rande, sondern mit ihrer ganzen innern Fläche glänzen. Sie bilden im Vollmonde die hellsten der fast unzählbaren Lichtpunkte mit denen die Scheibe übersäet ist. Merkwürdig aber ist es, dafs sich alsdann fast gar kein Kriterium auffinden läfst, helle Tiefen von hellen Höhen zu unterscheiden. Blan mufs die Zeit der Piusen abwarten, um zu sehen ob sich an der Stelle des Lichtpunktes ein Crater, ein Berg oder auch keins von beiden zeigt. 136 Den zehnten und höchsten Grad der Lichtstärke hat nur das einzige Ringgebirg Aristarch und ein Punkt im Werner. In hoher Beleuchtung glänzt Aristarchs ganze innere Fläche, so wie das llinggebirg selbst in einem die Augen blendenden weifsen Lichte, doch gewahrt man zuweilen, aber mit Schwierigkeit, einen kleinen noch helleren Punkt (den Centralberg) und zwei oder drei matter glänzende Stellen. Nächst ihm ist Proclus der heilste, wo aber nicht I die innere Fläche, sondern der Wall und sein steiler innerer Abhang mit 9” glänzt. — Centralberge sind (einige ganz unbedeutende ausgenommen) stets heller als die umgebenden Tiefen. • So zahlreich übrigens diese hellen Craler und so intensiv ihr Glanz ist, so bilden sie dennoch kaum die Hälfte sämmtlicher Craterformen. Viele, und darunter sehr groi'se und tiefe, verschwinden im Vollmonde gänzlich. Es ist nichts Seltenes, zwei Crater von dem Anscheine nach gleichem Durchmesser, gleicher Steilheit und Tiefe, gleicher Gestalt des Walles, dicht neben einander anzutrelfen, von denen im Vollmonde der eine auffallend liell glänzt und der andre gar nicht gefunden wird. Sobald sich Schalten bilden, tritt der letztere hervor und der Glanz des ersteren ist im Abnehmen, und rückt die Liehtgrenze bis in ihrer Nähe, so sehen sie völlig gleich aus. Ueberhaupt zeigen sich zur Zeit der Phasen in der Nähe der Lichtgrenze fast gar keine Farbenunterschiede mehr, dagegen glänzen die der Sonne zugewendeten steileren Bergseiten, da sie noch unter einem stärkeren Winkel erleuchtet werden, als die Fläche und die sanfteren Abhänge. , . " §• 86 . . ,. Eine der merkwürdigsten und unerklärlichsten Erscheinungen auf dem Monde sind aber die grofsen Strahlensysteme. Sieben der gröfseren Ringgebirge, Tycho, Copernicus, Kepler, Byrgius, Anaxagoras, Aristarch und Olbers sind nämlich von radienartig fortziehenden Lichtstreifen weit und breit umgeben; in geringerm Mafsstabe und weniger ausgebildet, wiederholt sich diese Erscheinung im Mayer, Euler, Proclus, Aristillus, Timocharis und einigen andern. Diese Streifen fangen gewöhnlich erst in einer geringen Entfernung vom Walle des Ringgebirges an, so dafs der nächste Fufs desselben verhältnifsmäfsig dunkel, 4“, erscheint (beim Aristarch sehr dunkel = 2°) von da aus aber ziehen sie 30, 50, ja 100 —120 Meilen fort, und zwar ohne allen Unterschied quer über Ebenen, Bergketten, einzelne Berge, Crater, Rillen, kurz über alle nur möglichen Mondgebilde ohne durch sie auch nur inodificirt zu werden. In der Nähe des den Mittelpunkt bildenden Ringgebirgs drängen sie sich so dicht, dafs sie einen zusammenhängenden Nimbus bilden (bei Kepler am stärksten, bei Aristarch gar nicht) weiterhin verzweigen sie sich, werden auch wohl, doch nicht häufig krumm- linigt (fast nur bei Copernicus und Anaxagoras) sind durch Querstreifen verbunden, durch mattere Stellen schwach unterbrochen, oder es läuft auch wohl auf ihrer Mitte ein dunkler Streifen eine kurze Strecke fort. Statt radienartig zu ziehen, sieht man häufig 2, 3 und mehrere ganz parallel streichen. In einigen Fällen enden sie plötzlich an einem Crater oder Ringgebirge, doch immer an einem im Vollmonde deutlich sichtbaren; viele ziehen den Mondrändern zu und verlieren sich hier unmerklich in das hellere Licht dieser Gegenden, aber auch wo dies nicht der Fall ist, enden die meisten unmerklich in der Ebene oder auch im Gebirg. — Das ausgedehnteste dieser Systeme ist das des Tycho. Mehr als hundert unterscheidbare meistens einige Meilen breite Lichtstreifen durchziehen von ihm aus fast den ganzen südwestlichen Quadranten nach allen Seiten und einen grofsen Theil des südöstlichen. Zwei dieser Streifen ziehen noch ungleich weiter fort; der eine, ein doppellter mit dunklem Zwischenräume, nach Nordosten dem Mare Nubium und Oceanus Procellarum zu, wo er sich nach etwa 150 Meilen Lauf verliert, der andre, einfach und weniger glänzend, zieht fast über die ganze «»sichtbare Mondfläche, trifft — schon sehr schwach — genau auf efen Menelaus, wird von hier ab im dunkeln Mare Serenitatis plötzlich wieder heller, theilt dieses in zwei fast gleiche Hälften und ist noch weiter gegen N. hin zu verfolgen, bis er sich in den nördlichen Randlandschaften völlig verliert. Er durchzieht auf diese Weise gegen 100 Grade eines gröfsten Kreises der Mondkugel, also über 400 Meilen. Wo diese Streifen sich stark verbreiten, überglänzen sie im Vollmonde alles andre, sehr helle Crater ausgenommen, so dafs mau von den Terrainformen nichts unterscheiden kann. §. 87. jj. j] . j Erhöhungen sind diese Streifen durchaus nicht. Selbst wo Bergadern auf ihnen hin keine Erhöhungen. °der “i ihrer Gegend ziehen, folgen sie doch nicht dem Laufe und den Krümmungen derselben und noch weniger dem Zuge der eigentlichen Gebirge, Beide schliefsen sich vielmehr (für unsre Wahrnehmung) einander wechselseitig aus, denn wenn die Gebirge deutlich hervorzutreten anfangen, verschwinden die Streifen, und umgekehrt. Zuweilen kann man die letztem auch bei schräger Beleuchtung noch in einigen Ebenen (wie im Slöfler und Meton) jedoch nur schwach, auffinden, wenn sie in den umgebenden Bergland- 139 landschaften schon nicht mehr gesehen werden, doch nie bis zum wirklichen Untergange der Sonne. Der sehr deutliche, das Mare Serenitatis durchziehende, wird zwar von Bergadern durchsetzt und parallel zur Seite begleitet, auch streichen einige kurze Rücken auf ihm fort, er selbst aber liegt so völlig im Niveau der Ebene, dafs er in der Nähe der Lichtgrenze stets verschwindet. Deutlich gewahrten wir dieses Verschwinden in einer äufserst günstigen Nacht während einer sechsstündigen Beobachtung, wo die Bergadern (wie dies allgemein und zu allen Zeiten der Fall ist) beim Näherrücken der Lichtgrenze deutlicher, ja grofsentheils erst sichtbar wurden, während der Streifen vor unsern Augen spurlos verschwand, was nicht hätte Statt finden können wenn er auch nur Einen Grad Böschung gehabt hätte. §. SS. Aufser jenen Hauptsystemen, die zwar an Umfang bedeutend verschieden, sonst aber einander sehr ähnlich sind, trifft man auf dem Monde noch mehrere unvollkommene Systeme und einzelne Streifen. Vom Proclus gehen 3 fast unter gleichen Winkeln von 120" ab, von denen zwei schwach und schwer aufzufinden sind, der dritte deutlichere sich noch weiter verzweigt. Ein andres Gebilde dieser Art im Mare Foecunditatis hat völlig die Gestalt eines Cometen mit doppeltem Schweife. Der Kern wird durch zwei gleich grofse dicht neben einander liegende Crater bezeichnet, die Streifen sind schnurgerade, einander gleich an Gröfse, Breite und Helligkeit, werden in einiger Entfernung breiter, verlieren an Intensität und hören so unmerklich auf. Im Mare Nubium und dem nördlichen Theile des Oceanus Procellarum finden sich auch mehrere Crater von 1 — H Meile Durchmesser, die von einem hellglänzenden, nicht in Streifen zertheilten Schimmer theils con- centrisch theils excentrisch umgeben sind, doch erstreckt er sich nur 4—6 Meilen weit und verliert sich unmerklich in die ihn umgebende dunklere Fläche. So Euclides, Parry A., Hortensius, Bessarion u. a. m. Endlich sieht man in den sogenannten Mondmeeren blasse Streifen in verschiednen Richtungen mit und ohne deutlichen Zusammenhang oder gemeinschaftlichen Ausgangspunkt, von denen sich einige zur Zeit der Phasen als schwache Bergadern zeigen, meistens aber mit diesen gar nicht Zusammenhängen, da in der That die letztem in hoher Beleuchtung mit der umgebenden Fläche ganz oder nahe gleichfarbig sind und deshalb unsern Augen entschwinden. §. 89. Im Bisherigen war der Ausdruck Farbe blos in quantitativer Bedeutung und einerlei mit Licht- ^ U de ne 1 Fa'rljen'' 6 ' sl “ r he gesetzt worden, allein auch qualitative Differenzen, specifisch verschiedene Farbentöne, werden unter günstigen Umständen auf der Mondfläche angelroffen. Das ganze Mare Sereni- latis, nur die dunkle Randgegend ausgenommen, schimmert schön grün. Im Mare Crisium ist Grün mit Dunkelgrau vermischt. Im Mare Humoruin sind beide Farben bestimmt gesondert, und Grün nimmt den gröfsten Theil der Fläche ein. Ein mattes, gleichsam schmutziges Gelbgrün zeichnet das Mare Frigoris aus; die rälh- selhafte Farbe des Palus Somnii, einer scharf begrenzten Hügellandschaft, scheint ein eigenthümliches Gelb zu sein; und an einigen wenigen Stellen zeigt sich ein rüthlicher Schimmer. Auch das Dunkelgrau in mehreren Flächen scheint Unterschiede dieser Art darzubieten. Während es in einigen Gegenden gleichsam unrein und wie ein mechanisches Gemenge von Weifs und Schwarz sich darstellt, zeigen mehrere Flächen, wie Billy, Crü- ger, Firmicus, ein völlig gleichförmiges reines Stahlgrau. Wenn aber schon die blofsen Lichttöne nur im Vollmonde ganz deutlicli hervortreten, so gilt dies noch mehr von den specifischen Farbenunterschieden, die schon 2—3 Tage vor oder nach der Opposition gewöhnlich vergebens gesucht werden, und für welche sich sehr günstige Umstände vereinigen müssen. Wir zweifeln überhaupt, ob jedes Auge sie wahrnehmen, jedes Fernrohr sie darstellen würde, da zwar ihre Grenze ziemlich bestimmt, die Unterschiede selbst aber sehr gering sind. Auch die erwähnten grofsen Lichtstreifen lassen- bisweilen einige Verschiedenheit der Farbe gegen die umliegenden hellen Landschaften wahrnehmen. Man sieht sie znweilen in Gegenden, die eben so hell als sie selbst glänzen, doch noch deutlich hindurchziehen und gewahrt bei aufmerksamer Beobachtung, dafs der Streifen mehr milch weifs, die umliegende Landschaft hingegen gelblich weifs sich darslellt. Wir haben indefs diesen schwachen Unterschied nur bei einigen mit Sicherheit wahrgenommen, besonders bei denen, die vom Tycho dem .Südrande zu ziehen. Auch das glänzende Weifs des Aristarch ist schwerlich ein blofses potenzirtes Gelblichweifs. Ursachen. §. 90. Die Ursach dieser Erscheinungen zu erforschen wird uns wohl nie vollkommen gelingen. In Bezug auf die verschiedene Helligkeit scheint es klar, dafs bei nicht durchaus gleichartigen Be- 18 138 standtheilen der Oberfläche auch die Reflexionsfähigkeit der zu Tage liegenden Massen, eben wie auf unsrer Erde, verschieden sein werde. Nach dem, was wir von unserm eignen Wohnort wissen, kann, auch abgesehen vom Unterschiede der Continente und Oceane, der Anblick der verschiedenen Landstrecken aus grofsen Fernen nicht anders als sehr ungleichartig sein und er wird sogar noch nach den Jahreszeiten wechseln müssen. Was insbesondere das starke Glänzen so vieler Crater betrifft, so ist dies wohl dadurch zu erklären, dafs sie bei ihrer starken Concavilät als Brennspiegel wirken und uns ein concentrirtes Licht reflektiren, was auch besonders durch die Bemerkung unterstützt wird, dafs vor dem Vollmonde sehr häufig nur die Ostseiten, nach dem Vollmonde die Westseiten vorzüglich hell glänzen und dafs auch die Libration ihre Wirkung dabei zn äufsern scheint Vielleicht ist Aristarch nichts weiter als die am vollkommensten spiegelnde Fläche, und wir erblicken durch ihn ein Bild der Sonne selbst, oder eines Theiles derselben. — Die Phänomene sind übrigens doch wohl zu verschieden- artig, um allein durch diese Annahme säinintlich erklärt werden zu können, da namentlich auch Berge und ebene Flächentheile vorhanden sind, welche den hellsten Cratern an Glanz nichts nachgeben. Von den Bestandtheilen des Mondes wissen wir, einige negative Bestimmungen ausgenommen, nichts Specielles, allein wenigstens wird es nach dem Bisherigen erlaubt sein, die Öleinungen, als sei der ganze Mond mit nichts als Eis und Schnee überdeckt, oder durch und durch starre Felsmasse, als unhaltbar und den Beobachtungen widersprechend, zu verwerfen. §. 91. Was nun aber die lichten Streifen betrifft, so hat es darüber von jeher nicht an Erklärungsversuchen gefehlt. Schröter erklärt sie gradezu für Bergketten und Bergadern, wie auch die frühem Selenographen sie dafür angenommen und so dargestellt haben. Dieser Öleinung wird durch unsre Beobachtungen entschieden widersprochen. Pie Str ,'f ‘ d c ’ ner andern, auch von Herschcl geäufserten Öleinung*) sind es Lavaströme, die aus den keine Laven. gewaltigen Cratern entspringen und sich nach allen Seiten verbreiten. Wir kennen nun freilich die Kräfte nicht, die im Innern des ölondes möglicherweise thätig sind, und können so- ilach weder die ansehnliche Wallhöhe des Tycho, Copernicus u. a. noch die übrigen Verhältnisse ihrer Form und Gröfse als entscheidende Gründe gegen diese Öleinung geltend machen; klar ist übrigens, dafs auf der Erde ein Crater, dem Laven entströmen, diese Gestalt und Gröfse nicht haben könnte. Aber ein Lavastrom wird doch wenigstens, wie jeder andre Strom, von der Höhe herabkommend die Tiefe suchen, er wird daher den Thalwindungen folgen, oder wenn er so gewaltig wäre sich Bahn zu brechen, wenn wirklich Wälle von 1000 —1500 Toisen senkrechter Höhe kein Hindernifs seines gradlinigten Fortströmens wären (denn dies müfste nach dem Obigen zugegeben werden) so würde er die hinter dem Walle liegende Tiefe anfüllen, nicht aber blos seinen Zug hindurch fortsetzen und links und rechts desselben alles frei lassen. Man betrachte aber die Streifen, welche z. B. durch Stöfler, Kies, Bulliald, ölaginus u. a. Ringgebirgs- und Wallebenen hinziehen, und man wird sich leicht überzeugen, dafs so weit als die Gesetze der Schwere gültig sind, weder eine Lava noch irgend ein andres Fliefsende solchen Richtungen folgen werde. An ein wirkliches fortwährendes Strahlenwerfen von jenen Centralpuukten aus kann aber wohl noch weniger gedacht werden, denn die Streifen erstrecken sich auf der Mondfläche zehn und zwanzigmal weiter, als das Ringgebirge gesehen werden kann, Und letzteres liegt oft noch unsichtbar in Nacht, wenn bereits die entferntem Enden seiner Streifen gesehen werden können. Es bleibt wohl nichts andres übrig als anzunehmen, dafs durch irgend welchen Naturprozefs die innere Struktur des ölondbodens an den Stellen, wo diese Streifen ziehen, eine Veränderung erfahren habe, welche die Fähigkeit, das Licht zurückzuwerfen, beträchtlich erhöhte. Welcher Prozefs dies gewesen, darüber können wir wohl nur höchstens öluthmafsungen äufsern, dafs er aber mit der Bildung derjenigen Ringgebirge, welche deutliche Ccntralpunkte dieser Streifen darbieten, im genauesten Zusammenhänge gestanden habe, zumal alle diese Ringgebirge im Vollmonde für ihre Umgegend ausschliefslich sichtbar bleiben, darüber kann wohl kein Zweifel obwalten. §• 92. Wenn wir es versucht haben, im Bisherigen eine möglichst treue allgemeine Schilderang der Mondoberfläche, wie sie sich als das Resultat der bessern und zuverläfsigem Beobachtungen geben läfst, zu entwerfen, *) Herschcl spricht sich jedoch nirgend so bestimmt darüber aus, und vielleicht hat er nicht sowohl diese Streifen, als vielmehr B. vom Aristillus und Autolycus aus wohl 8 —12 Weilen weit fortziehen. die kleinen Bergadern verstanden, die sich 139 und wegen der speciellen Verhältnisse auf die folgende Topographie der Mondlandschaften verweisen, so dringt sich uns allerdings die Befürchtung auf, die Erwartungen eines Theiles unsrer Leser nicht ganz befriedigt zu haben. Leicht wäre dies möglich gewesen, wenn wir uns nach dem Vorgänge mancher andern Schriftsteller aller, lei Muthmafsungen über das animalische und vegetative Leben auf unserm Trabanten hingegeben hätten. Wir haben es vorgezogen, unsern in der Vorrede ausgesprochenen Grundsätzen treu zu bleiben und uns mit denjenigen Folgerungen zu begnügen, welche sich auf eine ungezwungene Weise aus sicher begründeten Thatsachen ergeben. So wird unsre Kenntnifs des Mondes zwar langsam und stufenweis, aber sicher fortschreiten. Anhang I. Physische Bemerkungen über die ]9Iond- und Sonnenfinsternisse. §. 93. Im mathematischem Theile §. 24—26. ist dasjenige, was aus dem gegenseitigen Stande der Weltkörper nach optischen Grundsätzen gefolgert werden kann, auseinandergesetzt worden; und es kommt nun noch darauf an, die eigentümlichen Modificationen dieser Phänomene, die ihren Grund in der physischen Beschaffenheit der hierbei mitwirkenden Weltkörper haben, näher zu betrachten. Wir werden hierbei den umgekehrten Weg einschlagen müssen, die gemachten Erfahrungen selbst sind hier die Grundlage, aus denen rückwärts auf die Ursachen geschlossen werden mufs und manches nicht wohl zu bezweifelnde Faktum steht bis jetzt noch isolirt da, ohne seinen Erklärungsgrund gefunden zu haben. Schon den frühesten Beobachtern der Mondfinsternisse fiel die unbestimmte Begrenzung des Erdschattens auf, und die Neuern haben bemerkt, dafs diese Unbestimmtheit nicht bei allen Finsternissen gleich ist. So fand v. Felbiger in Sagan bei der Mondfinslernifs vom 30. Sept. 1773 den Schattenrand weder ungleichförmig noch unterbrochen, sondern so scharf begrenzt, dafs er die Austritte auf 10 Sekunden Zeit für sicher hält, und Lambert bestätigt dies und fügt hinzu, dafs bei dieser Mondfinsternifs der neblichte Streifen, der den Schatten zu begleiten pflegt, und der sich sonst (z. B. Oct. 1772) wohl 3 Minuten weit erstreckte, nur eine Minute breit war. Dagegen sah bei der totalen Finsternifs am 30. Juli 1776 Helfenzrieder in Ingolstadt den Schatten nicht rein elliptisch gekrümmt, sondern voller Ungleichheiten. Man suchte damals durch die Ein- und Austritte der Flecken Längen von Erdorten zu bestimmen, was man später und wohl mit Recht, als zu ungenau unterlassen hat, und diesem Umstande verdanken wir manche ziemlich ausführliche Bemerkung der Beobachter. 1778 am 4. Dec. fand Köhler in Dresden den Schatten ebenfalls sehr schlecht begrenzt, eben so Bode am 28. April 1790. — Aus unsern eignen Beobachtungen können wir nur zwei Mondfinsternisse als gelungen aufführen; am 26 Dec. 1833 war der Schatten vergleichungsweise sehr scharf und rein elliptisch; am 10. Juni 1835 beträchtlich verwaschen. Am 15. Dec. 1834 war es während der Finsternifs stark bewölkt; nur in einzelnen Momenten sah man den Mond; der Schatten schien ziemlich scharf zu sein; über seine Form im Ganzen liefs sich nicht urtheilen, da immer nur einzelne Stellen blickweise zum Vorschein kamen. Den Halbschatten haben die Beobachter ebenfalls sehr verschieden angegeben; einige bemerkten ihn 2 oder 3 Minuten vor und nach dem vollen Schatten am Mondrande, andre 8 bis 10 Minuten. Schmidt und Eule in Dresden sahen 1818 am 20 April über eine Viertelstunde vor dem Anfänge der Finsternifs bereits den Halbschatten. — Er würde merklicher sein, wenn nicht die Mondfarbe selbst so viel Abwechslung darböte, und man bemerkt ihn am sichersten dadurch, dafs die schwärzlichen Flecken wie Grimald, Julius Caesar u. a. durch ihn an Schwärze zunehmen, während die lichteren Partliien wie mit einem leichten Rauch überflogen sind. Immer scheint er desto mehr hervorzutreten, je schlechter der volle Schatten begrenzt ist. ■.I §• 94. .. So lange der Erdschatten nur einen Theil des Mondes bedeckt, erscheint der volle Schatten in grauer Farbe ohne merkliche Modificationen einzelner Stellen. Die Flecken des Mondes verschwinden entweder gleich beim Eintritte in den Schalten völlig, oder es bleibt noch eine kurze Zeit hindurch eine schwache und ungewisse Spur zurück. Sobald aber der gröfste Theil des Mondes bedeckt ist, folgt dem grauen Schatten allmählig ein rother Schimmer, der bei totalen Sonnenfinsternissen sich über den ganzen Mond verbreitet und oft eine ungemein lebhafte Röthe annimmt. So fand FFolJf in Dirschau 1772 am 11. Oct. den total verfinsterten Mond „intense rubrum”; eben so wird 1779 am 23. Nov. der Mond von mehrem Beobachtern als überaus lioch- 18* 140 roth bezeichnet und Helfenzrieder sah 1776 am 30. Juli die rothe Farbe schon ehe der Mond halb verfinstert war. v. Zach nennt den Schatten bei der in Lyon 1783 am 18. März beobachteten totalen Finsternifs dunkel- roth, und gegen Osten zu lichter. 1790 am 22. Oct. nennt Bode die Farbe des Schattens eine trüb rothe, Schröter eine mattröthliche. Beitier in Mitau nennt den Mond am 28 April 1790 feuerroth. 1798 am 29. Mai wird der Schatten als dunkelroth bezeichnet. Bei der von uns am 26. Dec. 1833 beobachteten FinsterniTs war die Röthe sehr lebhaft. Wenn bei totalen Mondfinsternissen das Centrum des Erdschattens über die Mondscheibe läuft, so erblickt man in der Gegend desselben einen grofsen schwärzlichen verwaschenen Fleck, der von dem Roth rings herum umgeben ist und selbst noclx Spuren davon zeigt. Merkwürdig ist es, dafs bisweilen der Mond bei totalen Finsternissen ganz verschwindet. Dies war der Fall in London 1816 am 10 Juni, wo Lee die benachbarten Sterne « und b Ophiuchi ganz deutlich, vom Monde aber keine Spur bemerkte. Erst eine Viertelstunde vor dem Aufhören der totalen Verfinsterung bemerkte er einen blassen Lichtschimmer, der nach und nach zunahm. Die Mondbreite betrug bei dieser Finsternifs — 19' 57 ; ', folglich konnte ihn das eigentliche Centrum des Erdschattens nicht einmal treffen. Aehnliches bemerkte bei derselben Finsternifs Eule in Dresden, obgleich er wechselsweise in Zwischenräumen von etwa ^ Minute, den östlichen Rand des Mondes aufdämmern und wieder verschwinden sah. — Auch am 26. Januar 1823 haben einige Beobachter matte Spuren des Mondes, andre gar nichts gesehen, obgleich der Himmel in dieser Gegend heiter war. Bei beiden Finsternissen stand der Mond fast in der Erdnähe. Mehrmals haben wir bemerkt, dafs der graue Schatten sogleich einen röthlichen Schimmer zeigt, wenn man den noch erleuchteten Theil des Mondes aus dem Felde des Fernrohrs entfernt; obgleich wir überzeugt sind dafs dieser Umstand allein nicht zur Erklärung ausreiche, und dafs hier ein physischer Grund vorhanden sein müsse. §. 95. Mit der zunehmenden Lebhaftigkeit der rothen Farbe erscheinen nach und nach die verdeckten Mondflecke wieder;■ einige sehr helle, wie Aristarch, noch früher. Mehrere Beobachter bemerken allerdings ausdrücklich, dafs sie weder mit blofsem noch mit bewaffnetem Auge im verfinsterten Monde Flecke gewahr werden konnten. So hat Wolff am 11. Oct. 1772 im hochrothen, Bode am 22. Oct. 1790 im trübrothen Monde vergebens nach Flecken gesucht, nur Aristarch ist dem letzteren noch 10 Minuten nach der Beschattung, und eben so 10 Minuten vor dem Wiederaustritt, aber äufserst mattschimmernd, sichtbar gewesen. Dagegen haben Helfenzrieder , Schröter, Hahn u. a. Beobachter tlieils nur die hellsten Flecken, theils alle sonst im Vollmonde gut sichtbaren während der Finsternifs gesehen; und bei der oben erwähnten von uns beobachteten totalen Finsternifs am 26. Dec. 1833 haben wir nicht einen einzigen Vollmondsfleck vermifst; selbst die kleinsten Gegenstände z. B. die schöne Hiigelgruppe zwischen dem Plinius und dem Promontorium Acherusia waren sichtbar, und alle in demselben gegenseitigen Helligkeitsverhältnifs wie im freien Vollmonde. Gegen das Centrum des Erdschattens hin nahm allerdings diese Deutlichkeit ab, und man konnte im innersten Kernschatten kaum noch die gröfseren Maren mit einiger Sicherheit unterscheiden, doch ein absolutes Verschwinden irgend welchen Mondflecks ist uns nicht aufgeslofsen. Die hier erwähnten Differenzen im Betreff des Halbschattens, der Mondfarbe u. dgl. während einer Finsternifs sind so grofs, und die Beobachtung des Phänomens selbst unter günstigen Umständen so wenig schwierig, dafs man sie nicht füglich bezweifeln oder nur der Individualität der Beobachter beimessen kann; um so mehr, als verschiedene Mondfinsternisse demselben Beobachter ganz verschieden erschienen sind. Man kann nun zuerst geneigt sein, den Grund in dem gröfsern oder geringem Durchmesser des Erdschattens, so wie im Abstande des Mondcenlrums vom Centro des Schattens, zu suchen. Steht, zumal im Winter unsrer Nordhalbkugel der Mond im Apogäo, so kann der Halbmesser des Erdschattens bis 37' herabsinken, unter entgegengesetzten Umständen aber bis 46' steigen (§. 25.). Dies mufs nothwendig die Gröfse und Intensität des Kernschattens (des innersten stets sehr dunkeln und schwärzlichen Theiles) bedeutend modifiziren. Ferner kann es totale Finsternisse geben, bei denen der Mittelpunkt des Kernschattens bis zu \ Grad vom Mondrande entfernt bleibt, und unsichtbar nördlich oder südlich vorübergeht; allein dies alles reicht zur Erklärung um so weniger aus, als oft das grade Gegpntheil von dem bemerkt worden ist, was den Umständen nach erwartet werden konnte. Der verfinsterte Mond hat sich schon, obwohl selten, im Apogäo dem Anblick völlig entzogen, während sehr zahlreiche Beobachtungen seine deutliche Sichtbarkeit auch im Perigäo bestätigen. Eben so verschwand der verfinsterte Mpttd am 10. Juni 1816 zu eiucr Zeit, wo das Centrum des Schattens ihn gar nicht traf, während er am 141 26. Dec. 1833, wo die Centra des Erdschattens und des Mondes nur 5' von einander entfernt blieben, und eben so am 14. Nov. 1826, wo dieser Abstand 9* 48 w betrug, von Jedermann mit freiem Auge ganz deutlich gesehen wurde und im lebhaftesten Roth glänzte. §. 96. Man kann es hiernach nicht länger bezweifeln, dafs der verschiedene Zustand der Erdathmosphäre in denjenigen Gegenden, denen zur Zeit der Mondfinsternifs die Sonne auf- oder untergeht, und in deren Horizont die Sonnenstrahlen gebrochen werden, diese so sehr bedeutenden Verschiedenheiten veranlassen*). Wäre es möglich aus allen diesen Gegenden Nachrichten über den Luftzustand während des Phänomens zu sammeln, so würden wir bald auf praktischem Wege zur Gewifsheit gelangen. Allein auch in Ermangelung solcher Beobachtungen sieht man leicht, dafs hierin wenigstens die Hauptquelle der Unterschiede liegen müsse. Die Veränderungen der rothen Farbe im verfinsterten Monde sind ganz denen analog, die unsre Abend- und Morgendämmerungen zeigen; vom brennendsten Lichtroth bis zur trüben Kupferfarbe, ja bei völlig bedecktem Himmel bis zum Dunkelgrau finden wir alle Nuancen. Wäre die ganze Auf- und Untergangszone der Erde von so dichtem Gewölk bedeckt, dafs die in Längenrichtung auf dasselbe treffenden Sonnenstrahlen es nicht mehr durchdringen könnten, so würden nur noch diejenigen Strahlen, welche über diesen Wolkenschleier hinfahren, als gebrochenes Licht in die Gegend des Mondes gelangen, allein in einer solchen Höhe könnte leicht die Horizontalrefraklion auf oder ^ ihres Normalwerthes herabsinken und alsdann bliebe der völlig dunkle Kernschatten grofs genug, um den Mond ganz unsichtbar zu machen. Das von Eule bemerkte Aufdämmern und Wiederverschwinden einer Gegend des unsichtbar gewordenen Mondes würde sich hiernach durch momentane Aufheiterungen in irgend einer Gegend, dieser Zone leicht erklären. Da wohl nur selten die ganze hier in Betracht kommende Erdzone oder auch nur der gröfste Tlieil derselben ganz bedeckt sein wird, so ist auch das völlige Verseil winden des Mondes nicht oft wahrgenommen worden. Am 10- Juni 1816 war die Mondbreite südlich, die gebrochenen Sonnenstrahlen, die den Mond treffen sollten, mufsten also durch die Athmosphäre des südlichen Theiles dieser Zone, der damals mitten in seinem Winter stand und überdies fast ganz oceanisch ist, hindurchgehen; das Phänomen war also mit Wahrscheinlichkeit so zu erwarten, wie es sich zeigte. Da hiernach, wie auch die Erfahrung bestätigt, die Verschiedenheiten im Abstande der Sonne uud des Blondes nur als untergeordnete Faktoren auf das Phänomen mit einwirken, so ist eine Vorausbestimmung desselben in physischer Beziehung nicht möglich, wenn anders diese Erklärung richtig ist. Wohl aber kann man, da sich berechnen läfst, welche Erdzone die Sonnenstrahlen tangiren und von welchem Theile derselben sie gebrochen auf den Mond gelangen werden, oft mit Wahrscheinlichkeit angeben, was im Allgemeinen zu erwarten sei. Ob übrigens, wie einige vermuthet haben, eine eigentümliche Lichtentwickelung des Mondes zu dieser Zeit vor sich gehe, zumal das Roth sich immer erst nach einiger Zeit blicken läfst, wagen wir nicht zu entscheiden. Hahn nimmt eine Phosphorescenz an, die in hoher Beleuchtung einer Mondgegend stets Statt finde, aber nur während der Finsternisse von uns wahrgenommen werde, und glaubt den Grund darin zu finden, dafs die Oberfläche des Mondes ein weit gröfseres Quantum von Licht und ein weit geringeres von Wärme als die Erde, von der Sonne empfange. Das Letztere kann als sehr wahrscheinlich zugegeben werden, ohne dafs daraus das erstere notwendig folgt; und es scheint in der That, dafs die vorhin gegebene Erklärung für alle sicher constatirte Beobachtungen der Mondfinsternisse ausreiche. Wie bereits erwähnt, bemerkt man das Roth viel früher, wenn man das noch erleuchtete Stück Mondscheibe aus dem Felde des Rohrs entfernt. Da hierdurch doch gewifs nicht die ganze optische Gegenwirkung des erleuchteten Theiles wegfällt, sondern nur vermindert wird, so ist es nieht unwahrscheinlich, dafs wir die rothe Farbe sogleich bemerken würden, wenn dieser optische Einflufs völlig entfernt werden könnte, auch angenommen, dafs sie an Lebhaftigkeit späterhin zunehmen sollte.. §. 97- Noch eine hierher gehörende Bemerkung betrifft die beobachtete Gröfse des Erdschattens in ihrem Verhältnisse zur berechneten. Wird nämlich letztere ohne Rücksicht auf Refraktion aus den bekannten Dimensionen des Erdsplniroids verbunden mit den Abständen der Sonne und des Mondes abgeleitet, so zeigt die Erfahrung *) Dafs indefs dies der einzige Grund sein solle, und dafs ohne eine Athmospbärc der Erde der verfinsterte Mond gar kein’ rotlics Licht zeigen würde, wollen wir damit keinesweges behaupten. Vgl. §. 104. 142 stets, daß der volle Schatten etwas gröfscr sei. Lambert nahm nach einem beiläufigen Ueberschlage Mayer des berechneten Schattens für diese Yergröfserung an; es ist nicht genau bekannt auf welche Beobachtungen sich diese Größen gründen und wie sie abgeleitet wurden, und spätere Berechner haben diesen Gegenstand nicht weiter untersucht, sondern entweder Mayers Angabe beibehalten oder auch (wie die Connoissance des terns) ihn gar nicht berücksichtigt. Die wahre Ursach dieser bemerkten Vergrößerung scheint darin zu liegen, dafs dem Monde die Erde in Folge ihrer athmosphärischen Umhüllung etwas gröfser erscheinen mufs als ohne dieselbe, und diese ihm folglich die Sonne früher und stärker verdeckt. Volles ungebrochenes Sonnenlicht kann der Mond überhaupt nur durch diejenigen Sonnenstrahlen erhalten, die keinen Theil der lichtbrechenden Erdathmosphäre berühren; wir kennen die Höhe dieser Luftschicht zwar nicht genau, wissen aber, daß sie groß genug ist um bei Mondfinsternissen merklich zu werden. Endlich ist auch zu berücksichtigen, daß der Mond in einem solchen Falle nicht wie wir bei fast totalen Sonnenfinsternissen eine mindestens noch den halben Umfang einnehmende Sonnensichel, sondern zuletzt nur noch ein sehr schmales und zugleich sehr kurzes Stück der Sonnenscheibe sieht; denn die Erdscheibe hat dort einen fast 4mal großem Durehmesser als die Sonnenscheibe. Ein solches Minimum von Sonnenlicht kann aber leicht einen so dunkeln Halbschatten bewirken, daß wir ihn gar nicht mehr vom vollen Schatten (der doch auch noch gebrochenes Sonnenlicht hat) unterscheiden können. Sei diese Erklärung nun die wahre oder nicht; sie zeigt, daß eine Untersuchung auf empirischen Wege noch durchaus nicht überflüssig sei, denn nicht allein die Größe, sondern in einem sehr möglichen Falle selbst das Stattfinden der Mondfinsternisse bleibt zweifelhaft, wenn man diesen physischen Halbmesser des Erdschattens nicht genau kennt. §■ 98. Wir lassen, um hierzu einen kleinen Beitrag zu geben, unsre eignen Untersuchungen über diesen Gegenstand folgen, so wenig Entscheidendes sie auch bis jetzt ergeben haben. Die schon mehrfach erwähnte totale Mondfinsternifs vom 26. December 1833 war auch in diesem Betracht einer der allergünsligsten, und die Schärfe des Schattens so groß wie dies wohl überhaupt jemals zu erwarten ist. Wir beobachteten, bei völlig heitrer Luft und stiller Kälte, folgende Ein- und Austritte der Mondflecken in den Schatten. Eintritt. | Austritt. Sternzeit. Eintritt. | Austritt. Sternzeit. Grimald 1 Rd. 2 Rd. 31. 1/ 2 15" 43 15 h 39* 16" Tycho 1 Rd. 2 Rd. 3 h 3P 33 26" 5 Jöh 1' 4" Byrgius. 8 47 41 15 Menelaus. 34 28 16 19 Aristarch. 5 34 46 59 Dionysius.. 36 58 17 58 Kepler. 9 55 50 20 Posidonius 2 Rd. 39 3 20 5 Heraclides . . ... . 12 16 53 3 Endymion 1 Rd. .... 39 16 17 2 Laplace. Copernicus 1 Rd. 16 1 56 22 2 Rd. 40 28 17 58 16 27,5 57 53 Plinius 2 Rd. 38 21 20 5 2 Rd. 18 21 59 44 Proclus. 47 23 28 17 Plato 1 Rd....... . 21 51,5 j6* 1 50 Picard. 49 25 30 55 2 Rd. 23 10 Firmicus. 52 54 33 36 Pico. 23 22 2 27 Archimcdes 1 Rd..... 23 54 4 52 Erster Halbschatten . . . 2 h 51< 30" 2 Rd. 24 58 6 35 Anfang gewiß. 2 58 4 Eudoxus 1 Rd. 30 32 | 10 37 Total. 3 56 36 2 Rd. 32 0 Total gewiß. 3 56 59 Manilius 1 Rd. 31 11 | 13 21 Erster Lichtblick .... 5 32 38 wenigstens 2 Rd. 31 46 Ende. 6 35 45 2' zu früh. Sulpicius Gallus .... 30 53 12 29 Diejenigen Flecken, bei denen blos der Ein- oder Austritt gelang, sind hier nicht mit aufgeführt, und eben so wie die zuletzt angegebenen allgemeinen Momente nicht mit zur Berechnung hinzugezogen worden. Es sei nunmehr < die Horizontal-Aequatoreal-Parallaxe des Mondes, p die Parallaxe der Sonne, s der Sonnenhalbmesser, 143 m der Mondhalbmesser, d der kleinste Abstand des Centrums des Erdschattens von der Mondmitte, 1 4- Al die Libration der Länge zu Anfang und zu Ende der Verfinsterung eines Mondflecks, F der Abstand des Flecks von der scheinbaren Mondmitte, im Bogen eines gröfsten Kreises der Mondkugel, ß die geocentrische Breite des Mondflecks zur Zeit der Mitte seiner Verfinsterung, q der (durch Rechnung erhaltene) Halbmesser des Erdschattens für den Mondfleck, S die vom Mondfleck durchlaufene halbe Sehne des Erdschattens, so ergiebt die Theorie, ohne Berücksichtigung athmosphärischer Refraktionen, q = % (1 -j- cos F sin m) -j- p — s s = 8 k(i-£) Man findet ferner aus den Elementen der Finsternifs ~ ^ ^ ^| selenocentrisch, d = 5' 38",2 geocentrisch; und den Winkel der vom Scliattencentro auf der Mondfläche beschriebenen Linie mit dem Mondäquator = 7° 10'. Diese Data genügten, um F und ß durch Construktion auf der Originalzeichnung unsrer Mondkarte (welche in Bezug auf selenographische Lage der Hauptflecke damals schon vollendet war) zu bestimmen und hieraus weiter nach den im Berliner Jahrbuch gegebenen Elementen die halbe Dauer der Verfinsterung für jeden einzelnen Fleck zu berechnen. Bei Tycho mufs der Ein- oder Austritt um eine Minute verschrieben worden sein. Für Grimald und Byrgius weichen die Differenzen stark von denen der übrigen ab, allein da diese beiden Flecke die ersten waren, welche bedeckt wurden und wir noch nie eine ähnliche Beobachtung gemacht hatten, so war nicht zu erwarten, dafs das Auge sogleich einen richtigen Schätzung»- Mafsstab abgegeben haben sollte. Wir stellen die erhaltenen Resultate hier zusammmen: F. ß- <2- S. AI gcocentr. Halbe Dauer berechnet. 1 beobachtet. M. L. ( M. Z. Unterschied. Corrigirter Unterschied. Grimald. 63° 40' 7' 46" 2558",0 2515",2 -0,2 1' 17' 31",0 1' >18' 25",6:: 4-54",6 4* 53",8 Byrgius. 63 20 12 54 2558,6 2438,7 0,2 1 15 9,2 1 16 1,5:: 52,3 50,0 Aristarch .... 46 40 0 22 2562,0 2561,9 0,3 1 IS 57,0 1 20 29,3 92,3 92,3 * Kepler. 34 0 3 41 2564,1 2554,6 0,3 1 18 43,7 1 19 59,3 75,6 75,4 Heraclides. . . . 49 10 5 6 2561,5 2543,2 0,2 1 18 22,7 1 20 10,3 107,6 106,8 Laplace. 47 15 6 12 2561,8 2534,6 0,2 1 18 6,6 1 19 26,5 79,9 79,4 Copernicus . . . 18 10 2 55 2566,3 2561,6 0,4 1 18 56,8 1 20 29,0 92,9 92,7 Plato. 51 0 7 37 2561,0 2519,9 0,3 1 17 39,4 1 19 26,5 107,1 105,3 Pico. 45 40 6 37 2562,2 2531,2 0,3 1 18 0,2 1 19 49,4 109,2 107,8 Archimedes. . . 29 15 3 5 2565,0 2558,4 0,4 1 18 50,4 1 20 25,6 95,2 94,9 Eudoxus. 47 35 7 0 2561.8 2527,1 0,2 1 17 53,0 1 19 27,4 94,4 93'3 Manilius .... 19 25 0 12 2565,9 2565,9 0,4 1 19 4,4 1 20 43,0 98,6 98,6 * Sulpicius Gallus 24 45 1 12 2565,6 2564,7 0,4 1 19 2,1 1 20 34,8 92,7 92,7 Tycho . 43 0 15 40 2562,7 2383,9 0,3 1 13 28,9 1 14 12,1:: 43,2 40,2 Menelaus .... 25 40 0 31 2565,5 2565,3 0,4 1 19 3,2 1 20 42,2 99,0 99,0 * Dionysius .... 21 55 3 6 2565,9 2559,2 0,4 1 18 51,9 1 20 16,8 84,9 84,7 Posidonius 2 Rd. 44 35 4 41 2562,4 2546,9 0,3 1 18 29,2 1 20 17,8 S8,6 88,1 Endymion. . . . 72 10 9 18 2555,8 2494,2 0,1 1 16 50,4 1 18 43,5 112,9 110,2 Plinius 2 Rd.. . 28 40 0 31 2565,1 2564,9 0,4 1 19 2,5 1 20 38,8 96,3 96,3 * Proclus. 52 45 1 23 2560,7 2559,4 0,3 1 20 43,9 1 20 43,9 111,4 111,4 Picard. 59 25 1 4 2559,1 2558,4 0,2 1 20 29,8 1 20 29,8 99,2 99,2 Firmicus .... 67 0 0 29 2557,2 2557,2 0,1 1 20 7,9 1 20 7,9 79,2 79,2 * Die Differenzen der vorletzten Columne sind von der Richtung der Sehne auf die Richtung des Halbmessers zu reduciren; was in der letzten durch Multiplication mit V (i — geschehen ist. — Schliefst man die erwähnten 3 Flecke aus, so wird Vergröfserung der halben Dauer = 95,1 in Zeit — jjjg des Schattenhalbmessers. ! 144 Wählt man vorzugsweise die mit * bezeiehneten Flecke, bei denen ß nicht über Minute ist, so erhält man mit sehr guter Uelereinstiinmung die obigen Werthe = 93,1 _ J_ — 50,9 ‘ Die letztere Zahl scheint die Vergrößerung des Aequatoreal-Schattenhalbmessers direkter als die er- stere zu bezeichnen. Es ist indefs noch zu bemerket!, dafs diese Werthe zunächst nur für die Parallaxe 58' 39",8 gelten, wenn man nicht annehmen will, dafs die Axe des Schattenkegels durch die zur Zeit noch nicht mit Sicherheit bekannte Ursache der Vergrüfserung nicht mit vergrüfsert werde. Sonst würde beim Apogäo der Nenner des obigen Bruches kleiner gefunden werden müssen. §. 99. Bei der kleinen Finstcrnifs am 10. Juni 1835 blieben die Centra des Mondes und des Schattendurchschnittes mehr als 60' von einander entfernt, der Erdschatten konnte nur einen geringen Theil der nördlichen Mondhalbkugel treffen und die im vorigen §„ angegebene Methode hier keine Anwendung finden. Vielmehr mufste der sichtbare Theil des Schattens direkt gemessen und entweder die im Berl. Jahrbuch für die Parallaxen, Halbmesser und Breiten der Sonne und des Mondes gegebenen Werthe als richtig vorausgesetzt, oder auf andern Wege direkt erhalten werden. Der Mond stand zu Anfang der Finsternifs zu lief, kam überhaupt in dieser Nacht nur 11° über unsem Horizont und man konnte erst um die Zeit der Mitte mit einiger Sicherheit messen. Aber die ganz unerwartete Breite des Schattens war auch dem freien Auge schon früher auffallend. Die Finsternifs sollte, dem Berliner Jahrbuch zufolge, 0,8 Zoll betragen (was beiläufig durch Mayers Vergröfserungs-Coefflcienten = erhalten wird) nach der Connoissance des tems nur 0,35 Zoll. Bei der Libration -j- 1° 17' in Breite, welche an diesem Abende Statt fand, hätte also nach ersterer Angabe der Schatten sich nur bis -f- 61° 21', nach der letztem nur bis -j- 71° 37' der selenographischen Breite erstrecken können. Statt dessen erschien der ganze östliche Theil des Mare Frigoris und ein beträchtlicher des nördlich an Plato grenzenden Hügellandes vom Schatten bedeckt und es war anfangs zweifelhaft, ob Plato vom Schatten frei bleiben werde. Der Schatten erreichte mindestens den + 54° der Breite. Die folgenden Messungen sind so zu verstehen, dafs der eine Mikrometerfaden den Schattenrand, der andre parallele den Mondrand langirt, während der Querfaden den Schatten lialbirl. Der verfinsterte Mondrand selbst erschien völlig scharf, der Schatten zwar nicht ganz so bestimmt als bei der vorhin angeführten Finsternifs, doch scheinen die Messungen auf 10" im Bogen sicher zu sein. Messungen. St. Z. 16 h '41',7 16 h 43',2 16 h 51',8 16 h 53',2 16 h 5S',2 33 R ,027 rechts 27 R ,361 links 32 R ,490 rechts 27 R ,746 links 2S R ,368 links 25 R ,742 links St. Z. 16>‘59',8 34 R ,29S rechts 17 k l',2 34 R ,270 rechts 17 h 3',2 26 R ,078 links 17 h 4',6 26 R ,803 links 17 h 8',7 Deckungspunkt der Fäden, an demselben Abende durch Doppelsterne erhallen, = 30 R ,03S. Werth einer Schrauben-Revolution... . . = 44",200. Die Gipfelpunkte der Schattencurve fallen auf die Kugeloberfläche in einem durch die Messungen selbst gegebenen Abstande F von der scheinbaren Mondmitte, man hat sie also durch die Correktion — et sin m cos F auf eine durch das Centrum der Kugel gelegte und auf die Axe des Schattenconoiden senkrechte Ebene zu redu- ciren. So erhält man aus obigen Datis Juni 10. ll h 2S',2 M. Z. 4 R ,026 il h 3S',2 3 R 858 ll h 43',9 3 R ,023 1P‘46',4 2 R ,632 11* 48',6 2 R ,187 ll h 54',0 1 R ,513 Ferner 145 Ferner hat man aus der stündlichen Bewegung der Sonne und des Mondes in Länge und Breite den Winkel 9 der relativen Bewegung des Mondes in Beaug auf das Schattencentrum, mit der Ekliptik = 5° 32',2 T = Mitte der Finsternifs = ll h 29',1 M. Berl. Zeit. C = Kleinster Abstand der Crater = 60' 14",4, Für die einzelnen zur Zeit t gemachten Beobachtungen findet sich nun die genäherte Bedingungsgleichung M = x — (T — t)? y wo M die reducirle Rechnung, x die Breite des sichtbaren Schaltentheils, das letzte Glied aber die dem Quadrate der Zeit proportionale Verminderung dieser Breite ausdrückt. Man erhält x = 3 R ,991 = 176",4 und die Fehler der einzelnen Messungen — 2 ", 2 ; — 9",4; + 1«,6; + 6 ",3; 8 ",2; — 2",1. Die Beobachtung ergiebt also der Schattenhalbmesser S' = C -j- x -j“ m . . . .. 2796",5. Nun ist die Declination der Sonne — -}- 23° 1', folglich tangirt der südlichste, die Erde noch treffende Sonnenstrahl diese unter der Breite — 66 ° 59', für welche der Radiusvector des Erdsphäroids = 0,99745; ferner ist der Winkel der Mondbewegung mit dem Parallel des Erdäquators = 12° 28',5 und hieraus der verbesserte Halbmesser des Schattensphäroids — 0,99759 (den Halbmesser des Schattenäquators = 1 gesetzt); die Theorie giebt also den Schattenhalbmesser S — 0,99759 (* + P) — s = 3638",7 + 8 ",4 — 946",1 .= 2701",0 folglich die Vergröfserung des Halbmessers S' — S.. 95",5 Untersucht man ferner den Einflufs einer Veränderung der angewandten Elemente, wozu noch die Länge X und Breite ß des Mondes kommt, auf die Veränderung von S' — S, so erhält man A (S' — S) = — 0,0965 A* -f- 0,9952 Aß — 0,9976 A (jt + p) — Am -j- As. Indefs sind, X und ß etwa ausgenommen, die übrigen Gröfsen mit einer hier ausreichenden Gewifsheit bekannt; und der Einflufs vom AX sehr gering; es kommt also fast nur noch auf die etwanige Verbesserung der Mondbreite an, um das Resultat von allen Fehlern, mit Ausnahme der direkten Fehler unsrer Messung selbst, zu befreien. Auf unsre Bitte hatte Herr Dr. Littrow jun. in Wien eine Beobachtung des Mondes während der Finsternifs angestellt und vollständig reducirt; diese gab Juni 10. ll h 58",61 M. Wiener Zeit AR D . . = 17 h 13' 15",02 Deel. . . = — 24° 2' 42",1 oder mit dem Berliner Jahrbuch verglichen . . . Aa — — 0",28 Zeit AS — -f- 2",4; eine (wie Herr Dr. Littrow selbst bemerkt) für den Mond genügende Uebereinstimmung. Das obige Resultat -|-=erleidet also keine wesentliche Aenderung; und in keinem denkbaren Falle können die Fehler irgend welcher Art so grofs sein, dafs es dem il/aymchen ^ oder auch nur dem im vorigen §. für den Aequatorhalbmesser ge- 1 fundenen ^ g erheblich genähert werden kann. Sehr zu wünschen ist es, dafs auch andre Astronomen diesem noch so wenig erörterten Gegenstände, der auch für die Kenntnifs unsrer eignen Athmosphäre wichtige Resultate erwarten läfst, ihre fortgesetzte Aufmerksamkeit widmen möchten. I §. 100. Das lebhafte Roth, welches sich wenigstens bei den meisten totalen und selbst bei vielen partialen Mondfinsternissen gezeigt hat, deutet sehr entschieden darauf, dafs man vom Monde aus die Erde, wenn sie die Sonne bedeckt, mit einem stark glänzenden rothen Ringe umgeben sehen müsse. Man kann sich das Phänomen etwa so vorstellen. Zuerst tritt, wenn die Erde das letzte Stück der Sonne bedeckt hat, eine der vollen Nacht nahe kommende Dämmerung ein; man erblickt an der Seite, wo die Sonne verschwand, den lebhaft glänzenden Ring (möglich, dafs andre Stellen schon früher Spuren desselben zeigen) und dieser umgiebt nach und nach die ganze 19 146 Erde, verliert aber bei dieser Ausdehnung an Intensität. Ist die Finsternifs central, so mufs er sich zur Zeit der Mitte rings herum gleich breit und hell zeigen; in andern Fällen wird sich eine grofse Sichel bilden, die an der Seite liegt wohin die Verlängerung der vom Erdcentro zum Sonnencentro gezogenen Linie führt. In beiden Fällen aber zieht er sich allmählig nach der Austritts- (West-) Seite der Erde, wo endlich das wieder hervorbrechende Sonnenlicht ihn überglänzt und auslöscht. Die veränderliche Beschaffenheit der Erdathmosphäre mufs übrigens sehr wesentlichen Einflufs auf dieses Phänomen ausüben. §. 101. Die Sonnenfinsternisse, oder richtiger Sonnenbedeckungen sind gleichfalls Ereignisse, welche uns sowohl über unsre eigne Athmosphäre als auch über die physische Natur der Sonne und des Mondes Aufklärung zu geben geeignet scheinen; und es ist daher allerdings von Wichtigkeit, sie nicht blos den Zeitmomenten nach, sondern auch in ihrer besondern Eigenthümlichkeit zu beobachten. Leider ist die Gelegenheit, dafs ein durch lange Uebung mit astronomischen Phänomenen und den dabei zu befürchtenden optischen Täuschungen hinreichend vertrauter Astronom eine centrale oder totale Sonnenfinsternifs unter günstigen Umständen beobachten kann, überaus selten. So sah z. B. im ganzen 18. Jahrhundert Berlin eine solche nicht, und wird erst 1887 eine totale erblicken. Paris wird in diesem Jahrhundert keine totale und nur 1847 eine ringförmige sehen. In unsern Klimaten aber ist es gewifs noch reichlich gerechnet, wenn man annimmt, dafs von einer Anzahl astronomischer, über dem Horizont eines Ortes sich ereignender Phänomene 4 gut, £ theilweise oder mittelmäfsig, und 4 des trüben Himmels wegen gar nicht beobachtet werden können. Partiale Sonnenfinsternisse, die nicht über 9 Zoll (§■ der Sonnenscheibe) betragen, haben uns nie weder in Ansehung der Beleuchtung, noch an den betreffenden Himmelskörpern selbst etwas besonders anzumerkendes gezeigt. Die Sonne nahm genau die Form an, welche die mathematische Vorausberechnung ihr angewiesen hatte, nur das dürfte Erwähnung finden, dafs viele Beobachter ausdrücklich bemerken, sie hätten die Randgebirge des Mondes als Einschnitte in die Sonne mit weit gröfserer Deutlichkeit und in bestimmteren Umrissen gesehen, als jemals am erleuchteten Monde. Bei der Finsternifs vom 16. Juli 1S33, welche 31. auf dem Cap Arcona der Insel Rügen astronomisch zu beobachten Gelegenheit hatte, war dies höchst auffallend. Mit grofser Bestimmtheit konnten ich und mein Mitbeobachter, Herr Lieutenant v. Gcrsdorff, die Austritte mehrerer dieser Randberge angeben (vgl. Schumachers Astron. Nachrichten Bd. XIII. No. 30S.) und ihr Profil zeichnen. Aehnliches bemerkten Olbers (der 1820 am 7. September die Randgebirge Dörfel und d’Alembert deutlich erkannte) Bode, Stapel, Nicolai u. a. Uebersteigt hingegen die Finsternifs 9 bis 10 Zoll, so wird eine Abnahme des Sonnenlichts (die man aber weder als eine Dämmerung noch als einen bleichen und neblicliten Sonnenschein bezeichnen kann, da sie sich von beiden der Art nach völlig unterscheidet) merklich. Es scheint uns für diese eigenthümliclie Lichtverminderung an einem treffenden Ausdrucke zu fehlen, wenigstens überrascht der Anblick Jeden, der bei günstiger Luft und hohem Stande der Sonne eine grofse Finsternifs derselben zum erstenmale sieht. Die Schatten gewinnen an Bestimmtheit, selbst der Halbschatten ist scharf abgeschnitten; die Farben der Gegenstände werden bleicher, doch ohne dafs es dunkel wird; die Beleuchtung der Landschaften hat etwas melancholisch-magisches. Die Sonnenbilder, auch die auf natürlichem Wege (z. B. durch die Schattenlücken der Baumblätter) erhaltenen, nehmen die sichel- oder ringförmige Gestalt der Sonne an. Das Thermometer sinkt; ein Wind erhebt sich und begleitet die Sonnenfinsternifs in ihrem Laufe über die Erdoberfläche. — Thiere, namentlich Vögel, werden ängstlich und unruhig; es ist ihnen etwas begegnet, wovon sie nicht, wie von den Witterungsveränderungen oder den. regelmäfsigen jährlichen und täglichen Wechseln, Vorempfindung haben. Aehnlich ist es bei den wirklich ringförmigen Verfinsterungen, immer unter der Voraussetzung, dafs die Sonne hoch stehe und wenigstens gröfsentheils wolkenfrei sei. Bei ganz oder gröfstentheils bedecktem Himmel bemerkt man höchstens, dafs es etwas dunkler wird. Dagegen haben mehrere Astronomen, namentlich bei der in einem grofsen Theile Mitteleuropas ringförmigen Sonnenfinsternifs am 7. September 1820 bestimmt angemerkt, dafs die Mondberge ein Zerbrechen der feinen Lichtlinie des Ringes an mehreren Stellen veranlafst hätten. Dies haben Horner in Züfch, Nicolai in Mannheim, Luthmer und JVildt in Hannover wahrgenommen; das Trennen und Zusammenspringen der Lichtfäden geschah sehr plötzlich. Horner sah bei der Ringbildung den Spitzen der Sonne eine äufserst zarte röthlich graue Linie vorangehen, die 1 bis 14 Sekunde später vom vollen Sonnenlicht ausgefüllt wurde. Zwei Sekunden vor Schliefsung des Ringes vereinigten sich die feinen Bogenlinien, in der nächsten zeigten sich einige schwärzlich verwaschene Punkte als Berge, und gleich darauf Hofs das Licht zusammen. Lindener in Glatz hat 1816 14 ? am 19. November an der verfinsterten Seite der Sonne lichte sichelförmige Reifen, und Stapel in Tangermünde am 7. September 1820 einen orangefarbenen Streifen gesehen. Die meisten Astronomen bemerken ausdrücklich, nichts gesehen zu haben was eine Mondathmosphäre andeute (so Nicolai, Heiligenstein, Olbers, Bürg, Bode u. a. m.). Diese Streifen etc. scheinen übrigens ganz identisch mit der weiter unten aufzuführenden, von Bessel und van Sninden beobachteten Erscheinung. §. 102 . Totale Sonnenfinsternisse waren der Vorzeit, nnd sind noch heut den ungebildeten Völkern Gegenstände der Furcht und des Schreckens, und wir dürfen nicht erwarten, dafs man die ohnehin so schnell vorübergehenden Erscheinungen, die sie veranlassen, mit derjenigen Ruhe und Unbefangenheit beobachtet und berichtet haben werde, die unumgänglich erfordert wird wenn irgend eine Wahrnehmung wissenschaftlichen Werth haben soll. Sie bestätigen indefs die Sichtbarkeit der hellem Sterne während der gänzlichen Sonnenbedeckung. Aus den zuverlässigem und genauem Angaben geht hervor, dafs um die gänzlich verfinsterte Sonne ein farbiger leuchtender Ring gesehen wird, dafs die hellem Planeten, die Sterne erster und auch wohl einige zwei- ter Gröfse mit blofsem Auge gefunden werden, dafs indefs die Dunkelheit durchaus eigenlhümlich sei und keine Aehnlichkeit weder mit der Nacht noch mit einer Abend- oder Morgendämmerung zeige, dafs die Luft sich schnell abkühle und die Thiere im Begriff stehen, sich zur Ruhe zu begeben, oder scheu und ungewifs uinherlliegen, wohl gar aus der Luft herabfallen. Bowditch in Salem (Nordamerika) beobachtete am 16. Juni 1806 eine totale Sonnenfinsternifs, welche von ll h 25' 26" bis ll h 30 ; 14" dauerte. Das Wetter war schön, der Himmel ganz wolkenfrei. Als der letzte Sonnenstrahl verschwunden war, erschien um den Mond ein leuchtender Ring von beträchtlicher Gröfse, und am Horizont ein Dämmerlicht. Dem blofsen Auge waren sichtbar: Venus, Mars, ix Aurigae, « Tauri, a Canis ma- joris, cx Canis minoris, cx Orionis und die 3 Sterne zweiter Gröfse in der Mitte des Orion. Adams in Boston bestätigt diese Umstände durch seine Beobachtungen. Zwei Sekunden vor dem Ende der totalen Finsternifs war die Lichtzunahme schon merklich; beim wirklichen Ende brach das Licht mit grofsein Glanz hervor und schien nur schneller zuzunehmen als es vorher abgenommen hatte. Ferrer in Albany sah überhaupt nur 6 Sterne während der totalen Finsternifs, und setzt den leuchtenden Ring, der die Sonne umgab, 45' bis 50' breit. - Ausführlich beschreibt Anton de Ulloa *) die totale Sonnenfinsternifs, welche er am 24. Juni 1778 auf dem Schiffe Espana, während der Fahrt von Terceira nach Cap St. Vincent beobachtet hat. Die totale Finsternifs dauerte gegen 4 Minuten. Fünf bis sechs Sekunden nach dem völligen Eintritt sah er um den Mond einen starkglänzenden Ring, welcher „wie ein Kunstfeuer das um einen Mittelpunkt läuft” sich schnell im Kreise zu bewegen schien. Jemehr die Mitte der Finsternifs heranrückte desto stärker und blendender ward sein Licht, er hatte um die Zeit der Mitte der Mondbreite (— 5 1 30"). Nach allen Seiten verbreiteten sich von diesem Kreise aus Lichtstrahlen, die noch in der Entfernung eines Monddurchmessers (33") bald stärker bald schwächer bemerkbar waren. Die Abnahme der Breite bis zum völligen Verschwinden (4" — 5" vor dem Austritt) erfolgte in gleicher Ordnung wie die Zunahme. Zunächst um den Mond lag Roth, hierauf folgte Hellgelb was sich all- mählig ins Weifse verlor. Diese Stufenfolgen der Farben blieben unverändert, aber die Länge der Strahlen schien mit der wirbelnden Bewegung sich zu verändern. Vor und nach Entstehung dieses Ringes sah Ulloa die Sterne erster und zweiter; während er schien, nur noch die Sterne erster Gröfse. Aufserdem bemerkte Ulloa und seine Mitbeobachter Joachim de Azanda und Paul TVintuisen am nordwestlichen Theile der Mondscheibe, und etwas nördlich vom Austrittspunkte der Sonne, etwa Minute vor dem Ende der totalen Finsternifs einen leuchtenden Punkt, der an Glanz zunahm, und beim Austritte der Sonne mit dieser zusammenfiofs. Er erschien anfangs wie ein Stern dritter oder vierter Gröfse und nahm bis zur zweiten zu, bevor die Sonne austrat. Mit blofsen Augen sah Ulloa ihn nicht; und er bemerkt ausdrücklich, dafs kein andrer Punkt des Mondrandes in dieser Art sichtbar gewesen sei. Eine höchst interessante Beobachtung ist auch die des Herrn Gubernial- Sekretär Lorenz zu Lemberg bei Gelegenheit der totalen Sonnenfinsternifs vom 18. (19.) Nov. 1816. Er wollte sie, auf einer Reise begriffen, im *) In seinem Briefe an die Königl. Prcufsische Akademie der Wissenschaften d. d. Cadix vom 17. Juli 1778; abgedruckt im 6leu Bande des Berliner astronomischen Jahrbuches, p. 161 ff. 19 148 Städtchen Radymno beobachten, konnte dies aber nicht zeitig genug erreichen und hielt deshalb auf einem Plateau 1 t Meile NW. von Radymno, wo sich eine weite Aussicht über die schneedbedeckten Flächen eröffnete. Hier seine eignen Worte: „Höchstmerkwürdig war einige Sekunden vor der totalen Verfinsterung der sichtliche Weg des Mondschattens auf den grofsen Schneetriften, von W. her gegen meinen Beobachtungsort Dort lag schon alles in tiefer Dunkelheit, alle Dörfer verschwanden plötzlich in der Finsternifs, bis der Schatten des östlichen Mondrandes auch mich eijagte und die nächste Umgebung in Dunkelheit versetzte. Die Dauer der gröfsten Verdunkelung konnte ich nur ohngefähr auf 14" angeben, weil mein Bedienter, von Furcht ergriffen, nur bis 6" zählte, und ich die übrigen 8" durch Schätzung ergänzte. Eben so interessant war beim Hervorbrechen des westlichen Sonnenrandes das sichtbare Vorüberjagen des Mondrandes, dessen Annäherung auf den weiten Schneeebenen ebenfalls wahrzunehmen war. Auch mufs ich mich durchaus auf der Grenze der totalen Verfinsterung befunden haben, weil der südliche Horizont erhellt blieb, und einen interessanten Anblick gewährte, indem die ungefähr 4 Meilen entfernte Stadt Jaroslaw, die ich anfangs gar nicht wahrnahm, bei der gänzlichen Verdunkelung plötzlich wie ein glänzender Kern hervorstieg. Die Pferde wurden ängstlich und drängten sich umgewendet zusammen, wieherten aber freudig beim Hervor brechen des ersten Sonnenstrahls. Wo Venus stehn mufste, war Gewölk.*) §. 103. Fast noch seltner als die Gelegenheit, totale Sonnenfinsternisse zu beobachten, ist die, grade an der Grenze der ringförmigen Erscheinung das Phänomen beobachten zu können. An solchen Orten streift der Mondrand eine geraume Zeit längs dem Sonnenrande hin, während seine Entfernung von demselben fast Null ist, und man gewinnt Mufse, das was den Sonnenrand zunächst umgiebt, ohne diesen selbst wahrzunehmen. Die Finsternisse vom 7. Sept. 1820 und 15. Mai 183G haben einigen Astronomen diese Gelegenheit verschafft; die erste beobachtete van Swindcn und Greve in Amsterdam, die zweite Hessel in Königsberg und Fischer in Apenrade. Am instruktivsten ist die Beobachtung von Hessel (Astron. Nachr. 320.) geworden, der der Grenze der Ringbildung so nahe war, dafs während er auf der Sternwarte am nördlichen Ende der Stadt den Ring sich nicht schliefsen sah, ein andrer Beobachter in der Stadt selbst einen Augenblick den geschlofsenen Ring erblickte. Nach seiner Berechnung entfernte sich der zwischen den Hörnerspitzen der Sonne liegende Mondrand, zur Zeit der nächsten Conjunktion beider Weltkörper, nur 0",46 vom Sonnenrande. Etwa 25 Sekunden vor dieser Zeit sah Hessel , nahe am oberen Horne, einen Punkt, der zwar bei weitem nicht das helle Licht der Sonnenscheibe besafs, aber doch im Dämpfglase des Heliometers augenfällig genug war. Dieser Punkt ward lichtstärker, es entstanden noch andre Punkte, die sich bald darauf vereinigten und so einen hellen Hintergrund bildeten, auf welchem man den zwischen den Hörnerspitzen der Sonne liegenden Theil des Mondrandprofiles erblicken konnte. Die Thäler erschienen in hellerem Lichte als die Berge. Drei Mitbeobachter bemerkten dasselbe Phänomen, und allen schien die gröfste Deutlichkeit desselben nahe um die Zeit Stat* zu finden, zu welchen die nachherige Rechnung die nächste Conjunction ergab. — Etwa 15 Sekunden sah Hes. sei auf diese Weise den ganzen zwischen den Hörnern liegenden Mondrand, und einzelne Punkte desselben noch länger. Dafs dieses Licht, obgleich viel schwächer als das der Sonne, doch das Vollmondslicht noch vielmal übertreffen müsse, davon überzeugte er sich später durch einen direkten Versuch, indem er mit dem hierbei angewandten Fernrohre und Dämpfglase am 14. Sept. den Mond zu sehen versuchte. Es gelang weder am Tage, noch bis 23 Minuten nach Sonnenuntergänge; das erwähnte Licht aber war nicht nur am Tage, sondern sogar in unmittelbarer Nähe der noch zu -g- unbedeckt gebliebenen Sonne deutlich gesehen worden: und Hessel schliefst demnach, dafs es nicht durch gewöhnlich reflektirtes Sonnenlicht, noch viel weniger aber durch ein Dämmerungslicht auf dem Monde, erklärt werden könne, noch dafs irgend eine Art von Biegung der Sonnenstrahlen denkbar sei, durch welche mehr Licht auf die dunkle Seite des Mondes kommen könne als die der Sonne zugewandte unmittelbar empfängt; und er glaubt daher, dafs nichts übrig bliebe als die Annahme, dafs die Sonne selbst einen Umkreis von leuchtender Materie besitze, der vom Mondrande nicht verdeckt wurde, während dieser die Scheibe der Sonne selbst verdeckte. Dieser Umkreis, d. li. derjenige Theil desselben der hell genug ist, um unter den angeführten Umständen noch sichtbar zu sein, mufs eine sehr geringe Breite haben. Dieselbe Vermu- thung haben wir bei Gelegenheit der Mondfinsternis am 26. Dec. 1833 geäufsert (Astron. Nachr. 257.). Man mufs es in der That für ein grofses Glück erachten, dafs dieses so ungemein selten sichtbare Phänomen sich einem Beobachter wie Hessel darbieten mufste, um die Vermuthung zur Gewifsheit zu erheben. °) Berliner astron. Jahrbuch auf 1824, p. 180 ff. 149 Die in Amsterdam ringförmige Sonnenfinsternifs vom 7. Sept. 1S20 zeigte im Allgemeinen dasselbe Phänomen. Van Swinden glaubt zwar, seiner im Bd. I. der Schriften der Londoner Astronomical Society gegebenen Zeichnung und Beschreibung nach, den Lichtbogen zwischen den Hörnern der Sonne in einer stärkeren Krümmung als den Mondrand, gesehen zu haben; da aber diese Wahrnehmung, wie Bessel a. a. O. zeigt, nicht direkt gemacht, sondern nur aus der Vergleichung der Krümmung der Sonnenhörner mit der der Lichtlinie geschlossen werden kann und die Zeit viel zu kurz ist, um hierüber völlig sicher zu werden, auch Hr. Grcve, der dieselbe Finsternifs in Amsterdam beobachtete, von dieser abweichenden Krümmung nichts erwähnt, so scheint es nicht als ob eine wesentliche Verschiedenheit zwischen beiden Wahrnehmungen Statt gefunden oder eine andre Erklärung für die van Swindensche als für die JBesselsche Beobachtung aufgesucht werden müsse. Hr. Fischer in Apenrade sah dieselbe Lichterscheinung vor dem Anfänge der Ringbildung (deren nördlicher Grenze er sehr nahe war) an beiden Hörnerspitzen der Sonne, und ein paar Sekunden vor der Schliefsung und nach der Oeffnung des Ringes sah er sie den Mondrand ganz umgeben (Astr. Nachr. 311.). §• 104. Man hat den breiten leuchtenden Ring, über dessen Vorhandensein nach den obigen und andern guten Beobachtungen kein Zweifel Statt finden kann, durch eine Brechung in der Erdathmosphäre erklären wollen; was nach unsrer Meinung nicht genügen kann. Zur Zeit der Mitte der Finsternifs kann kein direkter Sonnenstrahl die Gegend der Alhmosphäre treffen, wo man das Phänomen sieht; sondern erst in 15 bis 20 Meilen Entfernung von derselben. Die Brechung in der Erdathmosphäre erklärt vollkommen das helle Dämmerlicht des Horizonts, aber keinesweges diesen Ring. Wir sind also genöthigt uns am Monde oder an der Sonne selbst nach einer Lösung umzusehen. Am nächsten freilich läge eine Brechung in der Mondluft. Aber ganz abgesehen von den gewichtigen Gründen, die dem Monde eine Athmosphäre von irgend erheblicher Brechbarkeit absprechen, so ist auch das Phänomen gar nicht von der Art, um dadurch erklärt werden zu können. Ulloa sah die Strahlen um einen ganzen Durchmesser vom Monde sich entfernen, Ferrer setzt den Ring 45' bis 50' breit. Was müfste das für eine Athmosphäre sein die noch in 5 bis 700 Meilen Entfernung von der Mondoberüäche in einem solchen Grade brechbar wäre? Auch wäre das wirkliche (und noch dazu plötzliche, auch mit der Vorausberechnung übereinstimmende) Verschwinden des Sonnenrandes unerklärlich, denn die Refraktion müfste vor allem die Sonne selbst scheinbar vergröfsern und die Schärfe ihres Randes vermindern; mit andern Worten: die Sonnenscheibe würde sich beim Vorrücken des Blondes allmählig in einen unbestimmt verwaschenen Rand auflüsen. Diese Annahme erklärt also nicht nur dasjenige keinesweges, was wirklich beobachtet worden, sondern sie fordert auch etwas, was Niemand gesehen hat. Wenn demnach hier weder die Erd- noch die Mondalhmosphäre uns helfen kann, so bleibt uns nur die Sonne selbst übrig, und der von allen Beobachtern bemerkte lebhafte Glanz, der ein nächtliches Dunkel gar nicht aufkommen läfst, ja sogar — nach Ulloa — die Sterne zweiter Grüfse die einen Augenblick sichtbar waren, wieder auslöscht, stimmt auch am besten mit einer Ursache, die in der Sonne selbst zu suchen ist. Wahrscheinlich ist diese von einer physischen Licht hülle bis zu einer grofsen Ferne umgeben, aber die einzige Gelegenheit, wo wir diese Lichthülle wahrnehmen können bieten diejenigen Slomente, wo weder direktes noch gebrochenes Licht von der Sonnensch eib e zu uns gelangen kann und gleichwohl die Gegend wo sie steht, sich über unserm Horizont befindet. Begreiflich ist dies nur möglich bei totalen Blondfinsternissen oder solchen, die ihnen nahe kommen, wohin die oben angeführten Beobachtungen über die die Hörner der Sonne verbindende Lichtlinie gehören, die hiernach den hellsten, sogar im Dämpfglase noch sichtbaren Theil der Lichthülle bildet. Vielleicht ist das Zodiakallicht nichts anders als eben diese Lichthülle, nur der ungleich gröfsern Entfernung vom Sonnenkörper wegen vielmal schwächer. Denn der Ring und seine Strahlen erstrecken sich etwa bis auf 200000 Bleilen von der Sonnenoberfläche an gerechnet; das Zodiakallicht aber müssen wir, wenn diese Erklärung die wahre sein soll, mindestens bis zur Marsbahn, also 150mal weiter, ausdehnen. Was den leuchtenden Punkt des Ulloa betrifft, so gestehen wir, ihn nicht erklären zu können. Durch eine Randvertiefung des Mondes kann wohl ein Punkt der Sonne einige Sekunden früher sichtbar werden als ein Stück des vollen Randes, aber diese Erscheinung soll Minuten gedauert und an Glanz zugenonunen haben*). *) Ulloa bemerkt übrigens wiederholt, dafs eine genaue Zeitbestimmung ihm nicht möglich gewesen, und dafs er auf dem schwankenden Schiffe mit einem in freier Hand gehaltenen Fernrohr habe beobachten müssen. 150 Vielleicht war es mehr eine eoncentrirte Lichtausströmung der Sonne, die freilich ebenfalls bei keiner andern Veranlassung wahrgenommen werden kann. Wir überlassen es der Zukunft, diese und andre Fragen zu erörtern. Anhang II. lieber das JErdenlicht im Monde . §. 105. Selbst dem unbewaffneten Auge erscheint, einige Tage vor oder nach dem Neumonde, der von der Sonne nicht erleuchtete Theil der Scheibe in einem matten, grauen, doch immer noch hinreichend vom dunkeln Himmelsraume sich unterscheidenden Lichte; und Ferngläser bestätigen diese Erscheinung nicht nur, sondern zeigen sie auch noch in den Quadraturen und selbst über diese hinaus. Einige Beobachter haben es noch 3 Tage nach dem ersten Viertel gesehen. Die gröfste Lebhaftigkeit desselben findet Statt, wenn der Mond erst wenige Tage alt, und gleichwohl in tiefer Dämmerung noch hoch genug über dem Horizonte steht um dieses Licht vom Himmelsgrunde noch unterscheiden zu können. Vier Tage vor und eben so lange nach dem Vollmonde gewahrt man diesen blassen Schimmer auch in lichtstarken Fernröhren nicht mehr. Da die Intensität dieses matten Lichtes einestheils von der Grüfse des unerleuchteten Theiles der Mondscheibe, andrerseits von der Dunkelheit unsrer Nacht abhängt, so folgt, dafs es (für die nördliche Erdhalbkugel) am besten sichtbar sein werde, wenn die nördliche Deklination des Mondes beträchtlich gröfser als die der Sonne, und zugleich der Mond wenig erleuchtet ist. Im März und September treffen diese Bedingungen am besten zusammen, obgleich sie sich für die tropischen Gegenden das ganze Jahr hindurch noch günstiger stellen. Es sei uns erlaubt hier einige der gelungensten unsrer Beobachtungen dieses Phänomens anzuführen. 1832 April 4. 7-| h — 8^ h . Alter des Mondes 87 Stunden. Aristarch erschien sehr deutlich wie ein blasser Stern. Nördlich bei ihm ein ähnlicher, doch ungewisser, sternförmiger Schimmer. Die Glanzgegend des Kepler deutlich, etwas weniger die des Copernicus. — Die Grenze des Berglandes östlich vom Plato gegen das Mare imbrium zu deutlich; längs des Mondrandes alles heller, nur in verschiedener Breite. Sinus Iridum und Mare humorum durch ihre Begrenzung erkennbar, eben so Grimald und Riccioli. Auch die grofsen vom Tycho zum Bulliald ziehenden Streifen sind sichtbar, nicht aber Tycho selbst. 1831 Mai 16. 94-—10 h . Alter des Mondes 44 Tag. Aristarch erscheint hinreichend stark und bestimmt um eine Messung versuchen zu können. St. Z. 13'- 20' AR. 4 R ,004 vom O. Rande 13 h 28' Deel. 1S R ,728 vom N. Rande (sehr schwierig). Aufserdem sind sichtbar: Hevel, Grimald, Schikard und einige andre nicht sicher bestimmbare Flecke, Spuren des Copernicus und Kepler, ein Streifen des Tycho durch den Bulliald gehend, das Mare humorum und mehrere Stellen der Begrenzung des Oceanus procellarum, der Sinus Iridum und Sinus Roris. 1832 Sept. 21. 15^ h — 16f h . 51 Stunden vor dem Neumonde. Es sind sichtbar in der Nachtseite: Das Mare Crisium gut begrenzt. Eine Spur des Posidonius. Deutlich unterscheidet man Menelaus, Plinius, das Promontorium Archerusia, den Rand des Haemus und Apennin, das Mare imbrium und frigoris. Der Nordwestrand des Mare Tranquillitatis ist vorzüglich scharf, überhaupt werden alle Maren, die in der Nordseite liegen, gesehen, ln Proclus Gegend ein undeutlicher Lichtschimmer. Um 17 h 12' noch deutliche Spuren des Erdenlichts 17 h 23' sind die Spuren verschwunden 17 h 47' Aufgang der Sonne. 1834 März 13. 7^ h . Alter des Mondes 79 Stunden. Das Dämmerlicht sehr lebhaft. Die Parthien am Nordrande des Mondes vorzüglich deutlich. Aristarch als neblichter Stern, ein nördlich neben ihm liegender matter Fleck und ein nach SO. ziehender kurzer Lichtstreif sichtbar. Spuren lichter Flecken im Mare humorum. Aus der Gegend des (nicht siehtharen) Tycho durchziehen vier Lichtstreifen die Nachtseite: der grofse westliche, ein nach Süd ziehender und zwei gegen Bulliald. Ueberhaupt bewirkt das Strahlensystem des Tycho einen schwachen Lichtschimmer, doch nicht so stark als die des Copernicus und Kepler. 151 Wenn der Mond der Sonne näher als 20 Grad steht, so ist von diesem Lichte gewöhnlich nichts mehr zu bemerken, da die den Mond umgebende Dämmerung unsers Horizonts alsdann zu stark glänzt und es schon schwer hält, die noch erleuchtete Sichel zu finden. Es ist häufig von den Grenzen die Rede gewesen innerhalb deren der Mond völlig unsichtbar ist. Für die Beobachtung mit blofsem Auge pflegt man im Durchschnitt 60 Stunden vor und eben so viel nach dem Neumonde anzunehmen; in tropischen Gegenden, wo der Mond beim Auf- und Untergange der Sonne häufig senkrecht über dieser gesehen wird, sind die Grenzen beträchtlich enger. Für das Fernrohr finden natürlich andre statt. Schröter führt eine Beobachtung an die er 29 Stunden vor dem Neumonde gemacht; noch näher zur Sonne hat er ihn nie wahrgenommen. Es hat daher vielleicht einiges Interesse aus unserrn Tagebuche nachstehende Beobachtung anzuführen. 1834 Oct. 1. 16 b 52'—17 h 52' (18 Stunden vor dem Neumonde). Um diese Zeit war: 2 AR = 180° 0' Deel. + 5° 0' 0AR= 188° 30' Deel. — 3° 20' so dafs der Mond 11 Grad von der Sonne und fast senkrecht über dieser stand. 16 h 52' Mondsichel zuerst wahrgenommen. 17 h 10' schon einiges Detail unterschieden, namentlich zwei Spitzen des Randgebirgs Dörfel. Von hier aus erstreckte sich ein Schimmer, der als zarte Linie noch sichtbar blieb wenn die Mondsichel aus dem Felde geschoben ward, etwa 6' im Bogen am dunkeln Rande fort. Sonst wurde keine Spur des Dämmerlichts gesehen. Zwischen 17 b 25' und 17 ]l 45' wurden Höhen des Randgebirges Leibnitz und Bailly s östliche Rand- liühen erkannt und (zur Vergleichung) gezeichnet. Der Mond verschwand, ohne dafs der Beobachter ihn aus dem Auge gelassen, im anbrechenden Tageslichte um 17 h 52' völlig, als er 8° 36' über dem Horizont stand. Der Sonnenaufgang lS b 3' der Neumond Oct. 2. ll h 55'. §. 106. Die einfachste und leichteste Erklärung dieser Erscheinung gewährt das den Mond bescheinende Erdenlicht, und es ist nie eine andre von den beobachtenden Astronomen angenommen worden. Alle Einzelheiten harmoniren vollkommen mit dieser Annahme. Das Licht wird matter, sobald der Erdenschein für den Mond merklich abnimmt, es verschwindet uns völlig, wenn die Erde dem Monde nur noch als Sichel erscheint. Es würde, wenn die helle Dämmerung in unsrer eignen Athmosphäre dies nicht verhinderte, desto lebhafter erscheinen je näher der Mond der Sonne steht; dieser Umstand bewirkt aber, dafs ein Maximum der Sichtbarkeit etwa 24 — 3 Tage vor und nach dem Neumonde Statt findet. Die sichtbaren Flecken erscheinen ganz in demselben gegenseitigen Helligkeitsverhältnifs, wie man sie vom Sonnenlicht beleuchtet, im Vollmonde erblickt. Da indefs zu Beobachtungen, die nahe am Horizont angestellt werden müssen, unsre Athmosphäre gewöhnlich nicht rein genug ist, so werden die oben angeführten Einzelheiten nur selten wahrgenommen werden, und daher mag es gekommen sein, dafs man hin und wieder von Vulkanen gesprochen hat, die man in der Nachtseite des Mondes brennen gesehen habe. Wir sind völlig überzeugt, so etwas nie wahrgenommen zu haben; von andern Astronomen erwähnen wir hier Ilerschcls oft angezogene Beobachtung*), der wie man aus seinen eignen Worten bei Vergleichung mit einer guten Karte unzweifelhaft erkennt, den Aristarch, Kepler und Copernieus eben so sah, wie Andre und wir selbst ihn mehrmals gesehen, ähnlich dem Schimmer einer „mattglimmenden Asche” und im Teleskop etwa so hell wie ein Stern vierter Gröfse im freien Auge. Er nennt diese Stellen allerdings „volcanos” aber nur, wie er ausdrücklich bevorwortet, weil er doch einen Ausdruck haben müsse um die Erscheinung zu bezeichnen, keinesweges um eine Erklärung zu geben. Was Schröter von „zufälligen Lichterscheinungen” anführt, reducirt sich bei näherer Betrachtung darauf, dafs es zu diesen Beobachtungen einer seltnen Vereinigung günstiger Umstände bedarf und dafs man sie immer nur kurze Zeit fortsetzen kann. Man wird nie damit fertig, alle Gegenden des Mondes im Erdenliehte genau zu durchmessen und ein andresmal kehrt das Phänomen unter ganz andern Umständen wieder. Es verdient hier verglichen zu werden, was Bode**), Oihers***) und Struve f) über diese sogenannten Mondsvulkane, auf Grund eigner sorgfältiger Beobachtungen, äufsern. Sie vereinigen sich alle in der Meinung, dafs die Veränderungen dieser Lichterscheinungen in den verschiednen Beleuchtungs- und Libralionsumständen *) Phil. Transact. for 1783. **) Abhandlung, gelesen in der Sitzung der Berl. Acadmie an* 3. Juli 1789} im Jahrbuch auf 1792. ***) Jahrbuch auf 1824 p. 228. t) Aslron. Nachrichten Bd. I. p. 138. 152 ihren Grund haben, und dafs ein brennender Vulkan gewifs nicht blos im sichtbaren Erdenlichte, sondern auch überhaupt, in-der Nachtseite unter allen Umständen, so. oft er nur. brenne, gesehen werden müsse.. Ja man kann hinzu fügen, er müfste nur um so lebhafter glänzen, je weniger vom Erdenlichte sichtbar, und je dunkler folglich seine Umgebung ist; denn ein eignes Licht gewinnt jederzeit durch die Abwesenheit eines fremden. Dagegen verdient eine andre, unsers Wissens zuerst von Schröter gemachte Bemerkung alle Aufmerksamkeit derjenigen Astronomen, denen ihre örtliche Lage Gelegenheit verschafft sie zu erhärten. Er glaubt nämlich wahrgenommen zu haben, dafs sich das Erdlicht lebhafter vor als nach dem Neumonde sehen lasse, und vermuthet, dafs dies in dem verschiednen Reflex des Sonnenlichts an der Erdkugel, je nachdem Oceane oder Continente getroffen werden, seinen Grund habe. Wenn (in Mitteleuropa) der Mond kurz vor dem Neumonde in den Morgenstunden am Osthimmel steht, so erhält er das Erdlicht hauptsächlich von den grofsen Plateauflächen Asiens und Afrika’s. Steht er aber nach dem Neumonde Abends im Westen, so hat er nur den weit schmaleren amerikanischen Continent, sonst aber Oceane der Erde vor sich und mufs von diesen weniger Licht empfangen. Möchten doch Beobachter in tropischen Gegenden, die das Erdenlicht in jeder Jahreszeit sowohl vor als nach dem Neumonde gut wahrnehmen können, besonders solche, für deren Standort der Gegensatz des oceanischen und continentalen noch entschiedner als bei uns hervortritt, also z. B. Canton und Paramatta, diesem Gegenstand ihre Aufmerksamkeit widmen, da es unter andern für die Kenntnifs der Oberflächen fremder Weltkörper von Wichtigkeit ist, Erfahrungen über die verhältnifsinäfsige Lichtstärke unsrer Oceane und Continente, aus grofsen Fernen gesehen, zu besitzen! Anhang III. lieber einige W« hm eh m urigen, welche eine Jtlon (hl Ihm osph«re anzu- deuten scheinen . §. 107. Es ist theoretisch und praktisch zur Genüge dargethan worden (§. S3.), dafs der Mond, wenn überhaupt eine. Alhmosphäre, nur eine höchst unbedeutende und mit der Erdathmospliäre in keiner Art vergleichbare haben kann, und die meisten derjenigen Wahrnehmungen, aus denen man auf eine solche geschlossen hat, lassen theils ganz andre und ungezwungnere Erklärungen zu, theils sind sie zu unsicher und zu wenig constatirt, oder auch aus innern Gründen verwerflich. Gleichwohl bleiben noch einige Erscheinungen übrig, die nicht in diese Kategorien gehören, und um so mehr Beachtung verdienen dürften als wir durch alles Bisherige doch keinesweges berechtigt sind, dem Monde absolut jede Umhüllung dieser Art abzusprechen. Zuerst rechnen wir hierher die Erfahrung, dafs zuweilen bei Sternbedeckungen eine Veränderung des Glanzes, der Farbe oder Form des Sternes, auch wohl ein geringes Verweilen am Mondrande, bemerkt worden ist. Mehrere Astronomen haben zwar dergleichen nie wahrgenommen, allein es ist in Betracht zu ziehen, dafs die strenge Wahrnehmung der Momente des Ein- und Austritts in der Regel nicht gestattet, die Aufmerksamkeit im letzten Augenblicke noch auf etwas anderes zu richten. Die nachfolgenden Beobachtungen verdanken wir einer brieflichen Mittheilung der Herrn v. Boguslawshy zu Breslau. „Am 2. April 1835 nahm 43 w Tauri vor seinem Eintritte (um 8 h 43' 15",59 St. Z.) am dunkeln Mondrand, wohl 2| Minute lang, eine länglichte auf den Mond senkrechte Gestalt an, und trat auch um 8 h 56' 12",37 am südlichen Horne länglicht wieder aus, war aber 8 11 56' 42" wieder völlig Punkt. „Eine ähnliche, wiewohl nicht ganz so auffallende Erscheinung hatte ich am 24. December 1835. Der Stern 71 r 2 Aquarii fing ungefähr eine Minute vor seinem Eintritte um 23 h 36' 25",42 Sternzeit an, etwas länglicht zu werden, und einen Moment vor dem Eintritt erblich die Spitze etwas; aber um 0 h 6' 3",S4 trat der Stern völlig als Punkt wieder aus.” Herr v. Boguslawshy wünscht, dafs besonders zu der Zeit, wenn der Mond noch wenig erleuchtet ist und ein Stern sehr lange am Blonde hinstreift, die Astronomen auf das Verhalten der Steine aufmerksam sein möchten. Bedeckungen dieser Art sind zu Längenbestimmungen wenig geeignet, sie sind daher häufig gar nicht beobachtet worden, könnten aber vielleicht eben deswegen in der Folge in physischer Beziehung Aufschlufs gewähren. Wir selbst haben nur selten Zeit gefunden, Sternbedeckungen zu beobachten, und bei den wenigen, die wir unter günstigen Umständen gesehen, bemerkten wir nichts Besonderes. Nur am 25. April 1836 bei der Bedeckung von 30 t\ Leonis schien der Stern kurz vor dem Eintritt etwas röthlicher zu werden und an Glanz zu 153 zu verlieren (doch jedenfalls nur wenig) als er aber nach 35 Minuten am hellen nördlichen Rande wieder aus- Irat, war nichts der Art zu bemerken. Sogar vor dem Mondrande, auf der Scheibe selbst, versichert Schröter einige Sekunden lang den Aldebaran gesehen zu haben (Th. II. §. 1064.). Aus einer solchen Erscheinung läfst sich gewifs nichts anders schlie- fsen, als dafs das Fernrohr eine Irradiation von wahrnehmbarer Ausdehnung bewirkt habe; den Schlufs auf eine Mondluft macht übrigens auch Schröter selbst keinesweges. Dafs sämmtliche Verschiedenheiten der Lichtreflexe die der Vollmond uns zeigt, nahe an der Lichtgrenze verschwinden und dafs mit Ausnahme der unter einem starkem Winkel erleuchteten Bergseiten, alles Uebrige ein mattes Grau zeigt, ist eine bekannte Erfahrung, die aber für eine Atmosphäre nichts beweisen kann da ohne eine solche dasselbe erfolgen miifste. Zuweilen haben wir jedoch eine wahre, obwohl schwache, Aenderung der Farbe selbst wahrgenommen, wenn ein Ringgebirg beleuchtet zu werden anling, während rings umher noch Nacht war, nämlich einen bläulichen Schimmer, der jedoch sehr bald in ein mattes und hiernächst in ein stärkeres Gelb überging. So erschienen uns am 26. März 1833 zwei Tage vor der ersten Quadratur die Ringgebirge Plimus A, Arago und Sabine, durch welche die Lichtgrenze lief, schön blafsblau; auch der Schatten der westlich vorliegenden Bergadern warf einen zwar deutlich schwarzgrauen, aber etwas bläulich schimmernden Schatten bis an die Lichtgrenze, doch ist der letztere Umstand im Tagebuche als zweifelhaft bemerkt. Die übrigen in ähnlicher Lage befindlichen Ringgebirge zeigten nichts von dieser Färbung, die überhaupt nirgend als in dieser Mondgegend wahrzunehmen war. Um 74- Uhr ward das Phänomen zuerst bemerkt; um 84 war es nicht mehr sicher und um 9 h völlig verschwunden. Eine ähnliche Beobachtung machte 31. auf dem Vorgebirge Arcona mit einem schwächeren 34- füfsigen Fernrohr am 23. Juli 1833, wo Arislillus, Autolyeus und der Westrand des Archimedes in einem ähnlichen Blafsblau erschienen, aber weder der benachbarte Apennin noch irgend ein andres in der Lichtgrenze liegendes Mondgebilde dergleichen wahrnehmen liefe. §. 108. Alles scheint darauf hinauszugehen, dafs ein völliger Mangel der Alhmosphäre nicht anzunehmen, dafs sie aber nach Qualität und Quantität viel zu gering sei, um sich in gewöhnlichen Fällen durch Refraktion oder Schwächung der Objekte bemerklich zu machen; einmal weil der Mond überhaupt seiner geringen Masse wegen nicht viel von einer Gasumhüllung festzuhalten im Stande ist, und zweitens weil bei der von der unsrigen ganz verschiedenen Constituirung seiner Oberfläche die Ausdünstung nur höchst gering sein kann. Es ist möglich, dafs diese schwache Alhmosphäre sich zuweilen durch locale Ursachen einigermafsen trübt oder verdichtet; und man kann als sehr wahrscheinlich annehmen, dafs sich solche Veranlassungen häufiger in der Nacht des Mondes zeigen werden, woraus es sich erklären dürfte, dafs die bemerkten Erscheinungen sich nur beim Aufgange der Sonne über einer Mondlandschaft, so wie bei Eintritten am dunkeln Rande, gezeigt haben. Eine solche beziehungsweise Verdichtung und Trübung kann immerhin einige Zeit hindurch rein local bleiben da die Spannkraft dieser Luft ebenfalls nur höchst gering sein inufs, und die den kesselartig eingetieften Flächen zunächst aufliegende Luftschicht ohnehin durch die hohen Gebirge abgehalten wird, sich schnell mit der übrigen Alhmosphäre ins Gleichgewicht zu setzen. Weiter zu gehen und die Dichtigkeit dieser Umhüllung auch nur annähernd bestimmen zu wollen, ist entweder überhaupt unmöglich oder nur der späten Zukunft Vorbehalten. Die aus Sessel’s Untersuchungen hervorgehende Zahl ist ein Maximum, was bei gewissen kaum mehr möglichen Annahmen Statt finden würde, und die mittlere Dichtigkeit der Mondluft ist also gewifs noch geringer. Wir dürfen überhaupt als sehr wahrscheinlich annchmen, dafs eben so wie die verschiednen Klassen der Wcltkörper (Sonnen, Planeten, Monde, Kometen) sich in allen ihren Beziehungen wesentlich unterscheiden und fast nur dasjenige mit einander gemein haben, was nothwendige Folge des Gravitationsgesetzes ist; so auch ihre gasartigen Umhüllungen keinesweges blos qualitativ, sondern hauptsächlich ihren chemischen Bestandteilen und Verhältnissen nach unterschieden sein werden. 20 154 Anhang IT. MJeber den Wmflufs des Mondes auf die Witterung . Von JT. IT. Mädler. §. 109. Bis vor einem halben Jahrhundert gab es vielleicht keinen einzigen Pnnkt in der ganzen Physik, über den man so lange und häufig gestritten hatte und der doch so wenig wissenschaftlich untersucht war, als dieser Einflufs des Mondes. Während die Vertheidiger desselben, auf den Grund vager und oberflächlicher Wahrnehmungen, höchst detaillirte Regeln aufstellten und für jede Phase und Knotenlage des Mondes einen bestimmten Einflufs annahmen, glaubten die Gegner berechtigt zu sein, die ganze Sache als einen Ueberrest astrologischer Träumereien, als einen Volksaberglauben zu verlachen und keiner gründlichen Untersuchung für werth zu halten. Kann man nun gleich auch in den neuesten Zeiten zu beiderlei Verfahrungsweisen Beispiele genug antreffen, so hat es doch auch nicht an Solchen gefehlt, welche die Frage ernster aufgefafst, und erkannt haben, dafs ein dreistes Behaupten eben so wenig als ein vornehm ignorirendes Absprechen zur Wahrheit führen könne, und dafs man mindestens versuchen müsse, durch gründliche Forschung entweder eine Entscheidung, oder doch die Ueber- zeugung, dafs eine solche überhaupt nicht möglich sei, zu gewinnen. Auf theoretischem Wege ist man bis jetzt noch zu keinem, oder wenn man will, zu einem negativen Resultate gekommen. Bouvard hat (Meinoires de l’Academie royale des Sciences, T. VII. p. 267.) berechnet, welche Grüfse die durch die Anziehung des Mondes auf das Luftmeer bewirkte athmosphärische Fluth, durch die Barometerhöhe eines gewissen Orts ausgedrückt, haben müsse, und findet ein gänzlich unbedeutendes und für die direkte Beobachtung verschwindendes Minimum, so dafs aus der Anziehung, wie auch Arago zugiebt, der behauptete Einflufs des Mondes auf die Witterung nicht erklärt werden kann. Aufser der Anziehung aber kennen wir nur noch Erleuchtung und Erwärmung als Wirkungen der Weltkörper auf einander, und beide sind beim Monde, im Vergleich zur Sonne, so überaus gering dafs gleichfalls keine Hoffnung bleibt, von dieser Seite eine irgend wahrnehmbare Wirkung auf die Witterung theoretisch nachzuweisen. Das Licht des Vollmondes würde, auch wenn er uns alles von der Sonne empfangene Licht zurückschickte, doch noch 90000 mal schwächer sein als das der Sonne, von einer direkten Erwärmung, durch die Mondstrahlen hat man selbst im Fokus grofser Brennspiegel nichts wahrgenommen, was auch, wenn anders die Erleuchtung einigermafsen der Erwärmung proportional ist, nie möglich sein wird. Man mufs also wenigstens gestehen, dafs aus den bis jetzt bekannten Beziehungen der Weltkörper zu einander nichts zu Gunsten eines solchen Einflusses folge. §. 110 . Demnach bleibt uns nichts übrig, als auf praktischem Wege aus den meteorologischen Beobachtungen diesen Einflufs, wenn er Statt findet, nachzuweisen, seine Gesetze empirisch zu ermitteln und ihre Erklärung der Zukunft zu überlassen, die uns vielleicht noch andre kosmische Beziehungen als heutzutage konstatirt sind, kennen lehren wird. Und da wir kein Mittel haben empirisch zu bestimineu, welche Witterung Statt finden würde wenn die Erde keinen Mond hätte, so bleibt uns nur übrig die Differenzen seiner Einwirkung zu ermitteln. Diese Differenzen aber können möglicherweise ihren Grund haben a) in der verschiednen Entfernung des Mondes von der Erde; ß) in der verschiednen Höhe desselben über dem Horizont; y) in seiner Stellung zur Sonne, wovon Erleuchtung und Meridiandurchgang abhängen. Man hat also den Einflufs des Mondes zu untersuchen in Beziehung auf die Apsiden, die Declinatio- nen und die Phasen. Da es nun aber evident ist, dafs höchstens von einer Mitwirkung des Mondes auf Witterung die Rede sein kann, und dafs, abgesehen von dem stärkeren Einflüsse der Sonne, noch viele andre Ursachen, die uns gröfs- tentheils noch ganz unbekannt sein mögen, auf die Witterung eines gegebenen Ortes einwirken, so mufs man eine so lange Reihe von Beobachtungen anwenden, dafs man hoffen darf, die Regel klar und vom Zufalle gesondert hervortreten zu sehen. Da ferner im Voraus vennutliet werden kann, dafs dieser Miteinflufs des Mondes im Ganzen nur gering sei, so mufs man genaue und zuverlässige Wahrnehmungen zu Grunde legen, um der aus ihnen abzuleitenden Resultate bis auf sehr kleine Differenzen versichert sein zu können. 155 Beobachtungen einiger Jahre dürften daher, besonders außerhalb der Tropen, dae Frage nicht entscheiden; lange Reihen, etwa von 50 oder 100 Jahren, sind nur an sehr wenigen Orten Vorhemden und können überdies, wegen Mangelhaftigkeit der frühem Instrumente und der Beobachtungsweise (namentlich des Barometers) hier nicht in Anwendung kommen. Aus diesem Grunde wird man dem, was ich im Folgenden theils nach eignen Beobachtungen und Untersuchungen, theils nach den von andern gewonnenen Ergebnissen, über diesen Einflufs anführen werde, keinen bleibenden, absolut entscheidenden Werth zugestehen können. Ich werde mich übrigens nur auf die Untersuchung der reinen Witterungseinflüsse beschränken; was den Einflufs auf die Pflanzen- und Thierwelt, auf Krankheitserscheinungen u. dgl. betrifft, so überlasse ich diese Untersuchung Männern vom Fache, da mir die erforderlichen landwirtschaftlichen und medizinischen Kenntnisse abgehen. §. 111 . Mehrere ältere Arbeiten über diesen Gegenstand glaube ich übergehen zu können, da theils das ihnen zu Gebot stehende Material, theils die Art wie die Untersuchung geführt ward, den notwendigen Erfordernissen, wie sie oben angedeutet, zu wenig entsprechen. Gründlicher behandelte diesen Gegenstand Schiibler (Untersuchungen über den Einflufs des Mondes auf die Veränderungen in unsrer Atmosphäre, Leipz. 1830) welcher nach einem 2Sjährigen Durchschnitt auf folgende Resultate kam: 1. Einflufs der Phasen des Mondes auf die Regenmenge. Unter 1000 Regentagen fallen vom Neumond bis zum 1. Octanten 122,1 vom 1. Octanten bis zum 1. Viertel 126,1 vom 1. Viertel bis zum 2. Octanten 135,2 vom 2. Octanten bis zum Vollmond 135,4 vom Vollmond bis zum 3. Octanten 120,7 vom 3. Octanten bis zum letzten Viertel 116,7 vom letzten Viertel bis zum 4. Octanten 114,1 vom 4. Octanten bis zum Neumond 120,7. Behandelt man diese Zahlen als periodische Funktion nach der Methode der kleinsten Quadrate, so findet sich Maximum des Regens am Ilten Tage des Mondes (genauer 10,52) .... = 135,0 Minimum des Regens am 25ten Tage des Mondes (genauer 25,29) . . . . = 115,0. Es verhält sich hiernach der Regen am 25. Tage des Mondalters zu dem am 11. Tage wie 23:27. Die Zu- und Abnahme der obigen Zahlen ist sehr regelmäfsig, die angewandte Formel läfst keinen Fehler der 4,0 überstiege, zurück und das Verhältnifs im Allgemeinen ist daher wohl, für Süddeulschland wenigstens, wo die Beobachtungen angestellt sind, aufser Zweifel; nur die Zahl wer the dürften durch fortgesetzte Beobachtungen noch einige Modifikation erleiden. Die Unterschiede werden, nach Schiibler, in der wärmern Jahreszeit gröfser und zugleich regelmäfsiger* in den 6 källern Monaten fällt das Maximum 9 Tage nach dem Neumonde, das Minimum aber auf den Tag des letzten Viertels. Im Sommersolstitio fällt das Maximum des Regens auf den Vollmond selbst, im Wintersolstitio dagegen auf das erste Viertel. Ganz analog zeigt sich der Einflufs der Mondphasen auf die Heiterkeit und Trübheit; das Maximum der heitern Tage fällt mit dem Minimo des Regens zusammen, und umgekehrt. Schiibler untersuchte ferner den Einflufs der Apsiden und fand, dafs in den 7 Tagen, in deren Mitte das Apogäum fällt, weniger Regen falle als in den 7, die das Perigäum einschliefsen, das Verhältnifs ist 1096: 1169. Deutlicher zeigt sich der Einflufs wenn man das Maximum und Minimum selbst sucht; ersteres fällt auf den Tag der Erdnähe, letzteres 2 Tage nach der Erdferne, und das Verhältnifs ist alsdann 100:118,9, fast genau wie das obige auf die Phasen sich beziehende. Auch hier ist im Sommer der Unterschied stärker (100 : 126) als im Winter. Die Neigung zu Niederschlägen ist am gröfsten, wenn der 2te Octant und die Erdnähe zusammenfallen - am geringsten, wenn die Erdferne auf das letzte Viertel trifft; das Verhältnifs der Wahrscheinlichkeit des Regens an diesen beiden extremen Tagen findet Schiibler — 153,6 : 100. Wenn die Syzygien mit den Mondsknoten zusammenfallen, also in den Monaten wo sich Sonnen- und Mondfinsternisse ereignen, ist die Zahl der Regentage gröfser als gewöhnlich, und zugleich treten Maximum und Minimum weiter auseinander, so dafs sie sich wie 100 : 141,7 verhalten. 20 156 Die Hauptresultale stellt Schübler in folgender Art übersichtlich zusammen. Wondspunlitc. (/> v f s 1 e; j 3 1. Oclant 2 . . . 2. Octant O. • • 3. Octant (L • 4. Octant Prozente der Wahrscheinlichkeit des Ilegens. . 42,8 . 43,1 . 44,1 . 47,5 ; " . 46,4 . 44,6 . 3S,7 . 38,3 dl s >i CT - 1 e p OQ Apogäum (A).42,4 1 Tag später (A -f-1) . . 40,4 2 Tage später (A -f- 2) . . 39,6 Perigäum (P).48,6 1 Tag später (P -J- 1) . . 47,4 Grölste südliche Declination . 42,6 Aufsleigen durch den Aeq. . 43,2 Nördliche gröfsle Declination 41,1 Absteigen durch den Aeq. . 40,4 W ti Q, (und ö) .... . 44,9 o Grüfste Breite (-J-B), . 40,6 DP. . 57,1 2. Oct. P. . 57,3 OP. . 44,1 3.N P'T'oa • P. . 43,1 s 1 S 3 d A. . 37,3 336,782 786) 747) 819 336,782 781) 689) 720/336,718 744) 743) 725 > 336,714 676) 3. Einflufs der versehiednen Entfernung. 2 T. vorher 1 - Apogäum 1 T. nachher 2 - 2 T. vorher 1 - Perigäum 1 T. nachher 2 - 336'",749) 736 / 738/336,728 703» 712/ 336,662) 683/ 686/336,672 6604 672 ) Das Minimum fällt in der ersten Tabelle auf den 2. Tag nach dem Vollmonde, 3 Tage vorher hat aber das Barometer schon fast eben so tief gestanden; das Maximum auf den Neumond; beides nahe wie in Berlin. Der Unterschied beträgt zwar nur 0"',194, allein diese so geringe Quantität läfst sich besser verbürgen als die für Berlin gefundene, denn die Unsicherheit ist kaum = 0"',06. Bei unmittelbarer Anwendung der Originalbeobachtungen wäre die Unsicherheit fast dreimal so grofs geworden und es ist zu bezweifeln, dafs ohne Anbringung der vorerwähnten Correctionen der Phasen-Einflufs überhaupt erkannt worden wäre, — Man hat häufig den Ein- 168 Wurf wiederholt, dafs ein solcher Einflufs, wenn er Statt fände, sich unter den Tropen am stärksten zeigen müsse, während man dort bisher noch nichts davon wahrgenommen. Es scheint mir hierbei ein Mifsverständnii's zum Grunde zu liegen. Wir können die Gröfse eines solchen Einflusses gar nicht direkt bestimman, sondern nur die Differenzen desselben; ähnlich wie uns Sommer und Winter nur die Differenz der Erwärmung durch die Sonne, nicht ihre absolute Quantität (welche zu bestimmen wir die Temperatur einer von keiner Sonne erleuchteten Erdoberfläche erforschen müfsten) kennen lehren. Es folgt aber keinesweges, dafs da wo irgend eine veränderliche Wirkung in ihrem Maximo ist, auch ihre Differenzen sich am auffallendsten zeigen müfsten, vielmehr ist nach aller Analogie das Gegentheil viel wahrscheinlicher. Für die Declinationen einen noch stärkeren Unterschied als für die Phasen zu finden hatte ich nicht erwartet, da der Sinus der Zenithdistanz des Mondes unter dem 5ten Breitengrade sich nur wenig ändern kann. Gleichwohl ist die Quantität so grofs (0 ,// ,2S9) und der Gang der Resultate im Ganzen so regelmäfsig dafs kein Zweifel mehr zulässig scheint. Das Minimum fällt auf den Tag der grüfsten nördlichen Abweichung, das Maximum 2—3 Tage nach dem absteigenden Knoten. Zwischen beiden Tagen war, bei 50 Umläufen, das Barometer 38 mal gestiegen und 12 mal gefallen. Die Differenzen für den verschiednen Abstand des Mondes erscheinen dagegen hier so geringfügig (obwohl dem Sinne nach übereinstimmend mit den in höliern Breiten gefundenen) dafs sie ganz zweifelhaft bleiben. Die Sache verdient jedenfalls eine weitere Untersuchung, da es doch immer auffallend bleibt, dafs sowohl die 5 Tage beim Apogäo als die beim Perigäo unter einander so äufserst nahe stimmen (nur 0 ,,/ ,014 und 0 ,,/ ,025 als stärkste Abweichungen vom Mittel) während die Mittel selbst um 0"',056 und die symmetrisch liegenden Extreme (2 Tage vor der gröfsten und kleinsten Entfernung) um 0 ;,, ,087 differiren. Eine etwa 4 mal so lange Reihe von Beobachtungen, mit gleicher Sorgfalt angestellt, würde die Frage wahrscheinlich entscheiden können. §• 118. Nach dem Bisherigen ist man mm berechtigt, die folgenden Sätze als Resultate der Erfahrung aufzustellen: 1. Der Mond ist nicht ohne allen Einflufs auf die klimatischen Verhältnisse des Erdkörpers, allein dieser Einflufs erscheint überall nur als ein geringer und untergeordneter in Vergleichung sowohl zu dem der Sonne, als auch zu den übrigen von noch unerforschten Ursachen herrührenden Veränderungen der Witterung. 2. Dieser Einflufs manifestirt sich in den Veränderungen des athmosphärischen Druckes (des Barometers) so dafs zu gewissen Phasenzeiten das Barometer constant höher steht als in andern, so wie zur Zeit der Erdferne des Mondes höher als während seiner Erdnähe. 3. Er zeigt sich ferner in den Veränderungen der Luftwärme, dergestalt dafs während der Erdferne des Mondes das Thermometer im Mittel höher steht als zur Zeit der Erdnähe, wie denn auch die Phasen des Mondes einen Einflufs auf die Luftwärme äufsern. 4. Endlich erkennt man den Einflufs der erwähnten Punkte der Mondsbahn auch in der ungleichen Ver- tlieilung des Regens, so wie der Heiterkeit der Athmosphäre. 5. Ein Einflufs der Declination des Mondes läfst sich in der Art nachweisen, dafs Jahrgänge, in denen der Mond die Maxima seiner nördlichen und südlichen Declination erreicht, im Durchschnitt eine günstigere und namentlich dem Weinbau vortheilhaftere Witterung haben, als solche, wo er sich weniger vom Aequator entfernt. G. Die allgemeinen Gesetze der Schwere sind unzureichend, diese Einwirkungen sowohl qualitativ als quantitativ zu erklären, und eben so wenig reichen die uns theoretisch bekannten Eigenschaften des Mondlichts zur Darstellung dieser Veränderungen aus; demnach scheint nur die Annahme übrig zu bleiben, dafs es eine dritte uns noch unbekannte Art gebe, wie Weltkörper auf einander wirken. 7. Die bisherigen Untersuchungen reichen noch nicht hin, numerisch bestimmte Formeln und Gesetze für diese Einwirkungen festzustellen, und es ist deshalb nöthig noch eine lange Zeit hindurch genaue Beobachtungen fortzuselzen und zu berechnen, Historische Historische Ucbcrsicht der Selenographie. §. 119 . Von der ersten tlos sinnlichen Wahrnehmung unseres Nebenplaneten bis zu dem grofsen Weisen, der uns die innersten Geheimnisse der Schöpfung durch seine allgewaltige Analysis aufschlofs und das Dunkel, was die so höchst verwickelte Mondsbewegung Jahrtausende lang umhüllt halte, glänzend erhellte, ging das Menschengeschlecht viele Stufen zur Wahrheit auf- — und abwärts; und eine ganz einfache historische Darlegung der von den frühesten Zeiten bis jetzt, in den allmählig fortschreitenden Entwickelungsperioden stattfindenden Kenntnifs dieses Weltkörpers, der uns nächst der Sonne in so vielen Beziehungen vorzugsweise vor allen übrigen angeht, und auf uns ein wirkt, dürfte, wenn gleich viel weniger mannichfaltig als die Geschichte des gesammten astronomischen Wissens, doch nicht ganz ohne Interesse sein. Wir müssen hier die allgemeine Bemerkung voranschicken, dafs der Mensch, je näher dem Naturzustände, um so geneigter sei, bei der Ausbildung cosmogenetischer Begriffe, lediglich den erhaltenen sinnlichen Eindrücken zu folgen und die auf sein Ich sich beziehende Umgebung in die Mitte des Weltalls zu setzen. Diese, der Unwissenheit wie dein Egoismus gleich sehr zusagende Idee, findet sich bei den Urvölkern der Polarzone nicht minder als bei denen unter dem Wendekreise. So glauben die Bewohner isolirter Inselgruppen der Südsee, die Erde sei überall mit Wasser bedeckt und ein Gott habe beim Angeln ihre Inselgruppe aus den ewigen Fluthcn gezogen; so hielten die Inder weil sie am Fufse eines Gebirgzuges ein vom Meere umspültes Territorium bewohnen, den Planeten für eine gigantische Lotosblume, deren Fruchtknoten das Tibetische Hochland, und deren Blätter Vorder- und Hinter-Indien, so wie noch einige andre ihnen bekannte Länder waren, und den früheren Griechen als Bewohner gebirgsumkränzter Ufer eines weiten Binnenmeeres erschien die Erde als eine grofse Vertiefung in deren Mitte alles Wasser zusammengeströmt sei. Konnten doch noch nach Jahrtausenden fortschreitender Cul- tur, sehr erleuchtete Köpfe sich von der kleinlichen Idee nicht trennen, das von uns bewohnte Pünktchen für das Centrum des Universums zu hallen. Wiewohl schon im frühen Alterlhume einzelne Weisen viel richtigere Vorstellungen über die cosmischen Verhältnisse der Erde hatten, so wurden ihre Theorien doch oft von solchen unterdrückt, welche mit Geist und Scharfsinn ersonnen, trotz ihrer Unhaltbarkeit deshalb mehr Eingang fanden weil sie die durch die Anschauung sich ergebenden Phänomene als objektiv richtige Thatsachen zum Grunde legend, den Sinnen mehr zusagten. Diese gestatteten es weit eher die complicirleste Curve für den Lauf der Planeten anzunehmen, als eine so reifsend schnelle Doppelbewegung der Erde, wie die der Translation und Rotation. Diese Idee die Erde für den Centralpunkt der Bewegungen aller himmlischen Körper zu halten, war nur für einen einzigen von allen richtig; für unsern Mond. Dagegen verursachte in den frühesten Zeiten sein grofser scheinbarer Durchmesser wieder einen starken Fehlgriff rücksichtlich der Rangordnung den man ihm in der Schöpfung anwies, denn selbst in der Genesis wird er näclist der Sonne als das Hauptsächliche am Firmament betrachtet und der Sterne nur nebenher erwähnt. §. 120. r , Spuren der Astronomie finden wir bei den ältesten Völkern, wenn man das einfache Beobachten des gestirnten Himmels und des periodischen Laufs der merkwürdigsten Gestirne so nennen will. Jedes dieser Völker schreibt sich selbst in der Person seines Stammvaters oder eines besonders verehrten Weisen, die Erfindung oder den Ursprung der Sternkunde zu. Die Allantier dem Uranus und Atlas, die Chineser dem Fohl, die Perser dem Zoroaster und Belus u. s. w. Doch ist ein verbindungsloses Sammeln der auffallendsten Himmelserscheinungen wie es bei diesen Völkern Statt fand, noch.keine Wissenschaft,, und will man nur eine systematische Vefc einigung der Thatsachen als deren Grundlage betrachten, so scheint es gewifs dafs wir erst bei den Griechen und zwar nicht früher als in der Alexandrinischen Schule den Ursprung einer wahren Wissenschaft suchen dürfen. Denn bis dahin benutzten die Griechen eigentlich nur die ihnen von den Chaldäern überkommenen Erfahrungen, Einiges daran verbessernd, Manches auch wohl verschlechternd. , ji ; . 22 170 Die auffallendste Erscheinung am Himmel war gewifs auch die älteste astronomische Entdeckung, nämlich die eigne Bewegung des Mondes, welche schon von einer Nacht zur andern ziemlicli merklich ist; eben so die Veränderung seiner Lichtgestalt. Da man diese letztere ganz abhängig von seinem Stande gegen die Sonne fand, so gerieth man leicht auf die Vermuthung dafs er sein Licht von dieser erhalte, und die Sichelgestalt seiner Phasen führte auch bald auf die Vorstellung von seiner Kugelform. Docli blieben selbst diese einfachen cosmischen Wahrheiten so wenig als andre weit tiefer liegende, von grofsen Genies unter den griechischen Philosophen ausgesprochene, unangefochten; und es vergingen Jahrtausende, ehe es dazu kam dafs das Wissen des einen Gelehrten den Fortschritten seines Nachfolgers zur sichern Grundlage diente. §. 121 . Das Bedürfnis des gemeinen Lebens, ein Zeitmafs zu besitzen, führte zuerst darauf den Mondslauf genauer zu beobachten. Die einfachste Art die Zeit zu messen wäre ohnstreitig die welche sich nur auf die Sonnenumläufe um die Erde bezieht, allein den Völkern im ursprünglichen Zustande bieten die Mondphasen eine ihrer Unwissenheit zusagende Zeiteintheilung dar, so dafs diese allgemein angenommen wurde. Noch früher hat man vielleicht nur die tägliche Umdrehung der Erde um ihre Axe dazu benutzt, denn noch zu Alexanders Zeiten zeichneten die Chaldäer jeden Sonnenaufgang auf einen Ziegelstein, und deuteten die Zahl der Sonnen durch die Anzahl der Ziegelsteine an. Bald mochte aber wohl diese beschwerliche Zeiteintheilung nicht mehr genügen, und man nahm die Zeit in der der Mond sich um den ganzen Himmel bewegt zur Einheit, wobei die auffallendsten Phasen, als erstes Viertel, Vollmond u. s. w., welche immer nahe 7 Tage auseinander sind, die Eintheilung in Wochen gaben. Nach der Wiederkehr dieser Phasen ordneten die alten Völker ihre Feste und Spiele. Für Nomaden war dies hinreichend, aber der von den Jahrszeiten abhängige Ackerbau zwang die ihn Betreibenden auch den Sonnenlauf in Betracht zu ziehen. Dennoch verzichtete man nicht auf den einmal eingeführten Gebrauch, die Zeit durch Mondumläufe zu messen. Man suchte zunächst die Zahl derselben welche während eines scheinbaren Umlaufs der Sonne um die Erde Statt findet, und so entstand das Mondenjahr von 354 Tagen, welches noch jetzt bei den Türken im Gebrauch ist. Man konnte und wollte also, ungeachtet der Einführung eines auf die Sonne bezogenen Zeitmafses, der Unterabtheilungen von Tagen, Wochen und Monaten nicht entbehren. Nun enthält das Jahr 365,24219 Tage, und 12,36805 Monate, d. h. Mondsumläufe. Da man aber keine Brüche in die Zeitrechnung einführen wollte so suchte man nach einer Zahl von Sonnenumläufen innerhalb welcher diese Brüche von Monaten einen oder mehrere Ganze bilden. Wenn also zu Anfang einer solchen Periode die Sonne sich bei einem bestimmten Stern am Himmel befunden, und hier der Neumond Statt gehabt, so mufste zu Ende derselben die Sonne und der Mond als Neumond wieder bei demselben Sterne sein. Um aber diese Perioden mit Genauigkeit zu bestimmen ist immer ein sehr langer Zeitraum erforderlich, weshalb wir bei den alten Völkern Perioden von sehr verschiedner Dauer finden. Sonnen- und Mondfinsternisse waren anfangs mehr Gegenstände des Entsetzens und der abergläubigen Furcht als der ruhigen Forschung; und es scheint, dafs die Chaldäer die ersten waren welche ihre natürlichen Ursachen zu erforschen suchten. Leichter fanden sich diese für die Sonnen- als für die Mondfinsternisse. Man wufste dafs erstere nur beim Neumonde eintraten: dies mufste bald die Vorstellung von einem Vortreten des Mondes erwecken. Aber für die Mondfinsternisse glaubte man anfangs einen eignen Körper annehmen zu müssen, der bisweilen unter dem Monde weglaufe und diesen verdecke. §. 122 . Das älteste aller Völker, welches uns brauchbare astronomische Beobachtungen überliefert hat sind die Chinesen. Was insbesondere den Mond betrifft, so haben sie schon über 2000 Jahr vor unserer Zeitrechnung dessen Verfinsterungen bestimmt, so wie während der Dauer derselben seine Stellung in Bezug auf die Sterne beobachtet. Auch war ihr Jahr ein Mondenjahr, welches sie durch eine Periode von 19 Sonnenjahren auf 235 Lu- nationen mit diesem in Uebereinstimmung brachten. Unter der Regierung des Kaisers Tscheou Kong, 2169 J. v. Chr. ereignete sich eine Finsternifs, deren ihre Geschichtsbücher erwähnen, und welche überhaupt die älteste durch ein historisches Dokument angeführte ist. Zum Unglück für die chinesischen Astronomen hatten sie diese Mondfinstemifs nicht vorhergesagt, oder doch auf’ einen ganz anderen Zeitpunkt bestimmt, und wurden deshalb sämmtlich hingerichtet. Durch das Verbrennen der chinesischen Bücher unter dem Kaiser Schi Iloangti im J. 213. v. Chr., verlieren wir leider die Spur der alten Berechnungsmethode und viele anderen interessanten Beobachtungen. *91 §. 123. Die rücksichtlich ihres Alters nächstfolgenden finden wir bei den Chaldäern, die uns durch Ptolemäus erhalten worden sind, nämlich die Beobachtungen dreier Mondfinsternisse zu Babylon in den Jahren 719 bis 720 v. Chr. Wahrscheinlich konnten weder er noch Hipparch ältere finden, die zur Bestimmung der Mondsbewegung hinreichend genau waren, sonst würden sie sich deren bedient haben, da der mögliche Fehler kleiner wird je weiter die Beobachtungen auseinander liegen. Die Chaldäer konnten nur durch eine lange Reihe von Beobachtungen die Periode von 65854- Tagen entdecken, während welcher der Mond 223 Umläufe in Bezug auf die Sonne, 239 anomalistische und 241 in Bezug auf seine Knoten macht. Sie fügten T -f T des Kreises hinzu um die siderische Bewegung der Sonne in diesem Zeitraum zu haben, d. h. der Mond mul'ste ein solches Stück seiner Bahn noch durchlaufen, um mit der Sonne, welche während dieser Periode vermöge der Präcession der Nachtgleichen ihren Ort verändert hatte, bei demselben Sterne von wo aus die Periode angegangen war, wieder zusammenzutreffen. Von hier aus wiederholten sich die Erscheinungen in derselben Folge wie in der verflossenen Periode. Das siderische Jahr stellt sich so auf 365|- T. Ptolemäus schreibt diese Periode den ältesten Mathematikern zu, aber Geminus ein Zeitgenosse des Sylla nennt die Chaldäer als Entdecker derselben und erklärt die Art wie sie daraus die tägliche Bewegung des Mondes geschlossen haben, und die Anomalie desselben berechneten. Es spricht für seine Meinung, dafs der chaldäische Saros von 223 synodischcn Umläufen, welche die Knotenlinie des Mondes wieder in dieselbe Lage bringt, dieser Periode entspricht. So gaben die in einer Periode beobachteten Finsternisse ein einfaches Mittel die der folgenden vorher zu bestimmen. Gewifs haben die Chaldäer viele Beobachtungen mit grofser Geschicklichkeit unter einander verglichen und ihre astronomischen Kenntnisse sind die merkwürdigsten, welche uns aus der voralexandrischen Zeit überliefert worden. §. 124. Von der Astronomie der Aegypter wissen wir nur wenig und es gereicht zur Verwunderung, dafs Hipparch und seine Nachfolger sich der chaldäischen Beobachtungen bedienen müssen. Wahrscheinlich enthielten sich die Aegyptischen Priester aus Eifersucht oder Hals einer Mittheilung an die von den Fremdherrschern beschützten Gelehrten. Petosiris und Nacapsos suchten die Entfernung der Sonne und des Mondes von der Erde aus zu messen, fanden aber das lächerliche Resultat von etwa 49 Meilen für den Mond und 74 Meilen für die Sonne. Dafs der Mond unter allen Gestirnen der Erde am nächsten sei, war den ägyptischen Astronomen bekannt. Bei dem grofsen Ruf von Gelehrsamkeit in welchem die Priester früher standen, der die berühmtesten griechischen Philosophen zum Besuch Aegyptens veranlafste, ist es schwer zu glauben, dafs sie ganz ohne KenntniJs der Astronomie gewesen wären. Auch geht aus der Aeusserung des ägyptischen Priesters zu Latopolis gegen Ilerodot deutlich hervor, dafs sie die Verschiebung der Knotenpunkte des Aequators mit der Ekliptik schon längst beobachtet hatten. Sie hatten bemerkt, dafs in 25 ihrer Jahre der Mond 309 Umläufe in Bezug auf die Sonne mache, welches sehr nahe die Dauer eines synodischen Umlaufs giebt. §. 125. Der uralte wissenschaftliche Ruf der Inder gestattet kaum zu bezweifeln, dafs sie Astronomie getrieben haben. Die indischen Tafeln setzen einen schon ziemlich vervollkominneten Zustand der Astronomie voraus. Allein La Place beweist, dafs sie das Werk einer neueren Zeit sind, und sein hauptsächlichster Grund ist der, dafs die mittlere Bewegung des Mondes in Bezug auf Sonne, Knoten und Perigäum schneller angenommen ist als sie damals sein konnte (vgl. §. 8. und 9.), sogar rascher als Ptolemäus sie angiebt: folglich ist diese Bestimmung nach seiner Zeit gemacht. Das Früheste was wir von indischen Astronomen wissen ist ohne Zweifel die Theilung der Mondsbahn in Mondshäuser und Zeichen, deren man 27 annahm und jedem einen Namen beilegte. Aus der Vergleichung der damaligen Position einiger Fixsterne mit ihrer jetzigen läfst sich vermittelst der Präcession der Nachtgleichen die Zeit dieser Beobachtung ermitteln, welche um das Jahr 1426 v. Chr. fällt. Es ist nämlich die Position der Aequinoctial- und Solstitialpunkte durch Beobachtungen die in der Veda und andern Büchern enthalten sind, nach Graden in den Mondshäusern, deren jedes 13° 20' enthielt, gegeben. Ferner ist die Länge von a Leonis bestimmt, nämlich 9° im Mondshause Maglia. Dieses ist 7 Mondshäuser von Kritika, in dessen Anfänge der Frühlings-Nachtgleichpunkt lag, entfernt; folglich war die damalige Länge von 22 * 172 Regulus oder a Leonis.— 102° 20'. Im Jahre 1750 n. Chr. war sie. . = 146° 21'. Unterschied durch die Präcession . = 44° i'. Da nun der mittlere Werth der Präcession für ein Jahrhundert = 1° 23' S",65 gefunden wird, so ergehen sich für 44° 1', 3176 Jahre, wovon 1750 n. Chr. abzuziehen sind, folglich 1426 v. Chr. Ein anderes Rechnungs-Element, welches noch mehr Genauigkeit darbietet, führt genau auf dieselbe Zeit. Die alten Astronomen fabelten nämlich die 27 Mondszeichen seien weiblich, der Mond männlich, und indem er diese durchlaufen, habe er 4 Planeten erzeugt, nämlich Mercur, Venus, Mars und Jupiter. Dieser Fabel lagen wahrscheinlich Beobachtungen von Planetenbedeckungeu zum Grunde. Die Constellation d. h. das Mondshaus, Worin jede Geburt geschehen sein soll, ist angegeben, sogar erhielt der Planet seinen Namen davon; die dazu verbrauchte Zeit ist nicht ein einziger Umlauf, sondern ein Zeitraum von 16 Monaten und die Berechnung, wann der Stand der Planeten für diese Bemerkungen zulässig war, führt uns wieder auf die Jahre 1424 und 1425 v. Chr. Der Umstand, dafs Saturn nicht unter diesen Geburten erscheint, sondern erst später vom Erdschatten geboren wird, rührt daher weil er in dieser Zeit sich nicht auf dem Wege des Mondes befand, und bestätigt die Ver- muthung, dafs hier Planetenbedeckungen zu verstehen seien. Die nächste uns bekannt gewordene Beobachtung datirt vom Jahre 1181 v. Chr. wo die Hindu-Astronomen bemerkten, dafs die Coluren, verglichen mit der ersten Beobachtung, tun 3° 20' zurückgewichen waren. Die Wissenschaft gewann nun schon bei ihnen einen mehr geregelten Charakter. Es wurden Sonnenmonate eingeführt und benannt; und die bisherige Reihe der Mondshäuser verbessert, auch nach Mafsgabe der Verrückung der Nachlgleichen beweglich gemacht. Die Griechen sind in der Astronomie Schüler der Chaldäer und Aegypter, allein die verschiedenen Schulen vor Alexander haben wenig Beobachter aufzuweisen und es scheint, dafs bis dahin diese Wissenschaft bei ihnen mehr speculaliv betrieben wurde. Thaies geboren zu Milet ungefähr im Jahre 648 v. Chr. reiste zu seiner Belehrung nach Aegypten und wurde nach seiner Rückkehr der Stifter der ionischen Schule. Vor ihm findet man bei den Griechen statt der Sternkunde nur wunderliche Mährchen. Er hielt den Blond für einen Körper unserer Erde ähnlich, der aber 100 mal gröfser sei als diese und sein Licht auch von der Sonne erhalte. Er soll ihn für den 720 ten Theil der Sonne gehalten haben, richtiger ist es jedoch wohl anzunelnnen, dafs er den scheinbaren Durchmesser der Sonne gemessen und gefunden habe, dafs dieser der 720 te Theil ihres Kreises um die Erde ausmache. Auch bemerkte er, dafs der Blond die Ursach der Sonnenfinsternisse sei. Er soll sogar Blond- und Sonnenfinsternisse berechnet haben, wobei er sich wahrscheinlich der merkwürdigen chaldäischen Periode von 223 Lunationen bediente, nach der sich die Finsternisse in fast gleicher Ordnung wiederholen. Einer seiner Nachfolger Anaximander erklärte das Problem der Finsternisse nicht auf so einfache Weise. Er nahm an, die Sonne entsende ihre Strahlen durch eine grofse Oeffnug, und eine Sonnenfinsternifs entstände, wenn jene sich verstopfe. Den Mond hielt er für eine runde Scheibe 19mal gröfser als die Erde, die ihr eignes Licht habe, voll Feuer sei und eben so wie die Sonne dies durch eine Oeflhung entsende, daher er denn eine Mondsfinsternifs aus denselben Gründen, nämlich aus dem Verstopfen dieser Oeffnung erklärt. Nach einigen Schriftstellern soll er jedoch nicht so irrige Bleinungen gehegt, sondern über die Natur des Mondes, wie sein Lehrer Thaies gedacht haben. Zwar schrieb er ihm ein schwaches eignes Licht zu; darauf kann er aber durch das nach dem Neumonde leicht zu bemerkende reflektirte Erdlicht, wie auch durch den Umstand geführt worden sein, dafs der Blond bei totalen Finsternissen noch sichtbar blieb. Die Mondphasen erklärte er durch ein allmähliges Umdrehen und Wenden des Mondes. Anaximenes, 530 v. Chr. hielt nach einigen den Blond für einen Körper unserer Erde ähnlich, nur 27 mal gröfser. Sein Licht erklärt er aus dem Erglühen bei seiner schnellen Bewegung. Doch ist es wenig glaublich, dafs ein Nachfolger des Thaies von den richtigen Lehren seiner Vorgänger ohne Grund abgewichen sei. Viel eher möchte man der Meinung derjenigen beipflichten, welche von ihm sagen, dafs er wenig Neues gelehrt, und den Ideen seiner Vorgänger treu geblieben sei. Auch Anaxagoras hielt den Blond für einen festen bewohnbaren Körper mit Bergen und Thälern, an Gröfse dem Peloponnes gleich, der sein Licht von der Sonne empfange und entweder durch den Schatten der Erde oder durch Körper die zwischen ihm und der Erde standen, verfinstert werde. Da er zu Athen die Lehren der ionischen Schule verbreitete, wurde er wegen seiner Vorausbestimmung der Blondfinsternisse der Gotteslästerung angeklagt. Blan verurtheilte ihn zum Tode, allein sein Schüler Pericles der ihn vertheidigle, bewirkte, dafs dies Urtheil gemildert, und er sammt seinen Kindern aus dem Lande verwiesen wurde. 193 Durch ihn und Archelaus wurde der Sitz der ionischen Schule von den Küsten Klein-Asiens nach Athen verlegt. §. 127. Pythagoras einer der gröfsten Gelehrten des Alterthums, geh. 580 J. v. Chr. besafs schon bewundernswürdig richtige Ideen über viele cosmische Probleme, denn er hielt die Erde für kugelförmig, und dafs sie sich alljährlich um die Sonne bewege. Er hinterliefs aber kein schriftliches Werk indem er es nicht ein Mal wagte seinen Schülern die ihm haufenweise aus allen Ländern zuströmten, anders als unter Bildern und Ausschmückungen seine Lehren vorzutragen, und um der Religion nicht zu schaden und das Volk nicht zu erschrecken, machte er nur die auserwähllesten unter ihnen mit der unverhüllten Wahrheit bekannt. Von den Pythagoräern lehrten einige, der Mond erhalte sein Licht von der Sonne, und durchlaufe seine Bahn in 27 Tagen. Er sei spiegelartig und seine Flecken Abspiegelungen unserer Meere und Länder in der hei- fsen Zone. Andere glaubten er sei erdartig und von 15mal gröfseren Thieren bewohnt als unsere Erde, habe schönere Gewächse und ein Tag dauere 15 der unsrigen. Mondfinsternisse entstanden dadurch dafs die Erde zwischen Mond und Sonne tritt. Die Entfernung des Mondes von der Erde soll Pythagoras selbst auf 126000 Stadien berechnet haben, von dort bis zur Sonne das Doppelte, und bis zum Thierkreise das Dreifache. Auch lehrt dies sein erster Schüler Empedocles, der den Mond aus Feuer und verdichteter Luft entstehen liefs. Seine Gestalt hielt er für diskusähnlich, doch nahm er an dafs er sein Licht von der Sonne erhalte und viel kleiner als diese sei. Er nannte ihn ein Stück derselben und glaubte er sei von ihr noch einmal so weit entfernt als von der Erde. Philolaos ein Pythagoräer, der um das Jahr 450 v. Chr. lebte, bestimmte den periodischen Mondumlauf auf 27 Tage 13 h . Er und nach ihm Oenopides aus Chios, der letzte namhafte Pythagoräer, wollten eine Periode von 59 Sonnenjahren einführen die aber nicht angenommen wurde. Dem Philolaos schien der Mond der Erde ähnlich, nur von gröfseren und besseren Geschöpfen bewohnt. Oenopides nahm an dafs Mond und Erde den gegen sie anprallenden Wind theilten woraus er vermuth- lich Ebbe und Fluth erklären wollte. Ileraclitus aus Ephesus im J. 500 v. Chr. lehrte, der Mond sei von gleicher Beschaffenheit mit der Sonne, nähre sich von Dünsten und stehe zwar der Erde näher als die Sonne, leuchte aber nicht so hell, weil er sich in dickerer Luft bewege. Die täglichen Veränderungen des Mondes entstehen durch die geringe Wendung seiner Scaplie, verfinstert wird er wie die Sonne wenn die Oefl'nung der Scaphe uns abgekehrt und der Boden uns zugekehrt ist. Origenes hatte wenigstens von der äufsern Gestalt des Mondes eine richtigere Ansicht. Er hielt ihn für einen festen feurigen Körper mit Ebenen, Bergen und Abgründen, und die dunklen Flecken auf demselben für Schatten höher liegender Tlieile. Helicon aus Cyzikus war einer der wenigen Griechen, welche Sonnen- und Mondfinsternisse vorher bestimmten. Berosus der von Vielen für den ältesten chaldäischen Astronomen gehalten wird, nach Andern aber zur Zeit des Antiochus Soter gelebt hat, schrieb dem Mond als einer Kugel eine lichte und eine himmelblaue Hälfte zu. Seine Verfinsterung entstehe, wenn er diese letztere Hälfte, die von der Farbe des Himmels nicht zu unterscheiden sei, uns zuwende. Kleostratus aus Tenedos 532 J. v. Chr. war der Erfinder der 8jährigen Periode, Octaederide. Nachdem man die wahre Länge des Sonnenjahres von 365^ Tagen in Griechenland angenommen, bemerkte er, dafs 12 Mondrevolutionen 11-j Tage weniger als dieses enthielten. Daher multiplicirte er 11^ mit 8, und bekam so 90 Tage, welche 3 dreifsigtägige Monate ausmachten. Er hatte nun eine Periode von 8 Jahren, welche aus 96 Monaten und diesen 3 Schaltmonaten bestand. Ihr Fehler erstreckte sich auf 36 Stunden. Nauteles, Menisistratus und Dosilheus nahmen einige Veränderungen mit dieser Periode in Rücksicht auf die Schaltmonate vor. Andere fanden es für gut am Ende zweier 8jährigen Perioden noch 2 Tage einzuschalten, und so entstand aufs Neue eine Periode von 16 Jahren, die Hexadekaederide genannt. Ilarpalus bemerkte, dafs 2 Tetraederiden oder Olympiaden nebst einem 30 tägigen Schaltmonate 2924 Tage enthielten. Eine Octaederide betrug deren nur 2922, also 2 Tage weniger. Daraus folgte, dafs der Neumond nach dieser Zeitrechnung niemals wieder auf den ersten Tag des ersten Monats des Sonnenjahres fallen konnte, und gleichwohl sollte nach ihrer Einrichtung, der Neumond der Neujahrstag und der Anfang der olympische» Spiele auf einen Tag zusanunenfallen. Er veränderte diese Periode aber auf eine irrthümliche Art. 174 §. 128. Der Irrllium summirte sich innerhalb 60 Jahren so, dafs er nach dieser Zeit schon 15 Tage betrug. Da unterzog sich Meton aus Leukonea bei Athen im J. 434 v. Chr. aufs Neue einer Kalender-Verbesserung. Um die Bewegung der Sonne nach seiner Meinung ganz genau mit der des Mondes zu vereinbaren, schlug er eine Periode von 19 Mondenjahren und 7 Schaltinonaten, oder 19 Sonnenjahren vor, wonach nun die Olympiaden zu bestimmen waren. Die Schaltmonate wurden dem 3, 6, 8, 11, 13, 17 und 19ten Jahre zugeselzt. Dieser 19jährigen Periode die aus 235 Monaten bestand, gab er 110 29tägige und 125 30tägige Monate. Am Ende dieser Periode befanden sich Mond und Sonne beinahe an eben dem Ort des Himmels, von wo aus sie vor 19 Jahren zusammen abgelaufen waren, denn 19 Sonnenjahre enthalten 6939 Tage 14 h 25', 235 Mondrevolutionen hingegen betragen 6939 Tage 16 h 31'. Die Differenz zwischen Sonnen- und Mondbewegung innerhalb dieser Zeit betrug nur 2 h 6' und war daher bei dieser langen Periode nicht in die Augen fallend. Diese Zeiteintheilung welche Meton dem zu den olympischen Spielen versammelten griechischen Volke vorschlug, wurde unter grofsen Beifall einstimmig angenommen (432 J. v. Chr.). Keine andere chronologische Entdeckung ist von so gutem Erfolge gewesen und von allen griechischen Stämmen und Colonien so allgemein eingeführt worden als diese. Man bezeichnete die Jahre in dieser Periode durch die sogenannte goldne Zahl, um ihre Vortrell'lichkeit anzuzeigen, und diesen Namen führt sie noch heut bei den meisten europäischen Nationen. Metons Mitarbeiter war Euctemon. §. 129. Plato lehrte dafs die Erde in die Mitte stehe und ihr zunächst der Mond sie umkreise. Der Monat ist vollendet wenn der Mond nach geendigtem Umlauf die Sonne wieder erreicht, die ihn erleuchtet. Seine Entfernung von der Sonne setzte er gleich 1 wenn die der Sonne 2 ist. Verfinstert würde der Mond, wenn er in den Erdschatten tritt. Auch dem Aristoteles stand die Erde in der Mitte des Weltalls fest, und der Mond bewegte sich um sie gleich der Sonne und den Planeten. Er ist eine Kugel und erhält sein Licht von der Sonne. Die hellen und dunklen Flecken des Mondes hielt er für Abbildungen der Länder und Meere unserer Erde, die sich im Monde wie in einem Spiegel darstellten. Auch sah er ein dafs der Erdschatten einen Kegel bilde, dessen Grundfläche an der Erde läge, und dessen Länge weniger als die Entfernung der Erde von der Sonne betragen müsse. Er erwähnt auch einer Marsbedeckung durch den Mond und anderer seltenen Himmelserscheinungen, woraus hervorgeht dafs er ein fleifsiger Beobachter war (J. 324 bis 321 v. Chr.). Zu den Zeiten des Aristoteles bemerkte man schon dafs der Mond so wenig als andere himmlische Körper im Sonnensystem einerlei Abstand von der Erde habe. Für Sonne und Mond überzeugte man sich auf folgende Art davon. Man befestigte einen Teller an einen bestimmten Ort, wo er stets von dem Auge .des Beobachters denselben Abstand behielt, und das Bild dem Auge ganz verdecken konnte, und so ergaben sich die Unterschiede der scheinbaren Durchmesser. Für die Sonne hatte man gefunden dafs zu ihrer gänzlichen Verdeckung im Sommer ein 11 zölliger Teller hinreichte, im Winter hingegen ein beinahe 12zölliger erforderlich war. §. 130. Die Stoiker, vorzüglich Zeno und seine Anhänger lehrten die Erde werfe einen conischen Schatten, weil die Sonne gröfser sei als sie, der Mond sei ein Gemisch aus Feuer, Erde und Luft, stehe der Erde näher als der Sonne, sei eine Kugel wie diese, und nach Einigen gröfser als die Erde, nach Anderen nicht. Er empfängt sein Licht von der Sonne, und daher rühren seine Flecken, oder auch von seinen verschiedenen Bestandteilen. Sonnenfinsternisse entstehen wenn der Mond zwischen Sonne und Erde tritt, und ereignen sich im Neumonde. Mondfinsternisse hingegen zur Zeit des Vollmondes und sie entstehen wenn der Mond in den Erdschatten tritt. Posidonius, ein Freund und Zeitgenosse des Cicero, lehrte der Mond sei aus Feuer und Luft gemischt, nähre sich von den Ausdünstungen des süfsen Wassers, wie die Sonne von denen des Oeeanos, sei gröfser als die Erde und kugelförmig. Eine Mondfinsternifs entstehe durch den Erdschatten. Auch zeigte er wo der Mond stehen müsse um verdunkelt zu werden, und warum dies nicht alle Monat geschehe. Den Abstand des Mondes von der Erde berechnete er auf 52^ Erdhalbmesser, also nicht übertrieben fehlerhaft, den der Sonne hingegen nur auf die Hälfte des wirklichen. Doch ist dieser Werth noch genauer als der 1500 Jahr nachher von Tycho bestimmte. Die Sekte zu Elea, welche zum Theil sehr sonderbare Lehren schuf, hielt Sonne und Mond für dichte Feu- erwolkcn. Letzterer sei ein Weltkürpcr für sich, habe keinen Eiuflufs auf die Erde, und sei 18mal gröfser als 1*5 diese. Er sei bewohnt und gleichfalls eine Erde, worauf viele Städte und Berge befindlich wären. Xenophanes stiftete die Elealische Schule 430 J. v. Clxr. Sein Nachfolger Parmenides hielt Sonne und Mond für gleich grofs und nahm an dafs dieser sein Licht von jener empfange. Die Flecken ira Monde entstanden nach seiner Meinung weil zu dessen feurigen Bestandthei- len dunkle gemischt sind. Leucipp lehrte, dafs die Fixsterne die Sonne angezündet, und dem Monde auch etwas Feuer mitgetheilt hätten, und dafs die Finsternisse durch das Neigen der Erde gegen Mittag entstünden. Die gröfsere Zahl von Mondfinsternissen in Vergleich mit den Sonnenfinsternissen erklärte er aus den verschiedenen Bahnen der beiden Weltkörper. Democrit hielt den Blond für eine Feuermasse mit Bergen und Thälern. Epikur entschied sich für keine der früheren Bleinungen weil Alles sich auf verschiedene Weise erklären lasse. Ab- und Zunehmen des Blondes könne man durch Wendungen dieses Körpers oder auch auf andere Art erklären. Vermuthlich hatten die Epikuräer ähnliche Ansichten wie die Chaldäer, welche lehrten der Mond sei eine Kugel, halb glühend halb himmelblau, und nachdem uns die eine oder die andere Seite ganz oder zum Theil zugekehrt sei entstünden die verschiedenen Gestaltungen. Das Gesicht im Blonde, meinte Epikur, könne man erklären durch Veränderung der Theile, oder dadurch dafs Etwas vorträte oder auf andere Weise. Auch könne man denken dafs Sonnen- und Blondfinsternisse durch Auslöschen oder durch das Vortreten eines Körpers entstünden. Doch erklärt er an einer andern Stelle, die Sonne werde durch das Vortreten des Mondes verfinstert, der Blond durch den Schatten der Erde oder durch Zurückweichen. §. 131. Eudoxus war einer der gelehrtesten Astronomen der voralexandrinischen Zeit, dessen Cosmogenie besonders dadurch interressant ist, dafs er seine Kenntnisse grüfstentheils zu Heliopolis bei den ägyptischen Priestern gesammelt hatte, und so etwas richtigere Vorstellungen nach Griechenland brachte. Er erwarb sich auf dieser Reise Kenntnifs von der wahren Gröfse des synodischen Blondumlaufs den er auf 29 T. 12 h 43 7 38" setzte. Auch bemerkte er eine bis dahin nicht gekannte Ungleichheit im Blondlaufe, aber es ist nicht bekannt welche darunter zu verstehen sei; vermuthlich war es eine in der Bewegung der Knoten, denn er wufste dafs die Mondbalm mit der Ekliptik spitze Winkel bilde, und dafs ihr gegenseitiger Durchschnittspunkt durch den Thierkreis stets in verkehrter Ordnung der Sternbilder fortrücke. Wegen der Olympiaden liebten die Griechen besonders die Mondperioden welche durch die Zahl 4 theil- bar waren, und die ßJetonsche ermangelte dieser Eigenschaft. Eudoxus bemühte sich wahrscheinlich deshalb die Octaederide des Cleostratus zu verbessern, und wollte deren Fehler compensiren, indem er nach Verlauf von 20 Octaederiden einen 30 tägigen Blonat einschaltete. Diese 8jährige Periode 20 mal zusammengefafst gab nun eine 160jährige, wovon die Griechen aber wohl nie Gebrauch gemacht haben, da die bald nachher erfundene Ca- lippi&che von 76 Jahr, welche sich durch die goldene Zahl 19 und durch 4 theilen liefs, sie ohne Zweifel verdrängt hat. Da er den Durchmesser der Sonne 19 mal gröfser als den des Mondes setzte so mufs er auch angenommen haben dafs diese viel weiter als letzterer von der Erde entfernt sei. Seit Eudoxus werden auch die für den Himmel angenommenen Zonen für die Geographie bedeutend. Er starb um das Jahr 368 v. Clxr. Autolycus der um’s Jahr 330 v. Chr. schrieb, machte auf manche Erscheinungen am Monde aufmerksam, die ihm darzuthun schienen, dafs er der Erde bald näher käme bald sich wieder mehr von ihr entferne. §. 132. Zu derselben Zeit lebte in Blassiliext der berühmte Pytheas, einer jener ausgezeichneten Geister, deren Forscherblick sich der innere Zusammenhang der Phänomene erschliefst. Zu grofs um von seinen Zeitgenossen verstanden zu werden, widerfuhr ihm eigentlich erst 2000 Jahre später völlige Gerechtigkeit. Er war der erste der den Blond für die Ursach der Ebbe und Fluth erkannte. Von der Mitwelt und seinen unmittelbaren Nachfolgern wurde er verspottet und schonungslos angefeindet, weil er zuerst die Phänomene der von ihm bereisten Nordmeere verkündete. Calippus bemerkte bei Gelegenheit einer Finsternifs, die sich 6 Jahr vor Alexander s Tode ereignete, die Unvollkommenheit der Mctonschen Periode, welche darin bestand, dafs der Blond bei Vollendung der alten Periode die neue schon wieder vor 7-J- Stunde angefangen hatte. Die Differenz gegen den Sonnenlauf betrug zwar nur 2 h 6 1 wie oben erwähnt. Allein in Bezug auf den Anfang eines Tages,-wovon hier die Rede ist, war der Blondlauf um 7^ h zu rasch. Daher mufste der Neumond nach Verlauf von 4 Perioden um ungefähr 30 Stunden zu früh fallen, was einige Unordnung in den olympischen Spielen herbeiführte. Er schlug daher vor alle 76 Jahre 196 einen Tag wegzuwerfen, indem man den letzten 30tägigen Monat der JJ/e/onschen Periode in einen 29tägigen verwandelte. Diese 76jährige wurde nach ihrem Erfinder die Calippische genannt und im J. 330 v. Chr. eingeführt. Um von der Genauigkeit dieser Periode zu urtheilen erwäge man, dafs 940 Neumonde genau 27758 T. 18 h 6'; 76 Sonnen-Revolutionen hingegen 2775S T. 9 h 42' Zeit erfordern. Der Fehler um welchen der Neumond am Ende dieser Periode zu geschwind fiel, betrug nur 5 h 54', und der Fehler des Sonnenlaufs war nicht gröfser als 14 h 18'. Der erste Neumond dieser Periode würde daher erst nach 304 Jahren um einen Tag des Sonnenjahres früher als vorher gefallen sein, der Fehler des Sonnenjahres hingegen war schon nach 152 Jahren gröfser als einen Tag. Diese Periode wurde nach ihrem Erfinder die Calippische genannt, ist jedoch wenn gleich weniger alt, dennoch ungenauer als der Chaldäische Saros. Nach dieser Bestimmung haben die Griechen keine Veränderung in ihrem Kalender vorgenommen; auch scheint es als habe man später die goldne Zahl des Meton vernachlässigt, denn Ptolemäus bestimmt seine astronomischen Beobachtungen alle nach der Calippisehew Periode. Es wird auch bei vorausgesetzter ganz vollkommmener Kenntnifs der Umlaufszeiten zweier gegebenen Körper, nie möglich sein eine Anzahl dieser Umlaufszeiten in eine kleinere oder gröfsere Periode so zu vereinigen dafs am Schlüsse der Periode gar kein Fehler übrig bliebe. Dazu würde erfordert a) dafs diese Umlaufszeiten unter sich, und mit den Erdentagen commensurabel in aller Strenge wären, b) dafs diese Umlaufzeiten keinen seculären Aenderungen unterworfen, mithin (abgesehen von den nur den gegenseitigen Stellungen zuzuschreibenden Störungen) unveränderlich seien. Soll nun gleichwohl eine Periode zum praktischen Gebrauche ermittelt werden, so bleibt nichts übrig als dasjenige eommensurable Verhältnifs zwischen zwei Gröfsen zu suchen, welches unter allen möglichen der Wahrheit am nächsten kommt, wobei noch die Bedingung gegeben ist, dafs die Zahl der verglichenen Umläufe eine leicht überschauliche sei. , _ §• 133. Wir schreiten nun zur Betrachtung dessen, was die treffliche Alexandriniche Schule, welche wie bereits gesagt die Astronomie erst zur Wissenschaft erhoben, für die Mondkunde gethan. Bis dahin bewirkte die Eifersucht der Sekten, dafs sie das Gute einer jeden nicht benutzten sondern einander durch Spitzfindigkeiten zu widerlegen suchten. La Place bemerkt wie auffallend es sei, dafs der Gedanke die Naturwahrheiten durch Beobachtung zu ergründen, keinem unter dieser grofsen Menge von Philosophen gekommen sei, ohnerachtet sich doch manches grofse Genie unter ihnen fand, allein so ganz allgemein ist ihnen dieser Vorwurf doch nicht zu machen. Anaxagoras, Eudoxus, Aristoteles und noch andere, waren gewifs aufmerksame Himmelsbeobachter, aber wie weit können die Beobachtungen eines Einzelnen führen, wenn er keine ihm vorangegangene Erfahrung benutzen kann, wenn er jede Basis sich erst selbst schaffen mufs. Bei der Schwierigkeit der Communication und der schriftlichen Mittheilung, wie auch wegen der Geheimnifskrämerei der Sekten, befand sich damals kein Gelehrter im vollen Besitz des Gesammtwissens der Mit- und Vorwelt. Diese Hindernisse waren in Alexandrien fast ganz verschwunden, und dort störten auch nicht ewige Kriege wie im Hellas, dem Peloponnes und Unteritalien, den ruhigen Fortgang der Wissenschaft. Die Regierung war eine kräftige Militairdespotie, wie jene Zeit sie bedurfte, um sich nach Aufsen wohl zu wehren und im Innern die Fortschritte des Wissens schützen und befördern zu können. Hier bietet sich uns zuerst ein System von Beobachtungen dar, die mit zur Winkelmessung geeigneten Listrumenten angestellt und durch trigonometrische Methoden berechnet waren, während die einzige brauchbare Beobachtung der früheren Griechen die des Meton und Euctemon über das Sommer-Solstitium vom J. 432 v. Chr. ist. Und doch war die Zahl der grofsen Gelehrten in den griechischen Republiken weit gröfser als in Aegypten, ja sogar zwei von den vier grofsen Heroen dieser Schule, der Geburt nach jenen Ländern angehörig; aber die erwähnten äufseren Verhältnisse störten das Fortschreiten einer Erfahrungswissenschaft wie die Astronomie. §. 134. Der Alexandrinischen Schule müssen wir den Ursprung der neueren Astronomie zuschreiben. Eine lange Reihe von Beobachtungen der Chaldäer benutzend, begann diese Schule damit das ganze Gebäude der Astronomie von Grund aus neu aufzuführen. Sie bestand ein Jahrtausend hindurch von Ptolemäus Philadelphus bis zum Eindringen der Sarazenen in Aegypten, und nach deren Zerstörung lag in dem Schatze ihres Wissens, noch bis auf Copernicus Zeiten fast die ganze Summe der Kenntnisse deren sich die civilisirten Völker der Erde im Laufe dieser Zeit erfreuten. Aristill 19 » Arisiill und Timocharis 300 J. v. Chr. waren die ersten Beobachter dieser Schule. Ihnen folgte Aristarch von Samos 260 J. v. Chr. der erste wahrhafte Astronom, da seine Vorgänger olmerachtet gro- fser Verdienste doch nur Beobachter zu nennen sind. Schon die richtige Idee, welche er über die unendliche Entfernung der Fixsterne hegte, würde ihn zu einem grofsen Genie stempeln. Er behauptete nämlich, dafs die ganze Erdbahn sich zur Slernensphäre verhalte wie der Mittelpunkt eines Kreises zur Peripherie. Da nun die Peripherie aus unendlich vielen Punkten besteht, so kann inan dies Verhältnis auf keine treffendere Weise aus- drücken. Auch nahm er die Fortbewegung der Erde in einem schiefen Kreise und deren Rotation um ihre Axe an; so wie er es für unzweifelhaft hält, dafs der Mond sein Licht von der Sonne empfange. Das Verhältnis der Entfernungen, welches Pythagoras und seine Schüler für die verschiedenen Weltkörper aufgcstellt, schien ihm falsch zu sein; er versuchte die Entfernung der Sonne und des Mondes auf mathematischem Wege zu ergründen und zwar auf folgende Art. Er wartete den Augenblick ab, wo der Mond im ersten Viertel war, indem alsdann Sonne und Erde am Monde einen rechten Winkel bilden, mafs den Winkel der Gesichtslinien nach der Sonne und dem Monde von der Erde aus, und konnte also nun den dritten Winkel, nämlich den des Mondes und der Erde an der Sonne linden, und nach trigonometrischen Lehrsätzen auf das Verhältnis der Seiten sehliel'sen. Er fand hieraus den gesuchten Winkel = eines rechten und setzte daher den Abstand der Sonne 19mal gröfser als den des Mondes. Er kam mit diesem Resultate der Wahrheit zwar viel näher als sein Vorgänger, mit Ausnahme des Eu. doxns, blieb aber wegen der bei dieser Messung unvermeidlichen Fehler, doch noch in grofsem Irrthum. Es ist nämlich wegen der Unebenheiten des Mondes schon durch Fernröhre sehr schwierig zu bestimmen, wann der Mond grade halb erleuchtet ist, mit blofsen Augen also noch viel ungenauer, und dies ist es hauptsächlich was das Resultat so weit von der Wahrheit entfernt. Aristarch bestimmte ferner, dafs der Durchschnitt des Erdschattens, wo der Mond ihn trifft, gleich sei dem doppelten Durchmesser des letzteren, und den Mondabstand gab er der Wahrheit sehr nahe auf 56 Erd- lialbmesser an. Aufserdem erwarb er sich viele Verdienste um alle Theile der Astronomie. Er soll den scheinbaren Durchmesser des Mondes auf 2° gesetzt haben, indem er fand, dafs er den löten Theil eines Zeichens bedecke, aber ein so erstaunlich grober Fehler, welchen ein nur etwas geübtes Auge sich bei einer ganz rohen Schätzung nicht würde zu Schulden kommen lassen, kann von einem solchen Manne gewifs nicht begangen worden und wohl nur durch einen Schreibfehler auf die Nachwelt gekommen sein. §. 135. Vom Eratosthencs, einem der gröfsten Gelehrten des Alterthums 220 v. Chr. unter den Ptolemäern Bibliothekar zu Alexandrien, haben wir hier nur Geringes zu erwähnen, da er, wiewohl als Astronom und Geograph höchst ausgezeichnet, für die Mondkennlnifs wenig getlian hat. Für die Distanz des Mondes soll er 78 Myriaden Stadien angenommen haben. Der gröfste Astronom des klassischen Alterthums, dem man die zahlreichsten und glänzendsten Verdienste um die Wissenschaft beimessen mufs, ist der unsterbliche Tfipparch von Nicäa- Er lebte im zweiten Jahrhundert v. Chr. Jede bis dahin geltende Idee über das System des Weltgebäudes wollte er einer neuen eignen Prüfung unterwerfen; die alten Beobachtungen zwar untersuchen, die daraus abgeleiteten Bestimmungen aber, weil sie ihm zu unsicher und schwankend schienen, nicht unbedingt annehmen, sondern durch seine eignen Arbeiten alles fester und zuverlässiger begründen. Er bestimmte die Bewegung des Mondes durch Vergleichung günstig gewählter Finsternisse, in Bezug auf Sonne, Sterne, Knoten und Apogäum und fand, dafs ein Zeitraum von 126007 T ' T Tagen, 4267 Monate, 4573 ano- malistische, und 4612 siderische Umläufe weniger T W des Kreises enthielte. Er entdeckte auch, dafs der Mond in 5458 Monaten 5923mal denselben Knoten seiner Bahn berühre, und bestätigte die bereits von Etidoxus ausgesprochene Behauptung der Knotenwanderung. Dieses Resultat war die Frucht einer unermefslichen Arbeit, und Wohl das kostbarste Denkmal der alten Astronomie. Nicht nur durch ihre Genauigkeit, sondern weil wir durch diese Ermittelungen die wachsende Geschwindigkeit des Mondlaufs kennen lernen, sind sie noch heutiges Tages für uns von besonders grofsem Werthe. Er bestimmte auch noch die Exccntricität der Mondsbahn, und ihre Neigung gegen die Ekliptik, und fand diese Elemente sehr nahe so, wie sie jetzt bei Finsternissen statt haben, wo beide durch die Evection und die hauptsächlichste Ungleichheit der Mondbewegung im Sinne der Breite vermindert werden. Die Unveränderlichkeit der Neigung dieser Balm gegen die Ebene der Ekliptik, ohnerachtet der Veränderungen, welche diese Ebene ge- 23 198 gen den Fixstcrnhiminel zeigt, und die, zufolge der alten Beobachtungen, durch deren Neigung gegen den Aequator fühlbar werden, ist ein Ergebnifs der allgemeinen Schwere und wird durch Hipparcfi s Beobachtungen bestätigt. Ferner bestimmte er die Mondparallaxe, und auf diese Entdeckung wurde er zuerst durch die Verschiedenheit in der Wahrnehmung einer Sonnenfinsternifs an entfernt liegenden Erdorten geführt. Er wollte auch die Parallaxe der Sonne ermitteln, in der Meinung, den Durchmesser des Erdschattenkegels in dem Augenblick Mond ihn durchläuft dazu benutzen zu können, und wurde auf das Resultat des Aristarch geführt. §. 136. Die so sehr kleine Sonnenparallaxe, welche hier aus Elementen geschlossen werden soll, die nicht mit hinlänglicher Schärfe bekannt sein können, wird diese Methode, obwohl sie theoretisch richtig ist, stets scheitern machen. Selbst mit unsern vervollkommnelen Hülfsmitteln, und unsrer genauen Kenntnifs des Mondlaufs, würden wir doch kein richtiges Resultat finden, um wie vielweniger den Alten, welche die Dauer des Schattendurchgangs nur durch die Ein- und Austritte der Ränder, also viel ungenauer als wir, durch die weit schärfer zu bestimmende der Flecken, anzugeben vermochten. Auf letztere Art läfst sich aus 20 bis 30 Beobachtungen das Mittel ziehen und dadurch der Fehler bedeutend vermindern, während sie nur diese einzige hatten. Endlich war den Alten die stündliche Bewegung des Mondes nach Länge und Breite, während der Dauer der Finsternifs keinesweges so genau bekannt als uns. Und mit allen diesen Vortheilen ausgerüstet, sind wir dennoch weit entfernt die Sonnenparallaxe nach dieser Methode bestimmen zu können, weshalb es gar nicht zu verwundern ist, dafs unsere Vorgänger einen so groben Fehler machten. Er berechnete den mittleren Mondsabstand auf 59 Erdhalbmesser, welches fast ganz mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Eben so richtig ergab seine Berechnung den Durchmesser des Mondes 3§mal kleiner als den der Erde, und endlich entwarf er Tabellen über den Lauf des Mondes und bediente sich zuerst der Mondfinsternisse zu Längenbestimmungen auf der Erde. Hiedurch verbesserte er auch das von Eratosthenes erfundene Gradnetz. §. 137. Der lange Zeitraum von fast 300 Jahren, welcher Hlpparch von Ptolemäus trennt, hat keinen Astronomen erster Gröfse aufzuweisen, wiewohl die Alexandrinische Schule fortdauerte und die Astronomie nicht vernachlässigt wurde. Als die vorzüglichsten Erscheinungen dieser Epoche müssen wir Posidonius und Gcminns nennen, wiewohl sie nicht in Aegypten sondern in Rom lebten. Von Ersterem ist bereits die Rede gewesen. Letzterer beschäftigte sich mit der Untersuchung der Perioden, erklärte auch die Mondphasen und Finsternisse aus ihrem wahren Grunde, was in der damaligen Zeit nicht mehr sehr verdienstlich erscheint. Er war ein Zeitgenosse des Sylla. Cleomedes der bald nach Posidonius lebte wurde zuerst auf das Phänomen der Refraction geleitet. Man hatte bei Mondfinsternissen bemerkt, dafs es einzelne Erdorte gebe, die die Sonne und den verfinsterten Mond zugleich über dem Horizont sehen. Cleomedes läugnete anfänglich die Möglichkeit, gab aber nachher die Erklärung, dafs der vom Auge ausgehende Visionsradius sich in der von Dünsten geschwängerten Luft breche, und der bereits unter dem Horizont verschwundenen Sonne folge, so wie ein auf dem Boden eines Gefäfses sich befindendes nicht gesehenes Objekt sichtbar werden kann, wenn man das Gefäfs mit Wasser anfüllt. §. 138. Der Bemühungen um Astronomie zu Rom werden wir nur vorübergehend gedenken, da während der langen Dauer des Römischen Reichs diese Wissenschaft durch keinen einzigen Römer auch nur in irgend einem Punkte erweitert worden ist. Der Zeitrechnung halber beschäftigte sich schon König Numa damit. Cäsar erwarb sich bekanntlich grofses Verdienst um Verbesserung des Kalenders, der zu Rom in die allergröfste Unordnung gerathen war. Er liefs deshalb einen Astronomen Sosigenes aus Alexandrien kommen, weil noch immer dort ausscliliefslich der Sitz der Wissenschaften, und namentlich der Astronomie sich befand. Durch diesen wurde das Mondenjahr ganz und gar aufgegeben, und das bürgerliche Jahr lediglich nach dem Sonnenlauf geregelt. Cicero, Seneca und andere berühmte Römer liefsen zwar diese Wissenschaft nicht unberücksichtigt, auch gab es namhafte Gelehrte die sich hauptsächlich mit Astronomie beschäftigten, gefördert wurde aber wie gesagt kein Theil derselben. Indefs mtifs man dem Plimus, Plularch und P'itruvius danken, uns einen grofsen Theil der Meinungen früherer Astronomen erhalten zu haben. 199 §. 139. Claudius Ptolemäus dessen Wirksamkeit in die Jahre 125 bis 140 nach Chr. fällt, also 300 Jahre später als Hipparch, war zu Pelusium in Aegypten geboren und lebte zu Alexandrien. Ihm gebührt der erste Rang unter allen Astronomen nach Ilipparch. Sein grolses astronomisches Werk ist uns von den Arabern, die es übersetzten und ihm den Namen Almagest beilegten, erhalten worden. Die Entdeckung derjenigen Ungleichheit inr Mondlaufe, welche wir Evection nennen, gehört zu seinen wichtigsten. Die Mondstheorie von dem Punkte wieder aufnehmend, wo Hipparch sie verlassen, fand er indem er die beobachteten Abstände des Mondes von der Sonne untersuchte, dafs die mittlere Bewegung durch eine Gleichung verbessert noch nicht hinlänglich sei, diese Abstände darzustellen. Sie genügte für die Oppositionen und Conjunktionen, aber von diesen Punkten aus entfernten sich die beobachteten Längen immer mehr und mehr von den berechneten, bis zu den Quadraturen wo die Differenzen ihr Maximum erreichten. Er fand dafs wenn für die Syzygien eine Gleichung von 5° 1' im Maximo ausreiche, für die Quadraturen eine andere gesetzt werden müsse, deren Maximum 7° 40' sei. Beiden Genüge zu leisten war weder der excentrische Kreis noch die Epicykel genügend, wodurch Hipparch, indem er eine dieser beiden Curven für ausreichend hielt, sie darstellte; deshalb wandte er beide an. Er liefs also den Mond um einen, im Umfange des excentrischen Kreises sich bewegenden Punkt laufen und zugleich den Mittelpunkt dieses Kreises, in dem der Bewegung dieses Punktes entgegengesetzten Sinne, um die Erde einen Kreis beschreiben. Die Vorstellung würde in aller Schärfe richtig sein, wenn Ptolemäus statt des excentrischen Kreises die Ellipse gesetzt hätte, denn jede Ungleichheit oder Störung kann als Oscillation um ein Mittel, folglich als eine Peripherie gedacht werden, deren Centrum in jedem Augenblick einen anderen Punkt der als regelmäfsig angenommenen Bewegung einnimmt. Auch die Quantität des Maximums für die Summe beider Gleichungen ist so genau, dafs erst Tobias 31eyer eine schärfere Bestimmung geliefert hat, obwohl die einzelnen Werlhe 5° 1' und 2° 39' von der Wahrheit stärker abweichen. Hätte Ptolemäus noch einen Schritt weiter gethan, und den Mond auch in den Octanten beobachtet, so würde er seine beide Gleichungen noch nicht hinreichend gefunden haben, und zu dem Ruhm die Evection wahrgenommen zu haben, hätte er noch den der Entdeckung der Variation, anderthalb Jahrtausende vor Tycho, hinzugefügt. Die beiden Hauptgleichungen Anomalie und Evection stellte er zwar ohne Kenntnils des inneren Zusammenhanges, aber für die Praxis genügend und ohne erheblichen Fehler dar. Bei Ermittelung des Monddurchmessers war er weniger glücklich als Hipparch. Er setzte ihn in der Erdferne auf 31' 20", in der Erdnähe auf 35' 20". §. 140. Die von Hipparch herrührende Bestimmung der Mondparallaxe suchte Ptolemäus durch Beobachtungen zu verbessern, und indem er den wahrgenommenen Zenithabstand des Mondes mit dem aus der bekannten Länge und Breite berechneten verglich, fand er für 50° 55' Zenitlidistanz die Parallaxe 1° 7'; offenbar zu grofs. Theils die Schwierigkeit das Mondcentrum zu treffen, theils aber auch die Vernachlässigung der Ungleichheit der Breite trägt die Schuld dieser um wenigstens 12' zu grofsen Bestimmung. Allein der Fehler ward dadurch noch stärker dafs Ptolemäus, vermöge einer zu grofs angenommenen Excenlricilät, andere Parallaxen für verschiedene Monddistanzen aus dieser gefundenen berechnete, in denen die Fehler bis über einen halben Grad gehen. Er versuchte es auch, wie bereits mehrere seiner Vorgänger, vermittelst des Schattendurchmessers bei Mondfinsternissen die Entfernung der Sonne zu bestimmen, war aber nicht glücklicher als Aristarch. Dafs Po sidonius, wie vorhin erwähnt, der Wahrheit so viel näher kam, kann wohl nur daran gelegen haben, dafs er aus einer grofsen Zahl von beobachteten Finsternissen ein Mittel gezogen, wobei die Fehler des Schattendurchmessers sich zufällig compensirten und er solchergestalt dies eine zur Berechnung nöthige Element schärfer erhielt. Ptolemäus untersuchte auch wie weit der Mond beim Vollmonde von seinen Knoten abstehen könne um doch noch verfinstert zu werden. Diese Grenzen fand er innerhalb 15° von jeder Seite des Knotens, eine der Wahrheit nahe liegende Quantität. Nach der von Hipparch erfundenen Methode benutzte er auch die Zeitunterschiede, welche sich an verschiedenen Erdorten in der Wahrnehmung des Anfangs und Endes der Finsternifs ergaben, zu deren Längenbestimmung. Seine genaue Kenntnifs des Mondlaufs diente ihm zur Berechnung der Sonnenfinsternisse. Auch führte er das bis dahin in der Astronomie ganz unbekannte Element der Reduktion auf die Ekliptik ein. Nicht auf die Mondstheorie allein beschränken sich seine Verdienste; es giebt keinen Zweig der Astronomie, der nicht von diesem grofsen Gelehrten erweitert und bereichert worden wäre, so wie auch die ganze Kenntnifs 23* 180 der Geographie bis zu den Entdeckungsreisen der Portugiesen, ganz und gar die scinige ist. Er starb im 68. Jahre und mit ihm erlischt der Glanz der Alexandrinischcn Schule. §. 141 . Nun beginnt ein Zeitraum von fast anderthalb Jahrtausenden, innerhalb dessen der Zustand der Wissenschaft sich nicht merklich verändert. Zwar bestand die Alexandrinische Schule noch 5 Jahrhunderte hindurch, allein die grofsen Fortschritte in der Astronomie welche sie uns darbietet sind beendet; denn Plolemäus Nachfolger beschränkten sich auf das Commenliren seiner Werke, und nachher wurden Jahrhunderte hindurch die himmlischen Erscheinungen nicht weiter beobachtet. Zur Festsetzung des Osterfestes berücksichtigte man einigermafsen den Mondlauf, und fand dafs der alte ßleionsche Cyclus von 19 Jahren den Bedürfnissen Genüge leiste. Anatolius, Bischof von Laodicea wandte ihn 276 J. n. Chr. dazu an. Das Concilium zu Nicäa beauftragte den Bischof von Alexandrien, den Tag der Osterfeier zu bestimmen und durch Rundschreiben den Bischöfen bekannt zu machen. Man wählte zur Epoche des Cyclus den Neumond welcher zu Alexandrien des Mittags den 28. August eintrat, und welcher dem Regierungsantritt Diocle- tiaris voranging. So entstand die Biocletiauische Aera, deren sich die Christen mehrere Jahrhunderte hindurch bedienten. Der Ostersonntag sollte dann jedesmal derjenige sein, welcher auf den ersten Vollmond im Frühlinge folgte. §. 142 . Im 8ten Jahrhundert wird von den Arabern das Studium der Astronomie mit grofsem Eifer ergriffen; nachdem sie ein Jahrhundert vorher durch Verbrennung der Alcxandrinischen Bibliothek den Wissenschaften den unersetzlichsten Verlust zugefügt, ja den Untergang bereitet halten. Ihre Fürsten beschützen sie nicht nur, sondern geben sich selbst mit dem regsten Fleifse dem Studium und der Ausübung derselben hin. Sie erhalten Kenntnifs des Ptolemäis chen Systems und bemühen sich es zu vervollkommnen. Unter dem Kalifen Al Marion werden die PlolemäisAien Mond- und Sonnentafeln verbessert. Indefs beschränkt sich die Thätigkeit ihrer Astronomen rücksichllich des Mondslaufs, fast nur auf sehr fleifsiges Beobachten, und in Bezug auf dessen Ungleichheiten fügten sie den Hypothesen des Ptolcmäus nichts hinzu. Albulegnius der um die Jütte des 9ten Jahrhunderts lebte, ist der gröfste Astronom, welcher seit Plolemäus bis dahin erschienen war. Wir verdanken ihm genaue Beobachtungen von vier Mond- und Sonnenfinsternissen, wodurch ein Anhallpunkt in dem leeren Raum zwischen den Alexandrinern und den neueren Astronomen gewonnen wird. Diese setzen uns in den Stand die mittlere Bewegung beider Gestirne prüfen zu können, welches um so nolhwendiger ist, da sielt eine Lücke von 12 bis 13 Jahrhunderten zwischen jenen Beobachtungen befindet. Wenn z. B. Tycho um die mittlere Bewegung der Sonne festzusetzen, ein von ihm beobachtetes Aequinocliuin mit einem von Ilipparch beobachteten vergleicht, so wird er die Anzahl der Tage, Stunden und Minuten die seitdem verflossen, durch die Anzahl der Jahre dividiren und so die Dauer des Jahres scharf bestimmen, da der Fehler in beiden Beobachtungen durch die Gröfse des Divisors verkleinert wird. Zur Conlrolle des Resultats ist es jedoch nützlich in der Zwischenzeit eine recht zuverlässige Angabe zu haben. Berechnet man nun den Stand der Sonne für die Zeit dieser intermediairen Beobachtung und fällt dieser mit dem beobachteten zusammen, so ist man gewifs, dafs die gefundene mittlere Bewegung die richtige sei. Im 13ten Jahrhundert erwarb sich Alphorn, König von Caslilien grofse Verdienste um Astronomie. Er sah ein, dafs die astronomischen Tafeln des Plolemäus noch sehr fehlerhaft waren und lieüs deshalb zu Ende des Jahres 1240 die berühmtesten Astronomen aus allen Ländern nach Toledo kommen, um gemeinschaftlich an deren Verbesserung zu arbeiten. Sie wurden im Jahre 1252 bekannt gemacht und nach ihm die A/phonsim- schen genannt. Unter den spätem arabischen Astronomen zeichnete sich Ulugh Bcigh sehr aus. Er regierte 1473 über Persien, residirte zu Samarkand, und lieferte aufser vielen anderen vortrefflichen Beobachtungen, die besten Tafeln, welche man vor Tycho besafs. §. 143. Den Schatz astronomischen Wissens, welchen die Araber von den Griechen erhalten, überlieferten sie dem neueren Europa, welches aber fast alle Spuren davon erlöschen liefs. Erst mit Purbach und Regiomon- tanus beginnt die Epoche, wo die Astronomie sich durch rasche Fortschritte zu der Höhe aufschwingt, die sie jetzt 181 erreicht hat. Das Copernicanische System erschien in der letzten Hälfte des 16ten Jahrhunderts, fand aber erst zu Anfang des 17ten allgemeinem Eingang und Beifall, vorzüglich durch die Verdienste Galilats und die Verfolgung die er wegen Bekanntmachung astronomischer Wahrheiten erlitt. Er war der erste, welcher die Libra- tion des Mondes bemerkte, verlor aber das Gesicht, als er sich mit diesem Phänomen beschäftigte, und starb nicht lange nachher. Tycho de Brahe, einer der grüfsten Beobachter die es je gegeben, lebte in der letzten Hälfte des 17ten Jahrhunderts. Er entdeckte diejenige Ungleichheit der Mondbewegung, welche man Variation nennt, die Ungleichheiten in der Bewegung der Knoten, bestimmte die Neigung der Mondsbahn, und machte die richtige Bemerkung, dafs die Kometen stets weit aufserhalb dieser Bahn bleiben. Bei der Genauigkeit seiner Beobachtungen entging es ihm nicht, dafs auch nach Anbringung der grofscn Ungleichheiten (Anomalie, Evection und Variation), der Mondlauf gleichwohl der initiieren Zeit nicht proportional war, und dafs man mit der Zeitgleichung, die bei Sonnenbeobachlungen genügte, beim Monde nicht ausreiche, sondern dafs man denjenigen Theil, welcher von der Anomalie der Sonne abhängt, und sogar noch mehr davon abziehen müsse. Kepler wollte die Ursach dieser Erscheinung in einer Veränderung der Erdrotation in der Sonnennähe suchen, wähnend diese könne im Periiielio schneller sein als im Aphelio. Allein nach Vervollkommnung der Uhren, durch Einführung des Pendels erkannte man die Erdrotation als völlig gleichförmig, weshalb Flcimsteed die erwähnte Ungleichheit, welche von der Anomalie der Sonne abhängt, auf den Mond selbst übertrug. Diese Ungleichheit deren Entdecker Tycho ist, wird die jährliche Gleichung genannt, da ihre Periode das anomalistische Sonnenjahr ist. §. 144. TIevel machte sich aufser anderen grofsen astronomischen Arbeiten vorzüglich durch seine Beobachtung der Flecke und der Libralion des Mondes berühmt. Es gab wenig so unermüdliche Beobachter als er. Dem grofsen Bominic Cassini verdankt man eine vollständige Theorie der Libralion des Mondes. Ca- liliii hatte nur die Libralion der Breite untersucht. Ilevel erklärte die Libration der Länge, indem er voraus- selzte, dafs der Mond dem Centro seiner Bahn, deren einen Brennpunkt die Erde einnimmt, stets dieselbe Seite zukehre. Newton verbesserte dieselbe Erklärung, indem er die der Wahrheit gemäfse gleichförmige Rotation des Mondes um seine Axe, bei einer ungleichen Winkelbewegung um die Erde einführte, allein er setzte mit Ilevel die Perpendicularität der Rotalionsaxe auf die Ekliptik voraus. Cassini erkannte durch eigne Beobchtung, dafs sie eine kleine constante Neigung habe, und um Ilevels Beobachtungen zu genügen, wonach die Ungleichheiten der Libration sich nach einem jedesmaligen Umlauf der Knoten compensiren, liefs er die Knoten des Mondäquators beständig mit denen der Mondbahn zusammen fallen, und zwar den aufsteigenden mit dem niedersteigenden. Diese Entdeckungen, nämlich der unveränderliche Neigungswinkel der Mondaxe gegen die Ekliptik, und das Zusammentreffen des aufsteigenden Knotens der Mondbahn mit dem niedersteigenden des Mondäquators, wurden unter dem Namen des Cassinischen Gesetzes berühmt. T. Mayer nahm Cassini s Untersuchungen wieder auf. Die Resultate seiner Messungen in Bezug auf Mondflecke haben wir §. 51. mitgetheilt. Die 27 Beobachtungen des Manilius wandte er an um das Librations- gesetz aufs neue zu prüfen. Es ergab sich für die Neigung des Mondäquators 1° 21)', zugleich aber eine Distanz der beiden, nach Cassini eonincidirenden Knoten von 3° 45'. Doch legt er selbst diesem letzten Resultat kein grofscs Gewicht bei, denn der Natur der Sache nach mufs die letztere Grüfse, wie man auch verfahren möge, stets mit einem sehr beträchtlichen mittlern Fehler behaftet bleiben*). Lalande’s Bestimmungen können, da er nur 3 Beobachtungen Behufs der Verbesserung dieser Werthe zum Grunde legte, nicht weiter in Betracht kommen. §. 145. Inzwischen hatten die grofsen Geometer der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, Enlcr, d’Alemiert und Lagrange, die theoretische Seite des Problems in Untersuchung genommen. Der Letztere namentlich zeigte, dafs das Zusammenfallen der Knoten eine nothwendige Folge der Schwere sei, wenn die Rotations- und Revolutionsperiode einander gleich sind. Laplacc endlich unterwarf die theoretischen Resultate einer neuen Prüfung. Durch seine aufs höchste verfeinerte analytische Behandlung der Aufgabe zeigte er, dafs das Zusammenfallen der Knoten, so wie die Ueber- ®) Die gröfste geoccntrische Variation in der Lage eines Mondflecks, welche durch eine Veränderung ,A73 in der Lage des um i geneigten Mondäquators heryorgebracht werden kann, übersteigt niemals § sin i sin ( für den Ostrand des Tralles 2142 über der Vertiefung. Die nördliche und westliche Begrenzung des Cleomedes ist breit und plateauartig, erstere erhebt sich scheinbar nur wenig über das Niveau der Wallebene. Von einem breiten Gipfel im S. aus erstrecken sich einige schwache Zweige in das Innere. Das Terrain zwischen Cleomedes und dem Mare Crisium bietet mancherlei Schwierigkeiten für die Darstellung. Der Lage nach können die Schatten, die es in beide Flächen wirft, nur kurz sein und man mufs die unmittelbare Nähe der Lichtgrenze ab warten, um einigermafsen ein deutliches Bild zu erhalten. Das Ganze ist, wie schon oben bemerkt worden, eine hohe hüglige Fläche, deren niedrige Vorstufe sich allmählich zum Cleomedes abdacht und von diesem schon bei 40° Beleuchtung nicht mehr zu unterscheiden ist, deren gröfserer südlicher Theil aber als helleres Hochland dem Mare Crisium vorlagert. Es trägt aufser mehrern Gipfeln und Höhenzügen auf seinem Rücken auch noch vier deutliche und mehrere unsichre und unvollkommene Crater, ist von einem östlich vorliegenden kleinern Plateau durch ein dunkelgraues Thal völlig getrennt, hat aber eine deutliche Verbindung mit einem westlich vorliegenden und stärker gegliedertem Hochlande. Im W. des Cleomedes zeigt sich zunächst ein grofser Crater e von 2-j- Meilen Durchmesser mit einigen von ihm auslaufenden Höhenzügen, weiter westlich in ebener Umgebung ein rundes inselartiges Massengebirg (der östliche helle Gipfel unter -J-26 0 34* B. und -}-61° 28* L.) und weiterhin ein allmählich ansteigendes Plateau, auf dessen breitem Rücken in —J—27° 20* und -{-66° 40* ein Crater von 1 Meile Durchmesser liegt, in dessen Wall von N. her ein andrer von nur i Meile Durchmesser eingegriffen hat, der tiefer als der grofse zu sein scheint. An der Westseite fällt das Plateau mit steil abgesetzten Landzungen in die Ebene ab. §. 174. Oriani, eine beträchtliche Tiefe unter -f-25° 20' B. und +73° L. Ein unregelmäfsig gekrümmtes Ring- gebirg von ansehnlicher Tiefe und 7 Meilen Durchmesser. Sein östlicher Wall bildet den Westrand einer ansehnlichen Hochfläche. Vom südlichen Gipfel, neben welchem sich eine Schlucht üfFnet, zieht ein Bergarm nach innen und zwei längere von ungleicher Höhe nach aufsen; im Norden steht ebenfalls ein breiter Berg, der sich bis zum Walle des kleinen aber hellen Craters A (-(“27° 18* B. u. —{—73° 0* L.) fortzieht. Näher dem Rande zu, schon unter -J-80° L. und —J—24-|- 0 bis -J—27 B. liegt Plutarch 21. (Mons Alau- nus H. % der den Seneca mit begreift) von dessen innerer Fläche uns nur wenig zu Gesicht kommt. Doch sieht man unter günstigen Umständen zwei Centralberge. Westlich steht ein hoher Gipfel; von S. aus läuft ein 10 Mei- ÄOl 10 Meilen langer Bergarm südlich und ist an seinem Ende bedeutend hoch; im N. wird Plutarch begrenzt ron der sehr ähnlichen Ringfläche Seneca II. -(-271° bis -j-29j- B. und —j—78° L., die gleichfalls ihren höchsten Gipfel an der Westseite des Walles zeigt. Oestlich neben Seneca ein unregelmäfsiges, kleineres Ringgebirg, und daneben ein heller und hoher Berg Seneca B, dessen südliches Ende -f-29° 38' B. und -j-74° 30' L. *) Die Bergzüge, welche westlich vom Plutarch und Seneca liegen, können nur dann deutlich erkannt werden, wenn 5 —15 Stunden nach dem Vollmonde die Sonne über ihnen untergeht. Auch die Ringflächen selbst sind nur selten bei zunehmendem Monde sichtbar. Die grofse, obgleich optisch stark verkürzte Fläche zwischen Plutarch, Seneca und Oriani zeigt in der* Nähe des letztem, und seinem Westrande parallel, einige unzusammenhängende Gipfelrücken von beträchtlicher Steilheit, das übrige ist fast eben. §. 175. Im N. erstreckt sich ein mit niedrigen Hügelketten durchzogenes, nirgend steile Parthien zeigendes Terrain bis zum Hahn, unter -{-32° 19* B. und —}— 70° 55' L , ein Ringgebirg von 10 Meilen Durchmesser und nahe kreisförmig. Sein aus vielen Gipfeln bestehender westlicher Wall hat gegen 50° Böschung und darf man von diesem auf den gegenüberliegenden (optisch überhängenden) schliefsen, so mufs einem beträchtlichen Theile seiner innern Fläche die Erde stets unsichtbar sein. Im Innern steht ein grofser Centralberg ß und einige niedrige Bergarme gehen von den Wallgipfeln ab. a liegt 1516* über der innern Vertiefung. Im Vollmonde ist Hahn eben so wenig sichtbar, als der benachbarte Berosus Ii. Dieser Name steht auf Riccioli’s Karte neben zwei Ringgebirgen, deren eine wahrscheinlich Hahn, der andre dieser Berosus ist. Man unterschied sie später durch die Bezeichnungen borealis und australis. Beide Ringflächen sind sehr ähnlich, nur ist der Centralberg des Berosus viel niedriger. Dafs wir seinen westlichen Wall 1787‘ hoch fanden, ist wohl noch kein entscheidender Beweis für eine grüfsere Höhe, als Hahn « zeigt. An diesem Walle zeigt sich ein terassenartiger Abhang; ob auch am gegenüberliegenden, läfst sich von der Erde aus nicht entscheiden. Nach aufsen lagern sich 2 kleine Crater an diesen Wall, und zwei Gipfel a und B, letzterer -j-34° 42' und 66° 55', heben sich deutlich hervor. Nach S. zu erscheinen 2 unvollkommne Cratergebilde gleichsam als Fortsetzung der verlängerten Spalte. Ganz isolirt in einer grofsen und hellen Ebene zeigt sich Hahn A unter -j-30° 3' und —{—6S° 5', ein sehr augenfälliger Crater. Gegen Cleomedes hin befinden sich auf einem im Ganzen ebenen Terrain mehrere kleine und einige grö- fsere Vertiefungen, zu denen aber das Thal Burckhardt y u. ß unter —j— 31° 40' B. und -f-59° 10' L. nicht zu rechnen ist, wo blos einige gekrümmte Bergketten parallel neben einander liinstreichen. Von den gröfsern, un- regelmäfsig geformten Ringgebirgen dieser Gegend ist Burckhardt das bedeutendste. Es hat 7,57 Meilen im Durchmesser und ist noch lange nach dem Aufgange der Sonne mit dichtem Schalten bedeckt. Sein östlicher Wall erhebt sich bei a zu einer Höhe von 19S2*- der südöstliche Theil des Walles ist dagegen nur halb so hoch. Erst spät, wenn die niedrigem Berge der Umgegend schon nicht mehr gesehen werden, tritt der Centralberg aus dem Schatten hervor; er ist daher vielleicht bedeutender, als unsre Zeichnung ihn darstellt. Südöstlich bildet sich an seinem Walle eine kleine nicht völlig abgeschlossene Ringfläche, auch mit der westlichen a scheint er durch Bergzüge verbunden zu sein; der kleine helle Crater B hat -}-30 o 20' B. u.-j-59® 2P L. Auch steht Burckhardt südlich mit Cleomedes und nördlich mit Geminus im Zusammenhänge. *) Was Schröter io seinen Fragmenten Tb. I. Tab. VIII. als Plutarch und Seneca aufführt, kann schlechterdings nicht mit dem Riccioli- Mayerschen Flecken dieses Namens identisch sein. Man mufs annehmen, dafs er Berosus und Hahn dafür angesehen, doch auch so erklärt sich seine Zeichnung nur einigermafsen und es ist wahrscheinlich, dafs er zu andern Zeiten wieder die richtigen Flecken im Auge gehabt habe. Aufser Cleomedes, der aber auch dem Bande näher gerückt ist, als ihn die Libralion jemals bringen kann, läfst sich kein einziger Gegenstand auf Tab. VIII. mit Sicherheit auf dem Monde nachweiscn und es scheint, dafs Schröter selbst dies in der FoUe vergebens versucht habe und dafs hierin gröfstentheils der Grund der §. 412. von ihm erörterten „physischen” Veränderungen iu dieser Gegend zu suchen sei. — Man wird uns da* unerfreuliche und unfruchtbare Geschäft erlassen, in der Folge jede Differenz unsrer Karte mit den iSe/zröterschen Zeichnungen speziell zu untersuchen, da wir uns unter diesen Umständen auch aus den gröfsten Unterschieden auf seitdem statlgcfundene Veränderungen zu schliefsen nicht für berechtigt halten können. 26 202 §. 176. Geminus 11. (Montiuni Riphaeorum pars II.) 11,74 Meilen im Durchmesser haltend und fast ganz kreisförmig, einer der augenfälligsten Gegenstände dieser Landschaft. Eine schroff abstürzende Vertiefung, an deren innerm Fufse sich aber doch noch Terrassen zeigen, umschlossen von einem völlig zusammenhängenden, im O. bei a 1929*, im W. 2615* hohen Walle. Die Gipfel des Walles sind schon nicht mehr einzeln zu unterscheiden wenn die Centralberge aus ihrer langen Nacht emportauchen. Beide Centralberge sind übrigens nicht hoch und liegen ziemlich excentrisch*). Nach aufsen zeigen sich am Geminus mehrere starke Terrassen und Ausläufer, im Vollmonde aber findet man ihn nicht leicht heraus. Links neben Geminus ein kleiner Crater C (-{- 33° 45' B. und -j- 58° 9' L.) der aber 8° hell, im Vollmonde der einzige Richtpunkt dieser Gegend, und ansehnlich tief ist. Südlich liegen 3 kleine Crater dicht neben einander, der eine noch im Walle selbst, die beiden andern ganz aufserhalb. In der verlängerten Richtungslinie der beiden letztem zieht sich eine nur bei sehr günstiger Lage des Mondes sichtbare Spalte durch die Ebene fort, wird südwärts von schwachen Höhen begleitet und trifft (verlängert) grade auf den nördlichen Eingang y des Thals bei Burckhardt. Wahrscheinlich hat also eine in der Richtung ßy fortwirkende Kraft jene Bergreihen emporgehoben, und ist bei y durch einen Widerstand zu einer veränderten Richtung genüthigt worden. Der wahrscheinlich schon zu feste Boden vereitelte den Versuch eine Rille zu bilden, es entstand nur eine schwache und wieder zurück- sinkende Beule und die Kraft fand ihren Ausgangspunkt erst in den kleinen Cratern am Geminus. Mit diesem selbst aber, der höchst wahrscheinlich einer viel früheren Bildungsepoche angehört, steht das Phänomen wohl nur zufällig in Lokalverbindung. Auch weiter gegen S. läfst sich die Richtung ßy verfolgen; hier liegt Cleo- medes d in freier Ebene, länglicht, unregelmäfsig, sehr steil und im N. ganz niedrig. Westlich bei Geminus liegt Bernouilli S. und ziemlich eben so tief als sein Nachbar. Wir fanden seinen östlichen Wall 1978* hoch. Schröter glaubte ihn anfangs über 3000* zu finden, überzeugte sich aber später, dafs irgend ein Irrtlium obgewaltet haben müsse. Es rtiacht überhaupt viel Schwierigkeit eine so enge und so stark verkürzte Vertiefung zu messen. Wir konnten weder einen Centralberg, noch Terrassen in ihm wahrnehmen; gewifs ist es dafs er äufserst steil abfalle. Nordwestlich neben ihm bildet sich ein unvollkommen abgeschlossenes Ringgebirg mit deutlichem Centralberg, aber sehr wenig vertieft. Das zwischen diesem Ringgebirg, dem Crater Messala B (-(- 37° 8' B. -f- 58° 46' L.) und dem bereits erwähnten Geminus C liegende Terrain hat im Vollmonde, doch ohne deutliche Begrenzung, eine etwas hellere Farbe, und Bernouilli’s Fläche ist hier grüfsten- iheils mit inbegriffen. Es ist überhaupt zu bemerken, dafs die Farben in dieser Gegend aufser aller Beziehung zur Höhe und Tiefe zu stehen scheinen und dafs nur einige der kleinern Crater sich als glänzende Punkte hervorheben. Zwei dieser 7° hellen Crater liegen westlich von Bernouilli bei c, ein dritter gröfserer, nördlich von jenen, unterscheidet sich dagegen im Vollmonde gar nicht, so wenig als Bernouilli a der doch gegen 800* Tiefe hat. §. 177. Das gröfste aller Kreisgebilde dieser Gegend ist die Wallebene Gauss (Mercurius falsus Mayer) eine sehr stark elliptisch erscheinende Wallebene von 24 Meilen Durchmesser und gegen 400 Quadratmeilen inneren Flächenraumes. Sie ist wahrscheinlich kreisförmig und regelmäßiger, als unsre Karte sie zeichnet. Der höchste Gipfel des westlichen Walles scheint ß zu sein, dem aber die übrigen, auf der Karte einzeln bezeichneten, wenig nachstehen. Ein höchst interessantes Schauspiel gewährt der Sonnenuntergang über dieser Fläche, bei welchem die Gipfel anfangs noch ein zusammenhängendes Ganze bilden, sich dann in mehrere leuchtende Stücke zertheilen und zuletzt nur noch als kleine Lichtinseln aus der Nacht emportauchen. Die Höhen der grofsen Centralketten sind schon früher verschwunden, nicht von der allgemeinen *) Schröter bemerkt, dafs diese Centralhoh«, aufser von Cassini, noch von Niemand gesehen worden sei; auch er hat sie nicht finden können. Dies erklärt sich rein optisch. Wenn grofse Tiefen vom Schatten befreit werden, ist der allgemeine Erleuchtnngswinkel der Gegend schon so bedeutend, dafs eine geringe Zunahme desselben hinreichen kann, die etwa in der Tiefe befindlichen Centralberge des letzten Schattens zu cntblöfsen und sie so unsrer Beobachtung ganz zu enlziehen. Wer mit einem guten Fernglase den Moment der ersten (oder auch letzten) Sichlbarwcrdung solcher Gegenstände hinreichend genau trifft, wirtl sehen, was Andre unter übrigens ganz gleichen Umständen nicht sehen. Dies im Allgemeinen, um die Wiederholung ähnlicher Irrthümer zu verhüten und zugleich aufmerksam za machen, welche Vorsicht bei Schlüssen dieser Art erforderlich sei. 203 Mondnacht, sondern vom Schatten des östlichen Walles getroffen. Neun Stunden nach dem Verschwinden des Westrandes zeigt der östliche ein ähnliches Phänomen. Während eines solchen Sonnenunterganges am 10. September 1832 ist die Zeichnung des Gauss, wie wir sie geben, vollendet worden. Besonders ausgezeichnet ist diese Ebene durch die erwähnte Centralkette, da sich fast nur im W. Humboldt etwas ähnliches wiederfindet. Sie zieht durch den gröfsten Theil des Durchmessers in Meridianrichtung hin und bildet ein isolirtes Gebirg, dessen Hauptgipfel A in -J- 36° 46' B. und -f- 75° 30' L. liegt. — Es müfste ein grofsartiger Anblick sein, in geeigneter Phase und Libration auf dieser Centralhöhe zu stehen, umgeben von einer ungeheuren von Nacht bedeckten Ebene, am fernen Horizont rings herum erleuchtete Berggipfel, über denen auf einer Seite die Sonne, und auf der gegenüberliegenden langsam die noch fast volle Erde emporsteigt. Im O. des Gauss erscheint die helle Ebene nur wenig unterbrochen, die schwachen fast in Meridianrichtung liegenden Züge sind nur dann deutlich zu erkennen wenn über ihnen die Sonne aufgeht*). Der 67. Längengrad wird von -J- 36° 50' bis -j- 40° 15' B. durch eine Thalspalte bezeichnet, welche von sanft geböschten Rändern, und nur an der Ostseite in der Mitte von einem etwas höhern Zuge begleitet wird, und die sich nördlich an einem Crater Messala d endet (so erkannten wir es später nach Ausgabe des ersten Quadranten). Die verlängerte Richtung dieser Spalte würde etwa den Berosus treffen. Oestlich liegen in ebener Fläche aufser mehreren kleinen zwei grofse wenig vertiefte Crater b und f **), weiter nördlich ein andrer e mit einer Centralhöhe, dicht beim Messala. §. 178. Messala R. (Montes Amadoci //.) kreisförmig und 15 Meilen im Durchmesser haltend, eine ansehnliche Wallebene, deren Inneres wenig gegen die äufsere Fläche vertieft zu sein scheint. Der Wall besteht aus mehreren parallelen, tlieils isolirten, theils zusammenhängenden Höhenzügen, allein viel sanfter geböscht als ira Geminus und nur gegen 500* hoch. Die Mitte der Ostseite, wo der Wall am höchsten zu sein scheint, fanden wir 560*. Kleine Längen und Querthäler ziehen sich hinein und zum Theil hindurch. Fünf Crater sind in dieser Umwallung unter günstigen Umständen deutlich zu erkennen; einer liegt am westlichen Thore a der Ebene, dem einzigen von Schröter bemerkten. Den Crater selbst, obgleich einer derselben B auch noch im Vollmonde deutlich sichtbar ist, zeichnet er nicht, auch nur einen einfachen elliptischen Wall und im Innern eine leere Ebene. Bei der grofsen Reichhaltigkeit des in guten Ferngläsern hier erkennbaren Details müfste dies auffallen, wenn man nicht läse, dafs er die ganze Tab. VII. seiner Fragmente von ihm dargestellte Gegend, die von der Nordgrenze des Mare Crisium bis zum Cepheus reicht, innerhalb 3 Stunden beobachtet, gemessen und gezeichnet habe. Wegen der innern Fläche, worin T. Mayer und Cassini zwei Flecke zeichnen, sei hier bemerkt, dafs die ganze den Messala in Meridianrichtung durchziehende Hügelreihe mit Ausnahme zweier Berge ö u. e sehr schwer sichtbar ist und dafs selbst diese beiden in etwa 15° von der Lichtgrenze verschwinden, da sie muth- mafslich eine geringere Böschung und keine ausgezeichnete Lichtstärke haben. Diese Hügelkette im Messala, so wie die stärkere im Gauss und einige andre bereits angeführte Erscheinungen, sprechen übrigens ziemlich deutlich für eine allgemeine Streichungslinie der Bergketten dieser Gegend, welche dann doch keine andre, als die der Meridiane sein würde. Zwar kann der erste Anblick aus oben angeführten Gründen nichts entscheiden, bei genauerer Untersuchung aber findet man mehrere merkwürdige Beziehungen auf eine solche Linie. So sind viele der hier befindlichen Crater und Ringgebirge gerade am nördlichsten oder südlichsten Punkte (gewöhnlicher an letzterem, zuweilen an beiden) entweder ganz offen oder doch durch eine sattelförmige Vertiefung zugänglicher gemacht. Die meisten zeigen vorzugsweise an diesem Punkte *) Hier stehe ein für allemal die Bemerkung, dafs aus der vorherrschenden Parallelität der Bergzüge in allen Mondgegenden kei- nesweges auf ein in eben diesem Verhältnisse gleichartiges Streichen der Mondgebirgc geschlossen werden kann. Denn abgesehen davon, dafs die dem Rande parallele Linie überall die optisch unverkürzte ist, und also auch bei den zufälligsten und verschiedenartigsten Dirnen. sionsverhältnissen als präponderirende Längenrichtung geschn werden mufs, so ist auch ein vom N. nach S. streichender Bergarm überall viel augenfälliger als ein gleich hoher von O. nach W. ziehender, der fast gar keinen Schatten zur Seite werfen kann. Daher wird auch in den Polargegenden die Karte keine solche übereinstimmende Streichung der Gebirge erkennen lassen. Zeichnen aber kann man nicht das, was man aus allgemeinen Gründen mit Wahrscheinlichkeit vermuthet, sondern nur das was man im Einzelnen mit Sicherheit wahrnimmt. “) Auch diese beiden Crater hat Riccioli gesehen, Cassini, T. Mayer und Schröter hingegen nicht. Warum nicht? Sie sind, im VerhSltnifs ihrer Gröfse, zu wenig vertieft und konnten in so grofser Eutferuung von der Lichtgrenze, als Schröter diese Gegend beobachtete, überhaupt nicht gesehen werden. 26 204 irgend eine Besonderheit; einen eingreifenden Crater, einen schlufsstcinartigen Gipfel, eine Spalte, eine auslaufende Bergader, einen Centralpunkt für Höhenverzweigungen (wie der mehrfach erwähnte Messala B) u. dgl. und findet irgend einmal, aufser der optischen Ellipticität, aucli eine wirkliche Statt, so liegt sie stets in dieser Richtung. Es hat also hier unter der Mondoberfläche eine Kraft in Meridianrichtung gewirkt, aber erfolgte die Wirkung vom Aequator nach dem Pole zu oder umgekehrt! Wahrscheinlich das erstere, obgleich keine dieser Bildungen nicht auch durch die entgegengesetzte Annahme erklärt werden könnte. §. 179. Die grofse Einförmigkeit des Lichttons dieser Gegend wird im N. des Messala weniger bemerkt, obgleich die Grundfarbe (5°) dieselbe bleibt. So hat das an Messala grenzende Ringgebirg Schumacher, von S Meilen Durchmesser, aber ebenfalls geringer Tiefe, nur 3£° Licht und eben so seine östliche Umgebung. Auch hier sieht man einen Crater im S. und eine Oeffnung im N., auch ist die Kreisform sehr unvollkommen. Die höchsten Gipfel sind « u. ß im Ostwalle. Nördlich, wo sich ein kleines helleres Plateau anschliefst, sinkt dieser Lichtton bis 3° herab, und westlich, durch einige gleichfalls nur 3° helle Höhen davon getrennt, liegt ein fast schwarzer Fleck von ungleicher Gestalt und mäfsigem Umfange, der an seiner Nordwestseite einen kleinen glänzenden Punkt B zeigt. Diese in hoher Beleuchtung stark ins Auge fallende Lokalität haben wir zu einem Fixpunkt gewählt, mit Struve bezeichnet, und die selenographische Lage des 7° hellen Punktes B durch 9 Messungen auf -f-43° 20' 14 ;/ B. und -J-64 0 47' 4 ;/ L. bestimmt. Struve ist eine nur wenig vertiefte und nicht ganz geschlossene Ebene, deren Dunkelgrau selbst dann noch unterschieden werden kann, wenn schon Schatten die engen Tluiler bedecken. Die gröfste Höhe zeigt nicht der helle Fixpunkt B, sondern der mit a bezeichnele und im Vollmonde nicht aufzufindende Berg. Bei Hevel ist die Gegend des Struve und Schumacher durch Paludes Hyperborei bezeichnet; andre Selenographen benennen sie gar nicht. §. 180. Weiter gegen N. liegt, umgeben von den mannigfaltigsten Gebilden, die besonders auf der Ostseite ein schwer zu entwirrendes Chaos darbielen, das ansehnliche Ringgebirg Mercurius 71. (Lacus Hyperboreus II.). Sein Wall ist gegen 1200‘ hoch, hat sechs wenig ausgezeichnete Gipfel und einige Ausläufer, und in dem 31° hellen Innern zeigt sich ein schmaler Centralrücken- Nur die Westseite des Walles zeigt einige Spur von Schichtung. Westlich vom Mercurius hat sich eine grofse Wallebene gebildet, ist aber durch eine Menge wahrscheinlich späterer Bildungen mancher Art fast bis zum Unkenntlichen zerstört worden. Den westlichen und südlichen Wall kann man von —j— 47° bis —f— 41° Br. verfolgen und die Ebene ist demnach reichlich so grofs als Gaufs. Aber 3 grofse, unregehnäfsige, spaltenartige Vertiefungen mit stark herauslretenden gemeinschaftlichen Wällen (Struve a, b, c,) haben von N. her den ganzen nördlichen und einen Tlieil des östlichen Walles verdrängt, drei ähnliche kleinere Tiefen liegen weiter südwärts, zum Tlieil aufserhalb der Wallebene, und auch in den übrigen Gegenden treten einzelne Gipfel und Crater so stark hervor, dafs das Mondgebilde als ein Ganzes nur wenig ins Auge fällt. Unter dem -j-40° B. findet man ganz ähnliche, durch ihre Seitenwälle mit einander verbundene Tiefen, doch kürzer und weit weniger schroff, aber im Vollmonde durch starken Glanz ausgezeichnet, was bei jenen nördlichen durchaus nicht der Fall ist. Der hellste Punkt ist jedoch alsdann ein kleiner Crater unter —J—41° B. und ^-j-70® L., dessen Glanz völlig 8° ist. Crater und Berge von 6° Helligkeit sind hier überhaupt nicht selten. Nördlich vom Mercurius ist gröfstenlheils weite, freie, helle Ebene bis in die Nähe des Endymion, weiter Westlich einzelne, ziemlich gleichförmig hinstreichende Bergrücken und mehrere einzelne Crater. Wäre die Landschaft, nebst der gegen Cepheus zu liegenden, etwas dunkler, und bestimmter begrenzt, so würde man hier ein Mare erblicken, was dem Mare Crisiuin an Flächeninhalt nur wenig nachstände. Am äufsersten Westrande ist besonders der starke und fast gradlinigte Abfall unter dem 50° B. zu merken, der ohne optische Verkürzung 10mal so lang erscheinen würde; ferner die beiden noch lange nach Sonnenuntergang sichtbar bleibenden Kuppen Mercurius B und A. Selbst die starke Verkürzung des 83° und 85° der Länge ist kein Hindernifs hier noch einige grofse Crater deutlich wahrzunehmen; und die bedeutenden Unebenheiten des Randprofils lassen vermuthen, dafs hier auf der jenseitigen Halbkugel hohe Gebirge liegen. Oestlich bei Mercurius liegt ein Mittelgebirg, wo sich ot, als höchster Punkt auszeichnet, und das läng- lichtc, gleichsam bimförmige Ringgebirg c, nach Süden .zu geöffnet. Eine lange Kette von isolirten Hügeln, 205 anfangs zwei- und drei-, zuletzt einfach, zieht sich durch die freie Ebene zum Endymion und zeigt an einzelnen Punkten gegen 300‘ Höhe. §. 181. Endymion R. (Lacus Hyperboreus superior II.) 17 Meilen im Durchmesser haltend, nahe kreisförmig und der kenntlichste Gegenstand dieses Theiles der Mondoberfläche. Im Vollmonde erblickt man den gröfsten Tlieil der innern Fläche als dunklen Fleck, allein diese Dunkelheit ist nach der Libration veränderlich. Endymion kann nämlich durch diese um nahe 40 Meilen von seinem inittlern Orte bald gegen die Mondmitte, bald gegen den Rand hin, entfernt werden, was auch optisch eine bedeutende Veränderung der Ellipticität verursacht. Die dunkelgraue Fläche hat im erstem Falle etwa 1^° Licht, im letztem wenigstens 2^°. Auch zeigt sich in jeder Lage die östliche Seite etwas dunkler als die westliche, dem Rande näher liegende, und ein Raum von etwa 2 Meilen Breite längs des Fufses der Wallgebirge bleibt rings herum gleich diesem 5° hell, was auf der Ostseite am augenfälligsten ist. Der hohe Wall wird an der äufsern wie an der innern Seite von Terrassen und andern Höhenzügen begleitet und hat überaus zahlreiche Gipfel, ist auch sonst äufserst ungleich. Am östlichen Walle bemerkt man nach innen zwar keine Terrassen, wahrscheinlich aber nur, weil der steile Hang sie uns verdeckt. Im N. und S. erscheint das Gebirg am meisten wild und zerklüftet. Unsre Messungen ergeben für den Gipfel y 1618*, für einen nördlich von diesem liegenden etwa 2 Meilen entfernten 1416, für einen dritten im Nordwesten 1588, für den hohen westlichen 2394, endlich für ß im SW. 1183*. Am niedrigsten scheint der Wall im S. von y zu sein, und hier durchsetzt eine kleine schmale Schlucht sowohl den Hauptwall, als seine Vorhöhen, erst nach 5 Meilen Lauf sich in der Ebene öffnend. Endymion hängt auf allen Seiten mit hellen Gebirgslandschaften zusammen, in denen auch zahlreiche tiefe Crater sicli finden. Seine Fläche selbst läfst keine (auch keinen Centralberg), der Wall nur wenige und nicht ganz regelmäfsige erkennen. Eine grofse Ebene zieht sielt an der Westseite von -j-53^ 0 bis -j-59° Br. herum, sie ist aber fast eben so hell als das Gebirgsland, nur weiter nördlich 4°. Hier liegt der 6^° helle Crater Endymion G, den wir als Fixpunkt durch 8 Messungen auf -J-56 0 28' 30 ,; B. und -[-54° IS' 26 w L. bestimmt haben. Ein ansehnliches Gebirg begrenzt diese Ebene im Osten und zieht zum Strabo hin. Eine breite, grad- linigte Querspalte zieht sielt unter dem -j-58i° B. durch das Gebirge nach NO. hin. — Aufser 2 grofsen Cratern Endyrnion b und Strabo D (—J—ö6° 40 ; B. u. -j-45° 20'L.) zeigen sich liier nur isolirte oder schwach verbundene Gebirge, so wie südlicher zwei nicht vertiefte unregelmäfsige Wallflächen, deren westliche,, zunächst am Endy-. tnion, nur 3^° Licht hat. In der zwischen Endymion, Atlas und Hercules A liegenden Gegend sieht man durchaus nur niedriges Gebirg, welches seinen Schatten schon verloren hat, wenn das Innere der genannten Tiefen erst daraus hervorzutreten anfängt. Deutlich erkennt man hier in den Cratern, Hügeln, Spalten und Rillen zwei auf einander nahe senkrechte Richtungen (obgleich optisch einen schiefen Winkel bildend), nemlich SSW. als Hauptrichtung, und SO. — Die kurze, sich nach End 3 mion zu verlierende Rille bei Atlas ä gehört der letztem Richtung an. Sie entsteht an dem beiläufig 450* hohen Gipfel eines schwach sichtbaren Ringgebirgs S von 3 Meilen Durchmesser und wurde am 6. Febr. 1833 entdeckt. Von mehrern andern schimmerten schwache Spuren, doch konnten wir nicht gewifs über ihre Existenz werden. Atlas s ist gegen 270* hoch und der höchste Gipfel dieser Gegend, wenn man die nächste Umgegend Endymions ausnimmt. Im W. von Endymion ist weit unebenere Landschaft, und die Crater sind gröfser und tiefer. Sie grup- piren sich meistens theils an den Abhängen, tlieils auf dem Rücken eines hohen, dem Rande des Mondes parallellaufenden Gebirgs, dessen Verzweigungen und Krümmungen nicht unbedeutend sind, aber weit weniger hervortreten, als bei senkrechter .Ansicht der Fall sein würde. Zwei Tage nach dem Vollmonde sieht man diesen Bergzug, reich mit Gipfeln besetzt, die Lichtgrenze bilden. Beim weitern Zurückweichen derselben bleiben diese Gipfel noch eine geraume Zeit, einige 24 Stunden lang, in der Nachtseite sichtbar. Messungen gestattet dies Gebirge nur schwer oder gar nicht; es vereinigt sich unter —j-61^° Br. mit der zum Strabo ziehenden Bergkette. Im Vollmonde sieht man das Gebirg nicht, auch von den Cratern nur wenige. Zwei schwache Lichtflecke, die man mühsam bemerkt, gehören dem Crater Endymion c an. Eben so findet man auch die Crater A (-f-54° 46* B. u. -J-62 0 40' L.) und D (-J-52 0 25* B. u. 62° 4' L.) heraus, f u. b dagegen nicht. (Durch eine Verwechslung stellt der Buchstab b auf unsrer Karte bei zwei auf Endymion bezogenen Cratern; der hier gemeinte liegt in -j-66° L.) Dicst beiden Crater liegen in einer gegen 65 Meilen langen und 20 Meilen breiten hügligen Ebene,. die aber ebenfalls 5° Licht hat und bis an die Grenzgebirge des Marc Humboldliauum reicht. 206 Was der Name Zoroaster, der hier auf RiccioH’s Karte steht, bezeichnen solle, können wir nicht entscheiden. Vielleicht Endymion b, vielleicht einen beträchtlich dunkel erscheinenden Theil des Mare Humboldtianum. §. 182. Atlas R. (Macrocemnus Mons H., worunter Hercules mit begriffen ist) südöstlich vom Endymion, 11,92 Meilen im Durchmesser und gegen 100 Quadratmeilen Grundfläche enthaltend. Der südliche Theil ist von etwas geringerm Umfange als der nördliche. Ein reich mit Gipfeln besetzter hoher Rücken bildet den Hauptkamm, der auf beiden Seiten von Terrassen, Ausläufern aller Art, Längenthälern und flachen Gruben umgeben ist, die eine beträchtliche Breite einnehmen. Der Westrand erhebt sich in der Mitte 1391*, nördlicher 1710*, der Ostrand bei ß 1633* über die Tiefe, während die begleitenden Gebirge zwischen Atlas und Hercules nur 577* tiefer liegen, als ß. Die innere Fläche hat 2^°, im Osten und am Rande herum 3°—3*° Licht. Dagegen zeigt der Wall selbst, so wie seine Ausläufer, 5°. Im südlichen Theile neben den Cratern c u. d liegt ein rundlicher schwarzgrauer Fleck von etwa 2 Quadratmeilen, und westlich aufserhalb des Walles der Berg «, der mit seiner nächsten Umgebung 9° Licht hat, übrigens weder sonderlich hoch, noch steil ist. Milten durch die innere Fläche zieht eine Reihe von Hügeln deren höchster Punkt der Centralberg r ist 46° 8' B. -f 43° 40' L.). Nördlich schliefst sicli an Atlas ein kleineres und weit flacheres Ringgebirg e, das nur am Berührungspunkte mit Atlas einige steile Höhen hat. Es ist nicht ganz geschlossen, zeigt in seiner Fläche einen excentrisch gelegenen 5° hellen Berg nebst noch einigen schwächeren, ist auf der Westseite etwas dunkler als östlich und nur kurze Zeit wahrnehmbar. Im N. hängt es durch ein kleines Vorland mit einem grofsen aufserordentlich steil abstürzenden und 5° hellen Crater Hercules A zusammen, dem kenntlichsten Punkte dieser Gegend, der selbst dann noch Schatten zeigt, wenn er im Atlas und Hercules schon verschwunden ist. Sein Centralberg (—{— 51° 10' B. -(- 43° 30' L.) ist schwer zu sehen. Ihm liegt im SO. ein kleinerer, ebenfalls ziemlich tiefer Crater Hercules f zur Seite. Oestlich vom Atlas liegt Hercules 11., 10,05 Meilen im Durchmesser, umgeben von einem westlich 1703, östlich 1669* sich erhebenden schönen Ringgebirge. Dieses ist an einigen Stellen doppelt, namentlich zieht östlich innerhalb des Hauptwalles eine zweite nur wenig niedrigere Kette, beide besetzt mit zahlreichen, in fast re- gelmäfsigen Distanzen auf einander folgenden Gipfeln, was dann besonders im abnehmenden Monde, 3 Tage vor der letzten Quadratur, einen prachtvollen Anblick gewährt. Im Innern ein äufserst deutllicher, aber nicht centraler Crater, der im Vollmonde 8° bis 9° hell ist und dessen nordöstliche Ecke wir durch 9 Messungen auf 46° 23' 12" B. und -j- 38° 23' 6" L. bestimmt haben. Ein zweiter Crater e liegt im Südrande des Walles und kann erst bei einem Erleuchtungswinkel von 10° als solcher erkannt werden*). Die grofse Nähe der beiden Ringgebirge Atlas und Hercules hat doch keine gegenseitige Störung der Form veranlafst; auch ihre Terrassen sind noch durch ein schmales Längenthal bestimmt gesondert. *) Fast von allen kleinern Cratern der Mondoberfläche, die zwischen Gebirgen liegen, gilt die Bemerkung, dafs sie weder in sehr grofser noch in sehr kleiner Entfernung von der Lichtgrenze gesehen werden künuen, und bei den Cratern dieser Gegend ist dies besonders auffallend. Ohne hier eine Bewölkung, physische Veränderung oder gar neue Entstehung zu Hülfe zu rufen, erklärt sich die Sache ganz leicht. Liegt der Crater zwischen höheren Gebirgen, so werden ihn diese auch eine Zeitlang überschatten, und man wird nichts als ein in Nacht liegendes Thal sehen. Beschatten sie aber auch nur irgend einen Theil des Walles, so wird doch der Kreis unterbrochen nnd der übrige Theil als gekrümmter Berg gesehen. Findet auch seihst dies nicht Statt, und sind nur die beiden Seiten des Craters nicht von ganz gleicher Höhe, so wird der Schatten des höhern den liefern bedecken können und nahe der Lichtgrenze wirklich bedecken, folglich wird auch alsdann nur ein Berg aber kein Craler gesehen. Bei zunehmendem Erlcuchtungswinkel werden alle diese Hindernisse gehoben. Verschwindenaber später, bei noch gröfserer Höhe der Sonne, die Schalten mehr und mehr, so treten neue ein. Der Schatten in der Tiefe kann noch sichtbar sein, der in die äufsere Fläche fallende (der fast immer nur unbedeutend ist) wird nicht mehr gesehen. Wenn nun nicht verschiedae Lichtreflexe oder andre Umstände die Deutlichkeit erhöhen, so glaubt man auch so einen Berg statt eines Craters zu erblicken. Oder auch die Tiefe bat keinen Schatten mehr und dann ist es leicht möglich, dafs man gar nichts an dieser Stelle findet. Keinem aufmerksamen Beobachter kann cs entgangen sein, dafs jedes Mondgebilde, Crater oder Berg, grofs oder klein, in irgend einem bestimmten Abstande von der Lichtgrenze das Maximum seiner Augenfälligkeit erreiche; und es folgt ganz von selbst, dafs die feinsten Gegenstände nur in diesem Maximo, aber weder vor- noch nachher, gesclm werden können. Für viele Gegenden aber macht auch die Libration einen nicht unbedeutenden Unterschied, denn von dieser hängt unser Gesichtswirkei üb und es treten optische V er- deckungen ein, die zu einer andern Zeit nicht Statt finden. 20 » Südlich erhebt sich zwischen beiden ein hohes Hügelland mit grüfslentheils länglichten, doch auch einigen runden Bergrücken, deren relative Höhe sehr gering ist. Drei schwer sichtbare Crater zeigen sich hier, unter denen d noch am leichtesten zu finden ist. Unter den westlich bei Atlas liegenden Cratern ist A (-j~ 45° .3' B. -J- 47° 5' L.) der grüfste, tiefste und augenfälligste, b ist ebenfalls bei einem Erleuchtungswinkel von 10° —15° recht gut sichtbar, das ihn in einiger Entfernung excenlrisch umgebende gröfsere Ringgebirg aber verträgt keinen so starken Höhenwinkel der Sonne und ist deshalb mit b zugleich nur schwer und selten zu sehen. Oersted, ein sehr regelmäfsiges aber schwach erhabenes Ringgebirg, was schon bei 15° Beleuchtung verschwindet und dessen schmaler Rücken nach innen höchstens 150* Höhe hat. Im N. ist es am höchsten und hier zeigt sich in der Fläche ein sehr kleiner, kurze Zeit hindurch gut sichtbarer Crater und östlich ein langer, über die äufsere Fläche etwa 60* emporsteigender Hügel, der noch eine Zeitlang nach dem Verschwinden des Ringgebirges sichtbar bleibt. §. 184. Cepheus II. (Mons Trapezus II) nicht grüfser als Oersted aber viel deutlicher, von grofser Steilheit und Tiefe, übrigens sehr regelmäfsig gebildet. Sein Durchmesser beträgt 5,87 Meilen. Die Terrasse an der Ostseite scheint sich nicht rings herum zu erstreken. Der Wall erhebt sich auf der Ostseite 1431* über das Innere, und hat gegen 50° Steilheit. Der westliche Wall wird von einem Crater A durchbrochen, der an Grüfse, Augenfälligkeit und Lichtglanz dem im Hercules gleich kommt und dessen selenographische Lage wir durch 10 Messungen auf -f- 40° 59.' 20" B. und -f- 45° 39' 42" L. bestimmt haben. Durch diesen weifsen Punkt kann man den Cepheus auch im Vollmonde leicht auffinden. Weiter südlich liegt Franklin (wahrscheinlich Schröters Cepheus australis und von Ilevel unter Mons Trapezus milbegrilFen) etwas grüfser als Cepheus*). Ein regelmäfsiger hoher Wall und ein nicht unbedeutender Centralberg (-j- 38° 54' B. -j- 46° 54* L.), der dem Cepheus fehlt, machen das Ringgebirg in schräger Beleuchtung zu einem sehr ausgezeichneten Gegenstand. Der Crater bei « ist dagegen wenig vertieft. Das Ringgebirg hat hier einn Höhe von 1217* und westlich gegenüber von 1369* über der Tiefe, die im Vollmonde 2 1 * Licht hat. Durchmesser 7,18 Meilen. An Franklin schliefst sich «iidlich ein halbes (genauer Zweidrittel-) Ringgebirg f. Auf der Ost- und W estseite ist es ziemlich augenfällig, nach innen steil, nach aufsen äufserst wenig abfallend. Einzelne Ausläufer des Franklin ziehen von N. her hinein. Solche halbe Ringe (und merkwürdig genug alle gegen N. geöffnet) zeigt diese Gegend mehrere. Zwei Tage vor dem ersten Viertel sind sie am besten sichtbar. Von mäfsiger Tiefe, doch aber augenfälliger als Oersted und allenfalls noch bei 35°—40° Beleuchtung zu erkennen, ist das Ringgebirg Berzelius, schön und regelmäfsig gebildet, mit mehrern mittelhohen Gipfeln und Ausläufern, besonders nach N. Das Innere hat 3° Helligkeit. Im Vollmonde ist es nur mit Mühe aufzufinden, da das Gebirg sich zu wenig auszeichnet. Die Tiefe beträgt etwa 160* und für einen kleinen im SW. liegenden Gipfel gegen 200*. Berzelius ist in mäfsiger Entfernung von einer Menge Gruben und Cratern der verschiedensten Art und Gröfse umgeben. Im O. liegt A (-j- 36° 43' A. -J- 47° 58' L.) der so wie ein südlich darüberliegender kaum als Crater erscheint, da der SW. Wall gegen 3mal so hoch als der gegenüberstehende ist. Breite Dämme verbinden diese Crater mit einander. Unter den in der westlichen freien Fläche liegenden zeichnet sich ein kleiner Zwillingscrater aus. Im WSW. liegt der gegen 1000* tiefe und 3 Meilen im Durchmesser haltende Crater Messala a, dessen Rand 6° hell ist und den ein breiter 600* hoher Bergarm mit dem Rande des Geminus verbindet. Parallel diesem zieht im Osten ein 15 Meilen langes 400* hohes Gebirg von Berzelius nach Geminus B. Das Thal zwischen beiden Gebirgen ist 3^° bis 4^° hell und dem Anschein nach völlig eben. Es beginnt unter -j- 28° B. und läuft ;4~ 33° in die hüglige Ebene aus, die sich zwischen Berzelius, Hook und Franklin bildet. Unter -J- 40° 30' B. und -j- 54° 40' L. liegt das wenig vertiefte, und wie die meisten Ringgebirge dieser Gegend unregelmäfsig geformte Gebilde Hook S. 6 Meilen im Durchmesser haltend. Sein niedriges und nicht durch Helligkeit hervorgehobenes Ringgebirg ist im Vollmonde nicht zu finden. Nur der westlich an ihn grenzende Crater d, von 1022* Tiefe, glänzt stark, besonders mit seiner innern westlichen Seite und kann als Orientirungspunkt dienen. °) Unsre Karte macht den Unterschied beider Ringgebirge zu bedeutend, und den Franklin namentlich zu steil. 208 In der weiten Ebene, die sich nördlich bei Hook öffnet, liegen nur zerstreute Bergköpfe, selbst r, der höchste unter ihnen (—}—43° 30' B. u. —[—55° 2' L.) ist ein ziemlich unscheinbarer Punkt. Etwas gröfser als Hook ist das fast dreieckige Gebilde b, mit seinem östlichen Walle sich 512* über die Tiefe erhebend. Niedere Bergadern verbinden es sowohl mit Hook, als mit Atlas. Auf diese Weise ist ein mindestens 2000 Quadratmeilen grofser Landstrich zwischen Endymion, Atlas, Franklin, Messala und Mercurius fast ausschliefslich mit Formen angefüllt, die vermöge ihres Umfangs den bedeutendem Ringgebirgen zugezählt, ihren übrigen Verhältnissen nach aber kaum in diese Kategorie zu gehören scheinen. Denn ihr Inneres ist weder vertieft, noch merklich dunkler, noch sonst irgendwie von der äufsern Umgebung verschieden; man nehme den schmalen Wall hinweg und es bleibt gar nichts Charakteristisches übrig. Der Wall selbst ist meist irregulär, stellenweis geöffnet, mit Gipfeln nicht besetzt, durch Helligkeit nicht ausgezeichnet. Ob diese Gebilde, die übrigens auch vereinzelt in andern Mondgegenden angetroffen werden, in gleicher Weise wie die übrigen Ringgebirge entstanden sind, mufs freilich dahingestellt bleiben, dafs man aber, wenn der Mond ausschliefslich solche Formen darböte, schwerlich auf den Gedanken einer Eruption gekommen sein Würde, scheint gewifs. Mare Humlioldtianum. §. 185. Nur mit grofser Schwierigkeit und bei einem Zusammentreffen seltner günstiger Umstände können Gegenden, die den mittlern Mondrand berühren, gut beobachtet werden und es ist daher nicht zu verwundern, dafs sowohl Hevel als seine Nachfolger diese bedeutende lichtgraue Ebene des Nordwestrandes ganz unbeachtet gelassen haben. Auf lliccioli’s Karte steht nordwestlich vom Endymion der Name Zoroaster bei einem etwa eben so grofsen, den Rand berührenden Flecken, womit wahrscheinlich eins der hier liegenden Ringgebirge gemeint ist, denn das Mare kann er so nicht gesehen haben. Die Fläche war demnach ein neu zu bezeichnender Gegenstand, und zwar ein solcher, der in die jenseitige Halbkugel liinüberreicht, wie man am besten dann bemerken kann, wenn der Mond zugleich voll, 8 Tage über das Perigäum und eben so weit über seinen niedersteigenden Knoten hinaus ist. Wir hätten demnach, um in der bisherigen Weise fortzufahren, irgend einen der geträumten Mondseinflüsse, den uns II. etwa noch übrig gelassen, hervorsuchen müssen. Zweckmäfsiger schien es uns, diesem Mare den Namen des Mannes zu geben, den beide Hemisphären unsrer Erdwelt in allen kommenden Jahrhunderten als denjenigen bezeichnen werden, der sie zuerst durch das Band der Wissenschaft wahrhaft verknüpfte. Es erstreckt sich vom Gipfel E unter -j-54° 4' B. und —j—75° 30' L. bis zu einem tiefen, den Knotenpunkt mehrerer Gebirge bildenden Crater unter -J-64 0 1 5' B. u. -f-78° L.; und ist in der Richtung von N. nach S. 41,7 oder (nach einer spätem Messung am 10. Febr. 1834) 42,4 geogr. Meilen lang. Schwieriger ist seine Breiten-Ausdehnung zu messen. Im Parallel-(-59° bei Endymion b erstreckt es sich vom 71° L. bis zum Mondrande, was für den der diesseitigen Halbkugel angehörenden Theil 39 Meilen Breite giebt. Am genannten Tage aber konnte man die Erstreckung bis zu dem unter -j-96° bis —j— 100° L. streichenden, sehr ansehnlichen westlichen Grenzgebirge verfolgen, und die Messung ergab 55 Meilen. Zugleich erblickten wir etwa in 60° Br. einen westlichen Durchbruch, der bis zur äufsersten Grenze der Libration (etwa 104° L.) verfolgt werden konnte. Da nun zu andern Zeiten die entgegengesetzte Libration den -j-75° L. an den Rand bringen kann, so sieht man alsdann gar nichts vom Mare, sondern nur seine östlichen Grenzgebirge im Profil. — Der gesammte Flächeninhalt, so weit er erforscht werden kann, dürfte demnach 1800 Quadratmeilen betragen; etwas über die Hälfte des Mare Crisium, am nächsten kommend dem Mare Humorum, und gröfser als das Mare Vaporum und der Lacus Mortis. Die graue Farbe, welche die Mareflächen des Mondes auszeichnet, geht in der Nähe des Randes meist in eine lichtere über. Dies ist rein optisch, denn man sieht einen desto gröfsern Theil dieses Mare in grauer Farbe, je günstiger die Libration es darstellt, zuweilen kann das Grau gänzlich verschwinden, wenn die flache von -j-56° bjs —j— 60° ziehende Bergader bis an den Rand des Mondes rückt. In mittlerer Lage erstreckt sich das Grau deutlich bis an diese Kette, nördlicher verliert es sich unbestimmt und es ist stets etwas heller, als die dunklero Theile des nahen Endymion, §. 186. Die östlichen Grenzgebirge sind überall ansehnlich hoch, dabei schroff und gipfelreich. Craterartige Tiefen unterbrechen sie an vielen Stellen, Zwei liefe Crater im -{-54° B. bilden gleichsam die Schlufssleine; nördlich vor 209 vor ihnen liegen 5 schwächere und selten sichtbare. Ansehnlicher und bei weitem deutlicher erscheinen die, Welche sich von aufsen den Grenzgebirgen anlehnen, Strabo a und Endymion b, die sehr lief sein müssen und 6 bis 8 Meilen Durchmesser haben. Wahrscheinlich sind indefs die westlichen Grenzgebirge noch höher. Sie erscheinen auf unsrer Karte nur zum Tlieil, und zwar als Randprofil. Die Bergkuppe in -j- 58° 35' erhebt sich wenigstens 2 /; über die südlich vorliegende Tiefe und etwa 1",4 über den mittleren Zug des Randes. Da aber vom Berge nur eine jenseit des wahren Randes sich emporhebende Spitze gesehen wird, die in —j—95° bis —f-96° L. gesucht werden mufs, so kann er nicht unter 2500* Höhe haben. In -j-57° 10' B. scheint eine grofse gegen O. etwas offene Tiefe zu liegen, die aber auch bei der günstigsten Libralion uns nicht ihr Inneres zeigen kann. Was die Karte hier in ausgeführter Bergzeichnung giebt, sind nur einige niedrige Vorhöhen des Hochgebirgs und weiter östlich einige das Mare durchziehende Bergadern. Jenseit des -f- 60° B. nehmen sowohl die östlichen als westlichen Gebirge an Höhe ab. In der Parallele von Strabo a ist die mittlere Höhe nur etwa 800‘; und die westlichen rücken dem Rande näher; auch ist unter -{-60° B., wie schon bemerkt, wahrscheinlich ein Durchbruch, jenseit desselben sich das Mare in unerforschliche Regionen erstreckt. Unter -J-65 0 B. endlich vereinigen sich beide Züge und schliefsen das Mare ab. Von seiner Mitte aus sind die Grenzgebirge nicht sichtbar und kein Punkt seiner Umgebung kann das Ganze überschauen. Kein Ringgebirg zeigt sich im Innern, nur langgestreckte Bergadern ziehen durch die Fläche hin. So dürftig auch unsre Kenntnifs eines so stark abgewendeten Flächenlheiles immer bleiben mufs, so kann doch nach dem Angeführten kein Zweifel darüber bleiben, dafs wir hier nach Gröfse, Farbe und sonstiger Beschaffenheit ein wahres Mare erblicken, gut begrenzt, wie das Mare Crisium und Ilumorum, und eben so weit als das Mare Frigoris gegen Norden sich erstreckend. In noch höheren Breiten ist nichts zu finden, was an diese Form erinnerte. — Auf Taf. IV. ist des Mare so dargestellt, wie es sich in der günstigsten Libralion zeigt. Sie arktischen Landschaften. Westliche Hälfte. §. 187. Streng genommen würde diese Bezeichnung nur denjenigen Mondlandschaften zukommen, die jenseit des -|- 88° 3f / B. liegen, also einem Kreise von nur 12 Meilen Durchmesser zunächst um den Nordpol, da das mathematische Analogon unsers nördlichen Polarkreises dort so enge Grenzen zieht (§. 19.). Wenn aber schon auf der Erde die mathematisch abgegrenzten Zonen ihren der Physik entlehnten Benennungen nur sehr unvollkommen entsprechen, obgleich Wende- und Polarkreise die Kugel in Räume von fast gleicher Breite theilen, so mufs dies Mifsverhällnifs da noch viel stärker sein, wo die Mittelzone nur -j— und die polaren gar nur t-wvtt der Ge- sammtoberfläche umfassen und beinahe alles den „ gemäfsigten” angehört. Die geringere Neigung des Aequators wird nun zwar eine geringere Verschiedenheit der lokalen Jahreszeiten, keinesweges aber ein gleichmäfsigeres Verbreiten einer und derselben Milteitemperatur über die ganze Kugel zur nolhwendigen Folge haben; und die Landschaften, welche im N. das Mare Frigoris, von beiläufig -j- 62° B. sich zum Nordpol erstrecken, werden demnach gar wohl als zusammengehörend betrachtet werden können. Bei Beobachtungen dieser Gegenden hat man hauptsächlich die Libration der Breite zu berücksichtigen (§. 17.), die übrigens nicht blos den scheinbaren Ort der Gegenstände sondern mehr noch ihre Gestalt verändert. So liegt unter 76° das Ringgebirg Scoresby, dessen optische Breite in mittlerer Libration sich zur Länge wie 0,23 zu 1 verhält. Dies Verhällnifs kann aber auf 0,36 steigen und sich bis 0,09 vermindern, und im letztem Falle deckt für unsern Anblick der südliche Wall die Tiefe ganz, und selbst noch einen Tlieil des nördlichen, so dafs man gar kein Ringgebirg zu sehen glaubt. Dazu gesellt sich noch die Verschiedenheit des Schattenwurfs, so dafs nur ein geübter Beobachter sich in diesen Gegenden unter allen Umständen zurecht finden wird. Im Vollmonde erscheint die ganze Landschaft nach dem Rande zu in 5° Licht, gegen das Mare Frigoris hin in 4°. Eine grofse Menge lichter Streifen, meist Bogen des gröfsten Kreises, doch auch einige mit unregel- mäfsigen Krümmungen, ziehen durch die Gegend hin. Ihr Centrum ist das Ringgebirg Anaxagoras (§. 280.) eines der sieben strahlenwerfenden Gebirge der Mondfläche (§. 106.) und die Streifen erstrecken sich bis gegen Thaies hin. Am deutlichsten jedoch erscheinen sie in der Gegend des Meton und Euctemon, wo sie 6° bis 64° Licht haben, so wie gegen Archytas und Timäus zu, wo sie sich optisch verkürzen, dafür aber in ihrer vollen Breite gesehen werden können. 27 210 Die Streifen können der Gestalt nach am besten mit Radien verglichen werden, denn nur selten conver- giren sie nach aufseh zu. Sie ziehen ohne Unterschied über Tiefen, Ebenen und Gebirge hinweg, daher diese von ihnen bald durchschnitten, bald zur Seite begleitet, bald bedeckt werden. Die Streifen selbst sind aber durchaus keine Erhebungen. Wir haben dies in allen ähnlichen Fällen bemerkt, und auch hier uns deutlich davon überzeugt. Diejenigen z. B., welche die grofse Ebene des Meton durchziehen, sind gewöhnlich länger als die andern sichtbar, da kein Bergschatten sie unterbricht. So zeigten sie sich z. B. noch am 11. November 1832 als schon die Lichtgrenze durch Euctemon und Democrit lief und Metons Umwallung ihrem ganzen Umfange nach ganz deutlich gesehen ward, mithin eine Täuschung über die wahre Lage nicht möglich war, an einer Stelle wo sich eine Erhöhung, die auch nur 20* hoch wäre, dem Auge nicht mehr entziehen könnte sobald sie an die Lichtgrenze rückte. §. 188. Strabo, ein Ringgebirg von 7 Meilen Durchmesser und unregelmäfsig gebildet, im westlichen Tlieile mit hohen Gipfeln besetzt, von denen Gebirgsketten nach SW. ziehen, nördlich niedriger. Zwei Crater lehnen sich von aufsen an. Sein Inneres und die die ganze Umgegend nach S. zu zeigt 3j-° Licht. Von seinem nordwestlichen Walle zieht ein Bergarm südlich, der zu grofsen Höhen emporsteigt. Er theilt sich bei ß wo er 1680* Höhe hat, in zwei Arme, der westliche zieht nach Endymion c, der stärkere östliche aber trifft auf ein gradlinigles Querthal, wendet hier und vereinigt sich zuletzt mit Endymions Walle. In den von Strabo gegen den Rand hin gelegenen Gegenden zeigt sich aufser einem ganz ähnlichen Querthale, wenig Merkwürdiges. Schwache Bergziige unterbrechen die Ebenen, die optisch nur sehr schmal erscheinen und bei Strabo B (-j- 65° 35' B. -j- 65° 30' L.) ganz aufhören. Thaies II ., von Osten her in Strabo’s Ringgebirg eingreifend, regelmäfsiger, steiler, glänzender, aber kleiner als dieser. Er hat im Ganzen 6° und drei Punkte seines Nordwest-Walles 8° Helligkeit. Die höchsten Gipfel liegen dagegen bei « und ß. — Durch 9 Messungen haben wir die Lage des Thaies auf -f- 61° 58' 24" B. und —f- 49° 12' 23" L. bestimmt. Thaies nähere Umgebung ist wenig gebirgig. Nördlich zeigen sich mehrere Crater, unter denen 3 nahe bei einander eine regelmäfsige Reihe bilden. Sie sind 7° hell, und einige kurze Lichtstreifen in dieser Gegend 6°. Ein andrer 7° heller Streifen zieht von Thaies gegen Democrit, verliert zwar östlich an Glanz, ist aber doch deutlich von der hellen südlichen, und noch mehr von der nördlichen Fläche gesondert, die nur 3° Licht hat, so dafs hier ein scharfer Abschnitt, wie der eines Mare gegen ein Bergland, gesehen wird. Der Streifen setzt über mehrere mittelhohe Gebirge weg und eine Menge von Cratern, aber ohne erhebliche Tiefe, liegen in der Gegend umher. Zuweilen sieht man noch einen zweiten schwachem Lichtstreifen südlich von dem grofsen, und ihm parallel. §. 189. An der Grenze des Mare Frigoris zeigt sich Gärtner*) S. ein grofses Gebilde von unregelmäfsigcr Gestalt, halb Ringgebirg halb Bergkranz. Die Nordseite ziemlich hoch, gipfelreich, steil nach innen, aber schwach abfallend nach aufsen; der höchste Punkt A liegt unter -j-59° 50' B. und —}— 35° 12' L. Auch östlich herum ist der Wall wenn gleich niedrig, doch deutlich zu verfolgen, im S. aber verliert man jede Spur. Von den vielen Hügeln, die hier thcils in Zügen, tlieils zerstreut gefunden werden, kann man keinen als Fortsetzung des Walles betrachten, vielmehr sind sie nichts weiter als Bergadern des benachbarten Mare Frigoris, das mit Gärtner gleichen Lichtton hat. Im N. des Gärtner liegt Democrit R ., (Mons Bontas II.) dem Thaies sehr ähnlich, eben so grofs und tief. Der nördliche Tlieil des Walles so wie der Centralberg sind 6° hell, aber verwaschen, und daher in manchen Vollmonden nur mit Schwierigkeit aufzufinden. Den westliehen Rand fanden wir 884*, der östliche bei a mufs indefs beträchtlich höher sein, da er sich selbst über die äufsere Fläche noch 936* erhebt. In Ermangelung eines bessern Punktes in dieser Gegend haben wir Democrit zum Fixpunkt gewählt und seine Lage auf -j-62 0 8* 21" B. und -j-33° 30' 21" L. bestimmt. Democrit ist nur von niedrigen Gebirgen umgeben; nur ein kleiner Gipfel, 5 Meilen von seinem nördlichen Walle isolirt liegend, hat gegen 35° Steilheit. Hier beginnen die diese Gegend besonders auszeichnenden ’) Name eines böhmischen Zwirnhändlers, der zwei Kometen entdeckt hat. 211 Formationen netzartig über die Fläche sich verbreitender Gebirgszüge, wodurch einzelne Räume von sehr verschiedener, zuweilen selbst rectangulärer Form abgetheilt werden. Diese Räume scheinen in gleichem Niveau zu liegen, und haben zur Zeit der Phasen auch eine fast gleiche hellgraue Färbung, die aber in unsrer Karte, welche die Vollmondsfarbe darstellt, nicht angedeutet werden konnte. Zwar kommen auch wohl eigentliche Ringgebirge vor, sie sind aber meistens im Innern eben so flach als alles Uebrige. An Cratern von allen Grüfsen fehlt es ebenfalls nicht, sie liegen aber ohne Unterschied in den Ebenen wie in den Bergreihen. Viele zeichnen sich durch hellen Glanz aus. In der Nähe des Randes sind sie selten mit Sicherheit als Crater zu unterscheiden. §. 190. Schon im NW. des Democrit, zwischen ihm und den Cratern g u. f, zeigen sich einige dieser Formen, breite Kesselthäler ohne Zwischenraum, daher die Kreisform hier von selbst ausgeschlossen ist. Der stärkste Gebirgsarm zieht von Arnold a gegen Westen. Die drei oblongen, durch parallel ziehende Meridiangebirge getrennte Flächen nördlich vom Democrit sind wahrscheinlich Schröters Arnold. Wir haben den Namen zunächst auf die mittlere gröfsere Fläche bezogen, die beiden andern mit a und b bezeichnet. Die Wälle sind ansehnlich hoch, besonders im N. und O. der mittlern Fläche; allein die Pafshöhen betragen hier noch nicht die Hälfte der Gipfelerhebungen, a ist kleiner, als die Hauptfläche, hat aber an seiner Westecke einen sehr hohen gegen 60° steilen Gipfel, b hat nur im Osten ziemlich hohe, sonst sehr niedrige Wälle. C ist ein kleiner aber sehr augenfälliger Crater im westlichen Theile eines ziemlich grofsen, aber flachen Ringgebirges; ein gröfserer und tieferer liegt südlich von b. Im O. des Arnold ist die Landschaft mit ähnlichen, aber nur wenig augenfälligen Formen bis gegen Me- ton hin erfüllt. Doch liegt unter -f-72 0 B. und —40° L. ein grofser tiefer Crater, von dem eine Thalspalte gegen O. fortzieht. Die abgesonderten Flächen, welche die grofse um Meton und Euctemon herumliegende Landschaft bilden, erscheinen säramtlich etwas hügelig. Mitten zwischen ihnen liegt ein Ringgebirg von 4 M. Durchmesser und ansehnlicher Tiefe mit deutlichem Centralberg, im Innern 3° bis 3^°, an der Nordseite des Walles 4°, an der Südseite 6° hell. Es ist wahrscheinlich Schröter's Christian Mayer und auch so auf unsrer Karte bezeichnet. Nördlich von Chr. Mayer findet sich zwischen Hügelketten eine nur 3 Meilen lange und etwa 500* breite Rille, die wir am 11. Nov. 1832 fanden; so wie in der darauf folgenden Nacht eine noch schwerer sichtbare ß südlich vom Chr. Mayer. Letztere endet an einem kleinen Crater, der links neben sich zwei etwas gröfsere hat. Diese letztem sind 5° hell. Mayer b ist ein unregelmäfsiges, vielfach verzweigtes Ringgebirg von nicht unbedeutender Höhe, aber ohne ausgezeichnete Helligkeit; dagegen A unter —j— 59° 0* B. und —J—16° 5* L. ein noch tieferes, als Chr. Mayer; das Innere 3^°, der Rand 5°, und ein Gipfel an der Westseite desselben 7° hell, deshalb unter allen Beleuchtungsverhältnissen gut sichtbar. Was Riccioli unter Meton und Euctemon verstanden haben mag, ist uns so wenig als Schrötern bestimmt auszuinitteln möglich geworden, und eben so können wir auch mehrere hier vorkommende Schrötersche Namen, wie Lexell und Jacob Cassini, nicht nach weisen. Man müfste annehmen, dafs die Mondkugel seit 30 Jahren die ungeheuersten Veränderungen erlitten habe, um jene Zeichnungen zu rechtfertigen. Indefs erwähnt Riccioli in seiner sehr kurzen Mondbeschreibung *), dafs Meton zum Theil über Euctemon hinweg gelegt zu sein scheine, und dieser Umstand pafst am besten auf zwei Ebenen unter -j-72° u. -J- 76° B. die wir deshalb so bezeichnet haben. §. 191. Meton R. (Montes Sarmatici II., mit Inbegriff des Euctemon) ist die gröfste der hier vorkommenden Flächen, ihr Wall, der mehrere grofse Bogen bildet, ist eine Reihe von Gipfeln und Cratern mit schwachem, doch abfer deutlichem Zusammenhänge, dessen höchster Punkt die vorspringende 5° helle Ecke a ist. Wir fanden ihn 830* (eine frühere Messung, die 1320* ergab, ist sicher als verfehlt zu betrachten) und den gegen Süden fortlaufenden breiten Rücken 463*. Das Innere scheint aufser den feinen, auf unsrer Karte angegebenen Gegenständen, worunter der Crater B (+70° 24* B. u. +15° 35* L.) der deutlichste ist, gar keine Unebenheiten zu haben. Von den oben erwähnten Streifen des Anaxagoras durchziehen 4 seine Ebene nach ihrer ganzen Länge *) Almageslus Novus p. I. pag. 204. 27 212 und vollkommen im Niveau derselben, und ein fünfter trifft seinen südlichen Wall, dessen Zuge er aber nur so lange folgt, als dieser die gleiche Richtung beibehält. Euctemon, kleiner und etwas besser abgerundet als Meton, in einer zur Vollmondszeit sehr hellen Gegend, ist schwer zu beobachten. Eine Schlucht r durchbricht seinen Wall, so wie den benachbarten des Meton und bildet einen scheinbar sehr bequemen Pafs. a und ß sind die höchsten Gipfel und ansehnlich steil. — Noch näher dem Rande zu liegen mehrere umwallte Flächen immer hart aneinander, aber die Auffassung des Details wird auch um so schwieriger. Mehrere dieser Wälle müssen beträchtlich hoch sein, z. B. die von 82° bis S5° des Mondrandes reichende, dicht ain Rande ziehende Bergreihe, von welcher wir am 12. Nov. 1832 sechs Gipfel, in tiefer Mondnacht leuchtend, wahrnahmen. Westlich an Euctemon schliefst sich ein grofses und hohes Ringgebirg, in dessen Walle der Crater B in —J— 73° 10' B. und -(-33° 50' L. liegt. Ein zweiter Crater liegt fast central, und zwei kleinere dem erstem gegenüber, wo sich, wie im Euctemon, Schluchten eröffnen und den nordwestlich liegenden Gebirgen zuziehen; unter denen man noch mehrere Ringgebirge und kleine Crater unterscheidet. Doch alles dieses ist im Vollmonde von gleicher Farbe, also nicht aufzufinden. Von ganz verschiednem Charakter ist dagegen das 7,78 Meilen im Durchmesser haltende Ringgebirg Scoresby. Wir haben zwei Versuche gemacht, seine Tiefe zu messen, und müssen bei einer so hohen Breite die Resultate (1342 und 1730*) für gut übereinstimmend halten. Sie beziehen sich auf einen Punkt des Ostwalles. Das Ringgebirg ist rings herum geschlossen und zeigt wenig Ungleichheiten; die angedeuteten Gipfel sind nur mit Mühe zu erkennen, und noch schwerer sein Centralcrater und zwei ihn fast berührende Hügel. Das Gebilde im Ganzen aber ist sehr augenfällig, im Vollmonde 7° hell und einer der besten Richtpunkte in dieser schwierigen Gegend; es überglänzt noch die dasselbe auf allen Seiten umgebenden Lichtstreifen. Zwei gleich grofse, aber kaum ^ so tiefe Ringgebirge b und c liegen nördlich vom Scoresby nach dem Pole zu. Von c zieht ein Bergarm zum Gioja, der schon unter -j-85° Br. liogt und selten als Ringgebirg gesehen wird. Der Durchmesser beträgt 5,58 Meilen. Ein kleiner Crater in 4*87° Br. und -{-4 0 L. liegt wahrscheinlich unter allen Cralergebilden dem Nordpole am nächsten. §. 192. Der Mond-Nordpol fällt zwischen zwei parallel streichende Bergreihen, von denen unsre Karte nur die eine noch einigermafsen darstellen kann, in eine kleine Ebene. Er ist durch keine uns erkennbare physische Eigenthümlichkeit vor den übrigen Gegenden der Kugel ausgezeichnet; die Gebirge veranlassen, wenn sie an den Mondrand treten, zwar merkliche, aber weit geringere Ungleichheiten, als die Höhen am Südpol. Ein Gipfel der diesseitigen Kette ergab in zwei Versuchen eine Höhe von 1515 und 1434* über seinem nördlichen Fufse, also über der Ebene des Pols, die übrigen scheinen geringer zu sein. Die Gipfel dieser Gebirge werden ewig von der Sonne beschienen und kennen keine Nacht (§. 19.), daher auch die Ebenen, namentlich die des Poles, nur den Wechsel zwischen Tag und Dämmerung empfinden. Dafs die Nordpolgegend nicht mit so hohen Gebirgen, wie die des Südpols, bedeckt sei, beweist übrigens am besten die Gestalt der Hornspitzen vor der ersten oder nach der letzten Quadratur. Schon bei 15 bis 20maliger Vergröfseiung sieht man, dafs das nördliche Horn in eine fast regelmäfsige Spitze ausläuft, das südliche aber nach aufsen und innen stark hervortretende Theile und am äufsersten Ende bald diese bald jene Figur zeigt, auch liegen gewöhnlich in der verlängerten Richtung desselben isolirte Punkte bis zu 2 Minuten (30 Meilen) Entfernung vom Pole. In starken Vergröfserungen zeigt sich zwar auch das nördliche Horn niemals rein elliptisch ausgeschnitten, aber die Ungleichheiten sind viel geringer. Nichts spricht übrigens für eine Schneebedeckung der Polargegend. Schon die Farbenverschiedenheiten, namentlich aber die erwähnten Lichtstreifen, deren freilich sehr schwache Spuren unter günstigen Umständen bis in den äufsersten Norden verfolgt werden können, machen das Dasein einer Schneezone, wie die Erde und der Mars sie zeigen, unwahrscheinlich. Die Polarebenc zeigt ganz dieselbe grauweifse Färbung, wie dm übrigen Ebenen dieser Gegend. Es müfste interessant sein, diese physische Parallele noch weiter durchführen zu können, allein dazu wäre eine Kenntnifs der Pole unsers eigenen Planeten erforderlich. §. 193. Zunächst am Gioja gegen Süden finden sich weite ebene Gegenden, spärlich durchzogen von mittelhohen Gebirgen. Weiterhin unterbricht zunächst Barrow diese Einförmigkeit, eine vierfach abgeplattete, und dadurch 213 fast quadratisch gebildete Wallebene von mäfsiger Tiefe. Nur im Osten zeigen sich hohe Gebirge. Hier erhebt sich A (—j—72° 10' B. u. —1° 50' L.) 1473* über die Fläche. Der benachbarte Crater a wird nicht immer als Crater gesehen; die hohen östlichen Berge können seinen Südostwall überschatten, nicht aber den nördlichen, beträchtlich höheren, den man dann als hellen Berg erblickt. Der Gipfel, welcher 2 Meilen westlich von B liegt, erhebt sich 1237* über seinen westlichen Fufs. Durch Barrow, der zur Zeit des Vollmondes 5° hell, während der Phasen aber um vieles dunkler erscheint, zieht einer der erwähnten Lichtstreifen hin und bis zum Chr. Mayer fort. Andre ziehen nördlich und südlich an ihm vorbei, zum Theil auf seinem Walle, alle aber setzen sich weit nach Westen fort. Von Barrow ziehen zwei Bergketten südöstlich und treffen auf den (schon in der östlichen Halbkugel liegenden) Crater Timäus A. Er ist S° hell, hat 1£ Meilen im Durchmesser und ansehnliche Tiefe. Am Fufse des äufsern Walles zeigt sich ein dunklerer Nimbus (4°), der aber weiterhin in 6° übergeht, und worin die erwähnten Bergketten bei hoher Beleuchtung nicht mehr zu unterscheiden sind. Weiterhin verzweigt sich dieser Nimbus in Strahlen, von denen die meisten schon nach kurzem Laufe enden, einige aber weit südlich gegen Ar- chytas, Timäus und in das Mare Frigoris ziehen. — Also ein strahlendes Ringgebirg in verjüngtem Mafsstabe (§. 106.), neben Anaxagoras ein zweiter Centralpunkt jener räthselhaften Radiationen. Zwei dieser Streifen treffen auf zwei Bergketten südlich von Barrow und folgen einigermafsen den Krümmungen derselben, was als Ausnahme von der Regel Beachtung verdient. Wenige Gipfel abgerechnet, sind die vorstehend erwähnten Höhenzüge nur als Mittelgebirge zu betrachten. Aber da, wo die erwähnten Streifen des Timäus A enden, erhebt sich ein längeres, höheres, zusammenhängenderes System von Bergzügen. Der Hauptrücken verbindet die beiden Ringgebirge Chr. Mayer und Archylas; seine Krümmung bei a erscheint optisch viel bedeutender, als sie in der Wirklichkeit ist, denn die Richtung ßu ist etwa S 20" O, die weitergehende S 66° O, so dafs der scheinbar rechte Winkel sich auf die Hälfte reducirt. Es erstreckt sich von -j-64° bis +59° B. und -j-15° bis -}-l 0 L., und hat 32 Meilen Länge. Bei a und ß herum ist es hoch und 4^° hell, die übrigen, obgleich vielleicht eben so hohen Berge des grofsen östlichen Zuges unterscheiden sich im Vollmonde nicht von der 3^° hellen Ebene. Bis -j-94° L. zieht es einfach fort, dann aber treten parallele Ketten dicht heran und das Ganze wird weiterhin ein Massengebirg mit starken Zweigen gegen Archylas und Timäus hin. Das Kessellhal Archytas C, dessen Mittelpunkt -j-63° 30' B. u. +8° 20' L., wird schon von den Streifen getroffen. Die von y nach 8 nördlich bei Archytas ziehende Reihe hat in ihrem Hauptzuge 5 Gipfel, die gleich hoch zu sein scheinen. Im Vollmonde zeigen sich aber y und der mittelste 6° hell, die übrigen sind nicht zu finden. Aelmliche Verhältnisse sind auf dem Monde etwas ganz Gewöhnliches. Die grofsen das Gebirge im O., N. und W. umgebenden Ebenen sind nur wenig heller, als die sehr ähnlichen des Mare Frigoris, das von S. her an das Gebirge tritt. In einer derselben liegt in -j-64° 44' B. tu -j-6° 8' L. der 6° helle und ziemlich tiefe Crater Archytas B. Archytas H., 4,51 Meilen im Durchmesser haltend, ein zwar in jeder Beleuchtung ziemlich augenfälliges, aber leicht mit den benachbarten zu verwechselndes Ringgebirg*). Seinen 6° hellen und oft vom Schatten bedeckten Centralberg haben wir durch 8 Messungen auf -j-58° 24' 1" und -f-4" 13' 3" bestimmt. Die innere Fläche zeigt 4°, der W.- und N.-Rand 7° Licht, während der östliche sich gar nicht auszeichnet und auch viel tiefer ist, als der westliche. Für erstere erhielten wir, von der Tiefe aus, 617*, für den letztem 84a* Höhe. Es mufs übrigens bemerkt werden, dafs Iiiccioli den Namen Archytas in eine Gegend setzt, wo sich auf dem Monde durchaus kein Ringgebirg findet. Bei einer so flüchtig entworfenen Karte darf dies nicht Wunder nehmen. Wir haben das von Schröter dafür angenommene Gebirg so bezeichnet. Hügelketten und Gipfelreihen umgeben Archytas von allen Seiten, allein sie sind sämmllich nur unter sehr günstigen Verhältnissen sichtbar. Der im Mare Frigoris liegende Archytas A (-(-55° 20' B. u. 6° 38' L.) ist im Vollmonde nicht so hell, als jener, obwohl ihm sonst ziemlich ähnlich. Noch liegen südlich bei Chr. Mayer zwei Gebilde, unter denen A (59° 0' B. u. —J— 15 p 5' L.) beträchtlich steil, im Innern 3x°, im Walle 5° und in seinem westlichen Hochgipfel 7° hell, aber ohne Centralberg; das *) Timäus. Archytas, Chr. Mayer, Archytas A. nnd Chr. Mayer A. (HevcTs Scopuli Hyperhorei). sind etwa gleich tief, von- nicht sehr verschiedenen Durchmessern und in ähnlicher Umgebung liegend. Oft sind einige von ihnen noch nicht sichtbar oder schon za weit ins Licht gerückt, und dies kann den angehenden: Beobachter, zumal bei unvollkommneren Mondkarten, leicht irre führen. 214 andre b ein unvollkommnes Ringgebirg, wie uns die Mondfläche sehr viele zeigt, wenn Bergketten von ver- schiedner Richtung und Gestalt auf einander treffen und eine etwas rundliche, wenig oder gar nicht vertiefte Ebene umschliefseu. Mare Frigoris. 'Westliche Hälfte. §. 194. Die Unbestimmtheit der Begrenzungen auf dem Monde wird nirgend so fühlbar, als in den dem Rande nähern Gegenden, wo die Farben sich weniger abselzen und von den Bergformen fast nur Profile gesehen werden. Dies ist der hauptsächlichste Grund, weshalb wir auf die genauere Bestimmung der Arealgröfsen solcher Landschaften verzichten müssen. Das Mare Frigoris R. (Mare Hyperboreum TI.) erscheint im Vollmonde nur als ein blafsgelblicher oder vielleicht grünlichgelber Schimmer, dessen erste Spuren schon in der Gegend des Endymion und Hercules Vorkommen, dessen gröfste Intensität jedoch erst im NW. des Aristoteles und weiter östlich bis Plato Statt findet. Seine Längenerstreckung von W. nach O. ist viel bedeutender, als der Querdurchmesser, und da dieser auch noch optisch fast um die Hälfte verkürzt wird, so kann das Ganze, besonders bei nicht ganz günstiger Beschaffenheit unsrer Athmosphäre, das Ansehen eines schmalen Nebelstreifens darbieten, wie sie häufig an unserm Horizont in derselben Richtung wahrgenommen werden *). Zur Zeit der Phasen sind die Unterschiede der Färbung noch unbedeutender, und man erblickt eine Fläche, die weniger gebirgig als die umliegende Landschaften, mit isolirten Cratern, so wie mit Bergadern in verschiedenen Richtungen, versehen ist. In der Nachtseite des Mondes findet man seinen Ort mit ziemlicher Sicherheit durch den Contrast gegen die hellem Randlandschaften, aber an bestimmtem Orientirungspunkten fehlt es alsdann gänzlich. Der hier zu beschreibende westliche Theil der Fläche wird beiläufig durch Gärtner, Democrit, Chr. Mayer und Arcliytas im N., so wie durch Hercules, Baily, Aristoteles und Egede im S. begrenzt. Im westlichen Theile, zwischen -j-40° und -j-25° L. ziehen zwar die Bergadern nach allen Richtungen und durchkreuzen einander höchst mannichfaltig. Bei genauerer Betrachtung merkt man aber dennoch, dafs die stärksten, längsten und am besten sichtbaren die S. oder SW. Richtung nehmen. Für die übrigen mufs man stets eine sehr günstige Beleuchtung abwarten. Isolirte Hügel trifft man wenige, wohl aber mehrere Crater, und zwar die gröfsten und deutlichsten auf einer Linie, welche die Ostränder des Democrit und Aristoteles berührt: Democrit A, B, c, Aristoteles B und C. Letzterer glänzt in 6° Licht, kann unter allen Umständen bequem und sicher aufgefunden werden und liegt nach unsern 10 Messungen in —j— 57° 26* 3" der Breite und -f-23° 33' 42" der Länge. Weiter östlich zwischen Aristoteles C und Archytas zeigen sich keine eigentlichen Bergadern mehr und die gelbliche Farbe des Mare fällt mehr in die Augen. Eine ziemlich deutliche und gradlinigte Rille zieht von SW. nach NO. zum 5° hellen Crater Chr. Mayer C (-{-57 0 30' B. und -j-23° 54' L.). Weiter östlich bei E und •>1 einige ansehnliche Berge, und zwischen und -j~6° L. eine grofse Menge kurzer, schmaler, sehr niedriger Rücken ohne erkennbaren Zusammenhang und von gleicher Farbe mit dem Mare. Von NO. her ziehen einige Streifen des Ringgebirgs Anaxagoras in das Mare hinein und verlieren sich bald. Der bedeutendste unter ihnen tritt beim Berge Arcliytas y in die Fläche. Jenseit des Archytas ziehen noch einige niedrige Rücken in SW, Richtung und kleinere in andern divergenten, grade wie im westlichen Theile. Diese allgemeine Uebersicht genüge liier. Was noch im Einzelnen zu sagen ist, werden wir bei den Landschaften anführen, die oben als begrenzende bezeichnet worden sind. Jäicus ittortis. §. 195, Der Lacus Mortis R. erstreckt sich von —j—36° bis —j— 23° 30' L. und von +43° 30' bis -j-50° B.; ist nahe kreisrund, hat von W. nach O. 34 und von N. nach S. 31 Meilen Durchmesser und gegen 750 Quadral- *) Wenn eine neblige Wolke über den Mond zieht, so ist die Aehnliclikeit zwischen dieser und dem Mare Frigoris meistens so grofs, dafs ein Unkundiger das letztere gleichfalls für eine solche Wolke hält. 215 ineilen Flächeninhalt, erscheint aber der optischen Verkürzung wegen als eine Ellipse, deren kleine Axe % der grofsen ist. Die Farbe ist im Ganzen weniger dunkel als in den grofsen grauen Ebenen, doch hinreichend um in jeder Beleuchtung die Fläche von ihrer Umgebung deutlich zu unterscheiden. Die umliegenden Berglandschaften sind zwar nirgend von Alpenhöhe und auch nicht völlig zusammenhängend, aber doch gegen das Mare hin ziemlich steil, dabei stark durchfurcht und zerrissen. Im Osten zeigt sich der 9 Meilen lange und gegen 50° steile Rand eines hohen hügligen Plateaus (M o n- tes Peuce II.) dessen höchster Gipfel Bürg B an seiner südwestlichen Ecke liegt. Die übrigen auf seinem Rücken zerstreuten Höhen und Tiefen sind weniger bedeutend, auch zeigt sich in ihnen keine gemeinschaftliche Rieh- tung. Weiter gegen S. ist der Abhang des Hochlandes ungleich sanfter und mit kleinen Vorhöhen in die Ebene verlaufend. — Von B nach Bürg zieht eine erst Oct. 1836 von uns entdeckte, etwas gekrümmte Rille. Die Südostecke des Mare bezeichnet ein steiler Gipfel, vor welchem noch eine sehr niedrige, schmale, schwer erkennbare Hügelkette hinzieht. Dicht südlich neben ihm ein schwacher Crater Bürg B (+43° 22' B. und —j-23° 25' L.) und westlich von ihm eine zum Plana ziehende von Thälern durchbrochene Bergkette die weiterhin an Höhe abnimmt, weniger augenfällig ist als das östliche Plateau und geringere Erhebungen zur Seite hat. An der Südgrenze des Lacus -f-42^° B. und —J—2S° L. liegt das Ringgebirg Plana, 5 Meilen im Durchmesser haltend. Die ganze Landschaft ist hier herum erhöht, wie man deutlich am Abfalle der Bergadern, die östlich und südlich das Ringgebirg umgeben, wahrnehmen kann, und die höchste Gegend die, welche Plana und Mason einnehmen. Das Ringgebirg des Plana hat wenig Zusammenhang, seine höchsten Gipfel sind im W., auch ist der Böschungswinkel höchst ungleich. Die Gipfel im W. haben bis 50°, die Gegend bei C etwa 35°, andre Punkte des innern Abhanges 20° bis 25° Steilheit; nach aufsen ist sie nur wenig geringer und gleichfalls sehr verschieden; daher die innere Fläche Plana’s etwa im Niveau des Lacus Mortis oder noch höher liegt; in der Mitte steht ein kleiner aber deutlicher Centralberg. Plana gehört zu den Ringgebirgen deren Inneres convex aufgetrieben ist. Nordwestlich liegt ein kleiner Crater im Ringgebirg selbst; östlich davon ein gröfserer V T Meile im Durchmesser, tiefer und augenfälliger als Plana, und westlich in der Fortsetzung des Hochlandes die bedeutende, völlig concave Tiefe Mason, 3 Meilen im Durchmesser und sehr augenfällig. Das Ringgebirg gegen S. ist nur eine Terrasse des von Plana nach SW. ziehenden starken Höhenzuges, gegen N. tritt es selbstständiger, obwohl hücht ungleichartig, hervor und dicht neben dem Gipfel a liegt ein sehr kleiner doch ansehnlich tiefer Crater. Die Tiefe des Mason beträgt 951 ‘ unter dem Ostrande. Ein Centralberg ist in ihm nicht zu erkennen; freilich müfste er auch ziemlich bedeutend sein um hier wahrgenommen zu werden. Hier lassen die Berge eine Lücke, und ein Arm des Mare geht in* Westen des Mason hindurch zum Lacus Somniorum. Dieser Durchbruch liegt 556* unter dem Westrande des Mason. Gegenüber im Westen ein labyrinlhisches Gebirgsland; ein höchst bunter Wechsel fast aller möglichen Formen auf geringem Flächenraume, zu dessen vollständiger Darstellung stärkere Instrumente als das unsrige erforderlich sein dürften. Ueber 600* scheint indefs keine dieser Höhen aufzusteigen. Westlich von dem ziemlich hohen Mason p liegt ein kleiner Crater, und von da aus zieht sich ein stark gekrümmtes tiefes Thal mit mehreren Seitenarmen nach WSW. dem Lacus Somniorum zu. Die Crater am Rande der Landschaft sind in jeder Lunalion nur einen höchstens zwei Abende deutlich siehtbar: Den westlichen Grenzstein des Lacus bildet der oben beschriebene Hercules. Weiter nördlich hängt er vermittelst mehrerer breiten Durchgänge mit dem Mare Frigoris zusammen, und die Grenze kann nur unvollkommen verfolgt werden; im -j-50°' B. und -(-35° L. durch einen schönen elliptischen Bergkranz, der eine nur wenig vertiefte Fläehe umgiebt, dessen kenntlichsten Punkt der Crater Baily B (-j-50° 27' B. und +34° 31' L.) bildet, und zwischen welchem und Baily c ein geringer Uebergang des Lichttons 3^° in 3° und 24° erfolgt; weiter östlich durch einen ähnlichen Bergkranz Baily, kreisförmig, etwas mehr vertieft, von sehr ungleichen Gipfeln und einem 5° hellen Crater D (-J-50 0 19' B. und + 30° 0' L.) gebildet (auch hier liegt, wie an vielen Stellen, der Crater zwischen den hüehsten Bergen) und weiter südöstlich durch hüglige Plateauflächen, deren letzte mit den oben erwähnten östlichen Grenzgebirgen und ihrer Hochfläche zusammenhängt. Der Westrand des Baily erhebt sich 337* über den westlichen Fufs und etwa 400 über den innern östlichen. Die Plateaus sind ebenfalls mäfsig erhöht und man bemerkt nur gegen, das Mare Frigoris hin bei Baily a und p, so wie nach der Seite des Lacus hei y und 6 einige steilere llandgipfeL 216 Alles was hier als Nordgrenze des Lacus bezeichnet worden, kann jedoch nur in sehr schräger Beleuchtung wahrgenommen werden und verschwindet im Vollmonde spurlos- Bei Baily herum sieht man einige theils hellere, theils dunklere Flecke oder schärfere Lichtpünktchen, den erwähnten Cratern theilweise entsprechend; dagegen kann man alsdann den grofsen Streifen, der vom Menelaus kommt und das Mare Serenitatis lialbirt, weiter durch den Lacus Mortis und fast bis zum Thaies hin, obgleich höchst unbestimmt begrenzt und in mattem, verlöschendem Lichte, verfolgen. §. 196. Die innere Fläche selbst ist von kurzen zusammenhängenden Hügelreihen, vorherrschend in Meridianrichtung, durchzogen. Die stärkste Kette zieht von Bürg gegen N. trifft auf dafc Plateau bei Baily y, und vereinigt sich sodann mit dem Rande desselben. Eine zweite Kette entspringt bei Mason a, zieht in derselben Richtung wie die vorige, ist aber sehr wenig zusammenhängend und nur bei Mason herum in einigen Punkten 60 bis 80‘ hoch, weiter nördlich verliert sie sich und ihre letzten Spuren, bei Baily A sind kaum noch wahrzunehmen. Eine dritte zieht vom Hercules aus nach ONO-, sie ist noch schwächer als die vorige, und ganz ohne Zusammenhang. Baily A (-{-48° 35* B. und —30° 24' L.) ist unter den kleinern Gebilden des Lacus Mortis der tiefste und sein Wall 5° hell; er erhebt sich 278* über das Mare. Weit weniger vertieft sind die beiden zwischen Bürg und Hercules liegenden, die durch eine flache Erhöhung verbunden und an den einander zugewandten Seiten von geringerer Steilheit als an der abgewandten sind. Der nördlichste Bürg A liegt -j-46° 33' B. und +32° 20' L. Noch findet sich zwischen Baily und Bürg ein kleines nahe dreieckiges Plateau, das 7 Gipfel mit einander verbindet deren bedeutendster an der Südspitze steht. Im Vollmonde sieht man rechts nahe bei Hercules noch einen matten Lichtpunkt, es ist der Crater B unter —47° 32' B. und -{-35° 55' L. Bürg (Mons Ambenus H. worunter Mason, Plana und Baily mit verstanden sind) ein Ringgebirg für dessen Centralberg unsre 8 Messungen —{— 44° 57' 9" B. und -j- 27° 31' 57" L. ergeben, ist der augenfälligste Gegenstand der ganzen Landschaft und liegt in mittlerer Libration fast genau auf der Linie Hercules — Cassini. Eine kreisförmige, 6 Meilen im Durchmesser haltende, nach innen deutlich concave und vielleicht nie ganz schattenfreie Tiefe, nur dafs wir natürlich die Schatten nicht sehen können, die zur Zeit des Vollmondes von S. her hineinfallen. Auf dem hohen Kamme des völlig geschlossenen Ringgebirgs lassen sich 5 Gipfel unterscheiden deren keiner stark hervorragt; die sich anschliefsenden Bergadern, die oben erwähnte nördlich ziehende ausgenommen, sind sehr kurz und niedrig, so dafs man sie meistens gar nicht bemerkt, sondern Bürg ringsherum von freier Ebene umgeben zu sein scheint. Doch ist seine Umgebung merklich heller und selbst die Begrenzung der lichten Fläche, besonders nach Süden zu, deutlich zu erkennen. Der Centralberg hat 5° Helligkeit, das Innere 3°, ein dunkler Fleck im N. nur 2° und der hohe Rand reichlich 4°. Bürgs Ostrand erhebt sich 1064* über die innere Tiefe, auch nach aufseu ist der Abfall nicht so unbedeutend als sonst bei vielen grofsen Ringgebirgen und beträgt gegen 500*. I.acuN Soianiorum. §. 197. Lacus Somniorum II.. (Lacus Borysthenes und Sinus Cercinites H. unter jenem der östliche, unter diesem der westliche Theil der Fläche verstanden) ein unregelmäfsig geformtes Zwischenglied, dessen Flächeninhalt nicht ohne grofse Willkühr angegeben werden kann. Im W. liegt das Gebirgsland des Oersted, Cepheus, Franklin, gegen S. die Berglandschaften die sich dem Posidonius anschliefsen, nebst dem Mare Serenitatis; gegen O. greift der Lacus busenförmig in eine Hügellandschaft ein, gegen N. endlich trennen ihn schwache Höhenzüge und die oben beschriebenen Ringgebirge vom Lacus Mortis. Der —30° L. theilt die ganze Fläche in zwei dem Areal noch ziemlicli gleiche Tlieile und in eben dieser Gegend ziehen die Bergadersysteme vom Posidonius zum Mason und Plana. Dieselbe Richtung wird auch beiläufig durch drei bedeutende und jederzeit leicht aufzufindende Crater bezeichnet. Der südlichste dieser Crater liegt dicht nördlich bei Posidonius B, ist aber gröfser als dieser und hat östlich einen doppelten Abfall nach aufsen zu. Sechs Meilen nördlicher liegt Posidonius C (-j— 35° 33' B. und 217 •j-30 0 34' L.) mit deutlichem Centralberge und 440* über die im Westen liegende Fläche sich erhebend. Er ist mit dem vorigen durch schwache Bergadern verbunden. In der kleinen Ebene nördlich bei C finden sich 3 ungemein kleine, etwa im scheinbaren Durchmesser haltende Crater, die nur mit grofser Mühe erkannt werden können. In dem hügligen und etwas hellerem Lande nordwestlich von C findet sich nur ein steiler Berg A unter -j-38° 12' B. u. -j-32° 16' L., der sich 517* über die westliche Ebene erhebt; alle übrigen sind kaum 150* hoch und hängen untereinander nicht deutlich zusammen. Noch weiter nördlich ein grofser und tiefer Crater Posidonius D, dem vorigen sehr ähnlich und gleichfalls einen Centralberg enthaltend. Der östliche Wall erhebt sich 1118* über die innere, der westliche 325* über die äufsere Fläche. — Auch von ihm ziehen schwache Bergadern nach allen Seiten, zugleich aber einige stärkere Rücken, z. B. die schon oben erwähnte vom Plana herüberstreichende Bergkette, und mehrere zusammenhängende nach Mason zu, die unter -J-41 0 10' B. u. -j-32° 0* L. eine Höhe von 334* über dem Lacus zeigen. Alle diese Crater sind auch im Vollmonde bequem zu beobachten; ihre 6°—7° hellen Ränder umschlie- £sen eine dunklere Tiefe nnd eine Verwechselung mit andern Punkten ist nicht leicht möglich. Die Unebenheiten des Terrains sind jedoch nicht diesen Bergadern allein zuzuschreiben. Das Niveau des Lacus ist in dieser Gegend schon an sich so verschieden, dafs man ihn nicht leicht mit dem benachbarten Mare Serenitatis in Ein Ganzes zusammenfassen wird. Man betrachte die Lichtgrenze, wenn sie 5 Tage nach dem Voll- oder Neumonde vom Posidonius gegen das Vorgebirg E rückt. Durch das Mare zieht sich ein regelmäfsi- ger elliptischer Bogen, nur bei den Bergadern etwas unterbrochen; durch den Lacus hingegen eine unregelmäfsige Linie von sehr verschiedenartiger Schatlirung, und man überzeugt sich alsdann, dafs zwischen den oben genannten Punkten eine Menge kleiner unscheinbarer Hügel und Landwellen, nördlicher aber nach Plana zu eine grofse beulenförmige Erhebung liegt, der sich nach mehrern Seiten hin niedriges Vorland anschliefst. Damit scheint dann auch die ungleiche Farbe dieser Gegenden in Verbindung zu stehen. Wäre die Vorstellung von einer Wasserbedeckung auf dem Monde zulässig, so würde das Mare Serenitatis mit einem tiefen Meere, von Inseln und Inselketten durchzogen, der Lacus Somniorum hingegen mit einem flachen Gewässer, welches die Unebenheiten des Bodens durchscheinen läfst, verglichen werden können. Weiter im Osten, wo der Lacus einen grofsen Busen bildet, ist zwar das Terrain an sich scheinbar gleichförmiger, aber statt der Bergadern zeigen sich hier mehr Inselberge von geringem Umfange und relativ nicht unbedeutender Höhe. Crater sind hier herum wenige zu finden, und diese sind weder besonders tief, noch durch Lichtstärke ausgezeichnet. §. 198. Der westliche Theil des Lacus zeigt ein gleichförmigeres Niveau und weniger Bergadern als der östliche, dagegen mehr Crater und einzelne Hügel, die sich in der Nähe der benachbarten Hochländer allmählich zu ansehnlichen Höhen erheben. Zu den augenfälligsten und hellsten Gegenständen gehören die Crater Posidonius K (-j-35° 29' B. u. 33° 32' L.) und I (—f—35° 38' B. u. —f— 36° 32' L.), ihr Wall ist aber sehr wenig über die Fläche erhaben. Etwas südlicher liegen zwei andre, durch einen bogenförmigen Höhenzug Posidonius 4 verbunden, der in voller Beleuchtung eine schöne helle Insel bildet, und noch ein sehr kleiner Crater isolirt; im Nord- weslen aber der ebenste Theil des Lacus, in dem man aufser mehreren kaum noch sichtbaren Cratern nur an den Grenzen herum geringe Ungleichheiten bemerkt. Das östlich und südlich des Cepheus liegende Hochland von etwa 200 Quadratmeilen zeigt sich zwar stark gegliedert, gleichwohl ist sein Rand rings herum mit Bestimmtheit zu verfolgen, wenn man es etwa 24 Stunden nach dem Aufgange oder vor dem Untergänge der Sonne betrachtet. Näher der Lichtgrenze sind die Schatten zu lang, und mehrere niedrige Landzungen bereits damit bedeckt; in höherer Beleuchtung fällt das Ansehen eines Hochlandes ziemlich weg. Einzelne Gipfel erreichen zwar 500*, die Gesammterhebung ist aber kaum 200*, und die Ränder, obwohl scharf gezeichnet, doch nur an wenigen Punkten steil. Der Rücken ist überall uneben; im SO. zeigt sich ein grofser, tiefer, sehr augenfälliger Crater Cepheus B unter -j-37° 14* B. und —39° 6' L., um den sich auf allen Seiten Berge gelagert haben, und westlich 3 kleinere von geringer Tiefe, unter denen Cepheus C (-f-38° 34' B. u. -j~41 0 38' L.) der hellste ist. Als Crater sieht man sie indels nur kurze Zeit. Oestlich vom Hochlande ziehen von ß an inselartig, allein nur durch sehr enge Thäler geschieden, einige nicht unbedeutende Berge und noch ein kleines unrcgelmäfsigcs Plateau ö, von dem sich Bergadern bis zum Crater Posidonius D ziehen. 28 218 Eine Linie vom Cepheus nach Römer trifft ohngefähr den westlichsten Punkt des Lacus. Was noch Weiterhin als Ebene gesehen wird, wenn die Beleuchtung schon weiter vorgerückt ist, zeigt doch sehr viele, wenn gleich sanfte Hügel und ist auch beträchtlich heller, also etwa nur ein Vorland des Mare. In das Hoch- land des Taurus dringen mehrere Busen ein. Die schon von Lohrmnnn (Topographie der Mondoberfläche §. 84.) beobachtete Rille Posidonius £ sahen wir am 26. Jan. 1833, aber weiter nach Süden ziehend, als er sie dort auf Sect. III. gezeichnet hat, und ihre Richtung liefs sich als flaches und erweitertes Thal noch bis zu einem kleinen steilen Berge unter -}-30° B. u. -J-35 0 25' L. verfolgen. Gewissermafsen bilden auch noch die Landschaften, welche südlich von Atlas und Hercules bis zum Parallel des Cepheus und Posidonius D sich erstrecken, einen Nebentheil des Lacus; ihre Farbe ist aber doch merklich heller, und die von verschiednen Seiten hereindringenden Gebirgsadern sind nur durch kurze Strecken getrennt. Sie bieten auch nichts besonders Ausgezeichnetes dar; die Crater und Bergadern sind von ähnlicher Beschaffenheit, wie die vorhin erwähnten. Hochland des Taurus. §. 199. Ilevcl bezeichnet dieses grofse Hochland mit Taurica Chersonncsus; bei Späteren findet sich keine allgemeine Bezeichnung. Wir begreifen darunter die ansehnliche Berglandschaft, welche von dem Mare Sereni- tatis im Osten, dem Lacus Somniorum im Nordosten, dem Mare Tranquillilatis und Palus Somnii im Süden begrenzt wird, im Westen aber an die §. 172 bis 184 beschriebenen Ringgebirgslandschaften stöfst. Sie theilt sich deutlich in eine Hauptmasse im Norden und zwei Nebengruppen im Süden und Südwesten, in der ersten sind Römer und Posidonius, in der zweiten Vitruvius, in der dritten Proclus und Macrobius die kenntlichsten und wichtigsten Objekte. Mit Ausnahme einiger wenigen Crater und Berge, die ein helleres, und einiger Ringflächen, die ein dunkleres Licht zeigen, ist die Färbung des nördlichen Theiles dieses grofsen Landstrichs fast ganz monoton und die Unterschiede so gering, dafs sie in kleinern Flächenstrichen unbemerkt bleiben würden. Man kann 4° Helligkeit als allgemeinen Grundton betrachten; wogegen im Süden bei Vitruvius eine aufserordentliche Mannichfal- tigkeit der Lichtreflexe angetroflen wird. Eben so einförmig ist im Ganzen die Gestaltung; der einzige Römer hebt sich unter den vielen Ringgebirgen bedeutend hervor; die Berge bilden meistens labyrinthische Massen, deren Darstellung bedeutende Schwierigkeiten hat, sie werden von Ebenen und Thälern unterbrochen, die im Vollmonde keinen Unterschied zeigen. Römer R. (Mons Berosus 11.) nach Lohrmanns 8 Messungen, denen wir noch 3 hinzugefügt, in -j-25° 18' 51" B. und -j-36° 19' 6" L. liegend, ein Ringgebirg mit sehr breitem Walle, den noch von innen und theilweise auch von aufsen Terrassen umgeben. Der Westrand erhebt sich 1810* über die Tiefe und der östliche scheint mindestens eben so hoch zu sein. Ein bedeutendes Centralgebirg und ein 6° heller Crater stehen auf seinem 4° hellen Grunde; der Wall hat 5° Licht, was ihn bei seiner beträchtlichen Breite im Vollmonde hinreichend auszeichnet. Sein Durchmesser beträgt 5,58 Meilen. Von den im Norden des Römer liegenden Ringgebirgen ist a eines der gröfsten und tiefsten, obgleich der Oslrand sich nur 582* erhebt. Vier andre ziemlich grofse und etwas unregelmäfsig geformte sind kaum so tief und enthalten keine Centralberge, dagegen mehrere Crater und Berggipfel auf dem Rücken ihres Walles. Auch sind sie heller als a, das nur 3° Licht in seiner innern Fläche zeigt, e ist ebenfalls ein Tiefthal und etwas dunkler; es zieht sich weit nach SW. fort, ist aber im O. durch einen steilen Bergzug völlig geschlossen. Wir konnten von den überaus steilen Parthien, die sich hier bei Lohrmann finden, und in seiner Zeichnung die Höhe des Römer zum Theil noch übertreffen, nichts wahrnehmen. Die Landschaft erschien uns zwar bergig, aber im Ganzen weit offner; nur zwei Berge von ziemlicher Höhe, beide auch durch Helligkeit ausgezeichnet, haben wir angemerkt, Römer A unter —27° 18' B. und -f-35° 2' L., der nebst einigen andern von etwa gleicher Höhe eine ansehnliche Masse bildet, und einen mehr isolirten im Süden des Ringgebirgs Posidonius b, der in +28° 43' B. u. +33° 14' L. liegt. Dagegen erkannten wir mit Sicherheit eine kurze schmale Rille im W. des zuletzt erwähnten Berges, die auf der Hochebene von N. nach S. zieht, am 26. Januar 1833. Sie ist gewissermafsen die Fortsetzung der vorhin erwähnten Rille Posidonius £. Auch weiter gegen Westen behält die Landschaft im Ganzen denselben Charakter. 219 Merkwürdig ist ein grofser flacher Bogen von meist unregelmäfsigen Ringgebirgen, der mit Cephcus B beginnt, mit Römer G endet, und dessen einzelne Glieder meistens durch starke Bergarme aneinandergekettet sind. In dieser Reihe liegt unter —f-29^-° B. und —j—44° L. ein auf unsrer Karte zwar angegebenes, aber viel zu niedrig gehaltenes und unbenannt gebliebenes Ringgebirg, das tiefste in dieser Reihe, dessen Ostwall wir 1845* über der innern Fläche fanden. Auch unter den übrigen sind einige von beträchtlicher Tiefe, so Franklin a und Römer G (-|—27° 29' B. und —J—44° 31' L.). Der hohe Gipfel im W. des letztem erhebt sich 1417* über der westlichen Fläche. Weiterhin, nach Geminus und Berzelius zu, ziehen starke Bergarme fast in Meridianrichtung und dem erwähnten Ringgebirgsbogen parallel, und dieselbe Richtung nehmen auch die Craterreihen, deren hier noch mehrere und ziemlich ansehnliche Vorkommen. Einzelne Gipfel, die ansehnlich hoch zu sein scheinen, aber der versteckten Lage wegen schwerlich gemessen werden können, haben wir mit Berzelius «, ß, y, 6 und Geminus ß bezeichnet. Im W. des Römer sind nur die Gipfel 6 und e von Erheblichkeit. Die Crater sind hier klein, aber in grofser Zahl vorhanden, und etwa in gleichem Verhältnisse sind auch die Berge niedriger und zahlreicher als weiter gegen SO. Das kleine und durch die scharfe Zeichnung seines Fufses so wie durch seine fast symmetrische Verzweigung einen netten Anblick gewährende Plateau Macrobius « liegt 640* über der westlichen Ebene und ist einer der höchsten Punkte dieser Gegend. Unter -j-25° B. und -j-39|- 0 L. bemerkten wir am 25. März 1833 eine sehr kurze Rille, welche zwei kleine Hügelrücken zu verbinden scheint. Gegen S. verlor sich ihre Spur unbestimmt. Im Westen und Süden des erwähnten kleinen Plateaus öffnet sich eine Ebene, in der nur wenige und schwer sichtbare Erhöhungen, nicht bedeutender als die, welche man in den dunklern Ebenen häufig antrifft, in verschiednen Richtungen umherziehen. Sie ist aber, mit dem Mare Tranquillitatis verglichen, Hochebene und trennt als solche die südwestliche Gruppe von der Hauptmasse des Taurus. Eine ähnliche Ebene, die aber durch mehrere liefe und 6° helle Crater unterbrochen wird und in der mehrere bedeutende isolirte Berge angetroffen werden, öffnet sich im Süden und Osten des Römer, und trennt die Gruppe des Littrow, Maraldi und Vitruvius von dem nördlichen Berglande. Beide Ebenen sind 3^° hell; und zwischen ihnen liegt ein dunkleres Tiefland, das als nördlicher Theil des Mare Tranquillitatis angesehen werden kann. Die Ostseite des Hochlandes, welche von Littrow « der 1235* über das Mare Serenitatis sich erhebt, mit bedeutenden Krümmungen nach Norden zum Posidonius zieht, ist an mehreren Punkten, aber keinesweges durchweg steil. Zunächst an a zeigen sich sowohl im Innern des Berglandes als nach dem Mare zu nur mäfsige Böschungen. Unter -f-25° B. aber beginnt der grofse Bogen des Le Monnier S. eines Busens des Mare Serenitatis, das hier und bei oc herum besonders dunkel ist, und den die Hälfte eines steilen und hohen Ringgebirgs einschliefst, von dessen fehlender Hälfte man keine Spur findet. Denn der 484* hohe Gipfel A, der durch 3 von Lohrmann und 5 von uns angestellle Messungen auf -j-2ö° GO' 30" B. und —29° 3' 50" L. bestimmt ist, und der einigermafsen in die Fortsetzung des Kreises passen würde, ist nicht allein viel niedriger als der Rand der Einbucht, der bei r und bis gegen a hin eine Höhe von 1273* hat, sondern steht auch isolirt, und die auf ihn treffenden nur mit Mühe sichtbaren Bergadern folgen ganz andern Richtungen. Im N. des Le Monnier, dessen Gegend zu den weniger hellen des Taurus gehört, wird die Grenze unbestimmter; ein mitlelhoher Bergarm zieht unter —f-31-Jr 0 L. nach Norden, und unter dem 30° verbreiten sich mehrere einzelne, 4° helle Berge, höher als jener Zug und durch Bergadern mit Posidonius verbunden. Was zwischen +30° und -j-314° liegt ist gleichsam Uebergangsglied, denn das volle Dunkel des Mare beginnt erst weiter östlich. §. 200 . Posidonius 7?. (Insula Macra 77.) eine der grofsern Ringflächen des Mondes, 13,39 Meilen im Durchmesser, ausgezeichnet durch die scharfen Contouren ihres wenn gleich nur mittelhohen Walles, der im Verhält- nifs zur Gröfse der Fläche schmal ist. Der Rand ist 5° und im W. stellenweis 6° hell; im N. wo er sich am breitesten zeigt, liegt auf ihm ein 7° heller Crater B (—J—32° 59' B. und -(-30° 16' L.) und in gleichem Lichte glänzt der Gipfel, welcher den Posidonius von der anstofsenden Fläche F trennt. Der westliche Rand liegt 891 * über der Fläche; nach aufsen gemessen, ist seine Höhe 514*. An einigen Stellen zeigen sich auf dem Walle kleine Längenspalten, die indefs nur wenig vertieft zu sein scheinen. Gröfser ist die Anzahl der Gipfel, die aber gleichfalls nur unbedeutend hervorragen. 28 * 220 Vom Westwalle zieht sich ein grofser, äufserst scharf abgesetzter, 5° heller, aber selbst in seinen hühern Punkten wohl nicht über 300* hoher Gebirgsbogen, dem Rande meistens parallel im Innern fort und endet in einer schmalen, dem Auge fast schon verschwindenden Landspitze. Zwischen ihm und dem Hauptwalle hat das schmale Längenthal 3° Licht, und an der Ostseite sinkt der Lichtton bis zu 2° herab. Dagegen ist der gröfste Theil des Innern 3^° hell und mehrere einzelne, wenn gleich kaum als solche bemerkbare Erhöhungen sind 5° und 6° hell. Im SW. schliefsen drei der kleinsten Höhenzüge die parallel dicht neben einander streichen, zwei kleine rillenartige Thäler ein, die auch der kleine 6° bis 7° helle und (wie fast alles zu diesem Ringgebirg Gehörende) sehr scharf begrenzte Crater A*) von beträchtlicher Tiefe, dem Lohrmarms 10 Messungen und 2 der unsrigen in Mittel —J— 31° 35' 39" B. und -J-29 0 7' 24" L. gegeben haben. Fast eben so grofse Mannigfaltigkeit zeigt die Umgebung des Posidonius. Dem Südostwalle parallel und an verschiednen Punkten sich von ihm abzweigend, ziehen mehrere regelmäfsige Reihen schmaler und niedriger Rücken, als zarte Linien erscheinend und nur durch die Schärfe ihrer Umrisse bemerkbar; ähnliche Ketten, aber zusammenhängender und reicher mit Gipfeln gekrönt, zeigen sich am gegenüberliegenden Nordwestwalle. Beide Systeme ziehen gegen SW. weiter fort und schliefsen sich dem Rande des Hochlandes an. — Im Nordosten erblickt man einen Craterbogen, von B anfangend und mit dem sechsten sehr kleinen unter -|-324 0 B. und -J-26-j 0 L. schliefsend, aber von sehr ungleichem Durchmesser und Tiefe. Im SW. endlich schliefst sich an Posidonius ein Ringgebirg F, reichlich so tief als dieser, mit einem centralen Crater und zwei niedrigen Bergketten, welche das Innere durchziehen und eine Art von Spalte zwischen sich lassen. Der Ostrand bei 3 hat 861*, der Südwestrand, nahe bei den kleinen Cratern 1210* Höhe. Sein Wall, und eben so der des irregulären Ringgebirges Posidonius b, ist fast so hell als der des Iiauptringgebirgs. °) Ueber diesen Crater A findet sich bei Schröter (Tb. II. §. 704—708.) eine Reibe von Beobachtungen, die wir hier auszugs- weise mitthcilcn wollen. 1791 Nov. 1. Posidonius A etwa 2 y 8" von der Lichtgrenze, ohne Schatten, nur grau im Innern, während alle umliegenden Crater schwarzdunkeln Schalten haben. Nov. 2. 51‘ 40. Posidonius A, 4' 18" von der Lichtgrenze, ist zur Hälfte mit schwarzem Schatten angefüllt. - Dec. 30. 4h 45. A liegt i / 14" von der Lichtgrenze und bat nnr sehr wenigen, nicht mefsbaren schwarzen Schatten. 1795 Jan. 26. 6 h . A liegt 3' 28" von der Lichtgrenze und hat reichlich zur Hälfte Schatten. Hier haben wir cs mit einer Thatsache zu thun, die keine blos optische Erklärung gestattet. Es ist nicht möglich, dafs ein wahrer Schalten in einem geringem Abstande von der Lichtgrenze kürzer sei oder gar gänzlich fehle, und zugleich scheint es gewifs, dafs Schröter den Crater A jedesmal wirklich gesehn habe. Wenn er in vielen andern Fällen ein Objekt bald sieht bald nicht sieht, oder ein früheres nicht gesehenes unerwartet wahrnimmt, so ist man mit Recht gegen seine Folgerung einer statt gefundenen Veränderung eingenommen ; hier aber kann man seinem Schlüsse, dafs irgend etwas Zufälliges im Crater A vorgegangen (und er denkt zunächst an eine selenospliärische Bedeckung) die gewöhnlichen Bedenken nicht entgegensetzen. Wir würden sogar geneigt sein, seiner Erklärung ohne Weiteres beizupflichten, denn dafs uns nichts der Art vorgekommen, ist kein entscheidender Gegenbeweis, zumal unsre Aufmerksamkeit weit weniger auf Veränderungen gerichtet war und wir uns eine von der Schröterschcn ganz versehiedne Aufgabe gesetzt hatten. Nur wünschten wir überhaupt, in dem angeführten Werke mehr Beweise von Unbefangenheit und Ruhe, und weniger vorgefafste Meinungen anzutrelfen. Was soll man aber sagen, wenn man Stellen wie die folgende findet (Tb. II. §. 926.), wo von der Beobachtung der Sonnenfinsternil's am 5. Sept. 1793 die Rede ist. „Als eines höchst merkwürdigen Umstandes mufs ich noch gedenken, dafs der Mond mit beiden Teleskopen, besonders dem 13füfsigen (das andre war ein 7füfsiges) unmittelbar und zunächst am Rande, in dunkelgrauer Farbe, als eine wirkliche körperliche Kugel, wovon die nach der Sonne hin umgebogene Kugellläche ungemein deutlich ins Gesicht fiel, von mir und allen Mitbeobachtern so ungemein deutlich wahrgenommen wurde, dafs hier zuverläfsig alle Täuschung wegficl, und dafs wohl zu merken, dieses dunkelgraue Licht der Mondkugel in ihrer Rand fläche seihst am hellsten war, nnd von da, so viel ich mich erinnere, bis gegen eine Minute weit, immer dunkler abfiel, wo dann weiterhin die Kugel undeutlich und zu dunkel war.” Und diese Beobachtungen bilden dann weiterhin (§. 1052. ff.) ein Hauptargument für das Vorhandensein einer Mondathmosphäre von Dichtigkeit der unsrigen. Wie schon Besscl erinnert hat, kann man bei einer Sonnenfinsternifs, durch das dabei unumgänglich nothwendige Dämpfglas, von Lichtreflexen auf dem Monde um so weniger etwas sehen als man ihn, wenn er am Tage erleuchtet am Himmel steht, durch ein solches niemals sieht. Hier also, wo nach Schröter zuverlässig jede Täuschung wegfiel, mufs im Gegentheil nothwendig eine Täuschung Statt gefunden haben. Was soll man nun zu so vielen andern dieser Beobachtungen sagen, die einzeln betrachtet, immer auf dasselbe Resultat — auf alhmosphäriscbe Veränderungen — bezogen werden? Nur mit aufrichtigem Bedauern kann man sich über eine Arbeit, die von so unermüdlichem Fleifse zeugt wie die Schrötersche, zu einer solchen Aeufserung veranlafst sehen; aber vor der Wahrheit mufs jede Rücksicht verschwinden. Uehrigens wünschen wir durchaus nicht, künftige Forscher im Gebiete der physischen Mondkuude dadurch zu entmuthigen. Wir haben nirgend behauptet, dafs es auf dem Monde gar keine zufällige Veränderungen gebe; wir behaupten eben so wenig die Unmöglichkeit jemals dergleichen wahrzunehmen; nur das müssen wir festhalten, dafs die bisherigen, und namentlich die Schröterschen Beobachtungen uns kein sichres Resultat dieser Art geliefert haben noch liefern können, und dafs eine künftige Forschung auf ganz andern Grundlagen beruhen, und in ganz andrer Art durchgeführt werden müsse, wenn die Wissenschaft eine reelle Ausbeute davon erwarten soll. 221 §. 201 . Die südliche Nebengruppe des Taurus, von 23° bis -j-15° B. sich erstreckend, ist ein gegen das Mare Tranquillitatis vorspringender Theil; im Innern eben so hell als die Hauptmasse, aber nach ,den Grenzen hin allmählig ins Dunkle sich verlierend. Die Richtung der Bergketten ist ganz entschieden SSW., so dals sich auch die beiden Ringgebirge Litlrow und Maraldi in dieser Richtung abgeplattet darstellen und nur Vitruvius, der aber schon aufserhalb des eigentlichen Hochlandes liegt, kreisförmig erscheint. Grofse Höhen von mehr als 800* zeigen sich nur an der Ostseite, denn nach SW. zu vereinzelt sich das Plateau zu mäfsigen Gipfeln und gegen S. läuft es in flache Beulen aus. Littrow, der die nordöstliche Ecke dieser Landschaft bildet, besteht aus zweien durch einen Querwall getrennten Flächen, deren westlichste aber höher liegt und helleres Licht hat, daher auch meistens nur bei abnehmendem Monde als ein zugehörender Theil erscheint. Die Form sowohl des Ganzen als der einzelnen Flächen ist unregelmäfsig und die Gipfel ragen bedeutend über den Wall empor, der nur von mäfsiger Höhe zu sein scheint. Diese Beschaffenheit der Fläche ist ein Hindernifs genauer Höhenmessungen. Durch netzartig verbundene Gebirge niederer Art hängt Littrow sowohl mit dem starken westlichen Höhenzuge bei A und r, dessen einzelne Punkte in der Nachtseite des Mondes eine Inselkette bilden, wenn vom Littrow oder Maraldi noch nichts deutlich gesehen wird, als auch mit dem nahen Rande des Mare zusammen. Seine letzten nördlichen Vorhöhen enden bei einem 6° hellen Crater unter B. und -j-32-j-° L. Maraldi S. etwa 600* vertieft, an mehreren Stellen polygonal und nur nach SO. zu mehr elliptisch gekrümmt, eine dunkle Ringfläche, die im Vollmonde, da ihr Rand sich nicht besonders auszeichnet, leicht für einen Theil des Mare Tranquillitatis angesehen werden kann. Nur die beiden höchsten Gipfel, die im N. und S. einander fast gegenüberstehen, sind helle Punkte, so wie die isolirte steile Bergkuppe -j-20° 25' B. u. -j-35 ü 12' L., die 464* über der westlichen Ebene liegt. — In ihrer Umgegend mehrere 4° helle Crater. Auf den übrigen Seiten derselbe Gebirgscharakter wie bei Littrow. Vitruvius li. (Promontorium Arietis JJ.) 4,07 M. im Durchmesser haltend, ein regelmäfsiges und sehr kenntliches Ringgebirg, sowohl durch seine ausgezeichnete Lage, als durch die Conlrasle seiner Färbung, da das Innere 2°, der Rand hingegen 7° und stellenweis 8° Licht hat. Wir fanden den Ostrand 704* über der Tiefe liegend; der gegenüberliegende dürfte ihm nahe gleich kommen. Sein Abfall nach aufsen ist dagegen weit geringer und im W. erhebt sich Vitruvius kaum oder gar nicht über die benachbarten Höhenpunkte. Lohrmann fand durch 12 Messungen die Lage des Cenlralbergs -{-17° 35' 42 ,( B. und 31° 2* 59 ;/ L. Die Umgegend des Vitruvius ist in Beziehung auf Färbung und Lichtglanz eine der ausgezeichnetsten der Mondfläche und ihr Anblick wohl allein hinreichend, die Meinung zu beseitigen, als sei der Mond nichts als ein weites Eis- und Schneegefilde, oder auch überhaupt in seinen Bestandtheilen durchweg gleichartig. Wir bedauern, dafs unsre Karte, da die Bergdarstellung Hauptaufgabe sein mufste, von den Einzelnheiten dieser Art nur eine sehr unvollkommne Vorstellung geben kann. Das Mare ist hier bedeutend dunkel, und diese dunkle Färbung erstreckt sich in einer der engen Buchten bis an den Nordrand des Vitruvius. Andre Theile dagegen zeigen ein Gemisch von hellem und dunklern Punkten, mit denen verglichen die übrigen ein fast bläuliches Ansehen erhalten. Die vielen inselartigen Massengebirge, die sich vom Vitruvius aus in das Mare erstrecken, sind sämmtlich heller als die Niederungen, aber ebenfalls unter sich höchst ungleich, und obwohl die Mannichfaltig- keit zu grofs ist, um durch eine blofse Beschreibung deutlich zu werden, so erwähnen wir doch beispielsweise des kleinen Gebirgs unter -j-19^° B. und -j-294- 0 L., das am südlichen Punkte 4°, im Gipfel 5°, zur Seile des Gipfels im W. und O. 3°, in den drei Bergen der Mitte 4° und an seinem nördlichen Fufse 6° Licht hat; alles deutlich erkennbar auf einem Raum von etwa 5 Quadratmeilen. Das am weitesten östlich vorspringende hohe Gebirg unter —J— ID? 25' B. und -j-28° 10' L. erhebt sich 1310* über die östliche Fläche und 914* über die Bucht im Westen. An seinem breiten südlichen Fufse stehen zwei Crater, ein grofser aber kaum erkennbarer, und ein kleiner sehr deutlicher, im Vollmonde 6° hell. Zwischen ihm und Vitruvius liegen nur noch sehr kleine inselartige Berge. Im W. des Vitruvius zeichnet sich der Crater A (-{-17° 38' B. u. -j*-33° 24 / L.) durch ansehnliche Steilheit,, die an der Ostseite, wo eine Terrasse vorliegt, am bedeutendsten scheint, und links neben ihm ein andrer nahe gleichgrofser, durch das Gegentheil derselben aus. Man wird beim Anblick dieser Crater versucht, den letztem für einen Entwurf und den erstem für die vollständige Ausführung zu halten. Doch ist auch jener noch immer hinreichend tief, um in günstigen Momenten einen Schatten wahrnehmen zu lassen. Das im S. von A sich erstreckende äufserste Glied des Hochlandes bildet gegen Osten eine geschlossene Kette von ansehnlichen Cratern und Bergwällen mit scharf gegen das Mare Tranquillitatis abgesetztem Rande, 222 westlich aber ein weites, fast ganz ebenes, beulenförmig aufgetriebenes Plateau, an dessen Westseite man bei abnehmendem Monde sehr deulliclten Halbschatten bemerkt. Eine Folge davon ist auch, dafs der Anfang des vollen Schaltens unter verschiednen Erleuchlungswinkeln in ganz verschiedne Punkte fällt. Zwei Messungen, beide unter so günstigen Umständen, dafs ihre Differenz nicht den Fehlern zugeschrieben werden kann, ergaben 453‘ und 589% letztere unter einem kaum £ Grad geringeren Erleuchtungswinkel. Noch schliefst sich ein Bergkranz d, grofs, aber kaum sichtbar, an das Hochland, er ist im S. offen, das Innere 3° hell, der Bergkranz 4°, der Fufs nach innen zu 2°. §. 202 . Es bleibt noch übrig, das südwestliche Plateau, dessen Hauptpunkte Macrobius und Proclus sind, zu betrachten. Bei Jlevel führt ersterer, und seine Umgegend bis gegen den -f-17° B. hin, den Namen Mons Im- merius, letzterer mit seinen südlich fortlaufenden Gebirgen ist sein Mons Corax. Macrobius R. ist kreisförmig, hat 9,08 Meilen Durchmesser und eine Tiefe von mindestens 2000*, obwohl der Ostrand nicht ganz so hoch zu sein scheint. Letztem fanden wir, dicht bei dem in dessen Mitte liegenden 6^° hellen Crater (-J-20 0 35' B. u. -}-44 0 1 8' L.) 1647 1 hoch. Wenn gleich Proclus wohl eben so tief abstürzt und an Steilheit den Macrobius noch überlrifft, so sieht man doch in diesem den stärkern Schatten, da im Proclus der Raum zu beengt ist. — Macrobius Wall hat 6° Helligkeit, das Innere 4°. Macrobius a, westlich vom vorigen, hat ähnliche Beschaffenheit und ist nur in allen seinen Dimensionen kleiner, auch von schwächerem Lichte. Einen allgemeinen Zusammenhang zeigen die Parthien, welche Macrobius umgeben, nirgend. Es sind nur zerstreute Gebirgsglieder und zwischen ihnen liegen breite, nach allen Richtungen hin geöffnete Hochthäler. Nur die Enden der Gebirge sind schroffer abgesetzt, namentlich die Punkte ß, y u. E. Der erstere gehört einem kleinen Plateau, das sich nordwärts in die Ebene verzweigt, die beiden andern einem hufeisenförmigen Gebirge, dem zum Ringgebirge die südöstliche Seite fehlt. Unter den Cratern sind die hier mit Tralles A (-j-26° 47' B. u. -j- 47° 25' L.) und Macrobius f (-j-22° 5' B. u. —47° 47' L.) bezeichnten ziemlich hell und bequem aufzufinden. Gegen O. ist die Ebene gleichfalls wenig unterbrochen; am Rande des Mare Tranquillitatis aber stellen zwei grofse stark glänzende Crater a und B (-j-20° 58' B. u. -{-40° 42' L.) nebst mehrern andern von geringerer Tiefe und Helligkeit, aber gleichwohl hinreichend deutlich und durch Gebirgsarme mit einander verbunden, welche theils den Ostabfall des Hochlandes bezeichnen, tlieils Arme in das Innere desselben senden. Im S. des Macrobius sind noch die Crater e und D von 6° Helligkeit (letzterer-j-18° 20' B. u. -{-46° 1VL.) ausgezeichnete Gegenstände. Mehreren andern gegen das Mare Crisium hin liegenden fehlt es zwar weder an GrÖfse noch an Tiefe, allein wegen der viel gebirgigem Umgebung sind sie mit gröfserer Schwierigkeit zu erkennen. Wie bereits erwähnt, bleibt die Darstellung der Böschungen in unsrer Karte hier herum merklich gegen die Natur zurück. Proclus R. (Mons Corax //.) bildet mit den umliegenden Gebirgen den westlichsten Theil dieser Landschaft, Scharf und fast gradlinigt erstreckt sich die Grenze von Seinem Walle zum Proclus d, der gegen das Mare zu eine Ecke bildet. Es ist ein im Ganzen geringer, aber ununterbrochener Abhang gegen den Palus Somnii, deutlicher noch durch die hier ebenfalls sehr scharf gezogene Grenze des helleren Landstrichs. An der Westseite des Proclus ist kein so merklicher Abschnitt. P.roclus, 4 Meilen im Durchmesser haltend, ist nächst Aristarch das hellste Ringgebirg, wenn man blos den Wall als solches betrachtet. Der südliche Theil desselben ist 8°, der nördliche 9° hell. Allein dies scheint blos ein schmaler Kamm zu sein, und das Innere zeigt nicht über 4°. Es schien uns bisweilen als habe Proclus einen Centralberg. Seine Tiefe ist schwierig zu bestimmen. In zwei Versuchen erhielten wir für den Ostrand 1201*, für den Westrand 1298* Erhebung, allein unter so starken Erleuchtungswinkeln, dafs wir diese Resultate höchstens als ein beiläufiges Minimum ansehen können. Bei geringeren Höllenwinkeln der Sonne ist die ganze Tiefe beschattet. Seine selenographische Lage ergab sich aus 9 Messungen —16° 9' 8" B. u. -}-46 0 31' 34" L. Schröter führt mehrere Beobachtungen an, bei welchen ihm Proclus in der Nachtseite, auch einmal bei einer Mondfinsternifs, völlig unsichtbar gewesen sei, während die minder hellen Manilius, Menelaus und einige andre Flecke sichtbar blieben. Er scheint geneigt anzunehmen, dafs dieses doch sonst so starke Licht des Proclus specifisch verschieden von dem des Aristarch und andrer glänzenden Punkte der Mondoberfläche sein müsse. Auch uns ist es nie gelungen, den Proclus in der Nachtseite aufzufinden, und wir stimmen, was das Faktum selbst belrifl’t, nur darin nicht ganz mit Schröter überein, dafs wir ihn bei der schönen totalen Mond- Ä23 finsternifs vom 26. Dec. 1833 deutlich gesehen haben und nur der dunkelste Schattenkern ihn so weit unserm Auge entzog, dafs uns etwa eine Viertelstunde hindurch die gewisse Spur desselben fehlte. Was aber die Erklärung des Phänomens betrifft, so scheint uns die Ursach des Verschwindens nur in der geringen Breite des hellen Walles zu liegen. Bei Aristarch leuchtet die ganze innere Fläche, und sogar noch heller als der Wall, Manilius hat gleichfalls im Innern ein starkes Licht und Menelaus einen sehr breiten glänzenden Rücken. Es ist jedem Beobachter bekannt, dafs man sich schwacher Vergröfserungen bedienen müsse, um in der Nachtseite des Mondes Einzelheiten zu erkennen, bei solcher aber darf es nicht Wunder nehmen, wenn nur breitere Flächen- striche gesehen werden, schmale Ringe hingegen, wenn gleich an sich selbst intensiver, sich dem Auge entziehen. Proclus bildet den Ausgangspunkt mehrerer Lichtstreifen, die aber um deutlich ins Auge zu fallen, sehr günstige Umstände erfordern. Unter Anwendung schwacher Vergröfserungen gelingt ihre Beobachtung am besten. Der stärkste gegen NO. ziehende ist weniger ein einzelner Streifen als vielmehr ein breiter Lichtbüschel, der den gröfsten Theil des Dreiecks Proclus, Proclus d und Macrobius mit seinem Glanze erfüllt, sich übrigens bei genauer Beobachtung in einzelne Streifen auflöst. Westlich gegen das Mare Crisium zu ziehen zwei schwächere, die in- defs auf dem dunklen Grunde dieser Tiefebene noch mit ziemlicher Sicherheit bis gegen die Mitte hin verfolgt werden können. Auf dem hellen Hochlande zwischen Proclus und dem Mare fallen sie wenig ins Auge. Palus Somnii. §. 203. Palus Somnii 11. (Lacus Corocondametis 11.') einer der am besten natürlich begrenzten Theile der Mondfläche und in jeder Beleuchtung deutlich zu unterscheiden. Er hat eine ganz eigentlnimliche, aber spe- cifisch schwer zu bestimmende Farbe (etwa Gelbbraun!) seine Helligkeit ist 3^° bis 4°. Die durch diesen Farbenunterschied angedeutete Grenze folgt im N. und O. herum fast genau den Bergzügen, im S. schneidet der erwähnte von Proclus gegen d sich ziehende Abhang, der mit der Grenze des Lichtstreifens zusammenfällt, den Lacus sehr bestimmt ab, gegen W. bilden zwar nicht die Bergformen, wohl aber die Farbe eine eben so scharfe Grenze. Der Palus erstreckt sich von —f—10° 45 / bis —J—17° 0' B. und -j-39° 40' bis -f-46° 10“ L. hat 25,5 Meilen in Meridian- und 25,8 Meilen in Parallelrichlung und einen Flächeninhalt von 457 Quadratmeilen. Dafs er ganz mit Hügeln und Bergen angefüllt sei, dafs aber kein einziger darunter den höhern Bergen der Mondfläche angehöre, fällt leicht in die Augen. Er zeigt sich im Vollmonde, wenige Berge und Craler ausgenommen, in ganz gleicher Helligkeit, aber sehr bald nach demselben geben die Berge, noch lange bevor ihr Schatten in die Augen fallen kann, schon einen stärkern Lichtreflex als die Thäler. Das Ganze erscheint deutlich als ein Uebergangslied zwischen dem hier grade sehr dunklen Mare Tranquillitatis und dem bis 6° hellen Hochlande bei Proclus, jedoch von dem einen wie von dem andern mit grofser Bestimmtheit gesondert. Dieser Umstand war auch wohl die Veranlassung zu den Benennungen liiccioli’s und Ilevel's. Man dachte sich das Ganze als einen Sumpf oder seichtes Gewässer, als eine Lagune die den Uebergang vom Festlande zum Meere bilde. Die Hauptrichtung der Berge ist deutlich die der Meridiane. Es sind lauter kurze Rücken mit geringer oder auch ganz fehlender Verbindung und zwischen ihnen enge Thäler. Die beiden unvollkommenen Ringgebirge B 44' B. und —{—40° HF L.) und e, beide gegen das Mare hin geölfnet, so wie die südlichste Bergreihe unter _j-ll° B., die sich in einigen inselartigen Gliedern östlich fortsetzt, werden sieh eine Zeitlang als höhern und hellere Punkte darstellen; im Innern der Masse der Doppelgipfel B (-j-H° 50'B- und —44° 45' L.) 5° hell, wahrscheinlich den höchsten Punkt bildend, die fast 6° helle Bergreihe y, die vom Crater c ausläuft und deren schwächere nördliche Fortsetzung bis e verfolgt werden kann. Noch mehr hebt sich der Crater A (-j-13° 3P B. und —[—41° 54 / L.) dessen ganze Fläche mit 6° leuchtet, hervor. F hat 5° Helligkeit und liegt —f-14° 12' B. und -j_44° 48 y L., die Crater c und e sind von einer Menge kleiner Berge umgeben die unsre Karte des zu kleinen Mafsstabes wegen nicht sämmtlich darstellen kann. Längs der Nordgrenze wird man mehrere sanfte zum Theil craterartige Kesselthäler bemerken. Zu flachen Bergadern, wie die Maren sie därbieten, ist hier der Raum nicht gegeben. Das Ganze ist eine Hügellandschaft wie wir deren im Allgemeinen viele auf der Mondfläche antreffen, die sich aber gegen alle übrigen sehr eigenthümlich verhält und mit denjenigen Gegenden, denen Riecioli gleichen Gattungsnamen zutheilte, noch weniger Aehnlichkeit zeigt. Es ist eine grofse Stufe zwischen der Landschaft Proclus und dem Mare Tranquillitatis. Betrachtete man die Form allein, so könnte der Rand des Palus Somnii sehr wohl eine Küste vorstellen, der sogar die vorliegenden Inselketten nicht fehlen, denn fast den ganzen Südrand entlang ziehe», in 224 beiläufig 3 Meilen Entfernung, diese im Ölare Tranquillitatis fort, und viele Littoralstrecken unsers Erdkörpers müssen, vom Monde aus betrachtet, einen dieser Gegend ähnlichen Anblick zeigen, nur dafs ihnen die Crater fehlen würden. Gelbirgsgurtel zwischen dem Mare Crisium und Mare Foecunditatis. §. 204. Dieser Gürtel, die Terra Vigoris Riccioli’s und Sarmatia Asiatica Hevel’s, erstreckt sich vom Proclus, als Fortsetzung seines Gebirgslandes, südlich bis zum —J—2° der Breite. Er ist dem benachbarten Palus Somnii in der Form, Richtung und Vertheilung seiner Bergketten sehr ähnlich und gegen das Mare Foecunditatis theilweise eben so scharf abgesetzt, als jenes, aber heller an Farbe, seine Berge höher und seine Rücken und Plateauflächen breiter. Es enthält fast nur kleine Crater, und die Ringgebirgsforin erscheint hier überhaupt mehr untergeordnet. Die Berge machen an einigen Stellen weiten und hochliegenden Ebenen Raum. Man findet nur wenig Objekte, die ein scharfes Pointiren für Ortsbestimmungen gestatten, und die Darstellung hat hier mit bedeutenden Schwierigkeiten zu kämpfen. Zwei Crater an den entgegengesetzten Grenzen sind merklich heller, und deshalb von uns gemessen: Taruntius A in -j-7° 10'B. u. -j-49° 44' L., und ein unbenannter in -j-9° 40'B. u. —j—52° 37' L. Nahe bei letzterm, mitten in der grofsen Ebene, die sich östlich neben ihm öffnet, entdeckten wir am 30. Oct. 1833 noch vier parallele von NO. nach SW. streichende, äufserst zarte Erhöhungen, die mit keinem der benachbarten Gebirge Zusammenhängen und die unsre Karte noch nicht enthält. Die G ipfel in dieser Gegend haben meistens 5°, das Bergland selbst etwa 4°, nur der Crater Taruntius A 7° Licht. Die beiden unvollkommnen Ringgebirge Proclus a und b sind nicht heller, als ihre Umgebung. Ölessungen der Höhe sind hier nicht wohl möglich; einige vom ölare Crisium aus genommene haben wir bereits oben angegeben; auf der Seite des ölare Foecunditatis und Tranquillitatis hingegen werden nur sehr kurze Schatten bemerkt, ein Umstand, der darauf hinzudeuten scheint, dafs das Mare Crisium beträchtlich tiefer, als jene beiden liege. Bei Taruntius y erhebt sich ein kleines Plateau mit mehrfachen Verzweigungen, und die zwischen ihm und A liegende Berge gehören zu den höchsten dieser Gegend. In dem grofsen Hügellande nach Apollonius zu bemerken wir insbesondere 3 gröfse Tiefen b, a, c, worunter die erstere am bedeutendsten; zwei hellere Crater k und i, jedoch dem Anscheine nach weder grüfser noch tiefer als die übrigen; eine schöne, dem Südostrande parallele, Kette von wenig vertieften, etwa gleichgrofsen Cratern, und neben derselben eine geschlängelte Rille, aber mit sehr ungleich erhöhten Rändern, da der westliche bestimmt steiler und höher erscheint. Sie ist am 6. Febr. 1833 von uns entdeckt und gezeichnet worden; unter günstigen Beleuchlungsumsländen findet man sie leicht. Gegen SW. hin sendet das Hügelland schmale Zungen in das Mare, die theils nach kurzem Laufe enden, theils in Bergadern sich südlich und bis jenseit des Aequators fortsetzen. Die Busen, welche sie einschliefsen, sind weniger dunkel, als das ölare Foecunditatis. Mare Tranquillitatis. §. 205. Bei einem blos oberflächlichen Anblick der ölondscheibe hat es den Anschein, als seien seine ölaren blos durch Form und Gröfse unterschieden und frühere ölondkarten stellen sie auch gewöhnlich in gleicher Farbe dar. Aber vergleicht man sie genauer und unter verschiedenen Erleuchtungswinkeln, so finden sich bei jedem derselben so viele Eigenthümlichkeilen, dafs dadurch allein die Unstatthaftigkeit der Annahme einer allgemeinen Bedeckung durch Wasser oder durch irgend welches andre homogene Fluidum dargethan werden könnte, auch wenn nicht noch andre Gründe des Gegentheils vorhanden wären. Das ölare Tranquillitatis li. (Pontus Euxinus II, der das Ölare Serenitatis mit darunter begreift) hat mit dem ölare Serenitatis, von dem es am bequemsten durch eine vom Promontorium Acherusia H. zu dem hohen östlichen Vorgebirg des Taurus unter -j—19° B. u. 28° L. gezogene grade Linie getrennt werden kann, beiläufig gleiche Gröfse und eine wenig verschiedne Form. Aber während dieses fast überall durch steil abfallende, hell glänzende Hochgebirge bestimmt begrenzt ist, verzweigen und verlieren sich in jenes von allen Seiten her Berg- und Ringgebirgslandschaften, so dafs man beiin Begrenzen weit sichrer durch die Farbe, als durch die Terrainformation geleitet wird. Wir 225 Wir gehen vom Promontorium Acherusia aus, um die Grenze des Mare Tranquillitatis zunächst an den südwestlichen Abhängen des Haemusgebirgs durch alle Krümmungen desselben bis zum Sosigenes zu verfolgen. Von hier aus leitet uns der Farbenunterschied am Ariadaeus und Dionysius hin und hinter dem Doppelrmggebirg Ritter und Sabine fort bis zum Vorgebirg Sabine a am Aerator. Hier endet nun alles zusammenhängende Ge- birg und eben so auch der stärkere Lichtglanz; ein 20 Meilen breiter Durchgang verbindet das Mare mit dem südlich liegenden Mare Neclaris. Die Grenze zwischen beiden setzt Lohrmann bei einem kurzen aber ansehnlichen Bergzuge unter — 1° B., doch ist dies völlig willkührlich, und der ganze breite Arm ist auch in so fern ein Uebergangsglied, als er mit Bergformen aller Art mehr als die beiden Maren angefüllt ist und einen wahren Archipel bildet Folgen wir also dem Aequator westlich hinüber bis zum Censorinus, und weiterhin den vom Censorin zum Taruntius sich bogenförmig hinziehenden Berglandschaften, die aber an vielen Stellen vereinzelt stehen an andern nur unbedeutend sich erheben, sodann an den hellem Hügelgegenden und dem Palus Somnii entlang endlich in einen grofsen bis nahe zum Römer sich erstreckenden etwas helleren Busen des Mare (dem Palus Byzes II.) hinein, neben welchem der südliche Vorsprung des Taurus bis zum B. sich hinzieht, so haben wir die Grenze, so gut es möglich ist, beiläufig bestimmt. So bildet dieses Mare mit seinen Verbindungsarmen, wodurch es mit 3 benachbarten grofsen Flächen in Zusammenhang tritt, eine grofse Gebirgsscheide, und das wichtigste Glied für individuelle Charakterisirung der westlichen und mittleren Mondlandschaften. Hier werden wir uns indefs auf die eigentliche Fläche des Mare beschränken. §. 206. Die Farbe ist durchweg ein reines Grau, wenigstens läfst sich keine Spur eines grünlichen oder sonst speeifisch unterschiedenen Schimmers auffinden, wie im Palus Somnii und dem Mare Serenitatis. Die Lichtstärke von 21" geht an der westlichen Grenze, zum Theil auch nördhch, m 3°, und slellenweis, namentlich beim Dion sius "in 31° über. Eine Menge sehr feiner und einzeln nicht wohl zu verzeichnender Lichtadem durchzieh^! die’ Fläclm, die dadurch hin und wieder gleichsam marmorirt erscheint, allein nur eine sehr günstige Luft und Beleuchtung gestattet dies wahrzunehmen. Die Bergadern, mit denen dieses Mare reichlich angefüllt ist, zeichnen sich nur zum Theil durch eine etwas hellere Färbung aus. Sie bilden nicht, wie im Mare Serenitatis, peripherische, im miltlern Theile sich am weitesten entfernende Systeme, sondern eine Menge vereinzelter, schmaler Landrücken, die aber doch in der Mitte auf einer grofsen, etwas erhöhten Fläche einen breiten Centralknoten bilden. Von hier aus laufen sie besonders nach dreien Richtungen zum Maskelyne, Jansen und Sabine. Letzterer steht auch mit Arago, so wie dieser mit Plinius und Ross durch Bergadersysteme, die den Meridianen folgen, m Verbindung. Eben so ziehen sie auch von Jansen zum Plinius, nördlich um diesen herum und dem Mare Serenitatis zu. Die mehr isolirt liegenden Bergadern des weiten westlichen Theiles der Fläche ziehen meistens SW. und hängen nicht zusammen, sind auch im Allgemeinen niedriger und schwerer aufzufinden, als die vorerwähnten. Zwischen Maskelyne f und Taruntius 0 aber zeigt sich eine schwach erhöhte Gegend, ein wenig heller als das Mare von der nördlich und südlich kurze breite Rücken auslaufen. In der Gegend des Arago sind die Bergadern am hellsten (bis zu 4°) und auch am höchsten. Die ihm westlich zunächst gelegene hat an diesem Punkte 158* Höhe. In den übrigen Gegenden sind sie nur 3° bis hell oder auch gar nicht durch Helle hervorgehoben. In den westlichen Gegenden der Fläche trifft man auf viele isolirte Kuppen, zwar von sehr geringer Höhe, aber durch ihre Lage besonders in der Nähe der Lichtgrenze recht gut kenntlich, namentlich bei Maskelyne f und e herum. Im mitllern Theile finden sich auch eigentliche Gebirge von mehrern hundert Toisen Höhe. Auch Rillen zeigt uns das Mare, obgleich nur an wenigen Stellen. Zwei sehr feine und äufserst schwer sichtbare von einer kleinen Grube bei Sosigenes ziehen divergirend gegen Arago (nur einmal gesehen, am 14. Oct. 18321 Südlich darüber schien noch eine dritte zu ziehen über die wir aber nicht gewifs werden konnten ). Zwei andre gleichfalls sehr feine ziehen, die eine vom Südfufse des Sabine in grader Richtung WSW. über 7 Meilen, die andre gröfsere vom Vorgebirg Sabine a aus bis zu einem hellen Cratar fort. Lohrmann hat sie am 23. Dec. 1823 entdeckt und gezeichnet. *) In dieser Gegend, zwischen Arago A und Ritter, und weiter südwestlich gegen den Aequator zu ist auch wohl die Rille zu suchen; welche Gruithuysen beobachtet, unsers Wissens aber nirgend gezeichnet hat. Herr Justizrath Kunomsiy bestätigt ihre Existenz, uns ist aber ihre Auffindung nicht gelungen. Existirt jene Rille wirklich in der angegebenen Ausdehnung, so wäre sie die längste aller bekannten auf der Mondfische. 29 226 Noch zwei von Lohrmann am 18. Febr. 1824 entdeckten Rillen liegen in der westlichen Gegend des Mare bei Jansen A. Wir haben nur die eine von ihnen mit Bestimmtheit erkannt. : §. 207. Unter den vielen Ringgebirgen des Mare verdienen besondre Auszeichnung: Plinius R. (Apollonia Insula TI.), 7 Meilen im Durchmesser, das grüfste und in jeder Beleuchtung am leichtesten erkennbare dieser Gegend. Lohrmann hat seine selenographische Lage durch 10 Messungen auf —{—15° 17' 20" B. und 4*23° 23' 28" L. bestimmt. Die innere Fläche ist nur 3° hell, das Centralgebirg aber 7°, die Berge im Innern 5° bis 6°, der Rand 5°. Da nun die sehr kleinen Berge des Innern den Raum überall anfüllen und der Rand mit Terrassen und Ausläufern, die gleichfalls mehr Licht als die Thäler haben, rings umgeben ist, so sieht man im Vollmonde den Plinius als einen sehr unbestimmt verwaschenen, grofsen und ausgezeichnet hellen Lichtfleck, in dem gleichwohl eine genaue Betrachtung die angegebenen Einzelnheiten, noch zu unterscheiden vermag. Der Gipfel a ist 984* höher als das Innere, d. h. als der Hügel auf welchen das Ende des Schattens fiel. Nach aufsen hingegen erhebt sich der Wall nur unbedeutend über seine Vorterrassen und überschattet sie nur, wenn die Sonne nicht höher als 3° über seinem Horizont steht. — ß und y sind etwa eben so hoch als a. Plinius A (—|—17° 0' B. und -{“25° 58' L.) von 3 Meilen Durchmesser, kreisförmig und stark vertieft, hat an der Westseite 8°, östlich 6° Licht, im Innern 4^°. Er ist leicht aufzufinden und ansehnlich tief; sein Ostrand erhebt sich 339* über die äufsere Fläche. Ihn umgiebt ein grofser Lichlfleck, merklich heller als das Mare und ein reines Hellgrau von 3|° zeigend; östlich, wo eine Bergader hindurchzieht, ist diese Helligkeit noch etwas stärker. Ross (Apollonia minor H.) unter 11° 35* B. und -j-2i° 32' L., ein Ringgebirg von 3,50 Meilen Durchmesser, nicht ganz kreisförmig, auch nicht überall von gleicher Höhe. Die Helligkeit im Innern 4°, des Cen- tralbergs 5°, des Walles 6°. In seiner Nähe mehrere Bergadern. Ross A, 3| Meilen Durchmesser, mit ziemlich hohem und steilem, doch nur 5° hellem Walle; das Innere an Licht nur dem Mare gleich. Sein hoher Westrand liegt 442* über der äufsern Fläche. Schwacher Centralberg unter -{-11° 44* B und —|—10° 52* L. Auf dem südlichen Walle steht, grade wie bei Ross, ein Gipfel. Arago (Insula Cilicum ff.) 4 Meilen im Durchmesser und 5° hell, aber mit einem starken Centralberge, dem noch einige andre Ketten sich anschliefsen. Auch hier im Süden ein Wallgipfel. Tiefe unter dem Westrande 837*; Lage des Centralbergs -j~6° 7' B. und —21° 13' L. Arago A, 2£ Meilen Durchmesser, mit einem Centralberge*), zwei schwachen Wallgipfeln im W. und einem noch stärkern im S. Er ist einer der hellsten Punkte dieser Gegend, und hat überall 6° Licht. Zwischen ihm und Arago ein blasser Lichtschimmer, der nicht durchweg als Erhöhung erkannt ward. Ritter und Sabine (Insula Arclientias TL ), ein Doppelringgebirg, wo der Wall des erstem etwas übergreift, beide von gleicher Gröfse und Helligkeit. Für den Westrand des Sabine fanden wir 414* und gleich, zeitig für Ritters Westrand 620* Erhebung über das Innere. Dieses hat 4°, die Ränder 5° Lieht. Sabine zeigt wie viele Binggebirge dieser Gegend grade im S. einen Wallgipfel, von welchem sich eine kurze starke Bergreihe südlich zieht und vom Aequator durchschnitten wird. Hier befindet sich der Pik a, von dem die oben erwähnte Rille ausgeht. Noch mehrere Hügel und ein flaches Plateau liegen in der Nähe. Ritter hat 3,96 Meilen Durchmesser, Sabine 3,87. An Ritter schliefst sich ein tiefer Doppelcrater c und b, etwa eben so hell als das Hauptringgebirg, und an diesen noch ein kleinerer. Hier also ein engverbundenes System von 5 Ringformen, rings umgeben vom Mare. Ritter A (+0° 56' B. und -{-18 0 35' L.) 2 Meilen im Durchmesser und 7° hell, ohne Verbindung mit dem Hauptsysteme. Der höchste Gipfel steht auf dem südlichen Walle. In der von Dionysius bis Sabine a sich herumziehenden Bucht des Mare beträgt die Helligkeit 3^. Die kleinern isolirt gelegenen Crater dieser Gegend sind wenig vertieft, und nur einer von ihnen, zwischen Arago und Sabine, hat 5° Helligkeit. §. 208. Vom Vitruvius aus erstreckt sich gegen S. ein weitläuftiges System von gröfsern und kleinern Cratem, Bergadern und Gebirgen, in denen die Meridianrichtung vorherrscht. Die kleinern Crater sind hier nicht blos häufiger, sondern auch überhaupt augenfälliger als im O. ') Er fehlt auf unsrer Karte, da wir ihn erst später bemerkten. Seine Lage +4° 35' B. und 4-20° 0' L. 227 Das Centrum dieses Systems bildet Jansen, eine im W. ziemlich hohe, im O. schwache und hier sogar etwas unterbrochene Ringebene, im Innern nicht sehr vertieft. Auch ist sie im Vollmonde nicht recht deutlich und nur westlich zeigen einige Gegenden 3° Licht. Heller und höher ist das nach S. ziehende Gebirge, von welchem nach W. mehrere Zweige und unter diesen der sonderbar geformte y, in das Mare auslaufen. Die bis 700* hohen und steilsten Punkte finden sich bei ß und von da ab nördlich bis zu einem Gipfel —11° 45' B. und -{-29° L. — Im S. krümmt sich das niedriger werdende Gebirg bis zum Crater B (-J—10° 36' B. und -}—27° 16' L.) dessen Form zwischen Kreis und Dreieck fällt und der dem Jansen sehr ähnlich ist. Der höchste Gipfel liegt nördlich. Jansen A (Insula Aea II.) unter -j-10° 4' B. und —{— 38° 11' L. ist sehr gut im Vollmonde aufzufinden. — C (-j-8° 51' B. u. +29° l'L.), D (-j—10°. 44' B. u. 40° 0' L.) und e sind mittelgrofs, in den Phasen sehr deutlich und scharf, im Vollmonde mit Mühe sichtbar. —■ Kleinere, im Vollmonde besser, als in schräger Beleuchtung sichtbare Grübchen von 4° Helligkeit enthält diese weite Westgegend in grofser Menge. Sieben derselben erkannten wir auf und neben einem breiten Streifen, dunkler als das Mare, dessen Mitte -J-10° B. und + 33° L. ist. Dasselbe gilt von 11 etwas gröfseren Gruben im W. der vorigen, die meist auf einer von Jansen A zum Hochlande des Vitruvius gezogenen graden Linie liegen. Man kann diese Gegend, in der mehrere nicht ganz unbedeutende Hügel umher zerstreut liegen, als eine schwache Fortsetzung jenes Hochlandes betrachten. Die schwache Rille 6 zieht bei A vorüber bis zu Taruntius s; östlich stöfst sie mit einer andern zusammen, die vielleicht noch weiter zieht. Sechs kleine, doch aber deutliche Crater stehen ferner zwischen Jansen und Vitruvius, in einer schon stark mit Bergarmen durchsetzten Landschaft, deren Grundfläche ebenfalls etwas höher ist, als das umliegende Mare. Hingegen ist von den beiden Cratern, die unsre Karte westlich bei Jansen y zeichnet, nur der nördliche ein solcher, der zweite dagegen irrthümlich als Vertiefung angegeben. Es ist vielmehr ein steil emporstrebender Pik, beträchtlicher als y und einer der höchsten Berge dieser Gegend. Jansens Gebirgssystem ist eine der Mondgegenden, welche bequem beobachtet und bei einiger Uebung ohne grofse Schwierigkeit gezeichnet werden können. Alle Theile, selbst die nach Höhe und Umfang weniger bedeutenden, projiciren sich scharf und bestimmt auf der dunkeln ebenen Fläche, die optische Verkürzung und die Verschiebung durch die Libration können hier nur wenig Einflufs haben, auch ist das Detail nicht so gehäuft, dafs Verwechslungen leicht zu fürchten wären. Maskelyne L. (Insula Philyra 7/.), nach 8 unsrer und 4 von Lohrmann angestellten Beobachtungen unter -j-2° 38' 31" B. und —f-29° 34' 58" L. liegend, ein an Gröfse etwa dem Arago gleichendes, im Innern 4“, auf seinem Rande 4£° helles Ringgebirg. Der Ostrand liegt 699* über der Tiefe und der Westrand 210* über der äufseren Fläche; er scheint höher zu sein als jener. Die Böschungen sind, das Innere der Westseite ausgenommen, nur mäfsig. Zwei deutliche Sättel zeigen sich S. und NW. Mehrere dem Centralplateau des Mare zuziehende Bergadern sind, wie die zwischenliegenden Crater, schwer wahrzunehmen. Es mögen aufser den 3 kleinen Gruben, die wir sicher erkannten, sich hier leicht noch mehrere finden. Die vier im Osten des Maskelyne, die im Vollmonde als 4° helle Lichtpünktchen, und nur b deutlich als ein lichter Ring erscheinen, sind besser sichtbar. Zwischen hier und Sabine ungemein viele Bergadern. Die meisten ziehen dem Aequator zu und vereinigen sich zuletzt mit einer höheren Bergkette. Von SO. durch W. nach N. herum ist dagegen die Landschaft, welche Maskelyne übersehen kann, sehr eben. Im S. liegen zwei Lichtflecke. Weiter westlich aber ziehen vom Censorinus-Hochlande aus ziemlich hohe Ketten bis gegen den -f-5° B. fort. Sie fangen bei 6 an; ihre höchsten, 5° hellen Spitzen sind ß und y, das Uebrige ist 4° hell und theil- weise sehr wenig erhöht. Aber im Nordwesten, ganz isolirt und weit zerstreut, liegen Berge, deren Helligkeit theilweise noch über 5° geht; doch ist es oft sehr mifslich, im Vollmonde zu bestimmen, mit welchem zur Zeit der schrägen Beleuchtung gesehenen Berge ein alsdann wahrgenommener Lichlfleck zusammengehöre. Denn wenn einerseits die Fälle gar nicht selten sind, dafs sogar ziemlich hohe Berge um nichts heller als ihr Fufs sich zeigen, so findet man andrerseits im Vollmonde oft sehr bestimmt begrenzte und intensive Lichtflecke, zu denen keine Erhöhung passen will. Maskelyne e und f sind zwei grofse, aber noch nicht 50* erhabene Ringgebirge, die schon 16 Stunden nach dem Sonnenaufgänge nur noch ihre 5° hellen westlichen Wälle zeigen, welche man dann für einfache Berge 29* »28 ansieht. Für die östlichen Ränder kann manche Lunation vorübergehen, ohne dafs selbst der aufmerksamste Beobachter etwas von ihnen wahrnimmt: heut Abend sind sie noch nicht, morgen Abend vielleicht schon nicht mehr zu sehen. In f ein schwach aufdämmernder Centralberg, in e kein solcher, oder ein noch schwächerer, und zwischen beiden Ringgebirgen viele kleine helle Hügel. Die äufserstc Westgegend, wo das Mare den Palus Somnii begrenzt, zeigt eine dunklere Farbe; der Busen dagegen, der zwischen Macrobius und Maraldi sich bis zum Crater Römer 1 erstreckt, und der bei Hevel den Namen Palus Byzes führt, ist heller als das Uebrige und nirgend scharf begrenzt, überhaupt in jedem Betracht ein Uebergangsglied. Haemns - Oeblrg. §. 209. Lohrmann betrachtet diese Gegend als einen Theil des Apennin; bei früheren Selenographen findet sich keine hierher gehörende Benennung. — Die beträchtliche Verschiedenheit der Höhe und Gestaltung, die sich zwischen den hier befindlichen Gebirgen und denen des eigentlichen Apennin zeigt, veranlafste uns zur Einführung des obigen Namens. Vielleicht giebt es keine Mondgegend, die benachbarte des Vitruvius ausgenommen, die auf so kleinem Flächenraume so viele Conlraste des Lichttons zeigt, als diese vom Plinius bis zum Meridian des Sulpicius Gallus sich hinziehende und das Mare Serenitatis im Süden begrenzende. Sie zeigt sich auch noch im Erdenlichte deutlich, und gewährte in der Mondfinsternifs am 26. Dec. 1833, wo selbst die allerfeinsten Objekte in voller Schärfe sichtbar blieben, einen reizenden Anblick. Kurz vor dem ersten Viertel zeigen sich die Gegenden vom Promontorium Acherusia II. bis Mene- laus am besten, und die vielen Richtpunkte, welche sich hier darbieten, erleichtern die Beobachtung und Zeichnung. Den östlichen Theil wird man dagegen 5—6 Tage nach dem Vollmonde, wenn die Schatten des Nordrandes in das Mare fallen, am bequemsten betrachten können. Im Vollmonde sieht man das ganze Gebirg in ziemlich lebhaftem Lichte und einzelne Theile desselben glänzen in 8° — 9° Helligkeit. Eine Menge kleiner Lichtpunkte sind darüber hin zerstreut oder liegen inselartig hart an dessen Küste; für angehende Mondbetracliter eine sehr bequeme Lokalität, um sich auf der Mondfiäche zurecht zu finden. Gehen wir vom Plinius aus nach Osten, so treffen wir zuerst in dem Verbindungsarme der beiden Maren eine schöne Kette kleiner Inselberge, deren höchster unter -f-15° 18' B. und -(-21° 20' L. doch nicht über 106‘ emporsteigt; nach der Deutlichkeit seiner Projektion hätte man ihn für weit höher gehalten. Das Hochland selbst beginnt mit einer terrassirten Reihe zusammenhängender Gipfel, deren äufserster Vorsprung das 756* hohe Ilevcl&che Promontorium Acherusia ist und unter —11° 27* B. und -j-21° 34' L. liegt. Diese Gipfel haben 6° Helligkeit. Die äufsersten Vorsprünge hoher und schmaler Halbinseln wie Corn- wallis und Alaksa mögen, vom Monde aus betrachtet, einen ähnlichen Anblick gewähren. Schon bei dem dritten und höchsten Gipfel (von 1371‘ Höhe) erweitert sich das Gebirg etwas und bei Taquet T hört die Parallelität der beiden Küsten ganz auf. Der Südrand wendet sich nun nach S. und SW. und bildet einen dunkeln, mit Inselbergen erfüllten Meerbusen, in dessen innersten Winkel eine schwer erkennbare Rille Plinius 8 beginnt, zwei Grübchen durchzieht und sich nach 18 Meilen Lauf verliert. Beachtungswerth ist die Parallelität der Bergreihen, der Rille und des Vorgebirges, so wie des Randes einer gegen das Mare Serenitatis hin sich absetzenden erliüheten Bank, die eine schwache Fortsetzung des Ge- birgsabfalles zu bilden scheint. Man erkennt unter günstigen Umständen deutlich, dafs das Mare Serenitatis wenigstens in dieser Gegend tiefer als das Mare Tranquillitatis liegen müsse. An der Nordküste des Hochlandes setzt sich diese Richtung in zahlreichen hellen Gipfeln bis zu den vom Menelaus südwestlich ziehenden Bergadern fort. Die höchsten Gipfel an diesem Rande liegen bei B herum, erheben sich aber nicht über 500*. Der südliche Rand bildet man mehrere Busen, die weiterhin immer grüfser und offner werden. An der Spitze des einen liegt unter —j—14° 17' B. und —J—20° 30* L. ein Crater A, dessen scharf begrenzter 8° heller Wall eine Tiefe von 2° Helligkeit umgiebt. Dicht neben ihm im NW. die hohen und 9° hellen Gipfel Plinius 4 und ij. An der Ostseite des zweiten dieser Busen liegt schon im Gebirg selbst, ein ähnlicher aber weniger heller Crater, und mitten in der grauen Fläche desselben ein sehr kleiner ganz isolirt. Die beiden äufsersten Berge an der Südspilze des Busens sind 5° hell. 22 » Von beiden Seiten aus ziehen breite starke Rücken in Querrichtung über das Hochland hin. Mehrere derselben vereinigen sich in der Mitte und umschliefsen eine fast quadratisch geformte Tiefe Menelaus b von 2° Licht. Am Nordwestrande derselben Gipfel von 8° Helligkeit. Die Bergrücken ziehen, an Höhe zunehmend, fort bis zu dem Ringgebirg Menelaus Ii. (Byzantiuin //.) einem der ausgezeichnetsten des Mondes. Der Wall ist breit und fällt beträchtlich steil nach innen ab. Wir fanden die Tiefe (unter dem Westwalle) 1027*. Eine spätere Messung, unter einem doppelt so grofsen Erleuchtungswinkel (121°) gab, wie zu erwarten war, beträchtlich weniger (866*) allein bei dieser war das Ende des Schattens so weit von der Mitte entfernt, dafs beide Messungen gar wohl richtig sein und sich auf verschiedne Punkte der Concavität beziehen können. Zu Zeiten wirft diese Fläche von einer oder der andern Seite das Licht fast wie ein Hohlspiegel zurück, daher der starke Glanz. Denn im Vollmonde hat die Tiefe nur 3° Licht, der Centralberg 5°, der Wall im Osten aber 8° und im W. 9° Licht. Bei ihrer grofsen Steilheit hält man sie auf dem ersten Anblick für tiefer als sie wirklich ist. Lage des Centralberges —j—16° 13* B. und -j-15° 46' L. Alle vom Menelaus ausgehenden Bergarme ziehen in der Richtung Südwest, und es ist höchst merkwürdig, dafs diese Streichungslinie von der westlichen Küste an nicht allein durch dieses ganze Hochland, sondern auch durch den grüfsten Theil des Apenninen-Gebirges und alle südlicher liegenden Gebirgslandschaften bis gegen Pallas und Bode hin und bis jenseit des Aequators fast ausschliefslich angetroffen wird. Sie hat selbst die Kreisform der Ringgebirge afficirt und Abplattungen derselben veranlafst, die in diese Richtung fallen, wie man an Menelaus b, Boscovich, Ukert und anderen sehen kann*). Menelaus ist ein Ausgangs- und Vereinigungspunkt mehrerer Lichtstreifen, die aber dem Mare Serenita- lis angehören, einen schwächen» auf die eben bezeichnete Streiclnnigslinie senkrecht stehenden ausgenommen, der das Hochland in ein östliches und westliches theilt. Er würde besser hervortrelen, wenn nicht der Grund überhaupt sehr hell wäre; man unterscheidet ihn erst in einiger Entfernung vom Menelaus mit Deutlichkeit. Zuweilen scheint es als seien diese Streifen, der stärkere im Mare Serenitatis und einige andre, die nördlicher und südlicher in dieselbe Richtung fallen, nur die augenfälligem Theile eines grofsen vom Tycho bis gegen Thaies (über 400 Meilen) ziehenden grofsen Streifens. In schwächern Vergrüfserungen nimmt man dies leichter wahr, es ist aber überhaupt nicht ungewöhnlich, dafs sie etwas als verbunden darstellen was in stärkeren getrennt erscheint. Jener kurze Streifen trifft auf seinem Wege doch nicht weniger als S Höhenzüge, aber alle unbedeutend; überhaupt ist hier im SW. das Hochland fast eben, nur 3^° hell, und erst an den letzten Vorsprüngen zeigen sich steilere Wände. Am Rande des Busens, dessen innerer Wmkel der Gipfel A (-)—13° 26* B. und —{—16° 37' L.) bezeichnet, liegt eine 9 Meilen lange Kette von 11 erkennbaren Gipfeln inselartig, nur ihr östliches Ende ist mehr zusammenhängend, heller und höher. Südlich von A bildet sich abermals ein Cap, und die Ränder des Plateaus sind mit Gipfeln bekränzt, durch welche der westlichste Theil des Haemus mit dem System des Julius Caesar und Sosigenes in Verbindung steht. §. 210 . Der östliche Theil des Hämus-Hochlandes vom Menelaus bis zum Sulpicius Gallus ist kleiner und schmaler als der westliche. Das Ganze ist überhaupt kaum noch Hochland zu nennen, denn die dunkle Ebene in welcher Sulpicius A liegt, so wie die, welche zwischen Sulpicius ö und Manilius A sieh ausbreitet, wenn sie sieh auch über das Mare Serenitatis erheben, liegen doch nur im Niveau des Mare Vaporum oder unmerklich höher. Erst um Sulpicius ß herum ist wieder zusammenhängendes Hochland. Den Haupitheil dieser Gebirge bildet die gegen das Mare Serenitatis abstürzende Höhenkette, in welcher Menelaus s sich 957* über das Mare erhebt und den höchsten Punkt bildet. Da auch im westlichen Theile nur ein Berg (der erwähnte beim Promontorium Acherusia) zu einer etwas gröfseren Höhe emporsteigt, so *) Wir bezeichnen die Himmelsgegenden auf dem Monde geocentrisch und nennen also das östlich was uns links (oder tcfe- scopisch rechts) liegt, wenn wir nach Süden sehen. Die entgegengesetzte Bezeiclmnng würde beim Gebrauch unsrer Topographie für Beobachtungen Irrthümcr und Verwechselungen herbeiführen; es ist aber nicht zu übersehen, dafs selenocenIrisch genommen (und darauf kommt es bei dieser Betrachtung an) die angeführte Streichungslinie nicht SW., sondern SO. = NW. heifsen müfste. Hiernach stimmt sie ganz mit derjenigen überein, die auf unserm Erdkörper vorherrscht. Wir enthalten uns, weitere Betrachtungen am dies Phänomen, dessen innern Zusammenhang zu erforschen der Nachwelt Vorbehalten scheint, anzuknüpfen. 230 kommt das Hämusgebirge den übrigen grüfsern der Mondfläche nicht gleich; es kann der Höhe nach etwa mit den Gebirgen Südfrankreichs, die zwischen dem Alpen- und Pyrenäensystem liegen, verglichen werden. Aber diese Kette entwickelt eine reiche Mannigfaltigkeit der Bergformen wie des Lichttons, e ist fast hufeisenförmig und 7° hell, der Crater b hat gleichfalls 7° Licht, die Höhen bei y 6 ° und im angrenzenden Mare zeigen sich hier viele kleine Lichtpunkte. Nördlicher zeigt sich der Crater Menelaus c, 6 ° hell, aber ohne selbstständigen Wall; zwei Berge östlich neben ihm eben so hell, andre nur von 4° Licht, und den hohen Sulpicius 5 von 5°; eben so hell der Crater A -fl7° 19' B. und +13° 8 ' L. Das Plateau, dessen Mittelpunkt das Massengebirg Sulpicius ß bildet, ist 4° hell, auf seinem Rücken meist eben, an seinen Rändern hingegen steil, besonders beim Berge Sulpicius a, der schroff gegen zwei sehr kleine Crater abstürzt. An der Südostseite steht der nicht sonderlich helle Manilius A in -j-17° 31' B. u. -[- 8 ° 51'L. Sulpicius Gallus li., aufserhalb des Hochlandes aber ganz in seiner Nähe, ein 8 ° heller und tiefer Crater unter —J— 19° 29' B. und —j—11° 18' L. Von ihm zieht eine 9 Meilen lange Rille s nordöstlich dem Apennin zu. Sein Wall kann nach aufsen nur eine sehr geringe Höhe haben, da er vom Schatten der östlichen Berge zuweilen ganz bedeckt wird. Die so auffallenden, in einem so kleinen Raum zusammengedrängten Contraste der Zurückstrahlungsfahig- keit, die auch einer oberflächlichen Wahrnehmung nicht entgehen können, kommen gewifs nicht alle auf Rechnung der Unebenheiten. Im Allgemeinen sind zwar auch in dieser Gegend die Berge hell, die Tiefen dunkel. iSber doch bleibt es auffallend, wie grade hier ein in schräger Beleuchtung kaum oder gar nicht wahrnehmbarer Höhenunterschied oft mit einem so bedeutenden Unterschiede der Lichtstärke verbunden ist, während andre, bei weitem unebnere Gegenden, ein ganz gleichartiges Licht zeigen. Man betrachte z. B. die Hügelgegend im N. des Mare Serenitatis und die karpathischen Gebirge, nicht zu gedenken der Gebirge im südwestlichen Theile der Mondfläche. Hat also hier vielleicht eine eigenthümliche Ursach bei der Bildung des Mondkörpers mitgewirkt, oder ist eine noch fortdauernde Ursach vorhanden, welche diese Unterschiede veranlafst? Gewifs sind diese Gegenden einer sorgfältigem Untersuchung, die aber, ganz im Gegensatz zu dem bisherigen fragmentarischen Verfahren, Streng planmäfsig durchzuführen wäre, im hohen Grade würdig. Wir begnügen uns hier noch zu erwähnen, dafs es uns wiederholt geschienen habe, als sei das Licht der einzelnen Flächenstriche nirgend ein reiner und bestimmt anzugebender Lichtton, sondern ein nur nicht zu entwirrendes Gemisch, gleichsam eine mechanische Vereinigung heller und dunkler Pünktchen. Marc Serenitatis. §. 211 . Das Mare Serenitatis R. (Pontus Euxinus II.) erstreckt sich von -j-5£° bis 4-31-3-° Länge und 4-141° bis 4-374° Breite und hat demnach in Meridianrichtung 94 und von O. nach W. 92 Meilen, ist nahe kreisrund und sein Flächeninhalt beträgt 5850 Quadratmeilen. Es erscheint uns als ein wenig verkürztes Oval, dessen grofse Axe SW. bis NO. gerichtet ist. Meerbusenartige Theile, die in die umliegenden Landschaften ein- dringen, finden sich nur wenige und kleine, und das Areal läfst sich schärfer bestimmen, als bei den meisten andern grauen Flächen. Von der mit Inbegriff der Krümmungen gegen 400 Meilen betragenden Grenze bestehen f aus den hellen und stark gebirgigen Landschaften des Taurus, Haemus, Apennin und Caucasus. Breite Arme verbinden es südlich mit dem Mare Tranquillitalis, nördlich mit dem Lacus Somniorum und östlich mit dem Palus Putredinis. Sowohl die direkte Vergleichung mit dem Mare Tranquillitalis und Lacus Somniorum, die von den Meridianen dieses Mare ebenfalls durchschnitten werden, als auch der Umstand, dafs fast alle Gebirge gegen das Mare hin steil abstürzen, während ihre entgegengesetzte Seite eine viel sanftere Böschung zeigt, deutet auf eine merklich tiefere Lage desselben, und dafs der hellere innere Theil wenigstens gewifs nicht höher, als die umliegenden dunkleren liege, bemerkt schon Lohrmann, und wir finden es bestätigt; denn wo sich eine Differenz der Böschungen in den Bergadern noch wahrnehmen läfst, ist stets die steilere Seite dem Innern zugewendet. Die äufseren Theile der Fläche zeigen fast ringsherum in einer Breite von 6 —18 Meilen ein dunkles, gleichartiges Grau, welches im Innern der Meerbusen und am Fufse der westlichen Gebirge I 4 0 , sonst aber 2° Helligkeit hat und nur in sehr kleinen Flächenstrichen mit lichteren Stellen abwechselt. 231 Das ganze Innere dagegen, beiläufig 3S00 Quadratmeilen, zeigt sich zur Zeit des Vollmondes in einem schönen, durchaus reinen und gleichartigen lichten Grün*) von 3° Helligkeit, und mitten durch die Fläche hin zieht sich vom Menelaus nach NNW. ein fast schnurgrader, 2y bis 3 Meilen breiter und 4° bis 4^° heller Streifen in weifslicher Farbe. Er theilt die Fläche in zwei fast gleiche Theile und kommt bei Hevel unter dem Namen Paludes Inferiores vor. Einige andre Streifen stehen nach Dimension und Intensität dem erwähnten weit nach. Kommt die Lichtgrenze in seine Nähe, so wird er bleicher und verschwindet ganz noch bevor die Nacht des Mondes ihn bedeckt. Beobachtet man ihn einige Tage vor der letzten Quadratur, so kann man sich überzeugen, dafs er nicht im geringsten weder erhaben noch vertieft sei, sondern im Niveau der übrigen Fläche stehe, nur dafs ihn Bergadern an einzelnen Stellen durchziehen. Man kann namentlich hier noch Bergadern von nur 6 bis 10* Höhe als vorhanden wahrnehmen, wenn gleich nicht wohl verzeichnen. Jede Erhöhung, sie sei so unbedeutend als sie wolle, wird nemlich in dem Mafse deutlicher, wie sie der Lichtgrenze näher rückt, ihre Färbung sei welche sie wolle; die Lichtstreifen aber verhalten sich grade umgekehrt, es giebt auf der ganzen Mondfläche nicht Einen, der von der Lichtgrenze berührt, als solcher noch wahrzunehmen wäre. Die sehr zahlreichen Bergadern gehören drei Hauptsystemen an: dem westlichen, mittlern und östlichen. Ersteres ist das bedeutendste und zeigt hin und wieder Gipfelbildung. Schwächere Adern ziehen theils als Verbindungsarme, theils ganz isolirt und unbestimmt durch die Fläche hin, auch finden sich besonders in den Grenzgegenden einzeln stehende isolirte Berge und niedrige Plateaus, die aber alle ziemlich unscheinbar sind. Augenfälliger sind dagegen die Crater, wenn sie auch meistens nur klein sind. Doch ist keiner derselben besonders tief und der Vollmond zeigt sie als schwach erleuchtete Punkte von 3° bis 4°, wenige von 5° und 6° Licht. So viel zur allgemeinen Uebersicht der Terrainverhältnisse dieser Fläche, deren ansehnlicher Umfang und bequeme Lage indefs eine nähere Beschreibung möglich machen. §. 212 . A. Die innere grüne Fläche. Fast in jeder Phase bemerkt man, besonders auf der Südseite, die scharf gezogene, nur leichte Krümmungen darbietende Grenze der innern Fläche gegen das umgebende Dunkelgrau, und die hellere Farbe des Innern tritt sehr bestimmt hervor. Gleichwohl ist Lohrmann der erste, welcher diese Grenze angedeutet hat, obgleich er einer eigenthümlichen Färbung des Innern nicht erwähnt. Auch ist es nicht leicht, selbst in starken und völlig achromatischen Ferngläsern, sich von dem Vorhandensein der grünen Farbe zu überzeugen; man findet sie aber heraus, wenn man die Fläche mit andern gleich hellen vergleicht. Nur im Vollmonde, und etwa 2 — 3 Tage vor oder nach demselben, kann die Beobachtung gemacht werden. Die etwas lichteren Streifen scheinen kein Grün zu enthalten, der grofse Menelausstreifen gewifs nicht. Die Südgrenze dieser innern Fläche zieht über Ebenen, wie über Bergadern hin, durchschneidet auch einige Lichtstreifen und hat ihren südlichen Vorsprung bei Taquet. Oestlich und westlich schliefst sie sich meistens den Bergadern an, und eben dies ist auch im N., wo sie sich weniger bestimmt zeigt, der Fall. Taquet S., ein kleiner, auf einer etwas erhöhten Fläche liegender, 6° —7° heller Crater, leicht aufzufinden und ziemlich tief, -j-16° 29 / B. u. —J— 1S° 56 1 L. liegend, ist der Ausgangspunkt der das Mare durchziehenden Bergadersysteme. Ein schwacher nach O. gekrümmter Zweig trifft auf den 5° hellen e, der noch einen kleinen Crater neben sich hat. Ein andres System von sehr geringem Zusammenhänge zieht gegen Bessel zu. Bessel (Insula Cyanea H.) -j-21° 43' B. u. -)-17 0 37' L., 3 Meilen im Durchmesser; im Innern und auf dem südlichen Sattel des Walles 5°, sonst aber auf dem Walle herum 6° hell; und ohne Centralberg. Der Westwall liegt 619* über der Tiefe, der Ostwall 249* über dem Mare. In seiner Umgegend hat der Menelausstreifen, der grade auf ihn trifft, die gröfste Intensität; einige schwache Lichtadern im W. und eine entfernter liegende im O. ziehen diesem Streifen parallel. Der Streifen zieht von Bessel aus in abnehmender Breite und matterem Lichte bis zum 30° B. deutlich *) Weder Schroter noch Lohrmann erwähnen eines solchen? nur zeichnet Letzterer die inneren Theile heller. Nun ist es aber allen praktischen Beobachtern bekannt, wie bei den specifisch verschiednen Farben himmlischer Objekte (z. B. der Doppelsterne), fast alles von der individuellen Auffassungsweise abhängt. Es wird uns gar nicht Wunder nehmen, wenn Andre hier kein Grün finden sollten. Nur das scheint uns ausgemacht zu sein, dafs der Farbenunterschied zwischen den innern und äufsern Theilen dieser Fläche keine blofse Differenz des Grades sei, und wir haben sic daher auch durch eine eigentümliche Bezeichnung in der Karte angedeutet. 232 fori und trifft noch auf 2 Cratcr, welche 5° Licht haben und deren nördlichster 4" 29° 42' B. u. 20° 39' L. liegt. Jenseit des letztem ist er nur bei günstiger Luft noch weiter zu verfolgen. Einige schwache und kurze Bergadern ziehen auf ihm fort oder ihm doch nahe parallel, daher wahrscheinlich Schröters Irrthum, dafs der ganze Streifen eine solche (bis gegen 130‘ erhöhte) sei. Freilich war es bei der früher gebräuchlichen Darstellungsweise unmöglich, auf den Mondkarten Lichtstreifen und Bergzüge zu unterscheiden, und auch die Lage des in Rede stehenden schien eine deutliche Beziehung zu den im O. und W. bügelförmig sich herumziehenden Ketten anzudeuten. Schwache runde Lichlflecken zeigen sich noch hin und wieder, ohne dafs man sie sämmtlich als Vertiefungen wahrnimmt. Möglich bleibt es dennoch, dafs sie sehr wenig vertiefte Stellen bezeichnen. Im westlichen Theile der Fläche liegt noch der Crater A dessen Wall sich westlich 176* über das Mare erhebt, in —2£>° 0' B. und 4-20" 36' L., 54° hell; so wie b von 6° Licht. Das westlichste Bergadersystem zieht anfangs innerhalb der Fläche und bildet nach NW. zu ihre Grenze. Es kommt von Promontorium Acherusia her und vereinigt sich mit den breiten und flachen Anhöhen im Norden der Rille Plinius Ö, ist ziemlich zusammenhängend, nimmt einen von Taquet her ziehenden Arm auf, zeigt deutlich mehrere Gipfel, besonders bei Bessel a und Posidonius y und ist, die Krümmungen eingerechnet, gegen 85 Meilen lang. Bei 4~ 18° und 19° B. herum ist es gegen 100* und im Punkte y (-j-30° 1' B. und —[— 24° 36' L.) gegen 150* hoch, aber selbst an den steilem Stellen kaum 10° geböscht. In seinem ganzen Zuge nur ein einziger Crater unter -(5 t 0 B., bei welchem es sich in zwei Arme theilt. Der nördliche Arm ist der stärkere; er bildet die Grenze der grünen Fläche bis y, der westliche fällt ganz aufserhalb derselben. Im östlichen Theile (Ilcvels Sinus Salmydessus) zeigt zwar die Ebene mehr Crater, Bergadern aber weniger als westlich; auch die hier verzeichneten sind nur schwer und selten sichtbar. Nirgend auf der Mondfläche bildet die Lichtgrenze einen so regelinäfsigen elliptischen Bogen als hier von -j-16° bis —12° der Länge. Das östliche Bergadersystem fällt fast ganz in die grüne Fläche, es zeigt sich schwach und fast nur als Abfall gegen das Innere, bei Sulpicius Gallus herum, weiterhin etwas stärker, doch kaum halb so hoch als das westliche. Die beiden Hauptrücken vereinigen sich nahe bei dem tiefen Crater Linne; nach einer von Lohrmann und 7 von uns angestellten Messungen in -|~27° 47* 13" B. und 32' 28" L. liegend; 1,4 Meilen im Durchmesser und 6° hell, im Vollmonde aber unbestimmt begrenzt. Nordwestlich A —j—29° 0' B. und —j— 14° 5' L. in 5° Licht und B —j— 30° 37' B. und —J— 14=° 1' L. gröfser und in G° Licht glänzend. Linne d ist 5° hell, zwischen ihm und A scheint noch ein Crater zu liegen dessen wir nicht gewifs werden konnten. Posidonius E (-f-30° 21' B. und -f-19° 25' L.) ist wie die meisten hier herum liegenden, nur 4° hell. — Der Wall eines nordwestlich in -j-32° 19' B. und —|—23° 18' L. gelegenen erhebt sich östlich 243* über das Mare, und die Bergader zwischen beiden 41*. — Erst an der Grenze der grünen Fläche unter 33° und 34° (im Sinus Peronticus //.) gewinnen die Bergadern wieder etwas mehr Höhe und Zusammenhang. Nachzutragen sind hier, in Folge späterer Beobachtungen: Eine kurze Vorterrasse am äufseren südlichen Fufse des Bessel. Eine kleine Grube hart am äufsern westlichen Abfalle des Bessel, in —f- 21° 26' B. und 4"1§° 0' L. Eine dergleichen 4 Meilen nordwestlich von Bessel A, am 8. Januar 1836 entdeckt. Eine dergleichen 3 Meilen nordnordwestlich bei Posidonius E. Eine Verlängerung der auf Posidonius E stofsenden Bergader am nördlichen Fufse desselben vorüber bis in —J—30° 20' B. und 20° 22' L. Eine etwas nach NW. gekrümmte 5 Meilen lange Bergader, in 4" 31 £“ B. und 19-§-° L. beginnend, und in 4-32£“ B. und 4~19° L. endend. Es bedarf wohl kaum der Erwähnung, dafs alle diese Gegenstände äufserst klein sind und zu den am schwierigsten sichtbaren gehören. §. 213. B. Die Grenzgcgenden. Wie oben bemerkt, verzweigt sich der Hauptrücken des westlichen Bergadersystems unter 4~264°B. Die schwächere nach NW. ziehende Ader biegt südlich herum und trifft auf Lemonnier A, zieht sodann weiter südlich bis zum 20°, wo sie sich an den Vorhöhen des Vitruv verliert. Sie hat in 4"234 0 B. eine Höhe von 174* und 6 Meilen nördlicher von 130*, beides nach Ost gemessen, ihre mittlere Höhe beträgt etwa 50 Toisen. Mit ihr parallel zieht eine zweite und schwächere. Der 333 Der einzige besonders kenntliche Gegenstand ist der Crater Littrow B, ansehnlich tief und von 6?° Licht, und neben ihm nordöstlich ein 6 “ heller Lichtfleck von 2j- Meilen Durchmesser, den unsre Karte, wohl nur auf Veranlassung eines zufälligen Irrthums, nicht enthält*). Sonst ist hier herum 1 ^-°, in der Gegend des Lemon- nier 2°, und nahe der Grenze der grünen Fläche 2^° Licht. Im Süden zieht der schmale graue Gürtel, wie schon bemerkt, am Taquet und Sulpicius Gallus vorüber. Hier zeigen sich zwar eine grofse Menge von runden Lichlflecken, aber einen Crater (die beiden genannten ausgenommen) vermag auch die sorgfältigste Beobachtung nicht zu entdecken. Auch im Osten, wo das Mare an die hohen Grenzgebirge stöfst, ist fast nichts als weite graue Ebene aufzufinden und nur die Vorhöhen jener Gebirge, die aber meistens schon in etwas hellerer Landschaft liegen, unterbrechen sie. Zwischen beiden Gebirgen ist gleichfalls ein weiter freier Raum, und die Paludes Superior es Hevels , die er in diese Gegend setzt, sind wahrscheinlieh die Bergadern bei Linne herum. Im Norden, wo llevel seinen Sinus Peronticus (nach Calippus zu) und Sinus Sagaricus (gegen Posidonius hin) gesetzt hat, bietet sich mehr Mannichfaltigkeit. Vom Hügellande des Caucasus her ziehen mehrere deutliche, wenn gleich sehr wenig erhöhte Bergadern nach S. und SW., zwischen ihnen bemerkt man ver- schiedne Lichtstreifen, und bei Calippus K eine Gruppe schön gezeichneter Berge von geringer Höhe aber sehr bestimmten Umrissen, und noch einige ähnliche Gruppen in der Nähe. Der Umgegend des Posidonius ist schon im Vorigen gedacht, so wie auch des allmählichen Ansteigens, wenn man vom Mare Serenitatis her nach dem Lacus Somniorum zu geht. Unter den grofsen Flächen des nordwestlichen Quadranten scheint dieses Mare die tiefste zu sein, wenn nicht etwa das Mare Crisium noch tiefer liegt. Der Färbung nach, ist es aber gewifs nächst dem Mare Frigoris das hellste. Steile Parthien enthält es in seinem Innern durchaus nicht, selbst nicht in seinen Cratern; vielmehr läfst der Umstand, dafs die meisten unter ihnen nur mit Schwierigkeit beobachtet werden können, auf eine ver- hältnifsmäfsig sanfte Böschung, aber auch auf das Dasein noch mehrerer, besonders unter den zahlreichen Lichtflecken, mit grofser Wahrscheinlichkeit schliefsen. IIocbgcMrg des Caucasus. §. 214. Caucasus (Catena Mundi II.) ein nicht sehr ausgedehntes, aber eins der höchsten Gebirge der Mondfläche, das in einigen Punkten dem Apennin an Höhe nichts nachgiebt, alle übrigen aber, die Randgebirge Dörfel und Leibnitz ausgenommen, übertrifft. Das eigentliche Hochgebirg zieht vom Gipfel Calippus K bis zu den Gebirgen bei I im Süden und bis e im Norden, also etwa vom -f- 32° bis —f-41° der Breite und -J-7° bis -j~15r° der Länge. Zwei inselarlige Gruppen höherer Gebirge liegen ihm zur Seite; die eine im S. von -{-31° bis —J—33° B., die andre im N., mit Cassini a bezeichnet, eine mehr zusammenhängende Masse. Was sich westlich von K und s bis gegen den -{-24° der Länge erstreckt, ist nirgend Hochgebir^ sondern durchweg Hügellandschaft, und von gleicher Beschaffenheit sind auch die zahlreichen Berggruppen die sich um Eudoxus und Aristoteles herum bilden. Für das Caucasus-Hochland bleibt nach der obigen Abgrenzung nur ein Flächenraum von etwa 450 Quadratmeilen. Aber auch von diesem beschränkten Raume gehört die geringere Hälfte den eigentlichen Gebirgen, der gröfsere Theil den Plateaus, den besonders von W. her eindringenden Thälern und den beiden Ringgebirgs- flächen an. Nur im O. ist das Gebirg, wenn auch von sehr ungleicher Erhebung, doch undurchbrochen, und hier steigen auch die höchsten Gipfel empor. Die Farbe des Berglandes ist im Allgemeinen 4°; die höhern Gipfel und Rücken haben 5°; der Berg Calippus 0 , die von drei kleinen Gipfeln westlich von I umschlossene kleine Tiefe und der Westrand von ij 7 « Licht, der Berg B 8°; die südlich bis —)— 3 — ™ Umständen sogar in der Nachtseite nnlemommenen Untersuchungen dürfte es indes. Bei einer' ^rchfren Maniüus, und überhaupt keinen Centralberg, sondern irgend einen kleinen, licht- sen gerathen sein, p , sichtbaren Crater zum Normalpunkt zu wählen, deren zwei (Tries- "tT’c’ÄTi.“. “r Mondmitte, drei andre alter wes,lieh heim Higinus liegen. Denn es is, gewits, dafe neeker C und d) «an ’. ,. d «rite im Schatten steht und dadurch unsichtbar wird, ein Berg, von dem WC ‘eiiTstets in unveränderter Form und Gröfse sich zeigender Craterwall. kein so sichres Zielen g h fet sic h 120 4, der Westrand 1173* über die Tiefe. In seiner Nähe liegt Der Ostrand des Mamlius^ erhebt sich 1-U ^ ^ zi emlich ^ &o ^ ^ p ^ 31&t ^ noch der ansehnliche Berg - übrigen Erhöhungen in dieser Gegend sind noch unbedeutender. Noch 6 und y erreichen kaum 150* «ud die ubngen Erhöh g 4 f ß u 0 3Q( L ) durch 5 o Licht au , zeichnen sich liier die Crater C (+U * u - -T iU ' 32 250 Die Cfeliirgslaiidscliaften zwischen dem Mare Trarifjuillifatis, dein Mare Vaporum und dem Sinus Medii. §. 230. Sie zerfallen in 3 Hauptabschnitte: die Nordgegend, vom Haemus bis zur grofsen Rille des Ariadaeus, mit Boscovich, Julius Caesar und Sosigenes; die südwestliche, jenseit der Rille, wo sich nur mäfsige Ringgebirge finden, unter denen Dionysius, Ariadaeus und Silberschlag die bedeutendsten sind; endlich die Südostgruppe, mit den ansehnlichen Ringgebirgen Godin, Agrippa und Rhäticus. In allen diesen Landschaften ist die oben bemerkte SW. Richtung der Bergrücken aufs entschiedenste überwiegend; sie verhält sich gegen die darauf senkrechte mindestens wie 30 : 1 und im nördlichen Theile dieser Gegend findet sich gar keine andre. Hier also sieht man fast nichts als lange Ketten von mäfsiger Höhe, und zwischen ihnen, aufser den erwähnten Ringgebirgen und einigen ziemlich ebenen Strecken, schmale Längenthäler. Die Craterform tritt in der Nordgegend auffallend zurück; auch die gröfseren Vertiefungen können nur sehr geringen Anspruch auf die Benennung Ringgebirg machen. Sie werden, wie man deutlich bemerken kann, nur auf denjenigen Seiten von einem Walle begrenzt, die mit der allgemeinen Streichungslinie zusammenfallen. An den übrigen treten kürzere Parallelketten bis an die Tiefe, ohne sie jedoch deutlich abzuschliefsen. Julius Caesar Ii. (Palus Acherusia II.) ist durchaus von der angegebenen Beschaffenheit. Eine grofse, gegen N. hin flach abfallende und hier sehr dunkle Vertiefung (im nördlichsten Theile nur 1° Licht, weiter im S. allmählich heller und bis zu 3° steigend) die durch ihr tiefes Stahlgrau sich im Vollmonde bequem auffinden läfst. Gegen N. hängt sie mit mehrere dunklen Thälern zusammen die sich in dieser Färbung bis 5 fortzichen, wo sich im kleinern Mafsstabe dasselbe Modell zeigt, nur nicht ganz so dunkel als Julius Caesar. Dieser hat in seinem stellenweis steilem Ostrande einige bedeutende Höhenpunkte: ß von 847* Höhe über der innern, und a von 762* über der äufseren Fläche. Auf der Höhe von ß steht ein kleiner Crater, doeh ohne besondern Wall, und eine ziemlich steile Kette zieht von hier bis Manilius A fort. Der höchste Punkt in dieser Gegend ist der isolirte Pik E. An der Nordwestseite ziehen mehrere dunkle Parallelthäler fort; die zwischen ihnen ziehenden Bergreihen haben 5° und 5^° Licht. Am weitesten tritt ein helles Hochland nach Westen vor, dessen Rücken Ebene ist, und das sich mit seinem niedrigen Vorgebirge Sosigenes a zum Mare Tranquillitatis herabsenkt. Die im SW. an Julius Caesar hervortretenden kleinen Bergrücken sind auf unsrer Karte noch zu stark gehalten; man erknnnt sie in der That nur kurze Zeit deutlich. Hier finden sich auch wieder einige Crater. Sosigenes H., ein regelmäfsiges Ringgebirg von 3 Meilen Durchmesser an der Grenze des Mare. Es ist im Innern 4°, der Wall 5° hell, scheint einen Centralberg zu haben und ist nur von mäfsiger Tiefe. Im Meridian des Sosigenes enden die Bergrücken und Landzungen, fast sämmllich flach verlaufend, und eine Reihe westlich vorliegender isolirter Höhenzüge bildet den Abfall zum Mare Tranquillitatis und zugleich die Grenze der hellen Landschaft. Boscovich S. dem Julius Caesar fast in allem gleich, nur kleiner, und sein Wall weniger hoch; eine sehr dunkle Vertiefung von unregelmäfsiger Form. Die umgebenden Berge haben meist 5°, der südliche Crater und der neben ihm liegende Gipfel A (+9° 7' B. u. -j—10° 35' L.) der höchste dieser Landschaft, haben 6° Licht. Das südöstliche Drittel der Fläche hat nicht die Dunkelheit des übrigen Theiles und liegt auch ein wenig höher als dieser. Auch ist Boscovichs nächste Umgebung heller als die des Julius Caesar, wiewohl sich nach dem Mare Vaporum zu keine bestimmte Grenze bildet §. 231. Im südwestlichen Theile der Landschaft finden wir vorzugsweise Ebene von 4° bis 4^° Helligkeit, nur gegen den Aequator hin mehr Bergland, das in seinen hohem Punkten 5° Licht zeigt. Dionysius Ii. (Mons Amanus II .) einer der ausgezeichnetsten Punkte der Mondfläche, dessen Inneres 7°, und dessen Wall 9° Licht hat. Lohrmanns 8 Messungen geben ihm -J-2 0 50' 55" B. u. —j—17° 8' 40" L. doch ist er nicht, wie ähnliche Glanzpunkte, in der Nachtseite aufzufinden, wahrscheinlich des geringen Durchmessers wegen. Im W. und N. begrenzt sein Wall das Mare Tranquillitatis. Seine Tiefe mag 600* betragen. Ein sehr verwickeltes System niedriger und mittelhoher Berge (etwa an Höhe unserm Harz gleich) erfüllt theils in Ketten, thcils in Plateaumassen die Gegend zwischen Dionysius, Delambre und Theon, welche beide jenseits des Aequators liegen. Die höchsten Ketten umschliefsen ein langes Thal von ungleicher Breite, auf dessen 051 Grunde sich noch einzelne Hügel erheben: 8, y und s bilden die Gipfelpunkte dieser Ketten. Auch Dionysius « ist gegen 600* hoch, und ß gegen 400*; alles Uebrige sind unbedeutende Erhebungen. Vier grofse und deutliche Crater zeigen sich nebst einigen kleinem auf der hellen Ebene zwischen Dionysius und Silberschlag. Diese Ebene wird nur in der Gegend der Ariadaeus- Rille von einigen kleinen Ketten unterbrochen, und gegen Silberschlag zu steigt man auf einer breiten Stufe zum tieferen und nur 3° hellem Tkeile der Ebene herab. Unter den erwähnten Cratern hat A ( + 4° 0' B. und -|-15 0 2' L.) 7° Licht; der über ihm liegende in -{-3° 10' B. und -f-14° 44' L. 5^° und b 6 ° Licht. Nur bei A ist das Innere ein wenig dunkler, die andern zeigen sich im Vollmonde nicht als Ringe sondern als helle runde Flächen; möglich indefs, dafs der nicht recht scharf begrenzte Wall auch hier, wie in vielen Fällen, den kleinen dunklen Punkt im Innern überglänzt. Dagegen ist Ariadaeus B (-j-5° 3' B. und —j—14° 46' L.) im Vollmonde kaum zu finden. An der Westseite im Meridian des Dionysius liegt Ariadaeus R. (Mons Horminius II. der aber alle zwischen Sosigenes und Dionysius liegenden Gebirge mit unter diesem Namen begreift) 7° hell und ziemlich tief, neben ihm a von 5° Helligkeit und weniger tief, und nördlich eine ganz schwache schwer erkennbare Einsenkung, nebst dem hohen Berge y an welchem die grofse Rille beginnt. Nach einer am 26. Nov. 1835 mit dem grofsen Refraktor der Königlichen Sternwarte gemachten Beobachtung zieht eine Rille von y aus zwischen Ariadaeus und a durch und mit einer gegen S. gerichteten Krümmung zu einem kleinen Crater in —j— 4° 24' B. den unsre Karte 3 Meilen SW. von Ariadaeus zeigt. Weiterhin war im Mare nichts der Art zu erkennen. Silber sch lag S.*) (Aconit us Collis II. ) ein nur 2 Meilen im Durchmesser haltender, aber 8 ° bis 8 t° heller Crater, dessen westlicher Wall ziemliche Steilheit zeigt. Er ist in jeder Beleuchtung gut aufzufinden; nur dafs zuweilen einige Punkte des östlichen Randes überschattet werden können. Die Gebirge in seiner Nähe haben ansehnliche Steilheit; der höchste ß erhebt sich 961* über seinen östlichen Fufs; er gehört zu einer von Boscovich A gegen Agrippa a ziehenden starken und gipfelreichen Kette, die an mehreren Stellen durch Schluchten und sanftere Thäler unterbrochen wird. Der Crater Silberschlag a ist 7° hell und liegt nördlich hart an der grofsen Rille. §. 232. Das südöstliche Drittel dieser Landschaft ist sehr gebirgig, und hier befinden sich die steilsten Hänge, so wie die gröfsten Tiefen. Agrippa II. (Mons Ida II.) ein schönes, ansehnliches Ringgebirg von 5,88 Meilen Durchmesser, etwas elliptisch, im S. durch einen Hochgipfel ß; im N. durch einen den Wall durchbrechenden Crater abgeschlossen. An den steilsten Stellen des Innern beträgt die Böschung gegen 60°. Der Ostrand erhebt sich 1240, der Westrand 1071* über die Tiefe. Diese hat mit dem Berglande nahe gleiche Helligkeit und im Vollmonde ist deshalb nur der 5° bis 6 ° helle Wall zu sehen. Der nördliche [und höchste Gipfel seines ansehnlichen Centralgebirgs ist von Lohrmann durch 9 Messungen auf -j-4° 4' 16" B. und -f-10° 22' 13" L. bestimmt worden. Am Fufs des Walles zeigt das Innere einige Vorhöhen und Terrassen. Agrippa hat nur wenig eigentliche Ausläufer, aber eine grofse Menge mittelhoher Berge gruppiren sich rings herum, besonders im N. wo sie bis 5£° Helligkeit zeigen, während die übrigen 4° und die Thäler grülsten- theils nur 3° bis 3^° Licht haben. Andre Bergreihen ziehen in schräger (SSW.) Richtung vom Agrippa zum Godin. Godin S. hat ein schmales, aber sehr steiles und 8 ° helles Riiiggebirg und ist daher in hoher Beleuchtung besser als Agrippa sichtbar, mit dem er gleiche Tiefe hat. Seine Gestalt hält etwa das Mittel zwischen Quadrat und Kreis; er hat 5 Meilen Durchmesser und einen deutlichen Centralberg. Um ihn herum liegen mehrere sehr bestimmt ausgeprägte Crater, von denen aber im Vollmonde nur b noch einigermafsen erkannt werden kann. Der nördliche bei A liegt -j-2° 41' B. und -f-9° 37 / — Im Osten des Godin liegt eine kleine Ebene, von der sich südwestlich ein Thal bis jenseits des Aequators fortzieht; im W. und SW. schliefsen sich starke Gebirge an; die der allgemeinen Streichungslinie folgen und unter denen a der höchste ist. *) Schröter bezeichnete eine nur von schwachen Bergadem durchzogene Gegend, in der er etwas ringgebirgähnliches zu erkennen glaubte, unter +8 B. und +12° L. mit diesem Namen, worin ihm Lohrmann gefolgt ist. Bei unserm Grundsätze, die Namen stets nur an fest bestimmte und sicher aufzufindende Gegenstände zu knüpfen, konnten wir diesmal nicht umhin, eine kleine Aenderung anzubringen. 32 252 Schwache breite Lichtstreifen ziehen von beiden grofsen Ringgebirgen westlich und der Gegend des Dionysius zu, die aber auch im Allgemeinen sehr hell glänzt. Im S. und O. liegen zwei Hoclithäler, von schwachen Bergrücken umgeben und durch einen stärkern Zug verbunden. Das südliche dieser Thäler liegt unter dem Aequator, und jenseit desselben schliefst sich ein grofser offner Bogen an, der eine der schönsten Mondlandschaften bildet. Die Gegend im O. des Agrippa und Godin zeichnet sich durch eine grofse Menge meistens heller und sehr gut erkennbarer Crater aus, unter denen Rhäticus A (—f— 1° 44' B. und -j-5° 18' L.) der gröfste, b aber bei weitem der hellste ist; da sein Glanz völlig 9° erreicht. Aufserdem zeigen sich mehrere plateauähnliche Flächen, deren Rücken aber stark hügelig ist, z. B. das grofse vom Gipfel Agrippa y nach N. sich erstreckende und ein andres, dessen Ostecke Rhäticus a bildet; ferner in a ein länglichtes Ringgebirg und südlicher, vom Aequator durchschnitten, eine Reihe von 4 flachen und unregelmäfsigen Ringgebirgen, deren östlichstes am tiefsten ist und einen Centralberg zeigt. Bergmessungen sind hier nicht wohl ausführbar, obwohl die Detailzeichnung, der fast ganz senkrechten Projektion wegen, nicht so schwierig ist als unter ähnlichen Umständen an andern Stellen der Mondfläche. Nach einer ungefähren Schätzung erheben sich einige wenige Punkte bis über 600, keiner aber über 800 Toisen. Den östlichsten Theil dieser Berggegend bildet Rhäticus*) (Mons Mysius H. der aber die nördlichen Gebirge, so wie alles bis zum Hipparchus hin, mit begreift). Dieses Ringgebirg ist eine der wenigen Landschaften, denen sowohl die Erde als die Sonne ins Zenith kommen können. Erstere entfernt sich höchstens 15° von demselben, letztere scheint bei jeder Culmination fast ganau senkrecht in die Ebene hinein. Sie hat 3^° Licht, und einen schwachen vom Aequator durchschnittenen Centralberg. Das Gebilde ist nur im weiteren Sinne Ringgebirg; eigentlich ein im Oval gruppirtes System einzelner Züge und Kuppen (deren höchste von etwa 800* bei y liegen) auf einer gemeinschaftlichen Unterlage, die sich als Terrasse den Hauptgipfeln vorlagert. Diese Berge haben nur die Helligkeit der umliegenden Landschaft (4° bis 4|-°) und das Innere ist gegen die äufseren Flächen nicht vertieft. Hier herum verliert sich das Bergland durch einzelne Gipfel und Ausläufer zur Tiefebene des Sinus Medii, in welcher sich die Mondmitte befindet. Zweiter Quadrant. Sinus Medii. §. 233. Die meisten Selenographen rechnen diese Mondslandschaft zum Mare Vaporum. Allerdings ist sie weder bedeutenden Umfangs noch durch hervorstehende Eigenthümlichkeiten ausgezeichnet, auch nur durch den iso- lirten Triesnecker und also unvollkommen gegen das Mare hin begrenzt, doch schien es uns angemessen diesen ohnehin nicht bedeutunglosen Namen (den auch Bode in seine kleinen Mondkarten mit aufgenommen hat) nicht fallen zu lassen. Er bezeichne demnach hier die zwischen Triesnecker, Rhäticus* Reaumur, Mösting und den Berglandschaften bei Pallas liegende ebene Landschaft von etwa 600 Quadratmeilen, deren Mitte ziemlich genau mit der wahren selenocentrisehen Mondmitte zusammentrifft. Der unbestimmten Begrenzung wegen erscheint diese Stelle gewöhnlich in Gestalt einer kleinen Wolke, und ähnliche Wolken scheinen benachbarte Theile des Mare Nubium und Mare Vaporum zu bilden, weniger in hoher Beleuchtung als zur Zeit der Phasen. Ue- berhaupt verursacht der Lichtwechsel des Mondes hier manchen Wechsel der Färbung. Nur zwei Crater, Triesnecker c und B, von mäfsiger Grofse und Tiefe aber 7° und 6° hell, bemerkt man in dieser Mondgegend, die doch zur Entdeckung feiner Objekte und namentlich kleiner rundlicher Vertiefungen so ausgezeichnet günstig liegt. Auch von den wenigen und kurzen Bergadern dieser Landschaft scheint keine 30—-40 Toisen zu erreichen, so wie sich auch keine durch Helligkeit auszeichnet. Dicht südlich über den beiden erwähnten Cratern liegen 2 matte Lichtflecke von 4° nahe bei ainander, die keine Unebenheit wahrnehmen *) RicciolPs Rhäticus mufs östlicher liegen, aber es ist durchaus kein Gegenstand mit Sicherheit auf diesen Namen zu beziehen. Wir glaubten, den Namen des Berechners der trigonometrischen Linien nicht übergehen zu dürfen und haben ihm dieses bisher unbenannte Ringgebirg zugeeignet. 953 lassen. Eine sehr schwache Bergader krümmt sich hier um die Mondmitte, zieht endlich nördlich, und vertheilt sich demnach auf alle 4 Sektionen unsrer Karle. Südwestlich und zum Theil auch östlich hat die Landschaft 3“, gegen Triesnecker zu und im Nordosten 2-J- 0 , in schräger Beleuchtung aber noch unter 2° Licht. Wahrscheinlich benimmt die völlig senkrechte Beleuchtung durch die Sonne, welche im Vollmonde dieser Gegend aus. schliefslich zu Theil wird, ihr einigermafsen die dunklere Farbe. Die Mond mitte, die etwa im Centro der Krümmung der oben erwähnten Bergader liegt, hat 2^ 0 Helligkeit und ist ganz eben. Innerhalb 3 oder 4 Jahren kommt die Erde allen Punkten dieser Landschaft ins Zenith, von dem sie sich stets nur wenig entfernt. Jeden Morgen steigt die Sonne senkrecht empor, gellt durchs Zenith oder nahe vorbei; ihre Höhe über dem Horizont und die Phase der Erde ergänzen sich immer nahe zu 90°. Die ganze Nacht hindurch wird die Landschaft senkrecht von der um Mitternacht in voller Scheibe glänzenden Erde beschienen. Unter allen Mondgegenden (die Berge an den Polen ausgenommen) empfindet diese am wenigsten Dunkelheit, und unsre Augen würden hier eine mittelgrofse Schrift zu allen Zeiten (totale Sonnenfinsternisse abgerechnet) lesen können. Je näher überhaupt eine Mondgegend dieser Landschaft liegt, desto mehr entfernen sich die Ursachen zufälliger Täuschungen, denn die Libration hat hier so gut als keinen, und der Phasenwechsel den möglichst geringsten Einflufs auf die jedesmalige Ansicht. Sie sollten daher vorzugsweise von denen gewählt werden, welche sich Wahrnehmung physischer Veränderungen zum Ziele ihrer Mondbetrachtung setzen. GeMrgsgrnppe des Kode» Pallas und Liiert, nebst der Hügellandscbaft Schröter. §. 234. Nur der westliche Theil der hier zu beschreibenden Gegenden, oder die Landschaften Bode, Pallas und Ukert (Mons Pangäus H.) bis gegen —5° L. hin, zeichnen sich durch eine hellere Farbe von den umgebenden Ebenen aus. Der östliche Theil, der die unvollkommenen Ringgebirge Sömmering und Schröter, so wie das nördlich von ihnen bis zum Sinus Aestuum und dem Apenninengebirg sich ausdehnende merkwürdige Hügelland enthält, ist bis auf einzelne Lichtpunkte und weifslichte Streifen, sogar noch dunkler als jene Ebenen, ja nach der Seite dem Sinus Aestuum hin kehrt sich das sonst auf dem Monde gewöhnliche Verhältnifs vollständig um, denn hier kommt die Ebene an Helligkeit dem Apenninenhoclilande nahe, während namentlich in hoher Beleuchtung das Hügelland ein schwärzliches Dunkelgrau zeigt, was die Berge nicht minder als die Thäler überdeckt und veranlafst, dafs man die allergünstigsten Umstände abwarten mufs, um die hier gegebenen Einzelnheiten deutlich zu erkennen und darzustellen. Den Aequator zunächst liegt Sömmering, ein nach allen Dimensionen unregelmäfsiges Ringgebirg von der Gröfse des nahen Mösting. Der Aequator berührt den südlichen Fufs des erstem, so wie den nördlichen des letztem, was diese Lokalität in die Reihe derjenigen setzt, die für die Orientirung auf der Mondlläche von besondrer Wichtigkeit sind. Bei a erhebt sich der Westrand 747* über das Innere und 547* über die äufsere Fläche. Im O. ist das Ringgebirg so niedrig und unterbrochen, dafs man es gewöhnlich nur mit Mühe erkennt. Es hat 5° Licht, die innere Fläche 3°. Kleine, unzusammenhängende, doch gegen NW. steile Berggruppen verlängern das Gebirgssystem Söm- merings gegen O. Bei £ ist die Höhe 475, bei 8 432, bei ß etwa 350*. Vorliegende Hügelgruppen erschweren die Messungen, daher ß gar nicht auf diese Weise bestimmt werden kann. Im Vollmonde sieht man diese Berge mit 6° Licht aus der Ebene sich emporheben. Schröter G. ein unvollkommen begrenztes Ringgebirg, etwas gröfser als Mösting und Sömmering, aber unregelmäfsiger an Form als beide, bildet das Hauptglied der Landstrecke die auf Lohrmanns Karten diesen Namen führt. Nur einzelne Gipfel, vorzüglich die beiden höchsten bei A und ß (ersterer unter -j-2° 58' B. und _6° 35' L. und 798* hoch) sind in hoher Beleuchtung 5° — 6° hell; das übrige verliert sich ganz in die umgebende labyrinthische Masse, welche vollständig zu entwirren selbst im stärksten Fernrohre kaum gelingen dürfte *). *) Wir unterschreiben vollständig, was Lohrmann im 53. Bde. des Berliner Jahrbuchs über die Schwierigkeit sagt diese Hügelgegend vollständig abzubilden, und bekennen, dafs wir ungeachtet aller Sorgfalt, von der eine Vergleichung unsrer Karte mit dem Himmel hoffentlich Zeugnifs geben wird, doch von den festungsähnlichen Wällen, die eine Zeitlang so grofses Aufsehen machten, eben so wenig als jener Beobachter jemals das Geringste wahrgenommen haben. Die Unterschiede unsrer und der Lohnnanns eben Darstellung dieser Gegend sind auf den ersten Anblick grofs, doch unter den erwähnten Umständen nichts weniger sls auffallend. 254 Die unzählbare Menge von Hügeln, welche diese Landschaft erfüllen, erscheint selbst in günstigen Umständen fast nur als ein feiner Lichlslaub. Es läfst sich indefs doch bemerken, dafs die meisten Höhenpunkte kettenartig verbunden sind und dafs diese Ketten vorherrschend im Parallelismus mit den ziemlich bestimmten Begrenzungsumrissen dieser Landschaft stehen. Man kann diese Grenze von Schröters Westrande aus zuerst nördlich verfolgen, wo bei x, p und t einige capähnlich vorspringende Theile kleine Busen einschliefsen, die aber auch noch mit niedrigen Hügeln angefüllt sind; von t aus nördlich bis gegen Schröter B stöfst die Landschaft an die westliche hellere bei Bode; weiter nördlich, bis zu Bode C, setzt sich zwar die dunkle Färbung noch fort, man erkennnt aber keine Hügel mehr. Von hier zieht eine starke Bergader südöstlich, anfangs doppelt, von S an aber vereinigt. Ihr ziemlich steiler Abfall bildet bis gegen Schröter C hin die Grenze gegen den Sinus Aestuum, der hier gegen 180* tiefer liegt als der Rücken dieser Kette. Endlich zieht die Grenze wieder südlich über die steilen Kuppen 1 ], 4 und e, und um den Oslrand Schröters herum, bis sich an dessen südlichem Fufse die Hügel ganz verlieren. Eine gegen 500 Quadratmeilen enthaltende, ausschliefslich aus den kleinsten und schwierigsten Gruppen bestehende Landschaft. Die bedeutendsten Gipfel des äufsern Randes sind bereits erwähnt und auf der Karte durch Buchstaben bezeichnet; einige mögen sich bis 400* über die äufsere Fläche erheben; für den höchsten e unter —j—3° 55' B. fanden wir 438*. Im Innern hält es sehr schwer, ein auch nur annäherndes Bild der relativen Höhen zu geben. Nur einmal gestattete der Berg r, bei weitem der höchste und fast im Mittelpunkte der Landschaft gelegen, eine Vergleichung mit dem 2 Meilen östlicher liegenden Thale, die 390* Höhe ergab; seine Lage ist -j-6° 36' B. und —7° 27' L. und seine Helligkeit 5°. Von den übrigen Bergen des Innern mögen einige wenige bis 150, die niedrigsten aber, wie die kleinen nördlich von T isolirt liegenden, nur 10 bis 20* emporragen. Die Kette bei £r, in einer etwas hellem Gegend (obgleich grade hier 2 der dunkelsten Flecke liegen) und einige Hänge bei Schröter a zeichnen sich einigermafsen durch Höhe aus. Im östlichen Theile liegen die unscheinbarsten Hügel. Ihre Steilheit mag gleichwohl nicht so sehr gering sein, da auch selbst dann, wenn wegen zu hoher Beleuchtung ein Erkennen des Details nicht mehr möglich ist, die Gegend doch nie ganz das Ansehn einer Ebene bekommt, ungeachtet ihrer grauen Farbe. Wahrscheinlich ist die grofse Menge sehr kleiner, einzeln nicht wahrzunehmender, durch ihre Masse aber bemerkbarer Schatten eine der Hauptursachen des so auffallend dunklen Ansehens. Von ihren einzelnen Cralern sind B (6° hell, unter -f-9° 34' B. und —5° 9 ; L.) und C (—[— S° i 1 B. und — 9° 33 1 L.) am leichtesten wahrzunehmen. Bei erslerm sieht man eine Menge kleiner Lichtflecke, und südliches einen ziemlich kenntlichen, von Bode B gegen Schröter T ziehenden Lichtstreifen. Von den übrigen Cratern haben wir nur die von uns mit Sicherheit erkannten eingetragen, läugnen aber damit keinesweges unbedingt die Existenz mehrerer andern von Lohrmann angegebenen. Möglich, dafs sich auf dem erwähnten Lichtstreifen noch einige Crater befinden. Auch östlich aufserlialb der Grenze des Hügellandes, wo sich in grauer Ebene die letzten Lichtstreifen des Copernicus verlieren, zeigen sieh 4 kleine schwer sichtbare Crater, am deutlichsten Schröter d, und eine grofse Menge sehr schwacher Landwellen, nur eben hoch genug um ihrer Existenz versichert werden zu können. Einige wenige konnten auch gezeichnet werden. Noch bemerken wir, dafs in Folge eines Versehens die Buchstaben S- und t in der Landschaft Schröter zweimal auf der Karte Vorkommen; wir hoffen indefs, dafs das topographische Detail dessenungeachtet keine Ungewifsheit übrig lassen wird. §. 235. Der Crater Bode C (-f-11° 58' B. und —4° 27' L.) bildet gleichsam den Grenzstein von vier Mondlandschaften, dem Apennin, den Berggruppen des Bode, dem Hügellande Schröters und dem Sinus Aestuum. Das Gebiet des Bode erstreckt sich, überall durch hellere Farbe ausgezeichnet, von -)-13° B. an gegen Süden und umfafst mit Inbegriff der Landschaften Pallas und Ukert gegen 900 Quadratmeilen. Dem Hauptcliarakter nach ein Hügelland wie das vorige, doch in seinen Formen breiter, gesonderter, einer bestimmteren Riehtung folgend, daher auch weniger schwierig für den Darsteller; die Crater tiefer, glänzender, gröfser und überhaupt augenfälliger, die Kettengebirge zusammenhängender, nicht gradlinigt, aber doch meistens in grofsen freien Schwingungen ohne scharfe Ecken dahinziehend. Bode L. ein 2,04 Meilen im Durchmesser haltendes Ringgebirg mit breitem 8° hellen Walle (das Innere hat 4° Licht) beträchtlich tief und mit Ukert und Triesnecker ein gleichschenklichtes Dreieck bildend, dessen stumpfer Winkel an Ukert liegt. Lohrmann hat dieses sehr augenfällige Ringgebirg durch 8 Messungen 355 bestimmt und findet es —{—6° 37^ 54" B. und —2° 30' 48" L. Bode und die Hauptcrater A (S° hell, unter -{-8° 56' B. und —1° 16' L.) und B (7° hell, unter -j-8° 23' B. und —3° 0' L.) findet man in jeder Beleuchtung, selbst bei totalen Mondfinsternissen, in letzteren allerdings nur bei sehr genauer Ortskenntnis. Die einzelnen Bergketten dieser Gegend zeigen nichts Besonderes. Man bemerkt hin und wieder in hoher Beleuchtung hellere Punkte, allein es dürfte schwer sein anzugeben, welchem Berge sie angehören, da sie nie mit den Bergen zugleich gesehen werden. Mit Bestimmtheit erkannten wir indefs Bode a (-j-6° 0' B. und — 3° 32' L.) als einen 6° hellen Punkt. Bode y und S stehen an der Grenze des Mare Vaporura, dessen dunkle Farbe sich aber in einzelnen Flä- chentheilen auch noch bis £ erstreckt. Südwestlich bei Bode liegt Pallas, eine wenig vertiefte, gegen 20 Quadratmeilen enthaltende Fläche, begrenzt von einem unregelmäfsigen, etwas elliptischen Ringgebirg, deren länglichter Centralberg A unter -f-5° 22' B. und —1° 48' L. liegt. Der Ostrand steigt 699* über die innere Fläche empor, und von ihm aus zieht eine deutliche Querspalte ß am Centralberge nördlich vorüber bis zum Westrande. Auf dem Walle bemerkten wir 3 Cra- ter und mehrere Kuppen. In heller Gegend gelegen, zeichnet sich das 4 bis 4^° helle Ringgebirg, sobald die Schatten verschwunden sind, wenig mehr aus. Ansehnlich, sowohl der Höhe als Steilheit nach, sind die Bergketten, welche vom Pallas westlich, südlich und südöstlich auslaufen und ihre Vorhöhen dem Sinus Medii zusenden. Von S aus krümmt sich ein starker mehrfach verzweigter Arm gegen den 7° hellen Crater Triesnecker A {—J—3° 57' B. und -j-l° 6' L.) andre Züge kommen ihm von SO. her entgegen und umschliefsen eine Fläche, die unter günstigen Umständen noch augenfälliger als Pallas selbst hervortritt, auch gröfser als diese, doch aber zu unvollkommen abgeschlossen ist um Ringgebirg heifsen zu können. An Helligkeit ist sie dem Pallas gleich. Die Bergzüge y und 4 sind zwar breit, sonst aber weder steil noch hoch, dagegen erhebt sich die östliche Kette bei e 578 und bei £r 636* über den östlichen Fufs, und ihre Steilheit nach dieser Seite zu ist sehr beträchtlich. Jenseit des 4~3° B. werden alle diese Ketten ganz niedrig und erstrecken sich nur als Bergadern oder unscheinbare Hügel weiter gegen S. fort, bis sie in der Nähe des Aequators einen neuen Knotenpunkt Pallas n erreichen, der Zweige nach allen Seiten aussendet, die theils dem Sinus Medii, theils südöstlich und östlich dem Mösting, Sömmering und Schröter zulaufen. Die Umgegend von Pallas tj ist nur wenig heller als der Sinus, und gegen NO. zu liegt eine dunkle Ebene, in welche eine schwache Vorstufe des Hügellandes Schröter von O. her hineintritt.. §. 236. Es bleibt nun noch der westliche Theil dieser Mondgegend, oder die Landschaft Ukert, zu betrachten. Hier zeigt sich aufs Entschiedenste die SW. Richtung, selbst in den heterogensten Formen. Das 3,05 Meilen im Durchmesser haltende Ringgebirg Ukert ist in den beiden hierdurch bestimmten Richtungen abgeplattet und dem Quadrat genähert, dadurch auch von dem etwa eben so grofsen und tiefen Bode auf den ersten. Blick zu unterscheiden. Seine Mitte (ohne Centralberg) liegt -j-7°33' B. und -j— 1° 26' L, Zwischen den umgebenden Bergreihen ziehen lange, schmale, wenig oder gar nicht gekrümmte, rillenartige Thäler hin; die beiden wichtigsten, e und ö, erkannten wir am 1. Febr. 1833, ersteres nicht ohne Mühe. Es durchzieht einen kleinen Crater. Bei y formt sich ein grofses, wenig erhöhtes, schneckenbergartiges Plateau, umgeben von isolirten Vorhöhen, rechts durch starke Bergreihen mit Ukert verbunden, links an Triesneekers Bergadern sich schliefsend. Ein mit vielen und meist kurzen Querthälern durchsetztes Gebirg, dessen nicht unbeträchtliche höchste Gipfel bei « und ß liegen, zieht von Ukert aus nach NW. und von hier aus schwache Arme dem Mare Vapo- rum zu. Es bildet auf dieser Seite die Schlufsgruppe. Näher mit Ukert verbunden, erstreckt sich gegen N. ein kleines aber ansehnliches Hochland, an welchen* die oben erwähnte Rille s endet und auf dessen höchster Beule der Crater A (-j~8° 4V B. und -J-l° 0' L.) eingesenkt ist. Doch geht er bei weitem nicht se tief herab, dafs sein Inneres mit dem Fuüse des Hochlandes gleich läge. Zwischen diese einzelnen Gebirgsglieder dringen von allen Seiten weite helle Ebenen hinein und bis an den Wall des Ukert; so ist namentlich die erwähnte grofse Rille S durch eine nur 2£° helle schmale Ebene völlig vom Ringgebirge getrennt. 956 Sinus Aestuum. §• 237. Wir sind hier bei Anordnung der Nomenclatur der Lohrmannschen Karte gefolgt, denn schwer dürfte auszumachen sein ob Iiiccioli unter seinem Sinus Aestuum diese zwar tiefliegende aber nichts weniger als dunkle Ebene verstanden habe. Rechnet man sie vom SO. Fufse des Apenninengebirgs und der oben zum Hügellande des Schröter gerechneten grofsen Bergader bis zu den Vorhöhen des Stadius und Eratosthenes hin, so finden sich auf ihrer gegen 650 Quadratmeilen enthaltenden Fläche nur gegen N. hin einige dunklere Gegenden, alles Ue- brige ist fast eben so hell als die östlich gelegene Craterlandschaft bei Copernicus. Sie ist einzig in ihrer Art auf der Mondfläche, denn nicht allein zeigt sie nirgends die geringste Spur eines Craters, sondern auch mit Ausnahme der ihrer Länge nach bedeutenden, doch gröfstentheils sehr wenig erhabenen Bergadern, die von Eratosthenes herüberziehen, nirgend eine Ungleichheit, und man glaubt einen spiegelglatten Boden vor sich zu sehen. Man vergleiche damit das Cratergewimmel in der gleich östlich daneben liegenden Landschaft. Es ist wichtig diesen Gegensatz hervorzuheben, denn in einer so freien, hellen, dem Mond- centro so nahe liegenden Gegend miifste man selbst sehr kleine Crater mit weit geringerer Schwierigkeit als anderwärts erkenmen. Sie fehlen also hier wirklich, während sie vielen andern Gegenden, besonders nach dem Rande des Mondes zu, gewifs nur zu fehlen scheinen, und man sieht hier abermals, wie wenig diejenigen die auf der Oberfläche unsrer Nachbarwelt nichts als eine langweilende Monotonie zu finden glaubten, auf eine nähere Betrachtung derselben eingegangen waren. Sie Landschaften Eratosthenes und Stadius. §. 238. Diese beiden durch einen starken Bergzug verbundenen Mondformen gehören zwar, ihren horizontalen Dimensionen nach, beide zu den Ringgebirgen und ihre Durchmesser sind fast gleich. Aber der vertikalen Erstreckung nach giebt es nicht leicht zwei verschiednere auf der Mondfläche, und während Eratosthenes kaum einer Vergröfserung bedarf um wahrgenommen zu werden, haben wir erst nach dreijährigem vergeblichen Suchen die schwache Spur eines Ringwalles gefunden, die Riccioli’s Stadius zu entsprechen scheint. Wo aber sein Dantes, Rheticus und Dominicus Maria, die er etwa in dieselbe Gegend setzt, auf der Mondfläche liegen mögen, können wir auch heut noch nicht nachweisen. Eratosthenes 11. (Insula Vuleania 11 .) 8,11 Meilen im Durchmesser, der mächtige Schlufsstein des Apenninengebirges, vielleicht der Ausbruchs crater jener unbekannten gewaltigen Kraft, welche die Gipfel des Bradley und Huygens emportrieb, nach Lohrmanns 6 Beobachtungen in -j-14° 26' 35" B. und —11° 26' 22" L. gelegen'. Im Vollmonde ist er nicht recht deutlich, man sieht einen sehr unbestimmten matten Lichtfleck in fast eben so heller Umgebung. Er hat ein grofses Centralgebirg, dessen steilster Gipfel die Mitte des Ringgebirgs bezeichnet. Es wird im Innern von starken und breiten Terrassen begleitet und ist im Osten bei a am höchsten. Dieser Gipfel liegt 2472* über dem Innern, der Westrand 1545; der höchste Punkt desselben bei ß ist nur ein schwacher Gipfel. Nach aufsen hat der Westrand 510* Höhe, für den Ostrand fanden wir in 3 Messungen 1165, 944 und 992*. Die Unebenheiten des Terrains, in welche der Schatten fällt, erklären diese Unterschiede zur Genüge, und die erste dieser 3 Bestimmungen, wo der Schatten deutlich in eine Ebene fiel, dürfte den Vorzug verdienen. Wir haben also hier eines der tiefsten Ringgebirge vor uns, mit einer bestimmten Grenzscheide mehrerer deutlich unterschiedener Mondlandschaften, des Sinus Aestuum, des Apennin, des Mare Imbrium und der hellen Craterlandschaft im Osten. Von allen Seiten umgeben ihn Parallelketten, die hernach als Ausläufer weiter ziehen. Unter diesen ist derjenigen Ketten, die dem Sinus Aestuum zu ziehen, so wie deren die sich mit dem Apennin vereinigen, bereits Erwähnung gethan. — Nach O. zieht ein kurzes, aber in einigen Bergköpfen steiles Gebirg, wo sich 4 509 und n 618* über die Ebene im Osten emporhebt. Beide Kuppen sind besonders nach N zu sehr steil. Ansehnlicher noch ist der zum Stadius abgehende Bergzug, die Montes Chalcidici Hevels, 5° hell und besonders in der Mitte beträchtlich steil und hoch. Hier erhebt sich Stadius a 699* über die östliche, und 8 498* über die westliche Fläche; letztere Bestimmung dürfte der vorliegenden Bergadern wegen der erstem an Sicherheit nachstehen. — Die Ebene zwischen beiden Bergketten ist nur von schwachen breiten Rücken unterbrochen, und von a geht ein dunkler Streifen gegen O. Sta- 25 ? Stadius R. (Lacus Herculeus? II.) 9,28 Meilen im Durchmesser, erst am 20. Dec. 1833 von uns aufgefunden. Eine helle, aber von zwei dunkeln in der Richtung der Parallelkreise ziehenden Streifen getroffene Fläche, deren Ringgebirg im Ganzen kaum 20* erhöht ist. Man findet ziemlich leicht den Crater a, dessen Wall nach aufsen 90* Höhe haben mag, etwas schwerer die Gipfel |3 (etwa 110‘) und y (70*) ferner den gegenüberliegenden Gipfel e und darunter nördlich 2 Crater. Allein dies erweckt noch nicht die Vorstellung eines Ringgebirgs, und das was diese Punkte zu einem kreisförmigen Ganzen verbindet, ist gleichsam nur der Entwurf eines Walles. Man bemerkt noch im Innern einige Bergadern und einen kleinen Crater, die sich aber in nichts von denen unterscheiden die man in der äufsern Fläche antrifft, und vielleicht noch weniger erhöht sind als die Umwallung. Nördlich liegt der 5° helle sehr deutliche Crater Stadius B in —f-11° 26' B. und —j—13° 24' L. Zwischen Stadius und Schröter c stehen die Bergadern besonders dicht gedrängt und bilden hier die Südgrenze des Sinus Aestuum. Copernieus. §. 239. Diesem prachtvollen, 12,15 Meilen im Durchmesser grofsen, in reizendster Mannigfaltigkeit sich darstellenden Ringgebirg, das selbst in der Nachtseite des Mondes dem bewaffneten Auge erkennbar ist, gab Hevel den Namen Mo ns Aetna, so wie er das umgebende, vom Nimbus seines Strahlensystems erfüllte Bergland Insula Sicilia nannte. Beides, zumal in Beziehung auf die damals und noch später herrschenden Vorstellungen höchst passend. Denn der Wall verhält sich zu den ihn umgebenden Bergrücken etwa wie unser Aetna zu den Hae- reischen und Neptunischen Gebirgen des Insellandes; selbst die absolute Hölle der gleichbenannten Gegenstände ist beiläufig dieselbe; die Landschaft ist an Flächeninhalt nicht viel gröfser, als Sicilien; der Crater des Aetna gehört zu den gewaltigsten der Erde, wie Copernieus zu denen des Mondes; und wenn selbst Herschel noch geneigt war, die räthselhaflen Radiationen mehrerer Ringgebirge für Lavaströme zu halten, so konnte damals eine solche Vorstellung noch viel weniger befremden. Riccioli, der das Prinzip Hevels verliefs, gab ihm die Benennung Copernieus. Wollte er durch diese Wahl den Manen des unsterblichen Mannes gleichsam mittelbar die Verehrung zollen, die er — befangen im Jesuitismus und römisch hierarchischen Systeme seiner Zeit — ihm unmittelbar, durch offenkundige Annahme seiner Weltordnung, nicht zollen durfte, so ist ihm dafür zu danken. Von den zahlreichen Centralbergen liegt der mit B bezeichnele nach unsern 10 Messungen in -f-9° 20' 57" B. und —19° 55' 48" L. Der glänzend helle Kamm des Rückens scheint, aber nur in besonders günstigen Vollmonden, gleichsam aus einem Perlenkranze zu bestehen, vielleicht sind es sehr kleine, sonst nicht einzeln wahrnehmbare Gipfel; in einem Falle glaubten wir über 50 zu erblicken. Er weicht hin und wieder, doch im Ganzen nicht bedeutend, von der Kreisform ab, hat westlich, in -f-9° 4' B. u. -j-18° 29' L. seinen höchsten Gipfel A und erhebt sich in diesen 1764*, mit dem gegenüberliegenden Ostrande aber 1704* über die innere Fläche. Diese hat etwa 3° Licht, die Terrassen und andre, an den Hauplrücken von aufsen und innen gelagerte Höhen 5°, der schmale Kamm 8° bis 9°, und die beiden B zunächst liegenden höhern Centralberge 6° Licht. Eigentlich besteht das Centralgebirg aus sechs isolirten Höllenpunkten. Die Höhe und Breite der den innern Fufs des Walles umziehenden Gebirge ist beträchtlich und vielleicht sind nirgend auf der Mondfläche die Terrassen so augenfällig als hier, obgleich man nicht- alle diese Gebirge Terrassen nennen kann, da einige auch durch Tiefthäler vom Hauptrücken getrennt sind. Den Copernieus umgiebt, oder vielmehr umdrängt in dichten Reihen ein grofses System von Bergketten, die theils an seinem Walle zu entspringen scheinen, theils (besonders auf der Ostseite) ihn parallel umziehen und durch lange Thäler von ihm getrennt werden. Sie ziehen südlich dem Reinhold, nördlich dem Gay Lussac zu. Viele dieser Ketten, besonders im N. und O. sind von unbedeutender Höhe, etwa von 40—100 Toisen, ansehnlicher erscheinen die Ketten im Westen, wo sie gegen 300* emporsteigen. Bei s entsteht ein dichtes Gedrän» mehrerer hohen Punkte. Von allen diesen Höhen aber bleibt im Vollmonde nichts sichtbar Crater finden sich erst in einiger Entfernung, und im Gebirge selbst nur wenige, doch diese sehr augenfällig. Der tiefe Zwillingscrater A, in -|-5 0 33' und -f-5° 50' B. und —20° 0' L. hat 6° Licht, und behält seinen Schalten noch länger als Copernieus. Das Innere ist 3° hell. Selten nur kann man, wie hier, bei so -kleinen Cralern die Farbe des Innern von der des Walles noch deutlich unterscheiden. B ist gleich falls tief und liegt +7" 23' B. und —23° 2' L. 33 258 §. 240. Das Merkwürdigste am Copernieus sind aber die vielen grofsen Lichtstreifen, die von ihm nach allen Seiten ziehen. Sie bilden zwar kein regelmäfsiges Radiensystem, ja die Abweichungen von einem solchen sind noch bedeutender als bei Tycho und Kepler, aber die Beziehung auf ihn als einen Ausgangs- und Mittelpunkt ist unverkennbar. Durch mehrere dieser Streifen steht Copernieus mit andern Ringgebirgen dieser Gegend, welche, obwohl im kleineren Mafsstab, dasselbe Phänomen wiederholen, in Verbindung. Denn zwischen dem Aequator und dem -j-30° NB. giebt es nur wenige gröfsere Ringgebirge, die dieser Form ganz entbehren; selbst jenseit des -j-30° kommt sie noch bei einigen vor. In Copernieus Nähe ist ihr vereinigtes Licht zu grofs, um sie einzeln mit Bestimmtheit zu unterscheiden, sie bilden vielmehr eine Art glänzenden Nimbus, hin und wieder unterbrochen von dunkeln Streifen und einzelnen inselartigen dunkeln Flecken, deren einer sogar hart am Walle des Copernieus sich zeigt. Weiterhin trennen sie sich und ziehen, theils parallel, theils divergirend, den benachbarten Ringgebirgen zu. Schwach und schlecht begrenzt sind die, welche südlich gegen Reinhold und Gambart hin ziehen; sie scheinen bei Reinhold einen neuen Centralpunkt zu bilden, verbreiten sich aber von hier aus nicht weit. Beträchtlicher sind die, welche dem Hügellande Schröter zu ziehen ohne jedoch dasselbe zu erreichen. Sie trennen sich aber auch hier noch wenig, und man drückt sich richtiger aus, wenn man hier dunkle Streifen durch die helle Landschaft ziehend annimmt, als umgekehrt. So zieht ein grofser dunkler Streifen von Co- pernicus A zum Stadius, dessen südliches Viertel er einnimmt und sich weiterhin verliert. Die dunkelsten sind die, welche bei Copernieus £ beginnen und sich südwestlich 9 Meilen weit fortziehen. Ist etwa hier einer oder der andre der Ricciolis chen Flecken, die durchaus keinem Ringgebirg entsprechen (§. 238.) zu suchen? Eben so ist gegen Eratoslhenes zu noch fast Alles in eine Lichtregion vereinigt und die helle Farbe des Sinus Aestuum kann noch als Fortsetzung derselben betrachtet werden. Doch nördlicher, etwa bei -j-15° N. beginnen die grofsen, so sehr hervorstechenden Streifen, aus denen Hevel seine Montes Myconius, Eryx, Cra- tas und Hereus gemacht hat. Wenige sind unter 1 Meile breit; ja ein zum Lambert ziehender hat im Durchschnitt 3 Meilen Breite und 5°—6° Licht. Einige scheinen in der Ebene selbst zu entspringen, z. B. die, welche den Bergzug Pytheas a durchschneiden; andre kommen vom Eralosthenes her und ziehen quer durch jene hindurch. Die Streifen, welche über Gay Lussac nördlich hinaus die Gegend zwischen Pytheas, Lambert und Euler erfüllen, sind schmaler als die vorerwähnten, auch stark unterbrochen, und sie enden gänzlich in der Gegend des Lahire unter —j—2S° B. Gröfser und intensiver sind die, welche sich über Mayer hinaus nach NO. verbreiten. Ein grofser gespaltener Streif zieht von Mayer nach Euler, andre durch die weite Fläche des Oceanus Procellarum hin den schmalen und schwer erkennbaren Streifen Aristarchs entgegen und treffen im N. vom Bessarion auf einen grossen Lichtfleck; noch andre, kürzer, verwaschener und weniger gesondert, ziehen in unbestimmten Richtungen zwischen Milichius und Mayer umher. Jenseit des Milichius und über Hortensius hinaus zeigt sich wieder gröfsere Deutlichkeit und bestimmtere Richtung. Die Streifen ziehen fast genau östlich und parallel neben einander fort dem Kepler zu, in dessen Nimbus sie übergehen und so die beiden grüfsten Strahlensysteme der nördlichen Halbkugel verbinden. Auch bei diesen Slrahlensystemen ist der Vollmond die beste Zeit der Beobachtung. Hat bei zunehmendem Monde die Lichtgrenze den Mayer noch nicht überschritten, oder bei abnehmenden schon den Eratosthenes erreicht, so sieht man wenig oder nichts von ihnen, und dies Wenige wird noch durch die in ganz andern Richtungen ziehenden Gebirge maskirt. Erst wenn die Schatten der Berge gänzlich verschwunden sind zeigt sich Alles deutlich. Vor dem ersten Mondviertel (am besten im Frühlinge, oder für südliche Breiten im Herbste) kann Coper- nicus und sein Nimbus auch in der Nachtseite gut aufgefunden werden. Schwerer hält es, ihn kurz vor dem Neumonde in der Mondnacht zu beobachten. Die Gegend zeigt alsdann einen schwachen aschfarbenen Schimmer, Weniger intensiv als Aristarchs, aber weiter verbreitet, und dem bei Kepler sich zeigenden ähnlich. Auch bei Mondfinsternissen ist dieser Nimbus gut sichtbar. Einer besondern Erwähnung verdient noch die Gegend desselben, welche zwischen Copernieus und Eralosthenes liegt, und von der bereits im allgemeinen physischen Theile §. 75. die Rede war. Sie bildet den entschiedensten Gegensatz zu dem benachbarten Sinus Aesluuin. Während dort alle Mühe, etwas craterähnliches aufzufinden, vergebens ist, sieht man sie liier in solcher Menge, dafs es zweifelhaft bleibt ob zwischen ihnen überhaupt noch irgend eine wahre Ebene vorhanden sei. Denn die 61, welche unsre Karte zeichnet, und von denen der gröfsere Theil auf einer vom Stadius zum Pytheas gezogenen Linie liegen, sind vielleicht nicht die Hälfte 25 » derer, die noch wahrnehmbar sind, die wir aber nicht mehr darzustellen vermochten. Auch sind sie nicht regellos durch die Ebene zerstreut, sondern liegen in Reihen hintereinander, zum Theil dicht gedrängt wie die Reihen zwischen c und b, zum Theil weiter auseinander, aber doch in nahe gleichen Distanzen auf einander folgend, und nur wenige scheinen sich völlig zu isoliren. Obgleich die meisten von ihnen sehr klein sind und nur wenige über eine Sekunde Durchmesser haben, so können wir ihnen doch nicht, wie Gruithuysen , einen Durchmesser von nur 500 Fufs beilegen, vielmehr müssen, nach unsrer Schätzung, die meisten 500 Toisen erreichen. Die dichtgedrängten Reihen bekommen leicht das Ansehn einer zusammenhängenden Rille, und in der That sind beide Formen nahe verwandt; da man sich nur den meist sehr niedrigen gemeinschaftlichen Wall je zweier Crater hinwegdenken darf um eine Rille zu erhalten. Am nördlichsten Ende der Landschaft, zwischen dem -j-15° und -{-16° B. zeigt sich eine solche Rille, zu beiden Seiten mit deutlich erhöhten Wällen, und mit 4 der kleinsten Crater auf ihrem Grunde. Oft scheint sie mit den 3 Cratern die südlich neben ihr liegen, Ein Ganzes zu bilden. In einer Entfernung von höchstens 20° von der Lichtgrenze wird man von diesem Cratergewimmel nichts mehr wahrnehmen, und das Ansehen dieser Fläche dem des Sinus Aesluum fast ganz gleich finden. Die Gruppen Reinhold und Gambart. §. 241. Südwärts vom Zwillingscrater Copernicus A machen die niedrigen Berge allmählich einer weiten 24° bis 3° hellen und von einigen Lichtflecken, auf denen sich Hügel wahrnehmen lassen, unterbrochenen Ebene Platz. Westlich von dieser Ebene liegt die Berggruppe des Gambart, östlich die des Reinhold. Gambart, ein streng kreisförmiges, wenig vertieftes Ringgeirg von 3,46 Meilen Durchmesser und im Ganzen geringer Höhe. Nur im W. hebt sich ein Gipfel rj 360 Toisen über die äufsere Fläche empor. Der schmale 4“ helle Wall ist in hoher Beleuchtung schwer aufzufinden. Seinen Mittelpunkt fanden wir -f-0° 59' B. und —15° 19' L. Er zeigt nur zwei kleine nach S. und N. ziehende Ausläufer. Leichter aufzufinden sind B und C, zwei Crater im Hevehdiea. Mare Pamphylium. Beide scheinen beträchtlich tief, B ist 8° hell und liegt -{-1° 57 7 B. und —6° 56' L.; C hat 5° Licht und findet sich -{-3“ 14' B. und —6° 54' L. der kleinere, östlich neben B, hat 7° Licht. Einen äufserst feinen Crater dieser Gegend sahen wir am 23. Dec. 1834 zum erstcnmale, er liegt -j-4° B. und — 14° L. In der Nähe des Gambart eine grofse Menge sämmtlich isolirter kurzer Rücken von gemeinschaftlicher Streichung, am häufigsten und höchsten auf einer graden Linie vom Copernicus zum Gambart gezogen. Zusammenhängender zeigen sie sich zwischen 8 und Copernicus 4, aber auch hier ist ihre relative Höhe gering. Von Gambart s nach Copernicus 4 zieht ein 8 Meilen langes dunkles Thal hindurch, wodurch sicli östlich ein Hügeldreieck und westlich ein System kleiner Parallelketten absondert, deren höchster Gipfel 4 gegen 400 1 sich erhebt. Diese Berge sind sehr dunkel, und hier zeigt sich im Vollmonde ein grofser schwärzlicher Fleck, das dreieckige Plateau dagegen ist heller, von 3° bis 3^°; der kleine Gipfel e aber, doch nur dieser ausschliefslicli hat einen Glanz von 7° den er auch in der Nähe der Lichtgrenze nicht verliert. Eine Anomalie die um so merkwürdiger ist, als er sonst weder durch seine Form noch durch Höhe vor den übrigen sich auszeichnet, deren mehrere ihn überragen. Am 23. Dec, 1834 bemerkten wir dies zuerst*). Oestlich von Gambart liegt unter gleichem Parallel Gambart A, der kenntlichste Gegenstand dieser Landschaft in hoher Beleuchtung, 8° hell, von hellen Streifen und Flecken umgeben. Wir haben diesen Punkt durch 9 Beobachtungen auf -j-0° 50' 30" B. und —18° 45 / 12^ L. bestimmt. Seine östlich zum Reinhold ziehende Streifen unterbrechen die graue Ebene, die sich wie vorhin erwähnt, südlich von Copernicus A ausbreitet. §. 242. Reinhold R. (Mons Neptunus 11.) ein 6,66 Meilen im Durchmesser haltendes, 5° helles Ringgebirg *) Es würde zu ganz unnützen Weitläufigkeiten und Wiederholungen führen, wenn wir, wie Schröter gctlian, das Datum jeder einzelnen Wahrnehmung geben und so eine detaillirte Geschichte unsrer Beobachtungen und Zeichnungen liefern, wollten. Unnütz, dtuu wir haben nie und nirgend auf der Mondfläche mit Sicherheit etwas wirklich neu entstehen, verschwinden oder sich verändern gesehen: und es genügt für die meisten Fälle, die Phase etc. anzudeulcn in welcher eine Beobachtung zu machen ist. Nur hei besonders auffallenden, dabei schwer wahrzunehmenden und (in Bezug auf unsre Kenntnifs) neuen Objekten haben wir das Datum der Entdeckung setzen zu müssen geglaubt. 33 260 mit einem nach innen zu 45° Ibis 55° steilen Hauptwalle und starken Terrassen rings umher. Der Gentralberg, die nördlichste Höhe einer kleinen Kette, liegt -}-3 0 4' B. und —22° 36' L. Das südliche Drittel der innern Fläche hat nur 2^° Licht, während das Uebrige fast eben so hell als der Wall erscheint. Der Westrand liegt bei « 1470, der Ostrand 1101 * über dieser Tiefe; rings herum aber hat der Wall eine beträchtliche Breite und gegen N. erweitert er sich zu einer Hochfläche, auf der sich ein Crater findet, und von dem aus eine Bergkette zum Copernicus zieht. Diese Bergkette schmiegt sich, wie man in der Karte deutlich sieht, um beide Ringgebirge, und bricht auch an beiden auf gleiche Weise ab, nemlich durch Querthäler, die sich vom Copernicus NO., und vom Rein, hold SW. zur Ebene ziehen. Jenseit beider Thäler setzt übrigens diese Bergkette in gleichem Parallelismus mit den Wällen fort. Unter den im S. von Reinhold ziehenden Bergen ist B gegen 40° steil und etwa 360* hoch; er liegt —{— 1 0 33' B. und — 22° 24' L.; die übrigen sind zwar an einigen Punkten steil, doch nur mäfsig hoch. Thäler ziehen in verschiednen Richtungen hindurch und haben nahe dieselbe Helligkeit als die Höhen. Die Berge setzen südwärts jenseit des Aequators fort; an der Westseite enden sie bei y. Weiter nördlich zwei Crater, von denen dtr kleinere nördliche A (-J-4 0 1S / B. und —21° 22 / L.) in der Fläche eines Ring- gebirgs liegt, das aber bei weitem weniger augenfällig ist als Reinhold, und dessen westlicher und höchster Punkt nur 416‘ über der Tiefe liegt. Die Wälle beider Ringgebirge zeigen nur wenige und schwache Gipfel. Das Karpathen-<*eblrg, oder die Berglandschaften Gay Kussac und Mayer, mit den UTehengruppen des Hortensius und Milichius- §. 243. Das beträchtliche Gebirg, das in seiner Hauplerslreckung von Gay Lussac e bis Mayer £ 27 Meilen, mit Hinzurechnung einiger abgesondert liegenden Theile aber 60 Meilen weit sich von O. nach W. erstreckt, und eine ansehnliche Breite einniinmt, hat keiner der frühem Selenographen benannt. Denn die zahlreichen Montes auf Hevel’s Karte gehören imaginären Gebirgen an, die in Meridianrichtung fortgehen und wie schon §. 240. bemerkt worden, nichts weiter als Lichtstreifen sind, obgleich sie auf einigen Karten noch immer als Berge gezeichnet werden. Wir fassen hier das Ganze zusammen, und beginnen bei der westlichen Gruppe, dem Berge Gay Lussac t unter -{-15° B. u. —18° L.; einer steilen, gegen 400 4 hohen Kuppe. Bis hin noch mehrere bedeutende, doch nicht mefsbare Höhen, sonst aber in der Umgegend nur niedrige Hügel. Gay Lussac, ein 3,20 Meilen im Durchmesser haltendes, durch Lichtstärke sich nur wenig von der Umgegend auszeichnendes Ringgebirg. Es hat im Punkte a beträchllliche Steilheit, ist aber sonst nur mäfsig verlieft. Merkwürdig ist die symmetrische Projektion seiner Umgebungen. Die beiden Gipfel bei a, die gegenüberliegenden bei ß und die beiden Crater bei A bilden zwei concentrisch in einander liegende gleichseitige Dreiecke, deren Mittelpunkt mit dem des Gay Lussac Zusammentritte. A ist 6° hell, steiler und tiefer als Gay Lussac und liegt —13° 7‘ B. u. —20° 22' L. Dicht südöstlich neben ihm bemerkt man im Vollmonde einen dunklen Fleck mitten in heller Landschaft. Bei r\ zieht ein schmales aber sehr bestimmt begrenztes Thal mit geringer Krümmung bis zum gegenüberliegenden steilen Berge £; und von « aus ein kleiner Gebirgsarm, der mehrere Zweige aussendet, nach dem 6° hellen Crater b hin. Nach Copernicus zu streichen von hier aus nur sehr unscheinbare Hügelreihen. Mit den Bergen bei 4 und £ beginnen die höheren und zusammenhängenderen Gebirge. Sie bilden indefs keinen allgemeinen Hauptzug, wie die Apenninen, sondern bestehen aus mehreren theils emporsteigenden, meist von S. nach N. streichenden Rücken und Hochländern, die durch niedrigere Arme in Verbindung stehen, und deren Gipfelpunkte chaotisch nach allen Richtungen hin nebeneinander liegen. Von Norden und Süden dringen Thäler herein, sie sind meist von heller Farbe, wie die Berge selbst, und ziehen in mannigfachen Windungen, angefüllt von niedrigen Hügeln, durch das Gebirge hin. Daher sind nur wenige Punkte annähernd mefsbar, und man mufs sich auch bei diesen mit der Messung sehr kurzer Schatten bei starken Erleuchtungswinkeln begnügen Wir fanden einen Berg östlich von £, in -j-14° 20' B. und —22° 5' L. liegend, 857 Toisen, und einen zweiten in —J—15° 15 ; B. uud —22° 33' L. 634* hoch. Der Gipfel des steilen Vorgebirges Gay Lussac v erhebt sich 990* über die westliche Ebene. Dies sind indefs wahrscheinlich nicht die höchsten Punkte. 261 Der Gipfel y und einige kleinere neben ihm liegen völlig isolirt. 5, x, X und f.i sind sämmtlich hohe Punkte, aber nur enge und sehr unebene Thäler begrenzen sie. Nach T. Mayer zu wird endlich alles ein gro- l'ser höchst verwickelter Berghaufen, in welchem einzelne starke Ketten emporsteigen. Leicht dürfte Mayer y der höchste Punkt des Gebirges sein. Hier liegen auch zwei beträchtlich tiefe Crater Mayer e und der in seinem Ringgebirg 7° helle Mayer a. §. 244. T. Mayer S. (Mo nt es Hy bla ei H.) ein ansehnliches Ringgebirg von 4,85 Meilen Durchmesser, das Innere 3°, das Wallgebirg 5° hell, eben so der nur schwache Cenlralberg und der Crater im südlichen Theile, der als weifses Pünktchen in hoher Beleuchtung sichtbar bleibt. Nach unsern 10 Beobachtungen liegt Mayers Centralberg in —{—15° 32' 30" B. und —28° 49' 41' L. Mit seiner westlichen hohen Kuppe erhebt sich das Ringgebirg 1521 Toisen über die Tiefe. Noch ist zu merken, dafs der Centralberg im Vollmonde beträchtlich grofs zu sein scheint, da seine nächste Umgegend ebenfalls 5° hell ist. Unter den zahlreichen, von Mayer nach allen Seiten ziehenden Ketten sind die beiden nach S. und N. ziehenden die ansehnlichsten. Erslere läuft in mehrfachen Krümmungen von e nach 4t letztere ist gradlinigt, und verzweigt sich bei /i, ihrem höchsten Punkte, nach verschiedenen Seiten zu. Auch östlich vom Mayer sieht man über hundert Gipfel bis gegen K und B hin; allein wenige von ihnen sind zusammenhängend, wenn man gleich deutliche Reihen bemerkt Die isolirten Punkte B (—J—17° B. u. —31° 53' L.), A (—{—14° 20' B. u. —30° 52' L.) sind nicht die höchsten, aber zu Ortsbestimmungen am geeignetsten. Der Berg im NO. von B hat 520, der Zug bei a nach 3 Messungen Ö29, 615, 629, also im Mittel 625 Toisen. Bei der ausgezeichneten Uebereinslimmung dieser Messungen dürfte eine spätere bei weniger günstigen Umständen angestellte, die 929* ergab, nicht in Betracht kommen. — Der Crater b hat nur 4° Helligkeit, ist aber in der Phase ein sehr ausgezeichneter Punkt. Die allgemeine Richtung der südlich und östlich vom Mayer gelegenen Bergreihen ist übereinstimmend SO. Bis gegen den 34° L. herrscht diese Richtung vor, und sie bildet mit der gleichfalls sehr bestimmten der Lichtstreifen einen fast rechten Winkel. Was zwischen diesen Streifen liegt, ist nach O. zu dunkle Fläche, obwohl nur zum Theil Ebene. Die oben bezeiehneten hohem Punkte liegen fast alle, 4° — 5° hell, auf dunklem Grunde, Der Crater Mayer b, 4° hell, bildet in den Phasen einen leicht erkennbaren Gegenstand; er ist an der innern Westseite beträchtlich steil und zeigt auf seinem Walle 4 Kuppen. Nach S. zu wird die Richtung der Bergzüge unbestimmter, und ein Zusammenhang des Ganzen findet gar nicht mehr Statt. Der 6° helle Berg Mayer v (auf der Karte steht y) und die westlicher liegenden |r und rj zeichnen sich aus; mehr noch die Crater, unter denen d 6° und C (-J-12 0 24' B. und —25° 58' L.) 7° Licht haben und in deren Umgegend man mehrere sehr helle Punkte bemerkt, welche Bergen anzugehören scheinen. Zwischen den Gebirgen überall breite offne Thäler von heller Farbe. Milichius It. (Insula Taracinia II.) unter —10° 20' B. und —29° 57' L. liegend, ein grofser 8° heller Crater, in einer höchst mannichfallig schattirten Gegend, ringsherum vom freien Mare umgeben. Der Ostrand erhebt sich 317 ‘ über seinen äufsern Fufs; nach innen ist die Tiefe weit beträchtlicher. Erst in 3 Meilen Entfernung zeigen sich nach W. und NW. hin einige Hügel und weiterhin stärkere Bergzüge, namentlich die zusammenhängende Kette y , die vom 8° bis 13° B., nur an wenigen Stellen durch Quer- thäler unterbrochen, gegen 20 Meilen lang fortzieht, und an welche sich westlich ein breites helles Plateauland mit zahlreichen aber fast isolirten Hügeln anschliefst. Der Ostabfall der Kette gegen das Mare mag 250' betragen; nur der Gipfel y hat 478* und im südlichen Theile erhebt sieh Milichius A, ein 5° heller Berg unter -J-9° 6' B. und — 2S° 22' L. bis zur Höhe von 492 Toisen. Auch Milichius B, in heller Gegend isolirt liegend (-j- 9° 22' B. und —26° 47' L. scheint ziemlich hoch zu sein, ist aber nicht wohl meisbar. — Der Wall des Craters b besteht fast nur aus einzelnen Gipfeln, die hier nahe kreisförmig, zusammentreten. Noch verdienen die Parallelketten bei B, deren wir auf einer Strecke von 6 Meilen mit Bestimmtheit acht erblickten, und die auch ziemlich alle von gleicher Länge und Höhe sind, einer Erwähnung. Hortensius R. (Insula Menyx II.) unter -J-6>° 56'B. und—27° 52'L. ein mäfsig grofser, aber durch den ihn umgebenden Lichtglanz (er bildet gleichsam ein Miniatur-Strahlensystem) und durch seine isolirte Lage sehr ausgezeichneter Crater. Was westlich von ihm liegt (den Crater c etwa ausgenommen) ist nur schwer sichtbar. Im N. und NW. aber bei a und ß liegen die Berge häufiger und gedrängter, wiewohl sich keiner durch Höhe besonders hervorhebt. Den Zug der Bergadem kann man, wenn die Beleuchtung und andre Umstände günstig sind, bis Landsberg hinauf verfolgen- 262 Mare Imbrhun. §. 245. Das Mare Imbrium II. (Mare Mediterraneum II.) ist unter den kreisförmigen Gebilden der Mondfläche das gröfste. Nur im O. ist die Grenze unbestimmt und willkührlich, man kann sie etwa bei Euler, Dio- phanlus und Delisle annehmen, jenseit welcher Ringgebirge der Oeeanus Procellarum liegt. Unverkennbar ist dagegen die Kreisform an den übrigen Seiten, längs der Karpathen, des Apennin, des Caucasus, der Alpen, den Gebirgen bei Plato und am Sinus Iridum herum. Die Palus Putredinis und Nebularum sind nur Nebentheile des Mare, die sich in hoher Beleuchtung durch eine etwas hellere Farbe auszeichnen. Es erstreckt sich vom 74° westlicher Länge (am Caucasus) bis zum 414° der östlichen (bei Mairan) so wie vom 15° (bei Eratosthenes) bis zum 51° nördlicher Breite (bei Plato) hat von N. nach S. 147 und von W. nach O. 163 Meilen; sein Flächeninhalt kann auf 16000 Quadratmeilen angeschlagen werden. Es ist fast dreimal so grofs als das Mare Serenitatis, und fünfmal so grofs als das Mare Crisium. Dieses beträchtliche Areal gehört allerdings nur etwa zur Hälfte der eigentlichen dunklem Ebene an, denn das Uebrige ist tlieils von Lichlstreifen in allen Richtungen und in grofser Anzahl durchzogen, theils mit grofsen liefen Ringgebirgen und Bergformen andrer Art angefüllt. Auch kann man kaum eine Grundfarbe mit Bestimmtheit bezeichnen; allgemein betrachtet, geben die vielen Lichtstreifen, die man einzeln nicht überall deutlich unterscheidet, dem Mare Imbrium ein etwas helleres Ansehn als z. B. das Mare Tranquillitatis und Crisium zeigen; aber wo diese fehlen (z. B. in der Umgegend des Helicon) ist der Lichtton nicht über 2° und hin und wieder am Fufse der Gebirge noch etwas geringer. Die optischen Verkürzungen sind der Lage nach überall nur mäfsig, ohne irgendwo der Deutlichkeit Eintrag zu thun. Nur wenn starke nördliche Mondhreiten 6 bis 10 Tage nach dem Apogäo einfallen, erscheint der Sinus Iridum und die benachbarten Gegenden der Form nach beträchtlich verändert, und die feineren Objekte derselben entziehen sich dem Anblick. §. 246. Von den hierher gehörenden Ringgebirgen sind die, welche dem Palus Nebularum und Putredinis angehören, und in den NW. Quadranten der Mondscheibe fallen, bereits oben (§. 218.) erwähnt. Es bleiben uns noch die benannten Ringgebirge Archimedes, Timocharis, Lambert, Pytheas, Helicon, Kirch, Carlini, Euler, Diophan- tus und Delisle zu betrachten übrig; so wie unter den Berggruppen Pico, Lahire, die Bergzüge bei Kirch, die Gruppen bei Archimedes und andre. Archimedes R. (Mons Argentarius II .) 10,83 Meilen im Durchmesser, eins der schönsten, regel- mäfsigsten und augenfälligsten Gebilde der gesammten Mondfläche. Diese dem grofsen Syracusaner gewidmete Landschaft verdient mancher Eigenthümlichkeiten wegen eine ausführlichere Beschreibung. Die innere gegen 80 Qnadratmeilen enthaltende Fläche gewährt uns den Anblick einer spiegelglatten Ebene, obgleich die Umstände als sehr günstig für Wahrnehmung feiner Bergadern und Hügel angesehen werden müssen. Sie wird durch fast parallel laufende Streifen in 7 an Helligkeit ungleiche Zonen getheilt. Doch ist besonders die nördliche helle Zone schwer zu sehen. Da wo die hellen Zonen das Ringgebirg berühren ist dies ebenfalls heller, theilweis auch höher als an andern Punkten; jedoch ist auch diese gröfsere Höhe, verglichen mit der Gröfse des Ringgebirgs, nicht sehr beträchtlich. Unsre Messungen haben für die Erhebung verschiedener Punkte folgende Resultate gegeben: 2 Messungen 603* über der innern Fläche 1 . 520 über seinem äufsern Fufse 1 . 1153 über der innern Fläche 1 . 849 - - 1 . 778 - - 2 . 907 - - Archimedes Ostrand, allgemeiner Kamm Derselbe Südlicher Gipfel Südöstlicher Gipfel Nordöstlicher Gipfel Gipfel £r des Westrandes Westrand, allgemeiner Kamm 1 Derselbe 719 1 - 606 über seinem äufsern Fufse. Die innere Fläche ist also, absolut wie relativ, nicht bedeutend vertieft, und das Mare Imbrium liegt hier nur etwa 100* höher. Der Abfall nach innen scheint ohne erhebliche Absätze und auch nur mäfsig schroff zu sein; nach aufsen aber zeigt sich eine sehr ausgebildete Terrassirung. Lange Parallelrücken, eben so wie der Hauptwall reichlich 263 mit kleinen Gipfeln besetzt, schmiegen sich dem Ringgebii’g an; die prachtvolle Deutlichkeit, mit der sie sich beim Auf- und Untergange der Sonne darstellen, ist staunenerregend. Neben und zwischen diesen Rücken streichen kürzere Ausläufer hin, so dafs sich eine grofse Menge Tlüiler der verschiedensten Form und Gröfse bilden, die jedoch sämmtlich sanft ansteigen und deren Schatten sich schon 24 Stunden nach Sonnenaufgang unserrn Anblick fast ganz entziehen. In gewöhnlichen Vollmonden hat Arehimedes ein etwas verwaschenes Ansehen und eine weniger günstige Luflbeschaffenheit kann bewirken, dafs er alsdann nur mit Mühe aufzulinden ist. Günstige Momente lassen folgende Lichtverhältnisse wahrnehmen. Die 3 hellem Zonen der Fläche haben 3J- 0 , die 4 dunklen 21° Licht; der ganze Süd- und Ostrand des Ringgebirges in seinem Hauptzuge 6°, mit geringem Unterschiede der Kuppen und Schluchten; der Nordrand etwa 5° und der Westrand 4°, mit Ausnahme der Gipfel i, und rj, welche ebenfalls 6° hell sind. Die Lichtstärke der umgebenden Vorberge ist 3^° bis 4° und nach O. verliert sich die Helligkeit allmälilig mit etwa 3 U in die dunkle Marelläche. Noch bemerken wir, dafs Mayers kleine Mondkarte im Arehimedes einen hellen Fleck hat, der einen Centralberg zu bezeichnen scheint. Ein solcher ist aber hier mit aller Gewifsheit nicht vorhanden. Wahrscheinlich hat er den miltlern hellen Streifen undeutlich gesehen und ihn für eine Centralhöhe gehalten. §. 247. Die kleineren Objekte, welche den Arehimedes von allen Seiten umgeben, treten dagegen in hoher Beleuchtung viel heller und bestimmter heraus. Selbst die schwächsten Erhöhungen oder Crater dieser Gegend zeigen mehr oder weniger Glanz, und wie verschiedenartig sie auch an Form und Beschaffenheit sein mögen, so erblickt man im Vollmonde fast immer nur einen kleinen runden Lichtfleck. Die Crater C (-]-31 0 25' B. und —-1° 48' L.), d und ein kleiner Berg 3 Meilen NW. von d sind 7° hell, der Berg E hat in seinem westlichen Gipfel 6°, im östlichen, der unter —)—3L° 47' B. und —3° 48' L. liegt und sich 699* über seinen östlichen Fufs erhebt, 7° Licht. Von dem Bergdreieck 4 hat die südliche Kuppe 5°, die beiden andern 7° Licht, obgleich die östliche viel niedriger als die südliche ist. Die nördliche ist die höchste, erhebt sich 370 Toisen, und liegt -j-30° 19' B. und —7° 34'L. Der Crater unter —27° 56' B. und —6° 31' L. glänzt mit 6° Licht (sein Inneres nur 4°) dieselben Verhältnisse zeigen die beiden Crater B, deren nördlicher -j-27° 14' B. und —9° 30' L. liegt; während die kleinern zwischen A und B nur 4° Licht haben. Alles dies ist, der scharfen Contouren wegen, in günstigen Vollmonden mit grofser Deutlichkeit wahrzunehmen. Wir haben noch die südliche Gegend des Arehimedes zu betrachten, die einen von der vorhin beschriebenen durchaus verschiedenen Naturbau zeigt. Hier findet sich nämlich, statt einzelner Lichtpunkte auf dunklem Grunde, ein heller Grund von grauen Flecken unterbrochen, und ein labyrinthisches System von Bergen verbreitet sich weithin. Doch selbst die hohem, besonders bezeichnelen Berge sind kaum unsern Harz- und Riesengebirgs- kuppen zu vergleichen. Der Berg, welcher auf seinem Hauptrücken den Crater E trägt, liegt 619* über dem östlichen Fufse. (Der stenographisch bestimmte Punkt ist nicht E selbst sondern der gleich ihm 5° helle Crater im SO., und dessen Lage -j-24° 1' B. und —7° 45' L.) Die steile Südostkuppe des hufeisenförmigen Berges A' ist gleichfalls 5° hell, liegt in -}-23 0 4' B. und —4° 55' L. und hat 490* Höhe. Solcher 5° hellen Berge kann man in günstigen Vollmonden noch viele wahrnehmen, besonders bei ß herum, während andre sich von den Thä- lern alsdann nicht unterscheiden. Bei A und südlicher sind die Berge nur sehr wenig heller als die Ebene. Eine lange Rille tritt bei x aus einer Bergschlucht die am Walle des Arehimedes entspringt, hervor, und zieht, schwach gekrümmt und in ungleicher Breite, zuweilen von Hügeln begleitet, nach einer andern X, welche rechtwinklicht auf sie trifft, aber noch schwerer als jene zu erkennen ist, auch einigemale durch (oder unter?) Bergen hinzieht. Die Beobachtung und Verzeichnung dieser schon bei Lohrmann verkommenden Rillen geschah am 16. Februar 1834. Die Helligkeit der Gegend erstreckt sich nicht bis an den Fufs des Apennin. Vielmehr liegen die Vorberge dieses Hochlandes in einer beträchtlich dunklem Region und erschweren dadurch ihre Verzeichnung. §. 248v Timocharis R. [Insula Corsica II -*)} ein isolirtes, beträchtlich grofses und tiefes Ringgebirg. Seine *) Nach Riccioli’s Vergleichung (Almagestus Novus Th. I. p. 205.) ist Timocharis R. t= Mons Argentarius II. Dies stimmt aber durchaus nicht mit den Karten. 264 stenographische Lage ist nach 11 Messungen Lohrmanns —j—26° 42* 44“ B. und —12° 59 / 44“ L.; der Durchmesser beträgt 4,92 Meilen. Sein regelmäfsig gebildeter breiter Wall, die fast eben so regelmäfsig gebildeten Terrassen zu beiden Seiten desselben und ein ansehnlicher Centralberg zeichnen es auf den ersten Anblick aus. Für die Höhe des Westrandes fanden wir 1050 und für die des östlichen 1113*; während letzterer 571* über dem Mare liegt. Im Innern zeigt sich 4°, auf dem Walle 5° bis 6° Licht. Da aber ein grofser Theil der Umgebung sein Licht mit dem des Walles vermischt und sich nur allmählig in die dunkle Fläche verliert, nach W. und N. zu sich auch einige schlecht begrenzte Lichtstreifen zeigen, so erblickt man hier in den Vollmonden meistens nur einen unförmlichen, verwaschenen Schimmer. Eine Menge flacher Bergadern ziehen vom Timocharis aus, oder richtiger gesprochen an ihm vorüber durch die Fläche hin. Die meisten sind nur etwa 30* hoch, mit Ausnahme einer stärkeren unter —10° 45' L. und zweier Berggruppen Eratoslhcnes I und x, deren letztere in ihrem südlichsten Punkte 280* hoch ist. Kleinere Crater zeigen sich in dieser Gegend nur sparsam und unscheinbar. Bei Hcvel führt der Theil des Mare Imbrium, der zwischen Huygens, Eratosthenes und Timocharis liegt, den Namen Sinus Pastanus, so wie der östlichste Theil der hellen Landschaft bei Archimedes B den Namen Promontorium Luna, Lambert S. (Insula Sardinia TI.) ein dem Timocharis sehr ähnliches, nur nicht ganz so tiefes Ring- gebirg unter -j-25° 21' B. und —20° 51' L.; 3,82 Meilen im Durchmesser. Sein deutlich terrassirter Wall hat nördlich bei ß, so wie südlich bei «, schmale Sättel. Der Centralberg, an sich kaum sichtbar und sehr klein, hat im Vollmonde 6° Licht und dieser Glanz erstreckt sich noch eine halbe Meile weit um seinen Fufs herum. Das übrige der innern Fläche hat 3°, der Wall 4° Licht, beides schlecht begrenzt. Im Vollmonde ist er überhaupt nicht recht deutlich zu sehen. Der westliche Wall scheint der höhere zu sein; er liegt 930* über der innern und 377* über der äufsern Fläche, während der Ostwall sich nur 274* über das Mare erhebt. Lambert steht durch ein grofses, breites, stark verzweigtes Bergadersystem das in Pytheas a (129* hoch) einen Haupt-Knotenpunkt bildet, mit Eratosthenes; durch ein zweites aus 3 langen Parallelreihen bestehendes mit Delisle C, und durch ein drittes gegen 75 Meilen langes, das nördlich vom Timocharis in beträchtlicher Breite die Fläche durchzieht, mit den Gebirgen bei Kirch in Verbindung. Von a aus ziehen starke Seitenzweige der letzten Bergader, so wie dem Timocharis zu. Mitten zwischen diesen der Flächengröfse nach sehr ansehnlichen, hypsometrisch unbedeutenden Landrücken zeigt sich in F (—{— 25° 55* B. und —17° 58* L.) ein isolirter Berg, den man seiner bogenförmigen Gestalt wegen zuweilen für einen Crater zu halten versucht wird. Er erhebt sich 470* über seinen westlichen und 624 über seinen östlichen Fufs und scheint pikförmig emporzusteigen. Die aufserst intensiven une breiten Lichtstreifen, welche meist von S. herkommend, diese Fläche so zahlreich durchziehen, stehen in keiner sichtbaren Beziehung zu den Bergadern, wie ein Blick auf die Karte zeigt. Schröters Irrthum, der diese sämmlliche Lichtstreifen für Bergadern hielt, ist übrigens leicht begreiflich. Ohne eine lange fortgesetzte und streng planmäfsige Beobachtung der Mondlandschaften würden auch wir nicht zu unserm obigen Resultate gelangt sein, und gewifs nie bei einem Fernrohr, welches die Ränder der Objekte auch nur im geringsten verwaschen darstellt, wie es bei Schröters Teleskop in der That der Fall gewesen zu sein scheint. Auch eine grofse Menge runder Lichtfleckchen zeigen sich östlich bei Lambert. Nur von zweien konnten wir konslatiren, dafs sie Cratern; von 3 andern, dafs sie kleinen Bergen angehörten, vermögen jedoch nicht anzugeben, wie es mit den Uebrigen beschaffen sein möge. §. 249. Pytheas JR. (Insula Hiera H.) nach unsern 10 Messungen in —f-20° 14* 3 11 B. und —20° 34* 13“ L. gelegen, 2,49 Meilen im Durchmesser haltend. Auch hier wiederholt sich die Terrassenbildung, dagegen sind seine Bei gadern viel kürzer und niedriger als die des Lambert und schwer zu erkennen. Eben so die Crater a, b und c und der kleine punklähnliehe Centralberg, wenn man nicht den seltnen Moment trifft, wo seine Spitze erleuchtet und sein Fufs noch schattenumhüllt ist. Das Ringgebirg dagegen ist ein sehr deutlicher und gegen 7° heller Gegenstand. Der Ostrand des Pytheas erhebt sich 387, der Westrand 373* über die äufsere Umgebung; die Tiefe mag etwa 800* betragen. Ein sonderbarer Umstand ist es, dafs Tobias Mayer unter seinen Messungen einen Pytheas II. aufführt, der nach zweien seiner Bestimmungen in —}—19° 15' B. und —16° 5' L. liegen soll; während er für den UiCcioli- schen Pytheas, ebenfalls aus 2 Messungen, -f- 20° 43* und —20° 30* findet, also sehr nahe unser Resultat. Wir haben 265 Laben in dieser so leicht zu übersehenden Gegend nie die geringste Spur eines Ringgebirgs oder dergleichen gesehen, eben so wenig als Schröter. Der Berg a kann es nicht sein, denn dieser liegt nordöstlich vom Pytheas. Auch hat Mojer in seiner Karte ihn weggelassen, vielleicht hatte er also später selbst Zweifel über die Existenz eines solchen Gegenstandes, wenn sich nicht gar das Ganze auf eine mifsverstandene Notiz in seinen nachgelassenen Manuscripten gründet. Lichtstreifen und hellschimmernde Fleckchen finden sich sehr zahlreich in dieser Gegend. Euler S. (Insula Ficaria II.). Auch dieses ansehnliche Ringgebirg, dessen Centralberg nach unsern 10 Beobachtungen in -j-2‘2° 57' 51“ B. und —28° 56' 59“ L. liegt, ist den vorher beschriebenen in jeder Beziehung sehr ähnlich. Sein starker Centralberg hat 5°, das Innere 4°, der Rand 5° und südlich 6° Licht; dies und die von ihm ausgehenden oder vorüberziehenden glänzenden Streifen machen Euler zu einem ausgezeichneten Gegenstände. Die Tiefe beträgt, vom W. Walle bei a abwärts, 931* nach innen und 376* nach aufsen; wogegen der Ostrand sich nur 177* über das Mare emporhebt. Der Durchmesser des Euler beträgt 4,11 Meilen. Einen interessanten Anblick gewähren, bald nach Sonnenaufgang, die südöstlich gelegenen inselartigen Bergküppchen und das kleine Gebirg ß von 569* Höhe. Sämmtliche Gipfel, und eben so auch die Crater B, d, C, sind 6° hell, A ist der gröfste und hat 7° Licht. Der Ostrand von B erhebt sich 220* über das Mare und ein kleiner Berg in —j—21 -g- 0 B. der mit A und B ein fast gleichsehenklichles Dreieck bildet, 276*. Die Crater Euler C und e beide 5° hell sind nach dieser Seite hin die Endpunkte der Lichtstreifen. Gemessene Punkte sind hier A (-j—20° 46' B. und —36° 36' L.) B (-J-20 0 23' B. und —34° IS* L.) und C (+21° 0* B. und —39° 3' L.). §. 250. Diophantus (Ecphanlus?) R. in -j-27° 26' B. und —33° 50' L. gelegen; ein Ringgebirg von 2,64 Meilen Durchmesser, dessen Ostwall sich 399* über die äufsere Fläche erhebt. Einen Centralberg konnten wir nicht wahrnehmen, so wenig als andre Nebentheile. Es ist im Vollmonde 6° hell. Delisle S. nach unsern 10 Messungen in —j—29° 59' 20“ B. und —34° 47' bl 11 L. liegend, ein Ringgebirg von 3,44 Meilen Durchmesser, dessen Wall sich 931* über die Tiefe emporhebt. Man erkennt deutlich einen 5° hellen Centralberg. Uebrigens hat die Tiefe mit der des Diophantus gleiches Licht (3°) der Wall hingegen etwas weniger als bei jenem, nämlich kaum 5°. In der Umgegend wieder einige Bergadern, kleine 5° helle Berggruppen und nach Diophantus zu ein flaches Plateau, so wie ein 7° heller Liclilfleck. Der Berg a des kleinen dreieckigen Hügellandes erhebt sich 593 über seinen östlichen Fufs und eben so viel die dicht südlich über ihm liegende Spitze. Auch Delisle ß hat etwa dieselbe Höhe. Nördlich vom Parallel des Delisle und Archimedes zeigen sich nur sehr wenige grüfsere, dagegen eine Unzahl sehr kleiner Crater. Einige sind beträchtlich hell; alle hingegen zeichnen sich im Vollmonde als Lichtpunkte, freilich meist als überaus feine, aus. Delisle b (-j-32° 17* B. und —32° 18' L..) hat 4h 0 Licht und sein Ostrand (nach aufsen) 161* Höhe; eine ähnliche Beschaffenheit hat C (4-34° 16' B. und —31° 31'L.); der kleine Berg 4 neben ihnen ist 202* hoch. Carlini, obgleich sein Durchmesser nur 1 Meile beträgt, ist gleichwohl ein durch Helligkeit (6°) und Isolirung ausgezeichneter Punkt, für den wir aus 11 Messungen —33° 22' 45“ B. und —24° 0' 46“ L. gefunden haben; die gleiche Helligkeit zeigen Carlini D (—J—33° 24' B. u. —15° 42' L.) u. B (-j-30° 0' B. u. —20° 42' L.). Dagegen sind Carlini a und Helicon d nur eben so hell als die kleineren und kleinsten. Der Westrand von Carlini D 292* über dem Mare. Helicon II. (Insula Erroris II.) unter -{-40° 10' B. und —22° 53' L. ist ein ansehnlich tiefes Ringgebirg, das aber nach aufsen gegen Westen nur 226, gegen Osten 259* Höhe hat. Sein Durchmesser beträgt 2,84 Meilen. Links neben ihm ein sehr ähnliches Helicon A (—}—40° 11' B. und —20° 25' L.) das aber in hoher Beleuchtung fast verschwindet, während das erstere sehr augenfällig bleibt. Anomalien dieser Art sind auf dem Monde nichts Seltenes. Mit der gröfseren Menge der Craterformen ist in diesem Theile des Mare ein auffallender Mangel an Bergadern so wie an Lichtstreifen verbunden. Aufser dem von Carlini zum Bianchini ziehenden 65 Meilen langen, aber nur 3° hellen Streifen sind hin und wieder noch einige ganz schwache anzutreffen und eben so sinken auch die Höhenzüge, die das Fernrohr noch mühsam erspäht, zur völligen Unbedeutenheit herab. Diese Einförmigkeit endet an der Gruppe des Kirch S. (Mons Christi II. wenn unter diesem letztem Namen nicht Pico A zu verstehen ist) einem unter -f-39° 6' B. und —6° 6' L. liegenden 4° hellen Crater 34 von 266 mäfsigem Durchmesser, aber ziemlich tief. Hier zeigt sich eine Gebirgskette die anfangs sanft geböscht und kaum 150* hoch gegen S. fortzieht; nach 12 Meilen Lauf aber erhebt sich eine zweite weit stärkere zur Sehe. Die hohem Berge liegen indefs auf wenigen Quadratmeilen dicht neben einander und bilden keine allgemeine Masse, sondern haben zwischen sich Thäler die fast dem Mare gleich sind, und aus denen sie thurmähnlich emporsteigen. In dem Verzeichnisse der Bergmessungen sind diese Gipfel unter Nr. 886— 890 und 1062—1063 hinreichend der Lage nach bestimmt. Nach diesen hat der Gipfel a 536‘, sein nördlicher Nachbar 677*, die beiden Gipfel bei ß 830 und 790* und die nördliche Spitze 390* Höhe über dem westlichen Fufse; über dem östlichen erhebt sich ß 867*. Der kleine Berg r (—J— 3S° 25 y B. und —2° 8' L.) hat nur 110* Höhe, der sanft ansteigende Berg im SO. von Kirch 158* über seinem östlichen und 218* über seinem westlichen Fufse. In ihrem gegen SO. gewendeten Zuge treffen die Gebirge auf den Crater a (5° hell, eben so wie der östlichere c, dessen nördlicher Nachbar 4" Licht hat) und verlieren sich sodann ganz in die grofse Bergader, welche östlich gegen Lambert zieht. Das Hauptgebirge des Kirch hat 6° und in seinen Hochgipfeln 7° Licht. Die isolirten Kuppen sind meist 5° hell, und die ganze Umgegend ist von zahlreichen Lichtstreifen durchzogen die vom Aristillus herkommen und das Gebirge quer durchsetzen. §• 251. Noch bleibt uns die nördlichste Gegend des Mare Imbrium, die sich im N. des Kirch und Helicon, von den Alpenvorsprüngen herüber bis zum Cap Laplace erstreckt. So reich auch, in lichtstarken Fernrohren betrachtet, das Detail dieser Gegend erscheint, so ist doch alles dergestalt gruppirt, dafs man überall die höchste Deutlichkeit, nirgend ein störendes und verwirrendes Ineinandergreifen der Formen bemerkt. Hier sind die Höhenmessungen leicht und sicher; Anfang und Ende des Schattens können bei einiger Aufmerksamkeit nicht wohl um 1" fehlerhaft gemessen werden, und die freie Ebene bildet eine schöne Basis. Höchst augenfällig zeigt sich hier, von dunkeim Grau umgeben, der steile, blendend helle, vollkommen isolirte Felsenkegel Pico S. (Insula Minorca II.). Die Pyramide des 8° hellen Hauptberges erhebt sich nach 3 unsrer Messungen, 1104* über dem östlichen und 1019 über dem westlichen Fufse, wo die Gegend stark mit Bergadern angefüllt ist. Sein Fufs verlängert sich zungenförmig gegen NO. und SW. Im S. liegen 3 kleine Vorhügel isolirt, jenseit derselben ist freie Ebene. Die Lage des Pico haben wir durch 10 Messungen auf + 45" 28' 7" B. und —9° 12' 21" L. bestimmt. Zwei schwache, schmale Bergadern krümmen sich am Pico bis Plato K herum, nur wenig heller als die Ebene; eine dritte noch schwächere endet bei e, einen sehr kleinen Crater, der aber nicht allein völlig deutlich (in 5° Licht) erscheint sondern dessen Höhe sogar mefsbar ist. Wir fanden die Höhe des Walles über der westlichen Fläche 44 Toisen. Eine schwache Lichtader zieht über ihn hinweg zu den Alpen, und in ihrem Zuge stehen noch mehrere kleine Crater. 9 Meilen südlich vom Pico liegt Pico B (Insula Ebissus II.) länglicht, mit drei Gipfeln gekrönt und 7° hell. Der nördlichste und steilste Gipfel unter +43° 8' B. und —8° 32' L. liegt 616* über der Fläche im Osten. Westlich erstreckt sich eine breite Bergader, die aber in hoher Beleuchtung nicht recht sichtbar ist, bis zum Crater Pico A (+41° 45' B. und —3° 42' L.) fort. Der östliche, 5^° helle Wall dieses Craters liegt 316* über dem Mare. Noch liegen hier 2 kleine Crater und einige Lichlflecke, doch ohne Beziehung auf Terrain- verhälmisse. Weiter westlich liegt Pico A, ein grofser gekrümmter, mit seiner nördlichen Steilkuppe 1069* über die östliche Ebene emporragende Berg, 6° hell. Die 7° helle aber niedrigere Südspitze +40° 16' B. und —1° 16'L. Im O. des Pico gegen Helicon zu, zeigt die Ebene mehrere sehr deutliche 5° helle Crater, unter ihnen B (+46° 7' B. und —15° 30' L.) sämmtlich sehr gut zu Messungen geeignet. Pico e ist 6° hell und von ihm zieht ein schwacher Lichtstreifen gegen N. Pico D (+42° 54' B. und —11° 34' L.) ist durch einen schwachen 3° hellen Lichtstreifen mit jenen verbunden, dem weiter östlich ein andrer parallel zieht. Ein starker Lichtfleck liegt bei B, und weiter Östlich eine grofse Anzahl langer, paralleler Hügelketten. Noch verdienen die beiden schönen Berggruppen Erwähnung, deren eine (Insula Majorca H.) vom Pico r bis Plato e fortzieht, die andre östlicher ziehende mit Laplace e endet. Sämmtliche, ihrer Form nach sehr deutlich zu unterscheidende Berge sind 7° hell, die zwischenliegenden Thäler der letztem Kette, obgleich kaum oder gar nicht über das Mare sich emporhebend, 5° bis 6°. In der westlichen dagegen sieht man zwischen den Bergen nur das Grau des Mare. Pico <5 und e sind von ansehnlicher Höhe, erreichen aber nicht die des 269 westlichen Piks der Kette Laplace £, den wir 1139* hoch finden und der sich hiernach über alle Berge dieser Gegend erhöbe. Aber der Schatten läuft in eine so feine Spitze aus, dafs diese beträchtliche Höhe wohl nur einer steilen Aiguille angehören kann, und die Hauptmasse des Berges die Mittelgebirgshöhe nicht überschreitet, wie auch der Augenschein zu bestätigen scheint. Das Mare erstreckt sich noch jenseit dieser Bergreihen bis zum 51° B., allein diese Gegenden finden am bequemsten ihre Stelle bei der Detaillirung der Landschaft Plato. Ein eigentlicher Durchgang in das Mare Fri- goris ist nicht vorhanden. Zwar scheinen im W. des Plato die Berge eine schmale Lücke offen zu lassen, doch die Mondfarbe zeigt sich liier überall, und in einer beträchtlichen Breite, viel heller als das Mare. Plato und seine Umgebung. §. 252. Im nördlichen Theile des Mondes, zwischen dem Mare Imbrium und Mare Frigoris, bemerkt man in jeder Beleuchtung schon bei 6 bis 8 maliger Vergröfserung eines gewöhnlichen Handfernrohrs einen stahlgrauen elliptischen Fleck, beträchtlich dunkler als beide Maren und von hellerer Landschaft rings herum umgeben. Er läfst am deutlichsten die Wirkungen der Libration in Breite erkennen, denn seine optische Ellipticität kann aus dem Verhältnisse 4 : 5 in das 3 : 5 übergehen, und seine projicirte Entfernung vom Nordrande beträgt 90° vom Q, nur die Hälfte von derjenigen, welche 90° vom ?3 statt findet. Es ist Plato R. (Lacus niger major H.) eine grofse Wallebene, durch deren graue Fläche man in hoher Beleuchtung 4 Lichtstreifen von N. nach S. ziehend, aber noch blasser als die im Archimedes, und einige kleine Crater (vielleicht nur Lichtflecke) erblickt, die zu den allerfeinsten Gegenständen der Mondfläche gehören. Leicht mögen ihrer noch mehrere als die 3 hier verzeichne- ten vorhanden sein*). Von Bergadern ist dagegen die innere Fläche durchaus frei. Das 6° helle Ringgebirg läfst in hoher Beleuchtung keine hervorragenden Stellen mit Gewifsheit erkennen, obgleich es in den Phasen höchst mannichfaltig gegliedert erscheint. Insbesondere zerfällt der westliche und ein Theil des nördlichen Walles fast ganz in einzelne Massen mit thurmähnlichen Gipfeln. Die drei, welche vom Westrande emporsteigen, sind am leichtesten mefsbar, wir fanden für y 1135, für S 996, für s 802 Toisen, während der Kamm (insofern ein solcher anzunehmen ist) sich noch nicht 500* emporhebt. Eine sehr niedrige und schmale Terrasse zieht am innern Fufse des Walles herum; wir haben sie zu spät wahrgenommen um sie noch in die Karte eintragen zu können. Die südlichen und nördlichen Höhen, für welche die Methode der Schatten nicht angewandt werden kann, sind dem Anschein nach nicht geringer als die westlichen; und im O. erhebt sich der Gipfel 4 als langer Forslberg 1160* über die Fläche des Plato. Der hier etwas höhere Kamm des Walles steigt doch wenig über 600* an. Plato’s Durchmesser ist 13,04 Meilen. Ansehnlich sind die Hügel, welche den Plato von allen Seiten umdrängen. Im Süden beschränken sie sich gröfsentheils auf einige dicht anschliefsende Parallelketten, auf welche von SW. her eine ähnliche Gruppe rechtwinklicht steht, deren höchster Gipfel K (-j-48° 49' B. und —7° 11' L.) zu den ansehnlichsten Erhebungen dieser Gegend gehört, aber für eine Messung nicht günstig liegt. Gegen N. und NW. aber gewinnt das Hügelland eine Breite von 15 — 20 Meilen und hängt durch helle Landschaften sowohl westlich mit dem Plateau der Alpen als östlich mit den Grenzgebirgen des Sinus Iridum zusammen. In der labyrinthischen Masse unterscheidet man mehrere höhere Berge die hier durch Buchstaben bezeichnet sind, auch meistens eine hellere Farbe zeigen. So sind der Crater G (-|—51° 42' B. und —6° 47' L.) und die Höhen, die von hier im Bogen nach v ziehen , ferner « und tr, sämmtlich 5° hell. Der gar nicht sonderlich hohe Gebirgsbogen, der anfangs vom Plato y nach NW. zieht, sich hierauf nach SW. und abermals nach NW. krümmt, ist sogar 6° hell. Nach N. fällt die Grenze des hellem Landes mit der des Berglandes zwar an vielen Stellen zusammen, doch häufig auch nicht. Einestheils verbreitet sich die lichte Farbe über ganz ebene Gegenden, die durchaus dem Mare Frigoris anzugehören scheinen wenn man sie nahe beim Auf- oder Uutergange der Sonne betrachtet; anderntheils liegen beträchtliche Berge im Dunkelgrau; unter ihnen der steile Plato o, 457* hoch. Eine Menge Crater erfüllen gleichfalls die Gegend, sowohl die gebirgigem als ebenem Theile; unter ihnen Plato A (-j-52^ 17' B. und —14° 5' L.) der beträchtlich tiefer ist als Plato selbst und (wenn nicht etwa sein Südrand viel geringere Steilheit hat als der übrige Wall) seinen Schatten niemals ganz verliert. Ueber die äufsere Fläche erhebt sich dieser Wall etwa 500*; und auf ihm liegt wieder ein kleinerer Crater. *) Wir glaubten einen solchen etwa eine Meile SO. vom Gipfel Plato 6 aus zuweilen aufdämmern zu sehen, doch ohne seiner Existenz gewifs werden zu können. 34 * 268 Unsre Karte bezeichnet noch einen andern Crater dieser Gegend unter —f— 50° 52* B. und —0° 51' L. mit A; der nebst einem benachbarten hohen Berge 7° Licht hat. Dieser Berg liegt 17 40 ‘ über einen 10 Meilen östlich von ihm liegenden Punkte, auf welchen sein Schalten treffen kann. Bei h liegen 3 Crater in einer Reihe, deren Wallringe ineinandergreifen; bei f wiederholt sich diese Formation; i zeigt uns einen Zwillingscrater und bei K (—{—46° 32' B. und —3° 42' L.) finden sich abermals zwei in grofser Nähe, 4° und 5° hell. Die Crater D (4S° 57 ; B. und —15° 10' L.) und e haben 6°, B hingegen unter —}—52° 37' B. —17° 55 ( L. sogar 8° Licht, so dafs ihm weit und breit nur Pico am Glanze gleich kommt. Ein nicht leicht erkennbarer Crater und mehrere unförmliche Kesselthäler (deren eines neben 4 sogar einen Centralberg zeigt) liegen auf dem Walle des Plato selbst, und aufserdem zeichnet sich diese Gegend durch mehrere hufeisenförmige Halb- und Dreiviertels-Crater aus. Dahin gehört an der Grenze des Mare Frigoris, 1 im Westen des Plato, und neben 1 westlich ein ähnliches, nur nicht so hohes Gebilde, der Vorsprung der Alpen bei /u; so wie auch Laplace b, östlich neben f, hierher gerechnet werden kann. Unter den Höhenmessungen gehören noch hierher der Ostrand 1 von 1 (1222*) und das kleine zweigipflige Gebirg t (.Hevels Insula Ophiusa) dessen nördlicher Gipfel sich 720 und der südliche 600* Höhe hat. Auf Hevels Karten steht noch die Benennung Insula Capraria, zu der hier nichts recht passen will; entweder sind es die südöstlichen Vorhöhen des Plato oder der Crater D. Die Ebene im S. des Plato bis zum Pico, östlich bis an die Berge r und /, westlich bis an die schwache Bergader bei e reichend, bezeichnet Schröter als eine Wallebene, der er den Namen Newton beilegt und die nach ihm eben so dunkel sein soll als Plato. Uns erschien sic zu unvollkommen und ungleichartig begrenzt, um sie für etwas anders als einen Nebentheil des Mare Imbrium zu halten, dem sie auch an Farbe gleicht, wie denn auch frühere Beobachter sie zu diesem rechneten und Schröter selbst (Th. I. §. 350.) bemerkt, dafs er sie erst nach mehrmaligen Beobachtungen dieser Gegend erkannt habe. War sie zu Schröters Zeit wirklich in hoher Beleuchtung so dunkel als Plato, so mufs freilich eine Veränderung seitdem vorgegangen sein. öestlicfier Tlicil des Mare Frigoris. §. 253. Aehnlich wie in dem oben (§. 194.) beschriebenen westlichen Theile, zeigt sich auch ira östlichen ein mattgraues ins Gelbliche spielendes Licht, untermischt mit hellen Streifen und dunkleren Schattirungen. Es nimmt bis zum Harpalus, der als Grenzstein gegen den Sinus Roris betrachtet werden kann, 45, oder mit Inbegriff des westlichen Theiles 88, auf dem Parallel 50° und 55° gezählte Längengrade ein; ist folglich vom Hercules bis Harpalus gegen 200 Meilen lang. Die Breite ist dagegen sehr ungleich und die Begrenzung auch in dieser Richtung häufig so willkührlich, dafs man auf eine selbst nur genäherte Bestimmung des Areals gänzlich verzichten mufs. Zwischen Tiniäus und Plato H hat es gegen 30 Meilen Breite; etwas östlicher, beim Vorgebirg Timäus y, wo der breite Lichtstreifen hiudurehzieht, nur 12. Erhebt sich (wie es beiläufig der Fall zu sein scheint) dieses Vorgebirg 700 und die südlich gegenüberliegenden Berge 2 — 300* über die Fläche des Mare Frigoris, so kann man, auf einer der beiden Höhen stehend, die andre erblicken. Von y aus, würde man die weifsen Randgebirge der Landschaft Plato tief am Südhorizonte wahrnehmen; gegen SW. grofse starke fast gradlinigte Berg- adern die sich in das Mare verlieren und unter denen ö die steilste und höchste ist; den Vorgrund bilden hier die maimichfalligen Färbungen der ebenen Landschaft, besonders aber der oben erwähnte breite Lichtstreifen, der der Fufs des Berges überall umgiebt und sich sodann pyramidalisch gegen S. erstreckt, wo seine Spitze sich mit dem Horizont vermischt. Gegen NW. zieht das steile Grenzgebirge des Mare fast gradlinigt zum Timäus fort, den aber die steilen Höhen bei ß hier verdecken. Gegen N. beschränkt das Gebirgsland die Aussicht, nur die Gipfel r, und 4 ragen als weifse Thurmspitzen über die wilde Masse empor. Die grülste Mannichfaltigkeit aber zeigt sich im O. Hier sieht man zunächst in eine schroffe, eng begrenzte dunkle Tiefe, und über die jenseitigen 2 Meilen entfernten Höhen hinweg in einen weiten offenen Busen des Mare. Einsam steht im fernsten Osten ein hoher runder Pik, das letzte nach dieser Seite hin sichtbare Gebirgsglied, jenseit desselben gegen SO. hin der Horizont durch nichts mehr beschränkt wird, An diesem Pik verglimmt der letzte Sonnenstrahl, wenn er bereits seit 6 Stunden den Gipfel y und seine benachbarten Höhen verlassen hat, und die Thäler schon längst in tiefer Nacht liegen. Die Lichtstreifen, welche dieses'Mare meist in Meridianrichtung durchziehen, werden zwischen Plato und Fontenelle besonders häufig. Merkwürdig ist hier in -f-5S° B. und —164° L. ein 6° heller Lichlfleck dem kein Terraingegenstand entspricht. Zahlreiches Gehiigel tritt vom Fontenelle und Condamine her in das Mare hinein 969 und bildet beim Auf- und Untergange der Sonne höchst malerisch gruppirte Lichtinseln; das Mare selbst bekommt von hier ab eine gleichere Färbung und zeigt auch wieder einige, bis hierher ganz vermifste Craterformen. Condamine B (-(-57° 53' B. und —29° 51 ‘ L.) ist 6° hell, beträchtlich tief, und an ihm endet der letzte vom Anaxagoras ausgehende Lichtstreifen. Der Wall de» Craters erhebt sich 320'* über das Mare im Osten Auch der benachbarte Horrebow f hat grofse Tiefe und ist eben so hell als B. Hier verengert sich das Mare wieder bedeutend, und die äufserst feinen schwer erkennbaren Hügel, die in so grofser Menge aus der Umgegend des Bouguer nach N, ziehen, kommen denen entgegen die von Horrebow und Horrebow f her sich nach S. erstrecken. Letztere sind 5° hell, theihveis nicht unbedeutend hoch, und im Vollmonde von den gleichfalls 5° hellen Cratern dieser Gegend nicht wohl zu unterscheiden. Mit dem isolirten, sehr ansehnlichen Binggebirg Harpalus R. (Atlas major II.) das nach unsern 9 Messungen in —|—52° 28' 41" B. und —43° 36 ; 20" L. liegt, und dessen Inneres 3°, der Centralberg und Rand aber 5° hell ist und dessen Ostrand sich 439* über das Mare, 2479 hingegen über die Tiefe erhebt, endet der östliche Theil des Mare Frigoris, den im Vergleich zum westlichen Theile, insbesondere der fast gänzliche Mangel an grüfseren Bergadern charakterisirt. Wahr ist es, dafs ihr Erkennen hier schon bedeutend schwierig ist, aber doch nicht schwieriger als in manchen andern Mondgegenden, die gleichwohl reichlich damit versehen sind. Der dunkle Flächenlheil, der sich zwischen Pliilolaus und Anaximander ausbreitet, erscheint besonders wenn der Nordpol uns zugewendet ist, als ein grofser Busen des Mare Frigoris, das sich dadurch bis gegen den 70° ausbreitet. Könnte man das Mare unter einem rechten Winkel ins Auge fassen, so würde es gröfser erscheinen als das Mare Serenitatis. Der Sinus Iridum 2Z. (Sinus Apollinis JET.) und die ibn umgebenden Bcrglandscliaften. §. 254. Vielleicht die prachtvollste aller Mondlandschaften und zugleich eine mit der höchsten Deutlichkeit hervortretende Lokalität. Besser als irgendwo auf dem Monde ist hier die Beziehung Sinus passend; die fast wassergleiche Fläche, im Halbkreise umgeben von einem der mächtigsten Mondgebirge das nur stellenweis von schmalem und niedrigem Vorlande umsäumt wird, unterscheidet sicli von diesen eben so bestimmt in hoher Beleuchtung durch die Farbe als in schräger durch die Niveaudifferenz. Das Gebirge bildet ein Hauptglied des grofsen hellen Gürtels, der sieh vom Lacus Mortis bis über den Mairan hinaus erstreckt. Die beiden Vorgebirge Laplace (Heraclides Falsus der May ersehen Karte) und Heraclides R. r welche mit ihren äufsersten gegeneinander gekrümmten Spitzen 30,7 Meilen weit auseinander stehen, können als die Grenzpfeiler betrachtet werden. Verbindet man in mittlerer Libration beide durch eine grade Linie, so ist die gröfste Breite des Sinus optisch 10,9; wirklich 18,1 Meile; die gröfste sich unverkürzt zeigende Ausdehnung zwischen den beiden Buchten, die hinter den genannten Vorgebirgen sich öffnen, 33,2 Meilen. Diese und die übrigen Dimensionsverhältnisse geben die Kreisgestalt so nahe, dafs man den Flächeninhalt leicht berechnen kann ; die beiden Vorgebirge stehen um 165° des Vollkreises auseinander und das Ganze hat ein Areal von 431 Quadratmeilen. Das Innere ist der Farbe nach wenig vom Mare Imbrium verschieden. Der mittlere dunkelste Theil hat 2° Licht, der östliche und kleinere 3° ohne merkliche Ungleichheit; der westliche ist von breiten und matten Liehtstreifen durchzogen die ihm eine Art von grünlichem Schimmer geben. Diese Färbung geht überall bis am den Fufs der Gebirge. Die Unebenheiten der Fläche sind sämmllieh sehr schwer zu erkennen. Vom Cap Laplace aus ziehen schwache kaum 20* hohe Hügelreihen dem Mare Imbrium und dem Heraclides zu; auch ist der westlichste Winkel höher als das Uebrige und ein äufserst sanfter nach O. gerichteter Abfall kann kurz nach Aufgang der Sonne hier wahrgenommen werden. Etwa in der Mitte des Sinus zeigt sich eine sehr flache Beule die mit keiner andern Erhöhung eine deutliche Verbindung hat und über welche Lichtstreifen hinziehen, deren einer vom Carlini bis zum Bouguer verfolgt werden kann. Noch ziehen einige Bergadern von der Spitze Bianchini 5 aus parallel dem Randgebirg nach Südost, die auch noch im Vollmonde durch etwas helleres Licht aufgefunden werden; eigentliche Hügel bilden nur Laplace ? (255* über dem Sinus) und einige andre in seiner Nähe. §. 255. Wir lassen die Resultate derjenigen von unsern Messungen, welche zur Netzlegung dieser Landschaft gedient haben, hier im Zusammenhänge folgen. 2*0 Heraelides -(-41° Laplace A —43 Harpalus —J—52 Punkte erster Ordnung. 7' 46" B. —34° 1' 25" L. aus 8 Messungen 16 21 - —34 33 33 - - 10 28 41 - —43 36 20 - - 9 Punkte zweiter Ordnung. Mairan A +38° 30' B. —39° 31' L. Laplace A —j—45 26 - —25 16 - Laplace B -f46 53 - —'23 27 - Laplace F -j-45 11 - —19 55 - Maupertuis Z —|— 48 51 - —27 13 - Bianchini A —{—48 0 » —34 51 - Sharp B —{—46 9 - —38 3 - Sharp A -f-47 34 - —44 8 - Harpalus A -{-50 5. — 40 7. Condamine E-{-53 44 - —24 0 - Condamine B -J- 57 53 - —29 51 - Bouguer —{— 52 30 - —35 35 - Die etwas grüfsere Menge von Punkten in dieser Landschaft war nothwendig, da ohne einen ganz nahe liegenden sichern Anhaltpunkt es nicht möglich ist, Parthien wie diese naturgetreu darzustellen. Denn während im Sinus selbst sich nur sehr spärliches und mühsam wahrzunehmendes Detail vorfindet, so ist dagegen die Fülle der Gegenstände in dem grofsen Gebirgsgürtel fast unübersehbar. Selbst im Apenninengebirg stehen die Berge nur an wenigen Punkten so dicht gedrängt neben einander als hier. Die meisten sind rundlich, doch finden sich auch einzelne sehr steile; und in günstiger Beleuchtung findet man im Innern der Masse noch Längenthäler, durcliziehende Querschluchten, Crater von allen Gröfsen und zum grofsen Theil vollständig ausgeprägt; nur die Form der eigentlichen Rillen scheint hier zu fehlen, so wie auch die Farbendifferenzen hier geringer als in andern Gebirgen sind, denn selbst die grofsen Ringflächen haben noch 3° bis 34° Licht im Innern und auch die engsten und tiefsten Thäler sind doch noch merklich heller als der Sinus. Die Gebirge gehören zu den höchsten der Mondfläche, nur sind wenige unter ihnen eigentlich mefsbar. Zwischen Bianchini und Sharp ist das Küstengebirg von Alpenhöhe und fest zusammenhängend; südlich vom Sharp gegen Heraelides hin nimmt die Höhe ab, aber doch bilden sie bis zum Cap eine undurchbrochene Kette, und der rundliche Gipfel desselben erhebt sich 614* über den Sinus. In dieser Gegend findet Schröter (Th. I. §. 287.) einige Aehnliehkeit mit einem Gesicht, die uns aber äufserst gezwungen erscheint*). Crater enthält dieser Zug nur zwei von geringer Tiefe, Heraelides a und ein kleinerer östlich von Bianchini. Für den Berg Sharp e geben unsre Messungen 1934 und für Sharp 8 2336 Toisen. Schwerlich sind dies die höchsten des Gebirges überhaupt, sondern nur die ansehnlichsten unter den mefsbaren Bergen. Minder geschlossen, vielmehr von kleinen Querthälern durchsetzt, erscheint der westliche Theil des Zuges zwischen Bianchini und Laplace. Auch ist er weniger hoch als das östliche und nur Bianchini y kommt vielleicht dem Cap Laplace gleich, das sich rundlich erhebt. Wenigstens scheinen die obersten 3 — 400 Toisen keinen Schalten mehr zu werfen wenn der Erleuchtungswinkel 12° übersteigt. Wir erhielten unter solchen Umständen 1029* für die Höhe über dem östlichen und 1139* über dem westlichen Fufse; unter einem nur etwa halb so grofsen Winkel hingegen ward erstere Höhe im Mittel 1503, letztere 1402* gefunden. Auch hier zeigen sich nur wenig Crater, deren zwei dicht neben einander auf dem Rücken des Caps liegen (unsre Karte hat nur einen). Der bedeutendste Durchbruch zeigt sich östlich bei Maupertuis; ein Gebirgsthal zieht sich um Maupertuis 5 herum und hängt mit mehreren kleinen im N. zummammen, sie enden aber sämmtlich an dem grofsen Gebirgs- bogen, dessen Zug durch die Gipfel Maupertuis 8 und £, Condamine 6 und Maupertuis a bezeichnet ist. §. 230. Fünf gröfsere und mehrere kleine Ringgebirge liegen auf dem Rücken des Gebirgsgürtels, und es ist merkwürdig, dafs sie desto tiefer sind, je weiter sie nach Ost liegen. *) ln einer von Schröters Zeichnungen, die aber mit seinen übrigen nicht übereinstimmt und wohl nur vermittelst eines starken Zusatzes von Phantasie so ausfallen konnte, sieht Heraelides allerdings dem Bruchstück einer Najade ähnlich und der Crater a bildet das Auge, so wie der Vorsprung « die Nase. Das Nähere mögen diejenigen, die an solchen Vergleichungen Gefallen finden, in Schröters Selenographie oder Fontenelles Dialogen über die Mehrheit der Welten nachlesen. 271 Maupertuis S. hat gar kein eigentliches Ringgebirg, sondern ist nur eine stark von der Kreisforin abweichende, etwa 600* vertiefte Fläche, auf deren 3^° hellen Grunde 6 kleine Berge (der höchste Z mag 180* sich erheben) ohne bestimmte Beziehung auf das Centrum stehen; während das was die Stelle des Walles vertritt, nur wie eine zufällige Gruppirung einzelner Bergkegel erscheint. Condamine S. 4,98 Meilen im Durchmesser, liegt nahe am Nordrande des Gebirgsgürtels in einer überaus craterreichen Gegend, wie denn auch ein Crater in seiner Fläche steht. Diese hat 3^° Licht, so wie das ziemlich gut geschlossene Ringgebirg, 4^°. Dieses erhebt sich westlich 415, östlich aber 666* über das Innere, wohl in Folge des allgemeinen Ansteigens von W. gegen O., das der Ebene des Condamine sich nicht mittheilte. Der schon erwähnte Bianchini S. ist schon besser abgerundet, etwas kleiner als die vorigen, sein Ringgebirg auch von sehr ungleicher Höhe. Der Westrand erhebt sieh 1323, der Ostrand bei A 1157* über seine Fläche, die auch ein deutliches Centralgebirg ß und eine fast ganz hindurchziehende Bergader zeigt. Sharp (Atlas minor II.) 5,14 Meilen im Durchmesser, wie gewöhnlich im Innern 3, auf dem Walle und Centralberge 5° hell. Seine Tiefe unter dem Westwalle beträgt 1505*, gegen den östlichen dürfte sie nicht geringer sein; allein es hält schwer hier brauchbare Messungen zu erhalten. Auf seinem höchsten Rücken liegt ein kleiner Crater, und die Umgegend zeigt eine Menge Ausläufer, die sich von seinem Walle abzweigen. Die Benennung Sharp rührt von Hell her, und Schröter hat sie in seine Zeichnungen mit aufgenommen. Ohne diesen letztem Umstand hätten wir sie eben so, wie die übrigen IIelIschen Namen, übergangen; denn die Ansicht der von ihm gezeichneten und den Wiener Ephemeriden beigelegte Karte zeigt deutlich, dafs sie nicht nach eignen Beobachtungen entworfen sondern nur eine Copie früherer Originalkarten sei, mithin seine Nomen- clatur keinen Anspruch habe weiter beachtet zu werden*). Mairan S. 5,34 Meilen im Durchmesser, das östlichste und tiefste dieser grofsen Ringgebirge, das aber durch seine versteckte Lage Höhenmessungen fast ganz unthunlich macht. Wenigstens müssen wir folgende Versuche, ihrer schlechten Uebereinslimmung wegen, als mifslungen betrachten: Höhe des Westwalles über das Innere 1253* (nach Nr. 761.) oder 2371* (nach Nr. 354.); des Ostwalles über dem äufsern Fufse 538* (nach Nr. 971.) oder 815* (nach Nr. 474. der Bergmessungen).— Eine grofse Tiefe zeigt schon der Augenschein; der breite Wall hat 6° Helligkeit und eine sehr deutliche Terrasse; ein Centralberg scheint zu fehlen. Zu den von Schröter durch eigne Benennungen ausgezeichneten Gegenständen dieser Landschaft gehören noch Louville S ., eine mehr dreieckige als runde Fläche, die von keinem zusammenhängenden Ringgebirg, sondern nur von schwach verbundenen Bergketten und Rücken umgeben ist. Das westliche Gebirge, beiläufig 800* abfallend, verbreitet kurz nach Sonnenaufgang seinen Schatten über die ganze Ebene, und nur alsdann scheint das Gebilde Ein zusammenhängendes Ganze auszumachen. Zu andern Zeiten ist es weder durch den Schattenwurf, noch durch hinreichende Farbenunterschiede ausgezeichnet. Bouguer S. von mäfsigem Umfange aber 6° hell und ziemlich tief. Es liegt nahe am Nordrande des Berggürtels, der hier mit ungemein feinen Hügelrücken und sanft abfallenden Zungen sich zum Mare Frigoris abdacht. Nur in recht günstiger Lage kurz nach Sonnenaufgang sind diese zarten Bergadern einzeln zu unterscheiden, und stellen sich alsdann höchst malerisch dar. §. 257. Indefs sind die genannten Gegenstände nnr solche, die auf den ersten Blick bemerkbar sind und die übrigen doininiren; zu einer möglichst vollständigen Kenntnifs dieser merkwürdigen Gegend reicht ihre Betrachtung allein nicht hin. Mil dem Berglande des Plato ist die hier betrachtete Landschaft unmittelbar nur durch einen zweifachen, nach S. gerichteten Abhang verbunden, der zwar gering und nur unter günstigen Umständen als solcher bemerkbar, aber doch ein deutlicher Beweis ist, dafs wenigstens hier zwischen dem 15° und 20° der östlichen Länge des Mare Frigoris ein höheres Niveau als das Mare Iinbrium haben müsse. Von hier aus zeigt sich, bis zum Maupertuis und dem Cap Laplace hin, eine merkwürdige Parallelrichtung aller noch so verschiedenartiger Ge- birgsglieder — dieselbe Richtung, die schon im O. des Timäus so bedeutend hervortritt, nämlich NW. — SO. (geognostiseh 3 h ). Sie tritt hier zuerst in der kleinen Rille neben Plato c, die wir am 30. März 1833 entdeckten, auf, und nicht allein die grofse Thalebene, welche mit 2-|° bis 3° Helligkeit sich bis zu den Cratern Maupertuis a (von denen der nördliche 7°, der andre 5° Licht zeigt) fortzieht, sondern auch alle kleineren und sehma- °) Es sind übrigens aufser dem Sbarp(ius) folgende Namen: Volsius, Halleyius, Schmelzerus, Flamsteedius, Rostius, Volfßas, Taccjuetus, Schottus, Regnaultius, Malebranchius, 272 lern Thäler, sowohl südlich als nördlich des vorhin erwähnten, folgen dieser Richtung. Zu den längsten gehört das, welches vom Crater Plato c am Berge Laplace 4 vorüber bis zu einer kleinen grauen Ebene in der Nähe des Cap zieht und bei einer Länge von 30 Meilen an einigen Punkten kaum 1 Meile Breite hat. Die kleine Gruppe Condamine 4 liegt isolirt in grauer Ebene, obgleich die Berge selbst etwas lichtere Farbe haben; erst von den Gipfel 4 und E an wird das Gebirg auf dieser Seite zusammenhängender und zugleich höher. Condamine a scheint der höchste Berg dieser Gegend zu sein; indefs läfst die überaus grofse Zahl von Cratern, welche sich hier tlieils einzeln, iheils in kleinen Reihen gruppirt haben, der Analogie nach noch keine alpengleichen Berge erwarten. Von diesen Cratern sind diejenigen welche im O. des Condamine liegen, insbesondere auch a, 7° hell. Auch Condamine y und 5, so wie der von letzlerin Berge zum Mauperluis laufende starke Bergarm, haben eine merklich gröfsere Helligkeit als die Umgegend. Oesllicher gegen Bianchini und Bouguer hin zeigt sich eben nichts besonders Hervortretendes. Die vorhin erwähnte Streichungslinie der Bergketten tritt auch hier noch, nur weniger entschieden, als Hauptrichtung auf. Bouguer a und ein andrer bei Bianchini a sind nach dieser Seite hin die letzten kleinen Crater. Von Bianchini s an zieht sich ein dunkles Thal dem Rande des Sinus parallel, verengert sich aber sehr bald und verzweigt sich in mehrere kleine. Im N. von e ist dagegen mehr ebenes Land und die wenigen kurzen Bergketten desselben gehören zu den niedrigsten und unbedeutendsten der ganzen Landschaft. Harpalus A, ein dem Bouguer ähnlicher, 7° heller Crater von ansehnlicher Tiefe, auf dessen Nordrande sieh der hohe Berg A emporhebt, dessen Schatten zuweilen den Crater ganz unkenntlich macht. In der Fläche ein deutlicher Centralberg. Im S. und O. dieser Crater zeigt sich abermals eine merkwürdige Parallelität der zahlreichen Bergrücken. Der ganz abgesonderte nördlichste Zug ß, der die Grenze des hellen Landes ausmacht, erhebt sich 450* über die östlich vorliegende freie Ebene des Sinus Roris. Bei Sharp d herum streichen die Thäler wieder in andern Richtungen; und im N. des Sharp zeigt sich ein bedeutendes Hochland mit 3 kleinen Cratern auf der Mitte seines Rückens. Oestlich neben ihm zieht ein enges und tiefes Thal c vom Sharp zum Crater A (7° hell) dem dritten dieser Art, welche die Nordgrenze des Gebirgs- gürlels bezeichnen. Aber der wildeste und dem Darsteller die gröfsten Hindernisse entgegenstellende Theil des Hochlandes ist der, welcher zwischen Sharp, Lonville und Mairan liegt, wo auch wahrscheinlich die absolut höchsten Berge dieser Landschaft zu suchen sind. Auch die Crater werden wieder häufiger, doch zeigen sich im Innern der Hauptmasse nur gröfsere, während die kleinern nach O. zu liegen. Fast alle aber glänzen sehr hell, am meisten der tiefe und 7° helle Sharp b, dessen Wall am 30. August 1834 noch sichtbar war als die Lichtgrenze schon reichlich 3° östlicher lag, und der also wenigstens 700* hoch sein mufs. Die halbinsel- und inselartigen Gebirgsglieder im NO. des Louville, die sich nördlich bis £■, östlich bis y hin erstrecken, und in deren Zug der 6° helle Crater Repsold d fällt, sind zwar nicht weniger labyrinthisch als die vorerwähnten, doch aber bei weitem niedriger; und deshalb zwar selten recht sichtbar, aber dann auch ohne grofse Schwierigkeit darzustellen. Die Grenze des hellem Landes folgt streng genau allen noch so verwickelten Krümmungen ihres Fufses, und nur die ganz niedrigen Bergadern, die sich von ihnen aus durch den Sinus Roris ziehen, haben gleiche Farbe mit diesem. Die letzten bedeutendem Gebirgsglieder gegen SO. hin sind das Hochland, was von Louville an sich südwestlich forterstreckt, und das Kettengebirg im Osten des Mairan, dessen Abfall gegen N- ansehnlich steil ist. Auch die Farbe der Landschaft erscheint von hier ab verändert. §. 258. Zwischen Mairan und Heraciides, in der Gegend des 41. Breitengrades, herrschen zwar noch immer die Berge vor, und man findet nur mühsam einige Crater heraus. Aber die nur mäfsig hohen Rücken erfordern, um deutlich unterschieden zu werden, eine sehr schräge Beleuchtung, und alsdann zeigen sich Mairan a and die Berge bei Heraciides y als die markirtesten Punkte der Landschaft. Der südlichste und niedrigste Theil des Hochlandes ist der, welcher sich fast in Dreiecksform von Mairan bis zum 35. Parallel fortzieht. So unbedeutend auch seine Berge sind, so reichen sie doch in schräger Beleuchtung hin, die zahlreichen Crater durch ihren Schatten theilweis zu verdecken und unkenntlich zu machen. In hoher Beleuchtung erscheinen diese Crater sämmllich als helle Punkte, aber als so feine und dichtgedrängte, dafs sie einzeln kaum zu unterscheiden sind, obwohl sie durch ihren vereinigten Glanz der Gegend ein höchst eigen- thiimliches Ansehen geben. Nördlich nach Mairan zu, so wie in der Mitte des Hochlandes, finden sich noch einige 373 einige millelgrofse von 6° Licht, nach S. zu aber verschwimmt zuletzt alles ins Unkenntliche, weshalb hier auch nur diejenigen Crater verzeichnet sind, deren Lage wir mit einiger Sicherheit verbürgen können. Die Bergparthien im Westen dieser Landschaft liegen zwar schon isolirt und vom Mare imbrium umgeben, finden aber doch am schicklichsten hier ihre Stelle. Man erblickt liier zur Zeit des nahenden Sonnenaufgangs in der Nachtseite mehr als 40 isolirte, meist sehr hellglänzende Lichtpunkte von Mairan a und ß bis gegen Diophantus A hin, und ihre insulare Lage tritt auch bei höherer Beleuchtung noch deutlich hervor. Dieser Umstand erleichtert aber sowohl die Zeichnung als Höhenmessung bedeutend, weshalb hier das Detail weit schärfer verbürgt werden kann als im Innern des Hochlandes. Mairan A ist zwar grofs, aber weder sonderlich hell noch tief, obwohl er in hoher Beleuchtung sich vor der 2|- 0 hellen Umgebung noch immer hinreichend unterscheidet. Der kleine Crater e aber hat 8° Licht, und eben so auch der nicht ganz geschlossene £, der nur aus Bergköpfen von sehr ungleicher Höhe besteht. Die breite flache Ölasse Mairan y liegt 815*, der 5° helle Berg S 915* über dem östlichen Fufse, die rundliche, 54° helle Parthie 4 528*. Der hellste Punkt dieser Gegend ist Mairan b, mit 9° Licht, also nur vom Aristarch übertroffen. Die weiten Thalebenen, welche zwischen diesen Massen hinziehen, sind mit niedrigen Bergadern und Hügeln angefüllt, die meistens äufserst niedrig und nur unter günstigen Umständen sichtbar sind. So fanden wir diejenigen, welche auf der Strecke von ö'Iairan y nach Wollaston A liegen, erst am 10. Januar 1835 auf, nachdem längst alles Uebrige vermessen und gezeichnet, und die Gegend zu diesem Behuf wohl 30mal aufmerksam beobachtet worden war. Occanus Proeellarum It. (Mare Eoum und Mare Mediterraneuin II.) §. 259. Dieses Mare, das gröfste der uns zugekehrten Mondseite, nimmt fast ein Drittel der nordöstlichen und noch einen beträchtlichen Theil der südöstlichen Mondhalbkugel ein und mag mit Inbegriff seiner busenartigen Nebenlheile gegen 90000 Quadratmeilen Grundfläche enthalten. Da es mit dem Mare Imbrium, dem Mare Nubiuni und einigermafsen auch mit dem Mare Humorum in Verbindung steht, so bildet sich hier, für den Totalanblick des ölondes, der entschiedenste Gegensatz zu der hellen Südwestgegend, in der nichts als Berglandschaften zu finden sind. Hier hingegen ist alles, was zu den Gebirgs- und Craterlandschaften gerechnet werden kann, insei- und halbinselartig auseinander gehalten. Aus dem Gesagten ergiebt sich schon, dafs die Natur selbst diesem Mare nicht überall bestimmte Grenzen gezogen habe, und dafs willkührliche Bestimmungen eintreten müssen, ähnlich wie bei den Oceanen unsrer Erde. Man kann die Ostgrenze noch ziemlich bestimmt vom Letronne aus an den Grenzgebirgen des Hansteen, Damoi- seau, Hevel und Cavalerius entlang, um die letztem herum und sodann längs des hellen und stellenweis sehr schmalen Ostrandes (denn das ölare geht an einigen Punkten bis zum 82° östlicher Länge) bis zum Repsold und Harpalus hin verfolgen, wo es in den Sinus Roris übergeht. Die Weslgrenze zieht zunächst längs der hellen Berglandschaften im Rücken des Sinus Iridum fort und ist hier in allen Phasen deutlich bezeichnet. Vom 36° NB. ab können die Bergadern und Lichtstreifen, welche zu den Systemen des Delisle, Diophantus und Euler gehören, bis gegen Mayer hin die Grenze gegen das ölare Imbrium bilden. Weiter zieht sie am Milichius, Hortensius, Reinhold und Landsberg südlich zum Riphäengebirg, jenseits desselben einzelne Crater und insulare Gebirgsgruppen die Gegend bezeichnen, wo drei ölaren zusammenstofsen. Ihr Inneres 1 enthält die bedeutenden Ringgebirge Kepler, Encke, Flainsleed, Reiner, ö'Iarius, Aristarch, Herodot, Lichtenberg, nebst vielen kleinern, ölan kann etwa T V des Ganzen auf diese Ringgebirge und die übrigen Berglandschaften, und mehr noch auf die sehr zahlreichen Bergadern rechnen. Auch zwei grofse Slrahlen- sysleme, Kepler und Aristarch, erfüllen es mit Lichtstreifen, die auch sonst noch Vorkommen und nebst andern Abänderungen der Helligkeit, der Fläche ein sehr gemischtes Ansehen geben. Hier wie überall mufs man zwischen Lichtadern und Bergrücken deutlich unterscheiden. Sehr viele der letztem sind selbst in den günstigsten Vollmonden nicht im geringsten durch Helligkeit ausgezeichnet (dahin gehören z. B. die zahlreichen Hügel beim Marius, mit Ausnahme von 3 oder 4) und umgekehrt zeigt sich, dafs grade die hellsten und im Vollmonde augenfälligsten Lichtstreifen ganz und gar nicht erhöht sind. Bei Kepler und Aristarch lassen sich mehr als 150 Streifen unterscheiden, und nur etwa 6 derselben fallen theil weise mit der Richtung einer Bergader zusammen. Will man sich aufs Bestimmteste schon durch einmalige Beobachtung davon überzeugen, so wähle man einen öloment, wo die Streifen sich schon zu zeigen anfangen und gleichwohl vom Schatten oder doch Halbschatten der Erhöhungen noch nicht alles verschwunden ist, d. h. wem die zu beobach- Ä*4 tende Gegend etwa 20° von der Lichtgrenze ahsteht. Mit Schröters Behauptung, dafs alle Lichtstreifen, nur die bei Euler ausgenommen (Th. I. §. 215.) wahre Bergadern seien, sind unsre Beobachtungen unvereinbar. In der That verräth sich (und damit stimmt Schröter überein) eine Bergader beim Unter- oder Aufgang der Sonne über ihrem Meridian äufserst leicht, selbst wenn sie kaum um einen Grad geböscht und nicht über 10 Toisen hoch ist, durch die ihr zur Seite liegende schwärzliche Schattirung, und man sieht sie dann oft ungemein zahlreich an Orten wo wenige Stunden vorher noch keine sichtbar war. Sind also unter den Lichtstreifen einige erhöht, so wird es alsdann nur desto leichter sein müssen sie zu unterscheiden. Aber grade das Gegentheil erfolgt, mit dem nahenden Untergang der Sonne verschwinden sie und man findet an ihrer Stelle keine Spur weder einer grö- fsern Helligkeit noch eines Schattenwurfs, wenn man sich eines vollkommen scharf begrenzenden Fernrohrs bedient. Ist letzteres nicht der Fall so zeigt sich an allen Orten, wo verschiedne Lichttöne Zusammentreffen, eine unbestimmte Uebergangs-Schattirung zwischen beiden, die dann sehr leicht für wahren Schatten angesehen werden kann*). §• 260. Im Allgemeinen variirt die Grundfarbe des Mare zwischen 2° und 24°, etwa eben so wie im Mare Im- brium und Nubium. Es ist also nicht ganz so dunkel als das Mare Crisium und die dunklern Striche des Mare Tranquillitatis, dagegen dunkler als die grünen Flächen des Mare Serenitatis und Humorum. Wo man, besonders in schwächern Fernröhren, ein unreines Gemisch zu bemerken glaubt, da ist gewöhnlich irgend eine Art der Mondbildungen darunter versteckt, und schärfere Aufmerksamkeit, günstigere Luft und bessere Werkzeuge führen gewöhnlich zum Ziele. Es geht mit solchen Gegenden wie mit der Milchstrafse und den Nebelflecken, die eine sorgfältige Beobachtung theils wirklich schon in Sterne aufgelöst, theils eine solche Auflösung sehr wahrscheinlich gemacht hat. Mit dem sogenannten „selenosphärischen Decken” über einzelnen Mondgegenständen (stets nur sehr kleinen und schwierigen) mufs man behutsam sein; die Decke ist vielleicht nur eine subjective. Crater von jeder Gröfse, aber sämmtlich (mit höchst geringen Ausnahmen) streng kreisförmig, erfüllen das Mare in allen seinen Theilen, auch zeichnet sich keine Gegend desselben vor der andern in dieser Beziehung merklich aus. Wenige nur sind verhältnifsmäfsig flach, bei vielen kommt die Tiefe dem Halbmesser gleich, und Messungen zur Ortsbestimmung sind hier leicht und sicher anzustellen, da die meisten noch lange Zeit nach dem Sonnenaufgänge, wenn gleich nicht als beschattete Tiefen, doch als lichte Pünktchen sichtbar bleiben und ein gutes Pointiren gestatten. Nur mufs man nicht versäumen, die Configuration der zu messenden und der benachbarten Gegenstände im Voraus annähernd zu zeichnen, um Verwechslungen zu verhüten, die sonst, der grofsen Aehnlich- keit dieser Formen wegen, stets befürchtet werden müfsten. Wir übergehen hier noch diejenigen Gegenstände, die dem südöstlichen Quadranten angehören, und beginnen die detaillirle Beschreibung am Aequalor, der auf einer Strecke von 40 Längengraden von Landsberg bis Lohrmann dieses Mare duvchschneidet. §. 261. Encke (Insula Aelhusa II.) an der Grenze des den Kepler umgebenden Nimbus gelegen, ein sehr augenfälliges Ringgebirg, das aber selbst in seinem höchsten Punkte e sich nur 283 * über die Tiefe, und nur gegen 120* über das Mare erhebt. Gleichwohl sieht man den Wall nicht nur deutlich abgesetzt, sondern auch mit zahlreichen Gipfeln gekrönt, letzteres aber nur, wenn die Lichtgrenze schon fast hindurchgeht. Wir erkannten (zum Theil erst nach Ausgabe dieses Theils der Karte) 12 einzelne Gipfel und Rücken. Merkwürdig ist ein niedriger Querwall, der der innern Fläche durchzieht, in 6 einen Gipfel bildet und auch mit dem nördlichen Wallrücken noch eine schwache Verbindung wahrnehmen läfst. Im südwestlichen Quadranten des Mondes kommen solche Theilungen der Ringflächen viel häufiger und ausgebildeter vor; hier steht sie isolirt. Der Durchmesser des Ring- gebirgs beträgt 4,41 Meilen; die Helligkeit 4° bis 5°. Langgestreckte, zum Theil ziemlich starke Hügelrücken gruppiren sich um Encke in beträchtlicher Anzahl, *) So vortrefflich ScJiröter’s Instrumente für seine Zeit gewesen sein mögen, und so oft er auch von prachtvoller Deutlichkeit bei seinen Beobachtungen spricht, so mufs man dennoch annehmen dafs sie gegen die gröfsern Frauenhoferschen n. a. Achromate unsrer Zeit weit zurückstanden. Er kennt z. B. nur 4 Killen: beim Ariadaeus, Hyginus, Aristarch und Ptolemäus, während nach Gruithuyseris, Lohrmann's und unsern Beobachtungen der Mond gegen hundert Killen enthält. Auch sagt er selbst (Th. I. §. 55.) dafs er auch bei der reinsten Luft die Schatten der Mondberge nicht eben scharf begrenzt sehe, was doch nur von Unvollkommenheit seiner Ferngläser herrühren kann. 395 und nach Südost zu stehen einzelne Berge, die das Ringgebirg bei weitem'an Höhe übertreffen. Eine lange Kette 4 kommt von Kepler A, zieht westlich am Ringgebirg vorüber, wo sie eine diesem parallele Krümmung annimmt, und zersplittert sich jenseit b in lauter einzelne Berge, deren letzte Vorhöhen erst in —1° der Breite enden, und unter denen y, der steilste und höchste, sich 328* über das Mare erhebt. Drei Meilen südwestlich von hier erhebt sich ein zweiter Gipfel zu 311*. Die zusammenhängende Kette selbst steigt dagegen nirgend über 100* empor. Ansehnlicher sind die 4° bis 5° hellen Höhen im SO. Hier finden sich t von 556*, x von 315* und ß von 454* Erhebung. Die Berge bei ß bilden einen unregelmäfsigen Bergkranz f, und aufserdem finden sich auf dieser Seite noch die Craler g und der 6° helle E (0° 0' B. und —40° 12' L.) Die Gegend zwischen Encke und Landsberg ist vergleichungsweise leer zu nennen. Nur der Crater A von 3,12 Meilen Durchmesser, dessen sehr schwacher Centralberg unter -J-3° 0* B. und —32° 19' L. liegt und dessen Ostrand sich 242* über die östliche Fläche erhebt, ist ziemlich augenfällig, im Vollmonde aber sehr matt. Die Crater C (-j-0° 3* B. und —31° 6' L) und der sehr kleine d (-}-f 0 24' B. und —28° 56' L.) sind 4° bis 5° hell ; alles Uebrige ist ganz unerheblich. §. 262. Kepler Jl. (Insula Cercinna H. so wie die Umgegend bei ihm Loca paludosa heifst) ein ansehn* liches Ringgebirg von 4,71 Meilen Durchmesser. Der 6° helle aber sehr niedrige Centralberg liegt nach unsern 11 Messungen in -{- 7° 46* 13" B. und —37° 42* IS" L., der Westrand erhebt sich 1035, der Ostrand hingegen 1567* über die Tiefe; von aufsen her ist die Höhe nur gering. Das Ringgebirg, auf welchem sich nur wenige und schwache Gipfel erheben, hat 7° Licht. Nur die Nordwestseite zeigt merkliche Ungleichheiten des Kammes und eine wiewohl geringe Abplattung. Kepler ist der Mittelpunkt eines grofsen Strahlensystems, und zwar desjenigen, welches unter allen bedeutenden Systemen dieser Art in der am wenigsten unterbrochenen Ebene liegt. Tycho wird von gewaltigen Ringgebirgen, Copernicus von zahllosen Hügeln umdrängt; Aristarch hat in seiner Nähe die allerverschiedensten Gestaltungen des Terrains, Byrgius, Olbers und Anaxagoras liegen gleichfalls in Gebirgsgegenden, und überdies dem Rande so nahe, dafs wir gewöhnlich wenig von ihren Strahlensystemen wahrnehinen; bei Kepler fallen alle diese Hindernisse weg, selbst schwache Ferngläser lassen in der Hauptsache alles deutlich wahrnehmen und deshalb haben auch schon die ersten Selenographen diese Gegend ziemlich richtig verzeichnet. Freilich mufs man sie nicht in den Copien und Auszügen der Hevels chen und Jiicciolischen Zeichnungen, sondern in den Originalkarten betrachten, die bei allen ihren Fehlern doch wenigstens immer einen selbstständigen Werth behaupten werden. Auf eine Entfernung von 4 bis 6 Meilen ist Kepler von ganz freier Ebene umgeben, den Bergzug i der ihm etwa bis auf eine Meile nahe kommt, ausgenommen. Weiterhin zeigen sich Berge und Bergreihen die meistens seinem Rande parallel ziehen, aber sie sind im Ganzen fast eben so unbedeutend, als die um Encke herumliegenden, auch durchaus nicht steil. Bei einer Sonnenhöhe von 20° über ihrem Horizont sieht man nichts mehr von ihrem Schatten und findet die meisten überhaupt nicht wieder. Zu den erheblichsten Gegenständen gehören: der Berg Z (+7° 15* B. und —40° 24* L.) auf dem Nordostrande eines kleinen Plateaurüekens 172*; der dicht nördlich an ihn stofsende Bergrücken 514*; der Berg £■, weit westlich vom Kepler, 364* und der grofse, im Nordwesten liegende y 328*. Letzterer liegt schon aufserhalb des Nimbus, so wie auch die Berge H (-{-9° 50* B. und —37° 0* L.) und die kleinen Ketten bei A (-j-10° 54* B. und —38° 55* L.) und e, die sich auch im Vollmonde von ihrer dunklen Umgebung noch schwach unterscheiden, während andre dann gar nicht gefunden werden. Erheblicher sind hier die Craterformen, auch besser und längere Zeit sichtbar. Ihre Tiefe läfst sich nur schätzen; von einem derselben C ergab ein Messungsversuch 471* Höhe des Walles über die innere und 282* über die äufsere (östliche) Fläche. Aehnliche Verhältnisse mögen bei allen Statt finden. C ist der gröfste und liegt -j-9° 48* B. und —41° 31' L.; A im Innern des Nimbus unter —j-6° 51* B. und —36? 6' L.; B in -f-7° 25* B. und —35° 16* L.; endlich E im fernen Osten -j-6° 58* B. und —44° 0* L. Auf diesem Terrain nun breiten sich der Nimbus und die Lichtstreifen des Kepler aus. Auch ist hier nicht, wie bei den übrigen strahlen werfenden Ringgebirgen, die nächste Umgebung dunkler, sondern der allgemeine Lichtglanz (6°) gellt bis an seinen Fufs, und erstreckt sich nördlich 6, an den übrigen Seiten 10 bis 15 Meilen; man kann ihn im Allgemeinen als von -j-4° bis -j-94- 0 B. und —35° bis —41° L. sich erstreckend annehmen und das ganze Continuum der hellen Fläche auf 4 — 500 Quadratmeilen setzen. Weiter hinaus erstrecken sich die Lichtstreifen. Nach S. und SW. fast gar keine, dagegen nach W. mehrere Verbindungsstreifen zum System des Copernicus, von denen der südlichste besonders breit und intensiv erscheint; im NW. sind sie wieder 35* 296 schwächer und kürzer. Im NO. erstreckt sich ein grofser Büschel von schmalen, dichtgedrängten, oft sich wie- der vereinigenden Lichtstreifen gegen Aristarch hin; und gegen O. erreichen sie den Marius und Reiner. Diese ganze Gegend ist (wahrscheinlich durch kleine, einzeln nicht unterscheidbare Streifen) etwas heller als das Mare, doch nicht in dem Mafse als unsre Karte es darstellt, sondern nur etwa so wie die Gegend westlich bei Hevel. Einige dieser Streifen enden an Cratern und Ringgebirgen, allein die meisten streichen über diese, wie über alle andere Berge und Thäler ohne Unterschied hin, deren sie überhaupt, wie oben bemerkt, auf ihrem Zuge nur wenige vorfinden. Man erblickt die Glanzgegend des Kepler unter ähnlichen Umständen wie Copernicus und Aristarch auch in des Mondes Nachtseite, und sie ist einer der wichtigsten Haltpunkte für den der sich auf dem Monde orien- liren will. §• 263. Unter den Cratern, welche in der weiten Ebene zwischen Kepler nnd Aristarch liegen, hat Riccioli zwei durch die Namen Bessarion und Cusanus ausgezeichnet. Der erslere Name kommt wahrscheinlich dem liier dafür angenommenen (Hevels Insula Cosyra) zu. Er ist gegen 6° hell, hat einen matten Lichtglanz nördlich neben sich, in welchem ein kleinerer aber sehr heller Crater unter —|— 14° 37' B. und —37° 5' liegt, und wird von kleinen Hügeln und Bergadern auf allen Seiten umgeben. Was dagegen unter Cusanus zu verstehen sei, ist unmöglich mit einiger Sicherheit anzugeben; vielleicht einer der bei uns mit Bessarion A, B, C, D bezeichneten Crater, deren Gröfse zwar sehr mäfsig ist, deren Glanz (5°) aber eine scharfe Grenze hat und sie zu Zeiten sehr augenfällig macht. Ihre selenocentrischen Lagen sind: A +16° 36' B. —39° 43' L. B 4-16 23 - —41 23 - C -}-15 36 - —42 20 - ^der Ostwall 105* über dem Mare. D 4" 19 16 - —41 26 - der Ostwall 71* über dem Mare. Ihre Tiefe scheint weniger beträchtlich zu sein, als die der Crater bei Kepler und Marius, die ihnen sonst sehr ähnlich sind. §. 264. Reiner R. (Mons Audus II.) nach unsern 10 Messungen in -j-6° 30' 37" B. und —54° 43' 41" L. gelegen, 4,56 Meilen im Durchmesser haltend; ein im Innern 3°, mit seinem Walle 5° helles Ringgebirg mit schwach wahrnehmbaren Centralberge, streng kreisförmig und rings herum fast gleich breit und hoch. Für die Höhe des Westrandes a über der Tiefe erhielten wir aus einer schwierigen Messung 1550*. Nach innen zu ist eine Terrassirung nicht deutlich zu erkennen; nach aufsen lagern sich mehrere um seinen Fufs, die aber nur unter sehr günstigen Umständen erkannt werden. Betrachtet man diese Gegend nahe der Lichtgrenze, so sollte man es für unmöglich halten, dafs Reiner mit dem neben ihm liegenden Plateau Reiner y, das sich höchstens 30* erhebt, verwechselt werden könne, und doch scheint dies bei einigen frühem Beobachtern der Fall gewesen zu sein. Dieses Plateau ist (als Lichtfleck) zur Zeit des Vollmondes weit augenfälliger als Reiner selbst. Bei einiger Aufmerksamkeit und fortgesetzter Beobachtung ist zwar hier ein Irrthum nicht leicht möglich, aber man kann aus diesem Umstande sehen, wie grofse Vorsicht bei Mondbeobachtungen erforderlich sei. Aus der Gegend des Reiner ziehen viele Bergadern besonders nach S. und N. die aber fast alle zu den unscheinbarsten Gegenständen der Mondfläche gehören, eine einzige ausgenommen, die unter dem 51° L. nördlich zum Marius zieht, gegen 1 Meile Breite und 3° Licht hat, auch mehrere rundliche Kuppen erkennen läfst; einzelne Bergköpfe liegen hin und wieder, aber von eben so geringer Höhe. Dagegen zeigen sich eine Menge meist sehr kleiner, 4° bis 5° heller Crater besonders nach dem Acquator zu, die aber nirgend eine Eigenlhümlichkeit der Lage und Gestalt verrathen. Wir führen noch folgende Bestimmungen an: Reiner A -f-4° 44' B. —41° 51' L. B 4-5 9 - —47 19 - C 4-3 10 - —51 51 - D 4-3 50 - —47 36 - F 4-0 52 - —44 57 - Die Bergader 2 Meilen südlich von F, hat 112* Höhe über dem Mare im Westen. 21 « §. 265. Marius R . (Mons Germanicianus II.) unter -j-ll° 27' B. und —50° 27'L., 5,95 Meilen im Durchmesser haltend, ein isolirt im Mare liegendes Ringgebirg. Nach innen ist es ganz einfach, und bei der sehr inäfsigen Tiefe sieht man deutlich, dafs hier keine Terrassen vorliegen, nach aufsen dagegen fehlen sie nicht. Marius ist in jeder Beleuchtung leicht aufzufinden obgleich der Rand nur 5° und das Innere 21° Licht hat. Der östliche Wall liegt 674, der westliche 712* über der innern Fläche, die keinen Centralberg, wohl aber einen äu- fserst kleinen Pik im NW., durch ein schmales Thal vom Walle getrennt, bemerken läfst*). Die Gipfelbildung tritt beim Walle des Marius noch mehr als beiin Reiner zurück, und man trifft nur schwer den Moment, wo sich beim Aufgange der Sonne 3 bis 4 Rücken des Walles isolirt aus der Mondnacht emporheben. Die Bergadern, welche von hier gegen Reiner und Aristarch ziehen, sind zum Theil nicht unbedeutend. Man bemerkt noch 16 bis 20 Stunden nach Sonnenaufgang Spuren ihres Schattens, und eine derselben fanden wir bei X unter —j— 1 0 B- 147* hoch. Auch unter den übrigen mögen einzelne bis zu 100* ansteigen. Kürzere abgetrennte Glieder des Hügellandes gruppiren sich zwischen diesen Adern, am häufigsten im O., wo sie eine Fläche von fast 1500 Quadratmeilen anfüllen. Hier zieht die längste, aber nicht höchste, Bergader dem Plateau y zu, sie hat 3° bis 4° Licht, und rings herum unterscheidet man mehr als 100 graue Hügel von allen Formen, der höchste £ von 163* Erhebung. Die Meridianrichtung ist hier die vorherrschende. Der Crater Marius e ist in hoher Beleuchlung 4° hell, in schräger dagegen, wenn das Hügelland selbst am besten sichtbar ist, kaum als Crater herauszufinden, und von den noch kleineren dieser Gegend sind viele im ähnlichen Falle. Die meisten liegen auf der Westseite in einiger Entfernung vom Marius, wo sich sehr wenige nur mit grofser Mühe sichtbare Hügel zeigen, und die Crater daher sehr augenfällig werden. Bei dem 5° hellen A (-fl2° 8 ' B. und —45° 34' L.) ergab ein Messungsversuch 523* Erhebung des Ostwalles über die Tiefe und 319* des Westwalles über die äufsere Fläche, was auf grofse Schroffheit deutet. Durch Vergleichung mit A erhielten wir für B (-(-15° 51' B. und —47° 12' L.) 235*, für C und d hingegen 251* Tiefe. Die gröfseren A, B, C und ein kleiner westlich neben C haben 5° Licht, die übrigen säinmtlich 4°. Von einigen der kleinsten ist es nicht ganz gewifs ob sie wahre Craterformen sind, da man nur im Vollmonde die lichten Punkte, zu andern Zeilen aber nichts mit Sicherheit wahrnimmt. Gruppe des Aristarch. ! §. 266. Mitten in der grofsen grauen Fläche des Oceanus procellarum, ohne irgend einen Zusammenhang mit andern Hauptgebirgen und hellem Mondlandschaften, leuchtet Aristarch R. (Mons Porphyrites H .) mit einem Glanze der in lichtstarken Fernrühren das Auge blendet und eine genaue Untersuchung seiner innern Fläche nicht wenig erschwert; der auch in dieser Ausdehnung sonst nirgend auf der Mondfläche vorkommt. Den hellsten Punkt bildet der Cenlralberg, der übrigens zwar steil, doch nur von geringer Höhe ist und der nach unsern 9 Messungen in 4 -“ 23 ° p 7 / 7 // ß und —47° 12' 9" L. liegt. Das ganze Innere bis auf zwei kleine Stellen im O. des Centralbergs leuchtet fast eben so hell 10°; auch der Rand hat östlich 9°, südlich 8 -° und westlich mindestens noch 6 P Licht. Dieser westliche Rand erhebt sich beim Gipfel a 1176* über die Tiefe und 414 über den äufsern Fufs, zu dem er mit breiten Terrassen und einigen Ausläufern sanft abfällt. Nach innen ist er steiler, doch ebenfalls lerrassirt. Der östliche Wall erweitert sich zu einem breiten Plateaurücken, der südlich 5° bis 6 ° hell ist, nördlich mit 4° zur Tiefe abfällt. Er verbindet Aristarch mit dem benachbarten etwa gleich grofsen Herodot, der steiler, gipfelreicher, aber weniger tief als Aristarch ist. Die beiden Gipfel a und 3 scheinen gleich hoch zu sein und liegen 686 * über der dunkelgrauen Tiefe. Da sich auf dem Plateau selbst nirgend ein merklicher Schatten weder bei zu- noch abnehmendem Monde zeigt, so kann man die Wälle beider Ringgebirge als nahe im Niveau liegend betrachten, wonach Herodots innere Fläche noch gegen 300* höher läge als die Aristarchs. Auch ist es merkwürdig, dafs von den beiden gleich hohen und gleich steilen Gipfeln a und ß der erstere 7°, der letzte kaum 3° Helligkeit hat. Gegen S. verzweigt sich Herodot in kurzen, aber sehr hell glänzenden Ausläufern, auch ist in dieser Richtung der Wall heller als auf der entgegengesetzten Seite, so dafs man im Vollmonde nur den Aristarch und einen breiten nach SO. ziehenden Lichtstreifen deutlich, vom Herodot aber nur wenig Spuren bemerkt und sein Ringgebirg nicht immer leicht herausfindet. *) Er fehlt auf unsrer Karte, da er erst nach Vollendung der Sect. II. Wahrgenommen worden, so wie auch eine sehr niedrige Vorstufe an der gegenüberliegenden Seite des Walles. 298 Aristarch hat 6,11 Meilen Durchmesser, Herodot 5,10; beide sind bis auf geringe Abweichungen kreisförmig; doch hat der letztere durchaus keinen Centralberg. Im S. der beiden Ringgebirge zeigen sich sporadisch einige Crater, unter denen D und E zu den feinsten Gegenständen der Mondfläche gerechnet werden können. Letzteren haben wir ein einzigesmal deutlich gesehen, und er hat wohl nicht über 400* Durchmesser, f ist ein Crater von besonderer Beschaffenheit; er liegt am Westrande eines kleinen Hochlandes, so dafs hier sein Wall von W. her 176* hoch ist, nach innen aber nur 63* abfällt. Das ganze Gebilde erscheint nur in sehr schräger Beobachtung deutlich. Eine Menge Bergadern von sehr geringer Höhe, und eine noch gröfsere Anzahl feiner nd wenig bemerkbarer lichter Streifen, deren ungefähres Centrum Aristarch ist, durchziehen die Gegend. Erstere sind nur nahe der Lichtgrenze, letztere (wie immer) nur in hoher Beleuchtung zu sehen, und da weder die einen noch die andern zu genauen Messungen sich eignen, so hält es schwer, ihre etwanige Congruenz sicher zu konstatiren. Nur das scheint hier wie überall ge- wifs, dafs weder alle Lichlstreifen zugleich Bergadern, noch umgekehrt alle Bergadern Lichtstreifen sind. Zuweilen umschliefsen diese Streifen eine länglichte und tiefdunkle Fläche, die aber sonst nichts vom einem Ringgebirge zeigt. §. 267. Wenn dem forschenden Auge in diesem weiten und einförmigen Flachlande nur wenig Ruhepunkte sich darbieten; so zeigt dagegen die nördliche und östliche Umgebung einen fast wunderbaren Reichthum der verschiedenartigsten Formen, die hier auf kleinem Raume vereinigt, gleichsam ein Modell des Mondes genannt werden können. Zunächst zeigt sich nördlich im Meridian des Aristarch eine Gruppe kleiner grauer Hügel, keiner über 60 — 80 1 hoch, die sich bis zu 2 Cratern bei B fortziehen, welche mit 2 anderen C durch einen Hügelrücken verbunden Sind. Sämmtliche 4 Crater haben 5° Helligkeit. Dicht daneben liegt östlich ein geschlossenes Hochland von 3 — 400* Erhebung und 4° — 5° Helligkeit. Es hat zum Theil steile Ränder, und gegen O. eine stark gegliederte Vorstufe, an derem Rande mehrere Crater und an der östlichen Ecke ein Gipfel 4 von 600 1 Höhe liegt. Auf dem Hauptplateau glänzt der Crater A mit 7° bis 8° Licht; er ist als heller Fleck noch in der Nachtseite neben Aristarch sichtbar und veranlasste wahrscheinlich die Lichterscheinung, aus der Schroter und andere einen vulkanischen Ausbruch machen wollten. Nordöstlich liegt ein länglichtes, gegen N. verzweigtes Plateau (Herodot 4) ven etwa 80* Höhe und 3° Helligkeit, mit äufserst sanften Abfällen, die einen eigentlichen dunklen Schatten nie recht wahrnehmen lassen. Beide Hochflächen sind südlich von einem merkwürdigen schlangenförmigen Tiefthale begrenzt. Es ist eine von den wenigen Formen der Mondfläche, die einigermafsen an die Flufsbetten der Erde erinnern. Es beginnt nahe bei Berge Herodot £ in hügliger Gegend, und hängt vielleicht mit einer kleinen Schlucht zusammen, die hier das Hügelland durchschneidet. Anfangs von geringer Steilheit und Breite, zeigt es doch schon hier 5° Helligkeit. Bei M bildet es einen nur wenig abgerundeten scharfen Haken, und zieht dann in etwas gröfserer Breite bis zu dem hohen und sehr steilen Gipfel Aristarch 4 fort- Hier wendet es, und bekömmt einen hohen Bergdamm zur westlichen Grenze; auch der Ostrand ist 50° — 60° steil. Zwei Meilen nördlich vom Herodot, in den es sich mündet, liegt mitten in dem engen Thale ein kleiner Crater, und der Wall hat an dieser Stelle 703* Höhe. Schwierig ist es, das ganze Thal bis zu seiner Mündung bei Herodot ß zu verfolgen. Seine Breite beträgt nirgend über \ Meile; es ist daher einen grofsen Theil des Mondtages hindurch ganz mit Schatten erfüllt. Am 30. August 1834 um 15 h , wo bei abnehmendem Monde die Lichtgrenze nahe an Aristarch ß vorbeilief, zeigte sich das Thal zwar in derselben Schlängelung, jedoch nur als Bergrücken und die umschlossene Ebene als die Tiefe. Folglich ist der äufsere Wall dieses rillenähnlichen Thaies höher als der innere und kann ihn überschatten. Nur bei der Biegung M zeigten sich auf eine kurze Strecke beider Thalränder deutlich. Es ist wohl ohne Erinnern klar, dafs hier keine physische Veränderung zum Grunde liege. In der umschlossenen Fläche, die an Gröfse und Gestalt etwa dem Havellande verglichen werden könnte, ziehen nördlich, ziemlich im Parallelismus mit dem Thale, schwache Höhenzüge fort. Die Mitte scheint völlig eben, nach S. aber erheben sich einige Ketten in Meridianrichtung, deren Gipfel, besonders gegen O. mitunter steil abfallen. Doch übersteigen nur wenige 200*, unter ihnen Herodot 5, der ziemlich isolirt in der Mitte liegt. Diese Berge sind im Vollmonde noch einigermafsen sichtbar, man würde sie jedoch ohne die benachbarten augenfälligem Gegenstände schwer herausfinden. Anders ist es mit den östlich, gegen C hin, in weiten Ebenen fortzichenden Bergadern, die überhaupt nur mit grofser Mühe wahrzunehmen sind. Wie alle Bergadern der Mond, fläche sind sie sehr flach, wenig oder gar nicht gegliedert, bilden sogar nur hier und da einen liöhern Knoten, oft aber in der Mitte, wo ihre Richtungen aufeinander treffen, eine Art breiteren Landrücken. Crater, meist sehr 279 kleine sind zwischen ihnen zerstreut. Doch nur einer derselben, Herodot B, ist im Vollmonde als heller Punkt deutlich zu erkennen, die andern schwach oder gar nicht. Bei bildet sich eine Art Knoten und der östliche Abfall dieser Stelle beträgt 252*. C ist ein 3,55 Meilen im Durchmesser haltendes aber weniger augenfälliges Ringgebirg; seine Wälle fallen nach innen wie nach aufsen sanft ab und es hat wohl nicht über 450* Tiefe; der Ostrand erhebt sich 297* über die äufsere Fläche. Einen sehr schönen Anblick gewährt, etwa 3 Tage vor dem Vollmonde, die von rj nach t fortziehende Bergkette, die sich in 3 Gruppen theilt und in der alsdann 15 einzelne Gipfel unterscheidbar sind. Die beiden genannten Punkte sind die höchsten und steilsten, auch im Vollmonde helle Lichtpunkte, und so wie die ganze Bergkette in jeder Beleuchtung leicht aufzufinden. Aber auch der kaum 20* sich erhebende lange Parallelrücken, der sie im NO. begleitet, erscheint 3° hell, und noch immer deutlich genug von dem grauen Grunde des Mare unterschieden. Zwischen jener langen Bergkette und dem Plateau Herodot % erstreckt sich eine niedrige, nur im südlichen Tlieile etwas höhere, und mit einzelnen Bergen besetzte Fläche. Unter ihnen ist v 5“ hell, pikförmig und 364* hoch; sein nördlicher Nachbar eben so hoch, nur weniger hell. Der kleine runde Gipfel x, der sich kaum 160* erhebt, ist dagegen 7— 8 ° hell und würde bei gröfserer Grundfläche wahrscheinlich eben so gut wie Aris- tarch selbst in der Nachtseite gesehen werden. Der Craler D, neben dem Berge ij liegend, sieht im Vollmonde diesem ganz gleich und nichts deutet alsdann an, dafs das eine der Gegensatz des andern sei. Damit ist die Gruppe des Aristareh und Herodot abgeschlossen. Rings herum das freie Mare, und keine Verbindung als durch schwache Bergadern mit den benachbarten Gebilden Marius, Seleucus u. a. — Denn gegen W. fällt Aristareh durch eine kurze Terrasse in das hier besonders dunkle Mare ab, ohne irgend ein Verbindungsoder Uebergangsglied. §• 268. 10 Meilen westnordwestlich vom Aristareh beginnt ein kleines Gebirgssystem von durchaus verschieduem Charakter. Die Cralerform ist hier zurückgetreten, nur mit grofser Mühe findet man an der Nordseite des Ge- birgs einige äufserst kleine Gruben auf. Die scharfgezeichneten Umrisse sind auch im Vollmonde durch hellere Farbe genügend zu erkennen. Die Rücken sind kurz und meist steil, fast überall gleich breit, und ohne eigentliche Verzweigung. Niedrige Hügel umgeben sie, ohne mit ihnen deutlich zusammenzuhängen; Bergadern von kaum 20* Höhe verästeln sich nach allen Seiten in die Ebene. Vier der höchsten Gipfel sind durch ihren Schatten gemessen, e von 654, ß 491, A 875 und 7 , der steilste und höchste 982* hoch; also, mit Ausnahme der Alpen, alle deutschen Berge schon überragend. Nur der Bogen bei e erinnert einigennafsen an ein Ringgebirg, aber vergebens bemüht man sich, auch nur die schwächste Spur des fehlenden Stücks von etwa 120° zu finden. Dagegen zeigt sich eine Reihe schwacher Hügel, nahe bei e entspringend und anfangs südlich, dann westlich gewendet, in das dunklere Mare sich verlierende Die etwas hellere Farbe der Gegend zwischen Aristareh und dem gegen ihn geöffneten Bergbogen ist demnach wahrscheinlich nicht Folge einer grösseren Erhebung, sondern wohl nur einer eigentümlichen Bodenformation. Noch ein Gebilde eigentümlicher Art zeigt diese Gegend. Drei kleine runde Gipfel und ein Crater Wol- laston B bilden ein Viereck und sind durch niedrige Rücken verbunden, so dafs eine kleine Fläche von etwa 3 Quadratmeilen von ihnen eingeschlossen wird. Ein kleiner kaum sichtbarer Centralberg erhebt sich aus dem Innern, das etwa die Farbe des Mare hat; der westliche 307* hohe Gipfel hat 4°, der Crater und der nördliche 429* hohe Gipfel a 5°, der östliche 6 ° Helligkeit. Die kleinen Hügel in der Nähe erscheinen selten und nur auf sehr kurze Zeit. §. 269. Aus dem Gesagten erhellt wohl zur Genüge, dafs man die Verhältnisse unsers Erdkörpers auch hier nicht zu suchen habe, obgleich manche verwandte Form vorkommt. Zwar hat eine oberflächliche Betrachtung ohne viele Umstände den Aristareh zu einem (und noch dazu immerfort brennenden) Vulkan und die Bergadern und Lichtstreifen, die sich um ihn lagern, zu Lavaströmen gemacht. Einem Hevel *) gereichen seine unvollkommnen *) „Hunc Porphyritem montem in Mare Eos aut ex terra rubicunda, aut, quod mihi magis videtür consonura, ex materia nitrosa vel snlpliurea constare nullius dubito, imo per persuaseum liabeo quod ignem alat perpetuum.” — Es könnte auffallen, dafs Hevel ihn mit einer röthlichcn Erdart vergleicht, während er jetzt durchaus weifs erscheint. Die Ursach war gewifs keine andre als das zu HeveTs Zeit noch nicht weggeschaffte Farbenspiel der galiläischen Fernrohre. I 280 Fernrohre und der totale Mangel an allen Vorarbeiten zur Entschuldigung einer solchen Ansicht; aber sie noch jetzt festhallen zu wollen, wäre ein Verkennen der Mannichfaltigkeit der Natur, die sich selbst nicht copirt, und die keinen Weltkörper als blofse Wiederholung eines andern hervorgebracht hat. Das Feuer eines Vulkans würde im Dunkeln nur desto stärker leuchten; gleichwohl ist der Schatten der Aristarchs Fläche zur Zeit des Sonnen-Auf- oder Unterganges bedeckt, vollkommen aber so tiefschwarz, als der andrer Berge, und nichts deutet um diese Zeit seine grofse Lichtstärke an. Vom Erdlichte beleuchtet ist Aristarch freilich leichter als andere, selbst gröfsere, Mondflecke aufzufinden, aber der matte, durchaus nicht scintillirende oder sonst veränderliche Schimmer verschwindet, wenn die Beleuchtung, die der Mond von der Erde erhält, abnimmt, und die Lichtgrenze dem Aristarch näher rückt. Auch bei totalen Mondfinsternissen erscheint Aristarch sehr hell, aber nur in demselben Verhältnifs, wie er auch zu andern Zeiten heller ist, als andre Mondflecke. In allem diesem ist also nichts als ein stärkeres Zurückwerfen des Lichts, vielleicht auch ein Abspiegeln desselben, aber nichts von einem eigenthümlichen Feuer angedeutet. So wenig aber Aristarch jetzt ein Vulkan ist, eben so wenig sind die hellen Banden, die sich auf ihn als einen gemeinschaftlichen Mittelpunkt beziehen, Lavaslrüme einer entschwundenen Vorzeit. Diese würden sich gewifs nicht so radienarlig verbreitet, sondern in dem augenscheinlich unebnen Terrain an den tiefsten Oer- tern gesammelt haben, und man würde die einzelnen Lagen vielmehr im Parallelismus mit dem Walle Aristarchs, als in Radialrichtung, suchen müssen. Diese Streifen zeigen eine zu augenfällige Aehnlichkeit mit allen jenen Strahlensystemen, die sich auf der Mondfläche finden und deren gröfstes Tycho bildet, als dafs man nicht einen gemeinschaftlichen Ursprung dafür annehmen sollte. Wahrscheinlich sind diese Streifen nichts, als die unterirdischen Wege der einer Ausbruchsstelle zueilenden und auch wohl stark erhitzten Gase, welche die Reflektions- fähigkeit der Oberfläche verändert, und so eine bleibende Spur zurückgelassen haben, die sich auch bei allen nach- herigen Veränderungen erhalten hat, da ihr uns bemerkbarer stärkerer Glanz unabhängig vom Niveau ist. Sei diese letztere Erklärung nun die richtige oder nicht, so ist damit doch keiner der bisher beliebten im mindesten geholfen, denn Bergadern, wozu Schröter sie durchweg machen will, sind diese Lichtstreifen bei weitem nicht alle, sie scheinen wirklich nur hie und da zufällig mit solchen zu congruiren, und gerade von den gröfsten und augenfälligsten Lichtstreifen läfst sich aufs Entschiedenste darthun, dafs sie dies nicht sind. Eher noch könnte an eine eigentümliche Bodenkultur gedacht werden, wiewohl wir es nicht unternehmen möchten, dieser Ansicht etwas mehr als die allgemeinste und eben deshalb unbestimmteste Möglichkeit zu vindiciren. Denn für ein fruchtloses und verfehltes Bestreben müssen wir es erachten, zu den durch das Menschengeschlecht geschallenen Verhältnissen der Erdoberfläche auf unserm Trabanten die Analoga auffinden und nach- weisen zu wollen, mindestens in unserm Jahrhundert, wo eine etwas detaillirte Kenntnifs der grofsen Terrainverhältnisse des Mondes kaum erst begonnen hat und wo noch Fragen von ganz andrer Wichtigkeit aufzulösen sind. Noch gehören hierher folgende Messungen: Aristarch A+25° 30' B. — 47° 38' L. . B 25 53 - 46 39 . _ C 27 33 47 32 - _ D 23 27 • 42 45 • _ E 22 24 - 42 59 • _ A 27 52 - 40 28 . Herodot A 21 10 - 51 55 - - B 22 15 j- 54 8 - . C 23 11 • 58 27 - D 26 27 • 54 57 - • E 24 6 49 6 . - M 25 34 - 50 58 • Wollaston B 28 26 - 45 41 • - Höhe des Ostwalles über dem Mare 17S f . - Höhe des Ostrandes über dem Mare 41" §• 270. Wollaston, nach unsern 9 Messungen in -j-30° 17' 15" B. und —46° 54' 14" liegend, ein Crater von 6° Licht in freier grauer Ebene, klein und nicht besonders tief. Wollaston A (-J— 30° 3' B. u. —41° 20' L.) und c (—}— 31° 12' B. u. —51° 24' L.) sind etyva gleich hell, der letzte liegt 117* über dem Mare im Osten. Sonst ist diese Gegend nur von sehr schwachen Bergadern durchzogen und enthält nichts besonders Eigentümliches. Lichtenberg, nach unsern 8 Messungen in —|— 31° 25' 20" B. u. —67° 5' 3" L. gelegen, mit einem 6° hei- 281 6° hellen Walle, der eine leere 3° helle Tiefe umgiebt. Ein etwas unbestimmter Lichtschimmer umgiebt ihn im O. und NO., wogegen am W.Rande das Mare besonders dunkel zu sein scheint. Hier zeigte sich bisweilen bei sehr günstiger Luft ein blafsröthlicher Schimmer. — In seiner Umgegend mehrere 5° helle Crater und wie überall Bergadern, auch einige etwas höhere Kuppen, wie ß, aber nicht wohl mefsbar. Endlich das Ringgebirg Harding, nach 11 unsrer Messungen in -}-43 0 g/ 4p// jj. u# 79° 55/ 10« L. liegend, durchweg 5° hell, aber scheinbar nur mäfsig vertieft, in sehr ebener Gegend. Westlicher, zwischen den 5° hellen Cratern B (-f-36° 42' B. u. —59° 35' L.) und C (-j-40° 57* u. —56° 50' L.) bildet sich durch den Zusammenstofs mehrerer Bergadern eine Art von Hochfläche, in der einige Punkte des Ostrandes gegen 200* emporsteigen. Ueberhaupt ist der 60ste Längengrad von —J—30° bis —j— 50° der Breite hin (also gegen 80 Meilen) durch eine fortlaufende Kette von Bergadern ausgezeichnet, die in dieser weilen leeren Gegend als bedeutendster Gegenstand erscheint und bei ß abermals eine ziemliche Höhe erreicht. Von den 3 kleinen Gipfeln, die westlich von Harding C auf der Linie nach Mairan zu liegen, erhebt sich der mittelste 131* über seinen östlichen Fufs und bildet den höchsten Punkt dieser Gegend. Gruppe des Hevel. §. 271. Unter dem 67° der östlichen Länge durchschneidet der Aequator ein kleines etwas unregelmäfsig geformtes Ringgebirg, das verbindende Mittelglied zweier grofsen Wallebenen, denen Riccioli die Namen Grimcildis, seines Beschützers und Zeichners seiner Mondkarte, und Hevels, seines Vorgängers, beigelegt hat. Wir glaubten nicht unzweckmäfsig dem zwischen beiden liegenden Mondgebilde den Namen des hochverdienten Mannes beilegen zu können, der uns zuerst die Bahn gebrochen und den Beweis geliefert hat, dafs eine den wahren und einfachen Grundsätzen der Terraindarstellung entsprechende Mondkarle möglich sei *). Lohr mann hat gegen 6 Meilen Durchmesser, 5 Grad Helligkeit und einen theilweise steilen, ziemlich breiten Wall. Der Gipfel r in —61° 30' L. und gerade unter dem Aequator liegend, scheint der höchste zu sein. Im Innern läfst sich nichts deutlich erkennen; die gleichförmige Helligkeit im Vollmonde und die den Bergrücken ziemlich parallelen, kurzen Schatten bei schräger Beleuchtung lassen vermuthen, dafs es eine kleine und wenig vertiefte Ebene sei. Im Osten des Lohrmann zeigt sich bis zum 72° hin, wo der Wall des Riccioli emporsteigt, eine nur von schwachen hellen Cratern unterbrochene Ebene; iin Westen dagegen ein System von mäfsig erhöhten Parallelrücken, welche rillenartige Thäler zwischen sich lassen und bei aß von einer Querkluft durchsetzt werden, die sich in einer Reihe kleiner Crater gegen SW. fortsetzt. Eine schwer zu entwirrende Lokalität, deren bessere Darstellung uns erst nach Vollendung dieses Tlieils der Karte gelungen ist, und die zu den merkwürdigsten Bildungen der Mondfläche gehört. Nördlich grenzt Lohrmann an den Hevel R. (Mons Pherme IT.), eine 15,37 Meilen im Durchmesser haltende, sehr eigenthiimlich gebildete Wallebene. Im W. zieht ein starker, fast gradlinigler Bergrücken von N. nach S., ist an seinen beiden Enden (die aber aufserhalb des Wallrückens liegen) steil und hoch, noch höher aber in der Mitte bei B (-j-2° 17' B. u. —65° 5' L.), wo er sich gegen 900* über das Innere erhebt. Ein schmaler und niedriger Parallelrücken begleitet ihn an der innern Seite. Nach aufsen ist graue Ebene, nur unterbrochen durch eine kleine Rille und eine gröfsere gegen den Aequator ziehende, die wir beide am 21. Febr. 1834 zuerst erblickten. Nördlich macht ein steiler Gipfel F (-)-4 0 6' B. u. —66° 40' L.) den Schlufsslein gegen Cavalerius zu, auch im Süden ist das Innere gegen den nahen Lohrmann völlig abgeschlossen. Das östliche, weniger hohe und steile Wallgebirg nähert sich mehr als das westliche der Kreisform. Doch hat es ebenfalls steile Punkte, namentlich bei s und nördlicher beim Crater a. In holier Beleuchtung unterscheidet sich der Wall, besonders der östliche, nur wenig vom Innern, das 3° Licht hat, auch bemerkt man alsdann nichts von der beulenförmigen Erhebung, die einen beträchtlichen Theil *) Möchte es dem würdigen Lohrmann vergönnt sein, ein so rühmlich begonnenes Werk fortzuführen und zu vollenden. Niemand weifs besser als wir, wie unendlich viel des noch Unerforschten unsre Darstellung übrig läfst und übrig lassen mufste, was nur einer anhaltend fortgesetzten Bemühung im Laufe der Zeit sich enthüllen wird, und die Wissenschaft kann nur gewinnen, wenn sie zwei nach denselben allgemeinen Grundsätzen bearbeitete Karten vergleichen kann, die sich gegenseitig ergänzen, erläutern und berichtigen. 36 282 des Südens dieser Fläche einnimmt. Sie hat ihren Gipfelpunkt in a und ist weiter südlich vielleicht noch höher; sie scheint hier allmählich zum Walle emporzusteigen. Von dem deutlichen Crater a glaubt Schröter, dafs er zu seiner Zeit neu entstanden sei. Er hat ihn früher nicht wahrgenommen und dann einmal unerwartet gesehen. Wir müssen dies Faktum dahingestellt sein lassen und bemerken nur, dafs wir Aehnliches, als er (Th. I. §. 338—354.) von seinen Beobachtungen dieses Craters berichtet, von mehreren hundert Gegenständen der Mondfläche aus unsern Erfahrungen anführen könnten, dafs wir uns aber dadurch nicht für berechtigt gehalten haben, die gewagte Hypothese einer neuen Entstehung anzunehmen. So leichten Kaufs können wir des Vorhandenseins physischer Veränderungen in unsrer Nachbarwelt nicht versichert werden. Nur auf den Grund einer streng systematisch durchgeführten, möglichst delail- lirtcn und durch anhaltend fortgesetzte Prüfungen bewährten Arbeit mag unsre Nachwelt zu Schlüssen dieser Art gelangen *). Sehr merkwürdig ist ein westlich an Hevel sich anlehnendes und diese Wallebene selbst in ihren Unre- gelinäfsigkeiten auffallend treu copirendes Mondgebilde, das aber statt der Hochgebirge nur aus schwachen, kaum sichtbaren Bergadern besteht und mit dem Mare bis auf einzelne sehr geringe Unterschiede gleichen Lichtton hat. Wie Hevel zeigt es an der Westseite die grüfsere Helligkeit und die höheren Punkte. Im S. bildet der 6° helle Crater Lohrmann A (— 0° 45' B. u. —62° 30' L.) den Sclilufsstein; nördlich erweitert es sich zu einem sehr flachen, etwa 40‘ hohen Plateau 5, und in der Ebene, so wie am Walle herum, liegen mehrere Crater, aber (d ausgenommen) alle schwer sichtbar. In recht günstigen Momenten wollte es bisweilen scheinen, als sei die innere Fläche dieser Ringbergader etwas aufgetrieben. §. 272. Cavalcrius R. (Montis Pli er me II. pars borealis), das nördlichste Glied der grofsen Ringgebirgs- spalte des Ostens. Ein 8,92 Meilen im Durchmesser haltendes und wenig von der Kreisform abweichendes Ring- gebirg mit vielen Gipfeln, starken Terrassen nach aufsen wie nach innen, und einem fast centralen Bergrücken. Der seiner Lage wegen nicht mefsbare Gipfel A (-(-6° 10' B. u. —67° 0' L.) ist vielleicht der höchste; gemessen ist der zweite Gipfel südlich von 1571‘, und der gegenüberliegende Westrand 1498* über der Tiefe; beides zwar nicht mehr sicher, doch eher zu wenig als zu viel. Cavalerius Inneres wie sein Wall zeigen die gewöhnliche Helligkeit 4°, und im Vollmonde findet man ihn nicht gut heraus. Nach Westen zu ist bis zu den flachen Plateaus Hevel 6 und Reiner y hin, freie graue Ebene; nach Nordwest zeigt sich eine der schönsten Mittelgebirgs-Gruppen der Mondfläche, die durch die eigen- thümliche Gruppirung der sanft geböschten, aber dennoch sehr bestimmt begrenzten Berge in schräger Beleuchtung einen höchst interessanten Anblick gewahrt. In mittlerer Libration ist sie etwa 36 Stunden vor dem Vollmonde am besten sichtbar. An einzelnen Punkten, z. B. bei ß und <5, erhebt sie sich bis zu 300*; auch der Abfall zum Mare gegen W. hin ist ziemlich steil und hoch. Diese Formation endet völlig beim Crater Galiläi b. Westlich von dieser Gegend gelangen wir zum Galiläi R., einem Crater unter -j-10° 14* B. u. —62° 16' L. von nur 2 Meilen Durchmesser, aber ansehnlich tief und 4° hell. Von ihm aus ziehen flache, schwer sichtbare Bergadern einem Hochlande y zu, das zwar äufserst wenig (kaum 25—30*) über die Umgegend erhaben, aber im Vollmonde durch grofse Helligkeit vor dieser ausgezeichnet ist Doch fallen die Grenzen des Lichtflecks mit denen der erhöhten Fläche keinesweges zusammen. Wahrscheinlich ist es dieser Lichlfleck, dem Riccioli den Namen des berühmten Galiläi gab. Allein abgesehen davon, dafs es in unserm Plane lag, so viel als möglich persönliche Eigennamen nur auf Ringgebirge zu beziehen, so zeigt sich hier, den Fall sehr hoher Beleuchtung ausgenommen, fast gar nichts; denn die geringe Erhebung der Fläche ist selten und schwer zu sehen, der bezeiclmete Crater hingegen der deutlichste Gegenstand in der weiten Fläche zwischen Reiner, Cavalerius, Cardanus und Marius. *) Alles was Schröter zum Beweise der neuen Entstellung dieses Craters anführen kann, ist der Umstand, dafs er ihn bei seiner ersten Beobachtung des Hevel am 24. Oct. 1787 nicht mit verzeichnet hat, sondern erst bei der zweiten am 27. Aug. 17S8, und ihn weiterhin immer wahrnahm. Die erste Zeichnung ist, wie er selbst sagt, nur nach dem Augenmafse aufgenommen, enthält (Tab. XXVII.) aufter Hevel noch den Grimald, Damoiseau, Lohrmann, Cavalerius und die Umgegend, und die Beobachtung währte von 6 bis 8 Uhr. Man betrachte nun diese Gegend auf unsrer Karte (wo sie, beiläufig gesagt, das Werk von mehr als 60 Stunden ist) und urtheile dann selbst, ob auf das Nichtwahrnehmen eines Craters, wie Hevel a, unter solchen Umständen auch nur das geringste Gewicht gelegt werden kann. Es verdient hier verglichen zu werden, was einer der unbefangensten Mondbeobachter, der Justizrath Kunomsky, in Bode’s Jahrbuch für 1825, über diesen Gegenstand sagt. 283 §. 273. Die eben genannten Ringgebirge, so wie die weiter nördlich liegenden Krafft, Seleucus und Herodot begrenzen eine fast 6000 Quadratmeilen grofse Fläche, welche man einer ungeheuren trocknen Steppenstrecke auf der Erde, die von breiten Landrücken durchzogen ist und hin und wieder leere Seebecken zeigt, vergleichen könnte. Man wird aufser den genannten Ringgebirgen nur noch etwa Galiläi a und c, so wie den Bergknoten bei Ga- liläi a, wenn er der Lichtgrenze nahe liegt, als Orientirungspunkte benutzen können. Alles Andre ist so fein und schwirrend, und so sehr von den Beleuchtungsverhältnissen abhängig, dafs es nie gelingen kann, mehr als einzelne Theile dieses Details auf Einmal zu erblicken und zu vergleichen. Da viele dieser Adern schon bei 2° Beleuchtung nicht mehr sichtbar sind, so mag ihre Höhe 10* nicht übersteigen. Wenden wir uns gegen Osten, so treffen wir im Meridian von 73°, aber noch immer im Oceanus pro- cellarum liegend, die beiden ansehnlichen Ringgebirge Cardanus li. und Krafft S. Ihre beträchtliche Helligkeit (die beiden Wälle haben rings herum 5°, das Innere des Cardanus 4° und des Krafft 3°), so wie ihre ansehnliche Tiefe, die der des Cavalerius nichts nachzugeben scheint, macht sie leicht kenntlich. Auch die kleineren 6 ° hellen Crater Cardanus b und Krafft d sind sehr kenntlich; alles übrige erfordert, um mit Bestimmtheit gesehen zu werden, einer Vereinigung günstiger Umstände, namentlich der Libration. Die Kandlaindächnften des Nordosten. §• 274. A. Vom Aequator bis zum 29° N. B. oder vom Riccioli bis zum nördlichen Ende der Montes Heroynii. So grofs auch die hier bezeichnete Strecke dem wahren Flächenraume nach sein mag, so können wir doch von ihr nur wenig erkennen und darstellen, und wenn gleich die mittlere Libration stets den Malsstab für die Entwerfung dieser Gegenden abgab, so hat doch die Detaillirung selbst nur in den extremen östlichen Libra- tionen gelingen können. Sie zeichnet sich, so viel bemerkt werden kann, durch keine hervorstechende Eigentliümlichkeit aus. Oben, am Aequator, ragt Riccioli’s dunkle Fläche noch 1° in die Nordhalbkugel hinüber und der schmale hohe Rücken bei 4 ist einer der deutlichsten Objekte dieser Gegend. Weiter gegen N. hin mehrere grofse und kleine Crater von sehr ungleicher Tiefe, meistens grofser Helligkeit, besonders B (-J-2 0 6 1 B. u. —75° CF L.), der 6° Licht hat, und ein System von Gebirgszügen, die eine grofse kreisförmige Ebene unvollkommen uinschliefsen. Sie ist hier durch Olbers C bezeichnet. Bei Hevel rj , so wie östlich gegenüber, sind diese Berge am höchsten. Ganz im äufserslen Osten unter 83° und 86 °, bei A und ß, ziehen hohe Gebirge entlang; auch der Rand selbst erscheint hier mit Kuppen besetzt die sich 1000 —1200* über das mittlere Niveau des Randes erheben und vielleicht mit dem hohen Gebirge d’Alembert jenseit des Aequators Zusammenhängen. §. 275. Das grofse Ringgebirg Olbers, dessen Centralberg wir durch 8 Messungen auf -j-7° 55' 16' B. und _ 770 32 « 31/ L. bestimmt haben, war bisher unbenannt geblieben. Es tritt schon in mittlerer Libration durch Helligkeit und scharfe Zeichnung seiner Formen aus den Chaos der Umgebung deutlich hervor, rückt es aber, durch östliche Libration begünstigt, in hoher Beleuchtung 5°— 6 ° westlicher, so zeigt es ein förmliches Strahlensystem, welches, in die Gegend des Kepler und Copernicus versetzt, diesen vielleicht nichts nachgeben würde. Die meisten und hellsten Strahlen scheinen indefs nach O. zu gehen und nicht sowohl am Hauptringgebirg selbst als an dem kleinern und helleren Olbers a zu entspringen; auch nach N. ziehen mehrere bedeutende Strahlen. Bei der zu starken optischen Verkürzung und dem reichen Detail dieser Gegend ist es uns nicht möglich gewesen diese Strahlen in der Karte hervorzuheben. Der umgebende Wall zeigt (wie bei allen Centralbergen solcher Systeme) eine bedeutende Steilheit, die bei y und S gegen 50° betragen mag. Der erstere Gipfel scheint der höhere zu sein. Im Süden wird uns der eigentliche Wall wahrscheinlich ganz durch die vorspringenden Kuppen verdeckt. Auch das Centralgebirg gehört zu den ansehnlichem, und fällt ziemlich steil nach N. ab. Das nördlich gelegene Gebirg b nähert sich zwar ebenfalls der Ringform, aber zugleich sieht man deutlich, dafs seine Ellipticität keine blos optische sei. Auch ist die Höhe seines Walles sehr ungleich; es zeigt Steilabfälle gegen Norden, und wird von einer die Stelle des Centralgebirgs vertretenden niedrigen Kette durchzogen. Crater aller Art haben sich in und um das Gebide herum gruppirt. 36 Ä84 §. 276. Längs des Randes läfst sich von 7° bis 11° B. hin nur wenig wahrnehmen; zwischen 11® und 20° aber entsteht, durch die starke Verkürzung, ein Gedränge von Ringgebirgen aller Grüfsen. Dem östlichsten und bedeutendsten haben wir den Namen Vasco de Gama beigelegt; es hat gegen 11 Meilen Durchmesser und scheint von der Kreisform nicht abzuweichen. Die übrigen, von denen wir die grüfsten und am besten sichtbaren durch Buchstaben ausgezeichnet haben, zeigen mit Gama den gleichen Lichtton (5°) und die hellere Farbe erstreckt sich in dieser Gegend noch gegen 3 Grad über das eigentliche Bergland westlich hinaus, so dafs etwa unter dem 77° die Grenze des Oceanus procellarum zu suchen ist. Beim Crater Krafft a theilen sich zwei grofse Gebirgsäste und durchziehen, nordwestlich gewendet, bis zu ihrer Wiedervereinigung 11 Breiten und 7 Längengrade — gegen 56 geographische Meilen. Der östliche Arin ist auf unsrer Karte mit dem Namen Montes Hercynii bezeichnet; er ist reich an runden stark hervortretenden Gipfeln, die sich in der dem Vollmonde vorhergehenden Nacht, wo die Lichtgrenze sie trifft, ungemein deutlich und schön darstellen, besonders wenn eine starke nördliche Breite des Mondes statt findet, denn alsdann geht die Sonne dem ganzen grofsen Gebirgsbogen fast gleichzeitig auf. Die Durchschnittshöhe der Kuppen mag 600‘ betragen; Messungen sind nicht wohl möglich. Das Gebirg scheint sich nur wenig zu verzweigen und die noch östlicher ziehenden Ketten hängen, so viel erkannt werden kann, nirgend mit ihm zusammen. Einer der höchsten Knotenpunkte liegt bei Briggs r, -j-25° 47 ; B. —76° 0' L. Der westlich ziehende Ast scheint in hoher Beleuchtung nichts als eine gewöhnliche helle Bergader zu sein, da er (optisch wenigstens) ohne merkliche Krümmungen durch die graue Fläche dahinstreicht. In günstiger Beleuchtung dagegen tritt er sehr bedeutend hervor und seine Kammhöhe übertrifft wahrscheinlich noch die der Montes Hercynii, besonders zwischen -j-20° und 23° B. Aber er hat weniger Gipfel als jener Arm, und diese sind meist länglicht. Bei Seleucus B -j-23 0 26' B. und —70° 30' L. nimmt er den Charakter eines Massenge- birgs an und sendet von hier mehrere Zweige nordwestlich gegen Briggs und südlich gegen Krafft zu. Der letztere Zweig wendet sich bei Krafft ß wieder östlicher und scheint sich den Bergadern bei a anzuschliefsen, so dafs durch diese grofsen Gebirgsbogen zwei Ebenen, die Paludes Orientis FI, umschlossen werden, an wirklicher Gröfse dem Mare Humorum und Sinus Aestuum nichts nachgebend, hier aber nur als wenig bedeutende Nebentheile des Oceanus erscheinend. §. 277. Die kleinere westliche Ebene, von —f-18° bis 23° B. oder von Krafft a bis Seleucus B ist (einen kleinen Theil im SO. ausgenommen, der noch von den Streifen des Olbers getroffen wird) mit dem Mare von gleicher grauer Farbe. Mühsam erkennt man in seinem nördlichen Winkel einige sehr schwache und 4° helle Bergadern; deutlicher sind die Vorberge bei Krafft ce und die beiden Crater bei b. Die ganze Fläche mag 400 Quadratmeilen enthalten. Die östliche gröfsere, zeigt, aufser einigen kleinen hellen Cratern, ebenfalls nur wenige und niedrige Hügel, dagegen viel Abwechslungen der Farbe. Man sieht helle, ziemlich gut begrenzte, breite Lichtstreifen durch sie hin ziehen und besonders denFufs der Gebirge einnehmen. Die südliche Spitze gehört ganz der heilem Randgegend an, so dafs man (da hier wie überall in hoher Beleuchtung die Farbe, in schräger die Gebirge hervortreten) in den verschiednen Mondphasen ganz andre Gestaltungen dieser Gegend erblickt. Was sich hier im Grofsen ereignet, geschieht gewifs viel öfter noch im Kleinen, und ohne dafs es so leicht wäre die Ursach zu entdecken. Die ganze Fläche nimmt gegen 1200 Quadratmeilen ein. Nördlich, bei Lichtenberg A, erhebt sich, jenseit der Vereinigung beider Gebirgsarme, ein breites und 5° helles Plateau, bis zu -j-294- 0 B. reichend, wo das Mare sich um dasselbe herumbiegt und im Rücken der Montes Hercynii dem Ostrande nahe tritt. Die helle Randgegend ist hier so schmal, dafs einige Zeit nach dem Apogäo des Mondes das Mare völlig an den Rand zu treten scheint. Auch lassen sich hier nur unbedeutende Hügelketten wahrnehmen, während gleichwohl das Randprofil nicht geringe Niveaudifferenzen zeigt, besonders zwischen -J-22 0 und -J-24 0 B. §. 278. Die augenfälligsten Gegenstände im W. der erwähnten Flächen sind die beiden grofsen Ringgebirge Seleucus R. (Mons Pentadactylus II.) und Briggs S. Ersterer erscheint, wenn die Schatten aus seiner Tiefe verschwunden sind (was gewöhnlich nicht früher als im wirklichen Vollmonde der Fall ist) als ein etwas verwaschener Lichtfleck von 5° Helligkeit; im südlichen, scheinbar höheren Theile, den Gipfel a mit einbegriffen, 285 5^°. Dieser Glanz verliert sich allraählig in das Lichtgrau (3°) der Tiefe, und nimmt eine weit greisere Breite ein als der wirkliche Wall, obgleich auch dieser keinesweges einen schmalen Rücken bildet. Die Tiefe mag 1500—1600* betragen. Den 5° hellen Centralberg bestimmten wir durch 9 Messungen auf —{— 20° 54' 21" B. u. — 65° 48' 19" L. — Von den Bergadern tritt nur ö, nach S. ziehend, und die westlich den Seleucus berührende und vorbeistreichende y etwas bedeutender hervor, weniger die nach Briggs hin ziehende, deren Höhe wir, 4 Meilen nördlich vom Seleucus, 27* fanden. — Der Gipfel s und der links neben ihm liegende Crater wechseln, während einer Umlaufsperiode des Mondes, an Augenfälligkeit so sehr, dafs man selten beide zugleich, sondern meist nur den einen oder den andern sieht. Die Ursach liegt nahe genug. — Der Durchmesser des Seleucus ist 6,94 Meilen. Weniger tief als Seleucus zeigt sich Briggs, 7,21 Meilen im Durchmesser, dessen Centralberg -f-26° 9' B. und —67° 56' L. liegt und dessen Wall 6° Helligkeit hat. Da Briggs aber nicht in so freier dunkler Ebene als Seleucus sich befindet, vielmehr besonders östlich mit andern hellem Landschaften zusammenhängt, so fällt er weniger ins Auge. Dicht unter ihm liegt ein kleiner heller Pik B (-j- 27° 15' B. u. —67° 27' L.), nordöstlich zwei ansehnliche liefe Crater A (-j-26° 49' B. u. —71° 30' L) und b, beide 5° hell; gegen SW. zwei kleine C von 4° Helligkeit; der südlichste -j-24° 9' B. u. —66° 22' L. Die Rückengipfel des Briggs, die sich wenig emporheben, deutlich zu sehen, muls man den Moment des Auf- oder Untergangs der Sonne abwarten. §. 279. B. Von den Montes Hercynii bis zur nördlichsten Grenze des Oceanus procellarum, oder von 29° bis 53° N. B. Auf dieser ganzen grofsen Strecke ist die helle Randzone sehr schmal, erreicht an einigen Punkten kaum den 80° und wird, wenn der Mond 8 Tage nach dem Perigäo eine starke nördliche Breite hat, durch die Libralion unserm Anblick völlig entzogen, so dafs alsdann der Oceanus den Mondrand bildet. Indels kann man doch in dem dichten Gedränge einiges Detail unterscheiden; am besten die Ringgebirge, welche wir durch Ulugh Beigh, Lavoisier und Gerard ausgezeichnet haben. Sie scheinen, wie auch die kleineren zwischenliegenden, sehr gipfelreich zu sein; man erkennt zuweilen ihre Centralberge und das Helldunkel der innern Tiefen, doch nur wenn sie sich der Mitte möglichst genähert haben; der Wall hat mit der Umgebung gleichen Lichtglanz (5°). Einige Gebirgszweige ziehen dem Oceanus zu, darunter der breite Plateaurücken, auf welchem Harding A, 6° hell (4-40° 7' B. u. —76° 10' h.) und noch einige 6° helle Bergkuppen liegen. Ein andrer von Ulugh Beigh a herkommender Bergzug erreicht bei Lavoisier <5 eine ansehnliche Höhe. Das Centralgebirg des Gerard ist eigentlich eine lange Kette, die von ziemlicher Höhe sein mufs; in den übrigen Ringgebirgen zeigen sich überhaupt nur matte Spuren centraler Erhöhungen, die sich nicht weiter verfolgen lassen. Das Randprofil zeigt bei Lavoisier und Gerard herum merkliche Unebenheiten von mehr als einer Bogensekunde; was aber der Randlandschaft im Westen vorliegt, ist nur niedriges Geliügel, welches ohne die hellere Farbe kaum wahrgenommen werden würde. Repsold, ein grofses unregelmäfsiges Ringgebirg, auf dessen Westwalle sich in A ein heller Pik erhebt, ist das nördlichste Glied dieses Theiles der Randzone. Hier wird das Chaos buchstäblich unentwirrbar. Von den als gemessen bezeichneten Punkten dieser Gegend kann nur die Breite einigermafsen verbürgt werden. Unter dem 53° endet der eigentliche Oceanus gegen Norden, und geht westlicher in das schlecht begrenzte Helldunkel des Sinus Roris über. §. 280: C. Vom Nordrande des Oceanus procellarum bis zum Nordpol, oder vom 53° bis 90° N. B. Hier bilden die helleren Landschaften keine schmale Zone mehr. Auch treten die Formen, selbst in den äufsersten Gegenden des Randes, bestimmter und gesonderter hervor, woher es denn auch kommt, dafs die wichtigsten Punkte, wie Xenophanes und Cleoslratus, bereits von Iticcioli benannt worden sind. Zwar ist die Identität einiger, namentlich des Cleoslratus und Anaxagoras, nicht über allen Zweifel erhaben, wenn man Riccioli’s Karte mit der unsrigen vergleicht, allein da schon die bequemer darzustellenden Mondgegenden bei ihm so bedeutende Verschiebungen erlitten haben, so darf man in diesen schwierigen gewifs noch weniger Correctheit erwarten. Wir fassen hier alles zusammen, was sich vom Mare Frigoris und Sinus Roris an bis gegen den Nordpol hin erstreckt und die östliche Hälfte der arktischen Landschaften (§. 187.) bildet, ein breiter Lichtgürtel, der 2§6 sich beim Timäus bis 62°, bei Fontenelle bis 60°, bei Horrebow bis 58° N. L. erstreckt und sich bei Oenopides ganz unbestimmt in den Sinus lloris verliert; und beginnen am Nordpole, über den bereits §. 192. das Erforderliche gesagt worden ist. Das Hochgebirg, welches dem Nordpol zunächst liegt und dessen Kuppen keine Nacht kennen, reicht nicht weit in die östliche Halbkugel hinein, endet vielmehr am Rande schon unter 89° 15' B. und sendet nur mittelhohe Zweige weiter südöstlich. Einen grofsen Tlieil der nördlichen Landschaften durchziehen die Streifen des Anaxagoras; sie werden aber erst da recht deutlich unterscheidbar, wo sie auf die dunkeln Gegenden des Mare Frigoris und jenseit des Philolaus treften. Wenn indefs eine starke südliche Breite des Mondes uns einen Blick über den Nordpol hinaus verstauet und gleichzeitig der Vollmond nur wenige Tage entfernt Ist, sieht man das ganze beträchtliche Strahlensystem in voller Deutlichkeit, und auch die nach N. ziehenden, die unsre Karte fast gar nicht mehr darzustellen vermochte, zeigen fast dieselbe Helligkeit, wie die übrigen. Da indefs unter solchen Umständen von allen andern Ringgebirgen dieser Gegend, seien sie auch noch so grofs und tief, nichts mit Sicherheit erkannt wird, so hat cs uns einige Mühe gekostet, bis wir uns, durch Hülfe besondrer Messungen, völlig versichert hatten, dafs der in andern Phasen oder andern Librationen ganz verändert erscheinende Anaxagoras wirklich identisch mit jenem slrahlenwerfenden Ringgebirg sei. Anaxagoras II ., 6,82 Meilen im Durchmesser haltend, hat völlig 7° Helligkeit, und dieser bedeutende Lichtglanz erstreckt sich gleichmäfsig über den Wall wie über das Innere. Doch nicht blofs die Intensität, sondern auch die ausgezeichnete Weifse des Lichts hebt ihn so bedeutend über seine Umgegend hervor. Einzelne kleine Lichtflecke auf seinem Walle und im Innern haben 8° Licht, doch gehören zu diesen weder der starke Centralberg (der übrigens nur uneigentlich so heifsen kann und merklich nach W. gerückt ist), noch der Hochgipfel 13, der sich 1490* über die Tiefe erhebt. Der innere Abfall ist überhaupt (so viel die starke optische Verkürzung und theilweise Verdeckung wahrzunehmen gestattet) ziemlich steil; nach aufsen hingegen ist alles sanft und terrassenartig abgesetzt. Wie beim Tyclio, entspringen die Lichtstreifen nicht unmittelbar am Walle, sondern erst allmählich in 3 — 4 Meilen Entfernung aus einer relativ dunklen, nur von lichten Cratern unterbrochenen Gegend, und verbreiten sich dann, wie oben erwähnt, auf sehr beträchtliche Entfernungen nach allen Seiten. Unter den augenfälligem Gegenständen bei Anaxagoras verdienen besondre Erwähnung: Ein hohes steiles Plateau y, mit 3 Kuppen, deren östlichste über alle Berge der Umgegend weit emporragt, aber von andern Bergen so dicht umdrängt wird, dafs eine Bestimmung der Höhe nicht möglich ist. Wir versuchten einige Messungen, und fanden die Höhe gegen W. 1365*, gegen O. in 2 Messungen 1146 und 857*, allein jedesmal fiel das Ende des Schattens auf Hügelland. Auch die Nordseite des Plateaus fällt steil ab, gegen W. und S. ist es zugänglicher. Der steile gegen 500* hohe Anaxagoras A (—}— 71° 40* B. u. —17° 24* L.), in dessen Nähe zwei ansehnliche Lichtstreifen vorbei gegen SO. ziehen. Die beiden kleinen Crater im NW., gleichfalls 8° hell, die Ausgangspunkte eines Streifens von 7° Licht, der sich gegen Gioja und den Nordpol krümmt, aber in der 6° hellen Umgegend nicht besonders hervortritt. Ein Zweig desselben läuft über die Berge fort bis zum Gipfel E (—}—77° 0' B. u. —0° 43' L.), der von grofsen heilen Ebenen umgeben ist und die umliegenden Hügel dominirt. Endlich die unebene Landschaft, die sich jenseit der Bergreihe AB gegen den Rand hin erstreckt und kleine Plateauflächen enthält, so wie eine ringgebirgsähnliche Vertiefung, auf deren sehr ungleichem Walle die Höhen Z und 13, so wie der Crater bei letzterer, sich auszeichnen. Die nur wenig zuverlässigen Lagen dieser Punkte sind: A +S0° 14' B. —16° 30' L. B -j-80° 0' B. —27° 0' L. Z +80° 56' B. —49° 0' L. §. 281. Südlich bei Anaxagoras liegt das grofse, aber keinesweges durch lichtere Färbung ausgezeichnete Ringgebirg Epigen es II. mit zwei Hochgipfeln « und ;3, und zwei Cratern, einem an der Ostecke aufserhalb am Walle, dem andern B (—j—68° 42' B. u. —5° 0' L.) innerhalb. Der östliche Wall des letztem überragt stark den westlichen, weshalb man sich nicht wundern mufs, wenn man den Crater liier oft vergebens sucht. Westlich noch zwei Crater von grofser Tiefe und 7° Licht. Der gröfsere a hat noch einen kleinern in seinem Walle. Die Bergkette y, welche auf eine andre von Anaxagoras ausgehende trifft, vereinigt Epigenes mit Bar- row; die starke, gegen S. beträchtlich steile Kette 4 läfst sich mit geringen Unterbrechungen bis zum Fontenelle verfolgen; andre Zweige, unter denen s der stärkste, ziehen dem südlichen Hügellande zu, und im Südwesten läuft ein ansehnliches, vielfach verzweigtes, und in seinen Gipfelpunkten 6 — 700* hohes Gebirge S ohne Unterbrechung bis zum Timäus, so dafs die ganze Umgegend des Epigenes fast nur enge Gebirgsthäler, und blos nordöstlich eine weite, fast ebene Landschaft zeigt. Das sich ain besten isolirende Gebirg Epigenes H haben wir durch 5 Messungen auf —{— 67° 51* 30 (/ B. und —10° 3P 0" L. bestimmt. Die Messungen beziehen sich auf den südlichen Gipfel des Bogens. Timäus 11. (Lacus niger ininor 11.), der Grenzstein des Mare Frigoris, hat 8° Helligkeit und bildet den Vereinigungspunkt mehrerer lichten Streifen. Sein höchster Gipfel a, und ein auf dem südlichen Walle stehender Crater liegen, unsern Messungen zufolge, im mittleren Mondmeridian und ein geringer Theil der westlichen Seite fällt daher noch in den ersten Quadranten. Der Centralberg liegt -j-62° 27* B. u. —1° 0' L.; die innere Fläche mag 700* tief sein. Wilde, labyrinthische Massen, deren genaue Verzeichnung noch durch die optische Verkürzung sehr erschwert wird, umgeben ihn von drei Seiten; nur von S. her tritt die graue Ebene des Mare Frigoris unmittelbar bis an seinen Fufs; und nach s zu ist eine kleine Thalebene. Die schon erwähnten Gipfel (3 und y, durch eine steile Bergwand verbunden, begrenzen eine Landschaft, in der die Bergketten einen hier sonst nicht gewöhnlichen Parallelismus zu befolgen anfangen. Sehr merklich tritt diese Streichungslinie (NW.) schon zwischen 4 und rj des Timäus auf; noch entschiedner zwischen Timäus rj und Fontenelle rj. Hier durchsetzt ein schmales rillenartiges Thal (entdeckt am 30. März 1833) die Parallelketten im optisch rechten Winkel. Von rj und ,u des Fontenelle aus streichen ebenfalls vier Ketten, jedoch in nördlicher Richtung, parallel dicht neben einander; die beiden westlichen heller als die andern; aber die merkwürdigste Formation dieser Gegend ist das westlich an Fontenelle stofsende Quadratgebirg, dessen mauerähnliche, gradlinigte Bildungen den Beobachter in das höchste Erstaunen setzen. Trotz der sehr verschiednen Höhe seiner Seilen sind doch die Analogien so grofs, dafs man sich nur schwer des Gedankens erwehrt, hier ein seleniti- sches Kunstprodukt zu erblicken. Doch mögen wir behutsam sein! Wir haben es hier mit Wällen von 14 Meilen Länge, 40 bis zu 500 Toisen Höhe und einer Breite von 4 Meile und darüber zu thun! Auch auf der Erde begegnen uns in den Teufelsmauern, Riesendämmen u. dgl. räthselhafte Bildungen genug, und wer denkt jetzt noch an Enceladen oder Dämonen, um ihren Ursprung zu erklären? Bleiben wir bei den Fakten der Beobachtung stehen und überlassen wir die Deutung den Nachkommen. Die höchste (nordwestliche) Seite des Quadrats ist ein gegen 40° steiler Hang mit zwei vorspringenden Gipfeln an beiden Enden; zwischen beiden eine Reihe kleiner Gipfel, wie Thürine auf einem Walle. In der westlichsten Ecke f.i ein kurzes rillenartiges Querthal zum Crater b ziehend (gleichfalls am 30. März 1833 zuerst gesehen) und vor der Oeffnung desselben äufserst kleine runde Gipfel, nur gegen 100* hoch, aber ziemlich steil, im Umfange etwa 4mal so grofs, als die Pyramide des Cheops. Vor dem Hauptwalle bei 4 kleine Parallelketten, auch ein sehr regelmäfsiges Kreuz. Die nordöstliche Seite hat keinen allgemeinen Zusammenhang, aber die Lage und Richtung sämmtlicher Berge congruirt genau mit der Seite eines Quadrats. Ihre Höhe ist ungleich; die ansehnlichste Erhebung bei S mag 200 Toisen betragen. Die Ostecke ist durch den eingreifenden Wall des Fontenelle rund ausgeschnitten und geschlossen. Die südöstliche Seite besteht aus einer niedrigen, gradlinigten, dem gegenüberliegenden hohen Walle streng parallelen und sehr schmalen Bergwand, von gleicher Länge mit jener. Sie beginnt am Fufse des Fonte- nclle und endet der Rille bei /.i gegenüber. Die Südwestseite endlich ist durch keinen Wall, aber durch einen breiten Lichtstreifen angedeutet, der sich in der Südecke von einem andern, die Diagonale des Quadrats bezeichnenden Streifen abzweigt. Eine Reihe kleiner Gipfel und Wälle, als deren Anfang das oben erwähnte Kreuz angesehen werden kann, tlieilt das Quadrat in zwei congruente Rechtecke. Die anstofsende Bergmasse im S. liegt wieder dem Hauptwalle parallel, und ein kleiner Rücken nördlich von dieser Masse, der ein sehr kleiner Gipfel vorliegt, folgt abermals genau der Richtung des Querzuges. Befreit von den Wirkungen der Perspective (welche uns kein Quadrat, sondern einen Rhombus erblicken läfst), hat die in Parallelrichtung ziehende Diagonale eine etwas geringere Länge als die andre, die auch nicht 288 völlig normal darauf steht sondern jene unter einem Winkel von etwa 80° schneidet. Versetzte man das Gebilde, ohne seine Lage gegen die Weltgegenden zu ändern, an einen der Mondmitte 20 Grad näher liegenden Ort, also etwa nach Helicon d im Mare Jinbrium, so würde man von der Erde aus ein richtiges Quadrat sehen*). Fontenelle S. 4,93 Meilen im Durchmesser, dessen Ostrand 949 1 über der Tiefe liegt, ist gegen das Gebirgsland in keiner Art durch Helligkeit ausgezeichnet, also im Vollmonde nicht aufzufinden, wenn nicht genaue Lokalkenntnifs den Ort mit Sicherheit andeutet. Nur schwache Züge durchziehen von ihm aus die helle nördliche Gegend, aber ein grofses breites Plateau y steigt hier 416* empor und trägt an der Ostecke einen steilen Gipfel von 834* Höhe. Es erstreckt sich weit gegen Norden bis über den 70° B. hinaus und steigt auch hier in steilen Gipfeln, deren Abfall gegen O. und NO. gerichtet ist, empor. Der höchste Punkt ist wahrscheinlich der nicht mefsbare Berg unter —{—67° 30' B. u. —18° 0' L. Auch Fontenelle B (-f-62° 48' B. u. —19° 44' L.) ragt hoch empor und eine Gruppe t erstreckt sich gegen OSO. dem Mare zu, das hier überall busenartig eindringt und eine dunklere Farbe als in andern Gegenden zeigt. Der Crater A (-(-65° 32' B. u. —15° 39' L.) ist zwar grofs und deutlieh, doch ohne besondre Helligkeit, und ein Gleiches gilt von den beiden benachbarten Philolaus f und e. Im NO. des Fontenelle trefl'en wir auf das ansehnliche Ringgebirg Philolaus 71. 9,92 Meilen im Durchmesser. Es ist, seine ganze innere Fläche mit einbegriffen, 7° hell, zeigt aufser einem hohen Centralberge noch einige Rücken und Terrassen, und schroffe Hänge, aber wenig Gipfelbildung. Der Westrand erhebt sich 1833* über die Tiefe. Ilm begleiten südlich mehrere Bergketten, deren mittelste d die höchste ist. Die südlicher ziehende krümmt sich und bildet vom Gipfel A (-j-65° B.) an ein weitgestrecktes Plateau, 6° hell (ein Streifen des Anaxagoras trifft auf dasselbe). Seine letzten Ausläufer verlieren sich unter -f- 59° B. in das Mare Frigoris. Auf die nördliche, dem Philolaus nächslliegende Kette trifft ebenfalls ein Lichtstreifen, der der Länge nach über sie hin, sodann über die Crater Fontenelle C (—j—61° 49' B. und —25° 37' L.) und Condamine B (-J-57' 0 53' B. u. —29° 51' L.) und weiterhin durch die freie Ebene zieht, wo er sich bald verliert. Nordwestlich scliliefsen sich an Philolaus mehrere grofse aber wenig vertiefte Ringflächen, worunter d noch am besten geschlossen ist, und steile Gipfel erheben sich in den Punkten E (—J— 75° 35' B. u. —3i° 114 L.) und B (+70° 34' B. u. —22° 40' L.). Dem Anaxagoras und Philolaus gegenüber, zeigt die Mondscheibe an ihrem Randprofil mehrere merkliche Ungleichheiten, und nahe unter 80° und 85° B. werden hier Crater sichtbar. §. 283. Oestlicher liegt das ansehnliche Ringgebirg Anaximenes R. 14,24 Meilen im Durchmesser, das auf unsrer Karte einen etwas zu dunklen Ton hat, da es zwar weniger Licht als die benachbarte Fläche, jedoch kei- nesweges ein marenartiges Grau zeigt. Der Hochgipfel B steigt 1248* über die Tiefe empor, das Uebrige des Walles nur gegen 500. Aber Messungen in dieser Gegend sind im höchsten Grade unsicher. Anaximander II. und der ihm sehr ähnliche Anaximander b 8,49 Meilen im Durchmesser, setzen die Kette der grofsen Ringgebirge weiter nach O. fort. Zwischen beiden liegt in —J—67° 20' B. und —47° 50' L. ein Crater A von 7° Helligkeit und ansehnlicher Tiefe, der besser sichtbar ist als die grofsen Ringgebirge selbst, die man, wenn sie nicht in der Nähe der Lichtgrenze siehen, meistens erst durch Hülfe dieses Craters auffindet und unterscheidet. Anaximanders Wall erhebt sich im W. 1003, im SSW. 1519* über die Tiefe; die aber doch nur wenig niedriger als die Ebene am äufsern Fufse liegt; überhaupt ist das Ganze als Ringgebirg wenig ausgezeichnet, während einzelne Theile, z. B. der hohe Südwestwall und die Crater stark hervortreten. Grade im S. Punkte zeigt sieh ein vollständiger Walldurchbruch. Die Gebirgszüge im N. des Anaximander sind von geringer Höhe, aber von 70° bis 77° B. zeigen sich im äufserslen Osten grofse tiefe Ringgebirge, die wohl 1000 bis 1500* Abfall haben und auch durch die nicht unerheblichen Randberge auf starke Niveaudifferenzen scliliefsen lassen. Ein Versuch, die Tiefe von Anaximander c zu messen, gab 1286* unter dem südwestlichen Gipfel. Eine überaus craterreiche Gegend verbreitet sich zwischen Horrebow, Anaximander und Fontenelle. Sie liegen zum Theil in der Ebene, zum Theil in einem grofsen Massengebirge, dessen Haupttheil zwischen 30° ._ bis *) Es bedarf wohl kaum der Erwähnung, dafs eine deutliche Wahrnehmung so überaus feiner Gegenstände als hier in Rede stehen, nur unter den allergünstigsten Umständen möglich ist, und dafs Jahre vergehen können, ehe sich diese Umstände wiederholen. Mö^e daher Niemand sofort auf vorgefallene Veränderungen scliliefsen, wenn er, auch selbst mit den stärksten Fernrohren, nicht auf Einmal alles Her Verzeichnete und Beschriebene wiederfinden kann. £89 bis 35° L. und —}— 59° bis 65° B. liegt. Auch finden sich einzelne Berge, zum Theil von beträchtlicher Höhe. Die ansehnlichsten Punkte des Gebirges sind Anaximander B (1007*) und der Steilabfall in -}-61 0 5' B. u. —34° 0' L. von 834* Höhe. Die Crater, selbst die kleineren, bleiben länger sichtbar als das Gebirg. Einige, wie Horrebow f, b und C, zeichnen sich auch im Vollmonde durch 6° Licht aus, die übrigen haben 5° und nur wenige 4°. §. 284. Horrebow S. ein 6° helles, 3 Meilen im Durchmesser hallendes, streng kreisförmiges Ringgebirg, ohne Centralberg und ohne Wallgipfel. Die Crater in seiner nähern Umgebung sind sämmtlich 6° hell. Merkwürdig ist ein grofses, südöstlich vom Horrebow gelegenes Plateau von 14 Meilen Breite und 20 bis 25 Meilen Länge, die aber der starken optischen Verkürzung wegen geringer als jene erscheint. Der Westrand zieht sich von der Westecke des Horrebow zu der des Pythagoras und ist ziemlich steil; ein Ausläufer desselben zieht zum Anaximander. Die Südgrenze wird durch den Crater Horrebow B (—(— 58° 9' B. und —42° 0' L.); die Nordgrenze durch zwei Crater, Pythagoras e und f bezeichnet. Im Osten stürzt es in 3 grofsen steilen Bergen von sehr dunkler Farbe steil zur Ebene ab, und nur schwache Züge gehen von hier aus noch weiter nach Osten. Der südlichste dieser 3 Berge hat 919* Höhe; wiewohl alle drei der Höhe, Form und Farbe nach einander ganz gleich zu sein scheinen. Die Plateaufläche selbst hat aufser mehreren Cratern, unter denen Horrebow A (-J- 58° 46' B. u. — 45° 30' L.) von 2,67 Meilen Durchmesser, der gröfste, tiefste und hellste, nur wenige und kaum zu erkennende Bergzüge und kann also als eine wirkliche Ebene angesehen werden. Ob übrigens diese gegen 200 Quadratmeilen enthaltende Landschaft deutlich als Ein zusammenhängendes Ganze zu erkennen sei, hängt sehr von der Beleuchtung und Libration ab. Nordöstlich von hier liegt Pythagoras R ., für dessen Centralberg A aus 9 unsrer Messungen -j-63° 3' 44* B. und —61° 36' 45" L. folgt. Eine grofse Wallebene, und die tiefste des ganzen südöstlichen Quadranten. Eine in günstiger Libration versuchte Messung gab 2649* Erhebung der südöstlichen Spitze über die Tiefe. Gleichwohl ist es in hoher Beleuchtung sehr schwer den Pythagoras aufzufinden und ohne den 6° hellen Centralberg wäre dies vielleicht gar nicht möglich. Das Innere ist stark mit Hügeln durchzogen und besonders an der Westseite zeigen sieh eine Menge von Vorbergen. Ziemlich monotone Bergzüge von geringer relativer Erhebung, unter denen der Gipfel T etwas emporragt, durchstreichen die Umgegend; längs des Randes aber liegen bedeutende Ringgebirge, in deren einem, Pythagoras c, sogar das Centralgebirg noch zu erkennen war, obgleich die optische Verkürzung der Queraxe diese vielleicht auf T V herabbringt; südöstlich aber schliefst sich an Pythagoras eine grofse unregelmäfsige und wenig vertiefte Wallebene von 4—500 Quadratmeilen Flächeninhalt, in der das Ringgebirg A (—)—5S° 34' B. u. —54° 26' L.) 4,81 Meilen im Durchmesser haltend, nahe central liegt und den kenntlichsten Gegenstand bildet. Günstige Umstände lassen in dieser hellen Wallebene eine Menge von Bergadern, fast parallel ziehend, erblicken. Durch ein Versehen kommt die Bezeichnung Pythagoras d zweimal auf unsrer Karte vor, einmal für ei- nen wenig vertieften Crater an der Grenze des vorhin erwähnten Plateaus, das andremal bei einem gröfsern und tieferen in -j-64° B. und 69° L. Im S. des Pythagoras zeichnen sich die beiden Ringgebirge Oenopides R. von 9,32 Meilen Durchmesser und Oenopides A aus, von denen besonders das letztere beträchtlich tief ist. Oenopides hat an seinem Walle einige deutliche Crater, und sendet einen starken Bergzug nördlich der ihn mit Pythagoras verbindet, und die vorhin erwähnte Wallebene im Norden abschliefst. In A (—j—53° 4' B. und —63° 0' L.) erkennt man mit Sicherheit einen Centralberg. Uebrigens scheint hier herum alles aus sehr unbedeutenden Bergadern und einigen Cratern zu bestehen, deren keiner sich besonders durch Glanz auszeichnet; ja im SO. zwischen -j-55° und —j-65° B. u. —65° bis —75° L. findet sich eine grofse, fast völlig freie Ebene. Aber jenseit des 75° nach dem Rande zu drängen sich, auf einer Meridianerstreckung von 40 Meilen, grofse tiefe Ringgebirge, unter denen der gewaltige Xenophanes R. dem Pythagoras an Umfang und wahrscheinlich auch an Tiefe nichts nachgiebt. Man bemerkt in ihm eine starke centrale Bergmasse, deren nördlichstes Ende A in +57° 2' B. und —77° 10' L. liegt. Die Südecke B des Ringgebirges (-|-55 0 1 8' B. und —79° 0' L.) scheint sich am höchsten zu erheben. Dem benachbarten Cleostratus R. fehlt ein Centralberg, oder er ist der Lage wegen nicht zu erkennen. Der Wall hat grofse Steilheit und die Nordecke desselben A liegt unter -^-61° 15' B. und —77° 0' L. Mindestens noch 6 grofse Ringgebirge, nebst mehreren kleineren, liegen um Cleostratus herum nach dem Rande des Mondes zu; es ist nicht wohl möglich, sie im Detail darzustellen, wenigstens nicht im orthographischer Projektion 37 290 So bestätigt sich auch hier, dafs die äufsersten Randparthien der sichtbaren Halbkugel mindestens eben sp viele, so grofse und so tiefe Ringgebirge haben als die uns direkt zugewendete, und die extremen Librationen bringen stets noch neue zum Vorschein, die folglich der jenseitigen Halbkugel angehören; ein wichtiger Grund für die Annahme, dafs beide Halbkugeln des Mondes in Wesentlichen dieselbe Naturbeschaifenheit haben. Dritter Quadrant . Tycho, seine nähere Umgebung und sein Strahlen System. §. 285. Tycho B. (Mons Sinai und Desertum Zin IL). Dieses im Vollmonde dem blofsen Auge sichtbare, in den Phasen nur durch genaue Ortskenntnifs und in einem guten Fernrohre sicher unterscheidbare Ringgebirg, das merkwürdigste der ganzen Mondfläche, liegt nach unsern 9 Messungen in —42° 52' 19" B. u. —11° 52' 25" L.; hat 11,75 Meilen im Durchmesser, ist kreisrund und mit einem an Höhe ringsherum ziemlich gleichförmigen schmalen Hauptwalle wie mit einer weifsen Mauer umgeben. Unsre Messungen geben dem Westrande 2676‘ Höhe über der innern Fläche und 1961 über die vorliegenden Terrassen; dem Centralberge 780* und dem östlichen Walle 2509* Höhe. Hiernach würde der Centralberg sich beiläufig zum Niveau der Terrassen erheben. Diese Terrassen umziehen in einer 3 bis 5 fachen Reihe den innern Fufs, lassen aber noch immer eine beträchtliche Ebene frei, in der aufser dem Centralberge noch einige Hügel erkannt werden. Da indefs die Ebene erst zwei Tage nach Sonnenaufgang so weit frei vom Schatten wird, dafs er sich vom Fufse des Centralberges zurückgezogen hat, geringe Hügel aber alsdann längst schon unscheinbar geworden sein können, so ist es nicht ausgemacht, dafs das Inuere völlig so eben sei als hier dargestellt worden. Rings herum ist Tycho von vielen hundert Gipfeln, Bergrücken und Cratern dergestalt umdrängt, dafs es hier nicht möglich ist auch nur die kleinste ebene Stelle mit Sicherheit aufzufinden, und es wird eine lang fortgesetzte Beobachlungsreihe erfordert um alles hier zu verzeichnende Detail nach und nach zu sehen. In diesem scheinbar ganz regellosen, chaotischen Gewirr ist es gleichwohl nicht zu verkennen, dafs östlich und südöstlich die Crater und westlich die in Parallelrichtung mit dem Rande streichenden Bergreihen vorherrschend sind. Nördlich ziehen die Bergketten zwar gruppenweis unter sich, nicht aber mit Tycho’s Rande parallel; südlich ist das Meiste untentwirrbar. — In etwa 4 — 6 Meilen Entfernung fangen gröfsere Crater- und Ringgebirgsformen an, Platz zu gewinnen; wenige von ihnen sind eigentlich kreisförmig, obwohl alle dem Kreise genähert. Mächtig hohe Wälle haben sich um sie herum und hineingedrängt und die Regelmäfsigkeit aufgehoben. §. 286. Im W. tritt Pictet bis an die Vorhöhen des Tychb^ eine sehr unregelmäfsige von hohem und niedem Rücken und einigen Cratern umgebene Vertiefung von etwa 400—500*. C ict der bedeutendste dieser Crater (—41° 33 / B. und —8° 0' L.). Südlicher Pictet a, kleiner aber augenfälliger und weniger unregelmäfsig. Der Wall ist im NO. ziemlich hoch, an einigen Stellen geöffnet, doch so weit es erkannt werden kann, ohne Crater. Street S. von Bergadern in Meridianrichtung so stark durchzogen und überhaupt so unregelmäfsig, dafs der Zusammenhang des Ganzen nicht sonderlich hervortritt. Zahlreiche Crater, worunter der von 7 erkennbaren Wallgipfeln und 2 kleinen Gruben gebildete A (—46° 44' B. und —9° 39' L.) umgeben Street von allen Seiten. In dem wild zerrissenen Gebirgslande östlich von Street liegen noch 4 ihm ähnliche und zum Theil stärkere Vertiefungen, aber fast alle blos im N. mit zusammenhängendem Walle versehen, auf den übrigen Seiten nur gleichsam zufällig begrenzt und ganz in den allgemeinen Charakter der Gesammtmasse übergehend. Dagegen sind die kleinern Crater, die sich um sie heruindrängen, stets gut abgerundet und rings umschlossen. Tycho d, Street B, d, C sind die augenfälligsten. Oestlich vom Tycho liegt vollends Crater an Crater, und zweien nebeneinanderliegenden ist stets der Zwischenwall gemeinschaftlich. Die strenge Richtigkeit der Anzahl und Lage der auf unsrer Karte angegebenen möchten wir indefs keinesweges verbürgen. Erst in 10—12 Meilen Entfernung, jenseits einiger Stellen die in dieser Gegend Ebenen genannt werden müssen, da es sonst gar keine geben würde, liegen die gröfsern und selbstständigem Ringgebirge Wilhelm I und Heinsius. In NO. drei in einer Reihe liegende Crater, unter denen f der tiefste und gröfste; weiterhin zwei unregelmäfsige, durch einen gemeinschaftlichen Querwall getrennte Ringflächen und mehrere andre Crater. 291 Nördlich liegt das reich begipfelle Ringgebirg A mit einem starken Centralberge (—39° IS' B. und —12° 2' L.); und der weiterhin zu beschreibende Sasserides, endlich zwischen diesem und Pictet eine kleine Ebene von beiläufig 20 Quadratmeilen, mit einigen Hügeln und einem Crater. Es ist schwer, Höhenmessungen hier auszuführen, wo die Lichtgrenze so sehr unbestimmt bleibt. Indefs haben einige Versuche, bei denen Tycho gleichzeitig gemessen worden, die folgenden Resultate geliefert: Tyeho A, westlicher Rand 835* über die Tiefe Tycho D, westlicher Rand 817* Street, südwestlicher Rand 698* - Pictet a, westlicher Rand SS9* - ' - - so dafs die bedeutendsten, in Tycho’s unmittelbarer Nachbarschaft vorkommenden Differenzen des Niveaus etwa ^ derjenigen betragen, welche zwischen seinem Hauptwall und seiner Tiefe Statt findet. §. 287. In obiger Beschreibung ist des Lichtverhältnisses nicht gedacht worden, da dieses bei seiner hohen Ei- genthümlichkeil eine gesonderte, zusammenhängende Darstellung erfordert. Unverkennbar ist Tycho der Ausgangspunkt eines Systems von Strahlen, welches in seiner vollen Ausbildung reichlich den vierten Theil der sichtbaren Mondoberfläche anfüllt. Wir müssen, um ihre Ausdehnung zu bezeichnen, nicht nur über die eben geschilderte Landschaft, sondern über den ganzen Quadranten hinaus in den vierten und selbst in den ersten gehen. Südlich sehen wir die Streifen bis zum Mondrande ziehen, wo sie sich in den allgemeinen Glanz verlieren. Oestlich sind sie am wenigsten verbreitet, reichen aber doch deutlich bis zum Hainzel und Capuanus. Südöstlich ziehen die 2 stärksten über Bulliald hinaus und verlieren sich im Mare Nubiurn; andre erreichen Pitatus, Thebit, ja selbst Alphons. Am weitesten ziehen sie gegen NW. Hier sieht man in günstiger Lage einen Streifen bis weit über Piccolomini hinaus, einen andern bis ins Mare Necta- ris ziehen, mehrere das Altaigebirg rechtwinklicht durchsetzen und endlich einen sehr grofsen schwach bis zum Menelaus reichen, so dafs, da jenseit des Menelaus in derselben Richtung ein starker Streifen des Mare Sereni- tatis durchzieht und sich bis zum Thaies verfolgen läfst (§. 86. 209.) ein einziger Hauptstreifen fast über die ganze Mandfläche läuft. Westlich ziehen die Streifen dichtgedrängt, so dafs sie an vielen Stellen auch der Breite nach ein Con- tinuum bilden, in dem man mit grofser Mühe noch einige Unterschiede bemerkt, fast über den ganzen südwestlichen Quadranten hin, der hauptsächlich durch diese Streifen ein so blendendes Licht erhält, dafs physische Beobachtungen in jener Gegend dadurch nicht wenig erschwert' werden. Gegen den Rand hin verlieren sie sich allmählich. — Diese Streifen werden sichtbar, sobald die Sonne ihren Horizont unter einem Winkel von etwa 20°—25® bescheint, Tycho selbst mag beleuchtet sein oder nicht, und sie verschwinden bei der gleichen Sonnenhöhe. Einige der stärkern, besonders wenn sie auf dunklem Grunde ziehen, sind auch noch länger sichtbar; kein einziger jedoch beim Auf- oder Untergange der Sonne. Sogar in der Nachtseite des Mondes, blos vom Erdenlichte erleuchtet, können einige aufgefunden werden. Das vollständige System, soweit es uns überhaupt erkennbar ist, überblickt man nur im Vollmonde, am besten bei nördlicher Mondbreite. Sobald in einer Gegend die Bergschatten sich zu zeigen anfangen, verschwinden die Streifen, und umgekehrt. Dies ist so auffallend, dafs grade von den gröfsten, und wie die Bergmessungen zeigen, den höchsten Ringgebirgen und andern Gebirgsketten, dem Clavius, Longo- montan, Wilhelm I, Heinsius, Sasserides, Gauricus, Lexell, Orontius, Walter, Nasireddin, Stöfler, Maginus, Maurolycus, selbst bei der genauesten Ortskenntnifs nicht die geringste Spur aufzufinden ist, sobald das System der Streifen sich ausgebildet hat. Von einigen wenigen, dem Saussure, Piccolomini, Lindenau, bleiben schwache Spuren übrig, auch vom Altaigebirg und einigen benachbarten Objekten, aber es bedarf eines sehr scharf begrenzenden Fernrohrs und der günstigsten Athmosphäre, um diese Spuren wahrzunehmen. Dagegen bleiben kleinere Crater (nur bei weitem nicht alle, und oft grade die augenfälligsten nicht) als Lichtpunkte auch nöcli innerhalb der Streifen sichtbar. Gröfsere oder geringere Steilheit entscheidet hierbei ebenfalls nichts, und es läfst sich in der Tliat kein Kriterium auffinden, wodurch die Wahrnehmbarkeit dieser Objekte im Vollmonde bedingt würde. Die Montes Taurus, Paropamisus und andre Berge der Hevelschen Karte sind nichts weiter als diese Streifen. Auch Schroter vindicirt sie noch als Bergstrecken (Th. II. §. 605.), obwohl er es als ein seltnes Glück anführt, dafs ihm die Beobachtung ihrer Erhabenheit gelungen sei. Freilich war ihre Entstehung auf diese 37* 292 Weise leichter zu erklären; aber der Beobachter als solcher hat Nichts zu erklären. Wir verkennen nicht die Schwierigkeiten, die einer Deutung dieses Phänomens entgegenstehen, aber wir können nicht umhin, mit aller in solchen Dingen irgend möglichen Bestimmtheit zu behaupten, dafs unsern Beobachtungen zufolge von allen Streifen Tycho’s nicht ein einziger auch nur die geringste selbstständige Erhabenheit zeige. Sie ziehen z. B. durch die anscheinend spiegelglatte Ebene Stöflers genau in derselben Intensität hin, wie über sein 2000‘ hohes Ringgebirg. §. 2S8. Die Umgegend Tycho’s bietet uns zur Zeit der hohen Beleuchtung folgendes Bild, welches von dem §. 285. 286. beschriebenen völlig verschieden ist: Der Centralberg ist ein scharf begrenzter, 8° heller Punkt. Um ihn herum zeigt die tiefe Ebene, ein Theil der niedrigen ihr zunächst liegenden Terrassen und zwei Stellen in der Nähe des östlichen Hauptwalles 5° Licht, die liöhern Terrassen nur 3°. *) Der hohe Hauptwall, doch nur in einer Breite von etwa 4- Meile, hat 8° Licht; nur im SW. und S. erblickt man hart am Walle zwei Rücken, gleichfalls 8° hell. Dieser Wall des Tyclio ist auf wenigstens 50 Meilen Umkreis der einzige von Erheblichkeit, der im Vollmonde durch Helligkeit hervorgehoben ist. Daher die Eingangs erwähnte beispiellose Augenfälligkeit des Tycho im Vollmonde. Den äufsern Fufs umzieht abermals ein gleichfarbiges Grau von 3° Licht, das weiterhin etwas lichter wird und sich gegen 5 Meilen nach allen Seiten erstreckt (Uevel nannte den dunklen Nimbus auf seiner Karte Des er tum Zin). In diesem Grau sieht man einen kleinen Lichtpunkt OSO. 2 Meilen vom Rande, wahrscheinlich Tycho B. Alles Uebrige ist eine Tabula rasa. Aus diesem weiterhin lichter werdenden Grau entwickeln sich nun allmählich die erwähnten Streifen, und zwar einige (wie die zum Bulliald ziehenden) unmittelbar, die meisten jedoch erst aus einem lichten Nimbus, der sich an einigen Stellen 20 Meilen weit erstreckt, bevor sich gesonderte Streifen zu zeigen anfangen. Sobald dies geschieht, zeigen sich auch sowohl zwischen, als auf ihnen die erwähnten rundlichen Lichtpunkte. Gegen O., wo die Streifen kürzer sind, und einige Ringgebirge, wie Pitatus, Capuanus, Capuanus c, Hainzel, auch mit einiger Mühe Rost und Scheiner, im Vollmonde noch sichtbar bleiben, gelingt es noch am ersten, die bemerkten Lichtpunkte auf individuell bestimmte Craterformen zu beziehen. Deutlich erblickt man Wilhelm d, C, A, E, f, Longomontan A, die kleinen Crater im Longomontan und einige grössere an dessen Westseite (Longomontan • und Wilhelm 1. selbst bleiben, wie schon erwähnt, unsichtbar), die meisten Crater zwischen Hainzel und Schei- ner (die aber guten Theils schon aufserhalb des Streifensystems liegen), Wurzelbauer A, Cichus B und mehrere andre in 6° bis 7° Licht. Doch bleiben eine Menge Punkte übrig, die man auf nichts Bestimmtes beziehen kann, Die Streifen selbst haben hier 5°, einige aber 6° und selbst 7° Licht. Nördlich findet man auf einer Strecke von 60 Meilen Länge mit grofser Mühe 4 Punkte heraus, Hell mit seinem Centralberge, Gauricus a (neben welchem vielleicht noch Gauricus b schimmert), Lexell c und Le- xell d. Von allen übrigen Terraingegenständen unsrer Karte — Nichts. Thebit und Werner sind die ersten grösseren Formen, die (obwohl immer noch sehr schwach) zur Vollmondszeit als ein Ganzes hervortreten. Dagegen sieht man hier links neben Hell einen grofsen, stark verwaschenen weiisen Lichtfleck von 9° Helligkeit, der durch den Zusammenstofs mehrerer Streifen zu entstehen scheint. So viel wir ausmitteln konnten, fällt er in eine fast ebene Gegend, deren Mitte etwa —33° B. und —3£° L. hat, dicht südlich bei 2 kleinen Cratern Walter g. Er würde hiernach mit einer niedrigen Vorstufe des westlichen Hochgebirgs zum Theil Zusammentreffen. Dafs er keinem höhern Gebirge angehöre, ist völlig gewifs. Nichts anders als dieser Lichtfleck war die weifsliche Wolke, welche Cassini im J. 1671 gesehen hat und woraus man eine wichtige Entdeckung hat machen wollen. Hier mag wörtlich stehen, was in der La- lande sehen Ausgabe der Cassinis chen Karte über diesen Gegenstand gesagt ist: „Le 21. Oct. 1671 Mr. Cassini appergut proche de Gauricus, petite täche situee au dessous de Tycho, une espece de nuage blancliätre et le 25. Oct. il en restoit encore quelques vestiges. Le 12. Nov. suivant le meine nuage reparut au meme endroit.” „Le 18. Oct. 1673. Nouvelle grande tache qui seleve entre Pitatus et Vallherus precisement a l’endroit, ou en 1671 on avoit remarque le nuage blanchalre.” *) Der sonderbar scheinende Umstand, dafs die Terrassen dunkler sind als die Tiefen scheint einige Beobachter zu der Behauptung verleitet zu haben, Tycho’s Innere sei convex. Wirklich convexe Ringebenen (wie Mersenius, Petavius, Hevcl) zeigen dies auf ganz andre Weise, als durch gröfsere Helligkeit, die nie und nirgend auf der Blondlläthe einen direkten Sclüuls auf die gröfsere Höhe gestattet. —. 293 Noch heut wird jeder aufmerksame Beobachter etwa 4 Tage vor dem Vollmonde diese nuage blanchatre entstehen sehen, sie im Vollmonde in ihrem Glanze erblicken und etwa bis 5 Tage nachher noch einige Spuren davon antreffen, von Flecken andrer Art (Ringgebirgen) aber nichts entdecken. Betrachtet er aber die Gegend, wenn ihr die Lichtgrenze nahe vorbeizieht (wie am 18. Oct. 1673), so wird er Ringgebirge genug finden, die für ihn neu sind, wenn er die Gegend früher nur in höherer Beleuchtung betrachtete. Das precisement ä l’endroit wird man richtig zu würdigen wissen, wenn man sich erinnert, dafs Cassini keine selenographischen Ortsbestimmungen machte und solche auch damals noch gar nicht wohl möglich waren. Hell und Hell B liegen nur etwa 3 Grad von diesem Lichtfleck entfernt und werden nie mit ihm zugleich deutlich gesehen. §. 289. Gegen W. wird die Fläche des Saussure dadurch kenntlich, dafs sie um ein Geringes dunkler als die Umgegend ist. Pictet a ist sehr deutlich zu sehen. Vom Walle des Pictet erblickt man (aber nur mit grofser Mühe, da grade hier ein sehr heller breiter Streifen zieht) 5 Gipfel als Lichtpunkte. Vom Maginus, der so reich an Detail ist, sieht man nichts, dagegen den gröfslen Theil der Flächen Maginus i und k durch ihr 3° haltendes Grau. Auf der Linie vom Tycho zumMaurolycus A (der gut sichtbar bleibt) einige Flecke, zum Theil Cratern bei Stöfler angehörend, zum Theil unbestimmbar. Lindenau, Piccolomini und ein zwischenliegendes Ring- gebirg findet ein geübter Beobachter zwischen den Streifen noch heraus, jenseit dieser Gebirge aber nichts mehr. Nach Süden zu sind die Streifen optisch am meisten verkürzt. Man unterscheidet besonders zwei grofse mit Sicherheit, von denen der eine hart an Clavius C östlich vorbeizieht und in Biancanus Westrande sich theilt und zugleich schwächt. Ein Arm zieht östlich bei Newton, ein andrer westlich am Klaproth fort, beide verschwinden weiterhin; ein noch schwächerer zieht durch Gruemberger und östlich am Moretus vorüber. Der zweite Hauptstreifen entsteht nahe am Tycho und läuft am Rande des Scheiner östlich vorüber. Da die meisten der kleinen Streifen diese hohen südlichen Breiten nicht mehr erreichen, so bleiben die genannten Gebilde, freilich immer nur mit vieler Mühe, im Vollmonde sichtbar, Clavius Rand ausgenommen, von dem wir trotz aller Bemühung alsdann nie etwas gesehen, obgleich die auf dem Bogen a d c i liegenden Crater sehr gut gesehen werden und man sich also im Orte gar nicht irren kann. Die Fläche selbst, über welche die Streifen ziehen, ist gleichfalls sehr hell, von 4° bis 5° Licht, Stellen von 3° oder darunter erscheinen nur als Ausnahmen. Es ist sowohl bei der Beobachtung, als beim Stich der Karte, die äufserste Sorgfalt angewendet worden, dieses merkwürdige Strahlensystem naturgetreu darzustellen. Aber da grade von denjenigen Gebirgen, die ihrer Steilheit wegen am meisten ins Auge fallen und hier dichter gedrängt als irgendwo erscheinen, im Vollmonde nichts zu sehen ist, so ist es unmöglich, dafs es sich in der Karte so deutlich entwickle als im Fernrohr. Tycho’s System erfordert eine gesonderte Darstellung, in welcher die des Terrains ausgeschlossen und nur die im Vollmonde sichtbar bleibenden Gegenstände mit aufgenommen werden. *) Wir bemerken noch, dafs uns bei einigen dieser Lichtstreifen die Farbe nicht sowohl als ein Gelblich- weifs (wie bei den hellem Mondgegenständen gewöhnlich), sondern mehr als ein Milchweifs erschien. Die Differenz ist freilich sehr schwach, aber besonders die zum Scheiner und in die Gegend des Newton ziehenden breiten Streifen liefsen sie mit ziemlicher Bestimmtheit wahrnehmen. §, 290’. Was sind nun diese Streifen? Sind es Berge (Schröter), Laven (Herschel ), Wolken (Cassini), Strafen (N.N.), oder was sonst? Wir haben auf alle diese Annahmen nur das entschiedenste Nein. Es scheint gewifs, dafs die Erde kein Analogon für sie darbiete.. Im allgemeinen Theile der physischen Selenographie (§. 92.) haben wir eine Meinung angedeutet, der wenigstens weder die Beobachtungen, noch die Physik und Chemie widersprechen, und wünschen, dafs sie von aufmerksamen Beobachtern (aber auch nur von solchen) geprüft und berichtigt werden möge. Ist sie indefs die naturgemäfse, so wäre Tycho eins der frühesten Mondgebilde und seine Entstehung in Zeiten zu suchen, wo die umliegenden gröfsern und kleinern sich noch nicht erhoben hatten. Ihm, als einem allgemeinen Ausgangspunkte, strömten aus dem Innern des Mondes die bei der Ausbildung desselben abgeschiedenen elastischen Flüssigkeiten zu, wahrscheinlich im stark erhitzten Zustande. Unter der Oberfläche hinstreichend, veränderten sie deren innere Struktur, und erhöhten so, gleichviel auf welche Weise, ihre *) Eine solche Darstellung ist durch metallographischen Doppeldruck versucht und in Nr.. 383. der Astron. Nachr. mitge- tlieilt worden. 294 Reflexionsfähigkeit in Bezug auf das Licht. (Will man es Verglasung oder auch Oxydation nennen, so haben wir nichts dagegen, nur dafs man auf solche Namen keine weiteren Schlüsse baue.) Vielleicht wurden auch gleichzeitig an einzelnen Stellen Crater und Ringgebirge aufgeworfen, die nun ebenfalls noch in der Strahlenmasse sichtbar bleiben. In Tycho’s unmittelbarer Nähe war die Wirkung nicht dieselbe, denn hier hatte entweder die Erhitzung schon abgenommen, oder die nahe Ausgangsstelle verminderte die Heftigkeit der Wirkung auf andre Weise. Wir legen auf diesen Erklärungsversuch nicht mehr Werth als eine Hypothese verdient, verhehlen uns nicht die Einwürfe, die ihm entgegenstehen, und werden uns freuen, wenn er durch einen besser begründeten ersetzt wird. Zu denen aber, welchen ihre in den Mond hineinbeobachteten oder auch nur hin ein gedachten Phantasiegebilde zu lieb geworden sind, als dafs sie, einer so einfachen und schmucklosen Meinung wegen, von ihnen lassen könnten, wollen wir überhaupt nichts gesprochen haben. Die Ijandscbaften im Nor dosten des Tycho Ibis zum Mare Nul>iuni. §. 291. Die Mannichfaltigkeit der Formen ist in diesen Gegenden überraschend grofs; es hält eben so schwer, passende Bezeichnungen überall zu finden, als ihre Eigenthümlichkeiten im Bilde anschaulich zu machen; und was wir darzustellen vermochten, ist nur ein geringer Theil dessen, was günstige Momente ahnen lassen, und bei fortgesetzten Untersuchungen erwartet werden kann. Sasserides 11. (Mons Hör II.) ist kein Ringgebirg, sondern eine Landschaft von ganz irregulärer Form, in welche gröfsere und kleinere Ringgebirge eingegriffen haben und die, im Ganzen wie im Detail, nur in der Nähe der Liclitgrenze beobachtet werden kann. Der westliche Rand erhebt sich 1178* über die Fläche und ist, wie der gegenüberliegende ß, ziemlich steil; die nördlichen Theile, wo das Ringgebirg C (— 37° 20' B. und —9° 25' L.) eingreift, sind dagegen sanfter geböscht. Ueberall zeigen sich am Walle herum Crater verschied- ner Gröfse, und ihr schwieriges Erkennen läfst vermutlien, dafs noch weit mehrere vorhanden sein mögen, das Innere enthält ebenfalls eine grofse Anzahl gruppen- und reihenweis geordneter Crater und Grübchen. Doch sind besonders die beiden Reihen bei ß ungemein schwer aufzufinden und ihre Anzahl konnte nicht genau ermittelt werden. Der mehr isolirte e ist der grüfste, und ansehnlich tief. Eine grofse Menge unregelmäfsiger Tiefen, wovon indefs die meisten noch ein schwaches Ringgebirg erkennen lassen, schliefsen sich nördlich an Sasserides; unter ihnen ist g die gröfste, und scheinbar ganz eben. Nach Lexell zu liegen, in sonst ziemlich ebener Landschaft eine Menge meist sehr deutlicher Crater, unter denen d am längsten sichtbar bleibt. Sasserides B (_35° 29' B. und —9° 4' L.) beträchtlich tief, mit einem stark von Cratern durchbrochenen Ringgebirge. Sein Wall erhebt sich gegen 800 und sein Cenlralberg etwa 400* über die Tiefe. Hell S. ein sehr augenfälliges Ringgebirg in vergleichungsweise ebener Gegend, nach unsern 9 Messungen i n _31» 58' 59" B. und —8° 19' 54" L. liegend und 4 Meilen im Durchmesser haltend. Es kann auch noch im Vollmonde aufgefunden werden, obwohl nicht ohne Schwierigkeit. Sein länglichtes Centralgebirg ist nicht bedeutend; dagegen enthält die Fläche besonders im östlichen Theile sehr viele Ungleichheiten, und eine Terrasse zieht am innern Walle entlang. Höhe des westlichen Walles über der Tiefe 840*. Hell A ( — 33° 34' B. und —9° 4' L.) ein kleines Ringgebirg ohne Centralberg, und wie alle übrigen dieser Gegend stark gegliedert, im Vollmonde schwach sichtbar und mit Sasserides B durch ein starken Bergarm verbunden. Die Umgegend des Hell, die in schräger Beleuchtung sehr bequem beobachtet werden kann, bietet durchaus keine höhere Berge, und als Haltpunkte nur Crater und Ringgebirge von mäfsiger Gröfse dar. Hell B (_29° 44' B. und —6° 30' L.) und C (— 34° 4' B. und —6° 50' L.) letzterer mit einem kleinen Centralberge, sind die gröfsten, aber keinesweges die tiefsten oder augenfälligsten. Diese liegen vielmehr in der Nachbarschaft von C zwischen sanften Hügeln und Landwellen, und man bemerkt hier sowohl nach NW. als NO. und S. hin eine allmähliche Senkung. Von Lexell bis nach Hell y zu läfst sich ein Thalgrund, 1 bis 2 Meilen breit, von schwachen Hängen begleitet und in mehrere Verzweigungen auslaufend, in günstiger Lage des Mondes deutlich verfolgen; eine Annäherung an die Formen unsers Erdkörpers. Damit man indefs nicht vergesse, dafs man mit dem Monde zu thun habe, blinkert ein schwacher Crater in der Mitte des Thalgrundes, und ein andrer an seinem Ausgange; etwas weiter nordöstlich zeigen sie sich 395 wieder gruppen- und reihen weis, wie im Sasserides. — Einen besonders lieblichen Anblick gewährt die Reihe ß mit den sie begleitenden sanften und dennoch höchst bestimmt gezeichneten Hügeln. Die weiter westlich gelegenen Berggruppen stehen mit Lexell, Walter und Regiomontan in Verbindung und werden bei diesen erläutert werden. §. 292. Im Osten eines vom Sasserides zum Hell gezogenen Meridians gehen die Ringgebirge allmählich in die Form Holser Löcher über, die gar keinen selbstständigen Wall haben sondern nur in das Hochland eingesenkt zu sein scheinen. Wo sich aber auch noch ein Wall vorfindet, da ist er doch sehr irregulär gestaltet und mehrfach unterbrochen, so dafs hier im Ganzen nur wenig Aehnlichkeit mit andern Mondlandschaften übrig bleibt. Am auffallendsten zeigt sich dies beim Gauricus R. (Mons Abarim II.) welcher namentlich an seinem Ostrande nur einseitigen Abfall zeigt, der hier nicht weniger als 1455* beträgt. Eine Kette von Cratern, die sich auf der breiten Hochfläche zwischen Gauricus und Wurzelbauer herumziehen, zeigt nur mäfsige Vertiefungen; ansehnlicher sind die Tiefen a, b und Wurzelbauer b, gleichfalls fast blofse Löcher. An der Westseite des Gauricus erscheint dagegen ein viel reicheres Detail; und wenn die Schwierigkeit des Erkennens nicht der treuen Nachbildung so sehr entgegenslände, würde unsre Karte hier noch viel specieller sein. Regelmäfsigkeit irgend einer Art vennifst man jedoch; Hochgipfel fehlen gleichfalls (die Höhe zweier in — 33° B. und —11° L. gelegenen Spitzen über Gauricus Fläche fanden wir 748*, nur etwa halb so hoch als die gegenüberliegende Seite) und nur jenseit des länglichten Ringgebirgs Pitatus b ziehen sich einige Reihen, deren Gipfelpunkt Hell a ist, in regelmäfsiger Schichtung parallel hintereinander fort. Weiter nördlich gegen das Mare Nubium hin treten eine grofse Menge vereinzelter Berggruppen in verschiedner Form und Richtung auf, deren höchster in —29° 30' B. und —10° 30' L. liegt und 748* Höhe hat. Die Lichtstreifen des Tycho, welche alle hier beschriebenen Gegenden nicht nur durchziehen sondern gänzlich einnehmen und erfüllen, enden am Ringgebirg Pitatus R. (Mare Mortuum II.) eigentlich einem grofsen Bergkranze, der sich zwar, im Vollmonde wie in den Phasen, mit grofser Bestimmtheit hervorhebt, aber überall nur unbedeutende Höhe zeigt. Indefs lehnen sich südlich die einzelnen Gipfel und Rücken an ein zusammenhängendes Hochland niederer Art; und östlich beim Hesiodus zeigt sich ziemlicher Zusammenhang. Nach Norden zu aber ist ganz entschieden Bergkranzfonn, und es zeigen sich mehrere ganz ofliie Durchgänge ins Mare Nubium, mit dem auch das Innere des Pitatus Niveau und Farbe gemein hat. In dieser gegen 120 Quadratmeilen grofsen Fläche liegen aufser dem sehr deutlichen Centralberge A (— 29° 24' B. und —13° 40' L.) noch einige schwerer zu unterscheidende niedrige graue Bergadern, auch zeigen sich in ihr lichtere und dunklere Strecken; im Ganzen aber 2 bis 24° Licht, während die umliegenden Berge 4° bis 5° in deutlicher Begrenzung zeigen. Auch Pitatus C (—28° 8'B. u. —12° 25'L.) ein scharf ausgeprägter tiefer Craler, glänzt lebhaft in hoher Beleuchtung. An Pitatus stufst östlich der kleinere, sonst aber sehr ähnlich gebildete Hesiodus,. früher unbenannt. Auch hic-r zeigt sich gegen S. hin ziemlicher Zusammenhang zwischen den übrigens sehr verschieden gestalteten und gelagerten Bergrücken, gegen N. zu offne Thäler oder doch niedrige Pässe ins Mare Nubium hin. Westlich, auf dem mit Pilatus gemeinschaftlichem Walle, mögen einige Berge bis zu 500 Toisen emporsteigen; auch bei dem grofsen und tiefen Crater A ( — 29° 50' B. u. —16 & 42' L.) erhebt sich eine Kuppe ziemlich ansehnlich; alles andre ist nur niederes Gebirg, obwohl mit weit gröfserer Deutlichkeit, als viele andre zehnmal höhere Berge, im Vollmonde sichtbar. Nach Nordost zu sind einige Verzweigungen bemerkbar, auch in weiterer Entfernung, isolirt im Mare liegend, der 5° helle Crater Hesiodus B, dessen Lage wir durch 8 Messungen auf —26° 50' 26" B. und —16° 59' 35" L. bestimmt haben. Hesiodus Fläche ist etwas heller als die des benachbarten Pitatus; auch hat sie lichtere Stellen, und von den nördlichen Bergen ziehen einige Lichtstreifen über B hinaus und weiter nach Kies D zu. Im Osten des Hesiodus ist die Ebene von heller Farbe; die Streifen des Tycho enden hier in feinen Spitzen, und gehen all- mälilig in das Mare über. Weiter östlich zeigen sich jedoch stärkere, die den Kies durchschneiden, Bulliald erreichen und deren letzte Spur erst jenseit Lubiniezky endet. So bildet sich zwischen Hesiodus und den vom Cichus zum Mercator ziehenden Gebirgen ein grofser Busen, der den südlichsten Tlieil des Mare Nubium bildet, welches hier nur theilweis durch Gebirge begrenzt ist, und als dessen wahre Vollmondsgrenze die Enden der erwähnten, mit ihm in gleichem Niveau liegenden Lichtstreifen betrachtet werden müssen. Dieser Busen wird in Querrichtung von einer grofsen gradlinigten Rille 5 durchsetzt, die wir am 19. Januar 1834 zuerst, und nachher noch öfter bemerkten. Sie ist indefs äufserst schmal, 296 und schwer zu sehen; hat man sie aber einmal aufgefunden, so kann man sie auch sogleich ihrer ganzen Länge nach bestimmt verfolgen. Wären selenosphärische Trübungen die Ursach des öftern Niehtauffindens dieser und ähnlicher Rillen, so würde man sie, und namentlich eine von so beträchtlicher Länge, stückweis sehen und nicht sehen, auch würden nicht grade immer nur die feinsten und schwierigsten Objekte, sondern auch wohl andre, die man sonst mit leichter Mühe findet, von solchen Bedeckungen getroffen werden. §. 293. Im Süden des Hesiodus, jenseit einer mit Pitatus zusammenhängenden craterreichen Hochfläche niederer Ordnung liegt Wurzelbauer S. der schon wieder mit einigem Rechte ein Ringgebirg genannt werden kann. Freilich kein solches wie Bulliald oder die Hauptringgebirge des Oceanus procellarum und Mare Imbrium, aber doch in dem Sinne, dafs eine nahe kreisförmige Fläche allseitig von Berggruppen verschiedner Art und Höhe umgeben ist, zwischen denen nirgend ein freier Durchgang im Niveau der Fläche statt findet. Fest geschlossen zeigt sich der Westwall vom Berge a (861* über der Fläche) bis zu den beiden grofsen Cratern im Norden; hier ist die allgemeine Kammhöhe mindestens 400* und sie bildet den Ostabhang der Hochfläche, die westlich zum Gauricus noch bedeutend stärker abfällt. Aber in dem ganzen grofsen Bogen der nördlich, östlich und südlich umgrenzenden Gebirge ist der allgemeine Zusammenhang sehr schwach und die durchbrechenden Crater scheinen alles zerklüftet und zerstört zu haben. Den innern, gegen die äufsere Fläche nur wenig dunkler abstechenden Raum durchziehen lange, gekrümmte Thalfurchen, namentlich im östlichen Theile und parallel dem Rande; schwach vertiefte Craterbecken schwirren hindurch (bei ß der stärkste Crater, so wie die tiefste Thalfurche) und einzelne plateauartige Anhöhen erfüllen das Uebrige, so dafs nicht viel Ebene frei bleibt. Aehnliche sanfte Landwellen und Thalgründe zeigt auch die Landschaft zwischen Wurzelbauer und Hesiodus, die östlich von einem Gebirgsbogen begrenzt wird. Nur die Nordostseite ist offen, sonst wäre dies ein ähnliches Ringgebirg. Die kleine insuläre Crater- und Berggruppe Cichus e gewährt einen sehr schönen Anblick. In dem gröfsten dieser Crater erkennt man einen Centralberg, so wie zwischen ihm und D vier kleine fast im Quadrat stehende Hügel als Prüfungsobjekte für die Güte der Fernröhre. Zwischen hier und den Vorbergen des Cichus ist freie, aber helle Ebene, §. 294. Cichus R. ist ebenfalls noch blofse Vertiefung in einem Hochlande, oder man müfste denn das ganze Plateau als seinen Wall ansehen, der dann stellenweis eine Breite von 4 Meilen haben würde. Aber er ist die bedeutendste von allen Einsenkungen dieser Art, denn die Tiefe, welche ein jäher Absturz ringsherum umgiebt und die nur am untersten Fufse eine wenig merkliche Terrasse zeigt, liegt 1469* unter dem östlichen und 1323* unter dem westlichen Rande. Ueber die im Ost liegende Ebene erhebt sich das Plateau nur 808* und Cichus ist also doch noch über 600* tiefer, als die dunklern, Marenähnlichen Parthien, die den Capuanus umgeben. Aufser der Haupteinsenkung des Cichus liegen noch an der Südseite 4 Crater im Plateau, unter denen C sehr tief ist und —33° 18' B. u. —21° 20' L. liegt, a ist der gröfste, aber ziemlich flach; B liegt —32° 42' B. und —18° 40' L. aber schon aufserhalb der Hauptgruppe. Nördlich, wo ebenfalls craterartige Einsenkungen liegen, durchschneidet von ß bis y ein schmaler tiefer Spalt das Plateau in gradlinigter Richtung auf eine Länge von 5 Meilen. Der optisch stark überragenden nördlichen Seite wegen ist dieser Durchbruch nur mit einiger Schwierigkeit sichtbar, wir fanden ihn am 19. Januar 1834 auf und der merkwürdige Pavallelismus mit der Rille Hesiodus <5 und einer später am 18. Februar 1834 entdeckten beim Capuanus scheint auf eine Naturkraft hinzudeuten, deren Wirkung in eine spätere Periode fiel als diejenige war, wo sich die grofsen Ringgebirge bildeten. Im Norden dieses Durchbruchs liegt ein breites und stellenweis hohes Massengebirg, das sich bis Mer- cator ß fortzieht. Aehnliche Massen, nur kleiner und niedriger, sind 3 und y, so wie diejenige, an welcher die Rille des Hesiodus endet. Isolirt liegt hier Cichus D unter —30° 21' B. und —19° 49' L. Im Süden des Cichus finden sich nur unbedeutende Bergrücken, aber von ziemlicher Länge und deutlich paralleler Streichung, bis zum —22° L. hin, von wo an wir die Landschaft des Capuanus rechnen. Hier liegt das ziemlich regelmäfsige Ringgebirg Cichus d, mit 2 Cratern in seiner Fläche, und weiter westlich eine ungemein grofse Zahl von Cratern, zwischen denen sich nur schwer die Bergrücken erkennen lassen, gruppen- und reihenweis. Das ziemlich grofse, scheinbar ganz ebene Ringgebirg Wurzelbuer d umschliefst eine Tiefe von 1222*, von der Höhe des Westwalles an gerechnet. Ver- 397 Vergebens würde man die ganze so sehr ausgezeichnete Landschaft des Ciclms im Vollmonde wieder zu erkennen suchen. Nur hellere und dunklere Streifen durchziehen die Gegend, zwischen ihnen Lichtpunkte-und Lichtringe, in denen man nur einige ungewisse Spuren der Aehnlichkeit mit früher gesehenen Objekten findet. Der Hauptstreifen, der von Tycho zu Kies zieht, geht zwischen dem unsichtbaren Cichus und dem sichtbar bleibenden Cichus B hindurch. Von Cichus a nur eine matte Spur, dagegen die kleine flache Vertiefung, die zwischen a und dem Hauptringgebirge liegt, sehr lebhaft als Lichtpunkt glänzend. Von den um Wurzelbauer d liegenden sind einige sichtbar, d selbst nicht. §. 295. Zunächst an Wurzelbauer schliefst sich südlich eine Art Bergkranz, der übrigens bei sehr schräger Beleuchtung fast das Ansehen eines Ringgebirgs erhält, in welchem nur die grofse Oeffnung im Süden deutlich hervortritt. Es sind aber in der Tliat nur einzelne Massen, an einigen Stellen schwach verbunden, an andern ganz getrennt und wie alle Gebilde dieser Gegend von zahlreichen Cratern durchsetzt. Der Bergarm ß führt uns von hier weiter südwärts zum Heinsius S. (Mons Prophetarum //.). Wir müssen hier sogleich bemerken, dafs sowohl dieses merkwürdige Mondgebilde, als auch der südlicher liegende "Wilhelm I. auf unsrer Karte zu weit nach Süden gerückt, und letzterer zu grofs ist, so dafs die Parthien zwischen ihm und Longomonlanus nicht ihre richtige Lage und Grüfse erhalten haben. Ein Fehler in der Libralionsberechnung, der dies veranlafsle, wurde leider zu spät wahrgenommen. — Drei ganz regelmäfsige und völlig geschlossene Ringgebirge a, b, c, ersteres mit einem Centralberge, liegen im Dreieck, so dafs ihre Wälle sich ganz oder sehr nahe berühren, und der Westwall ist bei allen etwas (bei b sehr merklich) höher als der östliche. Von c bis b herum, und a völlig einschliefsend, erstreckt sich nun aber ein allgemeines, nicht ganz so steiles, aber beträchtlich hohes Ringgebirg (der Westwall 1356*) mit starken Terrassen, zwischen denen noch 3 kleine Crater gesehen werden, wenn der starke Schatten hinreichend zurückgetreten ist. — Nur Heinsius a, nicht auch das Uebrige, bleibt im Vollmonde als Lichtring sichtbar. Die Umgebung des Heinsius zeigt nichts besonders Eigenthümliches, auch treten die Bergzüge, selbst die stärkeren bei a und ß , gegen das Hauptgebilde sehr in den Hintergrund. Guilielmus Hassiae princeps R. (denn so ist unser Wilhelm I. bei Riccioli eigentlich bezeichnet), Hevels Mons Horeb, ein ansehnliches, aber wie erwähnt, bei uns zu grofs dargestelltes Ringgebirg (spätere genaue Messungen gaben uns 9,92 Meilen). Bei den bisher betrachteten Ringgebirgen dieser Gegend war meistens der Westrand der höhere; hier ist es der östliche, der sich 1731* über die Tiefe erhebt, während der westliche nur 1045* hat. Es sind zwar bei den nicht unbeträchtlichen Ungleichheiten des Niveaus der innern Fläche beide Angaben wenig zu verbürgen; ihre starke Differenz aber kann wohl nicht ganz auf Rechnung derselben, oder auch der Messungsfehler gesetzt werden. Die vielen grofsen und kleinen Crater, die sein gipfelreiches Ringgebirg umlagern und durchbrechen, und die eben so wie die des Innern in einiger Entfernung (etwa 20 Grad) von der Lichlgrenze am besten sichtbar sind, geben ihm ein sehr buntes Ansehen; allein die immer gröfser werdende Masse der Crater, je weiter man hier nach Süden kommt (während doch die Schwierigkeit ihres Erken- nens der schrägem Ansicht wegen zunehmen mufs) überwiegt auch hier Alles so sehr, dafs man nur selten Momente findet, in denen auch das übrige Detail vervollständigt werden kann. Westlich, gegen Tycho und Street hin, finden sich auch ganz unregelmäfsig gestaltete Tiefen, doch meistens mit schwächeren Wällen. Die Crater A, B und C sind länger sichtbar als das Hauptgebilde, auch schroffer und wahrscheinlich tiefer; sie zeigen sich noch im Vollmonde als Ringe oder Lichtpunkte. Eben so ist Wilhelm d alsdann noch sichtbar. Dieses hier viel zu niedrig gezeichnete, etwas irreguläre Ringgebirg hat 1524* Höhe des Westwalles, freilich nach einer wenig zuverlässigen Messung. Die schöne Craterreihe bei y und die Berggruppe nördlich beim Crater g, welche sich in ö ansehnlich erhebt, sind für ein gutes Fernrohr bequem zu beobachtende Gegenstände. Ein grofser Gebirgsbogen ß begrenzt eine helle Ebene östlich bei Wilhelm, in der nur wenig Ungleichheiten erkannt werden, und andre mehr oder minder regelmäfsige Gebilde schliefsen sich weiter östlich an. §. 296. Longomontanus R. (Mons Annae 77.) ist in Folge des erwähnten Fehlers auf unsrer Karle etwas zu klein ausgefallen. Sein Durchmesser beträgt 19,66 Meilen und seine Tiefe ist sehr beträchtlich, obwohl, ähnlich wie beim Maginus, die Breite des Abfalles und die mehrfach vorgelagerten Terrassen und andern Bergketten 38 298 dies nicht so augenfällig hervortreten lassen. Die absolut höchsten Gipfel des Ostrandes liegen auf dem Wallplateau in —r25° östlicher Länge, und erheben sich 2082* über die innerste Tiefe. Sie überschatten zu Zeiten alle die zahlreichen Crater und Vorberge, die bei f herum liegen. Eben so ist der höchste Punkt des Westwalles der Pik a von 2274* Höhe; weiter südlich über ß 1770 Toisen. Auch hier sind ganze Gruppen von Cratern und Vorbergen zu überschatten. Zwei rillenähnliche, mit einem Crater am Fufse des Walles schliefsende Thäler (am 19. April 1834 zuerst gesehen) zeigen sich bei ß, doch ist wohl nicht zu zweifeln, dafs selbst die längste, durch die ein ganz bequemer Durchgang zum Ringgebirge b Statt findet, ein Werk der Natur sei. Die Aehn- lichkeit mit andern hier durchbrechenden Querthälern und mit den kleinen Craterreihen, wo die einzelnen Tiefen fast in einander übergreifen, ist unverkennbar. Ungeheuer wild und zerrissen zeigt sich die ganze Umgegend um Longomontan. Es ist in der That ganz undenkbar, dafs alle diese Formen, wie wir sie jetzt erblicken, einer einzigen Periode ihre Entstehung verdanken sollten. Die alte Hauptöffnung Longomontan hat iin Laufe der Zeit einer Menge von neuen Eruptionen, kleiner im Umfange, aber gleichsam volleren und frischeren Ansehens, Platz machen müssen. Nur durcli seine ungeheure Höhe und breite Basis hat der Hauptwall in so weit widerstanden, dafs er noch nicht, wie vielleicht mancher andre, unkenntlich geworden ist. Aber auch diese spätem Gebilde sind schwerlich geblieben, was sie anfangs waren. Auch sie haben neue Zerklüftungen erfahren und vielleicht sind die kleinsten Craterdurchbrüche, die unser Fernrohr noch erforscht, noch nicht die spätesten. Diese kleinern und wahrscheinlich neueren Gebilde sind nun auch im Vollmonde sichtbar, nicht Longo- montan, dessen Ort sich zwar durch die Nähe des Tycho und einiger andern deutlich sichtbar bleibenden Objekte auch im Vollmonde bestimmen läfst, der aber selbst um diese Zeit verschwindet. Die alles erfüllenden Lichtstreifen überziehen auch dieses mächtige Ringgebirg, ohne modifizirt zu werden. Die erwähnte Gruppe kleinerer Ringgebirge A, b, c, d und die benachbarten erstrecken sich bis zu den Vorhöhen des, im Betreff seines Ringgebirges, ansehnlichsten aller Mondfiecken, des Clavius. Die Landschaften im Süden und Osten des Tycho. §. 297. Clavius R. (Desertum Hevila H.) 30,93 Meilen im Durchmesser und gegen 750 Quadratmeilen Oberfläche enthaltend; eine etwas irreguläre, im Ganzen aber kreisförmige Wallebene, obwohl dieser Name für ein so ungleichförmiges Terrain nicht ganz passend scheint. Ihr steiler, stellenweis fast mauerähnlicher Wall trägt gleichwohl überall die Spuren gewaltiger Nachwirkungen der erumpirenden Kraft. So schwierig auch das Erkennen einer bestimmten Craterform in Hochgebirgen unter dem 60° selenographischcr Breite für uns ist, so erblickt man doch eine grofse Menge derselben, die also doch wohl nur die deutlichsten von allen sind, keineswe- ges aber schon die ganze Anzahl ausmachen. Immer ist vom Hauptgebilde noch genug stehen geblieben, um fast das ganze Innere mit tiefem Schatten zu bedecken, wenn die Umgegend schon überall Sonnenlicht hat. Unbeschreiblich prachtvoll ist in einem guten Fernrohr der Anbliek eines Sonnenaufganges über Clavius Fläche. Die kleinen hellglänzenden Lichtringe, die man alsdann im Schatten emporragen sieht, sind die Wälle der Crater d, c und andrer in der Fläche zerstreut liegender; bei einigen zeigt sich der Ring anfangs noch als ein Kranz von isolirten Lichtpunkten, andre zeigen sogleich Zusammenhang. Lange matte Lichtstreifen ziehen bald darauf in Parallelrichtung durch die Fläche hin, es sind die ersten durch einige tiefere Stellen des Ringgebirgs dringenden Sonnenstrahlen. Wenn der Schatten sich etwa bis c zurückgezogen hat, so zeigt sich im östlichen Theile der Dämmerungsbogen dadurch, dafs der Fufs der schon hell beleuchteten Ringgebirge noch graue Schattirung hat. Völlige Nacht kann alsdann, obgleich die Sonne noch unter seinem Horizonte weilt, wegen des Wiederscheins der ungeheuren Bergwand nicht mehr Statt haben. Endlich ziehen sich die Spitzen des Schattens bis hinter d zurück; die ganze übrige Ebene hat volles Sonnenlicht und man kann nun Messungen zur Bestimmung der Höhe versuchen. Für den noch am leichtesten mefsbaren Gipfel a haben wir in 5 Messungen erhalten: 2866, 2784, 2969, 2348, 2180, im Mittel also 2629 Toisen; eine Höhe die bei keinem andern Mondgebilde von diesem Umfange gefunden wird. Zuweilen aber fällt der Schatten von a nicht in die Ebene, sondern auf die breiten Vorhöhen oder an den Fufs des Walles von a, alsdann ist er nicht bestimmbar, und man mufs den weiter nördlich liegenden Vorsprung messen, für den wir 1972 und 1935*, also im Mittel 1954* fanden. Der Westrand von a hebt sich 1307, von d 1464, von b 1834* über die eingeschlossenen Tiefen empor; der Ostrand von d über die Hauptfläche des Clavius 455*. d hat ein dem Anschein nach gleichförmiges Ring- 299 gebirg; nimmt man die Fläche des Clavius in der Gegend von d und östlich von a etwa gleich hoch an, so läge « nicht weniger als 3638 4 über der Vertiefung d, die gleichwohl noch deutlich Terrassen und Centralberg sehen läfst. Es mag hier schon manche Cratertiefe geben, in welche nie ein Sonnenstrahl dringt, und manchen Berggipfel, dessen mittlerer Tag fast doppelt so lang als seine Nacht ist. — Differenzen der Beleuchtung, wie unsre Erde sie nicht kennt, die aber höchst wesentliche Momente der selenitischen Naturökonomie zu sein scheinen. Denn Verhältnisse dieser Art sind hier, beim Mangel eines Witterungswechsels, constant; und wir nehmen schon auf unsrer Erde, wo die Kontraste bei weitem weniger grell, und die Uebergänge viel mehr vermittelt sind als in unserm Trabanten, einen nicht zu verkennenden Einflufs der freiem oder gehemmtem Beleuchtung wahr. In gleicher Art wie der Westrand des Clavius ist auch der östliche, den wir 2633* hoch fanden, von 3 — 4 Meilen breiten Vorgebirgen an seiner innern Seite umlagert, über die er sich steil emporhebt. Von den Cratern, die in so grofser Zahl die Fläche erfüllen, sieht man gewöhnlich nur die 5 gröfsera, welche von a bis i ziehen, nebst dem in der Nordwestecke liegenden b deutlich, die erstem auch im Vollmonde, so wie k und noch hin und wieder einige. Das Uebrige ist im Vollmonde gar nicht und auch sonst nur schwer zu sehen; dafs aber auch der riesenhafte Wall des Clavius im Vollmonde sich auch nicht durch die kleinste Lichtnuance verräth, setzt uns billig in Erstaunen. Die selenographische Lage des Craters C haben wir durch 8 Messungen auf —57° 16' 47" B. und _14° 40' 26" L- bestimmt. Ferner fanden wir den östlichsten der beiden kleinen in a unter —60° 12' B. u. _12° 41' L.; den Centralberg von d in —57° 56' B. u. —12° 18' L.; den grofsen und-sehr deutlichen K, links am Westrande, —56° 11' B. und —8° 24' L. Ferner haben Clavius d einen Durchmesser von 3,69 Meilen; i von 1,05 und der unter —58° 10' B. und —16° 40' L. liegende 1,21 Meilen; er ist sonach auf unsrer Karte etwa um £ zu klein gezeichnet. §. 298. Alles was von Clavius gegen Tycho zu liegt, trägt ganz und gar denselben wilden, form- und regellosen Charakter, dem wir in dieser Mondgegend schon so häufig begegnet sind. Wir bemerken nur, dafs zwar bei weitem nicht alle, aber doch eine beträchtliche Anzahl der hier befindlichen Crater, namentlich auch H und G, im Vollmonde noch deutlich sichtbar sind; und dafs sich eine Hauptzone der Crater vom Longomontanus a und d bis zum Nordrande des Maginus hin verfolgen läfst, auf der sie nicht nur ganz vorzüglich zahlreich stehen, sondern auch im Allgemeinen gröfser und tiefer sind als die übrigen in der umliegenden Landschaft zerstreuten. Mehr Regelmäfsigkeit, wenigstens ein deutlicheres Hervortreten des Einzelnen und folglich mindere Schwierigkeit der Beobachtung und Darstellung zeigt die westlich vom Clavius gegen den ersten Mondmeridian hin gelegene Landschaft. Hier treffen wir auf De lue, ein kreisförmiges Ringgebirg von 6 Meilen Durchmesser mit einem kleinen Centralberge. Die höhere Westseite zeigt keine Gipfel, wohl aber die östliche, wo der Fufs des Walles auch eine bedeutendere Breite hat. Zwei ganz ähnliche Ringgebirge d und H (letzteres —54° 8' B. u. —2° 32' L.) haben sich ihm symmetrisch angefügt; doch zeigt nur das nördliche einen Centralberg. Andre Theile der ebenen Fläche werden durch niedrige, sanfter abfallende Bergrücken kreisförmig oder elliptisch umschlossen, wohin i und K gehören; welche letztere Fläche in dieser Gegend die einzige ist, Aie im Vollmonde dunkel und dadurch bei guter Ortskenntnis auch sichtbar bleibt. Nur m bleibt als matter Lichtring stehen, das Uebrige verschwindet. Ferner die Flächen a, b und c, welche letztere (unsre Messungen als richtig angenommen) ganz genau unter 0° der Länge liegt; und südlicher noch mehrere andre sich sehr gut unterscheidende, g, n, f und andre. In letzterer Gegend eine grofse Menge der feinsten, nur eben noch wahrnehmbaren Hügel, die sich theils als Ausläufer der Ringgebirge zeigen, theils sie in Parallelrichtung begleiten. Deluc.E an der Südostgrenze dieser Landschaft liegt unter _60° 20' B. und —5° 31' L. Zeigt die so eben beschriebene Landschaft nur wenige Spuren einer Zerstörung und gleichsam ein frischeres Colorit, so gewährt dagegen der naheliegende Maginus 2i. (Mons Seir H.) das Ansehen einer ungeheuren Ruine. Unverkennbar ist das Ganze ein grofses, tiefes, zusammenhängendes Ringgebirg, dessen weite'Fläche noch im tiefen Schatten liegt wenn über ihren Meridian schon die Sonne aufgegangen ist und dem auch unsre Messuugen 2256* Höhe (ein Mittel aus zwei nur um 10* differirenden) anweisen. Dennoch ist nur hin und wieder ein etwas steiler Abhang wahrzunehmen, ja überhaupt kein allgemeiner höchster Rücken anzutreffen. Nur die breite und hochliegende Basis verbindet die unzählbaren Gebirgsrücken, Terrassen und Hügelgruppen, deren Complexus das Ringgebirg des Maginus bildet, 38* 300 und dafs es an Cratern aller Art zwischen diesen wild durcheinander liegenden Massen nicht fehlen werde, bedarf hier kaum der Erwähnung. Der Centralberg A, ein kleiner und niedriger, dabei aber scharf abgesetzter Hügel, liegt nach unsern 11 Messungen unter —49“ 57' 17" B. und —7“ 5' 50" L.; neben ihm eine craterartige Tiefe und noch einige andre Berge, sämmtlich viel niedriger als A. Diese Gruppe, und die sehr ähnlichen in allen Gegenden der innern Fläche gehören zu den zartesten, nur für starke Fernröhre sichtbaren Objekten, aber ungemein reizend ist es, sie zur Zeit des ersten Freiwerdens der innern Fläche vom nächtlichen Schatten zu beobachten, und unwillkührlich drängt sich der Wunsch auf, auch die Gebirgs- und Inselgruppen unsers Erdkörpers in gleicher Art übersehen zu können. Interessant ist namentlich die Rille 5, am 29. März 1833 zuerst gesehen, die 5 Cratertiefen auf ihrem Wege antrifi't und die Fläche des Maginus mit der des benachbarten Maginus i in Verbindung setzt. Andre enge Thalschluchten ziehen ihr parallel. Ein ähnliches System schmaler, paralleler Längenthäler liegt westlich vom Cratcr A (—48“ 51' B. und 5° 14' L.), der liier den kenntlichsten Gegenstand ausmacht. Nach Osten zu ist die Zerklüftung geringer. Ein breiter, aber sanfter Abhang bildet hier den Wall, man sieht nur wenig begleitende Vorberge und erkennt die bedeutende Höhe des Ganzen nur an dem beträchtlichen Schatten. Eine Menge Crater oder auch blofse Einsenkungen ohne eignes Ringgebirg zeigen sich auf dieser Seite; die gröfslen, aber nicht tiefsten, sind g, f und h. Gemessene Punkte sind hier noch Maginus L (—49“ 20' B. u. —9° 38' L.), II (—53° 10' B. u. —10“ 57' L) und B (—51° 56' B. u. -7“ 18' L.). Der Vollmond kennt keinen Maginus. §. 299. Saussure (früher unbenannt) ein Ringgebirg von ziemlich regelmäfsiger Form und 6 Meilen Durchmesser, im Vollmonde sichtbar. Die Lichtstreifen, die vom Tycho aus bis an seinen Ostrand ziehen, hören hier auf und setzen sich vom Westrande ab in gleicher Richtung fort; das einzige Beispiel dieser Art für ein Ringgebirg von so grofsem Umfang. Das 3° helle Innere ist eben und zeigt nur einen excentrisch liegenden schwachen Crater. Bei ß und a ist das Ringgebirg am höchsten, auch läuft hier eine Terrasse, die dem Westrande zu fehlen scheint. Der stärkste unter den Cratern, welche den Wall durchbrochen haben, ist B, und liegt — 42° 25' B. u. —3® 36' L.; seinen steilen Wall krönen 4 kleine Gipfel. Der Rand des Saussure ist mit den Lichtstreifen von gleichem Glanze, nur im Süden sind einige hellere Stellen. Am äufsern Abhange bei ß beginnt eine kleine nach N. ziehende Rille, am 18. März 1834 gesehen. Zwei andre rillenähnliche Thäler, die bei y südwärts ziehen, waren schon am 29. März 1833 bemerkt worden. Im Westen, von e ab nordwärts, zieht ein starker Bergzug dem Westrande parallel und höher als.dieser, der sich den Gebirgen des Orontius anschliefst. Westlicher Saussure A (— 43“ 20' B. u. —1° 14' L.) deutlich, regelmäfsig und in ziemlich ebener Gegend gelegen. Weiter südlich das Doppelgebilde c, dessen Tiefen Zusammenhängen, und ähnliche kleinere in der Nähe; noch weiter hinauf d, in regelmäfsiger, scharf ausgeprägter Gestalt. Wir können auch von dieser Umgegend nichts passenderes sagen, als dafs alles von Cratern wimmle, denn je reiner die Luft und je stärker die Kraft des Rohrs, desto mehr erblickt man, und der Mafsstab unsrer Karte ist einem solchen Reichthum wenig angemessen. — Diese Crater, so klein sie auch sein mögen (einige scheinen noch unter i- Sekunde Durchmesser zu haben), sind doch iin Ganzen noch besser sichtbar, als die zwischenliegenden Hügel, unter denen 50 t schon eine ansehnliche Höhe ist und die nur durch die gänzliche Abwesenheit höherer Gebirge uns wahrnehmbar werden. Orontius 11. (wiewol wir die Identität dieses Gebildes mit dem liicciolischen Orontius nicht streng verbürgen möchten). Eine ganz unregelmäfsig gebildete Fläche, aber von hohen, schroffen Gebirgen auf allen Seiten umgeben und überhaupt nirgends eben, denn die .Vorhöhen der Hochgebirge nehmen den gröfsten Raum ein und das Uebrige w’ird von Hügelrücken in. allen Richtungen durchzogen. Zu den feinsten gehören die kleinen Parallelkelten bei rj ; i zu den höchsten und ^steilsten Parthien aber die Gebirgsecke bei ot, der östlich eine etwa eben so hohe beim Crater b entgegensteht und durch welche der-nordwestliche Theil des Orontius fast ganz vom übrigen Theile abgesondert wird; die gipfelreiche Parthie. bei t und das grofse Gebirg im Westen, das sich in 5 bis 6 Stufen nach 4 zu abdacht, westlich, aber steil gegen Orontius. a in die Tiefe stürzt und nur an seinem 301 untersten Fufse eine niedere Terrasse zeigt. Das mächtige Gebirge an der Ostseite hat ein Crater d durchbrochen, dessen Tiefe sehr ansehnlich sein mufs. Nicht das Mindeste vorn Orontius kann im Vollmonde aufgefunden werden. §. 300. Nasireddin, ein schönes, regelmäfsiges, zum Tlieil der westlichen Halbkugel angehörendes Ringgebirg, gegen 1500* unter seinem Walle vertieft. Bei a und ß springt das Ringgebirg etwas vor; auch an Terrassen und Ausläufern fehlt es nicht, die Frequenz der Crater zeigt sich dagegen merklich verringert, wenn man diese Gegend mit den oben beschriebenen vergleicht. Zahlreiche Wallgipfel und ein sehr bestimmter, wenn gleich nicht steiler, Centralberg zeichnen es dagegen aus. Nasireddin a, nördlich anliegend und vom ersten Meridian halbirt (sein Centralberg liegt —38° IS' B. und —0° 2* L.) noch steiler und tiefer als Nasireddin. Der gewaltig steile Ostrand hat 1627* und der (dem an- slofsenden Quadranten angehörende) Westrand 1718* Höhe. Die starken Vorberge und eine Anzahl unregelmä- fsiger Kesselthäler im südöstlichen Theilc der Fläche beengen den innern Raum sehr. — b ist ein mäfsig greiser aber beträchtlich tiefer Crater. — Lexell, früher unbenannt. Bei Schröter findet sich der Name Lexell in einer Gegend unweit des Nordpols, die wir aber schlechterdings in seiner Zeichnnng nicht zu deuten wissen. Es blieb uns nichts übrig als ein Mondgebilde in einer ganz entfernt liegenden Gegend so zu bezeichnen, wenn wir die Alternative vermeiden wollten, entweder den Namen dieses verdienstvollen Astronomen vom Monde zu streichen oder durch eine ganz aufs Gerathewohl angenommene Lage des Schröterschen Lexell neue Verwirrung zu veranlassen. Ein in seinem SW. Rande, wo es am höchsten ist, sich 1206* über die Tiefe erhebendes Ringgebirg. Bei ß ist eine Oeffnung, und nur die Terrasse schliefst hier die Fläche ab;, bei « an einer steilen Ecke öffnet sich ein schmales Hochgebirgsthal, das nach Nordost zur Ebene zieht. Im S. erscheint das Ringgebirg niedrig und unzusammenhängend, es ist fast nur ein Labyrinth von Hügeln, und ähnliche, nur niedriger und weniger steil, erfüllen auch den gröfsten Theil des Innern. Doch ist der Centralberg als hervorragender Punkt deutlich wahrzunehmen. Nahe südlich darüber liegt Lexell B in —37° 37' B. und —4° 48'L., ziemlich regelmälsig und mit vielen Bergköpfen besetzt; im W. die gewaltig tiefen und steil abstürzenden a, c und d, die beiden erstem mit Centralgebirgen; auch einige kleinere, worunter e sich besonders hervorhebt. Ein so enges Drängen so schroffer Gebilde, wie hier zwischen Lexell, Nasireddin und Walter, findet sich nur in wenigen Mondgegenden; und die Schwierigkeiten der Darstellung sind nur durch sehr oft wiederholte Beobachtungen besiegbar. Von a aus ziehen enge Thalschluchten an d herum und vereinigen sich zuletzt in ein nach Nordost gewendetes und bei y in die Ebene hinaustretendes GebirgsthaL Die Reihe der grossen Wallelbenen des ersten Mondmeridians« von Walther bis Ptolcmäus 3 oder vom 3ö° bis 6° südlicher .Breite. §. 301. Die Wallebenen Walter, Regiomontanus, Purbach, Alphons und Ptolemäus bilden eine grofse und (bis auf einen geringen Zwischenraum im —22° B.) zusammenhängende Reihe, völlig denen analog, welche 63 Grade westlicher fast unter denselben Breitengraden, von Furnerius bis Langrenus, hinzieht. Da auch noch zwischen -j-80 0 und -jrS5° der Länge eine ähnliche (von Humboldt bis Neper ziehende) und im Osten, ebenfalls 63 Grade von der milllern entfernt,, eine wiewohl kürzere Kette durch Grimald,. Hevel und Cavalerius gebildet wird, so kann man sich des Gedankens nicht erwehren, dafs diese Reihen uranfängliche Spalten gewesen- sein mögen, die (wie ihre Meridianrichlung anzudeuten scheint) im Zusammenhänge mit dem Rotationsschwunge gestanden haben mögen. Verfolgen wir indefs diese Idee, die uns in noch ganz unzeitige Speculalionen vertiefen würde, hier nicht weiter; und gehen wir zum Detail dieser mittleren Meridiankette über. Allgemein betrachtet, zeigen diese Gebilde eine merkwürdige Uebereinstimmung ihres Baues, wie sie denn auch an Gröfse nicht sehr verschieden sind. Walter und Regiomontan sind .noch von den Streifen des Tyeho durchzogen und im Vollmonde nicht wohl aufzufinden, von Purbach an aber haben die Ebenen eine etwas dunklere Farbe, und man findet sie in hoher Beleuchtung,' obgleich mit einiger Mühe, heraus. Das umgebende Gebirg ist nie einfach, selbst ein Hauplrüeken läfst sich nicht durchaus im Zusammenhänge nachweisen, doch zeigen die .beiden südlichsten mehr Unregelmäfsigkeit und Zerklüftung als die übrigem Einen recht bestimmten Cen- 309 tralberg hat nur der einzige Alplions; doch nur dem Ptolemäus fehlt diese Form ganz. Bei allen ist die Tiefe beträchtlich, und die Steilheit der meisten Stellen sehr ansehnlich. Wild zerrissenes Gebirgsland umgiebt sie, und kleinere, aber noch immer sehr ansehnliche Ringgebirge liegen ihnen nahe zur Seite: Thebit, Alpetragius, Aliacensis, Werner, Lacaille und andre. Kleinere Crater hingegen, die sich ohne Unterschied in ihrer Umgebung auf ihrem Walle und in ihrem Innern finden, sind zwar auch zahlreich genug, aber doch bei weiten nicht in dem Mafse wie jenseit des —35° der Breite. §. 302. Walter R. (Mons Libanus II. wobei Regiomontanus und Purbach mit begriffen sind) eine an Grofse und Reichthum ihres Details dem Maginus sehr ähnlishe Wallebene, deren Beschreibung hier zusammengefafst wird, obgleich sie zur gröfseren Hälfte in den anstofsenden Quadranten fällt. Die umgebenden Gebirge bestellen aus weit über hundert einzeln unterscheidbaren Ketten mit zahlreichen Gipfeln, die theils parallel neben einander gelagert, theils wild und ohne Ordnung durcheinander liegen, doch aber alle eine gemeinschaftliche Basis von bedeutender Höhe haben. Dies ist wenigstens daran kenntlich, dafs einzelne, wenig emporragende Gipfel doch so starke Schalten in die Ebene werfen. So finden sich in der beträchtlichen Bergmasse zwischen Walter und Regiomontan zwei Gipfel, der eine oberhalb ß in —29° 50' B. u. —0° 24' L. 1554*; der andre in —30° 10' B. und —1° 51' L. 1044* über der Ebene im Osten; und der westliche Gipfel 4 hebt sich 1572* empor. Der als Centralberg zu betrachtende Gipfel a hat 773* Höhe über seinem östlichen Fufse. In diesen Bergmassen liegen mehrere Cratertiefen, die zu zwei und mehreren Zusammenhängen und das Gebirge durchsetzen. Dahin gehören die beiden c, ferner d und noch einige im Westen. Bei 6 ist zwischen den Massen ein schmaler Durchgang zu einem weiten Gebirgsthale, das mehrere Oeffnungen gegen S., O. und ISO. zeigt. Das Innere enthält, aufser mehreren isolirten Cratern, noch kleinere und gröfsere Gruppen von Cratern und Bergen. Solche Gruppen bilden sich um e, f, und A, und durch letztere hat der Centralberg a mit dem Ringgebirge einigen Zusammenhang. Im O. des Walter liegt die helle Stelle, von der im Vorigen (§. 288.) die Rede war. Sie fällt am wahrscheinlichsten (denn es ist äufserst schwer, Gegenstände ihrer Lage nach zu vergleichen die man nie zugleich sieht) zwischen den Cratern Walter g und dem Berge Lexell y. §. 303. Regiomontanus R. eine irregulär gestaltete, gegen 14 Meilen von O. nach W., und nur etwa 9 von S. nach N. sich erstreckende Wallebene. Nur der westlichste Tlieil, etwa des Ganzen, liegt jenseit des ersten Meridians. Das umgebende Gebirg ist an einzelnen Stellen hoch und steil, an andern stark nach innen verzweigt und niedrige!-. Bei ß dringen diese Gebirgszweige weit ins Innere vor, weniger die im Nordost gegenüberliegenden. Terrassen sind mit Bestimmtheit nicht wahrzunehmen, dagegen eine grofse Anzahl eindringender Thalschluchten und Gebirgspässe. Die Höhe des Westrandes haben wir 1058* gefunden; gegenüber bei a, wo ein breites Hochland mit Steilrändern emporsteigt, scheint sie beträchtlicher \zu sein. Auf diesem Hochlande liegt der Doppeler ater B unter —28° 29* B. und —4° 15* L. Der Centralcrater A, unter —27° 46* B. und —1° 18'L. ist weniger augenfällig als der neben ihm liegende hufeisenförmige Berg; doch sind beide im Vollmonde noch einigermafsen sichtbar. Das Hochland an der Ostseite fällt steil nach y zu ab, wo aber noch immer wildes Gebirg vorgelagert ist. Grofse, steil abstürzende, meist unregelmäfsige Tiefen bilden sich zwischen ihnen und erst jenseit des —5° L. werden die Abhänge sanfter und regelmäfsiger. Längs ihrem Südrande zieht ein langes schmales Längenthal dem Ringgebirge Hell B zu; nordwärts verbreiten sie sich in kurzen, durch Querthäler getrennnten Armen. Vom Walle des Regiomontanus E aus (— 27° 54* B. und —7° 0* L.) gesehen, bildet zwar der Norden, Westen und Süden noch ein Bergpanorama, nach O. aber unterbrechen nur noch wenige Hügel die helle Ebene, in welcher die vom Tycho herüberziehenden Lichtstreifen sich verlieren und dem Mare Nubium Platz machen. §. 304. Purbach R. bis auf einige Abplattungen kreisförmig und von hohen, grüfstentheils zusammenhängenden Gebirgen umgeben. Sein Westrand erhebt sich nordwärts bei a 1182* über die innere Fläche. Die beiden Vorgebirge, die bei a sich nahe gegenüberstehen und zwischen denen eine enge Thalschlucht dem Regiomontanus zuzieht, sind wohl noch steiler und höher. Nach S. zu ist der Wall am niedrigsten und schmälsten, und weiter- 303 hin ganz in einzelne Gruppen aufgelöst. Im Osten stehen bei ß und y hohe Gipfel, umgeben von breiten Terrassen. Im NO. ist gleichfalls Hochland, nördlich aber steht ein Ringgebirg g, dessen Wall zugleich den des Purbach bildet. Ueberhaupt ist die Begrenzung bei aller Ungleichartigkeit doch ringsherum sehr bestimmt und wenn gleich auch hier spätere Einwirkungen deutliche Spuren hinterlassen haben, so hat doch das Ganze weit besser widerstanden als Walter, Maginus und Longomontan. Zu diesen spätem Einwirkungen scheinen insbesondre die sehr tiefen, den Purbach umgebenden und in seiner Fläche liegenden Crater gezählt werden zu müssen: F unter —24° 16' B. und —0° 50' L.; 1 Meile im Durchmesser, D von gleicher Gröfse unter —-22° 24' B. und —2° 16' L.; der reichlich 2 Meilen im Durchmesser haltende e mit einem Centralberge, B und K im östlichen Theile des Hochlandes, ersterer 2 Meilen grofs und in —26° 33 / B. u. —4° 53' L. liegend; letzterer nur etwa \ Meile im Durchmesser, aber ziemlich hell (—24° 52' B. u. —5° 25* L.) der Abfall des Hochlandes gegen die Tiefe, nordwestlich nahe bei K, beträgt 1122 Toisen. Noch weiter östlieh in h treten die Berge zu einer Art Ringgebirg zusammen, dem auch der Centralberg nicht fehlt. Mit dem —7° der Länge hört das höhere Gebirg, mit —8° auch die Vorhügel auf und das freie Mare beginnt. Purbach’s Inneres zeigt aufser einem gröfsern, hellen, nicht recht centralen Crater A (25° 52' B. und — 2° 39' L.) noch einige sehr kleine; deren nördlichsten uns erst der 14. Juli 1834 zeigte, und ein kleines von A nach g ziehendes unzusammenhängendes Gebirg. Das grofse, Purbach’s östlichen Theil ganz umziehende Hochland fällt, zwischen Purbach h und Thebit E, in einen weiten Busen des Mare Nubium ab, dessen gröfster Theil ein schöner Bergkranz einnimmt, weiter nördlich aber sehr steil zum Ringgebirge Thebit R. (Insula Cyprus? H.) in jeder Beleuchtung gut sichtbar und 7 Meilen im Durchmesser haltend. Der steile Westrand hat 1314, der Gipfel über e 1539* Höhe; weniger steil und hoch ist der Ostrand, der aus mehrere Parallelrücken besteht. Das Innere hat 3°, der Rand 5^° Licht; ein Centralberg fehlt ganz, obgleich sich das Innere nicht ganz eben zeigt. Der sehr tiefe, in seinem breiten Walle 6° bis 7° helle und völlig regelmäfsige Crater A liegt —21° 17' 34" B. und —5° 47' 8" L. nach unsern 12 Messungen. Er hat das Wallgebirg des Thebit völlig durchbrochen, und sein Ostwall erhebt sich 738* über das Mare, also vielleicht 1600* über die innere, 3° helle Tiefe. Ihm hat sich, östlich noch ein 4° heller Crater angeschlossen. Einen eigenthümlich überraschenden Anblick gewährt der schnurgerade und auch in allen seinen Theilen gleich hohe Bergzug ß , der vom Crater D (—19° 28' B. u. —8° 45' L.) beginnend, sich bis zu einem kleinen schön geformten Gebirge A fortzieht, und gegen 14 Meilen lang ist. Man kann den Anblick des Ganzen nicht treffenden bezeichnen als, dafs man sich einen mit einem Hirschgeweih gezierten Stock vorstelle. Der gradli- nigte Theil ist beträchtlich steil und 157* hoch; das südliche Gebirg ist in seinen Gipfeln noch höher und 4° hell, was aber eine hier noch häufig in der Ebene vorkommende Farbe ist. Das Gebirg bildet den östlichen Rand des erwähnten Bergkranzes und sein höchster Gipfel A liegt —23° 4P B. und —8 U 8' L. In der Ebene liegt noch das kleine zweigipflige Gebirg H unter —20 1 ’ 10 7 B. und — 6° 59' L, Thebit B (—22° 4' B. und —9° 29' L.) ein grofser Crater, im Innern 4°, im Ringgebirge 7° und im Nord- und Südpunkte 8° hell, der westlich noch einen kleinen 6° hellen neben sich hat. Sein Ostrand, der die übrigen Theile dominirt, erhebt sich 387* über die Fläche des Mare Nubium, und eine von einem hellen Berge im Nordosten kommende Rille y zieht zu diesem Gipfel und erstreckt sich, ohne ihn jedoch zu durchsetzen, jen- seit desselben fast genau in Meridianrichtung bis zu —25° 5' B. fort. Den nördlichen Theil der Rille, den wir am 18. März 1834 entdeckten, enthält unsre Karte, nicht den südlichen erst am 28. Juli 1834 gesehenen, als dieser Theil der Karte schon unter der Presse war. Matte Lichtstreifen ziehen von hier nach Süd, niedrige wenig merkliche Bergketten durchstreichen das Mare, und Minima von Cratern läfst eine günstige Beleuchtung aller Orten bemerken. Thebit C (Munosius? R.) (Insula Carpathos? H.) ein grofser 6° heller Crater (das Innere 3°) unter — 21° 39' B. u. —13° 9' L., sehr ähnlich dem westlicher liegenden B. — Wir wissen die angeführten Ric- ciolis chen und Hevels chen Namen, zu denen sich noch ein ganz ungewisser Profatius R. (Insula Rhodus? H.) gesellt, nicht zu konstatiren, denn beider Zeichnungen sind liier höchst inkorrekt. §. 305. Arzachel R. (Mons Cragus H.) 14,22 Meilen im Durchmesser grofs. Wiewol ein Hauptrücken rings herum vorhanden ist, hält es doch schwer diesen stets mit Sicherheit zu unterscheiden, denn durch gröfsere Hel- 304 ligkeit zeichnet er sich ganz und gar nicht aus und auch an Höhe kommen ihm andre nahe. Den Gipfel a fanden wir 2125* und einen andern Berg, nicht im Hauptzuge, 1395* hoch (wir finden in unserm Journal keine bestimmte Angabe der Lage des letztem). Der Centralberg y (768*) und der tiefe Crater A, dessen Lage —18° 4* B. u. —2° 14* L. ist, sind heller als das Ringgebirg, denn sie zeigen 5° Licht; dieses, so wie die Fläche, nur 4°. Arzachels Ostrand liegt 945* über seinem östlichen Fufse. In der Südecke liegt der Crater A, der oft nur wie ein Berg aussieht; und Ihiks neben A zieht eine gekrümmte Thalfurche durch die Ebene. Ansehnlich hohe Gebirge ziehen von hier nach N. und NO. zum Alphons. Der steile Bergkopf B hat nur geringen Zusammenhang damit. Alpetragius 11. (Mons Phoenix 11 .), ein 5,79 Meilen im Durchmesser haltendes und sehr tiefes Ringgebirg. Zwischen den Gipfeln s und 4 steigt der Westrand 1882* über das Innere empor. Es währt lange, ehe der Fufs dieses Walles vom Schatten befreit wird, und 5 bis 6 Tage später zeigt er sich schon wieder deutlich am gegenüberliegenden Walle bei v\. Das Innere ist 4°, der Rand und der in —15° 58* B. u. —5° 19* L. liegende Centralberg (der aber aufser dem Vollmonde nur mit Mühe erkannt wird) 5° hell. Der Gipfel rj erhebt sich 590* über seinen östlichen Fufs. Die Grenze des Mare Nubium geht nicht am Alpetragius entlang, sondern unter mehrern starken Krümmungen 3 bis 5 Meilen östlich an ihm vorüber. Schon im Mare liegt der hellstrahlende Crater B (9° Licht) unter —14° 55* B. u. —7° 27* L. und neben ihm der weit gröfsere und tiefere a, den man aber im Vollmonde nur mit Mühe findet. Er ist etwa 4^° und das Innere 3° hell (Insula Lesbos H). Die 6° hellen Crater bei C, deren nördlichster —14° 24* B. u. —10° l 1 L., heben sich dagegen im Vollmonde gut hervor. Das kleine von C nach Norden ziehende Gebirg hat 187* Höhe, nach West zu gemessen. Dieser und die benachbarten Berge sind 5° hell. — Im äufsersten Osten glänzt noch mit 8° Licht der kleine Crater d. An Thebit und Alpetragius sich anlehnend, erstreckt sich ein gegen 300* emporsteigendes helles Hochland bis zu dem Hevelsciien Promontorium Aenarium in —19° B. u. —8^° L. Sein Rücken trägt nur noch mäfsige Höhenzüge, an seinem Rande aber springen überall steile Gipfel gegen die Ebene vor, ohne eine übereinstimmende Richtung zu befolgen; das Ganze bekommt dadurch eine Menge buchtenartiger Krümmungen. Das genannte Vorgebirg, ein zweites gegen N. vorspringendes y und der 5° helle Steilrücken ß sind seine höchsten Punkte; nur ein Crater hat es nahe bei y durchbrochen und glänzt in 5° Licht. Der von ä aus sich 20 Meilen fast gradlinigt gegen NO. sich erstreckende Zug ist eine Vertiefung, aber äufserst flach und schwer sichtbar. Auch die Bergadern, welche sie durchsetzen, sind an dieser Stelle etwas vertieft. §. 306. Alphons R. (Mons Masicytus II .), gegen 18 Meilen im Durchmesser haltend, eine der vorigen sehr ähnliche Wallebene, bei der aber doch das Innere im Ganzen um ein Geringes dunkler ist, als das Ringgebirg. Merkwürdig sind in dieser Fläche, aufser zwei hellem Flecken im S. des Centralbergs, noch mehrere völlig scharf begrenzte schwärzliche Stellen; die aber nur in hoher Beleuchtung so erscheinen. Sie sind, wie wir völlig gewil's zu sein glauben, weder vertieft noch erhöht. Der als steiler Pik sich erhebende Centralberg Alphons A liegt nach unsern 9 Messungen unter —12° 59' 21" B. u. —3° 14 ; 28" L., und hat 609 Toisen Höhe. Die übrigen Ungleichheiten der Fläche sind äufserst unbedeutend und schwer zu sehen. Vermuthet hatten wir sie schon längst aus der Form, welche der Schatten des Westwalles bei Sonnenaufgang im Innern darbietet, gesehen aber erst am 27. Febr. 1833 und nachher noch öfter. Am innern Rande herum liegen auch einige schwache Crater, unter denen a der gröfste. Bedeutender sind dagegen die Crater und Vertiefungen, die sich im Ringgebirg selbst zeigen. Dies ist höchst verschiedenartig gebildet, bald sind es kleine Massen, bald Gipfelreihen, bald lange parallel neben einander streichende Rücken. In diesen letztem herrscht schon sichtbar die Streichungslinie vor, auf die wir schon im Vorigen (§. 209.) aufmerksam gemacht haben; die längern Thäler folgen ohne Ausnahme dieser Richtung. Von Arzachel a an streicht ein hierher gehörender starker Arm nordwärts zum Alphons; durch einen buchtenartigen Theil der Fläche und den Crater b unterbrochen, zieht er als Hauptrücken des Alphons weiter fort und schliefst mit andern parallelen Gebirgen ein langes Thal ß ein, das mit den nördlicher streichenden Thälern Zusammenhang hat. Mehrere Schluchten verbinden Alphons mit Ptolemäus; die bedeutendste, wenigstens deutlichste, durchbricht bei £ die hohen Gebirge. Auch im W., obwohl der Zusammenhang der Gebirge hier stärker ist, sieht man doch mehrere lange, sehr schmale Thäler im strengen Parallelismus nach SSW. ziehen. Die 305 Die Höhe des Gebirgs y über dem Innern fanden wir 1100*, und die Gebirge bei ß liegen 866* über dem Mare Nubium. Jedenfalls ist also die Fläche wenig oder gar nicht gegen das Mare vertieft. Von E an südwärts scheinen die Gebirge zwar höher zu sein, doch die vorliegenden Massen erschweren die Messung sehr. Im Vollmonde ist das Ringgebirg zwar noch einigermafsen kenntlich, aber ohne die gute Orientirung, die der 7° helle Centralpik darbietet, und ohne einzelne 5° bis 6° helle Punkte im Westrande würde man es wohl nicht mit Sicherheit auffinden. §. 307. Die nördlichste und gröfste dieser Wallebenen ist Ptolemäus 11, (Mons Sipylus II .). Schröter giebt dieser Ebene 30 Meilen Durchmesser; ein Fehler, den nur seine mangelhafte Vorrichtung erklären kann. Wir finden die gröfste Erstreckung 24,90 Meilen; was mit Lohrmanns 23 Meilen, zumal wenn dieser nur die Fläche selbst, nicht von Rücken zu Rücken gemessen hat, sehr gut stimmt. Der ganze innere Raum mag 400 Quadratmeilen enthalten. Sie erscheint in hoher Beleuchtung, wie in schräger, bis auf den 7° hellen Crater A (— 8° 56 ; B. und — 0° 44' L.) eben und gleichfarbig, 3^° bis 4° hell. Nur unter seltnen und vorzüglich günstigen Umständen erblickt man das hier verzeichnete Detail. Die kleinern Crater (d ausgenommen) fanden wir nach vierjährigem vergeblichem Suchen erst am 16. April 1834 mit Sicherheit auf. Am 26. Aug. desselben Jahres erschien, während die Sonne über Ptolemäus unterging, unerwartet die ganze Fläche mit einer grofsen Menge sehr kleiner Bergadern durchzogen. Sie sind meist nicht über \ Meile breit und 15* scheint das Maximum ihrer Höhe zu sein; auch sind alle nur kurz und ein Zusammenhang nicht deutlich. Einige krümmen sich ringgebirgsartig um eine wohl nicht vertiefte kleine Ebene; und der ganze Ptolemäus gewährte den Anblick eines Mare iin stark verjüngten Mafsstabe. Was nicht gar zu fein oder zu ungewifs schwirrend war, ist auf unsrer Karte dargestellt. — Auch Herr Juslizrath Knnowsky bemerkt in seinen handschriftlichen Notizen: „Am 11. März 1821 mit 144 m Vergröfserung „des 72zölligen Frauenhoferschen Achromaten erschien Ptolemäus durchgängig uneben, gänzlich erfüllt mit flachen „Einsenkungen ohne Randgebirg, die sich wie eingesunkene Blasenräume ausnahmen. Die Lichtgrenze lag nahe „am Oslrande des Ptolemäus, 23 St. nach dem 1. Viertel”. Die beiden höchsten dieser Bergadern liegen nördlich bei A, sind gegen einander gekrümmt und um- schliefsen fast völlig eine kleine Fläche b, die auch etwas vertieft zu sein scheint. Hohe Gebirge, doch ohne bestimmten Zusammenhang und gemeinsamen Charakter, umgeben Ptolemäus von allen Seiten. Es sind überall nur die äufsersten Glieder grofser Bergmassen und ganz analog denen, welche die gröfsern abgeschlossenen Maren begrenzen. Bei s öffnet sich die erwähnte Schlucht zum Alphons. Im Osten ist überall geschlossenes Hochland, nur stellenweis der Abhang minder schroff. Das starke Leuchten des Gebirgs- bogens a in den Phasen deutet auf grofse Steilheit. Im Norden gleichfalls steile Punkte, wie bei y, das Uebrige sanfter abgedacht. Im Westen stehen isolirte Crater zwischen den Bergen, und breite Vorhöhen erstrecken sich weit in die Fläche hinein. Die steile Ecke bei t] fanden wir 1356* hoch. Hinter diesem Hochgipfel zeigt sich eine perlenschnurähnliche Reihe von 6 Cratern, von denen Lohrmann nur den östlichsten und gröfsten zeichnet. Der kleinste hat vielleicht nur \ Sekunde (500‘) Durchmesser. Das Bergland im O. und NO. des Ptolemäus ist von mehreren langen, rillenartigen Thälern fast in Meridianrichtung (U h ) durchzogen. Eins derselben, von Lalande c kommend, ist anfangs fast ganz Rille, setzt sich nach g fort und verbindet sich zuletzt mit dem ähnlichen Thale bei Alphons. Mehrmals wird es indefs durch Ebenen unterbrochen, in denen keine sichre Spur seiner Forlselziung als Rille aufzufinden ist. Obgleich die Berge dieses Hochlandes ohne Ordnung gruppirt zu sein scheinen, so bilden sie doch an mehreren Stellen eine Art Ringgebirg, wie Davy e und f. Kleinere, aber bestimmter ausgeprägte Crater werden ebenfalls nicht vermifst. §.308. Davy, ein grofses und deutliches, aber an mehrern Stellen durch tiefe Thalschluchten unterbrochenes Ringgebirg, hat 4,99 Meilen im Durchmesser, und in seinem Umfange liegt ein sehr tiefer Crater A unter —12° 3' B. u. —8° 8' L., dessen 6° und südlich 7° heller Rand ihn im Vollmonde weit besser als Davy selbst, sichtbar macht, ln a steht der wahrscheinlich höchste Gipfel, in ß ein zweiter von beiläufig 700*; der Ostrand erhebt sich 543* über das Mare Nubium. Gegen O. und S. wird Davy vom Mare Nubium umgeben, nordwestlich liegt eine gröfsere, an Farbe und 39 306 Gestalt dem Ptolemäus ähnliche, nicht ganz geschlossene Fläche von 3^° Licht. Unter den umgebenden Bergen zeichnet sich nur der lange Rücken y durch 7° Licht im Vollmonde aus. Diese Fläche wird von einer sehr feinen, am 30. April 1830 zuerst von uns wahrgenommenen etwas gekrümmten Rille durchzogen, in der mit grofser Mühe 4 kleine craterartige Vertiefungen sichtbar sind. Im Vollmonde glänzt sie als ein zarter Lichtfaden. g, f, e, c sind unvollkommene Ringgebirge, die nur, wenn Schatten das Innere bedeckt, Aehnlichkeit mit den eigentlich so genannten zeigen. Bei höherer Beleuchtung verschwindet diese Aehnlichkeit und nur c behält auch dann seine dunkle Farbe 2^-°, während sein Wall und der kleine nördlich liegende Crater 6° haben. Zwischen Davy und Davy c erreicht das verbindende Gebirg eine ziemliche Höhe; unter —10° 30* erhebt es sich 390* und unter —9° 55' B. 515* hoch. Lalande L. (Mons Mycale //.), 2,93 Meilen im Durchmesser haltend, nach Lohrmanns 6 Messungen in —4° 20' 3" B. und —8° 44' 23" L. gelegen. Durch seine strenge Kreisform und bedeutende Tiefe zeichnet sich dieses Ringgebirg, neben Herschel und Mösting, vor allen andern dieser Mondgegend aus. Es hat einen schwachen, bei uns nicht angegebenen Centralberg, mehrere Hügel und Terrassen in seinem 4° hellen Innern; der Rand hat 6° Licht. Er ist bei a am höchsten (wenigstens 900*) und auch am hellsten. Geringe Vorhöhen lagern sich, theils als Ausläufer, theils concentrisch, überall umher, aber ohne dafs eine Verbindung mit benachbarten Ringgebirgen sichtbar wäre. 4 Meilen nördlich ein 6° heller Crater b, um ihn herum und weiter gegen NW. eine Menge isolirter, ziemlich unscheinbarer Hügel in heller Ebene. Erst bei ß (439* gegen Ost hoch) hängen die Gebirge besser zusammen und werden steiler. Auch die zahlreichen, nicht unbedeutenden Höhen im S. und O. sind doch auch in lauter kleine Massen zersplittert, unter denen sich 6 am meisten hervorhebt. Einen Schlufsstein gegen das Mare hin bildet der 7° helle sehr liefe Crater A (— 6° 26' B. und —10° 4' L.) dessen Ostrand sich 435* über den äufsern Fufs emporhebt. Denn die Bergparthien e, 4 und n gehören schon fast ganz dem Mare an, sind von unbedeutender Höhe und fallen weit weniger ins Auge, als die benachbarten Crater E von 6° und f von 5° Helligkeit. Nur der in —7° 5' B. und —10° 58' sich erhebende Bergzug hat noch 265* Höhe. §. 309. Mösting (bisher unbenannt) ein 3,18 Meilen im Durchmesser haltendes regelmäfsiges Ringgebirg in einer Gegend', die die Erde stets nahe im Zenith hat und also durch die Libration keine merkliche Veränderung der Form erfahren kann. Auf Mayers und Gruithuysens Karten findet es sich zwar, aber zu weit östlich gerückt; es liegt nach unsern Messungen —0° 38* B. und —5° 54* L. Das ziemlich gleichmäfsig erhöhte Ringgebirg gehört zu den bedeutendem des Mondes; der Ostrand liegt 1177* über der innern Fläche und nur 254 über der äufsern. Für die Höhe des westlichen fanden wir 885‘, doch sind Messungen durch die Enge des innern Raumes, in welcher noch deutliche Terrassen und ein schwacher Centralberg liegen, sehr erschwert. Der Nordwesttheil der innern Fläche hat 4°, der südöstliche nur 3° Licht, der Wall 6°. Beim hohen Gipfel a steht eine Cratertiefe. Durch die 3 Ringgebirge Herschel, Triesnecker und Mösting ist die wahre Mondmitte leicht zu bestimmen, denn sie liegt von jedem nördlichen Fufs derselben etwa gleich weit entfernt*). Eben so kann man durch Möstings und Landsbergs nördlichen Fufs stets die Lage des Aequators finden. Die Umgegend ist eine von mittelhohen Bergen unterbrochene, ziemlieh helle Ebene. Die Berge gruppi- ren sich theils zu grofsen Kränzen, theils liegen sic auch ganz zerstreut wie y und 5, welcher letztere 195* hoch ist. Der am besten geschlossene Bergkranz liegt im NW. und wird vom Aequator durchschnitten. Seine von 50 bis höchstens 150* variirenden Gipfelhöhen sind nur nahe der Lichtgrenze gut sichtbar. Ein zweiter Bergkranz im WSW. ist elliptisch, hat steilere Hänge und gegen S. eine 2 Meilen weite Oeffnung, vor der seitwärts ein schwer sichtbarer Crater liegt, ß ist der höchste Gipfel. Auch von ß bis y herum kann man einen Bergkranz annehinen, er ist aber der unvollkommenste von allen. In seinem südlichsten Winkel liegt ein grofser 9° heller Crater A (— 3° 14' B. und —5° 15 v L.) und links neben ihm ein kleiner von geringerem Lichte. *) Nach einer genauem Messung liegt die Mondmitte .24,3 Meilen von Möstings, eben so weit von Herschels, und 22,4 Meilen von Triesncckers Centralberge. 309 Nach Lalande zu liegen noch 5 Crater, unter denen b ziemlich grofs und leicht aufzufinden; c hingegen der merkwürdigste ist. Er hat nnr i Meile Durchmesser und geringe Tiefe, ist aber von einem sehr hellen, sternförmig glänzenden, doch aber sehr bestimmt begrenzten Lichtschimmer umgeben. In hoher Beleuchtung oder schwacher Vergrüfserung glaubt man einen Berg zu sehen und so findet er sich auch bei Lohrmann. Allein unter günstigen Umständen bleiben weder die Vertiefung noch der sehr gleichförmige Wall zweifelhaft und seit unsrer ersten Beobachtung dieser Gegend (April 1830) ist dieser Lichtglanz stets derselbe geblieben und hat etwas sehr Eigenthümliches. x §. 310. Herschel L. (etwa Mons Mesogus HA) mitten im Hochlande, gleichwohl kreisrund und ziemlich gleichförmig von einem 1477* hohen Walle umgeben, 5,29 Meilen im Durchmesser haltend. Seinen Centralberg hat Lohrmann durch 6 Messungen auf—5° 37' 6" B. u. —2° 9' 1“ L. bestimmt. Er ist leicht zu erkennen, schwerer die Terrassen und Wallgipfel, deren höchste bis a und ß liegen. Herschels Fläche hat 3°, der Wall 6° Licht. Ihn umgeben schwache, auf dem Plateau in SW. Richtung streichende Züge und mehrere Crater, unter denen c 7° Licht hat. Der Rand des sehr flachen Ringgebirgs d hat 5° Licht, a ist nur etwa 250* unter seinem Walle vertieft; b ist kleiner und tiefer, aber beide durch Helligkeit nur wenig hervorgehoben. Zwischen Herschel und Mösting wird eine fast 80 Quadratmeilen grofse und 4° helle Fläche von Gipfeln in 5° und 6° Helligkeit in Form eines Bergkranzes umschlossen. Indefs zeigen die Berge an mehreren Stellen starken Zusammenhang, besonders bei y, wo sie deutlich den allgemeinen Rand des Plateaus bilden und sich 610* über die Fläche erheben. Nur im N. liegen ganz freie, weite Oeffnungen. In der Ebene selbst ziehen niedere Hügel umher. Auch weiter westlich am Rande des Sinus Medii gruppiren die Berge sich zu solchen Kränzen, die aber meistens schon in die westliche Halbkugel fallen. Nur der bei Herschel £ sich bildende gehört noch hierher; er liegt unter allen der Mondmitte am nächsten. Einen andern westlich von b durchschneidet schon der erste Meridian; in seiner Umgegend liegen mehrere schmale, rillenartige Thäler. Das Mare Nubiuin Jt. (Mare Painphylium DT.) §. 311. Dieses grofse Mare ist im Allgemeinen weniger dunkel als die benachbarten Flächen des Oceanus Procellarum und Mare Iinbrium, doch zeigt sich nirgend ein grünlicher Schimmer, sondern überall nur der Wechsel von Lichtgrau und Dunkelgrau. Es ist gegen W., S. und SO. ziemlich gut durch die bisher beschriebenen Landschaften, sonst aber fast ganz natürlich begrenzt. Der westlichste Punkt liegt bei Alphons in —54° L., der südlichste beim Hesiodus in —30° B. Nördlich endet es allmählich in den Aequatorgegenden jenseit des Parry und Lalande, zwischen welchen Ringgebirgen Hevel seinen Sinus StTymonicus setzt, so wie die westlicher gegen Mösting hin liegenden Flächenstriche bei ihm den Namen Sinus Taruntinus führen. Gegen O. bildet das Riphäengebirg eine Grenze und von da ab kann man eine grade Linie zu der hellen inselartigen Landschaft Lu- biniezky rj ziehen. Von dem so bestimmten Flächentheile gehn aber bedeutende Strecken für die isolirten Gebirgsglieder und die hier sehr zahlreichen Ringgebirge ab. Das eigentliche Mare ist 24° bis 3° und nur in einigen dunkleren Stellen an der West- und Ostgrenze herum 2° hell; die hügligen und gebirgigen Gegenden haben aber 4° bis 5° Licht. Unter den benannten Ringgebirgen liegen Bulliald, Kies, Lubiniezky, Guericke und Parry, nebst den Bergkränzen Bonpland und Fra Mauro in seiner Fläche, und aufserdem noch gegen 250 grüfsere, kleinere und kleinste Crater die wir erkennen konnten. Bergadern enthält es zwar in beträchtlicher Anzahl, aber keine von so gro- Iser Ausdehnung als sie sich in den westlichen Maren finden, auch sind die meisten schwer sichtbar. Lichtstreifen ziehen dagegen in mehreren Gegenden durch die Fläche hin, besonders im Süden, wo sie die nordöstlichsten Verzweigungen des Strahlensystems Tycho bilden. Sehr augenfällig sind die beiden grofsen, von denen der westlichste durch einen Tlieil des Bulliald zieht (Flevcls Mons Sepher), der östlichste aber am Cichus vorbei durch Kies, Bulliald C und Bulliald F nach Norden streicht, wo er sich verliert. Beide Streifen, die mit Inbegriff des dunkleren Zwischenraumes gegen 18 Meilen Breite einnehmen, bestehen eigentlich aus vielen einzelnen, 5° bis 6° hellen Lichtflecken und Streifen, die zwischen sich einen matteren Lichtschimmer und auch einzelne bis 3° dunkle Stellen zeigen. 39 308 Alle übrigen Streifen, z. B. der vom Hesiodus zum Bulliald ziehende, noch mehr aber die im nördlichen Theile des Mare (dem eigentlichen Mare Pamphylium Hevels) wo sie sich nur sehr vereinzelt zeigen, sind schwächer und erfordern einen günstigen Luftzustand, auch haben wir sie nie, wie jene beiden, in der Nachtseite des Mondes gesehen. Im Ganzen scheint das Niveau der Fläche, auch abgesehen von den eigentlichen Berglandschaften, ungleicher zu sein als in den meisten andern Maren. §. 312. Bulliald R. (Insula Creta II.) das gröfste und tiefste aller Ringgebirge des Mare Nubium, das nach unsern 9 Messungen in —20° 25' 56" B. u. —22° 6‘ 11" L. liegt und 8,34 Meilen im Durchmesser hat. Die Tiefe ist stark concav und von allen Seiten mit Terrassen des Walles umgeben; der sich bei a 1402*; am gegenüberliegenden Ostrande aber, der 758* höher als das Mare liegt, 1450* über das Innere emporhebt. Auch auf der Höhe des Walles finden sich mehrere länglishte Kesselthäler z. B. nördlich und südlich bei a. Das mindestens 500* hohe vierfache Centralgebirg, dessen höchster Gipfel in B liegt, ist 6 ° hell, der nördlich ven B liegende Hügel 5°, das Uebrige der Fläche 3y°, und durch den östlichen Theil zieht der erwähnte Lichtstreif, der hier mit dem Walle des Bulliald nahe gleiches Licht (5°) zeigt. Das Ganze erscheint im Vollmonde als rundliche verwaschene Lichtmasse, eine Insel im Mare bildend. Die umliegenden Crater und Berge sind meist 3£° bis 4° hell. Wir zeichnen aus: Bulliald A (—21° 44' B. und —21° 0' L.) durch eine Thalschlucht mit dem Hauptgebilde zusammenhängend, 648* tief und 4° hell. B, reichlich 5° hell, auch gröfser und tiefer als der vorige, aber weniger als dieser von Bergen umgeben. Er ist 810* tief und der Ostrand liegt 427* höher als das Mare; durch ihn zieht der erwähnte Lichtstreifen, der hier mit einigen Bergadern zusammenfällt. C, unter —23° 56* B. und —24° 117 L. im Osten mit einem doppelten Walle, der tiefste dieser 3 gro- fsen Crater. Wir fanden die Tiefe 972*. Er hat 3°, auf dem Lichtstreifen aber 5° Helligkeit und zeigt einige Bergköpfe auf seinem Walle. Alle 3 Crater, die sich in jeder Beleuchtung höchst augenfällig darstellen und ihren Schatten länger als Bulliald behalten, sind die Ausgangs- und Vereinigungspunkte von Bergadern. D, der bisweilen zu fehlen scheint, bisweilen schwach und unbedeutend, und ein andresmal wieder so augenfällig als B und C erscheint. Hier die vollständige optische Erklärung: Er hat mit dem Mare, bei hoher Beleuchtung, gleiche Farbe und kann also dann von ihm nicht unterschieden werden. Sein östlicher Wall ist etwa 3 mal höher und zugleich viel steiler als der westliche. Bei zunehmendem Monde also kann der Crater nirgend einen sehr merklichen Schatten zeigen; bei abnehmendem mufs er eine geraume Zeit ganz mit Schatten angefüllt sein. Seine Lage —19° 15' B. und —18° 22* L. Endlich e, zwischen Hügelketten liegend und völlig 8 ° hell. In seiner Nähe ein gleich grofser Crater, der aber nur etwa so hell als das Mare selbst'ist, während die meisten andern dieser Gegend 5° Licht zeigen. Nur wenige Berge dieser Gegend heben sich aus der Hügelregion (100*) empor, den Wällen der erwähnten Ringgebirge kommen sie bei weitem nicht gleich. Die wichtigem sind: Lubiniezky £, unter —16° B.; der mit dem Crater e und einigen andern niedern Erhöhungen eine rundliche Fläche umschliefst. — Bulliald 7 , hakenförmig und 4° hell, dicht neben D liegend. — 4 und rj, der Schlufs- stein eines hufeisenförmigen Bergzuges, überall umgeben von niedrigem Gehügel, das gröfstentheils nur schwer erkannt werden kann. §. 313. Kies S. wenig erhöht und meistens nur mit Schwierigkeit aufzufinden, wenn keine Schatten mehr merklich sind; 6 Meilen im Durchmesser haltend, im Innern 3°, auf seinem Walle 4° hell. Nur im SO. erhebt sich der Gipfel a 3S2* über das Mare. Der Wall würde, ohne die grofsen hindurchziehenden Lichtstreifen, in hoher Beleuchtung besser ins Auge fallen; so aber ist er sehr unscheinbar, a und zwei Gipfel im Westen leuchten noch etwas hervor. Von Kies aus ziehen zwei gradlinigte Bergarme, ein stärkerer nach S. und ein niedriger nach NO. grade auf das Centrum zweier kleinern Ringgebirge zu, enden aber schon auf halbem Wege. Kies A, auf den einer dieser Arme zuläuft und der, obwohl viel kleiner, doch augenfälliger und tiefer, als Kies selbst ist, hat an der Südseite S° Licht und hängt hier noch mit einem kleinen 8 ° hellen Crater zusam. 309 men. Die übrigen Stellen des Walles haben 6°, und von ihm zieht eine ebenfalls gradlinigte Bergader gegen Campanus, ohne diesen zu erreichen. Sie endet an einem Hügel, und man sieht in dieser Gegend nur noch un- zusammenhängende Erhöhungen. Zwischen ihm und Kies eine schwache auf unsrer Karte fehlende Rille. Kies C (—25°36'B. u.—25° 50' L.), klein und nicht sonderlich hell, aber durch seine Lage gut sichtbar. b, 5° hell (3° im Innern), von Lichtstreifen durchzogen. D, sehr klein, gleichfalls 5° hell, und durch Bergadern mit Kies und den übrigen Cratern verbunden. Diese Bergadern und die Lichtstreifen ziehen im rechten Winkel übereinander hin. Die im westlichen Theile des Mare zerstreut liegenden Glieder, die wir nach Hesiodus, Thebit und Alpe- tragius benannt haben, sind bereits oben (§• 304 u. 305.) beschrieben worden. §. 314. Guerike (Taygetus Mons //.), vielleicht Riccioli’s Junctinus, in welchem Falle unser Parry der Moletius R. sein müfste. Ein Uebergangsgebilde zwischen Bergkranz und Ringgebirg, denn mehrere Stellen, besonders im N., zeigen bestimmt freie Oeflnungen; an andern zeigen sich blos beträchtlich vertiefte Sättel. Doch gewahrt man auch, besonders an der Ostseite, höhere Bergrücken und einen bestimmten Zusammenhang. Zu den höhern Punkten gehören der kurze steile Berg B, -—11° 36'B. u. —14° 20' L., von 343‘ Höhe über dem Mare} der Ostrand, dicht nördlich bei der Stelle, wo das halbe Ringgebirg eingreift, 321* über der Fläche; und aufser- halb der von A aus nordwärts fortgehende Bergzug unter —9° 30' B. und —13° 55' L., der sich 471* erhebt. Am höchsten scheint der seiner Lage wegen nicht wohl mefsbare steile Pik A zu sein; aber keiner der Berge dürfte die Höhe unsers Brocken übersteigen und die innere Fläche wenig oder gar nicht gegen das Mare vertieft sein. — Guerike ist heller als das Mare (4°), doch der Rand hebt sich nur unbedeutend hervor. Einige Berge uni A herum und dieser selbst haben 5°, und ein kleiner Crater unter —11° 32' B. u. —14° 48' L. völlig 7° Licht. Merkwürdig ist die Bergader, in deren Zug A liegt, die die Fläche in Meridianrichtung durchschneidet und sich jenseit derselben doppelt fortsetzt, so dafs eine enge, gegen den Crater B gerichtete Thalspalte in der Mitte liegt. Bei e fällt sie ziemlich steil gegen das Mare ab, an der Westseite zeigt sich ein kleines Hügelplateau und mehrere einzelne Berge; auch ist diese ganze Gegend 4° hell. Guerike B hat einen 6° hellen Wall, ist im S. offen und scheint einen Centralberg zu haben. Die umliegenden kleinern Crater haben 4° bis 5° Licht. C (—11° 13' B. u. —11° 39' L.), der im Innern 6°, auf seinem Walle völlig 9° Licht hat, sendet eine ganz ähnliche Doppelader aus, deren östlicher Zug y in —13° B. endet, der westliche aber, niedriger werdend und sich in kleine Hügel zersplitternd, bis —201° B. verfolgen läfst. Zwischen den Meridianen —12° u. —13° und den Parallelen —7° u. 16°, also auf einem Raume von 37 Meilen Länge und 4 Meilen Breite zählten wir nicht weniger als 24 kleine Crater, und in der ganzen Umgegend sind sie überaus häufig. Die meisten bilden im Vollmonde kleine Lichtpunkte; doch eben dies ist der Fall mit mehrern zum Theil sehr unbedeutenden Bergen dieser Gegend (z. B. allen auf dem Wege von B nach A liegenden) und aufserdem sieht man noch Liehtflecken von ziemlicher Gröfse, ganz der freien Ebene angehörend, wo weder Berg noch Crater liegt. Es bleibt also auch hier, in einer dem Ansclu.in nach so wenig schwierigen Gegend, nichts übrig, als sie in allen Beleuchtungen vergleichend zu beobachten, wenn man ein getreues Bild derselben darstellen will. A (—10° 57' B. u. —17° 0'L.) ist, wie die meisten Crater seiner Umgegend, 6° hell und seiner Klein. heit ungeachtet sehr gut kenntlich. §. 315. Lubiniezky A., ein 5 Meilen im Durchmesser haltendes, völlig geschlossenes, aber besonders in* seinem nördlichen und nordöstlichen Theile so wenig erhöhtes Ringgebirg, dafs man es nur in der Nähe der Lichtgrenze bequem erblickt. Gegen den nahen Bulliald steht es ungemein zurück. Die gröfste Höhe (des Westrandes) beträgt 154* über der innern Fläche, alles Uebrige kaum 100*. In der 3° hellen Fläche zeigt sich, etwas excentrisch und dem Weslrande genähert, ein unbestimmter matter Lichtfleck. Der Wall hat 4°, und einige Punkte im N. und O., also grade sehr niedrige, 5° bis 6° Licht. Noch schwächer sind die kurzen Ausläufer, deren einige ihn mit Bulliald in Verbindung setzen._ Wir lassen die Ortsbestimmungen, zu denen diese Gegend sehr geeignet ist, hier im Zusammenhänge folgen: 310 Mitte des Lubiniezky — 17° 31' B. — 23° 32' L. Lubiniezky B — 14 23 - —23 21 - aus 2 Messungen. C — 13 50 - — 25 36 - - 2 Messungen. D — 16 21 - —23 12 F — 18 10 - —21 35 - - 2 Messungen. H — 16 46 - —21 8 • G — 15 14 - — 19 57 • A — 13 43 - — 19 41 - Hier ist zuvörderst zu erwähnen, daTs unsre Karte eine kleine Gebirgsparthie ganz nahe südöstlich bei Lubiniezky und durch ein 2 Meilen breites Thal von ihm getrennt, nicht darstellt, sondern hier eine ebene Gegend andeutet. Deshalb haben wir sie in PL 5. nachträglich gegeben. Der höchste Gipfel dieser Parthie, Lubiniezky f.i, erhebt sich 503* über seinen östlichen Fufs. Wir haben keine Ursach sie für neu entstanden zu halten, sondern glauben, dafs sie zuerst übersehen worden sei, um so mehr als hier vier Blätter des Original-Entwurfs zusammenstofsen. Die übrigen Gegenstände in dieser Landschaft sind: F und H von 54 a Licht, so wie ein sehr kleiner wenig vertiefter Crater von 5° Licht südwestlich neben F, sämmtlich ausgezeichnete Punkte und durch Bergadern verbunden. G, weniger hell als die vorigen, aber zahlreiche Bergadern aussendend. Die nach NO. ziehende ist die breiteste und verbindet G mit dem 6° hellen i. Zwei schwächere, und gleichwohl hellere Adern ziehen dieser parallel. B, von 8° Licht und in heller Gegend gelegen, mit ansehnlich emporgehobenen Gipfeln. D, ganz nahe an Lubiniezky und 6° hell, doch ohne deutliche Verbindung mit dem Hauptringgebirg. Die Crater G, i, B, D und H bilden ein nahe gleichseitiges Fünfeck, in dessen Fläche nur einzelne Bergköpfe und Adern, meist von hellerer Farbe, zerstreut liegen. Der östliche Theil ist heller als das Uebrige. Ohne die optische Verkürzung würde das Pentagon noch regelmäfsiger erscheinen. a, gleichfalls in heller hügliger Fläche liegend, ist meistens nur Bergkranz, aber augenfälliger als Lubiniezky und mit seinem Westrande 329* über das Innere sich erhebend. In seiner 5° hellen Umwallung stehen auch 2 Crater. e, völlig Bergkranz, sonst dem Vorigen sehr ähnlich. Südlich von ihm ein halber Bergkranz, denn es ist nur der westliche Bogen vorhanden. — Diese drei Gebilde sind auch im Vollmonde gut aufzufinden, da ihre nur 24° Licht zeigende Tiefe dunkler, und ihr Wall (von 5° Licht) heller ist als die Gegend im Allgemeinen. Im Vollmonde glaubt man sogar noch mehr dergleichen Gebilde zu sehen, allein dies sind blos dunkle Flecke, an deren Grenzen weder Ringgebirg noch Bergkranz liegt und wo uns die Nähe der Lichtgrenze nur ganz iso- lirle Hügel zeigt. Selbst zugegeben, dafs die helleren Stellen zwischen den Flecken doch einigermafsen erhöht Wären (sicher keine 20 Toisen) so steht eine so geringe Höhendifferenz mit einer so bedeutenden des Lichtglanzes in gar keinem Verhältnisse. Ein abermaliger Beweis, dafs die Mondberge und die Mondfarben jede unabhängig für sich erforscht, und eine Coincidenz beider Verhältnisse niemals a priori geschlossen, sondern überall nur als das Resultat bestimmter Beobachtung angenommen werden darf. Ueberhaupt ist diese ganze Gegend so voller Lichtflecken, dafs es sehr schwer hält, sie in dieser Beziehung detaillirt darzustelleri. So liegt Lubiniezky C (der wie B in 8° Licht glänzt), an der Ostecke einer 4 bis 44° hellen, vielleicht etwas erhöhten, doch nicht scharf begrenzten Fläche. Andre, noch mehr verwaschene lichte Stellen zeigen sich westlich bei Euclides C und B, und bei Gassendi D. Die augenfälligste aber ist eine grofse, gut begrenzte, 44° helle Fläche im entferntem Osten, auf der der Berg »] und noch mehrere Höhenzüge liegen und von der zwei helle Streifen westlich gegen o ziehen. §. 316. Gröfsere Bestimmtheit und Uebereinstimmung zeigt die Gegend zwischen Lubiniezky und Guerike, da wo man auf Hcvels Karte eine Insula Melos, und bei Riccioli einen Origanus findet, ohne dafs wir im Stande wären anzugeben, was beide damit eigentlich bezeichnet haben. Hier erhebt sich zwischen den Bergen ß und <5 (beide 5° hell) und dem Crater k (7° hell) ein an Gestalt der Insel Sicilien sehr ähnliches Plateau, das sich etwa 100* über die allgemeine Marefläche emporhebt und 4° Licht hat. Nicht allein die Begrenzungen dieser Farbe und die des Hochlandes selbst fallen gut zusammen, sondern auch die Gipfel des Nordrandes, unter denen A (—13° 43' B. und —19° 4P L.) und 6 die steilsten sind, haben sämmtlich 5° Licht, so dafs man ihre Umrisse im Vollmonde fast eben so gut als bei schräger Beleuchtung erkennen kann. Diese Höhen steigen bis zu 300* 311 an. Von geringerer Bedeutung sind die, welche die zweite Dreiecksseite 6ß bilden; ihre Umrifslinie folgt, wie die der Nordseite, mehreren Buchten, aber ohne so bedeutend steile Ränder. Die dritte westliche Seite endlich ist ein durchaus sanfter, convex gewölbter Abhang, dessen Schatten nur an der äufsersten Lichtgrenze merklich wird, und auf dem sich nur ganz unscheinbare Hügel erheben. Eben so schwach sind die auf dem Rücken des Hochlandes fortstreichenden Züge, deren mehrere an der äufsersten Grenze des Erkennbaren stehen und während einer ganzen Lunation nur etwa 4 Stunden hindurch gesehen werden können. Gegen S. und O. hängt das Hochland mit dem vorhin beschriebenen, zum Bulliald und Lubiniezky gerechneten Mittelgebirgen zusammen. Gegen N. sendet es eine breite aber sehr flache Bergader, neben welcher sich links ein lichter, rechts ein dunkler Fleck zeigt, die eben so wenig als der östlicher ziehende Lichtstreifen, einer Differenz des Niveaus zu entsprechen scheinen. Die kleineren, scharf abgerundeten Lichtflecke dagegen sind, wie auch unsre Karte angiebt, Crater oder Berge, zuweilen beides zugleich. §. 317. Parry ( Riccioli’s Moletius?). An fünf Stellen deutlich geöffnet, bildet er, wie Guericke, einen Ueber- gang zwischen Ringgebirg und Bergkranz. Ungeachtet der geringen Höhe seines Walles zeichnet er sich doch sowohl in schräger als hoher Beleuchtung gut aus. Zu letzterer Zeit sieht man ira N. einen 9° hellen Berg £, der alles andre weit überglänzt, doch ist nicht dieser der höchste Gipfel, sondern die Berge A, B, y und 6. B bildet den Grenzstein dreier Bergkränze Parry, Bonpland und Fra Mauro, deren Augenfälligkeit mit ihrer Gröfse im umgekehrten Verhältnifs steht (was übrigens uuf der Mondfläche nichts Seltenes ist) und erhebt sich 761* über Parry’s Ebene, während der westlich gegenüberliegende Gipfel nur 257* emporsteigt. Die Höhe der Berge A (543*) y (421 *) und S (—y) über dem westlichen Fufse, scheint anzudeuten, dafs die innere Fläche mit der untern mindestens in gleichem Niveau liege, wie es sich bei Bergkränzen gewöhnlich findet und auch der Natur der Sache nach erwartet werden mufs. A und £ sind durch einen diametralen Lichtstreifen verbunden, der merklich heller als die Ebene ist und 3^° Licht zeigt. Leicht möglich, dafs er ähnlich wie der Zug in Guerike schwach erhöht sei, denn in eingeschlossenen Ringflächen ist dies nicht so gut zu unterscheiden als in freien Maren. Mehr als 14 bis 20* beträgt die etwanige Erhöhung gewifs nicht. Der kenntlichste Gegenstand der Umgebung ist der Crater Parry A, den wir durch 8 Messungen auf — 9° 12 ; 44 /; B. und —15° 39' 40 // L. bestimmt haben. Er ist 7° hell und stark umschimmert, besonders nach S. zu, sein dunkles Innere ist im Vollmonde fast nur ein Punkt, gleichwohl zeigt es noch einen (freilich nur sehr selten, unter den allergünstigsten Umständen wahrnehmbaren) Centralberg*). Die Tiefe mufs sehr ansehnlich sein. Parry und Guerike sind durch ein starkes 5° helles Gebirg verbunden, in dem sich einige Spitzen zur Brocken- und Fichtelgebirgshöhe erheben, nämlich eine unter —8° 25' B. und —15° 50 ; L. mit 655* und eine andre unter 8° 5' B. und —16° 10' L. mit 582* Höhe. Sie sind von ebener Landschaft umgeben. Westlich nach Lalande zu ist die Landschaft 3^-° bis 4° hell, übrigens aber bis auf einige Crater ganz eben. Unter diesen Cratern sind B und c am gröfsten, und merklich vertieft. Bonpland, ein östlich an Parry stofsender Bergkranz, von dem man in hoher Beleuchtung wenig sieht, da aufser dem Gipfel B und seinen nächsten Verzweigungen, keiner der übrigen durch Helligkeit ausgezeichnet ist. Wie Parry wird er von einem Lichtstreifen, der am Crater a beginnt, diametral durchzogen; auch sind beide Lichtstreifen parallel. Um dieses und das folgende Gebilde bequem zu beobachten mufs man die Zeit wählen, wo über den östlichen Hügeln eben die Sonne aufgeht. Bei abnehmendem Monde sieht man sie unvortheilhafter. Fra Mauro (Craliis Mo ns H. der den Bonpland mit begreift) der gröfste und unzusammenhängendste dieser Bergkränze, der aus zwei Hügelgruppen ß und y, einem steilen Berge A (—4° 27 ; B. u. —16° 18' L.) und einem weiten, theils aus langen Rücken, theils aus einzelnen Köpfen gebildeten Bogen besteht. Diese Verschiedenartigkeit der Theile, ihre geringe Erhebung und ihre mit der Umgegend gleiche Färbung veranlassen, dafs Fra Mauro nur selten als ein Ganzes heraustritt. Das Innere ist reichlich mit Hügelketten durchzogen und hat auch einen Centralberg ä. > *) Wir haben das zarte Lichtpünktchen nur zweimal sicher gesehen, und sind überzeugt,- dafs noch viele ähnliche Gebilde solche Centralberge aufzuweisen haben, die uns aller Mühe ungeachtet verborgen geblieben sind. 312 Nähern wir uns dem Aequator, so treffen wir zuerst eine inselartige Berggruppe £, deren Erhebung über ihren westlichen Fufs 954, über den östlichen nur 540* beträgt, und H, 5° hell, unter —2° 22' B. und —15° 34' L. liegend, von 500* Höhe (gegen Westen). Auch ~ und r t sind nicht unbedeutende Gipfel, die übrigen Berge dieser Gegend aber, besonders nach Osten zu, sind sehr niedrig und deshalb kaum oder gar nicht mefsbar. Unter dem 21° der Länge zeigen sich wieder kenntlichere Gegenstände; ein grofser 5° heller Berg unter — 6° 55' und —21° 0' von 364*; ein 6° heller Crater Fra Mauro A unter —5° 30' B. u. —20° 43' L. und ein ihm gleicher B unter —4° 5' B. und —21° 33' L., alle drei von kleinern Hügeln umgeben. Neben den beiden Cratern ein kleines Plateau e, und am Rande desselben ein kleiner Crater, der südlich einen Lichtschimmer neben sich hat. Im Allgemeinen kann man als Charakter der ganzen, vom Guerike bis zum Aequator und östlich bis in die Nähe des Landsberg reichenden Berglandschaft eine gegen N. und O. hin zunehmende Zersplitterung, steilere Abfälle gegen Westen, allmählige Senkung gegen Osten, und eine durchweg vorherrschende Meridianrichtung der Hauptzüge aufstellen. Die Ringgebirgsform hat sich nicht vollständig ausbilden können; nur kleinere Crater- formen von 1 Meile Durchmesser abwärts, haben ein scharfes und bestimmtes Gepräge erhalten. ■— Sehr vieles ist, wie schon bemerkt, im Vollmonde nicht aufzufinden, so z. B. nicht die ganze von —8° 36' bis —3° 20' B. sich erstreckende und den 19ten Längengrad bezeichnende Kette, die selbst an den benannten Punkten ß und t nicht 50* übersteigt. Das JSipIiiien-CJebirg. §. 318. Wir haben dem zwischen —3° 0' u. —10° 40' B., so wie zwischen —23° 20' u. —29° 0' L. gelegenen Gebirge, das sich zwar durch lebhaften Glanz (5°) auszeichnet, sonst aber weder der Höhe noch der Ausdehnung nach mit den Alpen, Apenninen und andern Hochgebirgen des Mondes verglichen werden kann, den obigen Namen beigelegt. Es ist seiner isolirten Lage wegen leicht und sicher darzustellen, auch findet es sich seinen Hauptumrissen nach auf früheren Karten, doch ohne Benennung. Der Hauptzug des Gebirgs ist durch zwei schmale durchgehende Spalten, deren Spuren sich auch noch aufserhalb desselben in Bergadern und Abfällen verfolgen lassen, in drei Theile gesondert. Der südliche, von — 10° 40' bis —7° 45' B., beginnt mit einem isolirten Gipfel Euclides t und hat anfangs nur sehr geringe Erhebung. Weiterhin wird es ansehnlicher und steiler, hängt auch mehr zusammen und hat an seinem westlichen, dem Mare Nubium zugewendeten Fufse zwei schwärzliche Stellen, durch deren Kontrast das helle Gebirg sich sehr hervorhebt. Die Gipfel r von 217* und a von 247* (beide gegen Osten zu gemessen) sind die höchsten; es scheint, dafs nach dem Mare Nubium zu der Unterschied ansehnlicher ist; wenigstens ist hier, und nach der Spalte B hin, der Abfall viel plötzlicher als nach der Ostseite, wo sich noch mehrere Vorhöhen zeigen. Der mittlere Theil, von —7° 45' bis —5° 50' B. zwischen den beiden Durchbrüchen B und A gelegen, ist nur 8 Meilen lang, aber breiter und höher als der vorige, zeigt den steilsten Rand und macht auch nur geringe Krümmungen. Von der Höhe B blickt man in 10 nahe liegende Crater hinein, die sämmtlich gegen Westen im Mare Nubium liegen. Der Gipfel A an der nördlichen Spalte hat 386* Höhe. Der südliche Theil ist ein einfach gekrümmter Bogen von —5° 50' B. u. —-27° 0' L. bis -—4° 52' B. und —25° 0' L. sich herumziehend. Grade auf der Mitte des Bogens steht ein 6° heller Gipfel, der wie ein Cap gegen den Oceanus Procellarum vorspvingt und 430* Höhe über diesem hat. Er ist. der hellste de&Riphäen- gebirges, denn alles Uebrige, einige ebene Stellen in der Concavität des Bogens mit inbegriffen, hat 5° Licht, ohne dafs die einzelnen Gipfel sich darin von der Masse auszeichneten. . , Westlich vom —25° L. sieht man nur noch Grübchen und kleine isolirte Piks, deren südlichster © unter —6° B. und —24° L. liegt, und nördlich, nach H (—3° 10' B. u. —24° 58' L.) hin, flachere, aber gleichfalls inselartige Hügel. Noch stehen zwei kleine benachbarte Gebirgsglieder in schwacher Verbindung mit dem Riphaeus. Das nördliche unter —5° B. u. —28^“ L. ist eine geschlossene Masse ohne tief eindringende Thäler, 54- u hell und ziemlich hoch, besonders in seinem südlichen Vorgebirge i (273* gegen O.). Südöstlich 3 sehr kleine einzelne 4 U helle Gipfel in regelinäfsiger Reihe. Das südliche und kleinere Nebengebirg K zeigt nahe an seinem Hauptgipfel eine durchgehende Spalte, parallel denen des Riphäus, und wie diese durch eine Bergader fortgesetzt. Die helle Farbe (5°) nimmt hier einen viel gröfsern Raum ein, als das nur 3 Meilen lange Gebirge. §. 319 . 313 §. 319. Aber der augenfälligste Gegenstand dieser ganzen Landschaft ist ein tiefer Craler von ly Meilen Durch- messer und 7° bis 8° Licht, dessen selenographisclie Lage wir durch 8 Messungen auf —7° 10' 21" B. u. —29° LV 7"L. bestimmt und dem wir den Namen des Vaters der Geometrie beigelegt haben. Euclides zeichnet sich unter den umglänzten Cratern (die mit den strahlenden keinesweges zu verwechseln sind) am meisten aus. Ihn uragiebt ein mehr triangulärer als kreisförmiger, sehr heller, doch überall unbestimmt verlaufender Schimmer, der an seinem Fufse am hellsten ist. Er läfst sich bis K und 4 hin, so wie nördlich gegen 6 Meilen weit, wahrnehmen. Uebrigens ist die ganze glänzende Stelle bis auf einige sehr unscheinbare Hügel, die gegen den Wall des Euclides (268* über der äufsern gegen O. liegenden Fläche) in gar keinen Betracht kommen, ganz eben und liegt im Niveau des Mare. Dagegen sind die bei 4 und /li gelegenen Berggruppen kaum 3° hell und im Vollmonde nur wenig vom Mare unterschieden, während sie in der Nähe der Lichtgrenze kenntlich genug sind und also nicht so geringe Höhe haben können, wie etwa die schwachen Bergadern dieser Gegend. Dieser ganz eigenthümliche weifsliehe Nimbus zeigt sich nur bei wenigen Cratern der Mondfläche, deren keiner mehr als 1F Meile Durchmesser hat und die fast alle zwischen — 7 £ ° und —46° L. so wie zwischen dem Aequator und —15° B. liegen. Die strahlenden Ringgebirge sind sämmtlich weit gröl'ser, zeigen ihren grüfsten Glanz nicht unmittelbar am Fufse und verbreiten diesen Glanz in langen Streifen. Crater mit hellerer Umgebung, was meistens von umliegenden Terrassen herrührt, zeigen sich häufig, allein man kann sich durch Autopsie bald überzeugen, dafs dies mit der hier erwähnten Erscheinung nichts gemein habe. Die hierher gehörenden — Euclides, Euclides a, Flamsteed C, 4 Crater beim Landsberg, Alpetragius B und Parry A — sind sämmtlich sehr lief, streng kreisförmig, nie unter 7° hell, an Gröfse wenig unter sich verschieden und in allen Phasen höchst augenfällig. Der Glanz bei Mösting c (§. 309.) ist ganz andrer Art, und beim Lichtenberg (§. 270.) zeigt er sich nicht auf allen Seiten, ist schwächer, und eher liellroth als weifslich. Zu den in dieser Gegend nach Länge und Breite bestimmten Punkten sind noch nachzutragen: Euclides K Das Nordcap von Euclides 4 Nordspilze von Euclides F Euclides B Euclides C 6° 27' B. u. —28° 14'L. 40 97' - - —28° 25' — 28° 24' — 30° 4' — 29° 48' beide 5° hell. — 9° 2' - — 110 11 . — 13 u 0' - Die kleinern Bergadern sind in der weitern Umgegend des Riphäen-Gebirgs und des Euclides besonders häufig, lassen übrigens nicht viel Eigenthüinliches wahrnehmen. Mehrere sind kreisförmig gekrümmt; so liegen z. B. zwei derselben concentrisch um den Crater Euclides B. — Mehrere Namen, welche die I/evelsche Karte in dieser Gegend aufführt, wissen wir nicht sicher zu deuten. Es scheint, dafs seine Insulae Strophades dem Riphäus und Mons Alhos dem Euclides entsprechen. Ob seine Insula Malta den südlichen Theil des Ri- phäus oder den Crater B bezeichnen, ist nicht klar. Südlicher Theil des Oceanus Procellarnm. §. 320. Die allgemeine Beschreibung dieses gröfsten Mare der diesseitigen Mondfläche ist oben §. 259., und die detaillirte seines grölsern nördlichen Theiles §. 260—265. gegeben worden. Es bleibt uns hier noch der südliche Theil, der von benannten Ringgebirgen den Landsberg und Flamsteed enthält, zu betrachten übrig. Landsberg Ii. (Insula Zachyntus //.), 6,10 Meilen im Durchmesser haltend, ein völlig geschlossenes, regelmäfsiges Ringgebirg, das nach unsern 10 Messungen in —0° 29' 51" B. u. —26° 33' 49" L. liegt. Es hat einen breiten, steilen, nach innen deutlich terrassirlen Wall von etwa 5° Helligkeit, und wird auf der Ostseite von mehreren parallelen Rücken begleitet; nach S. und N. ziehen Ausläufer eine kurze Strecke fort. Im Westen liegt freie Ebene, die selbst von dem hohen westlichen Gipfel aus (1511* über der Tiefe) unübersehlich ist, und in der sich, bis auf 12 Meilen Entfernung, weder Crater noch Bergadern wahrnehmen lassen. Auch ist der Abfall des Wallgebirges nach aufsen überall sanft, mit 10° bis 15° Böschung. Der östliche Wall hat nur 1104* Erhebung über dem Inneren, und 385* über der äufseren Fläche, was aber der vorliegenden Unebenheiten wegen unsicher ist. Der Centralberg, der gleichfalls eine ansehnliche Höhe haben mufs, hängt mit einem zweiten südsüdwestlich gelegenen Gipfel durch einen kurzen Rücken zusammen, doch keinesweges mit den Terrassen des Walles. 40 314 Landsberg kann in jeder Beleuchtung gut und sicher aufgefunden werden und eignet sich, da der Aequalor durch seinen nördlichsten Tlieil geht, sehr gut zur beiläufigen Bestimmung desselben während der Beobachtung. ln Landsbergs Nähe liegen mehrere zum Tlieil sehr ansehnliche Craler, von denen 4 deutlich uinglänzt (§. 319.) sich zeigen. Es sind B (—2° 36' B. u. —28° 14' L.), dessen Schimmer sich in Meridianrichtung weiter als in der darauf senkrechten erstreckt, d von gleicher Gröfse und Intensität, in dessen Nähe einige kleine Berge liegen; 4 Meilen nördlich von d ein kleinerer, dicht neben einem grüfseren 5° hellen, der aber keinen Schimmer zeigt, endlich Landsberg A unter —0° 5' und —30° 43', den der Aequator fast mitten durchschneidet. Sie sind sämmllich 7° bis 7^°, der kleinste zwischen A und d liegende sogar 8° hell, und sonach sehr intensive Glanzpunkte. Dagegen zeigt der grofse Crater c, dessen Wall 5° Licht hat, und sich gegen Osten 324*, gegen Westen 296* über das Mare erhebt, durchaus keinen Schimmer, so wenig als ein kleinerer und sehr wenig vertiefter nordöstlich neben ihm, den man nur schwer auffindet. Zwischen c und A zieht ein heller und scharfer Lichtstreifen durch die Fläche hin. Bergadern ziehen vom Landsberg nordwärts gegen Hortensius und Reinhold hin, so wie auch südostwärts zum Crater c. Aber sie sind sämmtlich nur schwach, und Landsberg erscheint gewöhnlich als ein dev Benennung Insula ganz entsprechender Gegenstand. Ueberhaupt liegen in dieser Mondgegend die gröfsten ununterbrochenen Eben n. Die kleinen Hügel östlich von d sind 81* hoch, und weit und breit die bedeutendsten. §. 321. Flamsteed (früher unbenannl). Den Manen des hochverdienten, im Leben schwer gekränkten, und noch im Grabe schändlich verleumdeten ersten brittischen Astronomen haben wir dieses kleine Ringgebirg, welches das Hauptglied eines grofsen, sehr regelmäfsigen Bergkranzes ausmacht, gewidmet. Sein Centrum liegt nach unsern 10 Beobachtungen —4° 30' 48" B. und —44 a 12' 8" L., der Durchmesser ist etwa 2 Meilen, die Tiefe (die sich freilich nur sehr beiläufig bestimmen läfst) 9S0‘, die Erhebung des Ostrandes über dem Mare 220*. Da sein 6 a heller Rand eine nur 3° helle Tiefe umschliefst und seine Lage eine isolirte ist, so kann man ihn in jeder Beleuchtung deutlich erkennen. Er scheint keinen Centralberg zu haben. Der Bergkranz, dessen südlichsten Punkt Flamsteed bezeichnet, hat gegen 13 Meilen Durchmesser, ist kreisförmig und besteht aus mehrern niedrigen Rücken, die in die Peripherie eines Kreises fallen und nur auf der Ostseite zum Tlieil abweichen. Sie sind von verschiedner Helligkeit; westlich 4° bis 5°, östlich 3°, 3^° und 4°. Aber auch die nicht erhabenen Theile des Umfangs, also die Oeffnungen des Kranzes, sind heller als das Mare und das ihm gleiche Innere, so dafs man im Vollmonde gar keine eigentliche Unterbrechung wahrnimmt und ein grofses Ringgebirg vor sich zu haben glaubt. Die Rücken sind ohne Ausnahme, auch da wo sie die Peripherie verlassen, sehr schmal, mehrere kaum wahrzunehmen, und im Allgemeinen nicht über 50* hoch. Nur der 4° helle Berg A erreicht 179*, nach Osten zu gemessen; er liegt unter —2° 34' B. u. —45 a 25' L. Flamsteed B (—2° 52' B. und —42 ü 12' L.) hat 5° Licht, steht aber A an Höhe bedeutend nach. Im Innern sieht man eine Menge Crater, die im Vollmonde matte Lichtpünktchen bilden und überhaupt schwer wahrzunehmen sind, etwa den 4° hellen d ausgenommen. Unsre Karte giebt nur 4, wir haben später noch 6 andre wahrgenommen. Auch kurze und matte Lichtstreifen durchziehen diese Miniaturlandschaft, und an der Ostseite zeigen sich aufserhalb derselben einige hellere Flecke. — Die Bergadern in der Umgegend Flamsteeds sind ziemlich zahlreich, und mehrere schliefsen sich ihm an, sie zeigen aber nichts Eigentümliches und sind überhaupt sehr unscheinbar. Bedeutender hingegen sind einige isolirte Berggruppen, die hier in der weiten Ebene zerstreut liegen. Die gröfste liegt etwa unter dem —50° L. vom — 7° bis zum Aequator, ihr Haupttheil erstreckt sich jedoch nur von ^ bis E, wo die Berge 44° Licht haben. Die Höhe des Gipfels E über dem östlich liegenden Mare fanden wir in 3 Messungen 538, 561, 535, im Mittel 545 Toisen, er kommt also den Gipfeln des Riphäus mindestens gleich. Aber die Böschungen sind bei ihm und bei allen Abhängen dieses Zuges sehr sanft. Der von hier nach v ziehende 5° helle Rücken hängt ziemlich gut zusammen; seiner nach Ost gerichteten Concavität steht ein Bogen sehr kleiner Hügel gegenüber, so dafs inan hier abermals etwas bergkranzähnliches sieht. 4 im südlichen Theile der Gruppe hat 6° Licht, ist aber nicht so hoch als E und r,; überhaupt beschränken sich hier die etwa noch mefsbaren Höhen auf wenige Punkte, und das Uebrige hebt sich kaum über die Region der Bergadern. Westlich liegt der 5° helle Berg A ( —3° 14' B. und —39° 33' L.) von 203* Höhe über dem östlichen Fufse; er hat kleinere, etwa 3° helle Berge neben sich. Flamsteed F (—5° 30' B. und —38° 33' L.) ist der nördliche ziemlich steile Wendepunkt eines kleinern Gebirges, das meist der Richtung der Parallelen folgt, dessen gröfste Höhe jedoch nicht hier, sondern in 3- (344‘) 315 zu suchen ist. Der ganze Zug hat von e bis £ herum 5° Licht, westlich von s nach Euclides A, nur 4°. Es ist ■ merkwürdig, dafs die einzelnen Theile dieses Gebirgs fast durchaus der Meridianrichtung folgen, während doch das Ganze 8 Längen- und nur etwa 2 Breitengrade einnimmt. Aus dem Cratergewimmel dieser Gegend heben sich durch Gröfse, Tiefe lind Intensität des Lichts hervor Flamsteed A (7° 51' B. und 43° 0' L.), f (—4° 51' B. und —41° 6' L.), B (—5° 59' B. und —43° 43'L.) und der umglänzte C (—5° 44' B. und —45° 56' L.). Ersterer hat 6, B und f 5°, und C 7° Licht, der Schimmer liegt meistens an der Südseite. — Es verdient noch erwähnt zu werden, dafs wir nach dem Abdruck der Sect. III. zwischen A und Sr noch 7 Grübchen (sämmtlich Minima der Sichtbarkeit) wahrgenommen haben, und dafs auch an der Ostseile, zwischen Flamsteed und E, nach spätem Beobachtungen, deren noch 4 vorhanden sind*). §. 322. Letronne. Mit diesem Namen haben wir den grofsen Busen bezeichnet, der sich vom Oceanus procel- larum in das Bergland Gassendi’s hinein erstreckt, und der, bei nur mäfsiger Höhe seines Walles, sich doch sehr scharf markirt. Der ganze Gebirgsbogen ist ein zusammenhängender, schmaler und steiler Rücken, der sich mit seinen beiden nördlichen Spitzen in das Mare verzweigt und verliert, in seinen innern und hohem Theilen 5° bis 6°, in den übrigen etwa 4° Licht hat und nur an einigen Stellen kleine Vorhöhen zeigt. Den Abfall des Westrandes zum Busen, etwas nördlich von B genommen, fanden wir in 4 Messungen 526, 493, 472, 521, im Mittel also 503 Toisen; den seines nördlichen Endes an dem Punkte wo es sich verzweigt, 297 Toisen. Im Innern zeichnen sich der 7° helle Crater B (—11° 10' B. u. —41° 16' L.) und der 6° helle Berg A ( —10° 4' B. und —42° 44' L.) vor den übrigen sehr schwachen Objekten aus. — Des Hochlandes selbst wird weiterhin gedacht werden. Letronne f hat 7° Licht und ist überhaupt ein sehr kenntlicher Gegenstand; das Uebrige, was die Karte hier herum im Mare bemerkt, wird man nur mit Mühe finden. Noch liegt im Oceanus die kleine Berggruppe Euclides v von 5° Licht, aber nur unbedeutender Höhe, da einer der Hauptberge in —9° 50' B. und —33° 40' L. sich nur 147* über seinen östlichen Fufs erhebt. Die übrigen nach Gassendi benannten Gegenstände werden weiterhin Erwähnung finden. Das Mare Humoruin und die umliegenden Landschaften. §.323. Mare Humor um 11. (Sinus Sirbonis 11. auf dessen Karte der Durchgang in das Mare Nubium durch Fretum Sirbonicum bezeichnet ist) eins der kleineren Mondmaren. Es erstreckt sich vom —17° bis —31° B. und —28° bis —454-° L. hat hiernach in Meridianrichtung 57, auf dem Parallel 62 Meilen Durchmesser und ist nahe kreisrund, erscheint jedoch in mittlerer Libration nach der Richtung NW. bis SO. schon um fast f verkürzt und einigermafsen elliptisch. Der Flächeninhalt, mit Inbegriff der meerbusenartigen Theile, beträgt 2380 Quadratmeilen. Wenn gleich nicht vollkommen abgeschlossen, erscheint es doch als der am schärfsten und bestimmtesten individualisirte Flächentheil der Osthälfte und ist in jeder Beleuchtung auch in schwachen Vergröfserungen leicht aufzufinden. Für das freie Auge steht es jedoch an Deutlichkeit dem Mare Crisium nach, da es etwas kleiner und weniger dunkel als dieses ist**). Seine Bergadern sind ohne Ausnahme sehr niedrig und schwer zu erkennen. Dasselbe gilt von den meisten Cratern, deren Tiefe ebenfalls wenig beträchtlich zu sein scheint. Man erkennt diese Crater am besten im Vollmonde, wo selbst die kleineren sich durch ihr 5° — 6° helles, scharf begrenztes Licht sehr gut auszeichnen. *) Jeder künftige Zeichner einer Mondgegend wird ähnliche Erfahrungen häufig machen, und es wird, wie auch schon Lohrmann bemerkt, dem Einzelnen nie gelingen Alles zu erschöpfen was nach und nach auf der Mondfläche gesehen werden kann: Wir haben es indessen für Pflicht gehalten, jeder für unsre Karte zu spät gemachten Wahrnehmung hier besonders zu gedenken. **) Doch ist es für vorzüglich gute unbewaffnete Augen noch nicht der feinste Gegenstand der Mondfläche. Ilerr Ober-Post- Director Nernst erkannte am 26. Dec. 1833, als nach dem Ende der totalen Mondfinsternifs ein schmaler Flächentheil wieder frei geworden war, den Grimald ohne Fernrohr. Eben derselbe bezeichnete einen mit blofsen Augen gesehenen Jupiterstrabanten. Das Fernrohr zeigte, dafs der angegebene Ort richtig war, dafs aber hier 3 Trabanten nahe zusammenstanden und ihr vereinigter Glanz sich dem Beobachter als ein Stern dargestellt hatte. — Ein Beweis, dafs es den Alten nicht 60 ganz unmöglich gewesen wäre uns eine Mondkarte zu hinterlassen. 40 316 Killen zeigen sich in ziemlicher Anzahl, aber nur an der nordöstlichen und an der gegenüberliegenden südwestlichen Ecke, und alle unter einander parallel. Wir erkannten 2 beim Mersenius und 4 beim Campanus mit Ge- wifsheit, es scheinen aber in diesen Gegenden noch mehrere vorhanden zu sein. Der gröfste Theil der innern Fläche ist grün, und zwar erscheint hier die grüne Farbe fast in gleicher Deutlichkeit wie im Mare Serenitatis. Zuweilen schien es uns, als sei im östlichen Theile das Grün etwas heller als westlich, allein diese feine Nuance ist jedenfalls nur bei sehr günstigem Luftzustande vvahrzunehinen und die Helligkeit kann im Allgemeinen = 3° gesetzt werden. Westlich tritt es fast bis an den Rand des Mare, übrigens aber zeigen sielt zwischen der grünen Fläche und dem Gebirge schmale dunkelgraue Theile. Nach Gas- sendi zu, so wie im Nord westen, fehlt eine bestimmte Grenze ganz; das Grün geht allmählig in ein Grau von 24 ° Licht über. Erst bei dem hellen Vorgebirge des Hippalus f tritt die Grenze bestimmter hervor und zieht nun, den Gebirgen nahe, ohne bedeutende Krümmungen sehr bestimmt bis zum Vilello fort, wendet hier nordöstlich und geht mitten durch ein sehr cralerreiches Terrain zum Doppelmayer, in den sie aber ebenfalls nicht eindringt, sondern sich nördlich im Bogen herumzieht und der Ostgrenze wieder anschliefst. Man kann den Gesammtinhalt der grünen Fläche auf 1500 Quadratmeilen setzen. Ob diese Färbung auch den durchziehenden Bergadern zukomme bleibt hier, wie im Mare Serenitatis und Crisiuin, uuentschieden. Einestheils bleiben nur wenige Bergadern in hoher Beleuchtung noch cinigermafsen kenntlich, und dann ist dieser Farbenschimmer überhaupt zu matt um in kleinen Flächentheilen noch mit Sicherheit unterschieden zu werden. Von den zahlreichen Cratern ist es dagegen gewifs, dafs sie nicht grün, sondern bestimmt weifslich sind; auch läl'st sich nichts Eigentümliches wahrnehmen, worin sich die innerhalb der grünen Fläche liegenden Objekte von der analogen aulserhalb derselben unterschieden. §. 324. Unter den Bergadern der Fläche ist die, welche sich vom Vitello nördlich zieht und anfangs gegen O. schwingt, die stärkste; und sie wirft an einigen Stellen einen deutlichen, mefsbaren Schatten. Bei ö fanden wir sie 112* hoch; doch gehört dies nur einem kleinen auf der Bergader sich erhebenden Gipfel an und die allgemeine Höhe ist wohl nicht über 50*. Bei einem 7° hellen und 4- Meile Durchmesser haltenden Crater Doppelmayer D (—25° 21' B. und —36° 0* L.) dessen Ostrand 106* über dem Mare liegt, verzweigt sie sieh und wird niedriger. Westlich ziehen andre schwächere theils im Parallelismus neben einander fort, theils verbinden sie sich mit einander und dieses System, dessen Mittelgegend man aucli nocli im Vollmonde unterscheidet, zieht bis zum Gassendi fort; einzelne Abzweigungen desselben enden an kleinen hellen Cratern. Dem östlichen Theile des Mare fehlen die Bergadern zwar keinesweges, und wir haben nach dem Abdruck dieser Section deren noch mehrere bemerkt, besonders ein System kurzer Rücken, die vom Doppelmayer nördlich bis gegen den —24° B. ziehen. Aber sie sind ungemein niedrig und wohl nichts weiter als ilache Landwellen, wie sie sich in den Tiefländern unsrer Erde häufig zeigen ohne sonderlich bemerkt zu werden. Auch unter den —41° L. zieht eine sehr schmale auf unsrer Karte nur zur Hälfte gezeichnete Bergader gegen Gassendi L, aber alles dies gehört zu den feinsten selenographischen Objekten. Die Bergadern, welche vom Gassendi aus anfangs NO., weiterhin aber, schwächer werdend, N. streichen, sind eigentlich Terrassen des Hochgebirgs und meistens nur kenntlich durch ihre sehr feinen Sehattenlinien, von denen sie bei abnehmendem Monde an ihrer Westseite begleitet werden. Ihre scharfen Contouren geben ihnen zuweilen ein rillenartiges Ansehen; und im innersten Winkel, ganz nahe den Gebirgen, bemerkten wir am 4. Nüv. 1832 mit Bestimmtheit zwei Rillen in derselben Richtung ziehend, die eine Mersenius £ 12 Meilen die andre ß 5 Meilen lang und sehr schmal. Nahe bei diesen Terrassen südlich vom Gassendi zeigen sich einige kleine Lichtadern und Lichtflecke, allein zur Zeit der Phasen findet man an ihrer Stelle nichts. Doch ist L (—20° 3* B. und —41° 43* L.) wirklich ein Crater, obgleich er auf unsrer Karte durch Zufall fehlt, und in derselben Gegend liegen noch mehrere kleine Gruben, die erst später erkannt wurden. Am häufigsten sind sie jedoch in der Miltelgegeud des Mare. In einer kaum 40 Quadratmeilen enthaltenden Gegend fanden wir mit Sicherheit 16, ungerechnet mehrere Lichtflecke, welche dergleichen vermuthen lassen. Sie haben selten über Meile, einige nur etwa 500* Durchmesser. Ihre Unscheinbaxkeit und das bunte Ansehen dieser Gegend läfst dringend vermuthen, dafs die meisten uns ganz verborgen geblieben sind. Ganz ähnlich ist die Strecke nordwärts bei Vitello und Doppelmayer beschaffen, und hier zeigt sich auch ein gröfserer aber sehr flacher (Doppelmayer c) von 2 Meilen Durchmesser, das Innere 3, der Rand 4° hell. Er ist aber fast noch schwerer aufzufinden als die ihn umgebenden kleinern. 317 \ Ucbcrhaupt ist auch liier zu bemerken, dafs wir die auf unsrer Karte angegebenen 57 Crater dieses Mare (wozu noch 6 später bemerkte kommen) niemals alle gleichzeitig gesehen haben und dies auch nicht für möglich halten. Nördlich nahe bei Yitello, zeigt sich auch ein sehr kleiner, ganz isolirter, 4° heller Berg in der grünen Fläche, und weiter nordwestlich ein kleines Plateau von bedeutender Steilheit und Höhe. In seinen 3 Hauptgipfeln und in dem südlichen craterarligen Gebilde ist es 5° bis 6°, übrigens nur 4° hell; der Gipfel Hippalus a erhebt sich 950* über die westliche, der entgegengesetzte 971* über die östliche Fläche. Das Vorgebirg B, steiler und heller als diese beiden, unter —25° 47' B. u. —32° 30' L. gelegen, hat nur etwa 600* Höhe. Zu den im Innern der Fläche gemessenen Gegenständen gehören aufser den bereits angeführten: Vitello F —27° 59' B. u. —36° 23'L. Vitello E —28° 54' Doppelmayer E —24° 25' ein unbenannter —23° 6' Gasscudi I —21° 20' —35° 27' - —37° 41' - — 38° 39' - —36° 54' . §. 325. Zu den merkwürdigsten Mondgegenden gehören die beiden meerbusenartigen Theile, deren einer sich nach SW. bis an den Campanus erstreckt, der andre nördlich vom vorigen unter —24° B. u. —30° L. liegt. Jener schimmert in der Nähe des Campanus mit 4° Licht, das aber gegen das Mare hin allmählich in 2° übergeht. Aufser einzelnen Höhenzügen und kleinern Hügeln zeigen sich hier vier parallele Rillen, aber alle schwach und äufserst schmal. Sie entspringen sämmllich in den sanften Querthälern eines Gebirgsbogens, der in Hippalus y und Campanus ß steil emporsteigt, zwischen beiden Punkten aber niedriger abfällt. Mit beiden Enden schliefst er sich andern Gebirgen an und bildet so ein weites Thal, in dessen Mitte ein Crater liegt. Campanus y ist die augenfälligste, die benachbarte 6 hingegen die unscheinbarste. In mehrern Beobachtungen war ihre Existenz ungewils geblieben; mit grofser Mühe erhielten wir eine sichre Wahrnehmung am 16. Dec. 1832. Am 1. März 1833 gewahrten wir zuerst die nördliche Fortsetzung der ersten Rille, Hippalus e, Agartharchides 4 und e. Die 4 Stücke werden durch 2 grofse helle Crater und einen niedern Berg von einander getrennt, an andern Bei gen und Cratern, wie dem kleinen bei Hippalus b, geht sie olme Unterbrechung vorüber. Das Ganze erstreckt sich unter mäfsigen Biegungen 37 Meilen nach NNW., 5 Meilen etwa gehen für die Unterbrechungen ab. Campanus £ ist gleichfalls schwer zu sehen; Hippalus & bezeichnet etwa die Grenze des Meerbusens, und zieht noch ziemlich weit in den Hippalus hinein. Erst im Frühjahr 1836 fanden wir, dafs S sich auch südlich fortsetzt, in —27° 20' B. durch einen Crater und gleich darauf durch einen Berg unterbrochen wird, aber jenseit des letztem noch bis —28° 25' B. und —31° 30' L. sieh verfolgen läfst. Der zweite Meerbusen, Hippalus, wird von einem gegen NO. offnen Zweidrittel-Ringgebirge gebildet, vtnd ist mit einer Menge kleiner und niedriger Berge fast ganz ungefüllt. Der Grund hat 24 ü , die Berge 3° bis 4°, das umgebende Ringgebirg 5°. Es fällt steil ab, trägt viele Gipfel, und auf einem der höchsten in etwa — 24° 50'B. u. —28“50'L., an welchem die Rille s endet, eine sehr kleine Grube, die unsre Karte noch nicht enthält, was auch mit einem hart an der Rille ö in etwa —25° B. liegenden Crater der Fall ist. §. 326. Campanus II. (wahrscheinlich Insulae Didymae //., worunter Mcrcatar mit begriffen ist), der südwestliche Grenzstein des Mare Humorum, ist ein sehr augenfälliges und 6,84 Meilen im Durchmesser haltendes Ringgebirg, dessen scharfer Centralpik von uns durch 11 Messungen auf —27° 36' 50" B. u. —27° 27' 1" L. bestimmt worden ist. Nach Innen ist der Abfall beträchtlich steil, besonders im O., wo sich das Ringgebirg 1021* über die Tiefe erhebt, während es im W. nur etwa 700* Höhe hat. Von aufsen lagern sich Terrassen an, und einige kurze Anne ziehen westlich ab. Nur etwa 8 Quadratmeilen der innern Fläche, die zunächst dem Centralberge liegen, sind dunkel (2°), das Uebrige hat mit dem Ringgebirg und dem Centralberg gleiche Helligkeit (5°). Durch diese eigenthümliche Färbung ist Campanus, wenn man ihn einmal im Vollmonde gesehen, leicht wiederzuerkennen. Unter den umliegenden Gegenständen sind besonders der grofse Berg a (5° hell), der in 7° Licht glänzende tiefe Crater A (— 25° 36' B. u. —28° 3' L.) und die bergkranzartige Formation bei 4 zu merken. Mercator II ., ein dem Campanus ähnliches, auch durch Bergarme mit ihm verbundenes Ringgebirg von 6,58 Meilen Durchmesser. Es ist im Innern 3° und in seinem sehr ungleichförmigen, mit eiuer grofsen Menge 318 runder und länglichter Gipfel besetzten Ringgebirge 5° hell; der Crater b hat 6° Licht. Ara höchsten scheint der über e liegende, nicht mefsbarc, nördliche Gipfel zu sein; der Westrand bei b hat nach 3 Messungen 667, 718, 693, im Mittel also 693 Toisen, der Ostrand bei 4 etwa eben so viel Höhe über der innern Fläche, in der kein Centralberg steht. Vom Mercator aus ziehen eine Menge kleiner Gebirge denen des Cichus entgegen, sämmtlich in Südwestrichtung, die hier überhaupt wieder sehr auffallend vorherrscht. Der östlichste und stärkste dieser Bergarme, der sich bis zur Rille des Capuanus fortzieht, hat in a einen steilen, 1019* (gegen Ost) hohen Gipfel, der zu Zeiten seinen Schatten über alle östlich vorliegenden Hügel hinweg und bis in die Gegend des Craters Mercator a wirft. Im Südosten dieser beiden Ringgebirge liegt eine grofse graue, kaum 2° helle Ebene, beträchtlich dunkler als das Mare Humorum, aber weniger gut begrenzt. Sie wird nur von wenigen Cratern und kleinen Hügeln unterbrochen, deren bedeutendster auf der graden Linie Campanus—Ramsden in —30° 47' B. liegt. §. 327. Ramsden (Mons Nitria IIA\ ein kleines, aber höchst augenfälliges Ringgebirg. Es hat etwa 2,7 Meilen Durchmesser, ist ziemlich tief und sein Westrand erhebt sich 287* über die umgebende Ebene. Der östliche Wall ist höher, und hier liegt ein bedeutender, im Vollmonde 8° heller und so vor allen Lichtpunkten dieser Gegend ausgezeichneter Gipfel a, dessen Lage von uns durch 11 Messungen auf —32° 25' 48" B. u. —31° 41' 55" L. bestimmt worden ist. Das Uebrige des Walles vom Ramsden hat 5°, das Innere 4° Licht. Ramsden liegt isolirt. Nur ein schwacher Crater im S. scheint mit ihm in einiger Verbindung zu stehen. Sonst umgiebt ihn auf allen Seiten die erwähnte graue Ebene, ja sie ist östlich und südöstlich noch dunkler und zeigt nur 1^-° Licht. Nördlich vom Ramsden, nach dem Mare Humorum zu, zeigen sich aufser einem bedeutenden fast 8° hellen Crater A, dessen Wall 5 deutliche Gipfel und bei dem höchsten derselben noch einige Ausläufer hat, der aber ebenfalls von dunkler Ebene umgeben ist, eine Menge meist steiler Berge von den verschiedensten Formen und Richtungen, unter denen Vilello « einer der höchsten ist. Breite Thalschluchten ziehen von S. her hindurch, jedoch ohne sich gegen das Mare zu öffnen, denn hier ist der Rand desselben ein zusammenhängender Wall. Nur einige gegen das Mare östlich vorspringende Vorgebirge lassen eine Höllenmessung zu; so haben wir einen Gipfel in —27° 35' B. u. —32° 0' L. 760*, und einen andern 3 Meilen südöstlich entfernt liegenden 456* höher als das Mare gefunden. Diese Berge schliefsen häufig unregelmäfsige, kesselartige Tiefen ein. Weiter östlich, jenseit eines grofsen, dunkeln, gegen das Mare Humorum sich öffnenden Thaies bilden sich mehr geschlossene Gebirgsmassen, deren Oberfläche aber doch höchst ungleich und zerrissen sind und wo eine grofse Menge Crater und Gruben sich Raum gemacht haben. Sieben derselben liegen, in zwei Meridianreihen geordnet, zwischen Vitello und Ramsden D auf einem starken Höhenzuge, ihnen zur Seite in gleicher Richtung zwei tiefe Thäler und östlich ein steiler Abfall. Di« Grundfarbe der liöhern Berglandschaften ist hier die meisten Gipfel haben 5° und ein grofser Crater Vitello B 6° Licht. §. 328. Vitello R. (pars Montium Pliaran //.) von uns durch 11 Messungen auf —30° 0' 26" B. u. _37° 7' 26" L. bestimmt, ein sehr eigenthümlich gestaltetes Ringgebirg. Der 6° helle und deshalb auch im Vollmonde gut sichtbare Hauptrücken, auf dem sich einige nicht sehr merkliche Kuppen erheben, umschliefst eine wenig (etwa 400‘) vertiefte Fläche, die südöstlich 3", nordwestlich 4°, in der Mitte aber 7° hell ist. Diese Mittelgegend hat aber ein besonderes kleines Ringgebirg, welches, niedriger als der Centralberg, diesen einschliefst und so noch eine zweite concentrische Ringfläche umgiebt. Zwar kommen auf dem Monde oft genug Crater in Cratern vor, aber ohne Beispiel ist es, dafs der Centralberg seinen Wall überrage. Auch erfordert dieses innere Ringgebirg einen günstigen Luftzustand, um in seiner hellen Umgebung noch erkannt zu werden. An der Ostseite, nach aufsen zu, ist die Steilheit des Vitello ansehnlich und hier erhebt sich der Wall im Parallel des Centralberges, 800* über das Mare Humorum. Südlich von Vitello erblickt man eine 24° helle Ebene mit einem ungleichen Doppelcrater; zu beiden Seiten von hohen Gebirgen scharf begrenzt. Sie Verengert sich bei zwei vorspringenden und einander gegenüberstehenden Bergketten Vitello y und ß, und ist hier nur 2° hell; bei ö geht sie in 3° über und endet beim Crater Ramsden D, der fast so grofs als Ramsden, nur weniger tief und auch nicht so hell ist, und der_33° 39'B. und —35° 42' L. liegt. 319 Das im SO. liegende, an Vitello sich anschliefsende Plateau ist im Ganzen niedrig, von Cratern unterbrochen und nur gegen das Mare Huinoruin zu steil abfallend. Die höchsten Punkte sind Vitello 4 t von dem sich mehrere Bergadern durch die meerbusenartige, hüglige Fläche gegen Doppelmayer hin ziehen, und A (—31° 59' B. u. 38° 59' L.), der sich schon fast ganz isolirt, und jenseit desselben die Landschaft wieder eben wird. Der von 4 nach rj herumziehende Gebirgsbogen und die damit zusammenhängenden südöstlichen Bergrücken sind hoch und steil, werden von engen Thälern durchsetzt und gröfstentheils von dunklen Ebenen begrenzt. Auf Ilei els Karte führt die hinter Doppelmayer sich herumziehende graue Fläche den Namen Palus Arabia. Nordöstlich hängt mit diesem grofsen Bogen das halbe Ringgebirg Doppelmayer S. zusammen, das wenig erhaben, doch aber scharf gegen die Fläche abgesetzt und dem gegenüberliegenden Hippalus an Form ähnlich ist. Vorn Centralberge A aus (unter —28° 0'B. u. —41° 9'L.), der sich 381* erhebt, sieht man das Ringgebirg im SW. mit niedrigen, 4° hellen Bergen beginnen, im SO. höher und 6° hell werden, im O. noch mehr ansteigen, aber an Helligkeit wieder abnehmen, endlich nördlich sich in schwachen Hügeln vereinzeln. Die fehlenden 120 Grade, wo man meistens eine freie Oeffnung sieht, können doch bei zunehmendem Monde, wenn die Lichtgrenze etwa das östliche Gebirg erreicht hat, als stufenartiger Abfall vom Mare gegen Doppelmayer zu, wahrgenommen werden. Aufser mehrern um den breiten Centralberg herumliegenden Hügeln zeigen sich nahe am Ringgebirg noch einige kleine, die unsre Karle noch nicht enthält. Der Meridian 42° 15' theilt Doppelmayers Fläche in zwei an Helligkeit sehr ungleiche Theile; der östliche 4°, der westliche nur 2“. §. 3291 Die Ostgrenze des Mare Humorum wird durch mehrere grofse Crater und ihre Verbindungsketten gebildet. Zunächst hinter Doppelmayer, zwischen diesem und dem Ilevels chen Palus Arabia, liegen mehrere mittelgrofse Crater, deren kleinster und südlichster 8° Licht hat, und in —27° 26'B. und —45° 24'L. ein grofser, 6° heller Berg, der sich zu der beträchtlichen Höhe von 1566* (über dem östlichen Fufse) erhebt, aber nicht sehr steil ist. Dieser Grad der Helligkeit kommt an der ganzen Ostgrenze nur einmal noch vor, in dem kleinen aber tiefen Crater Mersenius F (— 24° 23* B. u. —45° 35' L.), alles Uebrige hat nur 4°" bis 5° Licht. Unmittelbar an der Grenze des Mare zeigen sich nur schmale und nicht sonderlich hohe Bergzüge, wodurch die Crater g, F und d mit einander in Verbindung stehen. Aber hinter ihnen, jenseit einer schmalen Hochebene, steigen beträchtliche Massengebirge mit gewaltiger Steilheit empor, im Osten unterbrochen von grofsen, schroif abstürzenden Cratern. Der gröfste Mersenius a, an dem man ein vollständiges Ringgebirg mit mehrern Kuppen und einen schwachen Centralberg sieht, ist von seinem westlichen Rande an 1197* vertieft; der Ostrand liegt 678* über der äufsern Ebene. Noch höher, obgleich dem Anschein nach weniger steil, erhebt sich das Gebirg bei b, wo es den ganzen Ostrand überschatten kann, obgleich dieser gegen 1100* über seinen äufsern Fufs sich erhebt. Die Höhe des Gebirgs selbst fanden wir 1518*. Es ist indefs in diesen Gegenden, wo der Schatten der Berge nie auf wirkliche Ebenen fällt und überdiefs stark verkürzt- erscheint, nicht wohl möglich genaue Hühenmessungen auszuführen. Nördlich von a sieht man dagegen nur eine Menge niedriger, formloser Gebirgsglieder und im Vollmonde ein ganz gleichförmiges Licht (44-°), das sich auch östlich über die Ebene bei Cavendish hin erstreckt. Rillen bezeichnen zu beiden Seiten die Grenzen dieses Terrains, nach Westen die bereits erwähnten des Mare Humorum, nach Südesten eine kleine, am 5. Nov. 1832 von uns zuerst gesehene, welche zwei craterartige Erweiterungen erkennen läfst. §. 330. Im Norden liegt das grofse, 9 Meilen im Durchmesser haltende Ringgebirg Mersenius R. (Mons Ajax H .). Weniger steil als die meisten ähnlichen Mondgebilde ist es doch seines breiten Hanges wegen von bedeutender Höhe, besonders im Nordosten, wo ein aus 6 kleinen länglichten Kuppen bestehender Höhenzug dem Hauptwalle concentrisch vorliegt und dieser sich 1204* über die Tiefe erhebt. Im Südwesten ist die Höhe nur 90S*. Auf dem Ringgebirge liegen 5 Crater, und einer an seinem innern Fufse, doch sind sie alle nur mit Schwierigkeit sichtbar. Aufser mehreren schwachen Hügeln und Terrassen, die am Fufse des Ringgebirgs herum liegen, bemerkt man noch eine allgemeine Convexität der innern Fläche gegen die Mitte zu, so dafs diese Wölbung bei zunehmendem Monde einige Stunden lang einen deutlichen Schatten gegen den Fufs des Ostwalles wirft. Seltener ist die Gelegenheit, dieselbe Wahrnehmung an der Westseite zu machen, doch haben fortgesetzte Beobachtungen uns überzeugt, dafs die blasenartige Wölbung an beiden Seiten in gleicher Art Statt finde. Ein Centralberg fehlt gänzlich. 320 Die Grundfarbe der innern Fläche ist 3-j- 0 , ein im S. hindurchziehender grader Lichlstreifen hat 5° Licht, eben so die Crater und mehrere kleine Hügel. Das Ringgebirg im Ganzen unterscheidet sich im Vollmonde kaum von der Umgebung, und zu Messungen ist Mersenius alsdann nicht geeignet. Zwei gleich grofse, gegen Mersenius symmetrisch liegende Crater R und C, beide von 9° Licht (B unter — 20° 25' B. und —50° 56' L.; C unter —19° 19' B. und —45° 42' L.) sind die augenfälligsten Objekte dieser Gegend. Beide sind durch Hügellandschaften mit Mersenius auf sehr ähnliche Weise verbunden. Nordwestlich nach Gassendi zu liegt ein gegen das Mare zu steiles, gegen NO. aber stark gegliedertes Plateau mit hohen Gipfeln, von denen der westlichste (nicht höchste) Gassendi A unter —18° 7' B. u. —43° 21' L. ebenfalls 9° Licht hat. Die grüfsle Höhe zeigt die Südspitze a, welche sich 1566*, so wie eine zweite in der Mitte des Plateaus liegende 840* über den Ostfufs erhebt. Aehnliche kleinere Plateaumassen liegen noch weiter gegen NW. zu; die letzte schliefst sich an Gassendi H und scheint schon ganz dem Mittelgebirg anzugehören. Weit augenfälliger ist der keilförmig in grader Linie von Gassendi y ausgehenden Bergarm, der nach SO. und eine Thalspalte die nach NO. zieht. §. 331. Den nördlichen Schlufsstein des Mare Humorum bildet Gassendi Jl. (Mons Cataractes ff.) eine 12 Meilen im Durchmesser und gegen 100 Quadratmeilen Grundfläche enthaltende, nahe kreisförmige Wallebene, zwar in jeder Beleuchtung deutlich und augenfällig, aber doch nur mit Vorsicht als Fixpunkt zu benutzen. Im Vollmonde nämlich zeigt das umgebende Gebirg überall 5° scharf begrenztes Licht, ein kleiner Crater II am Ostrande ausgenommen, der 7° hat. Die im Innern vorgelagerten Terrassen haben durchschnittlich ebenfalls 5° Licht, die ebenen Theile hingegen 3° und 31°. Von II aus zieht eine Reihe von 3 Lichtflecken bis zur Mitte des. Gassendi, die durch einen 7° hellen Punkt bezeichnet ist, und von hier aus eine ähnliche Reihe lichter Punkte, wie die erstem 6“ hell, nach S. gegen © zu. Das Ganze bildet einen fast rechten Winkel und man wird (wie auch wir gelhan haben) die Messungen am natürlichsten auf den hellen Punkt in der Mitte beziehen, wo die Meridianreihe mit der Parallelreihe zusaminenstüfst. Nach unsern 9 Messungen liegt dieser Punkt in — 16° 55' 40" B. und —39° 31' 37" L. In schrägerer Beleuchtung dagegen, wenn bereits im Innern Schatten sich zu bilden anfangen, verschwinden diese Punkte und nur wenige bleiben als Berge stehen, deren höchster und augenfälligster Gassendi ß ebenfalls dem Ceniro Gassendi’s sehr nahe und nur etwa eine Meile von obigem Fixpunkte südlich liegt, also leicht für diesen genommen werden kann: er liegt 626* über der innern Fläche. ln ganz niedriger Beleuchtung endlich, wenn die Schatten schon fast die Hälfte der Fläche bedecken, erscheinen alle bemerkten Lichtpunkte als Berge, aber nicht in der oben beschriebenen Gestalt, sondern als länglichte, nach verschiednen Richtungen sich fortsetzenden Höhen, und aufser ihnen noch eine grofse Menge mehr oder weniger augenfälligen Unebenheiten in allen Gegenden der Fläche; und wer nicht den Gassendi aufmerksam von Nacht zu Nacht verfolgt hat, würde gewifs nicht in dem kleinen unscheinbaren Hügel, den er unterhalb ß mit Mühe wahrnimmt, den glänzenden Fixpunkt vermuthen, der im Vollmonde eine so ausgezeichnete Lage hat; er wird im Gegenlheil geneigt sein, hier wahre inzwischen statt gehabte physische Veränderungen zu vermuthen; während doch alles so, wie wir angegeben, in jeder Lunation erfolgt. Der Gipfel Gassendi y, der höchste Punkt des ganzen Gebildes, erhebt sich 1495* über die Wallebene, der gegenüberliegende westliche S nur 841*. Da dieser letztere aber 1200* über dem Mare Humorum liegt, so ist Gassendi’s innere Fläche iin Vergleich mit diesem erhöht. Allein die vielen Ungleichheiten im Innern machen diese Bestimmungen ziemlich unsicher. Die Umgebung Gassendis bilden im Osten helle Gebirgsmassen, im Süden und Westen das dunkelgraue Mare, nur unterbrochen von sehr schwachen Rücken, die in 1 bis 3 Meilen Entfernung parallel dem Rande Gassendi’s fortziehen und von denen einige im S. und SW. auf unsrer Karte nicht enthalten sind, da wir sie zu spät bemerkten. Im Norden zeigen sich drei am Durchmesser nahe gleiche, der Construction nach aber un- gemein verschiedene Ringgebirge A, b, c. A gleicht mehr einem Viereck mit abgestumpften Ecken als einem Kreise; hat westlich 5°, östlich 6°, südlich 7° und im Innern 4° Licht, südöstlich am Wallgebirg aber nur 2°. Die Schroffheit des Walles mufs ungeheuer grofs sein, denn das Innere bleibt nur 5—6 Tage ganz schattenfrei. Der westliche Wall erhebt sich gegen 2000, der östliche 1700* über der Tiefe, Nordöstlich liegt ein fast eben so grofses Ringgebirg b von mittlerer Tiefe (etwa 400‘) und wenig durch Hel- 331 Helligkeit ausgezeichnet; nur ein Gipfel im O. hat 6° Licht; und westlich ein äufserst flaches und unscheinbares (verfallenes?) Ringgebirg c, nur bei zunehmendem Monde eine kurze Zeit sichtbar. Ueberhaupt aber bilden die 100 Arealgrade von —14° bis —24° B. und —36° bis —46° L. eine der instructivsten Landschaften, in denen sich fast von allen Formen der Mondoberfläche Beispiele vorfinden und die wir der Aufmerksamkeit künftiger Mondbeobachter vorzugsweise empfehlen möchten. Im Westen Gassendis, nach Lubiniezky zu, zeigen sich 3 grofse etwas unbestimmt begrenzte Lichtflecke, die beiden östlichen schwach verbunden, nebst mehreren Lichtstreifen. Für den mittleren und grösseren dieser Lichlflecke findet sich bei liiccioli der Name Herigonius, wenn nicht etwa unser Gassendi D damit gemeint ist. Diese Flecken erscheinen in schräger Beleuchtung als Hügelländer, doch nur zum Theile; da mehrere lichte Stellen ganz eben erscheinen und mit dem grauen Mare in gleichem oder unmerklich verschiedenem Niveau liegen. Die hier mit Buchstaben bezeichneten Punkte erreichen etwa die Höhe der norddeutschen Gebirgsgipfel; zwei der am bequemsten zur Messung gelegenen sind x (528* über dem östlichen Fufse) und der Gipfel in —36° 45' L. und —14° 28' B. (554*) der als Grenzstein zwischen dein Oceanus Procellarum und dem Mare Humorum angesehen werden kann. Die hohem Berge haben etwa 6° Licht, alles Ucbrige 5°. §. 332. AgalharcIndes (Mons Casius II. und vielleicht Morinus II.) ein ansehnliches aber unregelmäfsig geformtes Ringgebirg unter —19° B. und —30° L. In hoher Beleuchtung zeichnet es sich nur dadurch aus, dafs die Grenze der dunklen Fläche sich nordöstlich und westlich an ihm herumzieht. Hier ist auch die Begrenzung ziemlich bestimmt und die Gipfel (a und H) steil und scharf gezeichnet. Die breite Südseite dagegen zeigt sich gar nicht in Form eines Walles, sondern wird nur durch die Enden mehrerer parallelen Bergketten angedeutet die von S. her streichen. Das Innere hat 4° Licht, d. h. die gewöhnliche Farbe der gebirgigen Flächen dieser Gegend. Die Westseite des Walles hat in —294-° B. eine Höhe von 576*, die Ostseite im Punkte a 703*, beide nach Osten zu gemessen; die Fläche ist also wohl etwas höher als das Mare Humorum. H ist wahrscheinlich höher als beide, allein der Lage nach nicht wohl mefsbar. In dem Berglande zwischen Agatharchides und Hippalus unterscheidet man eine Menge zum Theil ansehnlicher Gebirgsrücken, aber wenig zusammenhängend und fast in gleicher Richtung streichend, so dafs sich kein abgeschlossenes Ganze bildet. An der steilen Ostgrenze erheben sich ß und noch ein andrer 3 Meilen südlicher gelegener Gipfel 733* über das Mare. Im Innern ist y die Hauptmasse, wiewol andre Berge durch grö- fsere Helligkeit hervorragen. Das Uebrige zeigt nichts besonders Wichtiges. Eine Menge grofser, nahe aneinanderliegender Crater und Halbcrater hart an der Grenze des Mare und zum Theil in demselben geben dieser Landschaft bei schräger Beleuchtung ein eigenthümliches Ansehen. Wir fanden, einige zweifelhafte und unbestimmte Formen nicht gerechnet, von Agatharchides bis Hippalus hinauf zehn solcher Crater; die nördlichen flacher, theilweis geöffnet, und mit ihren Wällen einander berührend, die südlicher liegenden getrennt und von beträchtlicher Helligkeit und Tiefe. Es ist bemerkcnswerth, dafs dieses so craterreiche Mare nicht, wie alle übrigen, auch gröfsere Ringge- birgsformen in seinem Innern zeigt, da ein Durchmesser von etwa 2 Meilen das Höchste ist was sich hier findet. Das Mare Crisium zeigt uns einen Picard, im Mare Tranquillitatis treffen wir auf Maskelyne und eine Menge andrer ihm gegenüber an der Ostseite liegender; in der Mitte des Mare Serenitatis steht Bessel, so wie in der Mitte des Lacus Mortis Bürg; die Maria Foecunditatis, Frigoris, Imbrium, Nubium und Procellarum sind mit grö- fsern Ringgebirgen reichlich versehen; nur der Sinus Aestuum, dem aber nicht blos gröfsere, sondern Crater- formen überhaupt zu fehlen scheinen, und das Mare Neclaris, wo sich die gröfseren Ringgebilde hart an der Grenze befinden, können hierin mit dem Mare Humorum verglichen werden. Westlich vom Agatharchides gegen Bulliald hin zeigt sich ein grofser unregelmäfsiger Bergkranz, den man beim Sonnenaufgänge für ein wahres Ringgebirg zu halten geneigt ist. Sein Inneres hat nur 2-£° Licht und wird von der vorhin erwähnten, von Agatharchides A herkommenden Rille e in der Mitte durchschnitten. "Unter den einzelnen Bergen zeichnen sich nur 8 (441* über dem Innern), die an der Nordseite liegende Masse, wo die Rille aufhört, und einige helle Gipfel an der Ostseite aus. Die Landschaften Schiller, Hainzel nnd Capuanus. §. 333. Diese, die Mitte des südöstlichen Quadranten beiläufig bezeichnenden Mondgebilde gehören durch ihre Gröfse so wie durch die beträchtlichen Höhendifferenzen zu den ausgezeichnetsten und können fast immer gut aufgefun- 41 322 den werden. Ihre Form weicht aber, und zwar bei jedem derselben auf eigenthinnliche Weise, erheblich vom Kreise ab, was sie indefs um so besser unterscheidet, da ähnliche Formen wenigstens in dieser Gegend nicht Vorkommen. Schiller 7?. °) (Lacus Meridionalis II.) ein elliptisches Ringgebirg, dessen Länge von SW. nach NO. 24,43 Meilen, die Breite nirgend über 14 Meilen beträgt. Da die grofse Axe mit der optisch unverkürzten nahe zusammenfällt, so wird es für unsern Anblick noch viel länglicliter, bekommt fast das Ansehen einer ungeheuren weit und tief aufklaffenden Spalte, und diesen Eindruck verstärkt noch die grofse Schroffheit seines Walles, daher man es nur selten schattenfrei erblickt. Der Wall ist, obgleich von sehr ungleicher Höhe und mit Gipfeln wie mit Cratern besetzt, doch gut zusammenhängend und nach innen einfach, nur bei « herum zeigen sich einige terrassenartige Bildungen. Die gegenüberliegende Wallseite könnte übrigens bei ihrer ungemeinen Steilheit gar wohl Terrassen verdecken die der Erde nie zu Gesicht kommen. Dagegen zielten im nördlichen Theile einige Bergreihen von nicht unbedeutender Höhe, die nicht mit dem Walle zusammenzuhängen scheinen, in Längenrichtung fort. Die Höhe des Punktes a über der innern Fläche fanden wir 1976 und über der äufsern (wobei der Schatten die sämmtlichen Vorhügel überdeckte) 1339*, wogegen ß sich nur 939* über den östlichen Fufs erhebt. Die übrigen Höhenverhältnisse sind nicht wohl mefsbar, allein es läfst sich annehmen, dafs der diesseitige Wall mindestens eben so hoch als a emporsteige. Weder Schiller noch die benachbarten Punkte zeigen übrigens eine Farbendifferenz, und wenn Schiller in einigen Vollmonden sichtbar bleibt, so kann dies nur durch einen noch wahrnehmbaren Theil des nach Süden lallenden Schattens, wenn der Mond eine starke Breite hat, geschehen. An der südöstlichen Seite bemerkt man eine grofse Zahl kleiner Hügel, die in schräger Beleuchtung, wenn die sonst 5° helle Ebene dunkler erscheint, einen reizenden Anblick gewähren. Näher dem Hauptwalle vereinigen sie sich zu langen Parallelrücken. Südlich zieht ein gegen Westen steil abfallendes Gebirg dem Weigel zu, und kleinere Rücken erfüllen die Landschaft zwischen Sehiller und Rost. Im Nordosten wird Schiller’s Wall berührt von dem Ringgebirg Bayer II., 6,36 Meilen im Durchmesser haltend und nahe kreisförmig. Auf und an seinem Walle zeigen sich mehrere Crater, die aber den Zusammenhang des Ganzen nicht unterbrechen. Die Tiefe, vom westlichen Wallgipfel abwärts gemessen, beträgt 1262*. Am östlichen Walle zeigt sich eine starke und breite Vorstufe, in den übrigen Gegenden scheint er, nach aufsen wie nach innen, blos einfache Böschung zu haben. Aeufserst mannichfach gestaltete Berggruppen umgeben Bayer von allen Seilen, und werden durch freie, helle Ebenen getrennt. Augenfälliger aber als diese nur mäfsig hohen Gebirge sind die so zahlreich zwischen ihnen befindlichen Crater. Sie sind ebenfalls nach Gröfse, Gestalt, Tiefe und Steilheit des Walles äul'serst verschieden; im Allgemeinen sind auch hier die millelgrofsen, wie A und f, tiefer als die übrigen. Ein grofscr, gegen 200* hoher Bogen y umschliefst die ganze aus 22 Cratern bestehende Gruppe von 3 Seiten, auf der vierten (SO.) sieht man nur getrennt liegende Hügel. Am innern Rande dieses Berges liegen auch die unregelntäfsigen Ringgebirge e und c. — Ungemein zarte, aber dennoch sehr bestimmte Ebenen zeigt die kleine Gruppe bei ß. Dagegen ist der nach Norden ziehende Ausläufer Bayer a ein Hochgebirg, das im Ganzen auf unsrer Karte nicht stark genug gehalten ist; zwei Messungen desselben, die aber wahrscheinlich nicht den gleichen Punkt betreffen, haben uns 668 und 1123* Höhe über der östlichen Ebene ergeben, die tiefer als die im W. und N. sich ausdehnende zu liegen scheint. Ferner erhielten wir für Bayer A —51° 6' B. —29° 11' L. Bayer B — 48 32 - —27 27 - den kleinen Crater im Bayer —51 36 - —34 40 - Schiller A —46 40 - —36 30 - Rost S. ein 6,5 Meilen im Durchmesser haltendes, im N. besonders steiles Ringgebirg, gut abgeschlossen, obwohl auf dem Walle einige Cralerdurchbrüche wahrgenomraen werden. Das Innere hat 2 excentrisch liegende, niedrige und rundlich geböschte Berge und liegt 1234* unter dem westlichen Walle. Zwei etwas kleinere Ringgebirge a und c lehnen sich im O. und S. an das Hanplgebirg, auch das bergkranzähnliche Gebilde westlich von c gewährt zuweilen den Anblick eines Ringgebirgs, im NW. dagegen zeigt sich eine grofse Cratergruppe *) Riccioli benannte diesen Fleck zu Ehren des Cosmographen Schiller, der im Anfänge des 17. Jahrhunderts lebte und der in seinen Sternkarten die Heiligen an den Himmel versetzte, z. B. statt der 12 Thierkreisbilder die 12 Apostel. Seine Bezeichnungsweise ist nicht in allgemeinen Gebrauch gekommen. 323 mit zwischenliegenden kleinen Bergzügen, die weiter westlich zu hohen steilen Kuppen ansteigen. Die höchste Parthie dieses Zuges liegt bei e, wo sie den östlichen Wall des Ringgebirgs Scheiner f bilden. Zwischen dieser Gruppe und den Vorhöhen des Longomontan, Bayer und Schiller liegen zwei freie Ebenen, die unter dem 30° L. durch einen 2 Meilen breiten Durchgang miteinander Verbindung haben. §. 334. Hainzel li. (Mons Sion II.) durch seine ganz bimförmige Gestalt (sogar der Stiel wird an der richtigen Stelle gefunden) und seine ungeheure Steilheit ausgezeichnet; 12,00 Meilen im längsten Durchmesser haltend. Dennoch ist er im Vollmonde, wenn nicht (was wohl geschehen kann) noch eine geringe Spur des Schattens wahrgenommen wird, unsichtbar; denn in einem kleinen Lichtfleck von 6° Helligkeit, der einem in der Nähe von ß liegenden Punkte angehört, sucht Niemand dieses mächtige Gebirge. Die Messungen der Höhe sind wegen der vielen Gebirge, die netzförmig das Innere durchziehen, und auch der unregelmäfsigen Gestalt wegen unsicher. Für den Punkt « ergaben 3 Messungen 1661, 1739, 2029*, für einen andern südwestlicher gelegenen 2 Messungen 1705 und 1922*, und eine dritte 2537*. Letztere ist vielleicht an sich fehlerheft, die erstem Angaben aber gleichwohl eher zu klein als zu grofs, da die im Innern ziehenden Bergrücken sehr ansehnlich sind und bei y herum gegen 3 — 400* Höhe haben. Ueber die äufsere Ebene erhebt sich der westliche Wall, nach 1 Messung, 1663*. Der gegenüberliegende östliche Wall liegt für den Anblick von der Erde aus beiläufig senkrecht; und man sieht die gewaltige, mit zahlreichen Kuppen gekrönte Mauer, die wohl nichts anders als eine feste Felsenwand sein kann, ihrer ganzen Länge nach undurchbrochen. Iin S. dagegen öffnen sich einige enge Thalschluchten, durch welche man in eine kleine Ebene gelangt. Crater, besonders kleinere, haben auf dem Monde überall Platz gegriffen, selbst die gigantischen Wälle des Hainzel sind nicht davon befreit geblieben. Die vom Ringgebirg ausgehenden, so wie die in der Umgegend isolirt gelegenen Gebirgsrücken sind durch ihr paralleles Streichen merkwürdig. Zwischen 6 und dem Crater B ist es etwa ll h , also nahe dem Meridian. Vom Punkte a an westlich ist es etwa 3 h , doch nehmen die am weitesten nach W. liegenden Rücken dieses Systems eine gekrümmte Form an. In den bei Hainzel C und westlicher bis zum —25° L. liegenden Gebirgen herrscht wieder allgemein die Meridianrichtung, selbst die Wälle der beiden Ringgebirge bequemen sich einiger- mafsen derselben. Ein Gleiches bemerkt man auch bei den von C südlich gelegenen und dem System des Longo- montanus zu ziehenden Höhen, obgleich sie schwächer und vereinzelter sich zeigen. Dennoch erreicht einer dieser Züge, der mit einigen andern einen schönen und grofsen Bergkranz bildet, im Punkte 4 die ansehnliche Höhe von 1010* über der Fläche des Kranzes. In dieser Gegend liegen viele, und sämmtlich sehr regelmäfsige Crater, die man auch noch im Vollmonde deutlich sieht, und unter denen A der ausgezeichnetste ist. Nahe im Parallel des Tycho so wie im Meridian des Scheiner gelegen, bot er sieh uns als ein bequemer Fixpunkt, dessen Breite wir —42° 59' 26" und die Länge —29° 24' 45" in 8 Messungen gefunden haben. Ihn umgeben kleinere Crater, unter denen auch zwei elliptische, die sich mit ihrer Längenaxe berühren. Die Gebirge im Süden des Hainzel, die mit dem starken Bergarm 5 (8S2* über dem östlichen Fufse) beginnen und sich in einem grofsen Bogen bis in die Gegend von F und h herumziehen, von wo aus sie durch vereinzelte niedrige Arme dem Hainzel sich wieder anschliefsen, gewähren bei starken Schatten das Ansehen einer grofsen Wallebene, die alsdann ganz umschlossen zu sein scheint. Doch ist nur im Westen wahrer Zusammenhang. Südwärts nehmen die Bergketten sogleich wieder die Streichungslinie ll h an, die auch in den von F aus ihnen entgegenziehenden Parallelketten nicht zu verkennen ist. Die hohem Gipfel hingegen, wie e, folgen einer andern Richtung. Das Innere dieser Fläche, wenn man sie als ein Ganzes betrachten will, ist ziemlich uneben. Das Ringgebirg e ist durch einen besondern Wall davon getrennt und kleine Gipfel, Crater u. s. w. erfüllen das Uebrige. Nur der kleinere westliche Theil ist eben, und in diesem glänzt ein sternförmiger 9° heller Lichtfleck, keinem Berge oder Crater zugehörend, etwa 2 Meilen ostwärts von 6 gelegen. Noch bemerken wir die craterreiche Landschaft Hainzel g, wo sich auch eine unvollkommen abgeschlossene rundliche Fläche bildet, und das bei li beginnende und sich weit nach Norden fortsetzende Plateau, das mit vielen Unebenheiten und namentlich an seinen Rändern mit starken, grofsentheils hellglänzenden Cralern bedeckt ist, und dessen letzte Ausläufer sich bis —35° B. fortsetzen, wo sie auf die Crater Ramsden c und b slofsen. Vom —40° B. an wird dieses Plateau im Osten, und von —37° an auch im Westen von dunklen Flächen begrenzt. 41 * 334 Folgende Messungen sind noch in dieser Gegend nachzutragen: Hainzel D —45° 10' B. —32° Crater SW. von Hainzel 4 —44 41 - —26 Hainzel C —40 8 - —27 Hainzel F —43 5 - —35 Hainzel B — 37 35 - —31 18' L. 8 - 36 - 58 - 1 - §. 335. Capuanus R. (Mons Sinopium II.) seinen horizontalen Dimensionen nach ein nahe kreisförmiges Ringgebirg, das aber durch die grofsen Contrasle, welche die verschiednen Seiten seines Walles darbieten, auf der Mondfläche einzig dasteht. Es liegt mit Mercator in gleichem Meridian und kann in jeder Beleuchtung leicht aufgefunden werden. Nur ist freilich der Anblick im Vollmonde ein durchaus verschiedener, drei helle Lichtstreifen, der Richtung nach dem System des Tycho angehörend, ziehen SW. bis NO. hindurch und die Crater A, B und einige andre blitzen als helle Lichtflecke, so dafs der eigentliche Wall gar nicht sehr ins Auge fällt. Es ist im W., N. und theilweis auch im O. von dunkler marenähnlicher Ebene umgeben. Die ganze Südseite ist durch ein dichtes Gedräng tiefer Crater gänzlich zerstört; einige derselben hängen völlig zusammen und bilden eine flaschenförmige Umwallung. Doch fallen die Wälle dieser Crater noch sehr stark gegen das Innere des Capuanus ab. — Gegen O. bildet der Wall eine hohe, steile Berginasse, die im Punkte a 1343 4 über die östliche Ebene sich erhebt. Der Abfall nach innen ist nicht wohl inefsbar, steht aber jenem gewifs nicht nach. Nach Norden zu ist das beträchtlich niedrigere Wallgebirg ebenfalls in einzelne Berge und Crater zerklüftet, an der Westseite aber ist es so schmal und schwach, dafs der höchste in der Mitte liegende Punkt sich nur 140 4 über das Innere erhebt. Dieses grofse Mifsverhältnifs ist besonders bei zunehmendem Monde in der Nähe der Lichtgrenze auffallend. Auch ist nur diese Westseite ganz frei von Ausläufern, die Nord- und Ostseite zeigt sie in grofser Anzahl, aber sämmtlich nur Mittelgebirge und nach kurzem Laufe in der Ebene endend. Die grüfste Erhebung in diesen Zügen, in — 33° 0' B. und —28° 20' L., liegt 275* über der Ebene. Einer dieser Züge wird von einer kleinen, am 18. Febr. 1834 entdeckten Rille durchsetzt. Die dunkelfarbigen Ebenen gehen hier im Allgemeinen nicht über den —36° B. hinaus, wo ein helles, mit grofsen und kleinen Cratern angefülltes, sonst aber nirgend erheblich hohes Bergland beginnt, das mit dem Capuanus mehrfache Verbindung hat. Nur der grofse Bergzug Capuanus <5 und die weiter südlich liegenden Punkte dürften gegen 1000* Höhe erreichen, allein sie sind nicht wohl inefsbar. Für das in —35° 44' B. und — 32° 30' L. liegende östliche Ende eines kleinen isolirten Bergzuges erhielten wir in 2 Messungen 498 und 972*, was natürlich unvereinbar ist, es scheint, dafs die letztere Messung den Vorzug verdiene, oder dafs die erstere sich auf einen andern Punkt beziehe; denn unsre Aufnahmen bezeichnen diesen Berg bestimmt als höchsten Punkt der Gegend im Osten des Capuanus. Alles, was unsre Karte in der zwischen Capuanus und Cichus, so wie zwischen den Bergen Capuanus e und Mercator 5 in der grauen Ebene darstellt, ist ungemein klein, und schwierig zu beobachten. Ein etwa 20* hoher und 1000* im Durchmesser haltender Hügel, in —32° 44' B. und —23° 18' L. liegend ist hier noch nachzutragen. Scbickard, I’hocylitles, Wargentin und Inghirami. §. 336. Die für unsern Anblick schon stark verkürzte Mondgegend, welche sich von —40° bis —55° B. und — 48° bis —75° L. erstreckt, folglich gegen 4500 Quadratineilen begreift, enthält merkwürdige Mondgebilde von höchst bedeutendem Umfange, und zeichnet sich in jeder Beleuchtung sowol durch Färbung als Gestaltung von ihrer weit einförmigeren Umgebung aus. Schon im Erdenlichte der Nachtseite kann man mit Leichtigkeit die bedeutende Wallebene Schickard R. (Mons Troicus H.) auffinden, welche auf halbem Wege vom Aequator zum Pole liegend, in mittlerer Libra- tion sich etwa so weit als das Mare Crisium vom Mondrande entfernt dem Auge darstellt. Ihr längster Meridian beträgt 29 Meilen, ihr Parallel nahe eben so viel; doch weicht sie ziemlich stark vom Kreise ab, denn im W. und SO. zeigt sich eine Seiten-Abplattung, und an mehreren Stellen dringt sie busenartig in den umgebenden Wall ein. So viel die schräge Projektion wahrnehmen läfst, hat der Wall zwar nur eine Hauptabdachung gegen 325 die Fläche hin, ist aber dabei so vielfach zerklüftet, von Gipfeln, Terrassen, plateauartigen Vorhöhen, isolirten Bergen und tiefen Cratern so reichlich besetzt und umgeben, dafs eine genaue Darstellung dieser Alpenlandschaft zu den schwierigsten Aufgaben der Selenographie gehört. Zu den ausgezeichnetsten Parthien dieses schönen, gegen 100 Meilen im Umfange haltenden Ringes gehört die Gegend bei a, welcher Gipfel mit 9 andern ein hohes Kesselthal umschliefst, von welchem hart bei a durch einen Querwall sich eine Tiefe absondert; die Landschaft ,8, bestehend aus mehrern reihenweis gruppirten Rücken und Gipfeln, zwischen denen nach SW. zu ein kleines, scheinbar insulares Plateau; der bei y vom Hauptwalle abgehende Zweig, der sich südlich wieder mit ihm vereinigt und so die dunkle Tiefe e (14° Licht) absondert; das mit mehrern Cratern besetzte weitläuftige wellenförmige Plateau 8, durch welches Sehickard’s Ebene von der des Phocylides getrennt wird; die kleine, aber sehr augenfällige Kette e; die langen, schmalen, rillenähnlichen Tiefthäler bei 5, r; und ?■, die mit vielen Cratern in Verbindung stehen, aber eine günstige Libralion erfordern, um deutlich gesehen zu werden; die Gegend bei /, wo mehrere Rücken sich in einem Cenlralpunkt vereinigen und eine Menge einzelner Berge sich aus der dunkeln Tiefe einporheben. Die 23 Crater und craterähnliche Tiefen, welche unsre Karte blos in dem Wallgebirge des Schickard enthält, sind wahrscheinlich noch nicht die Hälfte derer, welche bei minder schräger Projektion sichtbar sein würden. Wenn die Lichtgrenze noch ganz nahe liegt, ist fast kein einziger erkennbar und man glaubt einfache Berge zu sehen; erst wenn die Fläche seit 24 Stunden beleuchtet ist, erscheinen sie deutlich als abgeschlossene Vertiefungen. §. 337. Vergleichen wir nunmehr diesen kolossalen Wallring mit Schickard's Fläche. Eine Ebene von 600 Quadratmeilen, rings herum aufs schärfste begrenzt, zeigt sich, einige isolirle Berge, schwache Adern und mehrere Crater ausgenommen, eben und gleichsam spiegelglatt, aber, wie die Karte es deutlich zeigt, an Färbung ungemein verschieden. Während der westlichste, um a herumliegende Theil bis gegen b liin nur 14°, und der grüfsle Theil der nördlichen Hälfte 2° Licht hat, zeigt der innere Theil, bis zur Südostgrenze hin, 4° Licht, und sendet mehrere Arme in die dunklern Theile hinein, die sich allmählich verlieren. Bei e herum ist die Fläche 3° hell. Ein gutes Fernrohr läfst die Grenzen zwischen Hell und Dunkel in dieser Fläche, sofern nur unser eigner Luftzustand es erlaubt, jederzeit scharf erkennen, aber vergebens würde man längs dieser Grenzen den geringsten Niveau-Unterschied suchen, auch wenn die Beleuchtung für diese am günstigsten wäre. — Unter den Cratern sind nur b und c durch 6° Licht auch im Vollmonde ausgezeichnet, der Wall hat nur 5°, eine ziemlich gewöhnliche Helligkeit der Gebirgslandschaften. Beim Aufgange der Sonne dringt der erste, die Fläche treffende Strahl durch die kleine Spalte zwischen p und y• Ein langer Lichtstreif zieht über die graue Ebene, die er matt erhellt, doch ohne einen Crater oder Berg zu treffen. Nach und nach, wenn er einige Meilen Breite erlangt und schon den östlichen Wall erreicht hat, entwickeln sich hellere Lichtpunkte, in denen man die Crater a, b, c erkennt, und mehrere Stunden später bricht dann auch in den übrigen Theilen Schickards der Tag an. Die drei Hauptgipfel des Westwalles, die noch am ersten eine Messung zulassen, sind a von 1488*, ß von 1309* und y von 930*; die mittlere Rückenhöhe scheint nicht über 6 — 700* zu gehen. Aehnliche Verhältnisse scheinen auch für den Ostwall Statt zu finden, wo die vorliegenden Berge und die zu schräge Projektion eine Messung unlhunlich machen. Die Wälle der Crater im Innern können nur sehr geringe Höhe haben, denn sie erhalten den ersten Sonnenstrahl fast gleichzeitig mit ihrer Umgebung. §. 338. Südwestlich von Schickard liegt Dreh bei, ein grofser Crater von 4 Meilen Durchmesser und bedeutender Tiefe, aber nur geringer Erhebung des Walles. Die auf unsrer Karte angegebenen Ungleichheiten des Walles sind nur kurze Zeit in der Liehtgrenze erkennbar. Drebbel hat im Vollmonde 6° Licht, ist jederzeit deutlich zu sehen und liegt, nach unsern 10 Messungen, in —40° 47* 21" B. und —48° 12* 39" L. Zwischen Schickard und Drebbel ist die schmale Ebene 4° hell, weiter gegen S. hin 34°, einen steilen Berg Drebbel e von 674* Höhe sieht man mit 6° Licht glänzen, und von ihm aus zieht ein Kranz von Bergen um Drebbel herum, ohne mit ihm verbunden zu sein. Im S. sind sie nur niedrig, aber westlich erhebt sich in 8 eine Masse, so bedeutend, dafs ihr Schatten den Wall des Drebbel eine Zeitlang bedecken kann. Vom nördlichen Fufse des Ringgebirgs aus zieht eine Bergkette, die von d ab zu einer Cralerkette wird, bis gegen Lehmann C fort. Einige Punkte dieses Zuges sind 7° hell. 326 Weiter östlich, zwischen 51° und 55° der Länge, liegen breite Plateaumassen, zum Theil mit Steilrändern, und von ansehnlicher Höhe. Am meisten ragt Lehmann « hervor, der nach einer freilich wenig genauen Messung 2061* über seinem östlichen Fufse liegt. Lehmann, eine stark vertiefte, aber von keinem zusammenhängenden Ringgebirg umgebene Fläche. Die Berge erscheinen mehr als zufällig gruppirte, obwohl ihre Höhe und Steilheit ansehnlich ist. y und ß fallen am meisten ins Auge, so wie westlicher die Masse bei ö. Die Gegenden im W. des Drebbel zwischen 40° und 46° der Länge enthalten nichts als isolirte Erhöhungen und Vertiefungen verschiedener Art in kleinen abgeschlossenen Gruppen, und zwischen ihnen helle, freie Ebene. Nur wenig von diesem Detail bleibt im Vollmonde sichtbar. §. 339. Phocylides TL (Fons Tadnus II.) südlich vom Schickard gelegen; undeutlich im Vollmonde, sonst aber als Wallebene sehr ausgezeichnet. Ihr Ringgebirg ist hoch, stellenweis doppelt, auch mit einigen Ausläufern und Terrassen versehen, aber weit weniger zerklüftet, als das des Schickard. Man kann die am meisten vertiefte südliche Fläche als das Hauptglied der Landschaft betrachten, das durch einen starken Querwall a von der um etwa 2—300* höher liegenden Fläche b getrennt wird. Beide sind im Innern ganz eben und nur ein grofscr Crater N unterbricht diese Gleichförmigkeit, a erhebt sich 1375* über die südliche Ebene und ist der höchste Punkt des Ganzen, wenn nicht etwa die östlichen Höhen, die kaum mehr mefsbar sind und für die wir beiläufig 1270* fanden, ihn überragen. Der Gipfel y in der Südwestecke liegt nach 3 sehr gut übereinstimmenden Messungen 939* über dein östlichen, wohl schon etwas erhöhten Fufse. Der Unterschied des Lichttons der Flächen unter sich, so wie im Vergleich mit dem Walle und der Umgebung, ist äufserst gering, und aucli dies deutet auf einen von dem des Schickard gänzlich verschiedenen Naturbau. Die Fläche b hat 3^° Licht, die Hauptfläche nördlich 4°, südlich etwa 3^° ohne alle bestimmte Grenzscheidung. Der Wall, selbst in seinen höchsten Punkten, die Ringfläche c und die ganze Umgebung hat nur ebenfalls 4° Licht oder sehr wenig darüber, und daher kommt es, dai's uns der Vollmond fast gar keine Spur des Phocylides zeigt. Wie in solchen Fällen gewöhnlich, zeichnen sich indefs einzelne Punkte auch hier durch helleres Licht aus. Es sind dies die beiden Crater E und f, ersterer 5°, letzterer 6° hell und wechselsweise deutlich und undeutlich; so dafs man oft nur einen von beiden zu sehen glaubt. Auch ihre Form ist sehr verschieden, f ist regelmäfsig abgeschlossen, E wird nur durch den Zusammenstofs verschiedner Bergrücken gebildet, die aber einzeln beträchtlich höher sind, als der Wall von f. Nach unsern 5 gut übereinstimmenden Messungen (die man hier nur um die Zeit des letzten Mondviertels anstellen kann, wenn sie genaue und sichre Resultate geben sollen) liegt die Mitte von E unter — 54° 34' 48" B. und —55° 34' 35" L. Ein zusammenhängendes, fast insulares System von einem grofsen (Phocylides d), mehreren mittleren und kleineren Ringgebirgen unterbricht die Ebene im W. des Phocylides. Wie dieser selbst ist es im Vollmonde kaum oder gar nicht aufzufinden, obgleich die einzelnen Gebilde, namentlich die hier durch Buchstaben ausgezeichneten, zu andern Zeiten grofs und augenfällig genug sich darstellen. Weiter südlich werden diese Formen kleiner, vereinzelter. Doch ist A (—53° 40' B. u. —48° 28' L.) noch ein stark vertiefter und leicht aufzufindender Crater. Die Gruppen und Reihen sanfter Hügel, die zwischen Phocylides, Schiller und Segner die Ebene unterbrechen, sind nur in starken Ferngläsern und in grofser Nähe der Lichtgrenze sichtbar, gewähren aber alsdann einen ungemein lieblichen Anblick. Sie scheinen säinmtlich nur Gruppen, nicht wahre Ketten zu bilden und erheben sich keiner über 40 — 50*. Viel schwieriger ist es, den im Osten des Phocylides gelegenen hellen Landstrichen einiges bestimmtere Detail abzugewinnen. Erst kurze Zeit vor dem Vollmonde treten diese Gegenden aus der Mondnacht heraus, und im Vollmonde ist hier alles ohne Ausnahme Tabula rasa. Bei abnehmendem Monde ist die Gelegenheit zu Beobachtungen noch seltner, und in unsern Klimaten fast nur im September und Oktober möglich. — Gegen S. und O. hin ist die Helligkeit etwas gröfser, als bei Phocylides und Wargentin herum; Crater mittlerer Gröfse, häufig in Reihen gruppirt, und einige langgestreckte flache Bergrücken bilden das ziemlich einförmige Gemälde dieser fernen Regionen. 32 ? §. 340. An Scliickard und Phocylides lehnt sich gegen O. die merkwürdige Hochfläche War gentin S. Sie ist streng kreisförmig, hat 11,77 Meilen Durchmesser und einen schwachen Wall, der nach aufsen nur mäfsig, nach innen fast gar nicht abfällt, daher dies Gebilde bei etwa 10° Sonnenhöhe fast wie das runde Piedestal eines Denkmals aussieht. Nur in sehnen Momenten überzeugt man sich, dafs wirklich ein erhöhter Rand vorhanden sei und sein Zerbrechen in lichte Rücken, wenn er eben aus der Nacht auftaucht oder sich in sie versenkt, beweist, dafs er auch höhere und tiefere Stellen habe, so wenig auch sonst davon gesehen wird. Eine der höchsten Stellen des Nordostrandes fanden wir 232* über dem östlichen Fufse. Am 19. Nov. 1832, 49 Stunden vor dem Neumonde, sehen wir deutlich das Zerbrechen der Lichtrücken, die Wargenlins Wall bilden. Am 3. Jan. 1833 zeigten sich, bei vortrefflicher Heiterkeit der Luft, während des Sonnenaufgangs über Wargentins Hochfläche, deutlich 5 schwache Bergadern, von denen nach 10 Stunden keine Spur mehr zu finden war, vielmehr die Fläche wie polirt erschien. Diese Rücken und selbst noch einige andre haben wir späterhin mehrmals wieder gesehen, aber immer nur auf sehr kurze Zeit. Ein Beweis unter vielen, wie sorgfältig Mondgebilde beobachtet und wie vorsichtig sie beurtheilt werden müssen. Wargentin ist 4° hell, die Umgebung gleichfalls, erst weiter östlich 5° Licht. Daher ist er unsichtbar im Vollmonde. Südöstlich erkennt man zuweilen die matte Spur einer verwandten Formation (Inghirami b), die sieh östlich an ein Gebirge lehnt und 4“ hell ist. Nach Scliickard zu hat die ziemlich ebene Gegend 4£ u und weiter nördlich 5" Licht. Das östlichste der Hauptgebilde dieser Landschaft ist Inghirami, ein Ringgebirg von 13 Meilen Durchmesser, gleich seinem Walle und seiner Umgebung 4° hell, bedeutend tief, aber der schrägen Lage wegen nicht wohl mefsbar. Ein Versuch am 21. Mai 1834 gab dem Gipfel ß des Walles 1910* Höhe, und doch ist vielleicht a noch ansehnlicher. Das Innere ist deutlich terrassirt. Das Centralgebirg scheint nicht sehr bedeutend. Auch Inghirami, das am stärksten vertiefte Ringgebirg der ganzen hier betrachteten Landschaft, gehört zu den im Vollmonde unsichtbaren. Die Umgegend ist ungewöhnlich craterreich. In der Fläche selbst sind zwei mit Sicherheit zu erkennen, also noch weit mehrere zu vcrmuthen. Der gröfste nächst Inghirami ist a, worin auch noch ein Centralberg erkannt wird; die kleineren liegen zum Theil gruppenweis. Wir erkannten bis zum 40sten Parallel hin 22, und manche derselben mit grofser Schwierigkeit. Dagegen zeigen siel» die Bergzüge nur schwach und sparsam. Einen sonderbaren Anblick gewährt das villenartige Thal Scliickard r t £r, was sich auch weiter südlich fortzieht und einen Zug von Cratern verbindet. Spalten dieser Art erblickt man östlich vom Wargentin noch mehrere. Nur nördlich gegen den Lagrange hin erstrecken sich mehrere Züge und schliefsen in c eine bedeutende Fläche ein, die aber im Vergleich mit Inghirami, ihrer geringen Tiefe wegen, stark zurücktritt und selten recht zu Gesicht kommt. Ein Gleiches gilt von allen den zahlreichen Tiefen, die unsre Karte längs des Randes in dieser Gegend zeigt. f j Bailly und seine Umgebungen. I §. 341. Die grofse von Schröter mit Bailly bezeiclmete Landschaft ist nicht sowoltl ein einzelnes Gebilde, als vielmehr ein von einem gemeinschaftlichen aber sehr ungleichen Walle umschlossenes System einzelner Ringgebirge, Crater und Bergziige, die einen Raum von 32,25 Meile» Länge und wahrscheinlich eben so ansehnlicher Breite einnehmen, aber ihrer sehr schrägen Lage wegen nur selten deutlich zu Gesicht kommen. Die für mittlere Libration gegebene Darstellung derselben auf unsrer Karte ist in mehrfacher Beziehung unvollkommen; erst später gelang es uns, dieses Gebilde richtiger darzustellen und wir haben es daher in einem hesondern Blatte diesem Werke hinzugeliigt. Tab. IV. stellt es so dar, wie es sich in der günstigsten Libration am 14. und 15. November 1835 und in mehreren folgenden Nächten bei ähnlicher Lage gezeigt hat. Die helle Farbe abgerechnet, erseheint es liier völlig wie ein kleines Mare, ist auch erheblich tiefer, als seine Umgebung, und ringsherum abgeschlossen, gröfstentheils von wahrem Hochgebirg, theilweise auch nur von zusammenstofsenden Craterwällen. Der nördliche Wall ist (für unsern Anblick) überhängend, denn es zeigen sich an seinem südlichen Abhänge zuweilen Gegenstände, die in mittlerer Libration nicht vorhanden, folglich verdeckt sind. Seine Höhe kann nicht wohl gemessen werden; dafs er den Wällen des Clavius und Moretus wenigstens nahe gleich kommt, ergiebt der Augenschein. Besser fällt der jenseitige Wall ins Auge; obgleich er in noch 338 schrägerer Projektion gesehen wird, denn er wendet seinen Steilabhang der Erde zu. Die Punkte ß, y und 5 können nicht wohl unter 2000* senkrechter Höhe haben; für letzteren, den einzigen, der durch seinen Schatten eine Bestimmung zuläl'st, fanden wir 2318*. Besonders bei y herum zeigt sich das Uebereinandertlnirmen der Bergreihen sogar noch deutlicher und auffallender, als dies in den Gegenden der Mondmitte möglich ist; und es scheint, dafs diese Hochterrassen sich bis zum Riesengipfel des Gebirges Leibnitz, das hinter Bailly den Mondrand bildet, fortsetzen; so dafs der auf Tab. IV. mit e bezeichnete Gipfel mit dem Randberge der Karte, der sich unter —69° 36' erhebt, so wie 4 mit dem in —70° 10 7 liegenden Randberge identisch sei; Berge, welche Schröter zu 4000* über dem mittlern Mondniveau schätzte, was nicht zu viel scheint, da sie dem Augenschein nach den Randbergen Dörfel, für die wir eine solche Höhe wirklich gefunden haben, gleich kommen. Diesen Steilrand haben nun Crater von allen Gröfsen und Formen in grofser Anzahl durchbrochen. Die Gegend bei ß, so wie die Ost- und Nordostseite, zeigen sie in beträchtlicher Menge, obwol die meisten in mittlerer Libration nicht als Crater erscheinen. In das Innere derselben dringt die Sonne nur selten und bei einigen niemals; ihre ewige Nacht wird nur durch die grellen Reflexe der hellglänzenden Wälle wechselsweise unterbrochen, so dafs sie ihr gebrochenes Licht stets von der der Sonne entgegengesetzten Seite erhalten. Aehnliches gilt natürlich von allen sehr steilen und rings umschlossenen Cratern der polaren Regionen. Das weitläuftige Innere läfst uns eine Menge von Gegenständen erblicken, unter denen a der grüfste und augenfälligste ist. Der Name Bartolus auf lliccioli’s Karte scheint diesem Bailly a anzugehören. Er glänzt im Vollmonde mit 6j-° Licht und ist nach unsern 2 Messungen 2249* unter seinem östlichen Rande vertieft. Gipfelbildung zeigt sicli in ihm nirgend, aufser im W., wo der Wall eines andern, niedrigem Craters eingegriffen hat, und die Ausläufer, die sielt östlich und nördlich hinziehen, sind nur schwach. Der Crater in b ist nur schwer sichtbar, da sein Wall sich wenig erhebt; besser die Crater c und d, so wie manche andre von geringerm Umfange, aber ansehnlicher Tiefe. Was nahe am Nordrande liegt, kann man, wie schon bemerkt, nur erblicken, wenn Bailly in günstiger Libration steht, wenn also entweder die Süd- oder die Ostseite des Mondes, am besten beide zugleich, uns möglichst weit zugewendet sind. So wenig Bestimmtes sich nun auch unter solchen Umständen angeben läfst, so zeigt sielt doch deutlich, dafs Bailly eben so wenig als die ähnlichen Flächen des Clavius und Schiekard, oder auch des Mare Humboldtianum, Humorum, Crisium u. a. erhebliche Berge und Bergketten, sondern nur zerstreute Hügel und flachere Bergadern in seinem Innern aufzuweisen habe, und dafs der helle Glanz, in dem sich Bailly und Clavius zeigen, verglichen mit dem Grau und Grün der andern genannten Flächen, in Bezug auf die Ter- rainformation nur als etwas Accidentielles zu betrachten sei, was vielleicht eher mit der hohen Breite in Verbindung steht. Noch gröfsere Schwierigkeit machen die Umgebungen des Bailly. Nach der Seite des Bettinus und Zu- cltius hin ist gröfstentheils Ebene, nur wenige Ketten, unter denen Bettinus 4 die längste, streichen hindurch. Weiter westlich liegt ein schwer oder gar nicht zu entwirrendes Cratergewimmel, ohne irgend einen festen Anhalt- und Ruhepunkt, und durch die verschiednen Librationen bis zur völligen Unkenntlichkeit verändert. Nur wenn der abnehmende Mond schon eine schmale Sichel bildet, treten einige Punkte, namentlich A (—73° B. und —71° L.) als ansehnliche Berge hervor. Noch näher dem Mondrande als Bailly und noch seltner sichtbar liegt Hausen S. ein bedeutendes und dem Anschein nach sehr tiefes Ringgebirg, dessen Ostrand bei a einen Hochgipfel zeigt.. Ein zweiter ß lie^t aufserhalb der Fläche. — Nur bei nördlicher Mondbreite erblickt man die 3 Crater, die unsre Karte noch jen- seit des Hausen zeigt. Sie liegen wirklich noch auf der diesseitigen Halbkugel, sind aber in mittlerer Lage durch den Wall des Hausen verdeckt. Was dagegen Schröter in seinen Fragmenten als Pingre und le Gentil bezeichnet, scheint schon der jenseitigen Halbkugel anzugehören und mufste daher auf unsrer Karte wegbleiben. »Ie Binggebirge zwischen Fhocylidcs und dein Südpol. . §. 342. Umgeben von gigantischen Formen verschiedener Art erstreckt sich vom —53° B. bis gegen den Südpol hin, zwischen den Meridianen —40° und —50° ein System mittelgrofser, fast durchgehens sehr regelmäfsiger, an Umfang und Tiefe unter sich nicht sehr verschiedener Ringgebirge, die grofsentheils schon auf Riccioli’s Karte erkennbar angedeutet und benannt sind. Schröter fügte noch mehrere hinzu, so dafs wir keine Veranlassung hatten hier neue Namen einzuführen. Alle 329 Alle diese Ringgebirge scheinen sich auf Meridianspalten emporgehoben zu haben. Die fünf augenfälligsten (die Reihe vom Segner bis Wilson) sind durch Gebirge in Meridianrichtung untereinander verbanden — ein Gegenbild zu der nordwestlichen, vom Atlas zum Cleomedes sich erstreckenden Reihe. Vom Phocylides aus gehen lange, aber weder durch Höhe noch Lichtstärke ausgezeichnete, einfache Her g* züge dem Zuchius und Segner zu, an ersteren sich anschliefsend. Kleinere Ringgebirge liegen mitten in diesen Bergreihen. Südwestlich, in freier Ebene, Schiller c, ein nicht vertieftes, auch nicht ganz geschlossenes Ringgebirg. Im NW- und SO. liegen seine beiden höchsten, bis 40° steilen Gipfel, der übrige Theil ist nur mäfsig hoch und der Südrand ganz in unregelmäfsig gruppirte Gipfel vereinzelt. Auch das Innere hat 4 deutliche Berge, in Meridianrichtung liegend. Segner B, ziemlich tief und etwas dunkler als die Umgebung. Er scheint in Verbindung mit Segner zu stehen. Segner A. 10 Meilen im Durchmesser haltend, kreisrund und von einem verhältnifsmäfsig schmalen Wallrücken umgeben. Er hat im Ganzen nicht über 6 — 800* Höhe, allein zwei Gipfel a und ß ragen bedeutend hervor, der erste mit 1001* über der äufsern, der letztere mit 1269* über der innern Fläche. Im Innern ein leicht aufzufindender Crater und einige schwerer sichtbare Höhenzüge, und nach NW. zu zwei gröfsere Crater A und c, letzterer mit einen südlich gelegenen Hochgipfel y. Weiter gegen N. zeigen sich in ebener Gegend, die im Vollmonde mit der Umgebung gleich hell, in der Nähe der Lichtgrenze aber auffallend dunkel ist, eine grofse Anzahl äufserst kleiner und ganz isolirter Hügel, nebst mehreren zum Theil recht augenfälligen Cratern, welches alles aber nur in der Nähe der Lichtgrenze kurze Zeit hindurch sichtbar ist. Nordwestlich das kleine, aber tiefe, steile, mit Gipfeln und Cratern reichlich besetzte Ringgebirg Weigel S. Die augenfälligsten der umgebenden Crater sind mit A, b, c, d bezeichnet; b ist fast so grofs und noch tiefer als Weigel, und hat noch Schatten, wenn rings herum schon alles unsichtbar geworden ist. Eine Reihe von Gipfeln krümmt sich um b herum nach Segner zu; eine zweite, höher und zusammenhängend, zieht nördlich zum Schiller. Der Gipfel Weigel a am südlichen Ende dieser Kette liegt 974* über dem östlichen Fufse, ein Gipfel in der Mitte dieser Kette aber 657*. Nach W. zu ist der Abfall noch bedeutender und auch steiler. Nach allen Seiten hin liegen hier zahlreiche kleine Crater. §. 343. Zuchius R. (nach Hevels eigner Vergleichung Lacus Meridionalis TI. obwohl dieser auf der Karte des Letzteren besser mit Schiller zu stimmen scheint) etwas kleiner als Segner, aber augenfälliger, mit breiterem und gipfelreichem Walle, mehrfachen Verzweigungen nach aufsen und innen und einem ansehnlichen Centralberge, der mit einer kleinen Kette zusammenhängt. Der östliche Theil ist 6° hell und das Ganze auch selbst im Vollmonde noch erkennbar. Die Höhe des Gipfels a. über der innern Tiefe beträgt 1688*. Gegen O. liegen in ununterbrochener Reihe, mit ihren Wällen aneinander gelehnt, die Crater b, a, d, e, umgeben von den Bergarmen, die vom Phocylides südlich ziehen. Ein starker Bergarm,-nordwestlich begleitet von mehreren Höhenzügen und einem kleinen Ringgebirg c, verbindet Zuchius mit Bettinus 11. (Mons Meridionalis II. obwohl sehr ungewifs, da auch Kircher und selbst Bailly unter diesem letzteren Namen verstanden sein können). Riccioli hat eins der höchsten Mondgebirge gewählt, um den Namen des hartnäckigsten Bestreiters ihrer Existenz zu verewigen. Denn obgleich der Gipfel a, der wahrscheinlich höchste des Südwestwalles, nicht mefsbar ist, so zeigt doch schon eine nördlicher liegende Parthie dieses Walles 1936 und der Ostwall 20S0‘ Höhe über der innern Tiefe, in der ein starker, und wie wir später erkannten, zweigipfliger Centralberg steht. Er giebt dem Walle nur etwa 4 an Höhe nach, während in der Regel die Centralberge mehr als die Hälfte niedriger sind als ihr Wall. In der Nähe zwei deutlich erkennbare Crater a und b. Zwischen Bettinus, Zuchius, Segner und Weigel erstreckt sich eine freie Ebene von bedeutendem Umfange, die sich auch um Weigel herum bis an den Fufs des Gebirges Weigel a erstreckt. Da sie sowohl im O. als im W. von steilen Hängen begrenzt wird (bei Bettinus £ erhebt sich das Gebirge 1805* über den östlichen Fufs und das Uebrige dieses Zuges hat im Durchschnitt gegen 1500* Höhe) die entgegengesetzten Seiten dieser Gebirge aber keine solche Steilheit und Höhe zeigen, so ist die ganze Ebene eine grofse Vertiefung. Auch zeigt sie — nicht im Vollmonde, wo sie so hell wie alles Uebrige ist — sondern näher der Lichtgrenze, ähnlich den Flächen im N. des Segner, nur 2^° Licht. 42 330 Kircher R. mit Bettinus durch zwei Bergketten verbunden und nocli tiefer als dieser, aber ohne Cen- tralberg, denn der kleine Hügel im S. liegt ganz excentrisch. Sein breiter starker Wall stürzt zu einer jähen Tiefe herab, die 2306* unter dem Westrande bei a, 2774* aber unter den Hochgipfeln des Südoslrandes liegt Wir hatten diesen Niveauunterschied anfangs weit geringer geschätzt. An Kircher schliefsen sich im O. und W. zwei grofse Crater a und d, beide sehr tief, fast immer Schatten an irgend einer Seite zeigend und der letztere durch Helligkeit (7°) sich auszeichnend; einer der kenntlichsten Gegenstände im Vollmonde. Viele kleinere Crater liegen in der Gegend umher. Dicht an Kircher schliefst sich der in wilder gebirgiger Gegend liegende, unregelmäfsig geformte und unvollständig begrenzte Wilson S. Bei a erhebt sich der Wall 2149* über die Tiefe, andre Punkte sind weit niedriger und das Ganze tritt nur in sehr schräger Beleuchtung als Ringgebirg deutlich hervor. Wenn schon alle hier aufgeführten Ringgebirge von zahlreichen kleinern Cratern umgeben sind, so liegen sie doch hier in der Umgebung des Wilson und Kircher so häufig und gedrängt, dafs wir es für vergebene Mühe halten sie zählen zu wollen. Und doch sind dies schon Randgegenden, wo ein kleinerer Crater sehr scharf ausgeprägt sein mufs wenn er uns noch als solcher erscheinen soll. Es mögen viele der hier als Berge bezeichneten Objekte der erstem Form angehören und sie nur den Erdbewohnern entziehen, was schon durch eine sehr geringe Ungleichheit in der Wallumgebung möglich ist. §. 344. Die Gegend zwischen Wilson, Bettinus und Scheiner überbietet, was die Schwierigkeiten ihrer Darstellung betrifft, fast alle andern Mondgegenden. Sie besteht aus kleinen Ebenen und niedrigen, labyrinthisch grup- pirten Gebirgsmassen, deren Hänge doch zum Theil bedeutende Steilheit zeigen. Der von vielen kleineren umgebene tiefe, unregeimäfsige Crater c bildet einen guten Anhaltpunkt; die übrigen liegen zu zerstreut und sind zu wenig augenfällig, als dafs man sich ihrer mit Sicherheit zuin Messen bedienen könnte. Die kleinen Gebirgsglieder, obgleich dicht gedrängt, scheinen doch keinen oder nur geringen Zusammenhang zu haben; auch ist ihr Streichen bei weitem nicht so gleichförmig, wie es auf den ersten Anblick, der optischen Verkürzung wegen, zu sein scheint. Der Rücken Scheiner S mag den höchsten Theil bilden. Durch den Gebirgsarm Bettinus S schliefst sich die Hauptgruppe dem hohen von Rost nech Bettinus ziehenden Gebirge an. In der westlicher liegenden nicht minder verwickelten Gruppe Wilson y fanden wir am 21. März 1834 eine kurze, in der Mitte breitere und tiefere Rille Scheiner £, nur etwa 4 Meilen lang und sehr schwer zu sehen. Wahrscheinlich steht sie den grofsen Rillen des Ariadaeus und Higinus nur an Länge nach; wäre sie so schmal wie etwa die bei Triesnecker oder iin Mare Humorum streichenden Rillen, so würde sie in solcher Umgebung und bei einer schon so bedeutenden Verkürzung unsern Fernröhren verborgen bleiben. Wir können überhaupt die graphische Darstellung solcher höchst selten gut sichtbaren und überaus verwickelten Parthien immer nur als einen annähernden Versuch ansehen; hinreichend um den Charakter des Ganzen treu wiederzugeben, aber ungenügend, wo es auf'strenge Vergleichung der Einzelheiten ankommt. Möchten künftige Selenographen, wenn sie über im Laufe der Zeit vorgegangene Veränderungen urtheilen wollen, dieses unser offnes Geständnifs nicht unbeachtet lassen. §. 345. Zunächst an Wilson stofsen westlich einige an Umfang und Tiefe ansehnliche, von Gebirgen umdrängte Crater, und an diese eine ungeheure Tiefe, wahrscheinlich Riccioli s Casatus, bei dem der hohen südlichen Breite ungeachtet doch eine Bestimmung versucht wurde. Der westliche domförmige Gipfel fand sich am 19. April 1834 Abends 8 Uhr, bei einem Erleuchtungswinkel von 7° 19 ; , 3569* über der Tiefe, und am folgenden Tage, als jener Winkel 10° 56' betrug und folglich die obern Tlieile des convexen Wallberges keinen Schatten mehr warfen, 3318*. Offenbar verdient die erstere Höhe den Vorzug, ja sie dürfte leicht noch etwas gröfser herauskommen, wenn es möglich wäre den Casatus bei noch kleinerem Erleuchtungswinkel zu messen. Um indefs nicht zu viel anzunehmen, mag man der letzten Messung den halben Werth beilegen; dann wäre die Höhe 3485*. Eine frühere Messung am 7. Aug. 1832 (bei der aber nicht ganz gewifs ist, ob dieselbe Spitze gemessen worden) ergab 2870*. Für die Wallhöhe im Allgemeinen fand sich am 10. März 1835 eine Höhe von 2525*; und (durch vergleichende Schätzung) der nördlich neben dem Hauptgipfel sich erhebende Berg 2905, und der südlich dicht darüber liegende 3137*. 331 Alle diese Angaben beziehen sich auf den westlichen Rand, verglichen mit der innern Tiefe. Diese ist indefs gleichfalls höchst uneben, hat mehrere Wallterrassen und isolirte Hügel, so wie einen deutlichen, aber nicht centralen Crater. Der östliche Wall ist minder hoch und bot uns noch keine Gelegenheit dar, ihn auf ähnliche Weise zu bestimmen. Jedenfalls gehört dieses Ringgebirg zu den am stärksten vertieften der Mondfläche, denn nach aufsen beträgt der Abfall nur 6—800* was übrigens des unebenen Terrains wegen noch sehr verschieden ausfällt, so dafs hier nie ein zusammenhängender Schatten gesehen wird. Aehnliche, nicht minder grofse und tiefe Ringgebirge gruppiren oder vielmehr drängen sich aneinander in den Gegenden, die von Casatus nach dem Rande zu liegen. Nicht selten hat der eine die Kreisform des andern eingreifend gestört. Auch die Unebenheiten des Randprofiles werden hier sehr bedeutend, und da sie, nur anders geformt, sich auch in der äufsersten Libralion wahrnehmen lassen, so geben sie der Vermuthung Raum, dafs die hier geschilderte Terraingestaltung sich auch in die jenseitige Halbkugel hinüber erstrecke. Unter den Ringgebirgen zeichnen sich Casatus A im Vollmonde durch hellen Lichtglanz, unter den Bergen A, ß und y durch Höhe und Helle aus. Im Norden wird Casatus von der Wallebene Klaproth begrenzt, so dafs der Grenzwall beiden gemeinschaftlich ist. Sie erscheint im Innern völlig eben (in diesen Gegenden das einzige Beispiel dieser Art) obwohl hier kleine Unebenheiten weit leichter als in der schauerlichen Tiefe des Casatus zu erkennen wären. Denn der Gipfel cc erhebt sich, nach einem Mittel aus 2 Messungen, 1357* und der Rest des Walles etwa 1000* über diese Fläche, die folglich weit früher schaltenfrei wird als die meisten andern der umliegenden Tiefen, und die gegen 100 Quadratmeilen enthält. Man kann sie so wie auch Casatus selbst im Vollmonde noch einiger- mafsen an ihrer graueren Färbung unterscheiden. Klaproths Umgegend ist weniger reich an Cralern, als die bisher beschriebenen Landschaften. Westlich schliefst sich an Casatus und Klaproth ein der optischen Gestalt nach dreiekiges Plateau mit zungenförmigen, convex geböschten Ausläufern, und begleitet von Längenlhälern, die bei Casatus S und Klaproth ß beginnen, sich verzweigen und in kleine Thalebenen ausmünden, deren man auch einige im Norden von Klaproth findet. §. 346. Im Westen dieser kleinen Thäler erhebt sich Newton, unter allen Ringgebirgen der Mondfläche, so weit unsre Forschung reicht, wahrscheinlich das am tiefsten abfallende, dein wir daher jenen gefeierten Namen, an welchen alle kommenden Zeitalter die Ergründung der tiefsten Geheimnisse des Weltgebäudes knüpfen werden, beigelegt haben *). Es ist, auch nach Reduktion der optischen Verkürzungen, stark elliptisch und überhaupt uuregelmäfsig geformt, denn die grofse Axe seines llinggebirgs hat die Richtung SSO. und ist 31 Meilen lang, die darauf senkrechte nur 15 Meilen. Gegen S. haben 2 regelmäfsig geformte Ringgebirge a und b in seinen Wall eingegriffen; auch nördlich zeigt sich eine flachere Vertiefung c nebst mehreren kleinern Cralern. Das Innere, was trotz der grol'sen Tiefe, im Vollmonde und überhaupt sobald die Schatten verschwinden keine dunklere Farbe zeigt, ist mit Central- und Parallelketten, Terrassen und einzelnen Gipfeln fast überall angefüllt. Nur der unter —7S° 40' B. und —12° 20' L. liegende, stark vorspringende Gipfel gestattet, aber schon bei bedeutender Sonnenhöhe, den Versuch einer Messung. Es fand sich am 19. April 1834 um 8 1 * 12' M. Z. bei zunehmendem Monde, unter einem Erleuchtungswinkel von 9° 44' und am Ende des Schattens von 8° 13' als die Libration die scheinbare Breite des Berges bis 71^°' vermindert hatte, die Höhe dieses Punktes über dem südlichen Theile der Tiefe 3727*. Kein Berg der Erde würde seiner relativen Höhe nach, wenn man den Fufs- punkt in keine gröfsere Entfernung setzt als die in welche der Schalten dieses Gipfels fällt, die Tiefe des Newton ausfüllen. Kommt der nördliche Hang — wie es allen Anschein hat — dem westlichen nur einigermafsen an Steil, heit nahe, so bekommt ein grofser Theil der innern Fläche Newtons weder die Erde noch die Sonne jemals zu Gesicht. *) Allerdings hatte schon Schröter den Namen Newton bereits eingeführt, und ihn in eine Gegend zwischen Pico und Plato gesetzt, in der er die Spur eines Uinggebirges (und zwar nach seiner Muthmafsung eines früher viel höheren und jetzt verfallenen) zu erkennen glaubte. Uns ist es nicht gelungen, aus den heterogenen Gebirgsgliedem dieser Gegend, die den verschiedensten Richtungen folgen, ein ideales Ringgebirg zu construiren und wir trugen Bedenken, den Namen des gröfsten Gelehrten auf einen so gut als gar nicht vorhandenen Gegenstand zu übertragen. 42 * 332 §. 347. Die noch südlicher, unter 83° und 86° liegenden grofsen Ringgebirge Cabeus Jl. und Malapert li. (bei Ilevel bezeichnet die sehr unbestimmte Benennung Desertum Mingui diese südliche Polargt'gend) erscheinen uns stets in so schräger Projektion, dafs sie weder der Höhe nach gemessen, noch überhaupt speciell gezeichnet werden können. Doch zeigt Cabeus eine so lange Zeit hindurch Schatten (man bemerkt ihu sogar die ganze Lunation hindurch, wenn der Mond in der Opposition nördliche Breite hat), dafs seine Tiefe der des Newton nur wenig nachgeben kann. Die hier in seinem Innern verzeichneten Höhen erblickt man nur bei günstiger Lage, als Lichtinseln aus dem dunkeln Schatten auftauchend. Ohne diesen Umstand erkennt man sie nicht. Malapert, das südlichste Ringgebirg des Mondes, hat gegen S. etwa unter 87^° B. eine Oeffnung. Die links davon gelegene hohe Kuppe verdeckt uns in mittlerer Libration den Südpol, der nur sichtbar wird, wenn der Mond nördliche Breite hat. Er ist von höheren Gebirgen umgeben als der Nordpol, zeigt aber so wenig als dieser irgend eine besondre Eigenthümlichkeit in Rücksicht der Formen oder der Färbung. Bei weniger als halb erleuchtetem Monde zeigt diese Südpolsgegend eine schöne Reihe von Lichtpunkten, deren letzte Spuren, wenn der Mond nur etwa 30° von der Sonne steht, sich 6 bis 8 Grade hinaus über den Pol verfolgen lassen; ein Umstand, der bei Messungen die Bestimmung der wahren Südspitze nicht wenig erschwert. Von Norden her greift in Malapert ein elliptisches Ringgebirg Malapert A ein; es ist länger und schmaler als jenes und der Form nach nahe mit Newton vergleichbar. Von O. her drängt sich ein Gebirg keilförmig zwischen beide Crater; es mufs von ansehnlicher Höhe sein. Was von hier aus nördlich bis zum Walle des Short (—75° B.) sich findet, ist der vorhin beschriebenen Gegend völlig ähnlich. Die den Craterwällen nicht angehörenden Bergreihen sind vergleichungsweise nur schwach, und mühsam zu erkennen; Farbenunterschiede finden hier keine mehr Statt. Die vorhin erwähnten Lichtpunkte sind die Erhöhungen des Randgebirgs Dörfel S., dessen Hauptparthie von —90° bis 84° B. am östlichen Rande hin sich erstreckt, das aber auch noch weit über den Südpol hinaus in die westlichen Randgegenden bis zu —78° B. hin läuft, wo es in einem steilen Absturz endet. Die in der Gegend des Bailly liegenden Randhöhen hat Schröter mit dem Namen Leibnitz bezeichnet; obgleich aus seinen vereinzelten Darstellungen, und da er niemals den Ort durch Messungen bestimmte, nicht gewifs hervorgeht, welche Spitzen er eigentlich gemeint habe. Die Ringgebirge Biancanus und Scbeiner, nebst ihrer Umgebung. §. 348. Biancanus 21. (bei Hevel , mit Inbegriff des Scheiner, durch Raphidiin Desertum bezeichnet, was übrigens nur beiläufig aus der Stelle gemuthmafst werden kann), eins der schönsten Ringgebirge der Blondfläche, 11 Meilen im Durchmesser haltend. Sein vielfach gegliederter und mit zahlreichen Hochgipfeln besetzter Hauptwall fällt mit mehreren breiten Terrassen, die durch Crater unterbrochen werden, zur Tiefe ab. Diese erscheint, bis auf die in der Karte angegebene südwestliche Cratergruppe, von welcher A (—63° 20' B. —20° 11' L.) das Hauptglied ausmacht, völlig eben, obgleich in hoher Beleuchtung kein Farbenunterschied des Walles und der Tiefe bemerkt wird. Der westliche Hauptwall erhebt sich, nach 3 unsrer Messungen, 2081* über diese Tiefe; der östliche bei ß hingegen 2816*. Noch zeichnen sich a und y durch Höhe und Steilheit aus, sind aber nicht inefsbar. Auch von aufsen haben sich zahlreiche Gebirgsglieder umhergelagert. Gegen N. und O. hin zeigen sie Strengen Parallelismus mit dem Hauplwaile, sind übrigens von geringer relativer Erhebung. Im S. und W. dagegen zeigt sich keine vorherrschende Richtung; isolirte, schwer wahrnehmbare Hügel liegen hin und wieder zwischen den Cratern, welche das zwischen Klaprolh, Gruemberger, Clavius und Biancanus sich bildende Plateau unterbrechen. Von letzteren zeichnet sich d durch ansehnliche Tiefe aus; e ist ein unregelmäfsiges Kesselthal, c und b hingegen sind ansehnliche Ringgebirge, von denen besonders das erstere ziemlich tief und rings herum geschlossen ist. Der gewaltige Wall des Biancanus ragt hoch über alle diese Nebenglieder empor, wie der Aetnagipfel über Siciliens Bergketten. Scheiner //., dem Biancanus im Allgemeinen sehr ähnlich, 15,12 Meilen im Durchmesser haltend. Sein 'sehr deutlicher Centralcrater A liegt nach unsern 9 Messungen in —59° 58' 26" B. und —26° 36' 13" L., also nordöstlich von Biancanus A. Das Innere bildet keine Ebene, sondern wird von 10 Cratern, einem im westlichen Theile als Bogensehne hindurchziehenden Bergdamme, der mit dem beiderseitigen Ringgebirge zusammenhängt (eine seltne Formation), einem zweiten ähnlichen Zuge y und mehrern kleinern Hügeln unterbrochen. Der um- 333 gebende Wall giebt dem des Biancanus wenig an Höhe nach, ist aber noch mehr als dieser von Cratern (unter denen c der grüfste und tiefste) unterbrochen, zeigt in a und ß seine höchsten Gipfel, aber nur an wenigen Stellen eine untergeordnete Terrassenbildung, daher der Absturz zur Tiefe im Allgemeinen steiler als im Biancanus ist. In der Umgegend ist nur wenig freie Ebene; erst jenseit des grofsen und gipfelreichen Craters B (—59° O'B. —30° 42' L.) wird die Landschaft offner, und die Berge sinken zu kleinen vereinzelten Hügeln herab. Noch sind der Crater d durch Tiefe, und das Kesselthal e durch seinen schönen Bergkranz ausgezeichnet. Mit Clavius, Rost, Biancanus, Wilson und den kleineren Ringgebirgen dieser Gegend ist Scheiner durch viele Bergarme verbunden, die zum Theil ansehnlich hoch sind. Gruppe des Moretus. §. 349. Moretus R. (Mons Techisandam ff.) bildet das Hauptglied einer grofsen Gruppe, aus mehreren eng an einander sich schliefsenden Ringgebirgen bestehend. Die kleinen Wallvorsprünge abgerechnet scheint er einen richtigen Kreis zu bilden, dessen Durchmesser 16,97 Meilen beträgt. Aber die Höhe des Walles ist sehr ungleich. Sowohl bei zu- als abnehmendem Blonde bemerkt man, leichter als bei den meisten andern Ringgebirgen, den aufserordentlich reichen und prachtvollen Kranz von Lichtinseln, den die Wallgipfel des Bloretus bilden. An mehreren Stellen ist dieser Kranz sogar doppelt und dreifach. Vor allen leuchtet a, der westliche 2377* hohe Hauptgipfel, noch 24 Stunden lang, nachdem die Sonne über dem Bleridian des Berges untergegangen ist, aus der Mondnacht hervor; auch der Nord- und Südpunkt sind durch zwei (nicht mefsbare) Hochgipfel bezeichnet, dem Ostrande aber fehlt ein solcher, und hier beträgt die Höhe nur 1442*. — Doch hat nur der oberste Hang des Walles ansehnliche Steilheit, denn Terrassen von ungewöhnlicher Breite ziehen am innern Fufse desselben herum. Der Centralberg, von länglichter Form und umgeben von einigen kleinern Hügeln, liegt nach unsern 10 Blessungen in —69° 45' 52" B. und —7° 8' 38" L. Er ist der höchste aller von uns gemessenen Centralberge, denn er erhebt sich 1070* über seinen östlichen Fufs. Auch ist er stets mit Leichtigkeit zu erkennen und sogar im Vollmonde, wenn man seinen Ort genau weifs, aufzufinden, da er 7° Licht hat. Dagegen erkennt man den kleinen Bergkranz, der mit den um den Südgipfeln herumliegenden Wallhöhen einen kleinen Theil der Fläche einschliefst, nur mit grofser Schwierigkeit. Nur enge Tieflhäler haben in dem wilden Gebirgslande, das die nächste Umgegend des Moretus bildet, Raum gefunden; die erheblichsten sind hier mit a, b, c bezeichnet. Nördlich gegen Cysatus hin bildet es ein ansehnliches Plateau, und nur gegen SO. bemerkt man ein zusammenhängendes, den Hauptwall begleitendes Thal, das mit geringen Unterbrechungen von Gruemberger bis Short hinzieht. §. 350. Short S. südlich vom Bloretus, zwischen diesem und Newton liegend. Nach Gestalt und Lage ist er dem erstem Ringgebirg äufserst ähnlich und gleichsam ein verkleinertes Abbild desselben. Sein (mit Newton gemeinschaftlicher) Oslrand hat eine ansehnliche Höhe; zwei Blessungen (die freilich hier schon äufserst schwierig sind) gaben uns 2316 und 2922*, im Mittel also 2619*. Aber sein Wall ist weniger reich an Hochgipfeln, Terrassen erblickt man in ihm nicht und sein Centralberg ist klein und niedrig. Eine ähnliche, aber kleinere und flachere Vertiefung lehnt sich westlich an Short und Bloretus, und erstreckt sich noch jenseit des mildern B'Ieridians in den südwestlichen Quadranten hinüber. Nördlich vom Bloretus erblickt man, aber nur unter günstigen Umständen recht deutlich, zwei gröfsere liier mit Cysatus R. und Cysatus e bezeichnele Vertiefungen. Der Wall des erstem hat im W. eine weit gröfsere Höhe, als unsre Karte angiebt; sie beträgt nach 2 im Jahre 1835 angestellten Blessungen 1913 und 2054, im Büttel 1984*; die westlich daneben liegende ist bei weitem flacher und oft nicht recht zu sehen. Desto besser fallen die hier mit A, b, D bezeichneten Crater ins Auge. Ein ansehnliches Gebirge erstreckt sich vom Cysatus nördlich gegen Deluc E; es zeigt unter —61° B. in 24° 45' B. und +0° 44' L. Die Kinggel>irgs-I0 Meilen;- die Kammhühe des südlichen bis gegen Polybius y ziehenden höheren Theiles ist im Durchschnitt 1000‘; der nördliche hat nur etwa 5 — 600‘. Vom Hochlande aus betrachtet, hat der Kamm dagegen nur eine sehr geringe oder auch gar keine relative Erhebung, nur einzelne Gipfel, wie rj und (3, ragen noch ansehnlich empor. Für den Anblick von der Erde aus fällt es daher nicht sehr vortheilhaft ins Auge, denn die Schatten bei abnehmendem Monde fallen abwärts von uns und werden grofsentheils durch die Gipfel selbst verdeckt; bei zunehmendem aber sieht man nur sehr unbedeutende Schatten gegen Osten fallen. Zwei durch das bergige Terrain im W. ziemlich schwierige Messungen ergaben für den höchsten Gipfel Polybius ,3 1933 und 2219, im Mittel also 2076 Toisen; eine frühere, aber bei einem Erleuchtungswinkel von 154-° angestellle nur 1618‘. Dies beweist, dafs der obere Theil des Berges keinen Pik, sondern eine gewölbte Fläche bildet und nur der untere gegen W. abfallende Fufs eine beträchtliche Steilheit hat. Auch für die übrigen Berge scheint die Figur des Schattens ein ähnliches Böschungsverhällnifs anzudeuten; also hier nichts von den steil und kühn emporsteigenden Thürmen und Nadeln, wie im Caucasus, und theilweise im Apennin und den Alpen des Mondes. Ueberall wird das Gebirg von grofsen und kleinen Cratern umgeben, theilweise selbst durchbrochen. Sie liegen meist gruppenweis, theils auf der Hochfläche, theils in der tiefem westlichen Landschaft, allein keiner *) Durch Zufall fehlt der Name auf unsrer Karte. 359 derselben zeigt im Vollmonde eine hervorstechende Beleuchtung. Das Gebirg selbst ist schon bald nach dem ersten Viertel kaum mehr als ein solches zu erkennen, und im Vollmonde gelingt es nur schwer, eine ganz schwache Spur eines schmalen weifsen Rückens aufzufinden, worin aber sicherlich niemand, der es nicht in andern Beleuchtungen sah, ein bedeutendes Gebirge vermuthen würde. Dagegen wird der südliche Tlieil von breiten und hellen Lichtstreifen durchzogen, die hier im Vollmonde alles andre überglänzen. Der gröfste kommt vom Gemma Frisius herüber, zieht südlich an Pons vorbei und setzt sich jenseits des Gebirges fort. Fünf andre streichen parallel mit ihm, sind aber kürzer, schmaler und von schwächerem Lichte. §. 386. Bis zum Craler Fermat E (—19° 37 ; B. —(— 1D° 28' L.) läfst sich die Kette des Altai als ein zusammenhängendes, obwohl nördlich niedriger werdendes Gebirge deutlich verfolgen, und bei y liegen die letzten steileren Gipfel. Weiter nördlich theilt es sich, ein Arm zieht grade nördlich gegen Catharina A und vereinigt sich mit dem Walle dieses grofsen Ringgebirgs; andere Erhöhungen erstrecken sich nordöstlich gegen Almanon und Ta- citus hin, bilden bei y noch einen ziemlich steilen Rand und verlieren sich allmählich unter den Hügelgruppen dieser Landschaften. Polybius, ein dein Fermat sehr ähnliches Ringgebirg. Wie dieses zeigt es einen höchst unbedeutenden Abfall naeh aufsen und eine beträchtliche Steilheit nach innen, wie dieses ist es ohne Centralberg und von hügliger Landschaft umgeben. Auch Gröfse und Gestalt beider kommen nahe überein. Gegen S. ist ein kleines Hochland, eine Vorterrasse des Altai, auf welchem wir 18 Crater zählten. Unter ihnen ist Polybius B. (— 25° 31' B. -j-25° 7' L.) der gröfste und tiefste. Westlich, in meist ebener Landschaft, liegt der 7° helle Polybius A (—22° 4' B. —[—26° 43' L.) als Mittelpunkt einer kleinen Bergmasse; um ihn herum schöne Gruppen kleiner Hügel von 50 — 60 1 Höhe. Oestlich liegt eine Vereinigung unvollkommener Ringgebirge, unter denen c das gröfste ist; einen Cen- tralberg zeigt und mit mehreren Bergarmen zusammenhängt, deren bedeutendster (aber doch kaum 100* hoher) sich nördlich nach Catharina c zieht. Mit eben diesem ist auch Polybius selbst durch einen Bergarm verbunden Nur mit grofser Schwierigkeit erkennt man das übrige Detail zwischen c und dem Altai; selbst die Crater sind nicht immer deutlich zu erkennen- Obwohl wir versichern können dafs bei Darstellung dieser Landschaft die möglichste Sorgfalt angewandt worden, sind wir weit entfernt sie für vollendet zu halten und können nicht umhin, künftige Beobachter zu Berichtigungen und Nachträgen, deren sieh hier nicht wenige finden dürften, aufzufordern. Der allgemeine Charakter übrigens erhellt bestimmt genug: ein Hügelland ohne bedeutende Erhöhungen, aber mit beträchtlichen Vertiefungen der verschiedensten Form- und Gröfso. Cfebirgsgruppc der Mypatl'a- §. 387. Fast inselarlig, an drei Seiten vom Mare Nectaris und Tranquillitatis umgeben; an der vierten östlichen nur durch schwache Uebergänge mit den Landschaften Delambre und Alfraganus verknüpft, erhebt sich dieses etwa 200 Quadralineilen umfassende Hochland. Fünf an seinen Grenzen-liegende Crater, die sich zu allen Zeiten gut hervorheben, haben uns zu Fixpunkten gedient; nämlich Hypatia A —4° 54' B. +22° 18' L. B —0° 24/' -• +24° 2- C -1° 2' - 4--°° 57' - Torrieelxi C -29 S' - +25° 42' - Delambre B — 1° 59' - + 19° 35' - Hypatia lt. (von Hevel unbenannt) ist ein elliptisch’abgeplattetes, gegen N. geöffnetes, steiles Ringgebirg. Der höchste Gipfel, der zugleich den Wall eines andern nur zur Hälfte geschlossenen Ringgebirgs bildet, erhebt sich 1162* über die Tiefe. Diese hat 3° Licht, der Wall nur 1° mehr, d; h. er ist dem Berglände gleich. So hält es schwer, Hypatia im Vollmonde zu finden. Dagegen erkennt man leicht den Crater A (6° hell, das Innere S 0 '), den Gipfel o- (5° hell) und einen kleinen gleichfalls 5 9 hellen Crater unmittelbar östlich neben a. Ueberhaupt enthält das Hochland 28 vollständige Crater, die meisten in seinem südwestlichen Theile, und noch einige craterartig gekrümmte Wälle, deren Gegenseite offen steht. Die Höhe der Berge ist deshalb nicht wohl me£sbar, indefs scheint keiner 500* zu übersteigen.- 35 § Bei ß offnen sieh einige Ilochtluiler, deren Licht etwa unter dem der Berge sieht; hei y erhebt sich das Plateau am meisten, und läuft nördlich in zwei kleinen Halbinseln, deren östliehe nur als ein niedriges Vorland angesehen werden kann und grade an seiner Spitze sich noch in einein Craterbogen öffnet. Vier Crater liegen auf dieser Seite vor, unter denen B der hellste ist und 61 " Licht hat. Von B aus erstreckt sicli östlich eine schwach gebogene, nur unter sehr günstigen Umständen sichtbare Rille ö, welche Lohrmann zuerst am 24. Oct. 1823 Abends 11 Uhr entdeckt hat. Noch schwerer ist die mit dieser parallele, einige Minuten jenseit des Aequators auf Sect. 1. liegende Rille zu sehen, welche Lohrmann gleichzeitig entdeckte. Sie würden leichter gefunden werden können, wenn sie eine stärkere Neigung gegen die Parallelkreise hätten. — Ob der kleine neben B liegende Crater, auf den sie trifft, von ihr wie Higinus (§. 225.) durchbrochen werde, ist bei der ungemeinen Feinheit beider Objekte nicht zu erforschen. Die Grenze des Mare Tranquillitatis folgt vom Aequator an genau der des Hochlandes, sowohl im N. als im W.; so dafs auch die beiden Tluilcr, welche südwestlich das Plateau begrenzen und durch eine starke Bergader vom Mare getrennt sind, der Farbe nach diesem noch angehören. Von A an aber gellt die Grenze in mehrfachen Krümmungen, die nicht überall einen erkennbaren Bergabhang zeigen, südöstlich gegen Hypalia Sr, den sie auch noch einschliefst, und dann wie oben bemerkt, längs dem Saume des Hochlandes südlich fort. So fehlt der ganzen östlichen Seite der Hypatiagruppe die dunkle Begrenzung. An dieser Seite zeigt sich bei 4 ein System niedriger Bergadern, das aber doch an der Ostseite einen 6° hellen Berg zeigt. — Bei t) und s ist die gradlinigte (obwohl sehr verschiednen Streichungsrichtungen angehörende) Form der Bergrücken merkwürdig. Der längste dieser gradlinigten Rücken berührt ein kleines Ringge- birg mit bestimmt sichtbaren, obwohl äufserst kleinem Centralberg, und südlich von diesem Ringgebirg sieht man zwei kleine 6° helle Lichtpunkte unter gleichem Parallel nahe bei einander, deren westlicher einen unbedeutenden Berggipfel zugehört, der östliche dagegen mit dem Crater Delambre B zusammentriü't. Südlicher Theil des Mare Tranquillitatis. §. 3SS. Von Theophilus A bis nahe zum Aequator erstreckt sich dieser mit dem Mare Tranquillitatis zusammenhängende graue Fläehentheil. Er ist nicht durchaus gleich an Farbe, vielmehr dunkler (2°) im N. des Tori'i- celli und in der Umgegend dieses Ringgebirgs; und weiter südlich 24°. Seine Grenzen bilden gegen O. die Hochländer bei Hypalia und Kant, so wie Theophilus; im W. die Gruppen des Censorinus und Isidor; der Flächeninhalt kifst sich nur beiläufig schätzen, und mag 1500 Quadratmeilen betragen. Die Bergadern dieser Landschaft haben das Eigenthümliche, dafs sie sich, ähnlich wie an mehreren Stellen des gröfsern Haupltheiles, parallel aneinanderhängen, und so breite, schwach gefurchte, 3° helle Landrücken bilden. Dies gilt namentlich von Torricelli y und ß, während sich bei « ein Hügelrücken mit zahlreichen Querfurchen bildet, so dafs hier nach beiden Richtungen hin Gliederung Statt findet. Rillen zeigen sich nirgend, obwohl die Lokalität für das Erkennen derselben nicht ungünstig ist und in den benachbarten Landschaften ziemlich zahlreiche Rillen Vorkommen. Auf IicveVs Charte ist dieser Theil mit dem Mare Tranquillitatis und Serenitatis zusammen unter dein Namen Pontus Euxinus begriffen; ein Theil desselben, nach S. zu, lieifst bei ihm Sinus Atheniensis. Das kleine zusammengesetzte Ringgebirg in seiner Mitte war unbenannt; wir haben es dem Erfinder des Barometers gewidmet. Torricelli, in nahe gleicher Entfernung von Isidor und Hypalia, so wie von Theophilus und Maskelyne, ist leicht durch seine Lage aufzufinden. Er hängt im O. durch einen offnen Pafs mit einem kleinern Ringgebirg zusammen, was dem Ganzen, besonders wenn die Tiefen mit Schatten angefüllt sind, fast das Ansehen einer Birne giebt. Das Ringgebirg hat 3°, im N. 4° Licht; das Innere nur 2°. Jede dieser Tiefen hat ihren besondern (doch nicht leicht erkennbaren) Centralhügel; die Tiefe mag 300‘ betragen. Die. erwähnten Bergadern bei «, ß und y , und eine kleinere bei s sich ausbreitende Gruppe etwas höhe, rerer Berge (von 60 — 80* etwa) die 4° Helligkeit zeigen, schliefsen einen um Torricelli liegenden Theil des Mare fast ganz ein. Von seinem Südfufse zieht ein Hügelrücken fort, der diesen abgesonderten Theil nochmals theilt, und 4° Helligkeit hat. Ein Punkt im Hügelsysteme a, unter —4^° B. und -J-29° L., hat 5° Licht; der Crater A (—4° 18 ( B. u. -)-2fi 0 19 / L.) hat 6°; sein nordöstlicher Nachbar 4°, der Crater B (—2° 46' B. u. -(-28° 45' L.) 44°, der kleine Hügel im Süden 4°, der Crater C mit seinen beiden kleinen Ausläufern und das etwa 150* hohe Gebirg ö, so wie ein kleiner südwestlich daneben liegender Bergkopf gleichfalls 4 U und sämmtliche Bergadern 3° bis 34° Licht. Beobachtungen in dieser Mondgegend erfordern einen günstigen Luftzustand. 359 Die Inndscliftflen Tlieophilus, Cyrillus und Catharina« §. 389. Die gröfslen Schwierigkeiten waren zu besiegen, um diese überaus wilden und gebirgigen Landschaften genügend darzustellen. Was unsre Karte hier giebt, ist in mehr als fünfzig Nächten nach und nach erhalten . worden. Wir geben zuerst die hieltet' gehörenden Fixpunkt-Messungen, welche zur Netzlegung gedient haben, so wie die Bergraessungen. Punkte erster Ordnung. Theophilus A —11° 21' 3" B. -)—26° 18' 16" L. nach 10 Messungen Lohrmann s . Cyrillus A — 13° 30' 3" - -j-22° 4P 20" - nach 7 unsrer Messungen. Punkte zweiter Ordnung. Theophilus A —10° 58' B. -}-29 0 34' L. Theophilus B—10° 28' - +25° 10' - Theophilus A — 8° 15' - -f*25° 53' - Theophilus E — 6° 42' - -{-24° 3' - Cyrillus C —12° 16' - +21° 34' - Beaumont A —15° 50' - —27° 30' - Beaumont B —17° 56' - -j-25° 55' - Höhenmessungen. Theophilus, Ostrand bei y - B Westrand bei ß 2 Meilen nördlicher Centralberg Theophilus A, Oslrand W estrand Catharina « 2240 ‘ 2490 im Mittel aus 4 Messungen 2852 2685 810 über seinem östlichen Fufse. 955 über der Tiefe. 505 über der äufsern Ebene. 2571 über der Tiefe; Mittel aus 2 Messungen. Tiber der Tiefe. 1290 - §. 390. Theophilus R. (Mons Moschus TI. wobei Cyrillus und Catharina mit verstanden werden) ist des Tiefe nach das ansehnlichste aller Ringgebirge der sichtbaren Mondoberfläche; denn die noch gröfseren Unterschiede, welche bei einigen in der Nähe des Südpols liegenden Ringgebirgen Vorkommen, gehören einzelnen Gipfeln, nicht dem ganzen Walle an, und sind auch nicht sicher bestimmbar. Sein Durchmesser beträgt, von Kamm ku Kamm gemessen, 13,84 Meilen. Das Innere hat 3®, die Terrassen und Thalschluchten 4°, der Cenlralberg, der Crater B und noch einer nordwestlich neben ihm 6° Licht, der Hauptwall des Theophilus 5°. Die von aufsen das Ringgebirg umgebenden Terrassen haben 3° Licht, eben so die radienartig von ihm auslaufenden, gegen Isidor, Torricelli und Hypatia hin sich verbreitenden zahlreichen Hügelrücken, während die ganze Umgebung, von Süd bis Nordost herum, 2^° zeigt, und ein bleicher Lichtstreifen von 3^° Helligkeit den nördlichen Theil der Tiefe durchzieht. So kann es in jeder Beleuchtung aufgefunden werden. Die starken Terrassen, welche im Innern ziehen, werden von einer grofsen Anzahl enger Thalschluchteil in allen Richtungen unterbrochen, die jedoch keinen eigentlichen Schalten mehr zeigen, wenn der Schatten des Hauptwalles sie verlassen hat. Nur die dem Hauptwalle zunächst liegende Terrasse dürfte höher sein als der Cenlralberg; die übrigen werden zu Zeiten von seinem Schatten getroffen. Audi nach aufsen stürzt der Wall des Theophilus noch ziemlich schroff ab; hoch aber kann er hier nicht sein, da man nie seinen Schatten über die Terrassen hin sich ausbreiten sieht, aufser beim Sonnenuntergang selbst, wo er mit der Nacht des Mondes zusammenfällt. Im nördlichen Theile der Tiefe sind schon Gegenden, deren Tag nur i ihrer Nacht (oder Dämmerung) beträgt. Was nach Abzug der Berge im Innern übrig bleibt, dürfte kaum des ganzen Durchmessers betragen und ist wahrscheinlich auch nicht ganz eben. Vom Berge X aus läuft eine starke Bergader südwärts zum Beaumont und an diesem vorbei zum Fraeas- tor, den dunklern Theil des Mare Nectaris von demjenigen scheidend, der einen allmähligen Uebergang zur hei- 360 lern Ostgrenze bildet. Dicht ostwärts von X beginnt eine enge Thalschlucht, die sich bei S- erweitert und beim Crater c, dessen Wall vier hohe, ein Quadrat bildende und die Weltgegenden bezeichnende Gipfel hat, in die Ebene ausläuft. §. 391. Cyrillus 72., so grofs als Theephilus, aber mehr quadratisch als kreisförmig gebildet. Zwar läfst sich ein steiler Hauptwall, der eine Strecke weit mit dem des Theophilus zusainmenfällt, rings herum verfolgen und nur im N. führt eine enge, gewundene Schlucht hinaus; aber dieser erhebt sich nicht so bedeutend über seine Terrassen als bei jenem Ringgebirg. Diese Terrassen sind aber hier zum Theil gesonderte, parallel ziehende Bergwände, und namentlich geben die von ß nach y ziehenden dem Ringgebirg ein sonderbares Ansehen. Von ß gehen abermals bogenförmige Parallelrücken ab, so dafs hier die Erscheinung, die im Posidonius einfach gegeben ist, vielfach wiederkehrt. Der dadurch schon sehr beschränkte innere Raum ist nun noch durch ein ganzes System von Centralbergen in Anspruch genommen, so dafs nur etwa 8 Quadratmeilen, etwa der fünfzehnte Theil der ganzen Einsenkung, als Ebene übrig bleiben, cc kann einigerinafsen als eigentlicher Centralberg gelten. Der Crater A ist selbst im Vollmonde, wenn wenig oder nichts vom Cyrillus zu sehen ist, ein sehr augenfälliger Gegenstand. Er hat 7° Licht, und seine Umgegend 4®, was sich allmählich in die 2b" helle Ebene verliert. Auch noch weiter südlich zeigen sich zwischen den Terrassen einige Crater, die aber nicht glänzen. Eine merkwürdige Landschaft ist die, welche sich im O., N. und NW. des Cyrillus und Tlieophilus ausbreitet. Zuerst zeigen sich beim Cyrillus einige Bergkränze, unter denen b der gröfste ist. Es scheint indessen doch eine schwache Verbindung der Bergarme, wenigstens gegen das Innere hin, Statt zu finden. Regelmäfsige Kreiswälle zeigen hier herum nur die kleinsten, höchstens eine Meile im Durchmesser haltenden Tiefen; und zwischen ihnen ist alles voller Hügel. — Das kleine Hochland ö im NW. von b hat mit seinen fünf gegen S. gerichteten Ausläufern fast die Gestalt einer etwas gespreizten Hand; die Vertiefungen zwischen diesen Ausläufern sind zum Theil geschlossen. Weiter nördlich ist alles in kleine und kleinste Hügel zersplittert. Diese zahllosen Hügel, von denen unsre Karte eine möglichst treue detaillirte Darstellung giebt, haben 3° Licht, ausgenommen A welcher 4°, und E welcher 5° hell und durch beträchtliche Höhe ausgezeichnet ist. Oesllich neben E liegt eine schöne Kette kleiner Erhöhungen. Die letzten vereinzelten Glieder dieses Hügellendes vereinigen sich unter — 5° B. mit der Bergader, die sieh dem Hochlande Hypatia anschliefst. Im Westen des Meridians von A nehmen die Erhöhungen einen ganz verschiedenen Charakter an. Es sind äufserst flache, kaum 2 Grad Böschung zeigende breite Bergadern, die sich zum Theil mit denen des Torri- celli vereinigen, theils schon früher enden und, wie die östlichen Hügel, etwa 3° Licht haben. Keine dieser Bergadern ist durch Höhe vor den übrigen ausgezeichnet. Beim Ringgebirge Theophilus A hat diese eigenthümliclie Formation ihre Grenze. Dieses in jeder Beleuchtung deutlich sichtbare Ringgebirg hat im Innern 3°, der Wall von N. bis W. herum 5°, im W. 6°, im SW. 7°, von S. bis O. herum 5° und von O. bis N. 4° Licht. Einige kleine Ausläufer gehen vom Ringgebirge aus; im Ganzen ist die Umgegend ziemlich eben und 2-b 0 bis 3° hell. Die bei Theophilus c beginnende und im SO. des Beaumont endende Gegend, die hier die Grenze des Mare Nectaris bildet, ist recht eigentlich eine Craterlandschaft, denn obgleich die Berge hier zahlreich und ansehnlich genug sind, so nehmen sie doch im Vergleich zu den Cratern nur eine untergeordnete Stelle ein. Auf den ersten Blick scheint es ganz unmöglich, das Chaos zu entwirren; und nur nach und nach kann eine Aufnahme dieser Gegend gelingen. Die meisten dieser Crater sind sehr tief. Cyrillus e, 7° hell, ist einer der tiefsten, rechts neben ihm zieht ein enges Thal mit Steilrändern gegen S. Geringer an Tiefe, aber eigenthümlich yerbunden, ist dje Gruppe Catliarina e; und unter den Bergen ist Cyrillus 4 und e ausgezeichnet. §. 392. Catliarina 72., an Gröfse den Theophilus übertreffend, an Tiefe ihm nur wenig nachgebend, ist das südlichste dieser 3 eng verbundenen Mondgebilde. Die Gestalt weicht von der Kreisform bedeutend ab, auch ist der Zusammenliang des Walles geringer, und die Westseite desselben fast noch einmal so hoch als die Ostseite. Der Hauplgipfel a bildet eine fast isolirte Masse. Hinter ihm, jenseit einer schmalen Thalschlucht, zieht erst der eigentliche Wall, der sich aber nördlich sogleich verzweigt und ein grofses gekrümmtes Thal umschliefst, das sich zu einem eignen kleinen Ringgebirg b erweitert. Die von b ausgehenden Bergarme bilden einen gro- fsen Bogen, der sich in ß au das östliche Ringgebirg anschliefst und so den ganzen nördlichen Theil der Fläche absondert. Nordwärts gehen von b aus Verbindungsglieder zum Cyrillus, und nordöstlich niedrige Rücken, die hier 361 liier die Stelle des Hauptwalles vertreten. Von einem grade im N. liegenden Bergkopfe an wird der Rand wieder höher und eine meistens doppelte Reihe von Bergen schliefst Catharina im Osten ab, mehrere Terrassen vor sich ablagernd. Südlich wird der Zusammenhang abermals locker; einige Crater worunter A und c bedeutende Ringgebirge bilden, scliliefsen sich hier von aufsen an. Endlich ziehen im SW. zwei Reihen von Bergen parallel fort und lassen ein Thal zwischen sich, das hinter a herum geht und sich dann in die Ebene mündet. Nur die Umgegend des Berges « ist in einem Umkreise von 3 — 5 Meilen frei von Hügelgruppen, welche das übrige Innere anfüllen und worunter y als Centralberg gelten kann. So bilden diese 3 grofsen Ringgebirge eine Stufenfolge des gröfsern und geringeren Zusammenhanges, denn während Theophilus als die geschlossenste aller grofsen Ringebenen angesehen werden kann, erinnert Catharina durch einige Stellen ihrer Begrenzung schon an die Bergkränze. Die kleine Cratergruppe bei d, aus 3 ineinandergreifenden Cratern bestehend, bildet einen Gegensatz zu denen bei e, welche durch Qucrwälle getrennt werden. Ein Hochland verbindet Cyrillus mit Catharina. Gegen W. stürzt es steil in die oben erwähnte enge Thalschlucht, gegen O. gliedert es sich in einzelne Hügel und Bergköpfe, und fällt allmählig gegen die Ebene ab. Eine Nebengruppe zu diesen grofsen Mondlandschaften bildet Beaumont, ein früher unbenanntes Ringgebirg. Dem verdienstvollen französischen Geologen Elie de Beaumont zu Ehren haben wir es mit diesem Namen bezeichnet. Sein Inneres ist nur schwach vertieft, 4° hell und durch eine Bergader in zwei Hälften getheilt. Die östliche hat bei ß den höchsten Gipfel. Die nähere Umgebung des Beaumont ist mit Hügeln und kleinen, wenig vertieften Cratern angefüllt; und die von Theophilus A, abgehende starke Bergader trifft bei y den Beaumont. In weiterem Abstande zeigt sich südlich der 6° helle sehr tiefe und einen Centralberg einschliefsende Crater C (—19° 23' B. und 9' L.), nördlich der etwas kleinere aber noch hellere A, gleichfalls mit einem Centralberge (er ist ungemein fein und selten sichtbar) unter —15° 50' B. und —j—27° 30' L.; östlich den hellsten Crater dieser ganzen Gegend B von 8° Licht (—17° 56' B. und —25° 55' L.), der östlichste einer aus 9 tiefen eng verbundenen Cratern bestehenden Gruppe; gegen W. ist das fast freie Mare. Mare Neetaris. §. 393. Dieses auf Hevel’s Charte mit Sinus Extremus Ponti bezeichnete Mare erstreckt sich vom Theophilus A und der Berggruppe des Isidorus an bis gegen den meerbusenähnlichen Fracastor. Im Osten wird es von den vorhin beschriebenen Landschaften, iin W. vom Bohnenberger und den zum Gultemberg ziehenden Gebirgen begrenzt. Seine Farbe ist ein lichtes Grau in mannichfaclien, aber schwer erkennbaren Abstufungen; im Allgemeinen 21°. Die Bergadern haben 3°, ja einige 4° und 5° Licht, wogegen auch Stellen von nur 2° Licht Vorkommen. Ueberhaupt genommen ist das Mare Nectaris etwas weniger dunkel als das benachbarte Tranquillitatis. Unter den Bergadern dieses Mare ist die stärkste und längste die, welche beim Crater Capelia B anfängt und westwärts vom Fracastor endet. Sie läuft der Westgrenze des Mare ziemlich parallel, ist 55 Meilen lang, 2 Meilen breit und bei Bohnenberger 8 312* hoch; im Durchschnitt mag ihre Höhe 180—200* betragen. Auch hat sie 34° bis 4° Helligkeit. Sie theilt sich bei Bohnenberger £ in zwei Arme, deren östlicher sich mit dem Fufs des Fracastor vereinigt, und wird auf ihrem ganzen Zuge von schwächeren und schmäleren Landrücken parallel begleitet. Eine zweite kürzere aber gleichfalls beträchtlich starke Bergader zieht aus der Umgegend des Theophilus A südwestlich, zuletzt westlich, und ist 5° hell, ja an ihrem Endpunkte 6°; ein rundlicher, verwaschener Lichtfleck. Von hier an ist durch eine Kette von flachen breiten Rücken die Fortsetzung der bogenförmigen Schwingung bis zum Vereinigungspunkte bei 8 gegeben. Zwischen jenem Lichtfleck und dem Crater Capelia B aber erstreckt sich ein sanft wellenförmiges, schwer zu detaillirendes Terrain von 2° Helligkeit, welche dunkle Farbe sich auch an der Nordgrenze der erwähnten hellen Bergader zeigt. Im Süden der Bergader findet sich dagegen 4° Licht, welches gegen S. und SW. allmählig in 3° und Weiterhin in 24-° übergeht. Sehr feine, einzeln schwer oder gar nicht mehr wahrnehmbare Landwellen (die Darstellung einiger ist versucht worden) geben einem grofsen Theile des innern Mare ein gleichsam marmorirtes Ansehen. Auch zeigen sich hier Crater, über deren Existenz und Lage uns erst der 25. Juni 1834 Gewifsheit gab, obgleich wir sie schon seit 1831 vermulhet und seitdem diese Gegend fleifsig beobachtet hatten. Drei aneinan- 46 362 derstofsende liegen in der Nähe des Lichtflecks, neun andre südlicher mehr in der Mitte des Mare. Stärkere Werkzeuge dürften hier noch manches Merkwürdige enthüllen. Unter —16° B. und -j-32° L. erhebt sich das Mare in einer grofsen flachen 3° hellen Beule. Weiter ostwärts stehen kurze sehr niedrige Hügel, alle von N. nach S. streichend, in einer der tiefsten Stellen des Mare. Die meisten sind so schmal und niedrig, dafs ihre Existenz lange zweifelhaft bleibt. In der Nähe der grofsen östlichen Bergader werden sie breiter und etwas deutlicher. §. 394. Der südlichste Theil enthält noch einige Crater, unter denen aber nur Fracastor E, 6° hell (—17° 27' B. und -f“33° 41' L.) und die 3 südlich über ihm liegenden und 5° hellen deutlich gesehen werden; die übrigen nach Beaumont und Fracastor zu gelegenen fast eben so schwierige Objekte sind als die vorhin erwähnten. Auch aufser den Bergadern zeigen sich im Mare einige Lichtstreifen. Vom Südrande des Theophilus A aus, wo das Mare ziemlich tief liegt und hügelig zu sein scheint, erstreckt sich ein breiter Lichtbüschel, dessen Ränder quer über die Hügelrücken hin ziehen, und der sich gegen S. verläuft. Ein andrer Streif von bedeuten- ' der Länge zieht von S. her aus den westlich vom Fracastor gelegenen Gegenden, und zieht, nur sehr wenig gekrümmt, in 2 Meilen Breite auf den gemeinschaftlichen Wall des Theophilus und Cyrillus zu und über diesen, immer matter, breiter und unbestimmter werdend, bis in die Gegend des Alfraganus fort. Sein bleicher weifs- licher Schimmer hat mit dem Licht der vorhin erwähnten Bergader nichts gemein. Aus Allem geht hervor, dafs diese räthselhafte Mondgegend einer sorgfältigen Untersuchung mit den stärksten Ferngläsern noch recht sehr bedürfe. Nicht der optische Neigungswinkel ist es, der hier die Beobachtungen so schwierig macht; die Lage des Mare ist vollkommen so günstig, wie die des Mare Tranquillitatis und Sere- nitatis, und viel günstiger als die des Mare Crisium — sondern augenscheinlich die Feinheit der Objekte selbst, und ein Fernrohr wie das von uns angewandte dringt hier nicht überall durch. Die jenseit der grofsen westlichen Bergader gelegenen Parthien des Mare werden am füglichsten bei der Beschreibung der benachbarten Landschaften ihre Erledigung finden. Quae potui feci, faciant meliora potentes! Berg« und Craterlandscliaft des Censorinns, Capelia und Isidor. §. 395. Der nördliche Theil des Mare Nectaris geht ziemlich allmählich in diese helleren Landschaften über, und nur einige stärkere Bergrücken bilden eine bestimmtere Grenze. Auch zeigt sich hier nur an zwei Stellen ein zusammenhängendes Hochland: im W. des Censorinus dicht südlich am Aequator, und in der Umgegend des Isidor und Capella. Alles übrige bildet vereinzelte Gruppen von ungemeiner Mannichfaltigkeit der Gröfse und Bildung, und wenig Mondgegenden gewähren, mit starken VergrÖfserungen betrachtet, einen so reizenden Anblick als diese. Isidorus II. (Mons Strobylus //., worunter Capella mit verstanden ist) eine länglichte Einsenkung von gewaltiger Tiefe mitten auf einer grofsen Gebirgsmasse, deren höchsten Theil der starke von Isidorus ß bis Capella y ziehende Arm bildet. Eine hohe Terrasse (im S. mehrere) liegt ihm von der Seite des Isidorus vor. Der Gipfel Capella 8 erhebt sich 1501* über Isidors, 1584* über Capella’s Tiefe; Isidor s hingegen, dessen Schatten den Capella nicht mehr treffen kann, 2082* über dem erstem, ß ist wahrscheinlich der höchste Punkt dieses ansehnlichen Massengebirges. — An der gegenüberliegenden Seite erhebt sich 8 nur 919* über Isidors Tiefe, jener Bergarm überragt also diesen östlichen um mehr als 1000 Toisen. Der Crater A von 6° Helligkeit (— 8° 0' B. und -j-33° 5' L.) ist der augenfälligste Gegenstand in der innem Fläche, und im Vollmonde in der ganzen Masse. Das übrige hat 34° Licht und scheint bis auf die erwähnten Terrassen eben; der Wall ist 4° hell. Nach Süden schliefst sich an Isidor ein Plateau mit allmähliger Senkung und kurzen Ausläufern. Aehn- lich im O., wo der Wall sich in sanften Hängen gegen die hügelreiche Fläche absetzt, die bis gegen A hin einer schwach geneigten Tafel gleicht, auf der sich einzelne Unebenheiten befinden. Ein kleines Plateau zwischen A und Isidor liegt gesondert, es hat nur im N. einen steilen Hochgipfel. Der 5° helle Berg liegt —8° 42' B. und —f~30° 31' L. und sein südlicher Nachbar, der bei weitem niedriger Ist, —8° 11' B. und —f—30° 17' L. Auch im N. schliefst sich an Isidor und Capella ein Hochland mit allmähliger Senkung gegen N., dem 363 zur Seite zwei enge Thalschluchten ziehen. In der östlichen steht oben hart an Isidors Walle ein kleiner Crater; am Ausgange des Thaies ein zweiter. Weiter nordwärts streichen ebenfalls kleine Hügel. Unter den hier zerstreut liegenden Gegenständen bemerken wir: Isidor b (—4° 30' B. und ~j-33° 10' L.) ein (durch den Hinzutritt eines kleineren) bimförmig gestaltetes Ringgebirg von etwa 650* Tiefe. Zwei Stellen des Walles, links oben und gegenüber im Nordost, haben 5° Hel- ligkeit, eben so ein länglichter Berg 2£ Meile südöstlich von ihm (der zwischenliegende nicht) und ein rundlicher dicht über einem grofsen Craler 6°. Der Crater SO. bei B hat gleichfalls 6°, sein Inneres 3°, der links nach y zu liegende 5°, zwei sehr kleine Berge 1 und 2 Meilen SO. von dem erwähnten 6° hellen Crater gleichfalls 6°. Das kleine Hochland y links neben b, was sich in sehr regelmäfsigen Terrassen abstuft aber im Vollmonde nicht sichtbar ist. Vier Crater bei c, ineinandergreifend und mit gemeinschaftlichem Walle, der nördlichste 5° hell, die übrigen 4°, wogegen einige andre östlich daneben liegende Crater und Berge keine gröfsere Helligkeit als die Umgegend (3°) zeigen. §. 396. Capelia R. (Mons Strobylus TI.) mehr gerundet als sein westlicher Nachbar und wie dieser von einem beträchtlich breiten, nach aufsen sich sanft verzweigenden und allmählig abfallenden Walle umgeben. Nach innen ist er, wie Isidor, terrassirt, hat aber aufserdein einen starken 6° hellen Centralberg, den Lohrmann durch 10 Messungen auf —7° 32' 41" B. und -(-34° 48' 14" L. bestimmt hat, und der nach N. und SW. kleine Ausläufer sendet. Capella’s Ringgebirg ist an zwei Stellen durch enge Schluchten unterbrochen, südwestlich bei /3, von wo eine Schlucht das Gebirgsland bis zur Cratergruppe bei B hin durchbricht, und nördlich bei y, wo zwei Thalschluchten in die nördliche Ebene auslaufen. Doch scheinen beide noch beträchtlich höher zu liegen als das Innere des Ringgebirges. Uebrigens ist Capelia an Lichtglanz seiner einzelnen Theile dem vollständiger geschlossenen Isidor völlig gleich. Die Landschaft im W. und N. des Capelia ist der vorhin beschriebenen um Isidor ähnlich, nur noch reicher und mannichfaltiger. Die Crater bilden hier so viel Binärsysteme, dafs man an eine Zufälligkeit dieser Form nicht denken kann. Dabei scheinen sie alle, so weit es zu erkennen möglich ist, an Steilheit nahe gleich, denn man sieht die Schatten in ihnen ohngefähr gleichzeitig entstehen und verschwinden. Fast alle haben 5° Licht. So insbesondere B (— 9° 27' B. und -j-35° 42' L.) und C (—6° 19' B. und -j-36° 15'L.) 6° zeigt sich dagegen bei Capella A (—7° 38' B. und +36° 54' L.) der auch tiefer als die übrigen zu sein scheint, und mit seinem Nachbar e im Kleinen wiederholt was wir bei Capella und Isidor im Grofsen ausgedrückt fanden; ferner bei einem etwas kleineren 4 Meilen nördlich von e, mit diesem und C ein gleichschenklichtes Dreieck bildend; 6^° endlich in Capella D (—4° 22' B. und +34° 2' L.). Unter den Hügelrücken dieser Gegend sind nur die von einiger Bedeutung, welche Craterformen verbinden oder von ihnen auslaufen; das Uebrige ist schwer erkennbar und ganz den unbedeutenden Erhöhungen gleich, die sich in den Maren vorfinden. Noch ist ein Rillensyslem zu erwähnen, welches auf der Nordwestseite die Grenze der Landschaft Capella bildet und aus drei parallelen Zügen besteht, von denen aber nur 4 seinen Lauf ohne Unterbrechung fortsetzt und gegen 18 Meilen lang ist. v und dagegen sind fast in der Mitte durch einen Bergkopf unterbrochen und daher auf dieser Seite nur resp. 7 und 3 Meilen lang. £r trifft auf seinem kurzen Wege zwei kleine Tiefen und endet an einer gröfseren. Diese Rillen wurden am 24. Juli 1834 zuerst gesehen; sie sind senwer aufzufinden, doch aber noch besser sichtbar als die kleine nördlich bei Hypalia 4. Die Zwischenräume sind etwa 1 Meile breit; die Rillen selbst mögen oder ^ Meile Breite haben. §. 397. Censorinus R. (Promont. Heracleum H.) ein sehr kleiner Crater, aber gleich seiner nächsten Umgebung durch einen 8° bis 9° starken Glanz ausgezeichnet. Mayer hat durch 12 Beobachtungen seine Lage —0° 6' 0 ' B. un d -[-32° 45' 0" L. gefunden; nach unsern 5 Beobachtungen liegt er in —0° 26' 35" B. und --j— 32° 2R 31// L. und kann also bequem zu einer ohngefähren Bestimmung der Lage des Aequators dienen. Er steht hart an der östlichen Ecke eines Hochlandes, das der Aequator durchschneidet und dessen hierher gehörender südlicher Theil in starken Bergarmen ausläuft. Von den einzelnen hierher gehörenden Gruppen liegen noch mehrere im dunklen Grunde des Mare; so der Höhenzug, der sich zwischen -j-30° und 31° L. und —1° bis —4° B. erstreckt und dessen höchster Gipfel y gegen 500* hoch ist, und der Crater Censorinus B (— 2° 3' B. und -{-31° 0' L.) der so wie diese Berge 4° Licht 46 * 364 hat. Weiter westlich, zwischen dein 974‘ hohen Gipfel a und dem Ringgebirg c, hat die Fläche schon 3° Licht, und noch weiterhin 3^° bis 4°. Bei a und ß herum sieht man kleine und kleinste Crater in grofser Menge. Censorinus c ist ein merkwürdiges Ringgebirg durch die vielen, das Innere erfüllenden Bergköpfe, die ihn, nach dem jedesmaligen Einfallswinkel des Sonnenstrahls, unter höchst verschiednen Gestalten erscheinen lassen. Von ausgezeichneter Tiefe scheint es nicht zu sein. Nordwestlich vom Zwillingscrater e ist insbesondere der schöne Craterhügel bei g zu .bemerken, wo 5 feine Grübchen einen Raum von 2 Meilen Länge einnehmen, während dicht links daneben eine ähnliche Reihe von Bergköpfen, in deren Mitte zwei Grübchen stehen, 5 Meilen weit fortzieht. Beide Reihen gewähren einen Anblick wie feine Perlenschnüre. Im Süden steht ein Zweidrittel-Ringgebirg, einem Hufeisen ähnlich zwei Berge umschliefsend, deren einer eine centrale Lage hat. An den nördlichen Vorhöhen dieses Ringgebirgs enden die bei Capella erwähnten Rillen; und im Nordwesten steht der starke Crater Censorinus f. Der östlichste Vorsprung des Censorinus ist ein 5° heller, zu •§ geschlossener Craterwall, der genau im Mondäquator und —|—31° 8' L. liegt. Von —l^- 0 Breite ab läuft die Grenze des dunkeln Mare genau am nördlichen Saume des Hochlandes herum, allen Krümmungen der Berge folgend und diese daher im Vollmonde eben so gut als zur Zeit der Phasen bezeichnend. In der nächsten Umgegend des Censorinus enthält das Hochland fast nur Crater, darunter den 5° hellen Censorinus a und das grofse irreguläre Ringgebirg Maskelyne a, dessen gröfsler Theil nördlich vom Aequalor liegt. Es ist 34-° hell, hat steile, 5° helle Ränder und im Nordwest bei a einen grofseu Gipfel von 824 * Erhebung über das Mare Tranquillitatis, der 6° Licht hat. §. 398. Bei 35£° L. endet das dichte Cralergedränge; es erstreckt sich von hier bis zum 38° 20' ein in seinem Innern undurchbrochenes, fast ebenes Hochland, gegen W. mit plötzlichem Steilabfall in eine weite Thalebene. Aber wenn diese Seite den Anblick einer buchtenlosen hoch ansteigenden Küste gewährt, so ist dagegen auf der Nord- und noch mehr auf der Südseite die Gliederung desto mannichfaltiger. Nördlich sind es theils schmale Landzungen, theils breite Halbinseln, die besonders in der Gegend des Craters b unter 37° L. dem Mare Tranquillitatis zu ziehen; südlich dagegen entstehen runde tiefe Buchten mit steilen Rändern, welche, da auch im S. an der offnen Seite einige Hügel vorliegen, zuweilen das Ansehen mit Schatten erfüllter Ringgebirge haben. Vielleicht sind die beiden durch die. gegen 1000‘ hohen Bergarme s und 4 und einem dritten bei d ziehenden Rücken gebildeten Buchten die Jiiccio/ischen Alcuin und Beda; mindestens würde kein andres Gebilde dieser Gegend so gut als diese hierher passen; wir haben es indefs hier wie in einigen ähnlichen Fällen, wo nichts mit Sicherheit ausgemacht werden kann, vorgezogen die Benennungen zu streichen. — Der dritte Busen (von W. nach O. gezählt) ist dagegen, obgleich besser abgeschlossen, doch nur wenig tiefer als das Hochland, und der Arm desselben, der südöstlich gegen ß zieht, ist breiter und weniger hoch als die vorhin erwähnten, nur auf der Ostseite steil. Bei 6 endlich zieht eine Rille von 8 Meilen Länge von einem Berge zum andern durch eine Hügelgruppe hin, deren Abfälle zum Theil ihre Ränder bilden; sie ward am 24. Juli 1834 zuerst gesehen. Mare Foecunditatis. §. 399. Das Mare Foecunditatis R. (Mare Caspium II.), ist das gröfste unter den Mondmeeren der Westseite; seine Länge erstreckt sich von Taruntius D unter -j-9° B. bis zum Parallel des Petavius und Borda unter —25° B.; und hat also in dieser Richtung 139 Meilen Erstreckung, während seine Breite von -j-62° L. (westlich bei Maclaurin C) bis zum -j-40° L. (unter dem Aequator) gerechnet werden kann, was 90 geographische Meilen ergiebt. Aber diese Breite vermindert sich nach S. zu bedeutend, und unter —15° B. beträgt sie nur 28 Meilen, steigt auch weiterhin nicht wieder über 45. Auch gehört fast ^ des ganzen, gegen 7500 Quadratmeilen umfassenden Areals, zu den Uebergängen, die in diesem schlecht begrenzten Mare häufiger als in andern Vorkommen. So ist der ganze um den Taruntius herumliegende nördlichste Busen des Mare mindestens 3° hell, und würde ohne den Contrast mit den benachbarten sehr hellen Landschaften gar nicht als Mare erscheinen. Noch mehr gilt dies von der südlichsten Spitze, in der, besonders von Biot an, eine Menge von Lichtstreifen gedrängt nach Süden ziehen und wo die zwischenliegenden Stellen 3k° Licht haben, so dafs sie nur wenig gegen die östlichen Berglandschaften zurückstehen. 365 Die gewöhnlichste Farbe ist 2-j- 0 , und im mitllern Theile der östlichen Grenzgegenden, wo sich die graue Flüche scharf gegen das Bergland absetzt, 2°. Breite Lichtstreifen ziehen in verschiednen Richtungen hindurch, die meisten jedoch in Meridianrichtung. Mit Bergadern, und zum Theil beträchtlich hohen ist es reicher als irgend ein andres Mare angefüllt; auch fehlt es nicht an Cratern von allen Gröfsen. Tarunlius und Goclenius sind die einzigen Ringgebirge von Bedeutung, welche das Mare umgiebt, an seinen Grenzen dagegen liegen mehrere der ansehnlichsten Wallebenen und Ringgebirge der Mondfläche. Unter den kleinern sind hier durch Helligkeit ausgezeichnet Messier und Biot. In der hier folgenden speciellen Topographie des Mare Foecunditatis soll auch der in die nördliche Mondhälfte fallende Theil, des Zusammenhanges wegen, mit inbegriffen werden. §. 400. Taruntius 72., ein kreisförmiges Ringgebirg von 9| Meilen Durchmesser, dessen 4° heller Centralberg durch 8 Messungen von uns auf -j-ö° 40' 10" B. und -j-45° 58' 24" L. bestimmt worden ist. Das Innere hat 3° Licht, die kleinen Bergrücken im Innern 4°, der Wall 44 0 , 5° und 6“; letztem Grad hat nur der westlich bei C liegende kleine Crater. C liegt in -(-6° 23' B. und -j-45“ 16' L. Die 5° hellen Lichtllecken des Walles reichen über diese hinaus, und das ganze Ringgebirg hat im Vollmonde ein etwas verwaschenes Ansehen. Der Wall ist nach innen steil, aber nur schmal und erhebt sich im O. 545 1 über die Tiefe. Nach allen Seiten laufen von ihm Bergadern aus oder sehliefsen sich als Terrassen an. Zu den stärkern gehört der Zug kleiner steiler Höhen, der nördlich gegen den Crater Taruntius D (-}-8 0 58' B. und -j- 43° 49' L.) zieht und sich mit den dortigen Gebirgen vereinigt. Im Osten des Taruntius liegen im Mare viele kleine zum Theil ansehnlich steile Gebirge, aber alle inselartig vereinzelt. Unvollkommne Ringgebirge bilden sich bei £ und M, 4° hell und an der Westseite steil, an der Ostseite niedrig und zum Theil offen. Von M zieht ein starkes Gebirge mit 3 hier bezeich- neten Hochgipfeln (die Beschaffenheit des umliegenden Terrains gestattet keine Höhenmessung) dem Mare Tran- quillitatis zu. Der 4° helle Crater I und der 5° helle e, so wie die hellen Berge bei letzterm, sind gleichfalls sehr augenfällige Gegenstände; weniger das kleine Gebirg zwischen 1 und e, was einige craterähnliche Thäler einschliefst. Der runde Bergkopf s (Herculeum Promontorium bei TIevel) ist sehr steil, höher aber noch der 3 Meilen südlicher liegende, und das Ende eines 5° hellen Zuges bildende, der sich 761* über das Mare Tran- quiliitalis erhebt. F ist 5° hell und leicht aufzufinden (-f-4° 7' B. u. -f-4ö° 3' L.), so wie zwei sehr kleine Berge westlich neben F; die übrigen in dieser Gegend liegenden Berge haben 4°. Weiter südlich gewinnen die Gebirge mehr Zusammenhang, und von den steilen Vorgebirgen /, rj und £r aus zieht sich ein Bergzug in Meridianrichtung als Grenze des Mare Foecunditatis über den Aequator hinaus in die südliche Halbkugel. Der grofse Berg x liegt ganz isolirt; die Masse bei B besteht aus einem 6° hellen, gegen S. offnen, steilen Ringgebirg, aus dessen Centralberge von 4° Helligkeit (-f-2° 37' B. u. 42° 31' L.) und einer Menge sich anscliliefsender, 4° heller Bergzüge, die aber mit keinem der vorhin genannten Gruppen in Verbindung stehen. Südlich liegen 5 Meilen vom Walle des Taruntius zwei Crater von 5 Ö Licht, aber so wenig vertieft, dafs man sie ungeachtet ihrer Gröfse schwerer sieht als die kleineren n, k, h und G; aber Berge von einiger Bedeutung fehlen hier. Mühsam erkennt man die Bergadern, welche von diesen Cratern ausgehen oder zwischen ihnen liiudurchziehen. Aehnlieh ist es im W. Die Grenze des Mare zieht hier überall sehr bestimmt längs dem Hügellande des Apollonius hin, und Taruntius A, ein 7° heller Crater, unter —j— 7° 9'B. und -j-49 u 43; L., ist als Grenzstein zu betrachten. Nur zwischen A und Taruntius liegen zwei kleine steile Berge parallel neben einander. Gleichsam nur wie die Entwürfe zu Ringgebirgen erscheinen die 3 flachen Gebilde im W. des Taruntius, deren mittelste und gröfste gleichwohl einen Centralberg zeigt. Das Mare hat hier herum fast überall 3°. Hart an der westlichen Grenze,; von B. an, sind dunklere Stellen von 2° bis 24 0 Licht, eben so südwestlich bei B und x. §. 401. Messier, ein 7° helles, zwei Meilen im Durchmesser haltendes Ringgebirg, östlich neben welchem ein in jeder Beziehung völlig gleiches steht. Durchmesser, Gestalt, Höhe und Tiefe, Farbe des Innern (3°) wie des Ringgebirgs, ja selbst die Lage einiger Gipfel auf letzterm, alles stimmt dergestalt überein, dafs hier entweder ein sehr sonderbares Spiel des Zufalls oder ein uns noch unbekanntes Naturgesetz gewaltet haben mufs. Noch merkwürdiger aber wird dieses Doppelgebilde dur.ch zwei ebenfalls vollkommen gleiche, schnurgrade, scharf 366 abgesetzte, 4^° helle und gegen O. sich unbestimmt verlierende Lichtstreifen, die vom östlichen Crater ausgehen, und eine dunkle Zone von 3° Licht zwischen sich lassen, deren Richtung ziemlich mit der Centrallinie der beiden Crater zusammentrifft. Mau kann in der That einen Kometenschweif nicht schärfer und naturgetreuer zeichnen als hier geschehen ist. Eine so höchst eigentümliche Lokalität schien uns geeignet nach dem rüstigsten aller Kometenentdecker benannt zu werden. — Der westliche Crater liegt nach unsern 11 Messungen in — 1° 58' 55" B. und -f-47° 9' 12" L.; seine Tiefe (vom östlichen Walle aus gemessen) beträgt 876*, welches Resultat aber wegen der sehr geringen Breite des Schattens, der hier gemessen werden mufs, nur auf ganz beiläufige Genauigkeit Anspruch machen kann. — Der östliche A liegt unter —2° 6' B. und -j-46° 15* L. 'Wahrscheinlich ist Messier dasjenige Gebilde, welches Schröter (Th. II. §. 688.) für eine zufällige Lichterscheinung zu halten geneigt scheint. Eine Entscheidung über die Vergangenheit können wir uns nicht anma- fsen, wohl aber versichern, dafs wir es seit 1829 in mehr als 300 Fällen, so oft diese Gegend überhaupt sichtbar war, stets in der beschriebenen Art gesehen haben, obgleich bei einer so seharf ausgeprägten Gestalt auch die geringste Veränderung der Gröfse, Form oder Lichtstärke sich hätte merklich machen müssen, und Schröter s Beobachtung uns überdiefs zur genauen Aufmerksamkeit auf diese Stelle veranlafstc. Wir erlauben uns diese Auseinandersetzung, um den monströsen Conjekturen, die das Phänomen veran- lafst hat, möglichst entgegenzuarbeiten. Man hat nichts Geringeres hier finden wollen als eine künstliche Veranstaltung der Mondbürger, um uns hartgläubigen Erdbewohnern das Hirngespinst der Vereinigung eines Planeten mit einem Kometen handgreiflich zu machen und den Beweis zu liefern, dafs sie (die Seleniten nämlich) mit der Aggregationslheorie bekannt seien! Unsre Leser werden uns nicht zumuthen, Dinge dieser Art ernstlich zu widerlegen. Augenscheinlich haben dieselben Naturkräfte, welche die grofsen Lichtstreifen des Tycho, Copernicus und andrer strahlenden Ringgebirge schufen, auch hier gewaltet. Ob die Nähe des Aequators, oder die Abwesenheit aller nur einigermafsen bedeutenden Erhebungen, oder noch ein andrer Umstand diese allerdings sehr merkwürdige Regelmäfsigkeit veranlafste, vermögen wir freilich nicht sicher zu entscheiden. Aufmerksame Beobachtung verdienen solche Punkte allerdings. Die Gegend im S, der beiden Crater ist sehr schwach (10* etwa) erhöht und 34° hell, eben so auch die Strecke zwischen Messier und Taruntius in 8—10 Meilen Breite, Noch andre 34-° helle, kurze und malt begrenzte Lichslreifen ziehen, theils nördlich theils südlich der Kometenfigur, durch die Ebene hin, auch schwache Bergadern in ziemlicher Anzahl, welche die Streifen durchschneiden. Bei —2° B. und -j-42 u L. nehmen diese Bergadern einen regelmäfsigen Parallelismus an, treten nahe zusammen und schliefsen rillenartige Thäler ein, die etwas weiter nördlich in eine wirkliche Rille auslaufen, die aber schwer zu sehen ist. Erste Entdeckung am 24. Juli 1834. §. 402. Crater stehen in dieser Gegend mehrere, nur sämmtlich kleine und schwache. Doch sind einige 5° hell. Ostwärts folgt die Grenze des Mare genau den Contouren des Berglandes und die wenigen hellem Stellen, wo das Bergland zurückzutreten scheint, sind doch wahrscheinlich etwas erhöht, was zwischen bedeutendem Gipfeln nur nicht überall wahrgenommen werden kann. Im W. des Messier ziehen grofse breite Bergadern, die weiter nach Langrenus hin in so dichtgedrängten Reihen streichen dafs nur enge Thäler zwischen ihnen übrig bleiben. In dieser Gegend liegen keine Crater, sondern erst weiter westlich in einer ebneren Landschaft, wo Maclaurin C, 7° hell und 3 Meilen im Durchmesser haltend, mit einem kleinen Centralberg und einen Crater am Südrande, der —0° 24' B, und —j—59° 42' L. liegt. Er hängt mit mehreren Hügeln zusammen. Ferner Langren H, 5° hell (— 1° 59' B. und -j-59° 25' L.) mit einem kleinen Ausläufer, und ein schwer sichtbarer Crater unter —34° B. und -j-594 0 L., den' wir erst am 19. Sept. 1834 entdeckten. — Reicher an Ringgebirgen, Cratern und Bergadern ist hingegen die Parthie bei Langrenus B (—4° 12' B. und —j— 57° 30 L.) der zwei verbundne Centralgipfel hat. — Hier finden sich 3 durch Helligkeit nicht ausgezeichnete und auch keinesweges steile Ringgebirge, aber dennoch ziemlich tief, und der Ostwall von f erhebt sich 882* über der Tiefe. Durch die von hier aus gegen S. ziehenden Bergadern läuft ein enges Thal 4 eine lange Strecke fort. Das Mare ist hier ziemlich dunkel; zwischen f und Langrenus hat es nur 2° Licht. Die Crater bei g herum sind meistens 4° hell. In dieser Gegend vereinigen sich die zahllosen Bergadern meistens zu einer einzigen grofsen nnd gegen 180* erhöhten, deren letzte Ausläufer sich bis gegen Biet ß hin erstrecken. Ihr höchster Gipfel bei ist 312* hoch, da sie aber reichlich 2 Meilen breit ist, so bemerkt man 369 nirgend steile Hänge, ausgenommen im W. des Gocleuius unter —9^° B., wo ein kleiner Berg gegen 20° und einige benachbarte 10° bis 15° Steilheit zeigen. §. 403. Goclenius R. (Mons Caucasus II.) wobei Guttemberg und seine Umgegend mit inbegriffen ist, ein elliptisches Ringgebirg, dessen gipfelreicher, 6® — 7° heller Wall zwei Crater enthält. Seinen 6° hellen Centralberg haben wir durch 12 Messungen = —9° 58* 46" B. und -j-44® 27 ; 2" L. gefunden. Er ist nicht sehr tief, hat aber einige steile Hänge und gewährt im Vollmonde ein sonderbar buntes Ansehen. Der helle Wall erscheint alsdann viel breiter, im N. nimmt der Lichtglanz fast ein Drittel der ganzen Fläche ein, und das übrige (3° hell) zeigt aufser dem Centralberge noch 5 Lichtflecke von 6° Helligkeit. Auch im Walle selbst unterscheidet man noch eine Menge heller Punkte. Natürlich gehört zu einem solchen Detail sehr reine Luft und hoher Stand des Mondes, denn aufserdem sieht man nur einen unbestimmt verwaschenen Lichtfleck. Goclenius, obgleich der Grenze sehr nahe, wird doch noch ganz vom Mare umgeben; ein enger Arm desselben zieht hinter ihm herum. Zum Fufse des Guttemberg hinüber zieht eine Rille (zuerst gesehen am 26. Februar 1834), welche eine Bergader durchsetzt, von einem hohem 6° hellen Berge bei Guttemberg aber unterbrochen wird. Man sieht aber weiter östlich eine Fortsetzung fast in derselben Richtung und nördlicher noch zwei schwächere Rillen, Guttemberg 4 und tj, die beide an einem kleinen Crater entspringen. An der Grenze des Hochlandes enden alle drei plötzlich. Ungleichheiten sind an ihnen nicht zu bemerken; auch zeigt das Mare an dieser Stelle keine Erhebungen des Bodens. Zwei inselartige Gebirgsglieder liegen nördlich vom Goclenius, ein kleines Plateau y, dessen westliche Pcke — 8° 41' B. u. —}—44° 29' L. liegt und das 5° Helligkeit zeigt, und das kleine 6° helle Gebirge Messier A, dessen nördlichster Kopf unter —5° 49' B. und —j—44° 51' L. liegt. Drei helle Lichtpünktchen, die man ganz dicht N. und NW- bei Goclenius bemerkt, gehören 3 kleinen steilen Bergen an; der Lichtfleck von 6° Helligkeit aber,, den man nordöstlich bei Goclenius A bemerkt, liegt am Rande eines kaum 20* hohen Plateaus, dessen übriger Theil im Vollmonde gar nicht gesehen wird. A ist so grofs als Messier und liegt —7° 0' B. u. -}-45 0 36' L. Auch im SW. des Goclenius sieht man im Vollmonde einige glänzende Stellen. Die eine ist ein Lichtstreif ohne Erhöhung von 6° Licht, die andre gehört einem kurzen Bergzuge von zwei Gipfeln an, die dritte, 3 Meilen südlich vom Walle des Goclenius ist ein 5° helles Bergköpfchen- Auf dem ganz gleichförmig dunkeln Grunde des Mare heben sich diese zahlreichen Lichter recht deutlich und malerisch hervor; überhaupt aber zeichnet sich diese ganze Mondgegend durch die Klarheit ihrer Umrisse in hoher wie in schräger Beleuchtung aus, und die Darstellung der Mondfläche würde weit weniger Schwierigkeiten haben, wenn solche Gegenden nicht zu den Ausnahmen gehörten. §. 404. Der Busen des Mare, in welchem Goclenius gleichsam die Hauptinsel bildet, zieht sich südwärts zurück, und die zwischen Magellan, Columbus, Goclenius und Bohnenberger gelegene Ebene gehört den helleren Landschaften an. Zwischen dem Gipfel Vendelinus ö, der sich mit convexer Böschung 517 4 über das Mare erhebt, und den Terrassen des Vendelinus sind nur 28 Meilen Distanz. Da der Wall des Vendelinus sich 841* erhebt, so wäre es nach den Verhältnissen der Erdkugel möglich, quer über das Mare hinweg von einem Gipfel den andern zu sehen; bei der Krümmung der kleineren Blondkugel aber nicht. Bei dieser Verengerung hören die Bergadern des eigentlichen Blare, die bis dahin so häufig verkommen, fast ganz auf. Nur Crater in ziemlicher Anzahl, und meist gut erkennbar, liegen sporadisch umher. Denn die westlichen, am Vendelinus entlang ziehenden Adern gehören schon den helleren Landschaften an und sind auch meistens Ausläufer und Terrassen dieser Walleb ene- Weiter südlich, jenseif des halbinselartigen Vorsprunges, erscheinen sie wieder; besonders f ausgezeichnet ist eine grofse und breite Ader von 4° Licht, vom Columbus d zu Biot « in Meridianrichtung ziehend; auf ihr der Crater Cook B -—17° 12' B. und -f-49° bV L. der grofste dieser Gegend und 5® hell. Eine zweite Verengerung, zwischen Biot os und ß beträgt (die optische Verkürzung in Rechnung gebracht) nur 15 geographische Bfeilen und hier kann man, auf dem Gipfel a (1022*} stehend, quer übel* das Mare hinweg sowohl ß als den südlich liegenden Biot erblicken, während die umliegende Landschaft nördlich von Cratern und grofsen Bergadern, südlich von zahlreichen Lichtstreifen durchsetzt wird. 36 § §. 405. Kaum kann man Biol, ein kleines aber mit 8° glänzendes Ringgebirg, das hellste der Umgegend, noch als dem Mare angehörend betrachten. Es liegt nach unsern 10 Messungen unter —22° 20' 16" B. u. -f-50° 4 ; 24" L. und man erblickt von seinem Walle aus den letzten, südlichsten Busen des Marc, ein Uebergangsglied, in dem die eigentlichen Bergadern gänzlich aufhören, grofse 5° und 5£° helle Lichtstreifen, den Meridianen folgend, ihre Stelle einnehmen, und nur spärlich von Hügeln durchsetzt werden, deren Hauptkette von Biot nach SW. zieht. Hier mufs die Aussicht noch reicher als von « aus sein, wenn gleich der Standpunkt niedriger ist; denn im fernen Horizont im Südost erblickt man die Vorhöhen des Borda, wo Borda « sich thurmähnlich bis zu 1723* erhebt, und die ganze von ihm nach Biot a ziehende Gebirgs- und Hügelkette; südlich gruppirt sich die wellenförmige, mit Craterwällen gezierte Landschaft, welche die Grenze des Mare bildet; im Vorgrunde verbreiten sich sanfte Höhen; im W. erscheinen die Bergköpfe von ß und gegen N. blickt man in die Tiefe eines kleinen 4° hellen Cralers, nahe bei Biot liegend, hinein. Der hohe Wall des Petavius dagegen liegt zu entfernt, um die Krümmung der Mondkugel zwischen ihm und Biot noch zu überragen. So hören das Märe Foecundilatis, und das im Busen des Fracastor endende Mare Neclaris fast unter gleicher selenographischer Breite auf, und mit Ausnahme des Mare Australe von dem uns wenig recht zu Gesicht kommt, .enthält der ganze südwestliche Quadrant von hier ab kein Mare weiter; denn auch die gröfsern Wallebenen, Maurolycus uijd Stüfler u. a. sind nicht dunkelfarbig wie Schickard und Grimald; und wenn irgendwo zwischen den grofsen Lichtstreifen eine dunkelgraue Stelle sich zeigt, se ist sie von sehr geringem Umfange. Wir gehen demnach zur Darstellung der das Mare Foecunditatis umgebenden Gebirgslandschaften über, so weit sie der südlichen Halbkugel angehören. Berglandscliaft des Messier, €ruttemberg und Bobnenberger. Pyreniicngebirg. §. 406. Der oben erwähnte Bergrücken, der vom Tarunlius rj herüber in die südliche Halbkugel zieht, erweitert sich hier zunächst am Aequator zu einem System flacher Bassins, weiterhin aber bildet er einen grofsen, mit Cratern durchsetzten Gebirgsarm, der sich bis an das erwähnte Rillensystem bei Capelia fortsetzt und wo f, g und D (letzterer —4° 42' B. und —{— 39° 43 ; L.) sich auszeichnen. Bis zum 3° südlicher Breite läuft die Grenze des Mare an diesem Gebirge fort; die südlichen und hohem Tlieile desselben fallen ganz in die hellem Regionen. — Ein zweiter Bergarm zieht anfangs östlich des vorigen ihm parallel, weiterhin aber durchsetzen ihn Quer- thäler und von 3° S. B. an sieht man zwischen Censorinus f und Messier G nur noch einzelne, meist flachere Rücken, die mit dem Rillensystem des Capelia im Parallelismus stehen und in welchen einige Thäler schon eine rillenähnliche Bildung zeigen. Jene Rillen selbst werden, besonders in ihrer südlichen Hälfte, grofsentheils durch Hügelrücken gebildet, und diese Bemerkung dürfte wohl geeignet sein den Gedanken an eine künstliche Entstehungsweise dieser Formen ganz zu beseitigen. In den Parallel rillen bei Capella hat sich nur der hier überhaupt vorwaltende Naturtypus am deutlichsten ausgesprochen, während an andern minder geeigneten Stellen des Bodens sich nur eine Andeutung derselben findet. Im West der erwähnten Gebirge erhebt sich ein nur mäfsig ansteigendes Hochland s an welchem die Grenze des Mare sich herumkrümmt. Es ist 4° und in seinem westlichsten Gipfel 5° hell; sein augenfälligster Gegenstand ist der tiefe Crater Messier C (—4° 0 ; B. u. —J—41° 27 1 L.), der noch einen kleinen neben sich hat. Der Ostrand des Plateaus ist an einigen Stellen steiler. Weiter südlich gewahrt man ein schönes, mit vielen Bergköpfen besetztes Ringgebirg Gultemberg g von 4° und im Rande 5° Licht und südöstlich eine schwer zu erkennende Reihe von 6 Cratern kleinster Dimension, Gultemberg h, deren inniger Zusammenhang so wie ihre Richtung abermals an die Rillenbildung erinnert. Unverkennbar ist auch hier das grofse Naturgesetz, Einheit in der Mannichfaltigkeit, Harmonie iin scheinbaren Wechselspiele des Zufalls. §. 407. Guttemberg*) (Mons Caucasus H.) ein Ringgebirg von bedeutender Tiefe und wie viele Gebilde die- ___ ser °) Wenn wir auch sonst überall dem Prinzip unsrer Nomenclatur, nur dem selbstständigen Verdienste im Gebiete der Naturforschung eine Stelle auf unsrer Karte einzuräumen, treu geblieben sind, so glaubten wir doch in Rücksicht auf diesen grofsen Mann, dem mittelbar alle Wissenschaften, ja die gesammte Menschheit, das Höchste verdanken, eine Ausnahme machen zu müssen. 369 ser Gegend, einigermafsen bimförmig gestaltet. Sein Inneres hat 3°, sein Rand und die Berge im Innern 4° — 5° Licht. Der südliche verlängerte Theil hat ganz die Farbe des Berglandes. Den Ostrand nehmen hohe Bergköpfe ein um die herum sich Terrassen lagern; im W. ist das Gebirg sanfter ansteigend, und im NW. ist ein kleiner Theil der Fläche als besondres Ringgebirg durch einen Querwall e abgetheilt, das seinen eignen Centralberg (5° hell) und im Westrande, grade da wo es am niedrigsten ist und zum Theil offen steht, 6° Licht zeigt. Diese hellen Hügel, an denen die Rille des Goelenius ausläuft, verschwinden in schräger Beleuchtung fast ganz gegen die benachbarten hohem, die dann natürlich auch viel heller erscheinen. Bei y und ö sind die höchsten Stellen im Guttemberg. Das äufsere Terrassensystem im O. wird unterbrochen durch einen Crater A von sehr grofser Tiefe und 7° Licht (—9° 12' B. und —f-39° 46' L.) neben welchen ein zweiter schwächerer liegt. Oestlicher liegt der eben so helle h und ein Gebirge, dessen höchste Köpfe und t sind und worauf abermals eine Reihe von 3 zusammenhängenden Cratern, von Hügeln begleitet, in der mehrerwähnten Richtung zuläuft. §. 408. Guttemberg verlängert sich, wie oben erwähnt, in der Richtung gegen S., und setzt sich in einem starken Gebirge fort, das sich (Guttembergs Oslwall mit eingeschlossen) vom 8° bis zum 18° südl. Breite erstreckt und dem wir den Namen Pyrenäen beigelegt haben, denen es wenigstens in Absicht auf Höhe im Allgemeinen gleicht. Specielle Aehnlichkeiten zwischen Erden- und Mondgebirgen wird man auf Grund solcher Benennungen nicht zu erwarten haben. Es sind zwei grofse breite Massen, eine höhere im Norden, wo Guttemberg a sich 1863* erhebt, und einer der horizontalen Erstreckung nach bedeutenderen im Süden, wo Bohnenberger y 1004* hoch ansteigt. Beide Massen fallen nach allen Seiten steil ab und sind durch ein niedrigeres Mittelglied verbunden. Die höheren Theile der Masse sind durchaus undurchbrochen, in den weniger hohen, in der Mitte und gegen S. sieht man mehrere Crater, doch nur an den Rändern und Ausläufern. Nur Bohnenberger e macht eine Ausnahme; er liegt auf dem innern Rücken selbst. In der nördlichen Masse sind zwei Punkte bestimmt; das südliche Vorgebirg Columbus A (—12° 52' B. tmd +41° 5' L.) und die erwähnte thurmartige Höhe Guttemberg A (—11° 18' B. und —[—39° 50' L.) deren Schatten zu Zeiten den vorliegenden Crater b völlig bedeckt, und die beide ihrer grofsen Steilheit wegen zu Messungen sehr geeignet sind. Die südliche Masse scheint ihren höchsten Punkt bei Bohnenberger ß zu haben, wo ein breiter flacher Hügel den Rücken bildet. Das westliche Vorgebirge Columbus 6 scheint weniger hoch zu sein und bei ß dringt ein schmales Thal von NW. her etwa 2 Meilen weit in die Masse des Gebirges ein. Die Südspitzen enden in Cratern, darunter D —17° 48' B. und +41° 30' L. etwas heller als die übrigen erscheint. An der Ostküste, auf der Seite des Mare Nectaris, bemerken wir: Guttemberg c, ein grofser Haufen von Bergköpfen, welche nothdürftig die Form eines Ringgebirges einnehmen. Für die Tiefe bleibt nur wenig Raum übrig. Eine Kette von Vorhöhen des Pyrenäengebirgs, die von c zum Bohnenberger ziehen und von denen die grofse Hauptader des Mare Nectaris sich abzweigt. §. 409. Bohnenberger, ein Ringgebirg von sehr mäfsiger Tiefe (etwa 250*). Die westliche Hälfte seines Walles ist ein ganz gleichförmiger Bogen, im O. bemerkt man Abstufungen, doch ohne bedeutende Hervorragung. Der Centralberg A (5° hell, sonst wenig sichtbar) liegt —15° 27' B. und -f-39° 36' L. — Das enge Thal westlich um Bohnenberger herum scheint nirgend durch Gebirge gesperrt zu sein. Bohnenberger a, ein ihm sehr ähnliches, nur noch flacheres und seiner Gröfse ungeachtet schwer sichtbares Ringgebirg, dessen Inneres sich zu einer flachen Beule erhebt. Sein Wall hat vielleicht nicht über 60* Höhe. Zwei Crater, worunter der kleine helle B (—17° 5' B. u. +38° 30' L.) durch den schwarzen Schatten seiner Tiefe besser sichtbar ist als das grofse Ringgebirg selbst, unterbrechen den Wall. Die Parallalität der Wälle dieser beiden Ringgebirge mit dem kaum eine halbe Meile entfernten Pyre- näengebirg, das seinen Schatten weit über sie hin erstreckt, ist auffallend. Vom Gipfel y aus hat man den interessanten Anblick, in zwei grofse Ringgebirge hinein und zugleich über sie hinweg, so wie in die zwischenliegenden Thäler zu sehen. 47 390 Ringgebirgsgruppe des Colombo, Cook und Magelbaens. §. 410. Diese ganze beträchtliche Gruppe war bis jetzt unbenannt. Nur die von Cook d zum Borda laufenden Höhen fanden sich bei Hevel (wenn wir anders seine hier nicht eben correcte Zeichnung richtig interpretiren) durch den Namen Caucasus inferior bezeichnet. Wir haben drei verwandten Heroen der Geographie hier nahe bei einander Denkmäler errichten wollen. Mit der vorhin beschriebenen Gegend hängt diese durch den Lichtton (4°) zusammen, dem Terrain nach aber sind beide gänzlich gesondert, denn eine 6 bis 10 Meilen breite Ebene, nördlich mit dem Mare Foecunditatis, südlich mit der ebnen Umgegend des Santbech zusammenhängend, breitet sich zwischen ihnen aus, nur von kleinen Hügeln erfüllt. Das Ganze ist fast ein Dreieck, in das von zwei Seiten hier tiefe Buchten eindringen. Colombo, das gröfste und tiefste dieser Ringgebirge, sehr unregelmäfsig geformt, 3^° und in seinem Walle 5° hell. Die 3 Centralberge sind kaum zu bemerken, aufser im Vollmonde, wo der gröfsere 6° und die beiden kleineren 7° Licht zeigen. Der westliche Wall läuft doppelt, ja von ß ab nach Süden zu dreifach, und die Schluchten desselben schliefsen sich erst im S., wo sich labyrintisch eine starke Gebirgsmasse mit zwei Cratern (b der gröfste und tiefste) ausdehnt, an die ähnliche Formation bei Guttemberg erinnernd. Der etwas gleichförmigere, terrassirte Ostwall hat dicht bei b 1107*, bei y aber 1257* Höhe, und im N. zieht das Ring- gebirg in unregelmäfsiger Verlängerung fort. Colombo a, nordöstlich angelehnt, im übrigen Tlieile seines Ringgebirgs aber nur mäfsig hoch, ist nahezu kreisförmig. Crater stehen an seinem Walle herum. Sein ganz unscheinbarer Centralhügel hat doch 4° Licht, die übrige Tiefe 3°, das Ringgebirg 5°. Magelhaens, nördlich vom Colombo, und wie dieser nördlich etwas zugespitzt, zeigt einen 6° hellen Rand, hat einen schwachen 4° — 5° hellen Centralberg und bildet die nördliche Grenze der Gruppe. Mit Goclenius hängt er nicht zusammen, wohl aber durch mehrere Bergarme mit Colombo und dessen Nachbar. — Auch an Magelhaens lehnt sich ein ihm sehr ähnliches kleineres Ringgebirg a, mit hohen Bergköpfen, an denen die Grenze des Mare Foecunditatis entlang zieht. §. 411. Im W. des Colombo und Magelhaens sieht man nur an zweien Punkten eine beträchtliche Steilheit, bei Magelhaens « und Vendelinus S, die beide gegen das Mare Foecunditatis abslürzen. Das übrige sind mäfsige Hügel und kleine Ringgebirge, die in ihrer ziemlich unregelmäfsigen Bildung, wie in der Gröfse, merkwürdig übereinstimmen. Magelhaens c, noch dem Mare angehörend, ist durch die Helligkeit (8°) seines südwestlichen Walles ausgezeichnet. Magelhaens B (—13° 27 ; B. u. -j-49° 31* L.) hat 2° und der Wall 5° Helligkeit; eben so Colombo d; beide sind umgeben und verbunden durch kleinere und gröfsere Bergadern. Etwas tiefer ist Colombo c, auch heller (3°) der Rand 6°; dicht unter ihm bildet sich gleichfalls eine Art Ringgebirg von 2^ 0 Licht, durch ein nicht unbedeutendes Gebirge mit Magelhaens c verbunden. Westlich von c ziehen zwei 4° helle Bergreihen zum Cook; doch alle diese Höhen betragen höchstens 3 — 400‘; und das Bergland hier herum hat im Allgemeinen nur 3° Helligkeit. Mehr eben und etwas heller sind die Parthien näher am Colombo, wo nur ein kleines Ringgebirg und noch einige schwer sichtbare Erhöhungen gefunden werden. Cook, kreisförmig und regelmäfsig, aber ohne Centralberg und wenig vertieft, auch weder nach aufsen noch nach innen steil. Der höchste Gipfel « erhebt sich 492* über seinen östlichen Fufs. Dicht unter ihm der Crater A (—17° 33' B. u. +46° 4P L.) der kenntlichste Gegenstand des Cook und etwa eben so tief als c, der außerhalb des Walles liegt. Auch der Bergrücken ß ist nicht erheblich. Cook hat 3° Licht und sein Wall 54-°. Ansehnlich tief ist dagegen Cook d, dessen Gipfel bei y sich gegen 1200* erhebt und 7° Licht hat, das Uebrige des Walles 6°, das Innere 3°. Andre Berge von Bedeutung finden sich nicht in seiner Nähe. Die letzten steilem Berge dieser Gegend liegen nach SO. zu bis zum —18° B. Hier öffnet sich eine grofse helle Ebene, welche eins der stärksten Ringgebirge der Mondfläche, den Santbech, im W., N. und NO. umgiebt. Berggruppen des Santbecli, Biot und Borda. §. 412. Santbech R - (Mons Tancon H.) ein Ringgebirg von 10 Meilen Durchmesser, dessen ansehnlicher 391 Centralberg B unter —20° 33 ; und —]— 42° 30 ; liegt. Das aus einer Menge von Spitzen, Rücken, Terrassen, Aus- läufern und Cratern bestehende Ringgebirg hat im O. die Höhe von 2207*, im W. von 1530* über der Tiefe. Mit keinem der umliegenden Berge ist es deutlich verbunden; denn auch im S., wo hohe Gebirge nahe heran treten, isolirt sich alles; nach SO. und O. zu laufen nur einzelne Hügelreihen, die bald in der Ebene aufhören und auf den andern Seiten ist, wie schon erwähnt, fast völlige Ebene, denn die schwer und selten sichtbaren Ungleichheiten können in gar keinen Betracht kommen. Auch die übrigen Berggruppen dieser Gegend zeigen sich der Hauptsache nach als getrennte Glieder, und zwischen ihnen breiten sich Ebenen aus, deren Areal gröfser als das der Gebirge ist, wenn gleich sie auch noch von erkennbaren Höhen und Cratern unterbrochen werden und keinesweges den grofsen Ebenen der Nordhalbkugel gleichen, von denen sie sich auch in der Farbe schon bestimmt unterscheiden. Zwar bemerkt man, wie in ähnlichen Fällen immer, so auch hier während der schrägen, 15° bis 20° noch nicht übersteigenden Beleuchtung fast dieselbe dunkle Farbe, wie in dem benachbarten Mare Foecunditalis und Nectaris; aber dies ändert sich völlig wenn die Sonne höher steigt. Daher scheinen auch die Maren, wo nicht eine ganz bestimmte Begrenzung derselben Statt findet, zur Zeit der Phasen andre Umrisse zu haben und sich überhaupt weiter zu erstrecken als während des Vollmondes, und dies ist hier herum ganz besonders der Fall. Es erklärt sich dies auch völlig, ohne dafs man an athmosphärische Trübungen zu denken braucht, denn in einer wirklichen Ebene, sei die Reflexionsfähigkeit ihrer Bestandtheile so grofs als sie immer wolle, finden sich beim Auf- oder Untergange der Sonne keine Flächen, welche das Licht derselben unter einem beträchtlichen Winkel auffangen könnten und daher mufs Alles in ein gleichförmiges Grau verschwimmen. Bei aller dieser relativen Isolirung würden die hier in Rede stehenden Gegenden auf unsrer Erde noch für sehr gebirgige gelten. Hier im südwestlichen Quadranten der Mondfläche, erscheinen sie gleichsam als die Uebergangsglieder zwischen dem Mare und dem südlicher gelegenen grofsen Landstrich zwischen Stevinus und Piccolomini, wo es in der That keine Ebene von 4 Quadratmeilen mehr giebt und wo einzelne Stellen allen Bemühungen des Selenographen Hohn sprechen. Nur der Umstand, dafs die mehr vereinzelten Massen im Allgemeinen die höheren sind, steht dieser Ansicht entgegen. Die Hauptgruppe des Sanlbech schliefst sich an das Ringgebirg Santbech A von ansehnlicher Tiefe, unter — 24° 10' B. und —41° 34' L. gelegen. Es sind starke, gegen N. steile, aber kurze Bergzüge, die bei s und S sich gegen 800* erheben und die östliche Ebene mit langen Schalten erfüllen. Eine Kluft bei £, welche in das Gebirg eindringt und zwei craterartige Tiefen verbindet, erinnert zuerst an die merkwürdigen ungeheuer grofsen und liefen Querrisse, die grade diese Mondgegend ausschliefslich aufzeigt und deren Parallelismus und gleichartige Bildung schon bei einer flüchtigen Beobachtung nicht zu verkennen ist. Von ihnen wird weiterhin häufiger die Rede sein. Auch um den Crater Santbech b, wie alle dieser Gegend beträchtlich tief, liegen Berge, zerstreut zwar, aber doch nur durch schmale Tliäler gesondert und theilweis hoch. Sie fallen südwärts sanft gegen die Ebene ab; nordwärts sind, z. B. bei 4, einige Steilabfälle sichtbar. §. 413. Bor da, ein nicht ganz regelmäfsiges Ringgebirg, dessen Centralberg A (— 25° 9' B. u. —}— 45° 14' L.) südlich mit 2 Gipfeln und durch diese mit dem Walle in Verbindung steht; eine der vielen Anomalien der hier herum befindlichen Ringgebirge. Terrassen vermindern in etwas die Steilheit des Walles. Borda hat östlich neben sich, einige Crater und Hügel die hier nirgend fehlen ausgenommen, freie Ebene; im W. aber hängt er mit einem Hochgebirg zusammen das sogar seinen Wall noch beträchtlich überragt. Der jähe Absturz dieser Masse bei ß ist vielleicht nicht viel geringer an Höhe, als der bequemer mefsbare Gipfel a von 1723* Höhe, der sich majestätisch über die Ebene des Mare Foecunditalis erhebt, ohne Vorhöhen oder Terrassen zu zeigen. Auch im Innern ist das kleine Hochland ziemlich rauh und zerrissen und überall brechen Crater durch. Jenseit der 3^° hellen, vor a und ß sich ausbreitenden Ebene liegen gleichfalls viele Crater, unter denen die Gruppe Borda a die augenfälligste ist; allein die sich anlehnenden Berge sind sanfter geböscht und nicht so hoch als im Osten der Ebene. Diese Landschaft ist 5° hell und scheint der Ausgangspunkt einer Anzahl von Lichtstreifen zu sein die sich in gleicher Helligkeit durch das Mare verbreiten. Noch gehört hierher die Gebirgsgruppe im SO. des schon oben erwähnten Biot. Mehrere meistens 5° helle, doch mäfsig hohe Berge lehnen sich an den Crater Biot A (— 21° 38* B. u. 47° 4P L.) so grofs und noch tiefer als sein westlicher Nachbar, aber nur 6° hell. In den Phasen kann jedoch das Verhältnifs der Hel- 47* 3*58 ligkeit beider Crater, aus leicht begreiflichen Gründen, sich grade umkehren und weniger geübten Beobachtern leicht eine Verwechselung begegnen. Die Isolirung des Biot ist jedenfalls das sicherste Kennzeichen. Gröfser als A, doch aber nicht augenfälliger, ist b, ein unregelmäfsiges Ringgebirg, dessen innere Ebene höher als die des Mare Foecunditatis zu liegen scheint. Der Hochgipfel a, der sich 1022* über letzteres erhebt, zeigt nach innen (wo freilich eine eigentliche Messung nicht wohl möglich ist) einen geringem Abfall, b ist 3°, sein Rand 6° hell und bis auf 3 Meilen Entfernung von einem 5° hellen Nimbus umgeben, der auch noch die Berglandschaft einschliefst, welche den Biot b mit dem östlich gelegenen Cook d verbinden. Hier setzt er sich in einen 5° hellen Lichtstreif fort, der bis zum Colombo verfolgt werden kann und — wie so häufig — zu den Niveaudifferenzen des durchzogenen Terrains in ganz und gar keiner Beziehung zu stehen scheint. Sie grossen Ringgebirge des sechzigsten Längengrades, Furnerius, Petavius, Vendelinus und Langren, nebst den sie umgebenden: Snellius, Stevinus, Hase, Palitzsch. §. 414. Dieser merkwürdige Ringgebirgsgürtel, der sich in seinen Hauptmassen vom 4° bis 40° S. B., also gegen 150 geographische Meilen weit erstreckt, durch verwandte Formen aber noch weiter fortgesetzt erscheint, wird vom 60° der Länge in der Mitte durchzogen, so dafs dieser Meridian ziemlich central durch die genannten vier Hauptflecke hindurehgeht. Diese Lage ist um so merkwürdiger, als sich, und unter derselben Breite und Ausdehnung, eine ganz ähnliche Reihe Ringgebirge nnter 3° O. L. vom Ptolemäus bis zum Walter erstreckt (§. 302.) und im Osten, abermals 63 Längengrade entfernt, die nur etwas weniger ausgedehnte vom Grimald zum Cava- lerius ziehende Reihe merkwürdige Uebereinstimmung mit jenen beiden zeigt. Kaum kann man sich des Gedankens erwehren, dafs hier nicht der Zufall, sondern ein bestimmtes Bildungsgesetzt gewaltet habe. Wenden wir uns von dieser allgemeinen Reflexion zur besondern Betrachtung der erwähnten Landschaften. Der ganze über 4500 Quadratmeilen umfassende Gürtel bietet uns nirgend, auch nicht im Innern der Ringgebirge selbst, Ebenen von einiger Erheblichkeit, dagegen alle andern auf der Mondfläche vorkommenden Formen von der größten bis zur kleinsten in erstaunenswürdiger Mannichfaltigkeit. §. 415. Das nördlichste Gebilde, Langrenus Ti. (Insula Major TI.) ist unter den Genannten das einzige, was im Vollmonde noch einigermafsen als Ringgebirg sichtbar bleibt. Sein Inneres ist 4°, sein Rand 6° hell. Aber von der schönen Bestimmmtheit, mit der aus den zahllosen Terrassen der Hauptrücken des Langren sich in schräger Beleuchtung hervorhebt, ist im Vollmonde keine Spur; nur einen ganz unbestimmten, verwaschenen Lichtfleck gewahrt man, und ohne das 8° helle Centralgebirge bliebe alsdann sogar die Ringgebirgsform selbst zweifelhaft. Dem nördlichen helleren Hauptgipfel B dieses Centralgebirgs geben unsre 10 Messungen —8° 22 y 29" B. und -(-60° 34' 9" L.; an Steilheit und Höhe wird er jedoch von dem südlichen Gipfel A übertreffen, der 523* über die Ebene emporragt. Im W. besteht das Ringgebirg aus zwei Bergreihen, die nur den Gipfel 5 gemeinschaftlich haben und so zwei enge Hochthäler einschliefscn; im O. hingegen dominirt entschieden die mittlere Reihe und die vorliegenden Höhen können meistens nur als ihre Terrassen betrachtet werden. Diese Terrassen sind (vielleicht nur scheinbar wegen der schrägen Ansicht) im W. zahlreicher und breiter. Bei y erhebt sich das Ringgebirg, nach einem Mittel aus 2 Messungen, 1503* über die Ebene; die an dieser einen Stelle allenfalls noch angenommen werden kann. Bedenkt man jedoch, dafs Erhöhungen von 30* die unter andern Umständen noch sehr deutlich gesellen werden können, hier sich unsrer Forschung schon gänzlich entziehen, so bleibt es sehr zweifelhaft ob dies wirklich nocli Ebene sei. Den Langren umgiebt ringsherum eine Fülle von niedrigen Gebirgen, in denen sich aber nur wenige Gegenstände augenfällig herausheben. Hier liegt, unter andern meist unregelinäfsigen Vertiefungen, der kreisförmige Crater C unter —5° 23' u. -j-60° 11', er ist 4° hell und steht nebst dem Berge ij an der Grenze einer dunkeln Parthie, die sich nördlich und östlich ausbreitet, und die Crater bei Langrenus f (Insula Minor H.) absondert, so dafs letztere schon als dem Mare Foecunditatis angehörend zu betrachten sind. Von den übrigen hier vorkomiuenden, meist sehr sanft abfallenden Tiefen liegen mehrere in Reihen, z. B. bei g und im Süden von a. Zwischen letzterer und Langrenus ist die Landschaft ziemlich dunkel und hat höchstens 3° Licht, aber alles ohne scharfe Begrenzung. Langren h ist das grölste dieser Ringgebirge und das «inzige, welches einen Centralberg zeigt. 373 Von der Südspilze Langrens gellt ein starker Bergarni, der sich unter —12° B. theilt und zwei Ringgebirge Langren e und Veudelinus A umschlierst, zum §. 416. Vendelinus R. (Petra Sogdiana II.). Der grofse Gebirgsgürlel ist hier am schmälsten, und Ven- delinus selbst am wenigsten erhaben. Sein Wall ist schmaler, weniger terrassirt und nicht so hell als der des Langren, und im Vollmonde überhaupt gar nicht wie ein Ringgebirg erscheinend. Auch ist Vendelinus das un- regelinäfsigste der hier betrachteten Gebilde. — Neben A, das —13° 56' B. und —59° 53' L. liegt und dessen Centralberg lange kenntlich bleibt, erhebt sich im W. eine hüglige Hochebene, die hier die Nordgrenze des Ven- delin bezeichnet und einige Arme hineinsendet. Im Meridian des hohen Piks ß (wahrscheinlich dem höchsten Berge des Vendelin überhaupt) steigt eine noch höhere Terrasse empor und von ß aus zieht das eigentliche Ringgebirg südlich, anfangs von einer Parallelkette begleitet, dann über die niedrige Stelle bei £ zum Südrande, der nur aus einem Hügelsystem und einigen Cralern besteht. In der Südspitze steht der Crater E in —18° 40' und -j-60° 24' in einer 6° hellen sich weit verbreitenden Gegend, und hart an seinem Walle zeigt sich im Vollmonde die Fläche des Vendelin als eine schwärzliche Spitze von 1^° Licht. Diese Stelle ist es, woran man die Lokalität in hoher Beleuchtung sicher erkennen kann, denn nirgend als hier zeigt sich eine so bedeutende und schroff abgesetzte Differenz der Farbe. — Oesllich tritt endlich ein ziemlich zusammenhängendes, von a an steiles Ringgebirg auf, das allenfalls Messungen zuläfst. Bei a hat es 841* und nördlicher etwa 720* Höhe. Das Innere zeigt keinen Centralberg. Es ist eine schwach convexe Fläche, die von 3^° Licht (im N.) allmählig zu 1^°, wie oben erwähnt, übergeht. Der kleinste, aber gut sichtbare, Crater D liegt —16° 15* B. und —|—59° 45' L.; das Uebrige ist sehr schwach und selten sichtbar. Nur einmal, am 19. Sept. 1834, erschien uns alles hier verzeichnetes Detail gleichzeitig. Von Hügeln und Terrassen ist Vendelin weniger als Langren begrenzt, aber desto deutlicher heben sich die theilweis ansehnlichen Ringgebirge hervor die ihn umgeben. Das schon erwähnte A ist tiefer als er selbst, dasselbe gilt von c, einem grofsen unregelmäfsigen Ringgebirge mit Steilabfällen, an das sich wiederum westlich und nördlich mehrere Crater und Ringgebirge anlehnen. Doch sind die beiden bei i sich absondernden Tiefen von c nur durch niedrigere Rücken getrennt, die sowohl beim Auf- als Untergange der Sonne vom Schatten der zur Seite liegenden W älle ganz überdeckt werden, so dafs alsdann keine Absonderung Statt zu finden scheint. — Von i aus setzt sich, wiederum streng in Meridianrichtung, eine Kette von 7 Cratern gegen S. fort wo sie in der Ebene endet. Es scheint beaehtenswerth, das in dieser ganzen Landschaft alles, was sich zu Reihen gruppirt, auch der allgemeinen Richtung folgt. Bedeutende Ringgebirge sind ferner f und B, ersleres schon an die westliche Ebene grenzend, letzteres die Verbindung mit Petavius bewirkt.\d. Es liegt —19° 25 y B. und -j-6l° 2'L.; sein starkes Ringgebirg besteht aus einer grofsen Menge von Köpfen, hat nach innen eine rings herum gehende Terrasse und ist, wie das Innere, 6° hell. Mehr als hundert einzelne Berge, aber keinen einzigen bedeutend hervortretend, zählt man in der heilen Landschaft, die sich südlich von Vendelin. B und westlich von Petavius B bis zum Fufse des Petavius ausbreitet. Das Ganze ist ein untergeordnetes Hochland und nirgend deutlich vom Ringgebirge selbst gesondert. §• 447. Petavius R. (Mons Nerosius II. wo aber Furnerius, Snellius und Stevinus mit inbegriffen sind) ein Ringgebirg von so hoher Eigcnthüinlichkeit, dafs wir keins auf der ganzen Mondfläche mit ihm zu vergleichen wüfsten. Einen prachtvollen Anblick gewährt sein gewaltiger Doppelwall, mit den ungewöhnlich scharfen Con- touren seines inner-n Fufses und dem leuchtenden Kianze seiner Hochgipfel-;- das hohe, rings herum sich erstreckende Thal zwischen beiden Hauptwällen, das im W. sehr eng und fast verschwindend, im O. breit und frei erscheint und durch einen ganz schmalen Spalt des innern Walles bei c mit der Ringfläche in Verbindung steht, die gleichfalls sehr scharfen, • meist terrassenartig angelagerten Gebirge der Umgebung und endlich das beulenförmig sich erhebende Innere mit seinen zahllosen Hügeln und Bergen und einer tiefen breiten Rille bei S. — Wer sollte bei diesem Anblick denken, das Petavius schon in 40° bis 45? Beleuchtung nicht die kleinste Spur seines Daseins mehr verrielhe! .Wir haben, da der Umstand für unsre Messungen von grofser Wichtigkeit war, wiederholt in den günstigsten Vollmonden und zweiten Mondvierteln einer solchen Spur eifrig nachgeforscht, aber stets ohne allen Erfolg. Der kleine Crater c an der Südspilze bleibt als 6° heller Lichtpunkt sichtbar; eine matte 394 Spur des anliegenden schroffen Ilinggebirgs a und seines Centralbergs (doch gehören dazu schon sehr günstige Umstände), einmal erblickten wir sogar die Rille 6 und durch sie geleitet, etwas matt aufdämmerndes an der Stelle der Centralgebirge, aber nie das Geringste vom Ringgebirge selbst. Durch besondre Messungen zur Zeit des Vollmondes, verglichen mit den während der Mondphasen ausgeführten Messungen und Zeichnungen, haben wir die wahrscheinliche Lage der beiden dunklen Punkte, die man in hoher Beleuchtung hier sieht, so bestimmt wie die Karte sie angiebt. Der am nördlichen Fufs des Ring- gebirgs liegende hat 1^°, der in die Hochlhäler am Südwestrande fallende länglichte Fleck 2° Licht. Beide sind scharf begrenzt. Die selenographische Lage des Centralberges A, auf dem höchsten Punkte des beulenförmig erhobenen Innern liegend, haben wir durch 11 Messungen auf —24° 38' 58" B. und -j-59° 15' 53" L. bestimmt. Fast in regelmäfsiger Progression nehmen die Berge an Höhe und Steilheit ab, je weiter sie sich von der Mitte entfernen, so dafs nur ganz unscheinbare Hügel am Fufs des Ringgebirgs herum liegen. A erhebt sich 875 * über den östlichen Fufs; sein westlicher Nachbar 588* über den westlichen. Die Höhe der Basis, welche diese Berge trägt, mag gegen 120* betragen, und man kann den Schatten dieser Beule, die Aehnlichkeit mit denen im Hevel und Mersenius zeigt, sowohl östlich als westlich unter geeigneter Beleuchtung wahrnehmen. Die Rille S hat nicht durchweg gleiche Steilheit, vielleicht also auch ungleiche Tiefe; wir bemerkten diesen Umstand am 25. Febr. 1834. Das Ringgebirg ist nicht ganz kreisförmig, obgleich es in allen Theilen eine schöne Symmetrie zeigt. Nördlich bei 4 und südlich bei c ist es gleichsam zugespitzt. Sein westlicher Wall liegt bei £ 1006* höher als die Hügel, worauf der Schatten fällt, für den östlichen bei ß fanden sich 1696*. §. 418. Gehört Petavius selbst zu den merkwürdigsten Gegenständen der Mondfläche, so ist es nicht minder seine Umgebung. Gegen NW. breiten sich, links neben dem erwähnten Hochlande, lange flache Hügelrücken aus, die mit denen beim Theophilus Aehnlichkeit zeigen und zwischen rj und ß eine Menge von rundlichen Gipfeln tragen. Die letzten sich in die westliche Ebene verlierenden umgeben fast concentrisch den Crater Palitzsch c; überhaupt ist der Parallelismus dieser Reiiien auffallend. Zwischen c und Petavius liegen mehrere gröfsere, nach innen scharf abgesetzte Tiefen; nach Palitzsch zu aber ein fast ebenes Hochland. Vom Gipfel £■, der Südecke des äufseren Walles, ziehen sich die Gebirge südlich zum Snellius und Furnerius. Im O. bei —27° 5' B. tritt ein steiler Rücken rechtwinklicht an das Wallgebirg, und schliefst sich dann parallel diesem an. Auf diesen Rücken trifft ein vom Snellius kommender 5° heller Liehtstreif, zieht in dieser Richtung über beide Wälle des Petavius fort und in diesen hinein, wo er sich verliert. Andre hinzutretende Rücken bilden unter 28° B. ein Ringgebirg mit Centralrücken und unter 27° B. ein kleines Hochland. Nordöstlich lehnt sich an Petavius das länglichte und ungeheuer schroffe Ringgebirg a, das noch 4 Tage nach Sonnenaufgang deutlichen Schatten hat. Der Centralberg F (—24° 35' B. u. —{—55° 30' L.) hat 5° Licht, eben so sein Wall, aber in sehr geringer Breite, also wohl der höchste Kamm desselben. Aber auch die Tiefe, die 1382* unter dem östlichen Walle liegt, ist nahe eben so hell. Was weiter nach NW. liegt, ist ein Labyrinth von Bergen und Kesselthälern. Petavius B (—20° 49' B. und -\-b6° 12' L.) gleichfalls sehr tief, hat in der Südspitze einen kleinen hellen Crater, hängt hier mit einem kleinen gegen S. geneigten Plateau und gegen N. mit einem kurzen Gebirge zusammen und kann leicht aufgefunden werden. Im O. des Petavius, ohne Zusammenhang mit seinem Ringgebirg, liegen noch kleine Bergparthien, und darunter eine Art Ringgebirg unter —25° B. mit deutlichem Centralberg. Lange Lichtstreifen durchziehen diese Gegend; durch ihre wechselsweise Trennung und Wiedervereinigung bilden sie an einigen Stellen ebenfalls länglichte, umschlossene Flächen, die aber mit keinem der erwähnten Ringgebirge coincidiren. §• 419. Palitzsch, ein unregelmäfsiges Ringgebirg oder eigentlicher ein tiefer Rifs in der Gegend westlich beim Petavius, dem Schröter zu Ehren des wackern Prohliser Bauers, der 1758 den Halleyschen Cometen zuerst wiederentdeckte, diesen Namen gegeben hat. Sein steiles aber schmales Ringgebirg sendet mehrere Arme nach innen. Er ist 3mal so lang als breit (optisch 8mal) und scheint von a ab 7 Meilen lang im Innern eben zu sein. Das kleine westlich angelehnte Ringgebirg Palitzsch a hat gegen 1000* Tiefe im Vergleich zu seinem westlichen Walle. 395 Hase, ein ansehnliches Ringgebirg, von Schröter mit diesem Namen bezeichnet. Mehrere Crater, worunter a der grüfste, liegen theils in seinem Innern theils auf dein Rücken seines Walles, der gegen 1200* hoch sein mag. Im SW. schliefst sich eine andre unregelmäfsige Tiefe an, die 1840* unter dem Gipfel a liegt. ln b liegen 3 Tiefen, nur durch schwache gegen die Umgebung noch vertiefte Wälle von einander getrennt und so eine Querkluft bildend, wie sich deren mehrere hier herum finden. Sie ziehen alle von NO. nach SW. und sind also optisch auf ein Drittel und weniger verkürzt. Unter den Gebirgen dieser Gegend zeichnet sich der kurze Bergzug Hase ß und der längere, vom Peta- vius zum Furnerius ziehende, aus. Snellius R., ein Ringgebirg mit breiten Terrassen, durch Bergadern mit Petavius verbunden. Sein Centralberg liegt —29° 25' B. und -j-54° 39' L. Im NW. bei s sind die Abfälle sanft, gegen O. aber steil und bei 1067* abstürzend. Auf diesen Ostabhang trifft seiner ganzen Länge nach ein 5° heller Lichtstreifen; der westliche Abhang unterscheidet sich nicht von den benachbarten Bergen. Das Innere hat 3° Licht und so ist Snellius, obwohl mit Schwierigkeit, im Vollmonde sichtbar. Der östliche Rand besteht, gleich dem westlichen des Hase, aus einem Complexus von Cratern und Bergköpfen; gleichförmiger, aber wahrscheinlich niedriger, ist der westliche. Vom Centralberge aus zieht sich an der Westseite eine schmale Thalschlucht, die bei ß das Ringgebirg durchdringt und zum Fufse des Stevinus zieht; östlich zeigt sich ein zweiter Durchgang, der auch noch das Ringgebirge des Stevinus durchbricht und hier dessen Terrassen noch überragt. Snellius a scheint gar kein eigentliches Ringgebirg, sondern ein blofses Loch zu sein; denn die ihn bildenden Berge, zwei Gipfel im W. und O. ausgenommen, überragen keinesweges die umliegenden z. B. die parallelen Ketten bei y, oder den bei 8 nördlich sich krümmenden Bogen. — Dicht südlich über den beiden Cratern der Ostseite ist die Tiefe 1047*. Der Abfall rings herum sehr steil. Snellius b ist 7° hell, und ein im Vollmonde ausgezeichneter Gegenstand; er hat noch andre Crater neben sich. — Der oben erwähnte Lichtstreifen, der längs des Snellius zieht, und ein zweiter der bei Stevinus 6 vorüberzieht, gehen fast parallel neben einander fort und lassen zwischen sich eine Art Spalte, in der die beiden erwähnten Crater liegen und die 3^° hell ist. Weiter südlich aber liegen die Crater auf dem Streifen selbst. Im Westen des Snellius erinnern zwei Stellen, bei y und weiter nördlich, an jene eigenthümlichen Querspalten. Die parallelen Bergrücken sind hier plötzlich durchbrochen, und stürzen steil ab, doch nicht ohne sich in der Kluft selbst noch einigermafsen fortzusetzen. Stevinus R. , regelmäfsig gebildet, nur wenige Gipfel tragend, im Innern 3 01 , im Walle 5° hell. Das nördliche Ende des 5° hellen Centralrückens liegt —32° 0' B. und -j-53° 3' L.; die Ebene in der Mitte wird durch eine breite Terrasse rings herum bedeutend geschmälert und hat auch sonst noch Hügel. Der Bergkopf ß erhebt sich 1786* und der Kamm oberhalb 8 1592* über die Tiefe; auch behält er länger als Snellius seinen Schatten. Seine Umgegend ist nur inäfsig gebirgig. Unter allen Cratern dieser Gegend stufst nur c an seinen Fufs; übrigens sind sie hier äufserst zahlreich. Die nach O. liegen fallen meistens in den breiten 6° hellen Lichtstreifen, und hier zeichnen sich noch a durch 8°, b durch 6j° und ein kleinerer südöstlich bei a durch 7° Licht aus. — e, aufserhalb des Streifens, hat 6° Licht (Inneres 4°), wogegen die bei d so wie die näher am Stevinus liegenden, sich in hoher Beleuchtung nicht hervorheben. Die Gegend im W. bis zum Bergrücken, hat 3* Helligkeit, das kleine Hochland im O. bis zum Lichtstreifen hin, etwa 4°. Auf diese Weise ist Stevinus in hoher Beleuchtung zwar immer nur mit Mühe, aber doch leichter als irgend ein gröfseres Gebilde dieser Gegend (Langren etwa ausgenommen) zu erkennen. §. 420. Furnerius R. eine grofse, etwas unregelmäfsige Ringfläche. Der kleine tiefe, aber 9° helle Crater A, der hier in hoher Beleuchtung weit und breit den einzigen scharf markirten Punkt bildet, liegt nach unsern 9 Messungen —33° 6' 4" B. und -f-57 a 51' 52" L. Von diesem glänzenden Punkte geht im Vollmonde ein breiter verwaschener Lichtstreif etwa 20 Meilen nach Süden, und (nur noch mehr verwaschen) 10—12 Meilen nach Norden; von den Terrainverschiedenheiten dieser Gegend nichts verrathend. Dieser Lichtstreif, und der vorhin erwähnte beim Stevinus, dessen Knotenpunkt Stevinus a bildet, sind bei hohem Sonnenstände die bequemsten aber auch fast einzigen Orientirungs-Objekte für den äufseren Südwesten der Mondkugel. Sie finden sich auf Hevel's Phasenkarten, einem Paar Krebsseheeren ähnlich, bezeichnet; er scheint sie für besondre Bergrücken angesellen zu haben, wie dies auch spätem Beobachtern mit solchen Lichtstreifen begegnet ist. Oestlich neben A liegt ein gröfserer und tieferer Crater c, den man im Vollmonde nicht sieht. Das 376 Ringgebirg des Furnerius bat liier einen schmalen, gewundenen Durchbruch, dem zwei Hochgipfel a. von 1641* und ß von 1797* zur Seile stehen und der am 22. Juli 1834 entdeckt wurde. Das steile, mit Cratern und Berg, köpfen versehene Ringgebirg hat weiter südlich bei y 1786* und bei Ö 1569* Höhe. Aber die Tiefe selbst ist nirgend eben und daher diese Messungen nur beiläufig zu nehmen. Im N., W. und S. besteht das ganze Ring, gebirg aus einer Reibe Bergköpfe fast von gleichen Höhen und Distanzen, deren Fufs gegen das Innere vorspringt. Vor ihnen liegen einige Crater und parallele Rücken; am deutlichsten {nur freilich in hoher Beleuchtung nicht) sieht man den grofsen Crater B (—35° 5' B. u. -j- 59° 14 J L.) in dem wir einen Centralberg erkannt haben. — Dunkle Flecke wie Petavius, zeigt Furnerius nicht, er ist überall mindestens 4° hell und sein Rand bleibt noch lange nach dem Verschwinden der Schatten etwas heller, aber im Vollmonde bemerkt man keinen oder doch einen höchst geringen Unterschied. Des Bergrückens, welcher Patayius mit Furnerius A verbindet, ist schon oben gedacht; ihm parallel streicht ein zweiter bei X und tj vorbei; an den genannten Punkten beträchtlich hoch, übrigens sanft, niedrig und nach D zu sich ganz in flache Landrücken verlaufend. Bei i erblickt man ein sanft ansteigendes, weit ausgebreitetes Plateau der niederen Ordnung. Schwierig ist es die dem Rande schon stark genäherte Gegend westlich vom Furnerius richtig darzustellen. Das Craterlabyrinlh zu entwirren ist nur in einer gewissen genau bestimmten Lage der Mondkugel möglich; indefs geht aus allem hervor, dafs die eigentlichen Berge liier fast gänzlich fehlen, und alles von den in- und Übereinandergreifenden Cratern erfüllt wird, f, g, h und i sind die tiefsten, und wenn diese im Innern schattenfrei sind, ist nichts mehr deutlich in dieser Gegend zu erkennen, die keine Differenzen der Lichtstärke mehr darbietet und erst im fernen Westen den Marinus als unterscheidbaren Gegenstand aufzeigt. Zu merken sind indefs hier noch zwei tiefe Querklüfte bei e und wovon besonders das letztere gröfsere ein deutliches Modell dieser seltsamen Mondgebilde abgeben kann. — Dafs wir nur in sehr wenigen dieser Ringgebirge Centralhöhen erkannt haben, dürfte keinesweges beweisen, dafs sie den übrigen überhaupt fehlen. Mit Furnerius schliefst sich die Reihe dieser gröfsten Ringgebirge, obgleich der Gürtel noch weiter südlich im Frauenhofer and Vega fortgesetzt gedacht werden könnte, Kinggcbirgsjruppe des Ulaclaurln und Kästner# §# 421, Da, wo unter 62° westlicher Länge die äufserste Grenze des Mare Foeeunditatis zum Aequator sich hinzieht, beginnt eine Landschaft die als Fortsetzung der südlich beim Mare Crisium gegen den Mondrand zu liegenden betrachtet werden kann. Höhenmessungen sind hier nicht wohl mehr möglich und die starke perspecti- vische Verkürzung läfst uns vieles nur sehr unvollkommen bemerken; übrigens ist nicht zu verkennen, dafs die im vorigen Paragraphen beschriebene grofsartige Configuraüon mehrerer in Meridianrichtung folgender und mit einander verbundener Ringgebirge sich im Kleinen auch hier mehrmals wiederholt. Bei der schrägen Lage bekommen diese Reihen ganz das Ansehen grofser Meridianspalten, zumal wenn sie mit Schatten erfüllt sind. Maclau rin (früher unbenannt) eins der kenntlichsten dieser Ringgebirge und mit einem Centralberge versehen, reicht bis zum Aequator. Es ist im Innern stark concav und bildet gleichsam den Mittelpunkt mehrerer Systeme der oben erwähnten Art. Das bedeutendste beginnt mit ihm selbst und zieht sich südlich bis D (—6° 36' B. u, —J— 69° 34* L.). In der Hauptreihe liegen 8 Tiefen hintereinander und mehrere kleine zur Seite. Eine zweite Spalte läuft von a bis E (3° 44' B. und -f-66 0 8' L.) ihr nördlicher Theil hat nur 2° Licht, und helle Bergrücken laufen zur Seite. Zwischen beiden Spalten eine 34° helle Ebene. Oestlicher unterscheidet man in den Bergreihen mehrere ziemlich steiie Gipfel bei (3, y und 5. Bis zu y erstreckt sich, vom Aequator her, eine Ebene von nur 2° Licht, und südlich bei y liegt ein 6° heller Crater. Auch westlicher, von b nach f ziehend, klafft eine solche Spalte auf, im O. von einem langen steilen Berghange begleitet, und ihr zur Seite eine ähnliche, vom Aequator durchschnittene, in welcher der pikälmliche Berg e zu merken ist. Von andern Gebirgsrücken kommt hier wenig vor. Den äufsersten Westen begreift die Landschaft Kästner auf Schröters Zeichnungen Abraham Gottfried Kästner genannt. (Wo nicht die Nothwendigkeit einer Unterscheidung es gebot, haben wir die blofsen Vornamen stets weggelassen.) Mareariig erstreckt sich eine Fläche vorn —2° bis 9° der Breite am äufsersten Nordrande fast 30 Meilen lang fort, und ziemlich in eben so grofser Breite, so weit die Lage es zu beurtheilen gestattet. Ein Bergrücken von inäfsiger Höhe zieht aber (unter 83° L. etwa) durch die graue Ebene hin und schnei- 399 schneidet einen ringgebirgsähnlichen und dunkleren Theil ab, dessen Grenzpunkte die beiden Crater A und c bilden; beide, so wie ein dritter auf dem östlichen Walle 5° hell. Gegenüber bildet y den höchsten Gipfel. — Im äufsersten Rande sieht man, wenn die Libration es begünstigt, noch den westlichen Gebirgsbogen, der der hintern Mondseite angehört und von dem zwei Gipfel hier im Randprofil hervortreten. Man kann zuweilen die ganze Fläche als einen vom Monde abgetrennten Theil erblicken, nemlich kurz nach dem Vollmonde, wenn der östliche Gebirgsbogen seinen Schatten südlich und nördlich bis an die Lichtgrenze ausdehnt, zwischen beiden Punkten aber nicht; doch hängt dies sehr von der Libration ab. — Noch sind hier die Crater d und b (letzterer selten) in der grauen Fläche sichtbar; neben ersteren der steile Gipfel a, und nördlicher eine grofse Gruppe von Ringgebirgen, die der Aequator durchschneidet. Die Ebenen im Westen des grossen Hinggcbirgs-Gürtels. §. 422. Vom Parallel des Langrenus an nach Süden zu nimmt die Landschaft, etwa zwischen 66° und 75° der Länge, vergleichungsweise den Charakter einer Ebene an, die jedoch grade in der Mitte von einer grofsen Ring- gebirgsspalte durchsetzt wird; heller als das Mare Foecunditatis erscheint und nur in einigen Stellen bis 2^° Licht herabsinkt. Sie wird im äufsersten Westen von einer Kette grofser Ringgebirge und Wallebenen begrenzt, und von Bergadern durchzogen; und ist die Scytliia der Ilevehchen , die Terra Vigoris der Micciolischen Karte: Namen die bei beiden ziemlich bedeutungslos leeren oder mit Phantasiegebilden ausgefüllten Räumen angehören. Hier zeigt sich zunächst im W. des Langrenus ein 9° heller Punkt und dicht neben ihm ein Crater La- peyrouse A, den wir durch 9 Messungen —9° 23' 20' B. und -j-73° 52' 41" L. bestimmt haben. Seine Umgebung ist ziemlich hell aber ohne irgend bedeutende Erhöhungen. Südlicher liegen fast auf gleichem Parallel die Ringgebirge Langren a und Lapeyrouse b, beide mit Centralbergen, obwohl er besonders in ersterem schwer zu erkennen ist; a 1797 * und b 1962* tief, freilich nach ziemlich unsichern Messungsversuchen. Doch deutet die lange Dauer ihrer Beschattung jedenfalls auf eine sehr grofse Tiefe. Nordöstlich an a stöfst ein kleiner 9° heller Crater, der auch noch einen Centralberg hat. An b stofsen südlich zwei hufeisenförmige halbgeschlossene Ringgebirge c und d, weiter zwei grofse, aber fast unmerklich vertiefte Flächen und (immer im Zusammenhänge) Ansgarius a und Behaim A; letztere beide wieder merklicher abgesetzt. In Behaim A steht ein 7° heller Crater (—16° 4' B. u. —j—72° 25' L.) und von da ab zieht eine grofse 80—100‘ hohe Bergader an Vendelinus f vorüber. — Die Ebene hat im Westen überall 3 _44°, östlich von Behaim A aber, auf einer Strecke von etwa 20 Meilen Länge und Breite, nur 2|° Licht, nach Norden zu wird sie immer heller und erreicht im 11° der Breite etwa 4|° Helligkeit. Es macht hier jedoch schon einigen Unterschied, welche Libration zur Zeit der hohen Beleuchtung Statt findet. Die Bergadern werden von —19° an steiler und erhalten merkliche Schatten und schärfere Contouren, sie durchziehen in schöner Klarheit, und leicht darstellbar, die Landschaft bis gegen Humboldt £ hin; hüglige 3° helle Ebenen liegen ihnen zur Seite. — Die beiden Arme Hekatäus ß und y rücken unter —22° B. näher zusammen und gruppiren sich zu einer Art Ringgebirg Humboldt b, ziehen dann wieder vereinigt südlich bis £ fort wo sie rechtwinklicht nach W. umbiegen und sich den grofsen Ringgebirgen anschliefsen. Bedeutend verengert sich hier die Ebene, und von dem gegen 1200* tiefen Ringgebirg Palitzsch b an erstreckt sich ein breiter Lichtgürtel, der 5° hell, südlich am Legendre vorüberzieht. An dem kleinen Hochlande das von Legendre b (8° hell, das Innere 3°) einem schroff abstürzenden Crater, sich nordwärts erstreckt und sanft gegen Palitsch und Legendre hin abfällt, endet diese Ebene gänzlich. Die grossen Ringgekirge des Westrandes; Impeyrouse, Ansgarius, Behaim, Hekatäus, Humboldt und Ijcgendre, §. 423. Nur bei so grofsen, so regelmäfsigen und so scharf ausgeprägten Formen als die hier genannten ist der Selenograph im Stande, ein treues und ausgeführtes Bild von Randlandschaften zu entwerfen. Zwanzig Längengrade westlich von dem in §. 414 — 420. beschriebenen grofsen Ringgebirgsgürtel ziehen diese nicht minder ausgezeichneten, nur freilich nicht so detaillirt wiederzugebenden Formen, zu denen gewissermafsen auch noch Kästner und Neper gerechnet werden können, am Rande fort, für uns wechselsweise sichtbar und unsichtbar. Die 48 398 Erde schwankt an ihrem westlichen und rcsp. südwestlichen Horizonte hin und her, mehreren Gegenden monatlich einmal auf- und untergehend, andern hinter vorliegenden Ringgebirgswällen stets verborgen und nur dadurch Wahrnehmbar, dafs zur Nachtzeit die gegenüberliegenden Hohen in ihrem Lichte glänzen. Behaim ausgenommen sind die hier zu betrachtenden Formen regelmäfsige Kreise. — Die Benennungen sind sämmtlich neue, da frühere Karten sie entweder gar nicht enthalten oder doch nicht bezeichnen. Lapeyrouse, gegen 1500* tief, 9 Meilen im Durchmesser haltend, mit einem fast gleichförmigen Walle der nur in a und an der Südspitze sich etwas erhebt. Mit dem hohen Berge in der Südspitze Kästners ist er deutlich verbunden; westlich neben ihm liegt ein kleines und sehr tiefes, östlich zwei gröfsere aber kaum unterscheidbare Ringgebirge. Ansgarius, südwestlich des vorigen, 11 Meilen im Durchmesser haltend. In 5 und ß sind die höchsten Gipfel seines gut geschlossenen und ziemlich regelmäfsigen Walles. Nach dem äufsersten Westrande zu ist noch ein Ringgebirge b kenntlich; besser der starke Bergarm «, der vom Lapeyrouse her nach S. zieht. Die Verbindung mit Lapeyrouse ist nicht deutlich und jedenfalls nur schwach. Behaim, beträchtlich tief, besonders im O. schroff abstürzend und durch einen Querwall in zwei Hälften getheilt, 14 Meilen im Durchmesser haltend. In a und ß stehen steile Gipfel; in b liegt ein 6° helles Ringgebirg. Die Form des Randprofils von Kästner bis Behaim läfst hier ein sehr gebirgiges Terrain vermuthen, obwohl eigentliche Hochgipfel wie im Dörfel hier nicht zu finden sind. Hekatäus, einigermafsen bimförmig, von —17° bis —23° B. sich erstreckend, der breitere Theil im Süden, 25 Meilen im Durchmesser. In a steht ein 6° heller Crater, in a ein deutlicher Centralberg, obwohl die Fläche noch mehrere Berge erkennen läfst, und nahe der Südspitze ein kleiner hoher Pik, die Grenze des Hekatäus gegen Humboldt hin bezeichnend. In d steht ein grofses, ziemlich tiefes, aber kaum noch wahrnehmbares Ringgebirg, in b ein noch greiseres von 10 Meilen Durchmesser, aber nur mäfsig vertieft; bei c zwei Crater von 6° Helligkeit; auch im SO. zeigen sich drei neben einander gruppirte Ringebenen. §. 424. Wilhelm Humboldt von —23° bis —30° B. und —J— 73° bis -j-85° L. sicherstreckend, nach Schikard and Clavius das gröfste Wallgebirg der Mondfläche und regelmäfsiger als diese beide gebildet. Mehr in der Mitte der Mondfläehe gelegen, würde es vielleicht zu den Maren gerechnet worden sein. In seiner stark westlichen Lage erscheint es hell, aber mit zwei auffallend dunklen Flecken; der südliche 1°, der nördliche 1£° hell; beide ganz scharf begrenzt und nur in hoher Beleuchtung sichtbar. Das Ringgebirg ist hoch genug, um selbst in dieser schrägen Lage seine Spitzen mit vollkommner Deutlichkeit in der Nachtseite zu zeigen, und wenn sie gleich nicht mefsbar sind, so möge dennoch hier eine ganz beiläufige Schätzung stehen. Ostrand. Gipfel unter —23° 40' . . . . 2500*. - — 23° 8' . . . . 1600*. - —29° 5' . . . . 1500*. G entralkette. Hauptgipfel A — 26° 36' . . . . 900*. Gipfel in —27» 2' . . . . 600*. . - —26° 12' . . . . 500*. - - —25° 30' . . . . 350*. W estrand. Gipfel in —24° 45' . . . . 2400*. - - — 25° 54' . . . . 1800*. - - — 27° 24' . . . . 1500*. - . —22° 42' . . - . 1500*. Diese beiläufigen Angaben werden wenigstens dazu dienen, ein allgemeines Bild seiner Configuration zu bekommen. Der Flächeninhalt beträgt zwischen 600 und 700 Quadratmeilen. Humboldt hat östlich neben sich noch ein zweites Ringgebirg von beträchtlichen Dimensionen und an beide schliefsen sich, besonders südlich und östlich, noch andre gröfsere und kleinere Ringgebirgsformen, darunter 399 A von 6° Helligkeit; im Osten breitet sich bis gegen Palilzsch b hin eine Hochfläche aus, welche nordwärts bei 4 und noch mehr südwärts bei Legendre s plötzlich steil abfällt, auf ihrem Rücken aber nur sehr unbedeutende Erhebungen und einen 6° hellen Crater zeigt. An diese Hochfläche stöfst von Süden her Legendre, von 10 Meilen Durchmesser, ein Ringgebirg, welches grade im N., O. und S. drei Crater und auf dem übrigen Theile des Walls sehr viele Ungleichheit zeigt. Bei ß ist dieser 1283* hoch, gegenüber bei ie laindschnften Fabricius, Metius und Steinbeil. §. 448. Auf Ilevel’s Karten ist in diesen Gegenden gar nichts mit Bestimmtheit zu erkennen. Auch bei Riccioli ist es nur schwer möglich, einzelne Punkte am Himmel nachzuweisen, nur von Fabricius und Melius haben wir Ursacli zu glauben, dafs die hier so bezeichneten von ihm gemeint waren, weshalb wir die übrigen, wo es nöthig schien, neu bezeichnet haben. Fabricius, durch Gröfse und Regelmäfsigkeit eins der ausgezeichnetsten Mondgebilde mit einem deutlich wahrzunehmendem Centralberge, der nach 9 unsrer Messungen in —42° 8' 0 11 B. und -f-40° 46' 0" L. liegt, im Vollmonde aber so wenig als der Wall aufzufinden ist. Das Innere ist nur an wenigen Stellen Ebene. Drei Centralberge, zwei Crater, mehrere zusammenhängende Hügelketten, die sich zum Theil dem Walle anschliefsen, die kleine Bergkette i und die Terrassen des Walles erfüllen reichlich drei Viertheile des Raumes; nur dafs man, wie fast immer in ähnlichen Fällen, dies alles nie zugleich sehen wird und das Ganze daher doch den Eindruck einer nur wenig unterbrochenen Ebene macht. Sein Durchmesser beträgt 12,04 Meilen. Die beiden bezeichneten Gipfel des Ringgebirgs haben wir gemessen und ö 1204, y aber 1304* über dem Innern gefunden, die nicht mehr mefsbaren Punkte des südlichen Walles scheinen indefs noch höher zu sein. Bei e öffnet es sich, und vor der Oeffnung steht ein kleiner Crater. In der kurzen Bergkette, die von dieser Oeffnung aus nach W. zieht, konnten wir 9 Gipfel unterscheiden. Fabricius a ist weniger vertieft, nur an der Ostseite steiler. Sein Centralberg steht mit den Wällen zweier Crater und durch diese mit dem Hauptwalle selbst in Verbindung. B ist dagegen beträchtlich vertieft und vollständig abgeschlossen. §. 449. Von a aus zieht sich ein grofser und hoher Gebirgsbogen zuerst südlich, dann östlich und nördlich herum, bis er sich nach einem Zuge von mehr als 50 Meilen dem Walle des Fabricius wieder anschliefst. Allein obgleich die von demselben eingeschlossene, gegen 450 Q. Meilen enthaltende Landschaft als eine gegen ihre Umgegend ver- 3S>3 vertiefte erscheint, so hat doch das Gebirg zu wenig Zusammenhang um es als ein wahres Wallgehirg betrachten zu können. Nur wenn die Zwischenräume desselben mit Schatten bedeckt sind, glaubt man eine riesenhafte Wallebene zu erblicken. Die eingeschlossene Fläche ist übrigens nirgend eben, vielmehr zeigen sich hier alle nur möglichen Formen. Der grofse wie ein weiter Mantel sich herumziehende Gebirgsbogen nähert sich durch seine vielen Verzweigungen, und die häufigen Aenderungen seiner Richtung, so wie dadurch dafs die steilem Böschungen nur an sehr wenigen Punkten Vorkommen, den Erdgebirgen mehr als dies sonst in unsrer Nachbarwelt vorzukommen pflegt. Zwar fehlt es ihm nicht an Cratern, aber doch haben sie die höheren Theile des Hauptzuges nicht durch» brochen, sondern liegen wie die Schweizerseen an ihrem Fufse umher. - - Dafs Höhenmessungen hier nur ganz beiläufig verstanden werden können ergiebt ein Blick auf das tör- liegende Terrain. Indefs mafsen wir die Erhebung des Punktes ß über einen etwa 6 Meilen östlich gelegenen 1744*, und die des Ringgebirges C über den Punkt 4 704*. Die meisten andern Höhenpunkte mögen zwischen diese beiden Grenzen fallen. Zu den steileren Stellen des Gebirgs gehört noch ~ von etwa 1000* Höhe; die Pär-i thien bei x und X sind beträchtlich niedriger, aber durch eine gewisse Symmetrie ihrer Formen ausgezeichnet; überhaupt aber hört von k an bis zum Walle des Fabricius aller Zusammenhang auf und man sieht fast nur solche Rücken die den Meridianen folgen. .i. Unter den zahlreichen Cratern dieser Gegend trifft man auch auf manche unregelmäfsige Form, die auf das Ineinanderfliefsen zweier Crater zu deuten scheint. Unter den regelmäfsigen ist am ausgezeichnetsten das Ringgebirg C (sein Centralberg —45° 55' B. und —|—35° 37' L.); es ist sehr schroff und mindestens so tief als Fabricius. Ferner K unter —45° 59' B. und -}-41 0 16' L.; nächst i der gröfste und tiefste im Innern des Ge- birgsbogens. — Unter den übrigen zahllosen Objekten zeichnen wir nur noch aus das rillenartige Thal (am 18. Dec. 1S34 entdeckt und gezeichnet) das von der Wallöffnung £ südöstlich zieht und sich weiterhin nach S. krümmt. Sein Wall wird zum Theil von Craterrändern gebildet, einer derselben liegt in der Rille selbst. Bei 4 ist sie noch tief eingeschnitten, weiterhin zieht sie schwach auf einem kleinen Hochlande fort und verliert sich gänzlich in den Thälern des Hochgebirges. Eine zweite auf unsrer Karte nicht enthaltene Rille (da wir sie erst am 12. Febr. 1837 wahrnahmen) zieht vom nördlichen Hange der Gebirge im schwachen Bogen nach 4 zu, doch ohne die Hauptrille zu erreichen. — Der Bergzug n ist gleichsam die Vorhöhe von ? und kann bei abnehmendem Monde leicht eben so bedeutend als dieser hervortreten. Aufserhalb der Hochgebirge finden sieh im W. und S. nichts als Crater, und mühsam erkennt man in dem dichten Gedränge derselben noch andre, aber sehr geringe Unebenheiten. E, f und d (die letztem beiden unregelmäfsig) sind die gröfsten dieser Cratertiefen. Nach O. zu wird hingegen die Gegend offner, und Strecken von 5 — 6 Meilen Länge und Breite zeigen sich völlig eben. Desto augenfälliger treten die auch hier nicht fehlenden Crater hervor, und zwar in einem schon öfter hervorgehobenen Verhältnisse: die kleineren regelmäfsig gerundet, mit einem steilen, zusammenhängenden Walle, die gröfsern flacher, unregelmäfsig geformt, mit stark hervorspringenden Wallgipfeln und an einigen Stellen offen. Man betrachte z. B. die zwischen Fabricius C und Pitiscus B gelegenen Formen, oder die Gruppe beim Crater G, dem gröfsten der regelmäfsig gebildeten (—43° 11' B. mtd -j-32° 18' L.). §. 450. Metius 7t. den Fabricius nördlich begrenzend, nur wenig kleiner als dieser, aber etwas unregelmäfsig, was indefs ohne die starke, dem Nordostrande vorliegende Terrasse weniger ins Auge fallen würde. Ist diese und die Fläche selbst mit Schatten bedeckt, so bilden die Kammhöhen einen fast eben so regelmäfsig ovalen Kranz von Lichtpunkten wie die des Fabricius. Die Höhe des Punktes etra 373. Sogdiani Montes 386. * Somnii Palus 223. * Somnioruin Lacus, östliche Hälfte 216.; westliche 217. Sonne ist wahrscheinlich von einer physischen Lichthülle umgeben 149. a ® 011 f i 11 st e r ni s s e 18.; physische Bemerkungen über dieselben Sonnenjahr von Sosigenes eingeführt 178. Sonnenparallc-xe, weshalb die Methoden der Alten sie nicht bestimmen konnten 178. Sonnenschein, ewiger, findet Statt für die höheren Berge der Polarzonen des Mondes 16. , & os [g e,, es Einführung des gegenwärtigen Sonnenjahres 178, aosigenes, ein Ringgebirg 250. * Stadius, ein Ringgebirg 257. 'Steinbeil, ein Doppel-Ringgebirg 394. Sternbedeekungen, für den Mond durch die Erde veranlagt 21*. Stevinus, era Ilinggebirg 375. * Stiborius, ein Ringgebirg 388. 'S toller, eine Wallebene 379. Stöpel beobachtet die Sonnenfinstcrnifs am 7. Sept.-18*20. 146, Störungen des Mondlaufs durch Einwirkung der Sonne 5; Strabo,-ein Ringgebirg 210. Strahlensysteme der Moudfläche 136.; sind keine Erhöhungen 136.; wahrscheinliche Ursachen 138. * Street, ein Ringgebirg 290. Streichungslini«, übereinstimmende r der Berge auf dem mitt- lern Theile des Mondes 2*29. Strobylus Mons 362. 363. Stromsysteme fehlen dem Monde 132.; fehlten ihm stets 134. Strophades Insulae 313. Struve über die sogenannten Mondsvulkane 151. 52 * 412 1 Struve, eine dankeigraue Fläche 204.; Ortsbestimmung des Berges B 70. Strymonicns Sinus 307. * Sulpicius Gallus, ein liinggebirg 230. Superiores Paludes 233. van Swinden, Beobachtung der ringförmigen Sonnenfinsternifs am 7. Sept. 1820. 149. Synodischer Umlauf des Mondes 2. T. “Tacitus, ein Ringgcbirg 354. Tadnus Fons 326. Tag, Dauer desselben auf dem Monde 15. Tancon Mons 370. Tannerus II., ungewisser Mondfleck 400. Taracinia Insula 261. 0 Taquet, ein Crater 231. Taruntinus Sinus 307. * Taruntius, ein Ringgebirg 365.; Ortsbestimmung des Centralbergs 69. Taurica Chersonnesus 218. * Taurus, Hochland und Gebirg 21S. Taygetus Mons 309. * Taylor, ein ländichtes Ringgebirg 351. Techisandam Mons 333, Temperatur, Einflufs der Mondphasen und Apsiden auf dieselbe 164. Terminologie der Mondformen 124. Thaies Meinungen vom Monde, Vorliersagung von Mond- und Sonnenfinsternissen 172. “Thaies, ein Ringgebirg 210.; Ortsbestimmung 70. “ Theaetetus, ein liinggebirg 240. “ Thebit, ein Ringgebirg 303.; Ortsbestimmung des Craters B 73. “ Theon senior & junior, zwei grofse Crater 350. “ Theophilus, eine Wallebene 359.; Ortsbestimmung des Centralbergs 75. Thospitis Lacus 387. " Timäus, ein Ringgebirg 287. “ Timocliaris, ein Ringgebirg 263.; Ortsbestimmung des Ccntral- bergs 71. Tmolus Mons 350. Toaldo über den Einflufs des Mondes auf die Witterung 159. Topographie der Mondfläche, ihre Behandlungsart 191. “Torricelli, ein Ringgebirg 358. Trabanten 1.; des Jupiter, Saturn und Uranus 4. * Tralles, ein Ringgebirg 200. “ Tranquiilitatis Mare 224.; südlicher Theil 358. Trapezus Mons 207. “ Triesnecker, ein Ringgebirg 249. • Troicus Mons 324. Tropischer Umlauf des Mondes 2. Tcheou-Kong, Kaiser von China, Finsternifsbcobachtungen zur Zeit seiner Regierung 170. Tycho entdeckt die Variation und die jährliche Gleichung des Mondlaufs 1S1.; berichtigt andre Ungleichheiten uesselben 180. * Tycho, ein strahlendes Ringgehirg 290.; seine Umgegend 290. 292.; sein Strahlensystem 291.; Versuch einer Erklärung desselben 293.; Ortsbestimmung des Centralberges 74. u. Uhr der Mondbewohner ist die Erde 17. * Ukert, ein Ringgebirg 255. Ulloa Beobachtung dertotalenSonnenfinsternifs am24. Juni 177S. 147. Ulugh Beigh Beobachtungen 180. •Ulugh Beigh, ein Ringgebirg am Mondrande 285. Umfang der Mondkugel 10. Ungleichheiten des Mondlaufs 3.; des Mondtages 16.; der Mondrotation, ob eine solche Statt finde 182. Ursachen des verschiednen Ansehens des Mondes bei Mondfinsternissen 141. Uxii Montes 384. 397. V. * Vaporum Mare 246, Variation entdeckt von Tycho 181. Vasco de Gama, ein Ringgebirg am Mondrande 2S4. Vega, ein Ringgebirg 390.; Ortsbestimmung des Craters A 76. Vendelinus, eine Wallebcne 373. Veränderungen, physische, der Mondgcbilde, sind sehr schwer nachzuweisen 129. Verfinsterungen, gegenseitige, der Erde und des Mondes 18. Vergröfserung, constante, der Mondsbahn durch die Anziehung der Sonne 5. Vergröfserung des Erdschattens bei Mondfinsternissen 141.; Erklärung desselben und Untersuchungen darüber 142. Verschiebung der Mondflecke durch die Libration 12. Verschwinden, gänzliches, des verfinsterten Mondes, von Lee in London beobachtet 140. Verzeichnis, alphabetisches, der Mondflecke 37. Vieta, ein Ringgebirg 342.; Ortsbestimmung des Berges B 74. Vigoris Terra 224. 377. Vitello, ein Ringgebirg 318.; Ortsbestimmung des Centralbergs 74. Vitruvius, ein Ringgebirg 221.; Ortsbestimmung des Centralbergs 69. Vlacq, ein Ringgebirg 395. Vorth eile, astronomische, eines Beobachters auf dem Monde 22. Vulkane, vermeintliche, des Mondes 151. Vulcania Insula 256. w. Wallebencn des Mondes 126. Walter, eine Wallebcne 302. Wargentin, eine erhöhte Ringfläche 327. 1 Weigel, ein liinggebirg 329. Weinbau, Einfluls der Declination des Mondes auf denselben, nachgewiesen von Schiibler 156. Wendekreise der Mondkugel 14.; in Beziehung auf die Erde 15. Werner, ein Ringgebirg 349.; Ortsbestimmung des Centralbergs 75. JVildt Beobachtung der ringförmigen Sonnenfinsternifs am 7. September 1820. 146. ‘Wilhelm I., ein liinggebirg 297. 1 Wilson, ein liinggebirg 330. JVintuisen Beobachtung der totalen Sonnenfinsternifs am 24. Juni 1778. 147. Witterung, Einflufs des Mondes auf dieselbe 154. ’ Wolf, Gebirgszug im Apennin 246. Wolfers Berechnung der Fixpunkte auf der Mondoberfläche 44. ff olff Uber die Farbe des verfinsterten Mondes 139. Wolke, weifsliche, von Cassini auf dem Monde gesehen 292, ‘ Wollaston, ein Crater 2S0.; Ortsbestimmung 71. ‘Wurzelbauer, ein liinggebirg 296. X. Xenophanes hält den Mond für bewohnt und mit Bergen und Städten besetzt 175. * Xenophanes, ein Ringgebirg am Mondrande 289. 25 . Zach über die Farbe des verfinsterten Mondes 140. * Zach, ein Ringgebirg 398. Zachyntus Insula 313. * Zagut, ein Ringgebirg 385. Zeitmafs, Bedürfeifs' desselben, veranlafst zuerst genaue Himmelsbeobachtungen 170. Zeno Meinungen vom Monde und seinen Flecken 174, Zin Desertum 290. Zonen der Mondkugel 14. Zoroaster II. ungewisser Mondfleck 206. * Zuchius, ein Ringgebirg 329. * Zupus, eine Vertiefung 336. Zurückweichen der Mondsknoten s. Knoten. Zusammenfallen der Knoten des Mondäquators mit denen der Bahn von Cassini gefunden 11.; von Mayer untersucht 181.; Euler,, dAlembert, Lagrange und Laplace untersuchen es; theoretisch 181.; Bouvard, Arago und Nicollet durch Beobachtungen 182. Zwillingscrater, s. Crater. Gedruckt bei Trowitzsch und Sohn in Berlin. Fig. i. 2 Fis-, 3 MniiJjtb'ahn JJ3M K Ulipti k 24on tUh nlu» 91 . 2^ r d-Atguatar Fig-, 6. Fi»-. 5 Tig- 7 -W Tig.JÜ.. (a) Mondpol rjf. '•Eft d**Aiondt* [SCiV dtrJShUjttik. -dtotix Z«yi Fie.lt. j\fvn rfhutjel Fi«r. !iO Erde mul MnnJ im- TW,iife„u ija-cr_ (hasst f„,l Ent fr. 4^/4 J //<-/ /r 'SSt k % Tr/ocfor ; //Y'//a>fsysy V V-T XÖ* ^ vy • . . /IriftsjsY/i //' S» A ^jV V l> Y Uliu i KlpinesJTor/ihnd zwischen T.ubiniez/y nml (iuericke iS .3 6 Jfrri 2 4. ALtve Tfimif irJfJti pn um günstit^tzi '.rTdlbratinn /£.»4 ilng. ij>. )[tl& I, Stdt.17. Seht. iS **& ,5 fit m «wi A ’W % oim * f/jf Ceutvedtselrivg des TLeojdnh -im <ß rasselt Rrfritrtov (ler IC, Ster tue iS 57 Jarntai' 12. ■‘"'"WH BilHly-in Jfünttigrtrr hUnahon 4 ,‘l*r>5.?Xn'. All I'f- .-tsusj-ri'strt Jfuudr-ti*,,J '*•**0 < 53 C** 4 - - *'" ; "fTfii . . . . 4 HEj* ^wi»% 4HMHIMI üjS'äsä; •'•• • —— «v «väOncP 'S^fcas^ ^JÖ*5&3fe'5»&3ÄS2<«* , ÄO 1-0^ .W^V. : .., ... ’%\«5K- n £"'"’" ,I "'"S « «W««,. ."u..-••'* J "' t ''uZ'"'Z'* /lt *tlUF •<■'■>„ .. . ^^^£=S, S& ••“v ws* ^/3 <& .'? 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