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Albrechts von Haller ... Tagebuch seiner Beobachtungen über Schriftsteller und über sich selbst : zur Karakteristik der Philosophie und Religion dieses Mannes
Entstehung
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sthreiben , *) die nur die Gedanke« einer einzigen Nr»,tion ausdrückt, und aller andern Völker ihre verstellet.Bald werden die Gelehrten von einer neuenLast un-terdrückt werden, beschwer auf ihnen liegt. Manmuß das Englische, das Französische, das Italieni-sche erlernen; denn diese Nationen sind fest entschlossen,nicht änderst als in ihrer Muttersprache zu schreiben.Man entschließt Ach dazu, in der Hoss.unq dasjenigenutzen zu können, was bey Nationen geschrieben wird,die viele gelehrte, scharfstnnige und erfindsame Köpfehervorbringen. Mein auch dir Holländer, die Deut-schen , sogar die Schweden und die Dänen, sind eifer-süchtig über ein Vorrecht, das dem gemeinen Bestenso sehr zuwider ist, und schreiben nun ebenfalls ihrebesten Tagebücher, ihre Geschichte, und die Cntde-kungcn ihrer Akademien in ihrer Muttersprache. Künf-tig wird man zehn Sprachen verstehen müssen, umnicht unwissend zu seyn. Der aufgeklärteste Kopf wirdnicht länger vermögend seyn, alle Worte zu fassen,die man zu der Zahl der Begriffe hinzufügen muß,welche sich alle Tage vermehrt, und deren Vermeh-rung das menschliche Geschlecht wirklich bereichert;da hingegen die vielen Sprachen ihm nur gleichvielbedeutende Töne liefern. Welche Vortheile hattennicht die Griechen vor uns voraus 7 Sie hakten nur

') Der Hr. v. H. zielt hier auf die Oberherrschaft derfranzösischen Sprache.