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Albrechts von Haller ... Tagebuch seiner Beobachtungen über Schriftsteller und über sich selbst : zur Karakteristik der Philosophie und Religion dieses Mannes
Entstehung
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LV8 :

die ein andrer über diesen Dichter gefallet hat/ istzum Theil allemal die unftige gewesen. Herr Rlop-stock läßt seine Personen zuviel reden/ und zu wenigthun. Freylich kann man antworten, Jesus habein der von K. besungenen Zeit mehrentheils durchinnere grosst unerträgliche Empfindungen gelitten/die fich durch keine Handlungen ausdrücken lassen.Aber dennoch find der Reden zu viel / und die meistenzu lang. Hingegen finden wir seine Abbildung derdösen Geister nicht tadelhaft/ sie ist völlig im Kostüme/sie wird auch durch viele Stellen in der heil. Schriftunterstützt. (1767. S. ;o;.)

XXX. Homer soll alles zur Sittlichkeit zurück-gebracht haben: er/ der wie der Verfasser des Rei-rtike Vosses alle Erhabenheit dahin setzte/ glücklich zuseyn / und seinen Zweck entweder durch Muth oderauch durch List zu erreichen. Die Schlachten Ho-mers waren vermuthlich nach dem Kostüme geschil-dert/ aber für die Nachwelt unstreitig mit zu vielenZweykämpftn und mit den Niederlagen unbekannterKrieger verwirrt/ an deren Schicksal man keinen An-theil nimmt. Aber Homer schwächte niemals dasErhabene durch Witz/ wie sein französischer Ueber-setzer (IVl. cle Kocbekort) häufig that. (1772. S.48;.)

XXXI. Raynals philosophische Geschichte desHandels/ ist mit vieler Freymüthigkeit geschrieben;sein Styl ist witzig, oft epigrammatisch, und hatwie alle seine Arbeiten, viele Antithesen. Er geht

oft