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nun ein Wolf/oder ein anderes reißendes Thiel denWeg in diesen Stall fände, so müßte ich mich zer-reißen lassen, ohne etwas verbrochen zuhaben! Wiewenig ahndete mir, indem ich dieses dachte, an denfatalen Streich, den mir mein böses Glück noch indieser Nacht spielen würde!
Es war tief in der Nacht, alles im Hause warstill und lag in süßem Schlaf; auf einmal höre ichdie Mauer von aussen krachen, als ob ein Loch hin-eingebrochen würde. Dieß geschah auch wirklich, undbald war die Oeffnung groß genug, daß ein Menschdurchschlüpfen konnte. Sogleich kommt ein Kerl da-durch herein, diesem folgt ein anderer, bald sindihrer eine ganze Menge, und alle mit Schwerdtern
Rechnung der Abschreiber kommt. Er scheint zusagen, oder sagt vielmehr wirklich, Lucius ha-be darüber gelacht, daß er sich durch seinenVorwitz in die Gefahr gesetzt habe von Wölfengefressen zu werden. Aber über einen so unlu--stigcn Gedanken lacht weder ein Mensch nochein Esel. Ich habe also der ganzen Stelle deneinzigen Sinn geliehen, dessen sie mir fähigscheint. Lucius war noch ein zu neuer Esel, umes nicht alle Augenblicke zu vergessen. Er lach-te, (oder würde vielmehr gelacht haben, wenn esihm seine Organe nicht versagt hätten) über diemißgünstigen Gesinnungen seiner neuen vierfü-ßige» Cameraden: weil er in diesem Momentnicht daran dachte, daß er nun ihresgleichenwar. Aber der Ton seines Lachens erinnerte ihnsogleich wieder daran; und nun folgten die Ge-danken, die ihn seinen Vorwitz verwünsche»machten, nicht als die Ursache seines Lachens,sondern als eine Folge des Gefühls seiner Esel»heit, welches ihm das Hören seiner eigenenStimme plötzlich wieder aufgedrungen hatte»