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Liederbuch des deutschen Volkes
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I. Kinderlieber.

gen, kann das warme Ei nicht legen;wenn's doch so ein Lager hätt', Kind,Lin weiches Bett!

4. Schlaf' die Wänglein roth, hast-noch keine Noth! Läubchen stiegt aufFeld und Flur, stiegt und sucht einKörnchen nur. Ach, die Kleinen, stillmnd bange, sprechen: Mutter bleibt sollange, Mutter bleibt bis Abendrots)!Schlaf', haft keine Noth!

5. Kannst nun ruhig sein! Bettlerkehrt schon ein, Haschen schläft aufStacheldorn, Hühnchen legt. das Eiän's Korn, Läubchen füttert seine Jun-gen , Böglein hat nun ausgesungen,müd' ist alles, groß und klein, schlaf'nur ruhig ein!

St. Schütze.

1«. Engel und Lilien.

1. Schlafe, Kindlein, hold und süß,wie im Engelparadies, schlaf' in stiller,süßer Ruh, thu' die kleinen Äuglein zu.

2. Draußen stehn die Lilien weiß,haben allerschönsten Preis; droben inder lichten Höh' stehn die Englein weißwie Schnee.

3. Kommt, ihr Englein, weiß undfern, wiegt mir schön mein Kindelein!wiegt sein Herzchen fromm und gut,wie der Wind der Lilie thut!

4. Schlafe, Kindlein, schlafe nun!Sollst in Gottes Frieden ruhn, denndie frommen Engelein wollen deineWächter sein.

Arndt.

IV. Kindes Lächeln.

1. Liebliches Kind, ich wiege singenddich ein in Schlummer! Kindlein,lächle noch einmal!

2. Kindlein, o lächle nochmals!Schließe dann still die Äuglein,schlummre sanft, ich behüt' dich r

3. Lächelst du dann mir wieder,öffnest die muntern Äuglein, o dannspielen wir wieder!

4. Schlummre, die Englein wachenfreundlich an deiner Wiege. Träume,Kindlein, von Engeln!

Aus Znkob'S Singschüler.

L8. Der Mutter Wiegenlied.

1. Eia popeia, so leise, so lind,wieg' dich in Schlummer, du liebesKind! laß dich nicht stören den hellenSchein, Muttertreu hütet das Bett-chen dein.

2. Eia popeia, du liebliches Kind!draußen da wüthet wohl Sturm undWind; aber was geht uns das drau-ßen an? Innen ist Ruhe und draußenist Wahn.

3. Eiapopeia, geschwinde geschwind,schließe die Äuglein, du liebliches Kind !mancher, ach, schlösse die seinen so gern,aber es bleibet der Schlummer ihmfern.

4. Eia popeia, du liebliches Kind!Engel dir stille Begleiter sind, lassender schmerzenden Sorge nicht Raum,tändeln und spielen mit dir im Traum.

5. Eia popeia, so leise, so lind,wieg' dich in Schlummer, du lieblichesKind! Schein vergeht, aus dem Tagwird Nacht, Muttertreu liebend im-merdar wacht.

Weise von Spohr.

1». Die Magd.

Schon guckt herein der Abendstern,nun schaukle ich den jungen Herrn, ichwieg' ihn sanft, so lang er wacht, undendlich sag' ich gute Nacht; undschläft er mir durchaus nicht ein, sohör' ich auf und laß es sein.

Aus; Len», Großmutter.