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Liederbuch des deutschen Volkes
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III. Studentenlieder.

rührt/ sie kann nicht länger meinen Blickertragen, gleich wird von ihr capitulirt.Ein Mann, wie ich, nimmt mancheFreiheit sich heraus, ein Mann, wieich, geht ungebeten ein und aus, alsBursche führ' ich, ohne viel zu fragen,die schönste Dirne mir nach Haus!

2. Und reicht sie mir den Händedruckzum Lohne, und reicht sie mir der LiebeKuß, dann tausch' ich nicht mit Scepterund mit Krone, denn nichts ersetzt mirden Genuß. Ein Mann, wie ich, rc.

IST. Der Comment-Bursch.

1. Mit Männern sich geschlagen, mitWeibern sich vertragen, und mehr Cre-dit als Geld, so kommt man durchdie Welt. Traleralalalala, tralera-lalalala.

2. Heut' lieb' ich die Johanne, undmorgen die Susanne, die Lieb' ist im-mer neu, das ist Sludentcntreu'!

3. Und kommt der Wechsel heute,so sind wir reiche Leute, und haben Geld,wie Heu, doch morgen ist's vorbei!

4. Dann kommen die Philister mitihrem Pumpregister von allen Seitenher, und brummen wie die Bär'.

5. Bestaubt sind unsre Bücher, derBierkrug macht uns klüger, das Bierschafft uns Genuß, die Bücher nurVerdruß.

6. Das Hemd vom Leib' verkeilenund bei'm Champagner weilen, bespitztnach Hause gehn, das heißt Commentverstehe,.

Aus dem -Heidelberger Commcrsbuche v. 1824.

1S». Der Philister im Bur-schen.

1. Der Bursche muß in das Colle-zium, daß er allda die Wissenschafterschnappe, und sei der Weg zur Weis-heit noch so krumm, er trägt sie fortim Kops und in der Mappe. Doch thut

vom Fleiß das Hirn ihm weh, suchtnach der Arbeit er Vergnügen; dennes mag gern zum ulile ein flotter Bursch'das llulo« fügen!

2. Zur Sommerszeit schweift er durchWald und Feld, das Pfeifchen dampft,getrillert wird ein Liebchen; ist er zuRoß, dünkt er sich Herr der Welt, undin Courbeltenlust kühlt er sein Müth-chen. Und kommt der Frost, bringtEis und Schnee, auf glatter Bahn welchfreudig Fliegen ! denn es mag gern zumutile ein flotter Bursch' das lluloe fügen!

3. Der Klingen Spiel, der BühneErnst und Scherz, Commers, einPunsch, ein Spielchen oder Tänzchen,und dann und wann, zur Nahrungfür das Herz, ein leichter Spaß miteinem hübschen Gänschen. Doch allesdas hübsch moilio«, ob jeder Lust mußPallas siegen, denn so nur soll zumutüe ein flottcrBursch' das llule« fügen.

K. Schall. Aus dem-Heidelberger CommerS-

buche von 1824.

1S4. Bruderbund.

1. Setzt euch, Brüder, in die Runde,Arm in Arm und Hand in Hand!feiern wollen wir die Stunde, die zumtreuen Freundschaftsbande, die zu Brü-dern uns verband. Schalle, Jubellied,und töne, Hochgefühl, in unsrer Brust,denn wir sind ;a Deutschlands Söhne,unsrer Würde uns bewußt.

2. Treue, heil'ge Brudertreue, fülleunsre Seelen ganz; kein Parteigeift jeentweihe, keine Zwietracht je entzweieSöhne eines Vaterlands. Nein, demDienst der Treue fröhne jeder gern mitGut und Blut! Erbten denn nichtDeutschlands Söhne freier Väter Geistund Muth!

3. Nur der Ehr', der Freiheit weiheich mein blankes Burschenschwert! mei-nen Brüdern schwör' ich Treue, und