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Liederbuch des deutschen Volkes
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IV. Berufslieder

Hausstand

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und mit Feder, mit Schwert und mitPflug!

10. Es lebe alles, was wir einstbesessen, was uns erfüllt, begeistert undgeweckt, es lebe, was das Herz niewird vergessen, obgleich es längst eindunkler Schleier deckt. (Alle :)Dir, holdeErinn'rung der seligen Zeit, dir sei einfröhlicher Becher geweiht!

I I. Und daß wir diese Zeit in Ehrenhalten, drum bleibe stets der Burschen-sinn in Kraft; ein reines Herz, ein fro-hes kräsr'ges Walten, das sei der Geistder großen Burschenschaft! (Alle:) UndSchmollis dem ganzen Menschenge-schlecht! und dann Fiducit auf Gottund Recht!

Ch. E. Freiherr v. Houwald.

IV. Lieder eines besondern Berufs

LSS Haussegen.

1. An allem Ort und Ende soll dergesegnet sein, den Arbeit seiner Händeernähret still und fein. Gott will ihmdazu geben ein' Ehfrau tugendreich,die einer fruchtbar'» Reben sich sollverhalten gleich.

2. Recht wie junge Ölzweige wach-sen und grünen frisch, so sollen in derReihe die Kindlein um den Lisch garfein und höflich stehen, in Zucht undguter Sitt', der Batcr soll sie sehenim dritt' und vierten Glied.

Aus Friderici Ehren-Licdlein. 161 i.

LSI. Frauenlob.

1. Ein Weib, das Gott den Herrenliebt und sich stets in der Tugend übr,ist viel mehr Lob's und Liebens werrh,als alle Perlen auf der Erd'.

2. Ihr Mann darf mit dem Herzenfrei verlassen sich aus ihre Treu'. SeinHaus ist voller Freud' und Licht, anNahrung wird's ihm mangeln nicht.

3. Sie thut ihm Liebes und kein Leid,durchsüßet seine Lebenszeit, sie nimmtsich seines Kummers an mit Trost undRath, so gut sie kann.

4. Die Woll' und Flachs sind ihreLust, was hierzu dient, ist ihr bewußt,ihr Händlein greifet selbst mit zu, hatöfters Müh' und selten Ruh'.

5. Sie schläft mit Sorg', ist frühheraus, giebt Futter, wo sie soll, imHaus, und speist die Diener, derenHand zu ihren Diensten ist gewandt.

0. Sie gürtet ihre Lenden fest undstrecket ihre Arm' auf's Best'; ist froh,wenn wohl von Statten geht, woraufihr Sinn und Herze steht.

7. Wenn andre löschen Feu'r undLicht, verlöscht doch ihre Leuchte nicht,ihr Herze wachet Tag und Nacht zuGott, der Tag und Nacht gemacht.

8. Sie nimmt den Rocken, setzt sichhin und schämt sich nicht, daß sie ihnspinn', ihr Finger faßt die Spindelwohl und macht sie schnell mit Garnevoll.

9. Sie hört gar leicht des ArmenBitt', ist gütig, theilet gerne mit; ihrHaus und alles Hausgesind' ist wohlverwahrt vor Schnee und Wind.

!0. Ihr Mann ist in der Stadt be-rühmt, bestellt sein Amt, wie sich's ge-ziemt. Er geht, steht und sitzt oben an,und was er thut, ist wohlgethan.

11. Ihr Schmuck ist, daß sie reinlichist, ihr' Ehr' ist, daß sie ist gerüst' mitFleiße, der gewiß zuletzt den, der ihnliebet, hoch ergötzt.

12. Sie öffnet ihren weisen Mund,thut Kindern und Gesinde kund des