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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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Kirchen Hlsiom Altes Testamentes.

Der I. ?Lkioov8.

Das I. Capitel

Von den Lehrern.

i.

Was wird in diesem Capitel vorkommen?

Dreyerley:

I. Die Lehrer.

U. Die Lehre.

HI. Die Vorbilder.

II.

Was vor Lehrer haben in diesem kerioäogelebet?

Diese werden gewöhnlich Patriarchen/oder Ertz-Värer genennet/ und sind:

beschaffen am 6. Tage des l. Jahres der Welt, stirbt /.anoMun6i 9 Z 0 . alt 9 zc>. Jahr.

Dieser/als der erste unter allen Menschen / dessenNahmen ausdeutschst) viel als Erdmann h issct, weiler von der Erden genommen worden / kunte sich keinesandern Vaters / als GOtteS, feines Schöpffers, rüh-men/ und/ so er Lust hatte / seine Mutter zu küssen / somuste er seinen Mund zur Erden neigen/ davon er ge-nommen worden ; wiewohl dieselbe nur den einen undgeringern Theil des Menschen / nemlich den Leib herge-geben / da das Höhere Wesen/ nemlich die Seele/ durchdas Einhauchen GOtteö entsprungen.

Denn/ nachdem GOtt alle Nothdurfft vor den Men-schen geschaffen, wie das V. Capitel mit mehrern er-öffnen wird/ so ward in dein allerhöchsten Rathe derirnbegrcifflichen Dreyeinigkeit der sonderbare Schluß,desgleichen sonst bey keiner andern Creakur gedacht wird,promulgiret: Laster uns Menschen machen einBild/ das uns gleich sey, die da herrschen überdie Fische im Meer, und über die Vogel unterdem Himmel, und über das Vieh/ und über diegange Erde, und über alles Gewürm / das aufErden kreucht. )

Diesem Rarh-Schlusse nach schuff GOtt der HErram 6. Tage nach d 'm Anfange der Zeit, den Men-schen ihm zum Bilde, und zwar ein Männlein undFräulein, k) Woriunen das Bild GOttcs bestanden,wird unten bey der Lehre mit mehrern angezeiget wer-den Hier ist anug,kürtzlich zu wissen,dayes inherr-licher Weis heit und aufrichtiger Gerechtigkeitund Heiligkeit b standen. Wenn -'S aber h isst:GOtt schuft sie ein Männlein und Fräulein, sohat es kcineSweges dieB-deurung, daßd.rMuifch alsMann und Weib zugleich in einer Person geschaffen

6 «nek. 1 , s 6 . b) v. 27 .

worden, wie die Iüden c) und andere Schwarm-Geister cl) träumen, e)

Vielmehr bildete GOtt zuerst deir Mann k) aus ei-nem Erden-Klosse, der schönsten, subtilesten Erden,NVIUN zv welche ohne Zweifel durch eine sonderbarevon GOtt erregete kerniem-Mon, oder Iährung, zu ei-nem menschlichen Leibe erwachsen, und bließ ihm denOdem des Lebens, oder die Seele, in seine Nasen- 8)Daß derOrtderSchöpffung des Menschen ausserdemParadiese gewesen, ist aus 6en.II,8. zu schließen. Daßes aber der Berg Morija gewesen, wie die Juden wol-len , lässet sich nicht behaupten, b)

Diesem Menschen, welcher als der erste Printz und8ouvera,n des gantzen Erd-Cräysses, doch ohne Unter-thanen seines Geschlechts, anzusehen, pffantzete GOTTselbst zur Residentz einen herrlichen Garten, den manfolgendS nach Persischer Sprache ein Paradies genen-net hat. Solches war in Eden, womit muthmaß-lich Armenien, oder die Babylonischen Gegenden an-gedeutet werden. >)

Gleichwie nun GOTT der HERR den Menschenmit aller geist- und leiblichen Glückseligkeit, sonderlichauch der Unsterblichkeit, und einer ungezwungenenFreyheit des Willens beschencket Hatte: also wolte erdesselben danckbaren Gehorsam durch ein besonderesGesetze auf die Probe setzen- Es dingcte sich nemlichder grosse Schöpffer der Welt einen gewissen Baummitten im Garten aus, von dessen schönen Früchten derMensch sich bey Straffe des erfolgenden Todes ent-halten solte. k) Was es vor ein Baum gewesen, istunbekannt, und hat man sich mit »»gegründeten Mey-nungen zu schleppen nicht nöthig, da einige einen Fei-gen-Baum, 1^1 andere den Weinstock, m) undanderegar das Werft des Ehe-Standes darunter verstehenwollen, n) Gnug, daß es nach Anleitung der Schriffitein natürlicher Baum, wie andere gewesen, darinnenweiter keine Krafft zu suchen, als, daß er zur Probedes menschlichen G borsams dienen solte: Daß er aberein Baum der Erkannmiß Gutes und Böses ge-nennet wurde, geschahe darum, weil GOtt durch dasVerboth desselben an dem Menschen erkennen und er-fahren

c ) k. V!ttI8L8 in dlore t^euockim ?. 2.

s>. 20. X. dl N488T 188,^81. conrilist. in 6»n. n. F.

<j) Böhme l» diMer. di. c. 18. L 2. kegq. Von den

z ?rmcis>. c. 12« L. 10. 40. slibi. 8OV-

L!6rioi4 im Zeugnis der Wahrheit, e) 6oiDf. 10 . IILWL.

U8^v86688V8in kik. kscriarcli. k. l.exerc. 4 . §.19. k) I.Vim.II. i; ß) Idiö. v.7. b) kX^dlXIVS kcbols k,-criiic. F. 29. kegg. i) 6onk. 6en. IV, 16. 8k. XXX VII, 12«Lreck. XXVII, 2Z IO. dt^X6XIV8 in bist. ksrsäiü lib. i.c.z.k) 6en.II, 16. l) dürres, vtpoke 1II80O088W8 inrer-ro«,t 28. in 6ene6n. ,Uii. 6011k. LULYvok. I.4I^50r«V5I.XILI.OV88I4IV8 in kpscimine snriguie. e krcrir prokimzr.s>. I. kegc>. m ) luärei 6unk. l.I6IHkOOI'V8 bor. Lrlmuel»in I.uc,I, 16. a) 6on5. b> LVVOLVL t.c. v.79.