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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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I. ?crioä. IV. d-p. Vsn Secken und Trennutlgen.

Was die Opffcr selbst betrifft, so brachte Lain vonden Früchten des Feldes , und Habet von den Erst-lingen seiner Heerde, und von ihrem Fette, f) «v«c6 -rorivs will durch die Früchte des Feldes, weil keineFrucht insbesondere benennet wird, das 8 agmen, oberElst»-2xraur, dessen sich die ältesten Heyden in ihrenOpsfern bedienet, verstanden haben. Mein, da Lainei Ackermann gewesen, geben es die Umstände desTextes gnugsam an die Hand, daß er nichts anderealüGerrepde geopffert, wie denn dergleichen Opffcrauch im sorgenden bey dem Levmschen Gokteö-Dienstegewöhnlich gewesen, s)

Eben besagter ck.c>nv8 l>^1 verkehret das OpfferAdels, vorgebende, die Erstlinge von der Heerdewären die schönste und vortrefflichste wolle, dasaber, waü das Fette benennet wird, Milch gewesen,welchem letztem auch ie)Lr.'8L8 ci.L8.icv8 i) Beyfallgiebcr, und beyde darinnen den Juden icEuvnjum Vorgänger haben. Mein, daß sie beyderseitsirren, ist von andern gnugsam erwiesen, indem weder idie Milch, noch die Wolle iemahlen bey einem Opfferim Alten Testamente gebräuchlich gewesen, auch ?Lv-

I. V! ktebr.Xl ,4 das Opffer Habels ausdrücklich

ein Brand-Dpffer nennet, und es also gar nicht nö-thig ist, an diesem Orte den Terr zu zwingen. DieUrsache, welche abgedachte Scrivenren zu solchen Ge-dancken verleitet, ist, weil sie glauben, man habe vorder Sünd-Fluth weder Vieh geschlachtet, noch ge-gessen. i)

Solche Opffer der beyden Brüdrr nun wurden vonGOtt dem HErrn auf verschiedene Weise angesehen,uemlich Habels gnädiglich, Lains aber nicht gnädi-glich. Die Ursache davon war nickt, wie die Ju-den dichten , daß Lain nur ein Gpeiß-Opstec, Ha-bet aber ein Brand-Dpffer gebracht, oder auch,daß Lain nur wenig schlechte Aehren geopffert,sondern auf Habels Seiten der Glaube, n 7 dessenLain ermangelte, wie die Wercke bezeugen. AufwaöWeise aber GOtt sein gnädiges Wohlgefallen überdem Opffer Abels zu erkennen gegeben, ist oben im

II. Capitel nachzusehen. /

Was nun Lain zur Erkänntni's seiner Unwürdig-keit, und zum Kampffe hertzlicher Busse hätte leitensollen, das hielt er gleichsam vor eine Injurie, undließ sich dadurch dergestalt erbittern, daß er seine Ge-berde versteuere, o) oder wie es eigentlicher Heissenmöchte, den 2>opssund das Maul hengere, oderdas Gesichte niederschlug, und seinem Bruder kei-ne gute Mine geben konre, gleich als ob er schuld dar-an wäre, daß er, da er doch der Erstgcbohrne wäre,dergestalt öffentlich j-eolliku-rcr würde.

Der HERR aber straffcte und warnete Cain nach-drücklich in diesen Worten: warum ergrimmestdu? U nd waruin verstellet sich deine Geberde l

k) ven.IV, z. 4. x) b. NVOOLV8 loc. cic. p-g. H8-N) in Lnnvtrkj b. I. i i in Lommene. k. I. ü ) snki-gnirsk. luä. IL. 1. cs->. I) b. 6VUVKV8 loc. cic. avaaU.c^i.oviv8 b>b!. iiiuUr. psß. 255. lou». »L»k. »LlVL6LLKV8 >vc. M. psß. l8i. lli) 6en.I V, 4 -5. n)»ebi-.^ 1 , 4 - « ) 6r. lV, 5.

7r

Ists nicht also? wenn du fromnr bist, so bist d»angenehm, oder kanst dein niedergeschlagenemGesicht mit freudigem Gewissen empor heben,bist du aber nicht fromm, ruhet die Sündefür der Thür, aber laß du ihr nicht ihren Hoff-ten, sondern herrsche über sie. p>

Aus diese göttliche Vorstellung schien es, als wolteTain in sich gehen, und den gefaßten Haß gegen seinenBruder fallen lassen, indem er wieder mit lhm redete,welches er bisher vor Bosheit nicht thun können, undihm vielleicht, was der HErr zu ihm gesprochen, cr-zehlete. Denn was die Siebenzig Dollmetscher, derSamaritanische Lockex und das larg m von Jerusalemvon diesem Gespräche Hinzusetzen, ist nicht von demAnsehen uns zu bereden, daß der Hebräische Text all-Hier verstümmelt seyn solle, g)

Ohngeachtet nun Habet sich bey solcher Verstellungseines Bruders nichts Böses befürchte, und sich nichtscheuete mit selbigem aüeine zu seyn : so nahm dochLain eben daher Gelegenheit ihn todt zu schlagen, alssie einsten beysammen auf dem Felde waren, r) Nachder meisten Meynung soll dieser Bruder-Mord im Jahrder Welt izo. geschehen seyn, welches daher wahr-scheinlich wird, weil sich das menschliche Geschlechtschon ziemlich muß vermehret gehabt Haben, gestaltsich Lain furchte, es möchte ihn todt schlagen, wer ihnfinden würde. ;)

Nach dieser vollbrachten gottlosen That fragte derHErr Cain : wo sein Bruder Habe! wäre ? DerMörder aber war nunmchro so boshafft und verstocktworden, daß er gantz vermessen vorgab, er wisie^esnicht, und könne nicht ein Hüter seines Bru-ders seyn.

So trotzig aber sein Hertz vorietzo war, so verzagtwar es, als ihm der HErr sein Bubenstück und dasum Rache zu ihm schreyende Blut seines Bruders vor-hielt, und ihm den Fluch, so wohl vor seine Person,als vor das Land, das er bauen würde, nebst der LandeS-Verweisung, ckie nicht weniger ein unstäteö und flüch-tiges Leben ankündigte, r) Meine Sünde ist großser, sprach er, denn daß sie mir vergeben werdenmöge.

Gleichwie er aber solchergestalt an der Vergebungseiner Sünden verzweifelte: also war er nur besorget,wie er der verdienten zeitlichen Straffe, nemlich hin-wiederum eines gewaltsamen Todes zu sterben, entge-hen nwchte. Drum klaget er: Siehe, du treibestmich heute aus dem Lande, und muß mich fürdeinem Angeflehte, verstehe dun Orte, da sich GOtkinsbesondere -u offenbaren pflegte,, verbergen, undmuß.unstär und fluchtig seyn auf Erden. So

wird

p)ttc».IV,6 7. Lvnf. »V6Q 6KOUUVS in k. I. /.Lk/c-»äMV8 c^l.OVIV5, bibl.illuür-c. PSK. 25;. 1»LOVOkV8»-lL8?H.ieiV8, milceil. üb. I. c^-p.4 §. z. psz. 61. ^VLV-8UV8 ?rüttkkKV8, äud. vexsr. in b. I. b. LVL'VLV. bist.eccl. V.l. i rre l. x-x. IIY. ley. lO NLAKiLVb NL1VL6.LüKVS bistor psrnsrcb. 1°. 1. exei-cbsl. z. L. 2F. q) d.KVl)OHV8 loc. cir. 12O. 5c<j. «lit. Z. ») 6en. IV, 9.s ) I'LrkV! L-iLLIV8 io äiÄivn. r) Leo. IV, vett. 6.

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