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XVIII. Jahrhundert, zweite Hälfte. Roman.
Johann Timothens Hermes (1738—1821), Adolf Franz Friedrich Ludwig Freiherr von Knigge (1752—1796),
Theodor Göttlich von Hififiel (1741—1796).
Johann Timothens Hermes.
Aus Lavatcrs „Phhsiognom. Fragmenten", Band III, Seite 212, 1777. Ausschnitt.
Johann Timothens Hermes, geb. zu Petznick, Kreis Pyritz, in Pommern, 31. Mai 1738,studierte 1758-1761 Theologie in Königsberg; seit 1771 in Breslan zuerst als Professor am Magdalcnen-Gymnasinm, dann 1775 Propst in der Neustadt, 1791 Pastor an der Magdalenenkirche, 1809 an derElisabethkirche, starb daselbst den 24. Juli 1821 als Professor der Theologie und Inspektor der BreslauerKirchen und Schulen, Superintendent des Fürstenthums Breslan und Oberconsistorialrath. Er ist Verfasserdes gelesensten Romanes des vorigen Jahrhunderts: „Sophiens Reise von Memel nach Sachsen" (1769—1778), Nachahmung der psychologischen Romane Richardsons. Vorher erschien von ihm der Roman:„Miß Fanny Wilkes" (1766), (Nachahmung Ficldings).
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Dem Pfarrer Gros ist seine eifersüchtigeFrau nach einer Gesellschaft auf sein Zimmergefolgt und macht ihm erregt Vorwürfe, daßer auf ihren Tod hoffe, um sich mit FrauBürger — einer der in der Gesellschaft mit-gcwesenen Frauen — verheiraten zu können.
Die Mutter des Pfarrers Gros führt diesemseine Braut Jnlchen zu.
Zwei Kupfer von Chodowiecki zu „Sophiens Reise vonMemel nach Sachsen" (zur Geschichte des PredigersGros). Aus dem Gothaischen Hofkalender auf 1778.Engelmann, Chodow. 172, 6, 12 .
Adolf Freiherr von Knigge.
Kupferstich von W. Arndt (nach 6. Mai 1796).
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Adolf Franz Friedrich Ludwig Freiherr vonKnigge, geb. 16. October 1752 auf Bredcnbeck bei Han-nover, studierte seit Michaelis 1769 in Göttingen die Rechte,ward schon 1771 zum Hessen-Casselischen Hofjnnker undAssessor an der Kriegs- und Domänenkammer ernannt, stu-dierte aber in Göttingen weiter, bis er 1772 in Casscl seinenDienst antrat, den er aber 1776 verließ. 1777 wcimarischerKammerherr, lebte als Privatmann in Hanan (seit 1777),Frankfurt (seit 1780), Heidelberg (seit 1783), Hannover, er-hielt 1790 die Stelle eines königl. Großbritannischen Ober-hanptmannes und Scholarchen in Bremen, wo er am 6. Mai1796 starb. Sein Name als Schriftsteller hat sich bis inunsere Tage gehalten durch seine aus den reichen Erfahrungenseines viclbewegten Lebens gesammelte Lebenskunst: „Über denUmgang mit Menschen" (1788). Von seinen vielen Romanenwaren die bekanntesten: „Der Roman meines Lebens" (1781—1783); „Die Reise nach Brannschweig" (1792).
Theodor Gottlieb von Hippcl, geb. zu Ger-daucn in Ostpreußen 81. Januar 1741, studierte seit 1756in Königsberg Theologie, dann seit 1762 Rechtswissenschaft,machte schnell Carriere, wurde 1780 dirigierender Bürger-meister von Königsberg mit dem Titel Kriegsrath, erhielt1786 den Titel geheimer Kriegsrath und Stadtpräsident,ließ 1790 den Adel seiner Familie erneuern und starb den25. April 1796 in Königsberg. Seine Hauptwerke sind diebeiden humoristischen Romane: „Lebensläufe nach aufsteigen-der Linie" (1778—1781), „Kreuz- und Qnerzüge des RittersA—Z" (1798, 1794) und sein, des Hagestolzen, Buch: „Überdie Ehe" (1774).
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Ein Klosterbibliothekar nach der Auffassung einesfreisinnigen Satyrikers aus der Aufklärungsperiodedes achtzehnten Jahrhunderts.
Titelkupfer zu Knigges „Journal aus Urffstädt, Zweites Stück, Frank-furt a. M. 1786."
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öheodor Gottlieb von Hippel.
Der Hagestolz.
Er ist eben in feiner einsamen Wohnung angekommen, sein dickerMops begrüßt ihn, seine Magd bringt ihm Kaffee und Schuhe. —Titelvignette von Chodowiecki zur dritten, 1792 erschienenen Auf-lage von Hippels Buche „Über die Ehe". Engelmann, Chod. 67V.Hippel, dessen Schriften vielfach mit feinem Leben in Widerspruchstehen, war bekanntlich selbst unverheiratet.