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Zweites Kapitel
fern von den großen Heerstraßen gelegenes Städtchen,befestigt und abgeschlossen wie alle anderen. Rings,soweit das Auge reicht, ruht der Blick auf Wäldern, dieauf Gebirgen ruhen. In diesen östlichen Theilen Italiens herrschte nicht das bewegte Leben wie westlich, über dieApenninen hinüber in Toscana, wo die vielfachen Wegevon Mailand über Florenz nach Rom liefen. Um sobedeutender war der Einfluß, den der Bau des Palastesauf Urbino hatte. Da kamen der Architekt und dieWerkleute, die Maler, Bildhauer, Kunsttischler und diedecorirenden Handwerker jeder Art von vielen Seitenan. Kostbare Schnitzereien sind für die Wände gearbeitetworden, Schmuck jeder Art zierte die Gemächer. WelcheKunst ist allein für marmorne Thüreinfassungen und diemächtigen Kamine aufgewandt worden, das Einzige bei-nahe, was von der alten Pracht noch sichtbar ist. Sieerscheinen der heutigen Welt wieder werthvoll, zumeistdoch Raphael's wegen.
Unternehmungen dieser Art werden eigentlich nievollendet, sie sind wie lebende Geschöpfe, für die vonTag zu Tag neue Anforderungen eintreten. Der empor-wachsende Palast von Urbino bedeutete eine Reihe fried-licher Kriegsjahre für das Städtchen. Zunächst mußtenin Urbino durch gewaltige Substructionen ein paar Hügelverbunden werden, um ebenen Grund zu gewinnen. Wirkennen den Baumeister, wissen auch, daß Raphael's Vaterdie Geldsachen mit den berufenen Malern im Namen desHerzogs zu regeln hatte und daß ein niederländischerMeister darunter war. Einige der den Palast zierendenGemälde haben schließlich den Weg nach Berlin gesunden,fein ausgeführte technisch und geistig anmuthige Werkeim Königlichen Museum. In dem Maße, als die Räume