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Auch du trägst Blüthen, blendender als diese,
Die schaumgekrönten Wipfel deiner Wogen,
Im Sonnenlicht grünt ewig deine Wiese,
Bekränzt nur von des Himmels blauem Bogen.
Dir reißt den Schooß, den heiligen der Mutter,
Kein Eisen auf, habgierig d'rin zu wühlen,
Für irdisch' Rindvieh bietest du kein Futter,
Und darfst der Sohle ek'len Tritt nicht fühlen.
Dich hemmt des Eises Joch nicht und der Brücken,Der Dämme lachst du, will dein Zorn erwachen;
Doch schaukelst du aus deinem freien RückenDen freien Mann im kecken Schiffer-Nachen.
O Meer, o Meer! durch deiner Blüthen MitteAn grünen Hügeln jach emporzuklimmen,
Im Arm und Schooß der weichen AmphitriteDen hüpfenden Delfinen nachzuschwimmen,
Weil unten aus des Abgrunds klarem DüsterDes Ew'gen Auge auf uns starrt und leuchtet,
Und zügelloser Wellenrosse Nüster
Mit weißem Schaum uns Haupt und Nacken feuchtet
Das nenn' ich Lust und Kamps und Sieg und Leben,Das gute Rast, wann spät im AbenddunkelnDie Segel hochgebläht zum Hasen schweben,
Die Ruder all', umsprüht von Hellem Funkeln.