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Geschichte der Plastik von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart / dargestellt von Wilhelm Lübke
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EINLEITUNG.

Wesen und Entwicklungsgang der Bildnerei.

Die Bildnerei hat mit der Baukunst den Stoff gemein. Beideschaffen ihre Werke aus dem Material der unorganischen Natur. Dergewachsene Stein oder der Thon, das Holz und die verschiedenen Metalledienen beiden Künsten zu ihren Erzeugnissen. Dadurch sind beide demGesetze der Schwere unterworfen. Ihre Werke bedürfen gleichermässendes festen Kuhepunktes, in welchem sie gesichert auf dem Boden derErde, daraus sie genommen sind, fassen können. Was beide aber unter-scheidet, ist der Gegenstand ihres Bildens. Während die Architekturdas Schöne der unorganischen Natur in gesetzmässiger Harmonie dar-legt, hat die Plastik nichts Anderes zum Ziel als die Darstellung desbeseelten organischen Einzellebens. Sie löst dasselbe aus dem Welt-verbande, giebt ihm eine eigene Basis, fixirt es in einem Momente desDaseins und stellt es rund und in voller Körperlichkeit als Gegenstand destastenden Sehens, wie Vischer treffend sagt, vor Augen. Im höchstenSinne ist daher die Einzelgestalt Aufgabe der Bildnerei. In der Gruppedecken manche Tlieile einander und- lassen eine allseitige plastischeWirkung jeder Gestalt nicht zur Entfaltung kommen. Doch vereinigtsich auch hier das Ganze in seinem harmonischen Verbände zur rhyth-misch bewegten plastischen Gesammterscheinung. Stärker trübt sich dasbildnerische Gesetz dagegen im Belief, das in seiner Abhängigkeit vonder Fläche, an welcher es haftet, den Uebergang zur Malerei bezeichnet.Allein auch hier sucht das bildnerische Element in verschiedenen Ab-stufungen vom zartesten, fast nur gezeichneten Flachrelief bis zum er-habenen, fast frei von der Fläche gelösten Hochrelief sich dem Rundbildnach Kräften zu nähern.

I.übke, Gesch- der Plastik. 1

Ueber-einstimmmigmit der Bau-kunst.

Unterschied.

Statue.

Gruppe.

HeJief.