WMchketk Der Vorgestellet Zn underschidentlichen Predigen Über den I^XXXI V. Wsalm. Zusamt zweypredigtemdeyAnkraß der ledig-und wider besetzt ge« wordenen ^bcrst-WarrMell; Über den xcv. Wsalm. gehalten: Von Uohanrr Baptist Wt, ^rctii-Oiaconum UNd hek Stlstt _ zum Grossen-Münster. Zürich/ bey Ioy.Hernrm- Burckli, 7. OG-lKNGOKGAGGch-rGOOGOGOOGOO G ^OKDGOSGG^OrrKOOGOEO^OOM r4G>r4StzSS-ÄIG. -MS Die Vorrede über den gantzen Psalm, v. i. n. DenGrund ftinesVerlangens,v.2. Wie lieblich find deine Wohnungen, o du Herr der Heerzeugen ? H. DieAußdruckung des Verlangens selbst: Meine Seele hat eine Begir- Ve und hertzliches Verlangen nach den Vorhöfen des Herren: Mein Hertz und mein Fleisch freuen sich zu dem lebendigen Gott. I. Die Vorrede schreibet Visen Psalm den Linderen Lorah zu, nicht als Urbcbercn, sonder als Abfingeren,denen es in der Musie des Levtti- schen Gottes - Diensts übergeben worden. So ist auch der xui. Psalm der Jnftrumental-Mu- fie und dem zierlichen Jnnhalt nach unserem gleich-Diser würd aufGittit abgesungen, das ist auf einem Instrument oder Geigen von Gath. Gath, wie bekannt, war einervon den s. Philt- -ischrnCantonen, da Samson vtl Starcke auß- A 2 grübet/ 4_ -»V c> A» _ gcübcl, und über welche die Kinder Israels offt gestatt; dicGeigen / welche die Abgötter zum abgöttischen Dienst gebraucht/ aufteilen wurden von den KinderenJsraels dem Herren geheiligte Lieder abgesungen/ als dises eines der herrlichsten ist. Äuß dem Raub und Bem Eqvpti,wel- chen die Kinder Israels durch die Schenckung von Gott bekommen hat en ste in der Wüste den gantzen so kostbahren Gottes Dienst aufgerichtet/ und was profan und weltlich/ja teutsch wäre, dem Gott Israels geheiligtt. Also solle es unter uns Cbrisren seyn in specie mit der Mu- ste, Vocal oder Instrumental, gesetzt es seyen die Instrument von Gath, so müssen die Sayten änderst gespannet werden, der Text und dieStim allein dem Herren gewidmet, unddieBcgirde des Hertzens gantz wie in disem Psalm allein zu Gott dem höchsten Gut gerichtet werden. So ist es gleich mit den Kirchen-GüterenvonGath, das ist, mit denen, so auß dem Aberglauben des Papstthums uns zugeflossen sind, wann ste dem Herren gcheiliget werden, so bleibt darbey der Segen, wann ste aber nicht in eine rechtmäffige Bedienung, sondern in eine sacularifierte Beherrschung und eigenthümliche Besttzung verwandlet werden, und eS nur um das Bürsten zuthun, so ist kein Wunder, wann zuletst alles in Schwetnung und Fluch gerathet. So vil von der Vorrede und demJnftrument von Gath. II. Was wird aber aufdiser Geigen ausgespielet? Eine überhlrrliche Melodey, die nicht nur in den Ohren,sonder in dem innersten des HersenS wohl - _ -»ROH*- _s wohl klinget: Dann der Psalmift bezeuget sein Verlangen nach Gott , und vorderst deffelbigen Fundament: Wie lieblich sind deine Wohnungen , o du Herr den Heerzeugen ? Er gebet Gott einem auß Glauben herflieffenden Ehren - Dtul, und bezeuget seine Freud ab dessen Wohnungen. Der Titul ist: O du Herr der Hecrzeugen: Der Herr der Gott Israels wird in disem Psalm zum vierten mahl ein Gott der Heerzeugen oder der Heerscharen genennet, nämlich, weil er nicht allein in der Natur alle Geschöpffe zu seinem Dienst gebraucht und gebrauchen kan: Nicht allein, weil der alte Lesi- ttsche Gottes -. Dienst ehmahl wie ein Heer Lä- gereingerichtet war, sondern auch und fürnesm- lich, weildiser grosse Gott durch den Dienstder heiligen Apostlenund Apostolischen Mänurren, ohne Schwert- Schlag, mit dem Schwert des Geistes, mit denscharffen Pfeilen seines durch- tringenden Worts, mit dem Evangelio und feiner Verkündigung allein, ohne irrdische Regimenter , in der gantzen weiten Welt grössere Sig gethan, und noch thut ,als kein Potentat mit dem großen Heer außrichten kan: Es sind der Verkt'mderinnen guter Bottsthassc ein grosses Herr. Ihr Geliebte, es ist mancher auch von den un- serigen, w leben der Gelüst ankommt, die heutige noch im Feld ligeude Armeen zubeschauen, mit Kösten, auch etwann mit Gefahr, sonderbar wo man noch muthwillel, aber was sind discAr- meen und Heerzeuqe zurechnen gegen dem Heer das Gott hat ? Sie sind alle nur Staub und A z Asche 6_^ o _ Asche/ über wenig Jahre ist von Visen allen kein Bein mehr verbanden. Aber o Seele, thue einen Blick ohne Gefahr und zu deinem Übergriffen Nutzen in dasHeerzeug Gottes, daß du mit dem Psalmist mit Glauben, Zuversicht und Verwunderung sagen kanst: O du Gott der ^erzeugen ! Das Wercke der Erschaffung, das Wunder der Erhaltung und Regierung aller Dingen, der Himmel, die Erde, das Meer, alle Geschöpffce auf dem Trochenen und in dem Nassen zeigen dir das, Gott kan alles gebrauchen zu deiner Beschützung, Gott kan alles gebrauchen zu deiner Straff und deinem Verderben. Jetzt diserStund,da fast gantzEuropa inKriegs- Flammen stehet, haben wir Gott Lob, keinen Arieg: Jas aber manchem nicht Krieg genug, daß die Würm,ein geringscheinendes Heer,so vil Früchte im Feld, so vil GartenZeug,so vil Reb- Bcrge rein verzehret und aufgefressen, daß wo der Herr nicht gnädig ist, bäldest und unvermerkt eine grosse Theure ins Land kommen kan, deren Anfang die Prasser und unhaußliche Leutb in der Blatte und im Glas schon empfinden. Thu einen Blick in das geistliche Heerzeug Jesu, durch tue Predigt und Prediger des Heil. Evangeliums. Währet nichtdie von denAvostlen gepredigte Lehre noch auf den heutigen Tag? Können nicht Jesu Christi getreue Diener mit Paulo und mir den Apostlen sagen: Die waasten unsers Streits sind nicht fleischlich, sonder mächtig vor Gott dieVestungen zuzerstöh- ren. Die wir alle Vernunstt und alle Höhe,' die sich wider die Erkanntnuß Christi erhebet, __7 hebet, zerstohren: Und allen Verstand unter die Gehorsame Christi gefangen nem- men. Einmahl,Wider nnserenHerren derHeer- zeugen Jesum, haben die Porten der Zöllen bis dahin nichts vermögen« Ueber dieses Herren der Heerzeugen seine Wohnungen verwunderet sich der PsalmiA: wie lieblich stnd deine Wohnungen, o du Herr der Heerzeugen? Er thut Meldung der Wohnungen Gottes, und solches in disem Psalm zum öffteren, und mit vilerleyWorten,er nennet sie vorhöfe, Altar, Hause, Ziomund so fort. Hier aber Wohnungen, deine, des Herren der Heerzeugen Wohnungen. Gott ist ein Geist, und als ein Geist hat er keiner indischen und angebundenen Wohnung vonnöthen: Gott ist nicht sehr» von unser einem jeden, dann in ihm leben und streben und stnd wir. Solte Gott wahrhaffkig auf Erden wohnen? Gihe, der Hunmehund aller Himmlen Himmel mögen ihn nicht begveiffen, wie solte es dann difts Hause thun, welches ich ge- bauec habe ? fraget Salomon bey der Einwey- hung des Tempels, i.Buch der Kön.Cap.8:27« Gleichwohl hat Gott semewohnungen: Er hat sie symbolisch und figürlicher Weise gehalten in Zion Der Herr liebet die Thore Ziem über alle Wohnungen Jacobs, Psalm 87. Der Herr hat seine Wohnung leiblich und äusserlich unter den Menschen, in den Tagen seines Fleisches, das Wort, welches Gott isi/hat gewöhnet unter uns, und wir haben gesehen seine Herrlichkeit,die Herrlichkeit a!s des A 4 Ein- 8_ o _ Eingebohrnen vom Vacrer, voller Gnad und Wahrheit, Job. l. Der Herr hat seine Wohnung unter den Gläubigen des N. Testaments geistlich durch sein Wort und durch seinen Geist. Ich wil unter ihnen wohnen und un er ihnen wandlen. Ich wil ihr Gott seyn und sie sollen mir ein Volck seyn. Der Herr hat seine herrliche und ewige Wohnung jm Himmel in der ewigen Seligkeit, allwo die Geister der vervollkomnetenGerechten bey Christo sind und wohnen, wovon der Herr gesprochen hal: In dem 6ause meines Vatters sind vil Wohnungen. Dtse Wohnungen sind nicht für den Herren allein, sonder auch für alle Bürger Zions, dann in solcher Zusammenverbjn^ düng sagen die Gläubigen: Wie lieblich sind deine Wohnungen ? Die Frage, wie lieblich, vergrößeret dise Sach so hoch, daß sie unauß- sprccklich: So lieblich, daß es niemand mit dem Verstand begreiffen, noch mit Worten auß- sprechen kan. Sie sind gleich dem Frieden Gottes, und darinnen waltet dar Friede Gottes, welcher allen Verstand übertrifft. Lieblich wegen der Gemeinschaft Gottes, wegen der Versühnung mit Gott; lieblich wegen der Betrachtung und Offenbahrung aller Herrlichkeit Gottes, feiner hohen Allmacht, seiner ewigen Weißheit, seiner unendlichen Barmhertzigmt, seiner ungekränckten Gerechtigkeit, seiner ewig- beständigen Wahrheit, da uns Gott ist ein Gott Schadday, ein völliger Überfluß aWs Guten. Liebliche Wohnungen Gottes, insonderheit- auch so wir sie entgegen setzen allen Wohnungen der _ o A*> _9 der Menschen mufferund ohne Gott; sie können dieirrdisch geümnleMenschen nicht lieblich dun- cken/die in der Mnsternuß der Sünden und der Verstockungoh'neGottund ohneHofsnung in der Welt lebem. Und es ist gewüß daß niemand der die wohmungen Gottes nicht liebe, als nur der, dem der Gott diser Welt seine Augen verblendet, daß er die Lieblichkeit der« selbigen nicht sehen kan. III. VondisenLieblichkeitender Wohnungen Gocres fließt Jetzunder her die grosse Begierd des Psalmisten, da er sagt: Meine Seele hat eine Begierde und hectzliches Verlangen nach den Vorhäfen des Herren: Mein Hertz und mein Fleisch freuen sich zum lebendigen Gott. Lasset uns mit dem Psalmisten zu gleichen Schritten gehen , und mit seinem Verlangen zugleich auch unser Verlangen von einem Schritt zum anderen erklähren und zuverstehen geben. Er redet von einer Begierde, undVer- langen, und Freude. M unser Gottes-Dtenst muß nicht in einer äußerlichen Action allein bestehen, dann die leibliche Übung ist zu wenigem nutz, insonderheit wo sie allein ist: Die leibliche Übung oder Erstattung des Gottes« Diensts in dem äußerlichen kan auch bey den Heuchleren und Gleichßneren seyn, ja vil scheinbahrer als bey den wahren aufrichtigen Christen, sonder dieBegird machet dieLaubt- Summ und dasHaubt- Wesen der Christlichen Religion auß, aber nicht eine blosse Begierde, die in einer Jnaction und Müßiggang bestehe, A 5 sonder ro_ -R o A- _ sonderndarbey ein sehnliches Verlangen seye. Er nennet ein so grosses Verlangen, dabey man schier verschmachtet: MeineSeel verschmachtet vor Verlangen nach deinem Wort, wie es denm gehet, welche gar lang aufdas hertzljch Verlangte warten, und darüber vil außstehen müssen: Bey disem Verlangen ist eine Freude, gleich der Freude der Braut des Herren: Meine Seele freuet sich in dem Herren, und ich frolocke in meinem Gott, dann er wird mir die Lleider des Heils anziehen,und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit bedecken. Er wird mich auf eine priesierliche weise zieren, wie einen Bräutigam und wie eine Braut, die ihren Schmuck tragt. Solte das ntchtFeeud seyn wan dem Mitthäter der Kercker aufgethan wird, wann dem Sünder die Gerechtigkeit, dem Todten das Leben, dem -er die Hölle und ewige Verdammnuß verdienet hat, der Himmel und ewige Seligkeit angekündiget wird ? Dise Begierd, Verlangen und Freude richten sich nach den Vorhäfen -es Herren, an das Ort, wohin Gott ehmahl den Gottes-Dienst als einen Schatten undVor- -ild auf Jesum und seine Gutthat en verordnet hat, laut dessen, was sich der Gläubige anderk- Wo verlauten lasset: Herr ^ ich hab die Wohnung deines Haufts, und das Ort, da deine Ehre wohnet, geliebet. Er erläutert es noch besser: Zum lebendigen Gort: Meine Seele hac ein Verlangen zum lebendigen Gorr. Ein Jud, der den Glauben an den Goel, an den - zukönfftigen Erlöser gehabt, dessen Herg freue, te _ "Ho A» _ n te sich zu dem lebendigen Gott, und hat auß JobS Theologey sprechen können: Ich weiß daß mein Erlöser lebt, und daß erzuletst über den Staub meines Leibs stehen wird. Ein Heyd kan sich nicht freuen in dem lebendigen Gott/dann die Heyden dieneten den stummen Götzen, von denen der Psalmist heiter auß- sagt: Sie haben Augen und sehen nicht, N. Psalm ex v. Warum freuet sich das Hertz deS Gläubigen im lebendigen Gott? Darum, dieweil er sagt: Ich lebe, und auch ihr werdet leben. Es freuet sich also in dem lebendigen Gort des Gläubigen Seele, dessen Hery / dessen Fleisch , nicht nur der tnnwendige, sondern auch der außwendige Mensch. DaS Hery, daS ist, alle innwenbige und innerste Kräfftder Seelen, Gedächtnuß, Verstand, Willen und alleAf- fecten ; aber auch daS Fleisch freuet sich in Gott, das ist, der äufferliche Mensch, der Leib mit allen seinen Glideren, das Aug mit Sehen, das Ohr mit Hören, der Mund mit Lobpreisen, die Händ mit Thun , die Füsse mit Lausten in den N)egen der Geborten Gottes, gleich Paulus solches bey den Gläubigen des N. Testaments andringet: Ihr seyt theur erkaufst, darum preiset Gott «neuerem Leib, und an euerem Geist, welche beyde Gottes sind. Jetzt,Geltebte im Herren, ist es an dem gele- gen, ob ein jeder unter uns, die wir uns Christen nennen, und die wir aufdas hin getaufft worden, und zum Heil. Abendmahl gehen, daß wir bekennen, ich glaube, ich seye ein Widder heiligen allgemeinen Christlichen Kirchen, ob wir, sage IL_ s H«. _ ich/ mit Grund der Wahrheit und mit Aufrich* tigkeitdesHertzens demPsalmistenes nachsprechen können :Meine Seele hat eine Begird und ein sehnliches Verlangen nach denVor- Höfen des Herren : Mein Hery und mein Fleisch freuet sich zu dem lebendigen Gotc? Daran ist unsere höchste Glückseligkeit gelegen; wo wir dises nicht nachsagen und nicht nach. thun, so sind Wir die elendesten unter allen Menschen , wir haben keine Gemeinschafft mit Gott, wir haben keinen Trost des Gei. stes/wir haben uns weder der Gnade hie in Zeit, noch der Herrlichkeit nach diser Zeit zuversehen, Wir ligen mit der Welt im Argen, wir sind Wie das wütende Meer,welches immerzu Kaht und Unrath außwirfft , wir sind ohne Gore und ohne Hoffnung in der Welt, und da uns dteVorhöf des Herren auf Erden in der strei- tenden Kirch nicht angenehm sind/so werden wir der Vorhäfen im Himmel,in der triumphierenden Kirch nimmer thetlhafft, und nicht allein außgeschloffen, sonder auch von dem Herren verflossen werden in die ewige Verdammnuß, mit den Worten des gerechten Richters: Geher hin in das höllischeFeur, welches dem Teufel und seinen Englen bereitet ist. Schauet, das ist das Ende deren, welche keinen Lust zu den Vorhäfen des Herren haben. Hingegen, wo wir die Worte unsers Texts »6 imitativem zur Nachfolg ohne Falschheit nachsagen undnach- thun , da sind wir die allerseltgsten Menschen, nicht allein in der Hoffnung des zukönfftiqen,' sondern auch in Besitzung, Genuß und Trost des >4 _*8' o ^ Gegenwärtigen, dann dessen Seele eine Be, gird hat an und in Gott / der ein herzliches Verlangen nach den Vorhäfen des Zerren har , dessen 6er y und Fleisch sich zum lebendigen Gott freuet, der lebet auch, ja er lebet allein,da alle andere,bey denen diseBegird nicht ist, lebendig tod find. Ein solcher kan mit Paulo sagen : Ich lebe aber nicht mehr ich, sonder Christus lebt in mir: was ich aber sey lebe , das lebe ich im Glauben des Sohns Gottes,der da mich gcliebek, und sich selbst für mich gegeben. O! was für eine Glückseligkeit deren Christen, welche die Vorhöfe des Herren lieben, auch die Folge des Psalms durchauß wird uns dise außssreichen: Ware eine Lieblichkeit bey dem Gottes-Dienst des A. Testaments, die da nur ein Schatten der zu- könffrigen Güleren gewesen, sogedeucket, liebe Seelen, was für eine unaussprechliche und herrliche Freude es seye bey denen, welche im Hause Gottes, durch den offenen und zerrissenen Umhang des Fleisches Jesu in das Heiligste hineingehen, und die Gnade der Verzeihung der Sunden, die Gutthat der Rechtfertigung vor Gott, die Gaabe der Heiligung des Geiste- Gottes, die Emwobnung des Herren Jesu Chri. sti durch den Glauben in ihren Hertzen, Trost, Frid und Freud im heiligen Geist, und die Verheißung des zukdnfftigen ewigen Lebens, da Freud die Völic, und ein liebliches Wesen bey Gott ewiglich gemessen. Das findwun- der, in welche die Enget gelüstet hineinzusehen, Wie in der Figur die Cherubinen fteiff und ^4_ o _ _ und -arr auf die Bunds-Lade hinein geschauet haben. O! wie macht dise Begtrd die Kinder Gottes mit sehnlichem Verlangen zu Gott küssen: Sende dein Liechc und deinewahr- heit, daß sie mich leiten, und zu deinem heiligen Berge, und zu deinen Wohnungen sichren, daß ich hineingehezum Altar Gottes , zu dem Gott, der die Freude meiner Wonne ist, und dich, o Gott, du mein Gott, auf der Karpfen preise. Ist sich dann Nicht zuverwuuderen, und vor Gott zu bedauren, daß unangesehen dessen die Vorhöfe des Herren bey uns so offt lär stehen, und man der Eitelkeit mehr nachlaufft als dem Tempel Gottes ? Ist es nicht zubewätnen, daß man von heiligen Versammlungen so spöttisch und hönisch redet und haltet, hingegen den Versamlungen der Eitelkeit, des Fressens undSauffens/desPrachtS, da es eine Mehr wäre von der Majestät und Herrlichkeit GotteS etwas zureden, Thür und Thor ungehindert offen lasset, dises reimet sich nicht zu dem, was in unserem Psalm stehet, und warum haben der gröste Theil der Menschen nicht ein Verlangen, sondern einen Eckel ab dem lebendigen Gott ? Sie sind tod, und als Todte können sie die liebliche Wohnungen des Herren der Heerzeugen nicht schmecken. Wann solche auch unter uns wandle», als Feinde des Creuyes Christi, deren Ende die Verderbnuß ist, deren Ehre zur Schande wird, deren der Bauch ihr Gott ist, und die nur irrdisch gesinnet sind: Ey lasset hingegen unsere Burgerschafst, unser Verlangen und unse- ,_ -D O A«. _15 unseren Wandel seyn im Fimmel, vondan^ nen wir auch warten des Heilandes des Herren 'Jesu Christi, welcher unseren ni- dertrachrigen Leib vergestalten wird, daß er gleichförmig werde dem Leib seiner Bllarheit, nach der würckunD, nach deren er ihm alle Ding mag unterchanig machen, Amen. __ Die Zweyte Predigt. Über WscUmQxxxiv.v.4/5. 4.) Es findet doch der SperlingWoh- nung, und der Schwalb sein Rast, da er seine Jungen setze, nämlich deinen Altar , 0 Herr der Heerzeugen, du mein König und mein Gott! s.) Wohldenen, die indeinem Hause wohnen, sie loben dich immerdar. Sala! ^l^Je Begirde zu einem Ding wird bey einem Menschen abgemessen nicht nach den Worten, wie er sich dessen verlauten lasset, sonder nach den Welchen, die er treibet.imd vorn Gebrauch der Mitt« len, welche er darzuanwendet. Die Begtrd ist nichts, wann sie bestehet nur in Worten, wer wünschet mehr als der Faule? Die Begtrd ist recht beschaffen wann man an die Hand rmnmet und braucht alle Mittel, durch welche man daS Begehrte erlangen kan, alsdann ist es kein lärer Wunsch. 16_ O A». _ Wunsch. LaffctunS diseUngleichheit an zweyen ungletchenExemplen beschcmBileam hatte eine Bcgird, unv David hatte eine Begird, beyde grenzen auf gleiche Sach- n, beyder wäre/daß sie könnten sterben des Todes der Gerechten. Aber die Begird Bileams hat ihn verdammt, und die Begird Davids hat ihn selig gemacht: Wie das, da es doch einerley Begirde war? Freylich, dann des Bileams Begirde bestuhnde nur in läcen Worten, des Bileams Begird bestuhnde nur auß Neid, dieweil er sahe, daß es den Kiuderen Israels, welche der ^err der ^erzeugen so mächtig beschützte, so wohl gienge. Bileams Begird war ohne Effect, ob er schon wolte sterben des Todes der Gerechten, weil er garnicht wolte leben des Lebens der Gerechten, wie wir unter uns auch nicht wenig deren haben, die da sagen, ich wil so wohl selig werden als ein anderer, aber sie ergreiffen die Mittel nicht wie andere, sie glauben nicht an Jesum wie andere, sie lieben das Wort Gottes und die heilige Versammlungen nicht wie andere, sie besseren ihr Leben nicht wie andere, eine solche Begirde selig zuwerden ist Falschheit und Heuchelest , und deren Ende ist die Vecdammnuß, wie Bileams. Die Begirde aber selig und mit Gott vereinbaret zuwerden, welche zwahr vom Mund mit den allerschönsten Worten geschihet, welche aber von gantzem Hertzen kommt, und in die allerheiltqste auß dem Glauben herflüffende Merck der Büß sich ergießet, das ist eine rechte, das ist eine ernstliche Begird, das ist eine Begirde, da der Wünschende seines Wunsches gewüß gewah- _ o A». _17 gewahret werden wird. Dises Ware die Begtr- de Davids in dem vor uns habenden l^xxxi v. Psalm, nicht eine faule, sondern eine feurigeBe- gird, von Hertz en, vom Mund, von guten Wär- Lungen gleich: Wie lieblich sind deine Wohnungen, o du Herr der Heerzeugen? Meine Seele hat eine Begird und sehnliches Verlangen nach deinen Vorhäfen: Mein Hertz und mein Fleisch freuet sich zum lebendigen Gott, wie wir auß dem Anfang dises Psalms gehöret haben. Eben dise grosse und unverfälsch- te Begird setzet der König David für die Kinder Corah weiter fort, und beschreibet sie mit einer fürbündigen Gleichnuß von den Vögten und ihren Nässeren hergenommen, was für eine natürliche Begirde dteselbige treibet zu ihren Nässeren; eine solche geissliche Begirde triebe ihne zu dem heiligsten Gottes, Dienst, worzu er hinzusetzet , die Ursach, nämlich die Seligkeit deren, die also die genaueste Gemeinfthafft, gleich als ein GentS bey Gott haben können: Also daß dises die Materi unserer dißmahligen Betrachtung seyn wird : I. ZuforschmaufdieGeheimnußvon den Vögten, die ihr Rast und ihre Vermehrung unter den Lächeren suchen, verglichen mit der Begirde der Seelen, die ihre Ruhe in Gott und bey den Versammlungen G ot- tes suchet, v.4. H. Diser Begird neu widerhollte Ur-- sach, weilsolcheimStand sindGott rmmredar zuloben. v. 5. B 18_ o _ Der Herr Jesus , der himmlische Noah, gebe, daß wir von disem Wohlseyn, der Linderen Gortes im Sause Gottes, unter, wiesen, Ruhe und Sicherheit unter seinen Fittichen finden, und Materi Lhne zeitlich und ewig zuloben, Amen. I. DieBegirde bezeugter mit der Geheimnuß von Sperling und Schwalmen: Es findet doch der Sperling seinewohnung, und der Schwalb sein Näst, da er seine Jungen hinsetzet: Nämlich deinen Altar, o du Sero der Seerzeugen, du mein Lönig und mein Gott ! Die Wort und die Geheimnuß ist schön/ und der Verstand und Znnutzmachung noch schöner: Es liget aber der Verstand in der Liesse, darauß er mit Fleiß heraufgezogen werden soll, um destomehr Freud und Trost der durstenden Seele zuerwecken.Wir wollen den klarenZweck grad Anfangs zeigen, und alsdann alles zu dtsem Zweck hmaußführen , so wird das Dunckelschei- nende verschwinden, und sich das Klabre und Tröstliche Herfür thun. Es ist hier eineGleich- nuß deren Theile,wie eS in den Gleichnuffen offt gehet, nicht alle abgedruckt stehen, sonderbar- unter verstanden werden müssen. Die Gleichmaß gantz außgesetzt,käme also herauß r Gleich wie der Sperling seinewohnung, und der Schwalb sein Nast an und in den Sause« ren machet, sich da mehret und in aller Sicherheit singet: Eben allo hat meine Seele keine andere Ruhe, Freude, Sicherheit, geistliches Genist, Fruchtbarkeit, Vermehrung _o _ 19 rung und Lob, als »n dem Altar des Herren, der da ist mein Lönig und mein Gocc! Dises ist der Zweck und die Meynung. Die Theile und die Erklährung werden uns nun auch dahin weisen. Er thut Meldung des Sperlings und der Schwalb. Dise Nammen find Nammen nicht wilder, sondern zabmer Hauß-Vöglen, geheimer Vöglen, SingVöglen. ES find auch nach dein Hebräischen so fast gemeine Nammen,welche allerley Gattungen können beygemeffen werden. Die Buchstaben selber geben etwas gemeines mit -NO2 davon mit gleichen gewechßleten Buchstaben das Lateinische Wort ?3lisr, und das TeutscheZipperlein kommt.Also auch i'l'N eine Schwalbe, von der Freyheit also genen. net, welche fie also liebet, daß fie fich nicht wie andere in ein Kcfich einschlieffur lasset. Dises leiste übersetzen die Griechen und die Vulga- ta durch eine Turtel. Daube, auch wegen gleicher Buchstaben, und wegen der Geheimnuß, weilm die Turtel-Daube auf den Altar des Herren zu einem Opfer für die Reinigung und für die Sünde gekommen, und die Sünder im Vor- bild geretniget und mit Gott versöhnet hat. Hierinnen aber können wir den Zweck der Davidischen Gleichheit nicht finden. Die Turtel- Daube oder eine andere Daube, ob fie schon für die Armen aufdem Altar des Herren geopferet worden, wie wir es bey der Reinigung Mariä finden, L«e. 2:24. so kan man doch mit Vernnnfft nicht sagen, die Turtel - Daube habe ein Verlangen nachdem Altar und nach ihrer Aufopfe- B 2 rung 20 _ ^ 0 _ rung daselbst. Also bleiben wir bey dem gemeinen Verstand. Werfet aber emre Augen aufdie Böget, wormit der Gläubige verglichen wird, auf den Gläubigen, der mit dtsenschwachenVög- len verglichen wird, und aufdas,worinnen sie mit etnandeten verglichen werden. Beschauen wir die Vögelein, welche allbierinderGleich- nuß eingeführet werden; ach wie vil haben wir bey denfelbigen zulchrnen! Der Psalmist führet nicht eyn grosse und räubige Vogel, als Adler, Geyer,Weyhen,Sperber,welchestarckeSchnä- bel und dicke Klauen haben,Schaafe,Manch gar Menschen rauben und fressen; die taugen nicht in die Gleichnuß der Fromen genommen zuwerden, gleichwie auch raubige wilde Menschen an Gott »nd seiner Gnad, an der Gemeinschaft und den Güteren der Außerwehlten keinen Antheil haben. Er ziehet ein schwache und geringe Vögelein, welche sich fast nicht-elften konen,Hauß Vögelein, welchen unsere Häuser und Scheuren, Dach und Gemach geben. Da mag unser Heyland darüber, wie bey einem anderen Anlaaß sagen: Sehet an die Vogel des Fimmels. Lehrnet von ihnen die Fürse- hung, die Weisheit, die Macht,die Beschützung Gottes. Dtse Vögelein haben Wohnung und Näster, sie sind durch den Trieb der Natur klüger als der Strauß, der seine Eoer in das Sand leget, und es nicht achtet, ob sie hernach von jemand zertretten werden oder nicht; sie machen ihre Wohnung und pfafker unter die Dächer, an den Balcken oder Trämen, anOer- ter, da sie dem Ungewitter nicht unterworfen,. 2 ! ' _ o F »_ _ und nicht unter dem freyen Himmel find; sie machen ihrewohnungen und ihre Master in der Höhe, an solchen Orten, da sie dte Katzen und andere ihnen aussätzige Thiere nicht ertappen können; sie machen ihre Wohnungen undMä- ster auf eine ihnen angemäffene Weise, nicht grösser nicht kleiner als sie zu ihrem Geschäfte vonnöthen haben; sie machen es auf eine so kunstreiche Weise, daß wir es nicht genug bewunderen können, ein so schwachschetnendes Ding, halt doch so best aneinander; sie machen chre Master zu rechter Zeit, nicht zuftüb, nicht zuspatb, sie versäumen die Sommer - Zeit nicht, die Schwalb sowohl als der Lranich undTur- ttl-Dauben haben Acht auf die Zeit ihrer Ankunfft. Jerem. 8:7. als ob sie Vernunft hätten, und ihnen dte Vermahnung des Poeten liessen angelegen seyn: seüa; eü iösks 6iu, com- xonite Niäar,worlnn sie so viel Faulentzer übertreffen, welche die Zeit ihrer Heimsuchung,die Zeit ihrer der irrdtschen Wohlfahrt und der e- wigen Glückseligkeit versäumen, und erst Master machen wollen, wann der Sommer vorbey ist. Dtse Vögelein machennicht allein Näster, sondern sie seyen auch dahin ihre Junge, sie Hecken daselbst auß, sie vermehren sich zu vilen Hunderten und taufenden, daß sie im Herbst in unzählbarer mehrer Zahl von uns hinweg fliegen, als sie im Frühling zu uns gekommen sind, sie mit ihren Jungen erfüllen die Luft mit ihrem schönen Lobaesang, haben es zehen im Frühling gethan, so thun es hernach anstatt der zeben hundert, und anstatt der hundert tausend. Und B Z was 22 O H*- _ was über sie doch noch mehr zuivmvunderen,ss suchen sie ihr Näst mit Begrrde, es ist ihnen nirgend wöhler als daselbst,sie fliegen nicht auß, als nur ihnen Speise zusuchen, oder sich mit ihrem Gesang hören zulassen, so bald solches geschehen, stiegen sie widerum ihren Nästerenzu, da sind sie still, da ruhen sie, da ist ihnen wohl, da sind sie sicher, da mehren sie sich. Es findet ja auch der Sperling seine Wohnung,Und dre Schwalb ihr Näst. Dises durch die bisse Natur getriebene Verlangen der Vöglen, ziehet jetzt der Psalmist auf das geistliche durch de Geist Gmes getribene Verlangen nach Gott, zu Gott, zudem Hause und den Versam-' lungen Gottes, als dem Mittel der Vereinigung der Gläubigen mit Gott, als der Begtr- den, sich in den Wcrcken und Früchten der Gerechtigkeit zuvermehren, gleich sich mit Außhe- cken dise Vöqelein den Sommer durch vermehren. Es findet die Schwalb ihrlTsäst,nämlich deinen Altar, das ist, wie die Schwalbe ihr Näst findet,eben also suche ich deinenAltar, eben also habe ich in deinem Altar allein mein Rasten, meine Ruhe, meine Sicherheit, meine geistliche Vermehrung und Fruchtbarkeit. Der Alcar des Herren diente eigentlich nicht für die leiblichen, noch minder für die unreinen Vogel, daß sie darinnen und darbey rasteten, es wird solches vonwegen des Befchmeissens ihnen nicht gestattet. Abraham wehrete den Vöglen bey seinem Opfer. Buch Mosis I Ir. Auch die zahme Böge! dorfften das Ge- band des Tempels nicht entztehren, danahcn le- _ ^8 o 8«» _ 2 z sen wir bey Jesaja, daß der Tempel zuoberst güldene Brett-Spiese, oder wie eine Nadel scharst zugespitzte Stecken gehabt, daß sich kein Vogel darauf setzen, noch etwas befchmeissen möchte. Abermahl ein Grund, daß diser Altar nicht von den Vögten, sondern der gläubigen Seele müßte verstanden werden. Nämlich deinen Altar. Welches ist diser Altar ? Wo haben wir denseldigen ? Er wäre änderst im alten Testament, Ceremonialisch im Levitischen Gottes-Dienst, und zugleich in der Figur aufIesum welcher beydes unser Alrar, unser Opfer und unser Priester ist. Änderst im neuen Testament, allein auf den geistlichen Altar , ohne das aufferltche und Levitische, welches NUN abgethan ist. Nämlich deinen Altar finde ich, als metn Näst, als meine Ruhe, als meine Sicherheit, als meine Freude, warum dann nicht auch als mein einiges und äusserstes Verlangen? Warum nicht meine hertzlicheBe« gtrd, da es doch Gottes Lust selber war: Der Herr hat Aon erwehlet, und hat Lust daselbst zuwohnen, sprechende: Diß ist meine Ruhe ewiglich, hie wil ich wohnen (ruhen) he, dann ich habe einen Lust zu ihr. Ps. > z r. V.13,14. Nämlich deinen Altar. Wiebe- gtrrtg David daraufgewesen, das sehen wir auß der Translation der Lade des Bunds in die Statt Davids, 2. Buch Sam. 6. Nichts achtend das Gespött der eitlenMichal: Wirthen es auß der betrübten Widergedächtnuß, da er dtses Altars und diser Geftllschafft eine Zeitlang B 4 mang- 24_ N»- _ manglen müssen: Meine Thränen find meine Speise, wann die Spötter täglich zu mir sagen: wo ist nun dein (Sott? wann ich daran gedencke, so schütte ich meine Seele auß bey mir selbst, wie ich nämlich et- wann hinüber gezogen bin, als ich mit ihnen von vil Volck begleitet würd zum Haust Gottes, mit frolockender Stimme und Dancksagung , mit dem Haussen, die das Fast begiengen. Ps. 42:4, s. Warum eine solche Begird nach dem Altar des Herren ? Weil darauf gcopferet worden tägliche Opfer, wöchentliche Opfer, neu-monatliche Opfer, jährliche Verführ,, Opfer, Sünd, Opfer, Schuld- Opfer, Gelübd-Opser,, Danck-Opftr, darin» fände er seine Ruhe, deren hat er dem Herren vil tausend aufgeopferet: Aber glaubet nicht, ihr Geliebte, daß David ein so sehnlich Verlangen nach dem Sprengen, Sprühen und Vergießendes Bluts der Ochsen und der Griffen gehabt, als ob es durch sich selbst thne mit Gott versühnen und die Ruhe der Seelen ihme zuwegen dringen könnte; ohne den Glauben wäre diseS alles nichts gewesen, der 50. und 51. Psalm lehret es unS : Du hast keinen Lust zum Opfer, ich wolte es dir sonst geben. Die Brand-Opfer gefallen dir nicht: Die Opfer die Gott gefallen , find ein geangstigter Geist, ein geängstigtes und zerschlagenes Hertz, wirst du, o Gott, nicht verachten. Er sihet durch den Geist des Glaubens auf den wahren Altar, auf das wahre Opfer, aufden rechten Priester Jesum , das Opfer des Sohns _ «»8 0 A» 2 s Sohns Gottes reiniget uns von all« Sund. Und solches thaten mit David dieGläu- bigen des A. Testaments alle, biß das JesuS mit dem Opfer seines Leibs eine vollkommene Verzeihung und Verfühnung zuwege» gebracht; die haben mit Gebätt und Opfer auf dises vollkommene Opfer Jesu Christi gewartet. Jetzt sagen wir dise Wort: Nämlich, ich finde deinen Altar imneuenTestamentohnedenSchat- tender irrdischen Opferen. Die gantze Epistel an die Hebräer zeiget uns, wie wir auf disem Altar Jesu Christo unsere Ruhe suchen und finden, so lasset uns nun hinzu gehen mit wahr- haffcigemHertzen,in völligerSicherheit des Glaubens, besprenget an dem Heryen vom bösen Gewüffen, und gewaschen am Leib mit reinem Wasser. Hebt. 10:22. Jetzt find die Gläubigen auß Juden und Heyden, gleich denenDauben,welche ihren Fensteren zufliegen; jetzt ist die angefochtene Seele, des angsthafften aber bußfertigen Sünders gleich der Darr- Noah, die ihren Fuß aukdem Wasser desSünd- Huffes nirgend setzen konnte, gegen deren aber Jesus, verwahre Noah, seine Hand außstrecket, und fie in die Arch seiner Kirchen einholtet, mit dem Zuspruch: Lommecherzu mir alle, die ihr arbeitet und beladen seyt, und ich wil euch Ruhe geben. Jetzt werden wir durch den Glauben an Jesum, als ein ausser unserm Näst sonst schüchteres Vögclein in das Näst der Sicherheit und Ruhe gebracht, unv find des Wunsches des ss. Psalms theilhafft: O hätte ich Flügel wie eine Daube, so wolle ich hinweg B 5 fliegen 26 0 _— fliegen und Ruhe finden , ich wolte fehrn hinweg fliegen und mich in der wüste aufhalten. Gala! Jetzt in und bey Jesu findet der Gläubige nicht allein sei» sicheres Ruhe-Näst, sondern er hecket auch daselbst seine 'Jungen auß, der Glaub macht ihne fruchtbahr zu allen guten Werck : Dann so wir durch den Glauben gerechtgesprochen find, so haben wir Friden mit Gott, durch unseren Herren Ie- sirm Christum, wir rühmen uns auch der Trübsalen, dieweil wir wüsten, daß die Trübsal Gedult würckt, die Gedult Erfahrung , die Erfahrung aber Hoffnung , die Hoffnung aber lasset nicht zu Schanden werden. Von diser vermehrten Fruchtbarkeit der Heiligung und guten Wercken, welche auß dem Glauben herspringt, gleich wie die außge- heckten Gchwälblein auß ihrem Näst, redet der selige Apostel Petrus zu den Gläubigen feiner Zeit : wendet hier an allen Fleiß,und reichet dar in euerem Glauben die Tugend, in der Tugend aber die Erkanntnuß, in der EekanntnUß aber die Enthaltung euer selbst,in der Enthaltung aber euer selbst die Gedult, in decGedult aber die Gottseligkeit, in der Gottseligkeit aber die brüderliche Liebe, in der brüderlichen Liebe aber die gemeine Liebe: Dann so bist Dinge bey euch find und stch mehren, werden fie euch nicht unfruchtbahr machen zu der Erkanntnuß unsers Herren und Heylands Jesu Christi. 2. Pete. i. IsteS nicht eine Freude - wann die Schchalben die einzig anfangen Misten, durch _ -«Pi o N» _27 ihr Nästen Uind Decken bald hernach die Lusst mit dem Gcsim g viler erfüllen? Ebm also ist der Gläubigen Glaub, die da ruhen auf dem Altar Iesu Christo, die in seinen Wunden allein ihre Seligkeit such en, sie haben mit Ergreiffung disee Hörnere n des Altars nicht allein Seligkeit , sondern sie werden zugleich dardurch, ja dardurch allein zu allen guten Wercken recht fruchtbar gemacht: Dann alles , was nicht auß Glauben gehet, das ist Sünde. Der da zu dem Herren spricht: Du, mein Lönig, und mein Gott, der wird dadurch gleich einem Baum an den Wasser-Flüssen gepflanyet, der seine Frucht bringt zu seiner Feit, und seine Blätter fallen nicht ab, und alles was er thut , das gerathet wohl. Danahen bedienet sich der Psalmst allhier mit seiner so sehnlichen Begirde des Altars besseren, zugemessen auch des Titels, du mein Lönig und mein Gott! welchen Titul er in den Psalmen offt braucht, als insonderheit in dem s. Psalm: Mercke auf meine Stimme, du mein Lonig und mein Gott: Dann ich wil mein Gebart zu dir thun. Thomas der Ungläubige, so bald er auß dem Unglauben zu dem Glauben,auß dem Zweiffel an das Sehen und Überzeugung von der Gewüßheit der Auferständnuß Jesu, also wie ein Schwalb zu dem Näst des Altars Iesu gelanget, hat er alsobald, und zuvor nicht, außgeruffen: Mein Herr und mein Gott: Die Ergreiffung Jesu Christi als unsers Bönigs , der uns zu seinem Eigenthum erworben und erkaufst hat/ als unsers GottcS, der nicht allein 28 — " _ Mein den Äund der Gnaden mit uns gemacht, sondem denselbigm auch also haltet/ daß er thu «it setnemBlut versiglet, dise macht/ daß wir zu -hm fliehen, mit der Seelen schon hier, daß wan wir auch sterbe»/ wir sterben tm Herren, nach dem Wort: Selig sind, die im Zerren sterben von nun an, sie ruhen von ihrer Arbeit, und ihre werck folgen ihnen nach. Was für eineGlückseligkeit aber deren, die auf dem Altar undVerdtenstJesuCbrtsti ruhen, seye,wie hoch sie feye, das lehret uns verfolgende s. Vers. Wol denen, die in deinem Hause wohnen, sie loben dich immerdar. Sala ! Worvon Wir uns auch noch jetzt vorgenommen haben zureden. Es ist aber die angehörte Materi so fruchtbar gewesen, auch die folgende so voller Frucht, Trost, und Erbauung, daß wir es einer zukönff- ttgen eignen Betrachtung, so es der Herr wil, und wir leben, würdig achten. Sinnet aber, ihr Geliebte,dem nun Angehörten ein wenig in der Forcht GotteS zum Antrieb euererPflicht und zumTrost euererSeelen nach, dise so angenehme Worte sind von der Beschaf' fenheit, daß wann sie nicht unser eigen sind, wie des Davids, so dienen sie uns zur Verdamm- uuß , wann wir sie aber durch den wahren Glauben, und durch das wahre Christenthum uns selber zueignen können, so sind sie uns ein rechtes Pfand unserer Seligkeit. Wir sind, Gott Lob,alle in demNäst der ausserlichen Kirchen, aber ob nicht ein guter Theil da nur seyen als vagterende hin und her fliegende Vogel, die auch etwann zu ihrer Kommlichkeit nisten. O- der __ -*-8 o _ 2 - der ob wir als Hauß-Schwalben den Altar suchen,finden/ in thme ruhen und tn ihme Frucht tragen. Im Evan«gelio Matthäi am ,3. Cap. vergleichet JesuS das Reich der Himmler, mit einem Senftorn, welche», ob es schon das kleineste Gesäm ist, dannoch zu einem solch geasteten Baum aufwachßt, daß auch die Vögel des Himmels kommen, und aufdessel- bigen Aesten nisten. Unter unS kan das durch den äußerlichen Beruß ein jeder thun, aber dieses ist nur der äußerliche Stand der Kirche» Gottes, die meisten nisten in der Christliche» Krrchen um ihrer äußerlichen Gemächlichkeit willen,wir thun krotelllon undBekanntnuß der Reformierten Religion nur weil wir unserer Nahrung dabey finden. Aber diseS ist nicht genug. Wo du nicht näher in dasHeiligthum Gottes hineingehest, wo du nicht biß zudem Altar des Herren Icsu Christi hinein tringest, wo du ihn nicht mit wahrem Glauben ergretffest, wo du nicht durch seine Krafft lehrnest den un- fruchtbahren Wercken des Fleisches absagen, und inCbristo die Frucht des Glaubens tragen, da darffst du dich der LxpreDon deS Palmtsten nicht bedienen. Da heißt es: Ein jedes Schoß in mir, das nicht Frucht tragt, wird abgehauen und ins Feur geworffen. LxtrsLccls- llsm non sü 8slu§. Außer der Kirch , außer der allergenauesten Gemeinftbafft mit Jesu, ausser der Einnistung bev seinem Wort, bey seinen Sakramenten , durch fernen Geist der da Aeugnuß gibt unserem Geist, daß wie Lander Gottes seyen. Ausser den Früchten der grr- z o_ -»8 o _ ten Wercken gehen die Wort: Es findet doch der Sperling seine Wohnung, und die Schwalbe ihrNäst,da sieihreIungen hinlege , nämlich deinen Altar, kernen Pich in dir. Wie darfst du sagen, mein Lönig, und lassest ihn in deinem Leben nicht über dich regieren ? Wiedarsst du sagen, mein Gott, und bist nicht steiff an seinem Bund, sondern wirffestden- selbigen täglich von dir hinweg? SolchenMen- schen, deren leider, nur allzuvil unser uns sind, welche Gottes Bund in ihren Mund klemmen , und dannoch die Zucht hassen, gehört zu, was Gott sagt: Ich habe geschwiegen, und du mepnest ich seye gleich wie du: Aber ich wil dich straffen, und dir unter dks Angesicht stehen, ja ihr alle, die ihr also setzt, sehet zu, daß euch Verzerr nicht einsmahls hinreis- se,und euch niemand errette. Bey disem Altar müssen wir auch der Altären der Römischen Kirchen eingedrnck seyn: Es gedencken die Anhänger derselbtgen, sie seyen die, so da sagen können: Es findet der Sperling seine Wohnung , und die Schwalb ihr Nast, da fie ihre Junten hinlegen, nämlich deinen Altar, Je rühmen sich, sie haben Altar, sie stiegen denselbigen täglich zu in der Mäß, da wir keine haben? Sie haben sich aber dessen am inte-, sten nicht zuberübmen , dieweil sie mit ihrer Mäß Mmit einem täglichen und neuen Versöhn . Opfer die Krasse des geleisteten Opfers Jesu und die Ruhe und Sicherheit desGewüs- sens zerstöhren: Wir aber kommen darzu atzn einem Altar und Opfer der Dancksagung. Darum _,_ ^8 o ^ _ Zt Darmm lasset uns Gott allezeit durch ihne aufopferen das Opfer des Lobs, das ist, die Frruchr der Lefzen, die seinen Nammen dekemncn. O daß wir eine solche Begirde zu dem, mas uns wahre Ruhe gibet, haben wurden, als jeenne zu dem, was ße nicht sättiget, noch beruhigtet. Jesus forderet von uns nichts als die Begitrd, aber eine aufrichtige Begird,wte die Begtird eines Vögeletns ist nach seinem Nä-, also sseye deine Begirde nach Jesu, nach dem Worct Jesu,nach dem Wort derGesandrenIe- su, rwelche um Christi willen bitten: Lasset eruch mit Gott verführten. Halt Jesum für d»cinen Lönig , und huldige ihm mit Ge- horsarme des Glaubens. Halt Jesum für deinen Gort, der dich unt« den Schatten seiner Rlüglcn wohl bewahret. Halt Jesum für deinem Hirten, und als sein Schaaf hör an seine Stimm, so wirst du in den Wunden Jesu ruhig, leben und selig sterben, laut seiner Veryets- sung:: Meine Schaafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach,, und ich gib ihnen das ewige Leben, und sie werden nicht umkommen in die E- wigkceit,und es wird sie niemand reisten auß meimer Hand, Amen. __ Dle Dritte Predigt. Über Wfalml^XXXIV.v.5. s.) Wohl denen, Die in deinem Hause wohmen, ste loben dich immerdar. Däla! Bittet, Z2 so wird euch gegeben werden , suchet, so werdet ihr finden, klopftet an,so wird euch aufgechan werden, vermahnet unser Heyland, Lire. r i. allwo er unter anderem auch den Suchenden das Finden verheißt, welches Finden drey Ding auf sich hat. Das vorgehende Suchen, das Erlangen des Gesuchten, und das darauf folgende Vernügen in dem Besitzen. Also sehen wir es in der Freude und dem Trost der Kirchen Gottes in unserem vorhabenden 84. Psalm, auß welchem wir vor 8. Tagen in einer schönen Gttichnuß vernommen, wie auß dem Finden desNästleins der Voglen, das Verlangender Seelen nach Gott abgedrucket werde. DiseS Finden hat nothwendig forderst das Suchen und den Mangel auf sich getragen, es hat etwas Verlohrnes bedeutet, das man nicht mehr hatte, gleich dem Weib im Evangelio Lucs Cap. 15. welches den verlohrnen Pfenning mit angezündetem Liecht, und dem Kehrbäsen gksuchet. Wer da suchet,der findet, also daß das Suchen nicht vergeblich ist; woraus ja von sich selbst erhellet, daß nicht so fast von irrdtschen als von geistlichen und himmlischen Dingen geredet werde; dann in zeitlichen Dingen beißt es nichtallemahl.wer suchender findet: Es findet mancher nichts, dieweil er nicht siichet, und suchetmancher, der. da nichts findet: Hingegen von geistlichen und göttlichen Dingen findet eS sich allemahl: Wer zu Gott kommen wil, der muß glauben, daßerseye,unddaß er denen _-»8 o A»_z z denen, die ihn suchen, ein Belohnen seye. Hehr. i i. Das geistliche Suchen hat nicht nur die Gewüßheit des Findens bey sich, sondern auch eine unaußsprechliche Vernüglichkeit in dem Gefundenen, welches dritte nun in unserem Psalm dißmahlen im s. Vers angedeutet, und hernach durch den gantzen Psalm fehrner erläuteret wird, worinn der Psalmist die Ursach setzet, warum er wie ein Sperling und Schwalb eine solche Begirde nach den Vorhäfen und dem Altar des Herren gehabt : Wohl, sagt er , denen, die in deinem Hause wohnen, sie loben dich immerdar. Säla! Dises mag mir wohl eine recht gültige Ursach, und ein ungezwungener Trieh seyn, eine Lust zu den Vorhäfen und Versandungen des Herren zutragen, umso vil destomehr Aufmercksamkett verdienen -ist Wort. Der Herr Jesus eröffne uns durch feinen Geist unsere Augen und unsere Heryen, daß wir das wahre Wohl der Linderen Gottes von dem falschen Wohl der Linderen diser Welt recht unterscheiden, und durch die Gewüßheit und Fürtrefflichkeit des immerwährenden Lobs Gottes wider alle Schrecken des Todes in unsecenHertzen mit Freude und Fride bevestner werden, Amen. Der Psalmtst redet mLsen Worten. I. Von einem Wohl oder Glückseligkeit der Gläubigen: Wohl denen, Vie in deinem Hause wohnen. II. Demnach zeiget er die Ursachen C dessel- 34 _ *8 s A. Desselben an, oderwormn dlß Wohlseyn bestehe: Sie loben btch tlnerdar. i. Wohl denen, die in deinem Hause wohnen. Wir haben hier übermahl ein Wohl, oder eine Glückseligkeit, deren in den Psalmen Davids so vrtmahlMeldung geschihel, wormitder gantze Psalter seinen Anfang mmmet, welches in dtsem unserem Psalm zumöffteren erscheinet, und wormit dtscrPsalm sich auch herrlich endiget. Wan es heißlrwohl; so wird ein Wort in vtler Zahl gebraucht,welches heißt:Glückftligkeiren, nicht nur ein Wohl, sonder derselbigen vtle, der- ftlbigen wahre, derselbigen alle,derselbigen allerhöchste, dann daS ist nicht ein Wohl in welchem so vil Wehe ist, und welches sich endlich in ein Weh endiget, geb was für einen Glantz eS im Anfang und eine Zeitlang habe, sonder daS ist ein Wohl, welches alle Glückseligkeiten in sich begretffet, welches auch mitten in dem Wehe der Seelen wohl thut, und welches kein Ende hat, sondern nachdem das Weh dtscr Zeitlichst abgethan seyn wird, dasselbige in unzer- Höhnten» Wohl ewiglich währet. Dises ist allein währt, daß es ein Wohl, eine Glückseligkeit, eine Seligkeit genennet werde. Vernemmet aberGierüber ein kÄrs^oxum, das ist, eine Lehre, die in der Sache gegründet, aber dem natürlich-menschlichen Sinne gantzzuwider scheinet, dann der Psalmist heget von diesem Wohl eine svnderbahre Meynung: Wohl denen, die in deinem Haust: wohnen. Es ist an diser Wahrheit, welche das Fleisch nicht __ -«H o A«. _ Zs fasset, etwas gelegen, danahen wollen wir beschauen, waS das Hauß des Herren seye, Was -a seye darinnen wohnen , und daß darinnen, ungeachtet der widrigen Meynung, der meisten unter den Menschen ein rechtes und wahres Wohl seye. David redet von einem Haust, und mit Nammen Gottes, die in deinem Hause wohnen. Gott als ein Geist, hat eigentlich kein Hauß, und hat keines vvnnvthen, er ist nicht fehrn von unser einem jeden, derMensch aber hat ein Hauß oder Herberg vonnölhen, da wohnet er, da iste» ob seinem Beruff, da ruhet er, da treibet er sein Handwerck, seine Handlung , sein Gewerb, sein Hauß ist, wo man ihn ordinari antrifft, wer etwas mit ihm zuthun hat, da hat er seinen wein - Stock und Feigen- Baum, wobey er ein ruhiges und stilles Leben führen kan, in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Also wann von disem Hause Gottes Meldung geschihet, wird nicht ein Ort verstanden, dessen Gott vonnöthen habe, sondern sllwo er sich dem Menschen auf eine sonderbare Weise offenbahret, und seine Diener seine Gnade und Gerechtigkeit in einem sonderbah- ren Zeichen sehen lasset, wie wir eS von denVor, Höfen auch vernemmen, und im alten Testament dasselbige erstlich in der Hütten oder Taberna- ckel , darnach im Tempel, und im neuen Testament in den heiligen Versammlungen aller Orten in der gantzcn Welt geschihet. ES beißt: Heiligkeit ist dieZierd deines Hauses ewiglich. Ps.sz. Ich habe gcl Lebet die Wohnung deines Hauses, und das Ort, da deine C » Ehre Z6 _ 2 Kt» _ Ehre wohnet. Ps. 27. Nach diser Symbolischen Wohnung , so bald dasjennige, was sie bedeutet hatte, vollendet, und Jesus an solchen Orten durch daSLetden vervollkommnet worden, würd manandisenOrt nicht mehr gebundm,sonder also spricht derHerr: DerHimmel ist meine Wohnung, und dre Erde ein Schemel meiner Lüsten. wo ist dann das Hause, welches ihr mir bauen werdet? Und wo ist das Ort, da ich ruhen solle? Jes. 66:1. Und ob- schon Gott in dem neuen Testament nun kein solches einziges und bestimmtes Ort hat, daran die Gläubigen angebunden seyen, wie in dem alten, so hat dannoch Gott in dem neuen Testament sein Hauß, wie könnten sonst die Gläubigen darinnen wohnen? Es ist nicht abgethan, sonder in eine herrlichere, und geistlichere, und him- lischere Gestalt verwandlet, es ist die Kirchen Gottes, über welche Paulus den Ttmotbeum erinneret: Du solt wüsten, wie du wandle» sollest im Haust Gottes, welches ist die Gemeinde des lebendigen Gottes, eine Säule und Grundvestung der Wahrheit. >. Tim. z:r s. Dises Haust Gottes ist nicht nur die Kirche Gottes insgemein, sondern wie sie nun eigentlich ist in allen partikular Kirchen in der gan- Hen weiten Welt, under Juden und Griechen, weil es unmöglich ist, daß tue Gläubigen von der gantzen Welt leiblich zusammen kommen, ob sie schon im Geist bekennen eine Gemeinschaft«: der Heiligen, so hat diß Haust Gottes durch Apostolische, das ist, Göttliche Verordnung m yite absonderliche Häuser ober Gemeinden müs- __ o A*> _Z7 fen eingetheilet werden: Du folc von Stark zu Start Elteste seyen, wie ich dir befohlen habe. Auch mag die Seele eines jedenGiäu- btgen ein solches Hause Gottes seyn, da Gott wohnet, wie die Gläubigen bey Gott, biß daß die TEristion geschihet von der Erden in den Himmel, und biß daß das irrdische Hause di- ser Hütten zerstöhret ist, wir einen Bau auß Gott haben, ein Hauß, nicht gemachek von Handen, sonder»» das ewig ist in den Himmlen. 2 .Eok. s:i. In disem Hause hat Gott seineHauß'Leuthe, Welche darinnen wohnen. Das wohnen, dessen sich der Psalmist bedienet, heißt auch Sitzen und Bleiben. Es wird entgegen gesctzet dem Vorbeygehen eines Hauses; was haß du für einen Nutzen, wann du schon ein herrliches Häuft sihest, unddugehestnichtdaretn, du gehest vorbey? Es wird entgegen gchtzet dem bald Her- außgehen , dem nicht Verbleiben in einem Hauß, was nutzet es einen, warm er schon in ein Hauß gehet und bald widerum darauß, wann er keinen Sitz , keine Wohnung und Gemeinsame darinnen hat, wann er auß der Hütten abgeschabet und außgefäget wird ? Diserem wohnen wird entgegen gesetzet der feindliche Angriff dises Hauses und die Stimm deren, die da sagen: Lasset uns ihre Wohnungen ü- berall zerstöhren, welcherlei) nicht liebhaben der Wohnungen GOttes im vorgehen- den 8z. Psalm vorgestellet worden. Es gibet dann Leuthe,die in dem Hause desHerren wohnen , und das ist schon eine grosse Ehre und ein C z über, A8_ -»B o N»> _ ubergroffes Glück. Nick cS ad bey den Menschen, wann ein hoher und vornehmer Herr ein Hauß odcrPallast hat, darinnen er wohnet, und er lasset sich belieben einen gemeinen und armen Mann in sein Hauß aufzunemmen , und einen Winckel zur Herberg darinnen zuvergün- stigen, wird das nicht für ein Glück unter den Menschen geachtet, wiewohl eine solche Vergünstigung offlmahl dem Hauß-Hcrren als dem Hauß - Mann zu grösserem Nutzen außschlaget? Was ist dann das für ein Vortheil,daß einer sol in Gottes Hause wohnen, seinen Sitz und Bleiben darinnen haben, und der Güteren des Hauses genleffen,nicht als ein Vmecht, welcher nicht im Hause bleibet, sonder als ein Sohn, der Erbe des Hauses ist. Das Hauß des Herren ist zwabr die gantze Welt, dessen Einwohner sind alle Menschen, gute und böse, ja alle Geschöpfe Himmels und der Erden,dieErde ist des Herren,und was darinnen ist: DerErd- boden, und was darauf wohnet: Aber iv discm Hause der Welt ein Einwohner seyn, machet den Menschen noch nicht selig, als durch den rcchtenGebrauch; wan wir diewelt brauchen, daß wir sie nicht mißbrauchen.Der Herr hat aufdiser Erde ein engeres Hauß, das lst, seine Kirche, nach unsers Catechtsmt Beschreibung eine Versammlung aller Außerwehlten Gottes,die eins Theils imHimmel mit Christo herrschen, anders Theils hier aufErden stin Wort hören,demstlbigen glauben, die heiligen Gacrament brauchen, und unter Christo ihrem einigen Haubt streiten und _ o ^ _Z9 und beharren. Z)ls s ist dasjennige wohnen Gorres, wovon tm Psalm gehandlet wird: Und Wie die Kirchen oder das Häuft Gottes in eine zweyfache Betrachtung kommet, äusserlich oder innerlich,sichtbahr oder unsichtbahr, also ist auch das wohnen im Hause Gottes, eintweder wahrhafftig und innerlich,oder es ist heuchlerisch und zum Schein. Nemmetes ab bey den wahren oder falschen Kirchen. Gangeren, in und fürnemlich um unserer Statt, es gibet deren, welche auch an dem Sonntag, auch des Morgens in Mantel und Dägen für gewüsse Kirchen geben, aber nicht hinein,sie stehen vorauffen, es ist ihnen nicht Ernst,sie losen unter dem freyen Himmel, hören einigen wenigenReden ohne Andacht zu, zäpffen sich daryon, gehen bin und her spatzieren, machen Gesellschafften, bringen die Zeit in Zech-Häusercn zu dise sind nicht die in unserem Psalm: Wohl denen, die in deinem Hause wohnen. Es ist daran gelegen, daß man auch ein äusserliches Md der Kirchen Gottes seye, aber es ist nicht genug ein äusserliches Md und ein äußerlicher Einwohner der KtrchenGot- tes seyn , wir müssen es seyn innerlich: Der wohnet im Hause Goctes, welcher sich be- sieisset Gott zuerkennen, und mit ihm vereinbah- ret zuwerden,der sich besieisset Gott zuerkennen nach seinem Wort, wie er sich geoffenbahret hat in Christo. Dann das ist das ewige Leben, daß sie erkennen dich , den einigen wahren Gott, und den, weichen du gesendet hast, Jesum Christum. Joh. 17. Die wohnen im Hause des Herren, welche dise Mittel zur Se- C 4 Weit q,o_ o A» _ Weit ergreifen an dem Ort, wo 6e Gott gestiftet , in den Versammlungen der Gläubigen, ein jedes Schaaf beyder Herde und dem Hirten,wo es hingehöret, und solche Gottes- Dienste besuchet,nichtnur damit er für keinen Verächter angesehen werde, sondern so oft es die Gelegenheit gibet, und wie es die Ordnung der Kirchen mitgibet. Der wohnet im Hause des Herren, welcher nicht allein mit dem Leibe verbanden , sonder mit der Andacht des Hertzens und Aufmercksamkeit aufdas Gehörete, wie Li- dia die Purpurkrämertn,nicht aber wie diejenige Juden, vondenen Paulus gesprochen: Das gehörte Wort hat sie nichts genutzt, darum, daß es nicht mir dem Glauben deren, die es gehöret haben, vermenget gewesen. Der wohnet in dem Hause Gottes, welcher die Sakrament der Kirchen Aeifftg braucht, dann sie sind Siegel, die denen zugehören, welche Jesu Christi sind, und durch die sollen wir den Tod des Heeren außkündigen und hoch preisen biß daß er komme. Dise wohnen im Haufe des Herren, welche in der Lehre Christi und der Apostlen bleiben und beharren, daß sie best eingewurylet sich von der Lehre Verwahr- heit, die da isi nach der Gottseligkeit, nicht bewegen lassen , weder zur Rechten noch zurLincken,weder zum Irrthum falscher Lehre, nochdurch ein lasterhaftes Leben, dann das sind nicht rechte Einwohner des Hauses Gottes, vondenen ein Johannes klagt: Sie sind von uns aufgegangen, aber sie waren nicht auß uns, dann wann sie auß uns gewesen waren, _ <2 N*> _ 4l waren, so wären sie bey uns geblieben, i. Joh. 2. Welche aber also in dem Hause des Herren wohnen, im Glauben, die thun es auch in der Liebe Gottes und in der Heiligung, erst dises ist das rechte wohnen in dem Hause Gottes, diß ist Gottes Wohnen bey uns, und unser Wohnen bey ihm. Du solr den Herren deinen Gott lieben von gangem deinem Her- yen , von ganger deiner Seele, von allem deinem Vermögen. Dises Wohnen in dem Hause Gottes wahrhaftig auf Erden, an welchem hanget das ewige wohnen im Haust Gottes im Himmel, hat unser Psalmtst zusammen gezogen auf eine gantz göttliche Weise in der Frag und Anwort des is. Psalms: Herr, wer wird wohnen in deiner Hütten ? wer wird bleiben auf deinem heiligen Berg? Der frommlich wandelt und recht thut, der die Wahrheit redet von Hergen,der mitsei- nerZungen nicht verlaumdet,und so fort,biß es am Beschluß heißt, wer das thut, der wird nicht entweget werden ewiglich. Sehet Wie es heißt und ist: Wohl denen, die in deinem Hause wohnen. II. DieUrsach aber diseS ihres Wohlseyns,oder die rechte Form und Gattung, worivnen dieses Wohl besiehe, wird fehrner vondem Psalmi-- sten außgedrucket mit disenWorten: Sie loben dich immerdar- AlS Wolle er sagen: Darum kau man denen, die im Hause des Herren wohnen , das höchste Wohl, die höchste Glückseligkeit zu kennen,dieweil sie dich immerdar loben. C 5 Dises 42 _-»8 o Aß»__ Dtses i^tn Grund , welcher bey einem trrdi< schen unwi-ergebohrnen Menschen nicht angehet , gleich wte er keine Degirde har in des Zerren Sause zuwohnen, eben also lasset er sich hierzu auch mit dem nicht antreiben, weil man da Gott immerdar lobet, eines iß ihme so abgeschmackt als das andere. Oder wie sotten die Gott immerdar loben, welche Gott nicht kennen, welche Gott nicht lieben, welche Gott nicht für das höchste Gut halten , deren Hertz an der Erde klebet, deren der Dauch ihr Gott ist, und die nur irrdisch gesinnet sind, worinnen andere die höchste Freude haben, das treiben die Leuthe diser Welt gar nicht, oder wann sie es um der äußerlichen Gemeinschafft willen mit den anderen thun müssen, so ist ihnen Zeit und Weile lang dabey, es hat keine Wur- tzel im Hertzen, und hat bald mit ihrem Mund verthönet. Dises ist etwas eigenthümliches, aber auch höchst ästimiert-und gehaltenes der außerwehlten Kinderey Gottes allein: Wohl denen, die in deinem Sause wohnen, sie loben dich immerdar. Sie, und keine andere, dann andere haben Gott nicht; der seine Zung nicht weißt im Zaum zuhalten, dessen Gottes- Dienst ist eitel,,der kau Gott nicht loben. Pises Loben der Gläubigen in dem Saust Gorces wahrer immerdar,gleich die Apostolische Ver- rnahnung lautet: Darret ohne Unterlaß, i. Tbeffal. s. Immerdar mit der Intention des Hertzens , wo eö nicht immerdar mit dem Mund seyn kan,immerdar auch mit dem Munde, daß wir auf alle Augenblick zum Lob Gor- res _ - 8 o A*- _ 4 z tes bereitet seyen, und niemahls nichts geben- ckcn, reden oder thun, welches der Ehre und dem Lobe unsers Gottes zuwider seye, gantz,wie es David im Z4 Ps. gethan. Ich wilden Zerren loben allezeit, sein Lob söl immerdar in meinem Munde seyn. Immerdar, dieweil daS wahre Lob Gottes nicht allein bestehet in denen Worten: Lobet ihr Diener des Herren, und so weiter, sondern wir loben den Herren auch in den Gedancken, in denWercken, inNach- solgung seiner Tugenden, daß wir in unserem Wandel selbst außkündigen die Tugenden dessen, der uns dcrüfft hat auß der Finfter- nuß zu seinem wunderbahren Liecht. Immerdar , weil difts Loben des Herren der Heerzeugen nicht nur in dem Hiruse Gottes, sondern an allen Orten auch bey Haust, auch zu Nacht auf dem Beth, auch indem allergevei- mesten Kämmerlein getriben werden soll. Am allerfürtrefflichften aber in denen Versammlungen selbst, und von denen, welche Bedienungen darinnen haben, den Herren absonderlich zulo- ben,als Diener Gottes und Christi, deren höchstes Gut und Zierd ist auch zum Exempel anderer den Herren immerdar zuloben. Ihr -knechte des Herren, lobet den Herren, die ihr zu Nacht stehet im Hauß des Herren, K. Wir loben den Herren immerdar, darum,dieweil kein Augenblick ist, da wir an neuer Matert den Herren zuloben außkommen, er lasset uns immerdar sehen feine herrliche und unendliche Majestät; er gibet uns unaufhörlich neue Ge- spohr seiner Güte und neue Gutthaten; sehen wir an ßte Gerichte seiner Gerechtigkeit über die undanckbahre und gottlose Welt, schauen wir an wie er ein Gottfeye, der da täglich drohet, als grad diß Jahr mit vilen, mit wiöerholleten, mit grossen und schwehren sehr gefährlichen Erdbeben, mit wundersamem Laussdes Jahres, ist nicht Matert verbanden den Richter aller Welt , der da recht richtet, zuloben, gleich es die Kirchen thut in dem Lied Mosis des Lnechts Gottes , und in dem Lied des Lamms, sprechende: Groß und wunderbar find deine Wercke, Herr, du allmächtiger Gott: Gerecht und wahrhafte sind deine Wege, du Röntg der Heiligen, wer solle dich nicht förchten, Herr, und deinen Nammen preisen? Dann du bist allein heilig. Dann alle Heyden werden kommen und vor dir anbätten, dann deine Rechte sind offenbahr worden. Ostenb. 15:3,4. Wir loben den Herren immerdar, und haben Ma- teri dasselbtge zuthun, wann wir ein jeder sehen auf uns selber, und wen da beduncket, es mangle ihm an Materiden Herren zuloben, derselbige schaue doch auf sich selber, er betrachte was Gott mit ihme von seiner Jugend an gethan, und wie er mit ihm umgegangen von Mutter-Leib an, wird er nicht immerdar Anlaaß haben zusagen: Ich lobe dich darum, daß ich so wunder- dahr gemacht bin: wunderbahr sind deine wercke, und das erkennet meine Seele wohl. Mein Gebein war dir nicht verborgen, da ich im Verborgenen gemachet, und unden in der Erden gebildet ward. Deine Augen _ M-o A- 4y Augen sahen mich, da ich noch eine ungestaltete Frucht war/ und alle Tage waren in deinem Buch geschriben, als ste erst bereitet wurden, und derselbigen noch keiner da war. Ps. z 9. Es gehe ein jeder in sich selber, und betrachte/ wie weißlich ihne Gott der Here gefübret,und täglich führe, wie vtl Gutthaten er ibme zu Seel und Leib beschehre/ auß wie vllen Gefahren er ihn errettet, wie vil Böses er ihm abgewendet, auß wie mancher Kranckbeit, da er des Todes eigen gewesen, er ihn widerum gesund gewachst lind geheilet, wie vil vätterliche Züchtigungen er ihm zugeschicket, wodurch er auf den Weg der Bekehrung gebracht worden, da er sonst auf dem breiten Wege der Hollen zu- geloffen wäre, nie Gott ihn habe vor den Menschen lassen zu Schanden und in Kaht gedruckst werden, damit er ihn ab der Straß der Höllm auf den Weg,um Himmel leite, ist solches nicht Materi der Herren immerdar zuloben? Noch mehr, wmn wir nachsinnen der Gnade des Vatrers, ter uns von Ewigkeit erwehret, der Liebe des Sohns, der sein Leben für uns gelassen, >a wir noch seine Feinde waren ; des in uns wohnenden und uns widergebäh- renden Heil. Eeistes, der da immerwährende Zeugnuß gbet unserem Geist, daß wir Lander Gotts seyen. Alle diese Gnaden Gottes, von deren David sagt, ste wahren von Ewigkeit zu Ewigkeit, sie haben kein Ende, sind j- so vil Maerteu und Gründe, daß es hin- WtderuM heißt sie loben dich immerdar, und diseS Lob wirdttst zum rechten Lob gemachst, wann 46 _ o _ wann es nicht nur allein geschihet, sondern wann eS von uns geschichtwie es geschehen sol, in der Gemeinde Gottes, da kommet diser Spruch erst eomplet und in seiner Volle herauß: Wohl denen , die in deinem Hause wohnen, sie loben dich immerdar. Wäre es etwann Sach, daß ein Gläubiger wegen seiner Schwachheiten,wegen Kleinmuthigkeit, oder weil er aufdemWege des Irrthums, durch die Reitzung seines Fleisches, durch die Verführung der Welt und der bösen Exemplcn,oder durch dieVersuchungen deS Satans von dem Lob Gottes abgehalten wurde, oder die Matertdarzu durch eigene Einschläf- fung nicht finden könntc;hteher,hieher zum^ause Gottes, in dem Tempel lehren, sehen, hören wir, indem Tempel werden wir gereitzet zum immerwährenden Lob Gottes. Suchen andere das Wohl in Eitelkeit, in der Sund, in den Werckcn deS Fleisches, ach wie bald, ach wie so unversehens wird ein solches Wohl in ein trauriges und ewiges Weh verkehret! Hingegen loben wir den Herren im Reich der Gnaden, so werden wir ihn auch immerdar loben im Reich der Herrlichkeit. Das rechte Lob kan dem Herren nicht gegeben werden als nur von den Glideren der Kirchen Gottes; sagt Davidas einte auß, wohl denen, die in deinemHau- fe wohnen, sie loben dich immerdar, so ist der entgegengesetzte Außspruch nicht minder Wahr: Verfluche sind die, welche nicht im Hause des Heeren wohnen, welche das Mittel des Lobs Gottes, die heilige Versammlungen verachten; verflucht alle die, welche anstatt ^ o N»_47 des Lobs GotteS mit ihren boßhafftigen Hertzen und lästerlichen Zungen wider die Heiligkeit Gottes murren Wir hüten uns davor und sahen nun an auf Erden dasjenntge, was wir ewig treiben werden im Himmel, nämlich Gott immerdar loben. Warum werden wir Gott immerdar loben ? Darum, dieweil wir dcsLobs Gottes nimmer werden satt werden. Ab indischen Sachen werden wir endlich so satt,daß uns alles eckelt und erläidet. Ab den himmlischen Sachen, ab dem Lob Gottes , werden wir nimmer satt zum Eckel, aber satt zum immerwährenden Begehren und ewigen Genuß. Bey dir, o Herr, ist Freude die Volle, und ein liebliches Wesen, und ein begirrliches Leben immer und ewiglich, Amen. DieVierte Predigt. Über Usalm 1.XXXIV.V.6-8. 6. ) Wohl dem Menschen, dessenStär- cke in dir ist, in deren Hertzen gebahnece Fußpfade sind. 7 . ) Die durch das Jammerthal gehen, machen dasseldige zum Brunnen: Der Regen wird auch die Sod- Brünnen füllen.. 8:) Sie gehen von einer Macht zu der anderen, der Gott derGötterenwnd in Zion gesehen. 2" <»8 o H«. 48 ^N dem Werckder Erschaffung, daGott im Anfang aller Dingen Himmel und Erden erschaffen hat, Hüter einen solchen Weg geführet, daß er je von dem Minderen auf dgs Höhere gestigen und zuletst am fechßcenTag die edleste aller Creatu-- ren, den Menschen, der ein Herr über die anderen seyn solle, herfürgebracht. i. Buch Mos. i. Was der Herr im Anfang seiner Wercken, Einsetzung und Bestimmung der Natur für eine Ordnung gehalten, dieselbige behaltet er auch in Fortsetzung der Natur, der Geschöpffe und der Händlen in der Welt. Menschen, und für- außMonarchen und Gewaltige fangen ein Ding hoch und offt allzuhoch an, daß sie es nicht also können außführen, sie setzen hernach ab, und geben nach. Aber Gott sahet bey dem Ni- drigen an, bleibet vest, nimmet zu, und treibet es auf daS Höchste: Das thut er in der Natur, das thut er in der Gnade, das thut er in der Leitung feiner Kirchen, das thut er in der wunderbahrenFührung eines jeden Gläubigen, das thut er in demWege zur ewtgenHerrlichkeit. Über alle Proben deffen, die wir in der heiligen Schrifft und in der Erfahrung haben, ist uns der vorhabende 84. Psalm, da dtse Wege Gottes vom Minderen zum Mehreren dem Psalmisten die Materi und die Ursach aller der höchsten Freuden und der seligsten Begirde nach den Vorhäfen Gottes an die Hände gibet, alles, was im alten Testament darinnen geschahe, wäre von einer hertzlichen Benügung im Ansehender Leitung _. 7 . Leitung Gottes mit seiner Kirche; noch wett mehr begirrlich aber vonwegen des Glaubens und der Hoffnung, die sie hgtten aufChristum, der da ist die Wa hrheit und das Leoen, und der da gesprochen hat: Niemand kommt zum Vatrec, dann nur durch mich. Wir werden solche Staffle« und solches Steigen und zu der Vollkommenheit trachten, sonderbahr finden in den Worten unsers Texts. Dann nachdem der Psalmiftdas Wohl oder die höchste Glückselig, keit außgesagt von denen, die in dem Sause des Serren wohnen, indem sie den Serren immer- dar loben, so streicht er jetzt dise Seligkeit auß von einer Staffel zu der anderen Staffel, wie sie kommen von dem Minderen zu dem Mehreren, biß daß sie in ihrem höchsten Gipffel ist. Lasset uns disen Worten also nachsinnen, daß wir besehen : i. Das Vorbild, wie dise Erzehlung hergenommen seye auß denen Dingen , die in dem alten Volck bey ihrem Gottes - Dienst sich zugetragen darinnen eine Freude war. N.Das geistliche Wanderen, und nicht müde werden der Gläubigen des A. und N. Testaments und ihrem Wachsthum in der Gnade, welches eine noch grössere Freude und schon Die Seligkeit und gleichsam der Himmel auf Erden ist. M. Auß diser Betrachtung einiche D Psiich« 50_-»H O _ Pflichten und Zunutzmachungen zrche. Dieweil aber dise Glückseligkeit auf dem Wege zu slon neemand erkennet, als welcher erieuchceteAugen seinesVerstands hak, so stehe uns Herr Jesu, bey mit deinem guten Geist, der uns stärcke, daß wie nicht müd werden ja seye unser Führer undweg- weiser wie den zwey Emauntischen jüngeren, daß wir auch dißfahls sagen können: Brannte nicht unser Hertz in uns , als er auf dem weg mit uns redete, und uns die Schafften erklahtete, Amen. I. Dise Worte haben einen Anfang und einen Schatten des Verstands, wann wir sie betrachten, von der Glückseligkeit der Jüdischen Bös- Leren, welche sie genossen in ihrem Levitischen Bedeutungs'vollen GvtteS'Dienst, dabey grosse Gnaden und Verheißungen Gottes verknüpfet waren. Wohl dem Menschen, dessen Stär- cke in dir ist. Wir haben schon gehört, daß er nicht von einem gemeinen, sondern von einem grossen Wohl und SeligMt redet, welches uns zum obersten und unveränderlichen Wohl leitet, das schreibt er dem zu, dessen Stärcke in die ist, der nicht auf sich selbst bauet, sonder in der Seligkeit alles bey Gott suchet, bey Gott findet; es ihm danckbarlich zuschreibet, und sich m Gvtt freuet: Dann bahn, geh» t die Vermah- nung selber: Der Stärcke rühme sich nicht seinerScärcke.Jer.9.Er zeiget dieKennzeichen _ -*A o _ sr eines solchen Menschen/ dessen Starcke in Gott. In deren Sergen gebahnte Fußpfade find. Er änderet die Zahl, und da er von einem geredet, ziehet er jetzt vile eyn zuzeigen, daß alle, die in disem Pfade gehen, Theil an di- ser Glückseligkeit haben. Er redet von gebahnten Fußpfaden; es ist zuglauben, daß dieweil -ieJsraeliten alle Jahr von allen Orten gen Jerusalem hinauf ziehen mußten, daß die Straffen, welche dahin führten, wohl gebahnt gewesen, und damit denselbtgen einen Muth gemachet, auch Ware solches ein Zeichen , daß gute Vorgänger daselbst gewesen, welche gute und fröliche Nachgänger hatten. Es ist aber nicht genug einen Weg tretten mit den Füssen, wann man ihn nicht mit fröltchem Gemüth und Lust gehet, welcher Lust und Vertreibung aller Müdigkeit herkommet von dem Zweck und Absehen , so man bey einer Reise im Hcrtzen und Sinn hat. Dämchen sagt der Psalmist: In deren Heryen gebahnte Fußpfade find. Eine solche HertzcnS- Begtrd sehen wir in dem Gesangdes Aufsteigend Davids im ,22.Psalm: Ich freue mich, wann fie zu mir sprechen: wir wollen in des Herren Haust gehen, unsere Füsse werden in deinen Porten stehen, 0 Jerusalem! Dife gebahnte Fußpfade sind gleichwohl nicht aller Orten mit Rosen und Lilien besetzet, sie haben ihre Dorn, das deutet der Ptalmist fehrner, wann er sagt: Die durch das Jammerthal gehen. Es wäre hier vil von der Buchstäblichen Jüdischen Erklärung zureden,welche D 2 kein 52_ ^8 c> N«. _ kein gutes und völliges Fundament hat, dann sie schreiben / es seye auf dem Weg gen Jerusalem ein gewisses Thal gewesen/ dadurch man habe passieren müssen/ Backs genannt,welches man aber in den Land-Charten nicht findet, und wo ein solcher gewesen wäre, so hatte man nicht von allen vier Seithen nahen passieren müssen; andere geben es, der Thal der Maul-Beer- andere der Eich - Bäumen, das ist, das Thranen- Thal, das da ist aller Orten, und durch welches alle passeren müssen, welche in Zion anzulangen gesinnet sind. Dises dürre Thal machen die Jsraeliten zum Brunnen; es wird gedeutet aus das, was äusserlich geschehen, da die Patriarchen in den dürren Orten des Landes Ca- naan Brünnen gegraben; die in deren Sergen geoahnere Fußpfade sind, verkehren ihnen selbs die Beschwehrlichkeiten der Reise nach Zion zn einem Brunnendes Trosts, so wie die gottselige Hanna thäte, welche, weil sie ihre Stärcke inGott hatte,ihro selber alleBeschwer- de« und das Gespött, das sie von der Reitzerin Peninna außstchen mußte, zum Brunnen des Trosts gemachet hat. Dise Arbeit dernachZion Wanderenden ist nicht vergebens, dann siewird durch den Segen Gottes begleitet: Der Regen wird auch dieListernen oderSod-BkÜN- nen füllen, also, daß denen Reisenden an genügsamem Wasser den Durst zulöschen nimmer mangle« wird.Wieder PatriarchAbraham auf seiner Reise,Jsae in ferner Pilgramfahrt,Jacob in seinem Hirten-Stand. Zu ihnen floß solcher Segen Gottes durch den Regen, den sie bey den wohl- _ o At» _ s? wohlverwahrtenSoo-Brünnen so vil mahlzu ihrer und ihres Viehs Tränckunggenossen. ES sind aber die Wort in dem Grund-Text von solcher Beschaffenheit und Nachdruck/ daß sie auch Übersetzet werden können : Die Lehrer werden mit Segen geschmückt und übergössen. Dann die Wanderschafft in Zion bestehet in lehren und gelehrt werden / gle»ch Moses seine Lehre einemRegen und Thau vergleicht, und gleich wie Gott verhciffen : wie der Regen und Schnee vom Himmel herab kommt/ und nicht lär widccum zurück kehrt, sonder die Erde fruchtbar und grün machet: Also soll mein Wort, das auß meinem Munde gehet,nicht lär widerum zurück kehremjon- dern allen meinen Willen thun, und alles dasjennige außrichten,worzu ich es gesendet habe. Dtse Stärckung Gottes machet die nach Zion Wanderenden frisch, daß obschon der Weg weit, und die Strasse rauch ist, siedan- Nvch nicht MÜd werden. Sie gehen von einer Macht zu der anderen, das war die Meynung von dem alten Volck Gottes, wann sie gen Jerusalem hinaufgezogen, sie nicht müd wurden,minstens hat sich dergleichen zugetragen bey der Hinüberführunq der Bunds - Lade in die Statt Davids. Solche Macht und Stockung auf dem Weg nach Zion, währet nicht nur bey den Anfängen, oder eines Stuck Wegs, sondern fort und fort, bis sie zu Gott in Zion kommen, oder, da Gott der Götteren wird in Zion gesehen, welches das Ende, der Zweck und die Ruhe ihrer Reise ist, und darinnen das D z Wohl 54_ ^ o ^ Wohl zuersehen, davon geredet worden: Wohl denen , die in deinem ^ause wohnen, sie loben dich immerdar. Der Gott deeGötte- ren,der disenTitul auch tm 50.Psalm führet. Dise Reise führet nicht zu einem falschen Gott, wie der Greuel Moloch und alle andere falsche Götter waren; zu dem Gott der Götteren, der auch ist über alle die, welche ehmahlen Götter als Obrigkeiten genennet worden, diser wird gesehen nicht leiblich, welches auch Moses nicht gesehen hat, sondern geistlich, in seinen Eigenschafften , Tugenden und Herrlichkeiten, insonderheit im alten Testament, in der Hütten des Heiligthums durch die Wolcken der Herrlichkeit, als ein Vorbild, daß der, welcher der Gott der Götteren ist, dermahleneitts stchtbahr, in angenommener menschlichen Natur werde auf Erden gesehen werden: Erwirb in Zion gesehen , nicht zum blossen Anschauen, sondern gesehen als der Goel, als der Erretter, als der, der alle Hülsse schaffet auf Erden. II. Es leuchtet auß Visen Worten eine Liesse der Weißheit Gottes, wann wir sie auch betrachten im Schatten, man kan sie nicht genug erschöpfen, es ist aber darinen eine noch weit grössere Krafft, wann wir dieselbige in der Geheim- nuß des neuen Testaments beschauen, und in der Kirchen erstlich hier auf Erden, hernach in dem Himmel, welches den Gläubigen des A. Testaments in dem Glauben und in derVerhetffimg in ren Schatten eingewicklct gewesen, wir aber dises Wohl in der Erfüllung und ohne Schat- __v _ 55 ten haben. Verklemmet es eigentlich: Wohl dem Menschen , dessen Stärcke in dir ist. Ist ihm nicht also? Alle Stärckediewir haben, und auf dem Wege des Heils vonnöthen haben, die kommet allein von Gott: Ww sind niche geschickt auß uns selber , als «uß uns selber etwas Gutes zugedencken, sondern alle unsere Geschidklichkeit ist auß Gott. Jesus verwahre Gott, und das ewige Leben, ist unsere Stärcke, und unsere Stärcke muß m Lbm ftvn durch die Vereinbahrung des Glaubens , durch welchen wir mit ihm vereiniget werden,gleich Wie dasSchoß mit demweinstock. Ohne mich möget ihr nichts thun. Bey solche, und bey solchen allein iftdas fehrncre Wort des Psalmtften: In deren Sergen gebahnte Fußpfade sind.Bey einem wahren Misten ist nicht allein die Bekanntnuß des Munds, oder der Ruhm des Glaubens, sondern es sind die gebahnte Fußpfade, es ist da der Wandel. Fußpfade eines Patriarchen Abrahams, zu dem der Herr gesprochen: IchbinderGotcGchad- dai: Wandle stets vor mir und sey fromm. Fußpfade unsers Serren Jesu Christi, nicht dteTritt^der Stapfen,welche man aufdemOel- Berg in einem Felsen zeiget, von dannen er gen Himmel gefahren seyn soll, auch nicht die eingedruckte Finger, die man zu Einsidlen in der H. Capellen z iget, das sind Possen, sondern er hat nur einen gebahnten weg gezeiget, erstlich durch sein Blut, Verdienst und Gerechtma- chung, dann also haben wir einen neuen und lebendigen weg in das Seiligthum einzu- D 4 gehen: s6_ gehen : Aber durch Jesum auch gebahnete Fußpfade/aller feiner Tugenden ihm nachzufolgen : Wer mein jünger seyn wit, der ver- laugne sich selber/ er nemme sein Lreuy auf sich / und folge mir nach. Gebahnete Fußpfade auf welche Paulus weiset: Geyt dann nun Nachfolger Gottes / als die geliebte Linder/ und wandlet in der Liebe, wie uns Christus geliebet/ und sich selber für uns zu einer Gaab und Opfer Gott zu einem angenehmen Geruch gegeben hat. Eph. sn,2. Dise gebahnete Fußpfade zu dem HauseGot« tes zeigen sich bey einem wahren Christen nicht allein an seinem Gehen zur Kirchen mit den Füssen/ sondern fürrrehmlichlmZerrzen.Beschauet den Unterscheid zweyer/ deren einer den gebah- neren Fußpfad mit den Füssen allein getretten, indes anderen Hergäbet wäre dtscr Fußpfad gebahnet. Der einte ist der Phariseer, der im Tempel kommen aufgeblasen/ ohne Demuth und Bekanntnuß seiner Sünden und ungerechferti- get widerum hinaußgegangen; der andere/ der bußfertige Zoller hingegen hatte die gebahne- te Fußpfade in demtteffesten seines Hertzens: O Gott sey mir Sünder gnädig. Gefttzt, seineFüffe seyen zuhinderst im Tempel gestandm, sein Hertz wäre zunächst bey Gott in Zion dann wan einer schon mit seinen Füssen der Kirchen zu- laufft,so offt erhöret läuten und demHerren das Gesteh zertretten / und nicht darinnen mit dem Dertzm und mit der Folge eines heiligen und Gott wohlgefälligen Lebens / so wäre ihm solches kein Nutz: Hingegen wann zum ersten in _*8 o A- _57 dem^eryen eines Christen gebahnete Fußpsa« de smd, so werden seine Füsse auch gern im Hause Gottes stehen/und wird ein solcher die heilige Versammlungen nicht verlassen. Uber daS ist es auch bey den Christen, die durch das Iam- merthal gehen, Wie Jesus bey seinem Leide» über den Bach und Thal Kedron. D.ses ist eine Wahrheit / welche vonwegen der täglichen Erfahrenheit weder mit vilenExemplen, noch mit vilen Gründen eingeschärffet zuwerdenbedarff; keiner wandlet zu Gore in Zion, der da nicht durch das Jammerthal gehet/ und dasgeschi« het auf tausenberlev Weift/ je nachdeme es Gott einem jeden von Ewigkeit geordnet hat, aber der Wegdurch das Jammerthal führet Hinaufgen Zion. Beschauet die Seligkeiten von unserem Heyland außgeftrochen, sind sie nicht alle ein gewüsses Jammerthal ? Aber das da zur höchsten Seligkeit führet ? Ja ich sage, daß alle Menschen, nicht allein die Bürger zu Babel durch das Jammerthal gehen, aber nicht gleich jennen,wie ein Voller durch einen gefährlichen Weg gehet, und ob er schon gewahrnet wird, dannoch blind und voll fortwtl, anstosset und zerfallet, daß ein Hoseas wohl dift Frage fürstel- len mag: wer ist weiß, der wird dises verstehen : Und wer verständig ist, der wird es erkennen: Dann die Wege des Zerren stnd richtig, und die Frommen werden darinnen gehen, die Gottlosen aber werden darinnen strauchle». Hof. 14.-9. Die Gläubigenmachen ihnen selbst von disem Jammerthal einen rechten Gebrauch, dann sie machen D 5 eS 58 _ ^ o _ es ihnen zum Brunnen, das ist cme von den grösten Künsten, und von den grossen Gliadcn von Gott, Brunnen machen: Wann solches auch in unserer Statt irrdisch für eine Gutthat Gottes gerechnet werden kan, Brünen machen, Wasser verschaffen, daß eme Statt, fürauß bey denHaudt- Brünnenohn-Noch leye. Wann es hingegen in vilen grossen Stätten, wie Amsterdam und dergleichen sind , von ihrer anderen Glückseligkeit und Reichthum vil benimmet, daß sie Mangel an Wasser haben, wie so tröstlich ist dann das, daß die Bürger Zion, wann Ae durch das Jammerthal gehen, ihm dasselbi« ge zum Brunnen machen, daß sie niemabl ohne Trost find, levden sie, so verschmachten sie doch nicht, was ihnen immer begegnet, so können sie sich in alles schicken,sie haben die hetligeSchrisst, und machen ihnen dieseldige bekannt, daß sie mit David sprechen : In der Viele meiner Ge, dancken haben deineTröstungen meineSee- le ergötzt. Sie haben den innwohnenden Trö- Aer den heiligen Geist,der ihnen wird eine Quelle des Wassers , das in das ewige Leben quillet, und daß sie sprechen können: Gebene- deyet sepGott und derVatter unsersSerrcn Jesu Christi, der Vacrer der Barmherzigkeit, und der Gott alles Trosts, der uns tröstet in aller unserer Trübsal, und machet, daß auch wir trösten können die, so in allerley Trübsalen begriffen find, mit ebendem- stlbigen Trost, mit welchem wir selbst von Gott getröstet werden. Sie machen das Jammerthal ihnen selber zumBrunnen durch _ o A» _1- fleißiges Graben, wie ehmablS die Knecht Ilacs; das Wasser liqt in der Liesse, o wie vil ist noch verborgenes, was ist das für cineKunst? Was ist das für ein Nutze» / Wasser auß der Liesse ziehen lMHerfür bringen können? DaS können die/ welche im Haust Gottes wohnen, welche nach der Vermahnung Christi die Schriffcen ergründen ; wie kommt ihnen von den Sprüchen der heiligen Schrifft offt etnS- Mahls eine Leuelle des Trosts, damit sie sich als mit Wasser laben können, Herfür, daramsie so lang met geistlichem Durst und Traurigkeit verlanget ? Sie machen ihnen das Jammerthal zum Brunnen durch Gebätt und Thränen , das ist die Wasser- Leitung, durch welches uns daffelbige zufließt, daß man wahrhafftig sagen kan: Die mir Thränen säyen, werden mit Freuden ernden. Da da geschihet, daß der Regen die God - Brünnen füllet. Wann Gott getreue, genügsame, kräfftige Lehrer sendet, deren Arbeit nicht vergebens ist im Herren, da hat Gott seine Zeiten; wie lang hat es unter dem Antichristenthum gewähret, daß Gott hat verweisen müssen: Mein Volck hat zwo Schalkheiten begangen: Mich, den Brunnen der lebendigen wasseren haben sie verlassen, daß sie ihnen Sod-Brünnen grabten, ja zerbrochene Sod - Brünnen, welche kein Wasser haben- Jer.Luz. Da- hergcgen bey der niemahl genug gepriesenen himmlischen Gutthat der seligen Reformation bist Wasser widerum häuffig hcrfür gequellet sind > von da an ruffen uns die Diener Gottes in 6Q_ <2 A» _ zu: O ihr alle, die ihr dürstet, kommet zum Wasser, und ihr, die ihr kein Gelt habet, kommet, kauffet, daß ihrzuessen habet,kommet und kauffet wein und Milch, ohne Gelt und Geltes werth. Jes. ^ su. Es ist kein Wunder, ihr Geliebte, daß die, welche solche Erlabung haben imweg zu zion, hinauf neue Lrafft bekommen: Sie gehen, sagt der Psalmift , von Lrafftzu Lraffc, das ist es, was die Propheten nach David bestätiget haben: Die auf den Herren hoffen, empfangen neue Lraffc, daß sie auffahren mitFlüg« len wie die Adler, daß sie lauffen und nicht erligen, daß sie wandlen und nicht müde werden. Jes. 40:52. Gleichwie die Jsraeli- ten, wann ste auf die Fast gen Jerusalem und zu dem Tempel reiseten, gleichwie denen, welche einer Statt , insonderheit ihrem Vatterland mit einem Heimweh zu reifen, je näher ste find, fürauß wann ste die Statt nunmehr im Gestcht haben, je stärckere Schritt nemmen ste, und achten der Müdigkeit nicht, biß ste hinein kommen. Ste gehen vonLraffc zu Rrafft, verstehe nicht ihre eigene, sondern Gottes Lraffc: Gottes Rrafft ist das Principium, der Ursprung deS LauffS in unferemChrtstenthum; wir gehen durch die KrafftdesH. Geistes, der unswidergebihrt, heiliget, stärcket und in Ewigkeit bey uns bleibet. Sie gehen vonRrafftzu Rrafft, verstehe von einer Tugend zu der anderen, in allen Gattungen; dann wer durch den Geist Gott s widerge- bohren ist, dessen Fleiß gehet nicht nur auf eine Tugend , sondern auf alle Wege der Gebor- rmGottes, gleich solches von Zacharia gemel- _ o A» _6i detwrrd, und von seinem Weibe Elisabeth: Sie wandle» unsträflich, nicht nur in einem, sondern in allen Geborten Gottes, dann wo dem nicht also wäre, so wurde Platz haben was Jacob spricht: So jemand das gange Ge- say haltet, fehlet aber an einem, der ist in allem schuldig worden. Die Bürger Zions gehen von Lraflt zu Lrafft, nicht nur Weil sie halten alle Gcbotte Gottes, sondern weil sie in einem jeden derselbigen wachsen und zu- nemmen, 6-^u, von Staffel zu Staffel; di- seS wird uns in heiliger Schrifft vorgebildet mit der Vermahnung des Wachsens und Zuvem- mens: Wachste in der Gnade und in der Erkanntnuß unsers Herren ^esu Christi. 2 . Pctr. z: 18 . Das wird uns täglich an dem Zunemmen des Menschen auch im leiblichen ge- zeiqet: Ein Kind, das nun neu und frisch an die Welt gebohren ist, das ist zwahr ein Mensch, es hat alleTheile des Menschen, ein Grosser und Erwachsener hat nicht mehrGlider als etnKind, es muß aber das Kind nicht mehr in der Kind. heit bleiben, es muß durch Speis und Tranck, erstlich durch zahrte, hernach durch Beste under- halten werden, daß es trüheundzunemme, also am Gemüth, an Wüffenschaffr, an Gottes- forcht, es kommt ins Rammen-Büchlein, in Lehrmeister, in die Zeugnuß, in den Psalter,ins Testament, in die Bibel, und wann em Mensch in den Gründen der Wahrheit devestnet ist, so lasset er sich auch hmdcr andere nutzdabre und erbauliche Bücher. Sie gehen von Lraffk zu Lrafft, sagt dLr Psaumst,und dtse Aussage 62_ 0 A«. __ von den Gläubigen setzet allerdings in denselbt- gen eine Unvollkommenhett, dann wo Lraffk und Lrafft, wo Lugend zu T ugend- wo Staffel zu Staffel sind, da ist eS klahr, daß man das einte erreicht habe und das andere noch n cht, wie wann man eine Treppe oder Stege dinaüf- gehchalso daß dises von Lraffc zu Lrafft uns erkläbret, was der Psalmist zuvor gesprochen, daß sie den Herren immerdar loben; wie immerdar? Sie gehen darinnen von Lrafft zu brasse, sie thun alle Tage etw as hinzu. Beschauen wir uns aber hierinn, so manglet uns da« rinnen noch allezeit - wir sind auf diser Leiter Jacobs noch nicht auf dem obersten Tritt; ein Paulus,wie vilmehr dann wir müssen sagen :Ihe Brüder , ich schätze mich selber noch nicht, daß ichs ergriffen habe: Dises aber sage ich,ich vergifte was hinter mirist,und strecke mich nach dem, was davornen ist, und jage nach demfürgestreckcen Zihhnach demLlei- nod der Berüffung Gottes von obenherab. Philipp, 3:13,14. Wie es dann Krafft dessen Widerum heißt: Sie gehen von Lrafft zu Lrafft, um zuzeigen, ob wir schon den obersten Gipffel noch nicht erlanget, jedannoch in dem Lauss des Glaubens und der Heiligung nicht sollen erltgen, wie gottlose und verruchte aber gar vile Menschen auf dem Küffelein diser Unvollkommenheil garsanfft sich selbst einschlössen, und was sie täglich und muthwillig sündigen, unter disemTirulder Unvollkommenbeit bedecken: Wir können nicht Engel seyn; wer also qedenckt, wer also wandlet, der ist nicht von denBurge- n Zions, dann dtse gehen von Lrafft zu __ O _ 6Z Lraffk: Wer eine Stege hinaufgehen wu in , den oberen Saas,wannerzwey Tritt hinaufgestiegen , und wlderurrr einen hinunder oder noch mehr, wie wird derselbige hinaufkommen; im Weg zum Himmel stillstehen, ist so vil als zurückgehe; was nutzte es das Weib Loths,daß sie von Sovoma außgienge, da sie als mit Hertz und Augen zurück sahe? Sehet, das iß es, sie / gehen von Lrafft zu Lraffc. ! Der Psalmist setzet aber endlich auch das Zihl. l eines solchen Wa n derenS, in Visen Worten: Den Gore der Götr der Cherubinen. Er ist gesehen worden mit leiblichen Augen in den Tagen des Fleisches Jesu Christi. Er ist gesehen worden und wird gesehen durch den Glauben als ein vervollkommneter Heyland in der klahren Lehre des Evangeliums: Wir alle, die wir mit aufgedecktem Angesicht die Llahrheik des Herren in einem Spiegel sehen, werden vergesialtek in eben dieselbige Bildnuß von Llahrheit zu Llahrheit, als von des Herren Geisi. 2. Cor-4:i8. Insonderheit vollkommen, in höchstem Grad und in aller ewigen Beständigkeit unv Unveränderlich^ sind wir bev GOtt in Zion im ewigen Leben, im Himmel, biß so weit wä hrt unser Wanderen. Ihr Geliebre, wie sind schon jetzt Linder Gottes, aber es isk noch nicht offenbahr, was wir seyn werden: 6 ^_ 2 _ Wir wüsten aber,daß wann er geoffenbah- ret werden wird , wir ihm gleich seyn werden , dann wir werden ihn sehen wie er ist. i.Joh.?:2. Ein Reisender in der Welt hat doch auch seinen Zweck, er hat ein Ort dahin er ziehlet; er reiset dem Vatterland zu und sucht daffelbtge, sonst ist er ein Fabrum: Warum sötte eS dann nicht vtlmehr in unserer geist ichen W-rnderschafftalso beschaffen seyn ? Was nutzet das Gehen von Rrafft zu Rraffc , wann eS nicht seinen gewissen Zweck und seine selige End- schafft erreichte: Der Gott der Götteren wird in Fron gesehen. Bey Gore ist Freude die Volle, und ein liebliches Wesen zu seiner Rechten ewiglich: Was ist das für ein sehen ? Es ist die völlige, ewige, herrlichste Vereiubah- rung mit Gott, dann gleichwie auf den Fahl Adams die Sünde uns von Gott scheidet, also durch die Genugthüung Jesu, der uns im Himmel ein Ort zubereitet , und uns durch seinen Geist allhier auf unserer Wanderschafft heiliget und stärcket, werden wir mit Gott dem höchsten Gut auf das genaueste widerum verein- bahret, dessen haben wir die Begird in disem jetzigen, den völligen Besitz aber in jennem Leben, das machet, daß eine gläubige Seele mit Paulo außruffet: Ich habe einen Lust abzuscheiden, und bey Jesu zustyn, das ist das Wohl unsers Tepts: Wohl denen die in deinem Hause wohnen, ste loben dich immerdar. Wohl dem Menschen, dessen Sarcke in dir ist, in deren Heryen gebahnece Fußpfade sind, die durch das Jammerthal gehen, und machen dasselbige _ -»V o H-»- _-6s dasselbigezum Brunnen: Der Regen wird auch die God-Brünnen füllen: Sie gehen von einer Macht zu der anderen, der Gott der Götteren ward in?ion gesehen. IN. Ach wieunglückhafft sind alle die,welche hieran keinen Antheil Hasen. Und o wie vilehates deren Elenden in der Welt, nicht nur unter den Völckcren, welche ohne Gott und ohne Hoffnung in der Welt leben, sondern mitten unter uns. Wte vile tretten nicht in den Pfad der Gottlosigkeit? Thut die Augen auf, betrachtet die Gefahr wortnnen ihr begriffen, beschauet das Ende euers Lebens, welches weit näher ist als ihr euch einbildet, beschauet die Eitelkeit de§ . Wollusts, den Betrugder Sund, und die traurige Belohnung des Teufels, dem ihr dienet, dasEnde dijer Dingen aller istder Tod nicht allein der zeitlicheffonder der ewige. woeuer Schay ist da ist euer Hertz. Bey diser Zeit findet sich bey dem Eckel des Evanqelii dieBe- girde nicht mehr wie in der ersten Christenheit, der meiste Theil bestehet, der meiste Theil gehet zurück in der Heiligung, in dem Vertrauen auf Gott, im Eyfer für die EhreGottes im Gebätt, in Besuchung desGotteS-DienftS; siencmmen freylich zu und gehen, «der nicht von Macht zu Mache im Guten, sondern von einer Sünd zu der anderen, von einem Laster zum anderen, von einer Aergernuß zu der anderen, biß sie eins- mahls ins ewige Verderben gestürtzet werden. Laffet uns auf einen gantz anderen Fußpfad etn- herrretten, und gebahnete Fußpfade gen Zion E nicht 66_ *8 S A-_ nicht allein mit den Füssen mit fleiffigem Kir- chengeben. sondern auch im Sergen mit gewurtz- letem Glauben und stetem Wandel in der Heiligung machen; gesetzt / eS ftye hier ein lauter Jammerthal, so können wir sicher dadurch wandten, wäre es auch ein Thal des Schar, tens und des Todes/so förchcenwirdoch kein Unglück, dann der Herr ist bey unsrem Stacken und Stab tröstet uns und je naher unser Ende herzunahet, je mehr stärcken uns die Worte unsers Texte, begleitet mit der Krafft des heiligen Geistes wider alle Forcht des Todes / je mehr erwecken sie uns die sehnliche Be- gird nach der seligen Ewigkeit, da wir den Gott der Götteren, den Gott des Bundes, den Gott der uns erschaffen und erhalten, den Gott der uns mit seinem Blut erlöset, den Gott derunsvon etnemGradzum anderen geheiltget, im himmlischen Zion in Herrlichkeit ewiglich anschauen, lieben, loben und von ihm werden geliebet werden, Amen. _ Die Fünfte Predigt. Über Mlm1^XXXIV.v.9-n. 9 .) O Herr Gott der Heerzeugen, höre mein Gebätt, vernihm es, o du Gott Jacobs. Sala! ' o.) O Gott unser Schilt,schaue doch, sihe an das Angesicht deines Gesalbeten. 11.) Dann ein Tag in deinen Vorhö- ferr ftn ist besser, als sonst tausend: Ich wil lieber der Thüre hüten in dem Hause meines Gottes, als in der gottlosen Hütten wohnen. As die Gegenwärtigkeit oder die Verabsaumnuß der heiligen Vcr- samlunaen zur Erkanntnuß Gottes, zur Bestättigungder Wahrheiten/ zur Stärckung des Glühens, zum Trieb der Heiligung, und zu kräffti- gem Trost bringen oder schaden möge, dessen ist uns Thomas der Apostel ein lebendiges Exempel: Derselbige, weil er am ersten Sonntag nach der Auferstehung des Herren der Gemeinde und Kirchen-Versammlung der übrigen A- postlen nicht beygewohnet, mußte acht Tage lang die herrlichen Früchte der Auferstehung Jesu Christi ermanglen. Sein Glaub Ware ein Unglaub. Er zweifflcte an dem Fundamental- Articul, der Christlichen Religion; er hatte auch so lang keine Hoffnung; er wäre der elendeste unter allen Menschen, und so er fortgesetzet hätte die Apostolische Versamlungeu zuverab- faumen, so wäre der ungläubige Thomas nie- mahlen gläubig, und der unselige Apossl nie- mahlen selig worden. In Betrachtung dess n haben die Kinder Gottes, zu allen Zeiten, wie auf dem Wort Gottes, also auch auf denen Orten, wo dasselbige verkündiget und außqespendet wird, sehr pil gehalten als aufdem Mittel wodurch Gott Glauben, Heiligung, Li cht, Trost und Herrlichkeit würcket so gar, daß hierdurch E » der 68_ <2 A*- der Gort der Götteren m vem geistlichen Zioir gesehen wird, wie wir auß dem 84. Psalm, auß dem Exempel und Verlangen Davids nach den Vorhäfen des Herren , und denen Staffle» und starcken Schritten der Gläubigen vernommen. Aufdise sehnliche Begird verrichtet die Kirche Gottes durch den Mund des Psalmisten ein sehnliches Gebätt zu Gott, daß sie dise Gnade möchte erlangen, mithertzlrcher Andeutung, wie hoch sie dise Gnade ein Glid der Kirchen Gottes zufeyn halte: i. Das eifrige Gebätt geschihet zu Gott, daß er ihren um Christi des Gcsalbeten willen wolle gnädig seyn. v. 9, lo. II. Den Grund, welchen er braucht, hergenommen von dem großmäch- rigcn Unterscheid der Conversation und Gesellschafft auf Erden, und deren im Himmel bey Gott. v. n. Herr ^esu, verleihe uns den Geist des wahren Unterscheid^ daß wir nicht ecweh- len die ding, die zu unserem Verderben gereichen , sondern die zu unstrer Seligkeit dienen, und erhöre unser Gebart um deiner göttlichen Salbung willen, Amen. I. Das Gebätt ist zweverlev, eins Theils um dessen Erhörung tnSgemein, anders TbetlS um dessen Erhörung und Annemnmng um des Ge- salveten Jesu Christi willen. Sie, die Kirche bittet _ -R O A«. _69 bittet um die Erhörung des Gebätts: el der Freuden über alle seine LNitgenossen auß/ gesalber hast; so offt die KindcrJftaels gen Jerusalem zogen so offt ware disesGebättbey ihm gültig,Gorr unserSchilt, schaue doch / sihe an das Angesicht deines Gesalbeten, dahin giengen alle Opfer- welche auf das Blut Jesu deuteten- um dessen willen uns Gott gnädig zuseyn verheißen; dahin gierige in Erfüllung der Zeit das Gebärt und der Wunsch des M -Vatters Simeons alS in einer Mitte zwüschcn dem alten und dem neuen Testament-da er gesprochen: Herr-nun lassest du deinen Diener hinfahren nach deinemwork im Fr iden- dann meine Augen haben gesehen dein Heil, welches nichts anders ist, als : O Herr, schaue doch , sihe an das Angesicht deines Gesalbeten, UM deßwillen sey mir gnädig, um deßwillen laß mich selig auß diser trübseligen Welt abscheiden und völlig zu dir in Ziorr kommen. Dahin gehet, nachdem nun diser Gesalbere des Herren geoffenbahret worden, seine selbst eigne Verheißung: wahrlich, wahrlich ich sage euch, alles was ihr den Vakter bitten werdet in meinem Nammen, das wird er euch geben. Joh. 16:2^. Dahin gehet das Gebätt aller Gläubigen zu allen Zeiten,es ist gerichtet auf den Gesalbeten Gottes. Um seinetwillen allein will uns Gott erhören, danahen das Gebätt alles den edlcnBeschluß bekommet: Um Jesu Christi willen,Amen. 74_^8 o M»__ N. Es ist aber kein Wunder, daß der Psalmist feinem Gebätt einen solchen Grund setzet / ver- nemmet den Grund deffelbigen , Grund um Grund, einen Grund, der einen jeden Vernünff- ttqen, oder vilmrhr von Gott Erleuchteten und Begnadigten bewegen sol, mit Asaph also Mitten : Dann ein Tag in deinen Vorhäfen ist besser, als sonst tausend: wil lieber der Thüren hüten in meines Gottes ^ause, als in der gottlosen Hütten wohnen. Es ist hier ein Gegensatz, allwo das einte verworffen, und das andere angenommen wird. Es ist hier ein Gegensatz, darinnen im Schatten aufdasjennt- gcgesehen wird, wie es in dem aufrichtigen und steischltchen Gottes-Dienst des altenTestaments hergegangen ist. Es ist hier ein Gegensatz, auß welchem ersehen wird ,was für eine Glückseligkeit alle Gunst-Genossen Gottes gemessen gegen allen Kinderen der Welt, in was für einem Herr« liehen, irrdtschen und zeitlichen Zustand sie sich immer befinden. Es ist hier ein Gegensatz, in Welchem eine Wahrheit begriffen, welche, so man fie annimmet, den Menschen zeitlich und ewig glückhafftig.oder, so man dtser Wahrheit kein Gehör gibet, den Menschen zeitlich und ewig unglückhafftig und verdammt machen kan. Diser Gegensatz schtt vorderist auf das, was in dem fleischlichen Gottes-Dienst des alten Testaments sich zugetragen. Der minste Grad tu und bey dttem Gottes, Dienst wäre das Tbür- hüten , bey der Thür - Schwelle warten, sitzen oder stehen: Dessen Gegensatz ausser solchem _ -A s A»_75 Ort und Stelle wäre, in der gottlosen Hütten wohnen; bey dem einten sahe man in der Stille,NiderträchtigkeitundDemuth die Gläubige hineingehen, die Priester hineingehen, die Opfer hineingehen oder hineingeführet werden zur Schlachtung und Aufopferung für dieSün- de; man sahe die Gläubige hineingehen zum Gebätt, Herr, du erhörest das Gebätr, darum kommet alles Fleisch zu dir; man sahe die Gläubige mit den Leviten,und den Nethinim mit den Sängeren, da vor dem Herren stehen, mit Gesang und Sättenspihl den Herren zulo- ben: Lobet den Herren, dann er ist gut,und seine Güte wahret ewiglich; das war in den Augen der fleischlichen Zsraeltten etwas geringes , weil sie keinen Glauben an den könffttgen Heyland der Welt hatten. Aber in dem Her- tzen eines Davids, in der Überzeugung eines Asapbs,in der innersten Empfindung der gläu- bigenSeeleist das etwas überauß herrlicherem Tag in deinen Vorhäfen ist besser, als sonst tausend, ich wil lieber der Thüre hüten in meines Gottes Hause , als in der gottlosen Hütten wohnen. Tausend Tag wil unter den Menschen vil sagen, ein Tag sehr wenig, doch dises Wenige bey Gott ist süffer, als das Bleiben bey der Welt, da man ist ohne Liebe Gottes, ohne Dienst Gottes, ohne Gehorsame und Forcht Gottes, ohne Erkanntnuß Gottes, ohne daß man Gott anschaue und nach ihm verlange, als nach dem höchstenGut,ohne daß man von ihm Hoffnung und Belohnung der guten und ewigen Vereinigung mit Gott zuerwarten habe. 76 _ o 8«. Er nennet einen Tag, nicht daß die,welcheGott dienen, ihm nur einen Ta§ dtencu, sondern nur im Gegensatz deren, die es nicht thun, unv diser Glückseligkeit nicht theilhafftig werden. Ein Tag, dann wer dem Herren also dienet einen Tag, der wird ihme gern also dienen, und wünschen, hätten , daß er ihm also dienen könne alle Lage, und mit einem gottsiligen Leber- von dem Hause des Herren nimmermehr weichen. Hat aber diser Gegensatz Platz gefunden im fleischlichen Gottes - Dienst des alten Testaments, wie vilmehr wird und sol er Platz finden in dem Got- teS-Dienst und in denen Stucken, welche uns die Majestät Gottes fürstellet in der Krrch des neuen Testaments, gehalten gegen dem, w rs die Welt ausser der Kirchen Gottes hoch und herrlich haltet, es seye in dem Pracht und Verführung des Antichristenthums in der Lehr, öderes seye in allem, was die Pomp und Pracht der Welt uns für Augm stellet, da, da braucht es erleuchtete Augen des Verstands , da, da braucht es durch den heiligen Geist widergebohr- ne Hertzen, um aufrichtig und resolut mit David sprechen zukönnen: Dann ein Tag in deinen Vorhäfen ist besser, als sonst tausend« Ich wil lieber der Thüre hüten in meines Gottes Sause , als in der gottlosen Sütten wohnen. Die bezauberte, und durch den Gott distr Welt verblendete Welt, kan dises nicht erkennen, sie kehret es um, und gedencket, ein Tag der Welt genießen, ein Tag es mit den Leuthen diser Welt halten, so lang ich lebe im Augen-Lust, Fleisches- Lust, und im Pracht ___-»^ 2 ^ _ 77 und Stoltz leben , das taugt für mich , das ist des FleischesSitttt, und wo dlscs etngewurtzlet hat/ wie es in der meisten Menschen Hertz einge- wurtzletist, da ist kein Wunder/ wann schon daS Wort Gotd.s verachtet/ der Kirchgang versäumet/die Diener göttlichen Worts in ihrer Ver- mahnunq dindangesetzet werden/ dann dises alles ist dem Princtpio,'welches ein Mensch in seiner Einbildung und in seinem Hertzen heget, zuwider. Aber ein durch den Glauben mit Christo vereinigter Mensch, der kan die Wahrheit und die Süffigkeit deHn wohl begreiffen: Ein Tag in deinen Vorhäfen ist besser, als sonst tausend. 'Ichwll lieber der Thüre hüten in meines Gocres Hause als in der gottlosen Hütten woh neu. Es bedarf sich nur ein wenig die Augen des Verstands aufthun, und erwegen, was bey Visen beyden zusinden seye, wie ein Tag in den Vorhäfen Gottes so herrlich, und wie dieTbore des Herren zuhüren ein so erfreulich und höchst, nutzbahrliches Ding seye, und wie hingegen auch tausend Tage der Welt Freuden , und in der gottlosen Hütten , als in seinem Vatterland wohnen, so schädlich und ver, ßucht seye. Was haben wir dann in den Vorhäfen des Herren? Wir kommen dazu Gott mZion, Wir hören und sehen einen in Jesu Christo versöhnten Gott wir hören die Stimm dessen, der uns zurufft: Lammet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seyr, und ich wil euch Ruhe geben. VlemmetmeinIoch aufeuch und lehrnet von mir,dann ich bin sanstrmü- 78_ o A» _ thig und von Sergen demüthig. Da hören Wir die Stimme der Borten / welche das Evangelium verkündigen, welche gute Boccschafft bringen, welche das Serl predigen, welche zu Zion sagen: Dein (Sott ist Lömg. Da hören wir, wie wir, über welche der Fluch ergangen, und die unter denen waren, Von denen es heißt: Verflucht seyeein jeder, der nicht steiff bleibet in allen Worten vifes Gesages, daß er darnach thue, durch Christum von disem Fluch und Verdammnuß erlößt , und in das Reich seiner Gnaden versetzet seyen, und von Christo Segen, Leben und Seligkeit erlangen, da hören wir die Stimm des Ertz Htrtzen : Meine Schaafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach, und ich gib ihnen das ewige Leben, und sie werden nicht umkommen in die Ewigkeit, und es wird sie niemand reisten auß meiner Sand. Da erthönen die Seligkeiten : Selig sind die Traurigen, dann sie werden getröstet werden, und so fort. Da erschallet die Stimm der Apostlen : Es ist er- schinnen die Gnade Gottes, die da heilsam ist allen Menschen, welche uns unterweiset, daß wirverlaugnen alles ungöttliche Wesen, und die weltlichen Gelüste, und hinfort mästig, gerecht und gottselig leben. Bey diser Thür - Schwellen höret der "on seinem Gewüssen angeklagte Sünder, welcher keine eigne Gerechtigkeit hat noch weißt, das Wort Jesu, ich bin nicht kommen zuberusten die Gerechte, sondern die Sünder zur Büß; _ -»R o A*- _ 79 da boret und sihet der von allerhand Feinden gedruckte, daß die Porten der Hollen nichts Wider die Glider der Kirchen werden vermögen, da vernimmt der Versuchte die Verheißung: Gorc ist getreu, er wird euch nicht lassen versucht werden über euer Vermögen,sondern mir der Versuchung einen Außgang verschaffen , damit ihr es ertragen möget. Da höret der, der in tausenderley Notb und Anfechtung begriffen, die Stimm: Der Fromme ruffet mich an, so wil ich ihn erhören: Ich bin bey ihm in der Noch, ich wil ihn heraust reissen, und ihn zu Ehren bringen: Ichwil ihn ersattigen mit langem Leben, und ihm meinHeyl zeigen. In disenVorhöfen desHee- ren hören wir, daß keine Verdammnuß mehr sseye in denen, die in Christo Jesu sind, welche nicht nach dem Fleisch, sondern nach jdemGeist lcben;daß wederTod nochLeben, weder Engel, noch Fürstenthum noch Gewalt , weder Höhe noch Tiefte, noch keine andere Creatur uns scheiden könne, von der Liebe Gottes, die da ist inChristo Jesu un- seremHerren. In disenVorhöfen lehrnen Wir, daß Wir auch im Tod selbst hindurch tringen in das Leben, nach der, der Martha gethanen Verheißung: Ich bin die Auferstehung und das Leben, wer an mich glaubt, der wird nicht sterben in die Ewigkeit. Selig sind die in Visen Vorhäfen sind, sie loben dich immerdar , sie sind vor dem Stuhl Gottes, und stimmen an daS Lied Mosts und das Lied des Lammes: Herr, du bist mächtig zuempfa- hen 82 _-»8 2 H«._ hen die Rraffr, die Ehre, die Herrlichkeit. Ich frage das Hertz eines jeden, ob in einem solch innerlichen Seelen-Wohl nicht wahr erfunden werde die Aussage des Pfalmistcn: Ein Tag, fürauß der ewige lange Tag in deinen Vorhäfen ist besser, als sonst raufend. Ich wil lieber der Thüre hüten in meines Gottes Hause, als in der Hütten der Gottlosen wohnen. Es wird aber dife Wahrheit durch den Gegensatz noch mehr bekcafftiget: Was sind tausend Tage auf der Welt? Wa? ist alles Leben und aller Wollust in den Hütten der Gottlosen? Und was ist das Ende dtses allesen? Tausend Tage zergehen wie ein Schatten und Rauch. Ja Was sol ich sagen, tausend Tage, wann der Gottlose hundert Jahr alt wurde, so bliebe er doch verflucht, und wer kan sich tausend Tage versprechen,da nicht einer in der Menschen Gewalt ist: O wteofftgeschihet daß ernrnMel- schayar,wann er am döllestenist,das Urrheil an diewand geschriben wirdlWie so offt geschehet, daß wann der reiche Schlemmer sein wollüstige Seele tröstet, ihme etrismahls gesagt Wird: Du Narr, dise Nacht wird man deine Seele von dir forderen! Beschaue die Hütten der Gottlosen, es sind Hütten Ledar, Leuthe die den Feiden Haffen, darinnen einen nicht gelüstet zuwohnen. Beschaue die Hütten der Gottlosen, es sind Hürren deren Leu- then die Gott nicht kennen, die wte Core, Da- than und Abiram wider den Herren rebellisch sind und umgekehrt werden. Beschaue was in den- _ o H-*- _8i dMlbigenist, Sünde, Schande, Laster, zettlt- che Beschämung, wann sie es am minsten mey« nen, und die ewige Verdammnuß : Dann der Sünden Sold ist der Tod,die Gnade Gottes aber ist das ewige Leben in Christo Jesu unserem Herren, Q! wolte Gott, daß die Menschen hinein- schaueten,und so glückhafft wären, daßsiedisen beyden ungleichen Stand und ungleiches Ende betrachteten, ich meyne die Wahl wäre bald gemacht, ich meyne ein j-der unter uns wurde mit Mund, mit dem Hertzen, mit allen Thaten, mit allem Vermögen Leibs und der Seelen, nicht nur wann es ihm wohl gehet, sondern auch mitten im Creutz sagen : Ein Tag in deinen Vorhäfen mit Gebätt und Gedencken an Gott, ist besser als sonst tausend: Ich wil lieber derThüre hüten in meines Gottes Hause,als in den Hütten der Gottlosen wohnen. Damit dise Gedancken unsere Sinnen und unsere Hertzen recht einnemmen, und darinnen zu un- sercrBefferung und unserem Trost tieffwmtzlen, so lasset unS niemahl an einen Tag und an eine Stund allein, sondern an das Zukönfftige, insonderheit an die selige und unselige Ewigkeit gedencken; wonahen kommt es, daß die Menschen das nicht glauben, daß ein Tag m den Vorhäfen Gottes besser seye, als sonst tausend ? Es kommt danahen, daß sie an die gegenwärtige Stund und nicht an die zukönfftige gedencken,was ihnen hernach begegnen möchte;es gehet fürwahr im Gastlichen und Ewigen, wie es im Zeitlichen gehet; der gröste Theil der 2 Men- 82 O A*. Menschen bot nur auf einen Tag gesehen, und nichts gespohrt auf das Zukönfftige , jetzt sind sie im Mangel; wann wir nicht sehen auf das Gegenwärtige und Zergängliche, sondern auf das Zukönfftige, Ewige und Unzugängliche, so werden wir die Zierlichkeit und den Trost dises Spruchs zu unserem zeitlichen und ewigen Heil bemercken; und darzu haben wir des Gebätts des Glaubens nöthig, daß Gottuns Gnad gebe, das Exempel seines Gesalbeten anzusehen, wie er sürnemlich also in der Ernidrtgunq diser Welt gclcbet, daß er einen Tag in den Vorhäfen des Aerren Mit Gebatt zuzubringen höher gehalten, als sonst raufend, aber also durch sein Leiden in seine Herrlichkeit eingegangen. O Gorr, unser Schilt, schaue doch, und sihe an das Angesicht deines Gesalbeten, und stye uns um feines Verdienst» willen hier zeitlich und dort ewig gnädig, Amen. _ Die Sechste Predigt. Über isalm L.XXXI V.v. 12. i2.) Dann der Herr Gott ist Sonn und Schilt: Der Herr gibt Gnad und Ehre, er wird Venen, die fcommlich leben, kein Gutes entziehen. ALS unser gedenedeseteHepland zuei- nem Vorschein seiner Erhöhung sich auf emem hotenBergvor dreyen l ^ fernen Jüngeren verklährt, geschahe nicht _ o A». _8z nicht allein an ihme eine recht himmlische Aenderung , sonder es sind durch dieselbige auch dise seine Jünger selbst in eine solche Verzückung ge- - rathen, daß sie alle irrdische Sachen in Vcrgeß bestellet und zuJesu gesprochen: Herr,es ist gut chaß wir hier seyn:tVilt du- so wollen wir hier drey Hütten bauen, dir eine, und Most eine, i und Helia eine. Match. 17:4. Die Fürtrefflich- 'kett und Herrlichkeit der geistlichen und himmlischen Güteren kan besser empfunden und genossen , als mit Worten außgcsprochen werden. Der durch den heiligen Geist getribene Steller des 84. Psalmens hat solches auch gespühret, da- nahener neulichst imn. VerS also gesprochen: Dann ein Tag in deinen Vorhäfen ist besser, dann sonst tausend. rvil lieber der Thüre hüten in dem Hause meines Gottes, als in der gottlosen Hütten wohnen. Jetzunder bestättiget er die Wahrheit diser seiner Begirde, welche in den Äugender eitlen Welt-Menschen verächtlich, aber in dem Hertzen der Kinderen Gottes köstlich ist mit starcken Gründen: i. Weil Gott der Herr Sonn und Schilt ist. H. Weil er Gnad und Ehre gibet. m. Weil er denen die ftommlich leben, kein Gutes entziehet. Dise drey Wahrheiten wollen wir betrachten/ und demnach einsehen, wte ftarck undvest fie unS vermögen zuglauben, daß ein Tag in den Vorhäfen des Herren besser seye als sonst tausend, und daß Wir erwrhlen sollen, lieber der F » Thüre 84_ o A*- _ Thüre in dem Haust unsers Gottes zuhüten, als in der gottlosen Hüttenzuwohnen, welches an dem Wörtletn dann abhänget. Der Herr lasse uns dist Wahrheiten erkennen/ lieben und ergreiffen/ Amen. I. Das erste ist, daß der Psalmist sagt: Dann der Herr Gott ist Sonn und Schilt. Der Herüber allmächtige und ewige Gott, von dem es heißt: Höre Israel, der Herr unser Gott' ist ein einiger Herr: Dcr Herr unser Gott, welcher dmch den Gnaden-Bund uns in Christo angenommen, und in seine ewige Hütten uns zu ewiger Herrlichkeit aufnemmen, und mit stch vcreinbahren wird. Diftr Gott ist Sonn und Schilt. Sonne, zu Mittheilung alles Guten, Schilt, zur Abwendung alles Bösen. Gott wird eine Sonne genennet, und JesaS Christus der Sohn Gottes, wird die Sonn der Gerechtigkeit genennet, da Gesundheit unter ihren Flüglen ist. Mal. 4:2. Wir wüsten und erfahren alle, was für ein edles Geschöpfe die Sonn dasLiechtderWeltseve. Es seye,daßwtr dero Glantz,dero Strahlen, dero Grösse, dero Laust,insonderheit dero unbeschreiblicheNutzbar- keiken betrachten,deren sind so ril,sie sind so allgemein, dann dieSon leuchtet allen,und es bleibet »üchrs vor ihrer Hiy verborgen : Ich sage, datz dero Nutzbarkeiten so vil sind,daß sie die fund- liche und verderbte Menschen in der Heyden- schafft fast aller Orten für Gott selbst gehalten und verehret haben: Aber es heißt in unserem Psalmen nicht: Die Sonn ist Gott, sondern Gott _ v ^ _Fs -Gott derHecr istGon: Wir bedörffen nur un- -fere Augen aufzuthun und zubetrachten, was für eine Ordnungen der Erschaffung gehalten worden seve,so werden wir finden, daß die liebeSom ne ein Geschafft, nicht aber der Schöpfer ftye. Die Sonne ist nicht der Herr, sondern der Here ist Sonne ; er thut was die Sonne,er thue unendlich mehr als die Sonn : Verzerr Gorr ist Sonne in Ansehung des Ltechts und Scheins; gleichwie die Menschen den Glantz der Son- 'nen nicht ertragen, noch stciff darein schauen können, also wandlet Gott in einem Liccht, zu welchem niemand kommen mag ; wer wil alle Heiligkeit, alle Macht, alle Weißbcit unsers Gottes ergründen, die Heitere gemessen wir, aber recht hineinschauen können wir nicht. Die Sonne beleuchtetnichtnur alles, sondern sie erwärmet auch alles, und machet alles fruchtbar: !Also ist der Herr Gort Sonne, er vertreibet chicht nur die Finsternuß des Unverstands, sonder auch die Kälte und den Frpst der Sünden, der Gottlosigkeit und des Verderbens und was für Blüht, was für Früchl der Gerechtigkeit immer Herfür scheuffen, was für Trost der Hoffnung wir immer haben, das alles ist von Gott, der da unsere Sonne ist. Das ist, der Herr den Gläubigen zu allen Zeiten und sonderbahr bey den Zeiten des neuen Testaments, sonderbar in den leisten Zellen: Die Sonne wird nicht mehr dein Tag-Li echt seyn und das siecht des Mondes wird nicht mehr scheinen, sondern der Herr wird dein ewigesLiechr seyn, und dein Gott Heine Herrlichkeit : Deine , F Z Sonne r §_ ^ _ Sonne wird nicht mehr untergehen wie die leiblicheSonne alle Abend ihren Untergang weißt, und dein Mond nicht hingenommen werden, dann der Herr wird dein ewig Lrechr seyn, und die Tage deines Leidens werden ein Ende haben Jes. 60:19,20. Demnach ist derHerc Schilt: Der Herr Gott ist Sonn undGchilr. Er ist einSchile aller deren,die aus ihn vertrauen. Ps. 18. Er hat es verheißen zuseyn; es giltet allen Gläubigen , waser zum Natter aller Gläubigen gesprochen : "Ich bin deinGchilt und dein sehr grosser Lohn. i.Mos.isri. ObschonderGebrauch der Schilten bey der heutigen Kriegs-Manier nicht mehr so gemein ist, so wäre es bey den Alten das eintziqe Defensivo-der BeschützungS-Waffen, alle Pferle und Schüsse der Feinden abzutreiben. O Gott unser Schilt, hat unser Psalmist grad droben auch gesprochen: Gott in Christo ist unser Schilt, wo hat dann der Gläubig Feinde, daß er einen Schilt wider sie brauchen solle? Es ist der Satan mit seinen freurt- gen Pfeilen der Versuchungen, die er auch wider Jesum Christum selbst hat abschießen dörffen. Es ist die Sünde, die uns um und um umgi« bet , und die der Mensch lasset herrschen in seinem sterblichen Leib. Es ist das Gesatz und dessen Fluch , welcher über alle deffelbigen Ubertretter gchet.Es ist die Hölle und Vcrdam- nuß, auch das böse Gewüssen, welches den Zorn Gottes dräuet und schon mnwcndig mit tausend Verweisungen ankündiget, allen die Gott nicht gehorsam gewesen. Es sind die Gedancken des Mensche«/ welche ihn schrecklich plagen. Es ist _ s N*- _ 87 insonderheit bey den Kinderen Gottes der Aufsatz und der döst Haß und Verfolgung so sie von der Welt Melden baden, da sie aufden wegen , Zions durch das Jammerthal gehen. Da i«t ein Schilt vonnolhen , uns wider alle dife - Feinde zudeschützen. Paulus heissct uns den rechten Schrlt ergreiffen: Ergreiffec den ! Schilt des Glaubens,mit welchem ihr auß« löschen möger alle feurige Pfeile des Böß- wlchts. Diser Schilt des Glaubens ist kein anderer als Gott selbst. Gott ist Sonn und Schilt, dann da wir also sprechen, so crgmffen wir mchi den Schilt unsers eigenen Vcrdiensis, sonder den Verdienst uns die GenugtdümiaJcsu Christi unsersHeylandschcr uns vorGott gerecht gemacht, und uns mit ihm versühnet hat, so daß Gott selber ist Sonn und Schilt. II. Die andere Außsag von dem Herren ist: Er gibet Gnad und Ehr. AbekMahl zwey Stuck, deren wir, wann wir durch das Jammerthal von Macht zu Macht dem sion zugehen sollen, äusserst vonnöthen haben, lmd welche beyde von Gott kommen, das einte in dem Anfang und Fortgang, Las zweyte am Ende unsers Glaubens, das einte auf Erden, das zweyte im Himmel; und wie der Psalmift von den zwey ersten Stucken gesprochen: Der Herr seye es, Gott der Heer ist Sonn und Schilt: Also meldet er von Visen zweyen; der Herr gebe sie: Der Herr gibt Gnad und Ehre. Mögen wir da nicht außruffen : Alle gute Graben, und alle vollkommne Schencken kom- F 4 men 88_ -»S O Lk. _ men von obenhcrav , von dem Varcer der Lichteren. Jae. r. Beschauet dtseS Paar/welches zusammen gehört/ und von einander nicht sol gescheiden werden. Gnade muß vorhergehen/ Ehre muß folgen. Die Welt wtl vil Dinge anderß ordnen als wie sie Gott bestellet und bestimmet hat ; die Welt wtl ihre Ehr und Herrlichkeit haben ob sie schon der Gnade nicht theil- hafftig ist/ und derseldigen nichts begehrt. Der Herr gibec Gnade in dem Anfang, in dem Mittel/ in dem Ende. Der Herr gibec Gnade die bevorkomende/die begleitende und die vervollkommnende. Der Herr gibt Gnade zu dem gantzen Merck des Heils : Auß Gnaden seye ihr selig worden durch den Glauben/ und dafselbige nicht auß euch. Es ist eine Gabe Gottes / nicht auß den wercken / damit sich nicht jemand rühme. Ephes. 2. Dise Gnade wird nicht von uns durch irgrnd was beworben/ welches den Herren treibet / oder er vorher an uns gesehen hat / sondern er gibet sie uns, dann wer hat ihme etwas vorher gegeben, daß es ihm solce widergolten werden? DiseGna- de hat ihren Ursprung in der Ewigkeit, und sie begleitet uns m tue Ewigkeit. Sie bat ihrerUr- sprung in der Ewigkeit, ehe wir waren , dann Gott hat uns in'Iesu Christo erwehlet, ehe der Welt-Grund geleget war. Unter den Menschen kan keiner dem anderen eine Gnad erweisen lang zuvor ehe er ist Gott aber kan es thun und hat es gethan. Der- Herr- gibet Gna- dc. Des Herren Gnade wahrer von Ewigkeit zu Ewigkeit. Ps.'oz^iy. Wie er siegibet von Ewigkeit/ also gihkt er sie in der Zeit; da gi- —__ o A» 89 -et er Gnade um Gnade/ ist es zuthun um die Gnade des heilsamen Beruffs/ so kommet der- selbige von Gott. Nicht auß unserem Verdienst, sondern auß seiner Gnade hat er uns beruffen. Ist es zuthun um den Glauben, so stehet es abermahlnicht bev uns, auß Gnaden ist es euch gegeben an Christum zuglauben. Ist es zuthun um die Bekehrung zu Gott, so kommt es übermahl nicht auf unsere Krafft an, sondern der Herr muß uns, der Herr wil uns ein neues Hertz geben, er wil das steinerne Hertz auß unserem Leibe hinnemmen , und ein fleischern Hertz geben. Ist es zuthun um dieGaabe der täglichen Heiligung undWider- geburth, so ist es der Gott des Fridens, der uns heiliger gantz und gar, daß unser gan- yer Geist, samt der Seelen und dem Leibe, unstrafflich bewahret werden auf die Zu- kunsst unsers Herren ^Zesu Christi. Ist es zu- ! thun um die Gnade der Gednlt, so wäre ohne Gott übermahl in uns lauter Murren und Un- gednlt, durch ihn aber schicken wir uns in alle Trübsal, in allen Schmertzen, in alle Wider. Nettigkeiten mit Gebult , dahero wird er ein Gott der Gedult gcncnmt, weil er sie würcket. Ist es zuthun um die Beständigkeit und das Beharren biß ans Ende, worvon der Herr sagt: U)er beharret bis ans Ende, derselbig wird selig werden, so ist dises abermahl eine von denen Gnaden unsers Tepts : Der Herr gibet Gnade, der Herr wird es für mich zum Ende bringen: Herr, deine Güte ist ewig, du wirst das werck deiner Handen nicht ver- F 5 lassen. 9v <*8 c» A» _ lassen. Ps.H8: 8 . Ja lasset uns auch zu Visen Gnaden, an welchen die Seligkeit hanget, hinzuthun die zeitlichen und indischen Gaaben alle, die wir zum Behuss unsers zEchen Lebens vonnöthen haben, da bleibet abermabl unsers Psalmisten Satz: Der Herr gidec Gnade, Gnade der Gesundheit Gnade der Stär- cke, Gnade der Geschicklichkeit Gnade des Gelingens, Gnade der Beförderung, in Summa, daß es heißt: wann der Herr das Hauß nicht bauet, so arbeiten die umsonst, so daran bebauen. wann der Herr die Statt nicht hütet, fö wachet der Wächter umsonst : Der Heer gibet Gnad. Es ist dise Wohlfahrt auch im Zeitlichen selbst eine Gaabe Gottes. Der Gegen des Herren machet reich, und bringt keine Mühe mir. Es hat dise Gnade mit sich vergesellschafftet die Ehre. Der Herr gib Gnad und Ehre. Die Ordnung, die uns hin vorgestellet wird, ist wohl zubetrachten, die Gnade gehet vorher, die Ehrefoiget. Die Alten auch unter denHey- den, welche weder an der Gnade noch an der Ehre, die einen vor Gott glückhcffrig machet, nichts gewußt, sondern nur aufdas Jrrdische gegangen, haben gleichwohl gesagt md gedichtet, man müsse durch dem Tempel der Tugend hindurch passieren in den Tempel der Evre; wie vil- mehr sol das Platz haben in dem Geistlichen und was ewig währet? Ehre oder da? ewige Gut Wird nicht erlanget ohne vorhergehende Gnade, UNd beyde kommen von G »tl. Der Herr gibet Gnade und Ehre. Die Ehre, welche Gott —_^8 o H«»_9i ^ gibet, ist zwwerlen,, es ist die Ehre hier zeitlich, » und die Ehre der zukönfftigen ewigen Herrlichkeit. Gott yibet Ehre hier in Zeit: Ich rede nicht von irmscher, nichtiger, zergänglicher Ehre, nach weicher die ettele Menschen so emsig schnappen, im welche die Welt nebst den Reich- Tagen so ernstlich streitet und krieget, freylich kommt dises auch von Gott, aber der Herr gibts - offt in Gnattt», offt in Ungnaden; in Ungnaden wie einem Saul, in Gnaden wie einem David. Da solle niemand jenneu auß den Juden gleich seyn,von denen der Evangel.Johannes bezeuget: Sie liebten mehr die Ehre der Menschen, als die Ehr Gottes. Joh 12:34. Dise Ehre gib t Gott wem er wtl, wem er sie gibet, den machet die irrdische Ehre für sich selbst nicht selig; wem Gott dise irrdische Ehre nicht gibet, den machet dtser äusserlich! Mangel an und für sich selbst nicht unselig; Latzarus mußte dero entbehren-und war doch selig; der reiche Mann hatte sie, und war dabey dannoch unselig. Die Ehre, welche der Herr gibet, ist gleich dem Frt- den, welchen er gibet, und von dem er sagt: Er gebedenselbigen nicht wie die Welt gibet: Die Ehre, welche der Herr giber noch und mit der Gnade schon hier in Zeit, ist die Ehre Kinder Gottes zuheissen und zuseyn, Söhne und Töchrer des Allerhöchsten, welche Ehre Mit vtlen Rechtsamen und Vortheilen begleitet ist, und die immerwährendeBeschützung Gottes mit sichführet. Aber fürauß giber der rserr Ehre in zennem Leben, daselbst erönet Gott nicht unsere Verdienste, sondern sein eigne Gaabe, preist, Ehre, 5 >r_ o _ Ehre und Fride einem jeden der Gutes thut, erstlich dem Juden, demnach auch dem Griechen. Röm. -: io. Er gidet Ehre, darum, dieweil er es verheiffen hat, und die Gläubigen sich darauf sicherlich verlassen können. Er hat gesprochen: Ich bin dein Schilt, und dein sihr grosser Lohn. Er hat gesprochen: Ich wil ihm herauß helffen, und ihn zu Ehren bringen. Er hat uns dessen ein Pfand an unserem Haubt Jesu Christo dargestellet , welchen er nach seinem Leiden über die Maassen erhöhet , und ihm gegeben einen Nammen über alle Nammen, also daß in dem Nam- nien Jesu sich biegen sollen alle L,nye D. Ach wre wahr ist, das der Psalmtst sagtDer Herr gibt Gnad und Ehre, eine ewige, eine mraufvörliche Ehre , aus deren Betrachtung uns gewüsse Erwartung hin die Bürger ZionS sprechen : Die schnelle Leichtigkeit unserer Trübsal würcket in uns die aüerfürrreff- lichste ewige Wichtigkeit der Herrlichkeit, die wir nicht gewahren dessen was gesehen wird , sonder dessen was nicht gesehen wird: Dann was gesehen wird, das ist zeitlich, was aber nicht gesehen wird, dabist ewig. 2.Cor. 4:17,18. IN. Das dritte, welches der Pftlmist von dem Herren Gott außsaqt, ist: Er wird denen,die stomlich leben, kein Gutes entziehen. So vile der Menschen anfvcr Welt find, trachten alle ütlfdas Gute. Alle sagen: wer wil uns das Gute geben ? Der gröste Theil der Menschen __^8 o U*. _9Z schen aber haben verrückte Sinne und verketzere ' Hertzen, daß fte eewas lätzes für das höchste Gut hatten, auch anstatt der wahren Mittleu nur solche ergriffen, die den Menschen vom höchsten Gut abführen und hingegen in das Verderben stürtzen. Das Gute von dem hier gehandlet wird, ist das oberste und höchste Gut, wel- j cheS daurhafft ist, und bleibet / welches ewig währet, und uns ewig mit Gott vereindahret, nach welchem David mit gläubigem Vertrauen sagt: Du wirst mir den Weg zum Leben kund thun. Die Ersättigung der Freuden ist in deinem Angesicht. Lust und Wonne ist bey deiner Rechten ewiglich. Ps. i6:n. Mit disem obersten und ewigen Gur verbindet der Psalmift zugleich alle Mittel, welche uns darzu führen, zusamt der außdemWeg'Rau- mung aller Vcrhindernuffen? die uns von dem Genuß discs höchsten Guts möchten abhalten. Difts Gute entziehet der Herr nicht /keine- überall, das nicht entziehen ob es schon scheinet ein verneinendes Wort zuseyn, so bejahet und setzet es um so vil desto stärcker. Er wird uns kein Gutes entziehen, wilsagen, erwirb uns alles Gute, und alle Mittel zum Gucen reichlich und völlig darreichen. Petrus erklähret und bestätiget uns discs Nichrentziehen des Guren, sprechende: wie er uns seine göttliche brasse alles was zum Leben und Gottseligkeit dienet, geschencket hat, durch die El kannrnuß besten, der uns zur Herrlichkeit «ndTugenb berüstc hat. 2 .Perr. i:z. Wrr haben dessen tauftnderlcy Vcrheiffungcn im Wort Gottes, 94_ ^8 o H» _ daß er denen, die ihn lieben, die frommlich leben, kein Gutes entziehen wolle, da es hingegen die Kinder der Welt, welche nur aufdaS trr- dische Gut schauen, ermanglen müssen: Nem- met wahr, spricht der Herr, meine Lnechk werden essen, ihr aber werdet Hunger leiden N. Jes. 6s. Der Herr Zebaoih, der gute Hirt der Schassen, handlet änderst als verfälsche Hirt und Mietling. Drser entziehet das Gme der Herd ab, er entziehet ihro die Mittel der Seligkeit, er entziehet ihro die heilige Schlifft, und reißet sie denselbigen auß den Händen,daß sie der guteriWälde müssen mangle»,und auf der Straß gen Aon verschmachten. Dt- ser unser Hirt aber handlet gegen uns also, daß wir sprechen können: Der Herr ist mein Hirt, er weidet mich auf einer grünen Augen, er führet mich zu stillen wasseren: Er erquicket meine Seele, und leitet mich aufder Straß der Gerechtigkeit um seines Nam- mens willen. Das ist wohl, er wird kein Gutes entziehen: Aber der Psalmist setzet auch den tüchtigen Vorwurff: Denen, die frommlich leben. Dise sind es, die das Gute erwarten können , nicht alle Menschen, dann anderer Halden, die nicht frommlich leben, heißet es nicht also, sondern der Zorn Gottes wird vom Himmel geoffendahrec werden, über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen.D.as Frommlichleben bestehet nicht in der gesätz- lichcn Vollkommenheit, die bey niemand ist, sondern wie es der zr. Psalm erklähret, in der Aufrichtigkeit des Hertzens, welche, wo sie bey einem __ ^ o N» _9s einem GläuMn ist, ihne abhaltet von altem Bösen. und köafftig antreibet zu allem Guten: O gnädiger -^err, der denen, die frommlich wandle», kein Gutes entziehet. O glückselige Wanderer in Zion, deren Sonn und Schilt Gott ist, denen er Gnade und Ehre gibet, denen er kein Gutes entziehet! Jetzt ist es an dem, daß wir zu unserer Aufmunterung uns Trost sehen, was rise Gnaden uns nutzen, und worzu sie uns bewegen sollen, be- ' griffen in dem kintztgen Wörtleindann,welches wrr nun mit tem vorigen zuvereinbaren haben.. F ahret euch, wertheChristen, zu Gemüth,wessen- sich der Psalmist nächst.vorher hat verlauten las- ^ sen. Er hat nicht allein und einfältig gesprochen: ! Gorr ist Sonn und Schilt, sondem: Dann Gott ist Sonn undSchilt: Er giber Gnad und Ehre: Er wird denen, die stommlich j leben kein Gutes entziehen; so muß danndt- ! ses dann etwas in uns würcken, und uns etwar ' zu vermögen: Es wtrckct in uns, daß wir, waS nächst-vorher gesagt worden, uns destomehr lassen angelegen seyn,es kan und sol in unseren Her- tzemSiiien undBegirden diseWahrheit bestättt- gen, uno dtse Wahl erwehlen machen,daß hiemit unzweiffclbar ein Tag in den Vorhäfen des Herren besser seye,als sonst tausend, daß wie lieber wollen Hüter seyn an dem Hause unsers Gottes, als in der gottlosen Hütten wohnen. Lasse die Welt urtheilen,was sie wolle lasse die W^lt - Menschen erweblen, waS sie wollen lasse sie streiten und mit aller Ungerechtigkeit und Gewaltthätigkeit fechten und kriegen um K6 ^ o _^ um die Dinge, welche sie mit ihren Wollüsten verzehren, etntweder gelangen sie nicht duzn, oder es wird ihnen zum Fahl oder zum Strick, und sie nemmen ein Ende mit Schrecken. Wie so ? Darum, dieweil sie in einem solchen Stand, solang sie Gott nicht für Gott, nichtfür das höchste Gut halten, so lang sie Verächter des Hauses und des DienstS Gottes sind, so lang geht sie auch nichts an das,waS der geringste unter den Gläubig n genieffet, und was ihn ersättiget; einUngehorfamer kan nicht sagen,noch vil minder empfinden,daßGott ihm seyeSon undSchilt, Gort gibt einem solchen weder Gnad noch Ehre, und Weil er nicht frommlich lebet, so entziehet Gott einem solchen alles Gute, also daß auch das,was er hat, von ihm wird ge, nommen werden. Hingegen find diejennigen, deren Gott ihre Sonn und Schilt ist, erst die rechte Christen, dise untergeben sich allem heiligen und guten Willen Gottes, dise allein ver- laugnen sich selber, und zeigen nicht allein mit äußerlicher Bekanntnuß des Munds, sondern auch mit allem ihrem Wandel, daß sie denHim- mel höher achten als die Erde, daß das Hause Gottes ihnen lieber seye, als die Hütten der Menschen. Dise sind auch aller menschlichen Drdnung um des Herren willen unterthä- nig, und erzeigen sich freywillig, darinn erweisende, daß sie das oberste Gut nicht in eignem Willen, sondern in dem Willen Gottes, dahin die Oberkeitlichen Mandat auch abzwecken sollen, suchen. Solcher, und nicht der Ungehorsamen Sonn und Schilt ist Gott; solcher, -»8 o A» 97 und Nicht den Spötteren gtbet er Gnade und Ehre, solchen, die auch ohne Mandat fromlich leben, wird er kein Gutes entziehen. Wende da niemand ein: DaS Gute auf Erden w rde doch meistens den Kinderen diser Wett, und seye denen, die frommlich leben, am alletmeiüm entzogen, sie Habens am minsten zugemessen. Wcm dise Gedancken aufsteigen , der hat fürwahr noch nicht erwogen, und weißt nicht, was das wahrhafftige Gut seye. Entziehet da Gott etwas, so geschrhet es zu deinem Guten, wie Tl- teren, die ihremKind etwas entziehen, das ihm schädlich wäre, und es darmit am allerbesten mei- nen;das wahre Gut,die Mittel zu unseremHeil, und das Ende unsers Glaubens entziehet er keinem,der in Jesu Christo ist. Ihr Geliebte,was wir auch bitten, wann wrr Gort für das höchste Gut halten, das empfahen wir von ihm, wann wir seine Geborte halten und thun, was vor ihm wohlgefällig rst.O Gott, gib uns deinen guten Geist, durch welchen wir uns nimmer entzeuhen von dir, aufdaß du kein Gutes, weder zeitliches noch ewiges entzeuhest von uns- Amen. DieSibende Predigt. Über salml^XXXIV.v.iz. IZ.) O Herr der Heerzeugen, wohl dem Menschen der sich auf dich verlaßt. G Als 98 o 8*. Ls sich dorten im Evangelio bev der x PredigtJesu Christi zugetragen,daß ^ indeme der Herr redete, ein Weib unter dem Volck d ieStimm erhoben, zu ihm sprechende: Selig ist der Leib, der dich getragen h.rt, und die Brüste, die du gesogen hast. Sprach der Herr in Antwort: ,^Ia, selig sind d ie, so das Wort Gorres hören,und es bewahren, wie wir solches lesen Luc. 11:27,2z. Unser allergesegnete- ste Heyland hätte bey solcher ihme von dem Weid geschehenen Lobpreisung, welche nicht fla- tierisch wäre, sondern in der Wahrheit besiuhn- de, einen Anlaaß nemmen können von seiner eignen Herrlichkeit und Würde, von seiner göttli- chen Natur und Eigenschaft zureden: Erhärte zur Bestätigung solcher Lob-Red können anzeigen,daß er grösser und fürtrefflicher seve alsMo- fts,und derjennige, von welchem Moses geredet hat, da er gesprochen: Der Herr dein Gott wird dir einen Propheten erwecken wie mich, auß dir und deinen Brüderen, den sollet ihr hören. s. Buch Mos. 18: is. Es ist aber unser Heils-begirrige Heyland nicht in bist Welt kommen daß ihme gedienet wurde, sondern daß er dienete. Also auch nicht daß er Lob-Reden auffasset? für sich, sondern das grosse Lob, welches er suchte, war unser Heil: Ia st- lig sind die, so das Wort Gottes hören,und es bewahren. Das Wort Gottes setzet er als das von Gott verordnete Mittel zur Seligkeit Zugstangen. Dtses istdaswortdes Glaubens, _ O A«. _99 bens, welches wie predigen : Dann das Evangelium ist eine Lraffr Gottes zum Heil, einem jeden der da glaubt. Röm. ni6. Nicht allein aber muß man das Wort Gorres haben, dann solches ist zur Seligkeit «och nicht genug, zumahlen v il diseS Wort haben, denen es nichts zur Seligkeit dienet, sondern ihnen wird ein Geruch des Todes zum Tod, sonder man muß dists Wort Gottes hören: Selig sind die das Wort Gottes hören, und aho die Gelegenheiten, wo dasselbige verkündiget wird, ergreiffen, dasselbige lieber haben als vil tau- stndStuck Gold und Silber, welches Anhören nicht allein geschchen solle mit den äußerlichen Obren, sonder mit einer Begirdc des Her- tzensMd mit Gehorsameres Glaubens : Dann das gehörte Wort hat jenne nichts geholf- stn, dieweil es nicht mit dem Glauben deren , die es gehöret hatten, vermenget war. Hebr.4. Es wird aber dise Seligkeit vollkommen dannzumahlen/wann wir dises Wort auch bewahren: Selig sind, die das Wort Gottes hören, und es bewahren, daß sie nämlich nach der Erinnerung des Apostels Jacobi nicht allein Hörer des Worts sind, sondern auch Thäter desselbigen,damit sie sich selber nicht betrügen, und jennem Mann gleich seyen, der sein angebohren häßlich Angesicht -wahr imSpiegel beschauet, aberalsobald darvon gegangen und vergessen,wie er ausgesehen habe. An discr Seiigkeir wil es unter uns leider, fehlen, dann dise können wir mcht feUg preisen, weilen sie das Wort nicht hören, G r ihre 100 c> A*. _ ihre Unwüffenheit ist immerdar gleich/ und die Verachtung des Worts Gottes bcharlich, auch ihr Elend gcwüß. Ienne aber können wir auch nicht selig preisen, welche, ob sie schon das Wort Gottes insonderheit an extraordtnaircn Anläsen, als an Fast-und Bättägen anhören, mit grossem Zulauff, und es aber nicht begehren zubewahren , und Visen Saamen nicht lassen Frucht bringen in Gedulk , sondern darnach bleiben wiezueor. David, der grosse Könißnnd heilige Prophet erkenncte dise dopplete Glückseligkeit rechtschaffen, die Ehre, die da iß im Hören , und die Seligkeit, welche iß in dem Bewahren des Worts Gottes: Ja er erkenncte es nicht für sich allein, sondern als ein Prophet, redete er davon als von einer Glückseligkeit, welche allen wahren Christen gemein, und ihre höchste Freude ist; in dcm schonen 84. Psalm, den wir in den Abend-Gebätteren diser verschin- nenen BättagS. Wochen haben gehört, und in unseren Kirchen crklähret worden. Er hat bezeuget, daß dtse Wohnungen Gottes die aller- angenchmsten seyen, daß die im Hause des Heeren wohnen. Wegendes imecwährendcnLobs Gottes,selig seyen, daß durch solches Anhören die Gläubigen in dem Jammerthal der Welt eine gedahnete Straß in Aon bekommen un- daß ihnen an den Wasser- Quellen des göttlichen Trosts nimmer mangle. Er hat von deßwegen hoch bezeuget, daß er lieber ein Thür- Hürer in dem Haust Gottes seyn wolle, als in Mitten der Hürren der Gottlosen wohnen. Er hat aber solches nicht ohne Ursach von denen _ ^ o Ar- _ror die das Wort Gocres also anhören, außge- sagt: Dann Gott ist ihre Sonne, die sie erleuchtet, ihr Schilt, der sie beschirmet. Er erfüllet sie mit Gnaden vier in Zeit, ja er verschaffet, daß denen, die fcommlich leben, kein Gutes entzogen wird. Sehet, wie so wahr dann seye die Außsage Jesu: Selig sind, die das Wort Gottes hören, und es bewahren. Und daß dise Seligkeit in der Bewahrung des- selbigen vervollkommnet werde, daffelbige erhellet am herrlichsten bey dem Ende besagten schönen Psalmens, allwo der Psalmist alles in einen fürdündigen Zuruff abfasset, und also befchlies- set: O Herr der Heerzeugen : Wohl dem Menschen , oder selig ist der Mensch . der sich auf dich verlasset : Welches verlassen auf Gott , das rechte Bewahren des Worts Gorces ist, ohne welches die Wohnung in den Vorhäfen des Herren nur ein Pdarisäfches und scheinheiliges Tempel Wesen ist. Wir haben uns mit dem Beystand göttlicher Gnaden sürgenommen Visen Beschluß des Psalmens absonderlich zvbetrachten, worinnen wir sehen: i. Die Anrede, deren sich der Psalmist bedienet: O Herr der Heerzeugcn. II. Den tröstlichen Schluß, welchen er auß dem gantzen Psalmen machet : Wohl dem Menschen,der sich aufdich verläßt. i. Gleichwie djser gantze Psalm ist eine Anrede an Gott, an Jesum Christum den Sohn Got- G z teS, 122 O Hr- tes an den Zerren der Heerschaaren, also ist auch das Ende des Psalmens an ibne gerichtet: O Herr der Heerzeugen. Dtser Tttul ist merck- würdiq well er in disem Psalm,da von denwoh- nungcn Gottes und dessen Lieblichkeit, von dem Wort Gottes und dessen Kraffd von der Gnade Gortes inLhristo UNd demAnschauen desGe- salbeten des Herren gehandlet Wird. derselbige nicht nur einmahl, sondern znm vierten mahl im Anfang, Mttel und End gebraucht wird s. Im Anfang hiesse es: wie lieblich sind deine Wohnungen, o du Herr der Heerzeugen ? b. Darnach hiesse eS : Deinen Altar, o du Herr der Heerzeugen, du mein Lonig und mein Gott. c. Fehrner seufzet er: O Herr Gott der Heerzeugcn, höre mein Gebatt, vernihm es, o du Gott Jacobs. Säla. >4. Endlich beschlösset er alles, abermabl mit disem Dtul D Herr der Heerzeugen: Wohl dem, der sich aufdick verlasset. Dann die Gleich- miß ist klar, die Menschen verlassen sich meistens unfeine gewaltige Armee. Xerxes verließ sich aus sein Heer. Und das ist unter den Menschen die gröste und Zuversicht, die man haben kan, wiewohl sehr ungewüß; als das besagte Heer Jerxis beweißt, das Verlassen aber aufGott ist das allerbeste, dann er ist der Herr der Heerzeugen. In der Erschaffung hat sich der Herr einen solchen erwisen. Wo ist ein König und Monarch , welcher sein Heer selber gemachet habe ? Er richtet es aufvon seinen Unterthanen, oder er besamtet es von gedungenen und Arixiliar-Völke- ren,so machet er es nicht selbst,er muß vil Zeit und _ o _ISZ Kosten daran wendet, ehe er es auf den Beinen hat. Gott aber ist ein Herr der Heeeschaa- ren, welcher seine Armee selber aufstellet: Er befihlet, und es geschchet: Er sagt, und es stehet da. So vil der Geschöpften sind an un- zahldahren Gattungen, und so vil einer jeden Gattung ist an unzahlbahrer Menge, so vil müssen allezeit auf ras Commando dises obersten Generalen warten, und sie richten alle seinen B'fehl schleunig auß. Es heißt: Lobet den Herren ihr seine Heerschaaren, seine Diener, die ihr seinen Befehl außrichtet. Ps. ioz. Ist er ein Herr der Heerschaaren in der Erschaffung , so ist er es gleichfalls in der Regierung und Erhaltung aller Dingen: Wir bekennen solches in den 12. Articklen des Glaubens , sprechende: Ich glaube in einen Gott, Vatter den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erden. Dann damit qestchen wir, daß ohne seinen Willen nichts geschehe. Ist dann das nicht ein Herr der Heerschaaren ? Obschon ein irrdischcr König einen qroffenHeer- zeug hat, so kan er ihn doch nicht brauchen wie er wil, etwann fehlet es ihm an erfahrnen Offi- eieren, etwann haben gute Offleier schlimme Soldaten, und was kommen sonst für Hinder- nuffen darzwischen? Aber der Herr der Heerzeugen, der Visen Nammen allein verdienet, äreüieret sein Heer in Ilikzrui, er machet es in einem Augenblick tüchtig, worzu er wil, unser Gott ist im Himmel, er machet alles was er wil, niemand mag feiner Hand widerstehen, oder zu ihm sprechen: was thust du ? G 4 Wil IO 4 o A» _ Wil er sein Leer brauchen zur Benützung der se.mgcn so müssen sie sich um einen Eliseum läge- ren, vaß es die Feinde, under deren Mitte es geschickt , nicht wahrnemmen,; wil er seine Hand zur Mach und Straff außsirecken, so ist sein Heer va, und erschlagt in einer Nacht in demLä- ger Senach ribs dundert fünff und achtzig tausend Mann. Heiffet es nicht hier, o Jehova! O du grosserGott derHeerzeugen! Zabaorh, wie in oem Hebräischen stehet, bedeutet eine grosse Viele, aber nicht eine ungeordnete zer- rüttetwlle,oderungeheuresMischmasch:Son- der emMile, welche in gute Ordnung und Bat- taillvn rangiert ist, allezeit gerüstet zum Streit, die Ordnungen des Heerlägers und der Fürsten in Israel waren ehmahlen also beschaffen. Vllmrbr aber erzeiget sich solches auch geistlich bey der Kirchen Gottes, in Mitten deren Ie- sus Christus als oer Feld-Oberste wahrhaff- tig den Rammen des Herren der Heerzeugen tragt, daß die Kirche ftölich darüber außruffen mag: Der Herr der Heerscharen ist mit uns, der Gott Jacobs ist unser Schutz. Säla! Ps. 46. Dise Gegenwärtigkeit des Herren der Heerscharen, die Macht, die Beschützung,welche Jesus Christus seiner Kirchen leistet, die machet, daß wir uns nicht förchten Und gewüß, alle Kleingläubigkeit, die wir haben, alle Zag- haffttgkeit, die wir mercken lassen, kommet sie nicht daher, weil wir vergessn, daß Jesu Christo gegeben ist aller Gewalt im Himmel und «rufErden, weil er ist der Gott der Heerzeugen, so mögen wir sprechen: Der Herrist mein Liecht und mein Heil, vor wem solce ich __ ^8 michförchten: D'er Herr ist die brasst meines Lebens, ab wem solte ich erschrecken. Weil er ist der H'.rr d er Heerzeugen,so können und sollen wir urs auf ihn verlassen / dann darin» bestehet dir nähre Glückseligkeit eines Christen, davon wir räch dem zweyten Puncten zureden haben. II. DGott der ^erzeugen, wohl dem Menschen, der sich aas dich verlaßt. Wir sinken in gantzer heiligst Schrifft sehr vil Stellen, in welchen von der Glückseligkeit deren, die sich auf den Herren verlassen, gehandlet wird; dann weil solches eine Fundamental Wahrhett ist, eine Säule, auf welche all unser Trost gegründet ist, und ohne welche wir wenig Trost haben wurden; siebe, so wird sie nicht nur an einem Ort angezeiget, sonder an vilen erklähret und be- stätttget. David , nachdem er im 2. Psalm erkläret das Gericht und Zorn Gottes, welches über die ungläubigen und verstockten Juden ergehen werde / beschließet denselbigcn Psalm mit einemGegensatz,sprechende: Aber wohl denen, die auf dich vertrauen, v. 12. So im Z 4 . Psalm Vers 9. Schmecket, und sehet wie der Herr so freundlich ist: Selig ist, der in ihn vertrauet. Insonderheit setzet er difts Verlast sen auf den Herren auf eine sehr kräffttge Weise entgegen allem anderen Vertrauen auf das, Was ausser Gott ist: Verlasset euch nicht auf Fürsten, noch «uf eines Menschen Lind, das ist, aufFürße», die ebenso wohl Menschen- Kinder sind, als die schlechten und gemeinen, G 5 noch I0S _-O o Ich»_ noch auf eines Menschen Lind, das nicht helffen mag. Sein Geist wird außfahren, und er wird widerum zu seiner Erde, nämlich von deren er genommen ist, kehren: Auf denselbigen Tag werden stine. Anschlage Verderben. Alles worauf er sich verlassen, wird zergehen, und was andere aufchne gebauet, das wird außseyn. Selig lst hingegen der dessen Hülffe der Gott Jacobs ist,dessen Hoffnung auf den Herren seinen Gott stehet. Ps. 146. v. z,4 s Und der Prophet Jercmias sitzet beydes den Fluch und den Segen, die Verder- bung und die Seligkeit dißfahls also einander ren entgegen, daß er spricht: Verflucht seye der Mensch, der auf einen Menschen vertrauet, und Fleisch, das ist einen fleischlichen Menschen, der den Athem in seiner Nasen hat, für seinen Arm haltet, und dessen Hertz von dem Herren weicht. Hingegen . Wohl dem Menschen , der auf den Herren vertrauet, und dessen Hoffnung der Herr ist. Ier. 17. v. 5,7. Und also redet derPÄlmist allhier: O Herr der Heerzeugen, wohl dem Menschen, der sich aufdich verlaßt. Wir finden darbe« ein Thun, welches der Mensch zuerstatten hat, und wie er demnach in solchem seinem Thun selig seye. Die Pflicht ist sich auf den Herren verlassen, und die Glückseligkeit so darauß entstehet, wird mit dem Wörtlein wohl außgedruckt. Sich aufGott verlassen st het allen Menschen zu , nicht allein denen, welche fürnehm, in Ehr, Gut, Macht, Freundschafft, Überfluß und allem __o _107 allem dem stecken, was die Menschen zu indischer Glückseligkeit ihnen anwünschen können. Dann in solchem Stand ist gut sich auf den Herren verlassen , ich rede der äusserlichen Meynung nach, dann in der That ist es dem durch die Sund verderbten Menschen im Wohlstand eben so schwehr sich auf den Herren zu- verlassen , als im Ubelstand, zumahlen je mehr der Mensch äußerliche Mittel vor Augen sitzet, je mehr henckt er dar Hertz daran, verlasset sich aufs Aeuffere,und vergißet Gottes,wie es jenner gethan, auf welchen David mit Fingeren deutet : Sihe, das ist der Mann, der Gott nicht für feine Stärcke haltet, sondern sich auf seinen Reichthum verlassen, und sich feiner Schalkheit getröstet hat. Ps.-02:9. Sondern sich auf Gott verlassen, stehet auch den geringen Menschen zu, auch denen, die sonst von anderen verlassen zuseyn scheinen. David braucht ein Wort, welches alle, auch die gemeinen Menschen bedeutet: Wohl dem, der sich suf dich verlaßt. Wann es um eine Umfrag über diß Geschäfft zuthun wäre, so wurde es vtl- leicht eine Untversal-Antwort abgeben, ein jeder wurde sagen: Ich verlasse mich auf Gott, dann es ist nichts gemeiners als dise Rede, aber eS ist auch nichts ungemeiners als die Wahrheit diser Sach, und kaum etwas schwehrers in der Welt zusinden, als sich rechtschaffen auf den Gott Zebaoth verlassen. Jedermann sagt es, aber wer thut es ? Wer setzt es inS Werck ? Das ist die Pflicht des ersten Gebvttsder heiligen zehen Gebotten, und so eS an diser nicht er- winden 1O8 -ROH». _ winden würde, so gimqUs mit allen übriqmGe- hotten recht daher,man müßte uns nicht iwerdar, insonderheitaufdte heiilgeBättaae solche Rodet voller greulicher Sünden und Uvertrettungen der Gebotten Gottes in die Nasen reiben aller diser Wust kommet danahen, wann der Mensch sich Nicht auf den Herren verlasset. Ist also hoch nothwendig, daß wir vorderst einen völligen Bericht empfahen, was eigentlich seye sich aufden Herren verlassen,und daß Wir demnach eigentlich erforschen, ob wir unter die Zahl deren begriffen, die sich aufden Herren derHeerzeu- gen verlassen, tnmaaffendarinn nachBesinden eintweder unsere gröüe Glückseligkeit, oder unser gröstes Elend bestehet. Wann deßwegen in heiliger Schrifft die Seligkeit zugeschritten wird denen, die sich auf den wahren ulld ewigen Gott verlassen, so wird daffelbige nicht sie einem solchen General- Termino gebraucht, daß man erkenne, Gottseye über uns, und wollen wir ihn deßhalben thun lassen nach seinem Wohlgefallen, und uns und unftre Sachen chm übergeben. Das ist zwahr etwas,und so vrl, daß auch die Heyden, die durch das Liecht der Natur ohne das geschribene Wort Gottes so weilhaben tringen können, daß man sich auf Gott verlassen solle. Aber sich auf Gott verlassen, daß die Seligkeit daran hange, davon wußten die Heyden nichts, sondern das ist eine Würckung der Offenbarung des göttlichen Worts, welche Off nbahrunq und Herrlichkeit der Vorholen Gottes -er Psal- mist abgestrichen, und nun vonwegen der Gna- _ -»R O ^4»_IO9 de, die Gott uns laßer widerfahren, den Menschen selig preiset, der: sich auf Gott verlasset, oder ihm verkamt, nämlich nicht nur als seinem Schöpfer und Erhalter, sonder als seinem durch Christum »ersühiitenGott Derjenntge verlaß sec sich alo eigentlich aufGort, welcher den Verdienst des Herren Jesu Christi, samt allen deffelbigen Gutihatm ergreifet mit wahrem Glauben, sich im Handel der Seligkeit aufnichts änderst als auf die Gnade Gottes in Jesu Christo vertröstet, und weil er ein durch den Glauben gereinigtes Genüssen hat, zu Gott nahen, und zu ihm sprechen mag: Du mein Lönig und mein Gott! Auch vonwegen des Bunds der Gnaden, in welchem er stehet mit dem Herren seinem Gott, versicheret ist, daß Gott, der ihm das Mehrere, ngmlich seinen Sohn ge- schencket, ihm das Mindere, nämlich das Zeitliche, nicht werde versagen, sondern ihn werde versorgen , daß alles, was ihm immer beKgnet, zu seinem Heil dienen müsse; Kraft solches Vertrauens zu Gott, schreitet er auch nicht auß seinem Beruf, er leget sein Hertz nicht auf das Zeitliche, er ergreiss t keine unerlaubte und von Gott verdotlene Mittel, er verleugnet sich selbst , nimmt sein Creutz auf sich , und folget ^Zesu Christo nach, er verachtet auch alle Gefahren, und weißt, daß thue von der Liebe Gottes nichts scheiden kan, unanqesehen der allgemeinen Gefahren der Kirchen Gottes, oder aller sonderbahren Widerwärtigkeiten und Be- gegnuss n, welche er alle mit Gedult überwindet, steif glaubende, daß weil er Gorr Ueber, ihme dise lio_ ^ c> _ dise Ding alle mrtwürcken müssen zu seinem Besten. Ein solcher Mensch verlasset steh auf Gorr, und einen solchen preiset die H. Schlifft selig: Wohl dem Menschen, der sich auf dich verlaßr. Das Hebräische nrox wird in unserer Dol- metschung bald durch das Wörtletn wohl,wohl dem, bald durch das Wörtlcin selig, übersetzt: Es ist in der That eins, dann wer ist selig, dann der, dem da wohl ist, und hinrvider: Wann aber die heilige Schrifft den, der sich am Gott verlaßt, selig preiset, ach! so lasset uns das Maß der Glückseligkeit nicht entlehnen bey indischen Menschen, die halten für ein Wohlseyn das, was in der Welt ist, Augenlust durch Reichthum, Fleischeslust durch Geilheit, Hochmuth des Lebens durch Pracht und durch andere Welt Liebe: Wann wir die Glückseligkeit der KinderenLottes also wollen abmäßen, io kämen wir zukuH, die Erfahrenheit bezeuget es, daß denen, die sich auf Gott verlassen, am wenigsten auf solche Weis wohl seve, dann sie genießen di- ser zeitlichen Güteren am minken, doch sind sie wahrhafftig glückselig, und allein glückselig zu- schätzen. Ich sage allein, dann ausser der Seligkeit der Rinderen Gottes ist alles, worinnen Menschen ihre Glückseligkeit setzen, nichts. Die Schönheit vergehet, der Reichthum ist zugänglich, die Wollüste sonderen uns von Gott und der Seligkeit ab, Pracht und Ehre ist eine Wasser-Blase, die verschwindet; wo wir immer innert uns oder in indischen Sachen etwas Glückseligkeit suchen, ft> sind wir darinn unglückselig, weilen __ «»8 o A». _ m weilen der Tod/ wann wir am mtnstcn daran ge- dericken, den Faden dises vermeynten Wohlseyns einsmahls adschneidet Also bestehet freylich die Seligkeit des Menschen der sich ausden Herren verlaßt, nicht in irrdischen Dingen. Jedoch sind rxeKmder Gottes wahrhaffttg selig, sie sind es beydes hierin Zeit, und in der zukönff- tigen Herrlichkeit. Hier in Zeit übertrifft ihr Wohlstand alle Glückseligkeit der Welt Menschen umsoviials vil köstlicher die Seele ist als derLelb sie sind durch denGlauben gerechtgesprochen, und haben Friden mit Gott durch unseren Herren Jesum Christum. Sie haben ein ruhiges Gewüffen,welches ist ein tägliches Wohlleben, sie gemessen einer unauß- sprechlichen und herrlichen Freude, sie besitzen eine Freude , die kein Aug gesehen, kein Ohr gehöret, und in keines Menschen Hertz gestiegen ist, sie belustigen sich in der Erkannt- nuß Gotvs, sie werden entzückt von der Liebe Christi sie werden vergestaltet in eben diesel- bige Llahrheit, als von dem Angesicht Jesu Christi. Und was sol ich dann sagen von dem, daß sich ihre Glückseligkeit under dem Schutz Gottes nicht endiget mit dem gegenwärtigen Leben / sondern wir wüsten, daß wann das irrdische Hauß diser Hütten aufgelöset seyn wird, wir einen Bau auß Gott haben, ein Hauß nicht gemacher von Handen, sondern dasewig istin Hlinmlen. Daß wir mit Job sprechen: Ich weiß oaß mein Erlöser lebr rk. Ist dann nicht gantz gülden und gültig, was David außrufft: O Herr der Heerzeugcn, wohl I > 2_ O'^»- _ dem Menschen, der sich auf dich verlaßt. Je grösser aber die Glückseligkeit diser ist/ je grösser ist das Elend anderer, die solches nicht thun. David sagt vondenselbtgen: Sie werden in der Hölle ligen wie die Schaafe, der Tod wird sie fressen : Und die Frommen werden früh über sie herrschen, und ihre Macht wird verderben: Die Holle wird ihr aller Wohnung seyn. Ps. 49: - s. So ist dann vtl/ ja unsere wahre Glückseligkeit daran gelegen / daß wir uns nun erforschen , ob wir uns wahrhafftig auf Gett verlassen. Aber da finden wir einen grossen Mangel: Wann wir uns auf Gottverlassen/ wtekommts etwann / daß wir Gott sein geistliches und göttliches Wesen, seine Majestät und Herrlichkeit seine all entwalden Gegenwärtigkeit, Heiligkeit, Gerechtigkeit, Wahrheit so wenig erkennen, und ein grosser Theil unter uns, noch in eimr reckt viehischen Unerkanntnuß stecken? Fürwahr wir können Gott nicht weiter lieben und thme vertrauen, als wir ihn kennen. Wann wir uns auf Gott verlassen,wie kommt es dann daß wir zu den Wohnungen Gorces so wenig Lust haben, darinnen doch der Gott der Götteren in Zion gesehen, und durch die Unterweisung das Vertrauen auf Christum eingepsiantzet wird? Wann wir uns auf Gott verlassen, warum förchten wir dann die Menschen so gar sehr? Warum bauen wir so vil auffie, als obfie auch Gott seyen, und als ob Gott nickt ihre Sergen in seinem Gewalt hätte/und fie leiten kö nnre wie Wassee-Sach, wohin er will ? Wann wir uns auf Gore ver- _ *8 o H«. _uz verlassen, Warum gebrauchen wir dann bey allen Anläsen Mittel / die Gott nicht gefallen, ungerechte Mittel, als ob uns Gott sonst nicht helffen könnte? Warum sind wir auf die indische Dinge so sehr verliebt und verliesst: Dise Dmge alle sind nicht auß dem Vatter, sondern auß der Welt, sie führen uns nicht zur ewigen Seligkeit, sonder ihr End ist das Verderben. Bey so beschaffenen Sachen erkennet euere wahre Glückseligkeit, ihr Fürsten und Regenten des Landes, es ist etwas der obere Gewalt, welchen euch Gott gegeben hat, dann es ist kein Gewalt dann nur von Gott. Es ist etwas die Wahl, welche bey Ehr und Evd auf euere Personen gefallen ist, worzu der Himel seinen Segen verleihe. Es ist etwas die Zier und die billiche Lmsiumsnr, welche man banahen zubeziehen hat; aber es ist erst dannzmnahl die Cron euerer Glückseligkeit, wann ihr euch auf den Herren der Heerzeugen verlasset, dann die Gottes-Forcht ist zu allen Dingen nuy, und ist der Ansang der weißheik. Erkennet daß dises euere Glückseligkeit seye, die ihr Diener seyt in dem Hause des Herren, so Wird eueeeAebeic nicht vergebens seyn im Herren. Ihr Hauß-Vätter und Hauß-Müttere, und die ihr die Haushaltungen ausmachet alle verlap ser euch aufden Herren der Heerschaaren, so werdet ihr die Pflichten eueres Christenthums recht, insonderheit auch in der so nothwendigen Kinder- Zucht, erstatten, und also den Segen von eueren Haushaltungen nicht vertreiben, son« dem erhallen und vermehren. O du Herr der H Heer- Heerschaaren, gib daß ww in unserem gan* yen Leben, aber fürauß am Ende unsers Lebens im lerstenAußgang ^ußdiserwelt, freudig können sagen, und noch freudiger können gemessen, was das seye : O du Herr der Heer schaaren wohl dem Menschen, der sich aus di ch ve rlaßt, Amen. __ D leerste Prcvlgr. ' Über Wsalmxcv.v.i-/. 1, ) Kommet her, lasset uns dem Herren frolockcn, und dem Felsen unsers Heils jauchtzen. 2. ) Lasst uns für sein Angesicht kommen m t Dancksagung, und ihm jauchzen mn Psalmen. Dann der Herr ist ein grosser Gott, und ein grosser Könrg über alle Götter. 4. ) In scincrHandc sind DieHeimlich- k. iten der Erden und sem sind die Höhe- nen der Bergen. 5. ) Sein ist das Meer, und er hat es gemachet, und seine Hände haben das Trochene gestaltet. 6 . ) Kommet, lasset uns anbätten,uns beugen und nidcrknyen vor dem Herren, der uns gemachet hat. 7. - Dann er ist unser Gott, und wir das O H»- Hs das Volck seiner Weibe, unbdieSchaa- fe seiner Herben. Psalm, den wirdtser Stunde zu- erklahren anheben ist >n d- r Jüdischen, in der ersten Christlichen, uno a .ch in der heutigen Kirchen, Teutschen und Welschen, bey allen Sprachen und Confefflvnen tm Gottes - Dienst nich^ als andere üblich, und wird öfters abgesungen und gebattet. Erbat auch einen sonderbahren Rammen, dann es wird ihm der Dtul Jntroduccorium von der Kirchen gegeben, bann er dienete dem Volck zu einem Anfang Einleitung und Ermunterung zum wahren öffentlichen Gottesdienst: Aomet her rk. Im ersten Theil dcffelbigen ist eine Anrede an die Gläubige und unter sich selbst zum Lob undPreiß Gottes des Schöpfers, des Erlösers und Hei- ligmachers zu grossem Trost der Kirchen. In dem anderen ist eine Anrede Gottes an die Ungläubige , Verstockte und Hartnäckige, voller Drohung, und wann wir es gegen dem, was im 8 l. Psalm und indem z. uns4. Capitel der Epistel an dte Hebräer stehet, halten, so ist es sozusagen , der leiste Raff, an die Juden geschehen, vor ihrer völligen und gä-tzlichen Verwerffnng, deren geschehene Erfüllung uns ja allen Unglauben denemimn, m,i> n allem Glauben md Gottseligkeit uns stärcken solle. In - lftm ersten Tb il, der zum Troß ,Xr M u igen > die das Volck Gomö außmüchen gestellt ist, haben wir 1. Der Gläubigen Aufmunterung th- H 2 rer n6 ^ o rer^selbst zum Lvd Gottes mit allen dulden Gattungen, v. i, 2. II. Vtle herrliche GrünVe dessen, gemeine und sonderbahre, zusamt der allcrfreulichsten Widerhollung solcher Aufmuntemng ihrer selbst, v. Z-7. Verleihe uns, 0 Herr, der du uns zu deinen Gchaafen, und zur Herde deiner weide erschaffen , daß wir uns zu der Freude deines Volcks auch hinzu thun, und was sie hier geloben, wir mit ihnen dir zudienen beydes geloben, beständig halten, und von dir, dem Gorr der Götteren, alle Bundes.Güter in Zeit und Ewigkeit gemessen mögen, Amen. I. Der Gläubigen Aufmunterung ihrer selbst zum Lob d.s Herren ist: Lommer her, lasset uns dem Herren unsers Heils frolocken, und dem Felsen unsers Heils jauchzen. Der, Welchem zu Ehren ein solches Triumph' Lied abgesungen wird, ist der Herr, das oberste Wesen, der höchste Gott, welcher von stch seil st ist, und alles vonihm, der wird auch genennet ein Felß des Heils, ein Felß wegen seiner Vcstigkeit, E- wlakett und des Grundes , welchen die Kirche Golds und ein jedes gläubige Glied derselbigen auf ihre haben kan, in dem was unser Heil und Seil kett betrifft, danahen bristet es: Er ist der Felß des Heils, und gehöret diser Titul eigentlich dem Sohn Gottes Jesu Christo zu, wo er im alten Testament kommet , wie sich solches _ O 8^» _ 117 Ouß der Gegenhaltumg der Anzügen des neuen Testaments Herfür thut, da Pault Wort ailttt: Der Felß aber wäre Shrisius. i. Cor. 10. auch der der weift Mann ift , welcher sein Hauß auf distn Felsen bauet zumahlen er sich selber den Felsen nennet. Malth. 16. Von disem ermunteret sich der Psalmist, welcher unsers BedunckenS im Rammen der ersten Kuch des neuen Testaments redet, auf: Lämmer! Im alten Testament wäre es sehr fleischlich und leiblich zu dem äußerlichen Hetligthum sitzt da eS in der leisten Stunde war, daß dises aufhören folte,tst der Zuruff: Lammet! vilmehr geistlich, die heiligen Versamlungen nicht außgeschioff.n, wie wir es in den Apostolischen Vermadnunqen haben, aber dises Lammen qeschihet vilmehr geistlich mit den Füssen des Glaubens und der neuen Gehorsame des Lebens, es ift diler Zuruff gleich dem bey Jesaja Cap. 2 . Lammet her, wir wollen aufdem Berge des Zerren gehen, zu dem Haust des Gattes Jacobs daß er uns seine Wege zeige, und wir in seinen Fußpfaden wandten. Was zuthun, müssen Wir kommen? Lasier uns dem Herren stoischen, wie eS im ioo. Psalm gleichfahls wie hier stehet: Jauchzet dem Herren allesLand, dienet dem Herren mir Freuden , kommet für stin Angesicht mir Fralocken. Sich freuen und stoischen wird die Kirche vermahnet, nicht in indischen oder in delifündlichenE'qeyunam der Fr nden, von denen wir vilmehr ab a!s ^ar- zu vermabnct werden: Wehe euch die ibr iez lachet, dann ihr werdet warnen und heulen. H z Luc. ri8_-»8 o ^__ Luc. 6:2s. Dem Felsen unsers ^eils jauchzeH ist nicht jau-chzen,vaß es in der Lrisst ergellet, sondern eme innerliche Freude in Gott haben, daß man nichts mehr von oem Finch des Gesatzes, sondern einen versühnten Gott in seiner Seele empfindet, aleich wie einer der äusserlich jauch- zec, allen Kummer bey SeithS geleget, u d an kein Wiedriqes aedencker , also ist das Reich Gottes oder lie Empfindung dessen. daß man em ichendiges Güev an dem Leibe Christi seye, Gerechtigkeit Finde und Freude im heiligen Gelst Fn w rS Form biß unser kommen beschaffen seyn müsse, wird im 2. Vers erklähret: Lasset uns für fein Angesicht kommen mit Dancksagung, und ihm jauchzen mit Psalmen. Für sein Angesicht kommen, imCere» monialichsen Gottes' Dienst geschahe durch das Aufheben der Handen gegen dem inneren Theil des H ilirtthums, da der Herr bey seinem Gnaden- Deckel erschtnnen : Für sein Angesicht kommen im neuen Testament, heißt den Vätter andätten, auf stciffen Glauben an seine Verhtiffung : Alles , was ihr den Vakccr in meinem Nammen bitten werdet das wird er euch geben. DiseS Jauchzen muß nicht geschehen mit Üppigkeit, sondern mit Psalmen nämlich dazumahl mit dem Instrument weiches Psalter genennet worden, noch vilmehr aver mit der geistlichen Materi, welche auf solchem Psalter ist ausgespielet worden , wie ein Paulus solches also erklayret: werdet voll Geistes, und redet mcceinan- deren mit Psalmen und Lob, Gesängen, und _ -»-R O H*. _I l 9 und geistlichen Loderen , singet undpsal» lieret dem Leeren in eueren ^-eyeEp.). ^. Dlsts Kommen, Frolocken und jauchzen, muß von den Gläubigen geschehen, nicht crwann aufeilieuTa-i-overei > Fast wiewohl eö freylich auch erttaocdmarseZelten sar;« qroet, kau und muß als des Hrrtzrusund des Lebens le veurn geschehen aste T >ge jaTag und 9t acht, ohne Aufhören, sintemalen dre Ussachen oessel- bigen auch nimmer aufnören, sondern von dem Gott unsers Heils tätlich sortgeseß t werben. Gebet aber wohl Achtung darauf daß dises, lasset uns für sein Angesicht kommen, indem Hebräischen Grund - Textur it nachdrücklicher ist, als es in unserem Teutschen gegcv n wird, dann es heißt präcis: Lasset uns seinem Angesicht vorkommen ,weein gutartiges Kt.id Mit Respect und Gehorsame N'cht wartet l blfi es darzu mit Drohungen und Streichen uns Püffen genotdzroangek Niki) . sondern weil die Lreoe in seinemHertzen gekündet ist, so kommt es oen Eiteren mit allen Wcrcken der L ese vor. Ach daß solches in unserer Stall sich nicht allerdings verschlossen und v röhren hä te! Lasset uns seinem Angesicht vorkommen; qedencket jemand , wie sigt Da st und die gläubige K>rch: Lasset uns ihm volkomen,da doch kckn Mensch der Gnave Gockrs v rkommen kau wie Paulus fraget: wer hat chme etwas vo.her gegeben, daß es ihm stlce w.vergolten werden? Und I hannes.' karini, stehet d e Liebe, nicht daß wir Go:t geliedet-naml ch vorher, sondern daß Gott ans gelcdet, und fernen 6 4 eingc- 1 20 _ o Uch» _ eingebohrnen Sohn zur Versühnung für unsere Sünden gegeben hat. Jedoch sagt die Krrch gar recht: Lasset uns dem Herren vorkommen. Dann es reden solches nicht natürliche Menschen auß den Kräfften der Natur, sondern widergebohrne Gläubige/ denen Gott der Vatter mit der Gnade der Erwehlung, Gott der Sohn mit der Gnade der Bürgschaffk und Erlösung, Gott der heilige Geist mit der Gnade des Beruffs und der Bekehrung schon längst vorgekommen ist: Dtse Gläubige sind aufdiser Erden mtt dem Güsel der Schein - Christen vermischt, welche änderst nicht als mit den allerernsthaffte- sten Drohungen und Streichen zum Bahren können gebracht werden. Die Gläubigen aber, die in den Anfang dises Psalmens gehören, kommen vor, nicht Gottes Gnade, sondern den Gerichten und Straffen Gottes, die er über die welr der Gottlosen ergehen lasset, sie warten nicht biß ihnen die Wass r des Sünd- Flusses, nicht allein ins Maul rinnen, sondern auch über den Kopf gehen, wie die Einwohner der ersten Welt gethan; und daß dise Worte: Lasier uns seinem Angesicht vorkommen mit Lob, mit Bekanntnuß und Vancksagung, nicht vorkommen Gott dem erwehrenden , dem erschaffenden, dem erhaltenden, dem berüffenden, zeiget sich auß dem folgenden z. 4. s.und s. Versen, allwo II. Vil herrliche, gemeine und sonderbahreGrün- de dessen dargestellet werden; welche alle dem Vorkommen der Gläubigen vorgekommen sind: Sehet einen Grund im dritten Vers: Dann _o A-_,21 Dann der ^err ist ein grosser Gott, und ei" grosser Lenig über alle Götter. Es habe" dise Wort chre Wahrheit und Erfüllung zu allen Zeiten, aber es hatdarzueimche kerioäur, oder bezetchuece Zeiten sonderbar. Gleichwie die Sonne an tem Himmel allezeit in sich selbst das gröste Liecht hat, das manglet ihro nicht, wann wir schon Nacht haben, oder wann wir sie schon wegen trüben Wolcken und Nebel nicht sehen: Wann aber der Himmel klahr, und es um den hellen Mittag ist, alsdann ist die Sonn in unseren Augen noch weit grösser und herrlicher, also ist dises dann: Dann der Herr ist ein grosser Gott, und ein grosser Lönig über alle Völker der Erden. Er ists allezeit, er ists nicht in einer leiblichen Substantz, allwo die gröste Grösse dannoch nicht unermäßltch ist. Er ist, weil er ein grosser Gott über alle Götter,ein Geist, der da nicht sehr ist, von unser einem jeden, dann in ihm leben, bewegen wir uns und sind wir, in der Erschaffung der ersten und in der fort und fortgesetzten Erschaffung, das ist, in der allerweisesten Regierung aller Dingen: Aber lasset uns einer Blick thun, in was für einem kerioäo auf d,s allernachtrucklichste der Herr ein Lönig über alle Götter seye. Alle Götter sind eintwetcr die, die in einer Ver« gleichnuß Amts haben also genennet werden, wie die, welchen Goit die Kirch im alten Testament untertbänig geinachet hat, welche im neuen Testament abgethan worden: Oder es sind die Obrigkeiten, welche an Gottes statt thun was sie thun sollen: Odu es sind die erdichtete und H 5 fal- 122 O Lk. falsche Götter der Headen, welche der Uoerglau* den geforchterhak, ob sie schoa nichts wsren. U- der drse Galtunqcn alle dscioel wahr, was der PsalMtst sagt: Dann der Herr ist ein grosser Gott, und em Lönig üoer alle Götter. Das T'LkupkL und der rechte Pu er dessen hat sich -ev der HimmelsahrGIesu g zeiget.Iesus, der da ist Gott und LNensch Jesus der da ist der wahre Gott und das ewige Leben. Jesus -er über alle Götter erhebec worden durch seine Erhöhung. Gorc hat ihn über alle maast sen erhöhet , und ihme gegeben einen Nam- rnenüber alle Nammen daßindemNam- nicn Icsu sich biegen sollen alle Lnye deren, die im Fimmel und aufErden und unter der Erden stnd, und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr seye zur Ehre Gottes des Vatrers, und d. ß der Heer also groß seye, zeiget er von dem an, daß er auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzet, durch die Beschützang fernerKirchen üß aufseht,und wird es zeigen biß ans End der W- lt. Dlse des Herren Grösse beschreibet -erPsal- mift in underschidlicheu P rticularltäten, oder ftnderbahrcn Stucken . im 4. Vers sagt er: In seiner Hände sind die Heimlichkeiten der Erden, und sein stnd die Höheren der Bergen. D ses ist von unserem J,sr wahr wir mögen es anschauen irrotsch oder geistlich in den W.rcken -er Erschaffung oocr der Ww-rbrmgung, die Henrillchkenen der Erden sind das niederste, und die Spitzen der Bergen das hökeste auf -er Erb-Kugtt; imim.crstm der Erven m dero _ O Heimlichkeiten sin d d.cMelalt Gruben,und son- dcrlich as Gold, dessen o.e Menschen so begierig, daß sie dem D s unv Pluto mehr dienen als Gott; nach alter Leuthen M ynung sind dise Heimlichkeiten d er: Erden auch in unsers Lm- des Eingeweiden, in den Helvetischen Landen; gut und der Fürsehung Gottes zudancken, daß sie Heimlichkeicenl bleiben, bann wo sie offenbahr wurden wurden sie uns schon um unsere Freyheit gebracht haben. Es sind aber die Heimlichkeiten der E den auch sein geistlich, kein irrdischer Mensch hat etwas in seinem Hertzcn so verborgen/ daß er und sein Geist nicht alles Weißt: Herr/wrr müssen, daß du alle Dinge weiftest, und dir nichts verborgen ist. Joh. 16 : zo. Der aber/ der alles we ßc in der Liesse der Erden, dessen sind auch die Höhene» der Bergen, nicht wie die alte Heydenschafft in Orient und Oeetdent fabuliert hat, Numin» in Vlontidus, die Gottheit wohne aus den höchsteuGiblen derBergen, danahen auf dem Gotthard und St. Bernhards Berg noch jetzt Tempel und Clöster sind einest dem Jupiter, heutiges Tags den Capucineren gewidmet: Es wird einfältig durch solchen Gegensatz das Tieffeste und das Höheste gezciget, daß gar alles der allerweisen Providentz unterworfen und derselbigen nichts entrannen könne- gleich der Bekanntnuß ' Davids, welche auch unsere Bekanntnuß seyn solle: Herr, wo möchte ich hingehen vor deinem Geist, und wo könnte ich vor deinem Angesicht entrünnen? Ps. I Z9. Es sind aber auch die Höhcnen der Bergen ftlN, im geist- 124 _ o H«. _ geistlichen und mystisch n Verstand; wie vil Berge, wie vil Hügel, wie vi! Höheren bat es indem Gehirn dessen , der sich ander Christum und wider die Christen erheder ? Tue Hööenen des Luches, es seye im Päbstlichen Antichri- stentdum, oder in dem Sroltz eines eitlen und indischen Menschen: WaS bilden sich dise ein, die das I'e Osum lauäLinu; ihnen selbst ^uschrei^ den ? Dre Höhenen der Bergen sind sein , ob sich schon Lucifer darwlder aufbäumet, und sagt: Ich wrl in den Himmel hinaufsteigen, und meinen Sitz ob denSternen Gottes erhöhen : Ich wli aufoem bestimmten Berge an die Seichen gegen Mitternacht sitzen. Ich wil in die wolcken hinaufsteigen, und wildem Höchsten gleich seyn. Aber du wirst in die Hölle hinab geworffen werden, in die Geithen der Gruben. Jes. 74:1z - , s. KktU Wunder, dann die Höhenen der Bergen sind sein, des Herren allein. Der Heer ist fehrner ein grosser Gott, dieweil über das sein ist das Nasse und das Trochne. Sein ist das Meer, und er hat es gemacht, seine Hände haben das Trochene bereitet: Widerum zwey widerwärtig scheinende Dinge, die aber unter einer Macht Gottes stehen, auch in ihren Ursprüngen, dann er hat sie gemacht, sie sind ein werck seiner Handen Moses bat es entdeck- t da es kein Heydniscber Philosophus ergründen können: Gort sprach : Das Wasser unter den Himmlen sirnnnlc sich an ein rr daß man das Trochne sehe, und es geschahe also : Und Gottnennete das Trochne Erde, _ß-M o HZ_i2y Erde, und dic «Summlung der wasseren nenneteer Mrew und Gott sahe daß es gut war l.BuchMws.i:io. Dsses Meer und das Trochenchac^'esus Christus daswort erschaffen, dann durch das Wort stnd alle Ding gemacher, und ohne dasselbige ist nichts geniachet von dem,was gemacher ist. Jod. i. Allezeit und noch jetzt ist er ein Herr darüber so indisch als ge stlich: Du zertrennest das Meer mir deiner Leafft, du zerbrachst die Löpfe der Wallfischen im wafi ftr Ps 74. und 107. Was ein Dädnifcher, was ein Englischer, was ein anderer Monarch von der Welt nicht thun kan, das richtet er auß als Gott und Mensch : Er befihler dem un- gestühmen Meer mit einem Wort, und es wird eine grosse Stille. Auch in den Verfolgungen der Krrchen, disem wütenden Meer gi- bet der Herr Belebte, er macht ihm Thor und Riegel. Er spricht: Biß hieher solt du lauften, und nicht weiter, da solle die Stoltzheit deiner wallen sich niderlegen. Job. z8 10, r l. Dists ist die erste Aufmunterung mit ihren beygefügten schönen Gründen. Die zweyte Aufmunterung der Gläubigen unter sich selbst besiglet, bestätiget und verman- nigfaltiget die erste, und bringet Gründe Herfür, von dem Gnaden-Bund Gottes. Dre Aufmunterung ist: Lommec, lasset uns anbacken,uns beugen, und mderknyen vor dem Herren der uns gemachet hat. Und der Grund: Dann er rst der Herr unser Gott, und wir das Votck seiner werde, und die Schaafe seiner Händen, 12-7 ND O AM Händen. Der, dem der heilig e Dienffgeleisicl werden solle, ist der Heer, der- uns gemacher hat, in welchem Verstand fast mit gleichen Worten stehet im > oo. Psalm: De r Herr hat uns gemacht, und nicht wir selber zu seinem Volck, und zu Schaafen seiner weide. Der Herr, der uns gemacher hat nicht all in durch die erste Erschaffung und Erhaltung, sondernder uns wtderum gemachet durch die Erlösung, der uns widerum gemachet, da das erste Gmiächt, das nach der Btldnuß Gott.s erschaff n worden, durch die Sünd verderbet worden, aber durch die Menschwerdung und das Leyden Jesu ergäntzet und neu gemacht worden, wordurch er unser Herr worden: Der Herr,der uns gemacher hat durch seinen Verdienst zur Gerecht- machung, durch seinen Geist zur täglichen Erneuerung und Heiligmachung , und der darauf folgenden Herrlickmachung zum ewigen Leben. Über welche Machung Paulus im Ramme« aller Gläubigen sagt: wir sind sein Gemacht oder Geschöpft, erschaffen in Lhristo Jesu zu guten wercken, zu welchen uns Gott zuvor bereuer hac, daß wir darinnen wandle» sollen. Evd.2: iO. Die allhier stehende,und von den Gläubigen so frevwrllig amrbottene Pflicht gegen Visen Herren ist in 4. Stucken,welche, ob sie schon verschldcn sind, dannoch auf eines aufgehen. 2. Sommer, b. Lasset uns anbätcen. c. Lasier uns biegen , und ä. Lasier uns nlder knyen. Romme, ! Der Psalm hat doch also angefan en, warum jetzt wi- derum ? DasLommen zu dEHerren ist nicht nur —__BD 6 _ 12 7 nur em Artus auf einen Augenblick/ sondern ein conttnuterlichel müd täglicher Actus, ohne Aufhören J>t cs doch Dem auch also unter den Men schen/da man etwas sehr freudiges hat, und die andere gern in der Gemeinschafft der Freuden hätte/so rüffet man nicht nur ein, sonder offtermal zu: Lommet/kommec ; durch sothancsWider- hollen wirr die B eilal« Raffe anzeigen wireortmzudem Abendmahl welches ein M nsch b^r ttct hat, dazu, wie wir in den Si nnläglicheil Morgen. Predigten erbaulichst vernommen haben, mehr als eine Einladung geschehen k. Lasset uns anbätren, welches ein N derwerffcn des gantzen Leibs aufsein Angesicht auf den Bo en bedeum. c. Lasset uns biegen , dff s bedeutet ein Krümmen oder Bücken d> s Le bs. Und dann, lasset uns nieder- knyen, oder auf die Knye fallen, welche Gattungen alle verrichtet werden mit denen und disen Pofturen des Leibs, und ein Zeichen der Ebrde- zeuglmq,waun sie aber gegen Gott erwisen werden sind sie nichts anders als eine Zeugfame der innerlichen Anbättnng und gäntzlichen Vertrauens des H-ryens zu Gott ohne welches innerliche alle Wendungen des Leibs lauter Aber. glauben und Abqötterey, oder Innrer Falschheit und Gespött Gottes ist, ron welchem der Herr sagt: Drß Volck nahet sich zu mir mit dem Mund, und ehret mich mir ibren Lefzen, aberihr^ery ist fehrn von mir Wan der äus- serliche Gottes Dienst, und die Letbs-Ubrrng mit l28_VD o _— dem völligen Hertzen begleitet ist, und das, mein Sohn gib miv dein Hertz, darbey ist, so ist es Gott gefällig, und der rechte Dienst des neuen Testaments: Wo das nicht ist, so ist alles Trül- len und Drähen der Wideren des Leibs demHer- ren ein Greuel, der verzwetffelte Böswicht mag ihm lang selbst eine Büß und Gottes-Dienst außstnnen, er mag lang sagen: wormie soll ich dem Herren vorkommen? Gol ich mich vor dem hohen Gott bücken? Solichihm mit Brand - Opferen und jährigen halberen vorkommen? Hat der Herr einen Lust und Wohlgefallen an tausend widderen? Oder an unzahlbahren Bachen Oel? O- der sol ich meinen erstgebohrnen Sohn für meine Ubertrettung, und die Frucht meines Leibs für die Sünde meiner Seelen geben? Das verwirfft Gott, hingegen zeiget er an, was ihm für ein innerlicher Gottes-Dienst gefalle. Es ist dir, o Mensch, angezeiget, was gut seye, und was der Herr von dir erfordere, nämlich, thun was recht ist, die Gutthätig- keit lieben, und demüthig wandten vor dei« nemGott. Mich. 6. Das ist mehr als Bücken, das ist das rechtehnye biegen.Die leibliche u- bu ig ist zu wenigem nutz, die Gottseligkeit aber ist zu allen Dingen nutz ,und hacVer- heissung , nicht allein des gegenwärtigen, sondern auch des zukönsftigen Lebens. Der Grund der Kirchen zeiget auch, daß Vifes Niederfallen und hnxebiegen noch vilmehr geistlich als leiblich seye: Dann er ist unser Gott, und wir dasvolck seiner weide, und die Herde —_ -R s Ar- _12- Herde semer Händen. Dan er ist unserGdtt, richtet sich nicht allein auf die Erschaffung und Erhaltung aller Dirgen, dann dieselbtge erstrecket sich über alle Crcaturen,auch die Verworffe- nen selbst,die können and müssen sagen: Der Herr ist Gott, es »A ein Grtt. Ub-.r keiner unter ihnen kau sagenDann er ist unserGorc.Dann das ist die Formul des Grien en Bunds: Ich wil ihr Gorr seyn,undste werden mir ein Volck seyn. Er lst unser Gott, ist ein Wort des gläubigen Hertzens,welches dieBersühnunq mitGott durch denBerdimstChristi empfindet, und danahen kommet discs geistliche jauchzen ; danahen kommet auch, daß wir sind das volck seiner weide, und die Schaa'e seiner Herde, und sprechen Mit David: Der Herr ist mein Heil, er wird mir nichts manglen lassen. Er weidet mich auf einer grünen Auen : Er führet mich zu stillen Wasseren: Er erquicket mir meine Seele, er führet mich in der Strasse der Gerechtigkeit, um seines Kämmens willen. P^22:1,2. David Ware ein getreuer > Hirt, aber me Scharfe waren nicht seiner Händen Schaafe; er hat ste geweidet, Jesus hat seine auch gemacht,wol mehr gespregelet als Jacobs Schaafe, dan er hatsie besprengt mit seinem Blut und zu seinem Eigenthum erkaufft. Ist di- seS nicht die rechte Materi des JudelierenS der Gläubigen in dem ersten Theil dtses Psalmens? Ihr Geliebte: Anstatt einer fehrneren und ordtnairen Zunutzmachung, gibetuns die Hände Gottes über den geschlagenen Wunden unse. m Kirchen, Gelegenheit an die Hände, aufeme I extra- rzo_ o _ extraordinarie Weise dem Herren Jesu zudan« cken, und uns under einandercn aufzumunte- ren: kommet, lasset uns anbärten , uns beugen und niderknyen vor dem -Zerren, der Uns gemachethar.- Dann er ist unser Gott, und wir dasVolck seiner weide, und die Schaafe seiner Handen. W-r dancken dir Herr, daß du unser Züricher-Zion zu einem solchen Volck deiner Weide, und zu Schaasen deiner Handen gemachet hast, sondcrbahr seit der seligen Reformation, von dem am daZwing- li i s 19. dise Cantzel, daraufwir noch stehen, bestiegen hat. Wir dancken dir, daß du die Herden mit denHirten der Statt und des Landes unter dir demErtz-HirtenderSchaafen.ausdiftr grünen Auen, und bey Visen stillen wasseren, sicher unter allen unsers Zwinglis Nachfahren, hast an unseren Seelen ruhen und rasten lassen. Wir dancken dir, daß du rufe Gnad uns auch, sonderbahr unter dem Hirten-Slab, des Wohlverdienten, nun in Gott selig verstorbenen Herren Obersten Pfarrers,Herren Ludwig Neu« schclers , so vil Jahr hast widerfährt») lassen. Wir dancken dir für allen den Nutzen und alle Dienst, der durch seine Treu und Fleiß an unS geschehen ist: Du, o Herr, bist unser einge- denck gewesen: Du hast gesegnet das Haust Israels: Du hust gesegnet das Haust Aa- rons unter uns, devdes in der Persohn und in der t Succe ssion desselbigen. Wir bitten dich -j- Den -s. Mertz >7;/. ist Herr "cki. vi»e Herr Conrad Wwtz, ^niiü-8 worden vor Räth und Bürger mit 5«. Stirnen. Herr Pfarrer beym Peter hatte 4; .Herr Pfarrer beynPredigern is. Stimnien.Vorderer ^rcki- ui»c. würd Herr v-»<:.Wilhelm Simier init «-.Stimmen, Hr. ou>e. Hirtzelham 4;. und Hr.o,«. Hu-1 r. Stimmen. _ o ^ _ izr od du schon dtsem Aaron dw Kleider außmnv einem Eleazar angezogen hast, du wollest deinen leiblichen und geistlichen Segen ob Witwen und Wävftn, Kmderen und Kinds - Kinderen walt en lassen/ und in dem Leyd ein Zeichen deine- Trosts und wachsamen Äugs ob ihnen zeigen. Wir dancken dir / oberster, über alles gebietender Herr, daß wann du zu einem der unserigen sagst : Gehe hin, so gehet er, und zu einem anderen: Lomme her, so kommt er. Herr, du hast zu Petro gesprochen: wann du alc wirst, so wird ein anderer dich umgürten, und führen, wo du nichc wilt. Zu einem anderen sagst du: wann du alc wirst, so wird dich ein anderer abgürtcn, und führen, wodu wüt, in die erwünschte und ewige Ruhe; nur daß die alten Ceber. Bäume wie MoseS wäre, noch blühen und Frucht tragen biß an ihre selige Weile- Wir dancken dir, daß du nach deiner gnädigen Leitung unserem Hauß Aarons einen Eliazar gegeben hast, gib, daß wie er da- Talent seiner Vorfahren in der fünften Zahl besitzt, er sie biß auf biethende bringe, und in ber spathen, leisten und frolichenRechnung sprechen könne: Herr, du hast mirfünff Talent übergeben, sihe, ich habe in diser deiner Lärchen fünff andere gewunnen. Und Wie die Priesterliche Kleider thme eine herrliche Zierd geben, er also auch derselbigen in seiner Person bündigen Zierd sepe, und an seinem Rock bevdes die Schellen der Predigt deines Wortwohl klingen, und die Granat-Uepfelder Heilt» gung immerzu einen guten Geruch von sich ge. I 2 ben. IZ2 _ ^ O __ den. Bekleide die gestehen Tac s glücklich und heUiglrch erwählten und in ihren Staffle» succe- dierendcn neuenDiener dtser wertbenGemeinve; ja dckleid alle demePriester mitHeisaufdaßwir alle als deine Geheiligten mit Freuden ftolo- cken, und vonHertzen sagen, mdalsodaldven Hertzen singen werden: Wir wollen den Rammen des Herren loben, von nun an biß in Ewigkeit, Hall.lujah. Ihr Geliebte, alle dise Gutthaten hat Jesus uns bcwitsen, und sich alö den Gott unsers Heils erzeiget, er ist auch unser Hirt, der uns durch jem Wort und die Stimm seiner Unter- Hirten äusserlich, und durch s. inen guten Geist innerlich weidet, sind dann wir nicht schuldig alle dise geistliche Freudens Bezeugungen unter ein« anderen zu seinen Ehren Meisten, wie sich die Gläubigen darzu aufmunteren? W'egeschihct aber solches von uns ? ES manglet nicht am Zulüften , kommet, aber bev Vilen ist diier Zuruff, nicht zu, sondern von dem Herren, fürauy bey- und auf gehaltenem hctltgerFäst, da so vile, auch Junge,die ausser Eiteren Einsicht sind mit Oe- fferlen, nicht zu Ehren des auferstandenen Heilands , sondern zur Schande des Christenthums halbe und gantze Nacht hindurch in Eitelkeit und Sünd zubringen, und die Grössere noch mehr thun was sich keimn Christen-gezimmet: Wo bleibet Anbarrung? Wo bleibet Danck- fagung? Wo Erkannr7iuß,vaß der Herr durch sein Lenden uns zu sennem werck gemachet hat ? Wo ist bey der Jugend, wann sie schon in das Hause GvtteS kommet, die Zucht, die Andacht, -»8 o _rzz dacht die Aufmcrcksamkeit, der Rcsp.cc, das NachbättenimHcrtzm, oder wann sie auch bey Hauff, in der Schuh! inderKuch emGebätt zuvcrrichten haben, waS ist da nicht wid^r für Schläffrtgkeit, oder für ein Schnaplen, ohne Nachsinnen an die Präsenz Gottes? wie haben Christum nicht also geiehrnec , wir lehren euch auch Christum nicht also; lasset unS einanderen aufmunteren zum Guten und uns nicht beschämen je eins das andere zum Lob Gottes zuvermabnen, je einer dem anderen mit einem guten Exempel vorzugeben, wir haben alle Taq Matert zuerkennen und zubeschaucn wie groß unser ^err seye, Wie er als eintönig herrsche, wie er seineSchaafe weide, wir sehen alle Tag seine Gericht wider seine und unsere Feinde alle Tag Wie sein Zorn vom Fimmel geossenbahrec werde über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen , lasset uns ihm vorkommen mit Büß, damit er uns nicht vorkomme mit Straffe; lasset uns doch die Zeit der Gnaden nicht versäumen, sondern demüthig wandten vor unserem Gott; also werden wir nicht mit den Böcken hingeraffet, ! sondern das wahre Kennzeichen der Schaafen Christi, und ihn zu unserem getreuen, zu unserem Harcken, zu unserem göttlichen, zu unserem ewigen Hirten haben, der uns mächtig beschützen und seine Verheißung an uns erfüllen wird: Meine Schaafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach, und ich gib ihnen das ewige Leben, und es wird sie niemand reiffen auß meiner 6and, Amen. I 3 Die I?4 _^8 c> _ Die Zweyte Predigt. Über NsalmXLV.v. 8-n. 8 . ) Heut, wann ihr seine Stimme höret so verstocket eucre Hertzen nicht, wie zu Merrba geschehen, wie zu Massa in der Wüste. 9. ) Da mich euere Vätter versucht ha- den: Sie haben mich bewähret, wiewohl sie meine Merck gesehen hatten. i o.) Vierzig Jahr lang habe ich mit DisemVolckMühe gehabt, und ich sprach, Dises Volck irret mit seinem Hertze», und sie erkennen meine Wege nicht. 11.) Welchen ich dan in meinemZorn geschwohren habe, wann sie zu meiner Ruhe kommen werden. ASMM,.Buch Moseam27.Capitellesm wir, daß MosiS bey seinen let-en Tagen durch sechs Zünffte derJsraeli- ten ab dem Berge Garizim den Segen für die Bevbehaltere des Gesatzes Gottes, und durch sechs Zünffte ab dem Berge 6 ebal den Ubertretteren deffelbtgen hatte verkündiaen lassen , die Flüche und allen Unstern: Wovon Moses imNammen Gottes den Befehl gegeben, und unter Josna die Vollstreckung geschehen. Jof. 8 . Das Oentrum oder Mittel-Punct di- fts, _^ s Ä» r zs feö göttlichen Willens finden wir in Visen Worten : wann dich der Herr dein Gott in das Land dringet, darein du kommest, daß du es einnemmest, so solc du den Segen auf Garizim geben,und den Fluch aufdemÄerg Ebal. 4. Buch Mos. 8:29. Sehr Geliebte m unserem Herren Jesu Christo! Der s s. Psalm, welcher uns durch die aller- weiseste Vorsehung des hohen Gottes in unserer ordinärst bisherigen Dienfit glichen Betrachtung vorgeschwebet hat, und zu guter, Gott geb,erbaulicher Lege,noch bißmahlen vorschwebet , begreiffet irr sich dise zwey Berge, Garizim und Hebal, daS ist, diejenntg Sachen / welche auf dtsen zweyen Bergen vom Segen und vorn Fluch verhandlet worden find. Vor dem Synodal - Dienstag stiqen wir mit discm Psalm gleichsam auf den Berg Garizim , auß tu n sieben ersten Versen desselben zuvernemmen tausend Segen Gottes, und die tausend Freuden der Kirchen Gottes, mit dem jauchenden Zuruff der Gläubigen: Lommet, lasier uns andätten, uns beugen und niberknyen vor dem Zerren, der uns gemacher hat: Dann er ist unser Gott, und wir das Volck seiner weide, und die Schaafe seiner Händen. Jtzt ist Hebal da, jetzt wird die RedenS- Arlallerdings geänderet, jetzt redet er von di- sem 8 . Vers bis zum Ende des Psalmcns verhöbe Gesatzgeber selbst; jetzt sahet an zureden Gott Ler Valtrr von Gott dem Sohn, durch Gott den heiligen Geist; jetzt find Worte der göttlichen LStihrnung da, weil wann ihnen das Js- I 4 rael IZ6 _ v _ rael irr der Wüste, vasIsrael indemLandeCa- naan und fürauß das Israel innert den ^.Jahren von derHimelfabrtJesu Statt und Platz gegeben hatten sie wären nicht daSverstockeeVolek, an welchem sich alles das noch jetzt erfüllet, waS der gerechte Gott so heilig in seinem Zorn ihnen geschwohren hat,wann sie in seineRu- he eingehen werden. Obschon dises Wort in dtser Geleqenhe it der Zeit vermahlen eintrifft, die uns allen bekannt ist, und welche der Gott alles Segens unserer Zuricher-Kirch gesegnet seyn lasse mit allergeist- lichen Benedepung inHesu Christo, so schicken sie sich doch zum trefflichsten, allermaaffen wir nicht allein aufdie traurige Materi und Inhalt , als aufden heiligsten, nutzbahren und tröstlichen Zweck derselbigen Achtung geben, weil einem solche treu-gemctnte göttliche Wahrnung ein allerköstlichcr Balsam ist, welcher angenommen, unser Haubt nicht zerstöhret, sondern die Seel erhaltet, und den zeitlichen und geistlichen Segen beybehaltet. Wir haben in Visen wichtigen Woren zube- trachten: I. Die triffnge von Gott selbst außge- sprochcne Wahrnung: Heut, so ihr seine Stimme höret, so verstocket euere Hertzen nicht. H.DiftrWahrnung ernstlichenGrund 2. von der Sünde der alten Israe- liten, wie sie ihr Hertz wider die StimeGottes verstocket haben,und von _ o A» _IZ7 b. Von der Drohung und dem Schweeren des Herren über solche Sund der Israeltter. Heut Herr 'Jesu, aber wie lang, oder wie kury dises Heut noch wahre, das ist in den Geheimnussen deiner Schätzen verborgen. Heuchören wir deine Stimme. Ach! gib, durch die Rrafft deines Geistes , daß wir unsere Heryen nicht verstocken , daß wir nicht wie bis dahin irren mit unserenHeryen, indem wir wie Israel deine Wege nicht erkennen, damit es uns nicht wie Israel ergehe , sondern daß wir als Schaafe deiner weide deine Stimme mit Glauben und mit Büß hören, und in deine ewige Ruhe einzugehen, gewürdiget werden, Amen. I. In der triftig abgesprochenen Wahrvung tviro bezeichnet die Zeit, heut : Es wird benen- j net die Gnad und Gelegenheit, so ihr seine ! Stimme höret : Es wird geoffenbahret die Pfl'cht: So verstocket euere Heryen nicht. Es wird gesagt heut, dessen erste Bedeutung ist, daß es einen und den gegenwärtigenTage bedeutet : Gib uns heut unser täglich Broc. Heut wann es von Gott und göttlichen Sachen gebraucht wird, bedeutet und kan nichts anders bedeuten als die Ewigkeit. Dann bey dem allgegenwärtigen Gott ist kein Gestern so vergangen, und kein Morn, das erst zukünftig ieve, sondern es ist alles gegenwärtig: Heuc und jetzt. Warr das Heue von der Verkündigung des EvangeU- I 5 umS ,?8 _ ^ o _ UDS odervon der Beovchaltungoer Gnad Gottes genommen wird, so schliesset es eyn einen ae» wissen Termin, welchen der heilige Gott bey sich verordnet, wie lang er einem Volck e ner Statt, oder einem Menschen die Gnade des äusser! cheu Beruffs wolle widerfahren lassen nach welchem Termin alles beschlossen und auß ist, ^enerLiiill. rns ist es eine sehr lange aber nicht einem jeden Menschen und jeden Obgleich bestimmte Zit. Dises ^eur hat seinen präcisen und von Gott bestimmten Schluß. DiseS ^eut aber bat b.?v dem einten Ort und bey dem einten Menschen einen längeren oder kürtzeren Termin , der dir, o Mensch, nicht, sondern Gott allein bekannt ist, stier welchen es heißt: Heut,so ihr seine Stimme höret. Dre Gnade,die in dtsem 6eut widerfahret, ist in den Worten: So ihr seine Stimme Hörer. Zu besserem Verstand dessen gebet Acht, wer also redet, und von wem er aUo redet; es redet und wabrnet also Gott dervattermü: und durch den heiligenGeist. Er redet also von der Stimme des Sohns Gottes des Zerren Jesu Christi. Dise Stimm hat Jesus hören lassen am ersten durch Molen, widerum durch David und die Propheten, widerum durch seine Stimme selbst Mdeu Tagen seines Fleisches, in angenommener menschlicher Natur. Die Stimme Mosis wäre die Stimme Christi, Moses wäre ein getreuer Lnechc in dem Flause Gottes Christus aber der^err. David der vermuthliche Stell r drS PsalmenS den wir erklähren, weiset nach Mosen auch auf dise des __ -S o S» _ des Herren Stimme, so Wie sie geschehen als die Kinder Israels schon lang im Lande Canaan gewöhnet. Ja er weiset Weissazurgs - Weise darauf, wieso hernach unmttteibahrvon Jesu Christo selber geschehen, wie eben dtser Ruff di- ses Psalms tzedr.z.und 4.also als zur Letze,in der leisten Stunde dises Heut angezogen wird, dazumahl hat man nicht allein könnm sagen: wir Habengesehen, sondern auch,wie haben gehöret seine Herrlichkeit, als die Herrlichkeit des Eingebohrnen vom Vatter , voller Gnad und Wahrheit. Dise Stimme habet ihr ge- höret ihr, fürnemlich die Juden, sie haben sie gehört bey dem Berg Sinai, sie haben sie gehört alle beyde Klcin und Groß zuvil mahl hundert taufenden an der Zahl; sie habe dise Stimme gehört auch in der Vorrede verzehrn Worten: Ich bin der Herr dein Gott, der dich «ruß Egyptenland, auß dem Dienst, Hauß gefübrec habe. Sie haben sie durchauß im alten Testament gehört, biß auf Christum und die Apostel. Da höret das Heut der Juden auf, da gienge das Heuc der tzcyden an. Um dises Heue Willen sagt der Apostel den Heyden, wäre nothwendig, daß euch 'Juden zuerst das Wort Gottes geprediget wurde. Nun aber, so ihr es von euch stoßet, und euch selber des ewigen Lebens nicht werth schätzet, sihe, so wenden wir uns zu den Hepdcn. Geschtchb. i z.46. Diß ist die Zeit, diß ist die Gnade: Heur, so ihr seine Stimme höret. Die Pflicht in dt str Zeit der Gnaden ist, so verstocket euere Heryen nicht.Die Verstockung des Heryens 140 o H»- __ ist cl .e Sund auß der Gletchnuß von Versto- ckung der Ohre» hergenommen, wann m-in einst Grimme nicht hören mag, und zum Verdruß dessen der da redet, die Finger in die Ohren stopfet, oder dteOhren mit den Händen verhebet,daß man einen nicht hören müsse. Das Sery verlocken ist ein mehrers, es ist Gottes seines Willens , seiner Gebotten, seiner Verheiffungen gar nichts wollen, und die Drohungen verspotten; dtses wird daS Volck des äusserltchen J'raels vermahnet nicht zuthun. Seuc, so ihr die Grim des Zerren Hörer, so verlocket euere Sergen nicht, so wie P mlus auf gleichen Zweck vermahnet: Gehet zu, daß ihr den nicht auß- schlaget, der da redet: Dann so jenne nicht entflohen flnd,die den außgeschlagen haben, der auf Erden auß göttlicherOsfenbahrung geredet: Vil weniger wir, so wir uns von dem abwenden , der vom Fimmel redet: Hebr. 12: rz. Go verlocket euere Sergen nicht, welches durch Unglauben und Ungehorsame geschchct. Disc Rede gehet an alle mit etn- anderen,die Gläubige und Ungläubige durch einander vermischet; die gröste Zahl der Ungläubigen zur Verweisung wie groß die Sünde, ihrer muthwilliqen und beharrlichen Verstockung feye. Ab r sie geschihet auch den Frommen, die unter Visen anderen seufzen, weil eben bist Worte, verlocket euer Sergen nicht, daS Mittel sind, durch welches Gott außwendig gleichwie durch den heiligen Geist innwendig die Verlockung auß dem Sergen vertreibet, und Glauben, Büß und Heiligung einpffantzet, emtteuffet. Dist _ -»R o A»> _141 H. Dise so ernstliche Wabrnung hat ihre noch ernstlichere Gründe, ». erstlich von dem Exempel der Sünde, b. demnach von dem endlichen Schweeren Gottes wider solche Sünder hergenommen. 2. Von dem Ercmp.l der Sünde ihrer Vät- teren heißt es: wre zu Merida geschahe, wie zu Maffa in der Wüste. Es haben die Kinder Israels tnderWüstevon drmAußzugaußEgvp- ten an den Herren so zusagen an einem Stuck fort und fort versucht, so daß/ wann Meriba und Mass« allhier gedacht wird, wir nicht glauben sollen, daß es daselbst allein geschehen,sonder fürnemlich, parz pro roro. Es wird ein Theil ge- nennet, und alle« andere darunder verstanden. Von Meriba le«en wir, daß daselbst der Herr dem Most und Aaron selbst den Eingang in daS Land Canaan abgeschnitten,weil sie bey dem Haderen der Israelitcnden Herren nichtgebeilrget. 4. BuchMos. 20:12,, z. Von Masta, welche- gleich s Ort wäre, und welches wegen ihrer begangenen Sünde auch hernach den Rammen behalten; dann Meriba berstet Zancken und Haderen Massa Versuchung an einem Ort geschahe es ionderdahr, insgemein durch die gantze Wüste, man darf nur den von uns ernährten, uno unlängst in Truck erlassenen 78. Psalm lesen so wrrd man drse Wahrheit der Werttäuffig- kert nach einsehen können. Davrd erzchlet eS in einer noch klähreren Summ: Da mich euere Vaccer versuche haben, sie haben mich bewähret, wrewohl st- 142 o sie meine wercke gesehen haben. Wann ek sagt: EuereVattere , so redet er an die späteren Juden, und stellet ihnen für, die früheren Juden, die in der Wüste gelebt, waren Vättec gehalten gegen die, die zu Davids Zeiten gelebt, und die zu Davids und der Propheten Zeiten gelebt, waren samt den obigen Vätter in Ansehen deren Juden, die zu Christi und der Apostlen Zeiten gelebt, welche letstere zuletst nur also angeredet werden: wie mich euere Vätter, die sich nemltch alle des Uralt-Vatters Abraham- rühmen , versucht haben. Welche Versuchung auch eine Bewährung genennct wird. Es hat einVersuchen undBewährenGottes, das da gut und erlaubt ist,dasjennige,welches auß Glauben geschihet. Es hat ein Versuchen und Bewähren Gottes, welches gottlos und straffbar ist, wann eS auß Unglauben geschihet, und reffen Gemerck haben wir allhier. Auß Unglauben und Verstockung geschihet es dannzumah- len,wan manGottesWerck sthet: Wiewohl sie mein Werck gesehen haben. Sie waren hierin« dem hcydnischen Pharao gleich,derselbige hat des Herren werck gesehen, genugsam gesehen, erfahren, gefühlet, empfunden und bliebe doch verstockt. Gleich also bey den Zeiten Christi haben die Juden des Herren Werck gesehen, JesuS hat sprechen können : Wiewohl sie meine werck gesehen haben : Doch haben sie ihn versucht, und auß Unglauben bewähret, und Zeichen begehret, da sie überzeugend und über- siüffiq hatten, auch noch zum höchsten Überfluß das Zeichen Jonä des Propheten in dem Herren erfüllet selbst. Eifer _ o Ar. _ 14 z Difer Verhalt der KinderenJftaelS wird von Gott KlagS-Weise also erläuteret: Vierzig Jahrelang habe ich mit disem Volck Mühe gehabt,und ich sprach: DasVolckirret in seinem Hergen, und sie erkennen meine Wege nicht. In disem zehenden und in dem leisten eilfften Vers wird uns Gott übermahl als ein Mensch vorgestellet, der nach menschlichen Passionen und Meten redet ,von dem es aber gantz heilig und gantz göttlich verstanden werden solle. VrerzigIahre lang habe ich mit disem Volk Mühe gehabt. Dtse vierzig Jahre sind absonderlich die 40. Jahre in der Wüste, wie sie Paulus Hebt. z:?. und Stephanus im Geschichtb. 7:zs auch also anziehen. Dtse Zahl ist Jahren und Tagen halben sehr merckwürdig, vierzig Jahre, in eben Visen vierzig fahren über hat Gott den Kinderen Israels das Manna regnen lassen. 2. BuchMos. 16534. Vierzig Jahre habe ich mit demVolckMühe gehabt, sind allhicr sonderbahr und handgreiffltch zuverste« hen von denen vierzig Jahren an, da Jesus der auferstandene und gen Himmel fahrende, seine Apostel außgesendet,das Evangelium erstlich den Judenzuverkündigcn, und sie zum Glauben und zur Büß zuberuffen, biß daß der Herr mit diser Mühe müd worden,zwevenBärenVespasianum und Tttum auß dem Wald gerussen, und sie auf- fr> ffm und verzehren müssen, also mit der Jüdischen Kirch und Policey ein Ende bey den verstof. stnen vierzig Jahren gemachct. VierzigIahr habe ich mit drftmVolck Mühe gehabt, ichla» get noch darzu oder setzet voran dte etltch und dreyssig 144 _ o A *>_ drcvsstg Jahre Lebens, Letztens und der Mühe/ welche Jesus versöhnlich mit ihnen, alldieweil er aufderWelt war,gehabt hat.Und ich sprach: Dises Volck irret mit seinem Sergen, und sie erkennen meine Wege nicht. Das Muster dessen sind alle Evangelia und Apostolische Geschichten, das sonderbahre Muster gibt uns das i s.undLZ. Capitel St. Matthät, daSson- dcrbahreke sind die unserem Text gleich gültige Worte Jesu: Dises Volck nahet sich zu mir mit seinem Munde, und ehret mich mit den Lefzen, aber ihr Hertz ist fehrn von mir: wann sie die Wege des Zerren erkennet hätten, sie würden den Zerren der Herrlichkeit nicht gecreutziget haben. b. Nicht allein aber wahrnet sie der Herr auß dem Greuel ihrer Sünden, sondern auch auß dem ZornGottes,der ihnen angedrohet ist: welchen ich dan in meinem Zorn geschwohren habe, wann sie in meine Ruhe kommen werden. Wir finden Visen Code Gottes wettläufftg und förmlich im4- Buch Mos. 14:21. K.Sowahr als ich lebe, so sol alle Welt der Herrlichkeit des Herren voll werden. Dann alleMän- ner, die meine Herrlichkeit und meine Zeichen gesehen haben, die ich in Egypten und in der wüste gethan habe, und mich nun zehen mahl versucht, und meiner Stimme nicht gefolgct haben, deren sol keiner das Lande fthen, das ich ihren Vatteren geschwohren habe : Auch keiner sol es sehen, der mich verlästeret hac. Es wlrdGottZorn undSchwce- ren m Zorn zugeschriden über die Juden, wie _ -«HL o H». _147 jm 2 Ps> m: Sein Zorn wird bald erbrün- nen, uns wic Über die Hcyden, Röm. r: > 8. Der Zorn Gocres wirk) vomH-mmel geoffenbah- rer üoer alle Gottlosigkeit uns Ungerech- tigke-c der Menschen, welche die Wahrheit in der Ungerechtigkeit aufhalten Das,was der Herr in fernem Zorn geschwohren,tstr wa «sie in meine Ruhe eingehen werden , das ist,sie werden garnicht darein gehen.Die Ruhe wird mit Nachdruck genennet, Gottes Ruhe, Jef. ;8 rz Ps. 122: beydes hier und Hebt. 4 :z. wie htera-stauch genommen ist die Formul in unserem Samstäglichen Abend- Ge- hätt, da der Sabbach der Tag deiner, das ist, GoccesRuhe genenet wird den Gott milEp'M- pel und Befehle gehetliget hat. Allhier wird die Ruhe des LandesCanaan meine, das ist, Gottes Ruhe genenet, weil ste nickt alleindtse Ruhe von der Hände Gottes empfangen, sondern auch weil Gott selbst darmn so zusagen geruhet, und in dem Hcilrgtbum gewöhnet hat, welche Ruhe der geistlichen Ruhe des neuen Testaments und der znkönfftigen ewigen himmlischen Ruhe dev ewigen Freud und Seligkeit einverleibet gewesen. Die Verstockten in der Wüste sind Nicht in die Ruhe des Landes Canaan ringe-, gangen :Die Ber stockten im LandCanaan selbst sind der Verheiffung d. s neuen Testaments nicht theildasst worden: Und die Verstockt bey den Zeiten Christi und der Apostlenstnb beydeß von denen Güteren des neÄn Testaments auf Erden, Mid von der Ruhe des Himmels vonwegen K ihrer 146_M v ^ ihrer Verstockung außgesch» offen, es hat Gott nicht allein den Eyd über sie gethan, sonder traurig an ihnen erfüllet, und er füllet es noch biß auf jetzt: wann sie in meine Ruhe eingehen werden. Ihr Geliebte,meynet nicht,daß disesSchwee- ren Gottes und bist Drohung nur allein auf die Jaden gemeint seve, sie Met auch auf dieHey- den, wann sie vrstocket sind wie die Juden, sie giltet auch uns Christen, wann wir den blinden ^ Heyden und den verstockten Juden gleich sind. * O Christ der du es nur dem Nammen nach also -ist, und sonst nichts Christliches an dir verspüh- ren lassest, gedenck an -ist 4 lecken VerS dtses Psalmens, und thu Büß, sonst wird es dir wie jennen ergehen, vergiffe nimmer was Paulus über eine gleiche Materi dir nachdencklich zu Hertzen redet: Obgleich etliche der Zweigen abgebrochen, obgleich die Juden wegen ihres Unglaubens nicht in die Ruhe eingegangen sind: du aber, der du ein wilder Oel-Baum wärest, an ihre statt eingcpflan« yec, und der würget und der Feißte des Oel-Baums theilhafftig worden bist. So rühme dich nicht wider die Zweige: Rühmest du dich wider sie, so tragest du je nicht die Wuryel, sondern die wuryel traget dich. S p nicht stoltz, sondern fürchte dich, und beschaue die Gütigkeit und den Ernst Gottes rk. Ich rüffe euch alle mit den Worten Gottes ;>l: ?seut,si> ihr ftine Stimme höret, so vcrstockec euere Sergen nicht. Ach Wie _^ o ^_147 vile so gar verstockte Hertzen hat es nicht unter uns, welche die Stimme des 6erren hören, ich wil sagen ine Gelegenheit und dieVermah- nungenhaben, dieselvige zu hören, und dieselbi- ge doch nicht hören wollen, auch nicht an dem Tage des Herren. Aber ich meyne, wann daS Gwckenläute- v e einten nichc von ihremSchlaff, die anderer» »acht von ihren Conversationen, die dritten nicht von ihrem Sauffen,die vierten nicht von ihrem Spiehlen, andere nicht von ihrem Spatzleren auß der Statt, mit ihren Buhlen uno sirnen vertreiben kan, alsdann kommt der grosse Gott, und lautet mit den Feur-Homeren zusammen, die haben eine bessere Krafft alle solche schnöde Conversationen und Gesellschaften zuvertreiben in intt-mc», welche KrafftdieStim- me oerPredigeren nicht gehabt haben. Jetzt, jetzt lasset euch seyn, Gott ruffe euch zu: Heuc, nickt morn, sondern heut , so ihr seine Stimme höret, so verstocker euere Sergen nicht : WaS für verstockte Sergen haben die welche, wann Gott einen Menschen so schwerlich heimsuchet, ihre verruchte, gottlose und diebische Hände mitten im Brand und Schrecken dörffen mit Fresse! und Raub an das was Gott und das Feurnoch hinterlassen, und dem verschohnet hat, anlegen und eS im Jammer entwenden, ist das auch unter den Heyden gehör.t worden? Glauben solche auch, es seye ein Gott im Hickmel ? Haben solche auch noch einen Frmcken des Gewüssens? Erkennen solche auch tue Wege Gottes, daß er ein Belohner alles Guten , und ein Rächer R L alles 14^ ^ o alles Dosen seye ? Geben solche auch etwas Achtaufrleallgemeine Regel eer N-kur? was du nicht wiic, das dir geschehe das thue einem anderen auch nicht. Eilet eilet die chr euch dergleichen schuldig wüUet, daß ihr ein jedes wider an sein Ort wide um zurück stellet, sonst habet ihr keine Verzeihung der Sünden, sonst setzet ihr den Di bstabl. täglich aufs neue fort/ sonst ftvt ihr Vcrlaugnere der Allmacht, der Mwüsscnhit, der Oelliqkeit der Ge- rechn keit Gottes, dann die Büß kan bey euch keinen Platz finden wann ihrdaS Entwendete nicht wrderum zurück stellet, und das wird euere Seelen in die underste Hölle zur ew gell Verdamnuß drucken. O G ott, du hast mit uns nicht nur ein mahl, sondern v«l mahl vierzig Jahre Mühe gehabt, wie hättest du Anlaaß über Anlaaß deine Hände zum Etzd Schwuhr in deinem Zorn über uns außzustrecken, und zu sprechen: Wann wir in deine Rübe eingehen sollen. Herr. gib uns den Geist ter Bekehrung , und daß wir uns an dem Exempel des altell Israels ftoffen. Wir haben aber, ehe wir es beschließen, noch etwas wichtiges zureden, von dem^eut, welches der Felß unsers Heils uns noch auf den heutigen Tage erstrebet: O wie haben wir eS ihme zudancken, daß er uns noch jetzt sems Stimme hören lasset, und wann er uns heut den, morn vifen,die vorderste und von den vordersten aeift- und weltlichen Stankes entzich l, deren angenemme Stemmen wir nicht mehr auch von _»8 D W» _^4, hon diser werthen Kantzel hören können, sv er- scher er es mit anderen und NeuenGnaden-Stim- wen. Acd daß eS mserev , tnsonoerhett letst- ft- lg Verstorbenen halben nicht hciffe: Der Gerechte kommet Um, und Niemand fasset es zu Heryen. Fromme Leuthe, hier ein Aaron,hiee em Moses werden hingenommen / und niemand betrachtet, daß der Gerechte vor dem Unglück hingenommen wird, und daß -er Herr einen alten Ainieon lasset hinfahren nach seinem lVort im Frieden/der fein Hell gesehen aufErden, und eS nun sihet in der Herrlichkeit tm Himmel. Ihr Geliebte, wir ftben des Herren Wercke, lasset uns auch seine Wege erkennen, lasset uns dem Felsen unser- Hals dancken, daß er die in griff,und weltlichem Stand geschehene Risse so gnädig außgebefferet hat , insonderheit was diese unsere Kantzel betrifft, und unsere liebe Kirche, und die daran han. genden Gemeinden unsers Lands, dabey auch das Band unserer Gemeinschasst mit anderen gußländischenKirchen sowohl widerum mit einem vordersten Führer versehen hat. Der Herr seye mit dir, Bruder, wie er mit allen deinen Von« fahrcren diser Kantzel und dises Beruffs von der Z it der seligen Reformation an gewesen; der Herr lasse an dir auslange Zeit und shathe Fahre zu seiner Ehre und Erbauung und Bekehrung diser Gmemde ruhen, alles was er von dem köstlichen Balsam ftines guten Geistes mitgetheilet hat, dem Heldenmüthigen Zwingli- dem unermüdeten Bullmger, dem Red »und K r Lehr- Iso _ ^ O ^ _ Lehrreicheu Gualther.dcm gelehrten Lavarer, dem steissigeu Srumpff, dem tieffstnntgen Lehmaiitt, dem unerschrockenen Breitinger, dem gutbmüthigen Irminger, dem dapferen Ulrich, dem alten waser-, dem zu Hertzen redenden und rein wählenden Müller, dem über- weiftndenErnh dem donnerenden Boauerges, und darbey wohlklingenden klingler,dem frommen, trostreichen und bättenben Zeller, und dem freundlichen, liebreichen Neufcheler, was an ihnen balsamisch wäre dessen mache er dich sämtlich thetlhaffttg zu unser aller Trost und Freude, und wann durch Ersatz dtser vordersten Stelle auch die darauf folgende Hrcki-Viacongt und viscoE Nicht nur ledig, sondern auch wtde- rum wohl besetzet worden, und alles der Stunde halben in die alte und vorige Ordnung emsiicffen Wird,so wünsche ich euch neu erwehlre Brüden rmd Söhne , ja allen unseren Mimsms zu Statt und Land, daß ein jeder von euch und uns auß der Vorrede des LiedeS MoiiS sagen könne: Meine Lehre crüfle wie der Regen, meine Redeflüsse wie das Thau, wie der ungestüh- me Regen aufdas Gras, und wie die Tropfen aufdas kraue. Der Herr lasse alle Tage in alle Collegta, in alle Verrichtungen und alle Convent, in alle Rathschläge emflieffcn das: wie ft» fein und lieblich lfl es, wann Brü- der, wie in der Haushaltung, also Amts - Bruder , einträchtig bey einanderen wohnen; Wir sehen indeß, ibr beliebte, wie von Zeiten zu Zeiten die einte Sonne auf, die andere »übergehet; _M c> BZ _rsr gehet; lasset uns den dessen Jahre und dessen Tage kein Ende nemmen / in disen langen Sommer-Tagen ersuchen, daß er die Sonne und Leuchter, die sich unter uns zum Abend neigen, nicht lasse mit Sturm undUngewitter, als in einer Donncr-und Strahl-Nacht nieder, sonder schön und heiler zuGolde gehen, und wann sie schon under dem Horizont noch lang einen schönen Glantz von sich herauf geben, und wie ein Adel durch ihren Glauben und vorhergeführ- ten Wandel reden, wann sie auch schon gestorben sind. Ihr nun von dem Herren in seinen Weinberg gestellte Arbeiter; der Herr gebe, daß wir Mit Arbeiter euerer Freude seyen, so lang es Gott gefallet. Wir aber änderen nun dieStun- de, und werden nachdem wir über die sechshundert Predigten über die Psalmen bey diser Stunde gehalten das übrige in denDvnnstäg- lichen Neune-Predigten fortsetzen,so weit wir kommen mögen, da wir auch dtses nicht unbe- merckt lassen wollm, daß einer unser geliebten seligen Mit - Arbeitern Herr Diacon Fast sel. auch in den Neune. Predigten kommen ist, biß an die Worte des 1 i8. Psalmens,die wir singen: Ich bin nicht gestorben , sonder ich lebe und verkündige des Herren wercke. Er thuts aber nicht mehr auf Erden, sondern im Himmel unter den Geisteren der vervollkommneten Gerechten. wir hören deine Stimme, o Heer! Ach gib, daß keiner unter uns hierüber sein Hertz verstockt, damit wi^nichr mir einem Eyd irr o R*> _ in deinem Horn von deiner Ruhe außge- schloffen werden, sondern daß wir vtlmehr durch Glauben/durchBüß und immerwährende Heiligung es dahin bringen, daß du mit einemEyd allen deinen Segen über uns außgieffest, und sprechest: Dise, ;a dise alle werden gewüß in meine Ruhe eingehen.Sd, feye es, so geschehe es, ^lmen. ENDE. 7«N-»IUI1«kk Der-