MMM iKAZVs i^LL 'EA KG,^>, W^» NdW^ «-MWWH ^ '^ 7 -W ^8 -ßME - ^ »'d^. -:UMW V ABL oder Zum Gebrauche der Stadtschulen in den aiserl. königl. Staaten. Kostet ungebunden 4 Kreuzer. AHN Mit Ihrer röm. kais auch kais königl. Apsst. Mal. allergnädigstet Druckfreyheit. Wien, und Freyburg im Breisgau, im Verlage der Normalschule. 1 7 8 4 . l 2 1 Die Buchstaben des deutschen und lateinischen §. Kleine deutsche Buchstaben. ab edefghijklmn Kleine deutsche Kurrentbuchstaben in Handschriften. / Grssse deutsche Druckbuchstaben. ABKDEFGHJKLMN ! Grosse deutsche Kurrentbuchstaben in Handschriften. / ! -Q xL'F e§ L' M Kleine lateinische Kurrentbuchstaben in Handschriften. 6 ö c c/ e / A /L i ^ /c / m ?r Kleine lateinische Buchstaben. ÄbcäefZkijtelmn Grosse lateinische Kurrentbuchstaben in Handschriften. <^-LeL> L Grosse lateinische Buchstaben. LkLOLkLkrikmn §Die m der erstenZeile mit ememStriche angemerkten i §. IV. I. Bau-art Frey-ta fel Räch-gier See-in sel Bräu-mei fter Re- ben - fast Schau-esse» See-Hund Neu-stift Bley-ader bau-fal lig Klee-blatt Drey - ec - kigt Dach - zie gel Schleif - stein Frey - ort Tisch - tuch Brenn - spie gel Bey - fit zer Fisch - dein Nord - schein Neu-gierig Gelb-sucht Wort-streit Aug-a-pfel Blut-a der Leib - ei gen Maul-äff Meer-en ge Schul-ord nung 2 . Mund-art Stemm-eisen Wett-ei fer Wald - e set Brand-o pfer Crd-a pfel Braut-ring Kauf-la den Deutsch-land Erb-rich ter Lob-rede Land - re gen. Auf-rich tig aus-ar ten Her-auf Hin-aus z. Ob - acht vor-eilig ab-ändern ent-erben er-o-bern Un-eh re ver-ab-re den ur- alt. 4 - Werk - lein Er eig - niß Die ses- mal Jüng - ling Bis - thum mei net- hat ben Sterb-lich scherz - wei se sorg-los straf-bar A 5 5. Afri- l ro H s- A - fri - ka - mr Sa-kri-sta-ner Fal - fthe We - ge Ne-bel Pin - sel Ta - dein Run , zeln Flo - renz Ex - cel - lenz Zau - dern un - fern Gü - rig barm-her-zig Lv - gik A - rith - me - tik Eng ' lisch kin - disch Er - ho - lung Hoff , nuttg Ehr - bar - keit mehr - ma - lig Zwey - fa - ehe Ta - pfer - keit Zag - haf - Les Rich - tig - keit Wailg - tin - ge eng - li - sches Krank - heisren Wir - ti ! - nen Lust - bar - kei - ten vier - ma - li - ges Ta - del - haf - tes Kö - ni - gin - nen Lü-der-lich-kei-ten ge - gerr - wär - ti - ges 6 . Dar - aus wor - auf Dar - ein wor - über Dar-in wor-unter Kirchen - amt Unsere-hat ben Seinet - hat ben Vor - züglich Lieb-reich war - um wor-um Dar - um Andachts-eifek defsent-halben viert-halbe Bchilf-lich Tisch - lein. r n ^ ^>7 77 // »»»? »r» ,/ // /»> ^"^r> // , /, «^^// ^r» // // ^ L»,> E. 1 ^ 1 . // ^» 7 «^ //»»-?*» //,^»o »7/// d^»»» //»- ^. // ^ //^<>» ,/ , ^ »»//<»// /«»^ // ^»7 // /-7 ^ ^^7»» // // ^ »7^ 7»^77 // ->^7 // ^7^ 7^77^7 ,/ -^7 // /I» , Vnt:- 2 i-Ae, ZiL-fer-ne, KZu-ü-Ze Ns-ri-a, Lirri-Ki-na, ^o-fe-pka. Kai - fe - rinn, I<ö - ni - Zinn, Kuirr - für - Kinn kor-M-Zall, 8pL-ni-en, 8cIKe-ü-en TKe-re-ü-Ä, ^-MÄ-li-a L-Ii-fA-betk, I-w-Ii-en LucK-üa^bi-ren, tri-unr-piri-ren !^u - de - rei - ten, v er - fer - ti - Zen Lucli-6ruc-ke-re^, 8rücIr-Zief-fe-re^ Lon - Kan - ti - no - xei, - nu - 3 - ri - us. §. V. §. V. Im Nahmen Gott des Va-ters t, und des Soh - nes t ^ und des hei - li - gen Gei - steö t? A-men. Das Ge-beth des Herrn. Va-ter un-ser, der du bist in dem Himmel. Ge--hei-lieget wer-de dein Na-men. Zu-korn-me uns dein Reich. Dein Wil-len ge-sche-he/ wie im Him-mel, al-so auch auf ^ Er - den. Gib uns heut un - ser täg - li - chbs Brod. Und ver-gib uns un-ft-re Schul- . , den / als auch wir ver-ge-ben un - fern Schul- Li - gern. Und füh-re uns nicht in Ver- su-chung; svn-dern er-lö-ft uns von dem Ui-bel, A-meu. Der eng-li-sche Gruß. Ge - grüs - set seyst du Ma - ri - a, voll -er Gna-den, der Herr ist mit dir; du bist ge-be-ne-dey-et un-ter den Wei-bern, und ge-be-ue-dey-et ist die Frucht dei-nes Lei, bes, Je - fus. Hei - li - ge Ma - ri- a, Mutter Got-tes, bitt für uns ar-me Sün-der jtzt, und in der Stun-de un-sers Ab-ster- bens, A-men. As Die zwölf Ar-ti-kel des chnst-A chen Glaubens. i) Ich glau-be an Gott den Va-ter, all mäch-ti-gen Schö-pfer Him-mels und der Er-de; 2) Und an Je-sum Chri-ftum, set-nen ein-ge-bor-nen Sohn, un-sern HErrn; z) Der em.pfan-gen ist von dem hei-li-gen Gei-ße, ge-bo-ren aus Mari-a der Jung-frau; 4) Ge-lit-ten un-ter Pon-ti-o Pi-la-tv/ ge-kreu-zi-get, ge- stor - ben, rrnd be - gra - ben. ;) Ab - ge - stiegen zu der Höl-le, am drit-ten Ta-ge wieder auf - er - stan - den von den Tod - ten. 6 ) Auf-ge-sah-rett in den Him-mel, sitzt zu der rech-ten Hand Got-tes, des all-mäch- ti-gen Va-ters- 7) Von dan-nen er kommen wird zu rich-ten die Le-ben-di-gen und die Tod - ten. 8 ) Ich glau - be an den hei - li- gen Geist; 9) Ei-ne hei-li-ge all-ge-meine christ-li-che Kir-che, Ge - mein-schaft der Hei - li - gen; ) Ab - laß der Sün - den. r i) Auf-er-Ae-hmlg des Flei-sches; 12) Und ein e-wi-ges Le-ben, A-men. §. VI. Kurze Sittenlehren. Fürchte Gott, thu recht, scheu Niemandem- Müssiggang ist aller Laster Anfang. Gleich und gleich gesellt sich gern. Geduld überwindet alles. Nach gethaner Arbeit ist gut ruhen. Wer nicht will hören, der muß fühlen. Böse Beispiele verderben gute Sitten. Wer viel redet) muß viel wissen, oder viel lügen. Wer den Fehler bereuet, dem verzeiht man gern. Ehre das Alter, dienn du kannst auch all werden. Schweig von demjenigen, was du nicht recht weißt. Sey nicht stolz, wenn du glücklich bist. Verzage nicht im Unglücke. Ein zufriedenes Herz ist der größte ^Reichthum. Versprich nichts, was du nicht halten kannst. Einen faulen Menschen verachtet Jedermann. Wer andere betriegen will, der wird oft am meiste« betrogen. Man muß nicht Böses mit Bösem vergelten. Der Geiz ist eine Wurzel alles Ü bels. Einen dummen Menschen mag Niemand haben.- Was wir gern thun, das fällt uns nicht schwer. Zanke dich nicht, und vergilt nicht Böses mit Bösem. Flieh kurze Freuden, auf die eine lange Reue folget. Der Mensch denkt, GOtt lenkt. Wek - Wer einmal gelogen hat, dem glaubt man selten wieder. Wer fromm, fleißig, und höflich ist, der kömmt in der ganzen Welt fort. Ein Lasterhafter wird nicht nur von guten, sondern auch von bösen Menschen verachtet. Gesundheit ist besser als Reichthum, und Tugend gilt mehr als Klugheit. Was man nicht ändern kann, das muß man geduldig leiden. Wer das mit Murren thut, was er doch thun muß, der macht sich selbst das Leben schwer. Durch Höflichkeit wird Niemand beleidiget, aber Erob- , heit macht Feinde. Es kann nicht jeder schöne Kleider haben, aber reinlich / kann Jedermann seyn. Nicht die Fehler, sondern die Tugenden der Men-sehen muß man nachahmen. Wer sich über das Glück seines Nächsten betrübet, der zeiget ein böses Herz. Fleißige Menschen kommen zu Ehren, aber Müssiggän- ger gerathen in Lasier. Wer in seiner Jugend nichts gelcrnet hat, der beklaget es im Alter. , Wer andere Leute gern verklaget, der ist kein Menschenfreund. Wer .dem andern eine Grube grabt, fallt leicht selbst hinein. Urtheile nie, ehe du die Sache recht gehöret hast, und laß die Leute ausreden. VH. §. VII. Kleine Erzählungen. Das neugierige Kind. Ein Kind fragete eines Tages seine Mutter: „ wo komme ich dann hin, wenn ich,, zur Stadt hinausgehe? „ sie antwortete: „ in die Vorstadt, — „ Und wenn ich nun zur Vorstadt hinaus bin? „ — Auf das Land- „ Das Kind ließ sich dieses erklären : fragete aber immer wieder : und wo komme ich dann ferner hin, und wo dann darnach? „ Die Mutter fagete ihm, daß es von Dorfe zu Dor, fe, von Stadt zu Stadt, von einem Lande ins andere, und endlich an das Ufer großer Meere kommen würde. Das Kind ließ sich erzählen, was das Meer und die übrigen Theile der Welt wären. Man ermangelte nicht, ihm eine kleine Befchrei. düng davon zu geben. Es wollte hierauf wissen, ob alles immer so in der Welt gewesen wäre: die Mutter zeigte ihm aber, daß ftit dem Anfange derselben grosse Veränderungen vorgegangen wären, und gab ihm einen kleinen Abriß von der Geschichte. O liebste Mutter, rief das Kind, wo haben sie das alles gelernec? Aus Büchern, fagete sie, mein Kind. Aus Büchern? versetzte das Kind: So gebe» sie mir doch geschwind alle die Bücher, wo dergleichen steht. Ja, sagtte sis , du mußt erst recht lesen können, wenn du diese Bücher willst lesen und verstehen lernen. O rief es aus, so will ich dann all n mögliche» Fl iß anwenden, um lesen zu lernen. Es hielt Wort, und war bald im Stande, sich selbst aus guten Büchern zu unterrichten. Das fromme Kind. Der kleine Joseph, welcher täglich sah, daß seine Eltern früh und Abends, vor und nach dem Tische zu ,Gvtr bethet n , fragete sie, warum sie das thäten? Man wntworteie ihm: weil Gott der Schöpfer und Erhalter aller Dinge ist. Man erklärete ihn: dieses, so viel es sein noch schwacher Verstand erlaub.te. Sorget dann auch Gott für die kleinen Kinder ? fragete er weiter. Man versicherte ihn, daß diese seines vorzüglichen Schutzes genössen. Also, versetzte er, bin ich ihm auch wohl klebe und Dank schuldig? Denn Sie, meine lieben Eltern, haben mich gelehret, daß man gegen diejenigen dankbar seyn müsse, die uns Gutes thun^ und ich fühle es auch, daß ich Sie lieb habe, weil sie mir so viel Gutes erweisen, wofür ich ihnen mir Freuden danke. Allerdings, antworteten sie, und dieß um so viel mehr, da wir selbst erst alles Gute, was wir dir erweisen können, von Gott haben, und darum birken wir ihn täglich in unserm Gebethe. „ Je nun, fuhr das Kind fort, so kann ich ja auch Kitten; O um wie vielerley will ich ihn nicht bitten ! B Gibt Mt er mir denn alles gleich, was ich nur Haben will? „ Nein, sageten die Eltern, weil du oft um Dinge Bitten würdest, die dir schädlich seyn könnten : erwachsene Menschen selbst wissen nicht allezeit, was ihnen gut ist. Sie zeigetcn ihm solches durch Beispiele. Das Kind begriff dieses leicht; fragete aber: „ was es dann also von Gott bitten könne?,, Sie antworteten ihm: „ Du kannst ihn um Weisheit und Verstand, und um ein gutes frommes Herz bitten. In Ansehung der übrigen Dinge aber mußt du nur Gott um das bitten/ was er dir zu geben für gut hält. Dieß that der kleine Joseph, arbeitete beständig am seiner Besserung, und nahm täglich eben so an Weis-, heit, wie an Alter zu, so daß er hernach Gott zu Ehre», und seinen Eltern zur Freude lebete. Das haushälterische Kind. Ein Vater gab seinen Kindern bisweilen einige Groschen Geld, und ließ ihnen den freyen Gebrauch desselben- Ein Par davon, ob es ihnen gleich an nichts seh, lete, kaufeten dafür mancherlei Näschereyen, stopften sich den Magen voll, und hatten immer nichts in ihrer Tasche. Zwey andere huben es sorgfältig auf, und ihr einziges Vergnügen war, daß sie es den Tag zwanzigmal überzähleten. Ein einziger Knab sammelte sich so viel, bis er sich ein Stockband , einen Kupferstich, eine Landkarte, ein ein Büchlein, oder sonst etwas nützliches dafür kaufen konnte, U berdieß gab er bisw'ilen einem Armen da» von, oder machete einem seiner Gespielen ein kleines Geschenk. Der Vater, der sorgfältig darauf Achtung gab, iyas für einen Gebrauch sie davon macheten, sagete zu ihnen, als sie einst beisammen waren: Ich finde meine lieben Kinder! daß ihr euer Geld nicht gleich gut angewandt habet. Ihr, die ihr euer Geld für Näschereyen ausgegeben, was habet ihr itzt ? Euer Vergnügen ist mit dem Augenblicke verschwunden, da ihr es genossen habet: ^ja ihr habet euch vielleicht noch Schaden damit gethan, indem ihr euch den Magen verderbt, und euch also das Vergnügen, das ihr davon gehoffct, verbittert habet. „ „ Ihr im Gegentheile, die ihr es noch habet, seyd dadurch nichts gebessert worden. Denn es wäre eben das, wenn ihr es nicht hattet. Ich gab es euch, damit ihr euch ein Vergnügen machen solltet, und ihr habet das Geld blos um es zu haben; dieß heißt aber Geiz, und ist ein abscheuliches Laster. „ „ Du allein, mein Sohn! hast dein G ld gut angewandt, indem du dir Dinge dafür" geschaffet, die dir ein dauerhaftes Vergnügen machen, und indem du * andern damit Gutes erwiesen hast. Di-ß ist aber die eigentliche Absicht des Geldes. Nur durch den gut n Gebrauch hat es einigen Werth. Ein übler Gebrauch aber machet es mehr schädlich als nützlich. Van muß aber weder geizig noch verschwenderisch seyn, sondern sich und andern mit seinem Gelde Nutzen schassen. B -r Der Der Vater und der Sohn. /^in Vater sprach einst zu seinem Sohne Wilhelm ; ^ >, Mein Sohn, du hast itzt eben gebethet, Gott „ möchte die Speise, die er gegeben hatte, segnen und „ uns gedeihen lassen. Hat denn Gott Speisen ge„ „ geben ? Wilhelm. Ja! Vater. Vater. Ich denke, wir haben sie uns durch Arbeit verschaffet, und deine Mutter hat sie gekochet, und auf den Tisch gebracht. Wilhelm. Aber wir konnten sie doch nicht wachsen lassen; wir konnten dazu keinen Regen und Sonnenschein schaffen, uns auch die Gesundheit nicht selbst geben, die zur Bearbeitung der Erde nöthig war; wir konnten auch -ein Wasser und Feuer zum Kochen schaffen, oder das Holz so einrichten, daß es brennt. Vanr. Sollten deine Kleider auch wohl eine Gabe Gottes seyn? Die kann man ja kaufen. -- Wilhelm. Eben auch, lieber, Vater. Denn sie sind entweder von Leinen oder Wolle. Nun wächst der Flachs, wie das Gecreid auf der Erde, und die Wolle kömmt von den Schafen, die sich von dem, was aus der Erde wachst, ernähren. Dieser Wachsthum aber ist eine Gabe Gottes ! Und hätten wir kein Geld durch die Arbeit mit gesunden Gliedern verdienen können; so könnten wir auch nichts kaufen. Alles Gute kömmt von Gott. Vater. Aber gibt Gott dergleichen mittelbar, oder unmittelbar? und muß der Mensch auch etwas dabei thun? wik Wilhelm. Gott gibt uns das Gute mittelbar, odev durch Mittelursachen, wie hier Regen und Sennenschein Gras und Getrcid sind. Und dazu gehöret die fleißige und verständige Arbeit des Menschen nothwendig mit. Aber Gott gibt Segen und Gedeihen zur Arbeit, besonders wenn wir fromm sind. Da freuete sich der Vater über seinen verständige» Sohn. Er küßte und segnete ihn. „ Gott hat dir,,, sprach er», viel Erkenntniß ge« geben, mein Sohn! Hilfnun, so viel du kannst, daß „ das Gute, was du weißt, bekannter und immer mehr ausgebreitet werde. „ Gott hat alles weislich geordnet und eingerichtet. Er ist ein Gott der Ordnung, und regieret, als die erste Ursache alles, was er gemacht hat, unmittelbar, oder durch Mittelursachen. Wer die Ordnung in allen Sachen liebet, der gefällt Gott- Die Mutter und das Kind. er kleine Joseph bath seine Mutter um Brod; da entstand unter ihnen folgendes Gespräch: Die Mutter. Ja, mein Sohn, ich will dir geben aber weißt du wohl, woher das Brod kömmt? Joseph. Ihr "habet es gebacken, liebe Mutter. Die Mutter. Ja! Ich nahm Mehl und Wasser, rührte, und säuerte es mit Sauerteig, daß es aufging, und knetete den Teig; alsdann war Holz nöthig, den Backofen zu heiz n, und als diesr gehörig warm war, da hab ich den Teig gebacken; und es B; ward ward daraus eßbares, und gesundes Brod. Sieh, mein liebes Kind, so viel gehöret dazu, damit aus Mehl Brod wird. Aber wo kömmt denn das Mehl her ? Joseph. Aus Korn. Der Müller machet es auf dw Mühle. Die Mutter. Wo kömmt denn das Korn her ? H Joseph. Das wächst aus der Erde. Mein Vater hat es gesäet. Die Mutter. Nicht allein gesäet, sondern dein Vater hat erst das Land gepflüget, gedünget und dann den Samen himingcsäet, und ihn untcrgepstüget oder eingehet. Ist aber nun alles geschehe», mein Sohn? Joseph. Nein, liebe Mutter, mein Vater hat das Korn zusammengetragen, gehärtet, eingebunden, in die Scheu r gebracht, und ausgedroschen. Die Mutter. Ganz recht, mein Sohn. Aber wer hat es denn gemachet, daß der Samen aufgieng, und fortwuchs, wer gab dazu Thau und Regen? Und wer ließ die Sonne scheinen, damit das Korn reif werden konnte? Wer gab Gesundheit und Sicherheit zu unserer Arbeit?, Wer beschützete unser Haus und Feld vor verderblichem Wetter? Dieses alles konnte weder dein Vater, noch sonst irgend ein Mensch machen. Aber sieh, mein Kind, alle Menschen haben einen grossen unsichtbaren Vater; der sie sehr lieb hat und für sie sorget. Gott ist sein Namen. Dieser Gott aber, dieser unsichtbare Vater, thut zu unserem Besten, was wir Menschen nicht thun können, weil wir zu schwach dazu ss d. Unser Leben, und alles Gute, was wir haben, das haben wir von ihm. Auch dieses Brod hättest du nicht, mein Kind, wenn Gott es nicht gäbe. Er verlanget von uns uns für alle diese Wohlthaten nichts, als daß wie ihn durch Gehorsam ehren, lieben, und uns über ihn freuen sollen. Wenn du willst, will ich dir künftig noch mehr von Gott erzählen. Erinnere mich daran.- Joseph. O ja, liebe Mutter! das will ich gern thun. Der nachlässige und boshafte Schulknab. /As war einmal ein Knab, mit Namen Peter, der wollte nichts lernen; weil er auf nichts Achtung gab. Er wollte nicht einmal gern in die Schule gehen. Die Eltern mußten ihn immer vor sich her in die Schule treiben; wie man ein Thier vor sich her treibt. Da seufzcten die Eltern oft über Petern, und sageten: „ Du böses Kind ! aus dir wird nichts Gutes „ — In der Schule hatte der Schulmeister seine Noth mit dem Knaben. Entweder er saß nicht still, und hinderte die andern Kinder; oder er gab nicht Achtung, und war nicht aufmerksam auf das, was der Schulmeister lehrete. Erst ermähnte ihn der Schulmeister mit aller Güte; als aber das nicht half; so strafete er ihn hart mit allerlei Strafen , die sehr weh thaten. Er -lieb aber, wie er war. Da rief dann der Schulmeister oft in Unwillen über seine böse Streiche: „ Peter! dir wird es dein Lebtag nicht wohl gehen! „ Was geschah , als der Knab alter und starker ward, da wollte er Niemanden gehorchen, und sich keiner Ordnung unterwerfen- Er dienete bei vielen Herren; aber B -t keiner keiner konnte mu ihm fertig werden. Endlich bestahl ex seinen Herrn; und da ihn dieser dabei ertappete: so. Mehrere er sich, und schlug seinen Herrn so hart,, daß er daran sterben mußte. Er wollte davon laufen; aber er ward ergriffen, und g fangen gesctzet. Die Obrigkeit ließ ihm, and rn bösen Buben zum Schrecken, alle Glieder bei lebeffdigem Leibe zerschlagen, und ihn todten, semeu Körper aber auf das Rad legen, wo ihn die Raben frästen. Härte dieser Mensch nicht in der Jugend feinen Eltern und Lehrern so viel Verdruß gemachet, so hat- ten sie nicht über ihn geseufzet und ihn verwünschet. Es traf bei ihm ein, was Eltern, und Lehrer vorher fageten. Denn es ward nichts Gutes aus ihm; es ging ihm fein Lebetag nicht wohl; und er nahm ein schlechtes End. Vorn Nutzen des Lesens und Schreibens. /^in verschuldeter aber arglistiger Bürger erfuhr,. daß Hans, der weder lesen noch schreiben konnte,. Geld geerdet hätte, und es gern aus Ziunstn ausleihen wollte. Er ging also zu Hausen, und versprach ihm sechs Evld'st für jedes hundert Gulden jährlich an Zinse zu geben- ihm se n Bräuhauß zu verschreiben, auch das geliehene Geld in einem Jahre wieder zu bezahlen; doch mit dem Bedinge, daß Hans es nicht unter die Leute > bringen sollte. Das gefiel Hansin wohler holte ras Geld, nebst Mcr, Papier und Tinte. Der Bürger schrieb einen ganzen Bogen voll mchtswürdigev Possen Possen hin, und statt seines Namens einen Namen, den kemer aussprechcn konnte. Der Baner verwahrte diesen Bogen sorgfältig, und der Bürger nahm das Geld. Kur; darauf ging der Bürger in die weite Welt. Laß ihn laufen, sprach Hans, ist mir doch das Bräuhaus verschrieben, und das ist mehr werth, als die Schuld. Da machte sich Hans auf den Weg, w d meldete sich bei dem Rathe der Stadt. Aber als er den Bogen in den Gericht n vorzeigte, so ward er abgewiesen, weil nicht ein Wort von einer Schuldverschreibung darauf stand. Des Bürgers anderwcite Schulden wurden bezahl.t; denn die hatten sich bcsssr als Hans vor- gefhen Nur Hans ging leer aus. Als er nun traurig nach Haufe kam, sprach er: Ach hätte ich doch schreiben und lesen gelernet! Und von d,r Zeit an schicketc er alle Tage seine Kinder in die Schule, wo sie schreiben und lesen lernen konnten. §. vm. Das verschwiegene Kind. -^77^» ^^77 ^r-7>77 ->§, ^.77^^77/7^7/ 7^/? -77. / > i 777^^77 ^7 ,7 ^,7-7 77 7» ^7^/7777, ^^77 7777^77/^777 7> ^ /^,' '^1 ,^/'<) 7,7^// 7777747/^777, ^/-/^ /? 7^4-D^/7,7 777» -7/7, 477^777^ ^477^7^77// ^7,77 ^//r 7^/.7» ^ /»T747- ^7»- 7/ ^7 ' //^' ^ /'' k7 ^ ,7 / ^^7,7 77 /,/ ,7 /, />,7 7 / ^77, 7777^/ ^7 / i.77^/7 ^7 7 ^Vr'7 /^7 77 ^7/ // 77/,/// /, ^ 7,/^ ^^77 . ^^77, ^4477//7» ^77,4,»7»77/ 7^7,777 7 7 77 7^^/ ,1 <<,?/> / ^ 7 7 77 /^ 47 7^7 77/^,747 77 /> />7 47. 777 77 7^ /»«7^/ ->^7,7»77 ^74^4^»,^7»/ -§»,«-» ^ ^ ^^/^^T,/,^/77,7^ ^r?7^,77 ^ 77 7 T^'/ 7 7 7 7 /777 7 47 7/ ,7 47 7?77^,7/. ^ ^^7 7 ^.7 ^ ^777447^7, ^v7 7^7 / 7^77^ ^^77/7^777// 7777,77 /s4>«^^^»77 ^ /t7 ^.7-/7» 4^7 7-/, 7^7^/l) ^ ^ ^ ^>^7-7^7^ ^7>7-^^74^ ^^,^//>>^^r^-7^4? ^-7/^ 7^- ^r 777^7777^ 7 ^/^!7 77 ^ ^ 77 ^ ^ 7^^777 -^ 7^7 ^ -^ 7 ^ ^ /^- ^7747^,7^777777^777»?7777'7 /^-7?'4r> 777 ^^7^7 -^r^//^77 . ^^^747 /»^47^7^-4l-c7^7 ^7^ ^^7^k-^7 ^ 7 ^ 7 77 ^»,7777^/^// ^r-^7^7 »^4< '' /? ^77^7^^7^ ^ ^^^7^>74^/^^,-4^>7^7777^7 77^/77^ 7777-^ 7^77^^7^-777 /^TT/^TT--^ 7777^ ^ 7777^7^777 7777^ Das Das Gesind. <7 M?" e ^ ^ <^»,« t/t/t,r» »»»-/- -v ^ »/ r» /> ^,/-, / ^7 / / 77 »,»»L>i- 7r>/7^, ^ -^r^-7, ^ / - i? ^ . <7 ? / ' >7? 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Der lVIor^en^unleb eine8 Hnäe8. VerZnüZt erxvLcb' icb itrt Lut's neu; 6ottlob! nocb din icb bebler bre^. O möcbt icb i^benä8 nocb to rein Von beblern vie äes NorZens levn! Der Vorsurr. s^eil Ick )un^ bin, bob mein kleilr bibiA ücb bebreben. Dass icb mü^e, uls ein Oreils, ffecbt r!ubiecien leben. icb ^ill micb juZenälicb kleiner IbZe freuen; Docb nicbt also, äass es mieb Darf im ^lter reuen. >Viäer äen lMÜi^ALNA. lÄnäer, §ebt ^ur Liene bin, 8ebr äie bleins KünÜlerinn, ^ie lie v>'eife ücb bemübt, Dnä 3U8 Allem bluten 2iebt^ Dnveräroüen äuläet üs Ibres bürden Vebens Nüb, lü ZefebüfriA spät unä trüb. länä icb follre müüiZ le^n? bleisi, icb will fcbon junZ unä blein ^oclr LelcbMMr fe>'n als üe, C z Der 1 Der Sott nickt VerkanK verkek. Meister ^uZenk erste Xeit - 8e^ In troker LmsiZkeit 6ott unk meineni Lküc!^ Aeveiktz. Mickt 2 ur riÄMn 'Meickkckkeit Sab 6er 8cköpser mir 6ie /.ein Ick empüenZ aus seiner klank lieben, Kräfte unä Verkank. ^un ick keüZe üe kurck Merss, (Grosser Sott 2 u keinem kreis?. Itrt als JünZknZ, einls als Dreis. Die Kitte eineb Kinkel, ^Iler Nsstseken Vater köre, Merk aus mick, kein lallenk Kink! Sib mir keine Kraft unk lekre Mick- d? keine ^eZe sink. Dick 2 n sürckten, kick 2 U sckenen Dick 2 u lieben, unk in kir Mick ker 8cköpsun§ rm erfreuen. Mein Sott, kies? verleide mir. Meinen Klsern Lkre Zeben, Ikrem M^ink Zekorsam se'/n. Dir unk Iknen kankbar leben - Okne lakel fromm unk rein, Vater, kiess lln^ meine kkickten. ^.ck, ick vackle, vie ein Laum^, Der Zepüan^et war xu drückten In Ke8 Sartens bestem Kaum. Kais mick §ute Duckte trafen! Herr, kn brüfsK meinen 8inn, l 39 I Ob icb in der Zukunft isaZen luZendbAft und- Zlücblicb bin? 8oll icb nicbt. — O d^nn erböre Mein verdoppelt bindbcb klebn, bind lzss mied 2U deiner Lbre linscbuldvoll dein ^nrlit? sebn! Der rboricbte Wunsch. O d^lb icb nickt ein Vo§el bin 80 scbnell und kederleiebt. Der über LerZ'und dibäler bin In ^uZenblicken iireicbt. Dsnn üöb icb über Osird und 8ee, Ourcbreiüe jeden Ort, ^ür bald im dibal, bald in der Hob, AM bier, bald wieder dort; Dann sucbt icb Üets den Ort mir Aus ^o I^en^ und 8ommer blübn, bind bnnte mir mein bücbtiZ IlauL ibn scbönlden Oertern bin. L^ld scbwünZ icb mit der Oercbe bcbäil In lobten micb empor: LM t'cblüA icb wie die McbtiZall, I^us dunkeln 8träucben vor. Lclld llöZ icb, wie ein ^dler üieZt -^ Oocb —— welcb ein 8cbuss ZelcbLb? O web! ein Armer VoZel lieZt In seinem Llute da. ^obl mir! dass nicbt mein ^unlieb ZelgnZ, ^kie sollt e8 micb Zereun! ^ie Aross ib Oott. Oott se^ es Dank! ,^as Olück ein Nenbb 2u sevn. C 4 ^u- Autriedenkeir mir seinem ^nilAndtz« Du KIsZlt und süklek die Lesekvsrden I)e8 8tand8 in dem du dürstjA jebK; Du krebelt Alückkcker ?u xverden, Dnd keklt, dass du verZekeus ltrckis. ^ 3 , Iil:,<;e! 6ott orlaubr die /.Akren ; Dock denk im IsiLLen auck zurück , Ik denn äas Olück, dL8 >vir beMkren, Kür un8 suck Ket8 ein >vskre8 (üück? klie sckenkt der 8Mnd, nie sckenken Oütsr Dem Nenscken die '^ufriedsnkeit. Die wskre kuke der Oemürker sit lugend und Denützürmkeit, Deniesse. >vL8 dir 6otr besckieden, Kntkekre Zern, >v38 du nickt Kais. kin )eder ktand k3t seinen krieden, Kin iedex 8tand apck seine Kais. Oott üt der Herr, und seinen 8e§en Vertkeik er iset8 mir xveiser D3nd; Mein so, vvie >vir ^u >vünscken pkeZen, Dock. so, wie er8 uns keilsun sank. Willis äu 2 u denken dick erküknen, Dass seine kieke dick verZis8t ? Lr §ikt UN8 mekr, ak wir verdienen, Dnd niemsk, W38 un8 sckädiick üs. Ver?ekre pickt de8 keken? Xräste, In träZer Dn^ukiedenkeit ; VesorKE deines LtapdZ Oesckäste,, Dnd nüt?e deine kekem/eir, Vm ?Aickt und kleiss ück Oott ergeben; Lm HMZ Okick in DoKnunA sekn, Diess Diek ill cler ^ur Kuli, ^umKedeu, Ilero, lelire äiechu XXXs; iniub Zeliu! M o rg e n g e b et h. Im Namen Gott des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes-sx Amen. Im Namen meines gekreuzigten Herrn Jesu Christi, stehe ich auf, der mich erlöset hat mit seinem kostbaren Blute: derselbe wolle mich vor allem Uibel behüten und bewahren an Leib und Seele; wolle mir auch geben, was mich in allem Guten befördern, und bestätigen mag zu dem ewigen Leben. Amen. Abendgebets). Ich danke dir, mein himmlischer Vater, der du mich diesen Tag durch deine Gnade vor allem Uibel behütet haft. Ich bitte dich, du wollest mir alle meine Sünden vergeben, womit ich dich heut beleidiget habe. Ich befehle dir meinen Leib, und meine Seele in deine Hände; dein heiliger Engel sey mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir habe. Amen. O Jesu! dir lebe ich, o Jesu! dir sterbe ich, o Jesu! dein bin ich todt und lebendig. Amen. b 5 Ge- Gebeth zu dem englischen Gmffe. bei dem Läuten, Frühe, Mittags und Abends. 1. Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft, und sie empfieng von dem Heu ligen Geist. Gegrüffet seyst du Maria rc. 2. Sieh, ich bin eine Dienerinn des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort. Ge- grüffet re. Z. Und das Wort ist Fleisch geworden, und hat in uns gewöhnet. Gegrüffet re. Gebeth vor dem Essen. Aller Augen warten auf dich, o Herr! und du gibst ihnen Speise und Trank zu seiner Zeit, du thust deine milde Hand auf, und sättigest alles, was da lebet, mit Wohlgefallen. Amen. Vater unser. Gegrüffet rc. Herr Gott himmlischer Vater! segne uns, und Liese deine Gaben, die wir von deiner miiden Güte zu uns nehmen, durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Gebeth Gebeth nach dem Essen. Gelobet seyst du Herr, himmlischer Vater, der -u unsere Leiber gespeiset, und getränLet hast mit Leinen Gaben; erfülle unsere Herzen mit deiner Gnade, daß wir reichiich zunehmen in allen guten Werken, und nimmer zu Schanden werden vor deinem Angesichts. Amen« Vater unser. Gegrüsset rc. Wir danken dir, Herr himmlischer Vater, durch Jesum Christum deinen geliebten »Sohn, unsern Herrn, für alle deine Gaben, und Wohlthaten, der du lebest, und regierest in Ewigkeit. Amen» Gebeth. Bei dem Anfange derSchule, Vormittag. LDomm heiliger Geist, erfülle die Herzen Lei- ner Gläubigen, und entzünde irr ihnen das Feuer deiner Liebe; der du die Völker aller Zungen in Einigkeit des Glaubens versammelt hast. O Gott! der du die Herzen der Gläubigen durch die Erleuchtung des heilig«- Geistes gelehret haft; gib, daß wir in demselben Geiste das, was recht ist, verstehen, und seines Mostes uns allezeit erfreuen mögen; durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen« Vater unser. Gegrüsset seyst du Maria» Gebeth Bei dem Ende der Schule, Vormittag. Dank sey dir, Herr himmlischer Vater! für das Gute, das -n uns hier bekannt werden lässest. Wir bitten dich, laß uns das Erlernte zu unsrem zeitlichen und ewigen Wohl gereichen: wir bitten dich auch, daß du deinen Segen über unseren Landesfürsten, über unsere Eltern, Lehrer uyd Gutthäter ausgießen, daß du ihnen das Gute reichlich vergelten wollest, zu ^ dem üe uns anführen; Laß es ihnen und allen Menschen dafür wohlgehcn, durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Gebeth Vor der SKule, Nachmittag. Komm Heilger Geist! zu verbreiten Uiber uns dein Guad-nlicht: Daß wir immer weiter schreiten, In Erlernung uns er Pflicht. Mache uns zum Lernen Lust. Hilf, daß wir in unsrer Brust Das Erlernte wohl behalten, Und im Guten nicht erkalten. Vater unser. Gegrüsset rc. Gebeth l 45 Z Gebeth. Nach der Schule, Nachmittag. Vater! segne diese Lehren: Die du durch des Lehrers Mund Deinen Kindern machtest kund, Uns zum Heil und dir zu Einen. Präge sie durch deinen Geift Tief ins Herz, daß wir im Leben * Stets zu handeln uns bestreben, So wie dein Gebot uns heißt. Vater unser. Gegrüsset rc. ) §. X» a h l e n. i. I eins 17- XVII siebenzehtt 2. 1l zwey rr. XVIII achtzehn Z. III drey -9- XIX neunzehn 4. I V vier 20. XX zwanzig 5. V fünf 21. XXI ein und zwanzig 6. VI sechs ZO. XXX dreyßig 7. VII sieben Z2. XXXII zwey und dreyßig 8- VIII acht 4«. XL vierzig 9. IX neun 4V XLIII drey und vierzig io. X - zehn sv. L fünfzig n. XI eilf 54- XIV vier und fünfzig 12. XII zwölf 60. LX fechszig iz. XIII dreyzehn 6s. LXV fünf und fechszig 14. XIV vierzehn 70. LXX siebenzig I s. XV fünfzehn 76. LXXVI fcehs etnd sieösnzig 16. XVI fechszehn 8c>. LXXX achtzig 87.LXXXVII sieben und 90. XL 98. xcvm IOQ. 0 IOI. LI 2so. LL sOO. O ISOO. N 178!. oLLLXXXI ein taufend, sieben hmrdM ein und achtzig. neunzig acht und' neunzig hundert hundert eins zwey hundert fünf hundert taufend Der Der kleine Karechismu Einleitung. 8r. 28.»s heißt Katechismus-? A- Katechismus heißt der Unterricht in der christka, tholischen Lehre: so heiße auch insgemein das Buch, in dem dieser Unterricht enthalten ist. ,Fr. In wie viel Hauptftücken wird die christ- katholische Lehre in diesem Ratechismirs Vorgetragen? A- Die christkatholische Lehre wird in diesem Katechiff mus in 5. Hauptstücken und einem Anhange sorge, tragen. Erstes Hauptstück. Von dem Glauben. Fr. Was heißt chriftkatholisch glauben? A- Christkatholiftk glauben heißt alles für wahr halten, was Gott geoffenbart h'at, und was die Kirche zu; glauben vorstellet, es sey geschrieben oder nicht. Fr. was muß jeder Mensch, wenn er zum Gebrauche dervernunft kämt,nothwendig wissen und glauben, um selig Zu werden ? A- Jeder Mensch muß, wenn jr zum Gebrauche der Vernunft kömmt, um selig zu werden, nothwendig wissen und glauben, Daß r. Daß ein Gott ist. r. Daß Gott ein gerechter Richter ist, welcher das Gute belohnet, und das Böse bestrafet. ;. Daß drey göttliche Personen einer Wesenheit und Natur sind: der Vater, der Sohn und der heilige Geist. 4- Daß die zweyte göttliche Person ist Mensch geworden, um Uns durch den Tod aM Kreuze zu erlvstn, und ewig selig zu machen- Fr. WelcheWahrheiten hadjcder katholischer Christ (nebst den obig n Grundlchren des christkathö- lischen Glaubens) noch zu wissen und ZU glauben ? A. Jeder katholischer Ehrst hat (nebst dttt obigen, Grundieren des katholischen Glaubens) noch zu wtssn und zu glaub n : r. Daß die S cle d>s Menschen unsterblich ist- r. Daß die Gnade Gott-s zur Seligkeit nothwendig ist, und daß der M lisch ohne d,e Gnade nichts verdienstliches zum ewigen Leben wirken könne. Fr. was ist jedem katholischen Christen geboten zu wissen? A. Jedem katholischen Christen ist geboten zu wissen r 1. Das apostolische Glaubensbekenntnis 2. Das Gebeth des Herrn. z. Die zehn Gebote Gottes, und die fünf Gebote der Kirche. 4. Die sieben heiligen Sakramente. Die christliche Gerechtigkeit. Ft wie lautet das apostolische Glaubensbekenntniß? A. Das apostolische Glaubensbekenntniß tautet also: Ich glaube an Gott den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde- Und an Iesum Chri- Christum seinen eingebornen Söhn, unsern HekM» Der empfangen ist von dem heiligen Geiste, geboten aus Maria der IUngfrau. Gelitten unter vontio pilato, gekreuziget gestorben und begra. ben. Abgestiegen zu der Hölle am dritten Tage wieder auferstünden von den Todten. Aufgefahren In den Himmel, sitzt zu der rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters, von dcknnen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Todten. Ich glaube an den heiliget! Geist. Eine heilige allgemeine christliche Rirche, Gemeinschaft der Heiligen. Ablaß der Sünden. Auferstehung des Fleisches. Und ein ewiges Leben. AmeN. Ist Mehr als ein Gott? A- Cs ist nur ein Gott. Fm was ist Gott? A- Gott ist von sich selbst das allervoilkoinmenste Wks seni Ezr. Sind mehr göttliche Personen? A. Es sind drey göttliche Personen. Fr. Wie heißen die drey göttlichen Personen D A. Die erste göttliche Person heißt der Vater; die ziveys te der Sohn; die dritte der heilige Geist. Fv. Wie nennet man die drey göttlichen Personen zusammen? A- Die drey göttlichen Personen zusammen Nennet MM diö allerheiligste Dreyfaltigkeitt Fr. Wodurch bekennet der katholische Christ die allerheiligste Dreyfaltigkeik? A- Der katholische Christ bekennet die allerheiligste Drey- faltigkeit durch das Zeichen des heiligen Kreuzes; da er bei dem KreuzMüchett jede dreier drey göttlichen Perftnen netznet, Fr. Mas bekennet der katholische Christ Noch mehr durch dasZeichen des heiligenRreuzes? A. Der katholische Christ bekennet auch durch das Zeichen -es heiligen Kreuzes, daß Jesus Christus, der am Kreuze gestorben ist, uns durch seinen Tod erlöset hak- Fr. Wie machet man das Rreuz ? A. Das Kreuz Machet man mit der rechten Hand, indem man damit die Stirne , den Mund, und die Brust bezeichnet, und saget: Im Namen Gott des Vaters st , und des Sohnes st, und des heiligen Geistes st, Amen Zweytes Hauptstück. Von der Hoffnung. Fr. Was heißt christlich hoffen ? A. Christlich hoffen heißt von Gott zuversichtlich erwarten, was er uns versprochen hat. Fr. was hoffen wir von Gott ? A- Wir hoffen von Gott das ewige Leben; das ist t die ewige Seligkeit, und die Mittel, solche zu erlängem Fr. Wodurch wird die christliche Hoffnung geübet? A- Die christliche Hoffnung wird hauptsächlich durch das Gebeth gevbet. Fr. Worin besteht das Gebeth ? A- Das Gebeth besteht in Erhebung des Geistes zu Gott» Fr. Ist man schuldig Zu bethen? A- Man ist schuldig zu bethen; denn das Bethen ist eine der vornehmsten Pflichten unserer Religion. Fr. wer hat uns bethen gelehrst? , Äl- Christus unser Herr hat uns bethen gelchret. Fr. Wodurch lehrete uns Christus bethen ? Ä. Christus lehrete uns durch das Vater unft-r bethen, welches auch das Gebeth des Herrn heißt. Fr. wie lautet das Vater unser ? A Das Vater unser lautet also: Vater unser, der -u bist in deni Himmel. Geheiliget werde dein Na« men. Zukomme uns dein Reich. Dein willen geschehe wir im Himmel, also auch auf Erden. Gib Uns heut unser tägliches Brod- Und vergib uns unsere Schulden, äls auch wir vergeben Unsern Schuldtgern. Und führe uns nicht in Versu- * chung. GönderNerlöse uns von dem Uibel. Amen. Fr. Was für einGebeth verbinden katholische Christen gemeiniglich mit dem Vater unser? A. Katholische Christen verbinden gemeiniglich mit dem Vater unser den englischen Gruß. Fr. Wie lairtet der englische Gruß? tzl> Der englische Gruß lautet also : Gegrüsset seyst du .Maria, voll der Gnaden, der Herr ist mit dir-. Du bist gebenedevet unter den Weibern und ge- denedeyet ist die Frucht deines Leides, Jesus. Heilige Maria Mutter Gottes , bitt für uns arme Sünder itzt und in der Stunde unsers Abster» Gens. Amen. Drittes Haüptstück. Von der Lieble Dr. was heißt christlich lieben? Ä. Christlich liehen heißt Gott als das Höchste Gut wck» gen seiner selbst , und den Nächsten wegen Gött lieben- wegen Gott alles gern thun, was er befohlen hat. Fr. was heißt den Nächsten lieben? Da A. Den Nächsten lieben heißt: dem Nächsten woyllvok. len, ihm das chun, was ihm angenehm, und nützlich ist, alles unterlassen , was ihm unangenehm und nachtheilig ist. Zr. wie beweiset man die Liebe gegen Gott und den Nächsten? A. Man beweiset die Liebe gegen Gott und den Nächsten durch Haltung der zehn Gebote. 8r. Welche find die Zehn Gebote Gottes? A- Nach dem wesentlichen Inhalte sind die zehn Gebote Gottes folgende: 1. Du sollst allein an einen Gott glauben. ^ 2. Du sollst den Namen deines Gottes nicht eitel nennen. z. Du sollst den Feyerkag heiligen. 4. Du sollst deinen Vater und Mutter ehren, auf daß du labge lebest, und es dir wohl gehe auf Mden. 5 Du sollst nicht todten. 6. Du sollst nicht Unkeuschheit treiben. 7. Du sollst nicht stehlen. 8- Du sollst kein falsches Zeugniß geben wider deinen Nächsten. 9. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. frau. ,0. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Gut. Fr. was enthalten die zehn Gebote Gottes ? A. Die ersten drey Gebote enthalten die Pflichten gegen Gott, die sieben andern diePflichken gegen denNächsten. Fr wo findet man den Inhalt der zehn Gebote kurz beisammen? P. Den Inhalt der zehn Gebote findet man kurz in den zweyen Geboten der Liebe beisammen- Zr. welche» ist das erste Gebot der Liebe? A, l 53 ^ A. Das erste Gebot der Liebe ist: Du sollst Gott deü nen Herrn lieben aus ganzem deinem Herzen, aus ganzer deiner Seele, aus deinem ganzen Ge, müthe und au» allen deinen Kräften. Fr. welches ist das zweyte Gebot der Liebe ? A. Das zweyte Gebot der Liebe ist: Du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst. Fr- wie erklärte Christus das Gebot der Lira be des Nächsten? A- Christus erklärte das Gebot der Liebe des Nächsten mit folgenden Worten: Thut den Menschen alles, was ihr wollet, daß sie euch thun sollen: denn da» , ist, was das Gesetz und die Propheten lehren. §r. Hat die katholische Rü che auch Gebote gegeben ? A- Die katholische Kirche hat Gebote gegeben. 8r. wie viel sind Gebote der Rüche, welche man vorzüglich wissen und beobachten soll? A. Gebote der Kirche, welche man vorzüglich wissen und beobachten soll, sind folgende fünf: i. Du sollst die gebotenen Feyertage halten, r. Du sollst die heilige Messe an Sonn, und Feyer» tagen mit gebührende» Andacht höre». ;. Du sollst die gebotenen Fasttage halten, als die vierzigtägige Fasten, die Ewalemberzeiten, und andere geboteneFasttage, auchssllst du amFreyta, ge und SanAage vom Fleischessen dich enthalten 4. Du sollst deine Sünden dem verordneten prie. ster jährlich zum wenigsten einmal beichten, und um die österliche Zeit das hochwürdigste Sakrament des Altars empfangen. 5. Du sollst an verbotenen Zeiten keine Hochzeit halten. 8r. Was ist die heilige Messe? D; A. l 54 1 ---------- L. Die heilige Messe ist das unblutige Opfer des neuen Testamentes, das immerwährende Denkmal, des bluti--. gen Opfers, welches Jesus Christus am Kreuze voll» bracht hat- wie soll man die heilige Messe hören ? A Man soll die heilige Messe ganz hören, keinen be» trächtlichen Theil derselben aus eigener Schuld per» säumen ; es ist nicht genüg nur gegenwärtig zu seyn,, da dieselbe gelesen, wird, man muß sie: i. aufmerh, sam,. 2. ehrerbietig, andächtig hören. Fr. Welche sind die vornehmsten Theile der heiligen Messt ? ^ A> §rie vornehmsten-Theile der H. Messe find, das Evangelium , Offertorium, die Wandlung und Kommunion», Kv, was gehöret noch Zum Gottesdienste? A- Die Predigt, das Anhören des Wortes Gottes ge» höret auch zum Gottesdienste. Viertes Hauptstück» Von den heiligen Sakramenten» Fr. was ist ein Sakrament? A- Ein Sakrament ist ein sichtbares Zeichen der unficht--. baren Gnade, welches von Christo dem Herrn zu un» serer Heiligung eingesetzet ist. Kr. Wie viel sind Sakramente , und wie heißen sie? A- Es find sieben Sakramente, sie heißen; r. Die Taufe. 2. Die Firmung. Das.Sakra» ment des Altars. 4. Die Busse- s. Die letzte- Gelang, 4 , Die Priesterweihe, 7. Die Ehe, Fünf^ s 5s ) Fünftes Haupt stück- Von der christlichen Gerechtigkeit' Ar. Was ist die christliche Gerechtigkeit? A, Die christliche Gerechtigkeit ist, daß man das Böft meide, und das Gute thue. Meide das Böse. Ar. was ist das Böse? A. Das wahre und einzige Böse oder Uibel ist die Sünde. - Ar. was ist die Sünde überhaupt? A- Die Sünde überhaupt ist eine freywillige Uibertre- tung des göttlichen Gesetzes. Ar. Wie vielerlei ist die Sünde? A- Die Sünde ist zweyrrleiitens die Erbsünde ; rtens die wirkliche Sünde. Ar. was ist die Erbsünde? A. Die Erbsünde ist jene Sünde, welche Adam imPa, radeife, und wir in Adam begangen, und die wir von ihm ererbet haben. Ar. was ist die wirkliche Sünde? A- Die wirkliche Sünde ist eine Uibertretung des göttlichen Gesetzes, welche der Sünder selbst freywWg begeht. Ar. wie wird die wirkliche oder persönliche Sünde begangen? A. Die wirkliche oder persönliche Sünde wird begangen mit Gedanken, Worten, und Werken, oder Unterlassung dessen, was man zu thun schuldig ist. Ar Was ist für einUnterschied unter den wirklichen Sünden? D,4 A. U- Der Unterschied unter den wirklichen Sünden ist die. sey-, manche Sünden sind schwere, oder Todsünden; andere aocr geringe oder läßliche Sünden, Ir. Mas ist die Todsünde? H. Die Todsünde ist eine schwere Uibertretmrg des gött. liehen Gesetzes, Hr. 'Gas schadet die Todsünde? Durch die Todsünde wird die Seele des geistlichen Leoens, das in; der hechgrnachenden Gnade Gottes Hera chek, der Mensch wird ern Feind Gottes, untz des ewigen Todes schuldig» Ir lt>as nelrnet man. läßliche Sünden? >» ßl, Läßliche Sünden nennet man geringe Uihertretungen des göttlichen Gesetzes, Fr» welche sind die verschiedenen Gattungen der wirklichen Sünden? U Die verschiedenen GattuVgen der wirklichen Sünden, sind r r. Dts sieben Hauptsünden. L. Die sechs Sünden in den heiligen Geist. Die vier himmelschreienden Sunden, Die neun fremden Sünden, Fr. Melche sind die sieben Hauptsünden ? Hl- Folgende stnd die sieben Hauptsunden : r, Hoffart. r. Geiz. Unkeuschheit- 4. Neid. 5, Fräst und Füllerey, 6. Farn. 7, Trägheit. Fr» welche sind dch sechs Sünden in den hei-« ligen Geist? A, Die sechs Sünden Luden hechgen Geist sind» t, vermessentlich auf Gottes Barmherzigkeit sündigen. 2, An Gottes Gnade verzweifeln. Z, Der erkanmm christlichen. Wahrheit Widers streben. 4. , 4 - Seinem Nächsten die göttliche Gnade mißgön^* nen und ihn darum beneiden. 5, Wider heilsame Ermahnungen ein verstocktes Herz haben. 6. In der Unbußfertigkeit vorsktzlich verharren. Diese Sünden werden schwer oder gar nicht weder in diesem noch in dem andern Leben nachgelassen. 8r. Welche sind die vier himmelschreienden Sünden? A> Die vier himmelschveyenden Sünden sind -. Verletzlicher Todschlag. 2, Die stumme oder sodomitische Sünde. , Die Unterdrückung der Armen, Wittwen, und Waisen. 4. wenn man den verdienten Liedlohn den Arbei« tern und Taglöhnernvorenrhält und entzieht. §r. welche sind die neun fremden Sünden? A, Die nenn fremden Sünden sind: r. Zur Sünde rathen. 2. Andere heißen sündigen. In anderer Sünde einwilligen 4. Andere zur Sünde reizen. s. Anderer Sünde loben. 6. Zur Sünde stillschweigen. 7. Die Sünden nicht strafen. 8. An denselben Theil nehmen.. 9- Dieselben vertheidigen- ZweyterTheilderchristlichettGerechtigkeLtr Thu das Gute« 8r« was ist das Gute? A, Das Gute ist, was, dem göttlichen Gesetze gemäß ist. 8r« Was ist dem göttlichen Geftge gemäß? i D,; A- 1 -U, Dem göttlichen Gefttze sind die Tugenden W.d guten Werke glmäß. Fr. Gibt es mehrere Gatrnngen der Tugenden , welche der Christ ausüben soll? U. Es gibt mehrere Gattungen der Tugenden, welche der Christ ausüben soll ; es gibt göttliche und sittliche Tugenden. Fr. Mas sind göttliche Tugenden ? A. Göttliche Tugenden sind jene, welche Gott zum unmittelbaren BewegungsgWN.de haben. Fr. welche sind die göttlichen Tugenden? A. Glauben, Hoffnung, und Liebe sind die drey göttli--.* chen Trigeiiden, Fr. Ist der Mensch schuldig sich in den dreien göttlichen Tugenden zu üben ? A. Der Mensch ist schuldig sich in den dreyen göttlichen Tugenden zu üben. Fr.wann ist derMenschbesonderssthuldigsich. in den dreyen göttlichen Tugenden zu üben? A- Der Mensch ist schuldig unter einer Todsünde sich in den dreyen göttlichen Tugenden zu üben : i. Sobald er zum Gebrauche seines Verstandes kömmtt ?. Oestc-rs in seinem Leben. Zur Zeit einer heftigen Versuchung wider diese- Tugenden. 4, In Lebensgefahr, und auf dem Todbetre. Fr« wie kann man den Glauben erwecken? U. Man kann den Glauben folgendermaßen erwecken-. Ich glaube an dich wahrer dveyeintger Gott: Vater, Sohn, und heiliger Geist. - Ich glaube Md bekenne alles, was du, o Gott r gt. WBMXchW» ^ ^ M MW »»-««» grossenbaret hast, was Jesus Christus geleh-^ ret, was die Apostel geprediger haben, und was hie heilige römische katholische R:vchx uns zu glauben vorstellet. Dieses alles glaube ich, weil du, o Gott! die ewige und unendliche Wahrheit und Weisheit bist, welche weder betrügen, noch betrogen werden kann. C> Gott! vermehre meinen Glauben, Kr» wie kann man die Hoffnung erwecken ? A> Man kann die Hoffnung ausfolgende Weift erwecken: Ich hoffe, und vertraue auf deine unendliche Güte, und Barmherzigkeit, o Gott ! daß du mir durch die unendlichen Verdienste deines eiugebornen Sohnes Jesu Christi in diesem Lohen die Erkenntniß, wahre Reue und Verzeihung meiner Sünden ertheilen, nach dem Tode aber die ewige Seligkeit geben, und verleihen wirst, dich von Angesicht zu Angesicht zu sehen und zu lieben, und ohne End zu genießen. Ich hoffe auch von dir die nöthigen Mistel alles dieses zu erlangen. Ich hoffe es vosr dir, weil du es versprochen hast, der du allmächtig, getreu, unendlich gütig, und barmherzig bist. O Gott! stärke meine Hoffnung. Fr, wie kann man die Liebe erwecken? U. Die Liebe kann man auf folgende Art erwecken: O mein Gott! ich liebe dich aus ganzem inet» nem Herzen, über alles, weil du das höchst; Gut, weil du unendlich vollkommen und aller? Eich? würdig bist; auch darum liebe ich dichz WÄ 1 V ^ weil du gegen mich und alle Geschöpfe höchst gütig bist. — Es schmerzet mich, daß ich gesandt get, daß ich dich meinen 'allmächtigen Herrn, meinen besten Vater belediget habe. Ich nehme mir ernstlich vor alle Sünden sammt allen bösen Gelegenheiten zu n eiden — und niemals gegen deinen heiligsten willen zu handeln — Gib mir die Gnade zu Erfüllung dieses meines Vorsatzes. — 8r. was sind sittliche Tugenden ? ?l. Sittliche Tugenden sind jene, dadurch die Sitten des Christen so eingerichtet.werden, daß sie Gott ge-^ fällig sind. Fr. welche sind unter den sittlichenTugsnden, die ein Christ ausüben soll, die Haupttugsn- den? A. Unter den sittlichen Tugenden, welche ein Christ ausüben muß, sind vier Haupttugenden: i. Die Klugheit. r. Die Massigkeit. Die Gerechtigkeit. 4. Die Starkmüthigkeit. §r. welche Tugenden sind den Hauptsündm entgegengesetzet? A. Die Demuth ist des Hoffart entgegengesetzet. Die Freygebigkeit dem Geize. Die Keuschheit der Unkeuschheit.' Die Liebe dem Neide. Die Massigkeit dem Frasse und Züllerey, Die Geduld dem Zorne. Der Eifer im Guten der Trägheit. §r. was gehöret noch Mehr zur christlichen Gerechtigkeit? A. L. Zur christlichen Gerechtigkeit gehören noch die Pflicht ten, welche Jesus Christus besonders anbefohlen hat. Fr Welche sind die Pflichten, welche Jesus Christus besonders anbefohlen hat? Zl- Die Wchten, welche Jesus Christus besonders an, befohlen hat, sind folgende: 1. Zuvörderst das Reich Gottes und feine Gerechneten fuchen- 2. Sich selbst verläugnen. Sein Rreuz tragen. 4. Christo nachfolgen. 5. Sanftmüthig und demüthig seyn. 6. Die Feinde lieben, denen wohl thun, die uns hassen, für die bethen, welche uns beleidigen und verfolgen- Fr. Was gehöret noch mehr zur christlichen Gerechtigkeit? A- Zu der christlichen Gerechtigkeit gehören auch jene acht vortrefliche Tugenden, welche Christus der Herr auf dem Berge gelehret, und wegen welchen er den Menschen selig gesprochen hat; folgende sind es: 1. Selig find die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich. 2. Selig find die Sanftmüthigen, Senn sie werden das Erdreich besitzen. z. Selig find die trauern und klagen, denn sie werden getröstet werden. 4. Selig sind, die hungert und dur-stet nach dse Gerechtigkeit, denn sie werden ex sättiget werden. s Selig find die Barmherzigen , denn sie werden »armHerzigkeit erlangen. ^ §. Se- 4 V 6° Selig sind, die eines reinen Herzens sind: denn sie werden Gott anschauen. 7- Selig sind die Fbiedferttaen, dentt sie werden Rinder Gottes genannt werden. 8- Selig sind, die Verfolgung leiden - UM der Gr» rechrigkeit willen- dmn ihrer ist das Himmelreich. Kr. Mas sind gute Werke eines Christen? A- Gute Werke eines Christen sind Handlungen, weiche Gott wohlgefällig, und für den Christen, der sie ausübet, verdienstlich sind. A- Die vornehmsten guten WerSe sind: Bethen- Fasten- -lvmosen gebem Fr. weiche sind die leidlichen Werke deß Barmherzigkeit? A. Die leiblichen Werke der Barmherzigkeit sind fsl» gende sieben : r. Die Hungrigen speisen. 2. Die Durstigen tränken. ?. Die Fremden beherbergen. 4 - Die Nackenden bekleiden. s. Die Rrankcn besuchen. 4. Die Gefangenen erlösen. 7. Die Todten begraben. M welche sind die geistlichen Werke dek Barmherzigkeit? A. Die geistlichen Werke der Barmherzigkeit sind fok gende sieben : i. Die Sünder bestrafen. L. Die Unwissenden lehren, z. Den Zweifelhaften recht rächen. 4. Die Betrübten trösten. 5 Das Unrecht mit Geduld leiden. L. Denen, die uns beleidigen, gern verzeihen. ^ 7. Für die Lebendigen und Todten Gott bitten. Fr- Welche sind die evangelischen Rathe? A. Die evangelischen Räthe sind: i.) Die freywillige Armuth. L.) Die ewige Reuschheit. ?.) Der beständige Gehorsam unter einem geistlichen Obern. A n l) a n g . Voll den vier letzten Dingen. Fr. welche sind die vier letzten Dinge? ,A- Die vier letzten Dmtzefind: der Tod , das Gericht, die Hölle, und das Himmelreich. Fr. was ist der Tod? Ä. Der Tod ist die Trennung der Seele von dem Leibe. Or. Müssen alle Menschen sterben? A. Alle Menschen müssen sterben. §r. woher kömmt es, daß alle Menschen sterben müssen? A. Daß alle Menschen sterben müssen, kömmt von der Sünde, welche Adam im Parsdeise begangen hat. Hätte Ädam nicht g> sündiget, so wären wir auch deck Leibe nach unsterblich geblieben. Der Tod ist die Strafe der Sünde. Fr. was ist von dem Gerichte zu merken? A. Vsn dem Gerichte ist zn merken, daß Jesus die Seele iedes Menschen gleich nach dem Tode besonders ; am Ende der Welt aber aste Menschen zusammen mit Leib und Seele richten werde. §kv§n was wird die Seele m dem besondern Gerichte verurtheÜLt? A. -Al. Die Seele wird in dem besondern Gerichte entweder in' das Fegfeuer oder in die Hölle vcrurtheilet, oder in den Himmel aufgenommen. Fr. Was ist das Fettfeuer ? A. Das Fegfeuer ist der Ort, wo die Seelen zeitliche Strafen für die Sünden leiden, welche sie im Leben Nicht abgebüsset haben. Fr» Welche Seelen werden in das Fegfeuer vevurtheilet? Ä- Die Seelen derjenigen werden in das Fegfeuer vek» urtheilet, welche, ob üe zwar in der Gnade Gottes gestorben sind, dennoch wegen den begangenen Eün»^ den der göttlichen Gerechtigkeit nicht gmuggethatt haben- Fv. Was ist die Hölle? A. Die Hölle ist der Ort, wo die Verdammten ewig gcpcimget werden. Fr. Wer kö,nmk in die Hölle? A. Derjenige kömmt in die Hölle, welcher in einer Todsünde stirbt. Fr- Was ist der Himmel? . A- Der Himmel ist der glücks-ligste Aufenthalt der Hei^ ligen^ wo Gott sich feinen treuen Dienern von Änge^ sicht zu Angesicht offenbaret, und selbst ihren überaus grossen Lohn ausmachet. Fr. wer kömmt in den Himmel? A. Derjenige kömmt in den Himmel, welcher in der Gna. de Gottes verstorben ist; und der, welcher die begangenen Sünden entweder in diesem, oder in dem MU Kern Leben abgebüsset hat. MSM WMK° KWM EWW ^LÄÄL iMK-7 ^ - --.