Jahrgang 
8 (1887)
Seite
92
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Neue Mittheilungen.

die hiftorische Erzählung aufgenommen finden werden:daß Sie die Ausführlichkeit der Untersuchungen tadelnsollten fürchte ich nicht. Und wie Ihr Beyfall 'mir Be-ruhigung geben würde wenn auch ganz Deutschland gleich-gültig bliebe, so ift es auch wohl verzeihlich wenn ichSie, der Sie mir so grosse Güte geäussert haben, auch umdie bitte demjenigen Theil des Werks Ihre Aufmerksamkeitzu schenken der vielleicht jeden Leser am meiften ermüdenwird: der Abhandlung über das agrarische Recht. Denndiese ift die Frucht der mühseligften Arbeit: und gewißunumftößlich erwiesen. Viele Ansichten des erften Bandeshaben in dem zweyten schärfere Beftimmtheit erhalten:vielleicht ift jezt manches erwiesen was, nach der erftenAufftellung Hypothese genannt werden mochte. Gewöhn-lich haben sich mir die Beweisftellen erft nach der Handherbeygefunden, wann die Überzeugung auf eine nicht zudemonftrirende Art schon unerschütterlich feftftand. Ichweiß nicht ob das Publicum sich überzeugen lassen wird,für mich selbft hat die Ansicht von der Geschichte derrömischen Verfassung, wie sie nun bis zum Jahr 417gegeben, und für die folgenden Jahrhunderte entworfenift, eine so unerschütterliche Gewißheit als ob sie vongleichzeitigen Zeugen niedergelegt wäre.

Daß' die Mängel des Ausdrucks nicht geflissentlichentftanden sind, daß ich mich nicht anders ausdrückenkonnte als jedesmal geschehen ift, davon bitte ich Ew.Excellenz überzeugt zu seyn. Der Meifter der wie keinerin unserer Sprache Tiefe und Klarheit verbindet, und Kraftmit Milde, vor diesem muß man erröthen dunkel und hartzu schreiben. Von diesen Fehlern weiß ich mich freylichnicht frey: sie würden vielleicht geringer erscheinen wenndie Interpunction mehr ausdrücken könnte.

Ew. Excellenz haben meine erfte Arbeit mit so grossemWohlwollen aufgenommen daß ich jeden Eindruck abzu-wehren suchen möchte der ihrem Verfolg dies Glückmindern könnte. Es wird nicht fehlen daß Viele an diesem