Jahrgang 
8 (1887)
Seite
140
JPEG-Download
 

140

Neue Mittheilungen.

Veränderungen wahrhafte Verbesserungen. Die Eleganzder Arbeit, ist lobenswürdig, indem sie nur das Noth-wendige in ein besseres Licht setzt.

Auch waren alle Theile sorgfältig in der Kiste be-festigt und die einzelnen Leistchen, ausser dem Leim, mitStiftchen versehen; nur bey den abgeschärften Stücken,welche den Spiegel trugen, hatte man sich auf die Halt-barkeit des Leims verlassen und die Stiftchen nicht ange-wendet, ein solches Leistchen jedoch war abgesprungenund der Spiegel heruntergefallen, deshalb denn auch, davor der Eröffnung, in dem Kasten etwas klapperte, maneinigermaßen in Sorgen war.

Glücklicherweise jedoch ist durch diesen Zufall nichtder mindeste Schade geschehen, nichts ist verbogen, oderangerieben worden, und ich würde davon gar keine Mel-dung thun, wenn ich nicht überzeugt wäre, dass demsorgfältigen Künstler selbst durch diese Bemerkung einigerGefalle geschähe. Da weder Brief noch Rechnung beylag,so wartete ich eine kurze Zeit, wünsche aber durch Gegen-wärtiges zu erfahren, wie viel ich für diese schöne Arbeitschuldig geworden, welches alsobald abzutragen bereit bin.

[Die vorstehenden Briefe an Stieler waren ihrem Wort-laute nach bisher unbekannt. Auszüge aus denselben undMittheilungen aus Stielers Tagebüchern gab Hermann Marg-graff in seinen unmittelbar nach Stielers Tode geschriebenenAufsätzen, die er mit vielen aus dem persönlichen Umgänge mitdem Künstler geschöpften lebendigen Zügen bereichert hatte,»Zur Erinnerung an Joseph Stieler und seine Zeit« (Abendblattzur »Neuen Münchener Zeitung« 1858). Als ich im Jahre 1884hörte, dass der leider nun auch verstorbene Dichter KarlStieler eine Biographie seines Vaters vorbereite, wandte ichmich an ihn mit der Bitte, das Weimar betreffende Capitelseines Buches nebst den vollständigen Goethe-Briefen mir fürdas Jahrbuch zu überlassen. Ich erhielt von dem Dichtereine halbe Zusage. Nach dessen Tode fand sich, dass so-wohl jenes Kapitel als das ganze Buch nur in durchaus un-fertigem Zustande vorlag. Aber auf meine wiederholte Bitte,erhielt ich von einem andern Sohne des verstorbenen Malers,Herrn Eugen Stieler, Vorsitzendem der deutschen Kunst-genossenschaft in München, wenigstens die Briefe im Original