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„Sie müssen uns in Ihrem Katechismus sagen, dass allen unsernNotariatspedanten, Advokaten, Zungendreschern, Richtern, Rechtsprechernund Rechthabern nur innerhalb ihrer kleinen Stadt oder höchstens ineinem Bauernwirthshaus erlaubt sein soll, die gesunde Vernunft zu„Recht" zu setzen und sodann zu verdammen, allem, was unleugbarist, zu widersprechen; alles, was dumm und abgeschmackt ist, zu erhärten,aus allem, was in der Conversation vorkömmt, einen Prozeß zu machen,und von allem, was die größten moralischen Beobachter und scharf-sinnigsten Menschenkenner für unumstößlich wahr halten würden, nichtsanzunehmen, oder man könne es vor Gericht bescheinen."
„Sie müssen uns in Ihrem Katechismus sagen, daß der König inPreußen oder der Herzog Ferdinand von Braunschweig darum noch keinIdiot in der Kriegskunst ist, wenn er schon bei dieser oder jenerGelegenheit nicht dahin marschirte, wohin ein Miliz-Lieutenantoder Rathsherr aus einer kleinen Stadt an seiner Stelle marschirtwäre."
„Sie müssen uns in Ihrem Katechismus sagen, daß eine Jungferdarum nicht schön ist, wenn sie sich ihre Backen alle zwei Stunden desTags so derbe mit Flanell reibt, daß sie zuletzt blau werden wie derHals eines calecutischen Hahns, wenn sie ihren Schönpflästerchen dieGestalt von Sonne, Mond und Sternen gibt."
„Sie müssen uns in Ihrem Katechismus sagen, daß es in einemLande der Freiheit und Gleichheit höchst schändlich ist, vor Leuten dieüber uns sind zu kriechen und sich sodann für diese erbärmliche Unter-würfigkeit mit dem rasendsten Despotismus an Leuten zu erholen, diewir unter uns glauben. Daß man ohne eben eine Million zu besitzenoder ein bettelhafter Bürger der Hauptstadt zu sein, den Geist habenkann, der sich allein vor Gott, vor den Gesetzen, vor den Talenten, vorder Tugend, vor dem Verdienste beugt, und der uns in einem freien Landenicht zum Sklaven eines einzelnen Menschen, sondern zum Unterthanender ganzen Republik und ihrer Gesetze macht; der es uns gleichgültig seinläßt, wenn uns gewisse im Lande hin und her wohnende Herrn ein gering-