Jahrgang 
9 (1888)
Seite
40
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Neue Mittheilungen.

merkwürdiger Nachrichten und Urkunden für die GeschichteDeutschlands) aufhören mußte. In Corvei soll der Dom-dechant Crux (wenn ich seinen Namen richtig schreibe)schöne urkundliche Sammlungen besitzen; über das hiesigeArchiv wird der geheime Referendar Kopp ehemals in hie-sigen Dienften, ietzt Privatmann in Mannheim gute undgelehrte Auskunft geben können. Der gegenwärtige Archivarift so mit anderweitigen Arbeiten überhäuft, daß er andieses Neben Amt kaum denken kann. Es kommt daraufan, daß in dem Ausschuß, der eine landschaftliche Gesell-schaft bilden soll, sich von selbft ein Präsident findet, derschon längft in Arbeiten dieser Art gelebt und dem ietzterft Licht und Luft zugeführt worden. Mit andern Worten,daß man eines Resultats gewiß ift, ohne das würde selbftguter Wille leicht herumirren und die angeregte Luft wiederzusammensinken.

Zweitens wäre der Zuftand von lebendig verbreiteterTheilnahme, den der Plan voraussetzt, schon wirklich ietztvorhanden, so wäre die Frage, ob nicht, trotz aller äußernHemmungen und Trennungen, sie schon durchgebrochenund zu gemeinsamer Thätigkeit gelangt wäre. Die Gesell-schaft soll also auch bildend wirken und jene Theilnahmeerft hervorgerufen werden, mithin ift das Bedürfniß derBildung einer Schule sichtbar. In welchen Ständen solldiese aufwachsen? Bei Universitäten ift schon eine gewißefeft beftimmte Richtung der Einzelnen Glieder vorhanden,doch können und müßen daher Theilnehmer kommen, abersie werden immer nicht die größere Anzahl seyn. VonAcademien kommt vielleicht auch Beistand, nur ift manan etwas erftarrtes und lebloses bei ihnen schon seit langenZeiten gewöhnt. An unabhängige den Studien blos sichwidmende Privatgelehrte denkt man nach der allgemeinenVerarmung nicht mehr. Es bleiben also niemand als Staats-diener. Hier muß man aber den traurigen Umftand be-merken, wenigftens so weit meine Erfahrung reicht, daßin der Verwaltung, dem Juftiz- und Cameralfach alle Beamten