Bibliographie.
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vorausgeeilt ist, und auf die von diesem wohl zuerst ausgesprocheneIdee von der einstmaligen Existenz einer Eiszeit.
Zu seinem Hauptthema übemehend, tritt Verfasser auf die Seitederjenigen, welche Goethe auf Grund seiner Entwicklungslehre derorganischen Welt zu den Vorläufern Darwins zählen. Er ist überzeugt,dass, wenn Goethe die Wendung »Umwandlungen eines gemeinsamenTypus« oder dergleichen gebraucht, in ihm die Vorstellung von »Ab-kömmlingen von einem gemeinsamen Ahnen« lebt, findet auch, dassÄusserungen, wie »der Mensch ist auf’s Nächste mit den Thieren ver-wandt«, in dem Zusammenhänge, in welchem sie stehen, keine andereDeutung zulassen, und dass in Goethes Lehre auch die Idee vom Kampfeums Dasein eine Rolle spielt.
Andererseits neigt der Verfasser zu der Meinung, dass Du BoisReymonds Kennzeichnung der naturwissenschaftlichen Arbeiten Goethesund die von demselben gethane Äusserung, dass unserem Dichter »derBegriff der mechanischen Causalität« gänzlich abging«, nicht durchausunrichtig (not altogether unsound) sei. Er meint, dass Goethe sichin der durch Laboratoriumsarbeit characterisirten wissenschaftlichenWelt unserer Tage nicht heimisch gefühlt haben würde. S. Kalischer.
Goethe — und noch immer kein Ende! Kritische Würdigungder Lehre Goethes von der Metamorphose der Pflanzen.Von K. F. Jordan. Hamburg. Verlagsanstalt undDruckerei (vorm. J. F. Richter) 48 SS. (Sammlunggemeinv. Vorträge. Neue Folge 3. Serie, 52. Heft.)
Bekämpft Goethes Lehre. Schliesst, dass er Goethe als Dichterausserordentlich hoch schätze, »aber sehen wir endlich ein, dass er —wenigstens als Botaniker, wie wir gezeigt haben — eine Leistung ge-schaffen hat, die, so sehr sie auch gelobt worden ist, doch in der Thatkeinen wissenschaftlichen Werth, ja auch nicht einen rechten wissen-schaftlichen Sinn hat!«
Das botanische Museum derUniversitätBreslau. Reden, gehaltenzur Einweihung desselben am 29. April 1888 von Fer-dinand Cohn und A. Engler. Breslau, J. U. KernsVerlag (M. Müller). 48 SS.
Aus F. Cohns Vortrag ist die Notiz S. 21 fg. über Goethes Plan1785, in Jena ein botanisches Institut zu gründen (vgl. übrigens G.-J. III,426, IV, 452), Einrichtung eines botanischen Museums 1817; »wir sindstolz darauf, dass wir als den ersten Begründer der botanischen Instituteund der botanischen Museen einen Goethe nennen dürfen«.
Goethe als pädagogischer Schriftsteller und seine Stellung zuden Erziehungs- und Unterrichtsfragen der Gegenwart.Von Adolf Langguth. Halle a. d. S. Max Niemeyer.39 ss -
Seinen beiden grossen Arbeiten über Goethes Verhältniss zurPädagogik (G.-J. Band VIII S. 314, IX S. 348) lässt Langguth eine kleinefolgen, in der er manche spezielle Fragen: Kindererziehung, Schulüber-bürdungsfrage bespricht; Goethe geht »den für die Erziehungswissen-schaft so wichtigen Einflüssen der Atmosphäre, die von frühster Jugendan sich geltend machen, nach«. — »Goethes pädagogische Weisheit undEinsicht deckt sich völlig mit den Forderungen unserer modernenPhysiologen und Biologen«.