Vorwort.
Die „Lenien" Goethes und Schillers, wie sie nachSchillers Redaktion und in dessen „Musenalmanach für dasJahr 1797" veröffentlicht wurden, sind als gemeinsamesWerk unserer beiden großen Dichter vor länger als zwanzigJahren von mir für die „Universal-Bibliothek" herausgegebenworden. Eine Ausgabe, in der die „Lernen" im engerenSinne vorangingen, die Dudulus votivns und die mit G.und S. unterzeichneten Distichenreihen des Almanachs folg-ten, denen sich weiterhin die damals durch die Boas-Malt-zahnschen Veröffentlichungen bekannt gewordenen Ergänzungenaus der ursprünglichen Tenienmasse, sowie charakteristischeProben aus den Antixenien und die unentbehrlichsten Er-läuterungen anschlössen, fand große und fortgesetzte Teil-nahme. Machten sich im Laufe der Jahre einzelne Berichti-gungen wünschenswert, so hätten doch diese allein eine Neu-bearbeitung und einen völligen Neudruck unserer kleinenAusgabe nicht unumgänglich notwendig erscheinen lassen.Anders steht es, seit durch die im Herbst 1893 erfolgte Heraus-gabe der „Lenien, 1796" nach den Handschriften desGoethe- und Schiller-Archivs von Erich Schmidt undBernhard Suphan die Zahl der seither völlig angedruck-ten und unbekannten Lernen in ungeahnter Weise erweitertwurde. Kann, dem Zweck dieser Ausgabe und der Pflicht deslitterarischen Anstandes nach, keine Rede davon sein, das durchSchmidt und Suphan herausgegebene Lenienmanuskript vomJuni 1796 in seiner Anordnung und mit seinen Ergänzun-
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