Einleitung.
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geben, welches geschehen würde, wenn wir dem Publikumund den Autoren ein gewisses Recht durch unsere förmlicheEinladu.ng einräumten. Von dem Publikum hätten wir sichernur die elendesten Stimmen zu erwarten, und die Autorenwürden sich, wie man Beispiele hat, sehr beschwerlich machen.Mein Borschlag wäre, daß wir die Angriffe aus unsern eignenMitteln machen müßten; wollten dann die Autoren sich inden Hören verteidigen, so müßten sie sich den Bedingungenunterwerfen, die wir ihnen vorschreiben wollen. Auch wäredeshalb mein Rat sogleich mit der That und nicht mit derProposition anzufangen. Es schadet uns nichts, wenn manuns für unbändig und ungezogen hält." Mit größter Deut-lichkeit tritt das, was Schiller bei diesem Vorschlage im Augehatte, in der folgenden Anfrage an Goethe hervor: ob sichein fingierter Angriff auf die „schlechte Gesellschaft", in dersich, nach einem gewissen Teil der Kritik und des Publikums,Wilhelm Meister bewege und eine darauf folgende, zur Klä-rung der Situation gereichende Antwort Goethes nicht em-pfehle. Die traurigen Hemmnisse, welche von feiten der „wür-digsten" Männer und verdientesten Autoren jedem idealenAufschwung deutscher Kunst bereitet wurden, erfüllten Schillersschönheitsdurstige und schönheitsfrohe Seele mit entschiednemUnmut. Schiller fing daher nicht eben Feuer, als Goetheunterm 16. September 1795 die Äußerung hinwarf: „Zuüberlegen wäre es, ob man nicht vor Ende des Jahres sichüber Einiges erklärte und unter die Autoren und RecensentenHoffnung und Furcht verbreitete?" und antwortete noch aufdessen Anfrage vom 28. Oktober: „Sollten Sie sich nicht um-sehen und sammeln, was gegen die Hören im allgemeinen undbesonderen gesagt ist und hielten darüber ein Gericht?" unterm1. November: „Es läßt sich wohl noch davon reden, ob manüberall nur auf diese Plattituden antworten soll." Aber sobaldGoethe im Briefe vom 21. November Lust zeigt, gegen dieStolberg, Lichtenberg und andere vorzugehen, erwidert Schiller (Jena , 23. November): „Ich biu's herzlich zufrieden, wenn