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Einleitung.
Sie ihnen eins anhängen wollen." Ihm lag eben eine Kriegs-erklärung gegen den allgemeinen Jammer der Litteratur amHerzen. Und als Goethe (Weimar , 23. Dezembex 1795)endlich Ernst macht: „Den Einfall, auf alle ZeitschriftenEpigramme, jedes in einem einzigen Disticha, zu machen, wiedie Lenia des Martial sind, der mir dieser Tage gekommenist, müssen wir kultivieren und eine solche Sammlung inIhren Musenalmanach des nächsten Jahres bringen. Hier einpaar zur Probe," und dann unterm 26. Dezember wiederschreibt: „Mit hundert Lernen, wie hier ein Dutzend bei-legen, könnte man sich sowohl dem Publiko, als seinenKollegen aufs angenehmste empfehlen," da ist Schiller sofortzum Eingehen auf den Plan bereit, zieht ihn aber auch so-fort ins allgemeine. „Der Gedanke mit den Lernen ist Prächtigund muß ausgeführt werden. Die Sie mir heute schickten,haben mich sehr ergötzt, besonders die Götter und Göttinnendarunter. Solche Titel begünstigen einen guten Einfall gleichbesser. Ich denke aber, wenn wir das Hundert voll machenwollen, werden wir auch über einzelne Werke herfallen müssen,und welcher reichliche Stoff findet sich da! Sobald wir unsnur selbst nicht ganz schonen, können wir Heiliges und Pro-fanes angreifen. Welchen Stoff bietet uns nicht die Stol-bergische Sippschaft, Racknitz, Ramdohr, die metaphysischeWelt mit ihren Ichs und Nichtichs, Freund Nicolai, unsergeschworener Feind, die Leipziger Geschmacksherberge, Thüm-mel, Göschen als sein Stallmeister und dergleichen dar!"(Schiller an Goethe. Jena , 29. Dezember 1795.)
Diese äußerliche Entstehungsgeschichte der Lernen alleinenthält, wenn man sich mit ihr begnügen will eine beinahevollständige Rechtfertigung der Schiller -Goethischen PoetischenKritik der deutschen Tageslitteratur. Durch gehässige fort-gesetzte Angriffe war eine solche Kritik ohne Zweifel heraus-gefordert- worden. Schiller und Goethe würden weit entferntgewesen sein, den Aussprüchen über die „Hören" besonderesGewicht beizumessen, wenn in ihnen nicht der allgemeine Zu-