Labiilg,« vvtivLS.
Diese köstlichen, ernsten Distichen allgemeinen Gehalts, die ursprüng-lich zu den Lernen gehörig, aus dem Vorrat aller vor der Schluß-redaktion ausgeschieden wurden, um in eigner sinnvoller Gruppierungeinen besonderen Teil des Musenalmanachs von 1797 zu bilden, ge-hören zu den schönsten Denkmalen der inneren Übereinstimmung Goe-thes und Schillers. Die Mehrzahl der Votivtafeln stammt aus derFeder des letzteren, aber es ist kein Zweifel gestattet, daß, wie dieUnterzeichnung im Musenalmanach eine gemeinsame war, auch hier ge-meinsame Empfindungen, Anschauungen und Urteile der Freunde invollendeter Form ausgesprochen wurden. Die Kernsprüche selbst be-dürfen, trotz gelegentlicher persönlicher Beziehung und Anspielung inihnen selbst, keiner Erklärung, und bleiben in mehr als einem BetrachtGrundlagen unserer Bildung.
Vielen und Einer.
Die „Vielen und Einer" überschriebenen, im Musenalmanach von1797 mit G. und S. unterzeichneten Distichen stammen größtenteilsund wohl ausschließlich von Goethe her. Mit der Deutung ihrer Über-schriften hat man sich viel beschäftigt, wirkliche Sicherheit, welche Na-men die Buchstaben bergen, ist aus den Vermutungen der damals undspäter lebenden Weimaraner und selbst aus den Aufzeichnungen derFrau Charlotte von Schiller nicht zu gewinnen. Auch kommt für dieWürdigung der reizenden Ansprachen wenig mehr auf die Namen an,und die ratenden Deutungen, mit allem möglichen litterarischen Appa-rat, hängen dem anmutigen Spiel dieser Distichen ein schwerfälligesGewicht an.