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Biblia das ist: Die gantze heilige Schrifft / durch D. Martin Luther verteutscht: mit D. Pauli Tossani hiebevor aussgangnen Glossen und Ausslegungen
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Vorred auffdas Alte Testamerrt.

Glaube vnd !iebwcisicen alle Gesetz.

Judcnvcrstehcn-es Gesetzes mey,riung nicht.

Auß diesen vnd dergleichen Geschichten sitzet man wol/daß die kvnige/priester vnd ober-«sien/haben oft frisch ins Gesetz gegriffen/wo es der Glaubevnd die Liebehaben erforvm.Daß

Wests GcsetzcfinSvnordig vndcreinan-Serge« orffm.

Bild eines regi-menks / so in demschwang gehe k.

Warumb Westseinerley Gesetz so offttviderhole.

Gesetzwcrck sindgezwungen werck.

Denn sintemal alle Gesetz auff den Glauben vnd Liebe treiben / soll keines nicht mehr geltennoch ein Gesetz seyn/ wo es dem Glauben oder der Liebe wil zuwider gerathen»

Dcrhalbenirren die Juden noch heutiges tagesfast sehr/ daß sie so streng vnd hark vberetlichen Gesetzen Mose halten/vnd viel ehe Lieb und Friede liessen vndergehen/ehe sie mit vnsässcnoderrrünckcn/oder dergleichen thäten/Vnd sehendes Gesetzes meynung nicht recht an»Denn dieser verstand istvonnöthen allen dievnder Gesetzen leben/nit allein den Juden.Dennalso saget Christus Match, i r. daß man den sabbarh brechen möcht/ wo ein ochs in ein grubengefallen war/vnd ihm heraußhelssen/ Welches doch nur ernzeirlichenoth vnd schaden war;Wie vrlmehr soll man ftisch allerley Gesetz brechen/wo es leibes noth erfordert/so anders demGlaubcnvnd der Liebe nichts zuwider gcschichk» WieChristus saget/daß Davrd gethan hat/da er die heiligen brot aß/Matth.ir.

Was ists aber/daß Mose die Gesetz so vnordig vnder einander wirfst f Warumb setzt ernicht die weltlichen ausseinen hauffen/die geistlichen auch auf einen hauffen/vnd den Glaubenvnd Liebe auch ausseinen ? Darzu widerholet erzuweilen ein Gesetze so osst/vnd treibet einer-ley wort so viel mal/ daß gleich verdrossen ist zu lesen vnd zu hören ? Antwort: Moses schrei-bet/ wie sichs treibet/Daß sein buch ein bild vnd Exempel ist des regimentö vnd lebens: Dennalso gehks zu/wcnn es im schwang gehet/ daß jetzt diß werck/ jetzt jenes gethan seyn muß. Vndkein mensch sein leben also fassen mag (so es anders göttlich seyn soll) daß er diesen rageytetgeistliche/ den andern eytel weltliche Gesetze vbe/ sondern Gott regiert also alle Gesetze vndereinander/ wie die stern am Himmel/ vnd die blumen aussdem ftlde stehen/Daß der mensch mußalle stunde zujeglichem bereit seyu/vnd thun welches j hm am ersten für die Hand kommet r Alsoist Mose buch auch vnder einander gemenget.

Daß er aber so fast treibet/vnd ossk einerley widerholet/da ist auch seines ampks atk ange-zeigek.Denn wer ein Gesetzvolck regiren soll/der muß immer anhalten/immer treiben/vnd sichmit dem volck/wie mit eseln/plewen.Den kein Gesetzwerck gehet mir tust vnd libe ab/es ist alleserzwungen vnd abgenötrget.Weil nu Mose ein Gesetzlehrer ist/muß er mit seine treiben anzei-gcn/wie Gesetzwerck gezwungen werck sind/vnd das volckmüd machen/biß es durch solch trei-ben erkenne seine kranckheit vnd vn lust zu Gottes gesetz/vnd nach der gnade trachte/wie folget»

Gchtz offenb-chr-t ^tVssö dritte/ ist das die rechte meynung Mose / daß er durch das Gesetze die fünde ossen-rw flmd-. o/ö bahre/vnd alle vermessenheit menschliches vermögens zu schänden mache. Denn daher

Wosesampt. '^^nennetjhn S.PaulusGal.L.eincnamptmandersünde/vnd sein amptein ampt des to^ides/ r.Cor^.Vnd Rom ;.vnd 7. spricht er: Durchs Gesetz komme nicht mehr denn erkäntnißder fünde. Vnd Rom.z. Durchs Gesetzes werck wird niemand ftomb für Gott. Denn Mosekan durch das Gesetz nit mehr thun/weder anzeigen was man thun vnd lassen soll. Aber krassevnd vermögen solches zu thun vnd zu lassen/gibt er nit/vnd lässet vns also in der sünde stecken.

Wenn wir denn in der fünden stecken/ so dringet der tod also bald auss vns/ als ein rächevnd straffe ober die fünde/ Daher nennet S. Paulus die fünde des todcs stachel / daß der toddurch die fünde alle sein recht vnd machtan vns hat. Aber wo das Gesetz nicht were/so wcreauch keine sünde.Darumb ist es alles Mose ampt schuld/der reget vnd rühret die fünde durchsGesctz/so folget dertod auffdie fünde mitgewalt. Daß Mose ampt billichvnd recht einampkder fünde vnd des Todes von St- Paulo genant wird r Denn er bringt nichts auffvns durchsein Gesetzgeben/ denn fünde vnd tod.

Sünd-nampt. Aber doch ist solch sündenampt vnd rodampi gut/vnd fast vonnöthen: Denn wo GottesGesetz nicht ist/da istalle menschliche Vernunft so blind/daß sie die sünd nit mag erkenne.Dennvnd?!- ^ kein menschliche Vernunft weiß/daß vnglaube/vnd an Gott verzweifeln/fünde sey/ja sie weiß

Verstockte blind- nichts davon / daß man Gottglauben vnd trawen soll/gehet also dahin in ihrer blindheit ver-^ stockt/vnd fühlet solche sünd nimmermehr.Thut dieweil sonstetwan gute werck/vnd führet einäusserlich ehrbare leben.Da meyner sie dcnn/sie stehewol/vnd sey der fachen genug geschehen.Wie wir sehen in den heydcn vnd heuchlern/wenn sie aufjr bestes leben: Item/so weiß sie auchnit/daß böse neigung des fieisches/vn haß wider die feinde/fünde sey/sondern weil sie sihet vndfüblct/daß alle menschen so geschickt sind/achtet sie solches für natürlich vnd recht gut ding/vndmeynet es sey gnug/wennman nur äusserlich den wercken wehret. Also gehet sie dahin/vndachtet jbre kranckheit für stärcke/jhre fünde für recht/jhr böses fürgut/vnd kan nicht weiter.Mosc-amptistnoch Sihe/drsebttndheitvnd verstocktevermessenheitzuvertreiben/istMoseamptnokh.Nun»nd nul-z-c kan er sie nicht vertreiben/ er muß sie ossenbahren vnd zuerkennen geben. Das thut er durchs

Lchr r-e esttzes. da er lehret. man solle Gott förchten/ trawen/ glauben vnd licben/Darzu keine böse

tust noch haß zu einigem menschen tragen oder haben.Wenn nun die natur solches recht höret/so muß sie erschrecken/ Denn sie befindet gewiß weder trawen noch glauben/ weder forcht nochliebe zu Gott. Item / weder liebe noch reinigkeit gegen dem nächsten/ Sondern eitel vnglau-ben/zweifel/verachtung vnd hasszu Goit/vnd eitel bösen willen vnd tust zum nähesten. Wennsie aber solches findet/ so ist dertod also bald für Augen / der solchen sünderfressen / vnd in dieHölle wil verschlingen.

Sihe/ das heisset den tod durch die fünde auss vns dringen/vnd durch die fünde vns töd-ten. Das heisset durch das Gesetz die fünde regen/vnd für die äugen setzen/ vnd alle vnsere ver-messenheit in ein verzagen vnd zittern /vnd verzweisselung treiben/ daß der mensch nicht mehrkan thlm/denn mit dem Propheten schreyen: Ich bin von Gott verworssen. Dder/wie manaussTeutsch saget; Ich bin des Teufels: Ich kan nimmermehr selig werden Das heisst rechtin die Hölle geführe t. Das meyner S.Paulus Mit kurtzen Worten/ i.Cor. 15. Der stachel des

tods