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Biblia das ist: Die gantze heilige Schrifft / durch D. Martin Luther verteutscht: mit D. Pauli Tossani hiebevor aussgangnen Glossen und Ausslegungen
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4.

deffen 2. Macc.15.12,& c. meldung geschihet. Endlich befinden sich auch in denselben sachen/ die der in den Ca-nonischen Bücheren begriffener lehre entgegen sind; dann 2. Macc.14.37,41,42,46. wird die that Rhazis gelebt/der sich wider das sechste gebott/ Ex.20.13. selbst leibloß gemacht: vnd die that Juda Maccabæi, der für die abge-storbene geopferet/ welches dem Gesek Gottes zuwider ist/ in welchem nirgend geborten/ sondern vielmehr verbottenwird/ daß man für die todten opferen solle/ Pf. 49.8. vnd daß diß andere Buch der Maccabeern fein CanonischesBuch seye, ist klärlich darauß abzunemmen/ weil es ein kurzer begriff ist der fünf Bücheren/ die Jafon von Cyre-nen geschrieben/ der nun kein Prophet gewesen ist/ 2.Macc.2.24. So bekennt auch der Author, so diesen kurkerbegriff hatte gemacht/ er habe solches mit viel mühe vnd arbeit verrichtet/ 2. Macc. 2. 27. Vnd bittet den Leser/ erwolls ihm zu gut halten/ daß ers nit beffer gemacht/ 2.Macc.15.29. welches einem göttlichen Scribenten/ der vomGeist Gottes getriben/ nicht anstehet.hu

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Der Griechische anhang deß Buchs Esther widerspricht auch überall dem Hebreischen Buch Esther/wie auß vergleichung beyder Bücheren vnschwer abzumemmen ist. Im Hebr. wird gesagt/ cap. 2. 16. Disc Gesschicht habe sich zugetragen im sibenden Jahr deß Königs Ahasveri. Jm Griechischen aber/ fie feye geschehen imanderen Jahr deß Königs Artaxerxis. Jm Hebreischen steht/ cap.3.5. Haman feye Mardochæo feind worden;weil er die knye nicht für ihm gebogen: Im Griechischen/ auß vrsach der zweyen kämmerern, die von ihme ange-geben vnd deßwegen gestrafft worden. Im Hebr.c.5.2.Der fönig habe die Esther/ alß sie zu jhme kommen/ freund-lich empfangen: vnd im Griechischen/ cap. 15. 10. der fönig habe sie grimmig angesehen/ daß sie darüber in ohnmacht gefallen. Jm Hebr. cap.6.3. Mardochæus habe wegen der entdeckten verrätherey der kämmereren keinebelohnung empfangen: vnd im Griechischen/ der könig habe ihn deßwegen mit schenckungen begabt. Im Hebr.wird die entdeckung diser verzåtherey geseht nach der verstossung Vasthi/ vnd der verchelichung Esther/ capp. 1. 2.Im Griechischen wird sie derselben fürgezogen. Im Hebr. wird gesagt/ Haman seye ein Agagiter/ d. i. Amaleki-ter gewesen: vnd im Griechischen/ cap. 16. 10. er seye ein Macedonier gewesen/ vnd hab getrachtet/ die PersischeMonarchen an die Macedonier zu bringen/ welches feinen schein der warheit hat/ in massen das MacedonischeReich damahlen von keiner macht oder ansehen gewesen. Ebenmessig ist nicht glaublich/ deß die Juden wehren-der Babylonischen gefängnus ihre eigene Richter gehabt/ in deren macht es gestanden/ jemand zum tod zu verurtheilen/ vnd die Griechisch geredt hätten: daß sie auch daselbst köstliche häuser vnd gärten solten gehabt haben/wie das in der histori von Susanna vnd Daniel vermeldet wird/ cap. 13.4.5,54,55,& c. Vnd daß diese Geschichtvnder Cyro sich zugetragen/ cap. 13. 63. auch Daniel dazumal noch ein Jung find gewesen seye/ cap.13.45. weilja Daniel in zeiten Nebucadnezars weggeführt worden/ Dan.1.1,6. vnd zwischen Nebucadnezar vnd Cyro sibenzig Jahr vnderscheid fich befindet/ Jer.29.10. So haben auch die alte Kirchen- lehrer so wol diesen anhang/ alsauch die andere Griechischen Stück in Daniel für Jüdische Fabel gehalten. Sihe/ Hieron. Præfat. in Dani.Das ganze vierdte Buch Esdra ist nichts anders/ als ein beständige erzehlung allerhand Fablen von crdichteten sachen/ die niemalen geschehen sind: Als insonderheit zu ersehen an dem/ was der Author ven den zweyengrossen thieren/ Enoch od. Behemoth vnd Leviathan cap.6.49.& c. erzehlet/ welches allerdings den Jüdischen Fablen gleich scheinet. Vnd wer wolte das für eine warheit annemmen/ was er sagt/ cap. 14. 21,& c. Das GefekGOTTES seye gänglich verloren gewesen/ vnd seye von Esdra inner vierzig tagen widerumb in die feder gebrachtworden? Dd. Was cap.4.41. von ihm vermeldet wird/ die Seelen der Menschen werden vnder der Erden in gewissen kämmerleinod. cellen aufgehalten/ welches den Canonischen Schrifften außtrucklich zu wider ift/ 2.Reg.z.11.Eccl. 12. 7. Matth . 5. 3,12. Luc.16.22. vnd 23. 43.2.Cor. 5.1. Auß welchem allem genugsamlich zuschliessen ist/ daßdise obgemeldte Bücher nicht Canonisch/ sondern Apocryphisch sind: die man deßwegen nicht soll offentlich in derGemeine lesen/ auch darauß/ als auß menschlichen Schrifften/ man feine beweißthumben kan hernemmen/ einigenGlaubens- artickel darmit zu beffettigen/ weil vnser glaub soll auf den grund der Propheten vnd Aposteln erbawerfeyn/ Eph. 2. 20. Jedoch weil in denselben auch etliche gute sprüche/ vermahnungen vnd exempel gefunden werden/so ists nicht gar vnnüßlich/ daß sie auch absonderlich gelesen werden/ wiewol mit dem beding/ daß siegleich andern Menschlichen Schrifften/ an dem Probier- Stein der göttlichen lehr/ die allein in den Cano-nischen Büchern/ Altes vnd Newes Testaments zu finden ist/ bewährt vnd geprüfet werde. Es wäregut gewesen/ daß/ gleich wie diese Apocryphische Bücher den Canonischen Bücheren der so wol Ifraelitischen/ alserster Christlichen kirchen vorzeiten sind niemahlen beygefügt worden/ man sie also auch nach der zeit der Bibel nichthätte beygefügt: Dann auff diese weiß hätte es nicht so leichtlich geschehen können/ daß hernach der größte theil der-selben von der Römischen firchen für Canonische Bücher wäre angesehen vnd aufgenommen worden. Dahero indem/ Anno 1618. zu Dordrecht gehaltenem National Synodo der Reformirten Niderländischen firchen/ in beden-cken gezogen worden/ ob man nicht solte dife Apocryphische Bücher auß der newen vbersekten Bibel außlassen:weilen aber solches von feinen Reformirten firchen anderer Nationen bisher beschehen/ vnd es bey manchen vielnachredens vnd låsterens wurde verursacht haben/ als ist gut befunden worden/ daß man sie zwar in der Bibel soltelassen/ aber gleich wol nicht zwischen die Canonische Bücher deß Alten vnd Newen Testaments/ als wol die ordnungder Historien dem ansehen nach erforderet/ einfügen/ sondern den Canonischen Büchern auch deß N.T.anhängen/dem gemeinen Mann zur erinnerung/ daß dise Bücher nicht zu der H. Schrifft gehören: wie die Römische Kirche selbst mit etlichen diser Büchern/ die sie auch für Apocryphisch haltet/ gethan hat/ vnd nammentlich/ mit dem Gebett Manasse/ vnd dem dritten vnd vierten Buch Esdra. S. Acta Synod. Nation. Dordrac. Sefs. 9. vnd 10. vndBiblia Latina Sixti V, Antvverp.1603.

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