Buch 
Thesaurus Notariorum[,] Das ist: Notariat Und Formular Buch : Underscheiden in sechs Theil, jnhaltend: Ein aussführlichen Bericht vom Ampt der Notarien, so wol in gemein: alss sonderlich den Contracten, Testamenten, und letsten Willen, wie auch Gerichtlichen Handlungen, und anderm, welches solchen drey Haubtstucken anhängig ist : Auss den Keys. Rechten, und derselben fürtreffenlichen Lehrern Schrifften, in verständtlicher Frag, und Antwort, auch richtiger Ordnung Theorice und Practice beschrieben : Von newem ubersehen, verbessert, auch wie auss den zu Eingang und End gesetzten Registern zu ersehen, mehr alss zuvor niemal augirt, gemehrt, und zum fünfften mahl in Truck verfertigt / Durch Johann Rudolph Sattlern, Gerichtschreibern der Statt Basel
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Preſentation eines Fuͤrſten / ꝛ̃. 169perintenden ten allhiez, auß dieſem Leben erfordert/ vnnd in die ewige Fremd verſetzt: deme dieGoͤttliche A lin acht ein froͤliche Aufferſtehung zu verleihen geruhe, ö.

Bb nun vol an ſolche vaclerende Stelle, hochermelt Ihr Fürfil, Gn. den auch Ehr würdi-gen, Wolgelehrten Hetꝛen N. zu veroꝛdnen gemwillt geweſcn/ auch jhne hierzu Lebens, Lehr vndGeſchickli tei halben taugenlich erachtet; Jedoch weil gegen hren Fürſtl. Gn. er N. wegenfeiner Leis gelegenheit/ obligender anderer Studien vnd ehehafften, ſich vnderthanig entſchul-diget: So haben darauff Ihr Fürſtl. On, jhme feinem begeren nach, der geſtallten gnaͤbige

willfahrung erzeigt: daß er in fürfallenden Sachen, als ein Kirchenraht adhibiert werde/ vnnddarauff den auch Jurchleuchtigen Hochgebornen Fuͤrſten vnd Herzen N. c. Freund: Schwaͤ-gerlich erſucht: Ihr Fuͤrſtl. Gn. einen frommen vnaͤrgerlichen, gelehrten Kirchendiener zugönnen vnd zuzuſchicken. Auff welches dann hochermelts N. von N. Färſtl. Gn. gegen werli-gen Herꝛen/ den guch Ehrwürdigen Wolgelehrten Magiftrum N. N. von N. bürlig/ Pfar:-herꝛ zu N. vnd Special Superintendenten deß N. vnnd N. Amps vnſerem gnadigen Fuͤrſtenvnnd Herzen zugefchickt, auch beneben feines hievor getragenen Kirchendienſts Fleiß Eyfersvnd Erudition halben commendirt.;

Wann dann Ihr Fuͤrſtl. Gn auß angezogenen Commendationen vnd gethanen Predigendie vnzweiffenliche Zu verſichtgeſchoͤpfft: er Magiſter N. werde zu diefer Function Lehr, desbens vnnd Erudition halben/ wol qualiſteiert vnnd taugenlich fein: So haben dero wegen IhrFuͤrſtl. Gnaden jhne zu einem General Superintendenten approbirt vnd angenommen. Euchdemnach ernſtlich befehlend: Ihr wollen jhne N. als eweren General Superintendenten innSachen fein Beruff vnd Superintendentz belangend/ allen gebürlichen Gehorſam leiſten/ auchgezimmende Ehr vnd Reverenz erzeigen, in fuͤrfallenden Sachen bey jhme Hilff füchen/ euchRahts vnd Beſcheidts erholen/ auch ſolchem gehorſam flei ſſig nachkommen. Wie er dann er-

bietig nach feinem vermögen euch berahten vnd beholffen zu fein: Inſonderheit aber/ weil ſich

vor dieſem bey antrettung deß Herꝛen N. ſeligen/ et was verbunſt erzeigt vnd wol geſpürt worden/daß jhne etliche heimlich angefeindet/ vnnd die ſelben ſampt dero adh renten jhne etwas verklei-nerlich æſtimirt vnd gehalten/ ſich auch vnlangſt dergleichen abermahlen erꝛeigt: So wollen jhrFuͤrſtl. Gn. ſolches keines wegs nachſehen: ſonder hiemit euch davon alles Ernſts abgemahntvnd erinnert haben: daß jhr gegen dieſem Herzen Superintendenten / als fröoͤmbden vnd noch vn»bekandten/ dergleichen am wenigſten vnderfahen; ſonder viel mehr jhne lieb vnd werth habenvnd da ſich ein Abgunſt/ Wider will/ Neidt oder Feindſchafft bey einem erzeigen wolte/ dem ſel-ben nicht beyfall geben noch ein wurtzlen laſſen: ſonder viel mehr nach Brůderlicher Liebe abweh-ren woͤllen.

Weil auch jhr Fůͤrſtl. Gn. weitlaͤuffig vernommen: daß etliche(die fleiſſigen vnd eyferigenhiedurch vngemeynt) ſich etwas ſchlẽfferig erzeigen/ theils andern geringen Geſchafften/ hand-len vnnd Feldgeba wen zu viel ergeben/ theils auch ſonſten Maͤſſiggang ſuchen: vnd aber der lei-dige Sathan bey dieſen letſten Zeiten nicht feyret/ die Laſter/ ſonderlich die Vn zucht ſich haͤuffen/alſo warker/ fleiſſig vnd eyferig zu ſein die Notturfft erheiſchet: So wollen Ihr Furſtl. Gnadenauß Chriſtlichem Eyfer/ vnd Wberkeitlichem von Gott befohlenen Ernſt euch erinnert vnnd ersmahnt haben: Ihr woͤllen euch ewere Studia mehr angelegen fein laſſen/ die Predigen fleiſſigpræmeditirn nicht quß den Ermlen ſchuͤttlen/ ſonder darauff die Wochen ſtudieren/ vnnd ge-dencken was jhr für ein groſſen vnd ſchweren Beruff tragen/ vnnd da jhr den Suͤnder in feinerSuͤnd ſterben laſſen/ daß der Allmaͤchtigedas Blut von eweren Haͤnden werde erfordern. Dasmit jhr aber auch ſolches mit deſto mehrer Frucht vnnd anſehen thun mögen, euch mit dem not»tuͤrfftigen Werckzeug guter Buͤcher/ der rechten Seribenten/(daran warlich bey vielen groſſenMangel/ beſſer gefaßt machen vnd euch alſo erzeigen/ damit wie jhr Fr. G. auß vaͤtterlicher fuͤr-ſorg/ ſich admonendo mit vermahnen/ alſo auch jhr als gehorſame Kirchendiener faciendo,mit voll ziehung deß jenigen/ ſo vorgedacht/ euch Chriſtenlich vnd eyferig erzeigen/ vnd was jhrlehren/ daſſelb mit widrigem wandel nicht widerum altera manu abbrechen. J

Solches gereicht zuvorderſt zu befůͤrderung Gottes Ehr, zu erhaltung der Chriſtlichen Kir-chen vnnd Religion/ auch vn ſerm gnaͤdigen Fürſten vnd Herzen zu ſonderem gefallen/ vnd euchſelbſten hie zeitlich zu nutz/ au ſfnemmen vnd Promotion. Solte aber hergegen ſich jemand ge-gen dem Herzen Superintendenten vngehorſam/ widerig odertrutzig erzeigen/ denſelben heim-lich oder offentlich anfeinden/ jhme vnderſtehen ein anhang bey anderen zu machen, oder ſon-ſten in officio vnnd ſtuiis fahrlaſſig/ oder auch in vita aͤrgerlich erzeigen/ der fol gewißlieheines ernſtlichen verweiß/ entſetzung feines Dienſts/ auch anderer Siraff vnd Vngnad, nachgelegenheit erwarten fein, Es wollen aber jhr FuͤrſtJ. Gn. ſich. jhr werden.

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