: Predigt.— 15
iin Beſſer kan ſolches nicht beſchehen/ dann wie es vom HEr-
ren in abgeleſenem Text/ befohlen wirdt.
ö Erſtlich befihlet er nicht allein/ daß man ſich mit faſten/
. weinen vnd wehklagen bekehre/ ſond heißt auch ſolches
mit dem Hall der Poſaunen/(an dero ſtatt heutigs
tags die Glocken gebraucht werden) außkünden. Da dann
tal ſonderlich alle Voꝛſtehender in der Regierung vnnd Geiſtli-
ban chem Stand jhres Ampts erinnert werden. Dann ob gleich-
n wol⸗das füͤrnembſte durch die Diener des Woꝛts ſoll verrich:
i tet werden, kan doch ein Ehꝛiſtliche Obrigkeit/ bey oban gezo-
n gnen Erxemplen/ frommer Königen vnd Fuͤrſten / abnen ien/
il was auch ihnen heutigtz tags zuthun ſeye.
ch Am andern/ will der HErꝛ/ daß Verſamlungen angeſtelltwerden. Verſamlet/ ſagt er, das Volck/ heiliget die
s Gemeine, ſamlet die Elteſten/ bringet zu hauff die
aß jungen Kinder vnd Saͤuglingen/ der Braͤutigam
. gehe auß feiner Kammer/ vnd die Braut auß jh-
rein Gemach.
un Daß der HEN allerten Stands vnd Alters Leut heit vers
n ſamlen,/ geſchicht ins gemein darumb; damit man erkenne/
if daß jederman ohne vnderſcheid/ in betrachtung feiner Suͤn-
r den ſich demuüͤtigen ſolle. In gemeinen Landſtraffen geſchicht
es gar gern/ daß die ſchuld/ je von einem auf den andern ge
drochen wirdt/ vnd keiner ſchuldig ſeyn will. Was iſt aber diß
ag. Anders dann alß wann ein Auſſetziger den andern vnrein
il ſthuldte? Viel anderſt haben die Glaͤubigen voꝛ zeiten ge-
f than/ welche ohne ſcheuhen bekandt vnd geſagt haben, Vn ſe⸗ Nehemisre König/ SeZr ſten/ Prieſter vnnd Vaͤtter haben ges z
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ö ſun diger/ wir ſt ind all zumal gottloß geweſen/ g..ihn Inſonderheit aber von denen/ die zur ver ſamlung herufftih werden/ u reden/ wird zu voꝛderſt gedacht/ der Elteſten/ durch
welche denn alle Voꝛſtehender verſtanden ö ſehenCs; ijle