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Englischen Bibliothecken hat Bentheim indem Kirchen-uildSclmlen-staat von Engelland , nebst andern gehandelt. Dievornehmsten derselben sind i. zu Cambridge , die Blblwtheck desLsnner College , des Collegii Corporis Christi, des CollegitEmanuelis , des Collegii S. Johannis , des Collegii Trinitatis,die Universitäts -Biblivtheck, allwo neben andern auch der bekann-te Codex IV . Evangg. & Act. Apost. dessen sich Beza bedienet,zu finden. Sonst ist überhaupt zu mercken, daß sich bey allenCollegiis Bibliothecken befinden. 2. Zu Londen findet jich dieCottonianifche Bibliotheck. Dieselbe bestehet mchrentheils auscodicibus manuscriptis , welche furnemllch die Englische hlsto,rie betreffen. Robertus Cotton, welcher an. 1631. gestorben, tstderselben stifter. Man siehet da den Pentateuchum 8amanta-num, welchen Jacob. Usserius dahin verehret. .Den catalogumrnanukcriptorum hat TH. Schmith, und aller bncher HumphreyWanlcy heraus gegeben. Die Königl. Bibliotheck stehet in dempallastzn St. James. Sie wäre anfänglich in.zimlicher Un-ordnung. I). Richard Bcntley aber hat sich bemühet, dieselbein bessern stand zu setzen. Unter denen vielen manulcnptis istauch der bekannte codex , welcher Alexandrinus genenntmrd,weil ihn Cyrillus Lucaris von Alerandrien gebracht, und Ca-rolo 1 . verehret hat. Er enthaltet das Alte und Neue Testamentin Griechischer spräche. Die Engellander halten ihn für sehr alt.Die Bibliotheca Lambethana befindet sich in dem pallast des Ertz-Bisthoffs von Canterbury zu Lambeth, und soll ungefehr ausisooo. bänden bestehen. 5. Zu Oxford haben alle Collegia ih-re eigene Bibliothecken, unter welchen sonderlich die ofMag-dalen, Corporis Christi , MertvN Balliol, St. Johns und NewCollege merckwürdig sind. Die bibliotheca Bodlejana wardvon TH. Bodley errichtet, und wurde an. 1602. den 8. nov. zugemeinem gebrauch eröfnet. Solche ist mit verschiedenen gan-zen Bibliothecken vermehret worden, darunter auch die Biblio-theca Seldeniana war, welche aus acht tausend stücken bestünde.TH. Hyde hat einen catal gum Bibliothecae Bodlejame zu Ox-ford 1674. in sol. heraus gegeben. In Franckreich haben vielestadte öffentliche Bibliothecken, als Bourges , Rouen, Lyon u. a. m. Paris aber har hierinnen einen besondern vorzug, dar-innen sich so viele Bibliothecken befinden, daß Daniel Maichclein besonderes buch de praecipuis Bibliothecis Parifienfibus her-aus geben können. Die Königl. Bibliotheck hat eigentlich ih-ren ansang von König Carl V. und VI. indem die bucher-samm-lungen des Kayser Carls, des König Ludwigs des Frommen,und Caroli des Rahlen, mehr für besondre als öffentliche Bi-bliothecken zu achten sind. Franciscus 1. gab derselben einenvrt ein auf dem schloß Fontainebleau , und sandte G. Postellum,I. Fenellum, P. Gillium, in fremde läiider, sonderlich nachdem Orient , manu scripta zu f missen. Dieser schätz wurde K.Budäo, und nach ihm P. Castellano vertrauet. Henricus II.vermehrte denselben, und gäbe den bnchdruckern mit diesem be.ding ihre privilegia, daß sic die wercke, welche sie druckten, da-hin liefern musten. I. A. Thuanns trüge viel zu derselben auf-nahm bey. Ludwig XI!l. legte an. 1640. die Königl. buchdru-ckerey an, und erkaufte für 12000. livres die Bibliotheck Phil.Hurault, Bischoffs zu Cahors. Ludwig XIV. schickte den be-rühmten Mabiüon in Italien und Teutschland, damit er die Bi-bliothcck vermehrte. Bey der Minderjährigkeit Ludwigs XV. istdie Bibliotheck vtcph. Baluzii dazu erkauft worden. Der ca-talogus ist von Nicolao Elemente verfertiget, aber nie gedrucktworden. Die Colderkinisiche Bibliotheck ist ebenfalls merckwür-dig, welche von Jean Baptiste Colbert gestiftet, und wegendes freyen gebrauchs mehr eine öffentliche, als besondre Biblio-theck zu nennen ist. Die Bibliotheck der Abtcy de St.Genevieveist eine der grösten. Die Bibliotheca Telleriana , welche Hinzugekommen, bestünde allein m 16000. büchern. Doch wurdendie manuscripta daraus grösten theils der Königl. einverleibet.Die Bibliotheck des Benedictiner-klosters St. Germain des Preshat ihren Ursprung von dem P. Dubrevil, welcher an. i6i4.ge-storden, und bestehet nun aus mehr als 42000. banden. DieBibliotheck de la Älaison Professe dela Rue S. Antoine hat ih-ren Ursprung von dem stifter dieses Hauses, dem Cardinal vonBourbon. P. D. Huetius, hat seine Bibliotheck von gooo.dän-den; und der P. Tourncmine seine von 7000. derselben verma-chet. Die Bibliotheck derer PP. des Oratoni hat zugleich mitder stiftung dieses klosters an. 1611. den ansang genommen.An. 1620. hat der P. de Harley derselben eine gute anzahl mann.scripta , welche zu Coustantinopel, Thessalonich und sonst binund wieder in der Türckey ausgesuchet ivorden , wie auch ge-druckte bücher verehret. Die Bibliotheck derer Canonicorumin der Abtey St. Victor ist zugleich mit der Abtey an. 1113.gestiftet worden. Es sind in derselben 3000.. manuscripta und40000. gedruckte bücher. In Griechenland soll Pisistratus der erste gewesen seyn, welcher zu Athen eine bücher-lammluugangelegt. In Holland sind von östentlichen Bibliothecken in-sonderheit nachfolgende merckwürdig. Die zu Amsterdam besi-tzet viele manuscripta. Derselben catalogus ist 1622. und 1688.in 4to heraus gekommen. Zu der Bibliotheck zu Leiden hatWilhelm, Printz von Oranien , den gründ geleget. Sie ist her-uach durch die Bibliotheck Joh. Hollmans, die manuscriptaOrientalia I. I. Scaligeri, Bonav. Vulcanii , Jac. Golii,Levmt Warnen , Fr. Nansii, C. Hugenii, welche dahin ver-pacht worden; wie auch durch die erkauffung der Bibliotheckct'- chfisu / und letztlich durch das Vermächtnis der PerizonischenBibliotheck vermehret worden. Petrus Bertius hat sie zuerst in
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vrdnung gerichtet , und einen catalogum an. 1593. heraus ge-geben. Einen andern catalogum hatDan. Heinsius an. 1640.geschrieben. An. 1674. ist zu Leiden in 4to catalogus Biblio-thecae publicae Lugduno-Batavte noviter recognitus &c. her-aus gekommen. Vor demselben stehet Frid. Spanhemii dama-ligen Bibliothecarü rede. Es ist aber dieser catalogus an.1716. in fol. aufs neue vermehrter gedruckt worden. DieBi-bliotheck zu Utrecht hat ihren ansang von denen testamentenHuberti Buchellii und Eberhardi Pollionis ; der catalogus der-selben ist an. 1608. und wiedrum an. 1670. in 4to heraus ge-kommen. Von derselben hat man auch Corn. Duverden Orat.de restauratione & renovatione B bliothecte Ultrajectina; 1644,In Italien sind die vornehmsten: Die Florentinische, welchevon Cosmo und Laurentio Medices gesammlet, und daher Me-dicsea genennet worden. Als die Mediceische familie aus Flo-rentz verjaget wurde, so wurde gleichfalls die Bibliotheck zer-streuet. Was aber noch konnte gesammlet werden, brachte Ca-tharina Medices nach Franckreich, allwo es hernachmals in dieKönigl. Bibliotheck gekommen , wie solches Thuanw lib. I. devita iba berichtet. Hernach hat Julius Medices, oder PapstClemens VII . eine neue Bibliotheck aufgerichtet, welche vonCosmo II. vermehret worden. Sie besitzet sonderlich viel ma-nuscripta ,mid ist derstlben gelehrter Bibliothecarius Ant. Mag-liabecchius bekannt. Den catalogum manuscriptorum hat H.Ernestus zu Amsterdam an. 1642. heraus gegeben , welcher abersehr unvollkommen ist. Die Florentinische Pandecten sollennicht in der Bibliotheck , sondern in der schatz-kammer des Her-tzogs zu finden seyn. Siehe von dieser Bibliotheck MmtfaucmDiar. Italic. Zu Mayland ist die Bibliotheca Ambrosiana , wel-che den Cardinal und Ertz-Bischoff Friede. Borromäum zu ih-rem stifter hat. Zu Rom befände sich vor altem die Bibliotheca Apollinis Palatini , welche von Augusto in dem temvel desApollinis auf dem berg Palatino angeordnet worden. Die Bi-bliotheck des Asinii Pollionis ist die erste öffentliche Bibliotheckzu Rom gewesen. Siehe Donati Koma vet. & nov. Auf demCapitolio soll gleichfalls eine Bibliotheck gewesen seyn, derenSuetonius und Orosius gedencken. Siehe Ryckm* de Capi-tolio ; anderer zu geschweigen. Von den neuern ist sonderlich dieVaticanische zu mercken. Es wollen zwar einige derselben Ur-sprung von dem Apostel Petro herleiten ; es ist aber dieses kei-neswegs wahrscheinlich, sondern chcndcr zu glauben, daß Hi-larius , welcher an. 461. Papst worden, den ansang dazu ge-macht habe , wie solches Platina in vita Hilarii erwehnet. Deneigentlichen gründ aber hat doch Papst Nicolaus v. um das jähr1450. geleget. Clemens V. nahm dieselbe bey Versetzung des Rö-mischen Stuhls mit nach Avignon. Martinus V. brachte siewieder in denVatican. Sirtus IV. ließ dieselbe durch Barth.Platina in ordnung bringen, und bestimmte gewisse einkünstezu ihrer Vermehrung. Sie wurde unter Elemente VII. durch dieUrbinische sehr vermehret; ist auch hernachmals durch PiumIV. verstärcket worden. Den grösten zuwachs aber hat sie unterGregorio XV. durch die Hcidelbergische Bibliotheck bekommen.Es ist ferner auch die Bibliotheck der Schwedischen KöniginChristinä, bey welcher des Pauli Petavii bücher-vorrath gewe-sen, hinzugekommen. Was endlich Clemens XII. zu derenbereicheruug beygetragen , wird in desselben artickul zu verneh-men seyn. Die Barberinische Bibliotheck ist nach der Vatica-nischen die stärckste. Der Cardinal Franciscus Barberinus hatdieselbige gestiftet, und Lucas Holstenius hat seine manuscriptadahin vermacht. Der ca alogus davon ist zu Rom an. 1681. i»fol. herausgekommen. Die Jesuiter zu Rom besitzen eine herr-liche Bibliotheck, welche eigentlich aus vier verschiedenen be-stehet , darunter auch die bücher M. A. Mureti und des Cardi-nals Bellarmini sind. Die Bibliotheck zu Turin ist eine vonden ältesten in Italien . Neben vielen alten manuftripten befin-den sich auch viel neuere darinnen, darunter des berühmtenPyrrhi Ligorii XXVI. volumina von Griechischen und Römi-schen antiquitäten. Es ist auch in derselben die bekannte Ta-bui • Iliaca , welche der Hertzog von Mantua aus der Biblio-theck des Bembi bekommen, die aber hernachmals hieher ge-bracht worden. Zu Venedig steht eine fürtrefliche Bibliotheckin dem Hanse der Procuratorum St. Marci. Sie ist hauptsäch-lich durch die Bibliotheck Francisci Petrarchä, und des Cardi-nals Bcffarionis angewachsen. Diese letztere soll allein 600.Griechische manuscripta gehabt haben, welche der Cardinalmit 30000. ducaten bezahlt hatte. Das Evangelium St.Marci,welches von dieses Evangelisten eigener Hand geschrieben, nndvon Aquileja nach Venedig gebracht seyn soll / wird in der St.Marcus-kirche bewahret. Man zweifelt aber billich an dem er,stern vorgeben, und ein gewisser Grandi , berühmter Acht zuVenedig , versichert, die buchstaben dieses manuscripts seyen si>sehr verblichen, daß man nicht erkennen möge, in welcher spraches geschrieben seyc. Siehe Rumet voyage, lettr. III. Die Au-gustiner zu Vintimiglia besitzen die Bibliotheck, welche von ih-rem Urheber Angelico Aprosio , Aproliana genannt wird; Erhat selbst ein buch von derselben geschrieben, welches an. 167).zu Bononien gedruckt, und vor wenig jähren in Teutschlandwieder aufgelegt worden. In den Oesterreichischen kssieber.landen ,»id in vielen städten ansehnliche Bibliothecken. ZuLöwen befinden sich drey : i. Die Bibliotheck des theologische»Collegii, welcher von dem Cardinal Beffarion einige manu-scripta verehret worden : 2. Die Bibliotheck derer Jesmten/welche des Lipsii mamifcripca Graea bekommen. Die otfeklt-