s-h
Mfer Ferdinand , die Universität zu Wien aus ihrem verfallwieder aufrichten wollte, er sich vor allen andern des Schrö-kers hierzu bediente, wobey diefer auch nach einiger meynungzum Professor auf gedachter Academie bestellet worden, wel-ches letztere aber gar nicht erweislich ist. Ehe aber noch einjähr verflossen , wurde er von dem Churfürst zu Sachsen , Jo-hann Friedrich, welcher sich damals noch in feiner gefangen»schasst zu Villach in Steyermarck befand, dahin gefodert, wel-cher ihm sein vorhaben entdeckte, eine Universität in Jena auf-zurichten , und zu dessen bewerckstelligung seine Dienste verlang-te. Ob er nun gleich damals wegen den sehr vortheilhaffkenumstandendarinn er sich befand , an keine Veränderung zugedcncken nöthig hatte; so folgte er doch aus liebe zu- seinemvatterlande vielem beruf, und würckte nicht allein an dem Kay-serlichen Hofe die nöthige Privilegien dazu aus, sondern ver-fugte sich auch selbst mit den seinigen nach Jena , machte da-selbst alle anstalten zur inauguratio» und andern einrichtungen,und ward hernach auf derselben der erste Rector und Profes-sor der Artzney-kunst, wie auch der Hertzoge von Sachsen Leid-Artzt. Endlich ward er und seine erben an. 13;?. von demKayfer in den Adel-stand erhoben, und an. 1579. zu Padua nebstseinem söhn zum Comite Palatino gemacht, worauf er an.159;. den ;i. mertz das zeitliche gesegnet. Er - hinterließ dreysöhne, als: Woifgangen, welcher beyder Rechte Doctor undCantzler zu Mannsfeld geworden; 2.) Philipp Jacoben, derzu Jena Doctor und Professor der Medicin gewesen, und Jo-hann Friedrichen, von dem ein besonderer arllckul folget. Sei-ne schriflen sind: 1.) de Arte numerandis. Logistica & Arith-metica ; 2.) Tabui« Astrologie»; 3.) Declarationes Tabula-rum Directionum; 4,) Compositio Quadrantis accommodatiad omnes Elevationes; 3.) Compositiones variorum Instru-mentorum a vetutiffimis Auctoribus elaborat« ; 6.) Thesesvari« de difficillimis Materiis; 7.) Schola Medica ab Audi-toribus excepta; 8.) Verschiedene anatomische Tractate; 9.)Adumbratio Contagionis & Pestis, Jena 1584. 10.) Gründ-licher Bericht und Rathschlag , wie man in der Pestilentz sichhalten und bewahren soll , Leipzig 1566. in 4. und ibid.1583. in 4. wieder ausgelegt; 11.) Consilia' Medica , und12.) Epistel« Medicinales , welche in Lor. Scholtzens undJoh. Phil. Brendels collectio» mit stehen; 1;.) Typus ex Hip-pocrate, Galeno aliisque, per quem cognitis ex motu &cursu siderum mutationibus anni uno intuitu de futuris indemorbis unusquisque facile prsdicere poterit, Wien 1551.i» 8. 14.) Epistola de Morborum malignorum sui Temporis
Curatione, so in Lor. Scholtzens Collectione Epistel. Aledic.stehet. Brendel de vita Jo. Schroeteri. Zeumer. vit. Pros.Jenens. Papadopoli, histor. Gymnas . Patav. Monatliche Jiüch-
richten von gelehrten leuthen und schrrften , Jena 1727.Oiear. Thüring. chron. P. I.
Schröter, (Joh. Friedrich) ein söhn Johann Schröters'berühmten Artztes und Professors zu Jena, ivar zu Jena an«13; 9. gebohren, und wurde beydes in den Rechten und der Me-dicin Doctor, nachdem er nicht allein in seiner varter-stadt, son-dern auch zu Leiben, Wien, Leipzig und Basel dem studirenobgelegen. Im jähr 158z. wurde er zu Jena Professor derArtzney-kunst, gieng aber an. 1388. als Physicus nach Bautzen ,und starb den n. dec. im jähre 1625. Seine, schriflensind : i.) Commentarius in Hippocratis 7rrtz> <pv<rta>; »'rZ'tzw-rk,Jena 1385. in 8. 2.) de omnibus totius Corporis huma-ni Humoribus , Padua, 1582. in 4. 3.) Disputationes : a)de Putredine, Jena 1383. b) de Convulsione, 1604. e) deEpilepsia , 1619. d) de Calculo Renum & Vesic« urinari«,1583. 4.) Qu«st.utrum Aristoteles Intellectus nostri Immor-talitatem cognoverit & ad eandem Responsionem, Jena i38;.jn 4. 3.) de pr«cipuis circa Principia Generationis Philoso-
phorum Opinionibus; 6.) de Propagatione & Auctoribus Phi-losophi« , welche beyde letztere tractare mit num. i. zu Jena an. >383. zugleich gedruckt worden. Zeutmr. vit. Pros. Jenens.Richard, de vita & script. Pros. Jenens. Monatliche Llach-richten von gelehrten leuthen und schriflen, Jena 1726.und 1727.
Schröter , (Sebastian) von Erfurt , war daselbst anfangsan der Johannis-schule College, hernach in dem Raths-Gymna.lio der Griechischen spräche Professor , ferner Diaconus, zu-letzt au der Michaelis-kirche Pastor, und der Hebräischen sprä-che und Elhic auf der Universität Erfurt Professor. Er schrieb :l.) Historiam totius Terrarum Orbis in II. tom. 2.) Mercu-rium Cosmicum seu Epitomen Geographicam; 3.) EpitomenBibliorum , continentem pr«cipua Veteris Testamenti in Nov.Test. citata; 4 ) Syllogen Canticorum Nov. Test. Syriace &Latine &c. und starb den 13. sept. an. 1630. Witte, diar.
Schröter , ( Wilhelm Freyherr von) gebürtig von Saltz-burg , war beyder Rechte Doctor und Cornes Palatin C«sa-reus , und vertrat erstlich die stelle eines Fürstlich-SächsischenHof-Raths. Nachgehendö ward er Director des ss-othmschenConsistorii , und gieng als Abgesandter aus den friedcns con-greß nach Osnabrück . Im iahr 1634. befand er sich wegenSachsen -Gokha auf dem Reichs-tag zu Regenspurg, wo ernebst andern Cbur-und Fürstlichen Gesandten, welche der Aug-spurgischen Conseßion zngelhan, und deren Principalen mitSupplements iL Theil»
s c h 98;
Academien und hohen schulen versehen, ein projeci zum künf-tigen ebict unlerschricb, welches die abschaffung des pennali,sirens betraf. Jn eben diesem jähre wohnte er dem von Ihr»Churfnrsllichen Durchlaucht zu Sachsen nach Leipzig ausge-schriebenen Ober-Sächsischen Kreis-tag bey. Im jähr 1656.befand er sich auf dem Depntations-tage zu Franckfurt amMayn , und endlich war er auch bey der conferentz zu Eisen-berg, weiche an. 1638. in dem Fürstlichen Hanse Ernestinischeelinie gehalten wurde. Zuletzt wurde er Cantzler und geheimerRäch, und starb an. i< 56 ;. Man hat von ihm: 1.) Insor-matorium universi Juris ; 2.) Tract. de Ministriffimis, Leip-zig -673. in 8. 3.) Fürstliche Schatz-und Rent-Cammer,welche zu Leipzig an. 1680. in 8. heraus gekommen, und sodennan..704.1718. und ,737. eben daselbst wieder aufgelegt worden;4.) Disquisitionem Politicam , V0M absoluten Fürsten-Recht,Wolffenbüttel 1719. in 4. Witte, diar. Kanig. bibl. vet. &nova. Müllers Sächsische annales.
Schroppius, ( Jacob) ein Lutherischer Goltsgelehrter,war zu Vaihinge» an. ,328. gebohren, und studirte eine zeit«lang in Pfortzheun, sahe sich aber wegen armukh genökhiget,an. 1347. in das kloster zu Maulbrunn zu gehen, worinn erdas folgende jähr profeßion that. Als aber kurtz darauf daSNeue Testament von Luthern übersetzet, und ihm von seinemvatter heimlich zugeschicket ward, so las er dasselbe sehr steiftsig, und zwar aus furcht der strafe, weil Luthers schriflen zulesen sehr scharf untersaget ward, zu nacht bey monden-schem:wodurch er eine erkänntnis von dem Evangelischen glauben be,kam. Als nun in dem Hertzogthum nachgehends die refor-mation in den klöstern vor sich gieng, machte man ihn an.1337. zum Coadjutor des Pnefulis zu Königsbrunn , und setz,te ihn nach dessen tobe an seine stelle. Im jähr 1377. warder Prspositus des klosters zum heiligen grabe in Denckendorf,und an. 1378. Abt zu Maulbrunn, worauf er an. 1394. den14. jul. im Wildbad, woselbst er die cur gebrauchen wollte,im 66. jähre seines altcrs mit tode abgieng. Er war ein lref-licher Historicus , so daß er nicht allein seine bibliotheck mitden raresten geschicht-schreibern angefüllet, sondern auch beyetliche hundert durchlesen, und eine grosse wissenschafft dadurcherlanget hatte. Er schrieb : Acta Concilii Oecumenici de Coe-na, welche in Teutscher spräche zu Tübingen an. 1382. IN 4. undin Lateinischer zu Wittenberg an. 1394. in 4. gedruckt worden.
Fischün. memor. Theol. Wart.
Gchrotberg, (Johann Jacob) ward gebohren zu Basel den 13. novembr. an. 1661. Seine eitern waren M. LeonhardSchrotberg, Prspositus Alumnorum Collegii Erasmiani, undSalome Werenfelsin, AI. Jacob Werenfelsen , .Pfarrers zuSt. Martin daselbst tochter. Von denselben ward er an.,67z. nach Neufchatel geschickt, woselbst er die Französischespräche so wohl erlernte, daß er nachgehends in selbiger zumöstern mit rühm geprebiget. Drey jähre hernach hielte er sichgeraume zeit zu Mendrisio bey seinem verwandten dem Land-vogt Johann Rudolph Ballier auf, that von dar eine excur-sio» nach Mey!a»d,u»d fetzte sich auch in der Italiänischen spra,che veste, nachdem er vorher in Academia patria bereits dengradum prim« Laure« in Philosophia erlanget Hatte. Nachseiner zurückknnft setzte er die vorhin angefangene studia Philo-sophica & Philologie» unter Johann Jacob Hvffmann , Ja-cob Burtorff, Samuel Werenfels, Jacob Bernoulli und an-dern PP. bey dasiger Universität fleißig fort, und ward vondem benannten erster» an. 1679. in Magistrum liberal. Ar-tium creirek. Folgends wiedmete er sich gäntzlich dem studioTheologi« unter anführung der beyden Wettsteine, D. Zwin-gers , und sonderlich seines oheims Peter Werenfelsen und an-derer dergestalt, daß er an. 1683. nach gehaltener dispntation dePartu Virginis und prob-predigt unter die zahl der ordentlichenberussenen Diener am Worte GOlles aufgenommen zu werdenwürdig befunden ward. An. 1686. erhielt er seine erste voca,tlon von der verwittibten Freyfrauen von und zu Struncken-de in Westphalen zu ihrem Schloß-und Haus-Prediger auchInformator ihrer söhne, welche ihn sehr ungerne, und unterder mündlichen und schriftlichen Versicherung, ihn allemal mitfreuden wieder anzunehmen, falls es ihm in seiner neuen sta«tion nicht gefallen möchte, von sich ließ, als er an. ,688.von dem Churfürst zu Brandenburg Friedrich III. zum Hof-Prediger der damals neu-vermählten Pfaltzgräfin Louise Char-lotte, gebohrner Fürstin von Radzivil, «ndverwittidl gewese-ner Marggräfin von Brandenburg, beruffen ward. I» diesemwichtigen und gefährlichen posten stund er sieben jähr. Er er-hielt zeit währender nur besagter seiner bedienung an. 1693.einen beruf in sein vatterland zur Pfarr-stelle bey St. Jacobbey Basel , wesfalls aber der Churfürst Friedrich III. an bor-tigen Magistrat gnädigst gesinneke, solcher vocation aus erhebli-chen Ursachen anstand zu geben , mit der Versicherung, künftigihn, Schrotberg , als ihr landes-kind, in seinem lande leldstzu versorgen. Gestalt dann solches auch nach dem den 2;.mertz an. 1693. erfolgten tode der Pfaltzgräfin würcklich erfol-get ist, denn es berufte ihn der Churfürst noch selbiges jährzu der Reformirten gemeine in Colberg mit beybehaltung desHos-Prcdiger - prädicats auch eines besondern gnaden-gehalts,so er i8. jähr genossen. Als er bey solcher kirche sieben jähregestanden, verlangten an. 17°*. tön zu gleicher zeit drey ge-Jiitii meinen
1