24. Chriſtliche£L etck predigt.
| Marth.25.
Sie hat endlich, durch Gottes gnade dahin jmmer geſehen/ daßſie auch vn der die fuͤnff klůgen Jungfrawen möchte gezellet werdenwelche bey zeiten die Ampelen jhres Hertzens/mit dem ol des Glau-bens/ vnd dem fewr der Liebe/ auff die ankunfft des himmeliſchenBraͤutigams Jeſu Chriſti bereitet. |
Gleich wie aber in einem ſchoͤnen&uffgarten die aller lieblichſtenBlůümen am ehiſten beruͤhret vnd abgebrochen werden: alſo hat esauch Gott gefallen, ſie/alß eine liebliche/ wol riechende SS làm in demSauf ihrer Elteren/naͤchſt verwichenen Freytag mit jez regierenderSucht anzugreiffen/ vnd endlichen durch den zeitlichen Tode abzu,brechen.
Da dann an jhro iſt wahr gemacht worden das gemeine Sprüchewort: Wie der Menſch lebt/ ſo(tirbt er auch. Dann ſie, dlezeit jhrer kranckheit vnd groſſen ſehmertzen ober, fid) gantz demuͤtigvnd gedultig erzeiget/ der züchtigung Gottes mit ſanfftem vnd ſtillemGeiſt ſtill gehalten/ auch in diſe Welt nicht zu ruck gefehen, ſondernmit hoöͤchſter begierd, vnd eynbrünſtiger anruͤffung Gottes/ nachihrer erloͤſung geſeufftzet.
Hat alſo der Herꝛ vn ſer Gott auff geſtrigen Mitwochen/ alß manangefangen das zeichen in die Morgen predigt zu geben, dieſelbigein meiner gegenwart der ich zu jhrem lerſten Athem zug kommen,ynder denen worten/ welche fie vn mir gehört vnd noch eerftanben:|-Her: Jeſu / in deine haͤnde befehle ich meinen Geiſt/ dutrewer Gott / du haſt mich erloͤſet: gantz ſaͤnfftiglich/ ohne be-wegung einiges Gliedes, auß diſem Jamerthal(in welchem ſie19. Jahr 6. Monat/ vnd 3. Wochen/ fromblich vnd wol zugebracht)