Leich-predigt 19
JI. Diem ell aber der Für ſaß& Dttes an ſhme heimblich
vnd vnerforſchlich iſt:(Dann der Merz kennet die ſein. im..
ſind) darumb ſo kan dem Menſchen fein eigene erwehlungzum ewigen Leben nicht anderſt hekant werden/ dann auß denFrüchten/ welche auß der ſelbigen herruͤhren.
Wann jemand die Sonnen beſchauwen will/ der muß nitmit auffgeſperten Augen geſrrach in die Sonnen hineyn ſe-hen/ dann alſo vergeht jhme ſein Geſicht/ vnd wird erblindet:Sonder beſſer iſt es/ daß er vnderſich in ein Waſſer ſehe/ da ergar fein die geſtalt der Sonnen warnemmen kan: Alſo wannder Menſch wiſſen will/ vb er zum ewigen Leben erwöhlet ſeye/oder nicht? Muß er nicht obſich ſchauwen/ vnnd vnder ſtehenG Vit in ſein hertz hineyn zu ſehen/ vnnd daſſelbige zu erfor-ſchen: ſondern er muß hinab in fein engen Hertz ſehen/ vnnd eserkundigen/ ob die Frucht der Erwehlung ſich darinnen er-zeige vnnd mercken laſſe
Welches{ft dann die Frucht/ die alſo ein gane ck ichenſeyn ſolle der Erwehlung deß Menſchen zum ewigen Leben?
Es iſt die Liebe des Menſchen/ die er zu G Dtt traͤgt.
Dann die Liebe 6 Ottes gegen dem Menſchen/ iſt gleich
der Sonnen/ welcher ſchein vnd glantz/ wann er auff einen
Spiegel fallet/ ſo gibt es ein Widerſchein: Alſo die Liebe Got-tes / welche er von erigkeit in vn ſerer erwehlung zu. getra-gen/ iſt ein vrſach vn erer Gegen. Liebe zu& Sit. Alß dannſolches der. Apoſtel vnd Euangeliſt Johannes mit klarenWorten bezeuat/ ſprechend Wir lieben jhn SG Ott nem-lich, dann er hat vns von erſten geliebet. Daher wirdann auß vn ſerer Liebe/ die wir gegen C Dit tragem ſchlieſſenvnd vrtheilen ſollen/ von der Liebe Ottes gegen vns: krafftdero/ er vns zur ſaͤligkeit außerwehlet hat.
Welches nun die wahren Liebhaber G Ottes ſeyen odernicht/ kan man dabey leichtiich mercken/ wann jhr Liebe zu
19.
I. Ioh.. I9.