In Süd-Santo
Der Canal du Segond wird gebildet durch Espiritu im Norden,und durch die flachen Inseln Aore und Malo im Süden. Er ist etwaacht Meilen lang und an der schmälsten Stelle etwa drei viertel Meilenbreit. An seinen Ufern, die zum größten Teile der Soc. Franc, desN 1,es Hebrides gehören, lebt eine etwa hundertfünfzig Seelen zählendeKolonie französischer Pflanzer. Der Kanal wäre ein guter Hafen, dochist er etwas abseits gelegen, und eine ziemlich starke Strömungist der Schiffahrt hinderlich. Die Ufer sind meist flach, erheben sichaber bald zu 150 m hohen Korallenplateaus. Eine weitere Ebene findetsich nur im Osten an der Mündung des Sarakatta, eines ansehnlichenFlusses, der in Zentral-Santo entspringt.
Dieser Fluß ist eine der Sehenswürdigkeiten der Inseln, undeine Fahrt von der Mündung aufwärts gehört zum Eindrucksvollsten,was man in dieser Art sehen kann. Der Pflanzenwuchs am Kanalist ein besonders üppiger, der Sarakatta schneidet direkt in den Ur-wald, so daß man auf seinem Laufe zwischen zwei hohen 'Waldmauernfährt, die in immergrüner Wand, vielfältig gemustert, zu beiden Seitenemporsteigen. Lautlos strömt das Wasser, lautlos ist der Wald, undnur leise plätschert das Boot oder der Schwanzschlag eines erschrecktenFisches. Immer neu und immer fesselnd sind die Ausblicke, die sichbeim Umfahren der vielen Krümmungen bieten. Da ist ein Recken-baum, der sich königlich auf eisenhartem Stamme weit über den Restdes Waldes erhebt, an Leib und Gliedern mit einem feinen Spitzenmantelzartblätteriger Lianen behängt-, dann streichen wir an der hohen Böschungentlang, in der Laube überhängender Aste eines müden Waldriesen,der von der Fülle des Urwaldes auf den Fluß hinaus gedrängt zuwerden scheint. Die Zweigenden streichen kosend im Wasser, durchdas Laub dringt die Sonne in gelben Lichtern in die Dunkelheit.Dann gleiten wir wieder ins Licht, wo wirres Buschwerk das Ufersäumt, von dem lange grüne Stränge wie Schlangen im Fluß sich
Speiser, Südsee, Urwald, Kannibalen 3
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