Vorteil glaubt, keiner, der ein Menschenleben schonen würde. Heutesind aber ganz bestimmt alle Angriffe auf Werbeschiffe in den NeuenHebriden auf die Verfehlungen von Weißen zurückzuführen.
Da von einer der Regierungen sozusagen nichts getan wird, umdiesen Mißbräuchen abzuhelfen, andererseits die Plantagen ohne ge-nügende Arbeiterzahl zugrunde gehen müssen, wäre es zum Wohle derEingeborenen wie auch der Pflanzer, wenn das jetzige Werbesystemganz abgeschafft und an dessen Stelle eine staatliche Arbeiter-aushebung eingeführt würde. Damit wäre sowohl der Rasse als auchder ernsthaften Kolonisation gedient.
Das Arbeiterwerben ist also durchaus keine harmlose Sache, zumalnicht an der Nordwestküste von Malekula , wo noch ganz primitiveund sehr kriegerische und starke Stämme wohnen.
Georges, der Kapitän, war ein merkwürdiger Bursche. Er warsiebzehn Jahre alt, man hätte ihm aber leicht vierzig geben können.Blaß, mit kleinen grauen Augen und mißtrauischem Blick, einer schwachgekrümmten Nase, schmalen und doch hängenden Lippen, ging er mithohen Achseln und gebogenen Knien immer barfuß, in blauen Arbeiter-hosen, grünem Hemd und altem, verwettertem Filzhute. Er sprachwenig; wenn er sprach, so geschah es so plötzlich, schnell und leise,daß niemand ihn verstehen konnte, außer seinen Boys, die gefühls-mäßig Beine Befehle erfaßten. Aber er war ein ausgezeichneter Seemann,kannte das Meer genau und wußte sein Schiffchen wohl zu führen.Dieses Schiffchen, 3 m breit und 6—7 m lang, war ganz passend fürzwei- bis dreitägigen Aufenthalt, für eine mehrwöchige Reise aber rechtungenügend, zumal das Deck durch zahlreiche Kisten und Vorrätebelegt war, so daß für uns beide nur ein kleiner Raum beim Steuerund die winzige Kabine übrig blieb. Die Kabine war 2 m lang, D/ä mbreit, l'/a m hoch; in ihr waren alle unsere Vorräte verstaut, dieKleider, die Gewehre, die Tauschwaren. Allein konnte man sich kriechenddarin bewegen, zu zweien mußte man sich in unmöglichen Stellungenumeinander verschlingen. Doch man hofft bei der Abfahrt das Besteund denkt in weisem Leichtsinn nicht an die Unbequemlichkeiten,welche die Zukunft bringen kann. Bei schönem Wetter, da man sichauf Deck und an der frischen Luft aufhalten konnte, ließ sich auchganz gut leben; bei Regen aber, und es regnete sehr oft und stark,wenn man sich in die Kabine retten mußte, war der Aufenthalt anB«rd recht unangenehm.
Aber Herr Georges hatte für derartige Kleinigkeiten keinen Sinn.Obschon er mit Leichtigkeit vieles hätte angenehmer machen können,
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