Die Angestellten sind ruhige Leute, die wenig sprechen. Man hatsich nicht viel zu erzählen. Das Wetter und Vermutungen über Namenund Ziel der in der Ferne gesichteten Segler sind das wichtigste Thema.Nach dem Essen setzt man sich auf die Veranda, um sich in diejüngsten Zeitungen, wovon die Post umfangreiche Rollen gebracht hat,zu vertiefen. Aber nur zu bald beginnt die Arbeit wieder. Das „Bubu“,das alte einheimische Muschelhorn, ruft die Schwarzen aus ihrenHütten, von den ewig glimmenden Feuern weg. Sie begeben sich steifund unlustig in die Pflanzung.
Der Ertrag der einzelnen Inseln an Kopra ist sehr verschieden.Während auf einigen die Kokospalme nur spärlich zu finden ist, sindandere Inseln förmlich von ihnen bedeckt. Es sind hauptsächlich Aobaund Ambrym , zwei Inseln vulkanischen Ursprungs, auf denen dasWasser ziemlich selten ist, nicht der Regen, wohl aber Quellen und Bäche.Man meint, daß der Eingeborene auf das Wasser der Kokosnuß alsGetränk angewiesen und deshalb gezwungen war, viele Kokospalmenzu pflanzen. Diese Behauptung ist nicht ganz einwandfrei, es ist aberdoch Tatsache, daß auf Aoba und Ambrym der Eingeborene kaumje anderes Wasser als das angenehm säuerliche der Kokosnuß genießt.
Die Schwarzen und ihre Frauen arbeiten still schwitzend in Sonneund Regen reihenweise in der Pflanzung, oder bei leichteren Arbeiten,im Hause und in dessen nächster Umgebung. Die Männer trennensich ungern von den Frauen, sie sind eifersüchtig, lieben es auch nicht,wenn die Frauen unter sich ihre Gatten kritisieren können und sichgegenseitig zur Unbotmäßigkeit aufreizen. Verschiedene Pflanzer habendenn auch die Erfahrung gemacht, daß mehr Arbeit geleistet wird, wenndie Geschlechter gemeinsam arbeiten. Übrigens sind für leichtere Arbeitdie Frauen viel nützlicher als die Männer, weil sie von Kindheit anans Arbeiten auf dem Felde gewöhnt sind, während dem Manne, der inwohligem Nichtstun seine Tage verbracht hat, der Übergang zu regel-mäßiger Arbeit nicht leicht wird. Es gibt Pflanzer, die es dem Ein-geborenen nicht verzeihen können, daß er sich nicht in ihren Dienstdrängt, allein es ist schwer einzusehen, warum er es tun sollte; imGegenteil ist es eher erstaunlich, daß sich überhaupt noch Arbeiter finden.
Zu Hause schwelgt der Eingeborene in dauernder Faulheit, aller-dings auch nicht selten in Langerweile. Jedes Bedürfnis kann er be-friedigen, wenn er sich die kleine Mühe nimmt, etwas Kopra zu machen;denn er verdient damit in kurzer Zeit viel mehr Geld, als er im Jahrauf einer Pflanzung durch harte Arbeit sich erwirbt. Zu Hause ister sein eigener Herr und hat seine Feste und Schmausereien, die aufden Pflanzungen selten sind.
205