A muhtwaſſers eingenommen ⸗hat feine Wirckung zu ale Flen Kranckheiten darzu der Wermuht gebraucht wird/viel Fräfftiger als der Wermuht ſelbſt/ und iſt auch inſolcher geringen Quantitet anmühriger und beſſer zugebrauchen. Iſt derowegen unvonnoͤhten hie an die-ſem Ort ein jedes in ſpecie zu nennen, ſintemal ſolchesvon dem Wermuht oben uͤberflüͤſſig angezeigt wordeniſt. Sonſt kan man dieſes Extrakt auch in viel Wegmit andern Artzneyen vermiſcht/ heilſamlich gebrau-chen. Zum aͤuſſerlichen Gebrauch ſol dieſes Extraetvermit: en bleiben, dann es zu köͤſtlich, und kan ein auff-getruckneter Wermuhtſafft eben daſſelbig verrichten.
Conſer ven Zucker von Wermuht.. Abſinthii Conſerva.
** ſerven zucker/ welcher auf folgende Weis bereitetwird. Man nimtt der sberſten Gipfflen vom Berg»wermuht/mit(einen Blůmlein und zaͤrtſten Blaͤttleinein Theil/ zerſchneid das auf einem ſaubern Brettleinauf das kleineſt/ darnach ſtoͤſt man es wol in einemMoͤr ſer. Wann es klein und genug geſtoſſen iſt/ thutman darzu drey theil Zucker/ ſöͤſts wol durch einander/und fo es nicht feucht genug iſt⸗ ſell man ein wenigWermuhttvaſſer im ſtoſſen zugieſſen. Darnach thutmans in ein Zuckerglaß/ vermachts wol/ und ſtellt esein Zeitlang an die Sonn. Von dieſem Conſerven-zueker gibt man auf einmal des Morgens nuͤchtern/Grüne iſt denen ein edle Artzney, die mit den grunen Slechta-
erh. gen behafft/ und zur Waſſerſucht geneigt ſehn. Es die
B IT An macht auch aus dem Wermuht ein edlen Con⸗G derſelben und vertreibt die Geelſueht.
14 D. Jacobi Theodor Tabernaemontani/
und toͤdtet die Würm, aͤndert und verbeſſert die kalte arm.Entrichtung der Leber, und ſtillet den Schmertzen und geherſchme:-das Stechen derſelben. Er wird treffenlich gelobt in tzen.dem weiſſen Mutterfluß/ ertwaͤrmet und ſtaͤrckt die ſel⸗ Weiſſeydut-big/ desgleichen auch in dem kalten Durchlauff des Ihen l iauffBauchs, dann er benimmt die Schlüͤpfferigkeit der.Daͤrm/ und ſtaͤrckt die behaltende Krafft derſelben/ erzeitiget die Phlegmatiſche Feucht und kommt zu hülff Phlegmati-der Gallſttſigen Kranckheit, Cholera genant/ und Cie Feucht.ſtillet den Schmertzen der Mutter. Iſt aber allwegen Mutter:zu Gebreſten dienlicher nach einer Purgation. mertzen.Wermuth Syrup iij. Loth mit der Koch vonFenchelwurtz oder Peterleinwurtz/ auf die vj. Loth ver-
e
miſcht/ und des Morgens nůͤchtern getruncken/ dienet Echwache
vor die ſchwache Leber, und eröffnet die Verſtopffung gepffte
Seelfucht.Wermuth⸗Syrup ij. Loth/ Můntzen⸗Syrupj. Loth, Schmerten
mit gediſtillirtem Wermuth und Fenchelwaſſer/ deren des Magens
jedem iij. Loth vermiſcht/ ind Morgens nuͤchtern warm
getruncken/ und etliche Tag nacheinander heharꝛet/ ſlil-
let den Schmertzen des Magens.
Wermuth⸗Syrup ij Loth, mit Salbeyen⸗ und Ma⸗ Haubtwehe..
jeran waſſer/ deren jeden auch drey Loth vermiſcht/ unddes Morgens nuͤchtern warm getruncken/ vertreibt dasHaunbtwehe/ von der Phlegmatiſchen Feuchte verur-ſucht. So das Salbeyen und Maſeranwaſſer nichtbey der Hand iſt fol man die beyden Kräuter in Waſ-fer ſieden/ und die durchgeſigene Bruͤh an ſtatt der ob-gemelten Waſſer nehmen..
Wermuth⸗Syrup ij. Loth mit vj. Loth gediſtillittem Schmerken.
S net auch dieſer Zucker zu allen Rranckheiren darzu der HI Balſarnüntzwaſſer veriniſcht/ nüchtern und warm ges der Leber
Wermuht gut iſt/ iſt derwegen unvonnoͤhten hie weisger meldung dar von zu thun/ ſintemal oben im Wer-muht gung am darvon meldung geſchehen.Wermuht⸗Syrup.
; Aubſinthii Syrupus. V4SEM macht auch aus dem Wermuht ein koͤſtlichen
und heilſamen Syrup/ zu mancherley Leibsgebre-ſten dienlich/ den mach alſo: Nim̃ des aufgetruck-neten Bergwermuhts/ ein halb Pfund/ rohte aufgedoͤrrete Roſen iiij. Loht/ Indianiſch Spicanardi ii.quintlein. Zerſchneid den Wermuht lein/ desgleichenauch die Indianiſche Spick und Roſen/ chu die zuſam-men in ein ſteinern Krug /geuß darüber des heſten weiſ-
truncken/ ſtille den Schmerzen und ſtechen der Leber.Außgezogener Wermuth⸗Syrup. Syrupus
extractionis Abſinthij.
SöYEr ausgezogen Wermuth⸗Syrup/ wird kuͤnſtlich
von dem duͤrꝛen Bergwermuth außgezogen undbereitet von gemeltem Syrup braucht man auf ein-mal nicht mehr als ein Loͤfflein voll oder ein Loht/ undrichtet man darmit mehr aus/ als wann man des obge-melten gemeinen Wermuht⸗Syrups vj. Loht brauch-te iſt den Krancken anmuͤtiger zu brauchen/ fuͤrnem-lich in einer ſolchen geringen Quantitaͤt. Und iſt aber
der gemelt ausgezogen Wermuht⸗Syrup dienlich und
gut/ zu allen Kranckheiten und Gebreſten/ dar vor der
D fen ſir nen Weins /friſchen Quitten ſafft jedes dritthalb Wermuht gebraucht wird zudem kan man mehr damit
Pfund/ vermiſchs wol und laß pxitij. Stund wol Dersdeckt mit einander beitzen: Darnach laß es ſittiglich miteinander ſieden/ bis zum halben Theil dann ſeihe esdurch/ und thu darzu ij. Pfund gelaͤnterts Honigs/ oderaber ſo viel Zucker/ und laß alſo ſittiglich mit einanderſieden/ bis es zu rechter bequemer dicke eines Syrupseinſiede/ dañ ſeihe es durch/ und behalts zum Gebrauch.Andere machen dieſen Syrup anders und etwasſchlechters: Sle nehmen des aufgetruckneten Berg-wermuhts xxv. gemeiner Loht/ ſieden denſelben in dreyPfund Waſſers den dritten theil ein/ thun ferner darzuein Pfund des beſten firnen Weins/ ſeihens durch/ undſiedens mit einem Pfund Honig zu einem Syrup.Innerlich Der Wermuht⸗Syrup hat ein Krafft alle innerli,
ausrichten/ dañ er zaͤrter und durchdrin gender Naturiſt/ und verrichtet ſein Wirckung kraͤfftiger und baͤlder.
Wermuht⸗Saltz. Sal Abſinthii.
ES wird das Wermuht⸗Saltz/ wie auch die Saltzvon andern Kraͤutern und Wurtzeln auf mancher-ley Weis bereitet. Etliche ziehen das Waſſer von demWermuht durch das Balneum Marie ab, die uͤberblie-bene fæces am Boden thun fie heraus/ und calcinirendie in einem Reverber Ofen: Darnach diſſol viren fiedaſſelbig Pulver zum oftermal mit ſeinem abgezogenenWaſſer/ und diſtilliren das durch ein Filz Folgendsnehmen ſie das durchgeſigen Waſſer/ thuns in ein ſtei-nen Schuͤſſel/ ſtellens an die Sonn/ oder ſetzens in ein
Glieder E che Glieder zu ſtaͤrcken mit einer Zuſammenziehung. K heiſſe Aſchen, darmit die waͤſſerige Feuchtigkeit ausrie-
ſtarckung. A..
ö Er dienet vor alle Kranckheiten des Magens und der
J Leher die von Kalte ihren Urſprung haben, er bringtVerloren wieder zu recht den verlornen Appetit, er erhaͤltet den
Arpetit. Menſchen bey guter Geſundheit, und daß er jung ge-
ſchaffen bleibt/ vertreibt das Aufropſen des Magens/und bringt den erlecherten Magen/ der von vielem Er-brechen erlechert iſt/ wieder zu recht/ und ſtaͤrcket denſel-ben und deſſen behaltende Krafft. Dient fuͤrnemlich
Erbrechen. wider das Erbrechen/ fo von der feuchten Phlegma her-
kom̃t/ fo der nach einer Purgation gebraucht wird. ErESchmertzen erwaͤrmet und ſtaͤrcket den erkalten Magen, legt den
des Vauchs. 863 9 3g..und Om. Schmertzen des Bauchs und der Daͤrm führer us
che und das Saltz in der Schuͤſſel bleibe. Und auf ſol-che Weis kan man nicht allein aus dem Wermuht-ſonder aus einem jeden Kraut das Saltz extrahiren.
Ein andere Weis: Nim̃ ausgetruckneten gedoͤrꝛtenWermuht/ brenn die in einem Hafen zu einer weiſſenAſchen/ das thu fo oft/ bis daß du der Aſchen genug haſt/die chu in ein ſteinen Geſchirꝛ/ geuß Regenwaſſer oderſonſt ein gediſtillirt Brunnen waſſer daruͤber/ laß ein.Tag oder etliche ſtehen/ und ruͤhrs täglich wol durcheinander/ darnach ſo ſchuͤtt das Waſſer ſittiglich ab inein ander Gefäß/ und ſeihe es ſonſt durch, ſchütt wiederum ander friſch Waſſer an die vorige Aſchen/ und
th