A den wahren Pontiſchen Wermuht Galeni ſeyn, ange F
24zeiget haben. Die andern wollen/ es ſeye das Wurm-ſamen kraut/ der rechte Santoniſch Wermubt/ Aberſie irren alle groͤblich/ dann das Grabtraut{ft das war-hafftige Abſinthium Ponticum Galeni, wie ſolchesaus des Galeni Beſchreibung/ lib. I. Method. meden.zu beweiſen iſt. Und daß aber unſer Wurmſamen/fraut auch nicht det Santoniſch Wermuht ſeye/ iſt dar-aus zu beweiſen/ daß er vielmehr Samen bringet dannder Meerwermuht/ wie ſolches aus der BeſchrelbungPio ſcoridis erwieſen wird/ welcher den SantoniſchenWermuht alſo beſchreibet/ lib. 3. cap. 28. Es if nochdas dritte Geſchlecht des Wermuhts/ deſſen viel waͤchſtin Franckreich über den Alpen / welches die Einwohnermit dem Namen der Landſchafft darin es waͤchſt an-tonicum nennen. Es iſt gleich dem Wermuht/ brin-get aber nicht fo viel Saamen/ mit einer ſanfften Bit-terleit/ und hat alle Kraft und Wirckung die der Meer-wermuht hat: Aus welcher Deſcription man leichtlichabmercken kan daß das Wurmſamenkraut nicht derSantoniſch Wermuht ſeye/ ſintemal es ſehr wenigGleichheit mit dem Wermuht hat/ und fo voller Sagemens/ daß wenig kleiner Wermuhtblaͤrtlein daran geſehen werden/ zu dem fo iſt es am Geſchmack abſchei-lich/ bitter und widerwilliſch/ das am SantoniſchenWermuht nicht geſpüͤret wird/ dann er wie Dioſco rides meldet/ eine ſanffte Bittere am Geſchmack habe.Weil dann die Beſchreibung Dioſcoridis mit demWurmſamenkraut nicht überein ſtim̃t/ ſoll es billichnicht vor Santonicum Abſinthium gehalten werden:
C wollen doch ſolches vor ein Santonicum vulgare paf
D
ſiren laſſen zu feinem Gebrauch/ bis der liehe HOtt et-wan ein Apoll inem oder Kſculapium ſchicten wird ⸗/der uns das wahre gerechte Santonicum der Alten zei-ge und offenbare..
Das Wurmſamenkraut wird leichtlich bey uns inden Gaͤrten aufgebracht/ und von dem friſchen Saasmen geielet/ hat wenig kleine Blaͤttlein/ aber durchausan allen Aeſtlein von unten an bis oben aus vollerSaamens/ dannenher es dann auch Sementina gesnant worden iſt.
Von den Namen des Santoniſchen Wer-
muhts und des Wurmkrauts.;Dr Santonifch Wermuhe wird Griechiſch A ijGon Suni, und? AbMαμν o σiäᷣym genant. Lateiniſch Abſinthium Santonicum, auch Santonicumohne ferneren Zuſatz. Von dem Columella HerbaSantonica, und Santonica ohne ein Zuſatz von etli-chen/ wie auch von dem Poeten Martiaſe, da er ſpricht:
Santonica medicuta dedit mihi pocula vir gaOs hominis,& c.
Die gemeinen Artzet nennens Centonicam, undAbſinthium Gallicum-
Von dem Serapione cap. 4. de ſimpl. wird erSandonicon Arabiſch genant: Bey dem Avicenna Scehaoder Sina: Von dem andern Sera und Jobaricon: Vondem Gloſſographo Avicennæ Haſſech, und bey demHali abhati Sflium. Italiaͤniſch Afenzo Sandonigo undSandonigo. Hiſpaniſch Aloſua Santonica. Frantzöſiſch
Und Brabaͤndiſch un Flemiſch Alſſen van Pantoigne.Anguillara hat in dem DioſcorideSandonicum ver-dolmetſchet Sardonium, das iſt Zapdavıov oderAhl his Vc p αm, weil Aldinus in feiner Verſionfür das Woͤrtlein Gallia, Galatia geſetzt hat/ in wel-
cher Landſchafft die Sardenſer wohnen: Dieweil abernicht allein Dioſcorides in obgemeltem Ort/ ſondernauch Galenus mit den andern Griechiſchen Aertzten
und Plinius lib. 17. cap. 7. ſchreiben/ daß das Santoni-cum von den Santonibus,(welches ſind die Voͤlckerdes Aquitaniſchen Franckreichs) den Namen empfan-gen hab/ woͤllen wirs auch dabey bewenden laſſen.
D. Jacobi Theodori Tabernaemontam/
Das Wurmtraut aber/ oder das gemeine Santonĩ-cum, das von vielen heutiges Tags vor das wahre rech-te Santonicum der Alten faͤlſchlich gehalten wird heißfer bey den Gelehrten und Kraͤutlern lateiniſch Sementina, von wegen der groſſen Menge des Saamens denes fort bringt: Item Zina oder Sina und Granella.Die Apothecker in Niederland und Flandern nennenes Sanctolinum. Der Saamen wird von den Medicis und Apotheckern genannt Semen lumbricorum, Se-men Alexandrinum, Semen ſanctum, und SemenZedoariæ. Italiaͤniſch heiſſet dieſes Kraut und feinSaamen/ Semenz ina oder Semenz ena, Seme ſanto, Semecontra vermi. Bey den Neapolitanern heiſſet es Sementella. Hiſpaniſch Sementera contra perme. Fran toͤſiſchMort des pers la Morc aux pers und Barbotine. Die Creten-
G ſer nennens Ormigobotanon. Polniſch Zicwodgliſt und
Voruntraut. Teutſch Wurmkraut oder Wurmſaa-menkraut und Zittwanſat. Brabaͤn diſch und FlemiſchFyecruyt/ Wormcruyt und Zewaerſaedt.
Von der Krafft/ Eigenſchafft und Wirckungdes Santoniſchen Wermuhts und des Wurm-ſaamenkrauts.Der Santoniſch Wermuht iſt warmer und truck-ner Natur/ dem Meerwermuht Seriphio an derKrafft/ Wirckung und Tugend gleich: treibet aus dieWurm innerlich und aͤuſſerlich gebraucht.Das Wurmkraut oder Wurmſamenkraut/ ſonder-lich aber der Saamen iſt heiß und trucken im zweyten
Grad/ welcher heutigs Tags allein innerlich die Spuͤl⸗Spůlwürm.H wirm aus dem Leibe zu treiben/ in ſtetem Gebrauch iſt:
und wird nicht allein den Kindern/ ſondern auch denalten Leuten eingegeben.
Innerlicher Gebrauch des Wurmſamens.
Wulrmſamen toͤdtet und treibet aus die Spuͤl würm Wurm.
und allerhand andere Wuͤrm aus dem Leib/ da-von gibt man einem alten Menſchen anderthalb quint-lein/ und auch ein halb Loht mit Wein nuͤchtern zutrin-cken/ einem jungen Menſchen von zehen oder zwoͤlffJahren/ j. quintlein/ den Jungern ein halb quintlein/und den Kindern unter vier Jahren ein Drittheil ei-nes quintleins: den Kindern aber fol mans mit Ho-nig oder Milch eingeben. Etliche laſſen dieſen Saa-men mit Zucker überziehen darmit die Kinder denſel-ben deſto beſſer einbringen koͤnnen: aber des muß mannoch fo viel als des unůberzogenen auf einmal eingebẽ.
Weil auch die Kinder gemeiniglich hitzig ſeynd/ undFieberlein haben/ wann fie Wuͤrme haben/ weichen et-liche den Wurmſamen ein Tag oder fuͤnff in Eſſig/alſo daß fie den nur allen Tag befeuchten: Darnachlaſſen ſie ihn trucken werden/ das nennen ſie bereitetenWurmſamen/ Semen lumbricorum præparatum:und wird ihme durch ſolche Beitzung beyde die Krafftzu warmen, und die Bitterkeit etlicher maſſen entzogen/den giebet man dann den febricitirenden Kindern ſoWuͤrme haben ein.
Ein gut Wurmpulver mit einem Zuſatz mach alſo:Nim̃ Wurmſamen ein halb Loht. Miltenkrautſaa-men/ Buͤrtzelkraurſamen/ jedes ein quintlein/ Feigebonen/ Süßholtz/ jedes ein drittheil eines quintleins.
K Mach daraus ein reines Puͤlverlein/ gib davon j. quint.
mit Queckengraßwaſſer/ oder mit Bůrtzelwaſſer/ es hilft
ſehr wol/ den Kindern aber gib ein halbes quintlein.Ein ander gut und bewehrt Pulver: Nim̃ Wurm-
ſamen/ auserleſene Alexandriniſche Senetblaͤtter/
weiß Diptam oder Aeſchwurtzel/ ormentillwurtzel/ je-
des ein quintlein/ Turbitwurtzel ij. Serupel. Stoß dies
ſes zu Pulver ſchlags durch ein Sieblein, behalts zumbrauch: darvon gib einem alten Menſchen ein halb
Loht mit Wein/ einem jungen von xij. oder x. Jahrenj. quintl. und einem Kind von vj. oder vij. Jahren ein
halb quint. den ungen Kindern aber ein drittheil einesquintl mit Milch oder Quecken graßwaſſer ju trincken.
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Wůrm.
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